Der Harz_01_20

wittchen
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Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 01_2020

Kultur- und

Naturparkpreis

verliehen Seite 8

Neue Ausstellung

im Brockenhaus

Seite 13

Freizeittipps

für Kinder und

Jugendliche Seite 19

www.harzklub.de


DDR

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THALE

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Öffnungszeit:

Mo. - Fr. 10:00 - 18:00

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EDITORIAL

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon 05323 81758

info@harzklub.de

www.harzklub.de

Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

Matthias Bein (Haupt pressewart),

Michael Rudolph (Stellv. Hauptpressewart),

Marion Schmidt

(Hauptschrift wartin), Christoph

Steingaß (verantwortlich), Klaus

Dumeier (Stellv. Präsidenten).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

mit Genehmigung des Verlages

gestattet.

Redaktions- und Anzeigenschluss:

Jeweils zum 15. des Vormonats.

Verlag und Druck:

(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

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Max-Planck-Straße 12/14

38855 Wernigerode

Telefon: 03943 5424-0

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DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Kommentar zur Titelseite:

Wann wird´s mal wieder richtig

Winter? (Foto: Christoph Steingaß)

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

liebe Freunde des Harzklubs,

lassen Sie mich Dankeschön sagen für Ihr Engagement für den Harz, für unsere Heimat, für

den Harzklub im vergangenen Jahr.

Ich danke zuerst all´ den engagierten Wanderfreunden, die sich in Ihrer Freizeit, im Ehrenamt,

für unsere Heimat stark machen. Ein besonderer Dank gilt ausdrücklich den Wanderfreuden,

die sich bereit erklärt haben und weiter bereit erklären, auch Vorstandsverantwortung

in den Zweigvereinen zu übernehmen. „Wir brauchen nicht nur Indianer, sondern auch

Häuptlinge!“ habe ich im Rahmen unserer jüngsten Jahreshauptversammlung gesagt und

damit zum Ausdruck bringen wollen, dass die Bereitschaft zur Übernahme von Funktionen

im Vorstand – Vorsitz, Schatzmeister, Schriftführer etc. – leider ebenso abnimmt wie

unsere Mitgliederzahlen. Also, auf geht´s! – Verantwortung für den Harzklub übernehmen!

Und bitte helfen Sie weiter mit, unseren Harzklub Jahr für Jahr weiter zu öffnen. Öffnen

für neue Themen und Formate, öffnen für neue Mitglieder.

Es wird gelingen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ möchte ich Ihnen zurufen. Denn nicht nur

unser Wald hat sich im vergangenen Jahr dramatisch verändert, sondern das Bewusstsein

der Bevölkerung auch: Die Themen Umwelt- und Naturschutz, das Thema Klimaschutz,

sind großflächig in den Köpfen und der Bevölkerung angekommen.

Angestoßen von jungen Menschen, die das Thema Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit

nicht mehr nur auf Finanzzahlen und Schuldenproblematik reduziert sehen

wollen. Ich freue mich jedenfalls darüber, dass gerade junge Menschen sich endlich wieder

in politische Prozesse, in den gesellschaftlichen Diskurs, einbringen.

Und wir sollten und dürfen auch weiterhin ruhig zulassen, dass wir in unserem Harzklub

verschiedene Positionen und Meinungen zu den wichtigen Harzthemen haben. Mir ist

jedenfalls wichtig, dass der Harzklub weiterhin eine Kultur pflegt, in der unterschiedliche

Positionen und Meinungen zulässig sind und wir sie auch diskutieren, solange immer das

Ziel vor Augen bleibt für unsere Heimat und unsere Natur positiv zu arbeiten.

Lasst uns die jungen Menschen mit ihren Positionen ernst nehmen und sie einladen. Lasst

uns erklären, dass der Harzklub schon seit Jahrzehnten steht für Umwelt- und Naturschutz,

für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, für den Erhalt unseres Naturraums und das Bewusstsein

für Heimat und Umwelt.

Liebe Leser,

lassen Sie mich aber auch Dankeschön sagen unseren Partnern und Sponsoren. Sie helfen

mit, dass der Harzklub weiterhin die kräftige und starke Stimme im EINEN HARZ ist.

Unsere zentral organisierten Veranstaltungen wie die Jahrestreffen zum 03.10. und 03.12.

auf dem Brocken, der Naturschutztag, der Harzer Heimattag, die Sternwanderung, aber

auch unser umfangreiches Projekt zur Optimierung der Wanderwege wären ohne Partner

nicht denkbar. Und die Finanzierung unserer kompetenten Geschäftsstelle mit Frau Drache

und Herrn Resow wäre ohne Partner auch nicht zu leisten. Vielen Dank dafür.

Liebe Partner, liebe Wanderfreunde,

lassen Sie uns auch im Jahr 2020 gemeinsam weiterarbeiten und uns engagieren für unseren

Harz.

Alles Gute und bleiben Sie gesund!

Dr. Oliver Junk

Präsident Harzklub e.V.

01 | 2020

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HARZKLUB

Der Brocken – seit 1989 ein starkes Symbol der Wiedervereinigung

Der Harzklub e.V. feierte am 3. Dezember

30 Jahre Brockenmauer-Öffnung

Der einst im Sperrgebiet gelegene

Brocken war 28 Jahre lang für die Menschen

aus Ost und West unerreichbar.

Und sowohl im Osten als auch im Westen

wurde die Sehnsucht von Jahr zu

Jahr größer, den Brocken erklimmen

zu dürfen. An wohl keinem Ort wird

die Wiedervereinigung so beispielhaft

sichtbar, wie auf Norddeutschlands

höchstem Berg.

Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze

im November 1989 fand unter dem Motto

„Freie Bürger, Freier Brocken“ am 3. Dezember

1989 ein friedlicher Sternmarsch auf

den Harzgipfel statt. Tausende Wanderer

machten sich an dem kalten Dezembertag

bei strahlendem Sonnenschein auf den

Weg. Immer drängender wurden die Rufe

nach der Öffnung der Brockenmauer. Um

12.45 Uhr war es soweit! Die Grenztruppen

öffneten das Tor in der 2,7 km langen Mauer,

die die Militäranlagen auf der Brockenkuppe

schützte. Nach 28 Jahren nahmen die

Menschen aus Ost und West ihren „Vater

Brocken“ freudetaumelnd wieder in Besitz!

Die Presse berichtete damals von einem

deutsch-deutschen Gipfelfest.

Dieser Sternmarsch war die Initialzündung

für die Gründung einer Vielzahl von Harzklub-Zweigvereinen

im Ostharz. Binnen

kurzer Zeit wurden die Wanderwege miteinander

verknüpft und beschildert. Für den

Harzklub e.V. gehört die Brockenmaueröffnung

zu den wichtigsten Ereignissen im

Harz. Seit 1989 treffen sich die Mitglieder

des Harzklubs jährlich am 3. Dezember

auf dem Brocken. Der 30. Jahrestag der

Brockenmauer-Öffnung wurde für unsere

Mitglieder, die Wanderer und alle Gäste

zu einem ganz besonderen Erlebnis. Etwa

150 Wanderer hatten sich pünktlich um

11:30 Uhr am Gedenkstein am ehemaligen

Brockentor eingefunden.

Die Ansprache hielt in diesem Jahr der

Ehrenpräsident des Harzklub e.V. und

ehemalige Landrat des Landkreises Harz,

Dr. Michael Ermrich. In seiner Rede betonte

er die Wandlung des Brockens von

einem Symbol der Teilung und Trennung,

hin zu dem Symbol der Deutschen Einheit

schlechthin: „Der 3. Dezember 1989 war

ein klarer Wintertag mit angenehmer Kälte,

Harzklub-Ehrenpräsident Michael Ermrich erinnerte am Gedenkstein

des Harzklubs, der am ehemaligen Tor der DDR-Grenzanlage

an die friedliche Erstürmung der Brockenmauer erinnert,

an jenen 3. Dezember 1989.

Harzklub-Präsident Dr. Oliver Junk will die

Tradition von zwei Gedenkfeiern auf dem

Brocken am 3. Oktober und 3. Dezember

weiter fortführen.

Sonne und einer Sicht bis zum Inselsberg.

Wir hatten unseren Brocken wieder und

der Harz hatte – fast einen Monat nach

dem Mauerfall in Berlin – seinen eigenen,

friedlichen Mauerfall.“

Der ehemalige Minister für Landesentwicklung

und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt,

Herr Dr. Karl-Heinz Daehre, hielt eine

sehr kurzweilige Festrede im Goethesaal,

der mit etwa 250 Teilnehmern bis auf den

letzten Platz gefüllt war. Die Staatssekretärin

Frau Eva Feußner überbrachte die

Grußworte der Landesregierung. Landrat

Martin Skiebe sprach ein emotionales

Grußwort für den Landkreis Harz. Unter

den zahlreichen Ehrengästen waren u.a.

der Geschäftsführer

der Harzer Schmalspurbahnen

GmbH

Matthias Wagener,

die Geschäftsführerin

des Harzer Tourismusverbandes

Carola Schmidt sowie

die Bundestagsabgeordnete

Heike

Bremer. Als Vertreter

der Wanderverbände

begrüßte

Dr. Oliver Junk den

Präsidenten des

Landeswanderverbands

Niedersachsen

Ulrich Gövert

und den Verbandswanderwart

des Deutschen Wanderverbands

Jürgen Wachowski.

Die musikalische Umrahmung übernahmen

die Alphornbläser aus Blankenburg, mit

Gesang erfreute die Harzer Jodlermeisterin

Marina Hein.

Eine umfangreiche Bilder-Präsentation mit

seltenen Aufnahmen rund um den Dezember

1989 ermöglichte es, nochmals in die

Erlebnisse der Wendezeit einzutauchen

und Erinnerungen aufzufrischen. Zwischendurch

tauschten sich Zeitzeugen und Besucher

zu den damaligen Erlebnissen aus.

Dabei wurde stets betont, dass es sehr

wichtig ist, die Erlebnisse und Vorgänge

im Wendeherbst 1989 auch in das Bewusstsein

der nachfolgenden Generationen zu

bringen. „Zeitzeugen gibt es schließlich

immer weniger“, so der eindeutige Tenor

der Teilnehmer. Im Anschluss an das

Festprogramm erfolgte die Ausgabe der

begehrten Wimpelbänder an Ehrengäste

und die Vertreter von 37 Zweigvereinen.

Insgesamt nahmen etwa 370 Personen an

den Feierlichkeiten teil. Wer keinen Platz

mehr im Goethe-saal gefunden hatte, konnte

den Festreden auch im Touristensaal

folgen. Die Firma Heuer&Sack hatte für die

Übertragung von Bild und Ton gesorgt.

Für alle Stempelsammler gab es einen

Sonderstempel des Brockenwirtes und der

Harzer Wandernadel. Anlässlich der Feierlichkeiten

war auch das Brockenhaus für

alle Besucher bei freiem Eintritt geöffnet.

Annett Drache/Christian Resow

4 01 | 2020


HARZKLUB

Auszüge aus der Festansprache des Ehrenpräsidenten des Harzklub e.V.

und ehemaligen Landrat des Landkreises Harz, Dr. Michael Ermrich,

am Gedenkstein Brockentor

Liebe Wanderfreunde und

Heimatfreunde!

30 Jahre sind vergangen. Viel hat sich ereignet

und sogar der Wald ist nicht mehr

der von vor 30 Jahren.

Heute ist für mich ein besonders emotionaler

Tag, ich kann die Ereignisse an die jüngere

Generation vielleicht schlecht weitergeben,

trotzdem ist es unbedingt notwendig,

sich zu erinnern. Viele die heute hier sind,

waren damals dabei. Sie folgten dem Aufruf

des „Neues Forum“, veröffentlicht auch in

der „Goslarschen Zeitung“. Es war wie eine

Sternwanderung, von Ilsenburg organisiert

von Ortwin Ringleb und Wanderfreund

Erich Kissner. In Schierke war es Werner

Festerling.

Der Ausgang war mehr als ungewiss. Es

sollte unbedingt friedlich sein!

„Freie Bürger, freier Brocken!“

Der Brocken ist auf, wann ist der Brockenlauf“

„Pik, Lenin der Sowjetunion, den Brocken

aber uns“

Von den Grenztruppen gab es Bockwürste

und Tee aus der Gulaschkanone. Die ersten

Wanderer vom Brocken kamen erfolglos

zurück. „Da kommt heute keiner rein!“

Aber die Menge diskutierte und beharrte

unbeirrt am Brockentor. Dazu gab es

Gitarrengesang vom singenden „Gärtner“

Günther Wegwerth. Slogan: „Eure Kollegen

spazieren schon auf dem Kudamm!“

Es folgten Diskussionen und Telefonate,

mit wem auch immer und schließlich kam

um 12.45 Uhr die Erlaubnis, die Kuppe in

kleinen Gruppen zu betreten.

Das Tor ging auf, und es gab kein Halten

mehr. Wir Wanderer erstürmten den Brocken

und nahmen ihn in Besitz. Ich erinnere

mich daran, dass es ein klarer Wintertag

war, mit angenehmer Kälte, Sonne und

Sicht bis zum Inselsberg. Wir hatten unseren

Brocken wieder und der Harz hatte

– fast einen Monat nach dem Mauerfall in

Berlin – auch seinen friedlichen Mauerfall.

Der Brocken war keine Grenze. Er war militärischer

Sperrbezirk, in dem russische

Truppen in einem mit Stacheldraht eingezäunten

Gelände ihren Dienst versahen.

Im Bahnhof waren die Grenzgruppen und

im sogenannten Pfeffiturm die Kommunikationszentrale

der SED, die Staatssicherheit

in der Moschee, die Deutsche Post im

Turm und dann noch die Wetterwarte des

Wetterdienstes.

Was ist nun das Besondere an dem Brocken,

von dem Heinrich Heine sagt: es ist

ein Deutscher, der Deutscheste aller Berge?

Es war der Sehnsuchtsberg und Symbol

der Teilung und Trennung!

Nähert sich der Harzer seiner Heimat fühlt

er sich zu Haus, wenn er den Brocken sieht!

Und er war für Ost und West gleicherweise

seit dem 13.8.1961 nicht mehr erreichbar.

Am 3.12.1989 fiel hier oben, wo heute der

Gedenkstein unseres Harzklubs als Mahnung

und Erinnerung steht, die Mauer des

kalten Krieges. Friedlich vereint feierten

Wanderfreunde aus Ost und West auf Ihrem

Berg! Die Trennung der Harzer Heimat wurde

überwunden. Die Deutschen trafen sich

zum ersten Mal nach dem 13.8.1961 wieder

auf dem Harzgipfel, es gab ein deutschdeutsches

Gipfeltreffen!

Soviel Emotion habe ich danach nur noch

einmal erlebt, und das war wieder hier am

Brocken, als tausende Wanderfreunde die

Wiederinbetriebnahme der Brockenbahn

am 15.9.1991 feierten. Der Brocken wurde

zum Symbol für die Einheit des Harzes und

unseres Vaterlandes. Seine Faszination ist

bisher ungebrochen. Heine mit der Harzreise

und Goethe mit Faust und Walpurgisnacht

haben dazu beigetragen.

Der Tag der Deutschen Einheit am 3.10.1990

wurde deutschlandweit aus Schierke übertragen

und auch oft zu Silvester vom Brocken

berichtet.

Immer hatten die Brockenwirte eine besondere

Anziehungskraft und auch Bedeutung.

Dieser stellte sich auch Hans Steinhoff. Auf

zahlreichen Brockenstammtischen wurde

Politik gemacht für einen Harz, Konflikte

besprochen und bei einem „Schierker“

Freundschaft besiegelt.

Den Harz haben aktiv zusammengeführt:

der Harzklub

der Harzer Tourismusverband

der Arbeitgeberverband

und der Regionalverband Harz.

Das Problem des Harzes: Das Wasser fließt

bergab! Jeder versucht sich ein Stück Harz

zu vereinnahmen, dabei ist der Harz historisch

vielleicht nicht, aber heute schon eine

eigenständige starke Wirtschaftsregion!

Es war das ursprüngliche Ziel, den Abtransport

der aus 2274 Betonsegmenten

mit einer Höhe von 3,50 m bestehenden

Brockenmauer mit der HSB durchzuführen.

Aber der Abtransport der Brockenmauer

erfolgte tatsächlich über die Straße vom

6.5.1991 bis zum 15.9.1991. Am Abbaukommando

beteiligt war Bernd Wüst, der

seinerzeit beim Aufbau der Brockenmauer

als Grenztruppen-Pionier beteiligt war.

Der Gründungsaufruf des Harzklubs erfolgte

am 3.12.1989 durch Karl Berke. Das

Heft dazu und die Gitarre befinden sich in

meinem Besitz. Ich habe dieses wertvolle

grüne Heft heute dabei.

Hans-Dieter Harnisch befestigte gleich ein

Schild am Torfhaus. „Der Brocken ist auf“!

Der Harzklubs feiert jährlich den 3.10. am

Wolkenhäuschen, und den 3.12. hier an

dieser Stelle auf dem Brocken. Die Tradition

begründet haben Hans-Dieter Harnisch

und Karl Berke. Eigentlich von Anfang an

spielt am 3. Oktober das Blasorchester des

Harzklub-Zweigvereins Hannover. Der heutige

Brockenbotschafter ist Benno Schmidt,

der den Menschen die Geschichte vor Ort

näher bringt.

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde,

erhalten wir uns etwas von diesem

ereignisreichen 3.12. und dem Tag der Deutschen

Einheit! Bei allen Problemen sollten

wir eigentlich das glücklichste Volk sein.

Lassen wir uns weiterhin Brücken bauen,

wo Trennendes ist. Freiheit und Verantwortung

gehören zusammen.

Reden wir miteinander und nicht übereinander.

Der Harz ist unsere Heimat und der Brocken

ist ein bleibendes Zeichen von Heimattrennung

und friedlicher Wiedervereinigung.

Glück Auf!

01 | 2020

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HARZKLUB

Vielfalt schaffen durch nachhaltiges Handeln

Sitzbänke sammeln,

aufarbeiten und aufstellen…

Dieses Vorhaben, ausgedacht und

angepackt im Juni 2019 von acht engagierten

Wippraer Heimatfreundinnen

und Heimatfreunden in Zusammenarbeit

mit Mitgliedern vom Harzklub-

Zweigverein Wippra e.V. ist auf große

Resonanz gestoßen.

Nach einem Aufruf in der „Sonntagszeitung“

vom 8./9.Juni spendeten uns, und spenden

noch, viele Bürgerinnen und Bürger aus

dem Landkreis Mansfeld – Südharz bis heute

30 gebrauchte Bänke. Diese wurden und

werden fachmännisch aufgearbeitet und

zehn Bänke haben wir bereits an Wanderwegen

und auch in der Ortslage aufgestellt.

Im Juli 2019 waren wir nach einem Aufruf

in der „Mitteldeutschen Zeitung“ so mutig,

uns bei der Ausschreibung des Harzer Naturparkpreises

zu bewerben. Mit Erfolg! Wir erhielten

eine Einladung zum Jahresempfang

2019 des Regionalverbandes Harz e.V. zum

25.10.2019 im Reit- und Sporthotel in Stangerode

– auch ein Förderer des Verbandes.

Den Harzer Naturparkpreis 2019 erhielt das

Aus- und Weiterbildungszentrum Halberstadt

für das Projekt „Streuobstwiese am

Holzberg Sargstedt“! Der Kulturpreis Harz

2019 wurde an Rolf und Gudrun Grönig aus

Osterode am Harz verliehen. Dank und

Anerkennung erfolgte in Form von Sachpreisen,

Urkunden und wunderschönen

Blumensträußen und herzlichem Applaus

der zahlreichen Gäste im Saal.

Der Lohn für UNSER nachhaltiges Handeln

ist eine Urkunde und ebenfalls ein wunderschöner

Blumenstrauß, überreicht von Frau

Ministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert.

Ein weiteres Projekt aus dem Landkreis

Mansfeld-Südharz „Feuchtbiotop

Orchideenwiese bei Abberode“ fand ebenfalls

Anerkennung. Weitere Projekte aus

unserem Harz wurden geehrt. Die Anwesenheit

der Landrät der Landkreise Goslar,

Göttingen, Harz, Nordhausen, Quedlinburg,

der Landrätin des Landkreises Mansfeld-

Südharz, Mitgliedern des Regionalverbandes

Harz e.V. und Verantwortlichen aus vielen

Harzgemeinden und Harzer Talsperren,

macht die Arbeit – unsere ehrenamtliche

Arbeit! – bedeutend und wir sind stolz auf

die Anerkennung.

Nicht vergessen möchte ich die musikalische

Umrahmung des Jahresempfangs

2019 von drei jugendlichen Musikern der

Kreismusikschule Mansfelder Land. Sie erhielten

im Schlusswort unserer Landrätin

Frau Dr. Angelika Klein ein großes Lob und

vom Publikum viel Applaus.

Unser Harzklub-Zweigverein Wippra e.V.

plant für das Wanderjahr 2020 mit den fleißigen

„Bänkern“ eine Wanderung entlang

der Wege, an denen die Sitzbänke aufgestellt

wurden und wir laden alle Bank-Spender

und Heimat- und Naturfreunde schon

heute herzlich dazu ein. Heide-Marie Barner

Harzklub-Zweigverein Thale

Advent im Walde

Harzklubler am Feuer

(Foto: Harzklub-Zweigverein Thale)

Wenn 105 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen,

teilweise mit Kindern

und Enkelkindern, gemeinsam mit

Chorkindern des GutsMuths-Gymnasium

aus Quedlinburg „O du fröhliche“

singen, dann hat „Advent im Walde“

seinen Höhepunkt.

Alle Jahre wieder, am Sonnabend vor dem

2. Advent, feiert der Harzklub-Zweigverein

Thale den Abschluss des Wanderjahres traditionell

mitten im Wald. Das nun schon

über viele, viele Jahre. Und trotzdem, es

kommt keine Routine auf. Jedes Jahr gibt

es neue, sich ständig ändernde Voraussetzungen.

Passt das Wetter, sind genügend

Freiwillige da, welche die Versorgung der

angewanderten Vereinsmitglieder und

Gäste stemmen, kommt der Weihnachtsmann

und, und, und. Dann dieser dankbare

Moment, das gemeinsame Singen eines

Weihnachtsliedes, welcher den Stress der

Vorbereitung ganz schnell vergessen lässt.

Am langsam herunter brennenden Lagerfeuer

gibt es genügend Gesprächsstoff.

Wie war das Wanderjahr, was kann man in

der Folgezeit besser machen, ganz banale

Dinge oder einfach nur dem Knistern des

brennenden Holzes lauschen. „Der Harz

geht nicht ohne uns“, dieser Vereinsslogan

wird bei solchen Veranstaltungen deutlicher

denn je.

6 01 | 2020


HARZKLUB

Walderlebnispfad

Im Jahre 1965 wurde auf Initiative des

ehemaligen Forstamtes Lutter und unter

Beteiligung der forstlichen Universität

Göttingen ein Waldlehrpfad errichtet.

Dieser führte die Besucher und

Wanderer auf etwa 4,9 km von Nauen

auf dem Forstweg des Nauer Berges an

der Ohe-Hütte, der Braunen Heide und

entlang des Schreckensberges.

Unser Harzklub-Zweigverein Lutter hat

diesen über 40 Jahre alten Lehrpfad nach

technisch und inhaltlich aktuellem Stand

umgebaut. Für uns war der örtliche, historische

und kulturgeschichtliche Bezug sehr

wichtig. Der Waldbesucher soll bei seinem

Rundgang die Lebensgemeinschaften im

Wald erlernen und auf den Informationstafeln

wissenswertes über das Waldgebiet

erfahren. Klassische Lehrpfade haben in der

heutigen Zeit die Anziehungskraft für Waldbesucher

weitgehend verloren. Aus diesem

Grund wurde ein neues Konzept nach unseren

Vorstellungen von zwei Forstreferendarinnen,

welches den ursprünglichen

Waldlehrpfad in einen Walderlebnispfad

umwandelt, erstellt. Unser Ziel ist es, der

heutigen Generation gerecht zu werden, um

das Naturinteresse zu wecken und zu fördern.

Hierfür sind interaktive Stationen notwendig.

Das naturpädagogische Konzept

des Kindergartens und der Grundschule

wurde eingearbeitet. Dieses soll ein Anziehungspunkt

für die Schülerinnen und Schüler

sowie der Kindergartenkinder speziell in

unserer Region werden. Spielerisch sollen

sie mit den Lehrern, den Erzieherinnen und

den Eltern die schöne Welt des Waldes erfahren,

begreifen und schützen. Hierbei

war für uns besonders wichtig, den Waldbesucher

durch ein geeignetes Leitsystem

direkt anzusprechen und zum mitwirken

anzuregen. Der Eingangsbereich ist durch

einen großen Pavillon mit einer großformatigen

Orientierungstafel gekennzeichnet.

Weiterhin sind dort zwei Werbetafeln angebracht.

Dort sind Werbeschilder von 32 Firmen

und Institutionen aus unserer Region.

Die Orientierungstafel zeigt den Standort,

die Route und die einzelnen Stationen auf.

Der Wegeverlauf ist mit einer einfachen und

eindeutig sichtbaren Markierung auf Augenhöhe

deutlich gekennzeichnet. Auf den

Wegweisern begleitet uns eine Eidechse als

Symbol. Sie bezieht sich auf den Eidechsengrund,

der sich hier im Wald befindet. Der

Pfad führt zunächst auf einem schmalen

Erdweg entlang, der im Gegensatz zu befahrbaren

Wegen das aktive Walderleben

von vielen Besuchern bereichert und damit

auch bevorzugt wird. Die Konzeption der

Tafeln ist optisch sehr ansprechend. Sie

weisen jeweils auf ein Thema mit kurzen,

allgemein verständlichen Texten hin. Die

Eidechse ist in jeder Tafel integriert. Die

Themenauswahl ist objektbezogen, so daß

die Tafeln unmißverständlich zuzuordnen

sind. Die einzelnen Stationen sind in der

Eingangstafel mit einem Buchstaben gekennzeichnet.

Es wurden 20 Stationen eingerichtet:

Totholz, Geologie, Nachhaltigkeit, Bundespräsidentenplatz,

Meiler, Wasserhaushalt,

Wassergewinnung, Tier-, Weit- und Hochsprunganlage,

Tierpavillon, Waldumbau,

Barfußpfad, Balancierbaum, Klangholz,

Vogelstimmen, Waldxylophon, Krichtunnel,

Eichenscheibe, Grenzsteine, Frühblüher,

Aussichtsplattform Schlacht bei Lutter am

Barenberge

Weiterhin wurden noch mehrere Informationstafeln

zur Baumbeschreibung entlang

des Weges aufgestellt. Die grundlegende

Umwandlung des Waldlehrpfades in einen

Walderlebnispfad ist natürlich auch mit

hohem finanziellem und ehrenamtlichem

Einsatz verbunden. Es wurde ein Kostenplan

von ca. € 50.000,00 erstellt. Diese

hohen Aufwendungen für unser Konzept

konnten wir natürlich nicht aus eigenen

Mitteln durchführen. Wir haben viele Sponsoren

angesprochen, die uns sehr gut unterstützt

haben. Ich will stellvertretend

vier nennen: Die Niedersächsische Bingostiftung,

die heimische Volksbank eG, die

Landesforsten und den Regionalverband

Harz. Bei den übrigen Sponsoren möchten

wir uns ebenfalls recht herzlich bedanken.

Die Landesforsten hatten immer ein offenes

Ohr für unsere Belange. Hierfür unser

besonderer Dank. Danken müssen wir aber

auch unseren beiden Forstbeamtinnen, die

uns ein sehr interessantes und schlüssiges

Konzept, welches überall große Beachtung

hervorgerufen hat, erstellt haben. Aber all

dieses wäre gar nicht möglich gewesen,

wenn nicht unsere Mitglieder und Freunde

uns so tatkräftig unterstützt hätten. Weit

über 1.000 Stunden wurden ehrenamtlich

geleistet. Dafür mein besonderer Dank. Die

Besucher sollen Informationen bekommen,

aber auch selbst aktiv werden und durch

dieses persönliche Erlebnis für die Themen

Natur, Gesundheit und Naturschutz sensibilisiert

werden.

01 | 2020

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REGIONALVERBAND HARZ

Kultur- und Naturparkpreis verliehen

Jahresempfang des

Regionalverbandes Harz e. V.

Etwa 100 Gäste konnte Landrat Martin

Skiebe als Vorsitzender im Reit- und

Sporthotel Nordmann Stangerode im

Landkreis Mansfeld-Südharz begrüßen.

Traditionell wurden anlässlich

des Jahresempfangs die vom Regionalverband

Harz ausgelobten Preise

Kulturpreis Harz und Naturparkpreis

Harz verliehen.

Doch zunächst überbrachte Frau Ministerin

Prof. Dr. Claudia Dalbert ein Grußwort der

Landesregierung Sachsen-Anhalt. Darin

würdigte sie die Naturparkarbeit des Regionalverbandes

Harz als wichtigen Beitrag

zur Umweltbildung.

In seinem Jahresrückblick erinnerte der

Vorsitzende an viele fertiggestellte Projekte

im riesigen Verbandsgebiet. Vieles davon

war nur möglich, weil die Bundesländer, bei

durchaus unterschiedlicher Schwerpunktsetzung,

die Naturparkarbeit, die Weiterentwicklung

des UNESCO Global Geoparks

und die Kulturarbeit fördern. Außerdem

berichtete Landrat Martin Skiebe über

Ergebnisse der vorangegangenen Mitgliederversammlung.

So war Frank Ruch,

Oberbürgermeister der Welterbestadt

Quedlinburg, einstimmig als neuer Beisitzer

in das Präsidium des Regionalverbandes

Harz gewählt worden. Die Welterbestadt

ist seit Anfang 2019 ordentliches Mitglied

im Regionalverband Harz.

Für den Erhalt und die Sanierung des

Firmengeländes einschließlich des Bewirtschaftungskonzeptes

der ehemaligen

Textilfabrik Eulenburg erhielt das Ehepaar

Gudrun und Rolf Grönig aus Osterode am

Harz den mit 2.500 Euro dotierten Kulturpreis

Harz. Der Preis stand 2019 unter dem

Thema „Industriekultur“. Laudator Norbert

Gössling würdigte in seiner Ansprache das

unermüdliche Engagement der Eheleute.

Sie stellen sich der Herausforderung, die

historische „Eulenburg“ Osterode am Harz

mit ihren insgesamt 36 Gebäuden auf einer

Fläche von zehn Hektar nachhaltig zu bewirtschaften.

Verleihung Kulturpreis Harz, v.l. Norbert Gössling, Gudrun Grönig, Rolf Grönig,

Landrat Bernhard Reuter, Landrat Martin Skiebe (Foto: Dr. Klaus George/RVH)

Verleihung Naturparkpreis Harz, v.l. Annette Bergmann, Silvia Lehnert, Detlef Rutzen,

Laudator Dr. Hans-Ulrich Kison, Ministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert und Landrat

Martin Skiebe (Foto: Clara Svrcek/RVH)

Zum Thema „Vielfalt schaffen durch nachhaltiges

Handeln“ war der Naturparkpreis

Harz 2019 ausgeschrieben. Die Bekanntgabe

des Preisträgers oblag Laudator

Dr. Hans-Ulrich Kison. Über den Preis

freuten sich die Verantwortlichen für das

Projekt „Streuobstwiese am Holzberg bei

Sargstedt“ des Aus- und Weiterbildungszentrums

Halberstadt (AWZ). Der Laudator

würdigte die sehr guten Ergebnisse, die das

AWZ in Zusammenarbeit mit der unteren

Naturschutzbehörde (Landkreis Harz), der

Stadt Halberstadt und der Kommunalen

Beschäftigungsagentur Harz auf der Fläche

erreichen konnte. Der Sachpreis, ein Freischneider,

im Wert von 500 Euro wurde zwischenzeitlich

übergeben. Das Faltblatt zum

Naturpark-Wettbewerb 2019 ist in der Geschäftsstelle

des Regional verbandes Harz

oder über www.harzregion.de erhältlich.

Zum Abschluss wünschte Landrätin

Dr. Angelika Klein den Anwesenden für

den weiteren Abend gute Gespräche und

dankte Antonia Jacob, Henriette Kotzur

und Til Schöppe von der Kreismusikschule

Mansfeld-Südharz für die hervorragende

musikalische Umrahmung des Jahresempfanges.

Christiane Linke

8 01 | 2020


REGIONALVERBAND HARZ

Dr. Klaus George, Knut Niedhardt (Vorsitzender Waldhofverein),

Landrat Martin Skiebe und Michelle Müller (v.l.n.r.) am Waldhof

Silberhütte

Forstbetriebsleiter Hans Christian Schattenberg erläutert

die Bedeutung der Nummern an einem Holzpolter.

(Fotos: Isabel Reuter/RVH)

Mit Tilli und Willi die Natur entdecken

Neue Angebote auf dem

Waldhofmännchenweg und

dem Waldhof Silberhütte

Welche Funktionen hat der Wald?

Wie reagiert der Forstbetrieb Ostharz

auf die Folgen des Klimawandels

und wozu diente früher der Bahnhof

Hochbahn bei Silberhütte? All das

und noch mehr erfuhren die rund

40 Teilnehmer*innen bei der Neueröffnung

des Waldhofs Silberhütte

und des Waldhofmännchenweges.

Gemeinsam mit dem Waldhofverein

Silberhütte hat der Regionalverband

Harz in den zurückliegenden Monaten

das Informationsangebot entlang des

Weges und auf dem Waldhof selbst

erneuert.

Landrat Martin Skiebe eröffnete den Waldhof

Silberhütte offiziell mit der Anbringung

des letzten Waldhofmännchen-Schildes.

Der Regionalverband Harz hat in Zusammenarbeit

mit den Ehrenamtlichen des

Waldhofvereins ein wichtiges Projekt für

künftige Generationen umgesetzt“, so

Skiebe. Ein waldpädagogisches Zentrum

wie der Waldhof sei eine wichtige Bildungseinrichtung

im Landkreis Harz. Auf den

neuen interaktiven Tafeln des Waldhofes

kann ab sofort gerätselt werden. „Welcher

»Die neuen Informationstafeln

stehen auf der Internetseite

des Regionalverbands

Harz unter www.harzregion.de

als Download zur Verfügung.

Baum bin ich?“ oder „Wessen Frucht ist

das?“ sind Beispiele für eine spielerische

Wissensaneignung. Im Anschluss führte

Jörg-Peter Kaschner, Mitglied des Waldhofvereins,

noch zum Bahnhof Hochbahn.

Dieser war Ende des 19. Jahrhunderts

gebaut worden, um die Blei- und Silberwerke

mit Steinkohle und ausländischen

Erzkonzentraten zu beliefern. Heute sind

am ehemaligen Bahnhof der Selketalbahn

noch Reste der Gleise und Fundamentreste

der Gleiswaage vorhanden.

Auf dem Waldhofmännchenweg, einem

4 km langen Teilabschnitt des Selketal-

Stieges, gelangen Wanderer von Alexisbad

nach Silberhütte. Während einer geführten

Tour stellte u. a. der Leiter des Forstbetriebs

Ostharz, Hans Christian Schattenberg die

neuen Informationstafeln vor. Er erläuterte

das „Allroundtalent“ Wald und den

Waldumbau im Revier Harzgerode. Aus den

Fichtenreinbeständen sollen nun Mischwälder

entstehen, die weiterhin wirtschaftlich

nutzbar sind und gleichzeitig Sturmereignisse,

Dürren und Schädlingsbefall besser

aushalten können.

Aber auch Kinder kommen auf ihre Kosten:

Auf dem Waldhofmännchenweg wird eine

spannende Bildergeschichte von Konrad

Kauz, dem Maskottchen des Naturparks

Harz und seiner Freundin Josephine Auerberg

erzählt. Mit dabei sind auch Tilli und

Willi, die Maskottchen des Waldhofs. „Es

lohnt sich auch mal einen Blick unter die

Köpfe der Waldhofmännchen zu werfen“,

meinte Dr. Klaus George, der Geschäftsstellenleiter

des Regionalverbands Harz.

Insgesamt 18 von ihnen warten entlang

des Weges mit Wissenswertem über Wald,

Forstwirtschaft und die Regionalgeschichte.

Die Umsetzung der Projekte wurde ermöglicht

durch die Unterstützung des Landes

Sachsen-Anhalt im Rahmen der Naturparkförderung.

Michelle Müller

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

01 | 2020

9


TALSPERRENBETRIEB SACHSEN-ANHALT

Rückblick

Die Rappbodetalsperre ist

60 Jahre alt geworden

Das Jahr 2019 ist bereits Geschichte

und damit auch die Veranstaltungen

rund um das 60jährige Jubiläum des

Harzer Flaggschiffs. Vorrangig der Tag

der offenen Tür am 7. September 2019

sowie das Fachkolloquium am 26. September

2019 waren Anziehungspunkt

für zahlreiche Gäste.

Die Rappbodetalsperre leistet einen enorm

wichtigen Beitrag sowohl für die Trinkwasserversorgung

der Bevölkerung im mitteldeutschen

Raum als auch für den Hochwasserschutz

in der Region. Für einen Blick

hinter die Kulissen wurden am 7. September

die Türen des Giganten geöffnet. Neben

dem Gang durch die Staumauer sorgten

zahlreiche Partner und ein buntes Familienprogramm

für Information und Unterhaltung

der Gäste. Selbst die Ministerin

für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt, Frau Prof. Dr.

Dalbert, ehrte die rüstige Jubilarin und

nahm bis in die Abendstunden an der Geburtstagsfeier

teil. Fast alle Mitarbeiter des

Talsperrenbetriebs waren an diesem Tag

auf den Beinen und konnten den ca. 6.000

Besuchern ein ansprechendes Programm

bieten. Der Wettergott war den Wasserwirtschaftlern

treu. Bis auf einen Regenschauer

blieb der Tag trocken und die Stimmung

ungetrübt.

Die rund 90 Gäste des Fachkolloquiums

am 26. September konnten mittels verschiedener

Fachvorträge einen Blick auf

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

richten, wobei besonders der Klimawandel

im Fokus stand.

Auf einen Geburtstag folgt der nächste.

Emsig werden bereits die nächsten Veranstaltungen

geplant

und vorbereitet.

Die Mitarbeiter des

Talsperrenbetriebs

hoffen auch weiterhin

auf reges Interesse

an ihrer Arbeit.

Hintergrund:

Die Rappbodetalsperre,

zwischen

Hasselfelde und

Rübeland gelegen

und Teilstück der

L96, wurde am

3. Oktober 1959 offiziell

in Betrieb genommen. Gestaut werden

die Flüsse Rappbode und Hassel. Mit

einer Bauwerkshöhe von 106 Metern ist sie

die höchste Staumauer Deutschlands. Die

Mauerkrone ist 415 Meter lang und 12,50

Meter breit. Neben der immer wichtiger

werdenden Energieerzeugung erfüllt die

Rappbodetalsperre zuverlässig ihre Hauptaufgaben:

die Rohwasserlieferung für die

Trinkwasserversorgung, den Hochwasserschutz

und die Niedrigwasserauf höhung.

Beatrice Hasler

10 01 | 2020


NIEDERSÄCHSISCHE LANDESFORSTEN

Holz von Borkenkäfer-Fichten hilft dem neuen Klimaschutzwald

Lebenshilfe-Werkstätten in Gifhorn bauen

Hordenzäune gegen Hirsche im Harz

Clausthal-Zellerfeld. Berge von Holz

türmen sich derzeit in den Harzer

Wäldern. Doch wohin mit den vielen

abgestorbenen Fichtenbäumen, die

die Massenvermehrung der Borkenkäfer

zurückgelassen haben?

Förster der Niedersächsischen Landesforsten

haben für einen kleine Teil des

Holzes eine sinnvolle Verwendung gefunden.

Einige hundert Borkenkäferfichten

verkauft das Forstamt Clausthal an seinen

langjährigen Kunden, das Sägewerk Heuer

in Gifhorn. Das Sägewerk zersägt die Stämme

zu Dachlatten in immer gleicher Stärke

und Länge. Vom Sägewerk gehen die Latten

in die Werkstätten der Lebenshilfe Gifhorn

gemeinnützige GmbH. Dort verantwortet

Ingo Braukmann die Abteilungsleitung

Holzbereich. Aus den Fichten-Dachlatten

bauen die Beschäftigten der Lebenshilfe so

genannte Hordengatter. Ingo Braukmann

fertigt mit seinem Team im ersten Auftrag

insgesamt 250 solcher Holzzäune. Er sagt:

„Wir haben extra Vorrichtungen für die

gleichbleibende Produktion angefertigt.

Außerdem mussten wir die Arbeitsplätze

noch dafür vorbereiten und mit zusätzlichem

Werkzeug und einer neuen Druckluftleitung

versehen“.

Holzkäufer Heuer liefert die fertigen Holzzäune

mit dem LKW zurück in den Harz und

lädt die Gatter an den großen Kahlflächen

im Forstamt Clausthal ab. Dort werden sie

gebraucht als Schutzzäune, um die jungen

Laubpflanzen vor Wildverbiss zu schützen.

Eine der großen Kahlflächen liegt nahe der

Eckertalsperre. Dort haben Borkenkäfer im

Spätsommer 2019 ganze Arbeit geleistet

und keinen lebenden Baum zurückgelassen.

Hier im Revier Radauberg soll künftig

ein Mischwald entstehen. Die alten Fichten

stammten noch aus der Nachkriegsaufforstung,

die nach den so genannten

Engländerhieben angepflanzt wurden.

Im Wald angekommen und auf die Pflanzflächen

verteilt, werden die Hordengatter

Stück für Stück aufgebaut. Dabei braucht

es zwei bis drei Arbeiter, um die zwei Meter

hohen Holzzäune aufzustellen und fest abzustützen.

Die Landesforsten haben das

In den Werkstätten der Lebenshilfe Gifhorn entstehen aus Borkenkäfer-Fichten

Holzzäune gegen Wildverbiss (Foto: Lebenshilfe Gifhorn)

Mitarbeiter des Forstunternehmen Vukadin und Forstwirtschaftsmeister

Alexander Frese (Mitte) stellen die Wildschutzzäune im Eckertal auf (Foto: Rudolph /NLF)

Forstunternehmen Vukadin aus Braunlage

hiermit beauftragt. Die Hordengatter

müssen stabil stehen, um nicht bei Sturm

oder hohem Schnee umgedrückt zu werden.

Die Höhe von zwei Meter garantiert,

dass kein Hirsch den Holzzaun überwinden

kann. Sind alle Horden aufgestellt, wird

der neue Wald gepflanzt. „Heute stehen

uns mehr Baumarten zur Verfügung als

1949. Nach den Reparationshieben konnten

die Kahlflächen nur mit Fichten bepflanzt

werden. Wir setzen seit 30 Jahren auf

Mischwälder aus Bergahorn, Buche, Roterle,

Eberesche, Weide oder Birke“, erläutert Ralf

Krüger die Planung. Der Forstamtsleiter

aus Clausthal freut sich über die sinnvolle

Verwendung der Borkenkäfer-Fichten aus

seinen Wäldern. „So tragen die Holzgatter

gleich zweifach zum Klimaschutz bei: Ihr

Holz speichert CO2 und ersetzt Drahtzäune

und sie schützen den nachwachsenden

Klimaschutz-Wald vor Reh und Hirsch“.

01 | 2020

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Abschied: Nach 13 erfolgreichen Jahren fiel am 24. November der letzten Vorhang

für „Faust – Die Rockoper auf dem Brocken“. Rund 90.000 Zuschauer waren in

insgesamt 387 Vorstellungen dabei. Zum Abschied versammelten sich alle Akteure

noch einmal auf der Bühne. (Foto: HSB/Dirk Bahnsen)

Ende nach 13 erfolgreichen Jahren

Letzter Vorhang für „Faust – Die Rockoper

auf dem Brocken“ ist gefallen

Am 24. November fiel der letzte Vorhang

für „Faust – Die Rockoper auf

dem Brocken“. Damit endete nach

dreizehn erfolgreichen Jahren ein

besonderes Kapitel in der Geschichte

der Harzer Schmalspurbahnen GmbH

(HSB).

Rund 90.000 begeisterte Zuschauer haben

seit dem Start im Februar 2006 die

beliebte Rockoper mit Goethes Originaltexten

besucht. Zum Gesamtkonzept der

insgesamt 387 Veranstaltungen gehörte

neben der besonderen Aufführungsform

im Goethesaal auf dem Brocken auch die

An- und Abreise im dampfenden „Mephisto-

Express“ sowie das „Mephisto-Mahl“ in der

Brockenherberge. HSB-Geschäftsführer

Matthias Wagener bedankte sich während

der gestrigen Veranstaltung bei allen beteiligten

Partnern und Akteuren für die erfolgreiche

Zusammenarbeit. Für ein letztes

Abschiedsfoto versammelten sich dann alle

noch einmal auf der Bühne. Fans müssen

jedoch nicht traurig sein. Denn es ist nicht

auszuschließen, dass es eine Fortsetzung

des Faust-Themas geben wird, wenngleich

auch in Form eines neuen Stücks. Goethes

Klassiker und die Brockenbahn gehören untrennbar

zum höchsten Gipfel des Harzes.

INTERESSANTE SONDERFAHRTEN

UND VERANSTALTUNGEN IM

FEBRUAR UND MÄRZ 2020

• Neu im Programm: Sonderfahrt zum

Krimi-Dinner „Hochzeit in Schwarz“

nach Harzgerode am 01. und

02. Februar

• Sonderfahrten mit dem historischen

Traditionszug von Wernigerode

auf den Brocken (Leistungen u.a.

Reiseleitung, Sitzplatzgarantie):

am 01.; 12.; 14.; 15.; 19.; 22.; 29. Februar

sowie am 14. und 28. März 2020

Der „Quedlinburger Brockenexpress“

fährt am 21. März von Quedlinburg

aus durch das romantische Selketal

bis auf den höchsten Harzgipfel

Buchung und Information für die

Sonderzüge: Kundenservice der

Harzer Schmalspurbahnen,

Telefon: 03943/ 558-153,

E-Mail: kundenservice@hsb-wr.de

12 01 | 2020


NATIONALPARK HARZ

News vom Brockenhaus

Neue Ausstellung im Brockenhaus

hat viel zu bieten

Das höchstgelegene Nationalpark-

Besucherzentrum, das Brockenhaus,

bietet seit wenigen Wochen einen neuen

Ausstellungsteil, der mit einer Fülle

von Darstellungen, Informationen und

Effekten auf 170 m 2 die Besucher des

Brockens noch besser informieren und

für störungsempfindliche Arten und

Lebensräume im Nationalpark Harz

sensibilisieren soll.

Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung steht

das Erleben und Verstehen. Die Schau bietet

Informationen zu den Themen Natura 2000,

Waldentwicklung und Massentourismus auf

dem Brocken. Sie wird im Gelände ergänzt

durch ein neues Beschilderungssystem zur

Besucherinformation und -lenkung auf der

Brockenkuppe.

Grußworte zur feierlichen Eröffnung der

neuen Nationalpark-Ausstellung und des

neuen Besucherlenkungssystems richteten

Klaus Rehda, Staatssekretär im Ministerium

für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt, und Andreas

Pusch, Leiter Nationalparkverwaltung Harz,

an die zahlreichen Gäste.

Besonderheiten der Ausstellung

Ziel der Ausstellung ist es, die Besucherinnen

und Besucher für die seltenen Tierund

Pflanzenarten zu sensibilisieren, die

im Nationalpark Harz Zuflucht finden und

Schutz genießen. Die Vermittlung dieses

wichtigen Themas geschieht über Bilder,

Töne, räumliche Inszenierungen und interaktive

Erlebnissysteme, die für Besucherinnen

und Besucher aller Altersstufen

gleichermaßen spannend sind. Auf den

sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger

und weitläufige Textbelehrungen wurde

verzichtet.

Das erlebnisreiche Ausstellungskonzept

nutzt inszenierte Räume und anspruchsvolle

szenische Darstellungen, um den Besucherinnen

und Besuchern ein intensives

Eintauchen in die angebotenen Themen zu

ermöglichen. Das macht den Ausstellungsbesuch

zu einem lebendigen Ereignis. Die

Informationsvermittlung geschieht dabei

ganz nebenbei beim Durchschreiten der

Räume und das persönliche emotionale

Erleben sorgt für nachhaltige Lerneffekte.

Foto: Mandy Gebara

Höhepunkte

Aufwendige Kulissenbauten und der umsichtige

Einsatz moderner Medientechnik

sorgen für ein spannendes und vielfältiges

Ausstellungserlebnis. Ausstellungshöhepunkte

werden durch innovative

Darstellungssysteme geformt. So dient

ein topografisches Weißmodell der Brockenregion

als Projektionsfläche für ein

breites Spektrum an Informationen von

der Entstehungsgeschichte des Harzes über

die klimatischen Besonderheiten am Brocken

bis zu Nationalparkthemen wie die

verschiedenen Lebensräume, aber auch für

Fakten und Anregungen rund um den Besuch

des Schutzgebiets. Im Zusammenspiel

mit illustrativen Bildschauen auf einem

großformatigen Monitor und kurzweiligen

Sprechertexten, die über Einhandhörer und

Multimediaguide aufgenommen werden

können, wird für besonders interessierte

Besucher eine große Informationstiefe

angeboten.

Herzstück der Ausstellung ist der in Kulissenbauweise

vermittelte Waldwandel im

Nationalpark Harz. Hier wird die biologische

Vielfalt der natürlichen Vorgänge beim

allmählichen Wandel vom Fichtenforst zur

neuen Wildnis allein schon durch das Erlebnis

der aufwendigen Kulissen deutlich.

Zusätzliche Videoprojektionen und dreidimensionale

Naturgeräusche, die sich nahtlos

in die Waldkulisse integrieren, erwecken

den Wald im Brockenhaus zum Leben. Und

wer darüber hinaus detailliertere Informationen

wünscht, bekommt über einen Multimediaguide

Texte vorgetragen und kann

durch aufgestellte Ferngläser schauen, in

denen zu allen wichtigen Aspekten kurze

filmische Beträge zu

sehen und hören sind.

Spannend sind auch

die Video-Panoramen

am Ende des Rundgangs.

Die drei Lebensräume

auf den letzten

hundert Höhenmetern

des Brockens, d.h.

der Brockenurwald

und die sogenannte

Kampfzone, in der die

spärliche Vegetation

aufgrund der harten klimatischen Bedingungen

ums Überleben kämpft, sowie

die waldfreie Brockenkuppe werden in

120°-Video-Panoramen und mit zielgerichtetem

3D-Ton porträtiert. Diese einzigartigen

Lebensräume werden in allen

vier Jahreszeiten und mit einer Auswahl

der dort vorkommenden und zum Teil

extrem seltenen Tiere vorgestellt. Auf einer

Raumbrücke stehend, befindet sich

das Publikum dabei in einer luftigen Höhe

von drei Metern und blickt auf die ca. zwölf

Meter breiten Panoramaprojektionen. Der

erhöhte Betrachtungsstandpunkt der Besucherinnen

und Besucher korrespondiert

dabei mit der Erhabenheit der dargestellten

Landschaften und unterstützt den Eindruck

des imposanten Naturausblicks, der sich

von Norddeutschlands höchstem Berg aus

bietet.

Begleitet werden die medialen Inszenierungen

von wandhohen Grafiken, die auf

übersichtliche und verständliche Weise die

Zusammenhänge und Abläufe in der Natur

des Brockens deutlich machen. So können

die Besucher zum Beispiel auf einen Blick

erkennen, warum hohe Windgeschwindigkeiten

und extreme Temperaturen zu

der einzigartigen Flora und Fauna auf dem

Brocken beitragen.

Ein kleines, aber feines Detail können die

Gäste am Ende des Ausstellungsteils entdecken.

Etwas versteckt, lohnt der Blick in

das Hausmeisterbüro, in dem zwei echte

Originale auf humorvolle und manchmal

auch deftige Art und Weise ihren Blick auf

Brocken und Nationalpark richten und den

Zuschauer sympathisch mit einbeziehen.

01 | 2020

13


HARZER TOURISMUSVERBAND

INITIATIVE Der Wald ruft…

Harzer Tourismusverband

Waldwandel (Foto: ©Nationalpark Harz, Mandy Bantle)

Jahrelang waren die Klimadiskussionen

im Harz auf den Rückgang der

schneesicheren Tage im Oberharz

beschränkt. Nun stellt der Klimawandel

die Region vor ganz andere, neue

Herausforderungen. Mehr als viele vergleichbare

Waldregionen in Deutschland

hat der Harz unter den Stürmen,

Hitzerekorden und Dürren der letzten

beiden Jahre gelitten. Diese Wetterund

Klimaereignisse haben dem Borkenkäfer

beste Bedingungen beschert.

Sein „Werk“ ist weithin sichtbar.

Problematisch für den Forst: Die nur bedingt

zur Verfügung stehenden Möglichkeiten

in der Bekämpfung des Borkenkäfers

bedeuten quasi einen Wettlauf mit der Zeit.

Und auch in den Laubwäldern haben die

anhaltende Trockenheit und damit verbundene

Krankheiten den Waldbeständen

massiv geschadet.

Problematisch für den Tourismus: Im

Nationalparkgebiet – an touristischen

Hotspots entlang der Bundestraße 4 oder

der Fahrstrecke der Brockenbahn sind die

Schäden besonders sichtbar – wird das

Totholz nicht vollständig entfernt. Die Gäste

machen sich ihre Gedanken und konfrontieren

die Touristiker im Harz mit einem

breiten Meinungsbild. Vom interessierten

Waldbeobachter, der in dem Prozess eine

Chance für die neu entstehende Wildnis

sieht, bis hin zum verständnislosen Kritiker,

der den Verantwortlichen Inkompetenz

und Tatenlosigkeit vorwirft – ist alles dabei.

Um falschen Rückschlüssen aufgrund unzureichender

Information entgegenzuwirken,

hat der Harzer Tourismusverband bereits

im September die INITIATIVE Der Wald ruft…

»Weiterführende Informationen

zur Initiative und zum Waldgeschehen

finden Sie hier:

www.harzinfo.de/derwaldruft

auf den Weg gebracht. Nach wenigen Wochen

intensiver Hintergrundarbeit steht

nun die Kommunikationsstrategie. Erste

Maßnahmen umfassten die kurzfristige Integration

des Themas in relevante Printprodukte

sowie in die Webseite des Verbandes.

Neu erschienen ist ein thematischer Flyer

in hoher Auflage, der die Gästeinformation

über entsprechende Multiplikatoren und

Tourismusakteure unterstützen soll. Im

Kern geht es darum, Gäste, Einheimische

und interessierte Besucher zu informieren,

proaktiv in die sichtbar werdenden Entwicklungen

einzubeziehen und den Blick

für die damit verbundenen dynamischen

Naturprozesse zu schärfen. Es gilt über die

unterschiedlichen Handlungsstrategien

im Wirtschaftswald und im Nationalpark

Harz zu informieren sowie um Verständnis

für unterschiedliche Prioritätensetzungen

zu werben.

Aktuell befinden sich zudem zwei sogenannte

Erklärvideos in der Umsetzung.

Mithilfe dieser Kurzfilme lassen sich attraktiv,

zielgruppengerecht und vor allem

möglichst einfach Konzepte, Zusammenhänge,

Funktions- oder Vorgehensweisen

vermitteln. Ein Video wird dem Zuschauer

auf unterhaltsame Weise den „Wald knigge“

näherbringen, während das andere die Veränderungen

in den Harzer Wäldern unter

die Lupe nimmt. Darüber hinaus sind mittelfristig

u.a. Baumpflanzaktionen und

weitere konkrete Maßnahmen angedacht,

um den Drang zum aktiven Handeln –

insbesondere bei jüngeren Zielgruppen

– erfolgversprechend in sinnvolle Projekte

zu lenken.

Die INITIATIVE wird gemeinschaftlich

getragen von den Niedersächsischen

Landesforsten, den Harzer Betriebsteilen

des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt,

dem Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt,

dem Harzklub e.V., dem Regionalverband

Harz e.V., dem Biosphärenreservat Karstlandschaft

Südharz und dem Nationalpark

Harz. Das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft

und Digitalisierung des Landes

Sachsen-Anhalt hat die ersten Kommunikationsmaßnahmen

mit einer Förderung

unterstützt.

14 01 | 2020


BIOSPHÄRENRESERVAT

Mopsfledermaus während des Jagdfluges (Foto: Milan Podany)

Natureingang Höhle Heimkehle (Foto: Bernd Ohlendorf)

Barbastella barbastellus

Die Mopsfledermaus im Harz

Die unverwechselbare Fledermaus mit

Stupsnase, schwarzen, langen Haaren

mit hellen Haarspitzen und kurzen,

ebenfalls schwarzen, dicht zusammenstehenden

Ohren, wiegt zwischen

7 bis 12 Gramm. Die Weibchen sind bei

allen heimischen Fledermausarten

schwerer als die Männchen.

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Mitteleuropa.

Die Mopsfledermaus bevorzugt

wärmere und insbesondere kontinental geprägte

Regionen. Im Harz liegen im Sommer

Nachweise aus allen Höhen, Einzelnachweise

sogar vom Brocken, vor. Reproduktionen

erfolgen hingegen in tieferen Lagen, am

Nord- und Südharzrand bzw. im trockeneren,

kontinental beeinflussten Ostharz.

Die Art ist auf Spaltenquartiere hinter loser

Borke von Bäumen spezialisiert. Seltener

kann sie auch hinter Holzverkleidungen

an Gebäuden oder in sehr flachen Holzfledermauskästen

vorkommen. Hier befinden

sich auch die Wochenstuben (Ansammlung

von Weibchen zum Zwecke der

Aufzucht ihrer Jungen). Mopsfledermäuse

haben immer nur ein Jungtier. Die Borkenquartiere

befinden sich überwiegend an

Eichen, Rotbuchen oder Fichten. Durch

Trockenheit und Borkenkäferbefall bei der

Rotfichte kam es in den letzten 20 Jahren

im Harz, insbesondere in den letzten zwei

Jahren, zur Bildung einer enormen Fülle

von Borkenquartieren. Eigentlich könnte

davon ausgegangen werden, dass dieses

Überangebot an Quartieren der Art förderlich

ist. Dem ist leider nicht so, denn die

Hauptnahrung der Mopsfledermäuse, die

Nachtfalter, stehen nicht ausreichend zur

Verfügung. Die Insekten fehlen nicht nur

dieser Art, sondern ebenso den anderen 19

nachgewiesenen Fledermausarten sowie

den heimischen Singvögeln.

Aufgrund der großflächigen Beräumung

abgestorbener Rotfichten im Harz verliert

die Mopsfledermaus große Anteile ihres

Lebensraums Wald mit Quartieren und als

im Wald jagende Art ihre wenig verfügbaren

Beutetiere. Gebiete mit teilweise noch

vorhandener natürlicher Walddynamik

und somit höherer Biodiversität, wie im

Nationalpark Harz, dem Bode- und Selketal

oder im Biosphärenreservat Karstlandschaft

Südharz, bieten der Art Refugien für

deren Fortbestand

Es gibt im Harz nur wenige Regionen, wo die

Mopsfledermaus in Fels-Winterquartieren

gesichtet werden kann. Hier bevorzugt sie

kalte trockene Bereiche. Die Rübeländer

Höhlen beispielsweise sind weniger für

diese Art geeignet, da sich hier feuchte

warme Luft staut, die die Tiere meiden. Im

Gipskarst am Südharz gibt es zahlreiche

kleinere Vorkommen in Hangabrisspalten

bzw. Altbergbauobjekten. Das bedeutendste

Felsquartier für die Art im Harz ist die

Höhle “Heimkehle“. Über den großen Natureingang

strömt Kaltluft in die Höhle und

erzeugt einen Kaltluftsee, insbesondere in

der Nähe des Natureingangs. In dem tief

zerklüfteten Gestein und im Bodengeröll

halten sich die Mopsfledermäuse auf. Die

Tiere überwintern einzeln oder in größeren

Gruppen mit mehr als 10 Tieren. An nur

wenigen zugänglichen Spalten können die

Tiere beobachtet werden.

Während des Monitorings im Winter 2018/19

wurden 49 Individuen gesichtet. Mopsfledermäuse

haben die Eigenschaft, bei

extrem wechselnden Außentemperaturen

ihre Hang- und Spaltenplätze zu verändern.

Die Tiere werden aktiv und beziehen einen

neuen Platz in der Höhle. Bei den jährlichen

winterlichen Netzfängen im Rahmen des

wissenschaftlichen Monitorings wurden

480 Individuen im gleichen Jahr markiert.

Die Fänge erfolgen ca. aller 10 Tage von

September bis Februar. Die Anzahl der tatsächlich

hier überwinternden Tiere dürfte

noch höher sein.

Bereits ab März verlassen die Mopsfledermäuse

die Höhle. Durch die Fledermausmarkierung

sind Einzugsgebiete der Mopsfledermäuse

in der Heimkehle bekannt: so

beispielsweise die Dölauer Heide bei Halle,

der Ziegelrodaer Forst, die Schmücke, das

Eichsfeld und die Südharzer Gipskarstlandschaft.

In der Höhle Heimkehle ist regelmäßig auch

der Neubürger Waschbär anzutreffen, der

in das Geröll ein- und ausfliegende Tiere

erbeutet. Weitere Beutegreifer sind gelegentlich

Rotfuchs und Steinmarder. Glücklicherweise

gibt es zurzeit keine streunenden

Hauskatzen in der Höhle, denn diese sind

noch viel gewandtere Fledermausjäger.

Bernd Ohlendorf (Landesreferenzstelle

für Fledermausschutz Sachsen-Anhalt)

01 | 2020

15


HARZKLUB

Allgemeine Harzklub-Termine 2020 Teil 1

21.03.2020 Faslabend des Harzklub-Zweigvereins Seesen,

Beginn 19.00 Uhr im Hotel Wilhelmsbad

04.05.2020 Saison-Beginn „Wandererhütte Neckelnberg“,

ab 10.00 Uhr, Harzklub-Zweigverein Seesen,

Hütten-Telefon: 05381-1343

18.04.2020 Jahreshauptversammlung des Harzklub e.V.

in Thale, Klubhaus, Hauptversammlung,

von 10.00 Uhr – 13.00 Uhr

25.04.2020 Eröffnung der Saison der Harzer Wandernadel in

Hahnenklee, Beginn: 12.00 Uhr.

03.05.2020 Maisingen auf dem Burgberg, 11.00 – 14.00 Uhr,

Harzklub-Zweigverein Bad Harzburg

14.05.2020 Tag des Wanderns

16.05.2020 Naturschutztag des Harzklub e.V. im Kloster

Wöltingerode, Motto: „Heilkräuter-Altes

Kräuterwissen hinter Klostermauern“

17.05.2020 Tanner Kuhball, Harzklub-Zweigverein Tanne,

11.00 Uhr Festumzug mit Viehaustrieb,

Start: Dr.-Jasper-Plan, anschl. Festprogramm

Festplatz am Dorfgemeinschaftshaus

21.05.2020 Fuhrmannsfrühstück an der Wandererhütte

Neckelnberg, von 11.00 – 13.00 Uhr, Harzklub-

Zweigverein Seesen, Tel. 05381-6464

21.05.2020 Wartefest, Harzklub-Zweigverein Barbis,

Beginn: 10.30 Uhr mit Gottesdienst und

musikalischer Unterhaltung

23.5.2020 Fachtagung der Naturschutzwarte in der

Revierförsterei Lerbach

01.06.2020 Pfingsttreffen im Kurgastzentrum in Altenau,

Ausrichter: Heimatbund Oberharz e.V.

05.06. – 30. Wanderung Thale-Seesen, Gemeinschafts-

07.06.2020 wanderung der Harzklub-Zweigvereine Thale

und Seesen, 1. Tag: Oderbrück-Hasselfelde,

2. Tag: Hasselfelde-Thale mit Feierstunde 18 Uhr

im Klubhaus Thale, 3. Tag: Rundwanderung um

Thale, Anmeldung für Thale bei Axel Seiler,

Tel. 03946-701965 und Seesen unter:

neumann.wolfgang@gmx.net

06.06.2020 Jugendfreizeit „Mystischer Teufelsstieg“,

Exkursion über die Teufelsmauer in Blankenburg,

Treffen: 10.00 Uhr Tourist-Info Blankenburg

14.06.2020 Frühschoppenkonzert mit MTV Bornhausen

an der Wandererhütte Neckelnberg,

von 11.00 – 13.00 Uhr, Harzklub-Zweigverein

Seesen, Tel. 05381-6464

10.07. – Jugendfreizeit im Wanderheim Wildemann

12.07.2020 „Camp im Wilden Wald“, Beginn: Freitag,

10.07.2020, ab 17.00 Uhr

NACHRUF

Wir trauern um Klaus Bergen

Foto: Klaus Bergen bei der Sternwanderung

des Harzklubs 2004 in

Scharzfeld (Quelle: DER HARZ 09/2004)

Im November 2019 verstarb Klaus

Bergen. Trotz seines fortgeschrittenen

Alters reißt er eine große Lücke, auch

in unseren Verein.

Bis zuletzt führte er das Register der

Wanderwegsbeschilderung des Harzklub-Zweigvereins

Rübeland, fertigte

Wegeschilder und brachte diese teils

selbst an. Er sorgte für die ordnungsgemäße

Darstellung der Wanderwege

auf den Wanderkarten. Es ist anteilig sein Verdienst, daß sich

der Harzer Hexenstieg so großer Beliebtheit erfreut und auch

durch Rübeland und Neuwerk führt.

Als Gründungsmitglied des Zweigvereins im Mai 1994 übte

er in dessen 25-jährigem Bestehen darüber hinaus mehrere

Jahre das Amt des Hüttenwartes aus. Ihm verdanken wir unvergeßliche

Veranstaltungen am Standort des ehemaligen

Jagdschlosses auf der Lange. Klaus Bergen organisierte und

führte noch bis in den Herbst dieses Jahres gern besuchte

Wanderungen für den Verein und Gäste, wenn auch deren

Streckenführung mit der Zeit etwas kürzer wurde.

Seine Aktivitäten ließen erkennen, daß gleich nach seiner geliebten

Familie das Wirken für seine Heimat, seinen Heimatort

Rübeland, rangierte. Dazu bedurfte es keiner Lobeshymnen in

der Presse. Er erhielt das Ehrenzeichen des Harzklubs in Silber.

Für ihn besaß der Begriff Ehrenamt seine uneingeschränkte

Bedeutung.

Mit ihm verlieren wir einen Freund, stets zuverlässig, hilfsbereit,

bescheiden. Und einen aufrichtigen Ratgeber in den Höhen

und Tiefen des Vereinslebens. Seine Persönlichkeit hat sich fest

in unsere Erinnerung eingeprägt. Danke Klaus, du fehlst uns.

Der Harzklub – Hauptvorstand schließt sich dem stillen Gedenken

an Klaus Bergen an.

Dr. Christoph Unger (Harzklub-Zweigverein Rübeland

16 01 | 2020


HARZKLUB

Richtlinie für die Beschilderung von

Wanderwegen des Harzklub e.V. 1886

Grundlage:

• Richtlinie des Harzklub für die Wegebezeichnung

vom 01.04.1972

• Auszug aus Markierungsrichtlinie der

Europäischen Wandervereinigung e.V.,

April 2004

• Auszug aus Markierungsrichtlinie „Qualitätsweg

wanderbares Deutschland“

• Hinweise der Harzklub Zweigvereine,

Arbeitsgruppe Schildergestaltung

1.0 ALLGEMEINE HINWEISE

1.01 Der Wanderweg muss so gut ausgeschildert

werden, dass er von Wanderern

ohne Karte begangen werden kann.

1.02 Die Wegebeschilderung muss einheitlich,

gut und übersichtlich sein. Sie besteht

in der Regel aus einer Kombination von

Orientierungstafel, Wanderwegschild und

Wegemarke (Markierungszeichen).

1.03 Der Wanderweg muss in beiden Richtungen

erkennbar beschildert und markiert

werden.

1.04 Eine erhöhte Aufmerksamkeit muss

einer zuverlässigen Beschilderung/Markierung

in den Ortschaften geschenkt werden.

Dies vor allem für den Wanderwegteil der

aus dem Ort hinaus führt.

1.05 Die Wegebeschilderung bedarf einer

ständigen Überwachung, Pflege und wenn

erforderlich, der Erneuerung.

1.06 Jeder Zweigverein ist für die Wegebeschilderung

in seinem Betreuungsgebiet

verantwortlich. Benachbarte Zweigvereine

legen gemeinsam ihre Beschilderungsgrenzen

fest undstimmen sich bei der Beschilderung

durchlaufender oder endender

Wanderwege ab. Dem Hauptwegewart ist

ein Lageplan mit den eingetragenen Beschilderungsgrenzen

zu übergeben.

1.07 Im Arbeitsbereich des Harzklub e.V.

ist nur er berechtigt, die in der Harzklubwanderkarte

aufgeführten Wanderwege

zu beschildern. Neu zu beschildernde Wanderwege

durch Kur- oder Tourismusverwaltungen

auf Harzklubwegen bedürfen

unserer Zustimmung. Der Wegewart des

zuständigen örtlichen Zweigvereins hat

hier koordinierend tätig zu werden, um

Unklarheiten und Überschneidungen zu

vermeiden.

1.08 Das Anlegen von neuen Wanderwegen

durch Zweigvereine bedarf der Genehmigung

des Hauptvorstandes, der Zustimmung

der jeweiligen Grundstückseigentümer

und der Behörden. Der beantragende

Zweigverein reicht beim Hauptwegewart

hierzu einen Wegeplan mit dem Verlauf

des neuen Wanderweges, einen dazugehörigen

Erläuterungsbericht sowie die Zustimmungen

der Grundstückseigentümer

und der Behörden ein. Das Aufstellen von

Übersichtstafeln, das Anbringen von Wanderwegschildern

und Wegemarken (Markierungszeichen)

an bestehenden Schildträgern

bedürfen immer der Zustimmung

des Grundstückseigentümers.

1.09 Wanderwege sollten nach Möglichkeit

nicht auf befahrenen Straßen verlaufen

bzw. angelegt werden.

1.10 Die Entfernungsangaben eines Wanderwegabschnittes

zwischen den Orten

sind jeweils von den Ortsmitten oder markanten

Punkten des jeweiligen Ortes (z.B.

zentraler Wandertreff, Busbahnhof usw.)

festzulegen. Führt der Wanderweg in das

Betreuungsgebiet eines benachbarten

Zweigvereins, sind die Kilometerangaben

mit diesem abzustimmen. Damit verhindert

man, dass in beiden Orten für den gleichen

Wanderweg unterschiedliche Wanderweglängen

angegeben werden.

1.11 Das Anbringen von Markierungszeichen

anderer Vereine bzw. Institutionen

(Kurverwaltungen, Tourismusvereine usw.)

auf der Beschilderung des Harzklubs ist

nicht gestattet.

1.12 Bei der Sperrung eines Wanderweges

durch Holzeinschlag, Baumaßnahmen o.a.

sollte durch den für diesen Bereich zuständigen

Zweigverein eine Wanderwegumleitung

erfolgen und diese entsprechend

provisorisch ausgeschildert werden, siehe

Pkt. 2.2. Die Wegeumleitung muss durch

den Grundstückseigentümer, über deren

Grundstück diese Umleitung verläuft, genehmigt

werden.

2.0 KENNZEICHNUNG DER

HARZKLUBWANDERWEGE

2.1 Wanderwegschilder

2.1.1 Größe, Form: Die einheitlichen ausgeführten

Wanderwegschilder bestehen

aus Metall (Verzinktes Blech, in der Regel

aus Aluminium-blech) mit weißem Untergrund

in den Größen DIN A4 im Querformat

und DIN A3 (bei umfangreichem Text) im

Hochformat, allseitig abgekantet.

2.1.2 Gestaltung und Inhalt: (Beispiele

1,2,3,4)

2.1.2.1 Die Abkantungen links und rechts

des Schildes sind rot gestaltet. Die Ausführung

kann als Farbanstrich, mit wetterbeständigem

Klebeband oder mit Folie

erfolgen.

2.1.2.2 In der linken oberen Ecke des Schildes

ist das Piktogramm der Harzklubtanne

1886 mit dem zusätzlichen Namen des für

die Beschilderung verantwortlichen Zweigvereins

angeordnet.

2.1.2.3 Bei neu anzulegenden, überörtlichen

Themenwanderwegen (z.B. Harzer-

Hexen-Stieg) sind so genannte Kopfzeilen

aus Folie in den Abmessungen von 295x67

mm anzuwenden, (Beispiel 3). Die Kopfzeile

ist wie folgt zu gestalten: a) Linke Seite;

Harzklubtanne ohne Name des betreuenden

Zweigvereins b) Mitte; Name des

Themenweges unterstrichen, darunter

Wegeverlauf c) Rechte Seite; markantes

Piktogramm (z.B. die Hexe des Harzer-

Hexen-Stieg)

2.1.2.4 Für die Erfassung und Standortbestimmung

der Wegeschilder sollten diese

fortlaufend nummeriert werden.

2.1.2.5 Die Standorte von nummerierten

Wanderwegschildern sind bzw. sollten lagemäßig

in maßstabgerechtes Kartenmaterial

eingetragen werden.

2.1.2.6 Entsprechend den heutigen Bedingungen

sind die Texte der Wanderwegschilder

im Computer zu speichern und so

bei Verlust eines Schildes immer abrufbar.

2.1.2.7 Die Beschriftung hat in schwarzer

Druckschrift zu erfolgen, Schriftart Arial,

Mindestschrifthöhe 7 mm.

2.1.2.8 Der Text der Wanderwegschilder

soll enthalten: Wegeziele (Orte, Aussichtspunkte,

Schutzhütten, Sehenswürdigkeiten

usw.) mit ausreichenden Kilometerangaben.

Kilometerangaben sind auch auf den

Wegeschildern an wichtigen Kreuzungen

und Abzweigen zwischen den Orten vorzusehen.

Als Ziel ist immer der nächste Ort

anzugeben. Die Kilometerangaben sind

an der rechten Schilderseite vorzusehen.

An Ausgangspunkten von Wanderwegen

oder wichtigen Kreuzungspunkten sollten

Wegeschilder ein oder mehrere Zielorte

(z.B. Aussichtspunkt, Schutzhütten usw.),

die sich auf dem markierten Wanderweg

befinden, enthalten. Zu beachten ist dann,

dass ein einmal erwähntes Ziel auf allen

nachfolgenden Wegeschildern erwähnt

bleiben muss, bis der Zielort erreicht ist.

Gut sichtbare Richtungspfeile jeweils unter

dem Wegeziel. Die Richtungspfeile können

auch in abgeknickter Form ausgeführt wer-

01 | 2020

17


HARZKLUB

den. Eine für den jeweiligen Zweigverein

vorgesehene Schildernummer zur Standort

feststellung und für die Datenerfassung.

Die Wegenummer des Harzklubweges (z.B.

36B, in der Farbe Rot, linke Schilderseite)

GPS-Koordinaten. Die Farbmarkierung des

Wanderweges (z.B. rotes Kreuz, linke Schilderseite).

Laufen auf einem Wanderweg

mehrere Wanderwege, so können sie auf einem

Schild (einschließlich Farbmar kierung)

gemeinsam aufgeführt werden (Bsp. 2,3).

Hinweise auf vorhandene Rundwanderwege

(Beispiel 5).

2.1.3 Hinweise zur Montage

2.1.3.1 Die Wanderwegschilder sind an

den Ausgangspunkten sowie an wichtigen

Kreuzungen und Abzweigen der Wanderwege

nach Möglichkeit so anzubringen, dass

sie nicht entfernt oder beschädigt werden

können. Sie sollten vom Schnittpunkt der

Kreuzung/Abzweigung gut sichtbar sein.

Schildunterkante sollte mindestens 2,0 m

über Oberkante Gelände liegen.

2.1.3.2 Wenn möglich, sollte nach der Montage

des Schildes der Standort desselben

durch ein Foto für eine Schilderdatei dokumentiert

werden.

2.1.3.3 Wird auf einem bereits vorhandenen

und markierten Wanderweg ein neuer

angelegt, sind neue Schilder nach Möglichkeit

an den Standorten der vorhandenen

Schilder „geordnet“ anzubringen.

2.1.3.4 Die Wanderwegschilder sollten

möglichst an freistehenden Pfählen angebracht

werden. Sie können auch an Bäumen

mit Nägeln (5 x 80 mm) und Schrauben

aus Weichmetall unter Verwendung einer

senkrecht stehenden Holzleiste (50 x 30

bzw. 60 x 40 mm) angebracht werden. Im

Oberharz, in fichtenreichen Gebieten, sind

keine Schilder an Laubbäumen anzubringen.

Die Art der Schilderbefestigung ist bei

einer Neubeschilderung eines Wanderweges

mit dem Grundstückseigentümer abzustimmen.

2.2 Provisorische Wanderwegschilder

für Wanderwegumleitung

Für die provisorischen Wanderwegschilder

sind einfachste und kostengünstigste

Materialien (z.B. weiße Kunststoffplatten,

Dibond, laminierte beschriftete Blätter

usw.) in den Größen DIN A4 und DIN A3

ohne Abkantung zu verwenden. Damit

die Wegeumleitung besonders kenntlich

gemacht wird, haben sich in der Praxis eine

rote Beschriftung und eine rote Umrandung

des Schildes bewährt. Die Montage an Bäumen

sollte mit Holzschrauben erfolgen.

Vor Beginn der Umleitungsbeschilderung

ist die Kostenfrage für die Herstellung der

Beschilderung mit dem Auftraggeber der

Wegesperrung zu klären. Für das Anbringen

der Schilder auf der Wegeumleitung ist die

Zustimmung des Grundstückseigentümers

einzuholen.

2.3 Wegemarken (Markierungszeichen)

2.3.1 Die Markierungszeichen sollen dem

Wanderer auf längeren Wegestrecken die

Sicherheit geben, dass er sich noch auf dem

richtigen Wanderweg befindet.

2.3.2 Die Markierungszeichen bestehen aus

dem Grundträger und dem Wegemarkenaufkleber.

Sie haben eine maximale Größe

von 100 x 100 mm (mind. 80 x 80 mm). Die

Grundträger können aus Alu-Blech, verzinktem

Blech und sonstigen witterungsbeständigen

Materialien bestehen. Mindestens

eine Fläche dieser Zeichen muss weiß sein.

Die Markierungszeichen können auch mittels

Schablone und Farbe direkt auf den

Baum aufgetragen werden (Beispiel 5,6).

2.3.3 Die Markierungszeichen gibt es in

den Farben Blau, Rot, Grün und Gelb und in

den entsprechenden Symbolen als Punkt,

Kreuz, Dreieck, Quadrat und Balken.

2.3.4 Bei kreuzungsfrei/verzweigungsfrei

verlaufenden Wanderwegen ist das Markierungszeichen

in Abstanden bis zu 500

m möglichst auf der gleichen Wegeseite

parallel zum Weg (aus Gründen der Materialeinsparung)

an Bäumen, Pfählen usw.

anzubringen (Beispiel 7,8,9).

2.3.5 An jeder Stelle, wo nicht markierte

Wege den markierten Wanderweg kreuzen

oder ab zweigen und keine Wanderwegschilder

vorhanden sind, muss diese

Stelle gut sichtbar in beiden Richtungen

mit Markierungszeichen gekennzeichnet

werden. Ähnlich ist auch beim Abbiegen

des Wanderweges im Kreuzungsbereich

von Wegen zu verfahren. Das erste Markierungszeichen

für die entsprechende

Richtung ist maximal nach 10 m nach der

Abzweigstelle in Blickrichtung (möglichst

im Winkel von 45 bis 90 Grad zum Weg) anzubringen.

Diese Markierung wird als „Anführmarkierung“

bezeichnet (Beispiel 7,8).

2.3.6 An Kreuzungen/Abzweigen mit Wanderwegschildern

ist jeder Wanderweg nach

ca. 10 bis 50 m mit einem Markierungszeichen

in Blickrichtung (möglichst im Winkel

von 45 bis 90 Grad zum Weg) in beiden Richtungen

zu kennzeichnen. Diese Markierung

wird als „Quittierungszeichen“ bezeichnet.

Diese Markierung ist wichtig, für den Fall,

dass ein Wegeschild nicht mehr vorhanden

ist (Beispiel 9).

2.3.7 Markierungszeichen können an den

unterschiedlichsten Markierungsträgern

(z.B. Baum, Pfahl, Mauer, Holzzaun, Lichtmast,

Straßenlampe, Regenfallrohr, Stahlzaun

usw.) angebracht werden.

2.3.8 Bei der Anbringung von Markierungszeichen

an Bäumen ist wie folgt zu verfahren:

1 Stck. Markierungszeichen direkt mit

Alu-Nageln (z.B. 5 x 40 mm) am Baum befestigen.

2 Stck. und mehr Markierungszeichen

auf eine Holzleiste 50 x 30 mm aufbringen

und diese mittels Alu-Nagel (z.B. 5 x 60 mm)

am Baum befestigen.

2.3.9 In Ortschaften sind, wenn möglich,

Wegemarkenaufkleber (Folien) zu verwenden.

Diese können auf vorhandene metallische

Markierungsträger aufgeklebt werden.

3.0 KENNZEICHNUNG DER

RUNDWANDERWEGE

3.1 Rundwanderwege können von Ortschaften,

von öffentlichen Parkplätzen

oder von Wanderparkplätzen beginnen.

Sie führen zu ihren Ausgangspunkten zurück.

An den Ausgangspunkten sollten

Übersichtstafeln/Hinweisschilder mit der

Darstellung des Wegeverlaufes stehen und

Angaben über die Wanderweglänge enthalten.

Die Wegeführung wird neben den

Rundwanderwegschildern hauptsächlich

durch Markierungszeichen gekennzeichnet

(Beispiel 4,6).

3.2 Die Markierungszeichen (Material u.

Abmessungen s. Pkt. 2.3.2) für die Rundwanderwege

haben auf weißem Grund ein

farbiges Dreieck im Kreis von gleicher Farbe

entsprechend der unter Punkt 3.3 aufgeführten

Wanderzeit. Beim Vorhandensein

mehrerer Rundwanderwege sind diese zu

nummerieren. Die Rundwanderwegenummer

wird im Dreieck angeordnet (Beispiel 6).

3.3 Die ungefähre Wanderzeit der Rundwanderwege

wird durch Farben gekennzeichnet:

Farbe /Wanderzeit

BLAU bis 1 Stunde

GELB bis 2 Stunden

ROT bis 3 Stunden

GRÜN bis 4 Stunden und mehr

Dabei ist von einer Wandergeschwindigkeit

von etwa 3 km/Std. auszugehen.

3.4 Die Anordnung der Markierungszeichen

für die Rundwanderwege hat unter

Beachtung des Punktes „2.3 Wegemarken

(Markierungszeichen)“ zu erfolgen.

Clausthal-Zellerfeld,

den 01.09.2010

18 01 | 2020


HARZ JUGEND

Image by MaBraS from Pixabay

RUNTER VOM SOFA,

RAUS IN DEN WALD

Kinder- und Jugendfreizeiten 2020

Samstag, 16.05.2020 „Naturschutztag“

Ort: Kloster Wöltingerode

Thema: Heilkräuter – Altes Kräuterwissen

hinter Klostermauern

Der Natur auf der Spur: Oft laufen unsere

zahlreichen Naturschutzmaßnahmen im

Verborgenen ab, doch einmal im Jahr präsentieren

wir sie der Öffentlichkeit hautnah

beim Naturschutztag.

Zum Naturschutztag des Harzklubs kommen

jährlich etwa 300 Kinder und Jugendliche.

Neben fachkundigen Informationen

über Wald, Wiese und Wasser wird hier viel

Spaß, Spiel und Unterhaltung für Kinder

geboten.

Samstag, 06.06.2020 „Mystischer

Teufelsstieg“

Ort: Blankenburg, Tourist Info,

Beginn 10.00 Uhr

Von dort begeben wir uns auf eine Exkursion

über die Teufelsmauer. Auf dem rund

4 Kilometer langen Pfad gibt es viel zu erkunden

und zu erklettern. Wir stärken uns

unterwegs bei einem Picknick.

Der Weg ist ca. 6 km lang, es muss zeitweise

geklettert werden, bitte zieht dementsprechende

Schuhe an.

Freitag, 10.07. – 12.07.2020

„Camp im Wilden Wald“ – Freizeit im

Wanderheim Wildemann

Hol deine Wanderschuhe aus dem Schrank,

schüttle den Kopf wach, denn in diesem

Camp liegt ein langer Weg voller Abenteuer

vor dir. Zwei Tage übernachtest du in

deinem eigenen Zelt. Bäume, soweit das

Auge reicht, mittendrin unsere Zelte und

die Feldküche. Ab 17.00 Uhr bauen wir unser

Camp im Wilden Wald auf. Abendessen,

Nachtwanderung.

Am Samstag gehen wir in den Wald, wir

wollen erleben wie wunderbar der Wald

ist: Wir spielen mit vollen Sinnen, forschen,

klettern, toben, erleben, gestalten, lachen,

lauschen, verkosten, riechen, matschen,

suchen und bauen uns was. Wir tun, was

uns spannend und entspannend erscheint…

Nach diesem erlebnisreichen Tag ruhen

wir uns in gemütlicher Runde aus, kochen

gemeinsam und chillen am Lagerfeuer.

Die Freizeit endet am Sonntag mit einen

gemeinsamen Frühstück.

Ausrüstung, die Ihr mitbringen müsst,

z.B.: Schlafsack mit Isomatte, Zelt, Sportund

Regenbekleidung, feste Schuhe,

Socken, Turnschuhe, Waschzeug, persönliche

Dinge nach eigenem Ermessen…

Das Camp wird auf dem Gelände des Wanderheimes

aufgebaut, Toiletten und Duschen/Waschgelegenheiten

sind vorhanden,

es besteht eine begrenzte Möglichkeit

auch im Haus „Tannhai“ zu übernachten.

Samstag, 12.09.2020 „Auf den Pfaden

der Indianer“

Treffen am Parkplatz Tipi Weltwald,

Bad Grund um 10.00 Uhr

Mit den Förster geht es auf Exkursion in

den Weltwald. Picknick an der Hütte, Geocaches

werden gesucht, eine Waldralley

beendet den Tag.

Freitag, 04.12. – 06.12.2020 „Backen

und Basteln“ Freizeit im Wanderheim

Wildemann

Ab 17.00 Uhr beginnt die traditionelle

Adventfreizeit in Wildemann. Ein gemütliches

Wochenende mit basteln von Weihnachtsgeschenken

und backen von Plätzchen,

Wanderungen durch den hoffentlich

verschneiten Wald, rodeln oder einfach

chillen beendet das Freizeitangebot 2020.

Das Harzklub Wanderheim liegt idyllisch

im Wald bei Wildemann. Es bietet in drei

Häusern mit verschieden großen Räumen

Platz für 62 Personen und ist deshalb auch

für Gruppen, Schulklassen, Freizeiten und

Seminare geeignet. Die Küchen sind komplett

ausgestattet. Der Speiseraum im Haus

Schwarzewald mit ca. 40 Plätzen kann auch

als Unterrichtsraum genutzt werden. Ein

zusätzlicher Seminarrraum steht ebenfalls

zur Verfügung. Die sanitären Einrichtungen

sind modern eingerichtet. Hinzu kommen

Spiel-, Freizeit- und Grilleinrichtungen.

Neu errichtet wurde ein „Grünes Klassenzimmer“

auf dem Gelände des Wanderheims,

welches unmittelbar im Naturpark

Harz zur Umweltbildung genutzt werden

kann. Zusätzlich bietet das Wanderheim

insgesamt 15 Stellplätze für Zelte, Wohnmobile

und Wohnwagen unter schattigen Bäumen.

Elektroanschlüsse sind vorhanden.

Anmeldung:

Direkt beim Harzklub in Clausthal-Zellerfeld,

per E-Mail, per Telefon oder bei eurem

Zweigverein.

01 | 2020

19


HARZ WANDERN

Barbis – Die schönste Wanderstrecke

in unserem Vereinsgebiet

Beschreibung:

Start- und Ziel ist das Feuerwehrgerätehaus

Barbis. (Ost: 32 U 598135 – Nord: 5719255)

Dieses befindet sich inmitten des Ortes

und liegt unmittelbar an einer Bushaltestelle

des ÖPNV. Hier befinden sich etwa

15 kostenfreie Parknischen. Die Haltestelle

DB ist ebenfalls nur ca. 400 Meter entfernt.

Auch hier sind ca. 20 kostenfreie Parkplätze

vorhanden.

Die Wegestrecke ist ca. 13 km lang und

in etwa 4 Std zu bewältigen. Die Wanderstrecke

ist gut ausgeschildert (neue

Wegeschilder mit GPS) und zusätzlich

mit Markierungspunkten (roter Kreis) gekennzeichnet.

Leider ist der Wanderweg in

Gänze nicht barrierefrei! Teilweise identisch

mit Karst-Wanderweg.

Wegeverlauf:

Vom Feuerwehrgerätehaus Barbis –

Bühberg – alter Warteturm – Beberteich

– Röhlberg – Koldung Barbis – Feuerwehrgerätehaus

Barbis (oder in umgekehrter

Reihenfolge)

Unterwegs gibt es mehrere Rastmöglichkeiten

auf den teilweise neuen Wanderbänken.

Am alte Warteturm befinden sich zudem

mehrere Sitzgruppen, eine Schutzhütte

und eine Grillhütte, die über den Zweigverein

Barbis angemietet werden kann.

Vom alten Warteturm hat man zudem einen

wunderschönen Ausblick über den Vorharz.

Am Beberteich befindet sich eine weitere

überdachte Hütte mit einer Sitzgruppe.

Am Röhlberg besteht die Möglichkeit das

Kriegerdenkmal zu besichtigen. Nach etwa

der Hälfte der Strecke gibt es außerdem

die Möglichkeit zur Einkehr in die Gaststätte

Dreymannsmühle (Öffnungszeiten

beachten) Danach geht es über die Koldung

Barbis (Aussicht über die Ortschaft und die

bereits gewanderte Strecke) zurück zum

Feuerwehrgerätehaus Barbis.

Ein sehr schöner Rundwanderweg mit herrlichen

Aussichten über den Harz (Ravensberg)

über den Vorharz und über die tiefer

gelegene Ortschaft Barbis.

Rundwanderweg 13 R bei Barbis

20 01 | 2020


HARZ JUGEND

Die Deutsche Wanderjugend teilt mit:

Sommerzeltlager für Jugendliche

in Dänemark

Die Deutsche Wanderjugend, die

Jugendorganisation des Harzklubs,

bietet in den Sommerferien ein Zeltlager

in Dänemark an.

Bei der Wanderjugend gibt es, anders als

der Name vermuten lässt, ein sehr breites

Aktivitätenspektrum. Um dies jungen Menschen,

die gern draußen sind, vorzustellen,

richtet sich diese Ferienfreizeit auch an

Nichtmitglieder aus der Region Harz.

Vom 19. bis 28. Juli 2020 verbringen rund

50 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren

erlebnisreiche Tage im Sommercamp auf

der Insel Falster in Dänemark. Dort wird

ein vielfältiges Programm angeboten: Der

Zeltplatz liegt direkt am Meer, das zum

Baden einlädt. Es gibt die Möglichkeit

Kanu zu fahren, am Strand zu entspannen,

Tagesausflüge mit dem Fahrrad zu

unternehmen und an den Angeboten im

Camp teilzunehmen. Von spannenden AGs

über Geocaching bis zu Upcycling wird es

allerhand Gelegenheiten geben, Spaß zu

haben und Neues zu erleben.

Die Insel Falster liegt in der Ostsee im

Süden Dänemarks und eignet sich durch

geografische Besonderheiten für Aktivurlaube.

Ausgebildete Jugendleitungen

und pädagogische Fachkräfte werden die

Jugendlichen während der gesamten Zeit

betreuen.

Die Anfahrt ist im Reisebus organisiert. Vor

Ort im Sommerlager kümmern sich alle

gemeinsam um die Verpflegung und die

Übernachtung erfolgt in Zelten. Es sind

keine Vorkenntnisse im Wandern oder

Kanu fahren erforderlich.

Die Kosten betragen 275 Euro pro Person.

In diesen sind die Busfahrt, die Verpflegung,

das Programm, die Unterkunft im Zelt, die

Kanu-/Fahrradausleihe und die Versicherung

enthalten. Weitere Informationen,

die Kontaktdaten der Ansprechpersonen

und das Anmeldeformular finden sich auf

www.wanderjugend.de.

Sømmercamp

Harz-Berg-Kalender

Seit 1697 gibt es mittlerweile den Allgemeinen

Harz-Berg-Kalender. Allerdings ist er

weniger ein Kalender im herkömmlichen

Sinn sondern ein Buchkalender. Auf über

100 Seiten werden von den Autoren Geschichten

von Gestern und Heute erzählt.

Es handelt sich dabei um historisches, autobiografisches

oder einfach nur erzählenswertes.

Eines haben alle diese Geschichten

jedoch gemeinsam: den Bezug zum Harz!

Egal ob Nord- oder Südharz, West- oder

Ostharz, jeder der etwas zu erzählen hat, ist

mit seiner Geschichte herzlich willkommen.

Der Allgemeine Harz-Berg-Kalender ist

für 9,00 € über den Buchhandel zu beziehen

oder direkt beim Papierflieger Verlag,

Clausthal-Zellerfeld. Der Verlag hat auch

noch diverse ältere Jahrgänge in seinen

Beständen. Diese gehen bis zum Jahr 1964

zurück.

Papierflieger Verlag GmbH

Telemannstraße 1

38678 Clausthal-Zellerfeld

info@papierflieger-verlag.de

01 | 2020

21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 12_2019

Resolution zum Klimaschutz

beschlossen Seite 4

Schon über 4 Mio. Buchen

gepflanzt Seite 13

Eine Sternwanderung

zum Lutherweg Seite 18

Der Harz_12_19.indd 1 28.11.19 12:04

HARZKLUB

Schierke – Juwel unterm Brocken

Wer im Oberharz die Höhenmarke

600 Meter passiert, erreicht den

soge nannten „Steinharz“. In diese

entrückte Märchenwelt eingebettet

liegt Schierke unterm Brocken.

Ein Ort, der einst als ärmster Gutsbezirk der

Grafschaft von Stolberg-Wernigerode galt.

Er gab Waldarbeitern und Köhlern Unterkunft,

die ihr karges Dasein im Tal an der

Kalten Bode fristeten. Das zarte Pflänzchen

einer frühen Industrialisierung ging

im 19. Jahrhundert wieder ein. Dass dieser

Flecken etwas ganz Besonderes im Harz ist,

bemerkten zuerst die Begüterten, die ab

1885 zunehmend ihre Sommer- und Winterfrische

im Hochharz verbrachten. Eine

einzigartige Landschaft mit dem Blockmeer

der Granitfelsen wirkt wie vom Teufel oder

Riesen wild durcheinander gewürfelt. Einfach

zauberhaft diese Gegend, deren Wildnis

heute im Nationalpark Harz geschützt

ist. Hier kann man Ruhe und Natur genießen,

durchatmen und vor allem wandern.

Folgen Sie in diesem Bildband den Spuren

der Köhler, begleiten Sie die Erstürmung

des Brockens (auch mit der Harzer Schmalspurbahn)

bis zum heute neu erstehenden

modernen Urlaubsort Schierke. Erleben Sie

ein Juwel unterm Brocken!

Bildband „Schierke-Juwel unterm Brocken“;

Wolfgang Schilling, mit Texten zur

Entwicklung Schierkes vom Beginn an

bis 2019, 240 Seiten, Hardcover, Format

24x21cm, 501 Fotos, Preis: 26,90€, ISBN:

978-3-935971-95-9, Bestellungen möglich

auch über E-Mail: Schierkejuwel@gmx.de


Beitrittserklärung

Zutreffendes bitte ankreuzen:

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des Harzklubs unterstützen und

erkläre hiermit meinen Beitritt als:

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind

Vorname/Name:

Geburtsdatum:

Mitgliedschaft

im Harzklub

Der Harzklub bietet Jung und Alt die

Gelegenheit, sich an seinen gemeinnützigen

Aufgaben zu beteiligen. Diese

kann er nur bewältigen, wenn viele

Menschen mithelfen – sei es durch tatkräftiges

Zupacken, sei es als förderndes

Mitglied nur durch den Mitgliedsbeitrag.

Infos unter www.harzklub.de

Firma:

Straße:

PLZ /Ort:

E-Mail:

Beitritt zum Harzklub-Hauptverein/Zweigverein:

Ort, Datum

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:

Ort, Datum

Unterschrift

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift

»DER HARZ« (Jahresabonnement 31,57 €).

Bei Minderjährigen, Unterschrift

eines Erziehungsberechtigten.

Unterschrift

Klimaschutz

Vielfalt im Wald

Biosphärenreservat

www.harzklub.de

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Harzklubs liefert Ihnen jeden Monat

aktuelle Informationen über die Vereinsarbeit

und über Themen, welche

die Menschen im Mittelgebirge interessieren.

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Harzes.

22 01 | 2020


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NAPOLAs des Harzes

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

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Ilfeld

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