Löbau ErLeben - Ausgabe 02 / 2019

MediaLight

Ein Jahr „LöbauErleben“. Der erste Geburtstag ist ja ein ganz besonderer, sagt man. Wir können da nur zustimmen und freuen uns ganz besonders, dass eins unserer Herzensprojekte nun mit der dritten Ausgabe auf dem Weg ist, eine wirkliche Zeitschrift
zu werden, die die schönsten Seiten Löbaus zeigt.

Die schönsten Seiten der Stadt

Offene Kinder- und

Jugendarbeit

Ein Wegweiser

für Freizeitangebote

in Löbau

ein Herz für Löbau

Junge Menschen

und Ihre Beziehung

zu Löbau

Historisches zur

dunklen Jahreszeit

Ausgabe 02 | 2019 - Gratis zum Mitnehmen

„Zu Lichten gehen“


Grußwort von LÖBAULEBT e.V.

Ein Jahr „LöbauErleben“. Der erste Geburtstag ist ja

ein ganz besonderer, sagt man. Wir können da nur

zustimmen und freuen uns ganz besonders, dass

eins unserer Herzensprojekte nun mit der dritten

Ausgabe auf dem Weg ist, eine wirkliche Zeitschrift

zu werden, die die schönsten Seiten Löbaus zeigt.

Grund genug für uns, Themen mit Herz und

Herzlichkeit immer wieder in die Beiträge einfließen

zu lassen. Die Tätigkeit in Vereinen ist immer mit einer

großen Portion Herzblut verbunden, davon konnten

wir uns beispielsweise bei Angelika Mauksch vom Heimatverein

Großdehsa – Am Bubenik e.V., überzeugen.

Bei der Vorbereitung zu unserem Überblick über die

offenen Angebote für Kinder und Jugendliche haben

wir viele herzliche Mitarbeiter getroffen. Und auch das

Thema Musik und Kunst ist immer eine Herzensangelegenheit,

wie uns Thomas Zahn vom Verein Freunde der

Musik und Kultur e.V. Oberlausitz versicherte. Machen

Sie es sich gemütlich, sorgen Sie für Herzenswärme.

Wir wünschen sehr viel Freude beim Lesen von Löbau

Erleben.

Bettina Hennig und LöbauLebt e.V.

Die nächste Ausgabe

erscheint 06 | 2020.

ANZEIGEN

Kerstin Stefaniak & Team

Herwigsdorfer Str. 27 • 02708 Löbau • Telefon 0 35 85 / 40 23 75

www.pension-steffi-loebau.de

Öffnungszeiten:

Täglich ab 16.00 Uhr geöffnet

Donnerstag ist Ruhetag

Sonn- und Feiertags ab 11.00 Uhr

Besuchen Sie uns in unseren Apotheken und auf unserer Homepage,

um sich über unsere aktuellen Angebote und Aktionen zu informieren.

SWOBODA

Richard-Müller-Str. 80 b

02708 Löbau

Tel.: 03585 86 16 16

Fax: 03585 86 16 17

office@swoboda-gmbh.de

www.swoboda-gmbh.de

• Installation von Heizungsanlagen aller Energieträger

• Sanitärinstallation

• Wartung und Reparatur von Heizungsanlagen

Rittergasse 8

02708 Löbau

Telefon (03585) 47 86 - 0

Inhaber: Lars Kohlmann

E-Mail: LoebauerReisebuero@web.de

www.mein-schoenster-urlaub.de

LÖBAUERLEBEN

2


Liebe Leserinnen

und Leser,

Ihnen wird es vielleicht auch so gehen wie unserem

Team der Mitarbeiter der Werbeagentur und mir. Wir

können kaum glauben, dass schon wieder ein Jahr

hinter uns liegt, vieles geschaffen werden konnte und

das eine oder andere, vielleicht nicht so ganz Dringliche,

noch etwas warten muss. Wichtig aber für uns

ist, dass Sie unser Magazin sehr gut angenommen haben,

alles an die Leserinnen und Leser verteilt wurde

und wir viel Positives zu unserem Magazin „LöbauErleben“

vernommen haben. Das Autorenteam und die

Mitarbeiter unserer Agentur haben sich wie bei den

vorangegangenen Ausgaben wieder sehr viel Mühe

gegeben interessante und spannende Beiträge für Sie

aufs Papier zu bringen und Sie vielleicht auch dafür

bewogen oder Anregung gegeben bei dem einen oder

anderen Projekt oder den dargebotenen Aktionen sich

selbst aktiv mit einzubringen, mit Hand anzulegen, zu

helfen oder kreativ zu werden. Die Organisatoren und

Macher werden sich sicherlich über Zuwachs freuen.

Wir wünschen Ihnen wie immer viel Spaß und gute

Unterhaltung beim durchstöbern des Magazin.

Unsere Wünsche sind verbunden mit herzlichen

Weihnachtsgrüßen an Sie für ein fröhliches und besinnliches

Weihnachtsfest und einen guten Start in das

Jahr 2020. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie uns als

Leser treu.

Hans-Henner Niese

und das Team von Media-Light

Aus dem Inhalt

Neues von LÖBAULEBT e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 4–6

Löbauer Traditionsfirmen vorgestellt

Löbauer Friseure eG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 7

Schönlein Verkehrstechnik GmbH . . . . . . . . . . . . Seite 8–9

Die Alte Apotheke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 10–11

Musik im Herzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 14–15

Heimatverein Am Bubenik

– Großdehsa e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 19

Weihnachtsüberraschung

am Geldkeller? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24

Die Zukunft der KONVENT’A . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 36–37

Wegweiser der offenen Kinderund

Jugendarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 44–47

Aufregende Tage vor 170 Jahren . . . . . . . . . . . . . . Seite 50–51

Impressum

Herausgeber: Werbeagentur Media-Light Löbau,

Ziegeleiweg 7c, 02708 Großschweidnitz

post@media-light-loebau.de, www.media-light-loebau.de

Projektleitung: Hans-Henner Niese, Werbeagentur Media-Light

Konzept & Idee: Bettina Hennig, Hans-Henner Niese

Verantwortlich für Satz & Gestaltung: Sharon Hille, Werbeagentur Media-Light

Autoren: Redaktion, Arnd Krenz, Bettina Hennig, Vereine

Texte: Arnd Krenz, Bettina Hennig S.14–15, S. 26–27, S. 28–29, S.44–47,

siehe Texturheber

Bildnachweis: Titelbild: Pexels, S. 50 – Wikimedia Commons © Gemälde Dresdner

Maiaufstand lizenziert unter CC BY-SA 4.0, Vereine, siehe Bildurheber

Anzeigenakquise: Roswitha Beil, Hans-Henner Niese, Werbeagentur Media-Light

Verteilung: Kostenlos an kommunale Einrichtungen der Stadt und der Verwaltungsgemeinschaften

von Löbau, sowie Einrichtungen in Löbau und Umgebung.

An alle mitwirkenden Vereine, Verbände, Firmen und Hilfsorganisationen und

publikumswirksamen Auslagestellen.

Für die Richtigkeit der Werbeaussagen übernimmt die Werbeagentur Media-Light

Löbau keine Gewähr. Haftungsausschluss besteht auch für redaktionelle und technische

Fehler. Der Nachdruck, auch auszugsweise, ist untersagt.

Copyright: Werbeagentur Media-Light Löbau, 2019, all rights reserved

ANZEIGE

3

LÖBAUERLEBEN


von LÖBAULEBT e.V. & Bettina Hennig

In den neuen Vereinsräumen von LöbauLebt in der

Bahnhofstrasse 26 laufen seit der Übernahme der

Räume im April 2019 die Renovierungsarbeiten. In

den vergangenen Monaten wurde vor allem sehr viel

alte Verkleidung entfernt und historische Bausubstanz

wieder freigelegt. Vier Großcontainer Bauschutt wurden

abtransportiert. Besonders groß war die Freude als

hinter der Wandverkleidung der ehemaligen Bäckerei

die sehr gut erhaltenen alten Wandfliesen wieder ans

Tageslicht traten. Diese Fliesen passen gut zum industriell

angelehnten Raumkonzept für die Fläche, die nun

den Makerspace bzw. die Werkstatt beherbergt. Der

ca. 90 qm große Raum wurde mit neuen Heizkörpern

an das Heizungssystem angebunden. Ein zugemauertes

Fenster der ehemaligen Backstube wurde wieder

geöffnet und alle drei Fenster mit neuen Fenstern versehen.

Die Renovierungsarbeiten sind hier nun nahezu

abgeschlossen. „Wir blicken auf einen arbeitsreichen

Sommer zurück“ sagt Sylvio Pfeiffer-Prauß vom Verein.

„Vor allem bei der Neuverkleidung der alten Decke

sind etliche Schweißperlen von den Leitern getropft.“

Einige Mitglieder haben ihren Urlaub zum Teil auf der

WEGEN RENOVIERUNG GEÖFFNET –

LÖBAULEBT HAT KULTUR.WERKSTATT

B26 ERÖFFNET

Volles Haus beim Saxophonkonzert von David Brand

im November 2019

Baustelle verbracht. Gefragt nach der Motivation für so

viel Engagement sind sich alle Mitglieder einig. Die Bedeutsamkeit

von Raum für junge und ältere Menschen,

um sich auf verschiedenen Ebenen auszuprobieren ist

enorm wichtig. Das wiederum trägt zur Identifizierung

mit der eigenen Region bei, ein wesentlicher Aspekt

für die erfolgreiche Entwicklung der Gegenden abseits

der großen Städte. Neben unseren regelmäßigen

Geistesblitz-Nutzern wird es Workshops aus den Themenbereichen

Computer, Programmierung, 3-D Druck,

Holzbearbeitung, Drucktechniken, Fotografie, Filmund

Tontechnik sowie Elektronik- und Elektrotechnik

geben. Dabei greift der Verein auf diverse Kooperationspartner

zurück, die vor allem das medienpädagogische

Know-How sowie die technische Ausstattung für die

verschiedenen Veranstaltungen mitbringen. „Wir sind

in der glücklichen Lage sogar über den Landkreis hinaus

ein tolles Netzwerk in der Akteur- und Macherszene

zu haben“, sagt Sylvio.

Siebdruck

Während im Erdgeschoß der Kulturwerkstatt das Thema

Werkstatt im Vordergrund steht, finden in der ersten

Etage die kulturellen Angebote des Vereins statt. Im

Moment haben wir da Kapazitäten für ca. 40 Personen.

LÖBAUERLEBEN

4


Eröffnung des Makerspace

„Mit unserem Kulturwohnzimmer versuchen wir einen

sehr gemütlichen Rahmen für Konzerte, Lesungen,

Kino oder Theateraufführungen zu schaffen“, so René

Seidel, einer der kreativen Köpfe des Vereins. „Fast das

komplette Mobiliar haben wir in Trödelhallen gesehen.

Ein wirkliches Konzept gab es eigentlich gar nicht, wir

haben uns von dem inspirieren lassen, was wir dort gesehen

haben. Am Ende hat alles ein wirklich stimmiges

Bild ergeben. Die Eröffnung des Kulturzimmers fand

am 1. November mit dem Solo Programm SOLO_with_

myself_and_ALL von David Brand (www.davidbrandmusic.com)

statt, einem jungen Saxophonkünstler und

gebürtigen Löbauer. „Für uns war es eine besondere

Ehre, David auf unserer Wohnzimmerbühne für sein

erstes Konzert in seiner alten Heimatstadt Löbau zu haben.

Er hat mit seiner Musik all unsere Herzen erwärmt,

war das nahezu einstimmige Feedback des Publikums.

Berührt waren wir zudem von Davids einleitenden Worten.

Er als Rückkehrer hat mit uns seine persönliche

Motivation des Neustarts in der Oberlausitz geteilt und

erklärt, wie viel es für ihn bedeutet hat, in seiner Heimatstadt

aufzutreten und wie groß seine Überzeugung

ist, was das kreative Potenzial der Region angeht. Leider

konnten wir gar keine Abendkasse mehr anbieten, da

die Veranstaltung online bereits ausverkauft war. Das

war natürlich sehr schade für alle Kurzentschlossenen.

Um so mehr hoffen wir, dass wir bei unseren nächsten

Veranstaltungen unsere Platzkapazitäten noch etwas

erhöhen können“ so fasst Bettina Hennig den Abend

zusammen, die mit zahlreichen Gästen an der Wohnzimmerbar

ins Gespräch kam.

Die Renovierungsarbeiten gehen weiter. Im unteren Bereich

warten noch ca. 60 qm auf Veränderung. Im Erd-

5

LÖBAUERLEBEN


Neben der Eigennutzung stehen die Räume auch anderen

Vereinen oder Mietinteressenten zur Verfügung. Die

Nutzung kann von Meetings, Workshops, Seminaren bis

zu Kultur sehr vielfältig sein. Bei Interesse nehmt einfach

Kontakt mit LöbauLebt unter info@loebaulebt.de

auf. Wer Lust hat, bei unseren Veranstaltungen mitzumachen,

kann ebenfalls eine kurze Nachricht an uns

senden. Wir freuen uns immer über neue Gesichter, die

aktiv in Löbau sind.

Vorlesetag mit Joe Schäfer

geschoss sind noch eine Küchenzeile und zwei weitere

Toiletten geplant. Zudem soll noch in dem Bereich, der

als Büro und Begegnungsfläche genutzt wird, umgebaut

werden. „Dort haben wir unter der Fliesenschicht der

90’er Jahre zufällig die originalen Zementfliesen des alten

Café Rutschs entdeckt. Wir haben schon ganz unruhige

Finger und möchten sehr gern den kompletten alten

Fliesenboden freilegen“ sagt Jörg Krause, der bereits

etliche Stunden auf der Baustelle verbracht hat. In der

ersten Etage geht parallel der Ausbau des Kinos weiter

voran. Ein Teil der Vereinskosten werden gerade durch

den Topf des sächsischen Mitmachfonds gedeckt. „Wir

freuen uns über Mitmacher, die uns mehr Öffnungszeiten

und neue Angebote ermöglichen. Aber auch über

Sachspenden, z.B. für unsere offene Werkstatt.“, sagt

Sylvio zur Weiterführung des Projekts Kultur.Werkstatt

B26.

ÜBER UNSERE

FACEBOOKSEITE

HTTPS://WWW.FACEBOOK.COM/

LOEBAULEBT

INFORMIEREN WIR ÜBER

UNSERE VERANSTALTUNGEN.

ANZEIGEN

ANZEIGE

Geöffnet täglich 14.00 bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung

Dienstag & Mittwoch Ruhetag

Teichgasse 3 • 02708 Löbau

Telefon 03585/4 13 80 41 • Handy 0172/8 98 30 03

www.pension-cafe-loebau.de

Wir unterstützen

die Kiosk-Sanierung

des Vereins

LÖBAULEBT e.V.

Ronny Seibt

Dachdeckermeister

Georgewitzer Straße 6

02708 Löbau

Telefon 0 35 85 47 73 15

Mobil 0152 22 96 52 40

info@dachdecker-ldk.de

LÖBAUERLEBEN

6


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

Erster

Friseursalon

der PGH im

Jahr 1959 »

Die „Löbauer Friseure eG“ kann in

diesem Jahr auf 60 Jahre Friseurdienstleistung

zurückblicken.

Einen bedeutenden Anteil an dieser erfolgreichen

Firmengeschichte hat natürlich auch die

treue Kundschaft der Genossenschaft.

Im Jahr 1959 gründeten zehn Mitglieder die „PGH Carmen“

und eröffneten ihren ersten Friseursalon in der Bahnhofstraße

18 in Löbau. Hier wurde der Grundstein für die 60

Jahre Unternehmensgeschichte gelegt. In den Folgejahren

wurden weitere Salons eröffnet. So wurde beispielsweise in

den 60er Jahren aus der Gaststätte am Neumarkt „Krug zum

grünen Kranze“ – ein Friseursalon, den die Genossenschaft

seitdem betreibt.

der Neumarkt 14

um 1950 – Gaststätte

„Krug zum

grünen Kranze“ »

in den 60er Jahren begann der Umbau zum Salon „Charmant“

»

Der Gründungssalon 2019

« Logo der „PGH Carmen“ von 1959

heutiger Firmensitz mit Geschäftsleitung

und darunter liegenden Salon

„Charmant“ am Neumarkt 14

Nach der politischen

Wende 1990 und der

Umwandlung der

PGH in die „Löbauer

Friseure eG“, wurde

dieser Standort am

Neumakt 14 zum

Unternehmenssitz

ausgebaut. Zum heutigen

Zeitpunkt betreibt

die „Löbauer

Friseure eG“ sieben

Salons in der Oberlausitz

und gehört dadurch zu einem der größten regionalen

Dienstleister im Friseurhandwerk.

Die „Löbauer Friseure eG“ ist Arbeitgeber für über 30 Mitarbeiter.

Seit Anbeginn war und ist die Lehrausbildung der

Genossenschaft ein großes Anliegen. In den vergangenen

60 Jahren wurden jährlich Lehrlinge ausgebildet. Viele davon

gehören heute zum festen Mitarbeiterstamm der Genossenschaft.

Die kontinuierlichen Bemühungen um die Ausbildung

junger Menschen wurde daher im Jahr 2013 durch die

Handwerkskammer Dresden mit dem Titel „Vorbildlicher

Ausbildungsbetrieb im Handwerk“ ausgezeichnet.

»

»

ANZEIGE

7

LÖBAUERLEBEN


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

Die Schönlein Verkehrstechnik GmbH –

ein attraktiver Arbeitgeber in Löbau

von Bettina Hennig

Die Schönlein Verkehrstechnik GmbH ist heute ein Unternehmen

mit fünf Standorten, vier davon befinden

sich in Sachsen und einer ist im brandenburgischen

Cottbus ansässig. Die Geschichte des Unternehmens

liegt in Löbau und beginnt mit der Firma Christian

Schönlein Verkehrstechnik als Einzelunternehmen. Dieses

Unternehmen wurde 1999 von den damals leitenden

Mitarbeitern übernommen und im Folgenden in die neu

geschaffene Schönlein Unternehmensgruppe integriert.

Seither wird die Schönlein Verkehrstechnik GmbH eigenständig

geführt und weiter entwickelt. Zur Schönlein

Unternehmensgruppe gehören außerdem die MAC-Verkehrstechnik

GmbH, ein Unternehmen in Baden-Württemberg

und die Firma MVL Metallverarbeitung Löbau.

ANZEIGE

Schönlein Verkehrstechnik GmbH

Niederlassung Löbau Telefon: 03585 46 46

Breitscheidstraße 7 Telefax: 03585 86 23 16

02708 Löbau

loebau@schoenlein.com

www.schoenlein.com

• Beschilderung nach VZKat und RUB

• Leiteinrichtungen

• Absperrungen

• Transportable Lichtsignalanlagen aller Art

• Stahl- und Betonschutzwände

• Auskreuz-Vorrichtungen

• Zäune, Borde, Wände und Brücken

• Fahrbahnmarkierungen

• Eventabsicherung

LÖBAUERLEBEN

8


Mit ca. 110 Mitarbeitern an allen fünf Standorten konzentriert

sich das Leistungsangebot der Firma auf die

Verkehrs- und Baustellensicherung, von der Planung bis

zur Umsetzung. Die einzelnen Leistungsangebote sind

die Verkehrssicherung, die Installation von Lichtsignalanlagen,

Baustellensicherung, Verkehrsplanung, Markierungsarbeiten,

Straßenausstattung, Beschriftungsdienst

und die Eventabsicherung. Das Unternehmen

ist von allen Standorten aus deutschlandweit in seinem

Kernbereich der fachgerechten Verkehrssicherung aktiv.

Die Verkehrsabsicherung ist ein sehr sensibler Geschäftsbereich,

da Eingriffe in den Straßenverkehr automatisch

zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit führen.

Wir beschäftigen zum einen Spezialisten, die über

eine jahrelange Erfahrung verfügen. Wir sind darüber

hinaus bestrebt, unser branchenüberdurchschnittliches

Wachstum stabil zu halten und investieren aus diesem

Grund in die Qualifizierung und Ausbildung neuer und

junger Mitarbeiter. Wir möchten ein moderner Arbeitgeber

sein, der mit seiner familiär geprägten Struktur

für die unterschiedlichsten Berufe attraktiv ist. Unser

Motto „Überzeugung durch Leistung“ ist nicht nur

nach außen an unsere

Kunden und Auftraggeber

gerichtet, dies

gilt ebenso für unsere

internen Prozesse

und Abläufe. Die im

Durchschnitt lange

Verweildauer unserer

Mitarbeiter im Unternehmen

spricht für

sich und bestätigt uns

in unseren Bemühungen

als Arbeitgeber.

Am Standort Löbau

arbeiten derzeit 45 Mitarbeiter. Unter ihnen ist ein

15-köpfiges Verwaltungsteam.

Auch bei der Firma Schönlein ist das Thema Fachkräftegewinnung

sehr aktuell. Im Moment suchen wir am

Standort Löbau aktiv Projektleiter und Monteure für

Verkehrs- und Baustellensicherung (m/w/d). Initiativbewerbungen

sind darüber hinaus jederzeit möglich

und sehr willkommen. Hier freuen wir uns besonders

auf die Kontaktaufnahme von Personen, die Erfahrungen

in den Bereichen Elektroinstallation, Führen und

Bedienen von Baumaschinen, Führen von Kraftfahrzeugen

und Metallverarbeitung haben. Für die Planung

und Konzeption von Projekten bzw. für die Mitarbeit an

der Geschäftsweiterentwicklung möchten wir gern Interessenten

kennen lernen, die einen technischen oder

betriebswirtschaftlichen Hintergrund besitzen. Wir

würden uns freuen, wenn Sie mit uns ins Gespräch kommen.

Weitere Infos finden Sie unter www.schoenleinverkehrstechnik.de.

Ansprechpartner ist der Löbauer

Niederlassungsleiter Herr Ralf Gruhl.

KONTAKT:

Schönlein Verkehrstechnik GmbH

Breitscheidstraße 7

02708 Löbau

Telefon: 03585 46 46

E-Mail: loebau@schoenlein.de

Mitarbeiter der Bergquell-Brauerei am Flaschenfüller

9

LÖBAUERLEBEN

Das Brauereigebäude


Löbauer Traditionsunternehmen vorgestellt

Bilder: © Alte Apotheke

die Alte Apotheke sorgt mit

dem Generationenwechsel für

eine erfolgreiche Zukunft

Die lange Geschichte der Alten Apotheke setzt

sich seit Juli 2011 am neuen Standort Altmarkt

mit neuen Konzepten fort. Das großzügige Flächenangebot

im Haus der WGO ermöglicht eine

räumliche Trennung der verschiedenen Aufgaben

und Prozesse, die eine moderne Apotheke

heute zu bewältigen hat.

Bei der Gestaltung des Kundenbereichs am Altmarkt

waren die neuen Anforderungen nach Barrierefreiheit

und Diskretionsabstand zu erfüllen. Gleichzeitig besteht

unser Anliegen darin, neue Konzepte für unsere

Löbauer Kunden anzubieten. Der Apothekenmarkt entwickelt

sich ständig weiter und die Auswahl im Rahmen

der gesetzlichen Möglichkeiten ist vielseitig.

Wir haben uns für Angebote entschieden, die sowohl die

aktive Gesundheitsvorsorge als auch das Wohlfühlen

zum Ziel haben. Der erste Schritt war unser Taoasis-

Angebot mit Aroma-Doc für individuelle Mischungen.

Die Weiterentwicklung erfolgte im Jahr 2017 zur Mutter-Kind-Apotheke.

Neben besonders kinderfreundlichen

Aroma-Produkten gibt es seitdem eine kompetente

Beratung zu modernen Milchpumpen, Stillzubehör und

Wickeltisch, eine Spielecke mit Kinderkarussell und

LÖBAUERLEBEN

10


© Ingo Morgenstern

Maltisch. Zu besonderen

Anlässen wie

Ostern, Stadtfest und

Weihnachten gestalten

wir unseren hinteren

Kundenbereich themenentsprechend

um

– in diesem Jahr zum

ersten Mal mit einem

Weihnachts-Shop.

Abgerundet wird das Konzept durch bequeme Sitzmöglichkeiten

in unserer Lounge, die zur Beratung aller

Kunden mit besonderen Anliegen genutzt werden.

Neu ist die Beschäftigung mit aktiver Bewegung in jedem

Lebensalter und die Ergänzung der Ernährungsberatung

um das Thema Mikrobiom, der Einfluss der

Nahrung und Umwelt auf unsere individuelle Darmflora.

Beides sind sehr junge Themen, die viel Entwicklungspotential

für alle Generationen bieten.

Im sichtbaren Bereich des Erdgeschosses achten wir

auf Wohlfühlatmosphäre für unsere Kunden und Mitarbeiter.

In der oberen Etage ohne Kundenkontakt sind

andere Anforderungen gefragt – hohe Lieferfähigkeit,

Pünktlichkeit, schnelle Bearbeitung neuer Bestellungen,

die uns auch nicht nur auf traditionellem Weg per

Telefon, Post oder Fax, sondern auch auf neuen Wegen

per E-Mail oder App erreichen.

Außerdem werden im Obergeschoss sowohl die individuellen

Rezepturen als auch Wochenblister hergestellt.

Auch bei uns hat wie in jeder Apotheke die Arzneimittelprüfung

einen hohen Stellenwert. Diese Vorgänge

erfordern neben hoher Präzision eine umfangreiche

Dokumentation.

Besonders geschätzt wird unser etablierter Ausfahr-

Service, durch den Pflegeheime in Löbau und Umgebung,

Arzt- und Zahnarztpraxen sowie ambulante

Pflegedienste kontinuierlich und zuverlässig beliefert

werden.

Die Fortsetzung der traditionsreichen Alten Apotheke

am Altmarkt in moderner Form ist nur mit einem

sehr gut organisiertem Team und Spezialisten in den

verschiedenen Tätigkeitsgebieten möglich. Gemeinsam

können wir generationenübergreifend in die Zukunft

schauen, so dass wir zum 01.09.2019 sagen konnten–

unsere Apothekentradition geht weiter.

Ihre Apothekerin Birgit Schleicher mit Team

Birgit Schleicher e.K.

ANZEIGEN

Altmarkt 5/6 gegenüber dem Rathaus

02708 Löbau

Telefon (03585) 40 30 20

www.alte-apotheke-loebau.de

11

LÖBAUERLEBEN


von Bettina Hennig

Ein

für Löbau

Löbau. L wie Liebe, Ö wie Oberlausitz mit Pünktchen drauf, B wie Berg,

A wie Aussicht und U wie unberührte Natur.

Zu allen Buchstabierhilfen gibt es sehr viel zu erzählen. Fangen wir von vorn an. L wie Liebe. Für Professor

Dr. Theodor Vogt von der Hochschule Zittau/Görlitz ist das ganz klar, Löbau könnte sich vom sorbischen

Wort Liebe ableiten. Wir wollen da gar nicht lange nachforschen, denn das klingt gut. Immer wieder gibt’s

in Löbau Begegnungen mit Menschen, die eine wirkliche Liebe zur Stadt entdeckt haben. Einige haben wir

in den letzten beiden Ausgaben schon vorgestellt. In diesem Heft erzählen uns ein junges Paar aus der

Region und eine Touristin aus London, warum sie ein großes Herz für Löbau haben.

Maria und Philipp, wer seid

ihr, wie lebt ihr und was macht

ihr in Löbau?

Philipp: Ich bin in Kemnitz aufgewachsen

und habe dann in Löbau

Abi gemacht. Nach der Schule wollte

ich eigentlich Polizist werden. Bevor

es an der Polizeischule losgehen

konnte, absolvierte ich ein Freiwilliges

Ökologisches Jahr bei der

Landesgartenschau in Löbau. Das

war eine schicksalhafte Entscheidung

und sehr positiv für mich.

Die Karriere in Uniform war vom

Tisch. Während meiner Zeit bei

der Landesgartenschau haben mich

verschiedene Menschen auf die

Möglichkeiten der Hochschule Zittau/Görlitz

hingewiesen. Letztendlich

entschied ich mich für ein BWL

Studium dort und habe dieses mit

dem Diplom abgeschlossen. Dem

Messepark bin ich als Student treu

geblieben. Über diese Möglichkeit

habe ich mich sehr gefreut, da die

Arbeit mit dem Team großen Spaß

gemacht hat und man sich als junger

Mensch gut einbringen konnte.

Maria: Ich bin in Löbau geboren

und habe mein Abitur hier gemacht.

Danach habe ich Sprachen (Spa-

nisch und Russisch) in Dresden

studiert. Und im Anschluss meinen

Master an der Hochschule Zittau/

Görlitz erfolgreich abgeschlossen.

In dieser Zeit war ich auch viel im

Ausland, meine Auslandsaufenthalte

führten mich nach Russland, Georgien,

Lettland, Spanien, Ungarn

und England. Nach dem Ende des

Studiums hatte ich ein Jobangebot

aus Kanada. Meine Antwort war:

Nicht jeder kann gehen.

Was bewegte dich denn zu

dieser Aussage?

Ich habe ein starkes Interesse an

der Region. Hier finde ich viele Initiativen

und Menschen mit denen

ich mich identifizieren kann. Ich

wollte nie zum Städter werden und

schätze die hohe Lebensqualität,

die ich hier habe. Vor allem liebe

ich die vertraute Atmosphäre in der

Löbauer Innenstadt. Ich kaufe viel

lokal und zu vielen Händlern habe

ich eine persönliche Beziehung. Ich

mag es einfach, wenn der Einkauf

mit einem kleinen, netten Gespräch

stattfindet.

Philipp: Wir sind zudem hier sozial

sehr gut eingebunden und haben einen

guten Freundeskreis in Löbau.

Da würde es sehr schwer fallen zu

gehen. Außerdem lieben wir unsere

Altbauwohnung sehr. Wohnraum in

vergleichbarer Größe mit vergleichbarer

Ausstattung und mit einem

ähnlichen Sanierungsstand würden

wir zu unserem Mietbudget in den

Metropolen gar nicht finden.

Maria: Mit unserem Berufseinstieg

hier in Löbau hatten wir auch großes

Glück. Wir beide waren zu der

Zeit im Messepark beschäftigt, als

der Tag der Sachsen organisiert

wurde. Frau Weiß und Herr Birnbaum

standen jederzeit mit Rat

und Tat zur Seite. Unser Team war

toll, es bestand aus zwei erfahrenen

Mitarbeitern und sechs jungen

Menschen. Das hat sehr viel Spaß

gemacht. Nun arbeiten wir in der

Nähe von Löbau bei Torsten Starke

in Schönbach, der neben seinem

Kerngeschäft weitere Projekte in

der Region vorantreiben möchte

(www.dorfwaldbach.de). Philipp betreut

den kaufmännischen Bereich,

ich kümmere mich im Schwerpunkt

um den Vertrieb und die Eventorganisation.

Bei unseren Projekten

schauen wir nach vorn, sie sind

zukunftsorientiert und so angelegt,

der Region etwas zurückzugeben.

LÖBAUERLEBEN

12


© Bilder privat

Das ist auch ein persönliches Anliegen.

Aus diesem Grund bin ich

auch im Netzwerk der Raumpioniere

(www.raumpioniere-oberlausitz.

de).

Wie würdet ihr Löbau Freunden

beschreiben, die noch

nicht hier waren?

Maria: Für mich ist Löbau und die

Region eine Perle oder ein ungeschliffener

Diamant. Das Schöne

liegt für mich in den kleinen Details,

wie zum Beispiel die wunderbare

Bepflanzung der Stadtgärtnerei

oder der Anblick unseres Löbauer

Berges, den man von allen Seiten

jederzeit wiedererkennt. Der Mehrwert

des kleinstädtischen Lebens

ist für mich eindeutig das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Den Raum

für Projekte, die wir hier mit tollen

Menschen umsetzen können, möchte

ich natürlich auch unbedingt

nennen.

Philipp: Ich mag trotz der überschaubaren

Größe den hohen Freizeitwert,

den man hier findet. Viele

Vereine sind in Löbau aktiv, alles ist

sehr naturnah, bis zum Wald des

Löbauer Bergs ist es ein Katzensprung.

Kulturell müssen wir uns

hier auch keinesfalls verstecken.

Da ist natürlich das Haus Schminke

ein großes Highlight in Löbau.

Ein guter Ort für Veranstaltungen

ist neben dem Messepark auch das

Kulturzentrum der Johanniskirche.

Maria: Abschließend möchten ich

vor allem junge Menschen motivieren,

aktiv nach den Chancen hier

zu schauen. Aus eigener Erfahrung

kann ich sagen, hier gibt es viele

Möglichkeiten und auch Menschen,

die das Potenzial junger Menschen

erkennen und fördern. Alle die sich

einen Lebensmittelpunkt hier in

Löbau und in der Region schaffen

wollen, bekommen hier die Gelegenheit.

Vielen Dank euch beiden. Es war so

erfrischend mit euch zu plaudern!

London-LÖBAU-London

Ella Harold erinnert sich an ihren

Besuch in Löbau

Im Sommer waren Ella und Sam aus

London in Löbau zu Besuch, bereits

das zweite Mal. Begeistert hat Ella

der verträumte Charme der Stadt,

ohne dass diese langweilig wirkt.

Ella hat Freunde in einem Dorf bei

Löbau, ebenfalls aus dem Vereinigten

Königreich zugezogen. Selbst

hat sie Deutsch studiert und verbrachte

einige Zeit in Leipzig. Das

ist auch der Grund, warum sie zu

Sachsen eine ganz besondere Beziehung

hat. In London arbeitet sie für

einen Verlag. In den Ferien entflieht

sie gern der hektischen Stadt. Löbau

war für sie dafür ein sehr guter

Ort. Es ist ruhig hier aber trotzdem

findet man viele Dinge, die man

machen kann oder sich anschauen

möchte. In Löbau haben ihr am besten

das prunkvolle Rathaus mit dem

Marktplatz gefallen. Die Häuser

seien so farbenfroh. „Wir haben uns

ein leckeres Stück Kuchen geholt,

uns in die Sonne gesetzt und die

Atmosphäre einfach auf uns wirken

lassen. Als wir hörten, dass auf dem

Platz regelmäßig ein Wochenmarkt

stattfindet, sind wir extra zu diesem

Tag noch einmal nach Löbau gefahren.

Wir hatten den Eindruck, in

Löbau den Puls zu spüren, der auch

wichtig für die umliegenden Dörfer

ist. Diese Lebendigkeit hat mir sehr

gefallen.“ Erstaunt war ich über die

Vielzahl an Fleischer. Für eine Stadt

in England mit vergleichbarer Größe

ist das eher ungewöhnlich. Bei

uns findet man dagegen mehr Gastronomie,

Orte an denen sich die

Leute treffen können, eine Weinbar,

unterschiedliche Cafés, ein Spiel-

13

LÖBAUERLEBEN


© Bilder privat

café für Eltern mit kleinen Kindern z.B., eine Pizzeria

und so weiter. Ich habe oft von Menschen gelesen, die

Geschäftsideen in die Region bringen und bin bin immer

wieder gespannt, was mir meine Freunde Neues

aus der Oberlausitz berichten. Nun freut sich Ella und

ihr Freund Sam auf den Löbauer Weihnachtsmarkt und

ihren Lieblingsplatz im Lichterglanz, denn sie werden

im Dezember wiederkommen. Zum dritten Mal.

Instagram: __momentsofmine

Musik im Herzen –

Die Freunde der Kunst

und Kultur e.V. Oberlausitz

Erst in diesem Jahr gründete sich der Verein Freunde

der Musik und Kultur e.V. Oberlausitz. Der Verein möchte

Talente altersunabhängig fördern und nach Möglichkeiten

suchen, Musik, Kunst und Kultur zu präsentieren

und zu integrieren. Das heißt, einerseits sollen heranwachsende

Talente gefördert werden, andererseits will

der Verein erwachsene Engagierte unterstützen, indem

er diesen hilft, ihre Ideen zu verwirklichen.

Der Verein möchte sein Wissen und seine Kräfte für

ähnlich gelagerte Projekte und Inhalte einsetzen,

wie dem Projekt „Dreiklang Oberlausitz 2018“ (www.

dreiklang-oberlausitz.de), einem Pilotprojekt zum gemeinsamen

Musizieren verschiedener Musikschulen.

„Wir verstehen uns als eine zentrale Plattform für die

Förderung von Musik und Kunst in unserer Heimat. In

der nahen Zukunft möchten wir Projekte realisieren,

die natürlich das Thema Musik im Solo- oder Ensemblebereich

umfassen.“, so Thomas Zahn, ein Gründungsmitglied.

Einerseits „… steht dabei vor allem die Förderung des

Nachwuchses im Vordergrund“, so Thomas Zahn weiter,

dreifacher Familienvater in einem sehr musikalischem

Haus. Zwei seiner Kinder haben seit mehreren Jahren

die Liebe zu einem eher seltenen Instrument entdeckt,

dem Akkordeon: „In einem Projekt würden wir gerne

Preise für junge Talente vergeben. Das Konzept

ist bereits fertig, im Moment werden die finanziellen

Möglichkeiten geprüft. Es gibt für dieses Vorhaben

eine große Realisierungschance.“ Ein bedeutendes Ziel

des Vereins ist somit, möglichst viele heranwachsende

Oberlausitzer Talente zu fördern. Hier wird viel Wert

auf den gemeinsamen Austausch und ein freundliches

Miteinander gelegt.

Andererseits weckt die unmittelbare Beschäftigung mit

Musik und deren stete Präsenz nicht nur eine Sichtweise

auf Musik. Die Entwicklung von kreativen Prozessen

über die Musik hinaus wird angestoßen. So besteht ein

weiteres Vereinsziel darin, andere Kunstformen, beispielsweise

Fotografie, Theater oder Literatur mit Musik

zu verknüpfen. Mit der Möglichkeit andere beim Umsetzen

eigener Ideen zu unterstützen, will sich der Verein

Künstlern jeglicher Ausprägung öffnen. „Außerdem

möchten wir über unser Musik- und Kunstnetzwerk

auch freiberufliche Musiklehrer, Musikpädagogen oder

Kunsttherapeuten sowie Künstler, Musiker, Vereine mit

den Schwerpunkten Kunst, Kultur und Musik ansprechen.“

(Thomas Zahn).

LÖBAUERLEBEN

14


Zu sehen sind die Vorstände v.l.n.r.: Thomas Stapel, Joe Schäfer und Thomas Zahn.

Den Kern des Vereins bilden Menschen, die sich vor allem

der Musik im besonderen Maße verbunden fühlen.

Einige Mitglieder des Vereins waren am bereits erwähnten

Projekt „Dreiklang Oberlausitz“ beteiligt. Bei einem

Teil der Mitglieder füllt oder füllte die Musik die berufliche

Laufbahn aus. So engagiert sich zum Beispiel auch

die ehemalige Leiterin der Kreismusikschule Dreiländereck,

Frau Ulbrich, mit ihrem breiten Wissen aus Musik

und Kultur im Verein. Bei anderen ist das Spielen eines

Instruments eine große private Passion und wieder andere

sind Eltern von talentierten Nachwuchsmusikern

im klassischen Bereich. Unsere Mitglieder besitzen außerdem

wertvolles Know-how für die Organisation von

Musikveranstaltungen und sind mit Förderprogrammen

im künstlerischen Bereich vertraut. Unser erstes

konkretes Angebot für die Öffentlichkeit ist für 2020

geplant. „Wir möchten ein erstes Konzert auf die Beine

stellen und dabei zahlreiche Musikfreunde einbinden“,

so Thomas Zahn weiter.

Geführt wird der Verein im Moment von Johannes

Schäfer, Musiklehrer und Workshop-Leiter für musikalische

Kreativprozesse gemeinsam mit dem Dirigenten,

Komponisten und Musikpädagogen Thomas Stapel,

Leiter der Johann Adam Hiller Musikschule in Görlitz.

Es liegt auf der Hand, dass beide berufsbedingt zahlreiche

musikbegeisterte Personen kennen. Damit ist ein

Grundstock gelegt, um musikbegeisterte Personen untereinander,

aber auch mit anderen Kulturinteressierten

zu vernetzen.

„Wir sind ständig bemüht, unser Netzwerk zu erweitern,

interessierte Personen zu finden und diese miteinander

ins Gespräch zu bringen. Aus solchen Runden entstehen

die interessantesten Projekte. Gern würden wir auf

Mitgliederebene auch die anderen Bereiche des breiten

Kunstspektrums ausbauen und möchten Menschen

ermuntern, sich bei uns zu melden, wenn sie entweder

spannende Projektvorschläge haben und einen Partner

für die Umsetzung suchen oder in unserem Verein Mitglied

werden möchten. Eltern denen die Entwicklung

ihrer Kinder im künstlerischen Umfeld am Herzen liegt,

sind ebenfalls immer im Verein willkommen. Wir freuen

uns auf jede Rückmeldung.“

Kontakt

Ansprechpartner: Thomas Zahn

Telefon: 035872 41 64 8

E-Mail:

info@freundemusik-kultur.eu

www.freunde-musik-kultur.eu

15

LÖBAUERLEBEN


Gute Nacht – doch wer hält Wacht?

Der Titel wirft eine berechtigte Frage auf. Heute

ist sie zweifellos beantwortet, denn private

Wachfirmen und staatlich organisierte Polizeiorgane

übernehmen diese Aufgabe gern. Es gab

jedoch Zeiten, in denen weder die einen noch

die anderen da waren. Die Landbevölkerung

sowie die Bürger der Städte halfen sich selbst.

Nachtwächter – ein lohnender Job?

Landesweite Justiz- und Polizeiorgane entstanden erst

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Vorher oblag

die Gerichtsbarkeit im Wesentlichen den Städten sowie

dem örtlichen Adel. Waren Delikte aufzuklären bzw.

zu ahnden, geschah dies meist vor Ort. Das war in der

Oberlausitz genauso. Die Leute passten untereinander

auf und trieben einmal Banden ihr Unwesen (wie die von

Räuberhauptmann Karasek), holten sie das Militär zu

Hilfe. Die Stadt Löbau zum Beispiel unterhielt zur Aufrechterhaltung

der täglichen Ordnung lediglich ein bis

zwei Polizeidiener. Anders in der Nacht. Hier lauerten

die größeren Gefahren, sodass der Rat nicht umhinkam,

einen Turm- und mehrere Nachtwächter einzusetzen.

Im Jahre 1848 waren es sechs an der Zahl. Ausgerüstet

mit Signalhorn und Pfeife, bezogen sie jeden Abend im

Rathaus ihre Wachstube. Bei den Männern handelte es

von Arnd Krenz

sich um sorgsam ausgewähltes Personal, von dem der

Rat einen moralisch guten Lebenswandel sowie alkoholische

Enthaltsamkeit erwartete. Immerhin: Es wird

sich gelohnt haben! Für ihre Arbeit bekamen die Wächter

ein monatliches Salär von 5 Talern, 20 Neugroschen

und 6 Pfennigen.

Viele Aufgaben – harter Dienst

Die hohe Besoldung gab den Nachtwächtern Anlass zur

Freude. Ihre Dienstzeiten dürften es weniger gewesen

sein. Jede Nacht, egal ob sonn- oder feiertags, ob Weihnachten

oder Ostern, mussten sie pünktlich um 22 Uhr

ihren Dienst antreten. Zwischen dem 1. September und

1. Mai ging er bis 5 Uhr und in den Sommermonaten

bis 4 Uhr in der Früh. Und wer denkt, sie hätten die

meiste Zeit herumgesessen, irrt gewaltig! Jede Stunde

waren lange Touren zu absolvieren: Eine verlief über

den Nordteil Löbaus und weiter hinaus in die Görlitzer

Vorstadt. Die Zweite umfasste den Westteil mit dem

Scheunenviertel und eine Dritte führte in den Südteil

sowie die angrenzende Zittauer Vorstadt. Eine Vierte

Tour schließlich ging nach Osten bis in den Ortsteil Tiefendorf.

Oft verging bei jeder Strecke eine Stunde wie im

Fluge. Kaum angekommen, durfte der Betreffende von

neuem los.

Während ihrer Touren oblagen den Nachtwächtern

verschiedene Aufgaben. Die Wichtigste bestand darin,

den Brandschutz durchzusetzen. Offenes Licht nebst

Tabakrauchen war außerhalb der Wohnungen verboten.

Und sollte es einmal brennen, hatten sie mit dem

Horn Signal zu geben. Außerdem mussten sie für Ruhe

und Ordnung auf den Straßen und in Häusern sorgen.

Betrunkene Nachtschwärmer und Tumultanten waren

zurechtzuweisen, bzw. nach eigenem Ermessen festzunehmen.

Dasselbe Schicksal ereilte Personen vom Land,

die sich unberechtigt im Stadtgebiet aufhielten. Selbst

freilaufende Hunde blieben nicht verschont. Die Nachtwächter

fingen sie weg und gaben sie den Besitzern am

darauffolgenden Tag gegen eine Gebühr von 5 Neugroschen

zurück. Ebenfalls mit einer Geldstrafe hatten

diejenigen zu rechnen, deren Haustüren unverschlossen

offen standen oder die meinten, im Schutze der Dunkelheit

Unrat aus den Fenstern kippen zu können.

Handeln ohne Rücksicht auf die Person

Alles, was die Nachtwächter während der Streifengänge

gesehen und gehört hatten, trugen sie in ihr Rapportbuch

ein. Teilweise sind diese Bücher unter Rep. 13,

mit den Nummern 17, 18, 19, im Stadtarchiv erhalten

geblieben. Dem interessierten Leser vermitteln sie ein

anschauliches Bild früherer Lebens- und Verhaltens-

LÖBAUERLEBEN

16


weisen. Stellenweise mit der Erkenntnis, dass manche

der damaligen Löbauer offenbar noch heute unter uns

weilen. Da ist 1810 zum Beispiel vom Branntweinbrenner

Müller in der Eichelgasse die Rede, dessen Gäste

sich nächtens samt Wirt, Wirtin und Tochter mächtig

in die Haare bekommen hatten. Auch einen gewissen

Schneidergesellen Penther hat es 1838 unrühmlich in

die Bücher verschlagen. Betrunken brüllte er nach 23

Uhr in der Bautzener Gasse herum. Obendrein war er

uneinsichtig und beleidigte die Wache mit unflätigen

Worten. Vier Tage Gefängnis, so ist im Rapport zu erfahren,

hat ihm sein Verhalten eingebracht. Dass er im

Nachhinein nicht gut auf die Nachtwächter zu sprechen

war, kann man sich denken. Aber nicht allein in Fällen

von Trunkenheit war es für die Hüter der Nacht eine

Gratwanderung, Leute beim Rat anzuschwärzen. Waren

sie doch am Tag Bürger unter Bürgern, die gut mit ihren

Nachbarn auskommen und mitnichten ausgegrenzt werden

wollten. Lösen konnten sie diesen Konflikt kaum.

Sie mussten „ohne Rücksicht auf die Person“ handeln,

so stand es in ihrer Dienstanweisung. Wer sich nicht daran

hielt, für den hieß es: Taler wohin rollst du? Ade du

‚schönes‘ Nachtwächterleben!

Rapportbuch einer Stadtwache von 1842 – 1844

Alte oberlausitzer Bräuche zum Jahreswechsel

von Arnd Krenz

Die meisten feiern Silvester feucht-fröhlich, entweder im

Kreise der Familie, mit Freunden oder auf einer öffentlichen

Party. Gute Vorsätze und vor allem Glückwünsche

begleiten sie von der Mitternachtsstunde ins neue Jahr.

Das war früher in der Oberlausitz nicht anders. Nur

zelebrierten die Menschen zusätzlich allerlei Riten, um

zu erfahren, was ihnen in den nächsten 12 Monaten bevorsteht.

Ob die Orakel stimmten, darf bezweifelt werden.

Dennoch sind die Prophezeiungen oft eingetroffen,

denn ein fester Glaube versetzt bekanntlich Berge. Also

ihr Alten und ihr Jungen – warum nicht? Lasst Euch

von unseren Vorfahren inspirieren und probiert zum

Jahreswechsel das ein oder andere mal aus!

Kommt Glück oder Unglück im neuen Jahr?

Ein Brauch, den viele noch kennen und zu Silvester praktizieren,

ist das Bleigießen. Früher nahem die Menschen

dazu einen Blechlöffel, gaben darauf ein Stück Blei und

hielten das Ganze über eine breite Flamme. War das Blei

geschmolzen, kippten sie es in eine Schüssel mit kaltem

Wasser. Anschließend musste einer das erkaltete Gebilde

deuten und sagen, was dem Betreffenden nächstes

Jahr bevorsteht. Gut oder böse entsprang dabei nicht

selten seiner Phantasie. Wer sich in unserer Zeit diesen

Spaß machen möchte, sollte aber kein Blei verwenden.

Vielmehr gibt es im Handel Sets zu kaufen, die mit Zinn

bzw. Wachs funktionieren.

Zugegeben ist Bleigießen ein aufwendiges Prozedere.

Es gab einfachere Methoden, sein Schicksal vorauszusagen,

wie beispielsweise das Topf- bzw. Glücksheben.

Dazu brauchte man lediglich drei kleinere Töpfe oder

tiefe Teller. Unter einem versteckte jemand einen Stück

Brot, unter dem anderen einen Kamm und unter dem

Dritten ein Häufchen Lehm. Fand der Betreffende das

Brot, bedeutete das Glück und Reichtum, entdeckte er

dagegen den Kamm, musste er mit Armut rechnen und

Lehm wies auf Krankheit oder sogar den Tod hin. Was

Letzteren betraf, hatten unsere alten Oberlausitzer übrigens

makabere Spiele auf Lager, die zur Nachahmung

keinesfalls geeignet sind. Beim Lichterschwimmen zum

Beispiel bestückten sie Walnussschalen mit Lichtern

und ließen sie in einer Schüssel schwimmen. Wessen

17

LÖBAUERLEBEN


Wie steht es mit der Liebe im neuen Jahr?

Besonders die jungen (vielleicht auch die reiferen) Mädchen

waren weniger an Krankheitsprognosen, dafür

mehr an Liebesdingen interessiert. Zu diesem Zweck

veranstalteten sie eine Reihe Spielchen, von denen sie

Aufklärung in Herzangelegenheiten erhofften. Einige

rannten deshalb Punkt Mitternacht zum Schuppen und

luden sich einen Arm beliebig voll Holzscheite. Im stillen

Kämmerlein zählten sie sie aus. War die Anzahl gerade,

kam der Bräutigam nächstes Jahr, anderenfalls musste

das Mädchen länger warten. Scheitelzählen nannten sie

den Brauch, der ihnen Auskunft über das Wann, aber

nicht über das Wie gab. Darüber klärte sie eher das

Kränzelwerfen auf. Aus siebenerlei Material flochten sie

zu diesem Behuf einen mittelgroßen Kranz, den sie kurz

vor Mitternacht ins Geäst eines Baumes warfen. Groß

war ihre Hoffnung, dass er dort hängen blieb. Dann

nämlich würden sie, wie es sich in alten Zeiten gehörte,

als unbefleckte Kränzelbraut vor den Traualtar treten.

Ansonsten ... na ja, reden wir nicht drüber! Im Laufe

späterer Silvester jedenfalls muss der Kranz immer öfter

runtergefallen sein, sodass die Mädchen den Brauch

eines Tages aufgaben.

Schale zuerst unterging, der starb im nächsten Jahr.

Desgleichen derjenige, dessen Silhouette während des

sogenannten Schattenrißsuchens ohne Kopf an der

Wand zu sehen war. Dazu setzten sich die Silvestergäste

hinter Kerzen, die schnell hintereinander angezündet

wurden. Peinlich für den, der abergläubisch diese Spiele

allzu ernst nahm.

Lustiger dagegen und zur Nachahmung sehr zu empfehlen:

das Nummerplumpen. In eine mit Wasser gefüllte

flache Schüssel wird (je nachdem 49-mal oder mehr)

ein Geldstück geworfen. Die Gesellschaft zählt laut mit

und alle wieder herausrutschenden Münzen bedeuten

Glückszahlen. Wer mit ihnen im nächsten Jahr Lotto

spielt, soll garantiert gewinnen. Diese frohen Botschaften,

so wussten es die Altvorderen, funktionieren allerdings

nur, wenn die Hausfrau zu Silvester Wohnung und

Stall gründlich auskehrt. Ansonsten herrscht kommendes

Jahr Chaos und Krankheiten stellen sich ein.

Ebenfalls nicht unwesentlich schien die Frage, aus

welcher Richtung der Zukünftige kommen würde. Um

das zu erfahren setzten sich am letzten Tag des Jahres

einige der Maiden auf den Stubenboden und warfen

ihren Pantoffel mit dem Fuß rücklings gegen die Tür.

Wohin anschließend die Spitze wies – gen Ober- oder

Unterdorf – daher kam der Auserwählte. Nicht dumm,

so wusste die Betreffende wenigstes, wo sie an Neujahr

spazieren gehen musste. Biss sie dazu während ihrer

Tour noch in einen sauren Apfel, zeigte ihr der erste

Mann, den sie danach sah, den Stand ihres Bräutigams

an. Günstig also, wenn sie just dem größten Bauern im

Dorf begegnete.

Und wollte ein Mädchen konkret wissen, wer nächstes

Jahr ihr Liebster wird, musste sie sich in der Neujahrsnacht

mit 12 Kerzen in der Hand vor einen Spiegel

stellen. Bald danach würde er als Geisterbild hinter ihr

erscheinen. Ursprünglich soll der Brauch aus dem Sorbischen

kommen und die Deutschen haben ihn später

übernommen. Vielleicht ist es ja nicht verkehrt, das Ritual

dieses Silvester mal wieder auszuprobieren ...

LÖBAUERLEBEN

18


von Bettina Hennig

Heimatverein

Am Bubenik – Großdehsa e.V.

Unser Dorfleben aktiv gestalten.

Das ist das leidenschaftliche Ziel

von Angelika Mauksch und ihren

MitstreiterInnen aus Großdehsa. Ihren

Verein Am Bubenik – Großdehsa

e.V. gibt es seit September 2005

und widmet sich der Förderung der

Heimatpflege und Heimatkunde.

Eine der ersten großen Aufgaben,

die der Verein anging, war die Erstellung

einer Dorfchronik mit der

Geschichte Großdehsas von den

Anfängen bis zur Gegenwart. Diese

Aufgabe war keine ganz einfache,

da der Verein nicht auf eventuell

vorhandene Materialien zur Ortsgeschichte

zurückgreifen konnte.

„Unsere Arbeit begann wirklich

bei Null“, so Angelika Mauksch.

„Wir wollten die Geschichte sehr

gründlich dokumentieren“ und so

erschien die neue Ortschronik im

Jahre 2015.

Heute ist Großdehsa ein begehrter

Wohnort vor allem für junge Familien.

In den letzten Jahren wurden

zahlreiche alte Häuser liebevoll

saniert oder neue Häuser gebaut.

Auch einige Rückkehrer sind unter

den Bewohnern im Ort. „Uns ist

ganz wichtig, dass wir kein Rentnerverein

sind. Wir möchten die

verbindende Gemeinschaft fördern,

gemeinsam Freude am Dorfleben

haben, zusammen Feste organisieren

und natürlich auch versuchen,

alle Einwohner mit einzubeziehen.

Gemeinsame Erlebnisse und Treffen

empfinden wir als Bereicherung

des Alltags“, führt Angelika

Mauksch weiter aus.

Leider erfreut sich unsere Mitgliederzahl

über die letzten Jahre

keiner wirklich guten Entwicklung.

Ein für den Verein sehr wichtiges

Mitglied ist leider verstorben. Junge

Menschen haben heute oft andere

Interessen oder sind beruflich sehr

eingespannt, so dass das knappe

Zeitbudget oft keine umfangreiche

aktive Arbeit im Verein zulässt. Dafür

hat Frau Mauksch viel Verständnis,

sie selbst ist auch berufstätig.

Und dennoch ist sie optimistisch.

„Wir kennen gute Beispiele aus anderen

kleinen Vereinen. Menschen

kommen zusammen, haben eine

gute Zeit und Freude zusammen,

es entsteht fast ein neuer Freundeskreis.

Generationen verbinden sich

und profitieren von einander. Genau

das ist es, was wir anstreben für ein

positives Lebensgefühl im Dorf“.

Die Arbeit im Verein soll überschaubar

sein. Jeder kann für sich selbst

entscheiden, welche Themen ihm

Freude bereiten. Aktuell hat der

Verein ein großes Ziel. „Wir haben

über die Jahre sehr viel Material

und Bücher zur Geschichte gesammelt.

Uns fehlt ein geeigneter Raum,

den wir als Archiv und Büro nutzen

können. Wir bleiben weiter mit der

Stadt Löbau im Gespräch. Es gibt

eine Lösungsidee, bei der schon

ein lokales Transportunternehmen

seine Unterstützung zugesagt hat.

Im Moment gibt es leider keine Finanzierungsmöglichkeit,

aber der

Verein sucht weiter nach einer Lösung.

Ein weiteres Projekt in diesem

Jahr ist die Vorbereitung einer kleinen

Ausstellung anlässlich des 150.

Geburtstages von Alwin Mittasch.

Mittasch, geboren am 27.12.1869

in Großdesha, zählt zu den bedeutenden

deutschen Chemikern deren

Forschung jahrelangen Einsatz in

der Industrie gefunden hat.

Der Verein Am Bubenik – Großdehsa

e.V hat einen regelmäßigen

Treff. Am letzten Montag im Monat

treffen wir uns 14.00 Uhr zum Spielenachmittag

im Ortschaftszentrum

in der ehemaligen Kaufhalle.

Die Zeit möchten wir auch zum

miteinander Reden nutzen. Der

Verein möchte alle Interessierten

einladen, mal vorbei zu schauen,

Wünsche an ein aktives Dorfleben

zu diskutieren oder einfach Ideen

zu sammeln. Ebenfalls würden wir

uns freuen, wenn alte Dokumente

oder Zeitzeugnisse zu uns finden.

Gern kümmern wir uns dann um

Kopien oder verwahren Originale

sorgsam auf. Gibt es Zeitzeugen in

unserer Dorfgemeinschaft, die eine

spannende Geschichte zu erzählen

haben, dann würden wir uns auch

über eine Kontaktaufnahme freuen.

Diese Geschichten möchten wir

gern dokumentieren.

Kontakt:

Angelika Mauksch,

Brunnenweg 4, 02708 Löbau

OT Großsehsa

E-Mail: angelika.mauksch@arcor.de

Tel.: 0174 9523643 (nach 17.00 Uhr)

19

LÖBAUERLEBEN


Kummt oack – mir gihn „Zu Lichtn“

von Arnd Krenz

Manche Menschen in der Oberlausitz kennen

ihn noch: den Begriff „Zu Lichtn gihn“. Dass es

sich hierbei um einen uralten, aus der Armut

geborenen Brauch handelt, wissen die Wenigsten.

Er gehörte einst zum festen Bestandteil

dörflichen Lebens. Er hielt die Gemeinschaft

zusammen, ließ zarte Bande und neue Familien

entstehen.

In früheren Jahrhunderten verbannten

rauer werdende Tage

die Menschen ab November in

ihre Stuben. Draußen gab es

kaum zu tun, die frühzeitige

Dunkelheit machte betrübt

und träge. Vor allem die Jugend

hielt es zu Hause nicht aus. Sie

sehnte sich nach Gesellschaft

und Licht. Gerade Letzteres

bestand in armen Bauern- und

Weberhäusern oft nur aus

Kienspänen, wenigen Kerzen,

oder, wenn es hochkam, aus

einer Öllampe. Was also lag näher,

als zwei Fliegen mit einer

Klappe zu schlagen? Man ging

hinaus, kam mit Gleichgesinnten

zusammen und sparte sich

teure Beleuchtung sowie Heizung.

In der Oberlausitz, aber

auch im benachbarten Schlesien,

in Böhmen und anderswo

in deutschen Landen entstand

auf diese Weise ein fester Brauch. Der Volksmund nannte

ihn Lichtgang. Bei uns hieß er „Zu Lichtn gihn“ bzw.

auf Hochdeutsch „Zu Lichten gehen“. Sobald die

Dunkelheit einbrach, versammelten sich junge

(nicht weniger ältere) Menschen in einem

größeren Raum, zu dem sie „Lichtlstube“

sagten. Die jeweiligen Gastgeber waren der

„Lichtlvater“ und die „Lichtlmutter“. Sie

wechselten täglich, mancherorts auch

wöchentlich.

Pünktlich und gut gelaunt rückte das

Volk zum „Lichtloab‘d“ an. Die Frauen

und Mädchen trugen ihren Spinnrocken

(siehe Bild) unter den Arm, denn wo

Licht brannte, sollte die Zeit nicht nutzlos

verstreichen. Arbeit und Wohlbehagen

gehörten für sie zusammen. Nicht

selten sagten die Mädchen deshalb:

Mir tun „Zu Roacken gihn“. Am Beginn des ersten dieser

Abende wurde traditionell jedoch nicht gearbeitet,

sondern „die Schwelle gelegt“. Das hieß, jeder trug ein

Töpchen bei sich, in das die Gastgeber Kaffee schenkten.

In gemütlicher Runde saßen alle ein halbes Stündchen

beisammen. Im Anschluss nahmen die Frauen und

Mädchen am Tisch, „bei Lichte“, Platz und begannen

mit ihrer Arbeit. Die Burschen hockten dahinter auf der

Wandbank. Sie zogen kräftig an ihren Tabakspfeifen und

sorgten für Unterhaltung. Erst

kam der neuste Dorftratsch,

dann erzählten sie Geschichten.

Je gruseliger, desto besser,

noch dazu bei flackerndem

Kerzenschein. Dazwischen

ertönten Gesänge und – wie

konnte es anders sein – es kam

zwecks Anbändlung zu Neckereien

zwischen der Dorfjugend.

Dem Ganzen setzte der 10 Uhr-

Schlag ein Ende. Der „Lichtlvater“

gebot Feierabend und die

Mädchen rafften ihr Spinnzeug

zusammen. Selbstverständlich

mussten sie den Heimweg nicht

allein antreten. Es folgte die

sogenannte „Heemführ’che“,

in deren Folge sicher manch

einer unserer Vorfahren entstand.

Nicht alle Lichtloab’de“

allerdings endeten Punkt 10.

Einmal im Winter gab es die

„Lange Nacht“. Bier, Schnaps und Wein gingen reihum,

die Leute hatten Spaß und blieben bis zum Morgen. Genauso

am letzten Abend. Er hieß „Der letzte Schlag“ und

beendete die Saison.

Wann diese beschauliche Tradition endete, ist nicht

exakt zu beziffern. Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts

wird sie langsam ausgelaufen sein. Die Hausweberei

verschwand, später bekamen die Ortschaften elektrischen

Strom und den Menschen ging es wirtschaftlich

besser. Die Notwendigkeit, Licht zu sparen fiel weg. Mit

ihr leider auch eine gewisse Gemütlichkeit. Geblieben

ist der Name dieses Brauches. Noch heute sagen einige

Leute in der Oberlausitz „mir gihn zu Lichtn“, wenn sie

im Dunklen „zu Nubbersch machen“. Dort plauschen

sie, und wie es bei der Gelegenheit oft der Fall ist, auch

über die Vergangenheit:

„Ach was war sie schön, die gute alte Zeit …“

LÖBAUERLEBEN

20


ANZEIGE

Schöner Wohnen

in der Oberlausitz

Als Vermieter in der Oberlausitz gibt es uns nunmehr schon

seit 25 Jahren, wobei wir als oberstes Ziel die Zufriedenheit

aller Mitglieder und Mieter anstreben. Als einer der größten

überregionalen Wohnungsunternehmen in der Oberlausitz

haben wir mit ca. 200 Mitgliedern einen Bestand von ca.

1400 Wohnungen in Löbau, Kittlitz, Kleinradmeritz, Lautitz,

Zittau, Rothenburg, Niesky und Weißwasser. Dort achten wir

nicht nur auf preiswertes Wohnen, sondern auch auf gepflegte

Außenanlagen, eine funktionierende Infrastruktur mit nahegelegenen

Einkaufsmöglichkeiten und sozialen Einrichtungen

von der Arztpraxis bis zum Kindergarten. Dadurch, dass wir

uns der sozialen Verantwortung bewusst sind und uns aktiv

in die Stadtentwicklungskonzeption einbringen, erfahren

wir eine hohe Nachfrage

nach unseren Wohnungen aus allen

Bevölkerungsschichten, getreu dem Slogan unserer Genossenschaft

„schöner Wohnen“ in der Oberlausitz!

Wir gewährleisten kompetente Beratung, Vermietung und

Verwaltung. Der beste Mieterschutz ist die Mitgliedschaft in

unserer Wohnungsgenossenschaft. Aber im Vergleich zu anderen

Genossenschaften ist eine Mitgliedschaft bei uns keine

Bedingung. Sie sind auch als Mieter herzlich willkommen.

Die Mitarbeiter in unserer Geschäftsstelle beraten Sie

gern bei allen Fragen rund um unsere Mietobjekte.

21

LÖBAUERLEBEN


DAS HERZ IST SCHON DA

– Neues Leben in der Alten Heimat

von Bettina

Hennig

Eine Wiese, ein dichter Wald zwischen

zwei Orten, das alte Haus

hinter der Kurve oder die Aussicht

von einem Berg, auf den man in

Kindertagen etliche Male gewandert

ist. Diese Bilder sind ewig im

Kopf auch wenn sie mit dem Beginn

des Erwachsenwerdens erst einmal

verblassen. Das Leben ist gut, die

Ausbildung hat Spaß gemacht, der

Einstieg in den Beruf ist geglückt,

neue Orte werden entdeckt, neue

Freundschaften geschlossen, die

Hausmannskost vielleicht gegen

Lieferservice oder exotische Rezepte

getauscht und ein anderer Ort ist

ein Zuhause geworden. Viele haben

die vielzitierten Flügel bekommen,

die man Goethe gern als Zitat in

den Mund legt, und diese ausgiebig

genutzt. So ist es gut, so sollte

es sein, so war es schon immer.

Und trotzdem, die alten Bilder aus

Kinder- und Jugendtagen werden

mitgenommen, egal wo man ist.

Irgendwann kommen sie wieder,

Erinnerungen werden lebhafter

und Vertrautes zunehmend wichtiger.

Und plötzlich melden sich die

Wurzeln.

WIR WISSEN WARUM WIR

GEGANGEN SIND. ÜBER DIE

MOTIVATION DER RÜCKKEHR

Die Bilder bleiben. Sie sind Ausdruck

der Wurzeln, die wir ebenfalls

in Goethes Zitat finden. Mit eigenen

Kindern werden die eigenen Wurzeln

oft aus ganz pragmatischen

Gründen wichtiger. Einer der es

genau wissen muss, ist Reno Rössel

von der Servicestelle Heimat. In seinem

beruflichen Alltag beschäftigt

er sich sehr ausführlich mit dem

Prozess des (Wieder) Ankommens

in der Oberlausitz. „Spätestens mit

dem zweiten Kind überlegen viele,

ob das momentane Lebensumfeld

noch passt“, sagt Reno. Die erste

vage Idee eines Umzugs keimt auf

und junge Familien oder Rückkehrer

fangen an Vor- und Nachteile

abzuwägen. Meist ist das Argument

der familiären Unterstützung in

Form von Zugriff auf Großeltern ein

sehr schweres in der Waagschale.

Handelt es sich um junge Familien,

bei denen beide Partner aus der

gleichen Gegend stammen, ist die

Frage nach dem Wohin schnell beantwortet.

Interessant wird es bei

Paaren, bei denen zwei unterschiedliche

Herkunftsorte in Konkurrenz

stehen. Hier entscheidet meist das

Image der Region. Berufliche Perspektiven,

Gehälterkorridore, mögliche

Wohnsituation, Infrastruktur,

Netzwerk und die generelle Lebensqualität

werden zu wichtigen Maßeinheiten.

Und nicht selten hat der

Partner mit der stärkeren Heimatliebe

auch die besseren überzeugenden

Argumente. „Hat man in der

eigenen Jugend gute Erfahrungen

gemacht, ist die Option

der Rückkehr wahrscheinlich“

so Reno. Ein Umzug der Liebe wegen

ist immer noch die Motivation

Nummer eins, wenn wichtige andere

Rahmenbedingungen auch

stimmen. Weitere Gründe, der alten

Heimat nicht weiter den Rücken zuzukehren

sind oft das Eintreten von

größeren Einschränkungen der Gesundheit

der Elterngeneration oder

Fragen nach der Zukunft geerbter

Häuser und Grundstücke. Diese

Ereignisse und die plötzliche Möglichkeit

dem Leben eine neue Richtung

zu geben, rufen wiederum die

Waagschalen auf den Plan und das

Ausloten der Machbarkeit beginnt.

„Die Oberlausitz hat sich auf den

Weg zur Innovationsregion gemacht“

mutmaßt Reno. Neben den

wichtigen Dingen, die den Lebensunterhalt

sichern, gibt es in der

Gegend hier einen ganz anderen

gewichtigen Motivationsfaktor.

Raum und die Chance Vorreiter

einer Entwicklung zu sein. Es gibt

gute Beispiele wie bewährte urbane

Erfahrungen in den ländlichen

Raum übertragen wurden. Die

Rückkehrer oder Neustarter in der

Oberlausitz sind meist sehr gut ausgebildete

Menschen, die eine gewisse

Übersättigung in den Metropolen

erfahren haben. Gerade junge Leute

besinnen sich auf Ursprüngliches,

bedacht auf die Stärkung von lokalen

Wirtschaftskreisläufen. Das ist

auf jeden Fall ein Trend unter den

jungen Menschen. Allein der Zugang

zu gesunden und regionalen

Lebensmitteln ist hier ein wichtiger

Punkt.

UND WAS MACHEN WIR NUN

HIER?

Es gibt eine Reihe von Rückkehrenden

oder Neustartern, die sich

mit einer urbanen Idee in den

ländlichen Raum wagen und genau

deshalb wirtschaftlich erfolgreich

sind. Hier muss man allerdings

realistisch sein, ob das in der Solo-

LÖBAUERLEBEN

22


Selbständigkeit wirklich

möglich ist, prüfen welche

Potenziale die Region

tatsächlich anbietet und

in welchem Maße das notwendige

Netzwerk und

Infrastruktur vorhanden

sind.

Die Generation, die sich

heute im ersten richtigen

Job nach der Ausbildung

befindet, legt viel Wert

auf eine ausgewogene

Balance zwischen Arbeit,

eigener Verwirklichung

und Familie. Da ist eine

40 Stunden Woche oft gar

nicht mehr gewünscht.

„Um Fachkräften eine

Perspektive bieten zu

können, sind die regionalen

Unternehmen

gefragt. Interessante

Arbeitsmodelle und

gute Bedingungen

müssen geschaffen

werden“ sagt Reno.

Die Servicestelle Heimat

ist Ansprechpartner für

beide Seiten. Reno hat ein

breites Netzwerk an Menschen,

die sich bewusst

für einen Neustart hier

entschieden haben. Diese

Menschen sind meist ähnlich.

Sie blicken positiv in

die Zukunft, treten gern

in den Austausch mit anderen,

fühlen sich wohl in

ihrem Netzwerk, sind aufgeschlossen

und schätzen

den Kontakt zu Gleichgesinnten.

Unsere Gegend

hat bereits einen breiten

Pool an Menschen, die

sich ähnliche Geschichten

erzählen können. Reno

stellt sehr gern Kontakte

her oder beantwortet gern

direkt Fragen, die sich im

Zuge einer Rückkehr ergeben.

Jede Rückkehr ist

immer ein Neustart und

in der Regel ein längerer

Prozess. Nach seiner

Erfahrung dauert dieser

nicht selten zwischen

zwei und vier Jahre.

Klein- und mittelständische

Unternehmen berät

die Servicestelle Heimat

bei Fragen rund um Mitarbeitergewinnung

und

Arbeitsplatzattraktivität.

Auch wenn das Leben

hier neue Hürden mit

sich bringen mag, sind es

immer wieder die größere

Freiheit, die geringere

finanzielle Belastung, die

Möglichkeit sich in größerem

Maße auszuprobieren

und zu entfalten, die einfachere

Kinderbetreuung

oder die stabileren sozia-

len Beziehungen, die eine

Rückkehr zu einem positiven

Erlebnis machen.

INTERESSANTE TERMINE FÜR

POTENZIELLE RÜCKKEHRER:

27.12.2019

Rückkehrerbörse Wiederda in Bautzen

27.12.2019

Rückkehrertag in Zittau, 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr,

Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau

06.02.2020

19. Jobmesse Dresden

Aktuell sucht die Servicestelle

Heimat nach Partnern

in den Gemeinden,

um noch direkter vermitteln

zu können. Mit dem

starken Vernetzungsgedanken

würde sich Reno

auch in Löbau über interessante

Kontakte zu Rückkehrern

freuen, die bereit

wären, mit anderen in den

Austausch zu treten.

ÜBER DIE SERVICESTELLE HEIMAT:

www.servicestelle-heimat.de

Instagram: keinoder

E-Mail:

info@servicestelle-heimat.de

Ansprechpartner: Reno Rössel

Die Servicestelle Heimat gibt einen umfangreichen

Überblick zu Unterstützungsleistungen verschiedener

Angebote in der Region. Das Projekt ist Anlaufstelle für

Beratungswillige und setzt Initiativen zur Fachkräftegewinnung

sowie Image- und Marketingmaßnahmen für

den Lebens- und Arbeitsstandorte in der Oberlausitz um.

03.10.–04.10.2020

Oberlausitzer Karrieretage von jobs-oberlausitz.de

23

LÖBAUERLEBEN


Weihnachtsüberraschung

am Geldkeller?

von Arnd Krenz

Unser Löbauer Berg ist in der Tat

ein ‚Sagenhafter‘. Viele Legenden

ranken um ihn, wie beispielsweise

diejenigen vom Geldkeller. Mal dies

mal das wollen Menschen dort erlebt

haben - Begebenheiten, die ihr

Schicksal bestimmten. Doch so unterschiedlich

die Geschichten auch

anmuten, im Grunde berichten sie

immer von derselben Sache: Von einer

unter dem Schafberg gelegenen

Höhle, in der jede Menge Schätze

lagern. Manche meinen sogar, dass

dort die verstorbenen Löbauer Bürgermeister

beisammen an einem

Tisch sitzen und die Kostbarkeiten

bewachen. Ähnlich wie Barbarossa

im Kyffhäuser kämen sie eines Tages

ans Licht und würden der in Not

geratenen Stadt helfen. Böse Zungen

behaupten, dass der Tag dazu eigentlich

reif ist. Dessen ungeachtet

und Scherz beiseite, soll es aber bis

heute so sein, dass sich der Berg am

sogenannten Geldkeller bisweilen

auftut. Jedoch nur zu bestimmten

Zeiten, wie am Karfreitag, in der

Johannis- oder Weihnachtsnacht.

Und da jede Sage bekanntlich einen

wahren Kern hat, wäre es nicht abwegig,

am Abend des 24. Dezember

eine Wanderung in diese Richtung

zu wagen. Vielleicht inklusive einer

Thermoskanne Glühwein, mit der

man sich oben hinsetzt und der

Dinge harrt. Aber Vorsicht, öffnet

der Felsen wirklich seine Tür, heißt

es bescheiden bleiben und kühlen

Kopf bewahren! Sonst kann das

böse Folgen haben, wie die folgende

Sage beweist:

Vor langer Zeit soll es gewesen

sein, da ging eine Frau mit ihrem

Kind auf dem Schafberg spazieren.

Manche sagen, es geschah am

Karfreitag, andere vermuten in der

Heiligen Nacht. Aber egal: Vielleicht

war ihr ein hartes Schicksal widerfahren

und sie hatte keine Familie,

dass sie allein mit ihrem Buben zu

später Stunde auf den Waldwegen

umherwanderte. Als beide an ebenjenem

Felsen vorbeikam, den die

Löbauer heute Geldkeller nennen,

legten sie eine Rast ein. Und wie sie

da saßen, tat sich plötzlich der Stein

auf. Ein angenehm weiches Licht

erhellte die Umgebung und lud zum

Näherkommen ein. Ängstlich nahm

die Frau ihr Kind auf den Arm und

lief ein paar Schritte in Richtung

der Öffnung. Als sie sah, dass es aus

ihr gar herrlich funkelte, obsiegte

ihre Neugier und sie betrat das Innere

des Berges. Was sie erblickte,

ließ ihren Atem stocken. Die Wände

strahlten in prächtigsten Farben,

am Boden lagen edle Teppiche und

ANZEIGE

Raststätte Löbau

Äußere Bautzner Str. 55 · 02708 Löbau · Telefon: 03585 / 40 29 00

Öffnungszeiten:

Mo–Fr: 6.00 – 21.00 Uhr · Sa: 7.30 – 15.00 Uhr · So & Feiertage geschlossen

LÖBAUERLEBEN

24


auf ihnen in Schalen jede Menge

Edelsteine, Taler sowie Dukaten.

Kaum vermochte sie ihr Glück zu

fassen und setzte ihr Kind auf einen

abseits stehenden Tisch. Wie in

Trance lief sie hin zu den Schätzen.

Und während ihr Junge mit den auf

der Tafel liegenden Äpfeln spielte,

sackte sie ein, soviel sie tragen

konnte. Ihren größten Schatz allerdings

hatte sie vergessen. Erst draußen

besann sie sich und drehte um.

Ihr Schreck jedoch war groß, denn

die Öffnung hatte sich geschlossen.

Um sie sank die Dunkelheit der

Nacht. Wie sehr sie auch jammerte

und mit den Fäusten gegen den Fels

hämmerte – er blieb zu.

Nach einem Jahr voller Verzweiflung

ging die Mutter zur selben

Stunde an jene Stelle, an der sie

den Buben im Berg zurücklassen

musste. Und siehe da, der Felsen tat

sich erneut auf. Welch eine Freude,

als das Knäblein ihr lachend die

Ärmchen entgegenstreckte. Sie

nahm es in den Arm, drückte es fest

an sich und verließ hastig die vermaledeite

Höhle. Draußen aber war

der Schock groß. Das Büblein sank

leblos zusammen. Schreckverzerrt

musste sie ansehen, wie die Natur

den toten Körper in einer Minute so

verwandelte, wie sie es normal binnen

eines Jahrs tat. Gebrochen ging

die Frau nach Hause. Ob sie sich je

wieder erholte und wie lange sie lebte,

weiß keiner. Eine Lehre wird es

ihr auf jeden Fall gewesen sein:

„Weder von Gold und Silber, noch

Teufelsschwüren lasse dich verführen.

Nicht um materiellen Reichtum

in dieser Welt es geht, an erster

Stelle stets die Liebe steht!“

ANZEIGE

LACKIEREREI & KAROSSERIEBAU

PASTIAN KG

Lackierungen aller Art • Autoglas-Service • Richtbankarbeiten • Instandsetzungen aller Art

Weststraße 10 • 02708 Löbau • Tel.: 0 35 85 / 86 29 09

info@identica-pastian.de • www.identica-pastian.de

Büchsenmachermeisterbetrieb

Marko Freundenberger

Georgewitzer Str. 31

02708 Löbau

Tel. 03585 / 45 21 01

Fax 03585 / 45 21 02

Di, Do, Fr: 9–12 & 14–18 Uhr Sa: 9–12 Uhr und nach Vereinbarung

Niedrigenergie-Fenster

Passivhausfenster bis U W 0,6

Verbundfenstersysteme mit und ohne Beschattung

Schmalrahmen-Altbaufenster

Holz-Aluminiumfenster

Wintergärten

FENSTERBAU GmbH

Weststraße 18 | 02708 Löbau

T (03585) 47 46 - 0

F (03585) 47 46 48

info@poetschke-fensterbau.de

www.poetschke-fensterbau.de

25

LÖBAUERLEBEN


© Linda Linke

Ein Generationenwechsel

mit Zukunft

Media-Light Löbau und DRUCKPOL

gehen auf gemeinsamen Kurs in Richtung Firmennachfolge

Die Suche nach einem Firmennachfolger ist immer ein

besonderer Abschnitt im Leben eines Firmeninhabers.

Da spielt es auch keine Rolle, ob es sich um ein kleineres

oder größeres Unternehmen handelt. Es ist zumeist mit

emotionalen Bezügen behaftet, weil hier viel Kraft und

Aufwand, viel persönliches Engagement und Zuneigung

des Inhabers eingebracht wurde, um erfolgreich mit

seinen Mitarbeitern eine Firma zu lenken und zu leiten.

Wenn man älter wird und davor steht, in wenigen Jahren

in Rente zu gehen und somit die Geschicke der Firma

anderen in die Hände geben will, stehen viele wichtige

Entscheidungen an. Den Beginn dieses Prozesses

sollte man daher nicht zu spät wählen. Eine erfolgreiche

Firmenübergabe dauert ca. drei bis vier Jahre.

Wer sich mit der Statistik der Übergabe und Übernahme

von Firmen ein wenig vertraut gemacht hat, weiß, dass

es heutzutage gerade in unserer Region nicht einfach ist,

einen geeigneten Nachfolger zu finden. Die besondere

Herausforderung ist, das Lebenswerk in die Hände einer

Person zu legen, der man vertraut, sie als Persönlichkeit

schätzt und an deren Kompetenz und Erfolg man

glaubt. Welche Schritte habe ich als Chef der Agentur

Media-Light Löbau unternommen? Bei dem sensiblen

Thema Firmenübergabe habe ich seit ca. zwei Jahren

Unterstützung in Anspruch genommen. Da bieten sich

die IHK Geschäftsstellen in Ostsachsen, das eigene

Steuerbüro oder die Hausbank an. Vorträge, Seminare

und Schulungen können besucht werden oder Vorortgespräche

wahrgenommen werden. Es wird ein Pool von

Unternehmen angezeigt, die sich erweitern bzw. vergrößern

oder verändern wollen oder man stellt sich in die

Datenbank der Nachfolgesucher. Dabei bekam ich einen

recht guten Einblick in das, was da auf einen zukommt.

Denen, die heute vor solch einem Schritt stehen, kann

ich nur empfehlen, sich Informationen und Anregungen

über die benannten Einrichtungen zu holen.

Das Wichtigste aber ist, sich selbst umzusehen, Augen

und Ohren offen zu halten, sich von der eigenen Intuition

leiten zu lassen und Kontakte mit möglichen Interessenten

aufzunehmen. Das kann und wird Ihnen keiner

abnehmen.

Erste Anlaufpunkte sollten vorzugsweise die eigenen

Mitarbeiter sein. Meistens gibt es auch in kleineren

Firmen Mitarbeiter, die das Geschick und das Gespür

haben, die Firma weiter zu führen und das auch zu

LÖBAUERLEBEN

26


wollen, natürlich gepaart mit der Kompetenz und notwendigen

Erfahrung. Leider ist mir das in der eigenen

Agentur nicht gelungen. Ein nächster Schritt sind die

Geschäftspartner, mit denen man bereits über einen

längeren Zeitraum in Kontakt steht und gemeinsame

Geschäfte tätigt. In unserem Fall sind das Druckhäuser,

Werbeagenturen, Agenturen im Bereich Kommunikation,

Design oder auch Öffentlichkeitsarbeit. Der Vorteil

besteht für beide Partner darin, dass man sich, zumindest

auf geschäftlicher Basis durch die Zusammenarbeit

kennt und sich eine Vertrauensbasis entwickelt hat. Als

Inhaber meiner Agentur war und ist es mir immer wichtig

und bedeutsam, dass die Zukunft der Mitarbeiter,

so weit wie es mir möglich ist, gesichert werden kann.

Zudem möchte ich natürlich, dass unser Haus weiterhin

ein verlässlicher Dienstleister für unsere Kunden bleibt.

Die Leistungen, die unsere Agentur ausmachen, wie

die Erstellung von Druckerzeugnissen der unterschiedlichsten

Art von der Visitenkarte bis zum fertigen Buch

sollen im Wesentlichen über die verschiedenen Projekte

nahtlos fortgesetzt werden.

Im Sommer diesen Jahres ist es mir nach den ersten

positiv verlaufenen Gesprächen mit Herrn Felix Juhl

gelungen, die Firma – DRUCKPOL aus Löbau zu finden.

Bereits in den ersten Gesprächen spürte ich, dass Herr

Juhl dem Thema interessiert gegenüber stand, erstes

Interesse bekundete und eine Zielstrebigkeit bei den

Gesprächen vorhanden war.

Schritt für Schritt konnten die jeweiligen Vorstellungen

einer möglichen Übergabe bzw. Übernahme ausgelotet

werden. Vor einigen Wochen wurden die ersten Absprachen

des Herangehens und Umsetzens besprochen und

schriftlich fixiert, so z.B. wie die schrittweise Übernahme

des Personals erfolgt, wie es in den nächsten zwei

Jahren mit der Kommunikation laufen wird, was an

Technik genutzt werden kann und vieles mehr.

Für mich war es ein außerordentlich bewegender Moment

hier in unserer Region einen Geschäftspartner zu

finden, der bereit ist, Verantwortung für die Zukunft

hinsichtlich von Personal und der Sparte Druckerzeugnisse

in und für die Region mitzutragen. Beide Inhaber

sind bestrebt diesen begonnenen Weg in den nächsten

zwei Jahren und darüber hinaus erfolgreich zu beschreiten.

»

Als Inhaber meiner Agentur

war und ist es mir immer wichtig

und bedeutsam,

dass die Zukunft der Mitarbeiter,

so weit wie es mir möglich ist,

gesichert werden kann.

«

Für meine Kunden bedeutet dies für das nächste Jahr

erst einmal keine merkbare Veränderung. Ich werde

weiterhin der Ansprechpartner für Aufträge bei Media-Light

sein. Sie erreichen uns weiterhin unter der

bekannten Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Herr

Juhl wird sich hinter den Kulissen in den nächsten Monaten

in die Themenfelder von Media-Light einarbeiten.

Dabei werde ich ihm als Mentor und Wissensträger zur

Seite stehen. Felix Juhl freut sich sehr über das entgegengebrachte

Vertrauen, die Herausforderung, ein erfolgreich

etabliertes Unternehmen weiter zu führen und

die Möglichkeit, sein Angebotsportfolio zu ergänzen.

Mittelfristig werden wir mit den beiden Firmen Media-

Light und DRUCKPOL den Kunden einen Full Service

INH. FELIX JUHL

NEUMARKT 11, 02708 LÖBAU

rund um das Thema Werbung anbieten können. Bisher

ist das Spektrum bereits vielfältig und umfasst die Bereiche

Digitaldruck, MOBIL: 0173 37 Textildruck, 90 416 Fahrzeug- und Gebäu-

TEL.: 03585 44 64 94

debeschriftung WWW.DRUCKPOL.DE und steht nun in den Startlöchern für

MAIL@DRUCKPOL.DE

Anzeigenwerbung und weitere Agenturleistungen wie

Broschüren, Zeitschriften, Infomaterial oder Kalender.

ANZEIGE

WERBUNG + VERLAG

• Verlagsprodukte • Broschüren • Flyer • Plakate • Logodesign

• Geschäftsausstattung • Kalender • Vistenkarten • CD und CI u.v.m.

Ziegeleiweg 7c ∙ 02708 Großschweidnitz

Tel.: 03585 - 40 19 67 ∙ Fax: 03585 - 46 88 87

post@media-light-loebau.de

www.media-light-loebau.de

27

LÖBAUERLEBEN


© Marcel Schröder

Das Haus Schminke an der Löbauer

Kirschallee zählt in verschiedenen

Publikationen als eines der vier

wichtigsten Wohnhäuser der klassischen

Moderne, also der 1920er und

1930er Jahre, auf der ganzen Welt.

Heute ist es vor allem als Architekturmuseum

und Veranstaltungsort

bekannt. Für diejenigen, die wissen

wollen, wie es damals im Haus

zuging und was heute so passiert,

möchten wir hier einen kleinen

Einblick geben. Wer mehr zum

Haus, seiner Architektur und der

spannenden Geschichte erfahren

möchte, den laden wir herzlich zur

Führung durch den „Nudeldampfer“

ein.

DAS HAUS SCHMINKE –

Eine Ikone feiert das Bauhaus-Jubiläum

Für den Bau dieser Architekturikone

mussten sich die Wege zweier

Männer kreuzen: des Löbauer

Unternehmers Fritz Schminke und

des Architekten Hans Scharoun.

Fritz Schminke hatte 1920 die Nudelfabrik

seines Vaters Wilhelm

an der Äußeren Bautzner Straße

geerbt. Er selbst wohnte mit seiner

Frau Charlotte und der wachsenden

Familie an der Goethestraße ganz

in der Nähe der Fabrik. Schminkes

interessierten sich sehr für moderne

Kunst und Architektur. Als sich

das dritte Kind ankündigte, war der

Entschluss gereift, ein neues Wohnhaus

neben dem Fabrikgrundstück

zu bauen.

Hans Scharoun arbeitete seit 1919

als freier Architekt in Ostpreußen,

Berlin und Breslau. In Berlin hatte

er seit 1926 ein gemeinsames Büro

mit seinem Kollegen Adolf Rading,

in Breslau lehrte er ebenfalls mit

Rading an der Staatlichen Akademie

für Kunst und Kunstgewerbe

im Fach Architektur. Mit der sehr

modernen Architekturauffassung

in Breslau wurden Scharoun und

Rading bald zu wichtigen Vertretern

der Idee „Neues Bauen“. Hans

Scharoun sah als Grundlage für

den Entwurf den „Wohnvorgang“

der späteren Nutzer. Der Architekt

untersuchte also zunächst, wie der

spätere Bewohner eigentlich wohnt,

welche Vorgänge wichtig sind und

entwarf dann von innen nach außen

um den Wohnvorgang herum das

Haus.

Fritz und seine Frau Charlotte

Schminke wurden auf der Ausstellung

„Wohnen und Werkraum“

1929 in Breslau auf den Architekten

aufmerksam. Hans Scharoun

hatte dort im Zuge der Ausstellung

ein ausgesprochen modernes

Wohnheim für ledige Damen und

Herren entworfen. Der Bau gefiel

den Schminkes offensichtlich gut,

so dass Scharoun schon Ende der

1920er Jahre begann, ein Wohnhaus

für die inzwischen fünf-, bald

sechsköpfige Familie zu entwerfen.

Im Jahr 1933 zogen schließlich

LÖBAUERLEBEN

28


© Ralf Ganter

zwei Eltern und vier lebhafte

Kinder in ein Haus,

das ganz speziell auf ihre

Bedürfnisse und ihren

Wohnvorgang abgestimmt

war. Leider führten der

zweite Weltkrieg und die

darauffolgende Enteignung

der Nudelfabrik

dazu, dass die Familie

Schminke nicht besonders

lange in ihrem Haus

wohnte. Ohne die Nudelfabrik,

die nach dem Krieg

zum Volkseigenen Betrieb

wurde, fehlten sowohl die

Lebensgrundlage als auch

eine Perspektive für die

Familie. Bereits knapp 20

Jahre nach dem Einzug

hatten alle Familienmitglieder

Löbau verlassen.

Die Geschichte des Hauses

nach dem Wegzug der Familie

ist vielen Löbauern

bekannt. Nach einer kurzen

Periode als Klubhaus

der FDJ wurde das Haus

bald zum Kreispionierhaus

„Oswald Richter“.

Viele Tausend Kinder und

Jugendliche haben das

Haus über die Jahre mit

den verschiedensten Freizeit-

und Pionieraktivitäten

erlebt. Für das Haus

war es ein Glücksfall, dass

es durchgehend genutzt

wurde. So konnten Verfall

und größere Umbauten

vermieden werden. Die

Struktur des Hauses wurde

mit den vorhandenen

Mitteln so gut wie möglich

instandgehalten und nur

in geringem Maße umgebaut.

Das Haus Schminke

blieb also in seiner

äußeren Form bestehen,

wenn auch große Teile der

ursprünglichen Inneneinrichtung

und der originalen

Farben verschwanden.

Dass es sich beim „Pionierhaus“

um ein weltberühmtes

Haus handelte,

wurde den vielen Kindern

und Jugendlichen leider

kaum vermittelt.

Nach der Wiedervereinigung

wurde das Haus

Schminke zum Freizeitzentrum,

heute ist es vor

allem Architekturmuseum.

Dabei soll das Haus

Schminke ein Museum

für alle und ein Museum

zum Anfassen sein. Der

wichtigste Grundsatz in

unserer Arbeit ist, dass

Architekturvermittlung

Spaß machen und unterhaltsam

sein kann.

Auch der Gast, der vor

seinem Besuch nichts für

Architektur übrig hatte,

soll nach dem Rundgang

denken „Mensch, das war

aber interessant“. Mit der

Möglichkeit, das Haus für

eine Übernachtung oder

eine Veranstaltung privat

zu mieten, kann man die

außergewöhnliche Atmosphäre

und die Wohnqualität

sogar selbst erleben.

Im größeren Maßstab eignet

sich das Haus Schminke

wunderbar für den

Bildungsauftrag, Kindern

und auch Erwachsenen

das Thema Architektur

ganz allgemein näher zu

bringen. Schließlich sind

wir täglich von Architektur

umgeben, setzen

uns aber kaum bewusst

damit auseinander. Im

Haus Schminke lässt sich

das Schaffen eines Architekten

direkt am Objekt

besonders gut erklären. In

fast jeder Führung hören

wir den Satz „Mensch, der

Architekt hat sich ja richtig

was gedacht“. Auch wenn

das vielleicht der Normalfall

sein sollte, führt das

Haus Schminke dem Besucher

eindrucksvoll vor

Augen, was eigentlich die

Aufgabe eines Architekten

ist: Die Umsetzung eines

auf die Bedürfnisse des

späteren Nutzers zugeschnittenen

Hauses.

Im Jahr 2019 wurde nicht

nur in Deutschland, sondern

weltweit das 100-jährige

Bauhaus-Jubiläum

gefeiert. Die ehemalige

Kunst- und Architekturschule,

die 1919 in Weimar

gegründet wurde

und später nach Dessau

und Berlin umzog, prägt

unsere Designvorstellungen

bis heute. Auch wenn

Hans Scharoun nicht am

Bauhaus selbst arbeitete,

sondern an der Akademie

in Breslau beschäftigt war,

gehörte das Haus Schminke

dieses Jahr zu den zentralen

Orten des Bauhaus-

Jubiläums in Sachsen.

Unser Ziel, 2019 die Marke

von 10.000 Besuchern

zu knacken, haben wir

Ende September bereits

erreicht. Aber neben den

stetig steigenden Besucherzahlen,

gab es noch

mehr schöne Highlights in

diesem Jahr.

Wir waren Teil der „Grand

Tour der Moderne“, die

100 Orte des Bauhaus-Jubiläums

in ganz Deutschland

vorstellt. Es wurden

zwei Staffeln des Privatkonzerts

von MDR und

Deutscher Welle bei uns

im Haus abgedreht. Wir

waren beim Kunstbus-

Wochenende dabei, hatten

eine wunderbare Benefiz-

© Ralf Ganter

29

LÖBAUERLEBEN


Kunstauktion und durften

gemeinsam mit der Stadt

Löbau und der Nudelfabrik

die Eröffnungsfeier zum

Tag des offenen Denkmals

in Sachsen ausrichten.

Wir haben ein neues Buch

herausgebracht („Der

moderne Blick“, www.

dermoderneblick.de), das

zwanzig Gebäude der Moderne

in Sachsen mit Hilfe

einer verrückten Augmented-Reality-App

vorstellt.

Seit dem Sommer gibt

es außerdem einen neuen

Kinderrundgang mit

eigenem Heft durch das

Haus. Der MDR hat die

sehr schöne Dokumentation

„Das Traumschiff

der Oberlausitz“ gedreht,

die noch bis August 2020

in der MDR-Mediathek zu

sehen ist. Seit dem Sommer

haben wir insgesamt

vier Vorträge zum Bauhaus-Jubiläum

mit rund

150 Gästen veranstaltet.

Außerdem gab es zwölf

Kinderprojekte, in denen

eine Kunstpädagogin mit

Schülern und Kitakindern

aus Löbau und der Umgebung

auf Entdeckungstour

durch das Haus ging. Und

pünktlich vor Weihnachten

werden wir das Jahr

mit einem Rundfunkgottesdienst,

den der MDR

aus dem Haus Schminke

überträgt, abschließen.

Zwischen Weihnachten

und Neujahr bleibt kurz

Zeit, Luft zu holen, bevor

wir mit neuem Schwung

ins Jahr 2020 starten wollen.

Es war also ein großartiges

Jahr, in dem es eines ganz

bestimmt nicht gegeben

hat: Langeweile. Als wir

am Tag des offenen Denkmals

rund 1000 Gäste in

drei Stunden durch das

Haus führen durften, war

es zwar unglaublich voll,

es hat aber auch sehr viel

Spaß gemacht. An dieser

Stelle möchten wir uns

ganz herzlich bei der Stadt

Löbau für die gute Zusammenarbeit

bedanken. All

diese Erfolge und der Betrieb

auf Hochtouren haben

nur mit einem guten

Team funktioniert. Darauf

sind wir sehr stolz. Unser

Team setzt sich aus ganz

unterschiedlichen Menschen

aller Altersklassen

zusammen. Doch eines

haben alle gemeinsam:

Die Begeisterung für das

Haus Schminke und eine

riesige innere Motivation,

sich für den Erhalt des

Hauses, die Vermittlung

seiner Geschichte und ein

gutes Miteinander zu engagieren.

Für das kommende Jahr

hoffen wir darauf, die

Gästezahlen aus dem

Bauhaus-Jubiläumsjahr

zu bestätigen. Wir haben

verschiedene neue Projekte

und Ideen, so dass es

auch 2020 ganz bestimmt

nicht langweilig wird.

Dafür wünschen wir uns

viele glückliche Löbauer,

die voller Stolz „ihr“ Haus

Schminke präsentieren,

wenn Sie Besuch bekommen

oder selbst in der

Welt unterwegs sind.

Wir freuen uns!

P.S.: Wir suchen übrigens immer wieder vor allem

mehrsprachige Gästeführer. Wer also Lust hat, sich

die Sache mal anzusehen, schreibt einfach eine Mail.

Stiftung Haus Schminke

geöffnet:

Do–So von 12-17 Uhr sowie nach Voranmeldung

öffentliche Führungen:

immer Sa und So um 13 und 15 Uhr

Kirschallee 1b

02708 Löbau

03585-862133

info@stiftung-hausschminke.eu

www.stiftung-hausschminke.eu

Facebook und Instagram

ANZEIGE

LÖBAUERLEBEN

30


Den Schwachen zur Hand,

wenn sie Hilfe brauchen…

In der Region Oberlausitz engagiert

sich die Diakonie traditionell in der

Altenhilfe. Unser Ziel ist es, Hilfesuchende

mit menschlicher Nähe

und fachlicher Kompetenz zu unterstützen

und zu begleiten. Wir bieten

ein Versorgungsnetz für alte und

pflegebedürftige Menschen an, das

den unterschiedlichen Lebenslagen

gerecht wird. Über ambulante, teilstationäre

und stationäre Angebote

können Senioren entsprechend ihrer

Bedürfnisse die für sie passgerechte

Leistung wählen.

Wollen Sie trotz Pflegebedürftigkeit

weiterhin in Ihrer vertrauten Umgebung

bleiben, die Pflege, medizinische

Versorgung, Betreuung oder

Hauswirtschaft absichern und im

Notfall 24 Stunden Rufbereitschaft

nutzen können? Dann empfehlen

wir Ihnen die Diakonie Sozialstation

– Häusliche Krankenpflege

– Johannisstr. 18 in

Löbau.

Benötigen Sie tagsüber die Unterstützung

im Betreuungs-, Pflege-,

Behandlungs- oder Hauswirtschaftsbereich,

gegebenenfalls zur

Entlastung der pflegenden Angehörigen?

Dann empfehlen wir Ihnen

die Tagespflege „Gute Jahre“

– Bahnhofstr. 19 in Löbau.

Unser Fahrdienst steht für Sie

bereit.

Möchten Sie für ein Familienmitglied

und für sich selbst eine Auszeit

vom Pflegealltag, nach einem Krankenhausaufenthalt

oder bei Verhinderung

der Pflegeperson? Dann

empfehlen wir Ihnen die Kurzzeitpflege

im Seniorenzentrum

„Kirschgarten“ – Karl-Marx-

Str. 1b in Hochkirch.

„Den Schwachen zur Hand,

wenn sie Hilfe brauchen.“ –

dieses Leitmotiv prägt die Arbeit

der Diakonie Löbau-Zittau von Anfang

an und bestimmt auch heute

unser tägliches Handeln.

Besuchen Sie uns, wir beraten und

informieren Sie gern entsprechend

Ihrer Pflegesituation oder der eines

Familienmitglieds.

info@dwlz.de | www.dwlz.de

ANZEIGE

31

LÖBAUERLEBEN


Lehrerausbildung mit Tradition

von Arnd Krenz

Kein Zweifel: Unsere Stadt bildet! Angefangen bei der

Grundschule, über die Pestalozzischule, das Geschwister-Scholl

Gymnasium, bis hin zum Beruflichen Schulungszentrum

sowie zur Kreismusik- und Volkshochschule

hat sie jede Menge Lehranstalten zu bieten. Sogar

in puncto Ausbildung von Lehrern blickt Löbau auf eine

lange Tradition zurück. Jetzt wird sie erfolgreich fortgesetzt

und wir sind stolz darauf.

Löbau erhält ein Königliches Lehrerseminar

Alles begann vor 174 Jahren. In Deutschland wurden

Lehrer gebraucht, denn der wirtschaftliche Aufschwung

war nicht zu übersehen. Betriebe sowie Verwaltungen

suchten dringend Arbeitskräfte. Voraussetzung für

deren Qualifizierung war eine schulische Grundausbildung,

die insbesondere Volksschulen zu gewährleisten

hatten. Das Land Sachsen sah sich veranlasst, geeignete

junge Menschen für den Lehrerberuf auszubilden. In

ausgewählten Orten entstanden sogenannte Königliche

Lehrerseminare. Auch unsere Stadt bewarb sich und

erhielt 1873 den Zuschlag für eine dieser Einrichtungen.

Zunächst in der Schule am Brücknerring untergebracht,

bezog das Seminar 1876 sein eigenes, neu errichtetes

Gebäude am Lammgässchen. Letzteres allerdings hatte

die Stadt laut staatlicher Auflage umzubenennen. Sachsenweit

mussten nämlich alle Straßen, an denen solche

Bildungseinrichtungen standen, künftig Seminarstraße

heißen. Unsere Verwaltung kam dem gern nach und

bezeichnete darüber hinaus gleich das gesamte Areal

zwischen der heutigen Pestalozzi- und Poststraße als

Seminarviertel.

Vom Seminar zum Institut

Stolze 55 Jahre hatte das Löbauer Lehrerseminar Bestand,

bis das Bildungsministerium Ostern 1928 dessen

Betrieb einstellte. Leer blieb das Schulgebäude an der

Seminarstraße deswegen nicht. Bereits 1922 zog die

Deutsche Oberschule ein, aus der später die Erweiterte

Oberschule „Geschwister Scholl“ hervorging. Aber

nicht nur die sollte hier ihre Heimstatt finden, auch die

Lehrerausbildung nahm wieder Fahrt auf. 1955 richtete

das Ministerium für Volksbildung der DDR in der

Schule ein Institut für Lehrerbildung ein. Es bekam den

Namen Karl Friedrich Wander verliehen und bildete

in einem vierjährigen (ab 1982 fünfjährigen) Studium

Unterstufenlehrer (Klassen 1 bis 4) sowie Pionierleiter

für die Polytechnischen Oberschulen heran. Zuletzt

vom Oberstudienrat Dr. paed. Werner Schulz geleitet,

brachte es nicht nur fähige (hauptsächlich) Lehrerinnen

hervor, sondern trug auch wesentlich zur Bereicherung

des kulturellen Lebens unserer Stadt bei. Vielen in guter

Erinnerung geblieben sind beispielsweise der Studenten-

und Singeclub sowie der Mädchenchor des IfL.

Ausbildungsort für Referendare gesucht

Mit dem Ende der DDR war das Schicksal der Institute

für Lehrerbildung besiegelt. Beinahe 30 Jahre gingen

ins Land, bis in Sachen Lehrerausbildung für Löbau

wieder Hoffnung am Horizont erschien. Das sächsische

Kultusministerium suchte im Raum Ostsachsen eine

Lehrerausbildungsstätte für den Vorbereitungsdienst

an Grundschulen. Ihn absolvieren Referendare, die das

Lehramtstudium über 8 Semester absolviert und ihr 1.

Staatsexamen bestanden haben. Ebenso können sich

dafür Absolventen von Hochschulen bewerben, wenn sie

den Lehrerberuf als Seiteneinsteiger ergreifen möchten.

Während dieser 2. Phase des Lehrerstudiums haben die

Referendare pro Woche einen Tag Lehrveranstaltungen

und an 4 Tagen arbeiten sie an der ihnen zugewiesenen

LÖBAUERLEBEN

32


Schule. Am Ende des

Kurses legen sie ihr

2. Staatsexamen ab.

Als geeignete Ausbildungsorte

im Raum

Ostsachsen kamen

dafür die ehemalige

Pestalozzischule in

Ebersbach-Neugersdorf

und das schon

früher zur Lehrerausbildung

genutzte

Haus an der Ecke

Hartmann- / August-

Bebel-Straße in Löbau

infrage. Letztendlich hat sich das Kultusministerium

für unsere Stadt entschieden. Des einen Freud, des

anderen Leid – so ist es nun mal!

Die Tradition wird fortgesetzt

Nach Einrichtung und Umgestaltung des Gebäudes

konnte die Ausbildung in diesem Jahr beginnen. „Zwar

bauen wir die Lehrausbildungsstätte noch auf und

schaffen laufend Unterrichtsmittel an, trotzdem ist alles

gut angelaufen und wir sind mit dem gegenwärtigen

Stand zufrieden“, meint die Leiterin des Hauses Grit

Kahstein. Derzeit sind es 2 Kurse mit insgesamt 25 Referendaren,

doch bereits ab März 2020 werden es ca. 40

sein, die hier binnen 18 Monaten ihren ‚letzten Schliff‘

als Grundschullehrer erhalten. Dabei stehen Frau Kahstein

momentan 3 Hauptausbildungsleiter und 15 Fachausbilder

zur Seite. Diese unterrichten die Referendare

in den Bereichen Schulrecht, Bildungswissenschaften

und Didaktik der Schulfächer Deutsch, Mathematik,

Sachunterricht sowie eines Wahlfaches. Außerdem arbeitet

die Bildungsstätte eng mit den jeweiligen Ausbildungsschulen

zusammen. Sie leitet die Mentoren an und

steht den Referendaren während der praktischen Arbeit

jederzeit beratend zur Seite. Das Team um Grit Kahstein

lässt bei all dem weder Mühe noch Engagement missen,

um die künftigen Pädagogen bestmöglich auf ihre zukünftige

Tätigkeit vorzubereiten. Wir Löbauer werden

die Kolleginnen und Kollegen der Ausbildungsstätte

dabei nach Kräften unterstützen und ihnen zeigen: Hier

seid ihr an der richtigen Stelle! Schließlich hat unsere

Stadt in Sachen Lehrerbildung eine lange Tradition ...

ANZEIGE

Die Juhl Immobilien GmbH ist seit fast 30 Jahren als eines der führenden

Makler- und Hausverwaltungsunternehmen in der Oberlausitz tätig.

Wenn auch Sie darüber nachdenken, Ihre Immobilie professionell verwalten

zu lassen, wenn Sie Mieter oder Käufer suchen - dann sollten Sie mit uns

sprechen.

Vermietung Wohnungen, Büro- & Praxisräume, Gewerbe

Vermittlung Grundstücke, Ein- & Mehrfamilienhäuser

Verwaltung Miets- & Geschäftshäuser, Eigentumsanlagen

Juhl Immobilien GmbH – Bahnhofstraße 34-36 – 02708 Löbau – Telefon: 03585 40 40 04 – Mail: info@juhl-immobilien.de

33

LÖBAUERLEBEN


Der Scheffelstein

am Löbauer Markt

von Arnd Krenz

Wenn es um uralte Maße und Gewichte geht, gehört der

Scheffel mit Sicherheit zu denen, die viele Leute noch

kennen. Einst stand ein entsprechender Messtrog am

Rand des Löbauer Marktes. Doch eines Tages hatte er

ausgedient und der Rat ließ ihn abbauen. Heute steht er

wieder da – und wir freuen uns darüber.

Scheffel ist nicht

gleich Scheffel

Immer an Markttagen herrschte in

Löbau reger Betrieb. Seit dem Mittelalter

war das nichts Besonderes.

Umso mehr das 1221 erstmals genannte

„Opidum Lubaw“ vom böhmischen

König als Handelsplatz

gegründet wurde.

Auf dem gesamten Areal südlich

des Rathauses standen bis in das

Bankgässchen hinein Händler und

boten ihre Waren feil. Darunter

befanden sich auch Bauern, die

aus ihren schweren Maltersäcken

Getreide verkauften. Meist war es

Weizen, den die Leute erwarben,

um ihn auszusäen oder Mehl daraus

zu machen.

Damit der Bauer das Korn ordentlich

abmessen konnte, ging

er mit seinem Kunden an das vor

dem Rathaus stehende hölzerne

Scheffelmaß und schüttete die

gewünschte Menge hinein. Dabei

musste er sich ein wenig auskennen.

Am Löbauer Markt maß man

nämlich den böhmischen Scheffel

ab, der umgerechnet 50 Liter ausmachte.

Daneben aber existierten

in deutschen Landen eine Unmenge

anderer Scheffelgrößen.

Der Bayer zum Beispiel bemaß

222,357 Liter, der Görlitzer 141 und

der Berliner 54,91 Liter. Das kleinste

deutsche Scheffelmaß betrug

17,38 und das Größte 310,25 Liter.

Da konnte ein normales Menschlein

schon mal durcheinanderkommen.

LÖBAUERLEBEN

34


Der Löbauer Scheffel

gerät in die Kritik

Wie es im Leben geht, schlägt allem

irgendwann die Stunde – sogar einem

Scheffelmaß. Im Jahre 1710

brannten große Teile Löbaus ab.

Mit ihnen versanken das Rathaus

und höchstwahrscheinlich auch der

hölzerne Scheffeltrog in Schutt und

Asche. Stark anzunehmen, dass die

Stadtherren nach dem Wiederaufbau

des Rathauses ebenjenen steinernen

Scheffel (siehe Bild) vor ihm

aufstellen ließen. Über 100 Jahre

später sorgte dieser für einen Dauerstreit.

Als 1845 in der Oberlausitz

der Dresdner Scheffel mit umgerechnet

107,33 Litern eingeführt

wurde, war der alte Stein zum Messen

untauglich. Selbst nach zweimaligem

Vollschütten bekam der

Bauer kein Dresdner Maß auf die

Reihe. Und mit dem Aufhäufeln war

das so eine Sache: Dem Verkäufer

schien der Berg immer zu groß, dem

Kunden logischerweise zu klein. Der

Stein schaffte es daraufhin negativ

bis in die Presse, trotzdem blieb er

vor Ort. 1872 kam für ihr jedoch das

endgültige Aus. Das neugegründete

Deutsche Reich führte das Pariser

metrische System ein. Alle herkömmlichen

Maße waren hinfällig.

Die Deutschen mussten sich an Meter,

Kilometer, an Quadrat und Kubik

gewöhnen. Und Getreide füllte

man jetzt nicht mehr, sondern wog

es ab in Gramm, Kilogramm oder

Tonnen. Unnütz geworden entfernte

die Löbauer Stadtverwaltung den

Scheffelstein und gab ihn später an

das Museum ab.

Das Licht nicht unter

den Scheffel stellen

Lang lang ist’s her, als der Scheffel

in den Annalen der Geschichte

verschwand. Dennoch haben die

Menschen ihn hierzulande nie

vergessen. Zwar weiß kaum einer

mehr Bescheid über die alten

Maße, gleichwohl konnte er seinen

Platz im deutschen Sprachgebrauch

behaupten. Zahlreiche Sprichwörter

nehmen Bezug auf ihn: „Nenne

niemanden deinen Freund, wenn

du nicht mindestens einen Scheffel

Salz mit ihm gegessen hast“. Das ist

eines der vielleicht weniger geläufigen

Lebensweisheiten. Dafür kennt

jeder den Begriff „Geld scheffeln“,

falls jemand mittels einer Dienstleistung

oder Ware viel verdient.

Und der wohl berühmteste Spruch:

„Du sollst dein Licht nicht unter

den Scheffel stellen“, geht auf keinen

geringeren als Jesus-Christus

zurück. Man sagt ihn oft zu Personen,

die sehr bescheiden auftreten.

So meinte Jesus zu seinen Jüngern,

sie sollen ihr Licht leuchten lassen,

damit die Menschen ihre guten

Werke sehen. Zum Gleichnis führte

er eine Kerze an, die ja niemand

anzündet, um sie anschließend

unter einen Scheffel zu stellen.

Jesus verwendete allerdings den

Begriff „Modius“, der für ein römisches

Hohlmaß steht. Den „Scheffel“

hat erst Martin Luther in die

von ihm übersetzte Bibel gebracht.

Dem Altstadtverein Löbau indes

war das egal. Er wollte am 15. Oktober

2019 sein Licht nicht unter

den Scheffel stellen. Wie Bernd

Sockel in der vorübergehenden Eigenschaft

als Ratsherr an diesem

Tag nach einem Trompetensignal

verkündete, hat der Verein keine

Mühen gescheut, um mit Hilfe des

Museums, des Bauhofes und hochbegabter

Fachleute, den kostbaren

Stein wieder seiner Bestimmung

zuzuführen. Sein herzlicher Dank

galt dabei all jenen Spendern, die

das Projekt möglich gemacht hatten.

Anschließend durften sich die

anwesenden Löbauer noch ihren

(Mini)Scheffel Weizen abfüllen

lassen.

ANZEIGE

Physio

Am

Inh. H. Ciemek

therapie

Altmarkt

Mo – Do: 7.00 – 19.00 Uhr • Fr: 7.00 – 12.00 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Altmarkt 6 • 02708 Löbau • Telefon: 03585 / 40 46 79

02708 Löbau

Innere Zittauer Straße 12

Tel.+ Fax (0 35 85) 41 74 68

Kathrin Viete

Podologische Praxis

med. Fußbehandlung

35

LÖBAUERLEBEN


Die

ZUKUNFT

der

sichern

Sowohl den Löbauern, aber auch der großen Mehrheit

der Einwohner der umliegenden Städte und Gemeinden

der Oberlausitz ist die größte Gewerbe- und Leistungsschau, die

KONVENT´A, in Löbau bekannt. Viele von ihnen waren bereits Besucher

auf dieser einzigartigen Messe oder sie haben sich in den einschlägigen

Medien darüber informiert.

Im Jahr 2020 findet die KONVENT´A bereits zum 19.

Mal statt. Wie gewohnt wird die gesamte Palette, beginnend

vom Handwerk über Mittelstand, Bildung,

Dienstleistung, Tourismus und Landwirtschaft bis hin

zu Wissenschaft und Technik vertreten sein.

Aber bereits im Sommer 2019 gab es in verschiedenen

Medien erste Informationen betreffs Veränderungen in

der Organisationsstruktur.

Die Messe wurde achtzehn Jahre lang durch den

Konvent’a-Verein vorbereitet und durchgeführt.

Seit 2012, dem Jahr der 6. Sächsischen Landesgartenschau

in Löbau, wirkte dabei federführend das

Team vom Messe- und Veranstaltungspark Löbau mit.

Organisation und Durchführung der Messe sprengten

schließlich den Rahmen des ehrenamtlich Machbaren

durch den Konvent’a-Verein. So wuchs die KONVENT’A

Stück für Stück in die fleißigen Hände der Landesgartenschau

gGmbH gelegt. Die Messe entwickelte sich in

gemeinsamer Arbeit zu dem, was sie heute ist. Die wichtigste

Messe östlich von Dresden.

Basierend auf dieser Tatsache wurde entschieden, dass

nach der Übertragung der wirtschaftlich-technischen

Vorbereitung der Messe an die Stadt Löbau vor sieben

Jahren, nun auch die inhaltliche Ausrichtung und Prägung

der KONVENT’A an die Stadt Löbau übertragen

wird.

Zu den neuen Akteuren der Leistungsschau gehört nun-

Bilder © Messe- & Veranstaltungspark Löbau

LÖBAUERLEBEN

36


mehr ein

G r e m i u m

b e s t e h e n d

aus Mitarbeitern

der Stadt

Löbau, Mitarbeitern

der Abteilung

Messepark Löbau

(WOBAU) sowie

Partnern der Entwicklungsgesellschaft

Niederschlesische-Oberlausitz

mbH

und ehemaligen Mitgliedern des

Fördervereins.

Sich wettbewerbssicher auf dem Markt zu

etablieren und zu behaupten, ist das stetige Ziel der

kommenden Jahre für die KONVENT`A. Dies ist nur

mit der erforderlichen Kompetenz und Innovation sowie

dem Engagement der Mitarbeiter des neuen Teams

zu meistern. Im Gespräch mit Frau Weiß (Abteilungsleiterin

Messepark Löbau), Frau Strietzel (Veranstaltungsmanagement

Messepark Löbau) und Frau Müller

(Prokuristin der WOBAU Löbau GmbH) wurden die bevorstehenden

neuen Aufgabenfelder richtungsorientiert

benannt:

Eine größere Rolle wird beispielsweise der Präsentation

des Sechsstädtebundes beigemessen, welche städtischerseits

angestrebt wird. Neue Ansätze von Kinder-,

Jugend- und Familienaktionen sollen stärker als bisher

angeboten werden, mit dem Ziel, diese zukünftig intensiver

an die Region zu binden.

Prinzipiell soll bei der Gewinnung neuer Partner für

die Messe das Ziel verfolgt werden, nicht nur lediglich

den kommerziellen und profitablen Hintergedanken zu

stützen, sondern Firmen, Vereine, Verbände etc. dafür

zu sensibilisieren, sich als Teil der Messe zu verstehen.

So kann den Besuchern das breite Leistungsspektrum

unserer Region nahegebracht werden – auch ohne oder

mit minimierten wirtschaftlichen Nutzen – daher auch

der Begriff „LEISTUNGSSCHAU“.

Das Messeteam ist jederzeit offen für neue Anregungen,

Ideen oder Unterstützung.

Schauen Sie doch einfach selbst mal rein: www.messekonventa.de

Wir wünschen dem neuen KONVENT´A Team auf diesem

Weg ein erfolgreiches Wirken und den Besuchern

ein tolles Erlebnis.

ANZEIGE

37

LÖBAUERLEBEN


Fröhlichkeit im Herzen

Der Karnevalsclub Löbau lädt zur neuen Saison

Am 11. November 2019 um 11.11

Uhr fand traditionell die Schlüsselübergabe

vor dem Löbauer Rathaus

mit Oberbürgermeister Dietmar

Buchholz statt. Der Altmarkt war

gut gefüllt und zahlreiche Löbauer

vernahmen bei Glühwein, Sekt

oder Pfannkuchen das Motto der

diesjährigen Saison: „Wellness,

Spa und Thai-Massage, der KCL

in Beauty-Rage!“ Die Verkündung

des neuen Mottos wurde mit einem

kleinen Rahmenprogramm aus

Sketch und Tänzen begleitet. Diese

kleine Kostprobe der zahlreichen

Talente der Karnevalisten war bei

kühlen 3 Grad im wahrsten Sinne

des Wortes die Aufwärmübung für

die großen Saisonveranstaltungen

im Sudhaus.

Wer die kleinen und großen Funken,

Sketche oder das Männerballett

erleben möchte, hier sind die

Termine für Februar 2020:

Saisontermine:

FR. 14.02. 18.30–19.30 Uhr Eintritt frei!

ab 19.30 Uhr nur 3.- €

So. 16.02. Familienfasching

Einlaß 14.00 Uhr, Beginn 15.00 Uhr

Do. 20.02. Weiberfasching

Einlaß 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr

Sa. 22.02. 90 Jahre Party

Einlaß 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr

Sa. 29.02. Auskehrball

Einlaß 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr

© Karnevalsclub Löbau e.V.

LÖBAUERLEBEN

38


Die Kultur.Werkstatt B26 veranstaltet

ab Dezember 2019 regelmässige Kinoabende

im ehemaligen Café Rutsch,

Bahnhofstraße 26 in Löbau.

Unser Programm:

13.12. 2019 Der Ballon (2018)

10.01.2020 Systemsprenger (2019)

07.02.2020 25 km/h (2018)

06.03.2020 Die Frau des Nobelpreisträgers (2018)

03.04. 2020 Asche ist reines Weiss (2018)

12.05. – 17.05. 2020 Neiße Film Festival

mit ausgewählten Filmen im Rahmen des Festivals.

(Weitere Infos folgen.)

Für alle Abendveranstaltungen:

doors open 20.00 Uhr, Beginn 20.30 Uhr

Kinderkino:

09.02. 2020 Heidi (2015), Beginn 15.30 Uhr

05.04. 2020 Die unglaubliche Geschichte der

Riesenbirne (2017), Beginn 15.30 Uhr

Mehr Informationen unter

www.kino.loebaulebt.de

ANZEIGE

39

LÖBAUERLEBEN


Familienbüro „Satellit“

immer gut beraten

WEIL STERBEN ZUM LEBEN GEHÖRT

Ein schwieriges Thema, worüber

man in unserer Gesellschaft ungern

offen spricht. Inzwischen ist es in

der Oberlausitz anders. Mit dem

ersten Letzte-Hilfe-Kurs, veranstaltet

von der Hospiz- und Palliativberatungsstelle

Zittau und dem

Familienbüro „Satellit“ Löbau, gibt

es ein ganz neues Angebot für Ratsuchende

und Interessierte.

Im Herbst 2019 fand der erste

Letzte-Hilfe-Kurs in Löbau statt.

Bis dahin gab es derartige Kursangebote

nur in Großstädten, wie in

Hamburg, Berlin oder Leipzig.

Anliegen der Veranstalter ist, zu

Mitmenschlichkeit und Unterstützung

in der letzten Lebensphase

eines geliebten Menschen zu ermutigen.

Das Lebensende und das

Sterben machen oft hilflos, denn altes

Wissen um die Begleitung eines

Sterbenden scheint nach und nach

verloren gegangen.

An vier Nachmittagen wollte eine

Gruppe von 15 Interessierten erfahren,

was sie für einen Nahestehenden

tun können, wenn der sich

in der letzten Phase seines Lebens

befindet. Im Austausch wurde

deutlich, dass der Abschied vom

Leben nicht nur der schwerste für

den Sterbenden, sondern auch für

die Zurückgebliebenen ist. Deshalb

braucht es für beide Seiten

Begleitung, liebevolle Zuwendung

und eine offene Hand, die hält und

wärmt.

Während des Letzte-Hilfe-Kurses

haben die teilnehmenden Frauen

von der Normalität des Sterbens als

Teil des Lebens erfahren. Sie erhielten

einen Einblick, wie man Leid

am Lebensende lindern und, dass

die Inanspruchnahme möglicher

Unterstützungsangebote hilfreich

sein kann. Man muss nur wissen,

dass es neben dem stationären

Hospiz, auch einen ambulanten

Hospizdienst oder die spezialisierte

ambulante Palliativversorgung

(SAPV) und die Möglichkeit zur

Versorgungsplanung für die letzte

Lebensphase gibt.

Auffallend ist, dass nicht nur altes

Wissen um die Begleitung eines

Sterbenden nach und nach verloren

gegangen scheint. Oftmals fehlt

auch die Kenntnis darüber, wie man

selbst geeignet Vorsorge fürs Lebensende

treffen kann. Zahlreiche

ANZEIGE

Ambulanter Pflegedienst Löbau

Richard-Müller-Straße 14 | 02708 Löbau

Tel.: (03585) 45 25 153 I E-Mail: pflegedienst-loebau@awo-oberlausitz.de

Ambulanter Pflegedienst Görlitz

Krölstraße 46 | 02826 Görlitz

Tel.: (03581) 46 41 64 I E-Mail: pflegedienst-goerlitz@awo-oberlausitz.de

www.awo-oberlausitz.de

EIN HERZ FÜR JEDES ALTER

LÖBAUERLEBEN

40


Das Herz entscheidet.

Fragen wurden während der vier

Module von Gundula Seyfried, René

Rixrath und Pfarrer Daniel Huth

beantwortet. Anekdoten und der

Einblick in wahre Begebenheiten

waren Grund zum Nachdenken, für

die intensive Auseinandersetzung

mit Themen rund ums Lebensende

und manchmal auch für unruhige,

schlaflose Nächte.

Im Dialog haben die Kursteilnehmerinnen

mit großem Interesse, einer

tief berührenden Offenheit und

einer spürbaren Dankbarkeit die

Veranstalter überzeugt, dass dem

ersten Letzte-Hilfe-Kurs im nächsten

Jahr ein zweiter folgen wird.

Sollten wir Ihr Interesse am zweiten

Letzte-Hilfe-Kurs geweckt

haben, dann können Sie mich gern

im Familienbüro „Satellit“ im Geschäftshaus

der WOBAU in Löbau,

in der Sporgasse 1 oder telefonisch

unter (03585) 4521905 oder via

E-Mail: satellit@awo-oberlausitz.de

kontaktieren.

Sie dürfen sich aber auch an mich

wenden, wenn Sie Unterstützung

bei besonderen Lebenserschwernissen,

bei Herausforderungen in der

Erziehung oder bei der Beantragung

von Sozialleistungen wünschen.

Auf Ihren Besuch im Familienbüro

„Satellit“ freut sich Sozialarbeiterin

Carina Schindler-Meusel

Bilder © Familienbüro „Satellit“ Löbau

Kontaktdaten:

Sporgasse 1 in 02708 Löbau

Telefon (03585) 45 21 905

E-Mail: satellit@awo-oberlausitz.de

www.awo-oberlausitz.de

41

LÖBAUERLEBEN


Das

„Hand-in-Hand-Kaffee“

in Löbau

Mike Schnitter – DRK

Verlängerung des Projektes Treffpunkt „Hand

in Hand“ Kaffee

Vor zwei Jahren wurde der Grundstein für unser Projekt

„Hand in Hand“ Kaffee, durch den DRK Kreisverband

Löbau, gelegt. Im Zeitraum vom 01.11.2017 bis

30.09.2019 konnten durch Frau Fritsch und Herrn

Köpp insgesamt 568 Teilnehmer im Treffpunkt „Hand

in Hand Kaffee“ begrüßt werden.

Anfangs war es nicht leicht das Interesse der

Bürger*innen zu wecken, doch mit der Zeit ist uns

dies immer besser gelungen und wir freuen uns über

jeden Besuch aus Löbau. Schwerpunktmäßig helfen

wir vielen Arbeitssuchenden in der Erstellung ihrer

Bewerbung, sind Anlaufpunkt für Menschen mit und

ohne Migrationshintergrund, wenn es um das Ausfüllen

von unterschiedlichsten Formularen geht, und

sind ein Treffpunkt zum Austausch ganz verschiedener

Neuigkeiten.

Unser Antrag auf Projektfortsetzung bei der Sächsischen

Aufbaubank wurde stattgegeben und wir dürfen

Ihnen weiterhin bei der Bewältigung von kleinen und

großen Problemen helfen. Die Projektkosten belaufen

sich auf insgesamt 90.332,20 €. Davon 85.815,59 €

werden als Zuwendung durch ESF- und Landesmitteln

(95%) gewährt und 4.516,61 € durch die Große Kreisstadt

Löbau (5%) übernommen.

Bis zum 30. Juni 2022 sind wir also weiter für Sie da

und unterstützen bei Bewerbungen, bei Problemen mit

Anträgen oder man trifft sich im Treffpunkt auf einen

Kaffee und kommt so evtl. mit anderen ins Gespräch.

Aktuell werden folgende Veranstaltungen

angeboten:

• „Jobs on the Rocks – Hilfe bei Bewerbungen und Co.

› Sie brauchen Hilfe bei einer Bewerbung oder sind sich

nicht sicher ob Ihre Unterlagen richtig und vollständig

sind? Kommen Sie mit Ihren Unterlagen vorbei und

wir schauen uns Ihre Bewerbung zusammen an

• Engagement in der Stadt – aber wo?

› Sie suchen einen Verein in dem Sie ehrenamtlich

Tätig werden können? Wir finden den passenden Verein

und unterstützen Sie bei der Kontaktaufnahme.

• Hilfe bei Formularen

› Sie haben einen Antrag den Sie nicht verstehen

oder es verwirrt Sie, was z. B die Krankenkasse wissen

möchte? Ich helfe Ihnen beim Ausfüllen der verschiedenen

Formulare oder helfe Ihnen bei der Suche

des richtigen Ansprechpartners

T R EFFPUNKT

Hand-in-Hand-Kaffee

Innere Zittauer Straße 28

Löbau - Innenstadt

kostenlose Teilnahme

• Unterstützung bei Bewerbungen

„jobs on the rocks“

• Vermittlung von sozialen, kulturellen und

sportlichen Vereinskontakten

• Hilfe beim Ausfüllen von Formularen

• interkulturelle Förderung

• gemütlicher Frauen-Kaffee-Klatsch

Telefon:

213 98 81

ANZEIGE

LÖBAUERLEBEN

42


?

gefördert durch:

RÄTSEL

Welche Figur blickt von welchen

Gebäude gen Himmel?

• Aktion „Vereine zu Gast“: unser Treffpunkt bietet

den ortsansässigen Vereinen die Möglichkeit sich zu

präsentieren. Sie können das Schaufenster gestalten

oder sich im gesamten Aufenthaltsraum ausbreiten

– und alles völlig kostenlos.

• Unterstützung bei Behördengängen

• Kaffeeklatsch-Runden mit verschiedenen Themen

rund am Haus, Hof und Familie

• Verschiedene wechselnde Angebote und Vorträge,

z.B. zum Thema Versicherungsschutz

Kommen Sie gern einfach vorbei oder vereinbaren

einen individuellen Termin. Wir freuen uns, wenn wir

Sie bei der Lösung Ihrer Probleme rund um das Thema

Arbeitssuche oder bei einer oben genannten Sache unterstützen

können.

© Jörg Krause

Wissen Sie beide Antworten dann schreiben

Sie uns eine Postkarte an folgende Adresse:

Werbeagentur Media-Light Löbau,

Ziegeleiweg 7C, 02708 Großschweidnitz

Einsendeschluss ist der 31.01.2020.

Kontakt:

Innere Zittauer Str. 28 in Löbau

Tel.: 03585 213 98 81

E-Mail: hihk@drk-loebau.de

Zu gewinnen gibt es je 1 Gutschein

der Wendler-Drogerie im Wert von

30 € / 20 € oder 10 €.

Per E-Mail eingesendete Anworten können

nicht berücksichtigt werden.

© Jörg Krause

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

nach Vereinbarung

09.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr

09.00 – 12.00 Uhr

09.00 – 12.00 u. 13.00 – 18.00 Uhr

nach Vereinbarung

43

LÖBAUERLEBEN


Wegweiser der offenen Kinder- und Jugendarbeit ...

Jeder junge Mensch hat ein Recht

auf Förderung seiner Entwicklung

und auf Erziehung zu einer

eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen

Persönlichkeit.

(...) Jugendhilfe soll zur Verwirklichung

des Rechts nach Absatz 1

insbesondere junge Menschen in

ihrer individuellen und sozialen

Entwicklung fördern und dazu

beitragen Benachteiligungen zu

vermeiden oder abzubauen, Eltern

und andere Erziehungsberechtigte

bei der Erziehung beraten und unterstützen,

Kinder und Jugendliche

vor Gefahren für ihr Wohl schützen,

dazu beitragen, positive Lebensbedingungen

für junge Menschen

und ihre Familien sowie eine

kinder- und familiengerechte Umwelt

zu erhalten oder zu schaffen.

Flexibles Jugendmanagement vom

Jugendring Oberlausitz e.V. (FLEXJUMA)

Das flexible Jugendmanagement ist

ein Projekt innerhalb des Jugendrings

Oberlausitz e.V. Das vierköpfige

Team besteht aus Monique Witt,

Sebastian Schwalbe, Sebastian

Höbler und Jens Zschernig. Sie sind

in ihrem Löbauer und Nieskyer

Büro für verschiedene Projekte für

und mit Jugendlichen und jungen

Erwachsenen von ca. 14 bis ca. 27

Jahren im Einsatz. Ziel ihrer Arbeit

ist es, Jugendgruppen, Jugendinitiativen

und Vereine bei der Planung

und Umsetzung von Projektideen

im Landkreis Görlitz zu unterstützen.

Sie haben eine sehr starke Beratungskompetenz,

sind aber auch

bei der Umsetzung ein wertvoller

Partner. Dabei tritt das Flexible Jugendmanagement

als Interessensvertretung

und Lobbypartner für

Jugendthemen auf und vertreten

diese gegenüber den Verwaltungen

und regen zur Zusammenarbeit an.

Ohne die Begleitung von Prozessen

der Jugendbeteiligung wäre dies

nicht möglich. Flexjuma sieht sich

hier in der Rolle der Initiatoren von

Jugendbeteiligung in verschiedenen

Formen, wie zum Beispiel den Jugendforen

oder der Unterstützung

bei der Entstehung von Freizeitanlagen

(z.B. Skateparks) und selbstverwalteten

Jugendclubs.

Ein weiterer Projektbaustein ist die

Sichtbarmachung von Jugendkultur

sowie die Unterstützung dabei

diese Themen in das Bewusstsein

der Öffentlichkeit zu rücken bzw.

Jugendliche und junge Erwachsene

zu befähigen, diese

Schritte selber gehen zu

können. Zusätzlich bietet

das Team Workshops zu

verschiedenen Themen der

außerschulischen Jugendbildung

an, wie zum Beispiel Grundlagen

der Tontechnik, Graffiti-Workshops

und Seminare zum Veranstaltungsmanagement

oder Vereinsrecht.

Gesammeltes Wissen zu allen relevanten

Themen der Jugendarbeit

veröffentlicht Flexjuma regelmäßig

auf ihrer Webseite.

In Löbau haben sie gerade den Verein

Klub Klinik bei der Neueröffnung des

Jugendclubs und den Verein Löbau-

Lebt beim Aufbau eines Makerspaces

begleitet. Ein weiteres kürzlich realisiertes

Projekt ist die Reparatur eines

Skateelementes im Skaterpark in

Ebersbach-Neugersdorf.

„Jugendliche und junge Erwachsene

brauchen Räume, die ihnen die

Chance geben, sich im analogen

Leben auszuprobieren und in denen

sie mit Gleichaltrigen interagieren

und verlässliche Beziehungen aufbauen

können. In den Zeiten von einer

starken Dominanz von sozialen

Netzwerken ist das besonders wichtig.

In der digitalen Welt entwickeln

sich diese wichtigen Dinge nur zum

Teil. Finden Jugendliche für ihre

Themen in ihrem Wohnumfeld eine

verlässliche Anlaufstelle, so trägt

das wesentlich zur Identifikation

mit der Umgebung und im Weiteren

mit der Region bei, ein nicht zu

vernachlässigender Nebeneffekt“,

so Sebastian Schwalbe, Sozialpädagoge.

Mit Blick auf Löbau fehlen

diese Räume in denen Jugendliche

und junge Erwachsene willkommen

sind und z.B. etwas lauter sein können

ohne gleich jemanden zu stören.

Neben Clubs wie der Klinik und der

Waschküche die nicht immer geöffnet

haben, sind die Treffpunkte

von Jugendgruppen notgedrungen

bspw. gastronomische Einrichtungen

ohne weitere Freizeitangebote.

Löbau bietet daher viel Potenzial

für die Weiterentwicklung als ansprechende

urbane Lebenswelt.

Projektideen sind willkommen.

Zusammen mit Flexjuma können

Ideen auf aufgenommen und mit ihnen

als Partner an der Seite weiter

gedribbelt werden.

Flexjuma wird vom Freistaat Sachsen

und dem Landkreis Görlitz mit

finanziellen Mitteln gefördert.

Kontakt:

Sebastian Schwalbe

Büro Löbau

Brunnenstraße 3

Telefon: 03585 86 24 37

Mobil, WhatsApp und Telegram:

0173 8 48 19 10

E-Mail: sebastian.schwalbe@

jugendring-oberlausitz.de

www.flexjuma.de

LÖBAUERLEBEN

44


... Freizeitangebote für Kinder & Jugendliche in Löbau

So steht es im Gesetzestext des achten

Sozialgesetzbuches im ersten

Paragraph. Dieser Text ist für zahlreiche

Initiativen der Kinder- und

Jugendhilfe in Löbau mehr als ein

zentrales Leitmotiv, die Mitarbeiter

arbeiten aus Überzeugung in diesem

Bereich und gehen oft in ihrer

Arbeit die vielzitierte extra Meile.

Denn eine ansprechende Lebenswelt

ist die Basis einer guten individuellen

Entwicklung und diese ist

wiederum die beste Investition in

unserer aller Zukunft.

Im vergangenen Heft haben wir

bereits Angebote der Kinder- und

Jugendhilfe vorgestellt. Daran

möchten mit einem ausführlicheren

Wegweiser durch die Kinder- und

Jugendarbeit anknüpfen.

Café Lücke

Das Café Lücke ist ein offener Jugendtreff

im Herzen Löbaus, in

dem Kinder und Jugendliche, die

das Hortalter verlassen haben, Angebote

zur Freizeitgestaltung für

den Nachmittag erhalten. Zu finden

ist das Café am Ende des kleinen

Katzenturmgässchens, in welches

man von der Inneren Zittauer

Straße einbiegt. Die Besuchenden

erwartet ein abwechslungsreiches

Wochenprogramm, das auf die

Altersgruppe von 11 bis 15 Jahren

abgestimmt ist. Die Betreuung der

Kinder wird durch Frau Nowack geleistet.

Schon beim ersten Kontakt

wird klar, hier ist mit jeder Menge

guter Laune und Spaß zu rechnen.

Mit viel Kreativität und immer die

Wünsche der Besuchenden im Blick

werden die Angebote ausgewählt.

Die Räume sind hell und freundlich

gestaltet und mit vielen interessanten

Dingen zum Spielen, Basteln

oder Ausprobieren ausgestattet, darunter

zum Beispiel Gesellschafts-,

Tisch- oder Ballspiele, eine Dartscheibe

oder ein großer Kickertisch.

Selbstredend, dass in so einem ansprechenden

Umfeld die Kreativität

fließt. Neben den Freizeitangeboten

ist auch eine Hausaufgabenbetreuung

im Café Lücke jederzeit möglich.

Recherchen im Zuge der schulischen

Aufgaben können an einem

bereitstehenden Rechner erledigt

werden.

Nach der (Hausaufgaben-)Arbeit

wird dann im Café Lücke das Vergnügen

groß geschrieben. Das bunte

Wochenprogramm sieht themenspezifische

Highlights an jedem Tag

der Woche vor, welche die Interessen

der Besuchenden aufgreifen:

so widmen sich bestimmte Tage

Kreativprojekten, Wettbewerben

aus Sport und Spiel, dem Umgang

mit Medien oder der Umsetzung

von Kochprojekten. In der neuen

Küche können sich die Kinder und

Jugendlichen dabei selbst als Köchin

oder Koch ausprobieren und

unter Betreuung von Frau Nowack

eigenen Projekten der Zubereitung

gesunder, einfacher Gerichte nachgehen.

Hierzu ist jeder eingeladen,

auch Freundinnen und Freunde

mitzubringen und einzubeziehen.

Folgendes Wochenprogramm bietet

das Café Lücke allen Interessierten:

Turniermontag

Mess dich mit deinen Freundinnen

und Freunden in Wettbewerben aus

Sport und Spiel!

Kreativdienstag

Farbe, Scheren, Leim, Papier – deine

Kreativität entdeckst du hier!

Multimediamittwoch

Entdecke die Welt und ihre Wunder

durch Film und Medien!

Leckerdonnerstag

Ob süße Leckereien oder einfache

Gerichte zum Selberkochen – hier

lernst du, wie’s geht!

Eventfreitag

Das Highlight zum Wochenabschluss:

Lass dich überraschen, was

wir für dich geplant haben!

Bei allen Angeboten können die Kinder

und Jugendlichen ihre Wünsche

äußern und das Programm so mit

gestalten. Anmelden muss man sich

im offenen Jugendtreff nicht, die

Besuchenden können jederzeit zu

den Öffnungszeiten vorbei kommen

und vor Ort entscheiden, womit sie

ihren Nachmittag füllen möchten.

Die Nutzung der Angebote ist dabei

kostenfrei. Das Projekt Café Lücke

wird unterstützt aus den Mitteln

des Europäischen Sozialfonds und

der Stadt Löbau.

Kontakt:

Café Lücke

Katzenturmgässchen 1

02708 Löbau

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag

13.00 Uhr – 17.00 Uhr

Freitag

12.00 Uhr – 16.00 Uhr

Ansprechpartner: Kerstin Nowack

und Sebastian Gröscho

Telefon: 03585 219 72 40

E-Mail: s.groescho@bbz-bautzen.de

Internet: https://www.bbzbautzen.de/sozialarbeit/mobilejugendarbeit

45

LÖBAUERLEBEN


KiFaZ Löbau

Das KiFaZ (Kinder- und Familienzentrum)

in der Mozartstraße 1 ist

seit 2014 ein fester Anlaufpunkt für

die nachschulische Alltagsgestaltung

von Kindern und Jugendlichen

im Alter von 6 bis 14 Jahren. Für

viele der regelmäßigen Gäste liegt

das KiFaZ in ihrem ‚Kiez’. Von der

Grundschule in Löbau Ost zum Beispiel

sind es nur ein paar wenige Meter

bis zum farbenfrohen Gebäude,

in welchem sich jeden Nachmittag

Konstanze und Johannes auf ihre

Schützlinge freuen. „Unsere Kinder

kommen oft aus den sozial schwächeren

Familien oder haben einen

Migrationshintergrund“, so Johannes

Breuer. „Ziel unserer Arbeit in

der Kinder- und Jugendarbeit ist

im Prinzip die Bereitstellung eines

geschützten Ortes, in dem sich alle

Besucher in ihrem Sein angenommen

und zuhause fühlen können.

Aus meiner Erfahrung weiß ich,

dass das für viele dieser Teilnehmer

keine Selbstverständlichkeit ist.“

Für viele der ca. 20 täglichen Besucher

ist das KiFaZ ein fester Bestandteil

ihrer Alltagsstruktur. Es

gibt thematische Wochenhighlights

sowie ein besonderes Programm für

die Schulferien. Mittwoch zum Beispiel,

ist Fußballnachmittag. Von

15.30 Uhr – 17.00 Uhr werden Jungen

als auch Mädchen von einem

lizenzierten Jugendfußballtrainer

trainiert. Jeden zweiten Donnerstag

bekommt das KiFaZ Besuch vom

Spielemobil des Querxenlandes.

Dieses ist voll gepackt mit vielen interessanten

Dingen zum Ausprobieren

für drinnen und draußen oder

mit Material zum Basteln. Im Haus

steht den Kindern und Jugendlichen

ein großer Gemeinschaftsraum mit

gemütlicher Lounge-Ecke, Musikanlage

und Zocker-Equipment, ein

Multimediaraum für medienpädagogische

Digitalprojekte, eine gut

ausgestattete Küche mit mehreren

Arbeitsplätzen sowie ein Sportraum

für Tanz, Tischtennis oder Yoga zur

Verfügung. Während ihres Aufenthalts

im KiFaZ können die Kinder

und Jugendlichen selbst zu bereitete

Snacks oder eine Suppe und

Getränke bekommen.

„Jeder Besucher weiß, dass es im

KiFaZ Regeln zu beachten gibt und

wir mit unseren Tools gezielt soziale

Kompetenzen schulen“ erklärt Johannes

Breuer. Da ist zum Beispiel

der Mitmeck, kurz für Mecker-Mittwoch.

An jedem letzten Mittwoch

im Monat machen wir mit unseren

Kindern und Jugendlichen einen

Monatsrückblick und eine Feedbackrunde.

Diese Zeit ist reserviert,

um Kritik zu üben, Wünsche zu

äußern und diese Themen gemeinsam

zu besprechen. Angelegt sind

diese Runden nach dem Workshop-

Prinzip. Am Ende gibt es für jeden

Besucher eine Einschätzung anhand

von Ampelfarben. Grün heiß,

alles prima. Eine gelbe Bewertung

ist ein kleines Warnsignal. Hat ein

Besucher eine bestimmte Anzahl

von gelben Punkten erreicht, wird

sein Verhalten mit einer Woche

Hausverbot sanktioniert, ein roter

Punkt bedeutet sofortiges Hausverbot

für eine Woche. „Die Anzahl

der ausgesprochenen Hausverbote

ist überschaubar, die Kinder- und

Jugendlichen fordern sich ihre Bewertung

tatsächlich auch aktiv ein

und die Teilnahme am Mitmeck ist

sehr hoch“ so Johannes Breuer.

Das KiFaZ richtet sich aber nicht

nur an Kinder und Jugendliche. Jeden

Montag gibt es ein Eltern-Café.

Das ist eine lockere Gesprächsrunde,

meist ohne thematischen

Schwerpunkt. Ziel ist es, auch eine

Gemeinschaft unter den Eltern zu

fördern und ihnen die Gelegenheit

zu geben, einfach mal in einem vertrauten

Umfeld reden zu können.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag von 13:30 Uhr

bis 17:30 Uhr (für die 6 bis 12-Jährigen

jeweils bis 18:00 Uhr) In den

Ferien gelten eventuell abweichende

Öffnungszeiten und ein gesondertes

Ferienprogramm (siehe aktuelle

Ferienpläne auf unserer facebook

Seite).

Das KiFaZ ist ein Projekt des CJD

Sachsen (Christliches Jugenddorfwerk

Deutschland e.V.) und wird

vom Landkreis Görlitz gefördert.

Info CJD: Das CJD Sachsen bietet

Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen

sowie deren Eltern differenzierte

ambulante Hilfen sowie

teilstationäre und stationäre Maßnahmen

in Schulen, Sozialräumen,

Lebensorten und Einrichtungen an,

die an den individuellen Bedarfen

und Ressourcen der jungen Menschen

orientiert sind. (Quelle www.

cjd-sachsen.de)

Kontakt:

KiFaZ

Mozartstraße 1

02708 Löbau

Ansprechpartner:

Johannes Breuer

Telefon: 03585 83 37 57

facebook: https://www.facebook.

com/Kifaz-Löbau

LÖBAUERLEBEN

46


Offener Jugendtreff in der Waschküche vom CVJM

Waschkessel, -mittel und -brett sind

längst ausgezogen, der Name aber

ist geblieben. Heute heißt der offene

Jugendtreff und Treff für junge Erwachsene

vom CVJM (Christlicher

Verein Junger Menschen) Waschküche,

in Erinnerung an die ursprüngliche

Nutzung der Räume im

ehemaligen Jünglingsheim an der

Martin-Luther-Straße 5 in Löbau.

An dieser Adresse befindet sich

Löbaus ältestes Vereinshaus, welches

seit jeher vom CVJM genutzt

wird. Heute bildet der Jugendtreff

Waschküche das Zentrum der Jugendarbeit

beim CVJM. Diese hat

schon eine lange Tradition in der

Martin-Luther-Straße. Im sogenannten

Jünglingsheim sollten zur

Jahrhundertwende vom 19. zum 20.

Jahrhundert junge Männer vor den

Gefahren der Trunkenheit geschützt

werden. Über die nachfolgenden

Jahrzehnte war es immer ein Haus,

welches bestrebt war, junge Menschen

dabei zu unterstützen, eine

sinnvolle Perspektive im Leben zu

finden, mit Unterbrechung in der

Zeit während des Nationalsozialismus.

Mitte der 1990’er Jahre wurde

ein Bauwagen auf dem Gelände des

CVJM aufgestellt. Dieser Wagen war

ein mobiles Angebot der Jugendarbeit

im Altkreis Löbau. 1995 wurde

die Arbeit des Bauwagenteams eingestellt.

Die jugendlichen Nutzer

und die Mitarbeiter merken deutlich

das Fehlen solcher Angebote und

die ehemalige Waschküche wurde

zu einem festen Treffpunkt für Jugendliche

und junge Erwachsene

umgebaut.

Die Gäste im Waschküchen-Treff

sind im Kern zwischen 12 und 20

Jahren alt.

Heute besteht der Bereich aus verschiedenen

Räumen, die zu einer

unterschiedlichen Nutzung einladen.

Jeder kann kommen, unabhängig

davon, ob man einer Konfession

angehört oder nicht. Die Angebote

werden von zwei hauptamtlichen

und ca. 10 ehrenamtlichen Mitarbeitern

geleitet. Meist sind es lockere

Runden, die Besucher spielen

Tischtennis, Dart oder andere Spiele.

Ein wichtiger Punkt ist die Freizeitgestaltung

in der Gemeinschaft

und miteinander ins Gespräch zu

kommen. Am Tresen des Treffs gibt

es alkoholfreie Getränke und ein

kleines Imbissangebot. Beides wird

ausschließlich zum Wareneinsatzpreis

angeboten.

Marco Süßmitt ist Sozialarbeiter für

die Jugendberatung in der Waschküche

und Christoph Adler als

Referent für Jugendarbeit begleitet

die Angebote seit den ersten Tagen.

„Die Waschküche ist das zentrale

Angebot vom CVJM. Wir beobachten

den Bedarf unserer Gäste, die

die Waschküche nutzen, sehr genau.

Daraus entwickeln wir weitere Angebote

für Jugendliche und junge

Erwachsene. Im Moment haben wir

neben den Treffs in der Waschküche

eine sehr gut besuchte Volleyballgruppe,

einen Gitarrenkurs oder

ein Bandprojekt auf der Veranstaltungsliste.

Als ganz neuen Baustein

befindet sich gerade ein regelmäßig

stattfindendes Pfadfinderlager im

Aufbau“, erzählt Christoph Adler.

„Wir versuchen unsere Jugendlichen

sehr oft mit einzubinden. Im letzten

Jahr haben wir mehrere Zentner

Obst gesammelt und diese zu einem

lokalen Fruchtsafthersteller gebracht.

Unsere Jugendlichen haben

so im letzten Winter mitgeholfen

Vorräte anzulegen und waren sehr

stolz, als ihr Apfelsaft im Ausschank

zu finden war“ verrät Christoph Adler.

Einen religiösen Hintergrund oder

eine religiöse Bindung oder Überzeugung

braucht es für die Nutzung

der Angebote rund um die Waschküche

nicht. „Diese Frage erreicht uns

immer wieder“, so Christoph Adler.

„Unsere jungen Gäste sollten aber

wissen, dass sie in unserem Haus

religiöse Symbole oder Elemente

finden werden. Vor den Mahlzeiten

halten wir zum Beispiel ein kurzes

Tischgebet. Jugendliche haben so

die Möglichkeit in einer offenen Atmosphäre

über Fragen des Lebens

und des Glaubens ins Gespräch zu

kommen.“

Die CVJM Bewegung hat seine

Ursprünge in London (YMCA) in

der Mitte des 19. Jahrhunderts mit

dem Ziel, jungen Männern dabei zu

helfen, eine Orientierung im Leben

zu finden. Heute ist der Christliche

Verein Junger Menschen eine weltweite

Bewegung und erreicht ca. 64

Millionen Menschen auf allen Kontinenten.

Kontakt:

Jugendtreff Waschküche,

Martin-Luther-Straße 5

02708 Löbau

Öffnungszeiten:

Dienstag und Donnerstag von

16.00 Uhr bis 21.00 Uhr

Angebote:

Sport- und Spielmöglichkeiten (frei

oder bei Bedarf angeleitet), Freunde

zum Miteinanderreden treffen,

Jugendberatung, verschiedenen

Projekte und Aktionen und Hausaufgabenhilfe,

Elterncafé, jeden Freitag von 15.00

Uhr bis 17.00 Uhr

Offenes Volleyballtraining jeden

Sonnabend 17.00 bis 20.00 Uhr

in der Turnhalle der Pestalozzi

Oberschule Löbau

Frauenfrühstück, jeden ersten

Donnerstag im Monat ab 9.00 Uhr

Telefon: 03585 40 39 66

E-Mail: cvjm-loebau@web.de

www.cvjm-loebau.de

47

LÖBAUERLEBEN


Die Löbauer Kommunalgarde

Ein Unternehmen zwischen Wohlwollen

und Ungehorsam

von Arnd Krenz

Heute wie früher gilt Löbau

als friedliches, beschauliches

Städtchen. Zwar haben sich

die Stadtväter im ausgehenden

19. Jahrhundert um eine Militärstationierung

bemüht und

sie später auch erhalten – die

Bürgerschaft indes blieb im

Geiste zivil. Auf Unterordnung

und Drill hatte sie keine Lust.

Besonders zeigte sich das in

der Ära sächsischer Kommunalgarden.

Eine Revolution in Frankreich

und Unruhen in Sachsen

Leipziger Kommunalgarde

Wieder einmal waren es die Franzosen,

welche ihren Aufruhr nach

Deutschland hinübertrugen. Im Juli

1830 jagten sie ihren König Karl X.

davon, nachdem er versucht hatte,

das Parlament aufzulösen und damit

die Vorherrschaft des Adels zu

sichern. Bedingt durch eine rezessive

Wirtschaft und starre politische

Strukturen, brachen auch in Sachsen

Unruhen aus. Hauptsächlich in

Dresden und Leipzig griffen Handwerker,

Arbeiter sowie Studenten

staatliche Einrichtungen an. Der

Stadtrat von Leipzig bildete daraufhin

am 2. September eine Kommunalgarde,

die mit dem „Mandat zur

Errichtung von Communalgarden“

im Nachhinein höchste gesetzliche

Legitimation erhielt. Mehr noch

waren nach diesem Vorbild zwecks

Aufrechterhaltung der Ruhe und

Ordnung sowie zur Sicherung des

öffentlichen und Privateigentums,

überall im Königreich derartige

Bürgerwehren zu bilden. In der

sächsischen Oberlausitz betraf das

die Städte Budissin, Kamenz, Zittau

und Löbau. Zum obersten Chef

der Garden wurde Seine Königliche

Hoheit Prinz Johann Herzog von

Sachsen bestimmt.

Ein unlustiges Häufchen

Dem Mandat folgend bestimmte die

Stadt Löbau am 30. September 1830

den Apothekenbesitzer Christoph

Friedrich Salzmann zum Kommandanten.

Nach Aufbau der Truppe

musste selbige aus ihren Reihen

dann einen neuen Chef wählen.

Überhaupt waren sämtliche Kommandoposten,

vom Rottmeister angefangen

bis zum Kompanieführer,

Wahlfunktionen. Ob man bei der

Garde mitmachen wollte oder nicht,

dazu hatten die Herren der Schöpfung

allerdings keine Option. Alle

gesunden Männer vom 21. bis zum

50. (ab 1837 bis zum 45.) Lebensjahr

mussten ran, und zwar unentgeltlich.

Wie sich jeder heute vorstellen

kann, hielt sich die Lust der Bürger

LÖBAUERLEBEN

48


folglich in Grenzen. Außerdem war

Dresden fern und von Revolution in

Löbau weit und breit nichts zu sehen.

Murrend kamen insgesamt 234

Mann zusammen, die im Ganzen 4

Kompanien bildeten. Vom April bis

Oktober traten sie einmal im Monat

auf dem Markt an, um anschließend

zum Üben auf die Schießwiese zu

marschieren.

Das jedoch ging eher schlecht als

recht vonstatten. Grund war einerseits

die fehlende Motivation,

andererseits der Umstand zeitweilig

diktierten Gehorsams. Warum auch

sollte jemand nach der Pfeife des

Nachbarn tanzen, der ihm im ‚richtigen‘

Leben gleichgestellt war? Die

meisten fanden das unmöglich und

geigelten während der Übungen

mehr herum, als dass sie beim Exerzieren

etwas lernten. Manche spotteten

sogar der Kommunalgarde,

indem sie verkleidet in lächerlichen

Klamotten zum Dienst erschienen.

Vom Ausschuss setzte es dafür zwar

Strafen, Ordnung bekam er trotzdem

nicht in den Haufen. Den Vogel

schoss 1834 der Kaufmann Wilhelm

Moritz Trentsch ab. Im Sommer

des Jahres forderte er Neuwahlen

der Zugführer und Kompaniechefs.

Hintenherum versprach er jedem

Angehörigen seiner Kompanie einen

Taler, wenn sie ihn zum Hauptmann

wählten. Obwohl als widerspenstigster

Kommunalgardist bekannt,

passierte das prompt. Der Skandal

war perfekt. Alles lachte und versoff

das Geld anschließend beim

Branntweinbrenner Lippert und

den Rest im Schützenhaus. Da es so

nicht weitergehen konnte, setzten

Prinz und späterer König

Johann von Sachsen

mehrere Gardisten, unter ihnen

der Buchdrucker Johann Friedrich

Hohlfeld ein Gesuch an den Prinzen

Johann ab, er möge die Kommunalgarde

Löbau doch bitte auflösen.

Nach langem Nachbohren gab er

dem 1844 letztendlich statt.

Ein leidiger Nachschlag

Im März 1848 entflammte in

deutschen Landen erneut eine

Revolution (Siehe Artikel S.: 50).

Zwiespältige Gefühle bestimmten

das Klima in Löbau und so kam

es, dass Bürgerschaft und Stadtrat

einen Ausschuss für Volksbewaffnung

bildeten. „Zum Besten der

Stadt“, so hieß es, rief er die 4 Jahre

zuvor abgeschaffte Kommunalgarde

wieder ins Leben. Wie damals

sollte sie weiße Armbinden, an der

Kopfbedeckung aber, als Zeichen

nationaler Einheit, die deutsche

Kokarde tragen. Anders als früher

unterteilte sie der Ausschuss in fünf

Kompanien. Diese gliederten sich in

eine Kompanie mit Gewehren und

Bajonetten, eine nur mit Gewehren

sowie eine Kompanie Lanzenträger.

Dazu kam das blaue Schützenkorps

unter dem Kommandanten Schiller

und das grüne Jägerkorps unter

Hauptmann Laubner. Am Nachmittag

des 13. April versammelten sich

alle auf der Schießwiese und wählten

den Herrn Gerichtsdirektor Advokat

Fellmer zu ihrem Führer.

Schon am 1. Mai trat Fellmer jedoch

zurück und der bisherige Vizekommandant,

der Gastwirt des

„Goldenen Schiffes“ Schiller, erhielt

die Führung. Da er mit Ende der

Revolution aus dem Blickwinkel restaurierter

Machtverhältnisse (siehe

S.: ...) untragbar war, übernahm

der allseits bekannte Bäckermeister

und nachmalige Turmerbauer

Friedrich August Bretschneider die

Kommunalgarde. Als Anhänger der

absoluten Monarchie versuchte er,

sie von revolutionären Elementen

zu reinigen und wieder auf Vordermann

zu bringen. Vergebens:

Die Löbauer verfielen abermals

in die Lethargie der 1830er Jahre.

Sie sahen die Garde als unnütz

und rausgeworfenes Geld an. Wie

ein Aushang des Stadtrates am 12.

März 1856 bekanntgab, hatten ihre

Eingaben Erfolg. Die Löbauer Männerschaft

konnte aufatmen – das

Institut Kommunalgarde war mit

dato aufgelöst.

Quellen: Stadtarchiv Löbau Akten Rep 31,

Nr: 22, 52, 54, 59, 62, 63, 64, 65, 67, 77, 81

ANZEIGE

49

LÖBAUERLEBEN


Truppen (Sächsische und Preußische) am Dresdner Neumarkt. Barrikaden der Aufständigen.

„Hotel de Saxe“, Moritzstraße, „Hotel Stadt Rom“ (v.l.n.r).

Aufregende Tage vor 170 Jahren

von Arnd Krenz

Dieses Jahr gedachten wir zum 170. Mal dem

Ende einer aufsehenerregenden Revolution. In

den Medien hat das Ereignis 2019 keine größeren

Spuren hinterlassen. Schade eigentlich,

denn es war ein wichtiger Meilenstein auf dem

Weg zum geeinten Deutschland. In den Maitagen

1849 sorgten die Geschehnisse auch in Löbau

für gehörigen Tumult.

dann soweit. Die Delegierten verabschiedeten eine Verfassung,

welche ein vereintes Deutschland unter preußischer

Führung vorsah. Doch die Enttäuschung war

groß, denn Friedrich Wilhelm IV. nahm die Kaiserwürde

nicht an. Auch die anderen Landesfürsten lehnten die

neue Reichsverfassung ab. Daraufhin kam es in vielen

deutschen Staaten zu Maiaufständen. In Dresden ging

es am 3. Mai los, worauf die königliche Familie sich samt

Staatsministern in Richtung Königstein davonmachte.

Die Verfassung ist in Gefahr!

Wie im 1830, schwappte im Frühjahr 1848 erneut eine

Revolution von Frankreich nach Deutschland herüber.

Diesmal hatten die unzufriedenen Nachbarn ihren

Bürgerkönig Louis Philippe vom Thron gejagt und die

2. Französische Republik ausgerufen. Die Unruhen

breiteten sich über das gesamte Gebiet des Deutschen

Bundes aus und die Bürger erzwangen Wahlen zu einer

verfassungsgebenden Nationalversammlung. Diese trat

erstmals am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche

zusammen. Nach reichlich 10 Monaten war es

Auf nach Dresden!

Gott sei Dank gab es in Löbau seit über drei Jahren

eine Eisenbahn. Und so dauerte es nicht lange und die

Dresdner Ereignisse schlugen schon am Donnerstag,

den 3. Mai, vor Ort Wellen. Am Abend ging es im Stadt

Breslau (später Oberlausitzer Hof, jetzt Parkplatz Diska-

Markt) hoch her. Der Vaterlandsverein unter Vorsitz von

Advokat Breuer hatte gerufen und die Leute kamen in

Scharen. Das war nicht verwunderlich, schienen doch

die neue Verfassung, ein geeintes Deutschland und damit

ein freieres Leben in Gefahr. Im überfüllten Saal

LÖBAUERLEBEN

50


herrschte eine gereizte Atmosphäre. Zwischen lauten

Stimmen versuchte sich der Vorsitzende, Gehör zu

verschaffen. Oft vergebens, denn viele, vor allem die

jungen Leute, ließen ihrer Wut freien Lauf. Parolen, die

man noch gestern für unmöglich hielt, tönten durch die

stickige Luft: „Auf nach Dresden“, „Schlagt das Luderzeug

tot“ und „Runter mit der Krone“, waren nur einige

davon. Für etwas Besonnenheit und Ruhe sorgten dann

der anwesende Kommandant der Kommunalgarde Karl

Schiller (siehe Artikel S.: 48) sowie der Buchdrucker

und Herausgeber des Sächsischen Postillons Johann

Friedrich Hohlfeld. Sie beschwichtigten und brachten

den Beschluss ein, gleich morgen an die umliegenden

Ortschaften zu schreiben und zum Marsch nach Dresden

aufzurufen. Entsprechende Flugblätter ließ Hohlfeld

umgehend in seiner Druckerei anfertigen.

Tags darauf am Freitag

trat die Kommunalgarde

in Aktion. Sie

rief ihre Mitglieder

am Abend ebenfalls

ins Stadt Breslau,

wo Kommandant

Schiller die frisch

gedruckte Proklamation

der Dresdner

provisorischen Regierung

(siehe Bild)

verlas. Wieder kam

es zu Tumulten und

der Aufforderung,

nach Dresden zu

marschieren. Schiller ließ daraufhin am Sonnabend,

dem 05. Mai, Generalmarsch blasen, was bedeutete,

die Kommunalgarde hatte sich auf dem Marktplatz zu

versammeln. Rückhalt glaubte er bei den Stadtoberen

zu haben, denn Bürgermeister Friedrich sowie die

Ratsherren hatten sich seines Wissens bereits der neuen

Regierung unterstellt. Anders jedoch die Bahnbeamten.

Sie fühlten sich nach wie vor ihrem Eid gegenüber dem

König verpflichtet. Als Schiller einen Extrazug forderte,

lehnte Bahnhofsinspektor Burgsdorf dies ab und die

Kampfeswilligen musste dableiben. Nur einige, darunter

der Buchdrucker Hohlfeld, lösten eine Fahrkarte und

fuhren auf eigene Kosten in Richtung Dresden. Der große

Rest folgte am Montag. Nachdem auch die Burschen

aus den umliegenden Ortschaften in Löbau eingetroffen

waren, marschierten sie zu Fuß los. Wer von ihnen keine

Waffe hatte, bekam diese einschließlich Munition im

Rathaus. Als sie unterwegs erfuhren, dass es um die Sache

der Freischärler schlecht stand, kehrten die meisten

aber unverrichteter Dinge wieder um.

Reißt die Schienen raus!

Schon an 4. Mai war durchgesickert, dass der sächsische

König zur Niederschlagung des Aufstandes preußisches

Militär angefordert hatte, da seine Truppen im Schleswig-Holsteinischen

Krieg gebunden waren. „Wir müssen

die Preußen aufhalten“, meinte daraufhin einer während

der Versammlung im Stadt Breslau. „Zu diesem Zweck

sollten wir den neuen Eisenbahnviadukt zum Sprengen

vorbereiten“, schlug er vor. „Wenn der Militärzug drüber

fährt, jagen wir ihn hoch.“ Aufregung und Widerworte

machten sich breit. „Verflucht sei der, der Hand an die

Brücke legt“, rief Schuldirektor Kretschmer empört. Advokat

Walz wiederum gab zu bedenken, dass die preußischen

Soldaten doch auch Menschen seien. Sie zu töten,

wäre ein Verbrechen. Hin und her ging darauf der Streit,

bis man sich schließlich einigte, beim Herannahen des

Zuges die Schienen zwischen dem Dolgowitzer Berg und

Paulsdorf aufzureißen.

Bahnstrecke Löbau - Görlitz höhe Dolgowitzer Berg

Kommandant Schiller bestimmte dazu die 5. Kompanie.

Noch in der Nacht bezogen einige Gardisten Posten auf

der Dolgowitzer Anhöhe. Andere standen mit Brechstangen

an den Gleisen und zwei Mann auf dem Turm

der Nikolaikirche. Sobald sie das Leuchtsignal vom Berg

sahen, sollten sie in der Stadt Alarm schlagen. Nach

mehreren Versuchen stellten die Männer an der Strecke

jedoch fest, dass sie mit ihren Werkzeugen den Schienen

nichts anhaben konnten. Zudem kamen die Preußen

nicht von Görlitz, sondern aus Richtung Berlin. Am

10. Mai traf das Gros der Soldaten in Dresden ein. Zu

diesem Zeitpunkt allerdings war der Dresdner Aufstand

längst niedergeschlagen und deren Anführer geflohen.

Friedrich August II. kehrte nach Dresden zurück und

der Rachefeldzug begann ...

Quelle: Stadtarchiv Löbau Akte Rep 6, Loc 10, Nr.: 533

51

LÖBAUERLEBEN


1.160 Wohnungen bieten wir eine Auswahl, die

den unterschiedlichsten Wohnwünschen entgegen

kommt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine