Melange No6

AgenturMelange

Melange No6 - Das Magazin im Süden Bayerns

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KulturVelo

Thomas Wagner

Titel: Torita Wolfart

Foto: Florian Warnecke

d a s m a g a z i n

M U R N A U

BLAUES LAND

WN ALPIN

Leidenschaft für

Bergsport

SEPTISCHE

CHIRURGIE

in der Unfallklinik Murnau

JÖRG BODENBENDER

Mit dem Motorsegler über das

Blaue Land nach Venedig


E D I T O R I A L

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Wir freuen uns, Euch die neue Melange präsentieren zu dürfen. Auf der

Titelseite ist diesmal Torita Wolfart, eine bezaubernde Frau aus Murnau.

Viele von Euch kennen Torita als hervorragende Sängerin, ob beim Kulturknall,

im Café Krönner oder beim Ghana Festival 2014.

Jetzt gibt es das Magazin Melange bereits

seit zwei Jahren – und wir haben noch

einiges vor.

2018 wird die Melange zwei Theater präsentieren:

Am 12. April „Der varreckte

Hof“ von Georg Ringsgwandl, und im November

wartet „Ein famoser Abend mit

der Melange“ – eine Veranstaltung für

Leib und Seele, so wie es den Menschen

im Blauen Land gefällt.

Foto: Florian Warnecke

Allen Erdenbürgern, gleich welcher Hautfarbe

oder welchen Geschlechts, ein friedvolles

2018 und ein Frohes Weihnachtsfest.

Das relaxte Fotoshooting-Team für die 6. Ausgabe:

v.l.n.r. Florian Warnecke (Fotograf), Katrin Oppenrieder (Grafikerin),

Torita Wolfart, ihre Nichte Yasmine Anwar aus Port Jefferson, NY

und Franz Windirsch

Gesundheit und viel Spaß beim Lesen

wünschen

Team Melange und Franz Windirsch

Das Magazin gibt es jetzt auch als ABO. Zusätzlich liegt es als Lesezirkel

in den Wartezimmern von Garmisch bis Weilheim auf.

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I N H A L T

6 IMPRESSIONEN

„Licht und Wasser“ von Florian Warnecke

8 PORTRAIT Optik Andres

feiert 40-jähriges Jubiläum

12 LIVE Jörg Bodenbender

Mit dem Motorsegler über das Blaue Land nach Venedig

12

Mit dem Motorsegler

über das Blaue Land

nach Venedig

18 PORTRAIT Melange lädt zum Flanieren ein.

Die Modegeschäfte Kleiderschrank, Sensitive Wear & Die Linie

26 PIONIER Lady-Comp –

Dem weiblichen Zyklus auf der Spur

Ein Interview mit Dr. Hubertus Rechberg

30 LIVE Zirkus kann es nie genug geben!

„Manege frei“ im Murnauer Kinderferienzirkus Klabauter

36 MUSIKSZENE OBERLAND Der 3. Oberlandsampler

Neue Doppel-CD mit Musik aus der Region

30

„Manege frei“ im

Murnauer Ferienzirkus

Klabauter

38 PORTRAIT Leidenschaft für Bergsport – WN alpin

Ein Sportfachgeschäft, das mehr noch hält als es verspricht.

44 LIVE Papier war gestern!

Online-Blog statt Schülerzeitung

46 BUCHTIPP „AMBACH“

Die Kunstfälscher-Serie von Jörg Steinleitner

50 BG UNFALLKLINIK MURNAU Septische Chirurgie

Spezialisten für schwere Fälle – Beitrag mit Dr. Matthias Militz

57 NEU AB 2018: Das - ABO

36

Oberlandsamlpler

Nr. 3

58 PORTRAIT Krolls Weinkeller

Rudolf Kroll: Zu jedem Wein gehört auch eine Geschichte

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I N H A L T

60 MENSCHEN IN MURNAU

Geigenbauer Michael Köberling

Altes Handwerk und neue Ideen...

66 PORTRAIT Sozialagentur Oberbayern

Eigenständigkeit im Alter behalten

72 PORTRAIT KulturVelo

Geschichte auf 2 Rädern...

77 IMMOBILIEN EXPERTENTIPPS von Britta Kirstein-Zietz

Sanierte Baudenkmäler:

Wohnraum schaffen und dabei Steuern sparen

38

Leidenschaft

für Bergsport –

WN alpin

78 WIRTSCHAFT + FINANZEN mit Dr. R. E. Schauer

Digital statt Papier – Umstellung auf die digitale Buchführung

80 MARKTPLATZ

Cafés, Restaurants, Shopping, Tourismus und Gesundheit,

Kunst, Handwerk, Immobilien und Dienstleistungen

auf einen Blick

IMPRESSUM

Herausgeber: Agentur Melange, Obermarkt 8, 82418 Murnau

Redaktion: Team Melange, redaktion@agentur-melange.de

Autoren: nil, Heribert Riesenhuber, Anna Marguerita Schön, Cordula Wild,

Martina Baumeister, Thomas Wagner und Franz Windirsch

Grafik + Gestaltung: Katrin Oppenrieder, Claudia Becker

Fotografen: Claudia Becker, Florian Warnecke, Heribert Riesenhuber,

Stefanie Seyringer, Christian Podolski, Martina Baumeister, Andreas Müller,

Nana Klaass, Michael Köberling, Thomas Wagner und Franz Windirsch

Lektorat: Anna Marguerita Schön

ANZEIGEN

Franz Windirsch

Franz Xaver Lausch

Cordula Wild

anzeigen@agentur-melange.de

VERTEILUNG

ESV Staffelsee,

Franz Xaver Lausch

Ammergauer Alpen

Blaues Land, Garmisch-Partenkirchen,

Loisach Tal, Weilheim

58

Interview

mit

Rudolf Kroll

60

Der Geigenbauer

Michael Köberling

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Foto: Florian Warnecke

I M P R E S S I O N E N


Licht und Wasser

im Murnauer Moos


P O R T R A I T

Foto: Claudia Becker

Simone Veeser und Robert Kikel

Optik Andres

feiert 40-jähriges

Jubiläum

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Es gab Zeiten in der Schule, da wurde man mit Brille gehänselt,

und dann gab es wiederum Zeiten, da hatte jemand eine Brille

auf der Nase, den man „extrem cool“ fand. Ich selbst erinnere

mich, dass auch ich phasenweise unbedingt eine Brille haben

wollte.

Heute gilt die Brille längst nicht mehr als „lästiges Hilfsmittel“,

sondern schon lange als etabliertes modisches Accessoire.

Zeiten ändern sich und so manche „personelle Besetzung“

auch. Optik Andres im Horváth-Haus hingegen bleibt und feiert

mit der „alten Besetzung“ 40-jähriges Bestehen und zeitgleich

10 Jahre unter der Geschäftsführung von Simone Veeser und

Robert Kikel.

Melange nimmt die beiden unter die Lupe und schaut, was

sich verändert hat oder auch geblieben ist seit 1977.

Simone Veeser und Robert Kikel, beide Optikermeister, kommen

vom Bodensee und aus dem Schwarzwald.

Beide haben sich relativ unspektakulär für die Ausbildung zum

Optiker entschieden und sich bereits während der Berufsschule

kennen- und auch lieben gelernt. Seither sind sie ein Paar.

Während der Ausbildung entwickelte sich der Beruf immer

mehr zur Berufung und so folgte relativ bald die Meisterschule.

Sie entschieden sich, ein Unternehmen zu übernehmen und

suchten im gesamten süddeutschen Raum nach einem geeigneten

Objekt – bis der Kontakt zu Herrn Andres entstand.

„Als wir das erste Mal nach Murnau gekommen sind, war das

bereits beim Abfahren der Autobahn ein sehr wohliges Gefühl,

irgendwie wie Heimkommen“, so Simone Veeser.

„Herr Andres ist ein feiner Mensch und das Gefühl mit dem Geschäft

hat von vornherein gestimmt“, ergänzt Robert Kikel.

An Murnau schätzen sie natürlich die Umgebung, die Berge

und die Natur – ein Glücksgriff ist allerdings auch die nette

Nachbarschaft im Horváth-Haus und ein weiterer vor allem

das Team, welches wie eine Familie ist für die beiden.

Drei Mitarbeiterinnen konnten übernommen werden, eine weitere

wurde eingestellt und es ist in Planung, für kommendes

Jahr einen Platz zur Ausbildung anzubieten.

„Anfragen und Bewerbungen kommen immer wieder, aber wir

sind uns der Verantwortung bewusst und wir wollen Zeit haben.

Das alles will geplant sein“, so Veeser.

Geplant ist sicher auch die Wirkung nach außen. Mir gefällt

sehr, dass auf der einen oder anderen Werbeanzeige wie auch

im Internet die Mitarbeiter als „Model“ fungieren und die schönen

Brillengestelle selbst zur Schau tragen.

Frau Veeser dazu: „Das ist die Möglichkeit zu zeigen, wer wir

sind, wer hier arbeitet. Brille kaufen ist Vertrauenssache, und

was ich damit zeigen möchte, ist: Wir sind ein tolles Team und

wir sind gemeinsam für unsere Kunden da.“

Das angebotene Spektrum an Service ist breit, wie auch die

angebotenen Aktionen im Jubiläumsmonat November. „Der

Kunde steht im Vordergrund und wir möchten immer individuell

beraten und versorgen können.“

Ob moderne Brille, Arbeits-, Sonnen-, Sport- oder Kinderbrille –

es ist für Jeden etwas dabei.

„Optimales Sehen“ dank neuester Technologien beim Messen,

Voruntersuchung, 3D-Messung und Videozentrierung – hier

sind Sie definitiv beim Fachoptiker.

Ein weiteres Steckenpferd von Simone Veeser ist die Kontaktlinsenberatung.

„Die Kontaktlinse ersetzt die Brille nicht komplett und doch gibt

es viele tolle Möglichkeiten.“

„Kontaktlinsenschnuppertage“ machen es möglich, die Verträglichkeit

und Zufriedenheit zu testen und die perfekte Beratung

abzurunden.

Robert Kikel hat die Fußstapfen von Herrn Andres ausgefüllt

und bereits weitergeführt. Er ist Ansprechpartner bei „Low

Vision“ – Versorgungen rund um die Lupen und Lesehilfen.

Lupen werden benötigt bei Krankheitsbildern wie z. B Makula

Degeneration. (Als Ursprung dieser Krankheit vermutet man

Ernährung, Genetik, aber auch UV-Strahlung.)

Als das Geschäft übernommen wurde, gab es zu der Zeit ein

bis zwei Betroffene pro Woche, heute ist es mindestens täglich

einer.

Grundsätzlich werden Brillenversorgungen tendenziell häufiger,

was sicher mit der einseitigen Arbeit am PC oder auch dem

vermehrten Umgang mit Smartphone und Tablet zusammenhängen

kann.

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P O R T R A I T

Foto: Claudia Becker

Das Optik Andres-Team

Wie kann ich nun als Laie wissen, ob und wie gut ich beraten

werde?

„Wichtig ist natürlich der Wohlfühlfaktor, jeder soll sich verstanden

fühlen in der Beratung und die Zeit bekommen, die er braucht –

Terminabsprachen sind daher im besten Fall Voraussetzung.“

(Ist es absolut gar nicht möglich zu kommen, aufgrund eines

Handicaps oder langem Krankenhausaufenthalt, bietet Optik

Andres in Einzelfällen sogar Hausbesuche an.)

„Bei einer Brille passiert viel auf emotionaler Ebene: Wie gefalle

ich mir? Wie bequem sitzt sie? Aber auch das Glas spielt eine

Rolle.

Vertrauen ist uns wichtig. Transparenz und Ehrlichkeit werden

bei uns sehr groß geschrieben.

Bei unseren Herstellern setzen wir auf faire und umweltfreundliche

Produktion und beziehen unsere Produkte wenn möglich

innerhalb Europas, viele sogar innerhalb Deutschlands – auch

das ist ein großer Vorteil für unsere Kunden, jeder Schritt ist

nachvollziehbar.“

So herzlich und offen, wie ich von den Chefs empfangen wurde,

so galt das auch für das ganze Team. Wenn es um Fachkompetenz,

ein glückliches Händchen und Gespür für die aktuellen

Trends geht, werden Sie hier sicher fündig.

„So einzigartig wie die Menschen selber sind, so individuell und

typgerecht können wir auch Brillen und Gläser zuschneiden und

anpassen.“

In jedem Fall:

Ihr Ansprechpartner in Sachen „Gut sehen. Gut aussehen“.

Cordula Wild

Optik Andres

Bahnhofstraße 17-19

82418 Murnau

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L I V E

Foto: Jörg Bodenbender

Mit dem Motorsegler

über das Blaue Land nach Venedig


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L I V E

„Wind Nord/Ost, Startbahn null-drei“...

Schon seit dem Aufwachen habe ich Reinhard Meys „Über den

Wolken“ im Kopf. Es ist neun Uhr morgens, die Sonne leuchtet

am blauen Herbsthimmel und ich bin aufgeregt und voller Vorfreude.

Als ich vor gar nicht langer Zeit für ein paar Jahre in Spanien

gelebt habe, hing dort in meiner Küche ein Kalender mit Luftbildaufnahmen

aus dem Blauen Land, der mich regelmäßig in

großes Heimweh gestürzt hat. Die imposanten Fotografien unserer

Seenlandschaften von oben, von Gebirgsmassiven im

Abendrot und von glitzerndem Schnee aus der Vogelperspektive

haben mich daran erinnert, wie wunderschön Bayern ist. So

schön nämlich, dass ich schließlich wieder heimgekehrt bin.

Zum Spaß habe ich vor kurzem den Fotografen und Herausgeber

dieser Luftbildkalender, Jörg Bodenbender, gefragt,

ob wir mal mit seinem Motorsegler über das Blaue Land

nach Venedig fliegen könnten. Eine witzige Idee, die zwei

Träume –Venedig und das Fliegen – miteinander verband. Niemals

hätte ich damit gerechnet, dass Jörg tatsächlich zusagt.

Doch das hat er getan. Für die Melange, so verrät er mir, macht

er eine große Ausnahme.

Und heute ist es soweit. Am Flugplatz in Ohlstadt sehe

ich zum ersten Mal den eleganten Motorsegler des österreichischen

Flugzeugbauers Diamond. Zwei bequeme Ledersitze

nebeneinander, darüber eine Plexiglashaube. Die Flügel, so

verrät mir Jörg, haben eine Spannweite von 16,5 Metern. Falls

doch einmal der Motor ausfallen sollte, was schon einmal vorgekommen

ist, geben die guten Segeleigenschaften eine gewisse

Sicherheit, mitten in den Bergen noch ein landbares Gelände

zu erreichen.

Bevor es nun losgeht, kontrolliert Jörg noch einmal die Technik.

Dann steigen wir ein, setzen Kopfhörer auf und verständigen

uns von nun an über Headsets. Daumen hoch?, signalisiert

mir Jörg. Daumen hoch! Der Propeller dreht sich. Und

mir wird mulmig zumute. Doch schon rollen wir

zur Startbahn, beschleunigen… und heben ab.

Ganz sanft steigen wir nach oben. Wie eine Spielzeugstraße

liegt unter uns die A95. Zu unserer Rechten blicken wir auf

das Murnauer Moos, geradeaus liegt Garmisch vor dem Wettersteinmassiv

und der mächtigen Zugspitze im Westen. Ich

schaue zurück und sehe den Staffelsee als

blau-schimmernden Klecks, eingebettet in satte

Herbstfarben. Mit jedem Höhenmeter werde ich ruhiger.

Alles fühlt sich leicht an, schwerelos, frei und euphorisch. Und

zum Greifen nahe. Wir sitzen in der Sonne und gleiten direkt

über den Wank hinweg.

Normalerweise hat Jörg auf dem Passagiersitz seine Fotoausrüstung

dabei. Fest verzurrt begleitet sie ihn in luftige Höhen,

wo er durch ein Schiebefenster all die beeindruckenden Aufnahmen

macht, die ich bereits von seinen Kalendern kenne.

Neben dem künstlerischen Aspekt nimmt auch die Umweltforschung

einen Teil seiner Arbeit ein, dabei geht es unter anderem

um die Dokumentation von Landschaften und deren

Veränderung. Jörg, der mit seiner Frau Barbara in Grafenaschau

wohnt, ist promovierter Biologie und Klimaforscher.

Die Fliegerei und die Fotografie wurden 1998 vom Hobby zum

Beruf. Mittlerweile verfügt er über ein beeindruckendes Luftbildarchiv

und wurde bekannt durch Veröffentlichungen in diversen

Magazinen, Fernsehproduktionen und durch seine eigenen

Bücher und Kalendereditionen.

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Während er mir all das verrät, behält Jörg souverän alle Messinstrumente

im Auge und meldet uns im österreichischen Luftraum

an. Wir befinden uns auf knapp 3000 Höhenmetern.

Nicht nur meine Ängste habe ich auf dem Boden zurückgelassen,

sondern scheinbar auch meinen Wortschatz. „Unglaublich!“

und „Wunderschön!“ ist alles, was ich noch sagen kann.

Wir fliegen vorbei an den angeschneiten Stubaier- und Zillertaler

Alpen, und schneller, als mir lieb ist, erreichen wir den

Brenner und damit Italien. Vor uns erheben sich die Dolomiten.

Surreal fühlt es sich an, ihnen so nahe zu sein, und doch

auch realer als alles, was ich bisher erlebt habe. Ich verliebe

mich augenblicklich in die Felsformationen des „Rosengarten“

östlich von Bozen.

Bald erreichen wir den Südrand der Alpen und kurze Zeit

später befinden wir uns bereits über der Adria. Unter uns

ziehen Schiffe und Boote ihre Bahnen in der Lagune. Die

Fluglotsen grüßen jetzt mit „Buongiorno“ und erteilen

uns, nach Durchflug verschiedener Kontrollzonen, die

Landeerlaubnis am Flugplatz Venedig-Lido. Nach nur eineinhalb

Stunden hat uns der Boden wieder, die Landung war so

sanft wie der Start.

Gutgelaunt machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Bootsanlegestelle.

Bei strahlendem Sonnenschein geht es dann in der

Fähre über azurblaues Wasser. Während Jörg Fotos macht, bin

ich mit Staunen beschäftigt. Wie eine Filmkulisse erhebt

sich vor uns der Markusplatz. Die Gondeln, die historischen

Bauten, die imposanten Brücken, die Möwen, der Duft

nach Meer und italienischem Essen. Venezia! Um uns herum

sehe ich lauter strahlende Gesichter. „La Serenissima“ wird

Venedig genannt, „die überaus Heitere“. Treffender kann man

das Lebensgefühl hier tatsächlich nicht beschreiben. Wir fahren

den Canal Grande entlang, bis uns ein Restaurant gefällt, in

dem wir zu Mittag essen und die Aussicht genießen. Danach

erkunden wir zu Fuß die Stadt mit ihren malerischen Gassen

und fotografieren natürlich auch die berühmte Rialto-Brücke.

Doch schon um 17 Uhr heißt es nach einem letzten Espresso

Abschiednehmen von Venedig. „Ciao!“, denke ich noch, und

„Wir werden uns bald wiedersehen!“ Denn das ist gewiss.

Per Fähre geht es zurück zum Lido. Der Trost: Unser Rückflug

durch die Abendsonne beginnt. Als wir dieses

Mal die Dolomiten erreichen, leuchten sie tiefrot. „Wie geht es

Deinem Magen?“, fragt Jörg. „Bereit für eine Fototour?“ Mir

geht es wunderbar, und während Jörg auf seiner Seite aus dem

Schiebefenster heraus fotografiert, fliegen wir direkt auf einen

Felsen zu. Für einen Moment halte ich die Luft an, dann drehen

wir rasant nach links ab. In steilen Kurven geht es durch die in

der Abendsonne leuchtenden Bergmassive. Es wird dunkler,

der Mond geht bereits auf, der Himmel und die Landschaft

Fotos: Jörg Bodenbender

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Foto: Jörg Bodenbender

unter uns leuchten jetzt in einem tiefen Blau-Violett. Jörg wählt

Musik aus, und mit „Tag am Meer“ von den Fantastischen Vier

endet dieser unglaubliche Ausflug. Die Landebahn in Ohlstadt erreichen

wir mit dem letzten Tageslicht.

Abends im Bett muss ich lachen, denn: mein Magen hat den Flug

zwar gut verkraftet, doch wenn ich nun die Augen schließe, bewegt

sich das Bett nach links und nach rechts, als wäre ich immer

noch über den Dolomiten. Ich muss mich regelrecht festhalten,

bis ich endlich einschlafe und noch einmal vom Fliegen träume.

Vielen Dank an Jörg Bodenbender

für das einzigartige Erlebnis.

Weitere Eindrücke und Informationen

zur Luftbild-Agentur Bodenbender sowie

zu den Kalendern findet man unter

www.bodenbender-verlag.de

Anna Marguerita Schön


L I V E


P O R T R A I T

18

Foto: Florian Warnecke


lädt zum

Flanieren ein.

Heute stellen wir Ihnen drei bezaubernde

Murnauer Modegeschäfte vor:

den „Kleiderschrank“, „Sensitive Wear“

und "Die Linie".

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Das Künstlerstädtchen im Herzen Oberbayerns

Führungen • Sehenswürdigkeiten • Kultur

Für weitere Informationen fragen Sie gerne nach unserem aktuellen Sales Guide.

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P O R T R A I T

Der Kleiderschrank

in Murnau –

So bunt wie das Leben

Als Ariane und Alex Köninger vor einigen Jahren

von ihrer gemeinsamen Weltreise wiederkamen,

stellten sie sich eine ganz essentielle Frage: „Wann

erfüllen wir uns unseren ZWEITEN und DRITTEN

Traum?“

Alex, der seit 20 Jahren als Handelsvertreter für Modemarken

(u.a. „Blutsgeschwister“) unterwegs war, und Ariane, die in der

Bank gearbeitet hatte, wussten: Sie wollen jetzt eine Familie gründen.

Gesagt, getan, Ariane wurde sofort schwanger. So ging nach

der Weltreise bereits der ZWEITE Traum in Erfüllung. Als ihr

Kind eineinhalb Jahre alt war – sie wohnten damals im Murnauer

Untermarkt – wurde im Haus nebenan ein Laden frei. Und das

war der Startschuss zum Traum Nummer DREI (Sommer 2011).

Die Modemarke „Blutsgeschwister“, so fand Alex, würde hier wunderbar

passen. Der Grundstein zum neuen Leben war gelegt. Der

neue Laden, der auch damals schon „Kleiderschrank“ hieß, wurde

mit Begeisterung in Murnau aufgenommen. „Murnau ist ein kleiner

Schatz. Ich bin so froh, hier arbeiten zu dürfen“, sagt Ariane.

Im Herbst 2013 kam ein zweiter kleiner Laden hinzu: Der Schuhschrank.

„Wir waren glücklich mit unseren beiden Geschäften, aber

insgeheim war ich schon immer in das Haus von Geschenke Fiedler

verliebt, in dem Frau Fiedler im Obermarkt ihren Geschenkeladen

geführt hat“, schwärmt Ariane. Als sie gehört haben, Frau Fiedler

gehe in Rente, machten sie ihr ein Angebot: Sie kauften das Geschäft,

und zwar mit allem Inventar. „Das war ein hohes Risiko“,

erzählt Alex. Innerhalb von sechs Wochen haben sie, die vorher

noch nie mit Geschenkartikeln zu tun hatten, in einem Ausverkauf

ALLES verkauft. Dann zogen sie mit beiden Läden – dem Kleiderschrank

und dem Schuhschrank – hinauf in den Obermarkt.

Wer das Sortiment des Kleiderschranks beschreiben

will, muss tief Luft holen: Bunte Kleider, ausgefallene

Röcke, einzigartige Shirts und Blusen, liebevoll ausgewählte Accessoires,

hochwertige Jacken, besondere Handtaschen, Schuhe …

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Damenmode, doch auch für

Ariane und Alex Köninger

die Jungs gibt es ausgewählte T-Shirts und mehr. „Unser Steckenpferd“,

so Ariane, „ist Lebensfreude. Zudem haben

wir ein wirklich tolles Team, auf das wir total stolz sind und bei dem

unsere Kunden immer gut aufgehoben sind.“ Wenn samstags die

ganze Familie zum Shoppen kommt, so trinkt der Papa schon

mal ein kleines Bierchen, der Sohn spielt am Kicker und die Tochter

fährt mit dem Bobbycar durch den Laden, während Mama

Kleider anprobiert. „Es war von Anfang an so gedacht, dass man

bei uns ein tolles Einkaufserlebnis haben kann“, so Alex. Zu erwähnen

sind auch die Shopping-Events, die man nach Ladenschluss

in privater, lustiger Atmosphäre buchen kann. Man kann alles anprobieren,

feiern, tanzen und sich wohlfühlen. Das Angebot gilt

ab 5 Teilnehmern und ist kostenlos.

Nachhaltigkeit ist den beiden ebenfalls eine große

Herzensangelegenheit. Im Kleiderschrank findet man deshalb

viele Fair-Trade-Produkte. Da sie aber auch gerne einen Laden

gründen wollten, der komplett auf Fairtrade setzt, haben sie 2015

das „FAIRgissmeinnicht“ im Murnauer Untermarkt 34

sowie in diesem Jahr auch eine Filiale in Garmisch eröffnet.

Liebe Ariane, lieber Alex, zu guter Letzt: Was ist

Euer Tipp für das perfekte Weihnachtsgeschenk?

„Eine unserer Sockenboxen! Die sind die Tollsten überhaupt – aus

Bambusfasern und in den hübschesten Farben! Die gehen immer

weg wie warme Semmeln!“

Kleiderschrank Murnau Öffnungszeiten:

Obermarkt 22

Montag bis Freitag: 9:30 – 18:30 Uhr

82418 Murnau Samstag: 10:00 – 16:00 Uhr

Foto: Florian Warnecke

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22


P O R T R A I T

Sensitive Wear

Der Name dieser besonderen Boutique verrät bereits, was Frau

dort erwartet: Feminine Kleider, anschmiegsame Blazer, besondere

Röcke, raffiniert geschnittene Hosen, Blusen, Pullover, Gürtel und

viele weitere liebevoll ausgewählte Accessoires. Massenware, so

verrät mir Inhaberin Elke Möhricke-Magai, gibt es hier nicht. Die

ausgesuchten Kollektionen stammen oft aus kleinen Manufakturen,

viele davon aus der Region bzw. aus Deutschland.

Foto: Florian Warnecke

„Das Herz muss hüpfen, wenn man die Sachen

sieht. Ist es nicht so? Sich etwas zu kaufen bedeutet,

sich etwas zu gönnen und sich am

neuen Kleidungsstück zu erfreuen.“

Elke Möhricke-Magai

Ebenso großen Wert legt sie auf eine Wohlfühlatmosphäre im Geschäft.

Die dort verbrachte Zeit soll zum schönen Erlebnis werden.

Ihre fünf Mitarbeiterinnen stehen der Kundin dabei gerne kompetent

und herzlich zur Seite. Das Team hat schließlich selbst

große Freude an der Mode – und das spürt man. „Man kann nur

etwas verkaufen, das man versteht“, sagt Frau Möhricke-Magai lächelnd.

Auf die Frage, wie Sensitive Wear entstanden ist, berichtet

sie: „Vor 28 Jahren habe ich mit einem kleinen Bio-Kindergeschäft

angefangen, es hieß ,Pfiffig und gesund‘, das war in Benediktbeuern.

Eine Freundin hatte mich dann gefragt, ob ich nicht nach Murnau

kommen wolle. Was für eine gute Entscheidung!“

Als studierte Lebensmitteltechnikerin war sie schon immer ein

großer Bio-Fan. Nach dem Bio-Kinderbekleidungsgeschäft stand

deshalb für sie fest, dass sie auch bei der Damenmode viel Wert

auf Bio legen möchte. „Es gibt von allem viel zu viel, deshalb: lieber

Qualität statt Masse. So führen wir zum Beispiel handgestrickte Pullover

von der kleinen Manufaktur ,Zopf und Falte‘ aus Freising, die

nur in wenigen Läden in Deutschland verkauft werden. Sie werden

aus Merinowolle gefertigt, extrafein.“ Einige weitere Manufakturen

sind zum Beispiel: Annette Görtz (Gütersloh), Beate Heymann

(Rostock) und Lieblingsstück (Aschau am Chiemsee).

Auf die Frage nach einer Beschreibung des Sortiments sagt sie:

„Der Kunde darf einfach reinkommen auf einen kleinen Ratsch.

Gerne auch, um sich zu informieren und reinzuschnuppern. Es geht

nicht nur um’s Verkaufen.“ Ihre Arbeit genießt sie und fühlt sich in

Murnaus Mitte wunderbar aufgehoben. Seit insgesamt achtzehn

Jahren ist sie nun bereits am Ort. Auch die nette Nachbarschaft

zur „Linie“ möchte sie nicht missen. „Wir ergänzen uns gut. Jemand

hat bei mir ein schönes Kleid gefunden und sucht die passende Unterwäsche?

Et voilà! Allgemein macht man so nette Kontakte, es

entstehen immer wieder kleine Gespräche. Da werden auch einfach

mal Plätzchen in den Laden gebracht, oder sogar ein Espresso.“

Neben Sensitive Wear hat Frau Möhricke-Magai noch ein zweites

Herzensprojekt aus der Wiege gehoben. Ihr Internetshop „A new

star is born“ ist erst seit einem halben Jahr online und dennoch

bereits sehr erfolgreich. Dort findet man außergewöhnliche Geschenke

für Mama und Baby. „Sternenstaub“ und „Silberstern“

heißen zwei der liebevoll zusammengestellten Geschenkboxen.

Auch hier wird großer Wert auf Hochwertigkeit, Nachhaltigkeit

und auf das Besondere gelegt. Und irgendwie lässt mich der

Name – „A new star is born“ – auch an Weihnachten denken…

sensitive wear www.sensitive-wear.de

Obermarkt 5

www.a-new-star-is-born.de

D-82418 Murnau sowie bei Facebook und Instagram

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 9:30 – 18:00 Uhr, Samstag: 10:00 – 16:00 Uhr

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Sozialagentur-Oberbayern

Markus Horschig & Michael Perlick OHG

James-Loeb-Straße 11

82418 Murnau a. Staffelsee

Daheim statt Heim

Betreuung in häuslicher Gemeinschaft

Tel.: 08841 – 625 97 - 62

Fax: 08841 – 625 97 - 63

Mobil: 0160 - 24 42 30 1

E-Mail: info@sozialagentur-oberbayern.de

Web: www.sozialagentur-oberbayern.de

Besuchen Sie uns auch bei Facebook:

www.facebook.com/Sozialagentur

Sie auf Ihrem Weg zu Gesundheit und Lebensfreude zu begleiten

und dabei unsere Erde zu bewahren, das ist der Sinn unserer Arbeit.

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Telefon 08845 700-0∙www.haus-sebaldus.de

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ORT DER BEGEGNUNG

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P O R T R A I T

Die Linie –

Feines für Frauen,

Starkes für Männer

Edle Dessous und Spitzenwäsche, kuschelige Homewear, wunderschöne

Nachtwäsche sowie exklusive Bademode und Basics

– im Murnauer Wäschefachgeschäft „Die Linie“ werden Träume

wahr! Und das gilt nicht nur für die Damenwelt.

Für die Männer hält die Linie eine besondere Auswahl an Pyjamas,

Homewear, edlen Boxershorts, Bademode, Socken und

feiner Wäsche für jeden Tag bereit.

Wäscheträume gibt es hier bereits

seit über 40 Jahren

1973 übernahm Ulrike Thoma das Geschäft von Frau Liebing

und führte „die Linie“ an die Spitze zum exquisiten Wäschefachgeschäft

in Murnau. Das wäre ohne starke Mitarbeiter, allen

voran Frau Frieda Scholz, nicht möglich gewesen. Frau

Scholz war bereits bei Frau Thoma in die Lehre gegangen und

ist auch heute noch mit ihrem Fachwissen, ihrer Loyalität und

ihrer Kundenbeliebtheit ein wichtiger „Grundpfeiler“. Mit ihr

gehören zum eingespielten Team: Petra Schmid, Petra Olm,

Elke Friedl, Frau Thomas Tochter Margarethe Fischer sowie

die „Retterin in der Not“ Sophie Käser.

Der SOUS Award

Nach mehrfacher Nominierung wurde „die Linie“ in den Jahren

2009 und 2014 mit dem Sous Award (Sterne der Wäsche) zu

den Top-Dessous-Geschäften deutschlandweit in der Kategorie

„Personal Touch Shops“ ausgezeichnet.

Margarethe Fischer, die bereits mit der Linie aufgewachsen

ist und nun seit vielen Jahren selbst im Geschäft berät, erzählt

mir: „Uns allen ist es wichtig, dass sich unsere Kunden bei uns

wohlfühlen. In einer fröhlichen, entspannten Atmosphäre beraten

wir persönlich, individuell, kompetent und diskret. Die Wünsche

unserer Kunden optimal umzusetzen freut uns sehr. Seit

vielen Jahren haben wir Erfahrung mit großen Cups, von A-H

ist alles da.“

Margarethe Fischer mit Tochter Victoria-Marlena

Die Linie – Ein Lingerie Styling Fachgeschäft

Lingerie Styling, so verrät mir Margarethe, ist ein Qualitätslabel

für persönlichen Service und professionelle Beratung. Sie selbst

hat alle der Fortbildungs-Module mit Begeisterung absolviert.

„Die Kundin verändert sich, der Markt verändert sich. Man bringt

von den Fortbildungen nicht nur jedes Mal neues Wissen mit,

sondern immer auch neue Ideen und Anregungen.“

Wer in der „Linie“ ein Weihnachtsgeschenk finden

möchte, kann sich nicht nur an den geschmackvollen

Kollektionen erfreuen, sondern

auch an der Vielfalt der hochwertigen Marken:

MarieJo, PrimaDonna, Chantelle, Hanro, Mey, Nina v. C., Novila,

Ulla, Anita, Felina, Calvin Klein, Wolford, Muchachomalo,

PIP und Sunday in Bed, um nur einige zu nennen.

Ob feine Wäsche oder wärmende Homewear – dieser Winter

wird kuschelig!

Die Linie

Öffnungszeiten:

Obermarkt 5

Montag bis Freitag: 09:30 – 18:00 Uhr,

82418 Murnau Samstag: 09:30 – 16:00 Uhr

Tel. 08841 – 9507 An den Weihnachts-Samstagen bleibt

die-linie-murnau.de das Geschäft bis um 18 Uhr geöffnet.

Anna Marguerita Schön

Foto: Florian Warnecke

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P I O N I E R

Lady-Comp –

Dem weiblichen Zyklus

auf der Spur

Wir befinden uns im Murnauer Firmengebäude von VE Valley

Electronics. Mir gegenüber sitzt der Gründer und Geschäftsführer,

Herr Dr. Hubertus Rechberg.

Als er vor über 30 Jahren Baby-Comp als ersten Zykluscomputer

weltweit auf den Markt brachte, war dies eine Revolution

in Sachen natürliche Empfängnisregelung.

Herr Dr. Rechberg, was genau ist ein Zykluscomputer, wie

funktioniert er und wie kam es damals zur Entwicklung des

ersten Lady-Comp?

„Nun, die herkömmliche natürliche Empfängnisverhütung war

ja auch vor 30 Jahren schon bekannt. Dabei wird täglich die Basaltemperatur

gemessen und die Ergebnisse werden anschließend

tabellarisch notiert. Durch Ausrechnen verschiedener Parameter

und das Vergleichen von einem Dutzend Kriterien werden die

fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage ermittelt. Das kann funktionieren.

Es kann aber auch zum Glücksspiel werden. Denn auf

diese Art und Weise ist es doch sehr schwierig, die Befruchtungs-

fähigkeit der Spermien, die etwa 120 Stunden überdauern, richtig

zu bewerten.

Vor der Entwicklung des Lady-Comp stand also die Frage im

Raum: Wie kann eine Frau, die sich eine natürliche, hormonfreie

Empfängnisverhütung wünscht, einen sicheren Status

über ihre aktuelle Fruchtbarkeit erhalten? Und wie praktisch

wäre es, eine Art vertrauenswürdiges „Ampelsystem“ zu entwickeln,

das diese Parameter unkompliziert und sicher zur Verfügung

stellt?

Schnell wurde meinem Team und mir bewusst: Wir wollen ein

Gerät entwickeln, das die Pille in Punkto Sicherheit und Gesund-

26


Foto: Claudia Becker

heitsbewusstsein übertrifft. Es wurde ein Programm geschrieben,

das bereits in der ersten Testversion in seiner Komplexität und

mit seinen guten Ergebnissen überzeugte. Dieses Programm

wurde daraufhin weiterentwickelt und perfektioniert.“

Wie kann man sich Lady-Comp vorstellen?

„Lady-Comp ist ein kleiner, handlicher, 130 Gramm schwerer

Computer mit 9 cm Durchmesser, der mit einem Temperatursensor

verbunden ist. In der Mitte des Lady-Comp befindet sich ein

farbiges Display, das über einen Button sehr einfach bedient

wird.“

Dr. Hubertus Rechberg

brachte vor über 30 Jahren

den Baby-Comp als ersten

Zykluscomputer weltweit

auf den Markt.

27


P I O N I E R

Und welche Daten kann er für die Anwenderin erfassen und

auswerten?

„Lady-Comp hat bereits in der kostengünstigen Lady-Comp basic-

Version allerhand drauf: Er informiert über den Zyklustag, zeigt

die Fruchtbarkeit an, prognostiziert den Eisprung, rechnet den

BMI (Body Mass Index) aus und kann nach 15 Tagen eine wahrscheinliche

Schwangerschaft anzeigen. Per USB-Kabel können

alle Daten auf den PC übertragen werden. Der original Lady-Comp,

unser Bestseller, toppt die basic-Version noch einmal und bietet

viele weitere Extrafunktionen.“

Sie haben gerade erwähnt, Lady-Comp zeigt eine Schwangerschaft

an. Damit kommen wir zum nächsten Punkt, den ich

gerne ansprechen möchte. Lady-Comp ist, wie ich gelesen habe,

nicht nur für die natürliche Empfängnisverhütung geeignet,

sondern hilft auch bei der Familienplanung, richtig?

„Exakt! Frauen mit Kinderwunsch – und gerade diejenigen, die

diesen schon länger hegen – wissen, wie schwer es sein kann, die

fruchtbaren Tage zu bestimmen und somit die Chance auf eine

Schwangerschaft zu erhöhen. Mit Lady-Comp lassen sich natürlich

nicht nur die unfruchtbaren Tage vorhersagen, sondern eben

auch die fruchtbaren exakt ermitteln. Auch wenn Lady-Comp

hier bereits viele Funktionen bietet, haben wir für die Anwenderin

mit Kinderwunsch Lady-Comp baby entwickelt, der sie speziell

bei der Familienplanung unterstützt. Mit ihm lässt sich sogar

eine Geschlechtsprognose des Babys erstellen.“

Die Anwenderin kann also wählen zwischen Lady-Comp Basic,

Lady-Comp und Lady-Comp baby.

„Richtig. Zudem wird die Auswahl ergänzt durch zwei kleinere,

noch handlichere Alternativen, die auf Reisen sehr praktisch sind:

Unsere Produkte pearly und Daysy.“

Er benennt den Anteil von sexuell aktiven Frauen, die trotz Verwendung

einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines

Jahres schwanger geworden sind. Je niedriger der Pearl-Index,

desto sicherer die Methode. Zum Vergleich: Bei der Dreimonatsspritze

liegt der Pearl-Index aktuell bei 0,3 bis 1,4. Bei der Mini-

Pille bei 0,4 bis 2,5 und bei Kondomen bei 2 – 5. Der Pearl-Index

von Lady-Comp liegt bei 0,7. Und selbstverständlich haften wir

(VE Valley Electronics) für die Auswertungsergebnisse unserer

Zykluscomputer.

Zudem möchte ich noch erwähnen, dass der größte Beweggrund,

auf eine computergestützte, natürliche Empfängnisverhütung zu

setzen, wohl auch der ist, dass die Anwendung eines Zykluscomputers

im Gegensatz zur Pille keinerlei Nebenwirkungen mit sich

bringt. Es werden keine Hormone im Körper freigesetzt. Die Anwenderin

tut sich selbst und ihrer Gesundheit etwas Gutes. Und

nicht nur das: Um noch einmal auf die Pille zu sprechen zu kommen

– wussten Sie, wie sehr unser Trinkwasser mittlerweile durch

Medikamente verunreinigt ist? Die Hormone, die beispielsweise

über die Pille in den Körper der Frau gelangen und von ihr über

den Urin wieder ausgeschieden werden, können sie mittlerweile

auf der ganzen Welt im Wasser wiederfinden. Selbst im Blutkreislauf

der Eisbären in der Antarktis kann man künstliche Hormone

nachweisen. Ist das nicht verrückt? Auch deshalb freue ich mich,

dass wir eine Alternative bieten können: Nicht nur die Anwenderin

kann profitieren, sondern die Umwelt ebenso.“

Herr Dr. Rechberg, vielen Dank für das informative Gespräch.

Weitere Informationen finden Sie auf

www.lady-comp.de

Anna Marguerita Schön

Wir haben bereits viel über die natürliche Empfängnisverhütung

durch die Anwendung von Zykluscomputern gesprochen.

Was kann man über die Sicherheit und Exaktheit der Auswertungen

sagen? Gibt es hier Zahlen und Fakten, auch im Vergleich

mit anderen Verhütungsmethoden?

„Das Maß an Sicherheit in Punkto Verhütungsmethoden wird

einheitlich im sogenannten Pearl-Index angegeben und verglichen.

28


29


Fotos: Florian Warnecke

L I V E


Zirkus kann es nie

genug geben!

„Manege frei“

heißt es jeden Sommer einmal im

Murnauer Kinderferienzirkus Klabauter:

Dann hat der Zirkusdirektor das Sagen

und bittet Clowns, Fakire und Akrobaten

auf die Bühne. Einen Abend lang verzaubern

knapp 100 Kinder in der Manege

ihr Publikum.


Foto: Florian Warnecke

Viele sind schon mehrere Jahre dabei. Es gibt ihn nämlich, den

Zirkusvirus. Das erfährt auch die 28-jährige Christina Daisenberger

am eigenen Leib jedes Jahr aufs Neue. Und sie muss es

schließlich wissen. Seit 5 Jahren leitet sie zusammen mit Bernd

Künzel den Zirkus Klabauter in Murnau. Jedes Mal steht am

Ende fest: im nächsten Jahr ist sie wieder mit dabei.

Seit über zwanzig Jahren gibt es ihn schon, den Kinderzirkus

Klabauter, mit echtem Zirkuszelt, einer richtigen Zirkusfamilie

und eben mit Christina Daisenberger. Sie ist das Herz des Zirkus

und haucht ihm Leben ein. Gemeinsam mit Betreuern, Kindern

und guter Stimmung. Die jährliche Zirkuswoche ist eine Kooperation

von Kreisjugendring und dem Zirkus Jaloschum der

Zirkusabteilung des TSV Seehausen.

Erfüllt vom Zirkus

Für Christina Daisenberger ist das ganze Jahr erfüllt von Zirkus.

Im Herbst stehen die Nachtreffen mit dem Team und den Betreuern

des Sommerzirkus an, im März schon findet das erste

große Vorbereitungstreffen für die nächste Saison statt. Und

zwischendurch gibt es immer wieder private Treffen mit den

Mitgliedern des Teams. „Der Zirkus ist das ganze Jahr ein Thema,

wir sind wie eine richtige Zirkusfamilie“, sagt sie. „Mein Freund

lacht schon immer, wenn es auf die Zirkuswoche zugeht. Dann ist

die ganze Woche geblockt für den Zirkus.“ Das Programm des

Sommerzirkus geht eigentlich nur von neun bis um fünf Uhr

nachmittags, aber das Team bleibt nach dem offiziellen Ende

immer noch gemeinsam sitzen, ratscht und lässt den Tag Revue

passieren. „Meine Freunde wissen in dieser Woche: Wenn sie mich

sehen wollen, müssen sie zum Zirkusplatz kommen.“

32


L I V E

Coole Jugendarbeit

Dort ist tatsächlich viel geboten: Von Akrobatik, Einradfahren,

Clowneinlagen, Fakirkünsten, Jonglage, Hochstelzen-Nummern

bis hin zu Tanz oder Trapezkunststücken. Mittlerweile gibt es

zwei Gruppen: Die 8- bis 14-Jährigen und die 14- bis 16-Jährigen.

Gerade Zirkus, findet die gelernte Erzieherin und studierte Sozial-Pädagogin,

sei eine tolle Möglichkeit für Kinder um völlig

aus dem Alltag rauszukommen. Eine Woche können sie einfach

Spaß haben, das Lernen sei sehr niedrigschwellig. „Zirkus ist

eine gigantische Methode in der Kinder- und Jugendarbeit“, meint

Christina Daisenberger. „Man kann rumalbern, man ist abgeschnitten

vom Rest der Welt. Und vor allem haben wir ein super

Team, das coole Jugendarbeit macht.“ Besonders schätzt sie „diese

Leichtigkeit, die Zirkus so mit sich bringt“.

Auch die Sportvereine im Landkreis, die regelmäßig in Zirkusabteilungen

Kunststücke einüben, würden pädagogisch eine

tolle Arbeit leisten. „Zirkus“, so findet die Sozialpädagogin, „kann

es nie genug geben!“ Am Zirkus Klabauter schätzt sie vor allem

die spielerische Art, bei der gelernt würde, andere zu achten

und wertzuschätzen. „Das heißt, bei Akrobatik anderen nicht ins

Kreuz zu springen, Rücksicht auf Schwächere zu nehmen.“

Der Zirkus-Schwur

Für eine vollends authentische Atmosphäre gibt es jedes Jahr

zu Beginn den Zirkus-Schwur. Dafür ist die Zirkusfamilie Frank

zuständig, die das Zelt zur Verfügung stellt und Christina Daisenberger

und ihr Team unterstützt. Und natürlich schwören

die Kinder, niemals jemandem ihre Kunststücke zu verraten.

Das wäre schließlich gegen die Zirkusehre.

Familie Frank aus München hat sich mit ihrem Zirkus Roberto

auf Ferienangebote und Mitmach-Zirkus spezialisiert. In der

Woche in Murnau sind sie mit ihrem Wohnwagen vor Ort und

unterstützen vor allem die Luftakrobatik.

Von Montag bis Mittwoch können die Kinder im Zirkus Klabauter

in allen unterschiedlichen Gruppen schnuppern, bevor

sie sich dann festlegen müssen, welche Kunststücke sie erlernen

wollen. Denn ab Donnerstag wird für die Galavorstellung am

Samstag geprobt. Die Jugendlichen aus der Juniorgruppe helfen

dabei auch schon mal den Kleineren – und manche kommen

mit 18 Jahren als Betreuer wieder. Auch bei ihnen hat der Zirkusvirus

seine Spuren hinterlassen.

33


L I V E

Nichts geht ohne Betreuer

In ihrem ersten Jahr als Leiterin des Zirkus Klabauter, so erzählt Christina

Daisenberger, waren die Lebensmittelkosten viel höher als in den vergangenen

Jahren. „Das lag daran, dass wir immer so viele Süßigkeiten mit den Betreuern

gegessen haben. Bei mir gibt es immer einen Kaffee, wenn mal einer kurz eine

Auszeit braucht, und dazu gehört natürlich auch was Süßes.“ Denn die Arbeit

mit den Kindern ist für die Betreuer natürlich manchmal anstrengend. Nach

dem Kaffee, so erzählt die 28-Jährige, ist dann immer alles wieder gut. „Die

Betreuer muss man verhätscheln, die leisten so viel!“

Sie selbst begreift sich auf dem Zirkusplatz als Mädchen für alles.

Im echten Leben hat die gebürtige Seehauserin nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin

in Benedikbeuern Sozialpädagogik studiert. Nach einem beruflichen

Ausflug nach München hat es die passionierte Pädagogin allerdings schnell wieder

in die Heimat gezogen. Nun lebt sie in Murnau und ist kommunale Jugendpflegerin

in Weilheim. Dort hat sie nicht mehr direkt mit Kindern zu tun, sondern

ist zuständig für die Kontakte mit den Bürgermeistern, muss viel netzwerken.

Umso mehr freut sie sich jedes Jahr auf die Woche mit den Kindern, auch wenn

die organisatorische Arbeit schon viel früher beginnt. Anmeldung, Materialien,

das Mittagessen für die Kinder – all das will organisiert sein. Sie muss die

Betreuer im Blick haben und sorgt dafür, dass immer viele Betreuer engagiert

werden. Je mehr Betreuer, weiß sie, desto entspannter ist die Atmosphäre.

„Ich komme nicht weg davon“

Wenn sie jetzt zurückblickt auf ihre Anfänge, findet sie, dass sie „ganz schön

mutig“ war. „Ich hatte ja von nichts eine Ahnung.“ Aber einige Betreuer sind

seit vielen, vielen Jahren dabei. Auch Bernd Künzel, den sie privat seit ihrer

Kindheit kennt, war ihr eine große Unterstützung. „Klar muss man manchmal

die Strenge am Platz sein, wenn das Essen nicht pünktlich kommt beispielsweise,

da ist man dann gefordert und muss auch mal auf den Tisch hauen.“ Das hat

sie erst lernen müssen. „Ich mach’s nicht immer gern, aber in dem Moment ist

das halt meine Aufgabe.“

Am Ende stehe immer schon fest: Im nächsten Jahr sind alle wieder dabei.

„Das hätte ich vorher nicht gedacht, weil es echt anstrengend ist – aber ich

komm nicht weg“, sagt sie und lacht.

Foto: Florian Warnecke

Nähere Infos zum

Ferienzirkus Klabauter

gibt es unter

www.kjr-gap.de

nil


35


Fotos: Heribert Riesenhuber

Er ist quadratisch, flach

und grün, und drin steckt

jede Menge Musik und

Leidenschaft: der dritte

OBERLANDSAMPLER,

eine Doppel-CD, die in

diesem Frühjahr das Licht

der Welt erblickt hat ...

Zu hören gibt es auf dem

Tonträger alles, was gut und

aus der Region ist.

Und alles, was Bayern 3 oder Antenne nicht spielen, würde Achim

Neukirch vielleicht noch sagen. Er hat die Idee zu einer CD mit

Musik aus dem Oberland gehabt und nun gemeinsam mit Carola

Teich den dritten Sampler auf den Weg gebracht. Obwohl lokale

Bands es oft schwer haben, mit ihrer Musik den Weg ins Radio

oder in die Charts zu finden, lebt die Szene zwischen Bad Tölz

und Schongau, zwischen Mittenwald und Ammersee in einer

bunten Vielfalt. Und so ist auch der dritte Oberlandsampler auf

dem besten Weg, zum begehrten Kult- und Sammlerobjekt zu

werden. Bekanntere Bands wie Kofelgschroa sind ebenso darauf

zu finden wie „Exoten“ – zum Beispiel die Opernsängerin Yvonne

Fontane mit einer Blues-Nummer oder Fiddler‘s Affair mit einem

irischen Stück – made in Bavaria. Und sogar Georg Ringsgwandl

gibt sich mit einem Stück die Ehre.

Grund genug, mal bei Achim und Carola nachzufragen, wie sie

zur Musik gekommen sind.

Carola: Ich bin mit fünf Geschwistern in Garmisch aufgewachsen.

Jeder von uns hatte Musikunterricht und mit dem Vater haben

wir zusammen Hausmusik gemacht. Angefangen hat es meist

mit Flöte und Hackbrett und dann kam noch ein drittes Instrument

hinzu. In meinem Fall die Harfe. Dann hat der Vater uns

zu Auftritten bei Vereinen, zu Musiknachmittagen auf der Glentleiten

bis hin nach München, in den Bayerischen Hof, mitgenommen.

Auch zu verschiedenen Musikwettbewerben in Niederbayern.

Über mehrere Jahre hinweg waren wir so gut wie jedes

Wochenende unterwegs. Klassisch war der Samstagabend in der

Bayernhalle, wo wir regelmäßig ein Programmpunkt waren.

Und wie hieß euer Ensemble?

Das war die „Rot Gockl Musi“, abgeleitet vom Hotel Roter Hahn,

das meine Eltern damals in Garmisch gepachtet hatten. Wir spielten

reine Volksmusik – im weitesten Sinne bayerisch.

36


M U S I K S Z E N E O B E R L A N D

Gab es einen Höhepunkt in dieser Karriere?

Was schon in Erinnerung geblieben ist, dass wir als Kinder einmal

auf der Weihnachtsfeier vom FC Bayern gespielt haben. Das war

schon ein Erlebnis, weil man plötzlich auch Leute getroffen hat,

die man aus dem Fernsehen kannte.

Hat dich Fußball interessiert?

Ich kannte zumindest die Personen aus Jugendzeitschriften oder

aus dem Fernsehen. Meine Brüder waren dann schon eher fußballbegeistert.

Einer von ihnen kam dann ganz aufgeregt von der

Toilette und rief: „Der Lothar Matthäus war mit mir beim Bieseln“.

(Sie lacht) Das musst du jetzt nicht aufschreiben – aber das war

schon der Klassiker.

Haben denn die Fußballer eure Musik auch zu schätzen gewusst?

Das kann ich jetzt nicht sagen. Ich glaube, sie hatten einen schönen

Abend.

Du hast dann aber dein Instrument gewechselt.

Im Jugendalter, als ich mit Harfe und Hackbrett aufgehört habe,

war es dann vielleicht so eine kleine Protestaktion, dass ich mir,

relativ spät, selbst Schlagzeugspielen beigebracht habe. Ich habe

dann immer wieder mit Leuten hier aus der Gegend Musik gemacht,

im Kemmelpark in den alten Bandräumen, und anschließend

bin ich dann bei den Zeitzeugen gelandet, bei denen ich

zehn Jahre gespielt habe.

Und von den Zeitzeugen, die wir in der Melange ja immer wieder

gerne erwähnen, hat es auch ein Stück auf den Oberlandsampler

gebracht.

Achim hat schon als kleiner Murnauer Bub gerne gesungen, oder?

Achim: Ich komme aus einer Musikerfamilie, angefangen mit

meiner Urgroßmutter, die eine klassische Konzertpianistin war.

Mein Vater war eher der Jazzmusiker, der von meiner Oma sehr

musikalisch erzogen wurde. Ich war dann bei den Regensburger

Domspatzen. Da wollte ich selbst hin, weil mein Vater auch dort

war. Ich war fünf Jahre im Internat und habe es unter Ratzinger

(nicht dem späteren Papst, sondern dem Bruder, der die Regensburger

Domspatzen leitete) zum ersten Solisten gebracht.

Achim Neukirch und Carola Teich, die „Macher“ des Oberlandsamplers

Später habe ich dann hier in Murnau mein Abi und eine Ausbildung

zum Toningenieur und Produzenten gemacht und dann 25 Jahre

Radio und Jingles gemacht, als Produzent. Da waren dann 1994

der erste Oberlandsampler und 2002 der zweite auch mit dabei.

Hast du auch selbst nach der Karriere als Sängerknabe noch gesungen?

Nach den Domspatzen habe ich in diversesten Bands gesungen

und sehr darauf geachtet, dass ich meine eigene Musik mache,

keine Coverjobs oder so. Ich bin also auch Singer-Songwriter

und habe auch vor, in der Richtung wieder mehr zu machen.

Highlights mit den Domspatzen?

Das größte oder für mich imposanteste war die Krönungsmesse in

Frankfurt mit den Wiener Philharmonikern. 120 Mann im Chor,

und ich war einer der vier Solisten vorne beim Dirigenten. Das

war damals der Hans Martin Schneidt. Aber ich habe auch mit

Karl Richter eine ganz geile Aufführung im Herkulessaal gehabt.

Hattest du nachher noch etwas mit der Klassischen Musik zu tun

gehabt?

Nein, ich hatte die Schnauze voll (lacht). Aber die Ausbildung da

hat mir als Grundlage sehr geholfen. Deswegen bin ich auch zum

Sänger und zum Jingle Singer geworden, was ich dann Jahrzehnte

gemacht habe.

Das neueste Projekt, von dem Achim erzählt, ist ein Internetradio

im Oberland. Blue Rider soll es heißen und da wird natürlich auch

die Musik vom Oberlandsampler gespielt.

Heribert Riesenhuber

37


Teamfoto: Andreas Müller, weitere: Claudia Becker

P O R T R A I T

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„Leb’n in de Berg,

scheene Sachen,

alpine Ausrüstung und

jede Menge G’schichten“,

das ist ein kleiner Auszug von dem, was man erfahren darf, wenn man

Halt macht in der Garmischer Zugspitzstraße Nr. 20 – nur wenige Minuten

entfernt von der Kandahar Skirennstrecke. Ein Sportfachgeschäft,

das mehr noch hält als es verspricht. Oder soll ich doch besser schreiben:

„Life, Styles & Stories“?!

39


Foto: Claudia Becker

Werner, Christoph und Claudia Niedermaier

Denn, immerhin ist die heimatverbundene Familie Niedermaier

samt ihrem Team weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. So

trudelten erst vor kurzem noch Glückwünsche ein, unter anderem

aus Grönland, zur Auszeichnung zum „besten Sporthändler des

Jahres 2017“, die im Februar auf der ISPO verliehen wurde.

Als Werner Niedermaier von der Nominierung erzählt (von welcher

er im Übrigen nichts wusste, denn die Sportartikelindustrie entscheidet,

wer nominiert wird), strahlt er und berichtet von den Anfängen.

Bestätigung oder Belohnung? – „Ich sehe es eher als Anerkennung,

was unser Team und wir als Familie seit nun 33 Jahren täglich im

Großen und im Kleinen schaffen“, zieht er Resümee.

Anzeigenbuchungen unter:

anzeigen@agentur-melange.de

Übrigens...

Ich gehe an den Adventssamstagen mit

meiner Goldi in den Murnauer

Markt zum Weihnachtsgeschenke

kaufen. Da ist bei

vielen Geschäften länger

offen. Danach spendiere

ich ihr beim Kurti einen

Glühwein und bei den

Staffelseewirten kauf ich

mir eine Bratwurscht.

Poldi

Niedermaiers Anspruch war und ist hoch – vom ersten Tag an.

1984 hatte er die Idee, ein Sportfachgeschäft zu eröffnen. Kein

Vollsortiment – der leidenschaftliche Sportler wollte seine Passion

mit seinen Kunden teilen.

„Sie sollen die Berge genießen,

ohne dass was zwickt.

Die Ausrüstung muss perfekt

auf die jeweiligen, sehr individuellen

Bedürfnisse angepasst sein.“

So ist er stets auf der Suche nach bester Qualität, will für seine

Kunden den besten Service und bietet schlichtweg Topberatung.

Unermüdlich ist er auch heute noch ständig auf der Suche nach

Verbesserungen und Innovationen und hat dabei stets ein Auge für

das Besondere. In den wunderschön gestalteten Schaufenstern

kommt das zum Ausdruck.

40


P O R T R A I T

Das Konzept geht auf – das Team wächst. Neben ihm stehen Ehefrau

Claudia und weitere fünf Mitarbeiter, die eine große Gemeinsamkeit

verbindet: Die Leidenschaft in ihrem Tun und die Liebe

zu den Bergen – ein Feuer, das verbindet. Sohn Christoph studiert

in Innsbruck am MCI Internationale Wirtschaft, hat gerade ein

Praktikum bei Audi absolviert, war in Tasmanien auf einer Schaffarm

beim Arbeiten und studierte ein Semester in Schottland. Er

soll, so Claudia und Werner Niedermaier, seine eigenen Erfahrungen

machen. Die Zeit gönnen sie ihm von Herzen.

Sehr sorgsam werden bei WN alpin Hersteller ausgewählt, manche

weisen bereits 33-jährige Treue auf. Topmarken wie Stöckli Ski

aus der Schweiz, Strolz Skischuhe und Mountain Force zeigen dies

eindrucksvoll. Aber auch Newcomer bekommen eine Chance, wenn

das Team bei ihnen ein gutes Produkt oder eine pfiffige Idee entdeckt.

Des Öfteren begannen erfolgreiche Marken in Deutschland

ihren Erfolg bei WN alpin in Garmisch-Partenkirchen. Patagonia,

Think Pink, Chillaz – sie hatten ihre erste Verkaufsadresse in

Deutschland bei WN alpin.

Manche Hersteller sind auch dankbar um konstruktive Beiträge

der erfahrenen Mannschaft. Es wird dort gern auf Herz und Nieren

geprüft und ein sehr enges Miteinander mit den Partnern und Lieferanten

gepflegt.

Ihr Spezialist für gesunden Schlaf.

Der Kunde steht im Vordergrund und so werden mit großer Freude

auch gerne Sonderwünsche erfüllt. „Bei uns ist das Zentrum die

Kundenberatung. Vom alpinen Alltag, einer genussvollen Wanderung

bis hin zur hochalpinen, extremen Aktivität sind wir mit Kompetenz

und großer Freude für unsere Kunden da“, erklärt Niedermaier.

Ob kompetentes Know-How, individuelle Ausrüstung oder auch

ein paar spontane Tipps für die bevorstehende Tour am Wochenende,

hier finden Sie kreative Wegbegleiter, die Sie an die Hand

nehmen. Das Ergebnis: Jede Menge Lebensfreude. Durch ihren ansteckenden

Enthusiasmus möchte man am liebsten direkt starten –

egal wohin!

Dabei ist Werner Niedermaier selbst in seinem Handeln sehr realistisch

und absolut klar: „Wenn Du was kannst und vor allem gerne machst,

weißt Du auch ganz genau, wo Deine Leitplanken sind. Es geht bei

uns um Qualität und Lebensqualität. Wir ALLE beeinflussen täglich

durch unsere Einkaufsentscheidungen, in welcher Welt wir leben.“

Besuchen Sie uns in unserem

Fachgeschäft in Wielenbach!

ÖFFNUGSZEITEN:

Mo – Fr 09.00 – 12.30 Uhr

Di – Fr 14.00 – 18.00 Uhr

Sa 10.00 – 14.00 Uhr

Montag Nachmittag geschlossen

gerne auch mit persönlicher Vereinbarung

Primelstraße 2

82407 Wielenbach

Tel. 0881 33 92

Fax 0881 40 859

info@bettenmerk.de

bettenmerk.de

41


P O R T R A I T

Foto: Claudia Becker

„Aber im Herzen sind wir offline“, sagt Claudia Niedermaier.

„Es geht nichts über das persönliche Gespräch beim Einkauf –

nur so können echte Gedanken, Meinungen und Ideen ausgetauscht

werden.“

Die eigene „Kandahar-Kollektion“

Freiheit und Kreativität ist ein Teil unserer DNA, so Niedermaier.

Da liegt es auf der Hand, dass man nicht nur Ware vertreibt,

sondern mittlerweile eine eigene Kollektion entworfen hat.

Seit vier Jahren ist nun die „Kandahar-Kollektion“ erhältlich.

Benannt nach der anfangs genannten Skirennstrecke in Garmisch-Partenkirchen,

die seit ihren Anfängen in Zusammenhang

mit dem Skirennsport steht. Bis heute werden dort Rennen

für die Weltelite organisiert. Die Kollektion selbst ist ein

Sinnbild für Tradition, für alpine Leidenschaft und für viel

Liebe zum Detail.

Mich interessiert natürlich noch, welche die aktuellen Pläne

sind, ob sie privat auch ständig Klamotten testen und was den

Kunden in naher Zukunft noch erwarten wird!

Bescheiden und sehr sympathisch sagen die Niedermaiers:

„Es ist viel passiert. Es ist an der Zeit, nachzuarbeiten, aber auch

den Moment zu genießen. Natürlich haben wir noch weitere Ideen

und Träume, die aber noch etwas Zeit brauchen bis zur Umsetzung.

Jetzt freuen wir uns erst mal auf den kommenden Skiwinter.“

Genießen wollen sie auch gern die Zweisamkeit, insofern es

möglich ist, und dann wird nicht immer nur akribisch getestet,

sondern sich auch über die Tatsache gefreut: „Unsere Sachen

san scho guad“.

In diesem Sinne: Packen Sie Ihren Rucksack, steigen Sie in

Ihre Skibindungen und:

„Leben Sie Ihre eigene Spur!“

Alpine, stylische Bekleidungsteile für Alltag und Freizeit und

schöne Accessoires dazu – sprich: eine „kleine Freude“ für jeden

Tag und Jedermann mit lässigen Styles und coolen Farben.

„Wir sehen uns nicht nur als Geschäft, sondern wir sehen uns

als Marke – das ist eine neue Herausforderung, aber auch eine

Chance“, erzählen sie begeistert. Die Kandahar-Kollektion kann

seit letztem Jahr auch online bei WN alpin bestellt werden.

„Wir stecken in unsere eigenen Ideen und Entwicklungen viel

Energie und unsere ganze Kraft. Es gibt immer wieder neue Styles

und Modelle. Dabei bleiben beste Qualität und Trageeigenschaft

immer im Zentrum der Überlegungen.“

Viele Anfragen kamen durch den Tourismus aus ganz Deutschland.

So ist die Kollektion gewachsen und der onlineshop:

www.kandahar-alpin.de entstanden.

PS. NICHT VERGESSEN:

17. Dezember 2017 –

Großer Stöckli Ski-Test in Seefeld!

Testen – vergleichen – erleben.

Anmelden lohnt sich!

WN alpin

Zugspitzstraße 20

82467 Garmisch – Partenkirchen

Telefon 08821 50 340

www.wn-alpin.de

www.kandahar-alpin.de

Cordula Wild

42


Fotos: Martina Baumeister

L I V E

Papier war

gestern!

Hannes Bräu und sein „Crossmedia“-Schülerteam

Online-Blog statt

Schülerzeitung

Alle sitzen ungewöhnlich brav da. Mehrere Tische sind zusammengeschoben.

Manch einer der Schüler hält Papier und Stift

bereit. Sie warten.

Die Tür öffnet sich. Voller Tatendrang betritt Hannes Bräu,

Deutschlehrer an der Realschule im Blauen Land, das Klassenzimmer.

Die Redaktionssitzung beginnt.

An der Murnauer Bildungseinrichtung ist man im medialen

Zeitalter angekommen. Letztes Jahr gab es zum ersten Mal

keine Schülerzeitung mehr, sondern einen Online-Blog, den ein

Team an Schülern im Rahmen des Wahlfaches „Crossmedia“

betreut.

Ein notwendiger Schritt, in den Augen Bräus. Er hat das Projekt

ins Rollen gebracht. „Wir müssen uns den Rezeptionsgewohnheiten

der Jugendlichen anpassen.“ Und die konsumieren heut-

44


zutage digital. Die Zahl der Schülerzeitungen an bayerischen

Realschulen ist begrenzt – der kreative Umgang mit Sprache

entspricht eher dem Leistungsbild des Gymnasiums. Murnau

ist eine Ausnahme – das Lehrerkollegium möchte die Sprachausbildung

der Schüler vorantreiben, indem man andere Kanäle

als Papier anspricht. Und was liegt da näher als das Internet.

Seit März letzten Jahres ist die Bildungsinstitution mit ihrem

Schülerblog unter www.bib-murnau.de online. Seither wird gepostet

was das Zeug hält: über Schulveranstaltungen, das Schulleben,

aber auch über Privates. Zweimal in der Woche die Besucher

der Internetseite mit Nachrichten zu versorgen – das haben

sich die Schüler zum Ziel gesetzt. Selbstverständlich so aktuell

wie möglich – denn nur so wird man gelesen. „Die Schüler bekommen

eine direkte Rückmeldung über ihre Arbeit.“ Der Stolz,

ihr eigenes Produkt im Internet zu sehen, ist ihr Antrieb.

Und das Produkt, das die Schüler kreieren, ist so vielfältig wie

der Name des Wahlfaches Crossmedia andeutet: von Texten über

Fotos bis zu Podcasts, eigenen kleinen Radiobeiträgen, ist alles

dabei.

Auch dieses Schuljahr findet das Angebot wieder Zulauf bei den

Schülern. Einen Plan und viele Ideen gibt es bereits. Das Interesse

des 16-jährigen Nick Geiger, der die neunte Klasse der Schule

besucht, ist geweckt „Ich will wissen, wie man schreibt.“ Nick

möchte Journalist werden. Das Wahlfach nutzt er, um notwendige

Grundtechniken zu erlernen – aber auch, um eigene Ideen

in die Tat umzusetzen.

Selbstverwirklichung ist ein wichtiger pädagogischer Aspekt des

Projekts. Überhaupt bietet das Wahlfach neben der Sache an

sich, des „Bloggens“, eine ideale Lernumgebung: Themen werden

kontrovers diskutiert, Meinungsverschiedenheiten angesprochen.

Die Schüler üben sich darin, zu kritisieren, aber auch selbst Kritik

anzunehmen. Nicht zu vergessen, dass die Schüler für den

Umgang mit Medien sensibilisiert werden.

Bräu hofft, die Relevanz des Projekts in diesem Schuljahr weiter

steigern zu können. „Sobald Jugendliche anderer Schulen und

Eltern die Seite als regionalen Nachrichtenstrom nutzen, kann das

klappen.“ Die Motivation der Schüler ist der wichtigste Motor

des Projekts Online-Blog. „Denn wenn sie nicht gelesen werden,

haben sie auch keine Motivation zu schreiben.“

Martina Baumeister

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-Tipp

Mein persönlicher Buchtipp:

AMBACH,

die Kunstfälscher-Serie

von Jörg Steinleitner

jetzt die neue Krimiserie „Ambach“ vom Jörg Steinleitner aus

Riegsee lese, geht es mir plötzlich genauso: Ich fange an zu lesen

und kann nicht mehr aufhören. Ich bin eher so ein Abendleser

vor dem Einschlafen, aber beim Felix Ambach ist alles

anders: Ich nutze fast jede Minute zum Lesen, der Fernseher

bleibt aus. Und am Ende, wie ich alle drei Bände fertig gelesen

habe, falle ich in ein Loch. Ich weiß plötzlich gar nicht mehr,

was ich tun soll – wie damals im Fasching. Der Held, den sich

Foto: Nana Klaass

Franz Windirsch und Jörg Steinleitner vor einer Kapelle in Riegsee,

der Herrgott im Hintergrund ist von Florian Stückl aus Oberammergau

Ich bin jetzt ja nicht so der Literaturexperte oder Vielleser.

Aber kürzlich hatte ich ein Leseerlebnis, von dem muss ich erzählen,

weil es mich an meine Jugend erinnert: Wie ich ein 17-

jähriger Bursch war, bin ich im Fasching auf jeden Ball gegangen,

den es gab. Ich hab getanzt und lustig war es, und am

Aschermittwoch war ich traurig, weil es zu Ende war mit dem

Fasching. Da bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Und wie ich

der Jörg mit seinem Co-Autor, dem Regisseur Edlinger, ausgedacht

hat, ist ein unglaublicher Typ. Der fängt als harmloser

Holzschnitzer an und wird später zu einem schwerreichen

Kunstfälscher. Und was der alles anstellt – der lässt wirklich

keine Höhen und Tiefen des Lebens aus! Mehr will ich nicht

verraten. Kauft’s am besten gleich die kompletten drei Bände

bei der Buchhandlung Gattner oder einem anderen Buchhändler

im Blauen Land und dann lest. Das kostet keine 30 Euro

und ist so schön wie im Fasching tanzen.

Euer Franz Windirsch von der Melange

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DR. MATTHIAS MILITZ

Leitender Arzt der Septischen Chirurgie

BG Unfallklinik Murnau

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BEITRAG

mit Dr. Matthias Militz

SPEZIALISTEN

FÜR SCHWERE FÄLLE

Septische Chirurgie in der BG Unfallklinik Murnau

Eine der schwerwiegendsten Komplikationen in

der Unfallchirurgie und Orthopädie ist die Infektion.

Kommt es zu einer Infektion, so ist die Expertise von

Fachspezialisten erforderlich. In der BG Unfallklinik

Murnau werden diese Patienten in der Abteilung für

Septische und Rekonstruktive Chirurgie seit über 40

Jahren behandelt. Pro Jahr werden in der Septischen

Chirurgie knapp 2.000 Patienten operativ versorgt.

Die Septische Chirurgie fasst unterschiedliche Aufgaben und Funktionen in einem medizinischen

Fachbereich zusammen. Gerade unter diesem Aspekt ist es wichtig, Experten verschiedener

Fachbereiche zu vernetzen, um Diagnostik und Therapie in Einklang zu bringen.

In der BG Unfallklinik Murnau können die Patienten auf das Zusammenspiel der Spezialisten

vertrauen, die ihre Expertise und ihre langjährigen Erfahrung einbringen: Alle Beteiligten

arbeiten von Anfang an interdisziplinär zusammen. Gemeinsam erarbeiten sie ein

Therapiekonzept, das den individuellen Erfordernissen des Patienten entspricht. Ein wesentlicher

Aspekt der modernen Septischen Chirurgie ist dabei die Fokussierung auf die

Diagnosesicherung und diese enge Verknüpfung mit anderen Fachdisziplinen, wie Infektiologie,

Mikrobiologie, Anästhesie, Plastische Chirurgie, Radiologie, Innere Medizin und Reha-Medizin

sowie mit den Pflegenden und dem Sozialdienst, um die komplexen diagnostischen und

therapeutischen Erfordernisse umzusetzen.

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ANDREAS

SPINDLER

Fachkrankenpfleger,

Stellvertretende Stationsleitung,

vor Betreten eines Patientenzimmers

auf der Isolierstation

Andreas Spindler

ohne Schutzkleidung

SPEZIALISTEN FÜR SCHWERE FÄLLE

Septische Chirurgie in der BG Unfallklinik Murnau

Komplikationen und Infektionen als Folge von schweren Verletzungen

lassen sich auch bei größter Sorgfalt, trotz innovativer Techniken

und der Einhaltung strenger Hygieneregeln, nie gänzlich ausschließen.

Die Septische Chirurgie bietet Betroffenen viele Therapiechancen.

Entscheidend ist hier die frühzeitige und exakte Diagnose.

Darauf baut die schnelle und individuelle Therapie auf. Werden die

Infektionen nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, müssen

die Patienten mit langwierigen Verläufen rechnen. Die Abteilung für

Septische Chirurgie der BG Unfallklinik Murnau fußt auf einem aufeinander

eingespielten Ärzte- und Pflegeteam, das eine große Expertise

im Bereich der Bekämpfung von Infektionen und deren

Rehabilitation vorhält. Die persönliche Bindung zum Patienten ist

dabei entscheidend. Häufige Wechsel von medizinischen Bezugspersonen

können vermieden werden, ebenso redundante Untersuchungen.

Das Team ist vertraut mit Wundheilungsstörungen und

Infektkomplikationen. Die tägliche Arbeit hilft bei der professionellen

Therapie der Patienten. Ziel der Experten ist immer eine anhaltende

Infektberuhigung. Dies ist nur möglich, wenn das Krankheitsbild als

Ganzes erfasst und behandelt wird. Die Behandlung der Symptome

alleine ist dabei nicht ausreichend.

Das Behandlungsspektrum der Septischen Chirurgie ist weit gefächert.

Von der Infektdiagnose und der Beruhigung bis hin zur Antibiotikagabe,

erfahrene fachübergreifende Teams sind nötig, um den

komplexen Herausforderungen fallspezifisch begegnen zu können.

Das Spezialistenteam rund um den Leitenden Arzt Dr. Matthias Militz

ist zentraler Ansprechpartner für Patienten aus Süddeutschland und

weit darüber hinaus. In diesem Beitrag gibt er einen Einblick in die

vielschichtigen Bereiche der Septischen Chirurgie.

Welche Therapieansätze werden in der Septischen

Chirurgie verfolgt?

MILITZ: Infektionen in der Unfallchirurgie und Orthopädie sind immer

komplex und vielschichtig, da – zusätzlich zu der eigentlichen Verletzung

oder Operation – die Infektion die Behandlung erheblich erschwert.

Zu den schwerwiegendsten Komplikationen nach einer

Operation zählen die Infektionen im Bereich von Implantaten. Das

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BARBARA

SCHLEGEL

Medizinisch-technische

Laboratoriumsassistentin

(MTLA)

ANTIBIOTIKATHERAPIE MIT

ANTIBIOTIC STEWARDSHIP PROGRAM

(ABS-PROGRAMM)

BG Unfallklinik Murnau

liegt daran, dass in Anwesenheit eines Implantates die Infektion

meist nicht erfolgreich behandelt werden kann, deshalb ist für die

Sanierung des Infektes die Implantatentfernung erforderlich. Einerseits

gilt es, die Stabilität des Knochens wieder herzustellen, ohne

durch ein Implantat das Fortbestehen der Infektion zu begünstigen.

Andererseits ist die stabile Fixierung der Knochen eine wesentliche

Voraussetzung für die Infektberuhigung und die Knochenheilung.

Die kontinuierliche Verbesserung aktueller Behandlungsverfahren

steht im Mittelpunkt der Forschung. Zusätzlich ist

in der BG Unfallklinik Murnau seit 2011 eine Antibiotikatherapie

mit ABS-Programm etabliert. Im Zuge dessen

wurden ein infektiologischer Konsiliardienst eingerichtet,

Antibiotika-Leitlinien erarbeitet und Schulungen durchgeführt.

Die Verordnungen von sogenannten Reserveantibiotika

müssen seither durch das ABS-Team bestätigt werden. Dank

dieser Maßnahmen konnte ein Rückgang des Verbrauchs

an Reserveantibiotika verzeichnet werden.

Uns ist es besonders wichtig, unsere Patienten persönlich zu betreuen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen

verschiedener Fachbereich ist dabei entscheidend. Dank der guten

Zusammenarbeit können wir unseren Patienten individuelle Lösungen

anbieten. Unsere Kolleginnen und Kollegen sind täglich damit betraut,

Infektionsherde zu sanieren und Funktionen zu rekonstruieren. Dabei

helfen uns die fortwährende Fort- und Ausbildung sowie die Forschungsarbeiten,

um die Qualität nachhaltig zu sichern und die hohen

Standards stetig weiter auszubauen. Deshalb können wir eine erfolgreiche

Behandlung nur interdisziplinär mit allen Beteiligten erreichen.

Nicht nur die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen ist entscheidend.

Wichtig für den Behandlungserfolg sind auch das

Hygienemanagement und ein verantwortungsvoller Umgang mit

Antibiotika, um den Einsatz von Antibiotika auf ein notwendiges

Maß zu reduzieren. Das Hygienemanagement hat eine grundlegende

Bedeutung im Krankenhaus und ist insbesondere in der

Septischen Chirurgie von großer Wichtigkeit, um der Verbreitung

von Erregern möglichst entgegenzuwirken. Die Infektionsprophylaxe

ist als Basismaßnahme zwingend umzusetzen. Wie lässt sich das

Hygienemanagement fördern? Die wichtigste Maßnahme zur

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SPEZIALISTEN FÜR SCHWERE FÄLLE

Septische Chirurgie in der BG Unfallklinik Murnau

Anlage / Montage eines Ringfixateurs zur

Rekonstruktion eines Unterschenkeldefektes

Vermeidung der Übertragung von Infektionserregern im Krankenhaus

ist die hygienische Händedesinfektion. Hierdurch können

nach Literaturangaben ca. 80% der Übertragungen von Krankheitserregern

vermieden werden.

In den Medien hört man von multiresistenten Erregern, die zu einer

Infektion führen können. Aber was hat es damit auf sich? Multiresistente

Erreger sind Krankheitserreger, die gegen die meisten

der von uns im Alltag eingesetzten Antibiotika resistent geworden

sind. Somit besteht aus Patientensicht die Gefahr, dass die Anfangstherapie

mit Antibiotika nicht wirken könnte, weil der Erreger dagegen

resistent ist und erst nach Erhalt der mikrobiologischen

Testergebnisse – frühestens nach 48 Stunden – auf eine wirksame

Substanz umgestellt werden kann. Zusammengefasst bedeutet

dies, dass eine Infektion mit multiresistenten Erregern eine schlechtere

Prognose hat. Dies liegt jedoch nicht an „aggressiven Superkeimen“,

wie fälschlicherweise in der Presse häufig dargestellt,

sondern an den eingeschränkten Therapiemöglichkeiten.

Interdisziplinäre Isolierstation

Weitere Besonderheit der Septischen Chirurgie in der BG Unfallklinik

Murnau ist die Isolierstation. Im Jahr 2005 erfolgte der Umzug

der Abteilung in den heutigen Bereich des Klinikgebäudes mit den

Stationen 22 / 23 und 32, wobei die Station 32 als interdisziplinäre

Isolierstation eingerichtet wurde. Diese Station hält 12 Betten zur

Behandlung ansteckender Infektionskrankheiten, insbesondere von

MRSA-Patienten, vor. Durch die Isolierung verbessert sich einerseits

die Qualität der pflegerischen und ärztlichen Versorgung durch die

Fokussierung auf das Krankheitsbild. Andererseits sinkt die auch die

Hemmschwelle, Patienten zu besuchen, wodurch eine Stigmatisierung

vermieden wird.

Behandlungsspektrum der Septischen Chirurgie

Die Abteilung befasst sich seit über 40 Jahren mit der Bekämpfung

von Knochen- und Weichteilinfektionen, aber auch mit deren

Rekonstruktion. Solche Infektionen können schwere Krankheitsverläufe

auslösen, die trotz modernster Medizin zu Einschränkungen

der Mobilität und Lebensqualität führen können. Wichtig ist deshalb

die frühe Aufklärung des Patienten über die bevorstehende Behandlung

und die Behandlungsdauer. Bei einer Knochenrekonstruktion

ist eine Behandlungsdauer von bis zu zwei Jahren nicht

unüblich, bis das Bein oder der Arm wieder funktionsfähig ist. So

kann ein Knochendefekt am Bein mit ca. 10 cm Länge beispielsweise

500 Behandlungstage in Anspruch nehmen. In Zusammenarbeit

mit weiteren Fachdisziplinen wird der langwierige Behandlungsverlauf

geplant und in verschiedene Behandlungsschritte unterteilt.

BG Unfallklinik Murnau

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BG Unfallklinik

Murnau

INFOBOX

Septische Chirurgie

an der BG Unfallklinik Murnau

Über die Septische Chirurgie

Ziel der Septischen Chirurgie ist die Behandlung aller Arten von Infektionen des Bewegungsapparates.

Ursachen dafür sind zumeist bakterielle Erreger. Durch sie können akute oder

chronische Infektionen ausgelöst werden. Erfolgt die Diagnose nicht rechtzeitig, kommt es

zu einer verzögerten Behandlung, die zu langwierigen Verläufen führen kann.

In der BG Unfallklinik Murnau arbeiten interdisziplinäre Expertenteams an optimalen Lösungen

für Patienten mit Entzündungen von Knochen, Weichteilen oder Wirbelkörpern. Dabei greifen

sie auf verschiedene Methoden zurück: modernstes Wundmanagement, Rekonstruktionen

mithilfe der Plastischen Chirurgie oder Rekonstruktion von Knochendefekten nach Sanierung

von Infektionen und viele weitere.

Gründung der Abteilung: 1970

Entwicklung der Patientenzahlen

(pro Jahr):

• 1998: Behandlung von 575 Patienten

• 2004: Behandlung von 719 Patienten

• 2015: Behandlung von 1775 Patienten

Behandlungsgebiete:

• Knochen(mark)entzündungen

• Implantatassoziierte Infektionen

• Weichteilinfekte

• Endoprotheseninfekte

• Gelenkinfekte

• Korrektur von posttraumatischen

Achsabweichungen und

Gelenkfehlstellungen

Therapieverfahren:

• Diagnosesicherung durch

umfassende Abklärung der lokalen

Situation und ev. vorhandener

Nebenerkrankungen

• Interdisziplinäre Behandlung

• Operative Sanierung durch

Entfernung allen infizierten Gewebes

und / oder von Implantaten

• Rekonstruktion von Knochendefekten

z.B. durch Segmenttransport

• Weichteilrekonstruktion in

Zusammenarbeit mit den Kollegen

der Plastischen Chirurgie

• Betreuung von Patienten mit

multiresistenten Keimen auf der

Isolierstation

BG Unfallklinik Murnau · Prof.-Küntscher-Straße 8 · 82418 Murnau · Tel. 08841.48-0 · Fax 08841.48-2600

E-Mail: info@bgu-murnau.de · www.bgu-murnau.de

Interview und Redaktion: Lisa Schwede · Fotos: Stefanie Seyringer, Christian Podolski

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Auf vielfachen Wunsch hin gibt es das Melange

jetzt offiziell ab 2018.

ABO

Das Magazin Melange erscheint 2018 drei Mal:

Im März, Juli und November. Die Melange arbeitet bis zum

heutigen Tag ohne Verträge. Ob Anzeigen oder Artikel, hier

gilt das Wort oder der Handschlag. So werden wir es auch mit

dem ABO bewährt weitermachen.

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Sagen Sie uns bitte noch Bescheid, ob wir Ihre Mail-Adresse in unseren

Melange-Verteiler aufnehmen dürfen. So können wir Sie über

unsere Veranstaltungen und Ideen weiter informieren. Ihre Daten

sind selbstverständlich sicher und werden nicht weitergegeben.

Herausgeber: Agentur Melange, Obermarkt 8, 82418 Murnau /

Barbara Krönner und Franz Windirsch

Das komplette Team Melange wünscht Ihnen für das Jahr 2018 Gesundheit – der Rest ist Zugabe.

Es lebe die Melange – von Menschen für Menschen. Das Magazin vom Blauen Land und Umgebung.

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P O R T R A I T

Foto: Florian Warnecke

Die Melange zu Besuch in Krolls Weinkeller im Lindenburgweg

Zu jedem guten Wein gehört auch eine Geschichte

Ein Leben ohne (guten) Wein mag sich Rudolf Kroll nicht mehr vorstellen.

Rudolf Kroll, genannt Rudi, erblickte das Licht der Welt in Wasserburg

am Inn, aber seine Leidenschaft gehört trotzdem dem

Wein. Als er diese „Berufung“ in sich verspürte, war sein Vater allerdings

zunächst nicht sehr begeistert davon. Immerhin arbeitete

der Sohn im eigenen Betrieb mit und der war in der ganzen Region

als „Bier Kroll“ bekannt. Der Großvater hatte den Getränkehandel

an der Lindenburgstraße 1931 in Murnau gegründet. Zwar hatte

es schon immer ein paar Weine im Sortiment gegeben, aber denen

wurde nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Schuld an der Wandlung von Rudi war eigentlich ein Winzer von

der Mosel, der in Riedhausen Urlaub machte. Man lernte sich

kennen, kam ins Gespräch und – wie es der Zufall so wollte, hatte

der Winzer ein paar Flaschen von seinem Wein im Gepäck. Dafür

hat sich Rudi Kroll gleich interessiert. „Ich fühlte mich vom Wein

angesprochen“, sagt er heute. Aber das fühlen sich andere auch –

ohne deshalb gleich Weinhändler zu werden.

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Wenn man Rudi Kroll, gemeinsam mit seiner Frau Ulli, darum

bittet, seine Geschichte zu erzählen, dann muss man schon etwas

Zeit mitbringen. Bei Kerzenlicht, umgeben von Hunderten von

Weinen, die alle persönlich ausgesucht wurden, plaudert er gerne.

Er sei damals, etwa 1982, selbst nach Cochem an die Mosel gefahren

und habe den Winzer besucht, dessen Wein ihm so gut geschmeckt

hatte. Dort habe er den Weinkeller angeschaut, sei im

Weinberg spazieren gegangen und habe natürlich auch Wein probiert.

„Da ist mir aufgefallen, dass dem sein Wein viel besser war als

unserer.“ Ist ja auch kein Wunder. „Bier Kroll“ kaufte den Wein

damals bei verschiedenen Großhändlern. „Massenware“, würde

Rudi Kroll sagen. Sicher nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes.

Der Vater, um noch einmal auf ihn zurückzukommen, war

noch nicht ganz überzeugt. Immerhin war der neue Wein von der

Mosel nicht nur besser, sondern auch teurer. Das musste den Kunden

erst einmal vermittelt werden. Aber der Weinbauer von der

Mosel unterstützte Kroll mit allen Mitteln. Sogar die Cochemer

Weinkönigin kam zu einem Termin nach Murnau – und die hatte

Argumente, denen keiner widersprechen konnte.

Hier könnte die Geschichte von den Anfängen eigentlich schon zu

Ende sein. Aber Rudi Kroll kam gerade erst in Fahrt. Er nahm

sich nun den Wein aus der Pfalz vor, dann den Frankenwein, und

versuchte Alternativen zu finden, die ihm besser schmeckten. Allerdings

wartete er nicht mehr darauf, dass ein Winzer in der Region

Ferien machte. Er informierte sich auf Messen und in Fachzeitschriften.

1984 machte er gar den „Fachberater für deutschen

Wein“ des deutschen Weininstituts. Nicht dass ihn der dreitägige

Kurs zum Experten gemacht hätte – aber es war mal ein Anfang.

So nach und nach stellte Rudi Kroll das Sortiment des „Getränkefachhandels“,

der ja darauf spezialisiert war, die Gastronomie zu

beliefern, um und erweiterte vor allem das Weinangebot auf rund

150 Weine.

Auch hier könnte die Geschichte eigentlich schon zu Ende sein.

Doch 2004 lernte Rudi Kroll in der Wachau an der Donau seine

heutige Frau Ulrike kennen. Beim Heurigen natürlich. „Das ist

beim Heurigen so, dass jeder mit jedem redet“, sagt Ulrike Kroll, die

noch immer eine sympathische österreichische Färbung in der

Sprache hat. Dabei lebte sie damals bereits in Garmisch-Partenkirchen

und arbeitete als Friseurin. Aber nicht nur Haare schneiden

kann sie, sie hat auch ein gutes Gespür für Weine. Das merkte

Rudi Kroll schnell. Und gemeinsam setzten sie einen Traum um.

Noch einmal wurde fast das ganze Weinsortiment „umgeworfen“.

Nicht mehr Weine aus aller Welt sollten es sein, sondern nur noch

Weine aus Deutschland, Österreich und Italien. Und keine Weine

mehr vom Großhändler. Rudi und Ulli Kroll wollten nur noch

Weine verkaufen, die sie selbst ausgesucht haben. Oft von kleinen

Winzern, die manchmal so wenig produzieren, dass sie für den

Großhandel uninteressant sind. Und diesen Plan haben die beiden

auch umgesetzt. Rund 300 ausgesuchte Weine haben sie heute im

Angebot. „Zu jedem Wein, den wir hier stehen haben, könnte ich

eine Geschichte erzählen“, sagt Rudi Kroll. Und inzwischen ist auch

Vater Rudolf Kroll begeistert, wenn er sieht, was der Sohn geschafft

hat.

Und, um die Geschichte zu Ende zu erzählen: Rudi und Ulli Kroll

verwirklichten noch einen Traum, indem sie 2013 den ehemaligen

Verkaufsraum zu ihrem eigenen „Weinkeller“ umbauten. Mit Ziegeln

aus der Toskana ließen sie sich einen schönen Verkaufs- und

Präsentationsraum einrichten, in dem die geliebten Weine so richtig

schön zur Geltung kommen. Hier verbringen sie selbst nach

Geschäftsschluss noch gerne schöne Stunden – mit Wein und interessierten

Menschen. Vor vielen Jahren war dies der Raum gewesen,

in dem Rudis Vater die eigene Limonade abfüllte. „Ja, ich

bin mit Kroli Limonade groß geworden“, sagt Rudi Kroll. Bei so

einer Kindheit muss man wohl zum Genießer werden.

Heribert Riesenhuber

Tipp

Das Weinlokal LBW1 hat Öffnungszeiten, die man selbst

herausfinden muss, zum Beispiel auf der Homepage. Hier kann

man Rudolf Kroll und seine Frau im Service erleben. Bruder Markus

Kroll kocht.

Krolls Weinkeller

Inhaber Rudolf Kroll e.K.

Lindenburgweg 3

82418 Murnau

Telefon 08841 / 6172 - 0

www.wein-kroll.de

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M E N S C H E N I N M U R N A U

Altes Handwerk

und neue Ideen:

Michael Köberling

baut Geigen mit

dem Zeichen des

Drachen.

60


Foto: Michael Köberling

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Foto: Michael Köberling

Wir haben wohl alle mehr oder weniger feste Vorstellungen von anderen Menschen, und es spricht

für unsere Erfahrung, wenn wir im Krimi den Bösewicht gleich erkennen. An seinem Gang, am

verschlagenen Blick oder an der Narbe über der Augenbraue. Oft genug liegen wir aber auch

daneben. So wie eine Lehrerin in Garmisch-Partenkirchen, die den damals fünfzehnjährigen Michael

Köberling fragte, was er denn nun machen wolle. Der hatte gerade, nach der 9. Klasse, die Schule ohne

Abschluss hingeschmissen. Und als der Jugendliche, der sich mehr auf dem Fußballplatz als hinter Büchern

herumtrieb, sagte, er werde Geigenbauer, da war die Lehrerin sprachlos. Vermutlich wusste sie nicht so ganz, ob

aus diesen Worten maßlose Selbstüberschätzung sprach oder ob der Ex-Schüler sie einfach nur auf den Arm

nehmen wollte. Michael Köberling schmunzelt noch heute, wenn er davon erzählt. Es ist ihm mehr als

einmal passiert, dass ein Gesprächspartner einen überraschten Gesichtsausdruck machte, wenn er von

seinem Beruf erzählte, gefolgt meist von der Frage: „Kann man davon überhaupt leben?“

Einen Traumberuf habe es damals für ihn nicht gegeben und ein Instrument zu spielen hat er auch

nicht richtig gelernt, auch wenn seine Eltern das gerne gesehen hätten, erzählt Michael Köberling.

Er habe sich eher für Eishockey interessiert und ist noch heute einer der Torhüter bei der Altherrenmannschaft

des SC Riessersee. Trotzdem wusste er ziemlich genau, was er damals zu seiner

Lehrerin sagte, denn, was sie offensichtlich nicht wusste: Auch sein Vater war Geigenbauer.

Der, so erzählt Michael Köberling, war eigentlich zufällig zu diesem Beruf gekommen. Gemeinsam

mit seinen Eltern und Geschwistern war er 1946 aus dem Sudetenland geflüchtet

und in Garmisch-Partenkirchen gelandet. Zwei Häuser weiter wohnte ein Geigenbauer,

und da Johann Köberling geschickt war im Umgang mit Holz – immerhin war sein Vater

nicht nur Bergmann, sondern auch ein so genannter „Herrgottschnitzer“ – konnte er in

dem Betrieb 1955 eine Ausbildung aufnehmen und machte sich 1971 selbstständig.

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M E N S C H E N I N M U R N A U

Das Handwerk vom Vater gelernt

Der Vater hatte seinen Betrieb eher auf Schülerinstrumente ausgelegt.

Bestandteile wurden von so genannten Heimarbeitern gefertigt

– meist auch Geigenbauern. So konnte er dann Geigen in

kleinen Serien von bis zu zehn Stück bauen. Das waren gute,

solide Schülergeigen, so Michael Köberling, und durch die effiziente

Arbeitsteilung konnte der Vater die Instrumente zu einem

guten Preis anbieten. In der traditionellen Geigenbauszene jedoch

wurde schon mal herablassend auf diese Art und Weise des Geigenbaus

hinab gesehen. 1984, als Michael Köberling seine Ausbildung

begann, zog die Familie nach Grafenaschau. Am Ende seiner

3-jährigen Lehrzeit, die im väterlichen Betrieb und mit Blockunterricht

an der Geigenbauschule Mittenwald stattfand, baute er

seine erste Geige, das Gesellenstück. Das Verhältnis zur „Zunft“

der Geigenbauer blieb allerdings erst einmal distanziert, und Michael

Köberling arbeitete weiter in der väterlichen Werkstatt.

Konkurrenz von allen Seiten –

und neue Ideen

In den 1990er Jahren änderte sich allerdings einiges für die Geigenbauer.

Nach der Öffnung der Grenzen zum Osten wurden

viele Altgeigen aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks in

den Westen importiert. Geigenbauer brauchten sie nur noch aufzukaufen

und zu überholen. Diese Geigen waren zwar oft von

geringerer Qualität, dafür aber günstig. Zur gleichen Zeit konnte

man das Aufstreben des Geigenbaus in Asien verfolgen. Ihre Instrumente,

die anfangs noch belächelt wurden, holten technisch

rasch auf. Michael Köberling war damals klar, dass das bisherige

Geschäftsmodell für ihn keine tragfähige Zukunft zu bieten hatte

und er sich etwas einfallen lassen musste. Er musste sich entscheiden,

ob er wie andere Geigenbauer Reparaturen und Restaurierungen

durchführen wollte, oder sich ganz dem gehobenen

Neubau in Einzelanfertigung widmen wollte. Der zweite Weg

reizte ihn offensichtlich mehr. Aber um Erfolg zu haben, musste

er sich einen Namen machen – und das möglichst weltweit. 1994

kam ihm dabei eine technologische Neuerung zugute: Das Internet

entstand, und Michael Köberling stürzte sich mit Begeisterung

darauf. In der Region gab es zu diesem Zeitpunkt noch

keine richtigen Webdesigner. Also reiste Köberling mit ein paar

Fotos im Gepäck in die USA, um von dort aus seine Webseite zu

starten. „Ich hatte damals die dritte Website im Landkreis überhaupt“,

erzählt er nicht ohne Stolz. Damals nutzte in Deutschland

noch kaum jemand das Internet und wenn man einmal eine bestimmte

Seite entdeckt hatte, so fand man sie beim nächsten

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M E N S C H E N I N M U R N A U

Fotos: Michael Köberling

Besuch selten wieder. Man musste sich lange Namen und Buchstabenkombinationen

merken oder aufschreiben. Suchmaschinen

hatten noch Namen wie Altavista, Fireball oder „Archie“.

1996 erhielt Michael Köberling dann eine E-Mail mit folgendem

Text: „Please, can you make me a Violin?“ Sie stammte von

einem 13-jährigen Jungen namens Bob aus Virginia, und der

wurde sein erster Kunde in den USA für eine neue Geige.

Die eigene Werkstatt in Murnau

Als Michael Körberling 1999 den elterlichen Betrieb verließ

und sich in Murnau niederließ, zunächst mit einer angemieteten

Werkstatt im Gewerbegebiet, war das für den Vater schon

schwer. Aber der Sohn wollte einen eigenen Weg gehen. Seither

hat er rund 120 Instrumente geschaffen und er ist sich sicher,

dass er jedes einzelne wiedererkennt, wenn er es sieht. Alle Instrumente

sind mit einem Zettel gekennzeichnet, auf dem neben

Namen und Herstellungsjahr auch das Wappen von Murnau,

der Lindwurm, abgedruckt ist. Auch im Inneren der

Instrumente ist es als Brandstempel eingeprägt. Der frühere

Bürgermeister, Michael Rapp, gab die Genehmigung für die

Verwendung des Hoheitszeichens. So wurden Geigen aus Murnau

weltweit bekannt. Eines Tages schrieb auch der erfolgreiche

Solist Elmar Oliveira Köberling und bestellte eine Geige. Er

hatte ein Exemplar bei einem Freund entdeckt und ausprobiert.

„Als ich seinen Namen las, hatte ich zuerst an einen Scherz geglaubt“,

so Michael Köberling. Immerhin besitzt Oliveira auch

eine rund 300 Jahre alte Geige von Joseph Guarneri del Gesú.

Ins Zentrum des Geigenbaus,

nach Italien

Inzwischen nutzte Michael Köberling das Internet auch für die

Kommunikation und zum Austausch mit Kollegen. Eines Tages

nahm er Kontakt zu dem in Bologna ansässigen Geigenbauer

Roberto Regazzi auf. Und der lud ihn ein, vorbeizukommen. Dieser

Besuch war ein einschneidendes Erlebnis für den Instrumentenbauer

aus Murnau: „Zum ersten Mal kam ich mit der Renaissance

des italienischen Geigenbaus im 20. Jahrhundert persönlich

in Berührung.“ Nicht etwa die bekanntesten Geigen aus der Hand

eines Stradivari oder Joseph Guarneri „del Gesú“ begeisterten

ihn. Es waren vielmehr die Instrumente der darauf folgenden italienischen

Meister, in denen vielfältige Persönlichkeiten zum Ausdruck

kamen. Dort fand Michael Köberling auch seine eigene

Stilrichtung. In die oberitalienische Stadt Cremona, dem eigentlichen

Zentrum des Geigenbaus, wo Stradivari gelebt und gearbeitet

hat, und sich heute einmal im Jahr die Welt des Geigenbaus

zur Messe trifft, reist Michael Köberling seither regelmäßig. Etwa

170 Geigenbauer sind dort ansässig und der Erfahrungsaustausch,

der oft in Bars und Cafés stattfindet ist – das muss auch Köberling

zugeben – nicht durch das Internet zu ersetzen.

„Einmal sind zwei alte Leute hier am Haus vorbeigekommen

und haben das Schild gelesen, das an meiner Werkstatt

hängt. ,Geigen und Cellobau – so ein Schmarrn‘, hat der eine

zum anderen gesagt. Das finde ich klasse.“

MICHAEL KÖBERLING

„Wenn sich mein Mann mit einem oder mehreren Kollegen

unterhält, sind sie alle auf einen anderen Planeten entschwunden.“

ALEXANDRA KÖBERLING

„Meine Tochter Julia sieht die Werkstatt allerdings eher

als große Bastelstube.“ MICHAEL KÖBERLING

Michael Köberling

Längenfeldweg 41

82418 Murnau

Telefon 08841 – 488625

Heribert Riesenhuber

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66

Foto: Franz Windirsch


P O R T R A I T

Eigenständigkeit

im Alter behalten

„Etwas, das mir persönlich nahegeht,

hatte ich im alten Job nicht. Da gab

es nur Zahlen, Daten, Fakten“,

erzählt Markus Horschig, einer der beiden Gründer und Inhaber

der Sozialagentur Oberbayern. Auf Dauer waren er und

sein Kompagnon Michael Perlick in ihrem alten Beruf in der

Versicherungsbranche unzufrieden. Sie suchten eine sinnstiftende

Alternative – und wurden fündig im Pflegebereich. Damit hatten

sie schon früher am Rande zu tun und wussten: „Es gibt über

100 Agenturen bundesweit, aber nur eine Handvoll arbeitet sauber.“

Grund genug für die beiden, sich des Themas anzunehmen.

Mittlerweile gibt es ihre Sozialagentur im 3. Jahr, sie betreuen

über 100 Patienten und arbeiten mit 120 Pflegediensten, gut

30 Krankenhäusern, Sozialstationen und dem Roten Kreuz zusammen.

Alleine schaffen die beiden engagierten Vermittler

ihre Arbeit schon lange nicht mehr, so groß ist der Bedarf, dass

sie schnell personell aufstocken mussten.

Foto: Franz Windirsch

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L I V E

Häusliche Pflege

Die Sozialagentur mit Sitz im Murnauer Innovationsquartier

vermittelt osteuropäische Pflegekräfte, die

pflegebedürftige Menschen zu Hause versorgen, 24

Stunden, 7 Tage die Woche. Mittlerweile klingelt das

Telefon bei Michael Perlick und Markus Horschig gut

230mal im Monat. Das sind oft Angehörige, aber auch

Krankenhäuser, und es geht immer darum, so schnell

wie möglich Pflegekräfte zu finden. Am besten schon

gestern. Denn nach einem Sturz mit anschließendem

Krankenhausaufenthalt ist oft ein Leben alleine für

die Patienten nicht mehr möglich. Dann muss gehandelt

werden und zwar schnell.

Es gibt keinen Pflege-TÜV

„Der Markt ist nicht reguliert, es gibt keinen TÜV“, kritisiert

Markus Horschig das deutsche Pflegesystem –

und genau das haben sie zu ihrem Konzept gemacht.

Sie beraten Angehörige und Patienten, geben Tipps

für den Umbau der Wohnung und vermitteln das Pflegepersonal.

Die Pflegedienste kennen sie alle persönlich

und stehen in engem Kontakt mit ihren osteuropäischen

Partnern. Von Litauen bis Kroatien haben

sie Agenturen mit angestellten Betreuungspersonen

besucht und sich nur dann für Kooperationen entschieden,

wenn die jeweiligen Partner ihren Grundsätzen

von Seriosität entsprechen. Dazu gehört vor

allem auch ein gutes Sprachlevel der Betreuerinnen

und Betreuer, erklärt Michael Perlick.

Meist muss es schnell gehen

Nach Gesprächen mit Patienten und Angehörigen

schon im Krankenhaus und, wenn möglich, einer Besichtigung

der Wohnverhältnisse, versucht die Sozialagentur

passgenau Pflegekräfte zu organisieren.

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Sechs bis acht Tage dauert es, bis dann jemand vor

Ort sein kann. Immer wieder werden dann mit Pflegekräften

und Patienten unabhängig voneinander

Feedback-Gespräche geführt, um Konfliktherde früh

zu erkennen und gegensteuern zu können. Schlimmstenfalls

muss eine neue Kraft aus Osteuropa kommen,

wenn die persönliche Chemie nicht stimmt. Schlimmstenfalls

ziehen die beiden von der Sozialagentur die

Reißleine – wenn auch der dritte Anlauf schiefgeht,

stimmt oft etwas Grundlegendes nicht. Aber in neun

von zehn Fällen läuft es von Anfang an gut. Oft benötigen

die Patienten einfach Zeit, denn wer jahrelang

alleine gelebt hat, dem fällt es oft schwer, sich nun

mit den Pflegekräften die Wohnung zu teilen. Genauso

oft benötigen aber auch die Angehörigen Zeit, um sich

an die neue Situation zu gewöhnen.

Die Checkliste

Um Probleme zu minimieren, haben Michael Perlick

und Markus Horschig einen Fragenkatalog entwickelt,

der es den Familien erleichtert, die richtigen Entscheidungen

zu treffen. Grenzen der häuslichen Pflege gibt

es aber dennoch: „Wenn die Pflegeleistung in Richtung

Intensivpflege geht, dann kann eine häusliche Pflege das

nicht mehr leisten. Dann muss doch die Unterbringung

in einer Pflegestation angedacht werden.“

nil

Sozialagentur-Oberbayern

Markus Horschig & Michael Perlick OHG

James-Loeb-Straße 11

82418 Murnau a. Staffelsee

Telefon 08841 / 625 97 - 62

Mobil 0160 / 2442 301

www.sozialagentur-oberbayern.de

69


70


anzeigen@agentur-melange.de

71


KulturVelo-

Geschichte auf 2 Rädern...

„Vielen Dank für den tollen Radsupport“ – Lob dieser Art findet

Thomas Wagner nicht nur unter den Rezensionen auf seiner

Homepage, er hört es auch immer wieder. Einen Fahrradverleih,

der den Namen „Kultur-Velo“ trägt, vermutet man in einer

Stadt oder städtischen Gemeinde. Doch Thomas Wagners Fahrradverleih

findet man im kleinen und idyllischen Ort Riegsee.

Die Straßen um den Staffel- und besonders den kleineren Riegsee

mit ihren malerischen Hügeln und verkehrsarmen Straßen

bieten sich für Radfahrer geradezu an. Gerade die ruhigen

Straßen erlauben lange und auch abwechslungsreiche Ausflüge.

Die Abgelegenheit Riegsees ist jedoch kein großes Problem, im

Gegenteil: nach einem Anruf liefert Kultur-Velo die Qualitäs-

Trekking-Bikes von Maxx auch an das Urlaubsquartier – und

das auch am Wochenende.

Für Fahrradfahrer, aber auch Besitzer von Pedelecs ist das

„Blaue Land“ ein Paradies. Rund um das Murnauer Moos führen

verkehrsberuhigte Straßen und Fahrradwege. Auch durch

Mitteleuropas größtes geschlossenes Moorgebiet führt ein geschotterter

Fahrradweg nach Grafenaschau. Vom Ostufer des

Riegsee führen einige Wege durch den Königberg zum Mondscheinfilz

und bis zum ehemaligen Benediktiner-Kloster Benediktbeuern.

Zur Vergangenheit der Landschaft kennt Historiker

Thomas Wagner die Geschichte.

Für das Fahrradfahren begeisterte sich der Inhaber Thomas

Wagner, gelernter Elektriker, erst seit den späten 1980er Jahren.

1993, nach einer schweren Erkrankung, beschloss er im Alter

von 39 Jahren, das Abitur auf einem Kolleg nachzumachen

und begann anschließend ein Studium der Alten Geschichte,

der Vor- und Frühgeschichte sowie Provinzialrömischen Archäologie,

um seine Passion zum Beruf zu machen. Sein Studium,

das er erfolgreich abschloss, finanzierte Thomas mit

Hilfe mehrerer Jobs an der LMU, der Teilnahme an Ausgrabungsprojekten

und der Tätigkeit als Guide in Ausstellungen.

Diese Tätigkeit wollte Thomas Wagner nach seinem Studium

zum Beruf machen.


P O R T R A I T

„Wir können Fragen auch im Detail diskutieren –

das ist das Besondere bei diesen Fahrradtouren.

Die Region wird zum Museum.“ THOMAS WAGNER

Foto: Thomas Wagner


74

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Rathausplatz 1 · 82362 Weilheim

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P O R T R A I T

Ein Promotionsprojekt scheiterte jedoch wegen der Ereignisse in

Folge des 11. September 2001. Nach dem erfolgreichen Abschluss

des Studiums zur Altertumsgeschichte kam die Wende zur Zeitgeschichte.

Seit einer Ausstellung zum Thema Hochlandlager im

Herbst 2004 erforschte der Historiker Organisation, Aufbau, Praktiken

und Karrieren der HJ-Funktionäre in Großzeltlagern der

NS-Jugendorganisation in Südbayern sowie im früheren Reichsgebiet.

Nach der Ausstellung nahm Thomas Wagner Interviews

mit 15 Zeitzeugen auf und sicherte eine große Menge an Dokumenten

in München, Berlin und Königsdorf. Der Beschäftigung

mit dem NS-Regime blieb Thomas Wagner treu: seit 2007 ist der

Historiker für die KZ-Gedenkstätte und seit April 2015 auch für

das NS-Dokumentationszentrum in München tätig.

Kultur-Velo bietet seit dem 1. April 2004 zehn Trekking-Bikes

künftigen Kunden an. Jedes Fahrrad wird individuell eingestellt

und Kinder können sich einen Helm aussuchen. Jede Gruppe radelt

mit einer – oder auf Wunsch – mehreren Satteltaschen los.

Die Vermieter im Umland nahmen das Angebot von Fahrrädern

bald an, Unternehmen buchten Wagner als Guide für ihre Betriebsausflüge.

Die Touren hat der Althistoriker nach Themen gegliedert

abgesteckt. So führt die Tour von der Vorgeschichte über

die Römerzeit ins frühe Mittelalter von bronzezeitlichen Gräberfeldern

über die Fundorte La-Tene-zeitlicher Artefakte zum Krater

an der Stelle des früheren Moosbergs. Dort befanden sich bis in

die 1930er Jahre die Reste einer spätantiken römischen Zivilsiedlung.

Die Gäste erfahren etwas über das Alltagsleben in der

Spätantike: von Mitteln gegen Kopfweh, die zum Schmunzeln

verleiten und den Zweck eines „Liebeszaubers“ – den allgegenwärtigen

Aberglauben in der römischen Antike. Daneben bietet

der Historiker auch Fahrradtouren durch das Gelände des Hochlandlagers,

eines Großzeltlagers der Hitlerjugend an. „Wir können

Fragen auch im Detail diskutieren – das ist das Besondere bei diesen

Fahrradtouren. Die Region wird zum Museum.“ Die Ausflüge mit

dem Fahrrad zeigen die Distanzen zwischen historischen Orten

im Blauen Land. Qualitativ hochwertige Fahrräder zu verleihen

und intellektuelle Herausforderung für die Teilnehmer der Fahrradtouren

– das sind die Pole, die Thomas Wagner als Eckpunkte

seines Unternehmens sieht.

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Thomas Wagner

Kultur-Velo

Thomas Wagner, Unterer Birnberg 8, 82418 Riegsee

Telefon 08841 – 629971, www.kultur-velo.de

75


Sanierte Baudenkmäler:

Wohnraum schaffen und dabei

Steuern sparen

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Durch den Erwerb einer Denkmalimmobilie kann ein außergewöhnliches

Zuhause mit attraktiven Steuerersparnissen verbunden werden.

Britta

KIRSTEIN-ZIETZ

Viele Menschen suchen auch beim Wohnen das Besondere. Zu diesem besonderen Wohnen

gehört mit Sicherheit das Leben in einem sanierten Baudenkmal. Hinter liebevoll aufbereiteten

Kulissen verbirgt sich auch bei historischen Gebäuden nicht selten modernster Wohnkomfort.

Hinter geschichtsträchtigen Fassaden wird vor Einzug oft fachmännisch gewerkelt und gebaut.

Moderne Technik

Moderne Heizungen und Haustechniken werden in die Denkmalimmobilien

integriert, die in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden

auch ein neues Facelift mit Parkettholzböden,

Wellnessbädern, Stuckdecken und naturgetreu nachgebauten Iso-

Fenstern erhalten. Der Charme der Baudenkmäler bleibt so erhalten

und wird ganz geschickt um energetische und dem Komfort

dienende Merkmale ergänzt, weshalb sanierte Denkmalimmobilien

auch zu den begehrtesten Mietobjekten gehören.

Auch für Kapitalanleger attraktiv

Diese Kombination aus außergewöhnlichem und wirtschaftlichem

Wohnen ist jedoch nicht nur bei Mietern außerordentlich

beliebt, sondern macht sanierte Baudenkmäler auch zu einer interessanten

Kapitalanlage. Investoren profitieren bei ausgewiesenen

Denkmälern nämlich nicht nur von einer guten und

stabilen Vermietbarkeit mit einer hohen Rendite, sondern profitieren

darüber hinaus von den noch wenigen in Deutschland

gültigen Steuervorteilen.

können dank der Denkmalschutz-AfA von der Steuer abgesetzt

werden. Der Staat unterscheidet hier zwischen Kapitalanlegern

und Eigennutzern. Während Investoren über zwölf Jahre die kompletten

(!) Sanierungskosten über die Steuer absetzen können,

dürfen Eigennutzer 90 % über zehn Jahre bei der Einkommenssteuererklärung

geltend machen. Zudem gilt: alle Gewinne aus

dem Verkauf einer vermieteten Kapitalanlageimmobilie sind

gemäß § 23 EStG nach Ablauf von zehn Jahren kapitalertragsteuerfrei.

Keine andere Anlageform auf dem deutschen Markt bietet

diese Vorteile.

Mehrere positive Argumente

Nach unseren langjährigen Erfahrungen mit Denkmalschutzobjekten

machen die Sanierungskosten einen Großteil der Gesamtkosten

aus. Da zudem auch die aktuellen Konditionen für

Baufinanzierungen interessant sind, sollte jeder – ganz gleich, ob

Kapitalanleger oder Eigennutzer – derzeit über diese sichere und

staatlich begünstigte Form des Investments nachdenken.

Von Britta Kirstein-Zietz,

ZIETZ Immobilien in Murnau

Steuerlich absetzbar

Die bei der professionellen Sanierung entstehenden Kosten

77


W I R T S C H A F T & F I N A N Z E N

Digital statt Papier

Umstellung auf die digitale Buchführung

DR.RALF

ERICH

SCHAUER

Foto: Archiv, Dr. Schauer

Ein Steuerberater, der mit dem Rechenzentrum der DATEV zusammenarbeitet,

bietet Ihnen hier eine maßgeschneiderte Lösung ohne

großen Kostenaufwand. Auch Rechnungen lassen sich durch eine

Verknüpfung ihrer Bankverbindung mit wenigen Klicks begleichen.

Wenn Sie dann Ihre Bankverbindungen mit Ihrer digitalen Buchhaltungssoftware

verknüpft haben, kann direkt damit begonnen werden,

Belege und Rechnungen hochzuladen. Per Scanner, Scan-App

oder mittels Dropbox werden Belege einfach hochgeladen und alle

wichtigen Informationen wie Belegnummer, Betrag und Datum automatisch

extrahiert. Ob Rechnungen bezahlt wurden oder nicht, ist

auch direkt vermerkt. Mit Hilfe eines Datev-Exports gelangen alle

wichtigen Information direkt zum Steuerberater, ohne zeitaufwendiges

Zusammensuchen und Sortieren der Dokumente. Zudem sind Voranmeldungen

beim Finanzamt wesentlich leichter gestaltet.

Verbesserung der Buchhaltung

durch digitale Prozesse

Papier: Noch vor einigen Jahren war es undenkbar, darauf zu verzichten,

besonders in der Buchhaltung. Rechnungen sortieren, Kontoauszüge

sammeln, dem Kunden Formulare per Post schicken, dem

Steuerberater alles mit Hilfe des Pendelordners zukommen lassen...

Doch die digitale Revolution hat hier einiges verändert. Regal-Labyrinthe

oder verstaubte Archive gehören der Vergangenheit an. Viele

Unternehmen setzen bereits auf den papierlosen Schriftverkehr und

auch bei Finanzbehörden sind Unterlagen in digitaler Form bereits

Alltag.

Die sich stetig weiterentwickelnde Digitalisierung gewinnt immer

mehr an Bedeutung und lässt den Handlungsdruck auf Unternehmen

wachsen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Laut eines Berichts der

IHK Koblenz kann mit digitaler Buchhaltung bis zu 11,60 € pro

Rechnung eingespart werden!

Als ersten Schritt empfehlen wir, sich von den Gewohnheiten der vergangenen

Jahre zu verabschieden. Machen Sie sich bewusst, Ihre

Rechnungen von nun an anders zu behandeln.

Sie werden Belege und Rechnungen einfach einscannen, abfotografieren

oder per Mail an Ihren Steuerberater weiterleiten. Zeitgleich

müssen Sie sich über die Einhaltung gewisser Strukturen und

Gesetze informieren. Das hört sich erstmals trocken und kompliziert

an, ist es aber nicht, da viele Unternehmen diesen Anforderung bereits

nachkommen.

Anforderungen sind ein langfristiges Archivierungssystem, ein innerbetriebliches

Kontrollverfahren sowie eine Zugriffsmöglichkeit für

beispielsweise eine Steuerprüfung.

Das Konzept der Digitalisierung in der Finanzbuchhaltung schafft

die Basis für die Einführung weiterer Optimierungsprozesse. Bei Bedarf

können tagesaktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen, wie

z. B. Informationen über den Liquiditätsstatus generiert und erforderliche

Maßnahmen eingeleitet werden. Zusätzliche Leistungen, wie

z.B. die Durchführung des Zahlungsverkehrs und das Debitorenmanagement,

können einfach umgesetzt werden.

Mit Unterstützung der Datev eG bietet Ihnen Ihr Steuerberater die

professionelle Einführung von Datev-Unternehmen online an. Die

Software ermöglicht Ihnen mittels digitalisierter Belege ein einfaches

und kostengünstiges System zur Steuerung Ihres Unternehmens.

Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare,

für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.

Haben Sie Mut zum Umdenken !

Von Dr. Ralf Erich Schauer, Kanzlei Dr. Schauer in Murnau

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Hofmark 9 · D-82393 Iffeldorf · Tel. 08856.92860

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Tel. 08841.9620 · www.forsthaus-hoehlmuehle.de

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reg. Feinkost & Backwaren

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Postgasse 4 · 82418 Murnau · Tel. 08841.8801

Öffnungszeiten:

Mo.–Mi. & Fr. 7.00 - 18.00 Uhr

Do. 7.00 - 15.00 Uhr, Sa. 7.00 - 13.00 Uhr

GASTHOF WESTNER

Dorfstr. 46 · 82418 Riegsee · Tel. 08841.90673

www.westner-riegsee.de

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Mo. & Di. Ruhetag, in der Saison (1.5.-30.9.) nur Di.

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Tel. 08841.47771 · www.derweinladen-murnau.de

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Praxis für Physiotherapie

und Osteopathie

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Reschstr. 2 · 82418 Murnau · Tel. 08841.9514

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Mo.-Do. 8.00-21.00 Uhr · Fr. 8.00-16:30 Uhr

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