Melange No12

AgenturMelange

Melange No12 - Das Magazin im Süden Bayerns

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0

1

9

GEORG

RINGSGWANDL

Wuide unterwegs

Titel: Georg Ringsgwandl

Foto: Christian Kaufmann

d a s m a g a z i n

IM SÜDEN

BAYERNS

SAMIR

YACOOB

Theater

ist sein Leben.

PATRICK

ARDELT

Danke, Mama!

MURNAUER

GOLDSCHMIEDE

Handwerk und Kunst!


EDITORIAL

Foto: Malina Brunner

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

A

uf dem Titel ist Georg Ringsgwandl. Georg ist ein Freund von mir und

wird am 9. November seine neue, gigantische CD „Wuide Unterwegs“

in der Aula vom Staffelsee-Gymnasium präsentieren.

Sandra Bangerter und Franz Windirsch

Frisch im Team begrüßen

wir Sandra

Bangerter. Nein, hier

handelt es sich nicht

um einen Ausschnitt

der Oberammergauer

Passionsspiele – obwohl

der Hauptdarsteller

langjährige

Erfahrung diesbezüglich

hätte – hier

steht ein sympathisches,

eloquentes Schweizer Mädel, welches sich von meinen messerscharfen

Fragen nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Wer ist das neue Gesicht im Melange-Team?

Als Sandra Bangerter aus Bern vor 17 Jahren den Staffelsee und am Horizont

das Wettersteingebirge leuchten sah, konnte sie dem Zauber des „Blauen

Landes” nicht widerstehen und machte Murnau zu ihrer neuen Heimat. Sandra

studierte zuvor Polydesign 3D an der Kunstschule in Bern, bereiste mit

einem Musical viele Länder, lebte je ein Jahr in den USA und in Afrika, war

als Reiseleiterin und Radiomoderatorin in der Morning Show Bern tätig. Sie

arbeitete in einer großen Werbeagentur in München und zuletzt in einer hiesigen

Luftbild-Agentur. Als ich nach all ihren Erzählungen in meiner grobmotorigen

Art die Frage nach IHREM Alleinstellungsmerkmal stellte, meinte

Sandra ganz cool: „Ich hab mit 14 Jahren im Berner Oberland den Bulldog-

Führerschein gemacht.“ Da dachte ich mir: „Franz, eine mit einem Bulldog-

Führerschein zum Magazine ausfahren, die kenna mia brauchen!“

Sandra, herzlich Willkommen im Team!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Franz Windirsch und das Team Melange

Anna Schön und Konstantin Wecker

Redaktionsleiterin Anna

Marguerita Schön verlässt die

Melange auf eigenen Wunsch

und stellt sich neuen Herausforderungen.

In den 4 Jahren ihrer

Mitarbeit hat sie die Melange

seit der 2. Ausgabe mit aufgebaut.

Mit viel Herzblut und Einfühlungsvermögen

hat sie rund

50 Artikel auf Papier gebracht

und sich um Lektorat, Veranstaltungsbetreuung

und Buchprojekte

gekümmert. Liebe

Anna, wir wünschen Dir alles

Gute auf Deinem weiteren Weg.

Wir werden Dich vermissen.

Dein Team Melange

SAVE THE DATE:

GEORG RINGSGWANDL MIT BAND

Sa. 9.11.2019, 20 Uhr, Einlass 19 Uhr,

Aula des Staffelsee-Gymnasiums Murnau

3Foto: Tamino Wecker


INHALT

6 IMPRESSIONEN

„Murnauer Moos“ von Florian Warnecke

8 HANDWERK Die Murnauer Goldschmiede

Begleiten Sie uns in die Welt der Schmuckstücke!

15 VORSCHAU Melange Schinkennudelnblues

Theater, Musik, Genuss im Griesbräu-Gewölbesaal in Murnau

16

Patrick Ardelt

Zurück im Leben

16 MENSCHEN Patrick Ardelt

La vie est dure – la vie est belle

22 PORTRAIT Christian Bär

Authentisch und bodenständig

28 GIPFELSTÜRMER Dr. med. Karl Flock

Arzt und Sportler aus Leidenschaft

32 FREIZEIT-TIPP Ehrwalder Wettersteinbahnen

Das familienfreundliche „Skigebiet hinter der Kirche“

22

Christian Bär

Authentisch und bodenständig

33 FITNESS-TIPP vom Pro-line Fitness-Studio

Training mit dem „Milon Q-PREMIUM-Zirkel“

36 PORTRAIT Samir Yacoob

„Ein Leben ohne Theater könnte ich mir nicht vorstellen“

42 BG UNFALLKLINIK MURNAU

50 Jahre Zentrum für Rückenmarkverletzte

Rückblick auf die erstaunliche Entwicklung der ehemaligen

„Sonderstation für Querschnittgelähmte“

50 STARKE FRAUEN Verena Cereni-Nießner

und ihre Expression Voices Gesangsschule

28

Dr. Karl Flock

Arzt und Sportler aus Leidenschaft

56 PORTRAIT Der Murnauer Küchenladen

Claudia Schneiders Inspirationsquelle & Wohlfühloase

60 TRADITION Das König-Ludwig-Denkmal

Geschichte und Tradition in Murnau

4


INHALT

63 LOCATION Zurück zum Ursprung

Hütteneinweihung im Park des Murnauer Hotel-Resorts Alpenhof

64 JUBILÄUM 100 Jahre Elektro Nirschl

Ein Murnauer Traditionsbetrieb feiert

70 LIVE Georg Ringsgwandl

Wuide unterwegs

75 NACHRUF Ulrich Wotschikowsky

Anwalt der Wölfe und Bären

77 IMMOBILIEN EXPERTENTIPPS von Britta Kirstein-Zietz

So machen Sie Ihr Haus winterfest

36

Samir Yacoob

Theater ist sein Leben

78 WIRTSCHAFT + FINANZEN mit Dr. R. E. Schauer

Kleine Steuerkunde

79 MARKTPLATZ

Cafés, Restaurants, Shopping, Tourismus und Gesundheit,

Kunst, Handwerk, Immobilien und Dienstleistungen

auf einen Blick

IMPRESSUM

Herausgeber: Agentur Melange, Obermarkt 8, 82418 Murnau

Redaktion: Team Melange, redaktion@agentur-melange.de

Autoren: nil, Anna Marguerita Schön, Alexandra Sichart, Heribert Riesenhuber

Grafik + Gestaltung: Katrin Oppenrieder

Fotografen: Florian Warnecke, Bela Raba, Mike Kuder, Heribert Riesenhuber,

Franz Windirsch, Christian Kolb, Sabine Brauer, Christian Kaufmann, Tamino

Wecker, Stefanie Seyringer, Christian Podolski, Sandra Bangerter, Malina Brunner

Redaktionsleitung + Lektorat: Anna Marguerita Schön

Marketing & Projektmanagement: Sandra Bangerter

Eventmanager: Sebastian Windirsch

60

Das König-Ludwig-Denkmal

Interview mit Johannes Köglmayr

KUNDENBETREUUNG + ANZEIGEN

Franz Windirsch

Sandra Bangerter

Sebastian Windirsch

anzeigen@agentur-melange.de

VERTEILUNG

ESV Staffelsee, Sandra Bangerter,

Franz Windirsch, Markus Heringer,

Ammergauer Alpen, Blaues Land,

Garmisch-Partenkirchen, Loisachtal,

Penzberg, Weilheim, Ehrwald/Tirol

64

100 Jahre

Elektro Nirschl

5


Foto: Florian Warnecke – 21.4.2019 – 6:55 Uhr

Murnauer Moos


IMPRESSIONEN

Hotel am schönsten Fleck Bayerns

www.alpenhof-murnau.com


Sie ist ein kleines

8JUWEL,

die Murnauer Fußgängerzone. Bunte Häuser reihen sich hier

dicht aneinander, und wendet man den Kopf in Richtung Untermarkt,

so blickt man auf ein sagenhaftes Bergpanorama.

Doch was wäre der Ort ohne seinen regionalen Einzelhandel,

der ihn so lebendig macht? Quirlig, bunt und herzlich erwartet

uns Murnaus Geschäftsleben mit Qualität und Vielfalt.

Zu dieser Zeit, wenn das Herbstlaub die Straßen säumt und

Weihnachten schon bald wieder vor der Tür steht, beginnt

auch wieder die Suche nach schönen Weihnachtsgeschenken.

Was gäbe es da Schöneres, als diese direkt vor Ort zu finden?

So wird nicht nur das Schenken zum Erlebnis, sondern bereits

das Finden und Aussuchen. Und: Mit einem Einkauf vor

Ort tragen wir aktiv dazu bei, dass diese lebendige Vielfalt

noch lange erhalten bleibt.

In den vergangenen Ausgaben haben wir Ihnen bereits einige

inhabergeführte Betriebe aus den Bereichen Wohnen & Textil,

Kosmetik, Gastronomie und Bekleidung vorgestellt.

Heute begeben wir uns mit Ihnen gemeinsam auf die Spuren

eines ganz besonderen Traditionshandwerks: Wir besuchen

die Murnauer Goldschmiede. Begleiten Sie uns in die Welt

der Schmuckstücke!


Die Goldschmiede von Heinz

HANDWERK

Fotos: Florian Warnecke

Nikolaus von Heinz in der Meisterwerkstatt

U

nsere erste Station führt uns in den Untermarkt

3, zum lindgrünen Haus mit den goldenen Lettern.

Hier befindet sich „Die Goldschmiede“ der Familie

von Heinz. Bereits ein flüchtiger Blick in

Niessing, Adolfo Courrier oder Bernd Wolf. „Unsere Partner haben

den gleichen hohen Anspruch an Qualität, Verarbeitung und Design“,

führt Nikolaus von Heinz aus. „Es sind deren besondere Alleinstellungsmerkmale

wie beispielsweise der patentierte Liberté-Ring der

die Schaufenster der Meisterwerkstatt gegenüber der Mariensäule

verrät, welche Leidenschaft für einzigartigen Schmuck

und besondere Handwerkskunst hier zuhause ist.

Der liebevoll dekorierte Mix aus meisterlichen Unikaten der eigenen

Werkstatt und den Highlights führender deutscher Manufakturen

und italienischer Designer lädt zum Verlieben ein.

Es ist das Wissen um alte Handwerkstechniken, gepaart mit dem

Gefühl für Form und Gestaltung, das die Schmuckstücke von

Goldschmiedemeister Nikolaus von Heinz so besonders macht.

Beim Blick über die Schulter fasziniert das Ensemble der vielfältigen

Werkzeuge. Mit routinierten Bewegungen entstehen durch

Feilen, Hämmern, Sägen und Löten traumhafte Schmuckstücke

aus Gold, Diamanten und erlesenen Farbsteinen.

„Ich bin sehr stolz, dass meine Tochter Viktoria dieselbe Leidenschaft

für Schmuck in sich trägt und lebt, die mein Mann und

ich seit über 30 Jahren miteineinander teilen“, erzählt Heidi von

Heinz. Wer Tochter und Mutter im Gespräch erlebt, lässt sich

von ihrer Begeisterung anstecken.

Neben der eignen Meisterwerkstatt führt die Goldschmiede von

Heinz ausgesuchte Kollektionen namhafter Manufakturen wie

Manufaktur Schaffrath, die er an ihnen schätzt und die das Sortiment

der Goldschmiede komplettieren.“

Auch beim Thema Trauringe ist man bei der Familie von Heinz

in guten Händen. „Wir nehmen uns gerne viel Zeit, um für jeden

den persönlich richtigen Ring für den Bund des Lebens zu finden“,

sagt Heidi von Heinz. Selbstverständlich werden auch ganz individuelle

Ringe nach Kundenwunsch in der eignen Werkstatt angefertigt.

Designringe von Niessing und ausgefallene Modelle wie

die „Wilden Eheringe“ der preisgekrönten Designerin Marion

Knorr kann man ebenfalls entdecken.

„Schmuck muss Spaß machen und soll pure Freude sein“,

schwärmt Viktoria von Heinz.

„DIE TRÄUME UNSERER KUNDEN ZU VERWIRKLICHEN

UND GREIFBAR ZU MACHEN, IST DAS GRÖSSTE

GESCHENK.“

Die Goldschmiede von Heinz

Untermarkt 3, 82418 Murnau

Tel. 08841-1511

info@goldschmiedevonheinz.de

9


Goldschmiede Thomas Schwabe

Fotos: Florian Warnecke

dann haben wir begonnen, kleine Kulturreisen zu unternehmen“,

erinnert er sich. Die letzte Reise, Thomas

war damals 14, war etwas ganz Großes und führte

die drei nach Paris. „Dort haben wir zum ersten Mal

darüber gesprochen, dass ich ja mal die Werkstatt

Thomas Schwabe mit seinen Mitarbeiterinnen Martina und Birgit

W

eiter auf den Spuren der Schmuckstücke führt

uns unser Weg in den Obermarkt. In der Johannisstraße

1 betreten wir die Goldschmiede

von Thomas Schwabe. Und sofort wissen wir:

Hier entsteht Trachtenschmuck aus Leidenschaft!

In heimeliger Atmosphäre lassen wir den Blick über die Glasvitrinen

schweifen. Hier findet man wunderbar einzigartige

Stücke, die allesamt liebevoll in der eigenen Meisterwerkstatt

im hinteren Teil des Ladens gefertigt werden.

Kropfketten, oft bestehend aus mehreren Reihen Edelsteinen,

zum Beispiel in hellem Moosgrün oder Rosentönen, daneben

zarte Ketten, filigrane Anhänger, kunstvolle Ohrringe.

Im Mai 2020 feiert er hier sein siebenjähriges Jubiläum, denn

so lange ist es her, dass Thomas Schwabe aus Partenkirchen

nach Obersöchering gezogen ist und sein Geschäft in der Murnauer

Johannisstraße eröffnet hat. „Ursprünglich war es nur

als Goldschmiedewerkstatt gedacht“, erklärt er mit einem Augenzwinkern,

„es sollte eine Anlaufstelle für Bestellungen sein.

Doch der Laden ist drum herum gewachsen, und heute, auch

dank der Mithilfe meiner beiden Mitarbeiterinnen Martina und

Birgit, könnte ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen.“

Schon sein Großvater Bernhart Roth war Goldschmied. Mit ihm

und seinem Bruder Michael hat Thomas als Kind jedes Jahr eine

Reise gemacht. „Zuerst war es ein Ausflug auf den Schachen, doch

übernehmen könnte und das Goldschmieden in fünfter

Generation fortführe“, erzählt er. Und so geschah es

dann auch. Es folgten die Lehre und die Meisterprüfung.

Nach wie vor ist sein Beruf seine große Leidenschaft.

Seinem Trachtenschmuck hat er übrigens Namen umliegender

Orte gegeben. Seine Kollektionen heißen zum Beispiel Froschhausen,

Graswang oder Grafenaschau. „Die Riegseer warten schon

auf ihre eigene, aber da muss ich mir was ganz Besonderes überlegen.“

Sein Schmuck reicht vom Brauchtum bis in die Moderne und

passt längst nicht nur zur Tracht. Zusätzlich fertigt Thomas

übrigens auch Schützenketten und Schützentaler – was nicht

weiter verwundert, wenn man weiß, dass er selbst auch Schützenmeister

ist. In Murnau fühlt er sich wohl und freut sich

über seine treuen und netten Kunden. Sogar aus Partenkirchen

reisen sie noch an, was ihn besonders ehrt.

Außerhalb des Geschäfts trifft man Thomas und seine Mitarbeiterinnen

auch oft auf Märkten.

SEIN GEHEIMTIPP:

DER HANDWERKERMARKT AM 19./20.OKTOBER

IN RIEGSEE!

Er findet nur alle zwei Jahre statt und ist ein echtes Schmankerl.

Und wer weiß, vielleicht findet man dort ja auch bereits

das ein oder andere Weihnachtsgeschenk.

Goldschmiede Thomas Schwabe

Johannisstraße 1, 82418 Murnau, Tel. 08841 / 676 44 55

10


Goldschmiede Thomas Fiedler

HANDWERK

Fotos: Florian Warnecke

A

ngekommen im Untermarkt Nr. 36, betreten

wir die großzügig gestalteten

Räumlichkeiten von Goldschmiedemeister

Tom Fiedler und seiner Frau Thomas Fiedler bei der Arbeit

Ilonka. Die Schmuckpräsentation bekommt hier einen

besonderen Rahmen: Wechselnde Kunstausstellungen verleihen

dem Geschäft einen einzigartigen Galerie-Charakter. Seit 18 lang selbständig in Hamburg, wo er auch seine Meisterprüfung

seine Gesellenjahre in Grünwald, arbeitete dann sieben Jahre

Jahren ist Tom bereits hier und freut sich über viele Stammkunden ablegte, und ist nun seit 2001 zurück in Murnau. „Damals habe

und Stammurlauber, denn so mancher Schmuck-Liebhaber reist ich eine gute Freundin, die Elke Möhricke-Magai, angerufen und

sogar bis aus dem hohen Norden an. „Eines Tages besuchte uns habe sie gefragt, ob sie einen freien Laden wüsste. Zwei Tage später

zum Beispiel eine Dame aus Sylt. Sie kam mit vagen Vorstellungen rief sie zurück – und hier bin ich“, schmunzelt er.

und ging begeistert mit einem neuen Schmuckstück wieder raus. Schmuck erzählt oft wunderbare Geschichten. Eine davon hat

Seither besucht sie uns regelmäßig mit neuen Entwürfen. Das freut Tom und Ilonka ganz besonders gefreut. „Ein junges Pärchen kam

uns natürlich sehr! Jeder hat da ja ganz eigene Vorstellungen bezüglich zu uns und zeigte uns ein altes Erbstück, ein wunderschönes Collier

Material, Form und Auswahl der Steine.“ Toms Frau Ilonka, die aus Weißgold und Altschliff-Diamanten. Es hatte einst der Großmutter

der jungen Frau gehört. Sie brachten etwas Gold aus dem

sich mit Herzblut um die Kundenberatung, Schmuckpräsentation,

Trauringberatung und die Bestellungen kümmert, erzählt, wie er Familienbesitz mit und fragten, ob wir daraus Ohrringe fertigen

bei jeder neuen Herausforderung Feuer fängt: „Er beginnt zu zeichnen,

und sobald alles perfekt ist, macht er sich ans Werk.“

zu ihrer Hochzeit tragen. Durch diesen Auftrag konnten wir den Fa-

könnten, passend zum Collier. Das Ensemble wollte die junge Frau

Tom selbst mag es übrigens gerne schlicht und puristisch. Das Wichtigste:

Ein Schmuckstück muss angenehm zu tragen sein und eine erfreuen wird. Zudem blieb etwas Gold übrig, aus dem wir zusätzlich

milienschmuck ergänzen, der sicher noch viele weitere Generationen

weiche Note haben. „Bei uns findet eigentlich jeder etwas“, sagt er. ein Schmuckstück für die Brautmutter fertigen konnten.“

„Lediglich bei Trachtenschmuck gerate ich an meine Grenzen. Da schicke

ich auch mal Kunden zum Thomas Schwabe in den Obermarkt. Basti (21) ist dem Goldschmiedehandwerk verfallen. Derzeit

Und da wir gerade von Vererben sprechen: Auch Toms Sohn

absolviert er seine Gesellenzeit in der Schweiz.

ÜBERHAUPT SEHEN WIR MURNAUER GOLDSCHMIEDE

EINANDER WENIGER ALS KONKURRENTEN, SONDERN

Goldschmiede Thomas Fiedler

ALS KOLLEGEN, DIE EINANDER ERGÄNZEN.“

Untermarkt 36, 82418 Murnau

Bereits im Alter von 14 Jahren wusste Tom, dass er Goldschmied Tel. 08841 / 626 990

werden möchte. Nach seiner Lehre in Bad Tölz verbrachte er www.goldschmiede-fiedler.de

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HANDWERK

Goldschmiede Peter Kreitmeir

Foto: Florian Warnecke

PETER KREITMEIRS MEISTERSTÜCK, EIN AUFWÄNDIG

GEFERTIGTER DEGEN, ZIERT NOCH IMMER

SEINE WERKSTATT.

Z

um Abschluss unserer Reise erwartet uns ein musikalisches

Juwel. In der Johannisstraße 18, im gelben

„Beurer-Haus“, besuchen wir Goldschmiedemeister

Peter Kreitmeir.

Schon beim Betreten des Werkstattladens ahnt man, dass hier

Goldschmiedekunst und Musik zusammenspielen. In den Regalen

reihen sich Schmuckstücke und Schallplatten aneinander.

Seinen Beruf erlernte Peter mit 16 Jahren und trat damit in

die Fußstapfen seines Vaters. Die Lehrzeit bei der Goldschmiede

Hemmerle in Münchens Maximilianstraße sowie die

Meisterschulzeit hat er noch lebhaft vor Augen. „Damals hatte

ich in Schwabing für 100 Mark ein Zimmer gemietet. Wahrlich

nicht luxuriös, aber es lag direkt am Englischen Garten.“

Von Beginn an waren es die technischen Stücke, die ihn begeisterten,

und noch immer setzt er am liebsten Ideen nach

Reißbrettskizzen um. So bekam er aktuell den Auftrag, eine

Medaille für die Stiftung Naturerbe Donau zu fertigen. „Die

Vorlage bestand aus dem Foto eines Eisvogels. Sowas reizt mich

unheimlich. Es ging darum, diese Vorgaben perfekt und möglichst

plastisch umzusetzen.“ Das Ergebnis lässt sich wahrlich sehen!

Auch Peters Meisterstück, ein aufwändig gefertigter Degen,

ziert noch immer seine Werkstatt. „Schmuckstücke gibt es

schließlich nicht nur für Frauen“, schmunzelt er. Auch wenn er

natürlich ebenso gerne Ringe und Colliers anfertigt.

Doch zurück zur Musik: Seit einigen Jahren ist Peter dabei,

die einst verloren geglaubten Werke seines Großvaters Hans

Winterberg wiederzuentdecken. Mit großem Engagement

konnte er die Freigabe der Kompositionen aus geschlossenen

Archiven erwirken und sie zurück auf die Bühne bringen (siehe

Melange 1 u. 3). „Auch dieses Klavier gehörte einst meinem

Großvater“, erzählt er, und deutet zu seiner Linken. Seit 2018

steht es nun bei ihm im Laden. Und so hat sich Peter eine

Oase geschaffen, in der er seinen beiden Leidenschaften – der

Goldschmiedekunst und der Musik – nachgeht. Eine Mischung,

die auch seine Kundschaft begeistert.

Goldschmiede Peter Kreitmeir

Johannisstraße 18, 82418 Murnau

Tel.: 08841/ 626407

E-mail: peter@kreitmeir.de Anna Marguerita Schön

12


13


14


Foto: Mike Kuder

Racky (Ralf) Demharter und Opa (Florian) Oppenrieder

Mit dem EINAKTER „DA SAUBÄR“

von der NEUWIRTBÜHNE GROSSWEIL &

Musik von der RHYTHM & SOUL-BAND „THE MELANGERS”

rund um RACKY DEMHARTER und OPA OPPENRIEDER

SCHINKENNUDELNBLUES

Do, 2.1. & Fr, 3.1.2020

im Griesbräu-Gewölbesaal, Obermarkt 37, Murnau

Beginn: 19 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr

Eintritt inkl. Essen, Theater & Band: 37.- €

„DA SAUBÄR“ – Ein Einakter von der Neuwirtbühne Großweil

Jeder Besuch in Großweil ist ein Erlebnis, die Vorstelllungen

seit Jahrzenten immer ausverkauft – und, was ganz toll ist:

Die Schauspieler werden nicht müde und haben immer neue

Ideen. Jetzt kommen sie zur Melange nach Murnau, mit einem

Einakter, 45 Minuten der Extraklasse.

Vorhang auf für Peter Auer, Roswitha Leiß und Andreas Glas!

Foto: Florian Warnecke

Peter Auer, Roswitha Leiß und Andreas Glas

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Foto: Heribert Riesenhuber


MENSCHEN

„Das Erste, woran ich mich erinnere, ist, wie ich im Krankenhaus

in Murnau aufgewacht bin.“ An den Unfall, der sein Leben in

einem einzigen Augenblick völlig veränderte, 14 Wochen zuvor,

hat Patrick Ardelt keine Erinnerung. Er weiß nur, dass er in Innsbruck

unterwegs war. Er kam von einer Aufführung mit einer studentischen

Theatergruppe, als er von einem Taxi überfahren wurde,

gegen die Windschutzscheibe prallte und über das Auto hinweggeschleudert

wurde. Die Diagnose: Schädel-Hirn Trauma. Dazu

weitere Verletzungen und die Prognose: „Ziemlich hoffnungslos.“

nicht die Bretagne sein. „Den Winter in der Bretagne zu verbringen,

wo es einen schon bei 5 Grad friert, weil die Luft so

feucht ist, konnte ich mir nicht vorstellen“, sagt er. Stattdessen

zog die Familie in die Südalpen, wo sie Freunde hatten,

in die 1200 Meter hoch gelegene Stadt Briançon. „300 Sonnentage“,

sagt Patrick, der hier seine Schulzeit verbracht

hat. Da gab es viel Gelegenheit zum Ski- und Snowboardfahren.

Damit die Kinder die deutsche Sprache nicht verlernten,

gab es nur noch deutsches Fernsehen via Satellit.

PATRICK ARDELT

La vie est dure – la vie est belle

Das war vor inzwischen 18 Jahren. Heute ist Patrick 39 Jahre alt

und lebt, zusammen mit seinen Eltern Josef und Dominique und

dem jüngeren Bruder Yves, in Wildsteig. Er ist ein junger Mann,

der anderen mit Wärme und Aufmerksamkeit begegnet. Auch

mit Witz und vielleicht einem Hang zum Nachdenklichen. Manchmal

merkt man im Gespräch, wie Patrick versucht, einen Gedanken

festzuhalten, ihm eine Gestalt zu geben. Aber das ist anscheinend

nicht immer ganz leicht.

AUFGEWACHSEN MIT DER KULTUR

DEUTSCHLANDS UND FRANKREICHS


Patrick ist zweisprachig aufgewachsen. Seine Mutter

stammt aus der Nähe von Paris. Ihren Mann hat sie in Augsburg

kennengelernt, und als sie dann die Söhne Patrick und

später Yves bekamen, haben sie sich für eine zweisprachige

Erziehung entschieden. Auch heute noch ist Frankreich

durch viele Dinge in ihrem Alltag lebendig. Zunächst lebte

die junge Familie in Tutzing, wo Josef Ardelt in einer Firma

tätig war, die Segel produzierte. In Saint Malo, der legendenumwobenen

„Piratenstadt“ an der bretonischen Küste,

gründete er eine eigene Firma. Aber als der Gedanke reifte,

mit der Familie nach Frankreich zu ziehen, da sollte es

Patrick und sein fünf Jahre jüngerer Bruder machten vieles

gemeinsam in dieser Zeit. In der Band, die Patrick zusammen

mit zwei Schulfreunden gegründet hatte, wurde Yves der Sänger,

obwohl er viel jünger war als die anderen. „Peanuts“ nannte

sich das Ensemble. Meistens spielten sie englische oder französische

Lieder. Aber Patrick und Yves brachten auch deutsches

Kulturgut mit ein: „Skandal im Sperrbezirk“ wurde ins Repertoire

aufgenommen. Daneben wurde auch das Theater in einer

städtischen Theatergruppe für Jugendliche zu einer Passion

der beiden Brüder.

Einige Jahre später zog die Familie zurück nach Deutschland,

nach Wildsteig in ein Haus am Ortstrand. Vom Garten aus kann

man auf das Hörnle sehen und wenn man der Straße weiter folgt,

gelangt man zur Wieskirche. Patrick ging noch für ein Jahr auf

die Französische Schule in München, um das „Bac“, das französische

Abitur, abzuschließen. Für zwei Semester lautete sein Studienfach

dann BWL in Augsburg. Aber daran hat Patrick kaum

eine Erinnerung und es war auch kein Fach, das ihn begeisterte.

Die Kultur kam ihm zu kurz dabei, sagt er. „Das war keine gute

Idee“, meint auch der Vater heute. Also wechselte Patrick nach

Innsbruck, in die Berge, um Romanistik und Philosophie zu studieren.

Er war im zweiten Semester, als der Unfall dem ein Ende

bereitete und das Leben der Familie von Grund auf änderte.

17


MENSCHEN

EIN SCHWERER WEG

ZURÜCK INS LEBEN


Nein, erklärt Patrick, er hadere

nicht mit seinem Schicksal. Er ist

dankbar, zu leben, und dankbar,

immer wieder kleine Schritte zu machen, zu erleben, wie etwas

weitergeht. Dabei hatten die Ärzte den Eltern zunächst wenig Hoffnung

gemacht. Im Krankenhaus in Innsbruck wurde Patrick der

Schädel geöffnet, um den Druck auf das Gehirn zu nehmen. Mit

etwas Glück gelang es, nach 7 Wochen auf der Intensivstation in

Innsbruck, für ihn einen Platz im Unfallkrankenhaus in Murnau

zu bekommen. Hier wurde sein Schädelknochen durch zwei Acrylplatten

ergänzt. Bereitwillig zeigt Patrick die Narben auf seinem

Kopf, die in seinem dichten Haar kaum zu sehen sind. Auch am

Hals ist eine Narbe zu sehen und im Bein hatte er einen Nagel. Der

wurde allerdings in Murnau wieder herausgenommen, sagt Josef.

Die Ärzte waren damals sehr zurückhaltend mit ihren Prognosen,

erinnert sich die Familie. Sie wollten auf keinen Fall zu große Hoffnungen

wecken. „Mir war das schon bewusst“, sagt Dominique.

„Aber ich sagte damals: wenn es nur ein Prozent Hoffnung gibt,

glaube ich an dieses eine Prozent.“

Patrick und seine Eltern erzählen ohne Bitterkeit und manchmal

sogar sehr humorvoll von dem, was sie erlebt und durchgemacht

haben. Dabei gab es vieles, das einen Menschen eher zum Verzweifeln

als zum Hoffen veranlassen würde. Auch für den Bruder

Yves war diese Zeit nicht einfach. Nun war er es, der den großen

Bruder unterstützte und damit zurechtkommen musste, dass die

Eltern weniger Zeit für ihn hatten. Irgendwann, als Patrick noch

völlig bewegungslos im Rollstuhl saß, hat ihm der Vater eine Gitarre

gekauft. Die Gibson Firebird, die Patrick sich lange gewünscht

hatte. Josef hatte ihm diese Gitarre ins Krankenhaus mitgebracht

und als Patrick das Instrument sah, zeigte er nach über 5 Monaten

zum ersten Mal eine erkennbare Reaktion. Das war wie ein Wunder.

Dass er sie wahrgenommen hatte, wusste die Familie, denn Patrick

konnte durch seinen Lidschlag reagieren. Aber diesmal gelang es

ihm sogar, den Kopf zu wenden. Als die herbeigerufenen Therapeuten

das sahen, war sofort klar: Die Gitarre bleibt da. Sie wurde

zu einem wichtigen Gegenstand bei der Therapie. Nach unserem

Gespräch nimmt Patrick die Gitarre zur Hand und spielt ein paar

bluesige Motive darauf.

Dass Patrick heute wieder laufen kann, dass er sich selbst versorgen

kann, töpfert, malt und Musik macht, ist aus medizinischer Sicht

ein Wunder. Er kann auch zwischen den Sprachen Deutsch und

18


Foto: Heribert Riesenhuber

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Familie Ardelt hält fest zusammen.

Französisch beliebig hin und her wechseln. Das alles war nicht abzusehen.

„Wir haben damals immer auf eine Prognose gehofft“, sagt

der Vater. „Aber wenn das Gehirn einen Schaden hat, können die

Ärzte einfach nicht im Voraus sagen, was wird“, so Dominique. Deshalb

hat Patrick in den vergangenen 18 Jahren noch einmal alles

lernen müssen. Seine Mutter erzählt, dass er auf eine Kreidetafel

schrieb, noch bevor er sprechen konnte. Die Familie brachte Videos

französischer Komiker mit in die Klinik und später las Dominique

Comics mit ihrem Sohn oder später dann auch Kinderbücher. Seine

Bibliothek philosophischer Bücher hat Patrick aber noch immer –

auch wenn ihm oft die Konzentration fehlt, um längere Passage zu

erarbeiten. Man spürt dennoch, wie viel ihm an Kultur und Denken

liegt. Und auch, wenn der Radius, in dem er sich ganz selbstständig

bewegt, noch auf den Heimatort beschränkt ist, interessiert er sich

für die Welt, liest Zeitung und verfolgt den Sport in Frankreich. So

ist Patrick ein Mensch geworden, in dessen Gegenwart man sich

wohlfühlt, der sich Gedanken um die Familie macht und auch die

Nachbarin wie selbstverständlich in den Arm nimmt. „Ich glaube,

er ist heute sogar fröhlicher als vor seinem Unfall“, sagt die Mutter.

Heribert Riesenhuber

19


Ihre Steuerkanzlei

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PORTRAIT

Foto: Florian Warnecke

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CHRISTIAN BÄR

„Ich bin hier absolut angekommen.

Woanders möchte ich nicht mehr sein.”

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Foto: Florian Warnecke

Was für ein Blick von der Terrasse des Hotels Alpenhof Murnau

über den einladenden Garten Richtung Moos! Zu jeder Tagesund

Jahreszeit kann man von hier aus das beeindruckende

Farbenspiel beobachten, das auch Kandinsky und Münter so

faszinierte. Dahinter, majestätisch, die Hohe Kiste.

Christian Bär in einer der beiden 100-jährigen Hütten, die im Garten

des Alpenhofs originalgetreu wieder aufgebaut wurden

Christian Bär sitzt beim Cappuccino in seiner Arbeitskleidung

und erzählt. Er kommt grade aus dem Garten, wo er die Zeit

zwischen zwei Regenschauern genutzt hat, um zu werkeln. Er

erzählt, wie alles kam, angefangen mit der Tatsache, dass sein

Branchenwechsel ins Hotelfach die Medizinerfamilie überraschte.

Für Christian Bär ging es von Murnau aus zum stellvertretenden

Chef des berühmten Hotel Sacher in Wien, einmal

um die Welt und zurück nach Murnau. „Ich bin hier absolut

angekommen. Woanders möchte ich nicht mehr sein“, sagt er,

und man merkt ihm an, dass der Satz nicht einfach nur dahergesagt

ist.

Was für ein Glück, denn mit Bär hat Murnau einen Hotelier gewonnen,

dem man anmerkt, dass ihm der Alpenhof genauso

am Herzen liegt wie seine Heimat. Jahrelang hat er das Gebäude

renoviert und umgebaut, Stück für Stück aus dem biederen, angestaubten

Haus ein Hotel der Luxusklasse gemacht. Aber eines,

das zu ihm passt, das Murnau strahlen lässt. Nicht überkandidelt,

sondern bodenständig. Ein 5-Sterne-Hotel, ohne Allüren. „Wir

sind authentisch“, sagt Bär, „das ist unser Geheimnis.“ Mit wir

meint er natürlich sich und seine Frau, die zuständig ist für

Personalangelegenheiten und „alles was mit Design zu tun hat“.

Gemeint ist aber auch das Team, in dem sich jeder auf Augenhöhe

begegnet. Probleme, gute Leute zu finden? Kennt Christian

Bär nicht. „Wenn die Arbeitsbedingungen stimmen, kannst Du

Dir die Leute aussuchen. Manchmal musst Du auch mal Geld in

die Hand nehmen und Personalzimmer anmieten, bei der angespannten

Wohnungslage in der Region. Aber es lohnt sich.“

Breites Netzwerk in der Branche

Dabei kommt ihm zugute, dass er jahrzehntelang in den besten

Häusern Europas gearbeitet hat. Überall habe er noch gute

Freunde und man empfiehlt sich gutes Personal durchaus weiter.

„Und wenn ich weiß, dass jemand von meinen Kollegen

24


PORTRAIT

kommt, dann weiß ich, dass ich mich darauf verlassen kann –

umgekehrt aber genauso. Wer bei uns lernt und ein Händchen

für den Beruf hat und die Leidenschaft zur Perfektion mitbringt,

den bringe ich auch mal in Wien unter.“ Denn das A und O der

Branche ist, Erfahrungen in anderen Häusern zu sammeln.

Sich immer wieder neu erfinden

So, wie es auch Chef Christian Bär getan hat, bevor er sich vor

ein paar Jahren mit der Familie Haub zusammentat, die hinter

dem Immobilien-Imperium der Tengelmann-Gruppe steht. Ihnen

gehört die Immobilie, und von ihnen hat Bär mittlerweile

die Betreibergesellschaft übernommen. Gemeinsam begannen

sie vor Jahren das Wagnis, den alten Tanker Alpenhof wieder

flott zu machen. Mit den Investitionen der Haubs und den

Ideen und dem Know-How des Hoteliers. Jedes Jahr wurde renoviert,

die Eingangshalle etwa, oder das Restaurant. Ganz

neu: Der Wellnessbereich wurde in den Garten erweitert. Und

als ganz besonderes Schmankerl: Die originale Zugspitz-Hütte,

die dort weit oben abgebaut und im Garten des Alpenhofs originalgetreu

wieder aufgebaut wurde.

Die Zusammenarbeit sei „ein Gewinn für beide Seiten. Denn

heute trägt sich das Hotel selbst. Und ich konnte mir einen Lebenstraum

in meiner Heimat erfüllen“, erzählt Christian Bär.

Ich möchte, dass sie nicht mit dem Verständnis aufwachsen,

dass Luxus wie in einem Hotel selbstverständlich ist.“ Und auch

nicht das elementar Wichtige im Leben. Außer manchmal.

Wenn man ein Wochenende im Alpenhof verbringt.

nil

Alpenhof Murnau – Hotelgesellschaft mbH

Geschäftsführender Gesellschafter: Christian Bär

Ramsachstraße 8

D- 82418 Murnau

Tel. 08841 / 491-0

www.alpenhof-murnau.com

Bodenständig und regional

Ganz wichtig ist ihm, nicht abzuheben. „Das Wichtigste an der

Branche ist, dass Du nicht denkst, Du gehörst dazu, wenn in

Deinem Luxushotel die Schönen und Reichen residieren. Du

musst Du selbst bleiben und Deine eigene Überzeugung leben.“

Das klappt in Murnau ganz besonders gut, weil Christian Bär

hier aufgewachsen ist und jeden kennt. „Ich weiß, von wem ich

die besten regionalen Zutaten bekomme. Gemüse und Kräuter

zum Beispiel vom Garten Eden in Ohlstadt, Fleisch vom Riegseer

Weideochs oder gleich aus der eigenen Jagd.“ Heraus kommt

traditionelle bayerische Küche vom Feinsten, die Küchenchef

Claus Gromotka zaubert. Passend dazu kann Christian Bär

über 900 Weine im Keller des Alpenhofs anbieten – oder vielmehr

sein Sommelier Guarino Tugnoli.

Nicht abheben, das will er aber auch seinen Kindern vermitteln.

„Die dürfen hier nicht einfach reinspazieren und sich bedienen.

Foto: Sandra Bangerter

MELANGE-TRIKOTS FÜR DEN ESV STAFFELSEE

Mit viel Spaß überreichten wir im Betten Federl Fachgeschäft

in Murnau den erfolgreichen Basketball-Mädels der

Bayernliga Damenmannschaft ESV Staffelsee die frischbedruckten

Melange-Trikots. Mögen sie Euch eine hervorragende

Saison und viel Glück bringen! Sportförderung

ist für uns sehr wichtig, denn Teamgeist, Ehrgeiz und Motivation

prägen das Leben! Let’s go und rockt die Hallen!

25


Immobilien & Kunst im・Gelben Haus


KUNST-ATELIER

&

MALKURSE

KATJA STRODTKÖTTER

Tel. 08841 - 48 77 850

www. strodtkoetter-immobilien.de

Untermarkt 56 in 82418 Murnau

SABINA BOCKEMÜHL

Tel. 08841 - 48 95 007

www. sabina-bockemuehl.de

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Dr. med. Karl Flock

Arzt und Sportler

aus Leidenschaft

Die Berge üben seit jeher eine uneingeschränkte Faszination

auf die Menschen aus. Bei kaum einem anderen Hobby

liegen Erfolg und Misserfolg so nah beieinander.

Wer einmal auf den Geschmack des Höhenrausches

gekommen ist, möchte dieses unbeschreibliche Gefühl

meist nicht mehr missen.


GIPFELSTÜRMER

Mount Everest 8.848 m

29


GIPFELSTÜRMER

Dr. Karl Flock wurde die Bergleidenschaft in die Wiege gelegt. „Mein Vater war

passionierter Bergsteiger und Skifahrer und hat mich oft mitgenommen. Es war

grad so, dass ich nicht vor dem Laufen Skifahren konnte“, schmunzelt er. „Der

Sport war schon immer sehr wichtig für mich.“

Ihr Spezialist für gesunden Schlaf.

Bevor er den Weg in die Medizin einschlug, schloss Flock jedoch zunächst sein

BWL-Studium ab. „Während meines Studiums hatte ich großes Interesse an der

Medizin, sodass ich mich dann für ein Medizinstudium an der LMU entschied.

Nebenbei hat mich stets der Sport begleitet. So führte eins zum anderen. Meine

Freunde haben immer gesagt ‚Wenn Du nichts mit Orthopädie machst, dann

machst Du was verkehrt‘. Sie hatten Recht. Medizin und Sport haben mich zur

Orthopädie gebracht.“

Während Karl Flock das Medizinstudium abschloss, leitete er unterdessen eine

Skischule, wobei er selbst 130 Tage pro Winter auf Skiern stand. „Hier konnte

ich meine BWL-Kenntnisse anwenden“, grinst der sympathische Orthopäde.

Die Spezialisierung zum Facharzt der Orthopädie an der technischen Universität

München dauerte sechs weitere Jahre. „Ich war Oberarzt am Klinikum ‚Rechts

der Isar‘, das hat mir stets Spaß gemacht, es war aber auch sehr stressig. Ich war

viel unterwegs und hatte wenig Zeit für meine Familie. Aufgrund einer Sportverletzung

an der Achillessehne war ich länger Zuhause. Meine Frau hat mich damals

zum Nachdenken gebracht und mich gefragt, ob ich diesen Job dort ein Leben lang

machen möchte.“

Besuchen Sie uns in unserem

Fachgeschäft in Wielenbach!

ÖFFNUGSZEITEN:

Mo – Fr 09.00 – 12.30 Uhr

Di – Fr 14.00 – 18.00 Uhr

Sa 10.00 – 14.00 Uhr

Montag Nachmittag geschlossen

gerne auch mit persönlicher Vereinbarung

Primelstraße 2

82407 Wielenbach

Tel. 0881 33 92

Fax 0881 40 859

info@bettenmerk.de

bettenmerk.de

Mit seinem Kollegen Dr. Hawe entwickelt Karl Flock einen Plan. „Doktor Montag,

der Orthopäde, der in Weilheim operativ tätig war, hörte auf und es gab keinen

ambulanten OP in der ganzen Gegend. Wir haben ein Ärztehaus gebaut und darin

eine eigene Praxis eingerichtet. Am 03.08.1992 haben wir dann eröffnet. Wir hatten

das erste Kernspintomografiegerät der Region, konnten ambulant und stationär

behandeln, hatten unseren eigenen OP und zusätzlich einen zentralen OP mit Belegbetten

im Weilheimer Krankenhaus. Über die Jahre ist unsere Praxis in einem

gesunden Verhältnis gewachsen. 2014 hatten wir neben Weilheim ebenso Praxen

in Garmisch und Starnberg.“, berichtet Dr. Flock.

„Im Februar 2017 eröffnete ich meine eigene Praxis. Die Orthopädie ist meine

große Leidenschaft und nun habe ich noch mehr Zeit für meine Patienten“, freut

sich der Arzt. „Ich liebe meine neue Praxis, denn sie hat ein ganz anderes Flair.

Die Strukturen sind schlanker und technisch ist alles sehr modern.“ Nebenher

operiert er nach wie vor als Belegarzt im Weilheimer Krankenhaus. „Ich bin

aufgrund meiner langjährigen Erfahrung und der internationalen Arthroskopiekurse,

die ich geleitet habe, maximal in die Materie hineingewachsen. Wieso sollte

ich aufhören, solange ich für meinen Beruf brenne?“, lacht er.

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Dr. Karl Flock mit seinem Team

Die Orthopädie ist nicht die einzige Passion des Facharztes. „Nach meinem

BWL-Studium reiste ich durch Südamerika und bewältigte dort drei 6000er Gipfel.

So habe ich mein Interesse für höhere Berge entwickelt. 1995 bin ich mit Freunden

auf den Kilimandscharo gestiegen.“

2001 war Dr. Karl Flock Teil eines Expeditionsteams in der Antarktis. „Dort

hatte es eine Durchschnittstemperatur von Minus 42 Grad. Im Januar 2002 haben

wir den Mount Vinson bestiegen und erst danach habe ich erfahren, dass es ‚Seven

Summits‘ gibt und ich bereits zwei davon erklommen habe.“ Die „Seven Summits“

sind die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente.

2004 erklimmt Flock den Aconcagua in Südamerika, bereits 2005 folgen der

Elbrus im Kaukasus und die Carstensz-Pyramide in Indonesien. 2006 ergänzt

der Mount Everest die beeindruckende Bilanz, die Flock 2008 mit dem Mount

McKinley in Alaska abschließt. „Aber nicht, dass nach den Seven Summits Ruhe

gewesen wäre“, grinst Karl Flock. „Meine Söhne haben mir geholfen, die Vorträge

über die Touren vorzubereiten und eines Tages den Wunsch geäußert, dass sie

auch gerne einmal Höhenbergsteigen würden. 2009 war es dann soweit: Mit

meinen drei Kindern und meiner Frau bestiegen wir den Kilimandscharo. Die

Zweitbesteigung mit Familie und Freunden war schöner als die Erste.“

Auf die Frage, ob Karl Flock keine Bedenken habe, wenn er in den Bergen unterwegs

sei, verrät er: „Ich habe regelmäßig Angst, oft war ich schon mehr im Jenseits

als im Hier. Glück ist ein eigenes Thema. Mir ist so viel passiert – ich bin in

Gletscherspalten gefallen, meine Sauerstoffmaske war vereist, wir hatten starke

Wetterkapriolen – aber ich habe immer überlebt. Da hat offensichtlich jemand eine

schützende Hand über mich gehalten.“

Doktor med. Karl Flock

Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin – Kniespezialist

Obere Stadt 106, 82362 Weilheim, Tel. 0881 / 92707688

www.doktorflock.de

Alexandra Sichart

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FREIZEIT-TIPP

Ehrwalder Wettersteinbahnen

Das familienfreundliche „Skigebiet hinter der Kirche“

• Schon 1947 entstanden am Sonnenhang die ersten beiden

Schlepplifte, um direkt vom Dorfzentrum aus zu starten.

Mitte der sechziger Jahre kamen der zentrale Wetterstein-

Schlepplift und die 3er-Sessel-Wettersteinbahn dazu, an

deren Einstieg sich heute der traditionelle Tiroler Gasthof

„Panorama“ mit herrlichem Biergarten befindet

• 2012 eröffnete die erste kindersichere 6er-Sesselbahn

„Sunracer“. Es folgte die Eröffnung der W1-Skilounge,

um das gastronomische Angebot des traditionsreichen

Café Sonnenhang zu erweitern.

• Wenige Meter vom Dorfzentrum befindet sich zudem der

Hauptsitz der Skischule Leitner mit fröhlichem Kinderland

und der reizenden Confetti-Alm

• Eine Beschneiungsanlage mit Speicherteich sorgt für

Schneesicherheit

• Der Gamskar-Schlepplift bildet bis heute die Ski-Verbindung

zur Tiroler Zugspitzbahn! Weiteres Highlight: Die Gamsalm!

• Zahlreiche bestpräparierte Varianten mit unterschiedlichen

Schwierigkeitsstufen plus spektakuläre Aussicht zum Verweilen

und Genießen!

Nachhaltigkeit, Beständigkeit und Ursprünglichkeit: Naturhalfpipe,

Beginner-Funpark und ein neuer Brückenparcours begeistern

die Schneesportler. 2018 wurden die Ehrwalder Wettersteinbahnen

zum „familienfreundlichen Skigebiet“ ausgezeichnet,

wovon es nur 16 in Tirol gibt. Aufgrund der einzigartigen sonnigen

Südwestausrichtung laufen die Lifte im Januar und Februar

immer bis 17 Uhr. Mittlerweile ist das Skigebiet nicht nur der

Geheimtipp unter Einheimischen, sondern erfreut sich an internationalen

Gästen. Wann kommen Sie vorbei?

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Komm’ ins pro-line – hier erwartet Dich ein

riesiges, vielseitiges Angebot. In unserem heutigen

Fitness-Tipp stellen wir den Milon Q vor:

FITNESS-TIPP

Die Tage werden kürzer, draußen stürmt und regnet es?

Du möchtest trotzdem gerne Sport treiben?

Komm ins Pro-Line, hier erwarten Dich nette Menschen

und Wohlfühlatmosphäre pur!

In unserem heutigen Fitness-Tipp stellen wir Dir den Milon Q-

PREMIUM-Zirkel vor! Lass Dich von seiner Vielfältigkeit überraschen.

Einmal hin, alles trainiert! Und los geht’s:

Gemeinsam mit einem kompetenten Pro-Line-Trainer besprichst

Du zunächst Deine Trainingsziele. Dann werden die Geräte im Milon

Q-PREMIUM-Zirkel für Dich angepasst (Sitz- und Hebelpositionen,

Gewicht, Widerstand, Wiederholungen, optimale Trainingsherzfrequenz

etc.) und die Daten auf Deiner Chipkarte gespeichert.

Wann immer Du nun im Milon Q-PREMIUM-Zirkel trainierst,

werden sich alle Geräte automatisch auf Dich einstellen.

Dadurch kann den vier häufigsten Trainingsfehlern (falsche Einstellung

der Geräte, falsche Wahl der Gewichte, unkontrollierte

Bewegungen, zu hohe Herzfrequenz) vorgebeugt werden.

Doch das ist noch nicht alles: Durch das hocheffiziente Zirkeltraining

wird die Trainingszeit um bis zu 50 % verkürzt! Warum? Die

Geräte wirken exzentrisch und konzentrisch, d.h. der Muskel wird

in der gleichen Zeit gleich zweimal belastet! Kraft- und Ausdauerelemente

sind so angeordnet, dass sie zusammen mit den individuellen

Positionen ein optimales Training garantieren.

Kinderleichte und sekundenschnelle Geräteeinstellung, puls- und

bewegungsgesteuertes Training sowie Messung und Dokumentation

des persönlichen Trainingserfolges!

Je nach individueller Zielsetzung können so die Pfunde schmelzen,

Muskeln sanft gestärkt oder dynamisch aufbaut werden.

Manuel und Willy Frankl mit Sandra Bangerter bei der Milon-Einweisung

Das Beste daran: Das Training am Milon Q-PREMIUM-Zirkel

ist für jede Zielausrichtung erfolgreich einsetzbar. Ob nun das

Herz-Kreislauf-System verbessert werden soll, das Gewicht reduziert,

die Muskelkraft verbessert, ein rehabilitatives Training nach

einem Unfall oder z.B. nach einer Schwangerschaft absolviert

oder aber das Training zum Einstieg an den Geräten verwendet

wird, es ist immer einsetzbar und durch kontrollierte Gewichtserhöhung

ideal auf jeden anzupassen.

Ruf doch einfach mal an oder schau vorbei, Dein Pro-Line-Team

berät Dich gerne!

P.S. Weihnachtspfunde? Schnee von gestern!

An jedem der Geräte wird jeweils exakt eine Minute trainiert und

dann gewechselt. Es entstehen dadurch keine Wartezeiten.

Eine komplette Trainingsrunde dauert 20,5 Minuten (= FIT!); zwei

Runden schaffst Du also in 41 Minuten (= TOPFIT!).

Pro-line Fitness- und Freizeit- Studio Frankl GmbH

Am Schlageis 5-7, 82418 Murnau , Telefon 08841 / 4368

www.proline-murnau.de

Anna Marguerita Schön und Pro-Line

Foto: Franz Windirsch

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„EIN LEBEN OHNE THEATER

KÖNNTE ICH MIR

NICHT VORSTELLEN“

SAMIR YACOOB

Fotos: Christian Kolb

36


PORTRAIT

SAMIR YACOOB,

aufgewachsen im Irak, studierte Theaterwissenschaften in Bagdad

und Mosul. Seit 2003 lebt der Regisseur und Schauspieler

in Murnau.

Bereits im Alter von 10 Jahren überredete er regelmäßig alle

Nachbarskinder, mit ihm die großen, traditionellen Hochzeiten

nachzuspielen. „Eine Hochzeitsfeier geht im Irak oft über mehrere

Tage. Es sind wunderbare Feste, zu denen der ganze Ort zusammenkommt.

Als Kinder haben wir es geliebt, diese Zeremonien im

Spiel zu adaptieren.“ Auch während seiner Schulzeit hat Samir

in allen Theateraufführungen mitgewirkt. „Ich erinnere mich,

dass ich viele Anmerkungen hatte, wie man das Spiel verbessern

könnte. Zum Glück waren meine Lehrer sehr nett und freuten

sich über meinen Enthusiasmus“, erzählt er mit einem Lächeln.

Die Freude an kreativer Arbeit hat er von seinem Vater geerbt,

der von Beruf Schreiner war. „Er ist gestorben, als ich noch

klein war, doch Erzählungen und Bilder halten meine Erinnerungen

an ihn wach. Seine Arbeit mit Holz und meine Liebe

zum Theater scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam

zu haben, und doch geht es bei beidem darum, etwas zu formen

und zu erschaffen.“

Als Samir Yacoob und seine Frau Buschra sich das Ja-Wort gaben,

tobte im Irak der Krieg, und die Hochzeitsfeier fand nur

im kleinen Rahmen statt. Yacoob inszenierte zu dieser Zeit Theaterstücke

von Shakespeare und Molière bis hin zu modernen

Werken. Doch die junge Familie litt sehr unter der Diktatur und

der damit einhergehenden Zensur. Auch um die Zukunft ihrer

beiden Kinder Luisa und Manuel machten sie sich große Sorgen.

Und so verließen sie schweren Herzens ihre Heimat und kamen,

nach einem Aufenthalt in Jordanien, nach Deutschland.

EINE NEUE HEIMAT

Im Jahr 2002 zog die Familie nach Murnau. Ihr christlicher

Glaube, sagt Yacoob, hat ihnen geholfen, auch in der Kirchengemeinde

schnell Anschluss zu finden, und die Integration in

verschiedene Künstlerkreise schenkte ihnen bald ein Gefühl

von emotionaler Geborgenheit. „Auf einer Vernissage der Malerin

Gabriele Feldpausch hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit

meiner Tochter Luisa ein kleines Stück zum Thema «Krieg im

Irak» aufzuführen. Dies war die initiale Begegnung mit verschiedenen

tollen Murnauer Künstlern.“

Seither hat Yacoob beeindruckende Stücke inszeniert, unter

anderem in Zusammenarbeit mit dem deutsch-mesopotamischen

Kunstverein sowie für das Freie Theater Murnau. Ebenso

arbeitet er mit dem Familienverband, Kindergärten, der Pfarrgemeinde

St. Nikolaus und dem Staffelsee-Gymnasium. Ganz

aktuell probt er wieder mit der Bad Kohlgruber Spielergemeinschaft.

„FÖHN“ –DRAMA AUS DEN BERGEN

Im April besuchte die Melange eine Aufführung des Dramas

„Föhn“ (von Julius Pohl einst im Jahr 1918 in Wien uraufgeführt)

im Bad Kohlgruber Kurgästehaus. Das Ensemble

„Schauspiel unter’m Hörnle“, das aus sehr engagierten Laiendarstellern

besteht, hatte den Wunsch, sich nach komödiantischen

Theaterstücken erstmals an ein Drama heranzuwagen.

Samir Yacoob stellte sich dieser Herausforderung gerne. Unter

seiner Regie belebten die Kohlgruber Theaterer ein altes Bühnenstück

neu – und es ging Zuschauern und Darstellern gleichermaßen

unter die Haut.

37


PORTRAIT

Foto: Florian Warnecke

„Föhn“ erzählt die Geschichte einer Mutter („Sturmaneck Theres“

– dargestellt von Angelika Zeller), die ihr uneheliches, geistig behindertes

Kind alleine großzieht und sich weigert, den Namen

des Vaters preiszugeben. Ihren „Jackele“ (Kilian Pölt) beschützt

sie vor der stetig wachsenden Anfeindung durch die Dorfbewohner.

Als der Großbauer „Dummler“ (Anton Gundlfinger) den Gemeindegrund

kaufen will, auf dem Theres und Jackele in ihrer

bescheidenen Hütte wohnen, spitzt sich die Lage zu. Mit dem

Bürgermeister Franz Emberger (Vinzenz Schauer) sowie seiner

Frau Anna (Irmi Bauer) und seiner Tochter Margret (Steffi Burkart)

ist Franz einer der wenigen, aber gewichtigen Fürsprecher

der beiden Außenseiter. Doch seine Anteilnahme hat tiefere, geheime

Wurzeln. Bald gerät er jedoch unter Druck, als Dummler

mit seinem Sohn Melchior (Martin Bierling) eine Intrige spinnt,

bei der Jackele des Kirchenraubs beschuldigt wird. Ein ungewöhnlich

heftiger Föhneinbruch heizt die aufgewühlten Gemüter

weiter auf und die Ereignisse treiben auf ein fatales Ende zu.

Angelika Zeller und Vinzenz Schauer

„Wichtig ist, dass sich die Darsteller mit ihren Figuren vertraut

machen“, sagt Yacoob. Das gelinge besonders, wenn sie noch

vor der ersten Probe gemeinsam die Texte vom Hochdeutschen

ins Bayerische übertragen. Und da Yacoob sich mit der Bayerischen

Sprache schwerer tut als seine Theatergruppe, braucht

es Zusammenarbeit. „So kann jeder seiner Figur eine ganz eigene

Tiefe verleihen.“ Gestik, Mimik und Ausdruck sind für Yacoob

mit die wichtigsten Instrumente, um eine Figur dreidimensional

zu machen. Nicht selten steht er bei den Proben mit auf

der Bühne und demonstriert verschiedene Techniken.

„Er ist streng“, sagen seine Darsteller, doch sie sagen es mit einem

liebevollen Unterton. „Unseren Samir schätzen wir. Wir

dürfen wahnsinnig viel lernen.“ Und auch Yacoob ist beeindruckt

von seinen Schauspielern und ihrem außergewöhnlichen Fleiß.

WORUM GEHT ES IN „FÖHN“?

Als der Vorhang nach der bewegenden Inszenierung fällt, ist es

still, bevor frenetischer Applaus einsetzt. Zuschauer halten sich

an den Händen, und nicht wenige wischen sich Tränen aus den

Augen. „So ergreifend kann ein Stück nur sein, wenn die Darsteller

die Geschichte mit Haut und Haar nachempfinden“, weiß Yacoob.

Nach der Aufführung sitzen wir noch mit den Schauspielern

im Stüberl hinter der Bühne zusammen. Stephan Zeller, der

den Pfarrer dargestellt hat, sitzt neben seiner Frau Angelika,

der Hauptprotagonistin. Alle wirken unbeschwert und es wird

laut diskutiert und gelacht. Auch Kilian Pölt (Jackele) taucht

aus seiner Rolle wieder auf. Es ist eindrucksvoll, wie sehr sich

jeder einzelne Darsteller für seine Rolle einsetzt. Sei es Martin

Bierling, Pächter der Hörnle-Hütte, der nicht selten mal eben

für eine Probe vom Berg kommt, oder Alfred Beer, der in der

Rolle des Schwalben-Kaspars das Publikum begeistert hat.

Hier sitzen sie nun alle und teilen sich Pizza, die über den langen

Tisch des Stüberls gereicht wird. Barbara Rauch (Krämerin),

Josef Lang (Seppl), Carolina Bierling (Mesnerin), Martin

Lindner (Gendarm), Elisabeth Bauer (Musik) und Katrin Probst

(Koordination) – alle sind sich einig: „Ohne unseren Samir hätten

wir das nicht so hingekriegt!“

Kommende Aufführungen, bei denen Samir Yacoob Regie

führen wird:

Murnau: März 2020 – Schauspiel Murnau:

Komödie „Dorf ohne Männer“ von Ödön von Horváth

Bad Kohlgrub: Ostern 2020 – „Schauspiel unter’m Hörnle“:

Komödie „Trilogie der Sommerfrische“ (frei nach Carlo Goldoni

– in Bayerischem Dialekt)

Anna Marguerita Schön

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50 JAHRE

ZENTRUM FÜR

RÜCKENMARKVERLETZTE

Das Murnauer Zentrum für Rückenmarkverletzte nimmt seit seiner Gründung

im Jahr 1969 eine Schlüsselrolle in der Versorgung und Behandlung von rückenmarkverletzten

Patienten in Deutschland ein. Anlässlich seines fünfzigsten Geburtstages

feierte die BG Unfallklinik Murnau zwei Tage lang mit Unterstützern,

Mitarbeitern, Wegbegleitern und Patienten. Ein feierlicher Anlass, um auf das

vergangene halbe Jahrhundert zurückzublicken und die erstaunliche Entwicklung

der ehemaligen „Sonderstation für Querschnittgelähmte“ zu beleuchten.

Seit ihrem Dienstantritt im September 1988 auf der damaligen

Station 44 hat Dr. Doris Maier nach ihrer Facharztausbildung

zunächst als Oberärztin und dann als

Leitende Ärztin die Geschicke der Abteilung maßgeblich

mitgestaltet. Zusammen mit ihr blicken wir auf die vergangenen

50 Jahre des Zentrums für Rückenmarkverletzte

und haben bedeutende Meilensteine hervorgehoben

und mit Bildern aus dem Archiv zum Leben erweckt.

für Rückenmarkverletzte arbeiten jeden Tag interprofessionell

Hand in Hand zusammen, um den im Zentrum

versorgten Patienten das beste individuelle Behandlungsergebnis

zu ermöglichen. Auch wenn es noch keine Heilung

gibt, kann den Patienten heutzutage viel besser

geholfen werden als früher. Auch mit einer hohen Lähmung

können Patienten dank technischer Unterstützung

viel selbständiger leben und gewinnen immer mehr an

Lebensqualität.

Die Zukunft in der Behandlung von

Querschnittlähmungen

Bis heute gibt es kein Medikament, keine Operation und

auch keine Therapie, die eine Querschnittlähmung heilbar

machen könnte. Das menschliche Nervensystem ist so

komplex und trotz intensiver Forschung gibt es noch

immer unzählige ungeklärte Fragen zu den verschiedenen

Wirkzusammenhängen.

Die insgesamt 224 Mitarbeiter des Murnauer Zentrums

Neben den rasanten Entwicklungen in der Forschung, auf

dem Hilfsmittelsektor und dem Sektor der Rehabilitationstechnologie

ist dies ganz besonders den Mitarbeitern des

Zentrums für Rückenmarkverletzte zu verdanken. Für die

Patienten sind sie so viel mehr als „nur ein Mitarbeiter“ der

BG Unfallklinik Murnau. In den vielen Monaten, in denen die

Patienten auf Station sind, werden sie zum Wegbegleiter,

zum Vertrauten, zur Stütze in schweren Zeiten und zum

Freund. Gemeinsam werden neue Ziele erreicht, aber

auch persönliches Leid und Enttäuschungen getragen.

BG Unfallklinik Murnau


Gründung des Zentrums zur Behandlung

rückenmarkverletzter Patienten

Konzept der lebenslangen Nachsorge

Das Zentrum für Rückenmarkverletzte an der BG Unfallklinik

Murnau wurde 1969 persönlich von Sir Ludwig Guttmann,

dem Begründer der modernen Querschnitttherapie, eröffnet.

Ihm und seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass es Ende der

1940er Jahre überhaupt möglich wurde, mit einer Querschnittlähmung

zu überleben.

Damals wurde die Abteilung der Unfallchirurgie untergeordnet

und konnte so von Anfang an auf die gesamte Infrastruktur

der Unfallklinik zurückgreifen. Zentraler Bestandteil ist seit

jeher die enge Zusammenarbeit mit allen anderen Fachabteilungen

wie der eigentlichen Unfallchirurgie, der Plastischen

Chirurgie, der Handchirurgie, der Neuro-Urologie, der

Neurologie und Neurochirurgie, der Radiologie sowie der

Anästhesie und der Intensivmedizin. Nur so kann die ganzheitliche

Behandlung der Patienten „aus einer Hand in einem

Haus“ und „vom Unfallort bis zur Entlassung“ möglich gemacht

werden (die sogenannte Comprehensive Care).

Von Beginn an wurde auch das Konzept der lebenslangen

Nachsorge in einer auf die Behandlung querschnittgelähmter

Patienten spezialisierten Abteilung umgesetzt. Da umfassendere

medizinische Erfahrungen für die Behandlung dieser

Patienten flächendeckend nicht ausreichend gewährleistet

sind, bleiben die jeweiligen erstversorgenden Zentren in der

Regel nicht nur „Ansprechpartner“ für Patienten und Angehörige,

sondern auch für andere Kliniken und niedergelassene

Kolleginnen und Kollegen. Dieses Konzept der lebenslangen

Nachsorge hat sich über viele Jahre sehr gut etabliert

und trägt wesentlich dazu bei, lähmungstypische Komplikationen

zu verhindern, rechtzeitig zu erkennen und die

Besonderheiten der Querschnittlähmung Sorge tragend zu

behandeln.

Erweiterung aus dem Jahr 1993 mit dem neuen Zentrum

für Rückenmarkverletzte

Bild aus der Broschüre zur Eröffnung der Sonderstation für

Rückenmarksverletzte des Unfallkrankenhauses Murnau

50 JAHRE

ZENTRUM FÜR

RÜCKENMARKVERLETZTE

BG Unfallklinik Murnau

Feierliche Eröffnung in der Sporthalle


Forschung und Entwicklung

Dienstbeginn der heutigen

Leiterin des Zentrums, Dr. Doris Maier

Die Stabilisierung der verletzten Wirbelsäule stellt einen wichtigen

Meilenstein für rückenmarkverletzte Patienten dar. In den

1980er Jahren fand sie Eingang in der Notfallversorgung. Im

gleichen Jahrzehnt kam auch erstmalig der Fixateur interne

– ein Gerüst beispielsweise zur Stabilisierung von Wirbelfrakturen

in Höhe der Brust- und Lendenwirbelsäule – zum Einsatz.

Beide Verfahren kamen in der BG Unfallklinik Murnau

bereits seit ihrer Entwicklung zur Anwendung. Durch eine

möglichst frühe Stabilisierung der Wirbelsäule nach dem Unfall

war es nun möglich, die Patienten früher zu mobilisieren

und Komplikationen zu minimieren. Mittlerweile gibt es auch

die Erkenntnis darüber, dass eine möglichst frühe Entlastung,

durch einen Wirbelbruch verlegten Wirbelkanal und damit

Entfernung des Druckes auf dem Rückenmark, eine bessere

Erholung unterstützt und deutlich bessere funktionelle Verläufe

ermöglicht werden.

So können die Murnauer Patienten mit einer Querschnittlähmung

nicht nur eine hervorragende Rehabilitation in Anspruch

nehmen, sondern profitierten auch von einer den

modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen angepassten,

Leitlinien-getreuen medizinischen Akutversorgung.

„Da mich im Besonderen die Chirurgie interessiert hat, habe

ich 1988 in der BG Unfallklinik Murnau meine Assitenzarzttätigkeit

begonnen und wurde zunächst auf der damaligen

Station 44 – der Querschnittabteilung – eingesetzt. Auf den

drei 40er Stationen waren zu diesem Zeitpunkt die Patienten

mit Rückenmarkverletzungen untergebracht. So bin ich bereits

am Anfang meiner ärztlichen Tätigkeit mit der Behandlung

Rückenmarkverletzter in Berührung gekommen. Viele

Assistenten in der Unfallchirurgie haben dort angefangen,

da das Querschnittgelähmten-Zentrum ein guter Einstieg

war mit dem Schwerpunkt der interdisziplinären Arbeit. Die

„Besonderheit Querschnittlähmung“ war und ist allerdings

auch heute noch eine besondere Herausforderung für jeden

– ganz gleich, welcher Profession er angehört – und bedarf

der extrem guten Führung und Anleitung.“ verrät Dr. Doris

Maier, als sie auf ihre Anfänge in der Murnauer Unfallklinik

zurückblickt. „Hat man aber einmal «Feuer gefangen», lässt

es einen schwer wieder los!", ergänzt Dr. Maier.

Mithilfe modernster Technik werden Patienten in Murnau

auf ihrem Weg zurück in den Alltag unterstützt.

Dr. Doris Maier, Leiterin des Zentrums

45


Fachweiterbildung „Pflege von

querschnittgelähmten Menschen“

Welttag für Menschen

mit Rückenmarksschädigung

Die Fachweiterbildung „Pflege von querschnittgelähmten

Menschen“ wurde im Jahr 1997 erstmalig an der BG Unfallklinik

Murnau angeboten. Innerhalb von 18 Monaten können

sich bis zu 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl des

klinikeigenen Zentrums für Rückenmarkverletzte als auch externer

Querschnittzentren berufsbegleitend weiterbilden.

Neben der Stärkung der fachlichen Kompetenz zielen die

Unterrichtsinhalte verstärkt auch auf die Erlangung methodischer,

sozialer und personeller Kompetenz.

2017 – pünktlich zum 20. Geburtstag – wurde das Murnauer

Bildungszentrum für Pflegeberufe als Weiterbildungsstätte

für den Fachkurs von der DMGP (Deutschsprachigen Medizinischen

Gesellschaft für Paraplegie) zertifiziert. 15 Absolventen

des Kurses 2015/2017 bekamen erstmalig DMGP-

Zertifikate überreicht.

Jährlich verzeichnet die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft

für Paraplegie (DMGP) etwa 1800 neu hinzugekommene

Fälle von Querschnittlähmung in Deutschland.

Die DMGP fördert den weltweiten SCI-Day, den Welttag für

Menschen mit Rückenmarkschädigung, der von der internationalen

Fachgesellschaft ISCoS (International Spinal

Cord Society) ausgerufen wird und ganz im Zeichen der gelebten

Inklusion von Menschen mit Querschnittlähmung

steht. 2019 fand bereits der 4. SCI-Day statt und wurde wieder

von einer Initiative des Zentrums für Rückenmarkverletzte

der BG Unfallklinik Murnau unterstützt.

Mit ihrer Teilnahme am SCI-Day trägt die BG Unfallklinik

Murnau dazu bei, das Bewusstsein für die Belange von

Menschen mit Querschnittlähmung in der Öffentlichkeit zu

schärfen und Transparenz zu schaffen. Im Sinne von Inklusion

und Teilhabe erhalten die Betroffenen Informationen,

aber auch Hilfe und Anleitung für ihr Umfeld, ihre Familie und

pflegende Angehörige.

Absolventen des Kurses 2015/2017, die erstmalig DMGP-Zertifikate

überreicht bekamen.

Tour mit dem Handbike durch Murnau im Jahr 2017

50 JAHRE

ZENTRUM FÜR

RÜCKENMARKVERLETZTE

BG Unfallklinik Murnau

46


Das Jubiläumsjahr

2019 ist das Jubiläumsjahr des Zentrums für Rückenmarkverletzte

der BG Unfallklinik Murnau:

Am 24. Januar fand eine interne Mitarbeiterfeier statt. Geschäftsführerin

Sarah Heinze und Dr. Doris Maier dankten

stellvertretend den vielen Kolleginnen und Kollegen und all

denen, die sich dem Zentrum verbunden fühlen, für die besonderen

Leistungen, die sie täglich erbringen

Bei traumhaftem Wetter fand am 10. Juli das 40-jährige Jubiläum

des Rollstuhlsportvereins Murnau in der BG Unfallklinik

Murnau statt. 250 Gäste feierten bei guter Laune auf

der Terrasse des Konferenzzentrums den runden Geburtstag.

Der Verein bietet den Patienten seit jeher eine herausragende

sportliche Perspektive, die von großer rehabilitativer

und psychologischer Bedeutung ist.

Am 20. und 21. September 2019 fand das zweitägige Jubiläumssymposium

in der Murnauer Unfallklinik statt. Unter

dem Motto „Footprints“ wurden in hochinteressanten Fachvorträgen

Historisches, aktuelle Behandlungs- und Ausbildungsstrategien

und wissenschaftliche Forschungsprojekte

dargestellt.

Jubiläumssymposium in der BG Unfallklinik Murnau

BG Unfallklinik

Murnau INFOBOX

Über das Zentrum

für Rückenmarkverletzte

Für die stationäre Behandlung von Patienten mit Querschnittlähmungen

stehen in Murnau drei Stationen und

mehrere Begleiteinrichtungen mit entsprechender Ausstattung,

auch für beatmungspflichtige und hochgelähmte

Patienten zur Verfügung. Eine Station ist integrativ

mit 6 Betten für Weaning-Patienten ausgestattet, die von

der Beatmung entwöhnt werden sollen. Behandelt werden

die Patienten von einem hochqualifizierten interprofessionellen

und interdisziplinären Team von Unfallchirurgen

/ Orthopäden, Internisten, Chirurgen, Neuro-

Urologen, Pflegekräften und Therapeuten sowie Psychologen,

Logopäden und Sozialarbeitern. Über einen Zeitraum

von durchschnittlich drei bis hin zu neun Monaten

sind je nach Schwere der Verletzung gut 100 Patienten

zeitgleich in stationärer Behandlung. Darüber hinaus erfolgt

durch das interdisziplinäre Team im Anschluss an

die querschnittspezifische Erstbehandlung im Haus die

lebenslange Nachsorge. Eine ganzheitliche Versorgung

aus einer Hand, die so in Deutschland mit federführend

ist. Ein spezielles, hausinternes wissenschaftliches Team

sowie bestehende und künftige Kooperationen auf dem

Gebiet der querschnittspezifischen Neurowissenschaften

bringen Grundlagenforschung, klinische und technologische

Forschung sowie Forschung im Rahmen der spezifischen

Medikamentenentwicklung zusammen, um die

aktuellsten Erfolge auf diesem Gebiet für die Patienten

frühstmöglich zugänglich zu machen und die Behandlungsergebnisse

stetig zu verbessern. Das ist in dieser

Form international einzigartig.

BG Unfallklinik Murnau

Prof.-Küntscher-Straße 8 · 82418 Murnau

Tel. 08841 48-0 · Fax 08841 48-2600

E-Mail: info@bgu-murnau.de · www.bgu-murnau.de

Redaktion: Lisa Schwede · Fotos: BG Unfallklinik Murnau

47


Foto: Christian Kolb

Verena Cereni-Nießner

„ELLA FITZGERALD

Das Einzige, was besser ist

als singen, ist mehr zu singen.


STARKE FRAUEN

Die Sonne scheint, als ich vor Verena Cereni-Nießners Zuhause

in Gauting parke. Gerne habe ich zugestimmt, zu ihr zu kommen,

denn in Verenas Kalender einen freien Termin zu finden,

ist gar nicht so leicht und ihr Alltagspensum schlichtweg

enorm. Als Mama von drei Kindern ist Verena Gesangs- und

Schauspieldozentin in Gauting und München sowie erfolgreiche

Leiterin ihrer Gesangsschule Expression in Murnau. Zudem

tourt sie mit ihrer geliebten Band Discofever über die

Bühnen, macht ein sensationelles Kabarettprogramm, singt

auf Veranstaltungen und organisiert einmal im Jahr eine große

Benefizgala, die ihresgleichen sucht.

„Wie schaffst Du es nur, das alles unter einen Hut zu bringen?“,

wird sie regelmäßig von Freunden gefragt, und ich schließe

mich der Frage neugierig an. Wir haben es uns in einem schönen

Raum unterm Dach gemütlich gemacht. Sam, Verenas riesengroßer,

sanftmütiger Hund, der mich an der Tür begrüßt

hat, wartet brav unten im Erdgeschoss aufs Gassigehen.

Verena schenkt uns aus einer Glaskaraffe Zitronenwasser ein.

In der Zimmerecke steht ein kleines Bällebad, und weiteres

Kinderspielzeug liegt verstreut daneben. Verenas kleinstes

Kind, Sonora, ist zweieinhalb und gerade in der Kinderkrippe.

Ihr mittleres Kind, Rafael, ist sieben. „Ich glaube“, sagt Verena

und reicht mir ein Glas, „das Geheimnis ist: Egal, was Du tust,

Du musst es mit dem Herzen tun.“

Bereits im Kindergartenalter hat sie Theater gespielt. Mit fünf

Jahren begann sie mit Ballett und bald folgte Jazzdance. „In

wild gemusterten Gymnastikanzügen“, erinnert sie sich lachend

und erzählt weiter, wie sie mit 16 Jahren über Georg Büttel

ihre erste Theaterhauptrolle bekam – gemeinsam mit Christoph

Süß, dem heutigen Moderator der Fernsehsendung «quer».

Aufgewachsen ist Verena in Ohlstadt und zur Schule gegangen in

Garmisch. Es war wohl Schicksal, dass sie als Vierzehnjährige

bei einem Skiausflug im Bus gut gelaunt bei einem Lied aus dem

Radio mitsang, denn damit erregte sie die Aufmerksamkeit von

Abiturient Jens, seines Zeichens Chorleiter und Pianist. „Er sagte:

«Hey, Du hast ’ne echt coole Stimme», und bot an, mir Gesangsstunden

zu geben.“ Er war es auch, der dann den Kontakt zu Verenas

späterer Gesangslehrerin Barbara Maier vermittelte.

LEINEN LOS!

Singen, Tanz und Schauspiel – was läge da näher, als eine Ausbildung

zur Musicaldarstellerin? Verena war 17, als ihr Papa

sie zur Aufnahmeprüfung nach Wien begleitete. Bereits mit 21

hatte sie ihr Diplom in der Tasche. Danach ging sie als Künstlerin

an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Aida“ auf große Fahrt

und unterrichtete dann fünf Jahre lang an der VHS. „Tanzkurse,

das war damals der totale Boom“, erinnert sie sich. „Jazzdance,

Musicaldance, Stepdance, Afro, Modern, Disneydance, Kinderballett

und Hiphop in allen Altersstufen – ich habe damals alles

unterrichtet, was ich im Studium gelernt habe.“ Zu dieser Zeit

war sie bereits alleinerziehende Mama ihres heute 16-jährigen

Sohnes Joshua.

Als ihre ehemalige Tanzlehrerin Frau Taubmann starb, mit deren

Tochter sie in Wien gemeinsam studiert hatte, wurde ihr

angeboten, Frau Taubmanns Tanzschule in Garmisch zu übernehmen.

„Das war kurz vor der Eröffnung meiner Schule Expression

Voices in Murnau, an der ich mit 11 Lehrern startete.

Meine Freunde haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen;

sie hatten Angst, dass ich mir zu viel zumute.“

Auch ich kann nur staunen, während ich Verena lausche. „Wie

hast Du das alles geschafft, noch dazu als junge Mama?“ Sie atmet

tief durch. „Ich habe es einfach gemacht.“ Oft hatte sie in

ihrem Leben gar nicht die Wahl, sagt sie, um groß darüber

nachzudenken. Sie ist einfach ihrem Traum gefolgt. Und sie

hatte immer Hilfe von Familie und Freunden.

Heute blickt Verena auf bereits 20 Jahre Bühnenerfahrung und

15 Jahre als Dozentin zurück. Ihre Murnauer Schule, Expression

Voices, feierte in diesem Herbst ihr zehntes Jahr. Ein Jubiläum,

auf das Verena mehr als stolz sein kann.

HERZENSPROJEKT BENEFIZGALA

Zu Verenas großen Herzensprojekten zählen ganz besonders ihre

Benefizveranstaltungen. Die erste kleine Gala veranstaltete sie im

Jahr 2007 im Murnauer Pfarrheim. „Wir haben damals Bretter vor

den Zuschauerraum gelegt, damit man das Gefühl hatte, auf einer

Bühne zu stehen.“ Bereits damals kamen unerwartet 250 Gäste,

die sich bis ins Treppenhaus stapelten. Danach ist die Gala rasant

gewachsen und findet mittlerweile jährlich unter dem Titel „VOI-

CES“ im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum statt. Gesangs-

51


STARKE FRAUEN

schüler, professionelle Artisten und Livebands erarbeiten gemeinsam eine

Show, die ihre Zuschauer in Begeisterung versetzt. Die Einnahmen auf Spendenbasis

gehen dabei ohne Umwege an ausgewählte Hilfsprojekte.

KRAFT AUS DER TIEFE

Es ist ein Segen, durch die Benefizveranstaltungen anderen helfen zu

können, sagt Verena. Doch auch sie selbst hat immer wieder Kraft gebraucht,

um weiterzumachen.

So auch vor etwa acht Jahren, als Verena während eines Auftritts plötzlich

Fieber bekam. Zunächst dachte sie an eine Erkältung und ging mit Schüttelfrost

nachhause. Doch das Fieber stieg und stieg. 41, 41,5… Verena erinnert

sich: „Ich rief meine Schwester an und sagte, irgendetwas stimmt nicht. Das

Fieber ließ sich nicht mehr senken. Meine Mama kam dann und wollte mich

sofort ins Krankenhaus bringen. Doch da konnte ich schon nicht mehr aufstehen,

und so blieb nur, den Rettungswagen zu rufen. Hätte meine Mama damals

nicht so entschieden, wäre ich heute nicht mehr hier.“ Verena hatte eine Gehirnentzündung.

Es folgten Tage auf der Intensivstation und diffuse Diagnosen,

und nach und nach ging die Entzündung zurück und konnte abheilen.

Die Liebe zu ihren Kindern und das Glück, einem Beruf nachzugehen, der

sie glücklich macht, gaben ihr immer wieder Kraft. „Wenn Du liebst, was

Du tust, ist das ein Perpetuum Mobile, das Dir immer wieder Mut zuspricht.“

Mut zusprechen – das möchte Verena auch stets ihren Schülern. Für diese

ist sie oft mehr als „nur“ ihre Lehrerin. Als Vertrauensperson bekommt

Verena oft Einblick in Sorgen, Hoffnungen, Ängste und Nöte. Das ist nicht

immer leicht, dafür aber gleichzeitig eine große Auszeichnung.

Auch Schicksalsschlägen begegnete sie in all den Jahren. Verena erzählt

mir von einer Schülerin, deren großer Traum es war, an der Gala im

Herbst teilzunehmen, und die sie aus heiterem Himmel gebeten hatte,

noch vor den Sommerferien Tonbandaufnahmen mit ihr zu machen.

Die Gala hat das Mädchen nicht erlebt; in den Sommerferien ist sie gestorben.

Und während in jenem Jahr die Künstler auf der Bühne innehielten

und Fotos der Schülerin über eine große Leinwand liefen, hörte

man die Stimme des Mädchens vom Band und ihr Gesang füllte den Saal.

„Sie war trotzdem dabei“, erzählt Verena, die sonst immer so stark ist,

unter Tränen, und wir halten uns an der Hand.

Als ich heute von Gauting nachhause fahre, bin ich erfüllt von unserem

Gespräch, in dem alles da sein durfte – Begeisterung, Trauer. Authentizität.

Und ich denke darüber nach, was für ein großes Geschenk es ist, tun zu

dürfen, was man liebt.

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Foto: Christian Kolb

Benefizgala „VOICES“ im Kultur- und Tagungszentrum Murnau

Foto: Bela Raba

Verena Cereni-Nießner und ihre Band „DISCOFEVER“

Foto: Christian Kolb

Verena Cereni-Nießner und Johanna Effenberger

Weitere Infos über Verenas Arbeit als Dozentin sowie über ihre Band

„Discofever“ (70er/80er) und ihr Kabarettprogramm findet man unter:

www.verena-cereni-niessner.de

Anna Marguerita Schön

53


Sozialagentur Oberbayern

Markus Horschig & Michael Perlick OHG

James-Loeb-Straße 11

82418 Murnau a. Staffelsee

Tel.: 08841 – 48543 - 30

Fax: 08841 – 48543 - 31

E-Mail: info@sozialagentur-oberbayern.de

Web: www.sozialagentur-oberbayern.de

Daheim statt Heim

Betreuung in häuslicher Gemeinschaft

Besuchen Sie uns auch bei Facebook:

www.facebook.com/Sozialagentur

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Foto: Florian Warnecke


PORTRAIT

DER MURNAUER

KÜCHENLADEN

Inspirationsquelle & Wohlfühloase

„Mein Sortiment reicht von

Butterdose bis Buddha.“

CLAUDIA SCHNEIDER

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PORTRAIT

Eine kurze Entspannungsreise: Stellen Sie sich vor, wie der Duft

nach frisch gebackenen Plätzchen durch das ganze Haus weht.

Heimelig, oder? Sofort entstehen vor dem inneren Auge Bilder:

Warme Lichtstimmung, ein gedeckter Kaffeetisch, oder auch ein

Weihnachtsbaum mit Kerzen? Und dieser sagenhaft leckere Duft!

Oder ist Ihnen gerade nicht nach Süßem zumute? Wie wäre es

dann mit einem herzhaften Gratin, das duftend und dampfend

aus dem Ofen kommt? Und dazu ein Gläschen Wein? Oder

darf es eine wärmende Kürbiscremesuppe sein? Pasta alla Siciliana,

verfeinert mit einem Hauch Parmigiano?

Was wäre ein Zuhause ohne den Raum, in dem diese sinnlichen

Köstlichkeiten kreiert werden?

DIE KÜCHE IST DAS HERZ DES HAUSES

Wenn man Claudia Schneiders Küchenladen in der Murnauer

Johannisstraße 4 betritt, spürt man sofort die Liebe zum Detail.

Schönheit fürs Auge sowie Qualität und Funktion gehen hier Hand

in Hand. Schließlich ist die Inhaberin selbst auch eine passionierte

Köchin und steht ihren Kunden gerne mit großer Fachkompetenz

beratend zur Seite. Marken wie WMF, RIESS, ASA, Stelton, ALESSI

und Seltmann Weiden versprechen Hochwertiges für Küche und

Tischkultur; ergänzt werden sie durch regionale Feinkost, Biogewürze,

österreichischen Wein sowie hochwertige Tees aus ökologischem

Anbau. Sollte einmal etwas im Sortiment fehlen, bestellt

Claudia es gerne. Der Laden wächst mit den Kundenwünschen.

„Ich sage immer: Mein Sortiment reicht von Butterdose bis

Buddha“, schmunzelt Claudia. Und so schlagen auch die Herzen

von Dekoliebhabern höher – es gibt allerlei zu entdecken –

auch kleine Buddhastatuen.

Ich möchte Ihnen nichts vormachen – selbst ein Interview ist

hier im Küchenladen ein Wagnis. Auf Anhieb habe ich mich in

eine pastellblaue Milchkanne verliebt; ganz zu schweigen von

der „Blume des Lebens“-Wanddeko aus Holz und wunderbaren

(bambusfreien) Coffee-to-go-Thermobechern. Dazu noch der

Anblick des wunderschönen Geschirrs in bombastischen Farben

– man möchte sofort loslegen mit Kochen, Backen und

Dekorieren.

WUNSCH ANS UNIVERSUM

Im Dezember feiert Claudias Küchenladen sein einjähriges Jubiläum.

Daran, dass es ihn überhaupt gibt, ist das „Universum“

nicht ganz unschuldig. Nachdem Claudia vorher lange Jahre

Landhausmode verkauft hatte, wurde sie aufgrund von allergischen

Reaktionen auf gewisse Schadstoffe in Farben und

Textilien gezwungen, sich neu auszurichten. Ihr Wunsch war

es, sich nicht nur privat, sondern auch beruflich mit ausgewählten,

natürlichen Materialien zu umgeben. Und da kam

die „Hilfe des Universums“ ins Spiel, denn die Dinge begannen

sich zu fügen. Das Haushaltswarengeschäft Paul hatte gerade

geschlossen, womit eine Lücke entstanden war.

Es war Claudias Lebensgefährte Uwe, der sie fragte: Warum

nicht einen kleinen Murnauer Küchenladen eröffnen? „Er hatte

gerade eine Immobilie verkauft und mir angeboten, mich mit einem

Darlehen zu unterstützen. Ohne ihn würde es diesen Laden

gar nicht geben.“ Claudia selbst hatte sich ein Ultimatum gestellt:

Wenn sie bis zum 15. Oktober (2018) kein passendes Ladengeschäft

gefunden haben sollte, würde sie den Traum begraben

und sich nach einer beruflichen Alternative umsehen.

Claudias Augen leuchten, als sie weitererzählt: „Am 11. Oktober

in der Früh um 7 habe ich die Immobilienausschreibung im Internet

entdeckt, und am 13. habe ich den Mietvertrag unterschrieben.“

Liebes Universum, das war kurz vor knapp!

DANIEL MAYER

Kocheler Str. 34 · 83671 Benediktbeuern

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58


Foto: Florian Warnecke

Claudia Schneider mit Lebensgefährte Uwe in ihrem „Murnauer Küchenladen“

Auch die Vermieterin war überzeugt von Claudia und ihrem

Konzept. Schnell war der Businessplan geschrieben. „Du spürst,

wenn sich etwas zu einhundert Prozent gut anfühlt. Schon als

ich das erste Mal hier reingekommen bin, die Steinmauer und

den schönen Boden gesehen habe, wusste ich: Hier bin ich richtig.“

Ihr war klar, dass sie dennoch, was die Ausstattung betrifft,

zunächst „kleinere Brötchen backen“ müsste. Neue Möbel wären

teuer gewesen. Doch auch hier hat sich alles gefügt. „Ich habe

Kontakt zu Herrn Paul aufgenommen. Der war erst einmal schockiert

und hatte Angst, dass ich mich in ein großes Wagnis stürze.

Dann haben wir uns persönlich getroffen. Ich habe hohen Respekt

vor dem, was er und seine Familie all die Jahre in Murnau geleistet

haben. Herr Paul war sehr nett und hat mich fortan sehr

unterstützt. So konnte ich z. B. auch einige Möbel übernehmen.“

Claudia, die sich selbst als Schöngeist und „Blümchenstreichlerin“

bezeichnet, strahlt, wenn sie über ihren Laden spricht.

Er soll Inspirationsquelle und Wohlfühloase sein. So hat sie

auch darauf geachtet, möglichst wenig Elektrosmog im Raum

zu haben; ihr Internet und Telefon sind verkabelt; das tue ihr

und auch ihren Kunden gut. „Murnau ist ein buntes Spektrum

an Menschen und Einstellungen“, findet Claudia. „Die liebliche

Landschaft färbt auf die Menschen ab.

In Murnau gibt’s wirklich nichts zu jammern. Wir brauchen

keine Kryptowährung und keine Influencer. Was wir stattdessen

brauchen und bewahren sollten, ist unser echtes, liebevolles Miteinander.“

Ihren eigenen, ganz persönlichen Stil würde Claudia irgendwo

zwischen Etno und Landhaus einordnen und schlingt sich gerne

mal ein buntes Tuch um die Haare. „Hier kann ich sein, wie ich

bin, und das ist ein Segen.“ Ihre Freude ist ansteckend. Vor vielen

Jahren hat sie als Sängerin der Band Fretless die Bühnen gerockt.

Heute genießt sie es, in ihrer Freizeit lange Waldspaziergänge zu

machen oder beim Kundalini-Yoga zu entspannen. Und natürlich

kommt auch das Kochen nicht zu kurz.

Für die Zukunft fände sie es schön, noch einen zusätzlichen Arbeitsplatz

zu schaffen. Gerade jetzt, um die kommende Weihnachtszeit

herum, wird sie aber auf jeden Fall schon Hilfe beim

Packen brauchen, sagt sie. Auf die saisonalen Produkte dieser Zeit

freut sie sich ganz besonders. „Neben dem Kochen, Braten und Backen

kommt jetzt auch wieder die Fonduezeit“, sagt sie begeistert.

Und ich finde: So wird die kalte Jahreszeit zu einem Highlight!

Der Murnauer Küchenladen

Tischkultur & Lebensart

Johannisstraße 4, 82418 Murnau

Tel.: 08841 / 678 46 10

Anna Marguerita Schön

59


Foto: Florian Warnecke

Foto: Florian Warnecke

DAS KÖNIG-LUDWIG-DENKMAL –

GESCHICHTE UND TRADITION IN MURNAU

„Ein ewiges Rätsel will ich bleiben mir und anderen“

– dieses Zitat von König Ludwig II. könnte nicht treffender

sein. Um kaum einen anderen König ranken sich so viele Mysterien

und Fragen wie um unseren „Kini“.

Gewiss ist, dass der Monarch auf dem Weg von München nach

Schloss Linderhof regelmäßig in Murnau verweilte, weil er

großen Gefallen an dem kleinen Ort am See gefunden hatte.

Im Herzen des Künstlerortes wurde das jetzige Hotel Post von

Augustin Bayerlacher betrieben. Es war der Aufenthaltsort für

Ludwig II., wenn er mit seiner Pferdekutsche unterwegs war.

Auch heute noch erinnert das Hotel an seinen Stammgast. Dieser

führte in der Gaststube die Verhandlungen für den geplanten

Bau eines Versailles-Schlosses auf der Insel Wörth im Staffelsee,

auf welcher seine Eltern gerne ihren Hochzeitstag feierten.

Nachdem die Eigentümer ihre Insel jedoch nicht verkaufen

wollten und die Minister Ludwig II. kein Geld zur Verfügung

stellten, wurde dieser Traum nie erfüllt.

Bayerlacher war einer der größten Verehrer und über die gescheiterten

Pläne ebenso enttäuscht wie der König selbst. Er war

es, der im Jahr 1894 ein Denkmal für den acht Jahre zuvor verstorbenen

Ludwig II. auf seinem Grundstück in der Kohlgruber

Straße errichten ließ. Die zwei Meter hohe Büste aus Carrara-

Marmor wurde vom Münchner Bildhauer Johann Nepomuk

60


TRADITION

Hautmann gestaltet und zeigt den Märchenkönig vom Kopf bis

zur Brust in einer Generalsuniform, flankiert von zwei Löwen.

Zur Einweihung sollen über 18.000 Besucher angereist sein und

zwei Tage gefeiert haben.

Auch heute noch hat die Staue eine große Bedeutung für die

Region. So feiert der Trachtenverein Murnau jedes Jahr um

den 25. August seinen Jahrestag und den Geburtstag des Märchenkönigs.

Was viele aber nicht wissen, verrät uns der 1. Vorstand

Johannes Köglmayr: „Der Gebirgstrachten-Erhaltungsverein

wurde 1893 von Augustin Bayerlacher gegründet.“ Somit

liegt es natürlich nahe, dass die Zeremonie am Denkmal stattfindet.

„König Ludwig II. hat gerade in der Landbevölkerung

eine große Verehrung erfahren. Er hat sich für ihre Belange eingesetzt

und die aufkeimende Trachtenbewegung unterstützt. Am

Tag der Feier findet zunächst ein Gottesdienst in der Kirche Sankt

Nikolaus statt, danach gibt es ein Standkonzert am Rathaus, bevor

wir alle gemeinsam zum Denkmal ziehen, an dem die Serenade

gespielt wird. Anschließend findet ein Heimatabend statt.“

Diese jährliche Zeremonie ist für die Region ein wichtiger Höhepunkt

im Kalender, jedoch würde sich Johannes Köglmayr

diesen Abend etwas anders vorstellen: „Früher gab es im Jahr

zwölf Heimatabende, jetzt nur noch einen. Das ist wirklich

schade, denn in den Vorbereitungen steckt sehr viel Arbeit – so

bereiten z.B. die Kinder wochenlang ihre Tänze vor. Es ist schwer,

ihnen zu vermitteln, warum dann kaum jemand zu ihrem Auftritt

kommt.“ Deswegen äußert der 1. Vorstand einen Wunsch, der

ihm am Herzen liegt: „Es wäre schön, wenn die Leute, die zur

Serenade am Denkmal kommen, auch am Heimatabend im Kultur-

und Tagungszentrum teilnehmen würden. Wir möchten das

Brauchtum erhalten und diese schöne Tradition fortsetzen. Nicht

nur für uns Mitglieder selbst, sondern für alle.“

Wer Interesse am Trachtenverein hat, darf die Mitglieder bei

ihren zahlreichen Aktivitäten gerne jederzeit ansprechen. Gut

zu wissen für den Nachwuchs: „Jeden Freitagabend üben die

Kinder und Jugendlichen im Vereinsheim am Murnauer Kulturpark

ihre Tänze.“

Alexandra Sichart

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62


LOCATION

Eine der zwei 100-jährigen Almhütten – ein Ort für ganz besondere Events

Zurück zum Ursprung

Foto: Sabine Brauer

Hütteneinweihung im Park des Murnauer Hotel-Resorts Alpenhof

Goldene Herbstsonne, sanfte Zitherklänge, frisch

gezapftes Bier und liebevoll angerichtete Köstlichkeiten

von Gourmet-Küchenchef Claus Gromotka:

So gestaltete sich die Einweihung zweier 100-jähriger Almhütten

im Park des eleganten Fünf-Sterne-Hotels Alpenhof. Für Hotelier

Christian Bär geht damit ein lange gehegter Traum in Erfüllung.

Die „Bockhütte“, einst auf der Zugspitze beheimatet, sowie eine

Hütte von Schloss Linderhof, wurden in Kleinstarbeit von ihm

und seinem Bruder Thomas zerlegt, per Hubschrauber in den

Hotelpark gebracht und dort wieder aufgestellt. Beständigkeit

und Ruhe strahlen sie, und dieses Gefühl wird an ihre Besucher

weitergegeben: Mit Platz für je 20 – 40 Personen stehen die

Hütten für Feste, Meetings und Familientreffen zur Verfügung,

bei denen „das W-Lan auch mal abgeschaltet wird“.

Und so wurden die beiden Neuankömmlinge willkommen geheißen:

In einem Meer von Dahlien, mit Blick auf die neue Poollandschaft,

gaben sich neben Christian Bär und seiner Frau Elke

auch zahlreiche prominente Gäste die Ehre, darunter Albert

Prinz von Preussen mit Frau Eva-Maria Prinzessin von Preussen,

Skilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, Sky-

Moderator Gregor Teicher sowie König Ludwig höchstpersönlich,

in Form von Double Josef Daser. Auf weitere 100 Jahre! Im Park

des Hotels Alpenhof in Murnau.

Anna Marguerita Schön

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Foto: Florian Warnecke

64


JUBILÄUM

0

feiert

10

Das Murnauer Ortsbild wird geprägt durch einige Geschäfte,

die es bereits seit langer Zeit gibt und die aus deshalb ständig miteinander gestritten“, verrät Sabine Pomp. „1989

dem Einkaufsleben nicht mehr wegzudenken sind. Hierzu hat mein Vater den Laden erworben und umgebaut. Das erste Obergeschoss

wurde als Verkaufsraum ergänzt.“

zählt auch das markante Haus von Elektro Nirschl an

der Ecke der Seidlstraße. Das beliebte Fachgeschäft feiert

dieses Jahr sein 100-jähriges Jubiläum.

blieben – auch der Name hat sich nie verändert. „2006 fand lediglich die

Nicht nur der Standort des beliebten Fachgeschäfts ist immer gleich ge-

Im November 1919 eröffnete Richard Nirschl zunächst Umfirmierung von einem kaufmännischen Einzelbetrieb zu einer GmbH &

einen kleinen Elektroladen in der jetzigen Fußgängerzone,

der jedoch nach kurzer Zeit in die Räumlichkeiten

an der Seidlstraße verlegt wurde. „Seitdem

befindet sich das Geschäft immer am gleichen Standort“,

erzählt Sabine Pomp, deren Vater den Betrieb

später übernommen hat. „Im Erdgeschoss war

Jahre Elektro Nirschl –

ein Murnauer Traditionsbetrieb

sein Jubiläum

dass sein Sohn sich selbstständig gemacht hat. Die beiden haben

Co. KG statt, um die spätere Firmenübergabe zu erleichtern, das Haftungsrisiko

zu senken und die Mitarbeiter beibehalten zu können“, berichtet Pomp.

Das „EP“ im Namen steht übrigens für „Electronic Partner“ und bezeichnet

die Mitgliedschaft in einer Einkaufsgemeinschaft. Das Elektrofachgeschäft

ist seit den 80er Jahren in diesem Verbund. „Ohne so eine Gemeinschaft

schafft man es heutzutage gar nicht mehr, denn man profitiert u.a. von dem

auch damals der Verkaufsraum, das Angebot reichte EDV-System, der Werbung und der Beratung – sei es in Rechtsfragen oder beim

von Radios, Lampen und diversen Kleingeräten Umbau. Auch die Einkaufspreise sind deutlich niedriger aufgrund der großen

zu Videorekordern, die über 2.000 DM kosteten. Bestellmengen über das Kollektiv.“

Im Keller gab es Schallplatten, im ersten und Pomp selbst ist seit Januar 1998 im Unternehmen und für die komplette

zweiten Obergeschoss befanden sich Wohnungen.

Bis 1978 war Herr Nirschl selbst im Laden delskauffrau im Autohaus Kern in Weilheim gelernt. Dort wollten sie mich behal-

kaufmännische Abwicklung verantwortlich. „Ich habe Groß- und Einzelhan-

tätig, dann hat mein Papa, Norbert Wagner, ten, jedoch sollte ich eine weitere Ausbildung zur KFZ-Mechanikerin machen, das

das Geschäft gepachtet.“ Wagner, der bei wollte ich nicht. Deswegen habe ich eine Stelle bei Cardis in der Buchhaltung angenommen.

Als mein Vater ein neues EDV-System einführen wollte, beschloss die

Grundig in München den Beruf des Radiound

Fernsehtechnikers erlernt hatte, mietete

das Fachgeschäft nach seiner Meis-

Firma geworden“, schmunzelt Sabine Pomp.

langjährige Buchhalterin, vorzeitig in Rente zu gehen. So bin ich ein Teil unserer

terprüfung – sehr zum Leidwesen seines Zum 31.03.2013 stand die nächste Veränderung an: „Das Geschäft von Dürr und

Vaters. „Mein Opa war Vorarbeiter im Herrmann in der Johannisstraße wurde mit unserem fusioniert - Herr Dürr und Herr

Bergbau und ein echter Gewerkschafter. Herrmann übernahmen die Geschäftsführung. Der Betrieb lief dennoch ununterbrochen

Für ihn gab es nichts Schlimmeres, als weiter. Die Fusion war sehr unkompliziert, obwohl sich über zehn Leute miteinander ar-

65


JUBILÄUM

rangieren und neue Strukturen schaffen mussten. Damals kam auch Peter

Leyh zu uns ins Team. Er hatte nur zwei Monate Zeit für die Übergabe

mit meinem Vater, dennoch hat alles super funktioniert. Übrigens kennt

sich Peter auch hervorragend mit Geräten im High End Hi-Fi-Bereich

aus. Wir sind ein sehr familiäres Unternehmen und unglaublich viel-

Nirschl. Mittlerweile sind nur noch zehn Mitarbeiter

im Unternehmen tätig, davon vier im Außendienst, zwei

im Verkauf, zwei im Büro, Herr Dürr Senior in der Werkstatt

und eine Reinigungsfrau. Ab Herbst ergänzt ein Auszubildender

für die Fachrichtung „Informationselektro-

seitig. Alle duzen sich, wir unternehmen gerne privat etwas miteinander niker Geräte und Systemtechnik“ das Team. Für 2020 wird

und es gibt Betriebsausflüge. Besonders schön ist, dass wir uns gegenseitig

unterstützen und flexibel agieren können, auch wenn jetung

Gebäude- und Systemtechnik“ gesucht. Ebenso bildet

noch ein Azubi zum „Informationselektroniker, Fachrichmand

spontan frei benötigt oder Probleme hat. Bei uns macht jeder der Betrieb Einzelhandels- und Bürokaufleute aus. „Leider

alles, das ist der Vorteil eines kleinen Betriebs“, schwärmt Pomp. wird es immer schwieriger, gute Fachkräfte zu finden, deswegen

Ein Auftrag, der fest in Erinnerung geblieben ist, ist der zweijährige

Umbau eines Murnauer Hotels. Hier war die Firma Nirschl mehr Elektronikbetriebe schließen aufgrund des Personalmangels

sind die Wartezeiten bei Aufträgen manchmal länger. Zunehmend

für die Elektroinstallation zuständig. „Bis zur Millenniumfeier oder weil kein Nachfolger gefunden wird.“

im Dezember 1999 sollte alles fertig sein, jedoch gab es große Das Angebot des 250 qm großen Ladens umfasst neben einer breiten

Auswahl an Groß- und Kleingeräten, Telekommunikation, Netz-

Komplikationen aufgrund des starken Schneefalls. Von uns arbeiteten

damals 20 Leute auf der Baustelle, die Eigentümer stellten

dann weitere 20 Männer zur Verfügung, um im Zeitplan statt. „Egal, ob der Kunde beim Rasenmähen über sein Verlängerungswerktechnik

und Telefonverträgen auch eine eigene Reparaturwerkzu

bleiben. Das war spannend bis zum Schluss. Erst kurz vor kabel gefahren ist oder eine komplette Verkabelung braucht, bei uns ist

Silvester wurden die Fernseher geliefert und nur die Räume, nichts unmöglich. Wir arbeiten gerne mit anderen regionalen Betrieben

die zur Neueröffnung benötigt wurden, waren fertig. 2001 zusammen und helfen uns gegenseitig. Uns ist es wichtig, dass der Kunde

war die Sanierung dann komplett abgeschlossen.“

zufrieden ist und gut betreut wird. Für Lob und Kritik haben wir stets ein

Dies war die letzte Großbauinstallation der Firma offenes Ohr, denn nur so können wir uns verbessern. Die persönliche Kun-

66


Fotos: Florian Warnecke

denbetreuung ist auch der große Vorteil zum Onlinehandel. Der

Fachhändler ist zwar ein bisschen teurer, weil er höhere Lagerund

Personalkosten hat, jedoch gibt er dem Kunden Tipps, entsorgt

den Müll und ist direkt vor Ort bei Problemen.“

Der persönliche Umgang bringt außerdem unverwechselbare

Erlebnisse mit sich. Wer kann z.B. erzählen, dass ältere Kunden

nach dem neuen „Genitalradio“ (statt Digitalradio) gefragt

haben oder ein neues „Kastl“ (Receiver) brauchen?

Sabine Pomp hat einen sympathischen Wunsch für die

Zukunft: „Mein Kollege Christian Hoffmann, der hier im

Betrieb gelernt hat und seit über 30 Jahren bei uns ist, und

ich sagen immer: Wir zwei gehen miteinander in Rente

und sperren den Laden dann zu. Das wäre unser Traum.“

Doch bevor es soweit ist, wird sicherlich noch einiges

passieren. Nächstes Jahr stehen die Sanierung

und der Umbau des Erdgeschosses auf dem Plan.

Auf die nächsten 100 Jahre!

EP:Nirschl, Richard Nirschl GmbH & Co.KG

Seidlstraße 2, 82418 Murnau, Tel. 08841 / 61680

info@ep-nirschl.net

Alexandra Sichart

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anzeigen@agentur-melange.de

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LIVE

GEORG RINGSGWANDL

Wuide unterwegs

Herr Ringsgwandl, wovor fürchten Sie sich?

Krebs, Demenz und Langeweile.

Und was tun Sie dagegen?

Gegen den Krebs: nicht rauchen, wenig Fleisch, nicht ärgern

und gescheit ausschlafen.

Tun Sie auch etwas, um der Demenz vorzubeugen?

Ja, meine Texte auswendig lernen.

Und was machen Sie gegen Langeweile?

Eine schöne Melodie auf den Text schreiben, und ein paar

Musiker dazu überreden, dass sie das Lied mit mir im Studio

aufnehmen.

Klingt nach einem interessanten Leben...

Es hilft zumindest gegen die ärgste Depression.

Sie waren mal Arzt – da wissen Sie doch bestimmt: Was hilft

gegen Depressionen?

Unter Leute gehen, in Gesellschaft sein, mit möglichst viel

Leben ringsrum.

Wohin gehen Sie am liebsten, wenn Sie unter Leute gehen?

Auf die Bühne.

Und das hilft?

Ja, ich komm unter Leute und es redet mir keiner drein.

Und was sagt Ihre Familie dazu?

Die Kinder sind aus dem Haus, und meine Frau ist froh,

wenn sie mal ihre Ruhe hat.

Klingt gut.

Ja, wenn ich auf die Bühne geh, komm ich besser drauf,

die Musiker wissen, dass sie nicht umsonst geübt haben und

das Publikum hat auch seinen Spaß.

Wir sitzen im Gastgarten des neuen Kiosks in der Murnauer

Schweinebucht. Georg Ringsgwandl hat mich in einem alten,

verschrammten Benz Kombi abgeholt. 435.000 km stehen auf

dem Tacho.

Was eigentlich fragt man einen Ringsgwandl, von dem es schon

gefühlte hunderttausend Interviews gibt, der bestimmt den

Journalisten schon alles einmal erzählt hat in seinem Leben?

Eigentlich wollten wir das schäbigste Café im Oberland aufsuchen,

aber das hatte schon zu, und so entschließen wir uns,

den neuen Kiosk auszuprobieren. Es scheint ein amüsanter

Abend zu werden mit ihm, ganz so wie man es erwartet, wenn

man sich mit diesem Vogelwilden trifft. Ist er wohl wirklich

so? Autofahren zumindest ist ein Abenteuer mit Herrn Ringsgwandl,

das versucht er mir zumindest einzureden. Schafft es

aber dann doch, unfallfrei über die zwei Kreisverkehre zum

Parkplatz am See zu steuern.

So langsam wird es ernst – wir sitzen mit Cappuccino und

Weißwein am Tisch, und jetzt soll ich also versuchen, ein seriöses

Interview zu führen. Ein seriöses Interview mit Georg

Ringsgwandl, der selten seinen Interviewern das Gefühl vermittelt,

sie ernst zu nehmen.

Gibt es etwas, was ihm wichtig ist? Oder etwas, das ich auf

keinen Fall fragen soll? „Mir ist alles recht, außer aufgesetztes

Getue. Langeweile und Getue, das sind die wirklichen Todsünden.“

Ich finde, da hat er gar nicht so unrecht. Und Lügen? Gehören

die auch zu den Todsünden?

71


LIVE

„Kommt drauf an. Gut gelogen kann sogar angenehmer sein als

die nackerte Wahrheit. Bloß schlecht gelogen sollte bestraft werden.

Unwahr plus deppert, das ist eine Zumutung.“

Apropos Lügen, als Kabarettist

leben Sie doch in

wunderbaren Zeiten, oder?

„Nein.“

Hm. Das ging daneben.

Noch ein Versuch. Echt

nicht, hake ich nach, ich

meine, man braucht doch grade nur die Zeitung aufschlagen

und schon fliegen einem die Ideen für kabarettistische Ideen

nur so zu, oder?

„Nein, mir ist das Ganze zu hysterifiziert.“

Ich weiß nicht, ob es am Kaffee liegt, der sein Hirn aufputscht,

jedenfalls erfindet Ringsgwandl ständig neue Wörter; „hysterifiziert“

zum Beispiel. Da hilft auch der Brockhaus nicht weiter.

„Diesel, Klima, Bienen“, erklärt er weiter, „Migranten oder Daten,

„Gut gelogen kann sogar angenehmer sein als

die nackerte Wahrheit. Bloß schlecht gelogen

sollte bestraft werden. Unwahr plus deppert,

das ist eine Zumutung.“

alles artet in komplett hysterische Debatten aus.“ Sagts und nippt

an der Tasse. Aber Politik scheint nicht das Thema zu sein, das

ihn heute redselig werden lässt. Themawechsel: Ich frage nach

der neuen Tour. „Im Herbst

spielen wir, zurzeit bin ich

daheim und schreib.“ Wuide

unterwegs heißt die neue

Tour. Und logisch ist er auch

in Murnau zu hören. Wobei

er so wild grade gar nicht

wirkt. Aber wer Ringsgwandl kennt, weiß, dass man sich bei

ihm nie sicher sein sollte. Er, der schrille Schrecken der Münchner

Spießigkeit.

Aber genießt man es mit 70 nicht auch mal, zu Hause zu sein?

Also: Daheim oder unterwegs?

„Unterwegs.“ Wirklich? Jeden Tag in einem anderen Bett, ständig

neue Gesichter, fremde Menschen, andere Sprachen? Ich reise

auch sehr gerne, aber immer unterwegs, nie zur Ruhe kommen?

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Georg Ringsgwandl im Rampenlicht

Das wäre dann doch meine Horrorvorstellung.

„Die fremden Leute haben den Vorteil, dass man sie nicht kennt,“

meint Ringsgwandl. „Also gibts keinen Zwist. Und ich bin gern in

Hotels. Das Zimmer ist sauber, das Bett ist gemacht, kein Glump,

das rumliegt, frische Handtücher im Bad, und morgens steht ein

fertiges Frühstück auf dem Tisch. Ich muss nichts aufräumen,

ich geb den Schlüssel ab und verabschiede mich freundlich. Daheim

wäre das unmöglich.“ Ok, der Punkt geht an Ringsgwandl.

Was ist Glück für Sie?

„Wenn mir ein guter Song gelingt, und wenn ich mit der Band

zusammen spiele. Da gibt es Momente von vollkommener Übereinstimmung

und Harmonie.“

Wie muss man sich das vorstellen, als Nicht-Musiker?

„Schwierig.“ Er lässt seinen Blick durch den Biergarten schweifen,

druckst etwas herum und meint: „Vielleicht kann man es

so erklären, es ist wie guter Sex, nicht wirklich zu beschreiben,

aber man merkt, wenn‘s passiert.“

Er grinst und ich haben keine Sorge, dass der Mann vor mir altersvernünftig

wird. Die Sache mit den neu erfundenen Wörtern

scheint auf mich abzufärben. So langsam scheint er keine Lust

mehr zu haben, kein Wunder, wir sitzen schon länger hier unten

am See. Ich muss gestehen, ich habe mich köstlich amüsiert, aber

nicht wirklich etwas aus ihm herausbekommen. Trotzdem sage

ich artig: „Herr Ringsgwandl, ich danke Ihnen für das Gespräch.“

„Wie kommen Sie nach Hause?“, fragt er. Blöderweise bin ich

mit dem Zug unterwegs. „Ach, ich fahr Sie“, sagt er in einem

Ton, der keine Widerrede zulässt. Ganz schön charmant, dieser

alte Haudegen. Wieder steigen wir in seinen verranzten Benz.

Und schau an, auf dem Weg nach Hause haben wir ein richtig

nettes Gespräch. Über Heimat zum Beispiel. Oder darüber,

warum man sich in Murnau so wohlfühlt. Da sind wir uns

recht schnell einig: „Hier ist eine gute Mischung von Einheimischen

und Zugereisten“, sagt er, und zugereist sind wir ja beide

irgendwie. „Viele aus kreativen, künstlerischen Branchen haben

sich hier angesiedelt, die Künstler früher wussten schon, warum.

Aber auch viele Murnauer sind kreativ auf unterschiedliche Art.“

Ich finde, da hat er Recht, das deckt sich ganz mit meinen Erfahrungen.

Ob der Mayer Georg vom Riegseer Weideochs oder

Haardesigner Michael Engel, ob die Menschen im Innovationsquartier

oder XXXXX. Soviel Kreativität erlebt man selten.

Noch etwas erzählt Georg Ringsgwandl: „Die Volksmusik ist

ideal zur Integration: Da ist es ganz egal, ob Du im Trachtenverein

bist oder zuagroast, ob Landwirt, Autoschrauber oder beim Fernsehen:

bei der Volksmusik können sich alle treffen. Denn die

schließt niemanden aus.“

Na also, geht doch! Danke für das Gespräch!!!

nil

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NATURHEILPRAXIS HANSEN

GANZHEITLICHE

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Traditionelle chinesische Medizin:

Harmonie von Körper,

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NACHRUF

Foto: Florian Warnecke

Am 30. August ist unser Freund Wotsch nach schwerer Krankheit

in großer Würde von uns gegangen. Noch in der Ausgabe

Nr. 10 durften wir über ihn und sein Leben und Wirken berichten.

Als „Anwalt der Wölfe und Bären“ und einer der renommiertesten

Wildbiologen Deutschlands hat er sich stets

unermüdlich für seine geliebte Natur eingesetzt.

„Wir brauchen Wölfe nicht“, war seine Botschaft, „wir brauchen

Wölfe genauso wenig wie den Enzian oder das Edelweiß. Die

Welt ist voll von Dingen, die wir nicht brauchen, aber ohne

diese Dinge wäre die Welt arm und leer.“

Ulrich Wotschikowsky

* 8.3.1940 – † 30.8.2019

Lieber Wotsch, danke, dass Du die Welt immer ein bißchen

reicher gemacht hast mit Deiner Art, Deinem Lachen und Deinem

unermüdlichen Einsatz.

In unseren Herzen und Gedanken bist Du immer dabei.

ANNA MARGUERITA SCHÖN

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IMMOBILIEN - EXPERTENTIPPS

So machen Sie Ihr Haus winterfest –

Tipps für die kalte Jahreszeit

Die schönen Herbsttage neigen sich dem Ende zu. Mit großen Schritten kommen wir

dem Winter näher. Frost, Schnee und Hagel können im Winter zu einer Belastungsprobe

für jedes Haus werden und bei mangelnder Vorbereitung schwere Schäden verursachen.

Was ist vor dem Wintereinbruch zu tun und was sind die häufigsten

Schwachstellen? Wir geben Antworten, Tipps und Anregungen.

Britta

KIRSTEIN-ZIETZ

Vorbereitungen im Haus

Die Vorkehrungen im Haus zur Vorbereitung auf den Winter können

größtenteils eigenständig erledigt werden und gehören zu den

wichtigsten Aufgaben, um die Kälte im Winter draußen zu halten.

Die Heizungsanlage

Eine grundlegende Maßnahme ist die Überprüfung der Heizungsanlage.

Unsere Empfehlung:

HEIZUNGSANLAGE WARTEN

Damit sie funktionstüchtig ist und wirtschaftlich arbeitet, sollte

sie einmal im Jahr vor Beginn der Heizperiode von einem Fachmann

gewartet werden.

So ist sichergestellt, dass alle Räume zuverlässig und günstig auf

optimale Temperaturen erwärmt werden.

HEIZKÖRPER ENTLÜFTEN

Dadurch sorgen Sie dafür, dass das warme Wasser optimal durch

die Heizrohre und -körper fließen kann.

WASSERDRUCK PRÜFEN

Ist das Leitungssystem der Heizungsanlage nicht vollständig mit

Wasser gefüllt, wird nicht ausreichend Wärme in die Wohnräume

geleitet. Prüfen Sie jeweils zu Beginn und zum Ende der Heizsaison

den Wasserdruck. Entspricht er nicht mehr den Vorgaben des Herstellers,

muss unbedingt Wasser aufgefüllt werden.

Tipp: Richtig heizen im Winter

Auch wenn sich viele durch steigende Heizpreise veranlasst fühlen,

weniger zu heizen, um Geld zu sparen, ist es keine gute Idee, die

Heizung im Winter komplett abzustellen. Wohnräume sollten

immer eine Temperatur von mindestens 17 Grad haben.

Generell ist es wichtig, alle Räume zu heizen, auch wenn sie selten genutzt

werden, damit die Wände nicht zu sehr auskühlen. So kann die

Entstehung von Kondensat und letztlich Schimmel verhindert werden.

Fenster und Türen

Weitere Schwachstellen im Winter sind Türen und Fenster. Sie

werden rasch zu Einfallstoren für die Kälte. Sind sie undicht, entweicht

warme Luft nach draußen und Kälte kann eindringen.

DICHTUNGEN

Sowohl bei Fenstern als

auch bei Türen sollten die

Dichtungen regelmäßig überprüft

werden. Sind sie beschädigt oder liegen nicht richtig an,

müssen sie ausgetauscht werden.

Kamine und Öfen

In der kalten Jahreszeit genießen viele die Gemütlichkeit und

Wärme des hauseigenen Kamins. Damit der auch einwandfrei

funktioniert und um gefährliche Brände zu vermeiden, sollte einmal

im Jahr ein Fachmann den Kamin oder Ofen inspizieren und

gegebenenfalls reinigen. Verschmutzungen wie Ruß können die

Funktion des Kaminofens erheblich einschränken, den Schornsteinzug

minimieren und sich schlimmstenfalls entzünden.

Vorkehrungen rund ums Haus

Besonders anfällig für Schäden im Winter ist das Dach. Da Gewitter

und Hagelschlag das Dach auch im Sommer beschädigt haben können,

überprüfen Sie es rechtzeitig vor Wintereinbruch, um den Eintritt

von Wasser und Feuchtigkeit und dadurch mögliche Schimmelbildung

zu verhindern.

Alle freiliegenden Leitungen sollten im Winter abgesperrt und vollständig

entleert werden, um diese vor Frostschäden zu schützen.

Risse in der Fassade sind ein äußerlicher

Makel. Aber nicht nur das:

Werden sie nicht rechtzeitig behandelt,

vergrößern sie sich und spätere

Reparaturen werden teuer. Als häufige

Folge einer undichten Fassade

kann sich Schimmel bilden.

Nach allen Vorkehrungen kann auch

dieser Winter getrost kommen.

Von Britta Kirstein-Zietz,

ZIETZ Immobilien in Murnau

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WIRTSCHAFT & FINANZEN

DR.RALF

ERICH

SCHAUER

10 % zahlen 50 % der Steuern –

gehören Sie dazu?

2.503,00 € brutto im Monat:

Dieses Gehalt teilt deutschlands Steuerpflichtige in eine reiche

und eine arme Hälfte.

Doch wie viele Deutsche bekommen jeden Monat eine höhere

oder niedrigere Summe überwiesen als Sie?

Wenn wir alle Gehälter jedes Deutschen nehmen und in aufsteigender

Reihenfolge in eine Liste schreiben, dann könnten Sie genau

erkennen, wie viele Menschen in Deutschland ein höheres

oder niedrigeres Gehalt besitzen als Sie selbst.

Genau das machen Wirtschaftswissenschaftler anhand von Daten,

die sie aus Umfragen des sozioökonomischen Panels (SOEP) beziehen.

Dabei werden jedes Jahr Haushalte in Deutschland u.a.

nach ihrem gesamten Haushaltseinkommen befragt und danach,

wie viel sie arbeiten. Daraus wiederum lässt sich hochrechnen,

wie viel jeder einzelne pro Monat erhält.

Für die oberen 10 % brauchen Sie mindestens 5.866,00 €.

Ab da geht es steil nach oben: Wer den Spitzensteuersatz zahlt,

also mindestens 4.663,00 € im Monat brutto verdient, gehört bereits

zu den oberen 17 % in unserem Land. Die oberen 10 % erreichen

Sie ab einem Monatsbrutto von 5.866,00 €.

Nach unten hin sinken die Zahlen nicht so weit ab. Zu den

reichsten 90 % im Land gehören Sie bereits ab einem monatlichen

Bruttoeinkommen von 1201,00 €, nur 1 % liegt bei weniger

als 300,00 € im Monat.

Foto: Archiv, Dr. Schauer

Dass diese Zahlen deutlich unter dem Mindestlohn liegen, dessen

Bruttoverdienst bei einem Vollzeitjob aktuell 1.593,00 € beträgt,

liegt daran, dass in der Statistik eben nicht nur Vollzeitlöhne

erfasst werden, sondern auch Teilzeit- und Nebenjobs. So

landen etwa auch Studenten in der Statistik, die sich mit einem

450,00 € Job ein Zubrot verdienen.

Interessant auch:

Rund 20 Millionen Erwachsene zahlen gar keine Einkommensteuer.

Unter ihnen sind viele Rentner, aber auch Studenten,

Auszubildende, geringfügig Beschäftigte oder Arbeitslose. Insgesamt

zahlen 30 % der Erwachsenen keine Einkommensteuer.

Ein Viertel der Einnahmen wird alleine von den 2,3 % der Top-

Verdiener getragen. In Zahlen ausgedrückt sind das derzeit rund

2,7 Millionen Menschen.

Dass die Einkommensteuer für Umverteilung sorgt, ist so gewollt.

Es gilt das Mantra, dass starke Schultern mehr tragen sollten.

Umstritten ist jedoch, welche Schultern als wie stark gelten.

Genauer: Ab wann ein Verdiener nicht mehr zur Mittel –, sondern

zur Oberschicht zählt und deshalb den Spitzensteuersatz von

42 % zahlen soll.

Wie die Statistiken zeigen, ist das Steueraufkommen in den vergangenen

Jahren immer weiter gestiegen. Grund ist, dass die

Durchschnittseinkommen gestiegen sind, es jedoch keine Entlastungen

bei den Steuern gab.

Dadurch fallen immer mehr Menschen unter den Spitzensteuersatz.

In Zahlen: Mussten 2001 noch 879.000 Steuerpflichtige den Spitzensteuersatz

zahlen, waren es 2013 bereits 2,1 Millionen. 2017

waren es laut einer Schätzung der Bundesregierung 2,7 Millionen

Deutsche. Die Mittelschicht wird also schleichend zur Oberschicht

umdefiniert.

Den Staat freut das freilich: Er bestreitet über die Einkommensteuer

40 % seiner Einnahmen. Zusammen mit dem Solidaritätszuschlag

sind das Jahr für Jahr über 300 Milliarden €.

Ein unbekannter Dichter hat es vor vielen Jahren bereits treffend

erkannt:

Geld ist etwas, was nur kurz in deiner Tasche halt macht –

auf dem Weg zum Finanzamt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen goldenen Herbst!

Von Dr. Ralf Erich Schauer, Kanzlei Dr. Schauer in Murnau

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MARKTPLATZ

HOTEL & LANDGASTHOF

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Tel. 08841.9620 · www.forsthaus-hoehlmuehle.de

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Täglich 10.30 - 23.00 Uhr

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CASA DEL CAFFE DA DAMIANO

Obermarkt 23 · 82418 Murnau

Tel. 08841.9989550

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Öffnungszeiten: Di.-So. ab 08.30 Uhr, Montag Ruhetag

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Obermarkt 5 · Mitten in Murnau

Tel. 08841.672904 · mode@sensitive-wear.de

www.sensitive-wear.de

BUCHHANDLUNG GATTNER

Obermarkt 13 · 82418 Murnau

Tel. 08841.4878890

www.buchhandlung-gattner.de

OPTIK ANDRES

Simone Veeser & Robert Kikel OHG

Bahnhofstr. 17 - 19 · 82418 Murnau

Tel. 08841. 2414

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Verkauf, Reparatur, (Kurse auf Anfrage)

OBERLAND SPORTS

Peter Hoyer · Petersgasse 3 · 82418 Murnau

Tel. 08841.9988963 · oberlandkanu@aol.com

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SAUER PFLANZKULTUREN OHG

An der Olympiastraße 1 · 82418 Murnau

Tel. 08841.488090

www.garten-sauer.de

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Untermarkt 36 · 82418 Murnau

Tel. 08841. 626990

www.goldschmiede-fiedler.de

KOCHATELIER & WOHNHARMONIE

BRENNER

Hauptstr. 1 · 82386 Huglfing · Tel. 08802.263

www.wohnharmonie.de

www.kochatelier-brenner.de

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Froschhauser Str. 9 · 82418 Murnau-Weindorf

Tel. 08841.1540 · Mobil 0171.8544327

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Am Schlageis 7 · 82418 Murnau

Tel. 08841.49977

www.mayer-werbetechnik.de

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Eichweideweg 6 · 82418 Hofheim/Murnau

Tel. 08847.202

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Tel. 08841.6277571

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82418 Murnau · Tel. 08841.6279115

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Tel. 08841.4873923 · Mobil 0172.6963161

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Murnau: Tel. 08841.3037

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Bahnhofstr. 17 · 82418 Murnau · Tel. 08841.489489

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Öffnungszeiten:

Mo. - Fr. 9.00 - 18.00 Uhr · Sa. 9.00 - 13.00 Uhr

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82418 Murnau · Tel. +49 170 2372 606

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Am Schlageis 5-7 · 82418 Murnau

Tel. 08841.4368 · www.proline-murnau.de

ZWEIRAD PEDALO

Hauptstr. 40 · 82467 Garmisch-Partenkirchen

Tel. 08821.79161 · www.zweirad-pedalo.de

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Mo.-Fr. 9 -12 Uhr & 13.45-18 Uhr · Sa. 9 -12.30 Uhr

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Tel. 08841.4895650 · info@nordische-wolle.de

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Tel. 0151.10828481

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