modern mobil - Magazin für moderne Mobilität - Ausgabe 02/2019

www.velototal.de

In dieser zweiten Ausgabe von modern mobil haben wir die vielversprechendsten Mobilitätsprojekte für Sie recherchiert. So zeigen wir, wie sich dank Verfahren künstlicher Intelligenz die Mobilität in urbanen Räumen verbessern lässt, wie radikal Daten das Geschäft mit der Mobilität verändern und welche Flugtaxi demnächst autonom über die Städte fliegen.
Wie enorm darüber das Interesse an fundierten Informationen rund um eine emissionsfreie Mobilität ist, zeigen die Zugriffzahlen unserer ersten Ausgabe; mehr als zwei Millionen Mal wurde das E-Paper aufgerufen.

Zum Inhalt:
++Chancen der urbanen Mobilität
++17 E-Bikes im Test mit Video
++20 E-Autos unter 40.000 Euro

2-2019

modernmobil

MAGAZIN FÜR MODERNE MOBILITÄT

Chancen der urbanen Mobilität - schafft es das Flugtaxi?

E-Bikes machen das Rennen – 17 Modelle im Test

Kostengünstig – 20 E-Autos unter 40.000 Euro


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DIE MODERENE MOBILITÄT

VERLEIHT FLÜGEL

Titelbild/Bild S3: Aitbus

Nun hat die Kanzlerin ihr Ziel doch nicht erreicht.

Bis 2020 sollten auf Deutschlands Straßen

eine Million Elektrofahrzeuge fahren. Ein

Blick in aktuelle Zulassungsstatistik aber zeigt,

seit 2010 sind nur rund 284.000 Fahrzeuge mit

Elektromotor zugelassen worden. 126.000 davon

sind Plug-in-Hybride. Die Chancen für die

Elektromobilität für 2020 sind dennoch vielversprechend.

So wird die Elektroauto-Prämie bis 2025

verlängert, die Automobilhersteller werden

immens viele E-Automobile für fast jeden

Geldbeutel auf den Markt bringen und die Ingenieure

arbeiten mit Hochdruck an noch leistungsstärkeren

Elektroantrieben und faszinierenden

Fortbewegungssystemen.

In dieser zweiten Ausgabe von modern mobil

haben wir die vielversprechendsten Mobilitätsprojekte

für Sie recherchiert. So zeigen wir,

wie sich dank Verfahren künstlicher Intelligenz

die Mobilität in urbanen Räumen verbessern

lässt, wie radikal Daten das Geschäft mit der

Mobilität verändern und welche Flugtaxi demnächst

autonom über die Städte fliegen.

Wie enorm darüber das Interesse an fundierten

Informationen rund um eine emissionsfreie

Mobilität ist, zeigen die Zugriffzahlen unserer

ersten Ausgabe; mehr als zwei Millionen Mal

wurde das E-Paper aufgerufen.

Ihr Andreas Burkert

Chefredakteur modernmobil

03


52 DEW21 E — BIKE FESTIVAL DORT-

MUND PRESENTED BY SHIMANO

Die 5. Auflage des beliebten größten

europäischen Festivals dieser Art findet

vom 3. bis 5. April 2020 statt.

72 JAPANS ZUKUNFTSVISIONEN

Tokyo Motorshow zeigt faszinierende

Möglichkeiten der Mobilität

REPORT

06 FORTSCHRITT DANK

DIGITALISIERUNG

Automobile von Morgen sind vernetzt,

nutzen künstliche Intelligenz und werden

immer smarter.

12 ÜBERFLIEGER

Autonom fliegende Taxis als Lösung des

Verkehrschaos?

78 KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Das Auto der Zukunft wird autonom

unterwegs sein und selbstständig analysieren.

84 INTELLIGENTE MOBILITÄTS-

SERVICES &-KONZEPTE

Daten sammeln, aufbereiten und qualifizieren

für den Geschäftserfolg

18 DAS AUTOMOBIL DER ZUKUNFT

Digitale Mobility – Möglichkeiten und

Risiken für den Standort Deutschland

24 SICHER ABBIEGEN

Die neuen Abbiegeassistenten können

Unfälle vermeiden helfen.

04 INHALT


INHALT

50 Cooper E Disc

52 Hercules Intero I-R8

54 Nuvelos Urban mit City Kit

88 ARBEITSWELT IM UMBRUCH

Chancen & Probleme der neuen Produktionskompetenzen

96 BUDGETFREUNDLICH–

20 E-AUTOS UNTER 40.000 EURO

Immer mehr kostengünstige Kleinwagen

kommen auf den Markt. Hier eine kleine

Vorstellung.

TEST

56 SPORTLICHE BIKES

E-Mountainbikes und Rennräder sind

auf dem Vormarsch. Auch entsprechende

Rennen werden organisiert.

58 Greens e-Bike Corby

60 KTM Macina Chacana LFC

62 Husqvarna MC6

64 Fischer Montis 5.0i

66 Corratec E-Power RS 150 Pro 650B+

68 BIONICON Engine Enduro 1

70 Kellys Tygon 70

E-BIKES IM TEST

30 STADT- & TREKKINGRÄDER

Durch den anhaltenden E-Bike-Boom

verändern sich auch urbane Lebensräume

und Infrastruktur.

36 Batavus Garda E-Go x-clusive

38 Hercules Imperial E-5

40 Raleigh Kent Premium

42 Merida eSpresso City 900 EQ

44 Raymon e-Tourray 5.5

46 Bergamont E-HElix Expert EQ Gent

48 Kellys Estima 50

05

Bild: BERGAMONT: Carlos Fernández Laser


MOBILITÄT VON MORGEN

IST DIGITAL

Text: Andreas Burkert I Bilder: Andreas Burkert / Bosch

Künstliche Intelligenz in Silizium gegossen.

Die Nvidia-Ki-Plattform soll das Entwickeln autonomer Fahrfunktionen einfacher machen.

06 REPORT


Die Fortschritte bei der Digitalisierung rettet das Automobil. Moderne

Fahrzeuge sind allumfassend vernetzt und sammeln enorme Mengen

an Daten, die sich mittels Verfahren der künstlichen Intelligenz für

autonome Fahrfunktionen nutzen lassen. Das Automobil von Morgen

wird mit jedem gefahrenen Kilometer immer smarter.

Ohne die Digitalisierung wäre das Automobil

wohl dem Untergang geweiht. Die Fortschritte

auf dem Gebiet der Mikroelektronik, vor allem

aber die enormen Erkenntnisse hinsichtlich

der künstlichen Intelligenz sind Experten zufolge

unabdingbar, um die Anforderungen an

die moderne Mobilität zu erfüllen. Wohl wissend,

dass ohne Halbleiter schon lange kein

Auto mehr fährt und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme

und Funktionen des automatisierten

Fahrens erst durch intelligente eingebettete

Systeme und die Vernetzung mit der

Welt außerhalb eines Fahrzeugs möglich ist,

investiert die gesamte Branche Milliarden in

das intelligente Automobil.

Angefangen bei den mikroelektromechanischen

Systemen – kurz MEMS, die als Sinnesorgane

moderner Fahrzeuge bezeichnet werden,

bis hin zu Halbleiterprozessoren, die speziell

für Verfahren der künstlichen Intelligenz ausgelegt

wurden. Die Automobilentwickler stehen

dabei unter enormen Zeitdruck. Die Errungenschaften

auf dem Gebiet des autonomen

Fahrens sind nämlich beachtlich, wie ein Blick

auf den Zeitplan kommender autonomer Fahrfunktionen

zeigt. Veröffentlicht wurde dieser

zur electronica Automotive Conference (eAC),

die im vergangenen Jahr parallel zur electronica

in München stattfand und auf der prominente

Vertreter führender Systemhersteller

wie auch Experten aus der Automobilzulieferindustrie

teilnahmen. Dort gab es eine Menge

zu erzählen. Etwa vom beispiellosen Wandel,

dem die Automobilindustrie derzeit ausgesetzt

ist. Und dessen Auslöser das Smartphone war.

GRÖSSTE TECHNOLOGIEPLATTFORM

DER MENSCHHEITSGESCHICHTE

Dies stelle mittlerweile die „größte Technologieplattform

der Menschheitsgeschichte dar“,

erklärte Nakul Duggal, Vice President, Product

Management bei Qualcomm Technologies. Sei-

07


Die Digitalisierung erlaubt gänzlich neue Services im Automobil.

ner Ansicht nach sind es die grundlegenden

Technologien und Benutzererfahrungen rund

um das Smartphone, die heute Innovationen

in fast allen Branchen ermöglichen. Seiner Ansicht

nach, steht das Automobil bei der Nutzung

dieser Fähigkeiten an vorderster Front

und „treibt mit dem vernetzten Automobil

eine breite Transformation voran“. 5G und die

On-Device-Intelligenz gelten dabei als Türöffner.

Der Weg hin zum smarten Automobil, das

durch intelligentes Lernen immer vielseitiger

wird, ist damit geebnet. Das Fahrzeug wird Teil

des Internets der Dinge (IoT).

Mit allem und jedem vernetzt, gelingt die immer

präzisere Wahrnehmung der Außenwelt.

Im Mittelpunkt stehen dabei Verfahren der

künstlichen Intelligenz, die die Prozesse und

Entwicklungen der IoT in all ihren Facetten beeinflussen

werden. Und das wird den Markt für

Smart Connected Devices ein enormes Wachstum

bescheren. Das Halbleiterunternehmen

NXP schätzt, dass bis zum Jahr 2025 rund 75

Milliarden solch intelligenter Geräte im Einsatz

sind. Derzeit sind etwa 22 Milliarden im

Internet der Dinge (IoT). So wird es eine immer

präzisere Wahrnehmung der analogen Umwelt

geben, in der nahezu die gesamte Menschheit

miteinander kommuniziert und in der KI und

08 REPORT


Maschine Learning fast alle erdenkliche Prozesse

steuert und damit die funktionale Sicherheit

auf einem hohen Niveau etabliert. Die

Branche benötigt dafür enormen Datenmengen.

Denn je detailreicher und umfänglicher

die Informationen vorliegen, umso effizienter

können komplexe Regelungen vorgenommen

werden.

20 TERABYTE DATEN PRO STUNDE

Für die Automobilhersteller ist dies derzeit eine

der größten Herausforderungen. Sie müssen

ihre Fahrzeuge unter anderem mit zahlreichen

Sensoren ausstatten. So finden sich in einem

Mittelklasseautomobil mittlerweile durchschnittlich

mehr als 100 Sensoren. Tendenz

stark steigend. Mit der EU-Verpflichtung, ab

2021 Neufahrzeuge nur noch mit den Fahrassistenzsystemen

Automatic Braking-System,

Lane-Keeping-System, Intelligent Speed-Adaptation,

Driver-Distraction-Monitoring und

Event-Data-Recording zuzulassen, wird sich

die Anzahl noch erheblich erhöhen.

Die Fortentwicklung in der Sensorik wird im

Übrigen dazu führen, dass in 2025 bis zu 20

TeraByte Daten pro Stunde erzeugt werden. In

Moderne Automobile sind mit ihrer Umgebung vernetzt.

09


Ist das Automobil Teil des Internets, lassen sich sämtliche Systeme aus der Ferne warten.

der Folge erwarten Experten, dass die Rechenleistung,

wie sie für ADAS und das e-Cockpit

benötigt werden, auf 100 TFLOPS steigen werden.

Die Bandbreite wird demnach in 2025 auf

10 GigaBit pro Sekunde anwachsen. Diese Entwicklungen

zeigen, dass die Branche wie nie

zuvor von der Digitalisierung profitieren wird.

Und auch der Halbleitermarkt ist Nutznießer

dieser Entwicklung, wie die Fachgruppe Halbleiter

Bauelemente des Fachverbands Electronic

Components and Systems im ZVEI mitteilt.

Die Zahlen sind beeindruckend.

DAS MULTIMILLIARDEN-GESCHÄFT MIT

DER DATENGETRIEBENEN MOBILITÄT

So wächst der automobile Halbleitermarkt seit

2016 im Schnitt schneller als die Fahrzeugproduktion.

Wie der ZVEI ausweist, lag „das dieses

in den vergangenen Jahren stets oberhalb der

Fahrzeugproduktion“. Während das Halbleiterwachstum

im Jahr 2016 rund 5 % darüber

lag, waren es 2017 schon 12 % und im ersten

Halbjahr 2018 bereits 13 %. Diese Zahlen belegen,

dass der Fortschritt in der Automobilentwicklung

sehr eng mit den Innovationen

10 REPORT


der Elektronikbranche zusammenhängt. Und

davon profitieren beide Seite. Die Automobilhersteller

können ihre Fahrzeuge nun gezielt

nach den Erfordernissen der modernen Mobilität

konstruieren. Und die Hersteller von intelligenten

Halbleitern verdienen damit viel Geld.

Mittlerweile beträgt der Wert für Halbleiter

für traditionelle Automotive-Anwendungen

rund 350 Euro pro Fahrzeug – Tendenz jährlich

durchschnittlich etwa 2 % leicht steigend. Hinzu

kommen annähernd 100 Euro pro Fahrzeug

für Infotainment- und Konnektivitätsfunktionen

sowie 450 Euro für das Elektrifizieren des

Fahrzeugs. Die höchsten Kosten aber werden

die Halbleiter für das autonome Fahren verursachen.

Laut ZVEI werden dafür bis zu 1000

Euro zusätzlich pro Fahrzeug benötigt. Damit

summiert sich der Wert der Halbleiter auf bis

zu 1900 Euro.

Mit der Vernetzung alles Systeme im Automobil steigt auch die Komplexität.

11


URBAN-AIR-

MOBILITY-KONZEPT

Text: Andreas Burkert I Bilder: Hersteller

VIDEO

12 REPORT


Wenn alles steht, es kein Vorankommen gibt, dann wünscht

sich mancher Autofahrer, er könne das Verkehrschaos einfach

überfliegen. Das Flugtaxi rückt damit in den Fokus der Besorgten.

Doch sind autonom fliegende Taxis wirklich die Lösung?

Es gibt einfach zu viele Automobile, die für die

Stadt zu groß und zu ungelenk sind. Ein Dilemma,

dass die internationale Automobilbranche

durch das vernetzte, elektrifizierte und autonom

fahrende Automobil auflösen will. Das

allein aber wird nicht genügen. Das Automobil

muss in seinen Dimensionen schrumpfen,

wenn nicht gar wandelbar sein - wie das

Konzept Vision Urbanetic von Mercedes-Benz

Vans oder das kraxelnde Automobil von Hyundai.

Wer sich diese Fahrzeuge betrachtet,

wird zugeben müssen, dass „die Mobilität verrückter

werden wird. So sieht es mittlerweile

auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

So zumindest hat er es in einem Interview

mit der Süddeutschen Zeitung erklärt.

Scheuers Ansicht nach ist nicht „das Mobilitätsprodukt,

wie es aus der Fabrik rausfährt,

sondern das Mobilitätsmanagement über die

Verkehrsträger hinweg“, die größte Herausforderung

der Automobilbranche darstellt. Diese

Erkenntnis aber überrascht kaum einen mehr

in der Branche.

Denn die Automobilentwickler kennen die

nötigen Zutaten für die Mobilität der Zukunft:

vernetzt, elektrifiziert und autonom: Nur das

Tempo, mit dem der Wandel stattfindet, überrumpelt

noch manch etabliertes Unternehmen.

Denn längst wird die Automobilität von

der IT beherrscht, deren Allmacht sich jedes

Jahr auf der International Consumer Electronics

Show (CES) offenbart. Die Messe in Las

Vegas, die Anfang Januar mitten in der Wüste

von Nevada stattfindet, ist längst zu einem

Mekka der Querdenker geworden.

AUTONOMES FLUGTAXI

Dort wurde auch mit dem Ehang 184 das

erste öffentlich bekannt gewordene Autonome

Flugtaxi vorgestellt. Das war bereits

2016. Seit dem Tag werden autonom fliegende

Flugtaxi (Passagierdrohne) in der Wissenschaft

wie auch in der Politik eifrig diskutiert.

Auch weil seine Verwendung in urbanen Ballungsräumen

das alltägliche Verkehrschaos

lösen könnte. Konkrete Ergebnisse werden

dazu im Rahmen des Urban-Air-Mobility-Konzepts

diskutiert. Immerhin müssen noch zen-

13


Autonom fahrende Automobile

sollen laut der Audi-Studie

„25. Stunde - Flow“ langfristig

zur Lösung von Verkehrsproblemen

in Städten beitragen

(©) Audi

trale Herausforderungen gemeistert werden.

So arbeiten mit Hochdruck Entwickler daran,

den Lärm zu verringern, die Nutzlast zu erhöhen

und die Flugzeiten zu verlängern. Auch

Fragen zu bestehenden Luftraumvorschriften

und zur mangelnde Datenlage zur Sicherheit

und den allgemeinen Betrieb müssen geklärt

werden.

Auch wenn es bis zum Serieneinsatz von

Flugtaxis noch eine Weile dauert, und viele

es eher für Science-Fiction halten, die immer

mehr Unternehmen vom Start-up bis zum etablierten

Luftfahrtkonzern arbeiten daran, die

Vision des Flugtaxis Realität werden zu lassen.

Und auch die Mehrheit der Bundesbürger

glauben mittlerweile daran, dass der Transport

in autonom fliegenden Taxis auch verwirklicht

wird. Nur zwei von fünf Bundesbürgern

(44 Prozent) erwarten, dass Flugtaxis nie

funktionieren werden. Andererseits gehen 49

Prozent aller Bundesbürger davon aus, dass

Flugtaxis in Zukunft alltäglich sein werden.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen

Umfrage unter 1.004 Bundesbürgern ab 16

Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

14 REPORT


Das iRoad von Toyota ist ein dreirädriges Elektroautomobil mit der Gabe,

auf engstem Raum gefahren zu werden (© Toyota)

Das Ultimate Mobility Vehicle von Hyundai krabbelt sogar die

Treppe hinauf, um Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

an der Haustür abzuholen (© Hyundai)

AUTONOM FLIEGEN

Trotz der positiven Aussichten, die Mehrheit

der Bundesbürger lehnt autonome Flugzeuge

ab. Zwar würden immerhin 26 Prozent aller

Befragten noch in einem Flugzeug mitfliegen,

das ein Pilot vom Boden aus fernsteuert, solange

ein Reservepilot an Bord der Maschine

ist. Jeder Zehnte (10 Prozent) würde das auch

ohne Reservepiloten tun. Mit Reservepilot

würden außerdem 17 Prozent in ein Flugzeug

steigen, das eigenständig per Computer fliegt.

Acht Prozent würden dies auch ohne Reservepiloten

tun. Allerdings sagen auch 70 Prozent

der Befragten quer durch alle Altersklassen,

dass sie sich in keines solcher Flugzeuge setzen

würden.

„Während das autonome Auto schon höhere

Akzeptanzwerte erzielt, ist die Vorstellung,

sich in ein unbemanntes Flugzeug zu setzen,

für die meisten Passagiere noch unvorstellbar

oder zumindest gewöhnungsbedürftig“, sagt Dr.

Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation

beim Bitkom. „Technisch ist ein autonom

fliegendes Flugzeug tatsächlich aber bereits

machbar. Flugzeuge fliegen auch heute schon

hochsicher mit Autopilot. Der Pilot hat dabei

15


Eine Flugdrohne nähert sich dem Fahrzeug

mit der Passagierkabine, um an diese anzudocken.

© Italdesign

dann die Aufgabe alle Abläufe zu überwachen.“

Doch das Vertrauen ist nicht vorhanden.

DIE ANGST VORM VIRTUELLEN PILOTEN

So argumentieren neun von zehn Gegnern

des autonomen Fliegens (93 Prozent), dass

keine Software die Erfahrung eines langjährigen

Piloten ersetzen kann. 87 Prozent hätten

in einem autonom fliegenden Flugzeug Angst

vor Cyberterrorismus, also dass es gehackt

werden könnte. 86 Prozent trauen der Technik

weniger als einem Piloten zu, mit unvorhergesehenen

Ereignissen fertig zu werden. 83

Prozent hätten Angst vor technischen Problemen

durch eine fehlerhafte Programmierung

der Bordsoftware. Vier von zehn Gegnern des

autonomen Fliegens (42 Prozent) geben an,

generell wenig Vertrauen in Technik zu haben.

Und so hoffen viele, dass autonom fahrende

Automobile langfristig zur Lösung von Verkehrsproblemen

in Städten beitragen. Auch

der Automobilhersteller Audi hält das für

möglich. Gemeinsam arbeitet er mit Projektpartnern

wie den Verkehrsforschern des KIT

und der Münchner Beratung MobilityPartners

an der Zukunft der Mobilität in Ingolstadt.

Melanie Goldmann, Leiterin der Trendkommunikation

bei Audi, fasst die Ergebnisse zusammen,

die ihrer Ansicht nach „nahelegen, dass

autonome Autos, Mobilitätsservices und vernetzte

Infrastruktur Stau und Straßenfläche

deutlich reduzieren können“.

16 REPORT


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DEUTSCHLANDS NEUER ANSPRUCH AN DIE MOBILITÄT

ZUKUNFTS-

VISIONEN

Text: Andreas Burkert I Bilder: Andreas Burkert

Der Deutsche ändert seinen Blick

auf die Mobilität. Statt PS stehen

datenbasierte Dienste im Mittelpunkt

der Kaufentscheidung.

018 REPORT


Das Automobil, wie wir es heute kennen, wird es bald nicht mehr geben. Der

Antriebsstrang wird elektrifiziert, die Digitalisierung wird gänzlich neue Services

bieten. Welche Chancen und Risiken bietet also die digitale Mobilität

für den Standort Deutschland?

Die Automobilindustrie steht vor einem tiefgreifenden

Umbruch. Den Deutschen sind

beim Kauf eines Automobils integrierte Navigationsdienste,

Fahrassistenzsysteme oder

digitale Dienste auf Grundlage von Fahrzeugdaten

wie Reparaturhinweise inzwischen

wichtiger als Motorleistung oder die Marke.

Das erzählt Achim Berg, Präsident des Digitalverbands

Bitkom, der dafür 1.004 Bundesbürger

repräsentativ befragt hat. Auch die

weiteren Ergebnisse der Umfrage dürften die

Automobilhersteller unisono bis ins Mark erschüttern.

So ist das eigene Automobil vor allem für die

große Mehrheit der Jüngeren kein Statussymbol

mehr, stattdessen spielt der Klimaschutz

eine wichtige Rolle bei der Wahl des

Verkehrsmittels. Und bei den Zukunftsthemen

Elektroautos und autonomes Fahren sehen

die Bundesbürger aktuell die deutschen Hersteller

im Hintertreffen. Doch Berg sieht auch

eine Chance im Wandel der Mobilität. So ist

„das Auto noch immer eine hervorragende Ingenieursleistung,

auch wenn Software bereits

eine zentrale Stellung einnimmt“. Seiner Ansicht

nach wird allerdings diese Software für

die Passagiere noch sichtbarer. „Sie wollen im

Auto dieselben Dienste nutzen wie zu Hause“.

ELEKTROMOBILITÄT IST EINFACHER

Und noch etwas wird den Markt der Automobilität

ändern. „Der Trend zum Elektroauto führt

dazu, dass die Markteintrittsschranken deutlich

sinken“, so Berg. Ein Elektroauto ist viel einfacher

zu konstruieren als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor,

Antriebsstrang und Abgasanlage.

„Dadurch entwickeln sich neue Player aus

dem Ausland und auch aus der Digitalbranche

zu ernstzunehmenden Wettbewerbern für die

etablierten Anbieter.“ 46 Prozent der Bundesbürger

sehen die Autoindustrie durch die Verbreitung

von Elektroautos herausgefordert, 31

Prozent durch den Trend zum autonomen Fahren.

DATEN WICHTIGER ALS PS BEIM AUTOKAUF

Wichtigstes Kriterium beim Autokauf ist für die

Bundesbürger, ob das neue Fahrzeug integrierte

Navigationsdienste bietet (93 Prozent). Damit

liegt es noch vor dem Anschaffungspreis

(91 Prozent), Umwelteigenschaften wie Verbrauch

(91 Prozent), dem allgemeinen Komfort

(88 Prozent) und der Art des Antriebs (84 Prozent).

Fahrassistenzsysteme wie Spurhalteassistent

oder Einparkautomatik (80 Prozent) liegen

ganz knapp vor dem Design (79 Prozent).

Und Dienste auf Grundlage von Fahrzeugdaten

19


(77 Prozent), die etwa Hinweise auf notwendige

Reparaturen geben, sind wichtiger als die

Motorleistung (70 Prozent) oder der Einsatz

des Herstellers für Klimaschutz (67 Prozent).

Ebenso wichtig wie die Marke (62 Prozent) ist

die Kompatibilität des Cockpits mit dem eigenen

Smartphone (62 Prozent). Ebenfalls von

einer Mehrheit als wichtig eingestuft wird das

Angebot von neuen Diensten auf Grundlage

von Car-to-Car-Kommunikation (56 Prozent),

mit der zum Beispiel vorausfahrende Fahrzeuge

vor Hindernissen auf der Straße warnen

können, sowie ein Internetzugang im Auto (51

Prozent), etwa für das Entertainment-System.

„Auch wenn Fahrzeuge heute voller Elektronik

stecken: Wir stehen noch am Anfang der Digitalisierung

des Automobils. Der nächste Schritt

wird erreicht, wenn die Fahrzeuge untereinander

und mit der Straßeninfrastruktur wie Ampeln

kommunizieren“, so Berg.

DAS EIGENE AUTO VERLIERT AN BEDEU-

TUNG

Dass trotz dieser Fortschritte das Automobile

als persönliches Eigentum an Bedeutung

verliert, ist ein weiteres Ergebnis der Bitkom-

Umfrage. So sagen 4 von 10 Bundesbürger (40

Prozent), dass für sie persönlich das Auto im

Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln künftig

deutlich an Bedeutung verlieren wird. Und

Der Wunsch nach dem automatisierten Fahren ist laut einer Bitkom-Umfrage gestiegen

020 REPORT


Von autonom fahrenden Automobilen erhofft sich der Deutsche zahlreiche Vorteile.

(Quelle: Bitkom)

für 6 von 10 (62 Prozent) ist der Besitz eines

eigenen Autos kein Statussymbol. Dabei gibt

es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

Während nur 58 Prozent der über

65-Jährigen dieser Aussage zustimmen, sind es

70 Prozent der 16- bis 29-Jährigen.

Doch das sind nicht die einzigen Herausforderungen

für die deutsche Automobilindustrie.

Drei Viertel (72 Prozent) geben an, dass

der Klimaschutz für sie bei der Wahl des Verkehrsmittels

eine sehr große Rolle spielt. 64

Prozent sehen den Umwelt- und Klimaschutz

(64 Prozent) als Herausforderung für die Hersteller,

fast jeder Zweite (48 Prozent) die Diskussion

über autofreie Innenstädte. Ebenfalls

als Herausforderungen gelten Handelskriege

(46 Prozent), Carsharing (18 Prozent), Ridesharing

(13 Prozent) und neue Verkehrsmittel wie

E-Scooter (6 Prozent).

JEDER VIERTE MÖCHTE VERKAUFSVER-

BOT FÜR VERBRENNER

Für den Automobilmarkt sehen die Bundesbürger

insbesondere durch Elektroautos deutliche

Verschiebungen der Kräfteverhältnisse. So ist

die Hälfte (52 Prozent) der Meinung, dass die

deutsche Autoindustrie die Wende hin zu Elektroautos

und anderen erneuerbaren Antriebsformen

verpasst (52 Prozent). Ähnlich viele

sind sicher, dass sich 2030 die Marktanteile

heute bekannter Hersteller durch Elektroautos

massiv verschoben haben werden (48 Prozent).

Und 46 Prozent gehen davon aus, dass 2030

heute noch erfolgreiche Autohersteller vom

Markt verschwunden sein werden, weil sie

Elektroautos zu spät oder gar nicht angeboten

haben. Vor diesem Hintergrund sehen zwei

Drittel der Bundesbürger neue Autohersteller

aus China (68 Prozent) als Herausforderung für

21


Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und die Digitalisierung stellen die etablierte Automobilindustrie vor großen Herausforderungen. (Quelle: Bitkom)

die deutsche Automobilindustrie.

Bei der Frage nach einem Verkaufsverbot für

Autos mit Verbrennungsmotor scheiden sich

die Geister. Rund jeder Vierte (23 Prozent) wäre

für ein Verbot spätestens ab 2030. Aber fast

ebenso viele (20 Prozent) lehnen ein Verbot

grundsätzlich ab.

HOFFEN AUF DAS AUTONOME FAHREN

Bei einem weiteren großen Zukunftsthema

der Automobilbranche sehen die Bundesbürger

die deutschen Hersteller auf dem zweiten

Platz. So geht jeder Vierte (25 Prozent)

davon aus, dass klassische Autohersteller aus

Deutschland wie VW, BMW oder Daimler den

Wettbewerb um das autonome Fahren gewinnen

werden. Damit liegen sie deutlich vor klassischen

Herstellern aus dem Ausland wie Ford

oder Toyota (16 Prozent) und knapp vor IT- und

Internetunternehmen wie Apple, Google oder

Uber (22 Prozent), die oft die Schlagzeilen beherrschen.

Die besten Chancen, die Führungsrolle

beim autonomen Fahren einzunehmen,

wird allerdings neuen Automobilherstellern

wie Tesla zugeschrieben, die jeder Dritte (34

Prozent) vorne sieht.

Dabei geht eine Mehrheit davon aus, dass autonomes

Fahren kein Science Fiction ist, sondern

schon bald Alltag. So erwarten 6 von 10

(60 Prozent) Bundesbürgern, dass spätestens in

20 Jahren in Deutschland mehr selbstfahrende

als herkömmliche Autos zugelassen werden.

Nur 13 Prozent gehen davon aus, dass auch

in mehr als 25 Jahren noch von Menschen gesteuerte

Autos den Markt dominieren. „Die Frage

ist nicht, ob das autonome Fahren kommt,

sondern wann es kommt“, so Berg. „Die Zukunft

des Automobils ist autonom. Damit Deutschland

in dieser autonomen Welt seine Position

als Autonation Nr. 1 halten kann, muss jetzt

eine optimale digitale Infrastruktur aufgebaut

werden.“

022 REPORT


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INTELLIGENTE

ABBIEGEASSISTENTEN

SCHÜTZEN RADFAHRER

24 REPORT


Das nachrüstbare Unfallpräventionssystem von

Mobileye ist mit einem nach vorne gerichteten

Vision-Sensor oder als speziell für große Nutzfahrzeuge

mit großem toten Winkel entwickelte

Multisensor-Lösung erhältlich. © Mobileye

Moderne Elektronik kann heute sehr zuverlässig

Unfälle zwischen Lkws und Radfahrern

verhindern. Die am Markt verfügbaren Abbiegeassistenten

nutzen dafür optische oder

radarbasierte Systeme, die mittels Software

situationsgerecht reagieren und sogar eine

Notbremsung einleiten.

25


Abbiegesysteme sollen Personen von statischen Objekten unterscheiden können.

Quelle: LUIS Technology GmbH

Grausamer kann kaum ein Mensch ums Leben

kommen, als wenn er von einem tonnenschweren

Lastwagen überrollt wird. Das Abbiegen

in der Innenstadt ist für Lkw-Fahrer eines der

schwierigsten Manöver, die Folgen einer Unachtsamkeit

für andere Verkehrsteilnehmer,

wie Radfahrer, sind meist tödlich. Obschon

sich die meisten von ihnen um größtmögliche

Sorgfalt bemühen, sterben seit Jahren im

Schnitt 28 Radfahrer in Deutschland, weil sie

beim Abbiegen übersehen werden. Für das

Bundesverkehrsministerium (BMVI) Anlass

genug, im vergangenen Jahr die „Aktion Abbiegeassistent“

ins Leben zu rufen.

Auf diese Weise sollen Unternehmen motiviert

werden, die eigenen Flotten schnellstmöglich

mit Assistenzsystemen nachzurüsten.

Helfen soll auch ein Förderprogramm, welches

das freiwillige Nachrüsten mit fünf Millionen

Euro unterstützt - pro Jahr, bis 2021. Für die

Björn Steiger Stiftung, die sich bundesweit für

eine bessere Notfallhilfe einsetzt, wie auch

dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR),

sind die in Aussicht gestellten Gelder nicht

genug. Sie wünschen sich mehr Fördergelder

für die freiwillige Nachrüstung von Abbiegeassistenten

bei Lkws. Aufgrund der vielen eingegangenen

Anträge waren die Fördermittel

innerhalb weniger Tage aufgebraucht.

26 REPORT


VIDEO

TECHNISCHE ANFORDERUNGEN AN AB-

BIEGEASSISTENZSYSTEME

Ab 2022 werden europaweit die lebensrettenden

Systeme vorgeschrieben. Ab diesem

Zeitpunkt müssen neue Fahrzeugtypen auf

europäischer Ebene mit Abbiegeassistenzsystemen

ausgestattet sein, die den technischen

Anforderungen auf UNECE-Ebene genügen.

Doch je früher die Systeme nachgerüstet werden,

umso weniger Menschen kommen ums

Leben. Gemäß den Anforderungen soll ein Abbiegesystem

unter anderem Radfahrende von

statischen Objekten unterscheiden können.

Auf Nachrüstungen sind diese Anforderungen

jedoch nicht vollständig anwendbar, da die

Nachrüstsysteme nicht von Anfang an in der

Fahrzeugelektronik berücksichtigt wurden und

nicht immer komplett integriert werden können.

Das BMVI hat deshalb Mindestanforderungen

für Abbiegeassistenzsysteme auf Grundlage

von Kriterien der Bundesanstalt für Straßenwesen

(BASt) erstellt. Dabei sind die geplanten

Anforderungen der derzeit bei der UNECE

abzustimmenden Regelung so angepasst, dass

sie bei Nachrüstungen erfüllt werden können

– und zugleich Radfahrende bestmöglich

schützen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat

zwischenzeitlich die Allgemeine Betriebserlaubnis

(ABE) für die ersten beiden Abbiegeassistenzsysteme

an die LUIS Technology GmbH

und die Wüllhorst Fahrzeugbau GmbH erteilt.

Zwei Speditionen – die Transportgesellschaft

Doll KG und Edeka Südbayern – haben ihre

Fahrzeuge bereits mit diesen Abbiegeassistenzsystemen

nachrüsten lassen.

TECHNISCHE BASIS MODERNER ABBIE-

GEASSISTENZSYSTEME

Ein kamerabasierendes System nutzt eine Weitwinkelkamera,

welche vorne rechts am LKW

angebaut wird und auf dem Bild den gesamten

toten Winkel auf der rechten Seite zeigt.

Dieses kann durch Signale wie Lenkeinschlag,

Geschwindigkeit und Blinker aktiviert werden.

Außerdem werden der Bereich rechts hinter der

A-Säule und die ersten 6 Meter des Fahrzeugs

im Abstand von 2,5 Meter von vier Sensoren

überwacht, die Hindernisse über eine LED-Anzeige

im Fahrerhaus anzeigen. Ein Hindernis

wird erkannt und das System gibt ein akustisches

und visuelles Signal aus. Dieses System

ist unter anderem als ROSHO- oder Wüllhorst-

Abbiegeassistent bekannt und seit Anfang 2019

als erster Abbiegeassistent, der die Fahrtests

zum Erlangen einer ABE bestanden hat, auf dem

Markt.

Radarbasierte Systeme überwachen permanent

den Bereich rechts neben dem Fahrzeug und

erkennen sich bewegende Objekte. Dem Fahrer

wird ein optisches Signal gegeben, welches bei

27


VIDEO

Der Abbiege-Assistent von Daimler-Benz warnt den Fahrer vor Kollisionen mit

Radfahrern oder Fußgängern. © Daimler-Benz

28 REPORT


erechneter möglicher Kollision auf Rot springt

und einen zusätzlichen Warnton ausgibt. Manche

Nutzfahrzeuge, wie zum Beispiel von Daimler-Benz,

könnten in Zukunft außerdem noch

automatisch einbremsen.

Softwarebasierende Systeme analysieren mit

Hilfe einer Kamera in Echtzeit Farbveränderungen

in der Bildfrequenz und erkennen so über

einen Algorithmus Gefahren im „toten Winkel“.

Der Algorithmus unterscheidet dabei zwischen

sich bewegenden Objekten, wie Fahrradfahrer

oder Fußgänger, und statischen Objekten, wie

Ampeln, Masten oder parkenden Autos. Beim

softwarebasierten System löst der Alarm nur

dann aus, wenn sich bewegende Objekte im

Gefahrenbereich befinden; statische Objekte

werden „herausgefiltert“. Der Vorteil dieser modernen

Abbiegeassistenten ist, dass sie zweistufig

warnen: Befindet sich zum Beispiel ein

Radfahrer im Gefahrenbereich vom Lkw, wird

zunächst nur optisch gewarnt (durch eine LED-

Warnleuchte oder optische Hervorhebung im

Monitor der Fahrerkabine). Leitet der Fahrer danach

einen Abbiegevorgang ein, wie durch das

Setzen des Blinkers oder durch den Einschlag

des Lenkrades, ertönt zusätzlich ein akustischer

Alarm. Softwarebasierende Systeme benötigen

neben einer Kamera am LKW-Dach ein Steuergerät

(ECU) für die Bildauswertung. Durch die

hohe Positionierung der Kamera am LKW-Dach

erfasst die Software einen sehr großen Teil der

Umgebung, wie Fußgänger und Fahrradfahrer

„in der zweiten Reihe“.

Was kosten Abbiegeassistenten?

Im Frühjahr 2019 hat der ADAC einige der im

Markt verfügbaren Systeme getestet.

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/

tests/assistenzsysteme/lkw-abbiegeassistent/

EDEKA / Wüllhorst Fahrzeugbau

Preis: 760 Euro, der Einbauaufwand beträgt

etwa vier Stunden. Das System besteht aus

vier Ultraschallsensoren und einem Kamera-

Monitor-System.

Mobileye – Shield+

Preis: 1.650 Euro, der Einbauaufwand beträgt

vier bis fünf Stunden. Das System arbeitet mit

einer Kamera, die softwarebasierte Erkennung

ermöglicht, sowie einem Anzeigeelement im

Führerhaus.

MEKRA Lang – AAS: Preis

1.850 Euro (radarbasierter Abbiegeassistent)

+ 800 Euro (KMS), der Einbauaufwand beläuft

sich auf jeweils zweieinhalb Stunden. Das getestete

System besteht aus einem Radarsensor

und einem optional erhältlichen Kamera-Monitor-System.

LUIS Technology – Turn Detect

Preis: 1.690 Euro, der Einbauaufwand liegt bei

vier bis fünf Stunden. Das System besteht aus

einer Kamera mit softwarebasierter Erkennung,

einer Steuerbox und einem Monitor.

29


E-BIKES - DIE MULTITALENTE

URBAN TRENDS 2020

Text: Andreas Burkert I Bilder: BERGAMONT: Carlos Fernández Laser / VeloTOTAL

Der Anteil der Wege, die mit dem Fahrrad

zurückgelegt werden, nehmen hingegen zu.

Gesellschaftliche Trends und Mobilitätsstile,

wie zum Beispiel die Abnahme von Auto- und

Führerscheinbesitzer bei der jüngeren Bevölkerung,

beeinflussen den Bedarf an Mobilitätsangeboten

und Infrastrukturen.

Das Elektrorad hat an der wachsenden Popularität

des Fahrrads mittlerweile einen großen Anteil.

Im Laufe der letzten Jahre streiften E‐Bikes

ihr Reha-Image fast gänzlich ab und mauserten

sich zu einem festen Bestandteil individualmobiler

Lösungen: Der Spaß am Elektrorad setzt

sich über die Generationen hinweg durch. Inzwischen

wird quasi jede Radgattung elektrifiziert.

Modellvielfalt für die urbane Fahrradmobilität

Hohe Modellvielfalt in allen Produktkategorien,

herausragendes Design, innovative Weiterentwicklung

in der Antriebs- und Batterietechnologie

(Stichwort: Integration) sowie interessante

Geschäftsmodelle rund um das E-Bike (zum Beispiel

Leasing, Cargo oder Bikesharing), wirken

sich positiv auf die Nachfrage aus. In erster Linie

ist das E-Bike ein optimaler Mobilitätspartner

und machen es durch die Möglichkeiten im

digitalen Bereich (Stichwort: Vernetzung) hochattraktiv

für den Konsumenten.

Nach Schätzungen des Zweirad-Industrie-Verbands

e. V. (ZIV) fuhren zum Jahresbeginn 2019

rund 4,5 Millionen Elektroräder durch Deutschland

und prognostiziert mittelfristig einen Anteil

von 30% am Gesamtfahrradmarkt.

ZUKUNFT DER INDIVIDUELLEN MOBILITÄT

Das E-Bike füllt eine Lücke im Moment ihres

Entstehens. Zur rechten Zeit am rechten Ort, gibt

es Antworten auf drängende Fragen der Zeit,

wie vom Verkehr verstopfte Städte, Umweltverschmutzung

und steigenden Energiebedarf. Als

ideales Verkehrsmittel rundet es die Individualmobilität

hinsichtlich Reichweite, Transportvolumen

und Geschwindigkeit ab.

So ist das E‐Bike ein ideales Lösungsmodell für

die Stadt: Für den Transport auf täglichen Wegen,

um frisch im Büro anzukommen und sich

trotzdem bewegt zu haben – und schließlich

auch für die lustvolle (Wieder-)Gewinnung ganz

individueller Freiheit, fast gänzlicher Unabhängigkeit

öffentlicher Verkehrsmittel.

Fahrradhersteller reagieren auf diesen urbanen

Trend und präsentieren immer vielseitigere

Konzepte für alltagstaugliche E-Bike, das zumindest

versprechen die zehn Modelle, die VeloTO-

TAL einem Test unterzogen hat.

(*) Einzelne Passagen aus Artikeln des „Pressedienst Fahrrad“

30 TEST


Skandale in der Autoindustrie, Kohlendioxidausstoß in den Städten, Einrichtung

von Umweltzonen – die Verantwortlichen in den Städten stehen

vor einer großen Herausforderung, die Veränderungen der urbanen

Lebensräume und Infrastruktur voranzutreiben. Innerhalb der größten

deutschen Städte ist die Nutzung des Autos seit Jahren rückläufig.

31


BATAVUS GARDA E-GO X-CLUSIVE

VIDEO

Der Bordcomputer von Bosch sammelt alle relevanten

Daten und stellt sie gut sichtbar dar.

Riemen- statt Kettenantrieb. Wir haben keine negativen

Einflüsse auf den Fahrkomfort festgestellt.

32 TEST

MEHR UNTER WWW.BATAVUS.DE


Mit dem Garda E-Go x-clusive kommt

Batavus dem perfekten Cityrad

schon sehr nahe. Es wurde an fast

alles gedacht, so der O-Ton unseres kritischen

Testfahrers nach ausgiebiger Probefahrt und

gründlicher Inspektion des E-Bikes aus dem

hohen Norden. Punkten konnte das Garda

E-Go x-clusive mit seinem schnell und einfach

höhenverstellbaren Vorbau genauso wie mit

dem wartungsfreien Riemenantrieb. Als sehr

praktisch erwies sich der Tragegriff am Rahmen,

der das Anheben und den Transport des

Ebikes merklich vereinfacht und die Handhabung

erleichtert. Dem Fahrkomfort wurde ein

großes Plus bescheinigt, denn die aufrechte

Sitzposition verleiht der Radtour einen gewissen

Wohlfühlfaktor. Als sehr kommod und

angenehm zeigte sich auch der tiefe Durchstieg,

wodurch Auf- und Absteigen absolut

entspannt vonstatten gehen. Der transparente

Mantelschoner erfüllt unauffällig aber effizient

seine Schutzfunktion, während der robuste

Gepäckträger seinem Namen alle Ehre

macht und das integrierte Schloss mit Möglichkeit

zur Aufrüstung mittels Einsteckkabel

vor Diebstahl schützen kann. Leise, aber stets

mit der richtigen Power unterstützt der Boschantrieb

den Radfahrer bei seinen Ausflügen

und Besorgungsfahrten. Den besonderen

Anforderungen in der Stadt, wie dem häufigen

Anfahren nach Ampelstopps und Bremsmanövern,

ist er perfekt und mit Leichtigkeit

gewachsen. Selbst über der Unterstützungsgeschwindigkeit

von 25 km/h ist ein antriebsloses

Beschleunigen möglich. Angesichts der

Positivliste finden sich nur wenige Kleinigkeiten

auf dem Wunschzettel des Testfahrers. Die

Frontleuchte, mit ihren 30 Lux, fällt dann doch

etwas schwach ausund sollte nach Möglichkeit

an Strahlkraft zulegen. Bei Regen würde

ein etwas längeres Frontschutzblech gute

Dienste leisten und den Radler zuverlässiger

vor Spritzwasser und damit dem Durchnässen

schützen. Nicht ganz überzeugen konnten außerdem

die zu weichen Hinterbaustreben und

die hintere Magura Bremse (ohne Schnelllösehebel),

die trotz Brakebooster nicht so effektiv

arbeitete wie erwartet.

FAZIT: Ein klasse Cityrad, das man gut und

gerne weiterempfehlen kann. Das Garda E-Go

x-clusive sorgt nicht nur im Großstadtdschungel

für Fahrspaß und -komfort.

TECHNIK

Preis: ab 2849,- Euro

Gewicht: 24,8 kg

Rahmengrößen: 48, 53, 57 cm

Farbe: black matt

Rahmen: Aluminium

AUSSTATTUNG:

Schaltung: Nexus 8 Gang

Bremsen (v/h): Hydraulische Felgenbremse, Rücktrittbremse

Bereifung: Schwalbe

SONSTIGES:

Spanninga Plateo Standlight

Batavus Aerflow integriert in Vorderradgabel,

Mantelschoner,

Lenker: Concept SKS

ANTRIEB:

Motor: Bosch Active Line Plus

Batterie: Akku 500 Wh, Li-Ion, 2,6 kg

Display: Bosch HD Display

33


HERCULES E-IMPERIAL S9

VIDEO

Der Gepäckträger macht einen robusten Eindruck

und kann bis zu 25 kg tragen.

Gute Idee: dIe Klingel beim Hercules Imperial ist sehr

praktisch und einfach in der Bedienung.

34 TEST

MEHR UNTER WWW.HERCULES.DE


Das Imperial S9 zeigt wahre Größe. Mit

einer Rahmenhöhe von bis zu 64 cm

können sich auch hochgewachsene

Radfans auf den Sattel schwingen und

entspannte Touren mit elektrischem

Rückenwind genießen. Es erweist sich auch

als starker Partner und treuer Lastenträger,

wenn Gepäck oder Fahrer eine etwas

größere Herausforderung darstellen. Das

Heavy-Load-Bike bringt 30 Kilogramm

Eigengewicht auf die Waage und kann bei

einer Gepäckträgerzuladung von maximal

25 Kilogramm noch einen 125 Kilogramm

starken Radler auf Touren bringen. Zur nötigen

Stabilität trägt neben dem verstärkten Rahmen

auch die verstärkte, blockierbare Federgabel

bei. Einige Komponenten und Details könnten

für unseren Tester noch etwas kompakter

ausfallen und ein etwas kürzerer Gabelschaft

käme der Präzision der Lenkung zu Gute.

Gelobt wird neben den innen verlegten Zügen

und den wie von Hercules gewohnt ordentlich

gebündelten Leitungen im Cockpitbereich, die

gute Ausstattung. Ergon Griffe und der Sattel

von Selle Royal beweisen bekannt hohes

Niveau und garantieren damit viel Fahrkomfort.

Der grundsolide Seitenständer von Pletscher

ist bestens geeignet. Als Diebstahlschutz kann

das praktische Rahmenschloss AXA Victory

mit gleichschließendem Batterieschloss

punkten. Angeregt wurde eine etwas stärkere

Frontleuchte mit 80 Lux, eine rutschfeste

Ausstattung der Pedale und ein etwas längeres

vorderes Schutzblech. Dass der robuste aber

dennoch ausgesprochen elegante „Lastenesel“

nicht der spritzigste, agilste Wildfang ist,

erklärt sich durch Größe und Gewicht von

selbst. Fahrstabil, laufruhig, entspannt: das

sind die Tribute, die das Modell auszeichnen.

Für elektrischen Schub sorgt der Bosch

Mittelmotor Performance Line 250 Watt, der

sich via übersichtlichem Intuvia Bordcomputer

einfach und verlässlich steuern lässt. Während

der Testfahrt kam der Wunsch nach einem

Bosch Motor mit CX-Charakteristik auf. Auch

bei der Reichweite des Akkus könnte noch

nachgebessert werden.

FAZIT: Ein zuverlässiger, solider Begleiter für

Radfahrer mit eher individuellen Ansprüchen

an Größen- und Gewichtsnormen, der sich

trotz hoher Belastbarkeit schick und stilvoll

präsentiert.

TECHNIK

Preis: ab 3199,- Euro

Gewicht: 28 kg

Rahmengrößen: 50, 55, 60, 64, 68 cm,

Farbe: schwarz, schwarz-matt

AUSSTATTUNG:

Gabel: SR-Suntour NEX-E25, Hydr. Lockout

Schaltung: 9-G Shimano Kettenschaltung

Bremsen (v/h): Shimano hydraulische Scheibenbremsen

Bereifung: Schwalbe Marathon Plus

SONSTIGES:

Shimano Nabe; Vorbau/Lenker: Humpert Ergotec Swell,

Humpert Ergotec Low Riser

Sattel: Selle Royal Viaggio, Beleuchtung: Herrmans H-Black

Rahmenschloss AXA Victory

ANTRIEB:

Motor: Bosch Performane Line 250 Watt

Batterie: Bosch Lithium-Ionenv 500 Wh

Display: Bosch INTUVIA

35


RALEIGH KENT PREMIUM

VIDEO

Das große Display des Bordcomputers von

Bosch erlaubt, selbst bei gewagten Abfahrten

noch sicher die zahlreichen Daten abzulesen.

Der Bosch-Motor Performance Line CX mit 36 Volt

und 250 Watt arbeitet in jedem Traktionsmodus

ruhig und geräuscharm.

36 TEST

MEHR UNTER WWW.RALEIGH-BIKES.DE


In durchgängig schwarz-matt kommt das

Raleigh Kent Premium E-Trekking-Bike auf

die Pisten. Nur farblich dezent abgesetzte

Applikationen wie Logo und Modellname bilden

minimale optische Akzente. Dadurch erscheint

das Fahrrad ausgesprochen edel und

zeitlos.

Durch ein überarbeitetes Rahmenkonzept

sitzt die Batterie im Unterrohr, des ordentlich

verarbeiteten Alurahmens. Der Bosch Powertube

Akku liefert 500 Wattstunden und

kommt dadurch auch auf ausgiebigen Touren

nicht aus der Puste.

Beim Motor setzt Raleigh auf die Bosch Performance

Line CX mit 36 Volt und 250 Watt.

Der bewährte Antrieb läuft ruhig und befördert

den Fahrer unterstützend auch in steilen

Anstiegen tadellos bis zum Gipfelkreuz. Das

große Display mit Nahbedienteil und Schiebehilfe

lässt sich gut ablesen und hält den Piloten

durch zahlreiche Daten immer auf dem

aktuellen Stand.

Für eine immer passende Tret-Übersetzung

steht Shimanos Alfine 8-Gang-Nabenschaltung

zur Verfügung. Sanft und geschmeidig

lassen sich die Gänge auf allen Strecken verwalten.

Mit den Shimano Deore T6000 Scheibenbremsen

(180 mm) hat man das Rad auch

in brenzlichen Situationen stets unter Kontrolle.

Zustätzlichen Komfort liefert Suntours

NEX E25 Federgabel. Die blockierbare Gabel

mit 15-Millimeter-Steckachse gleicht kleinere

Unebenheiten zuverlässig aus.

Bei nächtlichen Fahrten kann man sich auf

den verbauten Herrmans H-Black MR8 LED

Scheinwerfer verlassen. Der Strahler bietet

eine breite sowie weite Ausleuchtung

der Fahrbahn und sorgt dadurch für Sicherheit

und Sichtbarkeit im Straßenverkehr und

auf dem Radweg. Das Rücklicht ist in einen

Racktime Systemgepäckträger integriert. Um

eine individuell angepasste Sitzposition zu

ermöglichen, wird ein verstellbarer Vorbau

eingesetzt. Schwalbe Marathon Racer Schlappen

runden das überzeugende Konzept des

Raleigh Kent Premium ab.

FAZIT: Beim Kent Premium von Raleigh gefällt

uns vor allem das fehlerverzeihende

Fahrverhalten. Das Rad läuft wie auf Schienen

durch die Landschaft und präsentiert sich mit

zeitloser Optik als edles und zuverlässiges

Geschoss.

TECHNIK

Preis: ab 3399,99 Euro

Gewicht: 25,8 kg

Rahmengrößen: S, M, L, XL

Farbe: Magicblack matt

AUSSTATTUNG:

Gabel: SR Suntour NEX E25, blockierbar, 15 mm Steckachse

Schaltung: 8-G Shimano Alfine, Shimano Alfine

Bremsen (v/h): Shimano Deore T6000, hydraulische Scheibenbremse

Bereifung: Schwalbe Marathon Racer, 40-622

SONSTIGES:

Scheinwerfer: Herrmans H-Black MR8, LED ; Vorbau:

Concept SL, verstellbar; Gepäckträger: Racktime Systemgepäckträger,

mit integriertem Rücklicht

ANTRIEB:

Motor: Bosch Performance Line CX, 36

Batterie: Bosch PowerTube Li-Ion 36 V

Display: Bosch Intuvia LCD

37


MERDIA eSPRESSO CITY 900 EQ

VIDEO

Die Schutzbleche unter dem stabilen Gepäckträger

von Racktime bieten einen ausreichend

guten Spritzschutz.

Der Shimano E8000-Antrieb ist kraftvoll und bringt

im Zusammenspiel mit der 11-fach-Schaltung

genügend Drehmoment auf die Straße, um auch

längere Steigungen mühelos zu bewältigen.

38 TEST

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Nicht nur einen Espresso, sondern ein

Espresso con Panna hat uns Merida

zum Test zur Verfügung gestellt.

Schon auf den ersten Blick wirkt das City-Rad

im edlen Schwarz mit roten Designelementen

ausgesprochen modisch. Während der Fahrt

offenbart es nach und nach seine Highlights

und sorgt für ungetrübten Fahrspaß. Auch bei

hohen Geschwindigkeiten hielt sich das Lenkerflattern,

das bei manchen Cityrädern öfter

aufgetreten ist, stark in Grenzen. Das doch

sehr wuchtige Unterrohr erfüllt hier einwandfrei

seinen Zweck. Der am Sattelrohr montierte

Akku mit 500 Wh erlaubt es, einen Rahmen

mit tiefem Durchstieg zu verwenden. Dadurch

ist es sogar möglich, am Unterrohr einen

Flaschenhalter anzubringen. Der kraftvolle

Shimano E8000-Antrieb bringt in Zusammenarbeit

mit der 11-fach-Schaltung jederzeit

genügend Leistung, ohne allzu stromhungrig

zu sein. Das EC-E6002 Ladegerät kann durch

seine geringe Baugröße und das niedrige Gewicht

jederzeit auf eine Tour mitgenommen

werden. Mit einem Gewicht von 567 Gramm

belastet es das Gepäck kaum. Der verstellbare

Vorbau ermöglicht es schnell verschiedene

Sitz- und Lenkerpositionen nach Wahl des

Fahrers einzustellen. Ganz besonders begeistert

hat uns die Beleuchtung. Die Hermans H

Black Pro ist mit 100 Lux eine der perfekten

Lampen für den Stadteinsatz. Das Rücklicht

ist im Gepäckträger integriert. Die Schutzbleche

sorgen für ausreichend Spritzschutz und

halten so den Fahrer auch bei widrigen Wetter-

und Straßenbedingungen sauber und trocken.

Die Scheibenbremsen von Shimano packen

kräftig zu und sind sehr gut zu dosieren.

Die luftgefederte Suntour NCX Gabel ist mit

fernbedienbarem Lockout versehen. Auch an

Personen, die ihr E-bike im Auto transportieren,

wurde gedacht. Die robuste Steckachse,

die uns bisher im Cityrad-Segment nicht untergekommen

ist, erleichert die Vorderraddemontage

enorm.

FAZIT: Insgesamt präsentiert sich des Merida

Espresso als Trekkingrad mit City-Geometrie.

Durch seine fast vollständige XT-Ausstattung

wird es seine Besitzer lange Jahre erfreuen.

Mit leicht profilierten Reifen ist es sicherlich

auch gut für Waldautobahnen und Feldwege

geeignet.

TECHNIK

Preis: ab 3799,- Euro

Gewicht: 21,21 kg

Rahmengrößen: XS, S, M, L, XL

Farbe: matt schwarz (anthrazit/rot)

AUSSTATTUNG:

Gabel: Suntour NCX Air

Schaltung: Shimano XT 11-fach

Bremsen (v/h): Shimano XT Scheibenbremse

Bereifung: Continental RIDE TOUR

SONSTIGES:

Shimano XT Nabe; Lenker, Vorbau, Stütze: Merida Expert

Sattel: Merida Comfort; Gepäckträger: Racktime, Beleuchtung:

Herrmans H- Black Pro; Schloss: Abus 5650

ANTRIEB:

Motor: Shimano E8000

Batterie: Shimano E8010

Display: Shimano SC-E6010

39


RAYMON E-TOURRAY 5.5

VIDEO

Der Übergang des Schriftzugs vom Rahmen

zum Akku wirkt wie eine Einheit.

Das große Yamaha Display lässt sich intuitiv bedienen

und sorgt für Überblick.

40 TEST

MEHR UNTER WWW.R-RAYMON-BIKES.COM


Dem Betrachter fallen auf den ersten

Blick die in weiss und grau gehaltenen

Schriftzüge auf, die mit einem

Übergang von Rahmen zu Akku gestaltet sind.

Dadurch wirkt die auf dem Unterrohr aufgesetzte

Batterie mit 500 Watt Leistung fast

schon so, als wäre sie in den Rahmen integriert.

Der Yamaha PW-TE 250-Watt-Motor bietet

mit dem „Automatic Support Mode“ eine

Funktion, die mittels eines zusätzlichen Sensors

automatisch die Unterstützungsleistung

an die Anforderungen des Geländes anpasst.

Das neue Display mit Bluetooth-Verbindung

und dazugehöriger App ist übersichtlich und

komfortabel zu bedienen. Insgesamt gibt es

vier Fahrstufen.

Der Rahmen ist sehr gut verarbeitet und

macht einen massiven Eindruck. Die Geometrie

sorgt für eine angenehme und bequeme

Sitzposition, die zu langen und ausgiebigen

Touren einlädt. Bei den Komponenten setzt

Raymon auf altbewährte Anbauteile: Shimano

Deore XT Schaltung und hydraulische

Scheibenbremsen, SR Suntour SF17 NCX-D

COIL LO Gabel mit 63 Millimetern Federweg

sowie Ride Tour Reifen von Continental. Der

AXA Compactline Scheinwerfer mit 35 Lux

Leuchtkraft lässt auch bei Nacht Freude am

Fahren aufkommen.

Einmal aufgesattelt, fühlt man sich direkt

wohl auf dem E-Tourray 5.5. Auf gerader Strecke

rollt man ohne Flattern und Knattern auf

einer wie mit dem Lineal gezogenen Spur

dahin. Da kommt Freude auf. Der Motor läuft

gleichmäßig und gibt seine unterstützende

Power sanft aber kraftvoll zu. Auf ruppigen

Pistenabschnitten erledigt die Suntour Gabel

tapfer ihre Dienste und dämpft spürbar Unebenheiten

ab. Der Ride Tour Reifen bietet

auf nasser Fahrbahn und in engen Kurven sicheren

Halt. Auch alle anderen Kompenenten

greifen im Zusammenspiel spürbar ineinander.

Das Cockpit, mit dem 700 Millimeter breiten

Lenker, wirkt aufgeräumt und übersichtlich.

Allerdings hätten wir uns über etwas

ergonomischere Griffe gefreut.

FAZIT: Das Raymon E-Tourray 5.5 ist ein robustes,

für ausgiebige Touren ausgelegtes

E-Bike, das durch stimmig ausgewählte Komponenten

überzeugt. Mit diesem Rad haben

nicht nur Freizeitradler ihren Spaß , sondern

ist auch für Berufspendler optimal geeignet.

TECHNIK

Preis: ab 2899,- Euro

Gewicht: 23,7 kg

Rahmengrößen: 44, 48, 52 cm

Farbe: Black/Dark Grey/White

AUSSTATTUNG:

Gabel: SR Suntour, SF17-NCX-E-AIR LO DS

Schaltung: Shimano, Deore XT, RD-M8000

Bremsen (v/h): Shimano, Deore XT

Bereifung: CONTINENTAL, Ride Tour

SONSTIGES:

AXA, compactline 35, 35 lux,

Gepäckträger: STANDWELL, SW-CA429B 28“

ANTRIEB:

Motor: YAMAHA, PW-TE, 250 W, 60 Nm, 25 km/h, Fahrstufen: 4

Batterie: YAMAHA, Unterrohr Akku, 500 Wh, Downtube

Display: YAMAHA, Multi Function Display, Bluetooth

41


BERGAMONT E-HELIX EXPERT EQ GENT

VIDEO

Der Rahmen basiert auf Bergamonts weiterentwickeltem

Universal Chassis Concept.

Gepäckträger und Schutzblech überzeugen durch

Stabilität und Robustheit.

42 TEST

MEHR UNTER WWW.BERGAMONT.COM


Das E-Helix beginnt laut Hersteller dort,

wo ein Trekkingrad an seine Grenzen

stößt und ein Mountainbike unterfordert

ist. Man könnte also sagen, dass dieses

Rad eine eigene Gattung darstellt und somit

eine Lücke schließt. Und in der Tat: schon der

optische Eindruck des Bikes unterstreicht die

Absichten von Bergamont. Der Rahmen basiert

auf dem UNIVERSAL CHASSIS CONCEPT.

Damit ist es möglich entweder einen semiintegrierten

Bosch PowerPack oder einen vollintegrierten

Bosch PowerTube zu installieren,

mit dem unser Testbike ausgestattet war. Beim

E-Helix Expert EQ wurde das Rahmensystem

weiterentwickelt und bietet nun eine flexible

Plattform für eine Full-Suspension Version. Auf

ruppigen Pisten und in unwegsamem Gelände

sorgen Gabel und Hinterbaudämpfer SR-Suntour

für Entspannung. Beide Federelemente

arbeiten gut zusammen und tragen zum komfortablen

Fahreindruck des Rades bei.

Ausgestattet ist das E-Helix Expert EQ mit bewährten

Schaltkomponenten und Scheibenbremsen

von Shimano. Mit der G-One Allround

Bereifung von Schwalbe wurden Gummis gewählt,

die auf der Straße keine große Reibung

verursachen und im Gelände dennoch ausreichend

Grip bieten, um ein sicheres Fortkommen

zu gewährleisten. Die stabilen Schutzbleche

und der Gepäckträger von Racktime

runden die massive Bauweise des Rades ab

und verdeutlichen einmal mehr, dass es sich

hier nicht nur um ein Trekkingrad handelt.

Dies ist auch deutlich im Fahrbetrieb zu merken.

Egal ob auf gerader Strecke oder in engen

Kurven, das E-Helix lässt sich nicht aus der

Ruhe bringen und läuft wie auf Schienen durch

die Landschaft. Der Bosch Performance Line CX

Motor mit 250 Watt Leistung zögert auf extrem

steilen Passagen keine Sekunde und schiebt

das Vehikel oder Schnurren und Murren den

Berg hinauf. Insgesamt hat das Rad eine sehr

angenehme Laufruhe zu bieten. Bei Nacht sorgen

die 70 Lux der IQ-XS Lampe von B&M für

den nötigen Weitblick und damit für Sichtbarkeit

und Sicherheit. Das E-Helix entspricht der

StVZO und kann damit ohne Bedenken auch in

der Stadt am Staßenverkehr teilnehmen.

FAZIT: Mit dem E-Helix Expert EQ hat Bergamont

ein Fahrrad im Programm, das die Lücke

zwischen Trekkingrad und Mountainbike zu

schließen scheint. Es ist für Pendler und Tourenfahrer,

die gerne mal abseits von befestigten

Wegen fahren, das ideale Bike.

TECHNIK

Preis: ab 3999,- Euro

Gewicht: 26,3 kg

Rahmengrößen: 46/50/54/58 cm

Rahmen: AL-6061 Ultra Lite Rohrsatz

AUSSTATTUNG:

Gabel: Suntour Mobie 25 Air, 100 mm

Dämpfer: Suntour UNAir LO R8, 80 mm

Schaltung: Shimano SLX, 1x11

Bremsen: Shimano BR-MT200, 180 mm

Frontleuchte: B&M IQ-XS, 70 Lux

Rückleuchte: B&M Toplight 2 C, LED

ANTRIEB:

Motor: Bosch Performance Line CX, 250W

Batterie: Bosch 36 V Li Ion, 500 Wh, Powertube

Display: Bosch Kiox

43


KELLYS ESTIMA 50

VIDEO

Der Akku ist im besonders stabilen Gepäckträger

gut aufgehoben.

Die ordentlich verlegte Kabelführung lässt das

Estima aufgeräumt erscheinen.

44 TEST

MEHR UNTER WWW.KELLYSBIKE.COM


Das spanische Wort Estima heißt ins

Deutsche übersetzt »Wertschätzung«.

Treffender hätte Kellys das neue Tourenbike

nicht betiteln können. Die gute Verarbeitung

und robuste Bauweise des Aluminium-

Rahmens lässt das Rad schon rein optisch sehr

hochwertig erscheinen. So gefällt uns auch

das silbergraue Design, mit dezenten gelben

Akzenten, sehr. Die Monotube-Geometrie lässt

ein bequemes Auf- und Absteigen zu und stützt

dadurch unseren ersten positiven Eindruck

vom Estima 50. Ebenso wurde bei der Komponentenwahl

auf Langlebigkeit und Wartungsfreiheit

geachtet.

Der Shimano Nexus 7-Gang-Antriebsstrang

mit Nabenschaltung ist robust, wetterfest

und zeichnet sich durch sein leichtgängiges

Schaltvermögen aus. Beim Motor setzt Kellys

auf den brandneuen STEPS E5000 mit 36 Volt

von Shimano. Er verfügt über drei Leistungsmodi

und ist dank der Bordanzeige einfach zu

steuern. Der starke 418-Watt-Akku ist im Gepäckträger

integriert und lässt sich spielend

herausnehmen und wieder einsetzen. Das

Cockpit wirkt aufgeräumt und übersichtlich.

Eine Erwähnung ist vor allem die gut verlegte

Kabelführung wert. Shimanos hydraulische

160-Millimeter Scheibenbremsen arbeiten

präzise und sorgen zuverlässig in jeglicher Situation

für Sicherheit.

Im Fahrbetrieb macht sich rasch die bequeme

Sitzposition bemerkbar. Hierzu trägt auch der

verstellbare Vorbau, die gefederte Sattelstütze

und die SR Suntour Federgabel mit 63 Millimetern

Federweg sowie Lockout-Funktion bei.

Besonders auf Kopfsteinpflaster und groben

Feldwegen ist das gute Ansprechverhalten der

Dämpfung spürbar. Bei der Bereifung setzt der

Hersteller auf Bewährtes: So wurde das Estima

mit Energizer Life Schlappen von Schwalbe

ausgestattet, die sich durch Laufruhe und

einer hervorragenden Traktion auszeichnen.

Insgesamt können wir dem Estima ein überaus

gelungenes Fahrverhalten bescheinigen.

Selbst bei hoher Geschwindigkeit und in engen

Kurven lässt sich das Kellys nicht aus der

Ruhe bringen und gibt dem Piloten immer ein

sicheres Gefühl.

FAZIT: Kellys hat mit dem Estima 50 ein Tourenrad

im Programm, das weder ausgiebige

Überlandfahrten noch den überfüllten Stadtdschungel

scheut.

TECHNIK

Preis: ab 2199,- Euro

Gewicht: 24,6 kg

Rahmengrößen: 450mm (S) / 480mm (M)

Rahmen: KELLYS e-Power alloy monotube

AUSSTATTUNG:

Gabel: SR SUNTOUR NEX-E25 HLO, 63mm / Speed Lockout

Kurbel: SHIMANO Steps E5000

Schaltung: SHIMANO Nexus SL-7S31 7-Gang

Bremsen: SHIMANO M315 Hydr. Disc 160mm

Naben: SHIMANO TX505 Disc / SHIMANO Nexus C3001

Bereifung: SCHWALBE Energizer Life (28x1.75)

SONSTIGES:

Sattel: SELLE ROYAL Freedom Royalgel

Beleuchtung: LED E-bike

ANTRIEB:

Motor: SHIMANO Steps E5000, 36V

Batterie: SHIMANO BT-E6000, 418Wh

Display: SC-E 6100

45


COOPER E DISC

VIDEO

Der im Nabenmotor versteckte Akku wird über

einen Slot an der Achse geladen.

Für eine reibungslos sanfte Fahrt sorgt der Gates

Carbonriemenantrieb.

46 TEST

MEHR UNTER WWW.COOPERBIKES.COM, WWW.TECHNIBIKE.DE


Die Cooper Car Company ist vor allem

als Hersteller des legendären original

Mini Cooper weltweit bekannt. Seit

dem Jahr 2009 ist Cooper Bikes der Geschäftsbereich,

der sich mit dem Thema Fahrrad

auseinander setzt. So haben sich die Entwickler

mit ihrer ersten Bike-Linie an die Philosophie,

die Ingenieurskunst, das Design und die

Innovation gehalten, die Cooper einst berühmt

machte. Jetzt präsentiert Cooper Bikes

in Kooperation mit TechniBike die ersten E-

Fahrräder. Gemeinsam wollen TechniBike und

Cooper die Form des modernen städtischen

Radfahrens nach und nach entscheidend verändern.

Und in der Tat: Das neue Spitzenmodell

Cooper E Disc ist eine wahre Schönheit.

Das konsequent umgesetzte Design des City-

Pendler-Rads ist an Purismus und adlig wirkender

Ausstrahlungskraft kaum zu überbieten.

Der Reynolds 520 Stahlrahmen ist perfekt

verarbeitet und die in matt gehaltene Lackierung

mit ganz dezent angebrachten Designelementen

lassen das Rad zeitlos wirken. Die

in selber Farbe gestalteten Schutzbleche sind

maßgenau im gleichen Abstand zur Bereifung

angebracht. Sehr schön finden wir auch den

Gates Carbonriemenantrieb, der eine schmutzfreie

und reibungslos sanfte Fahrt bietet. Die

hydraulischen Shimano Altus Scheibenbremsen

zeigen gute Bremskraft und lassen sich

sanft dosieren. Der im Cooper E eingesetzte

Zehus All in One-Motor mit 250 Watt Leistung

schaltet sich automatisch ein und unterstützt -

je nach gewähltem Power Modus - bis zu einer

Geschwindigkeit von 25 km/h. Der Akku ist in

der Nabe versteckt und wird an einem Slot

an der Achse geladen. Sehr gut gefällt uns

auch die regenerative Bremsfunktion. Damit

kann das Rad abgebremst und als Generator

genutzt werden. Das integrierte kinetische

Energie-Regenerationssystem (KERS) lädt den

Akku während der Fahrt wieder auf. Um diese

Funktion zu aktivieren, müssen die Pedale nur

rückwärts bewegt werden. Die volle Funktionalität

des Antriebssystems kann über die

bitride-my bike-App genutzt werden und ist

für die gängigen Betriebssysteme kostenlos

erhältlich. So können beispielsweise Informationen

wie Akkustand, Geschwindigkeit, Distanz

und Motorleistung ausgelesen werden.

FAZIT: Wer großen Wert auf schnörkel- und

zeitloses Design in Verbindung mit Purismus

und Funktionalität legt, der liegt mit dem

Cooper E Disc goldrichtig.

TECHNIK

Preis: ab 2799,- Euro

Gewicht: 13,95 kg

Rahmengrößen: S(52)/M(57)/L(61)

Rahmen: Reynolds 520 Stahl

Kurbel: Gates 170mm

Steuersatz: FSA TH-882

Bremsen: Shimano Altus Hydraulic DISC

Vorbau: Cooper

Lenker: Cooper 580 mm / 25,4 mm

Bereifung: Vittoria Randonneur 700x28C

Felgen: Vittoria Tactic

Vorderradnabe: Vittoria

Sattel: Brooks Kambium C17 All Weather Gates

Kettenring: Gates 50T

Innenlager: Sturmey Archer BBS15

Motor: Zehus Bike All in One

47


HERCULES INTERO I-R8

VIDEO

Der Akku sitzt schön versteckt im eleganten Unterrohr.

Das große Display ist zentral über der Vorbau-

Lenker-Aufnahme montiert.

48 TEST

MEHR UNTER WWW.HERCULES-BIKES.DE


Hercules kommt in 2020 mit dem neuen

City-Bike Intero I-R8 daher, das schon

vom ersten optischen Eindruck ein

wahres Luxuspaket erwarten lässt. Die weiße

(auch in schwarz und dunkelrot erhältlich), mit

kleinen unaufdringlichen Applikationen gestaltete

Lackierung, in Kombination mit den

klaren Linien sowie der anmutend guten Verarbeitung

des Rahmens, lässt das Rad massiv,

aber dennoch zeitlos und edel wirken. Der tiefe

Einstieg sorgt für ein bequemes Aufsatteln.

Schon auf den ersten Metern zeigt sich das

weiße Intero als ein zahmer Schimmel, der jeden

Reitfehler verzeiht.

Egal ob auf gerader Strecke oder durch enge

Kurven: es fließt regelrecht über den glatten

Asphalt. Auf schlechtem Straßenbelag und auf

ruppiger Piste leistet die bewährte Schwalbe

Energizer Active Plus Bereifung im Zusammenspiel

mit der SR Suntour NEX-E25 Federgabel

und der gefederten Sattelstütze gute Dienste.

Man hat zu jeder Zeit und jeglicher Situation

ein sicheres Fahrgefühl.

Als einer der ersten Hersteller hat Hercules

das Modell mit dem neuen Panasonic GX Power

Antrieb ausgestattet. Der 250-Watt starke

Motor zeigt sich beim Anfahren besonders

sensibel, steigert jedoch mit zunehmender Belastung

die Energie und sorgt dadurch für beeindruckende

Beschleunigung. Sehr gut finden

wir die Kombination zwischen Antriebssystem

und der eingesetzten Shimano Nexus 8-Gang-

Schaltung mit Drehgriffhebeln.

Der Akku, der dank innovativer Monocoque-

Bauweise elegant ins Unterrohr integriert wurde,

ist in drei Leistungsvarianten (417, 504, 630

Wh) erhältlich. Das Display wirkt übersichtlich

und ist gut ablesbar. Die vielen Funktionen

sind einfach zu bedienen.

FAZIT: Mit dem Intero I-R8 ist Hercules ein attraktives

und optisch schnörkelloses Citybike

gelungen. Es überzeugt durch die moderne

Rahmenbauweise sowie den bewährt ausgewählten

Anbauteilen. Die Geometrie ist überaus

bequem und zeigt sich verständnisvoll bei

Fahrfehlern oder in brenzligen Situationen im

Straßenverkehr.

TECHNIK

Preis: 2.599,- bis 2.999,- Euro

Gewicht: 24,2 kg

Rahmengrößen: 45, 49, 53, 57 cm

Rahmen: 6061 Aluminium, Intube

AUSSTATTUNG:

Gabel: SR Suntour NEX-E25, einstellbar

Kurbel: Aluminium für Panasonic

Schaltung: Shimano Nexus, 8-Gang

Bereifung: Schwalbe Energizer Active Plus

SONSTIGES:

Gepäckträger: i-Rack, Systemträger

Schutzblech: SKS, A56, Kunststoff

Frontlicht: HERCULES, FH 40, LED, b. z. 40 Lux

Rücklicht: AXA Blueline, Gepäckträgerrücklicht, LED

ANTRIEB:

Motor: Panasonic GX Power 36V 250W

Batterie: 417, 504, 630 Wh

Display: Panasonic LCD Center Display, mit Remote

49


NUVELOS URBAN MIT CITY KIT

VIDEO

Der Hinterbau kommt durch die stabile Bauweise

mit nur 2 diagonal versetzten Streben aus.

Ein einfach zu öffnender Deckel am Oberrohr,

ermöglicht einen raschen Akkuwechsel.

50 TEST

MEHR UNTER WWW.NUVELOS.COM


Immer wieder wagen sich auch innovative

Unternehmen außerhalb der Bike-Industrie

an die Entwicklung neuer Fahrradkonzepte.

Nicht selten überzeugt so manch ein „Quereinsteiger“

mit überraschend frischer Ideenvielfalt.

Zu diesen Entwicklern ist ohne Zweifel

auch der Polymerspezialist „Rehau“ hinzuzufügen,

der vor allem als Entwicklungspartner

namhafter Automobilhersteller agiert. Mit dem

Nuvelos E-Bike ist dem Unternehmen ein Elektrofahrrad

geglückt, das nicht nur über eine außergewöhnliche

Optik verfügt, sondern zudem

ein individuelles Mobilitätskonzept innerhalb

der Fahrradbranche liefert.

Das Nuvelos E-Bike basiert auf einem im

Spritzgussverfahren hergestellten Composite-Rahmen,

der mit unterschiedlichen Ausstattungsvarianten

bestückt wird. Neben vier

Standardvarianten hat der Käufer aber auch

die Möglichkeit, die einzelnen Komponenten

individuell zu wählen und sein eigenes Nuvelos

als Unikat zu gestalten. Wir durften das

Standard-Modell „Nuvelos Urban“ mit City Kit

ausgiebig testen. Beim Anblick des Vehikels

kamen wir nicht an dem Gedanken vorbei, wir

hätten es mit einem kleinen Motorrad zu tun.

Dies bestätigte sich jedoch bereits auf den ersten

Metern nicht. Gleich zu Beginn wurden wir

von den fahrradtypischen Eigenschaften mehr

als überzeugt. Die Sitzposition und das Fahrverhalten

lassen den Piloten regelrecht den

Eindruck gewinnen, er würde mit dem Nuvelos

verschmelzen.

Das Handling ist erwähnenswert entspannt

und wir düsen mit einem wohligen sowie sicheren

Gefühl um jede Kurve. Die Bodenhaftung

der breiten 27,5-Zoll-Reifen zeigt bergauf,

bergab, auf Asphalt und auf losem Untergrund

beste Eigenschaften. Insgesamt dürfte das

hauptsächlich auf die besondere Gesamtkonstruktion

des Rades zurückzuführen sein. Die

Komponenten unseres Modells könnten für

den Einsatzbereich „Urban“ kaum besser abgestimmt

sein. Alles funktioniert wie es soll.

Selbst die Automatik-Schaltung lässt keine

Möglichkeit zur Kritik übrig. Auch bei Druck

schalten sich die Gänge sanft ins Getriebe.

Gut finden wir die Platzierung des Akkus, der

im Oberrohr steckt und durch einen leicht abnehmbaren

Deckel herausgenommen und ausgetauscht

werden kann.

FAZIT: Das Nuvelos ist ohne Zweifel ein Hingucker

im alltäglichen Stadt- und Straßenverkehr.

Besonders zu erwähnen sind die variablen

Ausstattungsmöglichkeiten, die der

Hersteller bietet und dadurch mit nur einem

Rahmenkonzept das passende Rad zum jeweiligen

Einsatzbereich in der urbanen Mobilität

geformt werden kann. Übrigens: Der Rahmen

ist zu 100% recycelbar.

TECHNIK

Preis: 3.568,00 Euro (Nuvelos Urban City Kit)

Gewicht: 23 kg

Rahmen: Nuvelos Composite E-Bike, unisize

AUSSTATTUNG:

Gabel: Luft-Federgabel SR Suntour Raidon

Kurbel: NUVELOS Customized Crank Set

Vorbau: Ergotec Swell X 34,8mm x 100mm

Schaltung: Shimano Nexus Inter 5E mit Automatikoption

Bremse: hydraulische Shimano Deore mit 180mm Disc v./h.

Bereifung: Schwalbe G-One Performance

SONSTIGES:

Beleuchtung: Lezyne Power StVZO Pro E80 mit Reflektor

Pedale: Ergotec Pedal 831 sandpaper

Sattel: Selle Royal Essenza

Schutzblech: Nuvelos Aluminium 80mm

ANTRIEB:

Motor: Shimano STEPS E6300, 250W

Batterie: Darfon 504 Wh (ca. 100km Reichweite)

51


5. DEW21 E – BIKE

FESTIVAL DORTMUND

PRESENTED BY SHIMANO

Wenn im kommenden Frühjahr vom 3. bis 5.

April 2020 die 5. Auflage des größten europäischen

Festivals dieser Art in der Westfalenmetropole

ansteht, dürfen sich die Besucher

der Jubiläumsveranstaltung auf eine neue,

spannende Ausrichtung freuen. Drei Tage

lang geht es in der Dortmunder Innenstadt

in der gesamten Bandbreite rund um das

Thema E-Mobilität. Der Bereich „Service“

umfasst ganz speziell die alltäglichen Dinge,

die mit dem E-Bike zusammenhängen.

Natürlich verbraucherfreundlich aufbereitet,

präsentiert in Workshops, Servicebeiträgen

und Tests. Nicht nur theoretisch, sondern

ganz konkret kann sich der Fachbesucher in

Workshops und Vorträgen, gemeinsam mit

den Partnern von Shimano oder DEW 21,

über das informieren, was in der Praxis zum

Alltag gehört:

Von der richtigen Akkupflege, über rechtliche

Dinge bis hin zur passenden Versicherung

oder dem besten Leasingangebot. Was tue

ich, wenn der Akku brennt und immer schwächer

wird, gehört ein E-Bike in die Garage,

wie kann ich mich über die Ladeinfrastruktur

für meine nächste Tour informieren? All diese

Fragen und mehr werden in Dortmund von

52 EVENTS

Spezialisten beantwortet. Parallel dazu wird

auch das bisherige Erfolgsthema „Testen“

noch weiter ausgebaut. Die Shimano-Test-

Area auf dem Brüderweg und vor der Reinoldikirche

wird ein neues Gesicht bekommen

und zum „aktiven Zentrum“ des Festivals ausgebaut.

Besonders der eMTB-Parcours wird

sich in einem neuen Erscheinungsbild präsentieren.

Denn ein buntes Beispiel für den

Imagewandel des E-Bikes ist die wachsende

Gruppe von E-Mountainbikern. Der Marktanteil

lag vor zwei Jahren bei rund 15 Prozent,

Tendenz steigend. Da durch das eMTB komplett

neue Wege und Trails erkundet werden

können, werden auch die Zielgruppen immer

umfassender. Der neue eMTB Parcours

steht für Jedermann offen und bietet auch

für Anfänger beste Bedingungen für praxisnahe

Testfahrten. Nicht jeder kommt mit den

erhöhten Geschwindigkeiten seines E-Bikes

auf Anhieb zurecht. Das haben die Unfallzahlen

der Vergangenheit gezeigt. Allein aus

diesem Grunde wird in Dortmund das Angebot

für Fahrsicherheits- und Fahrtechnik

Workshops erheblich ausgebaut. Wer nicht

mit seinem eigenen E-Bike fahren will, der

kann sich wie im Vorjahr kostenlos eines der


VIDEO

E-Mobilität erfahren –

der größte E-Bike Verbrauchertest

live in der Dortmunder

Innenstadt 2020

53


über 1.000 Testräder ausleihen. Mit einem

neuen zentralen Ausleih-System soll dies

noch einfacher und sicherer werden.

Zum Jubiläumsevent vom 3. bis 5. April

2020 zeichnet sich auch eine weiterhin erhöhte

Nachfrage bei den Ausstellern ab. „Es

werden wohl mehr als die 150 Aussteller

werden, die wir 2019 in Dortmund hatten“,

erwartet Festival-Leiter Christian Stephan

eine Rekordbeteiligung auf dem einmaligen

Eventgelände mitten in der Dortmunder City

um Reinoldikirche, Kleppingstraße und Alter

Markt. Für jeden Anspruch gibt es damit in

Dortmund das passende Konzept, ob Trekking

oder City-E-Bike, E-Mountainbike, E-Faltrad

oder E-Lastenrad, gemütlicher Tiefeinsteiger

oder sportliches Rennrad.

Das DEW21-Symposium mit hochkarätigen

Gastrednern und spannenden Talkrunden

ist bereits für den Donnerstag, 2. April geplant.

Im Anschluss daran ist die offizielle

Festival-Gala zum fünfjährigen Bestehen des

DEW21 E-BIKE Festival Dortmund presented

by SHIMANO angesetzt.

Nach der offiziellen Eröffnung des Festivals

am Freitag, 3. April, dürfen auch die Besucher

in die Pedale treten. Die Ziele der

DEW21 E-Bike Touren führen zu den spannendsten

und interessantesten Punkten

Dortmunds und sind dabei maßgeschneidert

auf jede einzelne Gruppe. Abends auf

der Festivalbühne neben der Reinoldikirche

wird es traditionell etwas lauter. Mit dem

Projekt „Dortmund Calling“ unterstützt

DEW21 die lokale Bandszene im Bereich

Rock und Popmusik.

Am Samstagnachmittag fällt der Startschuss

zum CargoBikeRace für Lastenräder

im Test Area auf dem Brüderweg, ein

absolutes Highlight, sowohl für die Fahrer-

54 EVENTS


Innen als auch für die Zuschauer. Abends

steigt dann die große Jubiläums-Party auf

der DEW21 Festivalbühne.

Der letzte Veranstaltungstag ist gleichzeitig

verkaufsoffener Sonntag in Dortmund und

auch Familientag. Am DEW21-Stand gibt

es den Familienpass, der Groß und Klein

zu zahlreichen Stationen auf dem gesamten

Festivalgelände führt. Ganz neu wird ein

Kids Bike-Event sein. Und was man alles mit

einem Bike anstellen kann, zeigt der Österreicher

Dominik Raab, einer der weltbesten

Trial-Biker der Welt, bei einer eindrucksvollen

Show auf dem Trial-Mountainbike.

INFOS

3. BIS 5. APRIL 2020

DORTMUNDER CITY UM REINOLDIKIRCHE,

KLEPPINGSTRASSE UND ALTER MARKT

EBIKE-FESTIVAL.ORG

55


UNTER STROM GESETZTE SPORTIVE FAHRRÄDER

ES LEBE DER

SPORT

Text: Andreas Burkert I Bilder: KTM / VeloTOTAL

Vor allem das E‐Mountainbike erfreut sich stark

wachsender Popularität, denn es vergrößert die

Hausrunde, macht bisher unerkundete Anstiege

bezwingbar und effektiveres Training möglich.

Die Bandbreite reicht hier vom puristischen

Touren-Hardtail über vollgefederte Allrounder

und verstromte Enduro-Geräte bis hin zu amtlichen

Downhill-Bikes mit eingebautem Lift.

Das elektrische Äquivalent zum City- und

Trekkingrad, das Touren-Pedelec, weist meist

ein paar mehr Gänge aus, hat eine etwas sportlichere

Ergonomie und verträgt auch einiges

an Gepäck. Um mit einem Pedelec auf größere

Reisen zu gehen, bedarf es allerdings eines

durchdachten Akku-Managements.

ERSTE DEUTSCHE E-BIKE-RENNSERIE

Mittlerweile gibt es eine ganze Menge an E-

Bike Rennen. 2014 führte die Enduro One als

erste deutsche Rennserie eine E-Bike Wertung

ein. 2019 gab es einige neue, aber auch altbewährte

Formate, wie zum Beispiel die Kenda

Enduro One, die Bosch eMTB Challenge und

sogar eine Deutsche E-Bike Meisterschaft, die

im Rahmen der Kenda Enduro One stattfand.

DAS ELEKTRIFIZIERTE RENNRAD

Mit dem unter Strom gesetzten Rennrad ist seit

kurzer Zeit auch die letzte Bastion der Traditionalisten

gefallen. Der technische Fortschritt

56 TEST

machte auch vor dem guten Rennrad nicht halt

und es war nur eine Frage der Zeit, bis der Trend

vom Trekkingrad über das MTB bis zum Rennrad

vorstoßen würde. Sicherlich ist man auch mit

herkömmlichen Rennrädern schneller unterwegs

wie mit den 25 km/h, die gewöhnliche Pedelecs

bieten. Bei der Geschwindigkeit nämlich

regelt die Motorelektronik ab. Das elektrifizierte

Rennrad aber spielt seinen Vorteil auch hauptsächlich

am Berg aus.

Die Skepsis in der Rennrad-Szene ist noch sehr

groß, aber früher oder später werden auch die

elektrifizierten Rennräder ihre Nische finden.

Letztendlich profitieren all diejenigen davon,

wie mit dem E-MTB, E-Rennrad oder sportiven

Touren-Pedelec vor allem auf der Suche nach

Abenteuern sind und für die weniger der Gedanke

an Leistung, als der Spaß am Fahren im

Vordergrund steht. Und natürlich profitieren von

der Entwicklung auch ältere oder eingeschränkte

sportliche Fahrer, die nur noch bedingt leistungsfähig

sind, aber ihr heißgeliebtes Hobby

nicht aufgeben wollen.

Elektrifizierte sportive Fahrräder werden sich

kontinuierlich weiterentwickeln, doch die aktuelle

Generation ist bereits sehr ausgereift und

lässt gemäß unseren Fazits bei den Tests, für die

meisten Anwender kaum noch Wünsche offen.


Sportive Elektrofahrräder gewinnen immer mehr an Marktrelevanz und

sind eines der anhaltenden Trendthemen in der Radbranche. Vor wenigen

Jahren wurden E-Mountainbikes oder E-Rennräder noch belächelt

und als Rentner-Räder in eine Schublade gesteckt, doch heute stellen

sie die Speerspitze der technologischen Entwicklung dar.

57


GREENS E-BIKE CORBY

VIDEO

Gelungene Designabstimmung: Die schwarzen

Schutzbleche von SKS harmonieren bestens mit

den schwarzen Felgen.

Der Bosch Performance Mittelmotor schiebt das

E-Bike auch im Gelände nahezu geräuschlos an.

58 TEST

MEHR UNTER WWW.GREENS-BIKES.DE


Mit dem Corby fährt die Bike Manufaktur

Greens ein solides Pedelec

für Tourenradler auf die Bühne, die

weder tagelange Ausfahrten noch das Gelände

scheuen. Das 27,5-Zoll große E-Bike

findet seine Bewunderer daher auch bei den

sportlich ambitionierten Fahrern, die ein klassisches

Trekking-Bike mit einem vernünftigen

Preis-Leistungsverhältnis suchen. Dafür

erhalten Sie ein vollausgestattetes Fahrrad,

unter anderem mit steckbaren Schutzblechen

von SKS, einem 30-Lux-Axa-Vorderlicht

und Standrücklicht von Trelock sowie einem

Bosch Purion-Display. Schon bei der Anlieferung

zum Ge-Checkt-Test fiel uns die gelungene

Designabstimmung auf. Die Konstrukteure

haben zum mattschwarz gestalteten

Aluminiumrahmen die Reifen auf schwarzen

Hohlkammerfelgen aus Aluminium montiert.

Und selbst die Speichen sind in Schwarz gehalten.

So wirkt das ganze Pedelec seriös. Da

stört es auch nicht, dass der herausnehmbare

Lithium-Ionen-Akkumulator am Rahmen

angedockt wurde und dort den Platz für eine

Trinkflaschenhalterung einnimmt. Die 500

Wattstunden des etwa 2,5 Kilogramm schweren

Energiespeichers sollen das E-ATB rund

125 Kilometer weit bringen, abhängig von der

individuellen Fahrweise, dem Geländeprofil

und anderen Faktoren, wie etwa kalte Wintertage.

Im winterlichen Bayern konnten wir diesen

Wert sogar noch überbieten. Bei 132 Kilometern

haben wir den Akku wieder geladen.

Allerdings sind wir ausschließlich auf ebener

Strecke gefahren. Mit der 10-Gang-Deore-

Schaltung gelang es uns dabei, schnell die

25 km/h-Marke zu überschreiten, bei der der

Bosch Performance Mittelmotor nicht mehr

unterstützend eingreift. Die Race King-Bereifung

von Continental fährt sich überraschend

leicht. Erfreulich: In jedem Fahrmodus, von

Eco bis zur höchsten Tretunterstützung, regelt

die Motorelektronik fein und reaktionsfreudig

den Antrieb des annähernd 20 Kilogramm

(ohne Akkumulator) schweren Pedelecs. Dass

die Rückleuchte an der linken Seite der hinteren

Querstrebe befestigt wurde, stört selbst

bei wilden Geländefahrten nicht. Fällt das

Rad allerdings um, kann es laut „Murphy‘s

law“ doch beschädigt werden.

FAZIT: Das Corby by Greens ist ein empfehlenswertes

eATB mit sehr guten Fahreigenschaften

auf der Langstrecke und gutem Verhalten

im Gelände.

TECHNIK

Preis: ab 2599,95 Euro

Gewicht: 22,5 kg

Rahmengrößen: 46,51 cm

Farbe: black matt

AUSSTATTUNG:

Schaltung: Deore 10 Gang

Gabel: Federgabel mit Lockout

Bremsen (v/h): Hydraulische Scheibenbremsen

Bereifung: Schwalbe

SONSTIGES:

Vorderlicht: Axa 30 Lux, Standrücklicht,

Vorbau: A-head Steckbleche

ANTRIEB:

Motor: Bosch Performance

Batterie: Bosch Li-Ion 500 Wh

Display: Bosch Kiox

Reichweite: 125 km, abhängig von Fahrweise, Geländeprofil,

Temperatur etc

59


KTM MACINA CHACANA LFC

VIDEO

KTM liefert das Macina Chacana LFC unter anderem

mit Schutzblech und Packtaschenhalterung.

Auspacken, aufsteigen, losradeln.

Kaum zu erkennen, aber mit einer enormen Leuchtkraft.

Das Rücklicht ist im Schutzblech integriert.

60 TEST

MEHR UNTER WWW.KTM-BIKES.AT


Das E-Bike Macina Chacana LFC hinterlässt

bereits beim ersten Anblick

einen mächtigen Eindruck. Das 29

Zoll-e-Moutainbike wirkt vor allem wegen

seines hydrogeformten Aluminiumrahmens

sehr stabil. Und so überzeugt das KTM E-Bike

auch dank der hohen Rahmenfestigkeit und

der Fahrstabilität im rauen Gelände. Das vollgefederte

eMTB erlaubt sogar rasante Fahrten

abseits der Straße. Dass sich dabei das Herzklopfen

in Grenzen hält, ist auch der komfortablen

Dämpfung zu verdanken, die manchen

Fahrfehler souverän ausgleicht.

Die Entwickler bei KTM ahnten sicher bereits,

dass unsere Redaktion über Stock-und-Stein

testen wird und haben für anspruchsvolle All

Mountain Strecken das Macina Chacana LFC

mit RockShox Monarch RL Dämpfern und einer

Suntour XCR 34 Luftfedergabel ausgestattet.

Der 130 mm lange Federweg pariert manch

harte Landung beim Sprung mit dem knapp

26 Kilogramm schweren Pedelec. Spurtreue

und Traktion sind aber auch ein Verdienst der

Schwalbe Smart Sam-Bereifung.

Die wirken wegen ihres Profils natürlich dem

Vorwärtskommen entgegen. Doch der Tretlagermotor

leistet mit seinen 250 Watt gute

und nahezu lautlos Arbeit. Selbst bei Fahrten

unter Last hielt sich die Geräuschentwicklung

angenehm in Grenzen. Die feine Abstimmung,

reaktionsfreudige Abstimmung des Motors

erlaubt den schnellen Gangwechsel auch im

schwierigen Gelände.

Natürlich gibt das E-Bike Macina Chacana

LFC auch auf normalen Wegen eine gute Figur

ab. In der Stadt allerdings stört der breite

Comp HB-R10-Lenker. Vor allem auf schmalen

Radwegen. Aber das ist ein generelles Problem

moderner Mountain Bikes.

Das Macina Chacana nur als eMTB zu bezeichnen

wäre aber nicht gerecht. KTM liefert

es nämlich mit Schutzblech, Packtaschenhalterung

und einer Lichtanlage von Busch &

Müller aus. Während die Lumotec IQ-XS LED

Lampe mit ihren 70 Lux die Straße hell ausleuchtet,

sorgt das XelTec Mini Rücklicht für

Sicherheit nach hinten. Faszinierend: Es ist

fast unsichtbar im Schutzblech integriert.

FAZIT: Ein spannendes eMTB mit sehr guten

Fahreigenschaften im Gelände und einer Veranlagung

für lange Trekkingtouren.

TECHNIK

Preis: ab 4099,- Euro

Gewicht: 26,2 kg

Rahmengrößen: 41, 43, 48, 53 cm

Farbe: black matt (toxicyellow + azzuro)

AUSSTATTUNG:

Gabel: Suntour XCR 34, 130 mm

Schaltung: Shimano SLX M 7000, 11 Gang

Bremsen (v/h): Hydraulische Scheibenbremse Shimano

Deore M6000

Bereifung: Schwalbe Smart Sam

SONSTIGES:

Vorbau/Lenker: KTM;

Dämpfer: RockShox Monarch RL; 125 mm

Hebie Hinterbauständer, Sattel: Selle royal, Wingee Schutzleche,

Beleuchtung: Busch & Müller LED

ANTRIEB:

Motor: Bosch Perfomanceline CX

Batterie: Akku 500 Wh, Li-Ion,

Display: Bosch Intuvia LCD

61


HUSQVARNA MC6

VIDEO

Sehr schön ist der aus Metall gefertigte und im

Oberrohr gefasste Starterknopf.

Das „Skeleton-Interface“ setzt sich deutlich vom

Rahmen ab und gewährt Sicht auf die Drive-Unit.

62 TEST

MEHR UNTER WWW.HUSQVARNA-BICYCLES.COM


Das Husqvarna MC6 Allmountain kommt

2019 in völlig überarbeiteter Form auf

den Markt. Der Rahmen ist von grundauf

neu entwickelt worden und macht schon

auf den ersten Blick einen ordentlichen Eindruck.

Die besonders robuste und damit vor

Steinschlägen geschützte Lackierung ist in

einem in weiß und grau gehaltenem Design

gestaltet und zeigt sich in optischer Brillanz.

Sehr schön ist der aus Metall gefertigte Starterknopf,

der in das Oberrohr eingefasst und

dadurch sehr bequem erreichbar ist. Eine Neuheit

ist auch die Art der Integration des Shimano

STEPS E8000 Motors mit 250 Watt Leistung.

So wurde die Antriebseinheit in ein sogenanntes

Skeleton-Interface gesetzt, was sie nicht im

Rahmen verschwinden lässt, sondern deutlich

davon absetzt und Sicht auf die Drive-Unit gewährt.

Power liefert ein 500 Watt starker Akku

von SIMPLO. Wahlweise kann auch ein leistungstärkerer

630 Watt AKKU nachgerüstet

werden. Dies bietet Husqvarna jedoch nicht als

Option beim Kauf des Rades an. Das Shimano

Display ist gut leserlich und kann bequem über

die Kontrolleinheit gesteuert werden. Bei der

Schaltung setzt der Hersteller auf SHIMANO

SLX und gebremst wird hydraulisch mit bewährten

BR-MT520 Scheibenbremsen. Lenker,

Sattelstütze und Sattel stammen von Husqvarnas

Eigenproduktpalette. Unser Fahreindruck:

Schon nach den ersten Metern im Trail

ist die überaus gelungene Geometrie deutlich

zu merken. Sehr schnell stellt man sich

auf das Verhalten des MC6 ein. Der Motor mit

drei unterschiedlichen Unterstützungsstufen

läuft ruhig und gibt zuverlässig Schub hinzu.

Auch in steilen und anspruchsvollen Passagen.

In besonders steilen Anstiegen wird die gute

Traktion des Bikes deutlich. Die 2,6“ breiten

SCHWALBE NOBBY Nic Reifen machen auch

bei Schlamm und über rutschige Wurzeln nicht

schlapp. Zuverlässig halten sie den Bodenkontakt

und sorgen für ein Fortkommen ohne

Energieverlust. Die Bremsen reagieren selbst

in reaktionsschnellen Situationen rasch und

bringen den Fahrer sicher zum Stand. Gute Arbeit

leistet auch das Fahrwerk von FOX. Gabel

und Dämpfer sind stimmig aufeinander eingestellt.

FAZIT: Das Husqvarna Mountain Cross MC6

ist ein gelungenes Allmountain mit raffinierten

technischen Neuerungen. Überzeugt hat

uns vor allem das angenehme Handling im

Fahrbetrieb.

TECHNIK

Preis: ab 4899,- Euro

Gewicht: 24,2 kg

Rahmengrößen: 40, 44, 48, 52 cm

Farbe: grau, matt, schwarz

AUSSTATTUNG:

Gabel: FOX, 34, A, FLOAT, 27.5in 150mm

Schaltung: SHIMANO SLX 11 Gang

Bremsen: SHIMANO, BR-MT520

Bereifung: SCHWALBE, NOBBY NIC, 27.5+“ x 2.6“

SONSTIGES:

Dämpfer: FOX, FLOAT DPS, P-S, A, 3pos, Trunnion,

Evol LV, air

ANTRIEB:

Motor: Shimano Steps E8000, 250 W, 70 Nm

Batterie: SIMPLO, Downtube battery fully integrated, 500 Wh

Kontrolleinheit: Shimano Steps, SW-E7000-L

Display: Shimano Steps, SC-E7000, monochrome

63


FISCHER MONTIS 5.0i

VIDEO

Die Sram GX 10-Gang-Schaltung unterstützt

durch ihr leichtes und präzises Schalten sehr

zuverlässig das Fahren auf der Straße wie auch

im Gelände.

Der Brose Drive C Mittelmotor schiebt auch bei

steilen Anstiegen kräftig mit. Dabei bleibt er sehr

geräuscharm.

64 TEST

MEHR UNTER WWW.FISCHER-FAHRRAD.DE


Das Fischer Montis 5.0i mit Brose-Motor

und einem im Rahmen integrierten

418 Watt Akku wirkt optisch sehr

aufgeräumt. Dazu trägt auch die gute Verarbeitung

und die ansprechende Lackierung des

Bikes bei. Der in schiefergrau, mit gelben Applikationen

gestaltete Rahmen wirkt schnörkellos

und sorgt für einen ansprechenden und

zeitlosen Look. Sehr gut gefällt uns der extrem

geräuscharme Brose Drive C Mittelmotor,

der das Montis auch in steilen Anstiegen

kraftvoll, aber dennoch kontrolliert anschiebt.

Das vergleichsweise kleine Display zeigt

übersichtlich und leserlich die zu entnehmenden

Daten an. Die gut zu bedienenden

Druckknöpfe erlauben eine spielend einfache

Führung durch das Menü. Der integrierte USB-

Anschluss und die Möglichkeit zur Bluetooth-

Verbindung bieten zusätzlichen Komfort. Sehr

schön ist auch, dass sich der 36 Volt-Akku mit

nur einem Handgriff seitlich aus dem Rahmen

nehmen lässt.

Ausgestattet ist das Montis 5.0i mit einer

Sram GX 10-Gang-Schaltung. Die 100-Millimeter

Suntour XCR-RL Federgabel leistet in

schwierigen Wurzel- und Steinpassagen gute

Dienste und gleicht Unebenheiten durch ein

sensibles Ansprechverhalten optimal aus. Die

BR-MT400-Scheibenbremsen (160 mm) von

Shimano sind fein zu dosieren und vermitteln

zu jeder Zeit ein sicheres Gefühl. Bei der

Bereifung setzt Fischer auf den bewährten X-

King von Continental. Der leichtläufige Reifen

bietet auf schlammigem als auch auf steinigem

Untergrund guten Halt.

Überzeugt hat uns das Bike ebenso in Sachen

Geometrie und Fahrverhalten. Die Sitzposition

ist bequem, bietet aber genügend Freiraum

für sportliche Tricks und rasante Manöver.

FAZIT: Mit dem Montis 5.0i ist Fischer ein

sehr schönes und funktionelles E-Hardtail

gelungen, das gerade für motorisierte Neueinsteiger

ein Rundum-Sorglos-Paket darstellt.

Bewährte Anbauteile und das geradlinige Design

lassen keine Wünsche offen. Etwas unglücklich

ist hingegen die Tatsache, daß das

Rad derzeit lediglich in einer Rahmengröße

angeboten wird.

TECHNIK

Preis: ab 1999,- Euro

Gewicht: 24 kg

Rahmengrößen: 48 cm

Farbe: schiefergrau matt

AUSSTATTUNG:

Gabel: Suntour XCR-RL 100mm

Schaltung: Sram GX 10 Gang

Bremsen: Shimano Scheibenbremsen BR-MT400

Bereifung: Continental MTB Bereifung

SONSTIGES:

Tretlager: Drehmomentsensor im Motor

ANTRIEB:

Motor: Brose Drive C Mittelmotor 50 Nm

Batterie: 36 Volt, 418 Watt, integriert 50 Nm

Display: Comfort mit USB, Bluetooth, App

65


CORRATEC E-POWER RS 150 PRO 650B+

VIDEO

Die Bereifung kann von 29 Zoll auf 650B+ Bereifung

umgerüstet werden.

Sehr schön ist die einfache Entnahmemöglichkeit des

Akkus

66 TEST

MEHR UNTER WWW.CORRATEC.COM


Wer es liebt auf anspruchsvollen

Trails unterwegs zu sein, der wird es

noch mehr lieben mit dem RS 150

PRO von Corratec durch die Landschaft zu pesen.

Das eingesetzte metrische Dämpfersystem

macht sich auch im schweren Gelände

bemerkbar und sorgt so in ruppigen Passagen

für ein dynamisches Fahren. Der schön in den

Rahmen integrierte Bosch PowerTube Akku

mit 500 Watt Leistungsstärke macht das Corratec

RS 150 PRO zu einem kompletten Trailbike

mit jeder Menge Spaßfaktor.

Um mehr Verwindungssteifigkeit im Rahmen

zu erreichen und das Bike noch robuster zu

bekommen, hat der Hersteller das „Shadow

Edge“-System eingesetzt. Dies ist eine Kante

im Unterrohr, die ein deutlisches Plus an Stabilität

bringen soll und dadurch eine Verwindung

bei großer Krafteinwirkung vermeidet.

Der Bosch Performance CX Motor läuft sehr

ruhig und arbeitet tadellos. Er schiebt den

Fahrer kraftvoll und zuverlässig den Berg hinauf.

In besonders steilen Anstiegen mit lockerem

oder schlammigem Untergrund, macht

sich die überaus gute Traktion der Nobby Nic

Plus Gummis bemerkbar.

Gabel und Hinterbau bieten reichlich Platz für

die Laufräder. Deshalb ist das Rad für 29 Zoll

und 650B+ Bereifung ausgelegt und somit

sogar für einen noch größeren Einsatzbereich

geeignet. Je nach Streckenanforderung kann

der Pilot die richtigen Schlappen auflegen.

Gebremst wird mit hydraulischen 203 Millimeter

Scheibenbremsen von Magura.

Sie tragen auch zum guten Handling in reaktionsschnellen

Situationen bei und bringen das

Rad auch in kniffligen Situationen sicher zum

Stehen. Komponenten wie Kurbel, Vorbau und

Lenker von der Eigenmarke ZZYZX sind extra

verstärkt und speziell für E-Bikes ausgelegt.

Das Bike ist in vier Rahmengrößen erhältlich

und liegt mit einem Gewicht von etwas mehr

als 23 Kilogramm im akzeptablen Bereich.

Fazit: Corratec bietet mit dem RS 150 PRO

einen Allrounder, der für anspruchsvolle und

lange Ausfahrten ebenso, wie für ausgiebigen

Trailspaß geeignet ist. Die Geometrie ist ausgewogen

und bietet dem Biker auf fast jedem

Terrain ein angenehmes und sicheres Fahrgefühl.

TECHNIK

Preis: 4.699,- Euro

Gewicht: 23,54 kg

Rahmengrößen: 41 / 46 / 51 / 56

Rahmen: Rockshox DELUXE RT

Gabel: Rockshox YARI RC 150mm

AUSSTATTUNG:

Schaltung: Shimano Deore XT, 11-Gang

Bremsen (v/h): Magura MT5 203mm/MT4 203mm,

hydraulische Scheibenbremsen

Reifen: Schwalbe Nobby NicPlus

SONSTIGES:

Sattelstütze: Kindshock E20i

Sattel: Selle Italia X3

ANTRIEB:

Motor: Bosch Performance CX, 25 km/h

Akku: Bosch PowerTube, 500 Wh

Display: Purion

67


BIONICON ENGINE ENDURO 1

VIDEO

Das variable Ausfallende ermöglicht es, das

Bike als Trail- und Endurovariante zu nutzen.

Der teilintegrierte Akku schmiegt sich übergangslos

in den Rahmen ein.

68 TEST

MEHR UNTER WWW.BIONICON.DE


Seit zwei Jahren befindet sich die in 2002

gegründete Marke BIONICON im Vertriebs-Angebot

der MSA GmbH in Weiden/Oberpfalz.

Schon immer war BIONICON

ein Synonym für Innovation und Hochwertigkeit.

Jetzt wartet der Hersteller mit seinem

ersten vollgefedertem E-Mountainbike auf.

Das »ENGINE« schürte bei unserem Redakteur

schon rein optisch große Erwartungen. Und

er wurde nicht enttäuscht: Die Basis des Rahmens

ermöglicht es, das Rad als Trail- sowie

Enduroversion zu konfigurieren. Um dies zu ermöglichen,

wurde der Viergelenkhinterbau mit

einem variablem Ausfallende versehen.

Dadurch kann das Rad mit klassischen 27,5

Schlappen und einer 160 Millimeter Federgabel

als Endurobike genutzt werden oder als

Trailversion mit 27,5+ Bereifung und einer 140

Millimeter Gabel. So bietet Bionicon jeweils

direkt drei verschiedene Versionen mit unterschiedlichen

Ausstattungsvarianten zur Auswahl

an. Wir haben uns bei unserem Test für

das »ENGINE 1 Enduro« entschieden, das mit

4.499.- Euro innerhalb der Range im mittleren

Preisbereich liegt. Ordentlich Schub liefert der

kraftvolle Steps E8000-Motor von Shimano.

Mit einem Drehmoment von 70 Nm sind auch

steile und langgezogene Anstiege spielend zu

meistern.

Der im Unterrohr teilintegrierte 504-Watt-Akku

lässt sich sehr einfach herausnehmen und wieder

einsetzen. In technischen Passagen sorgt

der kugelgelagerte Hinterbau für ein sensibles

Ansprechverhalten und damit für Kontrolle in

jeder erdenklichen Fahrsituation. Der 780 Millimeter

breite Lenker, sowie Schwalbes Magic

Mary und Nobby Nic Bereifung trägt auch auf

ruppigem Untergtrund zum ausgewogenen

Handling des Bikes bei. Wer gerne mal etwas

riskiert und die Abfahrten rasanter nimmt, der

kann sich auf die 203/180 Millimeter Scheibenbremsen

von Magura verlassen. Sensibel

und kraftvoll zugleich bringen sie das Engine

sicher zum Halt.

FAZIT: Mit dem ENGINE ist Bionicon der motorisierte

Einstieg in der Fullsuspension-Klasse

mehr als geglückt. Die ausgewogene Geometrie

des Basisrahmens und die umfangreichen

Ausstattungsvarianten dürften bei den meisten

Enduristen und Trailbikern kaum Wünsche

offen lassen. Besonders schönes Detail: Auf

dem Rahmen sind dezent die wichtigsten Einbaumaße

aufgedruckt.

TECHNIK

Preis: ab 4499,- Euro

Gewicht: 21,6 kg

AUSSTATTUNG:

Gabel/Dämpfer: Rock Shox Yari RC / Rock Shox Deluxe R

Rahmen: Engine 27,5“ & 27,5“+

Vorbau: Ergotec Piranha 650B

Schaltung: Shimano SLX (11-fach)

Bremsen/-scheiben: Magura MT5/ Magura Storm HC 203 / 180

Sattelstütze: Kindshock E30-i

Sattel: Ergon SME30

Felgen: Sun Ringle Düroc Comp

Kurbel: Shimano E-8000

ANTRIEB:

Motor: Shimano Steps E-8000

Batterie: 504 Watt

69


KELLYS TYGON 70

VIDEO

Der kurze Hinterbau sorgt für Spritzigkeit und

Traktion in jeder Situation.

Der kompakte 630 Watt Akku ist komplett ins

Unterrohr integriert.

70 TEST

MEHR UNTER WWW.KELLYSBIKE.COM


Mit dem komplett neu ent-wickelten

TYGON 70 wartet Kellys mit einem

sportiven E-Hardtail auf, bei dem

einmal mehr die Fahrdynamik im Vordergrund

steht. Die progressive Geometrie und der kurz

gehaltene Hinterterbau sorgen für ein Fahrgefühl,

das stark an ein klassisches Hardtail

ohne Motor erinnert.

Darauf lässt schon der erste Blick auf den Boliden

schließen. Bis ins kleinste Detail wurde

ein streng durchgezogenes Konzept umgesetzt.

Kurze Kettenstreben, ein erweitertes

Vorderdreieck und ein niedriger Schwerpunkt

sorgen für einwandfreie Kurvenfahrten, Stabilität

und Kontrolle. Die in grau gehaltene Lackierung,

mit dezent abgesetzten schwarzen

Design-Elementen und Schriftzügen, geben

dem Rad einen schnörkellosen Look.

Angetrieben wird das TYGON mit einem 250

Watt Steps E 8000 Kraftwerk von Shimano.

Die in den Rahmen vollintegrierte Netzzelle

liefert satte 630 Wattstunden Energieleistung.

Die Modelle gibt es jeweils in 29 Zoll und als

650 B. Mittels der Kellys Wheel Swap Option

kann der Kunde einen entsprechenden Laufradsatz

im Fachhandel erwerben und das Rad

kurzerhand in zwei völlig untschiedlichen

Einsatzbereichen nutzen.

Im Fahrbetrieb macht sich auch die übrige

Kompenentenwahl, wie die Rock Shox Revelation

Federgabel mit 120 Millimeter Federweg,

eine Dropper Post Stütze, der Shimano

XT 1x11 Antriebsstrang und leistungsstarke

180-Millimeter-Bremsen stimmig bemerkbar

und lassen das neue TYGON-Vollblut-E-Bike

alle Herausforderungen meistern.

Schwalbes Hans Dampf Reifen tragen ihren

Teil zu den überaus gelungenen Traktionsfähigkeiten

des E-Hardtails bei. Das Cockpit ist

aufgeräumt und der breite Lenker sorgt auch

in schweren Passagen für Sicherheit und ein

kontrolliertes Handling.

FAZIT: Mit dem neuen TYGON 70 ist Kellys

ein E-Hardtail gelungen, das dem sportiven E-

Biker keine Wünsche offen lässt. Es überzeugt

durch ein durchdachtes Rahmen-Konzept und

die kompromisslose Komponentenwahl. Das

Antriebssystem ist ausgewogen und sorgt

auch auf langen Touren für zuverlässigen

Schub.

TECHNIK

Preis: ab 3999,- Euro

Gewicht: 29 Zoll: 22,20 kg; 27,5 Zoll: 19,65 kg

Rahmengrößen: S / M / L

Rahmen: KELLYS e-Frame 27.5, Uni-Body Integrated Design

Gabel: ROCK SHOX Revelation RC (27.5) Boost, 120 mm

Schaltwerk: Shimano XT M8000 (direct mount)

Schalthebel: Shimano SLX M7000 Rapidere Plus

Bremsen: SHIMANO SLX M7000 Hydraulic Disc / 180mm

Reifen: SCHWALBE Hans Dampf

Sattelstütze: KS - Remote Telescopic - travel 150 mm

Antrieb:

Motor: SHIMANO STEPS E8000

Batterie: KELLYS Re-Charge Li-ion internal 630Wh

Display: SC-E 7000

71


TOKYOS MOTORSCHAU DER

ZUKUNFT

Text: Andreas Burkert I Bilder: Hersteller/ Andreas Burkert

72 TECHNIK


Die Zukunft der modernen Mobilität nimmt in Japan konkrete Formen an.

Welche faszinierenden Konzepte dort präsentiert wurden, haben wir vor

Ort zwischen einem WakuWaku, einem TsumuTsumu und anderen kastenförmig

gestalteten Fahrzeugen recherchiert. Viele wurden mit hoher

Intelligenz ausgestattet, um autonom fahren zu können.

Die Welt ist nicht genug. Mit diesem Konzeptfahrzeug

will Toyota auch den Weltraum erobern.

Die Mobilität von morgen wird autonom, vernetzt

und bunt. So zumindest stellen sich das japanische

Automobilhersteller vor.

Was sich auf der diesjährigen Tokyo Motorshow

autonom auf den großzügig gestalteten Ausstellungsflächen

bewegte, mit den Besuchern

kommunizierte und selbst dem Kaiser von Japan

gefiel, offenbart die ganze Raffinesse, mit

der japanische Unternehmen das automatisierte

Fahren vorantreiben. Autonom fahrende

Fahrzeuge waren das Besondere aber auch das

mittlerweile Gewöhnliche auf Japans Automobilmesse.

Und doch geben die Konzeptstudien,

die auf dem Messegelände Tokyo Big Sight in

der japanischen Hauptstadt präsentiert wurden,

einen ersten Vorgeschmack auf die Mobilität

der Zukunft.

73


Das Konzeptfahrzeug Hanare von Suzuki ist eine Art rein

elektrische angetriebene Hütte, in der es nur zwei gegenüberliegende

Sitzreihen gibt, von denen man auf einen

großen Bildschirm blickt.

Dass Japan dies in aller Deutlichkeit erkannt hat,

ist auch dem Umstand zu verdanken, dass die

Bevölkerung dort überaltert ist. Und die alternde

Gesellschaft profitiert im Besonderen von

den Fortschritten. Sei es durch selbstfahrende

Arztpraxen oder durch Mobility-as-a-Services,

die im Übrigen der Branche Milliarden einbringen

wird. Doch die Automobilindustrie erhofft

sich von der nachhaltigen Fortbewegung darüber

hinaus nichts weniger, als die Führungsrolle

beim autonomen Fahren. Im Focus steht dabei

die allumfassende Vernetzung.

Selbstfahrende Wohnkabinen

Repräsentativ für die moderne Mobilität wurden

zur Messe selbstfahrende Wohnkabinen präsentiert,

die mit fortschrittlichen Kommunikationssysteme

ausgestattet sind, die Informationen

externer Anbieter sammeln und diese dann

direkt auf den zahlreichen großen Displays

darstellen. Die Ausstattung dient laut Hiroshi

Onishi der verbesserten Fahrgastkommunikation.

Und die ist wichtig, um künftig so genannte

Mobility-as-a-Service (MaaS) vermarkten zu

können. MaaS ist ein Ansatz, den Transport mit

eigenen Fahrzeugen durch ein auf den Kundenbedarf

abgestimmtes Angebot verschiedener

Mobilitätsdienste zu ersetzen. Ein Markt, der in

Japan in wenigen Jahren auf über 6.360 Milliarden

Yen ansteigen wird. Onishi ist Executive

Officer der Automotive Equipment Group bei

Mitsubishi Electric und ein Befürworter autonom

fahrender Automobile.

Japans Fahrzeugkonzepte faszinieren

Diese Entwicklungen zeigen, dass die autonome

Automobilität viel mehr ist, als einen Transport

von A nach B zu bewältigen. Und Japan scheint

74 TECHNIK


Suzuki Wako SPO zeigt sich äußerlich im Retro-Stil,

während das Cockpit futuristisch aussieht.

dies in aller Deutlichkeit erkannt zu haben. Von der

nachhaltigen Fortbewegung erhofft sich die japanische

Automobilindustrie deshalb nichts weniger,

als die Führungsrolle beim autonomen Fahren.

Und weil der elektrische Antriebsstrang

den Automobilentwicklern die

Chance gibt, dem Fahrzeugraum

gänzlich neue Formen zu geben,

entstehen zum Teil faszinierende

Fahrzeugkonzepte. Zum Beispiel

eine Art Würfel auf Rädern, Toyota

zum Remote Health Check-Automobil

ausgebaut hat. Konkret handelt es

sich um eine Art rollende medizinische

Praxis, in dem die notwendigsten Messgeräte installiert

wurden. Die Idee der Konstrukteure: Schon

während der Fahrt zum Arzt werden erste medizinische

Diagnosen unter der Anleitung eines per

Internet zugeschalteten Mediziners durchgeführt.

Als so genanntes Kei-Car ist der WakuWaku von Daihatsu konstruiert

worden. Es scheint damit das kleinste Wohnmobil der Welt zu sein.

75


Die zum Teil eigenartig anmutenden Fortbewegungsmöglichkeiten

auf der Tokio Motorshow setzt natürlich eine Akzeptanz in der Gesellschaft

voraus.

Die 46. Tokyo Motor Show bot einen ersten

faszinierenden Blick auf die Mobilität von

morgen.

Der TsumuTsumu ist ein niedlich gestalteter kleiner Lastwagen, mit einer nützlichen

Schiebeladefläche. Bemerkenswert: Der TsumuTsumu hat sogar eine eigene

Drohne, die auf der Oberseite landet und bei Nichtgebrauch in einem Modul

gelagert wird.

Nicht auf der Messe ausgestellt, dafür aber im

japanischen Werbefernsehen zu sehen, ist eine

mobile Fahrradwerkstatt, die sich, wenn sie per

App angefordert wird, aus dem Gebäude löst

und autonom zum Kunden fährt. In dem Film

ist allerdings auch zu sehen, wie überrascht der

Fahrradmechaniker in seiner Werkstatt ist, als

sich das Fahrzeug plötzlich in Bewegung setzt.

So ungewöhnlich das Konzept auch ist, so ungewiss

ist der Zeitpunkt flächendeckender autonomer

Automobilität.

Akzeptanztest Olympische Spiele 2020

Einen ersten Akzeptanztest soll es deshalb in

Japan zu den Olympischen Spielen geben. Wie

Akio Toyoda, Chief Executive Officer des japanischen

Automobilkonzerns Toyota, im Rahmen

der Tokio Motor Show erklärte, sollen bis

zu 20 so genannte e-Palette-Modelle Athleten

und Helfer auf dem Olympiagelände autonom

transportieren. Allerdings werden in den knapp

fünf Meter langen und zwei Meter breiten Personentransportern

Fahrer zur Kontrolle mitfahren.

Uneingeschränkte Zustimmung dürfte

hingegen das „faltbare“ Automobil von Micro-

Freedom-Faltauto.

Das Besondere an dem Fahrzeug ist, dass es

sich einfach auseinanderschieben lässt, um

Platz für einen Verkaufsstand zu schaffen. Auch

der Suzuki Hanare, der eher an eine fahrbare

Terrasse erinnert und im Inneren wie ein Wohnzimmer

mit riesigem Fernseher eingerichtet

wurde, wird auf der Straße viele Sympathien

auf sich ziehen. Ebenso die futuristische konstruierte

Mikro-Mobile und E-Bikes, die neben

E-Scootern und elektrifizierten Rollatoren auf

fast jeden Stand zu sehen waren.

76 TECHNIK


Batavus Bäumker GmbH, Oldenburger Str. 4, 48429 Rheine, www.batavus.de


KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

AUTONOM

UNTERWEGS

Die Leistungswerte moderner Halbleiter für Simulationsanwendungen

sind derart beeindruckend, dass es

kaum mehr möglich ist, zwischen realer und virtueller

Welt zu unterscheiden. Die Automobilbranche ist auf

solche Entwicklungen angewiesen, um mittels Verfahren

künstlicher Intelligenz das automatisierte Fahren

zu etablieren.

Text: Andreas Burkert I Bilder: Andreas Burkert, Schindler Design

78 REPORT


Mit intelligenter Elektronik wird sich

die Automobilität grundlegend ändern.

VIDEO

79


Jen Hsun Huang ist Chief

Executive Officer von

Nvidia. Seiner Ansicht

nach benötigten die

Automobilentwickler

Hochleistungsrechner auf

Basis einer GPU.

Das Automobil der

Zukunft wird nicht

nur selbstständig

seinen Weg finden,

sondern auch

analysieren, wann

es zur Inspektion

muss.

80 REPORT

Für Jen Hsun Huang sind die erfolgreichsten Geschäftsmodelle

datengetrieben. „Das gilt vor allem

auch für die Automobilbranche“, erzählt es

uns der Chief Executive Officer von Nvidia. Doch

warum weiß ein auf Grafikkarten spezialisiertes

Unternehmen, welche Faktoren künftig über

Erfolg und Misserfolg in internationalen Automobilbranche

entscheiden? „Grafikhalbleiter

gehören heute zur Grundausstattung moderner

Systeme rund um autonome Fahrfunktionen“, so

Huang und verspricht den Entwicklern, dass sie

künftig die Funktionen rund um das autonome

Fahren nicht nur mit einer höheren Qualität,

sondern vor allem mit einer enorm höheren Geschwindigkeit

entwickeln können.

Um seiner Aussage Glaubwürdigkeit zu verleihen,

präsentiert er eine so genannte Rapids

Open-Source GPU-Acceleration-Plattform. Eine

Art Grafikbeschleuniger, der mit der neuesten

Generation einer Grafik Prozessor Einheit (GPU)

ausgestattet ist und die laut Huang gegenüber

herkömmlichen CPUs um ein Vielfaches leistungsfähiger

ist. Es scheint also unbestritten,

dass die Fortschritte auf dem Gebiet der künstlichen

Intelligenz Hochleistungsrechner erfordern.

Mit der Folge, dass das Automobil der Zukunft

künftig Halbleiter im Wert von bis 1900

Euro benötigt. Das moderne Automobil ist der

Mikroelektronik also zu tiefst verbunden.

Ohne Halbleiter fährt kein Auto mehr

Auf den Punkt bringt es Jens Fabrowsky, der

die Entwicklung der Assistenzsysteme und des

automatisierten Fahrens bei Bosch vorantreibt.

Fabrowsky ist Mitglied des Bereichsvorstands

des Bosch-Geschäftsbereichs Automotive Electronics.

Er sagt, dass „ohne Halbleiter schon lange

kein Auto mehr fährt“. Angefangen bei den

mikroelektromechanischen Systemen – kurz

MEMS, die er als Sinnesorgane moderner Fahrzeuge

bezeichnet, bis hin zu Halbleiterprozessoren,

die speziell für Verfahren der künstlichen

Intelligenz ausgelegt wurden. Ein Blick in die

Entwicklungsabteilungen der internationalen

Automobilbranche zeigt, dass die Zeit drängt.

Die Errungenschaften auf dem Gebiet des autonomen

Fahrens sind nämlich beachtlich.

Das Automobil ist auf dem besten Wege, sich

zu einem smarten Gerät zu entwickeln, das

durch intelligentes Lernen immer vielseitiger

wird. Allerdings stellt sich die Frage, wer in dem

Rennen um die Technologieführerschaft führt:


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Das sicherer Erkennen von Hindernissen ist

eine der dringendsten Aufgaben der Entwickler

künstlicher Intelligenz.

Müssen sich europäische

Unternehmen der US-amerikanischen

und der chinesischen

Konkurrenz geschlagen

VIDEO

geben? Immerhin gelten die

USA und China als die beiden großen KI-Nationen.

Der Kampf um den Führungsanspruch bei

künstlicher Intelligenz ist auch im Automobil

entbrannt.

Künstliche Intelligenz ermöglicht präzisere

Wahrnehmung der analogen Umwelt

Auch weil der Markt für Smart Connected Devices

ein enormes Wachstum aufweist. Zahlreiche

Studien gehen davon aus, dass bis zum

Jahr 2025 rund 75 Milliarden solch intelligenter

Geräte im Einsatz sind. Das Halbleiterunternehmen

NXP etwa zählt rund 22 Milliarden solcher

Systeme im Internet der Dinge (IoT). Die Folgen:

Das IoT wird die reale Welt wie nie zuvor

verändern. Dank dieser Entwicklung wird es

eine immer präzisere Wahrnehmung der analogen

Umwelt geben, in der nahezu die gesamte

Verfahren der künstlichen

Intelligenz sind im

Laborbetrieb schon derart

ausgereift, dass Fahrzeuge

unfallfrei ihr Ziel erreichen.

© Andreas Burkert

Menschheit miteinander kommuniziert und in

der KI und Maschine Learning fast alle erdenkliche

Prozesse steuert und damit die funktionale

Sicherheit auf einem hohen Niveau etabliert.

Für das autonome Fahren ist dies unentbehrlich.

Ebenso wie dedizierte KI-Halbleiter, die maschinelles

Lernen von der Cloud direkt auf das

Endgerät bringen. Diese Halbleiter beherrschen

die notwendigen Funktionen. Für das Erkennen

der Umwelt und für das Sammeln der Datenbasis

aber sind Sensoren unerlässlich. Sie sind

für das autonome Fahren ebenso unerlässlich

wie für die Elektromobilität und der emissionsarmen

Mobilität mit einem Verbrennungsmotor.

82 REPORT


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83


DATEN SIND DER ANTRIEB VON MORGEN

DATEN

ZUKUNFT

Text: Andreas Burkert I Bild: Andreas Burkert

Das Automobil als Produkt wird bald nicht mehr im Mittelpunkt der Mobilität

von morgen stehen. Es werden vielmehr intelligente Mobilitätsservices

und -konzepte den Markt beherrschen. Und damit werden datenbasierte

Geschäftsmodelle die Branche dominieren.

Die Digitalisierung hat den Markt der Automobilität

fest im Griff. Kaum ein Tag vergeht,

an dem nicht irgendein Automobilhersteller

ein Geschäftsmodell präsentiert, das ausschließlich

auf Daten basiert. Wohl wissend,

dass digitale Geschäftsmodelle in der Autobranche

zu einem Milliardenmarkt werden,

investieren neben etablierten Automobilunternehmen

auch IT-Firmen mit Hochdruck in

die moderne Mobilität. Angesichts der 576

Milliarden Euro, die laut den Analysten von

Accenture Strategy bis 2030 pro Jahr mit neuen

digitalen Geschäftsmodellen in der Autoindustrie

verdient werden, eine kluge Entscheidung.

Besonders vielversprechend ist dabei der

Markt für Car Sharing und Mobility on Demand

mit einem Umsatzpotenzial von 343,5

Milliarden Euro, gefolgt von Services rund um

das vernetze Fahrzeug (118,8 Milliarden Euro)

und der Monetarisierung von Fahrzeugdaten

(56,5 Milliarden Euro). Ein genauer Blick in die

Pflichtenhefte der Entwicklungsabteilungen

zeigt, dass das Datensammeln, -aufbereiten

und -qualifizieren den Erfolg künftiger Geschäftsmodell

ausmachen werden. Wer dies

am besten beherrscht, kann mit datengetriebenen

Geschäftsmodellen erfolgreich durchstarten.

Das gilt derzeit vor allem für die Automobilbranche.

84 REPORT


Automobilhersteller sind auf dem Weg zum Mobilitätsanbieter. Und dieser Weg

führt ausschließlich über das Sammeln, Auswerten und Qualifizieren von Daten.

85


Enormes Wachstum digitaler Geschäftsmodelle in der Automobilbranche. © Quelle Accenture

DATENSAMMELN IST KEIN

SELBSTZWECK

Die Forderung an die Vorstände internationaler

Automobilhersteller ist damit klar vorgezeichnet:

Sie dürfen ein Automobil nicht mehr

ausschließlich als Produkt verstehen. Wer dies

tut, wird dem Zeitgeist in keiner Form gerecht.

Wer so handelt, wird die Branche vermutlich

in große Schwierigkeiten bringen. Denn technischer

Fortschritt, geänderte Kundenwünsche

und neue Anbieter werden künftig die

Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der

Automobilbranche in hohem Tempo vorantreiben.

Das mobile Internet, Smartphones

und Social Media verändern das klassische

Bild der AutofahrerInnen.

Wie in der IT-Welt, entstehen durch das Vernetzen

und die mit ihnen verbundene enorme

Verarbeitung personenbezogener Daten

neue Geschäftsmodelle, die gerade durch die

Verarbeitung dieser Daten ermöglicht werden.

„Der Autokäufer erwirbt nicht mehr nur

die „Sache“ Auto, sondern Fahrerlebnisse und

Mobilitätslösungen im weitesten Sinne inklusive

Kommunikation, Entertainment und

weitere Dienstleistungen“, erklärt der Datenspezialist

Benedikt Buchner. Der Direktor des

Instituts für Informations-, Gesundheits- und

Medizinrecht von der Universität Bremen hat

in seinem Buch „Datengetriebene Geschäftsmodelle

rund um das vernetzte Auto“ einige

der lukrativen datengetriebenen Geschäftsmodelle

beschrieben. Das Vorhaben verlangt

aber ein Umdenken!

86 REPORT


LUKRATIVE GESCHÄFTSMODELLE MIT

DATEN

„Und es erfordert den Einsatz von Big Data

und den Verfahren der künstlichen Intelligenz“,

wie es Clemens Wasner uns erzählt.

Der Gründer und Geschäftsführer der auf KIspezialisierten

Firma EnliteAI ist davon überzeugt,

sich nur damit mittel- und langfristig

Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit absichern

lassen. Wie erfolgreich bereits heute

datengetriebene Geschäftsmodelle sind, zeigt

eine aktuelle Studie der Information Services

Group.

Die Analysten haben ermittelt, dass der Markt

für Data-Analytics- und Big-Data-getriebene

Modelle in 2017 um 24 % zugenommen hat.

Bis zum Jahr 2020 wird sogar ein Umsatzvolumen

von rund 36 Milliarden Euro erwartet.

Wohlgemerkt allein in Deutschland. Vor

diesem Hintergrund ist es gerechtfertigt, von

einem regelrechten Boom zu sprechen. Allerdings

muss auch darauf hingewiesen werden,

dass die Digitalisierung den Wettbewerbsdruck

erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt der

Wirtschaftsverband Bitkom in einer aktuellen

Studie (https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-kommt-dendeutschen-Unternehmen)

, für die 606 deutsche

Unternehmen aus sämtlichen Branchen

befragt wurden. So sagen zwei Drittel (65 %)

der Unternehmen ab 20 Mitarbeiter aus allen

Branchen, dass IT- und Internet-Unternehmen

in ihren Markt drängen, im vergangenen Jahr

waren es erst 57 %. Aber auch Unternehmen

anderer Branchen werden durch die Digitalisierung

plötzlich zu direkten Wettbewerbern

– das erleben 60 Prozent der Unternehmen

(2018: 53 %). Und 42 % räumen ein, dass ihnen

Wettbewerber aus der eigenen Branche,

die frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt haben,

nun voraus sind (2018: 37 %).

DIGITALE KRITERIEN

Integrierte Navigationsdienste

Fahrassistenzsysteme

Dienste auf Grundlage von Fahrzeug-

Daten wie Reparaturhinweisen

Kompatibilität des Cockpits mit

dem eigenen Smartphone

Neue Dienste auf Grundlage von

Car-To-Car-Kommunikation

Internetzugang im Auto

93 %

80 %

77 %

62 %

56 %

51 %

Digitale Dienste sind

mittlerweile kaufentscheidend.

© Bitkom

87


ELEKTROMOBILITÄT VERÄNDERT DIE

PRODUKTIONS

LANDSCHAFT

Text: Andreas Burkert I Bilder: Pixabay, Andreas Burkert

88 REPORT


Der elektrische Antriebsstrang wird die gewohnte Arbeitswelt in deutschen

Automobilproduktionen grundlegend ändern. Weil die Chancen einer flächendeckenden

Elektromobilität zu spät erkannt wurden, droht ein massiver Stellenabbau.

Wer es nicht bald schafft, die Produktionskompetenzen neu auszurichten,

riskiert, einen erheblichen Teil der Wertschöpfung zu verlieren. Weil vor allem

der Ersatzteilmarkt betroffen ist, erwarten Experten, dass bis zu 30 % der Wertschöpfung

grundsätzlich wegfällt. Doch es gibt auch einen Hoffnungsschimmer.

DER SCHNELLE WANDEL DER MOBILITÄT

Der Kampf gegen die Reichweitenangst ist fast

gewonnen. Wer heute ein Elektrofahrzeug auf

den Markt bringt, kann die Kunden mit einer

Fahrstrecke von 500 km und mehr beruhigen.

So verspricht es zumindest Opel mit dem Ampera-e,

der als Kompakt-SUV in wenigen Wochen

auf den Markt kommt. Andere Hersteller

ziehen nach, und das nicht nur bei der Reichweite.

Mittlerweile kündigen alle namhaften

Automobilhersteller Elektrofahrzeuge mit einer

Zyklusreichweite von mehr als 300 km an.

Und das für etwa 30.000 Euro.

In diesem Zusammenhang irritiert zwar die

Ankündigung von Mercedes-Benz im Herbst

2016, rund drei Milliarden Euro in die Entwicklung

„Innovativer Motorenlösungen“ [1] zu investieren.

Den Wandel in der Mobilität aber

haben auch sie erkannt und schließen bereits

die ersten Modelle an die Steckdose an. Wohlwissend,

dass „der Verbrenneranteil mit der

Zeit abnehmen wird, die Elektrokomponente

stetig zunimmt“, wie Harald Kröger, Bereichsleiter

Elektrik/Elektronik bei Mercedes-Benz, in

einem Medienbericht zitiert wird [2].

Noch aber wird Deutschland nicht dem Anspruch

als Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität

gerecht. Zu ernüchternd sind die

bisher erzielten Verkaufserfolge. Aktuellen

Zahlen zufolge, die das Center of Automotive

Management (CAM) veröffentlich hat, ist die

Elektromobilität auf deutschen Straßen kaum

sichtbar. „In den ersten sechs Monaten diesen

Jahres steht hier nur ein Plus von 8,7 %

auf 10.481 Elektrofahrzeugen, eine Steigerung

etwa in Höhe des Gesamtmarktzuwachses“,

teilt das Institut mit. Allerdings muss an dieser

Stelle erwähnt werden, dass dabei allein die

Plug-In-Hybride auf rund 6100 Fahrzeuge zulegen.

Das entspricht einem Zuwachs von 23

%. Bei reinen Elektrofahrzeuge (BEV) hingegen

beobachtet Professor Dr. Stefan Bratzel vom

CAM einen rückläufigen Trend. 4357 Neuzulassungen

im ersten Halbjahr 2016 bedeuten

einen Rückgang von 6,6 %.

[1] Daimler AG: Rund 3 Milliarden Euro für Motoren-Offensive. Online: https://www.daimler.com/innovation/specials/motorenoffensive.html, November 2016

[2] Reichle, J.: Die S-Klasse für die Steckdose. Online: http://www.sueddeutsche.de/auto/fahrbericht-mercedes-s-plug-in-hybrid-die-s-klasse-fuer-die-steckdose-1.2134120,

Oktober 2014

89


FÖRDERPROGRAMM ELEKTROMOBILI-

TÄT GREIFT KAUM

Diese Entwicklung ist Bratzels Ansicht nach

auch auf die „Kaufzurückhaltung der Kunden

in Erwartung des Anfang Juli gestarteten Förderprogramms

zurückzuführen“. Aber auch ein

Blick auf Zwischenbilanz des Bundesamt für

Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bis

zum 31. Oktober 2016 offenbart: Nur 5782

haben einen Antrag auf Förderung gestellt

[3]. „Sollte sich dieser geringe Nachfragetrend

fortsetzen, würden trotz Prämie innerhalb eines

Jahres lediglich 24.000 Elektroautos in

Deutschland neu zugelassen werden“. Allerdings

rechnet Bratzel für die nächsten 10

bis 15 Jahren „aufgrund der technologischen

Anstrengungen der Hersteller und des zu erwartenden

regulatorischen Umfelds mit einer

deutlichen Steigerung der Marktdynamik“.

Seiner Ansicht nach werden danach die „globalen

Neuzulassungen von E-Autos im Jahr

2020 zwischen 2,5 % (konservativ) und 5 %

(optimistisch) liegen. Aber in den Folgejahren

dynamisch steigen“. Betrachtet man das Szenario

optimistisch und vor allem vor dem Hintergrund

des Dieselskandals, so dürften im Jahr

2025 rund 25 % beziehungsweise 25 Millionen

Elektro-Pkw jährlich neu zugelassenen werden.

„Diese könnten danach bis zum Jahr 2030

noch erheblich steigen“. Diese hohe Eigendynamik

kommt für viele überraschend. Auch

weil die Vorstandsetagen ein Nebeneinander

verschiedener Antriebsarten erwartet haben.

Mit großer Sorge sehen sie bereits die Folgen,

welche die Elektrifizierung des Antriebsstrangs

mit sich bringt.

DIE ELEKTROMOBILITÄT FORDERT NEUE

KOMPETENZEN IN DER PRODUKTION

Sie geht nämlich unter anderem mit einer tiefgreifenden

Veränderung der Fahrzeugstruktur

und der verbauten Komponenten einher. „Dadurch

verschiebt sich auch der Kompetenzbedarf

für die Produktionstechnik“, weiß Professor

Achim Kampker von der RWTH Aachen. Seit Anfang

2014 leitet er dort den neu gegründeten

Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility

Components (PEM). Seiner Meinung nach ist

dies insofern bedenklich, als dass das Automobil

und alle damit verbundenen Wertschöpfungs-

[3] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Hrsg.): Elektromobilität (Umweltbonus), Zwischenbilanz zum Antragstand vom 31. Oktober 2016. Online: http://

www.bafa.de/bafa/de/wirtschaftsfoerderung/elektromobilitaet/publikationen/emob_zwischenbilanz.pdf, November 2016

90 REPORT


etriebe von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung

seien, zumal der Antrieb inklusive aller

Komponenten seit der Erfindung des Ottomotors

eine Kernkompetenz der deutschen Automobilhersteller

sei. Zum einen fallen annähernd

1400 Teile für den verbrennungsmotorischen

Antriebsstrang weg. Zum anderen erhöht sich

der Elektrik/Elektronikanteil beim rein batterieelektrisch

angetriebenen Automobil auf 75 %.

Das zeigen die aktuellen Studienergebnisse

der Forschungsinstitute Fraunhofer IAO, IMU

und DLR-FK zu den Wirkungen der Elektrifizierung

des Antriebsstrangs auf Beschäftigung

und Standortumgebung (ELAB). „Die Herstellung

elektrifizierter Antriebsstrangkomponenten

erfordert Kompetenzen in bislang im

Automobilbau nicht eingesetzten Fertigungsverfahren“,

lautet deshalb eine Kernaussage.

Zwar können die Antriebsstrang-Hersteller ihren

Personalbedarf halten oder sogar steigern,

sofern sie zusätzlich zu den konventionellen

auch Komponenten für den elektrifizierten

Antriebsstrang produzieren [4]. Doch die Forscher

erwarten innerhalb der Wertschöpfungskette

massive Verschiebungen, vor allem bei

Zulieferunternehmen. Und sie sehen mit der

Elektromobilität einen Wandel in der Arbeitswelt

verbunden.

DIE ELEKTROMOBILITÄT FORDERT IH-

REN TRIBUT VOM ARBEITNEHMER

Erste Hinweise, wie gravierend der Wandel sich

gestaltet, liefert Volkswagen selbst. So erklärt

der Vorsitzende des Markenvorstandes, Dr. Her-

Der Absatz von Elektrofahrzeugen

(Batterieelektrisch BEV, Plug-In-

Hybrid) in Deutschland von Januar

bis Juni 2016 (© CAM)

[4] Spath, D.; Dispan, J.; Frieske, B.: Elektromobilität und Beschäftigung - Wirkungen der Elektrifizierung des Antriebsstrangs auf Beschäftigung und Standortumgebung.

Fraunhofer Verlag, Stuttgart, Januar 2014

91


VW = Konzern (inklusive Audi, VW etc.)

Fiat-Chrysler: Bis 2011 nur Fiat

Porsche: Ab 2012 zu VW

Tesla: Daten erhoben ab 2016

Alle Daten ab 2016 mit eingeschränkter

Vergleichbarkeit mit Vorjahren wegen

leicht verändertem Bewertungsschema

Plug-In-Hybride und Serielle

Hybride. Die Innovationsstärke

berechnet sich aus Serien-Innovationen.

(2011 bis erstes Halbjahr

2016) (© CAM)

bert Diess: „Wir wollen den Wandel nutzen und

Volkswagen entschlossen an die Spitze der

neuen Automobilindustrie führen. Volkswagen

wird sich in den kommenden Jahren grundlegend

verändern, nur die allerwenigsten Dinge

werden so bleiben wie sie sind.“ [5] Das

Vorhaben, bis 2025 eine Million Elektroautos

pro Jahr zu verkaufen und „Weltmarktführer in

der Elektromobilität“ zu werden, will das Unternehmen

unter anderem durch den Wegfall

von volumen- und ertragsschwachen konventionellen

Modellen und Varianten finanzieren.

Investitionsmittel in Höhe von mehr als 2,5

Milliarden Euro sollen so freigemacht werden.

Dass die Wolfsburger zudem in den kommenden

zehn Jahren rund 23.000 Stellen streichen

möchten, ist zwar auch ein Schritt hin zu einer

effizienteren Produktion. Bratzel aber glaubt,

dass der Umstieg in die Elektromobilität noch

weitere klassische Arbeitsplätzte bei Volkswagen

kosten werde. Immerhin arbeitet am

„Verbrennungsmotor“ ein Großteil der Arbeitskräfte.

Das hat branchenweit Auswirkungen.

Einem Bericht des Manager Magazins [6] zufolge

befürchten Branchenkenner gar, dass innerhalb

der gesamten Automobilbranche mehr

als 100.000 Stellen abgebaut. „Ohne Ausgleich

bliebe von heute sieben Arbeitsplätzen in der

Motoren- und Aggregatefertigung nur einer“,

wird der Daimler-Betriebsratsvorsitzende Michael

Brecht zitiert. In dieser Analyse fehlen

allerdings noch die Zahlen, die aufgrund eines

sich drastisch verändernden Ersatzteilmarktes

hinzu addiert werden müssen.

SCHLECHTE STIMMUNG AM MILLIAR-

DENMARKT FÜR PKW-KOMPONENTEN

Ein Elektroauto benötigt nämlich weder Ölfilter

noch Zündkerzen. Berechtigt ist also die

Sorge vor Umsatzeinbußen. Immerhin ist der

[5] Freitag, M., Maier, A.: Daimlers Betriebsratschef malt Horror-Szenario. Online: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/daimler-betriebsratschefmichael-brecht-ueber-jobverlust-a-1121954.html,

November 2016

92 REPORT


Teilemarkt ein Multimilliarden-Markt – auch

für die Autohersteller. „Der Umfang der Wartung

der E-Autos ist deutlich geringer als

bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor“, erklärt

Professor Dr. Willi Diez [7]. So liegen die

Wartungs- und Reparaturkosten für Elektrofahrzeuge

um rund 35 % unter denen eines

vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor.

Dies ist das Ergebnis einer Studie des

Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der

Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU)

Nürtingen-Geislingen. Diez und sein Team haben

diese Zahlen auf der Basis eines Kleinwagens

berechnet (Laufzeit von acht Jahren und

Jahresfahrleistung von 8000 km). „Während der

Besitzer eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs in

dieser Zeit mit Wartungs- und Reparaturkosten

von 3650 Euro rechnen muss, fallen bei einem

batteriebetriebenen Elektroauto nur rund

2350 Euro an“.

Auch ein Blick auf die ADAC-Autokostenübersicht

zeigt, dass Elektrofahrzeuge im Service

weniger Kosten verursachen. Der Grund sind

vor allem der Wegfall von Ölwechseln sowie

der fehlende Ersatz von Abgasanlagen sowie

Kupplungen. Auch der Bremsenverschleiß

ist bei Elektroautomobilen geringer als bei

Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Die Auswirkungen

allein auf die Teilehersteller sind

gewaltig. Im vergangenen Jahr wurden am Kfz-

Aftermarket im Pkw-Bereich annähernd 31,5

Modell

Leistung

[kw]

Werkstattkosten

[Euro/Monat]

BMW i3 125 52 63

BMW i3

Range Extender

125 58 76

BMW 118i 125 57 138

Citroen

C-Zerow

Citreon

C1 1.0 Advance

Ford

Focus Electric

Ford

Focus 1.6 EcoBoost

Start/Stopp SYNC

Edition

Mitsubishi

i-MiEV

Peugeot

iOn Active

Peugeot

208 68VTi Activ

Renault

Z.E. Life

Renault

Clio ENERGY TCe

90 Start & Stop

99g Eco-Drive

Volkswagen

e-UP

Volkswagen

Cross up! 1.0

Volkswagen

e-Golf

Volkswagen

Golf 1.2 TSI BMT

Comfortline

49 48 62

50 40 105

107 55 71

110 58 136

49 47 65

49 48 62

50 44 105

65 34 68

66 46 105

60 27 59

55 43 113

85 39 62

63 51 118

Betriebskosten

[Euro/Monat]

Gegenüberstellung der Wartungs- und Betriebskosten auf Basis

der ADAC-Kostenanalyse 2014 (© ADAC)

[6] Auerbach, B.: Volkswagen will an die Spitze der neuen Automobilindustrie. Online: https://www.springerprofessional.de/unternehmen---institutionen/

elektromobilitaet/-volkswagen-will-an-die-spitze-der-neuen-automobilindustrie-/11070394, November 2016

[7] Diez, W.: Wir erleben eine Revolution im Auto. Online: http://www.rkw-bw.de/rde/pdf/ratio-kompakt/Ratio_kompakt_5_2013.pdf, Oktober 2014

93


Milliarden Euro umgesetzt – von denen zwar

10,9 Milliarden Euro auf Löhne entfallen. Doch

für Pkw-Komponenten wurden immer noch

20,6 Milliarden Euro ausgegeben [8].

NUR WENIGE ZULIEFERUNTERNEHMEN

SIND VORBEREITET

Auch wenn die klassische Automobilindustrie

mit etwa 80 % an diesen Umsätzen mitverdient

[8]: Kaum ein Zulieferunternehmen

erwartet für die kommenden Jahre einen Umsatzeinbruch,

wie es eine starke Verbreitung

der Elektromobilität vermuten lässt. Davon

zumindest ist Dr. Alexander Suhm von der Unternehmensberatung

Unity überzeugt. Er hat

mit seinem Team im Auftrag mehrerer Zulieferer

verschiedene Szenarien analysiert. Seine

Schlussfolgerung: Zu stark wachsen die Märkte

vor allem in China, Indien und Amerika, als dass

der E-Hype Umsatz wegnähme. Suhm geht von

einem Pkw-Wachstum weltweit bis 2020 von

97,9 Millionen und 2030 von 114 Millionen

Fahrzeugen (jeweils Neufahrzeuge) aus.

„Der Anteil von reinen Verbrennern in 2020

liegt dabei bei 85,8 Millionen und 2030 bei

78,5 Millionen. Das ist ungefähr der gleiche

Wert wie 2014“, erklärt Suhm. Dazu kommen

rund 6,5 Millionen Hybride in 2020 und 16,7

Millionen in 2030, „die natürlich im Ersatzteilbereich

wie Verbrenner behandelt werden

können“.

Selbst wenn der Anteil der geschätzten Elektrofahrzeuge

in 2020 auf 5,6 Millionen und in

2030 bei 18,9 Millionen prognostiziert wird.

Mittelfristig steigt der Absatz und damit die

Zahl der im Umlauf befindlichen Fahrzeuge

mit Verbrennungsmotor noch stark an.

NOCH RETTET DER PLUG-IN-HYBRID DIE

WERTSCHÖPFUNG

Darüber hinaus dürfte über einige Jahre auch

der Plug-in-Hybrid die Bilanz retten. Weil bei

dieser Aggregatanordnung auf längeren Strecken

der Verbrennungsmotor zum Einsatz

kommt, unterliegt der Plug-in-Hybrid der bekannten

Gesetzmäßigkeit hinsichtlich regelmäßiger

Wartung aufgrund Verschleiß und

Funktionserhalt. Im Gegensatz dazu arbeiten

[8] ifo Institut: Handel mit Kfz-Teilen, -Zubehör und -Reifen. Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), VR Branchen special, Bericht Nr.

54, November 2013

94 REPORT


nämlich Elektromotor und seine Leistungselektronik

verschleiß- und wartungsfrei. Auch

der Golf GTE, der schon eher für den täglichen

Stadtverkehr geeignet ist und es je nach Fahrweise

rein elektrisch 50 km weit schafft, muss

gemäß gültiger Garantiebestimmungen regelmäßig

zum Service.

Auch wenn der Motor innerhalb der Serviceintervalle

vermutlich nicht annähernd auf die

Kilometerleistung kommt, die eine vorzeitige

Inspektion erfordern würde, sind Motoröl,

Zündkerzen, Ölfilter und Co. wie gehabt zu

wechseln. Das ist eine gute Nachricht für jene

Unternehmen, die am Ersatzteil- und Servicegeschäft

verdienen. Und weil die Komplexität

eines Plug-in-Hybrids größer ist als bei einem

herkömmlichen Fahrzeug, freuen sich auch die

Entwicklungsdienstleister über Fahrzeuge mit

dieser Antriebsvariante, deren Anteil laut Roland

Berger bis 2020 auf etwa 13 % ansteigen

wird [9]. Dennoch wird die Elektromobilität zu

Verwerfungen führen, was die bisherigen Zulieferstrukturen

anbelangt.

DAS VERNETZTE ELEKTROAUTO IST

EINE CHANCE

Das betrifft natürlich vor allem den Bereich der

Batterien und der Leistungselektronik. „Hier

werden bislang branchenfremde Unternehmen

mit einem entsprechenden Know-how Chancen

bekommen“, erklärt Diez. Auch müssen sich

die Unternehmen anpassen, die ausschließlich

Komponenten für Verbrennungsmotoren herstellen.

Dass die automobile Zukunft dennoch

mit deutschem Know-how stattfindet, davon

ist Bratzel überzeugt. Er sieht vor allem auch

im vernetzten Automobil eine große Chance,

an der Mobilität der Zukunft mit zuverdienen.

Software-Knowhow und neue Mobilitätsservices

sind seiner Ansicht die neuen Kernkompetenzen

der deutschen Automobilbranche.

Bauteilanalyse: Auszug und

Übersicht neuer / modifizierter

/ entfallender System

(© Fraunhofer IAO)

[9] Roland Berger: Produktentstehung und Elektromobilität. Online: http://www.rolandberger.de/expertise/branchenexpertise/automotive/product_

creation, Oktober 2014

95


ELEKTROFAHRZEUGE

UNTER

40.000 EURO

Text: Andreas Burkert I Bilder: Hersteller

Das Angebot an attraktiven Elektrofahrzeugen ist innerhalb weniger Jahre extrem angestiegen.

Für die Zukunft der lokal emissionsfreien Mobilität sind kostengünstige Kleinfahrzeuge

von großer Bedeutung. Im Folgenden haben wir eine Auswahl der für 2020

verfügbaren Elektroautomobile zusammengestellt, die weniger als 40.000 Euro kosten.

Damit allerdings schafft es das Model 3 von Tesla nicht in diese Übersicht. Denn unter

46.000 Euro gibt es den Wagen nicht.

96 AUTOMOBILE


PEUGEOT

e-208


Die Koreaner haben dem Hyundai Ioniq

Elektro nun einen verbesserten Antrieb

und mehr Leistung verpasst. Und

dank einer leistungsstärkeren Batterie,

kommt der Wagen auf über 300 Kilometer.

Ab 34.900 Euro.


MINI

Cooper


KIA

e-Soul


Der Kleinwagen Opel Corsa-e wird in wenigen

Wochen auf den Markt kommen.

Technisch ähnelt der Corsa-e dem Peugeot

208. Das Besondere aber ist, dass der Corsa

unter anderem die Schnelllademöglichkeit

(bis zu 100 kW) bietet. Ab 29.900 Euro

OPEL

Corsa-e

RENAULT

Zoe


Das neue HERCULES

E-IMPERIAL I-10

m Bosch PERFORMANCE Cruise, GEN3, 250 Watt, 65 Nm

b 625 Wh

F Bosch Intuvia

f SR Suntour NEX-E25, Advanced, einstellbar, Lockout

s Shimano Deore XT, 10-Gang

d Shimano MT400, hydraulische Scheibenbremse

D Schwalbe Marathon Plus, 47-622, SmartGuard

R schwarz-glänzend

Diamant

28 Zoll / 57, 61, 65 cm

Zentralrohr

28 Zoll / 45, 49, 53, 57, 61, 65 cm

Mehr Infos unter:

www.hercules-bikes.de


Der Skoda Citigo-e iV wird mit

seiner großen Lithium-Ionen-Batterie

rund 270 Kilometern weit

fahren können. Das Fahrzeug gibt

es mit einem aufpreispflichtigen

CSS-Schnellader. Ab 20.950 Euro.


SMART

EQ

FORFOUR


VW

e-UP


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Verlag: VeloTotal GmbH

Münchberger Straße 5

D-93057 Regensburg

Tel.: +49 (0)9 41/7 96 07-0

E-Mail: info@velototal.de,

Webauftritt: www.velototal.de

Herausgeber: Johann Fink

Bilder.: Kellys, VeloTOTAL

Chefredaktion: Andreas Burkert

Redaktion: Ulrich Fillies,

Andreas Burkert, Heiko Halbauer,

Gerda Obermeier, Michael

Wagner, Manuel Dörfler

Innovationen, aktuelle

Trends – Was ist in Sachen

E-Mobility und Digitalisierung

für 2020 zu erwarten?

Grafik: VeloTotal GmbH

Brigitte Kraus, Lisa Espig

Fotos: Lisa Espig

Anzeigen: Michael Wagner

Tel.: +49 (0)9 41/7 96 07-44

michael.wagner@velototal.de

Für unverlangt eingesandte

Manuskripte, Fotos und Zeichnungen

wird keine Haftung

übernommen!

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