HAMBURG TEAM StadtPlan 2019

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Das Magazin der Hamburg Team Gruppe

DAS MAGAZIN DER HAMBURG TEAM GRUPPE

Neu dabei

Projektgeschehen

Firmengründung

Themenwechsel

LÖWITZ QUARTIER

KURFÜRSTEN STRASSE

MAXFREI

OSTERBROOKHÖFE

DER QUARTIERS-

MANAGER

AUS KNAST

WIRD KUNST


Vorwort

STADTPLAN

Peter Jorzick Christoph Kleiner Nikolas Jorzick

Wachstum mit Augenmaß

2019 haben wir die erfolgreiche Entwicklung

unseres Unternehmens weiter vorangetrieben.

Dazu zählen ein verstärktes überregionales

Engagement beim Erwerb von Baugrundstücken,

wieder mehr gewerbliche Projektentwicklungen,

vor allem Büroimmobilien, und der

Ausbau unserer Expertise in Sachen Quartiersentwicklung.

Vor dem Hintergrund des demografischen

Wandels haben wir im Investmentbereich

unsere Aktivitäten um das Thema

Wohnen 70+ ergänzt und hierfür einen eigenen

Bereich geschaffen. Zusammen mit unserem

ersten Quartiersfonds, in den vier Baufelder

unserer Entwicklung in Göttingen eingebracht

wurden, betreuen wir inzwischen vier Immobilienfonds.

Schließlich konnten wir mit der

Neugründung Der Quartiersmanager zusammen

mit INTERBODEN unser Know­how bündeln,

um auch nach Fertigstellung eines Quartiers

eine nachhaltige Bewirtschaftung inklusive

digitaler Serviceleistungen anbieten zu können.

Das Projektgeschehen war in diesem Jahr von

intensiver Planungsarbeit sowie zunehmender

Bautätigkeit bestimmt. Im Rahmen eines

Joint­Venture­Projekts mit OTTO WULFF und

der HASPA PeB konnten wir in Leipzig ein

großes Baugrundstück in unmittelbarer Nähe

zum Hauptbahnhof erwerben, wo wir in den

nächsten Jahren ein neues gemischt genutztes

Quartier errichten wollen. Unsere gemeinsame

Quartiersentwicklung mit INTERBODEN

in Düsseldorf, maxfrei, befindet sich in fortgeschrittener

Planungsphase, im Sartorius Quartier

in Göttingen hat die Bauzeit begonnen, und

in den Schreibfederhöfen in Berlin drehen sich

ebenfalls kräftig die Baukräne.

Inzwischen werden wir immer häufiger

deutschlandweit als Partner für Neubauvorhaben

angefragt, vonseiten der Kommunen

genauso wie von potenziellen Partnern aus

der Immobilienbranche. Da wir trotz deutlich

verstärkter Mannschaft nicht allen sich bietenden

Optionen nachgehen können, wählen wir

sorgfältig das aus, was inhaltlich am besten zu

uns passt.

Auch 2019 sind wir gewachsen, aber mit

Augen maß. Trotz anspruchsvoller und arbeitsintensiver

Projektarbeit wollen wir weiter hin

den Charakter von HAMBURG TEAM als mittelständischem

inhabergeführtem Unternehmen

mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen

wahren.

Mit der aktuellen Ausgabe unseres Magazins

StadtPlan möchten wir Ihnen wieder einen Einblick

in unsere Arbeit geben. Wir wünschen

Ihnen eine unterhaltsame Lektüre!

Peter Jorzick, Christoph Kleiner, Nikolas Jorzick

1



Inhalt

STADTPLAN

Projekte

Stadtgeschichten

S. 04 SCHLAGLICHT LEIPZIG

Direkt neben dem Leipziger Hauptbahnhof haben

wir im Rahmen eines Joint Ventures ein Baugrundstück

erworben. Hier soll das Löwitz Quartier entstehen.

S. 06 SCHLAGLICHT BERLIN

Ein neues 17-geschossiges Bürogebäude mit flankierender

Wohnbebauung ist an der Ecke Kurfürstenstraße/ Schillstraße

in Berlin in Planung.

S. 16 WOHNUNGSFONDS

Über 60 Prozent der bislang für unseren Wohnungsfonds

»HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte« erworbenen 865

Wohnungen sind bereits fertiggestellt.

S. 24 OSTERBROOKHÖFE

Der Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs für

die Osterbrookhöfe steht fest. Ein Gespräch mit

dem Münchner Architekten Michael Ziller.

S. 46 GÄRTNEREI

IM WANDEL

An der Annastraße in

Göttingen entstehen 90

neue Wohnungen. Einen

Teil des Baugrunds hat

die Gärtnerei Kuska

zur Verfügung gestellt.

S. 08 MAXFREI

Mit sicherem Gespür für den Standort hat das Marketingteam

von INTERBODEN den Namen für unser gemeinsames

Projekt maxfrei entwickelt.

S. 30 DER QUARTIERSMANAGER

Mit dem neuen Unternehmen Der Quartiersmanager bündeln

INTERBODEN und HAMBURG TEAM ihr Know-how

für die Bewirtschaftung nachhaltig attraktiver Quartiere.

24

S. 52 KUNSTOBJEKT

JVA

Aus Knast wird Kunst. Der

Fotograf Rainer Rehfeld hat

eindrucksvolle Fotografien

aus dem Inneren der

ehemaligen JVA Düsseldorf

künstlerisch verarbeitet.

46

08

16

34

36

Kolumne

News

62

64

Das Allerletzte

Impressum

52

Rückblick

58

S. 58 KAY-DEGENHARD-HAUS

Unser 2004 fertiggestelltes Kay-Degenhard-Haus

in der Oranienburger Straße in Berlin kann

nach 15 Jahren bereits auf eine recht prominente

Geschichte zurückblicken.

2

3



Projekte

SCHLAGLICHT LEIPZIG

STECKBRIEF

In einem Joint Venture mit den Unternehmen OTTO

WULFF und HASPA PeB hat HAMBURG TEAM ein

Grundstück mit einem Flächenpotenzial von rund

131.000 m² BGF in direkter Nachbarschaft vom Leipziger

Hauptbahnhof erworben. Derzeit werden die konzeptionelle

Grundlage und die zukünftige Nutzungsmischung

für dieses Quartier auf Basis eines von der

Stadt bereits festgesetzten Bebauungsplans erarbeitet.

Neben vielfältiger Wohnnutzung entstehen Büroräume,

zwei Hotels, Flächen für Gastronomie sowie eine Kita.

Auf einem der Baufelder wird ein fünfzügiges Gymnasium

errichtet.

Lage

Leipzig-Zentrum-Ost, zwischen

Preußenseite/Berliner Str. und

Kurt-Schumacher-Straße

Grundstücksgröße

ca. 10,6 ha

Volumen

ca. 131.000 m² BGF

Zeitplan

Projektierung: 2019–2023

Bauzeit: 2021–2025

LÖWITZ

QUARTIER

Arbeiten und Wohnen

im Herzen Leipzigs

4



VII

V

Projekte

Wichmannstraße

Landgrafenstrasse

SCHLAGLICHT BERLIN

VIII

VII

VIII

STECKBRIEF

VI

XII

VI

VII

VIII

IX

Im Auftrag der Jahr Grundbesitz GmbH & Co. KG

entwickelt HAMBURG TEAM in Berlin an der Ecke

Kurfürstenstraße/Schillstraße an der Stelle des Constanze-Pressehauses

ein Neubauprojekt mit einem

17-geschossigen Bürogebäude sowie flankierender

Wohnbebauung. In den Erdgeschosszonen sind Einzelhandel

und eine Gastronomie geplant. Das Projekt ist

Teil der Neugestaltung aller vier Eckgrundstücke im

Kreuzungsbereich, an deren Realisierung die jeweiligen

Eigentümer mit den zuständigen Bezirken Mitte und

Tempelhof-Schöneberg derzeit arbeiten.

II

VII

+ 27,40

VII

Tiefgarage

VII

+ 24,40

(+ 58,88ünn)

Wohnen

XII

+ 40,15

(+ 74,73ünn)

Gewerbe

I

+ 5,00

(+ 39,68ünn)

XVIII

+ 68,90

(+ 102,58ünn)

XVII

+ 63,90

(+ 98,58ünn)

(+ 62,08ünn)

Gastro

Gewerbe

Schillstrasse

Lage

Berlin-Tiergarten,

Kurfürstenstraße 72–74

Grundstücksgröße

ca. 3.000 m²

Volumen

ca. 21.000 m² BGF

Zeitplan

Projektierung: 2017–2024

Bauzeit: 2021–2024

Siegerentwurf Barkow

Leibinger, Wettbewerbsverfahren

2019

Büro

±0,00m

(34,68 üNN)

Kurfürstenstraße

X

XV

KURFÜRSTEN -

VII

STRASSE

Neubau Bürogebäude mit

flankierender Wohnbebauung

in Berlin-Mitte

7



Projekte

MAXFREI

Auf dem Bauzaun des

Neubauprojekts haben

die künftigen Nutzer von

maxfrei das Wort.

Gestatten? Mein Name

ist maxfrei!

Ein passender Name, der nachhaltig im Kopf bleibt und

Identität stiftet, spielt heute eine immer größere Rolle bei

der Markenentwicklung von Quartieren. Doch wie findet

man so einen Namen, und was sollte er im Rahmen des

Brandings leisten?

Im Jahr 2012 zog die Justizvollzugsanstalt (JVA) von

ihrem angestammten Sitz in Düsseldorf-Derendorf

an ihren neuen Standort nach Ratingen und machte

damit den Weg für eine neue Nutzung frei. Auf dem etwa

3,3 Hektar großen Teil des Areals realisieren INTERBO-

DEN und HAMBURG TEAM im Rahmen eines Joint-Venture-Projekts

ein gemischt genutztes autofreies Quartier.

Bis 2023 werden dort frei finanzierte sowie geförderte

Wohnungen, ein Studentenwohnheim, Flächen für Büros,

Kita und Gastronomie sowie großzügig angelegte Grünflächen

entstehen. Die Entwicklung des Brandings lag beim

Marketingteam von INTERBODEN.

»In einem ersten Brainstorming haben wir über 70 Namen

zusammengetragen«, sagt Sascha König, Leiter Marketing

& Kommunikation bei der INTERBODEN Gruppe.

»Nach gründlicher Prüfung schafften es drei in die nähere

Auswahl. Überzeugen konnte schließlich maxfrei.« Im Vorwege

wurden unterschiedliche Parameter als Leitplanken

für die Namensentwicklung, wie Lage, Geschichte des Geländes,

Architektur oder künftige Nutzung, durchgespielt.

»Wir schauen ja immer gern auf die Geschichte des Orts

und die Lage, wenn wir daran gehen, einen Namen zu entwickeln«,

sagt Marketingmanagerin Ann Laprell. Die Lage

war in diesem Fall jedem in Düsseldorf bekannt, denn die

Ulmer Höh’ hatte sich mit der Zeit zum Synonym für die

JVA entwickelt. »Die Ulmer Höh’ kennt in Düsseldorf so gut

wie jeder, und entsprechend können sie die meisten auch

verorten. Allerdings ist sie in den Köpfen auch mit einem

9



ehemaligen Gefängnis verbunden, das ja nun in Ratingen

beheimatet ist.« Ein Einzahlen auf die bekannte Lage

fiel damit weg, und die spezielle Geschichte des Geländes

schien für das Marketing beim ersten Blick ebenfalls

nur bedingt tauglich zu sein. Erst auf den zweiten Blick

konnte der Genius Loci zukunftstauglich genutzt werden.

Der Schlüssel lag im Gegensatz. 120 Jahre lang herrschte

hier Freiheitsentzug. Nun begann mit der Quartiersentwicklung

ein neues Kapitel an dieser Stelle. »Daher war

das Thema Freiheit als Gegenpol zum Nicht-Freisein auf

diesem Gelände in der Vergangenheit natürlich schnell

im Kopf«, erläutert Marketingmanager Philipp Petersen.

»Aber es ging uns nicht nur einfach um diesen Gegensatz.

»Architektur, Lage, Nutzung

und Genius Loci sind für mich

beim Branding die ausschlaggebenden

Parameter.«

SASCHA KÖNIG, LEITER MARKETING & KOMMUNIKATION

Es ging uns auch um die Freiheit, die wir als Projektentwickler

dort haben, an diesem Standort ein ganz neues

Konzept mit vielfältiger Nutzung für ganz verschiedene

Menschen umzusetzen.« Und in dieser »maximalen Freiheit«

lag die Geburtsstunde von maxfrei. Vielfalt war also

das zweite Standbein der Geschichte zum Namen. Durch

die doppelte Lesbarkeit – Ausdruck maximaler Freiheit

einerseits und Personifizierung (Max Frei) andererseits –

wurden die verschiedenen zukünftigen Nutzergruppen im

Quartier sichtbar, die dort später wohnen, studieren, arbeiten,

spielen, verweilen und miteinander leben werden.

Dieses Konzept überzeugte auch die Verantwortlichen

im Unternehmen, und man ging direkt daran, es weiter

auszubauen und die Projektbeteiligten und die Kolleginnen

und Kollegen aus der Projektentwicklung und

Architektur mitzunehmen und für diese Idee zu begeistern.

Dafür erarbeitete das Team einen zweiminütigen

Imagefilm, der die Geschichte von maxfrei verständlich

machen sollte. »Das hatten wir vorher noch bei keinem

anderen Projekt so gemacht«, sagt Sascha König. »Die

direkten Rückmeldungen und Emotionen haben uns gezeigt,

dass das ein sehr gutes Tool ist, um in kurzer Zeit

Leuten die Idee hinter dem Namen nahezubringen.« Im

Film sieht man die verschiedenen Zielgruppen, und man

hört ihre Statements, so wie sie dann später auch auf

dem Bauzaun und der Internetseite zu sehen sein sollten.



»Als ich die Story von maxfrei entwickelt habe, da hatte

ich schon genau im Kopf, wie der Bauzaun und die Webseite

aussehen könnten und wusste, dass der Mensch

im Mittelpunkt stehen sollte«, sagt Philipp Petersen.

Nach Festlegung von Namen und Story ging Grafikdesignerin

Sabine Rings ans Werk. »Für mich ist es in diesem

Fall sehr komfortabel gewesen, Logo und Corporate Design

zu entwickeln, denn es war ja nicht nur der Name da,

sondern es stand bereits eine komplette Geschichte zur

Verfügung, von der ich mich inspirieren lassen konnte.«

Analog zu den kraftvollen Wörtern, die die Story lieferte,

wie Unverwechselbarkeit und Freiheit, entwickelte sie die

Idee des Fingerabdrucks – wohl einer der sinnfälligsten

Ausdrucksformen menschlicher Individualität – als zentrales

Motiv für das Logo. »Ich beginne immer mit der

Formensprache und gehe dann im zweiten Schritt über

in die Farbsprache«, erläutert sie. »Nachdem der Fingerabdruck

als Form feststand, habe ich überlegt, was farblich

zur Thematik passt, angefangen von den Begriffen

Weite und Freiheit über die Natur bis hin zu Menschlichkeit

und Nachbarschaft. So ist dieser Farbverlauf im Logo

vom weiten Blau über das harmonische und frische Grün

bis hin zur Heiterkeit und Freundlichkeit des Gelbs entstanden.«

Bei der Typografie fiel die Wahl entsprechend

auf eine Schrift mit abgerundeten Linienenden, passend

zur abstrahierten Darstellung des Fingerabdrucks.

»Als ich die Story von maxfrei

entwickelt habe, wusste

ich, dass der Mensch im

Mittelpunkt stehen wird.«

PHILIPP PETERSEN, MARKETINGMANAGER

Damit hatte maxfrei seine optische Prägung erhalten.

Im Zentrum des Logos ist der kreuzförmige Grundriss

des früheren JVA-Gebäudes angedeutet. Die Kapelle,

einziges Relikt der früheren Anlage und Teil dieses Fußabdrucks,

bleibt bestehen und soll an eine Baugruppe

vergeben werden. Die Grünanlagen werden später als

Reminiszenz an die frühere Nutzung des Geländes diese

früheren Grundrisslinien nachzeichnen. Ein schöner

Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft.

»Eigentlich«, sagt Ann Laprell rückblickend, »fanden wir

maxfrei am Anfang als Namen zwar beim ersten Hören

sehr griffig, aber gar nicht so stark. Er weckt jedoch Neugier

und wird anfassbar, wenn man die ganze Geschichte



Steckbrief

Gemeinsam mit INTERBODEN entwickelt HAMBURG TEAM

ein gemischt genutztes, grünes Quartier auf dem ehemaligen

Areal der JVA in Düsseldorf-Derendorf. Neben über

500 Wohnungen – teils gefördert, als Studentenapartments

oder Eigentumswohnungen – sind eine Kita sowie

Einzelhandelsflächen geplant. Diese entstehen in den

Erdgeschossbereichen der beiden Bürohäuser, die direkt

an der Ulmenstraße errichtet und eine Gesamtmietfläche

von ca. 15.400 m² haben werden. Deren Entwicklung und

Realisierung liegt bei HAMBURG TEAM.

Lage

Düsseldorf-Derendorf,

Ulmenstraße 95-101

Grundstücksgröße

ca. 35.000 m²

Volumen

ca. 60.000 m² BGF

Zeitplan

Projektierung: 2018–2022

Bauzeit: 2020–2024

erfährt.« – »Genau«, ergänzt Sascha König, »und das zeigt,

dass Marketing eben mehr ist als ein schillernder Name

und eine tolle optische Gestaltung – es muss einfach die

Geschichte dahinter stimmen.« Erklärtes Ziel des Teams

war bei allem, dass der Name mit der Zeit ganz selbstverständlich

für das Quartier genutzt wird. »Das haben wir

beim le flair geschafft«, sagt Ann Laprell, »da sprechen

nicht nur die eigenen Bewohner davon, dass sie im le flair

wohnen, sondern der Name hat sich auch in der Nachbarschaft

im Sprachgebrauch verankert. Wenn wir das

mit maxfrei genauso hinkriegen würden – das wäre toll!«

www.maxfrei-quartier.de

»Ich finde es toll, wenn man es

schafft, dass der Name dann

später auch in den Sprachgebrauch

der Nutzer übergeht.«

ANN LAPRELL, MARKETINGMANAGERIN

Das Kreativteam im Selfieformat. Von links nach rechts: Sabine Rings, Sascha König, Ann Laprell und Philipp Petersen

»Durch das Thema Unverwechselbarkeit

war sehr

schnell die Idee des Fingerabdrucks

geboren.«

SABINE RINGS, GRAFIKDESIGNERIN

15



Projekte

WOHNUNGSFONDS

Steckbrief

Lage

Düsseldorf-Pempelfort,

Marc-Chagall-Straße/

Jülicher Straße

Grundstücksgröße

ca. 4.900 m²

Gesamtmiet

fläche

ca. 8.100 m²

Das Baufeld 13 der Quartiersentwicklung »le flair« liegt

zentral im Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort. Das Neubauprojekt

besteht aus vier Gebäudekörpern mit 98

Wohneinheiten (20 preisgedämpfte, 21 geförderte und

57 frei finanzierte Wohnungen) sowie 57 Tiefgaragenstellplätzen.

Des Weiteren stehen ca. 290 Fahrradstellplätze

zur Verfügung. Mit der Fertigstellung des Baufelds

13 ist das Projekt »le flair« vollständig umgesetzt.

Fonds

HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte

Wohn ­

einheiten

98

Ankauf

Juli 2017

Fertigstellung

Juli 2019

Erfolgreich investieren

im Wohnsegment

Unser Wohnungsfonds »HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte«

ist inzwischen mit 300 Mio. € investiert. 865 Neubau-Wohnungen,

davon ca. 25 Prozent im geförderten / preisgedämpften Segment,

haben wir bereits erworben. In diesem Jahr wurden die ersten

544 Wohnungen an den Standorten Berlin, Frankfurt, Düsseldorf

und Hannover fertiggestellt. Eine kurze Vorstellung.

LE FLAIR,

BF 13

Düsseldorf-Pempelfort

17



BRIGHT

SIDE II

Frankfurt, Gallus-Viertel

Steckbrief

Bei »Bright Side II« handelt es sich um eine

Wohnanlage im Frankfurter Gallus-Viertel

mit 66 Wohnungen und einer Kita. Die

Wohnungen wurden im Rahmen eines Förderprogramms

für Familien und Senioren

mit normalen Einkommen errichtet, die

in Frankfurt immer schwerer erschwinglichen

Wohnraum finden. Den Mietern

stehen 47 Tiefgaragenstellplätze sowie

ca. 170 Fahrradstellplätze zur Verfügung.

Fonds

HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte

Lage

Frankfurt am Main,

Gallus-Viertel,

Weilburger Straße

Grundstücksgröße

ca. 3.500 m²

Gesamtmiet ­

fläche

ca. 5.600 m²

Wohn einheiten

66

Ankauf

Oktober 2017

Fertigstellung

September 2018

19



NEU

SCHÖNEBERG

Berlin-Schöneberg

Steckbrief

Das Projekt »Neu Schöneberg«, ein Ensemble

aus acht Häusern, liegt in der Bautzener

Straße im Ortsteil Schöneberg. Das Neubauprojekt

wurde mit 296 Wohneinheiten

(251 frei finanziert und 45 gefördert),

Gewerbeflächen, einer Kita, einem denkmalgeschützten

Bestandsgebäude so -

wie zwei Tiefgaragen mit 193 Stellplätzen

realisiert. Darüber hinaus entstanden ca.

680 Fahrradstellplätze.

Fonds

HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte

Lage

Berlin-Schöneberg,

Bautzener Straße

Grundstücksgröße

ca. 19.500 m²

Gesamtmiet fläche

ca. 29.600 m²

Wohn einheiten

296

Ankauf

Oktober 2017

Fertigstellung

August 2019

20



Steckbrief

CONSTANTIN

QUARTIER

Hannover-List

Das Baufeld 1 des Constantin Quartiers in Hannover-List

ist der erste Ankauf für den Wohnungsfonds

in guter Lage eines B-Standorts und Teil einer

Projektentwicklung mit insgesamt fünf Baufeldern.

Von den 84 Wohneinheiten des Baufelds 1 sind 29

gefördert. In der zugehörigen Tiefgarage befinden

sich 63 Stellplätze. Es wurden ferner ca. 150 Fahrradstellplätze

errichtet.

Fonds

HAMBURG TEAM

Urbane WohnWerte

Lage

Hannover-List, Hebbelstraße/Constantinstraße

Grundstücks fläche

ca. 5.000 m²

Gesamtmiet fläche

ca. 6.700 m²

Wohn einheiten

84

Ankauf

Juli 2018

Fertigstellung

Oktober 2019

22



Projekt

OSTERBROOKHÖFE

Nah am Wasser

geplant

In Hamm-Süd entsteht ein neues Quartier,

das die umliegende Nachbarschaft miteinander

vernetzen wird. Im Interview spricht der

Münchner Architekt Michael Ziller über den

Wettbewerbsentwurf und die Chancen, die

das neue Quartier dem Stadtteil bietet.

Herr Ziller, Ihr Büro hat den Wettbewerb für die Neubebauung

der Osterbrookhöfe in Hamm-Süd gewonnen.

Wie gingen Sie bei der Entwicklung des Quartiers vor?

Der grundlegende Ansatz bei diesem Projekt war, durch

den innovativen Umgang mit dem öffentlichen und

halböffentlichen Raum eine nachhaltige Wohnqualität

zu schaffen. Das neue Quartier soll die Umgebung –

die Grundschule von Fritz Schumacher, die prägenden

Backsteinbauten, die sich im Umfeld befinden, sowie

die Kanäle und den Aschbergpark – einbeziehen. Es geht

nicht nur um die einzelnen Gebäude, sondern auch

um das, was dazwischen liegt: die Erschließung und die

Erdgeschosszonen, die das Projekt prägen. Durch die

Ausgestaltung von verkehrsfreien öffentlichen Gassen,

die als erweiterte Wohnzonen dienen, werden die Räume

mit Leben gefüllt. Diese Zwischenräume schaffen die

Möglichkeiten der sozialen Interaktion im Quartier.

Die parallel zum Südkanal verlaufende Wendenstraße

ist nicht durchgängig im Sinne eines Blockrands bebaut.

Dies haben wir aufgegriffen, sind im nördlichen Bereich

a teilweise zurückgewichen und haben in Anlehnung

an eine Hamburger Burg den Quartiersplatz geschaffen.

Gleichzeitig bildet sich oberhalb der Grundschule b ,

die im Westen an das Grundstück grenzt, eine prägnante

Eingangssituation am Park. Mit dieser Geste wird die

Schule als Adresse im Quartier wahrnehmbarer.

oben: Michael Ziller in seinem Büro

in München

links: Das Modell der künftigen

Osterbrookhöfe, Blick Richtung Westen

in die Diagonalstraße, die an dieser

Stelle über den Rückerskanal führt.

Der Entwurf arbeitet stark mit der Öffnung zum Wasser.

Wie sind Sie vorgegangen, um diese Zugänglichkeit best ­

möglich zu gewährleisten?

Die umliegenden Gebäude besitzen eine heterogene

Bebauungsstruktur. Wir spielen mit den verschiedenen

Richtungen und möchten an der Diagonalstraße c ,

wo sich die Straße verschwenkt, eine geschlossene

Situation schaffen. Daraus ergeben sich südlich private

»Der grundlegende Ansatz bei diesem

Projekt war, durch den innovativen

Umgang mit dem öffentlichen und halböffentlichen

Raum eine nachhaltige

Wohnqualität zu schaffen.«

Gartenhöfe. Diese verbinden sich zu einem Park am

Wasser. An der Kreuzung d der beiden Kanalarme wird

dieser urbaner, im Sinne einer Warft, und das Wasser

dadurch in den Fokus gerückt. Hier gibt es zudem noch

die Möglichkeit, mit einem Steg e unter der Brücke das

Quartier in Richtung Hansaterrassen f zu verbinden.

Im südlichen Bereich des Quartiers g bildet sich auf

diese Weise am Wasser eine Parksituation mit hoher

Aufenthaltsqualität heraus, an der Wendenstraße hingegen

schafft der Quartiersplatz a eine städtische

Situation, die Blicke vom Stadtteil ins Grüne eröffnet.

Der Entwurf ermöglicht vier Erschließungen des

Quartiers von Norden nach Süden, die das nachbarschaftliche

Umfeld mit dem Park am Wasser verbinden:

25



b

a

h

f

c

g

e

entlang der Grundschule und über die drei autofreien

Wohngassen. Hinzu kommt, dass das Grundstück

von der Straße zum Wasser ein Gefälle von 2,5 Prozent

aufweist, was auf der Gesamtlänge ungefähr einem

Geschoss entspricht. Dieses Gefälle ergibt mit den

unterschiedlichen Gebäudehöhen insgesamt einen abwechslungsreichen

Raum mit Versätzen und Höhenversprüngen,

der Straße und Park barrierefrei verbindet.

Das Quartier weist eine hohe Durchmischung hinsichtlich

der Wohnformen auf. Es gibt Eigentumswohnungen,

preisgedämpften und freifinanzierten Mietwohnungsbau,

das Systemhauskonzept und gefördertes Seniorenwohnen.

Gleichzeitig gibt es Gewerbenutzungen in einigen Teilen

des Quartiers. Das klingt sehr vielfältig.

Die Vielfalt ergibt sich durch die Anforderungen der

Bauherren, die mit ganz unterschiedlichen Ansätzen

an das Projekt herangehen: Das Unternehmen HAMBURG

TEAM, das sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen

baut, und die SAGA, die kostengünstiges Wohnen für

die gesellschaftliche Mitte bereitstellt. Darüber hinaus

wird es Seniorenwohnen sowie zwei Kindertagesstätten

geben. Ein Nahversorger und ein Quartierscafé sind

ebenfalls geplant. Insgesamt wird sich hier ein durchmischtes

Quartier mit einer vielfältigen Bewohnerstruktur

entwickeln.

Was macht das Quartier sonst noch besonders?

Wir haben versucht, im Quartier zukunftsorientiert mit

der Mobilität umzugehen, zwischen den Gebäuden

verkehrsfrei zu arbeiten und die fußläufige Erschließung

atmosphärisch zu prägen. Wir planen heute die Stadt, in

der wir morgen leben möchten: Die Osterbrookhöfe sind

ein Quartier für eine neue Generation von Nutzern, bei

denen nicht wie bisher ein Auto vor dem Eingang steht.

Die Durchwegungen und das Grün sind für das

Quartier und die Nachbarschaft wichtig. Je dichter gebaut

wird, umso relevanter wird die gute Gestaltung solcher

Räume. Der öffentliche Zugang zum Wasser und die

Freizeitnutzungen am südöstlich gelegenen Aschberg

sind Qualitäten, die man selten in Quartieren dieser

Größenordnung findet.

Das Projekt wurde in einem kooperativen städtebau lichfreiraumplanerischen

Gutachterverfahren entwickelt.

Worin liegt der Unterschied zu anderen Wettbewerbs verfahren?

So ein Verfahren beinhaltet viele Aspekte. Zunächst

einmal muss man sehen, dass durch die kleine Teilnehmeranzahl

sowie den intensiven Austausch mit den

Bauherren und mit der Nutzer- bzw. Quartiersbeteiligung

auch für uns die Arbeit intensiver wird. Dadurch sind

viel mehr Aspekte berücksichtigt, als das bei einem anonymen

Wettbewerb der Fall ist. Ein weiterer Punkt ist,

dass bei diesen Verfahren Politik und Verwaltung sehr

nah dran sind. Als Architekt bekommt man das Gefühl,

dass Inhalte wirklich umgesetzt werden. Und schlussendlich

ist für uns die Präsentation der eigenen Arbeit

wichtig. Ich glaube, es ändert viel, wenn man seine Idee

auch emotional vermitteln kann.

Das Außergewöhnliche ist, dass sich verschiedene

Bau herren für dieses Projekt zusammengefunden

Rechts oben: Funktionsplan der Osterbrookhöfe. Rötlich

hinterlegt sind die drei Wohngassen sowie der Quartiersplatz

an der Wendenstraße.

Rechts unten: Direkt am Rückerskanal entstehen Eigentumswohnungen,

die eine Verbindung zu den nordöstlich

angrenzenden Neubauten der Hansaterrassen herstellen.

»Der öffentliche Zugang zum

Wasser und die Freizeitnutzungen

am südöstlich gelegenen

Aschberg sind Qualitäten, die man

selten in Quartieren dieser

Größenordnung findet.«

d

a Quartiersplatz

b Grundschule

c Diagonalstraße

d Kreuzung der Kanalarme

e Steg

f Hansaterrassen

g Park

h Hansaburg

26

27



Steckbrief

Lage

Hamburg-Hamm,

zwischen Wendenstraße,

Rückers- und Südkanal

Grundstücksgröße

ca. 3,8 ha

In Hamburg-Hamm entstehen auf den Flächen einer ehemaligen

Sportanlage die »Osterbrookhöfe« mit rund 800

Wohnungen. Dem gesamten Bauvorhaben liegt ein umfänglicher

Flächentausch zugrunde. Das Konzept ist auf

Grundlage des »Bündnisses für die Quartiere« durch die

Partner SAGA Unternehmensgruppe, HAMBURG TEAM

und das Bezirksamt Hamburg-Mitte erarbeitet worden, die

das Bauvorhaben gemeinsam, auch in Kooperation mit der

Bäderland Hamburg GmbH, umsetzen. Derzeit läuft das

Bebauungsplan-Verfahren.

Volumen

ca. 75.000 m² BGF

Zeitplan

Projektierung 2015–2019

Bauzeit 2019–2023

haben. Wenn ich HAMBURG TEAM und die SAGA näher

betrachte, dann sind das zwei unterschiedliche Partner,

die beide einen starken inhaltlichen Fokus haben und

sich ergänzen. Beide werden in dem Quartier dauerhaft

als Bestandshalter agieren. HAMBURG TEAM hat bereits

mit den Hansaterrassen ein Projekt in unmittelbarer

Nachbarschaft entwickelt und ist zudem mit der denk -

malgeschützten Hansaburg h wesentlich mit dem

Quartier verwoben. Das spürt man unter anderem an

den inhaltlichen Vorgaben für die Osterbrookhöfe.

Gibt es solche Verfahren auch in anderen Bundesländern?

Wir kennen Verfahren mit Bürgerbeteiligungen und dem

Input von Politik in ähnlicher Form, z. B. in München

oder Berlin. Aber es ist immer noch kein Standardverfahren,

sondern dem Umstand geschuldet, dass heutzutage

die Nutzer- und Quartiersinteressen lokal viel stärker

als früher sind. Ich glaube, der Mehrwert dieser Verfahren

zeigt sich später in der Umsetzung – darin, wie sich

das Neue in den Rest einfügt, dass sich ein Quartier

entwickeln kann und dass es dabei weniger Spannungen

gibt. Dies alles leistet einen nachhaltigen Beitrag für

den Standort.

Ist das die Zukunft? Sollte man aus Ihrer Sicht so künftig

eine Stadt planen?

Ich glaube, es wird nicht mehr anders gehen. Es sind ja

keine reinen Öffentlichkeitsveranstaltungen, das muss

auf einer viel gesellschaftlicheren und politischeren

Ebene betrachtet werden. Demokratische Prozesse zeigen

in diesem Kontext ihren Einfluss auf den Städtebau.

Links oben: Wohnen am Wasser:

Die Osterbrookhöfe im Überblick

Richtung Westen.

Welche Chancen bieten die Osterbrookhöfe für den

Standort – für die jetzigen, aber auch für die künftigen

Anwohner?

Das Gebiet der Osterbrookhöfe war lange Zeit durch die

Sport- und die Kleingartennutzung privatisiert. Nun

»Insgesamt wird sich hier ein durchmischtes

Quartier mit einer vielfältigen

Bewohnerstruktur entwickeln.«

wird es zu einem öffentlichen Ort, und der Zugang zum

Wasser ist hergestellt. Wenn dort künftig das eine oder

andere Kanu anlegen kann, entsteht eine Vernetzung

über das Wasser. Auf energetischer Ebene scheint eine

Vernetzung über die nahe gelegene Großrösterei möglich,

die das Quartier nachhaltig mit ihrer Abwärme

versorgen könnte.

Das Quartier entwickelt sich durch zahlreiche neue

Angebote jenseits der vielfältigen Wohnraumnutzungen.

Neben beispielsweise Nahversorgung oder Quartierscafé

zählen dazu die Sport- und Freizeitflächen und das

Schwimmbad am Aschberg, das bisher nur kurze Zeit als

Freibad nutzbar war und künftig als Hallenbad ganzjährig

für Schule und Nachbarschaft zur Verfügung stehen wird.

Mit den öffentlichen Gassen erhalten die Osterbrookhöfe

eine ganz besondere Atmosphäre. Im besten Fall

bringt jemand seinen Stuhl nach unten in die Wohngasse,

und daraus wird spontan ein kleiner Nachbarschaftstreff.

www.osterbrookhoefe.de

28

29



Projekte

DER QUARTIERSMANAGER

Mit der Firmengründung Der Quartiersmanager

bündeln HAMBURG TEAM und INTERBODEN

ihr Know-how für die Bewirtschaftung nachhaltig

attraktiver Quartiere.

QUARTIERE als

eigene Assetklasse

Quartier 21, Hamburg

Im Rahmen der Weiterentwicklung

städtischer Räume kommt

heute insbesondere gemischt

genutzten Quartieren eine wichtige

Rolle zu, da sie lebendige Stadtstrukturen

schaffen. Dabei sind die

Güte des Konzepts und die richtige

Zusammensetzung der verschiedenen

Nutzungen ausschlaggebend für

einen langfristig attraktiven Standort.

Für den Nutzer stehen Quartiere

hoch im Kurs, weil sie durch die

Mischung ein interessantes Angebot

vor der Tür bereitstellen, sei es nun

vor der Wohnungs- oder der Bürotür.

Für Investoren, die nachhaltige Immobilien

wollen, sind sie interessant,

weil sie stabile Erträge erwirtschaften

und sich langfristig gut am

Markt positionieren. Unter Managementgesichtspunkten

schließlich

macht es Sinn, Quartiere aus einer

Hand zu verwalten, um Synergien

heben zu können. Das erfordert eine

Abwendung vom klassischen Management

der einzelnen Immobilien

hin zu einem übergreifenden Management

des gesamten Quartiers.

Die richtige Nutzungsmischung

kann hohe

Synergien für ein

Quartier schaffen.

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Der Quartiersmanager deckt dabei die

komplette Bandbreite der Managementdisziplinen

vom Fonds- über

das Asset- und Property- bis zum Facility

Management ab.

Damit nach Fertigstellung eines

neuen Quartiers auch eine reibungslose

Verwaltung erfolgen kann, sollte

Der Quartiersmanager frühzeitig in

den Prozess der Projektentwicklung

eingebunden werden. Rechtliche und

finanzielle Auswirkungen sind zu klären.

Sollen den Nutzern und Bewohnern

weitergehende Leistungen angeboten

werden, so erfordert dies die

technische und flächenmäßige Berücksichtigung

eines Servicepoints.

Ein passendes Mobilitätskonzept

muss gefunden, Außenräume mit hohem

Aufenthaltscharakter entwickelt

werden. All dies hat Auswirkungen

auf die spätere Attraktivität des Quartiers.

Und schließlich muss rechtzeitig

ein Anforderungsprofil für eine

Büro zeitgleich ablesen lassen und

Prozesse aus dem Property Management

wie Betriebskostenabrechnungen

etc. in die App integriert werden.

Das neue Unternehmen versteht

sich generell als Kompetenzcenter

rund um das Thema Quartiere. Ziel

ist es, Quartiere über ihre ganze Lebensdauer

zu betrachten und zu lebenswerten

Vierteln für Bewohner

und Nutzer zu machen. Erforscht

werden soll in den nächsten Jahren

le flair, Düsseldorf

Digitaler Helfer beim

Quartiersmanagement:

die Quartiers-App

Quartiers-App erstellt werden als virtuelle

Kommunikationsplattform für

die Quartiersbewohner und digitaler

24-Stunden-Servicepoint.

Überhaupt spielt beim Quartiersmanagement

die zunehmende

Digitalisierung eine wichtige Rolle.

Bereits heute lassen sich über die

Quartiers-App verschiedene Services

wie Paketannahme, Wäscheservice,

die Buchung von Gäste-Apartments

u. a. realisieren. Denkbar wäre für die

Zukunft aber auch, dass sich aktuelle

Verbräuche in der Wohnung oder dem

u. a., welche Nutzungsmischungen

im Quartier die besten Synergien

aufweisen. Für HAMBURG TEAM

und INTERBODEN, die bereits umfangreiche

Erfahrungen auf dem

Gebiet der Quartiersentwicklung

haben, bietet Der Quartiersmanager

die Möglichkeit, auch im Betrieb

das zu verwirklichen, was in der

Projektentwicklung geplant wurde,

bzw. Erkenntnisse aus der Bewirtschaftung

auch wieder in die Projektentwicklung

einfließen zu lassen.

www.quartiersmanager.de

Der Servicepoint ist so etwas wie

das Herzstück des Quartiers.

Ob Paketannahme, Wäscheservice

oder Handwerkeranlaufstelle –

hier kümmert man sich.

32



Kolumne

SCHALLSCHUTZ

Andreas Pfisterer Dipl.-Ing. Architekt

und Prokurist ist seit über elf Jahren

bei HAMBURG TEAM. Als technischer

Bauherrenvertreter hat er schon so einiges

gesehen. In unserer Kolumne Der

alltägliche Wahnsinn in der Immobilienbranche

nimmt er in dieser Ausgabe das

Thema Schallschutz aufs Korn.

»30 Dezibel am Ohr des Schläfers«

»Machst du bitte mal das Fenster zu,

es ist zu laut!« Alle, die an einer viel

befahrenen Straße wohnen, kennen

diesen Ausspruch. Ich selbst habe

einmal in der Nähe des Siemersplatzes

in Hamburg-Lokstedt gewohnt,

konnte nachts kaum bei offenem

Fenster schlafen und hätte mir irgendeine

Form mechanischer Wohnraumlüftung

gewünscht. Diese ist im

Rest der Republik eine gebräuchliche

technische Lösung, in Hamburg

jedoch nicht vorstellbar. In unserer

Stadt gelten bei Wohnungsneubauten

ganz eigene Regeln, um die baurechtlich

erforderlichen »30 Dezibel

am Ohr des Schläfers« zu erzielen,

und eine lautet in etwa wie folgt: Wer

an einer lauten Straße wohnt, muss

nachts sein Fenster öffnen können,

ohne dass es drinnen zu laut wird.

Das klingt nicht nur nach einem Widerspruch

in sich, sondern die entsprechenden

Konstruktionen, die daraufhin

zum Einsatz kommen, muten

auch wie ein solcher an. Ausgangspunkt

war das HafenCity-Fenster,

das in seiner äußerst aufwendigen

»Ur-Form« gegen den Gewerbelärm

aus dem Hafen entwickelt wurde.

Für den Wohnungsbau war es aber

viel zu teuer. Die mittlerweile hierfür

entwickelte »Light-Version« ist nur

noch die Karikatur eines Fensters

und lässt sich wie folgt beschreiben:

eine circa 50 mal 70 Zentimeter kleine

Fensterkonstruktion, die im Fußbodenbereich

sitzt, sich hinter einer

nicht zu öffnenden äußeren zusätzlichen

Glasscheibe versteckt (einer

sogenannten »Prallscheibe«), innen

durch einen schallabsorbierenden

Rahmen zusätzlich verunstaltet wird

und sich gerade einmal vier Zentimeter

weit öffnen lässt. Und das Beste:

Zur Bedienung muss man sich auf

den Boden knien.

HafenCity-Fenster light:

Luftstrom geht an der

Prallscheibe vorbei durch

gekipptes Fenster.

Fenster mit Parallelabstellung:

Luft kann an

allen Seiten einströmen.

Haben Sie sich auch gerade bei dem

Gedanken ertappt, dass könne doch

alles nicht wahr sein? Doch. Der zumindest

auf Behördenseite angenommene

Vorteil dieser Lösung ist

der »psychologische Effekt«. Man

hat das Fenster geöffnet, man hört

den Verkehr nicht mehr, aber dafür

die spielenden Kinder und die zwitschernden

Vögel. Diese singen laut

einer Studie des Max-Planck-Instituts

für Ornithologie in der Stadt zum

Glück viel lauter. Zudem spürt man

den Luftzug und hat das Gefühl von

frischer, ungefilterter Stadtluft.

Ich zweifle nicht nur an diesen

Argumenten, sondern stelle auch die

Gebrauchstauglichkeit solcher Konstruktionen

infrage. Wir selbst haben

nun in einem ersten Pilotprojekt zusätzlich

zu den behördlich geforderten

HafenCity-Fenstern auch Fenster

mit sogenannter »Parallel abstellung«

eingebaut, die mit besonderen Beschlägen

ausgestattet sind. Diese

sind in der Lage, die Belüftung des

Zimmers sicherzustellen. Das Fenster

wird hierbei rundherum in eine

Position gebracht, bei der es einen

geringen Spalt offen steht. In diesem

Zustand kann ausreichend Luft

einströmen und das Fenster ist dennoch

einbruchhemmend, schlagregendicht

und kann bis zu 19 Dezibel

Verkehrslärm mindern. Ich bin sicher,

dass die Bewohner diese Konstruktionen

bereitwilliger annehmen

werden als die ebenfalls im Projekt

verbauten Versionen des HafenCity-

Fensters. Wir haben hiermit eine echte

funktionierende Alternative hinbekommen.

Diese wollen wir in zwei

Jahren evaluieren, um mit dem Ergebnis

dann erneut bei der Behörde

vorzusprechen, die unseren Optimierungsvorschlägen

bislang ablehnend

gegenüberstand. So lange müssen

wir für formelkonforme Bauweise jedoch

noch in die Knie gehen.

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News

HAMBURG TEAM GRUPPE

Blick in den grünen Innenhof des

Hermann-Löns-Quartiers in Bergisch

Gladbach mit 108 Wohnungen.

Fertigstellung 2020

HTIM erwirbt Wohnquartier

in Bergisch Gladbach

HT NEWS

Aktuelles aus der HAMBURG TEAM Gruppe

November 2018 – November 2019

November 2018 HTIM hat das Hermann-Löns-Quartier

in Bergisch Gladbach für den Fonds »HAMBURG TEAM

Urbane WohnWerte« gekauft. Auf einer Gesamtgrundstücksfläche

von rund 7.500 m 2 entsteht zwischen

Hermann-Löns- und Willy-Brandt-Straße ein reines

Wohnquartier. Die zwölf Mehrfamilienhäuser des

Projekts – eingegliedert in fünf Gebäuderiegel – ver -

fügen über eine Gesamtmietfläche von knapp 8.800 m 2 .

Das Neubauquartier bietet 108 frei finanzierte Mietwohneinheiten

und zwei Tiefgaragen mit 108 Pkwsowie

116 Fahrradstellplätzen. Die Wohnungen werden

von INTERBODEN in der VILIS-Bauweise hergestellt,

die das Unternehmen bereits an drei Stand orten

erfolgreich umgesetzt hat. Die Fertigstellung des

Quartiers erfolgt voraussichtlich Ende 2020.

Paulihaus:

Arbeits-WG auf St. Pauli

März 2019 Für unser Baugemeinschaftsprojekt

zusammen mit dem Stadtentwicklungsunternehmen

steg, der ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft und

der Agentur Pahnke Markenmacherei haben wir Anfang

März den Bauantrag eingereicht. Aktuell befinden

wir uns in der Leistungsphase 5 und in den Erbbaurechtsverhandlungen

mit dem Landesbetrieb Immobilienmanagement

und Grundvermögen Hamburg

(LIG). Die Baugemeinschaft erhält das Grundstück im

Erbbaurecht für 60 Jahre. Im Erdgeschoss sind neben

der Integration der früheren Bestandsmieter auf dem

Gelände, einem Tonstudio und einer Autowerkstatt,

weitere kleinteilige Gewerbe flächen vorgesehen, die

kieztypische Nutzungen aufnehmen und sich dem

Stadtteil offen zuwenden sollen. www.paulihaus.de

Osterbrookhöfe:

Kooperative

Quartiersentwicklung

mit der SAGA

Februar 2019 Auf dem Gelände des Ernst-Fischer-

Sportplatzes an der Wendenstraße und daran angrenzend

wird in Hamburg-Hamm in den kommenden

Jahren das neue Wohnquartier Osterbrookhöfe mit

mehr als 800 Wohnungen entstehen. Mehr als die Hälfe

werden als preisgedämpft frei finanzierte Mietwohnungen

sowie als öffentlich geförderte Seniorenwohnungen

entstehen. HAMBURG TEAM errichtet frei finan zierte

Mietwohnungen und Eigentumswohnungen sowie

ca. 96 Wohnungen im Segment preisgedämpfter Mietwohnungsbau.

Diese werden das erste Projekt der HT

WohnQuartiere sein. Im Zuge des Projekts Osterbrookhöfe

wird das Gelände des Freibads Aschberg zu einem

innovativen Sportpark mit Quartiersbad weiter entwickelt.

Zusätzlich werden drei Kitas entstehen sowie

ein Nahversorger und ein Quartiers-Café.

Der Planung des Projekts liegt ein umfangreicher

Flächentausch zugrunde. Die Kleingärten werden

östlich des Kanals in die bestehende Kleingartenanlage

integriert, auf dem Aschberggelände werden der Bezirk

und Bäderland Hamburg mit den örtlichen Vereinen

ein vielseitiges neues Angebot für Sport und Bewegung

umsetzen, und auf beiden Seiten des Kanals werden

öffentliche Grünflächen geschaffen und vorhandene

deutlich aufgewertet.

Das Projekt ist ein Ergebnis des »Bündnisses für

die Quartiere«, das durch HAMBURG TEAM, die SAGA

Unternehmensgruppe und das Bezirksamt Hamburg-

Mitte gemeinsam mit der Bäderland Hamburg GmbH

umgesetzt wird. www.osterbrookhoefe.de

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HTIM

ERWIRBT

ÄRZTEHAUS

IN BERLIN-

HERMSDORF

FÜR

EIGENEN

FONDS

WOHNEN 70+: NEUER FONDS INVESTIERT IN ALTERSGERECHTE WOHNFORMEN

Im April 2019 hat HTIM mit dem

Fonds »HAMBURG TEAM Wohnen

70+« ihr erstes ausschließlich auf

Seniorenimmobilien ausgerichtetes

Vehikel aufgelegt, das in Wohnangebote

für ältere Menschen investiert.

Parallel zur Auflage des Fonds wurde

HTIM erwirbt Wohnprojekt in den

»Schreibfederhöfen« in Berlin

im Rahmen eines Forward Deals das

erste Objekt in Dallgow bei Berlin

beurkundet. Die betreute Wohnanlage

mit 59 Einheiten hat eine Gesamtmietfläche

von rund 4.400 m 2 . Das

Richtfest wurde am 30. Oktober 2019

gefeiert. Fertigstellung der Immobilie

April 2019 Im Rahmen eines Forward Deals hat HTIM den Mietwohnungsbaustein

der Quartiersentwicklung Schreibfederhöfe in Berlin-Friedrichshain

erworben. Verkäufer der Immobilie ist die HAMBURG TEAM Projektentwicklung.

Das Mietshaus entsteht auf einem rund 2.500 m 2 großen

Grundstück an der Boxhagener Straße 76–78 und wird über eine Gesamtmietfläche

von etwa 8.700 m 2 verfügen, die sich auf 112 frei finanzierte Wohneinheiten

sowie drei Gewerbeflächen im Erdgeschoss verteilt, darunter eine

langfristig an einen Lebensmitteldiscounter vermietete Ladeneinheit.

Die planmäßige Fertigstellung ist für das vierte Quartal in 2021 vorgesehen.

https://schreibfederhoefe.de

und Übernahme in den Fonds erfolgt

im Frühjahr 2020. Ein halbes Jahr vor

der Eröffnung der Wohnanlage waren

bereits ca. 90 Prozent der Wohnungen

vermietet.

INVESTMENTEXPO

2019: HTIM IST ALS

»SILBER PARTNER«

DABEI

Mai 2019 Die INVESTMENTexpo

ist das neue Forum und

die Initiative für den direkten

Austausch, Diskussionen, Dialoge

und Informationsgewinn

für institutionelle Immobilieninvestoren

und Asset Manager.

Die Messe fand am 22./ 23. Mai

in Berlin statt. HTIM unterstützt

die INVESTMENTexpo

als »Silber Partner«.

In 2020 findet die

Messe am 14.

und 15. Mai statt.

Richtfest

in der

Vogelweide

in

Hamburg-

Barmbek

Juni 2019 Anlass zur Freude:

»Das Dach ist fertig,

bald folgt der Rest – drum

feiern wir dieses Fest!« Mit

vielen Gästen, Freunden

und den zukünftigen

Eigentümern feierten wir

im Juni Richtfest in der

Vogelweide für die 101 Mietund

46 Eigentumswohnungen.

Die Mietwohnungen

wurden in den Fonds

»HAMBURG TEAM Urbane

WohnWerte« eingebracht,

von dem sie langfristig gemanagt

werden. Alle Eigentumswohnungen

wurden

bis Jahresende 2019 verkauft.

Die Wohnungen

entstehen in direkter Nähe

zur U-Bahn-Station Dehnhaide

u. a. auf Flächen

eines ehemaligen P+R-Parkplatzes.

Von den 147 neuen

Wohnungen sind

ca. 30 Prozent

geförderter

Wohnungsbau.

Im Juni 2019 wurde das Ärztehaus in der Glienicker Straße in Berlin in den

Fonds »HAMBURG TEAM Urbane Themenimmobilien« eingebracht. Das 2014

errichtete Objekt besteht aus drei Gebäudeteilen, die eine Gesamtmietfläche von

etwa 5.800 m 2 haben. Es wird derzeit von Ärzten, einer Apotheke, einer Bäckerei

und einem Supermarkt genutzt und ist ein wichtiger Bestandteil der Nahversorgung.

Sechs Wohneinheiten komplettieren das aktuelle Mieterspektrum.

Dieser Mix bei Nutzungsart und Mieterstruktur bietet bei nachhaltigem Mietniveau

eine hohe Drittverwendungsmöglichkeit.

»LÖWITZ« IN LEIPZIG: NEUE QUARTIERS-

ENTWICKLUNG AM HAUPTBAHNHOF

Juni 2019 Westlich des Hauptbahnhofs planen wir auf dem rund 110.000 m 2

großen Areal des ehemaligen Thüringer Bahnhofs im Rahmen eines Joint-Venture-

Projekts mit OTTO WULFF und HASPA PeB ein lebendiges neues Innenstadtquartier

mit einem Mix aus verschiedenen Nutzungsarten: das Löwitz Quartier.

Am 27. Juni 2019 wurde der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans für

das Projekt gefällt und der Prozess der Eigentumsübertragung eingeleitet.

Wir befinden uns nun in der Erschließungsplanung und bereiten den Bauantrag

vor. 2021 kann der Bau der öffentlichen Infrastruktur starten. Anfang

2020 wollen wir die Website www.loewitz.de online schalten.

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Ein anderes Stadt-Bild

künftig ein etwas niedrigeres Pendant Schuppenkleid, das die Bewegungsströme Ein städtebaulicher Sog

zueinander versetzt stehen. Die beiden in

Berlin kennt die Tradition, dass besondere bilden. Berlin hat zudem eine große durch seine Radialität nicht einfach Was wollen wir mit der Gebäudefigur der Kurfürstenstraße gelegenen Bauteile

Häuser prominente Ecken besetzen: Tradition an architektonisch besonderen um die Ecke lenkt, sondern sie an sich erreichen, was kann sie an diesem Ort sind dem Wohnen vorbehalten, die drei

Das Haus Vaterland, Mies‘ Entwurf für Pressehäusern: Mosse, Springer, entlang fließen lässt. Ein robustes Haus, leisten? Der Neubau soll ein starker Anker anderen der Büronutzung. Die Stirnseiten

die Friedrichstraße oder das Shell- Tagesspiegel, Berliner Verlag. In dieser das seine Bewohner und die Büroräume an der Kreuzung sein, der architektonische der jeweiligen Segmente legen sich

Haus sind historische Vorbilder der Tradition stand und steht auch das in seinem Inneren hinter einer robusten, Auftakt zum Neuanfang, und den Block wie Schuppen zu einer äußeren Schale

frühen Moderne. Das Dorlandhaus Constanze-Pressehaus. Sein für die Jahr- steinernen, sehr physischen Fassade vor wie gehabt schließen. Er wird in fast des Hauses zusammen. Die Staffelung

und das ehemalige Philips-Haus sind Gruppe errichteter Nachfolgebau darf dem Verkehrslärm schützt. Eine Woche, filmischen Sequenzen aus der Bewegung der Segmente löst die Länge der

neuere Beispiele aus der direkten für sich in Anspruch nehmen, ebenfalls nachdem der Bürgermeister von New erlebbar, zeigt in alle Richtungen des Häuserfront auf, sie erlaubt es zudem, die

Nachbarschaft des Wettbewerbsgebiets. etwas Besonderes zu sein – jedenfalls kein York ein Verbot von Glashochhäusern Stadtraums wechselnde Perspektiven und Wohnnutzung hinter dem höheren Büroteil

In der City West haben in jüngerer Zeit Blockrand wie jeder andere. Also stehen wegen deren verheerender Energiebilanz Ansichten für Autofahrer und Fußgänger. gegen die Kreuzung abzuschirmen. Vor

mehrere Neubauten den Platz markanter für uns die Zeichen auf Individualität. angekündigt hat, fühlen wir uns in dieser Er vermittelt im Maßstab, begegnet uns als den Eingängen entstehen kleine, zur

Vorgänger eingenommen und die Tradition Wir glauben, dies ist der richtige Wahl bestärkt. Ein offener und leichter Fußgänger und seinen Nachbargebäuden Adressbildung beitragende Vorbereiche. Da

fortgesetzt: Das alte Kudamm-Eck wird Ort für einen zeichenhaften Bau, für Sockel verbindet das Haus mit der Stadt, auf Augenhöhe, bevor er die Blicke nach die Straßenecke nicht rechtwinklig besetzt

heute von zwei Hotelbauten beherrscht, gebaute Dynamik und für eine starke, die halböffentlichen und privaten Zonen oben zieht. Mit seiner „Topographie“ steht wird, entsteht im Zusammenspiel mit dem

die Berliner Volksbank wird gerade durch selbstbewusste Präsenz im Stadtraum. mit dem öffentlichen Raum, den großen er im Dialog mit den anderen drei Ecken zweiten Hochpunkt aus dem Masterplan

das facettierte „West-Light“ ersetzt. Wir lesen aus dem Stadtgrundriss eine mit dem kleinen Maßstab. In einem äußerst der Kreuzung und darüber hinaus. Der eine besonders spannungsreiche Fassung

Die höchste städtebauliche Dominante Variation der Masterplan-Vorgaben heraus, heterogenen Block und Stadtkontext, Übergang zwischen den verschiedenen des Straßenraums – ein städtebaulicher

und ein Tor zur City West bilden heute ein anderes, etwas unkonventionelleres der sich in den kommenden Jahren Gebäudehöhen erfolgt elegant und wie auf Sog an der Einmündung in den letzten

das Hotel Waldorf Astoria und das Stadt-Bild, das sich in den disparaten grundlegend und auf nicht vorhersagbare einer Tonleiter in mehreren Schritten. So Abschnitt der Kurfürstenstraße Richtung

„Upper West“ am Breitscheidplatz. Der Kontext einfügt und ihn entscheidend Weise verändern wird, setzt es einen ist das Haus in fünf Segmente unterteilt, City West.

Neubau an der Kurfürstenstraße wird aufwertet: Eine Fächerform, die zwischen eigenständigen und vermittelnden Ton. die nicht nur unterschiedlich hoch

mit seinem südlichen Gegenüber hierzu unterschiedlichen Höhen vermittelt. Ein

sind, sondern auch im Grundriss leicht

Entwurfskizze Städtebauliche Einbindung

312704

HTIM übernimmt die ersten beiden

Objekte für Fonds »HAMBURG TEAM

Urbane WohnWerte«

»maxfrei« in Düsseldorf – neues Quartier auf

ehemaligem Gefängnisareal

Juli 2019 Fast 120 Jahre lang Gefängnisstandort

und nun bald ein

urbanes Stadtquartier zum Wohnen

und Arbeiten: Das Projekt maxfrei

von INTERBODEN und HAMBURG

TEAM wird das rd. 35.000 m 2 große

Areal in Düsseldorf-Derendorf zu

neuem Leben erwecken. HAMBURG

TEAM entwickelt auf zwei Baufeldern

zwei fünfgeschossige Bürogebäude

mit 20 Mieteinheiten auf

ca. 15.300 m 2 Mietfläche, eine Tiefgarage

mit ca. 200 Stellplätzen sowie

Erdgeschossnutzungen mit einem

Supermarkt, Einzelhandel, Kita,

Café und Gastronomie. Die Gesamtgröße

beträgt ca. 17.500 m 2 BGF o. i.

Die Fertigstellung ist für Ende 2022

geplant. Entworfen wurde dieser Gewerbeteil

von den Architekten caspar.

schmitzmorkramer. Wir arbeiten bei

diesem Projekt erstmalig mit dem

BIM-Verfahren (Building Information

Modeling) und werden ab

Leistungsphase 2 von einem BIM-

Manager/-Koordinator begleitet.

Im Oktober 2019 erhielten wir das

Vorzertifikat »LEED Gold Version v4/

v4.1«. Die »Leadership in Energy and

Environmental Design (LEED)« ist

eine weltweit verwendete Nachhaltigkeitszertifizierung

und definiert eine

Reihe von Standards für umweltfreundliches,

ressourcenschonendes

und nachhaltiges Bauen.

www.maxfrei-quartier.de

Juli 2019 Als erste fertiggestellte Objekte für den Fonds

»HAMBURG TEAM Urbane WohnWerte« werden Bright Side II

in Frankfurt am Main und das Baufeld 13 im le flair in

Düsseldorf übernommen. Bei Bright Side II handelt es sich

um eine Wohnanlage mit 66 Wohneinheiten und einer

Kita. Alle Wohnungen wurden im Rahmen eines Förderprogramms

für Familien und Senioren mit normalen

Einkommen entwickelt. Das Baufeld 13 im le flair besteht

aus vier Gebäudekörpern mit 98 Wohneinheiten.

Die Fertigstellung dieses Baufeldes markiert

gleichzeitig die Gesamtfertigstellung der Projektentwicklung

le flair.

WEITERE

ANKÄUFE

FÜR FONDS

»WOHNEN

70+«

Im Juli 2019 konnte HTIM zwei weitere Ankäufe für den

Fonds »HAMBURG TEAM Wohnen 70+« im Bremer Stadtteil

Vegesack und im Bremer Umfeld, in Schwanewede, beurkunden.

Die Anlage in Vegesack mit insgesamt rund 7.100 m 2

Mietfläche ist an einem See gelegen und optimal an ÖPNV

und Nahversorgung angebunden. Das Objekt in Schwanewede

verfügt über ca. 3.000 m 2 Mietfläche und liegt nur zehn

Autominuten vom Stadtteil Vegesack entfernt. Beide Objekte

werden nach Fertigstellung von der Convivo-Gruppe betrieben,

die sich auf Seniorenwohnparks mit breit

gestecktem Angebot verschiedener Wohn- und

ambulanter Pflegeangebote spezialisiert hat.

KURFÜRSTENSTRASSE

städtebauliche Außenperspektive

72–74 IN BERLIN

BÜRO- UND WOHNKOMPLEX AN DER

KURFÜRSTENSTRASSE | BERLIN

Juli 2019 Der Gewinner des Hochbauwettbewerbs

für das Grundstück Kurfürstenstraße

72–74 steht fest: Barkow Leibinger, Gesellschaft

von Architekten mbH, errang mit ihrem

Entwurf den 1. Preis im Wettbewerbsverfahren

mit insgesamt acht Büros. Der Siegerentwurf

sieht für die Neubebauung des rund 3.000 m 2

großen Grundstücks an der Kreuzung Kürfürstenstraße,

Schillstraße und An der Urania ein

Ensemble aus einem Bürohaus mit 17 Geschossen

und zwei angeschlossenen Wohnbauteilen

mit teils gefördertem Wohnraum vor. In den

Erdgeschosszonen sind Handel und eine Gastronomie

geplant. Die Struktur der Gebäude

soll sich aus fünf fächerartigen Bauteilen mit

einer vertikal gegliederten Natursteinfassade

und bodentiefen Glaselementen zusammensetzen.

Mit der Festsetzung des B-Plans ist voraussichtlich

Ende 2020 zu rechnen. HAMBURG

TEAM unterstützt den Vorhabenträger dieses

Projekts, die Jahr Grundbesitz GmbH & Co. KG,

Hamburg, als Service-Developer.

EIFFESTRASSE:

NEUE PROJEKT-ENTWICKLUNG

IN HAMBURG-HAMM

Im Juli 2019 konnten wir nach etwa vierjähriger Akquisitionsphase

den Ankauf der Eiffestraße 638 beurkunden. Die Liegenschaft

liegt nach Norden direkt an der stark befahrenen Eiffestraße

und nach Süden am schönen Mittelkanal. Vis-à-vis, auf

der gegenüberliegenden Seite des Mittelkanals, befinden sich

die von uns bereits früher erworbene Hansaburg sowie unser

realisiertes Projekt Hansaterrassen. Wir planen, die vorhandene

gewerbliche Nutzung nach Auslaufen der Mietverträge abzubrechen

und mit einem gemischt genutzten Neubau zu ersetzen.

Grundsteinlegung in Göttingen für Wohnprojekt »Anna«

September 2019 Trotz schlechtem Wetter und mit nassen Füßen wurde am

16. September der Grundstein für unser Projekt Anna gelegt. In der Göttinger

Nordstadt, östlich des ehemaligen Werksgeländes der Sartorius AG, entstehen

in der Annastraße 53 Eigentumswohnungen in zwei vier- bis fünfgeschossigen

Wohngebäuden mit einer Gesamtwohnfläche von 3.500 m 2 und 1,5

bis 5 Zimmern. Zum Grundstück gehört eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen.

Die Fertigstellung ist für 2021 geplant. Die Planung der Gebäude erfolgt

durch Grüntuch Ernst Architekten aus Berlin und Thüs Farnschläder Architekten

aus Hamburg. Rekord: Innerhalb von acht Monaten wurden alle

53 Eigentumswohnungen verkauft!

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HTIM LEGT ERSTEN QUARTIERSFONDS AUF

September 2019: HTIM platziert den

ersten Quartiersfonds: Vier der fünf

Baufelder des Sartorius Quartiers in

Göttingen werden in den »HAMBURG

TEAM Quartiersfonds 1« eingebracht.

Das Bauvorhaben wird von der Projektentwicklungssparte

realisiert und

bleibt damit auch nach der Entwicklung

im Management der HAMBURG

TEAM Gruppe. Mit diesem Fonds

setzt HTIM erstmalig die Idee von

urbanen Quartieren als eigenständige

Asset Klasse konsequent um. Die

Gesamtfertigstellung des Quartiers

ist bis 2022 geplant.

Im Zentrum des Sartorius Quartiers

arbeitet Sartorius derzeit an der

Sanierung der historischen Bestandsgebäude.

Insbesondere der Turm

erhält ein markantes neues Profil.

Sartorius Quartier, Göttingen:

Baugenehmigungen für alle Baufelder

Im September 2019

haben wir die Genehmigungen

für den Bau

der Mietwohnungen

und der Kita, für das

Hotel und die Bürogebäude,

die Smart

Apartments und Läden,

das Orthopädiezentrum

Ottobock und die

Tiefgarage erhalten.

Die Abbrucharbeiten

durch die Sartorius AG

sind beinahe abgeschlossen,

im Dezember

2019 beginnen wir

mit der Baugrube. Die

Sartorius AG wird auf

dem zentralen BF 1.1

gleichzeitig die Bautätigkeit

aufnehmen.

HAMBURG TEAM und INTERBODEN gründen

Unternehmen für Quartiersmanagement

September 2019 Gemeinsam mit

INTERBODEN hat HTIM ein Joint

Venture zum ganzheitlichen Management

von gemischt genutzten

Quartieren gegründet. In dem neuen

Unternehmen Der Quartiersmanager

bün deln wir unsere langjährigen Erfahrungen

und Expertisen in diesem

Segment. Ziel ist es, deutschlandweit

zusammenhängende Wohn- und Gewerbebestände

so zu managen, dass

Mehrwerte für Nutzer, Bewohner und

Eigentümer entstehen. Neben der

Verwaltung der Immobilien liegen

auch Führung und Steuerung aller

am Management der Quartiere be-

teiligten Dienst leister und Serviceanbieter

sowie die Themen Marketing

und Kommunikation über alle

Lebensphasen hinweg im Verantwortungsbereich

des Joint Ventures.

www.quartiersmanager.de

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NÄCHSTES VERKAUFSVERFAHREN FÜR »NEUES HULSBERG-VIERTEL« IN BREMEN

Teamtage 2019 in Amsterdam

September 2019 In diesem Jahr führten uns die Teamtage am 19./20. September ins schöne Amsterdam. Zu den

Highlights gehörten die Besichtigung der schwimmenden Wohnhäuser der Wohnsiedlung Steigereiland-Noord,

die Mittagspause im Restaurant REM Eiland, einer Plattform, die früher vor der Küste von Noordwijk lag und als Basis

für einen Piratensender diente, der Besuch des umgewandelten Straßenbahndepots De Hallen und die Fahrradtour

durch Amsterdam-Noord, u. a. zu der NDSM-Werft, dem Bürogebäude Kraanspoor und dem Stadtstrand Pllek.

Eine großartige Stadt im Wandel!

November 2019 Die Grundstücksentwicklung

Klinikum Bremen-

Mitte GmbH & Co. KG (GEG) hat

gemeinsam mit HAMBURG TEAM

das nächste Verkaufsverfahren im

Neuen Hulsberg-Viertel gestartet,

das das gesamte Projekt ganz

entscheidend voranbringen wird.

Es handelt sich um ein rund

29.000 m 2 großes Grundstück an

der St.-Jürgen-Straße mit einem

denk mal geschützten Bestandsgebäude,

der heutigen Augenklinik

und Urologie. Hier kann in den

nächsten Jahren das St.-Jürgen-

Quartier entstehen. Im August 2019

sind zahlreiche Bewerbungen mit

sehr guten und kreativen Nutzungskonzepten

eingegangen, die sich

derzeit noch in der Auswertung

befinden. Der Bebauungsplan für

das Neue Hulsberg-Viertel ermöglicht

auf diesem Grundstück im Bestand

sowie auf vier Neubaubaufeldern

etwa 46.000 m 2 oberirdische BGF,

Weitere

Über nahmen

für Fonds

»Urbane WohnWerte«

die sich auf Wohnnutzungen sowie

Gewerbe flächen verteilen. Es werden

etwa 350 Wohneinheiten, davon 30

Prozent sozial gefördert, entstehen.

Die Grundstücke Sorgenfrei 1 und die

Baugemeinschaft Friedrich-Karl

sind ebenfalls bereits an den Markt

gegangen. Für die Baugemeinschaft

Friedrich-Karl wurde Anfang Oktober

ein Anhandgabevertrag geschlossen.

HAMBURG TEAM arbeitet bei diesem

Projekt als Service

Developer für die GEG.

https://neues-hulsberg.de

Oktober 2019 Mit dem Baufeld 1 des Constantin Quartiers in Hannover-List

übernimmt HTIM die dritte Wohnanlage für den Fonds »HAMBURG TEAM

Urbane WohnWerte« in 2019. In den sieben Häusern mit insgesamt 84 Wohneinheiten

stehen 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von ca. 35

bis 124 m 2 zur Verfügung. Dazu kommt eine Tiefgarage mit 63 Stellplätzen.

Grundsteinlegung für »Schreibfederhöfe«

in Berlin

Oktober 2019 Die Schreibfederhöfe haben mit der Grund -

steinlegung am 25. Oktober 2019 feierlich eine weitere Etappe

auf dem Weg zur Fertigstellung genommen. Bei strahlender

Sonne legten Peter Jorzick und Christoph Kleiner gemeinsam

mit den Architekten Annette Axthelm und Henner Rolvien

und mit sachkundiger Unterstützung des Poliers symbolisch

den ersten Stein für die zwei Neubauten in Nachbarschaft zur

historischen Schreibfeder fabrik. Bis voraussichtlich 2021 entstehen

an der Weserstraße 104 Eigentumswohnungen. Hinzu

kommen 112 Mietwohnungen sowie Einzelhandelsflächen an

der Boxhagener Straße. Alle 104 Eigentumswohnungen

wurden innerhalb eines Jahres

verkauft. https://schreibfederhoefe.de

Soziales Engagement von HTIM

HTIM hat in diesem Jahr

im Namen des Fonds

»HAMBURG TEAM Urbane

Themenimmobilien«

weiterhin die Arche

Hamburg unterstützt, die

sich besonders für Kinder

aus sozial benachteiligten

Verhältnissen engagiert.

Für den Wohnungsfonds

»HAMBURG TEAM Urbane

WohnWerte« entschieden

sich die Investoren,

die Patenschaft für ein

Bienenvolk, das seine

Heimat in der Nähe von

Hamburg hat, zu übernehmen.

Kinder in Not – Hilfe

für Syrien ist derzeit das

größte Projekt der Ottobock

Global Foundation.

Die Stiftung ist gemeinsam

mit regionalen Partnern in

Syrien und der Türkei aktiv,

um verletzten Kriegsflüchtlingen

mit Prothesen,

Orthesen und Rollstühlen

zu helfen. HTIM hat die

Stiftung in 2019 erstmalig

bei ihrer Arbeit mit einer

Spende unterstützt.

Darüber hinaus hat auch

die Stiftung Deutsche

Depressionshilfe eine

Spende erhalten, welche

HTIM im Namen des

neu aufgelegten Fonds

»HAMBURG TEAM Wohnen

70+« tätigte. Ziel der Stiftung

ist es, einen wesentlichen

Beitrag zur besseren

Versorgung depressiv

erkrankter Menschen und

zur Reduktion der Zahl

der Suizide in Deutschland

zu leisten.

Nähere Informationen

zu unseren sozialen Engagements

finden Sie unter

www.hamburgteam-im.

com/engagement

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Stadtgeschichten

GÄRTNEREI IM WANDEL

WOHNEN

mit

BLUMEN

Michael Kuska, Inhaber von Blumen Kuska

in der Göttinger Nordstadt, kennt sich

aus mit Veränderungen, nicht nur, wenn

es um das Gärtnereihandwerk geht.

Unmittelbar vor seiner Haustür wachsen

gerade Wohnungen aus dem Boden, und

Kräne stehen Spalier.

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»Vom normalen

Pflanzenverkauf

könnten wir heute

nicht mehr leben.«

MICHAEL KUSKA

Impressionen aus dem

Gewächshaus.

»Wohnen mit Blumen«: hat sich

jetzt auch noch auf andere

Art eingestellt, als das

Schild in der Gärtnerei wohl

ausdrücken will.

Rechts: das Luftbild von 1974

Wenn Michael

Kuska derzeit

die hintere

Tür seines Gewächshauses

öffnet, dann schaut er direkt auf eine

große Baustelle. 90 Miet- und Eigentumswohnungen

werden hier im

Rahmen der Entwicklung des Sartorius

Quartiers gebaut, das auf den Flächen

des ehemaligen Werksgeländes

der Sartorius AG entsteht. Einen Teil

seines Grundstücks, das sich früher

einmal komplett von der Goßlerstraße

bis zur Annastraße durchzog,

haben er und seine Frau Sandra, mit

der er seit 2007 die Gärtnerei in dritter

Generation führt, dafür verkauft.

»Ein so großes Stück vom eigenen

Grund und Boden zu verkaufen, das

war schon ein sehr emotionaler Moment

für uns«, räumt er ein. Letztlich

sei es aber eine vernünftige Entscheidung

gewesen: »Die Gewächshäuser,

die auf diesem Stück standen, waren

alt. Da hätte ich viel Geld in die Hand

nehmen müssen, um das zu restaurieren.

Die wurden ja nicht mehr so

viel genutzt, wie das früher der Fall

war.« Denn das Gärtnereigeschäft hat

sich massiv verändert, seitdem man

Blumen und Pflanzen auch in jedem

Baumarkt und sogar im Supermarkt

kaufen kann.

Die Geschichte der Gärtnerei Kuska

begann 1932, als Großvater Otto

Kuska sein Gärtnereigeschäft gründete.

Verkauft wurde direkt aus der

Gärtnerei und über einen Blumenstand

am Gänselieselbrunnen vor

dem Alten Rathaus. 1939 kaufte Otto

Kuska das Grundstück an der Goßlerstraße

in der Göttinger Nordstadt,

auf dem die Gärtnerei in diesem Jahr

genau 80 Jahre beheimatet ist. Der

Krieg zerstörte bald alles, und der

Neuanfang wurde unter schwierigsten

wirtschaftlichen Bedingungen

vorangetrieben – aber er gelang. Im

Büro der Gärtnerei hängt ein Luftbild

von 1974, auf dem zu erkennen

ist, wie sich Haus, Ladengeschäft

und die Gewächshäuser damals hintereinander

zwischen Goßlerstraße

und Annastraße erstreckten. Da

hatte Manfred Kuska, der die Gärtnerei

1969 zusammen mit Ehefrau

Brunhilde vom Vater übernommen

hatte, den Betrieb bereits zu einer

modernen Endverkaufsgärtnerei umstrukturiert

und ein zeitgemäßes Verkaufsgewächshaus

mit floristischer

Abteilung gebaut. In den 90er-Jahren

wurde die Firma Kuska Services

GmbH gegründet. Die Pflege von

Hydrokulturen und Raumbegrünung

ergänzt seitdem das klassische Gärtnereigeschäft.

»Vom normalen Pflanzenverkauf

könnten wir heute nicht mehr leben«,

sagt Michael Kuska. Das rentiere

sich nicht mehr. Genauso verhält es

sich mit dem traditionellen Verkaufsstand

am Gänselieselbrunnen in der

Altstadt, wo Mutter Brunhilde jahrzehntelang

Pflanzen und Blumensträuße

verkaufte, der inzwischen

aber aufgegeben wurde. »Mittlerweile

ist es eher die Dienstleistung, die

bei uns im Zentrum der Arbeit steht.

Und Floristik ist weiterhin ein Thema.

Wenn jemand einen vernünftigen

Blumenstrauß haben will, dann

kommt er zu uns.« Das Hauptstandbein

des Unternehmens ist inzwischen

jedoch die Belieferung von großen

Unternehmen, Sparkassen und

Instituten mit Hydrokulturen sowie

deren Pflege vor Ort. In Sachen Hydrokultur

war die Gärtnerei seit Anbeginn

immer führend in der Region,

und seine Kunden betreut Michael

Kuska mit großem Engagement. »Da

kommen manchmal auch schon etwas

außergewöhnliche Pflanzenwünsche,

und wir versuchen alles, um die

zu erfüllen.« Dann scheut er nicht

davor zurück, lange Fahrten mit

dem Transporter nach Holland zu

unternehmen, um die gewünschten

Gewächse zu besorgen.

Die Veränderungen durch die

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»Wenn das Sartorius

Quartier fertig ist, dann

wertet das die Gegend

hier auf jeden Fall auf.«

MICHAEL KUSKA

Im Zeichen des Krans:

Michael Kuska mit Frau

Sandra. Deutlich zu sehen im

Hintergrund: die historischen

Bestandsgebäude des

Sartorius Quartiers.

Rechts: Jeder Handgriff sitzt.

Doch das Blumenhandwerk

hat es heute schwer.

Aufgabe des Werksgeländes von Sartorius

sieht Michael Kuska rundum

positiv. Früher hätte man von diesem

Nachbarn hinter Fassaden praktisch

gar nichts mitbekommen. Das neue

Sartorius Quartier mit den ganzen

neuen Nutzungen, den Wohnungen,

Büros und dem Hotel, brächte viele

positive Entwicklungen mit sich,

neue potenzielle Kunden natürlich

eingeschlossen. »Wenn das Sartorius

Quartier erst mal fertig ist, dann

wertet das die Gegend hier auf jeden

Fall auf, das ist wie ein Sechser im

Lotto«, steht für ihn fest. Genauso

fest stand von Anfang an der Erwerb

einer Eigentumswohnung direkt vor

der Haustür, und selbstverständlich

sollte sie auf dem alten Grundstück

liegen. Bis die fertig ist, liegt

jedoch noch eine Strecke nicht immer

leichten Zusammenlebens mit

einer Großbaustelle vor den Kuskas,

die das Baugeschehen um sie herum

mit Interesse verfolgen, aber auch

schon einiges in den letzten Monaten

erlebt haben. Bei der obligatorischen

Kampfmittelsondierung im

vergangenen Sommer geriet ihr Hof

immer stärker ins Visier und verwandelte

sich zwischenzeitlich in einen

Schweizer Käse. Gefunden wurde

letztlich aber nur ein alter Bombensplitter.

Ein anderes Mal legte ein versehentlich

durchtrenntes Stromkabel

für ein paar Stunden den Betrieb

in der Gärtnerei völlig lahm. Doch

Michael Kuska sieht es pragmatisch.

Inzwischen führen Baustelle und Gärtnerei

eine routinierte Co-Existenz.

Man kennt und grüßt sich, und wenn

es dann mal ein Problem gibt, dann

findet sich auch immer eine Lösung.

2021 hat das alles dann ein Ende,

Kuskas werden nicht mehr auf eine

Baustelle schauen, sondern jede

Menge neue Nachbarn bekommen.

Und dann kehrt auch ein Stück von

dem zurück, wovon sie sich zuvor getrennt

haben: Wohnen mit Blumen

heißt dann das Motto.

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Stadtgeschichten

KUNSTOBJEKT JVA

LOCKED

Ein ehemaliges Gefängnis als Kunstobjekt. Der

Düsseldorfer Fotograf und Künstler Rainer Rehfeld hat

in Form einer fotografischen Installation das Innere

der ehemaligen JVA Düsseldorf nachgestellt. Seine

Fotos geben Einblick in eine verborgene Parallelwelt.

Wie die Spinne im Netz: verwaiste Hauptüberwachungseinheit im Zentrum des Gefängnisses



Blick durch

die Geschosse:

abgesicherte

Durchlässigkeit

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Zellengang:

scheinbar

unendlich lang

und von

stoischer

Gleichförmigkeit

Zweigniederlassung:

kleine

Überwachungseinheit

direkt im

Gebäudeflügel

Rainer Rehfeld ist seit 1997 als

freier künstlerischer Fotograf tätig.

Seine Rauminstallation »Locked«

war 2013 im Coelner Zimmer in

Düsseldorf-Derendorf zu sehen.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Düsseldorf versah fast 120 Jahre ihren

Dienst an der Ulmenstraße. Zur Zeit ihrer Entstehung war dieser Ort

noch eine städtische Randlage. Durch die zunehmende Urbanisierung

entfaltete sich jedoch immer mehr städtisches Leben um die im Sprachgebrauch

bald nur noch als Ulmer Höh’ bekannte Gefängnisanstalt. Nach außen komplett

durch Mauern abgeschottet, zeigte bloß der Blick aus der Luft, was sich dahinter

genau verbarg. Im Zentrum lag das Gebäude der Inhaftierten in Form eines

Kreuzes. Diese Gebäudeform sollte eine effiziente, personalsparende Überwachung

gewährleisten, denn von der Mitte aus war der Blick in alle Gebäudeflügel

möglich.

Zwischen dem Umzug der JVA nach Ratingen im Jahr 2012 und dem Abriss

der gesamten Anlage 2017 vergingen fünf Jahre, in denen dieser Ort langsam Zielscheibe

von Vandalismus und Zerstörung wurde. »Grundsätzlich interessieren

mich Bauwerke oder Objekte, die mit der Zeit eine Transformation erleben«, sagt

Rainer Rehfeld, der in der Nähe der Ulmer Höh’ wohnt. »Das Gefängnis übte schon

immer eine besondere Faszination auf mich aus. Das hatte auch damit zu tun,

dass man beim Brötchenholen von der Straße aus Gefangene in den obersten Geschossen

hinter den Fenstern sehen konnte und mitbekam, was sie sich zuriefen.

Da gab es so ein unmittelbares Nebeneinander von Gefangensein und freier Welt.«

2013, als der Ort gerade Schauplatz für Filmaufnahmen war, gelang es ihm, Zugang

zur JVA zu bekommen. Aus dieser Zeit stammen seine fotodokumentarischen

Arbeiten, die die JVA leer, aber noch intakt zeigen. Beim Fotografieren

kam Rehfeld der Gedanke, das Material für eine Rauminstallation zu nutzen.

Dabei ging es ihm darum, den Innenraum des Gefängnisses so nachzustellen,

dass die Wirkung der Architektur und der langen Gänge sowie die Themen Überwachung

und Gefangensein erlebbar werden.

In seinem experimentellen Raum, dem Coelner Zimmer, brachte er die Fotos

in Form einer Tapete auf alle vier Wände, sodass der Eintretende das Gefühl hatte,

im Zentrum des Gefängnisses zu stehen, und er praktisch die Perspektive des

Wächters in der zentralen Überwachungskapsel einnehmen konnte. Die Kleinheit

des Raums hatte dabei eine unmittelbare, fast klaustrophobische Wirkung auf die

Besucher dieser Ausstellung. In aufklappbaren Papptaschen waren an den Türen

Fotos von leeren Zellen zu sehen, in denen nur noch die Wände etwas über die

Inhaftierten erzählten. »Ich finde es immer spannend«, sagt Rehfeld, »wenn man

eine Geschichte nicht direkt vor Augen geführt bekommt, sondern wenn sie sich

über verschiedene Hinweise erst langsam im Kopf des Betrachters zusammensetzt.«

Eine dritte Erlebnisebene wurde durch die Live-Performance eines Schauspielers

bei der Vernissage erzeugt, der einen aus Sicht eines Inhaftierten verfassten

Text, eine Art philosophische Abhandlung über das Gefangensein, rezitierte.

Das besonders Eindringliche dieser Rauminstallation lag auch darin, dass sie

dem Betrachter einen Ort vorführte, der der Öffentlichkeit nie zugänglich war

und heute bereits wieder verschwunden ist.

Rainer Rehfeld beim Aufbau der

Installation im Coelner Zimmer.

Täuschend echt wird hier die Wirklichkeit

nachgebildet.

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Rückblick

KAY-DEGENHARD-HAUS

S C H A U

Gläserner Lückenschluss in

der gründerzeitlich geprägten

Oranienburger Straße

F E N S T

E R D E R

M O D E

Mit dem Ziel, Designern aus der Modebranche Flächen zum Verkauf

ihrer Produkte zur Verfügung zu stellen, hat HAMBURG TEAM 2004

das Kay-Degenhard-Haus in Berlin-Mitte errichtet. Die transparente

Architektur schafft Ein- und Ausblicke, sodass im Kontext eines

kleinen Bürogebäudes an der Oranienburger Straße sprichwörtlich

ein »Schaufenster der Mode« entstanden ist.

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Besonders bei Nacht ist

das Kay-Degenhard-Haus

ein echter Hingucker

FERTIGSTELLUNG 2004

Das Kay-Degenhard-Haus schließt die

letzte Baulücke zwischen der Oranienburger

Straße, dem Monbijouplatz

und der Großen Präsidentenstraße.

Nach dem Entwurf des Hamburger

Stararchitekten Hadi Teherani entsteht

ein skulpturales Gebäude, das

gleichermaßen Kunstobjekt und Anziehungspunkt

in einem Szeneviertel

Berlins nahe den Hackeschen Höfen

ist. Die großen Glaskuben entwickeln

ihren Charme besonders bei Nacht.

IN MEMORIAM KAY DEGENHARD

Mit der Namensgebung setzt Arne Oloffson, Mitbegründer

von HAMBURG TEAM und damaliger Geschäftsführer,

seinem Freund Kay Degenhard ein Andenken. Der

deutsche Magazin- und Porträtfotograf war kurz vor Beginn

der Planungen für das Gebäude bei einem Verkehrsunfall

tödlich verunglückt. Das »Schaufenster der Mode«

wird nun zum Kay-Degenhard-Haus.

CONCEPTSTORE OF THE YEAR

2010 eröffnet die deutsche Designerin

Jette Joop zusammen mit ihrem

Ehemann Christian Elsen ihren ersten

Concept-Store im Kay-Degenhard-Haus.

Im »Schaufenster der

Mode« sind nun Damenbekleidung,

Schmuck, Parfüms und weitere Lifestyle-Produkte

– alles entworfen von

der Designerin – käuflich zu erwerben.

Die exklusiven Produkte passen

perfekt zu der transparenten, gläsernen

Architektur des Gebäudes. Und

diese Kombination trägt Früchte:

Nur wenige Monate nach Eröffnung

wird Jette Joops Concept-Store mit

dem Titel »Store of the Year« des

Handelsverbands Deutschland gekürt

und zählt somit zu den innovativsten

und überzeugendsten Fashion-

Geschäften Deutschlands.

MASKEN STATT MODE

Designerprodukten folgen Masken.

Seit 2014 befindet sich der Flag ship-

Store von Maskworld, einem führenden

Online-Anbieter für hochwertige

und trendige Verkleidung, im Kay-

Degenhard-Haus. Über 4.000 Kostüme,

Masken und Accessoires bevölkern

nun die Verkaufsflächen. Bekannte

Figuren aus der Filmwelt schauen

durch die Panoramafenster auf die

Vorbeigehenden herab. Einmal mehr

erweist sich die transparente Architektur

als idealer Rahmen für die

Nutzer der Räumlichkeiten und bietet

den nahezu unbegrenzten Verwandlungsmöglichkeiten,

für die Maskworld

steht, eine perfekte Bühne.

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Das Allerletzte

CARTOON

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Impressum

STADTPLAN

Herausgeber

HTP HAMBURG TEAM

Gesellschaft für Projektentwicklung mbH

Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg

Geschäftsführende Gesellschafter

Peter Jorzick, Christoph Kleiner

office@hamburgteam.de

www.hamburgteam.de

HAMBURG TEAM

Investment Management GmbH

Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg

Geschäftsführender Gesellschafter

Nikolas Jorzick

office@hamburgteam-im.de

www.hamburgteam-im.de

Konzept, Text & Redaktion

Dr. Regine Jorzick

Dorka Humbach-Batizi

Maren Nowack

Gestaltung und Layout

Anna Bertermann, Hamburg

Lektorat

Uta Kleimann, Hamburg

Lithografie

edelweiß publish lithographie, Hamburg

Druck

Beisner Druck GmbH & Co. KG, Buchholz

Bildnachweis

Fotos

Marcus Bredt Fotografie, Berlin, S. 3, 59, 60

Manuel Frauendorf, Berlin, S. 2, 20/21

Lars Gruber, Darmstadt, S. 18/19

HAMBURG TEAM, Hamburg, S. 38, 39, 41, 44

Sinje Hasheider, Hamburg, S. 1, 2, 3, 24, 27, 28,

31, 34, 46–51

INTERBODEN Gruppe, Ratingen, S. 2, 15, 32–33

Jens Kirchner, Düsseldorf, S. 16/17

Linus Lintner, Berlin, S. 39

Metamorph GmbH, Berlin, S. 61

Jacqueline Pehlemann, Berlin, S. 61

Rainer Rehfeld, Düsseldorf, S. 3, 52–57

Henning Stauch, Hannover, S. 22/23

Sylvie Weisshäupl, Berlin, S. 44

Julian Weninger, München, S. 25, 26, 27, 29

Illustrationen

Pia Bublies, Hamburg, S. 5, 7, 14, 16, 19, 21, 22, 28

Markus Grolik, München, S. 62

Luftbilder

Falcon Crest Air, Hamburg, S. 40

freiland netzlösungen gmbh, Hamburg, S. 4/5

Stefan Rampfel, Göttingen, S. 42

Peter Sondermann/City Luftbilder/Gesundheit

Nord gGmbH, Bremen, S. 45

Visualisierungen

Barkow Leibinger, Berlin, S. 6/7, 41

bloomimages, Hamburg, Umschlag, S. 4/5,

37, 39, 40

Charles de Picciotto Architekt BDA,

Hamburg, S. 43

INTERBODEN Gruppe, Ratingen, S. 36

Projektgrund GmbH, Bremen, S. 41

pure rendering GmbH, Berlin, S. 38

Quattrohaus GmbH & Co. KG, Cottbus, S. 38

Zillerplus Architekten und Stadtplaner,

München, S. 37

© HAMBURG TEAM, Dezember 2019

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