IKZplus ENERGY

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IKZ-ENERGY berichtet über den Einsatz von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz in Gebäuden. Das Themenspektrum reicht von der Photovoltaik über die Solarthermie, Bioenergie, Geothermie, energieeffiziente Heiztechnik bis hin zur Systemintegration, Gebäudeautomation und weiteren EE-Themen

ENERGIEEFFIZIENZ

Freiflächenheizungen

Freie Bahn: Freiflächenheizungen verhindern

Glätte und sie vermeiden den Einsatz von

Streusalz und Streusplitt.

Bild: Rehau

Väterchen Frost die Stirn bieten

Einsatzfelder, Verlegung und Auslegung, Wärmebereitstellung und Regelung von Freiflächenheizungen

Freiflächenheizungen werden in erster Linie dazu eingesetzt, Glätte-Unfälle im Winter zu vermeiden, z. B. auf Treppenstufen oder

Wegen. Ein Vorteil ist der automatisierte Betrieb. Ein anderer, Abwärme nutzen zu können. Der Bericht zeigt, wie ein solches Konzept

aufgebaut wird und was in der Auslegung beachtet werden sollte.

Eine Freiflächenheizung kann in nahezu

jeden Bodenaufbau, wie zum Beispiel

in einer betonierten Rampe, Pflasterbelag

oder auch – geschützt in einer Schotter-/Splitt-

oder Betonschicht – unter einer

Asphaltdecke eingebaut werden. Die Gestaltung

des Bodenaufbaus richtet sich in

erster Linie nach der Funktion und den

statischen Anforderungen. Das Heizrohr

selbst ist dabei nicht lastabtragend. Heizrohre

aus PE-Xa zeichnen sich durch eine

hohe Kerbschlagzähigkeit aus und können

direkt in eine Schotter- oder Splittschicht

verlegt werden – es ist keine separate

Sandschicht erforderlich. Rohre aus

PE-Xa sind robust und sowohl für hohe

Temperaturen als auch für Temperaturen

deutlich unter dem Gefrierpunkt geeignet.

Einsatzfelder

Wasserführende Freiflächenheizungen

sind robust und langlebig und mit der

Anpassung der Vorlauftemperatur ist die

Leistung flexibel steuerbar. Die Vorteile

einer Freiflächenheizung liegen im automatisierten

Betrieb, es muss kein Personal

vorgehalten und Streusalz kann vermieden

werden. Zudem ist der Einsatz von Abwärme

möglich, so wird beispielsweise die

Restwärme von Thermalbädern genutzt,

um die Wege in Saunagärten und Außenbecken,

bei denen der Einsatz von Streusalz

kritisch ist, von Glätte frei zu halten.

Weitere Anwendungsbereiche sind unter

anderem Tiefgaragenabfahrten oder

Hubschrauberlandeplätze von Kliniken,

deren Funktion auch in den Wintermonaten

gewährleistet sein muss. Ein Sonderfall

ist die Rasenheizung, die in der deutschen

Bundesliga verpflichtend ist, um

auch in den Wintermonaten den Spielbetrieb

zu sichern und das Verletzungsrisiko

der Spieler zu verringern.

Zur Verlegung

Der Verlegeabstand beträgt, abhängig von

Einbautiefe und geforderter Leistung, üblicherweise

zwischen 10 und 20 cm. Überwiegend

werden die Rohrabmessungen

25 x 2,3 mm und 20 x 2,0 mm verwendet. In

wenigen Fällen, wie beispielsweise der einer

Treppenheizung, werden auch kleinere

Dimensionen eingesetzt. Die Rohre können

in eine Verlegeschiene geclipst oder

auch an einer Trägermatte befestigt werden.

Unter Pflasterbelägen sollten Trägermatten

korrosionsgeschützt sein, da Rost

durch den Aufbau an die Oberfläche diffundieren

und sich auf dem Pflasterbelag

abzeichnen kann. Besonderes Augenmerk

ist darauf zu richten, dass schmelzender

Schnee auch abfließen kann, sei es durch

den versickerungsfähigen Aufbau selbst

oder durch Rinnen oder Bodenabläufe unmittelbar

neben der beheizten Fläche oder

innerhalb der beheizten Fläche selbst.

Unter-Dämmung

nur in speziellen Fällen

Verlegeabstand und Verlegetiefe des Heizrohres

beeinflussen die Heizmitteltemperatur,

die erforderlich ist, um die ge-

22 IKZplus • IKZ-ENERGY 11/12/2019

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