Berliner Zeitung 14.01.2020

BerlinerVerlagGmbH

Die Sehnsucht der Polen nach Normalität – Seite 3

Götz Aly

noch einmal

über Berlin

Seite 8

3°/9°

Viele Wolken

Wetter Seite 2

Bundesverfassungsgericht

gesteht Fehler ein

Politik Seite 4

www.berliner-zeitung.de

Auf Datschen-Besitzer

kommen höhere Kosten zu

Kommentar Seite 8, Berlin Seite 9

Dienstag,14. Januar 2020 Nr.11HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Zittersieg: DHB-Team in

der Hauptrunde

Sport Seite 18

Oscar-Nominierung

Jokers Fahrt

in dunkle

Abgründe

VonChristian Schlüter

Das Böse in seinem ganzen, von

den niedersten bis zu den erhabensten

Dimensionen reichenden

Wesen erfasst zu haben: So in etwa

ließe sich Todd Phillips neuester Film

„Joker“ etwas reißerisch, aber doch

zutreffend beschreiben. Unbedingt

sehenswert ist diese durch viele

Schichten und Windungen führende

Talfahrt in die

Abgründe des

Menschlichallzu-Menschlichen.

Das wiederum

von Joaquin

Phoenix in

meisterhafter, allemal

beängstigender,

daunab-

Joaquin Phoenix

verkörpertden weisbar nahegehender

Weise

Jokerkongenial.

dargestellt wird:

Der Schauspieler gleitet über viele

Etappen in den mörderischen Wahnsinn

ab, jede einzelne ist nachvollziehbar

und sogar gut begründet und

doch ist das Gesamtbild am Schluss

vonmonströser Unfasslichkeit.

Mit elf Nominierungen geht der

Film „Joker“ als großer Favoritindas

diesjährige Oscar-Rennen. Der Film

über den Batman-Erzfeind wurde

am Montag vonder Academy of Motion

Picture Arts and Sciences in elf

Kategorien nominiert, darunter als

bester Film, für den besten Hauptdarsteller

und für die beste Regie.

Das ist eine beruhigende Meldung

insofern, als dieser großartige Film

jede Ehrung verdient hat. Und sich

dabei noch in bester Gesellschaft befindet:

Jeweils zehn Nominierungen

gab es für Quentin Tarantinos Hollywood-Hommage

„Once Upon a

Time …inHollywood“, den Mafia-

Film „The Irishman“ von Martin

Scorsese und das Weltkriegsepos

„1917“ von Sam Mendes. Indieser

erlauchten Konkurrenz hat der „Joker“

durchaus gute Chancen.

Beunruhigend an dem Nominierungserfolg

von „Joker“ ist der Umstand,

dass uns der Film, der ja eigentlich

eine Comicverfilmung ist, in

drastischer Weise daran erinnert, in

welchem erbarmungswürdigen Zustand

sich die Welt befindet, in der

wir zur Zeit leben –Popcorn-Kino

zum Entspannen sieht gewiss anders

aus. Der Joker ist nicht nur als allgemeine,

philosophische Abhandlung

der Conditio humana,sondernauch

als aktueller Kommentar zum Niedergang

der USA unter Donald

Trump zu verstehen, der sozialen

Verwahrlosung, der unzureichenden

Gesundheitsvorsorge, der moralischen

Haltlosigkeit. Und eben das

trifft die Comic-Vorlage sehr genau:

DerErzfeind des nicht minder zwielichtigen

Schurkenjägers Batman

war immer schon das Symptom einer

kaputten Gesellschaft.

Joker begann in den 30er-Jahren

als einfacher Massenmörder. Heute

ist er ein Superschizo, dessen moralische

Unzuverlässigkeit uns an die

Vorläufigkeit zivilisatorischer Errungenschaften

erinnert. Großes Kino!

Feuilleton Seite 21

Berlin: Die Zukunft muss warten

VonElmar Schütze

Es sollte das große Prestigeobjekt

Berlins werden. Die

Stadt wollte die erste bundesweit

sein, die ihre Verwaltung

komplett auf elektronische

Akten umstellt. Eine dreistellige Millionen-Summe

sollte die sogenannte

E-Akte kosten. Doch seit Montag ist

klar, dass der ursprüngliche Zeitplan

unmöglich eingehalten werden kann.

Ein Bieter, der bei der Vergabeentscheidung

des Landes Berlin unterlegen

war, hat eine Überprüfung vor

der Vergabekammer veranlasst. Jetzt

liegt das Verfahren auf Eis–eswurde

verlängert, wie es im Verfahrensdeutsch

heißt. Daskönnte für den Senat

weitreichende Folgen haben und

die Steuerzahler mit weiteren Millionenkosten

belasten.

Am Montag kamen die Karten auf

den Tisch. Innen-Staatssekretärin Sabine

Smentek (SPD), zuständig für Informations-

und Kommunikationstechnik,

musste vor dem Ausschuss

für Kommunikationstechnologie und

Datenschutz des Abgeordnetenhauses

erklären, dass die Vergabekammer

das Verfahren nun erneut prüft.

Jetzt droht, dass die Ausschreibung

wiederholt werden muss. Fachleute

gehen im Gespräch mit der Berliner

Zeitung inzwischen von einer Verzögerung

des Verfahrens von einem

weiteren Jahr aus.Ursprünglich sollte

die E-Akte am 1. Januar 2023 alleiniger

Standardsein.

DieReaktionen auf Smenteks Eingeständnis

fielen am Montag deutlich

aus. „Ich halte den Termin für nicht

haltbar“, sagte Sven Kohlmeier,netzpolitischer

Sprecher der SPD-Fraktion,

der Berliner Zeitung, „da muss

man sich ehrlich machen“. Netzpolitiker

Bernd Schlömer, von den Piraten

zur FDP gewechselt, hält den Termin

nach eigenenWorten auch längst

nicht mehr für realistisch. Viel wahrscheinlicher

sei ein Zeitpunkt zwischen

2026 und 2030.

Auch CDU-Innenpolitiker Stephan

Lenz schaut skeptisch in die

elektronische Zukunft. „Ich sehe mit

großer Sorge, dass der Termin in Gefahr

gerät“, sagte er der Berliner Zeitung.

Für Lenz „bahnt sich ein Führungsversagen

an“. IT-StaatssekretärinSabine

Smentekhabe „per Gesetz

alle Kompetenzen. Sie kann Standards

festlegen –dann ist sie auch

verantwortlich“, so Lenz. FDP-Mann

Schlömer will nicht über Personen reden.

Für ihn ist „der gesamte Senat in

der Verantwortung. Er muss ein vergabekonformes

Vergabeverfahren

hinkriegen. Das ist ihm nicht gelungen“,

sagte Schlömer der Berliner Zeitung.

DieVerzögerung wirft ein bezeichnendes

Licht auf den schleichenden

Ausbau der IT-Infrastruktur und -

Ausstattung in Deutschland. In Berlin

ist die Lage offenbar besonders dramatisch.

Nach Schätzungen von

Fachleuten haben derzeit noch rund

30 Prozent aller PC-Anwender in

Deutschland das veraltete Betriebssystem

Windows 7imEinsatz. Doch

dafür gibt es vondiesem Dienstag an

keinen kostenlosen Support mehr

Ausgerechnet die Verwaltung der Hauptstadt

gehört zuden öffentlichen Einrichtungen

in Deutschland, die den Umstieg

auf ein modernes

Betriebssystem bisher

noch nicht geschafft haben.

durchden Softwareentwickler Microsoft.

Dieser hatte das Betriebssystem

entwickelt und vorelf Jahren auf den

Marktgebracht. „Wer weiterhin Windows

7einsetzt, muss mit gravierenden

Folgen für die Sicherheit seiner

Daten beziehungsweise seines Unternehmens

rechnen“, sagt Thomas

Uhlemann vom IT-Sicherheitsunternehmen

ESET der Nachrichtenagentur

dpa. Datendiebe oder Hacker hätten

leichtes Spiel. Zu denöffentlichen

Einrichtungen in Deutschland, die

den Umstieg auf ein modernes Betriebssystem

bisher noch nicht geschafft

haben, gehört ausgerechnet

die BerlinerVerwaltung.

Dort waren im Dezember vergangenen

Jahres erst knapp zwei Drittel

aller Arbeitsplätze auf Windows10

umgestellt worden. Experten gehen

jetzt davon aus, dass das Land Berlin

eine sechsstellige Summe für einen

gesonderten Support-Vertrag ausgeben

muss, umdie noch nicht umgestellten

Arbeitsplätze überhaupt am

Laufen zu halten.

Tatsächlich entsprechen noch viel

zu wenige Berliner Dienstrechner

auch nur den derzeit gesetzlich geltenden

Sicherheitsbestimmungen.

Wieder RBB berichtet, arbeiten in der

Berliner Verwaltung immer noch

mehr als 20 000 Computer mit Win-

Digitalisierung der

Hauptstadt-Verwaltung in

Gefahr: Die Einführung der

elektronischen Akte

rückt in die Ferne und

wird noch teurer.

Das Vergabeverfahren für

das Vorzeige-Projekt E-Akte

liegt plötzlich auf Eis

GETTY IMAGES

dows 7. Vonden aktuell 82 000 Rechnern

inSenats- und Bezirksverwaltungen,

bei Polizei, Feuerwehr, Justiz

und Bürgerämternseien erst 70 bis 75

Prozent umgestellt auf das neue BetriebssystemWindows

10.

DieBerliner Landesverwaltung ist

bereits mehrfach Ziel vonHacker-Angriffen

geworden. Zuletzt waren das

Kammergericht und Rechner der

Humboldt-Universität vonTrojanern

infiziert. Fatale Folgen hatte voriges

Jahr eine Sicherheitspanne beim Berliner

Kammergericht. Dort hatte sich

ein Virus eingenistet. Das bedeutete,

dass die Mitarbeiter wochenlang

ohne Computer auskommen mussten

– ein Rückfall weit zurück ins

20. Jahrhundert.

Wie sehr die Umstellung der Verwaltung

auf rein elektronische Akten

den eigenen Zielen hinterherhinkt,

beweist schon der zeitliche Ablauf des

Umstellungsverfahrens bis heute.

DasE-Government-Gesetz wurde im

Mai 2016 noch zu Zeiten der rotschwarzen

Koalition vom Abgeordnetenhaus

beschlossen. Damals war

von einem rund sechseinhalbjährigen

Verfahren die Rede.AmEnde, am

31. Dezember 2022, sollten Berliner

Amtsstuben ausschließlich noch mit

E-Akte arbeiten.

Im Jahr 2018, zweieinhalb Jahre

nach Verabschiedung des Gesetzes,

veröffentlichte der Senat eine Ausschreibung.

Gesucht wurde ein Softwarelieferant

und Realisierungsdienstleister,

der die Verwaltung

„nach dem Stand der Technik“ fit für

das 21. Jahrhundertaber auch rechtssicher

vor möglichen Einsprüchen

vonDatenschützernmachen sollte.

Sicher ist jetzt schon, dass ein Zielpunkt

des Verfahrens bereits verfehlt

wurde. Soist in der Ausschreibung

der Start des Vertrages mit dem

Die

Loveparade

kommt wieder

Erfinder Dr.Motte sammelt

Geld für einen Neustart

Der Berliner DJ Dr.Motte möchte

wieder eine Loveparade in Berlin

starten. Dazu wollen er und sein

Team der gemeinnützigen GmbH

„Rave the Planet“ Spenden sammeln,

wie der 59-Jährige am Montag

in Berlin ankündigte.„Wirstellen die

Frage: „Wollt Ihr eine neue Loveparade?

Über das

Spendensammeln

können wir

herausfinden, ob

das überhaupt

gewollt wird von

der Welt“, so Dr.

Motte.

Der DJ und

seine Mitstreiter

Dr.Motte will

wieder durch

Berlin tanzen.

machen sich

auch für den Erhalt

der Technokultur

stark –angesichts der zunehmenden

Schwierigkeiten von Clubs,

die um ihre Existenz kämpfen. Ihr

Plan dazu: Die elektronische Tanzmusik

bei der Unesco als immaterielles

Weltkulturerbe schützen lassen.

In diesem Jahr soll der Antrag

gestellt werden. Außerdem wollen

sie einen offiziell anerkannten Feiertag

der elektronischen Tanzmusikkultur

initiieren.

Dr. Motte (bürgerlich: Matthias

Roeingh) hatte vor gut 30 Jahren die

Loveparade in Berlin gegründet. 150

Technofans tanzten damals 1989 unter

dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“

auf dem Kurfürstendamm.

Später wurde daraus ein Millionenspektakel,

der Rave wurde von einem

anderen Veranstalter übernommen.

In den Monaten nach der Loveparade-Katastrophe

von Duisburg

hatte der Künstler noch den nun angekündigten

Schritt ausgeschlossen.

„Die Loveparade ist vorbei, die kann

es nach Duisburg nicht mehr geben“,

schrieb Dr. Motte etwa in der

Wochenzeitung Die Zeit. Der Verein

Lopa 2010, der Betroffene der Katastrophe

mit 21 Toten und mehr als

650 Verletzten der damals in Duisburg

veranstalteten Loveparade vertritt,

erklärte: „Wir sind der Ansicht,

es sollte wieder so eineVeranstaltung

geben.“ Siewürden niemanden kennen,

der nicht dieser Meinung sei,

erklärten die Vereinsvorsitzenden.

„Wir unterstützen diese Veranstaltung.“

(dpa, AFP) Berlin Seite10

21. Oktober 2019 angegeben. 4 194050 501603

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2 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Tagesthema

Energie

Siemens beliefert die Kohlemine

Carmichael in Australien. Kritiker

sagen, der Konzern bricht so sein

Versprechen, nachhaltiger zu werden.

Mehr als eine

Image-Frage

VonThomas Magenheim

Nach der Entscheidung von Siemens, den Liefervertrag mit der australischen Mine einzuhalten, kam es zu Protesten vor Firmenvertretungen wie hier in München.

IMAGO IMAGES

Siemens hält trotz massiver

Proteste an Technologiezulieferungen

für eine riesige

Kohlemine in Australien

fest. Man hätte den Auftrag für eine

Zugsignalanlage im Vorfeld weiser

beurteilen sollen, sagte Konzernchef

Joe Kaeser per Twitter selbstkritisch.

Siemens habe nun aber entschieden,

gegenüber dem indischen Adani-

Konzern, der die Mine bauen will,

Vertragstreu zu bleiben und die Signalanlage

zu liefern, die Kohlezüge

in den künftig weltgrößten Kohleexporthafen

an der australischen Ostküste

lotsen soll. „Versprechen zu

halten, hat für Siemens höchste Priorität“,

erklärte Kaeser.AnandereVersprechen,

nämlich das Weltklima

durch Siemens-Technik zu retten,

erinnern ihn dagegen Klimaaktivisten.

Sie nehmen Siemens jetzt verstärkt

aufs Korn.

„Joe Kaeser macht einen unentschuldbaren

Fehler“, kritisierte Luisa

Neubauer. Die 23-jährige ist deutsches

Gesicht der globalen Klimaprotestorganisation

Fridays for Future.

Am vergangenen Freitag hatten sich

Neubauer und Kaeser wegen der

Mine zu einem Gespräch getroffen.

Dabei hatte ihr der Konzernchef einen

Posten im Aufsichtsrat angeboten.

Neubauer lehnte ab.AmMontag

hat er ihr nun angeboten, im Nachhaltigkeitsrat

von Siemens mitzuarbeiten.

Das Gremium werde künftig

das Recht erhalten, unter Nachhaltigkeitskriterien

kritische Projekte zu

stoppen, verspricht Kaeser.

Proteste gegen Siemens

Ob Neubauer zustimmt blieb zunächst

unklar.Sicher ist, dass bereits

am Montag Fridays-for-Future-

Gruppen spontan in einem Dutzend

deutschen Städten gegen die Siemens-Entscheidung

protestiert. Sie

will das Streitthema auch in die Siemens-Hauptversammlung

Anfang

Februar in München tragen. Würde

Siemens die Klimakrise wirklich

ernst nehmen, hätte sich Kaeser

beim Auftrag für die Kohlemine anders

entschieden, betonte ein Sprecher

vonFridays for Future.

Die australische Carmichael-Kohlemine ist

ein gewaltiges Projekt. Sie hat ein genehmigtes

Abbauvolumen vonrund 60 Millionen Tonnen

Kohle im Jahr,für die nächsten 60 Jahre.

Zum Vergleich: In Deutschland wurden im

Jahr 2018 nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums

43,2 Millionen Tonnen

Steinkohle in Kraft- und Stahlwerken verfeuert.

In allen deutschen Braunkohlerevieren wurden

166,3 Millionen Tonnen in dem Jahr gefördert.

Die australische Mine wäre eine der größten

weltweit.

500 km

Perth

Darwin

AUSTRALIEN

Nord-

Territorium

Westaustralien

Süd-

Australien

Auch australische Umweltgruppen

protestierten. Der Entscheid,

Technologie für die Kohlemine zu liefern

sei „nichts weniger als schändlich“,

erklärte die Australien Conservation

Foundation. Sie ruiniere das

Klimaimage von Siemens. Die Umweltgruppe

Galilee Blockade sprach

von „rücksichtsloser Ignoranz“. „Die

Der indische Adani-Konzern betreibt die Mine

im nordöstlichen Bundesstaat Queensland.

Das Projekt ist seit Jahren umstritten. Der Konzernwill

dortzunächst 27 Millionen Tonnen

Kohle jährlich fördern–das könnte die bereits

hohen Kohleexporte Australiens um 20 Prozent

steigern.

Die im Tage-und Untertagebau gewonnene

Kohle soll über 189 Kilometer per Zug zum

Kohlehafen Abbot Point gebracht und dann

nach Indien verschifft werden. Der Hafen

musste erheblich erweitertwerden.

PAPUA-

NEUGUINEA

Melbourne

Tasmanien

Queensland

Neusüdwales

Victoria

Schutzgebiet

Great Barrier Reef

Länge: 2300 km

Fläche: 344 400 km 2

Sydney

Canberra

Absicht, eine so gewaltige Kohlemine

zu erschließen, nachdem eine Fläche

von einem Fünftel der Größe

Deutschlands gerade in den australischen

Buschfeuern verbrannt ist, ist

widerlich“, ergänzen Aktivisten-Kollegen

der Gruppe Market Forces.

Nun schlage der Konzern Profit

aus dem „Katastrophenvorhaben“

DIE CARMICHAEL-MINE

Pazifik

Siemens soll die Signalanlagen für die geplante

Schienenstreckeliefern. Der Konzern

verweist darauf, dass er bereits vertraglich gebunden

sei. Es geht um eine Investition von

rund 18 Millionen Euro.

Natur- und Klimaschützer kritisieren nicht nur

den Abbau und das anschließende Verfeuern

der Kohle. Ebenso wird die Erschließung der

Mine kritisiert. Denn der Hafen Abbot Point

liegt in der Nähe des bekannten Great Barrier

Reefs. Die Route der Kohleschiffe führte durch

dieses empfindliche Ökosystem.

Adani-Kohleförderprojekt in Australien

50 km

QUEENSLAND

Minenprojekt

Carmichael

Fördermenge:

Bis zu 60 Millionen

Tonnen Kohle pro Jahr

Townsville

Bahnprojekt

Carmichael

Befürworter der Miene argumentieren, der

Abbau bringetausende Arbeitsplätze nach

Queensland.

Kritiker warnen, die Verbrennung der Kohle

werde die Klimaerwärmung verschlimmern;

zudem seien vorOrt zahlreiche Tierarten bedroht.

Die Regierung vonQueensland hatte Mitte

Juni die Genehmigung für den Plan vonAdani

zum Grundwasserschutz erteilt und damit die

letzte großeHürde ausdem Weggeräumt.

Schutzgebiet

Great Barrier Reef

Abbot Point

bestehende

Bahnlinie

Korallensee

BLZ/GALANTY; QUELLEN: AUSTR. REGIERUNG, GREATBARRIERREEF.ORG, ADANI, AUSTRALIAN CONSERVATION FOUNDATION, AFP

im australischen Bundesstaat

Queensland, kritisiert Neubauer. Sie

meint damit den Signaltechnik-Auftrag

über 18 Millionen Euro,den Siemens

Mitte Dezember 2019 unterzeichnet

hat. Die Siemens-Technik

soll dafür sorgen, dass ab 2021 jährlich

bis zu 60 Millionen Tonnen

Kohle per Zug über 200 Kilometer

hinweg zu einem riesigenVerladehafen

nahe des weltgrößten Korallenriffs

Great Barrier Reef transportiert

werden. Dort befördern sie Schiffe

weiter zur Verfeuerung in indischen

Kohlekraftwerken. Das würde jährlich

fast 80 Millionen Tonnen des Klimakillers

Kohlendioxid (CO 2 )indie

Atmosphärepusten.

Mit dem „Ja“ zu dem Kohleminen-Projekt

der Welt trete Kaeser

die nachhaltigen Bestrebungen seines

Unternehmens in die Tonne,

kritisiert Fridays for Future. Neben

den Beteuerungen, klimafreundliche

Technik zu entwickeln und zu

verkaufen, wirbt Siemens hartnäckig

damit, bis 2030 klimaneutral zu

wirtschaften. Auch Greta Thunberg

als Mitinitiatorin vonFridays for Future

hatte Kaeser vergeblich dazu

aufgerufen, die richtige Entscheidung

zu treffen und den indischen

Konzern Adani, dem die Mine gehört,

nicht zu beliefern. Siemens hat

anders entschieden. „Das ist unglaublich

schwach, Versprechen gegenüber

Kunden sind dem Unternehmen

wichtiger als Umweltschutz“,

meint Regine Richter. Sie

ist Energieexpertin der Umweltorganisation

Urgewald. Siemens

könne nun weiter über seinen Einsatz

für den Klimaschutz schwadronieren,

nur glauben werde esnun

niemand mehr. „Kaeser macht Siemens

zum Mittäter.“

Es habe keinen rechtlich und

wirtschaftlich verantwortungsvollen

Weg gegeben, den Auftrag zu stornieren,

verteidigt sich Kaeser. Siemens

hätte bei einer Rücknahme in

der Höhe ungenannte Vertragsstrafen

zahlen müssen. Zudem hätte

eine Stornierung das Projekt nicht

gestoppt, weil dann Konkurrenten

Signaltechnik liefernwürden.

Das ist umstritten. So hätten Alstom

und Hitachi Rail eine Zusammenarbeit

mit Adani abgelehnt, behauptet

Urgewald unter Berufung

auf australische Umweltgruppen.

Siemens könnte mittlerweile einziger

Anbieter für die Kohletransportlinie

sein. Eine Absage hätte das Projekt

zumindest deutlich verzögert.

Kaeser zieht sich auch auf rechtliche

Positionen zurück. Die Mine sei

vonder australischen Regierung und

dortigen Gerichten genehmigt. Auch

indigene Völker Australiens stünden

dahinter. Spätestens am 5. Februar

zur diesjährigen Siemens-Hauptversammlung

wirdKaeser der Problemauftrag

einholen.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute herrscht bei größtenteils bedecktem Himmel vereinzelt auch Regenwetter.

Dabei stehen 7bis 11 Grad inAussicht, und der Wind weht mäßig

aus Südwest. In der Nacht werden Tiefstwerte von 9bis 5Grad erreicht.

Dazu ist es vielerortsstark bewölkt bis bedeckt.

Biowetter: Wetterfühlige Menschen

klagen über Kopfschmerzen, Migräneattacken

und Schlafstörungen.

Ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

liegen unter dem persönlichen

Durchschnitt.

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 13 Uhr: Ozon: 38 µg/m 3 ;

Stickstoffdioxid: 65 µg/m 3 ;

Schwebstaub: 15 µg/m 3 ;

Luftfeuchtigkeit: 90%

Gefühlte Temperatur: maximal 9Grad.

Wind: mäßig aus Südwest.

Wittenberge

4°/11°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

3°/10° 3°/9°

Luckenwalde

3°/9°

Prenzlau

3°/9°

Cottbus

2°/9°

Mittwoch

Donnerstag

Freitag

wolkig wolkig stark bewölkt

7°/12° 4°/9° 2°/7°

Frankfurt

(Oder)

2°/7°

Das Regenband eines Sturmtiefs südlich von Island reicht von Skandinavien ins

nördliche Mitteleuropa, wird aber schwächer. Ein neues Sturmtief bei Irland

lenkt dabei einen weiteren Schwung sehr milder Luft ins westliche und nördliche

Zentraleuropa. Weiter südlich macht sich Hochdruckeinfluss bemerkbar.

Sylt

5°/10°

Hannover

6°/11°

Köln

9°/11°

Saarbrücken

5°/9°

Konstanz

0°/7°

Hamburg

6°/10°

Erfurt

4°/8°

Frankfurt/Main

5°/9°

Stuttgart

3°/11°

Rostock

4°/10°

Magdeburg

4°/10°

Nürnberg

1°/8°

München

1°/11°

Rügen

2°/9°

Dresden

0°/4°

Deutschland: Heute ziehen teils

dichte Wolken heran und haben mitunter

Regen dabei. Während des

Tages ist mit 4bis 11 Grad zu rechnen.

In der folgenden Nacht betragen

die Werte 9bis 0Grad. Der Wind

weht stellenweise mit Sturmböen

aus Südwest. Morgen gibt es längere

Zeit Sonnenschein, stellenweise aber

auch viele Wolken, und es erwärmt

sich auf 3bis 13 Grad. Der Wind

weht stellenweise mit Sturmböen

aus Südwest.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 40 cm

Harz bis 20 cm

Erzgebirge bis 30 cm

Bayerische Alpen bis 160 cm

Mondphasen: 17.01. 24.01. 02.02. 09.02.

Sonnenaufgang: 08:11 Uhr Sonnenuntergang: 16:19 Uhr Mondaufgang: 21:08 Uhr Monduntergang: 10:33 Uhr

Lissabon

16°

Las Palmas

21°

Madrid


Reykjavik


Dublin


London

14°

Paris

11°

Bordeaux

14°

Palma

16°

Algier

19°

Nizza

13°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand


Tunis

15°

Rom

12°

Warschau


Wien

4° Budapest


Palermo

14°

Kiruna

-6°

Oulu


Dubrovnik

15°

Athen

13°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul

10°

Iraklio

14°

Archangelsk

-1°

Moskau


Ankara


Antalya

15°

Acapulco 35° heiter

Bali 23° Gewitter

Bangkok 33° sonnig

Barbados 27° Gewitter

Buenos Aires 35° Gewitter

Casablanca 19° wolkig

Chicago 5° bewölkt

Dakar 28° heiter

Dubai 20° wolkig

Hongkong 21° wolkig

Jerusalem 11° heiter

Johannesburg 30° Gewitter

Kairo 18° wolkig

Kapstadt 28° wolkig

Los Angeles 16° sonnig

Manila 31° wolkig

Miami 27° heiter

Nairobi 26° Gewitter

Neu Delhi 20° sonnig

New York 10° bewölkt

Peking -1° wolkig

Perth 35° wolkig

Phuket 33° sonnig

Rio de Janeiro 27° bedeckt

San Francisco 11° wolkig

Santo Domingo 25° Schauer

Seychellen 29° wolkig

Singapur 34° wolkig

Sydney 27° wolkig

Tokio 13° wolkig

Toronto 4° bewölkt


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 3

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Seite 3

Das Erfolgsversprechen

Polen boomt. Doch eine große Zahl von Menschen im Land glaubt nicht mehr an die eigene Aufstiegsgeschichte.

DPA

Kasia schreit. Laut. Herzerweichend.

Wie Zweijährige nun einmal

schreien, wenn sie nicht bekommen,

was sie wollen. Püree

mit lilarotem Kompott zum Beispiel. Papa

Pawelgreift zum Löffel, um sich und die Sitznachbarn

zuretten, aber Preiselbeeren sind

dann doch nicht nach Kasias Geschmack. Sie

probiertzwar schweigend. Im nächsten Moment

schreit sie aber wieder.Erst die braune

Köttbullar-Soße hilft. Die schwedische Spezialität

scheint so etwas wie ein globales Allheilmittel

zu sein, auch wenn Köttbullar in

Polen Klopsiki heißen. „Kasia ist sonst viel

geduldiger“, behauptet Pawel. „Aber diese

Hetzerei macht doch irgendwie alle nervös.

Kinder spüren das.“

Vielleicht sehen sie es auch. Manbraucht

den Blick ja nur durch das Restaurant wandern

zulassen, in dem Menschen mit Tabletts

in den Händen darauf warten, dass ein

Tisch frei wird. In spätsozialistischer Zeit, erzählt

Pawel, hätten seine Eltern mit leeren

Händen vor dem Brotladen gestanden. Sie

kannten den Druck, die Last des Alltags,aber

nicht die Hetze.

Woher auch? Damals regierte die Trostlosigkeit.

Hektik und Eile führten zu nichts.

Heute regiertdie Ungeduld, nicht nur bei Kasia.

Vor dem Möbelhaus sieht man Menschen

in ihren Autos sitzen. Finger trommeln

auf Lenkräder. Wieder suchen die Wartenden,

nach einem Parkplatz oder der Ausfahrt,

die hier,inTargówek am nordöstlichen

Rand vonWarschau, nicht ganz leicht zu finden

ist. Einfach weil alles so groß ist.

Wie aus dem Bilderbuch

In Polen regiert seit dem Ende des Kommunismus

die Sehnsucht nach einer europäischen Normalität. Vorbildersind die

Wohlfahrtsstaaten westlicher und skandinavischer Prägung.

Washat das mit der Wirklichkeitzutun?

Polen boomt. Seit bald 30 Jahren geht das so.

1990 lag das Land nach dem Crash der Planwirtschaft

am Boden. Die Menschen waren

erschöpft. Wernoch Geld hatte,verlor es bei

einer Inflation von 585 Prozent innerhalb

kürzester Zeit. Schocktherapie nannte das

die erste postkommunistische Regierung,

die alle Preise freigab und dasVolkseigentum

im Eiltempo privatisierte. Sie setzte auf die

Hoffnung, die sich mit dem westlichen Vorbild

verband, mit dem Versprechen von Demokratie,

Marktwirtschaft und Wohlstand.

Die Polen glaubten es, packten an und hatten

Erfolg. In Kürze wird das Bruttoinlandsprodukt

den zehnfachen Wert von 1991 erreichen.

Im selben Zeitraum stieg das Pro-

Kopf-Einkommen um rund 500 Prozent.

Wohlstand für alle: Ein Wirtschaftswunder

wie aus dem Bilderbuch.

Und dennoch. Trotz alledem gewann die

nationalkonservative, antiliberale und autoritäre

PiS die Parlamentswahl 2015 mit der

Parole„Polska wruinie“. Polen in Trümmern.

EinSanierungsfall. Fast alles sei falsch gelaufen

nach 1989. Erst vorwenigenWochen wiederholte

die Partei ihren Wahltriumph und

steigerte ihren Stimmenanteil sogar. Das

Strafverfahren der EU wegen andauernder

Angriffe der PiS-Regierung auf die Gewaltenteilung

änderte daran nichts.

Wie konnte es soweit kommen, dass eine

große Zahl von Menschen in Polen nicht

mehr an die eigene Bilderbuch-Erfolgsgeschichte

glaubt und selbsternannte Sanierer

wählt? Zwei Antworten sind denkbar: Etwas

stimmt mit den Menschen nicht, oder die

Geschichte ist falsch.

Aufklärung verspricht das international

angesehene Institut für Öffentliche Angelegenheiten.

Der Weg dorthin führt über den

alten Königstrakt und den Prachtboulevard

Nowy Swiat, die Neue Welt mit ihren Nobelboutiquen

und Juweliergeschäften, bis in

eine eher düstere Seitenstraße. Der Konferenzraum

des Instituts ist zweckmäßignüchterneingerichtet,

und Dominik Owczarekkommt

auch sofortzur Sache.„DiePiS ist

erfolgreich, weil sie zum ersten Mal nach

1989 das rein marktliberale Paradigma

durchbrochen hat, an dem sich zuvor alle,

auch nominell linke Regierungen in Polen

orientiert haben“, sagt der Leiter des Forschungsbereichs

Sozialpolitik.

Owczarek ist erst 37 Jahre alt. Er spricht

aber so konzentriert und fast druckreif, wie

es ein altgedienter Wissenschaftler nicht

besser könnte.Vor allem jedoch unterfüttert

er die weniger bilderbuchhafte Geschichte

des postkommunistischen Polen, die er erzählt,

mit so vielen Fakten, dass er sich irgendwann

selbst unterbricht: „Das geht

jetzt zu sehr ins Detail.“ All das macht Owczareks

Version aber nur glaubwürdiger, die

sich mit ein wenig Mut zur Verknappung in

den Satz fassen lässt: 1989 hat die Solidarnosc-Bewegung

im Namen der Solidarität

die Freiheit erkämpft, damit aber dem unaufhaltsamen

Siegeszug des Individualismus

den Wegbereitet. „Persönlicher Erfolg

VonUlrich Krökel, Warschau

wurde zum Maß aller Dinge“, sagt Owczarek.

UndErfolg hatten viele.Vor allem in Städten

wie Warschau, Posen und Breslau entstand

jene wohlhabende Mittelschicht, deren

Autos heute die Parkplätze inTargowek

füllen. Aber es gab auch viele Verlierer in dieser

Welt des entfesselten Wettbewerbs. Als

„Die PiS ist erfolgreich,

weil sie zum ersten Mal

nach 1989 das rein

marktliberale Paradigma

durchbrochen hat, an

dem sich zuvor alle

Regierungen in Polen

orientiert haben.“

Dominik Owczarek,

Institut für Öffentliche Angelegenheiten

Polen 2004 der EU beitrat, wurde das Wort

„Müllvertrag“ bald zum Synonym der neuen

Zeit. Gemeint waren befristete Verträge für

Berufseinsteiger, die das Papier nicht wert

waren, auf dem sie standen. Wenig Geld,

keine soziale Absicherung. Werjung war,gut

ausgebildet und sprachgewandt, der ging.

Aber nicht nur Ingenieure und Ärztinnen

verließen ihre Heimat, auch viele Pflegekräfte

und Handwerker wanderten aus.

Mehr als zwei Millionen Menschen suchten

ihr Glück in anderen EU-Staaten. Zurück

blieben die Erschöpften.Die Regierung

heizte den Kampf trotzdem weiter an. Jeder

gegen jeden statt Wohlstand für alle, lautete

die Devise. Der rechtsliberale Premier Donald

Tusk führte 2012 mit einem Federstrich

die Rente mit 67 ein. DasdeutscheHandelsblatt

feierte Polen damals als „Europas

Wachstumschampion und Musterschüler“.

Doch bald darauf lief das Fass über. 2015

siegte die PiS mit dem Versprechen, sich um

die Verlierer zu kümmern. „Und zur Überraschung

vieler hat die Partei Wort gehalten“,

sagt Owczarek. DiePiS führte erstmals in Polen

ein Kindergeld ein, nahm die Rente mit

67 zurück, erhöhte den Mindestlohn und

strich zuletzt die Steuerpflicht für Geringund

Normalverdiener unter 26 Jahren.

Owczarek legt Wert auf die Feststellung,

dass die Sozialpolitik der PiS nicht von den

Angriffen auf die Gewaltenteilung oder der

erzkonservativen Ideologie der Partei zu

trennen ist. Es gebe nur eine PiS. Der junge

Wissenschaftler prophezeit aber auch: „Ein

Zurück ist nicht mehr möglich.“ Alle künftigen

Regierungen müssten sich an dem

„neuen, erfolgreichen sozialpolitischen Paradigma

orientieren, oder sie werden bei

Wahlen chancenlos sein“. Verwandelt sich

Polen nun also doch noch in jenen Wohlfahrtsstaat,

den die Menschen im Land seit

30 Jahren herbeisehnen?

Wer die Wissenschaft mit der Wirklichkeit

konfrontieren will, sucht am besten unter

den mächtigen Pfeilernder Poniatowski-

Brücke. Oben führt eine sechsspurige

Straße aus der City mit ihren gläsernen Wolkenkratzernüber

die Weichsel in den ärmeren

Ostteil der Stadt. Unten bietet die Brücke

ein wenig Schutz. In den Ecken stehen

leere Wodkaflaschen. Zubrowka, der mit

dem Büffelgras. Oder Krupnik, der mit dem

Honig. Wird es kalt, treffen sich hier die Obdachlosen.

Es ist also kein Zufall, dass es nur

wenige Hundert Meter entfernt ein Hinterhaus

gibt, das sich im Polnischen „Przytulek“

nennt. Ein Asyl. Aber im Original

schwingt da noch etwas mit: Das Adjektiv

„przytulny“ bedeutet gemütlich, behaglich.

EinUnterschlupf.

Das denkmalgeschützte Haus selbst ist

eine kleine Sensation. Es existiert seit mehr

als 120 Jahren in seiner Funktion als Asyl für

Arme, Alte und Waisen, für Kranke, Behinderte

und Obdachlose. Zwei Weltkriege hat

es überstanden. „Und es erfüllt seine Aufgabe

noch immer“, sagt Adam Stradowski

stolz, der Vorsitzende der gemeinnützigen

Gesellschaft, die das Heim betreibt. DieAufgabe,das

ist die Hilfe für die am meisten Hilfebedürftigen.

Im Jahr 2019 sind das vor allem

alte und kranke Menschen, die nichts

und niemanden mehr haben außer ihren

Helferinnen.

Polnische Menschenliebe

Denn meist sind es Frauen, die hier arbeiten.

Pflegerin Sylwia zum Beispiel. Fünf Betten

stehen in dem Zimmer,indem sie mit Latexhandschuhen

an den Fingern arbeitet. Sie

wäscht alte Körper,die sich vonselbst kaum

noch bewegen können. Sie füttert. Aber die

junge Frau redet auch viel und lacht. Was

motiviert sie zu ihrer Arbeit? Sylwia überlegt

noch, da geht Stradowski dazwischen. „Man

muss dafür schon einen kleinen Knacks weg

haben“, sagt er lachend und entschuldigt

sich dann ein halbes Dutzend Mal, weil er

das mit dem Knacks natürlich nicht so gemeint

hat. Unddann fällt ihm doch noch das

Wort ein, das Sylwia gesucht haben könnte:

Filantropia. Menschenliebe. Sie gehört zu

Polen wie der Freiheitsdrang.

Im denkmalgeschützten„Przytulek“nahe

der Poniatowski-Brücke gibt es eine Menge

Menschenliebe. Aber es gibt in dem alten

Haus mit seinen 100 Betten auch eine verblüffend

moderne Einrichtung. In den letzten

Jahren wurde viel investiert, mit Unterstützung

von Stiftungen und Privatleuten.

Aber auch der Staat zahlt dazu. Es gibt Einund

Zweibettzimmer, Gymnastikräume, ein

Kunstatelier, eine Kapelle und eine Gesellschaftsecke

mit Kamin, vor dem sich die Alten,

die doch eigentlich niemanden mehr

haben, untereinander oder mit Besuchern

aus der Nachbarschaft treffen. „Die Einsamkeit

ist die gefährlichste Krankheit des Alters“,

sagt Stradowski underzählt dann über

das polnische Sozialhilfesystem, das nach

1989 so viele Probleme hatte. „Aber es geht

bergauf“, bilanziert er. „Wir sind auf einem

sehr guten Weg, den westeuropäischen

Wohlfahrtsstandardzuerreichen.“

Ulrich Krökel hat einen Blick hinter die

Kulissen des polnischen Wirtschaftswunders

geworfen.


4 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Zahl der Organspender

leicht gesunken

DieZahl der Organspender in

Deutschland hat sich 2019 leicht auf

932 Menschen verringert. Im Jahr

davor spendeten noch 955 Menschen

und damit 23 mehr nach ihremTod

eines oder mehrereOrgane

für eine Transplantation, wie die

Deutsche Stiftung Organtransplantation

am Montag in Frankfurtam

Main mitteilte.Den 932 Verstorbenen

seien 2995 Organe entnommen

worden -insgesamt seien 1524 Nieren,

726 Lebern, 329 Lungen, 324

Herzen, 87 Bauchspeicheldrüsen

und fünf Dünndärme gespendet

worden. Jeder der Spender habe im

Durchschnitt mehr als drei schwerkranken

Patienten eine neue Lebenschance

geschenkt. (AFP)

Angeklagter gesteht Mord an

slowakischen Journalisten

Rund zwei Jahrenach dem Mord an

dem slowakischen Investigativ-Journalisten

JanKuciak und seiner Verlobten

hat der mutmaßliche Todesschützeüberraschend

die Tatgestanden.

Bisher hatte der Angeklagte

Miroslav M. seine Schuld bestritten.

Ihmwirdvorgeworfen, die beiden

27-Jährigen durch Schüsse in Kopf

und Brust getötet zu haben. Außer

M. sind ein Mittäter,der mutmaßliche

Auftraggeber Marian Kocner sowie

eine Frau angeklagt, die den

Kontakt organisierthaben soll. Über

die Kocners Geschäfte hatte Kuciak

immer wieder geschrieben. (dpa)

Gericht hebt Todesurteil

gegen Musharraf auf

EinGericht in Lahorehat das im Dezember

gegen Pakistans Ex-Militärmachthaber

Pervez Musharraf erlassene

Todesurteil außer Kraft gesetzt.

Dasteilte sein Anwalt mit. Demnach

habe das Gericht die Bildung des

Sondergerichts,das Musharraf wegen

Hochverrats verurteilt hatte,für

verfassungswidrig erklärt. Musharraf

war vorgeworfen worden, mit der

Verhängung des Ausnahmezustands

2007 die Verfassung außer Kraft gesetzt

zu haben. (dpa)

Abela neuer Regierungschef

in Malta

RobertAbela legte am Montag in Valetta

den Amtseid ab.

AP

DerLabour-Politiker RobertAbela ist

neuer Regierungschef in Malta. Der

42 Jahrealte Rechtsanwalt löste seinenVorgänger

Joseph Muscat ab,der

im Zusammenhang mit dem Mord

an der regierungskritischen Journalistin

Daphne Caruana Galizia zurücktreten

musste.Abela legte am

Montag den Amtseid ab. (dpa)

EU-Kommission offiziell in

Luxemburg vereidigt

Sechs Wochen nach ihrem Amtsantritt

ist die neue EU-Kommission am

Montag offiziell vereidigt worden.

Präsidentin Ursula vonder Leyen

und die übrigen 26 Kommissare

sprachen vorden Richterndes Europäischen

Gerichtshofs einzeln die

Eidesformel. Damit verpflichteten

sie sich, die EU-Verträge zu achten,

im Allgemeinwohl zu handeln und

keinerlei Weisungen entgegenzunehmen.

(dpa)

Das Verfassungsgericht zahlt nach

Der Prozess einer Berlinerin gegen das oberste deutsche Gericht endet vermutlich mit einem Vergleich

VonChristine Dankbar,Karlsruhe

In dem nüchtern wirkenden

Saal 130 im ersten Obergeschoss

des Landgerichts Karlsruhe

deutet nichts darauf hin,

dass hier heute deutsche Rechtsgeschichte

geschrieben wird. Die Vorsitzende

Richterin der Zivilkammer

X, Monika Gruber,hat sonst mit Bauherren

und -firmen zu tun, die einander

verklagen, weil Fristen nicht

eingehalten wurden oder schlecht

gearbeitet wurde.AndiesemVormittag

aber sitzt das Bundesverfassungsgericht

auf der Anklagebank,

verklagt von einer Bürgerin. Es ist

kein gutes Bild, das dieses Verfahren

auf die Verfassungsrichter wirft, soviel

sei vorabgesagt.

Offenbar findet auch die Vorsitzende

Richterin, dass sie hier keinen

alltäglichen Fall vor sich hat. „Ich

finde es sehr verdienstvoll, dass Sie

sich für diese Sache einsetzen, das

sage ich jetzt mal als Frau“, meint

Monika Gruber vorab zuRechtsanwalt

Hans-GeorgKluge.Erist gleichzeitig

auch der Ehemann der Klägerin

Silke Kühne, die auf Schadensersatz

klagt, weil das Bundesverfassungsgericht

ihre

Verfassungsbeschwerde jahrelang

verzögert hat. Sie ist selbst nicht aus

Berlin angereist, weil sie nach dem

jahrelangen zermürbenden Rechtsstreit

krank geworden ist.

Die Gesundheit leidet

Natürlich ist auch keiner der betroffenen

Verfassungsrichter anwesend.

Das oberste deutsche Gericht wird

vom Karlsruher Rechtsanwalt Dirk

Herrmann verteidigt. Neben ihm

sitzt die Regierungsdirektorin Astrid

Ingendaay-Heermann aus der Verwaltung

des Bundesverfassungsgerichts.

Beide melden sich erst zu

Wort, als die Richterin am Ende des

Vormittags einen Vergleich vorschlägt.

Siesind sofortdamit einverstanden

–wenn er mit einer Schweigeklausel

versehen wird. Rechtsanwalt

Herrmann möchte so verhindern,

dass der Fall „erneut durch die

Presse gejagt wird“, wie er sagt. Verständlich,

denn der Fall von Silke

Kühne ist eher kein ruhmreiches Kapitel

in der deutschen Verfassungsgerichtsbarkeit.

Mehr als fünf Jahre wartete die

heute 57-Jährige auf den AusgangihrerVerfassungsbeschwerde,

umUnterstützung

in der Klage gegen ihren

damaligen Arbeitgeber, den Musikrechteverwerter

Gema, zu erhalten.

Silke Kühne war Personalchefin in

der Berliner Niederlassung, als sie

feststellte,dass sie weniger verdiente

als einer ihrer Kollegen, der eine

gleichwertige Arbeit machte.Als dieser

ihr dann bei einer intern ausgekungelten

Beförderung vorgezogen

Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts

„Ich finde es sehr verdienstvoll,

dass Sie sich für diese Sache einsetzen,

das sage ich jetzt mal als Frau.“

wurde, ging sie vor Gericht. Das war

im Jahr 2007. DerFall zogsich jahrelang

hin und machte Schlagzeilen,

weil eine Frau erstmals aufgrund des

damals noch neuen Allgemeinen

Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)

klagte.

Wegen der Ungleichbezahlung

wird sie schnell abgeschmettert, die

IMAGO STOCK&PEOPLE

Monika Gruber,

Vorsitzende Richterin der Zivilkammer XamOberlandesgericht Karlsruhe, zu Rechtsanwalt

Hans-Georg Kluge, der die Klägerin, seine Ehefrau Silke Kühne, vor Gericht vertritt

Arbeitsgerichte sind der Meinung,

dass diese gerechtfertigt sei, weil der

Mann eine höhere Qualifikation

habe. Dass er die gleiche Arbeit

macht wie Silke Kühne,sehen sie als

zweitrangig an. Diese sieht darin ihre

verfassungsmäßigen Rechte verletzt

und wendet sich an Karlsruhe.Doch

vondortkommt nichts.ImJahr 2013

Thüringer Allerlei

geht sie entnervt einen Vergleich mit

der Gema ein. Der Job ist weg, ihre

Gesundheit ebenfalls auf der Strecke

geblieben.

Siehofft danach aber immer noch

auf ein grundsätzliches Verfassungsgerichtsurteil

zum Thema Gleichbezahlung

und wird abermals enttäuscht.

Die Karlsruher Richter weisen

die Klage ab, weil der Fall ja nun

erledigt sei. Dabei hatten die Richter

zuvor sowohl das Arbeits- und das

Justizministerium als auch die Landesregierungen

von Berlin und

Brandenburg von der Klage in

Kenntnis gesetzt. Eine derartige Zustellung

wird nur bei sehr wenigen

Verfassungsklagen vorgenommen,

meist, wenn sie positiv entschieden

werden, so Anwalt Kluge.Das jedoch

bestreiten Anwalt Herrmann und

Regierungsdirektorin Ingendaay-

Heermann. Eine Zustellung sage

nichts über den Erfolg einer Verfassungsbeschwerde,

argumentierten

beide am Montag. Beweise gibt es für

beides nicht, nur Statistiken, die

man so oder so auslegen könne,

meint die Richterin, die zum Vergleich

rät.

ZumStillschweigen verpflichtet

Denn dass das Verfassungsgericht

nachlässig gearbeitet hat, ist amtlich.

Dashaben die obersten Richter

nämlich bereits eingeräumt, indem

sie vor einigen Jahren gewissermaßen

ein Urteil gegen sich selbst fällten

– zum ersten Mal in der Geschichte

der Bundesrepublik. Im August

2015 sprach die Beschwerdekammer

des

Bundesverfassungsgerichtes Silke

Kühne wegen der Trödelei eine Entschädigung

von 3000 Euro zu. Das

hat zumindest in Juristenkreisen für

einigermaßen Aufmerksamkeit gesorgt.

Das Bundesverfassungsgericht,

sonst über alle Zweifel erhaben,

stand nun wegen Verfahrensverschleppung

am Pranger. Esgab

auch Stimmen, die behaupteten, das

oberste deutsche Gericht wolle sich

um eine grundsätzliche Entscheidung

in Sachen Gleichberechtigung

herummogeln.

„Die Sache muss jetzt endlich mal

vom Tisch“, erklärte Rechtsanwalt

Herrmann am Montag und stimmte

dem Vergleich zu. 2500 Euro will die

Bundesrepublik noch einmal an Silke

Kühne zahlen. Aber nur,wenn sie sich

verpflichtet, nicht darüber zu sprechen.

Silke Kühne hat jetzt ein paar

Tage Bedenkzeit. Nimmt sie an, kann

das Bundesverfassungsgericht ein unangenehmes

Kapitel schließen.

Christine Dankbar ist als

Journalistin nicht zum

Stillschweigen verpflichtet.

Am Montag trafen Vertreter der rot-rot-grünen Regierung Thüringens mit Repräsentanten von CDU und FDP zusammen

VonMarkus Decker

Vertreter der amtierenden rot-rotgrünen

Regierung Thüringens

haben am Montag mit CDU und FDP

darüber beraten, wie es nach der

Landtagswahl am 27. Oktober weitergehen

kann. Bereits am Vorabend

war Ministerpräsident Bodo Ramelow

(Linke) mit dem Partei- und

Fraktionsvorsitzenden der CDU,

Mike Mohring, und Alt-Bundespräsident

Joachim Gauck zusammengetroffen.

„Verheerendes Lindnern“

tion im Bund im Herbst 2017. Die

CDU wiederum habe „zuletzt nicht

durch strategische Klarheit geglänzt“,

befand Siegesmund. Und

„eine Koalition vonLinken und CDU

würde sowohl die Linke als auch die

CDU zerreißen“.

Einfluss der Bundespartei

Ungeachtet dieser Absichtserklärungen

könnte sich Ramelow zwar im

dritten Wahlgang mit einer einfachen

Mehrheit der Abgeordneten

wiederwählen lassen und anschließend

ein rot-rot-grünes Minderheitskabinett

berufen, sodass die aktuelle

Regierung nicht mehr wie derzeit

nur geschäftsführend im Amt

wäre. Alle drei Parteien haben aber

nicht genügend Stimmen, um Gesetze

oder einen Haushalt zu verabschieden.

Dazu bräuchten sie die

Unterstützung von Abgeordneten

der CDU und/oder der FDP. Spätes-

Der 63-Jährige betonte am Sonntag,

er wolle die rot-rot-grüne „Minderheitsregierung

in Angriff nehmen,

nachdem sich andere Möglichkeiten

nicht ergeben haben“. Beim neuen

Koalitionsvertrag von Linken, Sozialdemokraten

und Grünen seien nur

noch Kleinigkeiten und der Ressortzuschnitt

offen. Zwar sei die Idee von

Ex-Ministerpräsident Dieter Althaus

(CDU), eine „Projektregierung“ mit

der CDU zu bilden, „ein spannender

Denkansatz“, so Ramelow. Er sei aber

nicht konkretisiertworden.

Die grüne Umweltministerin

Anja Siegesmund sagte:„Wir sind gerade

auf der Zielgeraden für eine rotrot-grüne

Minderheitsregierung.Wir

haben acht Verhandlungsrunden

hinter uns und erst am Freitag elf

Stunden beisammen gesessen. Es

gibt keine gordischen Knoten mehr,

selbst beim Verfassungsschutz nicht.

Wir lernen, diesen besonderen Zustand

zu genießen.“ Sie fuhr fort:

„Mit der FDP hätten wir eine stabile

Mehrheit. Aber sie will ohne die CDU

nicht mal mit uns sprechen. Dieses

Lindnern ist verheerend.“ Das Wort

„Lindnern“ bezieht sich auf die Absage

des FDP-Vorsitzenden Christian

Lindner an eine Jamaika-Koalitens

beim Haushalt 2021 käme es

zum Schwur. Vor diesem Hintergrund

zeigte sich Mohring nun offen

für gemeinsame Projekte und kündigte

entsprechende Ideen an. Das

würde bedeuten, dass es neben dem

rot-rot-grünen Koalitionsvertrag zusätzliche

Absprachen gäbe.

Entsprechend forderte Grünen-

Fraktionschef Dirk Adams den Ministerpräsidenten

auf, seine Vorstellungen

für eine projektbezogene Regierungsarbeit

zu erläutern. „Ramelow

muss seinen Wählern jetzt

sagen, was er will“, sagte er. Auch

Mohring müsse das tun. Dieser hatte

nach der Wahl zunächst mit einer

dunkelrot-schwarzen Zusammenarbeit

geliebäugelt, war nach Kritik jedoch

zurückgerudert. In Erfurter Regierungskreisen

wird gemutmaßt,

dass hinter dem Vorstoß vonAlthaus

und Gauck die Berliner CDU-Führung

stecken könnte.

Mit Mandat

in die Wüste

von Niger

Bartels besteht auf

Bundestags-Beteiligung

VonJörg Köpke

Nach dem islamistischen Anschlag

auf ein Militärlager mit

166 Toten in Niger hat der Bundeswehr-Beauftragte

des Bundestags,

Hans-Peter Bartels (SPD), ein Parlamentsmandat

für den Einsatz deutscher

Soldaten in dem westafrikanischen

Land gefordert. „In einem gefährlichen

Umfeld darfeskeine Mission

der Bundeswehr ohne Mandat

geben. Die Sicherheitslage in Niger

ist nicht besser als die in Mali“, sagte

Bartels der Berliner Zeitung (RedaktionsnetzwerkDeutschland).

Mutmaßlich islamistische Extremisten

hatten in der vergangenen

Woche einen nigrischen Militärposten

nahe der Grenze zuMali angegriffen.

Dabei starben nach bisherigen

Angaben der nigrischen Regierung

89 Soldaten, 77 Angreifer wurden

getötet.

Zur Zeit sind in Niger rund hundert

deutsche Soldaten im Einsatz,

davon etwa 80 in der Hauptstadt

Niamey, allerdings im Rahmen des

bewilligten Mali-Mandats. Auf dem

Luftwaffenstützpunkt stehen zwei

deutsche Transall-Maschinen für

medizinische Hilfe im Nachbarstaat

bereit. In Mali beteiligen sich rund

tausend Bundeswehrsoldaten an einem

UN-Stabilisierungseinsatz.

Im Rahmen der Ausbildungsmission

„Gazelle“ sind weitere rund 20

deutsche Soldaten des Kommandos

Spezialkräfte (KSK) in Tahoua im

Einsatz, für die es bislang kein Bundestagsmandat

gibt. Laut Verteidigungsministerium

wurden bislang

Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen

nahe des Stützpunktes in Mali. DPA

etwa 300 nigrische Soldaten durch

die KSK-Kampftaucher ausgebildet.

Das Lager wird wegen seiner Lage

rund 300 Kilometer östlich von Niamey

als „Camp Wüstenblume“ bezeichnet.

2018 kamen in Niger vier

Angehörige der US Special Forces bei

einem Anschlag ums Leben. Laut

Parlamentsbeteiligungsgesetz ist ein

Mandat erforderlich, wenn Soldaten

damit rechnen müssen, in bewaffnete

Auseinandersetzungen zu geraten.

Linke: Macrons Krieg ist verloren

Frankreich hat in der Sahel-Region

zurzeit etwa 4500 Soldaten im Einsatz.

Bartels betonte, Deutschland

und Frankreich müssten bis zur

deutschen Mandatsverlängerung für

Mali in diesem Frühjahr klären, wie

sie das Engagement in der Sahel-

Zone effizienter gestalten wollen.

„Die Bilanz ist bisher nicht gut“,

sagte Bartels. Esgebe viel Hilfe, aber

zu wenig Koordination und Führung.

Grünen-Außenexperte Omid

Nouripour bekräftigte die Forderung

nach einem Mandat für Niger. „Die

Sicherheitslage ist deutlich jenseits

der Grenze der Parlamentsbeteiligung.

Deshalbist ein Mandat für Niger

dringender denn je.“ Linken-Außenexpertin

Sevim Dagdelen lehnte

es ab, weitere deutsche Soldaten in

die Region zu entsenden: „Der Angriff

auf ein Militärlager in Niger unterstreicht

einmal mehr, dass der

Krieg vonFrankreich Präsident Macrons

in der Sahelzone verloren ist.“


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 5

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Politik

Schon vergangene Woche wurde eine von US-Truppen genutzte Luftwaffenbasis im Irak vom Iran beschossen.

AP/QASSIM ABDUL-ZAHRA

Terror oder kein Terror?

Offenbar lagen Donald Trump keinerlei Beweise vor,dass der getötete iranische General Soleimani Angriffe auf US-Botschaften plante

US-Präsident Donald

Trump gerät wegen der

Begründung für die gezielte

Tötung des iranischen

Top-Generals Ghassem Soleimani

in Erklärungsnot. US-Verteidigungsminister

Mark Esper lagen

nach eigenen Angaben keine konkreten

Beweise dafür vor, dass Soleimani

Angriffe auf vier US-Botschaften

geplant habe. Beweise habe

Trump nicht präsentiert, vielmehr

habe er von einer Möglichkeit gesprochen,

sagte Esper dem US-Sender

CBS am Sonntag.

Der Pentagon-Chef betonte aber,

dass er die Einschätzung des Präsidenten

teile.„Meine Erwartung war,

dass sie es auf unsere Botschaften

abgesehen haben“, sagte Esper.„Wir

hatten Informationen, dass es innerhalb

weniger Tage einen Angriff geben

würde, der ein breites Ausmaß

haben würde, mit anderen Worten:

mehr als ein Land.“

Auf die Frage nach einem Beweis

für die von Trump angeführten angeblichen

Pläne zu Angriffen auf US-

Botschaften antwortete Esper aber:

„Ich habe in Bezug auf vier Botschaften

keinen gesehen.“ Mit der Begründung,

dass eine Bedrohung für

Amerikaner unmittelbar bevorstehe,

wäre die gezielte Tötung Soleimanis

aus US-Sicht ein legitimer Anti-Terror-Einsatz

gewesen.

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses

im US-Repräsentantenhaus,

Adam Schiff, der über

den Einsatz von der US-Regierung

unterrichtet wurde,kritisierte Espers

Versuch, Trumps Begründung in

Schutz zu nehmen. „Nun sagt Esper,

es waren keine Geheimdienstinformationen,

sondernnur Trumps persönliche

Überzeugung. Dasist keine

Grundlage, umuns an den Rand eines

Krieges zu führen“, twitterte

Schiff.

Proteste in Teheran

Die US-Demokraten hatten wiederholt

Zweifel an Trumps Begründung

angemeldet und kritisiert, dass der

Kongress vorab nicht konsultiert

worden sei. Trump hatte dem Sender

Fox News am Freitagabend gesagt,

dass „wahrscheinlich“ die Botschaft

in der irakischen Hauptstadt Bagdad

angegriffen werden sollte. Dann ergänzte

er: „Ich kann verraten, dass

ich glaube, dass es wahrscheinlich

vier Botschaften gewesen wären.“

Im Iran weiteten sich amWochenende

die regierungskritischen Proteste

nach dem Abschuss einer ukrainischen

Passagiermaschine mit 176

Toten durch Teheran weiter aus. Bis

zu 3000 Menschen demonstrierten

am Sonntag laut der Nachrichtenagentur

ILNA auf dem Asadi-Platz in

der Hauptstadt und kritisierten auch

dieVertuschung vonFakten durch die

iranische Führung. Es gab dem Bericht

zufolge Forderungen nach dem

Rücktritt aller beteiligten Offiziellen.

Polizei und Sicherheitskräfte versuchten

laut ILNA, die Proteste zu beenden.

Trump stellt sich via Twitter

demonstrativ hinter die Demonstranten

–zum Ärger Teherans.

Schon kurz nach dem versehentlichen

Abschuss der Linienmaschine

am Mittwoch hatten Hunderte Menschen,

hauptsächlich Studenten, gegen

die Führung der Islamischen Republik

protestiert. Zu diesem Zeitpunkt

hielten die iranischen Behörden

noch an ihrer Darstellung fest,

ein technischer Defekt habe das

Flugzeug abstürzen lassen. Am

Samstag räumte das Militär dann

den irrtümlichen Abschuss der Maschine

ein. Die gesamte iranische

„Stehen Sieander Seite der Iraner oder gegen

sie, wenn Sie ihren Nationalhelden in einer

Terroraktion töten lassen?“

Abbas Mussawi, Irans Außenamtsprecher, antwortet via Twitter auf Donald Trumps Solidarisierung

mit den iranischen Demonstranten

Führung drückte ihr Bedauern über

den Vorfall aus.

Der Abschuss der Maschine fiel

zeitlich mit der Verschärfung des

Konflikts zwischen den USA und dem

Iran zusammen. Die Lage war nach

der Tötung Soleimanis eskaliert.

Nach einem darauf folgenden Vergeltungsangriff

des Irans auf von den

USA genutzte Militärstützpunkte im

Irak wuchs die Furcht vor einer unkontrollierbaren

Ausweitung des

Konflikts. Zuletzt kündigten beide

Länder an, ihreSpannungen auf politischer

Ebene lösen zu wollen.

Trump warnte die iranische Führung

davor,gewaltsam gegen protestierende

Regierungskritiker vorzugehen.

„Töten Sie nicht Ihre Demonstranten“,

schrieb er am Sonntag in

Großbuchstaben auf Twitter. „Tausende

sind von Ihnen bereits getötet

oder inhaftiertworden.“ DieUSA und

die ganze Welt würden zuschauen,

warnte Trump. Später wiederholte er

die Twitter-Nachricht auf Persisch.

DerIranbezeichnete Trumps Einlassungen

via Twitter als absurd.

„Stehen Sie ander Seite der Iraner

oder gegen sie,wenn Sieihren Nationalhelden

(Soleimani) in einer Terroraktion

töten lassen“, fragte Außenamtssprecher

Abbas Mussawi

am Sonntag auf Twitter. Außerdem

habe Trump kein Recht, auf Persisch

zu twittern, nachdem er jahrelang

das iranische Volk mit Drohungen

und Sanktionen terrorisierthabe.

Raketen auf US-Basis

In einem Abkommen mit den fünf

UN-Vetomächten und Deutschland

hatte sich der Iran 2015 verpflichtet,

sein Atomprogramm so zu gestalten,

dass das Land keine Atombomben

bauen kann. Im Gegenzug sollten

Sanktionen aufgehoben werden. Jedoch

stiegen die USA nach der Wahl

Trumps aus dem Abkommen aus

und verschärften die Sanktionen gegen

Teheran sogar.

Auf der von US-Truppen genutzten

Luftwaffenbasis Balad im Irak

schlugen am Sonntag acht Geschosse

ein. Vier irakische Soldaten seien von

Katjuscha-Raketen verletzt worden,

teilte das Militär der staatlichen

Nachrichtenagentur INA zufolge mit.

Werhinter dem Angriff steckt, war zunächst

unklar. Der Stützpunkt liegt

rund 80 Kilometer nördlich der

Hauptstadt Bagdad. Zuvor hatte die

Polizei in der Provinz Salah al-Din

mitgeteilt, es habe sich um neun Mörsergranaten

und drei verletzte irakische

Soldaten gehandelt. Die Geschützehätten

das Rollfeld sowie den

Eingangsbereich getroffen.

US-Außenminister Mike Pompeo

zeigte sich „empört über Berichte

über einen weiteren Raketenangriff

auf eine irakische Luftwaffenbasis“.

Er forderte die irakische Regierung

auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft

zu ziehen. „Diese fortgesetzten

Verletzungen der Souveränität

des Iraks durch Gruppen, die der

irakischen Regierung nicht loyal

sind, müssen ein Ende haben.“

Das irakische Parlament hatte

nach der gezielten Tötung Soleimani

den Abzug aller ausländischen Truppen

aus dem Land verlangt. Nicht nur

die Bundesregierung will Klarheit haben,

ob diese Forderung wirklich in

die Tatumgesetzt werden soll. Bundesaußenminister

Heiko Maas (SPD)

traf am Montagmorgen in Amman

ein, wo er mit seinem jordanischen

Kollegen Aiman Safadi sprechen will.

Am Sonntagabend hatte Maas in Paris

ein Krisengespräch über das vom

Scheitern bedrohte Atomabkommen

mit dem Iran geführt. (dpa)

Friedensgrüße aus Moskau

Vertreter der libyschen Konfliktparteien reisen in die russische Hauptstadt, um die Details der Waffenruhe zu verhandeln

VonFrank Nordhausen

Noch kann von Frieden im nordafrikanischen

Bürgerkriegsland

Libyenkeine Rede sein, aber die Versuche

für eine Lösung des Konflikts

nehmen Fahrt auf. Am Montag trafen

die Anführer der libyschen

Kriegsparteien in der russischen

Hauptstadt Moskau ein, um einen

Vertrag über die Modalitäten eines

bereits in Kraft getretenen Waffenstillstand

zu unterzeichnen und

Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme

politischer Gespräche und

eine Friedenskonferenz in Berlin zu

sondieren.

Zunächst war unklar, obder libysche

Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch

und der aufständische General

Chalifa Haftar direkt zusammentreffen

würden. In der Nacht zum

Sonntag hatte Haftar überraschend

der vonder Türkei und Russland vorgeschlagenen

Waffenruhe zugestimmt,

der sich die Sarradsch-Regierung

anschloss, und damit vorsichtige

Hoffnungen auf ein Ende

der monatelangen Gefechte aufkommen

lassen. Beide Konfliktparteien

warfen sich allerdings umgehend

Verstöße vor.

An den Verhandlungen in Moskau

nahm neben den Bürgerkriegsparteien

und dem Gastgeber Russland

mit Außenminister Sergej Lawrow

auch eine Delegation aus der

Türkei teil, der Außenminister Mevlüt

Cavusoglu, Verteidigungsminister

Hulusi Akar und Geheimdienstchef

Hakan Fidan angehörten.

Die Türkei betrachtet die ersten

Fortschritte im libyschen Konflikt

vor allem als einen Erfolg ihrer

neuen Mittelmeerpolitik, die in Libyen

darauf zielt, die vondenVereinten

Nationen anerkannte, den islamistischen

Muslimbrüdern nahe

stehende al-Sarradsch-Regierung

militärisch zu stabilisieren. Zu diesem

Zweck hatte Ankara imDezember

nach einem Hilferuf aus Tripolis

türkische Truppen und syrische

Söldner nach Libyen transportiert

und damit die politischen Spannungen

im östlichen Mittelmeerraum

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (r.) begrüßt General Khalia Haftar.

DPA

tagabend den libyschen Regierungschef

al-Sarradsch in Istanbul. Laut

türkischen Medienberichten sprachen

die Politiker über die Waffenruhe

und die weitere Entsendung

türkischer Truppen ins Bürgerkriegsland

Libyen. Erdogan erklärte, die

Kampfpause sei ein Erfolg der türkischen

„Friedensdiplomatie“. Außenerhöht.

Während eines Blitzbesuchs

des russischen Präsidenten Wladimir

Putin in Istanbul am vergangenen

Mittwoch änderte der türkische

Staatschef Recep Tayyip Erdogan

aber seine Haltung und stimmte

Friedensgesprächen zu.

Zur Vorbereitung des Moskauer

Gipfels empfing Erdogan am Sonnminister

Cavusoglu sagte, nun sei es

an Russland, auch den „Putschisten

Haftar“ vonder Waffenruhe zu überzeugen,

anschließend könne der politische

Prozess starten. Russland,

Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten

Arabische Emirate und das

Nato-Land Frankreich unterstützen

General Haftar, der den Osten und

Süden Libyens kontrolliert und dessen

Truppen bereits am Rand der

Hauptstadt Tripolis stehen. Unerwähnt

blieb bisher der Vorschlag Italiens,

UN-Truppen zu einer Friedensmission

nach Libyen zu schicken.

Unterdessen meldete der katarische

TV-Sender Al-Dschasira, dass

an der Vertragsunterzeichnung in

Moskau auchVertreter Ägyptens und

der Emirate teilnehmen würden.

Wie die Nachrichtenagentur dpa

berichtet, sollte bei den Moskauer

Gesprächen der Vorschlag der deutschen

Regierung, möglichst bald

eine Friedenskonferenz in Berlin

einzuberufen, eine zentrale Rolle

spielen. Das türkische Präsidialamt

bestätigte am Montag Pressemeldungen,

dass Erdogan bereits am

kommenden Sonntag zu Libyen-Gesprächen

nach Deutschland reisen

werde. DerSender CNN Türkberichtete,

Erdogan werde dort amsogenannten

Berliner Prozess teilnehmen.

Damit deutet sich an, dass der

vonDeutschland initiierte Gipfel am

kommenden Wochenende stattfinden

könnte. ImRahmen dieses Prozesses

plant Deutschland seit längerem

eine Konferenz unter Schirmherrschaft

der Vereinten Nationen,

um die wichtigsten internationalen

Akteure imLibyenkonflikt an einen

Tisch zu bringen.

Regierungssprecher Steffen Seibert

bestätigte am Montag entsprechende

Planungen auch für den

kommenden Sonntag, er könne den

Termin aber noch nicht offiziell ankündigen.

Bundeskanzlerin Angela

Merkel (CDU) und Außenminister

Heiko Maas (SPD) arbeiteten seitWochen

intensiv an derVorbereitung der

Konferenz, sagte Seibert. Merkel hatte

am Samstag in Moskau mit Putin

über Syrien gesprochen. (mit dpa)


6 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

14.10.19

14.10.19

MÄRKTE

▼ 13428,87 (–0,40 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

14.10.19

Stand der Daten:13.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

13.1.20

▼ 64,23 (–1,34 %)

13.1.20

▲ 1,1126 (+0,32 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom13.01.zum Vortag

thyssenkrupp 12,14 +2,27 WW

Alstria Office 17,10 +1,97 WW

Puma 73,75 +1,94 WW

Wirecard 112,85 +1,76 WW

DialogSemic. NA 48,17 +1,62 WW

TAGImmobilien 22,86 +1,51 WW

Verlierer

13.1.20

aus DAXund MDAX vom13.01.zum Vortag

Varta 79,50 WWWWWWWWWWW –15,52

MorphoSys 125,10 WWWWWW –8,15

Siltronic NA 87,82 WWW –3,69

Continental 115,50 WWW –2,94

Dürr 31,39 WWW –2,73

Lufthansa vNA 15,47 WW –2,21

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 13.01. ±% z. 10.01.

Euro Stoxx 50 (EU) –0,45

3807/3045 3772,42

CAC 40(FR) – 0,20

6072/4755 6024,88

S&P UK(UK) +0,17

1562/1363 1532,17

RTS (RU) +0,18

1620/1139 1617,54

IBEX (ES) –0,64

9705/8409 9512,70

Dow Jones (US) +0,13

29009/23888 28860,05

Bovespa (BR) –0,07

118564/89409116247,90

Nikkei (JP) +0,47

24091/20111 23850,57*

Hang Seng (HK) +1,06

30280/24900 28917,38

Stx Singap. 20 (SG) –0,09

1657/1464 1651,18

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€

Renault Bank direkt */**

renault-bank-direkt.de 0,45 0,45 0,45

Akbank

akbank.de 0,31 0,31 0,31

PrivatBank 1891 **

privatbank1891.com 0,30 0,30 0,30

RaboDirect **

rabodirect.de 0,30 0,30 0,30

Advanzia **

advanzia.com - 0,30 0,30

ING *

ing.de 0,25 0,25 0,25

Postbank

postbank.de 0,01 0,01 0,01

Santander

santander.de 0,01 0,01 0,01

Targobank

targobank.de 0,01 0,01 0,01

Commerzbank

069/98660966 0,00 0,00 0,00

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,01 0,01 0,01

Berliner Volksbank

030/30633300 0,001 0,001 0,001

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)

mbsdirekt.de 0,001 0,001 0,001

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - 0,001 0,001

BBBank

bbbank.de 0,00 0,00 0,00

Mittelwert von 85 Banken 0,11 0,11 0,11

*Neukunden /Neuanlagen

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Olaf Schulz kann einenRekordüberschuss verkünden.

Von Eckart Gienke

Trotz des vergleichsweise milden

Jahres 2019 müssendie meisten

Verbraucher für ihreHeizkosten tiefer

in die Tasche greifen. Das ergaben

Analysen der Internet-Vergleichsportale

Verivoxund Check24,

die unabhängig voneinander Energiepreis-

und Wetterdaten für das

vergangene Jahr ausgewertet haben.

Demnach war 2019 zwar nach Angaben

des Deutschen Wetterdienstes

das drittwärmste Jahr seit Beginn

der Wetteraufzeichnungen, und

auch die Wintermonate waren fast

durchgängig sehr mild. Jedoch war

der Januar regional schneereich und

kalt und der Mai deutlich kühler als

im Vorjahr. Unter dem Strich mussten

die Verbraucher deshalb zwei

Fettes Jahr

Trotz schwacherKonjunktur erzielt der Bund einen Überschuss von 13,5 Milliarden Euro

Von Andreas Niesmann

Trotz Wirtschaftsflaute und

Miniwachstums hat der

Bund das vergangene

Haushaltsjahr mit einem

Rekordüberschuss beendet. Wie

das Finanzministerium am Montag

unter Verweis aufvorläufige Zahlen

mitteilte,hat Bundesfinanzminister

Olaf Scholz (SPD) imabgelaufenen

Jahr 13,5 Milliarden Euro mehr eingenommen

als erausgegeben hat.

Geplant hatte er mit einem Minus

von 5,5 Milliarden Euro, das er ursprünglich

durch einen Griff in die

Asylrücklage ausgleichen wollte.

Dieser Haushaltskniff entfällt nun,

UntermStrich hat Scholz19Milliarden

Euro mehr in der Kasse als erwartet.

Der bisherige Rekordüberschuss

stammt aus dem Jahr 2015

und lagbei 12,1Milliarden Euro.

„Wir hattenein bisschen Glück –

und natürlich haben wir auch gut

gewirtschaftet“, sagte der FinanzministeramMontag.

Voreinem Jahr

hatte er seine Ministerkollegen

noch gewarnt, dass angesichts

schwacher Konjunktur undinternationalerKrisen

die„fetten Jahrevorbei“

und unvorhergeseheneSteuermehreinnahmen

nicht mehr zuerwarten

seien.

Scholz lag daneben –vor allem

weil die Zinsen noch weiter sanken

als seine Beamten es erwartet hatten.

Rund 12 Milliarden Euro Zinsen

musste der Bund noch fürseine Altschulden

bezahlen. Auch der bislang

ausgebliebenen Brexit wirkte

sich positiv aus: Die Vorsorge für

Sonderbelastungen für den Austritt

der Briten aus der Europäischen

Union brauchte Scholz bislang

nicht.

Der Überschuss zeigt aber auch

ein Dilemma: Länder und Kommunen

haben Milliarden Investitionsmitteln

aus Sonderfonds für Schulen,

Kitas und Digitalisierung nicht

abgerufen –auch weil Personalund

Planungskapazitätenfehlen.

Das überschüssige Geld wird

ScholzfürsErste in die Asylrücklage

fließen lassen,die inzwischen so etwas

wie eine Spardose des Bundes

ist und auf 48 Milliarden Euro anwächst.

Aber natürlichhat längstdie

Debattedarüber begonnen, was mit

dem Geld passieren soll.

Der Chef der Mittelstands- und

Wirtschaftsunion, Carsten Linne-

Kalter Mai treibt den Preis

Obwohl das Jahr 2019 insgesamt eher mild war, sind die Heizkostengestiegen

(Verivox)bis drei (Check24) Prozent

mehr Heizenergie aufwendenals im

Jahr zuvor. Die Vergleichsportale

verwenden bei ihren Auswertungen

zum Teil unterschiedliche Basisdaten

und kommen deshalb zu

leicht abweichenden Ergebnissen.

Beiden Preisenhat sich vorallem

Gas verteuert. Im Durchschnitt des

Jahres und der verschiedenen Regionen

stiegen die Gaspreise um

7,6 Prozent. Zusammen mitden Einflüssen

des Wettersergeben sich damit

für einen Vier-Personen-Haushalt

mit einem Energieverbrauch

von 20000 Kilowattstunden Mehrkosten

von mehr als acht Prozent.

Verivox kommt für Gaskunden auf

Gesamtkosten von 1125 Euro im

Jahr,Check24 auf 1222 Euro.

DerBrennstoff für die Ölheizung

mann (CDU) forderte Steuersenkungen.

„Die neuen Rekordüberschüsse

sind ein Beleg dafür, dass

wir den Hunger desStaates nachimmer

mehr Einnahmen begrenzen

müssen, sagte Linnemann dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland

(RND). „Wir müssen den Solidaritätszuschlag

jetzt vollständig und

zügig abschaffen.“

Auch der Präsident des Bundes

der Steuerzahler, Reiner Holznagel,

forderte dievollständige Streichung

„„Wir hatten ein bisschen

Glück –und natürlich haben wir auch

gut gewirtschaftet“

Olaf Scholz, Bundesfinanzminister

des Soli. „Der Soli-Abbaumuss vorgezogen

werden. Schluss mit dem

Solidaritätszuschlag –komplett und

für alle“, sagte Holznagel dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland.

Ein schnelles Soli-Aus stehe für

dringend nötige Steuerentlastungen,

damit Deutschland wettbewerbsfähig

bleibt. „Der Rekordüberschuss

ist einAppellandie Politik,

für spürbare Entlastungen der

Bürger undBetriebe zu sorgen.“

war dagegen kaum teurer als im Vorjahr.

Verivox kommt auf eine Kostensteigerung

von 2,5 Prozent,

Check24 auf 1,7 Prozent. Demnach

muss der Musterhaushalt bei Verivox

durchschnittliche Kosten von

1249 Euro tragen, bei Check24 sind

es 1309 Euro. Das Heizen mit Öl ist

nur noch wenig teurer als mit Gas.

Beim Heizöl ist wegen der schwankenden

Preise der Zeitpunkt des

Einkaufs entscheidend für die Gesamtkosten.

Die Heizkosten liegen trotz der

Mehrbelastung im vergangenen

Jahr immer noch unter ihrem langjährigen

Mittel, weil in früheren Jahren

sowohl die Temperaturen niedriger

als auch die Preise höher waren.

So mussten die Verbraucher im

kalten und teuren Jahr 2013 noch

FOTO: KAY NIETFELD/DPA

Bundesfinanzminister Scholz

kündigte an, das Geld „sinnvoll für

die Zukunft“ einzusetzen und

schlug eine neue Investitionsoffensivevor.Inden

kommenden Jahren

sollten die Mittel zunächst weiter

erhöht werden und dann langfristig

und verlässlich auf dem höheren

Niveau bleiben.

Er kommt damit seinem Parteivorsitzenden

Norbert Walter-Borjansentgegen.

Derhatte zusammen

mit der SPD-Co-Vorsitzenden Saskia

Esken immer wieder gefordert,

die Investitionen des Bundes auf

Dauer in Milliardenhöhe zuverstetigen.

Am MontagerneuerteWalter-

BorjansdieseForderung.„Damit investiert

werden kann, braucht es

mindestens 10 Jahr Planungssicherheit

auf deutlich höherem Niveau

als bisher“, schrieb der SPD-Chef

beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Die FDP warf Scholz vor allem

Zahlen-Trickserei vor: Er rechne

trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase

weiter mit hohen Zinsausgaben

und stelle Investitionen in den

Haushalt ein, die nicht abfließen

könnten, beklagte Haushälter Otto

Fricke.FraktionsvizeChristianDürr

forderte, der Überschuss dürfe nun

nicht in Rücklagen verstecktwerden

-sondern solle jedem Bürger anteilig

ausgezahlt werden. Etwa 162

Euro müsste jederdann überwiesen

bekommen.

1553 Euro für das Heizen mit Gas

und 1915 Euro fürHeizöl ausgeben.

„Ob sich dieser Trend so fortsetzt,

bleibt abzuwarten“, sagte der Verivox-Energieexperte

Valerian Vogel.

Spätestens von 2021 an kommen

mit dem Klimapaket der Bundesregierung

zusätzliche Kosten auf die

Verbraucher zu. Bei einem CO2-

Preis von 25Euro jeTonne werden

die Haushalte mit einem Energieverbrauch

von 20000 Kilowattstunden

bei einer Gasheizung mit 119 Euro

zusätzlich zur Kasse gebeten, bei

einer Ölheizung mit 158 Euro. „Weil

für Heizöl höhereEmissionenveranschlagtwerden

als für Gas, kommen

auf Verbraucher mit Ölheizung höhere

zusätzliche Kosten zu“, sagte

Lasse Schmid, Geschäftsführer

Energie bei Check24. (dpa)

Kartellstrafen

für

Großhändler

Preisabsprachen bei

Pflanzenschutzmitteln

Von Erich Reimann

Wegen illegaler Preisabsprachen

hat das Bundeskartellamt

Bußgelder in Höhe von fast 155 Millionen

Euro gegen sieben Pflanzenschutzmittel-Großhändler

und die

dortVerantwortlichen verhängt. Das

trifft unter anderem den Münchner

Baywa-Konzern, Europas größten

Agrarhändler, der allein knapp

69 Millionen Euro zahlt. „Unsere Ermittlungen

haben gezeigt, dass die

Unternehmen seit dem Jahr 1998 bis

zum Zeitpunkt unserer Durchsuchung

im März2015 jeweils im Frühjahr

und Herbst ihre Preislisten für

Pflanzenschutzmittel miteinander

abgestimmt haben“, berichtete Kartellamtspräsident

Andreas Mundt

am Montag. Die Folge waren demnach

weitgehend einheitliche Preislisten

für die Bauern, die Pflanzenschutz

kauften.

Nach den Strafen müssen sich die

Unternehmen auf Schadenersatzklagen

und damit verbundene weitere

Kosten gefasst machen: Die US-

Kanzlei Hausfeld will im Namen geschädigter

BauernvorGericht gehen.

„Dabei kommen sowohl Einzelklagen

im Namen der betroffenen Landwirte

und Agrarunternehmen in Betracht,

insbesondere bei größeren

Schadenssummen, als auch die

Sammlung vonAnsprüchen und gemeinsame

Geltendmachung für eine

größere Zahl von Geschädigten“,

hieß es in einer Stellungnahme der

Kanzlei. Noch steht nicht fest, ob es

Klagen gegen einen oder mehrereder

beteiligten Agrargroßhändler geben

soll.

Pflanzenschutzmittel sind ein

wichtiges Produkt im Agrarhandel.

Konventionell wirtschaftende Bauern

schützen sich damit vor Ernteausfällen,

die ohne den Einsatz von

Chemie durch Schädlinge oder

Pflanzenkrankheiten drohen würden.EinGrundfürdiehöherenPreise

von Bioprodukten ist, dass Ökobauern

keinen chemischen Pflanzenschutz

verwenden, deswegen

aber auch höhereAusfallratenbei der

Ernte verkraften müssen.

DieBaywa hatte ihreBußebereits

vorab publik gemacht, auch der

zweitgrößte europäische Agrarhändler

Agravis hatte schon mitgeteilt, fast

44 Millionen Euro zahlen zu wollen.

Weitere Bußgelder verhängte das

Kartellamt gegen die Unternehmen

AgroAgrargroßhandel, BSL Betriebsmittel

Service Logistik, die Getreide

AG, die Raiffeisen Waren GmbH,

Kassel, und die ZG Raiffeisen eG,

Karlsruhe, ausgesprochen. Die BeiselenGmbHprofitiertevonderKronzeugenregelung.

Ihrwurde das Bußgeld

erlassen. Gegen zwei weitere

Unternehmen werdenoch ermittelt,

berichtete die Behörde.

Laut Bundeskartellamt hatten

sich Manager der Unternehmen zunächst

mehrmals im Jahr getroffen,

um sich auf Listenpreise zu verständigen.

Später sei die Abstimmung

dann überwiegend schriftlich und

telefonisch erfolgt. Die Baywa hatte

für die verbotenen Absprachen einen

einzelnen Ex-Mitarbeiter verantwortlich

gemacht. (dpa)

Bei Pflanzenschutzmittelnhaben Händler

getrickst.

FOTO: IMAGO IMAGES/WESTEND61


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 7

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Wirtschaft

E-Motor

und

Brennstoffzelle

Daimler-Chef Källenius

erläutert seine Strategie

Von Nico Esch

Ola Källenius, Chef derDaimler AG.

FOTO: CHRISTOPH SCHMIDT/DPA

Daimler-Chef Ola Källenius richtet

den Kurs des Autobauers angesichts

knapperer Kassen neu aus

und sortiertdie Prioritäten neu. Eine

Abkehr von Zukunftsprojekten wie

etwa der Entwicklung von Roboterautos

oder neuen Mobilitätsdiensten

sieht er darin aber nicht –auch wenn

diese teilweise etwas zurückgestellt

werden. „Selbstverständlich haben

wir eine langfristige Innovationsund

Technologiestrategie als auch

Geschäftsstrategie“, sagte Källenius

der Deutschen Presse-Agentur. „Parallel,

als Teil der Transformation,

müssen wir unsere Kostenstruktur

verändern“, betonte er.„Aber das ist

kein Entweder-oder,sondernein Sowohl-als-auch“,sagteKällenius.„Wir

habenjetztindennächstenzwei,drei

Jahren das Thema, dass wir die Kostenstrukturanpassen.Undselbstverständlich

haben wir parallel dazu

auch die langfristige Strategie im

Blick.“

Daimler hatte seine Strategie

schon voreinigen Jahren, noch unter

Källenius’ Vorgänger Dieter Zetsche,

komplett auf vier Zukunftsfelder ausgerichtet:

Vernetzung, autonomes

Fahren, Sharing-Angebote und

Elektromobilität –abgekürzt CASE,

nach den Anfangsbuchstaben der

englischen Begriffe. Vergangenen

HerbsthatteKälleniusdanneinSparprogramm

angekündigt: Er will die

Investitionen deckeln und bis Ende

2022 allein beim Personal 1,4 Milliarden

Euro einsparen. Mehr als 10000

Stellen sollen dadurch wegfallen.

Das habe die CASE-Strategie in

der öffentlichen Wahrnehmung in

den vergangenen Monaten etwas

überlagert. „Inder Realität sind diese

technischen Trends genauso stark

wie voreinem Jahr oder vorzweioder

vordrei“,sagteKällenius.„Waswirim

Rahmen unserer Strategie gemacht

haben, ist: Fokussieren. Dabei haben

wir uns noch mal angeschaut: Wie

entwickeln sich die technologischen

Trends? Wo investieren wir das meiste

Kapital? Wie sieht die Reihenfolge

aus? “Daimler setzeauf dem Wegzu

einer CO 2 -freien Mobilität auf Elektro,

bei Nutzfahrzeugen ergänzt um

die Brennstoffzelle.„Dasist der Kern

unsererStrategie“,betonteKällenius.

„Und der Wegzueiner komplett CO 2 -

neutralen Flotte ist gesetzt. Das haben

wir jetzt angereichert mit der

Botschaft, dass es nicht nur um CO 2

geht. Der Ressourcenverbrauch ist

auch ein Teil davon.“

Nicht mehr im Mittelpunkt, zumindest

vorerst, steht dagegen die

Entwicklung komplett autonom fahrender

Autos.Anstatt schon bald Robotaxis

auf die Straße zu bringen, will

Daimlersich zunächst auf die Weiterentwicklung

seiner Assistenzsysteme

konzentrieren, die dem Fahrer

zwar schon vieles abnehmen, aber

das Auto nicht komplett allein steuern

können. „Für das vollautonome

Fahren haben wir die Reihenfolge

verändert: Wir glauben, dass es sich

am schnellsten im Truck-Bereich

auszahlen wird“, sagte Källenius.

„Das heißt nicht, dass wir mit vollautonomen

Pkw aufgehört haben.

Aber das Szenario von einem urbanen

Robotaxi oder ähnlichem sehen

wir noch weiter in der Zukunft.“

Marktplatzfieber

Amazon bekommt mehr Konkurrenz, weil Firmen wie Rewe ihre Onlineshopsfür andere Anbieter öffnen

Von Erich Reimann

Von der Parfümeriekette

Douglas bis zum Lebensmittelhändler

Rewe: Immer

mehr Handelsketten

bauen ihre Onlineshops zu Marktplätzen

aus,auf denen auch Drittanbieter

ihreWaren oder Dienstleistungen

anbieten können. „ImHandel ist

ein regelrechtes Marktplatzfieber

ausgebrochen“, beobachtet der E-

Commerce-Experte Gerrit Heinemann

von der Hochschule Niederrhein.

Vorbild ist natürlich der US-Internetgigant

Amazon, der mit demeigenen

Warenangebot und seinem

Marktplatz inzwischen dem „Online-

Monitor 2019“ des Handelsverbandes

Deutschlands (HDE) zufolge fast

die Hälfte (46 Prozent) der Onlineumsätze

inder Bundesrepublik auf

sich vereint. DasBemerkenswerte dabei:

Der Löwenanteil des Geschäfts

entfällt längst nicht mehr auf den

Eigenhandel des US-Unternehmens,

sondernauf die zahllosen Drittanbieter,die

ihreWaren aufdem Amazon-

Marktplatz vertreiben.

„Amazon und Ebay

reichen den meisten

kleinen Händlern

völlig aus.“

Gerrit Heinemann, Hochschule Niederrhein

Tatsache ist: DieMarktplätzespielen

eine immer bedeutendere Rolle

im Onlinehandel. „Mehr als 57 Prozent

der erfolgreichsten Onlineshops

verkaufen ihre Produkte nicht

nurüberdeneigenenInternetauftritt,

sondern parallel auch über Onlinemarktplätze

wie Amazon, Ebay oder

Real“, sagt Lars Hofacker vom Handelsforschungsinstitut

EHI in Köln.

Die unangefochtene Nummer eins

im Marktplatz-Ranking sei Amazon,

dasvon47ProzentderHändleralszusätzlicher

Verkaufsweg genutzt werde,

auf Platz zwei folge Ebay (37 Prozent).

Kein Wunder,dass anderedas Modell

kopieren oder weiterentwickeln

wollen. DieSupermarktkette Real etwa

konnte nicht zuletzt dank der Öffnung

des eigenen Shops für andere

Anbieter den Umsatz von real.de im

vergangenen Geschäftsjahr von

380 Millionen auf 608 Millionen Euro

steigern. Jetzt soll ein internationales

Von Andreas Hoenig

Der schwierige Strukturwandel in

der Autoindustrie mit dem Umstieg

auf die Elektromobilität gefährdet

nach der Analyse einer Expertenkommission

Hunderttausende Jobs

in der Branche.Wennsich die WettbewerbslagederdeutschenIndustriebei

der Elektromobilität in den kommenden

Jahren nicht verbessere und der

Importbedarf für Batteriezellen und

Elektrofahrzeuge weiter steige, wäre

ein „erheblicher Beschäftigungsrückgang“

bis 2030 zu erwarten, heißt es

im Bericht einer Arbeitsgruppe der

von der Bundesregierung eingesetzten

Kommission Nationale Plattform

Zukunft der Mobilität. In einem Extremszenario

sind demnach bis zu

410 000 Arbeitsplätze in Gefahr.Zuvor

hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet.

Am Mittwoch kommt Kanzlerin

Angela Merkel (CDU) im Kanzleramt

mit Vertretern von Gewerkschaften

sowie des Autobranchenverbands

VDA zusammen. Schwerpunkt dürfte

Blick insLogistikzentrum von AmazoninWerne.

Onlinemarktplatz-Netzwerk mit

Partnern inFrankreich, Italien und

Rumänien dem Projekt zusätzlichen

Schwung geben. Auch der Lebensmittelhändler

Rewe ergänztdas eigene

Angebot im Internet inzwischen

mit den Offerten ausgewählter Partner

wie dem Deko-Anbieter Butlers

oder dem Spielwarenhändler My-

Toys.

DieFrage ist allerdings,obdie bloße

Ausweitungdes Angebots wirklich

reicht, umauf Dauer Amazon Paroli

zubieten.DerHandelsexperteHeinemann

hat da erhebliche Zweifel.

„Einen erfolgreichen Onlinemarktplatz

aufzubauen gilt unter Experten

als die größte Herausforderung überhaupt“,

meint er.Das Hauptproblem

der Umbruch in der Branche sein. In

dem am Montag vorgelegten Bericht

der Arbeitsgruppe heißt es: „Auch

wenn dieses Extremszenario aufgrund

einer besseren Entwicklung inländischer

Angebote vonElektrofahrzeugen

und inländischer Produktion

von Batterien abgewendet werden

kann, gilt: In keinem Fall werden die

Automobilhersteller weiterhin im selben

Maße für eine solche Wertschöpfung

und Beschäftigung entlang der

Zulieferketten sorgen können, wie es

heute der Fall ist.“

HöhereAutomatisierung

Der Leiter der Arbeitsgruppe, IGMetall-Chef

Jörg Hofmann, sagte laut

Mitteilung, der Markthochlauf der

Elektromobilität bis 2030 aufgrund

der europäischen und auch nationalen

Klimaschutzregelungen und weitereEffizienzsteigerungen

durch eine

zunehmende Automatisierung in der

Produktion wirkten sich immer stärker

auf die Beschäftigungsstrukturen

aus.ImVergleich zu bisherigen Ergebnissen

gehe der Personalbedarfinden

FOTO: INA FASSBAENDER/DPA

sei, dass die meisten Möchtegernkonkurrenten

nicht annähernd die

gleichen Besucherzahlen wie Amazonoder

Ebay erreichten. Dasmache

sie für Drittanbieter vergleichsweise

unattraktiv. „Es gibt keinen großen

Bedarf für weitere Onlinemarktplätze.

Amazon und Ebay reichen den

meisten kleinen Händlern völlig aus“,

glaubter.

Andere Newcomer im Marktplatz-

Segmentwollen die etablierten Platzhirsche

deshalb mit einer viel weiter

gehenden Strategie ausstechen. So

will Deutschlands größte ParfümerieketteDouglas,die

hierzulande bereits

fast 30 Prozent des Gesamtumsatzes

im Internet macht, den eigenen Onlineauftritt

„zur zentralen Beauty-

Mehr als 400 000 Jobs in Gefahr

Der Strukturwandel in der Autoindustrieführt zu einemerheblichenStellenabbau

Plattform Europas“ ausbauen, wie

Konzernchefin Tina Müller selbstbewusst

verkündete. Im Douglas-

Marktplatz sollen die Kunden in Zukunft

neben den eigenen Angeboten

nicht nur Produkte ausgewählter externerPartnererhalten,sondernauch

Serviceangebote vom Friseurtermin

bis zur Maniküre buchen können.

Eine Rundumbetreuung sozusagen.

Ganz ähnliche Pläne verfolgt auch

Torsten Toeller, der Inhaber der

Heimtierbedarfskette Fressnapf. Das

Krefelder Unternehmen hatte den

Start inden Onlinehandel verschlafen.

Im Internet macht heute der Rivale

Zooplus deutlichmehrUmsätze.

Doch bis 2025 will Toeller Fressnapf

zu einer Plattform ausbauen, die

nicht nur Tierfutter und Zubehör verkauft,

sondernmit ihren Läden, Apps

und Onlineangeboten für praktisch

alle Probleme der Tierhalter von der

Beratung beim Kauf über die medizinische

Versorgung bis zur Vermittlung

eines Hundesitters eine Antwort

bietet.Dazu will auch er mit externen

Partnern zusammenarbeiten. Der

„Überleben werden

wohl in jedem Bereich

–obBeauty oder

Elektronik –nur einige

wenige Plattformen.“

Lars Hofacker, EHI-Experte

Aufbau der Plattform werde teuer,

prognostizierte Toeller bei der Bekanntgabeder

Pläne im vergangenen

Jahr.„Aber das ist gut so.Dennunsere

Wettbewerber können sich das nicht

leisten.“

Der EHI-Onlineexperte Hofacker

hältsolche serviceorientierten Strategien

für durchaus erfolgversprechend.

„Es geht darum, möglichst

maßgeschneiderte Lösungen für die

Probleme der Kunden zu bieten. Da

können die großen Generalisten wie

Amazon bislang noch nicht mithalten“,

sagt er. „Amazon ist eine sehr

komfortable Einkaufsmaschine,aber

sie ist längst noch nicht optimal für alle

Probleme der Kunden.“

Ungeachtet des aktuellen Gründungsfiebers

sieht aber auch Hofacker

nur ein begrenztesPotenzial für

neue Marktplätze. „Überleben werden

am Ende wohl in jedem Bereich–

ob Beauty,Elektronikoder Auto –nur

einigewenige Plattformen.“

neuen Elektromobilitätsszenarien

weiter zurück, auch weil die Produktivität

durch eine höhere Automatisierung

in Zukunft weiter steigen werde.

Die Herstellung von Elektrofahrzeugen

sei stärker automatisierbar.

In der Arbeitsgruppe sind neben

der IG Metall auch Unternehmen wie

VW, Daimler, Siemens, BASF sowie

Forschungsinstitute vertreten.

HofmannfordertekonkreteSchritte

von Betrieben und Politik. Knapp

die Hälfte der Unternehmen im Organisationsbereich

der IG Metall –insbesondere

kleine und mittlere Zulieferer

–habe keine Strategie für den

Strukturwandel. „Das gefährdet Hunderttausende

von Arbeitsplätzen“,

sagte Hofmann dem „Handelsblatt“.

Nötig seien Zukunftstarifverträge und

verbindliche Zusagen für Investitionen

in neue Geschäftsmodelle, Produkte

und Entwicklungsaufträge.

Der IG-Metall-Chef hatte bereits

im Dezember gesagt, viele kleine Zulieferer

hätten Finanzierungsprobleme

beim Übergang vom Verbrennungsmotor

zu alternativen Antrieben.

Dazu kämen Auftragsrückgänge.

Hofmann hatte sich für Erleichterungen

beim Kurzarbeitergeld ausgesprochen,

außerdem seien „dringend“

arbeitsmarktpolitisch begleitende

Maßnahmen nötig.

Bisher haben E-Autos in Deutschland

trotz steigender Zulassungszahlen

noch nicht den Durchbruch auf

dem Massenmarkt geschafft. Die

Elektromobilität spielt eine zentrale

Rolle im Klimaschutzprogramm der

Bundesregierung, mit dem die Klimaziele

2030 vor allem im Verkehr erreicht

werden sollen. Dafür wird bis

2030 eine Zahl von sieben bis zehn

Millionen E-Autos in Deutschland als

notwendig angesehen. DieAutobranche

ist auch wegen strengerer Klimavorgaben

der EU auf deutlich mehr E-

Autos in den kommenden Jahren angewiesen.

Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver

Luksic nannte die Zahlen des Zwischenberichts

der Kommission alarmierend.

„Die Bundesregierung muss

endlich technologieoffene Politik betreiben.“

(dpa)

NACHRICHTEN

Rezession in der

Metallbranche

DieProduktion in der Metall- und

Elektroindustrie ist im vergangenen

Jahr deutlich zurückgegangen. Um

5,2 Prozent lag sie zwischen Januar

und November unter dem Wert des

Vorjahreszeitraums,wie der Arbeitgeberverband

Gesamtmetallmitteilte.„Damit

ist schon jetzt klar,dass die

Metall- und Elektroindustrie das Jahr

mit einem Minus vongut 5Prozent in

der Produktion abschließen wirdund

2019 als Rezessionsjahr verbuchen

muss“, sagte Gesamtmetall-ChefvolkswirtMichael

Stahl. „Das ist das

größte Minus seit der Wirtschaftskrise

2009.“ ZumUmsatz machte der

Verband keine Angaben. (dpa)

62 Milliarden für

kranke Mitarbeiter

Erkrankte Mitarbeiter kosten Unternehmen

in Deutschland nach einer

Studie des arbeitgebernahen Instituts

der deutschen Wirtschaft (IW)

immer mehr Geld. DieAusgaben für

die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

seien von2010 bis 2018 um

mehr als 65 Prozent auf 61,8 Milliarden

Euro im Jahr gestiegen. „Nicht

nur ein leicht erhöhter Krankenstand,

sondernauch die günstige

Beschäftigungsentwicklung sowie

die jährlichen Lohnsteigerungen

treiben die Kosten“, schreibt das IW.

Fehlt ein Mitarbeiter krankheitsbedingt,

zahlt der Arbeitgeber das volle

Gehalt für bis zu sechs Wochen weiter.

(dpa)

Lufthansa hat weniger

Kunden als Ryanair

Die Lufthansa wächst, aber nicht so

schnell wie dieKonkurrenz. FOTO: M.PROBST/AP

DerLufthansa-Konzernhat seine

Stellung als Europas größte Passagier-Airline

an den irischen Billigflieger

Ryanair abgegeben. Im Jahr

2019 flogen rund 145,2 Millionen

Menschen mit der Lufthansa und

ihren Töchternwie Eurowings,

Swiss,Brussels und Austrian Airlines,wie

der Dax-Konzernmitteilte.

Daswaren trotz drei Streikwellen der

Flugbegleiter 2,3 Prozent mehr als

ein Jahr zuvor,aber weniger als bei

der irischen Ryanair,die samt ihren

Töchternwie der österreichischen

Lauda auf 152,4 Millionen Passagiere

kam. Bereits 2016 hatten die Iren

der Lufthansa den Thron vorübergehend

abgejagt. Bisauf Eurowings

legten 2019 alle Fluggesellschaften

des Lufthansa-Konzerns bei der

Zahl der Passagierezu. (dpa)

Boeing bremst

US-Wirtschaft

DieKrise des US-Flugzeugbauers

Boeing bremst das Wirtschaftswachstum

in den USA. Finanzminister

Steven Mnuchin sagte,ohne das

Debakel um den Unglücksflieger

Boeing 737 Maxwürde das Bruttoinlandsprodukt

(BIP) in diesem Jahr

um 3Prozent zulegen. Nunwerde

das Wachstum aber näher an

2,5 Prozent liegen. „Boeing ist einer

der größten Exporteure“, sagte der

Minister.Mnuchinbetonte,ergehe

dennoch voneinem „sehr gesunden

Wachstum“ im laufenden Jahr aus.

Auch das überarbeitete Freihandelsabkommen

für Nordamerika werde

dazu bedeutend beitragen. (dpa)


8 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Meinung

Kommunale Flüchtlingshilfe

ZITAT

Mehr als

Symbolpolitik

JanSternberg

hält es für bedenklich, vonMenschen

als „Lasten“ zu sprechen.

Der „Königsteiner Schlüssel“ zeigt, wie

kompliziert ein Bundesstaat wie

Deutschland funktioniert. Nach ihm werden

Finanzströme und Flüchtlinge gleichermaßen

zwischen den Bundesländern

verteilt, die dann wiederum Quoten für

die Kommunen festlegen. Jeder soll gerecht

profitieren, jeder sich an den Lasten

beteiligen. Doch das System der Verteilungsschlüssel

hat einen Haken. Da es

Menschen ausschließlich als Lasten

wahrnimmt, ist es überfordert, wenn Einzelne

das anders sehen. Wenn Kommunen

sagen „Wir schaffen noch mehr“.

Wenn Stadtparlamente und Oberbürgermeister

beschließen: Wir haben eine Verantwortung

für das Sterben im Mittelmeer,

wir bieten Hilfe an bei der Linderung

der humanitären Katastrophe, die

sich in den Flüchtlingslagern der griechischen

Inseln anbahnt.

Dashaben die brandenburgische Landeshauptstadt

Potsdam und 119 andere

Kommunen vom „Bündnis sichere Häfen“

jetzt erneut betont –und zugleich beklagt,

dass sie Monat um Monat beim

Bundesinnenministerium auf eine Wand

des Schweigens stoßen. Horst Seehofer

und seine Beamten scheinen die Initiativen

der Kommunen für Symbolpolitik zu

halten, die man nicht ernst nehmen

muss. Sie haben eher auf die kommunalen

Spitzenverbände gehört, die – zu

Recht –alsVertreter aller Gemeinden über

die Lasten klagen, die die Unterbringung

vonFlüchtlingen für sie bedeutet.

Undzueinem gewissen Grad betreiben

sie auch Symbolpolitik. Unbegleitete Minderjährige

aus griechischen Lagern pro

Stadt aufzunehmen aber stellt jenseits des

Symbols konkrete Hilfe dar.Und es ist –um

ein oft diskreditiertes Wort zu verwenden –

konkreteWillkommenspolitik.

Datschen

Sozial gerechte

Lösung ist nötig

Ulrich Paul

erwartet, dass der Gesetzgeber

rechtzeitig aktiv wird.

Die Verunsicherung ist groß. Wer im

Ostteil Berlins und in den anderen

Teilen der früheren DDR einen Kleingarten

mit Datsche besitzt, dem drohen hohe

finanzielle Risiken. Denn Ende 2022 läuft

eine gesetzliche Regelung aus, nach der

sich die Nutzer eines Kleingartens mit einem

Vertrag aus DDR-Zeiten nach einer

Kündigung im schlimmsten Fall die Abrisskosten

der Datsche mit dem Grundstückseigentümer

teilen. Sollte es keine

Verlängerung dieser Regelung geben, laufen

die Datschen-Besitzer Gefahr,dass sie

die Abrisskosten ab 2023 vollständig tragen

müssen –selbst, wenn der Grundstückseigentümer

gekündigt hat.

Das ist aus mehreren Gründen sozial

nicht vertretbar.Erstens,weil im Fall einer

Kündigung durch den Grundstückseigentümer

die Besitzer der Wochenendhäuser

vondem Flecken Erde vertrieben werden,

den sie über Jahrzehnte gehegt und gepflegt

haben –und das auch noch bezahlen

müssen. Zweitens, weil im Fall einer

Kündigung die zumeist im Ruhestand befindlichen

Datschen-Besitzer von dem

wenigen Geld, das sie haben, einen

Grundstückseigentümer bezahlen sollen,

der das Areal anschließend zu seinen

Gunsten teuer vermarkten kann. Eine

solch einseitige Verteilung der Lasten ist

unverhältnismäßig. Die Verunsicherung

der Datschen-Besitzer führtzuder absurden

Situation, dass sich viele überlegen,

ob es nicht sinnvoller wäre, vor dem Auslaufen

der jetzigen Regelung noch zu den

alten Bedingungen zu kündigen. Spätestens

jetzt sollten die verantwortlichen Politiker

im Bund erkennen, dass es so nicht

kommen darf. Nötig ist eine gerechte Lösung,

die Interessen beider Parteien angemessen

berücksichtigt.

Mauerschutzprogramm der Bundes-CDU

Plötzlich war die Tonlage eine andere.

Auf einmal sprach Bundesfinanzminister

Olaf Scholz davon,

dass die fetten Jahre nun vorbei

seien. Fast zwölf Monate ist das nun her.Der

Vizekanzler redete über Abschwung, über

sinkende Steuereinnahmen und darüber,

dass der Bund 2019 wohl keinen Überschuss

mehr machen werde.

Scholz hat die Lage falsch eingeschätzt.

Und zwar gründlich. Die Bilanz des Bundes

fällt nicht nur besser aus als damals gedacht.

Es ist sogar ein Rekord-Überschuss, der da

erreicht worden ist. Dasalles beflügelt natürlich

die Fantasie vonSteuerentlastungs-Apologeten.

Aber ein einmaliges Plus zum Anlass

für strukturelle Einnahmensenkungen zu

nehmen, war noch nie eine gute Idee.

Sowieso sind Euphorie und Freigiebigkeit

fehl am Platze. Wenn am Mittwoch die Zahlen

für den Gesamtstaat vorgelegt werden,

wirdder Blick nicht nur auf die finanzielle Situation

der Kommunen fallen, von denen

eine erhebliche Zahl nur mit Kassenkrediten

über die Runden kommt, sondern auch auf

die Sozialversicherungen. Alles deutet darauf

hin, dass die Rücklagen dortnicht weiter

wachsen, sondernvergleichsweise rasch zusammenschrumpfen.

WirDeutschen sind es dank der einzigartigen

Aufschwungsphase, die der Finanzkrise

folgte, nicht mehr gewohnt, große Verteilungsdebatten

zu führen. Die Haushaltspolitik

des Bundes sah zuletzt vor allem so

aus: Alle Ausgabenwünsche kamen auf einen

Zettel. Unddas meiste fand schließlich auch

seinen Wegindie Etatplanung.

Für die große Koalition war dieses Vorgehen

die effektivste Art der Konfliktvermeidung.

Notwendigkeiten, im Haushalt etwas

zu streichen oder auf neue, ausgabenträch-

In meiner Kolumne vom 31. Dezember

2019 teilte ich mit, dass Berlin laut einer

Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft

(DIW) die höchste Mordrate im Vergleich zu

15 anderen europäischen Hauptstädten aufweise.

Die Statistik bezog sich auf das Jahr

2016; der Abstand zu Paris, laut DIW-Studie

die zweitmörderischste Stadt, betrug satte 40

Prozent. Inzwischen sagt das DIW,die in der

Studie so bezeichnete „Mordrate“ –statistisch

sind das vollendete Mord- und Totschlagsverbrechen

–sei vonder OECD falsch

berechnet worden und das (imWesentlichen

aus Steuergeldern finanzierte) DIW habe

diese Zahlen ungeprüft übernommen. Interessant,

wie sogenannte Studien entstehen.

Initiierthatte die Studie Berlins Finanzsenator

Matthias Kollatz. Am 20. Dezember

2019 stellte er sie mit dem Präsidenten des

DIW, Marcel Fratzscher, öffentlich vor. Die

Mordrate kam nicht zur Sprache.

Wahrscheinlich hatte diesen Punkt niemand

gelesen. Man wollte eben darüber

plaudern, wie herrlich weit man es –trotz

aller Widrigkeiten –inBerlin gebracht habe.

Während die FAZhervorhob,dass Berlin gemäß

DIW-Studie in der Verwaltungseffizienz

knapp vor Rom an zweitletzter Stelle

liege, stimmte die taz in den Grundton des

Jubilierens ein.

Die Weigerung, Texte genau durchzuarbeiten,

scheint zu grassieren. Mittlerweile

frage ich mich, ob die Sache überhaupt aufgefallen

wäre, wenn ich die sogenannte Studie

nicht auf einer längeren Bahnfahrtvon A

Haushalt

Plötzlicher

Geldsegen

Rasmus Buchsteiner

warnt davor, das Plus im Bundeshaushalt als Anlass zu nehmen,

den ausgeglichenen Etat aufzugeben.

tige Projekte zu verzichten, gab es kaum.

Doch diese Politikmethode stößt an ihre

Grenzen.

Die Zinsen mögen zwar erst einmal noch

im Tief bleiben. Allerdings kann kaum davon

ausgegangen werden, dass die Steuereinnahmen

auch in diesem Jahr über das Erwartete

hinaus steigen werden.

DieHaushaltspolitik ist an einem Wendepunkt.

Dass sich künftig nicht mehr aus dem

Vollen schöpfen lässt, kann man beklagen.

Man könnte es aber auch als Chance sehen.

Die nächsten Etatdebatten dürften wieder

spannender werden. Wird es doch stärker als

zuletzt um echte Prioritätenentscheidungen

gehen –darum, was denn nun wichtiger ist:

steuerliche Entlastungen, Sozialtransfers,

KOLUMNE

Im Vergleich

bleibt Berlin

sehr mörderisch

Götz Aly,

Historiker

bis Zgelesen hätte. Erst dann zitierte ich in

meiner Kolumne das horrible Ergebnis des

DIW.Auch die AfD hatte die DIW-Mitteilung

verschlafen, schlachtete sie aber nach meinem

Artikel eifrig aus. Vielleicht –auch das

schlimm genug –kam erst deshalb Bewegung

in die Angelegenheit. Allerdings

machte die taz am 7. Januar mich, den Boten

der schlechten Nachricht, für das Problem

verantwortlich sowie „Medienberichte“ –

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Geld für Infrastruktur oder steigende Rüstungsausgaben?

Vorallem kommt es darauf an, die Grundlage

dafür zu schaffen, dass Deutschland als

schrumpfende Gesellschaft nicht abgehängt

wird und es nach einer möglichst kurzen

Phase der konjunkturellen Seitwärtsbewegung

wieder fette Jahregeben kann. Dasalles

geht nicht ohne massive Investitionen, in

unsere Städte, Schulen, in Kitas, in Forschung,

Entwicklung, Qualifizierung und Digitalisierung.

Dasalles sind keine neuen Stichworte.Es

ist auch nicht so, dass der Bund für diese

Zwecke nicht in der Vergangenheit bereits

Milliarden-Beträge bereitgestellt hätte. Leider

dauert esviel zu lange, bis das Geld verbaut

ist und die Projekte abgeschlossen sind.

Vordiesem Hintergrund mutet der Rufdanach,

die Schwarze Null aufzugeben und

noch größere Investitionstöpfe auf Pump zu

finanzieren, einigermaßen absurd an. Jetzt

ein 450-Milliarden-Euro-Paket für Investitionen

zu schnüren und dafür den ausgeglichenen

Bundesetat aufzugeben, wärehaushaltspolitisches

Harakiri. Es würde vorallem dazu

führen, die bereits jetzt weitgehend ausgelasteten

Kapazitäten der Bauindustrie weiter zu

verknappen und die Preise für jedes einzelne

Vorhaben in die Höhe zu treiben.

Dagegen wäreeswichtig, dass die Länder

endlich ihre Hausaufgaben machen. Ihnen

ist es zuletzt finanziell wahrlich nicht

schlecht gegangen. Siesind sehr wohl in der

Lage, zusätzliches Personal für die Planung

großer Infrastrukturprojekte einzustellen.

Undesmuss endlich überzeugende Anstrengungen

gegen den Fachkräftemangel auf

dem Bau geben. Darauf kommt es jetzt an.

Das Gezerre ander Schwarzen Null ist nur

ein Ablenkungsmanöver.

aus Sicht der taz offenbar eine Art Lügenpresse.

Das DIW vertröstet derweil auf eine spätereKorrektur

der Daten.Warumplötzlich so

betulich? Es geht auch schneller. Zum Beispiel

weist die Kriminalstatistik für den

Großraum Paris (die statistische Einheit le

Grand Paris) für Mord und Totschlag (homicide)

für 2016 eine Rate von 1,1 Prozent pro

100 000 Einwohner aus (73 Fälle). In Berlin

waren es 2016 –ohne den Terroranschlag auf

dem Breitscheidplatz! –92Fälle. Das ergibt

für das deutlich kleinere Berlin eine Mordund-Totschlag-Rate

von 2,6 Prozent pro

100 000 Einwohner.

Das DIW operierte mit falschen, insgesamt

höheren Zahlen. Aber im direkten Vergleich

der amtlichen Kriminalstatistiken

schneidet Berlin gemessen an Parisnoch viel

schlechter ab als in der DIW-Studie: Die

Mordrate beträgt hier fast das 2,5-fache.Wie

wäre es, wenn sich der Senat dazu erklären

würde?

Wussten Sie, liebe Leserinnen und Leser,

wie vieleVerkehrstote es 2019 in Oslo gab? Einen

–einen einzigen! Berlin hatte bei 3,75

Millionen Einwohnern 40Verkehrstote zu

beklagen. Hätten wirVerhältnisse wie in Oslo

(670 000 Einwohner), dann wären es sechs

Tote gewesen. DieKfz-Killerrate wirddie AfD

gewiss ignorieren. Aber auch CDU, FDP und

der rot-rot-grüne Senat hüllen sich in

Schweigen. Gemessen an anderen europäischen

Hauptstädten bleibt Berlin extrem

mörderisch.

„Es kann nicht sein, dass Sie

in Deutschland alles

kritisieren dürfen, vom

Papst abwärts –nur nicht

die Beiträge des Westdeutschen

Rundfunks.“

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen,

verteidigt seine Kritik am „Umweltsau“-Video

des WDR im Interview mit dem Spiegel.

AUSLESE

Die Frustration der

Regimegegner

Bis zu 3000 Iraner demonstrierten am

Sonntag in Teheran gegen die Regierung.

Nach dem versehentlichen Abschuss

einer Passagiermaschine durch

das iranische Militär, bei der alle 176 Insassen

ums Leben kamen, wächst die Kritik

an der Führung des Landes. Für das

Handelsblatt ist klar, dass die Proteste für

die Regierung brandgefährlich sind: „Waren

Tage zuvor noch Millionen für Proteste

gegen die USA nach deren Ermordung

des iranischen Generals Qassem Soleimani

auf die Straßen gegangen und

hatten so das System gestärkt, brechen

sich nun wieder die Regimegegner Bahn“,

heißt es in einem Kommentar.„So wirdes

jetzt bitterernst. Denn für das Regime

geht es ums Überleben und für die Islamische

Republik Iran um ihren Bestand.“

Der Standard aus Wien schränkt zwar

ein, dass das Ausmaß solcher Proteste von

außen immer nur schwer zu quantifizieren

sei. Aber: „Wenn Iraner und Iranerinnen

nach der äußerst brutalen Niederschlagung

der letzten Protestwelle schon wieder

auf die Straße gehen, dann zeigt das das

Ausmaß einer enormen Frustration, gegen

die das Regime immer weniger Mittel in

der Tasche hat außer nackte Gewalt.“

Das Neue Deutschland merkt allerdings

an:„Dass nun ausgerechnet der US-

Präsident, der den Konflikt mit Iran anheizt,

dem zurecht wütenden iranischen

Volk Unterstützung bei seinen Protesten

verspricht, kann man nur als perfide bezeichnen.“

Theresa Dräbing

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 – S eite 9

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Berlin

Auf eine Currywurst mit

GregorGysi–die

wöchentliche Kolumne

Seite 13

Modemetropole: Die Fashion Week hat begonnen Seite 11

Partymetropole: Dr.Motte will die Loveparade zurück nach Berlin holen Seite 12

Stadtbild

Genervt

im Büro

Susanne Dübber

nimmt das Arbeitsleben

nicht so ernst.

Jetzt kommen wir zu den wichtigen

Dingen im Büro-Alltag. Nein, es

geht nicht um Arbeitserfolge oder

andereNebensächlichkeiten, es geht

um: SAUBERKEIT! Dies ist das wichtigste

Kapitel des modernen Büro-

Knigge.

Heutzutage ist es modern, jeden

Tagwoanders in den Arbeitsräumen

zu sitzen. Denn findige Unternehmensberater

haben knallhart gerechnet

und herausgefunden: Gerade

in Schichtbetrieben hat immer

jemand Urlaub oder frei, ist krank

oder auf Dienstreise. Also braucht

man weniger Arbeitsplätze als man

Mitarbeiter hat. Schließlich kostet jeder

Platz Geld. „Shared Desks“, geteilte

Schreibtische, das ist die Zauberformel.

Nun wäre das nicht so

problematisch, wenn alle Kolleginnen

und Kollegen auch dieselben

Vorstellungen von Sauberkeit hätten.

Dass dies nicht so ist, beweisen

neben eingekrümelten Computer-

Tastaturen auch beschmierte Tischflächen.

Kommt es zu wochenlangen

Schniefattacken und Grippewellen –

kein Wunder. Rund zehn Millionen

Bakterien sollen den Schreibtisch

besiedeln, lese ich im Internet.

Krankheitskeime bekämpfen heißt

der einzige Ausweg. Per Desinfizierungsspray.

Damit man dem Nächsten

einen sauberen Schreibtisch hinterlässt.

Ein Abwehr-Spray möchte

man manchmal auch gegenüber

Kolleginnen und Kollegen benutzen.

Mehr als 78 Prozent der Beschäftigten

sind laut einer Umfrage des Anzeigenportals

kalaydo.de genervt

voneinander. Die Zahl stammt zwar

von 2012, ist aber garantiert weiterhin

richtig. Eine kurze (nicht vollständige!)

Auflistung der größten

Nerv-Faktoren: Im Pausenraum erscheinen

und während des Essens

dienstliche Fragen stellen. Das

Handy im Großraumbüro laut klingeln

lassen. Überdurchschnittlich

laut telefonieren. Sich nicht waschen

und in Folge nach Schweiß riechen.

Ständig was zum Schnabulieren mitbringen

und anbieten –deine Kalorien

sind nicht meine! Benutztes Geschirr

nicht in die Spülmaschine

stellen, sondern direkt daneben.

Heimlich rauchen und nicht wissen,

dass die Klimaanlage den Geruch

auch in die anderen Räume verteilt.

Selbstgespräche vordem Bildschirm

oder nach dem Auflegen des Telefonhörers

führen.

DieListe ist unendlich, das merke

ich beim Tippen. Wie geht es Ihnen,

was nervt Sie imBüro bei den Kollegeinnen

und Kollegen? Bitte schreiben

Sieuns:

leser-blz@berlinerverlag.com

Mit Sagrotan und Wischpapier auf der

Jagd nach Bakterien im Büro. BLZ/PONIZAK

Trügerische Idylle: In nicht allzu ferner Zeit könnte der Datschenbesitz zur teuren Angelegenheit werden.

Auf Sand gebaut

In naher Zukunft könnten auf viele Datschenbewohner erhebliche Kosten zukommen

VonMelanie Reinsch

Doris und Wolfgang Pofahl

denken im Moment mit

äußerst gemischten Gefühlen

an ihre Datsche.

Seit 1980 schon hat das Berliner Ehepaar

Pofahl einen Kleingarten in der

Nähe von Wandlitz gepachtet. Die

beiden Rentner treibt eine Rechtsunsicherheit

um, von der nach Expertenangaben

alle Kleingarten-Verträge

betroffen sind, die vor1990 auf

dem Gebiet der damaligen DDR geschlossen

wurden. Es geht um die

Frage, wer künftig den Abriss der

Datschen in den Kleingärten bezahlt.

Die Pofahls befürchten, dass

sie die Kosten alleine tragen müssen

und dass der Eigentümer des Grundstücks

sich nicht daran beteiligt.„Wir

schätzen, dass mindestens Zehntausend

Euro auf uns zukommen“, sagt

die 74-jährige Doris Pofahl.

Denn es geht in ihrem Fall nicht

um eine Bretterbude, sondern um

einen Bungalow, der unterkellert ist.

Es gibt ein Fundament, eine Terrasse,Rundleisten,

Steine im Garten.

„Das kostet alles“, sagt Doris Pofahl,

die zusammen mit ihrem 79-jährigen

Mann in Berlin lebt und auf dem

640 Quadratmeter großen Grundstück

in der Nähe von Wandlitz die

Sommer verbringt.

Zehntausende betroffen

Berlin: Kleingärten machen

laut Senatsumweltverwaltung

rund drei Prozent der

Stadtfläche aus –auf etwa

2900 Hektar befinden sich

diese kleinen, grünen Oasen.

Etwa drei Viertel der Kleingärten

sind diesen Angaben

zufolgeimEigentum des

Landes Berlin.

Für Zehntausende Datschenbesitzer

in Berlin und den neuen Bundesländern

könnten in drei Jahren erhebliche

Kosten zukommen –wenn sich

die Gesetzeslage bis dahin nicht

noch ändert. Denn Ende 2022 läuft

eine Regelung im sogenannten

Schuldrechtsanpassungsgesetz aus.

Dabei geht um die Frage,wer die Abrisskosten

einer Datsche zu zahlen

hat, wenn der Grundstücksbesitzer

den Pachtvertrag kündigt und seinen

Kleingarten im ursprünglichen Zustand

–also ohne Gebäude –zurückhaben

möchte.

Bis 31. Dezember 2022 gilt: „Der

Nutzer ist zum Abriss nicht verpflichtet“.

Doch was ab 1. Januar

2023 passiert, wenn Grundstückseigentümer

oder Pächter einenVertrag

für einen Kleingarten mit legal errichteten

Datsche kündigen, ist unklar.

Christian Gräff, zum einen Präsident

des Verbands Deutscher

Grundstücksnutzer (VDGN) und

zum anderen wohnungspolitischer

Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus,

befürchtet, dass

die bisher gültige Regelung aufgehoben

wird. Unddass Eigentümer und

Gerichte dann künftig auf das genaue

Gegenteil pochen könnten:

Nämlich dass die Pächter zum Abriss

der Datsche verpflichtet sind.

„Diese Regelung betrifft Zehntausende

Verträge“, sagt VDGN-Präsident

Gräf. Auch wenn es so scheine,

als ob bis Ende 2022 noch lange Zeit

sei: Bis Gesetze novelliert werden,

könnten bisweilen Jahre vergehen,

mahnt er.Der Verband will daher erreichen,

dass das Thema möglichst

schnell auf die politische Agenda des

Bundestags kommt, denn bisher

habe sich praktisch niemand mit der

Materie befasst. „Wir wollen, dass

die Abrissregelung gerecht geregelt

wird. Und zwar schnell und ohne

Enddatum. Der Passus muss gestrichen

werden“, sagt Gräff. Er sieht

darin sogar „eine der letzten großen

Gerechtigkeitsfragen für Menschen

aus den neuen Bundesländern“, auf

die es bisher keine Antwortgibt.

Gräff hat schon Anzeichen dafür

ausgemacht, dass Grundstückseigentümer

nur darauf warten, dass

die Regelung in knapp drei Jahren

auslaufe, damit die Besitzer die Verträge

kündigen könnten. Denn

dann, so Gräff, könnten sie die gesamten

Abrisskosten einer Datsche

komplett auf den Pächter übertragen.

Und die Kosten für Abriss und

GLÜCK IM GRÜNEN

Bezirke: Die meisten Kleingartenanlagen

gibt es in

Treptow-Köpenick (146), die

meisten Parzellen in Pankow

(10 167). Betrachtet man

die Fläche, schlägt Pankow

(478 Hektar) Treptow-Köpenick

(400). Schlusslicht:

Friedrichshain-Kreuzberg mit

vier Anlagen und 7Hektar.

Brandenburg: In Brandenburg

soll es etwa 100 000

Datschengrundstückegeben.

Der Bundesverband

Deutscher Gartenfreunde

zählt dortrund1300Kleingarten-Vereine

mit etwa

62 300 Mitgliedern(in Berlin:

738 Vereine und knapp

66 400 Mitglieder).

Entsorgung könnten in die Tausende

gehen, schätzt Gräff. Er glaubt, dass

die Eigentümer vieler Kleingartengrundstücke

darauf spekulieren, ein

zurückgebautes Grundstück von

langjährigen Pächtern zurückzuerhalten.

Denn für ein unbebautes,bereinigtes

Grundstück könne bei einem

Verkauf oder bei einer Neuvermietung

ein höherer Preis verlangt

werden, sagt der VDGN-Präsident.

Die bisherige Rechtslage ist nicht

unkompliziert: Bis 2015 galt für

Kleingartenpächter ein Kündigungsschutz.

Seit 2015 dürfen die Nutzungsverträge

zwar gekündigt werden,

aber die Pächter sind im Falle

einer Kündigung vor allzu hohen

Folgekosten geschützt: Siesind nicht

zum Abriss eines legal gebauten

Bungalows verpflichtet und müssen

die Kosten eines Abrisses auch nicht

selbst zahlen, wenn der Grundstückseigentümer

ihnen kündigt.

Zudem erhalten die Nutzer der Datsche

den Zeitwertdes Gebäudes und

der Bepflanzung als Entschädigung.

ErsteÄnderung ab Herbst 2022

IMAGO IMAGES

Beendet der Nutzer den Vertrag von

sich aus,werden die Kosten für einen

Abriss geteilt –jedenfalls im ersten

Jahr. Entscheidet sich der Grundstücksbesitzer

zu einem späteren

Zeitpunkt dafür, die von den früheren

Pächtern errichtete Datsche abzureißen,

muss er den Abriss aus eigener

Tasche bezahlen. Eine Entschädigung

für das Wochenendhaus

erhält er nach der aktuellen Gesetzeslage

nur dann, wenn das Gebäude

auf dem Boden den Grundstückswertnach

oben treibt. So sieht

es die aktuelle Rechtslage vor. Siegilt

bis Oktober 2022.

Zwischen Oktober 2022 und Dezember

2022 ändert sich die Regelung

nach Angaben vonGräff ein wenig.

Egal, wer kündigt: Die Nutzer

sind weiterhin nicht zum Abriss ihrer

Datsche verpflichtet, aber der

Grundstückseigentümer kann vom

Nutzer die Hälfte der Abrisskosten

verlangen, wenn er innerhalb eines

Jahres nach Übergabe die Datsche

abreißen möchte. So wird es zum

Beispiel auch für Garagen seit 2007

gehandhabt. Eine Entschädigung

wirdnur gezahlt, wenn derVerkehrswert

des Grundstücks durch die Bebauung

aufgewertet wurde.

Lösung auf Bundesebene nötig

In diesem Jahr will der Verband

Deutscher Grundstücksnutzer alle

Parteien auf Bundesebene anschreiben,

um auf das Problem aufmerksam

zu machen. „Wir wollen alle

Fachsprecher an einen Tisch bringen,

damit hier eine Lösung gefunden

wird“, sagt VDGN-Präsident

Gräff. Ziel soll danach sein, dass die

letzte Regelung dauerhaft Bestand

hat: Keine Verpflichtung zum Abriss,

Kostenteilung des Abrisses nur im

ersten Jahr.

Für Datschenbewohner bedeutet

es,dass eine lange Zeit der Unsicherheit

auf sie zu kommt und sie sich die

Frage stellen müssen, ob sie lieber

jetzt selbst kündigen, damit sie in jedem

Fall nur höchstens die Hälfte

der Abrisskosten zahlen müssen.

Oder ob sie Geduld und Hoffnung

aufbringen, dass der Gesetzgeber

hier zeitnah Rechtssicherheit

schafft. Doris und Wolfgang Pofahl,

das Berliner Paar mit der Datsche bei

Wandlitz, hoffen darauf, dass bald

klar wird, wie es weitergeht.„Wir wissen

nicht, was wir machen sollen“,

sagt Doris Pofahl. „Die Unsicherheit

belastet uns sehr. Warum lässt man

die Verträge von älteren Menschen

nicht einfach auslaufen?“

Melanie Reinsch

hat keine Datsche, aber

einen grünen Balkon.

NACHRICHTEN

21 000 Unterschriften

gegen schmutzige Schulen

DieInitiative„Schule in Not“ hat berlinweit

mehr als 21 000 Unterschriften

für saubereSchulen gesammelt.

Allein für das Bürgerbegehren in

Berlin-Neukölln seien 11 500 Unterschriften

zusammengekommen,

sagte Initiator Philipp Dehne.7000

Unterschriften waren nötig. DieListen

sollen am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung

übergeben werden. In sieben weiterenBezirken

will die Initiativeihr

Ziel, die Reinigung der Schulen wieder

in kommunale Hand zu geben,

mit Einwohneranträgen erreichen.

Dafür seien jeweils 1000 Unterschriften

nötig, so Dehne.InCharlottenburg-Wilmersdorf,

Friedrichshain-Kreuzbergund

Pankowwurden

die Anträge demnach bereits

eingereicht. In Tempelhof-Schönebergund

Steglitz-Zehlendorfist dies

noch geplant und in Reinickendorf

und Lichtenberglaufen noch Unterschriftensammlungen.

(dpa)

Migranten: Politiker fordern

Aufnahmemöglichkeiten

Kommunalpolitiker fordernMöglichkeiten

für die unkomplizierte

Aufnahme vonimMittelmeer geretteten

Migranten. „Die Kommunen

müssen hier mehr Mitspracherechte

bekommen“, verlangte die Leiterin

des Ausländeramts vonDüsseldorf,

Miriam Koch, am Montag in Berlin.

Ihre Stadt gehörtder Gruppierung

„SichereHäfen“ an, deren 120 Mitgliedsstädte

sich mit aus Seenot geretteten

Migranten solidarisch erklärenund

zum Teil auch ausdrücklich

Menschen aufnehmen wollen. Seenotrettung

sei eine humanitäreund

keine politische Maßnahme,sagte

der Oberbürgermeister vonPotsdam,

Mike Schubert(SPD). (dpa)

Einschränkungen

bei der S-Bahn

Am Montagmorgen haben Signalstörungen

in dem Bereich Yorckstraße

sowie am Hauptbahnhof für

Einschränkungen bei der Berliner S-

Bahn gesorgt. Wegen der Störung am

Hauptbahnhof kam es auf den Linien

S3, S5, S7 und S9 zu Verspätungen

und vereinzelten Ausfällen, wie

die S-Bahn twitterte.Demnach

konnte der 10-Minuten-Takt auf der

Linie S5 nur zwischen den Haltepunkten

Hoppegarten und Warschauer

Straße angeboten werden.

Auch aufden Linien der Bahnen S1,

S2, S25 und S26 war wegen der Störung

zwischen den Bahnhöfen Anhalter

Bahnhof und Yorckstraße vermehrtmit

Einschränkungen und

Unterbrechungen zu rechnen. Die

Linie S26 verkehrte nur zwischen

den Bahnhöfen TeltowStadt und

Südkreuz sowie an den Stationen

Nordbahnhof und Waidmannslust.

(dpa)

Zu Ausfällen kam es bei der S-Bahn zum

Wochenbeginn.

DPA


10 * Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Berlin

So wie zum Beispiel 2002 soll es wieder aussehen: Der Berliner Kult-DJ Dr.Motte will die Menschen wieder an der Straße des 17. Juni tanzen lassen. Dafür sammelt er Spenden auf ungewöhnliche Weise.

BERLINER ZEITUNG/LAUTENSCHLÄGER

Dr.Motte will wieder raven

Der Loveparade-Erfinder will das Technofest nach Berlin zurückholen –und elektronische Tanzmusik unter den Schutz der Unesco stellen lassen

VonMelanie Reinsch

Dr. Motte meint es ernst:

Der legendäre Techno-

DJ und Loveparade-Erfinder

will die bunte

Techno-Straßen-Parade, die einst in

Berlin gegründet wurde, zurück in

die deutsche Hauptstadt holen.

„Seit Jahren häufen sich die Fragen

an mich, wann die Loveparade

zurück nach Berlin kommt“, so Dr.

Motte,der mit bürgerlichem Namen

Matthias Roeingh heißt. Die Sehnsucht

nach der Loveparade scheine

riesig zu sein. „Und ganz ehrlich.

Wann, wenn nicht jetzt?“, so der 59-

Jährige. „Wir stellen die Frage: Wollt

ihr eine neue Loveparade?“ Die Antwortdarauf

könne nur „Ja“ sein.

Dr. Motte und das Team der gemeinnützigen

GmbH Rave the Planet

wollen Spenden sammeln, um

ihren Techno-Traum wiederzubeleben.

Dazu haben die Initiatoren ein

besonderes Spendensammel-Modell

entwickelt, das sie „Fundraving“

nennen – angelehnt ist das

Wortspiel an den Begriff „Fundraising“,

also die Beschaffung vonGeldern.

Seit Montag steht im ehemaligen

Garten des ersten Tresor Clubs in der

Mall Berlin in der Leipziger Straße

ein Modell der Straße des 17. Juni bereit

–hier lief damals auch die Loveparade

entlang. Mankennt die Fotos

der tanzenden Menschen an der Siegessäule.Auf

einer Gesamtlänge von

48 Metern imMaßstab 1:87 ist die

Straße vom Ernst-Reuter-Platz über

die Siegessäule bis hin zum Brandenburger

Tor nachgebaut. Über

den Onlineshop (shop.ravetheplanet.com)

oder direkt vor Ort kann

man eine kleine Figur für fünf Euro

erwerben, die man selbst auf die Modellstraße

kleben kann.

VonTech Mombis Dirty Dora

Es gibt Miniraver in unterschiedlichster

Gestaltung. Sie nennen sich

Parade Pitt, House Hector, Trance

Gender,Tech Mom, Raving Rosi oder

Dirty Dora –einige sind schon ausverkauft.

Am Montagabend hatten sich

schon 2273 Menschen an der Aktion

beteiligt und eine Figur erworben.

Ziel soll es sein, insgesamt 1,5 Millionen

Figuren zu verkaufen. 80 Prozent

des Betrags fließen in gemeinnützige

Zwecke, darunter auch die

neue Parade. Laut Rave the Planet

soll dieses Modell eine Art Stimmungsbarometer

sein, inwieweit die

Initiatoren mit ihrer Idee den Nerv

der Öffentlichkeit treffen. Mit dem

DJ: Dr.Motte heißt mit bürgerlichem

Namen eigentlich

Matthias Roeingh. Er ist am

9. Juli 1960 in Spandau geboren

und ist Musiker sowie

Labelbetreiber.Bekannt

wurde er als Mitbegründer

und Organisator der Musikund

Tanzveranstaltung Loveparade

in Berlin.

Geld, so Motte, könne man eine unabhängige

Finanzierung der Projekte

garantieren. Denn längst geht

es den Machern nicht nur um die

Loveparade. Die Ziele sind deutlich

höher gesteckt. Die Initiatoren, bestehend

aus Künstlern, Ravern und

Unternehmern, wollen erreichen,

dass elektronische Tanzmusikkultur

als Immaterielles Kulturerbe unter

den Schutz der Unesco gestellt wird.

Noch in diesem Jahr soll der Antrag

dafür gestellt werden.

Außerdem soll ein offiziell anerkannter

„Feiertag der elektronischen

DR. MOTTE

Loveparade-Erfinder

Dr.Motte BLZ/ENGELSMANN

Loveparade: Er war bis

2006 Miteigentümer der

Loveparade Berlin GmbH,

deren Geschäftszweck es

war,den in mehreren Länderngeschützten

Markennamen

Loveparade zu vermarkten.

Im Jahr 1985 war

Roeingh erstmals als Diskjockey

tätig.

Tanzmusikkultur“ initiiert und etabliert

werden –gefeiert werden soll

natürlich an diesem Tag auf der

Loveparade in Berlin. Rave the planet

will mit diesen Aktionen für

mehr Akzeptanz der Club- und Festivalkultur

sorgen und sie als gleichwertige

Kulturformschützen.

Dr.Motte erinnertsich an die Anfänge

der Technozeit in Berlin, das

habe unser Leben verändert, sagt er.

„Stillstehen konnte keiner. Was für

ein Erlebnis.“ Im Tanz sei man frei

und glücklich. Liebe, Vielfalt, Lebensfreude,

Tanz und Respekt, das

sei zur Kultur und zur Lebenseinstellung

geworden, so Dr. Motte. Das

könne man in den Clubs und bei den

vielen Festivals in der Stadt immer

noch spüren. „Aber 30 Jahre später

stellen wir in Berlin und auf der ganzenWelt

fest, dass Behörden, Investoren,

Politiker und Polizei noch immer

nicht verstehen, welche besondere

Kraft die elektronische Musikkultur

entfaltet und was sie für die

positiveEntwicklung für eine Gesellschaft

beitragen kann“, kritisierte

der DJ und übte zugleich Kritik an

der Politik und Behörden.

„Investoren gefährden Clubs“

Immer wieder gebe es überzogene

Forderungen, wie man beim Fusion-

Festival in Mecklenburg-Vorpommern

im vergangenen Jahr sehen

konnte. Wochenlang wurde 2019

über das Sicherheitskonzept gestritten.

Die Polizei wollte auf dem Gelände

auf Streife gehen und eine

feste Polizeiwache installieren, obwohl

das Musik- und Kunstfestival

seit Jahrzehnten störungsfrei verläuft.

„Da wurde eindeutig eine rote

Linie überschritten. Denn Kunst,

Kultur und Musik müssen frei sein“,

betonte Dr. Motte. Investoren würden

die Existenz von Clubs gefährden,

indem sie die Mieten verdoppelten

und stattdessen lieber Shopping

Malls und teure Wohnungen

bauten. Der Musiker forderte Parteien

und Behörden auf, hier endlich

Lösungen zu finden.

Der Techno-Umzug fand von

1989 bis 2006 in Berlin und ab 2007

bis 2010 an wechselnden Orten im

Ruhrgebiet statt. 2004, 2005 und

2009 gab es keine Loveparade. Als

sie das erste Mal am1.Juli 1989 anlässlich

des Geburtstags von Dr.

Motte unter dem Motto „Friede,

Freude, Eierkuchen“ stattfand, war

sie noch als politische Demonstration

angemeldet. Rund 150 Menschen

nahmen teil. Es wurden immer

mehr. ImJahr 1999 tanzten 1,5

Millionen Menschen zu Technobeats

auf der Straße.

Seit 2015 gibt es in Berlin eine

neue Technoparade: Der „Zug der

Liebe“, der sich allerdings nicht als

Loveparade-Nachfolger begreift.

Seit dem Unglück im Jahr 2010

hat die Loveparade nicht mehr stattgefunden.

Am 24. Juli kam es in Duisburg

bei dem Techno-Großevent zu

einer Katastrophe: Aufdem Gelände

des ehemaligen Güterbahnhofes

kam es zu einem Massengedränge

an den Ein- und Ausgängen. 21 Menschen

starben bei dem Unglück, 500

wurden verletzt, davon 40 schwer.

In Zukunft anders

Wernach vielen Jahren seine Arbeit verliert, hat es inzwischen schwerer,eine neue Anstellung zu bekommen

VonMelanie Reinsch

Berlin weist in Sachen Beschäftigungsentwicklung

ein Alleinstellungsmerkmal

auf: Im Oktober

2019 waren nach den Zahlen der

Bundesagentur für Arbeit 53 500

Menschen mehr in einem sozialversicherungspflichtigen

Beschäftigungsverhältnis

als im Vergleichsmonat

im Jahr 2018 –insgesamt waren

es1564 600 Personen. „Das ist

ein erfreulicher Zuwachs von etwa

3,5 Prozent und damit deutlich mehr

als im Bundesdurchschnitt“, sagte

Bernd Becking, Chef der Arbeitsagentur

für Berlin und Brandenburg

am Montag in Berlin. Er geht davon

aus, dass sich dieser Trend auch in

diesem Jahr fortsetzt – allerdings

deutlich abgeschwächt. Seit Jahren

bewegt sich diese Zahl in der Hauptstadt

in einem Plusbereich zwischen

3,4 und 3,7 Prozent.

Vergleicht man die WerteimBundesdurchschnitt,

kommt man hier

nur auf einen Zuwachs von insgesamt

1,6 Prozent im vergangenen

Jahr. Esgibt auch Bundesländer wie

zum Beispiel Thüringen, in denen

die Zahl sinkend ist (- 0,7 Prozent).

15 000 Menschen aus Drittstaaten

45 Prozent dieser Einstellungen in

Berlin sind Teilzeit-Beschäftigungen

und bei 39 Prozent der neuen Tätigkeiten

sind Frauen eingestellt worden.

22 500 Ausländer konnten von

dem Anstieg profitieren –43Prozent.

17 600 der sozialversicherungspflichtigen

Beschäftigungen sind

Menschen zwischen 55 und 65 Jahren.

„Ältere sind oft noch so fit, dass

sie bis zur Rente voll arbeiten können.

Manche müssen auch danach

noch weiter arbeiten“, sagte Becking.

Bei den Beschäftigungen, bei denen

Ausländer eingestellt wurden,

kamen 15 000 aus Drittstaaten. 7500

kommen aus Ländern der Europäischen

Union. „Die Integration Geflüchteter

gelingt weiter“, sagte Becking.

Jeden Monat würden rund

300 Menschen aus diesem Bereich

eine sozialversicherungspflichtige

Mehr Menschen hatten 2019 in Berlin Jobs als noch im Jahr zuvor.

Anstellung antreten. Im Mai 2019

waren es insgesamt 15 000 Menschen,

im Juni im Jahr zuvor 11 000.

16 Prozent kommen im Gastgewerbe

unter, 15Prozent im Wachund

Sicherheitsdienst und 10 Prozent

im Handel. „Gleichzeitig ist es

aber schwer, Neuankömmlinge zügig

in Jobs zu integrieren“, so Be-

DPA

cking. Das liege vor allem an der

Sprachbarriere.

Insgesamt sind 16 Prozent aller

Beschäftigten in Berlin Ausländer:

240 000. Im Jahr zuvor lag diese Zahl

bei 225 000. Berlin liegt damit aktuell

über dem Bundestrend und ist damit

internationaler aufgestellt. In

Deutschland kommen im Schnitt 12

Prozent der Angestellten aus dem

Ausland.

Becking gab aber auch zu bedenken,

dass jedes Jahr rund 330 000 Arbeitnehmer

bundesweit aus der Erwerbstätigkeit

in Rente gingen –die

sogenannten Babyboomer aus den

Jahren 1955 bis 1969. Zudem stelle

man laut Bundesagentur für Arbeit

fest, dass die Unternehmen mehr

Menschen entließen, als sie neue Beschäftigte

einstellten.

Die Zahl derer, die lange angestellt

gewesen sind und ihren Job

verloren haben, ist gestiegen. Und

das hat Folgen, denn die Arbeitswelt

verändert sich schnell. „Wer heute

Arbeit verliert, kann nicht damit

rechnen, automatisch sofort wieder

in Arbeit zu kommen“, stellte Becking

fest. Das liege daran, dass sich

Anforderungen an die Arbeitsplätze

zur Zeit so schnell änderten. Kompetenzen

und Kenntnisse tragen zumeist

nicht dauerhaft. „Wer lange

Zeit bei einem Arbeitgeber gearbeitet

hat und dann gehen muss, wie

zum Beispiel im aktuellen Fall bei

Philip Morris,dem gelingt der Wechsel

oft nicht so schnell“, sagte der

Chef der Arbeitsagentur. Daher

müsse man Menschen schnell in

nützliche Qualifikationen vermitteln.

In Berlin sind etwa 13 000 Menschen

jeden Monat in beruflichen

Qualifizierungsmaßnahmen. „Dort

lernt man und wird für den neuen

Arbeitsmarkt fit gemacht“, erklärte

Becking weiter.

Mehr Männer arbeiten Teilzeit

Und noch ein Trend ist in Berlin zu

verzeichnen: Die Teilzeitbeschäftigung

bei Männern ist auf dem Vormarsch

und steigt langsam aber

kontinuierlich. So waren im Jahr

2015 insgesamt 32 Prozent der Teilzeitbeschäftigten

Männer. Im vergangenen

Jahr waren es 34 Prozent.

„Das ist eine folgerichtige Entwicklung,

wenn man bedenkt, dass

Frauen die besseren Bildungsabschlüsse

haben“, betonte Becking.

Dasbedeute,dass man die Angebote

bei der Kinderbetreuung weiter ausbauen

müsse,forderte Becking.


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 11 *

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Berlin

Fotomodel Barbara Meier erinnertsich gernanihren Auftritt bei der ersten Fashion Week in Berlin zurück. CHRISTIAN SCHULZ (4) Sängerin Annemarie Eilfeld hat ihr Handy mal kurz weggelegt.

Am Anfang ein Rückblick

Schauspielerin Anna Loos durfte in der ersten

Reihe der ersten Show Platz nehmen. I

CANDICE SWANEPOEL

durfte bei der ersten Show dieser

Mercedes-Benz Fashion Week mit

dem schönsten Ehrengast-Lächeln

in der ersten Reihe Platz nehmen.

Das südafrikanische Supermodel

war als Glücksbringer für die Nachwuchsdesigner

aus ihrer Heimat engagiert

worden, denen der Hauptsponsor

den großen Auftritt zum

Auftakt der Modewoche (die eigentlich

nur 49 Stunden dauert–Wochen

werden auch immer kürzer!) spendiert

hatte. Ebenfalls unter den Ersten

in der ersten ersten Reihe dieser

Mini-Modewoche: die Models Franziska

Knuppe und Stefanie Giesinger,

Schauspieler Daniel Donskoy,

Digital-Staatssekretärin Dorothee

Bär, die Schauspielerinnen Anna

Loos und Anja Kling und Sänger

Maxmilian Arland.

BARBARA MEIER

gehörte am Montagabend, wenige

Stunden vor der Eröffnung der Fashion

Week, zu den Gästen vomPearl

Fashion Cocktail im The Reed in der

Karl-Liebknecht-Straße in Mitte. Die

Idee des Abends, abseits von der

neuen Fashion-Week-Location Kraftwerk

Berlin in der Köpenicker Straße,

konnte man mit einem Wort umschreiben:

Schwelgerei. Es wurde

nämlich bei einer Show mit legendären

Outfits, die Riani, Kilian Kerner,

Fiona Bennett, Julia Starp, Irene Luft,

Maisonnoée, Ewa Herzog und Darkoh

auf Fashion Weeks vergangener

Jahre zeigten, in Modeerinnerungen

geschwelgt. Model Meier erinnert

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Südafrikanische Designer eröffnen die

Show-Parade. Legendäre Outfits

vergangener Fashion Weeks zum

Auftakt im The Reed

sich mit den besten Gefühlen an die

Anfänge der Modewochen in Berlin,

die sie mittendrin miterlebte: „Ich

war bei der ersten Fashion Week 2007

dabei und durfte eine der ersten

Shows eröffnen! Das war ein mega

Highlight. Mitdem Regierenden Bürgermeister

und Model-Agentur-

Chefs aus Paris inder front row, die

danach auf mich zugekommen sind

und vonmeinerAusstrahlung begeistert

waren. Unddas am Anfang meiner

Karriere.“ Barbara Meier hat sich

also mit großer Unterstützung der

Berliner Modewoche durchgesetzt.

JOELINA DREWS

geht die Modewoche eher erlebnisorientiert

und abseits des Laufstegs

an: „Mein persönliches Highlight der

Fashion Week sind aufjeden Fall immer

die legendären Partys ,Dandy

Diary‘ und ,Tigha‘! Ich liebe es, die

Mode zu feiern und in diesem Rahmen

zu connecten und auch noch

was Guteszutun.“ Ganz ohne Schau

geht es natürlich auch für die Sängerin

und Tochter von Jürgen Drews

(„Ein Bett imKornfeld“), nicht: „Ich

freue mich schon sehr auf die Show

von Marina Hoermanseder. Ihre

Outfits sind für mich absolute

Goals.“ Joelina Drews mag nicht jeden

Trendmitmachen: „Das Fashion

Week Outfit, das sich zum Glück

nicht durchgesetzt hat, ist für mich

persönlich das kurze Cocktailkleid.

Cocktailkleider können auch schnell

mal konservativund sogar billig wirken.

Das ist für mich ein no-go.“

Ebenfalls unter den Gästen: Sängerin

Annemarie Eilfeld, die eine Gefangene

ihres Smartphone-Bildschirms

zu sein scheint und so wohl

viel vomLeben verpasst.

ANJA TILLACK

hatte die Outfitsfür die Show im The

Reed zusammengestellt. Die Modefachfrau,

die gemeinsam mit Gründerin

Charlotte Kopp die Modelagentur

Pearl Management leitet,

liebt besonders die Bandbreite der

Modewoche: „Mein absolutes Highlight

ist immer, dass man sieht, wie

unterschiedlich Mode sein kann. In

meinem ersten Fashion-Week-Jahr

war ich bei Riani und Kilian Kerner –

unterschiedlicher kann Mode nicht

sein. Das finde ich jedes Jahr wieder

faszinierend und inspirierend.“ Anja

Tillack freut sich über die Entwicklung,

die in den vergangenen Jahren

sichtbar wurde und die manchmal ja

wirklich weg vom Blödsinn und hin

in Richtung Vernunft ging: „Ein

Trend, der sich zum Glück nicht

durchgesetzt hat, sind Magermodels.

Das war ja auch in Berlin zwischenzeitlich

sehr angesagt. Dass

wir hier zurückgekommen sind zu

gesunden Models mit gesunden Körperproportionen,

freut mich sehr.“

VINZENZ KIEFER

stand nicht auf der Gästeliste, kam

aber trotzdem: „Ich bin heute das +1

meiner Frau.“ Masha Tokareva wird

als Model vonPearl vertretenund hat

was falsch verstanden: „Ich habe

nicht gedacht, dass das hier so groß

wird.“ Sonst hätten sich die beiden

Pulloverträger mehr aufgebrezelt.

Candice Swanepoel engagiertsich für die

Nachwuchsdesigner aus Südafrika.

Innensenator nennt Böllerverbotszonen einen Erfolg

Zu Silvester wurden weniger Polizisten und Feuerwehrleute verletzt als im Vorjahr.Doch immer öfter wurden Schreckschusswaffen gezielt gegen Beamte eingesetzt.

Nach erneuter Randale in der Silvesternacht

hat Berlins Innensenator

Andreas Geisel (SPD) Einschränkungen

beim Verkauf von

Böllern und Schreckschusswaffen

gefordert.

Das Polizeirecht und einzelne

Verbotszonen für Feuerwerk reichten

für eine friedliche Silvesternacht

nicht aus,sagte Geisel am Montag im

Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.„Wir

werden nicht über Verbotszonen

reden können, wenn es

weiterhin erlaubt ist, in jedem Lidl

jedes Feuerwerk zu kaufen.“

Zudem müsse man über Möglichkeiten

nachdenken, etwas gegen

den bisher erlaubten Verkauf

von Schreckschusspistolen ohne

Vorlage des Kleinen Waffenscheins

zu tun. „Über die Frage,obdas nicht

frei verkauft werden darf, muss man

diskutieren.“ Geisel betonte: „Wir

wollen fröhliche Silvesterfeiern.

Wenn jemand verantwortlich damit

umgeht, wollen wir das nicht beschränken.

Aber dass es immer gefährlicher

wird, auf die Straße zu gehen,

das wollen wir nicht hinnehmen.“

In Berlin gab es zu Silvester drei

Verbotszonen für Feuerwerk. Diese

Zonen bezeichneten Geisel und die

Polizei als großen Erfolg. Gerade auf

dem Alexanderplatz und in Schöneberg,

wo es zum Jahreswechsel

2018/19 Randale gab,sei es sehr ruhig

geblieben, sagte Geisel. „Die Anwohner

haben durchweg positiv reagiert.

DasKonzept ist voll aufgegangen.“

Geisel deutete an, dass diese Verbotszonen

auch in der nächsten Silvesternacht

wieder wahrscheinlich

seien. Es gebe in dieser Hinsicht

selbstverständlich wieder „Handlungsbedarf“.

Eine Diskussion über

weitere Verbotszonen etwa auf dem

Hermannplatz in Neukölln sei aber

„verfrüht“.

MitRaketen beschossen

Die Opposition verlangte mehr

Rechte für die Polizei und härteres

Durchgreifen. Die Innenpolitiker

von CDU und AfD sagten, die Menschen

in der Stadt hätten ein Recht

Silvesterkrawall unter Polizeibeobachtung in der Pallasstraße in Schöneberg. ERIC RICHARF

auf ungefährliche Silvester.Der FDP-

Abgeordnete Marcel Luthe nannte

die Verbotszonen überflüssig, weil

nur wenige Meter davon entfernt diverse

Gesetze missachtet würden.

Verbote träfen „nur die braven Bürger,

die sich ohnehin an die Vorschriften

halten“ und seien daher

Unsinn.

In der Nacht wurden 24 Polizisten

und drei Feuerwehrleute durch Angriffe

und Böller verletzt. Sie erlitten

Blutergüsse, Schürfwunden und

Knalltraumata. DieZahlen waren allerdings

deutlich niedriger als im

Vorjahr (45 verletzte Polizisten). Ein

Feuerwehrauto wurde laut Geisel

massiv mit Raketen beschossen.

Randalierer hätten versucht, die

Fahrerkabine zu öffnen und mit

Schreckschusspistolen hineinzuschießen.

Auf der Fuggerstraße in Schönebergexplodierte

vermutlich eine sogenannte

Kugelbombe,ein massiver

Profi-Feuerwerkskörper.Laut Polizei

wurden dabei zwei Menschen verletzt

und die Fenster von 14Wohnungen

zerstört.

Das verbotene Schießen mit

Schreckschusspistolen habe „fast

inflationär“ zugenommen, sagte

Polizeipräsidentin Barbara Slowik.

125 dieser Fälle seien in der Nacht

als Verstoß gegen das Waffenrecht

von der Polizei erfasst worden. Slowik

kündigte für das nächste Silvestern

eine umfangreiche Informations-

und Präventionskampagne zu

diesen Schreckschusspistolen an.

Das Mitführen dieser Waffen ohne

Kleinen Waffenschein sei eine Straftat,

das Schießen sei eine Ordnungswidrigkeit.

Schreckschusswaffen

können aufgrund ihrer hohen

Mündungsenergie schwerste

und mitunter sogar tödliche Verletzungen

verursachen. In der Vergangenheit

kam es wiederholt vor, dass

Opfer ihr Augenlicht verloren beziehungsweise

Halsschlagadern zerfetzt

wurden.

900 Polizisten waren laut Slowik

regulär im Dienst. Dazu kamen

2100 zusätzliche Polizisten nur für

diese Nacht. Bei der Polizei gingen

3065 Notrufe ein, was zu 2039

Streifenwageneinsätzen führte.

Die Feuerwehr war mit 1500

Leuten unterwegs,600 davon waren

ehrenamtlich im Dienst.

Feuerwehrchef Karsten Homrighausen

sprach von617 Bränden am

Abend und in der Nacht. Allein zwischen

0 und 1 Uhr habe es 1800

Notrufe und 300 Brandeinsätze gegeben.

Homrighausen nannte die

Zahl von24gemeldeten Übergriffen

auf seine Leute (Vorjahr: 49). „Aber

es gibt eine neue Qualität: die

Schreckschusswaffen, die gezielt

auf uns gerichtet werden. Das ist

eine neue Dimension, die wir vorher

so nicht kannten.“ (dpa,kop.)


12 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Berlin

POLIZEIREPORT

Geldautomat abtransportiert.

Unbekannte haben in Fennpfuhl einen

Geldautomaten aus einem Hotel

gestohlen. Gäste des Hotels in der

Landsberger Allee berichteten der

Polizei, dass am Sonntagmorgen,

kurzvor 6Uhr,dreiPersonen in die

Lobbydes Hotels kamen und den im

Hotel stehenden Geldautomaten auf

die Sackkarreluden. Dann gingen

die Diebe zu ihrem vorder Tür stehenden

Auto und fuhren sich mit der

Beute über die StorkowerStraße davon.

Beidem Fluchtfahrzeug soll es

sich um einen weißen Renault-Traffic

gehandelt haben.

Busse beworfen.

Unbekannte Jugendliche haben am

Sonntagnachmittag Steine auf zwei

vorbeifahrende BVG-Busse in Haselhorst

geworfen. Gegen 17.45 Uhr

flog ein Stein in der Daumstraße gegen

die Seitenscheibe des Busses der

Linie 133. DerFahrer teilte den alarmierten

Polizisten mit, dass er sechs

bis acht Jugendliche davonrennen

gesehen habe.Gegen 18.15 Uhr

wurde wenige Meter entfernt ein

weiterer BVG-Bus beworfen. Ein

Stein durchschlug die Seitenscheibe

des Busses der Linie 236 und traf eine

39-jährige Frau. Eine ebenfalls im

Busmitfahrende 82-jährige Seniorin

erlitt einen leichten Schock. Beide

Fahrgäste mussten nach Angaben

der Polizei zunächst nicht ärztlich

behandelt werden.

Festnahme nach Feierabend.

Nach Feierabend hat ein Polizist in

Britz zwei Räuber festgenommen. Er

hatte am Sonntagabend eine Auseinandersetzung

zwischen drei

Männernmitbekommen. Nach derzeitigem

Ermittlungsstand war ein

29-Jähriger aus einem Spätkauf gekommen,

als er vonden zwei Männernangegriffen

worden sein soll.

Nach Angaben des Mannes schlugen

die beiden ihm ins Gesicht und rissen

ihn zu Boden. Während der Rangelei

soll einer der beiden Täter ihn

dann aufgeforderthaben, sein

Handy herzugeben. DerPolizeibeamte

außer Dienst vereitelte den

Raub.Eine Funkwagenbesatzung

des Polizeiabschnitts 55 kam ihm bei

der Festnahme zu Hilfe.Der 29-Jährige

wurde leicht an Kopf und Rücken

verletzt. Diebeiden 42- und 43-

jährigen Tatverdächtigen wurden

festgenommen.

Lenkrad gestohlen.

Polizisten in Zivil haben in der Nacht

zum Montag in Charlottenburgzwei

Autoeinbrecher gefasst. DieBeamten

hatten gegen 22.30 Uhrinder

Kantstraße den 19- und den 22-Jährigen

dabei beobachtet, wie sie eine

Seitenscheibe eines BMW einschlugen.

Mitdem hochwertigen Lenkrad

versuchten sie zu entkommen, wurden

festgenommen. (kop.)

An Brennpunkt-Grundschulen, wo sie besondersgebraucht werden, fehlen die voll ausgebildeten Lehrkräfte.

Ungerechte Verteilung

An sieben Grundschulen unterrichten es erstmals mehr als 30 Prozent Quereinsteiger

VonMargarethe Gallersdörfer

Die Ungleichverteilung

der sogenannten Quereinsteiger

an Berliner

Schulen hat sich verschärft.

Der Antwort der Bildungsverwaltung

auf eine Schriftliche Anfrage

des Abgeordneten Joschka

Langenbrinck (SPD) ist zu entnehmen,

dass im laufenden Schuljahr

die Gesamtzahl der Lehrkräfte ohne

entsprechende Ausbildung um

16 Prozent angestiegen ist. Die2168

Quereinsteiger machen damit laut

Bildungsverwaltung 6,6 Prozent aller

aktiven Lehrkräfte im Land Berlin

aus – im vorherigen Schuljahr

2018/2019 waren es mit 1837

noch 5,7 Prozent.

Die Übersicht der Quer- und Seiteneinsteiger

an den einzelnen Schulen

zeigt, dass die Zahl der unausgebildeten

Lehrkräfte ohne reguläres

Lehramtsstudium zum vergangenen

Schuljahr oft an den Schulen gestiegen

ist, deren Kollegium sowieso

schon zu einem vergleichsweise großen

Anteil aus Quereinsteigern besteht.

DieZahl der Schulen an denen

jede 4. oder 5. Lehrkraft ein Quereinsteiger

oder eine Quereinsteigerin ist,

ist seit dem vergangenen Jahr von 31

auf 38 gestiegen. 32 davon sind

Grundschulen. Zusätzlich haben

erstmals sieben Schulen die 30-Prozent-Marke

erreicht oder sogar überschritten

–alle sind Grundschulen,

viele befinden sich in sozialen Brennpunkten.

An der Carl-Bolle-Schule in

Moabit, der Hermann-Schulz-Schule

in Reinickendorf, der Grundschule

am Sandhaus in Buch und der Schule

am Hasenhegerweg inNeukölln ist

eine von drei Lehrkräften ein Quereinsteigender.

Ander Christoph-Ruden-Schule

in Buckow und an der

Schule im Ostseekarree in Lichtenberg

sind es 31 beziehungsweise

30 Prozent.

Die höchste Quote an QuereinsteigernimKollegium

hat mit 36 Prozent

die Gottfried-Röhl-Schule in

Wedding. 16 von 45Lehrkräften sind

dortQuereinsteiger.

Schulleiterin Almut Mohrmann

sagte der Berliner Zeitung am Montag,

die Zahl der Quereinsteiger sei

nur die Spitze des Eisbergs: „Nur 50

Prozent des Kollegiums sind voll ausgebildete

Lehrkräfte.“ Die andere

„36 Prozent Quereinsteiger im Kollegium –

das bedeutet

natürlich einen

immensen Qualitätsverlust.“

Almut Mohrmann Schulleiterin der Gottfried-Röhl-Grundschule in Wedding

Hälfte: eben die Quereinsteiger,dazu

Seiteneinsteiger, Referendare, pädagogische

Unterrichtshilfen. Auch

eine fertige Sonderpädagogin gebe es

an der Brennpunktschule erst seit

diesem Schuljahr wieder. Das Arbeitsklima

sei insgesamt gut. „Aber

das bedeutet natürlich trotzdem einen

immensen Qualitätsverlust“, so

Mohrmann. Vonpädagogisch nicht

voll ausgebildeten Lehrkräften könne

IMAGO IMAGES

man zum Beispiel nicht erwarten,

dass sie eine Leserechtschreib- oder

Rechenschwäche auf Anhieb erkennen.

Joschka Langenbrinck, der eine

entsprechende Anfrage bereits im

vergangenen Schuljahr gestellt hatte,

sagte am Montag:„Die Konzentration

an einzelnen Schulen und vor allem

in sozialen Brennpunkten geht

nicht.“ Schulsenatorin SandraScheeres

(SPD) müsse den Einsatz von

Quer-und SeiteneinsteigernanSchulen

stärker steuern. Die Bildungsverwaltung

gab an, ein „Konzept für eine

größere Verteilungsgerechtigkeit unter

den Schulen“ sei derzeit in der Abstimmung.

Eine „aktive Personalpolitik“ fordert

die Bildungsgewerkschaft GEW:

„Die Schulen, die vollausgebildete

Pädagogen besonders benötigen, haben

die wenigsten“, kritisierte Sprecher

Markus Heinisch. Dass die so genannte

„Brennpunktzulage“ von 300

Euro, mit der Scheeres mehr ausgebildete

Lehrkräfte an schwierige

Schulen locken wollte, noch keine

Wirkung gezeigt hat, wundert ihn

nicht. Wichtiger als mehr Geld sei die

Verbesserung der Arbeitsbedingungen:

weniger verpflichtende Unterrichtsstunden

pro Lehrkraft und

mehr multiprofessionelles Personal.

Musik für

Stummfilme

und KI

Das Festival Ultraschall

beginnt am Mittwoch

Mit 20 Ur-und Erstaufführungen

will das Festival Ultraschall

auch in diesem Jahr in Berlin einen

Überblick der zeitgenössischen Musik

geben. Am Mittwoch wird esim

Großen Sendesaal des Rundfunks

Berlin-Brandenburg (RBB) von der

Geigerin Carolin Widmann eröffnet.

Zusammen mit dem Deutschen

Symphonie-Orchester (DSO) spielt

sie das 2. Violinkonzert, das ihr Bruder,

der Komponist Jörg Widmann,

für sie geschrieben hat.

Zur 22. Saison von Ultraschall

stellen Deutschlandfunk Kultur und

RBB Kultur bis zum 19. Januar gemeinsam

aktuelle Werke der zeitgenössischen

Musik vor. Die Konzerte

werden von Künstlergesprächen begleitet,

wie die beiden Veranstalter

am Montag weiter mitteilten.

Auf dem Programm stehen unter

anderemWerke, die sich mit der Nutzung

vonKünstlicher Intelligenz (KI)

in der Musik auseinandersetzen.

Auch das Zusammenspiel von bewegten

Bildern und Musik ist

Thema. So präsentiert die Komponistin

Sarah Nemtsov ihr neues

Stück „Mountain &Maiden“ zusammen

mit einem Stummfilm.

Auch das Rundfunk-Sinfonieorchester

Berlin (RSB) ist mit von der

Partie. Die Konzerte werden in RBB

Kultur und Deutschlandfunk Kultur

ausgestrahlt. Veranstaltungsorte

sind neben dem Haus des Rundfunks

auch das Radialsystem V, der

Heimathafen Neukölln und die Akademie

der Künste am Hanseatenweg.

(BLZ)

Ultraschall Berlin –Festival für neue Musik.15

bis 19. Januar2020, Konzerte an verschiedenen

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.Das Ultraschall Festival widmet sich

neuer Musik.

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Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 13

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Berlin

Die Interview-Kolumne

Eine Curry

mit Gysi

Ein Grünpfeil in Kreuzberg.Auch er soll

abgeschraubt werden.

BLZ/ENGELSMANN

Acht weitere

grüne Pfeile

verschwinden

Senat will auf das Schild aber

nicht komplett verzichten

Ein Relikt der DDR, das vonvielen

Kraftfahrern geschätzt wird, soll

nicht aus Berlin getilgt werden. Auch

weiterhin wird es an Kreuzungen

grüne Pfeile geben, wenn das „zulässig,

verkehrssicher sowie zur Verbesserung

des Verkehrsablaufs sinnvoll

ist“. Das teilte Verkehrs-Staatssekretär

Ingmar Streese (Grüne) in seiner

Antwort auf eine Anfrage von Stefan

Förster (FDP) mit. Allerdings werde

die Zahl der Zusatzschilder, die bei

Rot das Rechtsabbiegen nach kurzemStopp

erlauben, weiter sinken.

1998 gab es fast 200 solcher Schilder

in Berlin. Derzeit sind laut Senat

noch an 58 Kreuzungen insgesamt

60 Grünpfeile zu finden. An diesen

acht Kreuzungen werden sie demontiert:

Otto-Suhr-Allee /Cauer- und

Leibnizstraße, Otto-Suhr-Allee /Eosander-

und Wilmersdorfer Straße,

Schlüterstraße / Mommsenstraße

(Charlottenburg), Mühlenstraße –

Stralauer Platz /Straße der Pariser

Kommune (Friedrichshain), Urbanstraße

/Blücherstraße (Kreuzberg),

Schnellerstraße /Fennstraße (Schöneweide),

Michael-Brückner-

Straße/ Sterndamm (beide in Schöneweide)

sowie Spreeweg / John-

Foster-Dulles-Allee (Tiergarten).

„Ausschlaggebend waren sowohl

die fehlende blindengerechte Ausstattung

als auch komplexe Verkehrsabläufe,

bei denen das Grünpfeilschild

als verkehrsgefährdend

eingestuft wurde“, so Streese. Der

Fachverband Fußverkehr hatte verlangt,

die Schilder zu entfernen. Für

zwei weitereKnotenpunkte wirddas

geprüft. Dagegen sagte Stefan Förster:

„Der Senat sollte nicht einzelne

Unfälle instrumentalisieren, um den

Verkehrsfluss zu behindern.“ (pn.)

Herr Gysi, der lange Berliner Winter

ist für viele Menschen eine

schwer erträgliche Zumutung.

Hadern Sie auch mit der geografischen

Benachteiligung Ihrer

Stadt?

Ich bin froh, in einem Land zu

leben, in dem es vier gleichberechtigte

Jahreszeiten gibt, zumindest

gab. Esfiele mir schwer,

in einem Land zu wohnen, das

fast nur Sommer oder Winter

kennt. Die Zugereisten aus dem

Südwesten in Berlin werden den

langen Winter hier als Problem

sehen. Die langjährigen Berlinerinnen

und Berliner wissen, dass

Berlin etwas näher an Sibirien

liegt. Allerdings, von Winter

kann derzeit doch kaum die

Rede sein.

Gibt es in Ihren Augen einen

grundsätzlichen Zusammenhang

zwischen Meteorologie und seelischer

Verfassung?

Sicher. Nicht umsonst spricht

man von Frühjahrsmüdigkeit

und man kennt die Probleme

eingeschränkter Vitamin D-Aufnahme

bei fehlendem Sonnenlicht.

Schöne Tage muss man intensiv

genießen und die Grau-in-

Grau-Tage eher übergehen.

Den Berlinern wird jagerne eine

gewisse Ruppigkeit nachgesagt –

wehrt sich das Gemüt auf diese

Weise einfach nur gegen die Unbill

des Breitengrads?

Wenn es diesen Zusammenhang

gäbe, müssten Menschen

im Hohen Norden besonders aggressiv

sein, wovon aber keine

Rede sein kann. In Wirklichkeit

hat das kesse Berliner Mundwerk,

das Berliner Schnauze genannt

wird, einen besonders hohen

Grad an Klugheit, Chuzpe,

Ironie und Humor. Und jeder

weiß, dass Berlinerinnen und

Berliner hilfsbereit und solidarisch

sind, mithin ein großes

Herz haben.

Nicht auszudenken, wenn irgendwann

herauskäme, dass die

Entscheidungen unserer Politiker

angehaucht sind von der Tristesse

des Wetters, nicht wahr?

Ich bitte Sie, Politikerinnen

Die Chefredakteure Jochen Arntz und

Elmar Jehn reden jede Woche mit Gregor Gysi –

über das, was die Stadt, das Land und

die Welt bewegt. Ein paar Minuten nur,solange

man eben zusammensteht für

eine Curry am Mittag.

Unser Thema in dieser Woche:

Winterblues

Elmar Jehn (l.), Gregor Gysi und Jochen Arntz

und Politiker treffen in allen Jahreszeiten

Fehlentscheidungen.

Berlin ist für die Politik schon

deshalb ein Gewinn, weil man in

anderen Größenordnungen denken

muss und den realen Problemen

kaum ausweichen kann.

War Politik in der milden Bonner

Klimazone mehr von optimistischer

Fröhlichkeit getragen, haben

wir mit dem Hauptstadtumzug

womöglich einen fatalen Fehler

gemacht?

Bonn ist beschaulich, nett, wird

aber von gravierenden Problemen

deutlich weniger berührt. Karnevalistinnen

und Karnevalisten sehen

allerdings ihre Gegenden als

viel fröhlicher und angenehmer

als andereGegenden an. Siehaben

an bestimmten Tagen frei, ohne

dass es gesetzliche Feiertage sind –

bemerkenswert! Sämtliche Versuche,

diese Art Frohsinn nach Berlin

zu exportieren, sind gescheitert.

Berlinerinnen und Berliner

können bei Festen und zu Silvester

erst singen und schunkeln, wenn

sie zwei Stunden lang alkoholische

Getränke genossen haben. Natürlich

ist die Berliner Republik eine

andere als die Bonner. Neben der

Problemkonfrontation hilft der

völlig unaufgeregte Umgang in

Berlin mit vermeintlichen oder

realen Prominenten. Daskann denen

helfen, sich selbst nicht zu

wichtig zu nehmen.

Sie gehören ja zu den heiteren

Vertretern der politischen Riege –

sind Sie immun gegen die Grimmigkeit

des Himmels?

Regen bei Sonne kann sehr

schön sein. Auch Gewitter finde

ich spannend, zumindest wenn

ich drinnen bin. Aber viele graue

Tage hintereinander können

auch mich nerven, wobei ich sie

wegen der Vielzahl meiner Termine

weniger mitbekomme.

Was tun Sie, wenn es in Ihnen

drinnen doch mal so grau wird

wie draußen?

Dann ärgere ich mich über

mich selbst und versuche meine

Laune durch gute Musik, Bücher

oder ein schönes Essen mit netten

Leuten wieder aufzuhellen.

Ende November hatten Landwirte in Berlin

protestiert.

MARKUS WÄCHTER

Protest für

klimagerechte

Landwirtschaft

15 000 Teilnehmer am

Sonnabend erwartet

Anlässlich der Internationalen

Grünen Woche wollen am Sonabend

Tausende Landwirte sowie

Klima- und Tierschützer für eine

umweltfreundlichere Agrarpolitik

protestieren. Zum zehnten Mal ruft

das Bündnis „Wir haben es satt!“ zur

Demonstration rund um das Brandenburger

Torauf. Die Veranstalter

erwarten mindestens 15 000 Teilnehmer

sowie 100 Traktoren, die den

Protestzug anführen sollen, wie Saskia

Richartz, Sprecherin des Bündnisses,sagte.AmSonnabendmorgen

sollen die Traktorkolonnen von drei

Sammelpunkten aus Richtung Innenstadt

starten. Geplant ist, dass

sich die Landwirte gegen 10 Uhr auf

der Straße des 17. Juni sammeln. Um

12 Uhr soll es eine Auftaktkundgebung

vor dem Brandenburger Tor

geben, bevor die Demonstranten

durch Mitte ziehen.

Das Bündnis fordert eine neue

Verteilung der EU-Agrarsubventionen.

Es gehe darum, jährlich 60 Milliarden

Euro für Landwirte in der EU

so zu verteilen, „dass sie gezielt Umwelt-

und Naturschutz- und Klima-

Maßnahmen unterstützen und das

Tierwohl voranbringen“, sagte Richartz.

Zudem müsse der Marktfaire

Preise für Landwirte erzeugen.

Landwirte, die den Zielen des

Bündnisses kritisch gegenüberstehen,

hatten angekündigt, auf eine

größereGegenveranstaltung am selben

Tagzuverzichten. Das Bündnis

mit dem ähnlich klingenden Namen

„Wir machen euch satt“ hatte in den

vergangenen Wochen mit verschiedenen

Protestaktionen auf die wirtschaftlich

angespannte Lage von

Landwirten in Deutschland aufmerksam

machen wollen. (dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 15

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Berlin/Brandenburg

80 neue

Arbeitsplätze

am Flughafen

Easyjet baut in Schönefeld

Flugzeugwartung auf

VonPeter Neumann

Mit über 30 Prozent Marktanteil

ist sie die größte Airline in Berlin.

Jetzt baut die britische Fluggesellschaft

Easyjet ihr Engagement in

der deutschen Hauptstadt weiter

aus. AmMontag kündigte Deutschland-Chef

Stephan Erler an, dass Instandhaltungsarbeiten

in eigene Regie

übernommen werden. „Wir wollen

zwei Millionen Euro in einen eigenen

Wartungsbetrieb investieren

und 80 Arbeitsplätzeschaffen“, sagte

Erler in Schönefeld. Zurückhaltend

reagierte er auf Fragen, ob Easyjet

mit der Eröffnung des BER in Berlin

weiter auftrumpfen wird. Derzeit

steueredie Airline vonhier aus rund

90 Ziele an. „Daran halten wir fest“,

so der Easyjet-Manager.Eswerde lediglich

geprüft, ob die eine oder andereDestination

hinzu kommt.

Bei dem Investitionsprojekt geht

es um die „Line Maintenance“ –also

um Fehlerbehebungen und kurze

Wartungsarbeiten wie Reifenwechsel

oder Hydraulikprüfungen. Dazu

wird das Flugzeug nicht in einen

Hangar gebracht, die Techniker

kommen direkt zu den Maschinen,

wenn diese an den Parkpositionen

stehen. Bislang lässt Easyjet die Instandhaltungstätigkeiten

von anderenFirmen

ausführen –zum Beispiel

vonder Lufthansa Technik. „Doch je

mehr Fluggerät an einem Ort stationiert

ist, desto mehr muss koordiniertwerden“,

erklärte Erler.Interne

Berechnungen hätten ergeben, dass

es wirtschaftlicher sei, diese Arbeiten

in Berlin selbst auszuführen.

Easyjet hebt ab. Doch viel mehr Starts als

heute sind in Berlin nicht geplant. DPA

Schließlich ist Berlin nach London-Gatwick

der zweitgrößte Standort

der Airline. Easyjet hat in Tegel

23 Flugzeuge stationiert, in Schönefeld

zwölf. Reservemaschinen kommen

noch hinzu. Zunächst will Easyjet

im Frühsommer 2020 in Schönefeld

die Line Maintenance für sich

übernehmen, ab Oktober 2020 am

BER –dann soll der Flughafen ans

Netz gehen. Es wird die erste Wartungsstation

von Easyjet außerhalb

Großbritanniens sein. Am BER wird

die Airline das Terminal 1nutzen.

1500 lokale Arbeitsverträge

Im Geschäftsjahr, das im September

2019 endete, hat Easyjet insgesamt

rund 96 Millionen Passagiere befördert.

„Der Anteil von Berlin beträgt

zehn Prozent“, sagte Stephan Erler.

In der deutschen Hauptstadt, wo Easyjet

seit bald 16 Jahren präsent ist,

sind auch Easyjet-Crews stationiert–

Piloten, Kabinen- und Bodenpersonal.

„Schon jetzt haben wir hier rund

1500 lokale Arbeitsverträge nach

deutschem Arbeitsrecht“, so Erler.

Mit der Gewerkschaft Verdi hat dir

Airline Tarifverträge vereinbart. Es

sind Gepflogenheiten, die in der Billigfliegerbranche

unüblich waren.

In diesem Jahr werde sich die

Fluggesellschaft weiter auf Berlin fokussieren,

so der Deutschland-Chef

der Airline. Der Flugplan werde weiter

optimiert, und es werdeüberlegt,

welche Destinationen noch hinzukommen

könnten, sagte Stephan Erler.

Allerdings strebe Easyjet für dieses

Jahr kein großes Wachstum an.

Kerzenmacherin Christin Zander verzierteine der Kerzen –inder Manufaktur ist alles Handarbeit.

Nicht gepresst und nicht geschäumt

In einer alten Fläminger Familienmanufaktur wird das Wachszieher-Handwerk auf klassische Art betrieben

Torsten Müller,Wiesenburg/Mark

Das Wachs ist ein bisschen

zu warm. DerWachszieher-Meister

lässt den

endlosen weißen Strang,

der wie eine vielfach gespannte Wäscheleine

in einer ungetümen Trommelmaschine

rotiert, durch die

Hände gleiten. „Ich muss kühlen“,

sagt er,„sonst bildet sich kein gleichmäßiger

Kern. Und das wäre nicht

gut für die Qualität der gesamten

Kerze.“ Der 39-jährige Junior-Chef

der Buchal-Kerzenfabrik in Reetzerhütten,

einem Ortsteil von Wiesenburg/Mark,

knipst eine in der Mitte

der halb automatischen Wachs-Zugmaschine

platzierte Lüftung an. Die

ohnehin paraffingetränkte Luft

riecht gleich noch viel intensiver.

Ring für Ring

In der Kerzenfabrik im Fläming wird

das Handwerk des Wachsziehens

noch auf ganz klassische Art und

Weise betrieben. „Hier wird jede

Kerze gezogen, aus diesem Haus

kommt kein gepresstes oder gar wie

Schlagsahne aufgeschäumtesWachsprodukt“,

sagt der Seniorchef Klaus-

Peter Klenke. Er und sein Sohn

schwören darauf, jede Kerze wie einen

Baum Ring für Ring wachsen zu

lassen, weil sie nur so eine lange,

gleichmäßige Brenndauer entwickelt.

Das in der Zugmaschine rotierende

weiße Band ist der Kerzendocht,

den die Maschine unentwegt

durch ein Wannenbad mit flüssiger

Tinktur zieht. Die erhitzte spezielle

Mischung aus Paraffin, Stearin und

Bienenwachs, die die beiden Traditionalisten

zuvor in einem großem

gusseisernen Feuerkessel angesetzt

VON DER HANDZUGBANK ZUR VOLLAUTOMATIK

Das Wachsziehen ist eines

der ältesten Herstellungsverfahren:

Gezogene Kerzen gelten

noch immer als die mit

der besten Qualität. Industriell

werden sie heute in vollautomatischen

Zugmaschinen

hergestellt. Bis ins letzte

Jahrhunderthinein wurde

der Docht mit Muskelkraft

über Handzugbänkedurch

das Wachs gezogen.

haben und nun Eimer für Eimer

nachfüllen, legt sich geschmeidig um

den Docht.„Wir machen hier die Kerzenrohlinge

für Altarkerzen. Dasdauert

bei dem eingestellten Durchmesser

von45Millimeternsoumdie viereinhalb

Stunden“, sagt Christian Buchal.

„Damit sind wir aber immer

noch längst nicht fertig.“

In einem weiteren Produktionsraum

hängen die am Vortag produzierten

Kerzenkerne über weiteren

wachsgefüllten Bottichen. „Hier bekommen

die Rohlinge ihren harten

und bruchfesten Mantel. Dafür brauchen

wir wieder ganz andere Mischungen.

Undjenach gewünschter

Länge tauchen oder gießen wir sie“,

erklärtder Senior.Das Tauchen ist die

einfachere Variante. Das Karussell-

Gerüst mit den Kerzen muss „nur“

wieder und wieder ins tiefeWachsfass

gedrückt und dabei gedreht werden,

bis der endgültige Umfang erreicht

Einederartige voll funktionsfähigeMaschinesteht

nochinder Buchal-Kerzenfabrik

vonReetzerhütten zu

Demonstrationszwecken.

Die Kerzen-Fabrik lädt in loser

FolgezuBetriebsführungen

ein. Die Manufaktur

befindet sich in 14827

Reetzerhütten, Am Sägewerk

1, Telefon

033849/50366.

Es gibt sowohl den Beruf

des Wachsziehers als auch

des Wachsbildners. Die

Theorie wird in einer Berufsschule

in München gelehrt.

Im südlichen Bundesland

gibt es auch eine bayerische

Wachszieher-Innung.ImFläminger

Betrieb wurden nach

der Wende wieder über ein

Dutzend Fachkräfte praktisch

ausgebildet.

ist. „Die extralangen Sorten müssen

wir aber gießen, weil das mit den Behälternnicht

mehr funktioniert“, sagt

der 63-jährige Firmeninhaber.

Dafür greift er sich einen Stieltopf,

in dem man zuhause sein Gemüse

garen würde, und steigt auf eine Leiter.

Vor der hängt das nächste, über

Kopfhöhe gezogene Kerzenkarussell.

Darunter steht wieder ein dünstender

Wachstrog. Daraus schöpft der

Fabrikant ohne Unterlass die heiße

Flüssigkeit und schüttet sie über die

baumelnden Stangen. Schöpfen, gießen,

drehen, schöpfen, gießen, drehen

–die Paraffinmischung erkaltet

am Kerzenkernund so wächst dieser

allmählich in die Breite und nach unten

in die Länge. „Das geht auf die

Knochen und kann je nach gefordertem

Maß bis zu drei Tage dauern“,

sagt Klaus-Peter Klenke,„aber so kriegen

wir auch Sonderlängen in hoher

Qualität hin.“

BERND FRIEDEL

Unddie sind vorallem in den Gotteshäusern

gefragt. In der DDR war

der Fläminger Betrieb der einzige,der

für die Kirchen produzierthat. Daneben

schwören auch Filmgesellschaften

seit der Firmengründung vor

knapp 100 Jahren bis heute auf die

hochwertigen Sonderanfertigungen.

„Der Großvater hat zum Beispiel

schon für die UFA gearbeitet, die

Mutter für die DEFAund wir sind nun

mit dem Filmstudio Babelsberg im

Geschäft“, beschreibt der studierte

Chemie-Ingenieur Klenke die Zeitenwechsel,

die das Familienunternehmen

alle überlebt hat.

Ob spitz oder kugelförmig, ob

weiß oder farbig, ob als Bild oder Figur

–inden Ecken der Arbeitsräume

stehen Apparaturen, die jedes erdenkliche

Wachsgebilde drechseln,

schneiden oder schleifen können.

Und esgibt ja auch noch die Hände

der beiden Wachsbildnerinnen in

der insgesamt vierköpfigen Belegschaft.

Während sich Vater und Sohn um

die körperlich schweren Arbeiten des

Ziehens, Tauchens und Gießens

kümmern, sorgen die Frauen für die

individuelle Gestaltung der Jubiläums-,

Schmuck- und Zierkerzen jeder

Art. Sie hantieren an ihrem Modelliertischen

mit Farbtöpfen, mit

Pinseln, Messerchen und Pinzetten.

Sie tragen Muster auf, formen plastische

Effekte,heften in Formen gegossene

Figuren und Gesichter an die

Kerzenkörper. ObTannengrün oder

Engel, ob runde Geburtstagszahl,

buntes Schleifchen oder goldener

Ring –esversteht sich, das alles nichts

weiter ist alsWachs aus der Rezeptküche

dieser altehrwürdigen Familienmanufaktur.

Fünfjähriges Mädchen offenbar jahrelang eingesperrt

Ein fünfjähriges Mädchen hat angeblich

zwei Jahre lang kein Tageslicht

gesehen. Es war in einer

Wohnung in Eberswalde (Barnim)

eingesperrt. Zur Weihnachtszeit

wurde die Kleine in eine Bernauer

Klinik eingeliefert. Das berichtet die

Märkische Oderzeitung.

Das Mädchen soll dem Bericht

zufolge mindestens zwei Jahre völlig

auf sich allein gestellt gewesen sein

und habe gelebt „wie Kaspar Hauser“.

Es sei völlig verwahrlost und

geistig zurückgeblieben, zitiert die

Zeitung Stimmen aus dem Krankenhaus.

AufAnzeige verzichtet

Nachdem der Fall bekannt wurde,

veranlasste das Eberswalder Jugendamt

die Einweisung des Kindes ins

Krankenhaus.Esnahm das Kind außerdem

in amtliche Obhut. Auch

Staatsanwaltschaft ermittelt in Eberswalde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen

seine beiden älteren Geschwister

wurden in Jugendhilfeeinrichtungen

untergebracht. Das Jugendamt hat

von der Vernachlässigung offenbar

nichts bemerkt. Dabei sind Eltern

verpflichtet, ihre kleinen Kinder regelmäßig

einem Arzt zu Früherkennungsuntersuchungen

vorzustellen.

Das Amt verzichtete nach Bekanntwerden

des Falls auch auf eine Anzeige

bei der Polizei.

Dafür ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft.

„Wir haben ein Ermittlungsverfahren

wegen Misshandlung

von Schutzbefohlenen

eingeleitet“, sagte Ingo Kechichian

von der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder

am Montag. „Wir versuchen

jetzt, Informationen über den

Fall zu erlangen.“ Auch die Polizei

ermittelt inzwischen wegen Verletzung

der Fürsorge- und Erziehungspflicht.

Das Jugendministerium als

oberste Aufsichtsbehörde habe sofort

reagiert und beim zuständigen

Jugendamt des Landkreises Barnim

am Montagmorgen eine Stellungnahme

dazu angefordert, teilte eine

Ministeriumssprecherin mit. Es

gebe keine allgemeine Rechtspflicht

der Jugendämter,Strafanzeige zu erstatten.

Allerdings empfehle das Jugendministerium

den Jugendämtern,

falls Anhaltspunkte für Straftaten

vorliegen, die Strafverfolgungsbehörden

zu informieren.

Bericht der Klinik steht noch aus

Das Mädchen habe das Krankenhaus

inzwischen wieder verlassen

können, sagte der Landrat des Kreises

Barnim, Daniel Kurth (SPD), am

Montag bei einer Pressekonferenz.

Er habe feststellen müssen,„dass das

Kind nicht die Fürsorge und Pflege

und Liebe seiner Eltern bekommen

hat“, die es gebraucht hätte. Esbefinde

sich nun in sicherer Obhut.

Seine beiden Geschwister seien zeitgleich

in Sicherheit gekommen. Bei

ihnen gebe es keine Hinweise auf

derartige Vernachlässigung wie bei

dem Mädchen, sagte Sozialdezernentin

Yvonne Dankert. Dass das

Kind jahrelang kein Tageslicht gesehen

und mindestens zwei Jahre völlig

auf sich allein gestellt gewesen

sein soll, konnte Kurthnicht bestätigen.

Der endgültige Bericht des

Krankenhauses stehe aus.

In Eberswalde starb im vergangenen

Jahr ein zweijähriges Kind an

schweren Misshandlungen. DerVater

hatte das Kind mehrereWochen

lang gequält und geschlagen. Das

Kind fiel ins Koma und starb im

April anden Folgen der Misshandlungen.

(kop.)

Die

Förderung

läuft aus

Mietpreisbindung fällt für

jede zweite Wohnung weg

InBrandenburg gibt es immer weniger

Wohnungen mit günstigen

Mieten. Auch für rund die Hälfte der

noch bestehenden 23 400 Wohnungen

mit Mietpreis- und Belegungsbindung

wird die öffentliche Förderung

in den kommenden zwölf Jahrenauslaufen,

teilte das Verkehrsministerium

in Potsdam auf eine

Anfrage aus der Linke-Landtagsfraktion

mit. 2032 wirdesnur noch etwa

12 000 Wohnungen geben, die die

Sozialbindung vor dem freien Wohnungsmarkt

schützt. ZumVergleich:

2014 gab es in Brandenburg noch

fast 60 000 zweckgebundene Wohnungen.

Den mit Abstand größten Bestand

hatte Potsdam Ende 2019 mit

5343 öffentlich geförderten Wohnungen.

Im Landkreis Oberhavel

gab zu diesem Zeitpunkt noch 1718

gebundene Wohnungen, im Landkreis

Potsdam-Mittelmark1626 und

in den Landkreisen Havelland und

Märkisch-Oderland jeweils rund

1570. In der Antwortwirdauf Finanzierungsmodelle

verwiesen, mit denen

es dem Verkehrsministerium,

Kommunen, Wohnungsunternehmen

und der Landesinvestitionsbank

gelungen sei, Mietpreis- und

Belegungsbindungen über das Ende

der öffentlichen Bauförderung zu

verlängernoder zu reaktivieren. Entsprechende

Vereinbarungen gebe es

für insgesamt rund 4300 Wohnungen

in Potsdam, Hennigsdorf(Oberhavel),

Neuruppin (Ostprignitz-

Ruppin), Teltow (Potsdam-Mittelmark),

Elstal (Havelland) und Brandenburgander

Havel.

Kostenlose Grundstücke

Ein Beispiel: Die Hennigsdorfer

Wohnungsbaugesellschaft (HWB)

hat sich verpflichtet, die Bindungsfrist

für 517 Wohnungen für weitere

20 Jahrebis 2036 zu verlängern. Darüber

hinaus sagte die Gesellschaft

zu, bis 2023 weitere100 Wohnungen

mit sozial verträglichen Mieten zu

bauen, 75 davon mit Sozialbindung.

Im Gegenzug senkte das Verkehrsministerium

die Zinssätze für

die Darlehens- und Förderverträge

der HWB mit der Landesinvestitionsbank

und unterstützt den Bau

der 100 neuen Wohnungen. Die

Stadt stellte der Gesellschaft die benötigten

Baugrundstücke kostenlos

zur Verfügung.

Mitdem Rückgang vonWohnungen

mit sozial verträglichen Mieten

werden auch immer weniger Wohnberechtigungsscheine

(WBS) ausgegeben.

2014 wurden laut Verkehrsministerium

7921 Anträge bewilligt,

drei Jahre später waren es nur noch

7594. Insgesamt gaben die kommunalen

Behörden in den drei Jahren

31 261 WBS aus, etwa ein Drittel davon

inPotsdam. Nach dem im vergangenen

Jahr vom Landtag beschlossenen

neuen Brandenburger

Wohnraumförderungsgesetz fallen

laut Ministerium rund 50 Prozent aller

Mieterhaushalte unter die neuen

Einkommensgrenzen. (dpa)

LOTTO-QUOTEN

Gewinnzahlen:

10 -19-28-37-42-48, Sz. 9

QUOTEN

Klasse 1: unbesetzt 2799 268,90 Euro

Klasse 2: 2x811 925,00 Euro

Klasse 3: 79 x10277,50 Euro

Klasse 4: 743 x3278,20 Euro

Klasse 5: 4257 x190,70 Euro

Klasse 6: 38 006 x42,70 Euro

Klasse 7: 73 577 x22,00 Euro

Klasse 8: 670 674 x10,80 Euro

Klasse 9: 566 304 x5,00 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!


16 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Wissenschaft

Das

Rebhuhn

verschwindet

Die Bestände nehmen seit

Jahrzehnten dramatisch ab

Das Rebhuhn gehörte früher „im

Grunde auf jeden Acker“, sagt

der Naturschutzbiologe Eckhard

Gottschalk von der Universität Göttingen.

Doch diese Zeiten seien

längst vorbei. Die Tiere erlitten in

den vergangenen Jahrzehnten so

dramatische Bestandsverluste wie

kaum eine andereVogelart.

DieRebhuhn-Bestände seien von

1980 bis 2016 deutschlandweit um

gut 91 Prozent zurückgegangen,

teilte der Dachverband Deutscher

Avifaunisten (DDA) mit. Das Rebhuhn

findet sich EckhardGottschalk

zufolge „in der zweithöchsten Kategorie

der Roten Liste: stark gefährdet.“

Einen ähnlich dramatischen

Schwund gibt es laut DDA aber auch

beim Kiebitz mit mehr als 93 Prozent

und bei der Turteltaube mit 89 Prozent.

„Das sind alles Arten der Offenlandschaft“,

erklärt SvenTrautmann

vomDAA.

Vondrei wesentlichen Ursachen

für dasVerschwinden des Rebhuhns

spricht der Naturschutzbiologe

Eckhard Gottschalk. Als erstes

nennt er den Insektenrückgang.

„Die Küken leben vonInsekten, und

auf den intensiv bewirtschafteten

landwirtschaftlichen Flächen findet

das Rebhuhn nicht mehr ausreichend

Nahrung.“ Zweite Ursache

sei der immer kleiner werdende Lebensraum

für das Rebhuhn. DieVögel

würden damit –dritter Grund –

zugleich anfälliger für ihre Feinde

wie den Fuchs. Denn der könne die

Tiere anden wenigen für sie geeigneten

Orten leicht aufspüren.

Indikator für intakte Landschaft

DasVogelschutzzentrum des Naturschutzbundes

Mössingen in Baden-

Württembergversucht in einem Projekt,

Rebhühnern wieder mehr geeigneten

Lebensraum zu bieten. „Es

braucht brache Strukturen, es

braucht Deckung ganzjährig“, sagt

Sabine Geißler-Strobel von der Initiative.

Mehrjährige Blühbrachen

böten zum Beispiel sichere Brutplätze

und Nahrung bis zum Winter.

Dank der Fördermaßnahmen haben

sich in der Region wieder Rebhühner

angesiedelt.

Mit Maßnahmen für das Rebhuhn

würde „auch eine ganzeReihe

anderer Arten“ gefördert, sagt der

Göttinger Naturschutzbiologe Eckhard

Gottschalk. Denn wo das Rebhuhn

noch existiere, könnten eben

auch viele andere Arten leben. Neben

Vögeln betreffe das zum Beispiel

auch den Feldhasen.„Das Rebhuhn

ist insofern auch ein guter Indikator

für eine intakte Landschaft“,

so Gottschalk.

Doch die Chancen stehen seiner

Ansicht nach nicht gut: „Ich fürchte,

dass das Rebhuhn als Vogel der normalen

Landschaft verschwindet

und wir vielleicht dann solche Reservate

haben, wo wir die Rebhühner

mit intensiven Maßnahmen

noch halten können“, sagt Gottschalk.

Vielerorts sei die Artschließlich

schon komplett verschwunden.

„Da muss man schon Glück haben,

wenn man dann mal ein Rebhuhn

antrifft, denn die verstecken sich ja

auch gut. Eines zu sehen ist wirklich

ein Glücksfall.“ (dpa)

Ist kaum noch in freier Landschaft zu sehen:

das Rebhuhn. IMAGO IMAGES/SVEN-ERIK ARNDT

Ab und zu hat sie wohl jeder mal: die Nächte, in denen man nicht einschläft, weil unzählige Dinge im Hirnkreisen.

Heilsame Nachtruhe

Ausreichender Schlaf kann möglicherweise jeden zehnten Herzinfarkt und Schlaganfall verhindern

VonWalter Willems

Guter Schlaf kann möglicherweise

das Risiko für

Herzerkrankungen, Infarkt

und Schlaganfall

senken. Dies gilt einer Studie zufolge

auch für jene Menschen, die genetisch

besonders anfällig für Herz-

Kreislauf-Erkrankungen sind. Gesunder

Schlaf könne demnach möglicherweise

jeden zehnten Herzinfarkt

und Schlaganfall verhindern,

schreibt das Team um Lu Qi von der

Tulane University in NewOrleans im

European Heart Journal. Michael

Arzt von der Universitätsklinik Regensburg

spricht von sehr robusten

Daten aus einer riesigen Kohorte.

„Das Schlafmuster hat Einfluss auf

die kardiovaskuläre Gesundheit“,

sagt der Schlafmediziner, der nicht

an der Arbeit beteiligt war.

Herzinfarkte und Schlaganfälle

zählen zu den häufigsten Todesursachen

weltweit. Studien deuten darauf

hin, dass neben Lebensstil und Erbgut

auch die Dauer und Qualität des

Schlafes eine Rolle etwa für die Entstehung

der koronaren Herzkrankheit

spielen könnten. Um den Einfluss

genauer abzuschätzen, werteten

die Forscher um Qi eine britische Datenbank

mit Informationen zu mehr

als 357 000 Menschen europäischer

Abstammung aus. Diese waren zu

Studienbeginn 37 bis 73 Jahrealt und

hatten keine Herzerkrankung.

Viele Einflüsse wirken

Zudem erfassten die Forscher Daten

zu 84 genetischen Risikofaktoren für

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie

zur Schlafqualität der Teilnehmer –

Schlafdauer, Ein- und Durchschlafstörungen

(Insomnie), Schnarchen,

Schlafdauer. Babys im Alter

von0bis 3Monaten schlafen

durchschnittlich etwa 14

bis 17 Stunden. Bei Erwachsenen

im Alter von18bis 64

Jahren sind es 7bis 9Stunden,

bei über 64-Jährigen

7bis 8Stunden.

Tagesschläfrigkeit sowie Angaben

zum Chronotyp, also ob jemand

eher eine Nachteule oder eine Lerche

(Morgentyp) ist.

In den folgenden durchschnittlich

8,5 Jahren registrierten die Forscher

bei den Teilnehmern knapp

7300 Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

darunter rund 4670 koronare

Herzkrankheiten und etwa 2650

Schlaganfälle. Die Analyse ergab,

dass ausreichend Schlaf, kaum

Schlafstörungen, wenig Tagesschläfrigkeit

sowie ein Lerchen-

Chronotyp unabhängig voneinander

mit einer geringeren Gefährdung

einhergingen. Lediglich für

Schnarchen fanden die Forscher

keine klare Verbindung. Menschen

mit insgesamt sehr gutem Schlaf

waren demnach generell um ein

Drittel (34 bis 35 Prozent) weniger

gefährdet als Menschen mit besonders

schlechter Nachtruhe.

Bei der Analyse berücksichtigten

die Autoren auch andereEinflussfaktoren

wie Alter,Geschlecht, körperliche

Bewegung, Rauchen, Alkoholkonsum

oder Körper-Masse-Index

INDIVIDUELLE UNTERSCHIEDE

Schwankungen. Was„ausreichender

Schlaf“ ist, variiert

stark und liegt bei Erwachsenen

zwischen 6und 10 Stunden.

Für den israelischen Forscher

Peretz Lavie ist jemand

„schlafgesund“, der sich bei 4

bis 12 Stunden wohlfühlt.

Funktionen. Unter anderem

sollen in der Zeit des Schlafs

Abfallstoffe aus dem Gehirn

geschwemmt, das Immunsystem

und der Stoffwechsel

regeneriert, Gehirninhalte

sortiertund Erinnerungen

gefestigt werden.

(BMI). Ob es sich um eine kausale

Beziehung zwischen Schlaf und

Herz-Kreislauf-Gefährdung handelt,

wissen die Forscher nicht. Sollte dies

aber der Fall sein, könnte guter

Schlaf jeweils zehn Prozent aller

Herzinfarkte und Schlaganfälle vermeiden,

schreiben sie.

Demnach geht die Kombination

von genetisch hoher Belastung und

schlechtem Schlaf –verglichen mit

geringer erblicher Last und gutem

Schlaf –mit einem 2,5-fach erhöhten

Risiko für Herzkrankheiten und einer

um das 1,5-Fache erhöhten Wahrscheinlichkeit

für Schlaganfälle einher.

Wer genetisch stark gefährdet

war, aber gut schlief, hatte ein 2,1-

fach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen

und eine um das 1,3-Fache

erhöhte Gefahr für einen Schlaganfall.

„Ein hohes genetisches Risiko

kann durch gesunde Schlafmuster

teilweise abgefangen werden“, sagt

der Forscher Lu Qi. „Zudem können

Menschen mit geringem genetischem

Risiko diesen Schutz verlieren,

wenn sie schlechte Schlafgewohnheiten

haben.“

Leben mit dreißig Klamotten

IMAGO IMAGES/DEREK BACON UNPLUGGED

Für Michael Arzt, Leiter des

Schlafmedizinischen Zentrums am

Uniklinikum Regensburg, analysiert

die Untersuchung einen bislang

kaum erforschten Zusammenhang.

Eine Kausalbeziehung zwischen

schlechtem Schlaf und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

könne die Beobachtungsstudie

aber nicht herstellen.

Dennoch sei ein ursächlicher Zusammenhang

möglich. Studien zufolge

könne etwa Schlafmangel den

Blutdruck erhöhen oder den Glukose-Stoffwechsel

beeinträchtigen.

Hilfe gegen Schlafapnoe

DieVermutung der Forscher,dass gesunder

Schlaf möglicherweise jeden

zehnten Herzinfarkt und Schlaganfall

vermeiden könnte, hält Michael Arzt

für zu optimistisch. „Schlechter

Schlaf kann ohnehin schon ein Hinweis

dafür sein, wie gesund ein

Mensch ist“, sagt er.Zuden wichtigsten

Schlafproblemen zählen nach

seinen Angaben Ein- und Durchschlafstörungen,

periodische Beinbewegungen

im Schlaf und obstruktive

Schlafapnoe, die sich in Schnarchen

und nächtlichen Atemaussetzern

äußert. Etwa die Hälfte der

Schnarcher hat demnach eine solche

Schlafapnoe,die ab etwa 30 Atemaussetzern

pro Stunde schwer ausgeprägt

ist. Helfen könnten dann etwa

Kieferschienen und Atemmasken, die

sogenannte CPAP-Therapie.

Eine eigene Form von Schlafstörung

sei ein verhaltensbedingtes

Schlafdefizit –wenn also eine Nachteule

häufig erst spät zu Bett gehe,obwohl

sie morgens etwa wegen des Berufs

früh aufstehen müsse.Auch dies

könne zu Schlafmangel führen, sagt

Arzt. „Unsere Gesellschaft ist nicht

auf Nachteulen ausgelegt.“ (dpa/fwt)

Forscher der TU Berlin untersuchen, ob man Jugendliche zum nachhaltigen Shoppen befähigen kann

Drei T-Shirts für 2,50 Euro fliegen

in den Einkaufskorb und –weil

es so schön billig ist –noch ein Paar

Sneaker für neun Euro.Solch ein„unbedachtes

Konsumverhalten“ hat für

Samira Iran von der Technischen

Universität (TU) Berlin einen hohen

Preis.„Da ist zum einen der Todvon

1135 Menschen beim Einsturz eines

Gebäudes, indem mehrere Textilfabriken

untergebracht waren, vor

sechs Jahren in Bangladesch“, sagt

die Wissenschaftlerin vom TU-Fachgebiet

Arbeitslehre/Ökonomie und

Nachhaltiger Konsum. Zum anderen

belaste der schnelllebige Modekonsum

die Umwelt enorm. In Deutschland

soll es nach Greenpeace-Schätzungen

eine Milliarde vonKleidungsstücken

in Privathaushalten geben,

die so gut wie nie getragen würden.

dungsstücken auszukommen –Unterwäsche

und Socken ausgenommen“,

sagt SamiraIran. Dies verlange

viel Einfallsreichtum und Kreativität,

vor allem auch, wenn man sich von

seinen Mitschülern unterscheiden

und nicht jeden Taggleich aussehen

wolle.Die Schüler könnten die Erfahrung

machen, dass ein Leben mit viel

weniger Kleidung möglich sei und

man sich viel individueller kleiden

könne, als wenn man lediglich in die

Regale der Billigmarken greife.

Andere Reallabor-Experimente

könnten die Einrichtung eines

Nähcafés sein, in denen Kleidung

ausgebessert und Stoffe wiederverwertet

würden, oder der Aufbau einer

Kleiderbibliothek für den Austausch

von Kleidungsstücken. „Aber

wie gesagt, wir wollen und werden

Samira Iran und Ulf Schrader,

Professor am TU-Fachgebiet Arbeitslehre/Ökonomie

und Nachhaltiger

Konsum, haben mit Kollegen

der Universität Ulm ein Projekt gestartet,

in dem untersucht werden

soll, „wie Jugendliche und junge Erwachsene

zu einem umweltbewussten

und nachhaltigen Konsumverhalten

befähigt werden können“, wie

es in einer Mitteilung der TU heißt.

In sogenannten Reallaboren sollen

Schüler zusammen mit Lehrkräften

und Praxispartnerndie Ideen und

Experimente für ein solches Projekt

entwickeln. „Sie sind also vonBeginn

an wichtige Akteure“, sagt Samira

Iran. „Ein Experiment könnte sein,

dass die Schülerinnen und Schüler

die Aufgabe erhalten, ein halbes Jahr

lang mit 30 zuvor ausgewählten Kleinichts

vorgeben“, sagt Samira Iran.

„Wir gehen von der Annahme aus,

dass selbst gemachte Erfahrungen

stärker das Handeln beeinflussen als

bloßes Faktenwissen.“ Die Reallabor-Experimente

sollen laut TU ein

Schulhalbjahr lang durchgeführt

werden, und zwar an jeweils drei

Schulen in Berlin und Ulmmit Acht-,

Neun- und Elftklässlern. Start ist Februar

2020.

DieForscher wollen zugleich herausfinden,

ob sich solche Verhaltensänderungen

auch auf das Handeln

in anderen Bereichen auswirkten,

etwa bei der Ernährung, der Mobilität

oder dem Kauf elektronischer

Geräte. Das Projekt wird von der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt

von 2019 bis 2021 mit etwa 278 500

Euro gefördert. (BLZ)

Europäische

Auster kehrt

zurück

Forscher siedeln Tiere

wieder in der Nordsee an

Wissenschaftler arbeiten am

Comeback der Europäischen

Auster in der Nordsee. Die Biologen

haben damit aber nicht die Feinschmecker

im Blick. „Es ist eine Naturschutzmaßnahme“,

sagte Corina

Peter vom Alfred-Wegener-Institut

Helmholtz-Zentrum für Polar- und

Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Denn die Europäische Auster

siedelt sich bevorzugt auf den Schalen

ihrer eigenen Artgenossen an.

Über Generationen bildet sie ein sogenanntes

biogenes Riff. Dieses bietet

anderen Pflanzen und Tieren einen

Lebensraum und lockt sie an.

„Die Auster steigert damit als Gründer-Art

die Biodiversität im ganzen

Ökosystem“, sagte Corina Peter.

Früher lebte die Europäische Auster

millionenfach in der Nordsee.

Heute gilt die Ostrea edulis durch Bodenschleppnetz-Fischerei

und Überfischung

in deutschen Gewässernals

ausgestorben. Nuranden Felsküsten

Westeuropas und Südnorwegens und

im dänischen Limfjordüberlebte sie.

Auseuropäischen Zuchtbetrieben

besorgten sich die Biologen für ihr

Projekt 24 000 sogenannte Saat-Austern.

DiezweiMillimeter großen Muschel-Winzlinge

hätten in den ersten

Jahren eine hohe Mortalitätsrate, erklärte

Peter. Taucher versenkten sie

2017 und 2018 in kleinen Käfigen an

drei historischen Austernbänken vor

Helgoland. Mit Erfolg. „Wir haben

herausgefunden, dass die Austern

sich sehr gut an die aktuelle Umwelt

angepasst haben –auch in der Tiefe“,

sagte Corina Peter.Esgab auch schon

ersten Austern-Nachwuchs. „Damit

haben wir nicht so richtig gerechnet,

weil sie beim Aussetzen noch sehr

jung waren.“ Die Erkenntnisse aus

den Voruntersuchungen sollen jetzt

im Naturschutzgebiet Borkum-Riffgrund

umgesetzt werden. Dortsoll in

25 bis 30 MeternTiefe ein Austern-Riff

wachsen. (dpa)

Wieweit reicht

die Redefreiheit

der Forscher?

Die Humboldt-Universität

lädt zur Diskussion

Wie frei können Forscher ihre

Meinung äußern – wissenschaftlich

und privat? Unter anderem

um diese Frage geht es in der Diskussionsreihe

„Freiheit der Wissenschaft“

an der Humboldt-Universität

(HU) Berlin. „Gerade in der von digitalen

Medien geprägten Diskussionskultur

verändertsich das Verständnis

vonfreier Meinungsäußerung“, heißt

es in einer HU-Mitteilung. Es gehe

darum, wie man „in Wissenschaft

und Gesellschaft wieder zu einer konstruktiven

Diskussionskultur als Basis

einer offenen und demokratischen

Gesellschaft finden“ könne.

Die Veranstaltung zur Frage „Wie

weit reicht die Freiheit der Rede?“ im

Rahmen der Diskussionsreihe „Freiheit

der Wissenschaft“ beginnt am

15. Januar,18Uhr,imAuditorium des

Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums

der HU, Geschwister-Scholl-

Straße 1/3. Debattiert werden soll

auch, wie „der Spagat zwischen öffentlicher

Meinung als Wissenschaftler

und Privatperson“ gelingen

könne. Mit dabei sind: Romy Jaster,

Mitautorin des Buches „Die Wahrheit

schafft sich ab –Wie Fake News Politik

machen“, Eric Wallis, Kampagnen-

Manager und Blogger, Wolfgang

Schulz, Professor für Medienrecht

und Direktor des Leibniz-Instituts für

Medienforschung, und Max Skowronek

von der HU-Studierendenzeitung

UnAufgefordert. (BLZ)


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 17

· ·

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Sport

Glücklich

und enttäuscht

zugleich

Eisbären beklagen nach Sieg

in Köln verschenkten Punkt

Nach einer spontanen, vielleicht

auch nur kurzen Kabinenparty

war den Eisbären Berlin trotz des

Sieges bei den Kölner Haien nicht

zumute. Schließlich hatte der Tabellenvierte

der Deutschen Eishockey

Liga (DEL) in den letzten acht Minuten

der regulären Spielzeit eine 3:0-

Führung verspielt, gewann erst in

der Verlängerung 4:3. „Das war verrückt.

So sollte Eishockey nicht gespielt

werden. Wir freuen uns, den

Sieg mitzunehmen,

aber wir

hätten es im dritten

Drittel erledigen

müssen“,

sagte James

Sheppard, der in

der Overtime mit

Siegtorschütze

Sheppard

IMAGO IMAGES/HORSTMÜLLER

seinem Treffer

das Spiel entschieden

hatte.

Weil die Berliner

nach einer über fünfzig Minuten

souveränen Vorstellung durch die

Schwächephase im Schlussabschnitt

den schon sicher geglaubten

dritten Punkt verspielten, schmolz

ihr Vorsprung vor den Verfolgern

weiter. Soliegen die Eisbären nun

nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz

vor den Fischtown Pinguins

Bremerhaven, der Tabellensechste

ERC Ingolstadt kam bis auf

einen Zähler heran. Daher sieht

auch Trainer Serge Aubin Handlungsbedarf.

Der Kanadier sagte:

„Wir freuen uns über die zwei

Punkte, sind aber natürlich enttäuscht

über das Ende des Spiels.Wir

haben irgendwann aufgehört zu

spielen, sind unter Druck geraten

und haben Strafzeiten kassiert. Daraus

müssen wir lernen.“

Nachdem die Eisbären in den

jüngsten drei Ligaspielen, die sie allesamt

auswärts bestreiten mussten,

nur in Köln gepunktet haben, steht

ihnen am Freitagabend (19.30

Uhr/Magentasport) gegen Ingolstadt

ein direktes Duell um Platz vier

bevor. Dann können die Hauptstädter

immerhin wieder auf ihre Heimstärke

hoffen. (dpa)

Wenn beide

Seiten zufrieden

sind

Die Volleys binden

Trainer Enard bis 2022

Der deutsche Volleyball-Meister

Berlin Volleys hat den Vertrag

mit seinem Cheftrainer Cedric Enard

vorzeitig um zwei Jahrebis 2022 verlängert.

„Wir sind mit seiner Arbeit

hochzufrieden“, sagte Geschäftsführer

Kaweh Niroomand zur Verlängerung

des Arbeitsverhältnisses mit

dem 43-jährigen Franzosen. Enard

hatte die Mannschaft in der vergangenen

Saison gleich in seinem ersten

Jahr zum Meistertitel geführt. „Die

Vertragsverlängerung macht mich

stolz“, sagte Enard. „Das ist ein Vertrauensbeweis,

der zeigt, wie zufrieden

beide Seiten mit der Zusammenarbeit

sind.“

Enard hatte erst kürzlich zusätzlich

zu seiner Arbeit bei den BR Volleys

auch noch das Amt des Cheftrainers

der Nationalmannschaft Estlands

übernommen. Dafür war er als

Assistenzcoach des französischen

Nationalteams zurückgetreten.

Am Donnerstag (19.10 Uhr) starten

die BR Volleys mit einem Heimspiel

gegen die Netzhoppers KW-

Bestensee in der Bundesliga in die

zweite Saisonhälfte.Mit zwölf Siegen

aus zwölf Spielen führt der Hauptstadtclub

die Liga derzeit souverän

an. (dpa)

Als Gastgeber des Pokal-Finals wurden Alba Berlins Basketballer ermittelt, doch werden sie Mitte Februar auch wirklich Gastgeber sein können?

Gefangen zwischen Eisbär und Fuchs

Alba Berlin kann im Finale des BBL-Pokals den ersten Titel der Saison gewinnen. Die Frage ist nur: wo?

VonChristian Kattner,Bamberg

Luke Sikma und Aíto García

Reneses scheinen zu den

Menschen zu gehören, die

nach einem herzhaften

Abendessen auch noch etwas Süßes

benötigen. Nur so ist zu erklären,

warum der Flügelspieler von Alba

Berlin am Sonntagabend um kurz

vor21.30 Uhrnoch ein Eisverspeiste,

während sich sein Trainer etwas

Schokoladiges für die Rückfahrt

gönnte. Ansonsten waren Getränke

der Renner im kleinen Bamberger

Bahnhofs-Shop, indem unmittelbar

nach dem Besuch der Alba-Profis die

Lichter ausgeknipst wurden.

Das hatte die Berliner Mannschaft

zwei Stunden zuvor mit den

Bambergern gemacht. Dort, wo sie

noch vorknapp einem Jahr unglücklich

das Finale um den BBL-Pokal

verloren hatte, wurde eindrucksvoll

Revanche genommen, der Gegner

deutlich geschlagen. „Es hatte noch

einen Nachgeschmack vom Vorjahr,

deshalb fühlt sich der Sieg toll an“,

sagte Luke Sikma, „aber unsere Arbeit

ist noch nicht getan. Wir sind

glücklich über den Erfolg, aber jetzt

haben wir noch ein Heimspiel und

das wollen wir gewinnen.“

Der Termin für dieses Spiel steht

mit dem 16. Februar auch schon fest.

Doch ist er ein Problem: Die Eisbären

Berlin haben an diesem Tagin

der Arena am Ostbahnhof ein Heimspiel

gegen Mannheim, in Albas Ausweichspielstätte,

der Max-Schmeling-Halle,

empfangen die Füchse

Berlin den SC Magdeburg zum

Derby. Albas Verantwortliche hatten

schon vorgeraumer Zeit auf den Fall

eines Endspiels in eigener Halle hingewiesen

und am Sonntag nun die

sportliche Tatsache geschaffen.

DasProblem ist vielschichtig. Auf

der einen Seite gibt es nur diesen einen

Termin, der vonden Ligaverantwortlichen

in Abstimmung mit Pokal-Sponsoren

und Bildrechteinhaber

Magentasport festgelegt wurde.

Daswar auch schon im Halbfinale so

und sorgte unter anderem dafür,

dass in Ulm eine Messe verschoben

wurde, damit dort das Spiel gegen

Oldenburgstattfinden konnte.

Endspiel in Hamburg?

Nun kann Alba die Eisbären nicht

einfach so rauswerfen, eine Verlegung

des Endspiels auf den 15. Februar

ist aber ohnehin nicht möglich,

da an diesem Tageine andere

Veranstaltung in der Arena steigt und

die Eisbären auch am 14. Februar in

Krefeld spielen. An diesem Tagist die

Arena am Ostbahnhof übrigens in

der Hand vom Istaf Indoor. Und am

16. Februar Eisbären und Alba spielen

zu lassen, die Halle innerhalb weniger

Stunden von Eishockey auf

Basketball oder umgedreht umzubauen?

„Damüsste man prüfen, wie

lange das dauert“, sagt MarcoBaldi.

Albas Geschäftsführer steht vor

der großen Aufgabe, das Problem

mit der Heimspielstätte sachlich zu

moderieren und zu einer Lösung zu

führen, mit der alle Seiten leben können.

Ein Umzug nach Hamburg,

Drei dicke Aktenordner

über den nach Spielende in Bamberg

spekuliert wurde, oder gar ein

Tausch des Heimrechts mit Gegner

Oldenburg dürften keine Lösungen

sein, mit denen sich Alba anfreunden

kann und sollte. Zusehr hatten

sich die Berliner im Vorjahr über den

Nachteil vondreiAuswärtsspielen in

vier Partien des Wettbewerbs geärgert,

zu groß wären außerdem auch

die finanziellen Einbußen.

Auch wenn man in der Saisonbudgetierung

damit nicht planen

konnte, sostellt eine zu erwartend

volle Halle ein schönes Plus im Geldbeutel

dar,auf das niemand verzichten

will. Und außerdem würde man

den Spielern die Chance nehmen,

diesen lang herbeigesehnten Titel in

eigener Halle, vor den eigenen Fans

zu gewinnen. Zu groß ist die Vorfreude

bei allen Berliner Spielernauf

dieses Endspiel in Berlin. Und nicht

nur bei ihnen. „Wir wollen diesen Titel

auch unseren Fans schenken“,

sagt Luke Sikma.

Nicht nur er hatte schließlich zu

später Tageszeit am Sonntagabend

im Zug nach Berlin gesessen, sondernauch

ein paar Berliner Fans,die

teilweise sogar extraden Montag frei

genommen hatten. Für die Fans

wäre der erste Titel seit 2016, auch

damals war es der Pokal, der Lohn

für die Strapazen, die sie auf sich

nehmen. Der Lohn dafür, dass sie

sich in Bamberg erneut unter das

Hallendach setzen lassen und ihr

Team auch von dort unterstützen.

Aber natürlich wäredieser Titel auch

für jeden Spieler im Kader sehr wichtig.

„Wir haben jetzt das dritte Pokalfinale

in Folge erreicht. Darauf kann

Alba Berlin sehr stolz sein“, sagte

Martin Hermannsson. Neben dem

BBL-Pokal hatte der Isländer mit seinem

Team im vergangenen Jahr

noch das Eurocup-Endspiel und die

Finalserie um die Deutsche Meisterschaft

gegen Bayern München verloren.

Spieler wie Luke Sikma und

Niels Giffey bringen es mit zwei Finalniederlagen

(Pokal und Meisterschaft)

in der Saison 2017/18 sogar

mittlerweile auf fünf vergebene Titelchancen

am Stück.

Komponente Heimvorteil

Beim Erfolg in Bamberghat man der

Mannschaft am Sonntag ansehen

können, wie sehr sie gewillt ist, diesen

ersten Titel einzufahren. Auch

wenn der BBL-Pokal mit vier Siegen

auch im Jahr 2020 rein rechnerisch

die am einfachsten zu gewinnende

Trophäe ist, so steht das Bambergim

Jahr 2019 dafür, dass das auch nicht

automatisch den Finalsieg bedeutet.

Auch nicht, wenn man als Favorit

dortindas Rennen geht. DieKomponente

Heimvorteil ist auf dem Weg

zum Titel nicht zu unterschätzen.

Alba hat diesen Vorteil zugelost bekommen

und sollte ihn auch nutzen

können. Für die Mannschaft und die

Fans braucht es eine kurzfristige Lösung.

Mittelfristig aber sollten sich

vielleicht auch die Liga-Verantwortlichen

darüber Gedanken machen,

ob sie nicht ein wenig Flexibilität in

die Festsetzung der Spieltermine

bringen.

Kurz vor Beginn des Prozesses gegen den ehemaligen Sportfunktionär Lamine Diack erhält das Gericht neues Beweismaterial

Der Prozess um einen der größten

Skandale im Weltsport gegen

den früheren Leichtathletik-

Weltverbandspräsidenten Lamine

Diack in Paris zieht sich weiter hin.

Dem86Jahrealten Senegalesen werden

nach vierjährigen Ermittlungen

der Staatsanwaltschaft in einer 90-

seitigen Anklageschrift Betrug, Geldwäsche,

Korruption und Veruntreuung

vorgeworfen. Dererste Verhandlungstag

vorder 32. Strafkammer des

Pariser Gerichts,zudem Diack selbst

erschien, ging kurz nach Eröffnung

am Montag schnell zu Ende.Der Prozess

soll nun vom3.bis 22. Juni richtig

beginnen.

Grund für die Verschiebung seien

Verfahrensfragen, begründete die

Vorsitzende Richterin Rose-Marie

Hunault die Entscheidung. Die

Staatsanwälte hätten neue Beweise

und Dokumente –drei dicke Aktenordner

–erst wenige Stunden vorProzessbeginn

am Montagvormittag erhalten.

Sieenthielten auch Aussagen,

die Diacks Sohn Papa Massata gegenüber

Ermittlern imSenegal machte,

sowie Bankdaten von drei seiner Beratungsfirmen.

Der Filius gilt als

Komplexe Anklageschrift: Lamine Diack.

Drahtzieher der dunklen Machenschaften

im Hintergrund. Interpol

hat einen Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Er lebt im Senegal, das bisher

eine Auslieferung verweigerthat.

Diack Senior, der auch Mitglied

des Internationalen Olympischen

Komitees war, wurde im November

2015 verhaftet und stand seitdem unter

Hausarrest. Beieiner Verurteilung

drohen dem ehemaligen Sportfunktionär,

der den Weltverband von 1999

AP/CAMUS

bis 2015 anführte, zehn Jahre Haft

und eine hohe Geldstrafe.

Zusammen mit ihm und seinem

Sohn angeklagt sind wegen Beihilfe

zum Betrug weitere Personen. Dies

sind der frühere Leiter der Antidoping-Abteilung

des Weltverbandes,

Gabriel Dollé, Diack-Anwalt Habib

Cissé sowie der ehemalige Schatzmeister

der IAAF (heute World Athletics),

Walentin Balachnitschew, und

der ebenfalls aus Russland stam-

IMAGO IMAGES/ISSLERIMAGES

mende Langstrecken-Cheftrainer

Alexej Melnikow.

Laut Anklage soll der Diack-Clan

rund 3,45 Millionen Dollar an

Schmiergeld für dieVertuschung von

Dopingfällen erpresst haben. Zudem

soll nicht nur bei der Vergabe der

Leichtathletik-WM 2019 an Katars

Hauptstadt Doha Bares inihre Taschen

geflossen sein.

Bei dem Prozess dürfte es auch

um Bestechung bei der Vergabe der

Olympischen Spiele 2016 an Rio de

Janeiround 2020 an Tokio gehen. Diack

und sein Sohn Papa Massata sollen

mit Stimmenkauf die Wahlen zugunsten

von Rio und Tokio beeinflusst

haben. „Wenn sich der Verdacht

in dem Verfahren

bewahrheiten sollte, würde ein

dunkler Schatten auf die Sommerspiele

in Tokio fallen“, sagte Clemens

Prokop,der viele JahrezuDiacks Zeiten

Präsident des deutschen Leichtathletik-Verbandes

war. Außerdem

könnte es noch Konsequenzen für

Personen haben, die in den Diack'schen

Fall verstrickt sind und

noch in leitenden Position in Sportorganisation

sind, meinte er. (dpa)

NACHRICHTEN

Werder holt Hoffenheims

Vogt auf Leihbasis

FUSSBALL. Werder Bremen hat die

Verpflichtung des Defensivspielers

Kevin Vogt, 28, von1899 Hoffenheim

endgültig perfekt gemacht. Derehemalige

TSG-Kapitän wirdbis zum

Saisonende vomBundesliga-Rivalen

ausgeliehen, gab der Tabellenvorletzte

am Montagmorgen nach der

Unterzeichnung aller Verträge bekannt.

Ausnahmetalent Zaniolo

erleidet Kreuzbandriss

FUSSBALL. Nicolo Zaniolo vomAS

Romhat einen Kreuzbandriss erlitten

und dürfte damit auch der Nationalmannschaft

bei der Europameisterschaft

im Sommer fehlen. Der20-

Jährige hatte die Verletzung am

Sonntagabend im Spiel gegen Meister

Juventus Turin(1:2) erlitten. Unter

Tränen wurde der Mittelfeldspieler

vomPlatz getragen. DerKlub bestätigte

kurzdarauf die Schwereder

Verletzung. Zaniolo gilt als große

Hoffnung für die Zukunft in der

SquadraAzzurra. Im Märzdieses

Jahres debütierte der 20-Jährige für

die Nationalmannschaft, für die er in

fünf Spielen zwei Tore erzielte.

DSV streicht Schempp aus

Kader für Ruhpolding

BIATHLON. Ohne den formschwachen

Simon Schempp findet der

Heimweltcup in Ruhpolding statt.

Der31-Jährige aus Uhingen werde

„eine Wettkampfpause einlegen und

sich imTraining auf den Formaufbau

konzentrieren“, begründete der

Deutsche Skiverband (DSV)denVerzicht

auf Schempp für die Rennen

vonMittwoch bis Sonntag. DerMassenstart-Weltmeister

von2017 hatte

zuletzt in Oberhof mit Platz 43 im

Sprint und Rang 27 im Massenstart

(bei 30 Teilnehmern) einmal mehr

restlos enttäuscht.

Alonso sorgt bei Rallye

Dakar weiter für Furore

MOTORSPORT. Am Tagder Trauer

um den verstorbenen Motorradpiloten

Paulo Goncalves hat der zweimalige

Formel-1-Weltmeister Fernando

Alonso mit Platz zwei sein bestes Tagesergebnis

bei der berüchtigten

WüstenrallyeDakar in Saudi-Arabien

eingefahren. DerSpanier

musste sich in seinemToyota auf den

474 Wertungskilometernmit Start

und Ziel in Wadi ad-Dawasir nur

dem Franzosen Mathieu Serradori

(SRTRacing) geschlagen geben.

Alonsos Rückstand betrug 4:04 Minuten.

In der Gesamtwertung verbesserte

sich Alonso mit einem

Rückstand von3:10:51 Stunden auf

seinen weiter führenden Landsmann

Carlos Sainz vomdeutschen

Team X-raid um zwei Positionen auf

Platz 13. Sainz beendete die Tageswertung

am Montag mit einem

Rückstand von19:15 Minuten auf

Alonso auf Platz 15.

RodgersführtGreen Bayins

Play-off-Halbfinale

AMERICAN FOOTBALL. DieGreen

BayPackers haben sich das letzte Ticket

für das Halbfinale der Play-offs

in der National Football League gesichert.

DasTeam um Quarterback AaronRodgers

gewann am Sonntagabend

(Ortszeit) gegen die Seattle

Seahawks mit 28:23. Im zweiten

Sonntagspiel hatten die Kansas City

Chiefs zuvor trotz eines 0:24-Starts

gegen die Houston Texans noch

deutlich mit 51:31 gewonnen. Green

Baymuss nun am kommenden

Sonntag (Ortszeit) im NFC-Finale

bei den SanFrancisco 49ers antreten.

DasAFC-Finale bestreiten die

Kansas City Chiefs und das Überraschungsteam

der Tennessee Titans.

DerSuper Bowl findet am 2. Februar

in Miami statt.


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 – S eite 18 *

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Sport

Mit Hängen und Würgen überstehen der Berliner Paul Drux (l., gegen den Letten EvarsKlesniks) und seine Mannschaftskollegen die Vorrunde der Europameisterschaft.

IMAGO IMAGES/BILDBYRAN

Durchgewürgt

Mit einem mühsamen 28:27 gegen Lettland erreichen die deutschen Handballer bei der EM die Hauptrunde, treffen da am Donnerstag in Wien auf Weißrussland

Carolin Paul, Trondheim

Da war sie wieder, die

Emotion. Es flackerte

kurzauf, was man in den

letzten Ansetzungen

schmerzlich vermisst hatte. Nachdem

der deutsche Handball-Nationaltorhüter

Johannes Bitter in der

fünfzehnten Minute den Strafwurf

des Letten Nils Kreicbergs pariert

hatte, riss er voller Überzeugung die

Arme hoch, schrie seine Gefühle heraus

und nahm so die ganze Mannschaft

mit. Nach dem dritten EM-

Vorrundenspiel in Trondheim war

trotz eines 28:27(16:11)-Sieges gegen

Lettland davon allerdings nicht

mehr viel zu sehen. Am Ende war die

DHB-Auswahl einfach nur erleichtert,

das Ticket zur Hauptrunden

nach Wien gelöst zu haben. Da geht

es am Donnerstag gegen Weißrussland

weiter.

„Primär war es natürlich das Ziel,

das Spiel zu gewinnen und in die

Hauptrunde einziehen. Denn wenn

man ehrlich zu sich selber ist, haben

Ohne Worte: Während viele

seiner Teamkollegen wortlos

die Arena verließen, versuchte

Starspieler Nikola Karabatic

zu erklären, was eigentlich

garnicht zu erklären

ist: Frankreich ist bei der EM

raus. Nach der Vorrunde!

wir uns das logischerweise anders

vorgestellt“, erklärte Rückraumschütze

Julius Kühn nach der Partie.

„Man muss den Letten einfach Respekt

zollen.“

DerEuropameisterschafts-Debütant

hatte die Deutschen gehörig geärgert.

Die erste Viertelstunde spielten

die Rot-Weißen nicht nur gut

mit, sondern überzeugten durch ein

effektives Kreisspiel und schlagkräftige

Fernwürfe.Als der Spielstand allerdings

ein 6:6-Unentschieden anzeigte,

folgte die Aktion von Bitter.

Diegesamte Mannschaft sprang auf,

feierte ihren Schlussmann und

zeigte im Anschluss, was durch ein

konzentriertes Auftreten möglich ist.

Die Sicherheit in der Defensive,

die Deutschland sich durch eine bewegliche

Drei-zwei-eins-Abwehr

aufbaute,wurde im Angriff durch die

Wurfgewalt Kühns ergänzt. DerMelsunger

zeigte ab der ersten Sekunde

auf dem Feld seine Qualität und

schweißte den Ball wiederholt im

gegnerischen Torgiebel ein. Viermal

wiederholte sich dieses Szenario allein

in der ersten Halbzeit, insgesamt

waren es acht Treffer, die den teameigenen

Bestwertmarkierten.

„Ich habe mich, wie jeder andere,

auf das Spiel gefreut. Da war es

schön, heute wieder Selbstvertrauen

zu tanken und zu sehen, dass es

leicht von der Hand geht. Solche

Spiele wünscht man sich öfter“,

sagte der 25-Jährige.Nach der 26:33-

ADIEU, LES BLEUS!

Ohne Pathos: L'Équipe

nannte die Folgen der

26:28-Niederlagegegen

Norwegen „ein Fiasko“. Karabatic

formulierte es wenigerpathetisch:

„Norwegen

hat mit Leidenschaft gespielt.“

Er sei „sehr traurig“.

Ohne Zweifel: Vieles spricht

dafür,dass die neunte EM

für Karabatic auch seine

letzte ist. Der 35-Jährige, das

wurde bei seinen Auftritten in

Trondheim offenbar,hat seinen

Zenit ohne Zweifel überschritten.

Niederlage gegen Spanien kein zu

unterschätzender Effekt, denn die

Begegnung gegen die Letten war

nicht nur eine sportliche Aufgabe

sondernebenso eine mentale.Kühn

und der Rest der Mannschaft wollten

sich in Höchstform präsentieren

und zeigen, dass ein derartiger Ausrutscher

nicht mehr vorkommen

wird.

Unddas gelang zunächst auch in

der zweiten Hälfte. Ob über den

Kreis, Rückraum oder die Außen –

die DHB-Auswahl schien ihren

Spielwitz wiederentdeckt zu haben.

Nach vierzig gespielten Minuten

hatte man sich einen Sieben-Tore-

Vorsprung erarbeitet und schien die

Partie unter Kontrolle zu haben.

Aber eben nur scheinbar. Denn auf

einmal setzten die Schützlinge von

Bundestrainer Christian Prokop wieder

da an, wo sie im Spanien-Spiel

aufgehört hatten. DieWurfausbeute

ließ nach, technische Fehler wurden

produziert und auch in der Defensivarbeit

entstanden zu viele Lücken.

Bitter bekam keinen Ball mehr

zu fassen und der für ihn eingewechselte

Andreas Wolff blieb gänzlich

ohne Erfolg.

„Inden entscheidenden Momenten

ist hinten der Ball reingekullert.

Da hatten wir den Zugriff nicht

mehr.Dabei ist unsereAbwehr unser

Prunkstück“, musste Kühn zugeben.

„Irgendwann guckt man nach oben

auf die Anzeigetafel, sieht wie der

Vorsprung schwindet. Dann schaltet

sich automatisch der Kopf ein.“

Letztlich sollte der Vorsprung jedoch

die Spielzeit überstehen und

die Deutschen konnten mit einem

Sieg zumindest teilweise ein positives

Erlebnis feiern. Festzustellen

bleibt jedoch, dass die Mannschaft

ihre unkonzentrierten Phase reduzieren

muss. Nur so bleibt das Ziel

Halbfinale realistisch. Nur so können

die nächsten Spiele gewonnen

werden. Denn in der Hauptrunde

wirdsich die Qualität der Gegner erhöhen.

Mit Kroatien und Weißrussland

stehen die ersten Kontrahenten

für die Plätze imHalbfinale fest, in

Gruppe Bist noch alles offen.

Vielleicht hilft ja der Ortswechsel.

InWien hoffen die Deutschen auf die

Unterstützung ihrer angereisten

Fans,werden auch ihreFamilien näher

bei sich haben. Deshalb hofft

auch Kühn auf ein erfolgreiches Auskommen:

„Ein anderes Umfeld ist

vielleicht ganz gut. Das kann etwas

Positives bewegen. Da kann man

sich in einen Rausch spielen.“

„Das ist eine coole Spinnerei“

Auch wegen seiner Frau Lisa kokettiert Weltmeister Thomas Müller mit der Idee, beim olympischen Fußballturnier in Tokio für die deutsche Auswahl am Ball zu sein

VonMaik Rosner,München

Kaum war die Nachricht in der

Welt, reagierte Thomas Müller

durchaus angetan. „Wenn man ganz

viel träumen mag, wäre das natürlich

schon eine coole Sache“, sagte

der Offensivspieler des FC Bayern zu

einem Bericht, wonach U21-Nationaltrainer

Stefan Kuntz erwägt, den

Weltmeister von 2014 in den Kader

für das olympische Fußballturnier

vom 22. Juli bis 8. August in Tokio

2020 zu berufen. Einpaar Einschränkungen

äußerte Müller zwar am

Montag, doch allein seine schnelle

und freudige Reaktion auf dieses Gedankenspiel

mit Charme dokumentierte

sein Interesse.

Der kicker hatte zuvor berichtet,

dass Kuntz Müller im Hinterkopf

habe als einen der möglichen drei älteren

Olympia-Kandidaten, die vor

dem 1. Januar 1997 geboren wurden

und die er nominieren darf. Bis zu

diesem Mittwoch müssen alle möglichen

Olympia-Spieler auf die Liste

der Nationalen Antidoping-Agentur

(Nada) gesetzt werden. Die vorläufige

Nada-Liste umfasst ohnehin alle

A-Nationalspieler und darf entsprechend

mehr als drei ältere Olympia-

Kandidaten beinhalten. Eine Entscheidung

über den endgültigen Kader

wird aber erst in einigen Monaten

fallen.

Für Müller, 30, wären die Sommerspiele

eine Premiere und zudem

ein versöhnlicher Karriere-Höhepunkt

nach seiner Ausbootung aus

der Nationalmannschaft im März

2018, als ihm Bundestrainer Joachim

Löw neben Mats Hummels und Jérôme

Boateng unvermittelt mitteilte,

nicht mehr auf sie zu setzen. Müller

reagierte damals sehr enttäuscht und

beklagte mangelnde Wertschätzung.

Ausgeschlossen hatte er aber nie, in

die Nationalelf zurückzukehren, für

die im Sommer die EM ansteht.

Für Müller hat die Aussicht auf

Tokio 2020 einen besonderen Reiz,

weil damit auch eine gemeinsame

Olympiateilnahme mit seiner Frau

Lisa und Thomas Müller teilen ihre Leidenschaft für den Pferdesport.

DPA/GOLLNOW

genüber Sport1. „Das ist eine coole

Spinnerei, aber sowohl für mich als

auch für meine Frau hat das in 2020

nicht die oberste Priorität“, sagte

Thomas Müller, „ich habe in den

nächsten fünf Monaten erst mal sehr

große Ziele mit dem FC Bayern.

Meine Frau hat erst mal andereTurmöglich

zu sein scheint. Lisa Müller,

30, hat es im Dressurreiten bereits in

den Perspektivkader für die Spiele

geschafft. Als ihr Ziel nannte sie

jüngst Olympia, gab sich wegen der

großen Konkurrenz dabei aber

ebenso zurückhaltend wie nun ihr

Mann in seiner ersten Reaktion geniere

im Visier, wodurch Olympia

noch in ganz weiter Ferneliegt.“ Zudem

müsste sein Arbeitgeber zustimmen,

Müller abzustellen. Verpflichtet

dazu wäre der Verein nicht,

da Olympia nicht zum Fifa-Kalender

zählt. „Ich weiß nicht, welche Umstände

da reinspielen müssten, dass

ich Olympia spiele,wenn sich im August

schon die Klubmannschaften

auf die Saison vorbereiten. Daswäre

ungewohnt“, sagte Müller dazu, ergänzte

aber:„Sagniemals nie.“

Das gilt auch in Bezug auf seine

Vereinszukunft. „Mein Fokus liegt

ausschließlich darauf, die Saison erfolgreich

zu bestreiten. Wasdann im

Sommer passiert, da werde ich mit

dem Verein sprechen und mit mir

selbst. Dann schauen wir mal, in

welche Richtung das geht“, sagte

Müller. Neben einem Wechsel sei

auch eineVertragsverlängerung über

2021 hinaus möglich. „Bei so einer

Sache werfen alle Parteien ihreArgumente

in den Topf. Schauen wir mal,

ob man da ein Menü zusammenbekommt.

Man muss halt abgleichen,

was alle Parteien wollen“, sagte Müller.

Seit Hansi Flick als Chefcoach

fungiert, gehört Müller wieder zur

festen Bayern-Achse. Mit elf Torvorlagen

gelang ihm in der Bundesliga-

Hinrunde sogar ein Rekord, trotz des

Bankfrustes unter Flicks Vorgänger

Niko Kovac, der ihn sogar zum Notnagel

herabgestuft hatte. „Wenn du

nach so vielen Jahren etwas extremer

auf den Prüfstand gestellt wirst, dir

dann aber selber die Bestätigung herausarbeitest,

dass du es schon noch

drauf hast, ist das immer ein schönes

Gefühl“, sagte Müller jüngst im Trainingslager

in Katar, „ich habe diese

Prüfung nach meinem persönlichen

Gefühl gut bestanden.“ Womöglich

hält 2020 für ihn nun sogar die Herausforderung

Olympia bereit. Gold

gewann ein deutsches Männerteam

dort übrigens nur einmal, 1976 das

der DDR. Weltmeister und Olympiasieger

wurde also noch kein deutscher

Fußballer in seiner Karriere.


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 – S eite 19

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Feuilleton

„Das Beste gestrichen“:

der Kabarettist

Sebastian Krämer

Seite 21

„Es gibt nicht nur Elena Ferrante.“

Jörg Aufenanger über Anna Maria Orteses Roman „Neapel liegt nicht am Meer“. Seite 20

Berühmtheiten

Du tust es

für dich

Harry Nutt

hat schon wieder Dschungelcamp

geschaut.

Insta Famous“ stand auf dem

Sweatshirt, in dem mir am Morgen

eine junge,vielleicht 16-jährige Frau

auf dem Wegzur S-Bahn begegnete.

Sie trug ihre Jacke trotz der kühlen

Witterung offen, nur deshalb war der

zweifarbige Schriftzug lesbar,den sie

in einer Mischung aus Lässigkeit und

demonstrativem Stolz zum Entziffern

anbot. Da ich nicht annahm –

warum eigentlich? –, dass sie eine

Berühmtheit ist, ging ich davon aus,

dass ihre Botschaft ganz allgemein

vonder Existenz des Instagram-Universums

künden sollte.

Tatsächlich haben die digitalen

Plattformen neue Varianten der

Selbstdarstellung und -wahrnehmung

hervorgebracht, die gerade

auch im Dschungelcamp, der RTL-

Sendung„Ich bin ein Star –holt mich

hier raus“, zu beobachten sind. War

man bislang geneigt, die Sendung

mit kulturkritischer Verve als

Schwundstufe der Fernsehunterhaltung

zu betrachten, in der die Teilnehmer

frei flottierend als gesellschaftliche

Verlierer unterwegs sind,

so zeigen Danni, Elena, Anastasya,

Toni und Co., dass es für sie längst

um komplexe Strategien multimedialer

Anschlussfähigkeit geht.

Die Aussicht auf Fernsehpräsenz

und die Honorarzahlungen des Senders

sind nicht das Ziel ihresWirkens

in den Außenbezirken des Showgeschäfts,

sondern der Ausgangspunkt

ihrer weiteren Aktivitäten in der medialen

Verwertungskette. Sehr viel

besser als die Männer, die wie der

ehemalige Boxweltmeister Sven

Ottke nur teddybärhaft sympathisch

sein wollen, kooperieren und konkurrieren

nicht wenige der Frauen

am Rande des Nervenzusammenbruchs,

umPunkte fürs Ranking –

welcher Kategorie auch immer –zu

sammeln. Nichts ist peinlich,

Schmerzen vergehen, die Wahrnehmung

der Chance des Augenblicks

zählt. Das Dschungelcamp ist kein

Überbleibsel einer abklingenden

Trashkultur,sondernein Tutorial für

den Aufbau neuer Aufmerksamkeitshierarchien.

Heilendes Feuer

Eine Berliner Ausstellung mit Aborigine-Kunst gewinnt durch die Buschbrände an Aktualität

VonSusanne Lenz

Es gibt auch gutes Feuer in

Australien. Cool Burns

nennen sie es. Das kühle

Feuer glimmt im Unterholz,

jahrtausendelang haben die

Aborigines es absichtlich gelegt, um

die Natur zu Erneuerung anzuregen,

um größeren Feuern den Zündstoff

zu nehmen. DasFeuer war ein Werkzeug,

wie die Hacke oder der Spaten.

Es verhalf dem Land zu Leben, statt

es zu vernichten, es heilte statt zu

zerstören. Mit Flusssand, Rindentinte,

Acrylfarben hat die indigene

australische Künstlerin Treahna

Hamm Frauen vomStamm der Yorta

Yorta gemalt, die nach einem solchen

Feuer Buschnahrung und

Buschmedizin sammeln. Aufrecht

stehen sie am Ufer des Dhungalaflusses,den

die Hände der Ahnen zu

halten scheinen.

Innige Beziehung

Gemälde mit medizinischen Buschpflanzen von Rosie Ngwarraye Ross UNIVERSITY OF MELBOURNE

DasBild ist Teil der Ausstellung „The

Art of Healing – Australische indigene

Buschmedizin“, die derzeit im

Medizinhistorischen Museum der

Charité zu sehen ist, eine Übernahme

vonder Universität vonMelbourne.

Durch die Buschfeuer in

Australien hat sie unerwartete Aktualität

gewonnen. Sie zeigt, was in

Australien außer Menschen, unzähligen

Tieren und auch Behausungen

gerade noch verbrennt: Es ist die

Kulturlandschaft der Aborigines, die

sich als Teil dieser Landschaft und

des Landes verstehen, nicht als seine

Herren. Es ist eine Kultur, die nur

noch in Rudimenten besteht. Bruce

Chatwin hat die auf tragische Weise

Entwurzelten in seinem Buch

„Traumpfade“ beschrieben.

Die Bilder der Ausstellung sind

Kunstwerke und dienen zugleich der

Bewahrung und Tradierung vonWissen.

Vorallem repräsentieren sie die

tiefe Kenntnis der Pflanzenwelt dieser

First Nations People,wie sich die

Aborigines selbst immer häufiger

bezeichnen, ihre innige Beziehung

zur Natur. Diese Beziehung umfasse

Vorstellungen der Vereinigung von

Mensch und Land, die schwer nachzuvollziehen

seien, schreibt die australische

Wissenschaftlerin Marcia

Langton im Ausstellungskatalog.

Aber die tiefe Kluft zwischen der

westlichen und der indigenen Perspektive

spürt man in der Ausstellung

selbst.

Die farbenfrohen Bilder aus Australien

hängen mitten im Präparatesaal.

Diekranken Organe,die hier zu

sehen sind, offenbaren einen westlich-wissenschaftlichen

Blick auf

den Organismus,während die Bilder

von Gräsern und Früchten auf eine

Heilerkultur verweisen, die nicht nur

viel älter ist, sondern auch ganz an-

ders. Die Mediziner der Charité teilten

den Menschen auf in seine Einzelteile,

inLeber, Niere, Gehirn und

Knochen, sie drangen in ihn ein. Für

die First Nations People ist alles eins.

Kaum ein Bild macht dies deutlicher

als „Snake Vine Dreaming“ von Judy

Napangardi Watson. DasSchlangenkraut,

gemalt auf auf leuchtend gelbem

Grund, ist ein heiliges und heilendes

Gewächs. Eskommt in Zeremonien

zum Einsatz, dient als Heilmittel

bei Kopfschmerzen, und es ist

die Pflanzeselbst, die einen Anteil an

der Entstehung des Landstrichs hat.

Voreinigen Tagen hat Lorena Allams

im australischen Guardian einen

eindrucksvollen Text über die

Zerstörung der Kulturlandschaft der

First Nations People geschrieben. Sie

ist Redakteurin für die Angelegenheiten

der Ureinwohner bei der Zeitung

und gehört zum Stamm der

Gaamilaray und Yawaarlay,Stämme,

die im Norden vonNew SouthWales

leben, dort, wo die Buschfeuer am

heftigsten wüten.

Sie schreibt über einen Haufen

vonAusternschalen, Stein- und Knochenwerkzeugen,

Speerspitzen und

Fischgräten. Es ist der größte derartige

Hügel in der Murramang Aboriginal

Aerea, einem auch bei Touristen

beliebten Nationalpark, der zur

Zeit wegen der Feuer nicht betreten

werden darf. Der Hügel ist 12 000

Jahrealt, ein Abfallhaufen, der in seinen

Schichten Geschichte und Geschichten

bewahrt. Er liegt in einer

Senke fast direkt am Meer.Geschützt

vom Wind kann man von hier aus

den Himmel sehen, die Brandung

hören. Ihr Vater habe davon geträumt,

dort eines Nngwaachts zu

sitzen, ein Feuer anzuzünden und zu

warten, wer aus den Schatten treten

würde, umihm Gesellschaft zu leisten,

schreibt Lorena Allan. DasFeuer

wirddiesen Haufen zerstörthaben.

Einbesonderer Schmerz

Sie schreibt: „Es ist ein besonderer

Schmerz, für immer etwas zu verlieren,

das einen mit einem Ort inder

Landschaft verbindet. Unsere Vorfahren

haben diesen Schmerz gefühlt,

unsere Ältesten, und wir fühlen

ihn wieder und wieder, während

wir zusehen, wie die Misshandlung

und Vernachlässigung unseres

Landes und unseres Wassers über

Generationen hinweg und die störrische

Dummheit der kohlebesessenen

Leugner des Klimawandels alles

und alle in Asche verwandeln.“

Was man ihren Worten entnehmen

kann: Die Kulturlandschaft der

First Nations People ist Teil ihrer

Identität. Indem sie verbrennt, verbrennt

das,was sie ausmacht.

TheArt of Healing Medizinhistorisches Museum

der Charité,bis 2. Februar

NACHRICHTEN

Unesco-Antrag für jüdisches

Erbe in Rheinland-Pfalz

Dierheinland-pfälzische Ministerpräsidentin

Malu Dreyer (SPD) hat

am Montag denWelterbe-Antrag für

das jüdische mittelalterliche Erbe in

Speyer,Worms und Mainz unterzeichnet.„Das

ist ein wichtiger Meilenstein

auf demWegzur Anerkennung

alsWelterbestätte“, sagte

Dreyer in der Neuen Synagoge von

Mainz.„Und ich hoffe,dass wir dieses

Ziel im Sommer 2021 erreichen werden.“

DerAntrag soll am 23. Januar in

Parisder Unesco übergeben werden.

Diehistorischen Stätten umfassen

die jüdischen Friedhöfe inWorms

und Mainz und die Synagogenbezirke

in Speyer undWorms. (dpa)

Bayerngibt Raubkunst der

Nazis zurück

Bayern hat vonden Nationalsozialisten

geraubte Kunstobjekte an die

Nachfahren Münchner Juden zurückgegeben.

Sechs Silberobjekte –

einen Pokal, ein Gewürzgefäß, drei

Leuchter und einen Kelch –überreichteWissenschaftsminister

Bernd

Sibler (CSU) im Bayerischen Nationalmuseum

am Montag den Nachkommen

vonzweiFamilien. Ab 1939

hatten die Nationalsozialisten Juden

gezwungen, Gold, Silber und Edelsteine

bei kommunalen Leihhäusern

abzugeben. DerGroßteil der Gegenstände

wurde eingeschmolzen,

künstlerisch wertvolle Stücke wurden

Museen angeboten oder gelangten in

den Kunsthandel. (dpa)

Der italienische Tenor

Giorgio Merighi ist tot

Deritalienische Tenor Giorgio Merighi

ist im Alter von80Jahren gestorben.

DerSänger war in führenden

HäusernEuropas aufgetreten,

darunter an der Mailänder Scala und

der Deutschen Oper Berlin. ZumRepertoiredes

Sängers gehörten große

Tenorrollen unter anderem in Opern

vonVerdi und Puccini. DasTheater

Pergolesi in der Stadt Jesi,woMerighi

in den 90er-Jahren künstlerischer

Direktor war und zuletzt lebte,

würdigte besonders seine ehrliche

Zuwendung zum Publikum. (dpa)

UNTERM

Strich

Schnitte

Ein Heim

im Tresor

VonRalf Schenk

ImFrühsommer 1978 inszeniert Roland

Gräf den Spielfilm „P.S.“. Es ist die Geschichte

eines jungen Mannes, der seine

Eltern verloren hat und in einem Heim

aufwächst. Gedreht wird unter anderem

im Gutshaus Mentin bei Parchim, das seit

Kriegsende zur Fürsorge für „familiengelöste

Kinder“ dient.

Als Regieassistenten sind zwei Absolventen

der Babelsberger Filmhochschule mit

am Drehort: Hannes Schönemann und Angelika

Andrees. Volontärin ist die 20-jährige

Petra Tschörtner, die kurz vor ihrem Studium

steht. Sie weiß, dass in der Volontärsabteilung

des Spielfilmstudios ein wenig

Geld für kleine, fünfminütige Übungsfilme

vorhanden ist: gedacht zur Finanzierung

erster Talentproben. So wird die Idee geboren,

nach Drehschluss von „P.S.“ noch einmal

nach Mentin zu fahren, um im Kinderheim

eine dokumentarische Etüde aufzunehmen.

EinExposé wirdverfasst, die Lehrkräfte

sind einverstanden, ohne lange

Diskussion. Sie machen sogar ein unerwartetes

Angebot: Weil keiner der anderen Volontäre

Vorschläge eingereicht hat, gibt es

nun ein Budget für zwanzig Minuten.

Gedreht wird mit einer 16-mm-Kamera.

Der Produktionsleiter von „P.S.“, Manfred

Renger,der den jungen Leuten sehr wohlgesonnen

ist, stellt dazu ein Tonaufnahmegerät,

Lichttechnik und ein Transportauto mit

70

BLZ/GALANTY

Fahrer bereit. Kameramann Thomas Plenert

wird angesprochen und ist begeistert. Weil

sich die letzten beiden Drehtage mit seinem

nächsten Filmprojekt überschneiden, übernimmt

am Ende noch die Kamerafrau Julia

Kunert. Eine enthusiastische Gruppe,mit einem

für Defa-Verhältnisse erstaunlich unabhängigen

Vorhaben.

Der Film erhält den Arbeitstitel „Heim“.

Darin kommen vor allem die Mentiner Zöglinge

zu Wort. Sie erzählen aus ihrem Leben,

vonElternhäusern, in denen Alkohol und Gewalt

dominieren. VonVerhaltensmustern, die

auf die nächste Generation abfärben. Vonder

Sehnsucht nach Geborgenheit, Gemeinschaft,

Liebe. Von Ausbruchsversuchen. Von

Hobbys und Idealen. Zu den Gesprächen und

Beobachtungen ist Rock- und Schlagermusik

zu hören, fast ausschließlich aus demWesten.

Anfang Juli 1978 sind die Dreharbeiten

beendet, gleich anschließend wird der Film

geschnitten. Interessierte Defa-Kollegen blicken

spontan vorbei und finden das alles

frisch und mutig. Im Studio kommt die Idee

auf, „Heim“ auch offiziell ins Kino zu bringen,

als Vorfilm vor„P.S.“. Dasdokumentarische

Zubrot zur fiktiven Story.

Die Grafikabteilung versieht die Schnittkopie

mit Vor- und Abspann, in Schreibmaschinenschrift

auf grobem Zeichenkarton,

dem herben Tonfall des Stoffes angemessen.

Dann schaut sich Defa-Direktor Hans Dieter

Mäde denFilman. Er beruft einen Kreis von

Dramaturgen ein, dazu Angelika Andrees

und Petra Tschörtner. Doch was die beiden

jungen Frauen als formalen Akt angesehen

hatten, wandelt sich zum Autodafé.Ein Dramaturg

erklärt, das Gesehene entspräche

keinesfalls dem, was sozialistische Kunst zu

leisten habe. Befürworter gibt es jetzt plötzlich

keine mehr.

Mäde erteilt den Filmemacherinnen das

letzteWort.Petra Tschörtner hält sich zurück,

sie will ihr Regiestudium nicht gefährden.

Angelika Andrees verteidigt „Heim“ vehement.

Doch das Urteil ist gefallen. „Heim“

verschwindet im Defa-Archiv. Und wird erst

1990 aus dem Tresor befreit.


20 * Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Feuilleton

Jeder Schritt ist eine Wunde

Es gibt nicht nur Elena Ferrante: In ihren Erzählungen und Reportagen setzte Anna Maria Ortese dem einfachen Neapel ein Denkmal

VonJörg Aufenanger

Jeder,der die Stadt mal besucht

hat, weiß, dass das nicht

stimmt: „Neapel liegt nicht am

Meer“ behauptete Anna Maria

Ortese mit ihrem 1953 erstmals erschienenen

Buch mit Erzählungen

und Reportagen. Eine Provokation

war dieser Titel, für die sie hat büßen

müssen. Andererseits gibt es durchaus

Viertel Neapels, die nicht am

Meer liegen. Schon mit der ersten

Geschichte des Buchs „Die Brille“

führt uns die Autorin in die dunklen

Niederungen der Stadt.

Die kleine, fast blinde Eugenia

bewohnt mit ihrer Familie ein

Basso. So werden die Wohnungen

genannt, die im Parterremit stufenlosem

Zugang zur Straße oder zum

Innenhof liegen. Vondort aus sieht

man die Sonne nicht, geschweige

denn das Meer. Tante Nunziata will

ihrer Nichte eine Brille kaufen, damit

sie doch etwas sehen kann. Und

so geht sie mit ihr zu einem Optiker,

bestellt eine Brille. 8000 Lire für

zwei Gläser, was für ein Vermögen

seufzt sie, meint zu Eugenia: „Es ist

besser, man sieht die Welt nicht, als

dass man sie sieht“.

Doch als das Mädchen beim Optiker

eine Brille zur Probe aufsetzt und

auf die Straße schaut, geschieht das

Wunder.Plötzlich erblickt sie,was sie

bisher nur erahnen konnte: Menschen,

die in dem schicken Geschäftsviertel

flanieren. Zugleich

schaut sie in eine ihr unbekannte

Welt, die so verschieden ist vonder,in

der sie wohnt. In acht Tagen wird sie

die Brille abholen können. Derweil

lebt sie in einer Verzückung, genährt

durch die Erwartung. Doch als sie die

Brille schließlich zu Hause aufsetzt,

kommt der Schrecken: Sie sieht alles

Blick in die Altstadt von Neapel

verkleinert, und die Häuser um sie

herum stürzen auf sie ein. Ist eseine

falsche Brille oder wollen ihre Augen

nicht sehen, was sie sieht? Sie bricht

zusammen, erbricht sich. Das Basso

erscheint noch dunkler als je zuvor

und Tante Nunziata jammert: „Achttausend

Lirebares Geld.“

Als „Neapel liegt nicht am Meer“

erscheint, es sind die Fünfzigerjahre,

wirdAnna MariaOrtese angefeindet

und verleumdet, so dass sie aus Neapel

flieht und durch Italien vagabundiert.

Ihr bleibt eine unstillbare

Sehnsucht nach ihrer Heimatstadt.

„Jeder Schritt ist eine Wunde“, notiertsie.

Sie lässt sich in Rapallo nieder,

schreibt weiter, sie kann nichts anders,

Erzählungen, Romane, Reportagen,

die kaum wahrgenommen

werden. Obwohl sie 1967 den Premio

Strega erhält, den wichtigsten italienischen

Buchpreis. Erst vier Jahre

vorihrem Toderscheint im Jahr 1994

„Neapel liegt nicht am Meer“ erneut.

Auch dann wird sie von den großen

Zeitungen Italiens heftig attackiert,

LITTLECLIE

man wirft ihr immer noch vor, sie

habe die Stadt beschmutzt, wobei sie

doch nur den Schmutz der Armenviertel

beschrieben hat –und das in

brillanten Erzählungen, die große Literatur

sind.

Nicht nur in „Die Brille“ zeigt sich

ihreKunst, sondernauch in „Gold in

Forcella“. In diesem Quartier Neapels

inmitten der quirligen Stadt haben

die Rufe der Menschen den„Ton

einer Klage“. Forcella ist die Absteige

zur Armut. „Dieses Neapel lag nicht

am Meer. Ich war sicher, dass niemand

es gesehen hatte oder sich

dran erinnerte.“ Goldgeschäfte reihen

sich aneinander, indenen die

Armen ihr restliches Gold verkaufen,

zu betrügerischen Preisen. Doch

Zentrum des Quartiers ist das Leihhaus,

in denen vor allem Frauen

Schlange stehen, um ihre Habe zu

verpfänden und den abschätzigen

Blick des Angestellten ertragen müssen,

der erbarmungslos das Urteil

wie ein Fallbeil spricht: den Preis.

Diese Szenen beschreibt Ortese

in ihrer reportageartigen kunstvollen

Prosa so anschaulich, als wäre

nicht nur sie mitten im Geschehen,

sondern die Leserin, der Leser mit

ihr. In„Familie“ lernt man eine unverheiratete

Frau um die vierzig kennen,

die ihreGroßfamilie ernährtmit

dem kleinen Wollgeschäft, das sie

führt. Anastasia hat, „ohne es zu

merken, jede Hoffnung auf ein persönliches

Glück verloren.“ Doch am

Morgen des Weihnachtstags erzählt

ihr Bruder, erhabe Antonio getroffen,

der sie aufsuchen wolle.Der war

ihre unerwiderte Jugendliebe und

nun ist sie wie elektrisiert, macht

sich Hoffnung auf ein anderes, ein

richtiges Frauenleben mit ihm, wartet.

Jedesmal wenn es nun an der Tür

klingelt, kann es doch nur er sein,

doch er ist es nicht, während im

Haus der Schlager „Alles ist vorüber“

aus allen Radios plärrt. Wiedie Autorinesvermag,

die Existenz dieser für

sich verlorenen Frau einfühlend in

alle Nuancen ihrer empfindsamen

Seele zu erzählen, ist faszinierend.

In der Reportage „Die Stadt wider

Willen“ führtuns die Autorin in

ein Armenasyl, in dem Menschen

dahinvegetieren ohne jegliche

Hoffnung auf einen neuen Tag.

Neapel am Abgrund zur Vorhölle.

Erschütternd.

Es gibt nicht nur Elena Ferrante,

die in ihren Romanen von dieser

Stadt am Meer erzählt. Für sie als viel

jüngere war Anna Maria Ortese eine

Vorläuferin und auch ein Vorbild.

Doch die hat die versteckte Realität

Neapels schonungsloser geschildert,

die sie die „perverse Wirklichkeit der

Stadt“ nannte.

Anna MariaOrtese:Neapel liegt nichtam

Meer. Erzählungen. Ausdem Italienischen von

Marianne Schneider.Friedenauer Presse, Berlin

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LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 21

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Feuilleton

Sie mobbten

und sie

schlugen ihn

Robert Musils „Törless“ im

Kleinen Theater

VonIrene Bazinger

Die Schüler:Justus Verdenhalven, Fabian

Oehl, Marco Litta, AnthonyPaul KLEINES THEATER

Mit seinem Roman „Der Mann

ohne Eigenschaften“ schrieb

Robert Musil Literaturgeschichte –

auch wenn er das große Werk, von

dem zwei Bände 1930 und 1933 erschienen,

nicht vollendete.Wie eine

Studie dazu lässt sich sein früher Roman

„Die Verwirrungen des Zöglings

Törleß“ (1906) lesen, der quasi die

Vergangenheit der späteren Hauptfigur

Ulrich ausbreitet.

Unter dem Titel „Törless“ hat Borisvon

Poser nun im Kleinen Theater

die komplexe Internatsfabel auf die

Bühne gebracht. Ein paar schäbige

Metallbetten sind vorn aufgereiht

und bilden eine Art Schutzwall zum

harten Geschehen. Vier junge Männer

in militärisch anmutenden

Schuluniformen treten mit helmartigen

Kopfmasken auf, als wären sie

Törless mal vier.Nach und nach entwickeln

sie sich dann zu anderen

Personen. Einzig Fabian Oehl bleibt

konstant Törless. Anthony Paul und

Justus Verdenhalven spielen mehrere

Rollen und vorallem zwei seiner

Mitschüler. Marco Litta gibt Basini,

der nach der Aufdeckung eines Diebstahls

zum Opfer wird.

DasMobbing ist subtil wie brutal,

er wird gebrochen und gedemütigt,

vergewaltigt und geprügelt. Während

die einen ihre sadistischen

Quälereien genussvoll ausweiten,

folgt ihnen Törless passiv und mit

eher philosophischem Interesse.

Ganz kann er sich der Gruppendynamik

freilich nicht entziehen, will sich

aber auch nicht entschließen, Basini

zu helfen. Er verspürt einen starken

„innerlichen Hunger“ angesichts des

ihm völlig sinnlos erscheinenden

menschlichen Tuns im allgemeinen.

Darauf reagiert er, indem er mit seinem

„Gehirnturnt“ und über allerlei

„Denknotwendigkeiten“ grübelt.

Boris von Poser findet in seiner

klaren, klugen Inszenierung für diese

Gedankenexperimente eindringlich

stilisierte Bilder –und ebenso für die

geradezu mechanisch ausgeübten

Gewaltakte, die Basini über sich ergehen

lassen muss. Mit hochkonzentrierter

physischer Energie wird

eine Choreographie aggressiver Ausbrüche

gezeigt, bei der kein Theaterblut

fließt und das Publikum vonkeinem

nackten Grauen überrumpelt

wird. Ob bei einer Prostituierten

oder im Internat, es sind abgefeimte

Gesten der Arroganz und kalkulierte

Eruptionen von Rohheit, mit denen

die Elite-Bürschchen ihre künftigen

Herrschaftsansprüche anmelden.

Immer wieder erklingt schillernde,

rhythmisch pulsierende Musik

von Wolfgang Böhmer, die sie

sublim steuert und antreibt. Kunstvoll

puristisch und zielgenau erzählt

Boris von Poser mit dem hervorragenden

Ensemble vondieser herzlosen

Pubertät, die in ihrer psychologischen

Verästelung schon subkutan

die Machtpathologien des Nationalsozialismus

andeutet.

Törless 15.,17.1., 1., 2., 29.2., Kleines Theater,

Südwestkorso64, Tel. 821 20 21

„Ich schau ja nur“

Sebastian Krämers neues Chanson-Programm in der Bar jeder Vernunft: „Das Beste gestrichen“

VonIrene Bazinger

Kann sein, dass sein Himmel

manchmal voller Geigen

hängt, denn Sebastian

Krämer ist ein

Mensch mit dem Talent zum Glücklichsein.

Das ist für einen Kabarettisten

und Liedermacher nicht unbedingt

selbstverständlich, zehren

viele in dieser Branche doch eher

von ihrer Melancholie oder ihrem

Kulturpessimismus.

Nicht, dass Krämer, vor 44 Jahren

in Ostwestfalen geboren, davon gänzlich

frei wäre. Wichtig ist ihm jedenfalls

die Balance zwischen den unterschiedlichen

emotionalen Zuständen

und die Spannung zwischen Euphorie

und Schwermut. Das würde er

freilich nie auf diese Art äußern, er

pflegt eine feinereArt des Ausdrucks:

„Wovon träumst du wohl gerade?/

Ist’sein schöner Traum, mein Schatz?

/Wohin führen dich Morpheus Pfade?

/Ich bin da und mach Rabatz!“ heißt

es etwa in „Wovon träumst du“, oder:

„Wir wurden in Wolfsmilch gebadet/und

hat’s uns vielleicht geschadet/Komm

wir gründen ’ne Band /

oder ich werd’ Präsident“ in „Mein

Bruder“ (2015). Im Grunde,sagt er am

Telefon, geht es ihm so, wie es Friedrich

Hollaender in seinem Chanson

„Wenn ich mir was wünschen dürfte“

geschrieben hat: „Denn sobald ich

gar zu glücklich wäre,/Hätt ich Heimwehnach

dem Traurigsein.“

16 Streicherinnen und Streicher

Seit über 25 Jahren steht Sebastian

Krämer bereits auf allen möglichen

Kleinkunstbühnen und wurde mit

zahlreichen Ehrungen vom Deutschen

Kabarettpreis bis zum

Deutsch-Französischen Chanson-

Preis gewürdigt. DasMarkenzeichen

des so geistreich-witzigen wie musikalisch-virtuosen

Kabarettisten mit

der geschärften Edelfeder ist die

doppelt bis dreifach gebundene Krawatte.

Sie verleiht seinem gesittetgediegenen

Aussehen die exzentrische

Note. Meist begleitet sich Krämer

beim Singen selbst am Klavier –

leicht, luftig, amüsant. Aber für drei

Auftritte in der BarjederVernunft hat

er sich nun zur Unterstützung rund

16 Streicherinnen und Streicher geholt.

Deshalb heißt dieses Programm

aus alten und neuen Liedern

„Das Beste gestrichen“, also vonersten

und zweiten Geigen, Bratschen,

Sebastian Krämer ist ein charmanter Hans-guck-in-die-Luft.

Celli und Kontrabässen interpretiert,

die Burkhard Götze als „Sonnenunter-Gang“

leitet. Bloß was ist das

Beste,das er je geschaffen hat?

„Na ja, darüber kann man lange

streiten“, meint er fröhlich, und

GERALD VON FORIS

welche Songs er dann auf seine

nächste CD –mit Streicherarrangements

–übernehmen wird, ist noch

nicht sicher: „Man muss die Dinge

einfach mal ausprobieren und prüfen,

wie sie vor Publikum klingen.“

Gründlich geirrt

Und wie werden all diese Musiker

und ihre Instrumente auf die nicht

gerade riesige Bühne in der Bar jeder

Vernunft passen?

Kann sein, dass ein paar in den

vorderen Logen sitzen und nach hinten

ist außerdem genug Platz: „Das

klappt schon“, bleibt Krämer,der erprobte

Optimist, gelassen. Er kennt

den Betrieb außer von seinen vielen

Auftritten auch als Co-Direktor des

Zebrano-Theaters in Friedrichshain,

das er 2005 zusammen mit Hans-

Kaspar Aebli gegründet hat. Dort

moderiert der Chansonnier weiterhin

an jedem ersten Sonntag im Monat

den „Club Genie und Wahnsinn“

mit wechselnden Gästen.

Gern über Bande

Am wichtigsten ist dem dreifachen

Familienvater in seinem Arbeitsleben

allerdings das Dichten und Musizieren,

ohne das wäre ernicht so

glücklich wie jetzt. In seinen Liedern

erzählt er, poetisch und ironisch gefärbt,

wie ein geübter Billardspieler

gern über Bande, also indirekt ins

Ziel findend. In seiner Kompositionen

ist ihm dagegen die offene Emphase

nicht fern, und das sollen

demnächst die Streicher zeigen, die –

über die Ohren hinaus –inunseren

Herzen starke Gefühle und romantischen

Schmelz respektive Schmalz

auslösen. Verbirgt sich da eventuell

ein Schatten von Roy Black hinter

dem eloquent-geschliffenen Liedermacher

mit seiner abständigen Beobachterpose?

„Nein, hoffentlich nicht!“, fleht

Krämer entsetzt, doch ganz ohne

Druck auf die Emotionsdrüsen geht

eben auch seine kreative Chose

nicht. Und wenn es in seinem Lied

„Flugzeuge über meinem Garten“

sophisticated heißt, „Ich schau ja

nur“, ist das mehr als eine Zeile.

Denn„der eigene Blick“ ist dasWichtigste

für einen Künstler,„die subjektivePerspektiveund

der persönliche

Ausdruck“. Ob mit oder ohne Geigen,

Sebastian Krämer ist ein charmanter

Hans-guck-in-die-Luft, der

dem Großen im Kleinen schmeichelt

und das Kleine breitwandig-vollinstrumentiert

abendfüllend auszubreiten

versteht: Das Beste nicht weggestrichen,

sondernunterstrichen.

Sebastian Krämer:Das Beste gestrichen

Mi, 15., Do 16., Sam 18.1., jew. 20 Uhr,Bar jeder

Vernunft, Tel. 883 15 82

Nach einst strikter Ablehnung verlegt sich Dieter Hallervordens Schlosspark Theater nun auch auf Musicals

VonBirgit Walter

Gegen das habe ich nichts in der

Hand.“ Dasist ein zentraler Satz

in dem Musical „Ich bin nicht Mercury“.

Eine Frau verliert ihren Geliebten

an einen Mann –und kann

nicht mal um ihn kämpfen. Denn gegen

das, wie es in dem Stück immer

so schön heißt, kann sie wahrlich

nichts ausrichten. Diesen Konflikt

um sexuelle Orientierung rückt der

Autor und Regisseur Thomas Schendel

in seinem Musical mit Songs von

Queen ins Bild: Ein Stück mit den

großen Songs der Band, das die Konflikte

ihres einzigartigen Sängers

thematisiert, der ja damals seine Bisexualität

nicht öffentlich ansprach.

So kann man es machen, so funktioniertein

spannendes und witziges

Jukebox-Musical. Es lebt natürlich

vondieser feinen Auswahl unsterblicher

Queen-Titel, aber auch von einer

knappen, wiewohl stimmigen

Rahmenhandlung, die nur einmal

ganz kurzins Kitschige abdriftet.

Es geht um eine Cover-Band,

die eigene Versionen von Queen-

Songs in einem Studio aufnehmen

will, sich vorher in den Proben

aber in eifernde Auseinandersetzungen

vertieft. Chris im Glitzerhemd,

verhöhnt als Goldfasan, hat

in dieser Band das Sagen. Er ist eigentlich

liiert mit der schönen

Sängerin Lisa, räumt dann irgendwann

seine Homosexualität ein.

Auch die beiden anderen Bandmitglieder

steuern überraschende

Lebensgeschichten bei.

Als das Publikum am Ende das

Abends zu stürmischem Applaus

aufspringt, beglückt von diesem

Abend mit großartigen, stimmgewaltigen

Darstellern –Thomas Borchert,

Sophie Berner (alternierend:

Frederike Haas), Marco Billep und

bekamen die Vorgänger –ein kleiner

Ableger der Stage Entertainment

– keine Subventionen vom

Senat, sondern zahlten im Gegenteil

5000 Euro Miete im Monat. Es

konnte nicht gut gehen.

Hallervorden investierte damals

in die Renovierung und kündigte

vollmundig an, hier wolle er sein

Geld begraben, um „gehobenes bürgerliches

Sprechtheater zu machen,

keinen Boulevard, nichts Komödiantisches“.

Auf keinen Fall Musical!

„Dagegen hat sich der Geist des

Theaters gewehrt!“ tönte er und reklamierte

Respekt vor der Tradition.

Na gut, das Traditionshaus hatte zuvor

Heribert Sasse trotz Millionensubventionen

in den Ruin geschickt.

Das wäre Hallervorden wohl

nicht passiert, aber auch er hat

gründlich geirrt. Verlangte –anders

als versprochen –schon nach dem

ersten Jahr Staatsgeld für seinen

Theaterbetrieb. Konnte das Schlosspark

Theater so glücklicherweise

wieder etablieren. Vor allem durch

diesen unterhaltenden Mixaus Boulevard,

Theater und Komödiantischem.

Unddieses Musical wird besonders

zum Erfolg beitragen.

Sie sind die Champions: Akteure des Queen-Musicals DERDEHMEL/URBSCHAT

TOP 10

Michael Ernst an der Seite vonHarry

Ermers Band –erinnert man sich an

die Neueröffnung unter Dieter Hallervorden

vorzehn Jahren. Mitwelch

hochmütiger Verachtung der neue

Theaterdirektor, der seine erste Million

mit Didis Blödelhumor verdient

hat, über seine Vorgänger im Haus

hergezogen war.

Die hatten hier Musicals ganz

ähnlichen Zuschnitts wie Hallervorden

heute ausprobiert, mit Enthusiasmus,Witz

und klasse Künstlern.

Aber anders als Hallervorden

Ichbin nicht Mercury bis 23.2. Schlosspark

Theater.Karten: 78 95 66 71 00

Der

große

Favorit

Elf Nominierungen für

„Joker“ mit Joaquin Phoenix

Mit elf Nominierungen geht der

Film „Joker“ als großer Favorit

in das diesjährige Oscar-Rennen.

Der düstere Comic-Thriller von Regisseur

Todd Phillips hat unter anderem

Chancen auf Auszeichnungen

in den Kategorien als bester Film, für

Regie und Hauptdarsteller Joaquin

Phoenix. Jeweils zehn Nominierungen

gab es für „The Irishman“,

„1917“ und „Once Upon aTime in

Hollywood“. Diese Filme sind ebenfalls

in der wichtigsten Kategorie für

den besten Film nominiert.

Außerdem haben die Regisseure

dieser Werke Chancen auf

einen Regie-Oscar: Martin Scorsese

(„The Irishman“), Sam Mendes

(„1917“) und Quentin Tarantino

(„Once Upon aTime in Hollywood“).

Das teilte die Oscar-Akademie

am Montag mit.

Brad Pitt und Laura Dern haben

Chancen auf den Oscar als beste Nebendarsteller.

Pitt wurde für seine

Rolle als Stuntman in Quentin Tarantinos

„Once Upon aTime in Hollywood“

nominiert, Dern für ihren

Auftritt als Scheidungsanwältin in

„Marriage Story“.

In der Männerriege konkurriert

Pitt unter anderem mit Al Pacino

und JoePesci aus„The Irishman“. Zu

den fünf Anwärterinnen in der Frau-

Joaquin Phoenix ist für „Joker“ als bester

Hauptdarsteller nominiert.

DPA

enriege gehören auch Scarlett Johansson

(„Jojo Rabbit“) und Margot

Robbie („Bombshell“).

Diedeutsche Ko-Produktion„The

Cave“ (deutscher Titel „Die Höhle“)

hat Chancen auf einen Oscar als

beste Dokumentation. DasWerkdes

aus Syrien stammenden Regisseurs

Feras Fayyad („Die letzten Männer

von Aleppo“) ist unter den fünf Anwärternfür

den Preis.

Bei den Golden Globes wurden

kürzlich der Kriegsfilm „1917“ von

Sam Mendes als bestes Filmdrama

und Quentin Tarantinos„Once Upon

aTime in Hollywood“ als beste Komödie

ausgezeichnet.

Für den besten nicht-englischsprachigen

Film ist dieses Mal kein

deutsches Werk nominiert. Das

Drama „Systemsprenger“ von Nora

Fingscheidt war schon Mitte Dezember

bei der Vorauswahl auf der Strecke

geblieben. Die Oscars werden

am 9. Februar zum 92. Malvergeben.

Wie schon im Vorjahr wird die Gala

auch diesmal ohne eine Moderatorin

oder einen Moderator über die

Bühne gehen. (dpa)

Sonntag,12. Januar

1 Tatort ARD 10,59 29 %

2 Tagesschau ARD 7,67 22 %

3 Biathlon, Herren ARD 5,06 29 %

4 Rosamunde Pilcher ZDF 4,79 13 %

5 heute-journal ZDF 4,66 15 %

6 Ich bin ein Star ... RTL 4,54 20 %

7 RTL aktuell RTL 4,47 16 %

8 Biathlon, Damen ARD 4,33 27 %

9 Skispringen ARD 4,29 18 %

10 Nord. Kombination ARD 4,19 23 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


22 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Der Nussknacker (Staatliches Russisches

Ballett Moskau)

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

20.00: Felix Krull -Stunde der Hochstapler

20.00 Neues Haus: Fahrenheit 451

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.00 Box: Verirrten sich im Wald (Junges DT)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Hase Hase

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00 Bruckner-Foyer: Pink -Manchmal braucht‘s nur

einen Lippenstift ...

Schaubühne (✆ 89 00 23)

18.00: Hedda Gabler;20.30: Der Fremde

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

19.00 Kantine: Tanztage2020: AChild Has Been

Beaten (Suvi Kemppainen &Josefine Mühle)

20.30 Festsaal: Tanztage2020: Aftermath

St. Matthäus-Kirche (✆ 262 12 02)

19.00: zwischen uns?

KABARETT/VARIETÉ

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

20.00: Zirkus Angela

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: HowtobecomeaBerliner in one hour?

(Karsten Kaie)

Kulturbrauerei/Soda (✆ 44 31 51 55)

18.00, 20.00 Salon: close-up-club: Zauberkunst,

erstaunlich, anders. Anm. erf.

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater Berlin (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group -The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia! -Das Musical mit den Hits von

ABBA

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Lieber Maxi als normal! (Maxi Gstettenbauer)

KLASSIK

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Piano Battle: Andreas Kernvs. Paul Cibis

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Die UnerhörteMusik, Neue und zeitgenössische

Musik des ausgehenden 20. und des 21.

Jahrhunderts

Hochschule fürMusik Hanns Eisler im Neuen

Marstall (✆ 203 09 21 01)

19.00 Krönungskutschen-Saal: Vortragsabend Violinklasse

Prof. Kolja Blacher

19.00 Galakutschen-Saal I: Vortragsabend Kontrabassklasse

Prof. EskoLaine

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (✆ 218 50 23)

20.00: Judith vanHel (Gesang), Chor Alberts fröhliche

Stimmen, Helmut Hoeft (Orgel), Vielfalt &Teilhabe

-Orgelkonzertzum 145. Geburtstags AlbertSchweitzers,

Werkevon Buxtehude, Bach, Boëllmann

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

19.00 Gr.Saal: Deutsches Filmorchester Babelsberg,

Sonia Grané (Sopran), Melissa Domingues (Mezzosopran),

Joel vonLerber (Harfe), Ltg.Aurélien Bello,

Neujahrskonzertder Volkssolidarität, Moderation: Tina

Knop -Beethoven: Ouvertüre zur Oper „Fidelio“ E-Dur

op. 72; Mozart: „Non so più cosa son“, Arie aus der

Oper „Le nozze de Figaro“; Gounod: „Jeveux vivre“,

Arie aus der Oper „Roméo et Juliette“; Ginastera: 3.

Satz aus dem Konzertfür Harfe und Orchester op. 25;

Délibes: Blumenduett aus der Oper „Lakmé“; Glinka:

Ouvertüre zur Oper „Ruslan und Ludmila“; Strauß

(Sohn): „Vom Donaustrande“, Schnellpolka op. 356;

Smetana: „Die Moldau“ aus dem Zyklus Sinfonischer

Dichtungen „Mein Vaterland“ u. a.

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

13.00 Foyer: Allan Nilles (Viola), Yannick Rafalimanana

(Klavier), Lunchkonzert, Johannes Brahms: Sonate

für Viola und Klavier Es-Dur op. 120 Nr.2;Paul Hindemith:

Sonate für Bratsche und Klavier op. 11 Nr.4

20.00: Staatskapelle Berlin, Ltg.LahavShani,

Pinchas Zukerman (Violine), Edward Elgar:Konzert

für Violine und Orchester h-Moll op. 61; Modest

Mussorgsky: „Bilder einer Ausstellung“

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

20.00: Freiburger Barockorchester,Ltg.Amandine

Beyer(Violine), Jean-FeryRebel: Les Éléments;

Élisabeth Jacquet de La Guerre: „Céphale et Procris“,

Suite; Georg Muffat: Sonate Nr.5G-Dur aus „Armonico

tributo“; André Campra: Suite aus der Opéra-ballet

„L‘Europe galante“; Rameau: „Zais“, Suite

Pierre Boulez Saal (✆ 47 99 74 11)

19.30: Young Singers I, Schubert-Woche, Franz

Schubert: Ausgewählte Lieder

St. Matthäus-Kirche (✆ 262 12 02)

19.00: Anna Fingerhuth und Ioannis Avakoumidis

(Tanz), Peter Wingrich (Orgel), zwischen uns? -Tanz

und Konzert, Werkevon Philip Glass, Simeon TenHolt

und J.S. Bach, Choreografie vonGolde Grunske

KINDER

Amerika-Gedenkbibliothek (✆ 902 26 -0)

17.00 Jugendbibliothek: Kinderbuchklassiker in der

Jurte, Vorlesestunde mitAlan Doan Minh(ab 8J.).

Anm. erf.

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Die besten Beerdigungen der Welt

(ab 5J.)

10.30: Ben liebt Anna (ab8J.)

Berlin mit Kindern (✆ 33 02 98 70)

11.00: Familienführung: Verfolgung im Nationalsozialismus,

Treff: Pariser Platz (ab 12 bis 17 J.). Anm. erf.

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

11.00: Der kleine König Dezember(ab 6J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (✆ 53 07 12 50)

10.00: Frau Holle, Theater Lakritz (ab 3J.)

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

10.30: Die fabelhaften Millibillies (ab 5J.)

Jaro Theater (✆ 341 04 42)

10.30: Mario der Eismann und der Pinguin, Puppen

und Schauspiel (ab 2bis 8J.)

Jugendmuseum Schöneberg (✆ 902 77 61 63)

14.00: Villa Global.The Next Generation

14.00: Wunderkammern-Wunderkisten

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00: Natürlich heute!, Umweltausstellung für Kinder

MACHmit! Museum für Kinder (✆ 74 77 82 00)

10.00: Aufdem Holzweg,Ausstellung über Holz

10.00: Verzweigte Schneeflocken

14.00: Glühwürmchen im Glas, Bezahlwerkstatt: 3€

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

10.00: Komm, spiel mit mir! (ab 2bis 5J.)

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Peter und der Wolf (ab 4J.)

Puppentheater Prenzlkasper (✆ 21 79 10 60)

16.00: Die Bremer Stadtmusikanten, Ulrich Müller-

Hönow

Schaubude (✆ 423 43 14)

10.00: DasHöhlenkind, Puppentheater (6 bis 10 J.)

Theater an der Parkaue (✆ 55 77 52 52)

10.00: Der Zinnsoldat und die Papiertänzerin (ab

7J.)

Film

Das Universum

des

Volker Koepp

Ineinem halben Jahrhundert

hat Volker Koepp über 60

Dokumentarfilme gedreht.

Menschen und Landschaften,

die Vergangenheit im Gegenwärtigen

sind Koordinaten

dieses Werks, das den ostelbischen

Raum zwischen dem

brandenburgischen Wittstock

und dem ehemaligen Ostpreußen

bis ins Kaliningrader Gebiet

filmisch kartographiert.

Wie entsteht ein Koepp-Film,

was macht ihn aus, welche

Rolle spielen Frauen vor der

Kamera und im Team? Fragen

wie diesen geht die Publizistin

Grit Lemke in ihrem Gesprächsband

über den Filmemacher

nach, der am heutigen

Dienstag in Wort und Bild in

der Akademie der Künste präsentiert

wird. Nach dem Gespräch

der Autorin mit Volker

Koepp und seinem Kameramann

Thomas Plenert wird

der Film „Neues in Wittstock“

gezeigt. Frank Junghänel

Unter hohen Himmeln Buchvorstellung

und Film, 19 Uhr,Akademie der Künste,

Hanseatenweg 10

Die norwegische Musikerin Tuva Hellum Marschhauser (am Keyboard) tritt unter dem Projektnamen Tuvaband auf.

Fenster habe ich 2015 mit ihrem

dritten Album „Emocean“

kennengelernt. Darauf

klangen sie wie eine

Band aus dem Hause Ghost Box, einem

Label, das sich seit den Nullerjahren

auf die sogenannte musikalische

Hauntologie spezialisiert hat,

also Musik aus falsch erinnerten

oder im Gedenken an altfuturistische

und billigsynthetische Sounds,

wie sie in den 60er- und 70er-Jahren

durch Film &TV, Schulfilme und entsprechende

Archivmusik schlichen.

Daslag zum einen daran, dass sie auf

dem konzeptuell gar nicht so weit

entfernten Berliner Label Morr veröffentlichten.

Aber das veränderte musikalische

Design von „Emocean“ kam daher,

dass es sich dabei um den Soundtrack

zu einem, gleichnamigen natürlich

auf VHS gedrehten Film handelte,

indem die Band während der

Arbeit am Album irgendwie nach

Outta Space teleportiert wird. Die

Songs waren noch stimmungshafter

angelegt als auf den beiden Alben

zuvor.Ein konsequenter Schritt, hatten

sie sich zuvor doch von einem

vage verhuschten Folkrock auf eine

verträumte und verhallte Indietronic

zubewegt –Shoegazefür Flughäfen.

Mit dem Album „The Room“ zeigen

die vier Wahlberliner (aus den

USA, Deutschland und Frankreich)

um die New Yorker Sängerin und

Künstlerin JJ Weihl sich auf überaus

einnehmendeWeise in einem individuellen

Dreampop angekommen. Es

entstand angeblich basisdemokratisch,

wie Weihl in einem Interview

erzählte: „Keiner durfte fertige Songideen

bringen, sondern nur, so

nannten wir das,Embryos.“

Thematisch handeln diese vorwiegend

von der Kluft zwischen der

objektiven und der selbst empfundenen

(oder eben erinnerten) Wirklichkeit.

Jedenfalls fanden auf diesem

Untergrund eingängige bis süße

melodische Motive aus vergangenem

psychedelischem Pop(Bababa-

Säuselchor!) mit schmurgelnder bis

krautiger Vintageelektronik, sowie

den beliebten Stimmverstrahlungen,

Hallerfahrungen und Beatverschleppungen

aus dem letzten Jahrzehntzusammen.

Ganz reizend.

Ist das noch Eigensinn oder

schon Schluckauf? So könnte vielleicht

die erste Reaktion auf den Ge-

Markus Schneider

empfiehlt die Berliner Post-Hauntologen

Fenster,die bewegten Gesangslinien der

norwegischen Dreampopperin Tuvaband

und diezornigeKonzeptwehmut von

Tusksaus London.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 8551) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 14.50,17.40,20.30

Cinema Paris (✆ 8813119) KnivesOut –Mordist

Familiensache 14.30,17.30,20.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 1026) Judy 14.00,

17.00,20.00

Delphi LUX (✆ 322 931040) Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) 15.50; Knives Out –Mord

ist Familiensache (OmU) 18.00; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise of Skywalker

(OV) 20.50; Knives Out –Mord ist Familiensache

(OV) 14.00, 17.00, 20.00; Judy (OmU)

14.45, 20.15; Judy (OV) 17.30; ARainy Day In

NewYork (OmU) 19.15; FreiesLand 13.30;Motherless

Brooklyn (OmU) 21.20; Queen &Slim (OmU)

16.10;Lara13.50;The Peanut ButterFalcon (OmU)

13.30, 19.00, 21.15; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao 16.00; Alkohol –Der globale Rausch

13.20; Miles Davis: Birth of the Cool (OmU) 15.30,

21.30; Motherless Brooklyn (OmU) 21.20; Parasite

18.00; Cats (OmU) 14.30; Einsam zweisam 19.00;

The Farewell (OmU) 16.40

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Motherless Brooklyn

20.00; Pavarotti (OmU) 17.30; Alkohol –Der globale

Rausch 17.00; Milchkrieg in Dalsmynni 18.45;

The Peanut Butter Falcon 20.30

Kant Kino (✆ 319 9866) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.00, 17.00, 20.00; Preview: Sorry

We Missed You (anschl. Diskussion) 19.30; Cunningham

13.45; Die Eiskönigin II 15.50; The Farewell

18.10, 20.30; Latte Igel und der magische

Wasserstein 13.45; Das perfekte Geheimnis 15.30;

ARainy Day In NewYork 16.40, 18.50; Die schönste

Zeit unseres Lebens 21.00; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30;Der geheime Roman

des Monsieur Pick 16.15,18.30, 20.45; Der kleine

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

14.20

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D, Atmos:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.00, 16.15,

19.30, 22.50; Die Eiskönigin II 13.20; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.00, 19.15, 22.45; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.30, 17.15; Das

perfekte Geheimnis 20.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –Star Wars: The Rise of Skywalker (OV)

22.45; Knives Out –Mord ist Familiensache 23.00;

Vier zauberhafte Schwestern 14.30; 3D: Jumanji

–The Next Level 16.45; Jumanji –The Next Level

14.00; Knives Out –Mord ist Familiensache (OV)

22.45; Joker 23.00; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.00, 20.00; Das perfekte Geheimnis

14.10; Engel für Charlie 15.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 20.15; Miles Davis: Birth of the

Cool (OmU) 23.05; Vier zauberhafte Schwestern

17.50

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 12.30;Alkohol –Der globale

Rausch 16.45; Bunuel imLabyrinth der Schildkröten

15.15; Freies Land (DFmenglU) 20.15; M.

C. Escher: Reise in die Unendlichkeit – Escher:

Het oneindige zoeken: Journey Into Infinity (OmU)

14.00; Midsommar (OmU) 22.20; Snorri & der

Baby-Schwimmclub –Dive: Rituals in Water (OmU)

11.00; Systemsprenger (DFmenglU) 18.15; 2040

–Wir retten die Welt! (OmU) 17.30; ARainy Day In

New York (OmU) 12.45, 19.20; Alva (OmU) 14.15;

Jeannette: Die Kindheit der Jeanne d‘Arc (OmenglU)

22.40; Land des Honigs –Medena Zemja: Honeyland

(OmU)16.00; DerLeuchtturm–TheLighthouse

(OmU) 20.50; Marianne &Leonard –Words of Love

(OmU) 11.00; But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) 16.45; The Farewell (OmU) 18.40;

Joker (OmU) 22.45; Mein Ende. Dein Anfang. (DFmenglU)

14.50;MotherlessBrooklyn(OmU) 11.00;

Parasite –Gisaengchung (OmU) 20.30; Die Wache

–Auposte! (OmU) 13.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Deutschstunde

16.00; Freies Land 20.15; Das Kapital im 21.

Jahrhundert –Capital in the Twenty-First Century

(OmU) 14.00; Lara 18.15; Marriage Story (OmU)

22.45; Alkohol –Der globale Rausch 17.45; Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 19.30; Midsommar

–Director‘s Cut(OmU) 21.15; Schönheit &Vergänglichkeit

14.00; Und der Zukunft zugewandt 15.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 3Engel für Charlie

14.00, 17.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

14.20, 17.10, 20.10; Cats 14.10, 17.20; Die Eiskönigin

II14.10,16.50, 20.45; The Grudge 20.10;

Hustlers 20.20;3D: Jumanji –The Next Level20.30;

Jumanji –The Next Level 13.50, 16.50, 19.50; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 14.30; Knives Out –Mord ist Familiensache

15.00, 16.45, 19.50; Knives Out –Mord ist Familiensache

(OV) 20.00; Latte Igel und der magische

Wasserstein 14.45; Le Mans 66: Gegen jede Chance

17.00; The Peanut Butter Falcon 17.50; Das

perfekte Geheimnis 19.30; Queen &Slim 17.30,

20.40;3D: SpioneUndercover: Eine wilde Verwandlung

18.00; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

15.10; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

13.45, 17.15, 20.40; IMAX 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 14.00, 17.30, 21.00; Star

Wars: DerAufstieg Skywalkers 14.45, 18.00, 20.30;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers –StarWars:The

Rise of Skywalker (OV) 21.15; Thomas und seine

Freunde: Grofle Welt! Grofle Abenteuer! 15.20;Vier

zauberhafte Schwestern 15.00, 17.45

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OmU) 20.10; Mein Ende. Dein

Anfang. (OmenglU) 18.00; Ying –Shadow (OmU)

22.20; Milchkrieg inDalsmynni –Heradid (OmU)

20.20; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

delajeune fille en feu (OmU) 22.10; Systemsprenger

(OmenglU) 18.00

HELLERSDORF

CineStar Hellersdorf (✆ 04 51/703 02 00) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00,20.00; Cats

13.30; Die Eiskönigin II 13.50, 17.00, 19.30; 3D:

Jumanji –The Next Level 19.40; Jumanji –The Next

Level 14.10, 16.30; Knives Out –Mord ist Familiensache

16.50, 19.50; Das perfekte Geheimnis

19.45; 3D: Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

17.10; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.15; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 13.45, 16.20, 20.10; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.45, 19.30; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 17.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion Hohenschönhausen (✆ 038 71/

211 41 09) 3Engel für Charlie 17.30; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 17.10, 19.50; Cats

14.40; 3D: Die Eiskönigin II 14.20;Die Eiskönigin II

14.30, 17.40; The Grudge 20.20; 3D: Jumanji –The

Next Level 14.00, 20.15; Jumanji –The Next Level

17.20, 19.45; Knives Out –Mord ist Familiensache

16.50,20.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.50;Das perfekte Geheimnis 19.30; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.45, 17.15;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.10,

16.40, 19.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.30, 17.00, 20.10; Underwater –Esist erwacht

19.40; Vier zauberhafte Schwestern 15.00, 17.00

KREUZBERG

Babylon Kreuzberg (✆ 61 60 96 93) A Knives Out

–Mord ist Familiensache (OmU) 17.30, 20.30; B

Parasite –Gisaengchung (OmU) 19.00;The Peanut

Butter Falcon (OmU) 16.45, 21.50

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Little Joe –

Glück ist ein Geschäft (OmU) 17.45, 20.00; Milchkrieg

in Dalsmynni –Heradid (OmU) 19.00, 22.15;

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –Avida

invisivel deEuridice Gusmao (OmU) 21.00

Moviemento (✆ 692 47 85) Der kleineRabe Socke

3–Suche nachdem verlorenen Schatz 13.15; Little

Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) 15.00, 17.30,

20.00, 22.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

11.30, 14.00,16.30, 19.00; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 21.30; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 22.00; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

(OmU) 10.15; Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid

(OmU) 14.45, 19.45; Systemsprenger 17.00; Thomas

und seine Freunde: Grofle Welt! Grofle Abenteuer!

12.45

Sputnik (höfe am südstern) (✆ 694 1147) Cunningham

(OmU) 16.00; Einsam zweisam –Deux

moi(OmU) 18.00; TheFarewell (OmU) 20.15;Joker

(OmU) 22.00; Alles aufler gewöhnlich –Hors normes

(OmU) 16.00; Milchkrieg inDalsmynni 18.00;

Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 19.45; Swans

–Where Does ABody End? (OmU) 22.00; Kinobar

im Sputnik Aretha Franklin: Amazing Grace (OmU)

18.00; Filmclub (OmU) 20.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) The Farewell 15.10; Judy

17.30; Parasite 20.15; New Yorck Knives Out –

Mord ist Familiensache 17.00, 19.50; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.45

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 17.30, 20.00; Cats 20.15;Die Eiskönigin

II15.00, 17.45; Jumanji –The Next Level

20.30; Knives Out –Mord ist Familiensache 17.15,

20.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

15.15; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

15.15; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.00, 17.00, 20.15; Vier zauberhafte Schwestern

15.30,17.45

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41)Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 13.15, 16.00, 18.30, 21.00;

3D: Cunningham17.45; Judy13.00, 17.45,20.00;

Mein Vater, mein Sohn und der Kilimandscharo

15.30, 20.15; Motherless Brooklyn 13.00; Thomas

und seine Freunde: Grofle Welt! Grofle Abenteuer!

15.45

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) 3

Engel für Charlie 14.00, 17.00, 20.00; Cats 14.15,

16.50; Die Eiskönigin II 14.35, 17.25, 19.50; The

Grudge 20.15; 3D: Jumanji –The Next Level 19.55;

Jumanji –The Next Level 14.00, 17.00; Knives

Out –Mord ist Familiensache 16.30, 19.45; Latte

Igel und der magische Wasserstein 14.00; Sneak

Preview 20.30; 3D: Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 17.15; Spione Undercover: Eine

wilde Verwandlung 14.10; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 20.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.10, 16.00, 19.30; Vier zauberhafte

Schwestern 14.30,17.00

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Milchkrieg in Dalsmynni

18.45; Parasite 20.45; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 17.00; But Beautiful –Nichts existiert

unabhängig (OmU) 17.45; Cunningham (OmU)

20.00; Das Kapital im 21. Jahrhundert –Capital in

the Twenty-First Century (OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 59 69) TopSecret!: 36 Husbands

(OmU) 20.00; Top Secret!: Der Dialog –The Conversation

(OmU) 22.15; Top Secret!: Die drei Tage

des Condors –The Three Days of the Condor (OmU)

17.45;Top Secret!: The Imitation Game –Ein streng

geheimes Leben (OmU) 20.00; Premiere: Kill Me

Today, Tomorrow I‘m Sick! (m. Gästen u.Gespräch)

19.30; Top Secret!: Official Secrets (OmU) 17.00;

TopSecret!: Syriana (OmU) 22.15; TopSecret!: Der

zerrissene Vorhang –Torn Curtain (OV) 17.30

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 10.15; Queen &Slim (OmU) 11.45,14.15,

17.00, 19.45, 22.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

15.00; Joker (OmU) 19.00; Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OmU) 12.45, 21.45; Yung

(OmenglU) 16.45

CineStar CUBIX Filmpalast Alexanderplatz

(✆ 04 51/703 02 00) 3Engel für Charlie 14.10,

20.20; 3Engel für Charlie –Charlie‘s Angels (OV)

23.00; 7500 –Der Film 23.15; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 11.20, 15.00, 20.20; Cats (OV)

16.40; Die Eiskönigin II 11.00, 14.00, 17.45; Die

Eiskönigin II–Frozen 2(OV) 11.30; Joker 23.15;

3D: Jumanji –The Next Level 19.45, 22.45; Jumanji

–The Next Level 13.55, 16.50; Jumanji –The Next

Level (OV) 20.10, 23.10; Der kleine Rabe Socke 3

–Suche nach dem verlorenen Schatz 13.00; Knives

Out –Mord ist Familiensache 17.00,20.00, 23.10;

Knives Out –Mord ist Familiensache (OV) 16.45,

19.45,22.50; Latte Igel und der magischeWasserstein

11.50; Das perfekte Geheimnis 19.20; 3D:

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 17.45;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 14.30;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 11.10,

14.20, 19.30, 22.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

11.25, 16.15; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –Star Wars: The Rise ofSkywalker (OV)

22.15; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers –Star

Wars: The Rise of Skywalker (OV) 17.00, 19.45;

Thomas und seine Freunde: Grofle Welt! Grofle

Abenteuer! 11.00; Vier zauberhafte Schwestern

13.35, 17.10

Hackesche Höfe Kino (✆ 283 46 03) The Farewell

(OmU) 16.45, 21.15; Der geheime Roman

des Monsieur Pick –Lemystere Henri Pick (OmU)

14.30, 19.00; ARainy Day In New York (OmU)

14.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 16.30,

19.15; Wild Rose (OmU) 22.00; Little Joe –Glück

ist ein Geschäft (OmU) 14.15, 19.00; Marriage

Story (OmU) 21.15; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 16.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

14.15, 16.45, 19.15; Einsam zweisam –Deux moi

(OmU) 21.45; Aquarela (OmU) 15.00; Jeanne d‘Arc

–Jeanne (OmU) 22.00; Judy (OmU) 17.00,19.30

International (✆ 24 75 60 11) Knives Out –Mord

ist Familiensache (OmU) 15.00, 21.00; Queen &

Slim (OmU) 18.00

Z-inema (✆ 28 38 91 21)Guitar Men–TheDarkest

Secret ofRock‘n Roll (OmU) 20.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Tisa und Jens-

Peter.Eine Freundschaft 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Aman Reis Duymasin 20.15; Baba Parasi (OmU)

16.30, 19.30; Cats 17.00; Cep Herkülü: Naim

Süleymanoglu – Pocket Hercules (OmU) 14.00;

Die Eiskönigin II 14.20, 17.15; The Grudge 20.15;

Jumanji –The Next Level 14.00, 16.55, 20.00; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 14.20; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.05,19.55; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.00; Mucize Ask 20.00; 3D: Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 17.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30; 3D: Star

Wars: DerAufstieg Skywalkers 14.00, 16.10, 19.40;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 19.00;

Underwater –Esist erwacht 19.45;Vier zauberhafte

Schwestern 14.45,17.10

IL KINO (✆ 91 70 29 19) CARDO –South American

Short Film Program (OmenglU) 19.00; The Farewell

(OmenglU) 21.00; Land des Honigs –Medena

Zemja: Honeyland (OmU) 15.40; MilchkrieginDalsmynni

–Heradid (OmU) 17.20; Die Sehnsucht der

Schwestern Gusmao –Avida invisivel deEuridice

Gusmao (OmU) 13.00; Systemsprenger (DFmenglU)

10.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Queen &Slim (OmU)

16.30,19.30, 22.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 15.00, 17.45, 20.30; Joker (OmU)

20.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 20.30;

Motherless Brooklyn (OmU) 17.30, 21.30; Sneak

Preview22.30; Systemsprenger15.00; Miles Davis:

Birth of the Cool (OmU) 17.30, 20.00; Alkohol –Der

globale Rausch 15.00; Judy (OmU) 16.30,19.00


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 23

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

sangsstil ausfallen, den die norwegische

Sängerin Tuva Hellum Marschhäuser

als Tuvaband pflegt. Sie erinnertanDolores

O’ Riordan, die 2018

verstorbene Sängerin der Cranberries.

Deren wegquietschender Tonfall

(„Zombie“) ging mir immer auf

die Nerven. Marschhäusers forcierte

Übernahme finde ich indes ziemlich

okay, was mit der Funktionstüchtigkeit

eines Avantgardeaxioms aus

dem Jazz des mittleren 20. Jahrhunderts

zu tun haben könnte: „Wenn

du eine falsche Note spielst, spiel sie

noch mal. Dann denken die Leute,es

ist richtig.“

Vielleicht hatesaber auch nur damit

zu tun, dass mir die nur selten

sich aufraffende 50-shades-of-

Kränklichkeit-Laune aus verwehten

Gitarrenechos und verwunschenen

Sound- und Synthieschwaden besser

gefällt als der robuste Emo-Indie

der Iren. Sinnig, dass Tuvaband uns

auf dem Cover von „I Entered the

Void“, dem noch frischen zweiten

Tuvaband-Album, als grüngesichtiges

Negativporträt anschaut. Sie ist

2018 nach Berlin gezogen, wo sie

sich der sozialen Isolation hingab,

sagt sie. Daher der LP-Titel, daher

Eigensinn oder

Schluckauf?

Junge Melancholiker verschiedener

Indieorientierung denken über das Leben nach

POP

Fenster 18.1., Hau 1, 20 Uhr.

Tuvaband 19.1., Berghain Kantine. 21

Uhr.

Tusks 21.1., Berghain Kantine. 20 Uhr,

Am Wrietzener Bahnhof

GETTY IMAGES

auch die Beschäftigung mit Ängsten

und Einsamkeit. Auf Dauer strengt

die Stimmmanier aber wie das unentwegte

Moll-Zittern schon ein

bisschen an.

So von innen her nicht gut drauf

scheint auch Emily Underhill aus

London zu sein. Sie zeigt die zeitgemäßen

Symptome von viel Hall auf

den Harmonien und Gezische auf

den Drums, dazu nahe liegende

Mollvorlieben und einen Gesang,

der sich im Auf- und Absehnen verliert.

Das führt natürlich zu einigen

hübsch zeitgemäßen Liedern, denn

Poplebtjavon einer gewissen Übereinkunft,

wie man das jeweils jugendliche

Bangen musikalisch umzusetzen

habe. Das lässt sich auch

daran erkennen, dass sie zum Beispiel

noch im Zorn wehklingt wie in

„Peachy Keen“, wo sie–anlässlich einer

offenbar kläglichen britischen

Parlamentsdebatte zum Upskirting –

ein ewiges Rätsel des Weltverstehens

angeht: „Wie kann man eigentlich

glücklich sein“, fragt sie,„wenn man

so einArschloch ist?“

Nein, auch sie findet keine Antwort.

Damit scheint mir die Melancholie

hinreichend begründet.

Fotografie

Spielplätze

der

Welt

Fußballtempel“ heißt eine

Bildserie des Fotografen

Rainaldo Coddou H, in der

dieser die Stadien der Welt aus

einer immergleichen Perspektive

aufgenommen hat. Der

Fotograf befindet sich im Innern

der Arena und bildet sie

durch ein Fischeye-Objektiv

ab, so dass das Spielfeld im

Bildzentrum leicht gebogen

erscheint. Diese Verzerrung

der Wirklichkeit eröffnet gerade

durch die serielle Annäherung

die sakrale Dimension,

die Fußball als Spiel, Ritual

und Zusammenkunft kennzeichnet.

Es lohnt sich, anhand

vonBildernüber Fußball

zu reden, und der Sportjournalist

und Autor Christoph

Biermann hatsich dazu neben

Rainaldo Coddou Hauch Sebastian

Wells eingeladen, der

für die Berliner Zeitung die

großen Sportereignisse bereist

und diese gerade auch neben

dem großen Spielplatz wahrnimmt.

HarryNutt

Fußballsalon DT-Kammerspiele, 20.15

Uhr, Schumannstraße 8

LITERATUR/VORTRAG

Akademie der Künste Hanseatenweg

(✆ 200 57 20 00) 19.00 Studio: Unter hohen

Himmeln. Das Universum Volker Koepp, Buchpräsentation

undFilm mit Volker Koepp, Grit Lemke, Thomas

Plenertu.a.

Bauhaus-Archiv -Museum für Gestaltung

(✆ 254 00 20)18.30: original bauhaus übungsbuch,

Buchvorstellung und Gespräch mit Friederike

Holländer, Nina Wiedemeyer, Sarah Lamparter

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

20.30: „Da kann man nichts machen...“ Ein Abend

der Erinnerung an Ingomar vonKieserizky

Helene-Nathan-Bibliothek (✆ 902 39 43 42)

18.00: LEA Leseklub

Karl-Liebknecht-Haus (Kleine Alexanderstr.28)

10.00: Seniorenklub:„VonLenin lernen, es anders

zu machen“, Prof. Dr.Michael Brie, Vortrag zum 150.

Geburtstag W. I. Lenins, Moderation: Dr.Siegfried Wein

Literaturforum im Brecht-Haus (✆ 282 20 03)

20.00: Solidarität, Heinz Bude, Buchvorstellung und

Gespräch, Mod.: IngoArend

Schaubühne (✆ 89 00 23)

19.30 Globe:Meyerhoff liest Meyerhoff, Joachim

Meyerhoff, mehrtägigeWerkstatt-Lesung

Zimmer 16 (✆ 48 09 68 00)

20.00: Rakete 2000 rockt Pankow,Lesebühne

FÜHRUNG

Bärentouren (✆ 015 20 -5 22 67)

14.00: Architekturführung zu den berühmtestenBauten

Preußens und Berlins: Die Hohenzollernund ihre

Baumeister,Treff: Granitschale, Lustgarten. Anm. erf.

16.00: Geschichte der Berliner Mauer -Ab„Checkpoint

Charlie“ entlang der bekanntesten Mauerrelikte,

Treff: Wachhäuschen „Checkpoint Charlie“, Friedrichstr..

Anm. erf.

20.00: Kriminaltour:Verbrechen, Gerichtsfälle und

Richtstätten im alten Berlin, Treff: Heiliggeistkapelle,

SpandauerStr.1.Anm. erf.

Meyers Stadtgänge (✆ 4423231)

11.00: DasWeinbergsviertel am Rosenthaler Platz,

Alter Garnisonsfriedhof, Heinrich Heines Denkmal,

bis in Schinkels schönste Kirche St. Elisabeth, Bernd

S. Meyer, Treff: Apotheke, Torstr./EckeWeinbergsweg.

Anm. erf.

KONZERT

A-Trane (✆ 313 25 50)

21.00: KarlSchloz -Made in Berlin, special guests:

TalBalshai (p), StueyKemp (b), Max Grevenbrock (dr)

Auster Club (✆ 611 33 02)

20.00: Berlin Syndrome

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Bott-Harlan-Weiser Trio

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Reggie Moore Trio, Cookin‘ with Jazz

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

20.00: Matti Klein SoulTrio feat. RobertKeßler (git)

Cafe Tasso (✆ 48 62 47 08)

20.00: Monktage

Hintersee Bar (GreifenhagenerStr.55)

20.30: Roz MacDonald Trio

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Gur Liraz Quartet

Silent Green Kulturquartier (✆ 46 06 73 24)

20.00: Black Midi

Theater untermDach (✆ 902 95 38 17)

20.00: Allan Praskin (sax) &Friends, Jazz am

Helmholtzplatz

MUSEEN

Alte Nationalgalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Kunst des 19. Jahrhunderts, Spitzweg,Manet,

Renoir,Cézanne u. a.

10.00: Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der

Nationalgalerie vor1919, Di-So/Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

Altes Museum (✆ 266 42 42 42)

10.00: AntikeWelten. Griechen, Etrusker und Römer

10.00: StarkeTypen. Griechische Porträts der Antike,

Di-So/Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Bode-Museum (✆ 266 42 42 42)

10.00: Museum für Byzantinische Kunst

10.00: Skulpturensammlung

10.00: Bronzenwie Tiere, Di-So/Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

Bröhan-Museum (✆ 32 69 06 00)

10.00: Nordic Design. Die Antwortaufs Bauhaus

10.00: Blackbox #8: Abschied und Anfang.Ostdeutsche

Porträts 1989-1990, Stefan Moses, Di-So/

Feiert. 10-18 Uhr

Deutsches Historisches Museum (✆ 20 30 40)

10.00: Die Armbrust -Schrecken und Schönheit

10.00: Wilhelm und Alexander vonHumboldt, tgl.

10-18, Do 10-20 Uhr

Gemäldegalerie (✆ 266 42 42 42)

10.00: Europäische Malerei vom13. bis zum 18.

Jahrhundert, Bruegel, Dürer,Rembrandt u. a.

10.00: Virtuose Varianten aus der Werkstatt Gerard

ter Borchs

10.00: Zu Mantegna und Bellini: Kunsttechnologie

und Restaurierung

10.00: Raffael in Berlin. Die Madonnen derGemäldegalerie

10.00: The Last Judgement Sculpture, AnthonyCaro

10.00: Das Leben Raffaels -Zwölf Radierungen von

Johannes Riepenhausen, Di-Fr 10-18, Do 10-20, Sa/

So/Feiert. 11-18 Uhr

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (✆ 39 78 34 11)

10.00: Die Sammlungen. The Collections. Les

Collections

10.00: Preis der Nationalgalerie 2019, Pauline

Curnier Jardin, Simon Fujiwara, Flaka Haliti, Katja

Novitskova

10.00: Bergama Stereo. Musikwerkebildender

Künstler,Cevdet Erek

10.00: The Voice Before the Law, Lawrence Abu

Hamdan

10.00: Zeit für Fragmente, Di-Fr 10-18, Do 10-20,

Sa/So/Feiert. 11-18 Uhr

James-Simon-Galerie (Bodestr.)

10.00: Nah am Leben-200 Jahre Gipsformerei, tgl./

Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

Kulturforum (✆ 266 42 42 42)

10.00: Micro Era. Medienkunst aus China, Di-Fr 10-

18, Do 10-20, Sa/So 11-18 Uhr

Museum für Fotografie /Helmut Newton Stiftung

(✆ 266 42 42 42)

11.00: Helmut Newton‘s Private Property

11.00: Ludwig Windstosser

11.00: BodyPerformance, Vanessa Beecroft, Yang

Fudong,Inez &Vinoodh, Jürgen Klauke, RobertLongo

u. a., Di-So/Feiert. 11-19, Do 11-20 Uhr

Neues Museum (✆ 266 42 42 42)

10.00: Museum für Vor- und Frühgeschichte mit

Objekten der Antikensammlung

10.00: Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit

10.00: Schätzeaus dem Rhein -Der Barbarenschatz

vonNeupotz

10.00: Die Krone vonKertsch. Schätze aus Europas

Frühzeit

10.00: Berlins größte Grabung,tgl./Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

Pergamonmuseum (✆ 266 42 42 42)

10.00 Museum für Islamische Kunst: Traum und

Trauma. Wiedereröffnung der Teppichsäle

10.00: Der Babel-Bibel-Streit

10.00: Capturing the Past, tgl./Feiert. 10-18, Do

10-20 Uhr

Pergamonmuseum. Das Panorama

(Am Kupfergraben 2) 10.00: Pergamon. Meisterwerke

der antiken Metropole und360°-Panorama von

Yadegar Asisi, tgl./Feiert. 10-18, Do 10-20 Uhr

KINO

Rollberg (✆ 62 70 46 45) KnivesOut –Mord ist Familiensache

(OV) 16.00, 19.00, 22.00; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise of

Skywalker (OV) 17.20, 20.30; Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.00, 20.00; Once Upon aTime

in... Hollywood (OmU) 18.00; Queen &Slim (OV)

21.20; The Farewell (OmenglU) 17.00, 19.20; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OV) 21.40

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.50,19.40; Cats

14.15; Die Eiskönigin II 14.30, 17.10; 3D: Jumanji

–The Next Level 17.00, 20.00; Jumanji –The Next

Level14.20; DerkleineRabe Socke3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 14.40; Knives Out –Mord ist

Familiensache 19.50; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 16.40, 20.15; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 15.15, 19.15, 19.45; Vier zauberhafte

Schwestern 14.50, 17.20

Wolf (✆ 921 03 93 33) Baby Wolfgang: The Farewell

(OmU) 11.00;Jeanne d‘Arc(OmU) 18.10; Little

Joe –Glück ist ein Geschäft 21.30; Die Sehnsucht

der Schwestern Gusmao –Avida invisivel de Euridice

Gusmao (OmU) 21.00; Die Tigerentenbande

–Der Film 16.30; Una Primavera (OmU) 17.00; La-

Cinetek:Von wegen Schicksal 19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Knives Out

–Mord ist Familiensache 17.45,20.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.30; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.45, 17.20, 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Knives

Out –Mord ist Familiensache 14.50,17.40,20.30;

Freies Land 16.15, 20.50; Knives Out –Mord ist

Familiensache (OmU) 18.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00,16.40, 19.20; Judy 15.20,

19.00; Queen &Slim (OmU) 21.30; Miles Davis:

Birth of the Cool (OmU) 17.20; Parasite 20.00;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 15.00

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 0200)

Alles aufler gewöhnlich 14.20; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 13.45,16.40, 19.20; Cats 14.20;

Cats (OmU) 23.00; Die Eiskönigin II14.20; Freies

Land 21.40; Der geheimeRoman desMonsieur Pick

14.00; Judy 19.00; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 13.50; Knives Out

–Mord ist Familiensache 17.00, 19.45; Knives Out

–Mordist Familiensache (OmU) 22.40; Der Leuchtturm

– The Lighthouse (OmU) 22.50; Little Joe

–Glück ist ein Geschäft 16.30, 19.00; Milchkrieg

in Dalsmynni 20.00; Parasite 21.50; Das perfekte

Geheimnis 17.00; Queen & Slim 16.20, 19.30;

Queen &Slim (OmU) 22.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 13.45; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 15.50, 19.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers –Star Wars: The Rise ofSkywalker(OmU)

17.15, 20.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers –Star Wars: The Rise of Skywalker (OV)

22.15; Vier zauberhafte Schwestern 14.00, 16.30

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Gundermann Revier

21.30; Havelland. Fontane 19.00; Land des Honigs

–Medena Zemja: Honeyland (OmU) 17.30

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Der Balkon –The

Balcony (OmU) 18.00; The Farewell (OmU) 22.30;

Preview: Der marktgerechte Mensch 20.30; Rote

Räte –Die bayrische Revolution aus der Sicht von

Augenzeugen 17.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 3Engel

für Charlie 14.20, 17.00;Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.35, 17.15, 19.55; Cats 17.15; 3D:

Die Eiskönigin II 14.20; Die Eiskönigin II14.30,

16.55; The Grudge 19.40, 22.30; Hustlers 22.35;

Joker 22.45; 3D: Jumanji –The Next Level 19.50,

22.40; Jumanji –The Next Level 14.15, 17.00;

Knives Out –Mord ist Familiensache 14.25,16.45,

19.35, 22.35; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.30; Motherless Brooklyn 22.40; Das

perfekte Geheimnis 19.40; Queen &Slim 16.40,

19.40; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.20; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

20.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.25,

16.40, 19.15, 22.30; Stephen Kings Doctor Sleeps

Erwachen 22.35; Systemsprenger 19.50; Underwater

–Es ist erwacht 19.45, 22.30; Vier zauberhafte

Schwestern 14.30,16.55

SCHÖNEBERG

Cinema Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Das perfekte Geheimnis 14.35, 17.20,20.15

Cosima (✆ 85 07 58 02) The Irishman 20.00; Der

Leuchtturm 18.00

Odeon (✆ 78 70 40 19) Knives Out –Mord ist Familiensache

(OmU) 14.40, 20.30; Queen &Slim

(OmU) 17.30

Urania-Filmbühne (✆ 218 90 91) M.C.Escher:

Reise in die Unendlichkeit –Escher: Het oneindige

zoeken: Journey Into Infinity (OmU) 16.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Cunningham (OmU)

18.00; Judy (OmU) 20.15; Spatzenkino 10.00

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) Cats

20.10; Die Eiskönigin II 10.00, 11.50, 14.10,

16.50; 3D: Jumanji –The Next Level 19.45; Jumanji

–The Next Level 10.00, 14.45, 17.00; Der

kleine Rabe Socke 3 – Suche nach dem verlorenen

Schatz 10.00, 12.40; Das perfekte Geheimnis

20.20; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

10.00, 12.15, 14.30; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 17.00, 19.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 12.30, 15.45, 20.10; Vier zauberhafte

Schwestern 10.00, 12.15, 14.30,17.40

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 6081) Alles

aufler gewöhnlich 13.30, 18.00; Aretha Franklin:

Amazing Grace 20.15; Lara 15.45

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00, 17.00,20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) 3

Engel für Charlie 23.05; Cats 20.20; Die Eiskönigin

II 10.00, 12.15, 14.00, 16.45; Hustlers 23.00; Jumanji

–The Next Level 13.40, 16.45, 19.45, 19.50,

23.00; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 11.00; Knives Out –Mord ist

Familiensache 15.00, 19.30, 22.45; Knives Out –

Mord ist Familiensache (OV) 19.45; Latte Igel und

der magische Wasserstein 10.00, 12.00, 13.00;

3D: Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

18.00; Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung

10.00, 12.20, 14.00; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 10.00, 14.40, 17.05, 20.30; StarWars:

Der Aufstieg Skywalkers 11.00, 15.15, 19.30,

22.40

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 20.30; Die Eiskönigin II

15.00, 18.00; Jumanji –The Next Level 20.30; KnivesOut

–Mord ist Familiensache 17.45; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.15; 3D: Star

Wars:Der Aufstieg Skywalkers20.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 15.00, 17.15; Vier zauberhafte

Schwestern15.00;Zombieland 2: Doppelt hält besser

18.15, 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Kenji Mizoguchi: 47

Ronin (OmenglU) 20.00; Magical History Tour: Der

Mondmann –Man on the Moon (OV) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

3Engel für Charlie 13.00, 14.00, 19.40, 20.00,

22.45, 23.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

13.40, 17.00, 20.00; Cats 13.45, 16.40; 3D: Die

Eiskönigin II13.30; Die Eiskönigin II13.30,14.00,

17.30, 19.45; The Grudge 17.50, 20.20, 23.00;

Hustlers 15.15; Joker 19.50, 22.50; Judy 17.00,

19.30; 3D: Jumanji –The Next Level 22.50; Jumanji

–The Next Level 12.30, 14.00, 16.40, 18.00,

20.30; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 13.00; Knives Out –Mord

ist Familiensache 13.40, 16.10, 16.30, 19.40,

20.15, 23.00; Le Mans 66: Gegen jede Chance

22.50; Parasite 19.15; Das perfekte Geheimnis

16.45, 19.50; Queen &Slim 16.20, 16.30, 19.40,

21.00, 22.50, 23.00; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.00, 16.45; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.10, 16.30, 17.00, 20.00,

22.35; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 12.30,

13.15,15.40,16.30, 17.00, 19.00, 19.30, 20.30,

22.45, 23.00; Underwater –Esist erwacht 19.30,

22.30; Vier zauberhafte Schwestern 14.15, 16.45;

Zombieland 2:Doppelt hält besser 22.20

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Ava (OmU)

18.00; Mid90s (OmU) 20.00; Shoplifters: Familienbande

–Manbiki kazoku (OmU) 21.45

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50)Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.30, 17.30, 20.00, 22.30; Die Eiskönigin

II 15.00, 17.30,20.00; 3D: Jumanji –The Next Level

20.30, 22.30; Jumanji –The Next Level 14.30,

18.00; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.00; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

17.00, 20.15, 22.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

16.00, 19.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.00, 16.00

Casablanca (✆ 677 5752) ARainy Day InNew

York 18.30; Gundermann 16.00; The Peanut Butter

Falcon 20.30

CineStar – Der Filmpalast Treptower Park

(✆ 04 51/703 0200) 3Engel für Charlie 16.30,

20.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.25,

16.50, 19.45; Cats 14.10; Die Eiskönigin II14.20,

17.00; The Grudge 20.30; 3D: Jumanji –The Next

Level 20.15; Jumanji – The Next Level 14.15,

17.15; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 14.40; Knives Out –Mord

ist Familiensache 16.55, 19.40; Das perfekte Geheimnis

20.00; 3D: Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 17.25; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.50; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 16.40, 20.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.00, 17.15, 19.15; Thomas und seine

Freunde: Grofle Welt! Grofle Abenteuer! 14.25;

Underwater –Esist erwacht 20.20; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00,17.20

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 20.00; Baba Parasi

(OmU) 20.15; Cats 15.00; Die Eiskönigin

II 14.25, 17.15; Jumanji –The Next Level 14.20,

17.20, 20.00; 3D: Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 17.00; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.30; 3D: StarWars: Der Aufstieg

Skywalkers 17.00, 20.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.00, 16.30, 19.30; Underwater –Es

ist erwacht 20.20; Vier zauberhafte Schwestern

14.00,17.40

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Die

grofle Sause –Lagrande vadrouille (OmU) 18.45;

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –Avida invisivel

de Euridice Gusmao (OmU) 21.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Miles Davis: Birth

of the Cool (OmU) 20.00; Berlin-Film-Katalog: Motivsuche

18.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00)Der kleineRabe Socke

3–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.30,

14.15; Reise-Doku: Azoren 20.00; Thomas und seine

Freunde: Grofle Welt! Grofle Abenteuer! 16.00;

Die Eiskönigin II10.45, 13.00,15.15, 17.30; Joker

19.45

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Alles aufler

gewöhnlich 18.00; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 15.30;Porträt einer jungen FrauinFlammen

20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 15.15, 17.45, 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Land des Honigs 20.30; Die

schönste Zeit unseres Lebens 18.00

Capitol (✆ 831 6417) Judy 17.45; Knives Out –

Mord ist Familiensache 14.50,20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Film

und Diskussion (m. Einführung) 19.30; Ich war

noch niemals in NewYork 17.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Die Addams

Family 16.30; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 15.45, 18.15, 20.45; Freies Land 20.45; Der

geheime Roman des Monsieur Pick 20.45; Judy

15.45, 18.15; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 13.45; Latte Igel und

der magischeWasserstein 16.15; Little Joe –Glück

ist ein Geschäft 18.30, 20.45; Milchkrieg in Dalsmynni

18.45; Nur die Füfle tun mir leid –900 Kilometer

Jakobsweg 10.30, 14.15; The Peanut Butter

Falcon 14.15

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, 20.00;

Cats 16.50, 20.15; Die Eiskönigin II14.00,14.10,

16.55, 17.20, 20.00; 3D: Jumanji –The Next Level

17.00; Jumanji –The Next Level 13.45, 19.50;

Knives Out –Mord ist Familiensache 16.45, 20.00;

Das perfekte Geheimnis 19.45; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 13.45, 16.00, 20.00; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 19.00; Thomas

und seine Freunde: Grofle Welt! Grofle Abenteuer!

13.50; Vier zauberhafte Schwestern 14.10,

17.15

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 8877) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 19.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30, 17.00

CineStar Wildau A10-Erlebniswelt (✆ 04 51/

703 02 00) 3Engel für Charlie 14.00, 19.45; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.10, 17.15; Cats

16.50; 3D: Die Eiskönigin II 14.00; Die Eiskönigin

II 14.30, 17.00, 20.15; The Grudge 20.30; 3D: Jumanji

–The Next Level 20.15; Jumanji –The Next

Level 14.20, 17.10; Knives Out –Mord ist Familiensache

17.10, 19.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 15.00; Das perfekte Geheimnis 14.10,

20.00; Queen &Slim 16.50, 19.40; 3D: Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 17.20; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.45; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.00, 20.15;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 19.00;

Underwater –Esist erwacht 20.20; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15,17.30

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54)Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 20.30; Die Eiskönigin

II15.15; Jumanji –The Next Level 17.45; Die

schönste Zeit unseres Lebens 20.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.00; 3D: Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.30, 20.00; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00; Zombieland

2: Doppelt hält besser 18.00

FilmpalastOranienburg (✆ 03301/70 48 28) Die

Eiskönigin II 14.45, 17.30; The Grudge 20.10; 3D:

Jumanji –The Next Level 20.15; Jumanji –The Next

Level 17.45; Das perfekte Geheimnis 19.45; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 15.15; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 15.00, 17.00,

20.00; Vier zauberhafte Schwestern 15.30, 17.30

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

3D: Jumanji –The Next Level 19.30; Jumanji –The

Next Level 17.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Cats 18.00;

Die Eiskönigin II15.45; Knives Out –Mord ist Familiensache20.30;StarWars:Der

AufstiegSkywalkers

16.45, 19.45; Thomas und seine Freunde: Grofle

Welt! GrofleAbenteuer! 14.45


24 Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020

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Netzwerk

UPGRADE

Dies, das

und

Ananas

VonJörg Hunke

Hat sich schon mal jemand gefragt,

ob diese riesigen Displays

in den Autos noch zeitgemäß sind?

Sie haben inzwischen die Größe von

Schulheften erreicht, im Tesla sind sie

fast so groß wie ein Zeichenblock.

Aber braucht das jemand in Zukunft?

Wer seinem pubertierenden Nachwuchs

zu Hause zuschaut, welche

Geräte er wofür nutzt, dem fällt ganz

schnell auf: Eingroßer Bildschirmgehörtsogut

wie nie dazu.

Die allermeiste Zeit verbringen

unsere Tochter und ihre Freundinnen

jedenfalls mit ihrem Smartphone,

mit dem ganz selbstverständlich

auch die Netflix-Serien

und die neuesten Youtube-Videos

gestreamt werden. Warumdas so ist?

Schwer herauszufinden, weil die

Tochter zu Hause ungern spricht,

wenn sie ihr Smartphone in der

Hand hält. Das macht sie eigentlich

immer,wenn sie nicht a) Hausaufgaben

machen muss oder b) am Essenstisch

sitzt, wo sie dann mit vollem

Mund auch nicht reden kann.

Was sich aber beobachten lässt:

Mit dem Smartphone hat sie alles jederzeit

unter Kontrolle.Sie kann während

einer spannenden Serie den

Flugmodus aktivieren, damit sie

nicht gestörtwird. Siekann aber auch

den Benachrichtigungsmodus aktiv

lassen, damit sie von neuen Nachrichten

erfährt, falls die Episode der

Serie gerade nicht so spannend ist

oder besonders wichtige Nachrichten

im Anflug sind. Undsie kann das alles

im Handumdrehen ändern.

Sollte sich dieser Trend verfestigen,

werden in den Autos der Zukunft

wirklich nur sehr kleine Displays

benötigt, so groß wie Notizblocks

etwa.

Die Streaminganbieter versuchen,

auf diesen Trend zu reagieren.

So werden Sehgewohnheiten analysiert,

um herauszufinden, wohin der

Zuschauer tatsächlich schaut. Das

bedeutet konkret: Während einer

Filmsequenz sind nur gewisse Ausschnitte

einer Aufnahme scharf zu

sehen. Genau die, auf die sich das

menschliche Auge fokussiert. Das

sind oft Menschen oder Tiere. Ausstattungsgegenstände

im Hintergrund

wie Bücher oder Regale in einer

Wohnung werden nur unscharf

dargestellt. So lässt sich die Datenmenge

reduzieren –und damit auch

der Stromverbrauch. LeereBatterien

sind für Jugendliche bekanntlich die

größte Katastrophe.

Wen die ständigen Veränderungen

in der digitalen Welt nerven, der

sollte sich an die Erfindung des Farbfernsehens

erinnern. In den USA

ging es in den 50er-Jahren mit zehn

Stunden Programm pro Woche los,

die Schauspieler mussten sanfter geschminkt

werden, Hauttöne waren

ein Problem für die Kameras. Die

Farbfernseh-Reklame, so hieß das

damals, werde eine Reihe von Firmen

zwingen, ihreVerpackungen zu

modifizieren. „Zarte Pastell-Töne,

vielfarbige Behälter, eng beschriebene

Etiketts erzeugen auf dem Bildschirm

ein Farben-Rührei“, schrieb

der Spiegel. Weil sich ja auch Essgewohnheiten

ständig ändern: „Dies,

das, Ananas“, würde die vegane Jugend

heute sagen.

Jörg Hunke guckt Spiele

der Fußball-Bundesliga

auch auf dem Smartphone.

Die neue Bluetooth-Generation soll noch mehr Einsatzmöglichkeiten für Kopfhörer bieten.

Immer in Verbindung

Am Flughafen, vordem Fernseher: Der neue Standard „Bluetooth LE Audio“ soll drahtloses Hören besser machen

VonChristoph Dernbach

In der schnelllebigen Technik-

Branche gilt der Funkstandard

Bluetooth als steinalt.Vormehr

als 20 Jahren starteten der

schwedische Technikkonzern Ericsson

und der Chipriese Intel eine Initiative,

um mit der neuartigen Funktechnologie

die Kabelverbindungen

überflüssig zu machen. 1998 stiegen

auch der damalige Mobilfunk-

Marktführer Nokia und die zu der

Zeit führenden Laptop-Hersteller

Toshiba und IBM ein und verhalfen

der Idee endgültig zum Durchbruch.

Strahlenschutz bedenken

Der Name: „Bluetooth“ leitet

sich vomdänischen König

HaraldBlauzahn (englischHarald

Bluetooth) ab,

der verfeindete Teilevon

Norwegen und Dänemark

vereinte. Das Logozeigtein

Monogrammaltnordischer

Runen.

ERINNERUNG AN KÖNIG BLAUZAHN

Die Erfinder: Die Funkverfahren

wurden in wesentlichen

Teilen durch den niederländischen

Professor

Jaap Haartsen und den

Schweden Sven Mattisson

für Ericsson entwickelt. Andere

Teile wurden vorallem

vonNokia und Intel ergänzt.

Die Bedeutung: Bluetooth

bildet eine Schnittstelle,

über die sowohl mobile

Kleingeräte wie Mobiltelefone

als auch Computer miteinander

kommunizieren

können. Hauptzweck von

Bluetooth ist das Ersetzen

vonKabelverbindungen.

Der Kampf um die Sterne

HUTANGAC/ISTOCKPHOTO

In der vergangenen Woche wurde

auf der Technik-Messe CES in LasVegas

eine komplett neue Architektur

vorgestellt, die die nächsten 20 Jahre

Audio-Innovationen ermöglichen

soll. Kern der Erneuerung ist ein

neues Audioformat mit dem Namen

„Low Complexity Communication

Codec“ (LC3). LC3 reduziert gleichzeitig

den Stromverbrauch und erhöht

die Audioqualität. Bessere

Kompressionsverfahren, die unter

anderem vom Fraunhofer-Institut

für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt

wurden, sorgen dafür, dass

Audioübertragungen selbst bei niedrigen

Bitraten besser klingen als das

alte Format mit hohen Bitraten.

Der neue Standard wird unter

dem Markennamen „Bluetooth LE

Audio“ auf den Marktkommen –die

Abkürzung LE steht für „Low

Energy“, also niedrigen Stromverbrauch.

Aufdem Fundament„LE Audio“

können nun ganz neue Anwendungen

entwickelt werden. So können

künftig Hörgeräte Bluetooth unterstützen.

Damit könnten

Telefonate vom Smartphone direkt

an Hörgeräte übertragen werden –

oder Audio-Signale eines Fernsehers.

Möglicht ist auch, dass Bluetooth-Geräte

Audioverbindungen zu

mehr als einem Kopfhörer oder

Lautsprecher aufnehmen können.

Wasauch gehen wird: Dass Flugreisende

am Gate sich auf das Audio-Signal

eines Fernsehers einwählen,

der bislang lautlos vorsich herläuft.

Apple unterstützt mit seinen populären

AirPods bereits Audio-Sharing,

allerdings können sich nur zwei

Personen das Signal teilen. Diese Beschränkung

soll es künftig nicht

mehr geben. Damit kann Musik oder

Sprache an eine theoretisch unbegrenzte

Zahl vonGeräten übertragen

werden. Etwa vom Smartphone an

alle Freunde in der Nähe.InMuseen

oder anderen öffentlichen Einrichtungen

ist es mit „Broadcast Audio“

möglich, Besucher zu erreichen. Die

Audio-Streams können entweder öffentlich

wie ein kleiner Radiosender

ausgestrahlt werden oder als privater

Stream durch ein Passwortgeschützt

–ähnlich wie bei einem WLAN-Netz.

Die Fortschritte bei der Audio-

Übertragung werden die Position

vonBluetooth weiter stärken.„Letztlich

wirdesnur noch drei Funkstandards

geben: Mobilfunk, WiFi und

Bluetooth“, ist sich Ken Kolderup

von der Bluetooth SIG sicher. Langsam

verschwinden würden die Infrarot-Übertragung,

DECT für schnurlose

Telefone und Smart-Home-

Funkverfahren wie Zigbee.

Die Erfolgsgeschichte von Bluetooth

kennt allerdings nicht nur Höhen,

sondernauchTiefen. So wirddas

Koppeln von Bluetooth-Geräten von

vielen Anwendernnoch als sehr fummelig

empfunden. Manche Hersteller

versuchen, diese Klippe dadurch zu

umschiffen, dass sie alle Sicherheitsfeatures

ausschalten, um ein leichtes

„Pairing“ zu ermöglichen.

Noch ein Kritikpunkt: „Der Trend

zu portablen und mobilen Funkanwendungen

führt insgesamt zu

mehr Situationen, in denen man

hochfrequenten elektromagnetischen

Feldern ausgesetzt ist“, stellte

das Bundesamt für Strahlenschutz

(BfS) fest. Zwar gibt es bisher noch

keine Erkenntnissefür gesundheitlichen

Risiken, trotzdem rät die Behörde,

die Zahl der elektromagnetischen

Felder so gering wie möglich

zu halten. Deshalb sollte man Kabelverbindungen

bevorzugen, wenn

auf Drahtlostechnik verzichtet werden

kann.

Gefahr der Sicherheitslücken

Und dann gibt es noch Sicherheitslücken.

Auf dem jüngsten Kongress

36C3 des Chaos Computer Clubs in

Leipzig wies die Forscherin Jiska

Classen auf signifikante Sicherheitslücken

in Bluetooth-Anwendungen

hin. Bedenklich sei, dass man Bluetooth

wegen der Audio-Anwendungen

auf dem Smartphone oder Nutzungsszenarien

im Internet der

Dinge (IoT)immer aktiv habe.Damit

könne sich jeder jederzeit damit verbinden,

auch wenn es nur im Hintergrund

laufe, sagte die Forscherin

vom Secure Mobile Networking Lab

der Technischen Universität Darmstadt.„Die

Bequemlichkeit vonBluetooth

birgt ein großes Angriffspotenzial“,

warnte Classen.

Die Sicherheit von Bluetooth

hänge stark von der Sicherheit des

Chips ab, und dieser müsse dafür

Firmware-Updates erhalten, welche

die Hersteller aber nur sehr

langsam und für ältere Geräte gar

nicht zur Verfügung stellten. „Bei einem

Smartphone heißt alt in diesem

Fall häufig schon zwei bis drei

Jahre.“ (dpa mit BLZ)

Bundesgerichtshof entscheidet über die Klage einer Fitnessstudio-Betreiberin, die sich von Yelp schlecht behandelt fühlt

lenen Beiträge“, die Yelp für besonders

hilfreich oder authentisch hält.

Yelp betont, dass alle Bewertungsplattformen

so arbeiten, um

Fake-Bewertungen herauszufiltern

und kündigte eine Stellungnahme

nach dem Urteil am Dienstag an. Zu

den Auswahlkriterien gehören laut

Yelp beispielsweise die Qualität, die

Vertrauenswürdigkeit und die bisherige

Aktivität des Nutzers.ImDurchschnitt

würden ungefähr drei Viertel

aller Beiträge als empfohlen einge-

Die Fitnessstudio-Betreiberin Renate

Holland (67) fordert mehr

Transparenz von der Bewertungs-

PlattformYelp.„Diekennen doch ihren

eigenen Algorithmus nicht“,

sagte die ehemalige Bodybuilding-

Weltmeisterin, kurz bevor ihr

Rechtsstreit gegen das Online-Portal

in die letzte Runde geht. An diesem

Dienstag entscheidet der Bundesgerichtshof

(BGH) in Karlsruhe darüber,

obYelp gute Bewertungen von

Hollands Fitnessstudios für die Gesamtbewertung

einfach ignorieren

durfte (Az. VI ZR 495/18 u. a.).

Auf Yelp können die Nutzer Restaurants,Dienstleister

und Geschäfte

bewerten –und eben auch Fitnessstudios.

Zuvergeben sind ein Stern

(„Boah, das geht ja mal gar nicht!“) bis

fünf Sterne („Wow! Besser gehts

nicht!“), außerdem kann man etwas

schreiben. In die Gesamtbewertung

fließen allerdings nicht alle Beurteilungen

ein. Eine automatisierte Software

identifiziert dafür die „empfohstuft,

erklärtYelp.Nicht so bei Renate

Holland: Eines ihrer Studios stand

im Februar 2014 mit 2,5 Sternen da.

Grundlage waren lediglich zwei Bewertungen.

74 überwiegend sehr positive

Beiträge blieben unberücksichtigt.

„Das ist doch seltsam, dass

man die einfach streicht“, sagt die

67-Jährige, die gegen diese Praxis

klagte, in erster Instanz vor dem

Landgericht scheiterte, in zweiter

vor dem Oberlandesgericht (OLG)

München aber Recht bekam. (dpa)

Hilfswerk

fordert mehr

Schutz

Es gibt zu viele Kettenbriefe

und Mobbing im Internet

VonAlexander Abel

Ein Großteil der Eltern wünscht

sich einer Umfrage des Deutsche

Kinderhilfswerkes zufolge mehr Kinderschutz

im Netz. 55 Prozent der

Befragten berichten von schlechten

Erfahrungen ihrer Kinder im Internet

oder von übermäßiger Nutzung.

Befragt wurden bundesweit 1.003 Erziehungsberechtigte.

Lesen Sie hier

dazu Fragen und Antworten.

Welche Gefahren lauern für Kinder

und Jugendliche im Netz?

Etwa ein Drittel der Elterngab an,

dass ihr Kind mit sogenannten

„Challenges“ oder Kettenbriefen

konfrontiert worden ist. Einen

„übermäßigen Medienkonsum“ ihrer

Kinder beklagen 28 Prozent der

Eltern. Etwa 20 Prozent der Befragten

gaben an, dass ihreunter 18-jährigen

Kinder bereits Erfahrungen mit

„ungeeigneten Inhalten“ wie Pornografie

oder Gewalt gemacht haben.

Kostenfallen (14 Prozent) oder Mobbing

im Internet (11 Prozent) werden

seltener genannt. Gravierende Probleme

wie sexuelle Belästigung (4

Prozent) oder Anleitung zur Selbstverletzung

(3 Prozent) kommen dagegen

seltener vor. Es gibt wahrscheinlich

eine hohe Dunkelziffer.

Wie schätzen die Befragten die Bemühungen

der Online-Dienste zum Kinder-

und Jugendmedienschutz ein?

Die Bemühungen der Anbieter

von Online-Angeboten für den Kinder-

und Jugendschutz wurden als

unzureichend bewertet. Besonders

schlecht haben dabei Messenger-

Dienste undVideoplattformen abgeschnitten.

Bei sozialen Netzwerken

wie Facebook oder Instagram sehen

sogar nur 18 Prozent ausreichende

Bemühungen zum Schutz.

Waswünschen sich die Eltern?

Diegroße Mehrheit derEltern(93

Prozent) fordert härtere Strafen für

Anbieter bei Verstößen gegen den

Kinder- und Jugendschutz im Internet.

Fast alle Befragten (97 Prozent)

finden es wichtig, dass Anbieter von

Social-Media-Diensten und Videospielen

das Alter der Nutzer verlässlich

verifizieren. Außerdem wünschen

sich die Eltern „effizientere

Melde- und Beschwerdesysteme“.

Welche Pläne hat die Regierung?

Anbieter, die mehr als eine Million

Nutzer haben, sollen zu technischen

Vorsorgemaßnahmen verpflichtet

werden. Dazu gehören unter

anderem Plattformen wie TikTok,

Instagram, WhatsApp,Snapchat.

Welche Maßnahmen fordert das

Deutsche Kinderhilfswerk?

Das Kinderhilfswerk fordert

schärfere Regeln für in- und ausländische

Anbieter und eine Anpassung

des Kinder- und Jugendschutzes.

„Wir brauchen einen am realen Nutzungsverhalten

vonKindernund Jugendlichen

orientierten Medienschutz.

Dieser sollte sich den aktuellen

und zukünftigen Phänomenen

und Technologien anpassen“, sagte

der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes

Thomas Krüger.

Werweiß genau, wasergerade liest?

Elternfordernmehr Schutz. GETTY IMAGES/A.BERG


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 25

· ·

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Familie Dr.Kleist 19.45 (für HG)

Wissen voracht –Natur 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Um Himmels Willen

Handicaps.Dadie Schwesternnicht auf

Unterstützung aus dem Rathaus hoffen

können, beschließen sie, einen Testlauf

für den „Kultursommer“ zu organisieren,

um mögliche Sponsoren zu gewinnen.

21.00 (für HG) In aller Freundschaft

Arztserie. Hier und jetzt

21.45 (für HG) Report München

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) NDR Talk Show Best of

0.15 (für HG) Nachtmagazin

0.35 (für HG) Um Himmels Willen

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00

Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was

zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht Report.

Reality-Soap 11.00 Der Blaulicht Report.

Reality-Soap 12.00 Punkt 12 –Das RTL-Mittagsjournal

14.00 Die Superhändler –4Räume, 1

Deal 15.00 Die Superhändler –4Räume, 1Deal

16.00 Mensch Papa! Väter allein zu Haus 17.00

Herz über Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily

Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30

Exclusiv –Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell

19.03 RTL Aktuell –Das Wetter 19.05 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 19.40 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 Deutschland sucht den Superstar

Die Castings. Kandidat Roberto

Abbadessa aus Bad Windsheim fordert

Oana zum tanzen auf, und Hasan Büyülü

aus Karlsruhe zeigt der Juryseine

Kampfsportkünste.

22.15 (für HG) Ich bin ein Star –

Holt mich hier raus!

0.00 RTL Nachtjournal

0.27 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.30 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus!

2.10 Deutschland sucht den Superstar

4.00 Exclusiv –Das Starmagazin

MDR

13.58 (für HG) MDR aktuell 14.00 (für HG) MDR

um 2 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für

HG) MDR um 4 17.45 (für HG) MDR aktuell

18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) MDR aktuell

19.50 (für HG) Einfach genial 20.15 (für HG)

Umschau 21.00 (für HG) Wo der Stahl gehärtet

wurde 21.45 (für HG) MDR aktuell 22.05 Die

Stasi im Kinderzimmer 22.48 MDR aktuell 22.50

(für HG) Polizeiruf 110: Thanners neuer Job.

Krimireihe, D1991 0.10 (für HG) Klemperer

Bayern

14.00 (für HG) Tierischer Einsatz Bayern 14.45

(für HG) Gefragt –Gejagt 15.30 Schnittgut 16.00

(für HG) Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG)

Gesundheit! 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort:

Blaues Blut. Krimireihe, D2000 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 (für HG) Capriccio

22.30 Der Millionensassa 23.15 nacht:sicht

23.45 Mariss Jansons dirigiertdie Alpensymphonie

0.40 Rundschau Nacht

Vox

5.05 CSI: NY 6.45 CSI: Den Täternauf der Spur

8.35 Verklag mich doch! 10.50 VoxNachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 11.55 Shopping Queen 13.00 Zwischen

Tüll und Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie

erziehst du denn? 15.00 Shopping Queen 16.00

4Hochzeiten und eine Traumreise 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates –Ein

Tisch für zwei 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 Hot oder Schrott –Die

Allestester 0.15 VoxNachrichten 0.35 Medical

Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin

Super RTL

9.45 Thomas &seine Freunde 10.10 PawPatrol

10.35 Sammy 11.05 Die Dschungelhelden

11.30 Grizzy &die Lemminge 11.55 Go Wild!

12.20 Trolls 12.45 Friends 13.10 Sally

Bollywood 13.40 Angelo! 14.05 Die Tomund

JerryShow 14.30 Zak Storm 14.55 Dragons

15.20 Scooby-Doo! 15.45 Alvinnn!!! 16.15

Grizzy &die Lemminge 16.40 Dennis &Fletscher

17.10 Mighty Mops 17.40 Zak Storm 18.05 Die

Tomund JerryShow 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 Snapped 0.00

Böse Mädchen 0.30 Infomercials

Sport1

5.40 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30

Normal 16.00 StorageWars –Geschäfte in Texas

16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.55 Eishockey.Champions Hockey League.

Konferenz Halbfinale, Rückspiele, live 20.15

Magenta Sport: Arena 21.15 Goooal! –Das

internationale Fußball Magazin 21.45 Scooore!

–Internationales Fußball Magazin 22.30 BundesligaPur

Klassiker 0.00 SportClips

ZDF

5.00 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 (für HG)

Stadt, Land, Lecker 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoKöln. Totgelacht 19.00 (für

HG) heute 19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG)

Die Rosenheim-Cops. Krimiserie.Der Bierkrieg

20.15 (für HG) ZDFzeit

Nelson Müllers Lebensmittelreport–Wie

gut sind Äpfel, Orangensaft und

Bio-Bananen? Bildschöne Äpfel und

Orangensaft das ganze Jahr –wie

bekommen die Produzenten das hin?

21.00 (für HG) Frontal 21

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) 37°: Wenn der Osten ruft

22.45 Leschs Kosmos

Klima im Wandel

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap. Eine Frau mit extrem

erhöhten Leberwerten stellt die Ärzte vorRätsel.

Als dann noch die Vergangenheit der Frau

beleuchtet wird, passt nichts mehr zusammen.

17.00 Klinik am Südring –Die Familienhelfer.

Doku-Soap 17.30 Klinik am Südring /oder Sat.1

Regional-Magazine 18.00 AufStreife –Die

Spezialisten 19.00 Genial daneben –das Quiz

19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Navy CIS

Krimiserie.Plan C. Sahar,die Anführerin

einer Terrorgruppe, der auch Zivas Bruder

Ari angehörte, konnte aufgespürtwerden.

Ihr Plan, sich an Zivazurächen,ist

gescheitert.

21.15 Navy CIS: L.A.

Krimiserie.Der Lockvogel

22.15 Hawaii Five-0

Krimiserie.Tollkühn

23.10 SpiegelTV–Reportage

Lebensabend in Bulgarien!

0.15 Dinner Party –Der Late-Night-Talk

WDR

13.05 (für HG) Elefant, Tiger&Co. 13.55 (für

HG) Viel für wenig 14.25 (für HG) Um Himmels

Willen 16.00 (für HG) WDR aktuell 16.15 Hier

und heute 18.00 (für HG) WDR aktuell /

Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für

HG) Aktuelle Stunde 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Abenteuer

Erde 21.00 (für HG) Quarks 21.45 (für HG) WDR

aktuell 22.10 (für HG) Nord bei Nordwest –Waidmannsheil.

Krimireihe, D2018 23.40 (für HG)

Cheat –Der Betrug: Bis aufs Blut. Thriller,GB

2019 1.10 (für HG) Menschen hautnah

NDR

12.25 (für HG) In aller Freundschaft 13.15 (für

HG) Bauer,Bulle, Volksschauspieler 13.45 (für

HG) NDR Info extra 16.00 (für HG) NDR Info

16.20 (für HG) Mein Nachmittag 17.10 (für HG)

Leopard, Seebär &Co. 18.00 Regionales 18.15

(für HG) NaturNah 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Visite 21.15 (für HG)Panorama 3 21.45

(für HG) NDR Info 22.00 (für HG) TschüssJan

22.20 (für HG) Neues aus Büttenwarder 22.45

(für HG) Jan Fedder 23.30 (für HG) Weltbilder

0.00 Das Versprechen.Dokumentarfilm, D2016

Kabel eins

7.30 (für HG) Navy CIS: L.A. 8.25 Navy CIS 9.20

Blue Bloods 11.05 Without aTrace 12.05

Numb3rs 13.00 (für HG) Castle 13.55 (für HG)

The Mentalist 14.55 (für HG) Navy CIS: L.A.

15.50 kabel eins news 16.00 Navy CIS 16.55

Abenteuer Leben täglich 17.55 Mein Lokal, Dein

Lokal –Der Profi kommt 18.55 Achtung

Kontrolle! Wirkümmernuns drum 20.15 (für HG)

Hot Shots 2: Der 2. Versuch. Parodie, USA 1993

22.05 (für HG) Terminator –Die Erlösung.

Science-Fiction-Film, USA/D/GB/I 2009 0.20

Hot Shots 2: Der 2. Versuch. Parodie, USA 1993

RTLZWEI

6.00 PrivatdetektiveimEinsatz 7.00 Die

Straßencops –Jugend im Visier 8.00 Frauentausch

10.00 Frauentausch 12.00 Frauentausch

14.00 Die Reimanns–Ein außergewöhnliches

Leben 15.00 Die Reimanns –Ein außergewöhnliches

Leben 16.00 Hartz und herzlich –Tag für Tag

Benz-Baracken 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin

–Tag &Nacht 20.15 Hartz und herzlich 22.15

Armes Deutschland –Deine Kinder 0.15

Autopsie Spezial: Die letzten Stunden vonGeorge

Best 1.05 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle 1.50

Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

8.25 Fechten 9.30 Ski Alpin. Slalom der

Juniorinnen und Junioren, 1. Lauf, live 12.30 Ski

Alpin 13.00 Ski Alpin 13.45 Ski Alpin. Slalom

der Juniorinnen und Junioren, 2. Lauf, live 16.15

Ski Alpin 16.45 Ski Alpin 17.30 Ski Alpin. Slalom

der Frauen, 1. Lauf, live 18.45 Nachrichten

18.55 Springreiten 19.55 Ski Alpin 20.35 Ski

Alpin. Slalom der Frauen, 2. Lauf, live 21.45

Snooker.The MastersinLondon. Tag3,live 23.25

Nachrichten 23.30 Motorsport 0.00 Motorsport

0.30 Motorsport. WTCR 2019

TV-Tipps

ARTE, 20.15 UHR DOKUMENTARFILM

Das Forum –Rettet Davos die Welt?

Seit 1971 bringt Klaus Schwab (l., mit dem Premierminister Kanadas Justin

Trudeau) die Spitzen aus internationaler Wirtschaft, Politik, Wissenschaft

und Zivilgesellschaft im Schweizer Bergdorf Davos zusammen –fest davon

überzeugt, dass die Probleme der Welt nur im Dialog gelöst werden können.

Der Dokumentarfilm begleitet den Gründer des World Economic Forums

und geht der Frage nach: Trägt seine Vision Früchte und kann sie zur Lösung

der globalen Krisen beitragen? Während das WEF tagt, ist die Welt in Aufruhr:

Klimakrise,Brexit, Gelbwestenproteste,der brennende Regenwald und der

Handelskrieg zwischen den Weltmächten. Zum ersten Mal in der Geschichte

des Weltwirtschaftsforums konnte ein unabhängiges Filmteam hinter den

Kulissen dieser Megastiftung drehen.

(D/2019)

Foto: SWR

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Flusskreuzfahrten 2020

Die schönsten Flussreisen

auf Donau, Rhein, Mosel,

Saar, Elbe, Wolga u. v. m.

Berliner Zeitung Leserreisen

SUDOKU

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

2

1

7 9 4 2 3

9 2 6 3

8

2 7 5 9

1 6

8 5

7 8

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

3 7

1

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5

5 7 9

LESERREISEN

INFO-MATERIALANFORDERN

030–23 27 66 33

www.berliner-zeitung.de

/leserreisen

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM13.1.2020

1. mittel MITTEL

1 9 6 4 2 8 5 3 7

5 8 7 3 1 9 2 6 4

4 2 3 7 5 6 1 8 9

6 7 1 9 3 5 4 2 8

2 3 4 8 6 1 9 7 5

9 5 8 2 7 4 3 1 6

3 4 5 1 8 7 6 9 2

7 1 9 6 4 2 8 5 3

8 6 2 5 9 3 7 4 1

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 13. 1. 2020

vom 13.1.2020

schwer

SCHWER

4 3 7 5 2 6 9 8 1

5 6 1 7 9 8 3 4 2

8 9 2 4 1 3 5 6 7

9 8 3 1 7 2 4 5 6

7 5 6 8 3 4 2 1 9

1 2 4 9 6 5 8 7 3

2 1 8 6 4 9 7 3 5

3 7 5 2 8 1 6 9 4

6 4 9 3 5 7 1 2 8

RBB

5.30 (für HG) Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb

7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg

aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)

In aller Freundschaft 10.30 (für HG) Rote Rosen

11.20 (für HG) Sturmder Liebe 12.10 (für HG)

Hauptstadtrevier 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Tiere bis

unters Dach 14.30 (für HG) Aszendent Liebe.

Liebeskomödie, D2001 16.00 (für HG) rbb24

16.15 (für HG) Gefragt–Gejagt 17.00 (für HG)

rbb24 17.05 (für HG) Panda, Gorilla &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.00 rbb

wetter 18.02 rbb UM6 18.27 zibb 19.27 rbb

wetter 19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Inside HVA (2/2)

Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg.Die

HVA, die Hauptverwaltung Aufklärung des

Ministeriums für Staatssicherheit war der

weltweit agierende Auslandsgeheimdienst

der DDR.

21.00 Die Wolga –Seele Russlands (2/2)

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Dieter Nuhr live!

23.15 (für HG) Olaf macht Mut: Heimat

0.00 (für HG) rbb queer 4you

0.45 (für HG) Aszendent Liebe

Liebeskomödie, D2001

ProSieben

5.10 Mom. Sitcom. Bo und die Sucht nach

Tattoos 5.30 The Middle. Comedyserie 6.10 (für

HG) Twoand aHalf Men. Sitcom 7.30 (für HG)

The Big Bang Theory. Sitcom 8.50 (für HG) HowI

Met Your Mother.Sitcom 10.35 Mike&Molly.

Sitcom. Die Prinzessin und der Troll 11.00 Fresh

Off the Boat. Sitcom.Das Jahr des Ochsen 11.30

Last Man Standing.Comedyserie. Der Lesbenhintern

12.00 2BrokeGirls. Sitcom. Die Armdrück-

Bar 12.30 Mom. Sitcom 13.20 (für HG) Twoand

aHalf Men. Sitcom 14.40 The Middle.

Comedyserie 15.35 (für HG) The Big Bang Theory.

Sitcom 17.00 taff 18.00 Newstime 18.10 (für

HG) Die Simpsons. Krustys Bar Mitzvah /Eine

Simpsons-Weihnachtsgeschichte 19.05 Galileo

20.15 Galileo Big Pictures: Meilensteine –

30 Bilder,die unser Leben bis heute

prägen!

Ein kleinesMädchen hat eine skurrile

Apparatur auf dem Bauch und strahlt

dennoch über das ganze Gesicht.

22.20 (für HG) Galileo Big Pictures:

Giganten

1.25 Galileo Big Pictures: Meilensteine –

30 Bilder,die unser Leben bis heute

prägen!

3.10 ProSieben Spätnachrichten

3.15 Eine schrecklich nette Familie

Arte

9.30 (für HG) Wildes Österreich –Die Kraft des

Wassers 11.00 (für HG) Wilde Shetlands 11.45

Medizin in fernen Ländern 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.05 Stadt Land Kunst 13.45 (für HG)

Prestige–Die Meister der Magie. Thriller,USA/GB

2006 16.05 (für HG) Magische Anden 16.50

Xenius 17.20 Die Waldretter 17.50 Eine Welt aus

Wäldern 18.30 (für HG) VonTierenund Hexen

19.20 Arte Journal 19.40 (für HG) Re: 20.15

Das Forum –RettetDavos dieWelt? 21.45 (für

HG) S.O.S. Amazonas 22.40 Wirsind Franzosen!

(1+2/2) 0.30 Arte Journal

3Sat

9.00 (für HG) ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano

10.15 (für HG) Hartaber fair 11.40 (für HG) Auf

sagenhaftenSpuren 12.05 (für HG) Im Reich der

Sünde 13.00 (für HG) ZIB 13.15 Die Haischule

13.35 unterwegs 14.15 unterwegs 15.00

unterwegs 15.40 unterwegs 16.25 unterwegs

17.05 unterwegs 17.45 unterwegs 18.30 nano

19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Ein Mann unter

Verdacht. Thriller,D2016 21.45 kinokino 22.00

(für HG) ZIB 2 22.25 Die Taschendiebin. Thriller,

ROK2016 0.40 Der Tod–das letzte Tabu

Phoenix

7.30 (für HG) Der gute Göring.Doku-Drama, D

2016 8.30 phoenix vorort 9.00 Presserunde der

AfD 12.00 phoenix vorort 12.45 Instrumente

der Macht –Die Lüge 13.15 Unsere Welt in

Zukunft –Krieg 14.00 phoenix vorort 15.15

Pulverfass Libyen 16.00 Völkische Siedler 16.45

Gegen den Hass 17.30 phoenix der tag 18.00

Mit Gott gegendie Mafia 18.30 (für HG) Der gute

Göring.Doku-Drama, D2016 20.00 Tagesschau

20.15 Geniale Rivalen 21.00 Geniale Rivalen

21.45 heute journal 22.15 Phoenix Runde

23.00 phoenix der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

12.55 Ernest &Rebecca 13.20 Mirette ermittelt

13.30 Mirette ermittelt 13.40 (für HG) Die

Pfefferkörner 14.10 Schloss Einstein –Erfurt

15.00 Trio –Odins Gold 15.50 Max &Maestro

16.05 (für HG) Hexe Lilli 16.50 Peter Pan–Neue

Abenteuer 17.35 (für HG) Der kleine Prinz 18.00

Shaun das Schaf 18.15 (für HG) Ritter Rost

18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50

Unser Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und

die starken Männer 19.25 (für HG) Pur+ 19.50

(für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika Live 20.10

Die Jungs-WG 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.00 Die Schatzsucher 6.50 Infomercial 8.50

Hardcore Pawn 9.20 Auction Hunters 9.50

Infomercial 10.15 House Hunters 10.45 Die

Abräumer 11.15 Border Control 12.15 Steel

Buddies 13.15 Railroad Alaska 14.15 Die

Schatzsucher 16.15 Die Zwangsvollstrecker

17.15 SteelBuddies 18.15 Asphalt-Cowboys

19.15 Deutschland24/7 20.15 Steel Buddies

21.15 Cash für Chrom 22.15 112: Feuerwehr im

Einsatz 23.10 DMAX News 23.15 Outback

Inferno 23.40 Outback Inferno 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Weiße Magie –Warum wirden Schnee

brauchen 10.00 Tagesschau-Nachrichten 10.15

Super.Markt 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Bedürftigeoder organisierte

Banden? 20.00 Tagesschau 20.15 Hartaber fa

21.30 Tagesschau 21.32 Leiser Abschied 22.00

Marktcheck 22.47 Extra 23.00 Tagesthemen

23.30 ReportMünchen 0.00 Umschau 0.45

Tausend Jahre islamische Kunst 1.00 Nachtmagazin

1.20 7Tage... 1.50 MDR Kultur –Das

Filmmagazin 2.05 Tagesschau vor20Jahren

ONE

6.00 Familie Dr.Kleist 6.50 Brisant 7.30 Liebe

am Fjord –Sommersturm. Drama, D2010 9.00

Brisant 9.40 Bezaubernde Jeannie 10.05

Bezaubernde Jeannie 10.30 Lindenstraße 11.00

Familie Dr.Kleist 11.50 Sturmder Liebe 12.35

Sturmder Liebe 13.25 Um Himmels Willen

14.10 Fannyund die gestohlene Frau. Komödie,

D2016 15.40 Familie Dr.Kleist 16.30

Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernde

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmde

Liebe 20.15 Doctor Who Classics 21.45 Doctor

Who 22.30 Doctor Who 23.15 My Mad FatDiar

0.05 Doctor Who Classics 1.35 Doctor Who

ZDF NEO

7.20 (für HG) Faszination Wasser 8.05

Topfgeldjäger 9.00 (für HG) Lafer!Lichter!Lecker!

9.45 (für HG) Bares für Rares 10.35 (für HG)

Bares für Rares 11.30 Dinner Date 12.15 (für

HG) Monk 12.55 (für HG) Monk 13.35 Psych

14.15 Psych 15.00 (für HG) Monk 15.40 (für

HG) Monk 16.20 Psych 17.00 Psych 17.40 (für

HG) Bares für Rares 18.35 Dinner Date 19.20

(für HG) Bares für Rares 20.15 (für HG) Marie

Brand und die Spur der Angst. Krimireihe, D201

21.45 (für HG) Marie Brand und die rastlosen

Seelen. Krimireihe,D2016 23.15 (für HG) Still

Alice –Mein Leben ohne Gestern. Drama, USA/F

2014 0.45 (für HG) Springflut

ZDF INFO

9.10 Mördernauf der Spur 9.45 Ermittler!

10.40 Hate Crime 11.30 AufVerbrecherjagd

12.15 Ermittler! 12.40 ZDF-History. Blutiges Erb

13.25 ZDF-History.Tödliche Mission 14.10

ZDF-History.Elly Beinhorn 14.55 ZDF-History.

Englands große Königinnen 15.40 ZDF-History.

Narrenrepublik Deutschland 16.25 ZDF-History.

Sinti und Roma 17.15 ZDF-History. Alltag in Ost

und West 18.00 ZDF-History. Pekinger Frühling

’89 18.45 Die geheimen Bunker der DDR und

der Schweiz 19.30 Krieg der Bunker 20.15

Geheime Unterweltender SS 21.40 Geheime

Unterwelten der Krim 22.25 Geheimes Russland

23.10 GeheimesParis 0.40 heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musikstadt Berlin Streifzügedurch das

klassische Musikleben der Hauptstadt. Mit Kai

Luehrs-Kaiser,ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Kulturpalast Dresden, Aufzeichnung

10.01.2020, Deutsche Streicherphilharmonie:

Dietrich Zöllner „Poco insanimus“für Streichorchester

/GustavMahler /Joseph Haydn /

Antonín Dvorák, ca. 117 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Ernste Musik Immer noch Sturm: Klima- und

Wetterphänomene in der Musik. Am Mikrofon:

Mascha Drost, ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Die Liebe im Ernstfall (18/18). Von

Daniela Krien /GelesenvonBibana Beglau,

Maren Eggert, Jeanette Hain, ca. 30 Min.

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature „Mit Freudenwürden sie mich tot

sehen“: Malta und der Mord an Daphne Caruana

Galizia. VonIris Rohmann, ca. 45 Min.

20.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Hörspiel Haben Sie Hitler gesehen? VonWalter

Kempowski /Regie: Hans Gerd Krogmann /Mit

Rudolf Jürgen Bartsch u. a., ca. 50 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Weltzeit Die neue Entwicklungsarbeit in Afrika:

Raus aus der Opferrolle. VonLinda Staude und

Marc Engelhardt, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Die vergessene Impressionistin:

Aufder Suche nach Maria Slavona. VonSimone

Reber,ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen. Wirtschaft und Umwelt Der

Rebound-Effekt: Warumaus weniger oft immer

mehr wird. VonAgnes Handwerk, ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die Singer/Songwriterin und

Theaterschauspielerin Flo. Am Mikrofon: Ortrun

Schütz, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente News From Africa.

Mit Peter Rixen, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Jazz Das Shai Maestro Trio (Shai Maestro, Piano

JorgeRoeder,Kontrabass; Ofri Nehemya,

Schlagzeug): Aufnahme vom15.11.19 aus dem

Beethoven-Haus. Mit KarlLippegaus, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 11 · D ienstag, 14. Januar 2020 – S eite 26 *

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Panorama

LEUTE

Alain Robert(57), auch als „Spiderman“

bekannter Fassadenkletterer,

hat am Montag aus Protest gegen die

RentenreforminFrankreich ein

Hochhaus bei Pariserklommen.„Mit

57 Jahren bin ich nicht mehr weit

vonder Rente entfernt“, sagte Robert

der französischen Nachrichtenagentur

AFP.Erkönne nur Geld verdienen,

in dem er klettere. „Soll ich das

bis 64 machen? Oder sogar bis 67?“

Er hangelte sich den knapp 190 Meter

hohen Firmensitz des ÖlkonzernsTotal

im Pariser Hochhausviertel

La Défense hinauf. Im September

war er im Frankfurter Bankenviertel

an der Fassade des 153 Meter hohen

Hochhauses Skyper hochgeklettert.

Robertnutzt kleinste Vorsprünge an

Gebäuden wie etwa die Metallrahmen

der Fenster,umsich daran festzuhalten.

Auch den 828 Meter hohen

Wolkenkratzer Burj Chalifa in Dubai

bezwang er.

Ross Antony (45) kehrtseiner britischen

Heimat den Rücken, jedenfalls

schon mal mental. DerinGroßbritannien

geborene,inDeutschland

leidlich erfolgreiche Schlagsänger

meldet uns diesen erfreulichen

Eingewöhnungsbefund: „Wenn ich

einen meiner beiden Pässe abgeben

müsste,gäbe ich gerne den britischen

Pass ab.Ich bin voll in

Deutschland angekommen.“

TilSchweiger (56) muss gar nirgends

ankommen, er macht einfach sein

Ding. Sein neues Projekt: Eine Dokumentation

über Fußball-Weltmeister

Bastian Schweinsteiger (35). DerFilm

soll noch in diesem Jahr beim Streaminganbieter

Amazon PrimeVideo

gezeigt werden.„Bastian

ist für mich einer

der größten deutschen

Fußballer,die es je gegeben

hat, und dazu

ein ganz besonders

toller Mensch.“

Wow, und der Bastian

sagt:„Til ist

für mich die wohl

einzige Person, die

mir ein gutes Gefühl

vermitteln kann, einen

Film über meine

Karrierezumachen.“

Mehr Liebe

geht nicht.

(schl./tab.)

Hat ein Herz für Sebastian

Schweinsteiger.

IMAGO IMAGES

TIERE

Der Storch hat sein Nest am Ortsrand

von Bensheim gebaut. DPA

Fast schon majestätisch streckt dieserWeißstorch

vordem südhessischen

Schloss Auerbach einen Flügel

aus.Eigentlich ein seltenes Bild im Januar,denn

Störche sind Zugvögel,

doch wie bereits im vergangenen Jahr

findet sich bei den aktuell wenig frostigen

Temperaturen in den heimischen

Gefilden noch genug Nahrung

–und somit kein Grund für die übliche

Reise insWinterquartier.Das liegt

für europäische Störche klassischerweise

südlich der Sahara. ProTag legen

sie dabei bis zu 400 Kilometer zurück.

Oder aber,sie bleiben wie dieses

Exemplar einfach in Hessen. (dma.)

Die Retter

Für ihre Koalas gehen die Australier durchs Feuer: Ein Besuch am Rande der Brandgebiete

VonSissi Stein-Abel, Adelaide

In Cheryls Wohnzimmer in

Greenwith, in den Adelaide

Hills nordöstlich von Adelaide

gelegen, ist eine dicke Astgabel

als Kletterbaum aufgebaut. Darauf

döst der sieben Monate alte Austen,

und die ein, zwei Monate ältere

Maisy klettertvon Ast zu Ast. Diebeiden

Koala-Babys –Joeys genannt –

sind Waisenkinder. Austen wurde

weinend unter einem Auto in Lobethal

gefunden, von der Mutter keine

Spur. Keiner weiß, ob sie noch lebt.

Ob sie zu schwach war,umfür ihren

Nachwuchs zu sorgen, ob sie bei einem

Baumwechsel voneinem Hund

angegriffen oder voneinem Auto angefahren

wurde und das Baby dabei

vonihrem Rücken fiel.

Damals waren die Temperaturen

noch erträglich, jetzt wüten auch in

dieser Gegend des australischen Bundesstaates

South Australia verheerende

Buschfeuer. Die Lage im Krisengebiet

um Cudlee Creek, Woodside,

Lobethal und Gumeracha war

nach Weihnachten so katastrophal,

dass die für solche Situationen geschulten

und lizenzierten Koala-Retter

keinen Zutritt mehr hatten. Jetzt

ist das Feuer unter Kontrolle, aber

noch immer werden täglich verletzte

Tiere aufgelesen und mit Infusionen

rehydriert, das angesengte Fell gestutzt,

die verbrannten Pfoten mit

Salbe eingecremt und bandagiert,

Verbände gewechselt.

Unbezahlter 24-Stunden-Job

Das findet meistens beim Tierarzt

statt, und der Vorgang ist so

schmerzhaft, dass manche Koalas

dafür betäubt werden müssen. „Das

ist nicht ideal“, sagt Dee Hearne-

Hellon, „aber wenn man das nicht

macht, werden die Helfer verletzt.

Man darf nicht vergessen, dass

Koalas wilde Tiere sind. Sie können

nicht domestiziertwerden.“

Die„Adelaide and Hills Koala Rescue“-Gruppe

ist mit rund 30 Mitgliedern

die größte Freiwilligen-Organisation

in Südaustralien, wo jetzt der

Fokus auf Kangaroo Island gerichtet

ist. Die halbe Insel –die drittgrößte

Australiens –ist ein Inferno und es

wird befürchtet, dass die Hälfte der

Koala-Population von rund 50000 in

den Flammen umgekommen ist. Einige

Mitglieder der Gruppe haben

mit der Fähre indas 130 Kilometer

südwestlich von Adelaide gelegene

Tierparadies übergesetzt und packen

mit an, um zu retten, was zu retten ist.

Es ist nicht viel.

Cheryl, Dee und Merridy Montarello

sind die Gründerinnen der

Gruppe in den Adelaide Hills –und

Merridy ist die „Queen Koala“, laut

Cheryl „unser Guru, der alles weiß“.

Dee postet regelmäßig lustige Erfolgsgeschichten

auf Facebook, aber

die Wahrheit ist, dass selbst in Zeiten

ohne Buschfeuer nur 25 Prozent der

geretteten Koalas überleben. „Wir

behalten viele traurige Geschichten

für uns, umdie Leute, die verletzte

oder kranke Koalas finden, nicht zu

demotivieren“, sagt sie.

Bei den extremen Temperaturen

trocknen auch die Eukalyptusblätter

aus, von denen sich die in den

Baumkronen lebenden Koalas fast

ausschließlich ernähren. In den

Buschfeuernexplodieren die Bäume

aufgrund ihres Ölgehalts förmlich

und die Koalas haben kaum eine

Chance zu überleben.

Die Weinbau-Region McLaren

Vale, südlich von Adelaide, ist in diesem

Jahr von den Flammen verschont

geblieben. Aber auch hier sind

die Koalas in Not. Im Garten vonMish

und Wade Simpson in Onkaparinga,

einem kleinen Ort 35Kilometer südlich

der Hauptstadt vonSouth Australia

gelegen, sitzt der kleine Harryineinem

Birnbaum und klettert auf den

Mish Simpson und ihr Koala-BabyHenry.

Die Regierung nennt dieAktion „Operation

Felskänguru“: Einsatzkräfte habenimaustralischenBundesstaatNew

SouthWales aus

Hubschrauberndes National Parks and Wildlife

Service TausendeKilo Karotten und Süßkartoffeln

abgeworfen, wie der Umweltminister

des Bundesstaats MattKean per Twitter mitteilte.

Sie seien fürdie Bürstenschwanz-Felskängurus

in seinem Staat gedacht. Freuen

dürfensich indes auch die anderenTiere, wie

etwa das Wallaby auf unserem Bild.

Ästen. Dann lässt er sich auf den Boden

gleiten und benützt Mish als Kletterbaum.

Das ist schmerzhaft, denn

Koalas springen mit Schwung auf

Bäume und krallen sich fest, und je

jünger ein Koala ist, desto schärfer

sind die Krallen; sie stumpfen erst

durch jahrelanges Kletternab. Kratzer

und Narben an Händen, Armen und

Hals sind die Erkennungsmerkmale

von all jenen Menschen, die ver-

RETTUNG AUS DER LUFT

SISSI STEIN-ABEL

Seit Monaten wüten vorallem im Südosten

des Kontinentsheftige Buschbrände. In den

besondersbetroffenenBundesstaatenNew

South Walesund Victoria loderten am Montag

noch um die140 Feuer, der Rauch machte

sich bis nachSydneybemerkbar.Nach jüngstenAngabenvon

PremierministerScott Morrisonkamen

bislang 28 Menschen ums Leben.

Laut einer Expertenschätzung starben mindestens

eine MilliardeSäugetiere, Reptilienund

Vögel beiden Bränden.

Hilfe für die Kängurus: In den von Waldbränden betroffenen Gebieten in New

South Wales herrscht Mangel an Nahrung für Wildtiere. DPA/NATIONAL PARKS AND WILDLIFEX

waiste, verletzte und kranke Koalas

pflegen. UndAugenringe, denn ähnlich

wie Menschenkinder müssen die

Joeys alle vier bis sechs Stunden mit

Muttermilchersatz aus der Flasche

gefüttertwerden.

Es ist ein unbezahlter Rund-umdie-Uhr-Job

neben Beruf und Haushalt,

denn nach jedem Notruf fährt

das Ehepaar, egal ob bei Tag oder

Nacht, meilenweit durch die Gegend

und sammelt Koalas ein. Mish (34),

die in Adelaide als Datenwissenschaftlerin

für die Landesregierung

arbeitet, und Wade (36), der zwei Autowerkstätten

besitzt, sind die „SouthernKoala

Rescue“.Wade nennt sich

selbst „Koala-Mutter“, und so ist das

auch. Die beiden sind Muttertier-Ersatz

und müssen diesem unfassbar

goldigen Beuteltier alles beibringen,

was es später in derWildnis braucht.

Spenden und Sponsoren

Harryschläft in einer plüschigen Kuschelhülle,dem

Ersatz für den Beutel

seiner echten Mutter, indem er die

ersten sechs, sieben Lebensmonate

verbracht hätte, und statt sich auf

Mamas Rücken festzukrallen, steigt

er Mish auf die Schulter.Mittlerweile

ist Harry alt genug, um tagsüber in

einem großen Gehege Eukalyptusblätter

zu knabbern, zu klettern und

einen Plüschteddy zu knuddeln.

Vier solche Gehege für jeweils

zwei Koalas haben die Simpsons im

Garten, alle selbst finanziert. Wer

Koalas rettet und versorgt, ist auf

Spenden und Sponsoren angewiesen.

Im Gegensatz zur freien Wildbahn,

wo sie Einzelgänger sind,

freunden sich Koalas in den Gehegen

an, das verringert den Stress.

Jetzt während der Hitzewelle kommen

manche Tierenur für zwei, drei

Tage, werden rehydriert und dann

wieder in die Freiheit entlassen.

Summer und ihr Joey Blaze sind

länger da. Blaze erlitt einen Hitzschlag

und fiel aus dem Baum. Summer

wurde eingefangen und mit

Blaze wiedervereinigt. Im Gehege

genießen die beiden vorihrer Entlassung

die Kaltwasser-Sprühanlage

und die frischen Eukalyptusblätter.

Nebenan sitzt Priscilla und brüllt,

weil sie Angst und Schmerzen hat.

Sie ist von einem Hund angefallen

worden, eine ihrer Krallen fehlt. Die

Behandlung voninfizierten Wunden

ist problematisch, weil Antibiotika

die Darmbakterien töten, die Koalas

zur Verdauung der giftigen Eukalyptusblätter

benötigen.

Abgesehen von Buschfeuern,

sind Hunde und Autos die größten

Koala-Killer.Verletzte Koalas werden

zum Röntgen und für Infusionen

zum Tierarzt gebracht. Andere Untersuchungen

können die Ersthelfer

selbst durchführen. Mit einem Abstrich

wird auf die Infektionskrankheit

Chlamydia getestet, von der in

Südaustralien rund 40 Prozent der

Population befallen sind. Bestätigt

sich der Verdacht auf eine Nierenfunktionsstörung,

wird das Tier eingeschläfert,

um ein langes und elendes

Sterben abzukürzen.

Alle paar Tage fahren Mish und

Wade elf Kilometer in ein Schutzgebiet

in der Nähe von McLaren Flat,

um nach Bugsy und Evie zu schauen.

Die Jungtiere, die einst als Joeys zu

den Simpsons kamen, sitzen auf einem

himmelhohen Eukalyptusbaum,

um sich an das Leben ohne

Kontakt zu Menschen zu gewöhnen.

DerRutenförmige Eukalyptus (Eucalyptus

viminalis) ist von einer hohen

Aluminiumwand umgeben, um

Hunde und Wildkatzen fernzuhalten.

Unter dem Baum stehen Behälter mit

Zweigen von drei anderen Eukalyptusarten

aus Tasmanien, Süd- und

Westaustralien. Diese Vielfalt benötigen

die Koalas,denn irgendwann unterm

Jahr ist die Toxizität ihrer Lieblingsbäume

so hoch, dass sie sich damit

vergiften würden. Haben sie auch

diese letzte Lektion gelernt, werden

sie ausgewildert.

„Einmal in Freiheit, kletternsie auf

einen Baum und wollen dich nicht

mehr sehen“, sagt Mish. „Es ist ein

bisschen traurig, aber es ist der

Grund, warum wir Koalas retten.“

www.facebook.com/SouthernKoalaRescue/

www.facebook.com/1300Koalaz/

Rückhalt für

Harry und

Meghan

Queen respektiert Wunsch

nach mehr Unabhängigkeit

VonKatrin Pribyl, London

Vermutlich sind die Briten zu krisenerprobt

und Brexit-geplagt,

als dass ein Austritt ohne ein sogenanntes

Gipfeltreffen auskommen

könnte, selbst wenn es um einen

Rückzug aus dem Königshaus geht.

Die Zusammenkunft der führenden

Mitglieder der Windsors am Montag

jedenfalls wurde von der Presse

„Sandringham-Gipfel“ getauft, als

ginge es um Weltpolitik. Bereits am

Morgen postierten sich Dutzende Kameras

auf dem Rasen vor dem herrschaftlichen

Anwesen der Queen in

der Grafschaft Norfolk. Später empfing

hier Königin Elizabeth II. ihren

ältesten Sohn, Thronfolger Prinz

Charles,sowie ihreEnkelWilliam und

Harry zur Krisensitzung. Herzogin

Meghan sollte perTelefon aus Kanada

zugeschaltet werden. Eine schnelle

Lösung wollten sie erreichen in dieser

täglich größer werdenden Krise, die

damit begann, dass die Sussexes

ohne Absprache mit der Familie ihren

Rücktritt als „Senior Royals“ verkündeten.

Am Abend stand eine endgültige

Entscheidung zwar aus,aber alles

klang nach Harmonie.Esseien „konstruktive“

Gespräche gewesen, befand

die Queen im Anschluss nach

Meghan und Harry wollen mehr Zeit in

Nordamerika verbringen.

AFP

Angaben des Palastes.Offenbar einigten

sich die Windsors auf eine „Übergangsphase“

–Brexit lässt grüßen –, in

der das Paar zwischen Kanada und

Großbritannien pendeln wird. Man

unterstützeHarrys und MeghansVerlangen

„nach einem neuen Leben als

junge Familie vollkommen“. Auch

wenn die Familie bevorzugt hätte,

dass die beiden„Vollzeit-Royals“ blieben,

respektiere und verstehe man

deren Wunsch, „ein unabhängigeres

Leben zu führen“.

DerHerzogund die Herzogin von

Sussex hatten bekanntgegeben, finanziell

unabhängig sein zu wollen,

zudem künftig mehr Zeit in Nordamerika

zu verbringen. Die königlichen

Titel planen sie zu behalten,

nur mit den royalen Pflichten soll

Schluss sein –„halb drinnen, halb

draußen“, monierten Kritiker den

Plan, „das Beste aus beiden Welten“

zu behalten. Seitdem tobt ein Sturm

über der Insel.

Deshalb wollte man in Sandringham

so schnell wie möglich eine für

alle Seiten zufriedenstellende Kompromisslösung

finden. Diezentralen

Fragen kreisen vorallem um finanzielle

Angelegenheiten wie: Wer wird

für den Schutz des Paares bezahlen –

Großbritannien oder Kanada? Wie

viel Unterstützung erhalten die beiden?

Undwerden sie Termine für die

royale Familie wahrnehmen?

Ihre Zukunft dürfte schon bald

fernab des Getöses der Hauptstadt

beschlossen werden. Die Queen jedenfalls

hat laut Statement darum

gebeten, bereits in den nächsten Tagen

zu einer „endgültigen Entscheidung“

zu gelangen.

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