Business Monat Holz 2020

proHolzSteiermark
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Was denken Sie wenn Sie durch den Wald gehen? Nichts Besonderes, oder?
Die Ausgabe vom BusinessMonat im Dezember 2019 steht gänzlich unter dem großen Thema Holz

HOLZSPECIAL

UMDENKEN

Der Wald zeigt vor, wie nachhaltige

Wirtschaft funktionieren kann

ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 10Z038473 M, STEIRERIN VERLAGS GMBH, SCHUBERTSTRASSE 29/1, 8010 GRAZ ERSCHEINUNGSORT GRAZ, JG. XI, NR. 6, 15. DEZEMBER 2019, PREIS: 2,50 EURO, BILD/GRAFIK: SHUTTERSTOCK

NEU DENKEN

Auf Holz gebaut: So hat sich der Umgang

mit dem natürlichen Baustoff verändert

VORAUSDENKEN

Nachhaltige Forstwirtschaft sorgt

für ein gesundes Klima


Admonter ist nicht nur am Boden Zuhause, sondern weiß auch,

wie man gesamten Räumen ein Antlitz verleiht, das die Handschrift

des Designers und der Natur gleichermaßen trägt. Böden, Wände,

Treppen, Türen und Akustiklösungen gehen Hand in Hand und sind

dazu da, um Ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Hergestellt

aus nachhaltigem Holz, zu 100% in Österreich. admonter.at

Naturholzböden Naturholzplatten Naturholztüren Naturholzstiegen

Naturholz-Akustikplatten


EDITORIAL

UNSERE ZUKUNFT

© MIA’S PHOTOART

Was denken Sie, wenn

Sie durch den Wald

gehen? Nichts Besonderes,

oder? Der Wald ist

selbstverständlich, er ist Erholungsraum

und Rohstofflieferant.

Dabei hat er als Ökosystem

große Herausforderungen zu

stemmen – Stichwort Klimawandel.

Die Waldbesitzer trachten

danach, ihre Wälder durch gute

Bewirtschaftung klimafit zu machen,

damit diese in hundert

Jahren noch wachsen wie heute.

Aktuell ist es so, dass mehr Holz

nachwächst, als geerntet wird.

Ein guter Grund, das Thema weiterzudenken,

vor allem in Richtung

Innovationen. Schon heute

wird Holz neuen Verwendungszwecken

zugeführt, aus Holzfasern

werden bereits heute Stoffe

und Materialien hergestellt, die

erdölbasierte Produkte ersetzen

könnten. Forschungseinrichtungen

– auch die TU Graz – haben

dazu einige spannende Projekte

in petto.

Der Wald ist für uns unverzichtbar,

immerhin ist die Steiermark

Österreichs Waldland

Nummer eins. Dieser

BUSINESS MONAT ist eine Leistungsschau

der steirischen Erzeuger

und Holzverarbeiter, die

das Grüne Herz um einen Wirtschaftsfaktor

reicher machen. Es

ist ein Stück Klimaschutz – auf

jeder einzelnen Seite.

PAUL LANG

Obmann proHolz Steiermark

© THOMAS LUEF

#WOODFORFUTURE

DORIS STIKSL

GF proHolz Steiermark

NICOLE NIEDERL

GF BUSINESS MONAT

Der Wald ist Leben, den

Wald brauchen wir

zum Überleben. Wälder

und der daraus gewonnene

und stetig nachwachsende

Rohstoff Holz sind aber auch

Wirtschaftsfaktor, Multitalent

und – in Zeiten des sich verändernden

Klimas wohl einer

der wichtigsten Punkte – Klimaschützer

Nr. 1. Holz bindet

sowohl im Wald als auch verarbeitet

im Wohnbau oder als

Designstück CO 2

. Ein Fakt, der

es unumgänglich macht, zukünftig

noch mehr auf heimische

Materialien und Knowhow

zu setzen. Denn Holz ist

unsere Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft.

In der bereits vierten Sonderausgabe

des BUSINESS

MONAT zum Thema Holz

wird in Kooperation mit pro-

Holz Steiermark wieder steirisches

Holz in all seinen Facetten

und Einsatzbereichen

in den Fokus gestellt. Hintergrundartikel

zeigen auf, warum

das Baumaterial von

gestern das Baumaterial von

morgen ist, welche zukunftsweisenden

Innovationen bereits

jetzt zum Einsatz kommen

und weshalb gerade

Architekten und Designexperten

immer öfter auf den Baustoff

Holz setzen. Wir wünschen

Ihnen viel Spaß beim

Eintauchen in diese spannende

und vielseitige Welt und

freuen uns, gemeinsam mit

Ihnen noch mehr auf Holz zu

bauen!

BUSINESS Monat

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6 20 40

52

Holzexperte Erwin Thoma,

Holztransport, Best-Practice-Beispiele:

Swatch und Bauernhof

der Familie Polzhofer (v. l.).

INHALT

6 NACHHALTIGER WEG

Ein Waldspaziergang mit dem Autor

und Holzexperten Erwin Thoma.

10 DATEN UND FAKTEN

Wissenswertes rund

um das Thema Holz.

28 BRENNWERT

Heizen mit Holz schafft Behaglichkeit

und ist klimaschonend.

30 GESCHÄFTSMODELLE

Die steirische Holzindustrie besetzt

erfolgreich Nischenmärkte.

52 VORZEIGEPROJEKTE

Ausgezeichnet bauen mit

Holz – die besten Beispiele.

60 TRITTSCHMEICHLER

Weitzer Parkett setzt auf

Böden mit Zusatzfunktionen.

12 INNOVATIONSMOTOR

Holzcluster-GF Christian Tippelreither

baut auf steirische Betriebe.

16 ZUKUNFTSFIT

Ein Forschungsprojekt der Boku

Wien soll unsere Wälder schützen.

22 JAGDGESPRÄCH

Eine Mailkorrespondenz zwischen

Tierschützer und Jäger.

36 ÖKOBILANZ

Um nachhaltig zu bauen, gilt es

im Vorfeld einiges zu bedenken.

40 AUF HOLZ GEBAUT

Zwei steirische Holzbaumeister

im Interview.

46 FUNDAMENT

Sieben Thesen für nachhaltiges

Bauen von Architekt Thomas Kaden.

DER NÄCHSTE BUSINESS MONAT erscheint am 14. Februar 2020

68 BESTNOTE

Ein Erfolgsmodell: die Initiative

Holz macht Schule“.

70 HEADS & NEWS

75 BIZOCIETY

82 FRAUENPOWER

Petra Huber ist die neue Geschäftsführerin

des Sägewerks Kaml-Huber.

IMPRESSUM:

EIGENTÜMER UND VERLEGER: Die Steirerin Verlags GmbH & Co KG, Schubertstraße 29/1, 8010 Graz, Tel.: 0316/84 12 12-0, Fax-DW: 709. INTERNET: www.businessmonat.at.

E-Mail: office@diesteirerin.at. GESCHÄFTSFÜHRUNG: Mag. (FH) Nicole Niederl, Mag. Andreas Eisendle. CHEFREDAKTEURIN: Mag. Alexandra Reischl. CvD: Lissi Stoimaier.

REDAKTION: Yvonne Hölzl, Sarah Kampitsch. REDAKTIONELLE MITARBEIT: Dr. Daniela Müller, Mag. Elke Jauk-Offner. ANZEIGEN: Karin Hödl, Hans-Jürgen Maier, Renate Prattes, Denise

Schuschko-Linke, Mag. Irmgard Reiter, Caroline Brogyanyi. ASSISTENTIN DER GESCHÄFTSLEITUNG: Veronika Probst. BACK-OFFICE: Julia Kahofer. ABO- & ADRESS MANAGEMENT:

abo@diesteirerin.at. GRAFIK: Micki Weikhard, Daniela Balazic MA, Max Kapfenberger; grafik@diesteirerin.at. Lektorat: www.redpen.at. HERSTELLER: Druck Styria GmbH & Co KG.

Die Informationen zur Offen legung gemäß § 25 des Mediengesetzes können unter www.businessmonat.at abgerufen werden.

© MARIJA KANIZAJ, MIA‘S PHOTOART, SWATCH LTD., ALEXANDER KIRSCHNER

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BUSINESS Monat


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Headquarter und Produktion: A-7571 Rudersdorf, Teichweg 6

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Donnerskirchen | Vösendorf/Blaue Lagune | Wels | Innsbruck | Dornbirn

Foto: Michael Kemter

Architekt: heim+müller architektur, dornbirn


DER WALD WEISS,

WIE ES GEHT

Obwohl er vor 30 Jahren als Spinner abgetan wurde, hat Erwin Thoma an seiner Idee festgehalten: den

Rohstoff Holz wieder höheren Weihen zuzuführen. Heute ist er weltweit gefragter Experte für Holzbau und

denkt als Buchautor und Redner über eine Wirtschaftsordnung nach, die nur eines bräuchte: Nachhaltigkeit.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: MARIJA KANIZAJ

Ist uns eigentlich bewusst,

welch wichtige Rolle der Wald

in unserem Leben spielt?

Thoma: Nicht immer. Dabei

ist der Wald eine Wunderwelt.

Bäume bestehen zu 99,5 Prozent

aus Luft und Wasser, es ist eine

materielle Welt mit Millionen

und Milliarden Kubikmetern, die

sich aus Luft bilden, angetrieben

von Sonnenenergie, abfallund

rückstandsfrei. Ein unglaubliches

Wirtschaftsmodell. Uns

Menschen gäbe es ohne Bäume

nicht, erst durch das Chlorophyll

ist es möglich geworden, dass

sich organische Masse bildet

und daraus Pflanzen, Tiere und

Menschen entstehen können.

In den Wäldern dieser Erde ist

mehr CO 2

gespeichert als in der

gesamten Atmosphäre, nichts ist

so systemrelevant wie der Wald.

Der Wald greift viel mehr in unser

Leben ein, als wir gemeinhin

wahrnehmen. Unser Problem

ist, dass wir unsere Verbundenheit

mit der Natur verloren haben.

Wann ist das passiert? Mit der

Industrialisierung?

Ich denke, das hat mit der an

sich positiven Aufklärung begonnen,

als man anfing, das Menschenbild

mechanistisch zu erklären.

Doch spätestens mit der

Quantenphysik haben wir begriffen,

dass unser Leben nicht nur

so erklärt werden kann. Nun stehen

wir vor dem Problem, dass

unser gesellschaftliches System

keine Lösungen bietet, wir halten

aber noch immer verzweifelt

daran fest. Das Finanzsystem

kollabiert, das Modell vom exponentiellen

Wachstum hat sich als

untauglich gezeigt. Wachstum

muss passieren, wie es der Wald

vormacht: Es muss begrenzt sein

und der Baum muss nach dem

Wachstum in den Dienst für alle

kommen, indem er die Luft reinigt

oder für Humus sorgt. Solche

Modelle brauchen wir. Alle

anderen Wirtschaftsmodelle haben

ausgedient.

Unser Wirtschaftsmodell

scheint unumstößlich. Wer von

denen, die es tragen, sollte ein

Interesse haben, es zu ändern?

Für mich sind wir jetzt da, wo

die Sowjetunion vor dem Zusammenbruch

war. Ich sehe keine

Notwendigkeit, das System zu bekämpfen,

weil es ohnehin zusammenbrechen

wird.

Sehen Sie Anzeichen?

Da braucht man nur die Augen

zu öffnen, überall Blasen, die Finanzblase,

die Rohstoffsituation.

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft,

die à la longue keine

Zukunft hat, weil sie in die Angst

und in den Mangel führt. Langfristig

können wir nur Kreislaufwirtschaft

betreiben. Wir sollten

von den Ameisen lernen: Was

sie nicht verwenden, gerät in einen

Nutzungszyklus, der in der

nächsten Kaskade wieder genutzt

wird. Nur wir Menschen sind

dem Wahn verfallen, zu glauben,

die Wirtschaft sei nur dann

für alle gut, wenn sie exponentiell

wächst, und damit sie das tut,

müssen wir Produkte designen,

die immer kürzer leben, die man

immer schneller wegwirft und

die man noch schneller produzieren

muss. Dieses Prinzip führt

zur Verwüstung und Ausbeutung

der Erde. Ein Handy werfen wir

nach ein paar Jahren weg, diese

ganzen Elektronikgeräte beinhalten

pro Tonne zehn Mal mehr

seltene Erde als das Erz, das wir

weltweit ausbuddeln. Doch aus

dem Elektroschrott wieder neue

Geräte zu machen, können wir

nicht. Das ist völliger Wahnsinn.

Aber schauen Sie die Holzwirtschaft

an: Wir kontaminieren

auch Spanplatten mit hochgiftigem

Leim. Unsere Branche hat

leider vielfach den Anspruch verloren,

eine ökologische Lösungsalternative

zu sein.

Ist für Ihre Forderung nach

Kreislaufwirtschaft die Welt

mittlerweile nicht zu komplex?

Früher sagte man gern: Wen

kümmert es, wenn in China ein

Sack Reis umfällt. Heute wissen

wir, wie volatil alles ist, die

Börsen etwa. Noch einmal die

Frage: Wer sollte etwas ändern?

Das wird die Not machen, nicht

die Einsicht. Fridays for Future ist

nur ein kleines Vorzeichen. Sie

zeigen aber erst das Problem auf

und bringen noch keine Lösung.

Ich sehe aber auch positive Entwicklungen.

Wenn ich nur daran

denke, wie exotisch das war, was

ich vor 30 Jahren vorhatte! Zwischenzeitlich

haben wir in mehr

als 30 Ländern an die 2.000 Projekte

gebaut, vom Saunahüttl bis

zum elfgeschoßigen Bürogebäude

mit über tausend Arbeitsplätzen,

abfallfrei, energieautonom.

Für mich gilt der Satz von Victor

Hugo: Nichts ist stärker als

BUSINESS Monat

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„Nichts ist stärker

als eine Idee, deren

Zeit gekommen

ist. Dass es reif

dafür ist, spüren

wir eh alle.“

ERWIN THOMA

Holzexperte

eine Idee, deren Zeit gekommen

ist. Wenn Zeit für einen Wandel

gekommen ist, ist er nicht mehr

aufzuhalten. Und dass es reif dafür

ist, spüren wir eh alle.

Glauben Sie an die Selbstreinigungskräfte

innerhalb

der Gesellschaft? Brauchen

wir eine neue Aufklärung?

Wer daran zweifelt, dass eine

Gesellschaft einen solchen Wandel

schaffen kann, möge schauen,

wie eine Lawine funktioniert

und wie wenig nötig ist, wenn

erst einmal die Spannung aufgebaut

und die Zeit reif ist. Da genügen

ein paar Flocken, also ein

kleiner Auslöser, für eine Energie

und Wucht, die nicht mehr

aufzuhalten ist. Diese Dynamiken

werden sich auch in der Gesellschaft

zeigen, auch wenn wir

nicht genau modellieren können,

wie das dann aussehen wird. Ich

mache mir da mehr Gedanken,

was jeder Einzelne tun kann, damit

wir eine zukunftsfähige Lösung

schaffen.

Was? Genau hier kommen

ja gern die Argumente,

dass China ein viel

größerer Klimasünder ist,

wenn es darum geht, die

eigene Lebensweise etwas

einzuschränken.

Das ist die falscheste Haltung,

die es gibt. Ich als Mensch habe

Verantwortung für mein Leben,

ich muss mir überlegen, was ich

möchte. Wenn Menschen bei bedenklichen

Entwicklungen nicht

mehr mitmachen, tut sich etwas

und die Welt sähe besser aus. Wir

haben das beim Eisernen Vorhang

gesehen, dessen Fall noch so

viele Panzer nicht aufhalten konnten.

Jeder muss sich überlegen, in

welcher Verbundenheit mit der

Natur er und sie steht: Ist das Bacherl

im Wald genauso wichtig

wie meine Adern oder sage ich:

Das hat mit mir nichts zu tun?

Genauso, wenn es um das Thema

Fleisch aus Massentierhaltung

geht, um die Fernreise, weil sie

billig ist, oder den Kauf eines Kastls,

das nach dem ersten Übersiedeln

kaputt wird. Es geht nicht

darum, dass man in Ökoschlapfen

die Welt retten will, im Gegenteil:

Wir müssen mehr in die Fröhlichkeit

gehen. Der Konsumismus hat

uns kaputtgemacht.

Es fühlt sich gerade an

wie in den 1980er-Jahren:

Waldsterben, Kalter Krieg,

Zukunftsängste.

Damals haben wir ja gesehen,

wie schnell sich alles wandelt. Vor

genau der Situation stehen wir

gerade. Ich bin überzeugt, wenn

wir den Konsum und das Gefühl

des Habenmüssens, das uns über

sämtliche Medien vermittelt wird

und das uns zu funktionierenden

Teilen einer unmenschlichen

Wirtschaftsmaschinerie macht,

durchschauen und durchbrechen,

hat die Menschheit durchaus eine

fröhliche Zukunft. Was ich in den

letzten 30 Jahren gelernt habe, ist:

Es geht nicht da rum, zu denken,

dass die anderen zu groß und zu

mächtig sind. Es geht darum, zu

tun, was man für richtig hält, auch

wenn es noch so unbedeutend ist.

Sie haben ja selbst starken

Gegenwind auf Ihrem Weg

verspürt. Hatten Sie nicht auch

das Gefühl, sich lieber in den

Mainstream zurückzuziehen?

Sicher kann das frustrieren.

Aber wann wird man frustriert?

Das hat mit den Quellen zu tun,

aus denen man schöpft. Es macht

einen Unterschied, ob man sauberes

oder dreckiges Wasser

trinkt. Unser Problem ist, dass

unsere Lebensrealität von quantitativem

Denken bestimmt ist

und Qualität völlig auslässt. Es

braucht ein gutes Leben für alle.

Was ist das für Sie,

ein gutes Leben?

Sagen wir so: Ein guter Tag

hängt mit geglückten Beziehungen

zusammen. Nicht nur auf

Partnerebene, sondern auch zur

Mitwelt, zur Zukunft meiner Enkelkinder.

Kommen wir bitte auf das

Thema Holz zurück.

Warum schafft Holz es nicht in

den Massenbau?

Hier tut sich viel und es wird

sich noch viel ändern, auch die

noch recht gut funktionierenden

Beharrungskräfte werden

den Wandel nicht verhindern

können. Mit Beton kommen wir

nicht weiter, allein schon wegen

der Energiebilanz. Doch solange

wir Holzbauten anbieten, die

nach 30, 40 Jahren als Sondermüll

entsorgt werden müssen, haben

auch wir aus der Branche unsere

Hausaufgaben nicht gemacht.

Was berichten Ihre Kunden,

deren Häuser Sie gebaut

haben?

Ich habe schon oft gehört,

dass Allergien zurückgegangen

oder verschwunden sind, seit

die Menschen in Holzhäusern leben.

Eine Familie hatte ein allergisches

Kind, das völlig zerkratzt

war. Nach Einzug in das Holzhaus

war es beschwerdefrei. Viele sagen,

dass sie nun endlich wieder

schlafen können. Es gibt immer

mehr Ansätze, Holz im medizini-

8

BUSINESS Monat


schen Bereich einzusetzen. Dazu

habe ich mit Maximilian Moser

ein ganzes Buch geschrieben: Die

sanfte Medizin der Bäume.

Was ist für Sie der größte

Irr glaube im Zusammenhang

mit Wald?

Auf der Nordhalbkugel haben

wir so viel Wald, wir können

hier gar nicht ernten, was

nachwächst. Auf der Südhalbkugel

hingegen gibt es dramatische

Verluste, etwa im Regenwald Brasiliens.

Diese beiden Seiten einer

Medaille werden gern vermischt,

die Leute glauben, der Wald

nimmt ab, und klagen, wenn bei

uns Holz gefällt wird. Im Gegenteil:

Wir müssen das viele Holz

für den Bau nutzen! Im Moment

baut sich der Wald durch die

Klimaerwärmung um. Wir haben

viel mehr Nadelholz, als wir

brauchen können. Es wäre ein

Wahnsinn, würden wir das häckseln,

verheizen oder herumliegen

lassen. Wir müssen Häuser bauen

damit! Lassen wir es liegen,

geht der gespeicherte Kohlenstoff

in die Atmosphäre, die damit

belastet wird. Wenn ich dann

zum Bauen statt Holz noch Beton

nehme, belaste ich das Klima ein

zweites Mal. Im Holz als Baumaterial

bleibt CO 2

gespeichert und

ist damit der größte Beitrag für

die Zukunft unserer Kinder.

Wann wird hier das

Umdenken beginnen?

Mit meiner Firma habe ich gezeigt,

was möglich ist, es geht in

vielen Bereichen nicht mehr um

Prototypen, sondern um richtige

Lösungen. Die Frage ist nur

mehr, wann die Lawine ins Tal

kommt.

BUCHTIPP

In seinem neunten

Buch setzt sich der

Salzburger Erwin

Thoma mit der Frage

auseinander, wie die

Weisheit der Bäume

unser Leben stärkt.

FILMTIPP

But beautiful.

Thoma ist Protagonist

im neuen Film von

Erwin Wagenhofer.

Untergasse 15, 8162 Passail • Tel.: 03179/23 227-0

office@feldgrill-bau.at • www.feldgrill-bau.at

Wellness im Grünen

Freizeit im Grünen

Genuss im Grünen

Arbeiten im Grünen


DATEN &

FAKTEN

GRAFIKEN: SHUTTERSTOCK, QUELLE: LK STEIER5MARK, PROHOLZ STEIERMARK

Wussten Sie, dass es über 40.ooo Waldbesitzer in der Steiermark gibt und dass pro

Sekunde 1 Kubikmeter Holz in Österreich nachwächst? Wir haben spannende Zahlen

rund um die Themen Holz, Wälder und die steirische Holzwirtschaft für Sie.

850 Millionen Bäume

stehen in der Steiermark.

Alle 4 Minuten wächst in den steirischen

Wäldern ein Einfamilienhaus nach.

55.000 Menschen

sind in der Forst- und

Holzwirtschaft beschäftigt.

40.100 Waldbesitzer

gibt es in der Steiermark.

10

BUSINESS Monat


Rund 5 Milliarden Euro erwirtschaftet

die Holzwirtschaft in

der Steiermark pro Jahr.

60 Prozent des Holzes aus steirischen

Wäldern werden für Hausbau

und Möbelerzeugung verwendet.

1 Kubikmeter Holz wächst pro Sekunde

in Österreich nach. Jährlich bedeutet das

einen Holzzuwachs von 30 Millionen

Kubikmetern in Österreich.

Stürme, Schneedruck und Wetter -

kapriolen verursachten 2018 in der

Steiermark 250.000 Festmeter Schadholz.

© GRAFIKEN: SHUTTERSTOCK

500.000 Festmeter Holz sind laut

Steiermärkischer Landesregierung im

Vorjahr in der Steiermark dem klimabedingten

Baumsterben zum Opfer gefallen.

BUSINESS Monat

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INNOVATIONEN,

AUF HOLZ GEBAUT

Seit 1. Mai ist Christian Tippelreither Geschäftsführer des steirischen Holzclusters. Welche Ideen er für

die breit gefächerte Holz-Wertschöpfungskette in der Steiermark hat und warum Holz die Antwort auf die

aktuelle Klimaproblematik sein kann, verriet er dem BUSINESS MONAT.

TEXT: ALEXANDRA REISCHL, FOTO: MIA’S PHOTOART

Holz faszinierte Christian

Tippelreither

schon seit seiner

Kindheit; kein Wunder, liegt

es ihm doch im Blut. Schon

sein Großvater war Forstarbeiter,

sein Bruder ist Forstwirt –

„und ich war von Kindheit an

mit dem Vater im Wald unterwegs“.

Der Schritt zum Studium

der Holztechnik war dann

nur mehr ein kleiner. „Holz ist

so ein vielseitiger, lebendiger

Werkstoff; aktuell geht es um

die industrielle Verarbeitung

von Holz, da gibt es sehr spannende

Forschungsthemen, die

anstehen“, so der 34-Jährige.

INNOVATIONEN

Mit der Förderschiene

„Spitzen!Leistung Holz“ will

man genau da ansetzen, die

Holzunternehmen gezielt bei

ihren Problemstellungen unterstützen

und Innovationen

auf den Weg bringen. In einer

ersten Tranche wurden 13

Unternehmen gefördert. Die

zweite Förderperiode ist im

Sommer 2019 gestartet und

läuft über drei Jahre. Nachdem

gerade in der Holzwirtschaft

Klein- und Mittelbetriebe dominieren,

soll die Wettbewerbsfähigkeit

der KMU in der

Steiermark damit gesteigert

werden. Dank der heimischen

Forschungseinrichtungen wie

dem Holzbau-Forschungsinstitut

der TU Graz ist die Steiermark

übrigens auch über die

Landesgrenzen hinaus im Bereich

Holzverarbeitung sehr

gut positioniert. International

geht der Trend dahin, mit Holz

immer höher zu bauen. „Das

sind tolle Prestigeprojekte, für

die Zukunft ist aber wichtig,

dass Holz nicht mehr nur ein

Trend ist sondern endgültig in

der Breite des Bauprozessen

verankert wird“, erklärt Tippelreither.

Ein Beispiel für das

enorme Potenzial von Holz sei

der mehrgeschoßige Wohnbau

– wenn von Beginn an mit

Holz geplant werde, sei man

dabei preislich durchaus konkurrenzfähig.

Auch in puncto

Langlebigkeit könne Holz

mit anderen Baumaterialien

mithalten; man denke nur an

100-jährige Almhütten.

HOLZ LEBT

Das Wohngefühl in einem

Holzhaus ist einzigartig. „Wer

einmal barfuß über einen gebürsteten,

geölten Eichenboden

gegangen ist, will keinen

anderen Bodenbelag mehr“,

schwärmt Tippelreither. „Holz

muss man erleben, dann fesselt

es einen.“ Ein weiterer

Pluspunkt ist die Umweltkomponente.

Bäume speichern

während des Wachstums

CO 2

. „Wenn der Baum dann

reif geerntet wird, wird dieses

CO 2

gebunden. Lässt man

allerdings das Holz im Wald

verrotten, wird durch diesen

Prozess das CO 2

wieder freigesetzt“,

so Tippelreither. Eine

nachhaltige, vorrausschauende

Forstwirtschaft, so wie sie

in Österreich praktiziert wird,

sorgt also für eine optimale

Umweltbilanz. Holz kann

übrigens nicht nur als Werkstoff

und Heizmaterial eingesetzt

werden, auch in der Bekleidungsindustrie

findet es in

Form von Viskose oder Lyocellfasern

Verwendung.

Doch nicht nur die Bau- oder

Textil-, sondern auch die Fahrzeugbranche

soll künftig auf

Holz klopfen können – und

12

BUSINESS Monat


Christian Tippelreither leitet seit Mai den steirischen Holzcluster.

zwar nicht nur als dekoratives

Element, sondern als Werkstoff

für Strukturbauteile. „Das

WoodC.A.R-Projekt katapultiert

den Werkstoff Holz in die

Spitzentechnologie. Wir sind

gerade dabei, Glasfaser-Bauteile

durch Holz zu ersetzen“,

so der Experte. Bei dem Bauteil

kann somit 20 Prozent an Gewicht

eingespart werden, das

Material ist umweltfreundlich.

Zudem hat Holz elastische Eigenschaften,

die andere Werkstoffe

oft nicht aufweisen.

Tippelreither rechnet in den

nächsten fünf bis zehn Jahren

damit, dass Autoteile aus Holz

serienreif werden – VW ist in

dem Projekt stark involviert, in

der Steiermark wurde in dem

Bereich viel Know-how aufgebaut.

„Nur fünf Bauteile aus

Holz in einem Bus oder Auto

brächten enorme Stückzahlen.

Wenn man die Lieferkette mitdenkt,

könnten wir eine ungeheure

Wertschöpfung in die

Steiermark holen, von der vor

allem auch die ländlichen Regionen

profitieren würden.“

KLIMAFREUNDLICH

Mit dem fachlich kompetenten

und höchst motivierten

Team, das Tippelreither heuer

von seinem Vorgänger Erhard

Pretterhofer übernommen

hat, will er in den kommenden

Jahren richtig durchstarten.

„Viele wichtige Themen wurden

ja schon in der Vergangenheit

erfolgreich aufgegriffen.

Aber natürlich will ich auch

meine Ideen und Visionen einbringen“,

so der Holz-Experte.

Eines der Ziele: Die Cluster-

Partner, also die steirischen

Holzunternehmer, wieder

stärker einzubinden – und

zwar über das klassische Netzwerken

hinaus auch in der Prozessgestaltung.

„Derzeit bin

ich dabei, Schwerpunkte herauszuarbeiten,

um gezielt

Dinge bewegen zu können.“

Die drei großen Themenfelder

werden dabei Forst, Industrie

und Gewerbe sein. „Nun gilt

es auszuarbeiten, wie wir für

diese Bereiche einen Mehrwert

erzielen können“, so Tippelreither.

Denn letztlich sei

eine nachhaltige und innovative

Holzwirtschaft und -industrie

die Antwort auf die aktuelle

Klimadiskussion. „Wenn

wir an die nächsten Generationen

denken, wäre es eine

Sünde, nicht auf die Innovationen

im Holzsektor zu bauen“,

ist er überzeugt.

BUSINESS Monat

13


DER WEG ZUM

KLIMAFITTEN

WALD

Der Klimawandel wird den Wald verändern. Ein Projekt des Landes

Steiermark kann die Klimabedingungen in 80 Jahren simulieren und Wald –

besitzern Empfehlungen geben, wie sie ihren Wald zukunftsfit machen können.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTO: SHUTTERSTOCK

Gestern war der Saure Regen,

heute bestimmt der Klimawandel

die großen Diskussionen.

Und wieder trifft’s den

Wald. Konnten dank strenger Grenzwerte

die Fluor- und Chlorwerte, die in den

1980er-Jahren für das Waldsterben verantwortlich

waren, drastisch reduziert werden

– was zu einer vollständigen Genesung

des Waldes geführt hatte –, ist jetzt

neuerlich Handlungsbedarf gegeben. Der

klimafitte Wald wird künftig nicht mehr

überwiegend aus Fichten bestehen, sondern

aus Mischwald, sagt der steirische

Landesforstdirektor Michael Luidold.

Österreich und die Steiermark im Besonderen

haben die Entwicklung des

Waldes gut im Blick: Die Zusammensetzung

der Baumarten, die Schadsituation,

Luftverunreinigungen, die sich

in den Nadeln nachweisen lassen. Die

Waldfläche in der Steiermark ist seit den

1960er-Jahren um 300.000 Hektar gewachsen,

eine Million Hektar Wald der

österreichweit vier Millionen befinden

sich in der Steiermark. Der Klimawandel,

betont der Landesforstdirektor, könnte

auch das Borkenkäferproblem befeuern:

Wird es in höheren Lagen wärmer, könnte

er sich dort niederlassen, in der Vergangenheit

konnte er über 1.400 Metern

nicht überleben. Die Fichte hingegen bekommt

aufgrund ihrer flachen Wurzeln

immer stärker Trockenstress, „das hat

sich zuletzt dramatisch verändert, vor allem

in Ober- und Niederösterreich“, sagt

Luidold. Fichten gedeihen auch bei hohen

Temperaturen, vorausgesetzt, sie sind

ausreichend mit Wasser versorgt. Ist das

nicht der Fall, kann sich der Baum nicht

gegen Borkenkäferangriffe wehren. Dazu

kommt, dass ein gestresster Baum Duftstoffe

ausstößt, die der Käfer erkennt und

Sexuallockstoffe an die Weibchen aussendet.

ZUKUNFT MISCHWALD

Als klimafit wird der Mischwald angesehen,

wobei es auch darum gehen werde,

noch nicht heimische Baumarten einzubringen,

betont Michael Luidold. Hier

sei die Wissenschaft gefordert, die in ihren

Zukunftsszenarien solche Gastbaumarten

mitmodellieren muss. Die Buche

wird künftig in höheren Lagen einwandern,

in tieferen, trockenen Lagen jedoch

Schwierigkeiten bekommen. Die Fichte

wiederum wird in mittleren und höheren

Lagen günstige Bedingungen finden.

Eine widerstandsfähige Baumart sei

14

BUSINESS Monat


die Eiche, betont der Landesforstdirektor.

Vom Klimawandel

werden in der Steiermark

vor allem der Süden und Osten

betroffen sein.

Viele Waldbesitzer stehen

vor der Frage, wie sie ihren

Grund und Boden zukunftsfit

machen sollen. Das Land

Steiermark hat dazu ein Projekt

gestartet, das die Entwicklung

der Klimasituation

in den nächsten 80 Jahren simulieren

kann. In Rastern zu

je 50 mal 50 Meter wurde die

aktuelle Waldsituation katalogisiert,

Waldbesitzer können

daraus Empfehlungen ableiten,

welche Bäume ihren

Wald klimafit machen. Acht

Forschungsinstitute sind mit

dem Projekt befasst, bislang

wurden 300 Mannmonate

nur damit aufgewendet, den

Boden genetisch, chemisch

und auf seine Mineralphysik

hin zu untersuchen. „Über die

landwirtschaftlichen Böden

weiß man viel, über die Böden

der Forstwirtschaft hingegen

wenig“, betont Michael

Luidold.

HOLZ IST MEHR

Der Landesforstdirektor

regt an, Holz diverser zu verwenden

als bisher. Das ist

auch das Forschungsthema

von Wolfgang Bauer vom Institut

für Papier-, Zellstoff-

und Fasertechnik an der TU

Graz. Dort beschäftigt man

sich unter anderem mit der

Nutzung der aus dem Holz

in der Zellstofferzeugung

gewonnenen Wertstoffe –

Zellstoff, Lignin und Hemicellulosen

– als Ersatz für

synthetische und nicht nachwachsende

und somit nicht

nachhaltige Materialien. Damit

lassen sich Verpackungen

herstellen, die daraus gewonnenen

Produkte können zur

Energiespeicherung in Superund

Ultrakondensatoren und

für Redow-Flow-Batterien

verwendet werden. Beforscht

wird zudem die Nutzung

dieser Wertstoffe in der Papier-

und Kartonherstellung

anstelle synthetischer, erdölbasierter

Additive und bei

der Herstellung von Dämmstoffen.

Die ersten Produkte

sollen in den nächsten zwei

bis zehn Jahren auf den Markt

kommen, schätzt Bauer. „Holz

als stark nachgefragter Wertstoff

muss unbedingt nach

den Prinzipien der kaskadischen

Nutzung verwendet

werden: zuerst stofflich verwertet,

etwa in Baustoffen,

Möbeln, Faserplatten, um eine

möglichst hohe Wertschöpfung

zu erzielen. Eine thermische

Verwertung sollte erst

am Ende dieser kaskadischen

Nutzung stehen.“

BUSINESS Monat

15


„EIN MEILENSTEIN

IN DER WALDFORSCHUNG“

Für das Programm „Dynamische Waldtypisierung“ untersuchen derzeit über hundert Wissenschaftler den

steirischen Waldboden. Ab 2021 soll das Projekt Waldbesitzern helfen, ihren Wald zukunftsfit zu machen.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: LEBENSRESSORT STEIERMARK

Mehr als 100 Wissenschaftler

der Universität

für Bodenkultur

Wien untersuchen gerade

die Böden und Vegetation der

steirischen Wälder, um für das

Programm „Dynamische Waldtypisierung“

Daten zu sammeln.

Dieses soll Waldbauern

helfen, ihren Wald klima- und

zukunftsfit zu machen.

Herr Landesrat, was passiert

bei diesem Programm

genau?

Johann Seitinger: Der Klimawandel

ist für die nachhaltige

Forstwirtschaft eine enorme

Herausforderung, das Schadensausmaß

durch das klimabedingte

Baumsterben betrug

im Jahr 2018 in der Steiermark

eine halbe Million Festmeter.

Um uns auf diese große Bedrohung

vorzubereiten und wissenschaftliche

Daten zu sammeln,

ziehen wir alle Register.

Bis dato hat das Rüstzeug gefehlt,

um unseren Forstwirten

eine optimale Entscheidungsgrundlage

für die Bewirtschaftung

ihres Waldes zu liefern. So

haben wir ein ambitioniertes

und einzigartiges Leuchtturmprojekt

ins Leben gerufen. Es

hilft dabei, dem Wald zu helfen

und einen wichtigen Beitrag

zum Klimaschutz zu leisten.

Wie wird den Waldbesitzern

genau geholfen?

Man muss sich immer vor

Augen führen, dass ein Baum

seine Wurzeln nicht einfach in

die Hand nehmen und zweihundert

Meter nach oben marschieren

kann. Die Waldbesitzer

in der Steiermark brauchen

konkrete Empfehlungen, die

ihnen eine sichere Planung

für die Bewirtschaftung ihres

Waldes ermöglicht. Nach Abschluss

des europaweit einzigartigen

Forschungsprojektes

im Jahr 2021 steht jedem Waldbesitzer

in der Steiermark eine

gezielte, auf den Standort abgestimmte

Empfehlung von bis

zu 20 unterschiedlich geeigneten

Baumarten sowie deren Bewirtschaftung

zur Verfügung.

Sie werden auch digital abrufbar

sein. Dabei wird den unterschiedlichen

Klimaszenarien

Rechnung getragen und Aussagen

über die Eignung von Baumarten

für den Zeitraum bis

2100 getroffen.

Wie weit lassen sich die

klimatischen Entwicklungen/

Veränderungen überhaupt

voraussagen?

Eines ist klar: Als Folge des

Klimawandels muss sich der

Wald auf höhere Temperaturen,

mehr Feuchtigkeit im Winter,

trockenere Sommer und mehr

Schädlingsbefall einstellen, dabei

aber weiterhin seine vielfältigen

Aufgaben als Klimaschützer,

Lebensraum, Arbeitsplatz,

Erholungsort sowie als Wasserspeicher

und Wärmespender

erfüllen. Auf klimatische

Entwicklungen im Bereich der

Forstwirtschaft können wir seit

den 1990er-Jahren mit einem

sich ständig weiterentwickelnden

Maßnahmenpaket im Zuge

der Umforstungsstrategie der

Wälder reagieren. Ein Beispiel:

Die Forstaufsicht – insbesondere

Forstschutzmaßnahmen

im Zuge der Borkenkäferbekämpfung

– und das Monitoring

von Schadinsekten in den

steirischen Wäldern sowie die

Beratung der steirischen Waldbesitzer

ist durch den Forst-

LR Johann Seitinger

fachdienst der Behörde gewährleistet.

Die Sicherstellung

dieses fachlich gut ausgebildeten

Forstpersonals ist auch

in den budgetären Kennzahlen

des steirischen Landesbudgets

verankert.

Welchen Rat haben

Sie für die steirischen

Waldbesitzer, was das Thema

der Waldpflege oder der

Verjüngung betrifft?

Der Wald als sensibles Ökosystem

bedarf einer professionellen

und vor allem ganzjährigen

Pflege. Denn so ist auch

gewährleistet, dass er seine volle

Funktion erfüllen kann und

auch der Wert einer Waldfläche

erhalten bleibt. Eine gute

Pflege besteht aus einem soliden

Maßnahmen-Mix und be-

16

BUSINESS Monat


ginnt bereits sehr früh bei der

Wahl der Baumart und des

passenden Pflanzenmaterials.

Darüber hinaus muss auf

die Düngung, den Schutz vor

Wildverbiss und Schädlingen

geachtet werden, auf das Auflockern

überdichter Bestände

sowie das Ausmähen der Kulturen

und die Astung und den

Formschnitt. In diesem Zusammenhang

möchte ich besonders

auf die Sicherheit bei

der Waldarbeit hinweisen. Leider

passieren Jahr für Jahr aufs

Neue zu viele Unfälle bei der

Waldarbeit. Durch das Tragen

einer adäquaten Schutzausrüstung,

die das Land Steiermark

durch die Initiative „Persönliche

Schutzausrüstung im

Forst“ fördert, und durch gegebene

Vorsicht kann das Unfallrisiko

stark minimiert werden.

„Der Wald als

Klimaschützer,

Erholungsraum

und Arbeitsplatz

muss uns

auch etwas

Wert sein.“

JOHANN SEITINGER

Landesrat

Der Wald ist dann

klimafit, wenn er gepflegt

ist: Wäre es denkbar,

hier die Waldbesitzer

mit Förderungen zu

unterstützen?

Der Wald als Klimaschützer,

Erholungsraum und Arbeitsplatz

im waldreichsten

Bundesland Österreichs muss

uns auch etwas Wert sein, das

bedeutet, dass wir auch Mittel

dafür einsetzen müssen. Als

Land Steiermark unterstützen

wir sowohl bei der Bewältigung

von Katastrophenereignissen

als auch bei der danach

notwendigen Wiederbewaldung

der betroffenen Waldflächen.

Der Schwerpunkt

liegt vor allem bei der Aufforstung

von standorttauglichen

Mischwäldern. Über

das Förderprogramm Ländliche

Entwicklung wurde in

den letzten Jahren das Setzen

von rund 200.000 Stück

Laubhölzer und Tannen sowie

rund 40.000 Stück seltener

Baumarten über die Aktion

„Mutterbaum“ auf diesen Katastrophenflächen

finanziell

unterstützt. Auch bei Pflegeeingriffen

wird darauf geachtet,

dass die „grüne Biomasse“

– Nadeln und Blätter – als

Dünger und Kohlenstoffspeicher

im Wald bleibt.

08

UHR

20

Der neue Lehrling steht

vor der Tür, hat aber noch

keinen Vertrag.

08

UHR

22

Jetzt schon – dank dem

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AUFG’RÄUMT IS’

Ein gepflegter Wald ist eine Wohltat für Naturfreunde. Er ist noch viel mehr: Grundlage für das Leben

und Heimat eines wertvollen Rohstoffes. Doch zur Zeit stehen große Herausforderungen an.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTO: SHUTTERSTOCK

18

Die Waldbauern

stehen vor großen

Herausforderungen.

Wie mit der

Klimaerwärmung umgehen?

Was tun, wenn es durch Borkenkäfer,

Stürme und Schneedruck

immer mehr Schadholz

gibt? Und vor allem: Wie geht

es für die Waldbauern weiter,

wenn – wie aktuell – die Preise

auf dem Boden liegen? Derzeit

werden rund 70 Euro per Festmeter

Sägerundholz bezahlt,

sagt Peter Konrad, Bundesvorsitzender

der Forstunternehmer

im Fachverband der gewerblichen

Dienstleister in der

WKO. Das betrifft auch seine

Branche: Je niedriger der Holzpreis,

desto weniger Waldpflege-Dienstleistungen

wer- den

in Anspruch genommen, was

letztlich die ganze Wertschöpfungskette

Holz trifft.

SCHUTZ VOR

KLIMAWANDEL

Dabei sind es bewirtschaftete

Wälder, die den Auswirkungen

des Klimawandels und

damit einhergehenden Kalamitäten

besser standhalten können,

sagt Konrad. In Österreich

wurden zuletzt 18 Mio. Festmeter

Holz jährlich geerntet, davon

ein großer Teil Schadholz,

Tendenz steigend. Entschädigungen

für Verluste bekommt

BUSINESS Monat

der Waldbesitzer kaum. „Momentan

muss der Waldbesitzer

den größten Anteil der Wertminderung

seines Rohstoffes

schlucken“, schildert Konrad.

„Die nachhaltige Waldbewirtschaftung

ist Voraussetzung

für einen gesunden

Wald, hier fehlt oftmals das Bewusstsein.“

Und der Borkenkäfer

macht auch keinen Halt vor

Schutzwäldern, die bei Starkregen

Hangrutschungen und

Murenabgänge verhindern.

Beim aktuellen Holzpreis sei

man jedenfalls nicht wettbewerbsfähig,

betont auch Peter

Michelitsch, Holzernteunternehmer

aus Wies. Ihm stoßen

dabei mehrere Aspekte sauer

auf: einmal, dass „Käferholz“

preistechnisch nicht definiert

ist. Die Qualität kann noch so

gut sein und zur Weiterverarbeitung

geeignet, wird aber

automatisch auf der niedrigsten

Stufe eingeordnet. Michelitsch:

„Das ist für den Lieferanten

nicht zu kontrollieren.“

Dieser erhält im Übrigen für

die Baumrinde – immerhin bis

zu zehn Prozent einer Holzfuhre

– gar nichts, obwohl die

Sägewerke diesen „Abfall“ zu

Wärme machen und für ihre

Trocknungsanlagen einsetzen.

Zwischen 150 und 200 Euro

Verlust fährt der Waldbauer

derzeit für eine Lkw-Lieferung

Weitere Infos:

www.forstunternehmerverband.at

www.wko.at/branchen/stmk/gewerbe-handwerk/

gewerbliche-dienstleister/Forstunternehmer.html


von 30 Festmetern ein, hat sich

Michelitsch von der Boku ausrechnen

lassen. „Das zahlt nur

einer: der Waldbesitzer“, so Michelitsch.

KLIMAFITTE GESETZE

Die Forstdienstleister vermissen

zudem klimafitte Gesetze,

etwa eine Förderung von

Biomasse in jeglicher Form.

Auch Arbeiten in schwer zugänglichen

Gebieten, die der

Stabilität der Bestände als

Schutz vor Muren etc. dienen,

müssten mehr gefördert werden.

Gesetzlich geregelt gehörte

zudem ein strikteres Vorgehen

bei Schad- holz: Das heißt,

dass die Aufarbeitung und die

Abfrachtung des Schadholzes

umgehend zu erfolgen hat.

„Hätten wir schon früher klimafitte

Gesetze gehabt, wäre

die Käferkalamität nicht so

schlimm ausgefallen“, konstatiert

Michelitsch. Seinem Kollegen

Peter Konrad geht es

auch um eine angemessene

Wahrnehmung seiner Branche:

„Wir sind ja nicht nur da,

um pfleglich und nachhaltig

Holzernte zu betreiben. Wir

sind auch Partner für Aufforstungen,

Pflege und sind Spezialisten

in Katastrophenfällen.“

Auch wenn Holzbau aktuell

boome und von politischer Seite

Unterstützung komme, for-

„Manuelle

Waldarbeit

ist heute fast

unbezahlbar.“

PETER KONRAD

dert Konrad die Industrie und

Verarbeiter auf, ihren Rohstoff

noch mehr bei regionalen Produzenten

zu beziehen. „Beim

Urproduzenten muss noch etwas

ankommen, und das ist bei

den aktuellen Weltmarktpreisen

nur schwer möglich. Wir

alle müssen dem Rohstoff Holz

wieder mehr Wert geben“, fordert

Konrad.

Manuelle Waldarbeit hat

auch heute noch ihren Stellenwert,

aber eine gezielte

und schnelle Holzbereitstellung

kommt ohne Forstspezialmaschinen

und -geräte nicht

mehr aus. Der Einsatz von

Harvestern und Forwardern

wird aus Sicherheitsgründen

in vielen Einsatzsituationen

vorgezogen. Den zunehmenden

technischen Anforderungen

an die moderne Holzernte

ist man nun mit dem neuen

Lehrberuf des Forsttechnikers

nachgekommen. In drei Jahren

lernen junge Menschen dabei

nicht nur den fachgerechten

Umgang mit Spezialgeräten

im Wald, sie erhalten auch die

kommunikative Kompetenz,

Waldbesuchern ihre Tätigkeit

zu erklären. „Diese Kommunikation

ist wichtig, um der

wachsenden Kritik an Nutzung

und Pflege der Waldbestände

entgegenzuwirken. Die

Arbeit, die wir leisten, ist extrem

gefährlich und schwer.“

Eine fundierte Ausbildung der

Maschinenführer ist heute unerlässlich,

um eine pflegliche

und nachhaltige Holzernte zu

bewerkstelligen. Auch die Digitalisierung

wird die Branche

nachhaltig verändern. „Forstunternehmer,

Auftraggeber

und Abnehmer werden Profiteure

einer strategisch klugen

Digitalisierung sein. Ich würde

ihnen empfehlen, sich bald genug

mit dem Thema auseinanderzusetzen.“

BUSINESS Monat

19


HOLZTRANSPORT 2.0

Vom Wald zur Säge – Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind in der Holztransport-Branche

längst schon mehr als nur Schlagwörter. Eine Frächterin gibt Einblick.

FOTOS: MIA’S PHOTOART, BEIGESTELLT

Frau Poscharnegg-

Kriebernegg, Sie sind

Prokuristin der Josef

Poscharnegg GmbH, die sich

auf Transport und Logistik

spezialisiert hat – was ist

für Sie persönlich das Schöne

und das Faszinierende an der

Arbeit in der Holztransport-

Branche?

Da gibt es viele Punkte. Zu allererst

die Faszination am nachwachsenden

Rohstoff. Aber natürlich

auch die Arbeit in der

freien Natur im Wald, der direkte

Kontakt mit den Forstwirten

und Waldbesitzern, die Vielseitigkeit

der Anforderungen sowie

die Vielseitigkeit der Verarbeitungs-

und Verwendungsmöglichkeiten

des Holzes in der

gesamten Wertschöpfungskette.

Wir als Unternehmen sind

gefordert, für die Bereitstellung

der geeigneten Fahrzeugarten

für die breite Palette der

Einsatzmöglichkeiten von Holz

– von Bloch-Schnittholztransporten,

Biomasse- oder Sägespänetransporten

– zu sorgen.

Stichwort „Nachhaltigkeit“.

Inwiefern setzt Ihr

Unternehmen und andere

Unternehmen in der

Holztransportbranche auf

Umweltfreundlichkeit?

Das ist ein großes Thema.

Die Möglichkeiten im Bereich

der Nachhaltigkeit reichen

von einem umweltfreundli-

20

BUSINESS Monat


chen und lärmarmen Fuhrpark

über die Verwendung

von biologisch abbaubaren

Betriebsmitteln bis zur Belieferung

von regionalen Holzverarbeitungsbetrieben.

Welche Rolle nimmt

technische Innovation

bzw. Digitalisierung im

Rahmen der Tätigkeiten in

der Holzbranche ein?

Die Digitalisierung ist auch

in der Holzbranche angekommen.

Fahrer zum Beispiel verwenden

Tablets und erhalten

so direkt ihre Ladungsaufträge

in die Fahrerkabine zugestellt.

Die Verwendung von

Smartphones sowie der E-

Mail-Datenaustausch mit der

Disposition zählt schon lange

zum Standard, genauso wie

die Navigation und Ortung.

Welche Eigenschaften muss

man für den Beruf des

Lkw-Fahrers für Rundholzund

Holztransporte

mitbringen?

Die Durchführung von

Rundholztransporten stellt

eine besonders hohe Anforderung

an Mensch und Maschine

dar. Der Fahrer muss

natürlich über ausreichend

Kenntnis über die verschiedenen

Holzarten verfügen und

er sollte den Rohstoff Holz

wertschätzen. Neben dem

technischen Verständnis benötigt

der Fahrer auch die

notwendigen Fertigkeiten: Er

muss flexibel sein und über

ein gewisses Maß an Stressresistenz

verfügen.

Der Fahrernachwuchs

braucht eine notwendige Affinität

zum Rohstoff Holz und

zur Arbeit in der freien Natur

im Wald. Er sollte wetterfest

sein und wenn er dazu noch

einen starken Lkw lenken

möchte, ist er genau richtig!

Welche Zukunftsperspektiven

bietet die

Branche im Allgemeinen

und welche konkret für

Berufskraftfahrer?

Einen Berufskraftfahrer

wird man nie wegrationalisieren

können, denn er bringt,

was die Menschen täglich

brauchen. Trotzdem sind wir

wie viele andere Branchen

auch gegenwärtig mit einem

gravierenden Fahrermangel

konfrontiert. Das Interesse der

Jungen am Job als Berufskraftfahrer

ist rapide gesunken. Dabei

bietet die Branche einen

abwechslungsreichen und sicheren

Arbeitsplatz an.

Sorglospaket

Wir, die Transporteure,

bieten

komplette Transportlösungen

aller Art – vom

Rundholz aus dem Wald, Holz

aus der Säge, Sägenebenprodukte,

Leimbinder, Holzkonstruktionsteile

(mitunter mit

Überlänge, Überbreite). Und

das zum verarbeitenden Betrieb,

zur Baustelle und vieles

mehr, innerhalb und außerhalb

der EU. Damit liefern wir

ein Sorglospaket für die Wirtschaft.

Deshalb sind unsere Berufskraftfahrerinnen

und

-fahrer eine sehr wichtige

Säule in der Forstwirtschaft

und Holzindustrie. Dieser Beruf

hat viele Herausforderungen,

wie jeder andere Beruf

auch, aber ebenso viel Reiz,

den Überblick vom Führerhaus

über die Straße zu haben

oder in der Natur zu arbeiten.

Um diesen Beruf ins Rampenlicht

zu rücken, haben wir

als Interessenvertretung der

Transporteure auf Facebook

und Instagram die Austro-

Peter Fahrner,

WKO-Steiermark-

Fachgruppenobmann

für das Güterbeförderungs

gewerbe

Einen Berufskraftfahrer wird man nie

wegrationalisieren können, denn er bringt,

was Sie täglich brauchen …

truckerplattform geöffnet.

Wollen auch Sie posten, dann

senden Sie uns Beiträge per

Mail an steirertrucker@wkstmk.at.

Damit die Transporteure

mit ihrem Fahrpersonal auch

in der Gesamtheit der Wirtschaft

ihren Platz finden, ist

ein wertschätzender Umgang

mit uns sehr wichtig. Denn

wenn die Transportwirtschaft

als tragende Säule wegfällt,

funktioniert nichts mehr.

Die Sägeindustrie verdient

zur Zeit gutes Geld, leider

kommt im Transportwesen

davon nichts an. Wir kämpfen

mit Fahrermangel und Kontrollwahnsinn,

oft geht’s ums

Überleben des Transporteurs.

Lkw-Servicekosten, Löhne

usw. steigen laufend. Es muss

möglich sein, im gesetzlichen

Rahmen wirtschaftlich unterwegs

zu sein! Daher unser

Appell: Leben und leben lassen

– damit das Sorglospaket

auch morgen noch zur Verfügung

steht.

www.wko.at/stmk/gueter

BUSINESS Monat

21


BETREFF:

JAGDGESPRÄCH

Jäger und Tierschützer stehen einander oft unversöhnlich gegenüber. Sie hingegen zeigen Haltung:

Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof und Lambert Schönleitner von den Grünen.

Wir baten die beiden zu einer Mailkorrespondenz über das Thema Jagd.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: J.J. KUCEK, CHRISTINE HOFER-LUKIC, SHUTTERSTOCK

Sehr geehrter Herr Mayr-Melnhof,

es freut mich sehr, dass Sie die Einladung des BUSINESS MO-

NAT angenommen haben und sich mit mir über dieses Thema

austauschen möchten. Vorneweg: Unbestritten ist, dass die steirischen

Jägerinnen und Jäger viele wichtige Aufgaben in der Steiermark

haben und der überwiegende Teil der Jägerschaft diese auch

verantwortungsvoll wahrnimmt. Was ich aber nicht nachvollziehen

kann, ist das Thema „Fasanenjagd“. Wie Sie wissen, werden

dafür die Tiere extra gezüchtet, damit sie dann wenige Monate

später geschossen werden können – mit einer waidgerechten Jagd

hat das nichts zu tun. Wieso machen Sie sich als Landesjägermeister

nicht gegen diese „Auswilderungsjagd“ stark?

Sehr geehrter Herr Schönleitner,

herzlichen Dank für Ihre wertschätzende Haltung gegenüber

den Leistungen der Steirischen Jagd. Ich sehe meine Aufgabe

als Landesjägermeister in der Vertretung der Steirischen Jagd

nach außen sowie in einer klaren Haltung gegenüber unseren

Mitgliedern: Das Bewusstsein unserer Verantwortung und der

entsprechende Umgang damit ist unerlässlich im Hinblick auf

die uns anvertrauten Wildlebensräume, allen anderen Naturnutzern

und generell der Öffentlichkeit gegenüber. Vor einzelne

schwarze Schafe mag auch ich mich nicht stellen. Zu Ihrem

Thema: Bodenbrüter wie der Fasan verlieren in der freien Natur

bis zu 70 Prozent ihrer Küken in den ersten vier Wochen, danach

kommen aber noch weitere vier kritische Wochen, bis sie

flugfähig sind, da bleibt nicht viel übrig, um eine Population zu

erhalten oder sogar zu stärken. In unseren Auswilderungsbiotopen

sind die Jungfasane vor Beutegreifen durch den seitlichen

Zaun geschützt und können, sobald sie ihre Flugfähigkeit erreicht

haben, frei ein- und ausfliegen. Mit jeder Woche besiedeln

sie zunehmend die umliegenden und mit großem Aufwand von

Jägern gestalteten Lebensräume, wovon viele Arten profitieren,

die auf der Verliererseite stehen, Stichworte Insektenschwund

oder Singvogelsterben. Mit drei Monaten ist der Fasan als Hühnervogel

ausgewachsen, der Anteil der Jagdstrecke an im selben

Jahr geborenen Fasanhähnen beträgt fünf bis zehn Prozent. Die

Hennen werden nicht bejagt, wobei einzelne Fehlabschüsse passieren

können. Das Bild, das über dieses Thema von Organisationen,

die über jagdfeindliche Kampagnen Spenden lukrieren wollen,

verbreitet wird, ist schlicht und einfach falsch. Ich lade Sie

gerne ein, sich anzusehen, was hier geleistet wird und wie diese

wertvollen Rückzugsflächen, die auch der erholungsuchende

Mensch schätzt, hier in unserem Bundesland mit hohem Fachwissen

und dem Blick auf die Landschaft aus der Sicht des Wildtieres

gestaltet werden.

Sehr geehrter Herr Mayr-Melnhof,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort – wobei ich

schon sehe, dass wir hier weiterhin nicht einer Meinung sind:

Denn aus unserer Sicht ist nach der Novelle des Jagdgesetzes

2016 das wahr geworden, wovor wir davor gewarnt hatten:

Nämlich dass diese Novelle nicht tauglich ist, dieser inakzeptablen

Form der Jagd einen hundertprozentigen Riegel

vorzuschieben. Auch viele steirische Jäger sehen diese Form der

„Scheinjagd“, die mit einer ethisch vertretbaren Jagd nichts gemeinsam

hat, sehr kritisch. Ich möchte mich außerdem dagegen

verwehren, dass es Tierschutzorganisationen nur um

Spenden ginge – im Gegenteil: Es geht ihnen um die Sache.

Aber eine andere Frage: Wie sehen Sie die Auswirkungen des

Klimawandels auf die Jägerschaft beziehungsweise auf die Aufgaben

der Jägerinnen und Jäger? Die Erhaltung naturnaher Lebensräume

zählt ja auch zu den Aufgaben, beziehungsweise wie

es einmal ein Professor an der Universität für Bodenkultur beschrieben

hat: „Jäger erhalten und erhöhen die Biodiversität in

unserer Kulturlandschaft.“

22

BUSINESS Monat


Lambert Schönleitner,

Die Grünen

Franz Mayr-Melnhof,

Landesjägermeister Steiermark

Sehr geehrter Herr Schönleitner,

wenn Leistungen, die für unsere Natur erbracht werden,

schlecht gemacht werden, nur weil sie von Jägerinnen und Jägern

erbracht werden, können wir hier kein Einvernehmen erzielen. Im

Falle der Fasane sollte nur mitreden, wer auch die nötige Fachkompetenz

mitbringt und sich mit Lebensraumansprüchen, Schlupfraten

und profitierenden Arten intensiv beschäftigt hat. Zum Thema

Tierschutzorganisationen gibt es viele seriös arbeitende Einrichtungen,

mit denen wir gut kooperieren. Daneben gibt es aber auch

jene, die Gesetze missachten und übertreten und Diffamierungen

als Teil ihrer Kampagne betrachten.

Die Sicherung der Biodiversität hat in den heutigen vielseitig

genutzten Landschaften höchste Priorität, die Steirische Jagd

setzt sich schon länger für den Erhalt und die Förderung der biologischen

Vielfalt auf den jagdwirtschaftlich genutzten land- und

forstwirtschaftlichen Flächen ein. Biodiversität ist aber auch ein

öffentliches Interesse aller, etwa der Landeigentümer, Land- und

Naturnutzer. Die bisher gesetzten Maßnahmen reichen nicht

aus, noch immer ist es nicht gelungen, den Rückgang von zahlreichen

Singvögelarten in der Agrarlandschaft zu stoppen. Ebenso

hat sich der Rückgang der Fasane, Rebhühner und Hasen, die

Indikatoren für die biologische Vielfalt der Agrarlandschaft sind,

dramatisch beschleunigt und ist bis zu einem existenziellen Minimum

bei manchen Populationen geschrumpft. Die Biodiversität

der Lebensräume muss noch mehr als bisher ein wesentlicher

Bestandteil der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

sein und sie sollen durch stärkere Förderung bei gleichzeitiger

Minimierung bürokratischer Hürden auch in der Praxis eine

deutliche Aufwertung und höhere Akzeptanz erfahren. Wir nehmen

unsere Rolle der Naturkompetenz mit Praxiserfahrung sehr

ernst – das zeigt unsere Fachtagung im Jänner unter dem Titel

„Klimawandel und Wildtier“, zu der ich Sie jetzt schon herzlich

einlade.

Sehr geehrter Herr Mayr-Melnhof,

beim Thema Biodiversität und Artenschutz können wir an einem

Strang ziehen, wie es aussieht. Denn die Erhaltung des Waldes

und seiner multifunktionalen Wirkungen durch eine nachhaltige

Waldbewirtschaftung ist wesentlich für die Zukunft der

Steiermark – immerhin ist die Steiermark ja mit 61,4 Prozent

Waldfläche Österreichs waldreichstes Bundesland. Wir schlagen

zum Erhalt der Biodiversität in unseren Wäldern zum Beispiel

ein Biotopverbundnetz geschützter Waldflächen, Maßnahmen in

Natura-2000-Gebieten oder einen Fördertopf für Vertragsnaturschutz

in Wäldern vor und werden das Thema auch in der neuen

Legislaturperiode weiter bearbeiten. Ich hoffe, dass auch die

neue schwarz-rote Landesregierung den Ernst der Lage erkennt

und hier endlich aktiver wird! Danke auch für die Einladung zu

Ihrer Fachtagung, die wir gerne annehmen werden!

Sehr geehrter Herr Schönleitner,

stellvertretend für alle Waldeigentümer halte ich fest, dass die

Erhaltung des Waldes und seiner multifunktionellen Wirkungen

durch die Prinzipien der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

schon seit Generationen gelebt werden und keine aktuelle Erfindung

sind. Damit wurde auch die Basis für jene Biodiversität und

Artenvielfalt geschaffen, die wir auch für die Zukunft erhalten

müssen.

Ich danke Ihnen für diesen Austausch und freue mich auf eine

Fortsetzung bei unserer Tagung „Klimawandel und Wildtier“!

Mehr zur Fasanjagd: www.jagd-stmk.at/

wp-content/uploads/2019/11/

BUSINESS Monat

23


HYBRIDE UND

HAUSAUFGABEN

Klimawandel, Wohnraumverdichtung und Selbstoptimierung: Die Mayr-Melnhof Holz Gruppe stellt sich als Holzspezialist

und führender Brettschichtholz-Produzent in Europa den Herausforderungen von Natur und Gesellschaft.

Der Vorstandsvorsitzende DI Richard Stralz im Gespräch über neue Technologien und alte Weisheiten.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: SABINE HOFFMANN, KLAUS MORGENSTERN, MAYR-MELNHOF HOLZ, HIEBLER, HOHENSINN ARCHITEKTUR,

VISUALISIERUNGEN: EXPRESSIV.AT, ALLMANN SATTLER WAPPNER ARCHITEKTEN GMBH

Fakt ist: 100 Prozent Baum ergeben

zwar 100 Prozent Ausbeute, aber

nicht für Holzbauprodukte. Welche

Optimierungsprozesse werden

in der Verarbeitung von Holz

vorangetrieben?

Richard Stralz: Wir verarbeiten

60 bis 65 Prozent des Volumens eines

Baumstamms zu Schnittholz, die Basis

für Holzbauprodukte, der Rest

sind Nebenprodukte. In der Weiterverarbeitung

des Schnittholzes fallen

20 Prozent an Produktionsabfällen

an. Die Holzindustrie wusste zum

Glück immer kreativ damit umzugehen,

das machte Entwicklungen wie

Brettsperrholz aus Seitenware, Pellets

aus Sägespänen, Hackgut als Dämmstoff

sowie die kaskadische Nutzung

von Anfallware in der Papier- und Zellstoffindustrie,

wo Holzfasern aufgelöst

und zu Zellstoff verarbeitet werden,

möglich. Es steckt aber noch viel Potenzial

darin, den Anteil der Ausbeute

deutlich zu erhöhen. Mit den Technologien

in Säge- und Weiterverarbeitung,

die wir derzeit einsetzen, sind

uns Grenzen gesetzt. Da haben wir

noch viele Hausaufgaben vor uns, wir

sind aber stark damit befasst.

Welche Denkansätze gibt es,

in welche technologischen

Stoßrichtungen geht es?

Es existieren bereits Sägelinien,

die die Ausbeute um fünf Prozent

nach oben treiben. Auch in der Weiterverarbeitung

können mit neuen

Hobeltechnologien bereits zwei, drei

Prozent gewonnen werden. In Wahrheit

muss das erste Ziel jedoch sein,

aus 100 Prozent Rohstoff in Richtung

70 Prozent Produkt aus Holzweiterverarbeitung

zu kommen. Hier sind

Forschung und Maschinenbau gefordert.

Es wird bereits einiges getestet:

Fertigungsverfahren werden variiert,

indem das Schälen des Stamms vor

das Schneiden gesetzt wird. Es gibt

Hochleistungsstähle, mit denen sich

Sägeblattstärken weiter verringern

lassen. Auch neue Einschnittgeometrien

werden geprüft, beispielsweise

den Stamm wie ein Tortenstück aufzuschneiden.

Von ersten Ansätzen

über Prototypen bis hin zur großen

Richard Stralz, CEO der Mayr-Melnhof Holz

Holding AG, Obmann von proHolz Austria und

Aufsichtsvorsitzender des Holzclusters Steiermark.

24

BUSINESS Monat


Vom Rohstoff

üppig umgeben:

die Firmenzentrale

von Mayr-Melnhof

Holz in Leoben.

industriellen Nutzung kalkuliere

ich allerdings noch einen Zeitraum

von mindestens zehn bis

fünfzehn Jahren.

Was ist die derzeit wichtigste

Entwicklungsaufgabe im

Holzbau?

Wir müssen uns davon verabschieden,

ständig noch mehr

Boden zu versiegeln. Um dringend

benötigten Wohnraum in

Ballungszentren zu schaffen,

muss in die Höhe gebaut werden

– und das unter der Prämisse

leistbaren Wohnens. Allein in

Wien gibt es rund 7.000 Gemeindebauten,

von denen wiederum

70 bis 80 Prozent aufstockungswürdig

sind. Holz ist als leichtes

Baumaterial mit hoher Festigkeit

im Verhältnis zum Gewicht prädestiniert

für die Erweiterung

von Geschoßen. Dafür braucht

es aber standardisierte Bauteile.

Modulare Systeme bringen Kostenersparnisse

und erhöhen das

Tempo in der Projektabwicklung.

Daher gilt es, die Digitalisierung

in der Produktion voranzutreiben

und den Materialeinsatz zu optimieren.

Ein Fokus muss dabei

auch auf der Haustechnik liegen.

Wir brauchen Lösungen für die

einzige wirkliche Schwäche von

Holz, nämlich mangelnde Resistenz

gegen Wasser, in Form

von Spezialmodulen für Nassbereiche.

Und es muss standardisierte

Reparaturvorgaben bei

etwaigen Beschädigungen geben.

Im Bau gewinnen zunehmend

auch Verbundmaterialien an

Bedeutung?

Die Nutzung von Holz als

Baumaterial wird je nach Bauanforderung

häufig auch in einer

Hybridverwendung liegen, die

Kombination von Brettsperrholz

mit anderen Baumaterialien wird

immer bedeutender. Wir haben

in einem Joint Venture mit der

Kirchdorfer Gruppe vor vier

Jahren Holz-Beton-Verbundelemente

entwickelt, die die Vorteile

beider Werkstoffe vereinen. Diese

Holz-Hybridmaterialien sind

im Vergleich zu traditionellen

Baustoffen, wie Beton und Stahl,

deutlich leichter und wesentlich

klimaschonender, weil sie

im Holz CO 2

binden, der hohe

Vorfertigungsgrad verkürzt die

Bauzeiten deutlich, da Aushärtezeiten

auf der Baustelle entfallen.

Über Effizienzsteigerung

hinaus: Was kann der Einsatz

des Werkstoffes Holz im

Dienste der Nachhaltigkeit

leisten?

Holz hat seit jeher einen

unschlagbaren ökologischen

Fußabdruck. Klimaschonendes

Bauen setzt bei der Vermeidung

von CO 2

an. Ein Kubikmeter

Holz bindet 250 Kilogramm

Kohlenstoff und entzieht der

Luft dabei rund eine Tonne CO 2

.

Ob Haus oder Möbel, in jedem

Produkt aus dem Werkstoff Holz

bleibt Kohlenstoff damit langfristig

unter Verschluss, während

im Wald wieder Rohstoff

heranwächst, der ebenfalls CO 2

bindet. Und noch viel wichtiger:

Durch die Verwendung und den

Einsatz von Holz werden andere,

bei der Herstellung stark

CO 2

verursachende Werkstoffe

nicht oder weniger verwendet,

was nochmals positiv auf die

Umwelt wirkt. Sehr wichtig und

noch viel zu wenig verankert

in der Bevölkerung ist folgende

Tatsache: Nur wenn wir den

Wald ständig nachhaltig bewirtschaften

– also durchforsten,

ernten und wieder neue Bäume

pflanzen – und den „Wertstoff“

weiterverarbeiten, kommen

diese klimaschützenden

Vorteile von Holz zum Tragen.

Das PEFC-Gütesiegel gibt dem

Konsumenten die Sicherheit,

dass das der Fall ist. PEFC zertifiziertes

Holz ist garantiert

in einem Wald gewachsen, der

nachhaltig bewirtschaftet wird.

Das unterstreicht der PEFC-Slogan:

„Das g’fallt dem Wald“.

BUSINESS Monat

25


Rund 2,8 Mio. Tonnen

Holz werden von

Mayr-Melnhof Holz

jährlich verarbeitet.

Sie finden sich in

veredelter Form in

Bauprojekten wie

Graz-Reininghaus,

der Legero-Zentrale

oder einer Tank- und

Rastanlage im deutschen

Freising.

Mayr-Melnhof Holz

blickt bereits auf eine

165-jährige Tradition

in der Auseinandersetzung

mit und der Verarbeitung von

einem der ältesten Baustoffe der

Menschheit zurück. Die mehr als

eine Million Festmeter Nadelhölzer,

welche für die Produktion

am Standort und Stammsitz Leoben

benötigt werden, kommen

zum Großteil aus den umgebenden,

waldreichen Regionen.

Verarbeitet wird nur Holz, das

PEFC-zertifiziert ist.

Moderne Berechnungs- und

Fertigungsverfahren haben für

den Werkstoff gänzlich neue

Möglichkeiten in der Konstruktion

eröffnet. Das HoHo in Wien,

das als mit 24 Geschoßen und

84 Metern Höhe Mitteleuropas

höchstes Holzhochhaus von sich

reden macht, ist ein markantes

Beispiel für den Holz-Hybridbau.

Für die Geschoßdecken wurden

XC-Elemente als Ergebnis des

Joint Ventures der Mayr-Melnhof

Holz Holding und der Kirchdorfer

Fertigteilholding eingesetzt.

Ein Quadratmeter der Holz-Beton-Verbunddecke

wiegt dabei

übrigens 370 Kilogramm. Eine

vergleichbare Betondecke von

22 Zentimetern Stärke mit 550

Kilogramm pro Quadratmeter

weist ein um ein Drittel höheres

Gewicht auf. Auf die gesamte

Nutzfläche des Holzhochhauses

HoHo Wien bezogen bedeutet

das eine Gewichtsreduktion um

3.000 Tonnen. Dazu kommt der

Gewinn an zusätzlicher Bruttogeschoßfläche

durch den Einsatz

der Holz-Hybrid-Bauteile.

NEUE DIMENSIONEN

Die Produkte des Unternehmens,

das durch den großen

Waldbesitz des Eigentümers

die gesamte Wertschöpfungskette

Holz – vom Forst über das

Sägewerk bis hin zur Weiterverarbeitung

des Schnittholzes

zu konstruktiven Bauteilen wie

Brettschicht- oder Brettsperrholz

– integriert, werden in die

ganze Welt geliefert. Die Projekte

reichen von Studentenheimen

in Deutschland und Norwegen

über Bildungszentren in

den Niederlanden und Schweden

bis hin zum Hotel in Katar.

In der Steiermark finden sich

die Produkte beispielsweise im

bisher größten reinen Holzbau-

Quartier im südlichen Teil des

Entwicklungsgebiets Reininghaus

in Graz. Das Großprojekt

mit knapp 35 Millionen Euro

Investitionssumme stellt einen

weiteren Meilenstein im mehrgeschoßigen

Holzbau in der

Steiermark dar. Hier werden

von der ENW 211 Wohnungen

mit insgesamt rund 15.400 Quadratmetern

Wohnfläche errichtet.

Auch die tragenden Elemente

der Erschließungskerne

und Stiegenhäuser sind zu 100

Prozent aus Holz. Das stellt

gerade bei sechsgeschoßigen

Wohnhäusern eine wesentliche

Neuerung in Österreich dar.

Mayr-Melnhof Holz lieferte die

Brettsperrholzplatten für das

gesamte Quartier. Der Legero

United Campus in Feldkirchen

bei Graz ist ein weiteres Beispiel

eines innovativen Holzgebäudes.

Es besteht aus zwei

unterschiedlich großen Ringen,

die beide jederzeit aufgestockt

werden können. Damit wurde

dem Wunsch des Kunden nach

einem in Etappen ausbaubaren

Firmensitz entsprochen. Mayr-

Melnhof Holz lieferte dafür

Brettsperrholz, das im Weiterverarbeitungswerk

in Gaishorn

26

BUSINESS Monat


am See aus heimischem Holz hergestellt

wurde.

INVESTITIONSVOLUMEN

Das Unternehmen, das sich in

die Divisionen Schnittholz und

Weiterverarbeitung gliedert und

rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt,

hat im Vorjahr alle Anteile der Hüttemann

Gruppe mit ihren Standorten

in Wismar und Olsberg in

Deutschland übernommen und

sich so als führender Brettschichtholz-Produzent

in Europa etabliert.

In den letzten Jahren wurden über

60 Millionen Euro in die eigenen

Standorte investiert. Das Schnittholz

wird sowohl in Österreich

als auch in Deutschland in Mayr-

Melnhof-Werken weiterverarbeitet.

Die drei Sägewerksstandorte mit

angeschlossenen Pelletierungen

befinden sich in Leoben, im tschechischen

Paskov und in Efimovskij

in Russland. 2018 wurde ein Jahresumsatz

von rund 680 Millionen

Euro erzielt. Mayr-Melnhof Holz

verarbeitet mehr als 3,4 Mio. Festmeter

Holz jährlich, was in etwa

2,8 Mio. Tonnen des nachwachsenden

Rohstoffs entspricht. Holzbauprodukte

und innovative Holzkonstruktionen

können heute bereits in

vielen Fällen herkömmliche, CO 2

-

intensive Baumaterialien wie Beton

und Stahl, die bereits bei ihrer

Herstellung und ihrem Transport

zum Bauplatz einen wesentlich höheren

ökologischen Fußabdruck

hinterlassen, ersetzen beziehungsweise

ergänzen. Der Einsatz von

Holz führt damit zur Reduktion des

Treibhauseffekts, bei einem Einfamilienhaus

ist hier beispielsweise

die Rede von Einsparungswerten

von bis zu 50 Prozent. Holz

als nachwachsender, regional verfügbarer

und wiederverwendbarer

Baustoff steigert die Ressourceneffizienz

um ein Vielfaches.

„Nur, wenn wir

den Wald ständig

bewirtschaften – also

ernten und neue Bäume

pflanzen –, kommen

die klimaschützenden

Vorteile von Holz

zum Tragen.“

RICHARD STRALZ

CEO der Mayr-Melnhof

Holz Holding AG

BUSINESS Monat

27


WÄRME AUS HOLZ

Das fossile Zeitalter geht dem Ende zu und erneuerbare Energie durch Biomasse nimmt wieder

verstärkt ihren Platz ein. Für diese Energiewende stehen auch Franz Titschenbacher von der Steirischen

Landwirtschaftskammer und Christian Metschina vom Österreichischen Biomasse-Verband.

Ein Gespräch über nachhaltige Wärme aus Holz.

TEXT: YVONNE HÖLZL, FOTO: PRONTOLUX, GRAFIK: STATISTIK AUSTRIA

Energiewende in der Steiermark

– wie äußert sich diese beim

Thema Heizen mit Holz?

Christian Metschina: Die

heimischen Biomassekesselhersteller

sind Weltmarktführer

im Bereich Verbrennungstechnologie

und Effizienz. Hier

gab es in den letzten fünfzehn

Jahren enorme technologische

Weiterentwicklungen. Wer mit

Holz heizt, leistet einen Beitrag

zum Umweltschutz und stärkt

die heimische Wirtschaft. Die

steirischen Waldbesitzerinnen

und Waldbesitzer sind unverzichtbare

Partner am Energiemarkt

geworden – ob als Betreiber

von Biomasseheizwerken,

Nahwärmeanlagen oder als

Produzenten von hochqualitativen

Brennstoffen wie Hackgut

oder Brennholz.

Franz Titschenbacher: Aus

der Region für die Region lautet

dabei die Devise. Knapp

600 Biomasseheizwerke sichern

– verteilt über die Steiermark

– die Wärmeversorgung

von über 90.000 steirischen

Haushalten. So eine hohe Dichte

an Heizwerken gibt es in keiner

anderen Region der Welt.

Biomasse hat im Portfolio der

Erneuerbaren Energieträger

in der Steiermark einen Anteil

von 67 Prozent, gefolgt von

der Wasserkraft mit 25 Prozent

und der Sonnenenergie mit

vier Prozent. Ohne den forcierten

Einsatz von Biomasse ist

die Energiewende nicht realisierbar.

Welche Vorteile hat Holz als

natürlicher Brennstoff?

Metschina: Durch den Betrieb

der Biomasseheizwerke werden

in der Steiermark jährlich rund

150 Millionen Liter Heizöl und

500.000 Tonnen klimaschädliches

Kohlendioxid eingespart.

Jeder Abnehmer trägt somit

aktiv zum Klimaschutz bei. Die

Brennstoffe für das Heizwerk

stammen aus der Umgebung

und müssen nicht aus politisch

instabilen Krisengebieten importiert

werden. Ein Schüttraummeter

Hackschnitzel ersetzt

rund 76 Liter Heizöl. Die

Wertschöpfung aus der Brennstoffbereitstellung

(Ernte, Transport,

Hacken) und der Investitionen

in die Anlagentechnik von

jährlich 120 Millionen Euro bleiben

im Inland und stärken damit

die regionale Wirtschaft.

Was bedeutet das für den

Werk- und Heizstoff in der

Be- und Verarbeitung?

Titschenbacher: Holz wird

sehr ressourceneffizient und

umweltfreundlich eingesetzt.

Die energetische Nutzung

von Holz erlaubt es der heimischen

Säge- und Holzindustrie,

an ihren Standorten zum

großen Teil auf fossile Energien

zu verzichten. Die Holzindustrie

verwertet beispielsweise

Sägenebenprodukte,

wie Hackschnitzel oder Rinde,

thermisch und setzt sie zur

Holztrocknung ein. Die Pelletsproduktion

erfolgt ebenfalls an

den Standorten der Holzindustrie

und erlaubt die Verwertung

der Sägespäne, also eigentlich

eines Abfallproduktes, die nun

zu Pellets, einem genormten

und wertvollen Energieträger,

gepresst werden.

Dabei entsteht Holz als

Heizmaterial aus dem

Abfallprodukt in der

Holzverarbeitung?

Metschina: Holzbrennstoffe

stammen aus Nebenprodukten

der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

und der Holzverarbeitung.

Bei Pellets, die aus Sägespänen

produziert werden, ist

Österreich Nettoexporteur.

Wie stark ist das Holzland

Österreich als Markt?

Titschenbacher: Österreich

ist traditionell ein Holzland, der

Holzbau steht auch aktuell hoch

im Kurs. Das zeigen Projekte wie

das HoHo in Wien – es ist der

zweithöchste Holzbau der Welt.

Die österreichische Holzindustrie

hat wegweisende Produkte,

wie Brettsperrholz, entwickelt,

das die Vorfertigung großer Bauteile

ermöglicht. Diese Holzprodukte

erobern ebenso den internationalen

Markt.

28

BUSINESS Monat


Christian Metschina

vom Österreichischen

Biomasse-Verband (l.)

und Franz

Titschenbacher von

der Steirischen Landwirtschaftskammer.

Biomasse-Raumwärme spart

CO 2

und Geld?

Metschina: Wir haben die

Heizkosten von einem durchschnittlichen

Einfamilienhaus in

der Steiermark unter die Lupe

genommen. Der klimafreundliche

Brennstoff Holz ist dabei

am günstigsten. Die zum Teil höheren

Anschaffungskosten der

modernen Holzheizungen werden

durch die Preisvorteile beim

Brennstoff ausgeglichen. Schlussendlich

kommt es auf die Gesamtkosten

an und hier ist Holz,

speziell bei mittleren und größeren

Anwendungen, unerreicht.

Titschenbacher: Einen erfreulichen

Trend gibt es auch bei Kachelöfen.

Speziell in Gebäuden

mit einem geringeren Wärmebedarf

werden Kachelöfen vermehrt

eingesetzt. Mit dem Einsatz

von Qualitätsbrennholz aus

der Region und bei sachgerechter

Bedienung ist der Einsatz

von Kachelöfen eine saubere Sache.

Unsere Infokampagne „Gegen

die Klimakrise. Für bessere

Luft“ gibt praktische Hinweise

über die richtige Bedienung von

Heizsystemen basierend auf Biomasse.

www.wärmeausholz.at

Was muss eine Holz-

Heizanlage heute können?

Metschina: Die Anforderungen

der Nutzerinnen und Nutzer

in puncto Bedienerfreundlichkeit

und Nachhaltigkeit sind in

den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Das Heizen mit Holz ist

heute sauber, kostengünstig und

zudem klimaschonend. Die heimischen

Kesselproduzenten haben

entsprechende Produkte auf

den Markt gebracht und zählen

gerade deshalb zu Weltmarktführern

in ihrem Segment.

In welchen Bereichen gibt es

weiteres Potenzial, um mit

Holz zu heizen?

Titschenbacher: Speziell im

Bereich Hotellerie und Gewerbe

ist der Umstieg auf Biomasse

ideal. Hier gibt es mit Pelletsund

Hackgutanlagen sowie mit

modernen Nahwärmeanlagen

optimale Lösungen. Überall, wo

größere Energiemengen benötig

werden, ist Biomasse praktisch

unschlagbar. Klimaschutz und

regionale Wertschöpfung gibt es

quasi als Draufgabe dazu.

Metschina: Etwa die Hälfte

der heimischen Haushalte heizen

direkt (Öfen, Herde, Kachelöfen,

Scheitholz-, Pellets- oder

Hackgutkessel) oder indirekt

(Nah- oder Fernwärme) mit

Holz. Holzbrennstoffe haben in

den Haushalten Erdöl und Erdgas

überholt.

Holz brennt CO 2

-neutral,

Holzöfen verursachen

jedoch Rußemissionen.

Wie gelingt nun saubere

Biomasseverbrennung?

Metschina: Allen Vorurteilen

zum Trotz ist die Verbrennung

von Biomasse eine saubere

Sache. Grund dafür sind

die modernen Holzheizsysteme.

Sowohl bei industriell hergestellten

Öfen und Herden als

auch bei individuell errichteten

Kachelöfen hat die heimische

Biomassebranche eine signifikante

Verbesserung der

Verbrennungsqualität erreicht.

Dadurch konnten die Feinstaubemissionen

im Kleinverbrauch

in den letzten Jahren deutlich reduziert

werden, trotz steigender

Anzahl an neuen Biomassefeuerungen.

Titschenbacher: Von der Römerzeit

bis ins 19. Jahrhundert

hat die gesamte Menschheit

praktisch im biogenen Zeitalter

gelebt. In dieser Zeit gab es

nachweislich keine Erhöhung

der CO 2

-Konzentration in der

Atmosphäre. Wie ist die jahrhundertelange

Konstanz des

atmosphärischen CO 2

-Gehalts

bei gleichzeitiger Bioenergienutzung

sonst erklärbar? Die

Probleme kamen erst mit der

zügellosen Nutzung der fossilen

Energieträger: Öl, Gas und

Kohle. Sie sind für 90 Prozent

der Treibhausgasemissionen

verantwortlich.

BUSINESS Monat

29


GUTE

BODENHAFTUNG

STIA, Scheucher, Weitzer und Göbel: Diese vier großen Player in der Holzindustrie haben ihre Nische gefunden und

bespielen diese äußerst erfolgreich. Wie sie sich für die Zukunft rüsten, verraten die Unternehmer in einer Umfrage.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: MIA’S PHOTOART, CHRISTINE WIENER, SHUTTERSTOCK, BEIGESTELLT

ADMONTER

GÖBEL

WEITZER

SCHEUCHER

WEITZER

PARKETT

JOSEF GÖBEL

GMBH

SCHEUCHER

HOLZINDUSTRIE

ADMONTER

HOLZINDUSTRIE

Bei Weitzer Parkett reichen

die Wurzeln in das Jahr

1831 zurück, als mit zwei

Mitarbeitern ein Sägewerk

gegründet wurde. Es war

der Bedarf an Schnittholz

da, es waren Wälder da, es

war der Wille da und der

„Weizbach“. Heute setzt

der Parketthersteller aus

Weiz mit 630 Mitarbeitern

an sechs Standorten rund

80 Millionen Euro um.

Das Unternehmen Josef

Göbel wurde 1874 von Edmund

Göbel gegründet,

der damals als Walztischler

in die Steiermark kam. Heute

wird es in fünfter Generation

von Josef Göbel junior

geführt. Das Unternehmen

unterhält Standorte in Fladnitz

und Passail, rund 300

Mitarbeiter erwirtschaften

dort einen Umsatz von rund

40 Millionen Euro.

Scheucher Parkett ist mit 17

Mitarbeitern gestartet. Zuvor

betrieb man ein Sägewirk, eine

Mühle, eine Ölpresse, bis man

entschloss, in die Weiterverarbeitung

zu wechseln. Bis 1993

wurden Platten für die Möbelindustrie

gefertigt, nach der Lireabwertung

in Italien musste

gehandelt werden. So kam

es zum Parkett. Mit 246 Mitarbeitern

werden derzeit 65

Millionnen Euro umgesetzt.

1874 startete das Benediktinerstift

Admont mit der industriellen

Verarbeitung von Holz, 1972

wurde die STIA (Stift Admont)

Holzindustrie GmbH mit 13 Mitarbeitern

gegründet und begann

mit der Herstellung von

Betonschalungsplatten. Heute

stellt das Unternehmen am

Standort Admont mit 300 Mitarbeitern

Landhausdielenböden,

Akustikelemente, Treppenlösungen,

Türen und Tischplatten her.

30

BUSINESS Monat


WEITZER PARKETT

Josef Stoppacher

Geschäftsführung

Herr Stoppacher, was sind

für Sie die aktuellen Herausforderungen

und wie rüsten

Sie Ihr Unternehmen für den

Wettbewerb?

Josef Stoppacher: Wir investieren

jährlich zwischen 1,3

und 3 Prozent in F&E mit eigener

Abteilung, dort sind sechs

Personen damit beschäftigt,

qualitätssichernde Maßnahmen

zu setzen sowie Produkte

zu testen, auch fremde. Wir

arbeiten auf Mikromillimeter

genau mit einem homogenen

Rohstoff, der nicht immer so

reagiert, wie man das wünscht.

Um trotzdem Qualität zu liefern,

müssen wir forschen. Parketthersteller

in Osteuropa gehen

einen anderen Weg: Dort

wird in Massen produziert und

nur diese Qualität ist erhältlich.

Das Produkt Parkett ist ausdifferenziert;

sämtliche Oberflächen,

Dimensionen und Farben

sind entwickelt. Die Innovationen

gehen nun eher in Richtung

Dienstleistung für den Kunden.

Die Forschung ist für uns überlebenswichtig,

wir brauchen

neue Ideen, um in einem globalen

Massenmarkt zu bestehen.

Im aktuellen Handelskrieg versucht

China, seine Böden vermehrt

in Europa abzusetzen,

da muss man sich schon genau

überlegen, wie man sich unterscheiden

kann. Ich sage immer:

Der einzige Weg ist die Flucht

nach vorn.

Wann zeigte sich für

den Standort Österreich

die Notwendigkeit zur

Spezifizierung?

Das war vor rund 15 Jahren,

als wir beschlossen haben,

stärker auf Funktionalität

zu setzen, weil Holz einfach

mehr kann, Stichwort Parkett

Intelligence. Wir schauen uns

nach wie vor auf internationalen

Messen um, was es an

Neuerungen gibt, ansonsten

leisten wir Innovationen und

Produktverbesserungen in

unserer F&E-Abteilung. 2021

werden wir mit einer neuen

Sache auf den Markt gehen,

darüber kann ich aber noch

nicht reden. Wir haben kürzlich

in Kroatien ein Werk gekauft,

das Produkte rein für

den Export herstellt, günstige

Produkte im Einstiegssegment.

Das können wir in Österreich

nicht leisten.

Was bedeutet für Sie

der Wirtschaftsstandort

Steiermark?

Wir haben hohe Standards

in Österreich, und das ist gut

so. Wir müssen aber international

wettbewerbsfähig sein.

Fakt ist, dass wir gegen polnische,

gegen chinesische Billigprodukte

ankämpfen, dort gibt

es aber keine Sozialstandards

wie bei uns. Bei uns sind auch

die ethischen Anforderungen

groß, man wünscht sich chemikalienfreie

Produkte oder Rohstoffe

aus der Region. Das will

aber keiner zahlen! Es gibt bei

uns durchaus Kunden, die unser

regionales Produkt schätzen,

doch im internationalen

Handel spielt das keine Rolle.

Es braucht einfach mehr Bewusstsein

für Handwerk, Region

und Qualität.

BUSINESS Monat

31


JOSEF GÖBEL

GMBH

SCHEUCHER

HOLZINDUSTRIE

ADMONTER

HOLZINDUSTRIE

Karl Scheucher

Geschäftsführer

Josef Göbel

Geschäftsführer

Johann Pichler

Vorstand Vertrieb

Was sind die aktuellen

Herausforderungen und wie

rüsten Sie Ihr Unternehmen für

den Wettbewerb?

Das produzierende Handwerk

ist heute extrem vielfältig und anspruchsvoll.

Ohne automatisierte

Lösungen und moderne Datenunterstützung

ist eine Handwerksproduktion

nicht mehr denkbar,

und wir haben gute Handwerker.

Das reicht nicht aus. In den vergangenen

Monaten haben wir unsere

Betriebsfläche verdoppelt und erhalten

demnächst Maschinen der

neuesten Generation der Tischlereitechnik.

In die Ära Handwerk

4.0 werden rund 12,5 Millionen

Euro investiert – die größte Investition

der Firmengeschichte. Um

weiterhin in Österreich produzieren

zu können, müssen wir kosteneffizient

arbeiten.

Wir setzen auf Breite – Möbel,

Fenster, Glas, Museumseinrichtungen

– und widersprechen dem

Trend der Spezialisierung.

Was bedeutet für Sie der

Wirtschaftsstandort

Steiermark?

Bei der Errichtung der neuen

Fertigungshalle setzen wir ausschließlich

auf heimische Betriebe.

Ohne Breitbandanschluss wäre der

Standort Fladnitz nicht zu halten

gewesen. Unsere Kunden schicken

uns Pläne aus der halben Welt, Kupferkabel

leisten das nicht. Ohne die

G31, die Glasfaserinitiative aller Gemeinden

im Bezirk Weiz, wäre der

Standort nicht haltbar gewesen.

Was hat Sie bewogen, in

die Parketterzeugung zu

wechseln?

Bis 1993 haben wir Platten für

die Möbelindustrie gefertigt,

nach der Lireabwertung in Italien

sahen wir Handlungsbedarf.

Das Ergebnis war die Parkettfertigung

und eine Deckschichterzeugung,

wir waren die Ersten in

Österreich, die den klassischen

3-Schicht-Parkettboden professionell

erzeugt haben. Das Ziel

war, Schiffsböden zu erzeugen,

danach waren die Landhausdielen

in längeren Dimensionen, verschiedene

Farben und verschiedene

Oberflächen der Renner

und wir haben auch hier intensiv

gearbeitet, verschiedenste Hölzer,

Farben, Dimensionen, Oberflächenbearbeitung

etc. zu machen.

Wie zufrieden sind Sie mit

dem Wirtschaftsstandort

Steiermark bzw. Ihrem

Produktionsstandort?

Der Wirtschaftsstandort Steiermark

kommt uns insofern entgegen,

dass wir mitten im Nadelholzgebiet

liegen und die

Holzversorgung optimal ist, die

Nachteile sind wie bei allen anderen

Firmen auch die hohen Lohnund

Lohnnebenkosten und wir

haben damit zu kämpfen, mit anderen

Ländern konkurrenzfähig

zu bleiben. Ein weiteres Problem

für uns ist die Abwanderung gut

ausgebildeter Mitarbeiter in die

Städte.

Was würden Sie als Meilenstein

in der Herstellung bezeichnen?

Als wir unser Sortiment um

Landhausdielenböden in Fichte

und Lärche erweiterten. Da wir seit

jeher 3-Schicht-Platten produzieren,

war eine Weiterentwicklung

im Bereich 3-Schicht-Parkettböden

naheliegend. Seit 2015 fertigen

wir zudem Komplettlösungen für

den Innenraumbereich (Akustikelemente,

Stiegenlösungen, Wandund

Deckenverkleidung und Innentüren).

Was tun Sie, um in puncto

Innovation am Ball zu bleiben?

Aktuell mit unseren beiden Virtual-Reality-Tools

(VR-Tools), die

mit und ohne VR-Brille anwendbar

sind und den Eintritt in eine virtuelle

Wohnküche ermöglichen. Dort

können verschiedene Naturholzböden

mittels Mausklick verlegt

und erlebt werden. Die gewählten

Boden-Favoriten können dann in

eine virtuelle Wohnküche mitgenommen

werden, um so die Wirkung

in einer „realen“ Wohnsituation

auszuprobieren.

Was wäre mit Holz noch alles

möglich?

Vor allem im Bereich Wohnbau

liegt noch viel Potenzial für den

Werkstoff Holz, wie etwa Holzkonstruktionen

bzw. Holzfachwerk-

Konstruktionen für den mehrgeschoßigen

Wohnbau. Hier ist das

HoHo-Wien-Projekt für mich ein

Vorzeigeprojekt in puncto nachhaltigen

Hochhausbaus.

32

BUSINESS Monat


WIRTSCHAFTSFAKTOR WALD

Barbara Eibinger-Miedl, steirische Wirtschaftslandesrätin, über

die Potenziale der heimischen Holzbranche.

© LUNGHAMMER

Welche Bedeutung hat

die Holzindustrie für die

steirische Wirtschaft?

Eibinger-Miedl: Die Steiermark

ist das waldreichste Bundesland

Österreichs und die

Holzwirtschaft ist daher ein

traditionelles Stärkefeld der

grünen Mark. Mit über 5.000

Unternehmen, die mehr als

55.000 Arbeitsplätze sichern,

hat die Branche eine große

Bedeutung für die steirische

Wirtschaft.

Wohin geht die Reise?

Wir wollen in Zukunft noch

stärker auf Forschung und Entwicklung

in der Holzbranche

setzen. Ich bin davon überzeugt,

dass unsere hervorragenden

Betriebe und Forschungseinrichtungen

noch

innovativere Produkte, Verfahrenstechniken

und Produktionsprozesse

entwickeln

können. Dabei bietet auch die

Digitalisierung zahlreiche

Chancen. Darüber hinaus

spielt Holz bei Maßnahmen

für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

eine große Rolle.

Welche Rolle spielt

der Holzcluster

in der steirischen

Clusterlandschaft?

Der Cluster hat sich in den

vergangenen Jahren sehr gut

entwickelt und zählt heute

über 150 Mitgliedsbetriebe. Er

trägt vor allem dazu bei, die

Vernetzung zwischen Unternehmen

aus der Branche und

Forschungseinrichtungen zu

forcieren. Darüber hinaus unterstützt

er die Mitglieder bei

der Internationalisierung.

Holz ist ein sehr

traditionelles Material,

aber auch sehr innovativ –

was sind die aktuellsten

Entwicklungen?

In den vergangenen Jahren

sind durch die erwähnte Zusammenarbeit

zwischen Cluster,

Unternehmen und Forschungseinrichtungen

viele

Erfolge gelungen, etwa bei der

Weiterentwicklung des Werkstoffs

Brettsperrholz oder dem

Einsatz von Holz im Fahrzeug-

bau. Ich denke aber, dass es

im Hinblick auf Innovationen

im Holzbereich noch Potenzial

gibt. Dieses gilt es in den

kommenden Jahren zu nutzen.

Denn Rohstoffe gibt es auch

in anderen Regionen, unser

Trumpf aber ist die Innovationskraft.

Ökologische Wohnträume

aus Holz

• Freifinanzierte Eigentumswohnungen

• Geförderte Mietwohnungen mit Kaufoption

• Kindergarten

• Direkt an der Haltestelle „Reininghaus“

• Fertigstellung: Sommer 2020

50 - 90 m 2 Holzbau 21,47 kWh/m²a

Ein Projekt der


Holz ist ein

hochtechnologisches

Material.

Es verbindet uns mit

der Vergangenheit

und der Zukunft.“

BRIGITTE MAROLD

GF Holzindustrie

WKO Steiermark

AM PULS

DER ZEIT

Damit sich steirische Betriebe im internationalen Wettbewerb behaupten können, muss

das Innovationspotenzial voll ausgeschöpft werden. Warum das gelingen kann und wie

sich die Holzindustrie als Technologieführer den Herausforderungen des Marktes stellt.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: SHUTTERSTOCK, FOTO FISCHER, BEIGESTELLT

Theoretisch könnten

in heimischen

Dörfern und Städten

nur mehr Häuser

aus Holz errichtet werden,

denn der nachwachsende

Baustoff steht in den Wäldern

ausreichend zur Verfügung.

Weniger als ein Drittel des

jährlichen Holzzuwachses in

Österreich würde ausreichen,

um alle Hochbauten eines Jahres

in Holz zu errichten. Der

Werkstoff Holz ist immer stärker

in den Fokus gerückt – und

damit auch die Holzindustrie.

Die Steiermark ist in diesem

Sektor gut aufgestellt:

Viele Betriebe behaupten sich

auf den Weltmärkten und machen

mit hoher Innovationskraft

von sich reden. In den

Sägewerken und holzverarbeitenden

Betrieben von Möbel-,

Parkett- und Fensterproduzenten

bis hin zu den Herstellern

von Fertigteilhäusern sind

in rund 220 aktiven Betrieben

insgesamt 6.000 Menschen

beschäftigt. Im Branchenvergleich

ist die Holzindustrie

damit der fünftwichtigste Arbeitgeber

der Steiermark. Kleine

Sägewerke, die zumeist als

Familienbetrieb geführt sind,

agieren mit einem breiten Aktionsradius

und etablieren sich

auch in Nischenbereichen. Sie

fungieren als Spezialisten für

massives Bauholz, bieten unterschiedliche

Sortimente für

Zimmereien, aber auch Baukastensätze

für Hochbeete in

Privathaushalten. Großsägewerke

haben als Lieferanten

für Holzhochbauten Ruhm

weit über die Landesgrenzen

hinaus erlangt.

ERFINDUNGSREICH

Wie eine Idee zu einem

weltmarktfähigen Massenprodukt

wachsen kann, zeigt die

beispiellose Erfolgsgeschichte

von Brettsperrholz. Mitte

der 1990er-Jahre suchten zwei

Murauer Sägebetriebe nach

Möglichkeiten, wie man aus

günstiger Seitenware ein hochwertiges

Produkt entwickeln

könnte. Unter der Federführung

des Instituts für Holzbau

und Holztechnologie der Technischen

Universität Graz wurde

nach einer mehrjährigen

34

BUSINESS Monat


Möbel, Fenster, Böden, Räume: Um

besondere Atmosphären zu schaffen, liefert

die Holzindustrie innovative Vorarbeiten.

Forschungs- und Entwicklungsphase

das erste Produktionsjahr

von Brettsperrholz gestartet.

500 Quadratmeter waren damals

ein Riesenerfolg, seit damals

sind die Produktionsmengen

durch die Decke gegangen.

Geringes Eigengewicht, hoher

Vorfertigungsgrad, trockenes

wie schnelles Bauen – die Liste

der Vorzüge von Brettsperrholz

ist lang. Drei Viertel des mitteleuropäischen

Bedarfs produzieren

alleine die österreichischen

Hersteller. Im Bundesländervergleich

ist die Steiermark nach

wie vor Spitzenreiter.

Immer wieder neu erfinden

sich auch die Parketthersteller

– das reicht von der bahnbrechenden

Entwicklung eines

Zweischichtparketts mit einem

gänzlich neuen Aufbau der

Schichten und der Erfindung eines

komfortablen Klick-Systems

zum Verlegen von Böden über

technologisch mit unterschiedlichen

Funktionen belegte Parkettböden

bis hin zu raumgestaltenden

Akustikplatten. Holz

ist in vielerlei Hinsicht leistungsstark

und schafft – ob als

Möbel, Fenster oder Boden – ein

hohes Maß an Behaglichkeit in

den eigenen vier Wänden.

FORSCHUNGSINTENSIV

Im Rahmen des Forschungsprojekts

„WoodC.A.R.“ arbeiten

Unternehmen der Holz- und

Automobilindustrie mit wissenschaftlichen

Partnern der Technischen

Universität Graz, der

Karl-Franzens-Universität Graz,

der FH Joanneum und dem Grazer

Forschungszentrum „Virtual

Vehicle“ zusammen. Das Projektteam

erarbeitet die Grundlagen

für die Potenziale von

Holz im Fahrzeugbau, um es als

Werkstoff für Strukturbauteile

einzusetzen.

Die heimischen Betriebe investieren

darüber hinaus verstärkt

in eine nachhaltigere

Zukunft. Die österreichische

Bioökonomiestrategie, fossile

Brennstoffe durch nachwachsende

zu ersetzen, hat zum

Ziel, biobasierten Produkten,

Energien, Technologien und

Dienstleistungen einen kräftigen

Wachstumsschub zu geben.

„Wenn der notwendige Rohstoff,

das Rundholz, aus nachhaltiger

Waldbewirtschaftung

stammt, ist die Säge- und Holzindustrie

gelebte Bioökonomie.

Hier ist sowohl der Waldbesitzer

gefordert, Regionalität

im Verkauf zu suchen, als auch

der Sägewerker, diese Regionalität

in Anspruch zu nehmen“,

sagt Monika Zechner, Obfrau

der Fachgruppe der Holzindustrie

in der Wirtschaftskammer

Steiermark und Inhaberin einer

Traditionssägemanufaktur.

VIRTUAL REALITY

Die Bioökonomie soll auch

ein Motor für die regionale

Wertschöpfung und Entwicklung

gerade in strukturschwachen,

ländlich geprägten Räumen

sein. „So innovativ sich

die steirischen Betriebe zeigen,

so am Puls der Zeit wollen

wir auch in der Interessenvertretung

agieren“, sagt

Zechner, „wir haben als erste

Fachgruppe der Wirtschaftskammer

ein 3D-Video erstellt,

das Betrieben kostenlos zur

Verfügung gestellt wird.“ Mit

einer Virtual-Reality-Brille

können junge Menschen die

Bandbreite der Holzverarbeitung

in einer 360-Grad-Perspektive

erleben, „wir wollen

damit unter anderem in Schulen

Lust auf die Ausbildung

zum Holztechniker machen.

Investition in Bildung ist die

beste Innovation für die Zukunft.“

Monika Zechner,

Obfrau der

Holzindustrie in der

WKO Steiermark

STEIRISCHE

HOLZINDUSTRIE

Die Fachgruppe der

Holzindustrie Steiermark

umfasst 220 aktive Mitgliedsbetriebe.

Davon sind 172

Sägewerke (davon 14 Betriebe

mit Holzverarbeitung) und 48

holzverarbeitende Betriebe.

Fachgruppe Holzindustrie,

WKO Steiermark

Tel.: 0316/601-526,

holzindustrie@wkstmk.at

Obfrau: Monika Zechner

GF: Brigitte Marold

www.holzindustriesteiermark.at

BUSINESS Monat

35


GRÖSSER DENKEN,

KLEINER MACHEN

Um nachhaltig zu bauen, muss man an vielen Hebeln ansetzen. Natürliche Werkstoffe, die nachwachsen,

sind ein wesentlicher Aspekt für die Ökobilanz. Es muss jedoch der gesamte Lebenszyklus eines Bauvorhabens

mitkalkuliert werden, betont Experte Alexander Passer. Besser heute als morgen. Denn die Zeit drängt.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: SHUTTERSTOCK, BEIGESTELLT

Wenn Alexander

Passer

von der Arbeitsgruppe

Nachhaltiges Bauen an der

Technischen Universität Graz

von seinem Büro im Leuchtturmprojekt

Science Tower

auf das neu errichtete Schulgebäude

gegenüber blickt,

dann fragt er sich, warum sich

die Photovoltaikanlage nur

über die Hälfte des Daches

erstreckt. Und das ist nur die

Spitze des Eisbergs, eine Ebene

von sehr vielen. Nachhaltiges

Bauen meint einen umfassenden

Prozess, der sämtliche

relevante Aspekte in ein ganzheitliches,

systematisches

Modell integriert. „Dieses

Modell umfasst den gesamten

Lebenszyklus eines Bauwerks

oder städtebaulichen Vorhabens.

Das geht vom Bau über

die Nutzung bis hin zum Ende

des Lebenszyklus. Hier muss

dringend ein Umdenken einsetzen“,

sagt Passer.

Denn Faktum ist: Die notwendige

drastische Reduktion

der Treibhausgas-Emissionen

gilt in besonderem Maße

für den Bausektor. In Europa

können der Nutzung von Gebäuden

rund 40 Prozent des

36

BUSINESS Monat


Plädoyer für

systemische Konzepte:

Alexander Passer von

der Arbeitsgruppe

Nachhaltiges Bauen

am Institut für

Materialprüfung und

Baustofftechnologie

der Technischen

Universität Graz.

Energieverbrauchs und rund

39 Prozent der CO 2

-Emissionen

zugeordnet werden. „Damit ist

der Bausektor der größte Einzelemittent.

Er hat folglich die

größte Bürde zu tragen, aber

zugleich auch die größte Chance,

seinen Beitrag zu leisten“,

sagt Passer.

NETTO-NULL-

EMISSIONEN

„Für den Bau- und Immobilienbereich

werden spezifische

Ziele und Budgets für die Treibhausgasemissionen

benötigt“,

heißt es in der Grazer Deklaration

für Klimaschutz (https://

gd.ccca.ac.at) im Baubereich im

Rahmen der Sustainable Built

Environment D-A-CH Conference

vergangenen September,

„bedingt durch die lange Nutzungsdauer

von Gebäuden und

deren lang anhaltenden Auswirkungen

müssen verbindliche

Anforderungen bis 2025

eingeführt werden“. Die Aufgabe

ist so groß, dass jeder einen

Beitrag leisten muss, unterstreicht

Passer: „Das ist nicht

verhandelbar. Nur so können

wir die Netto-Null-Emissionen

bis 2050 erreichen. Im Nationalen

Energie- und Klimaplan ist

bis zum Jahr 2030 eine Reduktion

von 50 Prozent der Emissionen

vorgeschrieben. Bislang

haben wir allerdings nicht viel

vorzuweisen.“

Die Wahl des Baumaterials

ist im Zuge eines Bauvorhabens

ein ganz wesentlicher Aspekt.

„Mit erneuerbaren, nachwachsenden,

regionalen Werkstoffen

ist man hier auf jeden Fall auf

dem richtigen Weg. Regionale

Wertschöpfung, nachhaltige

Bewirtschaftung, Verfügbarkeit

und Transport sind Grundprinzipien“,

sagt Passer.

NACHWUCHSPOTENZIAL

In Bezug auf den Werkstoff

Holz sieht die Lage folgendermaßen

aus: Knapp die Hälfte

des Landes, rund vier Millionen

Hektar, sind mit Wald bedeckt.

Österreich zählt damit zu den

waldreichsten Ländern Europas

mit einem hohen, stetig

wachsenden Holzvorrat. In österreichischen

Wäldern wachsen

jährlich rund 30 Millionen

Vorratsfestmeter Holz nach,

davon werden rund 26 Millionen

Vorratsfestmeter geerntet.

Weniger als ein Drittel des

jährlichen Holzzuwachses hierzulande

würde ausreichen, um

damit alle Hochbauten eines

Jahres in Holz zu errichten. Aus

dem Jahreszuwachs könnten

theoretisch 18 Millionen Kubikmeter

Holzbauprodukte hergestellt

werden.

Passer lässt allerdings keinen

Zweifel daran, dass der Baustoff

allein nicht isoliert betrachtet

BUSINESS Monat

37


„Ein Gebäudekonzept,

das keine Rücksicht

auf Lebenszykluskosten

nimmt, ist nicht

zukunftsfähig.“

ALEXANDER PASSER

TU Graz

werden kann, „es gilt zu bedenken,

welche Werkstoffe sonst

noch im Spiel sind, welche

Dämmstoffe zum Einsatz kommen.

Jede Bauaufgabe ist individuell

zu betrachten.

Einen Baustoff muss man im

Kontext seiner Anwendung –

Verwendung im Gebäude, Berücksichtigung

der Fügetechnik,

Nutzung, End of Life – sehen. Zu

den ökologischen Anforderungen

kommen dann im Sinne der

Nachhaltigkeit noch ökonomische,

soziofunktionale und technische

hinzu.“

LEBENSZYKLUS

Nicht nur die Errichtungskosten,

sondern auch Lebenszykluskosten

müssten

mitgedacht werden. „Ein Gebäudekonzept,

das darauf keine

Rücksicht nimmt, ist eigentlich

nicht zukunftsfähig“,

sagt Passer, „Nachhaltigkeitsziele

müssen in den Planungsprozess

miteinbezogen werden.

Wir wissen, dass wir im Betrieb

Treibhausgasneutralität

leichter erreichen können, im

Lebenszyklus ist das dagegen

weitaus schwieriger.“

Effizienz, Konsistenz, Suffizienz

– das sind drei Stoß-

Es ist höchst an der Zeit:

Nachhaltigkeitsziele müssen

in den Planungsprozess

miteinbezogen werden.

richtigungen, die im Sinne eines

nachhaltigen Bauvorhabens

analysiert werden müssen. Das

meint: Eine maßgebliche Reduktion

des Energieaufwandes, eine

Berücksichtigung neuer Nutzungsformen

– etwa Gemeinschaftsnutzungen

im Wohnbau

– und eine Rückbesinnung

auf Verhältnismäßigkeiten.

„Früher betrug die Wohnfläche

durchschnittlich 30 Quadratmeter

pro Person, heute sind es bereits

60 Quadratmeter“, verweist

der Experte auch auf den Luxus

Raum, mit dem sich der Mensch

heute umgibt. Größer im Sinne

von Nachhaltigkeit planen, halb

so groß bauen. „Es muss viel

systemischer gedacht werden,

wir versuchen, ganzheitliche

Ansätze zu finden.“


GESETZLICHE

VORGABEN

„Nachhaltiges Bauen“ bedeutet

in diesem Sinne, „Bauwerke

ganzheitlich aus der Lebenszyklusperspektive

derart zu planen,

zu errichten und zu betreiben,

dass diese ein Kapital für

künftige Generationen und keine

Altlast darstellen“, sagt Passer,

„durch den aktuellen Trend

zu immer energieeffizienteren

Gebäuden rücken die Bauprodukte

und deren ,graue‘ Energie

beziehungsweise die ,grauen‘

Treibhausgasemissionen

neben Lebenszykluskosten und

anderen Aspekten hinsichtlich

der Optimierung vermehrt in

den Fokus.“

Die Politik ist gefordert, entsprechende

Rahmenbedingungen

zu setzen und verbindliche

Grenzwerte bei

Bauvorhaben einzufordern, „in

den Niederlanden ist das bereits

Realität, hier gibt es bereits

gesetzliche Vorschriften

für den CO 2

-Fußabdruck. In

anderen Ländern ist man auf

dem Weg dorthin, beispielsweise

in Finnland.“


HÖHER

HINAUS

Im Wandel der Zeit: Der Holzbaumeister agiert heutzutage als

Generalunternehmer vom kleinen Zubau bis zum mehrgeschoßigen

Wohnbau und vereint Digitalisierung mit Handwerk. Das Führungsduo

der Innung, Oskar Beer und Josef König, im Gespräch.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: CHRIS ZENZ, BEIGESTELLT

Der Trend zur Regionalität

ist sehr präsent. Inwieweit

ist er auch im Holzbau

angekommen?

Oskar Beer: Immer mehr

Kunden denken regional, umweltbewusst

und ökologisch.

Holz ist ja einer der wenigen

Baustoffe, der eine positive

CO 2

-Bilanz für sich beanspruchen

kann. Ein Kubikmeter

Holz speichert eine Tonne Kohlenstoffdioxid,

erst durch die

Verbrennung wird das CO 2

wieder freigesetzt. Andere

Baustoffe wie Zement verbrauchen

bereits in der Herstellung

ein hohes Maß an Energie. Immer

mehr Bauherren ziehen

Tatsachen wie diese bereits

in ihre Überlegungen mit ein.

Vor 15 Jahren musste man Kunden

noch überzeugen, doch einen

anderen Weg als den herkömmlichen

zu gehen. Heute

kommen sie zu uns, weil sie

aus Prinzip einen Holzbau haben

möchten.

Josef König: Der Trend zur

Regionalität ist stark spürbar.

Wir haben uns auch selbst ganz

darauf eingerichtet, nur Aufträge

im überschaubaren Umkreis

anzunehmen, Hunderte

Kilometer weit fahren wir gar

nicht, weil es ja auch dort vor

Ort gute Betriebe gibt. Ein Unternehmen

in der Region zu

beauftragen, hat viele Vorteile.

Wenn der Zimmermeister nur

zehn Kilometer entfernt wohnt,

kann er alles viel rascher abwickeln

und Kleinigkeiten kurzfristig

erledigen.

Der Holzbau vernetzt

sich mit Politik und

Wissenschaft: Josef

König (König &

Gruber), Landesrat

Johann Seitinger,

Brettsperrholz-Pionier

Gerhard Schickhofer

und Oskar Beer

(Holz & Bau

Hirschböck).

40

BUSINESS Monat


Landwirtschaftliche

Bauten neu gedacht:

Der Bauernhof der

Familie Polzhofer als

prägnantes Beispiel

zeitgenössischer

Holzbauarchitektur.

Wie hat sich die Rolle des

Holzbaumeisters denn

grundsätzlich verändert?

Beer: Der heutige Holzbaumeister

setzt nicht nur

Wohnbauten, sondern auch

Mehrfamilienhäuser, Siedlungsbauten,

Gewerbe und Industrieprojekte

um. Er agiert

als Generalunternehmer und

ist grundsätzlicher Ansprechpartner

für das Thema Bauen.

Wir sehen uns auch in hohem

Maße als Dienstleister. Handwerkliche

Arbeit ist sehr gefragt,

weil immer weniger

Kunden auch kleinere Arbeiten

selbst machen wollen oder

können. Die Bandbreite reicht

vom Gartenbereich bis zur Sanierung.

König: Die Digitalisierung

ist wie in allen anderen Berufen

ein starkes Thema, es

kommt allerdings auch auf die

Art des Betriebs und die Unternehmensgröße

an, inwieweit

die Technologien bereits

Eingang finden. In der Ausbildung

gehört der Umgang

mit Abbundmaschinen und

CNC-Fräsen, das Wissen rund

um Sinus- und Cosinus-Kurven

heute aber dazu. Dennoch

geht es nicht allein darum, etwas

von einem Bildschirm aus

zu steuern, es braucht nach

wie vor viel handwerkliches

Wissen.

Wie gelingt im Holzbau der

Spagat zwischen traditionell

und modern?

Beer: Der Holzbau hat eine

gute und lange Tradition, die

hochgehalten wird und in der

auch die Zunftfahne seit jeher

eine Rolle spielt. Es ist noch

immer vielfach ein Handwerk,

das vom Vater an den Sohn,

vom Meister an den Lehrjungen

weitergegeben wird. Hier

geschieht auch ein Wissenstransfer,

wenn es beispielsweise

um spezielle Elemente wie

traditionelle Eckverbindungen

oder klassische Verzierungen

geht. Auf der anderen Seite

ist die Modernisierung im

Holzbau konsequent vorangeschritten.

Dazu gehören bahnbrechende

Erfindungen wie

das Brettsperrholz, das Gerhard

Schickhofer an der Technischen

Universität Graz entwickelt

hat und für das er

heuer den renommierten Marcus-Wallenberg-Preis

für wegweisende

wissenschaftliche

Errungenschaften erhalten

hat. Wir sind heute ein kompetenter

Partner für die moderne

Architektur, viele bewegen

sich ja bereits in Richtung

Holzbauten.

Wie hoch ist der Anteil an

Holzhäusern, die derzeit

gebaut werden?

Beer: Im Bereich der Einfamilienhäuser

liegt der Anteil

aktuell bei 50 Prozent, betrachtet

man die gesamte Bauwirtschaft,

so liegt der Wert bei 30

Prozent. Ich gehe davon aus,

dass wir den Wert in den kommenden

zehn Jahren noch um

zehn Prozentpunkte steigern

können. Es ist einfach ein logischer

Schritt. Schließlich haben

wir es mit einem Baustoff

zu tun, der direkt vor der Türe

wächst und mit hoher Beständigkeit

punktet, wenn Spezialisten

am Werk sind. Ein Lebenszyklus

von mehreren

Generationen ist da kein Problem,

wie alte Bauten zeigen.

Die hohe Qualität aktueller

Projekte zeigt sich auch jedes

Jahr beim Holzbaupreis, wir

hatten heuer beachtliche 180

Einreichungen. Das zeigt, dass

wir auf dem richtigen Weg

sind. Bei den mehrgeschoßigen

Bauten wurden sogar zwei Projekte

ex aequo ausgezeichnet.

König: Durch die Industrie,

die jetzt mehr und mehr mit

Holzhochbauten befasst ist,

verändern sich unsere Arbeitsprozesse.

Der Vorfertigungs-

BUSINESS Monat

41


grad der Elemente wird immer

höher, wir agieren da teils in

ers ter Linie als Monteure, aber

es braucht ja auch eine Fassade,

die den Ball der Wertschöpfung

dann wieder zu uns spielt. Was

die Digitalisierung betrifft: Es

muss gar nicht jeder über alle

technologischen Gerätschaften

verfügen, das wäre gar nicht

wirtschaftlich, vielmehr geht

es um betriebsbezogene Stärkefelder.

Wie gut ist die Steiermark

aufgestellt?

Beer: Das Know-how bei uns

ist sehr dicht. Wir machen immer

wieder Fachexkursionen in

andere Länder. Natürlich erhält

man überall Inspiration, aber

generell muss man sagen, dass

Österreich im Holzbauwissen

ganz vorne steht. Wir sind in

diesem Sinne ein handwerkliches

Exportland. Der Zimmerer

gilt auch als zukunftsträchtiger

Beruf. Der Nachwuchs

dafür ist da. Es ist ein hochtechnischer

Job geworden, für den

die Anforderungen deutlich gewachsen

sind. Die Ausbildung

der Facharbeiter und Meister ist

auf höchstem Niveau, das duale

Bildungssystem ist ideal dafür.

Die Zeit der Helfer ist vorbei,

ich habe fast nur Fachpersonal

in meinem Betrieb. Um die Vorgaben

von Architekten umsetzen

zu können, braucht es einfach

Hirnschmalz, damit die

Qualität am Papier den Eingang

ins Werk findet. Jeder Meisterkurs

wird alle zwei Jahre in

seinen Inhalten nachjustiert.

Das ist ganz wesentlich, damit

man in Sachen Wissen am Ball

bleibt, sonst ist man schnell

weg vom Markt.

Was sind die wichtigen

Erfolgsparameter für die

Zukunft?

König: Für mich ist die Mitarbeiterführung

ein absolut

wichtiges Thema. Wenn

man zufriedene Kunden will,

dann sollte man auch zufriedene

Mitarbeiter wollen. Gegenseitige

Wertschätzung ist

die große Chance des Kleinbetriebs,

das beginnt schon

im ersten Lehrjahr. In größeren

Unternehmen wird oft

nicht auf einer Ebene kommuniziert,

da werden die Mitarbeiter

eher als Zahl gesehen,

viele haben da schon innerlich

gekündigt.

Beer: Die Steiermark ist mit

einem Waldanteil von 62 Prozent

das Holzbauland Österreichs.

Es braucht Innovatoren

wie Gerhard Schickhofer und

Innovationen wie die Entwicklung

der Brettsperrholzplatte.

Dieses Know-how ist

längst ein Exportfaktor. Seitens

der Politik erfahren wir

gute Unterstützung durch

Landesrat Johann Seitinger.

Immerhin erzielen 55.000

Beschäftigte in der gesamten

Holzwertschöpfungskette

in der Steiermark auch eine

wichtige Wertschöpfung für

das Land. Holz ist der Baustoff

der Zukunft.

Im Zuge der Verleihung des

Holzbaupreises 2019 konnten

insgesamt 180 Einreichungen

verzeichnet werden, „sie

haben sich durch sehr hohe

Qualität ausgezeichnet“,

betonen Beer und König.

42

BUSINESS Monat


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NATÜRLICH ANGEPASST

In Aflenz setzt formart-ST einen zukunfts weisenden

Holzbau um, der sich perfekt ans Gelände anpasst.

Die Volksschule in Aflenz bekommt an der Südseite einen Zubau

geplant vom Team von formart-ST in Kapfenberg rund um

Architektin Sandra Taendler – und der kann sich sehen lassen,

schon alleine wegen der Optik. Der Zubau in Holzbauweise ist

aufgrund der Höhensituation des Naturgeländes auf Stützen gestellt.

Die Räumlichkeiten selbst bieten in Zukunft unter anderem

Platz für den Werkraum, die Ganztagesschule, barrierefreie

WCs, den Turnsaal, das Arztzimmer sowie die Technikzentrale.

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Das Geheimnis hinter Accoya ist die Behandlung von nachhaltiger

und schnell wachsender Pinus radiata mit natürlicher Essigsäure,

dadurch wird das Holz sehr widerstandsfähig, ist aber

trotzdem pflegeleicht und bewahrt seine natürliche Schönheit.

In Österreich wurde bereits bei vielen öffentlichen Projekten auf

Accoya gesetzt, Die Generalvertretung für Accoya in Österreich

hat M. Hechenblaickner. Von der Vielseitigkeit von Accoya

kann man sich übrigens im Holz-Megastore in Graz-Gösting einen

Eindruck machen.

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Gebäude aus dem nachhaltigsten

Baustoff der Welt

Bei Lieb Bau Weiz wird Innovation großgeschrieben. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Weiz ist darum

eines der führenden in der Branche.

Dominikus Jantscher ist seit 41

Jahren bei Lieb Bau beschäftigt.

Dominikus Jantscher arbeitet

bereits seit 1978

bei Lieb Bau Weiz. Er

hat dort seine Zimmererlehre

absolviert und sich hochgearbeitet;

heute fungiert er als

Prokurist und Bereichsleiter

für den Geschäftsbereich

Holzbau. Mit dem BUSINESS

MONAT sprach er über Meilensteine

in der Geschichte

der Firma Lieb Bau und über

aktuelle Entwicklungen in der

Holzbaubranche.

BUSINESS MONAT: Wie ist

der Bereich Holzbau bei Lieb

Bau verwurzelt?

Dominikus Jantscher: Der

Holzbau ist ein wichtiger Geschäftsbereich

in der Lieb Bau

Weiz Gruppe mit zirka 190 Mitarbeitern

und 34 Mio. € Umsatz.

Seit 1991 gibt es einen

eigenständigen Standort in

St. Ruprecht, weitere Standorte

befinden sich in Hartberg und

Trofaiach. Wir decken mittlerweile

Stiegenbau, Bautischler,

Ingenieurholzbau, Zimmerei

sowie Fertigteilproduktion ab.

Was kann Lieb Bau im

Bereich Holzbau anbieten?

Hier reicht die Palette von

der Fertigung von Dachstühlen

über Einfamilienwohnhäuser

als Fertigteilhaus bis zum

mehrgeschoßigen Wohnbau.

Ebenso angeboten werden

die Errichtung von Einkaufszentren

in Holzbauweise, Gewerbe-

und Gastronomiebauten

sowie landwirtschaftliche

Bauten.

Welche Projekte können

als Meilensteine bezeichnet

werden?

Wir haben viele Auszeichnungen

für Holzbauprojekte

bekommen. Ein Meilenstein

war sicher die Stadionüberdachung

St. Pölten mit Tragkonstruktion

aus Brettschichtholzträgern

mit einer Länge

von bis zu 47,5 Metern. Der

Durchmesser der Dachkonstruktion

im Grundriss betrug

173 Meter. Sehr stolz sind

wir auch auf das neue Legero

United Headquarter in

Feldkirchen; das Headquarter

bestehend aus einem ringförmigen

Bürogebäude und

einem zylinderförmigen Outlet,

die Konstruktionen bestehend

aus Brettschichtholz und

Brettsperrholz.

44

BUSINESS Monat


Vom stylischen

Einfamilienhaus

über das

Fußballstadion

St. Pölten bis hin

zum Bürogebäude

der Firma

Miba – Lieb Bau

Weiz ist führend

in der Errichtung

moderner Holzbauten.

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Wie hat sich die Bedeutung

des Baustoffes Holz in den

letzten Jahren und Jahrzehnten

verändert?

Bis vor etwa 20 Jahren war

Holz ein regional verfügbarer

und leicht zu verarbeitender

Baustoff und wurde in der

breiten Masse mit niedriger

Veredelungsstufe verarbeitet.

Nur im Hallenbau wurde Holz

veredelt als Leimbinder eingesetzt.

In den letzten Jahren

wird der Baustoff immer weiter

veredelt, vom Vollholz zu

Ingenieurholzbauprodukten.

Darunter fallen zum Beispiel

hochtechnologisierte Holzprodukte

für den Baubereich wie

Brettsperrholz, Brettschichtholz,

Konstruktionsvollholz

oder Furniersperrholz.

Wie zeigt sich der technische

Fortschritt im Bereich Holz

und Holzbau?

Der technische Fortschritt im

Brandschutz geht in Richtung

fertiger Systemlösungen speziell

im Haustechnikbereich. Dafür

werden zum Beispiel temperaturbeständige

Klebstoffe bei

Brettsperrholz eingesetzt. Der

technische Fortschritt macht

auch vor den Materialien nicht

halt: Das geht bis zur Entwicklung

von Profilbauteilen, die bereits

mit dem Stahlbau mithalten

können. Bei der Vorfertigung

ist man mit Brettsperrholz beim

Einsatz von Modulbau in eine

neue Dimension eingetreten.

Weiters streben wir eine voll digitale,

gewerksübergreifende 3D-

Planung an.

Wo sehen Sie die Herausforderungen

und Grenzen?

Die Herausforderungen sind

ein höherer Planungsaufwand

als im Massivbau sowie eine

holzbaugerechte Architektur.

Dem Holzbau sind bei fachgerechter

Planung und technischem

Know-how sehr wenig

Grenzen gesetzt.

Was sind generell Vorteile im

Bereich Holzbau – egal ob

beim privaten Einfamilienhaus

oder beim mehrgeschoßigen

Wohnbau – im Vergleich

zur massiven Bauweise?

Die Vorteile des Holzbaus sind

schnelle und trockene Bauweise,

behagliches Raumklima, da

Holzoberflächen Luftfeuchtigkeit

puffern. Genereller Vorteil

ist der höhere Vorfertigungsgrad

gegenüber der Massivbauweise.

Ein Holzgebäude fungiert

als Kohlenstoffspeicher; Bäume

benötigen zum Wachstum CO 2

und speichern daraus den Kohlenstoff

und geben den Sauerstoff

wieder ab.

Wie nachhaltig ist der Baustoff

wirklich? Wo kommt das verarbeitete

Holz bei Lieb Bau her?

Bei Beachtung von Gütesiegeln

(PEFC) kann davon ausgegangen

werden, dass wieder aufgeforstet

wird und es sich somit

um einen nachhaltigen Baustoff

im wahrsten Sinne des Wortes

handelt. Der Begriff Nachhaltigkeit

stammt ursprünglich aus

der Forstwirtschaft. Bei Lieb Bau

Weiz wird das Bauholz großteils

regional eingekauft.

Wie sieht die Zukunft im

Holzbau aus?

Die Zukunft des Holzbaus

liegt im Modulbau mit volldigitaler

Planung. Die nächsten

Schritte sollen rückbaubare

und recyclingbare Gebäude unter

dem „Cradle to Cradle“-Ansatz

(von der Wiege zur Wiege)

werden, nichts soll mehr auf der

Deponie landen. Im konstruktiven

Holzbau wird die Fichte ihre

Stellung behalten, es wird aber

auch verstärkt an Produkten aus

Laubhölzern geforscht, speziell

Birke und Buche. Im Außenbereich

wird Lärche weiterhin an

Bedeutung gewinnen. Douglasie

könnte als wärmeresistente Nadelholzbaumart

Einzug in den

modernen Holzbau halten.

BUSINESS Monat

45


7 THESEN

UND EINE REPLIK

Das Architekturinstitut des Holzbauexperten

Tom Kaden hat 7 Thesen aufgestellt, was es

für eine nachhaltige Bauweise bräuchte. Für

den genossenschaftlichen Wohnbau nehmen

Christian Krainer von ÖWG Wohnbau und

Wolfram Sacherer von der Wohnbaugruppe

ENNSTAL dazu Stellung.

TEXT: DANIELA MÜLLER,

FOTOS: MARIJA KANIZAJ, THOMAS LUEF, PIERER.AT, SHUTTERSTOCK

Tom Kaden, Berliner

Holzbauexperte und Professor

für Architektur und Holzbau

an der TU Graz.

Gleich vorweg: Sogar für den Holzexperten

Tom Kaden und sein Architekturinstitut

kann der Holzbau

alleine nicht als Allheilmittel

gesehen werden. Doch biete er, im richtigen

Kontext eingesetzt, viele Möglichkeiten, um

zukünftig weiterhin neuen Wohnraum zu

schaffen und dabei bewusster mit der Umwelt

umzugehen. Die Entscheidung für den Holzwohnbau

liege laut Architekturinstitut nicht

beim Architekten, sondern beim Bauherrn.

Dieser müsse bereits in der Projektentwicklung

Holz als Baumaterial einfordern. Genauso

müsse er stärker auf den geringeren CO 2

-

Verbrauch auf seiner Baustelle pochen – wie

er auch ganz selbstverständlich die Einhaltung

der Kosten fordert. Für den BUSINESS

MONAT hat das Institut sieben Thesen für

den Holzbau aufgestellt. Christian Krainer

von der ÖWG Wohnbau und Wolfram Sacherer

von der Wohnbaugruppe ENNSTAL kommentieren

diese Thesen aus dem Blickwinkel

des genossenschaftlichen Wohnbaus.

46

BUSINESS Monat


Bauherren müssen

zukünftig stärker

fordern, dass neben

Kostenschwellen und

Energiekennwerten auch

CO 2

-Schwellen zwingend

einzuhalten sind. Der Energieausweis

greift hier zu kurz. Um Gebäudekosten,

Energie- und CO 2

-Verbrauch ganzheitlich

betrachten zu können, muss

man das Gebäude über den gesamten

Lebenszyklus betrachten. Best-Practice-

Beispiel: In der Prinz-Eugen-Kaserne in

München wurden nachwachsende Rohstoffe

an die Fördersumme gekoppelt.

Der Holzbau

hat das Potenzial,

von der

Ressource bis hin

zu den Unternehmen

die Wertschöpfung in der

Region zu halten. Das sollte

mehr gesehen und genutzt

werden.

6

1

4

Eine

Gleichsetzung

der

Materialität Holz mit

konventionellen Baumaterialien

wäre zeitgemäß.

Ein Ansatz wäre beispielsweise

die Gleichstellung

von brennbaren und nichtbrennbaren

Baustoffen

und ein Nachweis des

gleichwertigen Schutzniveaus

nach Schweizer

Vorbild.

Um die Pariser Klimaziele zu

erreichen, werden wir zukünftig

2 mit massiven Einschränkungen

bezüglich Ressourcen, Material

und Logistik im Bau konfrontiert

werden, der Bausektor ist einer der

größten CO 2

-Emittenten. Nicht so viel Material

wie möglich, sondern so wenig wie nötig ist das

Ziel. Dies fordert von Planern kluges Entwerfen

und Konstruieren. Auch wenn in der Primärstruktur

von Gebäuden ein Holzanteil von 80 %

bis 90 % denkbar ist, müssen wir vor allem an

hybride Bauweisen denken. Wir müssen beginnen,

flexibel zu bauen und langfristig zu denken,

wir bauen für die Zukunft!

5

Raumplanung ist aktiver

Klimaschutz. Es gehört die

Urbanisierung gefördert und

die Zersiedelung unterbunden

bzw. rückgängig gemacht. Wo

es möglich ist, sollten Menschen

aus Zersiedlungsgebieten wieder in die

Städte geholt werden. Nur durch qualitative

Stadtentwicklung und baukulturell

hochwertige Architektur kann in der

Zukunft eine gesunde, dicht bebaute

Stadt entstehen. Graz müsste sich weitgehend

vom Siedlungsbau hin zu einem

Städtebau entwickeln.

3

Spekulation

und künstliche

erzeugter Leerstand

sind Gründe

für den steigenden

Flächenverbrauch. Es müssen

Mechanismen entwickelt

werden, welche die großmaßstäbliche

Spekulation am

Wohnungsmarkt unterbinden

und Leerstand aufzeigen.

7

Die steiermärkische

Wohnbauförderung

und

der Wohnbautisch

müssen sich für neue

Wohnformen und Wohnmodelle

öffnen, um gesellschaftliche

Entwicklungen individueller

auffangen zu können. Der Wohnnutzflächenverbrauch

pro Person

steigt seit den 1950er-Jahren stetig

an. Um im sozialen Wohnungsbau

richtig auf gesellschaftliche

Veränderungen reagieren zu können,

braucht es ein gewisses Maß

an Freiheiten in der Grundrissgestaltung

bzw. Platz für alternative

Ideen und Wohnformen.

BUSINESS Monat

47


DIE RAUMORDNUNG

Besonders in den letzten Jahrzehnten wurde das Thema

der Raumordnung stark vernachlässigt. Die in dieser Zeit

begangenen Fehler sind nur durch besondere Anstrengung

teilweise zu beheben. So ist eine klare Definition von

Siedlungsschwerpunkten, aber auch der qualitative Ausbau

der öffentlichen verkehrstechnischen Anbindungen

und Vernetzungen dieser Siedlungsschwerpunkte unumgänglich.

Für eine geordnete Weiterentwicklung ist dies

unseres Erachtens eine dringende Notwendigkeit.

QUALITÄT UND LEISTBARKEIT

Gerade der geförderte Wohnbau ist hier als Vorreiter zu

nennen. Sowohl in den raumplanerischen Aspekten der für

den Geschoßwohnbau erforderlichen Architektenwettbewerbe

und Gutachterverfahren als auch bei den Energiekennwerten

wurden bereits in der Vergangenheit und werden

auch in Zukunft hohe Anforderungen gestellt. Diese

sind für die gemeinnützige Wohnungswirtschaft eine große

Herausforderung, da ein Einklang mit der gesellschaftlichen

Verpflichtung, leistbaren Wohnraum zur Verfügung

zu stellen, zu finden ist. Anreizsysteme und Änderung

der Förderungssysteme sollten hier überdacht werden.

Kostenobergrenzen nach oben zu verschieben, ohne gleichzeitige

Anhebung der entsprechenden Wohnbauförderungen,

ist gerade in energieeffizienten und zukunftsorientierten

Gebäuden nur schwer zu verwirklichen.

GROSS-ARTIG.

ÖWG Wohnbau wurde mit dem Holzbaupreis Steiermark 2019

ausgezeichnet für den mehrgeschoßigen Wohnbau in Holzriegel

und Massivholzbauweise am Grazer Sternäckerweg.

„Es braucht im

Wohnbau Anreize

und eine Änderung

der Fördersysteme.“

CHRISTIAN KRAINER

ÖWG Wohnbau

48

BUSINESS Monat


NACHHALTIGE BAUWEISE

Die gemeinnützige Wohnungswirtschaft denkt hier in längeren

Perioden. Sie ist nicht gewinnorientiert, sondern bewirtschaftet

Objekte nachhaltig und längerfristig. In letzter

Zeit wurde auch hier aufgrund der Vorgaben der Förderungen

vermehrt in den Holzbau investiert, sodass auch für die

regionale Wertschöpfung durch den Holzbau und durch die

Gemeinnützigkeit Möglichkeiten aufbereitet wurden.

ZUKUNFT DES WOHNENS

Neue Wohnformen und Wohnmodelle sind sicherlich künftig

notwendig, um die gesellschaftlichen Entwicklungen der nächsten

Jahre begleiten zu können. Veränderungen bei den Wohnformen

und auch bei den Grundrissformen scheinen erforderlich

zu sein und dieser Thematik werden die Gemeinnützigen sicherlich

positiv entgegensehen. Im Bereich der gemeinnützigen

Wohnungswirtschaft ist der spekulative Wohnbau kein Thema.

Bei den Gemeinnützigen wird Wohnraum sowohl im ländlichen

als auch im urbanen städtischen Bereich für wohnungssuchende

Menschen geschaffen. Eine Stärkung und gleichzeitig auch

eine Zweckbindung der öffentlichen Förderungsmittel für den

Wohnbau sind dringend erforderlich, wobei auch auf eine Stärkung

der Ortszentren sowohl durch Verdichtung der Bestandsobjekte

als auch durch die Sanierung von Altgebäuden in den

Zentren der Gemeinden ein hohes Augenmerk gelegt werden

muss. Gerade auch bei der Sanierung und bei der Verdichtung

können entsprechende Holzsysteme eingesetzt werden.

AUSGEZEICHNET.

Die vielen Vorteile von Holzbau vereinen sich im Wohnbaugruppe-

ENNSTAL-Wohnbau-Projekt in der Max-Mell-Allee in Graz, der dafür

auch mit dem Holzbaupreis Steiermark 2019 ausgezeichnet wurde.

„Es braucht

Veränderungen bei

den Wohn- und

Grundrissformen.“

WOLFRAM SACHERER

Wohnbaugruppe Ennstal

BUSINESS Monat

49


WOHNTRÄUME

WERDEN WAHR

Wer an den Bau eines Eigenheimes denkt, braucht vor allem eines: verlässliche Partner an seiner Seite.

Besonders in puncto Finanzierung sollte man kein Risiko eingehen.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Wenn es um die Finanzierung

von

Wohnträumen

geht, dann ist Raiffeisen ein

perfekter Ansprechpartner.

Mehr als 60 Prozent aller privaten

Wohnträume werden

mit Raiffeisen verwirklicht.

Warum? Weil die Wohnbaukunden

bei Raiffeisen ein

Rundum-Service genießen.

Der Kredit an sich ist nur ein

Teil der umfassenden Beratungsleistung.

Die beginnt

schon bei der Suche nach

dem geeigneten Grundstück,

spart mit der Förderberatung

bares Geld, Zeit und Nerven,

schützt mit kluger Absicherung

vor unerwarteten Notfällen

und lässt mit flexiblen

Rückzahlungsmodellen genügend

Spielraum für andere

wichtige Anschaffungen.

VOR ORT GUT BERATEN

Die Wohnbauberater in den

Raiffeisenbanken kennen den

Markt vor Ort, weil sie selbst

dort wohnen. Kreditentscheidungen

werden rasch und

transparent getroffen – immer

im besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Egal ob gewerblicher

Bau oder privater

Wohnbau, Immobilienkauf

oder Sanierung – Raiffeisen

bietet die passende Lösung,

um Wohnträume wahr werden

zu lassen.

Raiffeisen-Generaldirektor

Martin Schaller weiß, was die

Kunden wünschen: „Raiffeisen

bietet umfassende Beratung

und begleitet von der Planung

bis zur Einstandsfeier.“

HOLZBAU BOOMT

Die Art, wie man baut und

wohnt, nimmt Einfluss auf

den ökologischen Fußabdruck.

Einerseits kann man

mit thermischen Sanierungen

alte Baubestände klimafit

machen, andererseits wird

Holz als gesunder, nachhaltiger

Baustoff immer populärer.

Mehr und mehr Bauherren

und -frauen, die von Raiffeisen

betreut werden, setzen

auf Nachhaltigkeit, wie es die

Forst- und Holzwirtschaft in

Österreich seit jeher tut.

Einen Baum pflanzt man

nicht für sich, sondern für

die nächste Generation. Auch

in den Raiffeisen-Genen ist

langfristiges Denken und

nachhaltiges Tun fest verankert.

Raiffeisen übernimmt

Verantwortung in der Gesellschaft,

bringt Wertschöpfung

in die Regionen – und setzt

ebenfalls auf Holz, wie der

Raiffeisen Sportpark unterstreicht.

50

BUSINESS Monat


AUSGEZEICHNET

Der Raiffeisen Sportpark in der Grazer

Hüttenbrennergasse ist aktuell

Österreichs modernste Ballsporthalle.

2019 wurde der innovative Bau, der

3.000 Personen fasst, mit dem steirischen

Holzbaupreis ausgezeichnet. Die Begründung

der Jury: „Das Projekt besticht

durch das Ausreizen der aktuell möglichen

Spannweite in Holzbauweise. Es zeigt die

Eleganz und Leistungsfähigkeit und den

besten Fall des positiven Dialogs zwischen

Ingenieurskunst und Architektur.“

BANDBREITE

Der Raiffeisen Sportpark in Graz bietet

neue Bewegungsräume und stärkt

den Breitensport ebenso wie

den Spitzensport.

© WALTER LUTTENBERGER PHOTOGRAPHY

MODERNE

BALLSPORTHALLE

Internationale und nationale

Handball-, Volleyball- und Basketballspiele

können in der neuen Halle ausgetragen werden.

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daher nur heimische Premium-Hölzer

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SICH EIN BEISPIEL

NEHMEN

Kreativ, aufsehenerregend, nachhaltig – auf Holz lässt sich ideal bauen, wie nationale und

internationale Best-Practice-Beispiele zeigen.

TEXT: LISSI STOIMAIER, FOTOS: MARIJA KANIZAJ, G.OTT, PIERER.NET, SWATCH, TOR EVEN MATHISEN, BEIGESTELLT

KONZERTHAUS

Am Taurasberg in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen, entsteht

mit dem neuen Konzerthaus in visionärem Design ein innovativer

Holzbau mit atemberaubenden Aussichten über die Stadt.

Das Architektenteam Arquivio Architects aus Spanien setzte

bei der Planung nicht nur aufgrund der Nachhaltigkeit,

sondern auch wegen der raumatmosphärischen und

akustischen Vorzüge auf Holz.

1

2

FIRMENHAUPTSITZ

Mit dem neuen Hauptsitz in Biel eröffnete Swatch nach fünf

Jahren Bauzeit eine der weltweit größten Holzkonstruktionen. Der

für seine filigranen Strukturen bekannte japanische Stararchitekt

Shigeru Ban hat eine geschwungene Silhouette entworfen, die

240 Meter lang und 35 Meter breit ist und sich über 25.000 m2

Geschoßfläche und fünf Stockwerke erstreckt.

HOLZBAU FÜR KRANKENHAUS

Die KAGes setzt ihren nachhaltigen Kurs mit einem zweiten Holzbau

für das LKH Graz fort. Die Inbetriebnahme des Folgeprojektes,

geplant wie das erste von Simon Speigner (sps÷architekten), ist für

das Frühjahr 2020 vorgesehen. „Bauen mit Holz passt zur steirischen

Krankenanstaltengesellschaft wie die sprichwörtliche Faust aufs

Auge: effizient, regional und umweltbewusst. Genau auf diese Art

versuchen wir tagtäglich, unseren Auftrag – den Menschen im Land

zu helfen – zu erfüllen“, erklärt Vorstand Ernst Fartek

3

52

BUSINESS Monat


4

GESUNDHEITSEINRICHTUNG

Die Gesundheitseinrichtung Josefhof in Graz, geplant von Dietger

Wissounig Architekten ZT GmbH, ist in Holzmodulbauweise

errichtet, die Baukörper sind kompakt und lichtdurchflutet.

Auf einer Gebäudelänge von 115 Metern wurden bei dem schmalen

langgestreckten Baukörper, der sich perfekt an die Landschaft

anpasst, rund 2.000 Kubikmeter Holz verbaut.

5

JUGENDZENTRUM

Einen Platz für Jugendliche – nicht nur zum Zeitvertreib, sondern

zum Wohlfühlen – bietet das neue Jugendzentrum Echo Graz, das

das alte Gebäude am Mühlgang abgelöst hat. Geplant von Puerstl

Langmaier Architekten bietet der Holzmassivbau sowohl nach außen

als auch nach innen einen geschützten Ort mit einer Vielfalt von

Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen.

www.oewg.at


6

HOLZOASE

Die neuen Holzoasen von Feldgrill (www.feldgrill-bau.at)

können Wohnzimmer, Arbeitsraum, Wellnessbereich

oder edle Gartenküche sein – individuell abgestimmt

auf Wünsche und Anforderungen. Holz – vom Boden

über die Wände bis zu den Decken – sorgt dabei für ein

angenehmes Lebensgefühl. Ein Musterhaus der Holzoasen

ist in Passail zur Besichtigung aufgestellt.

7

WANDERHÜTTE

Die hölzerne Wanderhütte „Varden“ am nördlichen Polarkreis

in Hammerfest in Norwegen bietet nicht nur unglaubliche

Ausblicke, sondern gewährt Wanderern ein ganz besonderes

Flair im Inneren. Die Ideenskizzen dazu kamen vom Osloer

Architekturbüro Spinn und wurden durch Format Engineers

realisierbar. Für die Hütte kam Kebony zum Einsatz – ein

modifiziertes Holz aus Norwegen, das extrem haltbar ist.

Follow-me-Award 2019

Beim Follow-me-Award 2019 wurden wieder erfolgreiche Betriebsübernahmen ausgezeichnet.

Die Laudatoren Steiermärkische-Sparkasse-Vorstand Oliver Kröpfl,

WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk, Landesrätin Barbara Eibinger-

Miedl und Grazer Gemeinderat Kurt Egger (v. l.) mit dem Nachfolger

des Jahres 2019, Rauchfangkehrer Christoph Kagerbauer (M.).

Jedes Jahr sucht die Steiermark

unter zwölf nominierten

Nachfolge-Betrieben

den „Nachfolger des Jahres“ und

zeichnet diesen mit dem „Follow-me-Award“

aus. Die im Rahmen

des Wettbewerbs präsentierten

Nachfolge-Geschichten

zeigen, wie Betriebsübernahmen

zwischen Tradition und Innovation

erfolgreich gemeis tert

werden können.

2019 wurde der Gnaser

Rauchfangkehrer Christoph

Die strahlenden Sieger: Ronald Hohl (Winzerhof Wiednermichl)

mit Begleitung, Christoph Kagerbauer (Rauchfangkehrer

Kagerbauer), Lukas Gruber (Gasthof Schwarzer Adler),

Birgit und Christoph Rodler (Rodler-Markt, v. l.).

Kagerbauer zum „Nachfolger

des Jahres“ gewählt. Platz 2 sicherte

sich Ronald Hohl vom

„Winzerhof Wiednermichl“ in

Krottendorf. Christoph und

Birgit Rodler vom „Rodler-

Markt“ in Kaindorf gewannen

Platz 3 beim Follow-me-Award

2019. Und in der Kategorie „Externe

Nachfolge“ überzeugte

Jungkoch Lukas Gruber vom

Gasthof „Schwarzer Adler“ in

Aflenz. Herzliche Gratulation!

followme.nachfolgen.at

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54

BUSINESS Monat


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Nachhaltiger Vorteil

Mit dem neuen Holzbau Spar-Supermarkt in Frohnleiten setzt Spar Steiermark einen zukunftsweisenden Schritt in

puncto Nachhaltigkeit. Worin die großen Vorteile liegen und was für die Zukunft geplant ist, verrät Geschäftsführer

Christoph Holzer im Interview.

700


Kubikmeter

Fläche

und über 450

Brettschichtholz, das in rund

30 Minuten in der Steiermark

nachwächst – mit dem neuen

Spar-Supermarkt in moderner

und nachhaltiger Holzbauweise

in Frohnleiten setzt das österreichische

Familienunternehmen

einen weiteren Schritt

in seinem Plan für mehr Nachhaltigkeit.

Christoph Holzer, Geschäftsführer

Spar Steiermark und Südburgenland,

freut sich, dieses

Projekt gerade in Frohnleiten

umsetzen zu können, zählt die

Gegend doch zu den waldreichsten

Gebieten der Steiermark.

Herr Holzer, wie entstand

die Idee, einen Supermarkt in

Holzbauweise zu errichten?

Spar hat Nachhaltigkeit

längst zum Teil der Marke gemacht.

In Frohnleiten gehen

wir einen Schritt weiter und

bauen den ganzen Supermarkt

in Holzbauweise. Das Projekt,

von Architektin Eveline Malek

geplant und ausgeführt

von Strobl Bau Weiz, wurde

in nachhaltiger und moderner

Holzbauweise errichtet.

Das Gebäude wurde in Holz-

Skelett- und -Riegelbauweise

sowie mit einer tragenden

Brettsperrholzdecke als Flachdach

ausgeführt. Die Holzfassade

und die geschützte Eingangszone

sind aus gebeizter

Fichte gestaltet

Welches Holz wurde dafür

verwendet?

Das Holz stammt aus heimischen

Wäldern, über 450

Kubikmeter Brettschichtholz,

hergestellt von Mayr-Melnhof

Holz, kamen für den Markt

zum Einsatz. Der große Vorteil

davon: Das verwendete Material

wächst natürlich nach.

Stichwort „nachwachsend“ –

wie lange dauert das?

Alle vier Minuten wächst

in der Steiermark ein ganzes

Haus aus Holz nach. Das beim

neuen Supermarkt verbaute

Holz ist in rund 30 Minuten in

der Steiermark nachgewachsen.

Der Baustoff Holz ist aber

nicht nur nachhaltig – er produziert

als Baum Sauerstoff

und bindet CO 2

.

Spar setzt beim neuen

Markt aber nicht nur bei der

Bauweise auf Nachhaltigkeit.

Der Neubau in Frohnleiten

setzt auch bei der Haustechnik

© PEFC AUSTRIA/SABINE KLIMPT, WERNER KRUG, IV-STEIERMARK/KANIZAJ, BEIGESTELLT

56

BUSINESS Monat


„Ein Holzbau, bei dem

ausschließlich Material

aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung

Einsatz findet,

gehört ausgezeichnet.“

KURT RAMSKOGLER

Obmann PEFC Austria

„Zum Klimaschutz und zur

Nachhaltigkeit trägt Spar

durch den Einsatz von 450 m3

steirischem Holz von Mayr-

Melnhof Holz bei.“

RICHARD STRALZ

CEO Mayr-Melnhof Holz Holding AG

auf einen nachhaltigen Betrieb:

Es kommen energiesparende

LED-Lampen zum Einsatz sowie

eine Wärmerückgewinnungsanlage,

die die Abwärme der Kühlgeräte

zum Heizen des Marktes

nutzt. Damit wird wertvolle Energie

doppelt genutzt. Am Dach

des neuen Supermarktes wurde

außerdem eine 550 m² große

Photovoltaikanlage errichtet.

Was hat sich allgemein im

Bereich des Holzbaus in den

letzten Jahren getan?

Sehr viel – einerseits in den

technischen Möglichkeiten,

was statische Lösungen betrifft,

andererseits aber auch

im Bereich der Oberflächenbehandlungen.

Blick in die Zukunft –

wird es weitere Märkte in

Holzbauweise geben?

Diese Art zu bauen hat viele

positive Aspekte. Der Markt

in Frohnleiten wird sicherlich

nicht der letzte in Holzbauweise

sein.

„Der Spar-Markt in

Holzbau weise ist für uns

zukunftsweisend im Umgang

mit Ressourcen und Umwelt.“

JOHANNES WAGNER

Bürgermeister Frohnleiten

„Es freut mich, dass beim Bau

auf den natürlichen Rohstoff

Holz gesetzt wurde, denn Holz

ist ein ökologischer Baustoff.“

„Der ‚Vollholz-Spar‘ ist ein

großartiges Projekt und hat

sicher Vorbildwirkung für

andere Unternehmen.“

DORIS STIKSL

Geschäftsführerin

proHolz Steiermark

FRANZ MAYR-

MELNHOF-SAURAU

Forstbetrieb Franz

Mayr-Melnhof-Saurau

BUSINESS Monat

57


Trends mit regionalen Wurzeln

Seit über 80 Jahren steht die Firma Knittelfelder für erstklassige Maßmöbel aus heimischem Holz. Nachhaltigkeit

wird in der Traditionstischlerei großgeschrieben, das geht sogar bis zum stylischen Recycling von altem Holz.

Im Jahr 1939 haben Susanna

und Josef Knittelfelder den

Betrieb in Gleisdorf als Bautischlerei

gegründet, seit 2003

wird sie von Enkelin Susanna

gemeinsam mit ihrem Ehegatten

Bernd Marinic als Möbeltischlerei

geführt. Von Beginn

an war der Betrieb bekannt für

erstklassige Anfertigungen im

privaten Einrichtungsbereich.

Zur Werkstatt gesellte sich

2008 schließlich das moderne

Einrichtungshaus mit internationalen

Möbelmarken direkt

am Standort in Gleisdorf dazu.

Seit jeher steht Knittelfelder für

zeitloses, elegantes Design mit

dem Ziel, Kunden das schönste

Zuhause einzurichten.

Was fasziniert Sie am

Einrichten mit Holz?

Susanna Marinic-Knittelfelder:

Holz ist ein Material,

das ich seit meiner Kindheit in

unserer Werkstätte mit allen

Sinnen aufgenommen habe.

Mich faszinieren die Haptik,

der Geruch und die Einzigartigkeit

in der Struktur eines jeden

Baumes. Ich sehe die mit

viel Sorgfalt für unsere Kunden

ausgesuchten Stämme bei

der Anlieferung und bin immer

wieder fasziniert, wie daraus

ein Esstisch, eine Bibliothek

oder ein Bett entstehen.

Was ist der Vorteil von

(Vollholz-)Möbeln?

Susanna Marinic-Knittelfelder:

Eindeutig die Langlebigkeit

– Vollholzmöbel können

renoviert werden, was die

Lebensdauer weiter verlängert.

Warum heimische Hölzer?

Bernd Marinic: Weil sie

wunderschön und von hoher

Qualität sind. Besonders die

Eiche erlebt eine Renaissance

und wird „schlicht und elegant“

im modernen Stil oder

„wild“ im Alpin-Chic eingesetzt.

Heute gelten Holzmerkmale

als schön, die vor Jahren

unverkäuflich gewesen wären.

Dieser Mut zur fehlenden

Perfektion zeigt ein entspanntes

Verhältnis von Mensch und

Natur; damit erhöht sich auch

die Verwertbarkeit des Baumes,

was wiederum die Ressourcen

schont. Andere Hölzer

wie Ulme oder Nuss bleiben

aktuell – wobei auch Äste und

Risse durchaus erwünscht

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58

BUSINESS Monat


Susanna Marinic-Knittelfelder, Gatte Bernd und Innenarchitektin

Christina Taschwer (r.) von der Firma Knittelfelder.

sind. Die Zirbe setzen wir gerne

im Schlafbereich ein.

Wie gehen Sie mit dem

Thema Nachhaltigkeit um?

Susanna Marinic-Knittelfelder:

In der Eigenproduktion

setzen wir auf lokale Lieferanten,

der Strom kommt

aus erneuerbarer Energie,

Holzabfälle werden zum Heizen

verwendet, viele unserer

Mitarbeiter kommen mit dem

Fahrrad in die Arbeit. Darüber

hinaus ist für 2020 eine Photovoltaik-Anlage

geplant.

Sie arbeiten auch mit alten

Materialien – warum?

Bernd Marinic: Holz ist ein

wunderbares Recycling-Produkt.

Die Verwertung von abgetragenen

Dachstühlen bietet

die Möglichkeit, 150 Jahre alte

Holztrame aufzuschneiden

und zu Tischen, urigen Wandvertäfelungen

oder Möbelfronten

weiterzuverarbeiten.

Was sind die aktuellen

Wohntrends?

Susanna Marinic-Knittelfelder:

Grundsätzlich geht der Trend in

Richtung Wohnlichkeit und Gemütlichkeit

mit viel Holz und edlen

Textilien Natur- und Pastelltöne

werden mit dunklen Hölzern

kombiniert, zur Natureiche passen

auch kräftige Farben.

Pirching 41

(A2 Gleisdorf Süd)

8200 Gleisdorf

Tel.: 03112/22 70-0

www.knittelfelder.at


BODEN AUS

FREILANDHALTUNG

Weitzer Parkett ist einer der größten Hersteller Europas und beliefert 60 Länder.

Das Familienunternehmen verlegt Holzböden von Paris bis Dubai, investiert in

Kroatien, reüssiert am chinesischen Markt und propagiert Holz statt Plastik.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: HARALD EISENBERGER,

MIA’S PHOTOART, THOMAS KLAMINGER, BEIGESTELLT

60

BUSINESS Monat


Am Firmensitz

in Weiz und dem

Produktionsstandort

in Güssing werden

Aufträge für

Privatkunden

umgesetzt.

Was nach Holz

aussieht,

muss nicht

notwendigerweise

Holz sein. „Es gibt einen

starken Trend zu Designböden,

die sich der Holzoptik bedienen,

aber Kunststoffschichten

enthalten“, erklärt Josef

Stoppacher, kaufmännischer

Geschäftsführer von Weitzer

Parkett die Motivation, die der

Kampagne „Holz statt Plastik“

zugrunde liegt. „Die Hersteller

greifen argumentatorisch

in dieselbe Werkzeugkiste wie

wir, sie sprechen von natürlichen

Rohstoffen und Bioböden,

dem müssen wir etwas entgegenhalten“,

so Stoppacher.

Das Unternehmen hält bei

Parkettböden und Holzstiegen

mit einem Marktanteil von

über 20 Prozent, neben Privatkunden

werden gewerbliche

Großkunden wie Wohnanlagen,

Hotels und Bürobauten

bedient. „Man muss ver stärkt

dafür sensibilisieren, dass

viele Menschen die größte

Einrichtungsfläche mit Kunststoff

auslegen. Holz unterstützt

das Raumklima, es fühlt

sich mit Bereichen von 40 bis

60 Prozent bei der gleichen

Luftfeuchtigkeit wohl wie der

Mensch“, will man mehr Bewusstsein

für die Qualitäten

von „Boden aus Freilandhaltung“

schaffen.

EXPORTPLÄNE

Die Investition in Aufklärung

ist nicht die einzige, die

das Familienunternehmen getätigt

hat, um der Zukunft Paroli

bieten zu können. Zehn

Millionen Euro hat man gerade

in den kroatischen Standort

Turopolje investiert. Weitzer

Parkett betreibt das Joint

Venture gemeinsam mit einer

kroatischen Unternehmerfamilie

seit März 2018. „Die Errichtung

einer neuen Produktionshalle

dient ausschließlich

dem Exportwachstum und soll

nicht die Produktion in Österreich

ersetzen.“ Eine Million

Quadratmeter Zwei-Schicht-

Parkett werden hier künftig

gefertigt. „Uns ist es wichtig,

dass der Rohstoff Holz aus

Kroatien direkt im Land verarbeitet

wird. Wir schaffen

damit Arbeitsplätze und generieren

eine höhere Wertschöpfung.

Das entspricht unserem

Verständnis von Nachhaltigkeit“,

betont Stoppacher.

BUSINESS Monat

61


Von Weiz in die Welt:

GF Josef Stoppacher

leitet das Familienunternehmen

in

siebenter Generation.

Der Blick zu den Landesnachbarn

schweift noch weiter: „Wir dehnen uns derzeit

sukzessive in Richtung Osten aus, eröffnen

in Zagreb eine Ausstellung und waren

auf der Messe in Warschau. Das Etikett

,Made in Austria‘ ist dort ein großer Bonus“,

so Stoppacher. Eine neue Niederlassung in

Ungarn wird 2020 eröffnet, ein Standort in

Gyékényes existiert bereits.

BODEN MIT FUNKTION

Es gibt aber auch ein klares Bekenntnis

zur Region: Um den Firmensitz in Weiz und

den Produktionsstandort in Güssing abzusichern,

wurde in die Modernisierung der

Anlagen investiert. Dafür hat man 7,5 Millionen

Euro in die Hand genommen. An beiden

Standorten in Österreich produziert man,

wie bisher, das gesamte Weitzer-Parkett-Sortiment

für das Privatkundengeschäft. Durch

ein hauseigenes Biomasse-Heizkraftwerk

versorgt Weitzer Parkett sein eigenes Werk

und mehr als die Hälfte der Stadt Weiz mit

Fernwärme und Ökostrom.

Die Unternehmensgruppe ist Arbeitgeber

für rund 630 Mitarbeiter und setzt auf

Böden mit Funktion. Den Varianten Pflegefrei-Parkett,

Gesund-Parkett und Flüster-Parkett

liegen eigens entwickelte Technologien

zugrunde: Im ersten Fall schützt eine Mehrfach-Versiegelung

der Oberfläche das Parkett

bei starker Beanspruchung, im zweiten

Fall unterstützen Naturöle und Wachse

die Regulierung des Raumklimas, im dritten

Fall schafft eine feste Verbindung zwischen

Parkett und Untergrund Kompaktheit. Einem

besonderen Belastungstest wurde das

Gesund-Parkett zuletzt in einem Pavillon

bei der Weltausstellung Reformation in der

Lutherstadt Wittenberg in Deutschland unterzogen:

294.000 Besucher beanspruchten

den Boden. „Selbst als Parkettprofis waren

wir über den Zustand der Oberfläche überrascht“,

so Stoppacher, „der Boden präsentierte

sich für die außerordentlich starke

Belastung in einem relativ guten optischen

Zustand.“

FOKUS FERNOST

Mehr als 55 Prozent der Produkte gehen in

den Export. China ist nach Deutschland zum

zweitwichtigsten Markt geworden. „Gerade

die aufsteigende Mittelschicht der Chinesen

schätzt hochwertig produzierte Ware von

einem Familienunternehmen aus Europa

sehr“, sagt Stoppacher, „allerdings ist es herausfordernd,

geeignete Handelspartner zu

finden.“ Geliefert wird auch nach Israel und

Mexiko, Saudi-Arabien und Aserbaidschan,

Kerngebiet bleibt jedoch die D-A-CH-Region

mit den angrenzenden Ländern.

Im Rahmen des Projektes „WoodC.A.R. –

Computer Aided Research“ verfolgt Weitzer

Parkett gemeinsam mit nationalen und

internationalen Partnern aus Wissenschaft

und Wirtschaft das Ziel, das Potenzial des

Leichtbaumaterials Holz für die Automobilindustrie

zu nutzen. „Erste Erfolge sind bereits

sichtbar: Holz stellt richtig eingesetzt

eine wertvolle Materialerweiterung für den

Mobilitätssektor der Zukunft dar“, sagt der

Geschäftsführer.

2009 ist man als einer der ersten Parketthersteller

aus dem Tropenholzgeschäft ausgestiegen.

Mittlerweile bestehen rund 95

Prozent des Sortiments aus Eichenparkett.

„Die Nachfrage am Markt ist enorm, und das

zu Recht, da sich die Eiche aufgrund ihrer

62

BUSINESS Monat


HOCH HINAUS

Ein echter Härtetest für jeden Boden:

Wer den Pariser Eiffelturm besucht –

und das sind immerhin sieben Millionen

Menschen pro Jahr –, der wandelt

mit hoher Wahrscheinlichkeit auch

über Weitzer Parkett in Eiche natur. In

der Boutique der Gruppe Relay im ersten

Geschoß des Turms schützt eine

siebenfach versiegelte Oberfläche

den Boden.

GROSSPROJEKT

23.000 Quadratmeter Weitzer Parkett

wurden auf der Wirtschaftsuniversität

Wien in Büros, Besprechungszimmern,

Seminarräumen und in

der Sporthalle verlegt. Das bedeutet

umgerechnet einen Quadratmeter

Parkett pro Student. 24.000 Quadratmeter

wurden übrigens nach Dubai

überstellt – für das Großprojekt „The

Buildings by Daman“.

Eigenschaften hervorragend für Parkett eignet.“ Sie wird entsprechend

behandelt, um unterschiedlichste Optiken zu erzeugen.

ROHSTOFFLIEFERANTEN

Mehr als die Hälfte des Rohstoffs stammt aus einem Umkreis

von 250 Kilometern aus Österreich, Kroatien und Ungarn.

„Wetterkapriolen oder rasant steigende Nachfrage können

zu Versorgungsengpässen führen, die wir kurzfristig

abdecken müssen. Zur Abdeckung dieser Spitzen bedienen

wir uns auch Lieferanten aus Serbien, Bosnien-Herzegowina,

Schweden oder der Ukraine. Die gesamten Rohstoffe werden

gemäß den geltenden Richtlinien nach FSC und EUTR – European

Timber Regulation – beschafft“, so Stoppacher.

Begonnen hat übrigens alles 1831 mit einem Sägewerk, später

wurden Spulen für die Textilindustrie gefertigt. Als der

Niedergang der Textilindustrie eingeläutet wurde, begann

man 1955 mit der Parkettproduktion und arbeitete sich sukzessive

zum österreichischen Marktführer hoch. Die siebente

Generation der Familie ist derzeit im Geschäft tätig, die achte

lernt gerade laufen. „Seit unseren Anfängen war es stets von

Bedeutung, möglichst flexibel zu bleiben. Wenn man in einem

über Jahrhunderte bestehenden Familienunternehmen beschäftigt

ist, geht es nicht allein um den Businessplan für die

nächsten fünf Jahre, sondern auch darum, etwas für die kommenden

Generationen zu sichern“, betont Stoppacher.

AUF HÖHERER EBENE

Auf 1.237 Metern Seehöhe hat im

Wellnessbereich, in den Suiten und

Seminarräumen des Almwellness-

Hotels Pierer ebenfalls Weitzer Parkett

Einzug gehalten. Hotellerie und Gastronomie

ist nur einer der Bereiche,

in dem das Familienunternehmen

Projekte umsetzt. Auch Shops, Büros,

öffentlichen Einrichtungen und der

private Wohnbereich gehören dazu.

KASTILIEN UND CO.

Ausgestattet mit Weitzer Parkett ist

auch das Landesparlament der Provinz

Kastilien in Spanien. Es ist nur

eines von vielen internationalen Projekten,

dazu gehören ein Levi’s Showroom

und das Stokke Headquarter in

Norwegen, die Kunsthalle Hamburg,

die spanische Kirche Aldeanueva de

Ebro sowie Wohnhausanlagen in

Manchester und Toronto.

BUSINESS Monat

63


Designfenster made in Austria

Architektur und KATZBECK-Fenster gehen eine Symbiose ein, die ästhetisch wie technologisch

neue Maßstäbe setzt und gleichzeitig höchste Qualitätsansprüche erfüllt.

Fenster und Türen haben

nicht nur praktische Bedeutung,

sondern prägen

auch den Charakter eines

Gebäudes. Der Fenster- und

Türenspezialist KATZBECK

setzt seit 1950 sowohl auf Top-

Design, -Funktionalität und Innovation

als auch auf traditionelle

Werte. Die Produktion in

Österreich und der bevorzugte

Einsatz von hochwertigen

heimischen Rohstoffen ist für

das Traditionsunternehmen

genauso selbstverständlich,

wie es hervorragende Fertigungsqualität,

Zuverlässigkeit

und nachhaltige Produktionsprozesse

sind. Darüber hinaus

sorgen rund 250 hochqualifizierte

und geschulte Mitarbeiter

für Kundenbegeisterung

– durch persönliche Beratung,

individuelle Planung, maßgenaue

Fertigung, rasche und

pünktliche Lieferung sowie

saubere Montage. Besonders

wenn es gilt, Herausforderungen

zu meistern, läuft

KATZBECK zur Höchstform

auf – davon geben zahlreiche

architektonische Meilensteine

Zeugnis, wie z. B. das HoHo,

das höchste Holzhochhaus der

Welt in der Seestadt Aspern,

das futuristisch-gläserne

Erste-Group-Headquarter in

Wien, mehrere anspruchsvolle

Wohnobjekte im „VIERTEL

ZWEI plus“ in Wien Leopoldstadt,

aber auch spezielle Lösungen

für die Hotellerie, für

öffentliche Gebäude und individuell

geplante Privathäuser.

INHOUSE-INNOVATION

„Möglichmachung“ ist ein

wesentlicher Erfolgsfaktor von

KATZBECK – das gelingt dank

der hauseigenen Forschungsund

Entwicklungsabteilung

in der Unternehmenszentrale

in Rudersdorf, wo permanent

an neuen Designs, Produktinnovationen

und individuellen

Lösungen gearbeitet wird. So

sind KATZBECK-Produkte

nicht nur ästhetisch und technologisch

„immer einen Katzensprung“

voraus, sondern

lassen sich auch individuell

an Sonderwünsche von Architekten,

Bauträgern, Fertigteilhausanbietern

und Privatkunden

anpassen. Unzählige

Auszeichnungen bestätigen

den eingeschlagenen Weg des

burgenländischen Familienunternehmens,

das heute zu Österreichs

führenden Herstellern

von Fenstern und Türen

aus Holz/Alu und Holz zählt.

© MICHAEL KEMTER, KITO / MICHAEL BAUMGARTNER, STEPHAN FRIESINGER, GABRIEL BÜCHELMEIER, WWW.EXKLUSIVWOHNEN.AT, WALTER LUTTENBERGER PHOTOGRAPHY

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64

BUSINESS Monat


Nina, Daniela

und Kristina

Katzbeck – ein

Familienunternehmen

seit 1950.

MODERN ART

Flächenbündig, schlank und

energieeffizient – so lautet ein

Architektur-Credo von heute.

Ein Kunststück, das KATZ-

BECK-Fenstersysteme innen

wie außen in Perfektion beherrschen.

Mit raumhohen, barrierefreien

Hebeschiebetüren und

Fensterelementen von KATZ-

BECK flutet Licht den Raum

und die Bewohner fühlen sich

der Natur so nah wie innerhalb

der eigenen vier Wände

nur möglich. Aber auch den

Wunsch nach Elementen, die

sich charmant in Bestehendes

einfügen und dennoch

modernsten Ansprüchen genügen,

erfüllt KATZBECK auf

höchstem Niveau. Für spezielle

Ansprüche an Stärke, Stabilität,

Wärmedämmung und

Sicherheit finden sich ebenfalls

optisch perfekte Lösungen

im Sortiment. Zeitloses Design

kommt eben nie aus der

Mode und dank bewährter

Qualität aus heimischer Produktion

genießen Kunden die

Aussicht auf Fenster, an denen

sie besonders lange Freude haben.

Langlebigkeit – selbst bei

höchster Beanspruchung – ist

insbesondere bei öffentlichen

Gebäuden ein wichtiges Thema,

weshalb gerade bei Holzneubauten

von Kindergärten

und Schulen immer häufiger

KATZBECK-Elemente zum

Einsatz kommen.

KATZBECK Fenster & Türen

Headquarter und Produktion:

7571 Rudersdorf • Teichweg 6

Fenster-Ateliers:

Graz • Fürstenfeld • Feldbach,

Donnerskirchen •

Vösendorf/Blaue Lagune •

Wels • Innsbruck • Dornbirn

Tel.: 03382/735-0

www.katzbeck.at

BUSINESS Monat

65


MÖBELENTSCHEIDUNG

WIRD ZUR KLIMAENTSCHEIDUNG

Die steirischen Tischler präsentierten einen eindrucksvollen ökologischen Fußabdruck-Vergleich.

© BEIGESTELLT

Wir sind bescheiden,

weil Perfektion für

uns normal ist“, leitete

Walter Schadler, Landesinnungsmeister

der Tischler, ein.

Gemeinsam mit Christian Zach

präsentierte er aktuelle Zahlen

zum ökologischen Fußabdruck

der steirischen Tischler. Für die

Berechnung engagierten sie den

Erfinder des SPI (Sustainable

Process Index, zu Deutsch ökologischer

Fußabdruck), den an der

TU Graz promovierten Wissenschaftler

Christian Krotscheck.

Das selbst für die Tischler

verblüffende Ergebnis: Ein

Vollholztisch vom steirischen

Tischler ist um den Faktor 7

besser als ein vergleichbarer industriell

gefertigter Tisch. Als

Referenztischlerei fungierte

Christian Zachs Betrieb in Straden.

Damit nicht genug, stellte

Krotscheck in seiner Abschätzung

fest, dass ein mit Vollholz

nachhaltig produzierter Tisch

vom steirischen Tischler im

Vergleich zum mit industriellen

MDF-Platten hergestellten

„Billigmöbel“ gar um den Faktor

81 besser sei.

„Rohstoffsituation, Verpackungsmaterial

und Transporte

sind die schwerwiegenden

Faktoren, die sich in der Industrie

summieren. Die Dezentralität

der Tischler wird hier zum

Vorteil“, so der Wissenschaftler.

„Damit wird die Entscheidung

für ein Möbel zur Klimaentscheidung“,

so Walter Schadler.

Christian Zach verstärkte das

Argument noch zusätzlich mit

der Nutzungsdauer: „Tischlermöbel

haben das Zeug, zur Antiquität

von morgen zu werden.

Und lange Nutzungsdauer bedeutet

lange CO 2

-Speicherung

im Holz.“

Für den Landesinnungsmeister

ein freudiges Ergebnis.

Die Gemeinschaft der Tischler

ist mit 5.000 Arbeitsplätzen,

400 Lehrplätzen und rund

1.000.000 m² Produktionsfläche

nicht nur wirtschaftlich „top of

styria“, sondern sie ist auch ökologisch

top drauf.

66

BUSINESS Monat


Landesinnungsmeister

Walter Schadler (M.)

mit Christian Krotscheck

(r.), Christian Zach

und Landesinnungs-

Geschäftsführer

Michael Klamminger (l.).

© BEIGESTELLT

SIHGA ®

Neue Lösungen für die sichere Befestigung von:

www.sihga.com

• Zäunen und Geländer

• Carports ohne Kopfband

• PSA - Schutz ab 2 m Höhe

• Pergolen und Vordächern auf Ziegel

• BSP/CLT Wänden auf Beton oder Holz

• Terrassenbelägen oder Fassaden in Windeseile

• schwenkbaren Lasthebemittel für schwere Elemente

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HOLZ MACHT

SCHULE

Die Initiative „Holz macht Schule“ bringt Kindern und Jugendlichen das Thema Wald und Holz näher.

Lernen können aber auch Erwachsene so einiges. Die konzipierenden Fachdidaktiker und Petra Seebacher von

proHolz Steiermark im Gespräch über eine einzigartige Bewegung, die bereits Tausende Schüler und Lehrer in

der Steiermark und darüber hinaus begeistert hat.

FOTO: THOMAS LUEF

Was war die Initialzündung

für diese Initiative?

Erich Reichel: Die steirische

Papierindustrie hat sich

vor rund 15 Jahren an uns gewandt,

weil das Thema Papier

im Unterricht praktisch nichtvorkam.

Hans Eck: Und wenn doch,

wurde die Branche noch immer

an Altlasten gemessen, die

nicht mehr der Realität entsprachen

– Stichwort Schaum

auf der Mur. Die Inhalte waren

nicht zeitgemäß.

Petra Seebacher: Das hat

auch eine Umfrage unter Schülern,

Studierenden und Lehrern

klar gezeigt. Wir wollten

damit herausfinden, welches

Papier-Wissen bei diesen Zielgruppen

vorhanden ist und

wie sie die Papierindustrie

und ihre Werte beurteilen. Die

Ergebnisse waren fatal. Aber

wir haben damit die Industrie

wachgerüttelt und die Basis

für für die Initiative „Papier

macht Schule“ gelegt.

Reichel: Dabei sind zwei

Welten aufeinandergetroffen,

die Papierindustrie und die

Bildungswelt. Wir wussten

nicht wirklich viel voneinander,

der Findungsprozess hat

zwei Jahre lang gedauert.

Wie hat es dennoch geklappt?

Eck: Wir wollten Inhalte zuerst

direkt in den Lehrplänen

und Lehrbüchern verankern,

das war jedoch nicht möglich.

Aber durch die Kooperation

mit der Pädagogischen Hochschule,

die in Lehrer-Kreisen

großes Vertrauen genießt,

konnten wir bei der Aus- und

Fortbildung der Lehrer ansetzen.

Seebacher: Bei der Arbeit

mit den Schulen wurde rasch

klar, dass auch zum Thema

Wald und Holz relativ wenig

Wissen vorhanden ist. Darum

haben wir vor rund sechs Jahren

mit „Holz macht Schule“

einen weiteren Schwerpunkt

gestartet, der inzwischen zu

einer echten Bewegung geworden

ist. Im Mittelpunkt

steht dabei das Berühren, Entdecken

und Erforschen von

Holz und Holzprodukten.

Wie wird das Wissen

vermittelt?

Reichel: Wir stehen für forschendes

Lernen. Kinder dürfen

und sollen selbst Schritte

setzen, beobachten, Fragen

stellen und überlegen, wie sie

diese zum Beispiel mit einem

Experiment beantworten

könnten.

Wichtig ist auch, dass es

sich bei der Wissensvermittlung

nicht um ein einmaliges

„Special Event“ handelt.

Vielmehr müssen die

Informationen regelmäßig

Teil der Unterrichts sein. Dafür

gibt es hochwertige Unterrichtsmaterialien,

die alle

Sinne ansprechen, kostenlose

Workshops, Holz- und Papierforscherhefte,

Experimente-

Boxen, aber auch digitale Medien

wie die neue „App ins

Holz“.

Seebacher: Material und

Workshops können übrigens

kostenlos auf unserer Webseite

www.holzmachtschule.at

gebucht werden. Hier finden

Lehrkräfte auch Infos zu den

Forscherheften und die dazupassenden

Videos. Eine weitere

Wissensdrehscheibe ist

www.papiermachtschule.at

Was ist für den Erfolg des

Projekts wesentlich?

Marion Starzacher: Die Materialien

werden von uns auch

in der Lehrer-Ausbildung eingesetzt.

Denn nur wenn sich

bereits die Lehramts-Studierenden

mit Themen wie Wald,

Holz, Papier oder Klimaschutz

befassen, findet das Wissen

später auch tatsächlich Eingang

in die Schulstunden. Gerade

in der Volksschule gibt es

viele Möglichkeiten, Schwerpunkte

zu setzen.

Seebacher: Wie groß die Begeisterung

seitens der Lehrer

und Schüler ist, zeigt sich

daran, dass an der Pädagogischen

Hochschule Steiermark

alle über „Holz macht

Schule“ angebotenen Fortbildungen

immer restlos ausgebucht

sind. Auch bei den kostenlosen

Schulworkshops gibt

es nur mehr sehr wenige freie

Termine.

Eck: Bei den Fortbildungen

erforschen wir zum Beispiel

die Eigenschaften von Holz anhand

von einfachen, aber spannenden

Experimenten, die wir

speziell für „Holz macht Schule“

entwickelt haben. Die Inhalte

und Themen werden genau

auf die Ausbildungsstufen

68

BUSINESS Monat


Das „Holz macht

Schule“-Kernteam:

Die Fachdidaktiker der

Pädagogischen Hochschule

Steiermark Erich Reichel,

Marion Starzacher und

Hans Eck mit Petra

Seebacher von proHolz

Steiermark (2. v. r.).

abgestimmt. In meiner 45-jährigen

Laufbahn gab es übrigens

bei keinem anderen Thema so

viel Resonanz wie bei Holz und

Papier – und wir haben schon

viel ausprobiert!

Seebacher: Interesse für unsere

Initiativen gibt es mittlerweile

aus fast ganz Europa.

Täglich erreichen uns Anfragen

von Ausbildungsstätten,

Nationalparks, Unternehmen

oder Organisationen. Sogar

Top-Hotels möchten unser

Wissen in die Weiterbildung

der Mitarbeiter einfließen

lassen. Natürlich werden wir

auch in Zukunft neue Impulse

setzen, um unsere Themen in

den Schulen zu verankern. Ein

Fokus wird dabei auf der Kombination

von Naturwissenschaften

mit Robotik oder Coding

liegen.

INFO

Informationen,

Materialien, Workshops

bei proHolz Steiermark

www.holzmachtschule.at

www.papiermachtschule.at

BUSINESS Monat

69


HEADS & NEWS

NEUES AUS DER STEIRISCHEN WIRTSCHAFT

1 2

3

4 5

6

1 Buchpräsentation

Mit seinem neuen Buch „Aktive

Kommunikation“ begeisterte Autor

und Moderator Gregor Withalm bei der

Präsentation in der Buchhandlung Moser

in Graz ein volles Haus. Das Sachbuch

gibt wichtige Tipps und Tricks für eine

gelungene Kommunikation, von denen einige

bereits am Abend selbst von den Gästen

ausprobiert werden konnten. Foto: Moser-

Geschäftsführer Franz Kriutz, Verlegerin

Anita Keiper, Autor Gregor Withalm und

Robert Fimbinger.

2 Grawe Award

Unter dem Jahresthema Sicherheit wurde der

diesjährige Grawe Award für die Organisation

Steirische Bergrettung an Herrn Michael

Miggitsch übergeben. Die ganzjährige

Einsatzbereitschaft der 1.700 Bergretter der

Steiermark, in jeder Wetterlage freiwillig

und unentgeltlich für rasche Hilfe zu sorgen,

hat sich die Auszeichnung verdient. Foto:

Grawe-Generaldirektor Klaus Scheitegel,

Preisträger Michael Miggitsch und Grawe-

Ehrenpräsident und Juryvorsitzender Franz

Harnoncourt-Unverzagt.

3 Fachkräfte-Nachwuchs

Im Zuge der Fachkräfteinitiative Take Tech

der steirischen Wirtschaftsförderung fanden

sich 3.500 Jugendliche aus 80 Schulen zum

Talentetag XXL am Flughafen Graz ein.

Betriebsklima, Individualität im Job und

Sicherheit am Arbeitsplatz sind Erwartungen

der Generation Z an ihre künftigen Arbeitgeber,

welche sich im Laufe des Tages ergaben.

Foto: Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl,

Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner und

SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig mit

potenziellen Nachwuchskräften.

4 Steirische Kfz-Wirtschaft

Ganz im Zeichen der Digitalisierung standen

am alljährlichen Tag der steirischen Kfz-

Wirtschaft die neuen Herausforderungen des

Fahrzeughandels, digitale Medien für den

Geschäftserfolg und Kundenbezug auf den

sozialen Netzwerken auf der Agenda der

Branchentagung. Foto: Landesinnungsmeister

Josef Harb, Landesgremialobmann Klaus

Edelsbrunner, Geschäftsführerin Barbara

Leitner, Wirtschaftskammerpräsident Josef

Herk und Landesinnungsmeister-Stellvertreter

Josef Niegelhell.

5 Weihnachtsgeschenke

Rund 6 Millionen Packerl werden heuer

unter steirischen Christbäumen erwartet –

das ergab eine Studie der KMU Forschung

Austria. Die Steirer geben dabei im Schnitt

370 Euro für ihre Geschenke aus, jedes

sechste Weihnachtsgeschenk wird bereits

online gekauft. Die Ausgangslage spräche für

ein stabiles, positives Weihnachtsgeschäft

2019. Foto: Geschäftsführer der Sparte

Handel Helmut Zaponig, Spartenobmann

Gerhard Wohlmuth und Wolfgang Ziniel von

der KMU Forschung Austria.

6 Marketing & IT

Rund 100 heimische Marketingmanager

und jene, die es noch werden möchten,

fanden sich zur Abendveranstaltung „Best of

Marketing & Sales“ an der Fachhochschule

Campus 02 in Graz ein. Wolfgang Erlebach,

Geschäftsführer des IT-Dienstleisters für

Marketing Premedia, eröffnete mit einer

Keynote über das Spannungsfeld zwischen

IT- und Marketingmanagern und dem Ziel

der verstärkten Zusammenarbeit dieser.

Foto: Premedia Geschäftsführer Wolfgang

Erlebach.

© RODARICH, RALPH KÖNIG, FRANKL, FISCHER, FISCHER, FH CAMPUS 02 GRAZ

70

BUSINESS Monat


Selbstverständlich

wählen

wir unsere eigene

Vertretung.

© FOTO FISCHER, MARGIT KUNDIGRABER

7 8

7 Elevator Pitch

Innovative Ideen, die in nur 90 Sekunden

begeistern – das war die Challenge, der sich

beim „Elevator Pitch“ der Jungen Wirtschaft im

Lift des Gastgebers der Energie Steiermark 21

Finalisten stellten. Die meisten Punkte sicherte

sich Simon Werba mit „DigniSens“. Der zweite

Platz ging an Lisa Krapinger mit „breathe ilo“.

Den dritten Platz teilten sich punktegleich

Gabriel Gschaider von „Freyzein“ und Charlotte

Ohonin mit dem „3D-Brain-On-Chip“.

8 CEO-Management-Dialog

Zu einem spannenden „CEO-Management-

Dialog“ zum Thema „Export quo vadis“ lud

die Steiermärkische Sparkasse. Zahlreiche

Kommerzkunden kamen um gemeinsam

mit Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied Stmk.

Sparkasse, Willibald Cernko, Mitglied des

Vorstandes Erste Bank, Nikolaus Moder,

Außenhandelsberater Stmk. Sparkasse und

Norbert Adler, Geschäftsstellenleiter DB

Schenker Graz, zu diskutieren.

Judith Schwarz

CEO & Founder,

Aiola Living GmbH, Graz

„Ich gehe selbstverständlich

wählen, weil für uns UnternehmerInnen

eine starke Interessenvertretung

wichtig ist.“

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© Marija-M. Kanizaj

Größter Lade-Hotspot

in Graz eröffnet

In der neuen Wohnanlage „Ost“ in Liebenau wurde direkt beim neuen Lidl-

Markt der größte Lade-Hotspot in Graz von der Energie Graz errichtet. Er

umfasst zwei Schnellladestationen und vier Plätze für beschleunigtes Laden.

Werner Ressi (GF Energie Graz), Kristijan

Agatic (Grawe Immo Holding), Maximilian

Haas (Venta), Boris Papousek (GF Energie Graz),

Hannes Teschl (Lidl) und Mario Haas.

BEZAHLTE ANZEIGE © FOTO FISCHER

Fahrer von Elektrofahrzeugen

haben es gut in Graz, denn das

Ladenetz wird ständig erweitert!

Die Energie Graz hat in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße,

in der

Nähe des Stadions, einen neuen

Lade-Hotspot mit sechs Stellplätzen

errichtet, die alle überdacht

und sehr gut beleuchtet sind. Gemeinsam

mit der Grawe Immo

Holding, Venta und Lidl konnte

dieser Lade-Hotspot realisiert

werden. An zwei Schnellladestationen

kann das Fahrzeug bereits

in rund 30 Minuten wieder zu 80

Prozent vollgeladen werden. Zudem

stehen vier Ladestationen für

beschleunigtes Laden zur Verfügung.

So wird auf verschiedenste

Bedürfnisse eingegangen. Für alle

E-Fahrzeugbesitzer und E-Taxifahrer

steht mit diesem neuen Hotspot

täglich und rund um die Uhr

eine moderne und leistungsfähige

Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

WARUM ELEKTRISCH?

An allen 48 Ladepunkten der

Energie Graz in der Landeshauptstadt

wird zu 100 Prozent regional

produzierter Naturstrom geladen.

Es wird somit ein wertvoller Beitrag

zum Klimaschutz geleistet.

Neben dem ökologischen Aspekt

ist elektrisch fahren auch kostengünstig.

AUSBLICK 2020

Ein weiterer Lade-Hotspot in

einem Grazer Einkaufszentrum

wird von der Energie Graz errichtet,

so viel darf bereits verraten

werden. Außerdem eröffnet

der erste Grazer „Hypercharger“,

der mit 150 kW dreimal so schnell

ladet wie eine Schnellladestation.

Ein weiterer Schwerpunkt im

nächsten Jahr wird der Ausbau einer

Ladeinfrastruktur exklusiv für

E-Taxis in Graz sein.

Viele weitere spannende Informationen

rund um das Thema

Elektromobilität finden Sie auf

energie-graz.at/elelektromobilitaet.

BUSINESS Monat

71


1

3 2

4

Selbstverständlich

wählen

wir unsere eigene

Vertretung.

Klaus Weikhard

Juwelier,

Juwelier Weikhard, Graz

„Ich gehe selbstverständlich

wählen, damit die Wirtschaft

in Österreich eine starke

Stimme hat.“

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© Weikhard

5

1 Übergabe

Bei prachtvollem Herbstwetter hat Christian

Walcher vom Jaguar Land Rover Fleet- &

Business-Center GB Premium Cars in Graz im

Bundesgestüt Piber an die Generaldirektorin

der Spanischen Hofreitschule, Sonja Klima,

ihren neuen Dienstwagen, einen Land Rover

Discovery Sport, übergeben.

2 Charity-Aktion

Im November feierte die Junge Wirtschaft

Steiermark ihr 60-Jahr-Jubiläum – und das mit

einem Weltrekord. In der Messe Graz wurde

das weltgrößte DKT für das Guinness-Buch

der Rekorde aufgebaut und gespielt. Jedes der

40 DKT-Felder repräsentierte ein steirisches

Unternehmen bzw. eine Institution, die an

den Verein „Steirer helfen Steirern“ gespendet

haben. Die Fachgruppe Versicherungsmakler

und Berater in Versicherungsangelegenheiten

der WKO Steiermark war dabei einer

der Hauptunterstützer des Projekts und

unterstrich damit den Charity-Gedanken der

steirischen Versicherungsmakler. Im Foto:

Wolfgang Wachschütz (Obmann-Stv. der

steirischen Versicherungsmakler) und Junge-

Wirtschaft-GF Bernd Liebminger (v. l.).

3 ImmoDienstag

Der ImmoDienstag im November im Technopark

Raaba bot wieder kompakte Fachvorträge

zum Thema: „Großvolumiger Wohnbau – eine

wirtschaftliche Herangehensweise!“. Damit

Bauträger und Projektentwickler noch genauer

wissen, was sie bauen sollen, stand das Thema

Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt. Für einen

umfassenden Einblick in dieses spezielle Thema

sorgten die drei Vortragenden: Ökonomin

Elisabeth Springler, Christine Ipser von der

Donau-Universität Krems und Peter Scherer von

der Wirtschaftskammer Österreich.

4 Neuer Vorstand

Mit 1. Jänner 2020 wird Ingo Hofmann als

Nachfolger von Generaldirektor Gerald Kogler

zum Mitglied des Vorstandes und zugleich

zum Sprecher des Vorstandes der Merkur

Versicherung AG bestellt. Ingo Hofmann ist

verheiratet, Vater von zwei Kindern und verfügt

über umfangreiche Erfahrungen im In- und

Ausland. Stationen seiner Tätigkeit waren die

Versicherungsunternehmen D.A.S., Volkswohl-

Bund-Lebensversicherung und Ergo Beratung

und Vertrieb AG.

5 Bäume fürs Murtal

Terra Mater gestaltet den Wald der Zukunft:

Das Magazin pflanzt für jeden neuen

Abonnenten im steirischen Murtal jeweils

einen Baum. Das Magazin will so mithelfen,

den Planeten gemeinsam ein bisschen besser

zu machen – und deshalb ein Zeichen setzen.

© PICTUREPEOPLE, PRIVAT, RED BULL, BEIGESTELLT

72

BUSINESS Monat


1

1 Die Besten der Besten

Mit 96,5 Prozent Gesamtzufriedenheit wurde

der Congress Loipersdorf zur Oscarnacht

der Seminarbranche wieder unter die besten

Seminar-Locations Österreichs gewählt.

Das „Goldene Flipchart“ gilt bundesweit als

wichtigste Auszeichnung der Tagungs- und

Seminarbranche und zeichnet die Leistungen

der Seminarhotels aus. Foto: Congress-Sales-

Managerin Ebru Ozanogullari-Oucherif

(Mitte).

2

2 Digitalisierung fördern

Die Steirische Wirtschaftsförderung

SFG vergibt nun Venture Captial für

hochinnovative Jungunternehmen. Im Co-

Investment mit privaten Geldgebern sollen

hochtechnologisches Gründungspotenzial

in der Steiermark gehoben und

Arbeitsplätze geschaffen werden. Foto:

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-

Miedl, Business Angel Herbert Gartner und

SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig.

3

3 Neuer Landesdirektor

Ab Jänner 2020 wird der derzeitige

Leiter des Stammvertriebs der Wiener

Städtischen Steiermark die Funktion des

neuen Landesdirektors annehmen. Er löst

damit Sonja Steßl ab, die mit Jahresbeginn

ihre Vorstandsfunktion in Wien antritt.

Witsch freut sich darauf, die Entwicklung

der Landesdirektion voranzutreiben und den

Marktanteil der Wiener Städtischen in der

Steiermark zu steigern.

© APA-FOTOSERVICE/GREINDL, HARRY SCHIFFER, WIENER STÄDTISCHE

Mit der Antenne durch die Feiertage

Als steirischer Weihnachtssender Nummer eins hat die Antenne am 20. Dezember für ihre Hörer vorab eine

besondere weihnachtliche Bescherung parat: Um 15 Uhr startet die Antenne mit der „Verrückten Weihnachtsstunde“

in die schönste Zeit des Jahres, in der jeder noch so absurde Christmas-Song gespielt wird.

Antenne-Moderator Markus

Dietrich wartet am Heiligabend

mit der Steiermark aufs

Christkind.

Damit dann am Heiligabend

die Zeit, bis die

Glocke läutet, schneller

vergeht, versüßt Markus

Dietrich in der Sendung „Wir

warten auf das Christkind“

von 14 bis 18 Uhr die harte

Wartezeit mit den besten

Christmas-Hits und Geschichten

rund um Weihnachten.

Wem das zu lange dauert,

der kann sich jetzt schon einstimmen:

Mit dem Antenne

„Christmas Hits Stream“ gibt

es Weihnachtsmusik 24 Stunden

nonstop – im Web und per

Knopfdruck auf der Antenne-

App.

Zu Silvester lässt es die Antenne

so richtig krachen: Markus

Dietrich startet die große

Feier zum Jahresende von 17

bis 20 Uhr mit den „Top 50

Jahrescharts“ und spielt die

besten Hits aus 2019. Simone

Koren-Wallis und Roland Schmidt

heizen von 20 bis 24 Uhr

mit der „Antenne Silvesterparty“

noch mal so richtig ein

und feiern mit der Steiermark

die letzten Stunden des Jahres.

Das Besondere an dieser Sendung:

Die Hörer bestimmen

die Musik! Im Antenne-Silvester-Countdown

werden dann

gemeinsam die letzten Sekunden

gezählt, damit die Steiermark

pünktlichst das neue Jahr

begrüßen kann – dank Antenne-App

sowohl drinnen als

auch beim Feuerwerk im Garten!

Mit der besten Musik für

den Jahreswechsel und Walzerklang

um Mitternacht inklusive.

Und wer bis dahin noch

nicht in Feierlaune ist, der ist

es spätestens ab 24 Uhr. Denn

dann übernimmt DJ Enrico

Ostendorf bis vier Uhr mit seinem

„Partyhitmix“ und da bleiben

garantiert bei keinem Hörer

die Füße still.

Infos auch auf www.antenne.at

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74

BUSINESS Monat


BIZOCIETY

HELDEN DER REGION

Mut, Tradition, Zukunft – bei einer Tour durch alle steirischen Bezirke

macht sich der Wirtschaftsbund Steiermark auf die Suche

nach Unternehmerpersönlichkeiten, die mit großem Engagement,

Leistungsbereitschaft und Einsatz Vorbilder des selbstständigen

Handelns in ihrer Heimat sind – die Helden der Region. In

den ersten Regionen wurden die Helden und Heldinnen schon

per Voting gewählt und im Rahmen feierlicher Veranstaltungen

ausgezeichnet. Weitere Regionen folgen bis Mitte Jänner 2020.

1 2

3

4

5

6

7 8

9

10

1. WB-Direktor Jochen Pack begrüßte gemeinsam mit Moderatorin

Claudia Aichhorn-Edler die zahlreichen Gäste.

2. Die Sieger aus Bruck-Mürzzuschlag mit WB-Direktor

Jochen Pack, LH Hermann Schützenhöfer, LAbg. Cornelia

Niesenbacher und WB-Landesobmann Josef Herk.

3. LH Hermann Schützenhöfer, LAbg. Cornelia Niesenbacher und

WB-Landesobmann Josef Herk (v. l.).

4. WB-Landesobmann Josef Herk, LH Hermann Schützenhöfer,

Markus Habisch und Regionalstellen-Obmann Manfred Kainz

(v. l.).

5. Die Nominierten in der Kategorie „Mut“ aus Hartberg-

Fürstenfeld mit LH Hermann Schützenhöfer, Kanzler in spe

Sebastian Kurz und WB-Landesobmann Josef Herk (v. l.).

6. Die Abendveranstaltungen sind immer sehr gut besucht,

wie hier in Bad Blumau.

7. Die Sieger und Siegerinnen aus Weiz mit LH Hermann

Schützenhöfer und WB-Landesobmann Josef Herk.

8. WB-Landesobmann Josef Herk tourt durch die Steiermark,

um den Unternehmerinnen und Unternehmern in der Region

die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen.

9. „UnternehmerInnen sind Vorbilder, keine Feindbilder“,

betont Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer,

der die Tour begleitet.

10. Die Sieger aus Liezen mit LH Hermann Schützenhöfer

und WB-Landesobmann Josef Herk.

BUSINESS Monat

75


DRUCKFRISCH

Spannende steirische Unternehmensgeschichten

aus der Sparte

Transport und Verkehr wurden in

der dritten Ausgabe des BUSINESS

HISTORY MONATS vor den Vorhang

geholt. Exklusiv präsentiert wurde

das Magazin, das auch diesmal

gemeinsam mit dem Institut für

Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte

produziert wurde,

im Cargo Center Graz. Die Aufarbeitung

der heimischen Firmenhistorien

ist übrigens so erfolgreich, dass

sie 2020 in der vierten Auflage eine

Fortsetzung finden wird.

1

2 3

Selbstverständlich

wählen

wir unsere eigene

Vertretung.

Eveline Wild

Konditorweltmeisterin & Patissier,

St. Kathrein am Offenegg

„Ich gehe selbstverständlich

wählen, weil’s nix hilft, wenn

alle nur jammern und keiner

selbst mitbestimmt.“

WÄHLEN SELBSTVERSTÄNDLICH WÄHLEN SELBSTVERST

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wko.at/stmk/wahl

© Jorj Konstantinov

4 5 6

1. Franz Glanz (Cargo Center

Graz), Walter Iber (Institut

für Wirtschaftsgeschichte),

Nicole Niederl (GF BUSINESS

MONAT), Alfred Ferstl

(Spartenobmann Transport

und Verkehr), Alexandra

Reischl (CR BUSINESS

MONAT) und Thomas

Krautzer (Institut für

Wirtschaftsgeschichte, v. l.).

2. Silvana Gherman (Uniqa) und

Dominik Grubelnig, welcher an

der Ausgabe mitgearbeitet hat.

3. Sabine, Sandra und Ulrike

Poscharnegg von der Josef

Poscharnegg GmbH (v. l.).

4. Thomas Frühauf (Spedition

Thomas) und Gerhard Harer

(Steiermarkbahn).

5. Sarah Kampitsch (l.)

und Nicole Niederl (beide

BUSINESS MONAT) mit

Fabrice Girardoni (Stuhleck

Bergbahnen).

6. Sylvia Loibner (Taxi 878) mit

Spartenobmann Alfred Ferstl.

© THOMAS LUEF

76

BUSINESS Monat


AIRCONTACT 2019

Schon traditionell traf sich auf der

Aircontact, der zweitägigen Fachkonferenz

des ACstyria Mobilitätsclusters,

am Flughafen Graz das

Who-is-who der österreichischen

und internationalen Luftfahrtindustrie

– der ideale Treffpunkt zum

Netzwerken und Knüpfen neuer

Geschäftsbeziehungen.

1

2

3

1. BKS-Landesdirektor Nikolaus

Juhasz und ACstyria-Mobilitätscluster-Geschäftsführerin

Christa Zengerer.

3. Rene Adam (FACC) und Isabelle

Berger (4a manufacturing).

4. Martin Stubenrauch (l.) und

Karl Postl (beide Magna Steyr).

© THOMAS LUEF

2. Holger Friehmelt (FH Joanneum),

Martina Windisch-König

(FH Joanneum) und Björn Nagel

(Deutsches Zentrum für Luft- und

Raumfahrt, v. l.).

5. SFG-Geschäftsführer Christoph

Ludwig, ACstyria-Mobilitätscluster-Geschäftsführerin

Christa Zengerer und Josef

Affenzeller (AVL List, v. l.).

4

5

6


DIE BANK DER

ZWEITEN CHANCE

Die Zweite Sparkasse war das erste

Projekt der Erste Stiftung zur Förderung

sozialer und finanzieller Inklusion

– und Thema des 317. Marketing

Clubabends. Seit der Gründung

der Zweiten Sparkasse im Jahr 2006

wurde rund 15.000 Menschen in

Österreich geholfen, ihre finanziellen

Schwierigkeiten zu überwinden.

Kunden der Zweiten Sparkasse

erhalten ein Girokonto mit Bankomatkarte

und Zugang zum Online-

Banking sowie in Zusammenarbeit

mit Partnerorganisationen kostenlose

oder vergünstigte Bank- sowie

eine Rechtsberatung pro Quartal.

Dabei hat die Zweite Sparkasse keine

Ertragsziele, sie arbeitet nicht

gewinnorientiert, sondern ist dem

gemeinwohlorientierten Sparkassengedanken

verpflichtet.

1 2

3 4

Selbstverständlich

wählen

wir unsere eigene

Vertretung.

5

6

Josef Göbel

Josef Göbel GmbH,

Fladnitz an der Teichalm

„Ich gehe selbstverständlich

wählen, weil ich als Unternehmer

an der wirtschaftlichen

Ausrichtung unseres Landes

beteiligt sein will!“

WÄHLEN SELBSTVERSTÄNDLICH WÄHLEN SELBSTVERST

WIRTSCHAFTSKAMMERWAHL VON 3.–5. MÄRZ 2020 WIRT

BSTVERSTÄNDLICH WÄHLEN SELBSTVERSTÄNDLICH WÄ

ERSTÄNDLICH WÄHLEN SELBSTVERSTÄNDLICH WÄHLEN S

WIRTSCHAFTSKAMMERWAHL 2020 WIRTSCHAFTSKAMME

SELBSTVERSTÄNDLICH WÄHLEN SELBSTVERSTÄNDLI

020 WIRTSCHAFTSKAMMERWAHL VON 3.–5. MÄRZ 2020

INFOS UNTER WKO.AT/STMK/WAHL INFOS UNTER WKO.A

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Alle Infos unter

wko.at/stmk/wahl

© Christine Wiener Photography

7

8

1. Die Referenten des Abends

Oliver Kröpfl und Jutta

Hofstätter (Steiermärkische)

mit Moderator Andreas

Jaklitsch (Rotes Kreuz

Steiermark) und Thomas

Foscht (Marketing Club

Graz, v. r.).

2. Leopold Hrovat,

Claudia Kernbichler

(Bankhaus Krentschker),

Richard Brandstätter

(Kleine Zeitung) und

Michael Gradischnig

(Steiermärkische, v. l.).

3. Georg Jungwirth (Campus

02), Michael Egger

(Erfolgszeiten) und

Hannes Haring (Porsche

Kärntnerstraße, v. l.)

4. René Kerschbaumer (Uni

Graz) und Silvia Geier

(Instahelp).

5. Franz Trappl

(Wirtschafsberatung

Trappl), Doris Stiksl

(proHolz Steiermark)

und Karl-Heinz Krois

(Kühne + Nagel, v. l.).

6. Andreas Spreitzer

(brandbase), Richard

Kaufmann (Spar)

und Christian Lagger

(Krankenhaus der

Elisabethinen, v. l.).

7. Michael Petz (Golfclub

Liebenau) und Heike

Riedl (Marketing Club

Graz).

8. Jörg Perchthaler

(brandingpark) und

Markus Hatzl (Destillerie

Franz Bauer, v. l.).

© OLIVER WOLF

78

BUSINESS Monat


Opernredoute 2020

Der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres – bei der 22. Opernredoute am 25. Jänner 2020 trifft sich das

Who-is-who der heimischen Wirtschaft, Politik, Medien, Kultur und Gesellschaft zum Netzwerken.

Die Macher des Opernredoute-Krönchens 2020,

Juwelier Klaus Weikhard und Stardesignerin Eva Poleschinski,

mit Redoute-Organisator Bernd Pürcher (v. l.).

BEZAHLTE ANZEIGE © OPERNREDOUTE/MARIJA KANIZAJ, JEANNE DEGRAA

Das Motto spricht Tanzfreunden aus

der Seele: „Alles Glück! Alles Walzer“

wird die 22. Grazer Opernredoute

prägen. Seit Jahren schätzt eine illustre

Gästeschar aus dem In- und Ausland

die einzigartige Mischung aus architektonisch

prachtvollen Räumlichkeiten, exzellentem

künstlerischem Rahmenprogramm

und erstklassigem kulinarischem Angebot.

Nicht umsonst strömt alles, was Rang und

Namen hat, in die Oper Graz – daher gilt

die Opernredoute auch zu Recht als gesellschaftlicher

Höhepunkt des Jahres.

KUNST AM PARKETT

Und natürlich ist die 22. Opernredoute

auch ein künstlerischer Höhepunkt, denn

für die Unterhaltung sorgen die Besten

der Besten: Die Grazer Philharmoniker,

SängerInnen, Ballett und Chor der Oper

Graz, das Orchester Sigi Feigl, das Grazer

Salonorchester, Silvio Gabriel & Cuba

Libre, Michel Nikolov & Friends, die Saitenspringer,

Chris Oliver & Chris Oliver

Band sowie zahlreiche DJs begleiten die

Gäste durch die Ballnacht des Jahres.

Passend zu dieser enormen Vielfalt können

die Gäste durch gleich neun verschiedene

Ballwelten flanieren: Die zahlreichen

Räumlichkeiten – auch hinter den Kulissen

– verwandeln sich in einzigartige zauberhafte

Welten, in denen die Opernredoute-Gesellschaft

bezaubert, verwöhnt, zum

Tanzen und miteinander ins Gespräch gebracht

wird. Großartige Shows bietet der

Ballroom in der Oper: die Stars des Hauses

eröffnen das Ballhighlight und zelebrieren

weitere künstlerische Höchstleistungen zu

Mitternacht. Ein unvergesslicher Abend im

Walzerglück steht bevor.

INFO

22. OPERNREDOUTE

Conférencière

Maria Happel.

Samstag, 25. Jännner 2020

Einlass: 18.30 Uhr

Eröffnung: 21.00 Uhr • Ende: 5.00 Uhr

Eintrittskarten im Ticketzentrum Kaiser-Josef-Pl. 10,

8010 Graz • Tel.: 0316/8000

tickets@opernredoute.com

www.opernredoute.com

BUSINESS Monat

79


1

2

HOLZ ALS

ANTWORT

3

4

5

Der Klimawandel mit all seinen Folgen

ist nicht nur Herausforderung,

sondern vor allem Chance für die

Holzwirtschaft – dieses Thema stand

auch beim diesjährigen Holz-Cluster-

Empfang im Mittelpunkt. Gemeinsam

mit rund 130 Gästen wurden in

der Grazer Seifenfabrik aktuelle Forschungstrends

diskutiert und sorgten

dabei für so manchen Aha-Effekt. Ein

Highlight des Abends war sicherlich

die Keynote von Baumeister Harald

Professner, der unter anderem die

kontroversielle These aufstellte, dass

in Summe 40 Prozent des weltweiten

CO 2

-Aufkommens alleine durch die

Bauwirtschaft verursacht wird.

6

7

8

Wohlfühltischlerei!

Altes erhalten, Neues

gestalten“ – das ist

das Motto der Tischlerei

Knaus. Und das bereits seit

über 100 Jahren. Die Wohlfühltischlerei

gestaltet u. a.

Zirbenbetten, die für Erholung

sorgen und ein stilvoller

Blickfang aus Holz in den

eigenen vier Wänden sind.

Metallfrei und mit viel Liebe

zum Detail geschaffen,

sorgen sie – dank radiästhetisch

bestätigter Wirkung –

für einen strahlenfreien, gesunden

Schlaf. Tipp: Auf

der Häuslbauermesse Graz

(23. bis 26.1.2020) wird u. a.

das Zirbenbett 2020 präsentiert!

www.knaus.at

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1. Clustergeschäftsführer

Christian Tippelreither,

proHolz-Steiermark-Obmann

Paul Lang, Landesrätin

Barbara Eibinger-

Miedl und Holzcluster-

Aufsichtsratsvorsitzender

Richard Stralz (v. l.).

2. Die Vortragenden Gerhard

Schickhofer (holz.bau

forschungs gmbh), Thomas

Gimpel (LEAN MC),

Baumeister und Keynote-

Speaker Harald Professner

(Rhomberg Holding) und

Stefan Brugger (Technische

Universität Graz, v. l.).

3. Harald Strobl (Strobl

Bau), proHolz-Steiermark-

Geschäftsführerin Doris

Stiksl und proHolz-

Steiermark-Obmann Paul

Lang (v. l.).

4. Konrad Mörth

(Liechtenstein Holztreff),

ACStyria-Geschäftsführerin

Christa Zengerer, Monika

Zechner, WKO-Obfrau der

Fachgruppe Holzindustrie,

und Stefan Theissl (Haas

Fertighaus, v. l.).

5. Eberhard Schrempf

(Creative Industries

Styria, l.) und Franz

Mayr-Melnhof-Saurau

(Forstbetrieb Franz Mayr-

Melnhof-Saurau).

6. Landesforstdirektor

Michael Luidold, GF MM

Forst, Willibald Ehrenhöfer

(Forstbetrieb Franz Mayr-

Melnhof-Saurau) sowie

Helga Rosenkranz und

Wolfgang Rosenkranz

(beide Tischlerei

Rosenkranz, v. l.).

7. Manfred Gaulhofer

(Gaulhofer Industrie-

Holding), Manfred

Steinwiedder (GF

Hasslacher Preding

Holzindustrie), Bernhard

Klapf und Reinhard Kaltzin

(beide Hasslacher Preding

Holzindustrie, v. l.).

8. Anja Krenn (WKO

Steiermark-Sparte

Transport und Verkehr)

und Gottfried Golob als

Vertreter der Holzfrächter.

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80

BUSINESS Monat


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TEXT: SARAH KAMPITSCH, FOTO: MIA’S PHOTOART

TRADITION SÄGEWERK

Außergewöhnlicher Werdegang – aus dem Tourismus zurück zum Holz.

2020 wird Petra Huber Geschäftsführerin im Traditionssägewerk Kaml-Huber.

Eigentlich hätte die Schwester

das elterliche Sägewerk

Kaml-Huber übernehmen

sollen. Die bog dann aber

nach der HTL an einer anderen Ecke

ab – und Petra Huber kam vom Tourismus

zurück zu ihren Wurzeln.

Seit 2008 arbeitet sie im

Betrieb, 2020 übernimmt sie

die Position der Geschäftsführung

ihres Vaters. Mit vielen

Aus- und Weiterbildungen

in der Holzwirtschaft in den

letzten Jahren hat sie sich auch

inhaltlich entsprechend auf

die neuen Aufgaben vorbereitet.

Gleichzeitig beginnt die

Vorstandsfunktion bei pro-

Holz. In einer sehr stark männerdominierten

Branche fällt

das auf, Huber selbst sieht das

aber nicht so streng. Da viele

forstwirtschaftliche Betriebe

familiär geführt werden, übernimmt

meist der Sohn irgendwann

die Geschäftsführung.

„Bei uns hat sich diese Frage

nie gestellt, weil wir zwei

Mädchen sind“, lacht Huber.

Eine familiäre Verpflichtung

war die Übernahme jedoch

nie: 2008 war sie es, die auf ih-

ren Vater zukam.

Die Erfahrungen aus

der Spitzengastronomie

bieten Huber eine wert-

volle Perspektive auf die

Holzindustrie. Zum einen

ist ihr Kommunikation ganz

wichtig, das interne Betriebs-

klima soll harmonisch sein.

Konnte man früher manche

Dinge etwas gelassener sehen,

sind heute Kundenkonzentriertheit

und die genaue Auftragserfüllung

oberstes Gebot,

um konkurrenzfähig zu bleiben.

„Wenn ich eine Hose will,

gehe ich auch nicht mit einem

Rock nach Hause.“

ZUKUNFTSAUSSICHT

Für die betriebliche Zukunft

sollen die Prozesse, die bereits

gut funktionieren, zusätzlich

optimiert werden. Produktion

und Vertrieb mussten und müssen

immer wieder an die zeitlichen

Herausforderungen angepasst

werden. Nur so kann man

am Markt bestehen. Hierbei

spielt wie so oft Digitalisierung

eine wichtige Rolle. Durch die

Automatisierungsprozesse bei

Kaml-Huber wurden Mitarbeiter

nicht etwa ersetzt, sondern

effektiv umverteilt. Immerhin

kämpfe man auch in der Sägeindustrie

stark mit Arbeitskräftemangel,

der Beruf des Sägefacharbeiters

wird aufgrund der oft

zu Unrecht negativ assoziierten

Arbeitsbedingungen zur Seltenheit.

Der frühere hohe Bedarf an

Hilfsarbeitern in Sägewerken ist

dank der Digitalisierung nicht

mehr so stark gegeben, Mitarbeiter

müssen inzwischen Maschinen

und EDV-Programme

bedienen können – ein Vorteil,

so Petra Huber: „Es ist heutzutage

leichter, einen Maschinenbauer

zu finden als einen Hilfsarbeiter,

der Bretter schlichtet.“

Am Produkt selbst brauche es

keine Änderungen, da Huber

auch in Zukunft in ihrem Sägewerk

Kaml-Huber auf Rundholz

setzt.

Dass das Bestehende weitergeführt

wird, ist Huber auch

im Betrieb sehr wichtig. Es sei

nicht immer notwendig, das Rad

neu zu erfinden. „Für mich hat

Tradition einfach Bestand.“


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