2020-01-05 Bayreuther Sonntagszeitung

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Bayreuther Sonntagszeitung

Aktuell 5. Januar 2020 7

Humboldt im Bewußtsein der Region

Kulturforum Goldkronach zieht positive Bilanz des Jubiläumsjahres

GOLDKRONACH. Im zu Ende

gegangenen Jubiläumsjahr

„250 Jahre Alexander von

Humboldt“ trug das Alexander

von Humboldt-Kulturforum

Schloss Goldkronach e.V.

mit insgesamt über 20 eigenen

Veranstaltungen dazu

bei, dass der Univeralgelehrte

im Bewußtsein der Region

stärker verankert wird.

Besonders ging es laut Hartmut

Koschyk, dem Vorsitzenden

des Kulturforums, auch darum,

aufzuzeigen, welche Wichtigkeit

die „fränkischen Jahre“ Humboldts

von 1792 bis 1797 für

dessen gesamte Entwicklung

als Persönlichkeit und Forscher

hatten.

Das Veranstaltungsprogramm

bot eine bunte Mischung

aus wissenschaftlichen

Vorträgen und Tagungen,

Kulturprojekten, Festveranstaltungen

und geselligen

Treffen. „Besonders stolz sind

wir, zwei neue Humboldt-Theater-Inszenierungen

und

den Fränkischen Alexander von

Humboldt-Nachwuchspreis auf

den Weg gebracht zu haben.

Aber auch unsere Humboldt-

Spezialitäten bewirken, dass

der Universalgelehrte sprichwörtlich

in aller Munde ist“, so

Hartmut Koschyk. Die Humboldt-Spezialitäten

reichen von

den Humboldt-Seufzerla über

den Humboldt-Trunk bis hin zu

Humboldt-Laabla und -Laib,

Humboldt-Kaffee und Hum-

Hartmut Koschyk, der Vorsitzende des Alexander von Humboldt-

Kulturforums Schloss Goldkronach e.V., dankte Olga Martens,

der stellvertretenden Vorsitzenden des Internationalen Verbandes

der Deutschen Kultur in Moskau, für die gute Zusammenarbeit.

Foto: Roland Schmidt

boldt-Goldsaiblingen. Zudem

gibt es die eigens gezüchtete

Alexander von Humboldt-Rose.

Hartmut Koschyk freute sich

außerdem, dass jetzt die Ampel

für den projektierten Goldkronacher

Alexander von

Humboldt-Museumspark auf

Grün gestellt ist. Das 1,8 Millionen

Euro teure Projekt, das von

vielen Seiten gefördert wird,

werde „Goldkronach ein gewisses

Alleinstellungsmerkmal in

der Region bieten“, so der Vorsitzende

des Kulturforums.

Als Detail im Museumspark

will Bio-Imker Toni Herzing in einem

hohlen Baumstamm wie

im Regenwald ein Bienenvolk

ansiedeln. Durch Scheiben

kann man dann beobachten,

wie sich die Bienen in dem

Baumstamm natürlich entwickeln.

Im Humboldt-Park wird

auch eine original Blautanne

aus Sibirien gepflanzt. Der

Baum ist ein Symbol für die Zusammenarbeit

zwischen dem

Alexander von Humboldt-Kulturforum

Schloss Goldkronach

und dem Internationalen Verband

der Deutschen Kultur in

Moskau, der als Dachverband

die etwa 500.000 Deutschen in

Rußland vertritt.

Der Verband griff 2019 das

190-jährige Jubiläum der Rußland-Reise

Humboldts im Jahr

1829 auf und organisierte insgesamt

zwölf Projekte in allen

Regionen Rußlands, die der

Universalgelehrte seinerzeit besuchte.

Besonderer Wert wurde

dabei auf die Einbeziehung der

Jugend gelegt.

Besonderes Highlight war

das Deutsch-Russische Theaterstück

„Was die Welt im Innersten

zusammenhält“ von Autorin Monika

Gossmann. Das Stück hatte

seine Premiere in Omsk und

wurde anschließend in Moskau,

auf der Reichshof-Kulturbühne in

Bayreuth und schließlich im

Haus der Deutsch-Russischen

Wissenschaft und Kultur in Berlin

aufgeführt. In dem Stück wird

Humboldts Leben in eineinhalb

Stunden mit Schwerpunkt auf

seiner Rußlandreise dargestellt.

Beschrieben wird auch das Verhältnis

von Humboldt zu Goethe

und Schiller bis hin zur These,

dass für Goethes Faust Humboldt

eine gewisse Vorbildfunktion

hatte.

Olga Martens, die stellvertretende

Vorsitzende des Internationalen

Verbandes der Deutschen

Kultur, hob hervor, dass

durch die Aktivitäten der Bekanntsheitsgrad

Humboldts in

Rußland deutlich gewachsen

sei. Bei den durchgeführten Recherchen

seien auch etliche

verschwunden geglaubte Sachen

wieder aufgefunden worden,

etwa die von Aljabjev komponierte

„Humboldt-Hymne“. rs

Junge Forscher im Blick

Fränkischer Alexander von Humboldt-

Nachwuchspreis erstmals ausgelobt

GOLDKRONACH. Anlässlich

des 250. Geburtstages

von Alexander von Humboldt

am 14. September

2019 und eingedenk seines

Wirkens in Franken in den

Jahren 1792 bis 1797 stiftet

das Alexander von Humboldt-Kulturforum

Schloss

Goldkronach e.V. mit Unterstützung

der Rainer Markgraf

Stiftung erstmalig den

Fränkischen Alexander von

Humboldt-Nachwuchspreis.

Gewürdigt werden soll mit

dem Preis die für Franken bedeutsame

Beschäftigung von

Einzelpersonen oder Gruppen

mit Mitgliedern im Alter

zwischen 15 und 35 Jahren

mit dem Wirken Alexander

von Humboldts in der Region

zwischen 1792 und 1797.

Humboldt interessierte

sich als Bergbeamter nicht

nur für die ökonomische Entwicklung

seiner Reviere. Ihm

lag vielmehr auch der sorgsame

und nachhaltige Umgang

mit den natürlichen Ressourcen

besonders am Herzen.

Dabei vergaß er aber auch

nicht das Wohlergehen sowie

die Bildung der Bergleute und

deren Familien. Die kollegiale

Zusammenarbeit mit den einheimischen

Beamten und

Bergleuten war dabei selbstverständlich.

Die Befassung mit den

fränkischen Jahren Alexander

von Humboldts kann dabei

auf dem Gebiet der Wissenschaft,

der Technik sowie aller

Formen der Kunst erfolgen.

Die Auseinandersetzung mit

dem fränkischen Erbe Humboldts

soll nicht nur kurzfristige

Impulse setzen, sondern

muss eine Langzeitwirkung

entfalten.

Die Wettbewerbsbeiträge

können bis zum 1. März

schriftlich, gegenständlich

oder filmisch beim Alexander

von Humboldt-Kulturforum

Schloss Goldkronach e.V.,

Schlossweg 5, 95497 Goldkronach,

eingereicht werden.

Die Beiträge sind in deutscher

Sprache abzufassen, die

deutsche Staatsangehörigkeit

ist aber nicht Voraussetzung

für eine Teilnahme.

Der Fränkische Alexander

von Humboldt-Nachwuchspreis

besteht aus dem mit

5.000 Euro dotierten ersten

Preis, dem mit 3.000 Euro dotierten

zweiten Pries und dem

dritten Preis, für den es 2.000

Euro Preisgeld gibt.

Die Auswahl der Preisträger

obliegt einer hochkarätig

besetzten Jury mit Vertretern

aus Politik, Kultur, Wirtschaft

und Forschung.

Die Verleihung der Preise

erfolgt anlässlich des 251.

Geburtstages von Alexander

von Humboldt am 14. September

2020 in Goldkronach.

rs/red

Die Klinikum Bayreuth GmbH wünscht Ihnen

ein glückliches und gesundes neues Jahr!

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