Berliner Kurier 21.01.2020

BerlinerVerlagGmbH

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HINTERGRUND

Gefahr auf

der Straße

Sieben Radfahrer starben

im vergangenen Jahr bei

Verkehrsunfällen, so eine

Statistik des ADFCBerlin.

Die jeweiligen Unfallhergänge

warenunterschiedlich,

dennoch bilden Zusammenstöße

beim Abbiegen

die Mehrheit aller Unfallursachen.

Immer

wieder wird deshalb aus

der Politik eine verpflichtende

Einführung vonAbbiegeassistenten

für Busse

und Lkw gefordert.

Rettungskräfte stehen

am Sonntag an dem völlig

zerbeulten Rennrad.

35-Jährige vonBus überfahren

Der Tod

beim Abbiegen

Nach BVG-Angaben hatte der Bus ein modernes Abbiegesystem. Weshalb kam es dennoch zur Tragödie?

Ein schwarzes Rennrad,

das verbeult auf der Straße

liegt: stummer Zeuge

eines schrecklichen Unfalls mit

einem Bus, bei dem eine Frau

ihr Leben ließ. Weshalb es an

der Kreuzung Groß-Berliner

Damm/Pilotenstraße in Johannisthal

zu dem Unfall kam, ist

derzeit noch unklar. Allerdings

bestätigte die BVG mittlerweile,

dass der Bus mit modernen

Abbiegeassistenten ausgerüstet

war. Dennoch kam es zur Tragödie.

Warum?

Bei der Toten, deren Angehörige

mittlerweile benachrichtigt

wurden, handelt es sich um

eine 35-Jährige, sagte die Polizei.

Der genaue Unfallhergang

werde derzeit noch ermittelt,

alles andere sei „pure Spekulation“.

Damit ist auch die

Schuldfrage noch nicht geklärt.

In jedem Fall handelt es sich

bei dem Bus um ein modernes

Fahrzeug vom Typ Citaro.

Nach Angaben des Herstellers

Mercedes-Benz verfügen diese

Busse serienmäßig über den sogenannten

Abbiegeassistenten

„Sideguard“. Das mehrstufige

Sicherheitssystem funktioniert

nach Firmenangaben so: Zunächst

informiert es den Fahrer,

in einer zweiten Stufe gibt

es zusätzlich eine Warnung aus.

Befindet sich ein bewegliches

Objekt in der seitlichen Überwachungszone,

leuchtet in der

A-Säule eine LED-Leuchte in

Dreiecksform gelb auf. Zusätzlich

erscheint ein Warnhinweis

im Zentraldisplay. Falls der

Die Leiche der

35-jährigen Radfahrerin

wird kurznach dem

Unfall abtransportiert.

Fahrer eine Aktion einleitet

oder fortsetzt, die zu einer Kollision

führen kann, erfolgt eine

zusätzliche Warnung: Die

LED-Leuchte blinkt erst rot

und hell, leuchtet dann permanent.

Hinzu kommt eine Vibration

am Fahrersitz. Zudem

warnt der Assistent vor stationären

Hindernissen inder Abbiegekurve

des Omnibusses

und kann die Aufgabe eines

Spurwechselassistenten übernehmen.

Nach Angaben von BVG-

Sprecherin Petra Nelken haben

von den 1440 BVG-Bussen auf

mehr als 150 Linien aktuell

„1112 Fahrzeuge diesen Abbiegeassistenten“.

Sämtliche Doppeldecker

seien mittlerweile

nachgerüstet. Zwar hätten „einige

alte Busse“ keinen Assistenten,

diese Busse würden

„aber sowieso demnächst aus

dem Linienverkehr gezogen“

und durch neue ersetzt, die die

Technik serienmäßig eingebaut

haben. Weshalb der Assistent

den Unfall im aktuellen

Fall nicht verhindern konnte,

wird geprüft.

Einen schlimmen Verdacht

äußerte hingegen in der RBB-

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