Berliner Zeitung 18.01.2020

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Der Jahrhundert-Prozess: Trump vor dem Impeachment-Verfahren – Politik Seite 4

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AM WOCHENENDE

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Sonnabend/Sonntag,18./19. Januar 2020

Nr.15HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 2.00 €

Berlin/Brandenburg: 1.80 €

Das Duell: Union

gegen RB Leipzig

Babylon

ReportSeiten 2und 3

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in Pankow

Reden wir über Berlin:

Ein Treffen mit der

Schauspielerin Liv Lisa Fries

in ihrem alten Kiez –dort,

wo sie aufwuchs

Magazin

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Im Giga-Wald

von Grünheide

Berlin Seiten 10 und 11

Auf zur

Grünen Woche!

Berlin Seite 9

Berlin steht am Sonntag im

Fokus der Weltpolitik. Bundeskanzlerin

Angela Merkel

(CDU) und Außenminister

Heiko Maas (SPD) laden zu einer

Libyen-Konferenz an die Spree

ein. Vertreter von elf Staaten und internationalen

Organisationen wollen

Schritte zur Beendigung des Krieges

in dem nordafrikanischen Land beschließen.

Der Libyen-Gipfel ist eine

Bewährungsprobe für die deutsche

und die europäische Diplomatie.

Russlands Präsident Wladimir

Putin und der türkische Präsident

Recep Tayyip Erdogan haben ihre

Teilnahme an der Konferenz zugesagt,

ebenso wie der britische Premier

Boris Johnson, sein italienischer

Amtskollege Giuseppe Conte

und Frankreichs Präsident Emmanuel

Macron. Aus den USA reist Außenminister

Mike Pompeo an. Erwartet

werden auch Vertreter aus

China, den Vereinigten Arabischen

Emiraten, der Republik Kongo,

Ägypten, Algerien sowie der Vereinten

Nationen, der Afrikanischen

Union und der Arabischen Liga.

Seit dem Sturz von Muammar al-

Gaddafi im Jahr 2011 versinkt Libyen

im Chaos. Inder Hauptstadt Tripolis

sitzt die von den Vereinten Nationen

anerkannte Übergangsregierung von

Premier Fayiz as-Sarradsch. Ihr Einfluss

reicht jedoch nicht einmal bis

zur Stadtgrenze. Tripolis wirdvon den

Truppen des Generals Chalifa Haftar

belagert. Der frühere Gaddafi-Vertraute

kontrolliert große Teile des

Landes und will die Regierung von

Premier Sarradsch stürzen. Die verfeindeten

Kriegsgegner Sarradsch

und Haftar werden am Sonntag ebenfalls

in Berlin erwartet. Offen ist, ob

sie im selben Raum sitzen werden.

EinStellvertreterkrieg

DerKrieg in Libyenhat sich längst zu

einem Stellvertreterkrieg ausgewachsen.

Die Kriegsparteien erhalten

politische,finanzielle und militärische

Unterstützung aus aller Welt.

Zwar haben die Vereinten Nationen

ein Waffenembargo beschlossen

und die Sarradsch-Regierung zur

einzig legitimen erklärt. Doch beide

Vereinbarungen werden vonzahlreichen

Staaten missachtet. Einen Verbündeten

hat die offizielle Regierung

in Tripolis vor allem in der alten Kolonialmacht

Italien. Zuletzt knüpfte

Sarradsch auch enge Bande nach

Ankara. Finanziell wird Sarradsch

vonKatar unterstützt.

Sein Gegenspieler Haftar wiederum

kann auf Hilfe aus den Vereinigten

Arabischen Emiraten, Ägypten,

Saudi-Arabien und Jordanien

zählen. Einen mächtigen Fürsprecher

hat der General auch in Frankreichs

Präsidenten Emmanuel Macron.

Und als besonders nützlicher

Partner für Haftar hat sich zuletzt

Russland erwiesen.

Der UN-Sondergesandte für Libyen,

Ghassan Salamé, hat Deutschland

mit einem Schlichtungsversuch

betraut, weil die Bundesrepublik als

ehrlicher Makler gilt. Auf Betreiben

Höchste

Sicherheitsstufe

Die Libyen-Konferenz in Berlin

mit den Präsidenten Putin und Erdogan

ist eine Herausforderung für die

Diplomatie –und für die Hauptstadt

an diesem Wochenende

VonMarina Kormbaki und Lutz Schnedelbach

„Wir werden am Sonntag

nicht alle Probleme

Libyens lösen.“

Ein Regierungssprecher

von Kanzlerin Merkel verhandeln

seit Sommer vergangenen Jahres Diplomaten

des Kanzleramts und des

Auswärtigen Amts mit Vertreternder

am Libyen-Krieg beteiligten ausländischen

Mächte.

Deutschland will die ausländischen

Akteure von der Einmischung

in den Libyen-Krieg abbringen. Die

Staaten sollen die mit ihnen verbündeten

libyschen Kriegsparteien dazu

bringen, den Prozess zu einer politischen

Verständigung wiederaufzunehmen.

Die Bundesregierung wertet

bereits die Teilnahme aller Eingeladenen

als Erfolg. „Wir werden am

Sonntag nicht alle Probleme dieses

Landes lösen“, sagte ein Regierungssprecher

und drosselte die hohen Erwartungen.

Herausforderung für die Polizei

Für die Sicherheitskräfte ist der

Sonntag eine Herausforderung. Die

Konferenz ist das größte Treffen von

Staatsgästen in Berlin in den vergangenen

50 Jahren. Unterstützung bekommt

die Berliner Polizei aus anderen

Bundesländern und von der

Bundespolizei. Insgesamt werden

fast 5000 Bereitschaftspolizisten in

Berlin unterwegs sein.

Für den türkischen und den russischen

Präsidenten gilt die höchste

Sicherheitsstufe. Bei dieser Sicherheitsstufe

wird die Fahrzeug-Kolonne

der Gäste von Präzisionsschützen

begleitet. Die meisten der

gepanzerten Autos sind in den jeweiligen

Botschaften stationiert oder

werden aus Sicherheitsgründen extraeingeflogen.

Am Freitag wurden bereits Gullydeckel

verschweißt und die Spree in

der Nähe des Bundeskanzleramtes

von Tauchern nach möglichen

Sprengsätzen abgesucht. Das Areal

rund ums Kanzleramt ist abgeriegelt.

Am Sonnabend und Sonntag werden

die Gäste im Minutentakt auf dem

militärischen Teil des Flughafens Tegel

landen. Das gehe relativ schnell,

heißt es aus den Sicherheitsbehörden.

„Schließlich soll der reguläre

Flugbetrieb nicht allzu sehr gestört

werden“, sagte ein Beamter.Die einzelnen

Delegationen reisen bereits

am Sonnabend nach Berlin und werden

in der Stadt übernachten.Vorgesehen

sind dafür das Hotel Adlon,

das Intercontinental sowie das Ritz

Carlton und das Marriott am Potsdamer

Platz. Letzteres wird von der

amerikanischen Delegation bezogen,

die türkischen und russischen

Vertreter nächtigen im Ritz Carlton.

Am Sonntag sind eine Demonstration

sowie neun Kundgebungen geplant.

Sie finden alle in der Nähe des

Regierungsviertels statt. Die Polizei

rechnet wegen der Straßensperrungen

mit massiven Verkehrsbehinderungen.

Auch wird esmehr Kontrollen

vonPersonen und Fahrzeugen geben.

MitKomplikationen rechnet die

Einsatzleitung nicht. „Wir haben Erfahrungen

mit Staatsgästen“, heißt es

aus dem Stab der Polizeipräsidentin.

Jedoch sei der Einsatz am Sonntag

außergewöhnlich groß.

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2 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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·

Report

Im Zeichen des

Bullen: In Leipzig

träumt man vom

Meistertitel. Auf der

anderen Seite

formiertsich der

Widerstand gegen

einen Klub, den man

mit einem

Getränkekonzern

verwechseln

kann.

IMAGO IMAGES (2); DPA/JAN WOITAS

Oliver Mintzlaff drückt Zink aus einem

Tablettenstreifen, spült es in

einem Schluck herunter.MitWasser.

Gegen eine aufkeimende Erkältung.

Wir sitzen in seinem Geschäftsführerbüro:

schwarze Ledersessel, schwarze Regale,

schwarzes Rennrad, davor Laufschuhe,

in der Ecke ein Kühlschrank voller Dosen, an

derWand eine Stadionumbauskizze, ungeöffnete

Adventskalendertürchen.

Mintzlaff justiertseinen schmalen Läuferkörper

in Gesprächsposition und sagt aus

hoffentlich sicherer Keimentfernung: „Wir

sind RB Leipzig, wir sind die Bösen, die alles

für legitim halten, was legal ist. Die anderen

haben immer noch nicht verstanden, wie

man Kommerzialisierung erfolgreich auf die

Spitzetreibt.“ Und:„Und die nächste Zinktablette

spüle ich mit RedBull herunter.“

Nein, Stopp,Quatsch! Dassagt er natürlich

nicht.Wirklich nichts davon.

Unddas ist schon schade für alle, die darauf

warten, dass Mintzlaff sich endlich als Bösewicht

outet, als fußballkulturloser Fanseelenverkäufer.Dann

wäreausgesprochen, was

sie zu glauben wissen, was sie antreibt, im Namen

der Fankurvenromantik gegen dieses

Marketingprodukt RB Leipzig anzubrüllen.

Mintzlaff, der Boss des nach der Hinrunde

punktbesten Bundesligaklubs, sagt in Wahrheit:

„Es wirdimmer schwieriger,ein Überraschungsmeister

zu werden, weil es immer

mehr Klubs gibt, die sich finanziell abheben

können. Aber trotzdem: Wenn ein Verein gute

Arbeit macht, ist vieles möglich. Nehmen wir

uns: Im ersten Bundesligajahr hatten wir ein

Budget, das nicht höher war als das vonWerder

Bremen. Wir sind nicht Meister, aber immerhin

Zweiter geworden.“ Und: „Gerade

Vereine, die viel Geld haben, machen auch

viele Fehler.“ Wasman halt so sagt, um die eigene

Größe etwas kleiner erscheinen zu lassen.

Es wirdjaimmer schwieriger,RBLeipzig

noch als Überraschung zu betrachten.

Tradition ist auch nur eine Angewohnheit

Es läuft alles nach

Businessplan

Die Abneigung, die RB Leipzig seit der Gründung erfahren hat, scheint etwas

abgenommen zu haben. Man hat sich gewöhnt an einen Klub, der vorgibt, normal

zu sein, es aber nicht ist. Aber was wäre eigentlich so schlimm, wenn er den

Meistertitel gewinnt? Ein Besuch zum Rückrundenstart der Bundesliga

An diesem Wochenende beginnt die Rückrunde.AmSonnabend

um 18.30 Uhrerwartet

RB Leipzig den 1. FC Union Berlin. Das sind

zwei Klubs mit unterschiedlich hohen Fehlertoleranzschwellen,

es ist ein Duell der Gegensätze

zur besten Fernsehzeit. Und auf der

Seite der Verbraucherschutzzentrale wird

dann immer noch stehen, dass Zink vor verschiedenen

Krankheiten schützt. Nicht vergessen:„Die

Dosis macht das Gift.“

RB Leipzig nennen viele nur den Brauseklub.

Bullenbashing ist hier Volkssport und

dorteine sportjournalistische Wortspieltradition.

Es war ja auch schon mal „Die Dose

macht das Gift“ zu lesen. Aber Tradition ist

manchmal nur eine komische Angewohnheit,

über die irgendwann keiner mehr lacht.

Es ist über zehn Jahreher,dass der Getränkekonzern

Red Bull den SSV Markranstädt

schluckte, umanein Startrecht in der Oberliga

Nordost zu kommen. Das Projekt wurde

vonVerbänden gefördert, war vonFunktionären

gewollt, die Lokalpolitik zeigte sich begeistert.

DieVision voneinem Bundesligaklub

im Osten verfing. Egal, dass Leipzig nicht die

ersteWahl war bei der Standortsuche.

Seitdem ist einiges passiert. Hier im

Schnellstdurchlauf: Aufstieg, Aufstieg, Aufstieg,

Aufstieg –esist schon wieder die vierte

Erstligasaison für RasenballsportLeipzig. Parallel

zum Durchmarsch fand eine Art Klimawandel

statt. DieFußballwelt hat sich jedoch

wieder abgekühlt, weil die Diskussionen über

die taurinhaltige Erfolgsgeschichte nicht

mehr so hitzig geführt werden. Man hat sich

aneinander gewöhnt, wie Geschäftspartner

arrangiert –und auf der Kundenseite brüllt

man ein weniger leiser.Die Zeit erklärte neulich,

„warum RB Leipzig das Beste ist, was der

Bundesliga passieren konnte“, und im Spiegel

stand, dass „selbst die Skeptiker erkennen

müssen, dass damit die Bundesliga an Spannung

gewinnt“. Zuletzt hat der FC Bayern sieben

MalinSerie den Meistertitel gewonnen.

Warumnicht mal zur Abwechslung ein anderer

Klub? Warum nicht RB Leipzig? Was

wäreeigentlich so schlimm daran?

VonPaul Linke, Leipzig

„Unsere Arbeit wird

auch von Leuten

honoriert, für die RB

Leipzig nicht zwingend

der Herzensverein ist.“

Oliver Mintzlaff

arbeitet seit sechs Jahren in

Leipzig. Der Geschäftsführer der Profiabteilung

wacht über das Wachstum des Klubs.

Mintzlaff selbst sagt:„Wir merken eine Anerkennung

für unsere Arbeit, für unseren

nachhaltigen, konsequenten Weg mit einer

klaren Philosophie und richtigen Managemententscheidungen.

Das wird auch von

Leuten honoriert, für die RB Leipzig nicht

zwingend der Herzensverein ist.“ Sogar von

Kollegen, die ihre bewundernden Worte in

vertrauten Runden äußern, in der Öffentlichkeit

aber so nicht wiederholen würden. Er hat

Verständnis dafür.

Saisonspiele in Laufmeter umrechnen

Oliver Mintzlaff, 44, hat einen Lebenslauf, der

viele andere wie Stillstand aussehen lässt. Er

lief professionell Crossrennen und Halbmarathon

und neigt wohl deshalb dazu, die Hälfte

der Saisonspiele in Meterumzurechnen (17 =

5000); den Punktevorsprung auf den ersten

Verfolger Borussia Mönchengladbach setzt er

einfach mal mit Sekunden gleich (2 =2)und

sagt:„Wirrufen deswegen nicht den Meisterschaftskampf

aus.“ Und: „Ich finde, dass es

nicht mal eine Bla-Bla-Antwort ist, sondern

eine richtige Einschätzung.“ Es bleiben ja

noch 5000 Meter bis zum Ziel. Undjede Sekunde

zählt.

Der Läufer Mintzlaff wechselte später auf

die schnelle Karrierebahn, studierte BWL, leitete

das Sportmarketing von Puma, führte

eine Beraterfirma, er beriet den Trainer Ralf

Rangnick, das Mastermind des Leipziger Konzernklubbaus.

Solandete der Verhandlungskünstler

Mintzlaff bei RB,wurde Head of Global

Soccer der RedBull GmbH mit den Standorten

Salzburg, NewYork, Brasilien und spezialisierte

sich dann doch auf Leipzig, wo er

2014 den Vereinsvorstand übernahm und

zwei Jahre später zum Geschäftsführer der

ausgegliederten Profiabteilung aufstieg –und

so Rangnicks Chef wurde.„Ichkönnte nicht in

einem Klub arbeiten, wo es keine klaren

Strukturen gibt, wo ich keine schnellen Entscheidungen

treffen könnte“, sagt Mintzlaff.

„In diesem Arbeitsumfeld würde ich mich

nicht wohlfühlen, da könnte ich meine Stärken

nicht ausspielen.“ Werdaein bisschen

Kritik an anderen Klubführungen heraushörenwill,

darfdas wohl tun.

Zu Mintzlaffs rhetorischen Stärken zählt

sicherlich auch das relativierende Vergleichsargument.

Er sagt gerne Sätze wie: „Das ist

auch nicht anders als in anderen Vereinen.“

Oder: „Das machen wir nicht anders als alle

anderen Bundesligisten auch.“ Und: „Wir

dürfen den Fans nichts vorgaukeln, natürlich

ist das auch ein Unternehmen –eines von

achtzehn in der Liga.“ Das ist alles richtig.

Aber eben nur relativ imVergleich.

Grundsätzlich ist RB Leipzig ein Fußballklub,der

–tatsächlich wie alle anderen –möglichst

erfolgreich sein will und maximalen Gewinn

generieren soll. Muss er aber nicht unbedingt.

Undhier beginnt der legale Graubereich,

kommen die legitimen Ausnahmen ins

Kleingedruckte.

Denn es gibt da immer den Konzern Red

Bull im Hintergrund und den Konzernchef

Dietrich Mateschitz, der das Geld zur Verfügung

stellt, das es den Leipzigern seit der

Klubgründung erlaubte, ein Transferminus

von 187 Millionen Euro anzuhäufen. Mehr

Miesekann sich in der Bundesliga nur der FC

Bayern leisten (328 Millionen Euro). Und

wenn RB Leipzig in Zukunft eingrößeres und

moderneres Stadion braucht, sind Kauf und

Umbau kein Problem, sondernlogische Konsequenz

des angestrebten Wachstums. Baggerund

Betonmischer sind schon da.

Über die Höhe der jährlichen Alimentierung

durch RedBull war bislang nichts zu erfahren.

Es gibt grobe Schätzungen, keine seriösen

Angaben, genauso wie beim VfL Wolfsburg,

den der Mutterkonzern Volkswagen

großzügig ausstattet. Hier noch einVersuch.

Mintzlaff sagt: „Wir sind ein innovativer

Klub, der nach neuen Wegen sucht, in allen

Bereichen. Wirhaben nichts zu verbergen, im

Gegenteil. Wir würden uns sogar als einen

sehr offenen und transparenten Klub bezeichnen.

Es ist auch nicht so,dass wir uns vor

Themen verstecken oder dass wir Fragen

nicht beantworten wollen.“


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 3

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Report

Waszahlt also RedBull proSaison?

„Sie sagen mir doch auch nicht, was Sie

verdienen.“

Kann ich machen, ist tariflich geregelt.

„Dann sind Sie eher einer der wenigen.

Erstens spricht man nicht über Geld und

zweitens wäre das auch unseriös. ObesRed

Bull, Nike, Porsche oder VW ist –ich kann

doch nicht über Verträge sprechen, die der

Geheimhaltung unterliegen. Wir sind transparent,

bei Dingen, die transparent sein dürfen.“

Unddann kommt es wieder:„Deswegen

kann auch kein anderer Bundesligist über

seineVerträge sprechen.“

Siespielen auch auf dem Getränkemarkt

Mintzlaff ist Vertreter der Neidtheorie,die unter

besonders erfolgreichen und/oder besonders

missverstandenen Menschen verbreitet

ist. Er sagt: „Wenn etwas Neues kommt, sind

viele erst mal dagegen, sie verschließen sich

und lassen nicht alle Argumente zu. Diese

Neiddebatte ist so ein deutsches Phänomen.“

Das Neue an RB Leipzig, das Ablehnung

über Anfeindung bis Hass provozierte, war

vorallem die Klubstruktur,die keine Kontrolle

vonunten vorsieht, Fans als Kunden ohne direkte

Teilhabe und Mitspracherecht versteht;

zur Mitgliederversammlung kommen 19

handverlesene Personen. Mintzlaff berichtet

nur an Mateschitz, nach ganz oben. Er sagt:

„Wir sind ein ganz, ganz junger Klub, wie ein

Start-up-Unternehmen, das seine Strukturen

erst noch definieren muss.“

In der Zwischenzeit –it’sthe economy,stupid!

– läuft eben alles nach Businessplan,

nimmt RB Leipzig immer an einem Wettbewerb

mehr teil als die anderen: Sie spielen

auch auf dem Getränkemarkt. Doch irgendwann

wird die Reihenfolge nicht mehr so

wichtig sein, dass die Daseinsberechtigung

dieses Klubs erst erkauft und dann erspielt

worden ist. Und wenn nicht? „Die wenigen

Kritiker oder die Ultras,die sich nicht mit den

Inhalten beschäftigen, sondern einfach nur

dagegen sind, die interessieren uns nicht“,

sagt Mintzlaff. „Uns interessiert die breite

Masse,die unseren Wegversteht und respektiert.“

Dasist keinTrotz, das ist die Gewissheit,

auf der richtigen Seite zu stehen. Und noch

lange nicht fertig zu sein.

Diese breite Masse soll unterhalten werden,

darum geht es hier, mit spektakulärem

Pressingfußball, den Ralf Rangnick erfunden

und Nachfolger Julian Nagelsmann um längereBallbesitzphasen

verfeinerthat. Herausgekommen

sind in der Hinrunde ein rauschhaftes

6:1 in Wolfsburg oder dieses vernichtende

8:0 gegen Mainz –und bundesligaweit

unerreichte 2,8 Tore pro Spiel. Im Schnitt kamen

40 362 Zuschauer zu den Heimspielen.

Die Stadionauslastung lag bei 95,8 Prozent.

RB Leipzig bietet eine friedliche und familienfreundliche

Fußballshow. Wenn dieser Verein

nur ein Produkt ist, dann hält er sich immerhin

an sein Produktversprechen.

Protest muss sein

Klubinterne Datenerhebungen haben ergeben,

dass vierzig Prozent der Zuschauer

eine Entfernung zwischen fünfzig und einhundert

Kilometer zurücklegen, nur zwanzig

Prozent kommen aus Leipzig. Dieinzehn Jahrengewachsene

Fanszene reicht vomschwullesbischen

Fanclub „Rainbow Bulls“ über die

eher rechte Gruppierung „L.E. United“ bis zu

den tonangebenden „Red Aces“, die in ihrem

Manifest schreiben: „Am Ende wird der RasenballsportLeipzig

nur dann zu einem einigermaßen

anerkannten Verein, wenn die

Leute in der Kurve eben nicht nur die prognostizierten

Werbeopfer/Eventfans mit

Dose undWurst in den Händen sind, sondern

als selbstdenkende und selbstbestimmte

Fans wahrgenommen werden.“

Wasdie Fanbasis so denkt, war vorein paar

Monaten im Stadion als Erinnerung zu lesen:

„Wer viel verspricht, vergisst auch viel …wir

müssen reden. JETZT!“ Also redeten sie.

Mintzlaff erklärt: „Die Fans hatten verständlicherweise

das Gefühl: Hey, ich werdehier gar

nicht wertgeschätzt. Ich opfere mein ganzes

Geld und meine ganz Freizeit für RB Leipzig,

schreibe eine E-Mail und es dauert zweiWochen,

bis ich eine Antwortbekomme.Wir haben

eingesehen, dass wir auch da besser werden

müssen. Wir haben einen Fahrplan mit

der Fanszene erarbeitet.“ Kundenzufriedenheit

ist eben wichtig in Leipzig.

DieSpieler bekommen ohnehin das Beste,

Modernste, jeder hat ein Zimmer auf dem

Vereinsgelände. Eine luxuriöse Jugendherberge

mit Billardtisch, Massagebank und

Whirlpool ist das. Inder Kantine werden an

diesem Tagzehnverschiedene Gerichte angeboten,

vonKalbssemerrolle mit Pilzkruste bis

zur gebackenen Banane.

Die Fans des 1. FC Union wollen auch in Leipzig ihren Unmut gegenüber RB kundtun

VonMarkus Lotter

Die Kurveist ihreBühne,ihr Ventil. Was

sie bewegt, wird über diese Spielfläche

kundgetan. Immer lauthals, wenn es

darum geht, die eigene Mannschaft zu unterstützen,

die Jungs in Rot nach vorne zu

treiben. Und gern mal im stillen Protest,

wenn es darum geht, den Unmut gegenüber

einer Institution oder eben gegenüber

einem ungeliebten Klub zum Ausdruck

zu bringen. Und das ohne Pardon

und ohne Unterlass. Und in diesem speziellen

Fall gar aus Tradition.

Insofern kann es nicht wundern, dass

die Fans des 1. FC Union am Sonnabend

das Auswärtsspiel in Leipzig erneut zum

öffentlichen Aufstand gegen das „Fußballkonstrukt“

RB nutzen wollen. Dass sich die

Anhänger der Eisernen, zumindest diejenigen,

die sich in Ultra-Gruppierungen organisiert

haben, wie schon beim Hinspiel

auf eine Anti-RB-Leipzig-Aktion verständigt

haben. Treffpunkt: Hauptbahnhof

Leipzig, 16.30 Uhr, zwei Stunden vor Anpfiff.

Dresscode: schwarz. Besetzung: bis

zu 8000 Mann. Drehbuch: Trauermarsch

zum Stadion mit einem vielsagenden

Schweigen in den ersten 15 Minuten der

Begegnung zwischen dem Aufsteiger und

dem Herbstmeister.

Das Wuhlesyndikat, die federführende

Ultra-Gruppierung, hatte schon zu Beginn

der Woche mitgeteilt, dass man „ein ausdrucksstarkes

Zeichen“ setzen wolle.Ineinem

offenen Brief, den auch drei Dutzend

andere Fanclubs unterzeichnet hatten,

hieß es: „Wie schon zu unserem ersten

Bundesligaspiel kann es auch diesmal nur

bedeuten, dieses Spiel als kein normales

Glücksfall für den 1. FC Union: der Schweizer

Fußballlehrer UrsFischer.

DPA/GORA

anzusehen und weiterhin Haltung zu bewahren.“

Das große „Aber“ muss sein,

muss immer wieder ins Spiel gebracht werden,

damit das aus ihrer Sicht schändliche

Geschäftsgebaren der Leipziger nicht eines

Tages als Selbstverständlichkeit wahrgenommen

wird.

Nicht nur für die Anhänger und Verantwortlichen

beim 1. FC Union steht RB ja für

das Böse im Fußball, für kompromisslosen

Kommerz, für Wettbewerbsverzerrung und

Regelbruch. Andererseits ist RB für einen

Verein wie Union auch das willkommene

Gegenstück, um sich abzugrenzen. Um sich

seiner eigenen Klubkultur zu vergewissern.

„Für den Fußball, den wir lieben“ solle man

einstehen, forderte das einflussreiche Wuhlesyndikat.

Und der Fußball, den sie bei

Union lieben und pflegen, ist halt einer für

Fußball-Romantiker: ehrlich und nahbar,

mit Hand und Herz und eben nicht wie in

Leipzig mit dem Scheckbuch gemacht.

Das Spannende an der aktuellen Situation

ist die Tatsache, dass sich die Elf aus

Köpenick durch eine starke Hinrunde, mit

20 stolzen Punkten aus 17 Spielen, vomAußenseiterteam

zum Überraschungsteam

gewandelt hat. Dass also die Klage gegen

die Leipziger Fußballunternehmung auch

von einem neuen, auf sportlichem Erfolg

begründeten Selbstbewusstsein getragen

wird. Die Mannschaft von Urs Fischer

scheint jedenfalls weitaus konkurrenzfähiger

zu sein, als dies noch am 18. August des

vergangenen Jahres der Fall war.0:4 lautete

damals bei der Bundesligapremiere des

Vereins das Ergebnis im Vergleich mit RB.

Wobei das 0:1 just nach dem fünfzehnminütigen

Schweigen der Union-Fans fiel.

TrainerUrs Fischer hat die Szene natürlich

immer noch vor Augen, scherzte am Donnerstag

dahingehend wie folgt: „Wenn ich

ans Hinspiel denke, waren die ersten 15

Minuten nicht so schlecht. Es wurde dann

eher ein bisschen schwächer, als die Stimmung

kam.“

Der Schweizer hat schon recht: Man

sollte die Sache ernst nehmen, aber eben

auch nicht zu ernst. Wenngleich für die

Union-Fans der Einwurf, dass es sich bei

aller Aufregung doch „nur“ um Fußball

handelt, natürlich inakzeptabel ist.

ZurWahrheitüber RB Leipziggehört, dass

acht Spieler aus dem aktuellen Kader auch

schon zuZweitligazeiten da waren, darunter

viele Stammkräfte wie Marcel Sabitzer oder

Emil Forsberg. Diese Kontinuität ist Mintzlaff

wichtig:„Als wir aufgestiegen sind, hieß es,wir

werden mit Geld um uns werfen, die ganze

Bundesliga aufkaufen und brutale Millionengehälter

zahlen. Das ist nicht passiert.“ Ist es

tatsächlich nicht. Daher ist sich Mintzlaff sicher:

„Wir haben den Leuten bewiesen und

wollen auch weiterhin beweisen, dass wir

keine Klischees bedienen.“

Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch,

dass ein normaler Zweitligaklub den schwedischen

Nationalspieler Forsberg sicherlich

nicht so gereizt hätte und dass nicht mal ein

ambitionierter Zweitligist 3,7 Millionen Euro

hätte aufbringen können. Auch das fällt unter

das Stichwort Anschubfinanzierung. Die

Klubverantwortlichen haben diesen Wettbewerbsvorteil

genutzt. Das kann man ihnen

nicht vorwerfen. Auch nicht, dass sie es sich

bislang immer leisten können, mehr junge

Talente einzukaufen als selbst auszubilden.

Motivationssprüche am Trainingszaun

Seit dieser Saison wirdder Klub vomjüngsten

und wohl auch talentiertesten Bundesligatrainer

angeleitet. Und anscheinend hat die

Mannschaft bereits einiges vom dem verinnerlicht,

was Julian Nagelsmann als großformatige

Botschaften an den Zäunen rund

um den Trainingsplatz anbringen ließ. Etwa

das Zitatdes FootballtrainersVince Lombardi:

„Gewinnen ist nicht alles,esist das Einzige!“

Schräg gegenüber von Mintzlaffs Büro

wartet bereits Yussuf Poulsen. Wieder so ein

schwarz möblierter Raum, wieder dieser

Kühlschrank. Dass ein Bundesligaspieler auf

einen Reporter wartet, passiert eher selten.

Vorallem voreinem Zahnarzttermin. „Nichts

Ernstes“, sagt Poulsen. Ungewöhnlich auch,

dass derWunsch, mitdem Geschäftsführer zu

sprechen, umdas freiwillige Angebot erweitert

wird, anschließend einen Spieler treffen

zu können. Zufriedene Reporter scheinen

hier auch wichtig zu sein.

Poulsen grinst, als er das hört, er weiß,

warum gerade er die Fragen beantworten soll:

„Weil ich lange dabei bin.“ Genauer: weil er

bereits in der Dritten Liga für Leipzig stürmte

und heute immer noch trifft. „Früher war vieles

anders“, erinnert ersich. „Wir haben in

kleineren Stadien gespielt, man hat da besser

gehört, was die Fans gerufen haben.“ Und

heute? „Wir sehen und hören immer mehr,

dass die Leute unsere Leistungen und unserenKlub

anerkennen.“ Waszubeweisen war.

DerChefhätte es nicht besser sagen können.

Paul Linke

hätte gern die Süßkartoffelpolenta in

der Klubkantine probiert.


4* Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Kindesmissbrauch im Netz:

Bundestag verschärft Gesetz

Ermittler haben künftig mehr Befugnisse

im Kampf gegen Kinderpornografie

und Kindesmissbrauch im Internet.

DerBundestag billigte am

Freitag ein neues Gesetz, das es den

Beamten erlaubt, sich bei ihren Ermittlungen

in einschlägigen Forenals

Kind auszugeben. Zudem dürfen sie

kinderpornografisches Material

künstlich herstellen, um sich damit

Zutritt zu den Forenzuverschaffen.

Vondem entsprechenden Strafgesetz

wirdkünftig auch derVersuch des bereits

strafbaren Cybergrooming erfasst,

also des gezielten Ansprechens

vonKindernimInternet mit dem Ziel

des Missbrauchs. (AFP)

Teures Gutachten soll

Verkehrsminister entlasten

Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) soll ein Gutachten in

Auftrag gegeben haben, das ihn in der

Affäreumdie Pkw-Maut entlastet.

Diebeauftragte Kanzlei erkläredarin,

dass Scheuer bei der Auftragsvergabe

nicht auf das Urteil des Europäischen

Gerichtshof habe warten müssen.

Dasberichtet der Spiegel. DasGutachten

kostet den Steuerzahler demnach

240 000 Euro.Der Europäische

Gerichtshof hatte die Pkw-Maut im

Juni 2019 gestoppt. Scheuer hatte

schon vordem Urteil einenVertrag

mit den Maut-Betreiberfirmen abgeschlossen.

Diese fordernmittlerweile

vomBund 560 Millionen Euro Schadensersatz.

(BLZ)

Freilassung von Kapitänin

Rackete bestätigt

Carola Rackete hat gegen die italienische

Justiz einen Erfolg errungen.

DPA

Der Jahrhundert-Prozess

Vieles deutet darauf hin, dass Trump das Impeachment politisch überleben wird. Doch zu welchem Preis?

VonKarlDoemens, Washington

DieVorschriften sind strenger

als in der Schule.

Handys sind im Saal

komplett verboten. Gespräche

mit dem Pultnachbarnauch.

Gelesen werden darf während der

stundenlangen Sitzungen nur, was

zum verhandelten Thema gehört.

Undesbesteht Anwesenheitspflicht –

an sechs Tagen derWoche.BeiVerstößen

droht eine Gefängnisstrafe.

Wenn die 100 Mitglieder des US-

Senats am Dienstag zur ersten Arbeitssitzung

des Impeachment-Prozesses

zusammenkommen, werden

die Regeln des auf schnelle Kommunikation

und TV-Dauerpräsenz basierenden

Washingtoner Politikbetriebs

außer Kraft gesetzt. Doch der

ganze zeremonielle Pomp und der

Verweis auf die historische Bedeutung

des dritten derartigen Verfahrens

in mehr als 200 Jahren ändern

nichts daran, dass im Hintergrund

ein knallharter politischer Machtkampf

tobt. Vieles deutet darauf hin,

dass Donald Trump das Amtsenthebungsverfahren

politisch überleben

wird. Doch zu welchem Preis?

Detaillierte Zeugenaussagen

Die Anklagevertreter werden zur Kammer des Senats geführt.

Die Gründe für ein Impeachment

sind laut US-amerikanischer

Verfassung „Verrat,

Bestechung oder andere

schwere Verbrechen und Vergehen“

–eine nähere Definition

gibt es nicht.

DAS AMTSENTHEBUNGSVERFAHREN

Das Verfahren leitet der Vorsitzende

des Obersten Gerichtshofs.

Einer Verurteilung

müssten am Ende zwei Drittel

der anwesenden Senatoren

zustimmen. Davonist

nicht auszugehen.

AP/J. SCOTT APPLEWHITE

Die Mehrheit im Senat halten

die Republikaner mit 53

der 100 Sitze. Deswegengilt

das Erreichen einer Zweidrittelmehrheit

für die Absetzung

des US-Präsidenten als

sehr unwahrscheinlich.

Wieeine Prätorianergarde haben sich

die Republikaner, die in der zweiten

Parlamentskammer die Mehrheit besitzen,

um den Präsidenten geschart.

Gleichzeitig aber dringen gerade täglich

neue Nachrichten an die Öffentlichkeit,

die den Demokraten in die

Karten spielen. Mit ihrer Mehrheit

haben sie vorvier Wochen im Repräsentantenhaus

die Anklage Trumps

beschlossen. Sie werfen dem Regierungschef

vor, den ukrainischen Präsidenten

Wolodymyr Selenskyj zu einer

Schmutzkampagne gegen

Trumps innenpolitischen Rivalen Joe

Biden genötigt und die Aufklärung

behindertzuhaben.

„Dieser Impeachment-Schwindel

ist ein Skandal“, erregt sich Trump.

Gegen diese Darstellung sprechen

nicht nur die Zeugenaussagen voneinem

Dutzend hochrangiger Beamten

und Diplomaten, die detailliert dargelegt

haben, wie Trump eine zugesagte

Militärhilfe von 400 Millionen

Dollar zurückhielt und gleichzeitig

extremen Druck auf Selenskyj ausübte,

Ermittlungen gegen Biden einzuleiten.

Am Donnerstag hat auch

der unabhängige US-Rechnungshof

beschieden, dass dieVerzögerung der

Hilfszahlungen ein Verstoß gegen das

geltende Recht war.

Zudem tourt seit Mittwoch ein

neuer Kronzeuge gegen Trump durch

die amerikanischen Talkshows: Der

US-Geschäftsmann Lev Parnas war

ein enger Vertrauter des windigen

Trump-Anwalts Rudy Giuliani, der

die Ukraine-Operation für den Präsidenten

steuerte.Und er hatTextnachrichten,

Mailbox-Aufzeichnungen,

Kalendereinträge und Notizenvorgelegt,

die belegen sollen, dass er auf Giulianis

Geheiß hin Selenskyj das Ultimatum

übermittelte: „Präsident

Trump wusste genau, was vor sich

ging“, beschwört Parnas: „Er hatte

von allen meinen Schritten Kenntnis.“

Trump behauptet nun, Parnas

kaum zu kennen. Allerdings gibt es

ein Video, das beide zusammen vergnügt

im Golfclub Mar-a-Lago zeigt.

Mehrtägige Befragung

Wie lange der Impeachment-Prozess

dauern wirdund wieergenau abläuft,

ist offen. Interessant werden die Aussagen

des Weißen Hauses sein, das

sich jenseits der täglichen Twitter-Tiradendes

Hausherrnbislang nicht zu

den Vorwürfen eingelassen hat. An

die Darlegungen dürfte sich eine

mehrtägige Befragung durch die Senatoren

anschließen. Erst dann will

McConnell entscheiden lassen, ob

weitere Zeugen gehört werden. Für

den Beschluss reicht eine einfache

Mehrheit.Vier Republikaner müssten

mit den Demokraten stimmen. Das

erscheint nicht ausgeschlossen und

wäreein großer Prestigeerfolg für die

Opposition.

Trump würde am Ende wohl

trotzdem im Amt bleiben, weil sich

die erforderliche Zweidrittelmehrheit

für seinen Rauswurf kaum finden

dürfte. Doch die sektenhafte

Hörigkeit der Republikaner gegenüber

ihrem Präsidenten wäre erstmals

gebrochen.

KarlDoemens wundert

sich über die Nibelungentreue

der Republikaner.

Wahlreform:

Kleiner Schritt

nach vorne

Wissenschaftler lobt den

Entwurf der Opposition

VonChristineDankbar

Wie verkleinertman den Bundestag,

ohne bestimmte Parteien

zu bevorzugen oder zu benachteiligen?

Aufdiese Fragen gibt es mittlerweile

mehrereAntworten, vondenen

jedoch keine mehrheitsfähig ist. Die

Oppositionsparteien Grüne, Linke

und FDP haben sich auf einen gemeinsamen

Entwurf für ein neues

Bundeswahlgesetz geeinigt, der bereits

im Parlament diskutiert –und

von Unionsfraktion ebenso wie von

der SPD abgelehnt wurde.

Unterstützung erhält der Vorschlag

nun von wissenschaftlicher

Seite. Der Demokratieforscher RobertVehrkamp

vonder Bertelsmann

Stiftung hat errechnet, dass der Vorschlag

der Oppositionsfraktionen

FDP,Grüne und Linke eine wirksame

Verkleinerung des Bundestags erreichen

würde. Derzeit gibt es 709 Abgeordnete,

so viele wie noch nie.

Bleibt es beiden derzeitigen Prognosen

für die Parteien, könnten es nach

der nächsten Wahl 800 oder noch

mehr werden.Das aber ist den Wählernkaum

noch zu vermitteln, zumal

einzelne Bundestagsausschüsse

mittlerweile so aufgebläht sind, dass

ihreArbeitsfähigkeit vermindertist.

Der Oppositionsentwurf sieht

vor, die Zahl der Bundestagsabgeordneten

bei 630 festzuschreiben.

Das erreicht man, indem man die

Anzahl der Wahlkreise von 299 auf

250 verringert.

Man habe Simulationen mit vielen

verschiedenen Wahlergebnissen

durchgerechnet und festgestellt,

Dieeinstige Seenotretterin Carola

Rackete,die sich für Flüchtlinge im

Mittelmeer einsetzte,hat im Kampf

gegen die italienische Justiz einen

entscheidenden Erfolg errungen.

DasKassationsgericht in Romwies

am Freitag den Einspruch der Staatsanwaltschaft

gegen die im Juli 2019

erfolgte Freilassung der deutschen

Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea

Watch 3“ zurück. (AFP)

Präsident der Ukraine lehnt

Rücktrittsgesuch ab

Derukrainische PräsidentWolodymyr

Selenskyj hat das Rücktrittsgesuch

seines Regierungschefs Alexej

Gontscharuk abgelehnt. Dasbekundete

Selenskyj am Freitagabend nach

einem Treffen beider Politiker.Stunden

zuvor hatte Gontscharuk um seinen

Rücktritt gebeten. Hintergrund

ist ein Audiomitschnitt, in dem sich

Gontscharuk unvorteilhaft über Selenskyj

geäußerthatte.Inder Ukraine

hat der Präsident lautVerfassung allerdings

nur einen geringen Einfluss

auf die Bildung der Regierung. (dpa)

Friedrich Merz will für die

CDU Wahlkampf machen

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich

Merz (CDU) hat der CDU-Spitzeangeboten,

in einem Team für den

kommenden Bundestagswahlkampf

eine Rolle zu spielen. „Ich bin ein

Teamplayer,und deswegen ist wichtig,

dass die Mannschaft stimmt und

jeder an seinem Platz steht“, sagte er

am Freitag. Über eine Kanzlerkandidatur

mache er sich derzeit noch

keine Gedanken. (dpa)

Meine Tochter ist fast 17 Jahre

alt. Früher habe ich ihr dieWelt

erklärt. Jeden Tagbeim Abendbrot

und immer dann, wenn wir zusammen

sitzen, geht es bei uns um das,

was wir am Tagerlebt haben, was in

der Welt und in der Politik passiert

ist. Seit einiger Zeit erklärt sie mir

ihre Welt. Ich habe mich entschlossen,

zuzuhören.

MUTTER: Die Grünen wollen eine Ernährungswende:

klimafreundlich, sozialgerecht

und ohne Massentierhaltung.Das soll

in Berlin das Essen in den Kantinen der

Schulen und Kitas revolutionieren. Die Kantine

ist allerdings so ziemlich der letzte Ort,

an dem ich gutes Essen vermute.

TOCHTER: Aber das ist ja nur ein Anfang.

Soll es auch einen vegetarischen

oder veganen Taginder Woche

verpflichtend für Schulen, Kindergärten

und Berufsschulen geben?

Weiß nicht. Den Vorschlag gab esjedenfalls

schon mal. Das gabdamals eine riesigeEmpörung.

Weil es bevormundend ist?

Ja, genau. Ich glaube allerdings, dass sich

bei diesem Thema einiges geänderthat. Es

wird nicht mehr so viel Empörung geben. Es

werden sich natürlich immer noch Leute

aufregen, weil sie es als Bevormundung

empfinden.

Oft ist nicht so entscheidend, dass

die Leute kein Fleisch kriegen, sondern

dass sie kein Fleisch kriegen

können.Vielleicht würden sie,wenn

sie die Auswahl zwischen Suppe

Generation Greta und ich

Erwachsene sind so

eingefahren

und Steak haben, die Suppe nehmen,

weil sie gestern schon Fleisch

hatten. Wenn es aber am vegetarischen

Tagnur Suppe und Salat gibt,

empfinden sie es als bevormundend,

obwohl sie vielleicht gar keine

Lust auf Fleisch haben. Das ist eine

Grundsatzdiskussion, die keinen

weiterbringt.

Zumal ja jeder trotzdem noch zum Frühstück

oder Abendbrot Fleisch essen

könnte. Es wäre ja nur in der Kantine kein

Fleisch. Wie ist das denn bei euch in der

Schule?

Es gibt immer zwei Gerichte, und

man kann sich aussuchen, was man

VonJulia Haak

nimmt. Aber ich bin ganz lange nicht

mehr dortgewesen.

Du gehst nicht hin, weil es dir nicht

schmeckt. Das hat mit Fleisch oder nicht

Fleisch nichts zu tun.

Ja,aber das liegt am Anbieter.Esgibt ja

auch Schulkantinen, die gutes Essen

machen oder selber kochen. Die sind

natürlich dann vielfältiger, können

selbst entscheiden, ob sie Fleisch oder

kein Fleisch verkaufen wollen. Aber

die großen Anbieter müssen sich nach

ihren Kunden richten, und wenn die

Kunden sagen, wir wollen jeden Tag

Fleisch zumindest als Angebot haben,

dann liefernsie das.

Aber aus Sicht der Schulen ist es doch eine

gute Idee, in den Schulkantinen weniger

oder garkein Fleisch anzubieten.

Ichfinde auch, dass es eine gute Idee

ist. Vorallem, weil es Kinder sind. Erwachsene

sind so eingefahren, die

lassen sich vielleicht nicht mehr umstimmen.

Die wollen jeden Tag

Fleisch und wollen das dann auch als

Prinzip durchsetzen –„das hab ich

immer schon so gemacht und das ist

dann auch gut so“. Aber Kinder und

Jugendliche, wenn man denen erklärt,

dass man jetzt einen vegetarischen

Taghat und warum, dann verstehen

die das auch. Dann nehmen

die das eher an als Erwachsene.Und

gut ist auch, dass sie es dann gewöhnt

sind, weniger Fleisch zu essen,

sodass sie es auch von sich aus

wollen, wenn sie irgendwann ausziehen.

Sie wollen dann nicht mehr so

viel Fleisch und auch nicht so viel essen.

Deshalb finde ich es bei Kindern,

also in Grundschulen und weiterführenden

Schulen, sinnvoller als

in Firmen bei Erwachsenen in der

Kantine.

Wieein Bildungsprogramm also. Aber leider

hast du die Erwachsenen offenbar schon

aufgegeben.

BeiErwachsenen wirdesaus Prinzip

mehr Widerstand geben. Kinder und

Jugendliche sind zugänglicher für

Argumente, weil sie nicht schon seit

20 Jahren Fleisch essen. Sie setzen

sich damit auseinander und fragen

dann zu Hause, warum es da keinen

vegetarischen Taggibt. Es muss natürlich

auch schmecken.

Noch nie gab es so viele Abgeordnete wie

derzeit. Es könnten noch mehr werden. DPA

dass das Ziel, bei 630 Abgeordneten

zu bleiben, erreicht werde, sagte

Vehrkamp der Berliner Zeitung.

Allerdings wird die Stabilität der

Zahl durch einen Nachteil erkauft,

der den Vorschlag für die Union unannehmbar

machen dürfte: Direktmandate

und Listenplätze müssen

die Parteien jeweils untereinander

verrechnen. Das heißt, dass die Direktkandidaten

der Union, die vorallem

im Süden der Republik stark

sind, auf Kosten der Listenkandidaten

aus dem Norden ins Parlament

einziehen können. Konkret: Wenn

die Union in Baden-Württemberg

viele Direktkandidaten durchbringt,

könnten aus Brandenburg (wo die

Union bei den Erstwählern schwach

ist) unter Umständen keine Abgeordneten

über die Landesliste in den

Reichstag einziehen. Vehrkamp

nennt dies „föderale Proporzverzerrung“.

Sie wird inKauf genommen,

damit keine Überhangmandate entstehen.

Denn die machen Ausgleichsmandate

für die anderen Parteien

notwendig, weswegen der

Bundestag zuletzt immer größer

wurde.

Am Donnerstag wurde bereits ein

anderes Ansinnen im Bundestag verworfen.

Grüne und Linke hatten beantragt,

eine Kommission einzusetzen,

die sich für eine Geschlechterparität

im Wahlrecht einsetzen

sollte. Dass mehr Frauen ins Parlament

einziehen sollen, wollen (fast)

alle Parteien, doch auch hier wird

über den richtigenWeg gestrittenen.

DerAntrag wurde abgelehnt.


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 5

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Politik

Rechte Offiziere

Gegen mehr als 200 führende Bundeswehrsoldaten gab es in den vergangenen vier Jahren Ermittlungen wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus

VonJörg Köpke

Das Bundesamt für den

Militärischen Abschirmdienst

hat in den vergangenen

vier Jahren gegen

208 Offiziere der Bundeswehr Ermittlungen

wegen des Verdachts auf

Rechtsextremismus geführt. Das

geht aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums

auf eine Anfrage

der FDP-Fraktion im Bundestag hervor,

die der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) vorliegt.

DieZahlen umfassen den Zeitraum

zwischen dem 1. Januar 2016

und dem 29. November 2019.

Laut Verteidigungsministerium

mussten sich 34 dieser mutmaßlich

rechtsextremen Offiziere vor dem

Wehrdisziplinargericht verantworten.

Bei einem weiteren Offizier

wurde innerhalb der Einheit eine

einfache Disziplinarmaßnahme verhängt.

2019 waren nach Angaben der

Bundesregierung insgesamt 38 187

Soldaten im Rang eines Offiziers in

der Bundeswehr tätig.

Insgesamt ermittelte der Militärgeheimdienst

im untersuchten

Zeitraum gegen 1173 Soldaten sowie

83 Zivilbedienstete der Bundeswehr

mit rechtsextremistischem

Bezug. Neben den 208 Offizieren gerieten

425 Unteroffiziere sowie 531

Mannschaftsdienstgrade ins Visier

des Militärgeheimdienstes. Bei weiteren

neun Soldaten konnte die

Laufbahngruppe nicht ermittelt

werden.

In insgesamt 147 Fällen mussten

sich Soldatinnen und Soldaten bis

zum 18. Dezember vor dem Wehrdisziplinargericht

verantworten. In

weiteren 57 Fällen wurde eine einfache

Disziplinarmaßnahme „wegen

Dienstvergehen mit rechtsextremistischem

Bezug verhängt“. Nach Angaben

vonVerteidigungsstaatssekretär

Thomas Silberhornumfassen die

Fälle den „Phänomenbereich

Rechtsextremismus inkl. Reichsbürger

und Selbstverwalter“.

„Die hohe Anzahl von rechtsextremenVerdachtsfällen

und Disziplinarmaßnahmen

in der Bundeswehr

allein ist schon erschreckend“, sagte

FDP-Innenexperte Benjamin Strasser.

Das größere Problem sei für ihn

jedoch die beachtliche Zahl vonVerdachtsfällen

und Disziplinarmaßnahmen

auf Ebene der Offiziere.

„Das Führungspersonal des Militärs

muss demokratischesVorbild für alle

Soldatinnen und Soldaten unseres

Landes sein. Die große Zahl von

rechtsextremen Vorfällen in den vergangenen

Jahren zeigt auch, dass die

Einrichtung der Koordinierungsstelle

für Extremismusverdachtsfälle

im Verteidigungsministerium zwar

richtig ist, aber viel zu spät kommt.“

Das Verteidigungsministerium

hatte die Koordinierungsstelle mit

Wirkung zum 1. Oktober 2019 eingerichtet.

Der Wehrbeauftragte des

Bundestags, Hans-Peter Bartels,

hatte zuletzt einen jährlichen Bericht

des Militärischen Abschirmdienstes

zu Extremismus in den

Streitkräften gefordert. Der SPD-Politiker

hatte es als „ein bisschen ungewöhnlich“

bezeichnet, dass bisher

„die einzige seriöse Datenquelle für

Zahlen zum Beispiel zum Phänomenbereich

Rechtsextremismus in

der Bundeswehr der Jahresbericht

des Wehrbeauftragten ist“.

Seit einigen Monaten erstellt der

Ständige Bevollmächtigte des Geheimdienstausschusses

des Bundestags,

Arne Schlatmann, erstmals einen

Bericht über mögliche rechtsextreme

Netzwerke innerhalb der Bundeswehr.

Mit dem Erscheinen wird

noch in diesem Frühjahr gerechnet.

Wie aus dem Parlamentarischen

Kontrollgremium des Bundestags

verlautete,soll der Bericht „sehr umfangreich“

ausfallen.

Im vergangenen September hatte

Verteidigungsministerin Annegret

Kramp-Karrenbauer (CDU) das Geheimdienstkontrollgremium

in einer

ersten Bilanz unterrichtet, die

Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte

(KSK) der Bundeswehr habe

sich aktuell zum „Arbeitsschwerpunkt“

des Militärgeheimdienstes

entwickelt. Fast warnend hieß es in

dem Geheimbericht, die steigende

Zahl von Verdachtsmomenten mache

„weitergehenden Handlungsbedarfdeutlich“.

„Der Verrohung

und dem Hass

entgegentreten“

Lars Klingbeil fordert mehr

Schutz für Politiker

VonAndreas Niesmann

Nach den Schüssen auf das Büro

des SPD-Bundestagsabgeordneten

Karamba Diabyplant SPD-Generalsekretär

Lars Klingbeil ein parteiübergreifendes

Spitzentreffen, bei

dem über besseren Schutz für Politiker

beraten werden soll. Klingbeil hat

dazu die Generalsekretäre oder Bundesgeschäftsführer

aller Bundestagsparteien

mit Ausnahme der AfD angeschrieben.

„Gemeinsam mit Ihnen und Euch

möchte ich sehr zeitnah darüber beraten,

wie gerade ehrenamtliche Politikerinnen

und Politiker sich besser

schützen können und welche gemeinsamen

politischen und gesellschaftlichen

Initiativen es braucht,

um der Verrohung und dem offenen

Hass gegen diejenigen, die Verantwortung

übernehmen, offensiv entgegenzutreten“,

heißt es in dem an

Linda Teuteberg (FDP), Paul Ziemiak

(CDU), Markus Blume (CSU), Michael

Kellner (Grüne) und Jörg

Schindler (Linke) adressierten Schreiben.

Es liegt der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) vor.

DerAnschlag gegen das BüroDiabys

stehe in einer Reihe vonzunehmender

Gewalt und Drohungen gegen

Politikerinnen und Politiker,die man

nicht dulden könne und dürfe, betont

Klingbeil. „Ich will nicht, dass

sich Menschen zurückziehen, die für

unsereDemokratie eintreten.“

Einschusslöcher im Fenster

Am Mittwoch hatten Mitarbeiter des

SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba

Diaby Schäden am Fenster

seines Bürgerbüros in Halle (Saale)

entdeckt. Dabei handelte es sich offenbar

um Einschusslöcher. Der im

Senegal geborene Diaby ist der erste

Bundestagsabgeordnete mit afrikanischen

Wurzeln. Er wird seit Jahren

vonRechtsextremen angefeindet.

Erst am vergangenen Montag berichtete

die Berliner Linken-PolitikerinAnne

Helm, dass sie laut einer Information

des Berliner Landeskriminalamtes

seit Jahren auf der „Feindesliste“

eines Rechtsextremen

stehe. Inder Nacht zu Donnerstag

wurde das Fenster des Münchner

Bürgerbüros des CSU-Bundestagsabgeordneten

Stephan Pilsinger mit

einem Hakenkreuz und dem Wort

„Volksverräter“ beschmiert. Am

Donnerstag wurde bekannt, dass der

Bürgermeister von Kamp-Lintfort,

Christoph Landscheidt, ab sofortPersonenschutz

erhält. Der SPD-Politiker

hatte einen Waffenschein beantragt,

weil er sich Angriffen aus der

rechten Szene schutzlos ausgeliefert

fühlte. Nach der Ablehnung des Antrags

wollte Landscheidt den Waffenschein

einklagen. Nun zog er die

Klage zurück.


6 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

18.10.19

18.10.19

MÄRKTE

▲ 13525,92 (+0,72 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

18.10.19

Stand der Daten:17.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

17.1.20

▲ 64,73 (+0,09 %)

17.1.20

▼ 1,1108 (–0,55 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 17.01. zum Vortag

17.1.20

Varta 91,30 +4,22 WWWWWWWWWWW

Siltronic NA 92,88 +3,09 WWWWWWWW

Evotec 24,95 +2,89 WWWWWWWW

CompuGroupMed. 64,70

+2,78 WWWWWWWW

SAP 125,82 +2,76 WWWWWWWW

RWESt. 30,82 +2,60 WWWWWWW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom17.01.zum Vortag

Commerzbank 5,31 WWWWWWWW –2,84

GrenkeNA 90,35 WWWWWW –1,95

HugoBoss NA 43,51 WWWW –1,14

Fuchs Petrolub Vz. 43,62 WWWW –1,09

Wirecard 127,20 WWW –1,05

Deutsche Post NA 34,08 WWW –0,92

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 17.01. ±% z. 16.01.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,90

3814/3079 3807,93

CAC 40 (FR) + 1,08

6110/4820 6104,35

S&P UK (UK) + 0,92

1562/1363 1549,02

RTS (RU) +1,51

1642/1152 1637,10

IBEX (ES) +1,19

9710/8409 9686,30

Dow Jones (US) +0,22

29374/24244 29361,02

Bovespa (BR) +0,74

118564/89409117691,80

Nikkei (JP) +0,45

24116/20111 24041,26

Hang Seng (HK) +0,66

30280/24900 29007,90

Stx Singap. 20 (SG) +0,31

1669/1464 1669,24

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)

Effektivzinsen in %für

Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre

MKIB Online

030/6408810 0,55 0,70 0,78

Dr.Klein

0800/8833880 0,61 0,71 0,78

DTW-Immobilienfinanzierung

0800/1155600 0,61 0,71 0,78

Interhyp

0800/200151515 0,61 0,71 0,78

PlanetHome

089/76774188 0,61 0,71 0,78

BBBank

0721/1410 0,78 0,79 1,07

Commerzbank

069/98660966 1,11 0,91 1,25

Deutsche Bank

069/91010000 1,27 0,96 1,26

ING

069/50500109 0,91 0,98 1,20

Postbank

0228/55002010 1,47 1,12 1,52

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,69 0,80 1,16

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,71 0,87 1,35

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,88 0,93 1,23

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,96 1,06 1,51

Berliner Volksbank

030/30363300 1,04 1,10 1,45

Mittelwert von 95 Banken 0,81 0,89 1,16

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

„Die Bauern fühlen sich alleingelassen“

Grünen-Chef Robert Habeck willdie Agrarwende forcieren und einen Tierschutz-Cent einführen

Inseiner Zeit als Landesminister

Agrarminister in Schleswig-

Holstein suchte Robert Habeck

immer wieder den Austausch

mit Landwirten –Begegnungen, die

nicht immer harmonisch abliefen.

Beim Gespräch über Agrarpolitik in

der Grünen-Parteizentrale in Berlin-

Mitte erzählt der Grünen-Chef gern

Anekdoten aus seiner Ministerzeit.

Die vielen Besuche in Ställen und auf

Äckern haben bei Habeck Eindruck

hinterlassen.

Herr Habeck, was gab es heute bei Ihnen

zum Frühstück?

Müsli mit Hafermilch.

Leben Sievegan?

Nein. Ich mag pflanzliche Milch

aber gern.

Verlieren Sie bei den vielen Milchsorten

schon mal den Überblick vor dem

Supermarktregal?

Bei den Bezeichnungen steigt

kaum einer mehr durch. Die Bilder

passen nicht zur Praxis der Tierhaltung.

Kühe sind oft nicht mehr auf

der Weide, Schweine leben nicht im

Fachwerkhaus. Eine verbindliche

Haltungskennzeichnung würde

Klarheit schaffen. Sie sollte für alle

Tierhaltungen gelten, verpflichtend

sein und hohe Standards vorgeben.

Wiebei Eiern. Da geht’s ja auch. Frau

Klöckner plant aber nur ein freiwilliges

Label, das erst mal nur für

Schweine gilt. Man darf dann Tierwohl

draufschreiben, auch wenn die

Ringelschwänze der Ferkel kupiert,

also ohne Betäubung abgetrennt,

wurden. Dabei ist das routinemäßige

Schwänzekupieren eigentlich gesetzeswidrig.

IstEssen politisch?

Erst mal ist Essen persönlich, privat

–und hoffentlich Genuss. Wann

und ich was ich esse, geht eigentlich

niemanden was an, auch den Staat

nicht. In einem weiteren Sinn prägt

Essen unsereKultur. Schnell, schnell

was zu verdrücken, allein zwischen

Terminen, steht für eine andere Gesellschaft

als gemeinsam zu kochen

und am Tisch zusammen zu speisen.

Die Art unseres Lebensmittelkonsums

beeinflusst natürlich Klima

und Umwelt. Undesist eine ethische

und damit politische Frage, wie wir

mit den Tieren umgehen. Die politischen

Fragen müssen aber politisch

beantwortet werden. Es ist unpolitisch,

die Probleme allein über den

privaten Konsum lösen zu wollen. Es

würde zu einer moralischen Verkrampfung

ohnegleichen führen.

Die Politik ist in der Pflicht. Also:

Landwirtschaft ist hochpolitisch.

Siesehen den Verbraucher nicht in der

Pflicht?

Natürlich kann jede und jeder

einen Unterschied machen, etwa bei

Eierndarauf achten, dass männliche

Küken nicht getötet wurden. Aber

das Verbot, Küken zu schreddern

oder männliche Ferkel betäubungslos

zu kastrieren, muss die Politik

umsetzen.

Das verteuert die Fleischproduktion.

Bundeslandwirtschaftsministerin

Klöcknerfindet,Verbrauchermüssten

mehr Geld für Essen ausgeben und so

zu mehr Tierwohl beitragen. Hat sie

recht?

Einklassischer Klöckner.Sie zeigt

auf die Verbraucher: Macht ihr mal,

dann muss ich nichts machen. Das

markiert den Abschied von gestalterischer

Politik. Aber Frau Klöckner

irrt, wenn sie glaubt, Politik sei dann

am besten, wenn sie nichts tut.

Die Ministerin appelliert andie Verantwortung

des Einzelnen. „Du entscheidest!“

–unter diesem Motto steht

der Auftritt ihres Ministeriums auf der

Grünen Woche. Wasist daran falsch?

Zur Zeit der Gründung der Grünen

vor 40Jahren wurde der Slogan

„Das Private ist politisch“ geprägt.

Heute verdrehen jene,die nichts verändern

wollen, die Intention: Wenn

das Private politisch ist, muss das

RobertHabeck, Bundesvorsitzenderder Grünen.

RobertHabeck ist seit 2018 gemeinsam mit

Annalena Baerbock Bundesvorsitzender der

Grünen. Zuvor war der promovierte Philosoph

sechs Jahre lang stellvertretender Ministerpräsident

und Minister für Energiewende,

Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

in Schleswig-Holstein. Der 51-Jährigeist mit

der Schriftstellerin Andrea Paluch verheiratet

und hat vier Kinder.

Politische nicht mehr politisch sein.

Das spricht aus diesem Motto. Die

Verbraucherkönnenabernurschwer

entscheiden, wenn es keine verbindliche

Haltungskennzeichnung gibt.

Für Landwirte muss es wie Hohn

klingen, sie haben gerade doch nur

dieWahlzwischenwachsenoderaufgeben.

Um eine artgerechte Tierhaltung finanzieren

zu können, schlägt Greenpeace

vor, das Kilo Fleisch um 50 Cent

und den Liter Milch um 1,5 Cent zu

verteuern und auf beides den Mehrwertsteuersatz

auf 19 Prozent anzuheben.

Finden Siedas richtig?

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer

auf alle Lebensmittel hätte

den Nachteil, dass nachhaltige Produkte

wie Biofleisch in der Relation

teurer würden und der Abstand zu

billigem Fleisch größer.Damit würde

der Einstieg in eine umfassendere

ökologische Landwirtschaft erschwert.

Bedenkenswerter finde ich

verschiedene Überlegungen für eine

gezielte Abgabe.

ZumBeispiel?

Sagen wir, man nähme eine Art

Tierschutzcent auf tierische Produkte

und finanziert damit den Umbau

von Ställen: mehr Platz für Tiere,

mehr Schutz fürs Klima. Das würde

ZUR PERSON

FOTO: THOMAS KOEHLER/PHOTOTHEK.NET

Neben Kinderbüchern und Übersetzungen

englischer Lyrik veröffentlichte RobertHabeck

(mit Andrea Paluch) unter anderem die

Romane HaukeHaiens Tod(2001), Der

Schrei der Hyänen (2004), Der Tag, an dem

ich meinen toten Mann traf (2005), Zwei Wege

in den Sommer (2006), Unter dem Gully

liegt das Meer (2007) und Sommergig

(2009).

an die bestehende Tierwohl-Initiative

vonBauernverband und Handelsketten

andocken. Die Belastung wäre,

nach den Berechnungen, die ich

kenne, sehr überschaubar. Für die

Ausgestaltung müsste die Bundesregierung

mal ein Konzept vorlegen.

DasGanze ergibt nur Sinn, wenn die

grundsätzlichen Probleme unserer

Landwirtschaft angegangen werden.

Wasschlagen Sievor?

DasSystem prescht mit Vollgas in

die falsche Richtung, weil die Intensivierung

der Landwirtschaft forciert

wird. Besser,wir drosseln das Tempo

und ändern die Richtung. Der entscheidende

Hebel ist eine Reformbei

den EU-Steuermilliarden, die in die

Landwirtschaftspolitik fließen. Sie

müssen Tierwohl, Umwelt, Klima

dienen.

Die EU will die Agrarsubventionen

stärker an Umweltauflagen koppeln.

Istdas der Einstieg in die Agrarwende?

DasProblembewusstseinder EU-

Kommission ist gewachsen. DenHerausforderungen

wird sie aber nicht

gerecht. Die EU-Agrargelder werden

proHektarausgezahlt –gleich, ob der

Bauer eine Kuh auf der Weide hat

oder 600 im Stall und aus der Weide

einen Maisacker macht. Diese Förderpolitik

setzt keinen Anreiz für artgerechtes

und klimaschonendes

Wirtschaften. Im Gegenteil. Jeder

Bauer, jede Bäuerin ist ökonomisch

klug beraten, möglichst zu intensivieren.

Erst wenn sie mit Kühen auf

der Weide oder Schweinen, die mal

den Himmel zu sehen kriegen, Geld

verdienen können, stellen sie um.

Leider unterlässt die Bundesregierung

jede Anstrengung, die EU-Agrarpolitik

ökologisch auszurichten.

DieLandwirtesehen sich an der Grenze

des Zumutbaren –das lassen sie die

Bundesregierung mit lautem Protest

wissen.SollsiegegendieBauernregieren?

Ich bin überzeugt, dass eine Agrarwende

mit den Landwirten gelingen

kann. Dassetzt voraus,dass man

wirklich etwas ändertund BauernAlternativen

gibt. Aber im Bundeslandwirtschaftsministerium

meint man,

den Landwirten zu schaden, wenn

man die Regeln ändert. Das Gegenteil

ist der Fall. DieBauernund Bäuerinnen

leiden selbst unter dem System.DieFörderpolitikderEUunddie

Exportorientierung der Wirtschaft

setzen darauf, dass sie immer mehr

zu immer kleineren Preisen produzieren.

Da schmälert jede neue Verordnung

die Einnahmen, mit der sie

ihre Familien ernähren oder Schulden

begleichen müssen. Die Landwirte

werdenzerrieben. Aber die Antwort,

weniger Klima- oder Tierschutz,

wärefalsch.

Hören Ihnen Landwirte noch zu?

Ja. Ich wurde zwar auch auf

Bauerndemos ausgepfiffen, aber es

gab immer das Gespräch. Auch jetzt,

wenn ich bei Verbandstagungen bin,

spüre ich Nachdenklichkeit und Bereitschaft,

umzudenken. Mitmoralischer

Überheblichkeit gegenüber

den Bauern kommt man allerdings

nicht weiter. Die Bauern fühlen sich

alleingelassen von ihrem bisherigen

Alliierten – dem unionsgeführten

Landwirtschaftsministerium. Und

bedrängt von den Kritikern des Agrarsystems,weil

sie in ihnen Kritiker

ihres Berufsstandes sehen –zuUnrecht.

DieAlternativedarfaber nicht

Resignation oder Radikalisierung

sein, sondernneue Wege.

Waserwarten Sie jetzt von der Bundesregierung?

Die Bundesregierung hat einen

Wissenschaftlichen Beirat. Dieser

Beirat hält die Haltungsbedingungen

der deutschen Nutztierhaltung für

nicht zukunftsfähig. Die Bundesregierung

hat die Erkenntnis ihres Expertengremiums

seit fünf Jahren

schwarz auf weiß vorliegen. Es ist

dringlich Zeit, Konsequenzen zu ziehen.

Der Klimawandel fordert Pflanzen

mehr Resistenz ab, neue gentechnische

Verfahren wie die Genschere

Crispr-Cas ermöglichen dies. Sollten

die Grünen ihre Ablehnung gegenüber

Gentechnik überwinden?

Die alte Gentechnik hat Bauern

und Böden mehr geschadet als genützt.

Ich würde jedoch die Forschung

an neuen gentechnischen

Züchtungsverfahren nicht verdammen

wollen. Die ökologische Krise

hat eine Dimension erreicht, in der

wir keine Lösung von vornherein

ausschließen sollten. Ich sehe zwar

für Deutschland und Europa keine

Notwendigkeit zum Anbau gentechnisch

veränderter Pflanzen. Aber wir

sollten uns nicht aus unserer westeuropäischen

Wohlstandsperspektive

heraus Ideen verweigern, die vielleicht

den Hunger in der Sahel-Zone

lindern könnten, wenn sich die Klimakrise

verschärft. Aber jegliche Zulassung

müsste streng reguliert sein,

das Vorsorgeprinzip muss gelten.

Bauen Sie inIhrem Garten auch Essbares

an?

Meine Versuche, Radieschen und

Mohrrübenanzubauen,sindkläglich

gescheitert. Ichglaub’, ichhab keinen

grünen Daumen.

DasGespräch führte Markus Decker.

NACHRICHTEN

Stark steigender

Stromverbrauch

DieBetreiber der großen Übertragungsnetzerechnen

für die kommenden

Jahremit einem deutlichen

Anstieg des Stromverbrauchs in

Deutschland. In den am Freitag vorgelegten

Rahmendaten für den

nächsten Netzentwicklungsplan erwarten

die Netzbetreiber für das

Jahr 2035 einen Bruttostromverbrauch

vonbis zu 729 Terawattstunden.

Daswären gut 22 Prozent mehr

als 2018. Gründe für den Anstieg seien

unter anderem die zunehmende

Elektrifizierung des Autoverkehrs,

der kräftig steigendeVerbrauch von

Rechenzentren und der Ersatz fossiler

Energien durch grünen Wasserstoff

in der Industrie. (dpa)

Unbefristeter Streik

bei der Lufthansa?

Nach dem neuerlichen Scheitern

einer Schlichtungerwägt die Kabinengewerkschaft

Ufoeinen unbefristeten

Streik derFlugbegleiter im

Lufthansa-Konzern. Manwerde zunächst

noch einmal versuchen, die

Tarifziele auf dem klassischen Verhandlungswege

durchzusetzen,

kündigte Sprecher Nicoley Baublies

an. Sollte dies scheitern, bleibe nur

der Arbeitskampf. Dann müsse mit

„deutlich ausgeweiteten Maßnahmen“

Druckerzeugt werden. DieGewerkschaft

unterliegtnoch bis zum

2. Februar einer Friedenspflicht. Am

Donnerstag war der dritte Versuch

gescheitert, in dem festgefahrenen

Tarifkonflikt in die Schlichtung mit

zusätzlicher Mediation zu tariffremden

Fragen einzusteigen. (dpa)

Fiat will mit Foxconn

E-Autos bauen

DerAutobauer Fiat Chrysler Automobiles

(FCA) prüft eine Kooperation

mit dem taiwanesischen ElektronikkonzernFoxconn

für die Entwicklung

vonElektroautos in China.

Im Gespräch sei ein Gemeinschaftsunternehmen

als Joint Venture, teilte

der amerikanisch-italienische

Konzernmit. Beide Unternehmen

seien dabei, eine „vorläufige Vereinbarung“

zu unterzeichnen. In den

nächsten Monaten solle es eine endgültige

Vereinbarung geben. Der

Plan sei, in China eine „neue Generation“

vonE-Autos zu entwickeln

und zu produzieren und in das Geschäft

mit kommunizierenden Pkw

zu investieren. (dpa)

ADAC gewinnt

halbe Million Mitglieder

Zentrale desADACinMünchen.

FOTO: PETER KNEFFEL/DPA

Deutschlands größter Verein wächst

weiter:Der ADAC teilte am Freitag

mit, dass er zum Ende des abgelaufenen

Jahres 21205353 Mitglieder

zählte –480000 mehr als 2018 und

gut eine Million mehr als 2017. Der

Anteil derFrauen sei leicht auf

42 Prozent gestiegen. DasDurchschnittsalter

der ADAC-Mitglieder

liege jetzt bei 51 Jahren, teilte der

Autoclub in München mit. Im

Schnitt bleibe ein Mitglied 21 Jahre

lang im ADAC. Um dieKostenfür

Pannenhilfe und neue Angebote zu

decken, soll der Jahresbeitrag im Basistarif

demnächst von49auf

54 Euro steigen –die erste Beitragserhöhung

seit 2014. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 7

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Wirtschaft

Vergleich

in

Sicht

Zahl der Glyphosat-Klagen

steigt auf 85000

Von Hannes Breustedt

Die US-Klagewelle gegen Bayer

wegen angeblicher Krebsgefahrenvon

Unkrautvernichternmit dem

Wirkstoff Glyphosat reißt nicht ab,

doch es könnte schon bald einen Vergleich

geben. Der imRechtskonflikt

vermittelnde Mediator KenFeinberg

sagte dem Finanzdienst Bloomberg,

er sei „verhalten optimistisch“, dass

innerhalb etwa eines Monats eine Einigung

zwischen Bayerund den Klägern

erzielt werden könnte. Zuden

Bedingungen eines möglichen Vergleichs

wollte der US-Staranwalt, der

im Juni als Verhandlungsführer verpflichtet

wurde,sich nicht äußern.

Nach Angaben Feinbergs ist die

Zahl der Klagen inzwischen auf

75000 bis 85000 oder sogar noch

mehr gestiegen. Dem widersprach

Bayer jedoch in einer Stellungnahme.

Bei der Zahl handele es sich um

eine „spekulative Schätzung“, die

potenzielle Kläger umfasse, die ein

möglicher Vergleich umfassen könnte.

Die Bayer bislang tatsächlich zugestellten

Klagen hatte der Konzern

zuletzt im Oktober mit etwa 42700

angegeben,was bereits mehr als eine

Verdopplung gegenüber Juli entsprach.

Nunteilte das Unternehmen

mit, dass die Anzahl zwar weiter gestiegen

sei, aber „deutlich unter

50000“ liege.

Bayer hatte sich 2018 mit dem

über60MilliardenDollarteurenKauf

des US-Saatgutriesen Monsanto immenseRechtsrisikeninsHausgeholt.

Die ersten drei US-Prozesse wegen

angeblich krebserregender Unkrautvernichtungsmittel

von Monsanto

Der Unkrautvernichter Glyphosatist

hochumstritten. FOTO: GAERTNER/IMAGO IMAGES

hatte Bayerverloren undhohe Schadenersatz-Urteile

kassiert. Der Konzern

hat die Schuldsprüche jedoch

angefochtenunderhieltin einemBerufungsverfahren

zuletzt Unterstützung

von der US-Regierung, deren

Umweltbehörde EPA das umstrittene

Pflanzengift Glyphosat nicht als

krebserregend einstuft.

Die meisten Analysten erwarten,

dass sich das Unternehmen über

kurz oder lang auf einen milliardenschweren

Vergleich mit den zahlreichen

Klägern inden USA einigt. Darauf

dringen auch die zuständigen

Gerichte. Nach dem letzten Prozess

im Mai waren alle weiteren geplanten

Gerichtsverhandlungen im vergangenen

Jahr verschoben worden.

Trotz der laut Mediator Feinberg offenbar

voranschreitenden GesprächeübereinenVergleichstehennoch

vereinzelt Prozesse auf der Agenda.

Laut Bloomberg soll bereits an diesem

Freitag einer in Kalifornien und

ein weiterer in St.Louis beginnen.

Die Hoffnung auf einen baldigen

Vergleich sowie die indirekte Unterstützung

der US-Regierung hatten

dem wegen der Glyphosat-Klage arg

gebeutelten Aktienkurs zuletzt Auftriebverliehen.SeitdemMehrjahrestief

von 52,02 Euro im Juni 2019 haben

sich die Papieremittlerweile um

knapp 46 Prozent erholt. Allerdings

kosten sie immer noch fast ein Fünftel

weniger als vorder ersten Glyphosat-Prozessniederlage

im August

2018. Im Falle einer Einigung sehen

zahlreiche Analysten–je nach Höhe

der Entschädigungssumme an die

Kläger –noch deutlich Luft für den

Aktienkurs. (dpa)

Woran die Grundrente scheitern kann

Von Andreas Niesmann

Arbeitsminister Hubertus

Heil (SPD) drückt bei der

Grundrente aufs Gas. Am

Donnerstag schickte er

seinen Gesetzentwurfindie Ressortabstimmung.

Bis zuletzt wurde um

die Details gerungen. Millionen Geringverdiener

sollen im Alter eine

Rente bekommen, die über dem

Hartz-IV-Satz liegt, das ist das Ziel der

SPD. Die Sozialdemokraten wollen

damit die Lebensleistung von Menschen

anerkennen, die viele Jahre

lang gearbeitet, Kinder erzogen oder

Angehörige gepflegt haben.

Auf den letzten Metern hat Heil

die Zahl der Profiteure noch einmal

erhöht. Wer33Jahre Rentenbeiträge

aus Beschäftigung, Kindererziehung

oder Pflegetätigkeit vorweisen kann,

soll einen Rentenzuschlag erhalten,

wenn seine Altersversorgung unterhalb

des Hartz-IV-Niveaus liegt. Der

Zuschlag soll zunächst gestaffelt werden

und bei 35 Beitragsjahren die

volle Höhe erreichen.

Im Koalitionsvertrag hatten

Union und SPD noch 35 Jahreals Bedingung

vereinbart. In späteren Verhandlungen

hatten sich die Koalitionspartner

aber auf eine Gleitzone

geeinigt, um Ungerechtigkeiten

durch harte Abbruchkanten zu vermeiden.

Nach den letzten Plänen sollen

nun insgesamt 1,4 Millionen

Rentnerinnen und Rentner profitieren,

davon 70 Prozent Frauen. Die

meisten davon leben in Westdeutschland,

immerhin ein Viertel

Weit weg von den

alten Rekorden

Chinas Wirtschaft wächst nur noch um 6,1 Prozent

Von Jörn Petring

Vor dem Hintergrund des Handelskonflikts

mit den USA und

einer allgemein schwächeren Konjunktur

ist Chinas Wirtschaft 2019 so

langsamwie seit fast 30 Jahren nicht

mehr gewachsen. Nach 6,6 Prozent

2018 legte die zweitgrößte Volkswirtschaft

im abgelaufenen Jahr nur

noch um 6,1 Prozent zu, wie das Pekinger

Statistikamt am Freitag mitteilte.

Jedoch zeigte sichzum Jahresende

eine leichte Stabilisierung. Wie

schon im dritten Quartal verzeichnete

Chinas Wirtschaft im Zeitraum

von Oktober bis Dezember ein Plus

von 6,0 Prozent. Im ersten Quartal

waren 6,4 und im zweiten 6,2 Prozent

erreicht worden.

Die etwas bessere Stimmung

zum Jahresende dürfte auch mit der

Entschärfungdes Handelsstreit zwischen

Peking und Washington zusammenhängen.

US-Präsident Donald

Trump hatte im Oktober eine

Einigung über ein Teilabkommen

verkündet, das in dieser Woche

unterzeichnet wurde. Das Abkommen

sieht vor, dass sichbeide Seiten

nicht mehr mit zusätzlichen Strafzöllen

überziehen. China hat sich

zudem verpflichtet,seine Einfuhren

aus den USA deutlich zu erhöhen.

Dass der Konflikt zwischen der alten

Weltmacht und dem Aufsteiger

China damit vorüber ist, erwarten

die meisten Beobachter jedoch

nicht. Die Einigung verhindere vorerst

zwareine rasante Verschlechterung

der Beziehungen.„Aber die zunehmende

Rivalität zwischen den

USA und China ist damit nicht ausgeräumt“,

sagte Max Zenglein vom

China-Institut Merics in Berlin. Sie

werde das Verhältnis auch künftig

weit über Handelsfragen hinaus

prägen.

Mit einem schnellen, umfassenderen

Folgeabkommen sei deshalb

nicht zu rechnen. Unternehmen

würden Schritte einleiten, umdas

politische Risiko in ihren globalen

Lieferkettenzuverringern.

Die Finanzierung schon ab 33 Beitragsjahren ist nicht gesichert

WerimBeruf wenig verdient hat, kann späterauf Grundrente hoffen.

aber auch im Osten. Das Bundeskabinett

könnte die Grundrente bald

beschließen, damit sie wie geplant

2021 starten kann. Aber es gibt ein

Problem: die Finanzierung. Die

Grundrente soll aus Steuermitteln

bezahltwerden–undnichtetwaüber

höhereRentenbeiträge.Das Arbeitsministerium

rechnet bereits im ersten

Jahr mit Kosten vonrund 1,4 Milliarden

Euro.

Finanziert werden sollen diese

unter anderem aus der geplanten

europäischen Steuer auf Aktienkäufe.Finanzminister

Olaf Scholz (SPD)

Die Spannungen zwischen den

USA und China beunruhigen einer

Befragung zufolge auch viele Bürger

in der EU. Drei von vier Europäern

seienbesorgt über den Handelskonflikt

der beiden Großmächte, in

Deutschland gar 81 Prozent, berichtete

die Bertelsmann Stiftung am

Freitag. Eine beimInstitut Dalia Research

beauftragte Umfrage in den

28 Mitgliedsländern der EU zeige

auch, dass Europäer sich zueinem

großen Teil nach wie vor den USA

verbunden fühlten. China schätzten

sie dagegen überwiegend als Wettbewerber

ein.

Die Neuausrichtung der Wirtschaftsbeziehungen

mit den USA

bereitet der chinesischen Führung

Kopfzerbrechen. Aber auch daheim

lauern Probleme, die gelöst werden

wollen. Eine hohe Verschuldungbelastet

die Staatsfirmen. Gleichzeitig

versucht die Regierung, das Land innovativer

und produktiver zu machen.

Staatliche Kontrolle

„Die Umstellung auf ein nachhaltigeres

Wachstumsmodell und die Bekämpfung

der Risiken im Finanzsektor

sind dringend notwendig,

drücken aber auch das Wirtschaftswachstum“,soExperte

Zenglein.

Im internationalen Vergleich

sind 6,1 Prozent Wachstum zwar

weiter viel.Expertenverweisen aber

darauf, dass China als Schwellenland

großen Nachholbedarf habe,

den Schwung erhalten und Arbeitsplätze

schaffen müsse. Immer wieder

wird auch auf den Widerspruch

zwischen der wachsenden staatlichen

Kontrolle und der Notwendigkeit

verwiesen, ein dezentrales und

verbrauchergetriebenes Wirtschaftssystem

zu schaffen, um

nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

Stützungsmaßnahmen haben

2019 schon dazu beigetragen, die

chinesische Wirtschaftzustabilisieren.

Das wird sich auch 2020 nicht

ändern. (dpa)

FOTO: IMAGO IMAGES

hatte seine Pläne auf europäischer

Ebene vorgestellt. Andere Länder

müssen aber mitziehen. Die Union

pocht darauf, dass erst die Finanzierung

geklärt wird, bevor die Grundrente

beschlossen werden kann.

„Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion

steht zur Grundrente“, sagte ihr

arbeitsmarkt- und sozialpolitischer

Sprecher, Peter Weiß (CDU), der

Deutschen Presse-Agentur.„Biszum

Kabinettsbeschluss muss aber auch

ihre Finanzierung geklärt werden.“

Geschehenseidiesbishernicht,kritisierte

Weiß.

Weiß kritisierte, der Gesetzentwurfzur

Grundrente lasse offen, woher

die Steuermittel zur Finanzierung

kommen sollen. „Die bisherigen

Pläne für eine Finanztransaktionssteuer

sind nicht ausgereift und

ihre Einführung im europäischen

Kontext ist noch nicht absehbar“,

sagte er. Gewährleistet sein müsse,

dass bei einer solchen Steuer Altersvorsorgevermögen

und Kleinanleger

verschont werden.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins

„Focus“ gibt es in

der Union auch verfassungsrechtliche

Bedenken gegen den Entwurf. So

sollten bei der Einkommensprüfung

auch die Einkommen von Ehepartnern

berücksichtigt werden. Bei unverheirateten

Paaren in einem Haushalt

finde diese Prüfung dagegen

nicht statt. Dadurch könnten es Verheiratete

schwerer haben, Grundrente

zu beziehen, und wären unzulässigerweise

schlechtergestellt.

„Der Gesetzentwurf hält die vereinbarten

Bedingungen nicht ein“,

sagte Unionsfraktionsvize Carsten

Linnemann dem Magazin. „Mit diesem

Vorschlag würden neben den

Rentnern mit hohen Vermögen nun

auch Rentner mit einem hohen Einkommen

einen Grundrentenzuschlag

bekommen.“ Nach „Bild“-Informationen

blockierte Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn (CDU)

mit seinem Veto eine verkürzte Kabinettsbefassung,

sodass die Beschlussfassung

im Kabinett nicht in

zwei, sondernfrühestens in vier Wochen

stattfinden kann.

#Dorfkinder

haben den

Dreh raus.

Mehr Ärger

über

Zustellung

Der Ärger vieler Bürger über

Probleme bei der Postzustellung

hat sich 2019 erneut vergrößert.

Bei der Bundesnetzagentur

gingen im vergangenen Jahr 18 209

schriftliche Beschwerden ein, wie

aus Zahlen der Behörde hervorgeht.

Das sind rund ein Drittel mehr als

2018. Blickt man noch weiter zurück,

hat sich die Zahl sogar etwa

verdreifacht –2017 gab es 6100 Beschwerden.

Für den meisten Ärger sorgten

dabei Briefe, die zu spät oder gar

nicht bei ihren Empfängern ankamen.

DiePaketelagen,mit den gleichen

Problemen, dicht dahinter. In

den größten deutschen Städten,

Berlin und Hamburg, war der Unmut

–umgerechnet auf die Einwohnerzahl

–amgrößten.Inder Hauptstadt

meldeten sich pro 10000 Bürger

mehr als vier kritisch zu Wort,in

Hamburgetwas über drei.

DieBeschwerden bei der Bonner

Regulierungsbehörde beziehen sich

auf die ganze Branche –also auch

auf die Wettbewerber der Deutschen

Post. Da der ehemalige

Staatskonzernaber mit großem Abstand

Marktführer ist, richtet sich

die allermeiste Kritik gegen die

Arbeit seiner Beschäftigten.

Weshalb die Beschwerden zunehmen,

ist schwer zu erklären. Es

bleibt unklar, obdie Zustellung tatsächlich

immer schlechter klappt

oder sich heute einfach mehr Menschen

beschweren. Diese Möglichkeit

gibt es auch im Internet. (dpa)

Beim Bundeswettbewerb „UnserDorf hat Zukunft“ haben1.900 Dörfer gezeigt:

Gemeinsinn, Tatkraft und gute Ideen machen das dörfliche Leben noch

attraktiver.Soexperimentieren schon die Jüngsten mit neuen Wegen, ihr Zuhause

voranzubringen. Die nächste Wettbewerbsrunde ist gerade gestartet.

Mehr unter: www.bmel.de/dorfkinder


8 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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·

Meinung

Verkehr

AUSLESE

Tempo 30?

Keine Chance

Eine Schande und

eine Dummheit

Peter Neumann

befürchtet, dass eine vernünftige

Neuerung auf sich warten lässt.

Eswar mal wieder der typische BVG-

Humor. Auf die Frage, obdie vom Senat

zur Luftreinhaltung geplanten neuen

Tempo-30-Bereiche den Busverkehr ausbremsen,

sagte eine Sprecherin gelassen:

„Wir wären froh, wenn wir überall so

schnell fahren könnten.“ Schon jetzt würden

die Busse oft gebremst. VonTempo

50 könne schon gar keine Rede sein.

Dennoch könnte das Thema für viele

Kraftfahrer der nächste große Aufreger

sein: Tempo 30 in der ganzen Stadt, also

auch auf Hauptverkehrsstraßen. AufBundesebene

diskutiert die Große Koalition

darüber,Tempo 30 zur Regelgeschwindigkeit

innerorts zu erklären. Undinder Berliner

Innenstadt wird gefordert, dass

Friedrichshain-Kreuzberg Modellbezirk

für flächendeckendes Tempo 30 wird.

Natürlich gibt es viele vernünftige Argumente,

den Straßenverkehr in den

Städten zu entschleunigen. BeiTempo 30

passieren weniger und weniger schwere

Unfälle als bei Tempo 50. Der Lärm geht

zurück, die Belastung der Luft mit Schadstoffen

ebenfalls –auch wenn das Ausmaß

der Reduktion manch einen kritischen

Beobachter dann doch enttäuscht.

Es sind Argumente,die aber auch Zyniker

auf den Plan rufen: Bei Tempo 10 oder

Tempo 0würde noch weniger passieren.

Berlin braucht keinen Modellversuch

mit Tempo 30 auf einer übergeordneten

Straße,wie ihn der Senat für sinnvoll hält.

Denn so einen Test gab es schon mal (vor

mehr als einem Jahrzehnt auf der Leipziger

Straße) und mit den dargestellten Auswirkungen.

Über flächendeckendes

Tempo 30 kann nur der Bund befinden,

weil die Straßenverkehrsordnung Tempo

50 als Regelgeschwindigkeit innerorts

festlegt. Bis sich auf Bundesebene etwas

ändert, wirdaber noch viel Zeit vergehen.

Wahlrechtsreform

Die Uhr

tickt

Christine Dankbar

ist sehr gespannt darauf, wie wir

demnächst wählen werden.

Die Geschlechtergerechtigkeit ist ein

Luxusgut, das sich die Politik leisten

kann, wenn alles andere ins Lot gebracht

ist. Daszeigte sich dieser Tage im Bundestag.

Grüne und Linke hatten einen Antrag

eingebracht, wonach sich eine neue Kommission

um die Frage kümmern sollte,

wie man die Parität im Parlament erreicht

–wie man es schafft, dass im 21. Jahrhundert

nicht weniger Frauen als Männer im

Parlament sitzen.

Im Bundestag sitzen seit 2017 gerade

mal 31 Prozent Frauen. Das ist nicht gut,

da sind sich die Parteien nahezu einig. Bei

allem Weiteren nicht. Der Antrag wurde

abgelehnt. Trotzdem ist es schön, dass die

Politikerinnen und Politiker zum Thema

Wahlrechtsreform imGespräch bleiben.

Es gibt vor der nächsten Wahl nämlich

noch etwas Dringendes zu erledigen: Die

Abgeordneten müssen sicherstellen, dass

ihre Zahl kleiner wird. Sich selbst etwas

wegzunehmen ist natürlich ein undankbares

Unterfangen, doch auch hier sind

sich wieder alle einig, dass es nötig ist.

Und auch hier endet die Gemeinsamkeit

mit dieser Beteuerung.

Sollte sich nichts ändern, könnte es

nach der Bundestagswahl 2021 in mehrfacher

Hinsicht ungemütlich werden. Es ist

nicht abwegig, dass mit dem heutigen

Wahlrecht 800 Parlamentarier oder noch

mehr ins Hohe Haus einziehen. Abgesehen

davon, dass dann die Arbeitsfähigkeit

durch schiereGröße gefährdet wäre, dürfte

man dem Wahlvolk wohl schwerlich erklären

können, warum die Politiker alle in

Berlin gebraucht werden. Bevor imFrühling

die ersten Kandidaten für die Bundestagswahl

2021 aufgestellt werden, sind also

noch ein paar unangenehme Entscheidungen

zu treffen. DieZeit drängt.

Ein Thema, viele Aspekte

Man soll ja immer das Positive

im Leben sehen. Hier ist es:

Die Friedrichswerdersche Kirche,

der einzige Bau Karl

Friedrich Schinkels im Berliner Stadtzentrum,

der wenigstens im Grundsatz noch die

Ursprungsform und -dekoration zeigt, steht

noch. Trotz der Erlaubnis des Berliner Senats,

dass die Investoren für die direkt benachbarten

Luxuswohnbauten ihre verkehrspolitisch

widersinnigen Tiefgaragen direkt

bis an die Fundamente der Kirche bauen

durften. Trotz der tiefen Risse in den Sockelbereichen,

die deswegen entstanden, der beschädigten

Fußböden und Gewölbe. Nun

aber ist dieser Raum mit großem Aufwand

restauriertworden, sieht jetzt wieder etwa so

aus wie nach der Sanierung in den 90er-Jahren.

Dasist doch schon was.Wer sich diesen

wirklich exquisit proportionierten, neugotisch

schlanken Raum am Wochenende,

wenn er nach acht Jahren erstmals wieder für

zwei Tage der offenen Tür zugänglich sein

wird, nicht ansieht, ist selbst schuld.

Doch es ist bezeichnend, mit welcher

Schnoddrigkeit Berlin hier das Risiko einging,

einen der besten Zeugen seiner künstlerischen

Vergangenheit zu verlieren. So

schön nämlich der erste Eindruck der Kirche

ist, zweierlei hat sich radikal verändertinden

vergangenen acht Jahren: Damals stand sie

stolz und frei, so wie sie sich zu Schinkels Zeiten

über die niedrige Nachbarbebauung erhoben

hatte.Heute ist der schlanke Kirchenbau

bedrängt von Neubauten mit peinlichem

Stuckgesims und Materialwechselfassaden,

wirkt in seiner Strenge regelrecht

nickelig. Das hat auch innen Folgen: Die

Friedrichswerdersche Kirche war immer berühmt

für das Licht, das sie durchflutete.

Jetzt werden die riesigen Fenster vonden un-

Meine Tochter isst alles.Sie isst Schaumstoff,

Geschenkpapier, Schnürsenkel,

Zeitungspapier, Strohhalme, Haargummi,

Luftballons, Wattepads. Was sie nicht isst:

Gurken, Bananen, Paprika, Weintrauben,

Erdbeeren, Blaubeeren, Tomaten, Auberginen,

Bohnen. Sie isst gar kein Gemüse. Unsere

Mahlzeiten zu Hause sind so entspannt

wie wahrscheinlich die Konferenz von Bund

und Ländernzum Kohleausstieg, es wirdverhandelt,

geschachert, geschimpft. Oft fliegen

Möhren oder Erbsen durch die Luft. Ichweiß

allerdings nicht, ob bei der Konferenz zum

Kohleausstieg auch Möhren oder Erbsen

durch die Luft geflogen sind.

Ich konsultiere meine Lieblingsköche,

den Israeli Yotam Ottolenghi und die Britin

Anna Jones, und koche deren Kindergerichte:

Kürbisrisotto,handgemachte Gnocci,

Fleischbällchen mit Tomatensoße, Nudeln

mit Käse-Mangold-Soße. Meine Tochter

schaut nur kurzauf den Teller:„Bäh“, sagt sie

und schiebt ihn angeekelt weg. Einmal schob

ich ihr ein Stück Mandarine rüber, sie

wandte sich ab und fing an zu schluchzen.

Sieisst am liebstenWürstchen.Wenn es nach

ihr ginge,könnte es jeden TagWürstchen geben.

Und Kartoffeln oder Reis. Auch in der

Kita sortiert sie das Gemüse aus. Ich mache

mir Sorgen: Bekommt sie genug Nährstoffe?

Eine Bekannte empfahl Edamame,damit

habe sie bei ihrem Sohn gute Erfahrungen

gemacht. Edamame kommen aus Japan und

sind unreif geerntete Sojabohnen, sie sehen

aus wie große Erbsen. Ich mische die Eda-

Denkmalschutz

Berlin lernt

nicht dazu

Nikolaus Bernau

kritisiert, dass die historische Bausubstanz in der Hauptstadt

oft als reine Marginalie behandelt wird.

KOLUMNE

Mahlzeiten

mit fliegenden

Möhren

Sabine Rennefanz

mame zwischen Bratkartoffeln und Würstchen.

Als meine Tochter auf den Teller guckt

und das Grüne entdeckt, fängt sie an zu

schreien, als wolle man sie vergiften. Der

Kontrast ist besonders groß, wenn man ihren

Bruder,fünf Jahre, sieht: Er isst nur Gemüse,

Obst und Proteine,wie ein Spitzensportler.

WasBabys und Kleinkinder essen, hängt

von Moden, Trends und Umständen ab.

Mutter erzählt gerne, wie man sie im Alter

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

verschämt hoch ragenden Neubauten verschattet,

der helle Farbklang des Inneren verdämmert.

Ob hier die Marmore der barocken

und klassizistischen Skulpturen, die die

Staatlichen Museen bis 2012 hier zeigten

und ab Sommer wieder ausstellen werden,

wieder ohne Einsatz von Kunstlicht schimmernkönnen,

darfbezweifelt werden.

Trotz aller Bedenken vonDenkmalpflegebehörden,

Museumsleuten und Stadthistorikern

wurde dieser Bebauungsplan durchgesetzt.

Sozialpolitisch hofften Senat und

Abgeordnetenhaus, dass sich die Vorhersagen

des einstigen Senatsbaudirektors Hans

Stimmann bewahrheiten würden, mit dicht

gestellten Häusern würden auch die „guten

Bürger“ zurückkehren in die Innenstadt Berlins.Doch

um ein solch engagiertes Bevölkerungsprofil

zu erreichen, wäreessinnvoll gewesen,

die in Staatshand befindlichen

Grundstücke verbilligt an Baugemeinschaften

oder gar an Genossenschaften zu geben.

Stattdessen entschied allein der Preis, der

den Bau von dicht gestapelten Luxuswohnungen

geradezu erzwingt. Die jetzt noch

teurer werden, weil die Kirchenrettung ja

auch bezahlt werden muss.

Das alles wäre nun zu ertragen, wenn die

Stadt aus der Beinahe-Katastrophe gelernt

hätte.Doch historische Substanz ist in Berlin

weiterhin nur eine Marginalie, wenn die

Bauherren nur starkgenug auftreten. Derzeit

darfetwa die Katholische Kirche ihreSt. Hedwig-Kathedrale

vandalisieren. Statt es hier

wenigstens auf einen Prozess ankommen zu

lassen, der klar gemacht hätte,dass die Stadt

um ihr Erbe kämpft, wurde die Zerstörung

einer der historisch bedeutsamsten und

künstlerisch kostbarsten Raumausstattungen

der Nachkriegszeit genehmigt.

Am Kulturforum, um nur noch ein weiteres

Beispiel zu nennen, setzen Bundeskulturstaatsministerin

Monika Grütters, einige

Privatsammler und in deren Folge die Stiftung

Preußischer Kulturbesitz derzeit rabiat

die „Scheune“ für ein Museum der Moderne

durch. Dessen Sammlungen könnten zwar

ohne Weiteres auch an anderer Stelle Platz

finden, wo nicht die Welterbe-verdächtigen

Bauten der Neuen Nationalgalerie Mies van

der Rohes und der Philharmonie Hans

Scharouns in ihrer Wirkungmassiv bedrängt

würden. Aber dortwäreein Neubau nicht so

repräsentativ zu sehen. Die Berliner Senatsbaudirektorin

Regula Lüscher verteidigt das

Projekt, dasbei Fachkritik undÖffentlichkeit

in seltener Einmütigkeit durchgefallen ist,

übrigens als edel-„archaisch“.

von drei Monaten mit Kohlrübensuppe gefüttert

hat. Oder waren es Steckrüben? Das

war sechs Jahrenach dem Krieg und man aß

vorallem, um satt zu werden. Fleisch gab es,

wenn zwei MalimJahr geschlachtet wurde.

Im Magazin NewYorker las ich, dass in der

amerikanischen Stadt Denver eine große

medizinische Studie mit über einhundert

Babys läuft, denen verschiedene Gemüse

vorgesetzt werden. In der „Good Taste

Study“wirdbeobachtet, wie sie drauf reagieren,

wenn man ihnen ein Schälchen Grünkohl

vorsetzt. Es geht darum herauszufinden,

wie sich der Geschmackssinn vonBabys

entwickelt, was sie mögen, was sie nicht mögen.

Angeblich isst nur jedes vierte amerikanische

Kind Gemüse, und wenn, dann

höchstens Pommes.

Ichlese,dass die Essensvorlieben der Babys

oft davon abhängen, was die Mutter in

der Schwangerschaft gegessen hat. Wenn

eine Frau mit dem Baby im Bauchgerne Kartoffeln

mit Knoblauch gegessen hat, dann

mochten Kinder noch im Alter vonzehn JahrenKartoffeln

mit Knoblauch. Ichhabe während

meiner Schwangerschaften nicht viele

Würstchen gegessen.

Meine Tochter wird bald drei, ich nehme

an, in wenigen Jahren wird sie mir Vorträge

halten über nachhaltige Ernährung. Und

dann gibt es wahrscheinlich nur noch Tofu,

Hafermilch. UndGrünkohl.

Sabine Rennefanz liest am 22. Januar um 20 UhrimPfefferberg

Theater aus ihrenKolumnen.

Jean Ziegler, geboren 1934 in Thun, war

im vergangenen Jahr im Flüchtlingslager

Moria auf Lesbos. Erhat ein erschütterndes

Buch darüber geschrieben, das

kommenden Montag in die Buchhandlungen

kommen wird.

Erschütternd sind die Zustände in diesem

größten Flüchtlingslager Europas.

Erschütternd sind die Umstände, durch

die die Menschen dorthin

gekommen sind.

Am erschütterndsten

aber ist, dass wir nicht

aufschreien gegen das,

was unsere Regierungen

da tun, dass wir ihnen

nicht in die Parade

fahren. Jean Ziegler war

bis 2019 Vizepräsident

des Beratenden Ausschusses

des UN-Menschenrechtsrats.

Ererinnertanden

Artikel 14

Jean Ziegler,

Die Schande

Europas, Bertelsmann,

143 Seiten,

15 Euro.

der von all unseren Regierungen unterschriebenen

Allgemeinen Erklärung der

Menschenrechte: „Jeder Mensch hat das

Recht, in anderen Ländernvor Verfolgung

Asyl zu suchen und zu genießen.“ Ziegler

folgert: „Für einen verfolgten Menschen

gibt es keinen illegalen Grenzübertritt.“

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

wurde eingeführt, um die

Souveränität derStaaten einzuschränken.

Wersie unterschreibt, hat sich damit einverstanden

erklärt. Wir haben das getan.

Aus guten Gründen, nach entsetzlichen

Erfahrungen.

Semeen Alizada war Englischlehrerin

in Herat inAfghanistan. Ihr Mann auch.

Er übersetzte manchmal für die amerikanische

Garnison. Eines Abends im Januar

2018 kamen Taliban in die Wohnung und

erschossen Semeen Alizadas Ehemann.

Noch in derselben Nacht nahm sie ihre

fünf Kinder und floh in den Iran. Dorttraf

sie einen Schmuggler, der sie zusammen

mit vielen anderen in die Türkei transportierte.Ander

türkischen Ägäisküste zahlte

sie 1000 Euro für Plätze für sich und ihre

Kinder in einem Schlauchboot. Das Boot

kenterte. 17 Menschen ertranken, darunter

Semeens jüngste Tochter. Siewar zwei

Jahrealt geworden. Semeen Alizada hat in

Moria eine Bäckerei aufgemacht. Sie hat

einen unbändigen Lebenswillen, eine unfassbare

Energie. Ziegler hat recht: Es ist

eine Schande, wie wir mit den Flüchtlingen

umgehen. Es ist aber auch eine

Dummheit. Arno Widmann

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Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 – S eite 9

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Berlin

Neue Dauerausstellung

im Haus der

Wannsee-Konferenz

Seite 14

Immer schön langsam! SPD will Tempo 30 für ganz Friedrichshain-Kreuzberg Seite 12

Immer schön bio! Senatorin will Schulessen gesünder und leckerer machen Seite 15

Zwischen Prosciutto und Protest

Die Grüne Woche beginnt mit dem traditionellen Ministerrundgang und einer großen Agrardemonstration

VonMechthild Henneke

FLORIAN BOILLOT

Der Morgen beginnt im

Schlaraffenland: In der

Kroatienhalle auf der

Grünen Woche stehen

die Stände dicht an dicht, die Auslagen

mit Wurst und Käse biegen sich,

die Aussteller lächeln fröhlich, Folkloreklänge

geben dem Ministerrundgang,

der um 7.30 Uhr startet,

Schwung. Bundeslandwirtschaftsministerin

Julia Klöckner und der

Regierende Bürgermeister von Berlin,

Michael Müller,stehen zwischen

Olivenöl und Prosciutto, dem landestypischen

Schinken, und treffen

auf den kroatischen Ministerpräsidenten

Andrej Plenkovic. Händeschütteln,

Freundlichkeiten, weiter

geht es.

Der Rundgang ist eine Tradition,

die es bei der Grünen Woche seit

Jahrzehnten gibt. Hier treffen Politiker

Amtskollegen, aber auch Verbandsvertreter,

Unternehmer, Bauern

und Verbraucher. Indiesem Jahr

gibt es erstmals mehr als 1800 Aussteller

aus 70 Ländern. Die85. Grüne

Woche hält an dem Rundgang fest,

wenn es auch der kürzeste wird, den

es je gab. Ministerin Klöckner

möchte in den Bundestag und hat

deshalb nur gut drei Stunden Zeit.

Deshalb ist der Rundgang streng

durchgetaktet: 15 Minuten Kroatien,

sieben Minuten Ungarn, drei Minuten

Bulgarien.

Größere Distanzen werden in

Shuttle-Bussen zurückgelegt, die

auch mit reichlich Polizei und Sicherheitsbeamten

gefüllt sind. Auf

Tuchfühlung zu gehen, ist in diesem

Jahr schwer,denn wo immer die hohen

Beamten entlanggehen, steht

ein breitschultriger Bodyguard und

verhindertdie Annäherung.

Die Proteste der Bauern, die Demonstrationen

von Umweltschützern

und eine insgesamt angespanntereSicherheitslage

ist in den Messehallen

zu spüren. Auch wenn auf jedem

Foto breit gelächelt wird, ist die

Welt alles andereals in Ordnung.

Das klingt auch im Statement von

Ministerin Klöckner in der Blumenhalle

durch: „Wir haben den Eindruck,

dass gewisse Parallelwelten

entstanden sind, weil unser Alltag so

komplex ist“, sagt sie in Anspielung

auf die Bauernproteste.Die Verbraucher

machten sich nicht mehr genügend

bewusst, woher die Lebensmittel

kämen. „Wir brauchen ein neues

Landwirtschaftsbewusstsein, aber

von der Landwirtschaft auch ein

neues Verbraucherbewusstsein“,

fordertKlöckner deshalb.Die beiden

Seiten müssten zusammenfinden,

zumal die Zahl der Landwirte auf

rund 277 000 geschrumpft sei.

Ihnen ständen Millionen von

Konsumenten gegenüber.Gleichzeitig

gebe es große Forderungen an

Land- und Forstwirte sowie an Gartenbaubetriebe

in Sachen Nachhaltigkeit,

fügt sie hinzu. Sie nennt die

Forschungen nach neuen Materialien

für Umtöpfe von Blumen oder

für Torf. In neuen Technologien

könnten Lösungen für heutige Fragen

und Probleme liegen, endet sie

fast in einem Appell.

Demo mit 400 Traktoren

Der nächste Halt ist bei den deutschen

Forstwirten in Halle 27. Dort

pflanzt Klöckner eine kleine Buche in

einen Bottich und tritt die Erde um

das Bäumchen herum kurzerhand

mit ihren hochhackigen Pumps aus

glänzendem Lack fest. Das will sie

sich nicht nehmen lassen.

Im Tross läuft auch der Präsident

des Deutschen Bauernverbands,

Joachim Rukwied, mit. Während er

am Stand des Bundeslandwirtschaftsministeriums

zuguckt, wie

die Ministerin Chili-Pesto aus Vogelmiere

verköstigt, rollen die ersten

Traktoren über die Straßen von Berlin.

Mehrere Tausend Bauern demonstrieren

anlässlich der Grünen

Woche.Rund 400 Traktoren sind aus

Öffnungszeiten: Die Grüne Woche dauert

zehn Tage –bis einschließlich 26. Januar.Die

Agrarmesse auf dem Gelände am Funkturm

hat täglich von10bis 18 Uhr geöffnet, am

nächsten Freitag sogar bis 20 Uhr.Wer mit

dem Auto kommt, sollte am Olympiastadion

parken. Vondortfährtein kostenloser Shuttle

zu den Eingängen.

INFORMATIONEN FÜR BESUCHER

Tickets: Die Tageskarte kostet 15 Euro (ermäßigt

10 Euro), die Familienkarte (maximal

zwei Erwachsene und drei Kinder) 31 Euro

und die Dauerkarte 42 Euro. Das Sonntagsticket

ist für zehn Euro zu haben, das unter der

Woche ab 14 Uhr gültigeHappy-Hour-Ticket

ebenso. Unter www.grünewoche.de können

Tickets bestellt und ausgedruckt werden.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (grünes Kleid) beim EröffnungsrundgangDPA/SOEDER

mehreren Himmelsrichtungen zur

Straße des 17. Juni gekommen, um

gegen härtere Umweltschutzgesetze

zu protestieren. Die Trecker legen

weite Teile der Innenstadt lahm.

Rukwied sagt dazu: „Wir Bauernmachen

beides: Wir präsentieren die

Landwirtschaft und bringen auch

unseren Protest zum Ausdruck.“ Die

Stimmung unter den Bauern sei angespannt,

fügt er hinzu.

DieLandwirte fühlen sich vonder

Politik nicht mehr verstanden und

werden deshalb auch am Sonnabend

vors Brandenburger Torziehen,

um auf ihre Themen aufmerksam

zu machen. Außerdem wollen

viele Tausend Umwelt- und Tierschützer

unter dem Motto „Wir haben

es satt“ auf die Straße gehen. Ihnen

geht es um strengere Naturschutzgesetzefür

die Landwirtschaft

und weniger Massentierhaltung und

„Agrarfabriken“. Auch hier werden

sich voraussichtlich einige Bauern

mit ihren Traktoren beteiligen. Am

Brandenburger Tor werden

15 000 Teilnehmer erwartet.

Am Freitagabend hat der Verein

„Slow Food Deutschland“ gemeinsam

mit Partnerorganisationen zu

einer Schnippeldisko in die Cabu-

wazi-Zirkuszelte auf dem Tempelhofer

Feld eingeladen. Er setzt sich für

einen bewussten und wertschätzenden

Umgang mit Lebensmitteln und

ihren Erzeugern ein. Bei der Aktion

wollten Aktivisten und Besucher optisch

nicht marktfähiges, aber geschmacklich

einwandfreies Gemüse

wie zweibeinige Karotten und knubbelige

Kartoffeln verarbeiten. Die

Suppen, die sie daraus zubereiten,

sollten auch an Teilnehmer der „Wir

haben es satt“-Demonstration am

Sonnabend verteilt werden. „Wir

wollen damit auf die Lebensmittelverschwendung

aufmerksam machen“,

sagt Sprecherin Sarah Niehaus.

Diese beginne schon auf dem

Acker und ziehe sich durch die gesamte

Wertschöpfungskette bis zu

den Haushalten, in denen zu viele

Lebensmittel weggeworfen werden.

Russische Halle gesperrt

Wie eng Ernährung und Politik zusammenliegen,

ist so präsent wie nie

zuvor. AmFreitag wurde die Russlandhalle

eineinhalb Stunden lang

gesperrt, weil mutmaßlich Schweinefleisch

aus dem Land entdeckt

wurde. Für Fleischprodukte aus

Nicht-EU-Ländern gelten Einfuhrverbote.

An zwei Ständen wurde

Fleisch beschlagnahmt, das Veterinäramt

wurde eingeschaltet.

Die Grüne Woche sieht sich aber

auch als Instrument für die wirtschaftliche

Förderung von Entwicklungsländern,

sagt Christian Göke,

Vorsitzender der Geschäftsführung

der Messe Berlin. „Wir haben in diesem

Jahr mehr afrikanische Länder

als je zuvor dabei. Siewerden voneiner

terra inkognita zu Ausstellungsfläche“,

sagt er.

Am Afrika-Gemeinschaftsstand

überreichen tunesische Standmitarbeiter

den Politikern, zu denen sich

auch Entwicklungsminister Gert

Müller gesellt hat, einen Präsentkorb.

Die Aussteller sind Start-ups

aus dem Maghreb-Land. Ahed

Moussi stellt Kräutertee her, Abdelli

Karuma Brotaufstriche und Folla

Brahim Spirulina, also Cyanobakterien,

die heute als Superfood mit einem

hohen Anteil an Proteingelten.

„Wir hoffen, auf der Grünen Woche

Partner für Kooperationen zu finden“,

sagen die Frauen. Ahed Moussi

hat bereits zwei Packungen Kräutertee

verkauft und freut sich über ihren

Erfolg. Noch ist die Produktion auf

niedrigem Niveau. „Mit Investoren

könnte ich sie aber leicht steigern“,

sagt sie.

DieGrüneWocheist also auch ein

Marktplatz der Hoffnungen.Werhier

ausstellt, sucht häufig Kunden oder

Geschäftspartner. Der Neuköllner

Unternehmer Jonathan O’Reilly ist

im zweiten Jahr dabei. Vergangenes

Jahr konnte er Galeria Kaufhof als

Vertriebspartner und die Berliner

Behindertenwerkstätten als Produktionspartner

für seine „Crazy Bastard“-Saucen

gewinnen. In diesem

Jahr haterbereits mit seinem Standnachbarn

Naturopolis Meeresdachgarten

Kontakt aufgenommen, um

eventuell die Gemüse oder Kräuter

der Pflanzenzüchter zu kaufen.

In der Halle mit Berliner Ausstellern

ist der Regierende Bürgermeister

Michael Müller allein unterwegs.

Die Ministerin ist bereits Richtung

Bundestag verschwunden. Zeit für

eine Currywurst, einen Kaffee,einen

halben Baumkuchen, einen Gin aus

Spreewaldgurken und ein Stück

Schokolade. Die Grüne Woche ist

zum Schlemmen da. Die Hallen haben

sich inzwischen gefüllt. Die

Gäste laufen mit Bierbechern von

Stand zu Stand und probieren sich

durchdie Länder.

Mechthild Henneke probiert

beider Grünen Woche

gern exotische Essen.


10 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Berlin

Harmsens Berlin

Grinsebacke

und Finsterling

Torsten Harmsen

befasst sich mit der Schwierigkeit,

das Wesentliche zu

erkennen.

Indieser Woche war ich bei der Eröffnung

eines Instituts für Künstliche

Intelligenz. Für die Gäste stand

dort unter anderem ein Bildschirm

bereit. Wenn man sich vorihn stellte,

sah man sein eigenes Gesicht. Darunter

konnte man ablesen, wie alt einen

das System schätzte, das dahintersteckte.Auch

der Regierende Bürgermeister

Michael Müller guckte hinein.

DerForscher,der danebenstand,

kommentierte das Ergebnis: „28 bis

40 Jahre. Eher 28.“ Müller, imJahre

1964 geboren, freute sich sehr.

Zuvor hatte ihm der Forscher allerdings

einen Tipp gegeben: Wenn

man lächle,schätzeeinen das System

jünger, sagte er. Und Müller lächelte.

Auch ich habe es dann ausprobiert:

Wenn ich grinste, war ich 28, wenn

ich finster guckte,war ich 60 Jahrealt.

„Ja, so’n künstlichet System muss

ehm ooch erst lernen“, sagte mein

innerer Berliner. „Nich jeda, der

finsta kiekt, is wirklich alt –und übrijens

ooch nich böse. Dajejen hat

schon manche aalglatte Grinsebacke

janz ville Leute übertOhr jehaun. Dit

Lehm lehrt: Die fiesesten Vöjel kieken

oft am nettesten. Unddie gruseligsten

Finstalinge sind oft die besten

Kumpels.“ Da hat er recht. Es ist

schwierig, an äußeren Merkmalen

das Wesentliche zu erkennen –nicht

nur für Künstliche Intelligenz.

Ichschaue mir zum Beispiel gerne

im InternetVideos an, in denen Leute

etwas einschätzen, das sie nur aus der

Ferne kennen. So wurden etwa Studenten

einer japanischen Uni befragt,

was ihnen einfalle, wenn sie an

die Deutschen dächten. Die Antworten

lauteten: „Bier und Wurst“ –„viele

kahlköpfige Leute“ – „ziemlich seriös“

–„haben oft Bärte“ –„halten sich

an Regeln“ –„haben die Verfassung

entwickelt“ –„die Männer sind sexy,

weil sie muskulöser sind und kantige

Gesichter haben“ (sagte eine Studentin

zum Leidwesen ihrer weichgesichtigen

Kommilitonen).

Beim ersten Besuch in Berlin erlebt

dann so mancher einen „Kulturschock“

–dieser Begriff fällt übrigens

recht oft in solchen Videos. Eine

junge Japanerin erschrak darüber,

dass so viele Leute tätowiertsind. „In

Japan werden Tätowierte schnell als

kriminell und gefährlich eingestuft“,

sagte sie.Auf der anderen Seite seien

die Leute so freundlich zueinander.

Wenn jemand auf dem Bürgersteig

mit einem anderen zusammenstoße,

sage er „Sorry“ oder man

lächle sich an. In Japan gebe es nur

böse Blicke. Ja, sogar zu Obdachlosen

seien die Deutschen nett.

Ich finde es bemerkenswert, dass

uns jemand als nett und freundlich

betrachtet. Ich dachte, dass hierzulande

–vor allem in Berlin –gerade

das Abendland untergeht, was den

Umgang miteinander betrifft. Ich

meine etwa den Radfahrer, der einem

auf dem Fußweg hinten reinfährtund

dabei „Vapiss da …“ brüllt.

Oder den wie irre hupenden Autofahrer.Oder

den Typen, der einen auf

der Treppe anrempelt. Aber offenbar

geht es immer noch schlimmer.

Besonders interessant fand ich

etwas, das ich immer wieder hörte:

Die Deutschen seien „sehr geradeaus“

und „brutal ehrlich“. So in der

Art: „Eh, hast du ’ne neue Hose?“ –

„Nein.“ –„Dassieht man!“

Viele Ausländer sind erst einmal

verblüfft, dass solche Dinge nicht diplomatisch,

in Freundlichkeiten verpackt

vermittelt werden. Doch dann

finden es viele gut, und zwar Amerikaner,

Neuseeländer und Japaner

gleichermaßen. Sie sagen: So wisse

man wenigstens, woran man sei und

dass Freundlichkeit wirklich aus dem

Herzen komme und nicht nur antrainiertworden

sei. DerTrend der ruppigen

Ehrlichkeit wirdimmer beliebter?

Kaum zu glauben! Als Berliner kann

man sich nur darüber freuen.

Der Wald lärmt. Der Wald

vibriert. Er sieht tatsächlich

aus wie ein klassischer

Brandenburger

Forst: kerzengerade recken sich unzählige

Kiefernstämme gen Himmel,

stehen in Reih und Glied. Dicht an

dicht wie Soldaten. Es riecht angenehm

erdig und feucht. Und doch

hat das Ganze mit Idylle und Ruhe

im Grünen nichts zu tun. Nicht in

diesen Tagen, nicht an dieser Stelle.

Östlicher Berliner Ring, Autobahnabfahrt

Freienbrink. Die Brücke

ist kaum zu Ende, daführt eine

Abzweigung rechts in das Güterverkehrszentrum

Freienbrink mit Lagerhallen

der Supermarktkonzerne.

Hier sind gigantische Zwischenlager,

von denen aus das nahe Berlin mit

Lebensmitteln und anderem beliefertwird.

Gleich gegenüber steht der

Kiefernforst. Aber nicht mehr lange.

Der Zaun ist bereits niedergerissen,

Bäume wurden gefällt und eine

breite Schneise in denWald gezogen.

An diesem Morgen rumpelt ein Tieflader

den Wegentlang und lässt Tonnen

von Schotter auf den Wegrutschen.

Ein Traktor, der aussieht wie

ein Schneeschieber, verteilt die

Schotterberge –eine mächtige Walze

presst die kleinen Steine platt und

lässt den Wald vibrieren. „Der alte

Forstweg hier wirdnun zu einer Baustraße“,

sagt ein Mitarbeiter.

Herzlich willkommen im Tesla-Wald.

Hier, in der Nähe der Gemeinde

Grünheide im Brandenburger Kreis

Oder-Spree, soll eine Industrieansiedlung

entstehen, die bislang die

Augen der meisten Politiker glänzen

lässt. Schon bald soll der Bau der allerersten

europäischen Produktionsstätte

des US-Elektroautobauers

Tesla beginnen –die weltweit vierte

„Gigafactory“ des umtriebigen Milliardärs

Elon Musk. Die Politik freut

sich, weil es im Kohleland Brandenburgnun

um eine Brückentechnologie

in die GrüneZukunft geht.

Wenn Tesla tatsächlich bauen

sollte, wäre esdie größte Großinvestition

in der Region Berlin-Brandenburg

nach dem BER: drei Milliarden

Euro Investitionssumme,bis zu 9000

Arbeitskräfte, die auf dem 420 Fußballfelder

großen Fabrikgelände

jährlich bis zu 500 000 Elektroautos

mit dem Siegel „Made in Berlin-

Grünheide“ vomBand laufen lassen.

Der nächste Laster bringt die

nächste Ladung Schotter, und wieder

lässt die Walze den Wald vibrieren.

Offiziell ist das Ganze gar kein

Wald mehr, durch den jeder einfach

spazieren darf. Obwohl Tesla den

Kaufvertrag für das Grundstück

noch nicht mal unterschrieben hat,

wurde der Wald bereits zur Baustelle

erklärt: Ganz vorn am Wegsteht ein

kleines Schild: „Munitionsbergungsarbeiten.

Betreten der Räumstelle

verboten! Lebensgefahr.“

Friedhelm Schmitz-Jersch geht

die Baustraße entlang. Der Landeschef

des Brandenburger Naturschutzbundes

(Nabu) will zeigen,

worum es beim derzeit laufenden

Genehmigungsverfahren überhaupt

geht, und wie es um die Hoffnung

der Tesla-Gegner steht, dass Fledermäuse

oder Adler die Genehmigung

oder den Baubeginn so weit verzögern

könnten, dass Tesla-Chef Elon

Musk vielleicht doch noch die Lust

an Grünheide verliert.

Schmitz-Jersch sagt erst mal etwas

Grundsätzliches: „Wir sind als

Naturschützer natürlich auch Brandenburger

und freuen uns,wenn Arbeitsplätze

geschaffen werden.“

Dann stellt er aber klar: „Wir sind

aber weder bedingungslos für die

Tesla-Ansiedlung noch bedingungslos

dagegen: Wir schauen uns den

Antrag von Tesla sehr genau an und

prüfen, ob das, was hier vorgesehen

ist, mit den naturschutzrechtlichen

Richtlinien übereinstimmt.“

Die „Gigafactory“ ist auch eine Industrieansiedlung,

bei der langsam

immer mehr Leute ihre Zweifel bekommen.

Am vergangenenWochenende

gab es in der Nachbarschaft

gleich zwei kleine Demonstrationen,

eine Bürgerinitiativeformiertsich.

Tesla ist geprägt von Elon Musk.

DerMilliardär ist ein US-Investor mit

einem sehr großen Ego und vielen

großen Ideen. Malist vonder Rettung

der Menschheit die Rede, mal vom

baldigen Konkurs. Musk ist ein Macher,

dem europäisches Tarifrecht

egal ist, der keine Gewerkschaften

mag und dem die hiesigen Genehmigungsverfahren

viel zu lange dauern

und der mit der Kraft der Gigasumme,

die er angeblich investieren

will, alle unter Zugzwang setzt. Ein

Mann, dem unterstellt wird, er habe

sich Grünheide nur ausgesucht, weil

er dortmit dem coolen Namen Berlin

punkten könne. Eigentlich wolle

Tesla mit dem Standortaber vorallem

Billiglöhner aus dem 60 Kilometer

entfernten Polen gewinnen –soeiner

der vielenVorwürfe.

Am Rande der Baustraße türmen

sich die ersten Stapel von Baumstämmen

sowie mächtige Berge mit

Ästen. Bald schon sollen hier alle

Bäume fallen, jeden Tag 15 bis 20

Fußballfelder, denn die „Gigafactory“

ist eine Industrieansiedlung,

für die erst einmal Natur zerstört

werden muss.Obwohl hier Tausende

Bäume stehen, die bis zu 140 Jahre

alt sind, ist das 300-Hektar-Areal im

Bebauungsplan seit 15 Jahren als Industriegebiet

ausgeschrieben –allerdings

gilt es als unerschlossen.

Dieneue Straße führtdurch einen

typischen Brandenburger Wald. Es

ist kein vonallein gewachsenerWald,

sondern ein Forst –also eine Baumplantage,

die Menschen vor Jahrzehnten

angelegt haben und die vor

allem dazu dient, so viel Holz wie

möglich zu produzieren.

Auch ein solcher Forst ist Natur,in

der Tiereleben. Nabu-Chef Schmitz-

Jersch schaut auf die 80 Jahre alten

Kiefern und sagt: „Es ist zu sehen,

dass dies kein Wald von besonders

hoher ökologischer Wertigkeit ist.“

Doch dann schiebt er nach: „Aber es

ist über Kilometer ein geschlossenes

Im Giga-Wald

Noch hat Tesla nicht mal den Kaufvertrag für das Baugrundstück

unterschrieben, da rollen auf dem Gelände der künftigen „Gigafactory“

bereits die Laster –und es fallen Bäume.

In der Region formiert sich nun der Widerstand gegen die

Standortentscheidung von Konzernchef Elon Musk

VonJens Blankennagel, Grünheide

Waldgebiet. Unddaist dieser Bauein

erheblicher Eingriff.“ Den gefällten

Wald muss Tesla laut Gesetz 1:1 ersetzen.

Dass der KonzerndreiMal so

viel neu pflanzen will, nennt

Schmitz-Jersch rundweg positiv.

Dann zeigt er auf einen der wenigen

dicken und alten Bäume.Anden

Stamm hat jemand mit leuchtgrüner

Farbe „A 2“ gesprüht. „Der Baum ist

so alt, dass dort oben vielleicht geschützte

Fledermäuse ihre Winterstarre

halten“, erklärt er. Bald wird

hier alles gefällt, nur die gekennzeichneten

Bäume nicht. Die würden

dann untersucht: Fachleute

schauen mit Ferngläsern, ob sie in

den Wipfeln ruhende Fledermäuse

sehen. Oder sie fahren mit einer Hebebühne

in die Höhe. Dann werden

die Tiere geborgen und an andere

Orte gebracht. Könnten die Fledermäuse

das Projekt aufhalten? „Nein,

das ist keine Gefährdung für Tesla, da

die damit kompetent umgehen.“ Es

gibt nur sehr wenige gekennzeichnete

Bäume.

Und wie steht es um die beiden

Adler, die die Tesla-Gegner immer

wieder anführen? Der Nabu-Chef

stellt klar:„Beider artenschutzrechtlichen

Erfassung sind auf diesem Gelände

keine Adlerhorste gefunden

worden.“ Der einzige Horst war der

eines Mäusebussards. In dem Fall

würden Ersatznester aufgestellt.

Nach 300 Metern geht es auf der

Baustraße nicht mehr weiter. Vier

Männer und zwei Frauen kommen

und weisen darauf hin, dass niemand

auf die Baustelle dürfe –wegen

der Munitionssuche.Also wieder

zurück. Kurz danach rollt noch ein

Polizeiwagen durch den Wald.

DieGegner des Projekts sehenein

großes Problem darin, dass so viel

Wald abgeholzt wird. Aber es gibt eine

viel wichtigereSache,die die gesamte

Region schädigen könnte: Sie fürchten,

dass Tesla für die riesige Fabrik

mit eigenen Brunnen so viel Grundwasser

entnimmt, dass die Region

trocken fällt –auch das benachbarte

Naturschutzgebiet Löcknitztal, entlang

des gleichnamigen Flusses.

Schmitz-Jersch sagt dazu: „Das

Wasser ist tatsächlich ein Hauptproblem

und jenes Schutzgut, das in besonderer

Weise betroffen ist und einer

besonderer Sensibilität bedarf.“

Die Hälfte des Tesla-Geländes be-

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

„Wir sind als Naturschützer

natürlich auch Brandenburger und freuen

uns, wenn Arbeitsplätze geschaffen

werden. Wir sind aber weder

bedingungslos für die Tesla-

Ansiedlung noch bedingungslos dagegen.“

Friedhelm Schmitz-Jersch,

Landesvorsitzender Brandenburger Naturschutzbundes (Nabu)

finde sich am Rande eines Trinkwasserschutzgebietes.Tesla

wolle in der

ersten Ausbaustufe aber gar nicht

ans Grundwasser heran, sondern

nimmt Wasser aus dem Hahn. „Wir

fordern den Wasserverband auf, offenzulegen,

ob die geplante Kapazitätserhöhung

zu einem Problem für

die Wasserversorgung werden

kann“, sagt der Nabu-Chef. „Wenn

bei späteren Ausbaustufen Grundwasser

entnommen werden soll,

wäre für einen solch massiven Eingriff

ein gesondertes wasserrechtliches

Genehmigungsverfahren nötig

–aus unserer Sicht mit einer gesonderten

Verträglichkeitsprüfung.“

Ein Mann mit ernstem Blick steht

vorn am Weg. Er trägt eine dunkelblaue

Jackemit einem weißen Tesla-

Logo am Arm. Er beobachtet uns.Es

könnte ein Wachmann sein, doch

dann stellt sich heraus, dass es ein

Fanist –ein Tesla-Fan.

Fans erkennt man am leichtesten

daran, dass sie immer mit exakten

Daten agieren. „Seit dem 12. November

2019, seit Elon Musk in Berlin gesagt

hat, dass er die Gigafactory hier

bauen will, betreibe ich einen Twitterkanal“,

erzählt Jürgen Stegemann.

Der 52-Jährige wohnt in Frankfurt

(Oder) und pendelt jeden Tagnach

Berlin. Dort arbeitet er als Verwaltungsangestellter.

„Jetzt, im Winter,

nehme ich jede Wocheeinen Tagfrei

und berichte von hier, was an der

Baustelle passiert.“ Er habe bereits

2783 Follower auf Twitter. „Ich

schreibe auf Englisch, weil die meisten

aus den USA sind, aus Skandinavien,

Asien oder Neuseeland.“

Stegemann wird auch amSonnabend

berichten, wenn zum ersten

Mal die Tesla-Begeisterten in Grünheide

unter dem Motto „Gestalten

statt verhindern“ demonstrieren –

und wenn sich zur gleichen Zeit die

Tesla-Gegner zu ihrer dritten Demo

treffen.

Die„Gigafactory“ ist auch eine Industrieansiedlung,

bei der einige

Leute nun Angst bekommen. Denn

9000 neue Arbeitskräfte bedeuten,

dass für deren Familien – also für

etwa 40 000 Menschen –neue Wohnungen

gebraucht werden. Befürchtet

wird, dass das die Mieten weiter

in die Höhe jagt. Befürchtet werden

auch die neuen Verkehrsströme für

die Arbeiter,das Material und die fertigen

Autos. Außerdem rechnen einige

Planer damit, dass sich rund um

Tesla langfristig andere Firmen ansiedeln.

Einige fürchten sich nun vor

dem Zuzug von mehr als 100 000

Neubürgern –und davor, dass sich

so die Region grundsätzlich ändert.

Tesla schweigt bislang in der Öffentlichkeit,

gibt sich selbstbewusst und

visionär –und versteht nicht, dass einige

diese Vision nicht teilen und

sich fragen: Warum sollen weiterhin

Autos gebaut werden –selbst wenn

sie elektrisch fahren? Und warum

dann keine kleinen wendigen Stadtflitzer,sondern

tonnenschwereSUV?

Tesla hat zwar am Donnerstag in

Grünheide eine Infobox aufgestellt,

um in den beginnenden örtlichen

Protest einzugreifen. Aber es fehlt

eine Informationspolitik, die den

Problemen angemessen wäre. Dies

wirdvon einigen vorOrt als Ignoranz

wahrgenommen und schürtden Unmut.

Das sieht auch der Tesla-Fan

Jürgen Stegemann als Problem. Er

wirft den Gegnern Panikmache vor

und fürchtet, dass sich die Sache

weiter hochschaukelt. „Ich habe

Angst, dass einige Leute hier einen

zweiten Hambacher Forst draus machen

und sich anketten.“

DerHambacher Forst ist ein Wald

nördlich von Köln, den Umweltaktivisten

2018 besetzten, als er für die

Erweiterung einer Kohlegrube gerodet

werden sollte.Esgab Demos mit

50 000 Leuten, und die Polizei spricht


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 11

· ·

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Berlin

Tesla-Fabrik bei Berlin

5km

BRANDENBURG

A10

Schiene

Bahnhof

Grünheide

Fangschleuse

BERLIN

B1

Verladestation

Produktionshalle

A113

Flughafen

Schönefeld/

künftig BER

Gosen-

Neu Zittau

TREPTOW-

KÖPENICK

Erkner

A10

Grünheide

Tesla-Fabrik/

Gewerbegebiet

Freienbrink

P

P

Verladeflächen

Lkw

Verladefläche

Bahnhof

Verladeflächen

Zug

A13

A10

A12

A10

GVZ Freienbrink

200 m

BLZ/GALANTY; QUELLE: BRANDENBURGISCHES WIRTSCHAFTS-

MINISTERIUM, OSM-MITWIRKENDE, STAND 17. DEZ. 2020

Das künftige Tesla-Gelände in Grünheide bei Berlin: Der bisherige Forstweg wird nun zu einer Baustraße

umgebaut.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

voneiner Million Arbeitsstunden für

die fünfwöchige Räumung. „Ich verstehe

nicht, dass die Leute sich hier

so aufregen“, sagt Stegemann. „Hier

wirddie Zukunft gebaut –emissionsfreie

Elektroautos.“

Undwie geht sein Projekt weiter?

„Ich komme weiterhin einmal die

Woche her und berichte.“ Undwenn

es im Frühjahr abends wieder länger

hell ist, will er nach der Arbeit vorbeikommen

und die Fabrik wachsen sehen.

Stegemann stammt von der

Ostsee und ist eher nordisch unaufgeregt.

Aber dann sagt er:„DieErfüllung

meiner Träume wäre natürlich,

bei der Eröffnung der Gigafactory

Grünheide dabei zu sein und Elon

Musk persönlich zu treffen.“

Es sind gewaltige Bäume, die da am

Rande dieses Gartens stehen. Die

Stämme sind wirklich dick, einige

haben mindestens einen Meter

Durchmesser. Aber die mächtigen

Pappeln sind verwundbar,ein dicker

Stamm liegt sogar schon am Boden.

Die Rinde fehlt zum großen Teil. Sie

wurde fein säuberlich vom Stamm

getrennt. „Das war unser Biber“, sagt

Heidemarie Schroeder beim Rundgang

durch ihren Garten. Leben und

leben lassen. „Wir unternehmen

nichts gegen den Biber.Wir schützen

nur ein paar Bäume, die er auf keinen

Fall umlegen darf, weil sie sonst

auf unser Haus fallen würden.“

DerGarten befindet sich ganz am

Rande eines der vielen Siedlungsflecken

in der Gegend. Es sind keine

drei Kilometer Luftlinie bis zur Autobahn

und bis zur geplanten „Gigafactory“.

Berlin ist nah, aber der zersiedelte

Speckgürtel ist an dieser

Stelle nur noch Natur, esgibt keine

Infrastruktur in der Gegend, keine

Kneipen oder Läden. Nur ein paar

Häuser und Naturschutzgebiete

links und rechts –und von der Terrasse

einen traumhaften Blick über

weite Felder. „Wir haben hier nicht

mal einen Bäcker“, sagt die 66-Jährige.„Dasist

hier der Arsch der Welt.

Genau deswegen wollten wir doch

hierhin. Hier ist die große Ruhe,mitten

in der Natur.Und jetzt das.“

Dieschmale Frau meintTesla –der

vermeintlich gute Autobauer, der ihr

und ihrem Mann den Traum von ihrem

Altersruhesitz zerstört. Die beiden

wohnen seit Jahrzehnten in Berlin-Mitte,sind

Zahnärzte und wollten

im Alter immer raus aus der Stadt. Zuerst

wollten sie das Haus der Elternin

Schulzendorf ausbauen, doch dann

beschloss die Politik, dass der BER in

Schönefeld gebaut wird. „Wir hätten

genau unter der Landebahn gewohnt“,

erzählt Heide Schroeder.

Also investierten die beiden viel Geld

und jahrzehntelang auch ihreFreizeit

in den abgelegenen ehemaligen

Arme-Leute-Vierseithof bei Grünheide.

Über der Tür seht noch im

Holzbalken das Baujahr:1816.

Sie haben das Haus außen sehr

schlicht und innen sehr schön saniert.

Siewohnen ganz am Ende des

Dorfes. Die ganz tote Ecke. Doch

dortwirdesnun bald laut. „Tesla hat

ja bereits diesen einen direkten Autobahnanschluss

in Freienbrink“, erzählt

sie. „Aber es sollen wohl noch

zwei weitere gebaut werden.“ Und

dann laufe der Verkehr zur Gigafabrikauch

über die Kreisstraße,die gerade

saniert wird. Die ist gar nicht

weit von ihrem Grundstück im Wald

entfernt.

Heide Schroeder erzählt, dass

sich jetzt langsam der Protest formiert,

dass sie eine Bürgerinitiative

gründet – geplanter Name: „3G“ –

das steht für:Grünheide gegen Gigafactory.

„Die Leute hier fühlen sich

völlig allein gelassen, übergangen,

betrogen“, sagt sie. Die Politik stehe

scheinbar ganz aufseiten von Tesla,

sagt sie.„Die Grünen kämpfen nicht

für den Umweltschutz und die SPD

nicht für den Tariflohn in der Fabrik

und für gute Arbeitsbedingungen.“

DieKritiker wollen auch nicht nur

als Meckerer wahrgenommen werden,

sondern sagen auch, dass es

vernünftige Alternativen zu diesem

Standort gibt. In der Lausitz mit ihren

zerstörten Landschaften an den

Kohlegruben gebe es reichlich Industriebrachen,

bei denen nicht erst

so viel Natur neu vernichtet werden

müsse. Auch am Berliner Ring gebe

es Gewerbegebiete,die keine Wälder

seien, sondernfertig erschlossen.

DieWasserproblematik ist das eigentliche

Problem: Derzeit reden alle

nur über die erste Ausbaustufe,inder

noch kein Grundwasser gebraucht

wird. „Aber auch das Wasser aus dem

Hahn ist schon jetzt knapp“, erzählt

Schroeder. Inden beiden vergangenen

Dürrejahren hieß es beim Wasserverband

immer wieder:Wir wissen

nicht mal, ob wir genügend Löschwasser

für die Waldbrände bereitstellen

können. „Seit Jahren schlagen

Verantwortliche des Verbandes vor,

hier nicht mal mehr kleine Industrieansiedlungen

zu erlauben, weil das

Wasser dafür nicht ausreicht.“ Heide

Schroeder schüttelt den Kopf, klappt

ihren Laptop auf, zeigt Karten, Tabellen

und die Zahlen aus dem Bauantrag

vonTesla.„Tesla würde in der ersten

Ausbaustufe halb so viel Wasser

verbrauchen wie die 160000 Leute,

die in unserer Region leben“, sagt sie.

„Wie soll der Wasserverband das

schaffen?“

Und die Gegner glauben, dass dies

erst der Anfang ist. Wenn der erste

Teil der Fabrik stehe,könne doch der

zweite,dritte und vierte Teil gar nicht

mehr untersagt werden. „Und dann

baut Tesla tiefe Brunnen und gräbt

der Region sprichwörtlich das

Grundwasser ab“, sagt sie. Dann

würden die Moore austrocknen, die

Seen ihr Wasser verlieren.

Heide Schroeder kann unablässig

argumentieren, kann einen Fakt auf

den nächsten türmen, bis ein hoher

Berg entsteht. EinBerganArgumenten,

die doch niemand ignorieren

könne. Aber glaubt die Ärztin wirklich

daran, dass sie und ihreMitstreiter

Tesla noch aufhalten können?

„Ich glaube es nicht so recht, aber ich

hoffe es ganz fest“, sagt sie. „Langsam

begreifen die Leute, was ihnen

blüht und dass sich alles hier grundsätzlich

ändern wird –die gesamte

Region.“

Heidemarie Schroeder geht hinaus

in den Garten und erzählt, dass

sie auf ihrem schönen Altersruhesitz

auf ihre Brunnen angewiesen ist,

denn es ist das letzte Grundstück –

danach kommt kein Wasserabnehmer

mehr,und weil es keinen Durchfluss

gebe, werde nun mal keine öffentliche

Wasserleitung bis zu ihrem

Garten gebaut. „Wenn bei den anderen

die Brunnen leer sind, können

sie noch denWasserhahn aufdrehen.

Wirkönnen das nicht.“

Sie schaut über die weite Landschaft

vor ihrer Terrasse, über die

Felder, die Bäume und Wälder.

„Wenn es nicht mehr schön ist, was

soll ich dann noch hier, in einer

Steppe.Noch dazu mit ganz viel Verkehr

und Lärm“, sagt sie.

Der Himmel ist kalt und klar. Die

Sonne versinkt langsam und rotglühend

hinter den Bäumen am Horizont.

Nicht mal Vögel sind mehr zu

hören. Die Stille regiert. Die Bäume

über der Biberburg sehen aus wie

schwarze Silhouetten vor dem Sonnenuntergang.

Leben und leben lassen.

Dasist das Motto vonHeidemarie

Schroeder. Aber sie ist der Meinung,

dass Elon Musk und Tesla sie

hier nicht leben lassen wollen.

„Es ist wirklich sehr schön hier“,

sagt sie. „Aber wir schauen uns bereits

nach einer Alternativeum. Aber

wo soll man im Berliner Umland

noch etwas Bezahlbares finden, das

auch noch schön ist?“

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denkt, dass der Protest nun

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12 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Berlin

Bezirksweit Tempo 30

Die SPD will Friedrichshain-Kreuzberg zur Modellregion für gemächlichesFahren machen. So könntedie Zahl der schweren Unfälle und derLärm verringert werden

VonPeter Neumann

Ein großer Teil der Berliner

Innenstadt soll entschleunigt

werden. Bezirkspolitiker

setzen sich dafür ein,

dass künftig in ganz Friedrichshain-

KreuzbergTempo 30 gilt. Das würde

bedeuten, dass nicht mehr nur in

Wohnvierteln eine gemächliche Geschwindigkeit

Pflicht wäre. Auch auf

Hauptstraßen wie der Frankfurter

Allee und dem Mehringdamm

müsste langsam gefahren werden.

„Tempo 30 verringert den Lärm und

erhöht die Verkehrssicherheit. Unser

Bezirk muss Modellbezirk für flächendeckendes

Tempo 30 werden“,

sagte die SPD-Verordnete Peggy

Hochstätter, deren Fraktion den Antrag

in das Bezirksparlament eingebracht

hat. DerAllgemeine Deutsche

Automobil-Club (ADAC) warnte umgehend

davor,den Plan umzusetzen.

Sollte die Höchstgeschwindigkeit

in Städten generell auf 30 Kilometer

pro Stunde gesenkt werden? Das ist

eine alte Debatte, die jetzt wieder

Nahrung erhalten hat. Anlass sind

die jüngsten Pläne des Verkehrsministers

Andreas Scheuer (CSU), die

Straßenverkehrsordnung zu ändern.

Bremsweg mehr als halbiert

So soll vorgeschrieben werden, dass

Fahrzeuge mit einem Gewicht von

mehr als 3,5 Tonnen nur noch mit

Schrittgeschwindigkeit abbiegen

dürfen. Hintergrund ist, dass immer

wieder Radfahrer bei Abbiegeunfällen

getötet werden – wie kürzlich

eine Seniorin am Kottbusser Tor.

Doch die CDU und die SPD auf

Bundesebene wünschen sich Ergänzungen.

So sollte unter anderem getestet

werden, wie derVerkehr aussehen

würde,wenn innerorts nur noch

Tempo 30 erlaubt wäre und Tempo

50 stets eigens angeordnet werden

müsste.Esist eine Debatte,die nicht

nur Aktivisten wohlwollend sehen.

Auf rund 75 Prozent des Straßennetzes darf nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde gefahren werden. Bezirkspolitiker wollen den Anteil auf 100 Prozent erhöhen. BERLINER ZEITUNG

„Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit

innerorts hätte aus Sicht der Senatsverwaltung

für Umwelt, Verkehr

und Klimaschutz viele Vorteile“,

sagte JanThomsen, Sprecher vonSenatorin

Regine Günther (Grüne). So

gelangten weniger Stickstoffdioxid

und Feinstaub in die Luft. „Inbeiden

Fällen wirkt Tempo 30 im Stadtverkehr

nachweislich schadstoffreduzierend“,

hieß es. Das Limit verringere

auch den Lärm, weshalb es in

Wohnnebenstraßen längst Standard

in Berlin ist. Hier gilt auf rund drei

Vierten des Straßennetzes Tempo 30.

„Tempo 30 rettet Leben“, hieß es

zudem beim Verkehrsclub Deutschland.

Fährtein Auto 50 Kilometer pro

Stunde, beträgt der Anhalteweg fast

28 Meter,bei Tempo 30 gut 13 Meter.

Wo auf Straßen in Bezirkshoheit der-

„Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr

und Klimaschutz würde einen Modellversuch

auf übergeordneten Straßen begrüßen.“

Jan Thomsen, Sprecher von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne)

zeit noch schneller gefahren werden

darf, müsse die Beschränkung dort

ebenfalls eingeführtwerden, heißt es

in dem Antrag der SPD in Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Politik müsse

sich aber auch um die Hauptverkehrsstraßen

kümmern, wo bislang

meist noch Tempo 50 gilt, verlangte

Peggy Hochstätter. Mehrmals gab es

Forderungen, auf Eberty-, Proskauer

und Boxhagener Straße Tempo 30

einzuführen. Doch auf Landesebene

handelte sich der Bezirk stets Absagen

ein. Wasdie Verkehrswende anbelangt,

sei Günther eine „Ankündigungssenatorin“,

so Hochstätter.

Mit dem Antrag will die SPD die

Debatte mit dem Senat jetzt wieder in

Schwung bringen. Auf seiner Grundlage

soll der Bezirk darüber verhandeln,

dass Friedrichshain-Kreuzberg

„Modellbezirk für eine flächendeckende

Einführung einer maximalen

Höchstgeschwindigkeit von 30Kilometer

in der Stunde auch auf übergeordneten

Straßen wird“.

Tempo-Reduzierungen seien

„unabdingbarer Bestandteil der Verkehrswende“,

so die Begründung.

„Um deren Wirksamkeit zu vergrößern,

sollen sich diese nicht auf einzelne

Straßenabschnitte beziehen,

sondern flächendeckend gelten.“

SPD-Fraktionschef Sebastian Forck

geht davon aus, dass die Bezirksverordnetenversammlung

den Antrag

am 29. Januar verabschieden wird.

„Das Bezirksamt begrüßt den

Vorschlag und ist hoffnungsvoll, bei

der Senatsverwaltung für Umwelt,

Verkehr und Klimaschutz dafür Offenheit

vorzufinden“, sagte Stadtrat

Florian Schmidt. Der Grünen-Politiker

und seine Mitstreiter setzen sich

dafür ein, Friedrichshain-Kreuzberg

zum Modellbezirk für umweltfreundliche

Mobilität zu machen.

Dazu bereitet das Bezirksamt einen

Masterplan Verkehrswende vor, für

den es eine neue ämterübergreifende

Arbeitsstruktur geben soll.

ADACwarnt vorSchleichverkehr

Wie langwierig konkrete Projekte

heute noch sind, zeigt der geschützte

Radfahrstreifen, der auf der Frankfurter

Allee stadtauswärts entstehen

soll. Er sollte anfangs 2018 angelegt

werden. Nun werden die Arbeiten

wohl im Frühjahr beginnen und im

Herbst abgeschlossen, so Schmidt.

Wassagt der Senat? „Die Senatsverwaltung

für Umwelt, Verkehr und

Klimaschutz würde einen Modellversuch

auf übergeordneten Straßen

begrüßen“, so Jan Thomsen. „Die

Einführung vonTempo 30 als Regelgeschwindigkeit

auf Hauptverkehrsstraßen

erfordert dagegen eine Änderung

des Bundesrechts.“ Auf

Hauptstraßen könne zum Beispiel

aus Sicherheitsgründen, etwa vor

Schulen, Tempo 30 angeordnet werden

–aber laut aktueller Rechtslage

nur als begründete Ausnahme vom

RegelfallTempo 50.„Pauschal für alle

Hauptstraßen ist eine solche Anordnung

derzeit nicht möglich“, hieß es.

„Tempo 30 hat sich in Wohngebieten,

vor Schulen und sozialen

Einrichtungen bewährt. Eine generelle

Tempo-30-Regelung ist jedoch

nicht sinnvoll“, warnte ADAC-Sprecherin

Sandra Hass.Würde der Plan

realisiert, „verringern sich die Zeitvorteile

auf den Hauptverkehrsstraßen

und damit deren Attraktivität.

Das wiederum könnte Schleichverkehre

insensible Wohngebiete fördern“

–was Anwohner belastet.

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Berliner Zeitung, 18./19. Januar 2 020

13

TRAUERANZEIGEN

Die Freiheit ist wie das Meer: Die einzelnen Wogen vermögen

nicht viel, aber die Kraft der Brandung ist unwiderstehlich.

Vaclav Havel

Mitten aus dem Leben gerissen, unsere Freundin

Felicitas Höyng

14.03.1951 –08.01.2020

Durch dich wurde unser Leben bereichert, wir danken dir!

„Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ist ein Blick“

Was uns bleibt, ist der Blick zurück voller Liebe.

Wir nehmen Abschied.

FRITZ AMBROSELLI

Oberingenieur

*17. Juli 1940 †8.Januar 2020

Deine Margrit,

Sven mit Anja,

Carl und Friedrich

Die Beerdigung auf dem Friedhof Berlin-Kaulsdorf findet im engsten Familienkreis statt.

Traueranzeige

Das schönste, was ein

Mensch hinterlassen

kann, ist ein Lächeln im

Gesicht derjenigen, die

an ihn denken.

Wir beraten Sie gern:

( 030) 2327-50

Anne, Axel H., Axel W., Brigitte, Christoph, Clara, Dagmar F., Dagmar K.,

Didi, Elisabeth, Elke, Gabi, Hans, Hansi, Heike, Hille, Ingrid, Julia,

Karl, Keune, Linda, Lisa, Lothar, Markus, Micky, Miriam, Paul, Regina,

Reinhard, Ruth, Stefan, Susan, Zazie

Die Familie

Die Freunde

Verabschieden

Petra Richter

* 15. Februar 1944 † 25. Dezember 2019

Nicht unerwartet

Und doch überraschend

War es vorbei

Und wir

Ohne Dich

Tschüss MUDDERN

am 12. Februar 2020 um 11 Uhr

auf dem Strausberger Waldfriedhof

Es gibt Momente im Leben, da stehtdie Welt einen Augenblick still

und wenn sie sich wieder weiter dreht, ist nichts mehr,wie es war.

Hans -Joachim Kämpf

1. Juli 1944 † 30. Dezember 2019

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied

Marianne,Gisela, Malikaund Mira

und alle,die Dich vermissen

Die Trauerfeier findet am 20. Januar um 9Uhr auf dem Friedhof Baumschulenweg/Neuer Teil statt.

Am 8. Januar 2020 verstarb nach langer schwerer Krankheit

im Alter von57Jahren unsereMitarbeiterin

Christine Wolf

Christine Wolf arbeitetemehr als 37 Jahrefür unser

Unternehmen, zuletzt als Kundenbetreuerin in unserem

ServicebüroTreptow.Trotz einer langjährigen Erkrankung

warFrauWolf eine äußerst ausgeglichene und

beliebteKollegin, die wir sehr vermissen werden.

Wir nehmen Abschied und trauern mit der Familie Wolf,

der wir viel Kraft wünschen, diesen schweren

Schicksalsschlag zu überwinden.

Ihr Andenken werden wir stets in Ehren halten.

Geschäftsführung,Betriebsrat und Mitarbeiter der

STADTUND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH

Am 4. Januar 2020 verstarb –viel zu früh –unsere liebe Kollegin

im rbb-Verwaltungsrat

Frau Dr. Heidrun Schnell

* 3. März 1969 4. Januar 2020

Wirverlieren eine hochgeschätzte Kollegin. Ihre Klugheit und

menschliche Wärme werden wir sehr vermissen.

Wir werden Ihr Andenken in Ehren halten.

Wolf-Dieter Wolf

Vorsitzenderdes Verwaltungsrates

Meine Zeit steht in Deinen Händen (Psalm 31,16)

Friederike von Kirchbach

Vorsitzende des Rundfunkrates

„Sichselbst ohne Reue aufzugeben,ist diegrößte Barmherzigkeit.“

Bodhidharma

Erika Kastner

geb. Helbing

*09. April 1926 in Berlin-Lichtenberg

†10. Januar 2020 in Bad Homburg v.d.H.

Nach einem bewegtenund erfülltenLeben durfte

unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter und

Großmutterfriedlichfür immer einschlafen.

Wir werdensie in liebevollerund

dankbarer Erinnerung behalten.

StefanKastner und Monika Schelper

Dr. EllendeVissermit Johannes de Visser

und Sina Kastner

sowie alle Angehörigenund Freunde

Die Beerdigung findet amDonnerstag, dem

23. Januar 2020, um 14.00 Uhr aufdem Evangelischen

Friedhof amUntertor in Bad Homburg v.d.H. statt.

Aus unserem Leben bist Du gegangen,

in unseren Herzen bleibst Du.

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von meiner

lieben Mutter, Schwiegermutter, Oma und Schwester

Hannelore Haenicke

*27.05.1948 †25.12.2019

Wir nehmen Abschied

Meine wunderbare Gefährtin in

über 75 Ehejahren, meine

liebevolle Mutti lebt nicht mehr.

Inge Hellge

9. November 1925

21. Dezember 2019

Unser Schmerz ist grenzenlos.

Ehemann Helmuth und

Sohn Hartmut

Wir nehmen Abschied von unserem lieben

Mann, Papa, Schwiegerpapa, Opa, Uropa

Hans-Jürgen Manz

*1.1.1952 † 29.12.2019

DieBeisetzung findet am 31.1.2020 um 13 Uhr

auf dem Friedhof derSt. Pius- undder St.

Hedwig-Kirchengemeinde statt.

In tiefer Trauer nehmen wir

Abschied von unserem

langjährigen

Jazzmusikerkollegen

Wolfgang

Schmahl

*20.08.1941 †28.12.2019

In dankbarer Erinnerung

Lutz Binneboese

Papa Binnes Jazz Band

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Ausunserem Leben bist Du

gegangen, in unseren Herzen

bleibstDu.

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*31. Oktober 1944 †1.Januar 2020

In Liebe und Dankbarkeit

Sabine Henschke

und Familie

Ihre Traueranzeige

in der Berliner Zeitung

wir beraten Sie gern.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg trauert um

Dr. Heidrun Schnell

* 3. März 1969 4. Januar 2020

Frau Dr.Schnell war seit April 2015 Mitglied im Verwaltungsrat. Sie

widmete sich dieser Aufgabe mit großemEngagement und Weitblick.

Wirvermissen eine sehr kompetente, stets geschätzte Ratgeberin und

einen wunderbaren Menschen, der uns viel zu früh verlassen musste.

Wir sind sehr traurig und werden ihr ein ehrendes Andenken

bewahren.

Patricia Schlesinger

Intendantin

Ursula Kilger

geb. Feuerbach

04.09.1924 –28.12.2019

In Liebeund Dankbarkeit

Bettina,Andres, Konstantin

im Namender großen Familie

Der Personalrat

DieBeisetzung findet stattauf dem DorotheenstädtischenFriedhof,

Chausseestr. 128, 10115Berlinam30. Januar um 12.00.

In stiller Trauer

Nicole

Markus

Benjamin

Sarah

Reinhard

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet

am Montag, dem 03.02.2020, um 11.00 Uhr, auf dem Städt.

Friedhof Pankow VII, Uhlandstraße 54 in 13158 Berlin, statt.

Nachruf

Am 09.Januar2020 verstarb unsereKollegin

im Altervon nur64Jahren.

Brigitte Kunka

MitFrauKunka verlierenwir eine Kollegin,die wegen

ihreshohen Sachverstandes,ihres großen Engagements,

ihrerZuverlässigkeit undLoyalität beiden Kolleginnen

undKollegensowie ihrenVorgesetztensehrgeschätzt

undbeliebt war. Wirwerden sie sehrvermissen.

DerBundesminister des Innern,

für Bauund Heimat

HorstSeehofer

Wenn ihr mich sucht,

sucht mich in euren Herzen.

Habe ich dort eine Bleibe gefunden,

lebe ich ineuch weiter.

DerVorsitzende

des Personalrats

Kai-OlafJessen

Margot Lambrecht

*14.11.1930 †30.12.2019

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

Telefon: 0561 70 09 360 •E-Mail: graebersuche@volksbund.de

Anzeigenannahme:

( 030) 2327-50

In stillerTrauer

Justus Lambrecht

im Namen aller Angehörigen

DieTrauerfeier findet am Donnerstag, dem 20. Februar 2020,

um 13.00 Uhr auf dem Waldfriedhof Oberschöneweidestatt.


14 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Berlin

Mörderische Geschichte

Nach kritischen Nachfragen und internen Debatten hat die Gedenkstätte zur Wannsee-Konferenz in Berlin einen Teil ihrer neuen Dauerausstellung geändert

VonNikolaus Bernau

Esfiel schon immer auf: Eine

der fürchterlichsten Bürokraten-Sitzungen

der Geschichte

Europas fand in

Wannsee in schlichtweg herrlicher

Lage statt. Weit kann hier der Blick

über die Havelschweifen, der Garten

ist selbst im Winter eine Idylle. Seit

1940 gehörte die 1914 nach den Plänen

Paul Baumgartens für einen reichen

Berliner Fabrikanten errichtete

Villa Marlier der SS-nahen Nordhav-

Stiftung, die sie als Gäste- und Tagungshaus

nutzte.

Aus der Sicht von SS-Obergruppenführer

Richard Heydrich das angemessene

Ambiente für eine,wie es

in der Einladung hieß,„Besprechung

mit anschließendem Frühstück um

12 Uhr“. Es ginge um die „Endlösung

der Judenfrage“. Am 20. Januar 1942

trafen sich hier fünfzehn führende

Beamte der Reichsregierung und der

SS, um die systematische Ermordung

der damals elf Millionen in Europa

und Nordafrika lebenden Juden

zu koordinieren.

Erinnerung an eine „Besprechung“

Seit 1992 erinnert inder Villa eine

Gedenk- und Bildungsstätte an jene

„Besprechung“. Diesen Sonntag

wird nun nach drei Jahren Vorbereitung

die neue Dauerausstellung in

den einstigen Salons und Zimmern

der Villa eingeweiht, gestaltet von

den Kuratoren der Gedenkstätte und

den Ausstellungsarchitekten

Franke/Steinert. Schon auf den ersten

Blick unterscheidet sie sich radikal

vonihren Vorgängern: DieInszenierungen

einst wurden geprägt von

langen Textspalten, übervielen Fotos,Dokumenten

und Grafiken. Nun

herrschen Luft und Licht, immer

wieder öffnet sich durch die Fenster

der Blick auf den in der Sonne gleißenden

Wannsee. Die Wände wurden

nach historischem Vorbild neu

bespannt in allerdings reichlich aktuell

erscheinenden kühlen Farben,

die Parkettböden aus den 50er-Jahren

restauriert. Ständig wird sodas

Zusammentreffen vonmörderischer

Geschichte und hinreißender Idylle

Blick in die neue Dauerausstellung: In dem Haus am Wannsee wurde am 20. Januar 1942 die geplante Deportation und Ermordung der europäischen Juden besprochen. DPA/ P. ZINKEN

ins Bewusstsein gerissen: An einem

der vielen großen festen Ausstellungsmöbel

ist das grausam genau

aufgenommene Foto von in einer

Kuhle zusammengedrängten Frauen

und Kindern kurz vor ihrer Ermordung

durch die Deutschen, weit hinten

ist ein Wald zu sehen. Und über

das Foto zittert der Schatten der

Wannseekiefern bis hin zur sauber

mit hellblauem Stoff bespannten

Wand.

Es sind viele Bildschirme zu sehen,

auf denen man sich per Fingerdruck

zu „Vertiefungsthemen“ bewegen

kann. Viel Rücksicht wurde

genommen: Die Vitrinen sind mit

dem Rollstuhl zu unterfahren, Reliefgrundrisse

für Sehbehinderte montiert,

die Schriften groß gehalten, die

Sätze überwiegend in einfacher

Sprache formuliert. Aber da steht

auch ein monumentales Möbel, das

im Relief die Machthierarchie der

Täter abbildet, mitten im Raum, für

die Sehenden ist eine Wandinstalla-

Öffnungszeiten: Die Gedenkstätte

(Adresse: Am

Großen Wannsee 56–58 in

14109 Berlin) ist täglich von

10 bis 18 Uhr geöffnet.

Gruppen werden um Voranmeldung

gebeten. Mehr Infos

unter www.ghwk.de

tion mit Drehbilderngedacht. Wenig

Platz bleibt nun, sagen wir, für eine

Gruppe pubertierender Jugendlicher,

die auch einmal Abstand zu

den schrecklichen Bildern braucht.

Zumal, wenn sie auch noch die Erfahrungen

oft sehr unterschiedlicher

Herkunftskulturen zusammen bringen

müssen. Das nämlich fällt auch

SERVICE

Führungen: Jeden Sonnabend

und Sonntag werden

um 16 Uhr und um 17 Uhr

Führungen angeboten. Eine

Anmeldung dazu ist nicht erforderlich.

Für Schulklassen

und andere Gruppen sind

auch Seminare möglich.

Vortrag: Zum 78. Jahrestag

der Wannsee-Konferenz

am Montaggibt es um 19 Uhr

einenVortrag in derAkademie

der Künste (PariserPlatz 4)

ein. Zu Gastist der britische

Dichter und emeritierte Professor

Jeremy Adler.

schnell auf: Diese Ausstellung geht

davon aus, dass der Holocaust als

das Menschheitsverbrechen an und

für sich akzeptiertist.Wohl auch deswegen

fehlen leider fast alle Hinweise

auf die Völkermorde, die vor

dem Holocaust etwa in den USA, im

Osmanischen Reich, in der Sowjetunion

unter Stalin oder im japanischen

besetzten Korea und China

stattfanden. Dabei hatte Hitler selbst

das Beispiel des ignorierten Genozids

an den Armeniernals Modell für

seine „Judenpolitik“ angeführt. Die

Besuchenden sollten auch vor dem

Besuch wissen, dass es einen Ersten

Weltkrieg gab, einen Versailler Vertrag,

die Weimarer Republik, den Zusammenbruch

der staatlichen

Schutzordnungen in Mittelosteuropa

seit 1914.

Direktor Hans-Christian Jasch

betonte im Gespräch mit der Berliner

Zeitung, dass die Konzeption

sich am knappen Zeitbudget der

meisten Besucher orientiere und

keine Wiederholung der Programme

etwa der Topographie des Terrors

sein solle. Doch die Grundlagen, die

sollten schon vermittelt werden –

wozu auch die große Hoffnung des

Judentums seit dem 19. Jahrhundert

gehörte, dass der Antisemitismus

sich mit fortschreitender Moderne

vonselbst erledigen würde.Stattdessen

kaperte 1933 der Antisemitismus

die technische und organisatorische

Moderne. Oder dass Zwangssterilisierungen

der Mehrheit missliebiger

Bevölkerungsgruppen schon in den

1920ern intensiv debattiert wurden

und etwa in Schweden oder Australien

bis weit in die Nachkriegszeit

üblich waren. So etwas muss heute

erklärtwerden.

Diese Ausstellung konzentriert

sich auf die Organisations- und die

Machtstrukturen, die Mittäterschaft

der breiten Bevölkerung. All das ist

gut und richtig. Sie vermeidet allerdings

jeden Hinweis darauf, wie eigentlich

diese „Besprechung“ abgelaufen

ist. Man weiß es nämlich

nicht. Nicht einmal der Sitzungsraum

ist ganz sicher oder die Sitzordnung.

Und die Berichte der Zeitzeugen

sind überaus widersprüchlich.

Was nicht verwundert: Schon die

Sprache des berüchtigten Protokolls

der Sitzung –imFaksimile in dem

doch sehr wahrscheinlichen Sitzungssaal

gezeigt – dokumentiert,

dass sich die Teilnehmer vollkommen

klar waren über den Zivilisationsbruch,

den sie hier planten.

Sie debattierten genaue Listen,

wie mit alten Menschen umzugehen

sei und mit denen, die im Ersten

Weltkrieg Auszeichnungen erhalten

hatten, wer zusterilisieren sei, die

politische Willfährigkeit der den

Deutschen zugeneigten Regime in

Frankreich und Südosteuropa, den

wahrscheinlichenWiderstand in den

nordischen Staaten, dass im „Generalgouvernement“,

wie der von

Deutschland nicht annektierte, sondern

besetzte Teil Polens genannt

wurde, Juden „so schnell wie möglich

entfernt“, also ermordet werden

müssten. Es ist ein schreckliches Dokument,

gerade seiner bürokratischen

Nüchternheit wegen.Werwieder

hinaustritt in die frische Luft,

fühlt sich befreit. Wenigstens einige

Meter. Bis man an der Villa Max Liebermanns

vorbei geht, dessen Frau

Martha Liebermann sich 1943 in der

Angst vor der Deportation umbrachte,

kaum 14 Monate nach der

„Besprechung“ der Mörder am

Wannsee.

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Frauen verletzt.

EinRichter hat am Donnerstag einen

36 Jahrealten Mann in eine geschlossene

psychiatrische Klinik eingewiesen.

Deroffenbar verwirrte Täter

hatte zuvor in Haselhorst einer

24-Jährige nauf offener Straße mit

einem Messer in den Rücken gestochen.

Anschließend schlug er in der

Gartenfelder Straße einer 40-jährigen

Mitarbeiterin eines Spätkaufs

mit einer Flasche auf den Kopf. Gäste

aus einer benachbarten Cocktailbar

hörten die Hilferufe der Frau und

hielten den Mann fest, bis die Polizei

kam.

Autos erfassten Kinder.

BeizweiVerkehrsunfällen am Donnerstagnachmittag

in Hellersdorf

und Kreuzbergwurden zwei Kinder

schwer verletzt. Ein39-jähriger Fahrereines

Hyundai war gegen 16 Uhr

auf der Torgauer Straße unterwegs.

In Höhe der Schkeuditzer Straße lief

ein Sechsjähriger auf die Fahrbahn.

Dabei wurde er vondem Auto erfasst.

DerJunge erlitt Gesichts- sowie

Beinverletzungen. Da der Autofahrer

nach Alkohol roch, wurde bei ihm

eine Atemalkoholmessung durchgeführt,

die einen Wert von0,38 Promille

ergab.Eine Stunde später erfasste

der 44-jährige Fahrer eines

Mercedes auf der Oranienstraße ein

zehnjähriges Mädchen. DasKind

war unerwartet auf die Fahrbahn gerannt.

DerMann konnte sein Auto

nicht mehr rechtzeitig abbremsen.

DieZehnjährige wurde wegen eines

gebrochenen Arms in ein Krankenhaus

gebracht.

Polizist erlitt Unterschenkelbruch.

Beieinem Einsatz am Donnerstagabend

in Neukölln hat sich ein Zivilfahnder

einen Unterschenkel gebrochen.

Er hatte mit Kollegen vordem

U-Bahnhof Boddinstraße ein Gerangel

zwischen drei Wachleuten und

drei Männernbeobachtet. Als die

Polizeibeamten die Männer voneinander

trennten, stürzte der 45-jährige

Polizeioberkommissar gegen einen

18-Jährigen. Dabei wurde er verletzt.

Wohnung in Flammen.

Am Schmeding in Marzahn ist am

Freitagvormittag ein Wohnungsbrand

ausgebrochen. DieFeuerwehr,die

mit 60 Beamten im Einsatz

war,rettete drei Frauen aus derWohnung

des zweigeschossigen Gebäudes

über Leitern. DieOpfer kamen

mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung

in ein Krankenhaus.Weitere

Verletzte gab es nicht. Am Mittag war

das Feuer gelöscht. DieUrsache für

den Brand ist noch unklar.

Versuchter Totschlag.

In der Libboldallee in Köpenick

schleppte sich eine 53-Jährige mit

Stichverletzungen auf die Straße.

Eine Passantin alarmierte Polizei

und Feuerwehr.Die Frau sagte,dass

in ihrer Wohnung ihr 44 Jahrealter

Mann ist. Auch er war schwer verletzt.

DieMordkommission vermutet,

dass der Mann seine Frau töten

wollte.Das Paar musste notoperiert

werden. Befragt werden konnten sie

noch nicht. DieErmittlungen laufen

wegen versuchten Totschlags. (ls.)


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 15 **

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Berlin

Zweimal bio, bitte

Schulessen für die Primarstufe werden neu ausgeschrieben. Es soll gesünder,fairer gehandelt und regionaler werden –und darf nicht mehr als 4,36 Euro kosten

VonMargarethe Gallersdörfer

Bio,fair gehandelt, saisonal,

wenn möglich auch regional:

Schulsenatorin

Sandra Scheeres (SPD) hat

am Freitag die neue Musterausschreibung

für das Schulessen in der

Primarstufe vorgestellt. Darin: Kriterien,

die Cateringfirmen erfüllen

müssen, wenn sie Berliner Grundschulkinder

verpflegen wollen.

Wie die Berliner Zeitung bereits

im Dezember berichtete, steigt der

Bio-Anteil der verarbeiteten Lebensmittel

in den Grundschulmensen ab

kommendem August von 15 auf

30 Prozent. Ab 1. August 2021 muss

das Schulessen, das außerdem seit

dem laufenden Schuljahr für alle

Schülerinnen und Schüler der

Grundschulen kostenlos ist, dann zu

50 Prozent aus Produkten aus ökologischem

Anbau bestehen.

Der ausgeschriebene Festpreis

pro Portion steigt denn auch kräftig

an: von aktuell 3,25 Euro auf

4,09 Euro ab August 2020 und

4,36 Euro ab August 2021. Rund

zwölf Millionen Euro zusätzlich

lässt sich die Bildungsverwaltung die

Qualitätserhöhung in den Jahren

2020 und 2021 insgesamt kosten.

Hinzu kommen zusätzlich rund

34 Millionen Euro für den erhöhten

Vergabemindestlohn des Landes

Berlin: Statt wie bisher 9,35 Euro

müssen Caterer,die Aufträge vonder

öffentlichen Hand annehmen, ihren

Angestellten, die an Herstellung,

Auslieferung und Ausgabe des

Schulessens beteiligt sind, nämlich

12,50 Euro proStunde zahlen.

Die neue Musterausschreibung,

von Scheeres stolz als „bundesweit

wegweisend“ präsentiert, geht nun

ins Detail: So müssen bereits ab dem

kommenden Schuljahr alle Stärkebeilagen,

also Kartoffeln, Nudeln,

und Reis, bio sein. Der Reis muss

darüber hinaus auch nachweislich

aus fairem Handel stammen, genau

Das Schulessen für Grundschüler soll gesünder und hochwertiger werden.

–sowie Bananen und Ananas. Ab

2021 sollen außerdem Milch, Milchprodukte

und Obst ausschließlich

aus ökologischer Herstellung stammen.

Standardmäßig sollen Caterer in

Zukunft täglich nur zwei Menüs anbieten:

ein klassisches mit Fleischund

Fischprodukten und ein vegetarisches.

Die Qualitätskontrollstelle

Schulessen habe festgestellt, dass

das Anbieten von drei Menüs oft zu

schlechterer Essensqualität geführt

„Wir wollen auch kein Essen wegwerfen.

Es ist nicht einzusehen, dass nicht abgeholte

Portionen plötzlich unser Risiko sein sollen,

wenn wir gleichzeitig bei jeder Portion

zu wenig vertragsbrüchig werden.“

Rolf Hoppe, Verband der deutschen Schul- und Kitacaterer

DPA

habe,soInes Rackow, eine Mitarbeiterin

der Bildungsverwaltung. Dafür

müssen Caterer in Zukunft für Kinder

mit nachgewiesenen Krankheiten

oder Allergien für sie verträgliche,

vollwertige Sondermenüs liefern.

Neuaußerdem:Wasserspender,

die die Berliner Wasserbetriebe an

jeder Schule aufstellen sollen und

die von den Caterern angemietet

werden müssen.

Elternvertreter Norman Heise

sagte am Freitag, er sei „hochzufrieden“

mit den neuen Kriterien. Eine

weitere Neuerung allerdings bringt

die Caterer auf die Barrikaden: Während

bisher die Schulen die benötigten

Portionen selbst kalkulierten

und bestellten, sollen in Zukunft nur

die tatsächlich abgeholten Portionen

auch bezahlt werden. Miteinem

neuen Chip-System, das jede abgeholte

Portion zählt, wolle man „Lebensmittelabfälle

reduzieren“, so die

Schulverwaltung –also im Klartext

die Caterer zu besserer Planung animieren.

„Unzumutbar“ nannte Rolf

Hoppe vom Verband der deutschen

Schul- und Kitacaterer die Neuerung

am Freitag. Die neuen Preise seien

äußerst knapp kalkuliertund enthielten

keinerlei Sicherheitsmarge für die

Caterer. Hoppe fordert die Beibehaltung

des bisherigen Systems: „Was

bestellt wird, wird auch bezahlt. Wir

wollen auch kein Essen wegwerfen.

Es ist nicht einzusehen, dass nicht abgeholte

Portionen plötzlich unser Risiko

sein sollen, wenn wir gleichzeitig

bei jeder gelieferten Portion zu wenig

vertragsbrüchig werden.“

Die Bildungsgewerkschaft GEW

wiederholte ihre Kritik am kostenlosen

Schulessen: Das sei zwar grundsätzlich

lobenswert, aber überstürzt

eingeführtworden und habe an Berliner

Schulen zu „untragbaren Zuständen“

geführt. „Wir befürchten,

dass bei der Präsentation von mehr

Bio und Fair Trade die großen Baustellen

beim beitragsfreien Schulessen

nicht beleuchtet werden. Die

Kollegen brauchen mehr Personal,

geeignete Räume,Lärmschutz!“

Scheeres verwies am Freitag auf

ihr mit 24 Millionen Euro bestücktes

Mensenumbauprogramm, das zumindest

den baulichen Problemen

an den Schulen Abhilfe schaffen soll.

„Natürlich ruckelt es an der einen

oder anderen Stelle“, sagte sie. Der

Andrang auf das beitragsfreie Schulessen

zeige aber,dass die Einführung

insgesamt richtig gewesen sei.

Baustadtrat soll

Akten manipuliert

haben

Es geht um das

Vorkaufsrecht der Diese eG

Florian Schmidt, Baustadtrat von

Friedrichshain-Kreuzberg, soll

bei den Vorgängen um das Vorkaufsrecht

für ein Haus in der Rigaer

Straße Akten manipuliert haben.

Das behauptet zumindest die SPD-

Fraktion des Bezirks in einer Erklärung

von Freitagabend. Demnach

soll der Grünen-Politiker in einer gemeinsamen

Fraktionssitzung der

Grünen, der Linkspartei und der SPD

zugegeben haben, dass die vorgelegten

Akten nicht vollständig seien.

Schmidt sei aufgefordertworden, die

fehlenden Dokumente bis zum 27.

Januar zugänglich zu machen. Sonst

sei „sein Rücktritt unvermeidlich“.

Das Haus sollte von einem privaten

Eigentümer an einen anderen

Privatmann verkauft werden. Der

Grünen-Baustadtrat verhinderte

den Verkauf jedoch und zog für den

Bezirkdas Vorkaufsrecht. Als die landeseigene

Wohnungsbaugesellschaft

die Übernahme des Gebäudes

wegen zu hoher Kosten ablehnte,

holte Schmidt die Gesellschaft

„Diese eG“ ins Boot. DerKaufvertrag

wurde unterzeichnet, doch da es

keine finanzielle Hilfe durch das

Land gab, kam die Gesellschaft in finanzielle

Engpässe.Der Deal platzte.

Durchden gescheiterten Kauf sollen

dem Bezirk Kosten in Höhe von

190 000 Euro entstanden sein.

Zu den Gründen der Aktenmanipulation

soll Schmidt gesagt haben,

er habe verhindern wollen, dass die

Akten vonCDU und FDP instrumentalisiertwürden.

(BLZ)

Innensenator ehrt

heldenhaften Polizisten

Beamter wollte Fritz von Weizsäckers Todverhindern

Der Polizist, der beim tödlichen

Messerangriff auf den Arzt Fritz

von Weizsäcker zu helfen versuchte,

ist für sein Eingreifen gewürdigt worden.

Innensenator Andreas Geisel

(SPD) übergab Ferrid Brahmi am

Freitag ein Ehrenzeichen für besondere

Leistungen im Dienst, wie der

Sprecher der Innenverwaltung, Martin

Pallgen, sagte.

Der 33Jahre alte Kriminalpolizist

war bei der Auseinandersetzung mit

dem Täter selbst schwer verletzt worden.

DerMann sei noch nicht wieder

im Dienst, sagte Pallgen. „Er hat alle

Zeit, wieder gesund zu werden.“ Die

Polizei Berlin twitterte am Freitag, der

Beamte sei„Vorbild für uns alle“.

In einem Ende Dezember veröffentlichten

Brief schrieb Brahmi: „Ich

habe gehandelt, weil es für mich

nichts bedeutenderes als das Leben

gibt, und weil es Aufgabe der Polizei

ist, dieses Leben mit allen Mitteln zu

schützen.“ Über den Todvon Weizsäckers

empfinde er „tiefen seelischen

Schmerz“.

VonWeizsäcker war am Abend des

19. November nach einem öffentlichen

Vortrag inder Schlosspark-Klinik

in Charlottenburgvon einem Zuhörer

niedergestochen und getötet

worden. Der privat anwesende Polizist

ging dazwischen.

Der 57-jährige Angreifer aus

Rheinland-Pfalz wurde nach der Tat

festgenommen und in eine Psychiatrie

eingewiesen. Er soll „wahnbedingt“

eine Abneigung gegen die Familie

vonWeizsäcker haben. Die Behörden

ermitteln wegen Mordes und

versuchten Mordes. (dpa)

Innensenator Andreas Geisel übergab dem Beamten das Ehrenzeichen.

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16 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Wegen der großen Zahl der Zuschriften

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Jetziger Mietspiegel ist sozial

in wichtigem Punkt blind

Titel: „Mietendeckel: Berlin nicht

schlechtreden“

(3. Januar)

Dem Parlament sei das Mietendeckel-Moratorium

empfohlen, also

eine Auszeit zur Findung einer

rechtssicheren Lösung, da dringend

notwendig. Denn der von der Berliner

rot-rot-grünen Regierungskoalition

vorgelegte Mietendeckel ist

nach aller Voraussicht einerseits

grob rechtswidrig und andererseits

auch in der Sache höchst unzulänglich.

Rechtlich haltbar dürfte eine

Festschreibung der Miete nach Mietspiegel

2019 sein. Der jetzige Mietspiegel

ist sozial in wichtigem Punkt

blind. Er begünstigt die einkommensstarken

Haushalte und bietet

angesichts der Wohnungsknappheit

den einkommensschwachen Haushalten

kaum eine Chance,inbegehrten

Lagen eine Wohnung zu finden!

Ludwig Will, Berlin-Tegel

Kippendreck bleibt –und zwar

in Boden, Wasser und Luft

Thema: „Kampf den Kippen“ von Melanie

Reinsch

(8. Januar)

Das Bewusstsein von Kippen-Wegschmeißern

ändern –oje, das wird

schwierig in Berlin! Ich kann es mir

selten verkneifen, auf den wenige

Meter entfernten Mülleimer hinzuweisen,

und die Antworten würden

ein ganzes (aber politisch wenig korrektes)

Buch füllen. Mit derlei rechnet

man ja, aber ebenso ärgerlich

sind die Reaktionen der Zuschauer.

Diemeisten starren konfliktscheu in

die Ferne, aber manche stellen sich

energisch auf die Seite der „Umweltsau“

(was nebenbei bemerkt eine

Beleidigung der reinlichen Borstentiere

ist). So wurde mir kürzlich von

einem jungen Mann vorgeworfen,

dass ihn „das ewige Gemecker von

alten Leuten so früh am Morgen“

furchtbar nervt. Aber:Gemecker verklingt

schnell, Kippendreck bleibt –

und zwar in Boden, Wasser und Luft.

Also bitte künftig alle mitmeckern!

Dagmar Schmaucks, Berlin

Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future

Hat sich Luisa Neubauer richtig verhalten?

Facebook: „Luisa Neubauer will nicht in den Siemens-Aufsichtsrat“ von Teresa

Dapp

(13. Januar)

WerMacht hat, hat auch automatisch Verantwortung. Das sollte man

nicht unterschätzen. Undsie hat außerhalb vonSiemens mehr Macht.

Siewürde ihren Verantwortungsbereich verkleinern, wenn sie Siemens

beitreten würde. Bastian Bethold

Verantwortung bedeutet, für die Folgen des eigenen Handelns die Konsequenzen

zu tragen, also gegebenenfalls zu haften. Unddavor weicht

Neubauer aus. John Karl

Nun kriegt sie Gelegenheit mal Verantwortung in einem der größten

deutschen Arbeitgeber zu übernehmen und macht es nicht.Warenihre

Worte doch nur leere Hülsen und nichts wert? Sokommt das nämlich

rüber! Dan Iel

Sie konnte nur verlieren. Sehr geschickt von Kaeser.Wenn sie es angenommen

hätte,hieße es,sie ließe sich für Geld vereinnahmen. Ichkann

ihreEntscheidung gut verstehen.Nils Becker

Wassoll sie denn mit einer Stimme in diesem großen Gremium bewirken

können? Ralf Zweitausendeins

Bestürzung,Trauer und Wutüber den tödlichen Rad-Unfall

Berlin: „Radfahrerin von Lkw überrollt“

von Lutz Schnedelbach

(9. Januar)

Das Grundproblem ist, dass die abverlangte

und von vielen offenbar

systematisch praktizierte Schnelligkeit

sämtliche Verkehrsteilnehmer

überfordert. Unbefangene Vorausschau

braucht Zeit und sie ist auch

etwas völlig anderes als stureVorausberechnung,

nach der, wie es sich

vor drei oder vier Sekunden verhalten

hat, es sich auch in den nächsten

zwanzig Sekunden sich verhalten

müsse. Vielleicht wäre sogar eine

konsequente Entampelung am Kotti

das Sinnvollste: Keine Ampel mit

dem nachfolgenden fatalen Denkmuster,unabhängig

aller Vorkommnisse

recht zu haben, folgend mehr

Vorausschau, keine Überraschungen

mehr, nur eben Menschen, die

so, so oder so auftauchen. Soweit

aber Ampeln existieren, sollte der

Grundsatz gelten, dass signalisiertes

Grün für die einen unabdingbares

Rotfür die anderen bedeutet, soweit

zwei Verkehrsströme sich kreuzen.

Überall ist das so. Zwischen Autofahrenden

ist das so,zwischen Kraftfahrzeugen

und Bahn ist das so, nur

zwischen Autofahrenden einerseits

und zu Fuß bzw. per Rad sich Bewegenden

ist das nicht so. Die Flüssigkeit

eines einseitig verstandenen

Verkehrs scheint immer noch über

Leib und Leben zu stehen.

Helmut Krüger,Potsdam

Der tödliche Rad-Unfall löst Bestürzung,

Trauer undWutaus.Esist nicht

allein das Angstgefühl, dass die rasche

Abfolge jüngster und künftig

weiterer Unfälle wohl kaum zu stoppen

ist, sondern vor allem, dass bei

den Entscheidungsträgern die Kluft

zwischen Anspruch undWirklichkeit

größer wird. Wenn unsere Berliner

Behörden, allen voran die Bezirksstadträte

für Verkehr,die Senator*innen

und der Regierende Bürgermeister,

sich nicht aktiv, mutig und

entschlossen für nachhaltige Verkehrssicherheit

einsetzen wollen

oder können, sehen wir Stadtbewohner

uns aufgerufen, erneut auch in

diesem Jahr an traurigen Mahnwachen

teilzunehmen.

Ulrich Clemens, Lehrer und Bezirksbeauftragter

für Verkehrs- und Mobilitätserziehung

Charlottenburg-Wilmersdorf

„Seit Jahren schon will Berlin die

Straßen sicherer machen – warum

gelingt das nicht?“Weil im Senat und

an allen anderen Stellen im Wesentlichen

Autofahrer sitzen, die gar

keine Veränderungen wollen und

dies hinter gekonnter Rhetorik zu

verbergen wissen. Weil die Straßengestaltung

zum großen Teil aus dem

DPA

19. Jahrhundert mit Kutschen und

ein paar Autos stammt.Weil das Auto

tief in die Gehirne gebrannt wurde,

aus denen es übrigens auch gar nicht

heraus soll. Siehe diese E-Autos.Weil

unser Zeitgeist immer zuallererst auf

die Geschwindigkeit und das Rücksichtslose

setzt und nicht auf das

Miteinander, daran wird sich auch

nichts ändern.Weil nach wie vordieser

absurde Blutzoll des motorisierten

Verkehrs von der Gesellschaft

trotz aller Feiertagsreden und ein

paar wenigen Taten letztlich akzeptiertwird.

Weil viele Radfahrer weder

die Verkehrsregeln kennen noch ihre

eigene Situation im Verkehr wahrnehmen

können, also nicht mal die

eigene äußerste Gefährdungssituation

realisieren. Ein Lokaltermin auf

Fahrrädern zur Rush Hour mit den

zuständigen Politikern wäre vielleicht

noch ein Vorschlag.

Gerhard Mühllhausen, per E-Mail

Susanne Dübber

will wissen, was Sie denken.

Seit 17 Jahren wohnen Christine

Stoltmann und Karlheinz Scholz

in Köpenick. So lange schon beobachten

sie den Verfall eines leerstehendes

Doppelgebäude in der

Altstadt. „Der Schandfleck“, nennen

sie es im Brief an die Redaktion.

Die Laurenzstraße 1/1a verkomme

„langsam, aber sicher zur

Ruine“, schimpfen sie darin. Meine

Kollegin Katrin Bischoff fuhr hin und

brachte das Foto unten mit. Die

denkmalgeschützten Häuser sehen

sehr zerstört aus. Das beobachtet

Stefan Förster (FDP), Mitglied des

Abgeordnetenhauses und Vorsitzender

des Heimatvereins, ebenfalls. Er

weiß, dass die Ursprünge der Häuser

aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Leerstand statt Wohnungen in der Laurenzstraße

1/1a in Köpenick KATRIN BISCHOFF

„Sie sind ein wesentlicher Teil der

Altstadt, sollten unbedingt wiederhergestellt

werden.“ AufAnfrage antwortete

Bezirksbürgermeister Oliver

Igel: „Auch aus Sicht des Stadt entwicklungsamts

ist diese Situation

überaus misslich. Nach dem Berliner

Denkmalgesetz ist der Verfügungsberechtigte

verpflichtet, ein Denkmal

im Rahmen des Zumutbaren instand

zu halten und instand zu setzen,

es sachgemäß zu behandeln

und vor Gefährdungen zu schützen.

Diese Verpflichtung hat der Eigentümer

über Jahre vernachlässigt. Ein

positives Tun, z. B. die Wiederinnutzungnahme,

kann mit dem dem Bezirksamt

zur Verfügung stehenden

denkmalrechtlichen bzw. planungsrechtlichen

Instrumentarium

nicht angeordnet werden.“

Dassieht BVV-Mitglied

Uwe Döring (Die Linke) anders.

„Das Bezirksamt

müsste mutiger sei, mit dem

Zweckentfremdungsverbot

den Wohnraum wiederherstellen.“

Er befürchtet, dass

eine Situation wie beim

Grünauer Riviera entsteht.

Dort wurden Hausteile unwiederbringlich

zerstört.

BLZ/REEG

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute klettern die Höchsttemperaturen auf 7bis 9Grad. Dazu ist es gebietsweise

stark bewölkt, vereinzelt jedoch auch freundlich. Der Wind

weht schwach bis mäßig aus westlichen Richtungen. Inder Nacht ziehen

Wolkenfelder durch, die zwischendurch immer wieder die Sterne verdecken.

Dabei sind die Temperaturen bei 1bis minus 2Grad anzutreffen.

Biowetter:

Bluthochdruck

Kopfschmerzen

Schlafstörungen

Rheumaschmerzen

Atemwegsbeschwerden

Gefühlte Temperatur: maximal 7Grad.

Wind: schwach aus West.

Belastung

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

Berliner Luft: gestrige Höchstwerte

um 8Uhr: Feinstaub: 37 µg/m³;

Kohlenmonoxid: 1000 µg/m³;

Stickstoffdioxid: 71 µg/m³;

Luftfeuchtigkeit: 100%

Wittenberge

4°/9°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

3°/8° 4°/7°

Luckenwalde

2°/7°

Cottbus

3°/8°

Sonntag

Montag

Dienstag

stark bewölkt wolkig wolkig

2°/5° 0°/5° 0°/5°

Prenzlau

3°/8°

Frankfurt

(Oder)

3°/7°

Tiefdruckgebiete über dem Nordmeer und der Ostsee lenken nun kühlere Meeresluft

aus Nordwesten über die Nordsee und Mitteleuropa in den nördlichen

Mittelmeerraum. Dabei fällt imAlpenraum Schnee, imnördlichen Mittelmeerraum

schauerartiger Regen. Bei Irland baut sich ein starkes Hoch auf.

Köln

4°/6°

Sylt

4°/7°

Saarbrücken

0°/4°

Hannover

3°/8°

Konstanz

2°/5°

Hamburg

3°/7°

Erfurt

1°/5°

Frankfurt/Main

2°/6°

Stuttgart

1°/7°

Rostock

4°/9°

Magdeburg

3°/7°

Nürnberg

1°/5°

München

1°/6°

Rügen

3°/7°

Dresden

1°/7°

Deutschland: Heute gibt es viele

Wolken, etwas Sonne und Regenschauer,

und die Temperaturen steigen

am Tage auf 4bis 9Grad.

Nachts gehen die Werte dann auf

3bis minus 2Grad zurück. Der Wind

weht schwach bis mäßig aus westlichen

Richtungen. Morgen wandern

wiederholt Wolken mit ein paar Flocken

über uns hinweg. Die Höchstwerte

steigen auf 2bis 7Grad, und

der Wind weht nur schwach aus

Nordwest.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 40 cm

Harz bis 20 cm

Erzgebirge bis 20 cm

Bayerische Alpen bis 150 cm

Mondphasen: 24.01. 02.02. 09.02. 15.02.

Sonnenaufgang: 08:07 Uhr Sonnenuntergang: 16:26 Uhr Mondaufgang: 01:14 Uhr Monduntergang: 11:55 Uhr

Lissabon

17°

Las Palmas

21°

Madrid

10°

Reykjavik


Dublin


London


Paris


Bordeaux

11°

Palma

14°

Algier

17°

Nizza

15°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

10°

Tunis

15°

Rom

13°

Warschau


Wien

6° Budapest


Palermo

15°

Kiruna

-13°

Oulu


Dubrovnik

13°

Athen

11°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul


Iraklio

12°

Archangelsk

-4°

Moskau


Ankara


Antalya

16°

Acapulco 34° wolkig

Bali 25° heiter

Bangkok 33° heiter

Barbados 27° sonnig

Buenos Aires 30° heiter

Casablanca 21° wolkig

Chicago 5° Regen

Dakar 29° sonnig

Dubai 23° heiter

Hongkong 20° wolkig

Jerusalem 10° Schauer

Johannesburg 28° Schauer

Kairo 16° wolkig

Kapstadt 22° Schauer

Los Angeles 17° wolkig

Manila 32° wolkig

Miami 24° wolkig

Nairobi 28° wolkig

Neu Delhi 19° heiter

New York 6° Schnee

Peking 3° bewölkt

Perth 32° heiter

Phuket 33° heiter

Rio de Janeiro 24° bedeckt

San Francisco 11° bewölkt

Santo Domingo 26° Schauer

Seychellen 29° Schauer

Singapur 34° Gewitter

Sydney 22° Schauer

Tokio 8° Regen

Toronto 5° Schnee


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 – S eite 17

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Berlin

AM WOCHENENDE

Exquisiter Käse:

Zu Besuch bei Charles &Paulin

Stadt, Land, Mensch –Seite 19

Fliegende Füße:

Ein Selbstversuch im Stepptanz

Berlin bewegt sich –Seite 20

Saftige

Steine

Gutes Licht im Restaurant

liegt voll im Trend. Vermutlich

ist Instagram

nicht ganz unschuldig

daran, dass in den letzten Jahren so

stark leuchttechnisch aufgerüstet

wurde. Viele Gäste dokumentieren

inzwischen akribisch, was auf ihren

Tellern liegt. Beliebt sind tiefhängende

schwarze Stablampen, die

den Teller wie ein Spotlight genau

ausleuchten. Im noch ziemlich

neuen Restaurant Boujee hängt ein

ganzes Arsenal davon.

Beim ersten Betreten frage ich

mich kurz, ob ich mich nicht in einen

Lampenladen verirrthabe.Denn um

es vorsichtig auszudrücken:

Das Boujee,

das von dem

Modefachhändler

Sergej Braude aus

Sankt Petersburggeführt

wird, ist etwas

überdekoriert. Nicht

nur was die Lampen

angeht.

Auch in Sachen

Aromen haut die Küche,

die sich vorwiegend

auf italienische

Spezialitäten konzentriertund

diese mit Eigenkreationen

umspielt, auf den Putz.

Schon im Namen steckt eine Referenz

ans Prassen und zur Schau

stellen: Das Wort „boujee“ ist eine

absichtliche Falschschreibung von

„bourgeois“ und Slang. Der Ausdruck

bedeutet, dass man es trotz

seiner Wurzeln geschafft hat –und er

ist unter jungen Amerikanerndurchaus

anerkennend gemeint.

Auch Sergej Braude ist einer von

denen, die es geschafft haben. Er hat

keinen Aufwand gescheut. Die langen

Tafeln etwa wurden aus 200

Jahre altem Eichenholz einer abgerissenen

Brücke in Südrussland

maßgefertigt und eingeflogen.

Ebenso hat sich Braude um den Starkoch

Christian Lorenzini bemüht,

der auch hier und da einfliegt. Fürs

Boujee hat er ein paar Signature Dishes

konzipiert, etwa die „heißen

schwarzen Steine“, eine Vorspeise,

mit der sich Lorenzini in seinem eigenen

Moskauer Restaurant einen

Namen gemacht hat.

Sie werden in einer schwarzen

Holzbox und auf Heu gebettet serviert,

drei mit Tintenfisch gefärbte,

Teig ummantelte Pasteten, naturalistisch

wie Steine geformt. Bricht

man sie auf, fließt ein Saft, der von

eingebackenem Wirsing stammt.

Zusätzlich zieht ein flüssiger Kern

aus Scamorza und Mozzarella Fäden.

Etwas sehr bemüht finde ich

den zum Essen servierten, schwarzenLatex-Handschuh.

Nungut, man

muss ihn nicht benutzen.

AUFGETISCHT

Tina Hüttl

war im Boujee.

Statt italienisch-mediterran spielen

die Aromen der Steine eher mit

osteuropäischen und georgischen

Anleihen, wo es ja viele Teigtaschen

mit Kohl und Käse gibt. Aber Hauptsache

es schmeckt.

Nunhätte ich noch gerndie Pinsa

probiert–pizzaähnlich belegte Teigfladen,

die in Metallpfännchen gebacken

werden und tatsächlich eine Erfindung

der Italiener sind. Im Boujee

gibt es fünf Varianten davon, leider

hat die Küche heute aber kein Reismehl

für den Teig bekommen. Überhaupt

sind an diesem Montagabend

im gastronomisch ruhigen Januar einige

Gerichte nicht zu haben. Doch

Sergej Braude, der

Württembergische Str.

Pariser Str.

Sächsische Str.

persönlich anwesend

ist, macht dies

als Gastgeber wett.

Und so probiere

ich auf sein Anraten

den Avocadosalat mit

Tomaten –und zwar

nicht mit Himbeer-

Balsamico wie auf der

Karte, sondern wie

von ihm empfohlen

mit Vanillesoße. Die

ist entgegen der

schlimmsten Befürchtung

jedochnur ein Olivenöl-Zitronen-Dressingmit

echterVanille.Bei

den ersten paar Happen harmoniert

das durchaus zur Avocado.Doch dem

Vanillig-Cremigen bin ich schnell

überdrüssig. Richtig gut schmecken

hingegen die Spaghetti Vongole, laut

Karteein Remake.Zwar kann ich nicht

genau herausfinden, was neuartig ist.

Hervorzuheben ist die gute Qualität

der Muscheln, die oft genug nur spielerisches

Beiwerksind. Hier tragen sie

tatsächlich zum Geschmack bei, toll

auch der Szechuan-ähnliche, ätherische

Pfeffer,der dem Sudmit Petersilie

viel Würze gibt. Generell denke ich

zwar,weniger ist mehr.Wer protzt, und

doch gleichzeitig sein Versprechen

hält, darfdas aber gerne tun.

Boujee,Pariser Straße 18a, Wilmersdorf, geöffnettäglich

außer Sonntagab18Uhr

Vorspeisen,Pinsa und Pastakosten 8bis

22 Euro,Fisch undFleisch 19 bis29Euround

Desserts 8bis 12 Euro.

Lietzenburger Str.

Boujee

Emser Str.

WILMERS-

DORF

Ludwigkirchplatz

50 m

BLZ/HECHER

Protzen kann in der Gastronomie

ordentlich schiefgehen. Das Boujee aber

trotzt dem Minimalismus und zeigt, dass

mehr auch einfach mal mehr sein kann

Familienausflug

Mal Affe sein,

mal Riffe bauen

VonBarbaraWeitzel

Das Wort „Klima“ samt aller seiner

Komposita dürfte einer der

am häufigsten verwendeten Begriffe

des vergangenen Jahres gewesen

sein, und man braucht keine hellseherischen

Fähigkeiten, um zu ahnen,

dass sich das 2020 nicht ändern

wird. Generationenübergreifend.

Denn selbst viele Kinder,die nicht

freitags demonstrieren gehen, tragen

das Thema im Munde. Dass wir

jetzt Seifenstücke anstelle von Flüssigseife

verwenden, geht auf einen

Nicht nur gucken, sonder machen –imLabyrinth-Kindermuseum.

TREVOR LEIGHTONIM

Vorschlag des jüngsten Familienmitgliedes

zurück. Und nicht nur das

Kind freut sich ungebrochen daran,

wie lange so ein Stück hält. Unddass

man am Ende keine Plastikflasche

wegwerfen muss. Mit Seifenresten,

die man nicht herausbekommt.

Wasman noch alles tun kann, als

Einzelner und täglich, aber auch die

großen Zusammenhänge von Konsum,

Lebensweisen, Artensterben

und Ökosystemen, zeigt die Ausstellung

im Labyrinth-Museum. Man

kann dortmal FischoderAffe sein, einen

Eisbären über die Scholle geleiten,

Riffe bauen und Häuser aus Müll und

natürlich bewusst einkaufen. Denn

Seifenstücke sind ein guter Anfang –

aber wenn man einmal gemerkt hat,

wie viel Spaß umdenken macht, will

man ja immer mehr davon.

Natürlichheute!Mitmachen für morgen: Ausstellung

im Labyrinth-Kindermuseum, Osloer Str.

12 (Gesundbrunnen), Sonnabendund Sonntag

11 bis18Uhr,Eintritt 6,50Euro, ab 3Jahren


18 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Schönes Wochenende

Lola &Farrati

FUNDSTÜCKE

VonOlgaBobileva

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de

SPREEWOOD DISTILLERS/FRANZISKA BEEZ

UNSPLASH/KAREN STAHLROS

VonLola Knoblach

Im Dienste des großen

Strippenziehers

Farrati ist sichtlich aus dem Häuschen: „Boah, hast du das

gesehen?? Derabsolute Hammer!!“ Ichwar gerade auf

dem Heimweg noch schnell etwas einkaufen und nun gondeln

wir,also mein Rennrad und ich, das letzte Stückchen bis

nach Hause.„Schon allein die Farbe! Völligst abgefahren!

Neon-Lachs oder so muss das sein ...“ Farrati kriegt sich gar

nicht wieder ein. „Ich unterbreche deine Begeisterung ja nur

ungern, aber wovonredest du überhaupt?“, frage ich ahnungslos.

Farrati bremst abrupt, ich falle fast vornüber und mein Kaugummi

klatscht wie ein Wurfgeschoss treffsicher gegen mein

Gaumenzäpfchen, sodass ich fürchterlich husten muss und

mir nicht genug Luft bleibt, um zu meckern. Unbeeindruckt

vonmeinem Zustand, sprudelt es aus Farrati heraus: „Na, das

Fahrrad, das vordem Laden neben mir stand! Alter,das hatte

einen Computer eingebaut! Wieso’nCyborg! Undeshat gesagt,

dass es sich mit Handys verbinden kann! Total future-mäßig!

Stell dir das mal vor!“

Während Farrati auf mich einplappert, bin ich noch immer

am Husten, die Hände auf die Knie gestützt und mit dem Gefühl,

dass der nächste Huster mich entweder umkrempeln

oder sprengen wird. „Aha“, stöhne ich. „Und es hat einen geheimen

Peilsender,wie bei James Bond, damit der große Strippenzieher

immer weiß, wo es ist! Dasist doch überkrass,oder?

Unddas Beste ist: Es ist nicht allein, es hat megaviele Kollegen,

die alle in der ganzen Stadt verteilt sind und auf ihren Auftrag

warten.“

Als ich gerade denke,mein Körper hätte sich nun für das

Sprengen entschieden, kommt der Kaugummi wieder zum

Vorschein und fällt vormir und Farrati auf den Asphalt. Ich

schnappe erleichtertnach Luft. Mansollte Gefahrenhinweise

auf Kaugummis drucken, denke ich. „Igitt“, sagt Farrati und

schaut angewiderterst mich und dann den Kaugummi an.

„Na, jedenfalls stell ich mir das megacool vor! Bestimmt

können die auch schießen oder so,aber das dürfen die natürlich

niemandem sagen.“ Ichgucke Farrati schief vonoben an:

„Ist das gerade dein Ernst? Du glaubst, diese dämlichen Halbroboter

haben es besser als du? Willst du umgeschubst am

Straßenrand liegen und dem nächstbesten Tourist als Entertainment-Untersatz

dienen? Tausend identische Kopien da

draußen, aber kein richtiges Zuhause? Willst du niemandem

etwas bedeuten, aber dennoch ständig überwacht werden?

Undüberhaupt, was glaubst du, was passiert, wenn bei denen

mal was kaputt geht?!“, frage ich verächtlich.

Farrati guckt mich zutiefst erschüttertan. Ichbeiße mir auf

die Lippe,vielleicht hab ich es ein bisschen übertrieben. Dann

schüttelt es langsam den Lenker und schaut mich besorgt an:

„Mann, Lola …Duhast ja völlig den Bezug zur Realität verloren.“

DieGeschichten von Lola &Farrati gibt es auch bei 100,6 FluxFM.

Genuss

Alkoholfreier Gin in

Humboldt-Manier

Die negativen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums sind

allgemein bekannt, warum also nicht bewusst etwas für

die Gesundheit tun und auf Alternativen umschwenken? Eine

leckereMöglichkeit bietet hierbei der Humboldt Freigeist –ein

alkoholfreier Gin. Die Spreewood Distillers, die bisher „normalen“

Gin inZusammenarbeit mit dem Team des Botanischen

Gartens und des Botanischen Museums kreierten, haben

eine alkoholfreie Variante ihres Humboldt Gins entwickelt.

Das Besondere: Wie bei seiner alkoholischen Variante

setzt sich der Humboldt Freigeist aus Leit-Botanicals wie Congona

oder Chinarinde und blauem Salbei zusammen, die aus

Regionen stammen, die Alexander von Humboldt auf seinen

Forschungsreisen besucht hat. Allen Skeptikernsei gesagt: Die

alkoholfreie Gin-Variante soll der gewöhnlichen in nichts

nachstehen und kann in einem alkoholfreien Longdrink wie

zum Beispiel mit Tonic aufgegossen werden.

Humboldt Freigeist weitere Informationen unterwww.spreewood-distillers.com

Workshop

Ein Kunstwerk

aus Klebeband

Wie schaut es mit Ihren künstlerischen Fähigkeiten aus?

Greifen Sie lieber zur Kohle oder eher zum Pinsel, um

durch leuchtende Farben Ihre Motive zum Leben zu erwecken?

Für all diejenigen, die sich gerne kreativ betätigen, bietet

der Malsalon Berlin am Sonnabend die Möglichkeit, aus Klebeband

Kunstwerke entstehen zu lassen. Im Workshop erhalten

die Teilnehmer zunächst eine Einführung in die besondere

Kunstrichtung namens Tape Art. Dabei wird aus gebräuchlichen

Material wie Klebeband tatsächlich Kunst kreiert. Anschließend

zeigen professionelle Künstler, wie und welche

Techniken angewendet werden können. Ob man lieber Perspektiven,

Muster oder bestimmte Motive mithilfe des Klebebands

abstrahierend darstellen möchte,ist jedem selbst überlassen.

Denn Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Tape ArtimMalsalonBerlin Knaackstraße 80,Prenzlauer Berg. An diesemSonnabend

von11bis 16.30Uhr,Teilnahmegebühr69Euro

UNSPLASH/JO SZCZEPANSKA

Saunapark

Entspannen am

Scharmützelsee

Wellness-Auszeiten bewirken bekanntlich wahreWunder

und lassen Stress wie von Zauberhand verschwinden.

Besonders gut kann man die Seele im Satama Saunapark am

südlichen Ufer des Scharmützelsees baumeln lassen. Im brandenburgischen

Wendisch Rietz gelegen, bietet diese Oase auf

6000 Quadratmeter Parkfläche alles,was das gestresste Großstadtherz

begehrt: Zehn Saunen mit verschiedenen Duftwelten

laden zum gesunden Schwitzen ein –die Spanne liegt dabei

zwischen angenehmen 40 Grad oder heißen 120 Grad. Anschließend

bieten Natursteinduschen im Saunagarten, die

Eisgrotte oder der herrlich frische Scharmützelsee wunderbareAbkühlungsmöglichkeiten.

Im beheizten Solepool lassen

sich entspannte Bahnen ziehen. Nach ausgiebigem Saunieren

und Schwimmen laden zahlreiche Ruhebereiche zu einem

wohltuenden Nickerchen ein.

Satama SaunaResort&Spa Strandstraße12, Wendisch Rietz. Geöffnet täglich

von9bis 23 Uhr,Eintritt ab 34,90 Euro

Essen &Trinken

Teegenuss wie

in Zentralasien

Gerade in der kalten Jahreszeit tut eine warme Tasse Tee

gut. In einem besonderen Ambiente genießen lässt sie

sich in der Tadshikischen Teestube. Inmitten von handgeschnitzten

Sandelholz-Säulen, farbenfrohen Teppichen und

Wandgemälden können die Gäste an flachen Tischen und auf

Kissen Platz nehmen und zwischen diversen Teesorten aus aller

Welt wählen. Der Tee wird ineinem Samowar zubereitet,

was etwas Zeit in Anspruch nehmen kann. Für Hungrige enthält

eine Speiskarte russischeSpezialitäten und internationale

Speisen. Eine weitere Besonderheit in der Teestube ist die

„Märchenhafte Teestunde“, bei der man immer montags ab

19.30 UhrErzählungen lauschen kann. Übrigens: Dasoriginalgetreue

Interieur der Tadschikischen Teestube wurde 1974 auf

der Leipziger Messeimsowjetischen Pavillon ausgestellt.

Tadshikische Teestube Oranienburger Straße 27, Mitte. Geöffnet montagsbis freitags

16 bis23Uhr,samstags 12 bis 23 Uhr,sonntags 12 bis 22 Uhr

IMAGO IMAGES /TAGESSPIEGEL

WOHIN AM WOCHENENDE?

Ein Lernort

für Kinder

und Familien

Im Anne-Frank-Zentrum in

Mitte wird das Schicksal

des jüdischen Mädchens

dokumentiert

VonIda Luise Krenzlin

Links neben der Hofeinfahrt zur

Rosenthaler Straße 39 sind in das

Bordsteinpflaster vier Stolpersteine

eingelassen. Sie erinnern anFamilie

Salinger – an Georg, Rosa, Ursula

und Gerd. Den Geburtsjahrgängen

nach waren sie Mutter, Vater und

zwei Kinder.Alle vier wurden deportiert

und ermordet. In der Gegend

um den Hackeschen Marktgibt es einige

jüdische Erinnerungsorte. Der

jüdische Friedhof, ein Gedenkstein

und die Skulpturengruppe in der

Großen Hamburger Straße.

In den Hinterhöfen der Häuser in

der Rosenthaler Straße scheint die

Zeit nach dem Mauerfall stehen geblieben

zu sein. Die Höfe sind ein

Gegenentwurfzuden herausgeputzten

Hackeschen Höfen. DieHausfassaden

geben etliche Schichten an

Baumaterial frei: durch die riesigen

Löcher im abgebröckelten Putz sieht

man Ziegelsteine, Kabel hängen

über dem Putz, teilweise quer über

Das Tagebuch im Anne-Frank-Zentrum.

GREGOR ZIELKE

die schmalen Höfe gespannt. Sieversorgen

alte Klingeln, Trafokästen

und Lampen mit Strom.

Geht man ein Stück in die Höfe,

die sich schmal und dunkel bis in

den zweiten Hinterhof ziehen, fällt

der Blick schnell auf ein großes

Wandbild. Anne Frank lächelt voneiner

Hauswand. Hier im ersten Hinterhof

befindet sich seit 2018 das

Anne-Frank-Zentrum, die deutsche

Partnerorganisation des berühmten

Anne-Frank-Hauses in Amsterdam.

Die Dauerausstellung widmet sich

dem Schicksal des Mädchens,das so

viele Menschen berührt.

Im Fokus steht natürlich ihr Tagebuch.

In einem großen Bücherregal

stehen die vielen Übersetzungen.

Man kann sie anfassen, herausnehmen,

drin blättern. Ein großes rosa

Sofa steht bereit. Das Tagebuch der

Anne Frank ist Weltliteratur und

wurde längst in mehr als 70 Sprachen

übersetzt.

Die Ausstellung richtet sich an

Kinder und Jugendliche,auchandie

ganze Familie, die Macher haben

viele interaktive und inklusive Stationen

integriert. Über einen Audioguide

kann man Annes Vater Otto

Frank hören. Das Tagebuch, so der

Vater, habe er sich anfänglich gar

nicht getraut zu lesen. Er habe über

das Tagebuch seine Tochterganz anders,neu

kennengelernt.

Die Ausstellung erzählt das

Schicksal von Anne Frank beispielhaft

für das Schicksal Millionen ermordeter

Juden. Dabei richten die

Macher den Blick in die Gegenwart.

Wiewirkt dieVergangenheit bis heute

nach? Wie äußert sich Antisemitismus?

Welche Fluchtgeschichten lassen

sich aktuell erzählen? An sogenannten

Lernorten können sich Besucher

mit Begriffen wie Rassismus,

Diskriminierung, Staatenlosigkeit

und Antisemitismus auseinandersetzen,

selbst forschen und begreifen.


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 19

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Schönes Wochenende

STADT, LAND, MENSCH

Savoir-vivre

an der

Spree

Frank Doucet gab seinen

Job als Bankmanager in

Paris auf, um sich fortan den

schönen Dingen des Lebens

zu widmen. In seinem

Laden Charles &Paulin

in Pankow verkauft er den

vielleicht besten

französischen Käse der Stadt

VonStefanie Hildebrandt

Vom Bank-Business in Paris

an die Berliner Ladentheke.

Von den Bühnen

New Yorks nach Downtown

Pankow. Im Leben von Frank

Doucet und Jaqueline Bruce dreht

sich seit Kurzem alles nur noch um

Käse.Der Franzose hat seinen Jobin

der internationalen Finanzwelt gegen

einen kleinen Laden eingetauscht.

Undseine Komplizin Jaqueline

Bruce singt jetzt nicht mehr auf

großen Bühnen Arien, sondern

summt beim Servieren .Inihrem Laden

„Charles &Paulin“ verkaufen sie

gemeinsam Delikatessen: Marmelade,

französischen Käse, Öl und

Wein. Jeden Sonntag zieht Frank die

Kochschürze über und serviertseine

Köstlichkeiten bei einem Brunch.

„Die ersten 25 Jahre habe ich gelernt

und studiert“, erklärt Frank

Doucet seine Idee der drei Leben.

„Die folgenden 25 hart gearbeitet.

Die kommenden 25 Jahre gehören

dem guten Leben und den Dingen,

die ich liebe: Musik, Käse,Wein.“

In den Vitrinen steht das Goldrandgeschirr,

auf dem Plattenteller

liegen Opern-Schallplatten. Wenn

man Glück hat, singt Sopranistin Jacqueline

Bruce ein paar Takte.Auf den

Tischen stehen Lavendelsträußchen.

Ordert ein Gast Raclette, wird

kurzerhand um Ledersessel und

Stehlampen die Verlängerungsschnur

ausgerollt. Wie ineiner französischen

Familie geht es zu. Das

Herzstück dieses Wohnzimmers

aber ist die Käsetheke.

Hier bewahrt Frank Doucet seine

Schätze auf. „Wenn ich über diesen

Chaource-Käse spreche, dann erkläre

ich meinen Kunden, dass sie

mit der Milch, aus der er gemacht ist,

auch das Gras der Weiden schmecken.“

Man muss sich diese Ausführungen

mit charmantem französischen

Akzent gesprochen vorstellen:

„Ein Tagohne Käse ist wie ein Tag

ohne Sonne.“

Im Leben von Frank Doucet und Jaqueline Bruce dreht sich seit Kurzem alles nur noch um Käse.

Zwei Jahrelang war Frank Doucet

auf der Suche nach den besten Produkten

in Frankreich unterwegs. Im

Maison Lorho, in der Rue des

Orfèvres in Strasburg, wurde er fündig.

Christelle und Cyrille Lorho kuratieren

feinste Käse von handwerklichen

Betrieben. Ähnlich hochkarätig

ist die Lieferantin der Konfitüren,

die in dickwandigen Gläsern inden

Regalen stehen. Madame Catherine

Manoel arbeitet nicht mit jedem zusammen.

Nur in Pankow gibt es

deutschlandweit ihreKonfitüren, die

schon Paul Bocuse rühmte.

Beim Sonntagsbrunch kredenzt

Frank Doucet eine Kostprobe: sehr

kleine Äpfel von zwei sehr kleinen

Bäumen, die die einzigen verbliebenen

ihrer Sorte sind. 100 Kilogramm

Wie in einem französischen Wohnzimmer –Blick ins Charles &Paulin.

ANDREAS KLUG

ANDREAS KLUG

Ertrag bringen sie im Jahr. Catherine

Manoel räuchertdie Früchte acht Monate,bis

eine ArtKompott entsteht.

Jacqueline Bruce,die hier einst als

Gast anlandete,serviertesmit sahnigem

Quarkund amerikanischem Akzent.

Zehn Jahre Oper in New York

liegen hinter ihr,dann wagte sie den

Sprung über den großen Teich an die

Staatsoper Stuttgart. Doch Jacquelines

Herz schlägt seit dem ersten Besuch

für Berlin. Vonaußen betrachtet,

bietet die Stadt noch immer viel

Lebensqualität, findet Frank Doucet.

Bei Charles und Paulin, den Namensgeber

für das Geschäft, handelt

es sich um Franks Großväter.Charles

war Tischler mit einem Bauernhof,

er liebte das gute Essen. Sein anderer

Großvater Paulin war Violinist und

spielte sonntags im Ballsaal zum

Tanz. Vonihm habe er seine Liebe

zur Musik, so Doucet. Porträts von

beiden hat der Franzose in seinem

Laden aufgestellt –gute Geister für

das Savoir-vivreander Spree.

Charles &Paulin,Breite Straße 39b,sonntags

Brunch ab 10.30 Uhr.

KOCHSTUNDE

Rezept der Woche

Bohnen mit Speck àla

Bud Spencer &Terence Hill

Zugegeben, die Ur-Bohnenpfanne aß Lee VanCleef, gleich

in der Eröffnungssequenz von„The Good, the Badand the

Ugly“. Und vermutlich war sie in den ersten beiden Western

mit Bud Spencer und Terence Hill lediglich als Hommage gedacht.

Im Laufe der Karriere des Duos entwickelten sich die

mit dem Holzlöffel aus der Pfanne geschaufelten Bohnen allerdings

zum wiederkehrenden MacGuffin ihrer Filme –wobei

der zwingend gusseiserne Tiegel vorallem BudSpencer gerne

als Schlaginstrument zum Niederstrecken der regelmäßig ins

Mahl platzenden Schurken diente.Das beste vieler kursierender

Rezeptvorschläge für die original Bud-Spencer-Bohnenpfanne

liefertdie Fanseite www.budterence.de. (chs.)

Zutaten

250 gdurchwachsener Speck

300 gCabanossi

2Dosen weiße Bohnen, 2Dosen Kidneybohnen

1große Dose geschälte Tomaten

3Knoblauchzehen

2Zwiebeln

250 gJoghurt(1,5 %Fett)

sowie:

1TLThymian, 2TLPaprikapulver,

1halber TL Pfeffer,2TL Chili-Gewürzmischung,

Salz, 2bis 3Tropfen Rapsöl

Zubereitung

Speck und Zwiebeln in Würfel schneiden und mit dem geschälten

und fein geschnittenen Knoblauch in einer Pfanne

anschwitzen. Cabanossi dazugeben und so lange braten, bis

die Cabanossi eine gute Farbe hat. Dann die Tomaten inklusive

Saft hinzugeben. Bohnen in einem Sieb abtropfen lassen und

unterrühren. Das Ganze heiß werden lassen. Nun mit Thymian,

Pfeffer, Chili-Gewürzmischung, Paprikapulver und einer

Prise Salz würzenund den Joghurtuntermengen. Danach

die Bohnen noch einmal kurz aufkochen lassen. Als Beilage

empfehlen sich Flûtes genannte Hefegebäckstangen oder einfach

Stangenweißbrot, um noch den letzten Rest Soße stilecht

aus der Pfanne zu kratzen.

WWW.IMAGO-IMAGES.DE

Auf einem eigens für die Ausstellung

konzeptionierten Formular können

TIPPS

antisemitischeVorfälle gemeldet werden.

Diese Formularehängen aus,sodass

sie jeder lesen kann.

Die biografischen Informationen

zu Anne Frank werden durch raffiniert

Anne-Frank-Zentrum (Rosenthaler

Straße 39, 10178 Berlin), geöffnet Sonn-

illustrierte Schautafeln zum abend und Sonntag 10 Uhr bis 18 Uhr,

weit verzweigten Stammbaum und

den verschiedenen Fluchtrouten der

Familie Frank ergänzt. Auch Fotos

Eintritt Erwachsene 6Euro, ermäßigt

3,50 Euro, Kinder bis zum 10. Lebensjahr

Eintritt frei.

aus der Frankfurter Kindheit und

von schönen Sommertagen an der

holländischen Nordsee erzählen von

einer glücklichen Kindheit, die jäh

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt,

täglich geöffnet von10bis 20 Uhr,

Eintritt frei.

zu Ende war. Egal, ob mit oder ohne

Kindern – statten Sie dem Anne-

Frank-Zentrum und den Höfen einen

Besuch ab! Im ersten Hinterhof

Kino Central (ebenfalls Rosenthaler

Straße 39), aktuelles Programm auf

www.kino-central.de

widmet sich eine Ausstellung der

Blindenwerkstatt von Otto Weidt. Café Cinema,geöffnet 10 Uhr bis etwa

Der couragierte Unternehmer hatte

blinden und taubstummen Juden einen

3Uhr,Tee- und Kaffeegetränke, Kuchen,

Bier und Longdrinks bei Kerzenlicht.

Schutzraum gegeben. So konnte

er viele Leben retten. Wandbild von Anne Frank im Hinterhof. IDA KRENZLIN Das Tagebuch des Mädchens wurde in mehr als 70 Sprachen übersetzt. IDA KRENZLIN


20 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Berlin bewegt sich

Wo Füße fliegen

und sprechen

Beim Steptanz musiziert und tanzt man gleichzeitig.

Es ist irre anstrengend und macht sehr glücklich

VonBarbaraWeitzel

Klockernauf dem Holzboden: Die dunkelgraue Farbe rührtvom Eisenabrieb Tausender Steptanzschritte.

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

Stamp –Cramproll –Stamp –

Brush – Stamp – Brush –

Step –Kick –Heel –Brush –

Step –Heel –Toe –Heel –

Stamp! So weit, so klar.Vorhin, als wir

die Steptanz-Choreografie langsam

geübt haben, hat es schon ganz gut

geklappt. Außerdem hatte ich mich

ja vorabinformiert, hatte die Grundschritte

recherchiert, wie sie heißen

und was ich mit meinen Füßen anstellen

kann, wenn sie zum ersten

Mal inden eisenbesohlten Schuhen

stecken.

Der „Stamp“ etwa ist ein Schritt

mit dem ganzen Fuß, Ferse und Ballen

werden belastet. Beim „Ball“

schlägt der Fußleicht mit dem Ballen

auf. Beim „Heel“ erzeugt die Ferse

den Ton, der Ballen bleibt unbelastet.

Undbeim Brush gilt es, den Unterschenkel

nach vorne oder hinten

zu schwingen und dabei einen leichten

Tonmit dem Ballen zu erzeugen.

Eine ArtWuuusch ...

DerKopf ist zu langsam

Doch jetzt, als die Musik läuft, und

wir alle Schritte in beachtlichem

Tempo absolvieren, wuuuuscht

überhaupt nichts.Mein angelesenes

Wissen kann ich nicht gebrauchen,

ich steppe Kuddelmuddel, die Füße

machen, was sie wollen.

„Mit Denken kommt man nicht

weit“, wirdmir Anina Krüger,die Leiterin

des Tanzstudios Blue Tap, später

bestätigen. Da habe ich das

Ganze schon einige Male in Gedanken

mit dem Erlernen eines Musikinstrumentes

verglichen, wenngleich

es erheblich schweißtreibender

ist. Noten lesen zu können, reicht

noch lange nicht, um ein Instrument

zu spielen. Viertel und Achtel kann

man noch mitlesen und -denken.

Spätestens bei den Sechszehntel

müssen, wie ich als Klarinettistin

weiß, die Finger wissen, was sie tun.

DerKopf ist dafür zu langsam.

Auch für Anina –man duzt sich

im Blue Tap–sind ihreFüße,inKombination

mit den Schuhen und dem

Tanzboden in erster Linie ein Instrument

–wenn auch eines,bei dem das

Visuelle eine große Rolle spielt. In ihremStudio

im Umspannwerkander

Hobrechtbrücke in Kreuzberg

nimmt deshalb ein Spiegel eine

ganze Wand ein. Das Studio hat

Anina 2011 eröffnet, zuvor betrieb

sie viele Jahre mit einer Kollegin zusammen

dasTapaToe. DemStep verfiel

sie während ihres Biologiestudiums,

zunächst nur als Hobby. Doch

dann kam eine Phase,„da musste ich

mal raus, was anderes machen“, erzählt

sie.Sie ging nach NewYork, die

Wiege des Step, und ließ sich dort

und später in Pariszum Profi ausbilden.

Nebenbei jobbte sie im Studio.

Heute tanzt sie in mehreren Companys

und arbeitet als Choreografin

und Kontrabassistin.

Ich schaue in meiner ersten

Stunde selten in den Spiegel, sondern

meistens auf den dunkelgrau

glänzenden Boden. Aus Ahornholz

ist er, erfahre ich später, die fast

schwarze Farbe rührt vom Eisenabrieb

Tausender Stamps und Steps

und Brushs respektive Wuuuuschs.

Anbieter: Verglichen mit Tangooder Swing ist

die Step-Szene klein und folglich auch das

Kursangebot. Neben dem Blue Tap(Website

www.bluetap.de) haben sich die Studios

Steps in Steglitz (www.stepsberlin.de), Hoof-

In imWedding (www.hoof-in.de) undTapBeat

(www.tapbeat.de) in Charlottenburg auf Step

spezialisiert. Außerdem bieten etliche klassische

Tanzschulen und auch die Volkshochschulen

Kurse an.

Man könnte auch sagen: von den

Stimmen der Füße. Jeder klingt anders,

das höre ich, als ich um Atem

ringend, Wasser hinunter stürzend

EINFACH MAL AUSPROBIEREN

Kosten: Eine Probestunde ist fastüberall

kostenlos. Im Kreuzberger StudioBlue Tapbeispielsweise

fallen danachfür Einzelstunden

(60Minuten) 17 Euroan. Zehnerkarten gibt

es ab 125 Euro. Der Flatrate-Vertrag,der es einemerlaubt,

so oftman willzutanzen, kostet

monatlich 49 Euro.Die Kurse findenMontag

bisFreitag abendssowie Dienstagund Freitagvormittag

statt. Man kannjederzeit einsteigen.

Unsere Autorin (Mitte) warplötzlich ganz verliebt in den Klang ihrer Füße.

MARKUS WÄCHTER

und meinen Schweiß trocknend zuschaue

und höre. Anina stellt mit ihren

Füßen klickernd und klockernd

eine „Frage“, sie lautet etwa so:

„Baku dudi baku dudi tapa daka du?

Und ein einzelner Teilnehmer antwortet:

„Baku dudi baku dudi tapa

daka du.“ Dann antworten die anderen:

Forsch der eine, zaghafter die

andere, triumphierend die dritte.

Unddas liegt nicht nur an den unterschiedlichen

Schuhen.

Meine habe ich im Blue Tapgeliehen.

Das weiche Leder und die Eisenplatten

an Ballen und Ferse bilden

einen sonderbaren Kontrast,

doch die Schuhe sind sehr bequem,

und schon nach den ersten Schritten

auf dem Tanzboden, dessen Resonanz

durch einen Hohlraum erzeugt

wird, bin ich ganz verliebt in den

Klang meiner Füße.

Das ist das Schöne am Step: Man

muss nicht viel können, um Rhythmen

und kleine Melodien zu erschaffen.

Aber: Einmal angefixt und

zwischen den anderen, die schon

weiter sind, packt mich der Ehrgeiz.

Während die Fortgeschrittenen unsere

Schrittfolge in umgekehrter

Richtung üben, wiederholt Anina

mit mir die Stamps und Steps und

Toes. Und noch mal. Undnoch mal.

Nach 15, 20 Wiederholungen hab ich

es raus.„Jay!“, ruft Anina und spricht

mir aus der Seele. Eskickt, wenn es

klappt, diesen Jay!-Moment kenne

ich vomKlarinettenspiel.

Allerdings auch Menno!-Momente,

wenn sich die Füße doch

wieder verheddern. Doch es ist ein

kurzes Menno. Zumitreißend klingen

die Sounds, die wir alle zusammen

erzeugen, zu glücklich macht

das,umsich lange zu ärgern. Ichverstehe

mit jeder Minute mehr,warum

in den USA schon die Kleinsten mit

dem Step beginnen. Auch Anina bietet

seit Kurzem einen Kinderkurs an.

„Das ist musikalische Früherziehung“,

erklärt sie, „und es ist alles

mit drin: Rhythmus-Schule, Krach

machen, tanzen, toben.“ Fünf Jahre

alt ist ihr jüngster Teilnehmer.

Undauch nach oben gibt es keine

Grenze: Die bekannteste Step-

Künstlerin der Gegenwart, Brenda

Bufalino, wird dieses Jahr 83. Zu

Hause suche ich gleich auf YouTube

nach Videos und bin hingerissen.

Manvergisst alles andere

Vorallem aber bekomme ich augenblicklich

wieder Lust und weiß: Es

wirdnicht bei diesem einen Malbleiben.

In meiner zweiten Stunde trainieren

wir Grundschritte.Step –Heel

–Step –Heel. Immer wieder.Und obwohl

es dieses Mal nicht gilt, einer

Choreografie zu folgen, fordern die

Füße,Aninas anfeuernde Anweisungen,

der Rhythmus der Musik und

das herrliche Getöse um mich

herum wieder meine ganzeKonzentration.

Auch deswegen macht Step

so froh: Manvergisst alles andere, Arbeit,

Sorgen, Aufgaben, das Gestern,

die nächste Woche und was später

noch zu tun ist. Mankann nicht steppen

und gleichzeitig planen oder

grübeln.

Mit freiem Kopf und selig lächelnd

gehe ich nach Haus.Die letzten

Step-Heels tanze ich auf dem

Heimweg. Und freue mich auf die

nächste Stunde.Jay!

Mit Eisen auf der Sohle

Einwanderer brachten den Stepptanz

nach Amerika.

PICASA

Geschichte

Der Step entstand im frühen

19. Jahrhundert in den USA.

Einwanderer aus England, Irland

und Schottland sowie afrikanische

Sklaven machten im New Yorker

Stadtteil Five Points mit ihren Füßen

Straßenmusik, schauten voneinander

ab, mischten verschiedene Stile

und veranstalteten Wettbewerbe.

Anfang des 20. Jahrhunderts

schraubten die ersten Tänzer Aluminium-

statt der bis dahin üblichen

Holzplatten an ihre Schuhe. Inden

30er-Jahren erlebte der Step einen

wahren Boom und wurde durch

Broadway-Musicals und Hollywood-

Filme weltweit bekannt.

Im Deutschen hat sich zwar die

Schreibweise „Stepp“ durchgesetzt,

doch in der Szene verwendet man,

abgeleitet vom englischen „tap“ die

Variante mit einem „p“.

Die Aluplatten sollten an den Sohlen

angeschraubt sein. BLZ/WÄCHTER

Ausstattung

Zum Steppen braucht man nichts

als bequeme luftdurchlässige

Kleidung und natürlich die Schuhe.

Erhältlich sind sie bei allen Anbietern

für Tanzbedarf. Der Preis beginnt

bei 30 Euro, für Qualität muss

man jedoch um die 80 Euro investieren.

Klassiker sind geschnürte, lederne

Unisex-Schuhe. Riemchen-

Modelle sehen zwar hübsch aus,bieten

aber weniger Halt. Die Schuhe

sind aus Leder, die Aluminiumplatten

sollten angeschraubt sein. Zwischen

Metall und Sohle befindet sich

häufig eine Gummischicht, damit

man die Kante der Eisenplatte nicht

spürt. Profis verzichten darauf.

Zum Üben zu Hause reicht eine

Holzplatte aus dem Baumarkt. Um

die Nachbarnzuschonen, kann man

auch in Turnschuhen trainieren.

Legendärer Tänzer:Bill Robinson

(1877–1949). ENCYCLOPÆDIA BRITANNICA

Prominente

FredAstaire, Ginger Roberts,Gene

Kelly, Shirley Temple, Michael

Flatley –was diese berühmten Tänzerinnen

und Tänzer in der Geschichte

des Step eint: Siesind weiß.

Geprägt haben den Tanz aber

maßgeblich schwarze Männer. Da

sie aufgrund von Rassismus kaum

Film- und Musicalrollen bekamen,

blieben sie jedoch unsichtbar –mit

wenigen Ausnahmen. Neben GregoryHines

(1946–2003) glänzte auch

der multitalentierte Entertainer

Sammy Davis Jr. (1925–1990) auf

Aluminiumsohlen. Und ersang, wie

unzählige anderevor und nach ihm,

das Lied von„Mr.Bojangles“.

Der Original-Bojangles hieß Bill

Robinson und hat es als einer der

wenigen Schwarzen mit fliegenden

Füßen auf den Broadway und nach

Hollywood geschafft.


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 21

· ·

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Sport

El Matador

gibt

Vollgas

Carlos Sainz gewinnt die

Rallye Dakar zum dritten Mal

Beinahe wäre der Spanier Carlos

Sainz bei Real Madrid gelandet.

In seiner Jugend absolvierte er ein

Probetraining bei den Königlichen –

es reichte aber nicht zum Fußballprofi.

Stattdessen versuchte sich der

Madrilene im Squash, wurde mit 16

Jahren zum Staatsmeister und startete

erst dann seine beeindruckende

Rallye-Laufbahn. Mit 57Jahren genießt

der Mann mit dem Spitznamen„ElMatador“

den Status als spanischer

Volksheld. Das motorsportverrückte

Land verehrt den „Stierkämpfer“.

Sein jüngster Coup: der

dritte Triumph bei der RallyeDakar.

„Du bist die Nummer eins. King

Carlos, eine Legende“, twitterte sein

Sohn Carlos Sainz jr., selbst Formel-

1-Pilot bei McLaren. Auch der zweimalige

Weltmeister Fernando

Alonso,bei seinem Dakar-Debüt auf

Platz 13, gratulierte seinem Landsmann

im Ziel: „Ein Champion,

Glückwunsch!“

Vier Etappensiege

Papa Sainz war nach den zwölf Etappen

und 5096 Wertungskilometern

durch die Dünen Saudi-Arabiens erleichtert:

„Ich bin sehr glücklich. Dahinter

steckt sehr viel Arbeit und

Training“, sagte er:„Diese Dakar war

sehr hart, aber wir haben sie genossen.

Wir haben vom ersten Tagan

Vollgas gegeben.“

Das ist sein Erfolgsgeheimnis.

Sainz genießt den Ruf, nur sehr ungernden

Fußvom Gaspedal zu nehmen.

Teilweise geht er auch über das

Limit, seine Erfolge bestätigen allerdings,

dass sich Risikobereitschaft

auszahlt. Bereits 2010 (mit VW) und

2018 (mit Peugeot) hatte Sainz die

härteste Wüstenrallye der Welt gewonnen.

Nuntrugsich der Alleskönner

mit dem Triumph im Mini des

deutschen Teams X-raid bei der ersten

Ausgabe in Saudi-Arabien in die

Geschichtsbücher ein.

Der zweimalige Rallye-Weltmeister

(1990, 1992) gewann mit BeifahrerLucas

Cruz vier Etappen, der Gesamtsieg

beim umstrittenen Wüstenrennen

war kaum in Gefahr. Ob

Sainz kommendes Jahr noch einen

Versuch, es wäre der 14., bei der Dakar

wagen wird? „Es ist noch zu früh,

darüber nachzudenken“, sagte

Sainz, versicherte aber: „Ich habe

immer noch Spaß.“ Auch seine Liebe

zu Real Madrid hat der Weinkenner

nie verloren. Sainz besitzt seit vielen

Jahren eine Dauerkarte beim spanischen

Fußball-Rekordmeister. (sid)

Ein Titan namens Tannehill

DerQuarterbackführt AußenseiterTennesseedurchdie Play-offs derNFL nach dem Motto:Warum nicht wir?

VonMatti Lieske

Vermutlich hat auch Ryan

Tannehill die Spekulationen

gehört, dass Nashville

eine gute Adresse für Tom

Brady sein könnte, falls der erfolgreichste

Quarterback aller Zeiten

seine Karriere tatsächlich woanders

als bei den NewEngland Patriots beenden

will. Also tut der Spielmacher

der Tennessee Titans alles für den

Beweis, dass bei seinem Team kein

Bedarf auf dieser Position besteht,

solange er den Job innehat. Der Gewinn

des Super Bowl in der National

Football League (NFL) könnte für

den 31-Jährigen der effektvolle

Schlusspunkt dieser Kampagne in

eigener Sache sein.

Vorher wartet allerdings noch ein

ganzes Stück Arbeit auf Tannehill und

sein Team. Am Sonntag im Halbfinale

bei den Kansas City Chiefs,die mit ihrem

Quarterback-Phänomen Patrick

Mahomes am vorigen Wochenende

gegen die Houston Texans einen

schier unglaublichen 51:31-Comeback-Sieg

nach 0:24-Rückstand feiern

durften, sind die Titans krasser

Außenseiter. Wie eigentlich immer.

„Straßenratten“ nennt Chefcoach

Mike Vrabel seine Mannschaft, die

von verbissenen Kämpfern geprägt

ist, ihr Play-off-Slogan klingt entsprechend

trotzig:„Warum nicht wir?“

DerUnderdog war Tennessee,das

mit mageren 9:7-Saisonsiegen in die

Play-offs rutschte, inder Wild-Card-

Begegnung gegen die New England

Patriots mit TomBrady, der Underdog

waren sie auch gegen den haushohen

Meisterschaftsfavoriten Baltimore

Ravens. Beide Male gingen die

Titans relativ ungefährdet als Sieger

vom Platz. Beim 28:12 gegen die Ravens

stach Tannehill sein Gegenüber

Lamar Jackson, der zum besten Spieler

der Saison gewählt werden dürfte,

klar aus, auch wenn die Statistiken

eigentlich das Gegenteil auswiesen.

Effizienz als Markenzeichen

Jackson, der 22 Jahre alte Quarterback,

der so gut passen wie laufen

kann, erwarf 365 Yards und rannte

143Yardsmit dem Ball. Für Tannehill

standen am Ende 88 und 13 Yardszu

Buche. Doch während der Titans-

Spielmacher zwei Touchdown-Pässe

und einen eigenen Touchdown vorzuweisen

hatte,kam Jackson erst ins

Rollen, als die Partie praktisch entschieden

war, schaffte nur einen

Touchdown-Pass und hatte drei Ballverluste

zu verantworten.

Tannehills Effizienz war charakteristisch

für das Titans-Spiel. Die Offense

wird getragen vom robusten

und schnellen Running Back Derrick

Schaut her,ich bin’sgewesen: Ryan Tannehill feierteinen Touchdown.

„Das bin nicht nur ich,

es ist eine Teamleistung.“

Running Back Derrick Henry über jene Stärke, die seine Tennessee Titans

ins Halbfinale der National Football League (NFL)

gegen die Kansas City Chiefs gebracht hat.

Henry, aber da wo es nötig ist, wirkungsvoll

ergänzt vonTannehill und

dem Rest des Teams.„Das bin nicht

nur ich, es ist eine Teamleistung“,

sagte Henry nach seiner rekordträchtigen

Vorstellung gegen Baltimore.

Fast das ganzeSpiel über hielt

er die Abwehr der Ravens in Atem, so

wie er das schon gegen die Patriots

AP/ULIO CORTEZ

getan hatte. 195 Laufyards wurden

am Ende für ihn notiert, damit war er

der erste Running Back in der Geschichte

der NFL, der es in drei aufeinanderfolgenden

Partien auf über

180 Yardsbrachte.Zweidavon waren

gewonnene Play-off-Matches gegen

scheinbar übermächtige Gegner wie

Titelverteidiger New England und

mit Baltimore die beste Mannschaft

der regulären Spielzeit. Als Zugabe

steuerte Henry mit einem aus dem

Basketball geklauten Lob sogar noch

einen Touchdown-Pass bei. „Das

hatte ich seit der High School nicht

mehr gemacht“, freute er sich.

Ohnehin waren es bisher mehr

die Play-offs der Läufer als die der

wurfgewaltigen Quarterbacks. Tom

Brady, Lamar Jackson, Drew Brees

mit NewOrleans,Russell Wilson mit

Seattle, Deshaun Watson mit Houston,

Kirk Cousins mit Minnesota,

Josh Allen mit Buffalo –alle ausgeschieden.

Durchgebissen haben sich

der junge Mahomes und der altvordere

Aaron Rodgers aus Green Bay

sowie Jimmy Garoppolo,der bei den

San Francisco 49ers eine ähnliche

Rolle spielt wie Tannehill im Team

von Tennessee und es am Sonntag

mit Rodgers und dessen Packers zu

tun bekommt.

Zu Hause in der Endzone

Auch gegen Kansas City wird für die

Titans neben der Defense fast alles

von Derrick Henry abhängen. Seine

Läufe sollen die gefürchtete Angriffsformation

der Chiefs möglichst

lange an der Seitenlinie halten, die

Defense ermüden und die nötigen

Yards zum Erreichen der Red Zone

bringen, die letzten 20 Yards vor der

Endzone, wo sichRyan Tannehill besonders

zu Hause fühlt. Jedes Mal,

wenn die Titans in den Play-offs dort

auftauchten, gab es einen Touchdown.

In der regulären Saison war

Tannehill nach Steve Young und

Drew Brees erst der dritte Quarterback,

der eine Passquote vonüber70

Prozent insgesamt und auch in der

RedZonehatte.

Zu Saisonbeginn war Tannehills

Erfolgsstory ganz und gar nicht abzusehen

gewesen. Nach sechsJahren

als Stammkraft war er von den

Miami Dolphins ausgemustert worden,

in Tennessee begann er als

Backup von Marcus Mariota, seit

2015 Anführer des Teams.Erst in der

siebten Woche nach einem 2:4-Start

wechselte Coach Vrabel den Quarterback,

danach gab es 7:3 Siege und

dann die beiden in den Play-offs.

Noch ein weiterer Sensationserfolg

gegen die Chiefs, und für die „Street

Rats“ geht es am 2. Februar zum SuperBowlins

Hard Rock Stadiumvon

Miami, Tannehills alte Wirkungsstätte.„Klar

habe ichdaran gedacht“,

sagt dieser,„daswärecool.“

Matti Lieske

fühlt sich beim Football-Gucken

besonders zu Hause.

Wenn die

Scheiben nicht

fallen

Die deutschen Biathletinnen

verpassen erneut ihr Ziel

Die deutschen Biathletinnen

müssen weiter auf den ersten

Podestplatz dieser Saison warten.

Beim Heim-Weltcup in Ruhpolding

konnten Karolin Horchler,Franziska

Preuß, Vanessa Hinz und Denise

Herrmann 36 Tage vor dem WM-

Rennen das selbstformulierte Ziel

Podium als Vierte erneut nicht erreichen.

Vor16500 Zuschauern lagen

sie am Freitag kurz nach Rennhälfte

zwar vorn – aber weil sich Hinz

gleich zwei Strafrunden leistete,

reichte es nicht für die TopDrei.

„Wir waren heute richtig lange

gut dabei. Aber die Staffel ist immer

eine Teamleistung, und ich weiß selber,

wie es ist, wenn die Scheiben

nicht fallen“, sagte Schlussläuferin

Denise Herrmann, die diesmal tatsächlich

eine fehlerfreie Schießleistung

ablieferte: „Wir heben uns das

einfach für die WM auf. Wir schielen

schon langsam echt hin auf das Podest.“

Dahlmeier bleibt optimistisch

Beim vierten Sieg im vierten Saisonrennen

von Weltmeister Norwegen

vorFrankreich und der Schweiz leistetesich

das deutsche Quartett neben

den Extrarunden zwar nur vier Nachlader.Aber

nach 4x6Kilometernfehlten

31,7 Sekunden auf die Spitze. „Es

ist schade, wenn ich das so sagen

muss. Aber es spricht schon für eine

gewisse Unsicherheit, die sie da heute

gezeigt hat“, sagte ZDF-Expertin

LauraDahlmeier über Hinz.

Für die Skijägerinnen geht damit

die Serie ohne Podiumsplatz in dieser

Saison im Teamwettbewerb weiter.Weil

sie auch in den drei Staffeln

zuvor jeweils Strafrunden schossen,

stehen nun drei vierte und ein zwölfter

Platz zu Buche. Zuletzt hatte

Deutschland vor einem Jahr in Canmore

gewonnen. Dennoch ist Dahlmeier

mit Blick auf die WM in Antholz

optimistisch. „Sie haben sich

Stück für Stück stabilisiert, und nur

vier Nachlader ist echt gut. Sie sind

nicht mehr weit weg, und jetzt muss

der letzte Schritt funktionieren. Ich

hoffe ganz fest, dass es bei der Weltmeisterschaft

klappen wird“, sagte

die Doppel-Olympiasiegerin.

Beim Weltcup in Ruhpolding geht

es am Sonnabend (14.15 Uhr/ZDF

und Eurosport) mit der Männer-

Staffel weiter, ehe am Sonntag zum

Abschluss die Verfolgungsrennen

(Frauen: 12.15 Uhr, Männer: 14.30

Uhr) auf dem Wettkampf-Programm

stehen. (dpa)

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22 * Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Sport

NACHRICHTEN

Alba Berlin kann Pokalfinale

in Arena bestreiten

BASKETBALL. DieHallenprobleme

um das Finale im deutschen Basketball-Pokal

zwischen Alba Berlin und

den EWEBaskets Oldenburgsorgen

für einen ungewöhnlichen Doppelpack

in der Hauptstadt. DasEndspiel

startet am 16. Februar um 20.30 Uhr

in der Mercedes-Benz-Arena, der

normalen Spielstätte vonAlba. Gut

sieben Stunden zuvor (13.15 Uhr)

findet das Spitzenspiel der Deutschen

Eishockey Liga zwischen den

Eisbären und den Adler Mannheim

in der gleichen Halle statt.

Alba gewinnt auch

bei Roter SternBelgrad

BASKETBALL. Alba Berlin hat in der

Euroleague den zweiten Auswärtssieg

nacheinander geholt. Nach dem

Erfolg am Dienstag in Piräus gewannen

die Berliner am Freitag auch bei

Roter SternBelgrad nach Verlängerung

mit 94:85 (39:43, 79:79). Für

Alba war es der siebte Sieg im 20.

Spiel der Königsklasse.

Hockey-Männer ziehen ins

EM-Halbfinale ein

HOCKEY. Diedeutschen Hockey-

Herren haben sich vorzeitig für das

Halbfinale der Hallenhockey-EM in

Berlin qualifiziert. DerRekordchampion

gewann nach dem 12:1 im Auftaktspiel

gegen Belgien am Freitagabend

auch sein zweites Vorrundenspiel

gegen Tschechien klar mit 12:2

(8:1) und ist damit Tabellenführer

der Gruppe B. Damit spielt Deutschland

an diesem Sonnabend (12.45

Uhr) gegen die Niederländer um den

Gruppensieg. DasHalbfinale findet

am Sonnabendabend statt.

ZAHLEN

Fussball

Bundesliga, 18. Spieltag

Schalke-Mönchengladbach 2:0 (0:0)

FC Augsburg -Borussia Dortmund Sa., 15.30

1. FC Köln -Wolfsburg Sa., 15.30

Hoffenheim 1899 -Eintracht Frankfurt Sa., 15.30

Mainz 05 -SCFreiburg Sa., 15.30

Düsseldorf -Werder Bremen Sa., 15.30

RB Leipzig -1.FCUnion Sa., 18.30

Hertha BSC -BayernMünchen So., 15.30

SC Paderborn-Bayer Leverkusen So., 18.00

1. RB Leipzig 17 48:20 37

2. Mönchengladbach 18 33:20 35

3. Bayern München 17 46:22 33

4. Schalke04 1831:21 33

5. Borussia Dortmund 17 41:24 30

6. BayerLeverkusen 17 23:21 28

7. TSG Hoffenheim 17 25:28 27

8. SC Freiburg 17 27:23 26

9. VfL Wolfsburg 17 18:18 24

10. FC Augsburg 17 28:31 23

11. 1. FC Union Berlin 17 20:24 20

12. Hertha BSC 17 22:29 19

13. Eintracht Frankfurt 1727:29 18

14. FSV Mainz 05 17 25:39 18

15. 1. FC Köln 17 19:32 17

16. Fortuna Düsseldorf 17 18:36 15

17. Werder Bremen 17 23:41 14

18. SC Paderborn 1720:36 12

Handball

EM, Hauptrunde, 1. Spieltag

Gruppe I

Spanien -Tschechien 31:25

Kroatien -Österreich 27:23

Weißrussland -Deutschland 23:31

1. Spanien 2 64:51 4

2. Kroatien 2 58:46 4

3. Deutschland 2 57:56 2

4. Österreich 2 55:56 2

5. Tschechien 2 54:63 0

6. Weißrussland 2 46:62 0

Gruppe II

Slowenien -Island 30:27

Norwegen -Ungarn 36:29

Portugal -Schweden 35:25

1. Norwegen 2 70:57 4

2. Slowenien 2 51:46 4

3. Portugal 2 63:59 2

4. Ungarn 2 63:59 2

5. Island 2 45:54 0

6. Schweden 2 44:56 0

Der Kleinste spielt groß auf

Timo Kastening hat sich bei der EM im deutschen Team als Ballklauer,Torschütze und DJ durchgesetzt

VonCarolin Paul, Wien

Die meisten Sportler haben

bekanntlich ihre Eigenarten

und Rituale.

Timo Kastening ist da

keine Ausnahme. Der 24-Jährige

greift etwa auf einen Spickzettel zurück.

Auf dem Tape um sein linkes

Handgelenk hatte sich der Rechtsaußen

vor dem Spiel gegen die Weißrussen

beispielsweise notiert, dass

deren Mittelmann beim Tiefgehen

den Pass gerne mit links rausspielt.

„Damit ich den klauen kann“, wie er

selbst erläuterte. Diesen Vorsatz

konnte Kastening erfolgreich umsetzen.

Beim 31:23-Erfolg der deutschen

Handball-Nationalmannschaft

in Wien überzeugte er durch

sein antizipatives Deckungsspiel, lief

drei der insgesamt neun Tempogegenstöße,

wurde zurecht zum Man

of the Match gekürt.

„Timo schleicht sich da unten von

Einsfünfzig irgendwo raus und klaut

den Ball. Der macht’s überragend“,

honorierte Kapitän Uwe Gensheimer

die Leistung, ohne sich einen

kleinen Seitenhieb auf die Größe seines

Teamkameraden verkneifen zu

können. Mit 1,80 Meter der Kleinste

im deutschen Aufgebot, spielt Kastening

bei dieser Europameisterschaft

allerdings ganz groß auf. Sportlich

brachte es der Niedersachse in den

bisherigen Spielen auf 15 Tore, gegen

Weißrussland traf er alle seiner sechs

Würfe ins Tor. „Es tut immer gut,

wenn du vonAußen EinhundertProzent

wirfst. Da bin ich sehr glücklich

drüber. Das war insgesamt heute

eine runde Sache“, sagte Kastening

und schob hinterher: „Aber jetzt

kommt wieder ein anderes Spiel.“

„Völlig befreit“

Diese Bescheidenheit und Bodenständigkeit,

gepaartmit einer gewissen

Lockerheit, machen Kastening

so sympathisch. So gut wie immer

ein Lächeln im Gesicht fliegt der

Rechtsaußen förmlich durch das

Turnier.„Timo ist halt völlig befreit“,

findet der Berliner DHB-Vizepräsident

Bob Hanning, „der macht sich

viel weniger einen Kopf, als es

manch ein erfahrener Spieler tut.“

Ganz so einfach ist es für den EM-

Debütanten jedoch nicht. „Natürlich

macht man sich ’ne Platte“, gibt Kastening

nach seinem elften Länderspiel

zu, „wenn ich verwerfe, wollen

alle mehr Pepp,wenn ich treffe,sieht

es einfach aus.Deshalb versuche ich

einfach, meine Linie zu fahren, und

das gelingt mir gerade ganz gut.“

Vermittelt den Spaß am Handball: Rechtsaußen Timo Kastening.

Wandeln: Bundestrainer Christian Prokop erwartet

für das wegweisende Hauptrundenspiel

der deutschen Handballer am Sonnabend

gegenKroatien (20.30 Uhr/ZDF) einen

emotionalen Kampf und glaubt nur an

eine Chance, wenn „unsere Teamgeist-Maschinerie“

wieder funktioniert. Dann werde es

für viele Teams schwer,sagte er am Freitag.

Das Penalty-Problem

Die Eisbären unterliegen nach Shootout Ingolstadt 4:5

VonChristian Kattner

Sointensiv der Auftakt war,sotorreich

das zweite Drittel verlief, so

spannend gestaltete sich das

Schlussdrittel. Die Spielzeit auf dem

Videowürfel in der ausverkauften

Arena am Ostbahnhof tickerte bei einer

knappen Ein-Tor-Führung der

Eisbären Berlin runter. 1:47 Minute

war dort noch zu lesen, als es plötzlich

ruhig wurde. Ingolstadt hatte

doch noch ausgeglichen und eine

Punkteteilung herbeigeführt. Und

auch den Zusatzpunkt holten sich

die Gäste im Shootout, siegten 5:4.

Mit gut dosiertem Forechecking

setzten die Gäste den Berlinern von

Beginn an zu und erzwangen so

auch in der siebten Minute einen

Scheibenverlust von Constantin

Braun. Brett Olson hatte keine Mühe,

den Puck an Justin Pogge zum 1:0 für

Ingolstadt vorbeizubugsieren. Die

Eisbären wirkten beeindruckt, konnten

aber aus dem Nichts noch ausgleichen.

Knapp zwei Minuten vor

der Drittelpause legte André Rankel

die Scheibe vor dem gegnerischen

Torsehenswertauf PC Labrie zurück

und der Verteidiger musste noch nur

verwerten.

Ingolstadt blieb aber bissiger und

ging in Überzahl durch Mike Collins

erneut in Führung (25.). Doch selbst

im ersten eigenen Powerplay taten

sich die Eisbären lange schwer. Mit

Ablauf der Strafe aber stocherte

Landon Ferraro den Puck aus der

Luft zum 2:2 ins Tor(28.). Und als

Austin Ortega (32.) sowie Marcel Noebels

(35.) das Spiel sogar komplett

gedreht hatten, schienen auch die

Eisbären endlich in der Partie angekommen

zu sein. Beruhigend war

dieser 4:2-Vorsprung aber keineswegs.Erst

recht nicht, weil die Gäste

in der 38. Minute durch Brad Findlay

auf 3:4 verkürzten.

Im Schlussabschnitt sollte bis 107

Sekunden vor dem Ende nicht viel

passieren. Dann aber traf Wayne

Simpson und schickte beide Teams

in die Verlängerung. Dortvergab Ortega

per Penalty die Chance zum

Sieg. Undauch im folgenden Shootout

versagten Marcel Noebels und

James Sheppard bei ihren Penaltys

die Nerven. Ingolstadt traf beide Versuche

und setzte sich mit 5:4 durch.

FAVORIT KROATIEN

Wetten: Trotz des Sieges gegenWeißrussland

sind die deutschen Handballer bei den

Sportwetten Außenseiter.Sollten sie Kroatien

die erste Turnierniederlagebeibringen, zahlt

der Anbieter bwin das 2,35-fache des Einsatzes

zurück. Ein Sieg der Kroaten ist mit der

Quote 1,90 notiert. Titelfavorit der Wetter ist

Spanien (Quote 3,00) vorNorwegen (3,50).

AP/ZAK

Mehr als gut, möchte man sagen.

Anders als die meisten seiner Kollegen

konnte der Hannoveraner von

Beginn an seine Leistung abrufen

und sich sogar steigern. Daher ist es

nicht verwunderlich, dass er dasVertrauen

von Bundestrainer Christian

Prokop genießt und in den vergangenen

beiden Partien in der Startsieben

wiederzufinden war. Eine Wendung,

die so vielleicht nicht viele erwartet

hatten. Denn nicht nur, dass

Kastening Tobias Reichmann auf die

Bank verwiesen hat, nach dem zuvor

stets gesetzten Patrick Groetzki fragt

momentan niemand. Dem Mannheimer

nahm Kastening nicht nur

den Kaderplatz ab, sondern ebenso

sein Amt als Kabinen-DJ.

Neben und auf dem Feld sorgt die

neue Nummer 73 für Stimmung und

vermittelt gleichermaßen dem Publikum

wieder Spaß am Handball.

Das bekamen auch die 5267 Zuschauer

in der Wiener Stadthalle zu

spüren, unter denen sich –anders als

noch in Trondheim – zahlreiche

deutsche Fans befanden.

Härteprobe gegen Kroatien

Beim Spiel gegen die Kroaten an diesem

Sonnabend könnte dieser

„Heimvorteil“ allerdings etwas geringer

ausfallen. Schon beim Hauptrunden-Auftakt

gegen Österreich

wurde die Balkan-Nation ihrem Ruf

gerecht und überstimmte die Gastgeber

um Längen. Dass es gegen

Deutschland mindestens genauso

heiß hergehen wird, hofft der Welthandballer

von 2013 und Kapitän

der kroatischen Mannschaft Domagoj

Duvnjak: „Unsere Fans sind verrückt

und das genießen wir. Gegen

Deutschland wird die Halle wieder

richtig voll.“

„Es wird anuns liegen, wie laut

die kroatischen Fans sind“, sagt hingegen

Kastening, wenngleich er

weiß, dass die zweite Hauptrunden-

Begegnung eine echte Härteprobe

werden wird. Denn Kroatien hat bisher

alle vier Spiele gewonnen und

legte dabei eine beneidenswerte

Leichtigkeit an den Tag. Wasfür die

Deutschen besonders problematisch

werden könnte,ist die offensive

kroatische Abwehr mit Duvnjak auf

der Spitze. Gegen dieses System tat

sich der deutsche Angriff im Spanien-Spiel

schwer, ließ die Tiefe vermissen.

Umso wichtiger wirdessein,

in der eigenen Defensivezupunkten

und die einfachen Tore im Gegenstoß

zu machen. Daswirdsich wahrscheinlich

auch Kastening auf sein

Tape schreiben.

Aggressives Königsblau

Schalke besiegt Gladbach zum Rückrundenauftakt 2:0

Der FC Schalke 04 hat zum Rückrunden-Auftakt

der Bundesliga

Borussia Mönchengladbach gleich

den ersten Rückschlag im Titelrennen

verpasst. Nach dem 2:0 (0:0) in

einem rasanten Spitzenspiel am

Freitagabend könnte das Team von

Trainer David Wagner nun gar selbst

noch in den spannendsten Meisterkampf

seit Jahren eingreifen. Die in

der Hinserie überraschend starken

Gladbacher wurden mit ihren eigenen

Waffen geschlagen: frühes Attackieren,

hohe Laufbereitschaft und

große Aggressivität in den Zweikämpfen.

Durch Tore von Suat Serdar (48.

Minute) und Winter-Zugang Michael

Gregoritsch (58.) zogen die Königsblauen

mit nun 33 Punkten zumindest

für eine Nacht am Erzrivalen

Borussia Dortmund vorbei auf

Rang vier. Sollte der FC Bayern am

Sonntag bei Hertha BSC gewinnen,

würden die Gladbacher vorerst auf

Rang drei zurückfallen. In zwei Wochen

müssen die Rheinländer beim

Herbstmeister RB Leipzig antreten.

Schalke kann mit einem positiven

Ergebnis in der kommenden Woche

beim FC Bayern endgültig ins Titelrennen

eingreifen.

Vor62271 Zuschauerninder ausverkauften

Arena entwickelte sich

von Beginn an ein höchst unterhaltsames

Duell, bei dem die Gastgeber

von Beginn an Feldvorteile hatten –

doch Gladbachs Bester, Torwart

Yann Sommer, verhinderte gegen

Gregoritsch (6.), Alessandro Schöpf

(16.) und Benito Raman (28.) einen

möglichen Rückstand. Wenige Minuten

nach dem Seitenwechsel war

der Schweizer Nationaltorwartdann

aber doch geschlagen. Nach Zuspiel

von Gregoritsch lief Serdar unbehelligt

in Richtung Borussen-Tor und

ließ Sommer bei seinem siebten Saisontreffer

keine Abwehrmöglichkeit.

Das Führungstor beflügelte die

Schalker, die zehn Minuten später

auf 2:0 erhöhten. Nach einem Ballgewinn

am eigenen Strafraum passte

Serdar auf Raman, der uneigennützig

querlegte auf Gregoritsch. In seinem

ersten Pflichtspiel für Königsblau

erzielte der Österreicher sein

erstes Tor. Im Anschluss verteidigten

die Knappen souverän den 2:0-Erfolg.

(dpa)

Einer

für die

Kreativität

Yunus Malli wechselt aus

Wolfsburg zum 1. FC Union

VonMax Ohlertund

Mathias Bunkus

Oliver Ruhnert hatte schon im

Wintertrainingslager des 1. FC

Union in Spanien versprochen:

„Wenn wir auf dem Transfermarkt

etwas Sinnvolles sehen, dann werden

wir es tun.“ Allerdings nur, so

hatte der Sportchef der Eisernen

deutlich eingeschränkt, wenn der

Neue das Team von Trainer Urs Fischer

sofort und nachdrücklich verstärken

könne. Und siehe da: Am

Freitag präsentierte Ruhnert mit

Leihspieler Yunus Malli einen, der

den Köpenickern imKampf um den

Klassenerhalt mit großer Wahrscheinlichkeit

helfen kann.

197 Bundesligaspiele (36 Tore, 25

Vorlagen) für den FSV Mainz 05 und

den VfL Wolfsburg stehen in der Vita

des 27-Jährigen. Im Januar 2017 zahlten

die Niedersachsen gar 12,5 Millionen

Euro an Mainz, um sich die

Dienste des 25-maligen türkischen

Nationalspielers zu sichern. Union

bekommt den Offensiv-Allrounder

nun für ein halbes Jahr zum Nulltarif,

von den Gehaltskosten abgesehen,

die sich die Eisernen, wie es in solchen

Fällen Usus ist, wahrscheinlich

mit dem VfL teilen. Sein Debüt wird

Malli allerdings nicht beim Rückrundenauftakt

am Sonnabend in Leipzig,

sondern beim Testspiel am Sonntag

gegen St.Gallen (14 Uhr) geben.

In der Offensiveflexibel einsetzbar

„Mit Yunus Malli haben wir einen

Spieler für uns gewinnen können,

der das Team durch seine individuellen

Qualitäten bereichern und uns

als Mannschaft noch besser machen

kann. Er ist in der Offensive flexibel

einsetzbar,verfügt über große Erfahrung

in der Bundesliga und soll unserem

Angriffsspiel eine größere

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Kreativität und Variabilität geben“,

schwärmte Ruhnert über den Coup,

der Union im Idealfall einen Spielertyp

sichert, den die Eisernen so noch

nicht im Team haben.

Im Idealfall. Denn ähnlich euphorisch

zeigte man sich in Köpenick vor

einem Jahr, als es Ruhnert und den

Eisernen gelang, den früheren portugiesischen

Juniorennationalspieler

Carlos Mané an die Wuhle zu lotsen.

Auch Mané sollte im Aufstiegskader

Fischers die vakante Rolle des

technisch begabten Chancen-Kreateurs

übernehmen, gilt bis heute

aber als einziger echter Fehlgriff in

der langen Reihe von Transfers, die

Ruhnertfür Union tätigte.

Wie der Portugiese seinerzeit bei

Sporting Lissabon kam auch Malli

unmittelbar vor seinem Wechsel zu

Union nur auf Kurzeinsätze inder

Europa League, obwohl er zuvor

zweieinhalb Jahre zum Stammpersonal

gehört hatte. Zuletzt warfen

ihm die Beobachter inWolfsburgvor,

im rustikalen Balleroberungsspiel

von Neu-Trainer Oliver Glasner zu

wenig Verantwortung in der Defensive

zu übernehmen. Ein Vorwurf,

den er in Köpenick schleunigst ausräumen

sollte. Ansonsten dürfte er

auch unter UrsFischer Probleme mit

seiner Einsatzzeit bekommen.

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Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 23

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Sport

Aufbruch, Teil zwei

Hertha-Coach Klinsmann setzt zum Rückrundenstart gegen den FC Bayern vor allem auf die Spieler,die vor der Winterpause den Aufschwung herbeigeführt hatten

VonMichael Jahn

Jürgen Klinsmann nahm die

beiden Treppenabsätze hoch

aufs Podium mit Schwung und

rief freundlich ein „Mahlzeit“

in den Medienraum. Wie nicht anders

zu erwarten, geht Herthas 55

Jahre alter Cheftrainer voller Freude

und Optimismus in die Rückrunde –

auch oder gerade weil zum Auftakt

gleich der FC Bayern München ins

mit 74 000 Zuschauernausverkaufte

Olympiastadion kommt. „Beide

Mannschaften haben sehr unterschiedliche

Ziele im Moment“, sagte

Klinsmann, „die Bayern wollen

Meister werden und in der Champions

League weit vorn landen. Wir

kämpfen noch gegen den Abstieg,

sind noch nicht weit genug von den

gefährlichen Plätzen entfernt.“ Die

Stimmung in seinem Team sei „toll“

und „das Trainingscamp in Florida

hatte es in sich. Wir haben viel gearbeitet.“

Den Wirbel um den fehlenden

Nachweis seiner gültigen Trainerlizenz,

der alle drei Jahremit Lehrgängen

erbracht werden muss, versuchte

Klinsmann wegzulächeln.

„Nein, das hat uns in keiner Weise in

der Vorbereitung auf das Spiel gestört“,

beteuerte er.„Ichhabe Dinge,

die der DFB braucht, nachgereicht.

Ichhatte noch einiges im Laptop,die

anderen Nachweise liegen zu Hause

in Kalifornien. Das ist alles kein

Problem.“ Ganz so einfach scheint es

Cheeeeeese! Jürgen Klinsmann ist Herthas Vorgrinser.

aber nicht zu sein. Manager Michael

Preetz, neben dem Trainer auf dem

Podium, ergänzte: „Wir sind als Verein

im Austausch mit dem DFB und

der DFL. Dasbraucht halt alles seine

Zeit. Ich bin zuversichtlich, dass bis

zum Spiel alles geklärt ist.“ Klinsmann

hatte in den zurückliegenden

Jahren vor allem in Mexiko und Brasilien

an Weiterbildungslehrgängen

teilgenommen. Egal, wie die Geschichte

bis Sonntag ausgeht, Klinsmann

wird auf der Hertha-Bank sitzen,

im Notfall soll sein Assistent Alexander

Nourials Chef auftreten.

Konfrontiert mit der Tatsache,

dass Hertha in den zurückliegenden

zehn Jahren in der Bundesliga stets

eine schlechtere Rückrunde gespielt

hatte als in der Zeit vor der Winterpause,

sagte Klinsmann: „Ja, das ist

Fakt, ich habe diese Information aufgenommen.

Wir wollen dieses Mal

das Gegenteil erreichen und viel

mehr Punkte holen als zuletzt bis

Weihnachten.“

Schon in der Hinrunde, als Hertha

unter dem neuen Chefcoach in

fünf Spielen acht Punkte holte und

zuletzt dreimal ohne Gegentreffer

blieb, hatte Klinsmann eine Stammformation

gefunden. In Florida

wurde diese weiter eingespielt. In

der Defensive vertraut er auf Karim

Rekik und den Belgier Dedryck

Boyata, den der Trainer gestern als

IMAGO IMAGES/ENGLER

„einen der besten Innenverteidiger

Europas“ titulierte. Im Mittelfeld

setzt er vor allem Marko Grujic und

Vladimir Darida. Auf den Flügeln

sollen JavairoDilrosun und Dodi Lukebakio

wirbeln, zentral Davie Selke

stürmen. „Es wird personell keine

großen Überraschungen geben“, so

Klinsmann. Aller Voraussicht nach

wird der einzige Winter-Zugang,

Santiago Ascacibar, der für zwölf

Millionen Euro Ablöse vom VfB

Stuttgart kam, sein Debüt geben –

auf der Sechser-Position. „An dem

werdet ihr eure Freude haben“, rief

Klinsmann in den Raum. Spieler wie

Vedad Ibisevic, Niklas Starkoder Jordan

Torunarigha, die„alle nah an der

Stammelf sind“, müssten im Moment

Geduld aufbringen.

Preetz, zuletzt medial im Schatten

des Trainers, lobte Klinsmann:

„Wir brauchten solch eine Lokomotivewie

Jürgen. DieAufmerksamkeit

um den Klub tut Hertha gut. Aber wir

haben viel Arbeit vor uns, müssen

zuerst aus der Abstiegszone heraus.

Dann können wir andere Ziele formulieren.

Natürlich wollen wir später

Europa erreichen und dann dort

oben bleiben.“

Der Manager wird weiterhin den

Transfermarkt beobachten, der bis

zum 31. Januar geöffnet ist.Wiediese

Zeitung erfuhr, ist der Transfer des

82-maligen Schweizer Nationalspielers

Granit Xhaka –entgegen anderer

Meldungen – noch nicht geplatzt.

Hertha arbeitet weiter am Deal mit

Arsenal London, parallel geht es um

den Franzosen Lucas Tousart von

OlympiqueLyon. Dagegen sollen die

auch gehandelten Julian Draxler und

MarioGötze im Moment keine Rolle

mehr in den Überlegungen spielen.

Michael Jahn

freut sich auf den Startder

Rückrunde.

Tage

der Teenies

Borussia Dortmund ist noch jugendlicher geworden

VonDaniel Theweleit, Dortmund

InderWelt der Online-Schlagzeilen

haben sich Erling Haaland und Jadon

Sancho während der vergangenen

Tage ein enges Rennen geliefert.

Vondem neuen Angreifer, der gerne

als „aufregendstes Stürmertalent“

der Gegenwart apostrophiert wird,

erhoffen sie sich mehr Durchschlagskraft

im Strafraum. „Haaland

hilft uns weiter“, sagt Trainer Lucien

Favreüber den 19 Jahrealten Norweger,

der in der ersten Saisonhälfte in

22 Partien 28 Tore für RB Salzburggeschossen

hat. Jadon Sancho flimmerte

als Hauptfigur eines Urlaubsvideos

über Millionen Smartphone-

Bildschirme, erhatte sich wie einer

dieser dekadenten Gangster-Rapper

in einem Musikvideo filmen lassen.

Wieder mal waren es Teenager, die

im Mittelpunkt standen.

Dabei hatte der Titelaspirant sich

vorgenommen, in der Rückrunde

reifer zu agieren. Viel zu viele Punkte

seien in der Hinrunde verspielt worden,

weil die Mannschaft „fußballerisch

naiv“, aufgetreten sei, sagt Verteidiger

Manuel Akanji. DerBVB war

in vielen Spielen flatterhaft, „wir haben

oft Führungen nicht nach Hause

gebracht. Das müssen wir besser

machen in der Rückrunde“, findet

Sportdirektor Michael Zorc.

Was die Dortmunder nicht ändern

wollen, ist die Altersstruktur

Die Neuen: Erling Haaland (r.) witzelt mit

Giovanni Reyna.

DPA/FRISO GENTSCH

der Mannschaft –die Borussia ist in

dieser Winterpause sogar noch jugendlicher

geworden. Julian Weigl

wurde verkauft, Haaland ist neu, außerdem

wurde Giovanni Reyna aus

der U19 zu den Profis befördert. Der

17 Jahre alte Amerikaner ist so stark,

dass Favre ihm einen Kaderplatz für

die Partie am Sonnabend in Augsburg

zusagte. Diese jungen Kerle

werden „noch neue Impulse geben“,

glaubt Zorc,und es gab ja tatsächlich

Phasen in der ersten Saisonhälfte,in

denen der Mannschaft Leichtigkeit

gut getan hätte.Inanderen Momenten

mangelte es an Routine und Abgeklärtheit,

dieses Wechselspiel

machte es kompliziert.

Denn auch erfahrene Leute

machten zu viele Fehler.Vor diesem

Hintergrund erstaunt es, dass die

Hoffnungen auf Erling Haaland ruhen.

Ein „Einsatz ist möglich“, sagt

Favre vor dem Spiel in Augsburg, erinnert

aber daran, dass der Stürmer

verletzt war und „seit dem 10. Dezember

nicht trainiert“ habe. ZuBeginn

des Trainingslagers musste

Haaland immer noch geschont werden.

Zorc sagte: „Er ist noch in der

Entwicklung, seine Verpflichtung

soll sich mittelfristig auszahlen.“

Beinahe unbeachtet von den öffentlichen

Debatten sind die Routiniers

durch die Winterpause gekommen.

Dabei fällt ihnen eine wahrscheinlich

noch bedeutsamereRolle

für das Gelingen der zweiten Saisonhälfte

zu. Paco Alcácer war in der

Hinrunde nur selten fit, Axel Witsel

spielte nicht so dominant wie im

Vorjahr, Thomas Delaney fehlt immer

noch aufgrund eines Bänderrisses,

selbst Mats Hummels hatte

schwächere Phasen. Und Marco

Reus, der Kapitän, kämpfte mit körperlichen

Problemen. „Wir erwarten

immer viel vonMarco,ich hoffe,dass

er immer da ist und nicht verletzt

oder krank“, formuliertFavrenun einen

konkreten Rückrundenwunsch.

Im Moment ist das Dortmunder Saisonprojekt

aber noch ein Werk, dessen

Konturen nur sehr langsam erkennbar

werden.

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Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 – S eite 24

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Sport

„Niemand ist gezwungen,

ins Olympiastadion zu gehen“

Kevin Kühnert über die Vollsortimenter von Hertha BSC, seinen ersten Besuch im Mommsenstadion und Rassismus in der Kurve

Zuschauer bei Tennis Borussia: Kevin Kühnertist oft im Mommsenstadion zu Gast.

MATTHIAS KOCH

Kürzlich hat Kevin Kühnert,

Fußballfan, Chef der Jungsozialisten

und SPD-Bundesvize,

die Große Koalition

mit einer „Spielgemeinschaft

zwischen Dortmund und Schalke“

verglichen. Der Berliner liebt den

Stadionbesuch, meist sucht er nach

Sitzungen auf seiner App ein Spiel,

das auf dem Heimweg liegt. Der 30-

Jährige, den seine Mutter nach dem

englischen Stürmer Kevin Keegan

benannte,freut sich auf den Bundesligastartnach

der Winterpause.

Herr Kühnert, Jürgen Klinsmann will

Hertha BSC zum Big City Club machen.

Berlin lechze als Hauptstadt

nach einem Äquivalent zu Paris St.

Germain oder Real Madrid. Kennt er

die Stadt da richtig?

Berlin hat Dutzende Lebensgefühle

und nicht eines,das alle teilen.

Ich weiß dementsprechend weder,

ob er die Stadt, noch ob er seinen

Verein gut genug kennt. Zumal die

Herthaner diese Abbiegung ja verpasst

haben, als sie,warum auch immer,

entschieden haben, sich als

„Verein für die ganze Stadt“ zu vermarkten.

Da fühlt sich dann weder

das kosmopolitische Publikum, das

Klinsmann wohl vorAugen hat, noch

die Hertha-Basis in den Außenbezirken

explizit angesprochen. Entweder

ist man der Vollsortimenter oder

man spezialisiert sich. Und Hertha

hat als Vollsortimenter in Berlin das

bekannte Ergebnis: einen Zuschauerschnitt

vondeutlich unter 50 000.

Also wird es bei der Hertha trotz

Klinsmann und den Millionen von

Investor Windhorst auch künftig

noch freie Plätzegeben?

In Berlin herrscht eine Reizüberflutung,

was sportliche und kulturelle

Angebote angeht. In fast allen

Sportarten gibt es Erstligisten. Niemand,

der Spitzensport sehen will,

ist also gezwungen, ausgerechnet ins

Olympiastadion zu gehen. Die Basis

von Hertha sind und bleiben eingeborene

Berliner, die früher einmal

von Vater oder Opa mitgenommen

worden sind. Union schafft es in

meinem privaten Umfeld deutlich

besser, die Zugezogenen und Zweitvereinsmenschen

anzuziehen.

Sie selbst sind Fan des Oberligisten

TeBe Berlin, der Ende der Neunzigerjahre

zuletzt Zweite Liga spielte. Wie

wird man denn im frisch wiedervereinigten

Berlin ausgerechnet Fan eines

westdeutschen Nischenvereins?

Als ich anfing, mich für Fußball zu

interessieren, ist Union noch viel klarer

als heute ein Ostberliner Verein

gewesen und war weit weg. Mein erstes

größeres Spiel war eben mit meinem

Opa imJuni 1999 im Mommsenstadion,

es ging damals gegen

Ulm um den Bundesliga-Aufstieg,

der prompt verspielt wurde –mein

erstes richtiges Stadionerlebnis.

Damals waren Sie kurz vor Ihrem

zehnten Geburtstag. Später saßen Sie

in den Fanbussen zu den Auswärtsspielen

nach Rathenowund Stendal.

Eine Allesfahrer-Saison habe ich

nie geschafft, aber 28 von 30Spielen

habe ich in einer Spielzeit mal gesehen.

Das ging über die ganzen böhmischen

Dörfer. Torgelow, Neustrelitz,

wir haben sie alle mitgenommen.

TeBe hatte schon damals ein

bisschen die Nischenrolle,die Altona

93 in Hamburgeinnimmt.

AlsWestberliner Verein mit jüdischen

Wurzeln und einer linken Fanszene

war das nicht unproblematisch.

Anfeindungen waren da fast

schon an der Tagesordnung. Zuweilen

rekrutierte sich auch der Sicherheitsdienst

aus der lokalen Naziszene.Und

die haben keinen Zweifel

daran gelassen, was sie von uns halten.

Wenn von den gegnerischen

Fans„Lila-weiß ist schwul“ skandiert

wurde,haben wir das einfach mitgesungen.

Ironie war halt auch die

beste Waffe.Wenn der Plan gewesen

wäre, sich gegenseitig auf die

Schnauzezuhauen, hätten wir meistens

eh verloren.

Undwie wird man Fan von Arminia

Bielefeld, Ihrem Zweitverein?

Das fing an nach dem Abi. Ein

paar Freunde und ich haben uns das

Tramper-Monatsticket der Bahn gekauft,

mit dem man günstig durch

Deutschland fahren kann. Ehrlich

gesagt haben wir das fast nur zum

Groundhoppen genutzt, so waren

wir auch bei einem Montagsspiel auf

der Alm. Als Fußballinteressierter

fand ich das Stadion attraktiv. Irgendwann

habe ich dann eine Studie

gelesen, wonach Arminia der unbeliebteste

deutsche Profiklub sei –dabei

hätten so viele andere diesen

Platz eher verdient. Irgendwann ist

da so ein Spleen daraus geworden.

Ichbin so gestrickt, dass ich mich da

zunehmend reinfuchse,bis zur Dauerkarte

in dieser Saison.

War das ein Kompensationsgeschäft

mit Arminen-Fan und 11-Freunde-

Chefredakteur Philipp Köster, der

zeitgleich in die SPD eintrat?

Diesen Zusammenhang habe ich

per Twitter eher im Spaß hergestellt.

DieDauerkarte hätte ich eh gekauft.

TeBe hat Schlagzeilen gemacht, weil

die Fanszene sich gegen den Investor

Jens Redlich zur Wehr setzte, der sich

mit zweifelhaften Methoden Mehrheiten

organisieren wollte.

Wie wir mittlerweile wissen, waren

die Methoden nicht nur zweifelhaft,

sondern rechtswidrig. Redlich

war schon Hauptsponsor bei TeBe,

als ich noch im Aufsichtsrat war.Damals

machte er Front gegen eine Regenbogenfahne

mit Vereins-Emblem,

wohlgemerkt, ein Bekenntnis

gegen Homophobie.Keiner hatte zur

Revolution aufgerufen. Aber er sah

schon darin ein Hindernis,umneue

Zuschauerschichten zu erschließen.

ZUR PERSON

DerKonflikt war programmiert.

BeiTeBewar es vorRedlich schon

zweimal so, dass man sich Investoren

ausgeliefert hat, beide Male endete

das mit der Insolvenz. Auch

Redlich hat schnell diktatorische

Züge an den Taggelegt, demokratische

Prozesse haben keine Rolle

mehr gespielt. DerMann ist Besitzer

einer Fitnessstudio-Kette, der ein

Spielzeug haben wollte –das sollten

dann wir sein. Offenbar litt er schwer

darunter, dass man den Namen eines

Muckibuden-Besitzers halt eher

nicht kennt. Da verleiht Fußball eine

ganz andereProminenz.

Was dem zugrunde liegt, ist aber

auch ein politischer Konflikt, oder?

Politik: Kevin Kühnertwurde am 1. Juli 1989 in West-Berlin geboren. Er trat 2005 in die SPD

ein. Im November 2017 wurde er auf dem Bundeskongress der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten

in Saarbrücken zum Vorsitzenden gewählt. Seit dem 6. Dezember 2019 ist er zudem

stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD.

Fußball:Seit mehr als zwanzig Jahren ist KühnertFußballfan vonTennis Borussia, eine Zeit

lang war er Vorsitzender einer TeBe-Fansektion. Außerdem drückt er Arminia Bielefeld und dem

FC Bayern München die Daumen.

Klar, als in den Neunzigern die

Kapitalmärkte geöffnet worden sind,

haben manche Leute schnell gemerkt,

dass auch Fußball ein Kapitalmarkt

sein kann, in dem man sich

Fußballvereine kaufen und wieder

abstoßen kann. Die Antwort darauf

ist die 50+1-Regel. Noch trauriger ist

allerdings, dass es auch bei klassischen

eingetragenen Vereinen ein

Erpressungspotenzial gibt, vorallem

bei Traditionsvereinen, die unbedingt

Geld brauchen. „Ich als Verein

musste handeln“, hat bei Fortuna

Köln mal ein Präsident gesagt. So

läuft es vielerorts. Und drumherum

wird ein demokratisches Kulissenbild

aufgebaut.

Von den linken, szeneaffinen TeBe-

Fans, die sich da gegen einen vermeintlichen

Alleinherrscher bei ihremVerein

wehren, dürften Sie einer

der wenigen sein, der SPD wählt.

Frustrierend, oder?

Wasdie alle wählen, ist mir relativ

egal. Über die Jahre haben aber immer

mehr Jusos den WegzuTeBegefunden,

da gab es einen kleinen

Schneeballeffekt. Und mit Christian

Gaebler sitzt der Chef der Berliner

Senatskanzlei im TeBe-Aufsichtsrat

und hat maßgeblich geholfen, den

Verein wieder in die Hände seiner

Mitglieder zurückzuholen. So etwas

ist mir als Soziwichtig.

Die Innenminister diskutieren derzeit

verschärfte Maßnahmen gegen

Dschihadisten und Fußballfans. Was

sagen Sie als jemand, der Fankurven

kennt, dazu?

Ich glaube, dass es weder in der

Politik noch in anderen Teilen der

Gesellschaft ein einheitliches Bild

von Fußballfans gibt. In meinem

Umfeld haben zahlreiche Politiker

begriffen, dass immer mehr Repression

der falsche Wegist. DerVersuch,

Fahnen und Doppelstockhalter zu

verbieten und mit Stadionverboten

um sich zu werfen, ist ja auch gescheitert.

Und mit ihm der Versuch,

den Langnese-Familienblock zum

Ideal zu erklären. Das Erlebnis, das

Jahr für Jahr zehn Millionen Menschen

ins Stadion zieht, kann nicht

künstlich durch irgendeine Agentur

erzeugt werden.

Unddas soll eine Erkenntnis sein, die

auch die Parteien teilen?

Als Hoffenheim und RB Leipzig

aufgekommen sind, gab es einen

breiten Konsens, der weit über die

Kurven hinausging und den auch

viele Politiker teilen: Wasbei Traditionsvereinen

passiert, die es seit 120

Jahren gibt und bei denen eine gewachsene

Fankultur herrscht, ist etwas

ganz Anderes, als wenn jemand

von heute auf morgen ein Stadion

auf die grüneWiese stellt und wie aus

dem Nichts Bundesliga spielt. Ich

glaube, esgab da einen großen Solidarisierungseffekt

nach dem Motto:

„Lieber unsereUltras in der Kurveals

ein seelenloses Kunstprodukt.“ Aber

es stimmt schon: Nicht bei jedem Innenpolitiker

hat sich herumgesprochen,

dass Prävention, Deeskalation

und gut finanzierte Fanprojekte

nachhaltiger wirken als Polizeiketten

mit heruntergeklappten Helmen.

Immerhin ist Rassismus in den ersten

beiden Ligen kein so großes Thema

mehr wie zu den Zeiten, als Sie begonnen

haben, sich für Fußball zu interessieren.

In den Neunzigern waren viele

Kurven ein Biotop für Neonazis. Als

Massenphänomen ist Rassismus

heute unsichtbarer geworden. Wer

Affenlaute von sich gibt, kann nicht

mehr mit Applaus rechnen. Ich erlebe

aber noch erstaunlich oft, dass

einzelne Leute rassistische Beleidigungen

rufen, bei den Umstehenden

die Hemmschwelle aber immer

noch sehr hoch ist, sich umzudrehen

und zu sagen: „Halt die Schnauze!“

Und auch wenn ich es völlig richtig

finde,dass Mesut Özil nicht mehr für

die Nationalmannschaft spielt, hat

man gemerkt, dass immer noch einige

ein Problem damit haben, wenn

einer mit diesem Namen überhaupt

für Deutschland spielt. Nur, dass sie

jetzt so tun, als läge das nur an Özils

Erdogan-Sympathien.

Die meisten Kinder sind heute Fans

der großen Vereine: Real, Barça, PSG.

Macht Ihnen das als Faneines Fünftligisten

Sorge?

Nein, das ist zunächst ja nur eine

logische Folge aus Globalisierung

und Digitalisierung. In meiner 90er-

Jahre-Kindheit hat man sich noch

nicht auf dem Handy alle möglichen

Ligen angeschaut, und Ronaldo war

damals nicht via Instagram-Story

präsent. Heute ist der internationale

Spitzenfußball bei uns allen zu

Hause. Und wenn dann beim Training

alle ein Messi-Trikot tragen,

muss ich als Siebenjähriger schon

sehr charakterstark sein, um mit

dem Trikot eines namenlosen Spielers

des 1. FC Kaiserslautern herumzulaufen.

Schlechte Aussichten für den FCK.

Warum? Der Teenager in der

Pfalz, der Livefußball schauen will,

wird auch 2030 sein erstes Spiel am

Betzenberg sehen. Weder das Netz

noch das Fernsehen ersetzen das

Stadionerlebnis. Deshalb ist eine

selbstbewusste Fankultur so unendlich

wichtig.

DasGespräch führte Christoph Ruf.


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 – S eite 25

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Feuilleton

Filmkolumnist Claus

Loeser schreibt über

russisches Horrorkino

Seite 28

„Ernst Barlach ist der Künstler,mit dem ich groß geworden bin.“

Der Schriftsteller Ingo Schulze im Gespräch mit Charly Hübner Seiten 26 und 27

Zeitreisen

Theater von gestern und morgen für heute: Andrea Breth inszeniert Yasmina Rezas „Drei Mal Leben“

im Berliner Ensemble, und Susanne Kennedy installiert ihre „Ultraworld“ in der Volksbühne

VonDoris Meierhenrich und Ulrich Seidler

Virtuos: Constanze Becker,Judith Engel, Nico Holonics, August Diehl (v.l.) und die Pointen sitzen in Andrea Breths Yasmina-Reza-Inszenierung „Drei Mal Leben“.

BERND UHLIG

Liest hier jemand mit, der

lange nicht mehr im Theater

war und vielleicht auf

eine Empfehlung hofft?

Zwei Produktionen, die unterschiedlicher

nicht sein könnten und mit

denen man trotzdem nichts falsch

machen kann, hatten am Donnerstag

Premiere. Hier pointenreiches

realistisches Dialog- und Figurentheater,

eingerichtet von der geprüften

Meisterinnenhand Andrea

Breths, die nach über zehn Jahren

mal wieder Schauspiel in Berlin inszeniert,

und da eine neue Produktion

vonSusanne Kennedy,die in ihren

installativen Werken Spiel und

Figuren hinterfragt und künstliche

Welten schafft −auch ihre Lieferungen

darfman Qualitätswarenennen.

Man kann also in dem Sinne

nichts falsch machen, als man etwas

erleben wird, das zumindest den

handwerklichen Ansprüchen, für die

das deutsche Stadttheater weltweit

gerühmt wird, genügt. Das Theaterbüro

der Berliner Zeitung ist dennoch

ausgeschwärmt, weil Missglück,

Scheitern und Routineschimmel

nicht auszuschließen sind, übrigens

genausowenig wie freudige

Überraschungen, Revolutionen und

Selbstübertreffungen.

Kollege Seidler verschlug es in die

Breth-Premiere, und er saß mit lange

nicht gesehener Theaterprominenz

im Berliner Ensemble −ah, der im

Ruhestand befindliche Großkritiker

aus Frankfurt amMain ist angereist,

Peymanns Chefdramaturg lässt sich

blicken, in Vorzeiten amtiert habende

Kulturpolitiker nicken in die

Runde. Wenn man als mitreifender

Beobachter über Alterungsspuren

hinwegsieht, konnte man den Eindruck

bekommen, zwanzig Jahre in

die Vergangenheit gereist zu sein.

Und auch das, was auf der Bühne

stattfand − die Dialog-Komödie

„DreiMal Leben“ vonYasmina Reza,

wird bei niemandem, der seit Jahrzehnten

kein Theater voninnen sah,

das Gefühl auslösen, den Anschluss

verpasst zu haben.

Na gut, bei Andrea Breth denkt

man eher an die Hochkultur klassischer

Dramatik und an die Seelenschwererussischer

Dichter −hier hat

ihr die BE-Dramaturgie die französische

Erfolgsautorin vorgeschlagen,

die mit den beiden Dauerbrennern

„Kunst“ und „Der Gott des Gemetzels“

bereits ein tragender Programmpfeiler

ist. DasStück aus dem

Jahr 2000 lässt eine Situation in drei

Varianten eskalieren: Der Wissenschaftler

Henri (Nico Holonics) und

die Juristin Sonja (Constanze Becker)

wollen Feierabend machen,

doch der Sohn will nicht einschlafen,

und dann kommt auch noch der höhergestellte

Kollege Hubert (August

Diehl) mit seiner Frau Ines (Judith

Engel) zum Essen. Es gibt eine weißweinbefeuerte

Stunde der Wahrheit

mit eher banalen erotischen und

dienstlichen Verwicklungen, die sich

allerdings durch das astrophysische

Forschungsfeld der Herren flugs zu

größten Dimensionen aufpusten.

Dieschnell durchschaute Finesse

des Stücks besteht darin, dass die

Frage,obdas Kind nach dem Zähneputzen

noch einen Apfel essen darf,

schnell so wichtig wirdwie die Frage,

ob Henris Karrierevernichtet ist oder

wie lange es noch dauert, bis alles

vonder dunklen Materie verschluckt

ist. Wer hier von wem angezogen

und unterworfen wird, spielt parallel

zu den erbarmungslosen Gesetzen

der Himmelsmechanik −und sackt

somit ins lächerliche Vakuum unser

aller Nichtigkeit.

Das Problem an dieser Art von

elegantem Appetithäppchentheater

ist vielleicht, dass alles bis ins Letzte

und auch noch in dreiVarianten ausbuchstabiert

und reflektiert ist, sodass

eigentlich nichts mehr zu interpretieren

und hinzuzufügen bleibt.

Andrea Breth, die einen Regiezugriff

ohnehin nicht anstrebt, sondernversucht,

Literatur und ihreGeheimnisse

durch wahrhaftiges Seelenspiel

zu beleben, hat bei Reza

nicht viel zu tun. Leider sind auch die

Schauspieler, die auf den modernen

Designsitzmöbeln nicht ins Tempo

und nur sehr maßvoll ins Schlingern

kommen, wenig inspiriert. Abgründe

und Abstürze werden sicher

und virtuos markiert, ansonsten behilft

man sich mit in Dauerschleife

vorgeführten äußerlichen Tricks: mit

dem Fuß wippen, Chipsreste aus

Zahnzwischenräumen zutschen,

das halbvolle Weinglas hinhalten,

stoisch grinsen. Eine risikoarme,

kontrollierte und abgefederte Fingerübung

für alle Beteiligten −auch

für das Publikum. Also: Nichts falsch

gemacht im Berliner Ensemble.Wie

war es in der Volksbühne, Kollegin

Meierhenrich?

Zunächst ist auch hier alles raffiniert

und grafisch perfekt in virtuelle

Räume getaucht, wie man es

aus Susanne Kennedys Avatar-

Virtuell: Eine Spielfigur (Vanessa Loibl) in Susanne Kennedys „Ultraworld“.

JULIAN RÖDER

Theater kennt. Kunstvolle Kachelwände

einer antiken Villa schweben

in einer Wüste verschachtelt in einem

durchwehten Wald, eingelassen

ins Weltall mit sprechender

Sonne.Obdie Bühne dafür nur eine

flache Wand ist oder tatsächlich

Raum, wird immer erst auf den

zweiten oder dritten Blick klar,denn

die Tiefen dieser fantastischen Welten,

die der Bühnendesigner Markus

Selg entwickelt, sind alle gleich

einziehend und scharf.

Doris Meierhenrich

reist in der Volksbühne

in die Zukunft.

Die Innen- und Außenräume,

Muster und Menschen schweben so

transparent und beweglich in- und

auseinander, dass man bei jedem

Blick unweigerlich immer auch den

eigenen Sehapparat mitbetrachten

muss. Wer ist wo? Wasist echt, was

Bild −oder ist das Bild immer echt?

Dass alles Angeschaute, obMensch

oder Ding, hier immer genauso aktiv

zurücksendet wie das Auge selbst, ist

eine der schönen Wechselerfahrungen,

die man in diesem extrem visuellen

Irrlicht-Theater machen kann.

Und esführt auch mitten in den

neuen, selten schönen, fast demütig

sich selbst erklärenden Abend „Ultraworld“,

worin es um nichts anderes

geht als um das Spielen selbst,

also auch den Kern des Theaters,

und was es mit einem Menschen

machen kann. Wie es ihn absaugt

aus der realen in die geträumte,vielleicht

auf Zeit gebaute,vielleicht nur

elektronisch fingierte Welt, in der er

im besten Fall sich selbst vergisst

und doch verwandelt ein Stück näherkommt.

Wie eseinen Menschen

neue Handlungsweisen ausprobieren

oder sich im schlechten Fall nur

im Kreis drehen lässt. Wieeseinfach

das Sehen aus den Alltagslogiken

hebt und ganz andere Welten und

Regeln möglich macht.

In„Ultraworld“ meint das zuallererst

natürlich ein Computerspiel,

das in dem meditativ langsamen

Zweistünder nun erstmals selbst auf

der Probe steht. Niemand spielt

darin einfach drauf los, der Avatar

Frank Willens und seine sechs Spielfiguren

warten auf die Züge, sie stehen,

sitzen und denken in den fliegend

wechselnden Welten − auch

viel esoterisch Nebulöses −, während

die Spieleentwicklerin Kate Strong

im antik-futuristischen Gewand von

der Seite her illusionslos die neue Illusion

erklärt. Das Spiel besteht

darin, dass Frank sich durch ein Labyrinth

aus Landschaften und kleinen

Konfliktszenen voranarbeiten

soll durch immer neue Entscheidungsfindungen.

Dieeine Szene,die

dafür im Loop wiederkehrt, besteht

darin, dass er sein Kind und seine

Frau während einer großen Dürre

vor dem Verdursten retten soll, was

nie gelingt. Undgenau hier kippt die

spröde,fast Brecht’scheLehrtheateranordnung

fast in den absurden

Witz, denn Sinn –das sagt die Entwicklerin

– haben diese Entscheidungen

nicht, sie generieren nur Gefühle.

Nach zwei Stunden ende immer

alles sowieso mit dem Tod.

Es ist, als gehe Kennedy mit „Ultraworld“

einen Schritt zurück an den

Anfang ihrer Kunst. Anders als sonst

nämlich lässt sie ihre Avatare diesmal

menschlicher, trägt niemand

mehr Masken und sprechen alle

größtenteils selbst, wenn auch elektronisch

verfremdet. Die Posthumanoiden

beginnen nachzudenken,

wie sie zurückfinden ins Leben.

Drei MalLeben 25.1., 14., 15.2.: 19.30Uhr,

26.1., 16.2.: 18Uhr, Berliner Ensemble,

Tel.: 28408155 oder berliner-ensemble.de

Ultraworld 18.1., 5.2.: 19.30Uhr;26.1.,

23.2.: 18 Uhr,Volksbühne, Tel: 24065777

oder volksbuehne.berlin

Ulrich Seidler

rutscht im Berliner Ensemble

in die Vergangenheit.


26 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Feuilleton

SONNTAGSKRIMI

Auf

der

Flucht

IngoSchulze, 1962 in Dresden geboren, lebt als Schriftsteller in Berlin. Seit 1995 veröffentlicht er Romane und Erzählungen wie „Simple Storys“,

„Neue Leben“, zuletzt „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt vonihm selbst“. Im März erscheint sein Roman „Die rechtschaffenen Mörder“.

VonFrank Junghänel

Bukow hat sich Schuhe gekauft.

Lackschuhe, wie es aussieht. So

was passiert, wenn man verliebt ist.

Als ihn Frau König auf den Erwerb

des zweifelhaften Laufwerks anspricht,

sagt er:„Wegen Ihnen. Hab’

ja sonst niemanden.“ Soll ironisch

sein, klar. Esläuft also was zwischen

den beiden, das wird jaauch Zeit,

nach zehn Jahren Ermittlungsgemeinschaft.

Gelaufen ist zwischen

ihnen natürlich schon immer was,

aber endlich haben sie es auch selbst

gemerkt. Zum Finale des vorigen

Falls gab es bereits einen Kuss, und

am Anfang des neuen nuschelt der

Kommissar ein zärtliches „Schlafen

Siegut“ in sein Taschentelefon.

Leider geht es dann aber nicht

weiter mit der Paarbildung, bis auf

ein paar verschämte Blicke passiert

erst mal nichts. Das ist im richtigen

Leben nicht anders, nur muss man

im richtigen Leben nicht ein halbes

Jahr warten, ehe es weitergeht. Die

Crux der horizontalen Erzählweise,

mit der hinter dem jeweils aktuellen

Fall eine durchlaufende Geschichte

eingezogen wird, besteht darin, dass

man sich an all die durchlaufenden

Geschichten schon gar nicht mehr

erinnern kann. Wer war noch mal

dieser GuidoWachs,der sich hier aus

der Haft bei Frau König meldet, was

sie völlig aus der Bahn wirft? Ichhabe

mal nachgeblättert, der schlimme

Mann hat am 11. November 2018

eine Rolle gespielt. Inzwischen war

schon zwei Mal Weihnachten. So

funktioniertdas nicht.

Das fällt diesmal besonders auf,

weil auch der eigentliche Fall nicht

vorankommt. Obwohl viel gerannt

wird. Ein mordverdächtiger Emporkömmling

(Tilman Strauß) ist auf

der Flucht –vor der Polizei, voralten

Partnern, vor sich selbst und bald

auch vor seinem Sohn Jon (Oskar

Belton). Der Film in der Regie des

Routiniers Christian von Castelberg

kann sich nicht entscheiden, wemer

lieber folgen will, Alt oder Jung. Was

dann aber auch wieder egal ist, weil

einen beide Männer kaltlassen. Es ist

keine gute Idee,zweigleichermaßen

unsympathische Figuren in eine

Fehde zu verwickeln. Interesse setzt

Empathie voraus.

Polizeiruf 110–Söhne Rostocks

So.,20.15Uhr,ARD

Michael Norden (Tilman Strauß) hat eine

Menge Probleme.

NDR

TOP 10

Donnerstag,16. Januar

1 Der Bergdoktor ZDF 6,79 21 %

2 Handball-EM ARD 6,07 19 %

3 Tagesschau ARD 5,05 17 %

4 Sportschau ARD 4,92 16 %

5 Ich bin ein Star ... 7 RTL 4,60 23 %

6 heute journal ZDF 4,14 14 %

7 heute ZDF 4,01 16 %

8 SokoStuttgart ZDF 3,87 18 %

9 Wer weiß denn ...? ARD 3,73 18 %

10 Notruf Hafenkante ZDF 3,62 13 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

„Er wollte

die Welt von

unten

verstehen“

Der Schriftsteller Ingo Schulze und

der Schauspieler Charly Hübner

sprechen über Ernst Barlach sowie

über Kunst und Gesellschaft heute

Wir treffen uns in einem

der kleinen Sitzungsräume

des Berliner

Verlags. Charly Hübner

steckt eigentlich mitten in Dreharbeiten.

Ingo Schulze wird später

noch in Dresden erwartet. Für das

Gespräch über Ernst Barlach, den

vor 150 Jahren geborenen Bildhauer

und Dramatiker, wollten sie sich

dennoch Zeit nehmen. Denn in diesem

Jahr treten der Schauspieler und

der Schriftsteller gemeinsam mit

dem Literaturprofessor Holger Helbig

in verschiedenen Städten auf,

um die von Helbig herausgegebene

Ausgabe der Briefe Ernst Barlachs

vorzustellen. In Hamburg waren sie

schon. Die nächsten Termine sind

Rostock und Berlin. Noch bevor wir

mit dem Interview beginnen, erzählt

Ingo Schulze, Tondokumente Barlachs

bekommen zu haben.

Ernst Barlachs Tonaufnahmen können

wir leider in der Zeitung nicht

vorführen. Wiespricht er denn?

INGO SCHULZE: Dasist eine sehr

schöne, eigentlich jung klingende

Stimme: hell und klar. Erkommt in

sein Element, wenn er Drama liest,

wenn er Reime spricht. Da wird der

Text in eine ganz andere Luft versetzt,

als wenn ich das mit meinem

angehauchten Sächsisch lese. Erstolpertüberns-pitzen

S-tein.

CHARLY HÜBNER: Er war ja eben

nicht Mecklenburger, sondern Holsteiner.

Das ist ein großer Unterschied,

wie zwischen Thüringisch

und Sächsisch. Etwas Knarziges

hatte ich erwartet, aber der „s-pitze

S-tein“ ist natürlich Hamburgisch,

wie bei Helmut Schmidt.

Anders als das Berlinische gibt es diesen

Dialekt eigentlich nicht schriftlich.

Die Briefe sind nicht norddeutsch

geschrieben.

CHARLY HÜBNER: Doch, in der

Syntax. Sowohl sein Stück„Der blaue

Boll“, das man sehr gut laut lesen

kann, als auch die Briefe haben diese

Langsamkeit und –imguten Sinne –

Umständlichkeit: Wenn ein Norddeutscher

sich aufmacht, etwas zu

erklären, dann sind das lange Wege.

Ingo Schulze nimmt seinen Laptop

aus der Tasche und spielt zwei

Ausschnitte an, in denen Ernst Barlach

zu hören ist.

CHARLY HÜBNER: Ichhabe jetzt

sofortdieses Bild, dass seine geistige

Flinkheit und Ausführlichkeit einen

Raum hat durch die Stimme, gefüllt

mit Licht.

INGO SCHULZE: Ja, und fast

fragil.

Ernst Barlach ist 1938 gestorben. Mit

Ihren Lesungen verschaffen Sie ihm

wieder Aufmerksamkeit. Washatten

Sie vorher für eine Beziehung zu diesem

Künstler? Ich selbst war als Kind

viel in Güstrow in Mecklenburg und

mir sind seither einige Plastiken so

vertraut, dass ich sie genau beschreiben

könnte.

CHARLY HÜBNER: In Güstrow

hat es bei mir auch angefangen. Ich

war schon als Abiturient beim Neustrelitzer

Theater engagiert. Wir hatten

ein Gastspiel, und zwischen

Probe und Aufführung bin ich durch

die Stadt gegangen, zur Gertrudenkapelle

sind es zehn Minuten. Das

war der erste Flash. Undals ich dann

nach Hamburg gezogen bin, gab es

dort das Barlach-Museum mit einer

großen Sammlung. Und jetzt, sogar

während wir darüber sprechen,

möchte ich schon wieder hin. Man

hat diese Plastiken zwar präsent,

aber man will da noch

viel mehr kapieren. Das ist

wie bei einem sehr guten

Lied oder einer Mahler-Sinfonie.

ImMoment

denke ich viel

über die Figur des

„Berserkers“ nach,

wir sind umgeben

von Berserkern. Donald

Trump, Boris

Johnson …

INGO SCHULZE: Das Ver-

den ers-

rückte ist, dass man auf

ten Blick einen ganz klaren Ein-

dann

druck bekommt. Aber

geht es mir genauso, dass

ich stehenbleiben möchte

und herausfinden, was

für diese starke Wirkung

verantwortlich ist. Bei

mir war es 1977 in einer

Ausstellung in Dresden im Pretiosensaal

im zerstörten Schloss. Sie

kam, glaube ich, von der Ost-Berli-

ERNST BARLACH

Leben: Der Schriftsteller und Bildhauer

Ernst Barlach wurde am 2. 1. 1870 in

Wedel/Holstein geboren. Sein Vater war

Landarzt. Er studierte in Hamburg und

Dresden. 1906 unternahm er eine prägende

Reise nach Russland. Seit 1910

lebte er in Güstrow, ab 1927 zusammen

mit MargaBöhmer.Erstarb am 24.10.

1938 in Rostock.

Orte: Die Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow

betreut den Nachlass im Atelierhaus am

Heidberg sowie das Ausstellungshaus

Gertrudenkapelle im Stadtzentrum. Die

Ernst-Barlach-Gesellschaft betreibt in

Wedel bei Hamburg ein Museum, im

Hamburger Jenischpark steht das Ernst

Barlach Haus der Stiftung Hermann F.

Reemtsma.

Ernst Barlachs Figur des Berserkers,

Nussbaum, aus dem Jahr 1910 RUFUS46

ner Akademie der Künste. Ich war

noch nicht 15 Jahre alt, in den

Herbstferien der 9. Klasse, es war

meine erste bewusst gesehene Ausstellung.

Ich musste da ein zweites

Mal hin, weil ich nicht genug gesehen

hatte.ZweiJahrespäter,imAugust

1979, ist die Malerin Gerda

Lepke mit mir nach Güstrow gefahren.

Sie hatte dort als Schwesternschülerin

gelernt und Marga Böhmer,

Barlachs Lebensgefährtin,

noch kennengelernt. Das Plakat,

das ich mir aus dem Atelierhaus am

Heidberg mitgenommen hatte, hing

lange an meiner Zimmertür: Der

„Wanderer im Wind“. Damals las ich

auch„Barlach in Güstrow“von Franz

Fühmann und kaufte mir diesen

Bildband, den Fühmann herausgegeben

hatte. Ernst Barlach war der

Künstler,mit dem ich groß geworden

bin und gelebt habe.

Der Verlagstext behauptet –die Formulierung

stammt vermutlich von

Holger Helbig –, die Briefe seien der

Roman, den Barlach nie geschrieben

hat. SehenSie das auch so? DieBriefe

sind doch sehr unterschiedlich im

Laufe seines Lebens.

INGO SCHULZE: Das ist gerade

der Reiz, dass die so unterschiedlich

sind. Dadurch, dass es kein Tagebuch

ist, sondern Briefe, und er als

Schreiber in verschiedenen Richtunist

– Freunde, Ver-

gen gefordert

wandte, Verleg ger, ihm fremde Men-

stellen –, kom-

schen, die Anfragen

men vielfältigee Facetten zum Vorschein.

Viele Barlach-Briefe waren

ja schon publiziert, aber durch

diese Vollständigkeit und die Kom-

mentierung werdennochandereFa-

CHARLY

HÜBNER: Er hatte

cetten sichtbar.

zeit seines Lebens Lust, sich

mitzuteilen. Man kann da

heute vielleicht Karl Ove

Knausgard zum Vergleich

nehmen mit seinem Ro-

„Min Kamp“.

manzyklus

Das ist ein ähnlicher

Ansatz, nur bei dem

Norweger bleibt es

der permanente

Ich-Erzählfluss. Im

Gegensatz zu Tagebüchern sind

diese Briefe immer sehr gerichtet an

jemanden. Ob es ein Bitten vor Jo-

seph Goebbels ist, geschrieben, als

er das Ausmaß auch seiner eigenen

Verfolgung noch nicht erahnen

konnte, oder die Begeisterung des

18-Jährigen für das Theater in den

Briefen an seinen Freund Friedrich

Düsel. Oder wie er sich versteigt, anhand

seiner „Boll“-Figur über das

Werden des Menschen und den Unterschied

von Kunst und Leben zu

schreiben. Immer sehr konkret! Ich

finde, Roman ist fast ein zu kleines

Wort. Esist vielmehr ein dokumentarisches

Epos.

INGO SCHULZE: Im Gegensatz

zu Knausgard sind diese Texte überhauptnicht

für die Öffentlichkeit bestimmt.

Ichliebe die Briefe vonUwe

Johnson an MaxFrischsehr, aber das

sind ausgearbeitete literarische

Werke. Spätestens wenn man Barlachs

Briefe laut liest, merkt man

nicht nur die grammatikalischen

Fehler,die ihm unterlaufen, sondern

vorallem: Wieerdas,was er ausdrücken

will, aus der Sprache kratzt

oder haut. Er benutzt kaum Redewendungen,

sondern formuliert alles

mit eigenen Worten, was einen

als Leser zum Nachdenken zwingt.

Im Vergleich zu den Dramen oder

seiner Prosa, die wirklich außerordentlich

sind, hat man bei den Briefen

den Eindruck, hier regelrecht

den geistigen Körper berühren zu

können.

CHARLY HÜBNER: Und jeder

Teilsatz hat eine emotionale Bindung,

das ist ein richtigesAbenteuer

beim Vorlesen.

In seinen Briefen sieht man, wie sich

die Lage in Deutschland zuspitzt, wie

er in den Dreißigerjahren noch Aufträge

bekommt, aber mehr und mehr

Anfeindungen erlebt. Sie haben

Goebbels erwähnt. Wie erklären Sie

sich, dass Barlach 1934 eine vom

Reichspropagandaminister verfasste

Treueerklärung unterschreibt? Darin

heißt es zum Beispiel: „Weil der Dichter

und Künstler nur in gleicher Treue

zum Volk zu schaffen vermag, und

weil er von der gleichen und tiefsten

Überzeugung kündet, dass das heiligste

Recht der Völker in der eigenen

Schicksalsbestimmung besteht, gehören

wir zu des Führers Gefolgschaft.“

Zu den 37 Unterzeichnern gehören

auch Wilhelm Furtwängler, Ludwig


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 27

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Feuilleton

NACHRICHTEN

Bertolt-Brecht-Preis 2020

an Autorin Sibylle Berg

Charly Hübner, 1972 in Neustrelitz geboren, lebt in Hamburg.Als Schauspieler arbeitet er im Theater sowie für Film- und Fernsehproduktionen,

gelegentlich auch als Regisseur.Seit 2010 ist er regelmäßig als „Polizeiruf 110“-Kommissar zu sehen.

Das Foto entstand im Gebäude des Berliner Verlags.

PAULUS PONIZAK

DieSchriftstellerin Sibylle Berg erhält

den Bertolt-Brecht-Preis 2020

der Stadt Augsburg. „Sibylle Berg ist

eine Virtuosin der literarischen Kälte

und der Klarheit, eine Meisterin des

nüchternen Blickes und der illusionslosen

Analyse“, hieß es in der Jurybegründung

am Freitag. Dermit

15 000 Euro dotierte Preis soll ihr am

18. Februar in Augsburgverliehen

werden. Berg wurde 1962 in Weimar

geboren und lebt seit mehr als 20

Jahren in Zürich. Erst vorwenigen

Tagen ist ihr auch der Schweizer

Grand Prix Literatur zugesprochen

worden. (dpa)

Sibylle Berg,2019 während der Digitalkonferenz

re:publica in Berlin

DPA

Christopher Tolkien mit

95 Jahren gestorben

Mies van der Rohe, Emil Nolde und

RichardStrauss.

CHARLY HÜBNER: Ich kann es

nicht nachvollziehen, weil ich glücklicherweise

noch nie in solch einer

Situation war. Das war der Versuch

einiger Künstler, darauf hinzuweisen,

dass das, was da an Vorwürfen

gegen sie formuliert wurde, nicht

stimmte. Barlach wollte nicht als

entartet oder bolschewistisch gelten,

er sah sich als Deutscher. Eswar ein

Versuch, sich anzudienen – und

eben auch der letzte Versuch, wie

Gunnar Decker in seiner Biografie

schreibt.

INGO SCHULZE: Das ist natürlich

ein Tiefpunkt. Aber auch, wenn

man die ersten zwei Jahre seines

„Güstrower Tagebuchs“ liest: Wie er

über den Ersten Weltkrieg schreibt,

das zu lesen tut weh. Aber Ernst Barlach

war eigenständig. Er hat sich

geistig und künstlerisch aus diesem

Zwielicht immer herausgearbeitet.

Aber damals stand es auf der Kippe:

Es gab Versuche, ihn als deutschesten

Künstler gegen die Franzosen in

Stellung zu bringen. Dagegen hat er

sich gewehrt. Diese Erklärung ist

kein Ruhmesblatt, aber für Barlach

war es auch undenkbar, ins Ausland

zu gehen.

DieBriefe aus jenen Jahren, in denen

er aufzählt, wo seine Denkmale abgebaut

wurden, die Werke aus Ausstellungen

entfernt wurden, als er kein

Geld mehr verdiente, lesen sich beunruhigend.

Er sieht sich verfolgt und

wartet noch auf postiveZeichen.

CHARLY HÜBNER: Man muss

bedenken, dass er aus seiner Zeit

heraus schrieb. Die Gesellschaft war

in der Demokratie sehr viel ungeübter

als heute.

INGO SCHULZE: Ich weiß nicht,

wie er gearbeitet hätte, wenn er den

Zweiten Weltkrieg miterlebt hätte,

wenn er vom Holocaust gewusst

hätte und dem Vernichtungskrieg im

Osten. Barlach war jemand, der im

20. Jahrhundert die Figur behauptete.

Bei Giacometti löst sie sich auf

oder implodiert, bei Henry Moore

wirdesimmer abstrakter.Wie hätten

Barlachs Mahnmale nach dem Zweiten

Weltkrieg ausgesehen? Nichts ist

schwieriger, als heute ein Denkmal

zu schaffen.

Man sieht es an dem Ringen um die

Einheitswippe oder ein anderes Zeichen

zur Erinnerung an den Herbst

1989.

INGO SCHULZE: Wir ertragen ja

heute nur noch die Abstraktion, mit

der aber zugleich auch eine gewisse

Unverbindlichkeit einhergeht. Mit

Barlach ist für mich einer der letzten

Höhepunkte in der figürlichen Plastik

erreicht, er vermag Ambivalenz

und gültige Form zu vereinen, ohne

beliebig zu werden. Der „Berserker“

von 1910 ist ja ambivalent. Das ist

auch der Kampf gegen eine Übermacht

oder gegen Gesichte und Dämonen,

dabei durchaus auch kriegerisch.

Oder seine „Lachende Alte“

von 1937, die hat etwas Beunruhigendes.

CHARLY HÜBNER: Das ist fast

schon wie Mutter Erde, die über all

das lacht. DieTypen, die Barlach gestaltete,die

triffst du heute noch, das

sind wie zivilisatorische Archetypen

– in Hamburg, Berlin, in Moskau,

NewYork. Siesind alle da. DieBewegungen

finden jeden Tagstatt, hundert

Jahre später, obesdie „Lesenden

Mönche“ sind oder die „Lachende

Alte“ oder der „Berserker“.

Sie spielen mit dem umgebenden

Raum und sind in einer konkreten situativen

Ebene zu sehen. Als Schauspieler

kannst du die gut imitieren

und es passiert sofort eine Emotion.

Dasist wirklich selten.

Oft werden eher Briefwechsel herausgegeben,

man erlebt eine komplette

Konversation. Hier sieht man nicht

die Antworten, aber die Abstufungen

im Ausdruck, die Barlach für sehr

verschiedene Adressaten verwendet.

INGO SCHULZE: Ich glaube, er

wäre nicht dieser Briefschreiber geworden,

wenn er nicht in Güstrow

gewohnt hätte.Das war,könnte man

etwas übertrieben sagen, sein Salon.

Diese Abgeschiedenheit hat es sehr

befördert, sich im brieflichen Zwiegespräch

auf einzelne Menschen zu

konzentrieren.

CHARLY HÜBNER: Das ist ein

tolles Bild mit dem Salon. In Berlin,

mit der Secession, fand er nicht, was

er suchte.Diese ständige Gegenwart

der anderen ging ihm auf die Nerven.

Aber den Mitteilungsdrang hatte er

dann eben doch. Er ist ein Elbkind,

DIE LESUNGEN

Briefe: Herausgegeben vonHolger Helbig,Karoline

Lemke, Paul Onasch und

Henri Seel, erschienen zum Jahreswechsel

Ernst Barlachs Briefe in einer kritischen

Ausgabe. Sie enthält rund 2220

neu aus den Originalen transkribierte

Texte, jeweils mit Anmerkungen versehen,

außerdem zahlreiche Fotos und Skizzen.

(Suhrkamp-Verlag,Berlin, 4Bände,

2986 S.,79Euro).

Die Tour: Charly Hübner,IngoSchulze

und der Herausgeber Holger Helbig sprechen

über Barlach und lesen aus den

Briefen. Die Berliner Lesung findet am

31. 1., 19 Uhr in der Akademie der

Künste, Pariser Platz 4, statt.

Karten 6/erm. 4Euro, Tel. 20057-1000

oder unter www.adk.de/tickets

er ist in Wedel großgeworden, dann

in Ratzeburg. Sein Vater fuhr als Arzt

von Dorf zuDorf. Das erlebe ich mit

Ende vierzig auch: Ohne diese Wälder

und diese norddeutschen Wetter

fehlt mir was. Dieses Güstrow, obwohl

das mecklenburgisch war und

nicht holsteinisch, nah genug an

Berlin, das war für ihn ein Segen.

Haben Sie daetwas wiedergefunden

vonIhrer Idee des Künstler-Werdens?

CHARLY HÜBNER: Das war so

eine Sinnsuche. Erwill etwas freilegen,

über die Sprache und über die

Plastiken. Er ist getrieben davon,

mehr Klarheit als vorher zu schaffen,

auch wenn er sich niemals als aufklärerisch

gesehen hätte. Als Künstler

war er von unten getrieben, die

Welt zu kapieren, weil er so viel Armut

und Unglück gesehen hat als

Kind eines Landarztes und später

auf seiner Russlandreise.

INGO SCHULZE: Es gibt einen

Brief, da antwortet er seinem Verleger

Reinhard Piper, der ihm druckfrisch

das Buch von Wassily Kandinsky

„Über das Geistige in der

Kunst“ geschickt hatte. Barlach beschäftigt

das sehr. Erhabe es auch

mal versucht, nur so Striche zu machen,

doch für ihn ist das ein fremder

Planet. Er bringt den Begriff des

Mitleidens ins Spiel. Er will die Figur

nicht preisgeben. Dieses Festhalten

am Figürlichen interessiert mich.

Wie kann man heute noch eine Erzählung

schreiben, wie eine Melodie

komponieren, wie eine Figur

zeichnen? Die frühesten gültigen

Arbeiten hat er ja erst mit 36 Jahren

geschaffen.

Finden Sie, dass man Barlach-Stücke

heute im Theater zeigen könnte?

CHARLY HÜBNER: Ichwürde ihn

gern spielen. Dafür braucht man

richtig gute Regisseure, das ist großesWelttheater.Gerade

heute,dadie

„Avengers“ im Kino so abräumen.

Vor100 Jahren war die Technik noch

nicht an dem Punkt, aber die Symbolbilder,

die Suche nach einer Art

von Göttlichkeit, Jenseitigkeit, übermenschlicher

Kraft, Angst vorm echten

Leben, Angst vorDämonen –das

ist alles schon da und in richtig guter

Sprache. „Die Sedemunds“, „Der

arme Vetter“, „Der blaue Boll“,

„Findling“, „Der tote Tag“, das sind

alles super Stücke, aber in Vergessenheit

geraten.

INGO SCHULZE: Ich habe damals

die Inszenierung des „Blauen

Boll“ von Rolf Winkelgrund am

Deutschen Theater gesehen.

Wann war das?

INGO SCHULZE: Zweite Hälfte

der Achtziger.Ich kann es nicht mehr

beschreiben, aber ich weiß, dass dieser

Eindruck sehr stark war, eine

ganz eigene Sprache, eine ganz eigene

Welt.

Wenn Siemit den Briefen auf die Veranstaltungspodien

wie demnächst in

der Akademie der Künste gehen,

kann man sich das ein bisschen wie

ein Theaterstück vorstellen?

CHARLY HÜBNER: Nee. Es ist eigentlich

ein Wohnzimmergespräch,

man hat aber 200 Zuhörer. Zum

Glück ist Holger Helbig da. Wir sind

die Liebhaber, erist der Experte. Er

hat die Briefe ausgewählt. Es ist beeindruckend,

jemanden zu erleben,

der so bewandert ist, man kann

praktisch sehen, wie er in dem Kosmos

der Briefe spazieren geht.

Muss man das in Hamburg anders

machen als in Berlin?Weil er ja Berlin

nicht leiden konnte. Und was hat

Barlach in München zu suchen?

INGO SCHULZE: Dort lebte sein

Freund und Verleger Piper. Der Südenund

Westen, Florenz und Paris,

sprachen nicht zu ihm, das war

eher ein Kontrast, um das Eigene

deutlicher zu erkennen, und das

war die norddeutsche und östliche

Landschaft, aus der seine Figuren

kommen.

CHARLY HÜBNER: Ernst Barlach

wurde vor 150 Jahren geboren, die

Kunstwerke gehören nicht zu einer

Region. Seine Figuren sind weder ostisch,

wie die Nazis behaupteten,

noch irgendwie typisch deutsch. Das

ist eine künstlerische Erzählung,

eine Setzung, die der inneren Harmonie

entspringt. Die Bettlerin und

die Lesenden sind auch überall, ob

in München, Italien oder Kanada.

Undder Berserker ist im Moment in

Argentinien auf den Straßen.

DasGespräch führte Cornelia Geißler.

Christopher Tolkien, der jüngste

Sohn des Fantasy-Autors J.R.R. Tolkien,

ist in der Nacht auf Donnerstag

im Alter von95Jahren in Frankreich

gestorben, wie der Verlag Klett-Cotta

am Freitag mitteilte.Christopher

Tolkien habe sich nach dem Todseines

Vaters 1973 ganz der Herausgabe

vondessen bis dahin unveröffentlichten

Werken gewidmet: „Silmarillion“

(1977), „Die Kinder Húrins“

(2007) oder „Der Fall vonGondolin“

(2018). John Ronald Reuel Tolkien

(1892-1973), Schriftsteller und Philologe,schuf

dieWelterfolge „Der Hobbit“

und „Der Herr der Ringe“. (dpa)

Lutherhaus Eisenach kauft

Skulptur von Ai Weiwei

DasLutherhaus in Eisenach hat eine

Skulptur des chinesischen Künstlers

Ai Weiwei gekauft. DieBetonskulptur

„man in acube“ solle in der ersten

Jahreshälfte nach Eisenach kommen,

sagte eine Sprecherin der Stiftung

Lutherhaus am Freitag. Ai Weiweischuf

die Skulptur für die

Ausstellung „Luther und die Avantgarde“,

die im Reformationsjubiläumsjahr

2017 im ehemaligen Gefängnis

in Lutherstadt Wittenbergzu

sehen war.Die Arbeit besteht aus

zwei Betonquadern, in denen ein

Negativabdruck vomKörper Ai Weiweis

zu sehen ist. DasKunstwerkbeschäftige

sich mit dem Thema Freiheit,

sagte der Kurator der Stiftung,

Jochen Birkenmeier.Die Kaufsumme

wurde nicht genannt. Der

Künstler und Dissident Ai Weiwei

(62) lebt nach einigen Jahren in Berlin

inzwischen in England. (dpa)

Doppelspitze für Deutsches

Museum in München

DasDeutsche Museum soll noch in

diesem Jahr eine Doppelspitzeerhalten.

Demlangjährigen Generaldirektor

Wolfgang Heckl soll ein für die

Finanzen zuständiger kaufmännischer

Direktor zur Seite gestellt werden.

Hintergrund ist die Sanierung

des Hauses.Die Kosten dafür waren

zuletzt explodiertvon geplanten 445

auf 745 Millionen Euro.Viele große

Einrichtungen hätten eine doppelte

Führung, sagte Museumssprecher

Gerrit Faust am Freitag. DasDeutsche

Museum in München ist eines

der größten Wissenschafts- und

Technikmuseen der Welt. Es wird

vomFreistaat Bayern,vom Bund

und den Länderngefördert. (dpa)


28 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

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Tagestipp

BÜHNE

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Schwanensee(Staatliches Russisches Ballett

Moskau)

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: Andrea Chenier

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

18.00: 4.48 Psychose

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00: The Evil (Gastspiel)

20.30: Philoktet

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: Die Zauberflöte

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88)

20.00: Hase Hase

Anzeige

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

16.00Champagnerhalle: Der letzte Raucher

20.00: Ich bin nicht Mercury

Staatsoper Unter denLinden (& 20 35 45 55)

19.30 Alter Orchesterprobensaal: Linden 21: Usher

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.30: Ultraworld

20.00 3. Stock: vengapoise –ibiza sky

KABARETT/VARIETÉ

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30, 19.30: Vivid

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: ZauberZauber –Nichts ist, wie es scheint

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Im Liegen geht’s! (HerbertKnebel)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00Kl. Saal: Vogler-Quartett, Ludwig vanBeethoven:

Streichquartett F-Dur op. 18 Nr.1,Streichquartett

C-Dur op. 59 Nr.3,Streichquartett cis-Moll op. 131

20.00 Gr.Saal: Víkingur Ólafsson(Klavier), Artist in

Residence: Suite e-Moll und Suite D-Dur,Auszüge;

Debussy: Danse–Tarantelle styrienne

Schinkel für alle

Eines der größte Ärgernisse in der an Ärgernissen nicht eben armen Stadt

Berlin war für viele die Schließung der Friedrichwerderschen Kirche im

historischen Zentrum. Menschen, die das Gebäude nie von innen gesehen

hatten, als es noch möglich war,regten sich furchtbar darüber auf, dass ihnen

das nun verwertwurde.Angefacht wurde die Empörung durch den Umstand,

dass die Schließung der Kirche durch Bauarbeiten an benachbarten Luxusappartements

bedingt wurde. Seit 2012 war das von Karl Friedrich Schinkel

entworfene Kirchengebäude wegen gravierender innerer Schäden nur noch

von außen erlebbar. Doch nun endlich ist die aufwendige Instandsetzung

und Restaurierung abgeschlossen. Im Herbst eröffnet eine neu konzipierte

Ausstellung zu Bildhauerwerken aus dem Bestand der Nationalgalerie von

der Schinkel-Zeit bis zum Kaiserreich. Allen, die es nicht erwarten können,

bietet das Haus schon jetzt die Chance zur Besichtigung. Frank Junghänel

FriedrichswerderscheKirche Tagder offenenTür,Sa. und So.,10bis 16 Uhr

Anzeige

Foto: Marco Borggreve

IVÁN

FISCHER

Dirigent

Besichtigung

SONNABEND

Ticket-Hotline 030·203092101,konzerthaus.de

Philharmonie (& 25 48 83 01)

18.15: Einführung (Berliner Philharmoniker)

19.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.HerbertBlomstedt,

Leif OveAndsnes (Klavier), Mozart: Konzertfür

Klavier und Orchester;Bruckner:Symphonie Nr.4

Es-Dur „Romantische“

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

19.15: Einführung (Philharmonisches Stradivari

Sextett Berlin)

20.00: Philharmonisches Stradivari Sextett Berlin,

Strauss: Streichsextett aus derOper „Capriccio“ op.

85; Schönberg: „Verklärte Nacht“ für Streichsextett

op. 4; Brahms: Streichsextett Nr.1B-Dur op. 18

KINDER

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

12.00: FEZ –Kinderund Familien: fezMachen! Party

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

11.30: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

LITERATUR/VORTRAG

Kulturbrauerei/Alte Kantine (& 44 31 50)

20.00: Kantinenlesen –Das Gipfeltreffen der Berliner

Lesebühnen, Dan Richter und Gäste

Planetarium am Insulaner (& 790 09 30)

20.00: Irische Zaubernacht (4), Lesung: Monika

Staesche

KONZERT

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

18.00: Dance Hits der 90er:LaBouche, Snap, Bad

Boys Blue

Kulturbrauerei/Kesselhaus (& 44 31 51 00)

20.00: Jazzanova

Passionskirche (& 69 40 12 41)

20.00: Fairytale

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)

19.00: Day6

BALLROOM

Toast Hawaii (Danziger Str.1)

23.30: Träsh Disco, Anita Drink, Dean Dynamite, Professor

Dictabeat, Ninsen, MC Knicki &DJKröte u. a.

MANDELA

THE OFFICIAL EXHIBITION

FREIHEIT IST

WEDERSCHWARZ

NOCH WEIß

19|10|19 – 15|03|20

BIKINI BERLIN

Tickets unter www.mandelaexhibition.de

Medienpartner

FR 24.01.20 ·19.00 UHR

SO 26.01.20 ·16.00 UHR

KONZERTHAUSORCHESTERBERLIN

NIKOLAJ SZEPS-ZNAIDER Violine

Werkevon RichardStrauss,

Ludwigvan Beethoven

in Kooperation mit

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 8838551) Crescendo Sa 14.45, So

14.30; Cunningham So 12.00; Lindenberg! Sa 17.15,

20.30, So 17.00, 20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Knives Out 14.30, 17.30,

20.30; Pavarotti (OmU) So 12.00

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26)1917 –Der Film (OmU)

20.00; Judy 14.00, 17.00; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) So 11.30

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Knives Out (OmU) 17.10;

Knives Out (OF) 14.00, 20.00; Marianne &Leonard –Words

of Love (OmU) So 12.00; Star Wars IX (OF) Sa 22.50; 1917

–Der Film 13.30, 16.15, 19.00, 21.40,Saa.22.40, So a.

11.00; Bis dann, mein Sohn So 11.00; Freies Land 14.30,

17.15; Judy 20.00; ARainy Day In NewYork (OmU) 18.40;

Albrecht Schnider 13.30; Aquarela (OmU) So 11.40; Judy

(OmU) 16.00, 20.50; The Farewell (OmU) So 12.00; The

Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00, 21.15; VomGießen des

Zitronenbaums 13.40, 16.40; Das Kapital im 21. JahrhundertSo11.15;

Miles Davis: Birth of the Cool (OmU) 15.30,

21.30; Parasite 18.00; Queen &Slim (OmU) 14.15, 20.50;

Aretha Franklin: Amazing Grace (OmU) 14.00; Einsam zweisam

19.00; Lara So 11.45; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao 16.00

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Milchkrieg in Dalsmynni Sa

22.30; Motherless Brooklyn20.00; Nur dieFüße tun mir leid

–900 Kilometer Jakobsweg 15.30; Pavarotti (OmU) 17.30;

Crescendo Sa 18.30, So 20.30; The Irishman (OmU) So

16.45; Milchkrieg in Dalsmynni Sa 16.45; The Peanut Butter

Falcon Sa 20.30; Rotschühchen und die sieben Zwerge

15.00; Shining (OmU) Sa 22.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Lindenberg! 14.30, 17.30,

20.30, Soa.11.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

14.30, 17.15, 20.00; Ich war noch niemals in NewYork So

11.45; ARainy Day In NewYork 14.00, 18.30; Official Secrets

So 11.30; Das perfekte Geheimnis 16.00; Die schönste

Zeit unseres Lebens 20.45; Cunningham So 11.30; The

Farewell 17.50, 20.10;Latte Igel undder magische Wasserstein

13.30; Spione Undercover15.30; Der geheime Roman

des Monsieur Pick 16.15, 18.30, 20.45; Der kleine Rabe

Socke314.20; Nurejew–The White CrowSo11.45

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Atmos: Bad Boys for Life

Sa 20.00, 23.00, So21.00; Die Eiskönigin IISa11.30,

14.00; 3D,Atmos: Star Wars IX Sa 16.40; Lindenberg! Sa

16.45, 19.45, 22.50, So 14.30, 17.45, 20.50; Vier zauberhafte

SchwesternSa11.45, 14.15, So 12.00; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl Sa 17.00; Die Eiskönigin II So 11.45;

Jumanji Sa 14.15; 3D: Star Wars IX Sa 19.45, 23.00; Star

Wars IX Sa 11.30, So 14.30, 17.45, 21.00; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl So 15.00, 17.50; 3D: Jumanji Sa

17.45; Lindenberg! Sa 11.30; 3D: Star Wars IX Sa 23.00,

So 20.45; Star Wars IX Sa 14.30, So 12.00; Bad Boys for

Life Sa11.45, 14.20, 17.10, So12.15, 15.00, 18.00;

Knives Out Sa 20.00, 23.10,So21.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl Sa 11.30, 14.15, 20.15, So 20.45; Bad

Boys for Life (OF) Sa 23.00; Star Wars IX Sa 17.00; Z Engel

für Charlie Sa 11.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl So

12.30; Die Eiskönigin II So 15.15; Joker Sa23.15; Knives

Out Sa 17.00, So 18.00; Das perfekte Geheimnis Sa 14.10,

So 21.00; Star Wars IX Sa 20.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) ARainy Day In New

York Sa 14.45; ARainy Day In NewYork (OmU) So 17.45;

Character One: Susan (OmenglU) Sa 19.15; Jeanne d‘Arc –

Jeanne (OmU) Sa 11.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

16.15; Der Leuchtturm(OmU) 20.45; Milchkrieg in

Dalsmynni Sa17.45; Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid

(OmU) So 19.15; Motherless Brooklyn (OmU) So 11.00;

Shaundas Schaf: DerFilm:UFO-AlarmSa13.15, So 14.45;

Snorri &der Baby-Schwimmclub (OmU) So 13.30; Why

Don‘t YouJust Die! (OmenglU) Sa 22.40; WhyDon‘t YouJust

Die! (OmU) So 22.40; Aquarela (OmU) Sa 11.00; Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) Sa 12.45; Bunuel im Labyrinth

der Schildkröten Sa16.00, So14.15; Freies Land

(DFmenglU) 19.30; Der kleine Rabe Socke3Sa14.15, So

12.45; Lara (DFmenglU) So 15.50; Morgen sind wir frei So

11.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 21.40;

Systemsprenger (DFmenglU) 17.30; Einsam zweisam

(OmU) Sa 13.30; The Farewell So 13.45; The Farewell

(OmenglU) Sa 18.40; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

So 12.15; Der geheime Roman des Monsieur Pick –Lemystere

Henri Pick (OmU) Sa 17.00, So 18.50; Joker (OmU)

22.45; Motherless Brooklyn (OmU) Sa 11.00; Parasite –

Gisaengchung (OmenglU) So 20.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) Sa 20.30; Snorri &der Baby-Schwimmclub

(OmU) Sa 15.30, So 15.45; Die Wache –Auposte! (OmU)

So 11.00; Weathering With You –Tenki no ko (OmU) So

17.00

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl Sa 14.00, 18.15, So 15.30, 19.00; Freies

Land Sa 20.30, So 21.15; Joker(OmU) Sa 23.00; Das Kapital

im 21. Jahrhundert–Capital in the Twenty-First Century

(OmU) Sa 12.00; Lara Sa 16.15, So 13.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) So 23.45; Aretha Franklin: Amazing Grace

(OmU) So 22.00; Der geheime Roman des Monsieur Pick –

Le mystere HenriPick (OmU) 20.00; Land desHonigs(OmU)

12.15; Der marktgerechte Mensch 18.00; Midsommar –

Director‘s Cut (OmU) Sa 22.00; Schönheit &Vergänglichkeit

14.00; Systemsprenger 15.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film 11.00,

13.50, 20.00, 23.00, Sa a. 17.00, So a. 17.10; 3Engel für

Charlie 13.45, 20.00, Sa a. 17.10; Als Hitler das rosa Kaninchenstahl

20.10; Bad Boys for Life 11.10, 16.30, 19.40;

IMAX:Bad Boys for Life 14.10, 17.00, 20.00, 23.00; Black

and Blue 23.15; Cats 17.15; 3D: Die Eiskönigin II 11.20;

Die Eiskönigin II 11.00, 14.20, 16.50; The Grudge 22.50,

Sa a. 19.50, So a. 20.10; Hustlers 22.50; Joker22.50; Jumanji

11.20, 14.00, 16.50, 19.45, 22.40; Der kleine Rabe

Socke 312.00; Knives Out 14.10, 16.40, 19.50, 22.45;

Knives Out (OF) 19.30, 23.00; Last Christmas 11.50; Latte

Igel und der magische Wasserstein 12.00, 14.30; Lindenberg!

11.00, 14.10, 16.30, 19.40, Sa a. 22.15, So a.

22.30; Le Mans 66: Gegen jede Chance 16.50; Motherless

Brooklyn 22.40; The Peanut Butter Falcon 14.20; Das perfekte

Geheimnis 19.20; Queen &Slim 19.30; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.50; 3D: Spione Undercover

Sa 17.15; Spione Undercover11.40, 14.20; 3D: Star Wars

IX 14.00, 16.40, 19.50, 23.10; IMAX 3D: Star Wars IX

11.10; Star Wars IX 13.45, 16.30, 20.10,22.10; Star Wars

IX (OF) 22.40; Thomas und seine Freunde 11.30; Vier zauberhafte

Schwestern11.30, 14.00, 17.00; Weathering With

You So 17.00, 17.30; Wonder Boy, Olivier Rousteing,nesous

X (OmU) 14.30

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Joker (OmU) So 22.40;

Der Leuchtturm (OmU) 20.30; Mein Ende. Dein Anfang.

(OmenglU) 16.00; Parasite – Gisaengchung (OmU) Sa

22.40; Systemsprenger (OmenglU) 18.10; Easy Love

(OmenglU) 16.00; Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid (OmU)

18.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen (OmU) 19.50;

WhyDon‘t YouJust Die! (OmU) 22.10

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film 16.40,

19.40, Sa a. 13.40, 23.00, So a. 14.10; Bad Boys for Life

13.30, 17.00, 20.00, Sa a. 22.45; Bad Boys for Life (OF) So

20.00; Cats So 11.10; Die Eiskönigin II 13.50, 16.30, So a.

11.10; JokerSa22.50; Jumanji 19.50, Sa a. 16.40, 23.00,

So a. 13.40, 17.00; Der kleine Rabe Socke 3So11.40;

Knives Out 19.20, Sa a. 22.30; Lindenberg! 13.50, 16.30,

19.50, Saa.22.40; Das perfekte Geheimnis Sa20.00;

Pettersson und Findus: Findus zieht um So 14.00; Spione

UndercoverSa14.10, So 11.30; 3D: Star Wars IX 16.20, Sa

a. 19.30; Star Wars IX Sa 13.40, 22.45, So 11.00; Thomas

und seine Freunde So 11.15; Vier zauberhafte Schwestern

14.00, Sa a. 17.00, So a. 11.00; Weathering With You So

17.00; Weathering With You(OmU) So 20.00

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Kusama: Infinity So 18.00; Morgen

sind wir frei Sa 13.20, So 20.00; Pollock (m. Gast) Sa

16.45; Rotschühchen und die sieben Zwerge Sa15.05, So

16.10; Die schönste Zeit unseres Lebens Sa 19.15, So

14.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) 1917 –Der Film

14.20, 17.10, 20.00, Sa a. 22.50; 3Engel für Charlie Sa

22.50; Die Addams Family 12.40; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.10; Bad Boys for Life 14.20, 17.00, 20.00,

Sa a. 22.40; 3D: Die Eiskönigin II 11.50, 14.15; Die Eiskönigin

II 10.40, 12.10, 14.30, 17.20; The Grudge 17.30;

Jumanji 17.20, 19.50; Der kleine Maulwurf (1963-1975)

10.50; Der kleine Rabe Socke10.30, 13.10;

Knives Out 19.45, Sa a. 17.15, 22.45; Der König der Löwen

11.40; Latte Igel und der magische Wasserstein 12.20,

15.00; Lindenberg! 16.30, 19.30, Sa a. 22.20; Miniblockbuster

–6Kurzfilme 14.00; Das perfekte Geheimnis 19.40;

3D: Spione Undercover 11.45; Spione Undercover 14.50;

3D: Star Wars IX 16.40, 19.50, Sa a. 22.30; Star Wars IX

14.10, 20.15; Thomas und seine Freunde 12.00; Underwater

–Esist erwacht Sa 23.00; Vier zauberhafte Schwestern

12.15, 14.40, 17.10; Weathering With YouSo17.30; Zombieland

2Sa23.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Knives Out (OmU) Sa 16.30,

19.30, 22.20, So 17.30, 20.30; B Aretha Franklin: Amazing

Grace (OmU) Sa 14.30, So 15.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 15.50, 18.40, 21.30

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Entschieden Psychologisch

–Der Blick des Wilhelm Salber (OmU; m. Gast) So

15.30; Little Joe (OmU) 17.45, 20.00, Sa a. 12.15, So a.

11.15; MarriageStory(OmU) So 13.30; Milchkrieg in Dalsmynni

(OmU) 19.00, Sa a. 22.15, So a. 13.30; Parasite

(OmU) 16.15; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(OmU) 21.00, Sa a. 15.00; Una Primavera (OmU) Sa 14.30

Moviemento (✆ 692 47 85) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl Sa22.00, So 14.15; Der kleine Rabe Socke 3So

10.00; Der Leuchtturm (OmU) So 16.45; Little Joe (OmU)

So 11.45, 21.30; Milchkrieg in Dalsmynni (OmU) Sa 10.45;

Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa 13.00, 15.15,

17.30, 19.45, So 19.15; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Sa 19.00, So 10.45; Der Leuchtturm(OmU) Sa 21.30; Kinderfilm

des Monats: Pettersson und Findus: Findus zieht um

Sa 14.30; Searching Eva (OmenglU) So 22.45; Systemsprenger

Sa 16.15; Thomas und seine Freunde Sa 12.30;

Flussfilmfest: Überraschungsfilm So 18.00; VomGießen des

Zitronenbaums (OmU) Sa 10.15, So 13.15, 15.30;

KINO

Subversive Energien

Claus Löser über einen russischen Horrorfilm, der mit drastischen

Mitteln von kollektiven Verdrängungen erzählt. Zeitgleich kommt ein

Klassiker des Genres wieder ins Kino.

Russland bietet heute seinen Besuchern

ein weitgehend aufgeräumtes Bild, zumindest

in den Metropolen. Müll liegt

kaum noch herum, das Trinken in der Öffentlichkeit

ist verboten, Bettler, Straßenhändler

und Musikanten werden schnell verscheucht. Dafür

sorgen unzählige Polizeipatrouillen, die für eine

Durchsetzung dieses Images sorgen. Natürlich

wird inRussland wie eh und je weitergesumpft,

nun eben hinter verschlossenen Türen. Wenn sich

jetzt eine russische Horrorkomödie großer Beliebtheit

erfreut, in dem die Polizeiführung selbst als ein

Haufen korrupter und gewalttätiger

Grobiane gezeigt

wird, dann bedeutet

das natürlich etwas. „Papa,

Sdochny“ (Papa, verrecke)

ist ein Film, der hinter den

Türen des modernen Russlands

spielt. Er wurde von

dem 1989 in Leningrad geborenen

studierten Physikers

Kirill Sokolow gedreht.

Sein erstaunliches Langfilmdebüt

kommt jetzt unter

dem internationalen

Festivaltitel „Why don’t you

just die!“ in ausgewählten

deutschen Kinos zur Aufführung.

Erwartungsgemäß

bietet das Werk eine

etwas andere„Montage der

Attraktionen“, als dies Sergej

Eisenstein einst gemeint

hatte.Wer also den Anblick

von Blutfontänen, durchbohrten

Gliedmaßen und

kuriosen Todesarten auf

der Leinwand nicht gewohnt

ist, sollte vomKauf eines Ticketsabsehen.

Weraber die Filme Tarantinos schätzt und im

Genre insgesamt etwas bewandert ist, wird den

Einfallsreichtum und die überraschenden Wendungen

zu schätzen wissen. Ortdes Geschehens ist

die altmodisch eingerichtete Wohnung eines mittleren

Polizeibeamten: bescheidener Wohlstand,

Militaria-Nippes in den Regalen, Gemälde von

Uniformträgern anden Wänden. Als es an der Tür

klingelt und ein junger Mann mit einem Zimmermannshammer

in der Hand davor steht, wird

schnell klar,dass es sich hier nicht um einen Handwerkertermin

handelt. Umgehend geht es zur Sache.

Matwej,sostellt sich heraus,ist der Liebhaber

der Polizistentochter. Inihrem Auftrag soll er den

Vater töten. Dies ist aber nur eine Handlungslinie.

Es folgen zahlreiche Turnsmit weiteren Figuren,

denen es allesamt nur ums Geld geht –bis auf Matwej.

Er ist der letzte Naive, der ewige „Iwan Durak“,

der nicht rechtbegreift, was um ihn herum stattfindet,

und der eine unendliche Reihung von Prüfungen

durchlaufen muss.St. Petersburgals Setting dieses

Films ergibt Sinn. In der „auf Sumpf und Knochen“

erbauten Planstadt wusste das Morbide von

jeher um eine Heimstatt. Hier haben die Nekrorealisten

um Jewgeni Jufit schon in den frühen 80ern

äußerst makabreKurzfilme gedreht. Regisseur Kirill

Sokolow steht in dieser Tradition –wenn er auch

kein Undergroundkünstler ist. Sein Film entstand

DAS FLIEGENDE AUGE

Suzy Banyon (Jessica Harper) in dem Horrorfilm

„Suspiria“ von 1977

IMDB

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 11.00, 16.00, So

18.45; Little Joe(OmU) Sa 13.30, 18.30,21.00, So 16.15;

Kinderfilm des Monats: Pettersson und Findus: Findus zieht

um So 14.30; Thomas und seine Freunde So 12.30; Vom

Gießen des Zitronenbaums (OmU) So 10.15; Yung (OmenglU)

So 21.15

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Filmprogramm (Ein

Nachmittag mit Fellini zum 100. Geburtstag) So 16.00; Porträt

einer jungen Frau in Flammen Sa 20.30, So 20.00

Sputnik (✆ 694 11 47) British Shorts Festival (OF) 18.00,

20.00, 22.00, Sa a. 23.59, So a. 16.00; Schönheit &Vergänglichkeit

(OmU) Sa 16.00; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm Sa14.30, So14.00; The Farewell (OmU) Sa

17.45, So 22.15; Joker (OmU) So 20.00; Little Joe (OmU)

Sa 20.00, So 18.00; Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid

(OmU) Sa 16.00; PJ Harvey (OmU) Sa 22.15; Porträt einer

jungen Frau in Flammen (OmU) So 16.00; Thomas und seine

Freunde Sa 14.30, So 14.15

Yorck (✆ 78 91 32 40) Latte Igel und der magische Wasserstein

So 12.30; Lindenberg! 14.30, 17.30, 20.30; New

Knives Out 18.50; Parasite 16.00, 21.40; Spione Undercover13.50

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.00; Bad Boys for Life 17.30, 20.30; Die Eiskönigin

II13.00, 15.00, 17.45; Jumanji So 12.30; Der

kleine Rabe Socke3Sa13.00, So 10.45, 12.45; Knives Out

17.15, 20.15; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa

13.15, So 10.30, 12.15; Lindenberg! 15.00, 17.00, 20.00;

Spione Undercover 14.45, So a. 10.15; 3D: Star Wars IX

14.15, 17.15, 20.15; Thomas und seine Freunde So 10.00;

Vier zauberhafte Schwestern 15.15, Sa a. 13.00, So a.

10.30, 12.45

mit finanzieller Unterstützung des russischen Kulturministeriums.

Als Unterhaltungskino getarnt,

verweist sein Apartment-Splatter auf die vonGeneration

zu Generation weitergereichten Verdrängungen

einer auf Gewalt basierenden Gesellschaft. Er

betreibt damit einen Exorzismus der besonderen

Art und zeigt, dass Horrorfilme noch immer in der

Lage sind, subversiveEnergien freizusetzen.

Horror war (neben Sex) das einzige Genre, das

in den Filmproduktionen der realsozialistischen

Länder nicht stattfand. Es liegt hier also eine starke

Ungleichzeitigkeit der medialen Entwicklungen

und Erfahrungswerte vor.

Spannend ist deshalb ein

Vergleich mit westlichen

Tendenzen. Als Dario Argento

1976 seinen heute als

Kultfilm verehrten Klassiker

„Suspiria“ drehte, war

das klassische Horrorkino

bereits in eine Erschöpfungsphase

eingetreten.

In den USA hatten die

berühmten Werke von

George A. Romero („Night

of the Living Dead“), Larry

Cohen („It’s Alive“) oder

Tobe Hooper („The Texas

Chain SawMassacre“) noch

gekonnt auf die Traumata

des Vietnamkriegs reagiert

und damit ähnlich wie jetzt

der russische Film auf kollektiveVerdrängungen

hingewiesen.

Argento als Italiener

bot eher ein Beispiel

von „spätrömischer Dekadenz“.

Er installierte seinen

Ballettschulen-Hexenzauber

in einem aus reiner Projektion bestehenden

Freiburg imBreisgau, wo sich die Tanzelevinnen

den Zugriffen einer satanischen Sekte ausgesetzt

sehen. DerHeldingelingt es nur unter Aufwendung

äußerster Kräfte,der Verdammnis zu entfliehen.

Dieser Film war mit seinen in der Schwarzen

Romantik wurzelnden, in abgründiger Eleganz

schwelgenden Bildfindungen durchaus innovativ,

führte jedoch über die Verhandlung spätpubertärerFluchtimpulse

kaum hinaus.Das 2018 vonLuca

Guadagnino vorgenommene Remake mit Tilda

Swinton in einer Mehrfachrolle und mit der Musik

von Radiohead-Mastermind Thom Yorke wiederum

ist ein gutes Beispiel für das in seine nächste

kommerzielle Verpuppungsphase eintretende

Genre, das sich nur noch selbst kannibalisiert.

Noch perfekter,aber auch langweiliger,vermag der

Film wenig eigene Akzente zu setzen. Beide„Suspiria“-Fassungen

sind jetzt in einem Doppel in analoger

Projektion zu erleben.

Whydon't you just die! (Papa, Sdochny), diverse Kinos

Suspiria Doppelprogramm, Filmrauschpalast, 26. Januar ab 19 Uhr

Claus Löser

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.Er

kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl Sa 18.00, 20.30, So 13.00, 15.00;Einfach

Tanzen Sa 23.00; Das größte Geschenk So17.30; Judy

20.30, Sa a. 10.30, 17.45, So a. 18.00; Jumanji Sa 15.15,

23.00, So 15.30; Lara Sa 10.30; Lindenberg! Sa 13.00,

15.00, 17.45, 20.15, 23.00,So15.15, 18.00, 20.00; Pettersson

und Findus: Findus zieht um 13.00; VomGießen des

Zitronenbaums 13.00, Sa a. 15.45, So a. 20.30

MARZAHN

UCI Kinowelt amEastgate (✆ 93 03 02 60) 1917 –Der

Film 14.00, 20.00, Sa a. 17.00,23.00, So a. 17.30; 3Engel

für Charlie Sa 14.00; Attraction 2: Invasion –Prityazhenie II

(OmU) So 14.00; Bad Boys for Life 14.00, 17.00, 20.00, Sa

a. 23.00; Bad Boys for Life (OF) So 20.00; Cats 11.30; Die

Eiskönigin II 11.30, 14.00, 17.00; The Grudge20.15, Sa a.

22.45; Holop –Servant (OF) 11.30; 3D: Jumanji 19.55, Sa

a. 22.50; Jumanji 14.00, 17.00; Knives Out 16.30, Sa a.

19.45, 23.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

11.45; Lindenberg! 16.30, 19.40, Sa a. 22.50; Das perfekte

Geheimnis Sa 19.50, So20.20; Spione Undercover

11.40, 14.10; 3D: Star Wars IX 19.30, Sa a. 22.45; Star

Wars IX 14.10, 16.30; Thomas und seine Freunde 11.45;

Vier zauberhafte Schwestern 11.45, 14.00, Sa a. 17.30;

Weathering With YouSo17.00; Zombieland 2Sa22.45

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) British Shorts Festival (OF) Sa

19.00, 21.00; Der kleine Rabe Socke 3 15.00; Lara

(OmenglU) Sa 16.30; Milchkrieg in Dalsmynni So 21.00;

Parasite So 18.30; Shaun das Schaf So 16.30; But Beautiful

(OmU) Sa 17.45; Checker Tobi 16.00; Einsam zweisam

Sa 21.30, So 19.30; Gundermann Revier (OmenglU) So

17.45; Marianne &Leonard (OmU) So 21.45; Die Wache Sa

20.00


Babylon (✆ 242 59 69) Greek Rock Revolution (OmenglU)

Sa 22.30, So 20.00; Hellas Filmbox: Holy Boom (OmenglU)

17.30; Hellas Filmbox: Irving Park (OmenglU; m.Vorfilm) Sa

21.30; Joker (OmU) Sa22.30, So 19.30; Hellas Filmbox:

Lambda Pi (OmenglU; m.Vorfilm)Sa20.45; Hellas Filmbox:

Meltem (OmenglU) Sa 17.00, So 17.30; Hellas Filmbox:

NewVision: Shorts (OmenglU) Sa 17.00; Felsenstein: Othello

15.00; Hellas Filmbox: Persephone (OmenglU) So 15.30;

Hellas Filmbox: Scopophilia (OmenglU; m. Vorfilm, Gast u.

Gespräch) Sa 19.00; Stummfilm um Mitternacht: Spione

(m.Live-Musikbegleitung) Sa 23.59; Hellas Filmbox: Sugar

Town –For aFistful ofVotes (OmenglU) Sa 19.00; CinemAperitivo:

Una questione privata –Eine private Angelegenheit:

Rainbow –APrivate Affair (OmU; m. Gespräch) So 16.00;

Hellas Filmbox: The Waiter (OmenglU; m. Gast u. Gespräch)

Sa 20.30; Felsenstein: Welche Kunst ist gültig, die nicht

wahr ist? So 14.00; Hellas Filmbox: When Tomatoes Met

Wagner (OmenglU; m. Preisverleihung) So 20.00; Hellas

Filmbox: Zizotek (OmenglU) Sa 19.45, So 18.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Fritzi –Eine

Wendewundergeschichte So 12.15; Joker(OmU) Sa 21.45,

So 20.45; DerLeuchtturm(OmU) So 16.00; Queen &Slim

(OmU) Sa 11.45, 14.15, 17.00; Thomas und seine Freunde

Sa 10.00; VomGießen des Zitronenbaums –ItMust Be Heaven(OmU)

So 10.15, 14.00, 18.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

Sa 12.45; Der Leuchtturm (OmU) Sa 16.30;

Queen &Slim (OmU) Sa 21.15, So 11.45, 14.15, 16.45,

19.30; Thomas und seine Freunde So 10.00; VomGießen

des Zitronenbaums –ItMust Be Heaven (OmU) Sa 10.45,

14.30, 19.00; Yung (OmenglU) So 22.15

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film

14.00, 17.30, 19.40, Saa.11.50, 23.15, So a. 11.10,

23.10; 1917 –Der Film (OF) Sa 17.15, 20.15, So 16.30,

19.50; 3Engel für Charlie 11.45, So a. 22.50; 3Engel für

Charlie –Charlie‘s Angels (OF) Sa 22.30; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 11.20, Saa.14.20; Bad Boys for Life

11.00, 13.45,17.00, 20.10, 23.15;Bad Boys for Life (OF)

22.45; Cats Sa11.45, So 11.20; Cats (OF) 13.40; Die Eiskönigin

II 11.15, 17.20; Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) Sa

14.50, So 14.10; JokerSa23.00; Joker(OF) So 22.50; 3D:

Jumanji Sa 20.15, 23.15, So 22.40; Jumanji Sa 14.30,

17.10, So 17.00; Der kleine RabeSocke3So 11.30; Knives

Out Sa 16.30, 19.50, So 19.30, 23.15; Knives Out (OF) Sa

19.30, 23.15, So 16.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

Sa 11.30; Lindenberg! Sa 16.45, 20.00, So 16.15,

19.30; Das perfekte Geheimnis Sa 16.20, So 14.40; Pettersson

und Findus: Findus zieht um So 14.00; Psy 3Hunde

3: Im Namen der Regeln –Psy 3: Wimie zasad (OmenglU)

So 20.00; 3D: Spione Undercover11.10; Spione Undercover

13.40; 3D: Star Wars IX 14.10, Sa a. 19.10, 22.50, So

a. 19.30; Star Wars IX 16.15; 3D: Star Wars IX (OF) So

22.50; Star Wars IX (OF) 20.30; Vier zauberhafte Schwestern

11.30, 13.50; Weathering With YouSo17.00, 20.00

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) 1917 –Der Film (OmU)

16.30, 19.00,21.30, So a. 12.15; ARainyDay In NewYork

(OmU) 14.30, So a. 10.15; Lindenberg! 14.00, 19.30,

22.15, So a. 11.00; Die Sehnsucht der SchwesternGusmao

–Avida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 16.45; The

Farewell (OmU) 19.00; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

(OmU) 14.15, 21.15; Miles Davis: Birth of the Cool (OmU)

16.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.15, 16.45,

19.15, So a. 10.00; Einsam zweisam (OmU) 21.45, So a.

12.15; Aquarela (OmU) Sa 15.15; Der geheime Roman des

Monsieur Pick –Lemystere Henri Pick (OmU) 17.15; Jeanne

d‘Arc (OmU) 22.00; Judy (OmU) 19.30

International (✆ 24 75 60 11) European Outdoor Film Tour

So 19.30; Knives Out (OmU) Sa 21.30; Lindenberg! Sa

15.30, 18.30, So13.30, 16.30; Miles Davis: Birth of the

Cool (OmU) So 11.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Amphitryon –Aus den

Wolken kommt das Glück So 16.00; Ausdem Fernseharchiv:

Das Ende der Beherrschung So 18.00; Der gordische Knoten

Sa 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) 1917

–Der Film 14.50, 17.10, Sa a. 20.10, 23.00, So a. 20.15;

1917 –Der Film (OF) Sa 19.50, So 20.15; 7. Kogustaki

Mucize –Das Wunder in Zelle Sieben (OmU) Sa 23.00;

Aman Reis Duymasin (OmU) Sa 23.00; Baba Parasi (OmU)

20.30, Sa a. 23.10; Bad Boys for Life 14.20, 17.00, Sa a.

20.00, 23.00, So a. 20.10; Bad Boys for Life (OF) 19.55;

Cats 12.00; Cep Herkülü: Naim Süleymanoglu –Pocket Hercules

(OmU) 14.15; Die Eiskönigin II 12.00, 14.15, 17.15;

Jumanji 12.00, 14.00, 17.20, 20.10; Der kleine Rabe Sokke

312.00; Knives Out 20.00; Latte Igel und der magische

Wasserstein 12.00, 14.00; Lindenberg! 16.50, 19.55, Sa a.

23.00; Mucize Ask (OmU) 17.35; Recep Ivedik VI (OmU) Sa

23.00; Spione Undercover12.00, 14.30, Sa a. 17.15; Star

Wars IX 12.00,14.00, 16.10, 19.35, Sa a. 22.50; Thomas

und seine Freunde 12.00; Underwater –Esist erwacht Sa

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 14.45, Sa a.

17.20; Weathering With YouSo17.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) The Farewell (OmenglU) Sa 18.50,

So 18.10; Der kleine Rabe Socke 3Sa14.00, So 12.00;

Land des Honigs (OmU) Sa 15.30; Milchkrieg in Dalsmynni

– Heradid (OmU) Sa 17.10; Parasite – Gisaengchung

(OmenglU) Sa 22.50, So 20.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen (OmU) Sa 20.40, So 13.30; Die Sehnsucht der

Schwestern Gusmao –Avida invisivel de Euridice Gusmao

(OmU) So 15.40; Systemsprenger (DFmenglU) So 22.30

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Queen &Slim (OmU) 16.30,

19.30, 22.30

Passage (✆ 68 23 70 18) 1917 –Der Film (OmU) 15.00,

17.45, 20.30; Alkohol So 13.00; Cunningham (OmU) So

13.00; Joker (OmU) 17.45, 20.30, 21.30; Judy (OmU)

16.00, 19.00;Systemsprenger So 14.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 15.00, 16.30; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 18.30, Soa.13.30; Motherless Brooklyn (OmU)

21.00

Rollberg (✆ 62 70 46 45) 1917 –Der Film –1917 (OF)

14.00, 16.45,19.30, 22.15; National Theatre London: Fleabag

(OF) So 20.00; Parasite –Gisaengchung (OmenglU)

17.00, 20.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

(OmenglU) 14.20; Knives Out (OF) 16.00, 19.00; Der

Leuchtturm (OF) 21.50; The Peanut Butter Falcon (OF)

13.45; Creepy Crypt: 5Zimmer,Küche, Sarg –What We Do

in the Shadows (OF) Sa 22.30; Star Wars IX (OF) Sa 16.15,

19.20, So 13.40, 16.50; The Farewell (OmenglU) 14.00,

19.10; Queen &Slim (OF) 16.20, 21.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) 1917 –Der

Film 14.25, 16.45, 20.10, Sa a. 23.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00; Bad Boys for Life 14.00, 16.50,

20.00, Sa a. 23.00; Die Eiskönigin II 12.10, 14.40, Sa a.

17.25; 3D: Jumanji 19.30; Jumanji 16.40; Der kleine Rabe

Socke312.30; Knives Out 19.50, Sa a. 22.30; Lindenberg!

17.10, 19.40; Das perfekte Geheimnis Sa 11.30, 22.45;

3D: Star Wars IX 17.10, Sa a. 20.30,Soa.20.15; Star Wars

IX Sa 14.10, 22.40, So 13.45; Vier zauberhafte Schwestern

11.40, 14.30; Weathering With YouSo17.00

Wolf (✆ 921 03 93 33) The Farewell (OmenglU) 18.50;

Flussfahrtmit Huhn 16.00; Jeanne d‘Arc (OmU) 13.00; Der

Leuchtturm(OmU) 16.30; Little Joe–Glück ist ein Geschäft

(OmU) 21.10; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 18.10; Die Tigerentenbande

–Der Film 12.20; VomGießen des Zitronenbaums

–ItMust Be Heaven(OmU) 13.50, 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Der kleine Rabe

Socke3Sa13.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

So 13.20; Lindenberg! 17.30, 20.30, So a. 12.00; Pavarotti

So 11.00; Spione Undercover 15.15; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.40, 17.15; Knives Out 20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) 1917 –Der Film

15.15, 18.00; 1917 –Der Film (OmU) 20.45; Aretha Franklin:

Amazing Grace (OmU) So 11.15; Latte Igel und der

magische Wasserstein 13.20; Lindenberg! 14.40, 17.30,

20.30; Pavarotti So 12.15; Judy17.15; Miles Davis: Birth of

the Cool (OmU) So 12.30; Parasite 20.00; Spione Undercover15.00;

Cunningham So 11.00; Der kleine Rabe Socke3

So 13.00; Knives Out 14.50, Sa a. 20.30; Knives Out(OmU)

17.40, So a. 20.30; Alkohol So 11.00; Freies Land 14.40,

17.20, 20.00;Schönheit &Vergänglichkeit So 13.00

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) 1917

–Der Film 17.10, 20.00, Sa a. 14.00, So a. 13.45; 1917

–Der Film (OmU) 22.50; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Sa 16.45, So 14.15, 16.30; Cats So 11.45; Die Eiskönigin

II Sa 13.30, So 11.15, 14.20; The Farewell (OmU) So

22.45; Freies Land 21.30; Joker(OmU) 22.40;

Judy Sa 16.15, So 19.00; Der kleine Rabe Socke 3Sa

14.15, So 11.20; Knives Out Sa16.20, 19.30, So 16.00,

19.45; Knives Out (OmU) 22.50; Der König der Löwen So

11.30; Kuddelmuddel bei Pettersson und Findus So 12.20;

Lindenberg! 13.30, 16.40, 19.45; Little Joe –Glück ist ein

Geschäft Sa 21.30; Little Joe–Glück ist ein Geschäft (OmU)

So 22.40; Milchkrieg in Dalsmynni So17.00; Pavarotti

(OmU) So 11.15; The Peanut Butter Falcon Sa 19.00, So

19.15; Das perfekte Geheimnis Sa 16.10, So 16.00; Pettersson

und Findus: Findus zieht um So 14.00; Queen &

Slim Sa 19.20; Queen &Slim (OmU) Sa 22.20, So 21.40;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm So11.45; Spione

UndercoverSa13.50, So 13.30; Star Wars IX (OmU) 19.30,

Sa a. 13.45, 16.10, So a. 14.00, 16.50; Star Wars IX (OF)

Sa 22.30, So 21.45; Thomas und seine Freunde So 11.15;

Vier zauberhafte SchwesternSa13.45, So 14.20; VomGießen

des Zitronenbaums 19.00; Weathering With You So

17.00, 20.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Gundermann Revier Sa 19.30,

So 19.00; Havelland. Fontane Sa16.00; Heimat ist ein

Raum aus Zeit So 15.00; Schönheit &Vergänglichkeit Sa

18.00; WhyDon‘t YouJust Die! (OmU) Sa 21.15, So 20.45

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Casablanca (OmU) Sa

23.59; Emil und die DetektiveSo14.00; The Farewell (OmU)

Sa 20.00, So 15.15; Fellinis 81/2 –Otto emezzo (OmU)

So 17.00; Fellinis Das süße Leben –Ladolce vita (OmU) Sa

17.00; Der Himmel über Berlin (OmenglU) Sa 21.45; Parasite

–Gisaengchung (OmenglU) So 21.45; Quatsch und die

Nasenbärenbande Sa 14.00; Schönheit &Vergänglichkeit

(OmenglU) Sa 15.30; Sneak PreviewSo19.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 1917 –Der

Film 14.15, 17.05, 19.40, 22.30; 3Engel für Charlie 17.20;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 19.55; Bad Boys for Life

14.25, 17.00, 20.00,22.45; Cats 12.00, 14.30;Die Eiskönigin

II 12.05, 14.20, 17.15; The Grudge 22.35; Joker

22.35; 3D: Jumanji 19.55; Jumanji 14.15, 17.00; Der kleine

Rabe Socke 312.15; Knives Out 19.45, 22.45, Sa a.

16.50; Latte Igel und der magische Wasserstein 14.25;

Lindenberg! 14.20, 16.40, 19.40, 22.40; Mein Lotta-Leben

–Alles Bingomit Flamingo! 12.10; Das perfekte Geheimnis

19.50; Queen &Slim 22.45; Shaun das Schaf: Der Film:

UFO-Alarm 12.15; Spione Undercover 12.00, 14.20; 3D:

Star Wars IX 16.45, 22.40; Star Wars IX 14.35, 19.40; Systemsprenger

19.40; Thomas und seine Freunde 12.10;

Underwater –Esist erwacht 19.55, 22.30; Vier zauberhafte

Schwestern 12.15, 14.30, 17.05; Weathering With You So

17.00

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Königreich Arktis

So 16.00; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa

14.30; M. C. Escher So 11.30; Der Mann, der vom Himmel

fiel –The Man Who Fell to Earth (OmU) Sa 20.00; VanGogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit Sa 16.30, So 18.00; Zeit für

Stille –InPursuit of Silence (OmU) So 13.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film

16.50, 19.50, Sa a. 13.50, 22.55, So a. 13.15; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl Sa 17.20, So 11.10; Bad Boys for

Life 11.10, 14.15, Sa a. 17.00, 20.05, 23.10, So a. 17.25,

20.30; Bad Boys for Life (OF) So 19.30; Cats Sa 11.15; Die

Eiskönigin II 11.30, 14.10, 16.50; The Grudge Sa20.20,

23.00; Joker Sa 23.15; 3D: Jumanji Sa 19.30; Jumanji

13.50, 16.45, Sa a. 22.35; Der kleine Rabe Socke311.35;

Knives Out 16.15, 19.45, Sa a. 23.00; Latte Igel und der

magische Wasserstein Sa 11.30; Lindenberg!13.50, 16.25,

19.35, Sa a. 22.45; Das perfekte Geheimnis 20.15, Sa a.

13.15, So a. 11.00; Pettersson und Findus: Findus zieht um

So 14.00; Spione Undercover11.05, 13.45; 3D: Star Wars

IX 14.10, 16.40, 19.55; Star Wars IX 11.00, 19.20, Sa a.

22.40; Thomas und seine Freunde 11.00; Underwater –Es

ist erwacht Sa 23.10; Vier zauberhafte Schwestern 11.15,

14.10, 17.30; Weathering With YouSo17.00, 20.00

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Freies

Land 17.20; Das perfekte Geheimnis 14.35, 20.15; Thomas

und seine Freunde 12.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Alles außer gewöhnlich 20.15; Ich

war noch niemals in NewYork 15.30; Die zwei Päpste 18.00

Odeon (✆ 78 70 40 19) Knives Out (OmU) 14.40, 20.30;

Queen &Slim (OmU) 17.30

Urania-Filmbühne (✆ 218 90 91) Pikler SpielRaum (Erlebnisse

einer Eltern-Kind-Gruppe; m. Gästen u. Gespräch) So

16.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Crescendo (OmU) 18.00; Judy

(OmU) 20.15; Shorts Attack –Powerfrauen 16.00

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) 1917 –Der Film

13.30, 16.30, 20.10, Sa a. 23.00; Bad Boys for Life 17.00,

20.00, Sa a. 23.00; Die Eiskönigin II 10.00, 12.20, 14.40,

17.30; Jumanji 10.30, 14.00, 17.20, 19.30; Der kleine

Rabe Socke310.00; Lindenberg! 20.00, Sa a. 23.00; Spione

Undercover 10.00, 12.15, 14.30; Star Wars IX 12.10,

16.55, 20.15, Saa.22.30; Vier zauberhafte Schwestern

10.00, 11.50, 15.10

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Alles außer

gewöhnlich Sa 15.45, So 11.15; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 13.30, 18.00;Aretha Franklin: Amazing Grace So

20.15; Lara Sa 20.15; Das perfekte Geheimnis So 15.45;

Die schönste Zeit unseres Lebens Sa 11.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/5050711) AlsHitler das rosa Kaninchen

stahl 11.00, 14.00, 17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) 1917 –Der

Film 13.15, 20.00,22.55, Sa a. 16.40,Soa.17.20; 1917

–Der Film (OF) 22.50; Bad Boys for Life 14.20, 17.00,

20.00, 23.00; Bad Boys for Life (OF) 20.00, So a. 23.05;

Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, 14.25, Sa a. 17.20; Jumanji

11.00, 14.05, 17.00, 19.55; Der kleine Rabe Socke 3

10.00, 12.15; Knives Out 14.00, 17.00, 19.40, 23.00, Sa

a. 23.05; Latte Igel und der magische Wasserstein 10.00,

12.00; Lindenberg! 16.55, 20.00, 22.50; Spione Undercover10.00,

12.00, 14.00; Star Wars IX 10.00, 16.10, 19.30,

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.10, 14.30;

Weathering With YouSo17.00

Thalia Movie Magic (✆ 774 3440) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 18.00; Bad Boys for Life 17.45, 20.30; Die

Eiskönigin II13.15, 15.30, 18.00, Soa.11.00; Jumanji

13.00, 15.15, 20.30; Der kleine Rabe Socke 3So11.15;

Knives Out 20.30; Lindenberg! 17.45, 20.30; Spione Undercover

15.30, So a. 11.00; Thomas und seine Freunde

13.15; Vier zauberhafte Schwestern 13.15, 15.30, So a.

11.00

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Kenji Mizoguchi: Eine Erzählung

nach Chikamatsu –Chikamatsu Monogatari (OmenglU) Sa

21.00; Federico &Marcello: Fellinis 81/2 –Otto emezzo

(OmU; m. Einführung) So 20.00; Kenji Mizoguchi: Die Flammen

meiner Liebe –Waga koi wa moenu (OmenglU) Sa

19.00; Großes Kino, kleines Kino #33: Die Kunst der Filmprojektion

(m. Moderation) So 16.00; Kenji Mizoguchi: Yokihi

–Die kaiserliche Konkubine Yang Kuei-fei (OmenglU) So

18.00; Magical History Tour: Ausgerechnet Wolkenkratzer –

Safety Last (OV; m. Live-Musikbegleitung) Sa 20.00; Magical

HistoryTour: Right Now, Wrong Then (OmU) So 19.00

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) 1917

–Der Film 16.30, 22.50, 23.00, Sa a. 13.30, 16.40, 19.45,

So a. 13.20, 13.40, 19.30, 20.00; 3Engel für Charlie Sa

22.30, So 22.40, 22.50; 7500 –Der Film Sa 22.40, So

22.55; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 19.45, Saa.

14.20, 17.20, So a. 15.00, 17.50; Attraction 2: Invasion –

Prityazhenie II (OmU) So 13.00; Babylon Berlin (TV-Serie)

Sa 17.30; Bad Boys for Life 16.30, 16.50, 19.30, Sa a.

13.45, 19.45, 22.50, So a. 13.40, 19.50, 22.20, 23.00;

Ballett aus dem Royal Opera House London: The Sleeping

Beauty –Dornröschen So15.00; Big Brother (OmU) So

12.30; Cats Sa 13.15; Chhapaak (OmU) So12.30; Die

Eiskönigin II Sa 14.00, 16.50, 19.50, So12.45, 14.10,

16.40; The Grudge22.45, Sa a. 16.50, 20.30, So a. 16.40,

20.45; Hustlers Sa 13.25; Joker Sa19.00, 23.00, So

19.40; Judy Sa16.10, So 13.30; 3D: Jumanji Sa 13.20,

23.00, So19.45, 22.40; Jumanji 16.40, Saa.12.30,

13.40, 19.40, So a. 13.30, 16.20; Knives Out 13.30,

19.40, Saa.13.50, 16.20, 19.50, 23.00, Soa.16.40,

20.30, 23.10; Latte Igel und der magische Wasserstein So

12.45; Lindenberg! 13.20, 22.45, Sa a. 16.20, 19.30, So

a. 16.30, 19.40; Parasite 19.15; Das perfekte Geheimnis

Sa 16.35, 19.30, So 16.00, 19.50; Psy 3Hunde 3: Im Namen

der Regeln (OmU) So 19.30; Queen &Slim 19.45, Sa

a. 23.00; Spione Undercover 17.00, Saa.13.45, So a.

13.50; 3D: Star Wars IX 13.40, 17.00, 20.30, 22.50; Star

Wars IX 13.00, 16.15, 16.30, 22.40, Sa a. 12.40, 19.30,

20.00, So a. 19.20, 20.15; Underwater –Esist erwacht Sa

22.35, So 22.50; Vier zauberhafte Schwestern14.00, Sa a.

16.15, So a. 16.40; Weathering With YouSo17.00; Weathering

With You–Tenki no ko (OmU) So 19.30; Zombieland 2

22.55

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Once Upon aTime in...

Hollywood (OF) Sa 14.00; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao –Avida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) Sa

19.00, So16.45; Sneak Preview (OmU) So 19.30; Why

Don‘t YouJust Die! (OmU) So 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

19.00; Bad Boys for Life 17.00, 20.00, 22.30; Die Eiskönigin

II 12.15, 14.30, 16.45, Sa a. 10.00; Preview: Das geheime

Leben der Bäume So 14.30; Jumanji 19.00; Der kleine

Rabe Socke3Sa10.00, 12.00; Lindenberg! 14.00, 17.00,

20.15, 22.00; Spione Undercover10.00, 12.15,14.30; 3D:

Star Wars IX 20.15, 22.00; Star Wars IX 17.00, Sa a. 14.00;

Thomas und seine Freunde Sa 10.00, 12.00; Vier zauberhafte

Schwestern10.00, 12.00, 14.00, 16.00

Casablanca (✆ 677 57 52) Charlie &Louise –Das doppelte

Lottchen Sa 14.00, So 13.45; Der geheime Roman des

Monsieur Pick Sa 20.30; Gundermann So 18.00; Gundermann

Revier Sa 16.00; Pavarotti So15.45; The Peanut

Butter Falcon So 20.30; Das perfekte Geheimnis Sa 18.00

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) 1917

–Der Film 14.05, 17.00, 20.15, Sa a. 23.00; 3Engel für

Charlie 14.10, Sa a. 22.50; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl Sa 17.00; Bad Boys for Life 14.15, 17.15, 20.15, Sa

a. 22.45; Bad Boys for Life (OF) So 20.15; Cats Sa 11.40,

So 11.30; Die Eiskönigin II 11.35, 16.50, Sa a. 14.00, So

a. 14.20; The GrudgeSa20.00, 23.15; JokerSa23.00; 3D:

Jumanji Sa 20.00; Jumanji 17.15, Saa.11.20, 14.15,

23.00, So a. 11.15; Der kleine Rabe Socke311.45; Knives

Out 16.50, Sa a. 19.45, 22.50, So a. 19.55; Latte Igel und

der magische Wasserstein 11.45; Lindenberg! 14.00,

16.35, 19.45, Sa a. 22.40; Das perfekte Geheimnis Sa

19.45, So 20.00; Pettersson und Findus: Findus zieht um

So 14.00; 3D: Spione Undercover11.30; Spione Undercover

14.20; 3D: Star Wars IX 11.15, 16.55; Star Wars IX

14.00, 19.30; Thomas und seine Freunde 11.45; Underwater

–Esist erwacht 20.15, Sa a. 23.15; Vier zauberhafte

Schwestern 11.30, 14.15, 17.15; Weathering With You So

17.00; Weathering With You–Tenki no ko (OmU) So 20.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) 1917 –Der Film

14.00, 17.15, 19.40, Sa a. 22.40; 1917 –Der Film (OF) So

19.50; Aman Reis Duymasin (OmU) Sa 22.50; Baba Parasi

(OmU) 20.10; Bad Boys for Life 14.00, 17.00, 20.00, Sa a.

23.00; Bad Boys for Life (OF) Sa 19.50, 22.45; Die Eiskönigin

II 12.00, 14.15, 17.20; Jumanji 14.10, 16.40, 20.00;

Der kleine Rabe Socke312.00; Spione Undercover12.00,

14.15, Sa a. 17.00; Star Wars IX 12.00, 19.30, Sa a. 16.45,

23.00, So a. 17.00; Thomas und seine Freunde 12.00; Underwater

–Esist erwacht Sa 23.00; Vier zauberhafte Schwestern12.00,

15.00; Weathering With YouSo17.00

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Aquarela (OmU)

Sa 17.45; British Shorts Festival (HommageKate Dickie, m.

Gast) So 16.00; Character One: Susan So 20.45; The Irishman

(OmU) Sa 21.45; Der kleine Rabe Socke 3So14.00;

Miles Davis: Birth of the Cool Sa 19.30, So 18.30; Die Sehnsucht

der SchwesternGusmao Sa 15.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Best of Genrenale Vol. I

22.00; Abenteuer im Wald, in Stadt und Land: Kurzfilmprogramm

für Kinder So 15.00; Marianne &Leonard –Words of

Love (OmU) Sa 16.00; Mein Ende. Dein Anfang.18.00; My

Life is aGunshot: Joke Lanz (teilw.OmU) 20.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Der kleine Rabe Socke 3

Sa 10.00; Lindenberg! Sa 11.45, 14.30, 17.15, 20.00, So

13.30, 16.15, 19.00; Die Eiskönigin II Sa 10.45, 17.00, So

10.30, 12.45; Der geheime Roman des Monsieur Pick So

17.00; Joker19.15; Kinderfilm des Monats: Pettersson und

Findus: Findus zieht um 15.00; Pettersson und Findus: Kleiner

Quälgeist, große Freundschaft Sa 13.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Jüdische Lebenswelten:

Die Aufseherin. Der Fall Johanna Langefeld (m. Gast) So

11.00; Deportation der Rumänendeutschen in die Sowjetunion:

Heimkehr aus der Sklaverei (u.a.; m. Gästen) Sa

15.30; Miles Davis: Birth of the Cool (OmU) 20.30, So a.

15.30; Parasite Sa 18.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

So 18.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm So

13.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl Sa 15.15, So 13.00; Berliner Ballade So 15.45;

Crescendo 17.45; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte Sa

13.00; Pavarotti 11.00; Vom Gießen des Zitronenbaums

20.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Idioten der Familie 20.30; Peterchens

Mondfahrt 16.00; Die schönste Zeit unseres Lebens Sa

18.00

Capitol (✆ 831 6417) Judy 17.45; Lindenberg! 14.45,

20.30; Pavarotti So 12.15

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Götter von

Molenbeek: Gods of Molenbeek –Aatos ja Amine (OmU) So

19.00; Ich war noch niemals in NewYork Sa 17.00; Lara So

17.00; Licht an! (Abendgruß des Sandmännchens) 15.00;

Nie wieder schlafen –nie mehr zurück Sa 21.30; Siegfrieds

Tod(m. Vorfilm u. Einführung) Sa 19.30

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 15.45, 20.45; Crescendo 18.15, So a.

10.45; Freies Land 21.00; Der geheime Roman des Monsieur

Pick 16.30; Judy Sa 15.45, 18.15, So 20.00; Der

kleine Rabe Socke3Sa14.30, So 12.15; Latte Igel und der

magischeWasserstein 13.45; Lindenberg! 17.30, 20.45, Sa

a. 14.45, So a. 10.30; Little Joe–Glück ist ein Geschäft Sa

20.45, So 17.30; Nur die Füße tun mir leid –900 Kilometer

Jakobsweg Sa13.45, So 10.00; Pavarotti So 14.00; Vom

Gießen des Zitronenbaums 18.45, So a. 10.15; Wild Rose

So 11.50

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) 1917 –Der

Film 11.00, 14.00, 17.00, 20.10, Sa a. 23.00; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl11.00,13.50;Bad Boys for Life 13.45,

16.45, 20.00, Sa a. 23.00; Bad Boys for Life (OF) So 20.00;

Cats 14.00; 3D: Die Eiskönigin II 11.15; Die Eiskönigin II

11.00, 13.45, 14.00, 17.00; 3D: Jumanji 16.50, Sa a.

23.00; Jumanji 19.40; Knives Out 20.00, Sa a. 16.45,

23.00; Lindenberg! 16.40, 19.50, Sa a. 23.00; Das perfekte

Geheimnis 20.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

11.15; 3D: Star Wars IX 16.15, Sa a. 20.10, So a. 20.00;

Star Wars IX 10.55, 14.20, Sa a. 19.00, 22.45; Thomas und

seine Freunde 11.15; Vier zauberhafte Schwestern 11.15,

14.15, So a. 17.40; Weathering With YouSo17.00

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Der kleine Rabe

Socke312.30; Knives Out 17.00, 20.00; Spione Undercover14.30

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

DergeheimeRoman des Monsieur Pick Sa 17.00, So 20.00;

Dieschönste Zeit unseres Lebens Sa 20.00, So 17.00

Concerthaus Brandenburg (✆ 033 81/22 99 35) 1917

–Der Film 14.50, 17.45, 20.10, Sa a. 22.45; 3Engel für

Charlie Sa 23.00; Bad Boys for Life 18.00, 20.30, Sa a.

23.00; Die Eiskönigin II 12.30, 14.45; The Grudge Sa

23.10; Jumanji Sa 18.00; Der kleine Maulwurf (1963-

1975) 10.30; Der kleine Rabe Socke 311.10, 13.00;

Knives Out 20.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

10.40; Lindenberg! 20.00, Sa a. 17.15, So a. 18.00; Miniblockbuster

–6Kurzfilme 14.00; Das perfekte Geheimnis

15.40; Spione Undercover 10.30, 12.30; 3D: Star Wars IX

17.00; Star Wars IX 14.50, 20.00, Sa a. 22.40; Thomas und

seine Freunde 12.10; Vier zauberhafte Schwestern 12.00,

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 17.45; Bad Boys for Life 17.45,

20.30; Die Eiskönigin II 12.45, 15.15; Jumanji 15.00; Der

kleine Rabe Socke 313.00; Knives Out 20.30; Spione Undercover15.00;

3D: Star Wars IX 20.30; Star Wars IX 17.30;

Thomas und seine Freunde 12.45

ist erwacht 19.00, Sa a. 23.00;Vier zauberhafte Schwestern

12.45, 15.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Bad Boys for Life

17.30, 20.00; Die Eiskönigin II 15.00; Jumanji Sa 18.00,

So 13.00, 20.45; Der kleine Rabe Socke 3Sa16.15, So

11.00; Knives Out Sa 20.45, So 13.00, 18.00; Thomas und

seine Freunde So 16.00

es Out 18.00, 20.15, Sa a. 22.15; Latte Igel und der magische

Wasserstein 14.00; Lindenberg! 15.30, 17.45, 20.15;

Spione Undercover15.45; 3D: Star Wars IX 20.00; Star Wars

IX 17.15; Thomas und seine Freunde 14.00; Underwater –

Es ist erwacht 20.30, Sa a. 22.30; Vier zauberhafte Schwestern14.00,

16.00

Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/84 75 84)

Einsam zweisam Sa 18.00; The Farewell Sa 20.15; Latte Igel

Scala Kulturpalast Werder (✆ 033 27/462 31 75) Scala

Kulturpalast Werder Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa

16.00, So 14.45; Crescendo Sa 14.00, So 19.30; Hans im

Glück So 11.00; 3D: Jumanji Sa 18.30; Jumanji So 12.30;

Das perfekte Geheimnis Sa 20.45, So 17.00

50, So 13.10; Star Wars IX Sa 16.50, 19.45, So 15.10,

20.15; Vier zauberhafte Schwestern Sa12.40, So 10.55;

Weathering With YouSo18.00

Weltspiegel Kino Finsterwalde (✆ 035 31/22 11) Die

Eiskönigin II 17.15; Lindenberg! 17.00, 20.00; Das perfekte

Geheimnis 19.45

KINO

SONNTAG

Geheimer Schatzort Brasilia

An einem bislang geheim gehaltenen Ort inBrasilia bewahrt eine

Privatsammlung über tausend Werke unangepasster Kunst aus

DDR-Zeiten auf. Sie gehören dem Sammler Chagas Freitas, inden

Achtzigerjahren Diplomat in Ostberlin. Der Berliner Filmemacher

TomEhrhardt vonder Con-Men-Filmproduktion machte den Mann ausfindig

und drehte die vergangenen letzten fünf Jahreeinen Film über diese vergessene

Kunst aus dem untergegangenen Land. Er tatdas ohne Auftrag oder

Förderung, ganz auf eigene Rechnung. Der MDR kaufte die fertige Dokumentation.

Erzählt wird die ungewöhnliche Geschichte des brasilianischen

Sammlers und jener Szene hochtalentierter Individualisten, von der in offiziellen

Ausstellungen kaum etwas zu sehen war.Eine Parallelwelt der jüngerendeutschen

Kunstgeschichte –vereint in stillem, sturemWiderstand gegen

die Diktatur,doch leidenschaftlich illoyal verbunden mit ihr. Ingeborg Ruthe

TV-Film-Dokumentation „Der vergessene Schatz“amSonntag,19. Januar, 23.05 Uhr im MDR

Dokumentarfilm über DDR-Kunst

Charlotte und Louise (Fritzi und Floriane Eichhorn)

BAVARIA FILM

Charlie &Louise -Das

doppelte Lottchen

A uf einem Sprachkurs in

Schottland lernen sich die

zwölfjährigen Mädchen Charlie

und Louise kennen, um kurz

darauf festzustellen, dass sie

Zwillingsschwesternsind. Flugs

tauschen sie die Rollen –und

hoffen so,ihregeschiedenen Eltern

(Corinna Harfouch und

Heiner Lauterbach) wieder zu

vereinen. Joseph Vilsmaier

brachte den Klassiker vonErich

Kästner auf die Höhe der Zeit.

25 Jahre nach seiner Premiere

kommt der Film nun wieder in

die Kinos. BLZ

Tagestipp

Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 29 · ·

·······················································································································································································································································································

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Admiralspalast (& 22 50 70 00)

18.00: Schwanensee(Staatliches Russisches Ballett

Moskau)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

18.00: Baal

18.00 Neues Haus:Stunde der Hochstapler –Das

Krull Prinzip

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

15.00: Tosca

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: (Life on earthcan be sweet) Donna

Haus der Berliner Festspiele (& 25 48 91 00)

18.00: Classy Classics (Gauthier Dance//Dance

CompanyTheaterhaus Stuttgart)

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

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Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88)

16.00: Hase Hase

Radialsystem (& 288 78 85 88)

14.00: UltraschallBerlin –Festival für neueMusik:

Also sprach Golem (Kommando Himmelfahrt&Kaj

Duncan David)

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

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20.00: Romeo und Julia (YAS –Junges Schlosspark

Theater)

Staatsoper Unter denLinden (& 20 35 45 55)

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Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

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Chamäleon (& 400 05 90)

18.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

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Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30: Vivid

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

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Stachelschweine (& 261 47 95)

18.00: Überall ist besser als nichts!

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18.00: Blue ManGroup –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

14.30, 19.00: Mamma Mia! –Das Musical mit den

Hits vonABBA

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

18.00: ZauberZauber –Nichts ist, wie es scheint

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

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Rating)

20.00: Demokratur oder:Die Wahl der Qual (Lutz von

Rosenberg Lipinsky)

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Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

11.00 Gr.Saal: cappella academica –Sinfonieorchester

der Humboldt-Universität zu Berlin, Michaela Ische

(Sopran), MirkoJaniska (Tenor), Ltg.Christiane Silber,

Pietro Mascagni: „Cavalleria rusticana“,Melodram

in einem Akt, Auszüge; GustavMahler:Sinfonie Nr.

1D-Dur

19.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin mit

Preisträger*innen Gesang,Ltg.Daniel Cohen, Preisträgerkonzertdes

Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Hochschulwettbewerbs

im Fach Gesang und Streichquartett

Philharmonie (& 25 48 83 01)

16.00: Junges Ensemble Berlin –Sinfonieorchester,

Ltg.Miguel Pérez Iñesta, Ravel: Konzertfür Klavier

und OrchesterG-Dur;Berlioz: Symphonie fantastique

op. 14

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

19.15: Einführung (Tetzlaff Quartett)

20.00: Tetzlaff Quartett, Arnold Schönberg:

Streichquartett Nr.1op. 7; Ludwig vanBeethoven:

Streichquartett Nr.13B-Dur op. 130 mit GroßerFuge

op. 133

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im Nachthemd,musikalische Erzählung (ab4J.)

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Fantasy-Singspielmit Video-Mapping, Kammerorchester

und Chor (ab 10 J.)

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

15.00: Derkleine König Dezember(ab 6J.)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

11.30: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

11.00: Kinderkonzert4:Glanz und Glitzer –Orchester

der Komischen Oper Berlin, Ltg.Ivo Hentschel, Johann

Strauss’ Frühlingsstimmen-Walzer op. 410 u. a. (ab

4J.)

Pergamonmuseum (& 266 42 42 42)

11.30: AufHarry Potters Spuren

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

11.00: DerRegenbogenfisch und seine Freunde

LITERATUR/VORTRAG

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

11.00: Denkmal „Orte des Erinnerns“ im Bayerischen

ViertelinBerlin-Schöneberg,Mit Renata Stih und

FriederSchnock

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon: Reformbühne Heim &Welt –Zu

Gast: Sebastian Krämer &Sebastian Lehmann

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

17.00: Die drei ??? und der dreiäugigeTotenkopf,

Hörspiel

KONZERT

Clash im Mehringhof (& 32 52 63 87)

21.00: ZeaMays

Jazz-Institut Berlin (& 31 85 13 55)

17.00 Georg-Neumann-Saal:Piano Blue Hour,Ltg.

Prof. Wolfgang Köhler

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

18.00: LonelyHouse mit Katharine Mehrling (Gesang)

und Barrie Kosky (Klavier)

Lido (& 69 56 68 40)

20.00: Aries

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: Tribute to Charlie Parker –Eldar Tsalikov (sax),

Will Howard (sax), Declan Forde (p), Igor Spallati (b),

UgoAlunni (dr)

BALLROOM

Classic Remise Berlin (& 364 07 80)

16.00: Tanztee mit dem Salon-OrchesterBerlin (live).

Anm. erf.

Kulturbrauerei/Soda (& 44 31 51 55)

19.00: Soda Social Club,ElPuma DJ,Fabinho FM,

Los Hermanos, DennisS,Papa Peter

SO36 (& 61 40 13 06)

19.00: Café Fatal

Die Ausstellung wird unterstützt durch den Haupstadtkulturfonds

Bettina Pousttchi, A3,2019, Leitplanken,Stahl,221 (h)×204×94cm, Courtesy Buchmann Galerieund dieKünstlerin, Foto:MichaelSchultze

Alte Jakobstr. 124 –128 10969 Berlin Mi–Mo 10 –18 Uhr #BettinaPousttchi berlinischegalerie.de


30 Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020

·························································································································································································································································································

TV-Programm am Sonnabend

Tagesschau 24

13.15 Korruption und Wohnungsbau 14.00

Nachrichten 14.15 Die Grünen und die Macht

15.00 Nachrichten 15.30 Plusminus 16.00

Nachrichten 16.30 Weltbilder 17.00 Nachrichten

17.30 Kontraste 18.00 Nachrichten 18.30 Zapp

19.00 Nachrichten 19.30 Sambia –Invasion der

Flughunde 20.00 Tagesschau 20.15 Bomben im

Meer 21.00 Tagesschau 21.02 Explosives Erbe

–Blindgänger unter unseren Füßen 21.47 Eine

Innenstadt wird evakuiert 22.15 Europäer aus

Leidenschaft –Jean-ClaudeJuncker im Porträt

23.00 MDR Kultur –Das Filmmagazin 23.15

Sambia –Invasion der Flughunde 23.45

Tagesschau vor20Jahren 0.00 Tagesthemen

ONE

5.15 Lindenstraße 5.55 Um Himmels Willen

6.45 Brisant 7.25 kinokino 7.40 Liebe am Fjord

–Sommersturm. Drama, D2010 9.10 Fanny

und die gestohlene Frau. Komödie, D2016

10.40 Alte Bande. Krimikomödie, D2019 12.05

kinokino 12.20 Brisant 13.00 extra 3 13.30

Hollywood’sBest Film Directors 13.55

Bezaubernde Jeannie 18.05 Berlin ’36. Drama, D

2009 19.40 Brisant 20.15 Die Diplomatin –

Jagd durch Prag.Krimireihe, D2018 21.45

kinokino 22.00 The Iceman. Thriller,USA 2012

23.35 Der Campus. Komödie, D1998 1.35

Bielendorfer! 2.20 Rebellcomedy–Hoch

ansteckend 2.50 Doctor Who Classics

ZDF NEO

5.45 TerraXpress 6.15 (für HG) Abenteuer

Neuseeland 7.40 (für HG) Blaues Wunder Pazifik

9.10 (für HG) Faszination Wasser 9.55 (für HG)

Faszination Wasser 10.40 (für HG) Sieben

Kontinente –Ein Planet 16.05 (für HG)

Faszination Erde –mit Dirk Steffens 16.50 Die

glorreichen 10 17.35 Die glorreichen 10 18.20

Sketch History 18.45 Dinner Date 19.30 (für

HG) No-Name oder Marke? 20.15 (für HG)

Daylight. Actionfilm, USA 1996 22.00 Halb tot

–Half Past Dead. Actionfilm, USA/D 2002 23.35

Street Fighter –Die entscheidende Schlacht.

Actionfilm, J/USA 1994 1.10 Halb tot –Half Past

Dead. Actionfilm, USA/D 2002

ZDF INFO

9.00 TerraXpress XXL 9.43 heute Xpress 9.45

Terra Xpress XXL 10.30 (für HG) Ungelöste Fälle

der Archäologie 12.00 Aufgedeckt: Geheimnisse

des Altertums 12.45 Die Akte Tutanchamun

13.30 Die Akte Tutanchamun 14.15 Aufgedeckt

–Rätsel der Geschichte 15.50 Aufgedeckt:

Geheimnisse des Altertums 16.30 Aufgedeckt

–Rätsel der Geschichte 17.20 Ägypten vonoben

18.45 Die vergessenen Pharaonen –Ägyptens

schwarze Könige 19.30 ZDF-History 20.15

Apokalypse Ägypten 21.40 (für HG) Ungelöste

Fälle der Archäologie 23.05 Aufgedeckt –Rätsel

der Geschichte 23.50 Die Akte Tutanchamun

1.20 Ägypten vonoben

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kammermusik Joseph Haydns sechs Klaviersonaten

op. 30, ca. 56 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Kommando Himmelfahrtund Kaj

Duncan David. „Also sprach Golem“, Audiovisuelle

Lecture. Libretto vonThomas Fiedler nach

dem Roman vonStanisIawLem /ca. 22.00

PorträtkonzertMirela Ivicevic, ca. 235 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Berliner Philharmoniker Johannes Brahms:

KlavierkonzertNr. 2B-Dur,op. 83 /Ludwig van

Beethoven: Sinfonie Nr.8F-Dur,op. 93 /

Wolfgang Amadeus Mozart: KlavierkonzertNr. 23

A-Dur,KV488 /Paul Hindemith: Nobilissima

visione /Richard Wagner:„Tristan und Isolde“:

Isoldes Liebestod, 3. Aufzug,ca. 176 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Atelier neuer Musik Unisono mit Pietà. Der

Brünner Komponist PavelZemek-Novák. Von

RobertNemecek, ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

9.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Immer im Verborgenen: Als Analphabet

in einer Welt der Schriftkultur.Von Maren-Kea

Freese und Marianne Wendt, ca. 31 Min.

18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Feature Die Kunst, sich zum Affen zu machen.

Besuch in einem Labor für Klang und Philosophie

in Lahore. VonJulia Tieke, ca. 55 Min.

20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Hörspiel Die Toten haben zu tun. Hörspiel von

Mudar Alhaggi und Wael Kadour.Aus dem

Arabischen vonLarissa Bender.Mit Rami Khalaf,

YvonJansen, Sebastian Rudolph, ca. 115 Min.

MAGAZIN

9.10 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Wochenendjournal Berlin auf dem Strich –

Das Geschäft mit der Prostitution, ca. 50 Min.

10.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Klassik-Pop-et cetera Am Mikrofon: Der

Liedermacher Konstantin Wecker,ca. 55 Min.

23.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lange Nacht Schmelztiegel am Mekong.Eine

LangeNacht über das Goldene Dreieck. Von

Dieter Jandt, ca. 52 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Lia Pale –die österreichische

Musikerin zwischen Klassik und Jazz, ca. 30 Min.

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Late Night Jazz Jazz aus Berlin: Elias Stemeseder,ca.

56 Min.

ARD

7.50 (für HG) Checker Julian 8.15 (für HG)

neuneinhalb 8.25 (für HG) Die Pfefferkörner 9.50

(für HG) Tagesschau 9.55 (für HG) Eisbär,Affe &

Co. 10.40 (für HG) Eisbär,Affe &Co. 11.30 (für

HG) Quarks im Ersten 12.00 (für HG) Tagesschau

12.05 (für HG) Die Tierärzte 12.55 (für HG)

Tagesschau 13.00 (für HG) Frischer Wind.

Drama, D2009 14.30 (für HG) Wunschkinder

und andere Zufälle. Komödie, D2003 16.00 (für

HG) Wwie Wissen 16.30 (für HG) Weltspiegel-

Reportage 17.00 (für HG) Tagesschau 17.10 (für

HG) Brisant 17.47 (für HG) Das Wetter im Ersten

17.50 (für HG) Tagesschau 18.00 (für HG)

Sportschau 18.30 (für HG) Sportschau 19.57

Lotto am Samstag 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Kryger bleibt Krüger

Komödie, D2020. Mit Horst Krause, Fritz

Roth. Sein viertes Abenteuer führtPaul

Krüger nach Tschechien. In seiner

Geburtsstadt Krygovice lernt das Berliner

Original seine Wurzeln kennen.

21.45 (für HG) Liebling,lass die Hühner frei

Komödie, D2017. Mit Axel Milberg

23.15 (für HG) Tagesthemen

23.35 (für HG) Das Wort zum Sonntag

23.40 (für HG) Maria Wern,Kripo Gotland:

Totenwache Krimireihe, S2010

1.05 (für HG) Tagesschau

RTL

5.20 Der Blaulicht Report 5.35 Verdachtsfälle.

Doku-Soap. Lizenz zum Fremdgehen 6.35

Verdachtsfälle. Doku-Soap. Tochter verschwindet

nach Unfall spurlos 7.45 Familien im Brennpunkt

8.40 Familien im Brennpunkt 9.45 Der Blaulicht

Report 10.45 Der Blaulicht Report 11.45 Der

Blaulicht Report 12.45 Der Blaulicht Report

13.45 Der Blaulicht Report 14.40 Der Blaulicht

Report. Frau beobachtet Überfall in Videochat /

Heimtückischer Plan eskaliert 15.40 Der

Blaulicht Report. Gerichtsvollzieherin steht bei

Oma vorder Tür 16.45 Der Blaulicht Report.

Allergische Reaktion führtzuAutounfall 17.45

Best of ...! 18.45 RTL Aktuell 19.03 Das Wetter

19.05 Life –Menschen, Momente, Geschichten

20.15 Deutschland sucht den Superstar

Castingshow. Dieter Bohlen ist begeistert,

als Gina aus Sykeperformt: „Es hat mich

noch nie ein Kandidat so an Pietro

erinnert, wie du. Du hast Wiedererkennungswert!Dubist

genauso, wie Pietro!“

22.15 (für HG) Ich bin ein Star –

Holt mich hier raus!

23.15 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus!

Die Stunde danach

Show. Zu Gast: Olivia Jones, Chris

Töpperwien, Kader Loth

0.20 Deutschland sucht den Superstar

MDR

16.35 (für HG) Aktuell 16.40 (für HG)

Viechereien. Komödie, DDR 1977 18.00 (für HG)

Heute im Osten –Reportage 18.15 (für HG)

Unterwegs in Sachsen-Anhalt 18.45 (für HG)

Glaubwürdig 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) Aktuell

19.50 (für HG) Quickie 20.15 (für HG) Wenn die

Musi spielt –Winter Open Air.Musikshow 22.25

(für HG) Aktuell 22.30 (für HG) SportimOsten.

Boxen, live. Junioren-WM: Peter Kadiru–Tomas

Salek /IBO-WM: Sebastian Formella –Roberto

Arriaza 0.30 SportimOsten. Boxen, live

Bayern

15.15 Wirtshausmusikanten beim Hirzinger

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG) natur

exclusiv 17.00 (für HG) Anna und die Haustiere

17.15 Blickpunkt Sport. Eisgala Oberstdorf

17.45 (für HG) Zwischen Spessartund

Karwendel 18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für

HG) Gut zu wissen 19.30 (für HG) Kunst +

Krempel 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Klein

gegenGroß 23.30 (für HG) Rundschau Magazin

23.45 (für HG) Mein Schwiegervater,der

Stinkstiefel. Komödie, D/A 2015 1.15 (für HG)

Das Glück ist ein Kaktus. Komödie, D2011

Vox

5.00 (für HG) Medical Detectives 5.40 Criminal

Intent –Verbrechen im Visier.Sein letzter Trip /

Aufder Couch /Tod in Harlem /Außer Atem /

Hochexplosiv /Sein letzter Trip /Auf der Couch

11.55 Shopping Queen 16.55 Die Pferdeprofis

18.00 hundkatzemaus 19.10 Harte Hunde –Ralf

Seeger greift ein 20.15 (für HG) Sleepless –Eine

tödliche Nacht. Thriller,USA 2017. Mit Jamie

Foxx 22.00 (für HG) Medical Detectives 23.00

(für HG) Medical Detectives 0.00 (für HG)

Medical Detectives 1.00 (für HG) Medical

Detectives 1.45 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

10.30 Pokémon –Die TV-Serie 10.55 Voll zu

spät! 11.25 Die Tomund JerryShow 12.00

Barbie als Rapunzel. Animationsfilm, USA 2002

13.20 Barbie –Traumvilla-Abenteuer 13.45

Friends 14.15 Super ToyClub 14.35 Tomund

Jerry 17.05 Mighty Mops 17.30 Zak Storm

18.05 Die Tomund JerryShow 18.40 Woozle

Goozle 19.10 Alvinnn!!! und die Chipmunks

19.30 Angelo! 20.15 (für HG) Wickie und die

starken Männer.Abenteuerfilm, D2009 21.55

(für HG) Das Superweib.Komödie, D1995 23.40

Comedytotal 0.15 Infomercials

Sport1

5.45 SportClips 6.00 Teleshopping 9.15 Die PS

Profis –Mehr Poweraus dem Pott 9.30 Normal

10.00 Teleshopping 11.00 SportQuiz 14.00

Motorsport–Monster Jam. Miami 14.30 Storage

Wars –Geschäfte in Texas 17.00 Volleyball.

BundesligaFrauen: Dresdner SC –Allianz MTV

Stuttgart, live 19.00 Die PS Profis –Mehr Power

aus dem Pott. Ein Stuttgarter für Felix, Kurzversion

/Getunte Rennsemmel 20.30 SportQuiz 23.30

The Pleasure Professionals 2. Erotikfilm, GB

2014 0.45 Teleshopping Nacht 1.00 SportClips

TV-Tipps

ARD, 20.15 UHR KOMÖDIE

Kryger bleibt Krüger

Paul Krüger (Horst Krause,r.) bekommtüberraschend Besuch aus dem

tschechischen Krygovice. Die Bürgermeisterin macht dem Rentner

höchstpersönlich ihreAufwartung, um ihm eine überraschende Erbschaft

anzutragen. Mitdem Nachlass seiner Tante –eine marode Familienbrauerei

–verbindet Krüger jedoch ebenso wenig Gutes wie mit seinem Geburtsort.

Doch die Sorgen in Krygovice groß. Nur Krüger kann als Erbe noch verhindern,

dass die Brauerei ersteigertund dichtgemacht wird. Also lässt er sich

breitschlagen und reist mit seinen Kumpels in das verschlafene Provinzstädtchen.

VorOrt stellt das Trio fest, dass die traditionsreiche Braukunst und

die sympathische Belegschaft eine Chance verdienen. DasTestament der

Tante hat allerdings eine Tücke: Krüger kann die Erbschaft nur gemeinsam

mit seinem Bruder Emil (Christian Grashof)antreten. Auch bei ihm sitzt der

Schmerzüber das Zerbrechen der Familie tief: DerAussteiger möchte weder

mit seinem Bruder noch mit der verhassten Brauerei zu tun haben.

(D/2020)

Foto: ARD Degeto/Olaf R. Benold

PRO 7,20.15 UHR ABENTEUERFILM

Indiana Jones und das Königreich des ...

VOX, 20.15 UHR ACTIONTHRILLER

RBB, 23.30 UHR LIEBESKOMÖDIE

Paris kann warten

Der Archäologe und Abenteuerer

Indiana Jones (Harrison Ford)

reist nach Südamerika, wo er nach einem

mysteriösen Artefakt forscht. Als

er und der junge Herumtreiber Mutt

den Kristallschädel finden, geraten

sie in Lebensgefahr, denn auch die

Russen sind hinter dem Schatz her

und haben die Verfolgung aufgenommen.

So werden Indy und Mutt

von ihnen gefangengenommen. Im

russischen Lager im Nordosten Perus

begegnen sie Professor Oxley, einem

alten Freund, und Mutts Mutter, einer

Verflossenen von Indy. Zusammen

gelingt ihnen die Flucht.

(USA/2008)

Foto: Lucasfilm

Sleepless –Eine tödliche Nacht

Anstatt den Gangstern von LasVegas

das Handwerkzulegen, verdienen

sich die korrupten Cops Vincent (Jamie

Foxx) und Sean lieber hin und wieder

etwas auf kriminellem Wege selbst

hinzu. Als sie jedoch dem Kasino-Boss

Stan Rubino eine millionenschwere

Ladung Kokain rauben, kidnappt

dieser kurzum Vincents Sohn. Vincent

hat eine schlaflose Nacht lang Zeit, um

seinen Sohn zu retten und sich für eine

Seite des Gesetzes zu entscheiden ...

Unter der Regie von Baran bo Odar

entstand eine actionreiche Neuverfilmung

von„Sleepless Night –Nacht der

Vergeltung“ (2011) aus Frankreich.

(USA/2017)

Foto: TVNOW

Der vielbeschäftigte Hollywood-Produzent Michael Lockwood (Alec Baldwin)

möchte seiner Ehefrau Anne (Diane Lane) die ReizeSüdfrankreichs

näherbringen. Leider macht ihm ein unerwarteter Anruf einen dicken Strich

durch seinen Plan: Michael muss sofortwegen dringender Geschäfte von

Cannes nach Budapest reisen. Um seine Frau nach Paris zubringen, wo sich

das Ehepaar später wieder treffen will, spannt er kurzerhand seinen französischen

Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) ein. In einem alten Peugeot

504 geht es auf die Fahrt, die eigentlich in ein paar Stunden zu schaffen ist

und schließlich zwei Tage dauert. Unterwegs nutzt der redselige Chauffeur

die Gelegenheit, Anne die Vorzüge seiner mediterranen Heimat schmackhaft

zu machen. Jacques macht auch keinen Hehl daraus, wie attraktiv und

anziehend er seine amerikanische Begleiterin findet. Zunächst ist diese von

seinen Avancen lediglich amüsiertund fühlt sich geschmeichelt. Im weiteren

Verlauf der ereignisreichen Autofahrtverfällt sie jedoch immer mehr dem

sprühenden Charme des lebensfrohen Franzosen.

(USA/2017)

ZDF

7.10 (für HG) Mister Twister 8.00 (für HG) 1, 2

oder 3 8.25 (für HG) Robin Hood 8.50 heute

Xpress 8.55 (für HG) Bibi und Tina 9.45 (für HG)

Find me in Paris 10.35 heute Xpress 10.40 (für

HG) ZDF Sportextra. Eishockey:DEL, 38. Spieltag

/ca. 10.55 Ski Alpin /ca. 11.35 Skispringen /

ca. 11.50 Bob /ca. 12.15 heute Xpress /ca.

12.20 Ski Alpin /ca. 13.45 Rodel-Weltcup und

EM /ca. 14.00 heute Xpress /ca. 14.05

Biathlon /ca. 15.40 Ski Alpin /ca. 15.55

Skispringen /ca. 16.50 Bob /ca. 17.00 heute

Xpress /ca. 17.05 Skispringen /ca. 17.55

Rodel-Weltcup und EM 18.05 (für HG) Soko

Wien 19.00 (für HG) heute /Wetter 19.25 (für

HG) Die Bergretter.Verschollen (1/2)

20.15 (für HG) ZDF SPORTextra

Handball. Europameisterschaft: Kroatien

–Deutschland, live. Will Deutschland die

Chance auf das Halbfinale wahren, muss

heute der wohl stärkste Hauptrundengegner

besiegt werden.

22.15 (für HG) das aktuelle sportstudio

23.45 heute Xpress

23.50 (für HG) U-Turn –KeinWeg zurück

Thriller,USA 1997. Mit Sean Penn

1.45 (für HG) Untraceable

Thriller,USA 2008. Mit Diane Lane

3.15 SokoWien

Sat.1

5.05 Genial daneben –das Quiz 5.45 Genial

daneben –das Quiz 6.45 Genial daneben –das

Quiz 7.45 Genial daneben –das Quiz 8.45

Genial daneben –das Quiz 9.45 The Biggest

Loser 12.00 Das große Promibacken 15.00 Auf

Streife –Die Spezialisten 16.00 AufStreife –Die

Spezialisten 16.59 So gesehen 17.00 AufStreife

–Die Spezialisten /oder Sat.1 Bayern-Magazin

18.00 AufStreife –Die Spezialisten. Ein

vermeintlich herrenloses Fahrzeug hat einen

schweren Unfall auf einer Landstraße verursacht:

Ein junges Paar ist gegeneinen großen Stein

gekracht. 19.00 Grenzenlos –Die Welt

entdecken. Fidschi –Von Feuerläufernund

Haiflüsterern 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Harry Potter und die

Heiligtümer des Todes, Teil 2

Fantasyfilm, USA/GB 2011. Dunkle

Zeiten ziehen auf, als Lord Voldemortund

seine Anhänger die Kontrolle über die

Welt der Zauberer übernehmen.

22.50 Phantastische Harry Potter Momente

–Das große Sat.1 Spezial

23.50 (für HG) Spy –Susan Cooper

Undercover

Actionkomödie, USA 2015

2.20 The Flock –Dunkle Triebe

Thriller,USA 2006. Mit Richard Gere

WDR

14.45 (für HG) Unter weißen Segeln: Urlaubsfahrtins

Glück. Schiffsreihe, D2004 16.15 (für

HG) Wunderschön! 16.45 (für HG) Servicezeit

17.15 (für HG) Einfach und köstlich 17.45 (für

HG) Kochen mit Martina und Moritz 18.15 (für

HG) WestArt 18.45 (für HG) Aktuelle Stunde

19.30 (für HG) Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Legendäre Frauen

21.45 (für HG) Lachgeschichten 22.30 (für HG)

Miss Allie –Solo 23.00 (für HG) Sarah Bosetti

–Solo 23.30 (für HG) Lisa Feller:Der Nächste,

bitte! 1.00 (für HG) Legendäre Frauen

NDR

12.30 (für HG) Als die Banane in den Norden

kam 13.15 (für HG) Weltreisen 13.45 (für HG)

Der Süden der Toskana 14.30 (für HG) Betragen

ungenügend. Komödie, D1972 16.00 (für HG)

Hubertund Staller 16.45 (für HG) Rügen ... mit

Judith Rakers 17.30 (für HG) TimMälzer kocht!

18.00 (für HG) Nordtour 18.45 (für HG) DAS!

19.30 Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Klein gegenGroß –das

unglaubliche Duell 23.35 Sportclub live.

Feuerwerk der Turnkunst 0.50 (für HG) Quizduell

1.40 Linda Zervakis: Alles auf Anfang

Kabel eins

5.00 BodyofProof 6.20 Numb3rs –Die Logik

des Verbrechens 9.05 DetectiveLaura Diamond

11.00 (für HG) Castle 15.30 Navy CIS.Tageder

Trauer 16.25 kabel eins news 16.40 Navy CIS.

Zurück zu den Wurzeln /Allein im Wald /Tote

Rosen/Marine Dex 20.15 MacGyver.Tickende

Bombe /Ärger im Paradies 22.20 (für HG) Lethal

Weapon. Der letzte Tag 23.15 SEAL Team. In der

Höhle der Löwen 0.10 Hawaii Five-0. Die Bombe

1.10 MacGyver 2.45 (für HG) Lethal Weapon

3.25 SEAL Team 4.05 DetectiveLaura Diamond

4.45 Navy CIS

RTLZWEI

5.55 X-Factor:Das Unfassbare 6.35 Infomercial

8.35 Beethoven3–Urlaub mit Hindernissen.

Komödie, USA 2000 10.30 Beethoven4–Doppelt

bellt besser.Komödie, USA 2000 12.20 Die

Schnäppchenhäuser –Der Traum vom

Eigenheim: Wirziehen ein 13.20 Die Schnäppchenhäuser

–Der Traum vomEigenheim 14.15

Hartz und herzlich –Tag für TagBenz-Baracken

18.15 Armes Deutschland –Deine Kinder 20.15

Sleepers. Thriller,USA 1996 23.05 Iron Man.

Comicadaption, USA 2008 1.25 The Walking

Dead 2.55 Fear The Walking Dead

Eurosport 1

12.00 Ski Alpin. AbfahrtMänner,live 14.00 Ski

Alpin. Riesenslalom Frauen, 2. Lauf, live 15.05

Biathlon 15.50 Skispringen. Einzelspringen (HS

142), live 17.45 Biathlon. 4x7,5 km Staffel

Männer 18.30 Olympische Jugendspiele 19.00

Nachrichten 19.05 Motorsport 19.45

Motorsport. Formel E. Vorberichte 20.00

Motorsport. Formel E. 3. Runde, live 21.00 Tennis

22.00 Nachrichten 22.10 Motorsport 22.40

Rennrodeln. Frauen, 1. +2.Durchgang 23.40

Rennrodeln 0.15 Tennis

RBB

5.00 (für HG) Berlin erwacht –Winter 5.20 (für

HG) Panda, Gorilla &Co. 6.10 Schloss Einstein.

Jugendserie 7.00 (für HG) Lindenstraße. Gut

gemeint 7.30 (für HG) Sehen statt Hören 8.00

(für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) Mit Burnout durch

den Wald. Komödie, D2014 10.25 (für HG)

Sturköpfe. Tragikomödie, D2015 11.55 (für HG)

Verrückt nach Meer 13.35 (für HG) Luzyca 14.05

(für HG) Rund um ... 17.25 (für HG) Unser Leben

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.00 rbb

UM6 18.28 rbb wetter 18.30 rbbkultur –Das

Magazin 19.00 Heimatjournal 19.27 rbb wetter

19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Berlin –

Schicksalsjahre einer Stadt

1997. Aufder Baustelle Berlin geht es

voran: Der Reichstag bekommt seine

Kuppel, das Adlon eröffnet, Hertha BSC

steigt wieder auf in die erste Bundesliga.

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Der Lissabon-Krimi:

Alte Rechnungen

Krimireihe, D2018. Mit Jürgen Tarrach

23.30 (für HG) Paris kann warten

Liebeskomödie, USA 2017

0.55 (für HG) Die weiße Mücke

ProSieben

7.35 (für HG) The Big Bang Theory 9.00 Last

Man Standing 9.25 Undateable 9.55 Eine

schrecklich nette Familie 10.55 The Middle

11.24 Motzmobil 11.25 The Middle 11.50

Superstore 12.50 (für HG) Die Simpsons. Die

Apu und Manjula Krise /L.S.–Meisterin des

Doppellebens /AmAnfang war die Schreiraupe /

Sicherheitsdienst„Springshield“ /Klassenkampf

/Marge–oben ohne 15.35 (für HG) Twoand a

Half Men. Meine Nichte sitzt im Knast /Wie im

Hamsterkäfig /Unmusikalisch und arrogant /Ein

Mann braucht höhere Ziele /Die Samenspende

18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons.

Rat mal, werzum Essen kommt /MargeimSuff

19.05 Galileo. Gefährlichste Stadt der Welt

20.15 (für HG) Indiana Jones und das

Königreich des Kristallschädels

Abenteuerfilm, USA 2008. Mit Harrison

Ford, Cate Blanchett. Indiana Jones reist

nach Südamerika, wo er nach einem

mysteriösen Artefakt forscht.

22.50 (für HG) Die Insel

Science-Fiction-Film, USA 2005. Mit

Ewan McGregor,Scarlett Johansson

1.35 (für HG) Indiana Jones und das

Königreich des Kristallschädels

Abenteuerfilm, USA 2008. Mit Harrison

Ford, Cate Blanchett

Arte

8.05 (für HG) 360° 9.30 Stadt Land Kunst

Spezial 10.35 (für HG) Zu Tisch 11.05 Das

Gesetz der Löwen 13.15 Stadt Land Kunst

Spezial 13.55 360° 15.25 Mexiko–Die

Wächter des Waldes 16.20 Papua-Neuguinea:

Baumkängurus im roten Bereich 17.15 Arte

Reportage 18.10 Mit offenen Karten 18.25

360° 19.10 Arte Journal 19.30 (für HG) Vom

Woife und dem Wald 20.15 (für HG) Unsere

Wälder 21.45 (für HG) Die Wälder des Nordens

22.40 (für HG) Im Königreich der Pilze 23.30

Philosophie 0.00 Square für Künstler

3Sat

13.00 (für HG) ZIB 13.10 Notizen aus dem

Ausland 13.15 (für HG) quer 14.00 (für HG)

Kunst +Krempel 14.30 Ländermagazin 15.00

(für HG) Natur im Garten 16.00 (für HG)

Bauernprinzessin. Heimatfilm, A2003 17.30 (für

HG) Bauernprinzessin –Kopf oder Herz.

Heimatfilm, A2006 19.00 (für HG) heute 19.20

Kulturkampf vonrechts 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 La Strada –Das Lied der

Straße. Drama, I1954 22.00 Aufden Spuren

Fellinis 23.15 Bayerischer Filmpreis 2019 1.30

(für HG) maischberger.die woche

Phoenix

7.00 Schätze der Welt –Erbe der Menschheit

7.15 Der Urmensch in uns 9.30 Die Schatzsucher

10.00 Sturmauf die Stasi 11.15 Die Krake

–Die Geschichte der Stasi 12.00 Im Schatten

der Stasi 12.45 Der Berliner Mauerpark 13.00

Steckbrief Hamburg 14.15 Ein Winter in

Weißrussland 15.00 Die Polarbahn 15.45

Highwayzum Polarmeer 16.30 Leben am

Polarkreis 17.15 Der Urmensch in uns 19.30 Die

Schatzsucher 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

Die Welt der Ritter 22.30 Der KGB 23.15

Blutiges Erbe 0.00 Hafen der Hoffnung

Kika

11.45 (für HG) Schmatzo –Kochen mit Wow

12.00 Kein Keks für Kobolde 13.30 Antboy2:

Die Rache der Red Fury. Actionkomödie, DK/D

2014 14.45 (für HG) Die Regeln vonFloor 15.25

(für HG) 41/2 Freunde 16.35 Operation Autsch!

17.00 (für HG) Timster 17.15 Marcus Level

17.55 Shaun das Schaf 18.15 (für HG) Ritter

Rost 18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus

18.50 Sandmann 19.00 (für HG) Wickie und die

starken Männer 19.25 (für HG) Checker Julian

19.50 (für HG) logo! Die Welt und ich! 20.00

(für HG) Kika Live 20.10 Leider laut

Dmax

9.50 Infomercial 10.15 Die Zwangsvollstrecker

11.15 BaggageBattles –Die Koffer-Jäger 12.15

ToyHunter –Der Spielzeugjäger 13.15 Goblin

Works Garage–Das Tuner-Trio 14.15 Fast N’

Loud 15.15 Cash für Chrom 16.15 Redwood

Kings –Träume aus Holz 17.15 Die Aquarium-

Profis 18.15 Die Baumhaus-Profis 19.15

Building Alaska –Hausbau extrem 20.15 Steel

Buddies –Stahlharte Geschäfte 22.15 BodyCam

911 –Polizeieinsatz hautnah 23.15 BodyCam

Cops 0.15 Der Feind in meinem Körper


Berliner Zeitung · N ummer 15 · 1 8./19. Januar 2020 31

· ·

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TV-Programm am Sonntag

ARD

9.30 (für HG) Die Sendung mit der Maus 10.00

(für HG) Tagesschau 10.03 (für HG) Die kleine

Meerjungfrau. Märchenfilm, D2013 11.00 (für

HG) Der Froschkönig.Märchenfilm, D2008

12.00 (für HG) Tagesschau 12.03 (für HG)

Presseclub 12.45 (für HG) Europamagazin 13.15

(für HG) Tagesschau 13.30 (für HG) Unter weißen

Segeln –Kompass der Liebe. Schiffsreihe, D

2004 15.00 (für HG) Noch einmal zwanzig sein

... Komödie, D2007 16.30 (für HG) Sommer der

Eisbären 17.15 (für HG) Tagesschau 17.30 (für

HG) Echtes Leben 18.00 (für HG) Sportschau

18.30 (für HG) Bericht aus Berlin 18.49 Lotto

18.50 (für HG) Lindenstraße 19.20 (für HG)

Weltspiegel 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Polizeiruf 110: Söhne

Rostocks

Krimireihe, D2019. Mit AnnekeKim

Sarnau. In Sascha BukowsArmen stirbt

der 36-jährigeFrank Fischer –und ein

verdächtiger Zeugeergreift die Flucht.

21.45 (für HG) Anne Will

22.45 (für HG) Tagesthemen

23.05 ttt –titel thesen temperamente

23.35 (für HG) Professor Love

Liebeskomödie, USA/GB 2014. Mit

Pierce Brosnan, Salma Hayek

1.08 Tagesschau

RTL

5.05 Der Blaulicht Report 5.50 Familien im

Brennpunkt 6.50 Familien im Brennpunkt 7.55

Die Superhändler–4Räume, 1Deal 8.55 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 9.55 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 10.55

UndercoverBoss. Johannes Borgmann ist Chef

der Ratinger FirmaADCO Umweltdienste Holding

GmbH, die mobile Sanitärlösungen vermietet.

Heute lernt der Boss des Unternehmens die

harten Knochenjobs an der Basis kennen. 11.55

UndercoverBoss 12.50 Deutschland sucht den

Superstar 14.45 Deutschland sucht den

Superstar 16.45 Explosiv –Weekend 17.45

Exclusiv –Weekend 18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL

Aktuell –Das Wetter 19.05 Vermisst

20.15 (für HG) Ich bin ein Star –Holt mich

hier raus! –Die große Dschungelparty

Pünktlich zur Halbzeit des Dschungelcamps

feiertModeratorin Angela

Finger-Erbenmit ehemaligen DschungelcampernliveimStudio.

22.15 (für HG) Ich bin ein Star –Holt mich

hier raus!

23.30 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus!

Die Stunde danach

Zu Gast: Ross Antony, Micaela Schäfer,

Peer Kusmagk, Paul Janke

0.35 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus!

MDR

16.20 (für HG) MDR aktuell 16.30 (für HG)

SportimOsten. Partner Pferd 17.10 (für HG) In

aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 18.00 (für

HG) MDR aktuell 18.05 (für HG) In aller

Freundschaft 18.50 (für HG) Wetter für 3 18.52

(für HG) Unser Sandmännchen 19.00 Regionales

19.30 (für HG) MDR aktuell 19.50 (für HG) Kripo

live 20.15 (für HG) Die Hohe Tatra 21.45 (für

HG) MDR aktuell 22.00 Sportschau Bundesliga

am Sonntag 22.20 Ist es zu laut bei uns? 23.05

Der vergessene Schatz 0.25 (für HG) Cheat –Der

Betrug: Bis aufs Blut. Thriller,GB2019

Bayern

14.00 (für HG) Gut zu wissen 14.30 (für HG)

natur exclusiv 15.15 (für HG) Heimat der

Rekorde 16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für

HG) Unser Land 16.45 (für HG) Euroblick 17.15

(für HG) Schuhbecks 17.45 Regionales 18.30

(für HG) Rundschau 18.45 (für HG) freizeit

19.15 (für HG) Unter unserem Himmel 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Wirtshausmusikanten

beim Hirzinger 21.45 Blickpunkt

Sport 23.00 (für HG) Rundschau Sonntags-

Magazin 23.15 Frech &Frei 0.00 (für HG) Ein

Vater zum Verlieben. Familienfilm, D2001

Vox

5.40 Criminal Intent 6.15 Criminal Intent 7.05

Criminal Intent 8.00 Criminal Intent 8.55

Criminal Intent 9.50 Criminal Intent 10.50

Criminal Intent 11.45 Criminal Intent 12.30

Criminal Intent 13.30 Criminal Intent 14.25

Bones –Die Knochenjägerin 15.10 Bones –Die

Knochenjägerin 16.05 Bones –Die Knochenjägerin

17.00 auto mobil #Das VoxAutomagazin

18.10 Ab in die Ruine! 19.10 Hot oder Schrott

–Die Allestester 20.15 Promi Shopping Queen

23.15 Prominent! 0.00 (für HG) Medical

Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin

Super RTL

11.25 Die Tomund JerryShow 12.00

Madagascar 3–Flucht durch Europa. Animationsfilm,

USA 2011 13.20 Bugs Bunny&Looney

Tunes 13.45 Barbie und „die drei Musketiere“.

Animationsfilm, USA 2009 15.00 Barbie erklärt’s

15.15 Tomund Jerry 15.45 Wickie und die

starken Männer.Abenteuerfilm, D2009 17.10