Melange No10

AgenturMelange

Melange No10 - Das Magazin im Süden Bayerns

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CLAUS BIEGERT

Der Umweltaktivist

Titel: Maria Würsch

Foto: Florian Warnecke

d a s m a g a z i n

MURNAU

BLAUES LAND

CHRISTINE

HANSEN

Naturheilpraxis

CHRISTIAN

SPRINGER

Der Mutmacher

MORITZ LEMBERG

und seine Zimmerei


EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Mit unserer 10. Ausgabe feiern wir ein kleines Jubiläum! Auf dem außergewöhnlichen

Titelbild sehen Sie Frau Würsch aus Oberammergau; sensationelle

99 Jahre ist sie jung, und noch total fit. Sie wohnt derzeit im

BRK Seniorenwohnheim in Murnau und hat uns einiges von sich zu erzählen

(ab der Seite 54). Fotografiert wurde sie von Florian Warnecke.

Foto: Barbara Krönner

Foto: Bela Raba

Franz Windirsch, Barbara Krönner und Anna Schön im Gespräch

mit Kabarettist Christian Springer

Auf dem Editorialfoto waren wir von Christan Springers Erzählungen

ganz gefesselt. Zwei Tage nach dem Interview erhielt er gleich eine Medaille;

nicht in Are bei der Skiweltmeisterschaft in Schweden, sondern

vom Freistaat Bayern die Verfassungsmedaille in Silber. Überreicht wurde

sie von unserer Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Die Melange wurde inzwischen zum Sammelobjekt; sie ist zeitlos und

nah am Menschen, Lebenslinie auf Papier.

Viel Spaß beim Lesen, und wir freuen uns schon, Sie und Euch im Frühjahr

in den Biergärten auf einen Ratsch zu treffen. Und dazu a guade Brotzeit,

a Radla und a Radl mit Licht zum Hoamfahrn.

Team Melange und Franz Windirsch

SAVE THE DATE: Melange Sommerfest

am Samstag, den 29. Juni in der Schokoladenmanufaktur!

Mit meinem Freund Florian

Wolfart war ich innerhalb von

einem Jahr schon zweimal

12 Tage in Ghana. Florian ist

schon seit über 20 Jahren Honorarkonsul

von Ghana, und

er hat vor Ort schon einiges bewegt.

Von den Afrikanern können

wir einiges lernen, zum

Beispiel die Gelassenheit. Dort

setzt man sich bei weitem nicht

so unter Druck und ist entspannter.

In den fast vier Wochen

hab ich zudem keinen Einzigen

gesehen, der geraucht hat, ob

auf der Straße oder in einem

Restaurant.

Wie ihr oben auf dem Foto seht,

haben auch wir beide schon etwas

von dieser Gelassenheit angenommen.

Obwohl wir schon

fast 3 Stunden auf den Agrarminister

warteten, waren wir noch

immer gut drauf. Über unsere

Aktivitäten in Afrika werden wir

in unserer nächsten Ausgabe

im Juni ausführlich berichten.

3


INHALT

6 IMPRESSIONEN

„Murnauer Moos“ von Florian Warnecke

8 PIONIERE Kern Microtechnik

Hightechpioniere im Oberland

14 LIVE Ein Ausflug auf dem Staffelsee mit Claus Biegert

„Der Natur eine Stimme geben!”

14

Claus Biegert

„Der Natur eine Stimme geben.”

22 PORTRAIT Karl Steingruber

Der Teamplayer

28 PORTRAIT Ulrich Wotschikowsky

Anwalt der Wölfe und Bären

34 LIVE Die Bison Vibes

Ohne Beat kein Tanz

40 BG UNFALLKLINIK MURNAU

Die Chirurgie im Fokus

Ein- und Ausblicke in die langjährige Tradition

der BG Unfallklinik Murnau

22

Karl Steingruber

Der Teamplayer

48 PORTRAIT Moritz Lemberg und seine Zimmerei

„Ich bin total zufrieden.”

54 LIVE SeniorenWohnen Staffelsee

Das gute Leben pflegen

58 LIVE Bergwacht Murnau

Aktives Ehrenamt

64 STERNSTUNDEN Holz Fiechtner

Weil geteilte Freude doppelte Freude ist...

28

Ulrich Wotschikowsky

Anwalt der Wölfe und Bären

65 FREIZEIT-TIPP

Kristall Therme Kochel am See

Ruhe finden und entspannen in der Wellnessoase

4


INHALT

66 GESUNDHEIT Naturheilpraxis Christine Hansen

Körper, Geist und Seele im Einklang

70 PORTRAIT Christian Springer

Der Mutmacher

77 IMMOBILIEN EXPERTENTIPPS von Britta Kirstein-Zietz

Die niedrigen Zinsen für den Immobilienkauf nutzen – 5 Tipps

78 WIRTSCHAFT + FINANZEN mit Dr. R. E. Schauer

Was ändert sich 2019 bei den Steuern?

80 MARKTPLATZ

Cafés, Restaurants, Shopping, Tourismus und Gesundheit,

Kunst, Handwerk, Immobilien und Dienstleistungen

auf einen Blick

48

Moritz Lemberg

und seine Zimmerei

IMPRESSUM

Herausgeber: Agentur Melange, Obermarkt 8, 82418 Murnau

Redaktion: Team Melange, redaktion@agentur-melange.de

Autoren: nil, Heribert Riesenhuber, Anna Marguerita Schön, Alexandra Sichart

Grafik + Gestaltung: Katrin Oppenrieder

Fotografen: Florian Warnecke, Heribert Riesenhuber, Barbara Krönner,

Bela Raba, Franz Windirsch, Irma Gschmeißner, Stefanie Seyringer,

Christian Podolski

Redaktionsleitung + Lektorat: Anna Marguerita Schön

66

Christine Hansen

Naturheilpraxis

ANZEIGEN

Franz Windirsch

Franz Xaver Gastl

Eva Gastl

anzeigen@agentur-melange.de

VERTEILUNG

ESV Staffelsee, Franz Xaver Gastl,

Markus Heringer, Ammergauer Alpen, Blaues

Land, Garmisch-Partenkirchen, Loisachtal,

Penzberg, Weilheim, Ehrwald/Tirol

70

Christian Springer

Der Mutmacher

5


Foto: Florian Warnecke – 6.1.2018 – 17:48 Uhr

Murnauer Moos


IMPRESSIONEN

Hotel am schönsten Fleck Bayerns

www.alpenhof-murnau.com


PIONIERE

„Hier zum Beispiel steckt die Arbeit unserer Maschinen drin“,

sagt Simon Eickholt, einer der beiden neuen Geschäftsführer

von Kern Microtechnik. Er hält ein kleines Plättchen in der

Hand, keine 5 Zentimeter groß, mit so feinen, winzigen Löchern,

wie bei einer Membran. So fein, dass sie mit dem bloßen

Auge fast nicht zu erkennen sind. Aber nicht nur die Genauigkeit

ist das Faszinierende an den Kern-Maschinen. „Unsere

Präzisionsmaschinen arbeiten nicht nur µ-genau, das Besondere

ist auch, dass sie eine unglaubliche Wiederholgenauigkeit aufweisen.

Und zwar, weil wir die Temperatur so genau managen,

dass es für die beteiligten Werkstoffe perfekt ist.“ Wer Simon

Eickholt zuhört, auch wenn man selbst technischer Laie ist,

merkt, wie begeistert er über die technischen Geräte schwärmt.

Und jeden Zuhörer steckt er damit an. Das ist Unternehmergeist

und Leidenschaft.

HIGHTECH-

PIONIERE

IM

OBERLAND

Generationenwechsel

Kern Microtechnik

Seit Anfang des Jahres hat der ehemalige Firmeninhaber Ekkehard

Alschweig den Stab übergeben, um eine jüngere Generation

ans Ruder zu lassen. Schon länger hatte der Unternehmer Nachfolger

gesucht, um Kern Microtechnik, und damit auch den gut

190 Mitarbeitern, langfristig eine Zukunft zu sichern. Simon

Eickholt und Sebastian Guggenmos stehen nun für einen Generationswechsel.

Knapp 40 Jahre sind beide, haben aber schon

langjährige internationale Erfahrung sammeln können.

Ganz uneitel

Eigentlich konnten die beiden neuen Geschäftsführer sich gar

nicht leiden. Bei ihrem alten Arbeitgeber am Ammersee lernten

sie sich vor einigen Jahren kennen. „Wir sind komplett unterschiedliche

Typen, wir haben uns überhaupt nicht verstanden“,

erzählt Simon Eickholt schmunzelnd. Erst als ein gemeinsames

Projekt kurz vor der Auslieferung zu scheitern drohte, „haben

wir uns selbst hingestellt und gemeinsam die Nacht durchgearbeitet.“

Und so nebenbei festgestellt, dass sie ja doch viele Gemeinsamkeiten

haben. Engagement, Leidenschaft und unternehmerisches

Denken zum Beispiel. Und ab dieser Nacht an

läuft dann ziemlich viel gemeinsam. Zusammen, stellten sie

fest, sind beide noch erfolgreicher. So erfolgreich, dass sie immer

häufiger gemeinsam national und international unterwegs

sind. Bis zu dem Punkt, an dem sie sich entscheiden müssen.

„Eine internationale Karriere stellt dein ganzes Leben

auf den Kopf. Da ist ganz viel Eitelkeit.“ Für den Bad

Kohlgruber Simon Eickholt ist klar: „Heimat ist so

viel wichtiger.“

Gemeinsam stark sein

Logische Schlussfolgerung: die eigene Zukunft im

Oberland planen. Dass Ekkehard Alschweig altersbedingt

Nachfolger für sein Unternehmen suchte,

kam da gerade zur richtigen Zeit. Deckel auf Topf

eben. Eine Bedingung allerdings hatten die beiden:

es gab sie nur im Doppelpack. Ekkehard Alschweig

konnten sie davon überzeugen, dass ihr Plan für die

Zukunft des Unternehmens nur mit beiden gelingen

konnte. Er stellte sie ein.

Zwei Jahre lang lernten die beiden das Unternehmen kennen, gehörten

schnell dem inneren Führungszirkel an. „Das war erst mal

ganz viel Zuhören und Identifizieren. Was ist wichtig, wie funktioniert

das Ganze, was muss angepasst werden“, erzählt Simon Eickholt.

Wichtig bei strukturellen Veränderungen ist den beiden

Neuen stets der respektvolle Umgang mit den Mitarbeitern.

Erfolgsrezept: Vertrauen in die Fähigkeiten

Mit Simon Eickholt und Sebastian Guggenmos hat Kern Microtechnik

schon viele strukturelle Veränderungen in den letzten

8


„Jeder verbringt einen

Großteil des Tages in

der Firma, das muss

Spaß machen!“

Simon Eickholt, der neue Chef des Unternehmens

Foto: Irma Gschmeißner


Jahren durchgemacht, viele stehen noch bevor. Nur gemeinsam,

da ist sich Simon Eickholt sicher, können es

Belegschaft und Unternehmensführung schaffen, fit

für die Zukunft zu bleiben.

„Wir haben eine gemeinsame Sprache, das ist wichtig.“

Das merkt, wer mit dem neuen Chef durch die Werkshallen

geht und sich die Maschinen zeigen lässt. Die

Hierarchien sind viel flacher geworden in den letzten

Jahren, der Umgang miteinander wirkt wie ein vertrauensvolles

Miteinander. Der Schlüssel: Den Mitarbeitern

Verantwortung übertragen, sagt Simon

Eickholt, aber auch Hilfestellung. „Es ist wichtig, die

Mitarbeiter aus sich heraus wachsen zu lassen, ihre

Potentiale zu erkennen und an den richtigen Stellen

einzusetzen.“ Und: nachhaltiges Wachstum. Nur so

kann der Belegschaft Sicherheit und Vertrauen zurückgegeben

werden.

Foto: Andreas Müller

Die KERN Führungsriege, v.l.n.r. Sebastian Wühr, Werkleiter

Auftragsfertigung Murnau / Simon Eickholt, Kaufmännischer

Geschäftsführer / Sebastian Guggemoos, Technischer

Geschäftsführer / Matthias Fritz, Entwicklungsleiter Maschinenbau

Eschenlohe

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KERN Microtechnik: Hochdifferenziert und „am schönsten Ort der Welt.“

PIONIERE

Das KERN Microtechnik Werk Maschinenbau in Eschenlohe

Foto: Corbinian Buchberger

Moderne Unternehmenskuktur

Als Arbeitgeber legt Kern Microtechnik Wert darauf, für alle

attraktiv zu sein. „Jeder verbringt einen Großteil des Tages in

der Fima, das muss Spaß machen!“ Auch Frauen sind gern gesehene

Mitarbeiter, denen es leicht gemacht werden soll, Familie

und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Mit Teilzeitmodellen

und flexiblen Arbeitszeiten will Kern für eine gute

Work-Life-Balance sorgen. Es gibt Sommerfeste, Weihnachtsfeiern

und Skitage, um das gute Betriebsklima zu fördern. E-

Bikes als Alternative zum Firmenwagen sind umweltfreundlich

und fördern die Bewegung. Machen, statt auf politische

Rahmenbedingungen warten, ist die Devise. Und so wird beispielsweise

auch schon an einem Lebensarbeitszeitmodell getüftelt.

Weltklasse aus dem Oberland

Die Kunden von Kern Microtechnik sind rund um den Globus

verteilt, die Branchen, in denen die Präzisionsmaschinen zum

Einsatz kommen, vielfältig. Automotive, Medizintechnik, Hochfrequenztechnik,

Forschung und und und. „Wenn du sagst, wir

fertigen Weltklasseprodukte im Oberland, das glaubt dir kein

Mensch“, erzählt Simon Eickholt, und da sprudelt wieder die

Begeisterung aus ihm heraus. „Das macht Riesenspaß, denn das

bewegt die Welt!“ Die Menschen im Oberland hätten genau das,

was ein Unternehmen braucht, um innovativ sein zu können.

„Wenn wir was machen, dann gscheit. Hier haben die Menschen

einen Dickkopf, sind stur, helfen aber auch zusammen.“ Deshalb

hat Kern so ein großes Potential, sagt der neue Chef. Hochdifferenziert

und „am schönsten Ort der Welt.“

www.kern-microtechnik.com

nil


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Murnau am Staffelsee

Petersgasse 15

Tel. 08841 627 11 20

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Tel. 08821 1098

Email: info@hilleprandt.de

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v.l.: Johannes Zolk, Stephanie Deutinger,

Florian Gilg, Martin Hilleprandt,

Annemarie Kastl und Florian Hilleprandt

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Foto: Heribert Riesenhuber


LIVE

„Der Natur eine

Stimme geben!”

EIN AUSFLUG AUF

DEM STAFFELSEE MIT

CLAUS BIEGERT

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Foto: Heribert Riesenhuber

Der Mann an den Rudern ist Journalist und Filmemacher, Geschichtenerzähler

und Umweltaktivist. 1947 in Murnau geboren,

lebt er seit seinem 6. Lebensjahr in Uffing, nahe am Ufer des

Staffelsees. Als Claus Biegert im Sommer einen Termin für unser

Gespräch vorschlug, konnte er nicht wissen, dass dies ein klarer,

warmer Oktobertag werden würde, an dem man Schöneres tun

könnte, als in einem Interview Auskunft zu geben. Zum Glück

hatte er die Idee, unser Gespräch auf den See zu verlegen – auch

wenn er dabei rudern musste, denn ich war ja damit beschäftigt,

ihm das Mikrophon unter die Nase zu halten. Die manchmal makellos

glatte Wasseroberfläche war an ihren Rändern gerahmt

vom Gelbrot des Herbstes; mit den Ruderschlägen tauchten wir

auf und ab zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

„Wir leben ja hier in einer Idylle“, sagt er, hinter sich auf das

Postkartenpanorama von Herzogstand bis Hörnle deutend.

Aber er fügt an, dass diese Idylle eine trügerische sei. Denn

man könnte „vor lauter Naturschönheit leicht übersehen, in welcher

Bedrängnis die Natur weltweit ist – und wir mit ihr“. Er ist

in seinem Leben viel gereist. Und besonders häufig war er bei

den Indianern in Kanada und den USA, dort spielen die meisten

seiner Geschichten. Heute allerdings bewegt ihn vordringlich

ein Projekt für die „idyllische Heimat“. Er wünscht sich, dass

die neun Gemeinden des Blauen Landes sich den „Mayors for

Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) anschließen und sich

dezidiert gegen die Lagerung von Atomwaffen aussprechen.

Die Bewegung hat ihren Ursprung in Japan und entstand nach

der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki durch amerikanische

Atombomben. Bürgermeister, so heißt es in der Erklärung

der japanischen Bürgermeister, haben die Pflicht, für das

Wohl ihrer Bürger zu sorgen, also auch die Pflicht, sie vor der

zerstörerischen Kraft von Atomwaffen zu bewahren.

Die Bürgermeister von Ohlstadt, Großweil, Murnau, Grafenaschau,

Riegsee, Spatzenhausen, Eglfing, Uffing und Seehausen

hat Biegert angeschrieben. Aus Uffing kam bereits positive Nachricht:

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, sich den

„Bürgermeistern für den Frieden“ anzuschließen. Dies wird jetzt in

der Gemeindeverordnung verankert. Fehlen noch acht Gemeinden.

Ob denn Sorge bestehe, dass um den Staffelsee Atomraketen

stationiert werden, frage ich ihn.

„Wir dürfen nicht erst handeln,

wenn die Gefahr vor der Tür steht,

dann kann es zu spät sein“,

so Biegert. „Im Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz lagern bis

heute Atomsprengköpfe, wer sagt denn, dass ein NATO-Beschluss

nicht plötzlich eine Stationierung in Alpennähe vorsieht? Außerdem

ist ein solcher Schritt auch Vorbild für andere Gemeinden!“

Das Netz der „Mayors for Peace“ umfasst weltweit über 7500

Städte in 163 Ländern; in Deutschland sind derzeit 603 Gemeinden

dem Bündnis beigetreten, davon 59 in Bayern. „Es geht hier

nicht um die Unterstützung einer Organisation, sondern um den

Beitritt zu einem weltumspannenden Friedensnetz“, sagt Biegert.

Wenn man Claus eine Frage stellt, macht er oft eine kleine Pause.

Er versucht im Gespräch auf „Standardantworten“ zu verzichten,

auch wenn er viele der Fragen, die ich stelle, sicher schon oft

gehört hat. Wir fahren an der Mühlwörth vorbei, er deutet auf

eine verlassene Biberburg. „Als Kind habe ich mir oft gewünscht,

ich würde einem Biber begegnen, denn er ist mein Lieblingstier.“

Ein paar Ruderschläge später: „In unserer Kulturlandschaft sorgen

die Nager jetzt für Streit, wer hätte das gedacht.“

Sein Entschluss, Journalist zu werden, reifte, so erzählt er, mit

einer Irlandreise in den Sommerferien 1969. „Mit der Clique

aus Murnau, Uffing und Seehausen sind wir in der Lederhose

getrampt, weil wir dachten, dass wir so eine größere Chance haben,

mitgenommen zu werden; was auch stimmte. Mit dem Richard

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LIVE

Nirschl und dem Andi Hoiss bin ich dann nach Derry. Dort habe

ich gesehen, wie andere Journalisten kamen und Interviews

machten in der Bogside, dem abgeriegelten Viertel der katholischen

Seite. Und als ich später daheim die Zeitungen gelesen habe, fand

ich: Da stimmt etwas nicht, hier wird nur das Klischee vom Religionskrieg

strapaziert. Was ich las, deckte sich nicht mit meinen

Erlebnissen. Das war schon mal eine erste journalistische Erfahrung,

bevor ich diesen Beruf selbst ergriffen habe. Und als ich

vom indianischen Widerstand las, war für mich klar, ich muss

da hin und das mit eigenen Augen sehen.“ Zwei Jahre war Claus

Biegert bei der Münchner Abendzeitung gewesen, bevor er

kündigte, um fortan freiberuflich zu arbeiten. „Eigentlich wollte

ich auf die Hochschule für Film und Fernsehen, aber dann hat

die erste Reise in die USA mein berufliches Leben bestimmt.“

Später im Gespräch wird er von sich sagen, dass er ein sehr intuitiver

Mensch ist. Dass er immer wieder spontane Ideen habe,

denen er nachgehe, ohne genau zu wissen, wohin sie ihn führen.

Als er 1973 das erste Mal bei den Indianern war, folgte er

allerdings nicht nur seiner Intuition, sondern ließ sich, und

seinem Kollegen Carl-Ludwig Reichert, die Route durchs Indianerland

von den Machern der „Akwesasne Notes“ festlegen,

der damals größten indianischen Zeitung Nordamerikas, die

im Reservat der Mohawks herausgegeben wurde.

beide vor allem Radioreporter sind und eine große Rundfunksendung

planen, und das hat uns dann die Türen geöffnet. Denn

selten fährt dort jemand ins Hinterland, um mit den Ureinwohnern

zu reden.“ Der Reiseroute von damals folgt Claus Biegert

bis heute. Würde er es wieder so machen? „Ja! Damals hatte

ich das Gefühl, ich war angekommen. Bei den Irokesen war das

wie ein Déjà vu. Da war keine Überraschung und keine Exotik.

Es war, als sei das schon immer mein Platz gewesen. Die Frage,

wo es beruflich hingeht, hatte ich für mich noch gar nicht so

deutlich gestellt, da war schon die Antwort da: Hier ist mein

Thema.“

Biegert sieht sich hauptsächlich als Radiomann. „Für die Indigenen

ist es das Medium, das ihnen am meisten entspricht. Hier

können sie ihre Sprache pflegen und ihre Tradition der Oral History,

also das mündlichen Weitergebens von Wissen und Kultur.“

2008 hat er zusammen mit Bayern 2 eine Indianerwoche produziert,

„Reservation Blues“ hieß sie, und als beim Samstag-

Liveabend mit dem Gast Milo Yellow Hair aus Wounded Knee

Seid ihr denn da als Journalisten aus Deutschland gleich akzeptiert

worden?

„Wir haben eine Woche lang mitgearbeitet, Geschirr gewaschen,

gekocht, Bohnen geerntet, Zeitungen für den Postversand gepackt,

und natürlich viele Interviews geführt. Ich habe auch beim Layout

geholfen. Das war ja die Zeit von Letraset, die Schriften, die

man aufs Papier rubbeln musste. Ich bin ein Liebhaber von Typografie

und war begeistert über diesen Job. Letraset kennt heute

niemand mehr.“

Er und Reichert hatten Verträge mit Buch-Verlagen. Das würde,

so sagten die neu gewonnenen Mohawk-Freunde, bei der Weiterreise

Probleme bereiten, denn ein Buch über Indianer zu

schreiben habe einen schlechten Beigeschmack. „Wir hatten

nie daran gedacht, dass es bisher immer Völkerkundler waren,

die über Indianer geschrieben haben, was ausschließlich ihren

eigenen Karrieren diente, aber nie denen, die den Ethnologen geholfen

haben.“ Und dann? „Dann haben wir erzählt, dass wir

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um 22.00 Uhr das Programm für die Nachrichten unterbrochen

wurde, kamen diese nicht aus München, sondern von Kili-Radio

im Reservat Pine Ridge in South Dakota, dem ältesten indianischen

Radiosender. Eine kleine Anekdote fällt ihm ein,

inzwischen nähern wir uns der Insel Buchau. „Als ich zum ersten

Mal bei Kili-Radio durch die Tür kam, sagte der heisere Moderator

zu mir: Can you make an annoncement, I have a cold.

Und dann habe ich durchgesagt, was es bei Betty‘s Kitchen heute

Mittag zu essen gibt.“

Wenn Du bei den Indianern bist, dreht sich dann immer alles

um Probleme? Oder unterhaltet ihr Euch auch mal über ganz

alltägliche Dinge? Habt ihr auch Spaß miteinander?

„Mit meinem Freund John Mohawk habe ich jeden Abend über

Kochen geredet. Wir haben Rezepte verglichen und viel gelacht.

Er war Philosoph, Historiker und Journalist, viele Jahre Chefredakteur

der Akwesasne Notes. Und die Gaudi ist ganz wichtig.

Wenn ein Schamane sich Dir zuwendet, dann wird er Dir wahrscheinlich

erstmal einen Witz erzählen. Dein Lachen entwaffnet

Dich, leert dein Gehirn. Ich erzähle Dir einen Witz und für einen

Moment habe ich Dich. Von Dir als Gast wird auch erwartet,

dass Du Erheiterung mitbringst.“

Was waren die entscheidenden Erkenntnisse, die Du damals

in den 70er Jahren mit zurückgebracht hast?

„Da war mal die Ermahnung, beim Zuhören einer Geschichte

nie zu sagen: Das kenn ich schon. Es gehört zur mündlichen

Überlieferung, die Dinge immer wieder zu hören. Nur so wird

man selbst zum Erzähler – und auch zum Kulturträger. Dann ist

für die Irokesen das, was wir Demokratie nennen, eine zweifelhafte

Regierungsform, weil immer eine Minderheit zurückbleibt,

die betrogen wird. In ihren Ratssitzungen im Langhaus wird immer

nach einstimmigen Lösungen gesucht. Man muss zusammen

einen Weg finden, vielleicht ist das ein neuer Weg. Außerdem prophezeiten

sie mir, Grün werde eine politische Farbe werden.“

Ein Haubentaucher erscheint nicht weit von uns. Wir sind das

einzige Boot. Claus Biegert hält die Ruder an, spricht wieder

von John Mohawk: „Noch eine Prognose gab er mir mit auf den

Weg: Der Krieg der Zukunft wird zwischen den Zerstörern der

Natur und den Verteidigern von Natur ausgetragen werden.“

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LIVE

Dass wir Europäer uns für Indianer interessieren, ist bekannt.

Wie ist es eigentlich umgekehrt?

„Ich würde sagen, bei den Indianern ist eine generelle Neugier auf

Europa da. Die wollen ja wissen, wo jene hergekommen sind, die in

ihr Land gekommen sind und ihnen ihr Land gestohlen haben. In

jedem Jahrhundert sind Indianer nach Europa verfrachtet worden

oder auch freiwillig gekommen. Mein leider inzwischen verstorbener

Freund John Mohawk kannte sich in europäischer Geschichte besser

aus als ich, und manchmal hatte ich direkt Schwierigkeiten, ihm

auf seine Fragen zu antworten. Die Indianer, die seit 1977 durch

Europa reisten, fühlten sich wohl hier. Hier wurden sie ernst genommen

und umarmt. Selbst die Medien interessieren sich für sie.

Das kannten sie von zuhause nicht. Tom Porter, Mitglied des Bären-

Klans und ein Sprecher der Haudenosaunee, wie sich die Irokesen

selber nennen, wird im Mai 2019 nach Deutschland kommen; er ist

Farmer und Viehzüchter und sucht den Austausch mit uns. In den

70er Jahren war es vor allem für die Widerstandsbewegung wichtig,

nach Europa zu kommen, weil so eine Öffentlichkeit geschaffen

wurde, die es drüben nicht gab. Und auf dem Umweg über Europa

ist die UNO aufmerksam geworden. Wenn heute Indianer nach

Europa kommen, geschieht das vor allem, um sich mit uns über Lösungen

auf die Probleme in der Welt auszutauschen. Es ist die Suche

nach Verbündeten: Die Erde ist am Abgrund und sie haben es erkannt,

bevor wir es gesehen haben.“

Wie lassen sich indianisches Naturverständnis und westlicher

Umweltschutz verbinden? Ist zwischen beiden nicht eine deutliche

Kluft?

„Bei den Irokesen begeistert mich,

dass sie Erfahrungen bewahrt haben,

die auch für uns brauchbar sind.

Sie haben eine kulturelle Richtschnur für alle: Wir müssen so leben,

dass wir das Wohlergehen der kommenden sieben Generationen

nach uns nicht gefährden. Den Begriff Umwelt gibt es bei ihnen

nicht, alle nicht-menschlichen Wesen sind Mitbewohner dieser Erde

und verlangen Achtung. Auch sie haben Rechte.“ Er erzählt dann

vom Whanganui River, einem Fluß in Neuseeland, der den Maori

heilig ist und dem 2017 das Recht zur gerichtlichen Klage zugesprochen

wurde. „Dahinter steht eine Strömung unter internationalen

Umweltrechtlern: Die Natur muss klagen können, wenn wir

sie malträtieren.“ Klagerecht der Natur, was heißt das für unsere

Idylle? „Wir müssen der Loisach eine Stimme geben! Und nicht erst,

wenn Gefahr droht“, lautet seine Antwort.

Ruderer und Reporter sind auf dem Rückweg. Claus hält die

Ruder an:

„Wir nehmen uns von überall das,

was wir brauchen, um unseren

aufwendigen Lebensstil aufrecht

zu erhalten und zerstören dabei das,

was wir zum Leben brauchen.

Wir leben in einer Zivilisation des Plünderns. Uran ist nur ein

Beispiel.“

Waren es auch die Indianer, die Dich auf das Thema „Uranabbau“

aufmerksam gemacht haben?

“Winona LaDuke, eine junge Indianerin, sagte 1977 bei der UNO

in Genf zu mir: If you continue to write about us, you should focus

on uranium. Sehr viel Uran liegt nun mal im Land indigener

Völker. Das hat meine Arbeit entscheidend beeinflusst, denn der

Uranabbau zerstört das Land vieler indigener Völker und tötet

die Menschen, die dort leben. Die riesigen Abraumhalden, die

nach der Entnahme des Urans übrigbleiben, sind hochgiftig und

radioaktiv, denn sie enthalten die Zerfallsprodukte von Uranerz

mit Jahrtausende-langen Halbwertzeiten.“ Unter dem Schock

von Tschernobyl initiierte Claus Biegert gemeinsam mit vielen

Mitstreitern 1992 das World Uranium Hearing in Salzburg,

aus dem dann der Nuclear-Free Future Award hervor ging, ein

jährlicher Preis, der letztes Jahr 20-jähriges Bestehen feiert.

„Wir sind“, berichtet er zum Ende unseres Ausflugs, „jetzt gerade

dabei, den ersten Uranatlas* zu erstellen, um das Thema in die

breitere Öffentlichkeit zu tragen. Uran ist der Rohstoff für Atombomben

und Atomstrom. Damit sind wir wieder bei den Bürgermeistern

für den Frieden.“

Heribert Riesenhuber

*Der Uranatlas wird herausgegeben von der Nuclear-Free Future Award

Foundation, der Rosa Luxemburg-Stiftung, Le Monde diplomatique und

dem B.U.N.D.; Erscheinungstermin ist der September 2019.

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anzeigen@agentur-melange.de

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Foto: Florian Warnecke


PORTRAIT

KARL STEINGRUBER

DER TEAMPLAYER

Karl Steingruber kennt man nicht nur deshalb, weil er als

Kaufmännischer Leiter und mittlerweile auch Werksleiter der

Gemeindewerke Murnau konstant Netzwerke schafft und erhält,

sondern weil er grundsätzlich jemand ist, der sich gerne

unter die Menschen mischt. Er ist ein echter Teamplayer.

Geboren in Schlehdorf, wohnt er seit jeher in Großweil, beziehungsweise

– und das ist kein unwichtiges Detail – in Kleinweil.

„Früher waren das zwei Gemeinden“, verrät er mir und schmunzelt,

„aber die sind sehr gut zusammengewachsen. Trotzdem hat

jeder der zwei Ortsteile seinen eigenen Maibaum.“ Die Kleinweiler

sind noch immer stolz, dass sie Kleinweiler sind, aber das sei

eher eine liebevolle Frotzelei. Gemeinsam mit seiner Frau Geli,

die er 1991 geheiratet hat, lebt Karl Steingruber nur 100 Meter

von seinem Elternhaus entfernt.

Die Heimatverbundenheit zieht sich bei Karl Steingruber durch

alle Lebensbereiche. Tatsächlich gibt es kaum einen Verein, bei

dem er nicht Mitglied ist. „Das stimmt“, bestätigt er. „Jetzt bleibt

aufgrund der Auslastung durch meinen Beruf natürlich etwas weniger

Zeit. Aber ich war sehr lange sehr aktiv, besonders als Plattler, Trommler,

Kegler und Fußballer. So ist das einfach im Dorf. Man geht hin,

wo etwas los ist.” Besonders auch der Großweiler Faschingszug,

der in der Region sehr bekannt und beliebt ist und nur alle vier

Jahre stattfindet, liegt ihm sehr am Herzen. “Der Zusammenhalt

ist hier echt fantastisch und das ganze Dorf ist voll dabei.“

Eine schöne Anekdote spielt ebenfalls im Fasching. Denn auch in

seiner Jugend war ihm sein Freundeskreis sehr wichtig. „Zusammen

mit Schulkameraden und Freunden haben wir damals eine

kleine Faschingsgruppe auf die Beine gestellt.“

Beim ihrem ersten Auftritt 1983 erschienen sie als Männerballett.

„Wir haben uns die Nymphen genannt“, erzählt Karl Steingruber

und muss herzlich lachen. „Der Name ist uns dann geblieben.

Die Nymphen waren in Großweil legendär. Es hat unheimlich

Spaß gemacht. Wir waren zu elft, wie in der Fußballmannschaft.“

Mittlerweile sind sie zu zwölft, denn: ja, die Nymphen gibt es

immer noch, aber aktiv nur beim Faschingszug! So sitzen wir

hier, im Konferenzraum der Gemeindewerke, und seine Geschichten

lassen Karl Steingruber nicht weniger seriös wirken,

sondern einfach unglaublich menschlich und sympathisch.

Dass er ein solcher Teamplayer ist, kommt nicht von ungefähr,

als Jüngster von vier Brüdern. „Familienzusammenhalt wurde

bei uns zuhause immer großgeschrieben. Zudem sind Brüder

aber auch gut für die Ellbogen. Man lernt, sich durchzusetzen“,

er lacht. „Eine schöne Kindheit war es, in einer tollen Nachbarschaft

mit vielen Kindern außen rum. Wir waren draußen oder

haben abends zusammen Brettspiele gespielt. Heute wachsen die

Kinder mehr mit der Elektronik auf. Das ist schade, aber es ist

wahrscheinlich einfach so.“

Seine ersten beruflichen Schritte hat Karl Steingruber mit 16

Jahren gemacht, während seiner Berufsausbildung im Raiffeisenlagerhaus

in Schlehdorf. Anschließend ging es für 15 Monate

zur Bundeswehr. „Das war eine sehr prägende Zeit. Da hat

man viel über Disziplin gelernt und darüber, Entscheidungen zu

akzeptieren. Wir waren eine tolle Einheit und gerne erinnere ich

mich an das Biwak im Schnee.“

Nach der Bundeswehr absolvierte er eine Ausbildung zum

Bankkaufmann und übernahm von 1991 bis 2000 die Filiale

der Raiffeisenbank in Großweil.

„Dann war ich 35 und habe mich gefragt: Wie möchte ich weitermachen?“

Seine berufliche Reise führte ihn nach Ohlstadt, ins Einwohnermeldeamt,

wo er nach sechs Wochen nach Habach abgeworben

wurde. „Die haben gehört, dass da ein Banker im EWO

sitzt, und sie brauchten jemanden für die Kasse.“ Schnell hatte

er sich eingearbeitet und wurde zwei Jahre später zum Kämmerer,

bis er auf einer Fortbildung Herrn Süß, den Kämmerer

von Murnau, kennenlernte.

Im Juni 2003 fing er schließlich als Kassenwart in der Marktgemeinde

an. „Da kommt der Steinbock in mir durch“, sagt er.

23


PORTRAIT

Fotos: Bela Raba

Foto: Florian Warnecke

wurde zunächst alles noch einmal auf Eis gelegt und später, durch

Kontakt mit Bad Tölz, neu aufgenommen. Nach kurzer Zeit war

die Idee mit der 17er Oberlandenergie mit insgesamt 28 Kommunen

geboren. Das Konzept: Komplett regional erzeugte Wasserkraft.“

Mittlerweile zählt die 17er Oberlandenergie rund 15.000 Kunden.

Präsentation im Konferenzraum der Gemeindewerke

„Es hat für mich immer einen großen Reiz, etwas Neues anzupacken.“

Und dabei ist es ihm wichtig, ein funktionierendes

Team um sich zu haben und auch mal umzustrukturieren.

„Wir haben damals einen Aufenthaltsraum eingerichtet, eine

kleine Küche eingebaut und haben zu viert jeden Mittag gekocht.

Zwei haben vorbereitet, zu viert haben wir gegessen und dann

zusammen abgespült. Im Haus hieß es immer: Oje, die Kasse

kocht schon wieder! Auch wurden wir dort mal vom damaligen

Bürgermeister Herrn Dr. Rapp bekocht.“

Teamgeist geht ihm über alles. Ob man nun gemeinsam zu Mittag

isst und menschlich zusammenwächst, oder ob man in der Firma

gemeinsam an großen Projekten arbeitet. „Alleine gibt man irgendwann

auf. Nur gemeinsam kann man Großes erreichen.“ Das

gilt auch für die Gemeinden. Generell sei zu versuchen, die Region

zusammenzubringen. Im Zusammenhalt gelinge alles besser.

Als es im Jahr 2009 darum ging, in die Position des Kaufmännischen

Leiters zu wechseln, war es ihm wichtig, ganz offen zu

kommunizieren und herauszufinden, ob jemand anderes Ambitionen

hatte, diese Stelle zu übernehmen. Und ebenso, als es

nun zum ersten Februar um die Ablöse von Herrn Hackl in der

Werkleitung ging. Auch wenn Karl Steingruber nun alleiniger

Werkleiter ist, werden die Führungsaufgaben auf das Team

verteilt und Entscheidungen miteinander getroffen.

Seit Jahren dreht sich bei ihm viel um das Thema Energie.

Nachdem im Jahr 2011 in Murnau der „Drachenstrom“ gegründet

worden war, konnten sie in kürzester Zeit 2000 Kunden gewinnen,

erzählt er. „Auch damals haben wir fast nur Ökostrom verkauft.

Nach dem Vorfall in Fukushima haben wir dann komplett auf

Wasserkraft umgestellt. In einem Werksleitertreffen der Gemeinden

kam damals zum ersten Mal die Frage auf, warum wir uns nicht

zusammentun. Die Bürgermeister waren begeistert, haben alles direkt

in die Presse gegeben. Doch durch einen Wechsel in Weilheim

Das sicher größte Projekt bei den Gemeindewerken war für

Karl Steingruber aber die Beteiligung an den Strom- und Gasnetzen.

Seit fast 10 Jahren wurde um die Stromkonzession des

Marktes Murnau mit dem Bayernwerk gerungen. Nach einem

ersten Erfolg und der Übernahme der Konzession in 2016 entstand

die Gesellschaft Oberland Stromnetz GmbH & Co KG.

Doch nicht nur der Markt Murnau profitiert davon, sondern

auch neun weitere Gemeinden, die für ein gemeinsames Stromnetz

gewonnen werden konnten.

Die Gemeindewerke Murnau sind der kaufmännische Betriebsführer,

und somit können in Murnau und der Region weitere

Arbeitsplätze aufgebaut werden. Karl Steingruber wurde als

einer der Geschäftsführer eingesetzt. „2018 war wahrlich ein

spannendes Jahr“, resümiert er.

Wichtig ist ihm noch, dem Helmut Hackl, (ehemaliger Werkleiterkollege),

der nun frisch in Rente gegangen ist, in aller Öffentlichkeit

danke zu sagen. „Der Helmut verfügt über ein unglaubliches Wissen.

Er hat einen wichtigen Anteil an der Entwicklung der Gemeindewerke

Murnau geleistet. Das war eine schöne Zusammenarbeit.“

Und was bringt die Zukunft?

“Es ist mir wichtig, alle Zukunftsthemen für Murnau und die

Region mit Herzblut anzugehen, um immer am Puls der Zeit zu

sein. Insgesamt wurde ich in den letzten Jahren etwas ruhiger“,

sagt er und berichtet über eine nicht leichte Zeit, als sein Bruder

an Krebs erkrankt war. „Das war 2013. Seine letzten Monate

waren sehr intensiv. Man sieht einfach, dass alles schnell anders

sein kann.“ Seither habe er gelernt, sich auch mal Auszeiten

zu nehmen. „Der Sonntag ist Familientag. Da sieht man auch

mal die beiden erwachsenen Kinder, Markus und Sonja.“ Die Arbeit

macht ihm aber nach wie vor große Freude, denn:

„Eines ist sicher, ob im Job oder privat:

Das Leben ist ein Spiegel;

wenn du hineinlächelst, lächelt es zurück!“

Anna Marguerita Schön


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27


PORTRAIT

ULRICH WOTSCHIKOWSKY

Anwalt der Wölfe und Bären

Foto: Gregor Louisoder Umweltstiftung

Über den Wolfsexperten

Ulrich Wotschikowsky

nur einen kurzen Artikel

anstatt eines ganzen Buches

zu schreiben, ist eine

große Herausforderung.

Mit seinem Wissen und

seiner Leidenschaft für

die Natur füllt er regelmäßig

Vortragssäle und erhielt

2018 den Förderpreis

„Wilde Alpen“ der Gregor Louisoder Umweltstiftung.

Als Wotschikowsky, der von seinen Freunden Wotsch genannt

wird, in einem Fernsehinterview für BR Alpha jedoch darauf

angesprochen wurde, dass er als der renommierteste Wildbiologe

Deutschlands gelte, konterte er scharf: „Solche Hierarchien

lassen wir gleich bleiben.“

Seine Freunde würden ihn wohl als liebenswertes Rauhbein

beschreiben, denn Wotschikowsky ist keiner, der mit seiner

Meinung hinter dem Berg hält. Gerade deshalb schätzt und

mag man ihn.

1940 in der Nähe von Cottbus geboren, lebt Wotschikowsky

nun seit 35 Jahren in Oberammergau – und hat damit an keinem

Fleck der Erde länger gewohnt. „Tendenz steigend“, ergänzt

er schmunzelnd. Aufgewachsen ist er in Hohenschwangau, wo

er zwischen seinem achten und dreizehnten Lebensjahr eine

wunderbare Kindheit in der Natur verbrachte. „Als Bua noch

richtig überall rumsausen können – im Wald und an den Bächen,

Abenteuer von früh bis spät – das hat mich geprägt“, erzählt er.

Als seine Eltern jedoch anschließend mit ihm in die stark industriell

geprägte Gegend von Neu-Ulm umzogen, hatte dies

ein jähes Ende. „Da war ich kreuzunglücklich und habe sie bekniet,

dass ich nach Hohenschwangau zurückkehren und dort

ins Internat gehen darf.“ Damals war er siebzehn Jahre alt. Und

während seine Mitschüler in ihrer Freizeit nach Füssen fuhren,

um Mädels zu treffen, ging Wotsch lieber in den Wald.

LIRUM, LARUM, LÖFFELSTIEL

„Nach dem Abitur und dem Barras hat man mir eingeredet, ich

solle Musik studieren, was mir im Nachhinein völlig unerklärlich

ist. Ich konnte nur Geige spielen, und auch das nicht besonders

gut. Ich bekam von meinem Vater ein Klavier geschenkt, auf dem

ich brav Lirum, Larum, Löffelstiel geübt habe, bis mir nach vier

Wochen der Kragen geplatzt ist. Da habe ich den Klavierdeckel

zugemacht und zu meinem Vater gesagt: Ich will einfach das

werden, was ich schon immer werden wollte, und das ist Förster.“

Mit 21 Jahren erfüllte sich sein Traum und er studierte Forstwissenschaften.

Danach kam er als Forstmann in ganz Bayern

herum. Vier Jahre lang war er im Nationalpark Bayerischer

Wald für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bis sich dort die

Wege aufgrund von Meinungsverschiedenheiten trennten. „Das

war ein politisch heißer Posten“, erzählt Wotschikowsky. „Dem

Ministerium ging es vor allem um Investitionen in Wanderwege,

Tiergehege und Parkplätze – es war eine Möblierung der Natur,

die ich da verkaufen sollte. Naturschutz im Nationalpark bedeutet

jedoch, die Natur völlig in Ruhe zu lassen, nicht einzugreifen,

sondern zu schauen, was passiert. Der Mensch zieht sich dabei

völlig zurück in die Rolle des Beobachters.“

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„Wenn ich gefragt werde, wie

man mit einer Wolfsbegegnung

umgehen soll, kann ich nur

sagen: Genießen Sie jede

Sekunde dieses seltenen

Anblicks.“

Foto: Florian Warnecke


PORTRAIT

Foto: Florian Warnecke

Seither verbindet Bob und Wotsch eine tiefe Freundschaft. Sie

besuchen sich, so oft es geht, und gemeinsam haben sie auch

Bobs erstes Buch produziert, „Wolves in the Yukon“, das

Wotsch später ins Deutsche übersetzte. Im Handumdrehen

stand das Buch damals in Kanada auf der Bestsellerliste der

Fachbücher.

Wotschikowsky wurde nach Wunsiedel versetzt und verbrachte

dort ein trostloses Jahr, bis er schließlich auf den Südtiroler

Landesjägermeister Ludwig von Lutterotti traf, mit dem er

sich anfreundete. Lutterotti lud ihn ein, mit ihm gemeinsam

ein Forschungsprojekt über Rehe in Hahnebaum in Südtirol

zu leiten, und gleichzeitig unterrichtete Wotschikowsky in dieser

Zeit an der dortigen Jägerschule.

MIT DEM BUSCHFLIEGER

INS WOLFSGEBIET

Wotsch’s Liebe galt schon immer den Wildtieren, doch besonders

angetan haben es ihm die drei großen Beutegreifer Luchs, Bär

und Wolf. Und so war es eine Fügung des Schicksals, als er 1992

auf einer Wildbiologentagung in Budapest dem Kanadier Bob

Hayes begegnete. „Bob hat mir damals von seinem Wolfsforschungsprojekt

im kanadischen Yukon erzählt. Das hat mich unglaublich

fasziniert. Und als ich ihn nach der Tagung zum Flugplatz gefahren

habe, fasste ich mir ein Herz und fragte ihn, ob er sich vorstellen

könne, dass ich mal bei seinem Projekt einen Monat lang teilnehme.

Er sagte: Klar, komm rüber, am ersten März fangen wir an!“

Kurz darauf fand sich Wotsch im Yukon wieder, bei minus 30

Grad und eineinhalb Metern Schnee. „Schneidige Bedingungen,

aber durchaus brauchbar“, erinnert er sich lachend. „Der Job

bestand darin, in einem kleinen Buschflieger mitzufliegen. Darin

saßen der Pilot und einer, der Protokoll über die gemachten Beobachtungen

führt. Mir wurde im Flieger nie schlecht, selbst

beim größten Sturm nicht; sie konnten mich bei allen Wetterbedingungen

einsetzen. Bob hat dann gesagt: Du musst nächstes

Jahr wiederkommen. Einen wie Dich brauchen wir hier.“

Sowohl im Yukon als auch in Deutschland ist Wotschikowsky

immer wieder Wölfen begegnet. Angst hatte er dabei nie. „Vor

einem Bären hätte ich großen Respekt und vielleicht auch Angst,

nicht aber vor einem Wolf. Wenn ich gefragt werde, wie man mit

einer Wolfsbegegnung umgehen soll, kann ich nur sagen: Genießen

Sie jede Sekunde dieses seltenen Anblicks. Oft bekommt man

den Ratschlag, man solle das Tier mit Steinen bewerfen, um es

zu vertreiben. Doch warum sollte man so etwas tun? Das Tier

hat einem doch nichts getan. Im Zweifelsfall geht man mit Wölfen

wie mit Hunden um. Laufen Sie nicht weg, ignorieren Sie sie

einfach. Und sollten Sie Angst haben, können Sie sich mit einem

Pfefferspray durchaus sicher fühlen.”

Auch der Jäger braucht den Wolf nicht zu fürchten, sondern

könnte ihn als Kumpan ansehen, der für einen ökologischen

Auslesefaktor unter den Wildtieren sorgt, denn er holt sich stets

das schwache, lebensuntaugliche Tier. Und zum sehr kontrovers

diskutierten Thema einer Rückkehr der Wölfe nach Deutschland

ist zu sagen: Das Schicksal der Wölfe hängt hier vor allem von

zwei Dingen ab: Zum einen von der Art der Nutztierhaltung.

Wir haben die Mittel und Wege, unsere Nutztiere zu schützen.

Punkt zwei ist die traurige Quote der illegalen Abschüsse.

BRAUCHEN WIR DEN WOLF?

„Wir brauchen Wölfe nicht. Wir brauchen Wölfe genauso wenig

wie den Enzian oder das Edelweiß. Die Welt ist voll von Dingen,

die wir nicht brauchen, aber ohne diese Dinge wäre die Welt arm

und leer. Die Frage allein ist eine Anmaßung. Wir haben einen

Konsens, die Schöpfung mindestens so zu erhalten, wie wir sie

übernommen haben. Vielleicht können wir sie da oder dort sogar

wieder reparieren.”

www.woelfeindeutschland.de

Anna Marguerita Schön

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32

anzeigen@agentur-melange.de


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Die BISON Vibes –

ein Murnauer Gefühl


LIVE

Die größte Schwierigkeit für eine junge Band ist nicht

die Musik. Entweder die kommt von allein oder man

kann es lassen. Auch einen Probenraum findet man irgendwann

– und wenn es im Keller der Eltern oder im

Gartenhaus der Nachbarn ist. Wenn es sich dann erst

herumgesprochen hat, dass man Musik macht, lassen

auch die ersten Anfragen für Auftritte nicht lange auf

sich warten. Und das ist der Moment, in dem die meisten

Bands vor der vorerst größten Frage stehen: Wie

nennen wir uns? Es muss etwas sein, das sich beim ersten

Hinhören zum Lachen anhört und dann immer cooler

klingt. So wie bei den Beatles.

Foto: Heribert Riesenhuber

Alex, Luki und Felix aus Murnau kennen sich seit der

Schulzeit. Im Gartenhaus der Familie Klein in Seehausen,

ihrem Café Schwarz, haben sie zusammen Musik gemacht;

mit zwei Gitarren – und am Abend mussten sie dort leise

sein. Luki hatte schon damals genügend Beziehungen,

glückliche und unglückliche, die er zu Songs verarbeiten

konnte. Damit (mit dem Songschreiben) hat er so um

2013 angefangen. Vorher haben sie eher gecovert – zum

Beispiel „Forever young“, wie im Gespräch herauskommt.

35


LIVE

BACK TO THE ROOTS

„Irgendwann wollte ich, dass die Songs, die ich geschrieben habe,

cool klingen“, sagt Luki, „und da habe ich Alex gefragt, ob er sie

singt.“ Denn Alex, da sind sich alle einig, kann singen. Nicht

nur, weil er 8 Jahre lang in einem Kirchenchor gesungen hat.

Für ihren ersten Auftritt nannten sie sich „Mechanic Music Maker“,

ganz einfach, weil sie Musik machten und Felix Mechaniker

Fotos: FHeribert Riesenhuber

war. Doch dabei blieb es nicht. Irgendwann kam Fischi an Bass

der dafür sorgt, dass die

Songs wieder einmal anders

klingen.

Gesungen wird nur auf

Englisch. Eigentlich finden

die Mitglieder von Bison

auch deutsche Texte

gut. Aber sie fürchten

den Kitschfaktor. Vieles

Lukas von Stein

Gitarre & Songwriting

und Cajon dazu und der Name änderte sich – oder war es umgekehrt?

Jedenfalls hießen sie bei ihrem ersten Gig dann „Natnayu“,

was angeblich Eritreisch ist. Aber so ganz sicher sind sie

sich nicht. Und auf einmal klangen die alten Songs wieder ganz

anders. Auch Alex hatte inzwischen ein paar Lieder beigesteuert.

Bei einem Auftritt in der Westtorhalle wurden sie dann als „Bison“

angekündigt. Und das war ein Name, mit dem sich alle

identifizieren konnten. Er passt zur Musik, mit Anklängen an

Country und Western, die den Zuhörer leicht in die ländlichen

Gegenden Amerikas versetzt.

Bison, so erfährt man im Gespräch mit ihnen, wollen den Aufbruch

zu neuen Ufern mit dem Motto „Back to the roots“ verbinden. „Der

Ursprung des Bison Sounds ist ganz klar akustisch“, sagen sie. Aber

sie haben auch gemerkt: „Ohne Beat kein Tanz“. Und dass die Leute

so richtig mitgehen bei ihren Auftritten, das finden sie auch toll.

Daher haben sie seit etwa drei Monaten einen Schlagzeuger, Moritz,

geht auf Englisch einfach leichter über die Lippen, sagen sie.

Ein anderer Grund dafür, dass sie ihre Songs auf Englisch

schreiben, ist der, dass durch die Sprache ein gewisser Abstand

entsteht. „Es fällt mir leichter, auf Englisch zu schreiben, weil es

weiter von mir weg ist“, sagt Felix. Denn meistens schreiben sie

über eigene Erlebnisse, und da ist es vielleicht ganz gut, wenn

man etwas verfremdet. Und noch etwas kommt hinzu: Sie

kommen zwar, wie Luki betont, aus der Tradition der Singer-

Songwriter, aber oft geht es auch um die Stimmung und die

Atmosphäre, die ein Song schafft, und weniger um den Text.

Wichtig sind ihnen die Bison Vibes, die bei ihren Auftritten

das Publikum erreichen. Ihr größtes Erlebnis auf der Bühne

hatten sie beim Feta Morgana Festival, im Wald bei Starnberg.

Da hat sich das Publikum, das Bison zum größten Teil gar

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BISON sind:

A

Felix Trossmann

Gitarre

Alexander Zgudziak

Gesang & Songwriting

Christian Fischer

Bass

Moritz Moroff

Schlagzeug

Sowie:

Antonia Hennigfeld

Gesang & Klavier

(ohne Foto)

nicht kannte, richtig anstecken lassen. Am Schluss haben die

Besucher sogar mitgesungen.

Zuhause fühlen sie sich aber in der Westtorhalle. „Die Halle

bleibt“, ruft Fischi ins Gespräch. Hier – oder zumindest im

Umfeld – haben sie ihre Jugend verbracht. Und in der Halle

haben sie auch ihre besten Auftritte gehabt. Das letzte Konzert

dort wurde aufgenommen und in diesem Jahr wollen Bison

einige Songs daraus als Videos veröffentlichen. Bei diesem Auftritt

war auch Toni das erste Mal mit dabei. Bison kennt sie

schon lange, darum ist das eigentlich nicht neu für sie. Aber

dass sie bei ihnen mitmacht, ist eine neue Idee. „Das Schöne

ist, dass hier jeder machen kann, was er will“, sagt sie. Darum

hat sie auch im Konzert gesungen und probiert jetzt aus, wie

es klingt, wenn sie die Keyboards spielt. Ansonsten macht sie

gerade eine Ausbildung zur Holzbildhauerin in Oberammergau.

Für den letzten Auftritt in der Westtorhalle hat Toni das Plakat

als Holzschnitt gemacht.

Derzeit proben Bison im Probenraum der „Zeitzeugen“. Das

finden sie sehr großzügig. Es ist aber auch kein Wunder, denn

einige Mitglieder von Bison spielen auch in anderen Murnauer

Bands – und da hilft man sich schon mal aus.

Heribert Riesenhuber

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DIE CHIRURGIE IM FOKUS

Ein- und Ausblicke in die langjährige Tradition

der BG Unfallklinik Murnau

Die Chirurgischen Bereiche an der BG Unfallklinik Murnau decken das gesamte

operative Spektrum der Chirurgie ab. Auf höchstem medizinischen Niveau

werden hier jährlich bis zu 300 polytraumatisierte Patienten versorgt. Das

macht die Murnauer Unfallklinik zu einer der größten Spezialkliniken in Deutschland.

Der Ärztliche Direktor PD Dr. Fabian M. Stuby stellt das medizinische Leistungsspektrum

vor und gibt Einblicke in die hohe medizinische Qualität der

Versorgung sowie in die Zusammenarbeit mit Zuweisern.

„Mit allen geeigneten Mitteln“ – dies ist ein Leitsatz der

gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland und somit

auch der BG Unfallklinik Murnau. An dieser Maxime werden

alle Maßnahmen und Bemühungen ausgerichtet,

damit die Patienten der Unfallversicherungsträger (UVT)

– der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen – die

beste medizinische Versorgung erhalten. Entsprechend

dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz einer ganzheitlichen

Versorgung erstreckt sich die Betreuung der

Patienten im Rahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit

der spezialisierten Fachabteilungen der Klinik von

der Erstversorgung am Unfallort bis hin zur erfolgreichen

sozialen und beruflichen Wiedereingliederung. Diese sektorenübergreifende

Versorgung ist eine Besonderheit der

BG-lichen Heilverfahren und findet insbesondere in der

medizinischen und beruflichen Rehabilitation Berücksichtigung.

Zur Erfüllung des Versorgungsauftrages stehen moderne

Einrichtungen, medizinische Geräte, Medizintechnik, ein

umfassendes Spektrum bewährter und innovativer Behandlungsstrategien

sowie mehr als 2.200 hochqualifizierte

und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter –

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – zur Verfügung.

Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde die BG Unfallklinik

Murnau 1953 als erste Neugründung der Gesetzlichen

Unfallversicherung in der Bundesrepublik Deutschland in

Betrieb genommen. Die medizinischen Geschicke der Klinik

wurden seither von vier ärztlichen Direktoren maßgeblich

geprägt: Professor Alfons Lob von 1955 bis 1969,

Professor Jürgen Probst von 1969 bis 1993, Professor

Volker Bühren von 1993 bis 2018 und seit Juli 2018 von

PD Dr. Fabian M. Stuby.

In der BG Unfallklinik Murnau vertrauen Patienten einem

Klinikteam, bestehend aus hochqualifizierten Medizinern,

Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Therapeuten.

Alle Fachgruppen arbeiten interprofessionell eng zusammen,

um eine optimale Versorgung aus einer Hand gewährleisten

zu können. Regelmäßige Fortbildungen der

Mitarbeiter, Modernisierung der Ausstattung und wissenschaftliche

Arbeit im Bereich der Forschung sorgen auch

in Zukunft für eine Behandlung auf aktuellstem Stand mit

modernster Technik und jeglichem Komfort.

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BG Unfallklinik Murnau


BEITRAG von

PD DR. FABIAN M. STUBY

Alter: 51 Jahre

In der BG Unfallklink Murnau: seit 2018

Position: Ärztlicher Direktor

Aus- und Weiterbildungen:

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und

Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie

Werdegang:

PD Dr. Stuby wurde 1967 in Freiburg

geboren. Abitur machte er in Bremen,

absolvierte sein Medizin-Studium an

der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg

im Breisgau und legte dort 1997 seine

Promotion ab. Nach Stationen in Visp

(Schweiz), der BG Klinik Duisburg und

dem Bethesda-Krankenhaus Duisburg

wechselte er 2001 zur BG Klinik Tübingen.

Dort habilitierte er 2015.

Seit Juli 2018 ist er Ärztlicher Direktor

der BG Unfallklinik Murnau.

„Ich freue mich sehr, in Murnau

meine neue berufliche und in

Seehausen meine private Heimat

gefunden zu haben und ich plane

langfristig.”

© BG Unfallklinik Murnau

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DIE CHIRURGIE IM FOKUS

Ein- und Ausblicke in die langjährige Tradition

der BG Unfallklinik Murnau

Interview mit PD Dr. Fabian M. Stuby

Herr Dr. Stuby, vor knapp neun Monaten haben Sie Ihre Stelle als

neuer Ärztlicher Direktor der BG Unfallklinik Murnau angetreten.

Wie war Ihr Start?

STUBY: Ich wurde von allen Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich

aufgenommen und ich möchte mich auf diesem Wege bei allen

für ihre Unterstützung bedanken. Schon bei meinen ersten Besuchen

sind mir die gute Stimmung in der Belegschaft und der

freundliche Umgang aufgefallen. Es freut mich sehr, wie offen ich

begrüßt wurde, wie ausführlich und geduldig ich in die Vielzahl an

Projekten und Themen eingearbeitet wurde. Alle Kollegen der Klinik

verbindet ein Ziel, das uns als unsichtbares Band zusammenhält:

Die optimale Therapie unserer Patientinnen und Patienten mit allen

geeigneten Mitteln zu gewährleisten. Gemeinsam mit allen Kolleginnen

und Kollegen möchte ich auch in Zukunft die herausragende

Position unserer Klinik in der Region weiter stärken und ausbauen.

Aus Ihrer Sicht, was kennzeichnet das medizinische Leistungsspektrum

und die Spezialisierung des Klinikpersonals?

STUBY: Das Leistungsspektrum unserer BG Unfallklinik Murnau umfasst

insbesondere die Kernkompetenzen Polytrauma, Schädel-Hirn-

Trauma, Hand-, Brand- und Rückenmarksverletzungen, Septische

Chirurgie sowie natürlich posttraumatische fehlverheilte Folgezustände

jeglicher Art und das BG-liche Heilverfahren. Neben der

umfassenden Unfallchirurgie stehen unseren Patienten auch in

allen anderen Bereichen, die mit Unfallfolgen assoziiert sind, hochspezialisierte

Teams zur Verfügung. In der Abteilung für berufsgenossenschaftliche

Rehabilitation arbeitet ein multidisziplinäres

Reha-Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Psychologen

eng zusammen. Wir bieten damit eine optimale Rehabilitation

unfallverletzter Patienten aus einer Hand.

gehenden Abteilungen, alle Einheiten werden von den Chef- und

Leitenden Ärzten kooperativ betrieben. Diese Zusammenarbeit wird

auch in der Pflege und Therapie fortgesetzt und ermöglicht eine –

entsprechend des Verletzungsmusters bzw. der Erkrankung –

angemessene pflege- und fachbezogene Versorgung.

Welche Rahmenbedingungen beeinflussen aus Ihrer Sicht die

hohe medizinische Qualität der Versorgung? Sind Kooperationen

auch für Krankenhäuser ein wichtiger Erfolgsfaktor?

STUBY: Die hohe medizinische Qualität der Versorgung fußt im Wesentlichen

auf vier Säulen: Klinischen Kooperationen, Weiterbildungsund

Universitären Kooperationen und dem Netzwerk der gesetzlichen

Unfallversicherung. Als regional sehr erfolgreiches Beispiel

möchte ich hier die Zusammenarbeit mit dem Klinikum Garmisch-

Partenkirchen anführen. Auf Initiative von Herrn Professor Bühren

wurde vor mehr als 10 Jahren die Grundlage für diese erfolgreiche

Kooperation geschaffen. Während in Garmisch-Partenkirchen

SPEZIALISIERUNG DER KLINIKÄRZTE

Die Lehre an der BG Unfallklinik Murnau nimmt seit jeher einen

hohen Stellenwert ein. Dank der hervorragenden Infrastruktur

der Klinik, der Motivation der Ärzte und ihrer exzellenten

Spezialisierung können Patienten auf die beste

Versorgung vertrauen. Als Lehrkrankenhaus der Technischen

Universität München und der Salzburger Paracelsus Universität

können Studierende einen Teil ihres Praktischen Jahres

an der Murnauer Klinik ableisten. Mit dem Biomechanischen

Institut können klinische und methodische Fragestellungen

wissenschaftlich bearbeitet und Innovationen umgesetzt und

evaluiert werden. Dadurch bietet sich auch die Möglichkeit

für Promotionen und sogar Habilitationen in Anbindung an

einen unserer Kooperationspartner, der Paracelsus Medizinischen

Privatuniversität in Salzburg.

© BG Unfallklinik Murnau

Wie alle BG Kliniken zeichnet auch unsere Klinik aus, dass der Therapieansatz

prinzipiell ganzheitlich gestaltet ist und für die Behandlung

im Einzelfall von Anfang an alle medizinischen und chirurgischen

Abteilungen fachübergreifend miteinschließt. Das zieht sich

wie ein roter Faden durch die Strukturen der Klinik: Ob Zentrale Notaufnahme,

Intensivstationen, Operationsabteilung oder die nach-

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BG Unfallklinik Murnau

abwechselnd in Nürnberg und Murnau stattfindet. Im Mittelpunkt der

diesjährigen Tagung steht das Rehamanagement im ambulanten

Durchgangsarztverfahren und in den stationären Heilverfahren. Ich

freue mich, diese Veranstaltung im Mai begleiten zu dürfen.

© BG Unfallklinik Murnau

WISSENSCHAFTLICHE

VERANSTALTUNGEN

Medizinische Fachveranstaltungen tragen seit Jahrzehnten

zum Wissensaustausch bei. Neben vielen etablierten Veranstaltungsformaten

richtet die Murnauer Klinik auch Konzernveranstaltungen

aus. Am ersten Reha Symposium der BG

Kliniken im September 2018 nahmen 400 Teilnehmer an 40

Vorträgen und 20 Workshops teil. Im Fokus stand der direkte

Austausch über Trends, Entwicklungen und Herausforderungen

in der integrierten Rehabilitation der Zukunft. Im März

2019 folgt die nächste Konzernveranstaltung. Mit der Fachtagung

„Praxis Update 2019: Septische Chirurgie – Infektionen

in Orthopädie und Unfallchirurgie“ greifen die BG Kliniken

aktuelle Entwicklungen auf und treten in einen interdisziplinären

Expertenaustausch über Erfahrungen und Lösungsansätze

aus dem klinischen Alltag.

65 Betten der Unfallchirurgie, Sportorthopädie und Kindertraumatologie

durch Murnauer Fachpersonal ärztlich betreut werden, betreibt

das Klinikum Garmisch-Partenkirchen das Zentrum Innere Medizin

und die Abteilung Gefäßmedizin in der BG Unfallklinik Murnau.

Die Weiterbildungs- und Universitären Kooperationen umfassen neben

Rotationen mit mehreren Kliniken eine Verbundweiterbildung mit dem

Klinikum Garmisch-Partenkirchen sowie mit dem Rheumazentrum

Oberammergau und in der Neurologie mit Bad Heilbrunn. Als Lehrkrankenhaus

der Medizinischen Paracelsus-Universität in Salzburg und

der Technischen Universität München bekommen außerdem viele

Studenten die Gelegenheit, die Fachbereiche der Murnauer Unfallklinik

im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung kennenzulernen.

Ausdruck der gelebten und sehr engen Zusammenarbeit mit der

gesetzlichen Unfallversicherung ist neben vielen anderen Aktivitäten

beispielsweise die Unfallmedizinische Tagung, die alle zwei Jahre

Vor Ihrer Tätigkeit in der BG Unfallklinik Murnau haben Sie viele Jahre

in der BG Klinik Tübingen gearbeitet. Inwiefern wird der Konzern auch

für die Patienten erlebbar?

STUBY: Im Januar 2016 haben sich die BG Kliniken zu einem Unternehmen

mit Holdingstruktur zusammen geschlossen. Diese

Veränderung habe ich in Tübingen miterlebt und werde nun versuchen,

die Vorteile, die sich aus dieser intensiveren Zusammenarbeit

ergeben, in Murnau umzusetzen. Die Verbundenheit zwischen

den medizinischen Einrichtungen des Konzerns macht sich

nicht nur in der vermehrten Kollaboration von Fachgruppen bemerkbar.

Dank des fachlichen Austauschs zwischen den Kliniken

und mit der Holding tragen wir immer mehr Wissen zusammen,

von dem letztendlich unsere Patienten profitieren.

Zudem können wir aufgrund der vielfältigen Arbeit an zahlreichen

Forschungsprojekten und in vielen Studien unserer Einrichtungen

aktiv dazu beitragen, den medizinischen Fortschritt voranzutreiben.

Dabei ist das Spektrum sehr breit. Es werden innovative medizinische

Verfahren entwickelt, etablierte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

geprüft, praktische Lösungsansätze gefunden

sowie neue Techniken in der Rehabilitation erprobt.

Der Zusammenhalt als Konzern macht sich aber auch im Außenauftritt

bemerkbar. Unsere Kliniken geben ein gemeinsames Bild

nach außen ab, an dem wir fortlaufend weiterarbeiten. So erkennen

unsere Patienten auf einen Blick, welche Einrichtungen wir deutschlandweit

vorhalten und wie sie auch in Wohnortnähe optimal versorgt

werden können.

Als Berufsgenossenschaftliche Klinik hat das Murnauer Traumazentrum

einen besonderen Versorgungsauftrag. Wie gestalten Sie

die Zusammenarbeit mit den Zuweisern, um die Versorgung Ihrer

Patienten noch besser zu gestalten?

STUBY: Als Zuweiser bezeichnen wir niedergelassene Ärzte, die ihre

Patienten in unser Krankenhaus einweisen, ihnen also ein bestimmtes

Krankenhaus „zuweisen“. Aber auch die Durchgangsärzte der gesetzlichen

Unfallversicherung schicken die sogenannten BG-Patienten zu

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UNFALLVERSICHERUNGSTRÄGER-

SERVICEZENTRUM

Im November 2018 hat die BG Unfallklinik Murnau ein

neues Servicezentrum für die Unfallversicherungsträger

(UVT) als zentrale Anlaufstelle rund um das Heilverfahren

der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung offiziell neu

eröffnet. Mit der Eröffnung wird das Angebot für die UVT

und die Patienten zentriert und insbesondere auch die Erreichbarkeit

für Zuweiser verbessert. Zentrale Ansprechpartner

stellen Informationen über das gesamte ambulante

und stationäre Leistungsangebot für Arbeitsunfallverletzte

an der BG Unfallklinik Murnau bereit.

Ansprechpartner UVT Servicezentrum

Dr. Martin Hofmeister

© BG Unfallklinik Murnau

uns, sprich Versicherte der UVT, die einen Arbeitsunfall erlitten

haben oder aufgrund einer Berufskrankheit. Die BG Unfallklinik

Murnau ist neben den alltäglichen in der Orthopädie und Unfallchirurgie

anfallenden Krankheitsbildern vor allem auf besonders

schwere Verletzungen spezialisiert – auf diese Expertise vertrauen

unsere Patienten und Zuweiser. Meinen Fokus richte ich hauptsächlich

auf die optimale verletzungsangepasste Patientenversorgung,

das BG-liche Heilverfahren und die Besonderheiten des

Systems der gesetzlichen Unfallversicherung. Diese sind mir aus

Tübingen bestens vertraut. Eine umfassende Patientenversorgung

ist ohne niedergelassene Ärzte sowohl als Zuweiser, aber auch

und vor allem als Mitbehandler in der postoperativen Betreuung

undenkbar. Deshalb ist uns eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit

mit zuweisenden Ärzten besonders wichtig und mir

damit auch ein besonderes Anliegen.

Prof. Dr. Jan Friederichs

Anfang des Jahres haben wir aus diesem Grund die Zuweiser der

Region zu einem Fortbildungsvortrag und Kennenlernabend eingeladen.

So konnte ich mich als Person vorstellen und eines meiner Spezialgebiete,

die Acetabulumchirurgie. Dieser Knochenbruch im Bereich

der Hüftgelenkspfanne zählt zu den besonders schwierig zu behandelnden

Frakturen des menschlichen Körpers und kann gleichzeitig

erhebliche Einschränkungen der Mobilität verursachen. Im Anschluss

an meinen Vortrag haben wir die Zeit für einen angeregten Erfahrungsaustausch

genutzt. Der direkte Austausch mit den Zuweisern hilft uns,

unsere Angebote noch mehr an die Bedürfnisse der Zuweiser auszurichten,

stetig zu verbessern und die gemeinsame Zusammenarbeit

weiter zu erleichtern. Aufgrund der positiven Rückmeldungen sind regelmäßige

derartige Veranstaltungen auch für die Zukunft vorgesehen.

Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen. Gibt es Pläne, an

denen Sie uns teilhaben lassen möchten?

STUBY: Ich freue mich sehr, in Murnau meine neue berufliche und in

Seehausen meine private Heimat gefunden zu haben und ich plane

langfristig. Wenn es nach mir geht, möchte ich gerne bis zu meinem

Ruhestand hier tätig sein und während dieser Zeit die Geschicke der

Klinik prägend mitgestalten. Mir liegt es fern, bestehende Strukturen

nur des Umbruches wegen zu verändern. Ich denke, mit Fingerspitzengefühl,

Feinjustierung und mit dem Fokus auf unseren primären

Versorgungsauftrag – der nahtlosen Behandlungskette vom Unfallort

bis zur Rückkehr in den Beruf – haben wir beste Chancen, auch weiterhin

zukunftsfähig zu agieren. Gemeinsam als Klinikleitung haben

wir dafür ein einheitliches Vorgehen abgestimmt: In unseren wöchentlichen

Besprechungen werden alle relevanten Themen und

Projekte erörtert. Insbesondere die Grundsatzentscheidungen werden

immer von der Geschäftsführerin, dem Kaufmännischen Direktor,

der Pflegedienstleitung und mir als Ärztlichem Direktor getroffen.

Natürlich möchte ich dabei auch meine eigene Handschrift hinterlassen,

aber die Zukunft können wir nur gemeinsam gestalten.

Es macht mir Freude zu sehen, dass wir mit mittlerweile mehr als

2.200 Kollegen auch weiterhin als Arbeitgeber eine bedeutende

Rolle in der Region einnehmen. Die Anforderungen der Kolleginnen

und Kollegen verändern sich – Stichwort Familienfreundlichkeit,

Wohnraum, Parkplätze, also Work-Life-Balance – aber auch die medizinischen

Anforderungen verändern sich stetig. Es ist kein Geheimnis,

wenn ich andeute, dass mittelfristig größere Baumaßnahmen

anstehen, um auch zukünftig unseren Patienten und Kollegen die

Qualität und den Service bieten zu können, den sie verdienen.

44

BG Unfallklinik Murnau


BG Unfallklinik

Murnau

INFOBOX

Chirurgie in der BG Unfallklinik Murnau

© BG Unfallklinik Murnau

Gründung der Klinik: 1953

Entwicklung der Patientenzahlen

(pro Jahr):

2016: Behandlung von 45.661 Patienten

2017: Behandlung von 44.846 Patienten

2018: Behandlung von 45.157 Patienten

Ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Ca. 240 Vollzeitkräfte

(ca. 275 Personen auf Grund von

Teilzeitbeschäftigungen)

Leistungsspektrum:

Das Leistungsspektrum der

BG Unfallklinik Murnau umfasst

insbesondere die Kernkompetenzen sowie

jegliche Unfallverletzungen inklusive:

• Polytrauma mit Abdominal, Thorax und

Schädel-Hirn-Trauma, Handverletzungen,

Plastische Chirurgie mit Lappendeckungen

von Weichteildefekten aller Art,

Brandverletzungen, Rückenmarksverletzungen

und Septische Chirurgie

sowie Rehabilitation

• Fehlverheilte Knochenbrüche

• Posttraumatische Folgezustände

aller Art

Neben der Unfallchirurgie stehen den

Patienten auch in anderen Bereichen

hochspezialisierte Teams zur Verfügung:

• Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung

(EPZ max), Kinderorthopädie,

Neurologie, Neurochirurgie,

Neurourologie uvm.

BG Unfallklinik Murnau · Prof.-Küntscher-Straße 8 · 82418 Murnau · Tel. 08841 48-0 · Fax 08841 48-2600

E-Mail: info@bgu-murnau.de · www.bgu-murnau.de

Interview und Redaktion: Lisa Schwede · Fotos: BG Unfallklinik Murnau

45


46


47


Foto: Florian Warnecke

Moritz Lemberg

und seine Zimmerei

„Ich bin total zufrieden.”

Auf Dächer in schwindelerregenden Höhen klettern, kreativ

sein und Neues schaffen – die Vielfältigkeit an seinem Beruf

fasziniert Moritz Lemberg. Während andere den ganzen

Tag im Büro verbringen, arbeitet er hauptsächlich draußen.

Seine Zimmerei Lemberg gründete er Anfang 2017 in

Schwarzenbach bei Antdorf.

Moritz Lemberg (1985 geboren und in München aufgewachsen)

wollte „immer was mit Holz machen“. Nach der

Schule absolvierte er von 2001 bis 2004 eine Ausbildung

als Zimmerergeselle in einer Starnberger Zimmerei. Nach

verschiedenen Jobs in dieser Sparte entschied sich Moritz

dazu, seine Qualifikationen fortzubilden: „2009 schloss ich

meine Weiterbildung zum Zimmerermeister und Bautechniker

an der Fachschule für Bautechnik in München erfolgreich

ab“, erzählt er. Nach einer zweijährigen Tätigkeit für eine

Holzbaufirma im Starnberger Umland, die auf die Herstellung

von schlüsselfertigen Niedrig-Energie- und Passivhäusern

in Holzbauweise spezialisiert ist, wollte Moritz

Lemberg „etwas Neues probieren“. So kam es, dass er 2011

seine Heimat verließ und nach Hamburg zog. „In Hamburg

war ich Bautechniker in einem Ingenieurbüro. Ich war für

einige Großprojekte verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte

ich an der Handwerkskammer in Hamburg die Fortbildung

zum Betriebswirt.“ Nachdem Moritz seine Erfahrungen

und Qualifikationen erneut erweitert hatte, zog es

ihn als Betriebsleiter einer Zimmerei zurück in den Süden.

Nach der Gründung seiner Zimmerei im Januar 2017 arbeitete

er zunächst frei für andere Firmen und nahm eigene

Aufträge an – somit erfüllte sich Moritz Lemberg einen

lange gehegten Wunsch. „Nach der Lehre wollte ich unbedingt

selbstständig werden, aber habe diese Idee wieder verworfen.

Die Selbstständigkeit hat sich dann so ergeben“,

schmunzelt er. „Im Mai 2017 stellte ich eine Kraft fürs Büro

und zwei weitere Kollegen von früher ein. Insgesamt sind

wir drei Gesellen, ein Lehrling und eine Sekretärin.“

Moritz Lemberg hat sich einen Traum erfüllt – und diese

tiefe Zufriedenheit merkt man dem sympathischen Inhaber

auch an. „Ich liebe die Vielseitigkeit an meinem Beruf. Man

kann so viel machen – vom Dachstuhl bis zum kompletten

Haus. Alles ist möglich. Außerdem ist mir mein Team sehr

wichtig, wir sind klein und familiär, essen gerne zusammen

und machen zwei Ausflüge im Jahr.“

Als Herausforderung sieht er „den Spagat als Chef und Mitarbeiter.

Ich bin ein Arbeitgeber, muss organisieren, trage

Verantwortung für meine Mitarbeiter und muss mich um

die Kunden kümmern. Gleichzeitig arbeite ich aber auch auf

den Baustellen mit. Das ist die ‚Krux‘, aber auch das, was

Spaß macht. Ich kann meine Tage frei einteilen. Eine gute

Organisation ist hier wichtig – bei der Arbeit und in der Freizeit.

Ich bin kein reiner Büromensch. Als Ausgleich zum Job bin

ich bei den Pferden, mit dem Hund unterwegs und klettere.

Ich bin immer gern draußen.“ Eine unverzichtbare Säule für

Moritz Lemberg ist seine Partnerin. „Mit ihr kann ich mich

austauschen und sie unterstützt mich seelisch.“

Seit der Unternehmensgründung kann die Zimmerei eine

beeindruckende Bilanz an den unterschiedlichsten Aufträgen

vorweisen. „2017 haben wir das 1.400 qm große Dach

einer Schule in Grünwald saniert und einen Holzschindel-

48


PORTRAIT


PORTRAIT

Fotos: Privatarchiv Firma Lemberg

Sanierung einer Schule in Grünwald und Restaurierung eines

Holzschindelturms

turm restauriert. Das hat zwei Monate gedauert und

war alles reine Handarbeit. Bis jetzt hatten wir jedes

Jahr ein ‚Highlight‘ neben dem Alltagsgeschäft, also einen

Auftrag, der sich durch seine Besonderheiten von

den anderen abhebt.“ 2018 war der Höhepunkt sicherlich

die Lerchenleistenverschalung von drei Häusern

in einem exklusiven Münchner Wohngebiet, an die

sich Moritz stolz erinnert: „Wir haben über 200 qm

Außenfläche mit 6 Meter langen, schmalen Leisten aus

Lerchenholz verkleidet. Die Eigentümerin war sehr anspruchsvoll

und hatte bei allen anderen Firmen Beanstandungen

– außer bei uns.“ Beim Betrachten der Bilder

der fertigen Fassaden wird verständlich, warum –

optisch außergewöhnlich ansprechend stechen sie sofort

ins Auge.

50


Foto: Florian Warnecke

Moritz Lemberg bei der Arbeit

Neben diesen besonderen Herausforderungen bietet

die Zimmerei Lemberg ein breites Spektrum an Leistungen

an. „Sanierungen zählen zu unseren täglichen

Aufgaben, sei es bei großen Dachflächen, kompletten

Dachstühlen, Stadeln, dem Austausch von Balken und

Balkonen – wir kümmern uns um alles. Weiterhin bieten

wir Fassadengestaltung, ökologischen Holzbau an und

fertigen Carports“, berichtet Moritz Lemberg.

Die Teamarbeit ist für ihn nicht nur im eigenen Betrieb

wichtig, bei umfangreicheren Aufträgen arbeitet seine

Zimmerei gerne mit anderen Firmen zusammen, denn

„mit guten Kontakten kann man gemeinsam viel mehr

schaffen.“ Lemberg beschränkt seine Arbeiten nicht

nur auf die nähere Region. „Wir schrecken nicht davor

zurück, woanders hinzufahren, so hatten wir zum Beispiel

eine Dachsanierung in Bad Wörishofen.“

DIE Adresse im Oberland für

Exklusive Second Hand Brautmode

und für brandneue Modelle aus dem Hause Kleemeier

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Für 2019 hat der aufgeschlossene Betriebswirt einige

Ziele im Kopf. „Ich möchte mit meiner Zimmerei die Arbeiten

im Denkmalpflegebereich festigen und natürlich

wieder mindestens einen ungewöhnlichen Auftrag erhalten.

Die ausgezeichnete Qualität unserer Leistungen liegt uns

sehr am Herzen. Wir haben hohe Ansprüche an uns und

wollen, dass die Kundenwünsche stets perfekt umgesetzt

werden. Mit der bisherigen Entwicklung meiner Zimmerei

bin ich total zufrieden, so kann die Reise weitergehen.“

www.zimmerei-lemberg.de

Alexandra Sichart

51


U16 Buben Bezirksliga:

Hinten links: Trainer Milan Lazic, Quentin Brugger, Stephan Marchlowitz,

Marco Milic, Ervin Tasci

Vorne links: Emil Strehmann, Yannik Peters, Luis Grimm, Paul Damith, Constantin

Voss (Co-Trainer Robert Strehmann und Beni Dotzer)

U12 Buben Bezirksliga:

Hinten links: Trainer Manu Sebald, Valentin Hoffmann, Ruben Moroff, David

Weuste, Johann Fischer, Tobi Stumpfecker, Jonathan von der Au

Vorne links: Adrian Knezevic, Jakob Sebald, Julian Bredemeyer, Lennart Schulz,

Emil Schretter, Lasse Kühnemann (Co-Trainer Emil Strehmann und Niki Peters)

ESV STAFFELSEE BASKETBALL

Unsere U 16 Buben sind ein zusammengeschweißtes Team,

das momentan auf Patz 2 der Bezirksliga steht. Stephan fährt

sogar 2 mal die Woche von Garmisch zu uns ins Training und

natürlich zu den Spielen, Quentin spielt mit Doppellizenz noch

in München. Paul, Yannik und Consti sind eigentlich noch U14-

Spieler, durch ihre Spielstärke jedoch inzwischen ein fester Bestandteil

dieser Mannschaft. Marco, Ervin, Emil und Luis bilden

durch ihre langjährige Erfahrung den Kern des U16 Teams.

Unterstützung bekommen die Buben auch durch Marina Maier

und Vreni Furtner von der U16-Bayerliga Mädchenmannschaft.

Unsere U 12 Buben stehen ebenfalls auf Platz 2 der Bezirksliga

und können mit ihrem letzten Spiel gegen Weilheim sogar noch

den 1. Platz der Liga erklimmen. Der Zusammenhalt und die

Trainingsbeteiligung im Team ist super. Es gibt auch einige Anfänger,

die schon gut mitspielen können und Jungs, die schon

durch starke Technik und individuelle Stärke glänzen.

Durch unser Vereinskonzept, unsere Spieler und Spielerinnen

leistungsgerecht zu fördern, ist es uns möglich, auch jederzeit

Spieler jeden Niveaus und auch Anfänger zu integrieren.

Wer also Lust auf Basketball hat, kann jederzeit zu einem

Schnuppertraining zu uns in die Halle kommen:

U16 Buben (JG 2003-04):

Mo. 17:00 Uhr in die Gymnasiumhalle und

Do. um 18:30 Uhr in die Realschulhalle

U14 Buben (JG 2005-06):

Mo. und Fr. 17:00 Uhr in die Gymnasiumhalle

U12 Buben (JG 2007-08):

Mi. und Fr. 17:00 Uhr in die Gymnasiumhalle

Wir freuen uns auf Euch!

Weitere Informationen findet Ihr auch unter

www.esv-staffelsee.de


Foto: Florian Warnecke

54


LIVE

SeniorenWohnen Staffelsee:

Das gute Leben pflegen

Die schönen Ohrringe, eine farbenfrohe Frühlingsbluse, gute

Laune – Maria Würsch hat sich bereit gemacht für den Termin

mit der Presse. Sage und schreibe 99 Jahre ist sie alt, fast ein

ganzes Jahrhundert. Für Mitte 80 ginge sie aber auch gut durch,

nicht nur, weil sie gleich zu Beginn des Interviews Gedichte

rezitiert. Vor allem aber deshalb, weil ihre Augen so lebhaft

funkeln. Der Schalk sitzt ihr auch nach fast 100 Jahren im Nacken.

Ihr Tipp für ein langes Leben: Immer heiter und lustig

bleiben!

Das passt gut zu dem Jahres-Motto, das am Garhöll im SeniorenWohnen

Staffelsee gelebt wird: „Der Optimist findet immer

einen Weg, der Pessimist immer eine Sackgasse.“ Das Zitat des

US-Schriftstellers Napoleon Hill wird dieses Jahr Mitarbeiter

und Bewohner begleiten, erklärt Martin Herber, der seit fünf

Jahren Leiter des Seniorenwohnheims ist. Er beobachtet, dass

in den letzten Jahrzehnten in dem Berufsfeld der Altenpflege

immer mehr Knowhow nötig geworden und der Standard seit

den achtziger Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Aber auch:

Durch das gestiegene Durchschnittsalter und andere Faktoren

gibt es immer mehr demente Bewohner. Im Garhöll sind es

mittlerweile 40 Prozent – eine Herausforderung nicht nur für

die Angehörigen, sondern vor allem auch für das Personal. Das

SeniorenWohnen Staffelsee will hier gezielt helfen: beispielsweise

gibt es eine interne Demenzgruppe, in der eine soziale

Betreuung durch zusätzliche Betreuungskräfte und eine Sozialpädagogin

gewährleistet ist.

Schicksalsmelodie: Willy fuhr den Wagen

Auch die fast hundertjährige Maria Würsch lebt seit einiger

Zeit im SeniorenWohnen Staffelsee – mit einem traumhaften

Blick über den See. Am liebsten erzählt sie von damals. Trotz

vieler schrecklicher Erinnerungen an den Krieg und ihrer Zeit

im Lazarett hat die ehemalige Krankenschwester den Mut nie

verloren. Hitler, das sei ein Rattenfänger gewesen, viele aus ihrer

Familie und von ihren Freunden sind damals gefallen. Verhärmt

hat sie das trotzdem nicht. „Du musst Dich mit allem

abfinden, das ist die Schicksalsmelodie.“ Und gleich fällt ihr

ein, dass sie ja noch gar nicht erzählt hat, wie sie ihren Mann

kennenlernte. Der hat ein gutes Händchen bewiesen, als er damals

die junge Frau ansprach, die auf dem Weg zum Kino in

der Schauburg München war – und sie kurzum begleitete.

Schnell wurden sie ein Paar. „Willy war ein guter Mann“, sagt

Maria Würsch. Nicht nur, weil er bei Feierlichkeiten immer

derjenige war, der nüchtern blieb und Maria nach Hause fuhr,

wie sie augenzwinkernd erzählt. Auch, weil er mit ihr in Oper

und Operette ging, regelmäßig, am besten einmal die Woche.

Ein gemeinsames Hobby. Denn die große Leidenschaft in Maria

Würschs Leben ist bis heute die Musik. Auch sie selbst hat

lange Akkordeon gespielt.

Grießbrei war gestern –

heute ist Candlelight-Dinner

Heute geht das leider nicht mehr: die Hände machen nicht

mehr so mit, die Kraft in den Armen lässt nach. Aber in Konzerte

geht sie immer noch – im SeniorenWohnen am Staffelsee,

wo regelmäßig die Camerloher Musikschule und namhafte Musiker

auftreten. Ein biographieorientiertes Angebot ist dem

Einrichtungsleiter Martin Herber wichtig. Das heißt, sich die

Lebensläufe der Bewohner anzuschauen und die Angebote darauf

abzustimmen. Maria Würsch freut sich über Konzerte,

aber demnächst soll auch eine Gruppe gegründet werden, die

mit Holz arbeitet und eine mit Metall, insbesondere – aber

nicht nur – für Männer. Andere Gruppen gibt es natürlich

55


NATURHEILPRAXIS HANSEN

GANZHEITLICHE

LEBENSBERATUNG &

LEBENSPFLEGE

Traditionelle chinesische Medizin:

Harmonie von Körper,

Geist und Seele

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56


LIVE

Fotos: Florian Warnecke

Martin Herber mit zwei Heimbewohnerinnen

Die 99-jährige Maria Würsch

schon: für körperliche Aktivität, wie Tanzen oder Gymnastik,

und die Begegnung mit einem ganz besonderen Mitarbeiter,

dem Golden Retriever Juko. Für geistige Aktivität sorgt etwa

der Literaturkreis, beim hauswirtschaftlichen Kreis wird gekocht

und gebacken.

Wertschätzung und Wirtschaftlichkeit

Ganz besondere Wertschätzung aber auch den Mitarbeitern

entgegenzubringen, das ist Martin Herber sehr wichtig. Daher

hat das Haus einige Leitlinien für die Zukunft entwickelt. Dauerhaft

will das SeniorenWohnen am Garhöll etwa zu den besten

drei Arbeitgebern in der Pflege bayernweit gehören und bestes

Haus am Platze werden. Außerdem soll eine nachhaltige Umsatzrentabilität

erzielt werden, damit diese Wirtschaftlichkeit

Basis für Innovationen sein kann. Hinzu kommen Entlastungsmöglichkeiten

im betrieblichen Gesundheitsmanagement, Weiterbildungen

und Workshops wie zum Beispiel für Palliativ

Care, Teilzeitarbeit, mitarbeitergerechte Dienstpläne, bei denen

meistens „Wunschdienstfrei“ berücksichtigt werden kann.

„Lustig gelebt und lustig

gestorben, hat dem Teufel

das Spiel verdorben.“

Maria Würsch

„Führt ein aufrechtes Leben“

Wenn es um die Zukunftssicherung des Standortes für die Murnauer

Einrichtung des Bayerischen Roten Kreuzes geht, kann

Martin Herber auf seine fast 30-jährige Erfahrung als Führungskraft

zurückgreifen. Da hat die fast 100-jährige Maria

Würsch noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel. Sie hat einen

Wunsch an die nachfolgenden Generationen: „Ein aufrechtes

Leben führen“, sagt sie, das sei enorm wichtig – und gesteht,

dass sie gar nicht mehr jung sein möchte. Dann fängt sie an zu

summen und zitiert einen Spruch: „Lustig gelebt und lustig gestorben

hat dem Teufel das Spiel verdorben“, und lacht ein unglaublich

ansteckendes Lachen.

www.seniorenwohnen.brk.de

nil

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Fotos: Heribert Riesenhuber

PORTRAIT


Ein Beitrag über die Murnauer Bergwacht sollte eigentlich ein modernes Hörspiel

sein. Am Lautsprecher hört man das Schlittern von Skiern über den harschigen

Schnee, das Kreischen der Bergdohlen, das Rauschen von Wind in den Bäumen.

Vielleicht auch noch das Gluckern eines Bergbachs oder das feine Plätschern von

Regen. Denn wenn sie raus müssen, die Frauen und Männer von der Bergwacht,

ist das Wetter oft nicht einladend. Das merkt man schnell.

Zum Fototermin in Bad Tölz ging es an einem verschneiten Sonntag. So ein Tag, den

man am liebsten zu Hause verbringt. Bereitschaftsleiter Christian Berchtenbreiter

am Telefon: „Wir haben schon angefangen. Am besten kommst du gleich hierher.“ In

Bad Tölz ist es kalt und die Bergwachtler, eine Gruppe aus Murnau, lassen sich mit

der Winde abseilen, um andere aus der Wand zu retten. Einer nach dem anderen. Es

ist eine Übung. In der Hubschrauberhalle. Wir haben uns hier verabredet, um ein

paar Fotos zu machen. Spektakuläre Fotos. Aber spektakulär muss es gar nicht sein.

„Wir brauchen bei der Bergwacht keine Helden“,

sagt Sebastian Geiersberger, stellvertretender Bereitschaftsleiter in Murnau. Da ist sicher

etwas dran, obwohl die Helfer von der Bergwacht für viele Menschen durchaus

so etwas wie Helden sind.

Sebastian erinnert sich an einen seiner ersten Einsätze, kurz nach der Ausbildung. Es

ging um einen verunfallten Skifahrer. Der Sturz war nur etwa 200 Meter von der Talstation

entfernt passiert und die Sonne ging schon so langsam unter. „Nach Sonnenuntergang

fliegt der Hubschrauber nicht mehr“, erklärt Andrea Jung, die bereits seit 19

Jahren dabei ist. Als vom Einsatzleiter dann doch die Anfrage kam, ob der Hubschrauber

noch ausrücken solle, sagte Sebastian sofort Ja – und hat damit dem Skifahrer

vermutlich das Leben gerettet. Denn der hatte eine schwere Wirbelverletzung.

59


PORTRAIT

Lust am Leben

braucht

Bewegung

auf über 2000 qm

geprüfte Fitness-Anlage

mit Gütesiegel

Foto: Archiv Bergwacht Murnau

umfangreiches

Kursangebot

Wellness-Landschaft

kostenlose

Kinderbetreuung

So nah an der Grenze von Leben und Tod dran zu sein, ist sicher nicht jedermanns

Sache. Aber die meisten Bergwachtler, nicht nur in Murnau, sind auch privat leidenschaftliche

Alpinisten. Sie wissen, warum es die Menschen in die wunderschöne

Bergwelt zieht. Sebastian liebt die Natur und hat sich schon vor seiner Zeit bei der

Bergwacht im Bund Naturschutz engagiert. Christian ist selber begeisterter Alpinist

und Andrea ist bereits mit drei Jahren von ihren Eltern in den Alpenverein gesteckt

worden. Sie und alle anderen, die nun seit insgesamt mehr als 90 Jahren in Murnau

Dienst schieben, sind in den Bergen und vor allem in ihrem Einsatzgebiet, rund um

den Heimgarten, zu Hause. Und überraschenderweise können sie auch die Menschen,

denen sie helfen müssen, oft sehr gut verstehen. Von ihnen hört man wenig

darüber, dass die Leute immer unvorsichtiger werden, dass sie sich mit der falschen

Ausrüstung auf den Weg machen oder ähnliches. „Natürlich denkt man manchmal,

dass die Leute leichtsinnig sind“, sagen sie. Aber war man nicht selbst auch schon

leichtsinnig? Und wie leicht überschätzt man sich? Wenn man in den Bergen unterwegs

ist, kann immer etwas Unvorhersehbares passieren.

Weniger gefährlich, dafür aber als Training ungeheuer wichtig geht es in der Hubschrauberhalle

zu. Der Mann an der Seilwinde der Hubschrauberattrappe ist ein

Profi von der Bundeswehr. Allerdings gibt es keinen Lärm wie mit einem richtigen

Am Schlageis 5-7

82418 Murnau

Telefon 08841.4368

www.proline-murnau.de

Hubschrauber. Schade fürs Hörspiel. Zwei Bergwachtler aus Murnau steigen in die

Hubschrauberkabine, zwei weitere gehen in die Kletterwand, aus der sie über die

Seilwinde befreit werden. Obwohl hier alles in sicheren Verhältnissen geprobt wird,

merkt man Anspannung und Konzentration bei den Frauen und Männern. Sobald


die beiden „Geretteten“ in der Kabine sind, geht es weiter zum

Hausdach, auf dem die nächsten Personen geborgen werden.

Und dann schwebt der Hubschrauber zum Hang, wo ein Opfer

in einer Trage geborgen wird. Es gibt noch weitere Übungseinheiten

hier in der Halle. An einer Station wird die Wiederbelebung

geprobt und in einem anderen Teil der Halle befinden

sich verschiedene Seilbahngondeln, zu denen die Einsatzkräfte

sich vorarbeiten müssen. Das ist schon sehr spannend – aber

es gibt auch schönere Beschäftigungen an einem Sonntag. Wer

bei der Bergwacht dabei sein will, der muss bereit sein, sich

für andere einzusetzen. Auch am Feiertag, auch bei schlechtem

Wetter. Trotzdem hat die Bergwacht Murnau derzeit keine

Nachwuchssorgen. 47 aktive Helfer gibt es derzeit , davon befinden

sich gerade 8 noch in der Ausbildung... davon 4 Frauen!

Foto: Heribert Riesenhuber

Dass auch Frauen bei der Murnauer Bergwacht dabei sind,

ist für Sebastian und Christian ganz selbstverständlich. Ist

es aber nicht immer – erfährt man im Gespräch mit Andrea.

Sie war im Jahr 2000 in Murnau die dritte Frau, die zur

Bergwacht gegangen ist. Die erste war Christl Schwaiger

aus Uffing. „Sie wurde damals, 1994, von Bereitschaftsleiter

Franz Jäger sogar mit einer roten Rose begrüßt“, erinnert

sich Christian. Andere hatten es nicht so leicht. Erst 1992

wurde in Rottach-Egern die erste Frau in eine bayerische

Bergwacht aufgenommen und die wurde nicht mit einer

Rose begrüßt. Sie musste sich das Recht zu helfen per Gericht

erstreiten. Und in einer anderen Bereitschaft hat mal

einer gedroht, die Bergwacht zu verlassen, wenn jemals

Frauen aufgenommen würden. Die erste Frau dort war

dann seine eigene Tochter – und ausgetreten ist er natürlich

nicht. Heute ist es in den meisten Bereitschaften normal,

dass auch Frauen dabei sind. „Ich finde es sehr angenehm,

dass in Murnau viele Frauen dabei sind“, sagt Sebastian.

„Das sorgt für eine bessere Stimmung als in Vereinen, in

denen nur Männer sind.“

Zum Schluss dann noch die Frage, wie die vielen Helferinnen

und Helfer überhaupt zur Bergwacht gekommen sind.

Denn die Bergwacht ist ein Ehrenamt, für das man eine

anspruchsvolle zweijährige Ausbildung und mehrere Prü-

61


Sozialagentur-Oberbayern

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James-Loeb-Straße 11

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62


PORTRAIT

fungen absolvieren muss, bevor man eingesetzt wird. Ganz

zu schweigen von Fortbildungen und Vorträgen.

„Manche kommen von der medizinischen Seite“, sagt Andrea.

„Mein Vater war schon in der Bergwacht aktiv“, erzählt Christian,

der sobald es möglich war – also mit 16 Jahren – zu den

Bergwachtlern gegangen ist.

„Mich haben sie einfach zur Prüfung angemeldet“, erzählt Andrea

lachend, denn sie hatte sich, während ihrer Fortbildung

zur Skihochtourenführerin des Deutschen Alpenvereins immer

wieder an den Ausbildungsabenden der Bergwacht „eingeschmuggelt“.

Sebastian wurde von seiner Frau gefragt, warum

er eigentlich nicht bei der Bergwacht sei. (Heute ist er

übrigens in mehreren Funktionen bei der Bergwacht aktiv

und man könnte auf den Gedanken kommen, dass seine Frau

inzwischen bereue, ihn damals darauf gebracht zu haben.)

„Manchmal ziehen die Leute auch nach Murnau und kommen

zur Bergwacht, weil sie Anschluss suchen“, erzählt Andrea.

Aber das klappt nicht immer gut. Wer zur Bergwacht

will, der sollte sich schon in den Bergen auskennen. Der

sollte Klettern und Skifahren können. Da gibt es inzwischen

sogar einen Eignungstest.

Aber Bergwacht macht auch Spaß. Sonst hätten Andrea, Sebastian

und Christian sicher nicht so gute Laune. Man trifft

auf Menschen, mit denen man die Leidenschaft für die Berge

teilt. Viele unterschiedliche Aufgaben warten. Ob in führenden

Positionen, wie bei Christian, ob als Ausbilder, Helfer oder Organisator.

Ihr „Schatzkästchen“ nennen die Bergwachtler ihre

über hundert Jahre alte Hütte auf der Kaseralm. Im Herbst

gab es dort eine große Feier zum 90-jährigen Jubiläum der

Bergwacht. Mit Bergmesse und Grillen. „Sogar Frau Merkel ist

gekommen“, freut sich Andrea. Das war wirklich etwas Besonderes.

Denn dass Susanna Merkel für die Landesleitung der

Bergwacht Bayern anreist, kommt nicht alle Tage vor. Und an

diesem Tag zumindest war das Wetter spitzenmäßig, die Blasmusik

hat gespielt (für das Hörspiel) und die Stimmung war

ausgelassen – auch wenn das Grillfleisch, das die Helfer auf

den Heimgarten hinaufgeschafft hatten, schon bald aus war.

www.bergwacht-murnau.de

Heribert Riesenhuber

63


STERNSTUNDEN

Foto: Franz Windirsch

V.l.n.r.: Dr. Melanie Bauer (Freilichtmuseum Glentleiten), Klaus Halter (ehrenamtlich aktiv für Sternstunden), Marcus Fiechtner (Firmeninhaber

Holz Fiechtner), Christine Eberle (Sternstunden), Hans-Peter Heft (Niederlassungsleiter Holz Fiechtner) und Stefan Holler (Fiechtner-Kunde

aus Mittenwald)

Weil geteilte Freude doppelte Freude ist...

ließ sich die Großweiler Firma HOLZ FIECHTNER zu ihrem

20. Jubiläum etwas ganz Besonderes einfallen:

Von jedem verkauften Quadratmeter der eigens hierfür entwickelten

Landhausdiele Glentleiten (Massivholz-Eichenparkett, benannt

nach dem Freilichtmuseum Glentleiten) wurde je ein Euro

an die Benefizaktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks

gespendet. Zustande kam die stattliche Summe von 4530 Euro,

die nun Kindern in Not zugutekommt. „Ganz herzlich möchten

wir uns bei unseren Kunden für ihre Treue bedanken und dafür,

dass sie uns bei diesem Vorhaben unterstützt haben“, sagt Niederlassungsleiter

Hans-Peter Heft, der seit 2017 für die Firma tätig

ist. Regionalität, Nachhaltigkeit, Qualität und Service – dafür

möchte sich das Team der Firma Fiechtner auch die nächsten

zwanzig Jahre stark machen.

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FREIZEIT-TIPP

Ob nach einem aktiven Tag in den Bergen oder als Belohnung

nach einer arbeitsreichen Woche; ob an dunklen Winterabenden

oder an einem der ersten Frühjahrstage, wenn im Blauen

Land der Schnee in der Sonne glitzert und funkelt: Manchmal

sehnen wir uns nach Wärme und Wellness für Körper, Geist

und Seele.

In unserem Freizeit-Tipp tauchen wir ein in die Wellnessoase

des Kristall Triminis in Kochel am See. Hier erwartet uns

Saunagenuss ohnegleichen. Möchten Sie lieber bei wohligen

75 Grad in der Zirbensauna feines Holzaroma einatmen? Oder

bei 70 Grad in der Birkensauna entspannen? Diese dient auch

der Entschlackung und ist gerade im Frühjahr sehr beliebt. In

der Kristallsauna (85 Grad) zieht ein imposanter Bergkristall

alle Blicke auf sich. Doch das größte Highlight ist wohl das

Hubertus-Saunahaus. Dieses wunderschöne alte Bauernhaus

wurde in Kärnten abgetragen und am Hang der Kocheltherme

wieder aufgebaut. Große Konkurrenz bekommt es von der Herzogstand-Sauna,

die mit durchgehender Glasfront eine traumhafte

Aussicht über den See und auf einen der Lieblingsplätze

von König Ludwig gewährt. Sie sehen schon, die Wahl fällt

nicht leicht, denn Dampfbad, ein osmanisches Hamam, ein

Sole-Freiwasserbecken, ein Innenbecken mit Poolbar und viele

weitere Highlights runden den Wellnessgenuss ab. Und wer

möchte, gelangt über eine Treppe oder den Aufzug direkt ans

Seeufer. Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten

bis in den Herbst hinein ist es eine wahre Freude, nach der

Sauna direkt in das klare Wasser des Kochelsees einzutauchen.

Wir wünschen gute Erholung und frohes Genießen!

P.S. Für Badespaß für die ganze Familie empfehlen wir

das angeschlossene Trimini Vital-Aktivbad mit Whirlpool

und Aktiv-Becken!

Anna Marguerita Schön

65


GESUNDHEIT

Naturheilpraxis Christine Hansen

KÖRPER, GEIST UND SEELE

IM EINKLANG

An einem malerischen Fleckchen Erde in Murnau Neuegling, umgeben von Wiesen und

Wäldern, befindet sich Christine Hansens Praxis für Naturheilkunde. Was ihre Patienten

hier erwartet, ist „Lebenspflege“, die weit über die bloße Symptombehandlung hinausgeht.

Erst wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind, kann das „Qi“, die Lebenskraft, ungehindert

fließen. Das ist die Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin (kurz TCM),

die einen wichtigen Baustein in Frau Hansens Praxis bildet.

Als wir uns zum Melange-Interview treffen, werde ich an der Haustüre von einem kleinen,

lieben Hund namens Taro begrüßt. „Der bleibt allerdings hier“, erklärt Frau Hansen lächelnd,

als sie Taro liebevoll zurück ins Wohnhaus schiebt. Dann gehen wir um das Haus herum

und betreten über eine Holzaußentreppe die schönen, hellen Praxisräume.

Dass Christine Hansen und ihr Mann Torben seit zwanzig Jahren an diesem idyllischen

Platz leben, kommt nicht von ungefähr, denn schon als Kind hat die gebürtige Murnauerin

die Natur sehr geliebt.

„Aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof. Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit, die eigentlich

nur dadurch getrübt wurde, dass ich damals ein bißchen dicklich war und deshalb von

anderen Kindern gehänselt wurde“, erzählt sie. Erst als Teenager fand sie heraus, dass ihr

Übergewicht mit einer Unverträglichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel zusammenhing.

Diese Erkenntnis wurde zu einer der Initialzündungen für ihr Interesse an der Heilkunde.

HANNI UND NANNI

Einen Teil ihrer Schulzeit verbrachte Christine Hansen auf eigenen Wunsch hin im Internat

des Klosters Schlehdorf. Nicht etwa, weil ihr das Leben auf dem Bauernhof nicht gefallen

hätte, sondern weil sie sich als Teenager in Enid Blytons „Hanni und Nanni“-Bücher verliebt

hatte. „Ganz so verklärt wie in den Büchern war die Zeit dort natürlich nicht. Vor allem, wenn

man etwas angestellt hatte, denn dann gab es Strafdienste wie zum Beispiel Putzen. Und ich

hatte viele davon.“ Sie lacht. „Damals hat sich aber auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickelt.

Wir haben in einem Fünfbettzimmer gewohnt und immer zusammengehalten. Vielleicht

gehe ich deshalb heute so gerne auf Fortbildungen und brauche den Austausch mit anderen

Menschen. Gemeinsam kann man viel erreichen.“

66


Foto: Florian Warnecke


GESUNDHEIT

Nach ihrer Schulzeit arbeitete Christine Hansen am Murnauer

Unfallklinikum in der Labordiagnostik, bis sie ihren Mann Torben

kennenlernte und ihre beiden Kinder zur Welt kamen. Als

sich nach der Kinderpause die Frage stellte, ob sie wieder ins

Labor ginge, war sie hin- und hergerissen. War da nicht noch

ein anderer, großer Wunsch? Etwas, das sich zunächst nicht

richtig greifen ließ? „Eine Freundin fragte mich damals: Was würdest

Du tun, wenn Du Dir etwas wünschen könntest? Und was

hindert Dich daran, dieses Ziel umzusetzen?“

DER MENSCH ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE

Und so kam es, dass sie am Münchner Zentrum für Naturheilkunde

ihre Ausbildung zur Heilpraktikerin absolvierte. Bald darauf

folgte der Abschluss zum Master of Medicine für Traditionelle

Chinesische Medizin, für dessen Erwerb sie auch einige

Male nach China reiste. Mittlerweile umfasst ihre Ausbildung

das komplette naturheilkundliche Spektrum.

Die Traditionelle Chinesische Medizin sei unglaublich komplex,

aber nicht kompliziert, erklärt mir Frau Hansen. „Durch die

ganzheitliche Betrachtung aller Zusammenhänge zwischen Himmel

und Erde entsteht eine Verbundenheit mit der Natur. Poetisch ausgedrückt

könnte man sagen: Wir stehen auf der Erde, aber befinden

uns in ständigem Kontakt mit unserer Umwelt.

Die TCM basiert auf der Lehre der fünf Elemente – Holz, Feuer,

Erde, Metall und Wasser. Sind diese Elemente nicht im Gleichgewicht,

geraten wir aus der Balance.“

Sie nimmt ein Blatt Papier zur Hand, zeichnet einen Menschen

und markiert die wichtigsten Organe und ihr Zusammenspiel.

„Sie können sich das so vorstellen: Ein Element nährt das andere.

Wasser nährt Holz. Holz erzeugt Feuer, aus Asche wird Erde, und

so weiter. Die Elemente kontrollieren und regulieren sich auch gegenseitig

und sorgen so für ein Gleichgewicht im Körper. Das Element

Holz steht unter anderem für Leber und Galle, während Herz

und Dünndarm dem Feuer, Milz und Magen dem Erdelement,

Lunge und Dickdarm den Metallen und Niere und Blase dem Element

Wasser zugeordnet sind. Gerät eines der Elemente aus der

Balance, hat dies stets Auswirkung auf den kompletten Körper.

Irgendwann kann das Immunsystem nicht mehr regulieren und

Christine Hansen erläutert die Augendiagnose

es entsteht ein Krankheitsbild. Das Ziel der TCM ist es, die Balance

wiederherzustellen.“

Frau Hansens Patienten erwartet hierfür ein vielfältiges Behandlungsspektrum.

Hierzu zählen unter anderem: Akupunktur, Akupressur,

Schröpfen, Heilmassagen (TuiNa), Wärmebehandlungen,

Allergiebehandlungen, Ernährungsberatung nach TCM,

Therapie mit pflanzlichen Essenzen, Infusionen, Sauerstofftherapie

oder Entgiftung von Schwermetallen.

Begonnen wird stets mit einer ausführlichen Anamnese. „Dann

folgt die Detektivarbeit“, sagt sie. Durch Testungen, Störfelddiagnosen,

gegebenenfalls Zungen- und Augendiagnose gilt es zunächst

herauszufinden, wo im Körper Ungleichgewichte herrschen

und wodurch diese hervorgerufen wurden. In Abstimmung

mit dem Patienten wird dann das weitere Vorgehen besprochen.

„Wichtig ist, dass der Patient neben der Behandlung auch die

richtigen Informationen und Impulse bekommt. Wie gehe ich

mit meinen Emotionen um, wie ernähre ich mich richtig und

wie achte ich gut auf mich? Auch Paracelsus sagte einst: Wie innen,

so außen, wie oben, so unten. Alles bedingt einander. Wenn

wir das begreifen, lernen wir automatisch, achtsam mit uns

selbst und unserer Umwelt umzugehen.“

Anna Marguerita Schön

www.naturheilpraxis-hansen.eu

Tel. 08841 / 62 37 41

Foto: Florian Warnecke

69


Foto: Bela Raba


PORTTRAIT

Christian Springer

DER MUTMACHER

Sollten Sie davon ausgegangen sein, dass das Interview, das

wir mit Christian Springer im Murnauer Kaffeehaus Krönner

geführt haben, die Lachmuskeln strapaziert, so ist das nur die

halbe Wahrheit. Zwar hat uns das Treffen mit dem bekannten

Kabarettisten auch neue Lachfältchen gebracht, doch vor allem

hat es eines getan: uns erschüttert. Und Mut gemacht.

„Mit 17 Jahren war ich zum ersten Mal mit einem Klassenkameraden

in Istanbul“, erzählt er. Sie sind damals mit dem Zug

hingefahren. Bald darauf ging es nach dem Abitur zum ersten

Mal nach Syrien. „Mit dem Nahen Osten ist es wie mit so vielen

Dingen oder Orten, die man kennenlernt. Es heißt: Einmal und

nie wieder, oder, wie in meinem Fall: Einmal und immer wieder.“

Hier sitzen wir nun, bei Sahnetorte und Cappuccino. Christian

Springer passt gut hier rein, er fügt sich in das bunte Kaffeehausbild,

lehnt sich zurück, ist völlig im Hier und Jetzt. Noch

heute Morgen hatte er Regiebesprechung für seine Sendung

„Live aus dem Schlachthof“, die er gemeinsam mit Michael Altinger

im BR-Fernsehen moderiert. Und in wenigen Tagen geht

es wieder in den Libanon, wie alle paar Wochen.

Obwohl das Kabarett einen wichtigen Teil seines Lebens einnimmt

und er bei seinen Auftritten sein Publikum vom Hocker

haut und kaum ein Thema zum aktuellen Zeitgeschehen vor

seinen Pointen sicher ist, ahnen Sie es bereits: Christian Springer

kann man nicht einfach in eine einzige Schublade stecken

und Kabarett draufschreiben.

Studiert hat er Semitistik, Philologie des christlichen Orients

und Bayerische Literaturgeschichte.

„Das stimmt!“ Christian lacht und erklärt: „Schon als Kind hatte

ich den Wunsch, irgendwann Arabisch zu lernen. Schuld daran

war Karl May. Ich erinnere mich noch genau an einen Abend in

meiner Kindheit, als unser Vater zu mir und meinem älteren

Bruder ins Kinderzimmer gekommen ist und mir Karl Mays

ersten Band in die Hand gedrückt hat.“ Von diesem Tag an verliebte

sich Christian Springer unwiderruflich in den Orient.

Dass er sich mittlerweile seit über 30 Jahren dort aktiv engagiert,

das hatte er damals noch nicht geahnt. Als echtes Münchner

Kindl wuchs Christian Springer in Berg am Laim auf, wo

seine Eltern ein Obst- und Gemüsegeschäft hatten. „Heimatverbundenheit

kann vieles sein. Das Zitherspiel, das Bücherschreiben,

auch das Kabarett. All das vermischt sich in meinem

Arbeitszimmer. Da steht das bayerische Lexikon neben dem arabischen.

Dinge, die nur von außen so scheinen, als kämen sie

aus verschiedenen Welten.“

Im Jahr 2012 gründete Christian Springer zusammen mit seinem

Bruder und dessen Lebensgefährtin den Verein Orienthelfer.

Alleine oder gemeinsam mit Leuten aus seinem mittlerweile

7-köpfigen Team reist er alle paar Wochen in den Libanon

und nach Jordanien, um den Flüchtlingen und den Einheimischen

vor Ort zu helfen. „Bei mir spielt sich sehr viel in der Öffentlichkeit

ab. Ich habe das große Glück, dass ich in meiner humanitären

Arbeit in der Syrienkrise als sehr seriös wahrgenommen

werde. Dass man mich kennt und sagt: der Verein, den der

Herr Springer gegründet hat, sorgt dafür, dass das Geld auch

wirklich ankommt. Die Glaubwürdigkeit, die die Spender sehen,

ist so ein großes Gut, mit dem ich sehr vorsichtig umgehen will.

Das ist ein Geschenk und ein unglaublicher Antrieb.“

71


PORTRAIT

Doch wie kommt ein Kabarettist zur Flüchtlingshilfe? Wie hat alles begonnen?

„Das sind lange Geschichten… könnt ihr einen Doppelband machen vom

Magazin?“ Christian lacht und wird dann wieder ernst. „Der Libanon ist

dieses kleine Nachbarland neben Syrien. Wer sich das nicht vorstellen kann:

Es ist so groß wie Niederbayern. Klein. Es hat eine Grenze zu Israel, die

nicht überschritten werden darf. Und eine Grenze zu Syrien, wo Krieg

herrscht. Und einen Zugang zum Mittelmeer. 2010 brach der sogenannte

Arabische Frühling aus, was sehr brutal war. Man hat auf Unbewaffnete geschossen.

Menschen sind geflohen, in die Türkei und nach Jordanien, dort

hat die Uno geholfen. Vom Gebirge des Libanons aus sieht man Homs, eines

der Zentren der Revolution, 18 km entfernt. Der Libanon ist ein arabisches

Land, auch sehr christlich geprägt, über die Jahrhunderte. Und dorthin sind

sehr viele Leute geflohen. Auf 4 Millionen Einwohner kamen – unvorstellbar

– 1,5 Millionen Flüchtlinge. Knapp 2000 illegale Camps, keine Uno, nicht

zentral organisiert. Das ist eine Situation, in der man helfen MUSS. Die

durchschnittliche Dauer eines Bürgerkriegs auf der Erde beträgt 18 Jahre.

Davon haben wir jetzt also noch nicht mal die Hälfte.

Als wir zum ersten Mal in den Libanon fuhren, waren wir zu dritt im No-

Name-Land. Die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien war nicht existent,

nur auf der Landkarte. Im Nebel in den Bergen hatten wir fürchterliche

Angst, dass wir plötzlich an einem Checkpoint landen könnten. Schließlich

kamen wir in ein Dorf und fragten: Sind wir noch im Libanon? Gibt es hier

Flüchtlinge? Es war Nacht, und da saßen 270 Leute in einer Ruine. Unter

Anderem fünfjährige Zwillinge, die vorher am Nachmittag mitanschauen

mussten, wie Papa und Mama in Syrien erschossen wurden. Der Onkel hat

die beiden Kinder mit dem Moped bis über die Grenze gebracht. Und da

waren mein Team und ich nun; wir haben beim örtlichen Händler für 80

Dollar Essen und Gaskartuschen erstanden. An die Kartuschen kannst Du

Licht hinschrauben oder damit kochen. So waren diese Leute versorgt. Und

ich habe gemerkt: Ja, Du kannst als Einzelner etwas tun.“ Und aus diesen

ersten Erlebnissen wurden unzählige.

„Durch Krieg wird eine Gesellschaft zerstört. Eines Tages fanden wir zum

Beispiel einen Jungen auf der Straße liegend, ein 18-Jähriger, dem ein Bein

fehlte. Wir wollten ihm helfen, liefen zu ihm. Und dann fuhren drei Panzer

auf uns zu und schossen auf uns. Ein unfassbarer Moment. Das Sinnbild

für die komplette Vernichtung einer Gesellschaft, eines Friedenwillens, eines

Vertrauens. Und deswegen möchte ich auch dort sein. Um Solidarität zu

72


zeigen. Um syrische Flüchtlinge zu fragen: Was braucht ihr? Und sie brauchen

alles: Schuhe, Wasser, Lebensmittel. Ich werde nicht vergessen, als sie sagten:

Christian, wir beten jeden Tag zu Gott, dass er uns ein Erdbeben schickt.

Dann hätten wir morgen Hilfe. Aber leider haben wir nur einen Krieg.“

Das Mädchen Zedra

„Eines Tages besuchte ich eine syrische Schule. Das Mädchen Zedra, dem

der Krieg ein Bein abgerissen hatte, saß dort ganz allein in einem Klassenzimmer.

Die Lehrerin kam auf mich zu und erklärte: Sie kann nicht runter

in die Pause. Man müsste sie tragen oder sie bleibt hier oben sitzen. Und

dann kam Zedra zu mir gehüpft auf einem Bein und hielt mir ein Ministräußchen

Rosen hin. Das habe ich heute noch in meiner Wohnung in Beirut.

Völlig vertrocknet mittlerweile, aber ich hebe es auf. Damals habe ich

beschlossen: Dieses Mädchen kriegt eine Prothese.

Und nach den ersten drei Wochen, als Zedra ihre erste Prothese bekommen

hatte, wurde mir ein Bild geschickt, das in meiner Wohnung in Beirut hängt

und das mich am Leben erhält. Auf diesem Bild sieht man ein Mädchen mit

langen Wallehaaren, das auf einem Baum sitzt. Ich dachte: Mei, die ist ja

süß, fröhliches syrisches Mädel, die schafft es ins Leben zurück. Mehr dachte

ich mir erstmal nicht dabei. Dann sagte man zu mir: Schau doch mal. Das

ist die Zedra! Ich staunte: Wie, die sitzt auf einem Baum? – Ja, sie hat drei

Wochen gebraucht, um sich daran zu gewöhnen, aber jetzt klettert sie auf

Bäume, spielt Fußball, und wenn ihr der Turnschuh von der Prothese rutscht,

haut sie mit dem Fuß gegen die Wand, dann sitzt er wieder.“

Christian holt Luft und fährt fort: „Ihren Fuß werde ich nicht wieder reparieren

können. Das, was bei ihr im Herzen passiert ist, werde ich nicht reparieren

können. Aber Zedra kann spielen und klettern und bekommt regelmäßig

eine neue Prothese.

Ich habe auch mal einen Kinderrollstuhl – noch vor dem Verein – ins Gebirge

gebracht und dort wiederum in den vierten Stock hochgeschleppt, zu einer

geflüchteten Familie. Manch einer sagt: Herr Springer, das ist aber keine seriöse

Hilfsaktion. Wir müssen flächendeckend denken, nachhaltig handeln.

Uns nicht mit Einzelschicksalen aufhalten. Und ich sage: Aber dieses Kind

hat jetzt einen Rollstuhl. Ich habe das Leben einer Familie verändert. Ich

mache das so, wie ich es für richtig befinde. Dann spendet Euer Geld der

Uno. Die müssen flächendeckend handeln. Aber wir sind mit unserem Verein

ganz nah am Menschen. Und das werden wir bleiben. Ich bin so aufgewachsen,

dass ich gelernt habe, nicht gegen Wände zu laufen, sondern etwas

zu bewegen.“

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73


PORTRAIT

Foto: Bela Raba

Christian Springer erzählt von seinen Erlebnissen im Nahen Osten

Wie schaffst Du es, Deine Erlebnisse zu verarbeiten? Und trotzdem

Deinen Humor zu bewahren?

„Das kann man schwer erklären. Es ist ja kein Zynismus, wenn wir

beide jetzt, in diesem Moment, über das Elend reden, in das Menschen

hineingeraten sind, ohne irgendeine Schuld daran zu tragen

– und ein fünfjähriges Kind kann definitiv nichts für einen Syrienkrieg

– und ich schiebe mir hier eine Sahnetorte in den Mund. Das

kann ich durchaus. Weil niemand etwas davon hat, wenn ich jetzt

einen Zwieback esse oder gar nichts. Und ich glaube ganz bestimmt,

dass das, was ich tue, mit Kraft zu tun hat. Diese Kraft habe ich

von meiner Familie mitgekriegt. Ich bin aufgewachsen in einem

sehr fleißigen, mutigen Elternhaus. Das hat mich geprägt.“

Eigentlich, so verrät er, ist er aber gleichzeitig ein Zartbesaiteter.

„Ich kann kein Blut sehen. Beim Blutabnehmen sage ich der

Arzthelferin: Legen Sie mich hin und stellen Sie mir bitte ein

Glas Wasser bereit, ich weiß nämlich nicht, ob ich umkippe. Und

die sind froh und sagen: Endlich mal kein Held. Dass ich eines

Tages in Feldlazaretten stehe und Amputationen fotografieren

muss oder verbrannte Kinder, das hätte ich nie gedacht.”

Diese nichtsnutzigen fremden Menschen

„Hier in Deutschland höre ich oft: Diese nichtsnutzigen fremden

Menschen, die da zu uns kommen und nicht im Mittelmeer ertrunken

sind, die kommen nur, um unser Sozialsystem auszubeuten. Kein

Mensch von denen ist zu uns geflohen, um hier bunte Zettel im Sozialamt

auszufüllen, um dann ein paar Hundert Euro zu kriegen.

Diese Menschen hatten Träume. Die wollen in Bio investieren, die

wollen eine Firma aufmachen für Solarpanels. Keiner möchte einfach

Sozialhilfe empfangen. Wusstest Du, dass Steve Jobs ein Flüchtlingskind

aus Homs war? Wenn man diese Tatsachen sieht, tun sich

im Herzen Wege auf. Ich kann nur sagen: Verachtet diese Flüchtlinge

nicht. Sie kommen nicht her, um uns etwas wegzunehmen.“

Viel habe er lernen dürfen. Über Leiden, über Hoffnung, über

Menschen, die über sich hinauswachsen. Und über Demut. „Viele

nennen mich den Mutmacher, was für einen Kabarettisten natürlich

eine Katastrophe ist.“ Er lacht. „Der Kabarettist muss ja immer mit

dem Hammer irgendwo draufhauen. Aber ich denke, ich habe einen

Weg gefunden, um auch auf der Bühne zu zeigen: Leute, so schlimm

ist es bei uns nicht. Wir brauchen nicht diese große Angst zu haben.“

Auch vor der Politik gibt Christian Springer nicht klein bei. So

hat er zum Beispiel dem Herrn Seehofer einen 80-seitigen Brief

geschrieben. „Das hat er mir nicht krumm genommen Als ich

ihn das letzte Mal gesehen habe, sagte er nur: Jetzt wird es aber

Zeit, dass Sie dem Söder auch einen Brief schreiben.

Der Freiheitsgedanke, den ich habe, ist sehr nah dran am Leben

und leben lassen. Das ist ein Spruch, den sich viele auf die Lederhosn

sticken. Das tatsächlich so zu leben ist etwas anderes.

Das geht schon beim Diskutieren los. Es bedeutet, Schubladendenken

hinter sich zu lassen, den anderen zu respektieren. Denn

sonst ziehen wir Wände hoch, im Herzen und im Kopf. Wir

wollen doch Konflikte vermeiden. Und man mag denken, das

geht nur, wenn alle einer Meinung sind. Das ist jedoch eine Erwartungshaltung,

die komplett unethisch ist und letztlich scheitern

MUSS. Aber mein Gedanke ist: Man lebt friedlich zusammen,

OBWOHL man unterschiedlich ist. Diese Welt ist so viel mehr

als unsere Überschriften, die wir oft geben möchten.“

Christian Springer hat für sein Engagement zahlreiche Auszeichnungen

erhalten. Zuletzt wurde ihm die Bayerische Verfassungsmedaille

in Silber verliehen.

U. a. folgende Bücher sind von ihm erschienen:

„Wo geht’s hier nach Arabien?“ (2011)

„Nazi, komm raus!“ (2012)

„Wir müssen Freiheit aushalten“ (2017)

„Die Antwort auf Söders Kreuz… ist 240 Jahre alt.“ (2018)

www.christianspringer.de

Anna Marguerita Schön

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75


IMMOBILIEN - EXPERTENTIPPS

Die niedrigen Zinsen für den

Immobilienkauf nutzen – 5 Tipps

Jetzt die Mini-Zinsen ausnutzen und einen Immobilienkredit aufnehmen. Das ist eine gute

Idee – wenn man sich von den niedrigen Zinsen nicht zu vorschnellen Entscheidungen hinreißen

lässt. Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, kann sich über die schlechteren

Konjunkturprognosen freuen. Die sorgen nämlich dafür, dass die Konditionen von Immobiliendarlehen

günstig bleiben. Viele angehende Immobilienbesitzer wollen sich die günstigen

Zinssätze sichern und ihren Kredit aufnehmen, bevor die Europäische Zentralbank

(EZB) im kommenden Jahr voraussichtlich die Leitzinsen in der Eurozone anhebt. Bauherren

und Hauskäufer sollten sich allerdings von den Mini-Zinsen nicht zu vorschnellen Entscheidungen

hinreißen lassen. Für eine solide Finanzierung braucht es mehr als einen

niedrigen Zinssatz. Hier unsere fünf Tipps für eine konzeptionelle Immobilienfinanzierung.

Britta

KIRSTEIN-ZIETZ

#1 Erst Haushaltsbuch führen, dann zur Bank

Wer mit Fremdkapital eine Immobilie kaufen will, sollte zunächst

seine finanzielle Situation genau analysieren. Wie hoch

sind die monatlichen Einnahmen, wie hoch die Ausgaben, wie

viel Geld kann man pro Monat für die Tilgung eines Immobiliendarlehens

aufwenden?

Extras wie Weihnachtsgeld oder Bonuszahlungen bleiben hierbei

außen vor, weil man mit ihnen nicht verlässlich kalkulieren kann.

Auf der anderen Seite jährliche Aufwendungen wie Stromnachzahlungen

und Versicherungsbeiträge nicht vergessen und auf

die einzelnen Monate umlegen.

#2 Hohen Eigenkapitalanteil wählen

Angesichts der niedrigen Zinsen scheint es verlockend, einen großen

Teil der Bau- oder Kauf-Kosten mit Hilfe des Bankkredits zu stemmen.

Eine Finanzierung mit nur wenig Eigenkapital ist aber keine

gute Idee – zu unsicher und zu teuer, sagen Experten. Banken schätzen

es, wenn Immobilienkäufer eigenes Geld mit einbringen. Je

mehr Eigenkapital, desto eher lässt sich ein günstiger Zinssatz aushandeln.

Verbraucherschützer raten nicht nur aus diesem Grund zu

einem Eigenkapitalanteil von mindestens 20, besser 30 Prozent.

#3 Auf eine lange Zinsbindung achten

Darlehen mit langer Zinsbindung kosten zwar etwas mehr als solche

mit kurzer Zinsbindung. Sie sind aber sinnvoll, wenn man

davon ausgeht, dass die Zinsen künftig höher liegen als heute –

und dieses Szenario ist sehr wahrscheinlich. Im aktuellen Umfeld

gilt also: Je länger die Zinsbindungsfrist, desto besser.

#4 Tilgungshöhe klug kalkulieren

Eine hohe Tilgung kann, ebenso wie eine lange Zinsbindung, vor

steigenden Zinsen schützen. Denn je höher die Tilgungsrate, desto

weniger Restschuld bleibt am Ende der Zinsbindungsfrist übrig.

Eine hohe Tilgung muss man sich allerdings leisten können. Die

monatliche Belastung sollte nicht so groß sein, dass man die Tilgung

des Immobiliendarlehens etwa aus dem Dispokredit des Giro-

kontos subventioniert.

#5 Anschlussfinanzierung planen

Nach dem Ende der Zinsbindungsfrist ist ein Immobiliendarlehen in

der Regel nicht komplett abbezahlt. Darlehensnehmer sollten sich

von Anfang an Gedanken darüber machen, wie es dann weitergeht.

Denn die Zinslast dürfte in 10 oder 15 Jahren höher liegen als heute.

Eine Möglichkeit, sich niedrige Zinsen für die Anschlussfinanzierung

zu sichern, sind sogenannte Forward-Darlehen.

Diese bieten gegen

einen Zinsaufschlag eine Absicherung

gegen steigende Zinsen. Je

früher man sie abschließt, desto

höher fällt der sogenannte Forward-Aufschlag

aus. Ob und mit

welchem Vorlauf sich ein Forward-

Darlehen lohnt, müssen Immobilienkäufer

individuell ausrechnen.

Von Britta Kirstein-Zietz,

ZIETZ Immobilien in Murnau

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WIRTSCHAFT & FINANZEN

Foto: Archiv, Dr. Schauer

für seine Steuererklärung. Statt wie bisher bis Ende Mai müssen die Dokumente

künftig immer erst bis zum 31. Juli eingereicht werden.

Eine längere Frist gibt es auch, wenn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein

hilft. War der letzte Termin für die Erklärung 2017 noch

der 31. Dezember 2018, kann die Steuererklärung für 2018 nun bis Ende

Februar 2020 abgegeben werden, wenn ein Berater dabei mitwirkt. Und

da das Jahr ein Schaltjahr sein wird, bleibt bis zum 29. Februar 2020 Zeit.

DR.RALF

ERICH

SCHAUER

Was ändert sich 2019

bei den Steuern?

Das neue Jahr beginnt nicht nur mit einer Reihe von guten Vorsätzen. Regelmäßig

kündigen sich zum Jahreswechsel auch viele gesetzliche Neuerungen

an.

Neues Jahr, neue Gesetze: Seit 1. Januar müssen sich Steuerzahler auf

neue Regeln einstellen. Zum Beispiel auf neue Einkommensgrenzen. Denn

die steigen 2019 für alle Steuersätze um 1,84 Prozent, erklärt die Verbraucherzentrale

Bayern. Damit soll die Inflationsrate des Jahres 2018 in

den Steuertarif eingepreist werden.

Weiteres Ziel der Neuregelung ist es den Angaben zufolge, den Effekt der

kalten Progression auszugleichen. Diese würde ansonsten bewirken, dass

Lohn- und Gehaltssteigerungen in Verbindung mit der Inflation zumindest

teilweise durch eine höhere Steuerbelastung aufgezehrt würden, erklären

die Verbraucherschützer. Weitere wichtige Änderungen im Überblick:

Höhere Freibeträge

Ledige haben seit dem 1. Januar in der Einkommensteuer einen Grundfreibetrag

von 9.168 Euro. Das sind 168 Euro mehr als 2018. Verheirateten

stehen 18.336 Euro zu, also 336 Euro mehr als bisher. Bis zu diesem

Betrag bleibt das Einkommen steuerfrei. Im selben Umfang erhöhen sich

die Beiträge, bis zu denen Steuerzahler Unterhalt für nahe Angehörige

als außergewöhnliche Belastungen abziehen können.

Angehoben wird auch der sächliche Kinderfreibetrag: Er erhöht sich um

96 Euro auf 2.490 Euro pro Kind und Elternteil. Der Freibetrag für den Betreuungs-,

Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf bleibt unverändert bei 1.320

Euro pro Kind und Elternteil bestehen. Insgesamt wird einem Elternpaar

pro Kind im Jahr 2019 also ein Kinderfreibetrag von 7.620 Euro gewährt.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Das Steuergesetz ist zwar schon seit 2017 in Kraft, es wirkt sich aber erst

jetzt aus. Denn ab dem Steuerjahr 2018 hat jeder zwei Monate mehr Zeit

Jobtickets sind künftig steuerfrei

Verbilligte Jobtickets sind ab Januar 2019 gänzlich steuerfrei. Das heißt,

Beschäftigte müssen die Kostenersparnis nicht mehr versteuern. Ziel ist

es, so den öffentliche Nahverkehr zu stärken. Allerdings werden die steuerfreien

Leistungen auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Das Job-Ticket ist allerdings nur steuerfrei, wenn Arbeitnehmer es zusätzlich

zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erhalten. Handelt es sich

hingegen um eine Entgeltumwandlung, greift die Steuerbefreiung nicht.

Steuervorteile für Elektro-Dienstwagen, Hybridfahrzeuge

und E-Bike vom Chef

Wer einen elektrisch angetriebenen Dienstwagen oder ein Hybridfahrzeug

nutzt, musste bisher die Privatnutzung mit einem Prozent des Listenpreises

pro Kalendermonat versteuern. Für E-Autos, die nach dem 31. Dezember

angeschafft werden, sinkt dieser Wert nun auf 0,5 Prozent, wie der Bundesrat

erklärt. Die Neuregelung gilt auch für extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge.

Allerdings ist dieser Steuervorteil begrenzt bis zum 31. Dezember

2021.

Wer sein Dienstfahrrad auch privat nutzt, muss ab 2019 den Gewinn nicht

mehr mit dem Finanzamt teilen. Der geldwerte Vorteil ist nach den Regelungen

im Jahressteuergesetz künftig steuerfrei. Das gilt sowohl für E-Bikes

mit Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h als auch für normale Fahrräder.

Eine elegante Form einer möglichen Gehaltserhöhung.

Die Regelung ist ebenfalls bis Ende 2021 befristet.

Steuerpflicht für Rentner

Im kommenden Jahr werden nach Angaben des Bundesfinanzministeriums

voraussichtlich rund 48.000 Rentner erstmals steuerpflichtig. Schuld

daran ist die prognostizierte Rentenerhöhung im Jahr 2019 von 3,2 Prozent

in Westdeutschland und 3,9 Prozent in den neuen Bundesländern.

Als Folge dieser Erhöhung überschreiten viele Ruheständler mit ihren Altersbezügen

dann erstmalig das steuerfreie Existenzminimum und müssen

eine Steuererklärung abgeben.

Welcher Anteil der Rente steuerpflichtig ist, hängt davon ab, wann man

in den Ruhestand gegangen ist. Bis Ende 2004 galt ein Wert von 50 Prozent,

seitdem steigt der steuerpflichtige Anteil Jahr für Jahr an. Wer 2018

Rentner geworden ist, versteuert bereits 76 Prozent seiner Altersbezüge.

Das bedeutet: Bereits ab einer Monatsrente von 1.132 Euro brutto fallen

erste Steuerbelastungen an, wenn man keine nennenswerten Abzüge gegenrechnen

kann. In 2019 steigt der steuerpflichtige Anteil dann auf 78

Prozent, ab 2040 werden Renten in voller Höhe steuerpflichtig sein.

Von Dr. Ralf Erich Schauer, Kanzlei Dr. Schauer in Murnau

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