Berliner Zeitung 09.01.2020

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Groß, größer,BER –darf der neue Flughafen noch wachsen? – Brandenburg Seite 16

Heute

mit

Kulturkalender

6°/9°

Viele Wolken und Regen

Wetter Seite 28

Brennpunkt: Plötzlich zeigt

die Polizei mehr Präsenz

Berlin Seite 12

www.berliner-zeitung.de

Vision und Größenwahn:

Arne Friedrich über Hertha

Sport Seite 20

Donnerstag,9.Januar 2020 Nr.7HA -76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Grausamkeit des Krieges:

Sam Mendes über „1917“

Feuilleton Seite 23

Handball-EM

Mit Emotion

und Akribie

zum Erfolg

VonCarolin Paul

Bei der Europameisterschaft in

Norwegen, Österreich und

Schweden sind die Blicke der deutschen

Handballwelt auf Christian

Prokop gerichtet. DerBundestrainer

soll nach dem vierten Platz bei der

Weltmeisterschaft im vergangenen

Jahr seine Auswahl wieder in das

Halbfinale führen und wenn möglich

den Erfolg mit einer Medaille

krönen. Trotz der

aktuellen Verletzungssituation

und vielen Neulingen

in der

Mannschaft sind

die Ansprüche

also hoch. Deshalb

sind die

Christian Prokop Kreativität und

Trainer der Strategiefreude

DHB-Auswahl des 41-jährigen

Bundestrainers

besonders gefragt.

Dass Prokop sich gut auskennt

mit schwierigen Situationen, zeigt

sein Lebenslauf. In seiner aktiven

Phase erlitt er bei einem B-Auswahlspiel

gegen Ägypten im Jahr 1999

eine Knieverletzung, die ihn Jahre

beschäftigen sollte. Der zu dieser

Zeit noch beim Zweitligisten Dessauer

HV auflaufende Halblinke

schaffte dennoch den Sprung in die

Erste Liga und landete überWuppertal

bei der GWD Minden. Doch die

gesundheitlichen Probleme zwangen

den damals 22-Jährigen zu einer

drastischen Lösung. Prokop unterzog

sich erneut einer Operation,

schulte seine Bewegungsabläufe

komplett um und agierte zukünftig

nicht mehr als Rechts-, sondern als

Linkshänder.

Knieprobleme zwangen ihn dann

aber zum vorzeitigen Wechsel auf die

Trainerbank. Er machte die A-Lizenz

beim DHB und absolvierte ein Sportund

Lehramtsstudium in Magdeburg.

Gleichzeitig trainierte er die

zweite Mannschaft des dortigen SC.

Bundesweite Aufmerksamkeit

zog Prokop auf sich, als er mit dem

SC DHfK Leipzig 2015 den Aufstieg in

die erste Bundesliga bewältigte –mit

etlichen Magdeburger Akteuren, die

dem Trainer gefolgt waren. Sein Programm:

attraktiver Handball, geprägt

von Emotionalität, auf der

Grundlage akribischer Vorbereitung.

Dieses System setzte Prokop so überzeugend

um, dass ihm 2017 das Bundestraineramt

angeboten wurde.

Doch die Arbeit im Verband und im

Verein ist nicht vergleichbar.

Die Spieler waren nicht jung und

formbar, Prokops Spielidee nicht

einfach überzustülpen. Es folgte das

Debakel mit Platz neun bei der EM in

Kroatien, Stimmen über ein Zerwürfnis

mit der Mannschaft wurden

laut. Diese Probleme seien mittlerweile

behoben, bessere Wege der

Kommunikation gefunden, heißt es.

Auch Prokop selbst habe sich hinterfragt.

Die Vorjahres-WM stellt dafür

ein Zeugnis aus und gibt Hoffnung,

dass Christian Prokop jetzt wieder

gewinnbringende Lösungen einfallen.

SportSeite 19

Ein Schritt

zurück

Trotz wüster Drohungen

verzichtet US-Präsident

Donald Trump nach dem

iranischen Raketenangriff

auf US-Stellungen im Irak

auf einen sofortigen

Gegenschlag. Die

politische Vernunft scheint

vorerst über den

kriegerischen Impuls zu

siegen

Donald Trump kündigte am Mittwoch zusätzliche Wirtschaftssanktionen an. Vizepräsident Pence (ganz rechts) und Generalstabschef MarkMilleylauschen andächtig.AFP/JIM WATSON

VonKarlDoemens, Washington

Seine wichtigste Botschaft

verkündet Donald Trump,

noch bevor er seine Rede offiziell

mit einer Begrüßung

begonnen hat:„Solange ich Präsident

bin, wird der Iran nie in den Besitz

von Atomwaffen gelangen“, sagt er

ohne weitere Erläuterung. Es klingt

apodiktisch, aber irgendwie auch

trotzig und hilflos angesichts der Entwicklungen

der vergangenen Tage im

Nahen Osten.

Für seinen ersten öffentlichen

Auftritt nach dem iranischen Raketenangriff

hat Trump eine eindrucksvolle

Inszenierung gewählt. Der

ganze Generalstab hat sich hinter

dem Pult im Grand Foyerdes Weißen

Hauses aufgereiht. An der Seite stehen

Vizepräsident Mike Pence, Verteidigungsminister

Mark Esper und

Außenminister Mike Pompeo –und

zwei Teleprompter. Von denen liest

Trump gegen seine Gewohnheit Wort

für Wort ab.Erwill an diesem Januarmorgen

den Staatsmann geben. Und

er widersteht der impulsiven Versuchung,

den Anschlag mit einem noch

härteren Gegenschlag zu kontern.

„Falls der Iran irgendetwas tut, das

er nicht tun sollte,wirdersehr ernste

Konsequenzen erleiden“, hatte

Trump noch am Dienstag gedroht.

Daswar,bevor in den Situation Room

des Weißen Hauses gerufen wurde.

Dieimabhörsicheren Krisenzentrum

versammelten Militärberater waren

sich aufgrund von Geheimdienstberichten

sicher,dass ein iranischerVergeltungsangriff

für dieTötung des Generals

Ghassem Soleimani im Irak

unmittelbar bevorstand.

Schon da tat der Präsident der

USA etwas Ungewöhnliches: Er hielt

sich zurück. Weder twitterte er eine

erneute kriegerische Drohung, noch

ordnete er einen Präventivschlag an.

Nach Angaben aus Bagdad warnten

die Amerikaner die Iraker vorder Gefahr

für die gemeinsamen Stützpunkte.

Ansonsten schwieg Trump

zunächst. Erst vier Stunden nach der

Explosion von mehr als einem Dutzend

Raketen auf den Militärbasen

Ain al-Assad westlich von Bagdad

und im nördlichen Erbil meldete er

sich am amerikanischen Abend per

Twitter zuWort:„Allesist gut.“

Beinahe erleichtertklingt er auch,

als er am Mittwoch dann vordieWeltöffentlichkeit

tritt. „Die Amerikaner

sollten sehr dankbar und froh sein“,

erklärt er. Bei dem iranischen Raketenangriff

sei nämlich kein US-Bürger

zu Schaden gekommen. Zwar

wettertTrump dann minutenlang wider

das Mullah-Regime. Aber seine

Reaktion fällt vergleichsweise maßvoll

aus: „Ich werdeweiteremächtige

Sanktionen gegen den Iran verhängen.“

Ansonsten enthält sich Trump

jeder weiteren militärischen Drohung

und versichert stattdessen, er

wolle, dass der Iran mit einer veränderten

Politik „eine große Zukunft

undWohlstand“ erlebe.

Trump scheint zu spüren, dass er

an einer Wegscheide und der größten

Herausforderung seiner Präsidentschaft

steht: Mit dem Versprechen,

die amerikanischen Truppen aus

dem Nahen OstennachHause zu holen,

ist er vonden kriegsmüden Amerikanern

ins Amt gewählt worden.

Mitseinenwahnwitzigen Drohungen

„Solange ich Präsident bin,

wird der Iran nie in den Besitz

von Atomwaffen gelangen.“

Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

bis hin zur Zerstörung vonKulturstätten

im Falle eines iranischen Angriffs

hat er sich zuletzt unter enormen

Zugzwang gesetzt. Wenn er nun die

Eskalationsspirale weiterdrehen

würde, könnte das mehr als eine

ganzeWeltregion in Flammen setzen.

Trump müsste als Kriegspräsident

um seine Wiederwahl gegen die TV-

Bildervon Soldaten-Särgen kämpfen.

In der Iran-Krise ist der Präsident

bislang einenatemberaubenden Slalomkurs

gefahren. Im vergangenen

Frühjahr hat er nach dem Abschuss

einer US-Drohne einen bereits befohlenen

Militärschlag in letzter Minute

abgesagt. Er hat versprochen,

die 5000 US-Soldaten aus dem Irak

abzuziehen und zuletzt doch Hunderte

weitere dorthin in Marsch gesetzt.

Die Kommunikation seit der

Tötung des Top-Generals Soleimani

ist chaotisch: Mal beschrieb die US-

Regierung die Aktion als Vergeltung

für frühere Terrorakte, dann als Notwehr

zur Abwendung unmittelbar

bevorstehender Anschläge, ohne für

solche Pläne Belege vorzulegen.

Eine schlüssige Erklärung seiner

Strategie im Nahen Osten bleibt

Trump auch am Mittwoch schuldig.

Mit maximalem Druck wollte er die

Mullahs an den Verhandlungstisch

und zu einem besseren Abkommen

zwingen. Tatsächlich provozierte er

nur weitereTerrorakte.Die einstmals

ausgesetzte Entwicklung einer Atombombe

hat Teheran nun wieder auf-

Hoch hinaus in

der neuen

Siemensstadt

Kühner Entwurf für

geplanten Zukunftscampus

VonUlrich Paul

Das Berliner Architekturbüro

Ortner +Ortner hat mit einem

Plan zum Baumehrerer Hochhäuser

den städtebaulichen Wettbewerb für

den Zukunftscampus in der Siemensstadt

gewonnen. Das Zentrum

des neuen Quartiers soll dabei ein

bis zu 150 Meter hohes Hochhaus

mit einem davor liegenden Stadtplatz

bilden. Weitere 60Meter hohe

Bauten sind am Rand des 70 Hektar

großen Gebiets in Spandau geplant,

heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten

Mitteilung von Siemens.

Diese Gebäude sollen die Eingänge

zu dem Areal markieren.

18 Architekturbüros hatten sich

an dem städtebaulichenWettbewerb

beteiligt, 17 von ihnen reichten

einen Entwurf ein. Die 16-köpfige

Jury kürte den Entwurf von Ortner +

Ortner einstimmig zum Sieger.

„Berlin darfsich auf ein neues,innovatives

Stadtquartier freuen, dass

in besonderer Weise Potenziale und

Chancen nutzt“, sagte der Regierende

Bürgermeister MichaelMüller

(SPD), der der Jury angehörte. Siemens-Vorstandsmitglied

Cedric

Neike sagte: „Es wird ein neuer, lebenswerter

Stadtteil entstehen, in

dem die Bürger wohnen, arbeiten,

lernen und forschen können.“

In der neuen Siemensstadt sollen

neben Büros, Forschungs- und Produktionsstätten

rund 2750 Wohnungen

entstehen, 30 Prozent davon

Sozialwohnungen. Siemens will bis

zu 600 Millionen Euro in den Baudes

neuen Stadtquartiers investieren.

Die Bauarbeiten sollen 2022 beginnen

und möglichst bis 2030 abgeschlossen

werden.

Der Wettbewerbssieger habe es

am besten vermocht, das Herzstück

der alten Siemensstadt rund um das

Verwaltungsgebäude und das

Schaltwerkmit der Idee für die neue

Siemensstadt zu verbinden, sagte

Stadtentwicklungssenatorin Katrin

Lompscher (Linke). Und Wirtschaftssenatorin

Ramona Pop

(Grüne) stellte fest: „Der städtebauliche

Wettbewerb Siemensstadt 2.0

hat gezeigt, wie Industrie,Politik und

Verwaltung in Berlin Hand in Hand

erfolgreich für die Industriestadt

Berlin zusammenarbeiten.“

Tagesthema Seite2

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Entgelt bezahlt

genommen. Und nach der Tötung

von Soleimani solidarisierten sich

Hunderttausende Bürger mit dem

iranischen Regime.

Optimisten immerhin glauben,

dass Trump in der aktuellen Lage

erstmals echte Führungsstärke zeigen

könnte. Von einer möglichen

Atempauseinder bedrohlichen Eskalation

des Iran-Konflikts ist die Rede.

„Das ist eine erstklassige Gelegenheit,

um einen Schritt zurückzutreten und

eine weltweite Führungsrolle zu

übernehmen“, sagte Fregattenkapitän

Kirk Lippold, der Kommandeur

des 2000 im Hafen von Aden durch

Al-Kaida beschossenen Zerstörers

USS Cole in der Frühstücks-Talkshow

„Fox &Friends“: „Wir müssen zeigen,

dass wir die Erwachsenen im Raum

sind.“

So könnte auch Irans oberster

Führer Ajatollah Ali Chamenei kalkulieren.

Er nannte den Vergeltungsakt

zwar eine „Ohrfeige gegen die Amerikaner“

und drohte,ein solcherAngriff

reiche nicht aus. Doch zugleich sieht

es so aus,als wollten die Iraner einen

Wegaus derEskalation offenhalten.

Inmitten des Konflikts ist im Iran

ein ukrainisches Passagierflugzeug

abgestürzt –alle 176 Menschen an

Bord kamen ums Leben. Nach Angaben

des Kiewer Außenministeriums

waren drei Deutsche an Bord. Das

Auswärtige Amt erklärte dagegen, es

habe „derzeit keine Erkenntnisse,

nach denen sich deutsche Staatsangehörige

unter den Opfern“ befinden.

Die Ursache des Absturzes kurz

nach dem Startder Maschine inTeheran

war zunächst unklar. Spekulationen

darüber verböten sich, sagte Regierungssprecher

Steffen Seibert.

Zahlreiche Fluggesellschaften stoppten

ihreFlüge über dem Iran und Irak

vorerst, auch die Lufthansa. (mit dpa)

Politik Seite 5, Feuilleton Seite 21, Panorama

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2* Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Tagesthema

Stadtentwicklung

Siemens gestaltet seinen traditionsreichen Standort

in Spandau zum Zukunftscampus. Am Mittwoch

wurde der Siegerentwurf gekürt.

Blick auf die Siemensstadt. Das Viertel, das vor mehr als hundertJahren entstand, soll zu einem modernen Stadtquartier mit Arbeitsplätzen für eine digitale Zukunft ausgebaut werden.

JÜRGEN HEINRICH/IMAGO STOCK&PEOPLE

Hier soll das autonome

Fahren erforscht und getestet

werden, hier soll

an Lösungen für den Klimaschutz

gearbeitet werden, und

hier sollen neue, auch preiswerte

Wohnungen entstehen – umgeben

von viel Grün. DerWeltkonzern Siemens

will mehr als einhundertJahre

nach dem Bau der Siemensstadt in

Spandau seinen traditionsreichen

Standort in Berlin zu einem Zukunftscampus

entwickeln.

Gestaltet werden soll die neue

Siemensstadt nach Plänen des Berliner

Architekturbüros Ortner +Ortner

und des Büros capatti staubach

Urbane Landschaften. Ihr Entwurf

ist am Mittwoch im städtebaulichen

Wettbewerb zum Sieger gekürt worden.

Neben dem Bau verschiedener

Hochhäuser und eines zentralen

Platzes setzt der Plan auf Einfachheit.

Sämtliche Erdgeschosszonen

sollen zu einem durchgängigen und

öffentlichen „Stadtgeschoss“ gestaltet

werden. Diealten Schaltwerkhallen

vonSiemens werden zum Teil für

eine öffentliche und kulturelle Nutzung

umgestaltet, und das Schaltwerkhochhaus

soll neben Büros

auch Wohnungen und ein Hotel aufnehmen.

„Die Jury sieht in diesem

Entwurf eine gute Grundlage für die

Gestaltung der zukünftigen Siemensstadt“,

sagte der Architekt Stefan

Behnisch, der die Jury-Sitzung

geleitet hatte. Der Plan zeichne kein

fertiges Bild, sondernlasse Raum für

notwendige Entwicklungen. Zugleich

gehe der Entwurf respektvoll

mit den historischen Gebäuden um

und sehe eine zeitgemäße Nutzung

für diese vor.

Zum neuen Geist gehört, dass

Siemens sein bislang für die Öffentlichkeit

unzugängliches Industrieareal

zur Nachbarschaft öffnen will.

DasneueViertel soll zugleichVorbild

für eine ökologische Stadtgestaltung

werden: Als ein im Betrieb CO 2 -neutraler

Standort, „bei dem Ressourceneffizienz

und nachwachsende Rohstoffe

bereits im Planungsprozess

mitgedacht werden“, wie es heißt.

Bei der Verkehrskonzeption sollen

innovative Mobilitätsangebote einfließen,

darunter solche für Carsharing

und autonomes Fahren. Auch

die Siemensbahn soll wieder in Betrieb

genommen werden. Damit erhält

das neue Stadtviertel eine leistungsfähige

S-Bahnverbindung, die

zugleich die neuen Wohnviertel in

Haselhorst erschließen soll.

Investition von600 Millionen Euro

Im Oktober 2018 hatte Siemens mit

Vertretern des Senats vereinbart,

dass der Weltkonzern seinen Standort

inSpandau zu einem Zukunftscampus

umgestaltet. Bis zu600 Millionen

Euro sollen in die neue Arbeits-

und Lebenswelt investiert

werden. „Wir planen ein integratives

Ökosystem, wo große, kleine und

mittelständische Unternehmen,

Start-ups sowie Universitäten zusammenkommen“,

sagte die Gesamtprojektleiterin

für die Siemensstadt

Karina Rigbyvor dem Startdes

Wettbewerbs zur Berliner Zeitung.

Es werden zugleich rund 2750 Wohnungen

entstehen, 30 Prozent davon

mietpreisgebunden.

Die Jury des städtebaulichen

Wettbewerbs kam passend zum geplanten

Wandel von Siemens in einer

umgebauten Lagerhalle auf dem

Gelände des alten Dynamowerks

Die neue Siemensstadt

Havel

Daumstr.

SPANDAU

Rhenaniastr.

HASELHORST

Gartenfelder Str.

Haselhorst

Spree

VonUlrich Paul

Begrünte Plätze und ein Hochhaus: Der Sieger-Entwurf von Ortner +Ortner.

Nonnendammallee

Wettbewerbsgebiet für

die neue Siemensstadt

Rohrdamm

SIEMENSSTADT

Flughafen Tegel

Rohrdamm

Saatwinkler Damm

Heckerdamm

Siemensdamm

SIEMENS

Siemensdamm

BLZ/GALANTY

zusammen. Die1000 Quadratmeter

große Halle mit Pfeilern inBeton-

Optik spiegelt nicht nur die Geschichte

des Konzerns wider, sondern

steht laut Siemens zugleich für

„den Aufbruch ins Neue“. In den vergangenen

Monaten hat Siemens in

dem Gebäude mit dem Kürzel„A32“

Räume für gemeinsames Arbeiten,

Coworking genannt, eingerichtet.

Die Jury, die über die eingereichten

Entwürfe des Wettbewerbs für die

neue Siemensstadt beriet, tagte dort

streng vertraulich. Teilnehmer berichteten,

dass sie sogar ihre Mobiltelefone

abgeben mussten.

Beim städtebaulichen Wettbewerb

für den Zukunftscampus ging

es noch nicht um die konkrete Architektur,

sondern umdie Anordnung

vonGebäuden, ihreGröße,umStraßen

und Plätzen. Wiedie Häuser gestaltet

werden, soll erst später in Architekturwettbewerben

entschieden

werden. DieBauarbeiten sollen 2022

beginnen. Siemens will das neue

Stadtviertel dann in Etappen realisieren.

Bis 2030 soll alle zwei Jahre

eine neue Phase der Umgestaltung

starten.

Die neue Siemensstadt gilt seit

April 2019 als einer von elf Berliner

Zukunftsorten. Das sind Standorte,

an denen Wirtschafts-, Forschungs-,

und Technologieeinrichtungen zusammenarbeiten.

Zu den elf Orten

gehören unter anderem die Wissenschaftsstadt

in Adlershof, der Biotech-Campus

in Buch, der Euref-

Campus in Schöneberg und der

Flughafen Tegel, der zu einem For-

schungs- und Industriepark entwickelt

werden soll.

Parallel zum städtebaulichen

Wettbewerb beteiligte Siemens Bürger

über einen Online-Dialog und

eine öffentliche Veranstaltung an der

Planung. DieAnregungen der Bürger

fanden zwar keinen Eingang mehr in

den Auslobungstext zum Wettbewerb,

wurden aber der Jury und den

Planern„in Form einesAuswertungsberichtes

als Inspirationsquelle an

die Hand gegeben“, wie es heißt.

Online-Dialog mit den Bürgern

DieBürger wünschten sich unter anderem,

dass günstiger Wohnraum in

Form von Wohnheimen für Studenten

und Auszubildende, Werkswohnungen

für Siemensmitarbeiter und

ein Anteil Sozialwohnungen entsteht.

Auch für Grünflächen und eine

barrierefreie Platzgestaltung sprachen

sie sich aus. Der siegreiche

Wettbewerbsentwurf entspricht vielen

der Wünsche, nur einem eher

nicht: dem Wunsch, dass sich „die

Art der Bebauung an den bestehenden

Strukturen der Siemensstadt

orientieren“ soll. Mit der Hochhausplanung

ist dieser Wunsch kaum zu

vereinbaren. Ausgerechnet bei der

feierlichen Präsentation des Siegerentwurfs

löste sich am Mittwoch das

Hochhaus und ein anderes Gebäude

aus dem Modell, das dem Publikum

gezeigt werden sollte – die Fläche

war plötzlich leer. Das werde ander

Entscheidung nichts mehr ändern,

sagte Siemens-Vorstand Cedric

Neike unter dem Lachen der Gäste.

Und erversprach: „Wir werden auf

jeden Fall besser bauen.“

Ulrich Paul

hofft auf eine Renaissance

des Werkswohnungsbaus.

VonJörg Hunke

Jonas Baum und die Leute von

„Matchbase“ waren gleich am Anfang

dabei. Vorgut einem Jahr begann

die Kooperation zwischen Siemens

und ambitionierten Start-ups

in einer der historischen Industriehallen;

A32 wurde das Projekt genannt,

weil die Lagerhalle des Dynamowerks

schon A32 hieß. Das Ziel:

Aufstrebende Jungunternehmer

sollten den Mitarbeitern des Weltkonzerns

zeigen, wie Ideen schnell

entwickelt und umgesetzt werden

können. Und die Manager des Unternehmens

sollten ihr Fachwissen

aus jahrhundertelanger Firmentradition

weitergeben. Baums Fazit:

WieStart-ups vom Weltkonzern profitieren

„Mehrwert zu stiften, das klappt bisher

gut.“

Baum ist Mitbegründer und Geschäftsführer

der App „Matchbase“.

DasZiel ist es,Fußballteams zusammenzubringen,

damit sie, ohne sich

an einen Verband zu binden, ganz

ungezwungen gegeneinander spielen

können. Die erste Finanzierungsrunde

ist erfolgreich abgeschlossen,

demnächst soll auch einzelnen

Spielern geholfen werden,

einfach und unkompliziert Fußball

im Team zu spielen.

Das Geschäftsmodell hat nicht

unbedingt etwas mit Industrie 4.0 zu

tun, aber Baum kann gut erklären,

wie Lean-Management funktioniert,

also mit wenigen Mitteln eine Idee

zu realisieren. Unddarum geht es inzwischen

sehr oft in der hektischen

Arbeitswelt.

Als Vorzeigeprojekt wird immer

wieder Suncrafter genannt. Am Anfang

war der Ärger darüber, dass defekte

Solarkollektoren nicht mehr repariert,

sondern einfach entsorgt

wurden. „Verschwendung“, dachte

sich die Geschäftsführerin Lisa

Wendzich und überlegte mit ihrem

Team, was zu tun sei. Inzwischen

verwenden sie die Kollektoren, um

Solar-Ladestationen für Elektro-

Fahrzeuge oder Handys zu bauen.

Bei Festivals wie Lollapalooza konnten

sie mit ihren Ladegeräten Smartphone-Nutzern

mit niedrigem

Akku-Status in höchster Nothelfen.

Kooperationen

Zwischen 20 und 30 Start-ups

sind zeitgleich an dem Standort in

der Siemensstadt aktiv. Die Hochschule

für Wirtschaft und Recht hat

die Räume von Siemens gemietet.

An der Hochschule entwickelte

Ideen sollen mit Unterstützung der

Wissenschaft und der Industrie gefördert

und zur Marktreife gebracht

werden, das ist das Ziel. „Es wirdviel

getan, ist aber noch ausbaufähig“,

sagt Baum. VonMindset ist immer

wieder die Rede, also dem Versuch,

Ideen auszutauschen und über Erfahrungen

in Workshops und Vorträgen

zu berichten.

In Zukunft sollen Industrie und

Wissenschaften auch im Wernervon-Siemens-Center

vernetzt werden.

Dort wollen die TU Berlin, die

Fraunhofer-Gesellschaft, die Bundesanstalt

für Materialforschung

und -prüfung und Siemens zusammenarbeiten.

Siemens versucht an

dem Standort aber auch, seine eigenen

Mitarbeiter weiterzubringen. So

wurde im Herbst ein Reparaturzentrum

inSpandau eröffnet. Dort kämen

Technologien wie robotergeführte

Systeme und industrieller 3D-

Druck zum Einsatz, teilte das Unternehmen

mit. 400 Mitarbeiter aus

mehr als zehn Nationen sind dort

beschäftigt.

Auch das Beispiel der Internationalität

zeigt, wie sich Arbeit im 21.

Jahrhundert verändert. Der Wettbewerb

um die klugen Köpfe wird

längst global geführt, so sind in der

Dynamohalle Gespräche in deutscher

und englischer Sprache zu

hören. Die Ankündigung des Autobauers

Tesla, ein Werk in Brandenburg

zu eröffnen und die Expansion,

die Google in der Hauptstadt

betreibt, zeigen, wie attraktiv die

Region geworden ist und wie gefragt

qualifizierte Arbeitskräfte

schon jetzt sind. Und das nicht nur

in den Mega-Bereichen Klimaschutz,

Mobilität und Gesundheit.

„Wir brauchen Ideen“, sagte Siemens-Vorstand

Neike bei einem

Ortstermin im Frühjahr des vergangenen

Jahres. Und junge Menschen,

die das Zeug haben, die Projekte umzusetzen.


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 3

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Seite 3

Irma Bernhard legt ein Buch auf den

Tisch und ihre Hand darauf, als streichele

sie über etwas sehr Wertvolles.

„Ich habe eine Liebe für Dinge, die die

Zeit überdauern. Es ist mehr als Nostalgie“,

sagt sie.„Manche Dinge lösen etwas aus.“

Irma Bernhard ist eine Fotografin aus

Santiago de Chile in Südamerika. An einem

sonnigen Tagsitzt sie in einer schönen Berliner

Altbauwohnung in der Nähe der Karl-

Marx-Allee und erzählt von ihrem Vater Joachim

und einer Zeit, als dieser ein Junge war.

Es ist eine lange Geschichte,aber sie ist ausführlich

dokumentiert.

Und sie ist unmittelbar. Man muss das

Buch nur in die Hand nehmen und die Geschichte

ist ganz nah. „Tagebuch von Joachim

Bernhard1934“ steht auf dem Buchdeckel.

Aufder ersten Seite klebt eine Hitlerkarikatur,

ausgeschnitten aus einer Zeitung.

Daneben die Zeilen:„Weit ist derWegzurück,

ins Heimatland, so weit, weit, weit.“

Fotos wechseln sich mit Texten ab:

„21.7.1934. Raus aus dem Bett. 1/2 7Uhr.

Mensch so früh. Ach jaheute gehts ja weg

von zu Hause. Nun bin ich ganz wach.

Schnelles Anziehen. Kaffeetrinken. Und

dann Abschied von Mutti, die nicht mit zur

Bahn kommt, es ist besser so. Ach ja das ist

das schwerste gewesen. Nun liegt es hinter

mir.ArmeMutti“, so berichtet Joachim Bernhard

auf der ersten Seite. Auf den Bildern

Straßen- und Schiffsszenen: ein Eselskarren

in Curaçao,ein Lotse in Bolivar,der Atlantik,

der Panamakanal und schließlich die Ankunft

in Santiago am 3. September.

Joachim Bernhard kommt aus Deutschland.

1934, als er 16 Jahre alt ist, entschließt

er sich, sein Land zu verlassen. Er gibt seine

Heimat auf und besteigt ein Schiff nach

Chile.Erist enttäuscht. Er hat den Eindruck,

dass dieses Land ihn nicht will. So beschreibt

er seine Gefühle in dem Buch, das mehr als

80 Jahre später in Berlin auf einem Tisch

liegt. Ein deutscher Junge mit einer protestantischen

Mutter und einem jüdischen Vater

erzählt auf den Seiten dieses Buches von

seinem Aufbruch und dem neuen Leben auf

einem fernen Kontinent in Worten und mit

Fotografien. Manhat das Gefühl, dass er eine

Geschichte erzählt, die größer ist als das persönliche

Erlebnis: Flucht, Vertreibung, Neuanfang

–Themen, die heute so aktuell sind

wie damals.

Eine Gefühl für Heimat

Das Band zwischen Irma Bernhard und ihremVater

Joachim ist stark. Es hat sie weit in

die Vergangenheit geführt, über Meere und

Kontinente. Irma Bernhard hat aus diesem

Tagebuch heraus eine Fotoausstellung in

Rostock gestaltet. Es soll eine Präsentation in

Berlin geben, einen Film und noch mehr.

Irma Bernhard ist im vergangenen Jahr

für einige Wochen nach Deutschland gekommen.

Siehat Menschen getroffen, die sie

zuvor nicht gekannt hat, die aber mit ihr verwandt

sind. Siehat die Orte in Mecklenburg-

Vorpommernbesucht, an denen ihreVorfahrengelebt

haben.

In der Berliner Wohnung baut ihr Lebensgefährte

neben dem Tisch eine Filmkamera

auf. DasGespräch wirdaufgezeichnet. Es soll

eines Tages in eine Ausstellung und in einen

Dokumentarfilm eingehen. Es soll Teil der

künstlerischen Auseinandersetzung mit

dem Thema Flucht und Vertreibung werden,

was es bedeutet, ein neues Leben im Exil aufzubauen

und was das heißt für die Nachgeborenen,

für ihreVerwurzelung, für ihr Heimatgefühl

auch nach langer Zeit.

Irma Bernhard ist 55 Jahre alt. Sie hat nie

infrage gestellt, dass Chile ihreHeimat ist. Es

gab für sie lange keinen Grund dafür. Sie

wusste, dass ihr Vater aus Deutschland gekommen

war und warum er seine Heimat

verlassen hatte. Esinteressiert Irma Bernhard

aber erst heute, was das für ihn bedeutet

hat. Undwas es für sie selbst bedeutet.

Joachim Bernhard hatte sehr viel Glück

bei seiner Suche nach einer neuen Heimat.

Als er Chile erreicht, gibt sich die Regierung

jüdischen Migranten gegenüber offen, während

die Regierungen zuvor und danach

eher antisemitisch eingestellt sind. Zwischen

1934 und 39 wandernauch Nazis nach Chile

ein. Es gibt eine Nationalsozialistische Partei

wie in Deutschland. Viele deutsche Kolonisten

sympathisierten mit dem Nationalsozialismus.

Dass es sowohl jüdische Flüchtlinge

als auch Nationalsozialisten in den 30er-und

40er-Jahren nach Chile zieht, gehört zuden

Merkwürdigkeiten der Geschichte.

Nicht allen Familienmitgliedern gelingt

die Flucht. Der Bruder des Vaters wird mit

seiner Frau und seiner Mutter deportiert. Sie

werden in Konzentrationslagern ermordet.

Joachim berichtet in seinem Tagebuch über

das, was die Eltern von zu Hause schreiben.

WiedieWohnung von„der Nazivolkswut zerstört“

wird und der Vater in Schutzhaft

kommt. Wie sich der ältere Bruder nach Kolumbien

aufmacht und der jüngeremit dem

Kindertransport nach England. Er bemüht

VomVergehen

sich um die Einreise der Eltern. „Wenig ermutigende

Aussichten“, schreibt Joachim.

Seine Arbeitsstellen wechseln, seine Wohnorte

auch. DasAnkommen in der neuen Heimat

ist schwer.Erst 1939 werden endlich die

Visa zur Einreise auch für die Elternerteilt.

DasTagebuch bietet mehr als nur das Innenleben

eines jungen Mannes. Es liefert

zum Beispiel einen Blick von außen auf Europa.

Am 1. September 1939 berichtet Joachim

Bernhard: „Krieg ist ausgebrochen.

Deutschland invadiert Polen. Endlich hat

Hitler es fertig bekommen, die Welt ins Rassenmorden

zu stürzen. Flugzeuggeschwader,Bomben,

Gas! Wasman nicht alles erfindet,

um einen Menschen kaputt zu machen.

Diekultivierten Europäer lernen wohl nie.“

Joachim Bernhard ist zu diesem Zeitpunkt

bereits seit fünf Jahren in Chile.Erlebt

in einer anderen Welt als die Verwandten in

Europa. Manchmal verliebt er sich und ist

der Zeit

Die chilenische Fotografin Irma Bernhard hat die Flucht

ihres Vaters aus Nazi-Deutschland zum Anlass für eine Spurensuche

genommen. Sie hat ein Kunstprojekt zu dieser Geschichte

gemacht und eine Familienzusammenführung initiiert. Und sie fragt:

Wasbedeuten Flucht und Vertreibung heute?

Wieschlagen Menschen Wurzeln?

Irma Bernhard und ihr Vater Joachim

VonJulia Haak

fröhlich, dann wieder verliert erseine Stelle

und ist deprimiert.„Den ganzen Monat rumgelaufen,

geredet und geredet ... Kein Erfolg.

DasGeld ist alle –die Nerven werden weich.“

Die Schwierigkeiten, im Exil Fuß zufassen,

teilt er mit allen Neuankömmlingen

überall auf der Welt und zu allen Zeiten. Aber

es gibt immer wieder auch gute Nachrichten.

Gemeinsam mit den Elternzieht Joachim auf

ein kleines Stück Land am Rande Santiagos.

Sieschaffen Hühner an und züchten Gladiolen

aus Zwiebeln, die die Mutter aus Europa

mitgebracht hat und die bis zu diesem Zeitpunkt

in Südamerika nicht verbreitet sind.

Sie bauen am Haus und an den Ställen mit

geliehenem Geld. Gleich danach kippt seine

Erzählung wieder ins Dramatische. „Und

während wir hier aufbauen, wirdEuropa zerstört.

Japan und USA sind jetzt auch mit im

Krieg. Wann und wie wirddas aufhören? Der

Krieg ist wie eine Pest, er greift um sich und

BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN

vergrößert sich, aber wann wird erseinen

Höhepunkt erreicht haben“, schreibt er.

Joachim heiratet und baut am Hof, eine

Tochter wirdgeboren. Währendessen geht in

Europa der Krieg zu Ende.„Göbbels schluckt

Gift, Hitler soll das gleiche gemacht haben.

Endlich ist die Welt von diesen Schweinen

befreit, aber was wird nun?“, schreibt Joachim.

DieLage in Europa und auf der ganzen

Welt erscheint ihm unübersichtlich. Aber

Europa ist weit weg, Joachim baut neue Hühnerställe.

Das erste Auto wird angeschafft

und noch ein Kind geboren. 1949 endet das

Tagebuch. Anschließend sind nur noch die

allerwichtigsten Ereignisse wie die zweite

Heirat, die Geburt der Kinder und der Tod

des Vaters vermerkt. Das letzte Foto zeigt

Berlin mit Blick auf den Strausberger Platz.

Irma Bernhard hatwie so viele Menschen

erst in den mittleren Jahren damit begonnen,

sich mit der Herkunft ihrer Familie auseinanderzusetzen.

Sie hatte von ihrem Vater anfangs

nur ein paar alte Fotos und Dokumente.

„Ich wusste schon immer, dass die

Familie eine interessante Geschichte hat.

Undich finde diese Fotos vomdokumentarischen

Wert herauch interessant. Voreinigen

Jahren habe ich mich aber entschlossen, damit

noch etwas anderes anzufangen“, sagt

sie.Sie fing an, die Dinge zu ordnen und nach

mehr zu suchen. Dafür ist sie an die Orte gereist,

die erwähnt wurden.

Sie fuhr nach Dargun in Mecklenburg-

Vorpommern, wo ihr Urgroßvater eine Bürstenfabrik

betrieben hatte, die er später nach

Rostock verlegte. Heute liegt an dieser Stelle

ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Darguner

Juden, die Opfer der Schoah wurden.

Irma hat erst dort erfasst, dass es eine Notwendigkeit

für solche Orte der Erinnerung

gibt, die das Vergessen verhindern.

Irma Bernhard ist Joachim Bernhards

vierte Tochter. Siehat eine Schwester und einen

Bruder sowie drei Halbgeschwister aus

der ersten Ehe ihres Vaters.Als Fotografin arbeitet

Irma Bernhard bereits seit 1986. Neben

der kommerziellen Auftragsfotografie

hat sie künstlerische Projekte realisiert, Aktund

Porträtfotografie gemacht. Seit einiger

Zeit fotografiertsie Botanik. Siebreitet Bilder

auf dem Tisch inder Berliner Wohnung aus.

Viele der Bilder zeigen verwelkende Blumen

in verschiedenenZuständen. Es ist eine spezielle

Ästhetik. Allen gemeinsam ist, dass die

Pflanzen im Verfall eine besondere Schönheit

ausstrahlen. DerVerfall selbst, so scheint

ist, kann schön sein. „Ich habe eine Leidenschaft

für diese Zustände, indenen deutlich

wird, dass die Zeit eingreift.“

Joachim Bernhard ist2002 gestorben.Von

ihrem Vater sind Irma Bernhard viele Dokumente

und Fotos geblieben. Vorfünf Jahren

fasste sie den Entschluss, mit dem Material

etwas anzufangen. „Die Bilder sprechen zu

mir, wenn ich ein altes Dokument mit abgegriffenem,

im Lauf der Zeit zerknittertem Papier

fotografiere. Dabei muss ich immer an

die Umstände denken, die seine Zerstörung

verhinderthaben und wie das,was ich heute

vor Augen habe, gerettet wurde, Bilder und

Gegenstände, die eine Zeitachse und zurückgelegte

Wege nachzeichnen, Bruchstücke

überlebender Dinge für die Entzifferung

eines ganzen Lebens. Sosind diese Fotografien

Hüter der Zeit und Bewahrer dieser Erinnerungen“,

sagt Irma Bernhard in einem

Trailer zu der Ausstellung in Rostock. Als sie

ein kleines Kind war, zeigte ihr Vater ihr oft

Fotos und sie hatte das Gefühl, etwas Magisches

vor sich zu haben, als ob sie plötzlich

ein Fenster zur Vergangenheit geöffnet hätte

und in eine andereZeit gelangen könnte.

Die Magie des Augenblicks

Fotografie hat für Irma Bernhard eine metaphysische

Dimension. Dass ein simples beschichtetes

Papier derart viele Informationen

über die Zeit transportieren kann, in der

es entstanden ist, fasziniert sie. Genauso

geht es ihr mit den Briefen, die ihr Vater hinterlassen

hat. Irma Bernhard betrachtet die

Fotos und Papiere als Zeitkapseln. Der Gegensatz

zwischen dem bedruckten, beschichteten,

beschrifteten Papier und den

Gefühlen, die die Betrachtung freizusetzen

vermag, habe doch geradezu etwas Magisches,

findet sie.„Das Papier, die Berührung

mit einer Stelle, andie er seine Hand gelegt

hat, ist sehr bewegend“, sagt Irma Bernhard.

Siehat dasTagebuch ihres Vaters eher zufällig

bei einem Halbbruder in Kanada gefunden.

„Mein Vater hat mir erzählt von seinen

Tanten, Cousinen und ihren Nachkommen.

Aber ich kannte niemanden davon“,

sagt Irma Bernhard. Als sie dann weiter recherchierte,

verselbstständigten sich die

Dinge. Plötzlich bekam sie ständig Briefe mit

Informationen über die Familie geschickt

und wollte wissen, wer dahintersteckte. In

der Familie hatte sich herumgesprochen,

dass sie an einem Fotoprojekt arbeitete. So

kam sie nach Deutschland.

Irma Bernhard sieht die Ausstellung in

Rostock nur als ersten Schritt, sich mit der

Auswanderung der Familie und den Umständen

zu befassen. Siehat Reisen über den

ganzen Erdball hinweg unternommen. Sie

hat tiefe Empörung empfunden beim Betrachten

der Dokumente,die vonderVertreibung

und Vernichtung ihrer Familie zeugen.

Siewill nun noch auf eine weitereWeise von

derVergänglichkeit und dem Vertriebensein

sprechen. Es geht darum, die Geschichte der

Familie so zu erzählen, dass es eine Geschichte

vieler Menschen ist. „Alle Familien

haben in Schubladen Fotos und viele Familien

haben Ähnliches erlebt“, sagt Irma Bernhard.

Sie sollten die Bilder und Geschichten

herausholen, findet sie.

Julia Haak

kann die Faszination, die vonalten

Fotos ausgeht, nachvollziehen.


4 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

AfD will gegen

Verfassungsschutz klagen

DieAfD will offenbar das Bundesamt

fürVerfassungsschutz verklagen. Die

Partei wolle das Bundesamt mit zwei

Klagen dazu zwingen, den„Flügel“

vonBjörnHöcke sowie die Nachwuchsorganisation„Junge

Alternative“

nicht länger als„Verdachtsfälle“

zu führen, berichtete der Rechercheverbund

vonSüddeutscher Zeitung,

NDR undWDR am Dienstagabend.

DieKlagen sollen demnach Ende der

Woche beimVerwaltungsgericht Köln

eingereicht werden. In den Entwürfen

beschweresich die Partei über angeblich

stigmatisierende und ehrschädigende

Aussagen. (AFP)

Mordfall Lübcke: Stephan E.

bestreitet tödlichen Schuss

DerHauptverdächtige im Mordfall

Lübcke,Stephan E., hat seine Aussage

geändertund bestreitet jetzt, den tödlichen

Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten

abgegeben zu haben.

Daserklärte sein Anwalt Frank

Hannig am Mittwoch in Kassel. Stattdessen

bezichtigt E. nach Angaben

seinesVerteidigers nun einen Komplizen

des Mordes anWalter Lübcke.

DieAngaben vonStephan E. müssen

nun vonden Ermittlernüberprüft

werden. (dpa)

Zahl der Asylbewerber

weiterhin rückläufig

DieZahl neuer Asylbewerber in

Deutschland ist weiterhin rückläufig:

Im Jahr 2019 wurden gut 111 000

Asylerstanträge gestellt –und damit

14,3 Prozent weniger als im Vorjahr,

wie das Bundesinnenministerium

am Mittwoch mitteilte.Die Haupt-

Herkunftsländer waren Syrien, Irak

und die Türkei. (AFP)

Falsche Untertitel bei

Vereidigung in Österreich

Beim ORF sah es so aus, als erwäge Kanzler

Sebastian Kurz (l.) eine Zweitkarriere. ORF

Dieversehentliche Einblendung von

Untertiteln einer Telenovela hat aus

Szenen derVereidigung der österreichischen

Bundesregierung in der

ORF-Mediathek eine Groteske gemacht.

Dabei standen der 33 Jahre

alte ÖVP-Chef Sebastian Kurz und

Österreichs Bundespräsident AlexanderVander

Bellen nebeneinander

und darunter zum Beispiel –ungewollt

komisch –der eingeblendete

Untertitel„Na, na du Küken?“. Der

ORF entschuldigte sich. Aufgrund eines

Abwicklungsfehlers seien in der

ORF-TVthek die Untertitel der vorhergehenden

Sendung wiederholt

worden, bestätigte der österreichische

Sender.Sie waren nach ORF-Angaben

sichtbar,wenn Zuschauer sich

die Untertitel anzeigen ließen. (dpa)

Freispruch für FraukePetry

im Betrugsprozess

Ex-AfD-Chefin Frauke Petry, 44, ist

vomVorwurfder Steuerhinterziehung

und des Subventionsbetrugs

freigesprochen worden. DasAmtsgericht

Leipzig sah es am Mittwoch

nicht als zweifelsfrei erwiesen an,

dass die Bundestagsabgeordnete

2014 Fördermittel für ihreinSchieflage

geratene Firmaunrechtmäßig

verwendet hatte.Die Staatsanwaltschaft

hält es sich offen, ob sie Berufung

gegen das Urteil des Amtsgerichts

einlegen wird. (dpa)

Wahlrecht in der Krise

Wiegarantiert man faire Wahlen und ein arbeitsfähiges Parlament? Die Konzepte der Parteien

VonChristine Dankbar

Im großen Plenarsaal des Bundestages

sind die 709 Abgeordneten

auf den ersten Blick

recht geräumig untergebracht.

Eng wird eshier nur, wenn die Bundesversammlung

zusammentritt. Im

Februar 2017 saßen hier 1260 Menschen,

um den neuen Bundespräsidenten

Frank-Walter Steinmeier zu

wählen. Vielleicht sollte man sich an

derartige Dimensionen schon einmal

gewöhnen. Denn wenn sich die

Parteien nicht sehr schnell auf ein

neues Wahlgesetz einigen, wird die

Zahl der Bundestagsabgeordneten

ziemlich sicher einen neuen Rekord

erreichen. Derzeit gibt es 709 Abgeordnete

–nach der Wahl 2021 könnten

es 800 werden. Oder noch mehr.

Wie konnte es so weit kommen?

Die Schuldigen der Misere sind klar

zu benennen: Es sind die Überhangmandate.

Sie sind ein speziell deutsches

Phänomen, so wie auch unser

Wahlrecht ein spezielles ist. Es ist

eine Zusammensetzung von Mehrheitswahlrecht

und Verhältniswahlrecht.

Da geht es um die Erststimme,

mit der eine bestimmte Person im

Wahlkreis direkt gewählt wird. Und

es geht um die Zweitstimme,mit der

der prozentuale Stimmenanteil der

jeweiligen Partei ermittelt wird.

Dieses Zusammenspiel ist aus

den Fugen geraten, weil die Ergebnisse

nicht mehr zueinander passen.

Vorallem CDU und CSU gewinnen

in ihren Hochburgen noch immer

viele Wahlkreise direkt, obwohl

ihr Zweitstimmenergebnis stetig

sinkt. Da aber jedem Direktkandidaten,

der seinen Wahlkreis gewinnt,

ein Platz im Bundestag sicher

ist, entsteht ein Ungleichverhältnis:

Die Partei hat allein durch

die Direktkandidaten mehr Abgeordnete

im Parlament, als ihr im

Hinblick auf das Zweitstimmenergebnis

zustehen. Es entstehen

Überhangmandate. Bei der Union

sind das derzeit 43. DieSPD hat drei

Überhangmandate.

Damit es für die anderen Parteien

nicht unfair ausgeht, bekommen sie

nun Ausgleichsmandate –und zwar

alle: Die SPD bekam 19, die AfD elf,

die FDP 15, Linke und Grüne jeweils

zehn. „Ein derart großes Parlament

kann man den Bürgern nicht mehr

zumuten“, sagt Friedrich Straetmanns

von der Linken. Da widersprechen

ihm auch die Kollegen der

anderen Parteien nicht. Heftig gestritten

wir allerdings um die richtige

Lösung.

Das Parlament ist überfüllt, auch wenn nicht immer jeder Platz besetzt ist.

Rechtslage:Das Wahlrecht

in der Bundesrepublik ist immer

wieder verändertworden.

Das Bundesverfassungsgericht

hat mit seiner

Rechtsprechung zu einzelnen

Punkten den Rahmen

für Neuregelungen gesetzt

und dabei teilweise auch

verschärft. Thema waren dabei

oft die Überhangmandate.

RECHTSPRECHUNG

Überhangmandate: Bis zur

Wahl im Jahr 2009 galt, dass

die Zahl der Sitze im Bundestag

allein durch die Zweitstimmen

bestimmt wird. Bekamen

Parteien mehr Direktkandidaten

ins Parlament,

als ihnen vonder Zweitstimmen

zustand, durften sie sie

behalten. Ohne Ausgleich.

Das wurde später für verfassungswidrig

erklärt.

IMAGO IMAGES

Ausgleichsmandate: Nach

mehreren Anläufen trat

schließlich 2013 die Regelung

in Kraft, wonach Überhangmandate

komplett ausgeglichen

werden. Das bedeutet,

dass der Bundestag

in seiner quantitativen Zusammensetzung

nach oben

keinen Deckel hat. Seither

brechen die Abgeordnetenzahlen

Rekorde.

„Das war eine riesengroße Dummheit“

Die Wahlrechtskommission: Bundestagspräsident

Wolfgang Schäuble

hat daher schon zu Beginn der Legislaturperiode

eine Wahlrechtskommission

mit Vertretern aller Parteien

einberufen. Sie diskutierten lange

und ohne Ergebnis.Schäuble hat daher

einen eigenen Vorschlag ausgearbeitet.

Dieser sieht eine Reduzierung

der 299 Wahlkreise in Deutschland

auf 270 vor. Dieersten 15 Überhangmandate

sollen nicht

ausgeglichen werden. Ablehnung

kam von allen Seiten. Die Opposition

will der Union keine Überhangmandate

schenken, die Union auf

keinen Wahlkreis verzichten.

Der Gesetzentwurf: Die Grünen, die

Linke und die FDP haben sich auf einen

gemeinsamen Gesetzentwurf

geeinigt, der im November im Bundestag

diskutiertwurde.Danach soll

es künftig nur noch 250 Wahlkreise

geben. Überhangmandate sollen innerhalb

der Landesverbände ausgeglichen

werden. Bekommt Baden-

Württemberg mehr Direktkandidaten,

muss Hessen unter Umständen

seine Landesliste kürzen, so das

Prinzip. Eswird von der Union kategorisch

abgelehnt.

Das Rätsel: Wasdie SPD will, kann

derzeit keiner so recht sagen, auch die

SPD nicht. In der Vergangenheit gab

es einzelneVorschläge,etwa vonBundestagsvizepräsidentThomas

Oppermann.

Er schlug vor, die Wahlkreise

auf 120 zu reduzieren. Dafür solle in

jedem ein Mann und eine Frau direkt

gewählt werden. DerVorschlag ist ein

Jahr alt und wurde nicht weiter verfolgt.

In der Debatte zum Wahlrecht

im November machte sich der SPD-

Abgeordnete Mahmut Özdemir für

die Direktkandidaten stark und

wandte sich gegen die Reduzierung

der Wahlkreise. Offiziell heißt es derzeit

nur, man wolle mit dem Thema

„sensibel“ umgehen. Man arbeite an

dem Problem: „Unsere Vorschläge

diskutieren wir gerade mit unserem

Koalitionspartner und danach auch

mit den anderen Parteien“, so der

parlamentarische Geschäftsführer

Carsten Schneider.

Die Prognose: Geredet wird derzeit

viel miteinander.Wie erfolgreich das

sein wird, darüber gibt es unterschiedliche

Einschätzungen. Straetmanns

ist optimistisch, dass es demnächst

klappt. Sein Fraktionskollege

Stefan Ruppert von der FDP hofft es

zumindest. Doch er sagt auch: „Geld

würde ich derzeit nicht darauf setzen.“

Ein 27-Jähriger wird wegen Angriffs auf einen Polizisten in der Leipziger Silvesternacht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

VonBirgit Zimmermann

Nach nur einer Stunde war der

erste Prozess zur Silvesterrandale

in Leipzig-Connewitz vorbei:

Ein 27-Jähriger wurde am Mittwoch

im Amtsgericht Leipzig wegen Angriffs

auf und Widerstands gegen

Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung

zu sechs Monaten Haft

auf Bewährung verurteilt. Seine Tat:

Er hatte einem rennenden Polizisten

ein Bein gestellt. Das gab er zu. Zudem

soll der Mann 60 Stunden gemeinnützige

Arbeit leisten. Er akzeptierte

den Schuldspruch in dem beschleunigten

Verfahren sofort. „Das

war eine riesengroße Dummheit,

was ich da gemacht habe“, sagte der

Straßenkünstler.

Der 27-Jährige war eher eine

Randfigur in dem gewalttätigen Geschehen

auf dem Connewitzer Kreuz

in dem als linksalternativ geltenden

Stadtteil Leipzigs. Mit dem schwerwiegendsten

Tatvorwurf aus der Silvesternacht

– einem versuchten

Mord an einem 38 Jahrealten Polizisten

–hatte er laut Staatsanwaltschaft

nichts zu tun. Diese Angreifer sind

noch nicht identifiziert. Die Polizei

geht von Linksextremisten aus. Die

Staatsanwaltschaft ermittele dazu

weiter gegen Unbekannt, sagte Behördensprecher

Ricardo Schulz am

Mittwoch.

Erstes MalinConnewitz

Der nicht vorbestrafte Angeklagte

war direkt nach der Tatgefasst worden

und saß seitdem in U-Haft. Eine

Erklärung für die Attacke konnte er

nicht liefern. „Ich weiß nicht, was

mich da geritten hat. Daswar ein riesengroßer

Fehler“, sagte er.Ersei das

erste Mal zuSilvester in Connewitz

gewesen, auch erst nach Mitternacht

dorteingetroffen. Er lebe gar nicht in

dem Stadtteil im Süden der Stadt,

sondern bei seiner Freundin im Osten.

Der 27-Jährige berichtete dem

Amtsrichter zu seinen Lebensumständen,

dass er nach der Hauptschule

jahrelang als Jongleur und

Akrobat in Europa unterwegs gewesen

sei.

Der angegriffene Bereitschaftspolizist

sagte aus, dass die Attacke

für ihn überraschend gekommen sei.

Er sei gerannt und habe den großgewachsenen,

lockigen Angeklagten

noch aus den Augenwinkeln neben

sich gesehen: „Und dann bin ich, wie

man so schön sagt, volle Kanne in

den Boden eingerastet. Also gestürzt.“

In seiner Schutzausrüstung

sei er mehrereMeter über den Boden

gerutscht. Er habe nach dem Sturz

SchmerzenimArm und am Knöchel

verspürt. Der Angeklagte entschuldigte

sich auch bei dem Polizisten

ausdrücklich.

Der Verteidiger des 27-Jährigen

hatte lediglich eine Geldstrafe für

den Mann gefordert. Amtsrichter

Uwe Berdon folgte in seinem Urteil

allerdings dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

„Es ist glimpflich ausgegangen.

Aber: Esist eine Straftat“,

sagte Berdon zu dem Angeklagten.

„Mit jedem Angriff auf Vollstreckungsbeamte

stellt man das staatliche

Gewaltmonopol infrage.“

Mit dem rechtskräftigen Urteil ist

die juristische Aufarbeitung der Geschehnisse

noch lange nicht vorbei.

Die Staatsanwaltschaft führe noch

elf weitere Strafverfahren gegen namentlich

bekannte Beschuldigte,

sagte Schulz. Drei vonihnen im Alter

von 29, 30 und 32 Jahren sitzen in

Untersuchungshaft. Zudem gibt es

ein allgemeines Verfahren gegen Unbekannt

wegen Landfriedensbruchs

sowie die Ermittlungen wegen der

heftigen Tritte gegen den 38 Jahrealten

Polizisten. Dieser lag mehrere

Tage im Krankenhaus.

Zu Silvester hatten sich laut Polizei

mehr als 1000 Menschen am

Connewitzer Kreuz versammelt.

Die Polizei war mit einem größeren

Aufgebot im Einsatz. Nach Mitternacht

eskalierte die Situation. Hinterher

gab es auch Kritik an der Einsatztaktik

der Polizei. Die Linken-

Landtagsabgeordnete Juliane Nagel,

die Silvester am Connewitzer

Kreuz beobachtet hatte,und andere

Kritiker verurteilten ein „rabiates

Vorgehen“ der Beamten. Zudem

hatte die Polizei in einer ersten Mitteilung

davon gesprochen, dass der

schwer verletzte Polizist notoperiert

werden musste, dies aber später

konkretisiert. (dpa)

Passfotos nur

noch unter

Aufsicht

Innenministerium will

Manipulationen verhindern

VonChristian Burmeister

Irgendwann braucht jeder einen

neuen Ausweis oder Reisepass:

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(CSU) will die Dokumente künftig

sicherer machen. Passfotos sollen

deshalb nur noch unter staatlicher

Aufsicht entstehen. Für die Bürger

dürfte das teurer werden. DieOpposition

kritisiertdie Pläne.

Das Bundesinnenministerium

hat ein Gesetz auf den Weggebracht,

wonach Passfotos nur noch „vor Ort

unter Aufsicht der Passbehörde“ aufgenommen

werden dürfen. Hintergrund:

Das Ministerium fürchtet

Manipulationen. Mithilfe von„Morphing“

können Fotos heute digital so

manipuliert werden, dass mehrere

Aufnahmen zu einer verschmolzen

werden. So könnten unter Umständen

mehrere Personen einen Pass

zum Grenzübertritt nutzen. „Die

Funktion des Passes als Dokument

zur Identitätskontrolle ist damit im

Kern bedroht“, heißt es in dem Gesetzentwurf,

der der Berliner Zeitung

(RND) vorliegt.

Gebühren steigen um drei Euro

Konkret sieht der Entwurf vor, die

etwa 5500 Pass- und Ausweisbehörden

mit je zwei Selbstbedienungsterminals

auszustatten. Diese können

dann Fotos,Unterschrift und Fingerabdrücke

digital speichern und an

die zuständigen Sachbearbeiter

schicken. Seehofers Ministerium

rechnet in den ersten fünf Jahren für

Anschaffung, Aufstellung, Betrieb

und Wartung mit Gesamtkosten von

Die biometrischen Ausweisbilder sollen

künftig nur noch im Amt entstehen. IMAGO

177 Millionen Euro –und im weiterenBetrieb

mit zwölf Millionen Euro

pro Jahr. Durch das neue Verfahren

würden die Gebühren für die Ausstellung

der Dokumente um drei

Euro steigen, schreibt der zuständige

Referent. Das Gesetz sieht zudem

eine weitere Neuerung vor: Der Kinderreisepass

soll künftig nicht mehr

sechs Jahre gültig sein, sondern nur

noch ein Jahr. Alternative: ein sechs

Jahre gültiger biometrischer Reisepass,

der dann aber statt 13 Euro

37,50 Euro kosten soll.

Die Fotohändler laufen bereits

Sturm gegen das Gesetz. „Dieser

Plan würde Millionenumsätze vernichten.

Er stellt deshalb eine existenzielle

Bedrohung für viele mittelständische

Unternehmen da“, zitiert

die FAZaus einem Brief des Handelsverbands

HDE an das Ministerium.

Und auch die Opposition sieht

das Vorhaben kritisch: „Das ist vollkommen

überflüssig. Vielen Gewerbetreibenden

wird zudem ein wichtiges

Standbein weggeschlagen. Das

ist ökonomischer Irrsinn“, sagte Ulla

Jelpke, innenpolitische Sprecherin

der Linken der Berliner Zeitung

(RND). Der Referentenentwurf liefere

keine Belege für eine tatsächliche

Nutzung von Morphing durch

Kriminelle oder Terroristen. Das

Bundesinnenministerium veröffentlichte

am Mittwochnachmittag aber

doch noch Zahlen: Demnach seien

im vorigen Jahr 950 Fälle von Ausweismissbrauch

registriert worden.

DieZahl umfasst Fälle vonMorphing

und unerlaubter Weitergabe.


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 5

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Politik

Neue Gefechtslage

Nach dem iranischen Raketenangriff auf US-Stellungen im Nord-Irak prüft die Bundesregierung nun auch einen Teilrückzug deutscher Soldaten aus Erbil

VonJörg Köpke

Nach dem iranischen Raketenangriff

auf US-Stellungen

westlich vonBagdad

und im weiter nördlich

gelegenen Erbil prüft die Bundeswehr,

den Teilabzug deutscher

Soldaten auf das Kontingent im Norden

des Irak auszudehnen.

„Wir haben mit der internationalen

Koalition sowieso vereinbart,

dass alle Kräfte, die nicht benötigt

werden, keinem unnötigen Risiko

ausgesetzt werden“, sagte Verteidigungsministerin

Annegret Kramp-

Karrenbauer (CDU) am Mittwoch in

der ARD. Deshalb seien die deutschen

Soldaten am Montag aus dem

Militärkomplex Tadschi im Zentralirak

abgezogen worden. Nunsei man

in der Planung auch für „mögliche

Teilrückverlegungen“ von Soldaten,

die aktuell in Erbil stationiert sind.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums

erklärte am Mittwoch,

den Bundeswehr-Angehörigen in Erbil

gehe es gut. Niemand von ihnen

sei bei dem iranischen Angriff verletzt

worden. Dennoch werde ein

Teilabzug geprüft. Die Frage, wie

viele der derzeit noch 117 in Erbil

stationierten deutschen Soldaten

den Marschbefehl erhalten sollen,

beantwortete sie nur indirekt.

Nato-Partner Slowenien

Rund die Hälfte des Kontingents sei

für die Ausbildung kurdischer Peschmerga

abgestellt. „Und die findet zurzeit

nicht statt.“ Laut Ministeriumssprecherin

kümmert sich die andere

Hälfte der deutschen Soldaten zusammen

mit slowenischen Verbündeten

um die Aufrechterhaltung und

Verteidigung des Lagers in Erbil.

Ein Bundeswehrsoldat bei der Ausbildung kurdischer Peschmerga im Nord-Irak

DPA

Die slowenische Regierung teilte

am Mittwoch mit, die dort imRahmen

einer vonDeutschland geführten

Ausbildungsmission stationierten

slowenischen Soldaten abziehen

zu wollen. Das Verteidigungsministerium

in Ljubljana erklärte,

der Rückzug werde„in Kooperation

mit unseren deutschen Partnern“

erfolgen.

Vertreter der Regierungsfraktionen

vonUnion und SPD im Bundestag widersprachen

Forderungen der Opposition,

das deutsche Kontingent aus

Erbil komplett abzuziehen. „Die Bundeswehr

sollte besonnen auf den iranischen

Raketenangriff reagieren und

nicht vorschnell aus Erbil abziehen“,

sagte CDU-Außenexperte Roderich

Kiesewetter der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland).

Verteidigungsausschuss tagt

Die Soldaten seien gewohnt, in einem

kritischen Umfeld zu sein. Sie

selbst könnten die beste Risiko-Abwägung

abgeben, die sich auf die

Einschätzung der vor Ort befindlichen

Dienste stütze. „Ein überstürzter

Abzug würde ein falsches Signal

setzen. Deutschland sollte jeden

Schritt mit seinen Partnern abstimmen“,

sagte Kiesewetter.

Grünen-Politiker Omid Nouripour,

wie Kiesewetter Mitglied im

Auswärtigen Ausschuss des Bundestages,

hatte zuvor erklärt, die Lage

mache eine Präsenz deutscher Soldaten

im Irak nicht mehr möglich.

„Durch den Beschluss des irakischen

Parlaments ist das eindeutige Signal

gesetzt, dass ausländische Streitkräfte

dort überhaupt nicht mehr willkommen

sind. Da kann man nicht mehr

bleiben.“ SPD-Verteidigungsexperte

Thomas Hitschler betonte,ererwarte

am Donnerstag in einer Sondersitzung

des Verteidigungsausschusses

Antworten der Bundesregierung auf

die Sicherheitslage im Irak. „Für uns

ist klar, dass Auftrag und Risiko des

Einsatzes der Bundeswehr besonnen

und sorgsam abgewogen werden“,

sagte Hitschler.

Partner und

Rivalen

WieErdogan und Kremlchef Putin einander behilflich sind

KRAFT-SPAR

VonGerd Höhler,Istanbul

Zukeinem ausländischen Staatsoberhaupt

hält der türkische

Präsident Recep Tayyip Erdogan so

engen Kontakt wie zu Kremlchef

Wladimir Putin, keinen trifft er häufiger.

AmMittwoch kam der russische

Präsident zur Einweihung der

Gaspipeline „TurkishStream“ nach

Istanbul. Erdogan und Putin demonstrierten

Einigkeit. Auch riefen

sie beide nach einem Vier-Augen-

Gespräch zu einer Waffenruhe in Libyen

auf. Aber im Hintergrund lauern

Interessenskonflikte. Erdogan

könnte der Verlierer sein.

Als Vorhut des Putin-Besuchs

schickte die russische Kriegsmarine

am Montag die „Marschall Ustinow“

nach Istanbul. Die Ankunft des

Lenkwaffenkreuzers symbolisiert

die mittlerweile enge militärische

Zusammenarbeit zwischen Russland

und dem Nato-Staat Türkei: Im

vergangenen Sommer begann die

Auslieferung der von Erdogan bestellten

russischen S-400-Luftabwehrsysteme.

Außerdem erwägt Erdogan

jetzt die Beschaffung russischer

Kampfflugzeuge.

Damit kommen sich zwei Länder

näher, die historisch stets um Einfluss

in der Region rivalisierten und

sich im Kalten Krieg als Frontstaaten

gegenüberstanden. Auch jetzt stehen

Moskau und Ankarainden Konflikten

der Region keineswegs auf

derselben Seite, weder in Syrien

noch in Libyen. Dennoch haben es

Putin und Erdogan bisher verstanden,

sich zu arrangieren, um gemeinsame

Interessen wahrzunehmen.

Manist einander behilflich.

Beispiel S-400: Es geht dabei um

mehr als lohnende Exportaufträge für

die russische Rüstungsindustrie.Politisch

viel lukrativer ist für Putin die

Zwietracht, die er damit zwischen der

Türkei und ihren westlichen Bündnispartnernsät.

Auch für Erdogan hat

das Raketengeschäft eine geopolitische

Dimension: Er hofft auf russisches

Know-how beim Aufbau einer

eigenen Rüstungsindustrie. Mit ihr

will Erdogan seine Vision umsetzen,

die Türkei zur Führungsmacht der islamischenWelt

zu machen.

Die Pipeline „TurkishStream“ ist

ein weiteres Beispiel für gemeinsame

Interessen. Der russische

Staatskonzern Gazprom erschließt

sich damit einen weiteren Vertriebswegnach

Westen.

Auch in Libyenzeigt sich, dass die

Interessen Russlands und der Türkei

zwar alles andereals deckungsgleich

sind, sich aber ergänzen können.

Einer könnte der Verlierer sein

DieEuropäische Union agiertderweil

defensiv und ist weiter denn je davon

entfernt, außenpolitisch mit einer

Stimme zu sprechen. Das gibt nicht

nur Putin, sondernauch Erdogan zusätzlichen

Bewegungsspielraum.

Dennoch könnte der türkische

Staatschef am Ende als Verlierer dastehen.

Russland mag für Erdogan

ein wichtiger Waffenlieferant sein,

wirdaber für die Türkei nie die EU als

größten Handelspartner und wichtigsten

Investor oder gar die Nato als

Sicherheitsanker ersetzen können.

Erdogan ist dabei, die Brücken zum

Westen abzubrechen, ohne neue

Partner zu haben, auf die er sich

wirklich verlassen kann.

Dasmacht auch vielen in der Türkei

Sorge. Einflussreiche frühere

Weggenossen wie der frühere Premierminister

Davutoglu haben Erdogan

bereits die Gefolgschaft aufgekündigt,

nicht zuletzt wegen seiner

außenpolitischen Abenteuer. Libyen

könnte zum Testfall werden.

Wenn sich der von Russland unterstützte

Rebellengeneral Khalifa

Haftar gegen Erdogans Partner und

Ministerpräsident der Übergangsregierung

in Libyen Fajis al-Sarradsch

durchsetzt und die Macht in Libyen

übernimmt, wäre das eine schwere

Niederlage für den türkischen

Staatschef. Eine Waffenruhe würde

also gerade recht kommen.

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6 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

9.10.19

9.10.19

MÄRKTE

▲ 13321,42 (+0,72 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

9.10.19

Stand der Daten:08.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

8.1.20

▼ 67,20 (–1,91 %)

8.1.20

▼ 1,1115 (–0,51 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 08.01. zum Vortag

Siltronic NA 90,40 +3,29 WW

Commerzbank 5,88 +2,96 WW

Deutsche Bank NA 7,65 +2,91 WW

BayerNA 74,17 +2,83 WW

AdidasNA 302,55 +2,65 WW

Nemetschek 63,00 +2,19 WW

Verlierer

8.1.20

aus DAXund MDAX vom08.01.zum Vortag

Varta 91,40 WWWWWWWWWWW –22,28

Gerresheimer 64,90 WW –2,26

Kion Group 61,04 WW –1,23

Lanxess 58,12 WW –1,16

Dt. Wohnen Inh. 36,37 W –0,98

GEA Group 29,00 W –0,89

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 08.01. ±% z. 07.01.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,32

3801/3037 3771,27

CAC 40 (FR) + 0,17

6066/4731 6022,56

S&P UK (UK) – 0,19

1562/1363 1524,48

RTS (RU) +1,24

1590/1129 1587,86

IBEX (ES) +0,13

9705/8409 9592,50

Dow Jones (US) +0,03

28873/23703 28592,46

Bovespa (BR) +0,41

118564/89409116544,40

Nikkei (JP) – 1,57

24091/20102 23204,76

Hang Seng (HK) –0,82

30280/24900 28053,09

Stx Singap. 20 (SG) +0,10

1657/1456 1643,72

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Bigbank **

bigbank.de 1,10 1,30 -

Ziraat Bank

ziraatbank.de 0,85 1,10 -

akf bank **

akf.de 0,85 1,05 1,05

Sberbank Direct **

sberbankdirect.de 0,85 1,05 -

Bank11

bank11.de 0,80 1,10 -

Targobank

targobank.de 0,45 0,65 -

Santander

santander.de 0,45 0,60 0,60

ING

ing.de 0,03 0,10 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,01 0,01 0,01

Postbank

postbank.de - - -

ISBANK

isbank.de 0,75 0,95 -

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - -

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,64 0,77 0,64

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

„Ich bin mit mir im Reinen“

Verkehrsminister Andreas Scheuerüber das Pkw-Mautdesaster und dieZukunft der Bahn

Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU)

sieht sich schweren Vorwürfen

gegenüber. Ein

Untersuchungsausschuss soll die gescheitertePkw-Mautaufarbeiten,die

den Steuerzahler Millionen kosten

könnte. Jetzt wirft die SPD dem Minister

vor, die Klimadebatte „komplett

verschlafen“ zu haben. Ein generelles

Tempolimit auf Autobahnen,

das die SPD anstrebt, lehnt

Scheuer ab.

Herr Scheuer, wegen der gescheiterten

Pkw-Maut stehen Sie stark unter

Druck. DieWeihnachtspause wollten

Sie als Tage der Selbstkritik und

Selbstreflexion nutzen. Wasist dabei

herausgekommen?

Ich bin mit mir im Reinen. Diese

Tage waren gut zum Nachzudenken.

2019 ist viel gut gelaufen. Wir haben

auf Rekordniveau in Glasfaser, Mobilfunk,

neue Mobilität und Verkehrswege

investiert. Die Richtung

stimmt. Natürlich bin ich bei einem

Thema in der Defensive...

Zurückhaltend formuliert!

Dieletzten acht Wochen 2019 warenbezüglich

der Pkw-Maut hart. Ich

habe mich sehr gut vorbereitet auf

das neue Jahr: Auf den Untersuchungsausschuss,aber

vorallem auf

die Vorhaben, die ich anschieben

will. Wir werden unsere Arbeit auch

weiterhin transparent kommunizieren.

Stichwort Kommunikation: Warum

sagen Sie nicht einfach, dass es ein

Fehler war, die Verträge zur Pkw-

Maut vor dem Urteil des Europäischen

Gerichtshofs zu unterzeichnen?

Nein.IchhabeGesetzeumgesetzt.

Ich hatte vom Parlament den klaren

Auftrag, die Infrastrukturabgabe einzuführen.

Die Opposition übernimmt

nahezu eins zu eins die Argumente

der Betreiber und führtdie Öffentlichkeit

in die Irre. Fakt ist aber:

Die Betreiber haben keinen Anspruch

auf Entschädigung. Auch bei

der Lkw-Maut haben die Unternehmen

Milliarden vomBundgefordert.

Ich habe das Verfahren nach 14 Jahrenbeendet

–mit 3,2 Milliarden Euro

zugunsten des Bundes!

Bei der Pkw-Maut ging die Sache

schief.Die Richter haben sie gestoppt.

Sind Sieein zu hohes Risiko eingegangen?

Nein. Die Bundesregierung hat

die Mauteinführung kontinuierlich

mit externen und internen Experten

in einem umfangreichen Risikomanagement

bewertet. Daranwar nicht

nur mein Haus,sondernunter anderemauch

das Finanzministerium beteiligt.

Das Risiko eines Scheiterns

vor dem Europäischen Gerichtshof

wurde als gering eingestuft.

Siehaben sich nichts vorzuwerfen?

Ich habe Gesetze umgesetzt, die

vonder Bundesregierung, dem Bundestag

und dem Bundesrat beschlossen

wurden. Übrigens: Mitte Dezember2018,alsdieVergabeklarwar,hätte

jeder protestieren können, der

heute glaubt, es besser gewusst zu

haben. Doch weder der Bundesrechnungshof

noch die Opposition haben

damals Einspruch erhoben.

WieteuerwirddasPkw-Mautdesaster

nun für den Steuerzahler?

Es gibt keine begründeten Ansprüche

der Betreiber auf Entschädigung.

Der Bund hatte und hat gute

Kündigungsgründe–undzwar mehrere.

Auf meine Initiative ist das

Schiedsverfahren jetzt eingeleitet. Es

wird bald erste Treffen mit den Betreibern

zur Streitbeilegung geben.

So ist es in den Verträgen vorgesehen.

Haben Siemal an Rücktritt gedacht?

Ichhabe diese Frage für mich mit

einem klaren Nein beantwortet.

Noch einmal: Ich habe Gesetze umgesetzt.

Der Opposition geht es

längst nicht mehr um die Sache,sondern

einzig und allein um meinen

Kopf als CSU-Politiker, für ein von

„Ich habeGesetze umgesetzt“:Eigene Fehler beider gescheiterten Pkw-Mautsieht

Andreas Scheuer nicht.

FOTO: THOMAS EISENHUTH/IMAGO IMAGES

meiner Partei richtigerweise forciertes

Projekt.

CSU-Chef Markus Söder hat eine Kabinettsumbildung

gefordert, Ihnen

aber den Rücken gestärkt. Was soll

sich denn in der Regierung ändern?

Markus Söder und der gesamtem

CSU geht es darum, dass diese Regierung

einen Modernisierungsschub

schafft. Derist für Deutschland bitter

nötig.

Undwie könnte der aussehen?

Deutschland muss mutiger und

schneller bei Innovationen werden.

Ich bin zuständig für die Mobilität

und die Digitalisierung. Meine Mitarbeiter

und ich haben das verinnerlicht

und arbeiten jeden Taghartdafür.Damit

leisten wir unseren Beitrag

für Wohlstand und Arbeitsplätze in

unseremLand.WirarbeitenzumBeispiel

an der Gigabit-Gesellschaft mit

einem flächendeckenden Glasfasernetz.

Oder an einer Blockchain-Strategie

für die Logistik, die es ermöglicht,

die Kosten um 25 Milliarden

Euro jährlich zu senken.Die Listeist

lang.

Und das geht alles nur, wenn diese

ZUR PERSON

Andreas Scheuer ist seit März 2018 Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.Seit

2002 sitzt der heute 45-Jährigenacheinem Lehramts- und einem Politikwissenschaftsstudium

für die CSU im Deutschen Bundestag.Von 2009 bis 2013 arbeitete er als Parlamentarischer

Staatssekretär beim damaligen Verkehrsminister.Scheuers erste Ehe wurde 2011 geschieden,

vonseiner zweiten Frau lebt er seit 2018 getrennt. Er hat eine Tochter aus dieser Ehe.

GroKofortgesetzt wird?

Wirwollen Ergebnisse.Leider diskutieren

viele in der Politik immer

nur Klein-Klein oder Einzelthemen

und verlieren dabei das große Ganze

aus dem Blick. Ich bin dafür, immer

deutlich zu sagen, wenn etwas gut

läuft. Wirmüssen erklären, erklären,

erklären–umauchdiejenigenmitzunehmen,

die Angst vor der Zukunft

haben. Diese Regierung investiert

massiv in unsere Infrastruktur. Wir

neigen dazu, immer nur die Risiken

und das Negative zusehen. Wir gebenetwasovielGeldwieniezuvorfür

den Radverkehr aus.

Beim Thema Klimawandel packt geradedieJüngerendieSorge.Hinterder

Positivnachricht dieser Woche, dass

der CO 2 -Ausstoß bei uns stärker sinkt

als gedacht, verbirgt sich auch, dass

die Emissionen im Verkehr weiter steigen.

Wastun?

Dass der Verkehrssektor einen

wesentlichen Beitrag zur Senkung

der CO 2 -Emissionen leisten muss,ist

unbestritten. Daran arbeiten wir intensiv

und setzen das Klimapaket

konsequent um. Allerdings kann es

nicht sein, dass Güter auf dem Hof

der Speditionen stehen bleiben und

nicht zum Kunden transportiertwerden.

Das wäre zum Schaden der

deutschen Wirtschaft.

Siesetzen auf „Wirtschaft first, Klima

second“?

Mein Ansatz ist, mit Hochdruck

daran zu arbeiten, dass die Antriebe

alternativ werden und die Kraftstoffe

synthetisch. So gernich es wollte: Es

ist unrealistisch, von heute auf morgen

nur noch Wasserstoff-Lkw und

Elektrobusse auf der Straße zu haben.

Bei Transport und Logistik gibt

es immer einen längeren Anlauf, bis

sich etwas verändert. Wirwollen Klimaschutz

über technologische Verbesserung.

Mit Verzicht und Verbot

kommen wir nicht weiter. Auch ein

Tempolimit hilft nicht weiter. Schon

jetzt liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit

auf deutschen Autobahnen

bei 117 Stundenkilometern.

DieBahn soll ja zum Wegbereiter der

Verkehrswende werden. Klaffen da

nicht Anspruch und Wirklichkeit

noch weit auseinander?

DasganzeSystem Bahn muss besser

werden. Die jüngsten EntwicklungenimTagesgeschäftsindpositiv:

Die Bahn wird pünktlicher, der Service

besser und das WLAN zuverlässiger.

Auf meinen Vorschlag hin haben

wir die Bahntickets im Fernverkehr

um 10 Prozent günstiger gemacht.

Als ich das vor knapp einem

Jahr erstmals geforderthabe,bin ich

noch von vielen für verrückt erklärt

worden. Dann kam es. Jetzt müssen

wir die nächsten Schritte gehen.

Unddie wären?

Indem wir das Schienennetz digitalisieren,

können wir mehr als

10 Prozent zusätzliche Kapazität

schaffen, ohne auch nur einen Kilometer

neue Gleise bauen zu müssen.

Beim Güterverkehr muss die Deutsche

Bahn noch deutlich besser werden.

MitSigrid Nikutta als neues,zuständiges

Vorstandsmitglied bei der

Bahn können wir die Trendumkehr

schaffen.

Wird es bei der heutigen Struktur der

Bahn bleiben?

Darüber müssen wir reden. Jeder

zerrt immer an der Bahn. Und jeder

glaubt, sie kritisieren zu können. Es

gibt aber zu wenige,die eine Vorstellung

davon haben, wie das System

Bahn konkret verbessert werden

kann. Ich werde in diesem Frühjahr

zu einem Spitzengespräch einladen,

um mit allen politisch Verantwortlichen,

auch mit der Opposition und

den Verbänden, über die Ausrichtung

des Konzerns zu reden. Es geht

um Grundsatzfragen. Danach werden

wir weitereEntscheidungen treffen.

Waswirdeigentlich aus den Vorbereitungen

für einen deutschlandweit abgestimmten

Fahrplan?

Wir treiben sie mit aller Kraft voran.

Der Bund investiert soviel wie

nie zuvor –vor allem in das Schienennetz

und den Regionalverkehr. Ziel

ist es, die Fahrpläne des Regionalund

des Fernverkehrs stärker aufeinander

abzustimmen. Auf den großen

überregionalen Strecken werden

wir in absehbarer Zeit ICE-Züge haben,

die im 30-Minuten-Takt fahren.

2021 geht es damit zwischen Berlin

und Hamburglos.

Beider Bahn folgt ein Fahrgastrekord

dem anderen. In den Zügen wirdesjedoch

immer enger.Kommt eines Tages

die Reservierungspflicht?

DieBahn lebt vonder Flexibilität.

Undsie ist mit dem Flugverkehr auch

nicht vergleichbar. Wir wollen eine

echte Bürgerbahn. Da wäre eine Reservierungspflicht

das falsche Signal.

Meine Antwortist mehr Angebot und

mehr Kapazität auf der Schiene.Und

das passiert gerade. ImAugenblick

bekommt die Deutsche Bahn alle

drei Wochen einen nagelneuen ICE-

4-Zug.

DasGespräch führte

Rasmus Buchsteiner.

Ghosn

schwer in

Fahrt

GeflüchteterManager

rechnet mit JapansJustiz ab

Von Stefan Winter

Bei einem denkwürdigen Auftritt

in Beirut hat der aus Japan geflohene

Carlos Ghosn alle Vorwürfe zurückgewiesen

und der japanischen

Justiz systematischen Rechtsbruch

vorgeworfen. Schon sein mehr als

einstündiges Eingangsstatement

wurde zur Generalabrechnung mit

der japanischen Justiz: „Jeder bricht

das Recht, nur einer nicht“ –nämlich

er selbst. „Die Anschuldigungen sind

falsch, und ich hätte überhaupt nicht

inhaftiert werden dürfen.“ Er wolle

nun seinen „Namen reinigen“ und

plane „Initiativen“ für die nächsten

Wochen.

Der frühere Chef des Autobündnisses

aus Renault, Nissan und Mitsubishi

war im November 2018 wegen

Verstoßes gegen Börsenauflagen

festgenommen worden und saß monatelang

unter scharfen Bedingungen

in Untersuchungshaft.

Dahinter steckt der Vorwurf, die

Höhe seinesEinkommens verschleiert

zuhaben. Außerdem soll er Firmenvermögen

für private Zwecke

verwendethaben.VorwenigenTagen

ist der 65-Jährige heimlich ineinem

Privatjet –zeitweise verstecktineiner

Kiste –inden Libanon geflohen. Zu

denDetailsseinerFluchtäußertesich

Ghosn am Mittwoch jedoch nicht.

Er habe sich nicht der Justiz, sondern

einer Verschwörung entzogen,

sagteerindermehrstündigenPressekonferenz

immer wieder. Bei Nissan

habe man um die Unabhängigkeit in

der Allianz mit Renault gefürchtet.

Tatsächlich verschoben sich die Gewichte

in der Partnerschaft auf Druck

der französischen Regierung in den

vergangenen Jahren in Richtung

Frankreich. Ghosn selbst sieht sich

allerdings als Garant japanischer Interessen

in dem komplizierten Bündnis.

Außerdem hat er nach eigenen

Angaben mit Fiat-Chrysler über ein

Bündnis verhandelt, die Einigung sei

bei seiner Verhaftung nicht fern gewesen.

Dass der Konkurrent sich nun

mit dem französischen PSA-Konzern

zusammentut, brachte Ghosn auch

bei dem Auftritt in Beirut noch in Rage.

Im fliegenden Wechsel zwischen

Englisch, Französisch und Arabisch

kreisteder einstige Managementstar

um immer den gleichenPunkt: „Es ist

eine Schande, dass Japan Mister

Ghosn inhaftiert hat.“ Mit großer

Geste zählte er immer wieder seine

Verdienste für das Land auf, verwies

auf die Rettung Nissans und erwähnte

mehrmals, dass er 2009 den Chefsessel

von General Motors bei verdoppeltem

Gehalt abgelehnt habe –

ihm Gier vorzuwerfen, sei also absurd.

Er sei bereit, sicheinem Verfahren

zu stellen, „wo es fair ist“, sagte

Ghosn. Den Libanon will der Manager

mit libanesischem, französischem

und brasilianischem Pass vorerst

aber nicht verlassen. Er beklagte

mangelnde Unterstützung der Regierungen

in Brasilien und Frankreich.

Zudem lässt ihn Japan von Interpol

mit einer „red notice“ verfolgen –die

meisten Länder würden ihn ausliefern.

CarlosGhosn weist in Beirutalle Vorwürfe

zurück.

FOTO: ALLERUZZO/AP


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 7

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Wirtschaft

Käufern

fehlen

Informationen

Kritik an

Lebensmittelherstellern

Edelsalami 28 Prozent günstiger,

vier Putenhacksteaks für 1,59 Euro:Angesichts

vonKritik an umstrittenen

Billigangeboten für Lebensmittel

fordern die Verbraucherzentralen

mehr Informationen für Kaufentscheidungen

im Supermarkt. „Der

Preis ist keine Orientierung für Qualität“,

sagte der Chef des Bundesverbands

der Verbraucherzentralen,

Klaus Müller.

Es stimme nicht mehr, dass teure

Lebensmittel automatisch gut seien

und preiswerte automatisch schlecht.

Nötig sei, Verbraucher nicht für

dumm zu verkaufen und deutlich zu

machen, wo es unterschiedliche Produktqualitäten

gebe. „Dann werden

wir auch eine ausdifferenzierte Zahlungsbereitschaft

erleben.“ Der Lebensmittelhandel

wies Kritik zurück

und betonte,unterschiedliche Qualität

sei bereits erkennbar.

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel

ist auch ein Thema bei der

Agrar- und Ernährungsmesse Grüne

Woche (17. bis 26. Januar) in Berlin.

Verbraucherschützer Müller kritisierte:

„Wenn jahrzehntelang der Handel,

aber auch viele Landwirtschaftsfunktionäre

gesagt haben, jedes Stück

Fleisch, jedes Obst und Gemüse ist

gleich gut, dann haben sie Verbraucherneinen

Sinn und auch eine Zahlungsbereitschaft

für unterschiedliche

Qualitäten aberzogen.“ (dpa)

Weniger Tote bei Naturkatastrophen

Von Thomas Magenheim

Trotz der gewaltigen Schadensdimensionen

war 2019

nur ein Durchschnittsjahr:

Rund 135 Milliarden Euro

haben 820 Naturkatastrophen weltweit

gekostet. Dashat der Rückversicherer

Munich Re in seiner Naturkatastrophenbilanz

ermittelt. DieSumme

für 2019 entspreche dem Schnitt

der vergangenen drei Jahrzehnte.

Glimpflich ist dabei die Assekuranz

davongekommen. Versichert war

diesmal nur rund ein Drittel der

Schäden –was immer noch 47 Milliarden

Euro sind, die vonden Versicherungen

berappt werden mussten.

Das war untypisch. Im langjährigen

Schnitt sei die Hälfte aller Schäden

aus Naturkatastrophen versichert,

sagt Ernst Rauch, Chefklimaforscher

der Munich Re.

Einerseits sorgt der Klimawandel

für immer mehr Extremwetter und

führt damit die Notwendigkeit vor

Augen, sich dagegen zu versichern.

Andererseits entfacht ein steigendes

Risiko auch den Prämiendruck.

Wenn Policen teurer werden, kann

oder will sie sich nicht jeder leisten.

Nicht die Versicherbarkeit, sondern

dieBezahlbarkeitvonPolicenseideshalb

das Problem, sagt Rauch.

DastreffevorallemEntwicklungsländer

und arme Bevölkerungsschichten.

So hat ein Zyklon im südostafrikanischen

Mosambik 2019

nicht nur mehr als 1000 Menschenleben

gekostet und damit die größte

humanitäre Katastrophe des Jahres

Weltweit betrug der Schaden im vergangenenJahr rund 135 Milliarden Euro

Im Mai2019 tobteder Zyklon „Fani“inIndien.

FOTO: AP/DPA

hinterlassen, sondern auch gut

2Milliarden Euro finanziellen Schaden.

Versichert war fast nichts. Bei

einem Taifun in Japan als kostspieligstem

Versicherungsfall 2019 mit

gut 15 Milliarden Euro volkswirtschaftlichem

Schaden waren dagegen

9Milliarden Euro versichert.

EinHoffnungsschimmer ist, dass die

Opferzahlen stetig sinken. Während

im Schnitt der zurückliegenden

30 Jahre rund 52000 Menschen bei

Naturkatastrophen gestorben sind,

waren im vergangenen Jahr 9000 Tote

zu beklagen. In dieser Hinsicht zahlten

sich Vorbeugung und Frühwarnsysteme

aus,heißt es bei Munich Re.

In Europa sei indes eine Kombination

aus Hitzewellen gefolgt vonErnteeinbußen

und schweren Unwetternmit

Hagel 2019 der größte Schadentreiber

gewesen. In Deutschland

lag ein Unwetter im Großraum München

mit golfballgroßen Hagelkörnern

und fast einer Milliarden Euro

Schaden an der Spitze der Statistik.

Bei ähnlichen Unwettern ander Adria

haben die Körner die Größe von

Orangen erreicht und Autos wie

Hausdächer zerschmettert. „Neuere

wissenschaftliche Untersuchungen

lassen erwarten, dass Hagelgewitter

in vielen Regionen durch den Klimawandel

zunehmen“, warnt Rauch.

Auch Sturzfluten nach Starkregen

seien ein klimabedingt wachsendes

Risiko.

Das unterstreicht Ökonomieprofessor

Gert Wagner von der Technischen

Universität Berlin. „Starkregen

sind das Hauptproblem, weil sie

überall auftreten können“, sagt der

Ex-Chef des deutschen Instituts für

Wirtschaftsforschung. Für den Sachverständigenrat

für Verbraucherfragen

hat er als Co-Autor einer Studie

soeben Vorschläge zur zukunftsgerechtenAbsicherungenvonNaturgefahren

erarbeitet. Im Zentrum steht

eine verpflichtende Elementarschadenpolice

für Wohngebäude nach

spanischem und französischem Vorbild.

Etwas ähnliches hat es zu DDR-

Zeiten im Osten Deutschlands gegeben

und auf Landesebene in Baden-

Württemberg.NunseidieZeitwieder

reif für eine solche Versicherungspflicht,

finden Wagner und der Sachverständigenrat

mit Blick auf den Klimawandel.

Versicherungslücken gibt es auch

hierzulande.Während fast alle deutschen

Hausbesitzer gegen Sturmund

Hagel versichert sind, besitzen nur

43 Prozent eine Police gegen Starkregen

und Hochwasser.

Es müsse eine Versicherungspflicht

her, weil sonst der Staat und

damit die Steuerzahler bei Naturkatastrophen

geschädigten Hausbesitzern

immer wieder finanziell unter

die Arme greifen müssten. „Eigentum

verpflichtet“, findet Wagner.

NACHRICHTEN

Hackerangriff

trifft DKB-Kunden

Nach einem Angriff auf den Serverdienstleister

der Deutschen Kreditbank

(DKB) war das Onlinebanking

am Dienstag für mehrereStunden

gestört. Erst am späteren Abend gelang

es der Bank, den Dienst wieder

herzustellen. Am Mittwoch konnten

Kunden wieder auf das Internetbanking

und die Internetseite zugreifen.

Es könne aber zu Einschränkungen

kommen, sagte ein Sprecher.„Es

gibt aktuell kein Anzeichen für einen

Datenabgriff.“ Alle bereits vonKunden

veranlassten Zahlungen würden

weiterhin ausgeführt, hieß es bei der

DKB.Details über die Attacke wurden

nicht bekannt. (dpa)

Millionen

Inder streiken

Millionen Arbeiter habeninIndien

am Mittwoch einenStreikgegen die

Wirtschaftspolitik der Regierung

eingelegt. DieProtestaktion richtete

sichvor allem gegen den angepeiltenVerkaufmehrerer

staatlicher

Unternehmen wie Air India.

Demonstranten marschierten in

Neu-Delhi undmehreren HauptstädtenindischerStaaten.Der

Streik ging aufeinen Aufruf von

zehn Gewerkschaften zurück. In

denStaaten Assam, Westbengalen

undKerala hatte der Streik Auswirkungenauf

den Bahn- und Straßenverkehr.Vor

Ortveranstalteten

Arbeiter Straßenproteste und blockierten

Bahngleise. (dpa)

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8 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Meinung

Jugendclub

ZITAT

Kräften des Marktes

voll ausgeliefert

Melanie Reinsch

findet es bitter,wenn der Jugendclub

nicht gerettet werden kann.

„Haut zur Hölle

noch mal aus

unserer

Region ab!“

Inder Stadt wirdesenger,Wohnraum ist

knapp –aber auch Kultureinrichtungen

bekommen den Druck auf dem Markt in

Berlin bitter zu spüren. Seit einem Jahr

schon muss eines der ältesten selbstverwalteten

Jugendzentren der Stadt – die

Potse in Schöneberg –umseine Existenz

bangen. Der Nutzungsvertrag mit dem

Bezirk, der selbst nur Mieter ist, ist ausgelaufen.

DieEigentümer des Hauses haben

die Gewerbemiete so erhöht, dass sich

Tempelhof-Schöneberg das Haus nicht

mehr leisten kann. Leidtragende sind die

Jugendlichen, die das Haus seit einem

Jahr besetzt halten und denen eine Räumungsklage

droht. Hier geht es nicht um

ein paar Konzerte mehr oder weniger.Der

Fall Potse ist ein exemplarischer.

Denn die Zahl der Jugendclubs in der

Stadt ist zuletzt gesunken –von 430 im

Jahr 2013 auf 404 im Jahr 2018, auch

wurde bis 2015 weniger Geld für die Bildungsarbeit

ausgeben. Gut, dass der Senat

das Problem erkannt hat und den Bezirken

bis 2023 insgesamt 20 Millionen

Euro mehr die Jugendarbeit zur Verfügung

stellt. Diese kann auch für Jugendfreizeiteinrichtungen

verwendet werden.

Bei der Potse handelt es sich aber um

ein Mietverhältnis, das den Kräften von

gierigen Eigentümernvoll ausgeliefertist.

Dass der Bezirk bisher keine Alternative

für Club und Konzerträume anbieten

kann, ist mehr als traurig, entspricht wohl

aber der Realität der immer enger werdenden

Stadt. Zugleich ist es nicht tragbar,

dass eine Institution, die Berlin geprägt

hat, deswegen vordem Aussteht. Es

wirft auch ein schlechtes Licht auf die Relevanz

solcher Einrichtungen. Vielleicht

sollte das Problem eine Etage höher angegangen

werden. Jugendsenatorin Sandra

Scheeres,übernehmen Sie!

AfD

Eine Partei als

Verdachtsfall

Markus Decker

über einen interessanten

politischen Streit

Dass die AfD jetzt offenbar gegen den

Verfassungsschutz klagen will, ist

keine Überraschung. Denn dass das Kölner

Bundesamt den „Flügel“ um Thüringens

AfD-Chef Björn Höcke und die Jugendorganisation

„Junge Alternative“ als

sogenannten Verdachtsfall führt, hat für

die in Teilen offensichtlich rechtsextremistische

Partei längst Konsequenzen.

Weiterekönnten folgen.

Zunächst einmal ist ein Verdachtsfall

zwar nur die Vorstufe zu einer offiziellen

Beobachtung. Sieerlaubt aber bereits den

Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel.

Das bedeutet: Der Inlandsgeheimdienst

kann mit Instrumenten in die AfD hineinschauen,

ohne dass diese es merkt.

Hinzu kommt, dass zumindest der

„Flügel“ nicht etwa nur ein Flügel ist, wie

der Name suggeriert. Zumindest in Ostdeutschland

ist der „Flügel“ der Rumpf

der Partei, also deren tragende Säule.Das

wiederum heißt: Über den „Flügel“ kann

der Verfassungsschutz mit nachrichtendienstlichen

Mitteln in größere Teile der

AfD hineinschauen. Wird der „Flügel“

vom Prüffall zum Beobachtungsobjekt,

könnte wegen dessen überragender Bedeutung

auch die Gesamtpartei zunächst

zum „Prüffall“ und anschließend zum Beobachtungsobjekt

werden. Am Ende

stünde womöglich eine Verbotsdebatte.

So gesehen hat der juristische Streit

eine enorme politische Bedeutung. Es

geht dabei auch um die Frage,obund wie

ein demokratischer Rechtsstaat gegen

eine Partei vorgehen kann, die mit der Demokratie

wenig am Hut hat, bei der aber

in einzelnen Ländernbis zu einem Viertel

der Wahlberechtigten ihr Kreuzchen machen.

Von der Antwort auf diese Frage

hängt eine Menge ab.

Mit ganzem Gewicht

In den nächsten Wochen wird es im

Bundestag vermutlich ums Ganze gehen.

Dann müssen die Abgeordneten

die Frage beantworten, wie viel die

Wahlstimmen der Bürger wert sind. Wir alle

sollten genau hinsehen, wie das Ergebnis

aussehen wird.

Wenn es denn eines gibt. Denn die Diskussion

um dieWahlreformdauertschon die

gesamte Legislaturperiode an und viele

fürchten, dass ein Kompromiss nicht mehr

gelingen könnte. Denn mittlerweile drängt

die Zeit –imFrühling wird esschon die ersten

Kandidatenaufstellungen geben. Dann

muss klar sein, wie gewählt wird.

Der Streit mutet auf den ersten Blick wie

das übliche Parteiengezänk an. Fraktionen,

die miteinander vor allem in eigener Sache

streiten: Wersichert sich die besten Voraussetzungen

zurWiederwahl? Daskennt man ja,

dass Politiker vor allem ihre Pfründe sichern

wollen, nicht wahr? Andererseits sollten es die

Wählerinnen und Wähler von CDU, CSU,

SPD,Grünen, Linker,FDP –und, ja, auch AfD

–zuschätzen wissen, wenn ihre jeweiligen

Parteien dafür streiten, dass ihre Stimmen

größtmögliches Gewicht bekommen.

Überhangmandate, Ausgleichsmandate,

Länderproporz –das Wahlverfahren für den

Bundestag in Deutschland ist verworren. Die

meisten Bürger orientieren sich vor dem

Wahltag nur noch einmal schnell über Erstund

Zweitstimme. Wie das Wahlergebnis in

Mandate übersetzt wird, ist eine Aufgabe für

Spezialisten. Werkennt schon das Verfahren

nach Sainte-Lague/Schepers? Nach diesem

Prinzip wird die Sitzverteilung in den Gremien

des Bundestages vergeben. Wiedas genau

vonstatten geht, können nur die jeweiligen

Experten erklären. Malehrlich: Jeder von

uns hörtdaweg.

Für alle, die sich bislang im Internet mit

Hasstiraden und Gewaltaufrufen gegen

Personen ungestraft hervortaten, soll es im

neuen Jahr deutlich ungemütlicher werden.

Endlich. Icherinnereanden erzgebirgischen

Galgenbastler, dem die Chemnitzer Staatsanwaltschaft

vorzweiJahren mit der Einstellung

der Ermittlungen beschied, dass ja noch

keiner der auf den Galgen-Schildchen genannten

Politiker am Strang gehangen habe

und mögliche zukünftige Taten nicht geahndet

werden könnten.

Offenbar sieht der Gesetzgeber die Gefahr

jetzt konkreter,dass der Wegimmer kürzerzu

werden droht, bis ausWorten kriminelleTaten

werden. Es ist schon mehr als ein diffuses Gefühl,

dass die Flut von Hass und Drohungen

im Internet gegen viele Mitbürger steigt, die

als aufrechte Demokraten in der Öffentlichkeit

stehen, sich kommunalpolitisch und ehrenamtlich

engagieren. Das Justizministerium

hat noch im Dezember einen Entwurf

zur Verschärfung des Strafrechts vorgelegt,

der jegliche Bedrohung mit einem Gewaltdelikt

betrifft. Künftig soll auch die Billigung von

Straftaten, die noch nicht begangen, aber in

Aussicht gestellt wurden, konsequent geahndet

werden. Um all dies im Kampf gegen das

durchzusetzen, was meist anonym im diffusen

Raum des Internets gepostet wird, bedarf

es weiterer gesetzlicher Änderungen. So sollen

Betreibervon Internetplattformen künftig

nicht nur zur Meldung von Hass- und Drohmails

verpflichtet werden.Sie müssen zudem

Polizei und anderen Sicherheitsbehörden

Wahlrecht

Das geht

uns alle an

Christine Dankbar

hofft auf ein neues Verfahren und ist froh, dass sie den

Kompromiss dazu nicht ausarbeiten muss.

Für die Bürgerinnen und Bürger ist eines

aber sehr offensichtlich: DerBundestag wird

vonWahl zu Wahl immer größer. Die Politik

macht das nicht besser –imGegenteil. In

einzelnen Bundestagsausschüssen sei man

jetzt schon kaum noch arbeitsfähig, erzählen

Abgeordnete.Der Bundestag tagt regelmäßig

bis in die Nacht, weil es bei sechs Fraktionen

länger dauert, bis alle ihr Rederecht bekommen

haben. Wasnicht nur die Abgeordneten

extra belastet, sondern auch die Bediensteten.

Von Sternstunden des Parlamentes ist

aus diesen Nachtsitzungen ebenfalls nichts

bekannt geworden.

709 Abgeordnete sind es derzeit, nach der

Wahl im nächsten Jahr könnten es sogar an

die 800 werden –und selbst das muss nicht

KOLUMNE

Das Gift

der

Hass-Sprache

Klaus Staeck

Grafiker und Verleger

umfassende Auskünfte über die kriminellen

Absender bis hin zu Passwörtern geben. Mit

dem Löschen der Beiträge ist es künftig nicht

getan. Facebook, Twitter &Co. drohen Strafen

in Millionenhöhe,wenn sie ihrer Meldepflicht

anonymer Hetzer nicht nachkommen.

So weit, so gut –der Handlungsdruck ist

offenbar groß genug geworden. Er sollte

auch den Argumenten des Datenschutzes

und des Rechts auf freie Meinungsäußerung

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

das Ende nach oben sein. Ganz klar,damuss

ein Deckel drauf. Nach mehreren Jahren Diskussion

ist wohl jetzt schon klar, dass es

keine Lösung geben wird, die alle zufriedenstellt.

Folglich muss man fortan nach einer

suchen, die die Fairness desWahlergebnisses

sichert.

Blicken wir einmal kurz auf die Ursache

des Problems. Das sind die Überhangmandate.

Die entstehen, wenn eine Partei mehr

Direktkandidaten ins Parlament schicken

darf, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis

eigentlich zustehen. Überhangmandate

gab es früher schon, aber sie wurden nicht

ausgeglichen. Daswar unfair und wurde daher

vom Verfassungsgericht unterbunden.

Seitdem bekommen die anderen Parteien

Ausgleichsmandate –und wir Bürger immer

mehr Bundestagsabgeordnete.

Im Grunde gibt es nur zwei Wege: Entweder

es fallen erst keine Überhangmandate an.

Das bedeutet, dass man die Wahlkreise abschafft

oder zumindest reduziert. Oder man

gleicht die Überhangmandate innerhalb der

Parteien aus.Sobleibt das Gesamtwahlergebnis

der einzelnen Parteien im richtigen, vom

Wähler gewünschten Verhältnis, ohne das

Parlament aufstocken zu müssen.

DieAnhänger und Politiker vonCDU und

CSU werden dasjetzt nicht gerne lesen, aber

der Gesetzentwurf von Grünen, Linker und

FDP sieht eine interessante Mischung aus

diesen beiden Ansätzen vor. DieUnion dagegen

hat bisher nur Vorschläge präsentiert,

bei denen vor allem sie profitiert. Die SPD

hat noch gar keine richtige Meinung. Dasist

zu wenig, um ein derart großen Problem zu

lösen. Es ist also klar,wer sich jetzt bewegen

muss.

Wir Bürgerinnen und Bürger schauen

hin. Sehr genau ab jetzt.

standhalten, weil der Schutz vonMenschenwürde

und Unversehrbarkeit von Personen

gleichfalls hohe Güter sind.

Aber wirddas alles genügen, um in absehbarer

Zeit eine spürbare Abrüstung bei den

verbalen Hass-Kriegern zuerreichen? Werden

Einschüchterungen und Beleidigungen

zurückgehen, die Kommentarfunktionen

und Blogs im Internet zur Kloake verkommen

lassen? Ichbin sicher nicht der Einzige,

der daran zweifelt, dass allein schärfere Gesetze

einen gesellschaftlichen Ruck veranlassen,

der dafür sorgen könnte,herabwürdigende,

hetzerische Sprache zu ächten.

„Worte können sein wie winzige Arsendosen:

Sie werden unbemerkt verschluckt, sie

scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger

Zeit ist die Giftwirkung doch da.“ Das

schrieb Victor Klemperer in seiner großartigen

Analyse zur Sprache des Dritten Reichs

„LTI“. Er beobachtete über zwölf Jahre, wie

die Sprache des Nationalsozialismus „in alle

Ritzen von Alltag und Kultur“ eindrang, wie

ein solcher „Verrat an aller Bildung, aller Kultur,aller

Menschlichkeit“ möglich war.Noch

als Hochschullehrer bemerkte er Jahre nach

dem Ende des Krieges die tief eingefressenen

Spuren der Spracheaus der NS-Zeit.

Wo sind die Analytiker der aktuellen

Sprachdeformationen im Internetalltag, die

selbst mit einer verständlichen, lebendigen

Sprache die Defizite einer Kommunikation

beschreiben, die Aufmerksamkeit um jeden

Preis, selbst um den der Würde und der Humanität,

erzielen will?

Muhammed-Dschawad Asari-Dschahromi,

Irans Telekommunikationsminister,

bei Twitter nach Raketenangriffen

auf amerikanisch genutzte Militärstützpunkte

im Irak. Ganz offensichtlich richtet sich der Ausruf

an die Adresse der USA.

AUSLESE

Gute Nachricht

vom Klimaschutz

Esgibt gute Nachrichten vomKlima. In

Deutschland ist der CO 2 -Ausstoß stärker

gesunken als erwartet. „Eine Nachricht,

insbesondere wenn Zahlen im Fokus

stehen, hat stets zwei Seiten“, schreibt

der General-Anzeiger und verweist auf die

schlechte Seite: „Die wesentliche Ursache

für das CO 2 -Tief war die verminderteWirtschaftsproduktion,

vorallem in den energieintensiven

Branchen, wie etwa der

Stahlindustrie.“ Das habe mit Klimaschutz

wenig zu tun. Die Hannoversche

Allgemeine Zeitung ist optimistischer.

„Hauptursache des CO 2 -Rückgangs beim

Strom sind höhere Preise für Verschmutzungsrechte

in der EU. Dadurch wurde

Kohlestrom teurer und war gegenüber der

wachsenden Ökostromproduktion nicht

mehr wettbewerbsfähig. Das zeigt, dass

CO 2 -Bepreisung wirken kann.“

„Das Interessante an den Zahlen ist,

dass man genau erkennen kann, wer für

die gute Klimabilanz verantwortlich ist“,

heißt es im Kommentar auf der Webseite

des NorddeutschenRundfunks.Das sei der

Ausbau der erneuerbaren Energien.“ Hier

müsse die Politik weiter helfen. „Nur mit

derWindkraft werden wir in einigen Jahren

den Wegfall vonKernkraft und Kohle kompensieren

können, das sollte uns klar sein.

Zumal in der Windenergiebranche gerade

fast stillschweigend Tausende vonArbeitsplätze

verloren gehen, Arbeitsplätze, für

die es an den Kohlestandorten viele Milliarden

Euro staatliche Unterstützung gibt.“

Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 – S eite 9 *

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Berlin

Da ist waslos!

Unsere Seite aus

den Bezirken

Seite 10

Mehr Swing: Das neue Musical über Frank Sinatra Seite 14

Mehr Ärger: Der Eigentümer der geklauten Goldmünze verklagtdie Versicherung Seite 15

Stadtbild

Rote

Bete

Ruth Herzberg

wäre gern am Abend so

müde wie am Morgen.

AmMontag begann die erste Arbeitswoche

des Jahres. Natürlich

gab es Vorsätze. Es gab To-do-

Listen, es gab die Idee,Sportzutreiben,

weniger von diesem, dafür

aber mehr von jenem zu tun. Stattdessen

ist da aber einfach nur Müdigkeit.

Morgens komme ich nicht aus

den Federn und abends nicht hinein.

Liege ich dann endlich im Bett,

kann ich nicht schlafen, weil mich

der Gedanke an das frühe Aufstehen

quält.

Stündlich erwache ich und bemitleide

mich bei der Vorstellung,

wie müde ich sein werde, wenn

Viertel vor sieben der Wecker klingelt.

So schlimm wird esnicht sein,

versuche ich mich zu trösten. Einfach

aufstehen, schnell unter die

Dusche, dann Kaffee und wenn

man dann erst mal draußen an der

frischen Luft ist, dann ist das alles

doch gar nicht mehr so schlimm!

Aber es hilft nichts. Ich will einfach

nur liegen bleiben.

Ja, es fehlt mir ganz allgemein

der Antrieb.Könnte es sein, dass ich

unter winterbedingten Mangelerscheinungen

leide? Im Frühstücksfernsehen

werden die Symptome

aufgezählt: Müdigkeit, trockene

Haut, sprödes Haar,schlechte Stimmung.

Ja, genau! Aber was tun? Man

solle seine Ernährung umstellen,

sagt der als „Experte“ eingesetzte

Arzt im weißen Kittel. Im Winter

mangele es dem Körper nun mal an

allem: Calcium, Folsäure, Eisen und

Magnesium. Deswegen solle man

Milchprodukte, Hülsenfrüchte, rotes

Fleisch und Rote Bete zu sich

nehmen. Schlimm. Denn ich mache

wie immer alles falsch. Ich bin so

mies drauf, meine Diät besteht im

Moment aus möglichst viel Kaffee,

Rotwein, Schokolade,Toastbrot und

Marmelade.

Wenn ich mich nicht bald zusammenreiße,

dann werde ich zunehmen,

und dann bin ich nicht

mehr attraktiv, und dann verlässt

mich mein Geliebter, dem ich in

meiner aktuellen Stimmung sowieso

alles zutraue. Zum Glück bekommt

er meinen Verfall nicht mit,

denn er selbst verfällt angeblich

auch gerade. Er hat Grippe – behauptet

er –und er ließe sich von

seiner Mutter gesundpflegen.

Außerdem, sagt der Experte im

Fernsehen, solle man wegen des

fehlenden Sonnenlichtes Vitamin

D-Pillen oder -Kapseln zu sich nehmen

und sich zwecks Aufheiterung

viel an der frischen Luft bewegen.

Ich seufze und werde noch trübsinniger.

Ich vermeide es nach Möglichkeit

rauszugehen, denn dort ist

es kalt und glatt und schmutzig: Da

vermischt sich auf glitschigem Katzenbuckelpflaster

das Herbstlaub

des letzten Jahrzehnts mit den

Überresten der Silvesterknaller.

Nachdem ich mich irgendwie

durch den Tag geschleppt habe,

werfe ich mich erst in die Badewanne

und dann ins Bett, lege mir

ein Kissen auf den Kopf und umarme

ein zweites, schließe die Augen,

kann nicht schlafen, träume

mir einen Winterschlaf herbei und

beschließe, mir morgen Rote Bete

zu kaufen.

Seit den 80ernverwaltet der linkeJugendclub Potse sich selbst. Sein Fokus: Musikprojekte –und zwar laute. Die Lautstärke ist jetzt aber ein Problem.

Kein Platz mehr für Jugend

Prozess mit Punkrock –Bezirk klagt gegen die Potse, Berlins ältesten selbstverwalteten Club

VonAnnika Leister

Das Land Berlin verklagt

einen Jugendclub. Doch

die Worte des Richters

sind am Mittwochmorgen

in derVerhandlung kaum zu verstehen.

Denn der Protest gegen den

Prozess im Gebäude des Moabiter

Kriminalgerichts ist laut: Mit einem

Lastwagen haben die Mitglieder des

Jugendclubs Potse zwei Spuren der

Turmstraße für eine Kundgebung

zugeparkt, auf dem Lkw treten Punkbands

auf, die von „Bullenterror“

singen, davor tanzen mehr als 50

Punks und andere Jugendliche und

stimmen Sprechchöre an wie

„Nehmt ihr uns die Potse ab,spielen

wir draußen Punkrock ab“.

Die Potse ist nicht irgendein Jugendclub,sie

ist der älteste selbstverwaltete

Jugendclub Berlins, ein dezidiert

linkes Projekt –für das es jetzt

keinen Platz mehr geben soll. DerBezirk

Tempelhof-Schöneberg hat den

Nutzungsvertrag für die Räume als

Hauptmieter schon zum 31. Dezember

2018 auslaufen lassen, weil der

private Hauseigentümer die Miete

erst in astronomische Höhen trieb,

dann das Angebot zur Weitervermietung

ganz zurückzog. Doch die Potse-

Mitglieder weigernsich, auszuziehen

und halten das Haus jetzt seit mehr

als einem Jahr besetzt. Weil sie weiter

Punkrock machen wollen –schließlich

bestünden 70 Prozent ihres Angebots

aus Musik und Konzerten, sagen

sie.Der Bezirkaber findet keine Alternative,

in der sie laut sein dürfen.

Jetzt ist das Land Berlin, vertreten

durch das Bezirksamt, mit einer Räumungsklage

gegen den Jugendclub

vor das Landgericht gezogen. Man

wolle nicht, aber könne nicht anders,

sagt der zuständige Bezirksstadtrat

Oliver Schworck (SPD). Der Bezirk

dürfe keine Steuergelder für besetzte

Häuser ausgeben. „Total absurd“,

findet Paul die gesamte Situation,

ein Sprecher der Potse, der nur seinen

Vornamen nennen will. Schließlich

sei das Land schuld an der Miseredes

Jugendzentrums. Nicht nur,

dass es keine neuen Räume finde:

Bis 1987 war das Land Berlin selbst

Besitzer des Potse-Hauses,verkaufte

es erst an die BVG, die wiederum an

Private –wie in so vielen Fällen.

Mehr als 50 junge Demonstranten kamen zur Kundgebung vor dem Gericht.

„Die rot-rot-grüne Landesregierung

wird wohl als die Landesregierung

in die Geschichte eingehen,

die die letzten selbstverwalteten

Jugendzentren zerstört hat.“

Paul, Sprecher des Jugendzentrums Potse

OLAF WAGNER

Absurd findet Paul auch den Ort

der Verhandlung: Der zivilrechtliche

Prozess wurde kurzfristig verlegt,

statt im Landgericht findet er in einem

der Sicherheitssäle des Kriminalgerichts

statt –wonormalerweise

Terrorprozesse abgehalten werden,

wo Publikum und Presse Sicherheitsschleusen

passieren müssen.

DieVerlegung, sagt Gerichtssprecherin

Lisa Jani, habe man auch mit

Blick auf die aus dem Ruder gelaufenen

Proteste beim Gerichtsprozess

um das besetzte Hauses in der Liebigstraße

34 beschlossen.

Zuschauer unter 16 Jahren hat

Richter Kai-UweKleber vorabuntersagt.

Eine nicht unübliche Entscheidung

am Kriminalgericht, sagt Jani,

es könne eng und hektisch werden

bei Protesten und einer Räumung.

Doch diese Entscheidung des Richters

ist der Grund, warum an diesem

Tagkein Urteil fällt.

Wenn um einen Jugendclub verhandelt

werde, müssten Jugendliche

auch das Recht haben, an dem Prozess

teilzunehmen, sagt der Anwalt

der Potse, Lukas Theune. Auch für

die hohen Sicherheitsvorkehrungen

beim Prozess gebe es keinen Grund.

Bereits vor dem Prozess hatte

Theune einen Schriftsatz beim Richter

eingereicht. Der aber habe nicht

darauf reagiert. In der Folge reichte

Theune zwei Ablehnungsanträge gegen

Richter Kleber ein, einen mündlich

im Voraus, einen schriftlich

gleich zu Beginn des Prozesses. Die

Begründung: Der Richter habe sich

mit den Einwänden gar nicht beschäftigt,

er sei befangen.

Kleber lehnt Theunes Anträge als

unzulässig ab. Eine Antwort habe

keiner Dringlichkeit bedurft, er habe

zu Anfang des Prozesses darauf antworten

wollen. Kleber will den Prozess

weiterführen –doch für die Vertreter

der Potse ist damit Schluss: Sie

verlassen den Sitzungssaal. Wann es

weitergehen wird, ist unklar. Zuerst

wird eine Kammer über die Befangenheit

des Richters entscheiden.

Wenn sich die Potse-Mitglieder da-

BLZ/MARKUS WÄCHTER

nach weiterhin nicht vorGericht äußernwollen,

steht einVersäumnisurteil

an und der Räumungsklage

würde stattgegeben.

Potse-Sprecher Paul sagt vordem

Gerichtsgebäude, dass der rot-rotgrüne

Senat mit dem Prozess auch

noch das letzte Vertrauen der Jugendlichen

verspiele. „Die rot-rotgrüne

Landesregierung wirdwohl als

die Landesregierung in die Geschichte

eingehen, die die letzten

selbstverwalteten Jugendzentren

zerstörthat.“

„Extrem traurig“ findet Jugendstadtrat

Schworck die Kündigung,

den Prozess, die gesamte Lage. Man

suche seit Jahren mit aller Kraft,

finde aber schlicht keine Räume für

den Jugendclub, die geeignet für

Konzerte seien. Er fordert auch vom

Senat mehr Einsatz, um bei der Immobiliensuche

für die Potse in anderen

Bezirken oder den landeseigenen

Beständen zu helfen: „Das Land

ist bei der Suche naturgemäß nicht

so engagiertwie wir als Bezirk.“

Dabei teilen das Problem der

schwindenden Räume für Jugendliche

alle Bezirke. Ende 2018 gab es in

Berlin laut Senatsbildungsverwaltung

nur noch 404 Jugendclubs –

2008 waren es noch 430. Unddas war

schon zu wenig, sagen Experten.

„Wir sind unterversorgt“, sagt Mirjam

Blumenthal,Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses

Neukölln.

Auch in ihrem Bezirk seien alle Kinder-und

Jugendeinrichtungen nördlich

des S-Bahn-Rings von Gentrifzierung

bedroht. Der renommierte

Mädchenclub Schilleria hätte zwar

vor der Schließung bewahrt werden

können. „Aber jeder Euro,den ich in

die Zahlung zu hoher Mieten stecke,

geht der Jugendarbeit verloren“, sagt

Blumenthal. Jugendeinrichtungen

hätten oft keine Priorität, wenn Senat

und Bezirke vom Vorkaufsrecht

Gebrauch machten, um Räume für

das Land zu sichern. „Wenn das

Land nicht selbst schnell in Eigentum

investiert, dann verlieren wirauf

Dauer. Daswäreabsolut fahrlässig.“

Annika Leister

ist dortaufgewachsen, wo

es keine Jugendclubs gibt.

NACHRICHTEN

Bauakademie: Zweite Klage

gegen Neubesetzung

DieBerufung des SPD-Politikers Florian

Pronold an die Spitzeder Bauakademie

liegt vorläufig auf Eis. Das

Bundesinnenministerium erklärte

am Mittwoch, dass es die Entscheidung

des Berliner Arbeitsgerichts gegen

die Besetzung des Direktorenpostens

prüfen wolle.Dagegen kann

Berufung eingelegt werden. Am

23. Januar will das Gericht eine zweite

Klage eines anderen Mitbewerbers

erörtern. (dpa)

Stasi-Unterlagen-Behörde

sieht wachsendes Interesse

Im vorigen Jahr haben 56 526 Menschen

einen Blick in Papieregeworfen,

die die DDR-Staatssicherheit

heimlich über sie anlegte.Das waren

rund 11 200 Anträge mehr als 2018,

teilte die Bundesbehörde für die

Stasi-Unterlagen mit. Rund 35 500 Interessiertestellten

den Antrag zum

ersten Mal. Seit dem Arbeitsbeginn

der Behörde Ende 1990 gingen

3,3 Millionen Anträge ein. (dpa)

Nicki-Minaj-Wachsfigur

missfällt Fans

Fans der US-Rapperin Nicki Minaj

haben enttäuscht auf derenWachsfigur

im Museum„Madame Tussauds“

reagiert.„Die Nicki-Minaj-Wachsfigur

hat mich zumWeinen gebracht“,

schrieb eine Followerin.„Ohnein, das

ist nicht Nicki. Daserinnertmich an

einen Charakter in‚Mortal Kombat‘“,

kommentierte eine andere. „Sie zeigen

Nicki keinen Respekt mit dieser

Wachsfigur“, beschwerte sich ein

weiterer Fan. DasMuseum hat die

Wachsfigur der 37-Jährigen am

Dienstag vorgestellt. Sienimmt die

gleiche Pose ein wie die US-Rapperin

in dem Musik-Video zu ihrem Hit

„Anaconda“ –auf allen vieren. (dpa)

„Diese eG“ gibt Haus

an der Rigaer 101 weiter

Die„Diese eG“ hat sich aus der drohenden

Insolvenz befreit, in die sich

sich unter anderem mit dem Erwerb

des Hauses Rigaer Straße 101 mit 18

Wohnungen und zwei Läden im Erdgeschoss

gebracht hat. Der„Diese

eG“ist es gelungen, das Haus an die

Wohnungsbaugenossenschaft am

Ostseeplatz weiterzugeben. DieDiese

eG hatte sich zu dem Kauf entschlossen,

weil Baustadtrat Florian Schmidt

(Grüne) dasVorkaufsrechtgeltend

machte.Der landeseigenenWohnungsbaugesellschaftWBM

war das

zu teuer.Also sollte die„Diese eG“

zum Zuge kommen, die den Kaufvertrag

unterschrieb und auf finanzielle

Hilfe des Landes hoffte.Die gab es

dann allerdings nicht, und die„Diese

eG“ stand vordem Aus. (BLZ)

An der Rigaer Straße ist schon so manche

Baugesellschaft gescheitert.

IMAGO


10 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 10

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Bezirke

Deckel für Ortsumfahrung

Der gemeinsame Finanzierungsvertrag

für eine

sogenannte Troglösung mit

einer teilweisen Deckelung

der Ortsumfahrung Ahrensfelde

wurde jetzt von den

Ländern Berlin und Brandenburg

rechtskräftig unterzeichnet.

Damit übernehmen

sie die Mehrkosten für

die teilweise überbaute

Straße am nördlichen Orts-

Ahrensfelde

ausgang an der Märkischen

Allee.Ursprünglich hatte der

Bund eine ebenerdige Ortsumfahrung

vorgesehen.

Diese wärezwar kostengünstiger,

hätte aber zu erheblichen

Lärmbelastungen geführt

und den Ortskern Ahrensfelde

geteilt. Mitdem begrünten

Straßendeckel wird

den Wünschen vieler Bürger

nachgekommen. (ylla.)

Klixarena wird schöner

Esist so weit: Die Planung

für die Umgestaltung der

Klixarena und verbindenden

Wege ist fertig. In einer Bürgerversammlung

am 22. Januar,

um17.30 Uhr, werden

die Pläne im Albert-Schweitzer-Haus,

Auguste-Viktoria-

Allee 51, vorgestellt. Die umfassende

Neugestaltung des

Spiel- und Bolzplatzes an der

Zobeltitzstraße sowie der

Reinickendorf

Wege zwischen Auguste-Viktoria-Allee

und Scharnweberstraße

wird inden nächsten

beiden Jahren verwirklicht.

Im Frühjahr und Sommer

2019 wurden Wünsche

und Ideen der großen und

kleinen Nutzer erforscht. So

soll es neue Spielgeräte für

Kinder,Sportgeräte für ältere

Menschen und neue Aufenthaltsflächen

geben. (nm.)

Gedenkstätte mit Rekord

Gedenkstätte mit Kapelle der

Versöhnung. IMAGO IMAGES/JÜRGEN RITTER

Gesundbrunnen &Mitte

Erneut blickt die Stiftung

Berliner Mauer auf ein

erfolgreiches Jahr zurück.

Mit rund 1219 000 Menschen

besuchten so viele

Gäste wie nie zuvor die Gedenkstätte

an der Bernauer

Straße, teilt die Stiftung mit.

Dieser neue Besucherrekord

entspricht einer Steigerung

von acht Prozent im Vergleich

zum Vorjahr.

Kleingärten gerettet

Die

Kleingartenanlagen

Heerstraße und Hasenheide

bleiben erhalten. Ursprünglich

hatte Stadtentwicklungssenatorin

Katrin

Lompscher (Die Linke) vorgesehen,

auf den Flächen

rund um die Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne

und die

Traun-Kaserne sowie auf angrenzenden

Flächen zwischen

Seeburger Straße und

Spandau

Seeburger Weg ein städtebauliches

Entwicklungsgebiet

festzulegen und großgeschossigen

Wohnungsbau

auf Kosten der Kleingartenkolonien

auf den Weg zu

bringen. Wie Baustadtrat

Frank Bewig (CDU) unlängst

mitteilte,plant der Senat hier

kein Entwicklungsgebiet und

hat alle entsprechenden Planungen

aufgegeben. (nm.)

Geburtstagssause

Ein dreitägiges Fest ist

vom 22. bis 24. Mai einer

der Höhepunkte der Feierlichkeiten

zum 125-jährigen

Geburtstag des Ortsteils. Geplant

sind auf dem Johannes-Fest-Platz

ein buntes

Bühnenprogramm sowie ein

Weindorf. Extra für das Jubiläum

wird der sonst im September

stattfindende Familienrenntag

auf der Trab-

Karlshorst

rennbahn auf den 24. Mai

verlegt. Am Tagdarauf –am

25. Mai1895 wurde der sogenannte

Colonie-Consens für

die Siedlung unterzeichnet –

wird amGedenkstein in der

Lehndorffstraße der Kolonie-Gründung

gedacht. Zum

Abschluss der Festwoche ist

am 29. Mai ein Konzert der

Gundermann-Band „Die

Seilschaft“ geplant. (ylla.)

Die A100 kommt zu Ehren

DPA/MARC TIRL

Einungewöhnliches Sujet hat die Ausstellung,

die am 17. Januar um 19 UhrimAtelier

André Kirchner in Schöneberg (Grunewaldstraße

15) eröffnet wird: nämlich

die Autobahn 100. „Tempelhofer Kreuz –

Eine Autobahn im Märkischen Sand“

zeigt Aufnahmen des Fotografen Friedhelm

Denkeler. Erhat, so heißt es in der

Einladung, 1980 den Autobahnbau zwischen

Tempelhof und Neukölln fotografisch

begleitet. Zu sehen sind unter anderem

Bauteile der Hochstrecke, die nach

einer Planungsänderung dann doch

nicht gebaut wurde.

Eisbahn mit Seeblick

Sie ist eine der attraktivsten

Eisbahnen, die Berlin

zu bieten hat: Im Friedrichhagener

Seebad, Müggelseedamm

216, lockt eine 600

Quadratmeter große Eisfläche

täglich von 9bis 16 Uhr

nicht nur passionierte Hobbyeisläufer

an den Strand.

Bei Heißgetränken und Seeblick

kommt bei allen Gästen

Winterfeeling auf. (ylla.)

Friedrichshagen

Eislaufen mit Seeblick gibt’s

nicht überall.

NILS MICHAELIS

Dahlem

Abriss weiter aktuell

Wie steht es um einen

möglichen Abriss der

Brücke am Breitenbachplatz?

Die Senatsverkehrsverwaltung

teilte mit, bis

zum 31. MaiZwischenergebnisse

vorlegen zu wollen. Die

seit Langem angekündigte

Machbarkeitsstudie soll

noch im ersten Quartal ausgeschrieben

werden. Aktuell

fänden Gespräche zu Grund-

lagen und Inhalten einer

Machbarkeitsstudie, eines

Wettbewerbsverfahrens sowie

zu einer Öffentlichkeitsbeteiligung

statt. Der Senat

halte nach wie vor andem

vom Abgeordnetenhaus formulierten

grundsätzlichen

Ziel des Rückbaus der Brücke

fest. Am 11. Juni jährtsich die

Eröffnung der Brücke zum

40. Mal. (nm.)

Familienparty Zurgroßen Familien-Pool-Party

lädt das

Team der gerade erst wiedereröffneten

Schwimmhalle

Buch in der Wolfgang-Heinz-

Straße am 11. Januar,12bis 16

Uhr, ein. DiefrühereVolksschwimmhalle

vomTyp„Berlin

’83“, die 1991 ihren Betrieb aufgenommen

hatte,war seit

März2018 für rund 6,5 Millionen

Euro saniertworden.

TERMINE

Fußballturnier Am 11. und 12.

Januar steigt mit dem Range-

Bau-Cup zum 16. Mal

Deutschlands größtes U17-

Hallenfußballturnier in den

Sporthallen der VirchowOberschule

am Blumberger Damm.

Unter den 24 Teams sind Talente

aus Ägypten, Österreich,

der Urkaine sowie vonnamhaften

deutschen Clubs.

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Filminstallation In der Filminstallation

„Kriegskinder“ berichten

acht Neuköllner von

ihrer Kindheit im Jahr 1945.

Vom11. Januar bis zum 5. April

kann das Werk im Museum

Neukölln, Alt-Britz 8, besichtigt

werden. „Die Kriegskinder sind

alt geworden, daher ist es

höchste Zeit, ihnen noch einmal

zuzuhören“, heißt es in einer

Mitteilung des Museums.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Mehr Natur für Bunkerberge

Für die Bunkerberge im

Volkspark Friedrichshain

wurde 2013 ein Schutz-,

Pflege- und Entwicklungskonzept

erstellt. Ziel war,das

Areal zum naturnahen Wald

umzugestalten – mit insgesamt

44 000 Bäumen und

Sträuchern. In diesem Jahr

werden laut Umwelt- und

Naturschutzamt innerhalb

des Altbaumbestandes an

Friedrichshain

den Hanglagen der beiden

Bunkerberge weitere Sträucher

als Deckpflanzungen

eingebracht. Wie bereits am

Nordhang des Großen Bunkerberges

werden auch diesmal

Teilbereiche während

der Bauzeit und darüber hinaus

abgesperrt, um die

neuen Pflanzen zu schützen.

Die Hauptwege bleiben weiter

geöffnet. (sara.)

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Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 11

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Berlin

POLIZEIREPORT

VonU-Bahn erfasst und getötet.

Ein38-Jähriger ist am Dienstag, gegen

17 Uhr,imU-Bahnhof Neukölln

voneiner U-Bahn erfasst worden.

DerMann überlebte den Unfall

nicht. Er war zuvor in die Gleise der

Linie U7 geklettertund in den Tunnel

gelaufen. Als er zurückkam und

auf den Bahnsteig kletternwollte,

rutschte er ab und stürzte ins Gleisbett

zurück.

Mann mit Stein geschlagen.

In Kreuzbergist am Dienstag ein

Mann mit einem Pflasterstein angegriffen

worden. Laut Polizei kennen

sich Täter und Opfer.Die beiden

Männer,30und 32 Jahrealt, hatten

sich imViktoriaparkgetroffen. Dabei

kam es zu einem Streit. DerÄltere

nahm dabei einen Stein und schlug

dem 30-Jährigen auf den Kopf. Der

Täter wurde festgenommen.

Senior von Kindernsexuell belästigt.

Fünf unbekannte Kinder und Jugendliche

haben am Dienstagnachmittag

in Moabit einen 68 Jahrealten

Mann angepöbelt und sexuell belästigt.

Gegen 14.50 Uhrnäherte sich

das Opfer dem Deportationsdenkmal

an der Putlitzbrücke,als er von

den Kindernals Jude betitelt wurde.

Zwei der Heranwachsenden fassten

ihm dann zwischen die Beine.

Fahrgäste mit Messer bedroht.

Ein23-Jähriger hat am Montagabend

in einer S-Bahn der Linie S9

Fahrgäste mit einem verbotenen

Einhandmesser bedroht. Bundespolizisten

nahmen ihn am Bahnhof Adlershof

fest. Zu diesem Zeitpunkt warendie

Opfer nicht mehr in der

Bahn. Jetzt werden sie gebeten, sich

bei der Polizei zu melden. Hinweise

nimmt jede Dienststelle entgegen.

Paketräuber erwischt.

Zivilfahnder der Direktion 1haben

am Dienstag in der Waldstraße in

ReinickendorfzweiPaketdiebe auf

frischer Taterwischt. Einer der Täter,

ein 26-Jähriger,war beobachtet worden,

wie er aus einem DHL-Transporter

Pakete stahl und in einen Pkw

lud. Sein 36 Jahrealter Komplize

stand Schmiere. Beide Männer wurden

festgenommen.

Mopedfahrer schwer verletzt.

Mitschweren Kopfverletzungen ist

ein 63 Jahrealter Mopedfahrer am

Dienstagabend in eine Klinik eingeliefertworden.

Er war im BaluschekweginStaaken

voneinem 66-Jährigen

Autofahrer angefahren worden.

DasOpfer stürzte vomZweirad. Dabei

löste sich der Helm des Mannes,

sodass er ungeschützt auf die Fahrbahn

aufschlug. (ls.)

„Er wollte mich

in sein

Auto locken“

Im Georgine-Prozess

erkennt Zeugin Ali K. wieder

VonKatrin Bischoff

Sie ist vielleicht die letzte Zeugin,

die in diesem Prozess um den

Mord an der 14 Jahre alten Georgine

Krüger aussagt. Tatjana D. ist an diesem

Mittwoch extraaus der Schweiz

angereist. Sie war zehn Jahre alt, als

sie an einem Nachmittag auf der Reinickendorfer

Straße in Wedding von

einem Autofahrer angesprochen

wurde. „Er wollte mich in sein Auto

locken“, sagt sie. Doch sie habe sich

geweigert.

DerAutofahrer sei ihr damals hinterhergefahren,

sagt sie nun. Er habe

sie immer wieder gelockt, sie gefragt,

ob sie sich am nächstenTagnicht treffen

wollten. 15 Jahre liegt dieser Vorfall

nun schon zurück, sie kann sich

nicht mehr an die Farbe des Auto erinnern.

Doch die heute 25-Jährige ist

sich sicher, als sie auf den angeklagten

Ali K. zeigt: „Das war er.Wirklich.“

Er habe dieselben Augen, dieselbe

Nase wie jener Mann damals. Sie

könne sich gut an das Gesicht erinnern.

Tatjana D. erklärt, dass sie sich

Gesichter gut merken könne.

DerMann, den sie meint, sitzt auf

der Anklagebank. Ali K. soll 2006 ein

Nachbarsmädchen, die 14-jährige

Georgine Krüger, inseinen Keller in

der Stendaler Straße in Moabit gelockt,

niedergeschlagen, missbraucht

und getötet haben. Das tote

Mädchen soll der 44-jährige Vater

vondreiKinderndann im Abfallcontainer

entsorgt haben. DieLeiche der

Schülerin ist bis heute verschwunden.

Es fehlt auch ein Geständnis des

Angeklagten. Zumindest in diesem

Prozess,der Ende Juli begann.

Anwälte: Aussage nicht relevant

Trotzdem ist sich die Staatsanwaltschaft

sicher,dass mit Ali K. der Mörder

von Georgine auf der Anklagebank

sitzt. Erst 2017 kamen die Ermittler

auf die Spur des Mannes, der

schon einmal eine Jugendliche in seinen

Keller gelockt und sexuell missbraucht

hatte,und der deswegen wegen

sexueller Nötigung zu einer Bewährungsstrafe

verurteilt wurde.Und

die Fahnder nutzten ein seltenes Mittel,

Ali K. zu überführen: Sie setzten

über viele Monate hinweg drei verdeckte

Ermittler auf den Tatverdächtigen

an, die sich in das Leben des

Mannes einschleichen und ihm ein

Geständnis entlocken sollten. Einem

von ihnen soll sich Ali K. schließlich

offenbart und den Mord an der Jugendlichen

zugegeben haben. Später

betonte Ali K., er sei mit einer Lockvogelgeschichte

hereingelegt worden.

Tatjana D. sagt, der Mann im Auto

habe sie damals fünf bis zehn Minuten

lang belästigt. Sie sei froh, dass

sie als Zehnjährige nicht in das Auto

des Mannes gestiegen sei. Dann

wäre sie vielleicht heute nicht mehr

am Leben. DieVerteidiger von Ali K.

halten die Aussage der Zeugin für

nicht relevant. Siehabe keine konkreten

Erinnerungen mehr an das, was

2005 geschehen sei.

Schon am Donnerstag könnte die

Beweisaufnahme geschlossen werden,

die Staatsanwaltschaft plädieren.

Nicht auszuschließen ist aber

auch, dass die Anwälte von Ali K.

weitereBeweisanträge stellen.

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12 * Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Berlin

Polizeibeamte der neuen Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) waren am Mittwoch im Einsatz im Görlitzer Park.

ERIC RICHARD

An den Brennpunkten

Seit dieser Woche zeigt die Polizei in der Innenstadt eine besondere Präsenz. Wieschlagkräftig die neue Einheit sein wird, wird sich zeigen

VonAndreas Kopietz

Sie sind an ihren gelben Westen

zu erkennen: DieBeamten

der neuen Brennpunktund

Präsenz-Einheit –kurz:

BPE –die am Mittwoch im Görlitzer

Park im Einsatz war.

Seit Jahresbeginn sind die Polizisten

an fünf kriminalitätsbelasteten

Orten der Innenstadt unterwegs:

im Bereich des Alexanderplatzes,

am Kottbusser Tor, im Görlitzer

Park und an der Warschauer Brücke

sowie im Norden Neuköllns, etwa

auf dem Hermannplatz. Damit will

die Polizei ihrePräsenz erhöhen, an

Hotspots, wie „touristisch hochfrequentierten

Bereichen oder Regionen,

die wiederkehrend einer besonderen

Aufmerksamkeit durch

Polizeikräfte bedürfen“, wie es in einer

internen Beschreibung formuliertist.

Die Idee von Polizeichefin Barbara

Slowik: Dadurch würden Ressourcen

der Bereitschaftspolizei frei,

die dann lageorientiertfür alle anderen

Schwerpunktsetzungen im gesamten

Stadtgebiet zur Verfügung

stehen. Die polizeiliche Präsenz

außerhalb der Innenstadt werde

deutlich verbessert. Ab April sollen

125 Beamte der Brennpunkteinheit

angehören.

Zur Zeit läuft ein sogenanntes

Personalgewinnungsverfahren. Der

Ansturm auf die neuen Planstellen

hält sich in Grenzen. Die Polizisten,

die jetzt dort mitmachen, kommen

größtenteils aus anderen Dienststellen

und reißen dort bis auf Weiteres

Löcher in die Schichtpläne. Diese

sollen aufgefüllt werden mit frisch

ausgebildeten Polizisten, die im

März und April die Polizeiakademie

und die Hochschule für Wirtschaft

und Recht verlassen.

Gegen Zwangsrekrutierung

Personalvertreter berichten, dass

kaum jemand zu der Einheit wolle.

Nach einer Informationsveranstaltung

in der Kruppstraße hätten sich

ganze drei Bewerber gemeldet. Am

31. Oktober lief eigentlich die Bewerbungsfrist

für die neue Einheit aus.

Doch sie wurde verlängert.

In einem Brief an die Polizeipräsidentin

missbilligte der Gesamtpersonalrat

die „durchgeführten Teilzwangsrekrutierungen

der Kräfte“,

Die Polizei durchläuft derzeit

eine Strukturreform. In diesem

Jahr soll es nur noch

fünf örtliche Direktionen geben:

Direktion 1-Nord, Direktion

2-West, Direktion 3-

Ost, Direktion 4-Süd und

die Direktion 5-City.

NEUER ZUSCHNITT

Zu den Neuerungen gehört

auch eine 8. LKA-Abteilung,

die sich mit islamistischem

Extremismus und Terrorismus

befasst. Sie ist dem

Staatsschutz angegliedert.

In der Ringbahnstraße entsteht

einAnti-Terror-Zentrum.

Eine Brennpunkteinheit gehörtebenfalls

zu dem Konzept

der Polizeireform. Sie

soll an besonders mit Kriminalität

belasteten Orten Präsenz

zeigen. Die neue

Dienststelle hat ihren Sitz in

der Straße Alt-Moabit.

bei der soziale Aspekte und die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf

nicht berücksichtigt würden.

Von „Zwangsrekrutierung“ will

die Polizeiführung nichts wissen.

Tatsächlich wäre der Begriff wohl

auch übertrieben. Nach einer anfänglichen

Flaute habe das Interesse

zugenommen, vor allem,

nachdem es ein entsprechendes Informationsschreiben

mit Angaben

zu Standort und Dienstplänen gegeben

habe, sagt Polizeisprecher

Thilo Cablitz. „Wir sind zuversichtlich,

dass wir die 125 Leute zusammenbekommen.“

Die Brennpunkteinheit ist eine

neue Dienststelle –organisiertwie ein

Abschnitt –die mit entsprechenden

Möglichkeiten zur Beförderung lockt.

Zudem sehen die Dienstpläne ein

freies Wochenende vor, was in vielen

anderen Bereichen der Polizei nicht

garantiert ist. Die Polizeiführung

lockt mit weiteren Angeboten: So

könnendie Beamten innerhalb eines

Jahres wieder auf ihre alte Dienststelle

zurückkehren, wenn es ihnen

nicht gefällt. Wie schlagkräftig die

neue Einheit sein wird, wirdsich zeigen.

Denn die derzeit 65 Beamten

teilen sich auf vier Schichten auf.

Wenn niemand im Urlaub oder

krank ist, sind 15 Beamte gleichzeitig

in vier Dienstgruppen im Dienst –

höchstens. Denn Leitung und Geschäftsplanung

müssen auch erledigt

werden. Sie werden also noch

eine Zeit lang von den bislang präsenten

Kräften der örtlichen Abschnitte

unterstützt.

Die Beamten werden Cablitz zufolge

nicht permanent an einem Ort

sein sondern „lageorientiert“ die

Orte anfahren –mit Autos, aber auch

mit der U-Bahn. „Es geht darum,

mobil zu bleiben“, so Cablitz.

Einsatzstunden verdreifacht

Mit 125 Leuten, so glaubt Cablitz,

könne man die bisherigen Einsatzeinheiten

rauslösen und an anderen

Punkten in der Stadt einsetzen.

Diese versehen nach seinen Worten

an den fünf Innenstadt-Brennpunkten

rund 40 000 „Einsatzkräfte-Stunden“

pro Jahr. „Die neue Brennpunkt-

und Präsenzeinheit wirdihre

Präsenz auf 120 000 Stunden verdreifachen.“

Selbst mit der derzeitigen

Hälfte des Personals komme

man theoretisch jetzt schon auf

60 000 Einsatzkräfte-Stunden.

„Wir hoffen, dass bis 1. April die

gewünschten 125 auf freiwilliger Basis

zustande kommen“, sagt Benjamin

Jendro von der Gewerkschaft

der Polizei. „Ob sie dann bei der BPE

bleiben, hängt auch von der Unterkunft

und der Fahrzeugausstattung,

wo noch reichlich Nachholbedarf

besteht, sowie der Vereinbarkeit der

Dienstverrichtung mit den individuellen

Bedürfnissen ab. Nach aktuellem

Stand wäre die Brennpunktdirektion

ab April die personell am

besten ausgestattete, soJendro, was

aufgrund der Kriminalitätslage angemessen

sei. „Wir hoffen, dass die

Rechnung der Polizeipräsidentin

aufgeht und durch die BPEKapazitäten

frei werden, damit auch die anderen

örtlichen Direktionen versorgt

werden.“

Andreas Kopietz

fragt sich, wo das viele neue

Personal herkommen soll.

Wechselfreudiger Westen

Bei den Schulämtern sind für das laufende Schuljahr mehr als 12 000 Anträge auf Grundschulwechsel eingangen. Die meisten dort, wo es am wenigsten Abc-Schützen gibt

VonMargarethe Gallersdörfer

Imlaufenden Schuljahr gab es laut

Auskunft der Bildungsverwaltung

rund 12 100 Anträge auf einen

Grundschulwechsel bei Erstklässlern,

bei rund 29 000 Abc-Schützen

insgesamt. Das ergab eine parlamentarische

Anfrage der Abgeordneten

Marianne Burkert-Eulitz,

schulpolitische Sprecherin der Grünen.

Vergleicht man die Zahl der Anträge

mit der Gesamtzahl der Erstklässler

in den einzelnen Bezirken

ab, zeigt sich: In Charlottenburg-

Wilmersdorf, dem Bezirk mit den

wenigsten Erstklässlern in diesem

Schuljahr (1 859), wohnen mit Abstand

die wechselfreudigsten Eltern.

Hier wollten mehr als zwei Drittel

der Eltern eine andere Grundschule

als die,die ihrem Kind nach dem sogenannten

Einzugsschulprinzip zugewiesen

worden ist. Die hohe

Quote überraschte zunächst auch

die zuständige Stadträtin Heike

Schmitt-Schmelz (SPD).

Anträge auf Aufnahme in eine andere Grundschule

in Prozent der dortigen Erstklässler, im Schuljahr 2019/2020

25%

REINICKENDORF

SPANDAU

CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF

55%

STEGLITZ-

ZEHLENDORF

39%

68%

MITTE

58%

45%

TEMPELHOF-

SCHÖNEBERG

PANKOW

45%

46%

52%

NEUKÖLLN

LICHTENBERG

39%

23%

FRIEDRICHSH.-

KREUZBERG

TREPTOW-

KÖPENICK

(keine Angaben)

MARZAHN-

HELLERS-

DORF

BLZ/GALANTY; QUELLE: SENBJF

Eine mögliche Erklärung sieht sie

in der sozialen Zusammensetzung

des Bezirks: „Wir haben in Charlottenburg-Wilmersdorf

mobile Eltern,

die sich intensiv mit der Bildung ihrer

Kinder beschäftigen und daher

auch die gesamte Schullandschaft

des Bezirks gut kennen und ausnutzen.“

Doch auch in anderen Bezirken

waren Elternunzufrieden mit der ursprünglichen

Grundschule ihrer

Kinder. InMitte, Steglitz-Zehlendorf

und Neukölln wurden für gut die

Hälfte der dortlebenden Erstklässler

Anträge auf Aufnahme in eine andere

Grundschule gestellt. In Friedrichshain-Kreuzberg,

Tempelhof-

Schöneberg, Pankow, Lichtenberg

und Reinickendorf hatten vier von

zehn Erstklässler-Eltern eigene Vorstellungen.

Die „zufriedensten“ Eltern

leben in Spandau und in Marzahn-Hellersdorf,

wo nur für jedes

vierte Kind ein solcher Antrag eingereicht

worden ist.

Nach dem Berliner Schulgesetz

sind die Bezirke dafür zuständig, allen

in ihrem Zuständigkeitsbereich

wohnenden Kinderneine nahe gelegene

Grundschule zuzuordnen,

nach dem Prinzip „Kurze Beine,

kurzeWege“. Kinder bekommen also

idealerweise an einer Grundschule

einen Platz, in deren Nähe sie leben.

Diejeweils gültigen Einzugsbereiche

legen die Bezirkefest, die dabei aber

neben der Wohnortnähe auch Kriterien

wie die Kapazitäten der einzelnen

Schulen berücksichtigen.

Diehohe Zahl der Wechselwünsche,

die auch im vergangenen

Schuljahr nur unwesentlich geringer

war, zeigt allerdings, dass viele

Elternmit den zugeteilten Schulen

nicht zufrieden sind. Die Gründe

dafür seien vielfältig, heißt es aus

der Bildungsverwaltung, und kein

Grund, das Einzugsschulprinzip

grundsätzlich anzuzweifeln. Dessen

Abschaffung hatte im August

die FDP-Abgeordnete Maren Jasper-Winter

gefordert. Das bestehende

System bezeichnete sie als

einen „Wanderzirkus zulasten aller“.

Olaf Werner, Anwalt für Schulrecht,

bestätigt aus der Praxis, dass

Eltern aus ganz verschiedenen

Gründen einen Schulwechsel wollen:

Manche wünschten sich für ihr

Kind eine Schule mit einem bestimmten

Profil, wollten ihr Kind

nicht an eine gebundene Ganztagsschule

schicken oder seien mit der

sozialen Mischung der ihnen zugeteilten

Schule nicht zufrieden. „In

diesem Schuljahr hat auch eine Rolle

gespielt, dass erstmals den Gemeinschaftsschulen

Einzugsbereiche zugeteilt

wurden“, sagte Werner.

Burkert-Eulitz, die Initiatorin der

aktuellen Anfrage, verweist darauf,

dass mit rund 7400 Anträgen zwei

Drittel der Wechselanträge in diesem

Schuljahr bewilligt werden

konnten: „Die Schulämter können

und wollen Elternwünsche erfüllen“,

sagte Burkert-Eulitz – wenn

der nötige Platz vorhanden sei. In

Friedrichshain gebe es beispielsweise

Sozialräume, wodie Schulen

so voll seien, dass man dort kein

Kind mehr unterbringen könne.


Alle Angebote gültig bis Samstag, 11.01.2020

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Berlin

Berlin

verdreifacht

Einnahmen

Zweitwohnungssteuer

bringt 10,3 Millionen Euro

Das Land Berlin hat seine Einnahmen

aus der Zweitwohnungssteuer

im vergangenen Jahr nahezu

verdreifacht. Nach 3,5 Millionen Euro

im Vorjahr kamen 10,3 Millionen

Euro zusammen, wie die Finanzverwaltung

mitteilte. Die Steuer war zu

Anfang 2019 von5auf 15 Prozent der

Nettokaltmiete erhöht worden, damit

mehr Menschen ihren Hauptwohnsitz

in der Stadt anmelden. Ob das gelungen

ist, blieb zunächst offen. „Die

konkreten Fallzahlen stehen noch

nicht fest“, hieß es.

Berlin gehe es nicht um höhere

Steuereinnahmen, sagte ein Verwaltungssprecher.

Die Steuer habe eine

Lenkungsfunktion. „Denn diejenigen,

die nicht mit Erstwohnsitz in

Berlin gemeldet sind, nutzen im gleichen

Maße die kommunale Infrastruktur“,

hieß es.„DieKosten hierfür

müssen aus dem Landeshaushalt finanziertwerden.“

Zweitwohnungssteuern gibt es in

vielen Städten, Berlin ist vergleichsweise

teuer. Köln, Hannover, Frankfurt

und Stuttgart etwa verlangen 10

Prozent der Nettokaltmiete, München

9Prozent und Hamburg 8Prozent.

Düsseldorf erhebt die Steuer

nicht, in Potsdam dagegen werden 20

Prozent fällig. Auch viele Urlaubsorte

kassieren Zweitwohnungsinhaber ab.

Melden mehr Menschen ihren

Hauptwohnsitz an, bekommen

Städte mehr Geld aus dem Finanzausgleich.

NeuinBerlin war mit Jahresbeginn

2019 auch, dass die Zweitwohnungssteuer

sofort fällig wird

und nicht erst nach einen Jahr.

Auch das könnte einen Teil zu den

höheren Einnahmen beigetragen haben,

ebenso der weitere Anstieg der

Mieten. Eine abschließende Bewertung

sei nicht möglich, erwiderte die

Behörde auf die Frage,obdie Steuererhöhung

habe ihren Zweck möglicherweise

nicht erfüllt habe.

Beschlossen hatte das Abgeordnetenhaus

die Erhöhung schon 2017.

Seinerzeit hatten 130 000 Menschen

einen Zweitwohnsitz in der Hauptstadt

angemeldet. Rund 17 000 davon

waren steuerpflichtig. Ausnahmen

gelten zum Beispiel für bestimmte

Berufspendler. (dpa)

TAMWARD

steht ganz oben auf der Wunschliste

jedes Produzenten, der ein Stück

über Frank Sinatra auf die Bühne

bringen will. Der Schotte verkörperte

den Sänger nämlich schon im

Londoner West End und anschließend

auf jahrelanger Tournee. Kein

Wunder also,dass er auch für „That’s

Life –Das Sinatra-Musical“ engagiert

wurde, dessen Premiere am Mittwochabend

im Theater am Potsdamer

Platz gefeiert wurde. Nach weiteren

Vorstellungen am Donnerstag

und Freitag soll es damit auf große

Tour durch Deutschland, Österreich

und die Schweiz gehen. Zu erzählen

gibt es in so einem Musical über„The

Voice“ eine Menge: von den Ehen

des Musikers, seinen Beziehungen

zur Politik und zur Mafia. So hält sich

hartnäckig das Gerücht, dass Sinatras

Freunde vonder Mafia dafür gesorgt

haben, dass er die Rolle in„Verdammt

in alle Ewigkeit“ bekam, die

ihm 1954 den Oscar für den besten

Nebendarsteller einbrachte.

LUDGER PISTOR

wirkte am Premierenabend glücklich

wie ein Kind, das die Nacht in einem

Spielzeugladen verbringen

darf: „Ich bin seit früher Jugend Fan

vonFrank Sinatra. Damals wurde die

Hälfte des Radioprogramms mit

Swing bestritten und die andere

Hälfte mit Rock’n’Roll –ich habe immer

zum Swing getanzt.“ Die Erfüllung

jedes Fans, ein Konzert seines

Idols, erlebte der Schauspieler vor

fast 40 Jahren: „1981 habe ich ihn

zum ersten Mal inder New Yorker

Carnegie Hall singen hören. Daswar

großartig. Ich habe das Ticket von

damals natürlich aufgehoben.“ Er

stutzt kurz: „Ich weiß bloß gerade

nicht, wo es liegt ...“ Pistor hält sich

bei allen Sinatra-Hits für textsicher:

„Mein großer Traum ist es, die mal

öffentlich zu singen. Dazu fehlt mir

nur eine Big Band, die sich das

traut.“ Freiwillige vor!

MARION KRACHT

findet eine Facette am Leben von

Frank Sinatra besonders faszinierend:

„Ich habe gehört, dass er als

junger Mann gar nicht so gut singen

konnte. Aber trotzdem setzte er sich

in den Kopf, der größte Sänger aller

Zeiten zu werden. An seinem Beispiel

kann man sehr gut sehen, wie

weit man kommen kann, wenn man

an sich glaubt.“ Die Sinatra-Songs

Immobilienwelten

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Stufen zum Glück – Treppen

Kurz und gut – Neues rund um den Immobiliensektor

Zum Duschen auf den Mond

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Das Sinatra-Musical „That’sLife!“

feiert am

Potsdamer Platz

mit viel Prominenz

Premiere und geht

dann auf große Tournee

TamWard schlüpft in die Rolle der Legende

Frank Sinatra. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Duscht zu Sinatras Hits: Maximilian

Arland.

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Fasziniertvon Sinatra: „Diese Drombuschs“-Veteranin

Marion Kracht.

gehörten zur Lieblingsmusik der Eltern

der Schauspielerin, die mit ihrem

Sohn Tizian zur Premiere kam:

„Meine Eltern lebten in den Fünfzigerjahren

in den USA, das war genau

ihreMusik.“ DieFrage danach bringt

sie zum Lachen, aber dann stimmt

sie zu: „Ja, es ist möglich, dass ich zu

einem Lied von Frank Sinatra gezeugt

wurde …“

MAXIMILIAN ARLAND

liebt als großer Swingfan die Musik

von Sinatra: „Erst heute Morgen

habe ich zu ,Fly me to the Moon‘ geduscht.

Seine Musik macht einfach

fröhlich und seine Stimme ist einzigartig.“

Der Moderator und Sänger

hätte nichts dagegen, selbst so ein

cooler Typwie der legendäreKollege

zu werden: „Er ist ein großes Vorbild

mich. Vorallem seine Gelassenheit

und Leichtigkeit. Vielleicht sollte ich

mir auch angewöhnen, immer ein

Glas Whiskey auf der Bühne stehen

zu haben.“ Und auch der Gedanke,

dass später mal jemand ein Musical

über sein Leben schreiben könnte,

fühlt sich für Arland gar nicht gespenstisch

an: „Es wäre eine große

Ehre für mich. Musicals werden

schließlich nur über spannende Musiker

geschrieben, die Musikgeschichte

geschrieben haben.“

JÖRG THADEUSZ

spricht voller Bewunderung über

Frank Sinatra:„Ein unvergleichlicher

Mann. Die Stimme, die Eleganz, der

selbstbewusste Auftritt. Die Ausdauer,aber

vorallem die Grazie.Die

auch wir heutigen Männer anstreben

sollten.“ Die Frage, obergern

auch so eine coole Socke wie der legendäreSänger

wär,beantwortet der

rbb-Moderator mit einem schwachen

Trost: „Ich bin schon im Scheusal-Buch

einer feministischen Influencerin

verewigt.“ In der Gegenwart,

da ist Thadeusz sich sicher,hätte der

Sänger seine Schwierigkeiten: „Für

unsere heutige Zeit war Sinatra viel

zu wenig weinerlich. Da ich aber nun

mal in unsere Zeit gehöre, kann ich

nicht zu ihm aufschließen.“

Ein Musical über sein Leben, da

gibt es für den Moderator keinen

Zweifel, wird nicht mehr geschrieben:

„Das gibt es schon: ,Die Schöne

und das Biest‘.“

Ebenfalls unter den Premierengästen:

die Schauspieler Christoph

M. Ohrt undDanaGolombek, Theaterdirektor

Dieter Hallervorden.

Neue Schwimmhalle

zu kalt für Kinder

Temperaturschwankungen in der Tragluftkonstruktion

Sie sollte ein „neuer Superlativ für

Berlin“ sein: So jedenfalls rühmte

Sportsenator Andreas Geisel (SPD)

die Traglufthalle des Kombibads Seestraße

bei ihrer Eröffnung Anfang Dezember,

nach Angaben der Berliner

Bäderbetriebe (BBB) ist sie Deutschlands

größte. Mit der 2,2 Millionen

Euro teuren Konstruktion wurden

zwei Außenbecken überdacht.

Doch jetzt stellt sich heraus, dass

es in der Traglufthalle zu Temperaturschwankungen

kommt. Das

Badewasser ist mitunter nur 22 Grad

warm, an anderen Tagen würden

27 Grad erreicht, teilten die Bäderbetriebe

mit. Normal sind Wassertemperaturen

um 28 Grad. Temperaturschwankungen

gibt es bei der

Raumluft in der Halle,dortist es laut

BBB zwischen 24 und 29 Grad Celsius

warm. „Diese Schwankungen

sind für den Schulschwimmunterricht

nicht unproblematisch, da sich

die Kinder nicht die ganze Zeit im

Wasser aufhalten, sondern auch

vomBeckenrand zuschauen, was im

Wasser vorgemacht wird. Die Temperaturschwankungen

stellen ein

Risiko dar,dass sich die Kinder erkälten“,

heißt es in einer Mitteilung der

Bäderbetriebe. Aus diesem Grund

habe man „vorsorglich entschieden,

das Schulschwimmen im benachbarten

Hallenbad stattfinden zu lassen“.

Der Schulunterricht fände uneingeschränkt

statt. Dasgleiche gelte

für das Schwimmen der Vereine.

Für die Öffentlichkeit bedeutet

das aber, dass die Öffnungszeiten

des Hallenbads eingeschränkt sind:

Bis Freitag können Privatleute täglich

nur zwischen 6.30 und 8 Uhr

zum Schwimmen kommen. Laut Internetseite

müssen zudem der Beginn

von geplanten Schwimm- sowie

Aquafitnesskurse auf den 20. Januar

verschoben werden.

Woher die Temperaturschwankungen

kommen, blieb am Mittwoch

unklar. Man arbeite an einer

„Lösung, um die eingeschränkten

Zeiten im Hallenbad für die Öffentlichkeit

wieder auszuweiten“.

BBB-Chef Johannes Kleinsorg

hatte die Weddinger Traglufthalle als

„zentrales Projekt für die Sanierung

und der Modernisierung der Berliner

Bäder“ bezeichnet. Durch die Überdachung

der 50-Meter-Außenbecken

sollte Ersatz-Wasserfläche für

zwei wegen Sanierung geschlossene

Bäder in der Nähe geschaffen werden.

(ost.)

Demokratie

für

29,95 Euro

Bürgerversammlungim

Olympiastadion geplant

VonStefan Kruse

Rund 60 000 Menschen treffen

sich im Olympiastadion, diskutieren

über mehr Klimaschutz, eine

gerechtere Welt und andere drängende

Probleme, stimmen über Lösungsvorschläge

ab und bringen

diese dann als gemeinsame Petition

in den Bundestag ein. Wasklingt wie

eine Utopie direkter Demokratie,soll

am 12. Juni Wirklichkeit werden.

„Wir wollen der gefühlten Ohnmacht

entgegentreten und den dieser

Tage scheinbar übermächtigen

Krisen Lösungen entgegenstellen“,

sagt eine Initiative, die ein „riesiges

Fest der Demokratie“ organisieren

will. Doch das bisher wohl einmalige

Vorhaben stößt nicht nur auf Unterstützung

auch Prominenter wie Moderatorin

Charlotte Roche, sondern

ebenso auf viel Kritik.

Verunglückter Humor

Die Initiatoren starteten im Herbst

im Internet eine Crowdfunding-

Kampagne, umdas Olympiastadion

für bis zu 60 000 Gäste zu mieten. Die

nötigen 1,8 Millionen Euro kamen

vergleichsweise schnell zusammen:

zum einen über Spenden, zum weitaus

größeren Teil über Eintrittskarten.

EinVersuch, die Summe auf 2,7

Millionen Euro aufzustocken, um 90

000 Besucher bei dem Stadionevent

beherbergen zu können, scheiterte

bis zum Ablauf der Frist in dieserWoche.

2,1 Millionen Euro stehen nun

zur Verfügung.

Ein Kritikpunkt ist der Ticketpreis:

Dass demokratische Partizipation

29,95 Euro kosten soll, wollen

manche in der Netzgemeinde nicht

einsehen. Gut 28000 Käufer, auch

Firmen, orderten Tickets, darunter

Pakete von bis zu 1000 Karten. „Stadionmiete,

Technik und die Sicherheit

der Teilnehmer kosten Geld“,

sagt Katharina Gail vonder Initiative

„12062020Olympia“ dazu. Für Interessierte,

die das Geld nicht haben,

werde es von Firmen gespendete

Soli-Tickets geben. „Wir wollen

keine exklusive Veranstaltung sein“,

versichertGail.

Auf viel Kritik stießen auch manche

Äußerungen der bei einem Vorhaben

dieser Größenordnung unerfahrenen

Initiatoren: So war zunächst

von der „größten Bürger*innenversammlung

der Welt“ die

Rede, inzwischen nicht mehr: „Uns

geht es zwar darum, Menschen zu

versammeln. Aber repräsentativ

sind wir damit nur bedingt“, räumt

die Initiativeein.

Der jüngste Shitstorm entzündete

sich an einem Interview von

Einhorn- Gründer und Mitinitiator

Philip Siefer:Beim „Demokratiefest“

seien auch Nazis willkommen, wenn

sie gegen Rassismus seien, sagte er in

einem Interview.Inzwischen ruderte

Siefer zurück: EinVersuch, witzig zu

sein, sei „verunglückt“. „Nazis und

Demokratie –das passt niemals zusammen“,

betonte er. „Wir sind bestimmt

zu blauäugig in dieses Experiment

gegangen.“ Man nehme die

Verantwortung aber ernst.

Demokratieforscher Wolfgang

Merkel hingegen sieht die Veranstaltung

mit Skepsis. „Es handelt sich

um eine orchestrierte Manifestation,

die nicht von unten gewachsen und

deshalb nicht besonders demokratiefördernd

ist“, meint der Professor

vomWissenschaftszentrum für Sozialforschung

Berlin. Kostenpflichtige

Tickets seien noch das geringste

Problem. Schwerer wiege, dass eine

Bürgerversammlung mit Meinungsaustausch

und einer Verständigung

auf konkrete Beschlüsse in einem

Stadion nicht möglich sei.

„Ein Spektakel in einem Fußballstadion,

das eine phänotypische

Ähnlichkeit mit plebiszitären Massenveranstaltungen

autoritärer Systeme

aufweist, ist hier aus meiner

Sichtungeeignet“, so Merkel. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 15

· ·

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Berlin

Radfahrerin

von Lkw

überrollt

Frau stirbt noch am

Unfallort in Kreuzberg

VonLutz Schnedelbach

Esist der erste tödliche Radfahrerunfall

in diesem Jahr. AmMittwoch

gegen 13.40 Uhr wurde am

Kottbusser Tor in Kreuzberg eine

Frau voneinem Laster überrollt. Das

Opfer starb noch am Unfallort. Die

Identität der Frau nannte die Polizei

nicht. Fest steht, dass der Fahrer des

Lkw von der Reichenberger Straße

kommend rechts in die Skalitzer

Straße abbog. Dabei übersah er die

Radfahrerin. Der Laster gehört einer

Baufirma aus Mittelfranken.

Schaulustige ferngehalten

Die Feuerwehr war mit 40 Einsatzkräften

und schwerem Gerät vorOrt,

um den Laster anzuheben und die

Tote zu bergen. Der Unfallort wurde

weiträumig abgesperrt. Die Polizei

hatte zunächst Mühe, Schaulustige

fernzuhalten. Dabei kam es zu erheblichen

Verkehrsbehinderungen.

Die Kreuzung ist stark frequentiert.

Zu dieser Zeit waren auch viele Passanten

unterwegs. Deshalb mussten

viele Zeugen medizinisch behandelt

werden, teilte die Feuerwehr mit. Die

Polizei weiß noch nicht, wie es genau

zu dem Unfall kommen konnte. Die

Ermittlungen werden einige Tage in

Anspruch nehmen, hieß es im Polizeipräsidium.

An derselben Stelle war es im Februar

2018 schon einmal zu einem

tödlichen Unfall gekommen. Dabei

wurde eine 63 Jahre alte Frau aus

Kreuzbergvon einem Lkw einer Spedition

aus Bremen überrollt. Danach

begann eine monatelange Debatte

über die Art der Rückspiegel, die an

Lkw befestigt sind.

Der UnfallortinKreuzberg.ImHintergrund

ist der Lkw zu sehen. ERIC RICHARD

Goldstück: die gestohlene Münze Big Maple Leaf.

Jetzt geht’sums große Geld

Der Eigentümer der geklauten Goldmünze verklagt Versicherung des Bode-Museums

VonKatrin Bischoff

Vor rund drei Jahren ging im

Berliner Bode-Museum einer

der spektakulärsten

Coups der Nachkriegszeit

über die Bühne. Diebe stahlen die

100 Kilogramm schweren GoldmünzeBig

Maple Leaf. Tatverdächtig

sind vier junge Männer, sie sich seit

zwölf Monaten wegen Diebstahls in

besonders schweren Fall vor einer

Strafkammer des Landgerichts verantworten

müssen. DerAusgang des

Prozesses ist offen.

Nun aber gibt es ein neues Verfahren

um die BigMaple Leaf. Deren

Eigentümer, der Düsseldorfer Immobilienentwickler

Boris Fuchsmann,

klagt auf Schadensersatz für

seine Riesenmünze, die nach seinen

Angaben mit mehr als vier Millionen

Euro versichert war. Fuchsmann

hatte den wagenradgroßen Goldschatz

dem Bode-Museum im Jahr

2010 als Leihgabe überlassen.

Am 21. Februar wirddie Klage gegen

die Versicherung des Museums

erstmals vor einer Zivilkammer des

Landgerichts am Tegeler Weg verhandelt.

Das teilte Gerichtssprecher

Thomas Heymann auf Anfrage mit.

Das Verfahren werde wegen seiner

Bedeutung vor einer mit drei Richtern

besetzten Kammer geführt. Zunächst

sei nur ein Verhandlungstag

vorgesehen. Es werde wie üblich geprüft,

ob eine gütliche Einigung in

dem Verfahren möglich sei.

Das aber schließt Boris Fuchsmann

gegenüber der Berliner Zeitung

aus. Einigen müsste sich nach

seinen Worten die Versicherung mit

der Stiftung Preußischer Kulturbesitz,

deren Träger die Länder und die

Bundesrepublik seien. DieVersicherung

habe nach seinen Angaben bisher

nicht den vollen Betrag gezahlt,

weil sie Sicherheitsmängel beim

Schutz der Goldmünze gesehen

habe.

„Letztlich bin ich doppelt versichert.

Laut Vertrag haftet das Museum

bei einem Verlust der Münze,

aber es ist auch versichert“, sagte

Fuchsmann. Nach Informationen

dieser Zeitung hat die Assekuranz

bisher nur 800 000 Euro gezahlt.

Die drei Zentimeter dicke Münze

Big Maple Leaf wurde 2007 in Kanada

geprägt.Vonihr gibt es weltweit

nur fünf Exemplare. Sie hat einen

Verkaufswert von 3,75 Millionen

Euro. Die Münze aus reinstem Gold

verschwand in der Nacht zum 27.

März 2017 aus dem Bode-Museum,

obwohl ein Wachmann im Haus war.

„Ich werde einer gütlichen Einigung nicht

zustimmen. Einigen müssen sich die

Versicherung und das Bode-Museum.“

Boris Fuchsmann, Eigentümer der

gestohlenen

Riesengoldmünze

Big Maple Leaf will Schadensersatz.

DPA/MARCEL METTELSIEFEN

Die Täter waren offenbar vom

Bahnhof Hackescher Markt über die

Bahntrasse zum Bode-Museum gelaufen,

über eine Leiter durch das einzige

Fenster in das Museum gestiegen,

das nicht alarmgesichert war.

Mit einer Axt zerschlugen sie das Sicherheitsglas

der Vitrine, inder die

Riesenmünze ausgestellt war. Auch

die Vitrine war nicht mit einer Alarmanlage

ausgestattet. Zu unwahrscheinlich

schien den Verantwortlichen

die Möglichkeiten, dass Diebe

den schweren Schatz so einfach aus

den Ausstellungsräumen bugsieren

konnten. So sagten es Zeugen im Prozess

immer wieder. Auf einem Rollbrett

transportierten die Täter ihre

Beute zurück zum Fenster, sie ließen

die Münzeauf den Bahndamm fallen.

Dort erfolgte der Abtransport mittels

einer Schubkarre.

Angeklagt sind vier junge Männer.

DenisW. arbeitete als Aufsicht im Museum,

als die Münze verschwand. Er

soll den BrüdernAhmed undWayciR.

und deren Cousin Wissam R. Tipps

für den Millionencoup gegeben haben.

Ahmed, Wayci und Wissam R.

sind Mitglieder einer polizeibekannten

arabischstämmigen Großfamilie.

Von der Zwei-Zentner-Goldmünze

fehlt bis heute jede Spur.

Demnächst wird imStrafprozess

die Großmutter vonDenis W. als Zeugin

aussagen. Siekommt aus der Türkei

und soll bestätigen, dass sie Immobilien

besitzt und ihrem Enkel

eine Goldkette schenkte. Ihre Aussage

soll unter anderem die finanzielle

Mittel erklären, über die Denis W.

verfügt haben soll –nach dem Diebstahl

der BigMaple Leaf.

Der Unternehmer Boris Fuchsmann

verfolgt den Strafprozess aufmerksam.

Er sagt, dass er sich auch

nicht habe vorstellen können, dass

seine Münze jemals aus dem Bode-

Museum verschwinden könnte.

Wieder ein

Einbruch bei

der Polizei

Unbekannte versuchten

Buntmetall zu stehlen

Wieder hat es einen Einbruch bei

der Polizei gegeben. Unbekannte

drangen erneut in das Gelände

des Polizeiabschnitts 62 in der

Cecilienstraße in Biesdorfein.Wiedie

Polizei am Mittwoch mitteilte,hätten

die Täter versucht, von einer Baustelle

Buntmetall zu stehlen. Gegen

0.20 Uhr seien die Einsatzkräfte des

Abschnitts dorthin alarmiertworden.

Die Beamten sahen noch zwei

Männer in eine Grünanlage flüchten.

Eine Absuche des Geländes mit Unterstützung

eines Hubschraubers

verlief ohne Erfolg. Die Polizisten

stellten abgetrennte Stromkabel und

Tatwerkzeuge sicher.

Nach Angaben eines Sprechers

handelt es sich um eine Baustelle für

ein neues Kfz-Sicherstellungsgelände.

Essoll die auf dem Areal vorhandenen

Abstellflächen ergänzen.

Das weitläufige Gelände in Biesdorfwirdlediglich

durch einen privaten

Wachschutz bewacht. In der Vergangenheit

hatte es dort wiederholt

Einbrüche gegeben. So wurden beschlagnahmte

Fahrzeuge gestohlen

oder in Brand gesetzt, um Spuren zu

vernichten. In einem Fall hatte es genügt,

eine Kette an einem Tor zu

durchtrennen. „Die vergangene

Nacht zeigt einmal mehr,dass die Sicherheit

staatlicher Institutionen in

staatliche Hand gehört, weil wir nur

so über die Qualität bestimmen“, erklärte

die Gewerkschaft der Polizei.

Beim Blick auf die Cecilienstraße

wäre essogar besser, wenn endlich

die komplette Liegenschaft geklaut

wird, damit wir da einen Neubau mit

funktionstüchtiger Heizung und ordentlichen

Fenstern hochziehen

könnten.“ (kop.)

Kein großes Hindernis: Der Zaun am Abschnitt

62.

ERIC RICHARD

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16 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Brandenburg

NACHRICHTEN

Maßregelvollzug Teupitz

wird 2021 geschlossen

Diemit 28 Betten kleinste und teuerste

der drei Einrichtungen für den

Maßregelvollzug in Brandenburg,

die Einrichtung in Teupitz (Dahme-

Spreewald), wirdimFebruar 2021

geschlossen. Grund sei die allgemeine

Unterbelegung, sagte Gesundheitsministerin

Ursula Nonnemacher

(Bündnis 90/Grüne) am

Mittwoch in der Sitzung des Fachausschusses

im Landtag. DieInsassen

werden auf die verbleibenden

beiden Einrichtungen in Eberswalde

(148 Plätze) und Brandenburg/Havel

(121 Plätze) verteilt. Für die beiden

leitenden Ärzte sei Vorsorge getroffen

worden. (dpa)

Innenminister verteidigt

Kennzeichenerfassung

Brandenburgs Innenminister Michael

Stübgen (CDU) hat die automatische

Erfassung vonAutokennzeichen

(Kesy) auf Straßen des

Landes über längereZeiträume

grundsätzlich verteidigt. „Das sehen

andereBundesländer so und das

sieht auch die Mehrheit der Landesjustizminister

so“, sagte Stübgen am

Mittwoch im Innenausschuss des

Landtages.Allerdings wolle das Bundesjustizministerium

in der Strafprozessordnung

noch die Voraussetzungen

konkretisieren, in welchen

Grenzen diese Aufzeichnungen für

Strafverfahren vonGerichten angeordnet

werden können. In Brandenburgsolle

auf jeden Fall dafür gesorgt

werden, dass aufgezeichnete

Daten schneller gelöscht werden,

wenn sie nicht mehr für laufende

Strafverfahren benötigt werden, versicherte

Stübgen. (dpa)

Kohlendioxid-Emissionen

erreichen Tiefststand

Auf das KraftwerkJänschwalde ging ein

Teil der CO 2 -Emmissionen zurück. DPA/GATEAU

Rund 53,5 Millionen Tonnen des klimaschädlichen

CO 2 sind nach Angaben

des Landesamts für Umwelt im

vergangenen Jahr in Brandenburg

ausgestoßen worden. DerEmissionswertläge

damit um mehr als

39 Prozent niedriger als 1990, teilte

die Behörde am Mittwoch mit. Der

Tiefststand kommt nach Angaben

des Umweltministeriums in Potsdam

imWesentlichen durch die Stilllegung

vonzweiKraftwerksblöcken

in Jänschwalde zustande.Das

BraunkohlekraftwerkJänschwalde

ist inklusiveder abgeschalteten Blöcke

das drittgrößte Kraftwerk

Deutschlands. (dpa)

Nächste Tierseuchenübung

im Frühjahr geplant

Dienächste Tierseuchenübung zur

Bekämpfung der Afrikanischen

Schweinepest (ASP) in Brandenburg

findet im Frühjahr gemeinsam mit

der Bundeswehr statt. Daskündigte

Verbraucherschutzministerin Ursula

Nonnemacher (Bündnis

90/Grüne) am Mittwoch in der Sitzung

des Fachausschusses des Landtages

an. DieVorbereitungen laufen

laut Ministerium seit Oktober.„Wir

haben eine hohe Gefährdungslage“,

betonte Nonnemacher.Die Seuchenlage

in Polen sei „sehr dynamisch“.

Stündlich gebe es neue Informationen.

Bisauf 21 Kilometer sei

die ASP an die brandenburgisch-polnische

Grenzevorgerückt. (dpa)

Groß, größer,BER

Sind die Erweiterungen des neuen Hauptstadt-Flughafens rechtmäßig? Darum geht es bald vor Gericht

VonPeter Neumann

Nicht mehr lange, dann

befasst sich wieder einmal

ein Gericht mit dem

BER. Diesmal geht es um

Klagen, die sich gegen Erweiterungen

des neuen Hauptstadt-Flughafens

richten. Am Vormittag des 20.

Januar beginnt die Verhandlung im

Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg

am Bahnhof Zoo.

Vier Tage sind angesetzt –Tage, an

denen es spannend werden könnte.

Bürger und Politiker,die das Flughafenprojekt

kritisch bewerten, treffen

auf Behördenvertreter und Planer.

VorGericht geht es um eine wichtige

Frage: Wiegroßdarfder BER auf der

jetzigen rechtlichen Basis werden?

Obwohl er noch nicht in Betrieb

ist, gilt er jetzt schon als zu klein. Die

anfängliche Kapazität des zentralen

Terminals T1 wurde einige Zeit auf

22 Millionen, später auf 27 Millionen

Passagiere pro Jahr beziffert. Doch

2019 nutzten bereits 35,7 Millionen

Passagieredie Berliner Flughäfen.

Die Flughafengesellschaft FBB

hätte das zentrale Terminal größer

bauen dürfen, der Planfeststellungsbeschluss

gab das her. Doch sie

nutzte die Chance nicht. Um die nötige

Kapazität zu schaffen, musste

sie Jahrespäter anders vorgehen.

Damit der BER nicht gleich wegen

Überfüllung schließen muss, beantragte

sie zwei Änderungen der Genehmigung

–die vonder Gemeinsamen

Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg,

kurz LuBB,

wunschgemäß abgenickt wurden.

Öffentlichkeit nicht beteiligt

Vorbereitungen für die Eröffnung: Am 31. Oktober soll der BER starten.

Zu klein: Wenn das zentrale

Terminal des neuen Flughafens

BER –T1genannt –den

gesamten Verkehr des

Flughafens Tegelaufnehmen

müsste, würde es dortschon

sehr eng.2019 wurden inTegel24,2

Millionen Fluggäste

abgefertigt –ein weiterer

Rekord. Deshalb ist am BER

weitere Kapazität nötig.

DER FLUGHAFEN WÄCHST

Mehr Platz: Der Weiterbetrieb

des Flughafens Schönefeld

als Terminal T5verschafft

dem BER Zusatzkapazität

von13Millionen Passagieren

pro Jahr.Das neue

Terminal T2neben dem BER

hat Raum für sechs Millionen

Fluggäste. Nutzer:Vueling,

Norwegian, Eurowings, Wizz

Air,Air Baltic und Aer Lingus.

Bürocampus am BER: Im

Umfeld des Flughafens wird

weitergebaut. Am S-Bahnhof

Waßmannsdorf entsteht für

230 Millionen Euro ein

50000 Quadratmeter großer

Bürocampus mit Business

Hotel. Projektentwickler ist

Alfred &Alfreda aus Düsseldorf,

Generalplaner das

Architekturbüro Phase 5.

Totgesagte leben länger

IMAGO IMAGESX

Die27. Änderung ermöglicht es,den

jetzigen Flughafen Schönefeld temporär

weiterzubetreiben. Er hat Kapazität

für 13 Millionen Passagiere

pro Jahr. Die 31. Änderung bereitete

den Wegfür den Bau des Terminals

T2 neben dem zentralen Empfangsgebäude

des BER. Jahreskapazität:

sechs Millionen Fluggäste.T2könnte

zum 31. Oktober 2020 fertig werden –

dann soll der neue Flughafen öffnen.

Doch nun haben erst mal die Juristen

das Wort. Die Schutzgemeinschaft

Umlandgemeinden Flughafen

Schönefeld klagt vor dem OVG

gegen die 31. Änderung, der Bürgerverein

Brandenburg-Berlin (BVBB)

geht gegen beide Änderungen vor.

Die 27. Änderung befriste den

Weiterbetrieb Schönefelds „nicht

hart bis Ende 2023“, kritisierte die

Vereinsvorsitzende Christine Dorn.

Die Behörde habe weder den Rückbau

der temporär genehmigten Rollwege

und Vorfeldflächen verfügt,

noch Verlängerungsoptionen an Bedingungen

und Auflagen gebunden.

Dabei hatte die FBB in ihrem Antrag

dargelegt, dass sie Schönefeld nur

noch bis Ende 2023 benötigt. Genau

dies hatte die Behörde als Begründung

dafür herangezogen, dass

keine negativen Umweltauswirkungen

zu erwarten seien. Darumwären

Umweltverträglichkeitsprüfung und

Öffentlichkeitsbeteiligung unnötig.

Gegen die 31. Änderung geht der

Verein vor, weil das neue Terminal T2

Schönefeld-Alt nicht vollständig ersetzen

kann. Erforderlich ist, dass

der BER ein weiteres, größeres Terminal

erhält. Erst wenn T3 fertig ist,

soll der bestehende FlughafenSchönefeld

schließen. Damit greift der

Verein indirekt den Masterplan BER

2040 an, der das T3 vorsieht. Dieser

Plan soll den BER für bis zu 58 Millionen

Fluggäste pro Jahr „ertüchtigen“.

Er sieht Erweiterungen vor, die

auf der Basis des bestehenden Planfeststellungsbeschlusses

nicht rechtmäßig

wären. Eine neue Abwägung

und eine Umweltverträglichkeitsprüfung

wären nötig, so der Verein.

Verstoß gegen Klimaschutzziele

„Der BER-Planfeststellungsbeschluss

ist kein Freibrief, den Flughafen

unbegrenzt zu erweitern“,

mahnte Christine Dorn. Offenbar

folgen die Flughafengesellschaft und

die Behörde einer „Salamitaktik,

möglichst ohne Beteiligung der Öffentlichkeit

und ohne Umweltverträglichkeitsprüfung

scheibchenweise

immer neue Erweiterungen zu

verwirklichen.“ Dabei habe das Bundesverwaltungsgericht

in seinem

Urteil von2006 eindeutig darauf hingewiesen,

dass ein BER mit einer

jährlichen Kapazität von 60Millionen

Fluggästen an diesem Standort

nicht genehmigungsfähig wäre.

„Leidtragende sind erneut die Anwohner

dieses von Grund auf ungeeigneten

Flughafenstandortes“, so

Dorn. Aufsie kämen große Belastungen

zu. „Der ungeeignete Standort

wird nicht geeigneter, wenn er auf

fast das Doppelte ausgebaut wird.“

Wie sich mit dem Masterplan und

dem Ausbau für 58Millionen Passagiere

pro Jahr Klimaschutzziele einhalten

ließen, habe ihr noch keiner

erklären können.

Peter Neumann

ist gespannt, ob die BER-

Kritiker Recht bekommen.

Ursprünglich war geplant, Schönefeld Ende 2023 zu schließen. Nun soll der Airport noch zehn Jahre am Netz bleiben

VonPeter Neumann

Besonders beliebt scheint er ja

nicht zu sein, der Flughafen

Schönefeld. Zumindest, wenn man

die Bewertungen bei Skytrax liest.

Auf der Internetseite des Beratungsunternehmens,

auf der Fluggäste

aus vielen LändernihreErfahrungen

schildern, schneidet er schlecht ab.

Von zehn möglichen Punkten bekommt

Schönefeld gerade mal zwei.

„Der schlimmste Flughafen, den

ich je besucht habe“, schreibt eine

Britin. „Einfach schrecklich“, urteilt

ein Pole.Zuwenig Platz zum Warten,

zu wenige Sitzplätze, unhöfliches

Personal an der Sicherheitskontrolle:

Das ist die Hauptkritik. Auch dass

Passagiere Treppen steigen müssen,

wirdimmer wieder bemängelt. Nicht

zu vergessen die Toiletten: „schmutzig

und ekelhaft“, so eine Bewertung.

SXF soll schöner werden

Doch die Flughafengesellschaft FBB

bemüht sich, Schönefeld aufzuhübschen.

In den kommenden Jahren

will sie einen mittleren zweistelligen

Millionenbetrag investieren. Lange

11,4 Millionen Fluggäste nutzten 2019 den Flughafen Schönefeld (SXF). DPA/PAUL ZINKEN

Zeit als einstiger DDR-Hauptstadt-

Flughafen abgetan, wirdernun dringend

benötigt. Als Ergänzung zum

BER, der für den Andrang zu klein ist.

Wenn der BER öffnet –was für den

31. Oktober geplant –, wird Schönefeld

sein Terminal T5.Ryanair wird

Hauptnutzer sein, auch Passagiere

vonSunExpress,Tuifly oder Iraqi Airways

werden dorteinchecken. Easyjet

zieht zum Terminal T1des BER.

Hatte die FBB der Luftfahrtbehörde

anfangs mitgeteilt, dass Schönefeld

nur noch bis Ende 2023 am

Netz bleiben soll, ist heute voneiner

Nutzung bis 2030 die Rede. Flughafenchef

Engelbert Lütke Daldrup:

„Wir wollen den Flughafen Schönefeld,

künftig Terminal T5,noch rund

zehn Jahre weiter betreiben.“ Möglichst

mit voller Kapazität, wofür die

Chancen gut stehen. Es zeichnet sich

ab, dass der Bund das neben dem

Hauptgebäude projektierte Regierungsterminal

erst nach 2030 baut.

Dieses Projektsollte ursprünglich

bereits ab 2022 einen Teil des Vorfeldbereichs

Ramp 2 in Beschlag

nehmen –was die jährliche Kapazität

Schönefelds von13Millionen auf

neun Millionen Fluggäste senken

würde. Doch nun zeichnet sich eine

Lösung ab,teilte Lütke Daldrup mit.

Einigung mit dem Bund

„Für die Unterbringung der Soldaten

der Flugbereitschaft, die von Köln/

Bonn nach Berlin umziehen wird,

hat der Bund vor einigen Wochen

eine neue Konzeption vorgestellt“,

sagte er.Erbeabsichtige,die Flächen

an der Ramp 2nach Süden zu vergrößern.

„Die FBB ist grundsätzlich

bereit, sie zur Verfügung zu stellen“,

so Lütke Daldrup.„Im Gegenzug haben

wir darum gebeten, nördlich davon

vor den Schönefelder Terminals

Dund D1 einen größeren Streifen

für den Linienflugverkehr bis 2030

nutzen zu dürfen. Das würde dort

vorhandene Kapazität sichern.“

Für den Regierungsflugbetrieb

will der Bund sein „Interimsterminal“

westlich davon länger nutzen.

Es werdedarüber nachgedacht, dort

„deutlich länger zu bleiben als bis

2025, wie es einmal geplant gewesen

war“, berichtete Lütke Daldrup.

Tesla soll

41 Millionen

zahlen

Linke wehrt sich gegen

„Blanko-Vollmacht“

Der

US-Elektroautohersteller

Tesla soll das 300-Hektar-Gelände

für seine geplante „Gigafabrik“

in Grünheide (Oder-Spree)

östlich von Berlin für knapp 41

Millionen Euro erhalten. Das geht

aus einer Vorlage für den Landtagshaushaltsausschuss

hervor,

über die zuvor die Bild-Zeitung

berichtet hat. Der Ausschuss tagt

am Donnerstagmorgen im Landtag

in Potsdam.

Der Kaufpreis entspricht demnach

einer Summe von rund

13,50 Euro pro Quadratmeter, im

angrenzenden Gewerbegebiet

Freienbrink liegt der Richtwertdagegen

bei rund 40 Euro pro Quadratmeter,

im Europarc Dreilinden

nach Angaben der Landesregierung

sogar bei 310 Euro. Sowohl

in Freienbrink als auch in

Dreilinden sind es aber bereits erschlossene

und funktionierende

Gewerbegebiete.

Billigung erst Mitte Januar

Der US-Elektrofahrzeughersteller

will in Grünheide bis zu 500 000

Fahrzeuge seiner Typen Model 3

und Ysowie künftiger Modelle im

Jahr bauen. Der Start der Produktion

ist für Juli 2021 vorgesehen,

wie aus dem Bericht der neugegründeten

Tesla Manufacturing

Brandenburg zur Umweltverträglichkeit

hervorgeht. Das Gelände

ist 304 Hektar groß. Es liegt in einem

Waldgebiet. In der ersten

Baustufe ist zunächst geplant, nur

152 Hektar zu nutzen.

Das Tesla-Logo soll künftig mit dem

StandortBrandenburg verbunden sein. AP

Kurz vor Weihnachten vergangenen

Jahres hatten sich die rotschwarz-grüne

Landesregierung

und der Automobilbauer nach Angaben

aus Potsdam über den Kauf

geeinigt. Der Tesla-Vorstand will

laut Landesregierung erst bis

Mitte Januar entscheiden, ob er

den Vertrag billigt. Der Haushaltsausschuss

will auf seiner Sitzung

an diesem Donnerstag über die

Einwilligung entscheiden – das

kann er, auch wenn der Vertrag

noch nicht unterschrieben ist.

Die Linksfraktion im Landtag

warnte, sie werde keine Blanko-

Vollmacht ausstellen. „Der Ausschuss

soll den Grundstücksverkauf

an Tesla auf Grundlage einer

nicht nachvollziehbaren Vorlage

genehmigen“, kritisierte Linke-

Haushaltspolitiker Ronny

Kretschmer in einer Mitteilung.

Der Kaufpreis solle erst durch ein

Wertgutachten festgelegt werden,

ehe man genehmige. Ein solches

Gutachten will das Land bis Ende

dieses Monats von einem Gutachter

erstellen lassen.

„Bisher gab es nur eine Wertermittlung

durch den Landesbetrieb

Forst – und deren Ergebnis liegt

weit unter dem Bodenrichtwert

von einem Preis von 40 Euro pro

Quadratmeter, der offiziell für das

angrenzende GüterverkehrszentrumFreienbrink

angegeben wird“,

schreibt Kretschmer in seiner Mitteilung.

Auch eine Klausel zur Weiterveräußerung

sei nebulös und

müsse geklärt werden, so Kretschmer.

(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 17

· ·

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Wissenschaft

Berliner

kartieren Organ

Zelle für Zelle

Charité und BIG erforschen

die Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse erfüllt

im menschlichen Körper wichtige

Aufgaben. Wenn sie versagt,

kommt es zu gefährlichen Krankheiten.

Um ihreFunktion besser zu verstehen,

wollen Wissenschaftler sie

Zelle für Zelle unter die Lupe nehmen.

Dasinternationale Projekt wird

vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung

(BIG) und der

Charité koordiniert und von der EU

mit fünf Millionen Euro gefördert.

Davongeht eine Million nach Berlin.

Das Projekt ist Teil des weltweiten

Unterfangens, den menschlichen

Körper Zelle für Zelle molekular zu

beschreiben und zu kartieren, genannt:

Human Cell Atlas.„Ziel ist es,

die Vorgänge im gesunden Körper zu

verstehen, um auf dieser Basis Krankheiten

besser diagnostizieren, behandeln

und vorbeugen zu können“,

heißt es in einer BIG-Mitteilung.

Die Bauchspeicheldrüse – der

Pankreas –regelt den Zuckergehalt

des Blutes über die Produktion von

Hormonen wie Insulin. Sie ermöglicht

die Verdauung, indem sie in ihren

Drüsenzellen Enzyme herstellt

und in den Dünndarm abgibt. Dort

zerlegen die Enzyme Eiweiße, Kohlenhydrate

und Fette in ihre Einzelbestandteile.

Störungen der Bauchspeicheldrüse

haben schlimme Folgen.

Funktioniertdie Insulinproduktion

nicht mehr, entsteht Diabetes.

Weitere mögliche Erkrankungen

sind die Entzündung –Pankreatitis –

oder im schlimmsten Fall der Bauchspeicheldrüsenkrebs.

„Aus diesem Grund waren wir

schon lange an der detaillierten Untersuchung

dieses wichtigen

menschlichen Organs interessiert“,

sagt Roland Eils, Gründungsdirektor

des Zentrums für Digitale Gesundheit

am BIG und der Charité. „Es ist allerdings

knifflig, die molekularen Bausteine

aus der Drüse zu isolieren, weil

die Verdauungsenzyme sehr schnell

arbeiten und etwa die RNA, die Ribonukleinsäuren,

sehr schnell abbauen.“

In einem Pilotprojekt des

Human Cell Atlas haben Roland Eils

und Kollegen deshalb einen Weggesucht,

um die einzelnen Zellen schonend

aufbereiten zu können.

In dem vonBerlin aus koordinierten

Projekt sollen nun die etwa 20

bisher bekannten Zelltypen der

Bauchspeicheldrüse genauestens

erforscht werden –sowohl in ihrer

Genaktivität als auch in der Gesamtheit

aller Proteine. Die Forschergruppen

kommen aus Deutschland,

den Niederlanden, Spanien, Schweden,

Israel und Italien. Das Material

stammt von hirntoten Spendern sowie

abgestorbenen Föten. Krankes

und gesundes Gewebe soll miteinander

verglichen werden. Pro Organ

wollen die Forscher drei Millionen

Zellen analysieren.

In Berlin finden die RNA-Zellkernanalyse

und die räumliche Kartierung

statt. DieForscher könnten mit speziellen

Mikroskopen und molekularen

Färbetechniken genau bestimmen,

woher welcher Zelltyp in der Bauchspeicheldrüse

stamme, sodas BIG.

Auf der Basis eines besseren Verständnisses

sollen Forscher künftig

nach besseren Diagnose- und Therapiemethoden

suchen. (BLZ)

Die Bauchspeicheldrüse in der Tiefe der

Bauchhöhle.

GETTY IMAGES/S. KAULITZKI

Sternentanz vor der Verschmelzung

Was aussieht, wie der Tanz zweierWasserflöhe,dieWellen schlagen,

ist die Simulation der Verschmelzung zweier Objekte im Weltall,

etwa 520 Millionen Lichtjahrevon der Erde entfernt. Es handelte es sich

wahrscheinlich um zwei massereiche Neutronensterne,die zusammen

„Es geht oft um Reue und Schuld“

Die Berliner Gerontopsychologin Eva-Marie Kessler über seelische Probleme bei älteren Menschen

Psy-Care, so nennt sich eine

Berliner Psychotherapie-Initiative,

die sich gezielt an

pflegebedürftige Senioren

richtet. Geleitet wirdsie vonEva-Marie

Kessler, Professorin für Gerontopsychologie.

Im Gespräch mit ihr

geht es um die Besonderheiten psychischer

Probleme im Alter.

Frau Professor Kessler, wozu braucht

es ein Projekt wie Psy-Care?

Allein in Berlin leben mehr als

120 000 pflegebedürftige Menschen.

Die meisten sind älter als 60 Jahre,

drei Viertel wohnen in den eigenen

vier Wänden. Forscher schätzen, dass

fast jeder Dritte bis Vierte von ihnen

depressiv erkrankt ist. In unserem

Projekt haben wir den Hilfebedarfzumindest

deutlich gespürt. Wir konnten

in kürzester Zeit 140 Teilnehmer

für unser Projekt gewinnen. Denn für

pflegebedürftige ältere Menschen –

ob in eigenen vier Wänden oder in

Pflegeheimen –gibt es aktuell keine

Versorgung mit Psychotherapie.

Warum ist das so?

Das hat mehrere Ursachen. Die

meisten älteren Menschen sehen

zwar regelmäßig ihren Hausarzt. Hier

wirdinder Regel auch die psychische

Problematik erkannt, dann aber werden

zumeist Medikamente verschrieben.

Gerade bei gebrechlichen älterenMenschen

sind jedoch Nebenwirkungen

von Psychopharmaka oder

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

ein großes Problem. Bei

Demenz etwa sollten nach den Empfehlungen

der Fachgesellschaften zunächst

alle psychosozialen Therapien

ausgeschöpft werden, bevor eine medikamentöse

Therapie in Erwägung

gezogen wird.

Wassind die anderen Ursachen?

Wir begegnen auf Seiten von Behandlern,

Patienten oder auch Angehörigen

häufig der Haltung „Das

bringt doch nichts mehr“. Eine psychologische

Behandlung wird dann

eher nicht angestrebt. Allerdings sind

die Betroffenen heute viel aufgeschlossener

als noch vor Jahren. Wer

sich für eine Psychotherapie interessiert,

stößt dann aber auf ein Gesundheitssystem,

das es erschwert, entsprechend

behandelt zu werden.

Denn die Suche nach einem Psychotherapeuten

ist bekanntlich aufwendig.

Zudem erhalten Psychotherapeuten

derzeit keine dem Aufwand

angemessene Vergütung dafür, wenn

sie Patienten zu Hause oder im Heim

aufsuchen und dort behandeln.

Krankentransporte sind für manche

wiederum schlichtweg zu strapaziös.

Lassen sich denn seelische Erkrankungen

im Alter gut mit Psychotherapie

behandeln?

Die Forschung hat sich leider

lange nicht für’s höhere Lebensalter

interessiert. Mittlerweile wissen wir

aber, dass Psychotherapie auch bei

Depression und Angststörungen sehr

wirksam ist. Leider gibt es noch sehr

wenig Forschung zu sehr alten und

gebrechlichen älteren Menschen.

Doch bisherige Befunde legen auch

hier nahe,dass die Personen vonPsychotherapie

profitieren können. In

unserem Projekt mit hochbetagten

Menschen im Pflegeheim voreinigen

Jahren hatten 50 Prozent der Patienten

im Anschluss an die Sitzungen

keine Depressionsdiagnose mehr.

T. DIETRICH/NIKHEF/S. OSSOKINE/A. BUONANNO/MAX-PLANCK-INSTITUT FÜR GRAVITATIONSPHYSIK/W. TICHY/FLORIDA ATLANTIC UNIVERSITY/CORE-KOLLABORATION

PROJEKT FÜR PFLEGEBEDÜRFTIGE

Eva-Marie Kessler ist Professorin für Gerontopsychologie an der MSB Medical School Berlin

und Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG).

Sie leitet die VersorgungsinitiativePsy-Care, die gemeinsam mit der Charité umgesetzt wird.

Das Projekt richtet sich an Menschen über 60 Jahre in Berlin und angrenzenden Regionen

Brandenburgs, die einen Pflegegrad haben und unter Depressionen leiden. Die Anmeldung ist

noch bis März 2020 möglich. Informationen unter 030/7668 375838 und www.psy-care.de

die 3,3- bis 3,7-fache Masse der Sonne besaßen, wie das Max-Planck-

Institut für Gravitationsphysik in Potsdam am Montag mitteilte.Bei der

Verschmelzung hinterließen sie eine sogenannte Gravitationswelle,die

vonAstronomen im April2019 registriertwurde.

Wie häufig sind denn psychische Erkrankungen

im Alter?

Manche treten ähnlich oft wie in

jungen Jahren auf, andere häufiger.

Traumafolgestörungen zum Beispiel

können sich im Alter zum ersten Mal

Bahn brechen. Weil die kognitiven

Ressourcen nachlassen, ist die psychische

Abwehr geschwächt. Dann

können frühere Erlebnisse, etwa aus

Kriegszeiten, wieder hochkommen

und psychisch schwer belasten.

Hinzu kommt, dass vorallem im sehr

hohen Alter das Risiko für Demenz

enorm ansteigt, eine typische, organisch

bedingte psychische Erkrankung

des Alters. Depressionen wiederum

treten bei älteren Menschen

genauso häufig auf wie in jüngeren

Jahren, aber zugleich mehren sich bei

ihnen subklinische Depressionen,

also solche Beschwerden, die noch

keinen Krankheitswert haben, aber

sehr wohl Leid verursachen.

Welche Folgen können psychische Erkrankungen

bei Älteren haben?

Unabhängig von dem psychischen

Leiden beeinträchtigen Depressionen

auch die körperliche Gesundheit,

sie begünstigen etwa Diabetes

sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bleibt eine Depression

unbehandelt, ist das Risiko, in ein

Pflegeheim zu kommen und generell

einen höheren Pflegebedarf zuhaben,

um das Achtfache erhöht. Zudem

sterben die Betroffenen im

Schnitt früher, aufgrund der körperlichen

Probleme oder auch durch

Suizid.

Läuft eine Behandlung bei Pflegebedürftigen

und Heimbewohnern anders

ab als bei körperlich gesunden

oder jüngeren Patienten?

DieTeilnehmer in unserer aktuellen

Studie haben eine Depression sowie

einen Pflegegrad von 1 bis 5.

Manche sind sehbehindert, hören

schlecht, einige sind bettlägerig. Da

müssen wir uns dann anpassen. In

neun vonzehn Fällen suchen wir die

Menschen zum Beispiel daheim auf,

statt dass sie in eine Praxis kommen.

Istdas ein Problem?

Wenn es entsprechend vergütet

wirdnicht. DieBehandlung zu Hause

oder im Heim hat sogar durchaus

Vorteile für die Behandlung. Denn wir

sehen, wie die Menschen leben, lernen

mitunter pflegende Angehörige

kennen und können dies in die Therapie

einbeziehen. Andererseits: Wer

es körperlich schafft, in die Praxis zu

kommen, den bestärken wir darin.

Wassind Themen in der Behandlung?

Meist bringen ältere Menschen

eine Fülle an Problemlagen mit, setzen

aber oftmals selbst Prioritäten.

Häufige Themen sind Reue, Schuld

oder auch verpasste Gelegenheiten

im Leben. Manche wollen die Last

einer schwerwiegenden Diagnose

aufarbeiten, andere die Beziehung

zu engen Verwandten oder den Verlust

des Partners. Wir nutzen dann

Verhaltenstherapie, Elemente des

Lebensrückblicks und schauen zugleich

bei den Betroffenen nach Ressourcen

für die Zukunft. Wichtig ist

vorallem, dass die Menschen wieder

selbstbestimmter und mit größerer

Akzeptanz ihrer Selbst durchs Leben

gehen.

DasGespräch führte Jana Hauschild.

Agrarwende

zur Rettung der

Bestäuber

Report über Insekten und

Landwirtschaft vorgestellt

Die intensiveLandwirtschaft zerstört

mit ihren Folgen die Lebensgrundlage

von Insekten in immer

größerem Ausmaß. Zu diesem

Schluss kommt der Insektenatlas

2020, den die Heinrich-Böll-Stiftung

und der Bund für Umwelt und Naturschutz

Deutschland (BUND) am

Mittwoch in Berlin vorgestellt haben.

Der globale Schwund von Insekten

sei dramatisch, sagte Barbara

Unmüßig, Vorstand der Heinrich-

Böll-Stiftung. „Weltweit treiben Monokulturen

mit Energie- oder Futterpflanzen

für unsere Massentierhaltung

in Ländern wie Brasilien oder

Indonesien die Entwaldung, monotone

Agrarwüsten und den Pestizideinsatz

massiv voran“, ergänzte sie.

Der Insektenatlas, imInternet zu

finden unter www.boell.de/insektenatlas,

trägt auf 50 Seiten Daten

und Fakten über Nütz- und Schädlige

in der Landwirtschaft zusammen.

Die Autoren erinnern daran,

dass 75 Prozent unserer wichtigsten

Kulturpflanzen von der Bestäubungsleistung

von Insekten abhängig

sind. Weltweit gingen jedoch die

Insektenpopulationen dramatisch

zurück. So seien etwa bei der Hälfte

der 561Wildbienenarten in Deutschland

die Populationen rückgängig.

Beim Wegfall tierischer Bestäubung

drohe einzelnen Obst- und Gemüsesorten

wie Äpfeln, Kirschen, Pflaumen

oder Gurken ein Ernterückgang

vonbis zu 90 Prozent.

Wissenschaftler seien sich einig,

wie gravierend das fortschreitende

Insektensterben ist, sagte der

BUND-Vorsitzende Olaf Bandt.

Doch politisch sei bisher kaum gehandelt

worden. „Die Vorschläge der

Bundesregierung im Insekten-Aktionsprogramm

reichen nicht aus“,

mahnte Bandt. „Ohne einen Umbau

der Landwirtschaft ist das Sterben

von Schmetterlingen, Hummeln

und Käfernnicht zu stoppen.“ (BLZ)

Riesenstern

Beteigeuze

schwächelt

Doch Supernova-Explosion

steht wohl nicht bevor

Astronomen rätseln über eine außergewöhnliche

Schwächeperiode

des Roten Riesen Beteigeuze im

Sternbild Orion. Dessen Helligkeit hat

sich seit Oktober mehr als halbiert.

Die genaue Ursache sei nicht bekannt,

sagte der Sternforscher Thomas

Janka vom Max-Planck-Institut

für Astrophysik in Garching bei München.

Als Anzeichen für eine unmittelbar

bevorstehende Supernova-Explosion

des Sterns,über die im Internet

spekuliert worden war, sieht er

das Phänomen aber nicht.

Beteigeuze bildet die Schulter des

Himmelsjägers Orion. Er besitzt den

etwa tausendfachen Durchmesser

unserer Sonne. Seine Helligkeit

schwankt in zwei unregelmäßigen

Zyklen, die jeweils knapp sechs Jahre

und etwa 425 Tage dauern. „Wir wissen

nicht genau, was die Variabilität

von Beteigeuze ausmacht“, sagte

Janka. Möglicherweise schluckten

vom Stern ins All geblasene Materiewolken

vorübergehend das Licht.

Da Beteigeuze seinen Vorrat extrem

schnell verbrennt, hat der Rote

Riese eine geringe Lebenserwartung:

Obwohl erst etwa acht Millionen

Jahre alt, wird erbald als Supernova

explodieren. Bald –das bedeutet in

astronomischen Maßstäben irgendwann

in den kommenden 100 000

Jahren. Da der Stern nur 600 Lichtjahreentfernt

ist, wirddie Supernova

so hell sein wie derVollmond. (dpa)


18 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Sport

Raumschiff Schwarz-Rot-Gold

Die deutschen Volleyball-Nationalspieler sind fast alle im Ausland beschäftigt. Das gefällt Bundesliga-Managern wie dem Berliner Kaweh Niroomand nicht

VonKarin Bühler

Christian Fromm hat nicht

so schnell zu Mittag gegessen

wie Zuspieler Lukas

Kampa. DerAußenangreifer

kommt mit Verspätung zum

Pressegespräch in den Hotelsaal

„Maschinenraum“, in dem die deutschen

Volleyballer sonst ihre Videobesprechungen

abhalten. „Christian

isst sowieso immer mehr als ich“,

frotzelt der Kapitän der deutschen

Volleyball-Nationalmannschaft.

Die Stimmung ist gut am freien

Tag vor dem Halbfinale des

Olympiaqualifikationsturniers in

Berlin. Nur noch zwei Siege trennen

Fromm, Kampa und ihr Team von

der Teilnahme an den Olympischen

Spielen im August in Tokio.

Fromm, 29, breite Brust, breite

Schultern, breites Grinsen, aufgewachsen

in Berlin-Hellersdorf, ausgebildet

bei Berliner TSC und VC

Olympia, spielt nach zwei Bundesliga-Stationen

beim VfB Friedrichshafen

und in Düren seit sieben Jahren

imAusland. Jetzt ist er zurück in

Berlin. Für eine Woche ist er hier mit

dem Raumschiff Schwarz-Rot-Gold

gelandet. Nach zwei Siegen und einer

Niederlage in der Gruppenphase

tritt er mit Deutschland am Donnerstag

(20.10 Uhr, Sport1) im Halbfinale

an –gegen Bulgarien, Frankreich

oder Serbien (nach Redaktionsschluss

dieser Ausgabe).

DerMax-Schmeling-Halle hat die

PR-Abteilung des deutschen Meisters

BRVolleys in seiner Abwesenheit

die Bezeichnung Volleyballtempel

verpasst. Undjetzt, wo die Olympiaqualifikation

in die entscheidende

Phase geht, gilt ein Claim, den sich

die Werber des Deutschen Volleyball-Verbandes

(DVV) ausgedacht

haben: Hero o Zero. Held oder

nichts. Bei diesem Achterturnier

wird nur der Sieger mit einem Platz

bei Olympia in Tokio belohnt.

Um die Qualifikation nach den

verpassten Spielen 2016 zu schaffen,

hat der DVVviel Aufwand betrieben.

DasBudget für das Turnier dürfte an

die zwei Millionen Euro betragen.

Aber nur 4200 Zuschauer, darunter

Fußball-Weltmeister Sami Khedira,

kamen am ersten Gruppenspieltag

in den Volleyballtempel, 2500 waren

es am Montag, nicht ganz 2400 am

Dienstag. Die Zahlen sind enttäuschend,

sie refinanzieren die Ausgaben

nicht. Selbst wenn der deutsche

Meister BR Volleys in der Bundesliga

gegen Teams vom Tabellenende

Christian Fromms Wort zählt bei den Kollegen der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft.

spielt, ist mehr Publikum auf den

Rängen. „Ich hätte bei so einer Millionenstadt

ein paar mehr Zuschauer

erwartet“, sagt Fromm, „die

Stimmung ist ja trotzdem da. Ich

würde mir wünschen, dass am Donnerstag

noch mehr Leute kommen.“

Sicher, diejenigen, die auf den

Rängen mit ihren Klatschpappen

lärmen, puschen die Spieler.Fromm

ist einer von denjenigen, der Emotionen

demonstriert. Er zeigt die

Fäuste, wenn sein Aufschlag als Ass

einschlägt. Er jubelt mit aufgerissenem

Mund, wenn sein Angriff erfolgreich

übers Netz geschmettert ist. Er

streckt die Zunge heraus,wenn er einen

Ball vom Boden gekratzt hat.

Aber dennoch ist es für viele nicht

wirklich klar, wen das Raumschiff

Schwarz-Rot-Gold da eigentlich im

Volleyballtempel abgesetzt hat.

Denn es geht im Profisport nicht

nur um Marken und Claims, sondernauch

um Gesichter.GeorgGrozer

ist das markanteste. Er ist

Deutschlands Ausnahme-Volleyballer.

Ein Typ, den so gut wie jeder

kennt, der sich für den Sportinteressiert.

Aber wenn er fehlt? So, wie am

Dienstag, als sich die anderen die

Verantwortung beim 2:3 gegen Slowenien

teilen mussten, die er sonst

auf seinen ausladenden Schultern

trägt. Müssen andereihr Gesicht zeigen,

die Mannschaft führen, sie repräsentieren.

Die anderen, das sind zuletzt vor

allem Fromm und Kampa gewesen.

Beide spielen seit Jahren im Ausland,

derzeit beim polnischen Spitzenklub

Jastrzebski Wegiel. Ihre Gesichter

tauchen meist nur einmal im Jahr in

den deutschen Medien auf –wenn

große Turniere anstehen. Oder alle

„Uns fehlen die Gesichter.

Die Nationalmannschaft hat keine

Verbindung zum Heimatland. “

BR Volleys-Manager Kaweh Niroomand will erreichen,

dass künftig mehr Nationalspieler in der Bundesliga auf dem Feld stehen.

vier Jahreeine Olympiaqualifikation.

BeiAußenangreifer Denis Kaliberda,

Mittelblocker Marcus Böhme oder

Diagonalangreifer Simon Hirsch ist

das ähnlich. „Es stimmt schon, dass

man ein bisschen aus den Augen verloren

wird, wenn man im Ausland

spielt. Vorallem wenn man nicht so

IMAGO IMAGES/GEROLD REBSCH

viel in den sozialen Medien macht.

Wir tauchen höchstens mal auf,

wenn deutsche Klubs in der Champions

League gegen uns spielen“,

sagt Fromm.

Die Ligen in Polen, Italien und

Russland sind stärker als die deutsche,

mehr Teams spielen auf höheremNiveau,

die Gehälter sind besser.

Aber neben der französischen und

der belgischen Liga hat sich vor allem

die Bundesliga in den vergangenen

Jahren bemüht, Anschluss zu

halten, professionellere Strukturen

zu schaffen. Dass dennoch viele

Spieler sofort ihr Glück im Ausland

suchen und fluchtartig die Bundesliga

verlassen, sobald das erste Angebot

aus dem Ausland auf den Tisch

flattert, hält BR Volleys-Manager KawehNiroomand

für fatal,„weil wir so

keine Gesichter haben. Weil die Nationalmannschaft

keine Verbindung

zum Heimatland hat, sondern ein

Satellitengebilde ist, das sich zwischen

Maiund September trifft.“ Anfang

der Nullerjahre sei unter Bundestrainer

Stelian Moculescu die

Meinung lanciert worden, die sich

festgesetzt hat: Dass es nur mit einer

Profikarriere klappt, wenn man ins

Ausland wechselt. „Leider wird der

Trend vom Verband weiterhin proklamiert“,

sagt Niroomand. Er hat

ein Nachwuchskonzept mit dem

Verband erarbeitet, das in Berlin

längst umgesetzt wird. „Es kann

doch nicht sein, dass ich die Nachwuchsschmiede

von Italien bin“,

wettert er. Wobei Niroomand weiß,

dass ein Bundestrainer wie aktuell

der Italiener Andrea Giani, der sich

Profis aus den Topteams der besten

Ligen wünscht, die viele Spiele auf

hohem Niveau erleben, eine andere

Interessenslage hat. Er weiß natürlich

auch, dass Volleyballprofis nur

wenige Jahre bleiben, um mit ihrem

Sport gutes Geld zu verdienen. „Einen

Grozeroder Frommkönnen wir

nicht bezahlen“, sagt Niroomand,

„60, 70 Prozent des Teams schon.“

Frommsagt: „Wenn ein gutes Angebot

aus dem Auslandkommt, ist es

schwer, das abzulehnen. Für mich

war es der richtige Schritt, um raus

aus der Komfortzone zu kommen,

einen anderen Druck, eine andere

Volleyballkultur kennenzulernen,

die Sprachbarrierezudurchbrechen.

Natürlich tut es mir leid für die deutschen

Vereine. Aber ich weiß auch,

dass dort deutsche Spieler nicht immer

ihre Einsatzzeiten bekommen

haben.“ Kampa findet, es sei „gerade

in unserer Zeit sehr wertvoll wenn

man selber mal Ausländer ist.“

Wobei eine Rückkehr in die Bundesligafür

Kampa durchaus vorstellbar

ist, „aber nicht, um irgendwo

rumzudaddeln, sondern ummit der

Mannschaft Deutscher Meiser zu

werden.“ Fromm hat sich unlängst

eine Wohnung inKöpenick gekauft.

Auch er kann sich eine Rückkehr

nach Deutschland vorstellen, „wenn

dasGesamtpaket stimmt,die Champions

League wäre einArgument“.

Kampa, 33, hatvon Polenaus beobachtet,

dass der Volleyball in

Deutschland wächst. „Wir haben

den Masterplan in der Bundesliga,

das Champions-League-Finale in

Berlin, die Übertragungen auf

Sport1. Estut sich was. Da wäre es

sehr passend, mit Frauen und Männern

beiOlympia dabeizusein.“

KarinBühler

istgespannt auf die Halbfinalsder

Olympiaquali.

Die unsichtbare Fessel

Albas Center Thiemann hat lange benötigt, um eine Gehirnerschütterung auszukurieren und Rückschläge hinnehmen müssen. Die Geschichte einer tückischen Sportverletzung

VonChristian Kattner

Schon die Mutter hatte von einer

Reizüberflutung gesprochen.

WasJohannes Thiemann bis vorwenigen

Wochen noch mit einem Lächeln

quittierte, war auch ihm auf

einmal zu viel geworden. Keine sozialen

Medien mehr, kein Netflix

oder Fernsehprogramm, keine Orte

mit großer Lautstärke oder zu hellem

Licht. Nicht ganz freiwillig, sondern

als Folge des Euroleague-Spiels gegen

Roter Stern Belgrad (93:80 für

Alba). An das, was da 2:48 Minuten

vor Ende des dritten Viertels am 19.

November in der Arena am Ostbahnhof

passierte, kann sich Alba Berlins

Center nur schemenhaft erinnern:

Er hatte einen Schlag gegen den Kiefer

bekommen und dabei ein Teil eines

Zahns verloren. „Ich habe da

noch ein paar Fetzen, wo ich vom

Feld laufe. Aber an den Schlag und

die Einwechslung kann ich mich

nicht mehr erinnern“, sagt er,„erst in

der Kabine konnte ich wieder klarer

denken. Die Einwechslung bis zur

Kabine sind quasi weg.“ Bisheute.

Diagnose damals: Gehirnerschütterung.

Die Prognose für die

Rückkehr in den Spielbetrieb: ungewiss.Noch

am selben Abend quälten

ihn Kopfschmerzen, er fühlte sich

nicht gut. Trotzdem dachte er zu Beginn,

„dass ich in zwei Wochen wieder

spiele.Ich wollte ja auch wieder.“

Er konnte aber nicht. Biszum vergangenen

Spieltag in der Basketball-

Bundesliga. Auch wenn die Partie in

Göttingen knapp verloren ging, so

war sie für Johannes Thiemann ein

Erfolg. „Ich habe mich nach Göttingen

gut gefühlt, schon gemerkt, dass

ich ein Spiel hinter mir hatte“, sagt

der 25-Jährige. Endlich wieder normale

Erschöpfungssymptome, die

am kommenden Morgen verschwunden

sind, und keine Kopfschmerzen,

die nicht verschwinden

wollen. Auch für diesen Donnerstagabend

(20 Uhr) ist er guter Dinge,

dass er in der Euroleague gegen

Maccabi TelAviv spielen kann.

EinSchritt zurück

Schon einmal hatte er einen Comeback-Versuch

unternommen. 4:38

Minuten spielte Thiemann am 18.

Dezember in der Euroleague gegen

Bayern München. Vorher hatte er

sich gut, bereit gefühlt. Zwei Trai-

ningseinheiten mit der Mannschaft

hatten ihn darin bestätigt, dass er

loslegen könne. Aber: Viel mehr als

die knappe Niederlage nach Verlängerung

schmerzte der Kopf. Den genauen

Auslöser für den erneuten

Rückfall kann er sich nicht erklären.

Die Lautstärke in der Halle, das

Licht, der mentale Druck oder eine

Mischung aus allem? Er musste also

noch mal einen Schritt zurück machen

und schauen, dass es wieder

besser wird. Denn neben den starken

Kopfschmerzen hatte er auch

wieder dieses Gefühl, welches er als

„Verplantheit“ bezeichnet.

Genau die erlebte Thiemann in

den ersten Wochen nach dem Spiel

gegen Belgrad, hatte einen vernebelten

Blick, Tagträume, fühlte sich

eben etwas verplant. „Ich habe mich

in den Tagen danach immer so eine

halbe Sekunde langsamer gefühlt,

ich hatte Probleme,mich mit Leuten

zu unterhalten und konnte da auch

nicht folgen. Ich habe mich da ein

wenig dumm gefühlt und war langsam

in der Reaktion“, sagt der Center.

Essei wie ein Kater mit ein paar

Begleiterscheinungen gewesen. Ist

der Kater nach einer etwas längeren

Vollkontakt: Johannes Thiemann rasselt

mit Belgrads Ojo zusammen. IMAGO IMAGEES

Nacht aber am nächsten Tagirgendwann

verschwunden, lassen sich die

Folgen einer Gehirnerschütterung

nicht einfach mit einem Rollmops

und isotonischen Getränken bekämpfen.

Das große Problem dieser

Verletzung, die vor allem im Eishockey

und American Football häufiger

passiert, ist ihre Unsichtbarkeit für

Außenstehende und die Nichthandlungsfähigkeit

des Betroffenen. Im

Gegensatz zu einer Verletzung wie

einem gebrochenen Fuß, wo man einen

Heilungsprozess sieht und nebenbei

etwas machen kann, ist man

mit einer Gehirnerschütterung zum

Nichtstunverdonnert.

Schwierige Prognose

Zudem gibt es keine verlässliche Prognose,

wie lange die Symptome anhalten.

Center-Kollege Landry

Nnoko etwa konnte in der vergangenen

Saison nach zwei Tagen Pause

wieder spielen. Bei Johannes Thiemann

dauerte der Heilungsprozess

länger. Gerade in den ersten beiden

Wochen hatte er diese Probleme mit

hellem Licht und Lautstärke. Fernsehgucken

und Netflix fielen damit

raus, einen Verzicht von Instagram

und weiteren sozialen Medien verordnete

sich der deutsche Nationalspieler

selbst. Auch das Lesen fiel

weg, weil es eine zu hohe Konzentration

benötigte.„Im Prinzip habe ich

zwei Wochen gar nichts gemacht

und nur rumgelegen oder bin spazieren

gegangen. Das war es aber

auch schon. Ansonsten habe ich

zwei Wochen gewartet, dass die

Kopfschmerzen weggehen“, sagt

Thiemann.

Undauch als die Symptome langsam

abgeklungen waren, galt es ein

vorgegebenes Protokoll einzuhalten.

Fahrradfahren war die erste sportliche

Betätigung, gefolgt von Laufeinheiten.

Immer wieder musste Thiemann

in seinen Körper hineinhören,

darauf achten, wie er auf die Belastung

und verschiedenen, äußeren

Reizereagiert. „Ich habe mich mehrmals

schon relativ gut gefühlt und

dann auch wieder mehr gemacht.

Oftmals habe ich es aber nicht gut

verkraftet“, sagt Johannes Thiemann.

Erst jetzt, nach anderthalb

Monaten scheint er den Anforderungen

und der Reizüberflutung wieder

dauerhaft und nicht nur punktuell

gewachsen zu sein.


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 19

· ·

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Sport

Raus

aus dem

Muster

Biathletinnen hoffen in

Oberhof auf die Trendwende

Durchgefroren in ihren nassen Sachen

beendeten Denise Herrmann

und ihre Kolleginnen im

Schmuddelwetter von Oberhof das

Training etwas früher. Auch aus Vorsicht,

um vor dem ersten Biathlon-

Weltcup des neuen Jahres nicht noch

krank zu werden. Der ungemütliche

Nieselregen, Nebel und Windböen

brachten Denise Herrmann am Mittwoch

beim Abschlusstraining schon

mal einen Vorgeschmack für die vorhergesagten

Regenbedingungen für

den Sprint an diesem Donnerstag

(14.30 Uhr/ARD und Eurosport). Das

Lachen vermieste es ihr aber nicht.

„Ich hoffe, dass ich an meine Ergebnisse

aus Frankreich anknüpfen

kann“, sagte die als Elfte beste Deutsche

im Gesamtweltcup. Tipps am

Schießstand bekam Herrmann vom

ehemaligen Bundestrainer Gerald

Hönig, der nach guten Liegendeinlagen

immer wieder den Daumen nach

oben streckte,aber auch noch zu viele

Fehler beim Stehendschießen sah.

Druck ist fehl am Platz

Angeführt von Herrmann hoffen die

deutschen Skijägerinnen am Oberhofer

Grenzadler auf die Trendwende.Denn

nach dem Rücktritt von

Doppel-Olympiasiegerin LauraDahlmeier

haben sie erstmals nach den

ersten drei Weltcups noch keinen Podestplatz

zu Buche stehen. Die Trainer

sind derzeit auch als Psychologen

gefragt. „Die Mädels spüren den

Druck vonaußen und haben auch an

sich selbst einen anderen Anspruch“,

sagte Frauen-Coach Florian Steirer

am Mittwoch. Bei jungen Läuferinnen

wie Marion Deigentesch, 25, und

Janina Hettich, 23, sei Druck aufzubauen,

„völlig fehl am Platze. Beiden

anderen, wo der Anspruch höher sein

muss,kann man auch mal härter rangehen.“

Träumen gehört dazu

Obwohl Leistungsträger fehlen, rechnen Deutschlands Handballer bei der EM mit einem langen Verbleib

VonCarolin Paul

Flugreisen sind anstrengend.

Utensilien müssen gepackt,

Koffer und Handgepäck organisiert

werden. Bei den

Reisen von Sport-Mannschaften –

und so auch bei der deutschen

Handball-Nationalmannschaft –

nimmt diese Problematik noch einmal

ganz andere Dimensionen an.

Da werden Personenketten gebildet,

um das Gepäck vomBus ins Hotel zu

befördern, da darf der Berliner Paul

Drux schon am Flughafen seine Kraft

unter Beweis stellen und die schwerenLastenwagen

manövrieren.

Neben dem Trolley-Chaos begleitet

die DHB-Auswahl allerdings vor

allem eines: die Vorfreude auf die

heute beginnende Europameisterschaft

in Norwegen, Österreich und

Schweden. Unter dem Motto

„Dream. Win. Remember.“ laden die

drei Nationen vom 9.bis 26. Januar

zu der bisher größten EM der Geschichte

des Turniers ein. Drei Imperative,

die für die Deutschen die Erfolgsroute

vorgeben könnten, denn

Träumen gehört dazu. Selbstbewusst

wurde das Halbfinale als Ziel

ausgegeben, anschließend ist der

Weg zu einer Medaille nicht weit.

Das richtige Maß an Motivation

kann den letzten Funken Energie aus

den Spielern herauskitzeln. So wie

beispielsweise im Jahr 2016. Trotz

vieler Verletzungssorgen gelang bei

der damaligen EM der Titelgewinn.

Probleme im Rückraum

Trotz der positiven Vorzeichen sind

auch die Gefahren ersichtlich. Sieben

Spieler haben sich verletzungsbedingt

abgemeldet, darunter der

Berliner Kreativkopf Fabian Wiede,

sein Vereinspendant Simon Ernst

und der Balinger Martin Strobel. Damit

besteht auf der Spielmacher-Position

zwar nicht unbedingt ein Vakuum,

jedoch ein Raum, der vonder

gesamten Rückraum-Achse abgedeckt

werden muss.

Die Testspiele gegen Island und

Österreich haben diesbezüglich

noch Probleme aufgezeigt. Im Positionsspiel

fehlten zeitweise Dynamik

Alter Bekannter,unbekannte Variable: Johannes Bitter und Patrick Zieker.

IMAGO IMAGES

und Leitung. Hauptmanko war die

Effektivität. Besonders in Wien rieb

sich die deutsche Auswahl amgegnerischen

Torhüter auf. Überzeugend

war das Gegenstoßverhalten.

Aus dem Abwehr-Torwart-Spiel entstand

wiederholt die Möglichkeit,

das Tempo zu erhöhen und zu kontern.

Ohnehin wirddie Defensiveder

Schlüssel zum Erfolg sein. Das

„Herzstück“ der Mannschaft, wie

Prokop es bezeichnet, zeigte sich variabel,

schnell auf den Beinen und

mit gewohnter Aggressivität.

Eine weitere Schlüsselposition

bietet sich zwischen den Pfosten. Mit

Andreas Wolff als Nummer eins und

Johannes Bitter verfügt der Bundestrainer

über ein starkes Gespann.

Beide demonstrierten bei den Testspielen

ihr Top-Niveau. Bitter

kommt nicht nur eine bedeutende

Aufgabe zu, wenn es um das Parieren

der gegnerischen Würfe geht. Der

Weltmeister von 2007 bringt viel Erfahrung

und Emotionalität mit in

das Turnier.Das junge Team braucht

derartige Anführer, die Ruhe und Sicherheit

ausstrahlen aber gleichzeitig

−wennnötig −die Stimmung aufheizen,

um zusätzliche Kräfte freizusetzen.

LösbareAufgaben

Es sieht also gar nicht so schlecht

aus, wie manch einer prophezeit.

Mitdem Spiel am Donnerstag gegen

die Niederlande (18.15 Uhr, ZDF)

kann Deutschland gegen einen Aufbaugegner

starten und hat mit Lettland

einen weiteren EM-Debütanten.

Einzig Spanien könnte als Europameister

ein Stolperstein werden.

Da sich zwei Mannschaften für die

Hauptrunde qualifizieren, ist dies

kein Hindernis. Zumal danach Gegner

wie Kroatien, Serbien, Tschechien

und Österreich auf dem Tableau

stehen. Alles lösbare Konkurrenten

um die zwei PlätzeimHalbfinale.

Titelfavoriten wie Dänemark,

Norwegen und Frankreich duellieren

sich in den anderen Gruppen

und können erst ab dem Halbfinale

kommen. Der Koffertransport

könnte also bis nach Stockholm führen.

NACHRICHTEN

Quarterback Brady setzt

seine Karriere fort

AMERICAN FOOTBALL. TomBrady

macht weiter:Vier Tage nach dem

schnellen Ausinden Play-offs der

US-Profiliga NFL hat sich der Footballstar

zu Wort gemeldet und die

Fortsetzung seiner erfolgreichen

Karriereangekündigt. „Ich muss

noch etwas beweisen“, schrieb der

Quarterback vonden NewEngland

Patriots bei Facebook und trat allen

Gerüchten über einen bevorstehenden

Abschied entgegen. Ob er weiter

die Patriots spielt, ist aber nicht sicher.

Pechsteins Lebensgefährte

forciertPräsidenten-Pläne

EISSCHNELLLAUF. Matthias Große

macht Ernst. DerLebensgefährte

vonOlympiasiegerin Claudia Pechstein

hat am Mittwoch seine Kandidatur

für das Amt des Präsidenten

bei der Deutschen Eisschnelllauf-

Gemeinschaft eingereicht. Dieverbliebenen

beiden Präsidiumsmitglieder

UweRietzke und Dieter Wallisch

müssen sich nun damit auseinandersetzen,

ob der wegen seiner

Nähe zu Pechstein nicht unumstrittene

Große für das Amt in Frage

kommt.

Scharapowaerhält

Wildcard für Melbourne

TENNIS. DiefrühereWeltranglistenerste

MariaScharapowa hat eine

Wildcardfür die Australian Open in

Melbourne erhalten. Die32Jahre

alte Russin hatte in der vergangenen

Saison mit hartnäckigen Schulterproblemen

zu kämpfen und ist deshalb

in der Weltrangliste auf Platz

147 abgerutscht. Nach ihrer Doping-

Sperrewar Scharapowa im April

2017 auf die Tennis-Tour zurückgekehrt,

hatte aber nicht wieder ihr früheres

Niveau erreicht.

ZAHLEN

Braucht mehr Ruhe am Schießstand: Denise

Herrmann.

DPA/JOENSSON

Zumindest bei Verfolgungsweltmeisterin

Herrmann ging vor Weihnachten

mit drei Top-Sechs-Plätzen

die Formkurve nach oben. Doch der

Sächsin fehlte in dieser Saison noch

die Konstanz am Schießstand. Vorallem

bei der Schießschnelligkeit und

unter Zeitdruck hat die ehemalige

Langläuferin gegenüber den etablierten

Biathletinnen noch Nachteile.

„Momentan ist es bei ihr eine Gratwanderung“,

sagte Steirer.Läuferisch

und charaktermäßig sei Herrmann

die Führungsperson im Team, beim

Schießen falle sie ab und zu noch in

das Muster: Ich muss, ich will, ich

zeige es allen, und dann kann der

Schuss nach hinten losgehen wie bei

der Staffel in Hochfilzen.“ Da fuhren

die Frauen den historisch schlechten

Platz zwölf ein. Und Herrmann

schoss drei Strafrunden. „Hier in

Oberhof ist der Eindruck sehr gut.

DasWichtigste ist, dass sie Ruhe bewahrt“,

sagte Steirer.

Schwer wiegt laut Steirer beim ersten

der zwei Heim-Weltcups der Ausfall

von Franziska Preuß. Die 25-Jährige

wirdtrotz überstandener Nasennebenhöhlentzündung,

die sie zwei

Wochen außer Gefecht setzte, auch

am Sonntag im Massenstart nicht

starten. „Aber planmäßig nächste

Woche in Ruhpolding sollte es wieder

passen“, sagte Steirer. (dpa)

GruppeAin Graz:

Kroatien, Weißrussland,

Montenegro, Serbien

1. Spieltag,9.Januar

Gruppe A: Weißrussland -Serbien (18.15),

Kroatien -Montenegro (20.30)

Gruppe C: Deutschland -Niederlande (ZDF,18.15),

Spanien -Lettland (20.30)

10. Januar

Gruppe B: Tschechien -Österreich (18.15),

Nordmazedonien -Ukraine (20.30)

Gruppe D: Frankreich -Portugal (18.15),

Norwegen -Bosnien und Herzegowina (20.30)

Gruppe F: Slowenien -Polen (18.15),

Schweden -Schweiz (20.30)

11. Januar

Gruppe E: Ungarn-Russland (16.00),

Dänemark -Island (18.15)

16. Januar

1. Gruppe A-1.Gruppe B

2. Gruppe A-2.Gruppe C

1. Gruppe C-2.Gruppe B

18. Januar

2. Gruppe A-2.Gruppe B

1. Gruppe A-2.Gruppe C

1. Gruppe C-1.Gruppe B

SPIEL UM PLATZ 5

in Stockholm, 25. Januar (16.00 Uhr)

3. Hauptrundengruppe I-3. Hauptrundengruppe

II

Gruppe BinWien:

Österreich, Tschechien,

Nordmazedonien, Ukraine

Gruppe IinWien

Gruppe CinTrondheim:

Spanien, Deutschland,

Lettland, Niederlande

VORRUNDE

2. Spieltag,11. Januar

Gruppe A: Kroatien -Weißrussland (16.00),

Montenegro -Serbien (18.15)

Gruppe C: Lettland -Niederlande (16.00),

Spanien -Deutschland (ARD,18.15)

12. Januar

Gruppe B: Tschechien -Nordmazedonien (16.00),

Österreich -Ukraine (18.15)

Gruppe D: Portugal -Bosnien und Herzegowina (16.00),

Frankreich -Norwegen (18.15)

Gruppe F: Schweiz -Polen (16.00),

Schweden -Slowenien (18.15)

20. Januar

1. Gruppe B-2.Gruppe C

2. Gruppe A-1.Gruppe C

1. Gruppe A-2.Gruppe B

22. Januar

2. Gruppe B-2.Gruppe C

2. Gruppe A-1.Gruppe B

1. Gruppe A-1.Gruppe C

HALBFINALE in Stockholm,

24. Januar (18 und 20.30 Uhr)

1. Hauptrundengr. I-2. Hauptrundengr. II

2. Hauptrundengr. I-1- Hauptrundengr. II

SPIELPLAN

13. Januar

Gruppe E: Island -Russland (18.15),

Dänemark -Ungarn(20.30)

HAUPTRUNDE

Gruppe DinTrondheim:

Frankreich, Norwegen, Portugal,

Bosnien und Herzegowina

17. Januar

1. Gruppe D-1.Gruppe E

2. Gruppe D-2.Gruppe F

1. Gruppe F-2.Gruppe E

19. Januar

2. Gruppe D-2.Gruppe E

1. Gruppe D-2.Gruppe F

1. Gruppe F-1.Gruppe E

SPIEL UM PLATZ 3inStockholm,

25. Januar (18.30 Uhr)

Verlierer Halbfinale I-Verlierer Halbfinale II

GruppeEin Malmö:

Dänemark, Ungarn,

Island, Russland

3. Spieltag,13. Januar

Gruppe A: Montenegro -Weißrussland (18.15),

Serbien -Kroatien (20.30)

Gruppe C: Lettland -Deutschland (ZDF,18.15),

Niederlande -Spanien (20.30)

14. Januar

Gruppe B: Österreich -Nordmazedonien (18.15),

Ukraine -Tschechien (20.30)

Gruppe D: Bosnien und Herzegowina-Frankreich (18.15),

Portugal -Norwegen(20.30)

Gruppe F: Schweiz -Slowenien (18.15),

Polen-Schweden (20.30)

15. Januar

Gruppe E: Island -Ungarn(18.15),

Russland -Dänemark (20.30)

Gruppe II in Malmö

Gruppe FinGöteborg:

Schweden, Slowenien,

Schweiz, Polen

21. Januar

1. Gruppe E-2.Gruppe F

2. Gruppe D-1.Gruppe F

1. Gruppe D-2.Gruppe E

22. Januar

2. Gruppe E-2.Gruppe F

2. Gruppe D-1.Gruppe E

1. Gruppe D-1.Gruppe F

FINALE in Stockholm,

26. Januar (16.30 Uhr)

Sieger Halbfinale I-SiegerHalbfinale II

Gruppe A

Volleyball

Olympia-Qualifikationsturnier

der Männer in Berlin

Deutschland -Slowenien 2:3

Slowenien -Tschechien

1. Deutschland 3 8:3 7

2. Slowenien 2 6:2 5

3. Belgien 3 3:8 2

4. Tschechien 2 2:6 1

Gruppe B

Frankreich -Niederlande

Serbien -Bulgarien 2:3

1. Bulgarien 3 9:4 7

2. Frankreich 2 5:3 4

3. Serbien 3 5:6 4

4. Niederlande 2 0:6 0

Modus: Gruppen-1. -2. im Halbfinale

Gruppe A

Olympia-Qualifikationsturner

der Frauen in Apeldoorn

Bulgarien -Niederlande

Bulgarien -Aserbaidschan Do., 16.00

Niederlande -Polen Do., 19.30

Polen -Aserbaidschan Fr., 20.00

1. Niederlande 1 3:0 3

2. Polen 1 3:1 3

3. Bulgarien 1 1:3 0

4. Aserbaidschan 1 0:3 0

Gruppe B

Kroatien -Türkei 1:3

Belgien -Deutschland

Belgien -Kroaten Do., 13.00

Deutschland -Kroatien Fr., 13.30

1. Deutschland 1 3:1 3

2. Türkei 2 4:4 3

3. Belgien 0 0:0 0

4. Kroatien 1 1:3 0

Modus: Gruppen-1. -2. im Halbfinale


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 – S eite 20

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Sport

Arne Friedrich verordnet

Größenwahn

Der ehemalige Rechtsverteidiger ist als Performance Manager

wieder Teil von Hertha BSC. Im Trainingslager erzählt er,wie

er seine Rolle genau definiert

Ist froh, wieder zu Hertha BSC zu gehören: Arne Friedrich.

CITY-PRESS

VonSebastian Schmitt, Orlando

Arne Friedrich sprüht vor

Tatendrang. „Sollen wir

loslegen?“, fragt Herthas

neuer sogenannter Performance-Manager

an Tag fünf des

Trainingslagers in Florida, als er zu

seinem ersten offiziellen Interview

in neuer Funktion erscheint.

Schließlich musste der 40-Jährige

lange genug warten, um wieder im

Hertha-Trainingsanzug auf dem Rasen

zu stehen. Im Dunstkreis des

Vereins hat er sich stets bewegt. Immer

wieder wurde spekuliert, ob der

ehemalige Nationalspieler und langjährige

Hertha-Kapitän an seineWirkungsstätte

zurückkehrt. Dass er

nun, sechs Jahre nach seinem Karriereende

wieder Teil des Vereins ist,

hat er dem neuen Cheftrainer Jürgen

Klinsmann zu verdanken.

„Ich habe in den letzten Jahren

aufgrund meines zweiten Wohnsitzes

inAmerika sehr viel Kontakt mit

Jürgen gehalten“, erzählt Friedrich.

Oft hätten sie sich ausgetauscht,

„über Fußball, aber auch über andereDinge.Esging

dabei oft um das

Thema Benchmarking. Dieser Begriff,

Vergleichspunkte zu schaffen,

hat uns beide sehr,sehr interessiert“,

erklärterund untermauertden fortlaufenden

Eindruck, dass er dem als

Visionär geltenden Klinsmann in

nichts nachsteht.

VonKlinsmann inspiriert

„Ich bin sehr offen, was in anderen

Ländern, anderen Mannschaften

oder anderen Sportarten getan

wird, um die maximale Leistung aus

Spielern oder einer Organisation

herauszuholen“, sagt Friedrich. Als

„Bindeglied zwischen Management

und Trainer“ beschreibt der ehemalige

Rechtsverteidiger seine Aufgabe.

Erstehe dem Trainerteam in

allen Fragen zur Seite, habe sich

auch bereits auf dem Platz eingebracht,

„um das Vertikalspiel der

Verteidiger zu verbessern“. Tatsächlich

sieht man Friedrich seit Ende

November bei fast jeder Einheit auf

dem Platz, zumeist aber in beobachtender

Rolle.

„Ich durchleuchte jeden, um

Leistungspotenziale zu finden, die

man fordern und fördern kann“,

sagt er. Dafür bittet er derzeit jeden

Tagein bis zwei Spieler im Teamhotel

zum Gespräch. „Wir haben alle

Möglichkeiten, uns zu verbessern“,

sagt Friedrich. Dabei habe er das

große Ganze im Blick: „Es geht

darum, die gesamte Organisation

zu verbessern.“

Anscheinend passt das zur aktuellen

Hertha, schließlich denkt man

beim derzeitigen Tabellenzwölften

seit dem Einstieg von224-Millionen-

Euro-Investor Lars Windhorst in

neuen Dimensionen, die Klinsmann

gefühlt Woche für Woche nach oben

schraubt. Friedrich hält Schritt und

sagt: „Wir wollen uns größenwahnsinnige

Ziele stecken.“ Dass einige

das neue blau-weiße Projekt aufgrund

solcher Aussagen skeptisch

betrachten, störe ihn nicht. „Wir

schauen nur auf uns. Wir wollen

hoch hinaus“, erklärter.

Wieessich für die vollmundig angekündigten

Ziele gehört, werden

seit Wochen zahlreiche Top-Spieler

„Ich durchleuchte jeden,

um Leistungspotenziale zu finden,

die man fordern und fördern kann.“

Arne Friedrich versteht sich als Bindeglied zwischen Management

und Trainer bei Hertha BSC.

bei Hertha gehandelt. Bisher lockten

die Blau-Weißen in der Winterpause

Zwölf-Millionen-Euro-Mann Santiago

Ascacibar, 22, vom VfB Stuttgartindie

Hauptstadt. Friedrich war

dabei auch involviert. „Ich lasse bei

solchen Gesprächen Ratund Tateinfließen“,

berichtet er.„Aber am Ende

entscheiden in erster Linie Michael

Preetz (Manager,d.Red.), Ingo Schiller

(Finanz-Chef, d. Red.) und Jürgen.“

Training mit der US-Armee

Ähnlich wie Klinsmann hat sich der

82-malige Nationalspieler seit seinem

Karriereende bei MLS-Klub

Chicago Fire mit vielen unterschiedlichen

Leuten befasst, „Jürgen

ist dabei eine sehr große Inspiration“,

schwärmt Friedrich regelrecht.

Nach seinem Job als Assistenztrainer

der deutschen

U18-Nationalmannschaft arbeitete

Friedrich mal als TV-Experte in den

USA oder in China. Zuvor hatte er

auch ein Kochbuch herausgebracht,

mit Rezepten wie „Chili con Kahn“

oder „Trappa-Thuni“, die nach alten

Weggefährten benannt sind. Vor

allem baute er sich aber ein großes

Netzwerk auf. Davon soll nun Hertha

profitieren. „Ich bringe meine

Erfahrungen ein, habe mir in L.A. einen

großen Freundeskreis mit vielen

ehemaligen und aktiven Weltklassesportlernaufgebaut.“

Die Neugier und der Drang, neue

Wege zu gehen, machen dabei auch

nicht vor exotischeren Experimenten

halt. So absolvierte Friedrich ein

Unterwasser-Training bei einer Spezialeinheit

der US-Army. Ein Freund

habe geraten, mit einem Marine Raider

zu sprechen, „weil der eine super

Transition hinbekommen hat von

seiner aktiven Karriere als Soldier

hin zu einem neuen Business“, wie

Friedrich sagt. „Ein Spiel heißt Underwater

Torpedo League. Dabei

geht es unter Wasser auf zwei Tore,

fünf gegen fünf mit einem kleinen

Torpedo“, erklärt er. „Da werden

Ängste adressiert. Die Jungs sind

knallhart. Davon können wir eine

Menge lernen.“

Das Torpedo-Training könnte

schon bald bei Hertha zum Einsatz

kommen. Mit Klinsmanns neuem

Fitness-Trainer Werner Leuthard

hätte er sich bereits darüber ausgetauscht.

Dabei will Friedrich all

seine Erfahrungen und Ideen genauso

wie Klinsmann erst einmal

bis zum kommenden Sommer einbringen.

Alles Weitere werde man

sehen. „Ich stehe im Dienst von

Hertha BSC und Jürgen Klinsmann

und möchte in allen Bereichen helfen“,

verkündet Friedrich.

Drei treiben es auf die Spitze

Im Sturm des 1. FC Union herrscht hoher Konkurrenzdruck auf Sebastian Andersson. Sebastian Polter und Anthony Ujah hoffen auf mehr Einsätze –und Spielsysteme, die ihnen dabei helfen

VonMathias Bunkus

Trainingslager sind keine Vergnügungsreisen,

das ist jedem klar.

Zwei Vormittage in Folge sah Stürmer

Sebastian Andersson im Royal

Golf Club Campoamor keinen Ball.

Im wahrsten Sinne des Wortes. Das

ist grundsätzlich kein gutes Zeichen.

Denn hinter ihm stehen Sebastian

Polter und Anthony Ujah bereit. Und

beiden ist gemein, dass sie in den

ersten Tests des Jahres getroffen haben,

während Unions Topangreifer –

acht Saisontore–leer ausging.

Aber in diesem speziellen Fall hatte

die Torflaute nichts mit Anderssons

Qualität als Feldspieler zu tun, sie war

schlicht dem Programm geschuldet.

Denn nachdem am Dienstag nur regenerativ

gearbeitet wurde,mussten die

Union-Profis auch am Mittwochmorgen

auf ihr Lieblingsspielobjekt verzichten.

Zirkeltraining stand auf dem

Programm. Erst am Nachmittag kam

der Ball wieder ins Spiel.

Natürlich sind Vorbereitungscamps

auch immer die Abschnitte

des Jahres,indenen miteinander gesprochen

wird. So nahm sich Trainer

UrsFischer die Stürmer beiseite und

redete rund eine halbe Stunde mit

jedem von ihnen. Wobei es angeblich

nicht um die Zukunft Anderssons

gegangen sei, wie der Schwede

mitteilte.Und falls doch, dann nur in

Bezug auf die kommenden Monate

bis Mitte Mai. „Ich sollte sagen, wie

ich meine Leistung in der Hinrunde

gesehen habe und was ich besser

machen kann“, erzählte Andersson.

Auf die Frage, ob er über den

Sommer hinaus eisernbleibe,gab es

keine Antwort. Selbst einen Winterwechsel

schloss Andersson nicht

ganz aus,auch wenn dieser unwahrscheinlich

erscheint. „Ich will nicht

über meinen Vertrag reden. Ich

denke nicht an andereOptionen, solange

ich hier bin. Im Fußball ist es

aber nicht möglich, sechs Monate im

Voraus zu planen. Es kann so viel

passieren“, sagte der 1,90 Meter

große schwedische Nationalspieler.

Nachvollziehbares Interesse an

seiner Person verneinte er hingegen

nicht. „Wenn mich englische Klubs

wollen, dann wollen sie mich. Aber

die Vereine müssten sich erst mal einigen,

dann müsste ich zustimmen.

DieChance ist groß, dass ich bis zum

Sommer bleibe.“

Ehrliche Worte. Wenn auch wenig

erhellend. Undsobleibt offiziell weiter

unklar, ob Union seine besten

Angreifer im Sommer gar ablösefrei

ziehen lassen muss. Ein Horrorszenario

aus Unions Sicht, das aber

nicht eintreffen dürfte, wenn man

Manager Oliver Ruhnert genau zuhört.

Der ist bei diesem Thema so

entspannt, dass eine wie auch immer

geartete Klausel wirksam sein

muss,die den Angreifer weiter an die

Eisernen bindet.

BeiTrainer Fischer gesetzt

Anderssons Gedanken gelten derzeit

also vor allem der Rückrunde. Und

Unions Klassenerhalt. „Ich will einer

sein, der der Mannschaft hilft“,

meinte Andersson. Dazu wird erdie

Gelegenheit erhalten. Er bleibt bei

Fischer gesetzt. Doch ebenfalls ersichtlich

ist, dass die Variante mit

zwei Angreifern inden Überlegungen

des Schweizers mehr und mehr

Eiertnicht rum: Sebastian Polter.

M. KOCH

eine Rolle spielt. Egal ob im 3-5-2 wie

in Spanien vermehrt geübt oder mit

einem flachen 4-4-2. Was natürlich

Ujah und Polter,zuletzt nur im zweiten

Glied, erfreuen wird.

„Seb ist einer der besten Stürmer

in der Liga“, betont Ujah, der Andersson

eher unter die Arme greifen will,

denn sich als unmittelbarer Konkurrent

versteht. „Seb hat einen guten

Lauf und ich hoffe,erkann so weitermachen“,

betonte der Nigerianer,der

aber auch zugibt, dass die Hinrunde

für ihn eher enttäuschend verlaufen

ist. „Natürlich will ich mehr spielen.

Ich mache meine Arbeit und will da

sein, wenn ich meine Chance bekomme“,

sagte der 1,80 Meter große

spurtstarke Mittelstürmer.

Ähnlich argumentiertPolter,dessen

Vertrag im Gegensatz zu dem

von Ujah im Sommer endet. Nur

dass er seinem Wunsch deutlich

mehr Nachdruck verleiht. „Der Trainer

hat mir gesagt, dass ich derzeit

mit Anthony nur Stürmer Nummer

zwei hinter Seb bin. Ich glaube aber

auch, dass ich die Qualitäten habe,

um zu spielen. Ich will mehr spielen

als in der Hinrunde. Die war enttäuschend

für mich in jeder Hinsicht“,

sagte der 28-Jährige.

„Für den Verein zerreißen“

Miteiner Jokerrolle ist der Derbyheld

auf Dauer nicht zufrieden. „Ich bin

im besten Fußballeralter, keine 34

oder 36. Ich bin kein Claudio Pizarro“,

sagte der gebürtige Wilhelmshavener.Bislang

wartet er vergeblich

auf ein neues Angebot

Unions. „Momentan würde ich aufgrund

der geringen Spielzeit in der

Hinrunde sagen, dass man erst mal

schauen muss, ob es dann weiter

Sinn macht.“ Polter verweist auf

seine Trefferquote. „Ich spiele gerne

für Union und identifiziere mich total

damit. Ich habe immer meine

Tore gemacht, wenn ich gespielt

habe.“ In 100 Einsätzen hat er 46 Mal

getroffen für die Köpenicker, dazu

stehen 15 Assists auf seinem Konto.

„Ich werde mich für den Verein zerreißen“,

sagt Sebastian Polter. „Und

was dann am Ende dabei rauskommt,

ob es ein Vertrag oder kein

Vertragwird, müssen wir schauen.“


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 – S eite 21

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Feuilleton

Richard Kaltenbrunner

über Formen der

Stadtaneignung

Seite 22

„Wir wollten einen winzigen Ausschnitt aus dem Krieg zeigen.“

Der Regisseur Sam Mendes über seinen Film „1917“ Seite 23

Iran, Irak, USA

Die Legende

Soleimani

Harry Nutt

versucht, einen politischen

Konflikt zu entziffern

ImZusammenhang mit der Tötung

des iranischen Generals Ghassem

Soleimani fiel vor allem die Zurückhaltung

in der politischen Kommentierung

auf. Außenminister Heiko

Maas betonte im Ausdruck der ihm

mimisch zu Verfügung stehenden

Sorge, Soleimani sei nicht nur Opfer,

sondern auch ein sehr gefährlicher

Mann gewesen.

In einem Beitrag für die Süddeutsche

Zeitung macht der in Berlin lebende

irakische Schriftsteller Najem

Wali darauf aufmerksam, wie wenig

man hierzulande über Soleimani

weiß, aber doch hätte wissen können.

Obwohl die politische Rhetorik

bereits unter George Bush gegen den

Iran mobilisierte, stimmte man sich

eng mit dem General ab, um den

Einfluss der Taliban in Afghanistan

einzudämmen. Ganz ähnlich hielt es

später auch Barack Obama. Najem

Wali spricht gar von einer engen

Partnerschaft.

DieVerwirrung ist groß, und entgegen

den starken Gefühlen, die die

Bilder von der Beerdigung Soleimanis

transportiert haben, geht es um

knallharte Macht- und Interessenpolitik.

Die meisten Iraker, schreibt

Wali, haben nun Angst davor, dass

USA und Iran ihren Konflikt auf dem

Boden des Irak austragen. Er schließt

mit der Bemerkung einer multiplen

Berufung auf das irakische Volk:

„Amerika tötet einen General, mit

dem es vor Kurzem noch im Kampf

gegen den Terrorismus zusammengearbeitet

hat –imNamen der Freiheit

des irakischenVolkes.Ein Papierstaat,

der sich Republik Irak nennt,

dessen Regierung aber nur eine Vogelscheuche

ist, duldet, dass fremde

Kräfte ihren Krieg auf seinem Boden

führen. AufdemTahir-Platz protestieren

Unzufriedene –imNamen des

irakischen Volkes. Intellektuelle sind

glücklich über die Ermordung Soleimanis

oder sie betrauernsie –imNamen

des irakischen Volkes.“ Es ist

nicht anzunehmen, dass Trump und

seine Berater ein vollständiges Bild

von der Lage hatten. Aber sie haben

es dramatisch verändert.

Viktorianische Mädchenpower

In der in der 3. Staffel Netflix-Serie „Anne with an E“ erscheint das Urbild der Pippi Langstrumpf als Greta

VonPetraKohse

How dare you!“ ruft das

Mädchen mit den dicken

geflochtenen Zöpfen

fassungslos, „Du gemeiner,

hassenswerter Junge, wie

kannst du es wagen!“– und haut dem

Mitschüler, der an ihren roten Zöpfen

gezogen und diese als „Karotten“

bezeichnet hatte, die Schiefertafel

über den Kopf.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen

sind vielleicht nicht zufällig.

Daswütende Mädchen ist die elfjährige

Anne, Hauptfigur einer Romanserie

der kanadischen Schriftstellerin

Lucy Maud Montgomery (1874–

1942). Dererste Band„Anne of Green

Gables“, 1908 veröffentlicht und

1941 ins Schwedische übersetzt, gehörte

zu den Lieblingsbüchern von

Astrid Lindgren (1907–2012). Zweifellos

darf das rothaarige, sommersprossige,

dauerplappernde, hochintelligente

und hochdramatische

Waisenkind Anne als Vorbild der

bald darauf erfundenen Pippi Langstrumpf

gelten.

Und die 2003 geborene schwedische

Umweltaktivistin Greta Thunberg,

die die Regierenden derWelt im

September beim Klimagipfel in New

York mit ihrem hasserfüllten „How

dare you!“ in Verlegenheit brachte,

hatte reichlich Gelegenheit, Anne als

eigenes Rollenmodell wahrzunehmen.

Außer dem Roman gibt es zahlreiche

Verfilmungen, darunter den

Klassiker von 1934, eine Serie aus

den Jahren 1985–87, eine Neuverfilmung

von2016, und seit 2017 fiebert

die weibliche Jugend mit Netflix-Zugang

an der Serie „Anne with an E“

entlang, deren dritte Staffel bei uns

seit 3. Januar verfügbarist.

Ausgerechnet diese neueste und

in vielen Hinsichten radikalisierte

Fassung hat auf den Ausruf „How

dare you!“ in der erwähnten Schulszene

verzichtet. Sie wurde in der

Vor-Greta-Zeit gedreht und Amybeth

McNulty als Anne brüllt ihren

späteren Freund Gilbert, gespielt

vonLucas Jade Zumann, stattdessen

mit den Worten an: „Ich spreche

nicht mit dir!“ Ansonsten aber ist das

gesellschaftsumstürzende Widerstandspotential

(jung, weiblich will),

das schon im Roman in schönster

Frische und skurriler Pointiertheit

vorhanden ist, nicht nur entfaltet,

Herrlich dramatisch und nicht zu stoppen: Amybeth McNulty als neueste „Anne“. NETFLIX

sondern potenziert. In der Tatbietet

die aktuelle Staffel nichts weniger als

die Genese einer viktorianischen Jugendprotestbewegung,

angeführt

von einer sich für Soziales, Genderfragen,

Diversität und Meinungsfreiheit

einsetzenden Anne. Die historische

Folie wird dazuweilen etwas

stark strapaziert. Anbiedernd wirkt

es interessanterweise trotzdem

nicht.

DieIdee,den Stoff noch einmal zu

erzählen, hatte die kanadische

Schauspielerin und Drehbuchautorin

Moira Walley-Beckett, die auch

an der Drogenkocher-Serie „Breaking

Bad“ beteiligt war. Sie verlieh

der zwar durch und durch theatralischen,

aber auch sonnenherzigen

Romanfigur noch eine düstere,

schmerzbeladene Seite. Die Netflix-

Anne kommt nicht nur als Waise zu

den ältlichen GeschwisternMatthew

und Marilla in eine ländliche Gemeinde

auf dem kanadischen Prince

Edward Island. Sondern sie bringt

auch eine Geschichte vonMisshandlung

mit. Unddie Sozialisierung des

leidenschaftlichen und ehrgeizigen

Mädchens in der patriarchalen Verschlafenheit

des fiktiven Avonlea

Ende des 19. Jahrhunderts –hier allerdings

ein schwarz-weiß-indianischer

Melting Pot – ist komplexer

und konfliktbeladener als je zuvor.

Feministisch allerdings ist schon

der Roman. Eigentlich hatten Matthew

und Marilla einen Jungen aufnehmen

wollen, der auf der Farm

hilft. Stattdessen bekamen sie die

Gedichte deklamierende Anne (mit

„e“!), die ehrlich erstaunt fragt:

„Warum können Frauen eigentlich

keine Minister sein, Marilla?“

Amybeth McNulty, die Netflix-

Anne, eine großartig uneitle und

herrlich exaltierte Jungdarstellerin

spielt eine fast zwanghafte Fokussiertheit

auf die jeweiligen Ziele. Mit

Nebenwidersprüchen und doppelten

Wahrheiten kann sie schlecht

umgehen. Und sie lässt sich nicht

stoppen. Als die Schülerzeitung zensiert

wird, organisiert sie eine Demonstration

für Meinungsfreiheit.

„Bringen Sie Ihre Kinder unter Kontrolle“

zischt da der Bürgermeister

der Lehrerin zu. „Es sind keine Kinder,

und sie sind nicht außer Kontrolle“,

pariertdiese.

Anlass der Zensur ist nichts weniger

als ein MeToo-Fall in Avenlea. Als

ein Mädchen während einer Tanzveranstaltung

die Grapscherei eines

Jungen zurückweist, und er daraufhin

das rufmordende Gerücht verbreitet,

sie habe ihn küssen wollen,

schreibt Anne ein wütendes Plädoyerfür

das Rechtauf körperliche Unversehrtheit,

das in der Obrigkeit

nicht gut ankommt.

Schon direkt nach dem Vorfall

lässt Anne (in Folge 6) die Tanzparty

platzen, indem sie zornig auf den

Jungen zumarschiert. Und daist es

dann endlich, das„How dare you!“ in

dieser Fassung. „Wie kannst du es

wagen, solche Gerüchte über meine

Freundin zu verbreiten!“ Womit

dann auch wirklich alle davon gehört

hätten, aber so ist sie eben, unsere

Greta, äh Anne. Das Prinzip zählt,

nicht das Detail. Zu schade, dass die

dritte Staffel die letzte sein soll.

NACHRICHTEN

Ausgabe von Briefen zu

Barlachs 150. Geburtstag

Diebislang umfassendste Ausgabe

der Briefe des Bildhauers und Dramatikers

Ernst Barlach (1870–1938)

ist anlässlich des 150. Geburtstags

des Künstlers erschienen. Vonden

2215 Briefen in der vierbändigen

Edition würden 395 erstmals der Öffentlichkeit

zugänglich gemacht,

sagte Mecklenburg-Vorpommerns

Bildungsministerin Bettina Martin

(SPD) am Mittwoch in Schwerin bei

der Vorstellung des im Suhrkamp-

Verlag erschienenen Werkes der

Ernst Barlach Stiftung Güstrow,des

Ernst Barlach Hauses Hamburgund

der Universität Rostock. Zwei Briefe

seien erst nach Abschluss der Arbeiten

aufgetaucht und konnten nicht

mehr aufgenommen werden.(dpa)

US-Schriftstellerin Elizabeth

Wurtzel gestorben

DieUS-Schriftstellerin und Musik-

Journalistin Elizabeth Wurtzelist tot.

Siestarb im Alter von52Jahren in ihrerHeimatstadt

NewYorkanden

Folgen ihrer Brustkrebs-Erkrankung.

Berühmt wurde Wurtzelmit ihrer

Autobiografie „Prozac Nation“ –auf

deutsch „Verdammte schöne Welt:

Mein Leben mit der Psycho-Pille“ –

die sie mit nur 26 Jahren verfasste.

Darinschreibt sie über ihreErkrankung

an Depressionen, an denen sie

während ihres Studiums litt und die

mit dem Medikament „Prozac“ behandelt

wurden. DasBuch wurde

2001 mit Christina Ricci in der

Hauptrolle verfilmt, der Film jedoch

nie in den USA im Kino gezeigt. Nach

ihrem Studium hat Wurtzelals Musikkritikerin

gearbeitet, ihreReportage

über Lou Reed gewann diverse

Preise. (BLZ)

Programmkinos zählen

wieder mehr Besucher

Nach einem schwierigen Kinojahr

2018 haben die deutschen Programmkinos

zuletzt wieder mehr

Zuschauer angezogen. Rund 19 Millionen

Tickets wurden 2019 in den

Häusernverkauft, die Mitglied im

Verband AG Kino-Gilde deutscher

Filmkunsttheater waren. Dasseien

zehn Prozent mehr gewesen als im

Vorjahr. (dpa)

UNTERM

Strich

Maulfeil

Wernicht fragt,

bleibt dumm

VonUte Cohen

Auf dem Lande hat man’s schwör!

Schlimm genug, dass einen die Nachbarn

mit Argusaugen beäugen, man wird

auch noch vonallerlei Handelsreisenden belagert.

Zumindest war das so in den Siebzigerjahren,

als die Bahn zwar noch pünktlich,

dafür aber nicht flächendeckend im Einsatz

war. Dafür gaben sich Enzyklopädie- und

Staubsaugervertreter die Klinke in die Hand.

Das hatte Vor- und Nachteile: Hausfrauen

ließen sich den letzten Pfennig aus der Tasche

ziehen und kassierten Schimpfe ein.

DerStaubsauger war so lange im Einsatz, bis

auch noch der letzte Bettvorleger verschlissen

war.DerVorteil:Während die Kiddies mit

schokoverschmierten Fingernüber den butterweichen

Goldschnitt des Lexikons wischten,

um bei „Stopp“ auf „Schreibtischtäter“

oder „Sympathisant“ zu verharren, vergnügten

sich die Großen mit Jesuslatschen und

Latzhosen auf dem nagelneuen Flokati.

Es gab sie noch, die Spontis,die nicht fuffzigmal

hin- und herüberlegten, ob sie das

Vögeln lieber sein lassen und stattdessen antisexistische

Kolumnen lesen sollten. Oben

und unten wurde demokratisch, physisch,

frank und frei im Selbstversuch erprobt. Die

Kleinen indes verschönerten den Brockhaus

mit Peace-Zeichen und zupften am Cannabis-Pflänzchen

im mit Räucherstäbchen

parfümierten Badezimmer. Das kann man

als pädagogische Nachlässigkeit abstempeln

oder aber auch als antiautoritäres Rebellentum

belobigen, ohne das Greta gar nicht

denkbar wäre. Die Glotze war mehr als

Binge-Watching und „Keeping up with the

Kardashians“. Das Kampflied der kultigen

Sesamstraße hieß „Der die das, wer wie was,

KARL BURKHARD TIMM

wieso weshalb warum, wernicht fragt, bleibt

dumm.“ Wereinem dieser sesamstraßengeschulten

Mädels „Klappe, Puppe“ vor den

Latz knallte, musste nicht lange auf einen

Satz rote Ohrenwarten.Wasnicht bedeutete,

dass sich die Girlies der Siebziger nicht auch

über beide Ohrenverknallen konnten.

Uhlala! John Travolta in „Saturday Night

Fever“, Olivia Newton John in „Grease“! Was

den einen feuchteTräume bescherte,war der

anderen Albtraum. „Apokalypse, Now!“

raunte es. Ausbürgern, schrien die einen,

umdenken und hinterfragen, verlangten die

anderen. Verkopft und verzwickt war die

Chose schon. Spießer und Alternative kriegten

sich mindestens so in die Haare wie

Punks und Hippies. Bei genauerem Hinsehen

jedoch unterschieden sich die offiziellen

Gegner allerdings kaum. Die Spießer machten

–beim jetzt wieder so hippen Filterkaffee-Kaffeekränzchen,

die Teesocken nippten,

um ihrem Namen alle Ehre zumachen,

an einer Tasse Tee, wahlweise mit Schwarzkirsch-

oder Vanillearoma. Die Punks tanzten

selten Pogo in Togo und soffen auch

keine Coca-Cola inAngola, sondern kotzten

ganz heimisch im Hamburger Hafen Korn in

die Pisse. Auch machte der Joint ganz fröhlich

die Runde.Man schaue sich nur mal ein

paar Videokassetten über die Sex Pistols an,

die bei Roots,Rock, Reggae um dieWette kifften.

Kein Grund für Nostalgie übrigens.Was

den Siebzigern der Brockhaus war, sind den

Zehnern die knackig-frischen Duden-Bändchen.

Pappsüße Leckerschmecker gibt es

zwar nicht mehr, dafür aber erlebt der

Mettigel ein Revival! Also,Finger rein und ran

an „Ein Jahrzehnt in Wörtern“. Das wird ein

herrlich psychedelischer Wörter-Trip! Zwar

nicht ganz so subversiv wie der schwarzbraunverklebte

Goldschnitt, aber Flutsch

FlutschFun Funauf jeden Fall.


22 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Feuilleton

Die Stadt als Provisorium

Die Formen der Stadtaneignung sind vielfältiger und spontaner denn je. Auf Planung kann dabei dennoch nicht verzichtet werden

VonRobertKaltenbrunner

Der Schriftsteller Hans

Magnus Enzensberger

hat einmal postuliert, jeder

Stadtbewohner

wisse, dass die Architektur, imGegensatz

zur Poesie, eine terroristische

Kunst sei. Das mag überzeichnet

sein, hat aber einen wahren

Kern. Das Gebaute umgibt den Einzelnen

ständig; Architektur ist unentrinnbar,sozialisiertseit

jeher und

bleibt dabei zumeist unbewusst.

In jüngster Zeit allerdings lässt

sich vielerorts doch ein Bewusstsein

erkennen. Es äußert sich zumeist in

einem situativen Zugang zum urbanen

Surrounding: Nicht nur,dass diverse

Bürgerproteste vonOccupybis

zur Arabellion bevorzugt im städtischen

Raum zelebriertwerden. Auch

die wachsende Individualisierung

findet hier ein Forum, die gewandelten

Interessen neu auszuhandeln.

Auf mannigfache Weise eignen sich

bestimmte Gruppen den öffentlichen

Raum an und verändern ihn,

durch Flashmobs etwa, aber auch

mittelsVerabredung zum kollektiven

Tangotanzen. Die Techno- und die

Rapper-Szene,die Jünger vonLeParcours,

Aktivisten von Reclaim the

Streets, Skater und Party-People: Sie

suchen sich ihre Räume und prägen

sie mit ihren Codes.

Über Jahrzehnte hinweg wurde,

zumindest in Mitteleuropa, das urbane

System professionalisiert und

spezialisiert. Bevorzugt arbeitet man

mit Plänen, die jeweils nur einzelne

Aspekte –die des Verkehrs etwa, der

Wirtschaftsentwicklung oder des

Wohnens –isoliert behandeln und

optimieren.

Dieses Denken in Teilsystemen ist

nun zwar durchaus im Sinne einer

naturwissenschaftlichenVorgehensweise.Aber

es tendiertdazu, sich immer

weiter auszudifferenzieren und

zu verselbstständigen – und das

große Ganzeaus dem Blick zu verlieren.

Kein Wunder, dass das Pendel

nun in die andere Richtung

schwingt. So heißt es etwa unter dem

Stichwort Social Design, dass Entwurf

bzw. Planung sich wandeln zu

einem ko-kreativen Prozess. Nicht

länger würden abgeschlossene Produkte

abgeliefert, sondernein Zyklus

der Gebrauchswerte, die den wechselnden

Bedürfnissen der Mitwirkenden

angepasst würden. Inspiriert

wurde diese Ästhetik des „Non-Finito“

nicht zuletzt durch die Besetzung

einer Bauruine,des TorreDavid

in Caracas.

Offenkundig wird derzeit auf der

städtischen Bühne das Verhältnis

von individueller Handlungsautonomie

und sozialer Ordnung neu

austariert. Dabei artikuliert sich ein

Aufforderung zu einer neuen Lesartdes Urbanen: Urban Gardening in der Neuen Grünstraße in Berlin-Mitte.

alternatives Stadtplanungsverständnis:

Statt die Entwicklung der Verwaltung

und der Ökonomie allein zu

überlassen, versuchen vielerlei Akteure,

sich die Stadt anzueignen.

Eine Do-it-yourself-Mentalität tritt

an die Stelle des bloßen Konsums

von Stadtgesellschaft und Stadtraum.

Selbst Architekten und Planer zeigen

plötzlich Bereitschaft, einen

Gutteil ihrer Aufmerksamkeit dem

Unbeständigen und Unbestimmten

in den Städten zu widmen. Mal bewundernd,

mal verunsichert, zeigen

sie auf die Lücken und Brüche, die

eine spontane und informelle urbane

Aneignung ermöglichen. Dahinter

steht mitunter affirmativeAbsicht:

Denn angesichts vonKrise und

Geldknappheit wirkt es nötiger denn

je,Planungen zu entwickeln, die sich

vonder „normalen“ Logik der Stadtentwicklung

abwenden und die bisher

üblichen stadtplanerischen

Drehbücher zu Immobilien, Baukrediten,

Arbeitskräften in Bauwesen

und Wohnungsbau neu definieren.

Unter dem Begriff „nomadisch

grün“ bekommt die Bewegung des

Urban Gardening in dieser Argumentation

einen prominenten Platz

Das Verhältnis von individueller Autonomie

und sozialer Ordnung wirdauf der städtischen

Bühne neu gemischt. Eine Do-it-yourself-

Mentalität ist an die Stelle des

bloßen Konsums von Stadtgesellschaft

und Stadtraum getreten.

zugewiesen. Tatsächlich kann man

ja die Prinzessinnengärten (Berlin)

oder die AgroCité (Paris-Colombes)

als Aufforderung zu einer neuen Lesart

des Urbanen sehen. Und folgerichtig

wirdesvon ihren Protagonisten

als Entwurf eines ökologischen,

langsamen und sozialverträglichen

Lebens in der Großstadt verkauft.

Voraussetzungslos ist das Urban

Gardening nicht; der Boden wurde

ihm bereitet von der Ökologiebewegung

der 70er-Jahre. Heute tritt die

Bewegung der Brachenbesetzung

und der spontanen Raumaneignung

als eine ästhetische Vermittlungsstrategie

auf. Sie hält, als Sehnsuchtsbild,

den über sichtbare Produktion

hergestellten Kontakt zu

dem, wovonwir leben.

Mankönnte einwenden, dass der

städtische Rasen mit den abgestuften

Koniferenhecken einmal einen

ähnlichen Effekt gehabt hat. Sei’s

drum. Unübersehbar aber wird die

Produktion von urbanen Räumen

heute durch flexible, dynamische

Strategien beeinflusst, die weniger

um die Planungen der Kommune

kreisen, sondern sich in unübersichtlichen

informellen Prozessen

aus der Eigeninitiative von zivilge-

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

sellschaftlichen Akteuren heraus

entwickeln. Diesen Prozessen ist inhärent,

dass sie zunächst in einer Gegenposition

zur offiziellen Stadtplanung

stehen, in Leerräumen und Nischen

operieren. Mit dem partizipatorischen

Reformprojekt Die

Baupiloten ist etwa die Architektin

Susanne Hofmann in Berlin angetreten,

um spartanische Flure und genormte

Pausenhöfe von Schulen

und Kindergärten radikal neu zu

denken.

IhrGeschäftsmodell ist so einfach

wie erfolgreich: Mit dem gegebenen

Etat für eine Umbaumaßnahme so

zu haushalten, dass etwas übrig

bleibt für unorthodoxe Verschönerungen.

Beispiele wie dieses sind insofern

beredt, als sie veranschaulichen,

dass Architektur weder ein

bruchloses Anknüpfen an die Tradition

ist noch das Ergebnis der Umstände

ihrer Entstehung. Vielmehr

offenbart sie sich als eine Praxis, die

sich erst im Umgang mit Störungen

erweist und bewährt. Gleichwohl ist

längst nicht ausgemacht, dass das

Provisorische eine zukunftsfähige

Gestaltungsstrategie darstellt.

Freilich hält der aktuelle social

turn auch Wege offen, die traditioneller,

möglicherweise aber auch

konsistenter erscheinen. Etwa das

partizipative Coworking: Denn mit

neuen Ideen für eine gemischte

Stadt und der Frage,was Architektur

alles sein könnte,ist oftmals eine andere

Form von Zusammenarbeit

zwischen Profis und Nutzern verbunden.

Es entstehen Baugruppen,

Genossenschaften und Netzwerke

auf planerischer wie auf Bewohnerseite.

Prominente Beispiele dafür stellen

das Projekt Spreefeld in Berlin

(u.a. fatkoehl architekten) oder die

Kalkbreite in Zürich (u.a. Müller Sigrist

Architekten) dar.

Urbanität ist, so hat es der renommierte

Soziologe Hartmut Häussermann

einmal betont, „nicht das Ergebnis

bewusster planerischer Entscheidung,

sonderndas Ergebnis einer

Entwicklung, an der eineVielzahl

unterschiedlicher Akteure, Interessen

und Initiativen usw. beteiligt

sind. In diesem vielschichtigen Prozess

entsteht, wenn es gut geht, ein

urbaner Ort. Planung behindert solche

Prozesse eher, als dass sie diese

befördert.“

Doch dieses Verdikt ist weniger

vernichtend, als es klingt; durch den

Kontext wird klar, dass keineswegs

die Daseinsberechtigung von Planung

in Zweifel gezogen wird. Will

sie aber ihre Rolle als steuernde Instanz

zurückerlangen, muss die Improvisation

–die im Kleinen durchaus

Sinn macht –durch ein stabiles

Konstrukt gestützt und in eine ganzheitliche

Strategie eingebettet werden.

Dabei kommt insbesondereder

Frage, wie dabei immanente, bisher

vielleicht kaum beachtete soziale

und situative Qualitäten freigesetzt

und für eine nachhaltige Konzeption

der Stadt fruchtbar gemacht werden

können, eine entscheidende Bedeutung

zu.

So wie alle kulturellen Vorstellungen

zeitbedingt sind und damit immer

auch Wandlungen unterliegen,

so ist Architektur ein fait social: Der

geplante Raum emanzipiert sich

sukzessive von den architektonischen

Absichten und beginnt ein Eigenleben

–inder Aneignung durch

andere. Stadt braucht eine baulichräumliche

Verständlichkeit, die korreliert

mit Erfahrungen, Nutzungen

und Beziehungen im täglichen Leben.

Das Wort Kultur stammt

schließlich vom Lateinischen cultura:

Sorge umetwas. Gestaltung ist

nicht ästhetischer Selbstzweck, sondern

Ausdruck des Umstandes, dass

man sich kümmert.

Robert Kaltenbrunner istArchitektund Stadtplaner.Zuletzt

erschienvon ihm „Die Zukunft der

Stadt“ (zusammenmit PeterJakubowski) im Aufbau-Verlag.

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14. &15. Februar 2020

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Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 23

· ·

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Feuilleton

Handwerk,

gepaart mit

Fantasie

Der Hofjuwelier Köhler im

Grünen Gewölbe Dresden

VonIngeborg Ruthe

Der Anblick lenkt ab von den so

melancholischen wie ratlosen

Gedanken an die Panzerknacker-

Untat vom 25. November 2019: Im

Schatten des Kunstkrimis, der sich

im Grünen Gewölbe zu Dresden seit

dem dreisten und bislang ungeklärten

Kunstraub der Epauletten in der

Schatzkammer der Sächsischen Kurfürsten

abspielte, wartet auf Besucher

eine Entdeckung.

In einer feinen kleinen Schau sind

die wunderkammerhaften Gebilde

des eher unbekannten Juweliers Johann

Heinrich Köhler (1669–1736)

zu sehen. Nicht, dass wir profane

Ikea-Gläser-Gewohnte nun sofort

einmal trinken möchte aus dem imposanten,

zierreichen Muschel-Pokal

mit dem ungewöhnlichen Korallenzinken.

Auch beten würde ich

eher nicht vor dem meterhohen Altarkreuz,

das der gute Mann kurzvor

seinem Todseiner Taufkirche St.Stephan

in Bad Langensalza überließ,

allerdings nicht ganz vollendet, was

dem Laien aber nicht auffällt.

Für die Ausstellung ließ die Kirchgemeinde

die spektakuläre Preziose

erstmals überhaupt als Leihgabe an

den Ortihres Entstehens ziehen. Der

als Sockel dienende Berg Golgatha

ist mit etwa 350 Edel- und Glassteinen

besetzt. Wie eine mineralogische

Analyse im Vorfeld der Schau

ergab, waren einige der täuschend

echt wirkenden deklarierten Edelsteine

aus Glas. Demnach war am

Hofe Augusts III., des das Prassen

und die Kunstpracht liebenden Sohnes

des 1733 dahingegangenen Sonnenkönigs

August des Starken, mittlerweile

auch in den Goldschmiedewerkstätten

das Sparen angesagt.

Köhlers Konkurrent Johann Melchior

Dinglinger hatte noch ein paar

fettere Jahre erlebt, wo es an nichts

fehlte. Aber der nachrangige Kollege

hat sich auf das Kunsthandwerk

ebenso meisterlich verstanden wie

der berühmte Hofjuwelier. Dessen

Ein Kleinod: KöhlersNautiluspokal mit

Perlmuttmuschel und Korallen SKD/KUCHEL

Ruf eines Barock-Genies überdeckte

die nicht geringereLeistung des fünf

Jahre Jüngeren mit dem weniger

klangvollen Namen. VonKöhler besitzen

die Kunstsammlungen immerhin

41 Arbeiten. Die exquisiten

Perlfiguren, die feinen Fassungen

vonElfenbein, die Pokale,Schmuckkästchen,

Prunkuhren belegen Köhlers

hohe Handwerkskunst, gepaart

mit Fantasie.Ingroßer Kenntnis verband

er innovativ alte Stile und neue

Techniken.

Köhler war um 1690 aus Thüringen

nach Dresden gekommen,

suchte sich da im Windschatten

Dinglingers künstlerische Nischen.

Und schließlich durfte er, nachdem

der Konkurrent 1731 gestorben war,

Krone, Zepter und Reichsapfel für

die Krönung Augusts III. zum König

von Polen 1737 fertigen. Die Garnitur

gehört dem Nationalmuseum

Warschau. Darumsehen wir vonden

Insignien nur den Kupferstich.

Residenzschloss Dresden Taschenberg 2,

bis 2. März, Mi–Mo10–19 Uhr

„Es gibt den Film nur dank meines Opas“

Der britische Regisseur Sam Mendes über „1917“, für den er zwei Golden Globes erhielt

Bei der Verleihung der Goden

Globes musste der britische

Regisseur SamMendes

in der Nacht zum Montag

gleich zweimal für Danksagungen

ans Mikrofon. Für seinen am 16.

Januar anlaufenden Film „1917“ erhielt

er den Hauptpreis für den besten

Film sowie den Preis für die beste

Regie.Wir trafen ihn in Los Angeles.

Herr Mendes, es gab in den vergangenen

Jahren verschiedene Filme, die

mit langen Plansequenzen arbeiteten

oder die Illusion erweckten, ohne

Schnitte auszukommen, darunter

„The Revenant“ oder „Birdman“ ...

Beide Filme von Iñárritu bewundereich

sehr,aber anders als bei den

beiden ging es mir bei„1917“ darum,

die Zeit zu einem echten und relevanten

Element der Geschichte zu

machen. Diese Geschichte in quasi

einer Einstellung zu erzählen, diente

einzig dazu, dem Publikum ein echtes

Gefühl für denWegund die Erlebnisse

der Protagonisten zu vermitteln.

Jede Sekunde,die vergeht, sollte

spürbar sein, auf eine klaustrophobische

Weise.Schon vomersten Moment

an, als mir der Gedanke kam,

diese Geschichte aus dem Ersten

Weltkrieg zu erzählen, hatte ich auch

die Vorstellung, sie visuell auf diese

Weise umzusetzen.

Wo lagen dabei die größten Herausforderungen?

Vermutlich darin, dass sich die

Sache nicht schon nach einigen Minuten

verbraucht haben durfte.Einfach

nur mit der Kamera hinterheroder

vorweglaufen, das hätte nicht

gereicht. Von Moment zu Moment

musste neu entschieden werden, ob

wir ganz nah dranbleiben an den

Männern, damit diese emotionale

Verbindung auch hergestellt wird,

oder wo wir weit weggehen und sie

ganz klein in dieser riesigen Landschaft

des Todes und der Zerstörung

zeigen. Manchmal wollten wir den

Blick des Publikums ganz konkret

lenken, manchmal den Raum geben,

dass jeder für sich selbst ein kleines

Detail im Bild entdecken kann. Es

ging nicht nur um das Verhältnis von

Schauspieler und Kamera, sondern

auch um den leeren Raum dazwischen.

Deswegen haben wir vor den

Dreharbeiten lange geprobt.

In Zeiten, in denen alle anderen Filmemacher

über zu wenig Zeit und

Geld klagen, leisteten Siesich den Luxus,

sechs Monate zu proben?

Unsere Hauptdarsteller sind jung

und noch keine Megastars. Mit ihnen

über Monate hinweg zu proben,

kostete also kein Vermögen. Außerdem

haben wir nicht das komplette

halbe Jahr am Stück geprobt. Eher

sehr regelmäßig immer wieder innerhalb

dieses Zeitraums.

Für wen war diese Vorbereitung

wichtiger: für die Schauspieler oder

für Sieund Ihren Kameramann Roger

Deakins?

Eher für Roger und mich. Aber

mir war klar, dass es auch ihnen etwas

bringt, so viel Zeit in ihren Rollen

zu verbringen. Ich ließ sie auch bei

den Proben ihreUniformen und Gewehre

tragen, damit ihnen das in

Fleisch und Blut übergeht. Und ich

habe mit ihnen teilweise auch gearbeitet,

wie ich es sonst eher am

Theater mache: Ichhabe sie machen

lassen, bin nebenhergelaufen und

habe nur beobachtet, nichts kommentiert.

Dabei entstehen oft hochinteressante

Dinge, selbst wenn es

dann in anderen Momenten wieder

ganz wichtig war,konkrete Vorgaben

zu geben und sich eng ans Drehbuch

zu halten.

„1917“ ist mehr oder weniger Ihrem

Großvater gewidmet, der damals im

Ersten Weltkrieg kämpfte. Wie viel

von dem, was Sie nun zeigen, basiert

auf seinen Erzählungen?

Es ist kein Film über meinen

Großvater, aber es gibt ihn nur dank

meines Großvaters. Er war als 17-

jähriger als Soldat in diesem Krieg

Der britische Schauspieler George MacKayals Schofield.

und hat mir viel davon erzählt.

„1917“ ist eine Art Vergrößerung einer

dieser Geschichten. Wenn er

über den Krieg sprach, ging es nie

um Helden oder Mut, sondern

darum, wie schmal der Grat zwischen

Leben und Todinjeder Minute

für jeden einzelnen von ihnen

war. Warum wurde der Kerl neben

ihm voneinem Granatensplitter tödlich

getroffen und nicht er selbst?

Diese Fragen trieben ihn um, und

was ich daraus lernte, war sehr viel

existenzialistischer als jede Geschichtsstunde.Deswegen

wollte ich

keinen Film über den Ersten Weltkrieg

drehen, sondern einen kleinen

Einblick geben, wie es für einen

Menschen ist, Krieg zu erleben.

Siehaben Ihren Großvater also oft danach

gefragt?

Oh ja, meine Cousins und ich haben

immer wieder mit ihm über den

Krieg gesprochen. Mit seinen eigenen

Kindernhat er darüber nie geredet.

Mein Vater wusste kaum etwas

über seine Erfahrungen. Aber wir

Enkel haben das aus ihm herausbekommen.

Angefangen hat das damit,

dass ich immer darüber gelacht

ZUR PERSON

UNIVERSAL PICTURES AND DREAMWORK, AFP

Sam Mendes wurde 1965 in Redding,Großbritannien geboren. Nachdem er zunächst erfolgreich

beim Theater gearbeitet hatte, holte ihn StevenSpielberg in die USA. Dortdrehte er

1999 mit „American Beauty“ seinen ersten Film, der mit mehreren Oscars ausgezeichnet

wurde. 2012 und 2015 führte er Regie bei den James-Bond-Filmen „Skyfall“ und „Spectre“.

habe,dass er sich ständig die Hände

wäscht. Das fand ich lustig, doch

mein Vater erzählte mir, dass Opa

sich an den Schlamm in den Schützengräben

erinnert und an das Gefühl,

nie wirklich sauber zu sein.

Über 50 Jahre später noch hatte er

das verinnerlicht. Also fragte ich –

und er erzählte. Esging da weniger

darum, wer gegen wen kämpfte und

warum, und mein Großvater hatte

auch keinen analytisch-intellektuellen

Blick auf seine Erinnerungen. Er

berichtete vonden ganz alltäglichen,

menschlichen Erfahrungen, und genau

die wollte ich mit „1917“ einfangen.

Weswegen es auch kein politischer

Film geworden ist. Und ich

denke, dass das Erleben des Krieges

damals für all die jungen Männer

mehr oder weniger gleich war, egal

ob sie nun Briten, Franzosen oder

Deutsche waren.

Washätte er wohl dazu gesagt, dass

aus seinen Erzählungen nun ein Film

geworden ist?

Interessanterweise war mein

Großvater später im Leben Schriftsteller.

Erhat vier oder fünf Romane

veröffentlicht und auch eine Autobiografie

geschrieben, in der einige

seiner Kriegserfahrungen vorkommen.

Er war ein Geschichtenerzähler,

charismatisch, theatralisch und

mit lauter Stimme, und wohl auch

deswegen haben seine Erinnerungen

uns Enkel so gepackt. Sein

Wunsch war es, dass ich auch mal

Schriftsteller werde, und er ließ mich

sogar mal einen kleinen Vertrag unterschreiben,

dass ich noch vor seinem

Tod einen Roman schreiben

müsse.Das habe ich nicht geschafft,

aber umso mehr glaube ich, dass es

ihm gefallen würde, was ich aus seinen

Geschichten gemacht habe.

Wie geht das zusammen, die Grausamkeit

des Krieges und das Entertainment

des Kinos?

Das ist der Balanceakt, vor dem

man mit einer solchen Geschichte

steht. Nutzen wir das Leiden von

Millionen aus, umUnterhaltung zu

produzieren? Diese Frage stellt sich

natürlich. Aber auch deswegen war

es immer klar, dass wir nie die Absicht

hatten, den ultimativen Film

über den Ersten Weltkrieg zu drehen.

Wir wollten einen kleinen Einblick

geben, einen winzigen Ausschnitt

zeigen. Und auch in dem

war es wichtig, vieles zwar anzudeuten

oder am Rande zu bezeugen,

aber nicht in den Fokus zu rücken.

Die beiden jungen Männer im Zentrum

gehen ja auch ganz unterschiedlich

damit um: Dereine kann

gar nicht aufhören, sich umzuschauen

und jede Ratte, jede tote

Kuh wahrzunehmen, während der

andere eigentlich Scheuklappen

aufhat. Und weil wir uns mit ihnen

durch diese Landschaft bewegen,

rückt dann eben manches sehr

deutlich in den Blick, während man

manchmal im Augenwinkel nicht

ganz ausmachen kann, ob das nun

nur eine Pfütze Schlamm ist oder

doch Leichen darin liegen.

Für kleine Nebenrollen haben Sie

prominente Schauspieler wie Colin

Firth, Benedict Cumberbatch, Andrew

Scott oder RichardMadden verpflichtet

...

Ja, umden Zuschauern und Zuschauerinnen

ein Gefühl dafür zu

vermitteln, das diese Figuren nicht

bloß eine Funktion haben, sondern

an ihnen ganz eigene Geschichten

hängen, die vermutlich größer sind

als die unserer Protagonisten. Diese

Männer spielen in diesem Krieg

deutlich zentralere Rollen als unseren

beiden jungen Soldaten. Aber

ihre Lebensgeschichten kreuzen die

unserer Protagonisten eben nur für

winzige Momente. Trotzdem wollte

ich, dass der Eindruck entsteht, wir

hätten problemlos auch ganzeFilme

über jeden dieser anderen Männer

drehen können.

Waswar anstrengender: James Bond

zu inszenieren oder nun „1917“ zu

drehen?

Bond war definitiv komplizierter.

Während dieser Film hier vom Krieg

handelt, ist das Drehen eines 007-

Films ein echter Krieg .Soein riesiger

Action-Blockbuster besteht aus so

vielen beweglichen Einzelelementen,

die man allein niemals alle jederzeit

im Blick haben kann. Deswegen

braucht man ein riesiges Team

und Wochen strategischer Planungen.

DasWunderbarebei„1917“ war,

dass die Arbeit ganz methodisch war.

Wirkonnten alle einzelnen Bestandteile

in eine Reihe legen. Für einen

Regisseur ist es immer entspannter,

mit nur einer Kamera zu arbeiten

statt mit drei oder vier oder fünf. Und

halb Mexico City abzusperren, um

mit zwölf Kameras, mehreren Hubschraubern

und 5000 kostümierten

Statisten inmitten unersetzbarer aztekischer

Ruinen zu drehen –das ist

einfach Stress. „1917“ war anstrengend,

schon allein, weil wir jeden Tag

vonfrüh bis spät gelaufen sind. Aber

die Arbeit war einfach sehr viel geradliniger

und fokussierter.

DasGespräch führte

Patrick Heidmann.

Ein

einziger

Spiegel

Die Internetseite heißt

jetzt wie das Magazin

VonAnna Ringle

Spiegel Online-Leser müssen sich

umgewöhnen – ein bisschen.

Nach rund 25 Jahren verschwinden

der Name und das Logo Spiegel Online.Die

Internetseite heißt ab sofort

so wie das Nachrichtenmagazin: Der

Spiegel. Am Mittwoch startete der

Hamburger Verlag nach jahrelanger

Überarbeitung seinen neuen Webauftritt.

Eines der bekanntesten Magazine

Deutschlands mit rund 500

Journalisten will damit die eigene

Marke stärken und im Digitalen

wachsen.

Im Online-Journalismus hat der

Name Spiegel Online schon eine

lange Geschichte vorzuweisen. Nach

Verlagsangaben ging Spiegel Online

am 25. Oktober 1994 als weltweit erstes

Nachrichtenmagazin online –damals

noch unter dem Logo DerSpiegel.

Der Name Spiegel Online war

dann seit 1995 gesetzt. Spiegel-Chefredakteur

Steffen Klusmann sagt

zum neuenWebauftritt:„Wir können

künftig Themenschwerpunkte bei

großen Nachrichtenlagen bündeln.“

Neues Ressort„Leben“

Zu den Veränderungen gehört, dass

auf der Webseite Beiträge mit Text-,

Video- oder Audioinhalten stärker

als Schwerpunkt gebündelt werden

können. Auch die digitalen Inhalte,

für die man ein Bezahl-Abo benötigt,

sollen integriert sein. Der Bereich

Bewegtbild soll vielfältiger und das

Audioangebot soll ausgebaut werden.

Zudem wird ein neues Ressort

mit dem Namen „Leben“ auf der Internetseite

geschaffen. Das Design

des neuen Auftritts soll magaziniger

als bislang sein.

Online-Journalismus hat seit Jahren

einen immer höheren Stellenwert

bekommen. Das liegt auch an

den sinkenden Auflagen von gedruckten

Zeitungen und Magazinen

und sinkenden Werbeerlösen im

Print. Viele Verlage experimentieren

deshalb mit Abo-Bezahlmodellen

und Bezahlschranken für journalistische

Inhalte, umimDigitalen Geld

zu verdienen. Auch der Spiegel-Verlag

setzt online auf Wachstum von

Abo-Zahlen und Werbeerlösen.

Die Auflage des gedruckten Wochen-Magazins

ist wie bei vielen anderen

Zeitungen und Zeitschriften,

in den vergangenen Jahren rückläufig

gewesen. Nach Zahlen der Informationsgemeinschaft

zur Feststellung

der Verbreitung von Werbeträgern(IVW)wurden

im dritten Quartal

2019 nur 719 326 Exemplare (mit

E-Paper) verkauft. Im dritten Quartal

2016 waren es noch fast 790 000. Das

digitale AboSpiegel+ gibt es seit Mai

2018. Zuvorgab es seit Juni 2016 den

Einzelverkauf von Artikeln unter

dem Namen Spiegel Plus,wie es vom

Verlag heißt. 125 000 Nutzer zahlen

derzeit für ein digitales Abo, hinzu

kommen 9000 Probe-Abos, wie der

Leiter Produktentwicklung der Spiegel-Gruppe

Stefan Ottlitz sagt. Der

Durchschnittspreis der Digital-Abos

liege zwischen 15 und 20 Euro im

Monat. (dpa)

TOP 10

Dienstag,7.Januar

1 James Bond ZDF 5,54 18 %

2 Ina.Freundschaft ARD 4,77 15 %

3 UmHimmels Willen ARD 4,61 14 %

4 Rosenheim-Cops ZDF 4,49 16 %

5 heute ZDF 4,33 17 %

6 Tagesschau ARD 4,16 13 %

7 Wer weiß denn ...? ARD 3,68 17 %

8 SokoKöln ZDF 3,59 17 %

9 heute-journal ZDF 3,54 16 %

10 RTL aktuell RTL 3,53 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Ballhaus Naunynstraße (& 75 45 37 25)

20.00: Postcolonial Poly Perspectives: Becoming my

body(Bishop Black )

Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)

19.30: Traumgirl&Traumboy(Anne Welenc/Daniel

Hellmann)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

20.00 Neues Haus: Fahrenheit 451

20.00: Psycho -Fantasieüber daskalte Entsetzen

(Matthias Brandt)

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Reziprok Proportional

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

19.00, 21.00 Box: zu unseren füßen, das gold, aus

dem boden verschwunden

20.00: It Can‘t Happen Here

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: Männerschlussverkauf

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Die Schädlichkeit des Tabaks und andere

Ungeschicklichkeiten

Halle Tanzbühne Berlin (& 44 04 42 92)

20.30Großer Saal:Borders &Corners (Grupo Oito)

HAU1(&25 90 04 27)

20.00: 100% Berlin Reloaded (Rimini Protokoll

(Haug/Kaegi/Wetzel))

Haus der Berliner Festspiele (& 25 48 91 00)

18.00 Seitenbühne: UncannyValley(Rimini Protokoll)

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

20.00: Die Fledermaus (Ensemble ConTutti)

Kater Blau (Holzmarktstr.25)

20.00: Titanic 2.0 (Seifentheater Spielwerk)

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: Die Zauberflöte

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88)

20.00: Hase Hase

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

20.00 Container:Herzstück

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

19.00 Glaspalast: Hänsel undGretel /Rotkäppchen

(Hexenberg Ensemble)

RambaZamba Theater (& 44 04 90 44)

19.30: Lulu

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Nein zum Geld

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30: RichardIII.

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

Sophiensaele (& 283 52 66)

20.30 Festsaal: Tanztage2020: Sarabande /

Tricks for Gold (T4$) (Sasha Amaya /Frida Giulia

Franceschini)

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

19.30: Balanchine |Forsythe |Siegal (Staatsballett

Berlin)

Theater Thikwa (& 61 20 26 20)

20.00: Die Butterblumen des Guten

Theater untermDach (& 902 95 38 17)

20.00: Verlorene Könige

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

19.30: Lehman Brothers

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

21.00: Cosmic ComedyOpen-Mic (Dharmander

Singh, Neil Numb u. a.)

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

19.30: Flashdance -Das Musical

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Zaubershow(Siegfried &Joy)

BKA (& 202 20 07)

20.00: Hallo 2020 –mit Edith ins neueJahr (Ades

Zabel &Company)

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Out of Chaos(Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Eins auf die Presse (Gastspiel

ImproBerlin)

20.00: Wohin mit Mutti?

Estrel Showtheater (& 68 31 68 31)

20.00: Thank youfor the music -Die ABBAStory

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: AufNimmerwiedersehen 2019 -Ein Jahr

kommt unter die Räder (Die Brauseboys)

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: Die Expertise war bedeutend höher(Fil)

Palazzo (& 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Oliver Müller,Helmuth Steierwald,

Andrea Limmer,René Steinberg,Mod.: Stefan

Danziger)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Lina Lärche (Mod.))

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater Berlin (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group -The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: MammaMia!-Das Musical mit den Hits von

ABBA

Theater am Potsdamer Platz (& 259 24 45 55)

20.00: That‘s Life -Das Sinatra-Musical

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Dominik findet’s lustig –Die große Neujahrssause

(Dominik Wagner &Freunde)

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Zauber Zauber -Nichts ist, wie es scheint

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Der Staats-Trainer (IngoAppelt)

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

20.00: Lieder,Lacher,Limericks (MTS 2020)

KLASSIK

Bröhan-Museum (& 32 69 06 00)

14.00: Sarah Fuhs (Sopran), Sami Väänänen

(Klavier), JungeMusiker begegnen dem Jugendstil -

Nordic Edition, Werkevon ToivoKuula und Jean

Sibelius

Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen

Marstall (& 203 09 21 01)

13.00 Galakutschen-Saal I: CollageConcerts -Die

studentische Konzertreihe

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

15.00 Gr.Saal: Deutsches Filmorchester Babelsberg,

Sonia Grané (Sopran), Melissa Domingues (Mezzosopran),

Joel vonLerber (Harfe), Ltg.Aurélien Bello,

Neujahrskonzertder Volkssolidarität, Moderation: Tina

Knop -Beethoven: Ouvertüre zur Oper „Fidelio“ E-Dur

op. 72; Mozart: „Non so più cosa son“, Arie aus der

Oper „Le nozze de Figaro“; Gounod: „Jeveuxvivre“,

Arie aus der Oper „Roméo et Juliette“; Ginastera: 3.

Satz aus dem Konzertfür Harfe und Orchester op. 25;

Délibes: Blumenduett ausder Oper „Lakmé“; Glinka:

Ouvertüre zur Oper „Ruslan und Ludmila“;Strauß

(Sohn): „Vom Donaustrande“, Schnellpolka op. 356;

Smetana: „Die Moldau“ aus dem Zyklus Sinfonischer

Dichtungen „Mein Vaterland“ u. a.

Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt

(& 81 70 47 26) 13.00: Studierende der Hochschule

für Musik Hanns Eisler Berlin, Klassik um Eins,

Kammermusik für Klarinette, Moderation: Prof. Birgitta

Wollenweber

Philharmonie (& 25 48 83 01)

19.15: Einführung(Berliner Philharmoniker)

20.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Kirill Petrenko,

Daniel Barenboim (Klavier), Ludwig vanBeethoven:

Konzertfür Klavier und Orchester Nr.3c-Moll op. 37;

Josef Suk: Symphonie c-Moll op. 27 „Asrael“

Film

Die Erfassung

nationalen

Reichtums

Die Magical Mystery Tour

im Arsenal steht unter

dem Motto „Make them

laugh“. Es geht also ums Lachen,

das nicht nur die beste

Medizin ist, sondernimLeben

wie im Film noch vielerlei

mehr Funktion hat. Nicht zuletzt

ist Lachen subversiv, und

der bulgarische Film „Die Zählung

der wilden Hasen“ von

Eduard Sachariew aus dem

Jahr 1973 ist dafür ein herrliches

Beispiel. Kein Wunder,

dass er vor der Wende in Bulgarien

zeitweise verboten war.

Und kein Wunder, dass er in

den 1990er-Jahren den wohlverdienten

Kultstatus errang.

Kurz die Handlung: Zur Erfassung

des nationalen Reichtums

sollen die Männer des

Dorfes Jugla die wilden Hasen

in der Umgegend zählen, auch

wenn der Alltag darüber zusammenbricht.

Genialer kann

man sozialistischem Bürokratiewahnsinn

nicht zu Leibe rücken.

Susanne Lenz

DieZählung der wilden Hasen 20 Uhr,

OmU,Arsenal-Kino,Potsdamer Straße

Radikal queer

Die Tanztage in den Sophiensälen

zeigen den choreografischen Nachwuchs und

ein starkes Profil

Lois Alexander nutzt in ihrer Choreografie „Neptune“ das Element Wasser als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit ihrer Position

VonMichaela Schlagenwerth

Mehr Frauen! Als Lippenbekenntnis

hört

man das allerorten.

Anna Mülter, Kuratorin

des Festivals Tanztage, das bis

zum 18. Januar in den Sophiensälen

läuft, hat damit Ernst gemacht. Seit

fünf Jahren, also seit sie den Job

übernahm, hat sie dem kleinen Festival

für den choreografischen Nachwuchs

mit queeren und dekolonisierenden

Themen ein eigenes Profil

gegeben. Zwei Drittel Frauen, das

Soll hat die gebürtige Hannoveranerin

auch in dieser, ihrer Abschiedsausgabe

erfüllt. Mülter, die einst im

HAUbei Matthias Lilienthal begann,

zieht weiter. Sie übernimmt die Leitung

des Festivals Theaterformen,

das 2021 in Hannover und Braunschweig

stattfindet. Aber zuvor lässt

sie es in den Sophiensälen mit einem

radikal queer-feministischen Programm

noch einmal richtigkrachen.

Wobei Mülter selbst das wohl anders

formulieren würde. Schließlich

hat nicht sie die Künstler ausgesucht,

sondern die Künstler sich das

Festival. Das ist aus ihrer Sicht einer

Michaela Schlagenwerth

war garnicht begeistert, als Anna Mülter

2004 vorihrem Amtsantritt erklärte, einen

Schwerpunkt auf queere Themen zu

legen. Damals fand die Autorin, es gäbe

davoninzwischen ein Übermaß. Angesichts

der politischen Entwicklungen der

letzten Jahre ist sie bekehrt. Es kann gar

nicht genug LBGTQ auf der Bühne geben.

der wichtigsten Gründe für den

enormen Erfolg der Tanztage. Zu

diesem Festival wird man nicht eingeladen.

Auch wenn es am Ende eine

Kuratorin gibt, die auswählt und entscheidet:

Auf die Tanztage bewirbt

man sich mit einem Video selbst.

Durch das Verfahren melden sich

Künstlerinnen, die eine einzelne Kuratorin

nie entdecken könnte. Weil

man nicht alles sehen kann, aber

auch weil es Künstlerinnen und

Künstler gibt, auf die man selbst

nicht gekommen wäre. Wie etwa in

diesem Jahr das Kollektiv Kali Billi

Productions aus dem südindischen

Kunstfestival Gender Bender, das

mit „An Evening of Lavani“ als außereuropäischer

Gast eingeladen ist.

Der Open Call schafft eine hohe

Identifikation und eine offenere Atmosphäre.

Daran hat sich seit der

Gründung vor24Jahren nichts geändert.

Auch wenn das Festival heute

nicht mehr mit seinen Anfängen zu

vergleichen ist. Die Tiefflieger der

ersten Jahregibt es schon lange nicht

mehr.Die zeitgenössische Tanz-Ausbildung

hat sich seit 1996 nicht nur

durch das HZT, das Berliner Hochschulübergreifende

Zentrum Tanz,

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 8551) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 14.50,17.40,20.30

Cinema Paris (& 8813119) KnivesOut –Mordist

Familiensache 14.30,17.30,20.30

Delphi Filmpalast (& 312 1026) Judy 14.00,

17.00

Delphi LUX (& 322 931040) Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 15.50; Knives Out –Mord

ist Familiensache (OmU) 18.00; Star Wars: DerAufstieg

Skywalkers –StarWars:The Rise of Skywalker

(OF) 20.50; Knives Out (OF) 14.00, 17.00, 20.00;

Judy 20.15; Judy (OmU) 14.45; Judy (OF) 17.30;

ARainy Day InNew York (OmU) 19.15; Freies Land

13.30;Motherless Brooklyn (OmU) 21.20; Queen &

Slim (OmU) 16.10; Lara 13.50; The Peanut Butter

Falcon (OmU) 13.30,19.00, 21.15; Die Sehnsucht

der Schwestern Gusmao 16.00; Alkohol –Der globale

Rausch 13.20; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 15.30, 21.30; Motherless Brooklyn (OmU)

21.20; Parasite 18.00; Cats (OmU) 14.30; Einsam

zweisam 19.00; The Farewell (OmU) 16.40

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Motherless Brooklyn

20.00; Pavarotti (OmU) 17.30; Alkohol –Der globale

Rausch 17.00; Milchkrieg in Dalsmynni 18.45;

The Peanut Butter Falcon 20.30

Kant Kino (& 319 9866) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.00, 17.00, 20.00; Cunningham

13.45; Die Eiskönigin II 15.50;The Farewell 18.10,

20.30; Die Eiskönigin II 18.10; Latte Igel und der

magische Wasserstein 13.45; Dasperfekte Geheimnis

15.30, 21.00; ARainy Day In New York 16.40,

18.50; Die schönste Zeit unseres Lebens 21.00;

Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.30;

Der geheime Roman des Monsieur Pick 16.15,

18.30, 20.45; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 14.20

Zoo Palast (& 018 05/22 29 66) 3D, Atmos:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.00, 16.15,

19.30, 22.50; Die Eiskönigin II13.20; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 15.45, 19.00, 22.30; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.30, 17.15; Das

perfekte Geheimnis 20.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –Star Wars: The Rise of Skywalker (OF)

22.45; Knives Out –Mord ist Familiensache 17.00,

20.00, 23.00; Vier zauberhafte Schwestern 14.30;

3D: Jumanji –The Next Level 17.30,20.10; Jumanji

–The Next Level 14.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

(OF) 23.00;Als Hitler dasrosa Kaninchen

stahl 20.15; Die Eiskönigin II 17.45; Joker 23.00;

Das perfekte Geheimnis 15.00; ZEngel für Charlie

15.00,20.15; Miles Davis: Birth of the Cool (OmU)

23.05;Vier zauberhafte Schwestern 17.50

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 11.00; Alkohol –Der globale

Rausch 16.45; Aretha Franklin: Amazing Grace

(OmU) 12.45; Freies Land (DFmenglU) 20.15;

Motherless Brooklyn (OmU) 14.15; Once Upon a

Time in...Hollywood (OmU) 22.20; Systemsprenger

(DFmenglU) 18.15; ARainy Day In NewYork 19.20;

Aquarela (OmU) 11.00; Bunuel imLabyrinth der

Schildkröten –Bunuel enellaberinto de las tortugas

(OmU) 16.00; Easy Love (DFmenglU) 12.45;

Einsam zweisam –Deux moi (OmU) 17.30; Jeanne

d‘Arc –Jeanne (OmenglU) 22.40; Jeannette: Die

Kindheit der Jeanne d‘Arc (OmenglU) 14.15; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 20.50; Bernadette

–Where‘d You Go, Bernadette (OmU) 13.00;

TheFarewell (OmenglU) 18.40; Joker(OmU) 22.45;

Official Secrets (OmU) 16.40; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.30; Pferde stehlen –Utogstjaele

hester (OmU) 11.00; Die Wache 15.00

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 8129) Freies Land

20.15; Das Kapital im 21. Jahrhundert –Capital in

the Twenty-First Century (OmU) 14.00; Lara 18.15;

Marriage Story (OmU) 22.45; Systemsprenger

16.00;Alkohol –Der globale Rausch 17.45;Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 19.30; Midsommar

–Director‘sCut (OmU) 21.15; Schönheit &Vergänglichkeit

14.00; Und der Zukunft zugewandt 15.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 3Engel für Charlie

14.00, 17.00, 20.00, 23.10; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.20, 17.10, 20.10; Black and

Blue 23.10; Cats 14.10, 17.00; Die Eiskönigin II

14.10, 16.50, 19.50; The Grudge 20.10, 22.45;

Hustlers 19.30, 22.50; Joker 23.00; 3D: Jumanji

–The Next Level 19.00; Jumanji –The Next Level

13.50, 16.50, 19.50, 23.00; Der kleine Rabe Socke

3 14.40; Knives Out –Mord ist Familiensache

14.00,16.45,19.50,22.10; Knives Out –Mord ist

Familiensache (OF) 22.30; Latte Igel und der magische

Wasserstein 14.30; LeMans 66: Gegen jede

Chance 16.45; Motherless Brooklyn 22.20; The

Peanut Butter Falcon 16.20; Das perfekte Geheimnis

19.30; Queen &Slim16.30,19.40;3D: Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 17.15; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.20; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.45, 17.15,

20.50;IMAX3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers

15.00, 19.00, 22.45; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.30,18.00, 20.30, 21.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers –StarWars:The RiseofSkywalker

(OF) 22.30; Thomas und seine Freunde: Große

Welt! Große Abenteuer! 13.45; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 17.00

Zukunft (& 01 76/57 86 10 79) Mein Ende. Dein

Anfang. (OmenglU) 18.00; Parasite–Gisaengchung

(OmenglU) 22.20; Ying –Shadow (OmU) 20.10;

Milchkrieg inDalsmynni –Heradid (OmU) 20.20;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 22.10; Systemsprenger

(OmenglU) 18.00

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (& 04 51/703 02 00) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, 16.50,

20.00; Cats 13.30; Die Eiskönigin II13.50,17.00,

19.30;3D: Jumanji –The Next Level19.40; Jumanji

–The Next Level 14.10, 16.30; Knives Out –Mord

ist Familiensache 19.50; Das perfekte Geheimnis

19.45; 3D: Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

17.10; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.15; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 13.45, 16.20, 20.10; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.45,19.30;Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 17.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion Hohenschönhausen (& 038 71/

211 4109) 3Engel für Charlie 17.30; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 17.10, 19.50; Cats

14.40;3D: DieEiskönigin II 14.20; Die Eiskönigin II

14.30,17.40;The Grudge 20.20; 3D:Jumanji –The

Next Level 14.00, 20.15; Jumanji –The Next Level

17.20,19.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

16.50,20.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.50; Das perfekte Geheimnis 19.30; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.45, 17.15;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.10,

16.40, 19.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.30, 17.00, 20.10; Underwater –Esist erwacht

19.40;Vier zauberhafte Schwestern 15.00, 17.00

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (& 61 60 96 93) A Knives Out

–Mord ist Familiensache (OmU) 17.30, 20.30; B

Parasite –Gisaengchung (OmU) 19.00;The Peanut

Butter Falcon (OmU) 16.45,21.50

fsk amOranienplatz (& 614 2464) Little Joe –

Glück ist ein Geschäft (OmU) 17.45,20.00; Milchkrieg

inDalsmynni –Heradid (OmU) 19.00,22.15;

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –Avida

invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 21.00

Moviemento (& 692 47 85) Little Joe –Glück ist

ein Geschäft (OmU) 15.00, 17.30, 20.00, 22.30;

Spatzenkino: Schneegestöber 10.00, 11.15; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

13.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

21.45; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 13.00; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 17.00; Milchkrieg inDalsmynni

(OmU) 14.45, 19.30; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 11.30, 14.00, 16.30, 19.00; Searching Eva

(OmenglU) 23.45; Yung (OmenglU) 21.30

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Z19.30

Sputnik (& 694 11 47) Cunningham (OmU) 15.30;

Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait de

la jeune fille en feu (OmU) 17.15; Swans –Where

Does ABody End? (OmU) 20.00; B-Movie: Lust &

Sound in West-Berlin (OmenglU) 22.00; Einsam

zweisam –Deux moi (OmU) 16.00; The Farewell

(OmU) 20.00; Milchkrieg in Dalsmynni 18.00

Yorck (& 78 91 32 40) The Farewell 15.10; Judy

17.30; Parasite 20.15; New Yorck Knives Out –

Mord ist Familiensache 17.00, 19.50; Spione Undercover:

Eine wildeVerwandlung 14.45

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90)Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl17.30, 20.00; Cats 20.15; DieEiskönigin

II15.00, 17.15; Jumanji –The Next Level

17.45,20.30; Knives Out –Mord ist Familiensache

20.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

15.15; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

15.15; 3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers

14.00, 17.00, 20.15; Vier zauberhafte Schwestern

15.30,17.45

Union Filmtheater (& 65 01 31 41)Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 13.00, 15.30, 17.30, 20.00;

Auerhaus 15.15; 3D: Cunningham 18.00; Judy

13.00, 17.30, 20.15; Mein Vater, mein Sohn und

der Kilimandscharo 13.00; Motherless Brooklyn

20.15; Thomas und seine Freunde: Große Welt!

Große Abenteuer! 15.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) 3

Engel für Charlie 14.00, 17.00, 20.00; Cats 14.15,

16.50; Die Eiskönigin II 14.35, 17.25, 19.50; The

Grudge 20.15; 3D: Jumanji –The Next Level 19.55;

Jumanji –The Next Level 14.00, 17.00; Knives

Out –Mord ist Familiensache 16.30, 19.45; Latte

Igel und der magische Wasserstein 14.00; Das

perfekte Geheimnis 19.30; 3D: Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 17.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.10; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 20.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.10, 16.00, 19.30; Vier zauberhafte

Schwestern 14.30, 17.00

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Einsamzweisam –Deuxmoi

(OmU) 18.30; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 17.00; Milchkrieg in

Dalsmynni –Heradid (OmU) 20.45; Bunuel im Labyrinth

der Schildkröten 21.30;Cunningham (OmU)

18.00; Die Wache –Auposte! (OmU) 20.00

Babylon (& 242 59 69) Top Secret!: Citizenfour

(OmU) 17.15; IndoGerman Film: Darbar (OmenglU)

19.30; Top Secret!: Der Dialog –The Conversation

(OmU) 22.45; Top Secret!: Gefahr und Begierde

–Sejie (OmU) 19.15; Top Secret!: Geheimnis eines

Lebens –Red Joan (OmU) 17.30; Top Secret!:

Kundschafter des Friedens 18.15; Cinem Indonesia:

Negeri di bawah kabut –The Land Beneath

the Fog (OmU) 20.00; Top Secret!: Syriana (OmU)

22.15; Top Secret!: Der zerrissene Vorhang –Torn

Curtain (OF) 22.15

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 10.15; Queen &Slim (OmU) 11.45,

14.15, 17.00, 19.45, 22.30; Joker (OmU) 20.45;

Der Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 13.45,

18.15; Pippi Langstrumpf 16.00; Thomas und seine

Freunde: Große Welt! Große Abenteuer! 12.00;

Yung (OmenglU) 23.30

CineStar CUBIX (& 04 51/703 0200) 3Engel für

Charlie 14.10, 20.20; 3Engel fürCharlie–Charlie‘s

Angels (OF) 23.00; 7500 –Der Film 23.15; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 11.20, 15.00, 20.20;

Cats 11.10; Cats (OF) 16.40; Die Eiskönigin II

11.00, 14.00, 17.45; Die Eiskönigin II–Frozen 2

(OF) 12.00, 14.30; Joker (OF) 23.15; 3D: Jumanji

–The Next Level 19.40, 22.40; Jumanji –The Next

Level 13.55, 16.50; Jumanji –The Next Level (OF)

13.45, 20.10, 23.10; Der kleine Rabe Socke 3–

Suche nach dem verlorenen Schatz 13.00; Knives

Out –Mord ist Familiensache 17.00,20.00,23.10;

Knives Out –Mord ist Familiensache (OF) 16.45,

19.45, 22.50; Latte Igel und der magische Wasserstein

11.50; Das perfekte Geheimnis 19.20;

3D: Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

17.45; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

11.30, 14.30; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

11.10, 14.20, 19.30, 22.50; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 11.25, 16.15; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise of

Skywalker (OF) 22.15; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –Star Wars: The Rise ofSkywalker (OF)

17.00, 19.45; Thomas und seine Freunde: Große

Welt! Große Abenteuer! 11.00; Vier zauberhafte

Schwestern 13.35, 17.10

HackescheHöfe (& 2834603)The Farewell (OmU)

16.45, 21.15; Der geheime Roman des Monsieur

Pick–Lemystere Henri Pick (OmU)14.30, 19.00;A

Rainy Day In NewYork (OmU) 14.30; Die Sehnsucht

der Schwestern Gusmao –Avida invisivel deEuridice

Gusmao (OmU) 16.30, 19.15; Wild Rose (OmU)

22.00; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU)

14.15, 19.00; Marriage Story (OmU) 21.15; Miles

Davis: Birth of the Cool (OmU) 16.30;Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 14.15, 16.45, 19.15; Einsam

zweisam –Deux moi (OmU) 21.45; Aquarela (OmU)

15.00; Jeanne d‘Arc –Jeanne (OmU) 22.00; Judy

(OmU) 17.00,19.30

International (& 24 75 60 11) Knives Out –Mord

ist Familiensache (OmU) 15.00, 21.00; Queen &

Slim (OmU) 18.00

Zeughauskino (& 20 30 47 70)Bruno GreinerPetter,genannt

Der Bimmel 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

7. Kogustaki Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben

(OmU) 22.15; Aman Reis Duymasin 22.55; Baba

Parasi (OmU) 16.30, 19.30, 22.50; Cats 17.00;

Cep Herkülü: Naim Süleymanoglu –Pocket Hercules

(OmU) 14.00, 20.15; Die Eiskönigin II 14.20,

17.15; The Grudge 20.15; The Grudge (OF) 23.00;

Jumanji –The Next Level 14.00, 16.55, 20.00; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 14.20; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.05,19.55; Knives Out –Mord ist Familiensache

(OF) 22.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.00; Mucize Ask 20.00; Recep Ivedik VI

23.00; 3D: Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

17.30; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.30; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.00, 16.10, 19.40; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 15.00, 19.00, 22.15; Underwater

–Esist erwacht 19.45, 23.00; Underwater –

Es ist erwacht (OF) 23.05;Vier zauberhafte Schwestern

14.45, 17.10

IL KINO (& 91 70 29 19) The Farewell (OmenglU)

21.30; Land des Honigs – Medena Zemja:

Honeyland (OmU) 18.00; Milchkrieg inDalsmynni

–Heradid (OmU) 19.45; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 13.00; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao – A vida invisivel de Euridice Gusmao

(OmU) 10.30, 15.30

Neues Off (& 62 70 95 50) Queen &Slim (OmU)

16.30,19.30, 22.30

Passage (& 68 23 70 18) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 15.00, 17.45, 20.30; Joker (OmU)

20.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 20.30;

Motherless Brooklyn (OmU) 17.30, 21.00; Systemsprenger

15.00; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 16.00, 18.30, 21.30; Judy (OmU) 16.30,

19.00


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 25

· ·

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Tagestipp

KALENDER

als Frau und Marginalisierte.

TANZ

Tanztageinden Sophiensälen bis 18.

1., Sophienstr., Kartentel.: 283 52 66

Tricks for Gold vonFrida Giulia Franceschini

und Sarabande vonSasha Amaya :

8.+ 9. 1., 20.30 Uhr,Festsaal

An Evening of Lavani vonKali Billi Productions,

12. 1. 18 Uhr,13.1., 20.30 Uhr

Hochzeitssaal

Endangered Species House of Living Colors,

17.+18. 1., 20.30 Uhr,Festsaal

JESSE IMMANUEL BOM

sonderneuropaweit deutlich professionalisiert.

Dasgilt auch für die jungen

Choreografen. Obwohl die völlige

Unberechenbarkeit den Tanztagen

früher noch einmal eine besondereAuragegeben

hatte.

Inzwischen gelingt das auf andere

Weise.Etwa wenn das Drag-Kollektiv

House of Living Colors die Perspektivevon

queeren und Trans People of

Color auf die Klimakrise ins Zentrum

ihrer Arbeit „Endangered Species“

stellt. Dass nicht nur die Natur auf

Biodiversität angewiesen ist, sondern

auch die Gesellschaft für ihre

Überlebensfähigkeit eine Vielfalt

von Identitäten braucht, ist die Ausgangsthese

des Stücks.„Endangered

Species“, so heißt es in der Ankündigung,

schöpft dabei aus dem Wissen

und den Erfahrungen von QTBIPoC

(queer & trans Black, Indigenous,

People of Colour) und der spirituellen

Naturverbundenheit ihrer Ahnen.

Dastransformiertineine multimediale

Performance aus Voguing,

Spoken Word und Live-Musik.

Sasha Amaya wiederum setzt sich

in„Sarabande“ mit barocken Tänzen

auseinander und spinnt Fäden aus

dem 17. Jahrhundert indie Gegenwart.

Wie setzt sich das, was damals

als gesellschaftliche Konvention etabliertwurde,bis

heute fort? Wemgehörendie

Tänze?Welche Sicht gibt es

auf diese europäischen kulturellen

Praktiken aus der nicht-europäischen

Perspektive? Auch im zweiten

Teil des Abends werden eingeschliffene

kulturelle Praktiken untersucht.

„Tricks for Gold“ von Frida Giulia

Franceschini geht der Tradition der

Vermarktung des weiblichen Körpers

nach und untersucht, wie sie

sich in die Gegenwart, im Zeitalter

des Spätkapitalismus transformiert

hat. Erzählt wird das als zynisches

Märchen. Mit einem Sack voll Gold

und einer Webcam versucht sich

eine einsame Heldin mit diversen

Tricks an der Magier-Fantasie

schlechthin: dem Goldmachen. In

diesem Fall der Verwandlung des eigenen

Körpers in Gold. Das kann

nicht gutausgehen.

Es stehen viele weitere queer-feministische

und politische Themen

auf dem Programm. Zum Abschied

hat Anna Mülter alles, was ihr am

Herzen liegt, verdichtet. Jetzt kann

man nur auf eine ebenso starke und

eigenwillige Nachfolgerin hoffen.

Pop

Der König

von

Kreuzberg

Zur Legende des berühmten

Liedes „Macht kaputt,

was euch kaputt macht“ von

Rio Reiser (Musik) und NorbertKrause

(Text) gehört, dass

es ursprünglich für ein Theaterstück

geschrieben wurde.

Als es in einer ARD-Dokumentation

über die linke Szene zu

Beginn der 70er-Jahreals Filmmusik

unterlegt war, erkundigten

sich zahlreiche Zuschauer

beim Sender, obman

das Stück auch kaufen könne.

Erst danach brachte es die gerade

formierte Band Ton

Steine Scherben als Single auf

den Markt, die sich in kurzer

Zeit über 6000 mal verkaufte.

Die Geschichte Rio Reisers als

umtriebiger Geist des Berliner

Undergrounds wird oft unterschlagen,

wenn es um das selige

Gedenken an den König

von Deutschland geht, der am

9. Januar 70 Jahrealt geworden

wäre. Ein Geburtstagskonzert

in der Wabe erinnert anden

ganzen Rio Reiser. HarryNutt

70 Jahre Rio Reiser,20Uhr,Wabe, DanzigerStraße

101

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: Tabea Zimmermann (Viola), Adrien La Marca

(Viola), Gerhild Romberger (Alt), Ni Fan(Schlagzeug),

Studierende der Barenboim-Said Akademie, George

Benjamin: „Viola, Viola“ für zwei Bratschen; Frank

Bridge: Lament für zwei Bratschen; Paul Hindemith:

„Des Todes Tod/Drei Lieder“ fürFrauenstimme, zwei

Bratschen und zwei Violoncelli op. 23a; GyörgyLigeti:

Sonate für Viola solo; György Kurtág: „In nomine

-all‘ongherese“ für Viola solo, aus „Jelek, játékok

és üzenetek“; Luciano Berio: „Naturale su melodie

siciliane“ für Viola, Schlagzeug und Tonband

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Frau Holle (ab 5J.)

10.30: Rico, Oskar und dieTieferschatten (ab 8J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

FELD -Theater für Kinder und Erwachsene

(& 54 08 69 48) 10.00: My funnyValentine, Junge

Oper /Tanz (ab 9J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

10.30: PippiLangstrumpf (ab5bis 11 J.)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Gemeinschaftshaus Lichtenrade (& 902 77 70)

10.00: Frederik, derTräumer,Theater Vielfalt (ab 2J.)

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in derGemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

9.00, 11.30: Bubble Jam, Rimini Protokoll, Cloud-

Performance mit Smartphones (ab 12 J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern-Wunderkisten

Klax-Kinderkunstgalerie (& 34 74 53 46)

10.00: Zeigt her eure Bilder #12, Berliner Kinder und

Jugendliche, Kinderkunst (ab 3bis 17 J.)

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

13.00: Natürlich heute!, Umweltausstellung für

Kinder

MACHmit! Museum für Kinder (& 74 77 82 00)

10.00: Aufdem Holzweg,Ausstellung über Holz

10.00: Tannenbaum-Quirle

Schaubude (& 423 43 14)

10.00: Du hast angefangen! Nein du!, TheaterGeist,

Objekttheater (ab 3bis 7J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Die Zertrennlichen (ab 9bis 13 J.)

theater strahl probebühne (& 69 59 92 22)

11.00: Spaaaß, InterAktivesTheater zum Thema

Mobbing für Keenies (5. bis 7. Klasse) (ab 12 J.)

Varia Vineta (& 43 72 32 44)

16.00: Aschenputtel (ab 3J.). Anm. erf.

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

14.00: Mit Raketen zu Planeten

LITERATUR/VORTRAG

Buchbox! Kastanienallee (& /40 50 02 35)

20.00: Slambox-Das besondere Poetry-Slam-

Format, mit Tonia Henze, Pia-Sophie Loeben,Nele

Niederstadt, Pia Wagner,Laura Greese u. a.

Buchhändlerkeller (& 55 14 93 58)

20.30: Souterrain. Skizze zu einem Roman, Lothar

Quinkenstein

Cafe Tasso (& 48 62 47 08)

20.00: Die Unerhörten: „Hinterhof“, Lesebühne

Centre Bagatelle (& 868 70 16 68)

19.30: Freya Klier:Dresden 1919 –Die Geburteiner

neuen Epoche, Lesung mit Musik

Literaturforum im Brecht-Haus (& 282 20 03)

20.00: Benns letzte Lieben, UweLehmann-Brauns,

Buchvorstellung und Gespräch, Mod.: Jörg Sundermeier

Lovelite (Haasestr.1)

20.30: Couchpoetos -die lauschigste Lesebühne

Berlins!, Sarah Bosetti, Daniel Hoth, Karsten Lampe,

Jan vonImIch, Aidin Halimi

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: LiteraturLive: Getauschte Heimat. Ein Jahr

zwischen Berlin und TelAviv,AnjaReich &YaelNachshon,

Buchpremiere mit Live-Musik

Yaam (& 615 13 54)

19.30: EastSide Slam, PoetrySlam

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.00: EU-Women. Geschichten vonFrauen aus

Europa, Lesebühne

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: Mulo Francel (sax) &Chris Gall (p), Mythos

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Michel Meis 4tet

Badehaus (& 95 59 27 76)

19.30: Kicker Dibs +Tombola

Café Lyrik (& 44 31 71 91)

19.30: Trio Scho

DODO (& 53 09 40 72)

20.00: hälm

Donau115 (Donaustr.115)

20.30: Greg Cohen, Declan Forde, Jordan Dinsdale

Duncker (& 445 95 09)

21.00: Rhymes, Gnadenlos Kostenlos

Hangar 49 (Holzmarktstr.15-18)

19.00: Yermen Anti &friends: Thomas Pabst,

Interpaul

Haus der Sinne (& 44 04 91 55)

20.00: Boxi Barrè

Kleine Weltlaterne (& 892 65 85)

20.30: Cookie Club Trio, special guest: Tanja Kasper

(voc)

Kugelbahn (& 01 63 17 37 63)

21.00: Oxo Oho

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

21.00: Orania.Soul: TheDark Night of Soul -Kristiina

Tuomi (voc), Samuel Halscheidt (g,voc), Paul Kleber

(db)

Rickenbacker‘s (& 81 89 82 90)

21.00: Berlin JiveCompany

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Christian Pabst Trio

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: GorillaMask (rec-release-show) +JokeLanz &

Mat Pogo,thirsty and miserable

SO36 (& 61 40 13 06)

20.00: The Dreadnaughts vs. The Porters

Wabe (& 902 95 38 50)

20.00: 70 Jahre Rio Reiser -Ein Geburtstagskonzert

mit Jan Preuß, Steffen Rose, Funky K. Götzner,Sonny

Teth, Steinlandpiraten

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: Berlin Jazz Jam Nighthosted by Lional Haas

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: JorgeRossy Vibes Quintet feat. Mark Turner &

Joey Baron

CLUB

Badehaus (& 95 59 27 76)

23.00: B/yond Pop-Your newIndie Thursdate

Bohnengold (Reichenberger Str.153)

23.00: Indietanzbar,Christian

SageClub (& 278 98 30)

21.00: Rock at Sage:LadyCrank /Snippet Upper

Lazer (live), Kate Kaputto, Kalli &Steffen, ill O.,

Manuela Wasteland

Suicide Club (Revaler Str.99)

23.00: Chantals House of Shame

BALLROOM

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

21.00: Red Rhythm -Swing Dance Night

Kulturbrauerei/Soda (& 44 31 51 55)

19.00: Soda Social Club meets Berlin

KINO

Rollberg (& 62 70 46 45) Knives Out –Mord ist Familiensache

(OF) 16.00, 19.00, 22.00; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise of

Skywalker (OF) 17.20, 20.30; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 18.00; Queen &Slim (OF)

21.20; The Farewell (OmenglU) 17.00, 19.20; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OF) 21.40

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.50,19.40; Cats

14.15; Die Eiskönigin II 14.30, 17.10; 3D: Jumanji

–The Next Level 17.00, 20.00; Jumanji –The Next

Level14.20; DerkleineRabe Socke3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 14.40; Knives Out –Mord ist

Familiensache 19.50; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 16.40, 20.15; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 15.15, 19.15, 19.45; Vier zauberhafte

Schwestern 14.50, 17.20

Wolf (& 921 03 93 33) The Farewell (OmenglU)

19.00; Jeanne d‘Arc (OmU) 18.10; Little Joe –

Glück ist ein Geschäft 21.10; Die Sehnsucht der

Schwestern Gusmao –Avida invisivel de Euridice

Gusmao (OmU) 21.00; Die Tigerentenbande –Der

Film 16.30; Una Primavera (OmU) 17.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Knives Out

–Mord ist Familiensache 17.45, 20.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.30; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.45, 17.20, 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Knives

Out –Mord ist Familiensache 14.50, 17.40,20.30;

Freies Land 16.15, 20.50; Knives Out –Mord ist

Familiensache (OmU) 18.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00,16.40, 19.20; Judy 15.20,

19.00; Queen &Slim (OmU) 21.30; Miles Davis:

Birth of the Cool (OmU) 17.20; Parasite 20.00;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 15.00

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 0200)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 13.45, 16.40,

19.20; Cats 16.30; Cats (OmU) 23.00; Die Eiskönigin

II14.20; Freies Land 21.30; Der geheime

Roman des Monsieur Pick 14.00; Judy 14.15; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 13.50; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.00, 19.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

(OmU) 22.40; Little Joe –Glück ist ein

Geschäft 20.00; Milchkrieg inDalsmynni 19.00;

Parasite –Gisaengchung (OmU) 22.50; Pavarotti

(OmU) 14.20; The Peanut Butter Falcon 19.00; Das

perfekte Geheimnis 17.00; Queen &Slim 16.20,

19.30; Queen &Slim (OmU) 22.40; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 13.45; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 15.50, 19.30; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise of

Skywalker (OmU) 17.15, 20.30, 21.30; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise of

Skywalker (OF) 22.15; Vier zauberhafte Schwestern

14.00, 16.30

Krokodil (& 44 04 92 98) Gundermann Revier

19.30; Land des Honigs –Medena Zemja: Honeyland

(OmU) 18.00; Schönheit &Vergänglichkeit

21.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) The Farewell

(OmU) 19.30; Schönheit&Vergänglichkeit (OmenglU)

18.00

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) 3Engel

für Charlie 14.20, 17.00; 3Engel für Charlie

–Charlie‘s Angels (OF) 20.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.35, 17.15, 19.55; Cats 17.15;

3D: DieEiskönigin II 14.20;Die Eiskönigin II 14.30,

16.55; The Grudge 19.40, 22.30; Hustlers 22.35;

Joker 22.45; 3D: Jumanji –The Next Level 19.50,

22.40; Jumanji –The Next Level 14.15, 17.00;

Knives Out –Mord ist Familiensache 14.25, 16.45,

19.35, 22.35; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.30; Motherless Brooklyn 22.40; Das

perfekte Geheimnis 19.40; Queen &Slim 16.40,

19.40; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.20; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

20.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.25,

16.40, 19.15, 22.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 22.35; Underwater – Es ist erwacht

19.45, 22.30; Vier zauberhafte Schwestern 14.30,

16.55

SCHÖNEBERG

Cinema Walther-Schreiber-Platz (& 852 3004)

Das perfekte Geheimnis 14.35, 17.20, 20.15

Cosima (& 85 07 58 02) The Irishman 20.00; Der

Leuchtturm 18.00

Odeon (& 78 70 40 19) Knives Out –Mord ist Familiensache

(OmU) 14.40, 20.30; Queen &Slim

(OmU) 17.30

Xenon (& 78 00 15 30) Cunningham (OmU)

18.00; Judy (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) Cats

20.10; Die Eiskönigin II 10.00, 11.50, 14.10,

16.50; Joker 23.00; 3D: Jumanji –The Next Level

19.45, 22.55; Jumanji –The Next Level 10.00,

14.45, 17.00; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 10.00, 12.40; Das

perfekte Geheimnis20.20, 23.00; SpioneUndercover:

Eine wilde Verwandlung 10.00, 12.15, 14.30;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.00,

19.30, 22.55; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

12.30, 15.45, 20.10; Vier zauberhafte Schwestern

10.00, 12.15, 14.30, 17.40

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 6081) Alles

außer gewöhnlich 18.00; Aretha Franklin: Amazing

Grace 20.15; Ich war noch niemals in New York

13.15; Die schönste Zeit unseres Lebens 15.45

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00, 17.00,20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20) 3

Engel für Charlie 23.05; Cats 20.20; Die Eiskönigin

II 10.00, 12.15, 14.00, 16.45; Hustlers 23.00; Jumanji

–The Next Level 13.40, 16.40, 16.45, 19.45,

19.50, 23.00; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 11.00; Knives Out –

Mord ist Familiensache 15.00,19.30,22.45; Latte

Igel und der magische Wasserstein 10.00, 12.00,

13.00; 3D: Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

18.00; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

10.00, 12.20, 14.00; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 10.00, 14.40, 17.05, 20.30;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 11.00, 15.15,

19.30, 22.40

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 18.00, 20.30; Die Eiskönigin

II 15.30, 18.00; Jumanji –The Next Level 20.30;

Knives Out –Mord ist Familiensache 20.30; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 15.45;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 20.30; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 17.15; Vier

zauberhafte Schwestern 15.00, 18.00

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Kenji Mizoguchi: Die

Liebe der Schauspielerin Sumako –Joyu Sumako

No Koi (OmenglU) 20.00; Magical HistoryTour: Das

Leben der Boheme –Bohemielämää (OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 806969)

3Engel für Charlie 16.30, 19.40, 20.00, 22.45,

23.00; 7500 –Der Film 23.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00, 17.00,20.00; Cats 13.45,

16.40; 3D: Die Eiskönigin II 13.30; Die Eiskönigin

II 13.30, 14.00, 16.45, 19.45; The Grudge 17.10,

20.20, 23.00; Hustlers 15.15; Joker 19.50, 22.30,

22.50; Judy 17.00, 19.40; 3D: Jumanji –The Next

Level23.00;Jumanji –The Next Level12.45, 14.00,

16.30, 18.00, 19.50; Der kleine Rabe Socke 3–

Suche nach dem verlorenen Schatz 13.00; Knives

Out –Mord ist Familiensache 13.45,16.10, 16.30,

19.40, 20.30, 23.00; Latte Igel und der magische

Wasserstein 12.40; Parasite 19.15; Das perfekte

Geheimnis 17.30, 19.45; Queen & Slim 13.10,

16.30,20.15, 21.00, 22.30, 23.00;Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30, 16.45; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.10, 16.30,

17.00, 20.00, 22.35; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

12.30, 13.00, 13.15, 15.15, 16.30, 17.00,

19.00, 19.30, 20.30, 22.45, 22.50; Underwater

–Esist erwacht 19.40, 22.30; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15,17.20

Filmrauschpalast (& 394 4344) Burning –Beoning

(OmU) 21.15; Rafiki (OmU) 19.45; Shoplifters:

Familienbande –Manbikikazoku (OmU)17.30

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.30,17.30,20.00, 22.30; Die Eiskönigin II

15.00,17.30, 20.00; 3D: Jumanji –The Next Level

20.30, 22.30; Jumanji –The Next Level 18.00; SpioneUndercover:Eine

wilde Verwandlung 14.00; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.00, 17.00,

20.15, 22.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

16.00, 19.00; Vier zauberhafte Schwestern 14.00,

16.00

Casablanca (& 677 5752) The Peanut Butter Falcon

20.30; Das perfekte Geheimnis 18.00

CineStar – Der Filmpalast Treptower Park

(& 04 51/703 02 00) 3Engel für Charlie 16.30,

20.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.25,

16.50, 19.45; Black Christmas 23.15; Cats 14.10;

Die Eiskönigin II 14.20, 17.00; The Grudge 20.30,

23.10; Joker 23.00; 3D: Jumanji –The Next Level

20.15; Jumanji –The Next Level 14.15, 17.15,

22.40; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 14.40; Knives Out –Mord

ist Familiensache 16.55, 19.40, 23.00; Das perfekte

Geheimnis 20.00; 3D: Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 17.25; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.50; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.40, 20.00, 22.30;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.00, 17.15,

19.15, 23.00; Thomas und seine Freunde: Große

Welt! Große Abenteuer! 14.25; Underwater –Esist

erwacht 20.20,22.50; Vier zauberhafte Schwestern

14.00, 17.20

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) 3Engel

für Charlie 23.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.00; Aman Reis Duymasin (OmU) 23.00;

Baba Parasi 20.00; Cats 15.00; Die Eiskönigin

II 14.25, 17.15; Jumanji –The Next Level 14.20,

17.20, 20.00, 23.00; 3D: Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 17.00; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 17.00, 20.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.00, 16.30, 19.30, 22.50;

Underwater –Esist erwacht 20.20, 23.00; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 17.40

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 40 01) But Beautiful –

Nichts existiert unabhängig (OmU) 18.00; Miles

Davis: Birth of the Cool (OmU) 20.00

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Die Eiskönigin II

10.45, 13.00, 15.15, 17.30; Joker 19.45; Der geheime

Roman des Monsieur Pick 18.00; Der kleine

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

12.30, 14.15; Das perfekte Geheimnis 20.15; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

16.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) ARainy Day

In New York 18.00; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 15.30; Parasite 20.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 15.15,17.45,20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) Land des Honigs 20.30; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.00; Die schönste

Zeit unseres Lebens –Labelle epoque(OmU) 18.00

Capitol (& 831 64 17) Judy 17.45; Knives Out –

Mord ist Familiensache 14.50,20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12)

Götter von Molenbeek: Gods ofMolenbeek –Aatos

ja Amine (OmU) 17.00; Die zwölfte Stunde... eine

Nacht des Grauens (m.Live-Begleitmusik u. Einführung)

19.30

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 15.45, 18.15, 20.45;

Freies Land 20.45; Der geheime Roman des Monsieur

Pick 20.45; Judy 15.45, 18.15; Little Joe –

Glück ist ein Geschäft 18.30, 20.45; Milchkrieg in

Dalsmynni 18.45; Nur die Füße tun mir leid –900

Kilometer Jakobsweg 16.30; The Peanut Butter Falcon

16.30

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, 20.00;

Cats 16.50; Die Eiskönigin II 14.00, 14.10, 16.55,

17.20,20.00; 3D: Jumanji –The Next Level 17.00;

Jumanji –The Next Level 13.45, 19.50; Knives Out

–Mord ist Familiensache 16.45, 20.00; Das perfekte

Geheimnis 19.45; Sneak Preview 20.00; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.45, 16.00,

20.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00,

19.00; Thomas und seine Freunde: Große Welt!

Große Abenteuer! 13.50; Vier zauberhafte Schwestern

14.10, 17.15

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 8877) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 19.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30, 17.00

CineStar Wildau A10-Erlebniswelt (& 0451/

703 0200) 3Engel für Charlie 14.00, 19.45; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.10,17.15; Cats

16.50; 3D: Die Eiskönigin II14.00; Die Eiskönigin

II 14.30, 17.00, 20.15; The Grudge 20.30; 3D: Jumanji

–The Next Level 20.15; Jumanji –The Next

Level 14.20, 17.10; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.10, 19.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 15.00; Das perfekte Geheimnis 14.10,

20.00; Queen &Slim 16.50, 19.40; 3D: Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 17.20; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.45; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.00, 20.15;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 19.00;

Underwater –Esist erwacht 20.20; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15,17.30

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54)Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 20.30; Die Eiskönigin

II 15.15, 18.00; Jumanji –The Next Level 17.45;

Knives Out –Mord ist Familiensache 20.30; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 15.00; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.30, 20.00;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00

FilmpalastOranienburg (& 03301/70 48 28) Die

Eiskönigin II 14.45, 17.30; The Grudge 20.10; 3D:

Jumanji –The Next Level 20.15; Jumanji –The Next

Level 17.45; Das perfekte Geheimnis 19.45; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 15.15; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 17.00,

20.00; Vier zauberhafte Schwestern 15.30, 17.30

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Cats 18.00;

Die Eiskönigin II15.45; Knives Out –Mord ist Familiensache20.30;StarWars:Der

AufstiegSkywalkers

16.45, 19.45; Thomas und seine Freunde: Große

Welt! Große Abenteuer! 14.45

Kammerspiele Kleinmachnow (& 03 32 03/

84 75 84) Der geheime Roman des Monsieur Pick

20.00; Gundermann Revier 18.00; Latte Igel und

der magische Wasserstein 16.00

Scala Kulturpalast Werder (& 033 27/462 31 75)

Jumanji –The Next Level 16.00; Das perfekte Geheimnis

20.00; Systemsprenger 18.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Kuwaits Regierung spricht

von Hacker-Attacke

UPGRADE

Spezieller

Humor aus

Norwegen

VonOlaf Kieser

Bendik Kaltenborn ist einer der

bekanntesten Comiczeichner

Norwegens. Erist einer der Mitbegründer

des Comiczeichner-Kollektivs

Dongery. Kaltenborn zeichnet

unter anderem regelmäßig für den

NewYorker und die NewYorkTimes.

Auch am Osloer Flughafen Gardermoen

findet man einige seiner Arbeiten.

Der Band „Erste Sahne“ umfasst

veröffentlichte und unveröffentlichte

Zeichnungen und Comics aus

den vergangenen Jahren. Dazu gibt

es am Ende des Bandes kleingedruckte

Erläuterungen auf zwei Seiten.

Das gibt dem Comic den Charakter

eines Kunstbandes zu einer

Ausstellung. EinEindruck, der durch

den Inhalt verstärkt wird, denn

Kunstanspruch ist Kaltenborn nicht

abzusprechen. Kaltenborns Stil wirkt

oft ziemlich krakelig, beinahe skizzenhaft.

Das passt aber ziemlich gut

zu seinen Nonsense-Strips und Geschichtchen.

Anscheinend gefällt es

Kaltenborn, die Leserschaft zu irritieren.

Exemplarisch dafür ist eine Comicreihe,

die er vor ein paar Jahren

für die norwegische Tageszeitung

Dagbladet anfertigte. Die mit Absicht

möglich schlecht gemachte

Comicreihe „Mies“ war als Parodie

auf schlechte Comics in Zeitungen

angelegt. Am Großteil der Leser ging

die Idee aber komplett vorbei. Dementsprechend

hagelte es negative

Kommentareund Posts.

In „Erste Sahne“ sind neben der

kompletten Reihe auch die entsprechenden

Kommentare abgedruckt.

Die sind wesentlich unterhaltsamer

als die zum Teil wirklich doch eher

grauenhaften Comicstrips. Mindestens

ebenso witzig wie die negativen

Kommentare sind die wenigen Versuche,

den inhaltsleeren Unsinn zu

interpretieren.

Eine Zeit lang unterhält das,aber

irgendwann nutzt sich der Effekt ab.

Und darin liegt auch das Problem

des Bandes. Kaltenborn besitzt ein

gutes Auge für menschliche Schwächen

und Dummheiten. Auch die

Absurditäten, die die Digitalisierung

in unser Leben gebracht haben,

sind immer wieder ein Thema,

wenn die Kinder vor dem Bildschirm

beispielsweise nicht mehr

mitbekommen, dass die wahren

Wunder von Licht und Schatten in

der Wirklichkeit passieren. Nur ergibt

sich aus den Alltagsbeobachtungen

nicht zwangsläufig ein witziger

Comic oder eine gute Pointe.

Ohne die Erläuterungen ist man oft

schlicht und einfach verloren und

fragt sich eher ratlos, was das alles

soll.

Der Zugang wird wohl auch dadurch

etwas erschwert, weil der Humor

speziell norwegisch ist, der eher

etwas derber zu sein scheint. Kenntnisse

der norwegischen Kultur sind

vonVorteil, denn sonst entgehen Anspielungen

und Pointen. All das

macht „Erste Sahne“ zu einem nicht

uninteressanten aber sehr speziellen

Comic.

„Erste Sahne“ von Benedik Kaltenborn, aus

dem Norwegischen übersetzt vonMatthias Jügler,

Avant Verlag,Berlin 2019, 176 Seiten, 25 Euro

Olaf Kieser findet nicht so

richtig den Zugang zu norwegischem

Humor.

Wenn man sich auf Online-Buchungsportalen

nach einem Hotel

oder einem Flug umsieht,

steht zuweilen über einem Angebot:

„Vier andere Personen haben

in den letzten zehn Minuten nach

Ihren Reisedaten gesucht.“ Oder

auch: „25 Leute schauen sich diese

Flugverbindung an.“ Die unterschwellige

Botschaft: Nur nicht

lange nachdenken. Schnell buchen,

bevor jemand anderes zuschlagen

kann! Doch häufig scheinen diese

Angaben auf den Webseiten nicht zu

stimmen.

Tricks vonBuchungsportalen

75

Prozent der deutschen

Bevölkerung kauft laut einer

Umfrageregelmäßig

Produkte oder

Dienstleistungen im

Internet ein.

Die Sicherheitsforscherin Ophir

Harpaz berichtete, dass es ihr gelungen

sei, diese Muster aufzudecken.

„DarkPatterns“, dunkle Muster,werden

sie genannt. Siewar gerade

dabei, einen Flug zu buchen,

als ihr die Buchungsplattform anzeigte,

dass sich 38 Leute denselben

Flug anschauten. Die Zahl erschien

ihr hoch. Wie Harpaz in einem

Twitter-Thread dokumentiert,

klickte sie mit der rechten Maustaste

auf das Hinweisfeld zur Zahl

der Interessenten. Daraufhin

poppte ein Dateiname auf:

„view_notification_random“.

Der verräterische Hinweis „random“

ließ vermuten, dass hier offenbar

der Faktor Zufall am Werk war.

Im Quellcode entdeckte sie schließlich

einen Zufallsgenerator, der

Werte zwischen 28 und 45 generiert.

Der Portalbetreiber setzte offensichtlich

einen Algorithmus ein, der

randomisierte Zahlen ausspuckte.

Dem Kunden wurde stets signalisiert,

dass sich zwischen 28 und 45

Kunden für ein Angebot interessierten,

selbst wenn dieses gar nicht angeklickt

wurde. Das Ganze war also

ein Bluff.

Im stationären Handel wäresoetwas

wohl nur durch einen flunkernden

Verkäufer möglich, im Internet

ist es aber recht einfach, einen Code

in das Skript einzuschleusen, ohne

dies dem Kunden transparent zu

machen. Nicht jeder Verbraucher ist

ja so gewieft wie eine IT-Spezialistin,

die den Quellcode einer Webseite

durchleuchtet.

Allein, Buchungsportale bilden

hier keine Ausnahme. Auch im Online-Handel

werden solche manipulativen

Designs eingesetzt, um

Verbraucher in die Irre zu führen.

Dortsteht dann zum Beispiel: „Alexandraaus

Anaheim hat gerade 222

Dollar gespart.“ Die Person ist natürlich

fiktiv, doch damit wird der

Schnäppchentrieb der Kunden befeuert

–man will schließlich auch

Geld sparen.

Eine Studie der Princeton University

kommt zu dem Ergebnis,

dass von 11000 untersuchten On-

AUSGABEN BEIM ONLINE-SHOPPING

166 000 000

Milliarden Menschen

haben 2017 weltweit zumindest

einmal online

eingekauft. Das waren

ungefähr 22 Prozent der

Weltbevölkerung.

Dunkle Muster

Ist die Nachfrage wirklich so groß?

WieOnline-PortaleVerbraucher manipulieren

49

Millionen Euro gaben

die Bundesbürger im Jahr

2018 beim Online-Shopping

aus. Für 2019

wurde eine

Steigerung erwartet.

Apple bleibt standhaft

VonAdrian Lobe

line-Portalen rund elf Prozent

„DarkPatterns“ enthielten.

Die Webseitenbetreiber operieren

demnach mit ganz unterschiedlichen

Tricks, etwa mit Countdown-

Timern, die dem Verbraucher suggerieren,

dass das Sonderangebot bald

ausläuft. Oder das sogenannte Sneaking,

wo dem Kunden kurz vor dem

Bezahlen noch ein weiterer zahlungspflichtiger

Artikel wie eine Geschenkkarte

in den Warenkorb untergejubelt

wird.

Aus der Wirtschaftspsychologie

ist bekannt, dass Menschen keine rationalen

Entscheidungen treffen,

sondernunter kognitivenVerzerrungen

leiden, ohne sich dessen bewusst

zu sein. So neigen sie dazu,

kurzfristige Gewinne langfristigen

vorzuziehen oder nur solche Informationen

zu berücksichtigen, die ihren

Erwartungen entsprechen (Bestätigungsfehler).

Online-Händler

wissen um diese Schwächen –und

nutzen sie offensichtlich gnadenlos

aus. Derlei Nudging-Techniken werden

auch in Supermärkten angewandt

–zum Beispiel werden Süßigkeiten

im Kassenbereich direkt auf

Kinderhöhe platziert (sogenannte

Quengelware).

Im Online-Handel sind diese Manipulationstechniken

aber noch viel

trickreicher, weil sie nicht so leicht

durchschaut werden können. Genauso

wie die intransparenten Preisbildungsalgorithmen,

die dafür sorgen,

dass man zuweilen das Doppelte

seines Sitznachbarn imFlugzeug bezahlt.

Der Informatik-Professor Arvind

Narayanan, der die Studie leitete,

kritisiert, dass „Dark Patterns“

das Vertrauen der Verbraucher in die

Portale erodierten. Er verglich die

manipulativen Webdesigns mit Umweltverschmutzung.

Verräterische Daten

GETTY IMAGES/ISTOCKPHOTO

Die Rufe nach einer schärferen Regulierung

werden lauter. Die US-Senatoren

Mark Warner und Deb Fischer

haben im April2019 ein Gesetz

ins Parlament eingebracht, das die

Nutzungdieser Techniken untersagt.

Die norwegische Verbraucherschutzbehörde,

die die Praktiken in

einer Studie („Deceived by Design“)

untersucht hat, hält die Interfaces

sogar für ethisch problematisch,

„weil sie Nutzer zu Handlungen verleitet,

die nicht in ihrem Interesse

sind und sie ihrer Autonomieberauben“.

Die Informationsasymmetrien

bei digitalen Diensten seien riesig,

weil die meisten Nutzer das Risiko,

ihre Privatsphäre öffentlich zu machen,

nicht richtig abschätzen könnten.

Je mehr Daten Webseiten aber

abgreifen können, desto mehr wissen

sie über die Verbraucher, und

desto besser können sie ihr Verhalten

steuern.

Behörden verlangen wieder Smartphone-Daten, doch das Unternehmen verteidigt seine Verschlüsselungsmethoden

Apple zeigt sich zu einem neuen

Kräftemessen mit der US-Regierung

bereit, um die sichere Verschlüsselung

von Diensten und Geräten

zu verteidigen. „Hintertüren in

Verschlüsselung einzubauen“ sei

keine Lösung, sagte Datenschutz-

Chefin Jane Horvath auf der Technik-Messe

CES. Das ist eine bekannte

Position von Apple – ihre

Wiederholung hat aber besonderes

Gewicht, weil erst wenige Stunden

zuvor bekannt wurde, dass das FBI

von dem Konzern erneut verlangt,

bei der Entsperrung von iPhones eines

Attentäters zu helfen.

Es geht dabei um Geräte des

Mannes, der im vergangenen Jahr

drei Menschen auf einem Marine-

Stützpunkt getötet hatte. Das FBI

schöpfte seine Möglichkeiten, sich

Zugang zu den beiden Telefonen zu

beschaffen, erfolglos aus,schrieb die

New York Times unter Berufung auf

informierte Personen. Inhalte auf

iPhones werden verschlüsselt und

sind meistens nicht ohne Passcode

zugänglich. Apple betont, dass man

Behörden auf richterliche Anweisung

die vorhandenen Informationen

aushändige.

Die US-Behörden hatten vor

fü+nf Jahren sogar gegen Apple geklagt,

um den Konzern zuzwingen,

Methoden zum Knacken der

iPhone-Codesperre zu entwickeln.

Am Ende kam das FBI jedoch nach

eigenen Angaben mit Hilfe eines externen

Dienstleisters in das Telefon

rein und ließ die Klage fallen.

Apple hatte damals unter anderem

argumentiert, Hintertüren für

Behörden könnten auch missbraucht

werden. Horvath betonte

jetzt, unter anderem Gesundheitsund

Zahlungsdaten auf den Geräten

machten eine robuste Verschlüsselung

unverzichtbar.

Horvath sprach auf der CES bei einer

Podiumsdiskussion, an der auch

ihre Facebook-Kollegin Erin Egan

teilnahm. Egan wies dabei Vorwürfe

zurück, das Online-Netzwerk sammele

zu viele Daten oder betreibe mit

seinem Werbemodell „Überwachungskapitalismus“.

„Ich denke,die

Privatsphäreder Menschen bei Facebook

ist heute geschützt“, sagte sie.

Facebook bringe den Nutzernmit seinem

werbefinanzierten Geschäftsmodell

zugleich einen Mehrwert.Das

Online-Netzwerk habe zwar ein anderes

Geschäftsmodell als Apple –

aber bei beiden sei die Privatsphäre

geschützt. Ihr widersprach Rebecca

Slaughter, Mitglied der amerikani-

schen Verbraucherschutz-Behörde

FTC.

Nach immer neuen Datenpannen

und -skandalen sei es unmöglich,

zu dem Schluss zu kommen,

dass Online-Unternehmen genug

beim Datenschutz unternähmen

oder dass die Privatsphäre der Nutzer

geschützt sei, kritisierte sie. Die

FTC ist in den USA auch für die Datenschutz-Aufsicht

zuständig –und

hatte im vergangenen Sommer unter

anderem wegen des Skandals um

Cambridge Analytica eine Strafe von

fünf Milliarden Dollar gegen Facebook

verhängt. Auch vor den politischen

Gremien musste sich Facebook-Chef

Mark Zuckerbergdeshalb

verantworten. Vorallem bei den Fragen

der demokratischen Abgeordneten

Alexandria Ocasio-Cortez wirkte

Zuckerbergunsicher. (dpa)

DieRegierung Kuwaits hat eine Twitter-Botschaft

über einen angeblichen

Abzug der US-Soldaten aus

dem Golfstaat zurückgewiesen. Die

auf dem Twitter-Konto der staatlichen

Nachrichtenagentur Kuna veröffentlichte

Meldung über einen Abzug

der US-Truppen binnen drei Tagen

sei unwahr,teilte Regierungssprecher

Tarekal-Masrem am

Mittwoch mit. DerTwitter-Account

sei vonHackernangegriffen worden.

Kuna bestätigte den Hacker-Angriff.

DieInhalte der Twitter-Botschaft

seien nicht über andereKanäle veröffentlicht

worden. In dem Tweet

hatte es geheißen, der Kommandant

der US-Streitkräfte in Kuwait habe

die dortige Regierung über einen unmittelbar

bevorstehenden Truppenabzug

in Kenntnis gesetzt. Dieauf

Arabisch und Englisch veröffentlichte

Botschaft wurde binnen weniger

Minuten wieder gelöscht. (AFP)

Michelle Obama plant

Instagram-Serie über die Uni

DiefrühereFirst Lady Michelle

Obama plant, eine Instagram-TV-

Seriezustarten. Vier College-Studenten

sollen in ihrem ersten Jahr an

der Hochschule begleitet werden.

DieSerie mit sechs Folgen trägt den

Titel „A Year of Firsts“ und soll bis

Juni ausgestrahlt werden. Dieneue

Serieist Teil vonObamas Reach-Higher-Initiativezur

Hochschulbildung.„Indem

sie ihreGeschichten

teilen, helfen sie anderen zu erkennen,

dass das Aufund Ab des ersten

Studienjahres für jeden etwas ist –

und sie schaffen eine unterstützende

Gemeinschaft für andere, die sich

ähnlichen Herausforderungen stellen“,

sagte Obama. (BLZ)

Michelle Obama will Studenten mit einer

Instagram-Serie unterstützen. AP HAU DINH

Ivanka Trump lobt

Ausbildung in Deutschland

Derumstrittene Auftritt vonIvanka

Trump auf der Technikmesse CES

ging ziemlich unspektakulär über

die Bühne.Die US-Präsidententochter

lobte die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

ihres Vaters und fand

freundliche Wortefür das Ausbildungssystem

in Deutschland. Die

hierzulande betriebene betriebliche

Ausbildung lobte sie als Vorbild für

eine notwendige Qualifizierung der

Arbeitskräfte in den USA. Beiihrem

Auftritt auf der US-Technikmesse

CES erinnerte Trump an einen Besuch

im Siemens-AusbildungszentruminBerlin

im April2017. (dpa)

Samsung rechnet mit

starkemGewinnrückgang

Dersüdkoreanische Technologieriese

Samsung Electronics erwartet

wegen der weltweit schwächelnden

Chipnachfrage einen deutlichen Gewinneinbruch

im vierten Quartal.

Für die drei letzten Monate des Jahresrechnet

der Hersteller vonSpeicherchips

und Smartphones mit einem

Gewinn vorZinsen und Steuern

von7,1 BillionenWon(5,5 Milliarden

Euro), wie das Unternehmen am

Mittwoch mitteilte.Gegenüber dem

Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang

um 34,2 Prozent. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 27

· ·

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TV-Programm

ARD

9.00 (für HG) Tagesschau 9.05 (für HG) Live

nach Neun 9.55 (für HG) Sturmder Liebe 10.45

(für HG) Meister des Alltags 11.15 (für HG) Wer

weiß denn sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau

12.15 (für HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG)

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 (für HG) Tagesschau

14.10 (für HG) Sportschau. Biathlon-Weltcup:

7,5 km Sprint Damen /ca. 15.50 Paralympischer

Ski-Weltcup 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG) Verrückt nach Meer 17.00 (für

HG) Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant 18.00

(für HG) Werweiß denn sowas? 18.50 (für HG) In

aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 19.45 (für

HG) Wissen voracht 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Charlotte Link –Die Entscheidung

Kriminalfilm, D2019. Mit Felix Klare,

Jasna Fritzi Bauer.Ein deutscher Urlauber

hilft spontan einer Unbekannten –sein

eigenes Leben gerät so jedoch völlig aus

der Bahn.

21.45 (für HG) Monitor

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Dieter Nuhr live!

0.00 (für HG) Nachtmagazin

0.20 Charlotte Link –Die Entscheidung

Kriminalfilm, D2019

1.53 Tagesschau

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Mensch

Papa! Väter allein zu Haus 17.00 Herz über Kopf.

Telenovela 17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00

Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das

Starmagazin 18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell

–Das Wetter 19.05 (für HG) Alles was zählt.

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 (für HG) Der Lehrer

Comedyserie. Statt Unterschriften für

besseres Schulessen, sammelt Maya

Biomüll, den der G-Kurs ihr jedoch über

ihrem Kopf ergießt. Maya wäre nicht

Maya,wenn sie aufgeben würde.

21.15 (für HG) Sekretärinnen Sitcom

21.45 (für HG) Schwester,Schwester

22.15 (für HG) Sekretärinnen Sitcom

23.10 (für HG) Schwester,Schwester

23.35 (für HG) Beste Schwestern

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

MDR

14.00 (für HG) MDR um 2 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um 4

17.45 (für HG) MDR aktuell 18.05 (für HG)

Wetter für 3 18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für

HG) Unser Sandmännchen 19.00 Regionales

19.30 (für HG) MDR aktuell 19.50 (für HG)

Sportskanonen 20.15 (für HG) Lebensretter.DDR

im Winter 1979 21.00 (für HG) Hauptsache

gesund 21.45 (für HG) MDR aktuell 22.05 (für

HG) artour 22.35 (für HG) Washeißt hier

Heimat? 23.03 MDR aktuell 23.05 (für HG) Max

Reger 23.35 Fröhlich lesen 0.18 MDR aktuell

Bayern

13.30 (für HG) Polizeiinspektion 1 14.00 (für

HG) Tierischer Einsatz Bayern 14.45 (für HG)

Gefragt –Gejagt 15.30 Schnittgut 16.00 (für

HG) Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG)

mehr/wert 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) quer

21.00 Mama Bavaria spezial 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 Ringlstetter 22.45

Z’am rocken 23.30 (für HG) Geier im Reisrand.

Komödie, D2000 1.00 Startrampe

Vox

5.20 CSI: NY 6.55 CSI: Den Täternauf der Spur

8.45 Verklag mich doch! 10.50 VoxNachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind 12.00 Shopping

Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00

Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping Queen

16.00 4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates

19.00 Das perfekte Dinner –Wer ist der Profi?

20.00 Prominent! 20.15 (für HG) Escape Plan.

Actionfilm, USA 2013 22.30 (für HG) S.W.A.T.

–Die Spezialeinheit. Actionfilm, USA 2003 0.45

VoxNachrichten 1.05 Medical Detectives

Super RTL

9.45 Thomas &seine Freunde 10.10 PawPatrol

10.35 Sammy 11.05 Die Dschungelhelden

11.30 Grizzy &die Lemminge 11.55 Go Wild!

12.20 Trolls 12.45 Friends 13.10 Sally

Bollywood 13.40 Angelo! 14.05 Die Tomund

JerryShow 14.30 Zak Storm 14.55 Dragons

15.20 Scooby-Doo! 15.50 Alvinnn!!! 16.15

Grizzy &die Lemminge 16.40 Dennis &Fletscher

17.10 Mighty Mops 17.40 Zak Storm 18.05 Die

Tomund JerryShow 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) CSI:

Miami 23.55 30 Rock 0.20 Infomercials

Sport1

5.35 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30

StorageWars –Geschäfte in Texas 16.30 Storage

Wars –Die Geschäftemacher 17.00 StorageWars

–Die Geschäftemacher 17.30 YukonGold 18.30

StorageWars –Geschäfte in Texas 19.00 Storage

Wars –Geschäfte in Texas 19.30 StorageWars

–Geschäfte in Texas 20.00 Volleyball. Olympia

Qualifikation der Männer.Halbfinale der

deutschen Mannschaft, live. Der Gegner stand

erst nach Redaktionsschluss fest. 22.00 Fußball

23.00 YukonGold 0.00 SportClips

ZDF

5.10 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar. Krimiserie. Das Krokodil 12.00

heute 12.10 drehscheibe 13.00 (für HG)

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 heute –in

Deutschland 14.15 Die Küchenschlacht 15.00

(für HG) heute Xpress 15.05 (für HG) Bares für

Rares 16.00 (für HG) heute –inEuropa 16.10

(für HG) Die Rosenheim-Cops.Krimiserie. Ein

Sarg für Zwei 17.00 (für HG) heute 17.10 (für

HG) hallo deutschland 17.45 (für HG) ZDF

Sportextra. Handball-EM: Deutschland –Niederlande,

Vorrunde Gruppe C, 1. Spieltag,live

20.15 (für HG) Der Bergdoktor: Zwei

Wahrheiten

Arztreihe, A/D 2020. MitHans Sigl, Heiko

Ruprecht. Martins Patient Bernd

Tannhofer hat große Probleme. Ihn plagen

heftigeepileptische Anfälle.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Maybrit Illner

USA gegenIran –ist ein Krieg noch zu

verhindern?

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 (für HG) Line of Duty

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Doku-Soap. Eine Sechsjährige

hat nachts plötzlich schlimme Schmerzen und

entzündete Augen. Die Sanitäter findenheraus,

dass das Kind Sand in den Augenhat. Doch

woher? 17.30 Klinik am Südring /oder Sat.1

Regional-Magazine 18.00 AufStreife –Die

Spezialisten 19.00 Genial daneben –das Quiz

19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Meine erfundene Frau

Liebeskomödie, USA 2011. Mit Adam

Sandler.Dannyist Single, trägt aber einen

Ehering.Erwill mit vielen Frauen

ausgehen, ohne zu wirken, als würde er

nach einer festen Bindung suchen.

22.35 (für HG) Ein Schatz zum Verlieben

Abenteuerfilm, USA 2008. Mit Kate

Hudson, MatthewMcConaughey

0.50 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Rivalen

1.35 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Halbmondnacht

WDR

12.45 (für HG) WDR aktuell 13.05 (für HG)

Elefant, Tiger&Co. 13.55 (für HG) Ausgerechnet

14.25 (für HG) Um Himmels Willen 16.00 (für

HG) WDR aktuell 16.15 Hier und heute 18.00

(für HG) WDR aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG)

Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Tatort: Kaltes Herz. Krimireihe, D

2010 21.45 (für HG) WDR aktuell 22.10 (für

HG) Frau tv 22.40 (für HG) Menschen hautnah

23.25 (für HG) St. Vincent –Mein himmlischer

Nachbar.Tragikomödie, USA 2014 1.00 Jazzline

NDR

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Typisch!

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Kanada 21.00 (für

HG) Im Land der Tataren 21.45 (für HG) NDR Info

22.00 (für HG) Hotel Heidelberg –... Wersich

ewig bindet. Familienreihe, D2019 23.30 (für

HG) Matthiesens Töchter.Komödie, D2016 1.00

(für HG) Neues aus Büttenwarder

Kabel eins

5.25 Abenteuer Leben Spezial 5.55 Without a

Trace 6.40 (für HG) The Mentalist 7.35 (für HG)

Navy CIS: L.A. 8.35 Navy CIS 9.30 Blue Bloods

11.15 Without aTrace 12.10 Numb3rs 13.05

(für HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist

14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins

news 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben

täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi

kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir kümmern

uns drum 20.15 Rosins Fettkampf –Lecker

schlank mit Frank 22.30 K1 Magazin 23.30

Trucker Babes 1.25 kabel eins late news

RTLZWEI

5.20 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 PrivatdetektiveimEinsatz

7.00 Die Straßencops –Jugend

im Visier 8.00 Frauentausch 10.00 Frauentausch

12.00 Frauentausch 14.00 Die Reimanns–Ein

außergewöhnliches Leben 15.00 Die Reimanns

–Ein außergewöhnliches Leben 16.00 Hartz und

herzlich –Tag für TagBenz-Baracken 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Extrem

sauber –Putzteufel im Messie-Chaos 21.15

Extrem sauber –Putzteufel im Messie-Chaos

22.15 Das Messie-Team –Startinein neues

Leben 0.15 Promis auf Hartz IV

Eurosport 1

8.30 Skispringen 9.30 Skispringen 10.30

Skispringen 11.30 Biathlon 12.15 Biathlon

12.45 Biathlon. 13.15 Biathlon 14.20 Biathlon.

7,5 km Sprint der Frauen, live 15.50 Ski Alpin

16.30 Ski Alpin 17.15 Ski Alpin 18.00 Biathlon

18.55 Nachrichten 19.00 Skispringen 19.55

Skispringen. Einzelspringen (HS 137) 20.55

Skispringen. Einzelspringen (HS 142) 21.55

Skispringen 22.55 Nachrichten 23.00

Motorsport 23.30 Biathlon 0.00 Ski Alpin 0.30

Ski Alpin 1.00 Against all Odds

TV-Tipps

ARTE, 21.10 UHR MYSTERYSERIE

Die Frau aus dem Meer (1-3/6)

Ein malerisches Fischerdorf wird von einermysteriösen Mordserie heimgesucht.

Alles beginnt bei einer wilden Strandparty,inderen Verlauf der

junge Boris reglos aufgefunden wird. In derselben Nacht verschwinden zwei

Männer spurlos von ihrem Fischerboot. Als die Küstenwache eintrifft, finden

sie nur eine nackte Frau namens Théa auf dem verlassen Kutter.Was haben

die stille Chloé (Noée Abita), die von Boris aufder Party beinahe vergewaltigt

wurde,und die geheimnisvolle Théa mit den Vorfällen zu tun? Chloé kann

sich an nichts mehr aus der Nacht erinnern. Capitaine Bruno Gariga wird auf

dem Festland über die Vorfälle informiertund macht sich kurzerhand auf

den Wegauf die Insel, um die Fälle aufzuklären... DieMysteryserie ist eine

moderne Interpretation des Sirenen-Mythos.

(F/2019)

Foto: ARTE

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vom VOM8.1.2020

mittel MITTEL

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AUFLÖSUNG

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VOM 8. 1. 2020

vom 8.1.2020

schwer

SCHWER

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8 5 3 4 6 2 1 7 9

4 7 2 9 3 1 5 6 8

3 9 5 7 2 8 4 1 6

7 1 4 5 9 6 8 3 2

2 8 6 3 1 4 7 9 5

RBB

5.00 (für HG) Berlin erwacht –Winter 5.30 (für

HG) Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb 7.20 (für HG)

Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30

(für HG) Abendschau 9.00 (für HG) In aller

Freundschaft 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20

(für HG) Sturmder Liebe. 12.10 (für HG)

Hauptstadtrevier. 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Fluss 14.00 (für HG) Tiere bis

unters Dach 14.30 (für HG) Ein Geschenk des

Himmels. Liebeskomödie, D2005 16.00 (für

HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.05 (für HG) Panda,

Gorilla &Co. 17.55 Sandmännchen 18.02 rbb

UM6 18.27 zibb 19.30 (für HG) Abendschau /

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Hirschhausens Quiz des

Menschen

Dr.Eckartvon Hirschhausen begrüßt Kim

Fischer,Anna Loos, Antoine Monot Jr. und

IngoNaujoks. Dieses Mal geht es unter

anderem um Sonnenanbeter.

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Polizeiruf 110: Bei Klingelzeichen

Mord

Krimireihe, D2001. Mit Jutta Hoffmann

23.30 (für HG) Paradies: Liebe

Drama, A/D/F2012. Mit Peter Kazungu

1.25 (für HG) Abendschau

ProSieben

5.15 Mom. Sitcom. Verspielt und verloren 5.35

The Middle.Comedyserie 6.15 (für HG) Twoand

aHalf Men. Sitcom 7.35 (für HG) The Big Bang

Theory. Sitcom 9.00 (für HG) HowIMet Your

Mother.Sitcom 10.45 Mike&Molly.Sitcom.

Fisch zum Frühstück 11.10 Fresh Off the Boat.

Sitcom. Der amerikanische Traum 11.35 Last

Man Standing.Comedyserie.Mandymacht

Karriere 12.05 2BrokeGirls. Sitcom. Verzockt

12.35 Mom. Sitcom 13.25 (für HG) Twoand a

Half Men. Sitcom 14.45 The Middle. Comedyserie

15.40 (für HG) The Big Bang Theory. Sitcom

17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die

Simpsons. Zeichentrickserie. Aufder Suche nach

Mr.Goodbart/Moho House 19.05 Galileo

20.15 Die Besten! 33 legendäre Orte aus

5Jahrzehnten

Gibt es die Area 51 wirklich? Welcher

Superstar rettet das Hollywood-Zeichen

vordem Abriss? Welches Geheimnis birgt

das Bermuda Dreieck?

23.20 Die Besten: Die 33 größten Heldengeschichten

aus 5Jahrzehnten

Rankingshow

1.40 ProSieben Spätnachrichten

1.45 Die Besten! 33 legendäre Orte aus

5Jahrzehnten

4.10 2Broke Girls

Arte

11.00 (für HG) Norwegens schönsteJahreszeit

11.45 Amerika mit David Yetman 12.15 (für HG)

Re: 12.50 Arte Journal 13.00 Stadt Land Kunst

13.45 (für HG) Der Schneider vonPanama.

Agentenfilm, USA/IRL/GB 2000 16.05 (für HG)

Russlands versteckte Paradiese 16.50 (für HG)

Xenius 17.20 Medizin in fernen Ländern 17.45

(für HG) Magische Anden 19.20 Arte Journal

19.40 (für HG) Re: 20.15 (für HG) Die Stadt

unter dem Eis 21.10 Die Frau aus dem Meer

(1-3/6) 23.35 (für HG) Im Nirgendwo.Drama,

CH 2016 1.05 Arte Journal

3Sat

6.20 Kulturzeit 7.00 nano 7.30 Alpenpanorama

9.00 (für HG) ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano

10.15 Die Affenbande vomAmazonas 10.45

Faszinierende Erde 13.00 (für HG) ZIB 13.25 Der

Pazifische Feuerring 14.50 Griechenland: Von

den Gipfeln bis ans Meer 18.30 nano 19.00

Sansibar 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 Wegmit dem Übergewicht!

21.00 scobel 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 (für

HG) Sherlock –Das letzte Problem. Krimireihe,GB

2017 23.55 (für HG) Varg Veum –Gefährten des

Todes. Krimireihe, DK/N/D2011 1.30 10 vor10

Phoenix

10.45 AufAbwegen 11.15 Faszination Fliegen

11.45 phoenix vorort 12.00 Zum Schutz der

Meere 12.30 Die Australien-Saga 13.15 phoenix

vorort 13.30 Die Australien-Saga 14.15

Faszinierende Erde 17.15 Zurück in die Heimat?

17.30 phoenix der tag 18.00 Zum Schutz der

Meere 18.30 Die Australien-Saga 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 Vergiftete Flüsse 21.00 (für

HG) Die Plastikflut 21.45 (für HG) heute journal

22.15 Russland. Dokumentarfilm, D, 2011

23.45 Passion for Planet. Dokumentarfilm, D

2016 1.15 Vergiftete Flüsse

Kika

12.30 The Garfield Show 12.55 Ernest &

Rebecca 13.20 (für HG) Mirette ermittelt 13.40

(für HG) Die Pfefferkörner 14.10 (für HG) Schloss

Einstein –Erfurt 15.00 Du bist Style! 15.30 Max

&Maestro 16.05 (für HG) Hexe Lilli 16.50 Peter

Pan–Neue Abenteuer 17.35 (für HG) Der kleine

Prinz 18.00 Shaun das Schaf 18.15 Ritter Rost

18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50

Unser Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und

die starken Männer 19.25 (für HG) Löwenzahn

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika Live

20.10 Die Jungs-WG 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.00 Die Schatzsucher –Goldtaucher der

Beringsee 6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn

9.20 Auction Hunters 9.50 Infomercial 10.15

ToyHunter 11.15 Border Control 12.15 Steel

Buddies 13.15 Railroad Alaska 14.15 Die

Schatzsucher –Goldrausch in Alaska 16.15 Die

Zwangsvollstrecker 17.15 SteelBuddies 18.15

Euro Truckers 19.15 Deutschland 24/7 20.15

Asphalt-Cowboys 21.15 Outback Truckers 22.15

Helden der Lüfte 23.10 DMAX News 23.15

Mysterien vonoben 1.05 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Wirsind 18 Millionen –und so

wohnen wir 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Ostfrauen 20.00 Tagesschau

20.15 Bedürftigeoder organisierte Banden?

21.00 Tagesschau 21.02 Judenhass in Europa

21.45 Washeißt hier eigentlich arm? 22.15

Lebensretter auf Rädern 22.45 Tagesschau vor

20 Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Monitor

0.00 Aufder Pirsch –Von Frauen, die jagen

wollen 0.30 Weltbilder 1.00 Nachtmagazin

ONE

7.30 Mein Sohn, der Klugscheißer.Komödie, D

2016 9.00 Brisant 9.40 Bezaubernde Jeannie

10.05 Bezaubernde Jeannie 10.30 Lindenstraße

11.00 Familie Dr.Kleist 11.50 Sturmder Liebe

12.35 Sturmder Liebe 13.25 Um Himmels

Willen 14.10 Global Player–Wo wir sind isch

vorne. Drama,D2013 15.40 Familie Dr.Kleist

16.30 Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernd

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmde

Liebe 20.15 extra 3Night Live 21.15 Der

deutsche Michel 22.00 Little Britain 22.30 Little

Britain 23.00 Die Pierre M. Krause Show 23.30

extra 3Night Live 0.30 Der deutsche Michel

ZDF NEO

6.35 (für HG) Unsere Wälder 7.20 (für HG)

Unsere Wälder 8.05 Topfgeldjäger 9.00

Lafer!Lichter!Lecker! 9.45 (für HG) Bares für

Rares 10.35 (für HG) Bares für Rares 11.30

Dinner Date 12.15 (für HG) Monk 12.55 (für HG

Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 15.00 (für HG)

Monk 15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00

Psych 17.45 (für HG) Bares für Rares 18.35

Dinner Date 19.20 (für HG) Bares für Rares

20.15 (für HG) Letzte Spur Berlin 21.00 (für HG

Letzte Spur Berlin 21.45 (für HG) Nachtschicht:

BlutigeStadt. Krimireihe,D2008 23.15

Scarface. Gangsterfilm, USA 1983 1.35 24

Hours –Two Sides of Crime

ZDF INFO

8.33 heute Xpress 8.35 AufVerbrecherjagd 9.15

Dem Verbrechen auf der Spur 10.00 Dem

Verbrechen auf der Spur 10.45 Dem Verbrechen

auf der Spur 11.30 Dem Verbrechen auf der Spu

12.15 Dem Verbrechen auf der Spur 12.55

ZDF-History 13.30 ZDF-History 14.15

ZDF-History 15.00 ZDF-History 15.45

ZDF-History 16.30 ZDF-History 17.15

ZDF-History 18.00 ZDF-History 18.45 Mit 500

PS durch Europa 19.30 Mit 500 PS durch

Europa 20.15 Knochenjobs und Hungerlöhne

21.00 Das vergessene Amerika 21.45

Ausgebeutetund misshandelt 22.25 Ausgedieselt

23.10 Ausgebremst 0.40 heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik für Einsteiger Musik über das Feuer.M

Stephan Holzapfel, ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Spectrum Ensemble im Kammermusiksaal

der Philharmonie Berlin: Edward Elgar /Kar

AmadeusHartmann /Andrzej Panufnik /Béla

Bartók, ca. 117 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Ernste Musik Sternstunden: Aaron Copland,

Sinfonie Nr.3.London SymphonyOrchestra /

Leitung: Aaron Copland. Aufnahme aus dem Jahr

1959, ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Die Liebe im Ernstfall (15/18). Von

Daniela Krien /GelesenvonBibana Beglau,

Maren Eggert, Jeanette Hain, ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Freispiel Stimme &Körper:Who Cares?! Eine

vielstimmigePersonalversammlung der

Sorgetragenden. VonSwoosh Lieu und Katharina

Speckmann /Regie: Katharina Pelosi, Katharina

Speckmann und Rosa Wernecke, ca. 57 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Weltzeit NeuesSelbstbewusstsein: Ecuadors

indigene Bewegung nach dem Aufstand. Von

Victoria Eglau, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Unheimliche Stimmungen in

geschlossenenSystemen: Über die Filmemacherin

Jessica Hausner,ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen Frühstückseigegen Vitaminmangel:

Wasbringen funktionelle Lebensmittel? Von

Annegret Faber /Gute Vorsätze: Wiewir den

innerenSchweinehund besiegenkönnen. Von

Sven Kästner /Lawinen: Aufden Spuren der

weißen Macht. VonGeorg Gruber.Moderation:

Martin Mair,ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die US-amerikanische Rockmusikerin

und Sängerin Beth Hart. Mit Susanne Papawassi

liu, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente Latin Music –Old Schoo

NewSchool. Mit Peter Rixen, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

JazzFacts Beyond Category: Der Berliner Gitarris

und Komponist Paul Peuker.Von Michael Kuhlmann,

ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 – S eite 28 **

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

MarkForster und Lena Meyer-

Landrut –ein Liebespaar? IMAGO IMAGES

Lena Meyer-Landrut (28) und Mark

Forster (35) scheinen die wildesten

Fantasien zu befeuern–die sich dann

sogar zu einem allemal hitzigen Gerücht

verdichten können. Unddas

bringen jetzt die Bild-Zeitung und das

Magazin Bunte in den Umlauf: Die

beiden Musiker sollen ein Liebespaar

sein. Manhabe sie Silvester händchenhaltend

in einem Luxushotel am

Tegernsee gesehen, Freunde wüssten

angeblich schon seit Monaten von

der Liaison. Ja,mehr noch: Dernotorische

Baseballkäppiträger Forster

soll bei dem Tegernseer Tête-à-Tête

eben sein Baseballkäppi abgenommen

und Lena Meyer-Landrut auch

noch zärtlich über den Rücken gestreichelt

haben. Nunja, schönstes

Hörensagen, das wir hiermit pflichtschuldig

weitergeben möchten.

Nicht vergessen wollen wir allerdings

die Tatsache,dass sich weder

Forster noch Meyer-Landrut bisher

zu ihrem angeblich neuen Beziehungsstatus

geäußerthaben. (schl.)

TIERE

Schön stillhalten: Leslie wurde unter

Narkose operiert. SAN DIEGO ZOO

Kein alltäglicher Eingriff für die Augenärzte

in SanDiego: Flachlandgorillaweibchen

Leslie ist gerade mal

drei Jahrealt und hat schon grauen

Star.Ausgelöst wurde die Linsentrübung

wohl durch eine Verletzung.

Daher hieß es nun: Ab auf den OP-

Tisch, raus mit der eingetrübten

Linse und rein mit der neuen, künstlichen

Variante.Glücklicherweise ist

die Anatomie des Auges bei Mensch

und Gorilla ähnlich, sodass die Prozedur

ohne Komplikationen verlief.

Leslie hat hervorragende Chancen,

für den Rest ihres Lebens wieder gut

sehen zu können. Hurra! (avo.)

Vonder Boeing 737 auf ihrem Flug vom Iran in die Ukraine sind nur noch Trümmer übrig geblieben.

Keiner hat überlebt

Inmitten der Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stürzt bei Teheran ein Flugzeug ab

Die Aufnahmen von der

Unglücksstelle zeichnen

ein Bild der Zerstörung:

Verkohlte Wrackteile liegen

weit verstreut, Rettungskräfte

versuchen sich ein Bild vonder Lage

zu machen. Bis das Bild vollständig

ist, wird esnoch dauern: Waresein

technischer Defekt, wie die iranische

Luftfahrtbehörde kurznach dem Absturz

verlauten ließ? Oder doch ein

Abschuss durch die Luftabwehr? Fest

steht: Der Absturz der ukrainischen

Maschine fällt mitten in die militärische

Eskalation des Konflikts zwischen

dem Iran und den USA. Ob ein

Zusammenhang besteht, muss nun

ermittelt werden.

Viele Kinder unter den Opfern

Die mit 176 Menschen besetzte Passagiermaschine

der Ukraine International

Airlines war am Mittwochmorgen

in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens

der iranischen

Hauptstadt Teheran abgestürzt. Alle

Insassen kamen dabei ums Leben –

laut ukrainischem Außenministerium

82 Iraner,63Kanadier,elf Ukrainer,

zehn Schweden, drei Briten, vier

Afghanen und drei Deutsche. Aus

dem Auswärtigen Amt hieß es allerdings

am Mittwochnachmittag: „Wir

haben derzeit keine Erkenntnisse,

nach denen sich deutsche Staatsangehörige

unter den Opferndes FlugzeugabsturzesinIranbefinden.“

Iranischen

Staatsmedien zufolge waren

15 der PassagiereKinder.

Die Maschine war auf dem Weg

von Teheran in die ukrainische

Hauptstadt Kiew und stürzte kurz

nach dem Start inder Gegend der

Stadt Parand ab. Vom Staatsfernsehen

verbreitete Aufnahmen zeigten

das bereits brennende Flugzeug

während des Absturzes. DieUkraine

International Airlines hat nach dem

Absturzalle Flüge nach Teheran eingestellt.

Die etwa vier Jahre alte Maschine

des Typs Boeing 737-800 NG

sei zuletzt vor zwei Tagen technisch

überprüft worden, teilte die private

Fluggesellschaft mit Sitz in Kiew mit.

„Das Flugzeug war einsatzfähig“, betonte

Airline-Präsident Jewgenyj

Dychne in Kiew.„Es war eine unserer

besten Maschinen.“

Die 1992 gegründete größte

ukrainische Airline verfügt nach eigenen

Angaben über 42 Flugzeuge

und hat wöchentlich rund 1100

Flüge in insgesamt 38 Länder.

Hauptaktionär ist der Oligarch Igor

Kolomoiski. Die ukrainischen Behörden

ermitteln nun zur Absturzursache.

Iranische Experten in der

Luftfahrtbehörde untersuchen die

zwei Blackboxen, die nach Angaben

der Nachrichtenagentur Isna bereits

gefunden wurden.

Das Flugzeug habe sich in 2400

Metern Höhe befunden, als es vom

Radar verschwunden sei, hieß es.

Airline-Vizepräsident Igor Sosnowsky

sagte, die Wahrscheinlichkeit,

dass der Absturzauf einen Fehler

der erfahrenen Crew zurückgehe,

Flugzeugabsturz im Iran

RUSSLAND

Kiew

Ukrainische

UKRAINE

Boeing 737

kurz nach

dem Start

abgestürzt

TÜRKEI

500 km

IRAK

Teheran

IRAN

BLZ/GALANTY; QUELLE: DPA

sei minimal. „Wir ziehen das

schlichtweg nicht in Betracht“, sagte

er. Spekulationen, wonach ein Zusammenhang

zwischen dem Flugzeugabsturz

und den iranischen Raketenangriffen

auf Militärstützpunkte

im Irak wenige Stunden vor

dem Vorfall bestehen könnte, wollte

Dychne nicht kommentieren.

AufNachfragen zu Berichten über

einen angeblichen Defekt des Motors

sagte Dychne, erwerde sich nicht an

der Diskussion „reiner Hypothesen“

beteiligen. Auch der ukrainische Präsident

Wolodymyr Selenskyj warnte

vor „Spekulationen“ und der „Verbreitung

unbestätigter Theorien“

über die Absturzursache.Wegen des

Unglücks brach Selenskyj eine geplante

Reise nach Oman ab. Erordnete

eine Untersuchung und eine

Überprüfung „aller zivilen Flugzeuge“

in der Ukraine an.

ISNA/AFP/ROHHOLLAH VADATI

Ein Sprecher des internationalen

Flughafens in Teheran hatte bereits

kurznach dem Unglück erklärt, mutmaßlich

„technische Schwierigkeiten“

hätten zu dem Absturz geführt.

Auf welcher Grundlage diese Einschätzung

beruhte,blieb offen. Auch

die ukrainische Botschaft in Teheran

hatte auf ihrer Website zunächst von

einem technischen Defekt geschrieben

und einen „Terrorakt“ nach ersten

Erkenntnissen ausgeschlossen.

Danach hieß es, alle Informationen

würden zu einem späteren Zeitpunkt

durch eine offizielle Kommission

veröffentlicht.

Erinnerungen an Flug MH17

Der Luftverkehrsexperte Stephen

Wright von der Universität Tampere

in Finnland sagte unterdessen der

Nachrichtenagentur AFP, erhalte einen

Abschuss der Boeing-Maschine

für unwahrscheinlich. Das Flugzeug

sei nach oben und in die richtige

Richtung geflogen. Wright zufolge

könne eine Bombe an Bord oder

„eine katastrophale Panne im Flugzeug“

ursächlich für den Absturzgewesen

sein.

In der Ukraine weckt der Absturz

dennoch Erinnerungen an den Abschuss

der malaysischen Passagiermaschine

MH17 2014 über der Ostukraine.

Damals wurden 298 Menschen

unter bis heute nicht völlig geklärten

Umständen durch eine

Luftabwehrrakete plötzlich in den

Todgerissen. (BLZ; mit AFP,dpa)

Harry will sich von royalen

Pflichten zurückziehen

Derbritische Prinz Harryund Herzogin

Meghan wollen sich aus den Verpflichtungen

der britischen Königsfamilie

zurückziehen und „finanziell

unabhängig“ werden. Dies gab das

Paar am Mittwoch auf seinem Instagram-Account

bekannt. Siewollten

künftig sowohl in Großbritannien als

auch in Nordamerika leben, hieß es

darin. Harry(35) und Meghan (38)

waren in den vergangenen Monaten

starkindie Kritik geraten. So war ihnen

vorgeworfen worden, dass sie zu

sehr auf ihrePrivatheit pochten. Der

Palast reagierte überrascht. Eine

Sprecherin der Königin sagte am

Abend, man verstehe den Wunsch

der beiden. Es handele sich jedoch

um „komplizierte Fragen, die zu regeln

Zeit braucht“. (dpa)

Prominente spenden für die

Opfer der Buschbrände

DieHeavy-Metal-Band Metallica will

den Opfernder verheerenden

Buschbrände in Australien 750 000

Dollar zukommen lassen. „Die Zerstörung

und die verheerenden Folgen

–für alle Einwohner,Tiere, die

Natur und das wunderbareLand in

Australien –brechen uns das Herz“,

erklärte die US-Band in einem Statement

auf Facebook und Twitter.Metallica

sind nicht die einzigen, die

Anteil an dem Schicksal der Australier

nehmen: Prinz Charles drückte

in einer Videobotschaft sein Mitgefühl

aus,Pop-Superstar Elton John

kündigte während eines Konzertes

in Sydney an, eine Million Dollar zu

spenden. Zudem planen die Tennis-

Superstars Roger Federer,Rafael Nadal

und Serena Williams für den 15.

Januar in Melbourne einige Schaukämpfe

–damit sollen Spenden für

die Opfer der Waldbrände gesammelt

werden. (dpa, AFP)

Unfallfahrer von Südtirol

bleibt in Haft

DerUnfallfahrer vonSüdtirol bleibt in

Haft. Dasergebe sich aus der Schwere

des Unfalls mit sieben Toten, sagte

Richter Emilio Schönsbergvom Landesgericht

in BozenamMittwoch.

DieAnwälte des 27 Jahrealten Südtirolers

hätten keinen Antrag auf Hausarrest

gestellt –sie gingen davon aus,

dass es besser sei, den Mann wegen

seines fragilen Gesundheitszustandes

in Haft zu beobachten. Italienische

Medien berichteten, dass das

Verhör wegen des schlechten Zustands

des Mannes abgebrochen

werden musste.Ersei mehrmals in

Tränen ausgebrochen, berichtete die

Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung

auf die Anwälte. (dpa)

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute erwärmt sich die Luft auf 8bis 11 Grad. Dazu haben graue Wolken

Regen im Gepäck. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Süd. In der

Nacht fällt aus einer kompakten Wolkendecke verbreitet Regen. Eswerden

9bis 7Grad erwartet.

Biowetter: Blutdruckstörungen ziehen

ein allgemeines Unwohlsein

nach sich. Wetterfühlige Menschen

neigen dabei zu Kopfschmerzen

Wittenberge

sowie Schwindelgefühlen. Kreislaufbeschwerden

können

7°/11°

auftreten.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 40 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 50 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 22 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 87%

Gefühlte Temperatur: maximal 9Grad.

Wind: schwach aus Süd.

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

6°/10° 6°/9°

Luckenwalde

7°/9°

Prenzlau

5°/8°

Cottbus

6°/9°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

stark bewölkt heiter stark bewölkt

7°/10° 3°/8° 3°/6°

Frankfurt

(Oder)

6°/8°

Tiefs über dem Ostausgang des Ärmelkanals und südlich von Irland wandern

nordostwärts und lenken mit starken bis stürmischen Böen Regenwolken und

sehr milde Luft heran. Kühl mit Schauern ist es im östlichen und südlichen

Schwarzmeerraum. Meist freundlich ist esvon Spanien bis zum westlichen

Schwarzmeerraum.

Sylt

4°/11°

Hannover

7°/12°

Köln

9°/12°

Saarbrücken

7°/9°

Konstanz

4°/8°

Hamburg

4°/11°

Erfurt

6°/9°

Frankfurt/Main

7°/10°

Stuttgart

6°/12°

Rostock

4°/10°

Magdeburg

7°/11°

Nürnberg

5°/6°

München

4°/12°

Rügen

4°/7°

Dresden

5°/5°

Deutschland: Heute gibt es kaum

Sonne, dafür viele Wolken und verbreitet

Regen, und die Temperaturen

klettern amTage auf 5bis 12 Grad.

Nachts sinken die Wertedann auf

9bis 3Grad. Der Wind weht schwach

bis mäßig aus Süd. Morgen bestimmen

mehr oder weniger dichte Wolken

den Himmel. Regenfälle haben

Seltenheitswert. Dabei kommen die

Höchstwerteauf 8bis 12 Grad

voran, und der Wind weht mäßig aus

Südwest.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 40 cm

Harz bis 25 cm

Erzgebirge bis 30 cm

Bayerische Alpen bis 170 cm

Mondphasen: 10.01. 17.01. 24.01. 02.02.

Sonnenaufgang: 08:14 Uhr Sonnenuntergang: 16:12 Uhr Mondaufgang: 14:52 Uhr Monduntergang: 06:56 Uhr

Lissabon

18°

Las Palmas

19°

Madrid

11°

Reykjavik


Dublin


London

14°

Paris

13°

Bordeaux

14°

Palma

15°

Algier

15°

Nizza

16°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand


Tunis

16°

Rom

12°

Warschau


Wien

5° Budapest


Palermo

13°

Kiruna

-3°

Oulu


Dubrovnik

13°

Athen

11°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul


Iraklio

13°

Archangelsk


Moskau


Ankara


Antalya

15°

Acapulco 34° sonnig

Bali 22° Gewitter

Bangkok 34° sonnig

Barbados 28° wolkig

Buenos Aires 30° Schauer

Casablanca 18° sonnig

Chicago 9° Regen

Dakar 27° heiter

Dubai 24° wolkig

Hongkong 21° bewölkt

Jerusalem 5° Schauer

Johannesburg 30° Gewitter

Kairo 14° wolkig

Kapstadt 25° wolkig

Los Angeles 16° heiter

Manila 31° wolkig

Miami 24° bewölkt

Nairobi 27° heiter

Neu Delhi 17° sonnig

New York 3° wolkig

Peking 3° wolkig

Perth 28° sonnig

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 30° Gewitter

San Francisco 13° wolkig

Santo Domingo 28° Schauer

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 34° wolkig

Sydney 26° Schauer

Tokio 14° sonnig

Toronto 4° bedeckt


Berliner Zeitung · N ummer 7 · D onnerstag, 9. Januar 2020 – S eite 1

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Kulturkalender

DER WOCHENÜBERBLICK VOM 9. BIS 15. JANUAR 2020

Filmtipps

Kinoprogramm

Literatur

Ausstellungen

Konzerte

Bühne

Seiten 2&3

Seiten 2–6

Seite 6

Seite 7

Seite 7

Seite 8

Freddie Mercurys Ruhm

setzte keineswegs erst nach

seinem frühen Tod ein,

doch er hält sich mit Emphase

schon fast drei Jahrzehnte,

länger als die Bühnenkarriere des

großen Queen-Sängers und Komponisten

(1946–1991) dauerte. Seither

kamen noch ungezählte Alben mit

ihm heraus, Dokumentationen, Bücher,Musicals.Doch

nach dem Film

„Bohemian Rhapsody“ von 2018

Die Inseln eines Lebens

sorgen später für den Glanz

Eine Uraufführung mit 20 großen Queen-Songs, vier Darstellern

und einer Band im Schlosspark-Theater:„Ich bin nicht Mercury“

scheint seine Popularität noch mal

an Fahrtaufzunehmen.

In Berlin wurden gerade Queen-

VonBirgit Walter

Titel sinfonisch arrangiert und mit

120-köpfigem Chor –studiosi cantandi

–aufgeführt, das Musical „We

will Rock you“ geht wieder auf Tournee,

zwei Sänger geben als stimmliche

Reinkarnationen von Mercury

große Konzerte: Marc Martel mit einer

Queen-Tribute-Show(10. Januar,

Tempodrom); Adam Lambert mit

Brian May und Roger Taylor von

Queen (24. Juni, Mercedes-Benz-

Arena).

Zuvor entsteht im Schlosspark

Theater das Stück„Ich bin nicht Mercury“

von dem Autor und Regisseur

Thomas Schendel. Er inszenierte

hier in den letzten neun Jahren 16

Stücke,ist daneben Film- und Theaterschauspieler

und musikalisch

eher der Klassik verhaftet. An

Queen-Songs schätzt er vor allem

ihregrandiose Opernhaftigkeit: „Erst

nach dem Film, als ich mich mit dem

Queen-Stoff befasste, stellte ich fest,

wie klassisch gebildet Mercury war.

Wasfür eine Kraft in einem Song wie

,Bohemian Rhapsody‘ steckt, und

welch ein Aufwand! Sechs- und siebenstimmig

wurden Songs im Studio

aufgenommen, so konnte Queen

sie gar nicht live aufführen. Aber in

unserem Stück kommt das vor –neben

den vier Darstellernsingen auch

die Band-Musiker.“

„Ich bin nicht Mercury“ ist keine

Biografie,wie schon der Titel vermuten

lässt, dafür hätte es das Große

Recht gebraucht, höchst aufwändig

von den Erben zu beschaffen. Und

das sogenannte Kleine Recht der

Gema erlaubt keine Biografie, wie

man zuletzt an dem juristischen

Streit um das Michael-Jackson-Musical

erlebte.Wenn die Inszenierung

mit ihren 20 Queen-Songs keine Biografie

werden darf–was dann? FrederikeHaas, Marco Billep, Thomas Borchertund Michael Ernst werden singen und spielen –das ist noch kein Foto aus der Aufführung. DERDEHMEL/URBSCHAT

Thomas Schendel: „Ich bin sowieso

kein Freund mehr von Bühnen-Biografien,

kein Leben lässt sich

in zwei Stunden abhandeln. Mein

Stück erzählt von den Proben einer

Band, die Queen-Titel covert und

demnächst in einem Tonstudio aufnehmen

will. Die gemeinsame Arbeit