Berliner Zeitung 23.01.2020

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Anja Reich über das Holocaust-Gedenken – Leitartikel Seite 8

Heute

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Gewaltig: Dax steigt auf

auf Rekordhoch

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Vorzeitig: Waltz und

Öhmann verlassen Berlin

Feuilleton Seite 21

Donnerstag,23. Januar 2020 Nr.19HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Strittig: Florian Schmidt und

sein Wirken in Kreuzberg

Berlin Seite 11

Griechenland

Die

Demokratie

ist weiblich

VonGerd Höhler

Zum ersten Malseit der Gründung

des modernen Griechenland vor

190 Jahren steht jetzt eine Frau an

der Staatsspitze: Mit großer Mehrheit

von 261 der 294 anwesenden

Abgeordneten wählte das Parlament

in Athen am Mittwoch die 63-jährige

Ekaterini Sakellaropoulou zur neuen

Staatspräsidentin. Sakellaropoulou

war bisher Präsidentin des Staatsrats,

des Obersten

Verwaltungsgerichts.

Seit Monaten

wurde in Griechenland

darüber

gerätselt,

wen der selbst

erst vor sieben

Ekaterini Sakellaropoulou,

Präsidentin Amt gewählte

Monaten ins

Griechenlands Regierungschef

Kyriakos Mitsotakis

als Staatsoberhaupt vorschlagen

würde. Mitsotakis’ erklärtes Ziel

war es, einen Kandidaten zu nominieren,

der eine möglichst breite

Mehrheit im Parlament findet. Das

neue Staatsoberhaupt soll den politischen

Konsens des Landes verkörpern,

das nach dem Jahrzehnt der

Krise jetzt vor einem Neubeginn

steht.

Der griechische Staatspräsident

hat zwar fast nur repräsentative

Kompetenzen. Wichtig wirddas Amt

aber in Krisenzeiten, wenn der Präsident

den Rat der Parteichefs einberufen

kann, um eine gemeinsame Linie

zu finden.

Sakellaropoulou ist nicht nur die

erste Frau im höchsten griechischen

Staatsamt, sondern seit 30 Jahren

auch die erste parteilose Präsidentin.

Ihre drei unmittelbaren Vorgänger

waren mehr oder weniger verdiente

Politiker. Unpolitisch ist Sakellaropoulou

aber nicht. Die Juristin, die

der linken Mitte zugeordnet wird,

zeigte in ihrer Rechtsprechung stets

ein besonderes Engagement für Bürger-

und Minderheitenrechte sowie

Umweltbelange.

Mit der Nominierung wollte Premier

Mitsotakis ein Zeichen setzen.

Es sollte eine Frau sein, denn „die

Demokratie ist weiblich“, begründete

der Regierungschef seinen Vorschlag.

Für eine Frau als Kandidatin

dürfte allerdings aus Mitsotakis’

Sicht auch gesprochen haben, dass

er bei der Bildung seines Kabinetts

im vergangenen Juli nur fünf der 49

Ministerämter und Staatssekretärsposten

an Frauen vergab. Dafür hagelte

es viel Kritik. Dieser Makel ist

nun ein wenig getilgt.

Die im nordgriechischen Thessaloniki

geborene Sakellaropoulou

kommt aus einer angesehenen Juristenfamilie.

Ihr Vater war Vizepräsident

des Areopag, des Obersten

Gerichtshofes. Sie studierte in

Athen und an der Pariser Sorbonne.

Schon 1982 kam sie mit damals 26

Jahren an das höchste Verwaltungsgericht.

Sakellaropoulou löst den

seit 2015 amtierenden konservativen

Präsidenten Prokopis Pavlopoulos

ab.

Zukunftsmodell oder reif fürsMuseum?

Berlin fährt vor

Die Hauptstadt will Autos zurückdrängen und zugleich die IAA an die Spree holen.

Passt das zusammen?

VonJochen Knoblach und Melanie Reinsch

Esist ein bisschen, als würde

sich der Vatikan für eine

Erotikmesse bewerben oder

Arte das Dschungelcamp in

seinen Sendeplan aufnehmen wollen.

Berlin, die Stadt, in der das Auto

erklärtermaßen zurückgedrängt werden

soll, will die Internationale Automobil-Ausstellung

an die Spree holen.

An diesem Donnerstag sowie am

Freitag werden sich die Bewerberstädte

beim Verband der Automobilindustrie

als Ausrichter der Messe

empfehlen. Neben Berlin sind das

Hamburg, München, Köln, Stuttgart,

Hannover sowie der bisherige IAA-

StandortFrankfurtamMain. Am frühen

Donnerstagnachmittag wirdsich

Berlin in der VDA-Residenz am August-Bebel-Platz

präsentieren.

Beim VDA legt man Wert darauf,

dass nicht die Städte angesprochen

wurden –sie hätten sich vonsich aus

beworben, nachdem der Verband

eine Neuorientierung seiner Traditionsmesse

angekündigt hatte. Sodarf

sich also Deutschlands Autobranche

in Zeiten sinkender Rankingwerte

wieder sehr bedeutsam fühlen, wenn

sie in ihrer Residenz zum Casting

empfängt. Denn die fünfköpfigen Bewerberteams

sind hochkarätig. Für

Berlin wird der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD) selbst

antreten. Begleitet wirdervon Messe-

Berlin-Chef Christian Göke und IHK-

Präsidentin Beatrice Kramm. Müller

gab sich bereits imVorfeld zuversichtlich:

„Ich glaube, dass wir da für die

Messe ein attraktives Angebot machen

werden. Wir rechnen uns gute

Chancen aus.“

Wer außerdem zum Bewerberteam

gehören wird, war bis Redaktionsschluss

unklar. Sicher ist allerdings,

dass Berlins Wirtschaftssenatorin

Ramona Popnicht dabei ist. Im

Dezember hatte sich die Grünen-Politikerin

während eines Parteitags der

Berliner Grünen noch für die Messe

stark gemacht, doch die Delegierten

stimmten am Ende mit einer knappen

Mehrheit gegen eine Bewerbung

für die Automesse. Danach ist Pops

Position zur Messebewerbung unklar:„Berlin

hat in Sachen moderne,

saubere und vernetzte Mobilität

mehr zu bieten als andere Städte.

Deswegen ist Berlin der richtige Ort

für neue Mobilitätsideen und Konzepte“,

sagte sie am Mittwoch der

Berliner Zeitung. Harald Moritz, verkehrspolitischer

Sprecher der Grünen,

ist dagegen eindeutig: „Eine Automesse

in Berlin bringt uns nicht

voran. E-Autos sind eine wichtige Sache,

aber eine echte Lösung sind sie

nicht“, so Moritz. Man tausche die

Motoren, die Probleme blieben.

Tatsächlich könnte aber gerade

das kritische Verhältnis des rot-rotgrünen

Senats zum Automobil ein

Vorteilbei der Bewerbung sein. Denn

die IAA, die übrigens 1897 in Berlin

geboren, erst 1951 nach Frankfurt am

Main abwanderte und dortzuletzt einen

erdrutschartigen Besucherschwund

erlebte, sucht nicht nur einen

neuen Veranstaltungsort. Die

neue IAA solle mehr sein als eine Automesse,

sagte VDA-Geschäftsführer

Martin Koers imDezember. „Sie ist

ein Konzept, mit dem sich die austragende

Stadt gemeinsam mit uns zu

einer SmartCityentwickeln soll.“

Dafür hätte Berlin einiges zu bieten.

Immerhin gibt es hier das bundesweit

einmalige Mobilitätsgesetz,

Gefragte Innovatoren Investitionen in Mobility-Start-ups,

in Millionen Euro, in Klammern Anzahl der Finanzierungsrunden, Auswahl 2019

Berlin

Bayern

Baden-Württemberg

Hamburg

Rheinland-Pfalz

Nordrhein-Westfalen

50 (2)

35 (6)

10 (1)

2 (3)

682 (9)

821 (24)

BLZ/GALANTY; QUELLE: EY

mit dem die Dominanz des Autoverkehrs

inder Stadt beendet werden

soll. Berlin istzugleich Praxislaborfür

neue Arten von Mobilität, und die

Ideen vonhier gelten als weltweit vielversprechend.

Im vergangenen Jahr

haben sogenannte Mobility-Startups

bei Investoren jedenfalls mehr Risikokapital

eingesammelt als die anderen

bundesdeutschen Mobility-

Start-ups zusammen. Auf der Straße

des 17. Juni gibt es die erste Innenstadt-Teststrecke

für autonom fahrende

Autos. Große Autohersteller

und Zulieferer haben in dieser Stadt

ihre Forschungssatelliten installiert,

in denen auch nach Alternativen zum

Pkw in Privatbesitz gesucht wird.

Demnächst baut Tesla Elektroautos

ganz in der Nähe und will in der Stadt

ISTOCKPHOTO

ein Forschungs- und Entwicklungszentrum

einrichten. „Nirgendwo

sonst in Deutschland befasst man

sich so intensiv mit Mobilität wie

hier“, sagt IHK-Präsidentin Kramm.

Auch bei der landeseigenen Messe

Berlin ist man zuversichtlich. Messe-

Chef Göke verweist mit der Bahnmesse

Innotrans, der Luftverkehrs-

Messe ILA und der IFA „auf nachgewiesene

Kompetenz“ in der Konzeption,

Vermarktung und

Durchführung von Live-Events im

Mobilitäts- und Tech-Bereich. „Zusammen

mit einer neuen IAA würde

Berlin zu dem internationalen Hotspot

für die Präsentation und Diskussion

vonMobilitätskonzepten für die

Zukunft“, sagte er dieser Zeitung.

Am kommenden Mittwoch wird

der 19-köpfige VDA-Vorstand in Berlin

zusammenkommen, um in Sachen

IAA-Standort eine Vorentscheidung

zu treffen. Das Gremium, dem

die Chefs aller großen deutschen Automobilhersteller

und Zulieferer von

Audi über Bosch und Continental bis

Volkswagen angehören, wird während

dieser Sitzungdie Finalisten bestimmen.„Wenigstens

zwei“ sollen es

sein, heißt es beim VDA. Mit diesen

Bewerbern werde man dann in die

Vertragsverhandlungen gehen. Eine

Entscheidung soll „in den nächsten

Monaten“ fallen.

Mit großer Hoffnung dürfte diese

gerade vonden Hoteliers und Einzelhändlern

erwartet werden. Denn die

IAA würde vorallem umsatzträchtige

Fachbesucher in die Stadt ziehen.

Laut Berechnungen der Investitionsbank

Berlin spülen diese proTag und

Person im Schnitt 240 Euro in dieGeschäftskassen

Berlins. Bei einem

Fachbesucheranteil vonweiterhin70

Prozent und nicht weiter sinkenden

Besucherzahlen wären das zusätzliche

94 Millionen Euro –pro Tag.

Coronavirus

breitet sich

schnell aus

Erste Infektion in den USA

registriert

Mit gut 150 Nachweisen binnen

eines Tages ist die Zahl erfasster

Fälle einer neuartigen Lungenerkrankung

in China deutlich gestiegen.

Die Zahl der Todesfälle erhöhte

sich auf 17, wie chinesische Behörden

am Mittwoch berichteten. Bis

zum Abend (Ortszeit) waren 473

nachweislich mit dem Coronavirus

Erkrankte erfasst. Auch außerhalb

Chinas wurden weitere Infektionen

bekannt. Erstmals wurde ein Fall in

den USA gemeldet –ein Mann der

voneiner Reise nach Wuhan zurückgekehrtwar.

In Europa gibt es bislang keine

Nachweise. Nach Einschätzung der

Bundesregierung bedeutet die Ausbreitung

der neuen Lungenkrankheit

nur ein „sehr geringes“ Gesundheitsrisiko

für die Menschen in

Deutschland. Die EU-Präventionsbehörde

ECDC sieht vorerst ein moderates

Risiko,dass der Erreger in die

Europäische Union eingeschleppt

wird. Die Weltgesundheitsorganisation

hatte wegen der Lungenkrankheit

ihren Notfallausschuss einberufen.

Dieser entschied am Abend, vorerst

keine „gesundheitliche Notlage

von internationaler Tragweite“ auszurufen.

Auch Christian Drosten, Virologe

an der Berliner Charité, rät dazu,

kein Schreckensszenario zu zeichnen.

Am Anfang von Infektionsepidemien

würden die schweren Fälle

überbetont. Es könnte sein, dass die

Krankheit wieder völlig verschwinde,sowie

Sars von2003.

Es wird vermutet, dass das neue

Coronavirus von einem Fischmarkt

in der zentralchinesischen Elf-Millionen-Metropole

Wuhan kommt,

auf dem auch Wildtiere verkauft

wurden. Man gehe davon aus, dass

die Quelle ein Wildtier gewesen sei,

sagte Gao Fu, Direktor des chinesischen

Zentrums für Seuchenkontrolle.Experten

sind überzeugt, dass

Reisende die neue Lungenkrankheit

zumindest vereinzelt auch nach Europa

bringen werden.

China stoppte derweil alle Flüge

und Züge aus der Millionenstadt

Wuhan. Wie am Abend bekannt

wurde, dürfen die Bewohner die

Stadt ab Donnerstag 10 Uhr (Ortszeit)

nur noch mit einer Sondergenehmigung

verlassen. (dpa)

Wissenschaft Seite17

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Tagesthema

Beschäftigte aus Berlin und

Brandenburg waren im

Jahr 2018 durchschnittlich

19,8 Tage krankgeschrieben.

Damit sind die 2,33 Millionen

sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

in beiden Länderninsgesamt

fast 46 Millionen Arbeitstage

ausgefallen. Für Arbeitgeber bedeutet

das einen Produktionsausfall von

insgesamt knapp 4,2 Milliarden

Euro.

Zu diesem Ergebnis kommt der

aktuelle länderübergreifende Gesundheitsbericht

Berlin-Brandenburg2019,

der alle zwei Jahreerstellt

wird. Es ist die fünfte Auflage des Reports,

der einen Überblick über die

gesundheitliche Lage aller Beschäftigten

in Berlin und dem Nachbarland

Brandenburg geben soll. Die

Daten, die das Berliner Iges-Institut

im Report zusammengefasst hat,

kommen von fünf Krankenkassen,

der Unfallversicherung und der

Deutschen Rentenversicherung. Die

Daten von68Prozent aller sozialversicherungspflichtig

Beschäftigen

fließen so in die Analyse ein. Ein Fokus

wurde in diesem Jahr auf psychische

Erkrankungen gelegt.

Berlin liegt im Bundestrend

Schaut man auf die Entwicklung der

vergangenen Jahre, ist der standardisierte

Krankenstand im Jahr 2018

weiter konstant geblieben. Er liegt

bei 5,1 Prozent, auch in den Jahren

zuvor lag der Anteil der Fehltage im

Bereich um fünf Prozent Damit liegt

Berlin auf dem Niveau des Bundesdurchschnitts

(5,1 Prozent). Standardisiert

bedeutet, dass die Werte auf

die Altersstruktur des Bundes umgerechnet

wurden, damit eine bessere

Vergleichbarkeit möglich ist.

„Der Krankenstand in dieser Region

stabilisiertsich. Dasist ein gutes

Signal“, fasste Kai Uwe Bindseil, Gesundheitsmanager

bei Berlin Partner

für Wirtschaft und Technologie

zusammen. Allerdings sei der Krankenstand

in Brandenburg höher,

aber auch hier auf einem konstanten

Niveau. Er lag im Jahr 2018 bei 5,9

Prozent. Die Schere sei nicht weiter

aufgegangen. „Das ist erfreulich“, so

Bindseil weiter.

Malade Muskeln und Knochen

Je höher das Alter,desto mehr Krankheitstage

werden verzeichnet: Ein

unter 30-Jähriger ist in etwa halb so

oft krank wie ein über 50-Jähriger.

Die meisten Fehltage in Berlin

und Brandenburg entstanden in

Folge von Muskel-Skelett-Erkrankungen,

an zweiter Stelle kommen

psychische Störungen oder Verhaltensstörungen

sowie Atemwegserkrankungen.

In Berlin sind dabei am

stärksten Menschen betroffen, die

im Bereich Wasserversorgung, Abwasser

und Abfallentsorgung tätig

sind. Dahinter folgt der Bereich öffentliche

Verwaltung, Verteidigung

und Sozialversicherung, an dritter

Position Verkehr und Lagerei und an

vierter das Gesundheits- und Sozialwesen.

Den hohen Krankenstand in der

öffentlichen Verwaltung erklärt

Bindseil unter anderem mit dem hohen

Altersdurchschnitt in der Berliner

Verwaltung. „Das ist anders als

bei einem Start-up oder bei Neugründungsunternehmen“,

sagte

Krankenstand

in Berlin

2018

unter 4,5%

4,5-4,9%

5,0-5,4%

über 5,4%

Charlottenburg-

Wilmersdorf

Spandau

Berlin –Krankenstand

2014

Reinickendorf

4,3%

Steglitz-Zehlendorf

4,8%

Mitte

4,0%

3,7%

Wichtigste Erkrankungsgruppen in Berlin

Fehltage je 100 Beschäftigte in 2018

Lichtenberg

Pankow

4,6% 5,4%

5,0%

Tempelhof-

Schöneberg

5,2%

Neukölln

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems

363

Psychische und Verhaltensstörungen

339

Krankheiten des Atmungssystems

324

Verletzungen, Vergiftungen

189

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde

125

Infektionen

102

andere Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen

89

Krankheiten des Verdauungssystems

89

Krankheiten des Kreislaufsystems

78

Neubildungen

64

Marzahn-

Hellersdorf

Treptow-

Köpenick

4,9% 5,0% 5,1% 4,8% 4,9%

2015 2016 2017 2018

Bindseil. Tatsächlich liegt der Altersdurchschnitt

in der Verwaltung in

Berlin bei 48 Jahren –ersinkt nur

langsam. Gesundheitssenatorin Dilek

Kalayci (SPD) glaubt, dass es

auch daran liegt, dass in der öffentlichen

Verwaltung eine andere Kultur

herrscht: In Betrieben, in denen Gesundheitsmanagement

ein Thema

sei, würden Menschen ihrepersönliche

Gesundheitssituation anders

einschätzen als in Unternehmen, in

denen das Gefühl vorherrsche, dass

man ein Problem bekäme, wenn

man krank zu Hause bliebe,soSenatorin

Kalayci. In Brandenburg führt

Friedrichshain-

Kreuzberg

der Bereich öffentliche Verwaltung,

Verteidigung und Sozialversicherung

sogar die Liste des höchsten

Krankenstands an.

Unterschiede in den Bezirken

Große Unterschiede gibt es zwischen

den Stadtteilen. So verzeichnet

man in den Bezirken Marzahn-

Hellersdorf, Reinickendorf und

Spandau einen höheren Krankenstand

als zum Beispiel in Friedrichshain-Kreuzberg

oder Mitte. InBrandenburg

weisen die Landkreise Barnim,

Ostprignitz-Ruppin und Märkisch-Oderland

die häufigsten

Gesundheit

Viele Menschen in Berlin und Brandenburg leiden unter psychischen Erkrankungen.

Vor allem Frauen sind betroffen.

Drei Wochen krank

VonMelanie Reinsch

Krankenstand

Brandenburg

2018

unter 5,5%

5,5-5,9%

6,0-6,4%

über 6,4%

Prignitz

6,5%

Havelland

Potsdam

Brandenburg/Havel

Potsdam-Mittelmark

Teltow-Fläming

Elbe-Elster

5,8%

5,8%

5,0%

6,3%

6,4%

6,1%

Wichtigste Erkrankungsgruppen in Brandenburg

Fehltage je 100 Beschäftigte in 2018

Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems

Krankheiten des Atmungssystems

Psychische und Verhaltensstörungen

345

Verletzungen, Vergiftungen

269

Krankheiten des Kreislaufsystems

131

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde

129

Krankheiten des Verdauungssystems

119

Infektionen

107

Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen

106

Neubildungen

87

6,0%

394

5,7%

6,4%

5,6%

5,9%

Uckermark

Barnim

Märkisch-

Oderland

Frankfurt (O.)

Oder-Spree

Dahme-

Spreewald

Cottbus

Spree-Neiße

6,5%

Ostprignitz-

Ruppin Oberhavel

6,8%

6,4%

6,6%

6,6%

6,4%

Oberspreewald-

Lausitz

Brandenburg –Krankenstand

5,7% 5,9% 6,0% 6,0% 6,2%

2014

2015 2016 2017 2018

Fehlzeiten auf, während die Menschen

in Potsdam, Cottbus und

Frankfurt (Oder) am wenigsten

krank waren.

Gründe für die Differenz könnten

die unterschiedliche Altersstruktur,

die unterschiedliche sozio-ökonomische

Struktur sowie die Beschäftigung

der Arbeitnehmer in unterschiedlichen

Branchen sein.

Die häufigsten Arbeitsunfälle erleiden

Männer, während Frauen öfter

fehlen, weil sie unter den Folgen

einer psychischen Erkrankung leiden.

So kommen in Berlin hier auf

100 angestellte Frauen im Jahr 2018

534

BLZ/GALANTY; QUELLE: PRESSEKONFERENZ: BERLIN-PARTNER.DE/GESUNDHEITSBERICHT

insgesamt 436 Fehltage,inBrandenburgsind

es sogar 521 Tage.Berliner

Männer fehlten dagegen wegen psychischer

Erkrankungen an 249 Tagen,

im Nachbarland an 269 Tagen.

Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) ist psychische

Gesundheit ein Zustand des

Wohlbefindens, indem das Individuum

seine Fähigkeiten und Potenziale

nutzt, um die normalen Lebensbelastungen

zu bewältigen. Im

Zeitverlauf hat die Zahl derer,die wegen

psychischer Erkrankungen bei

der Arbeit fehlten, zugenommen –

sowohl in Berlin als auch in Brandenburg.

Seit 2014 haben sich die

Zahlen auf hohem Niveau stabilisiert.

In Berlin spielen sie mit rund 18

Prozent Anteil am Krankenstand

eine größere Rolle als in Brandenburg

mit rund 15 Prozent. Pro Fall

kommt man in Berlin 2018 auf eine

Fehlzeit von 34Tagen, in Brandenburgauf

32 Tage.

Schaut man tiefer in die Analyse,

stellt man fest, dass es vorallem „depressive

Episoden“ sind, die zu den

Fehltagen führen. Dahinter folgen

Reaktionen auf schwereBelastungen

und Anpassungsstörungen.Vorallen

bei Berufen mit hohen sozial-emotionalen

Anforderungen kommt es

zu solchen psychischen Erkrankungen.

Der Verwaltungsbereich führt

hier die Liste an, an zweiter Stelle

steht das frauendominierte Gesundheits-

und Sozialwesen. Also eine

Branche,inder wegen der hohen Belastungen

die Angestellten durchschnittlich

nur acht Jahre imBeruf

bleiben und zudem in Teilzeit arbeiten.

Fast ein Fünftel der Rentenzugänge

aufgrund einer psychischen

Erkrankung waren 2017 und 2018 bei

Männern auf alkoholbedingte Erkrankungen

zurückzuführen. Bei

den Frauen war es dagegen nur etwa

ein Dreißigstel.

Verantwortung der Arbeitgeber

Sie nehme die Ergebnisse des Reports

als Gesundheitssenatorin sehr

ernst, sagte Kalayci. Das erwarte sie

auch von den Arbeitgebern. „Sie

müssen das betriebliche Gesundheitsmanagement

voranbringen

und Arbeitsplätze sogestalten, dass

ihreAngestellten gerne für sie arbeiten“,

sagte die SPD-Politikerin. Ein

besonderes Augenmerk müsse daher

auf den psychischen Erkrankungen

liegen. „Mit über 30 Fehltagen

pro Fall zeigt sich, welche schwerwiegenden

Auswirkungen psychische

Erkrankungen haben.“ Arbeitgeber

müssten mit Präventionsmaßnahmen

und schnellen Hilfen reagieren.

Gefährdung prüfen lassen

Das sieht auch die Vorsitzende des

Vorstands der AOKNordost, Daniela

Teichert, so. Psychische Erkrankungen

hätten sich in den vergangenen

Jahren verstärkt. „Wir sehen auch,

dass viele Arbeitgeber das Thema

aber nicht erkannt haben“, sagte sie.

Dabei ist die Berücksichtigung psychischer

Belastung in der Gefährdungsbeurteilung

sogar eine arbeitsschutzgesetzliche

Pflicht. „Es

gibt dieses Instrument, aber das ist

noch nicht bei allen Unternehmen

angekommen“, so Teichert. Das

müsse einfach besser genutzt werden.

Zahlreiche Beratungsangebote

und individuelle Maßnahmen stünden

in den Koordinierungsstellen

der Sozialversicherungsträger bereit,

sei es im Bereich Arbeitsschutz, betriebliche

Gesundheitsförderung

oder betriebliches Eingliederungsmanagement.

Aber noch immer täten sich Unternehmen

damit schwer. Sie appellierte

an die Arbeitgeber, diese Möglichkeiten

auch zu nutzen. Der Gesundheitsbericht

zeige deutlich, wie

wichtig es sei, frühzeitig in die physische

und psychische Gesundheit der

Mitarbeiter zu investieren.

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute verdecken immer wieder Wolken die Sonne. Dabei machen die

Höchstwerte bei 3bis 6Grad halt, und der Wind weht nur schwach aus

südwestlichen Richtungen. In der Nacht muss man sich auf zeitweiligen

Nebel einrichten. Funkelnde Sterne gibt esaber auch, und die Temperaturen

erreichen Wertebis minus 1Grad.

Biowetter:

Belastung

Kopfschmerzen schwach

Schlafstörungen schwach

Rheumaschmerzen schwach

Atemwegsbeschwerden schwach

Herzbeschwerden schwach

Pollenflug:

Hasel

Erle

Pappel

Weide

schwach

schwach

keine

keine

Gefühlte Temperatur: maximal 2Grad.

Wind: leichter Wind aus Südwest.

Wittenberge

0°/5°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

0°/4° 0°/4°

Luckenwalde

0°/4°

Prenzlau

0°/6°

Cottbus

-1°/5°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

heiter bedeckt stark bewölkt

0°/6° 2°/4° -1°/4°

Frankfurt

(Oder)

0°/3°

Ein Hoch erstreckt sich von den Azoren bis zum nördlichen Balkan. Damit dominiert

ein Nebel-Sonne-Gemisch bei uns das Wetter und in höheren Regionen

zudem milde Luft. Nördlich davon wandern Tiefs mit Regenwolken über Schottland

und Norwegen nordostwärts. Sie markieren die Grenze zu polarer Luft.

Köln

-1°/6°

Sylt

2°/7°

Saarbrücken

-1°/5°

Hannover

1°/5°

Konstanz

-3°/3°

Hamburg

1°/6°

Erfurt

-1°/4°

Frankfurt/Main

1°/6°

Stuttgart

-3°/5°

Rostock

2°/7°

Magdeburg

0°/5°

Nürnberg

-6°/4°

München

-2°/4°

Rügen

-1°/5°

Dresden

-1°/4°

Deutschland: Heute zeigen sich teilweise

viele Wolken, doch zwischendurch

scheint die Sonne. Die Werte

erreichen maximal 3bis 7Grad. Die

Tiefsttemperaturen betragen 2bis

minus 4Grad. Der Wind weht

schwach aus Südwest. Morgen steigen

die Höchsttemperaturen auf

1bis 9Grad. Dazu ist der Sonnenschein

nur gebietsweise durch Wolken

getrübt. Der Wind weht schwach

aus südwestlichen Richtungen.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 40 cm

Harz bis 5cm

Erzgebirge bis 30 cm

Bayerische Alpen bis 190 cm

Mondphasen: 24.01. 02.02. 09.02. 15.02.

Sonnenaufgang: 08:01 Uhr Sonnenuntergang: 16:34 Uhr Mondaufgang: 07:14 Uhr Monduntergang: 14:57 Uhr

Lissabon

13°

Las Palmas

18°

Madrid

11°

Reykjavik


Dublin


London


Paris


Bordeaux

15°

Palma

16°

Algier

20°

Nizza

15°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand


Tunis

17°

Rom

14°

Warschau


Wien

5° Budapest


Palermo

17°

Kiruna

-5°

Oulu


Dubrovnik

14°

Athen

15°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul


Iraklio

17°

Archangelsk

-5°

Moskau

-2°

Ankara


Antalya

19°

Acapulco 32° wolkig

Bali 25° Gewitter

Bangkok 33° heiter

Barbados 27° wolkig

Buenos Aires 29° sonnig

Casablanca 17° Schauer

Chicago 2° Schnee

Dakar 26° bewölkt

Dubai 24° heiter

Hongkong 23° wolkig

Jerusalem 7° wolkig

Johannesburg 32° Schauer

Kairo 14° bewölkt

Kapstadt 28° sonnig

Los Angeles 21° heiter

Manila 30° sonnig

Miami 24° Regen

Nairobi 27° wolkig

Neu Delhi 19° heiter

New York 6° wolkig

Peking 6° sonnig

Perth 29° heiter

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 22° Schauer

San Francisco 15° bewölkt

Santo Domingo 25° wolkig

Seychellen 29° heiter

Singapur 36° wolkig

Sydney 38° heiter

Tokio 11° bewölkt

Toronto 3° bedeckt


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 3

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Seite 3

Demokratie in Gefahr

In Kalkutta protestieren Frauen gegen das neue Staatsbürgerschaftsgesetz der indischen Regierung.

AFP/DIBYANGSHU SARKAR

Sie kamen maskiert und mit Eisenstangen

bewaffnet. Ein Mob von

mehreren Hundert Männern und

Frauen stürmte den Campus vonIndiens

berühmtester Universität in der

Hauptstadt Neu-Delhi. „Erschießt die Verräter“,

skandierten die Eindringlinge und

schlugen auf Studenten und Dozenten der

Jawaharlal Nehru University ein, zertrümmerten

Mobiliar und zündeten Autos an. Die

herbeigerufene Polizei sah der Gewaltorgie

drei Stunden lang tatenlos zu, bis sie die Täter

vomGelände eskortierte –ohne auch nur

einen vonihnen festzunehmen. Später brüstete

sich die hindunationalistische Studentengruppe

Akhil Bharatiya Vidyarthi Parishad

damit, den Angriff verübt zu haben.

Der dramatische Showdown an der

Nehru-Universität war vorläufiger Höhepunkt

eines Konflikts,der das Land zu zerreißen

droht. Indien hat sich lange dafür gerühmt,

nicht nur die friedfertigste, sondern

auch die größte Demokratie der Welt zu sein.

Doch jetzt ist der Subkontinent auf bestem

Wege, zur religiös-nationalistischen Autokratie

zu verkommen.

Gefährliche Spaltung

Betreiber der gefährlichen Spaltung ist Premierminister

NarendraModi höchstselbst. Er

ist Chef der hindunationalistischen Regierungspartei

Bharatiya Janata Party –und hat

im Dezember mit einem neuen, anti-muslimischen

Staatsbürgerschaftsrecht endgültig

einen Keil in die Gesellschaft getrieben.

Beiden Protesten gegen das vonvielen als

Unrecht empfundene neue Recht haben die

Studenten der Nehru-Universität, die als Zentrum

des Liberalismus gilt, eine bedeutende

Rolle gespielt. Entsprechend groß war das

Entsetzen über den Angriff der Schlägertruppe.

Bei Indiens Nobelpreisträger für Wirtschaft,

Abhijit Banerjee, Absolvent der

Nehru-Universität, weckte die Attacke „Erinnerungen

an die Jahre, als Deutschland auf

dem Wegindie Nazi-Herrschaft war“. Beim

Weltwirtschaftsforum in Davos bewegten

den pakistanischen Premier Imran Khan

gestern ähnliche Gedanken, als er vor einer

Diktatur im Nachbarland Indien warnte:

„Die Politik der indischen Regierung unter

Narendra Modi erinnert andie Entwicklung

in Nazi-Deutschland zwischen 1933 und

1945 von einer liberalen Demokratie zu einem

faschistischen Staat.“

Dieschnelle und brutale Reaktion der Regierung

auf Demonstrationen im ganzen

Land verfestigt den Eindruck. Modi benutzte

ein Gesetz aus der britischen Kolonialzeit und

schränkte die Versammlungsfreiheit radikal

Premierminister Narendra Modi baut Indien in ein nationalistisches

Hindu-Reich um. Muslime werden per Gesetz ausgegrenzt, dem Protest

dagegen begegnet die Regierung mit Brutalität.

Wasbleibt von der indischen Toleranz?

VonAgnes Tandler

ein. Und macht damit das Gründungsversprechen

des unabhängigen Indien zunichte.

Als Indien nach der Unabhängigkeit von

Großbritannien 1947 zum bevölkerungsreichsten

demokratischen Staat der Welt

wurde, legten die Politiker des Landes großen

Wert darauf, ein pluralistisches, säkulares

System aufzubauen. Das sollte die Herrschaft

einer Ethnie oder Religion über die anderen

in dem Vielvölkerstaat verhindern.

Doch seit derWiederwahl Modis im Mai2019

wird diese Demokratie systematisch zum

Hindu-Staat umgebaut. Die Stimmung ist

beispiellos aufgeheizt.

Intellektuelle wie der bekannte Historiker

Ramachandra Guha wurden wegen friedlichen

Protests in der Öffentlichkeit festgenommen

und abgeführt. Dies geschah ausgerechnet

kurz nach der Feier des 150. Geburtstages

von Mahatma Gandhi, Indiens

berühmtestem Unabhängigkeitskämpfer,

der weltweiten Ikone friedlichen Widerstandes.

Guha wurde nach einigen Tagen wieder

freigelassen; Hunderte andere sind immer

noch in Haft.

Guha war einer der Mitunterzeichner eines

Briefes, der im Sommer an Modi ging.

Darin mahnten 49 Intellektuelle, Schriftsteller,

Künstler und Filmemacher den Regierungschef,

dass man „nicht mehr im Mittelalter“

lebe. „Es gibt keine Demokratie ohne

Widerspruch“, hieß es in dem Brief. Besorgt

zeigte sich die Gruppe von der zunehmenden

Gewalt gegen Muslime und andere religiöse

Minderheiten.

Die Öffentlichkeit hätte vielleicht nie von

dem Schreiben erfahren –wenn nicht ein

Richter im ostindischen Bihar die Klage eines

Modi-Fans zugelassen hätte. Der beschuldigte

die Unterzeichner,„das Bild Indiens

beschmutzt und die herausragende Leistung

des Premierministers geschmälert“ zu

haben. Gegen alle 49 Briefschreiber wurde

wegen Landesverrats ermittelt.

Jeder Protest, so scheint es,provozierteine

immer noch schärfereAntwort. DerFilmemacher

Adoor Gopalakrishnan nannte die Entscheidung

des Richters in Bihar „unglaublich“.

„Wir sind immer noch eine Demokratie

und jeder Bürger hat das Recht, denjenigen an

der Macht einen Brief zu schreiben –bis hoch

zum Präsidenten“, sagte er. Prompt forderte

ein Politiker der hindunationalistischen Partei

den 78-jährigen Regisseur auf, „doch zum

Mond zu gehen“.

Es steckt mehr dahinter als nur ein Krieg

der Worte. Oder eine Frage des Glaubens.

Der 69-jährige Modi, bekennender Hindu,

der sich vegetarisch ernährt und an religiösen

Feiertagen streng fastet, ist seit seiner Jugend

Mitglied des hindunationalistischen

„Die Attacke erinnert an

die Jahre, als Deutschland

auf dem Wegindie

Nazi-Herrschaft war.“

Abhijit Banerjee, Wirtschaftsnobelpreisträger,

über den Angriff auf die Nehru-Universität

Verbandes Rashtriya Swayamsewak Sangh,

abgekürzt RSS. Dieser Bund hat nicht nur

seine Uniformen vonder Hitlerjugend übernommen.

Auch die rassistische Vorstellung

von der Überlegenheit einer bestimmten

Volksgruppe ist in den Köpfen seiner Mitglieder

fest verankert. Mitder ersten Wahl Modis

zum Premier im Jahr 2014 hat diese Denkweise

Einzug gehalten in den Regierungssitz.

Jetztdefiniertsie Regierungspolitik.

Lange hatten es Indiens Hindunationalisten

schwer,größereTeile derBevölkerung zu

erreichen. Mit ihren extremen und verquerenAnsichten

wurden sie vonder Ober-und

Mittelschicht des Landes müde belächelt.

Dass ausgerechnet ein RSS-Mitglied Indiens

Unabhängigkeitskämpfer und Idol Mahatma

Gandhi 1948 ermordet hatte, lastete

zudem wie ein hässlicher Schandfleck auf

der Organisation. Doch inzwischen ist ihre

Weltanschauung hoffähig geworden.

Indien war auch lange stolz auf seine religiöse

Toleranz, mit der sich das Land vonseinem

islamischen Erzrivalen Pakistan absetzte.

Nun beginnen Kritiker Parallelen zur

Entwicklung im Nachbarland Pakistan zu sehen

–welches mitnichten, wie die besorgten

Wortevon Premier Khan in Davosvermuten

lassen könnten, ein Hort der Toleranz ist. Angriffe

auf Oppositionelle, Journalisten,

Schriftsteller und Künstler,Schikanen gegen

internationale Hilfsorganisationen und Gewalt

gegen religiöse Minderheiten sind nun

auch in Indien an der Tagesordnung.

Führende Politiker der Regierungspartei

provozieren gezielt alle Nicht-Hindus: Der

Regierungschef des Bundesstaates Uttar Pradesh

etwa, Yogi Adityanath, tut alles,umdas

berühmte TajMahal, ein Meisterwerk islamischer

Kunst aus dem 17. Jahrhundert, verkommen

zu lassen. Es repräsentiere nicht

die indische Kultur,hat er wissen lassen.

Nach der Unabhängigkeit 1947 hatten sich

Millionen Muslime dazu entschieden, nicht

in die neu gegründete Islamische Republik

Pakistan auszuwandern, und stattdessen Indiens

Versprechen von einem pluralistischen

und säkularen Staat ernst genommen. Etwa

80 Prozent der Bevölkerung sind Hindus,

Muslime stellen mit rund 180 Millionen die

zweitgrößte Religionsgruppe Indiens.Indem

neuenKlima der Intoleranz witternpolitische

Extremisten Morgenluft: Selbst ernannte

„Kuhschützer“ terrorisieren auf dem Lande

Muslime und andere Minderheiten, weil sie

angeblich Fleisch von Kühen essen, die für

Hindus heilig sind. Eine Atmosphäre von

Angst und Paranoia macht sich breit.

Modi und seine Partei haben bereits verschiedene

Gesetzeauf denWeggebracht, um

der Hinduisierung Indiens näherzukommen:

Im August beschloss die Regierung die

vollständige Integration des mehrheitlich

muslimischen Kaschmir in den indischen

Staat und schaffte den Sonderstatus der Himalaja-Region

ab.

Im Oktober veröffentlichte die Regierung

ein neues Staatsbürgerregister für den Bundesstaat

Assam, an der Grenze zuBangladesch

gelegen, und erklärte fast zwei Millionen

Einwohner faktisch für staatenlos. Die

Mehrheit dieser Menschen sind Muslime.

Im November gab das Oberste Gericht

grünes Licht für den Bau eines Hindu-Tempels

an einem von Muslimen und Hindus

gleichermaßen beanspruchten Platz in der

heiligen Stadt Ayodhya: ein Geschenk für

Premierminister Modi und seine Basis.

Im Dezember trat das neue Staatsbürgerschaftsgesetz

in Kraft, wonach Einwanderer

aus Afghanistan, Pakistan und Bangladesch

die indische Staatsbürgerschaft nur erwerben

können, sofernsie keine Muslimesind.

Wähler unzufriedener als früher

Indien hat sich innerhalb von zehn Jahren

radikal verändert –und kaum einer hat das

besser erkannt als Modi. Smartphones und

soziale Medien haben auch in abgelegenen

DörfernEinzug gehalten. DieWähler sind informiertund

zugleich unzufriedener als früher

und verlangen mehr.Modi gelang es mit

einer Mischung aus Charisma und Wirtschafts-

und Verwaltungsreformen 2019 mit

einem sensationellen Ergebnis wiedergewählt

zu werden –auch wenn er das große

Versprechen von Arbeitsplätzen und besseren

Aufstiegschancen nicht wirklich erfüllt

hatte. Indiens Wirtschaftswachstum ist verhalten.

Das Job-Programm der Regierung

brachte noch keine Wende, ebenso wenig

wie die „Made in India“- und die „Smart

City“-Initiative. Privatisierungen haben vor

allem den großen Konzernen genutzt.

Warum schafft er es trotzdem, von den

Benachteiligten gewählt zu werden? Warum

schafft er es trotzdem, ganzeHorden vonnationalistischen

Schlägertrupps zu mobilisieren,

damit sie kritische Studenten verprügeln?

Pankaj Mishra,Schriftsteller und Autor

eines vielbeachteten soziologischen Buches

über daskleinstädtische Indien, hat womöglich

die Antwort, wenn er jetzt sagt: „Es ist

Modis bösartiges Genie, diesen Leuten das

Gefühl vonÜberlegenheit und Machtzugeben.

Es kann einem in Indien zwar schlecht

gehen, aber man kann immer noch Befriedigung

darin finden, über anderen Teilen der

Bevölkerung zu stehen.“

Agnes Tandler

sieht mit Sorge, wie rasant sich die

Vielfalt in Indien verändert.


4 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Fixierte Patientin klagt

erfolgreich in Karlsruhe

Wegen der rechtswidrigen Fixierung

einer Patientin am Uniklinikum Kiel

hätte die Staatsanwaltschaft weiter

gegen zwei Ärzte und einen Pfleger

ermitteln müssen. DieSache sei nicht

hinreichend aufgeklärtworden, entschied

das Bundesverfassungsgericht

in Karlsruhe am Mittwoch.Verfassungsklage

eingereicht hatte die Patientin.

(Az. 2BvR 1763/16) DieFrau

war 2012 vomPferdgestürzt und mit

Gedächtnislücken und Schmerzenin

die Klinik gekommen. Am nächsten

Morgen wollten sie die Ärzte noch

nicht entlassen. Als sie trotzdem mit

ihrem Lebensgefährten die Klinik

verließ, rief das Personal die Polizei.

DieBeamten überredeten die Frau,

auf die Station zurückzukehren. Als

sie dortankam, waren an ihrem Bett

schon Fixiergurte angebracht. Der

Stationsarzt, ein Pfleger und ein Polizist

fesselten sie mit Gewalt ans Bett.

DerAmtsarzt und eine Richterin wiesen

sie für einen weiteren Tagindie

geschlossene Abteilung der Klinik

ein. Später stellten Gerichte fest, dass

das rechtswidrig war.Die Frau erstattete

Strafanzeige,die Ermittlungen

wurden aber eingestellt. Zu Unrecht,

entschieden nun dieVerfassungsrichter.

(dpa)

Der Libanon hat eine

neue Regierung

Nach landesweiten Protesten und einer

monatelangen Verzögerung hat

der Libanon eine Experten-Regierung

aus bisher kaum bekannten

Gesichtern. Derneue Ministerpräsident

Hassan Diab stellte das 20 Mitglieder

zählende Kabinett am Dienstagabend

vor. MitSaina Akar dient

erstmals eine Frau alsVerteidigungsministerin,

die zugleich zur stellvertretenden

Ministerpräsidentin ernannt

wurde. (dpa)

Teenager träumen von

Traditionsberufen

Traumberuf: Die meisten Mädchen wollen

Lehrerin werden.

XXXXXX

In einer Sonderauswertung der neuesten

Pisa-Studie kommt die OECD

zu dem Schluss,dass auch im Zeitalter

sozialer Medien und künstlicher

Intelligenz Jugendliche „kaum Tätigkeiten

anstreben, die mit der Digitalisierung

entstanden sind, sondern

vorallem etablierte Berufe“. Die

meisten 15-jährigen Mädchen in

Deutschland (10,4 Prozent) sehen

sich im Alter von30wieder in der

Schule: als Lehrerin. Dahinter folgen

Ärztin (10), Erzieherin (6,4), Psychologin

(4,5). Aufdie Jungen trifft die

Aussage nicht ganz zu: Immerhin erwarten

die meisten 15-Jährigen (6,7

Prozent), dass sie IT-Spezialist sein

werden. Oben im Ranking stehen

aber auch die Berufe Industrie- und

Automechaniker (5,2 und 5,1), Polizist

(4,5) oder Lehrer (3,8). (dpa)

Trump droht Europa mit

neuen Zöllen

Nach dem Abschluss des Handelsabkommens

mit China will sich US-Präsident

Trump nach eigenen Angaben

jetzt aufVerhandlungen mit der EU

konzentrieren. Ohne neues Abkommen

mit der US-Regierung drohten

den Europäern„sehr hohe Zölle“ auf

den Importvon Autos und anderen

Waren, sagte Trump am Mittwoch

dem US-Sender CNBC. (dpa)

Erinnerung an die Opfer:Die Halle der Namen in der Holocaust-Gedenkstätte YadVashem in Jerusalem.

„Politisch benutzt wird so etwas immer“

Holocaust-Forscher Yehuda Bauer über übliche Machtspiele und die Rolle Polens beim Auschwitz-Gedenken

Yehuda Bauer ist der renommierteste

Holocaust-Forscher

der Welt. Er leitete

viele Jahre lang das Zentrum

für Holocaust-Forschung in

Yad Vashem. Zu den Gedenkfeierlichkeiten

anlässlich des 75. Jahrestages

der Befreiung vonAuschwitz in

Jerusalem hielt er am Mittwoch eine

Rede vor den rund 50 Staatsgästen

aus aller Welt. Das Interview hat er

kurzvorher am Telefon gegeben.

Herr Bauer, an diesem Donnerstag

wird in Israel der Befreiung von

Auschwitz gedacht, und ausgerechnet

der polnische Präsident ist nicht

dabei. Wassagen Siedazu?

Ich finde das sehr schade. Auschwitz

liegt ja weder in Russland noch

in Deutschland oder Amerika, sondern

inPolen. Es wäre gut gewesen,

wenn man einen Weg gefunden

hätte, ohne dass die beiden Mächte

Russland und Polen in ihren Reden

übereinander herfallen.

Nun redet nur Putin. Für Andrzej

Duda war kein Redeplatz vorgesehen.

Ichbin überzeugt, dass man alles

versucht hat. Aus Gründen, die ich

nicht genau verstehe, ging es zum

Schluss nicht. Und das ist schade.

Bei der Gedenkfeier geht es ja nicht

um Polen und Russland, sondern

um den Holocaust und die Befreiung

von Auschwitz. Das vergisst man

manchmal.

Wie bewerten Sie Polens Rolle während

der Nazi-Zeit?

Die Nazis wollten das polnische

Volk verschwinden lassen, im Zweiten

Weltkrieg starben fast sechs Millionen

Polen, darunter drei Millionen

polnische Juden. Dassind Tatsachen.

Dass Polen gleichzeitig auch

Juden verfolgten, gehört aber auch

zu den Tatsachen. Zwischen 130 000

und 180 000 Juden wurden vonPolen

ermordet, das will man heute verneinen.

Gleichzeitig will man hervorheben,

dass Polen Juden gerettet haben.

Unddas war auch so,das waren

unglaubliche Taten, Polen, die Juden

retteten und ihre eigene Familie in

Gefahr brachten. Aber das war die

kleine Minderheit.

ZurGedenkveranstaltung inYadVashem

kommen so viele Staatschefs

und Könige wie noch nie zu diesem

Anlass.Wiekommt das, ausgerechnet

jetzt?

Ich glaube, das ist Zufall, das hat

sich so ergeben, war eine ArtKettenreaktion.

So nach dem Motto: Wenn

der kommt, dann muss ich auch

kommen. Man wollte eine große

Feier haben, aber dass am Ende vier

Könige und Dutzende Staatspräsidenten

kommen, damit hat niemand

gerechnet. Es ist gut so. Esist

nicht nur das erste Mal, dass in Israel

so eine große Veranstaltung zum Gedenken

an die Opfer des Nationalsozialismus

stattfindet. So etwas hat es

bisher noch nirgendwo gegeben.

Wie wurde denn in den letzten 75

Jahren des Holocausts gedacht?

Es gab keinen Konsens,oder vielleicht

nur einen minimalen. Auch

heute ist der Konsens nicht gerade

beeindruckend. Auch da gibt es

ZUR PERSON

Streitigkeiten und Vergangenheitsfälschung.

Das wird man in den verschiedenen

Reden hören. Aber Konsens

herrscht immerhin darin, dass

es der schlimmste Genozid in der

Menschheitsgeschichte war.

Organisator und Initiator ist Moshe

Kantor, Präsident des Europäischen

Jüdischen Kongresses, der gute Beziehungen

zu Wladimir Putin haben

soll. Die Zeitung Haaretz schreibt,

Putin habe die Feierlichkeiten vereinnahmt.

Yehuda Bauer wurde1926 als Martin Bauer in Prag geboren.ImMärz 1938 floh seine Familie

nach Palästina. Bauer studierte Geschichte inWales und lehrte an der Hebräischen Universität in

Jerusalem. Bis 2000 war er Direktor des Zentrums für Holocaust-ForschungYadVashem.

Verschwörungstheorien zu entwickeln,

finde ich völlig unangebracht.

Da gibt es keine Verschwörung.

Der Zweite Weltkrieg wurde

von Nazideutschland initiiert, und

die Rote Armee hat den Krieg gewonnen.

Ich bin wahrlich kein Freund

des Kommunismus, im Gegenteil.

Aber Tatsache ist Tatsache.

Undwas halten Siedavon, dass Prinz

Charles am Rande der Holocaust-Feierlichkeiten

den Palästinenserpräsidenten

Mahmoud Abbas trifft und

Jared Kushner ausgerechnet jetzt seinen

„Deal des Jahrhunderts“ diskutieren

will?

Der israelisch-palästinensische

Konflikt ist ein schweres, aktuelles

Die Erinnerung wachhalten

Problem, aber etwas ganz anderes

und hat mit dem Zweiten Weltkrieg

und dem Holocaust überhaupt

nichts zu tun.

Wird das Holocaust-Gedenken politisch

benutzt?

Schauen Sie, politisch benutzt

werden solche Sachen immer. Das

kann man nicht verhindern.

Die Deutschen spielten bei all diesen

Diskussionen im Vorfeld überhaupt

keine Rolle. Siescheinen 75 Jahredanach

alles richtig zu machen, oder?

In Deutschland hat in der Tateine

Entwicklung stattgefunden, die einzigartig

ist. So etwas hat man in der

modernen Geschichte noch nicht

gesehen, dass eine Tätergesellschaft

zu einer liberalen Gesellschaft wird,

die sich mit der Vergangenheit befasst

und weder vergessen noch beschönigen

will. Deshalb ist Herr

Steinmeier hier sehr willkommen.

Was erwarten Sie von den Reden in

YadVashem?

Dasweiß ich nicht. Daskann man

nicht vorhersagen. Noch eine Bla-

Bla-Sitzung, wo alle sagen, wir werden

den Holocaust niemals vergessen,

und wir sind natürlich alle gegen

Antisemitismus – das kennen

wir, das haben wir alles schon gehört.

Ob mehr und Wichtigeres gesagt

wird, das werden wir sehen.

Werden SieinYadVashem dabei sein?

Ja,als passiver Mithörer.Schauen

Sie, ich bin 94 und der lebende Beweis,dass

nicht alle Dinosaurier vernichtet

wurden. Es wird allerdings

sehr kalt werden, auch wenn das

Zelt, wo die Veranstaltung stattfindet,

angeblich beheizt wird. Aber wer

schon mal im Januar in YadVashem

war, der glaubt nicht daran, dass

man es beheizen kann. Ichwerde jedenfalls

so ausgerüstet wie zu einer

Nordpolexpedition dahin kommen.

DasGespräch führte Anja Reich.

Bundespräsident Steinmeier spricht in Israel mit Holocaust-Überlebenden und bekräftigt Deutschlands Verantwortung

Bundespräsident

Frank-Walter

Steinmeier ist am Mittwoch zu einem

Besuch in Israel eingetroffen,

der ganz im Zeichen des Gedenkens

an die Befreiung des Vernichtungslagers

Auschwitz vor75Jahren steht. Israels

Präsident Reuven Rivlin empfing

Steinmeier in seinem Amtssitz in

Jerusalem.

Bei einem Treffen mit Holocaust-

Überlebenden in Jerusalem hat Steinmeier

zugesichert, die Erinnerung an

dieVerbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus

wachzuhalten. „Ich

will Ihnen versichern, dass wir um die

Verantwortung Deutschlands wissen“,

sagte das deutsche Staatsoberhaupt

in einer Gesprächsrunde in einer

Therapieeinrichtung für Holocaust-Überlebende

in Jerusalem. Er

wolle„betonen, dass dies eineVerantwortung

ist, die keinen Schlussstrich

kennt“, sagte Steinmeier.

Am Donnerstag will Steinmeier als

erster Bundespräsident eine Ansprache

in der nationalen Holocaust-Gedenkstätte

YadVashem halten. In Yad

Vashem findet an diesemTagdasWelt-

Holocaust-Forum statt, zu dem sich

mehr als 30 Staatsoberhäupter angesagt

haben. Steinmeier zeigte sich in

Jerusalem dankbar für die Einladung:

„Mit Dankbarkeit und Demut ergreife

ich die Hand, die meinem Land und

mir mit der Einladung zum World Holocaust

Forumals Zeichen derVersöhnung

gereicht wird“, schrieb er in das

Gästebuch vonPräsident Rivlin.

Mit seinem Besuch in Israel will

Steinmeier ein klares Zeichen der Erinnerung

an den Holocaust setzen

und zugleich seine Sorge vor dem

weltweit erstarkenden Antisemitismus

ausdrücken, hieß es im Bundespräsidialamt.

Er wolle „die bleibende

Verantwortung Deutschlands für die

Shoa bekräftigen“ und das „Bekenntnis

zur unverbrüchlichen Freund-

IMAGO IMAGES

schaft mit Israel erneuern“. DasWelt-

Holocaust-Forum in YadVashem bildet

den Auftakt für eine ganze Reihe

vonVeranstaltungen, die in den kommenden

Tagen an die Befreiung von

Auschwitz durch sowjetische Truppen

am 27. Januar 1945 erinnern.

Am Montag kommender Woche

soll die zentrale Gedenkfeier in

Auschwitz stattfinden, auch daran

nimmt Steinmeier teil. VonPolen aus

fliegt er dann gemeinsam mit Israels

Präsident Rivlin nach Berlin, wo die

beiden Präsidenten am Mittwoch in

der Gedenkfeier des Bundestags

sprechen werden. (AFP)

Suche nach

Mehrheiten

in Thüringen

Rot-Rot-Grün über

Ministerien einig

VonMarkus Decker

Knapp drei Monate nach der

Landtagswahl in Thüringen naht

in dem Land der Tagder Entscheidung.

Linke, SPD und Grüne haben

sich am Dienstagabend auf letzte Details

ihrer angestrebten Minderheitsregierung

geeinigt, hier vor allem auf

die Verteilung und den Zuschnitt der

Ministerien. Sie peilen die Wiederwahl

des seit 2014 amtierenden Ministerpräsidenten

Bodo Ramelow

(Linke) für den 5. oder 6. Februar an.

Die rot-rot-grüne Koalition hatte

die Mehrheit der Sitze bei der Landtagswahl

am 27. Oktober um vier

Stimmen verfehlt. Da alle Parteien

eine Koalition mit der AfD ausschließen,

die FDP eine Koalition mit der

Linken ausschließt und eine Koalition

aus CDU und Linkspartei trotz

Annäherungen nicht zustande

kommt, bleibt nur eine rot-rot-grüne

Minderheitsregierung übrig.

AfD könnte Maaßen nominieren

Unterdessen kündigte der AfD-Partei-

und Fraktionsvorsitzende Björn

Höcke an, bei der Ministerpräsidentenwahl

einen eigenen Kandidaten

ins Rennen schicken zu wollen. Man

sei auf der Suche nach einem Bewerber,

der eine „bürgerliche Mehrheit“

hinter sich versammeln könne,sagte

er.Dies müsse auch keine Person aus

den Reihen der AfD sein. Im Gespräch

ist der ehemalige Präsident

des Bundesamtes für Verfassungsschutz,

Hans-GeorgMaaßen.

Offen ist noch, ob die Wahl tatsächlich

am 5. oder 6. Februar stattfindet.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende

Mike Mohring sagte der Berliner

Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Bodo Ramelow sollte Anfang Februar zum

Ministerpräsidenten gewählt werden. DPA

Deutschland) am Mittwoch in Erfurt:

„Ich wäre dafür, dass die Wahl

später stattfindet und man sich

sachlich fundiert darüber verständigt,

wie die Geschäftsordnung des

Thüringer Landtages auszulegen ist.

Wir haben sie in den letzten 30 Jahren

soangewendet, dass es mehr Ja-

Stimmen als Nein-Stimmen

braucht.“ Linksfraktionschefin Susanne

Hennig erwiderte, sie halte

dies für„politische Propaganda“ und

„sinnlose Zeitschinderei“. Im Falle

eines AfD-Kandidaten wäre die Debatte

ohnehin hinfällig. Offen ist ferner,wie

es nach RamelowsWahl weitergehen

würde.UmGesetzeund einen

Etat zu verabschieden, würden

einfache Mehrheiten nicht reichen.

Linke, SPD und Grüne müssten bei

anderen Parteien um Mehrheiten

werben. Spätestens bei der Abstimmung

über den Haushalt 2021 käme

es zum Schwur.Manche Beobachter

rechnen damit, dass eine Minderheitsregierung

dann scheitert.

FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich

sagte :„Es wirddemokratisch

spannend.“ Undeswerde viel Raum

sein „für eine andere Form der Demokratie“.

Er schloss auch gemeinsame

Mehrheiten mit der AfD in Einzelfragen

nicht aus. Staatskanzleichef

Benjamin Hoff (Linke) sei „mit

den Worten zitiertworden, wenn wir

eine gute Idee haben, dann kann die

AfD ja auch zustimmen“. Ähnliche

Aussagen seien ihm hingegen vorgeworfen

worden. Tatsächlich sei „beides

kein Sündenfall“.


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 5

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Politik

Der Wegins Parlament wird steiniger

Ein neuer Vorschlag zur Wahlrechtsreform reduziert die Zahl der Abgeordneten, ohne die Wahlkreise anzutasten. Doch vor Ort könnte es Ärger geben

VonChristine Dankbar

Jetzt wird esallmählich spannend:

Wenn die Parteien ernsthaft

verhindern wollen, dass

der nächste Bundestag womöglich

noch größer wird, dann

müssen sie sich schnell einigen, wie

sie das Wahlgesetz ändernwollen.

Der Demokratieforscher Robert

Vehrkamp von der Bertelsmann-Stiftung

hat dazu jetzt einen neuen Vorschlag

auf den Tisch gelegt. Er hat

darüber auch schon mit verschiedenen

Fraktionen gesprochen. Das Bemerkenswerte

daran ist die Tatsache,

dass er nicht sofortvon einer der Parteien

abgelehnt wurde.Die Gesetzesänderung,

die er vorschlägt, kommt

zunächst mit einem einzigen Satz aus

–der es allerdings in sich hat.

Vehrkamp nimmt die Direktkandidaten

ins Visier. Zukünftig soll die

Zahl ihrer Mandate davon abhängen,

wie viele Zweitstimmen die Partei

errungen hat.

Beispiel Bayern: Die CSU hat bei

der letzten Bundestagswahl alle

Wahlkreise gewonnen, bei den

Zweitstimmen aber ein historisch

schlechtes Ergebnis eingefahren.

Dadurch hat sie sieben Mandate „zu

viel“ erhalten. Sie wurden aus Fairnessgründen

–und weil das Bundesverfassungsgericht

dies einst so entschieden

hat –bei den anderen Fraktionen

mit zusätzlichen Sitzen ausgeglichen.

Bei der CDU fielen 2017

übrigens 36 Überhangmandate an,

bei der SPD drei. Durchdie notwendigen

Ausgleichsmandate kam

schließlich die Rekordzahl von 709

Bundestagsabgeordneten zustande.

Ohne Änderung des Wahlrechts

könnten es künftig durchaus noch

mehr sein, sagt Vehrkamp. „Das

Hier könnten bald viel weniger Stühle stehen

–wenn sich die Parteien einigen. DPA

Problem ist viel größer,als bisher immer

vermutet wird.“ Es gebe Simulierungen

mit Wahlergebnissen, die

einen Bundestag von 800 Abgeordneten,

ja sogar mit bis zu 1000 Abgeordneten

ergäben.

DerZweite kann der Sieger sein

Mitseiner Änderung will er den Teufelskreis

aus Überhang- und Ausgleichsmandaten

durchbrechen.

Geht es nach ihm, haben Direktkandidaten

erst dann ihren Wahlkreis

gewonnen, wenn ihr Erststimmenergebnis

durch das Zweitstimmenergebnis

ihrer Partei gewissermaßen

abgesichertist.

Bisher heißt es im Wahlgesetz,

dass im Wahlkreis der Abgeordnete

gewinnt, „der die meisten Stimmen

auf sich vereinigt“.Vehrkamp schlägt

vor, diesen Passus künftig so zu formulieren:

„Gewählt ist der Bewerber,

der die meisten durch Zweitstimmen

gedeckten Erststimmen auf

sich vereinigt.“

Auf Bayern bezogen hieße das,

dass bei der Wahl 2017 insgesamt sieben

Direktkandidaten das Nachsehen

gehabt hätten und zwar jene mit

den schwächsten Erststimmenergebnissen.

Schlimmer noch für die Betroffenen:

Der Wahlkreis würde in

diesem Fall an den Zweitplatzierten

fallen, an den Kandidaten von der

SPD oder den Grünen. So will Vehrkamp

verhindern, dass Wahlkreise

„verwaisen“.

Dass der Zweitplatzierte am Sieger

vorbeizieht, dürfte schwierig zu erklären

sein. Doch der Demokratieforscher

mag darin keine Unfairness erkennen.

„Wir haben in Deutschland

ein verbundenes Wahlsystem“, sagt

er. „Die Vergabe der Direktmandate

erfolgt aber ohne Verbindung zum

Verhältniswahlergebnis, und das ist

das Problem.“

Vehrkamps Vorschlag hat viele

Vorteile, die die bisherigen Reformkonzepte

nicht haben. Die Regelgröße

von 598 Abgeordneten würde

bei jedemWahlergebnis erreicht. Außerdem

muss die Zahl der Wahlkreise

nicht verkleinertwerden.

Noch ist unklar, was Union und

SPD von den Vorschlägen halten.

Von ihnen gab es noch keine Stellungnahme.Grünen,

Linke und FDP

zeigten sich angetan. „Wir sind bereit,

den Vorschlag aufzugreifen und

ihn mit den anderen Fraktionen als

Grundlage für eine Reformzudiskutieren“,

sagte die Parlamentarische

Geschäftsführerin der Grünen, Britta

Haßelmann, der Berliner Zeitung.

Union und SPD müssten sich nun

bewegen. „Ein Spiel auf Zeit ist nicht

hinnehmbar.“

Strenge Regeln in

vergifteter Atmosphäre

Das Impeachmentverfahren gegen Trump hat begonnen

KRAFT-SPAR

VonKarlDoemens, Washington

Der Mann in der dritten Reihe des

ehrwürdigen Plenarsaals hat alles

versucht, um gegen seine Müdigkeit

anzukämpfen. Er hat mit seinem

grünen Kugelschreiber gespielt, den

Kopf auf die Hand gestützt und die

Augen unter der Brille gerieben.

Doch kurznach 16 UhramDienstagnachmittag

fallen JimRisch die Lider

zu. Da hat der republikanische Senator

erst drei Stunden der Marathondebatte

hinter und noch zehn vor

sich.

Vorne am Rednerpult erläutert

gerade eine Anwältin, welche Dokumente

die Demokraten vomWeißen

Haus heranziehen wollen. Detailliert

führt sie Kalendereinträge, Textnachrichten

und Notizen auf, die die

Verantwortung des US-Präsidenten

für die Ukraine-Affäre belegen sollen.

Es geht um viel: DieDemokraten

werfen Donald Trump die Erpressung

eines ausländischen Staatschefs

zur Manipulation der US-Wahlen

vor. Ein ungeheuerlicher Vorgang.

Gleichwohl hat die Aufzählung

der Unterlagen einige Längen.

Nursitzen und zuhören

Normalerweise würden Politiker in

einem solchen Moment mit ihren

Nachbarn sprechen, Mails beantworten

oder aus dem Raum gehen.

Doch alles das ist ihnen untersagt,

seit sich die zweite Kammer des US-

Kongresses am Mittag offiziell zum

Impeachment-Gericht umgewandelt

und die 100 Senatoren zu Geschworenen

gemacht hat. Seither

müssen sie ruhig auf ihren braunen

Ledersesseln sitzen und zuhören –

und das noch mindestens acht Tage

lang. Reden dürfen nur die Vertreter

der Anklage und die Verteidiger

Trumps. Handys und iPads sind

ebenso verboten wie Kaffeebecher

oder Gespräche im Gang. Nicht einmal

Beifall ist erlaubt.

Die archaischen Anwesenheitsund

Schweigepflichten spiegeln den

Ernst der Lage. Erst zweimal in der

amerikanischen Geschichte hat es

ein Amtsenthebungsverfahren gegen

einen Präsidenten gegeben.

Doch noch nie herrschte eine so

feindselige Atmosphäre im stuckund

säulenverziertenVerhandlungssaal.

„In God we trust“ (Wir vertrauen

auf Gott) ist als Motto in den

Marmor über der Eingangstür graviert.

Viele Republikaner haben

längst Trump an die Stelle des Allmächtigen

gesetzt.

„Es ist unerhört“, wütet Trump-

Anwalt Cipollone. Die Demokraten

wollten einen legitimen Präsidenten

beiseiteschieben: „Auf der Basis einer

betrügerischen Untersuchung

wollen Siedem amerikanischen Volk

das Wahlrecht nehmen.“ Viele Auftritte

hier sind für das Fernsehen inszeniert.

Und dieser dürfte Cipollones

Boss gefallen. „Die Verbrechen

des Präsidenten sind Verbrechen gegen

die Demokratie“, argumentiert

hingegen Chuck Schumer, der Minderheitsführer

im Senat. Die Demokraten

sind überzeugt: Trump hat

seine Macht mit der Intrige gegen

seinen Rivalen Joe Biden missbraucht

und anschließend die Vergehen

vertuscht.

Bodygarddes Präsidenten

Doch im Senat haben die Republikaner

die Mehrheit, und deren AnführerMitch

McConnell wirkt als politischer

Bodyguard des Präsidenten.

„Imscharfem Kontrast zu den unfairen

Untersuchungen des Repräsentantenhauses“

verspricht er eingangs,

den Prozess zu führen. Das

klingt einigermaßen grotesk. Kurz

vor dem Verfahren hat der Mann,

den seine Gegner den „Sensenmann“

oder „Moskau-Mitch“ nennen,

nämlich eine skandalöse Geschäftsordnung

erlassen. Gerade

mal zwei Nachmittage und Abende

soll die Anklage bekommen, um den

Fall auszubreiten. Das Ziel ist klar:

McConnell will wichtige Auseinandersetzungen

in die Nacht verlagern,

das Fernsehpublikum mit Marathonsitzungen

einschläfern und

Trump so schnell wie möglich freisprechen.

Das ist selbst einigen Republikanern

zuoffensichtlich. Nach

einem kleinen Aufstand in der Fraktion

muss McConnell die Resolution

auf eine Drei-Tages-Frist abändern.

Doch das ist der einzige, sehr

kleine Erfolg, den die Demokraten

erzielen können. Derentscheidende

Makel des Verfahrens bleibt: Weder

wollen die Republikaner aufschlussreiche

Zeugen wie Trumps Stabschef

Mick Mulvaney oder Ex-Sicherheitsberater

John Bolton anhören, noch

wollen sie vom Weißen Haus unter

Verschluss gehaltene Dokumente

anfordern. „Das ist kein faires Verfahren.

Das ist eine Farce!“, redet

Adam Schiff, der demokratische Vorsitzende

des Geheimdienstausschusses,

den Senatoren ins Gewissen:

„Sie haben alle einen Eid geschworen,

unparteiisch der Gerechtigkeit

zu dienen.“

Insgesamt zwölf Änderungsanträge

zur Geschäftsordnung bringen

die Demokraten bis zum Sitzungsende

um 2 Uhr morgens ein. Alle

werden abgelehnt – elf mit einer

Stimmenzahl von 53zu47. Das entspricht

exakt der Sitzverteilung im

Senat. Nichts spricht dafür,dass sich

die Fronten in den nächsten Tagen

verschieben.

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6 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

23.10.19

23.10.19

▲ 13556,45 (±0,00 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

23.10.19

Stand der Daten:22.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

22.1.20

▼ 63,33 (–1,80 %)

22.1.20

▼ 1,1088 (–0,24 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 22.01. zum Vortag

TeamViewer 32,86 +2,53 WWWW

Cancom 55,30 +2,12 WWWW

Aurubis 54,28 +2,03 WWW

Puma 78,65 +2,01 WWW

Gerresheimer 68,80 +1,93 WWW

Airbus 139,00 +1,86 WWW

Verlierer

22.1.20

aus DAXund MDAX vom22.01.zum Vortag

K+S NA 9,26 WWWWWWWWWWW –8,36

Varta 84,80 WWWWWWWWW –6,30

Qiagen 31,62 WWWWW –2,98

Rheinmetall 104,45 WWWW –2,52

thyssenkrupp 11,50 WWWW –2,21

HugoBoss NA 45,68 WWWW –2,10

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 22.01. ±% z. 21.01.

Euro Stoxx 50 (EU) –0,20

3814/3108 3781,60

CAC 40 (FR) – 0,23

6110/4832 6032,11

S&P UK (UK) – 0,31

1562/1363 1529,89

RTS (RU) – 1,14

1652/1152 1615,74

IBEX (ES) –0,25

9710/8409 9587,40

Dow Jones (US) +0,40

29374/24324 29313,35

Bovespa (BR) –0,63

118861/89409117422,00

Nikkei (JP) +0,70

24116/20111 24031,35

Hang Seng (HK) +1,09

30280/24900 28325,25

Stx Singap. 20 (SG) +0,15

1674/1464 1653,73

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Bigbank **

bigbank.de 1,15 1,35 -

Ziraat Bank

ziraatbank.de 0,85 1,10 -

Bank11

bank11.de 0,80 1,10 -

akf bank **

akf.de 0,85 1,05 1,05

Sberbank Direct **

sberbankdirect.de 0,85 1,05 -

Targobank

targobank.de 0,45 0,65 -

Santander

santander.de 0,45 0,60 0,60

ING

ing.de 0,03 0,10 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,01 0,01 0,01

Postbank

postbank.de - - -

ISBANK

isbank.de 0,75 0,95 -

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - -

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,58 0,69 0,59

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Es läuft rund: An der Frankfurter Börse treibenBilliggeldund die Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur denDax in die Höhe.

Von Hannes Breustedt

Dax steigt auf Rekordhoch

Im neuen Jahr ging es an der deutschen Börse erst schleppend voran –das hat sich jetztgeändert

Von Frank-Thomas Wenzel

Das billige Geld der Notenbanken

und eine zumindest

zeitweilige Beruhigung

im Nahen Osten:

Dassind die wichtigsten Komponenten,

die den Deutschen Aktienindex

(Dax) am Mittwoch auf einen neuen

Rekordwertgetrieben haben. Er stieg

bis auf rund 13640 Punkte und ließ

damit seine zwei Jahrealte bisherige

Bestmarke von 13596,89 Zählern

hinter sich.

Der Leitindex profitiere von der

Entspannung der Handelsstreitigkeiten,

erklärte Maximilian Kunkel,

Anlagestratege der Schweizerischen

Bank UBS. Im Dax sind Unternehmen

mit hohem Exportanteil überdurchschnittlich

stark vertreten.

Christoph Ohme,Fondsmanager bei

der Deutsche-Bank-Tochter DWS,

betonte: Im aktuellen Niedrigzinsumfeld

seien Aktien weiter eine sehr

attraktive Anlageklasse, da es nur

sehr wenig „renditestarke Alternativen“

gebe.Hinzu komme,dass politische

Risiken abgenommen hätten.

So gebeeszwischen den USA und

China zumindest Gesprächsbereitschaft.

Dennoch dürfe man geopolitische

Risiken wie den Konflikt zwischen

den USA und dem Iran nicht

aus Blick verlieren. „Langfristig bleiben

Aktien jedoch alternativlos“, betonte

der Experte. Marktbeobachter

Andreas Büchler vom Börsenstatistikdienst

Index-Radar sieht nun sogar

Luft bis in den Bereich um die

Deutscher Aktienindex Dax

14 000

12 000

10 000

8000

6000

4000

2000

1996

1. Börsengang

Deutsche Telekom

1. Juli 1988

Start: 1163

März 2000

New-Economy-

Blase platzt

0

*Eröffnungskurs

*röfnnsu

’88 ’88 ’90 ’90 ’92 ’92 ’94 ’94 ’96 ’96 ’98 ’98 ’00 ’00 ’02 ’02 ’04 ’04 ’06 ’06 ’08 ’08’10 ’10’12 ’1 ’14 ’14’16 ’16’18’18’20’2

14500 Punkte. Allerdings dürfte es

nicht geradlinig nach oben gehen.

Anders als wichtigen US-Indizes

fehlte dem Dax, in dem die 30 wichtigsten

börsennotierten Unternehmen

gelistet werden, lange Zeit die

Kraft für einen Sprung in neue Sphären.

Daslag vorallem an den vonDonald

Trump angezettelten Handelskonflikten,

die stark auf Auto- und

Chemiewerten lasteten.

Mittlerweile haben China und die

USA aber zumindest ein Teilabkommen

unterzeichnet. Damit wurden

geplante Strafzölle ausgesetzt, die

dasZeuggehabthätten,derWeltwirtschaft

weiteren Schaden zuzufügen.

Auch aus diesem Grund ist an den

Märkten wieder Konjunkturoptimismus

aufgekommen.

Jagd auf den Streamingkönig

Netflixhat jetzt167 Millionen Kunden. Doch derKonkurrenzdruck nimmtzu

11. September

2001 Terroranschläge

2007/2008

Immobilien- u.

Finanzkrise

22. 22. Januar 2020

13 601,65* ,

BLZ/GALANTY; QUELLE: DEUTSCHE BÖRSE, SCHLUSSKURSE, AFP

Darüber hinaus scheint auch die

unmittelbare Gefahr eines neuen

Kriegs im Nahen Osten gebannt,

nachdem die zu Jahresbeginn verschärften

Spannungen zwischen

dem Iran und den USA zumindest

nichtweitereskalierten.DieUSAhatten

zwar als Reaktion auf iranische

Vergeltungsschläge neue Wirtschaftssanktionen

gegen das Land

verhängt, aber keine weiteren Militäraktionen

unternommen.

Es scheint fraglich, ob Trump im

Wahljahr einen Krieg vomZaun brechen

wolle, meinte Analyst Martin

Utschneider vom Bankhaus Donner

&Reuschel. Das amerikanische Volk

sei „erwiesenermaßen kriegsmüde“.

Als Schmiermittel für die Börsen

erweist sich besonders die Aussicht

ming und werden darauf aufbauen,

indem wir uns auf das konzentrieren,

auf das wir uns die letzten

22 Jahrekonzentriert haben –unsere

Kunden zufriedenzustellen.“ Doch

Finanzchef Spencer Neumann

räumte bei einer Konferenzschalte

nach der Bilanzvorlage ein, dass es

angesichts des verschärften Konkurrenzkampfes

undder vergleichsweise

hohen Preise von Netflix bereits

eine etwas erhöhte Abwanderungsrate

vonKundengegeben habe.

Insgesamt laufen die Geschäfte

bislang aber noch sehr rund: Im

Schlussquartal hat Netflix überraschend

viele neue Kunden angelockt.

Die Anzahl der Bezahlabos

stieg in den drei Monaten bis Ende

Dezember weltweit um 8,8 Millionen.

Damit übertraf Netflix die eigene

Prognose und auch die Markterwartungen.Ende2019brachteesdas

Unternehmen auf gut167 Millionen

bezahlte Mitgliedschaften.

Allerdings tut sich Netflix imUS-

Heimatmarkt –woneuerdings auch

Disney und Apple mit Streaming-

Services am Start sind – weiter

schwer. Hier kamen im vierten Quartal

nur 423 000 Abo-Kunden hinzu.

Das waren deutlich weniger als angenommen.

Dass Netflix sich aufwachstumsschwächere

Zeiten einstellt, macht

der Ausblick auf das laufende Vierteljahr

deutlich. Die Firma stellt

einen globalen Zuwachs von sieben

Millionen Kunden in Aussicht –

deutlich weniger als von Analysten

erwartet. Zum Vergleich: Im ersten

Quartal 2019 waren 8,9 Millionen

.

FOTO: BORIS ROESSLER/DPA

auf eine weiterhin extrem lockere

Geldpolitik der Notenbanken. Erst

beieinem„signifikanten“Anstiegder

Teuerung werde eine Leitzinserhöhung

notwendig, hatte Fed-Präsident

Jerome Powell jüngst gesagt.

Niedrige Zinsen lassen Aktien im Vergleich

mit festverzinslichen Wertpapieren

in einem günstigeren Licht

erscheinen.

Die Europäische Zentralbank

(EZB) hat zudem ihren Krisenmodus

verschärft und damit die Börsen weiter

angetrieben. So will die EZB mit

der Neuauflage der Käufe vonAnleihen

der Konjunktur und Inflation auf

die Sprünge helfen. In der Euro-Zone

liegt die Teuerung nach wie vor weit

unter dem Zielwertnahe 2Prozent.

Die neue EZB-Präsidentin Christine

Lagarde hat zudem bereits angekündigt,

in diesem Jahr die Nullzinsstrategie

ihres Vorgängers Mario

Draghi fortzuführen. Die Französin

will 2020 für eine Standortbestimmung

der Behörde nutzen. Es soll vor

allem geklärt werden, wie relevant

die Entwicklung der Preise noch für

die Strategien am Geldmarkt ist.

Allerdings warnen auch viele Experten,

dass eine abermalige Verschlechterung

der internationalen

Handelsbeziehungen, ein drastischer

Abschwung der chinesischen

oder amerikanischen Wirtschaft

oder eine starke Aufwertung des Euro

die Aktienkurse einbrechen lassen

können. Als neuer Risikofaktor

kommtnunauchnochdasCoronavirusinChina

hinzu. (mit dpa)

Starker Jahresabschluss, ungewisser

Ausblick: Der StreamingmarktführerNetflix

hatsich im vierten

Quartal dank Serien- und Filmhits

wie „The Witcher“ oder „The

Irishman“ überraschend gut geschlagen.

Die große Herausforderungbeginnt

mitdemAngriff finanzstarker

Kontrahenten wie dem Hollywood-Giganten

Walt Disney oder

dem iPhone-Riesen Appleabergerade

erst. Auf dem US-Heimatmarkt

macht sich der starke Wettbewerb

bereits bemerkbar –plötzlich bläst

eine ganze Reihe neuer Rivalen zur

Jagd auf Netflix.

Im Brief an die Aktionäre gibt Netflix

sich kämpferisch. „Wir haben

einen großen Vorsprungbeim StreaneueAbonnenten

hinzugekommen.

Das Problem: Der US-Markt ist inzwischen

relativ übersättigt. Hinzu

kommt,dassneueKonkurrentenwie

Disney, Apple, Viacom oder Comcast,

aberauchetablierte Rivalen wie

Amazon oder Hulu, Netflix mit ihren

Streaming-Services preislich unterbieten–zumTeilerheblich.

Unterschätzen sollte den Marktführer

aber keiner. Soüberraschten

Gewinn und Umsatz im Schlussquartal

positiv. Netflixerzielteeinen

Überschuss von 587 Millionen Dollar(530

MillionenEuro), im entsprechenden

Vorjahreszeitraum hatte

die Firma lediglich 134 Millionen

verdient. Die Erlöse wuchsen auf

5,5MilliardenDollar –ein deutliches

Plus von 31Prozent im Jahresvergleich.

(dpa)

Bosch forciert Entwicklung

der Brennstoffzelle

DerTechnologiekonzernBosch baut

seine Beteiligung am britischen

Unternehmen CeresPower aus und

will die Entwicklung stationärer

Brennstoffzellensysteme etwa für

den Betrieb vonElektroladeparks

forcieren. Manhabe den Anteil an

dem Brennstoffzellenspezialisten

von3,9 auf 18 Prozent erhöht und

dafür weitere90Millionen Euro investiert,

so Bosch. Diesogenannte

Festoxidbrennstoffzelle soll für eine

vernetzte,dezentrale Energieversorgung

etwa vonFabriken oder Ladeparks

vonE-Autos dienen. DieTechnologie

hierfür kommt vonCeres

Power;mit Bosch als Partner soll der

Aufbau einer Produktion in größeremMaßstab

gelingen.(dpa)

Hyundai zurück in der

Gewinnzone

DerVW-Rivale Hyundai hat im

vierten Quartal 2019 wieder einen

Gewinn eingefahren. Südkoreas

Branchenführer profitierte dabei

nach eigenen Angaben voneinem

verbesserten Produktemix und

einer weiterhin starken Nachfrage

nach Stadtgeländewagen (SUV).

DerÜberschuss habe sich in den

Monaten Oktober bis Dezember

auf 851,2 Milliarden Won(660 Millionen

Euro)belaufen, nach einem

Verlust von203,3 Milliarden Won

im Vorjahreszeitraum, teilte Hyundai

am Mittwoch mit. Trotz leicht

niedrigerer Verkaufszahlen verdoppelte

sich der Gewinn im Gesamtjahr

2019 nahezu auf 3,27 Billionen

Won. (dpa)

Zahl der Schweinehalter

schrumpft

Schweinestall in Mecklenburg-Vorpommern.

FOTO: CARSTEN REHDER/DPA

DieSchweinehaltung in Deutschland

ist im Vergleich mit anderen

landwirtschaftlichen Zweigenbesonders

starkvom Strukturwandel betroffen.Wie

das Statistische Bundesamt

mitteilte,sank die Zahl der Betriebe

mit Schweinehaltungzwischen

2010 und 2019 um mehr als ein

Drittel –von 33400 auf rund 21600.

Im Vergleich dazu ging die Gesamtzahl

der landwirtschaftlichenBetriebe

von2010 bis 2019 vonknapp

300000 auf etwa 267000 zurück, was

einem Rückgang vonrund11Prozent

entspricht.Dabei verringerte

sich der Schweinebestandzwischen

2010 und 2019 nur um 2Prozent auf

rund 26 Millionen Tiere.(dpa)

Handelskonzern Würth

verdient weniger

Vorallem dank guter Geschäfte im

Ausland hatder Handelskonzern

Würth vergangenes Jahr erstmals die

Umsatzmarke von14Milliarden

Euro geknackt. DerWeltmarktführer

im Vertrieb vonMontage- und Befestigungsmaterial

steigerteseine Erlöse

im Vergleich zum Vorjahrum

4,8 Prozent auf 14,27Milliarden Euro.

DerGewinn vorSteuern ging hingegendeutlich

um 13,8 Prozent auf

750 Millionen Euro zurück. Würth

verwies auf höhereEinkaufspreise

für viele Produkte.Diese Mehrkosten

hätten nicht durchgängig an Kunden

weitergegeben werden können. Früher

auf Schrauben spezialisiert, bietet

Würthinzwischenauch Werkzeuge

oderElektrogeräte an.(dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 7

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Wirtschaft

Dieselaffäre

für Daimler

noch teurer

Zusatzkosten von bis zu

1,5 Milliarden

Die Dieselaffäre kommt den

Autobauer Daimler nochmals

deutlich teurer zu stehen als bisher

gedacht. Für 2019 rechne man mit

weiteren 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro

an zusätzlichen Kosten, teilte der

Konzern amMittwoch inStuttgart

mit. Es gehe um „voraussichtliche

zusätzliche Aufwendungen für laufende

behördliche und gerichtliche

Verfahren und Maßnahmen betreffend

Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge

in verschiedenen Regionen und

Märkten“, hieß es in der Mitteilung.

Daimler hatte im vergangenen Jahr

schon insgesamtrund1,6 Milliarden

Euro dafürzurückgestellt.Nach vorläufigen

Zahlen rechnet der Konzern

für das vergangene Jahr nun mit

einem operativen Ergebnis von

5,6 Milliarden Euro.Das wärenur etwa

halb so viel wie im Vorjahr,als der

Gewinn ebenfalls schon deutlichgesunken

war. Die zusätzlichen Aufwendungenfür

die Diesel-Probleme

sinddarinnochnichtberücksichtigt.

Angesichts der hohen Kosten vor

allem beim Anlauf der Produktion

von Elektroautos und der Entwicklung

des automatisierten Fahrens,

hat Vorstandschef OlaKällenius dem

Konzern ein Sparprogramm verordnet.

BisEnde 2022 will er allein beim

Personal rund 1,4 Milliarden Euro

einsparen und dafür wohl mehr als

10 000 Stellenstreichen.(dpa)

Sensoren an Laternen

Beim Umbau zur intelligenten Stadt fehlt es häufig an Digitalkompetenz, sagen Kritiker

Von Thomas Magenheim

Wer Klimawandel und

Energiewende als gesellschaftliche

Kernprobleme

akzeptiert,

kommt an Konzepten für intelligente

Städte nicht vorbei. In Metropolen leben

auch hier zu Lande immer mehr

Menschen, die drängende Veränderungen

annehmen müssen. Sind die

66 deutschen GroßstädteimJahrzehnt

nach 2000 um 240000 Bürger gewachsen,warenesvon2010und

2016schon

1,35 Millionen zusätzliche Bewohner,

sagt Bert Rürup. Der Ex-Wirtschaftsweise

ist heute Chef des Handelsblatt

Research Institute (HRI). Das arbeitet

an einer Reihe von Studien, die aus

Sicht von Rürup besonders vernachlässigte

Politikfelder im Fokus haben.

DieStudie „Die intelligente Stadt“ haben

er und Mitstreiter nun vorgestellt.

Smart Cities, wie sie auf Englisch

heißen, haben weltweit Konjunktur.

Immerhin 153 Metropolen dieserErde

planen, intelligent zu werden, erst 15

habenabereinKonzeptdafürundganzenacht

davon bescheinigt die Unternehmensberatung

Roland Berger, in

einem fortgeschrittenen Stadium zu

sein. Deutsche Städte stehen dabei

nichtweitvorne,kritisiertRürup.„Esist

ein völlig ausgeblendetes Problem“,

sagt der Politikberater.Technische Lösungen

gebe es zwar vielfach und auch

vereinzelte Leuchtturmprojekte. Aber

es fehle an vernetztem Denken. Mit

Insellösungen allein könne man keine

wirklich nachhaltigenVeränderungen

bewirken.

Alles andere alsintelligent: Berufsverkehr auf derLeipziger Straße.

HRI-Forscher JanKleibrink erklärt

das am Beispiel innerstädtischer Verkehr,dessen

Reduzierung ein Kernanliegen

ist. Bisher sei es nicht gelungen,

Individualverkehr in Städten zu reduzieren,

weil Verkehrsträger kaum nutzerfreundlich

miteinander verknüpft

würden und das Umland vonStädten

oft außen vor bleibe. Pendler stiegen

dann weiter ins eigene Auto.Wer mehrere

Apps brauche, umvon Bus und

Bahn auf, Leihrad oder Mitfahrgelegenheit

zu wechseln, bleibe dann oft

beim Privatwagen. Eher stehen lasse

man ihn bei einer praktischen Multimobilitäts-App

für alle Verkehrsträger.

So seien auch bisherige Hoffnungen

geplatzt, die Verkehrsplaner auf

FOTO: I.BÄNSCH/DPA

CarsharingalsisolierteEinzelmaßnahme

gesetzt haben, betont die Studie.

Dasgilt auch für die deutsche Stadt, in

der Carsharing am besten läuft –Berlin.

Weder dortnoch in anderen deutschen

Carsharing-Städten sind die Zulassungszahlen

bei privaten Pkw gesunken,

seit Autos geteilt werden.

In deutschen Städten fehle es zudem

an Sensoren, die Verkehrsdaten

erheben, diese intelligent analysieren

undzuDatenportalenaufbauen.Dazu

komme vielfach mangelnde Digitalkompetenz

in Kommunen, um überhaupt

intelligent planen zu können.

„Die Straßenlaterne ist eine zentrale

InfrastrukturfürdieintelligenteStadt“,

betontdieStudie.AnihrließensichBewegungsmelder

zur Beleuchtungssteuerung

anbringen oder um freie

Parkplätze zumelden. Zu Stoßzeiten

entfällt gut ein Drittel des innerstädtischen

Verkehrs auf Parkplatzsuche,

was sich fast halbierenlasse.Zugleich

könnten Laternen kostengünstig zu

Ladesäulen für Elektroautos aufgerüstet

werden. So will das Unternehmen

Ubitricity durch den Umbau vonStraßenlaternen

in Berlin 1600 Ladepunkte

für Elektroautos schaffen.

AlseinPositivbeispielfürintelligente

Stadtplanung identifiziertdie Studie

die dänische Hauptstadt Kopenhagen.

Diehat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025

erste CO 2 -neutrale Stadt der Welt zu

werden und koordiniere ihre Digitalisierung

entsprechend. Um zu intelligenten

städtischen Systemen zu kommen,

seien auch Kompromisse bei der

Datenweitergabe nötig, räumt Kleibrink

ein.

Ohne Finanzpartnerschaften mit

Unternehmen könnten hier zu Lande

chronisch klamme Kommunen zudem

nötige Investitionen kaum stemmen.

Ohne solches Umdenken drohe

die intelligente Stadt jedoch Flickwerk

zu bleiben.

Dringend berücksichtigen müsse

man bei allen Planungen vor allem

auch, dass die deutsche Gesellschaft

immer älter wird, sagt Rürup. „Alle

Konzepte erfordernein Mitspielen der

Bevölkerung, aber wenig technikfreudige

Älteresind da oft zurückhaltend“,

warntderPolitikberater.Dieintelligente

Stadt dürfe nicht so kompliziertwerden,

dass sie ältere Bevölkerungsschichten

überfordert.

VW geht gegen

Ex-Chef des

FBI vor

Berufungzum Gutachterim

Prozess soll vereitelt werden

Volkswagen verdächtigt den früheren

FBI-Chef Louis Freeh des

Geheimnisverrats und will dessen

Berufung zum Gutachter in Schadensersatzprozesseninden

USAvereiteln.Der

ehemaligeLeiterder amerikanischen

Bundespolizei arbeitet

nach seiner Karriere im öffentlichen

Dienst als juristischer Vermittler in

Wirtschaftsskandalen–beiVWhatte

er Anfang 2016 Aussicht auf einen Beratervertrag

und sollteinderAufklärung

der Dieselaffäre helfen. Doch

dazu kam esnicht. Nun ist Freeh für

Anwälte privater Kläger tätig. Der

Vorwurf der Wolfsburger: Ersoll interne

Informationen des Managements

andiese weitergegeben oder

gar verkauft haben, wie das Onlinewirtschaftsmagazin

„Business Insider“

am Mittwoch berichtete.

BeiVolkswagenhießes, manlehne

Freeh als hinzugezogenen Experten

inDieselverfahren in den Vereinigten

Staaten ab. Ein entsprechenderAntrag

seibei einemGericht

in San Francisco eingereicht worden.

Es gebe klare Hinweise, die darauf

schließen ließen, dass er seine aktuellen

Auftraggeber mit vertraulichen

Unterlagen und Aussagen aus der

Zeit der Verhandlungen mit dem

deutschen Konzern versorgt habe.

Die Wolfsburger sehen einen

schwerwiegenden Interessenkonflikt.(dpa)

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8 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Meinung

Blindgänger

ZITAT

Der Bund muss

endlich zahlen

Jens Blankennagel

fordert, die Entsorgung vonWeltkriegsbomben

nicht zu verzögern.

„Sie hat mich

auf dem

Time-Magazin

ausgestochen.“

Noch immer liegen Tausende Blindgänger

aus dem Zweiten Weltkrieg

im Boden von Berlin und Brandenburg.

Jede einzelne unentdeckte Bombe ist eine

explosive Altlast, die potenziell jederzeit

explodieren, Häuser zerstören oder Menschen

verletzen und töten kann.

Dies ist seit 75 Jahren ein akutes Problem,

doch die Situation heute ist geradezu

absurd. Der Bund zahlt nur für die

Entsorgung von Munition aus „reichseigener“

Produktion, also für Wehrmachtsbomben.

Davon wurden recht wenige in

Deutschland abgeworfen. Die übergroße

Masse stammt vonden Alliierten. Für denen

Beseitigung müssen allerdings die

Länder selbst aufkommen.

Das Land Brandenburg, auf dessen

Gebiet noch immer die meisten Blindgänger

liegen, fordert seit Jahrzehnten,

dass der Bund die Kosten voll übernimmt.

Seit 2015 trägt er nun auch bei alliierten

Bomben immerhin die Hälfte. Das Sonderprogramm

sollte bis 2019 laufen, ist

nun bis 2021 verlängert. Es geht um 60

Millionen Euro.Das klingt nach viel, aber

allein Brandenburg hat seit 1990 bereits

400 Millionen Euro ausgegeben.

Wenn die Blindgänger nicht ein Dauerproblem

bleiben sollen, muss der Bund

endlich die Kosten voll und ganz übernehmen.

Denn die Länder sind unterschiedlich

stark betroffen –Brandenburg

und Berlin beispielsweise besonders

stark. Andere Länder haben wenig Blindgänger

zu entsorgen und damit eine geringe

finanzielle Last zu tragen. Dasist natürlich

unfair. Denn den Zweiten Weltkrieg

hat ganz Deutschland verloren und

muss damit auch für die Hinterlassenschaft

aufkommen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche

Herausforderung und

nicht Aufgabe einzelner Bundesländer.

Kritik an Trump

Habeck

darf das –noch

Markus Decker

über ein politisches Dilemma der

Grünen

Dürfen Politiker so reden? Darf der

Vorsitzende der Grünen, Robert

Habeck, über US-Präsident Donald

Trump sagen, er sei „der Gegner“? Darf er

fordern, ihm „nicht auch noch Honig ums

Maul“ zu „schmieren für so ’ne Rede“?

Darf er gar despektierlich ausstoßen:

„Und dann kommt so einer“? Sprich: der

letzte Hanswurst.

Sicherlich ist es seltsam für den Chef

der nach Umfragen größten Oppositionspartei,

wenn er in Davos eher zufällig vor

der Linse einer ZDF-Reporterin landet

und unter dem Eindruck der Trump-Rede

einfach mal losledert. Doch Trump hat die

Kritik genauso verdient. Er agiert bekanntlich

immer so ignorant wie beim

Weltwirtschaftsforum. Undertut es auch

im Angesicht einer globalen Bedrohung

wie dem Klimawandel. Überdies ist Habeck

nicht der Erste, der so über Trump

spricht. Der damalige Außenminister

Frank-Walter Steinmeier (SPD) nannte

den Präsidentschaftskandidaten Trump

einen „Hassprediger“. Später schreckte

sein Parteifreund Rolf Mützenich als Vorsitzender

einer Regierungsfraktion vor

dem Wort „Rassist“ nicht zurück.

Derlei Vokabeln nahm Habeck nicht

in den Mund. Doch selbst wenn er es getan

hätte: Washätte es eigentlich verändert?

Trump sät doch den Hass, nicht

seine Gegner.Vielleicht ist es deshalb sogar

notwendig, dass ab und zu mal ein

hochrangiger Politiker klarstellt, was in

der von Populisten systematisch verdrehtenWelt

richtig und was falsch ist. Ja,

Habeck darfsoreden, wie er es getan hat.

Noch ist er so frei. Wenn er der nächsten

Bundesregierung angehört, dann gibt er

diese Freiheit ab wie einen Mantel an der

Garderobe.

Die Strategie im Senat

Der polnische Präsident kommt

nicht. Derukrainische nun doch.

Litauen hat in letzter Minute abgesagt.

Putin will ein russisches

Denkmal einweihen, Prinz Charles bei Palästinenserpräsident

Abbas vorbeischauen. Der

Jerusalemer Bürgermeister lädt zur Cocktailparty

ein. Macron weigert sich, englisch zu

sprechen. Steinmeier muss englisch sprechen.

Was Netanjahu vorhat, weiß kein

Mensch. Ob das Veranstaltungszelt warm

wird, ist eine gute Frage. Überhaupt, ob das

Wetter mitspielt. Vielleicht stürmt es. Vielleicht

machen die Palästinenser den Gastgeberneinen

Strich durch die Rechnung.

In diesen Tagen jährt sich der 75. Jahrestag

der Befreiung vonAuschwitz, es gibt viele

Gedenkveranstaltungen, die größte findet in

Israel statt: 48 Delegationen sind angereist.

Präsidenten, Staatschefs, Könige. Seit Tagen

befindet sich das Land im Ausnahmezustand.

Werden Listen verschickt, wer wann

kommt. Wird spekuliert, warum Wladimir

Putin erst am Donnerstag anreist und nicht,

wie geplant, am Mittwoch. Gibt es Diskussionen,

ob die Einweihung des Denkmals für

die Leningrader Blockade in Jerusalem wirklich

sein muss,gerade jetzt, und ob nicht viel

zu wenige Überlebende eingeladen wurden

und viel zu viele Politiker.

Das Ganze erinnert ein wenig an ein Familienfest,

zu dem Menschen zusammenkommen,

die sich nicht besonders leiden

können und sich nicht so gerne an Regeln

halten. Wobei die Frage ist: Wassind überhaupt

die Regeln? Werlegt sie fest? Für wen

gelten sie? Gibt es das überhaupt, das beste

Gedenken, den passenden Ort, die perfekten

Worte, die richtige Erinnerung?

Gedenkfeiern, die mit dem Holocaust zu

tun haben, sind eine komplizierte Sache.Das

Als in der vorigen Woche an die „Erstürmung“

der Stasizentrale in Berlin-Lichtenbergvor

30 Jahren erinnertwurde,verzettelten

sich einige in die Diskussion, ob überhaupt

etwas erstürmt oder besetzt wurde.

Oder ob sich noch aktive MfS-Leute unter

das wütende Volk gemischt hatten, um ihm

das Stahltor zu öffnen und den Wegzum einzig

hell beleuchteten Gebäude, der Versorgungseinrichtung

mit Kantine, Laden und

Friseur, zuweisen, statt die Massen dorthin

zu führen, wo sie Akten und Karteikarten gefunden

hätten.

Wiesooft hat jedes historische Ereignis –

je nach Perspektive des Erzählers –mehrere

Wahrheiten. Jedenfalls hatten am 15. Januar

1989 schon mittags fast alle Mitarbeiter frei,

die Hauptverwaltung Aufklärung klebte

„Eintritt verboten“-Zettel an ihreTüren und

der Meininger Pfarrer Martin Montag war als

Emissär eines Bürgerkomitees schon vorOrt,

auf der anderen Seite des Eisentores an der

Ruschestraße, wie Götz Förster hier in diesem

Blatt die Geschichte darstellte. Ich bin

jedenfalls froh darüber,dass,abgesehen von

bereits zerschreddertem und verheiztem Papier,

doch so vieles erhalten blieb, was uns

und künftigen Generationen Lehrstoff zum

Thema „Geheimdienst zwischen Perfidie

und Lächerlichkeit“ bietet.

So durfte ich voreinigen Jahren in eigener

Sache nachlesen, welche Mühe ich vier Spitzeln

mit meinen Plakaten und Postkarten bereitete,die

1981 im Rostocker Club des Kulturbundes

gezeigt wurden. „Mit dieser Ausstel-

Befreiung von Auschwitz

Chaos am

Jahrestag

Anja Reich

fragt sich, wie ein adäquates Gedenken an die Opfer des

Holocaust aussehen kann.

KOLUMNE

Dem

Reißwolf

entgangen

Klaus Staeck

Grafiker und Verleger

lung konnten bestehende Verdachtshinweise

auf eine feindliche Kontakttätigkeit verdichtet

werden,“ heißt es in der „Abverfügung zur Archivierung“.

Höchste Aufregung herrschte

vor allem, weil der ARD-Korrespondent Lutz

Lehmann alle bürokratischen Hindernisse für

eine Drehgenehmigung überwand und sich

auf den Wegnach Rostock machte.Die Club-

Verwalter wurden unter Druck gesetzt, ihr

Hausrecht auszuüben um die Genehmigung

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

begreift man spätestens, wenn man einen

Blick in die deutsche Gedenkgeschichte wirft:

Im September 1945, nur wenige Monate nach

Ende des Krieges,wirdinOst-Berlin der Opfer

des Faschismus mit einer Kundgebung gedacht.

EinJahr später steht die gleiche Kundgebung

bereits unter dem Motto: „Nicht alle

Deutschen waren Faschisten“.

In Auschwitz wird 1947 die erste Ausstellung

über die Nazi-Verbrechen eröffnet, aber

erst seit 1992 beteiligen sich die Deutschen

an den Kosten. 1970 fällt Willy Brandt vor

dem Denkmal desWarschauer Gettos auf die

Knie und gilt damit vielen als Vaterlandsverräter.Inden

80er-Jahren lernen ostdeutsche

Schulkinder im ehemaligen KZ Buchenwald,

wie Kommunisten sich gegen die Nazis gewehrthaben,

und im ehemaligen KZ Bergen-

Belsen, tief im Westen, schließt ein Hausmeister

morgens für die Besucher einen kleinen

Ausstellungsraum auf –und abends wieder

ab.

1996 ruft Bundespräsident Roman Herzog

den Tagder Auschwitz-Befreiung zum

bundesweiten Gedenktag für die Opfer des

Nationalsozialismus aus.1998 verwahrtsich

der Schriftsteller Martin Walser gegen die

„Dauerpräsentation unserer Schande“. 2011

hält erstmals ein deutscher Bundespräsident

in Auschwitz eine Rede,Christian Wulff. Das

war bis dahin den Opfer-Nationen wie Polen

vorbehalten. Undjetzt, 2020, redet der deutsche

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier,

aber Andrzej Duda, der Pole, darf

nicht reden. Zumindest nicht hier, inYad

Vashem, weswegen er gar nicht erst kommt.

Die Beispiele zeigen, wie unberechenbar

und manipulierbar Gedenken sein kann. Es

gibt keine Formel dafür, eswird darum gekämpft,

auch jetzt noch, mehr als sieben

Jahrzehnte nach Auschwitz. Das hat mit der

unfassbaren Dimension dieses Menschheitsverbrechens

zu tun, aber auch damit,

dass Erinnernoft subjektiv ist, trotz aller historischen

Forschungen. Es gibt die Täter und

die Opfer,aber es gibt viel dazwischen. Jedes

Land, jede Nation hat seinen eigenen Blick

auf die Geschichte. Und in diesen Zeiten, in

denen nationales Bewusstsein die Welt spaltet,

scheint dieser Blick ausgeprägter denn je.

Dass sich unter diesen Bedingungen fast

50 Staatsführer in YadVashem zusammenfinden,

um der Opfer des Holocausts zu gedenken,

ist ein Verdienst der Organisatoren.

Auch wenn es ein bisschen chaotisch werden

sollte.Chaos ist tausendmal besser als bürokratische

Perfektion. Auch das ist eine Lehre

aus der deutschen Geschichte.

aufzuheben. Erst die Drohung meiner vorzeitigen

Abreise veranlasste sie,den Eklat zu vermeiden.

In den Spitzelberichten las ich dann

vier sehr unterschiedliche Betrachtungen zu

allen Vorkehrungen, um an diesem Tagden

feindlichen Elementen das Handwerk zulegen,

aber auch diefreundlichenWortevon IM

„Sportler“, der seine Freude zum Ausdruck

brachte,„dass er durch diese Ausstellung die

Möglichkeit des persönlichen Gesprächs mit

Steg“hatte.

Ins Visier der Stasi war ich schon 1976

durch die Mitarbeit für das „Schutzkomitee

Freiheit und Sozialismus“ gekommen. Anlass

war die Verhaftung von Jürgen Fuchs,

Christian Kunert und Gerulf Pannach nach

deren Protesten gegen Biermanns Ausbürgerung.

Ichhatte nach dem Ausschluss mehrerer

Autoren aus dem Schriftstellerverband

ein Plakatmotiv entworfen, mit einem Eisberg

und dem Text „Blick auf das Kulturministerium

der DDR (Außenstelle Literatur)“,

angehängt die Aufforderung, die Kampagne

„Solidarität versetzt Eisberge“ zu unterstützen.

Unter den Namen der Unterzeichner

war jegliche linke Prominenz der Bundesrepublik

zu finden –mit Ausnahme der DKP-

Kader. Wie ein roter Faden zieht sich durch

meine Akte das Unverständnis, dass einer,

der vieles an der BRD zu kritisieren hatte,das

Herrschaftssystem der DDR aus tiefster

Überzeugung ablehnt. Alles heute noch

nachzulesen, weil meine bis zuletzt geführte

Personalkarteikarte und die Akten dem Reißwolf

entgangen sind.

Donald Trump, US-Präsident,

hatte am Mittwoch in Davos auch Anerkennung

für Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Das Time-Magazin hatte Thunberg zur

„Person des Jahres“ des Jahres 2019 gekürt

und aufs Titelbild gehoben.

AUSLESE

Denkwürdiges

aus Davos

Der US-Präsident Donald Trump

nutzte seinen Auftritt auf dem

Weltwirtschaftsforum, um ungeniert

Wahlkampf zu machen. Die Klimaaktivistin

Greta Thunberg wiederum erklärte

allen Politikern und Wirtschaftsbossen

erneut, dass sie auf ganzer Linie

versagt haben. „Und, welchem Lager gehören

Sie an?“, fragt daher die Pariser

Zeitung L’Opinion. „Zwischen dem Klimaskeptiker

Donald Trump und Greta

Thunberg als Verkünderin der Apokalypse

sollen sich die in Davos versammelten

Staatenlenker und Unternehmenschefs

entscheiden. Und wir

ebenso. [...] Schade, dass die Auseinandersetzung

um den Klimawandel eine

rein ideologische Schlacht bleibt.“

Der Tages-Anzeiger aus Zürich konzentriert

sich auf Donald Trump: „Natürlich

richtete er seine Rede vor allem an das

heimische Publikum, das ihn wiederwählen

soll –und dies wohl auch tut“, heißt es

dort. Doch die Botschaft kam sehr wohl

auch bei seinen Zuhörern in Davosan[...]

Sie sagten es zwar nicht laut, aber von jenen

Firmenchefs, die sich in Davos versammeln,

haben etliche genug von der

ewigen Klimadiskussion, die für viele nur

die Laune verdirbt und das Geschäft

stört.“ Die Badische Zeitung aus Freiburg

äußerte Bedenken nach dem Auftritt der

schwedischen Klimaaktivistin: „Thunberg

läuft Gefahr, dass ihre Auftritte an

Wirkung verlieren, weil ihre Dauerpanik

sich abnutzt.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 – S eite 9 *

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Berlin

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Sauber: Die S-Bahn saniert 600 Wagen in Halle Seite 12

Sauberer: Ist Berlin ohne Verbrennungsmotoren realistisch? Seite 12

Stadtbild

Das Leben

geht weiter

Ruth Herzberg

vermisst ihre Schwiegermutter

sehr.

Das Jahr ist noch so jung, aber der

Sensenmann ist schon unterwegs.

ImUmkreis gab es schon vier

Todesfälle und dann geht es ganz

schnell. Die Schwiegermutter

kommt abends ins Krankenhaus

und am nächsten Morgen erwacht

sie nicht mehr. Der Schock ist groß.

Auch wenn es eigentlich die Ex-

Schwiegermutter war,denn ihr Sohn

–der Vater meiner Kinder –und ich

sind nicht mehr zusammen. Dennoch

ist es, als würde nun eine der

tragenden Säulen im Leben fehlen.

Die Kinder haben eine ihrer Omas

verloren, mein Ex seine Mutter. Sie

war eine Instanz, sie gab Stabilität,

sie war für uns da. Ich war gern bei

ihr zu Gast.

Sie lebte allein in ihrer kleinen

Wohnung, in der es immer aufgeräumt

und so gemütlich war, wie es

nur bei Omas sein kann. Je älter man

wird, auf desto mehr Beerdigungen

muss man gehen. Diese ist vergleichsweise

„gelungen“ und würde

der Verstorbenen gefallen haben,

obwohl reichlich Tränen fließen.

Auch bei mir. Esist das erste Mal,

dass ich auf einer Beerdigung so ausgiebig

weine, eskommt einfach so.

Ich spüre den Verlust und denke

nicht weiter darüber nach. Diebeste

Freundin der Verstorbenen hält eine

Rede, eine alte Frau. Sie spricht leise

und zu schnell, außerdem versagt

das Mikrofon und sie ist kaum zu

verstehen. Aber das macht nichts.

Als sie das Rednerpult verlässt und

die zwei Stufen hinuntergeht, stützt

sie sich beiläufig und ohne zu zögern,

auf dem Sarg ihrer Freundin ab.

Ichbin gerührt. Sogar noch nach ihrem

Tod ist die Verstorbene ihrer

Freundin eine Stütze.

So eine Beerdigung ist wie eine

Hochzeit: Das Privatleben, also das,

was den Menschen ausmacht, liegt

offen da. Alle wissen, dass mein

Mann und ich getrennt sind. Ich

sehe Menschen und „Ex“-Verwandte

wieder, die ich seit der Trennung

nicht gesehen habe. Wir betrachten

einander genau, suchen nach Veränderungen,

Altersspuren.

Man fragt, wie es mir geht, ich

antworte ungewöhnlich ehrlich und

andersherum ist es genauso. Als wir

aus der Kapelle kommen, ist da dieser

plötzliche starke Sonnenschein,

wie ein letzter Gruß aus dem Jenseits.Ich

kenne ihn schon vonanderenBegräbnissen.

Am Grab ist es wie

bei allen Begräbnissen, bei denen

ich bisher war, plötzlich unendlich

kalt. So kalt, dass man sich auf den

Leichenschmaus freut. Alle trinken

und essen hemmungslos und viel.

Plötzlich ist da diese Leichtigkeit und

Freude es „überstanden“ zu haben.

Dann wirdmir alles zu viel. Ichgehe

früh ins Bett und höre noch beim

Einschlafen, wie die Gäste nach mir

fragen. „Sie schläft“, sagt mein Ex

und ein bisschen ist es wie früher.

Für einen kurzen Moment fühle

ich mich wieder in einer heilen Familie

geborgen und das ist eine

schöne Illusion. Als ich kurzvor Mitternacht

erwache, sind alle weg. Die

Kinder spielen mit ihren Trostgeschenken

und ich räume mit meinem

Ex zusammen auf. Das Leben

geht weiter. Der Todkommt immer

zu früh. Hoffentlich dauert esnoch

lange bis zur nächsten Beerdigung.

Und die Finger bitte da drauf: Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Schülerinnen der Friedensburg-Sekundarschule

Gute Schule –schlechtes Beispiel

„10 Jahre Strukturreform“:Warum anhand einer Musterschule keineErfolgsgeschichte erzählt werden kann

VonMargarethe Gallersdörfer

Bildungssenatorin Sandra

Scheeres wollte eine Erfolgsgeschichte

erzählen.

Undtatsächlich ging es am

Mittwochnachmittag auch um einen

Erfolg. Allerdings nicht um den der

Senatorin. Scheeres wollte zeigen,

wie gut die vor zehn Jahren begonnene

Schulstrukturreform in Berlin

funktionierthat, also die Zusammenlegung

von Haupt- und Realschulen

zu Integrierten Sekundarschulen. Als

Beispiel wählte sie die Friedensburg-

Schule, doch ausgerechnet deren Erfolg

hat mit der Schulstrukturreform

wenig zu tun. Sieist zwar eine Musterschule,

aber eine, die zeigt, wie sich

eine Schule entwickeln kann, wenn

die Bildungsverwaltung gute Schulleiter

arbeiten lässt.

DieFriedensburg-Oberschule war

schon vor der Schulstrukturreform

eine Gesamtschule. Nun ist sie eben

eine Integrierte Sekundarschule mit

gymnasialer Oberstufe.Eine vonetwa

50 in Berlin, und doch ist sie besonders.

Seit 2004 ist sie eine Staatliche

Europaschule. Vier von acht Klassen

einer Jahrgangsstufe werden halb auf

Deutsch, halb auf Spanisch unterrichtet.

Mehr als die Hälfte der Schülerinnen

und Schüler mit Migrationshintergrund

sind deshalb Spanisch-

Muttersprachler. Und ohne Abschluss

verlassen die Schule jedes

Jahr höchstens eine Handvoll Schülerinnen

und Schüler. Berlinweit blieben

im vergangenen Schuljahr hingegen

mindestens acht Prozent aller

Schüler ohne Schulabschluss. Das

sind sogar etwas mehr als vor der

Schulstrukturreform, die das explizite

Ziel hatte,diese Quote zu verringern.

1200 Schüler besuchen die Friedensburg-Oberschule,

die nach dem

Jahrgangsstufenprinzip arbeitet. Das

bedeutet, dass alle Klassen einer Jahrgangsstufe

–von der 7. bis zur 10.

Klasse –auf einem Gang liegen und

vomgleichenTeam aus Jahrgangsstufenleitern,

Klassenleitern, Erzieherinnen,

Sozial- und Sonderpädagogen

betreut werden. Selbst die entsprechenden

Lehrerzimmer sind auf diesem

Gang. „Wir brechen die große

Schule auf in mehrere kleine“, sagt

Schulleiter Sven Zimmerschied. Das

ermögliche eine enge Begleitung der

Schüler.Außerdem beschäftigen sich

die Schüler und Schülerinnen in berufsorientierenden

Projekten vier

Stunden pro Woche mit Verlässlichkeit

und Selbstorganisation.

DasKonzept ist nicht nur in Berlin

besonders, es hat inzwischen auch

national Beachtung gefunden, denn

die Friedensburg-Oberschule darf

sich zu den 20 besten Schulen

Deutschlands zählen. Gerade erst hat

es die Charlottenburger Schule in die

Vorauswahl des Deutschen Schulpreises

geschafft, der einmal im Jahr

vonder Robert-Bosch-Stiftung verliehen

wird. 2015 ist ihr das schon einmal

gelungen.

Der Erfolg der Schule ist also da.

Doch mit der Schulstrukturreformallein

hat das nichts zu tun, sagt Schulleiter

Sven Zimmerschied.„Wir wären

wohl eher ein gutes Beispiel für eine

erfolgreiche Schulentwicklung.“ Außerdem

war die Friedburg-Oberschule

schon vorder Schulstrukturreform

vor zehn Jahren eine Gesamtschule,

ander man vom berufsbildenden

Abschluss bis zum Abitur

alles machen konnte.Auchdeswegen

ist die Reform hier deutlich weniger

Die Griessmuehle geht –Techno bleibt

SABINE GUDATH

rumpelig gelaufen als an so mancher

Realschule, die mit einer Hauptschule

zusammengelegt wurde.

Übrig geblieben sind auch heute

noch knapp 80 andereIntegrierte Sekundarschulen,

an denen noch immer

keine Abiprüfung abgelegt werden

kann. Diese hätten im Jahr Zehn

der Schulstrukturreform das „Image

der Resterampe“, kritisierte die Industrie-

und Handelskammer vorwenigen

Tagen –und erntete Zuspruch

der Elternvertreter.

„10 Jahre Schulstrukturreform:

Wie individuelles Lernen gelingen

kann“ –sowar der Termin von Mittwoch

überschrieben. Doch am Ende

zeigte sich, dass die Antwortgar nicht

so einfach ist. Und so blieb auch

Scheeres bei der Pressekonferenz an

der Friedensburg-Oberschule nichts

anderes übrig, als die bekannten Versprechen

zu wiederholen: Schulsozialarbeiter

an allen Schulen, mehr Personal

für Sekretariate, IT-Leitstellen,

intensivere Bemühungen um die Sekundarschulen

mit „herausfordernder

Schülerschaft“. Siewisse,sagte sie

am Ende der Veranstaltung, dass es

noch viel zu tun gibt.

Der Investor an der Sonnenallee 221 und die Clubcommission Berlin einigen sich auf einen Kompromiss

VonMechthild Henneke

Der Technoclub Griessmuehle

wird am jetzigen Standort an

der Sonnenallee 221 in Neukölln am

Montag, 3. Februar, schließen und

zunächst übergangsweise auf ein

neues Gelände ziehen, hat die Clubcommission

Berlin am Mittwoch

mitgeteilt. Das Gelände am Schifffahrtskanal

soll aber für die Clubkultur

der Stadt erhalten bleiben. Der

Investor SImmo habe sich bereit erklärt,

eine Entwicklung zu Veranstaltungs-,

Gastronomie- und Clubflächen

auf dem Gelände mit der Clubcommission

zu prüfen.

„Ich freue mich erst mal über

diese Lösung“, sagte Neuköllns Bürgermeister

Martin Hikel (SPD). Neukölln

sei Britzer Mühle und Griessmuehle

und er wolle, dass das auch

in zehn Jahren noch der Fall ist. „Es

ist ein Erfolg, dass der Standortlangfristig

für die Clubkultur gesichert

werden kann“, sagte der Grünen-Abgeordnete

GeorgKössler zu der Einigung.

DasGelände sei dafür prädestiniert.

Der Einigung vorausgegangen

waren mehrereGespräche zwischen

der den Clubbetreibern, der Clubcommission,

Landes- und Bezirkspolitikern

sowie dem Investor S

Immo, einer österreichischen Investmentgesellschaft.

Sie hatte das

1,2 Hektar große Gelände gegenüber

dem Hotel Estrel Berlin vor vier Jah-

renerworbenund erhielt im November

eine Baugenehmigung, um unter

anderem Bürohäuser und eine Community

Hall zu errichten. Zum1.Februar

kündigte die S Immo dem

Hauptmieter, der das Gelände im

Sommer weitgehend verließ. Der

Technoclub Griessmuehle hielt einen

Untermietvertrag, der auch zum

Ende des Monats auslief.

Jetzt können die Technofans aufatmen.

Nach Schätzungen kamen

rund 500 von ihnen am Mittwochnachmittag

zum Rathaus Neukölln,

um sich für den Erhalt des Clubs auszusprechen.

Eine Online-Petition

der Griessmuehle hatte innerhalb

voneinerWochemehr als 42 200 Unterstützer

gewonnen.

Die SImmo begrüße es, wenn ein

clubkultureller Betrieb Bestandteil

des Areals sein könnte,hieß es in der

Presseerklärung. Auch wolle der Investor

prüfen, ob während der Hochbauphase

die Zwischennutzung einer

Freifläche möglich sei. „Wir können

uns auch vorstellen, dass während

der Bauphase ein temporärer

Ort geschaffen wird, der dem Neuköllner

Geist entspricht“, zitiert die

Erklärung Robert Neumüller, den

Geschäftsführer der S Immo Germany.

Die Griessmuehle verhandelte

am Mittwoch noch über einen

neuen Standort. Nach Informationen

der Clubcommission könnte

dieser in Mitte oder Lichtenberg liegen.

NACHRICHTEN

Im Museum: SED-Ausweis

von Todesschütze Kurras

DerSED-Mitgliedsausweis desWest-

Berliner Polizisten Karl-Heinz Kurras

wirdjetzt ausgestellt. Kurras hatte

am 2. Juni 1967 bei Protesten den

Studenten Benno Ohnesorgerschossen.

Es war eine Sensation, als 2009

die Stasi-Akte des Polizisten entdeckt

wurde.Esstellte sich heraus,

dass er unter dem Decknamen „Otto

Bohl“ der Staatssicherheit über Jahre

Adressen, Dienstanweisungen und

Alarmpläne gelieferthatte und zudem

Mitglied der DDR-Staatspartei

SED war. (dpa)

Beatrix von Storch will nicht

für AfD-Vorsitz kandidieren

DieAfD-Bundestagsabgeordnete

Beatrix vonStorch will sich nicht um

den Landesvorsitz der Partei in Berlin

bewerben. „Als stellvertretende

Bundessprecherin und stellvertretende

Vorsitzende der Bundestagsfraktion

sei ihr politisches Tätigkeitsfeld

vorallem die Bundespolitik“,

teilte sie am Mittwochabend mit.

DerLandesparteitag ist für den

25./26. Januar geplant. Laut Parteisatzung

ist der alte Vorstand nicht

mehr im Amt, seit Anfang des Jahres

gibt es einen Notvorstand. Derbisherige

Landesvorsitzende,Georg

Pazderski, hatte Mitte Januar überraschend

angekündigt, nicht mehr

kandidieren zu wollen. (dpa)

Unbekannte schmieren

Hakenkreuze

Unbekannte haben in der Nacht zu

Mittwoch das Kreuzberger Wahlkreisbüroder

Grünen Bundestagsabgeordneten

Canan Bayram beschmiert.

DerPolizeiliche Staatsschutz

ermittelt nun wegen der augenscheinlich

politisch motivierten

Sachbeschädigung unter Verwendung

verfassungswidriger Kennzeichen.

Zuerst hatte die Berliner Morgenpost

darüber berichtet. (BLZ)

Tierparkmodernisiert

Elefantenhaltung

DerTierparkinFriedrichsfelde stellt

sich bei der Elefantenhaltung neu

auf. DasDickhäuterhaus wirdfür

mehr als 35 Millionen Euro umgebaut

und die Haltung Asiatischer

Elefanten aufgegeben, wie die Einrichtung

bekanntgab.Aktuell leben

dortsieben Asiatische und drei Afrikanische

Elefanten. „ImZuge des

Umbaus werden in der ersten Jahreshälfte

2020 zunächst alle Elefanten

den Tierparkverlassen und in andere

Zoos umziehen“, hieß es.Nach Ende

der Umbauzeit sollen nur noch Afrikanische

Elefanten gehalten werden.

Ziel sei die „modernste Elefanten-

Anlage Europas“. (dpa)

Noch gibt es Asiatische Elefanten im Tierpark.

DPA


10 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Bezirke

Marzahn-Hellersdorf

Pankow

Theatertage der Oberschulen

Eine Schulwoche lang

wird die Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums

zur Bühne der 22. Theatertage

der Marzahner und

Hellersdorfer Oberschulen.

Vom17. bis 21. Februar werden

die Theatergruppen der

Ensembles vom Tagore-

Gymnasium, des Wilhelmvon-Siemens-Gymnasiums,

des Max-Planck- und des

Otto-Nagel-Gymnasiums sowie

des Victor-Klemperer-

Kollegs ihreArbeiten vorstellen.

Mit Stücken wie „Hase,

Hase“, „Der Besuch der alten

Dame“ oder sehr interessant

gestalteten Märchenvariationen

präsentieren die

Schüler zeitgenössische

Schauspielkunst. Zuschauer

sind herzlichst willkommen,

der Eintritt ist frei. (ylla.)

Gedenken mit Lichterkette

Zur Erinnerung an die Befreiung

des Vernichtungslagers

Auschwitz am

27. Januar vor 75Jahren rufen

die Kommission für Bürgerarbeit,

die Kirchengemeinde

Alt-Pankow und die

Pankower Vereinigung der

Verfolgten des Naziregimes –

Bund der Antifaschisten

(VVN-BdA) zur Gedenkkundgebung

auf. Mit der

„Pankower Lichterkette“ gedenken

die Menschen im

Kiez seit 1999 der Befreiung

des KZ. DieLichterkette steht

unter dem Motto„Für ein solidarisches

und gewaltfreies

Miteinander, gegen Antisemitismus

und Rassismus“.

Treffpunkt ist um 18 Uhr das

ehemalige Jüdische Waisenhaus

in der Berliner Straße

120/121. (mw.)

Alt-Hohenschönhausen

Reinickendorf

Innere Potenziale

Haus Lemke: Idylle und Moderne

am Obersee. IMAGO MAGES/JÜRGEN RITTER

Nach dem Bauhaus-100-

Jubiläumsjahr konzentriert

sich das Programm des

von Mies van der Rohe entworfenen

Hauses Lemke,

Oberseestraße 60, imneuen

Jahr wieder mehr auf seine

innerenPotenziale.Zum Auftakt

des Themenjahres

„Raum-Zeit-Odyssee“ öffnet

ab 19. Januar, 14 Uhr, dieAusstellung„Modell

Mies“. (ylla.)

Schulprojekt auf Eis

Bezirksstadtrat

Tobias

Dollase (parteilos, für

CDU) hat den Senat zum

schnelleren Handeln beim

Neubau einer Grundschule

in Reinickendorf-Ost aufgefordert.

In seinem Bericht

zur Schulsituation sagte Dollase

kürzlich in der Bezirksverordnetenversammlung,

dass der Bezirk seit mehr als

sieben Jahren für diese

Grundschule kämpfte. Vier

Jahre habe der Senat gebraucht,

um die wachsenden

Schülerzahlen anzuerkennen,

so Dollase. Danach

seien drei Jahre vergangen,

um über die Standorteignung

für einen Schulbau zu

befinden und nun heiße es,

dass an dem Standort die

Schule in Modulbauweise

nicht entstehen darf. (nm.)

Chorzentrum wird teurer

Die Kosten für das Deutsche

Chorzentrum an

der Karl-Marx-Straße 145 fallen

deutlich höher aus als ursprünglich

geplant. Auch

können die geplanten Nutzungen

voraussichtlich erst

ab 2021 in das umgebaute

Gebäude einziehen. Darüber

informiert die Lenkungsgruppe

„Aktion! Karl-Marx-

Straße“ in ihrem aktuellen

Neukölln

Newsletter. Grund dafür

seien laut Chorverband, dass

mittlerweile gänzlich neue

Anforderungen an den Bau

gestellt werden. Dazu gehören

Auflagen des Denkmalschutzes,die

Energieeinsparverordnung,

Arbeitsschutzbestimmungen

und moderne

Klimatechnik. Die Baukosten

belaufen sich nun auf rund 14

Millionen Euro. (sara.)

Glücksbärchen

Nurnoch ein paar Malschlafen, dann ist es

soweit: Die beiden Pandabärchen Meng

Yuan (l.) und Meng Xiang sind der bereit

für ihren großen Auftritt in der Öffentlichkeit:

DasWarten hat ein Ende! Die beiden

Panda-Babys aus dem Berliner Zoo werden

ab dem 30. Januar 2020 für Besucher

zu sehen sein. Das teilte der Zoo amMittwochvormittag

mit. Gemeinsam mit Bärenmutter

Meng Meng werden die Jungs

dann ab kommende Woche Donnerstag

das Innengehege erkunden –ganz sicherlich

unter neugierigen Augen vieler Besucher.

(BLZ)

DPA

Gewobag kauft Wohnanlage

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft

Gewobag hat eine ehemals

öffentlich geförderte Wohnanlage

mit 36 Parteien und

2.793 QuadratmeternWohnfläche

am Hirzerweg 6-8 von

der Berliner Treucon-

Gruppe erworben. Über die

Höhe des Kaufpreises haben

die Parteien Stillschweigen

vereinbart. (sara.)

Mariendorf

Bezahlbare Wohnungen in attraktiver

Lage. JOE GREY PHOTOGRAPHIE

Köpenick

Breitere Wege

Der Zugang des S-Bahnhofs

Wuhlheide wird

neu gestaltet. Bis Ende Januar

wird das Treptow-Köpenicker

Grünflächenamt

dafür Rodungsarbeiten in

diesem Bereich durchführen.

Auf einer Fläche von

600 Quadratmetern sollen

dafür nicht geschützte

Bäume und Büsche entfernt

werden. Für eine ge-

schützte Ulme läge eine

Fällgenehmigung des Naturschutzamtes

vor, teilt

das Bezirksamt mit. Mit der

Neugestaltung soll mehr

Platz für Radfahrer und

Fußgänger, insbesondere

bei größeren Besucherströmen

zu Konzerten, geschaffen

werden. Die Arbeiten

werden bis voraussichtlich

2021 andauern. (ylla.)

Rundgang Zu einem Rundgang

entlang des ehemaligen Mauerverlaufs

zwischen der Schulzestraße

und der Schützenstraße

in Pankowlädt der Leiter

des Museums Pankow,

BerntRoder,am25. Januar ein.

Startund Ziel ist das

SprachCafé Polnisch, Schulzestraße

1. DerRundgang beginnt

14 UhrimCafé und endet

dortwieder gegen 15.30 Uhr.

TERMINE

Neue Kunst DieGraphothek

Berlin präsentiertabdem 31.

Januar ausgewählte Kunstwerke,

die neu in den Ausleihbestand

der Sammlung aufgenommen

wurden, in der Rathaus-Galerie,Eichborndamm

215–239. Darunter befinden

sich freie und geometrische

Farbkompositionen, Landschaftsaquarelle

und figürliche

Darstellungen.

Jazzfest Vom24. bis 26. Januar

wirdimKulturstall des Schlosses

Britz, Alt Britz 83, wieder

gejazzt. Jeweils Freitag und

Sonnabend ab 19 Uhrsowie

am Sonntag ab 11 Uhrspielen

hochkarätig besetzte Formationen,

so unter anderem die

Neuköllner Jazzdozenten sowie

Professoren vonmehreren

Jazzhochschulen. Mehr Infos:

berlin.de/musikschuleneukoelln

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Barrierefreie Haltestelle

Berlins erste barrierefreie

Bushaltestelle ist jetzt in

der Obstallee eingeweiht

worden. Der gleichnamige

Haltepunkt befindet sich auf

der Höhe des Grundstücks

am Blasewitzer Ring 8. Das

Besondere daran: Mit 22

Zentimetern verfügt er über

einen um sechs Zentimeter

höheren Einstiegsbord als

bisher üblich, so das Bezirks-

Spandau

amt. Dadurch wird die Reststufe

zwischen Bord und Bus

auf zirka ein bis zwei Zentimeter

verringert. Menschen

mit radgebundenen Hilfsmitteln

können so in der Regel

ohne Klapprampe und

somit ohne die Hilfe von

Busfahrenden ein- und aussteigen.

Die Haltestelle wird

von den Buslinien 131 und

M37 angefahren. (nm.)

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Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 11 **

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Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) steht unter Beschuss. Jetzt wurde er vor den Hauptausschuss zitiert.

Zur Rede gestellt

Opposition erstattet Anzeige gegen Grünen-Baustadtrat Florian Schmidt

VonAnnika Leister

Florian Schmidt (Grüne) gilt

als begabter Politiker, unter

Kritikern wie Koalitionspartnern.

Aber auch als

selbstverliebt und unbelehrbar. Einer,der

sich ungernerklärtund noch

seltener entschuldigt. Am Mittwoch

aber musste er sich dem Hauptausschuss

im Abgeordnetenhaus stellen

–Schmidt erschien und verlas erst

einmal eine lange Erklärung.

Zurzeit steht der Baustadtrat von

Friedrichshain-Kreuzberg maximal

unter Druck: Es wird ihm das Zurückhalten

von Akten, sogar deren

Manipulation vorgeworfen –inFällen,

in denen er dasVorkaufsrecht für

die Genossenschaft Diese EG zog.

Schmidt räumt formale Fehler ein,

bestreitet aber den Vorwurf der Manipulation.

Die Opposition fordert

seit Tagen seinen Rücktritt. Am Mittwoch

teilten die FDP und CDU in der

Bezirksverordnetenversammlung

mit, dass sie Strafanzeige gegen

Schmidt wegen des Verdachts auf

Urkundenfälschung, Falschbeurkundung,

Urkundenunterdrückung

und Verwahrungsbruch gestellt haben.

Im Hauptausschuss aber sollte es

nicht um den Aktenskandal gehen –

sondern um größere Fragen, die

Schmidts Vorgehen in Bezug auf ein

äußerst beliebtes Instrument des

rot-rot-grünen Senats aufwirft: das

bezirkliche Vorkaufsrecht. Mit ihm

können Bezirke Mietshäuser in Milieuschutzgebieten

vor dem Verkauf

an private Investoren bewahren. Für

SPD,Linke und Grüne ist es ein zentraler

Weg, den Mietmarkt in Berlin

zu entspannen und Häuser zurück

in Besitz des Landes zu bringen. Der

Schmidt-Skandal wirft jetzt aber

auch die Frage auf, wie eigenmächtig

Stadträte unter dem vom Senat festgelegten

Regeln für das Vorkaufsrecht

agieren können.

Lange konnten Bezirke die Option

nur ziehen, wenn eine landeseigene

Wohnungsbaugesellschaft die

Häuser übernahm. Dann –Finanzsenator

Matthias Kollatz (SPD) zufolge

im August 2019 –erfolgte ein

Beschluss des Hauptausschusses,

nach dem auch Genossenschaften

„Wir müssen jetzt

Konsequenzen

ziehen, um es

sicherer und

effektiver

zu gestalten.“

Stefan Zillich, Parlamentarischer

Geschäftsführer der Linken

vom bezirklichen Vorkaufsrecht und

damit einhergehenden Förderungen

profitieren können.

Schmidt sagte, dass die private,

aber gemeinwohlorientierte Diese

EG mit ihrem besonderen Konzept

darauf ausgerichtet sei einzuspringen,

wo die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften

nicht mehr

einspringen wollten – nämlich bei

Häusern in denen der Instandsetzungsstau,

also auch die Differenz

zwischen Kauf- und Verkaufspreis,

besonders hoch ist. „Die Diese EG

konnte dem Immobilienmarkt auch

Häuser entziehen, die ansonsten

keine Chance auf Rettung hatten“,

sagte Schmidt.

Der Mietendeckel sitzt

GETTY

Einzentrales Problem: DieFinanzierung

der Genossenschaft sollte

durch Genossenschaftsanteile, Zuschüsse

vom Land und Bankkredite

gestemmt werden. Diese Förderungen

aber wurden zum Teil erst geschaffen,

als einige Hausverkäufe für

die Diese EG bereits liefen. Ob

Schmidt sich dabei an alle Fristen

hielt und die Finanzen der Genossenschaft

ordentlich prüfen ließ,

wird wohl erst die nächste Sitzung

des Hauptausschusses Mitte Februar

zeigen. Dann steht die Diese

EG wieder auf der Tagesordnung, die

CDU hat schriftlich detailliert nach

Abläufen und der Wahrung vonFristen

gefragt.

Auch die FDP befriedigt die rund

einstündige Fragerunde nicht. Viele

Fragen zur Finanzierung blieben unbeantwortet,

sagte Sybille Meister

nach der Sitzung. Ein Stadtrat aber

dürfe sich nicht halbherzig entschuldigen,

den Hauptausschuss im Unklaren

lassen und „dann einfach so

davonkommen“.

SPD und Linke hingegen versuchen,

das geliebte Instrument des

bezirklichen Vorkaufsrechts vor

Schaden zu bewahren. Hinter vorgehaltener

Hand heißt es: Schmidt

habe im Aktenskandal Fehler gemacht,

beim Vorkauf für die Diese

EG aber vorallem die vomSenat zur

Verfügung gestellten Möglichkeiten

voll ausgeschöpft. Jetzt trete Schmidt

„saudämlich“ auf, heißt es aus beiden

Parteien, und drohe, das Vorkaufsrecht

weiter in Verruf zu bringen.

DasVorkaufsrecht sei ein wichtiges

und richtiges Instrument, sagte

Stefan Zillich, Parlamentarischer Geschäftsführer

der Linken. „Wir müssen

jetzt Konsequenzen ziehen, um

es sicherer und effektiver zu gestalten.“

Gesetz nimmt die nächste Hürde. Die Koalition feiert sich, die Opposition lehnt ab

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Für Fachleute war es ein Fest. Von

einem „historischen Tag“ sprachen

am Mittwoch Mitglieder des

Ausschusses für Stadtentwicklung

und Wohnen im Abgeordnetenhaus.

Sie gehören alle der rot-rot-grünen

Koalition an. Nach zwei Stunden

Diskussion stand fest, dass alle Änderungsanträge

für den Entwurf des

Mietendeckelgesetzes durchgegangen

waren. Die Opposition blieb bei

ihrer Ablehnung und stimmte gegen

den Entwurf. Einer Abstimmung auf

der nächsten Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses

am 30. Januar

steht nun nichts mehr im Wege.

Zwei Stunden lang diskutierten

die Ausschussmitglieder ausgiebig

über den Deckel und die Änderungen

daran. Diezuständige Senatorin

Katrin Lompscher (Linke) legte sich

früh in der Debatte fest: „An der Substanz

des Gesetzes hat sich durch die

Änderungsanträge nichts geändert.“

Siegehe aber davon aus,dass der Gesetzentwurf

noch „rechtssicherer

formuliert“ sei als der vorherige.

Tatsächlich sind nur Feinheiten

neu dazugekommen. Verdeutlicht

wurde,dass die Bezirke den Mietern,

deren Mieten nach dem Gesetz zu

hoch sind, bei einem Rechtsstreit

helfen sollen. DieÄmter könnenVerwaltungsbescheide

ausstellen, in denen

sie erklären, dass es verboten

sei, die überhöhte Miete zu fordern.

Es bleibt jedoch beim grundsätzlichen

Risiko eines Prozesses.

Neu ist die Besserstellung von

Vermietern, die sehr niedrige Mieten

verlangen. Sie können bei Wiedervermietung

die Monatsmieten bei

um einen Euro auf bis zu 5,02 Euro

proQuadratmeter erhöhen.

Prinzipiell aber bleibt es bei den

bekannten Eckpfeilern. So gilt weiter,

dass das Gesetz für fünf Jahredie Mieten

einfrieren will –rückwirkend vom

18. Juni 2019, dem Tag, als der Senat

die entsprechenden Eckpunkte beschlossen

hat. Ab 2022 soll es eine

Mieterhöhung in Höhe des Inflationsausgleichs

geben, höchstens jedoch

um jährlich 1,3 Prozent. Eine

Tabelle legt je nach Alter und Ausstattung

der Wohnung eine Obergrenze

fest. Sollte die Miete 20 Prozent darüber

liegen, kann gekürzt werden.

Vermieter dürfen Modernisierungskosten

mit höchstens einem Euro pro

Quadratmeter aufschlagen. Es gibt

Härtefallregelungen für Vermieter.

Neubauten ab dem 1. Januar 2014

sind ausgeklammert.

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12 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Berlin

2002 wurde dieser S-Bahn-Wagen in Halle-Ammendorf gebaut. Nun ist er per Lkw an seinen Entstehungsortzurückgekehrt–für eine Sanierung.Gut möglich, dass weitere Berliner S-Bahnen folgen werden. BERLINER ZEITUNG/PETER NEUMANN

Zur Reha nach Halle

Die S-Bahn saniert mehr als 600 Wagen. Spezialisten in Sachsen-Anhalt sollen die ganz schweren Fälle übernehmen. Ein Ortstermin

VonPeter Neumann

Als Ingenieur für Werkstofftechnik

glaubt Thomas

Tautz nicht an ungewöhnliche

Zufälle. Doch bemerkenswert

sei es schon, was sich gerade

in einer Halle seines Unternehmens

abspielt, sagte der Prokurist

der FirmaMSG in Halle (Saale). „Vor

17 Jahren wurde dieser Wagen der

Berliner S-Bahn hier montiert.“ Nun

steht 481 382-9 wieder hier,inderselben

Halle,inder er einst entstanden

ist. Wieein Arbeitnehmer,dem nach

einem Unfall eine Reha genehmigt

wurde, wird der Wagenkasten in

Halle aufgemöbelt. Es ist ein Testlauf

für die ganz schweren Fälle,die beim

größten Modernisierungsprogramm

der S-Bahn-Geschichte auftauchen

könnten. 618 Wagen werden saniert.

Während 17-jährige Menschen

noch als jung gelten, sind Schienenfahrzeuge

mit 17 Jahren meist schon

ziemlich in die Jahregekommen. Die

Berliner S-Bahn, deren Gerippe im

Dezember per Lkw nach Halle kam,

hat ebenfalls einiges hinter sich.

In Hegermühle bei Strausberg

prallte sie als erster Wagen eines Zuges

der S5 auf einen Baum, der bei einem

Sturm auf die Gleise gefallen

war.„Zwar war der Zug langsam unterwegs,

doch der Schaden war beträchtlich“,

sagte Maik Nachtigall

vonder S-Bahn Berlin GmbH.

Beidem Aufprall verzog sich einer

der beiden 18 Meter langen Längsträger,die

das Wagenfundament bilden

–weshalb das Fahrzeug aufs Abstellgleis

musste. Zuvor hatte der

tägliche Betrieb, der sich auf viele

Tausend gefahrene Kilometer und

beförderte Fahrgäste summiert hat,

Spuren hinterlassen. Eingedrungene

Nässe griff den Stahl an. Korrosion

insbesondere inden Einstiegsbereichen

ist ein weiteres Thema, mit

dem sich ein Dutzend der 200 Beschäftigten

der FirmaMSG befasst.

Nunauch mit Videokameras

„Wir versuchen, jedes Fahrzeug am

Leben zu erhalten, weil wir für den

täglichen Fahrgastbetrieb jedes

Fahrzeug brauchen“, sagte S-Bahn-

Chef Peter Buchner.„Darumreparieren

wir alle Fahrzeuge –selbst diejenigen,

die anderswo als wirtschaftlicher

Totalschaden gelten würden.“

Das nach den Berliner Verkehrsbetrieben

(BVG) zweitwichtigste

Nahverkehrsunternehmen in der

Region kann es sich nicht leisten, auf

Züge zu verzichten. Die Länder Berlin

und Brandenburg, die den S-

Bahn-Betrieb bestellen und mit Geld

Mehr Fahrgäste: 2018

wurde die Berliner S-Bahn

für 478 Millionen Fahrten genutzt.

Nach ersten Hochrechnungen

ist diese Zahl im

vergangenen Jahr um ein bis

zwei Prozent gestiegen, sagte

S-Bahn-Chef Peter Buchner.

AUF DEM WEG ZUR HALBEN MILLIARDE

vom Bund bezahlen, sehen das genauso.Weil

sich die dringend nötige

Erneuerung des Wagenparks auch

wegen politischer Querelen immer

wieder verschoben hat, muss ein

großer Teil der jetzigen Flotte länger

als einst geplant durchhalten. Deshalb

ermöglichen die Länder ein Sanierungsprogramm

der Superlative.

DieKosten: rund 155 Millionen Euro.

Vonder Baureihe 481, die 1997 bis

2004 geliefert worden ist, sollen zunächst

309 Doppelwagen saniert

werden. „Ziel ist, dass sie bis 2030 im

Einsatz bleiben können“, sagte

Buchner. Im Oktober fiel bei Sekt

und Selters der Startschuss im Werk

Baustelle schreckte ab:

Das entspricht einer Zunahme

um maximal zehn

Millionen Fahrgäste. Dass

der Zuwachs nicht größer

war,lag auch an den langen

baubedingten Sperrungen

bei der S5/7/75.

Weiterer Zuwachs: S-Bahn-

Chef Buchner erwartet, dass

die Fahrgastzahl die 500-

Millionen-Markeindiesem

oder im kommenden Jahr

überspringt. Zum Vergleich:

Die BVGbefördertpro Jahr

1,1 MiIliarden Fahrgäste.

Schöneweide. Doch das Projekt

„Langlebigkeit“ braucht mehr Zeit

als erwartet, um in Schwung zu kommen.

Bisher sind erst zwei Doppelwagen

fertiggestellt worden.

Sie bekamen neue Längsträger,

Fußböden, Türflügel und Türtaster,

die auf leichtes Antippen reagieren.

Blaue Sitze, die von einem portugiesischen

Hersteller stammen, wurden

eingebaut. In den sanierten Wagen

gibt es erstmals bei der S-Bahn eine

Videoaufzeichnung: Fünf Kameras

pro Wagen nehmen das Innere ins

Visier, die Bilder werden 48 Stunden

lang gespeichert. Die Außenlackierung

wurde dem Design der nächsten

S-Bahn-Generation angepasst –

was Fans zu Debatten anregte. Das

Motto lautet: mehr Ockergelb,weniger

Rot, schwarze Türen. Das Rot ist

heller als der bisherige Bordeauxton.

Fahrgastinfo wirdnicht verbessert

Der Fahrgastverband IGEB hätte

sich auch eine bessere Fahrgastinformation

gewünscht. Die neue

Rechnertechnik hätte große Umbauten

erfordert–„worauf wir schweren

Herzens verzichteten“, so Buchner.

„Die Hochlaufkurve dauerte länger

als geplant“, bekräftigte er.Doch

inzwischen sei absehbar, dass die

360 Handwerker in Schöneweide,

die ein Drittel ihrer Arbeitszeit mit

der Fahrzeugsanierung verbringen,

denTakt erhöhen. In diesem Jahr sollen

rund 90 Doppelwagen runderneuertwieder

auf die Streckegehen.

Welche Rolle spielt nun die Firma

MSG in Halle? „Wir rechnen damit,

dass ungefähr jedes 20. Fahrzeug

starke Korrosionsschäden aufweist“,

sagte Maik Nachtigall. Diese Fälle

sollen dann vonThomasTautz’Team

übernommen werden. Um schon

mal zu trainieren, kam der Unfallschaden

481 382-9 in die Saalestadt.

„Wir hoffen natürlich, dass wir möglichst

keine Wagen hierher bringen

müssen“, sagte S-Bahn-Chef Buchner.„Dashoffen

wir natürlich nicht“,

entgegnete MSG-Prokurist Tautz.

Dabei ist das Unternehmen bereits

gut ausgelastet. „Wir suchen

Mitarbeiter“, sagte der Chef. Derzeit

werden ICE-Züge saniert–wofür der

Deutschen Bahn, bei der lange gespartwurde,die

Kapazität fehlt.

Auch der IndustriestandortHalle-

Ammendorf hat Sparrunden hinter

sich. Mit einem Jahresumsatz von

umgerechnet 600 Millionen Euro

war das Werk,indem zu DDR-Zeiten

täglich drei Breitspurschlafwagen für

die russische Eisenbahn montiert

wurden, 1991 der größte Schienenfahrzeughersteller

weltweit. Einst

waren 6000 Menschen dorttätig.

Nach der Wende verschaffte der

S-Bahn-Auftrag aus Berlin dem Werk

Arbeit: 934 Wagenkästen wurden

dort gebaut, 330 Doppelwagen in

Betrieb genommen. 2005, ein Jahr

nach der letzten Lieferung, wurde es

vom Eigentümer Bombardier geschlossen.

Nun erlebt der Standort

wieder einen kleinen Aufschwung –

auch dank der Berliner S-Bahn.

Peter Neumann

hätte sich schon früher eine

Auffrischung gewünscht.

Hauptstadt ohne Benziner und Diesel –ist das realistisch?

Sozial- und Christdemokraten kritisieren den Plan der Umweltsenatorin, Autos mit Verbrennungsmotoren auszusperren. Doch die Grünen-Politikerin bekommt auch Lob

VonPeter Neumann

Geht es nach Umweltsenatorin

Regine Günther, dann ist Berlin

künftig für Benziner und Dieselautos

tabu. Doch beim Koalitionspartner,

den Sozialdemokraten, stößt der

Plan der Grünen-Politikerin auf Kritik.

„Frau Günther kann nicht davon

ausgehen, dass wir ihn durchwinken“,

sagte JörgStroedter,Vizevorsitzender

der SPD-Fraktion, am Mittwoch.

„Wir sehen einen erheblichen

Diskussionsbedarf.“ Es gibt aber

auch Lob für die Senatsvorlage, die

aufzeigt, wie Berlin klimaneutral

werden könnte.„DieInitiativeist gut

und längst überfällig“, so der Berliner

Mobilitätsforscher Andreas Knie.

DiePläne sind ambitioniert–und

sie würden bedeuten, dass zahlreiche

Berliner ihren Lebensstil ändern

müssten. „Ab dem Jahr 2030 sollen

Pkw mit Verbrennungsmotoren auf

fossiler Basis in der Umweltzone

möglichst ausgeschlossen werden,

2035 soll die Ausweitung auf das Gebiet

der Gesamtstadt erfolgen“, so

steht es in einer Vorlage der Senatorin

für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz,

über die Ende Januar beraten

werden soll. Ziel sei es, die Stadt zur

„Zero Emission Zone“ zu machen –

wie es auch von den Grünen beschlossen

worden war. „Ein ,Weiter

so' in der Klima- und Energiepolitik

ist keine Option mehr“, so Günther.

Frühestens in zwei Jahrzehnten

Diesel raus –ist schnell gefordert, aber nicht ganz einfach umsetzbar.

fahrzeuge. Und der Ausbau des U-

Bahn-Netzes kommt unter den Grünen

nicht voran.“ Der Grundansatz,

die Nutzung von Verbrennungsmotoren

einzuschränken, sei richtig.

„Wir brauchen aber realistische Fristen.“

Frühestens in 20 Jahren könnte

die Innenstadt Null-Emissions-Zone

werden. Dann seien Elektroautos

OLIVER BOEHMER

Autos mit Verbrennungsmotoren

sollen in zehn Jahren aus der Innenstadt

verschwinden –für JörgStroedter

ist das ein „völlig unrealistisches

Ziel“. „Das kann nicht funktionieren“,

sagte der SPD-Politiker. „Vielleicht

ist es vor allem ein Signal an

die Grünen-Basis“ – die Günther

lange nicht wohlgesonnen war und

auf radikale Lösungen pocht, die

sich gegen das private Auto richten.

Hätte die Senatsverwaltung ihre

Hausaufgaben gemacht, dann fiele

der Umstieg auf klimafreundliche

Verkehrsmittel sicher leichter, sagte

Stroedter.„Doch es gibt noch immer

nicht genug Ladesäulen für Elektrohoffentlich

erschwinglich – bisher

könnten sich nur Begüterte solche

Fahrzeuge leisten, so JörgStroedter.

Ähnlich klingen die Einwände

von Oliver Friederici (CDU): „Benzin-

und Dieselverbote sind absolut

unsozial, die Vorschläge der Senatorin

realitätsfern.“ Günther trage die

politische Verantwortung für die

Krise im Nahverkehr und den

schleppenden Ausbau der Elektromobilität,

so der Verkehrspolitiker.

In den vergangenen Jahren sei ihr

„nichts gelungen“. Das Straßenbahnnetz

sei nicht erweitertworden,

für den U-Bahn-Ausbau läge keine

Planungen vor. Die Ausschreibung

des S-Bahn-Betriebs,die Berlin neue

Züge bescheren soll, lasse ebenfalls

auf sich warten –„weil sich die Koalition

zweieinhalb Jahre zerlegt hat“,

so Friederici. Er forderte: „Statt Verboten

bessereAngebote schaffen!“

„Günther steht unter Druck, in eigenen

Reihen wirdsie angezählt“, so

der Abgeordnete.„Siewill nun offenbar

mit realitätsfernen Verboten und

Ideen bundespolitisch punkten.“

Andreas Knie vomWissenschaftszentrum

Berlin ermutigte die Senatorin

dagegen, auf ihremWegweiterzugehen.

Was sie für Berlin plane,

unterscheide sich nicht vonder Politik

in anderen europäischen Metropolen,

sagte er.„In allen großen Ballungsräumen

findet ein fundamentaler

Wechsel in der Mobilität statt.

Städte wie London, Paris, Madrid,

Zürich, Oslo sowie praktisch alle großen

holländischen und flämischen

Städte beginnen sich vom Verbrennungsmotor

zu verabschieden und

neue Wege zu gehen“, so Knie.

Berlin alsLabor der Zukunft

Die deutsche Hauptstadt sollte Vorreiter

werden, forderte er.„Berlin hat

als einzige Großstadt in einem demokratischen

Land die Chance,aufgrund

ihrer historischen Besonderheit

das Labor der Zukunft zu werden.

Hier existiert ein Nahverkehr,

der in der Welt seinesgleichen sucht.

Wenn man diesen ergänzt durch flexible

Angebote und diese miteinander

vernetzt werden, wird Berlin die

erste Stadt sein, in der keiner mehr

ein privates Auto braucht“, so Knie.

„Einsteigen und losfahren, auf

Basisregenerativer Energien und natürlich

ausgewogen. DieVermögenden

zahlen viel, die Ärmeren wenig“

–das könnte das Berlin der Zukunft

werden. „Der Start für dieses

Labor kann schon jetzt erfolgen.“


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 13

· ·

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Berlin

POLIZEIREPORT

Beifahrerin gestorben.

Beieinem Unfall in der Bernauer

Straße in Reinickendorfist am

Dienstagmittag eine 65 Jahrealte

Frau getötet worden. Eine 37-Jährige

war zuvor mit ihrem VW einem haltenden

BVG-Bus ausgewichen und

in den Gegenverkehr geraten. Dabei

stieß sie mit einem Sattelzug zusammen.

Dabei wurde die Fahrerin

schwer verletzt.

Sturz in der Straßenbahn.

Beim plötzlichen Bremsen einer

Straßenbahn der Linie M13 in der

Osloer Straße in Wedding ist ein 82-

Jähriger in der Bahn gestürzt. Dabei

wurde er am Kopf und am Oberkörper

schwer verletzt. Der48-jährige

Fahrer musste bremsen, weil vorihm

eine Frau beim Überqueren de

Gleise bei RotzuBoden gestürzt war.

Sieblieb unverletzt.

Tankstelle überfallen.

In der Riesaer Straße in Hellersdorf

ist am Dienstagabend eine Tankstelle

überfallen worden. Dermaskierte

Täter betrat gegen 22 Uhrden

Verkaufsraum. Er ging zunächst an

einen Kühlschrank und anschließend

zur Kasse.Dortbedrohte er die

59 Jahrealte Angestellte mit einem

Messer und verlangte Geld. Er flüchtete

anschließend mit seiner Beute.

Polizist angegriffen.

Beieinem Einsatz in Altglienicke hat

ein 21-Jähriger einen Polizisten angegriffen

und ausländerfeindlich beschimpft.

DiePolizei war wegen unzulässigen

Lärms in eine Wohnung

in der Lehmusstraße gerufen worden.

Als der Täter es ablehnte,seine

beschlagnahmte Musikanlage herauszugeben,

griffe den Beamten an.

Er wurde festgenommen.

Beamte beleidigt.

Während einer Streife auf dem U-

Bahnhof Franz-Neumann-Platz in

Reinickendorfsind zwei Polizisten

beschimpft und beleidigt worden.

Eine Frau war in Begleitung vonzwei

Männern, die auf dem Bahnsteig

rauchten. Als die Beamten die Männer

zur Rede stellten, wurde die Frau

aggressiv.Sie wurde festgenommen

und in Gewahrsam genommen.

Bus sichergestellt.

Polizisten haben auf dem Messedamm

am Dienstagabend einen Linien-Bus

angehalten. DerFahrer war

auf dem Wegnach Serbien. DerRahmen

war mehrfach durchgerostet.

Außerdem waren die Stoßdämpfer

abgebrochen und die Bremsen und

die Lenkung defekt. Löcher im Rahmen

waren mit Bauschaum geflickt.

DerBus wurde sichergestellt. (ls.)

Dealer

und

Gendarme

Grün-schwarzer Abend mit

Kapek und Wegner

VonElmar Schütze

Antje Kapek wohnt in Kreuzberg

mit Blick auf den Görlitzer Park.

Das erzählt die Fraktionschefin der

Grünen oft und gerne.Täglich könne

sie vonihrem Wohnzimmer aus dem

„Katz-und-Maus-Spiel“, wie sie es

nennt, zwischen Polizei und Dealern

zusehen. Kaum tauche Polizei auf,

verschwänden die Drogen in geheimen

Verstecken. Für sie bedeute das,

dass sich der offene Drogenhandel

nicht allein von und mit der Berliner

Polizei lösen lasse,sagt Kapek dann.

Könnte sein, dass Antje Kapek

demnächst einmal gemeinsam mit

einem anderen prominenten Politiker

auf das Treiben im Görli schaut –

und der wird vermutlich zu anderen

Schlüssen kommen als sie.AmAbend

war Kapek zu Gast bei der CDU –mit

auf dem Podium saß deren Landeschef

Kai Wegner. Über die Zukunft

Berlins im Jahr 2030 sprachen sie.

Einmal im Redefluss, lud die „liebe

Antje“ den „lieben Kai“ –ja, man ist

per Du –inihr Wohnzimmer und einen

Blick auf den Park ein. Ursprünglich

sagte sie „Schlafzimmer“, doch

man einigte sich auf einen Versprecher.

Ganz so weit sollte die grünschwarzeVerständigung

nicht gehen.

Ging sie ja tatsächlich auch nicht,

wie an dem Abend an vielen Punkten

deutlich wurde. Kapek und Wegner

wagten einen Parforceritt durch die

Groß- und Zukunftsthemen Sicherheit,

Bildung, Mobilität und Wohnungsbau.

Den größten Dissens gab

es bei der Wohnungsbaupolitik. Wegner

nannte den Mietendeckel ein Instrument,

das spalte. Kapek wiederholte

die Grünen-Argumentation,

wonach schon das Reden über ein

Problem oft Erfolg zeitige. „Seit wir

den Deckel beschlossen haben, sprechen

die privatenVermieter und Konzernewieder

mit mir.“

Der Weg vom Mietendeckel zum

Fall des Friedrichshain-Kreuzberger

Baustadtrats Florian Schmidt ist

nicht weit. Wegner sprach von „Machenschaften“

Schmidts und kündigte

einen Untersuchungsausschuss

für den Fall an, dass nicht auch die

Rolle der SPD-Senatoren bei

Schmidts umstrittener kommunaler

Vorkaufspolitik offengelegt werde.

Kapek verteidigte ihren Parteifreund.

Dieser habe bei der Akten-Affäre, die

die Politikszene seit Tagen in Wallung

bringt,„nichts falsch gemacht“.

Wasbleibt also übrig von diesem

schwarz-grünen Abend? „Heute

ging’s“, sagte Kai Wegner. Zuletzt

habe er oft viel größere inhaltliche

und zwischenmenschliche Schwierigkeiten

mit so manchem Grünen

gehabt als diesmal. Im Übrigen habe

er „die Hoffnung, dass sich die Grünen

wieder aus der roten Umklammerung

lösen können“. Kapek sagte,

auch sie sehe,dass die derzeitige politische

Konstellation zu einer „stärkeren

Lagerbildung und Polarisierung

der Gesellschaft“ geführt habe. Ineiner

anderen Koalition hätte man eher

die Chance, diese Lager wieder zusammenzuführen.

Der Wahlkampf für die Urnengänge

im Bund und in Berlin im

Herbst 2021 wirft seine Schatten voraus.

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Berlin

Eine

seltene

Einigkeit

Politiker kritisieren Pläne

für Rummelsburger Bucht

VonJan Karon

Von einem „stadtpolitischen Sündenfall

dieser Koalition“ sprach

der Grünen-Abgeordnete Georg

Kössler –und meinte die Bebauung

der Rummelsburger Bucht. Dagegen

wird seit einiger Zeit demonstriert.

Am Mittwoch beschäftigte sich der

Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses

mit dem Thema.

Die Initiative „Bucht für alle“ hat

mehr als 28 000 Unterschriften für

eine andere Gestaltung des Areals

gesammelt. Im Ausschuss präsentierten

fünf Anwohner ihre Forderung

für die Rummelsburger Bucht

und das Ostkreuz: Die30000 Hektar

große Fläche solle ein Ort sein, an

dem Kunst- und Kulturschaffende

eine Heimat finden, Kleingewerbe

betrieben werden können, Natur erhalten

bleibt und Schul- sowie

Kitaplätzegeschaffen werden.

„Es geht um die Frage, wie wir in

Berlin leben wollen“, sagte Anwohnerin

Inka Drohn. DieKritik richtete

sich in erster Linie gegen einen Beschluss

der Bezirksverordnetenversammlung

Lichtenberg. Diese hat

im vergangenen April den Bebauungsplan

beschlossen.

Insbesondere die Errichtung des

Wasserparks „Coral World“, eines

privaten Unterwassererlebnisparks,

steht seit Jahren in der Kritik. Das

Projekt, für das 2016 ein Vertrag mit

Investoren geschlossen wurde, sei

nicht im Sinne der Anwohner. „Wie

bewerten Sie“, fragte ein Mitstreiter

die Abgeordneten, „dass am Ostkreuz

Coral World gebaut werden

kann, aber Schulplätze fehlen oder

ein Spielplatz abgerissen wird?“

Unter den Parlamentarierngab es

einen parteiübergreifenden Konsens,dass

ein Bebauungsplan in der

jetzigen Form heute nicht erneut beschlossen

würde. Sven Heinemann

(SPD) sprach von „Wachstumsschmerzen

der Stadt Berlin“. Für

Hendrijke Klein (Linke) hat die Rummelsburger

Bucht das Zeug für ein

ein „Symbol dafür, wie wir künftig

politische Entscheidung bewerten“.

Auch die CDU sprach von „Fehlern

im Umgang mit dem Bürgerprotest“.

„Dass Linke und CDU heute einig

sind, ist außergewöhnlich –und offenbart

eine gewisse Tragik“, befand

der Parlamentarische Geschäftsführerder

Grünen, Daniel Wesener.

Schauspielerin Nina Hoss Taika Waititi spiel Hitler in „Jojo Rabbit“.

Gast: HerbertGrönemeyer CHRISTIAN SCHULZ (3)

NINA HOSS

findet diese Geigenlehrerin Anna,

die sie in dem Film „Das Vorspiel“

darstellt, interessant und faszinierend.

„Schon beim ersten Lesen

habe ich gedacht: Anna flirrt“, sagt

sie. Imrichtigen Leben spielt Nina

Hoss Klavier. Obsie deshalb im falschen

Film war? In „Das Vorspiel“ ist

es nämlich eine Geige: „Als Schauspieler

tun wir ja immer so als ob wir

alles können.“

Über die Arbeit von Regisseurin

Ina Weisse gerät Nina Hoss ins

Schwärmen: „Sie liebt ihre Figuren,

die wahnsinnig widersprüchlich

sind und lässt ihnen und uns Zeit,

sie zu entdecken.“ Die Art, wie Ina

Weisse Regie führt, hat viel mit ihren

Fähigkeiten als Schauspielerin zu

tun. Nina Hoss am Rande der kleinen

Berlin-Premiere amMittwochabend

im Kino in der Kulturbrauerei:

„Als Schauspielerin muss man

sich in Menschen hineindenken

können.“

INA WEISSE

gibt jedes Lob aus der Richtung von

Nina Hoss gern zurück: „Ich habe

mich jeden Tagdarauf gefreut, mit

ihr zusammenzuarbeiten. Mit großem

Einfühlungsvermögen hat sie

diese ambivalente Figur gespielt.“

Und geackert hat die Hauptdarstellerin

auch, wie der Regisseurin Ina

Weisse nicht verborgen blieb. „Sie

hat sich diese musikalisch schweren

Stücke auf der Geige in bewundernswerter

Weise angeeignet.“

Anna flirrt

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Nina Hoss lobt Ina Weisse und die

revanchiert sich dafür ebenso.

TaikaWaititi kommt mitten in der

Oscar-Saison nach Berlin

HERBERT GRÖNEMEYER

war nicht am Film beteiligt, hatte

aber einen guten Grund, zur kleinen

Berlin-Premiere zu kommen: „Ich

bin mit Nina Hoss befreundet, jetzt

bin ich gespannt.“ Für ihn entwickeln

sich solche Ausflüge gern mal

in Richtung Dienstleistung am Fan.

Diesmal war durchgesickert, dass

mit Grönemeyer zu rechnen ist, die

Fans kamen also mit stapelweise Fotos

aus allen Phasen seiner Karriere

zum Signieren. Was den fatalistischen

Ausruf des Sängers erklärt:

„Ihr habt ja das ganzeZeuch mit!“

Auch im Gewimmel: Sänger Max

Raabe („Ich gehe gernins Kino.“), die

Schauspieler Sebastian Koch, Christian

Berkel und Andrea Sawatzki.

Werkeine Karte für die Premiere im

Rahmen der Reihe „Radio Eins –

Schöner Mittwoch“ ergattern

konnte, muss sich nicht lange grämen,

denn in die Kinos kommt „Das

Vorspiel“ schon diesen Donnerstag.

TAIKA WAITITI

kam in spannenden Wochen nach

Berlin. DerRegisseur und Hauptdarsteller

des sechsmal für den Oscar

nominierten Kinofilms „Jojo Rabbit“,

dessen Deutschland-Premiere

am Mittwochabend im Kino International

gefeiertwurde,hätte gerade

auch gut damit zu tun, Academy-

Mitgliederninden USA um den Bart

zu gehen, um seine Oscar-Chancen

zu erhöhen. Waititi begrüßte die

Gäste mit einer charmanten Lüge:

„Willkommen zur Welt-Premiere!“

Ein anderer Satz von ihm wirkte

viel glaubwürdiger: „Ich bin sehr

stolz auf den Film.“ Er fühlte sich von

der Romanvorlage „Caging Skies“

von Christine Leunens dadurch angezogen,

dass „die Geschichte durch

die Augen eines von den Erwachsenen

mit Hass indoktrinierten deutschen

Kindes erzählt wurde.“ Jojo

holt sich Rat bei seinem imaginären

Freund Adolf Hitler, dessen Rolle

Waititi spielt. „Seit ich selbst Kinder

habe, wird mir immer stärker bewusst,

dass wir Erwachsene dazu da

sind, unsereKinder durch das Leben

zu geleiten und sie zu besseren Versionen

vonuns selbst zu erziehen.“

FürWaititi hat sein Filmstoff etwas

sehr Heutiges,erinnertihn aber auch

an Erfahrungen seiner Jugend: „Als

ich aufwuchs,erlebte ich als jüdischer

Maori ein gewisses Maß anVorurteilen.

Deshalb soll „Jojo Rabbit“ auch

als Mahnung dienen, unsere Kinder,

besonders in der heutigen Zeit, zu Toleranz

zu erziehen –und auch uns

selbst daran erinnern, dass in dieser

Welt der Hass keinen Platzhat. Kinder

werden ohne Hass geboren, sie werden

zum Hass abgerichtet.“

Comedian Thomas Nicolai war

Premierengast und sieht Waititi auf

dem richtigen Weg: „Gerade in diesen

Zeiten trifft man die Drecks-Nazis

mit Humor ambesten. Wir müssen

sie auslachen!“

Sicherer

abbiegen

dank Technik

Senat fördert

Assistenzsysteme für Lkw

Der tödliche Unfall von Johannisthal,

bei dem am Sonntag eine

Radfahrerin von einem BVG-Bus

überrollt wurde und starb, führt es

einmal mehr vor Augen: Das Rechtsabbiegen

ist eine der gefährlichsten

Situationen im Straßenverkehr.Technisch

könnten vor allem Abbiegeassistenzsysteme

eine Hilfe sein, die

dem Fahrer signalisieren, wenn er

Radfahrer oder Fußgänger gefährdet.

Ab Mitte 2022 ist der Einbau solcher

Assistenzsysteme in Lastwagen ab 3,5

Tonnen für neue Fahrzeugtypen verpflichtend,

ab Mitte 2024 gilt die

Pflicht für alle Neufahrzeuge.Jetzt will

die Senatswirtschaftsverwaltung die

Lücke bis 2022 mit einem Förderprogramm

abdecken.

Das Berliner Programm ergänzt

ein Programm des Bundes von2019.

Weil die Fördermittel daraus wegen

der großen Nachfrage nach kurzer

Zeit ausgeschöpft waren, kamen

viele Antragsteller zu kurz. Nach Angaben

der Senatsverwaltung betraf

das auch Berliner Unternehmen.

Jetzt legt Berlin nach –mit dem

Unterschied, dass diesmal nur der

Einbau solcher Abbiegeassistenzsysteme

gefördertwird, die über ein Kamera-Monitor-System

inklusive eines

akustischen oder optischen

Warnsignals verfügen. Diese gelten

als die derzeit sichersten marktüblichen

Systeme.

Zur Erinnerung: Der BVG-Bus,

der am Sonntag mit der Radfahrerin

kollidierte, verfügte zwar über ein

Kamera-Monitor-System, jedoch eines

ohne Warnsignale. Das gilt im

Übrigen für alle rund 1100 BVG-

Busse,die bisher überhaupt über einen

Abbiegeassistenten verfügen.

Das Berliner Förderprogramm richtet

sich vor allem an Spediteure und

Logistikdienstleister. (elm.)

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16 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Berlin/Brandenburg

NACHRICHTEN

Die Schweinepest rückt

näher

Die Afrikanische Schweinepest

rückt Deutschland immer näher.

Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium

am Mittwoch in Berlin

mitteilte, wurden am Dienstag

mehrereWildschweinkadaver im

westpolnischen Grenzgebiet entdeckt.

Die geringste Entfernung

betrug dabei zwölf Kilometer zur

Grenze zuSachsen. In Deutschland

sind aber weiterhin bislang

keine Fälle der Tierseuche bekannt

geworden. Für für Hausund

Wildschweine ist die Seuche

tödlich. Besonders bei Landwirten

sorgt die außer Polen unter anderemimBaltikum,

in Bulgarien und

Rumänien nachgewiesene Tierseuche

daher für Beunruhigung.

Bereits am Montag hatte Bundeslandwirtschaftsministerin

Julia

Klöckner (CDU) mit ihrem polnischen

Amtskollegen Krysztof Ardanowski

zusätzliche Schutzmaßnahmen

erörtert. Im Gespräch ist

demnach die Einrichtung eines

eingezäunten Korridors entlang

der Grenze. In Deutschland sollen

Landesbehörden zusätzliche Befugnisse

zum Aufstellen von Zäunen

erhalten. Zudem soll die Wildschweindichte

durch Abschüsse in

Deutschland wie in Polen weiter

verringert werden. (dpa)

Kampfmittel auf

Tesla-Gelände geborgen

Auf dem Gelände der geplanten

Fabrik des US-Elektro-Autobauers

Tesla in Grünheide sind auf fast 60

Hektar bislang 85 Kilogramm

Kampfmittel geborgen worden.

Das teilte das Brandenburger Innenministerium

am Mittwoch

mit. Schätzungsweise 220 Bombentrichter

gab es einst auf dem

Gelände. Nach Angaben der

Staatskanzlei befinden sich auf

dem Areal höchstwahrscheinlich

US-Blindgänger. Die Gemeinde

Grünheide untersagte deshalb,

das Gelände zu betreten. Auf dem

etwa 300 Hektar großen Grundstück

soll die Tesla-Fabrik gebaut

werden. VonSommer 2021 an sollen

jährlich 150 000 Elektroautos

der Typen Model 3und Ygebaut

werden, nach einem Ausbau bis zu

500 000 Fahrzeuge im Jahr. (dpa)

Massenhaft Bomben im Boden

In Berlin werden 4600 Blindgänger vermutet. Brandenburg musste 400 Millionen Euro ausgeben

VonJens Blankennagel und

Andreas Kopietz

Nach der Entschärfung

des 250-Kilo-Blindgängers

aus dem Zweiten

Weltkrieg hinter dem Roten

Rathaus am Dienstagmorgen ist

klar, dass die Suche nach nicht explodierten

Bomben weitergehen

muss. Das Problem wird die Stadt

noch auf Jahrzehnte beschäftigen,

ebenso das Nachbarland Brandenburg.

Denn es ist die bundesweit

noch immer am meisten mit Altmunition

belastete Region. Der Grund:

1945 wurden rund um die damalige

Reichshauptstadt die schwersten

Gefechte und Schlachten geführt.

Über Berlin gingen bei Luftangriffen

etwa 45 000 Tonnen Bomben der

Alliierten nieder.Experten gehen davonaus,dass

bis zu zehn Prozent der

Bomben nicht explodiertsein könnten

und noch immer als Blindgänger

im Boden liegen. In Berlin wurden

seit Kriegsende 7500 Blindgänger

geborgen, etwa 4600 werden noch

immer im Boden vermutet.

Gigantische Kosten

Diese Zahl des Senats stammt aus

dem Jahr 2019. Davorwar man lange

von 3000 Blindgängern ausgegangen.

Berlin gibt jedes Jahr einen Millionenbetrag

für ein Flächenräumprogramm

aus und lässt Wälder und

Parks systematisch absuchen. Der

Plänterwald, Teile des Tegeler Forsts

und ein Gebiet am Müggelsee wurden

beräumt. 2018 wurden in Berlin

38,7 Tonnen Munition geborgen.

Deutlich höher ist die Zahl in

Brandenburg. Dort wurden allein

2019 bis Ende November 276 Tonnen

gefunden. Das Land musste dafür

13,7 Millionen Euro aufwenden. Die

Kosten summieren sich über die

Jahre zu gewaltigen Beträgen. So

wurden seit 1991 mehr als 400 Millionen

Euro ausgegeben.

In Brandenburg wurden die

Städte Potsdam und Oranienburg

besonders heftig bombardiert. In

Potsdam mussten bislang 202 Blindgänger

entschärft werden, in Oranienburgwaren

es sogar 210 –wohlgemerkt

seit dem Ende der DDR. Über

die Mengen davor gibt es keine Zahlen.

Oranienburg –auch „Stadt der

Bomben“ genannt –wurde heftig angegriffen,

weil es ein Standort der

Ein Bombenentschärfer mit einem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Oranienburg: Neben Tausenden

herkömmlichen

Bomben wurden 10050

Großbomben abgeworfen.

Allein beim schwersten Angriff

am 15. März 1945 gingen5690

Großbomben nieder,mehr

als 4000 mit chemischem

Langzeitzünder.

ORANIENBURG

Prinzip: Die über Oranienburg

abgeworfenen 250-

oder 500 Kilo-Bomben mit

Langzeitzünder sollten erst

12 bis 48 Stunden nach

dem Aufprall explodieren,

um nicht nur Fabriken zu zerstören,

sondernauch die Bevölkerung

zu demoralisieren.

DPA/SÖDER

Kosten: Der Bund zahlt seit

2015 nicht nur für die Bergung

vondeutscher,sondern

auch vonalliierter Munition.

Im Bundeshaushalt sind bis

2021 nun 60 Millionen Euro

vorgesehen. Oranienburg ist

in diesem Programm eine

Modellregion.

chemischen Industrie und der Rüstung

war. Amerikaner und Briten

vermuteten dortTeile des Atomwaffenprogramms

der Nazis.Problematisch

ist, dass dort sehr viele Großbomben

mit chemischem Langzeitzünder

abgeworfen wurden. Bei denen

ist die Blindgängerquote höher

als bei herkömmlichen Bomben.

Die Zünder sind auch Jahrzehnte

später noch hochgefährlich. Sie lösten

die Bombe nicht beim Aufschlag

aus, sondern erst später, wenn eine

Säure eine dünne ZelluloidmembranimZünder

durchgeätzt hatte,sodass

zwei explosive Stoffe zusammenkamen

und den eigentlichen

Sprengsatz der Bombe zündeten. Bei

Blindgängern weiß heute niemand,

wie lange die Membran noch hält.

Ein Gutachten geht davon aus,

dass noch mehr als 300 Blindgänger

im Oranienburger Boden liegen.

Extrem aufwendige Suche

Die Suche nach Blindgängern ist

sehr aufwendig. Denn bei den großflächigen

Bombardements flogen

die Flugzeuge meist sehr hoch, um

den Geschossen der deutschen Flugabwehr

zu entgehen. So landeten die

Bomben oft nicht dort, so sie eigentlich

einschlagen sollten. Nach jedem

Angriff überflogen die Alliierten die

bombardierten Gebiete noch einmal

und fotografierten sie. Damit sollte

der Erfolg kontrolliert werden. Die

Bundesrepublik kaufte große Bestände

der Luftbilder, umdie Suche

zu erleichtern. Für 90 Prozent der

Berliner Stadtfläche gibt es Bilder.

Das Problem bei Blindgängern

ist, dass ihre Einschlagstellen nur

schwer zu finden sind. Wenn eine

Bombe explodiert, bleibt ein großer

Bombentrichter. Bei einem Blindgänger

aber ist nicht viel zu sehen, es

bleibt nur ein sehr kleines Loch, im

Durchmesser nur wenig breiter als

der Sprengkörper selbst. Auf Luftbildern

ist es nur ein winziger Punkt.

Oft wurden Bombentrichter und

Einschlaglöcher einfach wieder zugeschüttet.

Die Stellen wurden auch

vondeutscher Seite nicht erfasst.

Deraktuelle Berliner Blindgänger

wurde bei groß angelegten archäologischen

Grabungen hinter dem Roten

Rathaus gefunden. Dortholte ein

Bagger das Erdreich aus einem 1936

zugeschütteten Keller, inden dann

1944 der Blindgänger gefallen war.

Gepfählt und

15 Rippen

gebrochen

Gericht: Toddes Sängers

Jim Reeves war kein Mord

VonKatrin Bischoff, Berlin

Erst brachen sie dem Sänger Jim

Reeves 15 Rippen, dann pfählten

sie ihn mit einem Stuhlbein. DieTäter

wurden lediglich wegen Totschlags

verurteilt, nicht aber wegen

Mordes.AmMittwoch entschied der

Bundesgerichtshof: Das Urteil des

Landgerichts Berlin ist rechtskräftig.

Der Sänger Jim Reeves starb in

der Nacht zum 1. Februar 2016 in einem

Hostel in Charlottenburg auf

brutaleWeise.Pawel A. und Adam K.,

zwei Bauarbeiter aus Polen, hatten

dem 47-Jährigen, der in den 1990er-

Jahren mit seiner Band Sqeezer erfolgreich

war, ineiner Gewaltorgie

mehrereRippen gebrochen und ihm

ein Stuhlbein in den After gerammt.

Reeves starb an Rippenbrüchen,

durch die die Lunge verletzt worden

war, und an den Verletzungen durch

die Pfählung, die zu einer Leber-und

Milzzerreißung geführt hatte. 18

Tage nach der Tatkonnten polnische

Zielfahnder den 23-jährigen Adam

K. in seinem Heimatland festnehmen.

Die Fahndung nach seinem

Komplizen, dem zur Tatzeit 29-jährigen

Pawel A., gestaltete sich schwieriger.

Erst ein Jahr nach der Gewaltorgie

wurde er in Spanien gefasst.

Pawel A. und Adam K. wurden

wegen Mordes angeklagt. DieStaatsanwaltschaft

bewertete die Tat als

grausam, zudem hätten die Täter aus

niedrigen Beweggründen gehandelt.

Doch das Landgericht verurteilte die

Männer,die zur Tatzeit starkalkoholisiertwaren,

im November 2018 wegen

Totschlags im besonders schwerenFall

zu Haftstrafen von14und 13

Jahren. DieTäter,sodas Gericht, hätten

den Sänger „in einer degradierenden,

homophobe Gefühle ausdrückenden

Art“ gepfählt.

Gegen die Entscheidung gingen

Staatsanwaltschaft und Verwandte

von Reeves in Revision. Für sie kam

nur eine Verurteilung wegen Mordes

infrage. Auch die Anwälte der Angeklagten

legten Rechtsmittel ein –gegen

das für sie viel zu hohe Strafmaß.

Der Bundesgerichtshof verwarf

die Revision und sah keinerlei

Rechtsfehler im Urteil des Gerichts.

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Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 17

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Wissenschaft

Der

Tauchrekord

der „Trieste“

Vor60Jahren erreichte ein

U-Boot 10916 Meter Tiefe

Eingepfercht in einer ArtRöhrehaben

zwei Männer vor 60Jahren

Tiefseegeschichte geschrieben: Der

Schweizer Jacques Piccard und der

Amerikaner Don Walsh erreichten im

Pazifik als erste Menschen eine der

tiefsten Stelle der Meere, das Challenger-Tief

im Marianengraben. Diebeiden

ließen sich in ihrem Tiefsee-U-

Boot „Trieste“ hinabgleiten, mit Sauerstoff

für zwei Tage und einem Unterwassertelefon.

In vier Stunden und

47 Minuten gelangten sie in eine Tiefe

von 10916 Metern. Als sie am 23. Januar

1960 mit ihrer Kapsel zur Wasseroberfläche

zurückkehrten, waren

sie Helden und Pioniere der Tiefseeforschung

geworden.

„Am Grund war es dann so schön,

friedlich und still, da kamen wir

nicht auf die Idee, Angst zu haben“,

sagte Piccard 2007, ein Jahr vor seinem

Tod. Trotzdem hatten die beiden

einen haarigen Moment erlebt:

Bei fast 10 000 Metern Tiefe hörten

sie eine laute Implosion. „Weil wir

noch lebten und alle Instrumente

funktionierten, sagten wir uns, es

kann nicht so schlimm gewesen sein

und entschieden, den Tauchgang

fortzusetzen“, erzählte Don Walsh

später.Wie sich später herausstellte,

hatte eine Luke am Einstiegsschacht

unter dem enormen Wasserdruck

Risse bekommen. Aber sie hielt. In

zehn Kilometern Tiefe herrscht ein

Wasserdruck vonetwa 1100 bar.Der

menschliche Körper würde einfach

zerdrückt werden.

Lange Zeit die Einzigen

Jahrzehnte lang blieben Piccardund

Walsh die einzigen Menschen, die in

eine solche Tiefe getaucht waren.

Erst 2012 schaffte es der kanadische

Regisseur James Cameron auf den

Boden des Marianengrabens etwa

2000 Kilometer östlich der Philippinen.

Nach Angaben der National Geographic

Society, die die Expedition

begleitete, setzte er bei 10 908 Metern

auf, andere Quellen schreiben

von 10898 Metern. Piccards Rekord

von 10916 Metern blieb bestehen.

Im Mai 2019 meldete der US-Abenteurer

Victor Vescovo allerdings, er

sei in einem Spezialgefährt bis auf

10 928 Meter Tiefe getaucht.

Die wissenschaftliche Erforschung

des Marianengrabens geht

mit Gewässer- und Bodenproben

weiter.Imvergangenen Jahr berichteten

der chinesische Forscher Jiwen

Liu und Kollegen vonder Meeresuniversität

in Qingdao vonüberraschenden

Erkenntnissen: Nirgendwo auf

der Welt gebe es so eine Dichte von

Bakterien, die Kohlenwasserstoff abbauen,

wie in einer Gewässertiefe von

mehr als 10000 Metern.

Jacques Piccards Tiefsee-U-Boot

befindet sich heute im Marinemuseum

in Washington. Er hatte es mit

seinemVater,dem Stratosphärenforscher

und Erfinder Auguste Piccard,

entworfen. Die beiden nannten es

„Bathyscaph“, nach den griechischenWörternfür

Tiefe (bathos) und

Schiff (scaphos). Wegen Finanzierungsproblemen

verkauften sie es

1958 an die US-Marine. Piccard

hatte sich aber zusichern lassen, bei

wichtigen Fahrten mit an Bord sein

zu dürfen. (dpa)

Jacques Piccard (links) und Don Walsh

1995 auf dem U-Boot „Trieste“. DPA

„Die Schwere wird überschätzt“

Der Berliner Virologe Christian Drosten spricht über die Gefährlichkeit des neuen Sars-Virus

Das neue Sars-Virus breitet

sich weiter aus –vor allem

in China. Forschern

um Christian Drosten,

Direktor des Instituts für Virologie an

der Charité, war es als Ersten gelungen,

einen zuverlässigen Test auf das

neue Coronavirus zu entwickeln. Der

Virologe spricht darüber, wie gefährlich

das Virus ist und ob es zur weltweiten

Bedrohung werden kann.

Herr Professor Drosten, Was kann

man jetzt schon über die Gefährlichkeit

des neuen Coronavirus sagen?

Christian Drosten: Es ist schwierig,

anhand der klinischen Daten, die

bisher vorliegen, etwas über die tatsächliche

Gefährlichkeit zu sagen.

Wir kennen die Statistiken –bisher

17 Tote von 473 Infizierten, wie die

chinesischen Behörden am Abend

mitteilten. Dasist eine beträchtliche

Sterblichkeitsrate. Wenn das in der

Breite so weiterginge, dann hätten

wir ein Riesenproblem. Aber das ist

nicht zu erwarten.

Warum nicht?

Es ist zu Beginn vonInfektionsepidemien

–und wir stehen hier ganz

am Anfang –immer so,dass die Sterblichkeit

überschätzt wird. Dieschweren

Fälle werden überbetont. Sie fallen

einfach auf, die harmlosen nicht.

Die Leute gehen nicht zum Arzt,

wenn sie nur heftigen Husten haben.

Genau. Diese Fälle werden gar

nicht diagnostiziert. Der zweite

Grund für die Überschätzung ist,

dass derzeit mit einer Fall-Definition

gearbeitet wird. Nurbei bestimmten

Kriterien wird überhaupt auf das Virus

getestet. Und ein Kriterium ist:

Fieber.Getestet werden nur die Patienten,

bei denen die Krankheit einen

schweren Verlauf nimmt. Das heißt,

bisher kann man seriös nur etwas

über die Sterblichkeitsrate bei einem

schweren Verlauf der Infektion sagen,

nicht über die Sterblichkeitsrate

bei allen Infektionen. Darum schätzen

wir im Moment die Schwere der

Krankheit zu hoch ein. Deswegen ist

es für mich derzeit nicht möglich zu

sagen, wie die Gefährlichkeit beurteilt

werden muss, wenn die Statistiken

besser werden.

Gibt es Parallelen zu der Situation

von 2003, als das „alte“ Coronavirus

Sars verursachte?

Wir hatten damals bei rund 8000

gemeldeten Fällen ungefähr zehn

Prozent Gestorbene.Das war wirklich

ein Schreckensszenario. Aber ich

glaube, dass auch während der Sars-

Epidemie die Statistiken verzerrt waren.

Diechinesischen Behörden wollten

Sars eigentlich verstecken. Dadurch

sind auch damals vorallem die

schweren Fälle aufgezeichnet worden.

Ich halte deswegen auch die

zehn Prozent Sterblichkeitsrate bei

Sars für eine zu hoch geschätzte Zahl.

ZumVergleich: Wie hoch ist denn die

Sterblichkeitsrate bei einer schweren

echten Grippe?

Das ist nicht so leicht zu sagen.

Wenn es eine echte Influenza-Pandemie

gibt –also eine internationale

Epidemie, die Kontinente überschreitet

–, dann haben wir es mit einer

Obergrenzeder Sterblichkeit von

zwei bis vier Prozent zu tun. Eine Influenza-Pandemie

kann aber auch

nur eine Mortalität von 0,1 Prozent

haben –sie ist trotzdem gefährlich

wegen der vielen Fälle.

Wir haben 2003 bei Sars beobachtet,

dass die Epidemie nach ein paar Monaten

versickerte. Die Krankheit ist

wieder verschwunden. Wiekam das?

BeiSars war die Situation zwar etwas

weiter fortgeschritten als jetzt,

aber wir konnten auch da immer

noch die Übertragungsnetzwerke

nachvollziehen und sagen, woher

der Ausbruch kam. Wir konnten die

Reise- und Verschleppungsgeschichte

der Infektion nachvollziehen.

Dasist noch keine Pandemie.

Dasmacht die Bekämpfung leichter.

Eine Chinesin in Wuhan trägt zur Vorbeugung einen Mundschutz.

Lungenkrankheit in Asien

x Erkrankungen durch

neues Corona-Virus

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chinesischen Stadt Wuhan

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17 bestätigte Todesfälle

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4

Bangkok

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Peking

Wuhan

(Ursprungsort

des Virus)

Tokio

Sydney

ZUR PERSON

USA

Shanghai

San Francisco

GETTY IMAGES ASIAPAC

SÜDKOREA

1 1

Seoul

JAPAN

Tokio

1

TAIWAN

200 km

BLZ/GALANTY; QUELLE: RKI, WHO, CHINESISCHE GESUNDHEITSBEHÖRDE, DPA, AFP

Christian Drosten wurde1972 in Lingen (Ems) in Niedersachsen geboren. Er studierte Chemietechnik

und Biologie, später Medizin. Er forschte ab 2000zutropischen Viruskrankheiten am

Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.Bereits 2003 gelang es ihm als Erstem, einen zuverlässigenTest

auf das neuentdeckte Sars-Viruszuentwickeln. DrostenarbeiteteinBonn und folgte

2017 einem Ruf an die Berliner Charité,woerDirektor des Institutsfür Virologieist.Den Forschern

um Drosten gelang auch ein Nachweisverfahrenfür das derzeitkursierendeCoronavirus.

1

New

York

BLZ/GALANTY; QUELLE: FLIGHTCONNECTIONS.COM

Ja. Bei Sars gab es damals eine

sehr rigorose Isolationspolitik in den

asiatischen Großstädten und beispielsweise

auch in Toronta, Kanada,

wo es einen verhältnismäßig heftigen

Ausbruch gegeben hatte.Die Infektionswege

wurden minutiös

nachverfolgt, alle Kontaktpersonen

ermittelt und getestet, Infizierte in

Quarantäne gebracht. Dass Sars wieder

verschwand, hatte aber sicher

auch etwas mit den Eigenschaften

des Virus zutun. Das Sars-Virus hat

primär auf die Lunge gezielt. DiePatienten

fühlten sich schon krank, ehe

sie wirklich ansteckend wurden. Bei

Influenza ist das anders.

Weil die Menschen das Virus schon

verbreiten, ehe sie krank sind?

Genau. Das Virus vermehrt sich

schon im Rachen, die Menschen sind

schon infektiös. Es geht dann in

Lunge. Erst dann fühlen die Leute

sich krank. Diese Vorlaufphase hat es

bei Sars nicht gegeben. Das war entscheidend

dafür,dass sich die Krankheit

durch Isolation stoppen ließ.

Wird das mit 2019-nCoV, dem neuen

Coronavirus, auch so ablaufen?

Ich kann nicht in die Zukunft blicken.

Aber ein Detail stimmt hoffnungsvoll.

Nach allem, was wir bisher

wissen, könnte das neue Virus den

selben Rezeptor wie das Sars-Virus

benutzen, der tief in der Lunge sitzt.

Unddann kann es sein, dass das neue

Virusähnlich ausgeschieden wirdwie

Sars und sich deshalb ähnlich gut bekämpfen

lässt. Dasist aber bisher nur

eineVermutung. Es gibt immer Überraschungen.

Wir glauben etwa, dass

das Sars-Virus in der frühen Phase

durch Mutation seine Vermehrungsfähigkeit

selbst geschwächt hat. Aber

man kann nie voraussagen, dass so

etwas passiert. Man kann nur sagen,

dass sich nicht jedes Virus, das auf

den Menschen überspringt, auch

dauerhaft etablieren kann.

Sie haben vor gut einer Woche einen

Test zum Nachweis des Virus entwickelt.

Haben die Kollegen in China,

Seattle und anderswo das Virus mit

dem „Charité-Test“ nachgewiesen?

Die Kollegen in den USA und in

China haben eigene Tests entwickelt.

Über denTest der chinesischen Kollegen

wissen wir inzwischen, dass er

ähnlich zuverlässig ist wie unserer.Allerdings

hat er den Nachteil, dass er

derzeit nicht außerhalb von Speziallaboren

angewandt werden kann. Bei

unserem Test ist das anders. Die

meisten Länder statten sich jetzt mit

unserem Test aus. Wir haben schon

über 120 Nachfragen.

Der Test dient auch zur Aufklärung

der Infektionswege, oder?

Ja. Sie müssen jeden Fall jede

Nachforschung nach dem Verbreitungsweg

an einem Test festmachen.

Wir sind in der Influenza-Saison.

Nichtjeder,der mit einem Coronavirus-Infizierten

Kontakt hatte und

auch krank wird, hat automatisch

auch eine Coronavirus-Infektion.

DieCoronaviren 2003 und heute sind

vonTierenauf denMenschen übergesprungen.

Lässt sich so etwas verhindern?

Man muss bestimmte Arten von

Tierhandel und Tiernutzung unterbinden.

Bei Sars haben wahrscheinlich

Schleichkatzen das Virusweitergegeben.

Beim neuen Coronavirus

wird es auch eine Tierart gewesen

sein, die ich aber bisher nicht kenne.

Ließe sich ein Impfstoff entwickeln?

Das kann man. Die Frage ist nur,

wie lange das dauert. BeiSars gab es

vielversprechende Ansätze. Ich erwarteaber

nicht, dass derselbe Impfstoff,

der gegen Sars entwickelt

wurde,auchgegen das neue Coronavirus

wirkt. DieViren sind zwar sehr

ähnlich, unterscheiden sich aber in

ihren Oberflächenproteinen. Da

muss man wahrscheinlich wieder

ganz vonvorne anfangen.

DasInterview führte Sven Siebert.

Schlechte

Träume

machen stark

Wernachts Angst hat, spürt

tagsüber weniger davon

VonJörg Zittlau

Nächtliche Horrorträume sorgen

eher für emotionale Stabilität

als tiefgreifend zu verunsichern. Das

hat eine Studie der Universität Genf

ergeben. Ausgangspunkt war die Beobachtung,

dass bei Angstträumen

zwei Hirnregionen im Vordergrund

stehen: die Inselrinde und der sogenannte

Gyrus cinguli.Von beiden ist

bekannt, dass sie auch in realen

Angstsituationen des Alltags aktiviert

werden. So feuert die Insel bei

Angst automatisch, während im cingulären

Cortex aufgrund erlernter

Muster mitentschieden wird, wann

wir Angst spüren. All dies geschieht

auch im schlafenden Zustand.

Forscher forderten 89 Probanden

auf, eine Woche lang ein Traumtagebuch

zu führen. Sie sollten also aufschreiben,

welche Gefühle sie bei ihren

Träumen empfanden. Danach

konfrontierte man sie mit neutralen

oder furchterregenden Bildern. Dabei

beobachtete man per Magnetresonanz

(MRT) die Gehirnaktivitäten

der Probanden.

Es zeigte sich: Beide Hirnregionen

wurden umso weniger aktiviert,

je mehr sich die betreffende Person

in ihren Träumen geängstigt hatte.

DieAngsterlebnisse im Traum wirkten

also vermindernd auf die Angst

im Alltag.

„Träume könnten ein Training für

zukünftige Reaktionen sein und uns

darauf vorbereiten, echten Gefahren

und Bedrohungen zu begegnen“,

sagt Lampros Perogamvros, einer

der Leiter der Studie.Abernur bis zu

einer bestimmten Grenze. „Wenn im

Traum ein bestimmter Grenzwertan

Angst überschritten wird, verliert er

seine Funktion als emotionaler Regulator.“

Weitere Forschungen werden

zeigen müssen, wo dieser

Grenzwertliegt –und ob er nicht bei

jedem Menschen anders ausfällt.

Bürgerforscher

für Studie

gesucht

Berliner Institut untersucht

Wildtiere in der Stadt

Zahlreiche Wildtierarten haben in

den vergangenen Jahrzehnten

den Wegaus dem Umland nach Berlin

gefunden und sich hier dauerhaft

angesiedelt. Allerdings sei noch relativ

wenig darüber bekannt, wo diese

Tiereleben und wie sie mit den Umweltbedingungen

im Großstadtdschungel

umgehen, heißt es in einer

Mitteilung des Leibniz-Instituts

für Zoo- und Wildtierforschung

(IZW)inBerlin. Um das herauszufinden,

führtdas Institut ein bürgerwissenschaftliches

Projekt über wildlebende

Säugetieredurch.

Teilnehmer der bisherigen Runden

nahmen mithilfe vonWildtierkameras

über 20000 Fotos vonelf wildlebenden

Säugetierarten auf. Für die

letzte Projektrunde, die am 30. März

2020 beginnt und zwei Monate dauert,

sucht das IZW Teilnehmer mit eigenem

Garten in Berlin oder im Umland

nahe der Stadtgrenze. Sie bekommen

eine Wildtierkameraausgeliehen,

laden die Bilder auf der

Plattform des Projekts hoch und bestimmen

selbst die Tierarten. Danach

können sie die Daten im Auswertungsbereich

der Internetplattform

grafisch darstellen und mit Hilfe von

statistischen Tests auswerten. (BLZ)

Teilnehmen könnenInteressierte ab 18 Jahre, die

einen Garten oder Kleingarten besitzen. Die Anzahl

ist auf 200 begrenzt. Bewerbungen bis 16.

Februar 2020 auf www.wildtierforscher-berlin.de


18 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Sport

Theo Reinhardt (l.) und Morgan Kneiskybrachten sich schon in Bremen gegenseitig in Schwung.

IMAGO IMAGES/STIEHL

Zwei Könner,ein Kommando

In Abwesenheitseinessportlichen Partners undFreundesRoger Kluge geht Theo Reinhardt bei den Six Days mit dem Franzosen Morgan Kneisky an den Start

VonPeter Kirnich

Wird es Roger Kluge

oder Maximilian

Beyer? Vielleicht der

junge Moritz Malcharek?

Oder gar ein ausländischer Spitzenfahrer?

Selten musste der Berliner

Madison-Spezialist Theo Reinhardt

so lange warten, bis sein Partner

für die Sixdays in Berlin feststand.

And the winner is ... Morgan Kneisky.

Der 32-jährige Franzose ist alles andere

als ein Unbekannter im Radsport.

Er ist wie Theo Reinhardt ein

Madison-Spezialist. Gleich drei Mal

(2013, 2015 und 2017) wurde er Weltmeister

im Zweier-Mannschaftsfahren,

hinzu kommt der Titel im Scrach.

Das verspricht einiges für die sechs

Tage imVelodrom.

Den Startschuss für die 109. Auflage

gibt heute um 20.45 Uhr der 14-

fache Tour-de-France-Etappensieger

Marcel Kittel. Neben dem Elitefeld im

Madison sind auch wieder die Sprinter

um den achtmaligen Berlin-Sieger

Maximilian Levy am Start. Bei den

Frauen fährtOlympiasiegerin Miriam

Welte ihr Abschiedsrennen. Ihre härtesten

Gegnerinnen kommen in

Emma Hinze, Pauline Grabosch und

Lea Sophie Friedrich aus dem eigenen

Land. Für ein weiteres Ausrufezeichen

will der Berliner Robert

Förstemann sorgen, der Anfang 2019

zum Paracycling gewechselt war. Er

plant mit seinem sehbehinderten

Partner KaiKruse auf demTandem einen

Rekordversuch über 1000 Meter.

Insgesamt sind bis zum 28. Januar

rund 1000 Profis und 300 Nachwuchsathleten

am Start.

Theo Reinhardt hatte die Sixdays

Berlin im Vorjahr zum ersten Malgemeinsam

mit seinem Stammpartner

Roger Kluge gewonnen. Woran er

sich noch heute gern erinnert: Mit

einer fulminanten Schlussattacke 13

Runden vordem Ziel hatten sich die

beiden an die Spitze des Feldes gesetzt

und diese nicht mehr abgegeben.

Schon eine halbe Runde vor

dem Ziel, berichtet Reinhardt, habe

er damals „das absolute Glücksgefühl

rausgebrüllt“. Natürlich würde

er das gerne wiederholen. Morgan

Kneisky ist für ihn kein Unbekannter.

Voreinigen Wochen fuhren sie bereits

beim Bremer Sechstage-Rennen

gemeinsam, „doch ich musste

vorher wegen einer starken Erkältung

aussteigen“. Nun also wieder

der Franzose. „Ich habe einen sehr

guten Partner bekommen“, kommentiert

Reinhardt. „Angesichts unserer

WM-Titel“ –auch Reinhardt ist

Doppelweltmeister im Madison –

„sind wir in Berlin die Favoriten.“ In

welcher Sprache sie sich verständigen

würden? Reinhardt: „Für uns

gibt es in Berlin nur ein Kommando:

Allez!“

Beiallem Respekt für seinen Partner

verhehlt Reinhardt aber nicht,

dass er gerne auch mit einem deutschen

Fahrer angetreten wäre. „So

ein Duo mit zwei Lokalmatadoren

aus Berlin, das hätte doch was für

das Publikum“, sagt er. „Es war in

diesem Jahr sehr schwierig, die

Wunschkandidaten zu verpflichten“,

erklärt der Sportlicher Leiter

der Sixdays, Dieter Stein, der gleich

„Ich habe einen sehr guten Partner

bekommen. Angesichts unserer

WM-Titel sind wir in

Berlin die Favoriten.“

Theo Rheinhardt ist sich seiner Rolle bei

den Six Days Berlin bewusst.

mehrere Ausfälle beklagt. Das betraf

eben auch Reinhardt. Nachdem

Stammpartner Kluge frühzeitig aufgrund

seines Einsatzes bei der Tour

Down Under in Australien absagen

musste, sollte Reinhardt eigentlich

mit dem Berliner Maximilian Beyer

starten. Beyer muss aber am Wo-

chenende beim letzten Bahn-Weltcup

in Kanada fahren, um dorteinen

deutschen WM-Startplatz abzusichern.

So bleibt Reinhardt wieder einmal

allein zu Haus. Doch schon Anfang

Februar werde ersich gemeinsam

mit Kluge auf den nächsten Höhepunkt

vorbereiten: Die Bahnrad-

WM in Berlin und die Olympischen

Spiele im August in Tokio.Was nicht

so ganz selbstverständlich ist. Anfang

Oktober nämlich hatte sich

Kluge einer Herz-Operation unterziehen

müssen. Der Grund war ein

sogenannter PFO-Defekt – eine

kleine Öffnung zwischen den Vorhöfen

des Herzens.Inden meisten Fällen

ist ein solcher Defekt unproblematisch.

Er erhöht jedoch das Risiko

für einen Schlaganfall, was Kluge bereits

im März 2018 erfahren musste.

Kurz nach dem Gewinn des ersten

Weltmeistertitels im Madison mit

Theo Reinhardt hatte er einen leichten

Schlaganfall erlitten. Kluge hatte

daraufhin vorsichtshalber auf einige

geplante Radrennen verzichtet, war

aber 14 Tage später bereits wieder

beim Radklassiker Paris-Roubaix dabei

und feierte anschließend trotz

des Handicaps Erfolge. Unter andereneben

jenen Triumph bei den Sixdays

vor einem Jahr mit Reinhardt

und den zweiten Weltmeister-Titel

im Madison im März 2019 ebenfalls

mit dem Berliner. ImSommer fuhr

Kluge die Tour de France mit. Danach

allerdings hatte sein Teamarzt

vombelgischen Rennstall Lotto Soudaldem

Deutschen geraten, sich der

OP am Herzen zu unterziehen.

„Für mich war das schon ein

Schock“, berichtet Reinhardt. Kluge

sei nicht nur sein sportlicher Partner,

sondern ein sehr guter Freund. „Wir

haben stets Kontakt, so war das auch

vor und nach der OP. Alles ist zum

Glückgut gelaufen und Roger schon

wieder in guter Form.“ Die wird er

brauchen. Denn 2020 soll für beide

zu einem sehr erfolgreichen Jahr

werden. Reinhardt: „Wir wollen bei

der WM und den Olympischen Spielen

in Tokio um die Medaillen mitfahren.“

Peter Kirnich

konzentriertsichbei den Six

Days aufs Sportliche.

Sprung aus der Schokotorte

Gegen die Alpenvolleys Haching kehrt Berlins Hauptangreifer Benjamin Patch zurück aufs Feld. Gerade rechtzeitig, denn bald stehen die wichtigen Champions-League-Rückspiele an

VonKarin Bühler

Benjamin Patch steht auf der großen

Wippe, zieht die Therabänder

lang, korrigiertseine Haltung im

Wandspiegel. „Oh Mann“, schnauft

er, „Sportler sind doch keine Roboter.Wir

sind doch denkende Wesen.“

In den vergangenen Wochen ist der

Diagonalangreifer der BR Volleys fast

jeden Vormittag im Therapietraining

in der Friedrichstraße gewesen.

Beinpresse,Wackelbrett, Stabilisator,

Fußschlingen, Gewichte, Geräte,

Wiederholungen –sosah das Training

für den US-Amerikaner seit seinem

Achillessehnenanriss aus. Den

hatte sich der 25-Jährige Anfang Dezember

im Pokalhalbfinale gegen

Herrsching zugezogen.

Erst vergangene Woche fing Patch

wieder an, das zu tun, was er so gut

und vorallem so hoch kann wie kein

anderer Spieler in der Bundesliga: Er

begann zu springen. Zunächst waren

eskleine, zaghafte Testsprünge

im Therapieraum, dann waren es 15,

20 Sprünge beim Mannschaftstraining

in der Halle.Der Spieler,den der

Volleyball-Weltverband FIVB gerade

erst in einem Video namens „Monster

des vertikalen Sprungs –das beste

aus derVolleyball-Welt 2019“ geadelt

hat, und dessen Abschlaghöhe unglaubliche

3,82 Meter beträgt, hatte

ein seltsames Gefühl: „Ich war es gar

nicht mehr gewohnt zu springen.“

Berlins Trainer Cedric Enard beobachtete

seinen Angreifer genau.

Waren danoch Spuren von Angst,

von Unsicherheit zu erkennen? „Er

hat mit Frank, dem Physiotherapeuten,

sehr gut gearbeitet. Mein Gefühl,

wenn ich ihn springen sehe,

sagt mir: Ben ist bereit. Er hat die

Phase des Zweifels, obsein Bein das

aushält, überwunden“, sagt Enard.

„Er muss jetzt wieder den Wettkampfrhythmus

aufnehmen.“ Im

Spiel ist alles anders, schneller, folgenreicher

als im Training.

Das bedeutet: An diesem Donnerstag,

wenn die Alpenvolleys Herrsching

den Deutschen Meister aus

Wieder im Einsatz: Benjamin Patch.

Berlin in der Bundesliga herausfordern

(19 Uhr, Max-Schmeling-Halle,

Sport 1), kehrt Patch aufs Feld zurück.

„Yeah“, antwortet der 2,03-Meter-Mann

begeistert, auf die Frage,

ob er sich auf sein erstes Spiel nach

derVerletzungspause freue.„Dievergangenen

Wochen waren so langweilig.

So ruhig, so langsam. Ich

habe die Therapiezeit sehr ernst ge-

IMAGO IMAGES/BERND KÖNIG

nommen. Ich bin am Wochenende

nicht ausgegangen, ich war nicht

tanzen, meist nur daheim. Ich liebe

doch die Bewegung.“

Dabei hatte ihm Teamarzt Oliver

Miltner gesagt, dass er beim Anriss

der Achillessehne Glück im Unglück

gehabt habe.Bei einem Komplettriss

wäre erein ganzes Jahr ausgefallen

und hätte die Olympischen Spiele in

Tokio, für die sich Patch mit dem

Team USA qualifizierthat, verpasst.

Gegen die Alpenvolleys, den Tabellenzweiten

der Liga, wird Patch

nicht das komplette Spiel bestreiten:

„Meine Aufgabe ist, mich wieder

wohlzufühlen, wieder selbstbewusst

auf dem Feld zu stehen, meinem

Körper zu vertrauen.“ Die Berliner

sind in der Liga bislang ungeschlagen,

aber sie brauchen Patch im Angriff

neben dem schnellen, variablen

Kyle Ensing. Sie brauchen Patchs

Sprünge und seine Abschlaghöhe

vor allem, wenn ab kommenden

Dienstag die Champions-League-

Rückspiele gegen die russischen

Topteams von Fakel Novi Urengoi

und Kemerowoanstehen.

Sie brauchen ihn in der Form, in

der er vor seiner Verletzung war, als

er im Zusammenspiel mit Sergej

Grankin überragend punktete. Der

russische Olympiasieger und der

Amerikaner haben auf dem Feld eine

besondere Verbindung. Außerhalb

auch. „Mit uns ist es wie in einer Ehe.

Wir streiten uns oft, aber liebevoll.

Ich sage: ’Spiel den Ball höher.’ Er

sagt: ’Schlag du ihn besser.’ Ichsage:

’Halt die Klappe’“. Patch lacht.

Vor seiner Verletzung hatte sich

eine Änderung seiner Angriffsschläge

ausgezahlt. „Er hatte seine

Schmetterbälle früher oft zu kurzins

Feld geschlagen. Wir haben daran

gearbeitet, dass er weiter ins Feld

schlägt, über den Block, dass er mehr

Variationen und mehr Winkel in den

Schlag bekommt“, sagt Enard. Auch

seinen Aufschlag hatte Patch umgestellt.

Er wirft den Ball nicht mehr so

hoch an, „da bleibt ihm weniger Zeit,

zu denken. Das tut er manchmal zu

viel“, findet der Coach.

Patch sagt, sein Gehirn arbeite

halt oft anders, nicht so auf Sport fixiert.

Am Dienstag zum Beispiel, da

brachte er einen Geburtstagskuchen

für Grankin mit ins Training. DerZuspieler,

der 35 wurde, hatte auch einen

dabei. Russischen Schokokuchen.

„Super lecker“, sagt Patch. „Ich

habe eine Menge davon gegessen.“


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 19 *

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Sport

Ein

zäher

Pflichtsieg

Nur Bitter überzeugt beim

26:22-Erfolg der Handballer

Die deutschen Handballer haben

sich mit Mühe zu einem siegreichen

Abschluss der Hauptrunde der

Europameisterschaft durchgerungen.

Nur der erneut starke Torhüter

Johannes Bitter fand beim zähen

26:22 (13:10)-Erfolg gegen Tschechien

am Mittwoch in der Wiener

Stadthalle zur Top-Form. Schon am

Donnerstagmorgen fliegt die DHB-

Auswahl nach Stockholm, wo es am

Sonnabend im Spiel um den fünften

Platz gegen Portugal und damit gegen

eine deutlich stärkere Mannschaft

als Tschechien weitergeht.

„Wir haben kein Feuerwerk abgebrannt,

aber noch einen Pflichtsieg

verbucht“, sagte Bundestrainer

Christian Prokop.

Bester Werfer der Deutschen war

vor rund 5500 Zuschauern Rückraumspieler

Philipp Weber mit fünf

Toren. Dass es in dieser Partie um

nichts mehr ging, war beiden Teams

von Beginn an anzumerken. Stark

präsentierte sich nur der 37-jährige

Bitter, der allein vor der Pause 44

Prozent derWürfe der Tschechen mit

teils spektakulären Reflexen abwehrte.

Kapitän Uwe Gensheimer

zeigte dagegen erneut eine schwache

Leistung. Auch seine Mitspieler

fanden nur schleppend ins Spiel,

was aber nicht ins Gewicht fiel, weil

die Tschechen zu schlecht waren.

Auch das verletzungsbedingte Fehlen

vonAbwehrspieler Patrick Wiencek

machte sich zunächst nicht groß

bemerkbar,weil die deutsche Mannschaft

in der Defensive nicht vor

große Schwierigkeiten gestellt

wurde. Trotzdem wurde erneut die

Problemzone deutlich. Prokop hatte

vorder Partie betont, dass er die Partie

bereits als Vorbereitung auf das

Olympia-Qualifikationsturnier im

AprilinBerlin sieht. Undauch wenn

die Tschechen international höchs-

Nach 13 Paraden zum Mann des Spiels

gewählt: Johannes Bitter. DPA/ROBERT MICHAEL

tens als zweitklassig einzustufen

sind, unterliefen den Rückraumspielern

im Positionsangriff zahlreiche

technische Fehler. Auch die Chancenverwertung

war nicht gut.

Allerdings dürfte es vielen Spielern

schwer gefallen sein, sich für

dieses Spiel zu motivieren. Angesichts

des vollen Handball-Kalenders

wirdsicher auch die Reise nach

Schweden am Donnerstag nicht jeden

Nationalspieler euphorisch

stimmen. Schon am 1. Februar geht

es in der Bundesliga weiter. Möglicherweise

wird Prokop deshalb gegen

die Portugiesen vermehrt die

Spieler einsetzen, die bei dieser EM

bislang noch nicht so häufig zum

Zuggekommen sind.

Auch Gensheimer könnte eine

längerePause bekommen. DerKapitän

spielte gegen die Tschechen wieder

überraschend schwach und vergab

beste Gelegenheiten. „Im Moment

sind sie dran, weil wir unsere

klaren Chancen nicht nutzen“, sagte

Prokop während einer Auszeit im

ersten Durchgang. Schon in der 23.

Minute nahm er Gensheimer vom

Feld und brachte Patrick Zieker.

Auch in der zweiten Hälfte überzeugte

Gensheimer nicht. Das galt

aber für fast alle Deutschen, die sich

gegen die überraschend starken Portugiesen

steigernmuss. (dpa)

Alles in schönster Ordnung

Caroline Wozniacki hat sich dankharterArbeit ihre sportlichen Träume erfüllt, jetztbeendet sie ihre Karriere

VonDoris Henkel, Melbourne

Auch am Mittwoch spielten

sie noch mal „Sweet Caroline“.

Neil Diamonds Song

aus der Flower-Power-Zeit

ist seit Jahren die Begleitmusik zu

den Siegen der besten Tennisspielerin

Dänemarks, aber das Ende ist in

Sicht. Anfang Dezember verkündete

Caroline Wozniacki, sie werde ihre

Karriere nach den Australian Open

beenden. Daskam einerseits überraschend,

denn schließlich wird die

beste Spielerin des Nordens im Sommer

erst 30 Jahre alt, und gemessen

am Alter ihrer besten Freundin Serena

Williams hätte sie noch eine

Weile Zeit. Aber sie sagt, sie habe alles

erreicht, was sie sich je habe erträumen

können, und nun sei es Zeit

für das nächste Kapitel ihres Lebens.

Zwischen Herbst 2010 und Anfang

2012 führte Wozniacki die Weltrangliste

an, ohne einen der großen

vier Titel gewonnen zu haben, und

deshalb wurde sie damals immer

wieder mit der unangenehmen

Frage konfrontiert, ob eine Nummer

eins ohne Grand-Slam-Titel das

richtige Licht aufs Frauentennis

werfe. Sie beantwortete die Fragen

mit bewundernswerter Gelassenheit,

doch dass die äußerlich gezeigte

Gelassenheit nicht zwangsläufig

ihren Gefühlen entsprach,

merkte man, als sie vor zwei Jahren

in Melbourne den ersten und einzigen

Grand-Slam-Titel gewann und

erleichtertkommentierte,jetzt sei es

endlich vorbei mit dem blöden Fragen

nach der Nummer eins. Denn

mit diesem Titel landete sie für vier

Wochen noch mal an der Spitze, und

damit vollendete sie ihr Werk.

Herausragende Wettkämpferin

Sie besaß nie die mächtigen Schläge

einer Serena Williams oder das unnachahmliche

Ballgefühl einer Agnieszka

Radwanska. Aber die nicht

zu erschütternde Entschlossenheit,

mit der sie immer wieder scheinbar

aussichtslose Spiele umbog, machten

sie zu einer herausragenden

Wettkämpferin. Vor dem Spiel am

Mittwoch in Melbourne gegen die

junge, hungrige Dajana Jastremka

aus der Ukraine hatte manches darauf

hingedeutet, dies könne das

letzte Turnierspiel für Wozniacki

werden, doch der Spiegel dieses

Spiels zeigte die Konturen ihrer Karriere.

Sie lag schnell zurück, weil die

andere jeden Ball in die Ecken

knallte, aber sie ließ sich in keinem

Moment aus der Fassung bringen,

Auf Abschiedstournee: Caroline Wozniacki.

Zurückziehen: Tennisprofi Philipp Kohlschreiber

hat vorseinem Zweitrundenspiel

bei den Australian Open zurückgezogen. Der

36 Jahre alte Augsburger könne wegeneiner

Muskelverletzung nicht zu seinem Match gegenden

griechischen Vorjahres-Halbfinalisten

Stefanos Tsitsipas antreten, teilten die

Veranstalter mit.

KOHLSCHREIBER MUSS PASSEN

AFP/DONEGAN

Einziehen: Julia Görges ist hingegen in bestechender

Form. Sie zog als erste deutsche

Tennisspielerin in die dritte Runde derAustralian

Open ein. Die 31-Jährigeaus Bad Oldesloe

kämpfte sich am Mittwoch in ihrem Zweitrundenspiel

gegendie an Position 13 gesetzte

Kroatin Petra Martic zu einem 4:6, 6:3,

7:5-Erfolg.

Für das Hier und Jetzt

holte Spiel um Spiel auf, während die

Gegnerin immer nervöser wurde.

„Ich habe viel erreicht“, sagte sie

vorein paar Tagen, „und ich habe alles

gegeben. Jeden einzelnen Taghab

ich hart dafür gearbeitet, an der

Spitzezubleiben oder wieder an die

Spitzezukommen. Aber es fühlt sich

jetzt anders an. Ichhab immer noch

Lust, hart zu arbeiten, aber ich

möchte was anderes probieren, neue

Dinge im Leben versuchen. Und es

fühlt sich jetzt einfach richtig an, das

zu tun.“

Im Herbst 2018 machte sie die

Diagnose Gelenkrheumatismus publik,

die sie ein paar Wochen zuvor

von ihren Ärzten erhalten hatte und

sagte, natürlich sei das am Anfang

ein Schock gewesen. „Du hältst dich

für eine der fittesten Athletinnen,

und auf einmal musst du dich damit

auseinandersetzen.“ Doch sie versprach,

sie werde unter erschwerten

Bedingungen weiterspielen, und sie

sagt jetzt, die Krankheit sei nicht der

Grund für das Ende ihrer Karriere.

HappyEnd auch in der Liebe

Eine größere Rolle spielt sicher der

Wunsch, mit ihrem Mann David Lee

mehr Zeit verbringen zu können, gemeinsam

die Welt zu entdecken,

ohne an Training und das nächste

Turnier denken zu müssen; seit etwas

mehr als einem halben Jahr ist

sie mit dem ehemaligen Basketballprofi

aus den USA verheiratet.

Auch in der Liebe hatte das Leben

für Caroline Wozniacki also offenbar

ein Happy End im Angebot, nachdem

ihrefrühereBeziehung zum irischen

Goldprofi Rory McIlroy kurz

vor der geplanten Hochzeit gescheitert

war. Die offene Art, wie sie damals

mit dem Scheitern dieser Beziehung

umging, brachte ihr Bewunderung

ein, und in dieser Zeit festigte

sich auch die Freundschaft mit Serena

Williams.

Mit der Amerikanerin wird sich

CarolineWozniacki am 18. Maiinder

königlichen Arena zu Kopenhagen

beim allerletzten Spiel ihrer Karriere

vonihrem Publikum verabschieden,

aber vielleicht werden die beiden

Ausnahmespielerinnen schon am

Sonntag in Melbourne in der RodLaver

Arena das Vergnügen haben.

Dazu müssten beide noch ein Spiel

gewinnen –keine ganz unmögliche

Perspektive. Wo immer die Reise

beim 51. und letzten Grand-Slam-

Turnier auch enden wird, es wird

nach einer Karriere, in der große

Träume in Erfüllung gingen, alles in

schönster Ordnung sein.

Durch die Leihe von Real Madrids Alvaro Odriozola erhält Bayerns Trainer Hansi Flick allerlei spieltaktische Optionen

VonMaik Rosner,München

Als Hansi Flick jüngst über das Anforderungsprofil

für den gewünschten

Rechtsverteidiger

sprach, griff er ins oberste Regal. Er

„denke da einfach nur an Philipp

Lahm“, sagte der Trainer des FC Bayern.

Dass Lahm, Champions-

League-Sieger von 2013 und Weltmeister

von 2014, bis zum Karriereende

2017 nebenbei noch zu Weltklasseleistungen

im defensiven

Mittelfeld fähig war, erwähnte Flick

zwar nicht. Doch auch so genügte

sein Anspruch, um die Kandidaten

und Hasan Salihamidzic mittelschwer

zu erschrecken. Einen neuen

Lahm zu finden, zumal in der sehr

überschaubaren Auslage desWintermarkts,

war für den Sportdirektor

ebenso unmöglich wie für einen potenziellen

Zugang, ein neuer Lahm

zu sein.

Herausgekommen ist am Mittwoch

die Leihe von Álvaro Odriozola,

24, der als ehemaliger spanischer

U21- und viermaliger A-Nationalspieler

sowie Profi von Real Madrid

zwar eine Visitenkarte

mitbringt, mit der sich durchaus

Eindruck schinden lässt. Seine

jüngsten Leistungsnachweise geraten

allerdings überschaubar:nur vier

Ligaeinsätze für Real, der letzte vom

19. Oktober, als er sich eine Gelb-

Rote Karteeinhandelte und

danach nur noch selten im

Kader stand. Hinzu kam

sein einziger Einsatz in der

Champions League im letzten

(und unbedeutenden)

Gruppenspiel am 11. Dezember

beim FC Brügge.

Insgesamt 434 Spielminuten

und eine Torvorlage

sind eher nicht die Saisonbilanz

eines neuen Lahm.

Zufrieden zeigen sie sich beim FC

Bayern unter den komplizierten

Umständen des Winters dennoch

mit ihrer Verpflichtung. „Er hat Fähigkeiten,

die wir brauchen“, sagte

Salihamidzic bei der Präsentation

des Basken mit der Trikotnummer 2

und hob hervor, dass dieser „viel

Druck ausüben“ und „90 Minuten

lang Tempo machen“ könne –und

zwar schon Sonnabend gegen

Schalke. Das hofft auch Odriozola,

Will keine Zeit verlieren:

Odriozola.

mit 1,76 Meter sechs Zentimeter größer

als Lahm und mit 66 Kilogramm

genauso leicht. „Ich bin bereit und

möchte keine Zeit verlieren“, sagte er

nach seinem ersten Training an der

Säbener Straße.

Es ist ein Deal zu vergleichsweise

günstigen

Konditionen, die die ge-

AFP/HASSENSTEIN

plante Transferoffensive

im Sommer (Topkandidaten

Leroy Sané und Kai

Havertz) nicht berühren.

Ähnlich wie die Leihen

von Philippe Coutinho

und Ivan Perisic, die eher

nicht übers Saisonende

hinaus verpflichtet werden.

Rund drei Millionen Gebühr

soll Real erhalten, was einem Zehntel

jener Ablöse entspricht, die die

Königlichen vor anderthalb Jahren

an Real Sociedad San Sebastián

zahlte, ehe sie Odriozola mit einem

Vertrag bis 2024 ausstatteten. Dass

seine Karrierezuletzt ins Stocken geriet,

hat die Bayern nicht nachhaltig

irritiert. Denn Odriozola bringt

durchaus einiges davon mit, was

Flick noch in seinem Anforderungs-

profil umrissen hatte.„Wirbrauchen

da Spieler, die das Spiel bestimmen

können“, sagte er und verwies auf

die „DNA und Philosophie“ des FC

Bayern:„Wenn wir so spielen wollen,

brauchen wir dementsprechend

auch die Spieler.“ Gemeint war, dominant,

offensiv und mit Rasanz anzugreifen,

also mit spektakulärem

Ballbesitzfußball, nicht mit Betonung

auf Sicherheitskonzepte.

In das Gesamtbild fügt sich indes

auch, dass es für Odriozola keine

Kaufoption für den Sommer geben

soll, womit er vorerst als schnell vergängliche

Übergangslösung gilt.

Sein Transfer zielt erst mal nur darauf

ab, imHier und Jetzt Flicks Optionen

zu erweitern. Joshua Kimmich

kann er nun wie gewünscht

fest als Sechser einplanen und Benjamin

Pavard als rechten Innenverteidiger

statt Jérôme Boateng, dessen

Abgang „im Moment kein

Thema“ sei, wie Salihamidzic sagte,

obwohl Lucas Hernández inKürze

wieder spielfit sein wird. Auch eine

offensivere Rolle für den gelernten

Linksaußen Alphonso Davies wäre

dann denkbar.

NACHRICHTEN

Wasserballer wahren ihre

Olympia-Chance

WASSERBALL. Diedeutschen Wasserballer

dürfen weiter auf die Teilnahme

an den Spielen in Tokio hoffen.

Beider EM in Budapest gewann

das Team gegen Rumänien 15:10

und ist damit mindestens Zehnter.

Im Spiel um Platz neun trifft die DSV-

Auswahl am Freitag auf Georgien. Eigentlich

hätte das DSV-Team unter

die ersten Acht kommen müssen,

um sich einen Platz beim Olympia-

Qualifikationsturnier in Rotterdam

(22. bis 29. März) zu sichern. In der

Vergangenheit verzichteten allerdings

Teams anderer Kontinente

häufig auf ihreOlympia-Chance.

Klinsmann beruft Omar

Rekik in den Profikader

FUSSBALL. Hertha-Trainer Jürgen

Klinsmann muss beim Gastspiel am

Sonnabend in Wolfsburgauf Dedryck

Boyata verzichten. DerBelgier

ist nach der fünften Gelben Kartegesperrt.

Dafür melden sich die zuvor

angeschlagenen KerimRekik und

Niklas Starkwieder bereit. Zwar stehen

Hertha nun Alternativen in der

Abwehr wieder bereit, trotzdem zog

das Trainerteam den jüngeren Rekik-

Bruder Omar aus der U19 zu den

Profis hoch.

Fentz nach EM-Kurzkür

überraschend Sechster

EISKUNSTLAUF. Paul Fentz ist als

Sechster des Kurzprogramms überraschend

starkindie EM in Graz gestartet.

Für seine Darbietung bekam

der 27-jährige Berliner 80,41 Punkte.

DieFührung übernahm der Tscheche

Michal Brezina mit 89,77 Punkten

vordem Russen DimitriAlijew

(88,45) und dessen Landsmann Artur

Danielian (84,63). DerMedaillenkampf

wirdamDonnerstag (18.30

Uhr) in der Kür entschieden.

ZAHLEN

Handball

EM, Hauptrunde

Gruppe I

Kroatien -Spanien 22:22 (11:12)

Weißrussland -Österreich 36:36 (19:17)

Tschechien -Deutschland 22:26 (10:13)

1. Spanien 5 153:127 9

2. Kroatien 5 127:112 9

3. Deutschland 5 141:125 6

4. Österreich 5 115:103 4

5. Weißrussland 5 138:160 3

6. Tschechien 5 122:139 0

Gruppe II

Portugal -Ungarn 34:26 (16:14)

Norwegen -Slowenien 33:30 (14:13)

Island -Schweden 25:32 (11:18)

1. Norwegen 5 157:135 10

2. Slowenien 5 138:132 6

3. Portugal 5 146:142 4

4. Schweden 5 120:122 4

5. Ungarn 5 126:140 4

6. Island 5 126:142 2

Halbfinale: Spanien-Slowenien (Fr., 18.00)

Norwegen-Kroatien (Fr., 22.30)

Um Platz 5: Portugal-Deutschland (Sa., 16.00)

Tennis

Australian Open

Männer,2.Runde: Stefanos Tsitsipas (Griechenland/6)

-Philipp Kohlschreiber (Augsburg) kampflos;

NovakDjokovic (Serbien/2) -Tatsuma Ito (Japan)

6:1, 6:4, 6:2; Tennys Sandgren (USA) -Matteo

Berrettini (Italien/8) 7:6 (9:7), 6:4, 4:6, 2:6,

7:5; Roberto Bautista Agut (Spanien/9) -Michael

Mmoh (USA) 5:7, 6:2, 6:4, 6:1; DiegoSebastian

Schwartzman (Argentinien/14) -Alejandro Davidovich

Fokina (Spanien) 6:1, 6:4, 6:2; Tommy

Paul (USA) -Grigor Dimitrow(Bulgarien/18) 6:4,

7:6 (8:6), 3:6, 6:7 (3:7), 7:6 (10:3); Roger Federer

(Schweiz/3) -Filip Krajinovic (Serbien) 6:1,

6:4, 6:1

Frauen, 2. Runde: u. a. Julia Görges (Bad Oldesloe)

-Petra Martic (Kroatien/13) 4:6, 6:3, 7:5;

Ashleigh Barty (Australien/1) -Polona Hercog

(Slowenien) 6:1, 6:4; Naomi Osaka (Japan/3) -

Zheng Saisai (China) 6:2, 6:4; Petra Kvitova

(Tschechien/7) -Paula Badosa Gibert(Spanien)

7:5, 7:5; Serena Williams (USA/8) -Tamara Zidansek

(Slowenien) 6:2, 6:3


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 – S eite 20

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Sport

Neues Wahrzeichen für die Stadt: Die olympischen Ringe als Blickfang vor Tokios Skyline.

GETTY IMAGES/ROSE

Das große Versprechen

Japan ist im Hinblick auf die in sechs Monaten beginnenden Olympischen Spiele offenbar in jedweder Hinsicht gut vorbereitet –auch im Umgang mit den Kritikern

VonFelix Lill, Tokio

Es könnten die populärsten

Spiele der Geschichte werden.

Denn wer will nicht

dabei sein, wenn schon

bald Olympia nach Tokio kommt? In

den ersten zwei Bewerbungsrunden

um Eintrittskarten meldeten sich allein

in Japan rund neun Millionen

Personen an. DieTicketnachfrage ist

so groß, dass Händler in den USA

schon um ihre internationalen Kontingente

bangen. Auch bei den Paralympischen

Spielen, die im August,

kurz nach Ende der Olympischen

Spiele beginnen und meist in deren

Schatten stehen, verzeichnet man

Rekorde. Mit drei Millionen Anfragen

wollen dreimal so viele Menschen

in die Stadien wie noch 2012 in

London.

Vieles deutet darauf hin, dass Japan

derWelt in diesem Jahr zeigt, wie

ein perfekt orchestrierter Sportsommer

aussieht. Ein halbes Jahr bleibt

noch, bis am 24. Juli im renovierten

Nationalstadion von Tokio die

größte Sportveranstaltung der Welt

beginnt. Schon jetzt sind wohl alle

bereit. Während laut einer Umfrage

75 Prozent der Japaner am Megaevent

grundsätzlich interessiert

sind, scheint ein ähnlich hoher Anteil

die Veranstaltung des Spektakels

auch zu unterstützen. Denn anders

als 2012 in London oder 2016 in Rio

ist in Tokio von öffentlichem Protest

gegen die Spiele wenig zu sehen.

Eine patriotische, sportliche Vorfreude

ist dafür allgegenwärtig. Es

wird plakatiert, interviewt, geworben.

Von offizieller Seite jagt eine

gute Nachricht die andere. Schließlich

verspricht die größte Metropolregion

der Welt ihren Einwohnernso

einiges. Durch Olympia werdeTokio

zur lebenswertesten Stadt der Welt,

wie es seit Jahren heißt. Die Spiele

sollen nämlich auch dafür genutzt

werden, die Anwendung autonomer

Taxis zu proben, die Nutzung von

Wasserstoff als Energieträger zu testen

und neue Assistenzroboter ins

Feld zu schicken.

Wirkungslose Proteste

Auf sportlicher Seite werden zudem

mehr Wettbewerbe ausgetragen und

Medaillen vergeben als in vorigen

Jahren. Zu den neuen Sportarten gehören

Baseball, Karate, Skateboard,

Klettern und Surfen. Japan hofft dabei

auf 30 Goldmedaillen, was wiederum

ein neuer Rekord wäre. Und

als Mitte des Monats schließlich fünf

große,bunte Kreise an der Bucht von

Tokio installiert wurden, berichtete

der öffentliche Rundfunksender

NHK mit deutlichem Stolz: „Die

olympischen Ringe sind angekommen.“

Das Asahi Shimbun, die

zweitgrößte Tageszeitung im Land,

nannte diese Baustruktur allein

schon einen „Touristenmagnet“.

Und auch hinsichtlich der Wettkampfstätten

ist Japan bereits bestens

gerüstet. Das Nationalstadion,

das in seiner Grundstruktur schon

für Olympia 1964 der Hauptstandort

war und für 2020 gründlich erneuert

wurde, ist mittlerweile eingeweiht.

Das Olympische Dorf ist fast fertig,

ebenso steht es um die Schwimmhalle

und andere noch entstehende

Anlagen. Viele Wettkampfstätten dagegen

standen schon vor Tokios Bewerbung

für das olympische Austragungsrecht.

Die Organisatoren freuen sich

auch deshalb über die planmäßigen

Vorbereitungen, weil „Tokyo 2020“

viel mehr sein soll als nur ein Sportereignis.

Geht es nach Japans Pre-

33

Sportarten

sind in diesem Sommer

olympisch.

TOKIO IN ZAHLEN

78 000

freiwilligeHelfer sollen für

einen reibungslosen

Ablauf sorgen.

mierminister Shinzo Abe, sowerden

es auch die „Spiele des Wiederaufbaus“

von der Katastrophe 2011, als

Japans Nordostküste voneinem Erdbeben

erschüttert und einem Tsunami

überschwemmt wurde. Infolgedessen

starben fast 20 000 Menschen,

in Fukushima havarierte ein

Atomkraftwerk, Hunderttausende

mussten evakuiert werden. Um der

Welt zu zeigen, dass die Region nun

wieder auf eigenen Beinen steht, finden

einige olympische Wettbewerbe

im Baseball auch in Fukushima statt.

Vorallem deshalb ist das Ausbleiben

breit angelegter Proteste in Japan

zumindest überraschend. Seit

dem Unglück von Fukushima stellt

sich eine Mehrheit der Japaner in

Umfragen gegen die weitere Nutzung

von Atomkraft und damit gegen

die Regierung von Shinzo Abe,

die diese weiter nutzt.„Die Entscheidung,

olympische Wettbewerbe

8,8

Millionen Tickets

werden für 330 Wettkämpfe

aufgelegt.

nach Fukushima zu bringen, bedeutet

auch Werbung für Abes Festhalten

an der Atomkraft“, sagt Yasuo

Goto, ein Ökonomieprofessor der

Universität Fukushima.

Schließlich lenke das Spektakel

von den durch den Atom-GAU entstanden

Schäden in der gesamten

Region ab und richte stattdessen alle

Aufmerksamkeit auf ein frisch renoviertes

Baseballstadion in Fukushima-City,weit

entfernt vonder wei-

terhin radioaktiv strahlenden Kraftwerksruine.

Goto glaubt zudem,

dass die wahre Unterstützung der

Menschen für die Olympischen

Spiele weitaus geringer ist, als es

Umfragen zeigen. Nur hätten viele

aufgegeben, für ihre Interessen auf

den Straßen einzustehen. Schließlich

gab es nach der Katastrophe von

2011 große Proteste,die wirkungslos

blieben.

So sieht es auch Misako Ichimura,

die noch vor der Verleihung des

olympischen Austragungsrechts an

Tokio die Vereinigung Hangorin ins

Leben rief. Hangorin, übersetzt Anti-

Olympia, ist die wohl sichtbarste

Bürgerbewegung, die sich zu Gegnern

von Olympia erklärt hat. Doch

sie ist so klein, dass die meisten Japaner

vermutlich noch nie von ihr gehört

haben. Zu öffentlichen Protesten

werden Banner ausgerollt und

die Thesen per Megafon auf die

Straße gerufen. Allerdings nehmen

daran in der Regel kaum 100 Menschen

teil. „Viele Leute sind gegen

Olympia, aber sie sagen nichts“,

meint Uchimura.

Der soziale Druck, „Tokyo 2020“

zu unterstützen, sei so groß, dass

sich viele nicht trauten, ihre wahre

Meinung zu offenbaren. „Wer skeptisch

gegenüber Olympia ist, dem

wird unterstellt, dass ihm das

Schicksal der Menschen in Fukushima

und den anderen beschädigten

Gebieten egal sei“, so Ichimura.

Dabei sei ihr Verein nicht gegen die

Unterstützung dieser Regionen, sondern

gegen die Verwendung von

Steuergeldern für Stadien in Tokio.

„Wir könnten doch stattdessen noch

viel mehr an Wiederaufbau leisten.“

Es sind Einschätzungen, die man

dieser Tage tatsächlich hin und wieder

hört, sobald ein Gespräch weiter

geht als die Frage, obman nun für

oder gegen Olympia ist.

Nurwirddarüber,wie die öffentlichen

Ressourcen am klügsten zu verwenden

wären und wie die seit 2011

beschädigten Gebiete am besten unterstützt

werden könnten, kaum diskutiert,

sobald es um Olympia geht.

Daskönnte unter anderem daran liegen,

dass zu den Sponsoren vonTokyo

2020 jede der fünf auflagenstärksten

Zeitungen im Land zählt.

Diese wiederum sind jeweils im Besitz

eines TV-Senders mit großer

Reichweite.ImFokus deren Berichterstattung

steht jeweils dieVorfreude

aufdie Spiele.

Kaum erwähnt wurde etwa, dass

in der Präfektur Fukushima sowie im

weiter nördlich und durch den Tsunami

beschädigten Miyagi mehrere

Wiederaufbauprojekte gestoppt

werden mussten. Wegen des olympisch

bedingten Baubooms in Tokio

sind Materialien und Arbeitskräfte

so teuer geworden, dass in einigen

entlegeneren Orten bald das Geld

fehlte, um dort neue Stadtzentren

und Sporthallen zu bauen.

Felix Lill

war schon in Rio vorOrt und

vonOlympia begeistert.

Begehr und Bedenken

Die Vorfreude auf Olympia 2020 wird von nur schwer lösbaren Problemen überschattet

Esgibt allerlei gute Gründe, um

mit Vorfreude auf die zweiten

Olympischen Spiele in Tokio nach

1964 zu blicken. Und doch gibt es

noch ein paar ernsthafte Probleme,

die das Olympia-Glück der Japaner

trüben könnten. So dürfte der russische

Dopingskandal wohl kaum bis

zu den am 27. Juli startenden Wettbewerben

aufgearbeitet sein, die

Meinungsverschiedenheiten zwischen

aufmüpfigen Athleten und

Funktionären häufen sich –und die

Hitze bereitet die größten Sorgen.

Eine Bestandsaufnahme.

Der Dopingskandal. Die Entscheidung

über die Teilnahme einer russischen

Mannschaft in Tokio liegt

beim Cas. Der Internationale Sportgerichtshof

mit Sitz in Lausanne, so

wünscht es sich nicht nur Thomas

Bach, soll das Urteil „schnell“ fällen

und „keinerlei Spielraum für Interpretationen

lassen“. VorMai dürfte

das allerdings nicht passieren und so

droht den Spielen vonTokio das gleiche

Schicksal wie den Spielen von

Rio: 2016 zog sich die Hängepartie

bis nach der Eröffnungsfeier. Am9.

Dezember hatte die Welt-Antido-

ping-Agentur (Wada) Russland wegen

manipulierter Daten aus dem

Moskauer Kontrolllabor für vier

Jahre gesperrt. Sollte der Cas die

Sperre bestätigen, darf Russland als

Nation nicht an den Spielen in Tokio

teilnehmen, russische Sportler können

allerdings als „neutrale Athleten“

starten, wenn sie nachgewiesen

haben, dass sie nicht Teil des Dopingsystems

waren.

Die Hitze. Athleten und Besucher

müssen sich während der Spiele in

Tokioauf extremeHitzevon bis zu 40

Grad und hohe Luftfeuchtigkeit gefasst

machen. Führende Mediziner

des Landes warnen vorGefahren und

verweisen darauf, dass die ersten

Spiele 1964 extra deshalb in den

Herbst verlegt worden waren. Nach

den verheerendenTV-Bildernvon der

Leichtathletik-Weltmeisterschaft

2019 in Katar mit taumelnden Athleten

reagierte das IOC und verlegte die

Geher- und Marathonwettbewerbe

800 Kilometer nach Norden ins kühlere

Sapporo. Zudem wurden Startzeiten

etwa im Triathlon und im Vielseitigkeitsreiten

vorverlegt. Tokios

Gouverneurin Yuriko Koike reagierte

erbost, wollte sich ihreStadt doch mit

den TV-Bildern vom Marathon und

Gehen derWelt im neuen Glanze präsentieren.

Die Athleten. Die Top-Athleten begehren

weltweit auf, fordern von der

olympischen Familie mehr Mitbestimmung

und wollen finanziell stärker

an den Milliarden-Umsätzen des

IOC beteiligt werden. Hier gilt vor allem

der Verein Athleten Deutschland

als Vorreiter, der sich als hartnäckige

Opposition zu den IOC-Oberen positioniert

hat und international anderen

Athletenvereinigungen als Vorbild

dient. Beim Werberecht hat der

Verein Lockerungen schon durchgesetzt,

auch die neuen Richtlinien des

IOC zur Regel 50der Olympischen

Charta bezüglichdes Verbots vonpolitischen

Protesten während der

Spiele stieß aufKritik. DerVerweis des

IOC auf dieWahrung der politischen

Neutralität des Sports reiche nicht

aus, „um ein Verbot von politischen

Protesten zu rechtfertigen“, argumentierte

der Verein Athleten

Deutschland. (sid)


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 – S eite 21

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Feuilleton

Zum Rücktritt

des BBC-Direktors

Tony Hall

Seite 23

„Was ist das für eine repressive Vorstellung von Frauen?“

Sabine Rennefanz über Lisa Taddeos Buch „Three Women“ Seite 22

Ai Weiwei

Aus dem Taxi

geflogen

Harry Nutt

spürtder Deutschland-Kritik

des Künstlers nach.

Immer diese Taxi-Fahrer. Ineinem

Interview mit der Zeitschrift The

Guardian schildert der chinesische

Künstler Ai Weiwei, dass ihm in Berlin

wiederholt die Fortsetzung der

Beförderung verweigert worden sei.

Einmal sei es darum gegangen, dass

er wegen eines starken Parfümgeruchs

das Fenster geöffnet habe und

er daraufhin vom Fahrer hinausgeworfen

worden sei. Ein anderes Mal

sei er des Taxis wegen eines zu lauten

Telefonats verwiesen worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ai

Weiwei sich kritisch zu seinem fast

vierjährigen Aufenthalt in Berlin äußert,

wo er nach einer mehrmonatigen

Haft in einem chinesischen Gefängnis

und einem vierjährigen Reiseverbot

von 2015 bis 2019 gelebt

hat. Mehrfach hat der in Deutschland

gefeierte Künstler, der auf der

Documenta 12 im Jahre 2006 gleich

mit zwei Werken präsent war, die

allzu lasche Haltung Deutschlands

gegenüber den Menschenrechtsverletzungen

Chinas beklagt.

Im Gespräch mit dem Guardian

unterstellt AiWeiwei einen ganz konkreten

Zusammenhang zwischen

dem diplomatischen Lavieren der

Deutschen und deren nationalen

Charakter.Die Deutschen, mutmaßt

er im Gespräch, lieben die Bequemlichkeit,

unterdrückt zu werden.

Diese Eigenart teilten sie mit seinen

chinesischen Landsleuten. „Wenn

du dich erst mal daran gewöhnt hast,

kannst du es richtig genießen“, sagt

Ai Weiwei sarkastisch und verweist

dabei auf die Existenz eines auffällig

autoritären Charakters in beiden

Ländern. In Deutschland wie in

China sei kein Platz für Individualität.

Der Nazismus indes präge den

deutschen Alltag bis heute.

Es ist ein wenig verstörend, wenn

Ai Weiwei nach unangenehmen Erfahrungen

im öffentlichen Nahverkehr

Hochrechnungen über völkische

Mentalität anstellt. In Berlin

präsentiertAiWeiwei demnächst übrigens

ein Kunstwerkaus Baumaterialien

in Zusammenarbeit mit einer

deutschen Baumarktkette.

Die Zeit der Gemeinsamkeit ist vorbei: Sasha Waltz und Johannes Öhman geben die Doppelspitze in der Intendanz des Berliner Staatsballetts vorfristig auf.

Der Rückzug

Johannes Öhman und Sasha Waltzgeben die Intendanz des Staatsballetts vorzeitig zum Ende des Jahres ab

VonUlrich Seidler

Für eine tanzweltbewegende

Revolution, die mit einem

veritablen Kulturkampf

einherging, der dann tatsächlich

befriedet wurde,ist das jetzt

eine ratlos bis mürrisch stimmende

Nachricht: Johannes Öhman und

Sasha Waltz legen die gemeinsame

Intendanz des Staatsballetts vorzeitig

zum Ende des Jahres nieder. Die

Berliner Choreografin Waltz war

dann seit Sommer 2019 gerade mal

anderthalb Spielzeiten auf dem Posten,

der vormalige Leiter des Königlichen

Schwedischen Balletts Öhman

hatte den Betrieb ein Jahr zuvor von

Nacho Duato übernommen. Nun

heißt es in einer Pressemitteilung

vonMittwochvormittag aus der Kulturverwaltung,

dass Öhman mit Beginn

des nächsten Jahres das Dansens

Hus in Stockholm als Geschäftsführer

und künstlerischer

Leiter übernehmen werde. „Vor diesem

Hintergrund“ lege Waltz ihre

Co-Intendanz ab.

Der Kultursenator muss die persönliche

Entscheidung von Öhman

hinnehmen, dankt und macht klar,

dass der vonden beiden eingeschlagene

Weg−nämlich die Zusammenführung

vonklassischem Ballett und

zeitgenössischem Tanz unter dem

Dach einer Institution − mit einer

neuen Führung fortgesetzt werden

solle. Ebendiese Zusammenführung

hat nach kurzem Jubel über die Ernennung

von Waltz/Öhmann im

September 2016 durch den damaligen

Kultursenator Michael Müller

und seinen Staatssekretär Tim Renner

großen Ärger ausgelöst −bei der

Kompanie.

Diesprach sich mitten in der ähnlich

gelagerten Strukturstreiterei an

der Volksbühne,die unter Chris Dercon

vom Ensemble- zum Festspieltheater

umgebaut werden sollte,einstimmig

gegen die angekündigte

Leitung aus. Man befürchtete, dass

die Stärke und Exzellenz der Ballett-

Kompanie mit ihren 86 Stellen geschwächt

werde, wenn sie, wie geplant,

Kapazitäten an den zeitgenössischen

Tanz abgeben muss. Wenn

Waltz das Haus führe, hieß es, würden

sich auch klassisch weniger gut

geschulte Tänzer bewerben. DerVerteilungskampf

wurde mit Wut und

Erbitterung geführt. Und doch

konnten Waltz und Öhman, als sie

dann ihre konkreten Pläne vorstellten,

in denen das Ballett nicht zu

kurz kam, die Bedenken einfangen

und eine künstlerisch produktive

Stimmung herstellen.

Die letzten Staatsballettpremieren

wurden vom Publikum begeistert

und von der Kritik wohlwollend

aufgenommen. Über interne Problemlagen,

die möglicherweise

komplex und individuell sein können,

drang nichts in die Öffentlichkeit.

Die steht bedröppelt da: Jetzt

haben wir euer Projekt gerade nicht

nur geschluckt, sondernsogar gefeiert.

Und ihr lasst uns allein? Besonders

die durchgeschüttelte Kompanie

wird nun neuem Veränderungsstress

ausgesetzt.

Sasha Waltz war in Berlin schon

einmal an einem ähnlichen künstlerisch-institutionellen

Aufbruch beteiligt

−hier ging es um die Fusion

von Sprech- und Tanztheater an der

Schaubühne. Nach einem furiosen

Auftakt und immerhin fünf Spielzeiten

kamen die Trennung und der

Auszug vonWaltz. Damals wurde das

Gezerre uminterne Verteilungskonflikte

über die Presse ausgetragen.

Dashat Nerven gekostet, wuchs sich

zum Krieg der Eitelkeiten aus und

trug wenig zur Wahrheitsfindung

bei. Hier aber fiel das Schauspiel-

Tanz-Projekt mit dem Weggang von

Waltz in sich zusammen −Thomas

IMAGO IMAGES

Ostermeier führt das Haus heute als

Sprechtheater reinen Wassers.Waltz

hat sich nun dagegen entschieden,

Öhman ziehen zu lassen und das

Staatsballett zumindest interimistisch

alleine zu führen. Siewolle sich

wieder ganz auf die Choreografie

konzentrieren. Hatsie ein für allemal

die Nase vonInstitutionen voll?

Und was ist mit Öhman? Heimweh?

Verglichen mit dem Berliner

Staatsballett ist das Dansens Hus in

Stockholm −eine vonschwedischen

Opern- und Theaterhäuserngegründete

Gastspielbühne −eineNummer

kleiner. Wieso haben die beiden die

Lust an ihrem Projekt verloren? Waren

die Kämpfe mit der Kompanie

doch nicht ausgefochten? Gab es

Spannungen in der Doppelspitze? Ist

es einmal mehr so,dass das Staatsballett

als schwächstes Glied in der

Opernstiftung untergebuttertwurde?

Oder kam mit dem Erfolg schon so

rasch die Langeweile?

Im März wollen die beiden ihre

Pläne für die Spielzeit 2020/21 vorstellen,

weitere Planungen reichen

bis weit ins Jahr 2022. Diese Positionen

wird die Nachfolgeintendanz

übernehmen müssen. Das erleichtert

den Übergang nach so einer

Überraschung.

NACHRICHTEN

Armin aus der „Sendung mit

der Maus“ wird 80 Jahre alt

Seine helle,warme,wache und unendlich

entspannte Stimme kennt

wohl jeder,der ab 1971 Kind war:Armin

Maiwald, Miterfinder der WDR-

„Sendung mit

der Maus“ und

neben Christoph

Biemann und

Ralph Caspers

einer der wichtigsten

Präsentatoren

der sonntäglichen

„Lachund

Sachgeschichtren“

wird

am Donnerstag

Sachexperte

Armin Maiwald

80 Jahrealt. Dergebürtige Kölner ist

Autor,Regisseur und Produzent.

2015 erschien seine Autobiografie

„Aufbau vorlaufender Kamera“.

(BLZ)

DPA

Komiker TerryJones von

MonthyPython gestorben

Derbritische Monty-Python-Komiker

TerryJones ist im Alter von77

Jahren gestorben. Mitbuschigen Augenbrauen

und kreischender

Stimme verkörperte TerryJones mit

Wonne die weiblichen Quälgeister

der Monty-Python-Truppe –etwa in

der Bibelfilm-Persiflage „Das Leben

des Brian“. Dergebürtige Waliser

starb bereits am Dienstag. 2016 war

bekannt geworden, dass TerryJones

an Demenz litt. (dpa)

BradleyCooper setzt mit

Bernstein-Film auf Netflix

Bradley Cooper („A Star is Born“)

wirdseinen geplanten Film über den

Dirigenten und Komponisten LeonardBernstein

(1918–1990) bei Netflix

unterbringen. DerStreamingdienst

habe sich die Rechte für Coopers

Regieprojekt gesichert, berichteten

US-Filmblätter am Dienstag.

Neben Cooper,der auch die Hauptrolle

spielen soll, sind als Produzenten

unter anderem Martin Scorsese,

Steven Spielbergund „Joker“-Regisseur

Todd Phillips an Bord.Der Film

soll mehr als 30 Jahrevon Bernsteins

Leben zeigen. Zusammen mit dem

Oscar-prämierten Autor Josh Singer

(„Spotlight“) liefertCooper auch das

Drehbuch für das Biopic. (dpa)

UNTERM

Strich

Hundeleben

Mitbringsel aus

dem Tegeler Forst

VonCornelia Geißler

BLZ/ANJA KÜHL

Der Klimawandel ist auf den Hund gekommen.

Aufmeinen Hund, um genau

zu sein. Wir haben bald Ende Januar, immer

noch hat es in Berlin nicht geschneit. Den

Mäusen auf dem Tempelhofer Feld geht es so

gut, dass der Hund kaum noch die Nase aus

dem Boden bekommt: Es riecht nach dem

süßem Leben. Eigentlich müsste die Erde

jetzt hartgefroren sein.

Also muss ich Lotta gut zureden, sich lieber

für Ball (nö!), Stöckchen (nö!) oder Leckerli

(na ja) zu entscheiden. Die Parkwächter

in ihren weißen Dussmann-Autos mögen

das Buddeln gar nicht. Siehaben ja recht. Sie

argumentieren damit, dass Menschen in die

ausgeweiteten Mauselöcher fallen könnten.

Menschen könnten ja wenigstens gucken,

wo sie hintreten. Aber eine alte Freundin

meiner Lotta, eine Wiszla-Dame, die mit ihrenstolzen

13 Jahren etwas wackelig auf den

Beinen ist, zogsich neulich genau in solch einem

Hundebuddelloch eine Zerrung zu. Die

Wachleute könnten ja auch die Mäuse vom

Tempelhofer Feld vertreiben, doch dann

fehlte ein paar größerenVögeln die Nahrung.

Aber ich komme vomWege ab.

Ganz in der Nähe, imBöcklerpark, sprießen

in Büscheln die Schneeglöckchen.Wenn

es bis zur Berlinale nicht geschneit hat, wird

es nichts mehr mit dem Winter, heißt eine

alte Kulturjournalistenweisheit. Die Berliner

Filmfestspiele beginnen in diesem Jahr besonders

spät, am 20. Februar,dableibt noch

ein bisschen Hoffnung. Aber in diesen Zeiten

…Hunde, die jetzt Strickkleider tragen, wirken

träge in der Berliner Sonne, denn sie

können die Wolle nicht abwerfen, wie ihre

Artgenossen das zu viel gewachsene Winterfell.

„Nackte Tiere“ heißt ein deutscher Film,

der seine Weltpremiere inder neuen Berlinale-Sektion

Encounters feiert. Aber darin

geht es offenbar nur am Rande um Tiere.

Auch Hunde sind in der Stadt zur Randexistenz

verdammt. Daswill ich gar nicht kritisieren,

nur feststellen. Dorfhunde haben

ganz andere Erfahrungen: Sie müssen nur

vordie Tür treten, schon ist die Natur da, sie

können frei herumlaufen und eine Arbeit bei

den Schafen verrichten. Wie heldenhaft toll

#Dorfkinder sind, zeigt in diesen Tagen die

Agrarministerin in einer Kampagne.

Stadtkinder kennen eigene Spielplätze

und Hundespielplätze. Gerade hat Lotta ein

Fußbad im Tegeler See genommen, nachdem

sie sich über den eingezäunten Hundespielplatz

dortschlapp gelacht hat, so winzig

ist der. Mein kleiner Neffe tobt dort denoch

mit Vergnügen. Als wir weiterspazieren wollen,

sage ich mit böser Tantenstimme: Für

Kinder verboten! So streng halte ich sonst

den Hund vomKinderspielplatz fern.

Ein Fuchs huscht vorbei, wie überall in

der Stadt. Die Leine hält, meine leichte Zerrung

im ArminFolges des Hundebändigens

hält dann noch etwas an. Der Klimawandel

hält uns zwar den Schnee vor, doch ist er wenigstens

noch nicht so schlimm, dass wir im

Januar Walderd- oder Blaubeeren hätten.

Fuchsbandwurmgefahr besteht derzeit nun

wirklich nicht. Allerdings hätte ich auch

nicht mit Zecken gerechnet. Wasaber hängt

am Abend bei Lotta zwischen Hals und

Schulter an der Haut fest, verborgen unterm

Fell? Das Mitbringsel aus dem Tegeler Forst

hat acht Beine, die sich noch munter bewegen,

als ich mit demWerkzeug anrücke.Jeder

Ratgeber verspricht, dass jetzt keine Zeckenzeit

ist, frühestens ab Märzsei wieder mit ihnen

zu rechnen. Der Klimawandel macht

aber auch vorgar nichts halt.


22 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Feuilleton

Die US-amerikanische Journalistin und Autorin Lisa Taddeo

DDP/RII SCHROER

Womöglich grundlegende Wahrheiten

Über Lisa Taddeos Buch „Three Women –Drei Frauen“, das Liebe und Begehren erforschen will

VonSabine Rennefanz

Das Buch der amerikanischen

Journalistin und

Autorin Lisa Taddeo

„Three Women – Drei

Frauen“ galt schon vor dem Erscheinen

auf Deutsch als Sensation.

„Eines der wichtigsten Bücher

des Jahres“, nannte es der renommierte

Schriftsteller Dave Eggers.

„Das beste Buch, das ich je über

weibliches Begehren gelesen

habe“, jubelte der britische Observer.

„Ein Buch über die Komplexität

der Liebe. Lesen Sie es“, rät die

amerikanische Paartherapeutin

Ester Perel. Derzeit wird das Buch

für den Fernsehdienst Netflix verfilmt.

Auf Instagram posten junge

Frauen Zitate aus dem Buch und

Bilder des Covers, was auch mit

dem sehr geschmackvollen, grafischen

Cover der Originalausgabe

zusammenhängen kann. Die deutsche

Ausgabe ist bebildert wie ein

Männermagazin: mit einer jungen

Frau im weißen Spitzenbustier.

Bevor das Buch kürzlich auf

Deutsch erschien, veröffentlichte

der Spiegel eine Lobeshymne des

Autors Takis Würger, die darin gipfelt:

„Als Mann, der dieses Buch liest,

schämt man sich.“ Dasweckt natürlich

Erwartungen.

In ihrem Prolog erklärt Lisa Taddeo,

eine Reporterin, ihre Herangehensweise,

dass sie ursprünglich

über die Sexualität von Männern

schreiben wollte,das aber langweilig

fand. Sieerzählt vonihrer verstorbenen

Mutter,der über viele Jahrelang

auf dem Weg zur Arbeit ein Mann

folgte, der hinter ihr masturbierte.

Lisa Taddeo fragt sich, warum sie

sich dagegen nicht gewehrthat, und

ob es ihr vielleicht sogar gefallen hat.

Sie sagt, sie wolle sich in dem Buch

den Widersprüchlichkeiten des Begehrens

nähern, wie sich das Begehren

von Frauen verändert, weil sie

selbst oft die Objekte sind.

In den folgenden Kapiteln lernt

man die Protagonistinnen kennen.

Die spannendste Figur ist vielleicht

Maggie, die als 17 Jahre alte Schülerin

eine Affäre mit ihrem verheirateten

Englischlehrer hatte.Sechs Jahre

später wirdderselbe Mann als bester

Lehrer von North Dakota ausgezeichnet.

Dasmacht Maggie,seit der

Affäre von Depressionen und Ängsten

geplagt, so wütend, dass sie ihn

anzeigt. Der Verlauf des Prozesses

strukturiertdie einzelnen Kapitel.

Dienächste Frau heißt Lina, sie ist

eine Hausfrau Anfang dreißig aus Indiana,

hat zwei Kinder,ein Haus und

einen Mann, der sie seit Jahren nicht

auf den Mund küssen will. Wenn er

Sex mit ihr haben will, klopft er ihr

auf den Arm und sagt: „Na, Lust?“

Lina will sich trennen und beginnt

eine Affäremit ihrer Jugendliebe.

Die dritte Frau ist Sloane, die mit

folgenden Sätzen vorgestellt wird:

„Sie ist schlank und Anfang 40, hat

aber das Gesicht einer Studentin aus

einer Verbindung –esschreit förmlich

nach Rummachen. Siegeht häufiger

ins Fitnessstudio als zuVerabredungen

mit anderen Müttern.“

Sloane ist mit dem Koch Richardverheiratet,

dessen „karnickelhafte Unersättlichkeit“

ihr das Gefühl gibt,

DAS BUCH

Lisa Taddeo: Three Women –Drei Frauen.

Ausdem amerikanischen Englisch vonMaria Hummitzsch.

Piper,München 2020. 416 S.,22Euro

begehrt zuwerden. Sie hat Sex mit

fremden Männern, die er für sie aussucht

und dann dabei zuschaut.

Das sind gute Geschichten, die

man so flüssig wegliest wie einen gehobenen

Erotik-Roman oder eine

Cosmopolitan-Story, doch je weiter

ich kam, desto mehr fragte ich mich,

warum Lisa Taddeo sich ausgerechnet

diese drei Frauen ausgesucht

hat. Der Titel „Drei Frauen“ weckt

den Eindruck, dass sie für etwas Größeres

stehen, dass sie etwas Allgemeines

über das Frausein im 21.

Jahrhundert aussagen. Die drei sind

nicht einmal für Amerikanerinnen

repräsentativ:Sie sind alle weiß, zwei

vonihnen sind katholisch.

Lisa Taddeo ist freie Journalistin,

vor ihrem Debüt hat siefür das New

York Magazine und Esquire geschrieben.

Sie hat für ihr Buch acht

Jahrerecherchiert, lange vordem Beginn

der MeToo-Debatte, hat Gespräche

geführt, ist zweimal umgezogen,

um ihren Protagonistinnen

nah zu sein. Gefunden hat sie die

Frauen laut Observerüber Aufrufe in

kleineren Städten. In einer Autorenanmerkung,

die in der deutschen

Ausgabe am Ende des Textes steht,

erläutert Lisa Taddeo, nach welchen

Kriterien sie die Frauen ausgesucht

hat: „Ich habe mich bei der Auswahl

dieser drei Frauen danach gerichtet,

wie gut sich ihre Geschichten nachempfinden

lassen, wie intensiv sie

sind und inwieweit die Ereignisse,

falls sie sich in der Vergangenheit zugetragen

haben, die drei Frauen zum

Zeitpunkt der Begegnung noch belasteten.“

Jede der Geschichten drücke

„grundlegende Wahrheiten über

Frauen und ihr Begehren aus“, fügt

sie hinzu.

Wassind aber diese Wahrheiten?

Alle drei beschriebenen Frauen existieren

in Abhängigkeit vonMännern.

Was ist das für eine repressive Vorstellung

von Frauen? Eine Emanzipationsgeschichte

erzählt Lisa Taddeo

jedenfalls nicht. Man stolpert

über Sätze wie: „Wir geben vor,

Dinge zu wollen, die wir nicht wollen,

damit niemand sieht, dass wir

nicht bekommen, was wir brauchen.“

Werist dieses Wir, das sie proklamiert?

An einer Stelle schreibt sie

über den ersten Sex, den Maggie hat:

„Wie so viele Mädchen in ihrem Alter

ist Maggie noch offen für die Welt,

frei von Angst, unbesiedelt. Männer

drängen hinein und verwandeln ein

Mädchen in eine Stadt.“ Wassoll das

bedeuten?

Je weiter ich lese, desto mehr ärgert

mich, dass ich nicht weiß, wer

eigentlich in dem Text spricht. Die

Protagonistinnen? Oder die Autorin?

Woher weiß Lisa Taddeo so genau,

was jede Protagonistin gedacht, gefühlt

oder gerochen hatte,bei Erlebnissen,

die Jahre zurückliegen? Und

wie passt das damit zusammen, dass

die Frauen angeblich selbst in der

Hand haben, wie ihre Geschichten

erzählt werden? Durch ihre literarisierte

Erzählweise verwischt sie jegliche

Widersprüchlichkeiten, die

Komplexitäten und schafft eine Eindeutigkeit,

die das gelebte Leben selten

hat. Ihr deutscher Verlag hat auf

diese komplexen Probleme reagiert:

Hier erscheint das Buch als Roman,

nicht als Sachbuch wie in den USA.

Den Kern erfühlen

Der Pianist Denis Kozhukhin gab einen außergewöhnlichen Konzertabend im Pierre-Boulez-Saal

VonClemens Haustein

Dass ein Musiker ein Gespür hat

für möglichst viele Stile und

Ausdrucksformen, wird allgemein

erwartet, ist aber erstaunlich selten

anzutreffen. Unter den Pianisten

gibt es Spezialisten für Neue Musik,

die wiederum Schwierigkeiten haben,

zu einem verbindlichen Tonzu

finden beim Repertoire der Klassik

oder Romantik. Es gibt auch Pianisten,

die die großen Werke der Romantik

spielen, aber Probleme haben

mit einem nüchterneren Klang

wie ihn die Barockmusik oder auch

die Neue Musik verlangen.

Insofern ist von einem außergewöhnlichen

Klavierabend zu berichten,

am Dienstag fand er im Pierre-

Boulez-Saal statt. Der russische,

mittlerweile in Berlin lebende Pianist

Denis Kozhukhin trat dort auf

und erschloss dem Hörer ebenso

zwingend Musik vonFranz Schubert

wie von Pierre Boulez, von Maurice

Ravelwie vonSergej Prokofjew.Kozhukhins

Zugriff ist generell eher gefühlsintensiv,doch

vermag er deutliche

Unterschiede zu zeigen.

Die „Douze Notions“, die Pierre

Boulez als 20-jähriger schrieb, um

sie erst 40 Jahrespäter zu veröffentlichen,

spielt Kozhukhin mit farbiger

Brillanz und, wenn es sein

muss, mit schneidender Härte.

Und doch bleibt es nicht bei kalter

Distanz. Der Pianist behält im

Auge,dass Boulezhier eine spielerische

Hommage an Arnold Schönberg

schrieb, dessen Zwölftontechnik

er verwandte und der selbst

einst als Komponist der Romantik

begann. Im empfindungsstarken

Der russische Pianist Denis Kozhukhin. Mittlerweile lebt er in Berlin.

FELIX BROEDE

Spiel des Pianisten bleibt dieser

Hintergrund präsent.

Folgt darauf Ravels Sonatine für

Klavier, soist der Eindruck an diesem

Abend frappierend. Das Geometrische,

Konstruierte, das Boulez

Musik mit ausmacht, beginnt sich zu

lösen, der Schnee schmilzt und wandelt

sich zu einem Gewässer, das

munter schwappend seiner Wege

geht. Nichts Süßliches hat diese Musik

bei Kozhukhin, der Ravels Klänge

ein ums andereMal an den Rand des

Hörbaren führt, aber weit und voll

Schwung ist sein Atem. Worauf sich

eine Art Synthese anschließt: Sergej

Prokofjews siebte Sonate, wo Bewegtheit

und rhythmische Strenge in

einen spannungsvollen Konflikt treten,

und maschinelle Kühle und Gefühlswärme

sich gegenseitig den

Platz streitig machen. In ungewöhn-

licher Weise wird Kozhukhin beiden

Seiten gerecht – andere Pianisten

tendieren gewöhnlich in die eine

oder die andereRichtung –, den letzten

Satz, das berühmte„Precipitato“,

spannt er nicht nur zwischen dynamischen

Extremen auf, sondernzwischen

den Extremen vonzivilisierter

Eleganz und heftigem Barbarismus.

Kozhukhins Wandlungsfähigkeit

mag mit der Entschiedenheit

zu tun haben, mit der er den Kern

eines Stückes erfühlen möchte.

So gelingt ihm bei den Impromptus

D935 scheinbar mühelos ein

mehrdimensionaler Schubert-

Ton, der die Aufdröselung in

„Idyll und Abgrund“ wie sie Jörg

Widmann in seinen „Schubert-

Reminiszenzen“ vornimmt, überflüssig

werden lässt. Ist doch

schon alles zu hören.


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 23

· ·

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Feuilleton

Umarmungen

gibt es

gratis

Die Offensive Tanz

beim Purple-Festival

VonChristine Matschke

Einer von uns hat Angst, anders

als die anderen zu sein“, sagt

eine junge Frau mit zotteligem

Haar, die rücklings auf der Bühne

des Theaters Strahl hockt. „Can

touch this“, die erste Premiere der

Offensive Tanz für junges Publikum,

die im Rahmen des Internationalen

Tanzfestivals für junges

Publikum, Purple, stattfindet,

wirkt bereits vor der eigentlichen

Aufführung wie eine friedlich verbindende

Gegenmaßnahme zu

Praktiken sozialer Ausgrenzung:

Kuschelig warm und eng aneinandergedrängt

warten die Zuschauer

im Foyer, um beim Einlass kurz

darauf von den Mitwirkenden –

natürlich nur sofern gewollt –mit

dem High-Five-Handgruß oder

Gratisumarmungen begrüßt zu

werden.

Die Frau mit der wilden Frisur

heißt Jana Heilmann und ist wie

Rebekka E. Böhme, Michael

Kaddu, Michel Meloni und Balázs

Posgay festes Ensemblemitglied

des Theaters Strahl. In Szene gesetzt

wird das an Nationalitäten

bunt gemischte Quintett von der

Performing Group aus NRW. Die

2013 gegründete Gruppe ist in

Berliner Kinder- und Jugendtheaterkreisen

keine Unbekannte. Mit

„Trashedy“, ihrem damals zukunftsweisenden

Konsumkritik-

Stück etwa, war sie 2015 zuerst auf

dem Augenblick-mal-Festival und

zwei Jahre später auch bei der

Erstausgabe von Purple zu Gast.

„Can touch this“, das am Dienstagabend

uraufgeführtwurde,ist unterhaltsam,

weil es die sozial, kulturell

und familiär geprägten Regeln

von Berührung mit viel Leichtigkeit

auf die Schippe nimmt. Über die

Bühne tollende Primaten verwandeln

sich hier in zivilisierte Schöngeister,

die mit gebührendem Abstand

um einander herumtänzeln,

bei der kleinsten Berührung aber sofortindie

Peinlichkeitsfalle tappen.

Kultur, und hier scheint die Performing

Group insbesondere auch

Regeln der Berührung,vorgeführtvom

Theater Strahl

JÖRG METZNER

über das eigne widersprüchliche

Verhalten zu schmunzeln, ist ganz

klar mit „Gos“ und „No Gos“ verbunden.

Bei aller Mühelosigkeit in

der gekonnten Darstellung komplexer

Inhalte sowie großem Gefallen

an dem comichaften Inszenierungsstil,

der diese Gruppe so besonders

und auch für Jugendliche

interessant macht, bleibt dennoch

eine Kritik: Am Ende des Fünfzigminüters

wirdinuniversell gültiger

Blumenkinder-Manier ein historisches

Konzept sozialen Miteinanders

zitiert, das immer herhalten

muss, wenn es um die Mission für

mehr Toleranz zwischen den Geschlechtern,

Kulturen, Nationalitäten

und letztendlich den Menschen

geht. Ein bisschen mehr Angriffs-

statt Versöhnungslust hätte

hier durchaus ihren Reiz gehabt.

Can touch this auf dem Purple-Festival bis 24.1.,

www.purple-tanzfestival.de

Allseits attackiert

Nachsieben Jahrenander BBC-Spitze kündigte Tony Hallseinen vorzeitigenRücktritt als Generaldirektor an

VonKatrin Pribyl

Wer hier oben zwischen

den hohen Säulen der

National Gallerysteht,

zu Füßen liegt der geschäftige

Trafalgar Square mit den

Selfies knipsenden Touristen, der erblickt

in gar nicht allzu weiter Ferne

auch den Westminster-Palast. Dort,

wo Großbritanniens Politiker walten

und streiten und die Geschäfte führen.

Dort, wo Tony Hall, der Generaldirektor

der britischen BBC, einen

zunehmend schweren Stand hatte.

Bald wird erhäufiger den Blick gen

Westminster genießen können, vermutlich

fällt dieser deutlich ungetrübter

als noch heute aus.

Denn LordHall wirdsich im Sommer

in den Vorstand der National

Gallery und damit in die Welt der

Kunst zurückziehen –ohne die großen

und wohl äußerst schwierigen

Debatten führen zu müssen, die auf

die britische Rundfunkanstalt in den

nächsten Jahren zukommen. Nach

sieben Jahren an der Spitze der BBC

kündigte Lord Hall seinen vorzeitigen

Rücktritt als Generaldirektor an

und das dürfte keineswegs ganz freiwillig

passiertsein. So stellen etliche

Politiker und vorneweg Premierminister

Boris Johnson regelmäßig das

Finanzierungsmodell der öffentlichrechtlichen

Anstalt infrage und verweisen

als mögliches Vorbild für die

BBC auf kommerzielle Rivalen wie

Netflix. DieRundfunkgebühr beläuft

sich auf der Insel auf jährlich 154,50

Pfund, sie macht 75 Prozent der Gesamteinnahmen

aus, das sind 3,6

Milliarden Pfund. Der Rest der Finanzen

speist sich aus dem Verkauf

von Fernsehproduktionen. So werden

kreative und innovative Serien

wie „Bodyguard“ und „Killing Eve“

oder herausragende Dokumentationen

wie „Blue Planet“ regelmäßig

mit Preisen überhäuft und gewinnbringend

ins Ausland exportiert.

In einem Jahr steht die Halbzeitprüfung

der bestehenden Charta an,

2027 dann wird der gesamte Rundfunkstaatsvertrag

neu verhandelt.

Tony Hall begründete nun seinen

Schritt damit, dass diese Gespräche

von derselben Führungsperson geführt

werden sollten. Ein Wechsel

könnte die Position der BBC gegenüber

der Regierung schwächen. Eigentlich

war er bis 2022 im Amt vorgesehen.

Es sei eine schwere Entscheidung

gewesen, schrieb der 68-

jährige Hall in einer E-Mail an die

VonIngeborg Ruthe

Daliegen sie fast alle.Auf dem Pariser

Friedhof PèreLachaise ruhen

im Erdboden der letzten Dinge

all die Großen der Klassischen Moderne,

die dereinst in den Pariser

Kreisen ihre Avantgarde-Kunst betrieben.

Auch der Schwanenhals-

Frauen-Maler und Bildhauer Amedeo

Modigliani, geboren 1884 in Livorno,

an Tuberkulose gestorben am

25. Januar 1920 in Paris, ist hier bestattet.

Als ich das letzte Mal vor seinem

tonnenartig gewölbten Grabstein

stand, zierten schlichte rote,

weiße und blaue Primeln den verwitterten

Granit.

WasinKunstbüchern steht über

das Bohème-Leben des pariserischen

Italieners, dessen seinerzeit

als „pornografisch“ skandalisierten

Gemälde postum auf der ersten Documenta

1955 in Kassel ausgestellt

waren, stützt sich auf nur karg verbürgte

Überlieferungen und Dokumente.

Kein Wunder also, dass es

nach seinem frühen Todzur Legendenbildung

kam, was vor allem an

Ken Follets Roman und an Spielfilmen

über diesen Maler des extrem

überlängten Idealvolumens, vor allem

der Frauen mit den leicht

Eingang zur BBC-Zentrale in London

mehr als 20 000 Mitarbeiter der einflussreichsten

öffentlich-rechtlichen

Mediengesellschaft derWelt.„Würde

ich meinem Herzen folgen, dann

würde ich niemals gehen wollen.“

Tatsächlich ist das Verhältnis zwischen

den Konservativen unter Premier

Johnson und der BBC bereits

seit längerem angespannt –und das

nicht nur wegen des Geldes. Soweigerte

sich der Regierungschef etwa

vehement, an der üblichen Interview-Reihe

im Vorfeld der Parlamentswahl

im Dezember teilzuneh-

GETTY IMAGES/OLI SCARFF

men. Es gehört traditionell zu den

Lieblingsbeschäftigungen der Briten,

sich über die„Auntie“, die Tante,

wie die BBC im Volksmund auch genannt

wird, aufzuregen. Doch die

Kritik an der Berichterstattung zum

Brexit geht tiefer. Seit dem EU-Referendum

im Jahr 2016 wirddie auf politische

Unabhängigkeit bedachte

Rundfunkanstalt vonallen Seiten attackiert.

Der Brexit, er hat nicht nur

die polarisierte Gesellschaft gespalten,

sondern auch die BBC vor etliche

Herausforderungen gestellt.

Kunst am Schwanenhals

Vor100 Jahren starb in Paris der psychologisierende Maler Amedeo Modigliani

schrägstehenden, immer lanzenförmigen

Augen, liegt. Drei Regisseure

versuchten, sich dem vom frühen

Vorkubismus Picassos, Matisses,

Toulouse-Lautrecs, ebenso von den

Fauves (Wilde), aber auch von den

idealisierenden Präraffaeliten Beeinflussten

zu nähern. 1958 filmte

Jacques Beckers „Les Amants de

Montparnasse“. Gérard Philipe verkörperte

den Montparnasse-Maler,

mythologisierte dessen Drogensucht

und Armut. 1990 gab Gerhard

Berry den „Modi“ und erzählt wird

die Kriegszeit ab 1914 bis zum Tod

des Malers. Und 2004 spielte Andy

García unter Regie vonMick Davis in

„Modigliani“ den dauernd abstürzenden

Liebeskranken und zugleich

den Konkurrenten Picassos.

Neben ungezählten Skulpturen

hinterließ Modigliani über 400 Gemälde.

Sie finden sich heute in Privatsammlungen

und großen Museen

in Europa und Amerika. Gerade

bereitet die Albertina Wien für Mitte

September eine Retrospektive des

Gesamtwerkes vor. Mitdem Abstand

So werfen nicht nur Zuschauer,sondern

auch zahlreiche Politiker, vor

allem aus den Tory-Reihen, dem ihrer

Ansicht nach linkslastigen Sender

eine zu Brexit-kritische Berichterstattung

vor. Dass sich auch Pro-

Europäer beschweren und eine zu

freundliche Tendenz gegenüber Europaskeptikern

erkennen wollen?

Geschenkt. Und dann bleibt noch

der Vorwurf vor allem von Labour-

Anhängern, dass die BBC allzu häufig

als „Sprachrohr der Konservativen“

dienen würde, indem etwa

Tory-Quellen ihre Sicht der Dinge

darlegen dürften, ohne kritisch hinterfragt

zu werden.

Hall wies solche Vorwürfe stets

zurück. Zudem führte der Sender als

eine Lehre aus diesen schwierigen

Jahren voller Gezeter um den EU-

Austritt„Reality Checks“ ein, Faktenprüfungen

von Politiker-Behauptungen.

„Ineiner Äravon Fake News

bleiben wir der Goldstandard für

Unparteilichkeit und Wahrheit“, formuliert

Hall in seinem Schreiben.

Was die BBC ausmache und wofür

sie stehe, sei „wertvoll“ für dieses

Land. „Wir ignorieren das auf unsere

eigene Gefahr.“ Eine weitereKontroverse

seiner Amtszeit drehte sich um

das Thema Gleichbehandlung bei

den Gehältern. Die Organisation

muss mehrere Millionen Pfund für

Zusatzzahlungen ausgeben, weil

Moderatorinnen, Reporterinnen

und Korrespondentinnen über Jahre

hinweg weniger Geld verdienten als

ihremännlichen Kollegen.

Mandarfden erfahrenen Journalisten

und Kulturmanager Tony Hall

mit Fugund Recht als Eigengewächs

von „The Beeb“ bezeichnen. 1973

hat er als Volontär im Newsroom im

nordirischen Belfast seine Karriere

begonnen, arbeitete dann in verschiedenen

Positionen in Nachrichtenabteilungen.

Bevor er2013 zum

Generaldirektor aufstieg, leitete er

ab 2001 das Londoner Royal Opera

House. Außerdem betreute Hall das

kulturelle Rahmenprogramm zu den

Olympischen Spielen 2012 in London.

Es waren bislang die einzigen

Stationen außerhalb der BBC, ab

Sommer reiht sich die National

Galleryindiese Liste ein.

LordHall kam, um Ruhe ins Haus

zu bringen, nachdem der Missbrauchsskandal

um den Moderator

Jimmy Savile täglich für Schlagzeilen

gesorgt hat. Demnächst tritt Hall ab.

Diesmal geht es um nichts weniger

als die Zukunft der alten Tante BBC.

von 100 Jahren und nach dem Studium

neuerer Forschungen könnte

ein weniger legendenbeladenes und

vom Klischee befreites Lebens-und

Schaffensbild entstehen.

Modigliani hätte es verdient.

Seine „gefühlte“ Proportion und die

zeichnerische,fast plastische Gestaltung

des Volumens aus der kontrastierenden

Farbe heraus, dieses wie

atmende Fleisch unter der Pfirsichhaut,

sind ein kostbarer Beitrag zur

frühen westeuropäischen Moderne.

Ihm gelangen klar geordnete konkave

und konvexe Flächen, kühne

Proportionen und durch den Einsatz

der Linie immer mehr die Trennung

der stilisierten, fast archaisch anmutenden

Figuren vomHintergrund.

Dem Museum of Modern Art

New York gehört ein Hauptwerk –

das fast kubistische „Brautpaar“

1915. Deutlich werden da die geometrische

Aufteilung des Bildes

und die Abschattung der Flächen.

Äußerlich wie innerlich wurden die

Dargestellten scharf erfasst. Gerade

dieses Werk wird von Modigliani-Verehrern

natürlich für die

Wiener Schau erwartet. Ebenso

jene Porträts –nackt oder angezogen

– seiner madonnenhaften

Muse Jeanne Hébuterne.

Mann

der

Kuppel

Zum 100. Geburtstag des

Architekten Gottfried Böhm

VonNikolaus Bernau

Wer kennt sie nicht, die Kuppel

auf dem Reichstag, in der man

spiralig hinaufgehen und damit wenigstens

symbolisch den Abgeordneten

„aufs Haupt“ sehen kann? Die

Idee wird meist dem radikalen Umbauentwurf

des Reichstags durch

Norman Foster in den 90ern zugeschrieben.

Tatsächlich aber wurde

sie schon um 1985 entwickelt –was

Foster immer wieder betonte –vom

Architekten und Bildhauer Gottfried

Böhm, der heute vor 100 Jahren in

Offenbach am Main geboren wurde.

Viele seiner Arbeiten sind oft raumumhüllende

und den Umgebungsraum

vollkommen neu sichtbar machende

Bau-Skulpturen.

1985 hatte Böhm den Pritzker-

Preis erhalten, als erster Deutscher.

Seine Bedeutung

für die Nachkriegsarchitektur

war aber

schon seit den

60er-Jahren unangefochten,

nie

musste er, wie

manche seiner

Kollegen, darauf

warten, nach der

postmodernen

„Liegender Akt“, um 1917, Öl/Leinwand AMEDEO MODIGLIANI/BPK/STAATSGALERIE STUTTGART

TOP 10

IMAGO

Dienstag,21. Januar

Der Architekt

Gottfried Böhm

Verwirrung der Maßstäbe durch eine

neue Generation „wiederentdeckt“

zu werden.

Vorallem seine „Betonfelsen“ erregten

seit dem Bau der Marien-Kirche

in Neviges von1968 die Architektenwelt:

kraftvolle Formen und wabenartige

Gewölbe,spitze, oft felsenartig

aussehende Gebilde mit

dramatisch einfallendem Licht.

Böhm nahm die Experimente des

deutschen Expressionismus der

1920er-Jahre, aber auch die großartigen

Raumerfindungen Le Corbusiers

aus den 1940ern auf, schuf dabei

aus alter Bausubstanz und

neuem Betonbau etwa im Rathaus

von Bensberg schlichtweg sensationelle

Gebilde.

Böhm war dann aber auch einer

derjenigen, die um 1970 die Geschichte

für die moderne Architektur

wiederentdeckten, vor allem

mit dem Diözesianmuseum auf

dem Vorplatz des Paderborner

Doms. Ein Bau, der mit seinen Satteldächern

andie Vorkriegsbebauung

anschloss, zugleich mit bleiverkleideten

Fassaden und großen

Fenstern eine neue Repräsentationsarchitektur

versuchte. Innen

war der Bau allerdings so dysfunktional,

dass der britische Architekt

Michael Brawne in den frühen

90ernnachbessernmusste.

Böhm als genuiner Künstler-Architekt

unterwarf die Funktion öfter

dem Formwillen, auch etwa beim

Hans-Otto-Theater in Potsdam, das

mit seinen Flügeldächern ganz auf

die Havelansicht hin entworfen ist.

Doch sind es gerade diese Bauten,

im Unterschied etwa zu seinen eher

zeitgebundenen Wohnbauten oder

Einkaufsgalerien der 70er- bis 90er-

Jahre, die bis heute heftige Debatten

auslösen können.

1 Ina.Freundschaft ARD 5,50 18 %

2 Rosenheim-Cops ZDF 4,92 17 %

3 Ich bin ein Star ... RTL 4,84 26 %

4 Tagesschau ARD 4,68 15 %

5 UmHimmels Willen ARD 4,67 14 %

6 heute ZDF 4,39 17 %

7 SOKOKöln ZDF 3,76 17 %

8 Wer weiß denn ...? ARD 3,75 18 %

9 DSDS RTL 3,58 11 %

10 RTL aktuell RTL 3,53 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acker Stadt Palast (& 441 00 09)

19.30: Der Wahnsinn des Herakles /Herakles 13

Ballhaus Naunynstraße (& 75 45 37 25)

20.00: Cyclops (Nasheeka Nedsreal)

Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)

20.00: Dogs of Love (Once We Were Islands)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Endstation Sehnsucht

20.00 Kleines Haus: Aufder Straße

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Passagier 23

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

20.00: Don Quijote

Dock 11 (& 448 12 22)

19.00: Encapsulation (The Instrument)

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00: Transit

20.00: Kommt ein Pferd in die Bar

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Die Schädlichkeit des Tabaks und andere

Ungeschicklichkeiten

Kleines Theater (& 821 20 21)

20.00: Drei Männer im Schnee

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Ab jetzt

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: In My Room

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Wolfskinder

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

19.00 Glaspalast: Frau Holle /Der Teufel mit den drei

goldenen Haaren (Hexenberg Ensemble)

20.00: Münchhausen –Die Wahrheit übers Lügen

(Drehbühne Berlin)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Extrawurst

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Saal A: Hamlet

20.00 Globe: Love hurts in Tinder Times

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

Sophiensaele (& 283 52 66)

19.00 Kantine: Philosophiermaschine (Interrobang)

Theaterdiscounter (& 28 09 30 62)

20.00: Ein anarchistischer Bankier

Anzeige

Theater im Palais (& 201 06 93)

19.30: Der 35. Mai (Gabriele Streichhahn und Carl

Martin Spengler)

Theater O-Tonart (& 37 44 78 12)

19.30: Mizzi Meier –Aus dem tragischen Leben einer

Lustspielsoubrette (Stefanie Dietrich)

Theater untermDach (& 902 95 38 17)

20.00: Der Theaterkritiker

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Indien

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.00: Germania

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Die großeAndrewLloyd Webber Musical Gala

Arena Glashaus (& 533 20 30)

19.30: Cavequeen (Tim Koller)

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Turnadot –Eine Brexit-Operette (CaCarrington-Brown)

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96) 20.00: Männer,Midlife und

Miseren (MargaBach)

BKA (& 202 20 07)

20.00: The Golden Gmilfs

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Eins auf die Presse (ImproBerlin)

20.00: Skandal im Spreebezirk

Estrel Showtheater (& 68 31 68 31)

20.00: Thank youfor the music –Die ABBAStory

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: Die 7Typen Show

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

19.30 Studio: Brautzillas (Melanie Haupt und Constanze

Behrends)

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: Reden ist Silber,lesen ist Gold –das Beste

aus 25 Bühnenjahren (HeikoWerning)

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: Die Expertise war bedeutend höher(Fil)

Palazzo (& 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Filmfestival

Der Holocaust

und sein

Erbe

Esgibt ein neues Filmfestival

inBerlin. Das Festival

für politischen Film startet in

seiner ersten Ausgabe mit Filmen,

die sich mit dem Holocaust

und seinem Erbe beschäftigen,

mit seiner Bedeutung

für die Gegenwart. Gezeigt

wird etwa „Uploading

Holocaust“, ein Zusammenschnitt

aus Videos, die junge

Israelis auf ihrer „Reise nach

Polen“ gemacht haben, zu Orten,

an denen ihre Vorfahren

ermordet wurden. Die Regisseure

Sagi Bornstein und Udi

Nir haben Tausende Stunden

an Material gesichtet, ihr Film

besteht allein aus diesen Videos,

die auf YouTube veröffentlicht

worden sind. Im Anschluss

andie Filmvorführungen

gibt es Podiumsdiskussionen,

zudem Workshops,

Lesungen und Panels mit Filmemachern,

Politikern, Psychotherapeuten

sowie Künstlern.

Susanne Lenz

FestivalpolitischerFilm 23.–26.1.,

Kino in der Königstadt,Straßburger

Straße 55, www.fpf-berlin.de

Der eine jammert,

der andere melkt

Im Deutschen Theater gibt es ein

Hasta la Westler,Baby!: Peter René Lüdicke, Maren Eggertund Katrin Klein

Es ist der Spruch, mit dem

der T-800, besser bekannt

als Terminator und gespielt

von dem Österreicher Arnold

Schwarzenegger, den tiefgefrorenen

T-1000 erschießt: „Hasta la

vista, baby!“ Dass jetzt ein Abend von

Jürgen Kuttner und TomKühnel den

Titel „Hasta la Westler, Baby!“ trägt,

könnte auf ein paar schlecht verborgene

Gewaltfantasien deuten, nach

denen wir den Kulturwissenschaftler

und Vortragskünstler Kuttner am Telefon

fragen. „Das sollte einfach lustig

sein und reiht sich gut ein in unsere

Arbeiten ,Capitalista, Baby!“

und ,Feminista, Baby!’ −ohne, dass

das jetzt eine Trilogie sein soll …“ Er

habe nichts gegenWestler.Aber auch

ohne Aggression redet sich Kuttner,

wie man es vonihm kennt und in seinem

neuen Sprechfunk-Podcast genießen

kann, in Schwung .

DerAbend hätte fast eine Schlagzeile

der Super! als Titel bekommen:

„Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen.

Ganz Bernau ist glücklich,

dass er tot ist“ −ja, es gab diese für

die neuen Bundesländer konzipierte

Boulevardzeitung wirklich, wenn

auch nur ein gutes Jahr, und auch

Ost-West-Schlagerbattle,

das Gorki bearbeitet internationalere Konflikte

Ulrich Seidler

vertraut in die Kraft des Theaters,

die nicht nur die hermetischsten

Klischees aufbrechen, sondernauch

Konflikte sichtbar und zum Gegenstand

des Spiels machen kann. Aufdass man

sich in der Wirklichkeit keine Flaschen

über den Schädel ziehen muss.

diese menschenverachtende Zeile

wurde so auf die Titelseite der zweiten

Ausgabe vom 3. Mai 1991 gedruckt

−verfasst hat sie der Super!-

Chefredakteur und bis heute amtierende

Bildzeitungs-Motzer Franz-Josef

Wagner. Denn natürlich war

Super! ein Produkt aus Westler-

Hand. Das Geschäftsmodell: Wir

nehmen die Kränkungen und Demütigungen

der Ostler, bedienen

schäbigste Instinkte, niedere Racheund

Abgrenzungsgelüste und stellen

so das Gefühl gemeinschaftlicher

Wärme her, das sich der Wendeverlierer

40 Pfennig täglich kosten lässt.

Die Ostler jammern noch, und

die Westler melken schon. Geschenkt,

so Kuttner. Irgendwie noch

irritierender sei jetzt dieses Verständnis,

mit dem den Ostlern neuerdings

begegnet wird. Siebieten immer auch

eine Gelegenheit, ihnen zu erklären,

worin ihre unverarbeiteten Niederlagen

und Defizite bestehen und

warum sie jetzt alle AfD wählen.

Eigentlich habe man nur ein bisschen

nett zurückbashen wollen, so

Kuttner. Auch, um den Typus des

Westlers kenntlich zu machen, denn

der verschwindet als Mitglied der

KINO

CHARLOTTENBURG

Cinema Paris (& 881 31 19)Die Wütenden 15.00,

20.30; Die Wütenden (OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) 1917 –Der

Film (OmU) 20.00; Das geheime Leben der Bäume

17.20; Judy 14.30

Delphi LUX (& 322 93 10 40) 1917 –Der Film

14.30,17.15, 20.00; Das geheime Leben der Bäume

15.40; Jojo Rabbit (OF) 15.00, 20.50; Parasite

18.00; Sneak Preview (OF) 21.00; Judy 17.30,

20.15; Judy (OmU) 13.30, 17.50; Queen &Slim

(OmU) 15.00, 21.15; Freies Land 13.30, 16.15;

The Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00; Knives Out

(OmU) 20.50; Knives Out (OF) 18.00; Vom Gießen

des Zitronenbaums 13.20,15.40; Einsam zweisam

19.00; Miles Davis: Birth of the Cool (OmU) 21.30;

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao 16.00

Filmkunst 66 (& 882 17 53) The Peanut Butter

Falcon 18.45; Das Vorspiel 17.00, 20.30; Crescendo

#makemusicnotwar 20.15; Motherless Brooklyn

17.30

Kant Kino (& 319 98 66) Knives Out 14.30,

17.30, 20.30; Lindenberg! Mach dein Ding 14.30,

17.30, 20.30; ARainy Day In New York 16.15,

20.45; Der geheime Roman des Monsieur Pick

18.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.45,

17.20, 20.00; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.00; Das Vorspiel16.15, 18.30, 20.50

Zoo Palast (& 01805/22 29 66) Atmos: Bad Boys

for Life 20.00, 23.10; Die Eiskönigin II14.00; 3D,

Atmos: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 16.40;

Die Hochzeit 17.30, 20.20, 23.10; Jumanji –The

Next Level 14.45; Jojo Rabbit (OF) 22.50; Lindenberg!

Mach dein Ding 16.40, 19.45; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15; Jojo Rabbit 17.50,20.30,

23.15; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.30;

Bad Boys for Life17.00; DieHochzeit 14.10;Knives

Out 20.00, 23.05; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.00; Bad Boys for Life 14.45; Jojo Rabbit

(OF) 17.30; Joker 22.50; Knives Out 17.45; Das

perfekte Geheimnis 15.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 20.45

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 11.00; ARainy Day InNew

York 17.45; Einsam zweisam –Deux moi (OmU)

14.15; Lara (DFmenglU) 12.30; Der Leuchtturm –

The Lighthouse (OmU) 21.00; Milchkrieg in Dalsmynni

–Heradid (OmU) 16.15; Das Vorspiel (OmU)

19.15; Why Don‘t You Just Die! –Papa, sdokhni

(OmU) 22.50;

Bunuel im Labyrinthder Schildkröten(OmU) 12.45;

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi,imetoi‘ePetrunija

(OmU) 11.00; Jeannette:Die

Kindheit der Jeanne d‘Arc (OmenglU) 14.15; Land

des Honigs –Medena Zemja: Honeyland (OmenglU)

16.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

21.40; Systemsprenger (DFmenglU) 17.30; Weathering

With You: Das Mädchen, das die Sonne berührte

19.30; Die Eiskönigin II15.15; The Farewell

(OmenglU) 18.50; Der geheime Roman des Monsieur

Pick –Lemystere Henri Pick (OmU) 17.00;

Jam (OmU) 11.00; Joker (OmU) 22.45; Motherless

Brooklyn (OmU) 12.45; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 16.00; Freies Land 22.05;

Das geheime Leben der Bäume 14.00,18.15; Lara

20.10;Alkohol –Der globale Rausch 22.00;Aretha

Franklin: Amazing Grace (OmU) 20.15;Der geheime

Roman des Monsieur Pick –Le mystere Henri Pick

(OmU) 18.15; Der marktgerechte Mensch 16.20;

Systemsprenger 14.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film

14.00, 17.00, 20.00, 23.00; 3Engel für Charlie

14.10, 20.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

17.10; Bad Boys for Life 16.20, 19.40; IMAX: Bad

Boys for Life 13.50, 16.50, 20.00, 23.10; Black

and Blue 22.50; Cats 17.20; Cats (OF) 16.50; Die

Eiskönigin II14.20, 16.45; Das geheime Leben der

Bäume 20.10; The Grudge 23.10; Die Hochzeit

14.30, 17.20, 20.15, 23.15; Hustlers 23.10; Jojo

Rabbit 17.10, 19.50; Joker 22.50; Jumanji –The

Next Level 14.00, 16.50, 19.20, 22.40; Knives

Out 14.20, 16.40, 19.50,22.20; Knives Out (OF)

23.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.20; Lindenberg! Mach dein Ding 16.30, 19.40,

22.40;The Peanut Butter Falcon 14.10; Dasperfekte

Geheimnis 19.20; Queen &Slim 22.45; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.10; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.00, 19.30,

22.45; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.45,

16.40, 19.50, 22.20; Vier zauberhafte Schwestern

13.50;Weathering With You: Das Mädchen, das die

Sonne berührte –Tenki no ko (OmU) 20.00; Die

Wolf-Gäng 14.30,17.00

Zukunft (& 01 76/57 861079) Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OmU) 22.50; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.20; Systemsprenger (OmenglU)

18.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen –Portrait

de la jeune fille en feu (OmU) 18.00; Vom Gießen

des Zitronenbaums –ItMust BeHeaven (OmU)

20.20; Why Don‘t You Just Die! –Papa, sdokhni

(OmU) 22.15

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 0200) 1917 –Der Film

16.45,20.00; Bad Boys for Life 16.50,19.30; Die

Eiskönigin II 13.40, 16.30; Die Hochzeit 14.00,

17.10, 20.10; Jumanji –The Next Level 16.40; KnivesOut

19.40; Lindenberg!Machdein Ding13.30,

19.40; Das perfekte Geheimnis 13.50; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.00; 3D: Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 19.20; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.45; Vier zauberhafte

Schwestern 14.10; Weathering With You: Das Mädchen,

das die Sonne berührte –Tenki no ko (OmU)

20.00; Die Wolf-Gäng 14.15,16.50

Kino Kiste (& 998 7481) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.10; Morgen sind wir frei 14.00;

Rotschühchen und die sieben Zwerge 16.00; Die

schönste Zeit unseres Lebens 18.00

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 41 09) 1917 –Der

Film 17.30,20.00; Bad Boys for Life 14.40, 17.00,

20.00; 3D: Die Eiskönigin II14.15; Die Eiskönigin

II 14.20, 17.15;Die Hochzeit 14.30,17.10, 19.50;

Jumanji –The Next Level 17.20, 19.45; Knives Out

20.15; Latte Igel und der magische Wasserstein

15.00; Lindenberg! Mach dein Ding 16.40, 19.30;

Das perfekte Geheimnis 19.40; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.50; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.15,20.10;Vier zauberhafte

Schwestern 14.45, 17.10; Die Wolf-Gäng 14.30,

17.20

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Jojo Rabbit (OmU)

17.30, 19.00, 22.30; B Knives Out (OmU) 16.00,

21.30

fsk amOranienplatz (& 614 2464) Little Joe –

Glück ist ein Geschäft (OmU) 21.30; Milchkrieg in

Dalsmynni –Heradid (OmU) 17.30; Das Vorspiel

19.30; Die Wütenden (OmU) 17.45, 20.00, 22.15

Moviemento (& 692 4785) Jojo Rabbit (OmU)

10.00, 12.30, 15.00, 17.30, 20.00, 22.45; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.00, 23.15; Jojo

Rabbit (OmU) 20.45; Thomas und seine Freunde:

Große Welt! Große Abenteuer! 14.00; Vom Gießen

des Zitronenbaums – It Must Be Heaven (OmU)

18.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 12.00;

Der kleineRabeSocke3–Suchenach dem verlorenen

Schatz 10.15; Der Leuchtturm–The Lighthouse

(OmU) 21.45; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

(OmU) 16.45, 19.15; Vom Gießen des Zitronenbaums

–ItMust Be Heaven (OmU) 14.30

Sputnik (& 694 1147) Alles außer gewöhnlich

–Hors normes (OmU) 16.00; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 22.00; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

17.45;Weathering With You: Das Mädchen, das die

Sonne berührte –Tenki noko(OmU) 20.00; Einsam

zweisam –Deux moi(OmU)16.00; Little Joe–Glück

ist ein Geschäft (OmU) 20.30; Miles Davis: Birth of

the Cool (OF) 22.15; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao –Avida invisivel de Euridice Gusmao

(OmU) 20.00; Kinobar im Sputnik Schönheit &

Vergänglichkeit 18.00

Yorck (& 78 91 32 40) Das geheime Leben der

Bäume 15.20, 17.40; Parasite 20.00; New Knives

Out 16.40,19.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 95 90) Bad Boys for Life

17.30,20.30; DieEiskönigin II 15.00; Die Hochzeit

15.00, 17.30, 20.15; Knives Out 17.15, 20.15;

Lindenberg! Mach dein Ding 17.00, 20.00; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.45; 3D:

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 20.00;Vier zauberhafte

Schwestern 15.15; Die Wolf-Gäng 14.45,

17.45

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Alkohol –Der

globale Rausch 15.15; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 13.00; Die Eiskönigin II 15.15; Freies

Land 20.15; Knives Out 17.30; Lindenberg! Mach

dein Ding 15.30, 20.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

13.00, 17.30; DasVorspiel 13.00, 18.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) 1917

–Der Film 17.15, 19.50; Bad Boys for Life 14.00,

17.00, 20.00; Die Eiskönigin II 14.00, 16.50; Die

Hochzeit 14.10, 17.05, 20.00; 3D: Jumanji –The

Next Level 19.40; Jumanji –The Next Level 14.10,

17.00; Knives Out 19.45; Lindenberg! Mach dein

Ding 16.35, 19.40; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.15; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 19.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.05, 16.30; Vier zauberhafte Schwestern

14.15; Weathering With You: Das Mädchen, das

die Sonne berührte –Tenki noko(OmU) 20.00; Die

Wolf-Gäng 14.30, 16.55

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Freies Land 20.45; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 17.00; Milchkrieg in Dalsmynni –Heradid

(OmU) 19.00; BunuelimLabyrinth derSchildkröten

21.30; Der marktgerechte Mensch (OmU) 18.00;

DieWache –Auposte! (OmU) 20.00

Babylon (& 242 5969) Fellini 100!: Die bittere

Liebe: Der weiße Scheich –Losceico blanco

(OmenglU) 21.45; Fellini100!:Fellinis 81/2 –Otto

emezzo (OmenglU)19.30; Fellini 100!: Fellinis Casanova

(OmenglU) 22.15; Fellini 100!: Fellinis La

Strada –Das Lied der Straße(OmenglU) 19.45; Fellini

100!: Fellinis Stadt der Frauen –La citta delle

donne (OmenglU) 17.00; Fellini 100!: Ginger und

Fred –Ginger eFred (OmenglU) 17.00; Cinebrasil

–Brasilianisches Filmfestival: Tungstenio –Wolfram

(OmenglU; m. Gast u.Gespräch) 20.00

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Fritzi

– Eine Wendewundergeschichte 15.30; Queen

&Slim (OmU) 17.15, 20.00; Thomas und seine

Freunde: Große Welt! Große Abenteuer! 13.45;

Yung (OmenglU) 22.45; Almanya – Willkommen

in Deutschland 10.00; Joker (OmU) 21.15; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 16.30; Queen

&Slim (OmU) 14.00; Vom Gießen des Zitronenbaums

–ItMust BeHeaven (OmU) 12.00,19.00

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) 1917 –Der

Film 16.30, 19.50; 1917 –Der Film (OF) 11.00,

13.50, 17.10, 19.30, 22.50; 3Engel für Charlie

–Charlie‘s Angels (OF) 23.15; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.10; Bad Boys for Life 11.15,

14.15,16.40, 20.10, 23.15; Bad Boys for Life (OF)

19.40, 22.40; Cats (OF) 11.30; Die Eiskönigin II

12.00, 17.15; Die Hochzeit 11.30, 14.20, 17.20,

20.10,23.10; Joker 22.20; 3D: Jumanji –The Next

Level 18.00; Jumanji –The Next Level 13.20; Knives

Out 20.10, 22.40; Knives Out (OF) 17.00;

Latte Igel und der magische Wasserstein 11.10;

Lindenberg! Mach dein Ding 19.30; Das perfekte

Geheimnis 15.10; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 14.30; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 11.45, 22.45; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 16.15; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

–StarWars: The Rise ofSkywalker (OF) 21.00;

Vier zauberhafte Schwestern 11.10, 13.45; Weathering

With You: Das Mädchen, das die Sonne berührte

–Tenki noko(OmU) 20.00; Die Wolf-Gäng

11.15,13.50,16.30

Hackesche Höfe (& 283 4603) 1917 –Der Film

(OmU) 16.30, 19.00, 21.30; Miles Davis: Birth of

the Cool (OmU) 14.00; The Farewell (OmU) 16.45;

Judy (OmU) 19.30; Lindenberg! Mach dein Ding

14.00, 21.30; Jojo Rabbit (OmU) 17.15, 19.30,

21.45; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 14.30;Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.30; Die Wütenden

(OmU) 17.00, 19.15, 21.30; Little Joe –Glück

ist ein Geschäft (OmU) 14.45, 21.30; Das Vorspiel

(teilw.OmU) 17.00, 19.15

International (& 24 75 60 11) Lindenberg! Mach

dein Ding 14.30

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Aus dem Fernseharchiv:

Das Ende der Beherrschung 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

1917 –Der Film 16.50, 19.45, 23.00; 1917 –

Der Film (OF) 19.55; Aman Reis Duymasin (OmU)

22.50;BabaParasi(OmU) 19.55, 22.45; Bad Boys

forLife 17.00, 20.00, 23.00; Bad Boys for Life (OF)

22.30; Cep Herkülü: Naim Süleymanoglu –Pocket

Hercules (OmU) 14.00; Die Eiskönigin II 14.15,

17.15; Die Hochzeit 14.15, 17.05, 19.30, 22.40;

Jumanji –The Next Level 14.00, 17.00; Knives Out

19.30; Lindenberg! Mach dein Ding 22.45; Mucize

Ask (OmU) 22.50; Rafadan Tayfa 2(OmU) 14.10,

17.15; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.15; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.00,

16.30,19.45; Türkler Geliyor (OmU) 16.15, 19.30,

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 14.45; Weathering

With You: Das Mädchen, das die Sonne berührte

–Tenki no ko (OmU) 20.00; Die Wolf-Gäng

14.00,16.50

IL KINO (& 91 70 29 19) The Farewell (OmenglU)

17.40; The Farewell (OmU) 10.30; Land des Honigs

(OmU) 16.00; Milchkrieg inDalsmynni (OmU)

14.20; Parasite (OmenglU) 21.30; Die Wütenden

(OmU) 12.20,19.30

Neues Off (& 62 70 95 50) Queen &Slim (OmU)

16.30,19.30, 22.30

Passage (& 68 23 70 18) 1917 –Der Film (OmU)

15.00,17.45,20.30; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 15.00; Joker (OmU) 17.30, 20.00; Lindenberg!

Mach dein Ding 15.20, 18.10, 21.00; Judy

(OmU) 16.00, 18.30; Motherless Brooklyn (OmU)

21.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Parasite –Gisaengchung

(OmenglU) 17.30, 20.30; Jojo Rabbit (OF) 16.30,

19.00,21.30; 1917 –Der Film –1917 (OF) 17.00,

19.45,22.30; DieWütenden (OmU) 17.00,19.30,

22.00; The Farewell (OmenglU) 16.30; Knives Out

(OF) 18.50; Queen &Slim (OF) 21.40

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

1917 –Der Film 16.55, 19.45; Bad Boys for Life

14.25, 17.20, 20.10; Die Eiskönigin II 14.40; Die

Hochzeit 14.05, 16.45, 19.50; Jumanji –The Next

Level 17.10; Knives Out 19.40; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 17.15, 20.15; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 14.00; Vier zauberhafte

Schwestern 14.30; Weathering With You: Das Mädchen,

das die Sonne berührte (OmU) 20.00; Die

Wolf-Gäng 15.00, 17.00


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 25

· ·

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Tagestipp

KALENDER

Mehrheit einfach. EinOstler sei man

überall auf der Welt, ein Westler aber

man nur im Osten. Es sei gar nicht

einfach gewesen, Texte zu finden, in

denen ein paar Ressentiments über

Westler vermittelt werden.Über Ostlergebe

es jede Menge.

Letztlich ist das der Mechanismus,

mit dem Minderheiten kulturell

diskriminiert werden: Dass die

Mehrheit sich selbst nicht wahrnimmt.

Jetzt eilt also in Form einer

Revue mit viel Live-Musik und noch

mehr Playback Hilfe herbei. Das

Ganze soll als Schlagerbattle unter

Verwendung voneingängigen Melodien

und präzisen Texten kulminieren:

„Wärst du doch in Düsseldorf

geblieben“ von Dorthe Kollo klingt

dann zusammen mit „Ich bin ein arbeitsscheuer

Ostler/und das ist mir

nicht peinlich“ von Fluchtweg. Austragungsort

dieser identitätsstiftenden

integrativen Selbstfindung von

zwei nicht zusammenwachsen wollenden

Brüdern ist das Deutsche

Theater? Mögen dabei auch nationale

Mythen in Fetzen gehen!

Natürlich sind das Spiel mit, das

Aufbrechen vonund dasNachdenken

über Ressentiments ohnehin Aufgabe

THEATER

Hasta la Westler,Baby! 24.1.Prem.,25.,

28.1.; 9., 24., 29.2., DeutschesTheater

(Kammerspiele),Tel.: 28441225

Kuttners Sprechfunk Videostream, mittwochsliveab21Uhr

auf radioeins.de. Danach

alsPodcast.

The Situation,25.1., 19.30Uhr,Gorki

Der Russe ist einer,der Birken liebt.

26.1., 18Uhr,Gorki, Karten: 20221115

ARNO DECLAIR

desTheaters.Das Gorkihat es sich mit

Beginn der Shermin-Langhoff-Amtszeit

auf die Fahnen geschrieben. Bis

heute läuft„Der Russe ist einer,der Birken

liebt“, ein Abend über die kulturelle

Kraft und die seelische Zerstörungswut

nationaler Klischees,die bis

hinein in intimste Herzensangelegenheiten

ihr Unwesen treiben.

Das einzige, was als Gegengift

hilft, ist −keine neue Erkenntnis −

die Begegnung von Menschen mit

konkreten Biografien. Eine Aufstellung

von Geschichten, der Tausch

von Perspektiven, die Identifikation:

alles Theateraufgaben. Wie das gehen

kann, zeigt der Gorki-Abend

„The Situation“, der aufder Linie eines

der brennendsten Konflikte

tanzt −das Stück spielt in Neukölln,

wo sich bei einem Deutschkurs

Leute treffen, die sich im Nahen Osten

als Feinde gegenüberstehen. Das

Ganze kommt nicht nur auf fiktiver

Figurenebene zum Tragen, sondern

erhält eine heilsame Brisanz dadurch,

dass die Schauspielerinnen

und Schauspieler selbst aus Syrien,

Palästina und Israel kommen und

sich auf der Bühne mit ihren Sprachen

undErzählungen treffen.

ArtistTalk

Biskys

„Pompa“ in

St. Matthäus

Eine Prozession (lateinisch:

pompa) stand für den Maler

und einstigen Baselitz-

Schüler Norbert Bisky, 49, bis

zum Herbst vergangenen Jahres

nicht auf der To-do-Liste.

Dasänderte sich durch das 30.

Mauerfall-Jubiläum. Und so

wurde die hölzerne Decke der

evangelischen St.-Matthäus-

Kirche am Kulturforum –einst

erbaut vom Schinkel-Schüler

August Stüler – zur riesigen

Schaufläche für die Bilderzählungen

und Statements des

Berliners. Erwar 19 und NVA-

Soldat, als der Mauerfall die

Nachkriegsära beendete, der

Kalte Krieg Geschichte wurde.

Was sich damals alles veränderte,

wie das unsere Gegenwartbestimmt

und warum der

Maler die Welt „aus den Fugen“

erlebt, darüber spricht

die Kunstkritikerin der Berliner

Zeitung Ingeborg Ruthe

mit NorbertBisky.

Susanne Lenz

Künstler-Gespräch mitNorbertBisky,

19Uhr,inder Kirche St.Matthäus,

Kulturforum.

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Passun Azhand, Marcel

Mann, Der Wolli, Sebastian Krämer,Mod.: Ingmar

Stadelmann)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Katharina Hoffmann

(Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Stammtisch (Weserstr. 159/160)

20.00: Showtime (Showtime Kollektiv)

Wintergarten Varieté (& 58 84 33)

20.00: Zauber Zauber –Nichts ist, wie es scheint

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Voll auf die12! (Witz vomOlli)

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.00: Burnthe Club 3.31 (Inbal Lori &Paula

Galimberti)

KLASSIK

Hochschule für MusikHanns Eisler

(& 203 09 21 01) 19.00 Studiosaal: Vortragsabend

Gesangklassen Prof. Uta Priew, Prof.Britta Schwarz

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

18.30 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Ltg.Iván

Fischer,Mittendrin, Richard Strauss: „Also sprach

Zarathustra“, Sinfonische Dichtungnach Friedrich

Nietzsche op. 30

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Kirill Petrenko,

GustavMahler:Symphonie Nr.6

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Artemis Quartett, Joseph Haydn: Streichquartett

C-Dur op. 20 Nr.2;Jörg Widmann: Studie

über BeethovenII, 7. Streichquartett; Ludwig van

Beethoven: Streichquartett Nr.13B-Dur op. 130 mit

Großer Fugeop. 133

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: Studierendeder Barenboim-Said Akademie

stellen sich vor, AkademiekonzertIII

KINDER

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

theater strahl (& 69 59 92 22)

11.00, 18.00: Cantouch this, Tanzstück (ab 12 J.)

Varia Vineta (& 43 72 32 44)

16.00: Der gestiefelte Kater (ab 3J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Backfabrik (& 44 03 16 11)

20.00 Clinker Lounge: Mein Leben in drei Kisten,

Anne Weiss

Buchhändlerkeller (& 55 14 93 58)

20.30: Kein Teil der Welt. Roman, Stefanie de Velasco

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: The NoSleep Podcast, mit David Cummings,

Jessica McEvoy, David Ault, und Erika Sanderson

Helene-Nathan-Bibliothek (& 902 39 43 42)

18.00: Martina Klein „Nie so sein“und Michael

Wildenhain „Das schöne Leben und der schnelle

Tod“, Doppel-Lesung

Italienisches Kulturinstitut (& 26 99 41 -0)

19.00: Blickwendungen. Architektenreisen nach

Italien in Moderneund Gegenwart, Buchvorstellung

mit den HerausgebernKai Kappel und Erik Wegerhoff

Einführung und Moderation: Tanja Michalsky

Kulturbrauerei/Kesselhaus (& 44 31 51 00)

20.00: Aufein Bier –Weltherrschaftstour2020, Live

Podcast

Literaturhaus Berlin (& 887 28 60)

19.30: Der Verrückte vomFreiheitsplatz, vonHassan

Blasim; mit Ghayath Almadhoun und RamyAl-Asheq,

Reihe: My favorite kitab

Prachtwerk Berlin (Ganghoferstr.2)

20.00: Feuer &Brot –LivePodcast, Alice und Maxi

Schmargendorfer Buchhandlung (& 82 30 97 77)

20.00: Einigeaber doch, Sabine Friedrich,Lesung

und Wein

Werketagee.V.(Saarbrücker Str.24)

20.00: DEO Lesebühne Prenzlauer Berg,Kirsten

Fuchs, Franziska Hauser,Barbara Weitzel, Susanne

Schirdewahn und Gäste

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: Fuasi Abdul Khaliq’sJourneytothe Source

Acud Macht Neu (& 98 35 26 13)

21.00Club: GiveGuitars To People –The Look of Silence,

Duo Sean Derrick Cooper-Marquardt, JD Zazie

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)

17.30: Persistence Tour:Gorilla Biscuits, Agnostic

Front, Street Dogs, H2O,Billy Bio, Wisdom in Chains,

Cutthroat LA, This means War

Aufsturz (& 28 04 74 07)

20.00: 20 Jahre Klima Kalima feat. Oliver Potratz (b),

Oliver Steidle (dr)

b-flat (& 283 31 23)

21.00: David Tixier Trio

Ballhaus Berlin (& 282 75 75)

19.30: Lion O. King,AKing amongstKings

Bi Nuu (& 69 56 68 40)

20.00: Michael Malarkey,support: Micah Erenberg

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

20.00: Kaizaa +Support

Donau115 (Donaustr.115)

20.30: Mathias Ruppnig,Donau Conversations

Duncker (& 445 95 09)

21.00: Well Known Pix

Eschschloraque Rümschrümp (Rosenthaler Str.39)

22.00: Jochen Arbeit, Paul Beauchamp, Fabrizio

Modonese Palumbo, Soundscapes Vol. 6

Haus der Sinne (& 44 04 91 55)

20.00: Pampatutti &The Sandsacks

Jazz-Institut Berlin (& 31 85 13 55)

19.00 Georg-Neumann-Saal: The Beginning –Erstsemester-Studierende

stellen Eigenkompositionen und

Arrangements vor

Kleine Weltlaterne (& 892 65 85)

20.30: Acki Hoffmann &Friends

Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt

(& 81 70 47 26)13.00: Gesangstudierende der

Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, Anita Keller

und Claarter Horst (Klavier), Klassik um Eins

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

19.30: Songslam Kreuzberg

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

21.00: Orania.Soul: LeonaBerlin

Panda (& 44 31 95 57)

20.00: Syriab Band

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Shovels &Rope

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17)

20.00: QuenaTapia &Friends, Mi Peña es Tu Peña

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: Midlife

Rotbart (Böhmische Str.43)

20.00: Mynolia, Thursdays LiveinRixdorf

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Maja &Mathei’sBand (Foyl Aka)

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: Abdomen +The Vices

Urban Spree (Revaler Str.99)

20.00: BobbyRausch, Soap

Wild At Heart (& 611 70 10)

22.00: Minipax +Mainlined

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: Daniel Karlsson Trio

Zimmer 16 (& 48 09 68 00)

20.00: Illute

KINO

Wolf (& 921 03 93 33) The Farewell (OmenglU)

16.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU)

18.40; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao(OmU)18.20;Die

Tigerentenbande –Der Film 16.40; VomGießen des

Zitronenbaums –ItMust BeHeaven (OmU) 21.10;

DieWütenden (OmU) 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98) Lindenberg!

Mach dein Ding 17.40, 20.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.20; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.45, 17.20; Knives Out

20.00

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) 1917 –Der

Film 15.20, 18.00; 1917 –Der Film (OmU) 20.45;

Das geheime Leben der Bäume 17.40; Parasite

20.00; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

15.30; Freies Land 15.30; Jojo Rabbit (OmU)

18.20,21.00; Lindenberg! Mach dein Ding 17.30;

Die Wütenden 15.00, 20.30; Knives Out 14.50,

20.30; Knives Out (OmU) 17.40

Kino&Bar in der Königstadt (& 01 63/262 72 80)

Festival politischer Film: Hotel Auschwitz 20.00

Kino inder Kulturbrauerei (& 04 51/703 0200)

1917 – Der Film (OmU) 14.00, 16.30, 19.30,

22.45; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.45;

Freies Land 21.30; Das geheime Leben der Bäume

17.00; Jojo Rabbit (OmU) 23.00; Jojo Rabbit

(OF) 14.45, 17.30, 20.15; Judy 17.45; Der kleine

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

14.00; Knives Out 19.40; Lindenberg! 14.15,

16.00, 19.30; Little Joe 15.00; Milchkrieg inDalsmynni

14.30; The Peanut Butter Falcon (OmU)

22.40; Queen &Slim (OmU) 22.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers (OmU) 20.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers (OF) 22.30; Vier zauberhafte

Schwestern 14.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

17.20; Das Vorspiel 19.00; Weathering With You:

Das Mädchen, das die Sonne berührte (OmU)

19.30; DieWolf-Gäng 14.00,17.00; Die Wütenden

19.50; Die Wütenden (OmU) 22.30

Krokodil (& 44 04 92 98) Gott existiert, ihr Name

ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ePetrunija

(OmU) 21.00; Land des Honigs –Medena Zemja:

Honeyland (OmU) 18.00; Swimmingpool am Golan

–Eine deutsche Familiengeschichte (teilw.OmU)

19.30

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) The Farewell

(OmU) 18.00; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(OmU) 19.45

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) 1917

–Der Film 14.20, 17.05, 19.45, 22.35; 3Engel für

Charlie 16.50; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

19.50; Bad Boys for Life 14.25, 17.00, 19.45,

22.45; Cats (OF) 20.00; Die Eiskönigin II 14.30,

17.10; Das geheime Leben der Bäume 17.10; The

Grudge 22.40; Die Hochzeit 14.15, 17.00, 19.50,

22.45; Joker 22.35; 3D: Jumanji –The Next Level

17.00; Jumanji –The Next Level 14.15; Knives Out

19.50, 22.45; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.45; Lindenberg! Mach dein Ding 16.40,

19.40; Queen &Slim 22.40; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.20; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.45, 22.30; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 14.15, 19.40; Underwater –

Es ist erwacht 22.40; Vier zauberhafte Schwestern

14.35; Weathering With You: Das Mädchen, das die

Sonne berührte –Tenki no ko (OmU) 20.00; Die

Wolf-Gäng 14.40, 17.20

Zeiss-Großplanetarium (& 42 18 45 12) Nur die

Füße tun mir leid–900 Kilometer Jakobsweg17.30;

Pettersson und Findus: Findus zieht um10.00; PJ

Harvey –ADog Called Money (OmU) 19.30

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) 1917 –Der

Film 16.40, 19.55, 23.00; AlsHitler dasrosaKaninchen

stahl 13.30; Bad Boys for Life 14.15, 16.55,

20.00, 23.05; Die Eiskönigin II 14.05, 16.55; The

Grudge 23.10; Die Hochzeit 14.05, 17.00, 20.10,

23.05; Jojo Rabbit 14.00,16.45, 20.00, 23.00;Joker

22.45; Jumanji –The Next Level 13.55, 17.20,

23.00; Knives Out 16.15, 19.40; Lindenberg!

Mach dein Ding 19.30; Das perfekte Geheimnis

20.15; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

14.00; 3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers

19.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 16.45,

22.45; Underwater –Esist erwacht23.15; Vier zauberhafte

Schwestern 13.45; Weathering With You:

DasMädchen,das die Sonne berührte –Tenki no ko

(OmU) 20.00; Die Wolf-Gäng 14.40, 17.15

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Freies Land 14.35; Das perfekte Geheimnis 17.30,

20.15

Cosima (& 85 07 58 02) Alles außer gewöhnlich

18.00; Das perfekte Geheimnis 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Jojo Rabbit (OmU) 15.00,

20.30; Knives Out (OmU) 17.30

Xenon (& 78 00 15 30) Crescendo #makemusicnotwar

(OmU) 17.45; Judy (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) 1917

– Der Film 16.50, 20.10, 23.00; Bad Boys for

Life 16.55, 19.55, 23.00; Die Eiskönigin II10.00,

12.20, 14.50; Das geheime Leben der Bäume

17.00; Die Hochzeit 14.00, 17.20, 20.00, 22.55;

Jumanji –The NextLevel12.10, 20.10; Lindenberg!

Mach dein Ding 23.00; Spione Undercover: Eine

wilde Verwandlung 10.00, 12.15, 14.30; StarWars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.55, 19.40, 23.00; Vier

zauberhafte Schwestern 10.00, 12.00, 14.40; Die

Wolf-Gäng 10.00, 12.15, 14.25

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81) Alles

außer gewöhnlich 13.45; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 16.00, 20.15; Der geheime Roman des

Monsieur Pick 18.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 14.00, 17.00,20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

1917 –Der Film 17.00, 19.45, 22.50; Bad Boys

for Life 17.00,20.00, 23.00; Bad Boys for Life(OF)

23.00; Die Hochzeit 13.15, 17.00, 19.55, 23.00;

Jumanji –The Next Level14.05;Der kleine Rabe Socke

3–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.15;

KnivesOut 14.00,16.50,23.00;LatteIgelund der

magische Wasserstein 10.00, 12.15; Lindenberg!

Mach dein Ding 19.55; Spione Undercover: Eine

wilde Verwandlung 12.00; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 10.00, 16.10; Vier zauberhafteSchwestern

10.00, 11.45, 14.30; Weathering With You:

Das Mädchen, das die Sonne berührte –Tenki no

ko (OmU) 20.00

Thalia Movie Magic (& 774 3440) Bad Boys for

Life 17.45, 20.30; Die Eiskönigin II 15.30; Die

Hochzeit 15.45, 18.00, 20.30; Knives Out 20.30;

Lindenberg! Mach dein Ding 20.30; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 18.00; Vier zauberhafte

Schwestern 15.30; Die Wolf-Gäng 15.45,

18.15

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Kenji Mizoguchi: Die

Flammen meiner Liebe – Waga koi wa moenu

(OmenglU) 21.00; Kenji Mizoguchi: Die Liebe der

Schauspielerin Sumako – Joyu Sumako No Koi

(OmenglU) 19.00; Federico &Marcello: Ginger und

Fred –Ginger eFred (Omdt+frzU) 20.00

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 806969)

1917 – Der Film 13.30, 14.00, 16.40, 19.40,

19.45, 23.00; 7500 –Der Film 23.00; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 17.00, 19.45;

Bad Boys for Life 13.00, 16.30, 17.00, 19.15,

19.20, 22.45, 23.00; Die Eiskönigin II 13.15,

14.00, 17.00; Das geheime Leben der Bäume

19.10; The Grudge 22.45; Die Hochzeit 14.00,

17.00, 20.15, 22.45; Jojo Rabbit 13.20, 16.30,

17.15, 19.30, 20.10, 22.30; Joker 20.00; Judy

16.00; Jumanji –The Next Level 12.30, 17.00,

20.30, 22.15, 23.00; Knives Out 16.20, 20.10,

22.35, 23.00; Lindenberg! Mach dein Ding 13.30,

16.30, 19.30; Parasite 16.00, 19.45; Das perfekte

Geheimnis 16.40, 19.40; Queen &Slim 23.00;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 14.15;

3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 13.45,

17.00, 20.30, 22.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

13.00, 15.45, 16.30, 19.40, 22.40; Vier

zauberhafte Schwestern 14.00; Weathering With

You: Das Mädchen, das die Sonne berührte –Tenki

no ko (OmU) 20.00; DieWolf-Gäng 14.10, 16.30

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Jam (OmU)

17.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(OmU)21.15;Why Don‘t YouJust Die! –Papa, sdokhni

(OmU) 19.30

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Bad Boys for Life 17.15,

20.00, 22.30; Die Eiskönigin II 14.30; Das geheime

Leben der Bäume 16.00, 18.00, 20.15, 22.30;

Die Hochzeit 15.00, 17.30, 20.00, 22.30; Jumanji

–The Next Level 18.00; Lindenberg! Mach dein

Ding 17.00, 20.15; Pettersson und Findus: Findus

zieht um 10.00; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung14.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

20.30; Vier zauberhafte Schwestern14.00; Die

Wolf-Gäng 14.00, 16.00

Casablanca (& 677 57 52) Knives Out 20.30;

Pavarotti 18.15

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 0200)

1917 –Der Film 14.10, 17.00, 20.15, 22.40; 3

Engel für Charlie 22.45; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.30; Bad Boys for Life 14.15, 17.15,

20.10, 22.45; Die Eiskönigin II 14.30, 16.50; The

Grudge 20.15, 23.00; Die Hochzeit 14.20, 17.15,

20.00,23.00; Joker22.45; Jumanji –The Next Level

14.00, 17.15, 23.00; Knives Out 16.50, 19.50,

22.50; Lindenberg! Mach dein Ding 19.30; Das

perfekte Geheimnis 19.45; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.20; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.55; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 19.30; Underwater – Es ist erwacht

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 14.15, 17.15;

WeatheringWithYou: Das Mädchen, das die Sonne

berührte –Tenki no ko (OmU) 20.00; Die Wolf-Gäng

14.40, 17.00

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 0311) 1917 –

Der Film 17.00, 19.40, 22.40; Baba Parasi (OmU)

22.45; Bad Boys for Life 17.00, 20.00, 23.00; Die

Eiskönigin II 14.15; Die Hochzeit 14.15, 16.45,

20.00, 23.00; Jumanji 14.00, 16.40, 19.50; Spione

Undercover 14.15; Star Wars: DerAufstieg Skywalkers

16.45, 22.45;Türkler Geliyor (OmU) 20.00,

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 15.00; Weathering

With You: Das Mädchen, das die Sonne berührte

(OmU) 20.00; Die Wolf-Gäng 14.15, 17.20

City Kino Wedding (& 01 77/270 19 76) Miles

Davis: Birth of the Cool (OmU) 19.00; Motherless

Brooklyn (OmU; mit Vorfilm) 21.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 471 4001) Ukrainischer Kinoclub:

Delta –Deltja (OmU) 20.00; Jeannette: Die

Kindheit der Jeanne d‘Arc –Jeanne: L‘enfance de

Jeanne d‘Arc (OmU) 18.00

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Die Eiskönigin II

12.30; Jakob der Lügner 18.00; Joker21.00; Nackt

unter Wölfen 15.00; Lindenberg! Mach dein Ding

11.30,14.15,17.00,19.45

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Als Hitler das

rosaKaninchen stahl 18.00; Parasite 20.30; Porträt

einer jungen Frau in Flammen 15.30

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Crescendo #makemusicnotwar

15.30; Das geheimeLeben derBäume

18.00; Vom Gießen des Zitronenbaums 20.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 4678) Exhibition onScreen: Leonardo:

Die Werke –The Works 20.30; Unheimlich

perfekte Freunde 16.00; Zwingli –Der Reformator

18.00

Capitol (& 831 64 17) Das geheime Leben der

Bäume 15.20; Judy 17.45; Knives Out 20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12) Das

Cabinet des Dr. Caligari (m. Vorfilm u. Einführung)

19.30

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 15.45; Crescendo #makemusicnotwar

16.30; Die Eiskönigin II 13.45;

Freies Land 21.00; Das geheime Leben der Bäume

13.45, 18.45; Jojo Rabbit 16.15, 18.15, 21.15;

Judy 14.00; Lindenberg! Mach dein Ding 16.00,

20.45;Vom Gießen des Zitronenbaums 18.45; Das

Vorspiel 14.15; Das Vorspiel (mit Gast) 18.45; Die

Wütenden 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70)

1917 –Der Film 14.00, 17.00, 20.15; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 13.50; Bad Boys for

Life 13.45, 17.00, 20.00; Die Eiskönigin II14.15,

17.35; Die Hochzeit 14.00, 16.50, 20.10; 3D: Jumanji

–The Next Level 16.45; Jumanji –The Next

Level 20.05; Lindenberg! Mach dein Ding 16.45,

19.40; Sneak Preview 20.00; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.30, 20.00; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 14.15; Vier zauberhafte

Schwestern 14.20; Weathering With You: Das Mädchen,

das die Sonne berührte –Tenki no ko (OmU)

20.00; Die Wolf-Gäng 13.45, 17.10

UMLAND

ALA Falkensee (& 033 22/279 8877) Das geheime

Leben der Bäume 20.00; Knives Out 17.00;

Vier zauberhafte Schwestern 14.30

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) 1917 –

Der Film 17.00, 20.20; Bad Boys for Life 14.45,

17.20, 19.50; Die Eiskönigin II 14.20, 17.00; The

Grudge 20.40; Die Hochzeit 14.30, 17.20, 20.15;

3D: Jumanji –The Next Level 20.15; Jumanji –The

Next Level14.20, 17.20; Knives Out 17.40, 20.10;

Latte Igel und der magische Wasserstein 15.00;

Lindenberg! Mach dein Ding 17.05, 20.00; Das

perfekte Geheimnis 15.00; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.30; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 17.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.20, 19.45; Underwater –Esist erwacht

20.30; Vier zauberhafte Schwestern 14.45,

17.40;Weathering With You: Das Mädchen, das die

Sonne berührte –Tenki noko(OmU) 20.00; Die

Wolf-Gäng 14.40, 17.10

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Bad

Boys for Life 17.45, 20.30; Die Eiskönigin II 15.15;

Die Hochzeit 15.00, 17.45, 20.30; Lindenberg!

Mach dein Ding 17.30, 20.30; Vier zauberhafte

Schwestern 15.15

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 4828)

Bad Boys for Life 18.00, 20.30; Die Eiskönigin II

14.45; Die Hochzeit 15.00, 17.30, 20.00; Lindenberg!

Mach dein Ding 17.00, 19.45; Spatzenkino:

Schneegestöber 10.00, 11.15; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 20.35; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00, 16.00; Weathering With You:

Das Mädchen, das die Sonne berührte 18.00; Die

Wolf-Gäng 14.00, 16.00

Movieland Erkner (& 033 62/36 68)Bad Boys for

Life 17.45, 20.15; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 16.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.00


26 Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020

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Netzwerk

abcdefghi

jklmnopqr

stuvwxyz

GAMING

Der Bote im

Kampf gegen

den Zeitregen

VonOlaf Kieser

Eines Tages erschienen Geisterwesen

in der Welt der Lebenden.

Sie verursachten Explosionen, die

Städte auslöschen konnten. Mit diesen

Geisterwesen, GDs genannt,

kam auch der Zeitregen in die Welt.

Lebewesen, die ihm ausgesetzt sind,

altern rasant. Die Überlebenden

nennen diese Ereignisse den „Gestrandeten

Tod“ und ziehen sich in

unterirdische Bunker zurück. DieInfrastruktur

der Staaten bricht zusammen.

Dasist die Ausgangslage in

„Death Stranding“. Der Plot ist wendungsreich,

hochspannend, berührend

und teils philosophisch.

Nach der Katastrophe werden lebenswichtige

Güter nun von

menschlichen Boten transportiert.

Boten wie Sam Porter Bridges. Sam,

der seine Gestik und Mimik dem

Schauspieler Norman Reedus verdankt,

hat die besondere Gabe, von

den Toten zurückkehren zu können.

Seine Mutter, die Präsidentin der

USA, will das in Trümmer liegende

Land wieder vereinen. Siebittet Sam,

vonder Ostküste bis an die Westküste

zu gehen und möglichst viele Orte an

das sogenannte chirale Netzwerkder

United Cities of America (UCA) anzubinden.

Das ist ein hochentwickeltes

Kommunikationsnetzwerk, das 3D-

Druck ermöglicht.Viele der isoliertlebenden

Menschen stehen den UCA

jedoch skeptisch gegenüber. Umihr

Vertrauen zu gewinnen, erfüllt Sam

Aufträge für sie.

Das Gameplay von „Death Stranding“

ist sehr durchdacht und abwechslungsreich.

Die Fracht muss

klug an Sams Körper befestigt werden,

denn sie beeinflusst seine Balance.Bei

schlechter Verteilung droht

Sam, bei höherem Tempo das Gleichgewicht

zu verlieren und zu stürzen,

was die Fracht beschädigen könnte.

Sam begegnet vielen interessanten

Charakteren, wie der undurchsichtigen

Botin Fragile oder dem geheimnisvollen

Cliff (stark gespielt

von Mads Mikkelsen). Optisch ist

„Death Stranding“ mit seinen fotorealistischen

Landschaften und filmreifen

Zwischensequenzen herausragend.

Atmosphärisch ebenso,

wozu auch der melancholische

Soundtrack mit tollen Songs beiträgt.

„Death Stranding“ ist wie eine

lange, anstrengende Wanderung.

Wiekaum ein anderes Spiel erfüllt es

den Spieler jedoch mit Freude,wenn

eine Lieferung abgegeben und ein

neuer Strang im Netzwerk geknüpft

wurde. „Death Stranding“ ist ein

Meisterwerk.

Genial ist auch der optionale Online-Modus.

Jeder Spieler agiert in

seiner eigenen Spielwelt. Wird eine

Region aber mit dem Netzwerk verbunden,

werden die dort von anderen

Spielern inihren Versionen errichteten

Dinge sichtbar und können

genutzt werden. Von Humor

zeugt das Belohnungssystem mit Likes

als einer Art Währung. Sie werden

für geleistete Dienste vergeben,

Spieler danken so für die Unterstützung

anderer Spieler. Likes erhöhen

Sams Botenstufe, die seine Charakterwertebeeinflusst.

„Death Stranding“, Entwickler:KojimaProductions

Publisher:Sony, PS4.Preis ab 59,99 Euro.

Olaf Kieser

war in „Death Stranding“

als Helfer unterwegs.

Bei www.grover.com kann man kostspielige und hochwertige Unterhaltungselektronik für einen Monat oder länger mieten –z.B.solche Virtual-Reality-Brillen.

„Es geht nicht mehr um Besitz“

Michael Cassau sorgt mit dem Start-up „Grover“ für Furore: Elektroartikel werden dort nur noch verliehen

In der Berliner Start-up-Szene

sorgt eine neue Geschäftsidee

für Furore. Es geht um Miet-

Commerce für Unterhaltungselektronik.

Für kleines Geld können

Konsumenten beim Start-up „Grover“

Produkte aus der Elektronikbranche

mieten, statt zu kaufen. Ein

Gespräch mit Michael Cassau. Er ist

gebürtiger Berliner und Gründer

und Geschäftsführer des jungen Unternehmens.

Herr Cassau, wie sind Sie eigentlich

auf die Idee gekommen, Elektronikprodukte

zu vermieten?

Vor fünf Jahren gab es da ein

Schlüsselerlebnis. Damals musste

ich für wenige Monate von London

nach Berlin umziehen. Für den definierten

Zeitraum gab es nur die

Möglichkeit, Möbel zu kaufen, um

die Wohnung einzurichten. Ich hielt

das für eine ziemlich ineffiziente

Nutzung meines Kapitals.

Inzwischen kann man überall möblierte

Wohnung in Berlin finden.

Damals konnte man Filme, Musik,

Fahrräder und Autos mieten, den

Rest aber nicht. Und soist „Grover“

zu meiner Antwort auf die „Access

over Ownership“-Bewegung geworden,

es geht also um den Zugang und

nicht den Besitz.

Warum ist das Mietmodell die Zukunft

auch im Elektronikbereich?

Kunden legen immer mehr Wert

auf Flexibilität im Zugang zu und im

Umgang mit Produkten. Es geht dabei

nicht mehr um den Besitz, sondernausschließlich

um die nützliche

Dauer:Man nutzt ein Produkt nur so

lange,wie es einem nützlich ist.

Konsumenten sind aber oft unberechenbar.

Der Trend könnte auch

schnell wieder vorbei sein.

Ich gehe davon aus, dass das Geschäftsmodell

sich durch die zunehmende

Zeitknappheit verstärken

wird. Bedarfsorientierte, kurzfristige

Konsumentscheidungen werden zur

Norm werden.

Werzahlt, wenn etwas kaputt geht?

Wir bieten einen Service, der

übernimmt 90 Prozent der Reparaturkosten

bei Unfallschäden wie

Displaybruch, Wasserschäden und

ZUR PERSON

Michael Cassau (34) hat im Investmentbanking bei Goldman Sachs in London angefangen.

Von2014 bis 2015 war er bei Rocket Internet für die internationale Verbreitung verantwortlich.

Der Gründer von„Grover“ fungiertzurzeit auch als dessen Geschäftsführer.

Das Start-up „Grover“ hat mehr als 100 Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen. Große Kooperationen

gibt es seit 2017, es ging mit MediaMarkt los, 2018 kam dann Saturndazu.

technischen Defekten. Bei Hersteller-

oder Softwarefehlern trägt der

Kunde keine Kosten. BeiVerlust oder

Diebstahl trägt der Kunde die Kosten

– oder es greift die private Haftpflichtversicherung.

In der Textil-Industrie ist das Phänomen

der kurzzeitigen Begeisterung zu

beobachten. Das führt zur Wegwerf-

Gesellschaft ...

Auch deshalb ist das Mietmodell

zukunftsweisend. Es ist ressourcensparender

als der konventionelle

Konsum. Die Vermietung von Produkten

–imFall von „Grover“ eben

Unterhaltungselektronik –anmehrere

Nutzer über ihren gesamten Lebenszyklus

hinweg ermöglicht es,jedes

Gerät so lange wie möglich zu

Digitale Gesundheit

nutzen. Das reduziert auch die

Menge des Abfalls. Bei „Grover“ reduzieren

wir somit Elektroschrott.

Allein im vergangenen Jahr haben

wir fast 100 000 Geräte rezirkuliert.

Wie haben Sie die Menschen von IhrerGeschäftsidee

überzeugt?

Der Start imGründungsjahr 2015

war von den üblichen Start-up-Hürden

geprägt. Damals haben wir die

Bestellungen noch direkt aus unserem

Büro versendet. Investoren zu

überzeugen.war nicht einfach.

Wann hat sich das geändert?

Mitder Erweiterung unseres Produktangebots

– beispielsweise um

das neue iPhone damals –nahm die

Zahl der Bestellungen zu. Danach

hat sich unser Geschäftsmodell

schnell bewährt.

Warum ist Berlin der richtige Standortfür

ein Start-up wie Grover?

Weil ich in Berlin aufgewachsen

bin, in Charlottenburggenau.

Undwarum noch?

DieStandortkosten sind noch bezahlbar,

esherrscht ein solides Umfeld

für Finanzierung mit einem guten

Netzwerkfür Gründer.

WaspassiertinZukunft?

Wir wollen der Öffentlichkeit die

besten und technisch fortschrittlichsten

E-Mikrofahrzeuge zur flexiblen

Monatsmiete bereitstellen.

DieFragen stellte Jörg Hunke

Parallel zur Grünen Woche haben wir Apps zusammengestellt, die bei einer besseren Ernährung helfen

Die GrüneWoche hat ihrePforten

noch bis Sonntag, den 26. Januar,

geöffnet. Bis dahin kann man

auf der Messe die besten Tipps zur

richtigen Ernährung sammeln. Wer

keine Zeit für einen Messe-Besuch

hat, kann in App-Stores suchen. Hier

sind unsereTipps:

Daily Dozen. Dies ist keine Diät-App,

sondern eine von Michael Greger

entwickelte Liste mit zwölf verschiedenen

Arten von Lebensmitteln, die

jeder zum Wohle seiner Gesundheit

täglich konsumieren sollte. Ergänzend

dazu kann man sein Buch

„How not to die“ lesen, in dem er erklärt,

wie man die heutigen Zivilisationskrankheiten

durch seine Ernährung

bekämpfen kann. Weresliebt,

Listen abzuhaken, für den ist dies

wohl die beste App, denn sie hilft

auch noch bei einer gesunden und

vollwertigen Ernährung.

CodeCheck. DieApp informiertüber

die Inhaltsstoffe, die sich in Lebensmitteln

wie Pizza, Joghurtund Kartoffelchips

befinden. Dazu muss der

Nutzer lediglich den Barcode der Lebensmittel

via Smartphone scannen,

und schon liefert die Anwendungen

Informationen über Nährwerte wie

Fett, Zucker und Salz. Auch ob Produkte

vegetarisch, vegan oder laktosefrei

sind, kann die Appmitteilen.

Green Kitchen. Koch-Apps gibt es

sehr viele. Green Kitchen legt aber

den Fokus auf eine gesunde,vegetarische

Ernährung. Sie enthält gut

150 Rezeptideen für Mahlzeiten jeglicher

Art. Über sogenannte In-App-

Käufe hat man Zugriff auf weitere

vegetarische Rezepte. Bei den Zutaten

wird darauf geachtet, dass so

wenig Gluten, Zucker und Milchprodukte

wie möglich zum Einsatz

kommen.

Eat smarter. Mit dieser kostenlosen

App des gleichnamigen Portals haben

User Zugriff auf mehr als 100 000

Rezepte.Indie Kategorien LowCarb,

Superfood, vegetarisch und vegan

eingeteilt finden sich einfache Gerichte

für morgens, mittags und

abends.

GrünZeit. Diese App der Verbraucherzentrale

Schleswig-Holstein

zeigt für mehr als 60 heimische Obstund

Gemüse-Sorten nicht nur an,

wann diese überhaupt Saison haben,

sondernauch, wann sie hierzulande

besonders umweltfreundlich

angebaut werden. Die App nutzt ein

Ampelsystem. Grün heißt zum Beispiel,

dass es sich in dem angezeigten

Monat um ein Freilandprodukt

handelt –mit sehr geringer Klimabelastung.

Rot gekennzeichnet sind

alle Produkte aus beheizten Gewächshäusern.

ADOBESTOCK

Histamin, Fructose und Co.Diese App

richtet sich an alle, bei denen Nahrungsmittelunverträglichkeiten

diagnostiziert

wurden und die sich mit

diesem komplizierten Thema auseinandersetzen

müssen. Siebeinhaltet

eine umfangreiche Datenbank mit

Nahrungsmitteln, Zusatzstoffen und

Medikamenten. Sie hilft bei einer

ausgewogenen Ernährung.

Nährwertcheck. Die Menschen hatten

niemals zuvor in der Geschichte

eine größereAuswahl an Lebensmitteln.

Gleichzeitig nimmt die Zahl ernährungsbedingter

Erkrankungen

(Bluthochdruck, Diabetes oder

Übergewicht) drastisch zu. Die App

ist eine Lebensmitteldatenbank, die

dabei unterstützt, sich wieder natürlich

zu ernähren. Herzstück der App

sind Profile, die dabei helfen, bestimmte

Ernährungsstrategien umzusetzen.

(kk.)

Datenangriff

aus

Saudi-Arabien

Kronprinz soll Handy von

Amazon-Chef gehackt haben

Der mächtige saudi-arabische

Kronprinz Mohammed bin Salman

soll Medienberichten zufolge

hinter einem Hackerangriff auf das

Smartphone von Amazon-Chef Jeff

Bezosstecken. Bezos’ Handy sei 2018

gehackt worden, nachdem dieser

eine verschlüsselte WhatsApp-

Nachricht des Kronprinzen mit einer

mutmaßlichen Schadsoftwareerhalten

habe, berichtete der Guardian

unter Berufung auf eine forensische

Untersuchung. Beide Männer hätten

zuvor einen freundlichen Austausch

über denMessengerdienst gepflegt.

Auch die Washington Post, deren

Eigentümer der Amazon-Chef ist,

berichtete am Dienstag, dass Bezos’

Smartphone gehackt worden sei,

nachdem er eine WhatsApp-Botschaft

von einer Nummer erhalten

habe, die dem saudi-arabischen

Kronprinz gehören soll. Kurz nachdem

die Nachricht verschickt worden

sei, seien

riesige Mengen

Daten von Bezos’

Handy abgeflossen,

meldete

die Zeitung unter

Berufung auf

eine Ermittlung

der Vereinten

AFP

Nationen. Die Jeff Bezos, Opfer

saudi-arabische des Hackerangriffs.

Botschaft in Washington

wies die Vorwürfe zurück.

Der Hackerangriff hatte im Frühjahr

2019 zur Veröffentlichung intimer

Fotos des schwerreichen Amazon-Chefs

geführt. Der National Enquirer

berichtete über eine außereheliche

Affäre von Bezos, kurz

nachdem er und seine Frau ihre

Trennung nach 25 Jahren Ehe verkündet

hatten. Der Milliardär warf

dem Klatschblatt später vor, versucht

zu haben, ihn mit intimen Fotos

zu erpressen.

Der saudi-arabische Journalist

Jamal Khashoggi hatte bis zu seiner

’Ermordung als als Kolumnist für

die Washington Post gearbeitet. Er

hatte wiederholt Kritik an der Königsfamilie

geäußert. Riad hatte

nach dem Mord an Khashoggi erst

nach wochenlangen Dementis unter

internationalem Druck zugegeben,

dass der Regierungskritiker

von saudi-arabischen Agenten getötet

worden war. (AFP)

Glücksspiele im

Internet bald

generell erlaubt

Bundesländer einigen

sich auf Staatsvertrag

I

m Ringen um eine Regulierung

des Online-Glücksspielmarkts haben

sich die Bundesländer nach jahrelangen

Debatten auf einen gemeinsamen

Ansatz geeinigt. Nach

Angaben der schleswig-holsteinischen

Landesregierung vom Mittwoch

verständigten sie sich auf einen

Staatsvertrag, der Onlineangebote

wie Sportwetten, Poker und sogenannte

Automatenspiele ab Juli

2021 bundesweit erlaubt. Eine neue

Aufsichtsbehörde soll die Anbieter

kontrollieren. Wie die Kieler Staatskanzlei

weiter mitteilte, soll die Behörde

laut Staatsvertrag dabei insbesondereauchden

Schutz vonSuchtgefährdeten,

Kindern und Jugendlichen

überwachen. Derzeit sind

Online-Glücksspiele nur in Schleswig-Holstein

erlaubt. Das Land war

2012 unter der damaligen Regierung

aus CDU und FDP aus dem gemeinsamen

Glücksspielstaatsvertrag ausgeschert

und hatte solche Angebote

legalisiert. (AFP)


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 27

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TV-Programm

ARD

5.00 (für HG) Plusminus 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) Tagesschau

9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55 (für HG)

Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister des

Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Sportschau. Biathlon. 20 km

Herren, live 16.05 (für HG) Tagesschau 16.10

(für HG) Verrückt nach Meer 17.00 (für HG)

Tagesschau 17.15 (für HG) Brisant 18.00 (für

HG) Werweiß denn sowas? 18.50 (für HG) In

aller Freundschaft –Die jungen Ärzte 19.45 (für

HG) Wissen voracht 19.50 (für HG) Wetter

19.55 (für HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Nord bei Nordwest:

Dinge des Lebens

Krimireihe, D2020. Mit Hinnerk

Schönemann. Als Lona Vogt zu einem

geheimen Treffen am Hafen geht, wird sie

durch eine Explosion schwer verletzt.

21.45 (für HG) Panorama

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Nuhr im Ersten

Zu Gast: Lisa Eckhart, Wolfgang Trepper

23.30 (für HG) Alfons und Gäste

Zu Gast: Willy Astor,Thomas Reis

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.15 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus! 6.00

Guten Morgen Deutschland 8.30 (für HG) Gute

Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter

uns. Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt.

Daily Soap 10.00 Der Blaulicht Report 11.00

Der Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –Das

RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 16.00 Mensch Papa! Väter

allein zu Haus 17.00 Herz über Kopf. Telenovela

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –

Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das Starmagazin

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Der Lehrer

Lena fällt durch ihre Zerstreutheit auf.

Nach einer durchzechten Nacht im

Musikraum weiß sie nicht einmal mehr,

mit wemsie überhaupt gefeierthat. Sie

hat ein Alkoholproblem, vermutet Stefan.

21.15 (für HG) Sekretärinnen

Sitcom. Der Werbespot

21.45 (für HG) Schwester,Schwester

Krankenhausserie. Hakuna Matata

22.15 Ich bin ein Star –Holt mich hier raus!

23.30 (für HG) Schwester,Schwester

0.00 RTL Nachtjournal

MDR

16.00 (für HG) MDR um 4 17.45 (für HG) MDR

aktuell 18.05 (für HG) Wetter für 3 18.10 (für

HG) Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) MDR

aktuell 19.50 (für HG) Sportskanonen 20.15 (für

HG) Lebensretter 21.00 (für HG) Hauptsache

gesund 21.45 (für HG) MDR aktuell 22.05 (für

HG) artour 22.35 (für HG) Wenn Kinder ihre

Elternpflegen 23.03 MDR aktuell 23.05 (für HG)

Der Schneider der Präsidenten 23.35 (für HG)

Die langeWellehintermKiel. Melodram, D/A

2011 1.03 MDR aktuell

Bayern

12.40 (für HG) Alles Klara 13.30 (für HG)

Polizeiinspektion 1 14.00 (für HG) Mannsbild &

Pfundskerl 14.45 (für HG) Gefragt –Gejagt

15.30 Schnittgut 16.00 (für HG) Rundschau

16.15 (für HG) WirinBayern 17.30 Regionales

18.00 (für HG) Abendschau 18.30 (für HG)

Rundschau 19.00 75 Jahre nach Auschwitz

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) quer 21.00

Kabarett aus Franken 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 Ringlstetter 22.45 (für HG) Das

Institut 23.15 Babylon Berlin 0.40 Startrampe

Vox

5.15 CSI: NY 6.00 Bones 6.55 CSI: Den Tätern

auf der Spur 8.50 Verklag mich doch! 10.50 Vox

Nachrichten 10.55 Mein Kind, dein Kind 12.00

Shopping Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen

14.00 Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping

Queen 16.00 Salonfähig –Wer macht schöner?

17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First

Dates 19.00 Das perfekte Dinner 20.00

Prominent! 20.15 (für HG) Baymax –Riesiges

Robowabohu. Animationsfilm, USA 2014 22.10

(für HG) xXx –Triple X. Actionfilm, USA 2002 0.35

VoxNachrichten 0.55 Medical Detectives

Super RTL

9.40 Thomas &seine Freunde 10.05 PawPatrol

10.35 Sammy 11.05 Die Dschungelhelden

11.30 Grizzy &die Lemminge 11.55 Go Wild!

12.15 Trolls 12.45 Friends 13.10 Sally

Bollywood 13.40 Angelo! 14.05 Die Tomund

JerryShow 14.30 Zak Storm 14.55 Dragons

15.20 Scooby-Doo! 15.45 Alvinnn!!! 16.15

Grizzy &die Lemminge 16.40 Dennis &Fletscher

17.10 Mighty Mops 17.35 Zak Storm 18.05 Die

Tomund JerryShow 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) CSI:

Miami 23.55 30 Rock 0.20 Infomercials

Sport1

5.50 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30 Cajun

Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana 16.30 Storage

Wars –Die Geschäftemacher 17.00 StorageWars

–Die Geschäftemacher 17.30 StorageWars –

Geschäfte in NewYork 18.00 StorageWars –Geschäfte

in NewYork 18.30 Inside United Volleys

–Profisportzwischen Traum und Wahnsinn. Der

Druck nimmt zu, #3 19.00 Volleyball. Bundesliga

der Männer:Berlin Recycling Volleys –HypoTirol

AlpenVolleys Haching,live 21.00 SportQuiz 0.00

SportClips 0.45 Teleshopping Nacht

ZDF

5.00 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoStuttgart 19.00 (für HG)

heute 19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG)

Notruf Hafenkante. Kopfjagd in Hamburg

20.15 (für HG) Der Bergdoktor: Mutterlügen

Arztreihe, A/D 2020. MitHans Sigl.

Martin hat sich entschieden, seinem

Herzen zu folgen und auf Anne zuzugehen.

Doch dann ruft seine Freundin Franziska

an: Ihr Vater hatte einen Unfall.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Maybrit Illner

Grüne Wirtschaft, rote Zahlen –Klima

gerettet, Jobs weg? Zu Gast: Carla

Reemtsma, Peter Altmaier u. a.

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Eine Achtjährigebringt

wiederholt eingefangene Frösche nach Hause.

Ihre Mutter ist völlig ratlos: Ist das merkwürdige

Verhalten nur ein Mittel zum Zweck, um die ältere

Schwester zu provozieren? 17.30 Klinik am

Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00

AufStreife –Die Spezialisten 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Ein Chef zum Verlieben

Liebeskomödie, USA 2002. Mit Sandra

Bullock, Hugh Grant. Die sozial engagierte

Juristin Lucy will eigentlich den

Immobilienmakler Georgeunterwandern.

Doch der ist überraschend sympathisch.

22.20 (für HG) Miss Undercover 2

Actionkomödie, USA/AUS 2005. Mit

Sandra Bullock,Enrique Murciano

0.35 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Asche und Staub

1.25 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Das Gesetz der Diebe

WDR

13.05 (für HG) Elefant, Tiger&Co. 13.55 (für

HG) Hogräfer packt’san14.25 (für HG) Um

Himmels Willen 16.00 (für HG) WDR aktuell

16.15 Hier und heute 18.00 (für HG) WDR

aktuell /Lokalzeit 18.15 (für HG) Servicezeit

18.45 (für HG) Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Tatort: Im gelobten Land. Krimireihe,D

2015 21.45 (für HG) WDR aktuell 22.10 (für

HG) Frau tv 22.40 Menschen hautnah 23.25 (für

HG) „Alles verändertsich, wenn du es veränderst“

–Die langeFrau tv-Nacht 3.15 Erlebnisreisen

NDR

13.10 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG)

die nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

16.00 (für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Typisch!

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Bermuda

21.00 (für HG) Das Herz vonHawaii 21.45 (für

HG) NDR Info 22.00 (für HG) Verliebt auf Island.

Drama, D2019 23.30 (für HG) Wellness für

Paare. Episodenfilm, D2016 1.00 extra 3

Kabel eins

5.35 Abenteuer Leben Spezial 5.55 (für HG)

Castle 6.45 (für HG) The Mentalist 7.40 (für HG)

Navy CIS: L.A. 8.30 Navy CIS 9.25 Blue Bloods

11.10 Numb3rs 12.05 (für HG) Castle 13.00

(für HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist

14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins

news 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben

täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi

kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir kümmern

uns drum 20.15 Rosins Fettkampf –Lecker

schlank mit Frank 22.30 K1 Magazin 23.30

Trucker Babes 1.30 kabel eins late news

RTLZWEI

5.20 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 PrivatdetektiveimEinsatz

7.00 Die Straßencops Süd –Jugend

im Visier 8.00 Frauentausch 10.00

Frauentausch 12.00 Frauentausch 14.00 Die

Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben 15.00

Die Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben

16.00 Hartz und herzlich –Tag für TagBenz-

Baracken 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag

&Nacht 20.15 Extrem sauber –Putzteufel im

Messie-Chaos 21.15 Extrem sauber –Putzteufel

im Messie-Chaos 22.15 Das Messie-Team –Start

in ein neues Leben 0.20 Promis auf Hartz IV

Eurosport 1

7.00 Tennis. Australian Open: Tag4,live 9.00

Matchball Becker 9.15 Tennis. Australian Open:

Tag4,live 11.45 Tennis. Australian Open: Tag4,

live 14.45 Matchball Becker 15.00 Snooker.

European Masters in Dornbirn: 2. Runde, live

18.00 Olympische Jugendspiele 18.35 Biathlon

19.20 Nachrichten 19.40 Snooker 19.55

Snooker.European Masters in Dornbirn: 2.

Runde, live 23.00 Nachrichten 23.20 Tennis

0.00 Tennis 0.40 Game, Schett &Mats 0.55

Tennis. Australian Open: Tag5,live

TV-Tipps

ARTE, 21.05 UHR KRIMISERIE

Tödliche Flucht (1-3/6)

Ein besseres Leben erhofft sich die junge Mutter Abeni Bankole (Aïssa

Maïga), als sie mit ihren beiden Söhnen Isaiah und Oba von Nigeria nach

Europa flieht. In Irland kommen sie in einer notdürftigen Ersteinrichtung für

Geflüchtete am Stadtrand von Dublinunter.Doch acht Jahrespäter ist aus

der provisorischen Unterkunft ihreHeimat geworden. Hier müssen sie sich

mit schimmelnden Wänden und einem fiesen Heimleiter herumschlagen.

Vorallem Isaiah leidet unter den strengen Vorschriften des Heims und der

Angst, jeden Moment abgeschoben werden zu können. Als die junge Nigerianerin

Esme an der Bushaltestelle der Flüchtlingsunterkunft tot aufgefunden

wird, übernimmt die Kommissarin JenRooney den Fall. Isaiah war Esme sehr

nahe,was weiß er über ihren Tod?

(IRL/2018)

Foto: ARTE

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Franzensbad, Karlsbad oder Joachimsthal.

In den Reisen integriert sind

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Kuranwendungen.

Berliner Zeitung Leserreisen

SUDOKU

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

4 3 7

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MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

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9

LESERREISEN

INFORMATIONEN UNTER

030–23 27 66 33

www.berliner-zeitung.de

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LESERREISEN

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM22.1.2020

2020

mittel MITTEL

8 5 9 1 6 7 3 2 4

6 3 4 9 2 5 8 1 7

2 1 7 8 3 4 6 9 5

3 7 5 6 9 2 4 8 1

9 8 6 3 4 1 5 7 2

4 2 1 7 5 8 9 3 6

7 6 2 4 8 3 1 5 9

5 9 8 2 1 6 7 4 3

1 4 3 5 7 9 2 6 8

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 22. 1. 2020

vom 22.1.2020

schwer

SCHWER

©26793686 Dmitry Ersler -Fotolia.com

3 4 6 8 7 9 5 2 1

1 8 5 2 6 3 9 4 7

7 2 9 5 1 4 6 3 8

5 9 1 6 4 8 2 7 3

8 3 2 7 5 1 4 9 6

4 6 7 9 3 2 1 8 5

9 1 3 4 8 6 7 5 2

6 7 4 3 2 5 8 1 9

2 5 8 1 9 7 3 6 4

RBB

5.10 (für HG) Berlin erwacht –Winter 5.30 (für

HG) Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb 7.20 (für HG)

Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30

(für HG) Abendschau 9.00 (für HG) In aller

Freundschaft 10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20

(für HG) Sturmder Liebe 12.10 (für HG)

Hauptstadtrevier 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Tiere bis

unters Dach 14.30 (für HG) Das Traumpaar /Die

rbb Reporter 15.00 Heute im Parlament 16.00

(für HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.05 Panda, Gorilla &

Co. 17.55 (für HG) Sandmännchen 18.02 rbb

UM6 18.27 zibb 19.30 (für HG) Abendschau/

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Abendshow

Satiremagazin. Wasist gerade in der

Hauptstadt los, und welche Ereignisse

bestimmten die vergangenen Tage?Dies

wird unterhaltsam vonIngmar Stadelmann

aufbereitet.

21.00 Das große Kleinkunstfestival 2019

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Polizeiruf 110: Wie ist die

Welt so stille Krimireihe, D2008

23.30 (für HG) Paradies: Hoffnung

Drama, A2013. Mit Melanie Lenz

0.55 (für HG) Abendschau

ProSieben

5.15 Mom. Sitcom. Vergebungskumpels 5.35 The

Middle. Comedyserie 6.15 (für HG) Twoand a

Half Men. Sitcom 7.35 (für HG) The Big Bang

Theory. Sitcom 8.55 (für HG) HowIMet Your

Mother.Sitcom 10.45 Mike&Molly.Sitcom.

Molly verreist 11.10 Fresh Off the Boat. Sitcom.

Brave Jungs 11.40 Last Man Standing.

Comedyserie.Öko-Dämmerung 12.05 2Broke

Girls. Sitcom. Der perfekte Sturm 12.35 Mom.

Sitcom 13.25 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 14.45 The Middle. Comedyserie 15.40

(für HG) The Big Bang Theory. Sitcom 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons.

Zeichentrickserie.Der große Nachrichtenschwindel

/Eslebe die Seekuh! 19.05 Galileo

20.15 Die Besten! Das erste Mal –

die 33 spannendsten Geschichten

mit denen alles begann

Janin Ullmann präsentiert u. a.,warum

Public Viewing in Deutschland erst durch

die Fußball-WM2006 groß wurde.

23.05 Die Besten! Die 22 lustigsten

Momente der letzten 5Jahrzehnte

Rankingshow

1.05 Die Besten! Das erste Mal –

die 33 spannendsten Geschichten

mit denen alles begann

3.25 ProSieben Spätnachrichten

Arte

11.00 (für HG) Naturparadies Seefeld 11.45

Medizin in fernen Ländern 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.05 Stadt Land Kunst 13.45 Die

gefürchtetenVier. Western,USA 1966 15.45

Medizin in fernen Ländern 16.05 Big Pacific

16.50 (für HG) Xenius 17.20 Medizin in fernen

Ländern 17.50 (für HG) Geheimnisvolle

Wildblumen 18.30 (für HG) Traumhaus

Baumhaus 19.20 Arte Journal 19.40 (für HG)

Re: 20.15 Geheimbünde 21.05 Tödliche Flucht

(1-3/6) 23.40 (für HG) Schockwellen 1.40 (für

HG) Zwei Tage,eine Nacht. Drama, B/F/I 2014

3Sat

5.25 Oman 6.15 3satTextVision 6.20 Kulturzeit

7.00 nano 7.30 Alpenpanorama 9.00 (für HG)

ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 (für HG)

Kölner Treff 11.45 Weinviertel –WeitesLand

12.30 Eco 13.00 (für HG) ZIB 13.20 (für HG)

Australien-Saga 14.50 Australiens Nationalparks

18.30 nano 19.00 (für HG) heute 19.20

Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Die

Magie der Mathematik 21.00 scobel 22.00 (für

HG) ZIB 2 22.25 AGang Story–Eine Frageder

Ehre. Thriller,F2011 0.05 10 vor100.35

Rundschau 1.20 Der Tod–das letzte Tabu

Phoenix

9.30 Klima und Wohnen 10.00 phoenix vorort

10.30 Klima und Verkehr 11.15 Plastik Fluch

oder Segen 12.00 phoenix vorort 14.00 phoenix

vorort 15.15 Steckbrief HH 15.30 Unsere Welt

in Zukunft 16.00 Killerkeime 16.45 Sterbehilfe

17.30 phoenix der tag 18.00 Tierschutz,

Tierwohl, Tierrecht 18.30 Geheimnisvolle Orte

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Amazon

21.00 Werbeherrscht Deutschland? 21.45 (für

HG) heute journal 22.15 (für HG) Phoenix Runde

23.00 phoenix der tag 0.00 (für HG) Phoenix

Runde 0.45 Das Forum 2.45 Christina hat’ssatt

Kika

13.20 Mirette ermittelt 13.40 (für HG) Die

Pfefferkörner 14.10 (für HG) Schloss Einstein –

Erfurt 15.00 Trio –Cybergold 15.50 Max &

Maestro 16.00 Die Abenteuerdes jungen Marco

Polo 16.50 (für HG) Peter Pan–Neue Abenteuer

17.35 (für HG) Der kleine Prinz 18.00 Shaun

das Schaf 18.15 (für HG) Ritter Rost 18.40

Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50 Unser

Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und die

starken Männer 19.25 (für HG) Löwenzahn

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika Live

20.10 Die Jungs-WG 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

BaggageBattles 9.50 Infomercial 10.15 House

Hunters 10.45 Die Abräumer 11.15 Border

Control 12.15 SteelBuddies 13.15 Railroad

Alaska 14.15 Die Schatzsucher –Goldrausch in

Alaska 16.15 Die Zwangsvollstrecker 17.15

Steel Buddies 18.15 Asphalt-Cowboys 19.15 A2

–AbenteuerAutobahn 20.15 Asphalt-Cowboys

21.15 Outback Truckers 22.15 Helden der Lüfte

23.10 DMAX News 23.15 Mysterienvon oben

0.10 DMAX News 0.15 Asphalt-Cowboys

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Kaminöfen: Gemütlich, aber

schädlich? 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-

Nachrichten 19.15 Korruption und Wohnungsba

20.00 Tagesschau 20.15 Hilfe aus Bayern für

syrische Christen 21.00 Tagesschau 21.02

maischberger.die woche 22.15 Plusminus

22.45 Tagesschau vor20Jahren 23.00

Tagesthemen 23.30 Panorama 0.00 Exakt 0.30

Weltbilder 1.00 Nachtmagazin 1.20 Zapp 1.50

Abendschau 2.20 MDR Sachsen-Anhalt Heute

ONE

5.05 Lindenstraße 5.35 Keinerschiebt uns weg

Tragikomödie, D2018 7.05 Brisant 7.45 Das

Geheimnis der Freiheit. Biografie,D2020 9.15

Brisant 9.55 Hartaber herzlich 10.40

Lindenstraße 11.10 Mach mal ...! 11.25 Sturm

der Liebe 12.10 Sturmder Liebe 13.00

Sportschau.Eiskunstlauf EM: Rhythmustanz

Eistanzen, live 16.10 Hartaber herzlich 16.55

Puls Reportage 17.05 Puls Reportage 17.20

Lindenstraße 17.50 Hartaber herzlich 18.40

Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15

extra 3 20.45 Bielendorfer! 21.30 Rebellcomed

–Hoch ansteckend 22.00 Sportschau 0.00 Die

Pierre M. Krause Show 0.30 extra 3

ZDF NEO

5.30 (für HG) Die Europa-Saga 6.15 (für HG) Di

Europa-Saga 7.00 Topfgeldjäger 7.50

Lafer!Lichter!Lecker! 8.35 (für HG) Bares für

Rares 9.30 (für HG) Bares für Rares 10.20

Dinner Date 11.05 (für HG) Monk 12.20 (für HG

Monk 13.00 Psych 13.45 Psych 14.25 (für HG)

Monk 15.40 (für HG) Monk 16.20 Psych 17.00

Psych 17.45 (für HG) Bares für Rares 18.35

Dinner Date 19.20 (für HG) Bares für Rares

20.15 (für HG) Letzte Spur Berlin 21.00 (für HG

Letzte Spur Berlin 21.45 (für HG) Nachtschicht:

Das tote Mädchen. Krimireihe, D2010 23.10

(für HG) Public Enemies. Gangsterfilm, USA 2009

1.20 Blaumacher 1.45 Blaumacher

ZDF INFO

9.15 Geheimnisse des ZweitenWeltkriegs 10.00

Der Zweite Weltkrieg 10.45 Der Zweite Weltkrieg

11.25 Der Zweite Weltkrieg 12.10 Der Zweite

Weltkrieg 12.55 Der Zweite Weltkrieg 13.40 Der

Zweite Weltkrieg 14.20 Der Zweite Weltkrieg

15.05 Der Zweite Weltkrieg 15.50 Der Zweite

Weltkrieg 16.35 Der Zweite Weltkrieg 17.20 Der

Zweite Weltkrieg 18.05 Der Zweite Weltkrieg

18.45 Hightech Revolution 19.30 Hightech

Revolution 20.15 HightechRevolution 20.55

Hightech Revolution 21.40 Hightech Revolution

22.25 Hightech Revolution 23.05 Geheimnisse

der Sowjet-Technik 23.50 Die Geheimprojekte

der Nazis 0.35 (für HG) heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Klassik für Einsteiger Hund, Katze, Maus –

Musik über Haustiere,ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Konzerthaus Berlin, Rundfunk-Sinfonieorchester

Berlin, Aufzeichnung vom17.01.2020:

GustavMahler /MarkoNikodijevic, ca. 117 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Talente und Karrieren JungeCello-Elite:

Christoph Croisé, Bruno Philippe und Victor

Julien-Laferrière. Mit Dirk Hühner,ca. 56 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Historische Aufnahmen Wieein Naturereignis:

Die Cellistin Jacqueline du Pré. VonNorbert

Hornig,ca. 45 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Hörspiel Rohstoff (4/20). VonJörg Fauser /

Gelesen vonLars Eidinger,ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Freispiel Stimme &Körper:Me, my English and

all the languages of my life. VonAnna Raimondo

/Regie: die Autorin /Mit der Stimme von:

Dianne Waller,ca. 57 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Weltzeit Moderne Sklaverei in Madagaskar:Der

Handel mit Hausmädchen. VonSira Thierij /

Globaler Kampf für faire Arbeit –Grundlegende

Rechte für die Rechtlosen. Ein ausführliches

Gespräch mit Annette Niederfrankevon der ILO i

Deutschland, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Wo liegt Babylon Berlin? Eine

Stadt als Filmset. Vondem Autor Friedemann

Beyer, ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen. Forschung und Gesellschaft Lust

ohne Ende: Sexualität im Alter zwischen Tabu und

Grundbedürfnis. VonSusanne Billig und Petra

Geist, ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die US-amerikanische Jazz-Sängerin

Carol Sloane. Am Mikrofon: Susanne Papawassiliu,

ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Kontinente Worldwide Favourites –

Teil 2. Mit Peter Rixen, ca. 56 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

JazzFacts Zur eigenen Stimme finden: Entdeckungen

im jungen deutschen Vokal-Jazz. Von

Odilo Clausnitzer,ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 19 · D onnerstag, 23. Januar 2020 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Daniel Craig (51) war nicht sicher,ob

er die physischen Herausforderungen

des neuen James Bond-Films

meisternwürde.Der Zeitschrift Entertainment

Weekly sagte der Brite:

„Ich musste mich fragen: Binich körperlich

dazu in der Lage?“ Grund für

seine Zweifel sei ein gebrochenes

Bein gewesen, das er sich bei den

Dreharbeiten zum Vorgänger-Bond

zugezogen hatte.Die Bedenken warenberechtigt:

Auch beim Dreh zum

neuen Teil „Keine Zeit zu sterben“

(Kinostart: 2. April) verletzte sich

Craig am Knöchel. Er rutschte bei einem

Sprint am Setaus.007 am Limit!

TilSchweiger (56) ist ebenfalls am Limit,

also liebesmäßig. Am Wochenende

zeigte er sich mit einer neuen

Frau an seiner Seite,nun sagte er

über sie: „Der Stand der Dinge ist,

dass wir uns super verstehen und ich

richtig dolle verliebt bin.“

Pamela Anderson (52) ist noch einmal

vorden Traualtar getreten. Nach Ehemann

Nummer eins (Schlagzeuger

Tommy Lee), Nummer zwei (Musiker

KidRock), Nummer drei (Pokerspieler

Rick Salomon) und Nummer vier

(noch mal Rick Salomon) fiel dieWahl

der früheren„Baywatch“-Darstellerinund

engagierten Tierschützerin

nun auf den Filmproduzenten JonPeters

(74). Diebeiden lernten

sich Mitte der 80er-

Jahreinder legendären

Playboy-Mansion in

Los Angeles kennen

und gingen damals

auch miteinander

aus.Sie würde ihn

inspirieren und auf

gute Weise „wild“

machen, sagte Peters.35Jahrelang

habe er sich immer

Pamela als Partnerin

gewünscht. Können

wir verstehen! (avo.)

Fünf gewinnt:

Sie hat überraschend

geheiratet. IMAGO IMAGES

TIERE

Entzückend: Loulou mit einem ihrer

Söhne. INSTAGRAM/@LOULOUMINIDACHSHUND

Der Dackel als solcher ist Individualist,

manche vonihnen gelten als

störrisch. Loulou, 2, Kaninchendackelweibchen

aus den Niederlanden

und Social-Media-Tierheldin mit

289 000 Followern auf Instagram, ist

ein durchaus typischer Dachshund

mit glattem schwarzemFell, Knopfaugen

und Charakter.Sie überrascht

vorallem durch das Talent zur Toleranz:

Loulou ist mit Enten, Hühnern,

Kaninchen und einem Albino-Igel

befreundet. Undakzeptiertaußer

Fleischmahlzeiten auch Gurken, Tomaten

und Wassermelonen. Loulou

ist vor13Tagen Mutter vonsechs

Welpen geworden, vier Jungs und

zwei Mädchen, alle reizend anzuschauen

beim Schlafen, Quieken

und Milchtrinken. Jetzt öffnen sie so

langsam ihreAugen. Eveline Smit,

die Chefin der Bande,dokumentiert

das Aufwachsen und Loulous mütterlich-beharrliche

Sanftmut auf Instagram

(@loulouminidachshund),

Twitter und YouTube.Man schaut,

staunt, lernt und wirdbeglückt. (bc.)

Massenandrang: Zwei Mitarbeiter des kenianischen Katastrophenschutzes geraten in einen SchwarmWüstenheuschrecken.

Biblische Plage

Am Horn von Afrika kämpfen die Menschen mit der schlimmsten Heuschreckenplage seit 25 Jahren

VonJohannes Dieterich, Johannesburg

Dunkle Wolken am Himmel,

die wie ein Sandsturmaussehen,

sich aus

der Nähe betrachtet jedoch

als lebendig herausstellen; Millionen

vonFlügeltieren, die innerhalb

von Minuten grüne Felder in braune

Wüste verwandeln; und Flugzeuge,

die notlanden müssen, nachdem sie

in einen Schwarm der vierflügeligen

Insekten geraten sind. DieHeuschreckenplage,

die sich Ende vergangenen

Jahres am Horn von Afrika zusammenbraute,

hat sich inzwischen

auch auf Kenia ausgeweitet. Nach Angaben

der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation

der Vereinten

Nationen (FAO)haben die Insekten

bereits „Hunderttausende

von Hektar“

Anbaufläche kahl gefressen: In

Ostafrika seien deshalb im Lauf dieses

Jahres „Millionen vonMenschen“

auf Nahrungsmittel angewiesen.

Eine Strafe Gottes

Das Verbreitungsgebiet der gefräßigen

Armeen begrenzt sich in Afrika

derzeit noch auf die drei Staaten Somalia,

Äthiopien und Kenia:Vermutlich

werden die bis zu 150 Kilometer

pro Tag zurücklegenden Heuschreckenschwärme

aber auf Eritrea, den

Sudan und Südsudan, auf Uganda,

Ruanda und Tansania übergreifen,

fürchtet die FAO. Auch die arabische

Die Wüstenheuschrecken,

die sich im Moment über die

ostafrikanischen Felder hermachen,

sind sehr hungrig.

Mitarbeiter der Vereinten Nationen

sprechen vonder

schwersten Heuschreckenplageseit

25 Jahren.

SEHR HUNGRIG

Ohne Eingreifen der internationalen

Gemeinschaft

könnten sich die riesigen

Schwärme bis Juni um das

500-Fache vermehren,

warnte die UN-Organisation

für Ernährung und Landwirtschaft

in Rom am Montag.

Halbinsel sei von der Gefahr der aus

Jemen stammenden Wüstenheuschrecken

nicht ausgenommen.

Selbst Indien hat derzeit gegen Millionen

von Fluginsekten zu kämpfen.

Werde man die Plage nicht in

den Griff bekommen, könnten sich

die Heuschrecken bis Juni auf das

500-Fache vermehren.

Während sich Kleinbauern der

Plage mit Pfeifen und Plastiktrommeln

erfolglos zu erwehren suchen,

setzt Kenias Regierung inzwischen

aus Flugzeugen gesprühtes Insektenvernichtungsmittel

ein. Das wirkt

sich allerdings auch schädlich auf die

Umwelt aus und hilft nicht immer,

weil die Heuschrecken oft Immunität

gegen das eingesetzte Gift entwickeln.

Experten kennen außer chemischen

auch biologische Methoden im

Mitverantwortlich für die

Plagesind laut Experten die

Klimaverhältnisse. In den

vergangenen Wochen gabes

in der Region schwere Überschwemmungen.

Das sind

optimale Bedingungen für

die Fortpflanzung der Tiere.

Kampf gegen die fliegende Plage:

Diese sind jedoch eher zur Vorbeugung

und weniger für einen bereits

akuten Katastrophenfall geeignet.

Nach einem 2017 veröffentlichten

UN-Bericht sterben in Entwicklungsländern

jährlich rund 200000 Menschen

an den Folgen einer Pestizid-

Vergiftung. Manche der in Afrika eingesetzten

Insektenvernichtungsmittel

sind in Europa verboten.

Zumindest vereinzelt wird die

Plage in Kenia auch als Strafe Gottes

betrachtet. Thomas Kakala, Bischof

der „Jesus Cares Centre Ministries“,

macht die politische Führung des

Landes für die Katastrophe verantwortlich:

Sie sei lediglich durch

„ernsthafte Gebete“ wieder aus der

Welt zu schaffen. In Äthiopien

musste unterdessen eine Boeing 737

Jetzt geht es zur Sache

der staatlichen Fluggesellschaft in

der Hauptstadt Addis Ababa notlanden,

nachdem sie in einen Heuschreckenschwarm

geraten war. Bilder

zeigen die in Insekten-Mus getunkte

Nase der Maschine.

Nahrhafte Proteine

Heuschreckenplagen entstehen Experten

zufolge vorallem nach ausgiebigen

Niederschlägen, die eine Dürreperiode

ablösen. In Ostafrika kam

es Ende vergangenen Jahres zu heftigen

Niederschlägen, die auf eine ungewöhnliche

Erwärmung des westlichen

Teils des Indischen Ozeans zurückzuführen

sind. Inwieweit das sogenannte

Dipol-Phänomen, das

gleichzeitig zur Abkühlung des östlichen

Teils des Ozeans und zu den katastrophalen

Waldbränden in Australien

beigetragen hat, mit der Klimaerwärmung

zu tun hat, ist bislang noch

nicht ausreichend erforscht.

Ein kenianischer Insektenkenner

rief unterdessen dazu auf, die Heuschrecken

mit zwischen Flugzeugen

gespannten Netzen einzufangen und

als Futtermittel für Nutztiere zuverwenden.

Die proteinreichen Flügeltiere

seien „äußerst nahrhaft“, sagte

der Direktor der Entomologischen

Gesellschaft des Landes,Muo Kasina.

In Somalia bieten Restaurantbetreiber

inzwischen Gerichte mit gerösteten

Heuschrecken an:Wenigstens haben

sie so keinen Engpass im Beschaffungswesen

zu befürchten.

Im New Yorker Weinstein-Prozess hat endlich der inhaltliche Teil begonnen. Es war ein harter Schlagabtausch

Im Vergewaltigungsprozess gegen

den früheren Hollywood-Mogul

HarveyWeinstein haben sich Anklage

und Verteidigung in ihren Eröffnungsplädoyers

einen harten Schlagabtausch

geliefert. Nachdem die

Staatsanwaltschaft den 67-Jährigen

zum inhaltlichen Auftakt der weltweit

aufsehenerregendenVerhandlung als

„Sexualstraftäter und Vergewaltiger“

bezeichnet hatte, griff Weinsteins

Team die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen

an. Ihre Aussagen seien widersprüchlich,

Textnachrichten zeigten

auch noch nach den mutmaßlichen

Taten ein freundliches Verhältnis

zum Angeklagten.

In dem Prozess geht es vor allem

um Vorwürfe zweier Frauen: Weinstein

soll Produktionsassistentin

Mimi Haleyi im Jahr 2006 zum Oral-

Sex gezwungen haben, eine andere

Der einst so mächtige US-Filmmogul

HarveyWeinstein

AP/RICHARD DREW

DPA/AP/PATRICK NGUGI

Frau soll er 2013 vergewaltigt haben.

Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange

Haft. Insgesamt haben

mehr als 80 Frauen Weinstein seit

2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen

und damit die weltweite MeToo-

Bewegung ausgelöst. Viele der mutmaßlichen

Taten fanden jedoch nicht

in NewYork statt oder sind zu lange

her, umverhandelt zu werden. Der

Prozess soll etwa zwei Monate dauern.

Weinstein hatte immer wieder

gesagt, die sexuellen Kontakte seien

einvernehmlich erfolgt.

Staatsanwältin Hast legte die Vorwürfe

mehrerer Frauen am Mittwoch

in drastischer Detailtiefe dar.

Sie beschrieb, wie Weinstein die

Schauspielerin Annabella Sciorra

vergewaltigt haben soll und Weinstein

sich mit seinen etwa 135 Kilo

Körpergewicht auf die zierliche Haleyi

„gestürzt“ habe. Die Anklägerin

beschrieb auch den Fall von Schauspielerin

Jessica Mann und wie

Weinstein gegen ihren Willen Oralverkehr

an ihr ausgeübt und sie vergewaltigt

haben soll.

Weinstein-Anwalt Damon Cheronis

hielt in seinem Auftakt-Statement

dagegen. Es gebe Beweise von

den Zeugen der Anklage selbst, die

zeigten, dass ihre Vorwürfe nicht

wahr seien. Über Jessica Mann sagte

Cheronis, sie habe Weinstein nach

der mutmaßlichen Vergewaltigung

in einer Nachricht „Ich liebe dich,

das tue ich immer“ geschrieben.

Es wirdein harter Kampf zwischen

Anklage und Verteidigung um die

Glaubwürdigkeit der Zeuginnen erwartet

– am Ende entscheiden die

zwölf Geschworenen über Schuld

oder Unschuld. (dpa)

Brasilien bringt Mitarbeiter

vom TÜV Süd vor Gericht

Kurz vordem Jahrestag des Dammbruchs

in Brumadinho hat die

Staatsanwaltschaft Anklage gegen

den brasilianischen Bergbaukonzern

Vale und die Tochterfirma des

deutschen Prüfunternehmens TÜV

Süd sowie 16 Mitarbeiter der beiden

Firmen erhoben. DenMitarbeitern

vonVale und TÜV Süd Bureau de

Projetos eConsultoria Ltda. werde

Mord in 270 Fällen vorgeworfen,

teilte die Staatsanwaltschaft des

Bundesstaats Minas Gerais am

Dienstag mit. Diebeiden Unternehmen

werden zudem wegen Verbrechen

gegen die Floraund die Fauna

sowie wegen Umweltverschmutzung

angeklagt. DerDamm an der

Mine Córrego do Feijão war am 25.

Januar 2019 gebrochen. Eine

Schlammlawine rollte über Teile der

Anlage und benachbarte Siedlungen

nahe der Ortschaft Brumadinho hinwegund

begrub Menschen, Häuser

und Tiereunter sich. Mindestens 259

Menschen kamen bei dem Unglück

ums Leben. Nach elfVermissten wird

noch immer gesucht. (dpa)

Gericht in Köln verbietet

Tina-Turner-Plakat

Tina Turner (80) hat vorGericht ein

Klageverfahren gegen einen bayerischen

Tourveranstalter gewonnen.

DasWerbeplakat für die Show

„Simply The Best –Die Tina Turner

Story“ dürfe so nicht mehr verwendet

werden, entschied am Mittwoch

das Landgericht Köln. DieVerwendung

des Namens Tina Turner zusammen

mit dem Bild einer Doppelgängerin

könne fälschlich den Eindruck

vermitteln, dass die echte Sängerin

an dem Musical mitwirke oder

sogar selbst auftrete.Das sei nicht

lauter. (dpa)

Wegen Kälte fallen in Florida

Leguane von den Bäumen

Da schlummertder heruntergefallene Leguan

kältestarrvor sich hin.

DPA

Angesichts ungewöhnlicher Kälte

warnt die Wetterbehörde im US-

Bundesstaat Florida vorvon Bäumen

fallenden Leguanen. DieTiere

könnten wegen des Kälteeinbruchs

mit Temperaturen vonzwischen Minus

ein und vier Grad Celsius regelrecht

erstarren, schrieb der Wetterdienst

in Miami am Dienstag (Ortszeit)

auf Twitter.„WundernSie sich

nicht, wenn SieLeguane vonBäumen

fallen sehen.“ DieTiereseien

nicht tot. DieBehörden rieten davon

ab,die Tierezum Aufwärmen mit

nach Hause zu nehmen, da sie,wieder

erwacht, Menschen angreifen

könnten. (AFP)

Plüschkatze sorgt für

Polizeieinsatz

Eine Plüschkatzeineinem Altkleidercontainer

hat im schleswig-holsteinischen

Lübeck zu einem Polizeieinsatz

geführt. Wiedie Beamten

am Mittwoch mitteilten, hörte ein

Passant bei einem abendlichen Spaziergang

leises Miauen aus der Box

und vermutete ein echtes Tier darin.

Da rief er die Polizei, geborgen

wurde allerdings ein batteriebetriebener

Maunzer. (AFP)


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