2020-01-26 Bayreuther Sonntagszeitung

inbayreuth

Bayreuther Sonntagszeitung

Aktuell 26. Januar 2020 5

Für eine moderne, lebendige Stadt!

Die Sicht von OBin Brigitte Merk-Erbe und der Kandidaten um das Amt des Oberbürgermeisters

BAYREUTH. Oberbürgermeisterin

Brigitte Merk-Erbe

(BG) strebt eine zweite Amtszeit

an. Sechs Kandidaten

möchten sie am 15. März ablösen.

Auch die Vertreter für den

Stadtrat werden neu bestimmt.

Welche Fraktion verliert und

welche gewinnt Sitze dazu?

Auf mannigfaltige Themen wie:

Die Mehrkosten der Sanierung

des Friedrichsforum, vergünstigtes

Busfahren, ein neues Klinikum

und wie bleibt Bayreuth

auch in Zukunft eine lebendige,

Klinikum: Neubau oder Sanierung im Bestand –Drei dafür und vier dagegen!

liebenswerte Stadt?, werden

Antworten gesucht.

Die Bewerber/innen um den

Chefsessel im Rathaus beantworten

in den kommenden Wochen

unsere Fragen zu brisanten

Themen.

Teil 1von 5:

Thomas Ebersberger

Thomas Hacker

Brigitte Merk-Erbe

Fotos:red

Brigitte Merk-Erbe (BG):

Das Klinikum und das für unsere

Region wichtige Projekt Medizincampus

brauchen Planungssicherheit

und Verlässlichkeit.

Über Jahre wurde das

Sanierungskonzept beraten, in

den Gremien beschlossen und

mit der Staatsregierung abgestimmt.

Mal davon abgesehen,

dass gar kein Grundstück für

einen Neubau zur Verfügung

steht, müssten bei einer Änderung

wohl erhebliche Fördergelder

zurückgezahlt werden,

eine Neuplanung würde zudem

viel Zeit brauchen, inder das

Klinikum immer weiter veralten

würde. Zudem gefährdet die

Diskussion auch den Medizincampus.

Seit Jahren ringen wir

um diesen, AnfangFebruar vergangenen

Jahres ist endlich

der Startschuss gefallen. Die

ersten Studierenden haben

zum Wintersemester 2019/20

ihr Studium an der Friedrich-

Alexander-Universität Erlangen

begonnen. Nach vier Semestern

–also im kommenden Jahr

–werden sie für die klinische

Ausbildung nach Bayreuth

wechseln. Wer jetzt alles in Frage

stellt, gefährdet das Klinikum

ebenso wie den Medizincampus.

Thomas Ebersberger (CSU):

Eine Sanierung im Bestand hat

den Vorteil, dass die Baumaßnahmen

relativ bald beginnen

können und eine Teilfinanzierung

zugesagt ist. Nachteil: Die

Sanierung auf Raten betrifft nur

Stefan Schuh

Klaus Wührl-Struller

Gert-Dieter Meier: (Die Unabhängigen):

Grundsätzlich ist bei so gut wie

allen Großprojekten eine Neubaulösung

sinnvoller und kostengünstiger

als eine Sanierung,

weil im Bestand häufig

böse Überraschungen lauern.

Bei einem Klinikneubau inklusive

Zusammenlegung zweier

Standorte könnte man zudem

den speziellen und modernsten

medizinischen, hygienischen

und logistischen Herausforderungen

Rechnung tragen und

Raumkonzepte und Hightech-

Anforderungen auf den neuesten

Stand bringen. Und es gäbe,

anders als bei einer Saniezirka

60 Prozent der Substanz

und führt überviele Jahrezuerheblichen

Einschränkungen im

Klinik-Betrieb. Medizinstudenten

werden auf einer Baustelle

unterrichtet. Ein kompletter

Neubau hat den Nachteil, dass

sich aufgrund neuerPlanungen

der Baubeginn verzögern wird

und die Finanzierung neu verhandelt

werden muss. Vorteile:

Ein prozessoptimierter Neubau,

angepasst andie aktuellen

Schwerpunkte moderner

Medizin, ist schneller fertiggestellt

und die Baukosten kalkulierbarer.

Die Leistungserbringung

wird nicht beeinträchtigt

undUmsatzverluste vermieden.

Eine Auswirkung auf den Medizincampus

ist nicht zu sehen,

da dieAusbildungerstmal in einem

funktionierenden Krankenhaus

und anschließend in einem

optimierten Neubau erfolgt.

Eine sinnvolle Nachnutzung

für das aktuelle Klinikum

mit seiner noch guten Gebäude-Substanz

ist beispielsweise

soziales, generationsübergreifendes

Wohnen oder Reha-Einrichtungen

–alles positive Impulse

für die Entwicklung der

Stadt. Seit Beginn der Planungen

vor Jahren haben sich zu

viele Änderungen ergeben, die

Ausgangslage hat sich verschoben.

Die Sanierung ist auf

den ersten Blick der einfachere

Weg, kommt die Bayreuther

Bürgerinnen und Bürger am

Ende jedoch sicher teuer zu

stehen.

Andreas Zippel

Gert-Dieter Meier

Andreas Zippel (SPD):

Ein Neubau des Klinikums wäre

schön: Alles unter einem

Dach, moderneres Gebäude,

integrierter Medizincampus –

was Ebersberger aber vergisst:

Wohin soll das „neue“ Klinikum

uni- und autobahnnah gebaut

werden? Wie soll man eine Finanzierung

angesichts der Absage

der Staatsregierung sichern?

Wie lange soll es noch

dauern? Unser Klinikum weiter

ignorieren –wie es die Oberbürgermeisterin

macht – ist

aber auch keine Option! Stattdessen

sollten wir die Arbeitsbedingungen

und Abläufe des

Personals verbessern. In Zeiten

von Pflegefachkraft- und

Ärztemangel bedarf es mutigeren

Denkens –zum Beispiel mit

Boni für kurzfristige Schichten

oder Abgabe von Protokollierungsaufgaben,

einer Digitalisierung

der Arbeitszeiterfassung

oder einem KITA-Angebot

für Kinder von Eltern, die im

Schichtdienst arbeiten. Das

schaffen wir schon JETZT!

Thomas Hacker (FDP):

Bauen wir das Krankenhaus

der Zukunft. Nach vielen Jahren

der Diskussion und der

Probleme am Klinikum Bayreuth,

soll mit der weiteren Sanierung

(die ja eigentlich ein

phasenweiser Ersatzneubau

ist) ein Schlussstrich gezogen

werden. Geschäftsführer wurden

verschlissen und Vertrauen

verspielt. Gleichzeitig konnten

mit dem Medizincampus

Bayreuth und der beginnenden

Ausbildung von jungen Ärzten

wesentliche Meilensteine für

Oberfranken erreicht werden.

Es ist jetzt der Zeitpunkt die

richtige Entscheidung für das

Klinikum Bayreuth zu treffen.

Mit der anstehenden Aufwertung

des Passauer Klinikums

und der Schaffung der Uniklinik

Augsburg wäre Oberfranken

der einzige Regierungsbezirk

ohne eigene Uniklinik. Eine

Uniklinik in Bayreuth könnte in

der Nähe der Autobahn entstehen.

Der Neubau wäre also die

richtige Entscheidung für die

optimale Versorgung der Patientinnen

und Patienten in Bayreuth

und Oberfranken. Und eine

mutige Entscheidungen für

das Bayreuther Krankenhaus

der Zukunft.

Klaus Wührl-Struller (Bündnis

90/Die Unabhängigen):

Unbedingt eine Sanierung im

Bestand. Zum einen haben wir

kaum eine Wahl, weil auch der

Freistaat als Geldgeber ganz

klar auf diese Variante pocht.

De facto handelt essich ja ohnehin

um einen – abschnittsweisen

–Neubau. Zum anderen

würde bei einem Neubau

nicht nur eine erhebliche Fläche

(die wir übrigens gar nicht

haben) versiegelt. Dazu käme

auch noch die komplette Verkehrserschließung:

Neue Straßen,

Parkplätze usw. und wir

müssten eine zusätzliche Busanbindung

schaffen. Das alles

würde nochmals erhebliche zusätzliche

Kosten und im Falle

der Straßen auch weitere Flächenversiegelungen

bedeuten.

Außerdem ist es absolut nicht

nachhaltig, ein Gebäude nach

nicht einmal40JahrenNutzung

aufzugeben. Neubaueritis ist in

keiner Weise klimafreundlich.

Die Belastung für Personal und

Patient*innen ist nicht gänzlich

von der Hand zuweisen. Hier

kann aber eine vorausschauende

Bauorganisationviele möglicheNachteile

bereitsimVorfeld

vermeiden.

Stefan Schuh, (Junges Bayreuth

e.V.):

Die Entscheidung für die Sanierung

wurde bereits vor sechs

Jahren getroffen. Jetzt mit träumerischen

Fantasien von einem

Neubau zubeginnen, ist

nicht nur sinnlos, sondern gefährlich.

Der Betrieb im Klinikum

wäre in wichtigen Bereichen

gefährdet. Bei der Gesundheit

und dem Wohl der Patienten

darf es keine

Experimente geben! Schockierend

istdie Intransparenz in der

Führung des Klinikums. Entscheidungen

werden von Aufsichtsgremien

im Hinterzimmer

getroffen. Verantwortlichkeit

geht anders! Wir beim Jungen

Bayreuth haben uns monatelang

um Informationen bei

der Aufsichtsratsvorsitzenden

Merk-Erbe und dem ehemaligen

Geschäftsführer bemüht,

wurden jedoch immer abgewiesen.

Für mich steht aber auch

fest: Bei der Sanierung dürfen

sich Kostenexplosionen, wie

beim Friedrichsforum oder der

Berufsschule, nicht wiederholen!“

0921 /161 224 75

Hasenweg 2, 95448 Bayreuth

Bestellzeiten

rung, keine Belastungen und

Störungen für Patienten und

Personalüber viele Jahre (Jahrzehnte?).

Noch scheint die Sanierung

nicht wirklich angelaufen

zu sein. Weil die Diskussion

Neubau/Sanierung nie transparent

geführt wurde, gibt esmeines

Wissens leider auch keine

verbindliche Gewissheit, ob

nun ein Neubau gefördert werden

würde und ob bei einem

Neubau Zuschüsse zurückzuzahlen

wären. Deshalb müssen

endlich mal alle Fakten auf den

Tisch, bevor ich die Frage Sanierung

oder Neubau wahrhaftig

beantworten kann. Die Zeit

für diese Diskussion sollten wir

uns angesichts der Bedeutung

dieses Jahrhundertprojekts

nehmen.

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