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MAGNIFICAT Februar 2020

Thema des Monats Februar: „Mit den Psalmen loben“ Inhalt (neben Morgen- und Abendgebet sowie Texten der Eucharistiefeier): • Das Bild im Blick Das Leben kommt an sein Ziel • Thema des Monats Lobt den Namen des Herrn! 113. Psalm • Unter die Lupe genommen Der Psalter. Das Buch der Lobpreisungen • Singt dem Herrn ein neues Lied „Dass du mich einstimmen lässt...“ • Engagiertes Christsein Die Reformierte Kirche • Die Mitte erschließen Kommunikationsformen im Gottesdienst • Themen und Termine Gebetsanliegen des Papstes Selige des Monats: Anna Katharina Emmerick Welttag der Kranken Mittelmeerkonferenz in Bari Gottesdienste im ZDF DOMRADIO • Gebete und Gesänge Confiteor Erbarme dich, Herr, unser Gott Marianische Antiphon „Salve Regina“ Marianische Antiphon „Ave Regina caelorum“ • Namenstagskalender

Thema des Monats Februar: „Mit den Psalmen loben“

Inhalt (neben Morgen- und Abendgebet sowie Texten der Eucharistiefeier):

• Das Bild im Blick
Das Leben kommt an sein Ziel

• Thema des Monats
Lobt den Namen des Herrn! 113. Psalm

• Unter die Lupe genommen
Der Psalter. Das Buch der Lobpreisungen

• Singt dem Herrn ein neues Lied
„Dass du mich einstimmen lässt...“

• Engagiertes Christsein
Die Reformierte Kirche

• Die Mitte erschließen
Kommunikationsformen im Gottesdienst

• Themen und Termine
Gebetsanliegen des Papstes
Selige des Monats: Anna Katharina Emmerick
Welttag der Kranken
Mittelmeerkonferenz in Bari
Gottesdienste im ZDF
DOMRADIO

• Gebete und Gesänge
Confiteor
Erbarme dich, Herr, unser Gott
Marianische Antiphon „Salve Regina“
Marianische Antiphon „Ave Regina caelorum“

• Namenstagskalender

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Zum Titelbild<br />

Darstellung des Herrn<br />

Bamberger Psalter,<br />

Regensburg (?), 1220–1230,<br />

Staatsbibliothek Bamberg, Msc. Bibl. 48, fol. 9r,<br />

© Staatsbibliothek Bamberg / Foto: Gerald Raab<br />

Der Bamberger Psalter enthält auf insgesamt 208 Pergamentblättern den Text<br />

der 150 Psalmen und ist mit reichen Deckfarbenmalereien ausgestattet. Zu Beginn<br />

findet sich ein Kalendarium mit zwei Medaillons pro Monat. Acht ganzseitige<br />

Zierinitialen und drei Bildsequenzen mit insgesamt 15 Miniaturen zum<br />

Leben Jesu vor den Psalmen 1, 51 und 101 (neuer Zählung) gliedern den Text.<br />

Unser Titelbild zeigt die vierte Miniatur in der ersten Bildfolge.<br />

Besonders eindrucksvoll ist der zeitgenössische Einband mit Hornplatten<br />

und silbernen Stegen. Die Hornplatten sind durchsichtig und lassen die darunterliegenden<br />

Deckfarbenmalereien auf Pergament durchscheinen: auf dem<br />

Vorderdeckel Christus in der Mandorla und auf dem Rückendeckel Maria mit<br />

Kind in der Mandorla.<br />

Während die Buchwerkstatt früher in Bamberg lokalisiert wurde, sehen sie<br />

die Kunsthistoriker heute eher in Regensburg. Wegen eines späteren Eintrags<br />

auf fol. 3r im Kalender, der sich auf die Ermordung eines Vogts des Hochstifts<br />

Eichstätt im Jahr 1245 bezieht, nimmt man an, dass der Codex zu dieser Zeit<br />

im Eichstätter Raum aufbewahrt wurde. Ab 1430/31 ist er in der Domsakristei<br />

Bamberg und 1743 im dortigen Domschatz belegt. Mit der Säkularisation<br />

gelangte die Handschrift Anfang des 19. Jahrhunderts in die heutige Staatsbibliothek<br />

Bamberg.<br />

Unser Titelbild zeigt ein tänzerisch bewegtes Jesuskind. Es bildet eine Brücke<br />

zwischen Maria und dem greisen Simeon. Hier werden uns die Erwartungen<br />

des Volkes Gottes und Gottes menschlich greifbare Zusage seiner Gegenwart in<br />

Jesus Christus vor Augen geführt.<br />

Heinz Detlef Stäps


das Leben muss<br />

reif werden<br />

für den Tod<br />

wir können nicht sterben<br />

wenn wir nicht lernen<br />

uns aus der Hand zu geben<br />

uns in andere Hände<br />

zu legen<br />

dann sterben wir nicht<br />

wir kommen ans Ziel<br />

Heinz Detlef Stäps<br />

Darstellung des Herrn, Bamberger Psalter, Regensburg (?),<br />

1220–1230, Staatsbibliothek Bamberg, Msc. Bibl. 48, fol. 9r,<br />

© Staatsbibliothek Bamberg / Foto: Gerald Raab<br />

Karte aus: <strong>MAGNIFICAT</strong>. Das Stundenbuch, Ausgabe: <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

© Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.magnificat.de


Benedictus<br />

epriesen sei der Herr, der Gott Israels! *<br />

Denn er hat sein Volk besucht und ihm<br />

Erlösung geschaffen;<br />

er hat uns einen starken Retter erweckt *<br />

im Hause seines Knechtes David.<br />

So hat er verheißen von alters her *<br />

durch den Mund seiner heiligen Propheten.<br />

Er hat uns errettet vor unsern Feinden *<br />

und aus der Hand aller, die uns hassen;<br />

er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /<br />

und an seinen heiligen Bund gedacht, *<br />

an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;<br />

er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /<br />

ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *<br />

vor seinem Angesicht all unsre Tage.<br />

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /<br />

denn du wirst dem Herrn vorangehn *<br />

und ihm den Weg bereiten.<br />

Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *<br />

in der Vergebung der Sünden.<br />

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *<br />

wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,<br />

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen<br />

und im Schatten des Todes, *<br />

und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.<br />

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *<br />

und dem Heiligen Geist.<br />

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *<br />

und in Ewigkeit. Amen.<br />

Lk 1, 68–79 – VIII. Ton, vgl. GL 1975 681 · KG 267,<br />

alternative Melodie im V. Ton: vgl. GL 617, 2


Magnificat<br />

eine Seele preist die Größe des Herrn, *<br />

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.<br />

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd<br />

hat er geschaut. *<br />

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.<br />

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *<br />

und sein Name ist heilig.<br />

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *<br />

über alle, die ihn fürchten.<br />

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *<br />

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;<br />

er stürzt die Mächtigen vom Thron *<br />

und erhöht die Niedrigen.<br />

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *<br />

und lässt die Reichen leer ausgehn.<br />

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *<br />

und denkt an sein Erbarmen,<br />

das er unsern Vätern verheißen hat, *<br />

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lk 1, 46–55 – IX. Ton, vgl. GL 631, 4 · GL 1975 689 · KG 274<br />

Nunc dimittis<br />

un lässt du, Herr, deinen Knecht, *<br />

wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.<br />

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, *<br />

das du vor allen Völkern bereitet hast,<br />

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, *<br />

und Herrlichkeit für dein Volk Israel.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lk 2, 29–32 – III. Ton, vgl. GL 665, 3 · GL 1975 700, 3 · KG 290


<strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Mit den Psalmen<br />

loben<br />

Halleluja!<br />

Singet dem Herrn ein neues Lied!<br />

Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen.<br />

Psalm 149 – Vers 1<br />

VERLAG BUTZON & BERCKER KEVELAER


Jahresthema 2<br />

Mit den Psalmen ...<br />

Dezember 2019<br />

Januar <strong>2020</strong><br />

<strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

März <strong>2020</strong><br />

Die Heilige Woche <strong>2020</strong><br />

April <strong>2020</strong><br />

Mai <strong>2020</strong><br />

Juni <strong>2020</strong><br />

Juli <strong>2020</strong><br />

August <strong>2020</strong><br />

September <strong>2020</strong><br />

Oktober <strong>2020</strong><br />

November <strong>2020</strong><br />

sehnen<br />

segnen<br />

loben<br />

bitten<br />

klagen<br />

jubeln<br />

verstehen<br />

singen<br />

fluchen<br />

dichten<br />

staunen<br />

danken<br />

leben und sterben


3<br />

Inhalt<br />

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5<br />

Das Bild im Blick<br />

Das Leben kommt an sein Ziel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6<br />

Morgengebet, Texte zur Eucharistiefeier, Abendgebet 10<br />

Thema des Monats<br />

Lobt den Namen des Herrn! 113. Psalm . . . . . . . . . . . . . 325<br />

Unter die Lupe genommen<br />

Der Psalter. Das Buch der Lobpreisungen . . . . . . . . . . . 327<br />

Singt dem Herrn ein neues Lied<br />

„Dass du mich einstimmen lässt...“ . . . . . . . . . . . . . . . . 329<br />

Engagiertes Christsein<br />

Die Reformierte Kirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 331<br />

Die Mitte erschließen<br />

Kommunikationsformen im Gottesdienst . . . . . . . . . . . . 334<br />

Themen und Termine<br />

Gebetsanliegen des Papstes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46<br />

Selige des Monats: Anna Katharina Emmerick . . . . . . . . 338<br />

Welttag der Kranken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341<br />

Mittelmeerkonferenz in Bari . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 342<br />

Gottesdienste im ZDF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 344<br />

DOMRADIO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 344


Inhalt 4<br />

Gebete und Gesänge<br />

Confiteor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44<br />

Erbarme dich, Herr, unser Gott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54<br />

Eröffnung von Morgen- und Abendgebet . . . . . . . . . . . 345<br />

Marianische Antiphon Salve Regina . . . . . . . . . . . . . . . 346<br />

Marianische Antiphon Ave Regina caelorum . . . . . . . . . 347<br />

Namenstagskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 348<br />

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 350<br />

Leserservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351<br />

Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 352<br />

Abkürzungen:<br />

GL: Gotteslob 2013<br />

GL 1975: Gotteslob 1975<br />

KG: Kath. Gebet- und Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz<br />

EG: Evangelisches Gesangbuch<br />

<strong>MAGNIFICAT</strong> wird aus reinem Dünndruckpapier hergestellt und verbraucht<br />

daher 50 % weniger Nutzholz und Energie als herkömmliches<br />

Papier. Dünndruckpapier ist ein idealer Recycling-Rohstoff und leistet<br />

somit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt.<br />

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5Editorial<br />

Liebe Leserinnen und Leser!<br />

An Psalm 149 werden Sie sich erinnern. Ein hässlicher Text.<br />

Wir setzen ihn selten ein, wegen des zweischneidigen<br />

Schwerts in der Hand der Frommen, dem Strafgericht an den<br />

Völkern. So herrlich ist uns das nicht. Und dennoch. Wie wenig<br />

stimmig ist dieser Psalm eigentlich, wenn ich ihn bewusst lese!<br />

Der Alttestamentler Egbert Ballhorn hat mir vor Jahren mit einem<br />

kleinen Beitrag dafür die Augen geöffnet. Die ersten vier<br />

Verse: voll des Jubels über JHWH, Israels Schöpfer und König.<br />

Da stimm ich doch gern mit ein. Danach erst die unangenehmen<br />

Verse, die von Kampf und Strafgericht rasseln – genau besehen<br />

also Jauchzen über die Rettung: vor dem Kampf! Wie geht<br />

das zusammen? Was ist das für eine Logik?<br />

Mit Psalm 2 bildet unser Text den inneren Rahmen um das<br />

Psalmenbuch; sie sind spürbar aufeinander bezogen. Psalm 149<br />

löst die Ankündigung ein: die widergöttlichen Mächte, die Fürsten<br />

der Welt werden in die Schranken gewiesen. Mit eisernem<br />

Stab (2, 9), mit zweischneidigem Schwert (149, 6)? Nein! Mit<br />

dem jubelnden Gotteslob der Frommen JHWHs! „Hochgesänge<br />

auf Gott in ihrer Kehle, ein zweischneidiges Schwert in ihren<br />

Händen“ – das Zweite steht, wie oft in den Psalmen, in symbolischer<br />

Rede für das Erste. Worte werden oft mit Schwertern<br />

verglichen (Ps 55, 22; 59, 8; positiv von Gottes Wort: Eph 6, 17;<br />

Hebr 4, 12).<br />

Mit einem Lied den Sieg herbeiführen? Mein erster Eindruck<br />

von Leonard Cohen war „The Partisan“, seine Fassung eines<br />

Lieds der Résistance. Er hätte es, so kommentierte er, als Jugendlicher<br />

oft in Gruppenfreizeiten gesungen. „Eines Tages kam mir<br />

eine seltsame Vorstellung. Ich hab mir gesagt: die Nazis sind<br />

durch Musik überwunden worden.“ Eine Perspektive, die sich<br />

für mich schon an Psalm 149 festmacht. Naiv oder nicht? Auf<br />

den Versuch kommt es an.<br />

Ihr Johannes Bernhard Uphus


Das Bild im Blick 6<br />

Das Leben kommt an sein Ziel<br />

Lk 2, 22–40<br />

Das Fest der Darstellung des Herrn am 2. <strong>Februar</strong> wurde<br />

früher Mariä Lichtmess genannt – wegen der damit verbundenen<br />

Kerzenweihe und Lichterprozession, aber es ist auch<br />

festzustellen, dass die Tage nun deutlich länger werden. An<br />

diesem Tag gedenken wir der Darbringung des Jesusknaben im<br />

Tempel von Jerusalem und seiner Begegnung mit Simeon und<br />

Hanna. Die beiden Seher merken sofort, dass es sich um kein<br />

gewöhnliches Kind handelt; sie bekennen es als den Erlöser Israels.<br />

Hier begegnen sich die Hoffnungen des Gottesvolkes und<br />

die Zusage Gottes in einem kleinen Kind.<br />

Zu seinem Tempel kommt der Herr<br />

Der Ort dieser Begegnung ist der herodianische Tempel in Jerusalem.<br />

Dieser ist auf unserem Titelbild nicht als antiker Tempelbau,<br />

sondern als eine romanische Kirche in Form eines Kuppelbaus<br />

vorgestellt, mit einer Laterne mit Kreuz über den blauen<br />

Schindeln und zwei rot gemauerten flankierenden Türmen (siehe<br />

Innenkarte). Das Gewölbe ruht auf zwei grünen seitlichen<br />

Säulen, die durch kugelförmige Kapitelle gekrönt werden. Ein<br />

romanischer Doppelbogen überspannt das gesamte Bildfeld.<br />

Dieser wird in der Mitte aber nicht durch eine Säule abgefangen,<br />

sondern durch ein dreiblattförmiges Ornament (ebenso auf<br />

der Wandfläche dahinter). Der gesamte Innenraum des Tempels<br />

ist goldgefüllt und strahlt etwas vom Lichtcharakter dieses Festes<br />

aus.<br />

Von links ist Maria an den Altar herangetreten, der hochrechteckig<br />

in der Mitte steht und mit einer gitterförmigen roten<br />

Musterung überzogen ist. Auf dem Altar sind zwei Tauben zu


7<br />

Das Bild im Blick<br />

sehen, das Opfer für die im Gesetz des Mose vorgeschriebene<br />

Reinigung nach der Geburt eines Kindes (vgl. Lk 2, 24). Frauen<br />

galten nach dem Gesetz 40 Tage nach der Geburt eines Jungen<br />

als unrein und 80 Tage nach der Geburt eines Mädchens. Das<br />

Opfer diente der Reinigung der Mutter; das Fest wurde deshalb<br />

früher im Lateinischen auch „Purificatio Mariae“ genannt. Das<br />

Zweite Vatikanische Konzil hat daraus aber wieder ein Herrenfest<br />

gemacht. Es wird der Darbringung der männlichen Erstgeburt<br />

im Tempel gedacht, die hier aber nochmals eine besondere<br />

Bedeutung erhält, weil es kein gewöhnlicher Knabe ist, den Maria<br />

hier in den Tempel bringt: Es ist der Herr selbst, der hier zu<br />

seinem Tempel kommt; der Herr kommt in sein Eigentum. Symbolisch<br />

geht es aber auch um die Begegnung des Herrn mit dem<br />

Gottesvolk des Alten Bundes, für das Simeon und Hanna stehen<br />

(die Miniatur beschränkt sich auf den ersten Teil der Erzählung<br />

und stellt Hanna nicht dar). Maria ist mit einem blau-roten Gewand<br />

gezeigt, bei dem das Futter grün ist. Sie übertritt, wie der<br />

gegenüberstehende Simeon, mit einem Fuß die Sockelzone des<br />

Tempels (siehe Innenkarte).<br />

Der fromme Simeon<br />

Der greise Simeon ist mit langem weißen Haar und Bart gezeigt.<br />

Er ist mit der Kopfbedeckung des Hohenpriesters und in grünhellblauem<br />

Gewand dargestellt. Er tritt zwar seitlich an den<br />

Altar, aber die perspektivische Darstellung des Altars und vor<br />

allem die Übereinstimmung der rechten Kante des Altars mit<br />

der Gewandlinie Simeons machen deutlich, dass er zum Altar<br />

gehört, dass dies „sein“ Altar ist. Nach dem Bibeltext war er<br />

„gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der<br />

Heilige Geist ruhte auf ihm“ (Lk 2, 25), aber er war kein Priester.<br />

„Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde<br />

den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen


Das Bild im Blick 8<br />

habe“ (Lk 2, 26). So wurde er vom Geist Gottes in den Tempel<br />

geführt (vgl. Lk 2, 27), wo er auf Maria mit ihrem Kind traf;<br />

Josef ist nicht dargestellt.<br />

Der Christus des Herrn<br />

Das Kind wird im Lukastext mit dem Ehrentitel „Christus des<br />

Herrn“ benannt. Hiermit ist eigentlich der Gesalbte des Herrn<br />

gemeint, es ist der klassische Königstitel im Alten Testament.<br />

Das Kind hat hier aber wenig Königliches. Es ist in rote und<br />

grüne Gewänder gehüllt und ein einfacher Kreuznimbus aus<br />

roten Linien ziert das Haupt (Maria und Simeon haben beide<br />

nur eine einfache rote Linie als Nimbus).<br />

Sehr ungewöhnlich ist aber die Körperhaltung des Kindes.<br />

Maria hat ihm aus ihren verschränkten Händen und Unterarmen<br />

einen Sitz bereitet, auf diesem sitzt es und stützt sich mit<br />

dem linken Fuß ab. Das rechte Bein ist aber so gestreckt, dass<br />

die Fußstellung an die klassische Ballettposition des „passé relevé“<br />

erinnert (die es im 13. Jahrhundert natürlich noch nicht<br />

gab). Auch die Arme sind in einer tänzerischen Eleganz ausgebreitet<br />

und der Kopf leicht geneigt. In dieser spielerischen, tänzerischen<br />

Weise scheint sich das Kind bereits in die Kreuzform<br />

einzuüben. Der Bogen zum Tod wird damit sowohl vom Kind<br />

als auch vom greisen Simeon gespannt.<br />

Simeon empfängt das Kind mit beiden geöffneten Händen<br />

und schickt sich an, ihm die Hand zu küssen. Diese Geste der<br />

Verehrung ist Ausdruck seiner lebenslangen Ausrichtung auf<br />

den Gesalbten des Herrn, dem er nun begegnet und ihm sein<br />

ganzes Leben anvertraut, das nun an sein Ziel kommt. Er kann<br />

sein Leben nun aus der Hand geben, er kann es dem kindgewordenen<br />

Gott in die Hand legen: „Denn meine Augen haben<br />

das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast“ (Lk<br />

2, 30 f.). So kann Simeon seinem Tod ins Auge sehen.


9<br />

Das Bild im Blick<br />

Der Lobgesang des Simeon ist zum Nachtgebet der Kirche geworden<br />

(„Nunc dimittis“ in der Komplet). Wenn wir uns den<br />

Schlaf als „kleinen Tod“ vorstellen, dann können wir jeden<br />

Abend einüben, uns selbst aus der Hand zu geben, uns in Gottes<br />

Hand zu legen, um den großen Schritt des Todes einzuüben und<br />

bereit zu werden für die endgültige Übergabe unseres Lebens.<br />

Heinz Detlef Stäps


Samstag, 1. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Severus von Ravenna (Bischof, 4. Jh.) · Brigida von Kildare<br />

(Brigitte, Nonne, Klostergründerin, Patronin Irlands, † 523) · Sigibert<br />

(König von Austrasien, Mitgründer von Stablo-Malmedy, † 656) ·<br />

Reginald von Orléans (Dominikaner, Kirchenrechtler, Klostergründer,<br />

† 1220) · Winand von Maastricht (Dominikaner, † nach 1233)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.<br />

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.<br />

Amen. Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Jesus, Sohn Davids,<br />

erbarme dich meiner.<br />

Erleuchte du meine Augen,<br />

dass ich den Weg zu dir finde.<br />

Mach du meine Schritte fest,<br />

dass ich vom Weg nicht abirre.<br />

Öffne du meinen Mund,<br />

dass ich von dir spreche.<br />

Du willst, dass ich meine Mitmenschen liebe.<br />

Lass mich ihnen so dienen,<br />

dass sie ihr Heil finden<br />

und in deine Herrlichkeit gelangen.<br />

Alkuin, † 804, GL 1975 6, 5


11<br />

Samstag, 1. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 107 Verse 17–32<br />

Sie, die dahinsiechten in ihrem sündhaften Treiben, *<br />

niedergebeugt wegen ihrer schweren Vergehen,<br />

denen vor jeder Speise ekelte, *<br />

die nahe waren den Pforten des Todes,<br />

die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, *<br />

die er ihren Ängsten entriss,<br />

denen er sein Wort sandte, die er heilte *<br />

und vom Verderben befreite:<br />

Sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, *<br />

für sein wunderbares Tun an den Menschen.<br />

Sie sollen ihm Dankopfer weihen, *<br />

mit Jubel seine Taten verkünden.<br />

Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren *<br />

und Handel trieben auf den großen Wassern,<br />

die dort die Werke des Herrn bestaunten, *<br />

seine Wunder in der Tiefe des Meeres<br />

– Gott gebot und ließ den Sturmwind aufstehn, *<br />

der hoch die Wogen türmte –,<br />

die zum Himmel emporstiegen<br />

und hinabfuhren in die tiefste Tiefe, *<br />

sodass ihre Seele in der Not verzagte,<br />

die wie Trunkene wankten und schwankten, *<br />

am Ende waren mit all ihrer Weisheit,<br />

die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, *<br />

die er ihren Ängsten entriss<br />

– er machte aus dem Sturm ein Säuseln, *<br />

sodass die Wogen des Meeres schwiegen –,<br />

die sich freuten, dass die Wogen sich legten *<br />

und er sie zum ersehnten Hafen führte:


Morgen · Samstag, 1. <strong>Februar</strong> 12<br />

Sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, *<br />

für sein wunderbares Tun an den Menschen.<br />

Sie sollen ihn in der Gemeinde des Volkes rühmen, *<br />

ihn loben im Kreis der Alten.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du unsere Hoffnung! Wenn wir vor uns selbst nicht bestehen,<br />

sprich du dein Ja zu uns. Wenn uns die Stürme bedrohen, halt<br />

uns fest in deiner Hand.<br />

Lesung Ijob 5, 17–18<br />

Wohl dem Mann, den Gott zurechtweist! Die Zucht des Allmächtigen<br />

verschmähe nicht! Denn er verwundet, und er<br />

verbindet, er schlägt, doch seine Hände heilen auch.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Benedictus, Magnificat und Nunc dimittis finden Sie auf einem heraustrennbaren<br />

Gebetsblatt am Anfang des Heftes. Die dazugehörigen Antiphonen werden<br />

jeweils vor und nach diesen Gesängen aus dem Evangelium gebetet.<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Licht aus der Höhe, leuchte allen, die in Finsternis sind und im<br />

Schatten des Todes.<br />

Bitten<br />

Du, Christus Jesus, hast uns Glaubende zu Königen und Priestern<br />

gemacht vor unserem Gott. Wir bitten dich:<br />

A: Stärke uns im heiligen Dienst.<br />

– Wenn Gefährdungen uns mutlos machen.<br />

– Wenn wir uns von deinem Weg abbringen lassen.<br />

– Wenn wir aus egoistischen Interessen gegen die Weisung des<br />

Vaters handeln.<br />

Vaterunser


13<br />

Samstag, 1. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Oration<br />

Gott, du Quell und Ursprung unseres Heils, mach unser ganzes<br />

Leben zu einem Loblied deiner Herrlichkeit, damit wir einst<br />

im Himmel dich preisen können ohne Ende. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,<br />

der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht<br />

in alle Ewigkeit.<br />

Bei d e n Orationen, die mit „Darum bitten wir durch Jesus Christus“ enden,<br />

soll die oben angegebene abschließende Formel gebetet werden.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Heiliger Gott. Du bist unsagbar größer, als wir Menschen begreifen,<br />

du wohnst im unzugänglichen Licht, und doch bist<br />

du uns nahe. Gib, dass wir heute mit Ehrfurcht vor dir stehen<br />

und froh werden in deiner Nähe. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel<br />

<br />

2 Sam 12, 1–7a.10–17<br />

In jenen Tagen schickte der Herr den Natan zu David; dieser<br />

ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst<br />

zwei Männer; der eine war reich, der andere arm. Der Reiche<br />

besaß sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts<br />

außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er<br />

zog es auf, und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern<br />

groß. Es aß von seinem Stück Brot, und es trank aus seinem Becher,<br />

in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter.


Eucharistie · Samstag, 1. <strong>Februar</strong> 14<br />

Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann, und er brachte<br />

es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu<br />

nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen<br />

war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete<br />

es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war.<br />

Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte<br />

zu Natan: So wahr der Herr lebt: Der Mann, der das getan hat,<br />

verdient den Tod. Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er<br />

das getan und kein Mitleid gehabt hat.<br />

Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann. Darum soll<br />

jetzt das Schwert auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen;<br />

denn du hast mich verachtet und dir die Frau des Hetiters<br />

genommen, damit sie deine Frau werde. So spricht der Herr:<br />

Ich werde dafür sorgen, dass sich aus deinem eigenen Haus das<br />

Unheil gegen dich erhebt, und ich werde dir vor deinen Augen<br />

deine Frauen wegnehmen und sie einem andern geben; er wird<br />

am hellen Tag bei deinen Frauen liegen. Ja, du hast es heimlich<br />

getan, ich aber werde es vor ganz Israel und am hellen Tag tun.<br />

Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt.<br />

Natan antwortete David: Der Herr hat dir deine Sünde<br />

vergeben; du wirst nicht sterben. Weil du aber die Feinde des<br />

Herrn durch diese Sache zum Lästern veranlasst hast, muss der<br />

Sohn, der dir geboren wird, sterben.<br />

Dann ging Natan nach Hause. Der Herr aber ließ das Kind,<br />

das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank<br />

werden. David suchte Gott wegen des Knaben auf und fastete<br />

streng; und wenn er heimkam, legte er sich bei Nacht auf die<br />

bloße Erde. Die Ältesten seines Hauses kamen zu ihm, um ihn<br />

dazu zu bewegen, von der Erde aufzustehen. Er aber wollte<br />

nicht und aß auch nicht mit ihnen.<br />

Impuls zur Lesung<br />

„Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod!“ Aus voller<br />

Überzeugung spricht David dieses Urteil. Einem Armen die<br />

geliebte einzige Habe nehmen. Habe, die für diesen Armen


15<br />

Samstag, 1. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

keine Habe, sondern nah wie eine Tochter ist. Den wehrlosen<br />

Nächsten in schwere Not stoßen ohne alle Not. Das ist grausam.<br />

Das ist abstoßend. Das ist abscheulich. Deine Abscheu,<br />

David, trifft dich selbst. Das Urteil, das du fällst, fällt auf dich<br />

zurück; es fällt dich. Davids Aufbruch in Schuldeinsicht, Reue<br />

und Schmerz ist letztlich Gnade, ist ein Geschenk. Ein Gottes-<br />

Geschenk. Doch was ist mit dem Leben des Sohnes, des Kindes<br />

ohne persönliche Schuld; was hat es auf sich mit seinem jähen<br />

Sturz in Krankheit und Tod?<br />

Antwortpsalm Ps 51, 12–17<br />

Kehrvers:<br />

Ein reines Herz erschaffe mir, Gott!<br />

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, *<br />

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!<br />

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, *<br />

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! – Kehrvers<br />

Mach mich wieder froh mit deinem Heil; *<br />

mit einem willigen Geist rüste mich aus!<br />

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege, *<br />

und die Sünder kehren um zu dir. – Kehrvers<br />

Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles; *<br />

dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.<br />

Herr, öffne mir die Lippen, *<br />

und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 12a, ferner GL 639, 1 · GL 1975 171, 2 · KG 399 (IV. Ton)<br />

oder GL 1975 172, 3 (I. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn<br />

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.<br />

Halleluja.


Abend · Samstag, 1. <strong>Februar</strong> 16<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 4, 35–41<br />

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu<br />

seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.<br />

Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in<br />

dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.<br />

Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen<br />

schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann.<br />

Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.<br />

Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht,<br />

dass wir zugrunde gehen?<br />

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See:<br />

Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige<br />

Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt<br />

ihr noch keinen Glauben?<br />

Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was<br />

ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See<br />

gehorchen?<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Die vollständige Fassung der Eröffnungen von Morgen- und Abendgebet finden<br />

Sie mit Noten auf Seite 345.<br />

Hymnus<br />

Auf, Zion, schmücke dein Gemach,<br />

der Herr ist da, den du ersehnt.<br />

Steh auf und mache dich bereit,<br />

empfange Bräutigam und Braut.<br />

Zu seinem Tempel kommt der Herr:<br />

Die Eltern bringen Christus dar.


17<br />

Samstag, 1. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Der ohne alle Sünde ist,<br />

macht dem Gesetz sich untertan.<br />

Tritt, königliche Jungfrau, ein,<br />

bring mit dem Opfer dar dein Kind,<br />

des ew’gen Vaters wahren Sohn,<br />

der uns zum Heil erschienen ist.<br />

Was dir verheißen, Simeon,<br />

das ist in diesem Kind erfüllt.<br />

Nun mache allen Völkern kund<br />

das Licht, das ihnen leuchten soll.<br />

Herr, dir sei Preis und Herrlichkeit,<br />

der sich den Heiden offenbart,<br />

mit dir dem Vater und dem Geist<br />

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Adorna, Sion, thalamum; Petrus Abälard, † 1142<br />

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469<br />

Psalm 113<br />

Zu diesem Psalm finden Sie eine Auslegung auf den Seiten<br />

325–327.<br />

Lobet, ihr Knechte des Herrn, *<br />

lobt den Namen des Herrn!<br />

Der Name des Herrn sei gepriesen *<br />

von nun an bis in Ewigkeit.<br />

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang *<br />

sei der Name des Herrn gelobt.<br />

Der Herr ist erhaben über alle Völker, *<br />

seine Herrlichkeit überragt die Himmel.<br />

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, *<br />

im Himmel und auf Erden,<br />

ihm, der in der Höhe thront, *<br />

der hinabschaut in die Tiefe,


Abend · Samstag, 1. <strong>Februar</strong> 18<br />

der den Schwachen aus dem Staub emporhebt *<br />

und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?<br />

Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, *<br />

bei den Edlen seines Volkes.<br />

Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen; *<br />

sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gütiger Schöpfer und machtvoller Retter, du willst durch deine<br />

Geschöpfe zu uns sprechen und gibst dich uns in unseren<br />

Nächsten zu erkennen. Gib, dass wir deinem Ruf folgen und in<br />

deinem Sinne handeln.<br />

Lesung Hebr 10, 5–7<br />

Bei seinem Eintritt in die Welt spricht Christus: Schlacht- und<br />

Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du<br />

mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen.<br />

Darum sage ich: Ja, ich komme – so steht es über mich in<br />

der Schriftrolle –, um deinen Willen, Gott, zu tun.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

O wunderbares Geschehen: Der Greis trägt das Kind, das Kind<br />

aber lenkt den Greis. Die Jungfrau betet an, den sie geboren<br />

hat. Halleluja.<br />

Fürbitten<br />

Der du die Zeit in Händen hast, wir bitten dich für unsere alten<br />

Mitmenschen:<br />

V: Ewiger Vater, A: komm ihnen entgegen.<br />

– Gib, dass die Jüngeren ihnen mit Respekt und Zuvorkommen<br />

begegnen.


19<br />

Samstag, 1. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

– Lass sie durch ihre Nähe zu dir zu aufrechten Zeugen deiner<br />

Gegenwart werden.<br />

– Schenke ihnen Menschen, die sich um sie kümmern, und<br />

wehre der Vereinsamung.<br />

– Segne eine und einen jeden, wenn sie aus diesem Leben zu<br />

dir gehen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere<br />

menschliche Natur angenommen und wurde am heutigen Tag<br />

im Tempel dargestellt. Läutere unser Leben und Denken, damit<br />

wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Gnade und unvergängliches Leben sei mit allen,<br />

die Jesus Christus, unseren Herrn, lieben.<br />

Eph 6, 24<br />

Salve Regina (Seite 346)


Von Woche zu Woche · Samstag, 1. <strong>Februar</strong> 20<br />

Von Woche zu Woche<br />

Fest der Begegnung<br />

(zu Lk 2, 22–40)<br />

Fest der Begegnung:<br />

ein schöner Name<br />

für das Fest<br />

vom 2. <strong>Februar</strong><br />

in ostkirchlicher Tradition.<br />

Fest der Begegnung:<br />

Maria, Miriam, junge jüdische Mutter,<br />

begegnet der hell-dunklen Wirklichkeit<br />

des Lebens ihres Sohnes –<br />

und nimmt sie an.<br />

Fest der Begegnung:<br />

in Simeon und Hanna,<br />

den hochbetagten Gerechten,<br />

begegnet das Volk des Bundes<br />

dem Kind Jesus.<br />

Fest der Begegnung:<br />

Eine Einladung,<br />

uns vom Licht der Begegnung,<br />

vom wachsenden Licht<br />

die Augen öffnen zu lassen<br />

– und das Herz!<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


arstellung des Herrn<br />

Sonntag<br />

2. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Das Fest der Darstellung des Herrn gehört zu den älteren Marienfesten.<br />

Im Lukasevangelium (2, 22–40) wird davon berichtet,<br />

dass die Eltern Jesu das Kind in den Tempel brachten, wo sie auch<br />

das gebotene Reinigungsopfer für die Mutter darbrachten. Hier begegnen<br />

sie Simeon und Hanna, die in Jesus den Messias erkennen<br />

und über das Kind und seine Mutter weissagen. Der Osten begeht<br />

dieses Fest als „Fest der Begegnung des Herrn“, während im Westen<br />

die „Reinigung Marias“ betont wurde. Zwei historische Feste liegen<br />

dem heutigen zugrunde: ein älteres in Jerusalem und ein jüngeres<br />

in Rom. Die Pilgerin Egeria sprach von einem Fest, das in Jerusalem<br />

40 Tage nach Epiphanie mit einer Eucharistiefeier und einer feierlichen<br />

Prozession gefeiert wurde. Seit dem fünften Jahrhundert feierte<br />

man es in Jerusalem, seit dem siebten Jahrhundert in Rom als „Fest<br />

der Begegnung“ mit einer Lichterprozession. Mit der Bezeichnung<br />

„Darstellung des Herrn“ erhielt das heutige Fest nach der Liturgiereform<br />

seinen Charakter als Herrenfest zurück. Maria und Josef stellten<br />

Jesus im Tempel dar, weihten ihn Gott und brachten das Opfer<br />

dar, wie das Gesetz es vorschrieb. Im deutschen Sprachraum führte<br />

der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozession zu der Bezeichnung<br />

„Mariä Lichtmess“. Simeon nennt Jesus „ein Licht, das<br />

die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“.<br />

Namenstag: Hadelog von Kitzingen (Benediktinerin, Klostergründerin,<br />

† um 750) · Bodo (Märtyrer, † 880) · Dietrich (Bischof von Minden,<br />

Märtyrer, † 880) · Markward (Bischof von Hildesheim, Märtyrer,<br />

† 880) · sel. Stephan Bellesini (Augustiner, † 1840) · Maria Katharina<br />

Kasper (Gründerin der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“, † 1898) ·<br />

Alfred Delp (Jesuit, Gegner der Nationalsozialisten, Märtyrer, Mitglied<br />

im Kreisauer Kreis, † 1945)<br />

Heute ist Tag des geweihten Lebens.


Morgen · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 22<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ihr Tore, hebt euch nach oben,<br />

hebt euch, ihr uralten Pforten;<br />

denn es kommt der König der Herrlichkeit.<br />

Ps 24, 7<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Sieh, dein Licht will kommen,<br />

stehe auf, du Stadt des Herrn;<br />

über dir erstrahlt der Stern,<br />

ist der Tag erglommen.<br />

Werde licht, Jerusalem,<br />

Christus ist erschienen.<br />

Christus ist gekommen,<br />

er, der Herrscher, er, der Herr,<br />

der das Reich, die Macht und Ehr<br />

in die Hand genommen.<br />

Freue dich, Jerusalem,<br />

Christus ist erschienen.<br />

Christus ist erschienen.<br />

Seht, die Zeit des Heils begann;<br />

alle Völker beten an,<br />

alles wird ihm dienen.<br />

Bete an, Jerusalem,<br />

Christus ist erschienen.<br />

Zeitgenössisch<br />

Melodie: GL 1975 147


23<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 2<br />

Warum toben die Völker, *<br />

warum machen die Nationen vergebliche Pläne?<br />

Die Könige der Erde stehen auf, *<br />

die Großen haben sich verbündet<br />

gegen den Herrn und seinen Gesalbten.<br />

„Lasst uns ihre Fesseln zerreißen *<br />

und von uns werfen ihre Stricke!“<br />

Doch er, der im Himmel thront, lacht, *<br />

der Herr verspottet sie.<br />

Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, *<br />

in seinem Grimm wird er sie erschrecken:<br />

„Ich selber habe meinen König eingesetzt *<br />

auf Zion, meinem heiligen Berg.“<br />

Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. /<br />

Er sprach zu mir: „Mein Sohn bist du. *<br />

Heute habe ich dich gezeugt.<br />

Fordre von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, *<br />

die Enden der Erde zum Eigentum.<br />

Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, *<br />

wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.“<br />

Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, *<br />

lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!<br />

Dient dem Herrn in Furcht *<br />

und küsst ihm mit Beben die Füße,<br />

damit er nicht zürnt *<br />

und euer Weg nicht in den Abgrund führt.<br />

Denn wenig nur, und sein Zorn ist entbrannt. *<br />

Wohl allen, die ihm vertrauen!<br />

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 24<br />

Den Mächtigen der Erde tritt mit deiner Macht entgegen, Jesus,<br />

König der Liebe und des Friedens. Lass dein Reich unter uns<br />

wachsen.<br />

Lesung Mal 3, 1<br />

Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen.<br />

Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den<br />

ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht.<br />

Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Als die Eltern Jesus in den Tempel brachten, nahm Simeon das<br />

Kind auf seine Arme und lobte Gott.<br />

Bitten<br />

Lebendiges Wort des Vaters, Jesus von Nazaret, du bist unser<br />

Licht. Wir rufen zu dir:<br />

A: Wohne in unseren Herzen.<br />

– Dass wir den Weg zu unseren Mitmenschen finden.<br />

– Dass wir die Liebe des Vaters durch unser Leben bezeugen.<br />

– Dass dein ewiges Leben schon hier und jetzt für uns beginnt.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere<br />

menschliche Natur angenommen und wurde am heutigen Tag<br />

im Tempel dargestellt. Läutere unser Leben und Denken, damit<br />

wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.


25<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Christus Jesus,<br />

unser Weg, unsere Wahrheit<br />

und unser Leben,<br />

lasse uns sein Licht leuchten<br />

und führe uns ins Haus seines Vaters.<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 216, 256, 3+4, 372, 374, 500, 657, 6 · KG 148,<br />

192, 333, 3+4, 498<br />

KERZENWEIHE UND PROZESSION<br />

Antiphon beim Anzünden der Kerzen<br />

Seht, Christus, der Herr, kommt in Macht und Herrlichkeit, er<br />

wird die Augen seiner Diener erleuchten. Halleluja.<br />

Segnung der Kerzen<br />

Gott, du Quell und Ursprung allen Lichtes, du hast am heutigen<br />

Tag dem greisen Simeon Christus geoffenbart als das Licht zur<br />

Erleuchtung der Heiden. Segne † die Kerzen, die wir in unseren<br />

Händen tragen und zu deinem Lob entzünden. Führe uns<br />

auf dem Weg des Glaubens und der Liebe zu jenem Licht, das<br />

nie erlöschen wird. Darum bitten wir durch Christus, unseren<br />

Herrn.<br />

oder:<br />

Gott, du bist das wahre Licht, das die Welt mit seinem Glanz<br />

hell macht. Erleuchte auch unsere Herzen, damit alle, die heute<br />

mit brennenden Kerzen in deinem heiligen Haus vor dich<br />

hintreten, einst das ewige Licht deiner Herrlichkeit schauen.<br />

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


Eucharistie · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 26<br />

Gesang zur Prozession Lk 2, 29–32<br />

Kehrvers:<br />

Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein<br />

Volk Israel.<br />

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, *<br />

wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. – Kehrvers<br />

Meine Augen haben das Heil gesehen, *<br />

das du vor allen Völkern bereitet hast. – Kehrvers<br />

Nunc dimittis (Lobgesang des Simeon),<br />

GL 665, 3 · GL 1975 700, 3 · KG 290 (III. Ton)<br />

MESSFEIER<br />

Gloria<br />

Wir haben dein Heil empfangen, o Gott,<br />

inmitten deines Tempels.<br />

Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm<br />

bis an die Enden der Erde;<br />

deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.<br />

Vgl. Ps 48, 10–11<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Maleachi Mal 3, 1–4<br />

So spricht Gott der HERR: Seht, ich sende meinen Boten; er<br />

soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem<br />

Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes,<br />

den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der<br />

Heerscharen.<br />

Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann<br />

bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des


27<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Schmelzers und wie die Lauge der Walker. Er setzt sich, um das<br />

Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis,<br />

er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem HERRN<br />

die richtigen Opfer darbringen. Und dem HERRN wird das Opfer<br />

Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der<br />

Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Es ist Nacht, bittere Winternacht. Doch diese Nacht haben Menschen<br />

gemacht. Der Prophet Maleachi („mein Bote“) verkündet,<br />

dass der Herr das Leid, das Menschen Menschen zufügen, nicht<br />

mehr ertragen will, nicht mehr erdulden und dulden will; dass<br />

er sich auf den Weg macht zu seinem bedrohten Volk, dass er<br />

schon unterwegs ist – zum Gericht. Ein Glück für die Unterdrückten,<br />

mehr als unbequem für die Unterdrücker. Doch der<br />

allerletzte Vers des Alten Testamentes verkündet den Gerichtstag<br />

zugleich als Tag der Rettung für ganz Israel. (Mal 3, 24) Ein<br />

Wort, hell wie der Tag. Wir dürfen glauben, dass uns dieser Tag<br />

in Jesus von Nazaret aufgestrahlt ist, „ein Licht, das die Heiden<br />

erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2, 32).<br />

Antwortpsalm Ps 24, 7–10<br />

Kehrvers:<br />

Der HERR der Heere, er ist der König der Herrlichkeit.<br />

Ihr Tore, hebt eure Häupter, /<br />

hebt euch, ihr uralten Pforten, *<br />

denn es kommt der König der Herrlichkeit!<br />

Wer ist dieser König der Herrlichkeit? *<br />

Der HERR, stark und gewaltig, der HERR,<br />

im Kampf gewaltig. – Kehrvers<br />

Ihr Tore, hebt eure Häupter, /<br />

hebt euch, ihr uralten Pforten, *<br />

denn es kommt der König der Herrlichkeit!


Eucharistie · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 28<br />

Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? *<br />

Der HERR der Heerscharen: Er ist der König der Herrlichkeit.<br />

Kehrvers:<br />

Der HERR der Heere, er ist der König der Herrlichkeit.<br />

Kehrvers vgl. Vers 10b, ferner GL 1975 122, 1 · KG 319 ·<br />

alternativ: GL 52, 1 · GL 1975 738, 1 · KG 622 (VIII. Ton)<br />

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 2, 11–12.13c–18<br />

Er, der heiligt, und sie, die geheiligt werden, stammen alle<br />

aus Einem; darum schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen<br />

und zu sagen: Ich will deinen Namen meinen Brüdern<br />

verkünden, inmitten der Gemeinde dich preisen; und ferner:<br />

Siehe, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat.<br />

Da nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hat auch er in<br />

gleicher Weise daran Anteil genommen, um durch den Tod den<br />

zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den<br />

Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem<br />

Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren. Denn er<br />

nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen<br />

Abrahams nimmt er sich an.<br />

Darum musste er in allem seinen Brüdern gleich sein, um<br />

ein barmherziger und treuer Hohepriester vor Gott zu sein und<br />

die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn da er gelitten hat und<br />

selbst in Versuchung geführt wurde, kann er denen helfen, die<br />

in Versuchung geführt werden.<br />

Ruf vor dem Evangelium Lk 2, 32<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für das<br />

Volk Israel.<br />

Halleluja.


29<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 2, 22–40<br />

Kurzfassung: Lk 2, 22–32<br />

Als sich für die Eltern Jesu die Tage der vom Gesetz des Mose<br />

vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das<br />

Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen,<br />

wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt<br />

soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie<br />

ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt:<br />

ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.<br />

Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser<br />

Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost<br />

Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist<br />

war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen,<br />

ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.<br />

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern<br />

das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach<br />

dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme<br />

und pries Gott mit den Worten:<br />

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in<br />

Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen,<br />

das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden<br />

erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.<br />

Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die<br />

über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu<br />

Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in<br />

Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er<br />

wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine<br />

Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken<br />

vieler Herzen offenbar werden.<br />

Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter<br />

Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als<br />

junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem<br />

Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig<br />

Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag<br />

und Nacht mit Fasten und Beten.


Eucharistie · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 30<br />

Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über<br />

das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.<br />

Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn<br />

vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.<br />

Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit<br />

und Gottes Gnade ruhte auf ihm.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Allmächtiger Gott, nach deinem Ratschluss hat dein eigener<br />

Sohn sich als makelloses Lamm für das Leben der Welt geopfert.<br />

Nimm die Gabe an, die deine Kirche in festlicher Freude<br />

darbringt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

heute hat die jungfräuliche Mutter deinen ewigen Sohn zum<br />

Tempel getragen; Simeon, vom Geist erleuchtet, preist ihn als<br />

Ruhm deines Volkes Israel, als Licht zur Erleuchtung der Heiden.<br />

Darum gehen auch wir dem Erlöser freudig entgegen und<br />

singen mit den Engeln und Heiligen das Lob deiner Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Lk 2, 30–31<br />

Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern<br />

bereitet hast.<br />

Schlussgebet<br />

Barmherziger Gott, stärke unsere Hoffnung durch das Sakrament,<br />

das wir empfangen haben, und vollende in uns das Werk<br />

deiner Gnade. Du hast die Erwartung Simeons erfüllt und ihn<br />

Christus schauen lassen. Erfülle auch unser Verlangen: Lass uns


31<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Auslegung<br />

Christus entgegengehen und in ihm das ewige Leben finden,<br />

der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Schlusssegen<br />

Der Herr segne euch und behüte euch; der Herr lasse sein Angesicht<br />

über euch leuchten und sei euch gnädig; er wende euch<br />

sein Antlitz zu und schenke euch seinen Frieden.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Peter Köster<br />

Hatte Lukas vorausgehend Jesu Eltern als gehorsam gegenüber<br />

dem kaiserlichen Befehl geschildert, so kommt es ihm<br />

jetzt darauf an, ihren Gehorsam gegenüber dem Gesetz des<br />

Mose bzw. des Herrn deutlich hervorzuheben. Viermal heißt<br />

es von ihnen, dass sie „nach dem Gesetz des Mose“, „wie geschrieben<br />

steht im Gesetz des Herrn“, „nach dem, was gesagt<br />

ist im Gesetz des Herrn“, „nach dem Brauch des Gesetzes“<br />

gehandelt haben. Am Ende fasst er in V. 39 noch einmal zusammen,<br />

dass sie „alles nach dem Gesetz des Herrn erfüllt“<br />

haben. Es ist nicht zu übersehen, dass Lukas Jesus von seiner<br />

Herkunft her weder in Auflehnung gegen die Römer noch im<br />

Widerspruch zur Thora sieht.<br />

Während die Botschaft von der Geburt des Messias bei den<br />

Hirten Aufnahme gefunden hatte, kündigt sich hier zum ersten<br />

Mal Widerspruch und Ablehnung an.<br />

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936),<br />

aus: Ders., Das Lukas-Evangelium – Orientierung am Weg Jesu.<br />

Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage,<br />

© EOS Verlag, St. Ottilien 2004, 41


Abend · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 32<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Zion, öffne deine Pforte,<br />

öffne sie dem ewgen Worte:<br />

Christus geht zum Tempel ein,<br />

der von Schuld uns zu entheben,<br />

sich zum Opfer hingegeben<br />

und der Priester selbst will sein.<br />

Seht, die Magd, die Gott erkoren,<br />

trägt den Herrn, den sie geboren,<br />

auf den Armen hocherfreut.<br />

Demutvoll in frommem Glauben<br />

bringt sie ein Paar junge Tauben<br />

dar voll Mutterseligkeit.<br />

Nicht mehr in des Tempels Hallen<br />

werden blutge Opfer fallen<br />

auf des Herren Hochaltar.<br />

Gottes Ratschluss zu erfüllen<br />

bringt der Sohn aus freiem Willen<br />

sich zum ewgen Opfer dar.<br />

König aller Herrlichkeiten,<br />

Stern aus Jakob, Licht der Heiden,<br />

Anfang einer neuen Zeit:<br />

Sei von uns mit Heilsverlangen<br />

wie von Simeon empfangen;<br />

jedes Herz sei dir geweiht.<br />

Freiburg 1839<br />

GL 778 (Anhang Rottenburg-Stuttgart)


33<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Canticum Kol 1, 12–20<br />

Antiphon:<br />

Die Antiphon wird zu Beginn und am Ende eines Canticums gebetet.<br />

Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern<br />

bereitet hast.<br />

Dankt dem Vater mit Freude! *<br />

Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben<br />

am Los der Heiligen, die im Licht sind.<br />

Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen *<br />

und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.<br />

Durch ihn haben wir die Erlösung, *<br />

die Vergebung der Sünden.<br />

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, *<br />

der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.<br />

Denn in ihm wurde alles erschaffen *<br />

im Himmel und auf Erden,<br />

das Sichtbare und das Unsichtbare, /<br />

Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; *<br />

alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.<br />

Er ist vor aller Schöpfung, *<br />

in ihm hat alles Bestand.<br />

Er ist das Haupt des Leibes, *<br />

der Leib aber ist die Kirche.<br />

Er ist der Ursprung, /<br />

der Erstgeborene der Toten; *<br />

so hat er in allem den Vorrang.<br />

Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, *<br />

um durch ihn alles zu versöhnen.<br />

Alles im Himmel und auf Erden wollte er<br />

zu Christus führen, *<br />

der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.<br />

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> 34<br />

Lesung Jes 12, 5–6<br />

Preist den Herrn, denn herrliche Taten hat er vollbracht; auf<br />

der ganzen Erde soll man es wissen. Jauchzt und jubelt, ihr<br />

Bewohner von Zion; denn groß ist in eurer Mitte der Heilige<br />

Israels.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Die Jungfrau Maria weiht heute im Tempel Gott, dem Herrn,<br />

ihr Kind. Erfüllt vom Heiligen Geist, nimmt es Simeon auf seine<br />

Arme und lobt den Herrn.<br />

Fürbitten<br />

Du Mitte und Grund unseres Lebens, du willst, dass wir dich<br />

mit ganzem Herzen suchen. Am heutigen Tag des geweihten<br />

Lebens rufen wir zu dir:<br />

A: Halte die Sehnsucht nach dir in uns wach.<br />

Viele Menschen um uns spüren eine innere Leere und Haltlosigkeit;<br />

– schenke ihnen Gefährten auf dem Weg ihres Suchens.<br />

Nach einer Zeit starker Veräußerlichung interessiert man sich<br />

heute wieder mehr für Spiritualität;<br />

– lass diese Ansätze nicht im Esoterischen versanden, sondern<br />

für die Gemeinschaft aller fruchtbar werden.<br />

Auch klösterliches Leben tritt wieder deutlicher ins gesellschaftliche<br />

Bewusstsein;<br />

– lass die entschiedene Hingabe an deine Sache auch zu unserer<br />

Zeit Menschen begeistern.<br />

Sterben und Tod drohen noch immer in Anonymität zu versinken;<br />

– lass mehr Menschen andere zum Übergang begleiten, dass<br />

die Hoffnung auf bleibende Gemeinschaft nicht stirbt.


35<br />

Sonntag, 2. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere<br />

menschliche Natur angenommen und wurde am heutigen Tag<br />

im Tempel dargestellt. Läutere unser Leben und Denken, damit<br />

wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Der ewige Vater,<br />

der uns voll Sehnsucht erwartet,<br />

er ziehe uns zu sich durch seine Liebe<br />

und nehme uns tröstend in seine Arme.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Montag, 3. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heiliger Ansgar<br />

Heiliger Blasius<br />

Ansgar (801–865) gilt als Wegbereiter des Christentums in Dänemark<br />

und Schweden und wird deshalb „Apostel des Nordens“<br />

genannt. Er stammte aus Corbie in Frankreich, wurde in der<br />

Abtei Corbie erzogen und trat dort in den Benediktinerorden ein.<br />

823 wurde er Lehrer an der Klosterschule des neu gegründeten<br />

Klosters Corvey an der Weser. Ab 826 unternahm er entbehrungsreiche<br />

Missionsreisen nach Skandinavien, die kaum Erfolg hatten.<br />

831 wurde er erster Bischof von Hamburg und päpstlicher Legat<br />

für die Mission im Norden. Nach der Plünderung seines Missionsstützpunktes<br />

Hamburg durch die Wikinger musste er die Skandinavienmission<br />

aufgeben und wurde Bischof von Bremen. Versuche,<br />

den Bischofssitz wieder nach Hamburg zu verlegen, scheiterten an<br />

erneuten Plünderungen. Deshalb wurde 864 die Diözese Hamburg-<br />

Bremen errichtet. Ansgar errichtete Spitäler, kaufte Gefangene frei<br />

und setzte sich für die Abschaffung des Sklavenhandels ein. Nach<br />

wie vor betrieb er seine weiterhin äußerst mühsame Missionstätigkeit.<br />

In den letzten Jahren seines Lebens widmete er sich verstärkt<br />

der kirchlichen Aufbauarbeit in seinem Bistum.<br />

Schrifttexte: Lesung: Jes 52, 7–10; Evangelium: Mk 1, 14–20<br />

Blasius gilt als Schutzpatron gegen Halsleiden und wird zu den<br />

Vierzehn Nothelfern gezählt. Er lebte um die Wende des 3./4.<br />

Jahrhunderts. Als standhafter Bekenner seines Glaubens erlitt er<br />

um 316 unter Kaiser Licinius (oder bereits unter Diokletian) nach<br />

schrecklichen Qualen den Märtyrertod. Von seinem Leben wissen<br />

wir nur aus Legenden. Bevor er Bischof von Sebaste (in Armenien)<br />

wurde, soll er Arzt gewesen und wegen seiner Hilfsbereitschaft<br />

und Nächstenliebe besonders geschätzt worden sein. Eine Legende<br />

berichtet, er habe im Kerker einen Knaben, der sich an einer Fischgräte<br />

verschluckt hatte, durch sein Gebet vor dem Erstickungstod


37<br />

Montag, 3. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

gerettet. Darauf geht der im 16. Jahrhundert entstandene Brauch<br />

des Blasiussegens zurück, in dem Blasius um Fürsprache bei Halskrankheiten<br />

gebeten wird.<br />

Schrifttexte: Lesung: Röm 5, 1–5; Evangelium: Mk 16, 15–20<br />

Namenstag: Simeon und Hannah (biblische Gestalten) · Werburg von<br />

Hanbury (Äbtissin, † um 700) · Nithard von Corbie (Glaubensbote<br />

in Schweden, Märtyrer, † um 845) · Michael Brenner (Seelsorger,<br />

† 1868) · sel. Maria Stollenwerk (Mitgründerin der Steyler Missionsschwestern,<br />

† 1900) · Alojs Andritzki (sorb. Priester des Bistums Meißen,<br />

Märtyrer, † 1943)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Größer als alle Bedrängnis<br />

ist deine Treue.<br />

Du sprengtest unser Gefängnis,<br />

du bringst uns das Neue:<br />

Dein Leben will singen<br />

aus Tod und Misslingen.<br />

Lobt Gott, halleluja!<br />

Größer als unser Versagen<br />

ist deine Treue.<br />

Du hast es ans Kreuz getragen,<br />

du bringst uns das Neue:<br />

Dein Leben will brechen<br />

aus unseren Schwächen.<br />

Lobt Gott, halleluja!


Morgen · Montag, 3. <strong>Februar</strong> 38<br />

Groß wie du selbst ist geblieben,<br />

Herr, deine Treue.<br />

Ewige Liebe muss lieben,<br />

du bringst uns das Neue:<br />

Dein Herz will sich geben<br />

uns selber zum Leben.<br />

Lobt Gott, halleluja!<br />

aus: Silja Walter, Gesamtausgabe, Band 10<br />

© 2005 Paulusverlag in der Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br.<br />

Psalm 119 <br />

Verse 129–136 Pe<br />

Deine Vorschriften sind der Bewunderung wert; *<br />

darum bewahrt sie mein Herz.<br />

Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung, *<br />

den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht.<br />

Weit öffne ich meinen Mund<br />

und lechze nach deinen Geboten; *<br />

denn nach ihnen hab ich Verlangen.<br />

Wende dich mir zu, sei mir gnädig, *<br />

wie es denen gebührt, die deinen Namen lieben.<br />

Festige meine Schritte, wie du es verheißen hast. *<br />

Lass kein Unrecht über mich herrschen!<br />

Erlöse mich aus der Gewalt der Menschen; *<br />

dann will ich deine Befehle halten.<br />

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht *<br />

und lehre mich deine Gesetze!<br />

Tränenbäche strömen aus meinen Augen, *<br />

weil man dein Gesetz nicht befolgt.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wunderbar ist dein Gebot, gütiger Gott. Hilf uns, die Not unseres<br />

Nächsten zu sehen und seine Wunden zu heilen.


39<br />

Montag, 3. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Lesung Jdt 8, 25–27<br />

Lasst uns dem Herrn, unserem Gott, danken, dass er uns<br />

ebenso prüft wie schon unsere Väter. Denkt daran, was<br />

er mit Abraham machte, wie er Isaak prüfte und was Jakob<br />

im syrischen Mesopotamien erlebte, als er die Schafe Labans,<br />

des Bruders seiner Mutter, hütete. Denn wie er diese Männer<br />

im Feuer geläutert hat, um ihr Herz zu prüfen, so hat er auch<br />

mit uns kein Strafgericht vor, sondern der Herr züchtigt seine<br />

Freunde, um sie zur Einsicht zu führen.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels. Er hat uns besucht und<br />

befreit.<br />

Bitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der uns besucht und befreit<br />

hat:<br />

A: Zeig uns dein Angesicht.<br />

– Wenn wir Schuld auf uns geladen haben.<br />

– Wenn wir mit unseren Nächsten zerstritten sind.<br />

– Wenn wir die Orientierung verloren haben.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du hast den Menschen die Erde anvertraut, sie zu hüten<br />

und zu bebauen, und lässt die Sonne über ihnen aufgehen,<br />

damit sie ihnen leuchte. Gib, dass unser Tagewerk gelinge, zu<br />

deiner Ehre und zum Wohl unseres Nächsten. Darum bitten<br />

wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Montag, 3. <strong>Februar</strong> 40<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, du hast der Welt das Evangelium geschenkt, damit es sie<br />

wie ein Sauerteig durchdringe. Sei allen Christen nahe, die du<br />

berufen hast, ein Leben mitten in der Welt zu führen. Schenke<br />

ihnen den wahren christlichen Geist, damit sie durch die rechte<br />

Erfüllung ihrer weltlichen Aufgaben am Aufbau deines Reiches<br />

mitarbeiten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel<br />

2 Sam 15, 13–14.30; 16, 5–13a<br />

In jenen Tagen kam ein Bote und meldete David: Das Herz<br />

der Israeliten hat sich Abschalom zugewandt! Da sagte David<br />

zu allen seinen Dienern, die noch bei ihm in Jerusalem waren:<br />

Auf, wir müssen fliehen, denn für uns gibt es keine Rettung vor<br />

Abschalom. Beeilt euch mit dem Aufbruch, sonst kommt er und<br />

holt uns ein, bringt Unglück über uns und schlägt die Stadt mit<br />

scharfem Schwert.<br />

David stieg weinend und mit verhülltem Haupte den Ölberg<br />

hinauf; er ging barfuß, und alle Leute, die bei ihm waren, verhüllten<br />

ihr Haupt und zogen weinend hinauf.<br />

Als König David nach Bahurim kam, da kam plötzlich aus der<br />

Stadt ein Mann namens Schimi, ein Sohn Geras aus der Sippe<br />

des Hauses Saul. Er kam David mit Flüchen entgegen und warf<br />

mit Steinen nach ihm und allen Dienern des Königs David, obwohl<br />

das ganze Volk und alle Krieger rechts und links um ihn<br />

standen. Schimi schrie und fluchte: Verschwinde, verschwinde,<br />

du Mörder, du Niederträchtiger! Der Herr hat all deine Blutschuld<br />

am Haus Sauls, an dessen Stelle du König geworden bist,<br />

auf dich zurückfallen lassen. Der Herr hat das Königtum in die<br />

Hand deines Sohnes Abschalom gegeben. Nun bist du ins Unglück<br />

geraten; denn du bist ein Mörder.


41<br />

Montag, 3. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Da sagte Abischai, der Sohn der Zeruja, zum König: Warum<br />

flucht dieser tote Hund meinem Herrn, dem König? Ich will<br />

hinübergehen und ihm den Kopf abschlagen.<br />

Doch der König antwortete: Was habe ich mit euch zu schaffen,<br />

ihr Söhne der Zeruja? Wenn er flucht und wenn der Herr<br />

ihm gesagt hat: Verfluch David!, wer darf dann fragen: Warum<br />

tust du das? Und weiter sagte David zu Abischai und all seinen<br />

Dienern: Seht, mein leiblicher Sohn trachtet mir nach dem Leben,<br />

wie viel mehr muss es dann dieser Benjaminiter tun. Lasst<br />

ihn fluchen! Sicherlich hat es ihm der Herr geboten. Vielleicht<br />

sieht der Herr mein Elend an und erweist mir Gutes für den<br />

Fluch, der mich heute trifft. David und seine Männer setzten<br />

ihren Weg fort.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Schlimmer wird’s nimmer. Schimi, Parteigänger des Hauses<br />

Saul, schäumt vor Wut, verflucht David, wirft Steine und Erde<br />

auf den ohnehin schwer bedrängten König, und schließlich<br />

wirft er David auch noch Mord an Sauls Leuten vor. Wie würde<br />

ich reagieren? Ich fürchte mich vor aggressiven Menschen,<br />

schon verbale Zudringlichkeiten machen mir Angst. Davids<br />

Lage ist zum Verzweifeln, und einer seiner Getreuen bietet mit<br />

groben Worten an, den Angreifer nachhaltig auszuschalten.<br />

Doch David bremst den Eifer seines Verteidigers. Er gebietet<br />

Einhalt. Er lässt nicht zu, dass der Rasende, der ihm ans Leder,<br />

ans Leben will, erschlagen wird wie ein tollwütiger Hund.<br />

König David hält Schmähungen und Lebensgefährdung aus,<br />

ohne zurückzuschlagen, ohne den todgefährlichen Angreifer<br />

totschlagen zu lassen. David geifert nicht zurück, sondern reagiert<br />

demütig und wohl gerade darum gelassen: Vielleicht hat<br />

mir Gott den Schimi gesandt? Hier ist der große König wahrhaft<br />

groß.


Eucharistie · Montag, 3. <strong>Februar</strong> 42<br />

Antwortpsalm Ps 3, 2–7<br />

Kehrvers:<br />

Herr, erhebe dich, mein Gott; bring mir Hilfe!<br />

Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; *<br />

so viele stehen gegen mich auf.<br />

Viele gibt es, die von mir sagen: *<br />

„Er findet keine Hilfe bei Gott.“ – Kehrvers<br />

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, *<br />

du bist meine Ehre und richtest mich auf.<br />

Ich habe laut zum Herrn gerufen; *<br />

da erhörte er mich von seinem heiligen Berg. – Kehrvers<br />

Ich lege mich nieder und schlafe ein, *<br />

ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.<br />

Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, *<br />

wenn sie mich ringsum belagern. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 8ab, ferner GL 307, 5 (I. Ton)<br />

oder GL 1975 733, 1 · KG 619 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 7, 16<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Ein großer Prophet trat unter uns auf: Gott nahm sich seines<br />

Volkes an.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 5, 1–20<br />

In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger an das andere Ufer<br />

des Sees, in das Gebiet von Gerasa. Als er aus dem Boot stieg,<br />

lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen<br />

war. Er kam von den Grabhöhlen, in denen er lebte. Man<br />

konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln. Schon oft<br />

hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber er hatte die


43<br />

Montag, 3. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn<br />

bezwingen. Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den<br />

Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen.<br />

Als er Jesus von Weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor<br />

ihm nieder und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus,<br />

Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle<br />

mich nicht! Jesus hatte nämlich zu ihm gesagt: Verlass diesen<br />

Mann, du unreiner Geist! Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er<br />

antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele. Und er<br />

flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen.<br />

Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große<br />

Schweineherde. Da baten ihn die Dämonen: Lass uns doch in<br />

die Schweine hineinfahren! Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen<br />

die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die<br />

Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den<br />

See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken.<br />

Die Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den<br />

Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen<br />

war. Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann,<br />

der von der Legion Dämonen besessen gewesen war. Er saß<br />

ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fürchteten<br />

sie sich. Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen,<br />

was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen<br />

war. Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.<br />

Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den<br />

Dämonen besessen war, bei ihm bleiben zu dürfen. Aber Jesus<br />

erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte<br />

deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie<br />

er Erbarmen mit dir gehabt hat. Da ging der Mann weg und<br />

verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan<br />

hatte, und alle staunten.


Abend · Montag, 3. <strong>Februar</strong> 44<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Wir sind mit dem Unsichtbaren mehr als mit dem Sichtbaren<br />

verbunden.<br />

Novalis (Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg,<br />

Dichter, 1772–1801)<br />

• Worin wurzelt mein Leben?<br />

• Worauf vertraue und baue ich?<br />

Confiteor – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und<br />

Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –<br />

ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken – durch<br />

meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.<br />

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen<br />

und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei<br />

Gott, unserem Herrn.<br />

Hymnus<br />

Verleih uns, o Herr,<br />

dass die Ohren,<br />

die deinen Lobpreis gehört haben,<br />

verschlossen seien für die Stimme<br />

des Streites und des Unfriedens;<br />

dass die Augen,<br />

die deine große Liebe gesehen haben,<br />

auch deine selige Hoffnung schauen;<br />

dass die Zungen,


45<br />

Montag, 3. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

die dein Lob gesungen haben,<br />

hinfort die Wahrheit bezeugen;<br />

dass die Füße,<br />

die in deinen Vorhöfen gestanden haben,<br />

hinfort gehen auf den Wegen des Lichtes;<br />

und dass die Leiber,<br />

die an deinem lebendigen Leibe<br />

Anteil gehabt haben,<br />

in einem neuen Leben wandeln.<br />

Dir sei Dank für deine unaussprechliche Gabe!<br />

Südindische (Malabar-)Liturgie,<br />

Übertragung aus: Rüdiger von Voss/Ellen und Gerhard Ringshausen (Hg.),<br />

Kleines Stundenbuch für wache Zeitgenossen, Freiburg 1998, S. 85,<br />

© bei den Herausgebern<br />

Psalm 120<br />

Ich rief zum Herrn in meiner Not, *<br />

und er hat mich erhört.<br />

Herr, rette mein Leben vor Lügnern, *<br />

rette es vor falschen Zungen!<br />

Was soll er dir tun, was alles dir antun, *<br />

du falsche Zunge?<br />

Scharfe Pfeile von Kriegerhand *<br />

und glühende Ginsterkohlen dazu.<br />

Weh mir, dass ich als Fremder in Meschech bin *<br />

und bei den Zelten von Kedar wohnen muss!<br />

Ich muss schon allzu lange wohnen *<br />

bei Leuten, die den Frieden hassen.<br />

Ich verhalte mich friedlich; *<br />

doch ich brauche nur zu reden,<br />

dann suchen sie Hader und Streit.<br />

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Montag, 3. <strong>Februar</strong> 46<br />

Von Spannungen ist unsere Welt gezeichnet, Unruhe herrscht<br />

in unserem Herzen. Höre uns, Gott des Lebens, gib uns deinen<br />

Frieden.<br />

Lesung <br />

1 Sam 16, 7b<br />

Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der<br />

Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht<br />

das Herz.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Meine Seele preise dich allezeit, Gott, du mein Retter.<br />

Fürbitten (Gebetsanliegen des Papstes)<br />

– Beten wir, dass der Hilferuf unserer Schwestern und Brüder<br />

auf der Flucht gehört und beachtet wird – insbesondere der<br />

Opfer des Menschenhandels.<br />

Näheres zu diesem Gebetsanliegen erfahren Sie auf www.magnificat.de/aktuelles.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du möchtest, dass unsere Welt ein Zuhause wird für alle,<br />

die auf ihr leben. Mach du uns bereit, unsere Herzen für unsere<br />

Mitmenschen und Mitgeschöpfe zu öffnen. Hilf uns erkennen,<br />

wo wir ihnen etwas von deiner Güte und deinem Frieden<br />

schenken können. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Redaktion Magnificat<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heiliger Rabanus Maurus<br />

Rabanus (780–856) war ein hochgebildeter Mann, der es sich<br />

zur Aufgabe machte, das klassische Wissen an seine Gegenwart<br />

weiterzugeben. Er erhielt deshalb den Ehrennamen „Lehrer Germaniens“<br />

(Praeceptor Germaniae). Rabanus wurde mit 15 Jahren<br />

Mönch des Benediktinerklosters Fulda. Später kam er zur weiteren<br />

Ausbildung nach Tours zu Abt Alkuin, der ihm in Erinnerung an<br />

den großen Schüler des hl. Benedikt den Beinamen Maurus gab.<br />

Nach Fulda zurückgekehrt, wurde Rabanus Lehrer, später Leiter<br />

der Klosterschule. 814 empfing er die Priesterweihe. 822 übernahm<br />

er als Abt die Leitung des Klosters. 847 wurde er zum Erzbischof<br />

von Mainz ernannt. Trotz seiner vielfältigen Aufgaben nahm<br />

er sich weiterhin Zeit für seine schriftstellerische und lehrende Tätigkeit.<br />

Unter anderem verfasste er eine 22-bändige Enzyklopädie<br />

des gesamten Wissens seiner Zeit. Neben anderen soll auch der<br />

berühmte Pfingsthymnus „Veni creator spiritus“ von ihm stammen.<br />

Schrifttexte: Lesung: Weish 9, 1–6.9–10.12a; Evangelium: Mt 5,<br />

13–16<br />

Namenstag: Veronika († 70) · Gilbert von Sempringham (Kloster- und<br />

Ordensgründer, † 1189) · sel. Christian von Himmerod (Zisterzienser,<br />

† um 1222) · Johanna von Valois (frz. Königstochter, Ordensgründerin,<br />

† 1505)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> 48<br />

Hymnus<br />

Betäubt und bitter vor Verlust,<br />

Ursprung und Ziel verloren –<br />

dies Leben, das kein Leben ist,<br />

noch tot, noch ungeboren.<br />

Mach auf, du, der im Lichte wohnt,<br />

dass nicht zum Tod verdammt sind,<br />

wir, die nach dir benannt sind.<br />

Dein Name, einst uns zugesagt,<br />

klingt fort in unsern Ohren,<br />

damit wir Recht tun allezeit<br />

und sind aus dir geboren:<br />

,Ein Nächster dem Geringsten sein‘ –<br />

das Wort hat Sinn gegeben<br />

dem angstbelad’nen Leben.<br />

Nicht Schicksal wird beschieden sein,<br />

die deinen Weg begehen;<br />

nur du wirst ihnen Atem sein<br />

und lässt dein Land sie sehen.<br />

Die Wüsten sind von Tau getränkt,<br />

Gerechtigkeit erfahren,<br />

die schon verworfen waren.<br />

Text: Huub Oosterhuis (Übersetzung: Hanns Keßler),<br />

aus: Huub Oosterhuis, Du Atem meiner Lieder. 100 Lieder und Gesänge,<br />

© 2009 Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br., 35<br />

Psalm 102 Verse 24–29<br />

Der Herr hat meine Kraft auf dem Weg gebrochen, *<br />

er hat meine Tage verkürzt.<br />

Darum sage ich:<br />

Raff mich nicht weg in der Mitte des Lebens, *<br />

mein Gott, dessen Jahre Geschlecht um Geschlecht überdauern!


49<br />

Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Vorzeiten hast du der Erde Grund gelegt, *<br />

die Himmel sind das Werk deiner Hände.<br />

Sie werden vergehen, du aber bleibst; *<br />

sie alle zerfallen wie ein Gewand;<br />

du wechselst sie wie ein Kleid, *<br />

und sie schwinden dahin.<br />

Du aber bleibst, der du bist, *<br />

und deine Jahre enden nie.<br />

Die Kinder deiner Knechte werden in Sicherheit wohnen, *<br />

ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wenn sich alle gegen uns wenden, sei unsere Kraft, ewiger Vater.<br />

Lass uns in der Einsamkeit deine tröstende Nähe spüren.<br />

Lesung Jes 25, 8<br />

Gott beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die<br />

Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt<br />

er von seinem Volk die Schande hinweg.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Aus den Händen aller, die uns hassen, errette uns, o Herr.<br />

Bitten<br />

Schöpfer des Lebens, großer Gott:<br />

A: Lass uns nicht allein.<br />

– Wenn uns Trauer niederdrückt.<br />

– Wenn wir dem Verzweifeln nahe sind.<br />

– Wenn wir einen lieben Menschen verloren haben.<br />

Vaterunser


Eucharistie · Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> 50<br />

Oration<br />

Ewiger Gott. Die Tage zerrinnen uns zwischen den Händen.<br />

Unser Leben schwindet dahin. Du aber bleibst. Gestern und<br />

heute und morgen bist du derselbe. Von Ewigkeit her kennst du<br />

uns. Unsere Zukunft liegt in deiner Hand. Mach uns bereit für<br />

alles, was du mit uns tun wirst. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott des Lebens. Durch die Auferstehung deines Sohnes wissen<br />

wir: Der Tod ist überwunden, der Weg zu dir steht offen, unser<br />

Leben ist unvergänglich. Hilf uns, in dieser Gewissheit unser<br />

Leben anzunehmen und daraus zu machen, was du von uns<br />

erwartest. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel<br />

2 Sam 18, 6.9–10.14b.24–25b.30 – 19,3<br />

In jenen Tagen zogen die Leute Davids ins Feld, den Israeliten<br />

entgegen, und im Wald Efraim kam es zur Schlacht. Plötzlich<br />

kam Abschalom in das Blickfeld der Krieger Davids; er ritt auf<br />

einem Maultier. Als das Maultier unter den Ästen einer großen<br />

Eiche hindurchlief, blieb Abschalom mit dem Kopf fest an der<br />

Eiche hängen, sodass er zwischen Himmel und Erde schwebte<br />

und das Maultier unter ihm weglief. Jemand sah es und meldete<br />

Joab: Ich habe gerade Abschalom an einer Eiche hängen sehen.<br />

Joab nahm drei Spieße in die Hand und stieß sie Abschalom, der<br />

noch lebend an der Eiche hing, ins Herz.


51<br />

Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

David saß zwischen den beiden Toren. Der Späher aber war<br />

auf das Dach des Tores, auf die Mauer, gestiegen, und als er<br />

Ausschau hielt, sah er einen einzelnen Mann herbeilaufen. Der<br />

Späher rief dem König die Meldung zu. Der König sagte: Wenn<br />

er allein ist, dann bringt er eine gute Nachricht. Der König befahl<br />

dem Späher: Tritt zur Seite und stell dich hierher! Der trat<br />

zur Seite und blieb dort stehen.<br />

Da kam ein Kuschiter und sagte: Mein Herr, der König, lasse<br />

sich die gute Nachricht bringen, dass der Herr dir heute Recht<br />

verschafft hat gegenüber allen, die sich gegen dich erhoben hatten.<br />

Der König fragte den Kuschiter: Geht es dem Jungen, Abschalom,<br />

gut? Der Kuschiter antwortete: Wie dem jungen Mann<br />

möge es allen Feinden meines Herrn, des Königs, ergehen, allen,<br />

die sich in böser Absicht gegen dich erhoben haben.<br />

Da zuckte der König zusammen, stieg in den oberen Raum<br />

des Tores hinauf und weinte. Während er hinaufging, rief er<br />

immer wieder: Mein Sohn Abschalom, mein Sohn, mein Sohn<br />

Abschalom! Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben, Abschalom,<br />

mein Sohn, mein Sohn!<br />

Man meldete Joab: Der König weint und trauert um Abschalom.<br />

So wurde der Tag der Rettung für das ganze Volk zu einem<br />

Trauertag; denn die Leute hörten an diesem Tag: Der König ist<br />

voll Schmerz wegen seines Sohnes.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Gerettet. Doch David weint. Sieg auf der ganzen Linie. Aber der<br />

Sieger weint. Der König lebt. Doch David weint. Er lebt, er hat<br />

den Angriff und den Aufstand überlebt, doch lieber wäre er tot.<br />

Denn David liebt. „Wäre ich doch an deiner Stelle gestorben,<br />

Abschalom, mein Sohn, mein Sohn!“ Schmerzinfarkt. Das eigene<br />

Kind überleben zu müssen, welche Qual. David, ungepanzert,<br />

wie einst vor Goliath, und doch ganz anders jetzt. David<br />

ist fassungslos, abgründiger Schmerz. David, über den Graben,<br />

über die Gräber der Jahrtausende kommst du uns nah.


Eucharistie · Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> 52<br />

Antwortpsalm Ps 86, 1–6<br />

Kehrvers:<br />

Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr!<br />

Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr! *<br />

Denn ich bin arm und gebeugt.<br />

Beschütze mich, denn ich bin dir ergeben! *<br />

Hilf deinem Knecht, der dir vertraut! – Kehrvers<br />

Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr! *<br />

Den ganzen Tag rufe ich zu dir.<br />

Herr, erfreue deinen Knecht; *<br />

denn ich erhebe meine Seele zu dir. – Kehrvers<br />

Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, *<br />

für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.<br />

Herr, vernimm mein Beten, *<br />

achte auf mein lautes Flehen. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 1a, ferner GL 664, 1 (VIII. Ton)<br />

oder GL 1975 733, 1 · KG 619 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 8, 17<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Christus hat unsere Leiden auf sich genommen, unsere Krankheiten<br />

hat er getragen.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 5, 21–43<br />

In jener Zeit fuhr Jesus im Boot ans andere Ufer des Sees von<br />

Galiläa hinüber, und eine große Menschenmenge versammelte<br />

sich um ihn. Während er noch am See war, kam ein Synagogenvorsteher<br />

namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm<br />

zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter<br />

liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie<br />

wieder gesund wird und am Leben bleibt. Da ging Jesus mit<br />

ihm.


53<br />

Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Darunter<br />

war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt.<br />

Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei<br />

sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber<br />

es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer<br />

schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört.<br />

Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran<br />

und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch<br />

nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Sofort hörte die<br />

Blutung auf, und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden<br />

geheilt war.<br />

Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm<br />

ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte:<br />

Wer hat mein Gewand berührt? Seine Jünger sagten zu ihm:<br />

Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da<br />

fragst du: Wer hat mich berührt?<br />

Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam<br />

die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen<br />

war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze<br />

Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat<br />

dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt<br />

sein.<br />

Während Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des<br />

Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jaïrus: Deine<br />

Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch<br />

länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher:<br />

Sei ohne Furcht; glaube nur! Und er ließ keinen<br />

mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder<br />

des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers.<br />

Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut<br />

weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum<br />

schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft<br />

nur. Da lachten sie ihn aus.<br />

Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern<br />

nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. Er


Abend · Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> 54<br />

fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das<br />

heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand<br />

das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die<br />

Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen<br />

ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man<br />

solle dem Mädchen etwas zu essen geben.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Auch die große Weltuhr hat irgendwo einen Wecker.<br />

Christian Friedrich Hebbel (deutscher Dramatiker und Lyriker, 1813–1863)<br />

• Wie kann ich dazu beitragen, dass unsere Welt nicht „vor<br />

der Zeit“ ihr Ende findet?<br />

• Gottes gute Schöpfung, unsere Erde – was bedeutet sie mir?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder:<br />

V: Erbarme dich, Herr, unser Gott, erbarme dich.<br />

A: Denn wir haben vor dir gesündigt.<br />

V: Erweise, Herr, uns deine Huld.<br />

A: Und schenke uns dein Heil.<br />

Hymnus<br />

O Gott, aus deinem klaren Licht<br />

schufst du für uns den hellen Tag.<br />

Wir suchen dich, des Lichtes Quell,<br />

nun, da der Tag hinuntersinkt.


55<br />

Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Die Sonne eilt dem Westen zu<br />

auf ihrer vorbestimmten Bahn,<br />

rasch senkt der Abend sich herab<br />

und hüllt die Welt in Dunkelheit.<br />

Wir flehn zu dir, o höchster Herr,<br />

ermüdet von des Tages Last:<br />

Mit deinem Segen nehme uns<br />

die Nacht in ihre Ruhe auf.<br />

Wenn unser letzter Tag sich neigt,<br />

dann wehre, Herr, der Finsternis<br />

und führe uns in deiner Huld<br />

zum Licht, das keinen Abend kennt.<br />

Dies schenk uns, Vater voller Macht,<br />

und du, des Vaters einz’ger Sohn,<br />

die ihr in Einheit mit dem Geist<br />

auf ewig thront im Reich des Lichts. Amen.<br />

Nach: Deus, qui claro lumine; 7.–8. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 628 – altern. Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469<br />

Psalm 138<br />

Ich will dir danken aus ganzem Herzen, *<br />

dir vor den Engeln singen und spielen;<br />

ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin *<br />

und deinem Namen danken für deine Huld und Treue.<br />

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, *<br />

deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.<br />

Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief; *<br />

du gabst meiner Seele große Kraft.<br />

Dich sollen preisen, Herr, alle Könige der Welt, *<br />

wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen.<br />

Sie sollen singen von den Wegen des Herrn; *<br />

denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn.


Abend · Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> 56<br />

Ja, der Herr ist erhaben; /<br />

doch er schaut auf die Niedrigen, *<br />

und die Stolzen erkennt er von fern.<br />

Gehe ich auch mitten durch große Not: *<br />

du erhältst mich am Leben.<br />

Du streckst die Hand aus gegen meine wütenden Feinde, *<br />

und deine Rechte hilft mir.<br />

Der Herr nimmt sich meiner an. /<br />

Herr, deine Huld währt ewig. *<br />

Lass nicht ab vom Werk deiner Hände!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wir preisen dich, du Höchster, denn du hast die Worte unseres<br />

Mundes gehört und deinen Namen an uns verherrlicht. Du<br />

nimmst dich unser an. Dir sei Lob und Dank auf ewig.<br />

Lesung Röm 8, 35.37–39<br />

Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis<br />

oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr<br />

oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt<br />

hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder<br />

Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,<br />

weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere<br />

Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus<br />

Jesus ist, unserem Herrn.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Großes hat an mir getan der Mächtige, sein Name ist heilig.<br />

Fürbitten<br />

Zu Jesus, der die Tochter des Synagogenvorstehers Jaïrus wieder<br />

zum Leben erweckt hat, lasst uns rufen:


57<br />

Dienstag, 4. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

A: Kyrie, eleison.<br />

Für die vielen Kinder, denen Nahrung und Medikamente fehlen;<br />

– dass ihnen ein Leben in Gesundheit und Würde möglich wird.<br />

Für die lebensbedrohlich erkrankten Kinder;<br />

– dass Wege gefunden werden, ihnen zu helfen.<br />

Für alle, die sich kranken Kindern widmen;<br />

– dass sie stets neue Kraft für ihre Aufgabe finden.<br />

Für alle, die ein Kind verloren haben;<br />

– dass sie in ihrem Schmerz nicht verzweifeln.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Unaussprechlicher, unbegreiflicher Gott, in deinem Sohn Jesus<br />

Christus hast du uns deine rettende Gnade erwiesen. Gib, dass<br />

wir in seinem Namen die Kraft finden, ihm zu folgen und unser<br />

Leben ganz auf dich zu bauen. Darum bitten wir durch ihn,<br />

Jesus Christus.<br />

Redaktion Magnificat<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heilige Agatha<br />

Agatha lebte im dritten Jahrhundert. Der Überlieferung nach<br />

stammte sie aus Catania (Sizilien) und erlitt – wahrscheinlich<br />

unter Kaiser Decius – den Märtyrertod. Die Legende berichtet, sie<br />

habe sich geweigert, den heidnischen Präfekten Quintianus zu heiraten.<br />

Um ihren Glauben zu erschüttern, habe dieser sie daraufhin<br />

verhaften und in ein Bordell verschleppen lassen. Da er damit<br />

nichts ausrichten konnte, habe er sie grausam martern lassen, bis<br />

sie schließlich im Kerker den Tod fand. Ihre Verehrung verbreitete<br />

sich schon früh über Sizilien hinaus.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Kor 1, 26–31; Evangelium: Lk 9, 23–26<br />

Namenstag: Ingenuin († um 605) und Albuin († 1005/06, Bischöfe<br />

von Säben) · Domitian, Herzog von Kärnten († um 800) · Adelheid von<br />

Vilich (Äbtissin, Wohltäterin, † 1008/21)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Hymnus<br />

Du Sohn der Jungfrau,<br />

Schöpfer deiner Mutter,<br />

dich trug die Jungfrau,<br />

dich gebar die Jungfrau.<br />

Da wir den Lobpreis<br />

einer Jungfrau singen,<br />

hör unser Rufen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


59<br />

Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Zweifache Krone<br />

krönt die heil’ge Jungfrau,<br />

die ihre Liebe<br />

einzig Christus schenkte<br />

und ihren Glauben<br />

an den Herrn besiegelt’<br />

mit ihrem Tode.<br />

Tapfer und furchtlos<br />

trug sie Qual und Marter,<br />

und die da schwach war,<br />

hat beschämt die Starken.<br />

Denn Gottes Gnade<br />

kommt erst in der Schwachheit<br />

ganz zur Vollendung.<br />

Herr, sei uns gnädig,<br />

da sie für uns bittet;<br />

tilge die Sünde,<br />

treibe aus das Böse,<br />

dass wir dich loben<br />

und dich reinen Herzens<br />

preisen auf ewig. Amen.<br />

Nach: Virginis proles opifexque matris; spätestens 10. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 484 · GL 1975 634 · KG 143 · EG 227<br />

Psalm 146<br />

Lobe den Herrn, meine Seele! /<br />

Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, *<br />

meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin.<br />

Verlasst euch nicht auf Fürsten, *<br />

auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt.<br />

Haucht der Mensch sein Leben aus /<br />

und kehrt er zurück zur Erde, *<br />

dann ist es aus mit all seinen Plänen.


Morgen · Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> 60<br />

Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist *<br />

und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.<br />

Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,<br />

das Meer und alle Geschöpfe; *<br />

er hält ewig die Treue.<br />

Recht verschafft er den Unterdrückten, /<br />

den Hungernden gibt er Brot; *<br />

der Herr befreit die Gefangenen.<br />

Der Herr öffnet den Blinden die Augen, *<br />

er richtet die Gebeugten auf.<br />

Der Herr beschützt die Fremden *<br />

und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.<br />

Der Herr liebt die Gerechten, *<br />

doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.<br />

Der Herr ist König auf ewig, *<br />

dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Nur du, Herr, kannst uns helfen. Öffne uns die Augen und richte<br />

uns auf, damit wir deinen Schritten folgen, du unser König.<br />

Lesung 1 Kor 1, 18–19<br />

Das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit;<br />

uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Es heißt<br />

nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen<br />

und die Klugheit der Klugen verschwinden.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Vor Freude strahlend ging Agatha in den Kerker, als ginge sie<br />

zu einem Gastmahl, und betend empfahl sie dem Herrn ihren<br />

Kampf.


61<br />

Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Bitten<br />

Lasst uns beten zu Gott, dem Ursprung und Ziel unseres Lebens:<br />

A: Zieh uns zu dir hin.<br />

– Halte in uns die Sehnsucht nach dir lebendig.<br />

– Gib, dass wir deine Weisung hören und sie befolgen.<br />

– Wenn uns der Mut verlässt, komm du uns entgegen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, du hast die heilige Agatha zur Jungfräulichkeit<br />

um Christi willen berufen und ihr die Gnade des Martyriums<br />

geschenkt. Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller<br />

Bedrängnis auszuharren und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Christus Jesus, du birgst unsere Vergangenheit<br />

in deinem Herzen und willst uns Zukunft eröffnen.<br />

Segne uns, du unser Friede.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel 2 Sam 24, 2.9–17<br />

In jenen Tagen befahl der König David Joab, dem Obersten des<br />

Heeres, der bei ihm war: Durchstreift alle Stämme Israels von<br />

Dan bis Beerscheba, und mustert das Volk, damit ich weiß, wie<br />

viele es sind. Und Joab gab dem König das Ergebnis der Volkszählung<br />

bekannt: Israel zählte achthunderttausend Krieger, die


Eucharistie · Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> 62<br />

mit dem Schwert kämpfen konnten, und Juda fünfhunderttausend.<br />

Dann aber schlug David das Gewissen, weil er das Volk gezählt<br />

hatte, und er sagte zum Herrn: Ich habe schwer gesündigt,<br />

weil ich das getan habe. Doch vergib deinem Knecht seine<br />

Schuld, Herr; denn ich habe sehr unvernünftig gehandelt. Als<br />

David am Morgen aufstand, war bereits folgendes Wort des<br />

Herrn an den Propheten Gad, den Seher Davids, ergangen: Geh<br />

und sag zu David: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor.<br />

Wähl dir eines davon! Das werde ich dir antun.<br />

Gad kam zu David, teilte ihm das Wort mit und sagte: Was<br />

soll über dich kommen? Sieben Jahre Hungersnot in deinem<br />

Land? Oder drei Monate, in denen dich deine Feinde verfolgen<br />

und du vor ihnen fliehen musst? Oder soll drei Tage lang die<br />

Pest in deinem Land wüten? Überleg dir sehr genau, was ich<br />

dem, der mich gesandt hat, als Antwort überbringen soll. Da<br />

sagte David zu Gad: Ich habe große Angst. Wir wollen lieber<br />

dem Herrn in die Hände fallen, denn seine Barmherzigkeit ist<br />

groß; den Menschen aber möchte ich nicht in die Hände fallen.<br />

Da ließ der Herr über Israel eine Pest kommen; sie dauerte<br />

von jenem Morgen an bis zu dem festgesetzten Zeitpunkt, und<br />

es starben zwischen Dan und Beerscheba siebzigtausend Menschen<br />

im Volk.<br />

Als der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es<br />

ins Verderben zu stürzen, reute den Herrn das Unheil, und er<br />

sagte zu dem Engel, der das Volk ins Verderben stürzte: Es ist<br />

jetzt genug, lass deine Hand sinken! Der Engel war gerade bei<br />

der Tenne des Jebusiters Arauna.<br />

Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sagte er zum<br />

Herrn: Ich bin es doch, der gesündigt hat; ich bin es, der sich<br />

vergangen hat. Aber diese, die Herde, was haben denn sie getan?<br />

Erheb deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines<br />

Vaters!


63<br />

Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Impuls zur Lesung<br />

Sieben Jahre Hungersnot in deinem Königreich. Oder drei<br />

Monate Flucht vor deinen Verfolgern. Oder drei Tage die Pest<br />

im Land. Pest oder Cholera? Was für eine Wahl. Was für eine<br />

Qual. David wählt. Er will lieber dem Herrn als Menschen in<br />

die Hände fallen, „denn seine Barmherzigkeit ist groß“. Den<br />

Menschen möchte er nicht in die Hände fallen. Was für ein<br />

Armutszeugnis für uns, für die Menschheit. So wählt David,<br />

die Pest. Hat er eine Wahl? Jedenfalls hat er die Qual. Er hat<br />

große Angst. Und warum ist eine Volkszählung eigentlich<br />

ein Problem? Ein Problem für Gott: schwere Sünde? Schwere<br />

Schuld? Nicht das gesamte Volk, nur die Krieger werden<br />

gezählt! Diese Volkszählung dient nicht dem Volk, sondern<br />

dem Ziel, sich der eigenen militärischen Stärke zu versichern.<br />

Allzeit bereit, zum Krieg. Der keine Sieger, sondern nur Verlierer<br />

kennt. Menschen, die alles verlieren, Leib und Leben, Hab<br />

und Gut, Anstand und Selbstachtung und jede Würde. Und –<br />

die Liebsten. Menschen, die alles verloren haben: Menschen<br />

und Menschlichkeit. Doch Davids Gottvertrauen – trägt. Der<br />

Herr fällt sich schließlich selbst in den Arm. Aber Davids Frage<br />

bleibt: Ich bin es doch gewesen. „Aber diese, die Herde, was<br />

haben denn sie getan?“<br />

Antwortpsalm Ps 32, 1–2.5–7<br />

Kehrvers:<br />

Herr, vergib mir meine Schuld, verzeih mir meine Sünde!<br />

Wohl dem, dessen Frevel vergeben *<br />

und dessen Sünde bedeckt ist.<br />

Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld<br />

nicht zur Last legt *<br />

und dessen Herz keine Falschheit kennt. – Kehrvers<br />

Ich bekannte dir meine Sünde *<br />

und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.


Eucharistie · Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> 64<br />

Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. *<br />

Und du hast mir die Schuld vergeben.<br />

Kehrvers:<br />

Herr, vergib mir meine Schuld, verzeih mir meine Sünde!<br />

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; *<br />

fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.<br />

Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; *<br />

du rettest mich und hüllst mich in Jubel. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 5, ferner GL 517 · GL 1975 527, 5 · KG 613 (IV. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium Joh 10, 27<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich<br />

kenne sie, und sie folgen mir.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 1b–6<br />

In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger<br />

begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und<br />

die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten:<br />

Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm<br />

gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!<br />

Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria<br />

und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben<br />

nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß<br />

an ihm und lehnten ihn ab.<br />

Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig<br />

Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in<br />

seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen<br />

Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Jesus zog<br />

durch die benachbarten Dörfer und lehrte.


65<br />

Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Einer neuen Wahrheit ist nichts schädlicher als ein alter Irrtum.<br />

Johann Wolfgang von Goethe (deutscher Dichter, 1749–1832)<br />

• Welchem festgefahrenen Irrtum bin ich vielleicht noch verhaftet?<br />

• Und gibt es Wahrheiten, ein Erkennen, dem genau dadurch<br />

Raum in meinem Leben verwehrt ist?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Du starker Gott, der diese Welt<br />

im Innersten zusammenhält,<br />

du Angelpunkt, der unbewegt<br />

den Wandel aller Zeiten trägt.<br />

Geht unser Erdentag zu End,<br />

schenk Leben, das kein Ende kennt:<br />

Führ uns, dank Jesu Todesleid,<br />

ins Licht der ew’gen Herrlichkeit.<br />

Vollenden wir den Lebenslauf,<br />

nimm uns in deine Liebe auf,<br />

dass unser Herz dich ewig preist,<br />

Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist. Amen.<br />

Nach: Rerum, Deus, tenax vigor; Ambrosius (?), † 397<br />

Melodie: GL 297 · GL 1975 178 · KG 395 · EG 79


Abend · Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> 66<br />

Psalm 94 Verse 1–11<br />

Gott der Vergeltung, o Herr, *<br />

du Gott der Vergeltung, erscheine!<br />

Erhebe dich, Richter der Erde, *<br />

vergilt den Stolzen ihr Tun!<br />

Wie lange noch dürfen die Frevler, o Herr, *<br />

wie lange noch dürfen die Frevler frohlocken?<br />

Sie führen freche Reden, *<br />

alle, die Unrecht tun, brüsten sich.<br />

Herr, sie zertreten dein Volk, *<br />

sie unterdrücken dein Erbteil.<br />

Sie bringen die Witwen und Waisen um *<br />

und morden die Fremden.<br />

Sie denken: Der Herr sieht es ja nicht, *<br />

der Gott Jakobs merkt es nicht.<br />

Begreift doch, ihr Toren im Volk! *<br />

Ihr Unvernünftigen, wann werdet ihr klug?<br />

Sollte der nicht hören, der das Ohr gepflanzt hat, *<br />

sollte der nicht sehen, der das Auge geformt hat?<br />

Sollte der nicht strafen, der die Völker erzieht, *<br />

er, der die Menschen Erkenntnis lehrt?<br />

Der Herr kennt die Gedanken der Menschen: *<br />

Sie sind nichts als ein Hauch.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Auch heute, Gott Abrahams, werden deine Getreuen verfolgt<br />

und unterdrückt. Verhilf allen zu ihrem Recht, die dir vertrauen.<br />

Lesung 1 Kor 15, 55–57<br />

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel<br />

des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Ge-


67<br />

Mittwoch, 5. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

setz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch<br />

Jesus Christus, unseren Herrn.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Herr Jesus Christus, guter Meister, ich sage dir Dank. Du gabst<br />

mir Kraft, die Folter zu bestehen. Nun nimm mich auf in deine<br />

Herrlichkeit, die niemals enden wird.<br />

Fürbitten<br />

Auch heute kommt es vor, dass Menschen grausam misshandelt<br />

und umgebracht werden. Rufen wir zu Jesus Christus, der für<br />

uns gelitten hat:<br />

A: Kyrie, eleison.<br />

– Um Mut für die Verzagten.<br />

– Um Trost für die Trauernden.<br />

– Um Freiheit für die Gefangenen.<br />

– Um Gerechtigkeit für die Gefolterten.<br />

– Um die Fülle des Lebens für die Verstorbenen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, du hast die heilige Agatha zur Jungfräulichkeit<br />

um Christi willen berufen und ihr die Gnade des Martyriums<br />

geschenkt. Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller<br />

Bedrängnis auszuharren und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heiliger Paul Miki und Gefährten<br />

Paul Miki (um 1565–1597) bemühte sich im Anschluss an die<br />

Mission Franz Xavers erfolgreich um die Verbreitung des christlichen<br />

Glaubens in Japan. Er stammte aus einer vornehmen japanischen<br />

Familie. Seit seinem 11. Lebensjahr wurde er von Jesuiten<br />

erzogen und trat mit 22 Jahren in den Jesuitenorden ein, wo er als<br />

Einheimischer auf die Glaubensverkündung in Japan vorbereitet<br />

wurde. Dort setzte nach anfänglicher Duldung des Christentums<br />

ab 1587 aus religiösen und politischen Motiven eine Wende ein, in<br />

der der christliche Glaube verboten und schließlich verfolgt wurde.<br />

Vor allem die Missionare wurden gefangen genommen und grausam<br />

gefoltert, um sie zum Glaubensabfall zu bewegen. Unter ihnen<br />

war Paul Miki mit 25 Gefährten, den Märtyrern von Nagasaki. Da<br />

sie standhaft blieben, wurden sie zum Tode durch Kreuzigung verurteilt.<br />

Noch am Kreuz bekannten sie singend und predigend ihren<br />

Glauben. 1862 wurden diese Märtyrer heiliggesprochen.<br />

Schrifttexte: Lesung: Gal 2, 19–20; Evangelium: Mt 28, 16–20<br />

Namenstag: Dorothea von Caesarea in Kappadokien (Märtyrerin,<br />

† um 304) · Vedast (Gaston, Bischof von Arras, † 540) · Amandus von<br />

Maastricht (Bischof, Glaubensbote, † 679/84) · Reinhild von Aldeneyk<br />

(Äbtissin, † um 780) · sel. Hildegund von Meer (Klostergründerin,<br />

Prämonstratenserin, † 1183) · Diego (Didacus) von Acevedo (Bischof,<br />

† 1207)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


69<br />

Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Hymnus<br />

Ich grüße dich am Kreuzesstamm,<br />

du hochgelobtes Gotteslamm,<br />

mit andachtsvollem Herzen.<br />

Hier hängst du zwar in lauter Not<br />

und bist gehorsam bis zum Tod,<br />

vergehst in tausend Schmerzen;<br />

doch sieht mein Glaube wohl an dir,<br />

dass Gottes Majestät und Zier<br />

in diesem Leibe wohne<br />

und dass du hier so würdig seist,<br />

dass man dich Herr und König heißt,<br />

als auf dem Ehrenthrone.<br />

Ich folge dir durch Tod und Leid,<br />

o Herzog meiner Seligkeit,<br />

nichts soll mich von dir trennen.<br />

Du gehst den engen Weg voran;<br />

dein Kreuzestod macht offne Bahn<br />

den Seelen, die dich kennen.<br />

Ach Jesu, deine höchste Treu<br />

macht, dass mir nichts unmöglich sei,<br />

da du für mich gestorben;<br />

ich scheue nicht den bittern Tod<br />

und bin gewiss in aller Not:<br />

„Wer glaubt, ist unverdorben.“<br />

Valentin Ernst Löscher 1722<br />

EG 90 · Melodie: GL 267 · GL 1975 166 · KG 380<br />

Psalm 44 Verse 18–27<br />

Viel Elend ist über uns gekommen, /<br />

und doch haben wir dich nicht vergessen, *<br />

uns von deinem Bund nicht treulos abgewandt.<br />

Unser Herz ist nicht von dir gewichen, *<br />

noch hat unser Schritt deinen Pfad verlassen.


Morgen · Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> 70<br />

Doch du hast uns verstoßen an den Ort der Schakale *<br />

und uns bedeckt mit Finsternis.<br />

Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen *<br />

und zu einem fremden Gott die Hände erhoben,<br />

würde Gott das nicht ergründen? *<br />

Denn er kennt die heimlichen Gedanken des Herzens.<br />

Nein, um deinetwillen werden wir getötet Tag für Tag, *<br />

behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.<br />

Wach auf! Warum schläfst du, Herr? *<br />

Erwache, verstoß nicht für immer!<br />

Warum verbirgst du dein Gesicht, *<br />

vergisst unsere Not und Bedrängnis?<br />

Unsere Seele ist in den Staub hinabgebeugt, *<br />

unser Leib liegt am Boden.<br />

Steh auf und hilf uns! *<br />

In deiner Huld erlöse uns!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Unser Herz will nicht von dir weichen, von deinem Bund wenden<br />

wir uns nicht ab. Gott, unser Retter, steh uns bei in Bedrängnis!<br />

Lesung 2 Kor 1, 3–5<br />

Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn,<br />

der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes. Er tröstet<br />

uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle<br />

zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir<br />

von Gott getröstet werden. Wie uns nämlich die Leiden Christi<br />

überreich zuteil geworden sind, so wird uns durch Christus<br />

auch überreicher Trost zuteil.


71<br />

Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Selig, die Verfolgung leiden für die Gerechtigkeit; denn ihrer ist<br />

das Himmelreich.<br />

Bitten<br />

Christus Jesus, in der Taufe wurde uns dein Leiden und Sterben<br />

als Siegel unvergänglichen Lebens aufgeprägt. Forme uns, damit<br />

wir durch unser Leben bekennen:<br />

A: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.<br />

– Lass die verborgene Weisheit und Herrlichkeit deines Kreuzes<br />

uns durchdringen.<br />

– Sei uns nahe, wenn Menschen uns Böses tun, und gib uns die<br />

Kraft, ihnen zu vergeben, wie du es getan hast.<br />

– Wenn wir dir im Leiden nachfolgen, hilf uns, gleich dir die<br />

Menschen in unserer Umgebung zu trösten.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen<br />

Paul Miki und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz<br />

zur ewigen Herrlichkeit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser<br />

Heiligen, Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen und ihn<br />

bis zum Tode gläubig zu bekennen, der in der Einheit des Heiligen<br />

Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> 72<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Einführung zur Bahnlesung aus den beiden Büchern der<br />

Könige<br />

In den biblischen Büchern der Könige dienen die Könige als Leitfaden,<br />

um vier Jahrhunderte wechselhafter Geschichte Israels und Judas<br />

bis zur Zäsur des Exils darzustellen. Geschichtsschreibung ist Geschichtsdeutung;<br />

hier wird Geschichte vor allem religiös-theologisch<br />

ausgeleuchtet. Ziel ist Orientierung für das Gottesvolk auf seinem Weg<br />

durch die Geschichte, in Gegenwart und Zukunft. Ursprünglich bildeten<br />

das erste und das zweite Buch der Könige eine planvolle Einheit.<br />

Erst die antike Übersetzung ins Griechische, die Septuaginta, teilte<br />

das umfangreiche Buch, und die lateinische Übertragung, die Vulgata,<br />

folgte ihr. Die Königsbücher gliedern sich in drei Hauptteile, die<br />

mit Eckdaten der Geschichte korrespondieren, der Reichstrennung<br />

(931 v. Chr.) und dem Ende der Eigenstaatlichkeit der beiden Reichsteile<br />

Israel (722 v. Chr.) und Juda (586 v. Chr.). Der erste Hauptteil<br />

handelt von der Königsherrschaft Salomos (1 Kön 1, 1 – 11, 43). Der<br />

zweite Teil (1 Kön 12, 1 – 2 Kön 17, 41) befasst sich wechselweise, in<br />

chronologischer Folge, mit den Königen der nun getrennten Reiche<br />

bzw. Reichsteile. Der dritte Teil (2 Kön 18, 1 – 25, 30) schildert das<br />

Geschick des Königreiches Juda bis zur Eroberung durch die Babylonier<br />

und der Begnadigung König Jojachins im Exil. Insgesamt zeigt sich<br />

eine kritische Sicht der Monarchie. Trotz einiger positiv gezeichneter<br />

Gestalten hat das Königtum insgesamt versagt. – Später wird es in<br />

anderen biblischen Büchern eine Messias-Erwartung geben: Erhofft<br />

wird ein davidischer König, der die Monarchie im Sinne Adonais erneuert<br />

und das Volk von fremder Herrschaft befreit.<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige<br />

1 Kön 2, 1–4.10–12<br />

Als die Zeit herankam, da David sterben sollte, ermahnte er<br />

seinen Sohn Salomo: Ich gehe nun den Weg alles Irdischen.<br />

Sei also stark und mannhaft! Erfüll deine Pflicht gegen den<br />

Herrn, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen, und befolg alle Ge-


73<br />

Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

bote, Befehle, Satzungen und Anordnungen, die im Gesetz des<br />

Mose niedergeschrieben sind. Dann wirst du Erfolg haben bei<br />

allem, was du tust, und in allem, was du unternimmst. Und der<br />

Herr wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als<br />

er sagte: Wenn deine Söhne auf ihren Weg achten und aufrichtig<br />

mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es<br />

dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen.<br />

David entschlief zu seinen Vätern und wurde in der Davidstadt<br />

begraben. Die Zeit, in der David über Israel König war,<br />

betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem<br />

dreiunddreißig Jahre.<br />

Salomo saß nun auf dem Thron seines Vaters David, und seine<br />

Herrschaft festigte sich mehr und mehr.<br />

Antwortpsalm 1 Chr 29, 10b–13<br />

Kehrvers:<br />

Du bist der Herrscher über das All.<br />

Gepriesen bist du, Herr, /<br />

Gott unsres Vaters Israel, *<br />

von Ewigkeit zu Ewigkeit.<br />

Dein, Herr, sind Größe und Kraft, /<br />

Ruhm und Glanz und Hoheit; *<br />

dein ist alles im Himmel und auf Erden. – Kehrvers<br />

Herr, dein ist das Königtum. *<br />

Du erhebst dich als Haupt über alles.<br />

Reichtum und Ehre kommen von dir; *<br />

du bist der Herrscher über die ganze Schöpfung. – Kehrvers<br />

In deiner Hand liegen Kraft und Stärke; *<br />

von deiner Hand kommt alle Größe und Macht.<br />

Darum danken wir dir, unser Gott, *<br />

und rühmen deinen herrlichen Namen. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 12a, ferner GL 52, 1 · GL 1975 529, 8 · KG 622 (VIII. Ton)


Eucharistie · Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> 74<br />

Ruf vor dem Evangelium Mk 1, 15<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 7–13<br />

In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus,<br />

jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen<br />

Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem<br />

Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine<br />

Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an<br />

den Füßen nur Sandalen.<br />

Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt,<br />

bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber<br />

in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann<br />

geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum<br />

Zeugnis gegen sie.<br />

Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen<br />

zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten<br />

viele Kranke mit Öl und heilten sie.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

„Zwei sind besser als einer allein“, sagt das Buch Kohelet.<br />

„Denn wenn sie hinfallen, richtet einer den anderen auf. Doch<br />

wehe dem, der allein ist, wenn er hinfällt, ohne dass einer bei<br />

ihm ist, der ihn aufrichtet.“ (Koh 4, 9–10) Jesus hat seine Jünger<br />

stets „zwei und zwei“ auf den Weg geschickt, den Zwölferkreis<br />

wie die Zweiundsiebzig (Lk 10, 1). Wir denken bei diesen<br />

Paaren nur an Männer, doch der katholische Neutestamentler<br />

Martin Ebner geht davon aus, dass Jesus auch Ehepaare ausgesandt<br />

hat, mit dem Freudenruf vom nahen Gottesreich die<br />

Menschen aufzuwecken. Noch der Apostel Paulus konnte sich<br />

auf missionierende Ehepaare stützen wie Priska und Aquila


75<br />

Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

(Apg 18, 2; Röm 16, 3–4), Andronikus und Junia (Röm 16, 7).<br />

Bei aller Härte der Zumutung, um der frohen Botschaft willen<br />

das soziale Netz hinter sich zu lassen, hinauszugehen aus<br />

Heimatclan und Dorfgemeinschaft, bleibt die kleinste menschliche<br />

Beziehungseinheit unangetastet, die stützende Verbindung<br />

zweier von Gottes Ruf begeisterter Menschen, und, wie<br />

einst bei Abraham und Sara, die Lebens-, Weg- und Nachfolgegemeinschaft<br />

von Mann und Frau.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Der große Jammer mit den Menschen ist, dass sie so genau<br />

wissen, was man ihnen schuldet, und so wenig Empfindungen<br />

dafür haben, was sie anderen schulden.<br />

Franz von Sales (französischer Theologe, Schriftsteller, Fürstbischof von Genf,<br />

Ordensgründer und Kirchenlehrer, 1567–1622)<br />

• Wem bin ich dankbar?<br />

• Bei wem fällt mir Dankbarkeit schwer – und warum?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Brüder, preiset im Lob<br />

heute die Heiligen,<br />

rühmt ihr herrliches Los,<br />

rühmt ihren hohen Mut.<br />

Glühen muss uns das Herz,


Abend · Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> 76<br />

wenn wir im Lied erhöhn<br />

Sieg und Krone der edlen Schar.<br />

Standhaft trugen sie Hass,<br />

Abscheu und blinde Wut;<br />

Reichtum, irdischen Ruhm<br />

achteten sie gering;<br />

freudig folgten sie dir,<br />

Christus, dem Herrn der Welt,<br />

gaben Leben und Blut dahin.<br />

Wie zum Opfer das Lamm<br />

schlachtet das Schwert sie hin,<br />

klaglos harren sie aus,<br />

schmähen den Henker nicht,<br />

schweigend hütet ihr Herz<br />

Glaube und Zuversicht:<br />

Mannhaft dulden sie Qual und Tod.<br />

Wessen Stimme und Wort<br />

schildert den ew’gen Lohn,<br />

den du, König und Herr,<br />

deinen Getreuen schenkst?<br />

Denn vom Blut überströmt,<br />

das sie in Purpur hüllt,<br />

stehn als Sieger gekrönt sie da.<br />

Lass dich bitten, o Gott,<br />

Höchster, Dreifaltiger:<br />

Gnädig tilge die Schuld,<br />

halte die Sünde fern,<br />

Frieden gib deinem Volk,<br />

dass es zu deinem Ruhm<br />

dir lobsinge in Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Sanctorum meritis inclita gaudia; spätestens 11. Jahrhundert


77<br />

Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Psalm 129<br />

Sie haben mich oft bedrängt von Jugend auf *<br />

– so soll Israel sagen –,<br />

sie haben mich oft bedrängt von Jugend auf, *<br />

doch sie konnten mich nicht bezwingen.<br />

Die Pflüger haben auf meinem Rücken gepflügt, *<br />

ihre langen Furchen gezogen.<br />

Doch der Herr ist gerecht, *<br />

er hat die Stricke der Frevler zerhauen.<br />

Beschämt sollen alle weichen, *<br />

alle, die Zion hassen.<br />

Sie sollen wie das Gras auf den Dächern sein, *<br />

das verdorrt, noch bevor man es ausreißt.<br />

Kein Schnitter kann seine Hand damit füllen, *<br />

kein Garbenbinder den Arm.<br />

Keiner, der vorübergeht, wird sagen: /<br />

„Der Segen des Herrn sei mit euch!“ – *<br />

Wir aber segnen euch im Namen des Herrn.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du willst unseren Schmerz in Freude verwandeln, Gott allen<br />

Trostes. Hilf uns aushalten in der Not und lass uns deinen Segen<br />

erfahren.<br />

Lesung Weish 3, 1–2a.3b<br />

Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine<br />

Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie<br />

gestorben; sie aber sind in Frieden.


Abend · Donnerstag, 6. <strong>Februar</strong> 78<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Im Himmel freuen sich die Gerechten, die dem Herrn gefolgt<br />

sind. Aus Liebe zu Christus vergossen sie ihr Blut. Nun herrschen<br />

sie mit ihm auf ewig.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns zu Gott beten für die Christen im Land der aufgehenden<br />

Sonne:<br />

V: Gott, unser Heil, A: lass ihnen dein Angesicht leuchten.<br />

– Dass sie in lebendigem Austausch mit den fernöstlichen Religionen<br />

von ihrer Hoffnung Zeugnis geben.<br />

– Dass alle, die in Schule und Hochschule tätig sind, zu vertiefter<br />

Begegnung der Kulturen beitragen.<br />

– Dass sie helfen, die Wunden vergangener Kriege zu heilen.<br />

– Dass sie im Leben und im Sterben die Weisheit des Kreuzes<br />

bezeugen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Starker Gott, du bist die Kraft der Heiligen, du hast den heiligen<br />

Paul Miki und seine Gefährten durch das Martyrium am Kreuz<br />

zur ewigen Herrlichkeit geführt. Hilf uns auf die Fürbitte dieser<br />

Heiligen, Christus, dem Gekreuzigten, nachzufolgen und ihn<br />

bis zum Tode gläubig zu bekennen, der in der Einheit des Heiligen<br />

Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Durch das Leben und Sterben seiner Getreuen<br />

stärke und erhalte uns der barmherzige Gott<br />

und mache uns zu Boten seines Segens.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Freitag, 7. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Herz-Jesu-Freitag<br />

Namenstag: Richard von Wessex (Vater Willibalds, Wunibalds und<br />

Walburgas, Pilger, † 720) · Ava (Reklusin, älteste österr. Dichterin,<br />

† 1127) · sel. Eugénie Smet (frz. Ordensgründerin, † 1871)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Hymnus<br />

jedem ende<br />

wohnt ein anfang inne<br />

hab den mut<br />

über dich hinauszugehen<br />

wage auch<br />

dunkles zu sagen<br />

trau dich<br />

frei zu sein<br />

freue dich<br />

die zeit ist erfüllt mit licht<br />

glaube bitte<br />

dass du geliebt bist<br />

höre doch<br />

dein engel hält dein herz<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Freitag, 7. <strong>Februar</strong> 80<br />

lauf los<br />

es ist lebenszeit<br />

Michael Lehmler<br />

© beim Autor<br />

Psalm 147 Verse 12–20<br />

Jerusalem, preise den Herrn, *<br />

lobsinge, Zion, deinem Gott!<br />

Denn er hat die Riegel deiner Tore fest gemacht, *<br />

die Kinder in deiner Mitte gesegnet;<br />

er verschafft deinen Grenzen Frieden *<br />

und sättigt dich mit bestem Weizen.<br />

Er sendet sein Wort zur Erde, *<br />

rasch eilt sein Befehl dahin.<br />

Er spendet Schnee wie Wolle, *<br />

streut den Reif aus wie Asche.<br />

Eis wirft er herab in Brocken, *<br />

vor seiner Kälte erstarren die Wasser.<br />

Er sendet sein Wort aus, und sie schmelzen, *<br />

er lässt den Wind wehen, dann rieseln die Wasser.<br />

Er verkündet Jakob sein Wort, *<br />

Israel seine Gesetze und Rechte.<br />

An keinem anderen Volk hat er so gehandelt, *<br />

keinem sonst seine Rechte verkündet.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Ewiger Gott, du lässt uns wissen, welche Pläne du mit deiner<br />

Schöpfung hast. Lass uns heute nach deinem Willen leben, damit<br />

unseren Mitmenschen deine Güte aufgeht.<br />

Lesung Gal 2, 19b–20<br />

Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe,<br />

sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in


81<br />

Freitag, 7. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der<br />

mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht<br />

das aufstrahlende Licht aus der Höhe.<br />

Bitten<br />

Heute vor 150 Jahren wurde der Wiener Arzt und Psychologe<br />

Alfred Adler geboren, der Begründer der Individualpsychologie.<br />

Ihm war es zentral, jeden Menschen als einmalige unverwechselbare<br />

Persönlichkeit wahrzunehmen und die Kräfte zu<br />

fördern, die ihm helfen, die Herausforderungen des Lebens zu<br />

bestehen. Bitten wir Gott, unseren Schöpfer:<br />

A: Stärke, was du in uns angelegt hast.<br />

– Dass wir in schwierigen Situationen genug Widerstandskraft<br />

in uns haben.<br />

– Dass wir unseren Weg voll Vertrauen mit dir gehen.<br />

– Dass die Windungen und Wenden, die wir durchstehen, uns<br />

dir und uns selbst näherbringen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Ewiger Gott, durch dein Gebot weist du uns den Weg zum Leben.<br />

Gib, dass wir Jesu Beispiel folgen und uns ganz an dir ausrichten,<br />

damit uns und unseren Mitmenschen zum Segen wird,<br />

was immer wir tun. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Redaktion Magnificat<br />

Du Gott des Bundes,<br />

du lässt unter den Deinen Netzwerke der Liebe wachsen.


Eucharistie · Freitag, 7. <strong>Februar</strong> 82<br />

Segne alle, mit denen wir verbunden sind,<br />

und hilf uns, den Suchenden Halt zu geben.<br />

Denn dir gehen wir gemeinsam entgegen.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, nach deinem geheimnisvollen Ratschluss lässt du die Kirche<br />

am Leiden deines Sohnes teilhaben. Stärke unsere Brüder,<br />

die wegen des Glaubens verfolgt werden. Gib ihnen Geduld<br />

und Liebe, damit sie in ihrer Bedrängnis auf dich vertrauen und<br />

sich als deine Zeugen bewähren. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach Sir 47, 2–11 (2–13)<br />

Wie das Fett herausgehoben ist aus dem Opferfleisch, so David<br />

aus Israel. Er spielte mit Löwen, als wären es Ziegen,<br />

mit Bären, als wären es Schafe. In seiner Jugend erschlug er den<br />

Riesen und befreite das Volk von der Schmach, indem er mit der<br />

Hand die Schleuder schwang und Goliats Hochmut zerbrach.<br />

Denn er hatte Gott, den Höchsten, angerufen, und dieser gab<br />

seiner rechten Hand Kraft, um den kampferprobten Mann niederzustrecken<br />

und die Macht seines Volkes zu mehren.<br />

Darum haben ihn die Frauen besungen und ihm zugerufen:<br />

Zehntausend erschlug er! Als er die Krone trug, führte er Krieg<br />

und demütigte ringsum die Feinde. Er schlug die feindlichen<br />

Philister und zerbrach ihre Macht bis heute.<br />

Bei allen seinen Taten stimmte er Loblieder an auf Gott, den<br />

Höchsten, mit rühmenden Worten. Er liebte seinen Schöpfer<br />

von ganzem Herzen, alle Tage pries er ihn mit Liedern.<br />

Vor dem Altar ließ er Saiteninstrumente aufstellen und schuf<br />

Psalmweisen für die Harfenbegleitung. Den Festen verlieh er<br />

Glanz und verschönerte die Feiertage im Kreislauf des Jahres.


83<br />

Freitag, 7. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Vom Lobgesang auf Gottes heiligen Namen hallte das Heiligtum<br />

wider schon vor dem Morgen.<br />

Der Herr verzieh ihm seine Sünde und begründete seine<br />

Macht für immer. Er übergab ihm das Königsgesetz und festigte<br />

seinen Thron über Israel.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Fett hat in unseren Breiten derzeit keinen guten Ruf. Das<br />

Fleisch, das wir uns auf den Teller laden, soll möglichst fettarm<br />

sein. Geschichtlich ist dieser Wunsch allerdings die Ausnahme<br />

und nicht die Regel, exotisches Zeichen unserer westlichen<br />

Überflussgesellschaft. Bei den Schlachtopfern im Alten Israel<br />

wurde das Fett als der wertvollste Teil des Opfertieres für Gott<br />

auf dem Altar verbrannt. David steht zum Gottesvolk Israel wie<br />

der kostbarste Teil eines Opfertieres zum ganzen Tier. David ist<br />

etwas Besonderes, seine Beziehung zu Gott ist besonders. Jesus<br />

Sirach idealisiert David jedoch nicht. Die schwere Schuld,<br />

die er einst auf sich lud, der Übergriff auf Batseba, der Mord<br />

an Urija, werden nicht verschwiegen, nicht vertuscht. Allerdings<br />

setzt der heutige Lesungsabschnitt erst nach dem Vers<br />

ein, der an die Untat erinnert (Vers 1). Aber „der Herr verzieh<br />

ihm seine Sünde“, heißt es am Ende (Vers 11). Zwei Gründe<br />

werden genannt, die Gott dazu führen, David zu verzeihen,<br />

zwei Eigenschaften, die David in Gottes Augen besonders machen.<br />

Stets hatte David „Gott, den Höchsten, angerufen, und<br />

dieser gab seiner rechten Hand Kraft“ und: „Er liebte seinen<br />

Schöpfer von ganzem Herzen, alle Tage pries er ihn mit Liedern“!<br />

Es ist nicht Davids in der Tat erstaunliche Leistungsfähigkeit,<br />

sondern es sind sein tragendes Gottvertrauen und<br />

seine berührende Gottesliebe, die Gott von David überzeugen<br />

wie das Fett des Opfertieres.<br />

Antwortpsalm Ps 18, 31.47–51<br />

Kehrvers:<br />

Gepriesen sei Gott, der mich rettet.


Eucharistie · Freitag, 7. <strong>Februar</strong> 84<br />

Vollkommen ist Gottes Weg, /<br />

das Wort des Herrn ist im Feuer geläutert. *<br />

Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen.<br />

Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen. *<br />

Der Gott meines Heils sei hoch erhoben.<br />

Kehrvers:<br />

Gepriesen sei Gott, der mich rettet.<br />

Denn Gott verschaffte mir Vergeltung *<br />

und unterwarf mir die Völker.<br />

Du hast mich von meinen Feinden befreit, /<br />

mich über meine Gegner erhoben, *<br />

dem Mann der Gewalt mich entrissen. – Kehrvers<br />

Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern, *<br />

ich will deinem Namen singen und spielen.<br />

Seinem König verlieh er große Hilfe, /<br />

Huld erwies er seinem Gesalbten, *<br />

David und seinem Stamm auf ewig. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 47b, ferner GL 649, 5 (VII. Ton)<br />

oder GL 1975 527, 1 · KG 85, 8 (III. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 8, 15<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht<br />

bringen in Geduld.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 14–29<br />

In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein<br />

Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der<br />

Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche<br />

Kräfte in ihm. Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er<br />

ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. Als aber


85<br />

Freitag, 7. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten<br />

ließ, ist auferstanden.<br />

Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis<br />

werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines<br />

Bruders Philippus, die er geheiratet hatte. Denn Johannes hatte<br />

zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines<br />

Bruders zur Frau zu nehmen. Herodias verzieh ihm das nicht<br />

und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht<br />

durchsetzen, denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er<br />

wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum<br />

schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig<br />

und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.<br />

Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit.<br />

An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und<br />

Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa<br />

zu einem Festmahl ein. Da kam die Tochter der Herodias<br />

und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so<br />

sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich<br />

werde es dir geben. Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir<br />

verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines<br />

Reiches wäre. Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll<br />

ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers<br />

Johannes.<br />

Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will,<br />

dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes<br />

bringen lässt. Da wurde der König sehr traurig, aber weil er<br />

vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren<br />

Wunsch nicht ablehnen. Deshalb befahl er einem Scharfrichter,<br />

sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen.<br />

Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.<br />

Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen,<br />

und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.<br />

Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten<br />

seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.


Abend · Freitag, 7. <strong>Februar</strong> 86<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Dass so viel Ungezogenheit gut durch die Welt kommt, daran<br />

ist die Wohlerzogenheit schuld.<br />

Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin, 1830–1916)<br />

• Was kann ich den populistischen Vereinfachern und Laut-<br />

Sprechern entgegensetzen?<br />

• Wie kann ich die ideologischen Grobiane in die Schranken<br />

weisen – ohne selbst grob zu werden?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Gott, dessen Wort die Welt erschuf<br />

und dessen Wille sie erhält:<br />

Du hüllst den Tag in holdes Licht,<br />

in gnäd’gen Schlaf die dunkle Nacht.<br />

Dich träume unser tiefstes Herz,<br />

wenn uns die Ruhe nun umfängt.<br />

Der Schlaf erquicke unsern Leib<br />

und rüste ihn mit neuer Kraft.<br />

Dir sei der Lobpreis dargebracht,<br />

Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist.<br />

Dreiein’ge Macht, die alles lenkt,<br />

behüte, die auf dich vertraun. Amen.<br />

Nach: Deus creator omnium; Ambrosius, † 397<br />

Melodie: GL 539 · GL 1975 605 · KG 781 · EG 142


87<br />

Freitag, 7. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Psalm 133<br />

Seht doch, wie gut und schön ist es, *<br />

wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen.<br />

Das ist wie köstliches Salböl, /<br />

das vom Kopf hinabfließt auf den Bart, auf Aarons Bart, *<br />

das auf sein Gewand hinabfließt.<br />

Das ist wie der Tau des Hermon, /<br />

der auf den Berg Zion niederfällt. *<br />

Denn dort spendet der Herr Segen und Leben in Ewigkeit.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wo Menschen einander Geschwister werden, wächst dein<br />

göttliches Leben. Guter Schöpfer, mache uns bereit für einen<br />

aufrichtigen Umgang miteinander, und segne alle, denen wir<br />

begegnen.<br />

Lesung <br />

Jer 14, 9bc<br />

Du bist in unsrer Mitte, Herr, und dein Name ist über uns<br />

ausgerufen. Verlass uns nicht, Herr, unser Gott!<br />

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon<br />

Antiphon zum Nunc dimittis:<br />

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,<br />

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen<br />

in seinem Frieden.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Gott, der uns Tag und Nacht in seinen Händen<br />

birgt:<br />

A: Wir bitten dich, erhöre uns.<br />

– Für alle, die im Winterurlaub sind.<br />

– Für alle, die sich nicht vor der Kälte schützen können.


Abend · Freitag, 7. <strong>Februar</strong> 88<br />

– Für alle, die durch Schneefall in ihrem Auto oder Wohnhaus<br />

eingeschlossen werden.<br />

A: Wir bitten dich, erhöre uns.<br />

– Für alle, die durch Lawinenabgänge umkommen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, dein eingeborener Sohn ist hinabgestiegen<br />

in die Nacht des Todes und auferstanden. Gib, dass wir alle Tage<br />

durch den Glauben ihm verbunden bleiben, damit wir einst mit<br />

ihm auferstehen zum neuen Leben. Darum bitten wir durch<br />

ihn, Christus, unseren Herrn.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Samstag, 8. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heiliger Hieronymus Ämiliani<br />

Heilige Josefine Bakhita<br />

Hieronymus (1486–1537) stammte aus einer vornehmen venezianischen<br />

Familie. Schon früh wandte er sich dem Waffendienst<br />

zu und führte während dieser Zeit ein ausschweifendes<br />

Leben. 1508 geriet er in Gefangenschaft. Hier vollzog sich bei ihm<br />

ein innerer Wandel. Nach seiner unerwarteten Befreiung stellte er<br />

sein Leben in den Dienst der Nächstenliebe. Er setzte sich besonders<br />

für Waisenkinder und Pestkranke ein. In mehreren Städten<br />

errichtete er Waisenhäuser. Gleichgesinnte schlossen sich ihm an.<br />

Daraus entstand 1528 eine Genossenschaft von Regularklerikern,<br />

die Gemeinschaft der „Somasker“ (genannt nach der Gründungsstadt<br />

Somasca). Hieronymus starb an der Pest, die er sich bei der<br />

Pflege Pestkranker zugezogen hatte.<br />

Schrifttexte: Lesung: Tob 12, 6–13; Evangelium: Mk 10, 17–30<br />

(oder Mk 10, 17–27)<br />

Josefine (1869–1947) war die erste Ordensfrau mit schwarzer<br />

Hautfarbe. Josefine wurde im Sudan geboren und als Kind von<br />

Sklavenhändlern geraubt. Zynisch gab man ihr den Namen „Bakhita“<br />

– „Du hast Glück gehabt“. Bis 1885 wurde sie fünfmal verkauft<br />

und denkbar schlecht behandelt. Schließlich kam sie zum<br />

italienischen Konsul Callisto Legnani, wo sie erstmals gut behandelt<br />

wurde. Er nahm sie mit nach Italien und übergab sie einer<br />

befreundeten Familie als Kindermädchen. Während einer vorübergehenden<br />

Unterbringung bei den Canossianerinnen lernte das<br />

junge Mädchen den Glauben kennen. Nach einigen Monaten des<br />

Katechumenats wurde sie in die Kirche aufgenommen und erhielt<br />

den Namen Josefina. Mithilfe der Oberin setzte sie durch, dort im<br />

Kloster bleiben zu dürfen. Obwohl erst 1920 offiziell die ersten<br />

schwarzen Schwestern in einem katholischen Orden zugelassen<br />

wurden, durfte Josefine auf Fürsprache des Patriarchen von Venedig,<br />

Giuseppe Sarto, des späteren Papstes Pius X., schon 1891 in


Morgen · Samstag, 8. <strong>Februar</strong> 90<br />

den Orden eintreten. Papst Johannes Paul II. hat sie am 17. Mai<br />

1992 selig- und am 1. Oktober 2000 heiliggesprochen. Er nahm<br />

ihre Heiligsprechung zum Anlass, die Gesellschaft zu mahnen,<br />

Gewalt gegen Mädchen und Frauen zu ächten und ihre Unterdrückung<br />

nicht länger zu dulden.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Kor 7, 25–35; Evangelium: Mt 25, 1–13<br />

Namenstag: Sacharja (biblische Gestalt) · Philipp Jeningen (Jesuit,<br />

Seelsorger, Mystiker, † 1704)<br />

Heute ist Weltgebets- und Aktionstag zur Verhinderung von Verbrechen<br />

gegen die Menschlichkeit.<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Kommt, lasst uns doch aufstehn und losgehn und fortziehn<br />

aus düsteren Tälern, wo Angst uns verschließt.<br />

Lasst uns doch aufstehn und losgehn und einziehn<br />

in fruchtbare Breiten, wo Hoffnungssaat sprießt.<br />

Auszug aus Dunkelheit,<br />

aus Schweigen, Beklommenheit;<br />

Einzug in helles Land,<br />

im Nächsten blickt Gott uns an.<br />

Kommt, lasst uns doch aufstehn …<br />

Auszug aus Niebestehn,<br />

im Schatten Verlorengehn;<br />

Einzug in Überfluss,<br />

wo niemand verkümmern muss.<br />

Kommt, lasst uns doch aufstehn …


91<br />

Samstag, 8. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Auszug aus Einsamkeit,<br />

aus Zweifel, Unsicherheit;<br />

Einzug gemeinsam, frei,<br />

der Schmerz und die Schmach vorbei!<br />

Kommt, lasst uns doch aufstehn und losgehn und fortziehn<br />

aus düsteren Tälern, wo niemand gern weilt.<br />

Lasst uns jetzt aufstehn und losgehn und heimziehn.<br />

Kommt, zögert nicht länger, die Zeit drängt, es eilt!<br />

Jürgen Henkys 2009,<br />

nach Marijke Koyck-de Bruiyne „Kom, laten wij opstaan“ 1988,<br />

© dt. Text: Strube Verlag, München<br />

Canticum Ez 36, 24–28<br />

Antiphon:<br />

Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist.<br />

Ich hole euch heraus aus den Völkern, /<br />

ich sammle euch aus allen Ländern *<br />

und bringe euch in euer Land.<br />

Ich gieße reines Wasser über euch aus,<br />

dann werdet ihr rein. *<br />

Ich reinige euch von aller Unreinheit, von all euren Götzen.<br />

Ich schenke euch ein neues Herz *<br />

und lege einen neuen Geist in euch.<br />

Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust *<br />

und gebe euch ein Herz von Fleisch.<br />

Ich lege meinen Geist in euch /<br />

und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt, *<br />

auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.<br />

Dann werdet ihr in dem Lande wohnen, *<br />

das ich euren Vätern gab.<br />

Ihr werdet mein Volk sein, *<br />

und ich werde euer Gott sein.<br />

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Samstag, 8. <strong>Februar</strong> 92<br />

Lesung 2 Petr 3, 13–14<br />

Gottes Verheißung gemäß erwarten wir einen neuen Himmel<br />

und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Weil<br />

ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm<br />

ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden!<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Herr, lenke unsre Schritte auf den Weg des Friedens.<br />

Bitten<br />

In unserer Lebenswelt, Jesus, müssen wir kaum um Leib und<br />

Leben fürchten. Aufgrund dieser Sicherheit bitten wir dich:<br />

A: Mach uns bereit, dir zu folgen.<br />

– Dass wir uns nicht in Sicherheit wiegen, sondern unsere persönliche<br />

Verantwortung für ein menschliches Miteinander<br />

wahrnehmen.<br />

– Dass wir nicht schweigen, wo andere in ihren Rechten oder<br />

ihrer Würde verletzt werden.<br />

– Dass wir auch dort nach deinem Gebot der Liebe leben, wo<br />

wir deswegen verspottet oder ausgegrenzt werden.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt,<br />

um die Menschen aus der alten Knechtschaft zu erlösen. Schenke<br />

allen, die auf deine Hilfe warten, die Freiheit des neuen Lebens.<br />

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.<br />

Friede sei mit den Brüdern und Schwestern,<br />

Liebe und Glaube von Gott, dem Vater,<br />

und Jesus Christus, dem Herrn.<br />

Nach Eph 6, 23


93<br />

Samstag, 8. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige 1 Kön 3, 4–13<br />

In jenen Tagen ging Salomo nach Gibeon, um dort zu opfern;<br />

denn hier war die angesehenste Kulthöhe. Tausend Brandopfer<br />

legte Salomo auf ihren Altar. In Gibeon erschien der Herr<br />

dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine<br />

Bitte aus, die ich dir gewähren soll.<br />

Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem<br />

Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in<br />

Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese<br />

große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute<br />

auf seinem Thron sitzt. So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen<br />

Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht.<br />

Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als<br />

König verhalten soll. Dein Knecht steht aber mitten in deinem<br />

Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen<br />

seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih<br />

daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu<br />

regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht.<br />

Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?<br />

Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher<br />

antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen<br />

hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod<br />

deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das<br />

Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe<br />

dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war<br />

und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. Aber auch<br />

das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und<br />

Ehre, sodass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Königen dir<br />

gleicht.


Eucharistie · Samstag, 8. <strong>Februar</strong> 94<br />

Impuls zur Lesung<br />

Nicht nur im Alten Orient, sondern auch in unserem Kulturkreis<br />

ist das Herz ein wichtiges Symbol. In der heutigen Trivialkultur<br />

wird es verkitscht und kommerzialisiert. Herz reimt<br />

sich hier auf Schmerz, doch noch häufiger werden Herzen zu<br />

selbstverliebten Herzchen und Schmerzen zu leicht kitzelnden<br />

Schmerzchen. Leuchtend rote Herzen eignen sich, nicht nur<br />

am Valentinstag, hervorragend als Sympathie- und somit als<br />

Werbeträger. Für mich selbst, oder für dieses oder jenes teure<br />

Produkt. Israels junger Herrscher wünscht sich „ein hörendes<br />

Herz“. Der König spricht vom Herzen im Blick auf seine Regierungsaufgaben.<br />

Damit ist nicht gemeint, dass er sich zukünftig<br />

von Stimmungen, Gefühlen oder gar Gefühlchen leiten lassen<br />

will. Salomo will auch kein „König der Herzen“ werden. Im<br />

alten Israel ist das Herz der Sitz der Empfindungen, aber maßgeblich<br />

auch des Urteilsvermögens, des Verstandes und des<br />

Willens. Unser Herz – Empfindung, Urteil, Verstand und Wille<br />

– ist vielen Einflüssen ausgesetzt. Ein hörendes Herz ist ein<br />

für Gottes Weisung aufgeschlossenes Herz. Wir machen dicht.<br />

„Neige deines Herzens Ohr!“ Wir brauchen sie so sehr – die<br />

biblische Herzensbildung.<br />

Antwortpsalm Ps 119, 9–14<br />

Kehrvers:<br />

Herr, lehre mich deine Gesetze!<br />

Wie geht ein junger Mann seinen Pfad ohne Tadel? *<br />

Wenn er sich hält an dein Wort.<br />

Ich suche dich von ganzem Herzen. *<br />

Lass mich nicht abirren von deinen Geboten! – Kehrvers<br />

Ich berge deinen Spruch im Herzen, *<br />

damit ich gegen dich nicht sündige.<br />

Gepriesen seist du, Herr. *<br />

Lehre mich deine Gesetze! – Kehrvers


95<br />

Samstag, 8. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Mit meinen Lippen verkünde ich *<br />

alle Urteile deines Mundes.<br />

Nach deinen Vorschriften zu leben *<br />

freut mich mehr als großer Besitz. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 12b, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton)<br />

oder GL 1975 170, 1 (II. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium Joh 10, 27<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich<br />

kenne sie, und sie folgen mir.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 30–34<br />

In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt<br />

hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was<br />

sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit<br />

an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig<br />

aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich<br />

waren die Leute, die kamen und gingen.<br />

Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um<br />

allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren<br />

davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen<br />

noch vor ihnen an.<br />

Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid<br />

mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.<br />

Und er lehrte sie lange.<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Abend · Samstag, 8. <strong>Februar</strong> 96<br />

Hymnus<br />

Wenn wir in Brot und Wein<br />

nun unsre Hoffnung legen,<br />

erbitten wir als Segen:<br />

die Liebe steh uns bei.<br />

Wir kommen, wie wir sind,<br />

mit Zweifeln und mit Fragen,<br />

mit Lasten, die wir tragen:<br />

die Liebe macht uns frei.<br />

Wir teilen Brot und Wein,<br />

aus ihnen kommt das Leben.<br />

Wir nehmen und wir geben:<br />

die Liebe macht uns frei.<br />

Gestärkt von diesem Mahl,<br />

befreit zu neuen Wegen,<br />

verspüren wir als Segen:<br />

die Liebe steht uns bei.<br />

Eugen Eckert<br />

Psalm 132 Verse 11–18<br />

Der Herr hat David geschworen, *<br />

einen Eid, den er niemals brechen wird:<br />

„Einen Spross aus deinem Geschlecht *<br />

will ich setzen auf deinen Thron.<br />

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren, *<br />

mein Zeugnis, das ich sie lehre,<br />

dann sollen auch ihre Söhne *<br />

auf deinem Thron sitzen für immer.“<br />

Denn der Herr hat den Zion erwählt, *<br />

ihn zu seinem Wohnsitz erkoren:<br />

„Das ist für immer der Ort meiner Ruhe; *<br />

hier will ich wohnen, ich hab ihn erkoren.


97<br />

Samstag, 8. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Zions Nahrung will ich reichlich segnen, *<br />

mit Brot seine Armen sättigen.<br />

Seine Priester will ich bekleiden mit Heil, *<br />

seine Frommen sollen jauchzen und jubeln.<br />

Dort lasse ich Davids Macht erstarken *<br />

und stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf.<br />

Ich bedecke seine Feinde mit Schande; *<br />

doch auf ihm erglänzt seine Krone.“<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Blick auf Zion, den Ort deiner Wohnung, Gott des Friedens.<br />

Entzünde ein Licht deinem Volk und sättige deine Armen.<br />

Lesung 2 Kor 8, 9<br />

Ihr wisst, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe getan<br />

hat: Er, der reich war, wurde euretwegen arm, um euch<br />

durch seine Armut reich zu machen.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Brich dem Hungrigen dein Brot, dann geht dein Licht auf in der<br />

Finsternis, und deine Nacht wird hell wie der Tag.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus, der sich für uns zu Brot gemacht hat:<br />

A: Bleibe bei uns, Herr.<br />

– Wir bitten um die Kraft deiner Liebe für alle Glaubenden.<br />

– Wir bitten um deine Gerechtigkeit zwischen Armen und Reichen.<br />

– Wir bitten um Nahrung für alle, die an Leib und Seele hungern.<br />

– Wir bitten um dein ewiges Leben für die Verstorbenen.<br />

Vaterunser


Abend · Samstag, 8. <strong>Februar</strong> 98<br />

Oration<br />

Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere<br />

Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not<br />

und Gefahr und schütze uns. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der Herr des Friedens schenke uns den Frieden<br />

zu jeder Zeit und auf jede Weise.<br />

Der Herr sei mit uns allen.<br />

Vgl. 2 Thess 3, 16<br />

Salve Regina (Seite 346)


99<br />

Samstag, 8. <strong>Februar</strong> · Von Woche zu Woche<br />

Von Woche zu Woche<br />

Salz sein, Licht sein – oder nicht sein.<br />

(zu Mt 5, 13–16)<br />

Salz sein heißt,<br />

sich einmischen:<br />

Licht sein heißt, leuchten:<br />

Jesus spricht – auch – zu uns,<br />

zu Menschen mit Hoffnungen,<br />

mit Sorgen und Bedenken.<br />

Jesus macht Mut!<br />

Schätzt euch nicht gering.<br />

Auf euch kommt es an:<br />

Geschmack in die Welt bringen,<br />

wo sie schal ist,<br />

das ist Gottesdienst!<br />

Eine Welt,<br />

in der Licht ist,<br />

das ist Gotteslob!<br />

Fürchtet euch nicht:<br />

Ihr seid das Salz der Erde.<br />

Ihr seid das Licht der Welt.<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


9. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

5. Sonntag im Jahreskreis<br />

Namenstag: Apollonia von Alexandria (Märtyrerin, † 244/49) · Ansbert<br />

von Rouen (Bischof, † um 695) · Alto von Altomünster (Einsiedler<br />

im Raum Dachau, Klostergründer, 8. Jh.) · sel. Lambert von Neuwerk<br />

(Augustiner, † 1144) · Gottschalk von Selau (Prämonstratenser,<br />

† 1184) · Julian von Speyer (Franziskaner, Musiker, † um 1250) · sel.<br />

Anna Katharina Emmerick (Mystikerin, † 1824; siehe auch den<br />

Beitrag auf den Seiten 338–341)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Hört auf die Stimme des Herrn,<br />

verhärtet nicht euer Herz.<br />

Vgl. Ps 95, 7b.8<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Seht, golden steigt das Licht empor –<br />

da schwindet hin die dunkle Nacht,<br />

die unsren richtungslosen Schritt<br />

hart an des Abgrunds Rand gebracht.<br />

Des neuen Tages heit’res Licht<br />

dringt tief in unsre Seele ein


101<br />

Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

und macht, von Arglist ungetrübt,<br />

des Herzens Streben klar und rein.<br />

Von Aug und Zunge, Mund und Hand<br />

bleib jede böse Regung fern;<br />

so führe uns der neue Tag<br />

aus Finsternis zum Licht des Herrn.<br />

Ein Auge schaut auf uns herab,<br />

das über unsrem Leben wacht:<br />

Es sieht voll Güte unser Tun<br />

vom frühen Morgen bis zur Nacht.<br />

Und jener letzte Morgen einst,<br />

den wir erflehn voll Zuversicht,<br />

er finde wachend uns beim Lob<br />

und überströme uns mit Licht.<br />

Gott Vater, dir und deinem Sohn<br />

sei Lob und Dank und Herrlichkeit,<br />

und auch dem Geist, der bei uns ist,<br />

jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Lux ecce surgit aurea (Sol ecce surgit igneus); Prudentius, † nach 405<br />

5. Strophe: Aurora iam spargit polum; 7.–8. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72<br />

Psalm 63 Verse 2–9<br />

Gott, du mein Gott, dich suche ich, *<br />

meine Seele dürstet nach dir.<br />

Nach dir schmachtet mein Leib *<br />

wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.<br />

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *<br />

um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.<br />

Denn deine Huld ist besser als das Leben; *<br />

darum preisen dich meine Lippen.<br />

Ich will dich rühmen mein Leben lang, *<br />

in deinem Namen die Hände erheben.


Morgen · Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> 102<br />

Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *<br />

mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.<br />

Ich denke an dich auf nächtlichem Lager *<br />

und sinne über dich nach, wenn ich wache.<br />

Ja, du wurdest meine Hilfe; *<br />

jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.<br />

Meine Seele hängt an dir, *<br />

deine rechte Hand hält mich fest.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du unser Gott, wir halten Ausschau nach dir. Zeig uns deine<br />

Herrlichkeit. Lass uns dein Angesicht leuchten.<br />

Lesung Eph 1, 17–18<br />

Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit,<br />

gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,<br />

damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens,<br />

damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen<br />

seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen<br />

schenkt.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Ihr seid das Licht der Welt. Euer Licht soll vor den Menschen<br />

leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im<br />

Himmel preisen.<br />

Bitten<br />

Jesus, du lässt die Deinen teilhaben an deiner Herrlichkeit. Wir<br />

bitten dich:<br />

A: Bring dein Licht in uns zum Leuchten.<br />

– Dass wir dein Evangelium überzeugend verkünden.<br />

– Dass wir niemandem Böses mit Bösem vergelten.


103<br />

Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

– Dass wir den Verzweifelten beistehen und aufhelfen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere<br />

Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not<br />

und Gefahr und schütze uns. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Segne uns, Gott,<br />

segne unser Miteinander.<br />

Mit dir im Bund lass uns leben.<br />

Schenk uns Freude, die ausstrahlt.<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 126, 362, 440, 474 · KG 46, 148, 505, 547, 580<br />

Gloria<br />

Kommt, lasst uns niederfallen,<br />

uns verneigen vor dem Herrn, unserem Schöpfer!<br />

Denn er ist unser Gott.<br />

Ps 95, 6–7<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 58, 7–10<br />

So spricht der Herr: Brich dem Hungrigen dein Brot, nimm<br />

obdachlose Arme ins Haus auf, wenn du einen Nackten<br />

siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deiner Verwandtschaft.<br />

Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot<br />

und deine Heilung wird schnell gedeihen. Deine Gerechtigkeit


Eucharistie · Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> 104<br />

geht dir voran, die Herrlichkeit des HERRN folgt dir nach. Wenn<br />

du dann rufst, wird der HERR dir Antwort geben, und wenn du<br />

um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.<br />

Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen<br />

mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den<br />

Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht<br />

im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie<br />

der Mittag.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Es ist bei mir gerade hell wie der Mittag. Aber meine Finsternis?<br />

Meine ganz persönliche Finsternis? Die verborgen sein<br />

soll? Wer hat das festgelegt? Wer hat (mir) die ins Nest gelegt?<br />

Ist das banal, marginal? Der Prophet entzieht sich nicht.<br />

Er nimmt seine Verantwortung wahr. Er gibt Antworten, die<br />

unangenehm sind, die ins Fleisch schneiden, Antworten, die<br />

schmerzen, aber Heilung bringen, wie eine bittere Pille, wie<br />

eine notwendige Operation. Wie sieht ein Fasten aus, das wirklich<br />

fromm ist? Ein Fasten, das bei Gott ankommt, weil es allen<br />

frommt? Die Antwort des Propheten ist schneidend: Meint<br />

nicht, eure Beziehung zum Herrn ließe sich ablösen von euren<br />

Beziehungen untereinander! Erst wenn ihr für den Nächsten<br />

getan habt, was zu tun ist, wenn ihr Hungrigen zu essen gegeben,<br />

Obdachlose beherbergt und Nackte bekleidet habt, dann<br />

reimen sich fromm und Fasten nicht mehr auf Frevel. Dann<br />

habt ihr guten Grund zur Hoffnung. „Hier bin ich“, spricht der<br />

Herr. Ungeteilt bin ich für dich da. Im Hellen und im Dunkeln.<br />

Dein Gott bin ich, und der entzieht sich nicht.<br />

Antwortpsalm Ps 112, 4–9<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Im Finstern erstrahlt der Gerechte als Licht.<br />

Im Finstern erstrahlt er als Licht den Redlichen: *<br />

Gnädig und barmherzig ist der Gerechte.


105<br />

Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Glücklich ein Mann, der gnädig ist und leiht ohne Zinsen, *<br />

der nach dem Recht das Seine ordnet. – Kehrvers<br />

Niemals gerät er ins Wanken; *<br />

ewig denkt man an den Gerechten.<br />

Er fürchtet sich nicht vor böser Kunde, *<br />

sein Herz ist fest, auf den HERRN vertraut er. – Kehrvers<br />

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nicht, *<br />

er wird herabschauen auf seine Bedränger.<br />

Reichlich gibt er den Armen, /<br />

seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer, *<br />

seine Macht steht hoch in Ehren. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 4a, ferner GL 61, 1 (VI. Ton)<br />

oder GL 1975 708, 1 (IV. Ton) oder KG 638 (VII. Ton)·<br />

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 2, 1–5<br />

Ich kam nicht zu euch, Schwestern und Brüder, um glänzende<br />

Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch<br />

das Geheimnis Gottes zu verkünden. Denn ich hatte mich entschlossen,<br />

bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und<br />

zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in<br />

Furcht, zitternd und bebend zu euch.<br />

Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung<br />

durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis<br />

von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht<br />

auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 8, 12<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,<br />

hat das Licht des Lebens.<br />

Halleluja.


Eucharistie · Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> 106<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 13–16<br />

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz<br />

der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit<br />

kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr,<br />

außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.<br />

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg<br />

liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht<br />

eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf<br />

den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus.<br />

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure<br />

guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Herr, unser Gott, du hast Brot und Wein geschaffen, um uns<br />

Menschen in diesem vergänglichen Leben Nahrung und Freude<br />

zu schenken. Mache diese Gaben zum Sakrament, das uns<br />

ewiges Leben bringt. Darum bitten wir durch Christus, unseren<br />

Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu<br />

danken und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben. Denn<br />

du hast die Welt mit all ihren Kräften ins Dasein gerufen und<br />

sie dem Wechsel der Zeit unterworfen. Den Menschen aber<br />

hast du auf dein Bild hin geschaffen und ihm das Werk deiner<br />

Allmacht übergeben. Du hast ihn bestimmt, über die Erde zu<br />

herrschen, dir, seinem Herrn und Schöpfer zu dienen und das<br />

Lob deiner großen Taten zu verkünden durch unseren Herrn<br />

Jesus Christus. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,<br />

den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des<br />

himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen<br />

Herrlichkeit.


107<br />

Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> · Auslegung<br />

Kommunionvers Ps 107, 8–9<br />

Wir wollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares<br />

Tun an den Menschen, weil er die hungernde Seele mit<br />

seinen Gaben erfüllt hat.<br />

Schlussgebet<br />

Barmherziger Gott, du hast uns teilhaben lassen an dem einen<br />

Brot und dem einen Kelch. Lass uns eins werden in Christus<br />

und Diener der Freude sein für die Welt. Darum bitten wir<br />

durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Gott, der allmächtige Vater, segne euch; er bewahre euch vor<br />

Unheil und Schaden.<br />

Er öffne eure Herzen für sein göttliches Wort und bereite sie<br />

für die unvergänglichen Freuden.<br />

Er lasse euch erkennen, was zum Heile dient, und führe euch<br />

auf dem Weg seiner Gebote zur Gemeinschaft der Heiligen.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Thomas Söding<br />

Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt,<br />

kann nicht verborgen bleiben. Auch zündet man nicht ein<br />

Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern (man stellt<br />

es) auf den Leuchter; dann leuchtet es allen, die im Haus sind.<br />

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure<br />

guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.


Abend · Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> 108<br />

Jesus ermuntert die Jünger, sich auf ihre Stärken zu besinnen. Er<br />

setzt auf ihre Ausstrahlungskraft. Sie werden andere Menschen<br />

dazu bringen, „den Vater im Himmel zu preisen“.<br />

Das Medium sind ihre guten Werke: das, was sie anderen Gutes<br />

tun. Diese guten Werke sind nicht selbst das Licht. Es sind ja<br />

auch keineswegs nur Christen, die gute Werke tun. Aber im Licht<br />

des Evangeliums beginnen die guten Werke zu leuchten. Sie sind<br />

die Wellen, auf denen das Licht seine Strahlkraft entfaltet. Das<br />

Licht selbst kann man nicht sehen; das Licht macht sichtbar. So<br />

beginnt Jesu Bild zu leuchten. Was gute Werke sind, wissen alle<br />

Menschen guten Willens, nicht nur die Glaubenden. Wer gute<br />

Werke tut, macht auf sich aufmerksam – gerade wenn er nichts<br />

herausposaunt. Wer bei den Jüngern nachfragt, weshalb sie anderen<br />

Gutes tun, stößt auf ihren Glauben und dadurch auf den,<br />

an den sie glauben. Was alle Menschen guten Willens tun, zeigt<br />

an, was wahre Menschlichkeit ist – und das Evangelium lässt sie<br />

im vollen Farbenspektrum leuchten, weil es Gott ins Spiel bringt.<br />

Thomas Söding (dt. Neutestamentler, *1956),<br />

aus: ders., Kommt zu mir! Die Botschaft des Matthäusevangeliums<br />

(bibel leben), © 2009 Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br., 48<br />

Hymnus<br />

Herr, öffne unsre Augen<br />

für die Dinge, die wir sehen.<br />

Lass uns ihren Sinn verstehen<br />

und erfassen, dass sie taugen,<br />

deine Spur darin zu sehen.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


109<br />

Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Herr, öffne unsre Ohren<br />

für die Worte, die wir hören.<br />

Mach, dass sie uns nicht betören,<br />

sondern fragend in uns bohren,<br />

deine Wahrheit zu beschwören.<br />

Herr, löse unsre Zungen<br />

für die Menschen, die uns fragen:<br />

Wo ist Gott in unsern Tagen?<br />

Lass uns, ganz von dir durchdrungen,<br />

deine Botschaft ihnen sagen.<br />

Herr, öffne unsre Herzen<br />

für die Not, die wir erleben.<br />

Lass beherzt uns danach streben,<br />

gegen Leid und gegen Schmerzen<br />

deiner Liebe Raum zu geben.<br />

Herr, öffne unsre Hände<br />

für das Wirken, das du weist,<br />

dass dich unser Leben preist.<br />

Du bist Anfang, du bist Ende,<br />

Vater, Sohn und Heilger Geist.<br />

Raymund Weber 2005,<br />

© beim Autor<br />

Psalm 114<br />

Als Israel aus Ägypten auszog, *<br />

Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache,<br />

da wurde Juda Gottes Heiligtum, *<br />

Israel das Gebiet seiner Herrschaft.<br />

Das Meer sah es und floh, *<br />

der Jordan wich zurück.<br />

Die Berge hüpften wie Widder, *<br />

die Hügel wie junge Lämmer.


Abend · Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> 110<br />

Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst, *<br />

und mit dir, Jordan, dass du zurückweichst?<br />

Ihr Berge, was hüpft ihr wie Widder, *<br />

und ihr Hügel, wie junge Lämmer?<br />

Vor dem Herrn erbebe, du Erde, *<br />

vor dem Antlitz des Gottes Jakobs,<br />

der den Fels zur Wasserflut wandelt *<br />

und Kieselgestein zu quellendem Wasser.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott Israels, du errichtest dein Reich durch die Menschen, die<br />

du rufst. Gib, dass dein Volk auf deine Stimme hört, und lass<br />

aus unseren Herzen Quellen lebendigen Wassers entspringen,<br />

das die Welt mit deinem Segen erfüllt.<br />

Lesung 2 Kor 5, 14–15<br />

Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist<br />

für alle gestorben, also sind alle gestorben. Er ist aber für<br />

alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,<br />

sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde, ihr<br />

seid das Licht der Welt.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten für alle, die ihrer Lebensentscheidung wegen<br />

mit ihrem Umfeld in Konflikt geraten:<br />

A: Kyrie, eleison.<br />

– Für die Konvertiten, deren Schritt in ihren Familien auf Unverständnis<br />

trifft.


111<br />

Sonntag, 9. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

– Für die jungen Menschen, die gegen den Willen ihrer Eltern<br />

ihrer Berufung folgen.<br />

– Für alle, die sich in einem Klima des Hasses für Ausgleich und<br />

Verständigung einsetzen.<br />

– Für alle, die in einer fremden Kultur leben und mit deren<br />

Verhaltensregeln nicht zurechtkommen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere<br />

Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not<br />

und Gefahr und schütze uns. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der Gott aller Gnade, der uns in Christus<br />

zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat,<br />

wird uns aufrichten, stärken, kräftigen<br />

und auf festen Grund stellen.<br />

Sein ist die Macht in Ewigkeit.<br />

Vgl. 1 Petr 5, 10 f.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Montag, 10. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heilige Scholastika<br />

Scholastika (um 480 – um 547) war die Schwester des hl. Benedikt<br />

von Nursia. Einzige biografische Quelle ist ein legendarischer<br />

Bericht von Papst Gregor dem Großen. Schon als Kind wurde<br />

sie Gott geweiht und in klösterliche Erziehung gegeben. Als Ordensfrau<br />

lebte sie zunächst in einem Kloster bei Subiaco, später<br />

in der Nähe von Montecassino. Ihrem Bruder Benedikt war sie<br />

ein Leben lang in tiefer Geschwisterliebe verbunden. Beide trafen<br />

sich einmal im Jahr zu einem geistlichen Gespräch. Beim letzten<br />

Gespräch soll ihn auf ihr Gebet hin ein Unwetter daran gehindert<br />

haben zu gehen, sodass ihr Gespräch bis weit in die Nacht dauerte.<br />

Drei Tage später starb sie. Benedikt soll gesehen haben, wie ihre<br />

Seele als weiße Taube in den Himmel flog.<br />

Schrifttexte: Lesung: Hld 8, 6–7; Evangelium: Lk 10, 38–42<br />

Namenstag: Wilhelm von Malavalle (Pilger, Einsiedler, † 1157)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Friedrich Christoph Oetinger (schwäb.<br />

Theologe, 1702–1782)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Du, Herr, hast sie für dich erwählt,<br />

in Treue folgte sie dem Ruf.<br />

Es brannte hell in ihrer Hand<br />

die Lampe ihrer Wachsamkeit.


113<br />

Montag, 10. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Voll Freude zog sie mit dir ein<br />

zum königlichen Hochzeitsmahl.<br />

Nach ihrem Vorbild lass auch uns<br />

in Treue warten und Geduld.<br />

Herr Jesus, der du kommen wirst,<br />

dir sei der Lobpreis dargebracht.<br />

Zum Mahl der Hochzeit öffne uns<br />

die Pforten deiner Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Aptata, virgo lampade; spätestens 15. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 547 – andere Melodie: GL 332 · GL 1975 219 · KG 449 · EG 110<br />

Canticum Jes 62, 4–7<br />

Antiphon:<br />

Ihr, die ihr den Herrn an Zion erinnern sollt, gönnt euch keine<br />

Ruhe!<br />

Nicht länger nennt man dich „Die Verlassene“, *<br />

und dein Land nicht mehr „Das Ödland,<br />

sondern man nennt dich „Meine Wonne“ *<br />

und dein Land „Die Vermählte“.<br />

Denn der Herr hat an dir seine Freude, *<br />

und dein Land wird mit ihm vermählt.<br />

Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, *<br />

so vermählt sich mit dir dein Erbauer.<br />

Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, *<br />

so freut sich dein Gott über dich.<br />

Auf deine Mauern, Jerusalem, stelle ich Wächter. *<br />

Weder bei Tag noch bei Nacht dürfen sie schweigen.<br />

Ihr, die ihr den Herrn an Zion erinnern sollt, *<br />

gönnt euch keine Ruhe!<br />

Lasst auch ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufbaut, *<br />

bis er es auf der ganzen Erde berühmt macht.<br />

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Montag, 10. <strong>Februar</strong> 114<br />

Lesung Weish 7, 27a; 8, 1<br />

Die Weisheit ist nur eine und vermag doch alles; ohne sich zu<br />

ändern, erneuert sie alles. Machtvoll entfaltet sie ihre Kraft<br />

von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Die kluge Jungfrau ging Christus entgegen. Wie die Sonne<br />

strahlt sie im Chor der Heiligen.<br />

Bitten<br />

Jesus macht uns Mut und gibt uns Kraft für unseren Weg. Darum<br />

rufen wir zu ihm:<br />

A: Herr, du hast Worte ewigen Lebens.<br />

– Lass uns dankbar sein für die Momente, in denen du uns<br />

deine Nähe zeigst.<br />

– Hilf uns die Zeichen bemerken, in denen du zu uns sprichst.<br />

– Lass uns voll Freude zu unseren Mitmenschen gehen, damit<br />

auch sie von dir erfahren.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Erhabener Gott, wir begehen das Gedächtnis der heiligen Jungfrau<br />

Scholastika. Lass uns nach ihrem Beispiel dir stets in aufrichtiger<br />

Liebe dienen und gewähre uns in deiner Güte einst<br />

einen seligen Heimgang zu dir. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Christus Jesus, unser Weg, unsere Wahrheit<br />

und unser Leben,<br />

lasse uns seine Stimme hören<br />

und führe uns ins Haus seines Vaters.


115<br />

Montag, 10. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige1 Kön 8, 1–7.9–13<br />

In jenen Tagen versammelte Salomo die Ältesten Israels, alle<br />

Stammesführer und die Häupter der israelitischen Großfamilien<br />

bei sich in Jerusalem, um die Bundeslade des Herrn aus der<br />

Stadt Davids, das ist Zion, heraufzuholen. Am Fest im Monat<br />

Etanim, das ist der siebte Monat, kamen alle Männer Israels bei<br />

König Salomo zusammen. In Gegenwart aller Ältesten Israels<br />

nahmen die Priester die Lade und brachten sie zugleich mit<br />

dem Offenbarungszelt und den heiligen Geräten, die im Zelt<br />

waren, hinauf. Die Priester und die Leviten übernahmen den<br />

Trägerdienst.<br />

König Salomo aber und die ganze Gemeinde Israels, die bei<br />

ihm vor der Lade versammelt war, schlachteten Schafe und Rinder,<br />

die man wegen ihrer Menge nicht zählen und nicht berechnen<br />

konnte. Darauf stellten die Priester die Bundeslade des<br />

Herrn an ihren Platz, in die Gotteswohnung des Hauses, in das<br />

Allerheiligste, unter die Flügel der Kerubim. Denn die Kerubim<br />

breiteten ihre Flügel über den Ort, wo die Lade stand, und bedeckten<br />

sie und ihre Stangen von oben her.<br />

In der Lade befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln, die<br />

Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den<br />

der Herr mit den Israeliten beim Auszug aus Ägypten geschlossen<br />

hatte.<br />

Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die<br />

Wolke das Haus des Herrn. Sie konnten wegen der Wolke ihren<br />

Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte<br />

das Haus des Herrn. Damals sagte Salomo:<br />

Der Herr hat die Sonne an den Himmel gesetzt; er selbst wollte<br />

im Dunkel wohnen. Ich habe ein fürstliches Haus für dich<br />

gebaut, eine Wohnstätte für ewige Zeiten.


Eucharistie · Montag, 10. <strong>Februar</strong> 116<br />

Impuls zur Lesung<br />

Die mächtige Sonne, ohne die auf Erden nichts wachsen kann,<br />

ist von Gott an den Himmel gesetzt worden. Der Herr ist kein<br />

Sonnengott, er ist Schöpfer der Sonne, Urquell allen Lichts<br />

und allen Lebens. Nicht das für uns Offensichtliche, das unmittelbar<br />

Einleuchtende, die Strahlkraft der Sonne, sondern<br />

eine gewisse Verborgenheit ist sein Element. Wolkendunkel,<br />

das passt eigentlich nicht zu Gott: So empfinden viele. Um<br />

Adonai endlich den passenden Rahmen zu schaffen, lässt Salomo<br />

ein prächtiges Gotteshaus erbauen, in das nun auch die<br />

Bundeslade verbracht wird. Doch die langen Stangen des portablen<br />

Heiligtums sind für den Raum zu sperrig. Tragestangen<br />

sind im Tempel eigentlich überflüssig, die Bundeslade ist ja angekommen.<br />

Doch die störenden Hölzer dürfen nicht entfernt<br />

werden: Sie erzählen vom Exodus und von Israels Wüstenzeit.<br />

So erinnert auch noch der stabile salomonische Tempel daran:<br />

Gottes Volk ist unterwegs. Zu ihm. Wir „haben“ Gott nicht. All<br />

unsere Versuche, den wahren Gott ins rechte Licht zu rücken,<br />

bleiben – unsere Versuche.<br />

Antwortpsalm Ps 132, 6–10.13<br />

Kehrvers:<br />

Erhebe dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe!<br />

Wir hörten von seiner Lade in Efrata, *<br />

fanden sie im Gefilde von Jaar.<br />

Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung *<br />

und niederfallen vor dem Schemel seiner Füße! – Kehrvers<br />

Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe, *<br />

du und deine machtvolle Lade!<br />

Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit, *<br />

und deine Frommen sollen jubeln. – Kehrvers<br />

Weil David dein Knecht ist, *<br />

weise deinen Gesalbten nicht ab!


117<br />

Montag, 10. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Denn der Herr hat den Zion erwählt, *<br />

ihn zu seinem Wohnsitz erkoren. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 8a, ferner GL 653, 3 · GL 1975 649, 1 (V. Ton)<br />

oder KG 648 (I. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Mt 4, 23b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Jesus verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk<br />

alle Krankheiten und Leiden.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 6, 53–56<br />

In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu,<br />

kamen nach Gennesaret und legten dort an.<br />

Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. Die<br />

Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die<br />

Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.<br />

Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem<br />

Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus<br />

und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes<br />

berühren lassen.<br />

Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages; / an der Lust,<br />

die dir zusteht, geh nicht vorbei!<br />

Sir 14, 14


Abend · Montag, 10. <strong>Februar</strong> 118<br />

• Wie viel Genuss gestatte ich mir?<br />

• Was kann ich annehmen, welches Glück kann ich ergreifen?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Wie der Vogel des Walds<br />

hoch in die Gipfel fliegt,<br />

Kreise zieht und mit Glanz<br />

steil zu den Wolken steigt –<br />

also sieht dich der Bruder,<br />

da du sterbend die Welt verlässt.<br />

Als der Bräutigam ruft:<br />

Komm, meine Freundin, komm!,<br />

schwingt die Seele sich dir<br />

frei und mit Jubel auf:<br />

wie im Fluge die Taube<br />

steigst du über die Welt hinaus.<br />

Steig, o Schwester, hinauf,<br />

steige, erreich das Ziel,<br />

wo der Herr dich empfängt,<br />

als seine Braut dich grüßt,<br />

auf das Herz wie ein Siegel<br />

und wie Schmuck an den Arm dich legt.<br />

Hochgelobt sei der Herr,<br />

Vater der Ewigkeit,<br />

hochgelobt sei der Sohn,<br />

der seine Schöpfung krönt,<br />

hochgelobt sei der Geist auch,<br />

der in Liebe sich alles eint. Amen.<br />

Zeitgenössisch<br />

Entnommen aus: Benediktinisches Antiphonale 3,453,<br />

© Vier-Türme GmbH, Verlag, Münsterschwarzach


119<br />

Montag, 10. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Psalm 11<br />

Beim Herrn finde ich Zuflucht. *<br />

Wie könnt ihr mir sagen: „In die Berge flieh wie ein Vogel“?<br />

Schon spannen die Frevler den Bogen, *<br />

sie legen den Pfeil auf die Sehne,<br />

um aus dem Dunkel zu treffen *<br />

die Menschen mit redlichem Herzen.<br />

Gerät alles ins Wanken, *<br />

was kann da der Gerechte noch tun?<br />

Der Herr weilt in seinem heiligen Tempel, *<br />

der Thron des Herrn ist im Himmel.<br />

Seine Augen schauen herab, *<br />

seine Blicke prüfen die Menschen.<br />

Der Herr prüft Gerechte und Frevler; *<br />

wer Gewalttat liebt, den hasst er aus tiefster Seele.<br />

Auf die Frevler lasse er Feuer und Schwefel regnen; *<br />

sengender Wind sei ihr Anteil.<br />

Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte Taten; *<br />

wer rechtschaffen ist, darf sein Angesicht schauen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du siehst uns, Gott, du weißt, was uns fehlt, was uns umtreibt.<br />

Hilf uns auf den rechten Weg, dass wir Gerechtigkeit üben. Lass<br />

uns dein Angesicht leuchten.<br />

Lesung Jes 61, 10<br />

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine<br />

Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in<br />

Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit.


Abend · Montag, 10. <strong>Februar</strong> 120<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Braut Christi, komm und empfange die Krone, die der Herr für<br />

dich bereithält.<br />

Fürbitten<br />

Freiheit, geistlich und politisch: Scholastika, die am Ende ihres<br />

Lebens wie eine Taube zum Himmel emporstieg; Michail Gorbatschow,<br />

der heute vor 30 Jahren den Deutschen die Selbstbestimmung<br />

ihrer staatlichen Zukunft zusicherte. Ereignisse,<br />

die nichts miteinander zu tun haben? Fragen wird man dürfen.<br />

Beten wir für die, die sich heute nach Freiheit sehnen:<br />

V: Gott, du Befreier, A: erbarme dich.<br />

– Dass alle, die sich in Abhängigkeit finden, frei werden.<br />

– Dass allen, die keinen Sinn erkennen, ein Hoffnungslicht aufgeht.<br />

– Dass niemand umsonst gestorben ist, der sein Leben für Freiheit<br />

und Gerechtigkeit eingesetzt hat.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Erhabener Gott, wir begehen das Gedächtnis der heiligen Jungfrau<br />

Scholastika. Lass uns nach ihrem Beispiel dir stets in aufrichtiger<br />

Liebe dienen und gewähre uns in deiner Güte einst<br />

einen seligen Heimgang zu dir. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Die Sonne, die nicht untergeht,<br />

der ewige Gott erleuchte uns durch sein Licht<br />

und schenke uns Wärme und Leben.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Unsere Liebe Frau in Lourdes<br />

Am 11. <strong>Februar</strong> 1858 erschien der vierzehnjährigen Bernadette<br />

Soubirous in der Felsengrotte Massabielle bei Lourdes (Südfrankreich)<br />

eine schöne Frau, von der sie später, auf wiederholte<br />

Nachfrage hin, erfuhr, sie sei die „Unbefleckte Empfängnis“. In der<br />

Zeit bis zum 16. Juli erschien Maria dem in einfachsten Verhältnissen,<br />

ohne Schulbildung aufgewachsenen Mädchen noch weitere<br />

17-mal. Maria forderte zu Gebet und Buße auf für die Bekehrung<br />

der Sünder und zur Wallfahrt an diesen Ort. Als bei der Erscheinung<br />

vom 25.2.1858 Bernadette aufgefordert wurde, aus einer<br />

Quelle zu trinken und sich darin zu waschen, musste sie selbst erst<br />

mit ihren Händen diese Quelle freilegen. Trotz aller Infragestellungen<br />

verteidigte sie die Echtheit der Erscheinungen. Eine vom<br />

Bischof einberufene Untersuchungskommission stellte schließlich<br />

1862 heraus, dass die Erscheinungen alle Kennzeichen der Wahrheit<br />

aufwiesen.<br />

Die päpstliche Zustimmung durch Leo XIII. für die regionale Verehrung<br />

erfolgte 1891, Papst Pius X. dehnte 1907 das Fest auf die<br />

ganze Kirche aus. Bernadette Soubirous trat 1866 bei den Schwestern<br />

de la Charité in Nevers ein, wo sie am 16.4.1879 im Alter von<br />

35 Jahren starb. Am 8. Dezember 1933 sprach Papst Pius XI. sie<br />

heilig.<br />

Schrifttexte: Lesung: Jes 66, 10–14c; Evangelium: Joh 2, 1–11<br />

Namenstag: Theodora II. (byz. Kaiserin, Förderin der Ikonenverehrung,<br />

† 867) · Anselm von Rot an der Rot (Abt, † 1162) · Theodor Babilon<br />

(Mitarbeiter des Kolpingwerks, † 1945)<br />

Heute ist Welttag der Kranken.


Morgen · Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> 122<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Sei gegrüßt, die den König gebar,<br />

du heilige Mutter,<br />

ihn, der Himmel und Erde erhält<br />

im Wandel der Zeiten,<br />

dessen Walten das All umfasst<br />

mit ewigem Kreise,<br />

dessen Reich ohne Ende besteht:<br />

Dein seliger Leib hat<br />

Freuden der Mutter gepaart<br />

mit reiner Ehre der Jungfrau,<br />

dir, der keine je glich,<br />

wird keine fürderhin gleichen,<br />

denn vor allen Frauen erwählte dich,<br />

Einzige, Christus.<br />

Nach: Salve, sancta parens; Sedulius, † um 450<br />

Psalm 33<br />

Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; *<br />

für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.<br />

Preist den Herrn mit der Zither, *<br />

spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!<br />

Singt ihm ein neues Lied, *<br />

greift voll in die Saiten und jubelt laut!<br />

Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, *<br />

all sein Tun ist verlässlich.


123<br />

Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *<br />

die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.<br />

Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, *<br />

ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.<br />

Wie in einem Schlauch fasst er das Wasser des Meeres, *<br />

verschließt die Urflut in Kammern.<br />

Alle Welt fürchte den Herrn; *<br />

vor ihm sollen alle beben, die den Erdkreis bewohnen.<br />

Denn der Herr sprach, und sogleich geschah es; *<br />

er gebot, und alles war da.<br />

Der Herr vereitelt die Beschlüsse der Heiden, *<br />

er macht die Pläne der Völker zunichte.<br />

Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, *<br />

die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten.<br />

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, *<br />

der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.<br />

Der Herr blickt herab vom Himmel, *<br />

er sieht auf alle Menschen.<br />

Von seinem Thronsitz schaut er nieder *<br />

auf alle Bewohner der Erde.<br />

Der ihre Herzen gebildet hat, *<br />

er achtet auf all ihre Taten.<br />

Dem König hilft nicht sein starkes Heer, *<br />

der Held rettet sich nicht durch große Stärke.<br />

Nichts nützen die Rosse zum Sieg, *<br />

mit all ihrer Kraft können sie niemand retten.<br />

Doch das Auge des Herrn ruht auf allen,<br />

die ihn fürchten und ehren, *<br />

die nach seiner Güte ausschaun;<br />

denn er will sie dem Tod entreißen *<br />

und in der Hungersnot ihr Leben erhalten.


Morgen · Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> 124<br />

Unsre Seele hofft auf den Herrn; *<br />

er ist für uns Schild und Hilfe.<br />

Ja, an ihm freut sich unser Herz, *<br />

wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.<br />

Lass deine Güte über uns walten, o Herr, *<br />

denn wir schauen aus nach dir.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Heiliger Gott, du bewahrst, die deine Gerechtigkeit suchen, und<br />

errettest, die sich auf dich verlassen. Deinem Namen singen wir<br />

unser Lob; gib, dass es die ganze Erde erfüllt.<br />

Lesung Jer 29, 11.13.14<br />

Ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch<br />

des Herrn –, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn<br />

ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Sucht ihr<br />

mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach<br />

mir fragt, lasse ich mich von euch finden – Spruch des Herrn.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Du Morgenröte des Heils, Jungfrau Maria! Aus dir ging hervor<br />

die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, das aufstrahlende Licht<br />

aus der Höhe.<br />

Bitten<br />

Gepriesen sei Gott, der immer wieder Menschen für sich begeistert.<br />

Zu ihm lasst uns rufen:<br />

A: Mach uns zu Zeugen deiner Güte.<br />

– Gib uns Schlichtheit des Herzens, dass wir jedem Menschen<br />

geschwisterlich begegnen.<br />

– Verankere in uns das Vertrauen zu dir, dass wir den Suchenden<br />

Halt werden können.


125<br />

Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

– Richte das Kreuz deines Sohnes in uns auf, dass wir den Kranken<br />

und Leidenden beistehen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, in unserer Schwachheit suchen wir bei dir<br />

Hilfe und Schutz. Höre auf die Fürsprache der jungfräulichen<br />

Gottesmutter Maria, die du vor der Erbschuld bewahrt hast,<br />

und heile uns von aller Krankheit des Leibes und der Seele.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der barmherzige Gott behüte unser Leben,<br />

er gebe uns Gesundheit an Leib und Seele<br />

und schenke uns sein Heil.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, im Neuen Bund<br />

berufst du Menschen aus allen Völkern und führst sie im Heiligen<br />

Geist zur Einheit zusammen. Gib, dass deine Kirche ihrer<br />

Sendung treu bleibt, dass sie ein Sauerteig ist für die Menschheit,<br />

die du in Christus erneuern und zu einer Familie umgestalten<br />

willst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige<br />

1 Kön 8, 22–23.27–30<br />

In jenen Tagen trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung<br />

Israels vor den Altar des Herrn, breitete seine Hände<br />

zum Himmel aus und betete: Herr, Gott Israels, im Himmel<br />

oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du


Eucharistie · Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> 126<br />

Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem<br />

Herzen vor ihm leben.<br />

Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der<br />

Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wieviel<br />

weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, Herr,<br />

mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre<br />

auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir<br />

verrichtet. Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht<br />

und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein<br />

Name hier wohnen soll. Höre auf das Gebet, das dein Knecht<br />

an dieser Stätte verrichtet.<br />

Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel,<br />

wenn sie an dieser Stätte beten. Höre sie im Himmel, dem<br />

Ort, wo du wohnst. Höre sie und verzeih!<br />

Impuls zur Lesung<br />

Neulich in der S-Bahn fiel mir die gebückte, ja bedrückte<br />

Haltung einiger Mitreisender auf. Dann erst begriff ich, die<br />

gesenkten Köpfe waren über Smartphones geneigt! Vielleicht<br />

waren meine Mitreisenden ja ganz zufrieden mit ihrer Lage,<br />

doch der Eindruck blieb, deprimierend, so viele gebeugte Nacken<br />

und hängende Köpfe. Salomo breitet betend seine Hände<br />

zum Himmel aus. Sein Körper nimmt eine Haltung ein, die<br />

sich von der alltäglichen abhebt. Aber Salomo hebt nicht ab. Er<br />

macht sich nicht klein. Er macht sich nicht groß. Er steht fest<br />

auf dem Boden und öffnet sich nach oben, ein Weitwerden, ein<br />

Freiwerden. Wen oder was bete ich an? Wie bete ich? Mache<br />

ich mich krumm und klein, kapsele ich mich ein und ab, oder<br />

öffne ich mich, geerdet, in die Höhe des Höchsten, und gerade<br />

so für Gottes treue Weite?<br />

Antwortpsalm Ps 84, 3–5.10–11<br />

Kehrvers:<br />

Wie lieb ist mir deine Wohnung, o Herr!


127<br />

Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht *<br />

nach dem Tempel des Herrn.<br />

Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, *<br />

ihm, dem lebendigen Gott. – Kehrvers<br />

Auch der Sperling findet ein Haus *<br />

und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen –<br />

deine Altäre, Herr der Heerscharen, *<br />

mein Gott und mein König. – Kehrvers<br />

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, *<br />

die dich allezeit loben.<br />

Gott, sieh her auf unsern Schild, *<br />

schau auf das Antlitz deines Gesalbten! – Kehrvers<br />

Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums *<br />

ist besser als tausend andere.<br />

Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes, *<br />

als wohnen in den Zelten der Frevler. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 2a, ferner GL 653, 3 · GL 1975 649, 1 (V. Ton)<br />

oder KG 648 (I. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Ps 119, 36a.29b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Deinen Vorschriften neige mein Herz zu, Herr, begnade mich<br />

mit deiner Weisung!<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 7, 1–13<br />

In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte,<br />

die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf.<br />

Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das<br />

heißt mit ungewaschenen Händen aßen. Die Pharisäer essen<br />

nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll<br />

Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung


Abend · Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> 128<br />

der Alten vorschreibt. Auch wenn sie vom Markt kommen, essen<br />

sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere<br />

überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von<br />

Bechern, Krügen und Kesseln.<br />

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum<br />

halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der<br />

Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? Er antwortete<br />

ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über<br />

euch Heuchler sagte:<br />

Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit<br />

weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren,<br />

sind Satzungen von Menschen.<br />

Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung<br />

der Menschen. Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt<br />

setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene<br />

Überlieferung.<br />

Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine<br />

Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem<br />

Tod bestraft werden.<br />

Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder<br />

seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korban, das heißt:<br />

eine Opfergabe. Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für<br />

Vater oder Mutter zu tun. So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung<br />

Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in<br />

vielen Fällen.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


129<br />

Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Innehalten am Abend<br />

Worte können sein wie winzige Arsendosen: Sie werden unbemerkt<br />

verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und<br />

nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.<br />

Victor Klemperer (deutscher Romanist und Politiker, 1881–1960);<br />

heute ist sein 60. Todestag.<br />

• Kenne ich diese Wirkung von unauffällig „giftigen“ Bemerkungen<br />

aus eigenem Erleben?<br />

• Wo verletze und vergifte ich vielleicht unwillentlich mit meiner<br />

Wortwahl?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Ich komme wie ein Kranker zu dir,<br />

du Arzt meines Lebens.<br />

Wie ein Unreiner komm ich zu dir,<br />

du Quell des Erbarmens,<br />

wie ein Blinder zu dir,<br />

du Licht von ewiger Klarheit.<br />

Wie ein Armer flieh ich zu dir,<br />

du Herr über Himmel und Erde.<br />

Nach Thomas von Aquin<br />

Psalm 142 Verse 2–8<br />

Mit lauter Stimme schreie ich zum Herrn, *<br />

laut flehe ich zum Herrn um Gnade.<br />

Ich schütte vor ihm meine Klagen aus, *<br />

eröffne ihm meine Not.<br />

Wenn auch mein Geist in mir verzagt, *<br />

du kennst meinen Pfad.<br />

Auf dem Weg, den ich gehe, *<br />

legten sie mir Schlingen.


Abend · Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> 130<br />

Ich blicke nach rechts und schaue aus, *<br />

doch niemand ist da, der mich beachtet.<br />

Mir ist jede Zuflucht genommen, *<br />

niemand fragt nach meinem Leben.<br />

Herr, ich schreie zu dir, /<br />

ich sage: Meine Zuflucht bist du, *<br />

mein Anteil im Land der Lebenden.<br />

Vernimm doch mein Flehen; *<br />

denn ich bin arm und elend.<br />

Meinen Verfolgern entreiß mich; *<br />

sie sind viel stärker als ich.<br />

Führe mich heraus aus dem Kerker, *<br />

damit ich deinen Namen preise.<br />

Die Gerechten scharen sich um mich, *<br />

weil du mir Gutes tust.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Mit allen, nach deren Leben niemand fragt, rufen wir zu dir,<br />

du unsere Zuflucht. Gib, dass wir uns mit dem Leid in unserer<br />

Umgebung und auf der ganzen Erde nicht abfinden. Schenke<br />

uns Hoffnung und Kraft, dass wir dein Erbarmen zu unseren<br />

Mitmenschen tragen.<br />

Lesung 1 Joh 3, 1a.2<br />

Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat:<br />

Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder,<br />

jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch<br />

nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein<br />

werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen,<br />

wie er ist.


131<br />

Dienstag, 11. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Mein Geist jubelt über Gott, meinen Herrn und meinen Retter.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der gekommen ist, um uns<br />

zu heilen:<br />

V: Du Helfer der Kranken, A: erhöre unser Gebet.<br />

Stehe den Ärztinnen und Ärzten bei<br />

– und lass sie den ganzen Menschen im Blick behalten.<br />

Sei den psychisch Kranken nahe<br />

– und führe uns zu denen, die unsere Hilfe brauchen.<br />

Gedenke der vielen, die unheilbar krank sind;<br />

– lindere ihre Not und gib ihnen neue Hoffnung.<br />

Du bist die Auferstehung und das Leben;<br />

– hilf uns, die Furcht vor dem Tod zu überwinden, und lass die<br />

Verstorbenen deine Fülle genießen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Wir danken dir, allmächtiger Vater, für diesen Abend. Voll Vertrauen<br />

heben wir unsere Hände zu dir empor; nimm unser Beten<br />

an als ein Opfer, das dir gefällt. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes<br />

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.<br />

Vgl. 2 Kor 13, 13<br />

Salve Regina (Seite 346)


Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Gregor II. (Papst, entsandte Bonifatius 719 zur Mission<br />

in Germanien, † 731) · Benedikt von Aniane (Abt, Berater Kaiser Ludwigs<br />

des Frommen, † 821) · Helmward von Minden (Bischof, † 958) ·<br />

Ludan von Hipsheim (schott. Pilger, † 1202) · Antonius (sächs. Franziskaner,<br />

Märtyrer in Bulgarien, † 1369)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher<br />

(prot. Theologe, Philosoph und Pädagoge, 1768–1834)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

O Geist, vom Vater ausgesandt,<br />

o Kraft, vom Sohn verheißen:<br />

Ergieße dich in unser Herz<br />

und nimm es dir zu eigen.<br />

Wo du bist, flammt die Liebe auf,<br />

und Liebe will lobsingen.<br />

Die Liebe öffnet Herz und Hand,<br />

sie will sich ganz verschwenden.<br />

Lob sei dem Vater und dem Sohn,<br />

Lob sei dem Heil’gen Geiste,<br />

wie es von allem Anfang war,<br />

jetzt und für alle Zeiten.<br />

Nach: Nunc, Sancte, nobis, Spiritus; Ambrosius (?), † 397


133<br />

Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 36 Verse 2–13<br />

Der Frevler spricht: „Ich bin entschlossen zum Bösen.“ *<br />

In seinen Augen gibt es kein Erschrecken vor Gott.<br />

Er gefällt sich darin, *<br />

sich schuldig zu machen und zu hassen.<br />

Die Worte seines Mundes sind Trug und Unheil; *<br />

er hat es aufgegeben, weise und gut zu handeln.<br />

Unheil plant er auf seinem Lager, /<br />

er betritt schlimme Wege *<br />

und scheut nicht das Böse.<br />

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *<br />

deine Treue, so weit die Wolken ziehn.<br />

Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, *<br />

deine Urteile sind tief wie das Meer.<br />

Herr, du hilfst Menschen und Tieren. *<br />

Gott, wie köstlich ist deine Huld!<br />

Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, /<br />

sie laben sich am Reichtum deines Hauses; *<br />

du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.<br />

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, *<br />

in deinem Licht schauen wir das Licht.<br />

Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld *<br />

und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!<br />

Lass mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen; *<br />

die Hand der Frevler soll mich nicht vertreiben.<br />

Dann brechen die Bösen zusammen, *<br />

sie werden niedergestoßen und können nie wieder aufstehn.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Köstlich ist deine Huld, guter Schöpfer. Beschenke uns mit dem<br />

Reichtum deines Hauses, erleuchte uns mit deinem Licht! Hell<br />

lass es werden in der Welt.


Morgen · Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> 134<br />

Lesung Spr 3, 13–15<br />

Glücklich der Mann, der Weisheit gefunden, der Mann, der<br />

Einsicht gewonnen hat. Denn sie zu erwerben ist besser<br />

als Silber, sie zu gewinnen ist besser als Gold. Sie übertrifft die<br />

Perlen an Wert, keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Vollende an uns dein Erbarmen, o Herr, und denk an deinen<br />

heiligen Bund.<br />

Bitten<br />

Jesus hat uns nahegebracht, dass es darauf ankommt, Gottes<br />

Weisung in unserem Innern zu vernehmen. Darum rufen wir:<br />

V: Jesus, Meister, A: höre unsere Bitten.<br />

– Um Reinheit und Schlichtheit des Herzens.<br />

– Um Offenheit für dein Wort.<br />

– Um eine glaubwürdige Lebensführung.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Erhöre uns, Gott, unser Heiland, und gib, dass wir in deinem<br />

Lichte leben und die Wahrheit tun; denn als Kinder des Lichtes<br />

sind wir aus dir geboren. Mache uns zu deinen Zeugen unter<br />

den Menschen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Gott, die Quelle des Lebens,<br />

gebe uns Kraft und Mut,<br />

dass wir voll Freude mitbauen an seinem Reich.


135<br />

Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren<br />

Herzen, damit wir imstande sind, unser eigenes Begehren zu<br />

meistern und den Anregungen deines Geistes zu folgen. Darum<br />

bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige 1 Kön 10, 1–10<br />

In jenen Tagen hörte die Königin von Saba vom Ruf Salomos<br />

und kam, um ihn mit Rätselfragen auf die Probe zu stellen.<br />

Sie kam nach Jerusalem mit sehr großem Gefolge, mit Kamelen,<br />

die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen,<br />

trat bei Salomo ein und redete mit ihm über alles, was sie sich<br />

vorgenommen hatte. Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es<br />

gab nichts, was dem König verborgen war und was er ihr nicht<br />

hätte sagen können.<br />

Als nun die Königin von Saba die ganze Weisheit Salomos<br />

erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, die Speisen<br />

auf seiner Tafel, die Sitzplätze seiner Beamten, das Aufwarten<br />

der Diener und ihre Gewänder, seine Getränke und sein Opfer,<br />

das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem.<br />

Sie sagte zum König: Was ich in meinem Land über dich und<br />

deine Weisheit gehört habe, ist wirklich wahr. Ich wollte es<br />

nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit<br />

eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die<br />

Hälfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzüge<br />

übertreffen alles, was ich gehört habe.<br />

Glücklich sind deine Männer, glücklich diese deine Diener,<br />

die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. Gepriesen<br />

sei Jahwe, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den<br />

Thron Israels setzte. Weil Jahwe Israel ewig liebt, hat er dich<br />

zum König bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit übst.


Eucharistie · Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> 136<br />

Sie gab dem König hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine<br />

sehr große Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam<br />

so viel Balsam in das Land, wie die Königin von Saba dem König<br />

Salomo schenkte.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Vielleicht kennen – und vielleicht lieben – auch Sie das Gemälde<br />

von Piero della Francesca (1416–1492): Salomos Begegnung<br />

mit der Königin von Saba inmitten ihres Gefolges. Es findet<br />

sich in der Basilika S. Francesco im toskanischen Arezzo,<br />

und seit ich es vor vielen Jahren zum ersten Mal sah, lässt es<br />

mich nicht mehr los. Wenn Sie es noch nicht kennen – schauen<br />

Sie es sich bald einmal an. Das Land Saba war berühmt<br />

für seinen Handel mit Weihrauch, Gold, Balsam und Edelsteinen<br />

(Jes 60, 6; Ez 27, 22), und die Erzählung vom Besuch der<br />

Königin bei Salomo zeigt deutlich, welche Vorstellungen man<br />

vom legendären Reichtum des Landes hatte. Saba steht jedoch<br />

nicht nur für unermesslichen Reichtum, das arabische Land<br />

galt auch als Sitz der Weisheit schlechthin. Die Landesfürstin<br />

besucht Salomo vor allem als Repräsentantin fremder Weisheit.<br />

Die Königin, die gekommen war, um zu prüfen, verbirgt<br />

am Ende ihre Bewunderung nicht. Ja, die selbstbewusste und<br />

zunächst skeptische Herrscherin ist nun mehr als überzeugt:<br />

„Und wahrlich, nicht einmal die Hälfte hat man mir berichtet;<br />

deine Weisheit und deine Vorzüge übertreffen alles, was ich<br />

gehört habe.“ Der enthusiastische Glückwunsch gilt Salomo<br />

und allen, die mit ihm, der strahlenden Weisheit in Person,<br />

leben dürfen. Doch der eigentliche Höhepunkt der Erzählung<br />

steht noch aus. Es ist der Lobpreis Adonais aus dem Mund der<br />

fremden Herrscherin: „Gepriesen sei Jahwe, dein Gott, der an<br />

dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil<br />

Jahwe Israel ewig liebt, hat er dich zum König bestellt, damit<br />

du Recht und Gerechtigkeit übst.“ Die Königin führt die Sonderstellung<br />

Salomos und die Einzigartigkeit seiner Herrschaft<br />

auf das Handeln des ihr eigentlich fremden Gottes Israels


137<br />

Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

zurück: Der Herr hat Gefallen an Salomo – und liebt „Israel<br />

ewig“. Gott, der sein Volk unverbrüchlich treu liebt, steht hinter<br />

Salomo: „damit du Recht und Gerechtigkeit übst“!<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 37, 5–6.30–31.39–40b<br />

Kehrvers:<br />

Der Mund des Gerechten spricht Worte der Weisheit.<br />

Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; *<br />

er wird es fügen.<br />

Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht *<br />

und dein Recht so hell wie den Mittag. – Kehrvers<br />

Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit, *<br />

und seine Zunge redet, was recht ist.<br />

Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, *<br />

seine Schritte wanken nicht. – Kehrvers<br />

Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, *<br />

er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.<br />

Der Herr hilft ihnen und rettet sie, *<br />

er rettet sie vor den Frevlern. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 30a, ferner GL 64, 1 (II. Ton)<br />

oder GL 1975 745, 1 (IX. Ton) oder KG 458, 8 (VIII. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

vgl. Joh 17, 17b.a<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit; heilige uns in der Wahrheit!<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 7, 14–23<br />

In jener Zeit rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört mir<br />

alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in<br />

den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern<br />

was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.


Abend · Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> 138<br />

Er verließ die Menge und ging in ein Haus. Da fragten ihn<br />

seine Jünger nach dem Sinn dieses rätselhaften Wortes. Er antwortete<br />

ihnen: Begreift auch ihr nicht? Seht ihr nicht ein, dass<br />

das, was von außen in den Menschen hineinkommt, ihn nicht<br />

unrein machen kann? Denn es gelangt ja nicht in sein Herz,<br />

sondern in den Magen und wird wieder ausgeschieden. Damit<br />

erklärte Jesus alle Speisen für rein.<br />

Weiter sagte er: Was aus dem Menschen herauskommt, das<br />

macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen,<br />

kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl,<br />

Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung,<br />

Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse<br />

kommt von innen und macht den Menschen unrein.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Wir kommen nie aus der Traurigkeit heraus, wenn wir uns<br />

ständig den Puls fühlen.<br />

Martin Luther (Reformator, 1483–1546)<br />

• Gehören Ängste und Sorgen zu meinen alltäglichen Begleitern?<br />

• Wie kann ich freier werden von ihnen und ihrer Bedrückung?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)


139<br />

Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Hymnus<br />

Erneure mich, o ewigs Licht,<br />

und lass von deinem Angesicht<br />

mein Herz und Seel mit deinem Schein<br />

durchleuchtet und erfüllet sein.<br />

Schaff in mir, Herr, den neuen Geist,<br />

der dir mit Lust Gehorsam leist’<br />

und nichts sonst, als was du willst, will;<br />

ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll.<br />

Auf dich lass meine Sinne gehn,<br />

lass sie nach dem, was droben, stehn,<br />

bis ich dich schau, o ewigs Licht,<br />

von Angesicht zu Angesicht.<br />

Johann Friedrich Ruopp 1704<br />

EG 390 · Melodie: GL 485 · GL 1975 643<br />

Psalm 27 Verse 1–6<br />

Der Herr ist mein Licht und mein Heil: *<br />

Vor wem sollte ich mich fürchten?<br />

Der Herr ist die Kraft meines Lebens: *<br />

Vor wem sollte mir bangen?<br />

Dringen Frevler auf mich ein, *<br />

um mich zu verschlingen,<br />

meine Bedränger und Feinde, *<br />

sie müssen straucheln und fallen.<br />

Mag ein Heer mich belagern: *<br />

Mein Herz wird nicht verzagen.<br />

Mag Krieg gegen mich toben: *<br />

Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.<br />

Nur eines erbitte ich vom Herrn, *<br />

danach verlangt mich:


Abend · Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> 140<br />

Im Haus des Herrn zu wohnen *<br />

alle Tage meines Lebens,<br />

die Freundlichkeit des Herrn zu schauen *<br />

und nachzusinnen in seinem Tempel.<br />

Denn er birgt mich in seinem Haus *<br />

am Tage des Unheils;<br />

er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, *<br />

er hebt mich auf einen Felsen empor.<br />

Nun kann ich mein Haupt erheben *<br />

über die Feinde, die mich umringen.<br />

Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer mit Jubel; *<br />

dem Herrn will ich singen und spielen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du bist unser Licht und unser Heil, und dennoch fürchten wir<br />

uns. Du Kraft unseres Lebens, birg uns in deinem Haus; dir<br />

wollen wir singen und spielen.<br />

Lesung Jak 1, 22.25<br />

Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst<br />

betrügt ihr euch selbst. Wer sich in das vollkommene Gesetz<br />

der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur<br />

hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handelt, der<br />

wird durch sein Tun selig sein.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Großes hat an mir getan der Mächtige, sein Name ist heilig.<br />

Fürbitten<br />

Ewiger Gott, du bist allen nahe, die nach Orientierung und Halt<br />

in ihrem Leben suchen. Wir bitten dich:<br />

V: Du Quelle der Weisheit, A: lass uns dein Licht leuchten.


141<br />

Mittwoch, 12. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Für unsere Jugendlichen;<br />

– dass sie ihre Fähigkeiten entdecken und Gelegenheit finden,<br />

sie einzubringen.<br />

Für die Fremden in unserem Land;<br />

– dass sie bei uns Aufnahme und Heimat finden.<br />

Für alle, denen Konsum und Unterhaltung nicht mehr genügen;<br />

– dass sie in Stille und Mitmenschlichkeit Bereicherung finden.<br />

Für die Kranken und Einsamen, die für ihr Leben keine Perspektive<br />

mehr sehen;<br />

– dass sie Menschen begegnen, die ihnen Hoffnung und Zuversicht<br />

schenken.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei<br />

den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz,<br />

das bereit ist, dich aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Kastor von Karden (Einsiedler, † um 400) · Ermenhild<br />

von Kent (Irmhild, Äbtissin in Ely, † um 700) · Wiho (erster Bischof<br />

von Osnabrück, † 804) · Gosbert von Osnabrück (Bischof, Glaubensbote<br />

in Schweden, † 874) · sel. Ekkehard von Oldenburg in Holstein<br />

(Bischof von Schleswig, † 1026) · Adolf von Osnabrück (Zisterzienser,<br />

Bischof, † 1224) · sel. Jordan von Sachsen (zweiter Ordensmeister der<br />

Dominikaner, † 1237) · Gisela von Veltheim († 1277)<br />

Hymnus<br />

Dich, hoher Schöpfer,<br />

lobe der Mensch mit<br />

Leib und Seele,<br />

Heil sich erhoffend.<br />

Klein und gering nur<br />

steht er im Weltall.<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Doch er allein trägt,<br />

Schöpfer, dein Abbild<br />

leuchtend im Geiste,<br />

wenn er im Leben<br />

lauteren Herzens,<br />

Höchster, dir huldigt.<br />

Gott unsrer Seele,<br />

Licht unsres Lebens,<br />

Lob unsrer Lippen:<br />

Fülle das Herz uns,<br />

dass wir dich lieben,<br />

Vater im Himmel.<br />

Nach: Te homo laudet; Alkuin, † 804


143<br />

Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 48 Verse 2–15<br />

Groß ist der Herr und hoch zu preisen *<br />

in der Stadt unseres Gottes.<br />

Sein heiliger Berg ragt herrlich empor; *<br />

er ist die Freude der ganzen Welt.<br />

Der Berg Zion liegt weit im Norden; *<br />

er ist die Stadt des großen Königs.<br />

Gott ist in ihren Häusern bekannt *<br />

als ein sicherer Schutz.<br />

Denn seht: Die Könige vereinten sich *<br />

und zogen gemeinsam heran;<br />

doch als sie aufsahen, erstarrten sie vor Schreck, *<br />

sie waren bestürzt und liefen davon.<br />

Dort packte sie das Zittern, *<br />

wie die Wehen eine gebärende Frau,<br />

wie der Sturm vom Osten, *<br />

der die Schiffe von Tarschisch zerschmettert.<br />

Wie wir’s gehört hatten, so erlebten wir’s jetzt *<br />

in der Stadt des Herrn der Heere,<br />

in der Stadt unseres Gottes; *<br />

Gott lässt sie ewig bestehen.<br />

Über deine Huld, o Gott, denken wir nach *<br />

in deinem heiligen Tempel.<br />

Wie dein Name, Gott,<br />

so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde; *<br />

deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.<br />

Der Berg Zion freue sich, *<br />

die Töchter Judas sollen über deine gerechten Urteile jubeln.<br />

Umkreist den Zion, umschreitet ihn, *<br />

zählt seine Türme!<br />

Betrachtet seine Wälle, geht in seinen Palästen umher, *<br />

damit ihr dem kommenden Geschlecht erzählen könnt:


Morgen · Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> 144<br />

„Das ist Gott, unser Gott für immer und ewig. *<br />

Er wird uns führen in Ewigkeit.“<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott Israels und Schöpfer des Alls, die Erde ist erfüllt von deiner<br />

Huld. Lass uns heute deine Gerechtigkeit und Güte in uns aufnehmen.<br />

Mach uns dir ähnlich, damit dein Name durch unser<br />

Leben geheiligt wird.<br />

Lesung Jes 66, 1–2<br />

So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde<br />

der Schemel für meine Füße. Was wäre das für ein Haus, das<br />

ihr mir bauen könntet, was wäre das für ein Ort, an dem ich<br />

ausruhen könnte? Denn all das hat meine Hand gemacht, es gehört<br />

mir ja schon – Spruch des Herrn. Ich blicke auf den Armen<br />

und Zerknirschten und auf den, der zittert vor meinem Wort.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der<br />

Hand unserer Feinde.<br />

Bitten<br />

In der Solidarität mit Menschen, die uns brauchen, kann uns<br />

Christus lebendig begegnen. Darum rufen wir:<br />

– Mach uns sensibel für das, was anderen nottut.<br />

– Lass uns nicht an dir vorübergehen, wenn du uns entgegenkommst.<br />

– Öffne unsere Hände für unsere Mitmenschen, dass wir einander<br />

helfen.<br />

Vaterunser


145<br />

Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Oration<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, am Abend, am Morgen und am<br />

Mittag preisen wir deine göttliche Herrlichkeit und bitten: Vertreibe<br />

aus unserem Herzen die Finsternis der Sünde, damit wir<br />

zum wahren Licht gelangen, zu Christus, deinem Sohn, unserem<br />

Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit<br />

dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, du erleuchtest alle, die an dich glauben.<br />

Offenbare dich den Völkern der Erde, damit alle Menschen<br />

das Licht deiner Herrlichkeit schauen. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige 1 Kön 11, 4–13<br />

Als Salomo älter wurde, verführten ihn seine Frauen zur<br />

Verehrung anderer Götter, sodass er dem Herrn, seinem<br />

Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie sein Vater David.<br />

Er verehrte Astarte, die Göttin der Sidonier, und Milkom, den<br />

Götzen der Ammoniter. Er tat, was dem Herrn missfiel, und<br />

war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David.<br />

Damals baute Salomo auf dem Berg östlich von Jerusalem eine<br />

Kulthöhe für Kemosch, den Götzen der Moabiter, und für Milkom,<br />

den Götzen der Ammoniter. Dasselbe tat er für alle seine<br />

ausländischen Frauen, die ihren Göttern Rauch- und Schlachtopfer<br />

darbrachten.<br />

Der Herr aber wurde zornig über Salomo, weil sich sein Herz<br />

von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal


Eucharistie · Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> 146<br />

erschienen war und ihm verboten hatte, fremden Göttern zu<br />

dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der Herr von<br />

ihm verlangt hatte.<br />

Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil<br />

du meinen Bund gebrochen und die Gebote nicht befolgt hast,<br />

die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Königreich entreißen<br />

und es deinem Knecht geben. Nur deines Vaters David<br />

wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst<br />

deinem Sohn werde ich es entreißen.<br />

Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz entreißen; ich<br />

lasse deinem Sohn noch einen Stamm wegen meines Knechtes<br />

David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich erwählt habe.<br />

Antwortpsalm Ps 106, 3–4.35–37.40<br />

Kehrvers:<br />

Denk an uns, Herr, aus Liebe zu deinem Volk!<br />

Wohl denen, die das Recht bewahren *<br />

und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist!<br />

Denk an mich, Herr, aus Liebe zu deinem Volk, *<br />

such mich auf und bring mir Hilfe! – Kehrvers<br />

Sie vermischten sich mit den Heiden *<br />

und lernten von ihren Taten.<br />

Sie dienten ihren Götzen; *<br />

die wurden ihnen zur Falle. – Kehrvers<br />

Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar *<br />

als Opfer für die Dämonen.<br />

Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk, *<br />

er empfand Abscheu gegen sein Erbe. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 4a, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48 (I. Ton)<br />

oder GL 1975 172, 1 (IV. Ton)


147<br />

Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Jak 1, 21bc<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden<br />

ist und das die Macht hat, euch zu retten.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 7, 24–30<br />

In jener Zeit brach Jesus auf und zog in das Gebiet von Tyrus.<br />

Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr;<br />

doch es konnte nicht verborgen bleiben. Eine Frau, deren Tochter<br />

von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie<br />

kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen. Die Frau, von Geburt<br />

Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer<br />

Tochter den Dämon auszutreiben.<br />

Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn<br />

es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den<br />

Hunden vorzuwerfen.<br />

Sie erwiderte ihm: Ja, du hast recht, Herr! Aber auch für die<br />

Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die<br />

Kinder essen.<br />

Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh<br />

nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. Und als sie<br />

nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah,<br />

dass der Dämon es verlassen hatte.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Das Fremde und das Eigene. Zugegeben, ich reagierte heute<br />

Abend allergisch auf die ein bisschen lautstarken Jungs mit ihren<br />

kunstvoll zerrissenen Jeans und, imitiert oder nicht, teuren<br />

Sportschuhen, im Münchner Süden, in meiner Trambahn. Ich<br />

bin müde von einem langen, fordernden Arbeitstag. Andererseits,<br />

Halbwüchsige halt. Halbstarke. Die benehmen sich doch<br />

insgesamt passabel. Macht mich ihre Hautfarbe besonders


Abend · Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> 148<br />

empfindlich? Die sind nur auf Probe da. Die sollten mal ganz<br />

stillhalten. Das Fremde und das Eigene. Auch im Evangelium.<br />

Hätte ich durchgehalten? Für meine Tochter? Wäre ich bereit<br />

gewesen, mich zu öffnen, wie Jesus? Mein Kind, meine Sorge,<br />

mein Leben. Ja, darum hätte ich durchgehalten. Aber hätte<br />

mich diese Abfuhr nicht doch entmutigt? Frau, dir ist nicht<br />

zu helfen. Erst müssen die Kinder satt werden, dann kommen<br />

die Hunde an die Reihe, nicht umgekehrt. Doch die Frau, die<br />

den Glauben Jesu nicht teilt, aber an Jesus glaubt, lässt nicht<br />

locker. Sie lässt sich nicht unterkriegen. Sie hält durch: Du<br />

hast recht, Herr. Aber krümeln die Kinder nicht mit dem Brot<br />

herum, sodass für die Hunde unter dem Tisch immer etwas<br />

abfällt? Und Jesus – ist getroffen. Lässt sich treffen. So viel<br />

Glaubenskraft – trägt. Solche Liebe – heilt. Und befreit. Und<br />

verbindet. Der Dämon – lässt los.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.<br />

Georg Christoph Lichtenberg (deutscher Physiker, 1742–1799)<br />

• Wozu fehlt mir die Zeit?<br />

• Wofür brauche ich meine Zeit?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)


149<br />

Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Hymnus<br />

Du bist erhaben über die ganze Schöpfung.<br />

Wie kann ich dich loben?<br />

Wie können Worte dich rühmen?<br />

Wie kann ein Verstand dich begreifen?<br />

Du allein bist unaussprechlich.<br />

Und doch ist alles, was sprechen kann,<br />

das Werk deiner Schöpfung.<br />

Du allein bist unerkennbar.<br />

Und doch ist alles, was erkannt werden kann,<br />

das Werk deiner Schöpfung.<br />

Alle Geschöpfe lobpreisen dich mit lauter Stimme,<br />

jene, welche sprechen können,<br />

und jene, welche nicht sprechen können.<br />

Alle Geschöpfe rühmen dich,<br />

jene, welche denken können,<br />

und jene, welche nicht denken können.<br />

Ja, vor dir vereinen sich alle Wünsche<br />

sowie die Leiden aller Menschen.<br />

Alle Geschöpfe beten zu dir,<br />

jedes Wesen, das deine Zeichen<br />

zu erkennen vermag,<br />

stimmt ein Loblied an.<br />

Gregor von Nazianz (um 329–390)<br />

Übertragung aus: Rüdiger von Voss/Ellen und Gerhard Ringshausen (Hg.),<br />

Kleines Stundenbuch für wache Zeitgenossen, Freiburg 1998, S. 128,<br />

© bei den Herausgebern<br />

Psalm 25 Verse 1–11<br />

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. *<br />

Mein Gott, auf dich vertraue ich.<br />

Lass mich nicht scheitern, *<br />

lass meine Feinde nicht triumphieren!


Abend · Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> 150<br />

Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden; *<br />

zuschanden wird, wer dir schnöde die Treue bricht.<br />

Zeige mir, Herr, deine Wege, *<br />

lehre mich deine Pfade!<br />

Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /<br />

denn du bist der Gott meines Heiles. *<br />

Auf dich hoffe ich allezeit.<br />

Denk an dein Erbarmen, Herr, /<br />

und an die Taten deiner Huld; *<br />

denn sie bestehen seit Ewigkeit.<br />

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! *<br />

In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.<br />

Gut und gerecht ist der Herr, *<br />

darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.<br />

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, *<br />

die Gebeugten lehrt er seinen Weg.<br />

Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue *<br />

denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren.<br />

Um deines Namens willen, Herr, verzeih mir; *<br />

denn meine Schuld ist groß.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Erhalte uns in deinem Bund, barmherziger Gott, und lehre uns<br />

deinen Weg. Auf dich hoffen wir allezeit.<br />

Lesung Eph 2, 13–16<br />

Jetzt seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus<br />

Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn<br />

er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und<br />

Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der<br />

Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und<br />

Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen


151<br />

Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte<br />

die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er<br />

hat in seiner Person die Feindschaft getötet.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Gott stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.<br />

Fürbitten<br />

Jesus, du rufst die Deinen zum Dienst an der Welt. Wir bitten<br />

dich:<br />

A: Lass uns die Not und Freude der Menschen teilen.<br />

Du hast deine Botschaft verkündet, indem du Sünden vergabst<br />

und Kranke heiltest;<br />

– verleih der tätigen Hilfe der Missionsgemeinschaften Überzeugungskraft.<br />

Du stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöhst die Niedrigen;<br />

– lass die verwandelnde Kraft des Evangeliums unter uns wirksam<br />

werden und bewahre uns vor sinnloser Gewalt.<br />

Du beschenkst die Hungernden und lässt die Reichen leer ausgehen;<br />

– stärke die Kirchen in ihrem Einsatz für eine gerechte und<br />

menschenwürdige Globalisierung.<br />

Du hast deine Vorbehalte gegenüber der heidnischen Frau überwunden;<br />

– bewahre uns im Umgang mit Menschen aus anderen Religionen<br />

und Kulturen vor Überheblichkeit.<br />

Du hast Tote zum Leben erweckt;<br />

– gib den Trauernden Trost und nimm die Verstorbenen auf in<br />

dein Reich.<br />

Vaterunser


Abend · Donnerstag, 13. <strong>Februar</strong> 152<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle, die du in deinen Dienst<br />

gerufen hast. Mach uns stark im Glauben, in der Hoffnung und<br />

in der Liebe, damit wir immer wachsam sind und auf dem Weg<br />

deiner Gebote bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


yrill (Konstantin)<br />

und Methodius<br />

Freitag, 14. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Die Brüder Cyrill und Methodius werden „Apostel der Slawen“<br />

genannt. Sie stammten aus Thessaloniki und waren beide sehr<br />

sprachbegabt. Bei der Missionierung der Slawen, zunächst am<br />

Schwarzen Meer, dann besonders in Mähren, führten die Brüder<br />

die slawische Sprache in die Liturgie ein. Hierfür entwickelten sie<br />

eigene „glagolitische“ Schriftzeichen. Cyrill übersetzte biblische<br />

und in der Liturgie gebrauchte Texte in die Volkssprache. Die<br />

Einführung der slawischen Muttersprache in die Liturgie war im<br />

Westen zunächst sehr umstritten. Cyrill und Methodius setzten<br />

sich aber in Rom dafür ein, dass auch die slawische Sprache in<br />

der Liturgie erlaubt wurde. Durch Papst Hadrian II. wurde sie 867<br />

anerkannt. Am 14. <strong>Februar</strong> 869 starb Cyrill in Rom. Sein Bruder<br />

wurde vom Papst zum Erzbischof von Pannonien (damalige oströmische<br />

Provinz) und Mähren ernannt und war gleichzeitig Legat<br />

des Apostolischen Stuhls bei den Slawen. Nach manchen Streitigkeiten<br />

mit dem Erzbischof von Salzburg, der die Gebiete, in denen<br />

Methodius wirkte, als seinen Missionsbereich betrachtete, wurde<br />

Methodius für einige Zeit verbannt, später jedoch wieder freigelassen.<br />

Seine Befugnisse wurden aber eingeschränkt. Unter direkter<br />

Leitung Roms sollten fortan die lateinische und die slawische Kirchensprache<br />

im kirchlichen Leben gleichberechtigt nebeneinander<br />

gelten. Methodius starb am 6. April 885. Johannes Paul II. ernannte<br />

die Brüder am 31. Dezember 1980 zu Schutzpatronen Europas,<br />

zusammen mit Benedikt von Nursia.<br />

Namenstag: Valentin von Terni (Bischof, Märtyrer, † 268/69)


Morgen · Freitag, 14. <strong>Februar</strong> 154<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Lobet den Herrn, alle Völker,<br />

preist ihn, alle Nationen!<br />

Ps 117, 1<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Komm, Heiliger Geist, heilige uns.<br />

Erfülle unsere Herzen mit brennender Sehnsucht<br />

nach der Wahrheit, dem Weg<br />

und dem vollen Leben.<br />

Entzünde in uns dein Feuer,<br />

dass wir selber davon zum Lichte werden,<br />

das leuchtet und wärmt und tröstet.<br />

Lass unsere schwerfälligen Zungen Worte finden,<br />

die von deiner Liebe und Schönheit sprechen.<br />

Schaffe uns neu,<br />

dass wir Menschen der Liebe werden,<br />

deine Heiligen –<br />

sichtbare Worte Gottes.<br />

Dann werden wir das Antlitz der Erde erneuern<br />

und alles wird neu geschaffen.<br />

Komm, Heiliger Geist,<br />

heilige uns, stärke uns, bleibe bei uns.<br />

Amen.<br />

Aus der Ostkirche


155<br />

Freitag, 14. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 35 <br />

Streite, Herr, gegen alle, die gegen mich streiten, *<br />

bekämpfe alle, die mich bekämpfen!<br />

Verse 1–2.3b.9–12<br />

Ergreife Schild und Waffen; *<br />

steh auf, um mir zu helfen! Sag zu mir: „Ich bin deine Hilfe.“<br />

Meine Seele aber wird jubeln über den Herrn *<br />

und sich über seine Hilfe freuen.<br />

Mit Leib und Seele will ich sagen: *<br />

Herr, wer ist wie du?<br />

Du entreißt den Schwachen dem, der stärker ist, *<br />

den Schwachen und Armen dem, der ihn ausraubt.<br />

Da treten ruchlose Zeugen auf. *<br />

Man wirft mir Dinge vor, von denen ich nichts weiß.<br />

Sie vergelten mir Gutes mit Bösem; *<br />

ich bin verlassen und einsam.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wenn wir Böses erfahren, Herr unser Gott, wenn wir verlassen<br />

und einsam sind, erweise dich als unsere Hilfe. Stärke unser<br />

Vertrauen und unsere Hoffnung.<br />

Lesung Jes 49, 6<br />

Der Herr sagte zu mir: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht<br />

bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und<br />

die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum<br />

Licht der Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde<br />

reicht.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

In Heiligkeit und Gerechtigkeit dienten sie dem Herrn all ihre<br />

Tage.


Eucharistie · Freitag, 14. <strong>Februar</strong> 156<br />

Bitten<br />

Gepriesen sei Gott, der uns zu Boten seiner Güte beruft. Am<br />

Fest der Heiligen Cyrill und Methodius bitten wir ihn:<br />

V: Ewiger Vater, A: lass deinen Geist in uns atmen.<br />

– Dass wir für alle offen sind, die uns um Rat fragen.<br />

– Dass wir erkennen, was wir zur Einheit der Kirche beitragen<br />

können.<br />

– Dass wir das Unsere zur Erneuerung Europas tun.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du Heil aller Menschen, du hast durch die Brüder Cyrill<br />

und Methodius den slawischen Völkern das Licht deiner Wahrheit<br />

geschenkt. Gib, dass wir deine Lehre mit bereitem Herzen<br />

aufnehmen und zu einem Volk werden, das im wahren Glauben<br />

und im rechten Bekenntnis geeint ist. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Christus Jesus,<br />

unser Weg, unsere Wahrheit<br />

und unser Leben,<br />

sei mit uns heute und alle Tage.<br />

Gloria<br />

Eucharistiefeier<br />

Erzählt bei den Völkern von der Herrlichkeit des Herrn,<br />

bei allen Nationen von seinen Wundern;<br />

denn groß ist der Herr und hoch zu preisen.<br />

Ps 96, 3–4


157<br />

Freitag, 14. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 13, 46–49<br />

In jenen Tagen sagten Paulus und Barnabas zu den Juden:<br />

Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da<br />

ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig<br />

zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden. Denn so hat uns<br />

der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker<br />

gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.<br />

Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das<br />

Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige<br />

Leben bestimmt waren. Das Wort des Herrn aber verbreitete<br />

sich in der ganzen Gegend.<br />

Antwortpsalm Ps 117<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen das Evangelium!<br />

Lobet den Herrn, alle Völker, *<br />

preist ihn, alle Nationen! – Kehrvers<br />

Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *<br />

die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Mk 16, 15, ferner GL 454 · GL 1975 646, 5 oder KG 36 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 4, 18<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Der Herr hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu<br />

bringen und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 10, 1–9<br />

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger<br />

aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ort-


Eucharistie · Freitag, 14. <strong>Februar</strong> 158<br />

schaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die<br />

Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den<br />

Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.<br />

Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.<br />

Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine<br />

Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!<br />

Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem<br />

Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird<br />

der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls<br />

wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und<br />

trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht<br />

auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!<br />

Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so<br />

esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind,<br />

und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.<br />

Impuls zum Evangelium<br />

Die Kirche denkt heute an die Missionare Cyrill und Methodius,<br />

die Papst Johannes Paul II. 1980 zu Mit-Patronen Europas<br />

erklärt hat. Cyrill und Methodius hatten den Mut, den Glauben<br />

an Jesus Christus nicht nur in fremden Ländern, sondern<br />

auch auf fremde Weise zu verkünden. Ihre Methoden galten<br />

den westlichen kirchlichen Autoritäten darum als mehr als befremdlich.<br />

Abwertung und harte Konflikte haben die beiden<br />

Missionare nicht gescheut, weil es ihnen darum ging, eine<br />

Sprache zu finden, die die Ohren und Herzen der wirklichen<br />

Menschen erreicht. In ihrer treuen Bereitschaft, um des nahen<br />

Gottesreiches willen Sicherheiten und Besitzstände aufzugeben<br />

und Neuland zu wagen, sind Cyrill und Methodius<br />

den Zweiundsiebzig des Lukasevangeliums auf der Spur, und<br />

so sind sie zugleich Pfadfinder für uns und unsere dürftige,<br />

heilsbedürftige Zeit.


159<br />

Freitag, 14. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Gabengebet<br />

Allmächtiger Gott, am Fest der Heiligen Cyrill und Methodius<br />

bringen wir unsere Gaben vor dein Angesicht. Nimm sie entgegen<br />

auf deinem himmlischen Altar und schenke sie uns wieder<br />

als Sakrament des Heils. Darum bitten wir durch Christus, unseren<br />

Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu<br />

danken und am Fest der Heiligen Cyrill und Methodius deine<br />

Größe zu rühmen. Ihr Leben aus dem Glauben ist uns ein<br />

Vorbild. Die Botschaft ihrer Predigt belehrt uns, ihre Fürbitte<br />

erwirkt uns Schutz und Hilfe durch unseren Herrn Jesus Christus.<br />

Durch ihn preisen wir dich in deiner Kirche und vereinen<br />

uns mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner<br />

göttlichen Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Mk 16, 15; Mt 28, 20<br />

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium.<br />

Ich bin alle Tage bei euch bis zum Ende der Welt.<br />

Schlussgebet<br />

Ewiger Gott, schenke uns neues Leben und neue Glaubensfreude<br />

durch das Sakrament, das wir am Fest der Heiligen Cyrill<br />

und Methodius empfangen haben, damit wir nach ihrem Vorbild<br />

deine Botschaft mutig verkünden. Darum bitten wir durch<br />

Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der gütige Gott, der die Heiligen zur Vollendung geführt hat,<br />

segne euch und bewahre euch vor allem Unheil.<br />

Das Vorbild der Heiligen Cyrill und Methodius lehre euch,<br />

und ihre Fürsprache helfe euch, Gott und den Menschen zu<br />

dienen.


Abend · Freitag, 14. <strong>Februar</strong> 160<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Wie der Schreibstift der führenden Hand bedarf, so bedarf die<br />

Gnade gläubig hingebender Mitwirkung.<br />

Cyrill von Alexandria (Heiliger des Tages)<br />

• Weiß ich, dass ich tatsächlich gefragt bin?<br />

• Wie kann ich diese Würde – und vielleicht Bürde – annehmen?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Du, Herr der Völker und der Zeit,<br />

gib du Europa dein Geleit.<br />

Du bist vom Vater uns gesandt<br />

und bleibst uns ewig zugewandt.<br />

Dir vertrauen wir,<br />

unsre Hoffnung, Jesus Christus.<br />

Dein Wort den Weg zum Frieden weist,<br />

den du verheißen durch den Geist.<br />

Du gehst mit uns im Brot verhüllt,<br />

bis strahlend sich dein Reich erfüllt.<br />

Dir vertrauen wir,<br />

unsre Hoffnung, Jesus Christus.


161<br />

Freitag, 14. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Maria, die dir Mutter war,<br />

bleibt deiner Kirche immer nah;<br />

wer dir vertraut, dem macht sie Mut<br />

im Wort: „Was er euch sagt, das tut!“<br />

Dir vertrauen wir,<br />

unsre Hoffnung, Jesus Christus.<br />

Albert Schmidt OSB (* 1942) und Thomas Dolezal (* 1965)<br />

Lied zum mitteleuropäischen Katholikentag 2004, © Erzabtei Beuron<br />

GL 975 (Anhang Österreich)<br />

Psalm 46 Verse 2–12<br />

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, *<br />

ein bewährter Helfer in allen Nöten.<br />

Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, *<br />

wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres,<br />

wenn seine Wasserwogen tosen und schäumen *<br />

und vor seinem Ungestüm die Berge erzittern.<br />

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *<br />

der Gott Jakobs ist unsre Burg.<br />

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt, *<br />

des Höchsten heilige Wohnung.<br />

Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken; *<br />

Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.<br />

Völker toben, Reiche wanken, *<br />

es dröhnt sein Donner, da zerschmilzt die Erde.<br />

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *<br />

der Gott Jakobs ist unsre Burg.<br />

Kommt und schaut die Taten des Herrn, *<br />

der Furchtbares vollbringt auf der Erde.<br />

Er setzt den Kriegen ein Ende *<br />

bis an die Grenzen der Erde;<br />

er zerbricht die Bogen, zerschlägt die Lanzen, *<br />

im Feuer verbrennt er die Schilde.


Abend · Freitag, 14. <strong>Februar</strong> 162<br />

„Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, *<br />

erhaben über die Völker, erhaben auf Erden.“<br />

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *<br />

der Gott Jakobs ist unsre Burg.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lass uns die Zeichen erkennen, die du uns sehen lässt, du unser<br />

Gott. Sei mit uns, damit wir festen Schrittes auf deinen Wegen<br />

gehen.<br />

Lesung 1 Thess 2, 2b–4<br />

Wir haben im Vertrauen auf unseren Gott das Evangelium<br />

Gottes trotz harter Kämpfe freimütig und furchtlos bei<br />

euch verkündigt. Denn wir predigen nicht, um euch irrezuführen,<br />

in schmutziger Weise auszunutzen oder zu betrügen, sondern<br />

wir tun es, weil Gott uns geprüft und uns das Evangelium<br />

anvertraut hat, nicht also um den Menschen, sondern um Gott<br />

zu gefallen, der unsere Herzen prüft.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Sie sind heilige Männer: Gott hat sie zu seinen Freunden gemacht,<br />

zu ruhmvollen Kündern seiner Wahrheit.<br />

Fürbitten<br />

Am Fest der Slawenapostel Cyrill und Methodius, den Schutzpatronen<br />

Europas, rufen wir:<br />

V/A: Christe, eleison.<br />

Stärke deine Kirche in Ost und West, in Nord und Süd,<br />

– dass sie der Unterdrückung durch politische Mächte widerstehen<br />

kann.<br />

Hilf deiner Kirche, aktiv mitzuwirken an der Versöhnung zerstrittener<br />

Völker,


163<br />

Freitag, 14. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

– dass die innere Einheit Europas verwirklicht werden kann.<br />

Führe alle, die Macht haben über Menschen, zur Einsicht,<br />

– dass sie ihr Amt zum Wohl der ihnen Anvertrauten ausüben.<br />

Erbarme dich aller Opfer von Krieg und Gewalt:<br />

– Gib den Lebenden Gedanken des Friedens ein und nimm die<br />

Verstorbenen auf in deine Freude.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du Heil aller Menschen, du hast durch die Brüder Cyrill<br />

und Methodius den slawischen Völkern das Licht deiner Wahrheit<br />

geschenkt. Gib, dass wir deine Lehre mit bereitem Herzen<br />

aufnehmen und zu einem Volk werden, das im wahren Glauben<br />

und im rechten Bekenntnis geeint ist. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Salve Regina (Seite 346)<br />

Gnade sei mit uns und Friede<br />

von Gott, unserem Vater,<br />

und dem Herrn Jesus Christus.<br />

Vgl. 1 Kor 1, 3


Samstag, 15. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Walfrid (Abt, † 765) · Sigfrid von Schweden (Sigurd, Bischof,<br />

Glaubensbote, † 1030) · sel. Drutmar von Corvey (Trudmar, Abt,<br />

† 1046) · Claude de la Colombière (Jesuit, Beichtvater der hl. M. M.<br />

Alacoque, † 1682)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Die Nacht ist vergangen,<br />

wir schauen erwartend den steigenden Tag<br />

und grüßen dich, Christus.<br />

Schon lockt uns die Taube,<br />

wir horchen, verlangend zu folgen dem Ruf<br />

unsres Herrn und Christus.<br />

Die Nebel entweichen<br />

im Glanze der strahlenden Klarheit und Kraft<br />

des kommenden Christus.<br />

Wir loben den Vater<br />

und preisen im Geiste die Sonne des Heils:<br />

den herrlichen Christus.<br />

Zeitgenössisch (Urheberin: Silja Walter)<br />

Melodie: GL 83


165<br />

Samstag, 15. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 34 Verse 2–11<br />

Ich will den Herrn allezeit preisen; *<br />

immer sei sein Lob in meinem Mund.<br />

Meine Seele rühme sich des Herrn; *<br />

die Armen sollen es hören und sich freuen.<br />

Verherrlicht mit mir den Herrn, *<br />

lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.<br />

Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, *<br />

er hat mich all meinen Ängsten entrissen.<br />

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, *<br />

und ihr braucht nicht zu erröten.<br />

Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. *<br />

Er half ihm aus all seinen Nöten.<br />

Der Engel des Herrn umschirmt alle,<br />

die ihn fürchten und ehren, *<br />

und er befreit sie.<br />

Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; *<br />

wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!<br />

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; *<br />

denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.<br />

Reiche müssen darben und hungern; *<br />

wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wie gütig bist du, unser Gott! Du lässt niemand hungern, der<br />

dich aufrichtig sucht. Öffne unsere Hände, dass wir weiterschenken,<br />

was wir von dir empfangen.<br />

Lesung Kol 3, 14–15<br />

Liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält<br />

und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche<br />

der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen<br />

Leibes. Seid dankbar!


Eucharistie · Samstag, 15. <strong>Februar</strong> 166<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Licht aus der Höhe, leuchte allen, die in Finsternis sind und im<br />

Schatten des Todes.<br />

Bitten<br />

Gott, du hast deinen Geist in unser Herz gelegt. Wir bitten dich:<br />

A: Lass uns heute aus dir leben.<br />

– Dass wir einander annehmen.<br />

– Dass wir miteinander teilen.<br />

– Dass wir uns miteinander freuen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Heiliger Gott, mache unser Herz hell durch den Glanz der Auferstehung<br />

deines Sohnes, damit das Dunkel des Todes uns nicht<br />

befalle und wir zum ewigen Licht gelangen. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Ewiger Gott. Du selber hast uns hier zusammengeführt, um mit<br />

uns zu reden und mit uns Mahl zu halten. Stärke in uns die<br />

Zuversicht, dass diese Feier sich bei dir vollenden wird – in dem<br />

Leben, das du uns heute versprichst und dessen Speise du uns<br />

heute gibst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.


167<br />

Samstag, 15. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Lesung aus dem ersten Buch der Könige<br />

1 Kön 12, 26–32; 13, 33–34<br />

In jenen Tagen dachte Jerobeam bei sich: Das Königtum könnte<br />

wieder an das Haus David fallen. Wenn dieses Volk hinaufgeht,<br />

um im Haus des Herrn in Jerusalem Opfer darzubringen,<br />

wird sich sein Herz wieder seinem Herrn, dem König Rehabeam<br />

von Juda, zuwenden. Mich werden sie töten und zu Rehabeam,<br />

dem König von Juda, zurückkehren. So ging er mit sich zu Rate,<br />

ließ zwei goldene Kälber anfertigen und sagte zum Volk: Ihr<br />

seid schon zu viel nach Jerusalem hinaufgezogen. Hier ist dein<br />

Gott, Israel, der dich aus Ägypten heraufgeführt hat. Er stellte<br />

das eine Kalb in Bet-El auf, das andere brachte er nach Dan.<br />

Dies wurde Anlass zur Sünde. Das Volk zog sogar bis nach<br />

Dan, vor das eine Kalb. Auch errichtete er Kulthöhen und setzte<br />

Priester ein, die aus allen Teilen des Volkes stammten und nicht<br />

zu den Söhnen Levis gehörten. Für den fünfzehnten Tag des<br />

achten Monats stiftete Jerobeam ein Fest, das dem Fest in Juda<br />

entsprach. Er stieg in Bet-El zum Altar hinauf, um den Kälbern<br />

zu opfern, die er hatte anfertigen lassen. In Bet-El ließ er auch<br />

die Priester, die er für die Kulthöhen bestellt hatte, Dienst tun.<br />

Jerobeam kehrte von seinem bösen Weg nicht um. Er bestellte<br />

weiterhin aus allen Teilen des Volkes Priester für die Kulthöhen;<br />

jeden, der es wünschte, setzte er als Höhenpriester ein.<br />

Das aber wurde dem Haus Jerobeam als Sünde angerechnet,<br />

sodass es vernichtet und vom Erdboden vertilgt wurde.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Mein Bild, dein Bild, unser Bild von Gott? Was bilden wir uns<br />

ein? Was und wen beten wir in jenem Bilde an? Das biblische<br />

Gottesvolk nimmt solche Gedanken nicht auf die leichte Schulter.<br />

Im Gegenteil. Es wagt Fragen. Die wiegen schwer. Es wagt<br />

den Konflikt. Mit der Umwelt. Mit sich selbst. Ein Bild von<br />

Gott nach unserem kleingeistigen Bild von dem, was groß, was<br />

herrschaftlich, was herrlich, was gar göttlich ist? Das wün-


Eucharistie · Samstag, 15. <strong>Februar</strong> 168<br />

schen wir uns. Den wünschen wir uns. UNSEREN Gott … Hier<br />

verkleinert sich das eigentlich einschüchternde Gottes-Stierbild<br />

zum Kalb. Biblische Bilderkritik. Biblische Wegweisung!<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 106, 6–7b.19–22<br />

Kehrvers:<br />

Denk an uns, Herr, aus Liebe zu deinem Volk!<br />

Wir haben zusammen mit unsern Vätern gesündigt, *<br />

wir haben Unrecht getan und gefrevelt.<br />

Unsre Väter in Ägypten begriffen deine Wunder nicht, *<br />

dachten nicht an deine reiche Huld. – Kehrvers<br />

Sie machten am Horeb ein Kalb *<br />

und warfen sich vor dem Gußbild nieder.<br />

Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein *<br />

gegen das Bild eines Stieres, der Gras frisst. – Kehrvers<br />

Sie vergaßen Gott, ihren Retter, *<br />

der einst in Ägypten Großes vollbrachte,<br />

Wunder im Lande Hams, *<br />

furchterregende Taten am Schilfmeer. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 4a, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48 (I. Ton)<br />

oder GL 1975 172, 1 (IV. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

vgl. Mt 4, 4b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort<br />

aus Gottes Mund.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 8, 1–10<br />

In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus<br />

versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger<br />

zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie


169<br />

Samstag, 15. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen.<br />

Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs<br />

zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither<br />

gekommen.<br />

Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten<br />

Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen?<br />

Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben.<br />

Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen.<br />

Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach<br />

die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die<br />

Jünger teilten sie an die Leute aus. Sie hatten auch noch ein<br />

paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen.<br />

Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die<br />

übriggebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll. Es waren<br />

etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie<br />

nach Hause.<br />

Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in<br />

das Gebiet von Dalmanuta.<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Der Abend kommt, die Nacht zieht Kreise,<br />

und immer schwächer wird das Licht.<br />

Der Tag ist müde, legt sich schlafen,<br />

und Morgen ist noch nicht in Sicht.


Abend · Samstag, 15. <strong>Februar</strong> 170<br />

Doch fängt das Dunkel uns auch ein,<br />

Gott wird ganz sicher bei uns sein.<br />

Wenn wir in höchsten Nöten leben,<br />

in tiefster Nacht das Ende sehn,<br />

wenn nichts und niemand mehr uns tröstet,<br />

wird Gott uns doch zur Seite stehn.<br />

In jeder Finsternis, die droht,<br />

ist Gott bei uns, teilt unsre Not.<br />

In allen Ängsten, jeder Leere,<br />

ist Gott bei uns und hüllt uns ein.<br />

Wenn Dunkelheit auch lange dauert,<br />

wird Gott noch länger bei uns sein,<br />

und jeder Nacht, die auch anbricht,<br />

schreibt Gott die Hoffnung ins Gesicht.<br />

Gott nimmt uns zärtlich in die Arme,<br />

in jedem Menschen, der uns liebt,<br />

in jedem Wort, das uns begleitet,<br />

in jedem Blick, der Aussicht gibt.<br />

Denn allen Sorgen dämmert Gott<br />

und weckt uns auf im Morgenrot.<br />

Text: Thomas Laubach, Musik: Karl-Bernhard Hüttis,<br />

aus: Ruhama-Chorbuch, erweiterte Auflage, 2009,<br />

alle Rechte im tvd-Verlag Düsseldorf<br />

GL 704 (Anhang Hamburg, Hildesheim, Osnabrück)<br />

Psalm 139 Verse 13–18.23–24<br />

Herr, du hast mein Inneres geschaffen, *<br />

mich gewoben im Schoß meiner Mutter.<br />

Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. *<br />

Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.<br />

Als ich geformt wurde im Dunkeln, /<br />

kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, *<br />

waren meine Glieder dir nicht verborgen.


171<br />

Samstag, 15. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Deine Augen sahen, wie ich entstand, *<br />

in deinem Buch war schon alles verzeichnet;<br />

meine Tage waren schon gebildet, *<br />

als noch keiner von ihnen da war.<br />

Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, *<br />

wie gewaltig ist ihre Zahl!<br />

Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. *<br />

Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.<br />

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, *<br />

prüfe mich und erkenne mein Denken!<br />

Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, *<br />

und leite mich auf dem altbewährten Weg!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du kennst uns, Vater, du liebst uns von Anbeginn. Hilf, dass<br />

wir einander mit deinen Augen sehen lernen, und führe uns<br />

deine Wege.<br />

Lesung vgl. Jer 3, 12.14a<br />

Kehrt zurück – Spruch des Herrn. Ich schaue euch nicht<br />

mehr zornig an; denn ich bin gütig, ich trage nicht ewig<br />

nach. Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne – Spruch des Herrn.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Gottes Augen schauen auf das Tun der Menschen, er kennt all<br />

ihre Taten.<br />

Fürbitten<br />

Du unser Vater, lange bevor wir von dir wissen, kennst du uns.<br />

Wir rufen zu dir:<br />

A: Dein Reich komme.


Abend · Samstag, 15. <strong>Februar</strong> 172<br />

– Lass uns Menschen deine Stimme hören und mach uns bereit,<br />

ihr zu folgen.<br />

A: Dein Reich komme.<br />

– Öffne unsere Ohren für die Klage der Armen.<br />

– Mach uns Mut, uns für Gerechtigkeit einzusetzen.<br />

– Hilf den Verzweifelten auf und gib ihnen neue Hoffnung.<br />

– Gedenke aller Verstorbenen und schenke ihnen neues Leben.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei<br />

den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz,<br />

das bereit ist, dich aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der treue und barmherzige Gott sei in unserer Mitte,<br />

er lasse uns seine Gegenwart spüren<br />

und schenke uns Ruhe und Sicherheit.<br />

Salve Regina (Seite 346)


173<br />

Samstag, 15. <strong>Februar</strong> · Von Woche zu Woche<br />

Von Woche zu Woche<br />

Das Gesetz als Licht und Leben<br />

(zu Mt 5, 17–37)<br />

Mattigkeit und Mutlosigkeit.<br />

Gleichgültigkeit und Gewöhnung,<br />

Unaufmerksamkeit und Unwillen,<br />

viele Gründe gibt es,<br />

warum wir uns<br />

biblischer Weisung verweigern.<br />

Jesus von Nazaret<br />

rettet nicht zuerst<br />

seine eigene Haut.<br />

Ihn leitet nicht<br />

die ängstliche Sorge<br />

um das eigene Wohl.<br />

Seine treue, tatkräftige Freude<br />

über Gottes Gegenwart<br />

will Gleichgültigkeit überwinden.<br />

Jesus erfüllt das Gesetz mit Leben.<br />

Er ruft nicht das Ende des Gesetzes aus,<br />

sondern das Ende der Todeskräfte.<br />

Gottes Willen ist Heilswillen,<br />

ist Aufbruch und Anbruch<br />

von Licht und von Leben.<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


16. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

6. Sonntag im Jahreskreis<br />

Namenstag: Juliana von Nikomedia (Märtyrerin, 4. Jh.) · Pamphilus<br />

von Caesarea in Palästina (Lehrer des Eusebius von Caesarea, Märtyrer,<br />

† 309) · Philippa Mareri (Klarissin, Klostergründerin, † 1236)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Gepriesen seist du, Herr. Lehre mich deine Gesetze!<br />

Ps 119, 12<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Das ist dein Tag, Herr Jesus Christ,<br />

der Tag, von deinem Glanz erhellt,<br />

da du vom Tod erstanden bist<br />

als König der erlösten Welt.<br />

Nun hilf uns, aus der Dunkelheit<br />

mit dir ins Reich des Lichtes gehn,<br />

und lass dereinst auch unsern Leib<br />

verklärt zum Leben auferstehn.<br />

Ruf uns zu dir, wenn du erscheinst<br />

am großen Tag des Endgerichts,


175<br />

Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

du Sieger über Welt und Tod,<br />

mit dir zu herrschen, Gott des Lichts.<br />

Dann schauen wir dein Angesicht<br />

und werden deinem Bilde gleich,<br />

und wir erkennen, wie du bist:<br />

an Herrlichkeit und Güte reich.<br />

Die siebenfach dein Geist gesalbt,<br />

erfüllt dein Blick mit Seligkeit;<br />

du führst uns deinem Vater zu<br />

ins Leben der Dreieinigkeit. Amen.<br />

Nach: Dies aetasque ceteris; Aron (?), vor 1100<br />

Melodie: GL 329 · GL 1975 220 · KG 455,<br />

alternative Melodie: EG 440<br />

Psalm 118 Verse 19–29<br />

Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, *<br />

damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.<br />

Das ist das Tor zum Herrn, *<br />

nur Gerechte treten hier ein.<br />

Ich danke dir, dass du mich erhört hast; *<br />

du bist für mich zum Retter geworden.<br />

Der Stein, den die Bauleute verwarfen, *<br />

er ist zum Eckstein geworden.<br />

Das hat der Herr vollbracht, *<br />

vor unseren Augen geschah dieses Wunder.<br />

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; *<br />

wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.<br />

Ach, Herr, bring doch Hilfe! *<br />

Ach, Herr, gib doch Gelingen!<br />

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! /<br />

Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her. *<br />

Gott, der Herr, erleuchte uns.


Morgen · Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> 176<br />

Mit Zweigen in den Händen<br />

schließt euch zusammen zum Reigen, *<br />

bis zu den Hörnern des Altars!<br />

Du bist mein Gott, dir will ich danken; *<br />

mein Gott, dich will ich rühmen.<br />

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *<br />

denn seine Huld währt ewig.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Deinen Willen zu tun, barmherziger Gott, ist das Tor zur Gerechtigkeit.<br />

Erleuchte uns, dass wir deinen Auftrag erkennen,<br />

und lass uns dir voll Freude dienen.<br />

Lesung Ez 36, 25–27<br />

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein.<br />

Ich reinige euch von aller Unreinheit, von all euren Götzen.<br />

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in<br />

euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe<br />

euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und<br />

bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote<br />

achtet und sie erfüllt.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder; dann komm und opfere<br />

deine Gabe!<br />

Bitten<br />

Ewiger, weil du uns liebst, können wir leben. Wir rufen zu dir:<br />

A: Schenke uns deinen Geist.<br />

– Dass wir unseren Mitmenschen deine abgrundtiefe Güte bezeugen.<br />

– Dass wir nach Möglichkeiten der Versöhnung suchen, wo die<br />

Schuldverstrickung ausweglos erscheint.


177<br />

Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

– Dass wir Frieden und Hoffnung stiften, wo Hass und Verzweiflung<br />

herrschen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei<br />

den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz,<br />

das bereit ist, dich aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Gott der Güte und des Erbarmens,<br />

segne uns und behüte uns;<br />

begleite uns mit deiner Liebe<br />

und lass uns sie weiterschenken.<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 146, 384, 429, 446, 447, 448 · KG 507,<br />

528, 531, 551<br />

Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet.<br />

Denn du bist mein Fels und meine Burg;<br />

um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.<br />

Ps 31, 3–4<br />

Gloria<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach Sir 15, 15–20 (16–21)<br />

Gott gab den Menschen seine Gebote und Vorschriften.<br />

Wenn du willst, wirst du die Gebote bewahren und die<br />

Treue, um wohlgefällig zu handeln. Er hat dir Feuer und Was-


Eucharistie · Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> 178<br />

ser vorgelegt, was immer du erstrebst, danach wirst du deine<br />

Hand ausstrecken. Vor den Menschen liegen Leben und Tod,<br />

was immer ihm gefällt, wird ihm gegeben. Denn groß ist die<br />

Weisheit des Herrn, stark an Kraft ist er und sieht alles. Seine<br />

Augen sind auf denen, die ihn fürchten, und er kennt jede Tat<br />

des Menschen. Keinem befahl er, gottlos zu sein, und er erlaubte<br />

keinem zu sündigen.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Nicht klein, sondern groß denkt die Bibel vom Menschen. Sie<br />

macht ihm nicht Angst, sondern Mut. Leben und Tod sind dem<br />

Menschen vorgelegt, er kann sich in Freiheit entscheiden und<br />

die Hand danach ausstrecken, was er wählt. Gewiss, menschliches<br />

Leben ist von vielen Faktoren bestimmt, über die wir<br />

nicht verfügen. Die Bedeutung der frühen Kindheit, im Guten<br />

und Stärkenden wie im Schweren und Schlimmen, hat die Tiefenpsychologie<br />

aufgedeckt. Aktuelle Statistiken zeigen beunruhigende<br />

Zusammenhänge zwischen Armut und Krankheitsrisiko<br />

auf. Und ob wir in einem brandgefährlichen Kriegs- und<br />

Krisengebiet oder im vergleichsweise ruhigen und friedlichen<br />

Europa geboren werden, macht, ohne unsere Verfehlung oder<br />

unseren Verdienst, einen gewaltigen Unterschied. Ohne dies<br />

zu leugnen, erinnert das Buch Jesus Sirach an die Verantwortung<br />

des Menschen für sein Leben. Und macht ihm Mut: Du<br />

bist Gottes gutes Geschöpf; er hat dich liebend freigelassen,<br />

nicht versklavt und nicht verstoßen. Der Schöpfer hat dich<br />

wunderbar mit freiem Willen und mit schönen Kräften begabt;<br />

er hat dir seine Gebote zur Seite gestellt. Du kannst dich für<br />

das Gute und für die Güte entscheiden, für die Liebe und für<br />

das Leben. Du kannst es!<br />

Antwortpsalm Ps 119, 1–2.4–5.17–18.33–34<br />

Kehrvers:<br />

Selig die Menschen, die gehen nach der Weisung des HERRN.


179<br />

Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Selig, deren Weg ohne Tadel ist, *<br />

die gehen nach der Weisung des HERRN.<br />

Selig, die seine Zeugnisse bewahren, *<br />

ihn suchen mit ganzem Herzen. – Kehrvers<br />

Du hast deine Befehle gegeben, *<br />

damit man sie genau beachtet.<br />

Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, *<br />

deine Gesetze zu beachten. – Kehrvers<br />

Handle an deinem Knecht, so werde ich leben. *<br />

Ich will dein Wort beachten.<br />

Öffne mir die Augen, dass ich schaue *<br />

die Wunder deiner Weisung! – Kehrvers<br />

Weise mir, HERR, den Weg deiner Gesetze! *<br />

Ich will ihn bewahren bis ans Ende.<br />

Gib mir Einsicht, damit ich deine Weisung bewahre, *<br />

ich will sie beachten mit ganzem Herzen! – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 1, ferner GL 31, 1 oder GL 1975 708, 1<br />

oder KG 606 (IV. Ton)<br />

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 2, 6–10<br />

Schwestern und Brüder! Wir verkünden Weisheit unter den<br />

Vollkommenen, aber nicht Weisheit dieser Welt oder der<br />

Machthaber dieser Welt, die einst entmachtet werden.<br />

Vielmehr verkünden wir das Geheimnis der verborgenen<br />

Weisheit Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat<br />

zu unserer Verherrlichung. Keiner der Machthaber dieser Welt<br />

hat sie erkannt; denn hätten sie die Weisheit Gottes erkannt, so<br />

hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.<br />

Nein, wir verkünden, wie es in der Schrift steht, was kein<br />

Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen<br />

Herz gedrungen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.<br />

Uns aber hat es Gott enthüllt durch den Geist. Der Geist ergründet<br />

nämlich alles, auch die Tiefen Gottes.


Eucharistie · Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> 180<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 11, 25<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde; du hast<br />

die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 17–37<br />

Kurzfassung: Mt 5, 20–22a.27–28.33–34a.37<br />

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich<br />

sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben!<br />

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu<br />

erfüllen. Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen,<br />

wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor<br />

nicht alles geschehen ist.<br />

Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und<br />

die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich<br />

der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird<br />

groß sein im Himmelreich.<br />

Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit<br />

größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet<br />

ihr nicht in das Himmelreich kommen.<br />

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst<br />

nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen<br />

sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch<br />

nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem<br />

Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates<br />

verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer<br />

der Hölle verfallen sein.<br />

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei<br />

einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine<br />

Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst<br />

mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!


181<br />

Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du<br />

mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist! Sonst wird dich<br />

dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich<br />

dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.<br />

Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus,<br />

bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.<br />

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die<br />

Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht,<br />

um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit<br />

ihr begangen.<br />

Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß<br />

es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines<br />

deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die<br />

Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum<br />

Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist<br />

besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass<br />

dein ganzer Leib in die Hölle kommt.<br />

Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt,<br />

muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch:<br />

Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt,<br />

liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die<br />

aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.<br />

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst<br />

keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem<br />

Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt<br />

nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei<br />

der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem,<br />

denn es ist die Stadt des großen Königs! Auch bei deinem<br />

Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges<br />

Haar weiß oder schwarz machen.<br />

Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht,<br />

stammt vom Bösen.<br />

Credo


Eucharistie · Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> 182<br />

Gabengebet<br />

Barmherziger Gott, das heilige Opfer reinige uns von Sünden<br />

und mache uns zu neuen Menschen. Es helfe uns, nach deinem<br />

Willen zu leben, damit wir den verheißenen Lohn erlangen.<br />

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu<br />

danken und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben. Denn<br />

in dir leben wir, in dir bewegen wir uns und sind wir. Jeden<br />

Tag erfahren wir aufs Neue das Wirken deiner Güte. Schon in<br />

diesem Leben besitzen wir den Heiligen Geist, das Unterpfand<br />

ewiger Herrlichkeit. Durch ihn hast du Jesus auferweckt von<br />

den Toten und uns die sichere Hoffnung gegeben, dass sich an<br />

uns das österliche Geheimnis vollendet. Darum preisen wir dich<br />

mit allen Chören der Engel und singen vereint mit ihnen das<br />

Lob deiner Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Ps 78, 29–30<br />

Alle aßen und wurden satt; er gab ihnen, was sie begehrten. Ihr<br />

Verlangen wurde erfüllt.<br />

Schlussgebet<br />

Gott, du Spender alles Guten, du hast uns das Brot des Himmels<br />

geschenkt. Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise, die<br />

unser wahres Leben ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren<br />

Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Gott, unser Vater, segne euch mit allem Segen des Himmels,<br />

damit ihr rein und heilig lebt vor seinem Angesicht.<br />

Er lehre euch durch das Wort der Wahrheit; er bilde euer<br />

Herz nach dem Evangelium Christi und gebe euch Anteil an<br />

seiner Herrlichkeit.


183<br />

Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> · Auslegung<br />

Er schenke euch jene brüderliche Liebe, an der die Welt die<br />

Jünger Christi erkennen soll.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Johannes Chrysostomus<br />

Christus erfüllte also die Propheten, indem er alles erfüllte,<br />

was durch sie über ihn gesagt worden war. Das Gesetz erfüllte<br />

er erstens dadurch, dass er kein Gebot übertrat, und zweitens<br />

dadurch, dass er uns gerecht gemacht hat aus Glauben, was<br />

das Gesetz durch den Buchstaben nicht vollbringen konnte.<br />

Johannes Chrysostomus (Patriarch von Konstantinopel, Kirchenvater,<br />

354–407), hier nach: Thomas von Aquin, Catena Aurea. Kommentar zu den<br />

Evangelien im Jahreskreis, hg. v. Marianne Schlosser und Florian Kolbinger,<br />

© EOS Verlag, St. Otillien, 2. Auflage 2012, 219<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Fürchte dich nicht, ich bin bei dir!<br />

Weiche nicht, denn ich bin dein Gott.<br />

Ich stärke dich, ich helfe dir auch,<br />

ich erhalte dich durch die rechte Hand<br />

meiner Gerechtigkeit.<br />

Fürchte dich nicht,


Abend · Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> 184<br />

denn ich habe dich erlöset;<br />

ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.<br />

Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,<br />

du bist mein, ich bin dein,<br />

niemand kann uns scheiden.<br />

Ich bin dein, weil du dein Leben<br />

und dein Blut, mir zugut,<br />

in den Tod gegeben.<br />

Du bist mein, weil ich dich fasse,<br />

und dich nicht, o mein Licht,<br />

aus dem Herzen lasse.<br />

Lass mich dahin hingelangen,<br />

da du mich und ich dich<br />

lieblich werd umfangen.<br />

Aus der Motette „Fürchte dich nicht“ von Johann Sebastian Bach (BWV 228),<br />

Quellen: Jes 41, 10; 43, 1; Choral „Warum sollt ich mich denn grämen“<br />

(Paul Gerhardt 1653)<br />

Canticum vgl. 1 Kor 13, 1–8<br />

Antiphon:<br />

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am<br />

größten unter ihnen ist die Liebe. Halleluja.<br />

Redaktion Magnificat nach 1 Kor 13, 13<br />

Wenn ich in den Sprachen<br />

der Menschen und Engel redete, /<br />

hätte aber die Liebe nicht, *<br />

wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.<br />

Und wenn ich prophetisch reden könnte /<br />

und alle Geheimnisse wüsste, *<br />

hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.<br />

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, /<br />

und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, *<br />

hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.


185<br />

Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Die Liebe ist langmütig, *<br />

die Liebe ist gütig.<br />

Sie ereifert sich nicht, /<br />

sie prahlt nicht, *<br />

sie bläht sich nicht auf.<br />

Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, *<br />

trägt das Böse nicht nach.<br />

Sie freut sich nicht über das Unrecht, *<br />

sondern freut sich an der Wahrheit.<br />

Sie erträgt alles, glaubt alles, /<br />

hofft alles, hält allem stand. *<br />

Die Liebe hört niemals auf.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Lesung 1 Joh 3, 23–24<br />

Das ist das Gebot Gottes: Wir sollen an den Namen seines<br />

Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es<br />

seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott<br />

und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an<br />

dem Geist, den er uns gegeben hat.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Wenn eure Gerechtigkeit nicht noch viel größer ist als die der<br />

Schriftgelehrten und der Pharisäer, so werdet ihr nicht in das<br />

Himmelreich kommen.<br />

Fürbitten<br />

Jesus, durch deine Nähe zum Vater hast du deine Umgebung<br />

verwandelt. Wir bitten dich:<br />

A: Erfülle uns mit deinem Geist.


Abend · Sonntag, 16. <strong>Februar</strong> 186<br />

Öffne die Herzen deiner Gläubigen für die Stimme des Vaters;<br />

– lass sie lebendiges Zeugnis von deiner Güte geben.<br />

A: Erfülle uns mit deinem Geist.<br />

Hilf allen, die sich zu dir bekennen, für die Armen und Schwachen<br />

einzutreten;<br />

– lass sie nicht ruhen, der Gerechtigkeit und dem Frieden zu<br />

dienen.<br />

Führe alle Glaubenden zur Einheit zusammen;<br />

– lass sie mit ihren je eigenen Begabungen das Leben ihrer Mitmenschen<br />

lebenswert machen.<br />

Nimm alle in deine Freude auf, die sich in ihrem Leben für eine<br />

menschenwürdigere Welt eingesetzt haben;<br />

– erhalte ihr Andenken wach in den Herzen der Lebenden.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei<br />

den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues und reines Herz,<br />

das bereit ist, dich aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus<br />

Christus.<br />

Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit aller Freude<br />

und mit allem Frieden im Glauben,<br />

damit wir reich werden an Hoffnung<br />

in der Kraft des Heiligen Geistes.<br />

Vgl. Röm 15, 13<br />

Salve Regina (Seite 346)


Montag, 17. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heilige Sieben Gründer des Servitenordens<br />

Im Jahr 1233 beschlossen sieben reiche Kaufleute aus Florenz, ihr<br />

Leben grundlegend zu ändern und in den Dienst der Armen und<br />

Kranken zu stellen. Es waren: Buonfiglio dei Monaldi (Bonfilius,<br />

† 1262), Giovanni di Buonagiunta (Bonajuncta, † 1257), Benedetto<br />

dell’ Antella (Manettus, † 1268), Bartolomeo degli Amidei (Amideus,<br />

† 1266); Ricoverino dei Lippi-Ugoccioni (Hugo, † 1282), Gheradino<br />

di Sostegno (Sosteneus, † 1282) und Alessio de’Falconieri<br />

(Alexius, † 1310). Nachdem sie ihre Familien versorgt hatten, verließen<br />

sie diese, verschenkten ihren übrigen Besitz und lebten als<br />

„Diener Mariens“ („Servi Mariae“ – daher der Name „Serviten“)<br />

fortan in einem einfachen Haus am Rande von Florenz. Schon bald<br />

schlossen sich ihnen gleichgesinnte Männer an. Sie lebten nach der<br />

Regel des Augustinus und gaben sich eine schwarze Ordenstracht.<br />

Benedikt XI. bestätigte 1304 den jungen Orden. 1888 wurden die<br />

sieben Servitengründer, „als ob es eine Person wäre“, von Leo XIII.<br />

heiliggesprochen, ein einmaliger Fall in der Kirchengeschichte.<br />

Schrifttexte: Lesung: Röm 8, 26–30; Evangelium: Mt 19, 27–29<br />

Namenstag: Bonosus von Trier (Bischof, † 374)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Hymnus<br />

Aus meines Herzens Grunde<br />

sag ich dir Lob und Dank<br />

in dieser Morgenstunde,<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Montag, 17. <strong>Februar</strong> 188<br />

dazu mein Leben lang,<br />

dir, Gott in deinem Thron,<br />

zu Lob und Preis und Ehren<br />

durch Christum, unsern Herren,<br />

dein eingebornen Sohn,<br />

dass du mich hast aus Gnaden<br />

in der vergangnen Nacht<br />

vor G’fahr und allem Schaden<br />

behütet und bewacht;<br />

demütig bitt ich dich,<br />

wollst mir mein Sünd vergeben,<br />

womit in diesem Leben<br />

ich hab erzürnet dich.<br />

Gott will ich lassen raten,<br />

denn er all Ding vermag.<br />

Er segne meine Taten<br />

an diesem neuen Tag.<br />

Ihm hab ich heimgestellt<br />

mein Leib, mein Seel, mein Leben<br />

und was er sonst gegeben;<br />

er mach’s, wie’s ihm gefällt.<br />

Darauf so sprech ich „Amen“<br />

und zweifle nicht daran,<br />

Gott wird es alls zusammen,<br />

in Gnaden sehen an,<br />

und streck nun aus mein Hand,<br />

greif an das Werk mit Freuden,<br />

dazu mich Gott beschieden<br />

in meim Beruf und Stand.<br />

Nach Georg Niege vor 1585/Hamburg 1592,<br />

GL 86 · GL 1975 669 · KG 678 · EG 443


189<br />

Montag, 17. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 42 Verse 7–12<br />

Betrübt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich *<br />

im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg.<br />

Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser, *<br />

all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin.<br />

Bei Tag schenke der Herr seine Huld; *<br />

ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens.<br />

Ich sage zu Gott, meinem Fels: *<br />

„Warum hast du mich vergessen?<br />

Warum muss ich trauernd umhergehen, *<br />

von meinem Feind bedrängt?“<br />

Wie ein Stechen in meinen Gliedern *<br />

ist für mich der Hohn der Bedränger;<br />

denn sie rufen mir ständig zu: *<br />

„Wo ist nun dein Gott?“<br />

Meine Seele, warum bist du betrübt *<br />

und bist so unruhig in mir?<br />

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, *<br />

meinem Gott und Retter, auf den ich schaue.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott, unser Fels, du vergisst uns nicht. Stärke unsere Zuversicht<br />

in der Bedrängnis. Erweise uns deine Huld.<br />

Lesung Jer 15, 16<br />

Kamen Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort war<br />

mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir<br />

ausgerufen, Herr, Gott der Heere.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels. Er hat uns besucht und<br />

befreit.


Eucharistie · Montag, 17. <strong>Februar</strong> 190<br />

Bitten<br />

Gott, unser Schöpfer, du hast uns Menschen hohe Würde gegeben.<br />

Wir bitten dich:<br />

A: In deiner Freiheit lass uns leben.<br />

– Dass wir frohen Herzens unsere Möglichkeiten ergreifen, die<br />

Welt in deinem Sinn zu gestalten.<br />

– Dass wir dir danken, für all das, was du uns täglich gibst.<br />

– Dass wir ein waches Gespür dafür entwickeln, wo unser Handeln<br />

gefragt ist.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, allmächtiger Gott, du hast uns diesen neuen Tag geschenkt.<br />

Bewahre uns an ihm vor Unheil und Sünde und lenke<br />

unsere Gedanken, Worte und Werke, dass wir stets deinen Willen<br />

tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Heiliger Gott, in Christus hast du den Völkern deine ewige<br />

Herrlichkeit geoffenbart. Gib uns die Gnade, das Geheimnis<br />

unseres Erlösers immer tiefer zu erfassen, damit wir durch ihn<br />

zum unvergänglichen Leben gelangen, der in der Einheit des<br />

Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.


191<br />

Montag, 17. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Einführung zur Bahnlesung aus dem Jakobusbrief<br />

Martin Luther hat den Jakobusbrief bekanntlich eine „stroherne Epistel“<br />

genannt; rund fünfhundert Jahre später zeichnen die christlichen<br />

Konfessionen gemeinsam ein anderes Bild. Wir gehen heute von einem<br />

uns namentlich nicht bekannten Autor aus, der in der Autorität<br />

des Leiters der Kirche von Jerusalem, des Herrenbruders Jakobus,<br />

schreibt. Nahe an weisheitstheologischen Konzeptionen der heiligen<br />

Schriften Israels, insbesondere am Buch Jesus Sirach, kennzeichnet<br />

der Verfasser die christliche Frömmigkeit in ihrer Kontinuität mit jüdischer<br />

Frömmigkeit in der gemeinsamen Hinordnung auf den Gott<br />

und Vater aller und die von ihm gesetzte Sozial- und Weltordnung. Der<br />

Abfassungsort des weisheitlichen Mahn- und Lehrbriefs kann nur erschlossen<br />

werden. Für Alexandria spricht neben der Bilderwelt (Meer,<br />

Wasser, Schiffe) der Umstand, dass die Hafenmetropole ein Zentrum<br />

jüdisch-hellenistischer Weisheitsliteratur war. Entstehungszeit ist vermutlich<br />

das Ende des 1. Jahrhunderts. Zwischen dem Jakobusbrief<br />

und besonders der Bergpredigt finden sich viele Gemeinsamkeiten<br />

im Blick auf die rechte Frömmigkeit, die Barmherzigkeit, das rechte<br />

Verständnis des Gesetzes und das Halten des Gotteswillens. Der Brief<br />

richtet sich an die Gesamtheit der Christen außerhalb Palästinas (vgl.<br />

Jak 1, 1 mit 1 Petr 1, 1). Zahlreiche Aussagen über Arm und Reich<br />

lassen darauf schließen, dass sich in den Gemeinden die sozialen<br />

Gegensätze – immer mehr Reiche waren in die Gemeinden gekommen<br />

– und offenbar auch die sozialen Konflikte verschärften. Im Mittelpunkt<br />

des Briefes steht die Vorstellung der Weisheit von oben, die<br />

dem Christen in der Taufe als rettendes Wort der Wahrheit geschenkt<br />

wird. Als Gabe Gottes erneuert sie den Menschen und befähigt ihn,<br />

seinen Glauben zu leben und die Kluft zwischen Wort und Tat zu<br />

schließen, die den einzelnen Menschen von innen und zugleich die<br />

Gemeinschaft durch Spaltung bedroht. Gegen das blinde Streben<br />

nach Sozialprestige und die daraus erwachsende Rücksichtslosigkeit<br />

in der Gemeinde setzt Jakobus die Einheit von Glauben und Werken.<br />

Die Gebote, die sich im Liebesgebot erfüllen, sind keine Fessel, sondern<br />

„das vollkommene Gesetz der Freiheit“ (Jak 1, 25).


Eucharistie · Montag, 17. <strong>Februar</strong> 192<br />

Lesung aus dem Jakobusbrief Jak 1, 1–11<br />

Jakobus, Knecht Gottes und Jesu Christi, des Herrn, grüßt die<br />

zwölf Stämme, die in der Zerstreuung leben.<br />

Seid voll Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen<br />

geratet. Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens<br />

Ausdauer bewirkt. Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten<br />

Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein,<br />

es wird euch nichts mehr fehlen.<br />

Fehlt es aber einem von euch an Weisheit, dann soll er sie von<br />

Gott erbitten; Gott wird sie ihm geben, denn er gibt allen gern<br />

und macht niemand einen Vorwurf. Wer bittet, soll aber voll<br />

Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, ist wie<br />

eine Welle, die vom Wind im Meer hin und her getrieben wird.<br />

Ein solcher Mensch bilde sich nicht ein, dass er vom Herrn<br />

etwas erhalten wird: Er ist ein Mann mit zwei Seelen, unbeständig<br />

auf all seinen Wegen.<br />

Der Bruder, der in niederem Stand lebt, rühme sich seiner<br />

hohen Würde, der Reiche aber seiner Niedrigkeit; denn er wird<br />

dahinschwinden wie die Blume im Gras. Die Sonne geht auf,<br />

und ihre Hitze versengt das Gras; die Blume verwelkt, und ihre<br />

Pracht vergeht. So wird auch der Reiche vergehen mit allem,<br />

was er unternimmt.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Es war ein heißer Sommer. Jeden Morgen trat ich verschlafen<br />

an meine Rosenbeete – und konnte es nicht fassen, wie viele<br />

Blüten ich abschneiden musste. Verblüht. Die Blume im Gras,<br />

das sind wir! Wir sind die „Reichen“, mit all unseren Plänen<br />

und Projekten. Ich besitze keine Privatjets. Aber zu Plänen und<br />

Projekten reicht es, bisweilen. So fühle ich mich angesprochen.<br />

Der im Namen des Herrenbruders Jakobus schreibende Verfasser,<br />

vor oder nach 100 n. Chr., betont die hohe Würde des Bruders,<br />

der Schwester, „in niederem Stand“. Und er mahnt, er<br />

ermutigt jeden Menschen zur heiligen Einfachheit. Christlich


193<br />

Montag, 17. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

leben heißt auf Zukunft hin zu leben, in Hoffnung. In Seiner,<br />

in unserer Gegenwart.<br />

Antwortpsalm Ps 119, 67–68.71–72.75–76<br />

Kehrvers:<br />

Herr, dein Erbarmen komme über mich, damit ich lebe.<br />

Ehe ich gedemütigt wurde, ging mein Weg in die Irre; *<br />

nun aber halte ich mich an deine Verheißung.<br />

Du bist gut und wirkst Gutes. *<br />

Lehre mich deine Gesetze! – Kehrvers<br />

Dass ich gedemütigt wurde, war für mich gut; *<br />

denn so lernte ich deine Gesetze.<br />

Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, *<br />

mehr als große Mengen von Gold und Silber. – Kehrvers<br />

Herr, ich weiß, dass deine Entscheide gerecht sind; *<br />

du hast mich gebeugt, weil du treu für mich sorgst.<br />

Tröste mich in deiner Huld, *<br />

wie du es deinem Knecht verheißen hast. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 77a, ferner GL 649, 2 (II. Ton)<br />

oder GL 1975 733, 1 · KG 619 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium Joh 14, 6<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das<br />

Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 8, 11–13<br />

In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch<br />

mit Jesus; sie forderten von ihm ein Zeichen vom<br />

Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Da seufzte er tief auf<br />

und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen,


Abend · Montag, 17. <strong>Februar</strong> 194<br />

das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen<br />

gegeben werden. Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr<br />

ans andere Ufer.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Siege, aber triumphiere nicht.<br />

Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin, 1830–1916)<br />

• Kann ich das überhaupt, gestehe ich es mir zu: – zu siegen?<br />

• Bei wem erlebe ich falsch verstandenes, triumphierendes<br />

Siegen?<br />

Confiteor (Seite 44), Erbarme dich (Seite 54) – oder:<br />

Gott, unser Vater, auch wer sich von dir entfernt hat, kann zurückkehren<br />

zu dir. Du hältst voll Sehnsucht nach uns Ausschau,<br />

du empfängst uns mit offenen Armen. Wenn wir uns elend und<br />

verlassen fühlen, bring dich uns in Erinnerung. Lass uns aufbrechen<br />

zu dir und in deiner Nähe neu das Leben finden, heute<br />

und alle Tage.<br />

Redaktion Magnificat<br />

Hymnus<br />

Angelangt an der Schwelle des Abends,<br />

schauen wir Christus, das ewige Licht,<br />

und preisen durch ihn den Vater im Geist.


195<br />

Montag, 17. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Du bist der Weg, die Wahrheit, das Leben,<br />

Abbild und Spiegel des ewigen Vaters.<br />

Du bist der Heilige, du unser Herr.<br />

Ja, es ist würdig, dich zu besingen,<br />

Gottes Sohn, Urheber ewigen Lebens;<br />

die ganze Schöpfung schuldet dir Lob.<br />

Zeitgenössisch<br />

Melodie: GL 1975 701 · KG 684<br />

Psalm 40 Verse 10–14.17–18<br />

Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, *<br />

meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.<br />

Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen, *<br />

ich spreche von deiner Treue und Hilfe,<br />

ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit *<br />

vor der großen Gemeinde.<br />

Du, Herr, verschließ mir nicht dein Erbarmen, *<br />

deine Huld und Wahrheit mögen mich immer behüten!<br />

Denn Leiden ohne Zahl umfangen mich, /<br />

meine Sünden holen mich ein, *<br />

ich vermag nicht mehr aufzusehn.<br />

Zahlreicher sind sie als die Haare auf meinem Kopf, *<br />

der Mut hat mich ganz verlassen.<br />

Gewähre mir die Gunst, Herr, und reiß mich heraus; *<br />

Herr, eile mir zu Hilfe!<br />

Alle, die dich suchen, frohlocken; *<br />

sie mögen sich freuen in dir.<br />

Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: *<br />

Groß ist Gott, der Herr.<br />

Ich bin arm und gebeugt; *<br />

der Herr aber sorgt für mich.


Abend · Montag, 17. <strong>Februar</strong> 196<br />

Meine Hilfe und mein Retter bist du. *<br />

Mein Gott, säume doch nicht!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Deine Gerechtigkeit, ewiger Gott, gereicht deinen Geschöpfen<br />

zum Segen. Lass sie in uns und durch uns Wirklichkeit werden.<br />

Lesung 1 Thess 2, 13<br />

Wir danken Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes,<br />

das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt,<br />

nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als<br />

Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den<br />

Gläubigen, wirksam.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Meine Seele preise dich allezeit, Gott, du mein Retter.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der seinem Volk vorangeht:<br />

A: Befreie uns aus aller Not.<br />

Für die verfolgten Christen;<br />

– stärke sie im Glauben und mach ihnen Mut, dem Frieden zu<br />

dienen.<br />

Für die Menschen in den Dürregebieten der Erde;<br />

– stille ihren Hunger und lass sie unsere Hilfe erfahren.<br />

Für alle, die Zeichen von dir verlangen;<br />

– komm ihnen mit deiner Gnade entgegen.<br />

Für unsere Verstorbenen;<br />

– gedenke ihrer Erniedrigung und hole sie heim ins Land deiner<br />

Verheißung.<br />

Vaterunser


197<br />

Montag, 17. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, wir danken dir für alles, was wir heute empfangen<br />

haben, denn du hast uns unnützen Knechten die Kraft<br />

für unser Tagewerk gegeben. Nimm unser Abendgebet als Opfer<br />

des Lobes an. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Simon der „Herrenbruder“ († 107) · Konstantia (Konstanze,<br />

4. Jh.) · Angelikus von Fiesole (Fra Angelico, Dominikaner, Maler,<br />

† 1455)<br />

Ökumenischer Gedenktag: Todestag Martin Luthers († 1546)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen<br />

leg ich meinen Tag in deine Hand.<br />

Sei mein Heute, sei mein gläubig Morgen,<br />

sei mein Gestern, das ich überwand.<br />

Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen –<br />

bin aus deinem Mosaik ein Stein.<br />

Wirst mich an die rechte Stelle legen –<br />

deinen Händen bette ich mich ein.<br />

Edith Stein (1891–1942) zugeschrieben<br />

Psalm 65 Verse 2–14<br />

Dir gebührt Lobgesang, Gott, auf dem Zion, *<br />

dir erfüllt man Gelübde.<br />

Du erhörst die Gebete. *<br />

Alle Menschen kommen zu dir unter der Last ihrer Sünden.


199<br />

Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Unsere Schuld ist zu groß für uns, *<br />

du wirst sie vergeben.<br />

Wohl denen, die du erwählst und in deine Nähe holst, *<br />

die in den Vorhöfen deines Heiligtums wohnen.<br />

Wir wollen uns am Gut deines Hauses sättigen, *<br />

am Gut deines Tempels.<br />

Du vollbringst erstaunliche Taten, *<br />

erhörst uns in Treue, du Gott unsres Heiles,<br />

du Zuversicht aller Enden der Erde *<br />

und der fernsten Gestade.<br />

Du gründest die Berge in deiner Kraft, *<br />

du gürtest dich mit Stärke.<br />

Du stillst das Brausen der Meere, *<br />

das Brausen ihrer Wogen, das Tosen der Völker.<br />

Alle, die an den Enden der Erde wohnen, /<br />

erschauern vor deinen Zeichen; *<br />

Ost und West erfüllst du mit Jubel.<br />

Du sorgst für das Land und tränkst es; *<br />

du überschüttest es mit Reichtum.<br />

Der Bach Gottes ist reichlich gefüllt, *<br />

du schaffst ihnen Korn; so ordnest du alles.<br />

Du tränkst die Furchen, ebnest die Schollen, *<br />

machst sie weich durch Regen, segnest ihre Gewächse.<br />

Du krönst das Jahr mit deiner Güte, *<br />

deinen Spuren folgt Überfluss.<br />

In der Steppe prangen die Auen, *<br />

die Höhen umgürten sich mit Jubel.<br />

Die Weiden schmücken sich mit Herden, /<br />

die Täler hüllen sich in Korn. *<br />

Sie jauchzen und singen.<br />

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> 200<br />

Barmherziger Gott, du hast uns durch deinen Sohn die Schuld<br />

vergeben. Lass uns heute neu als deine Kinder leben. Sättige<br />

uns mit deinen Gaben.<br />

Lesung 1 Joh 1, 5b.7<br />

Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm. Wenn wir im<br />

Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft<br />

miteinander, und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von<br />

aller Sünde.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Aus den Händen aller, die uns hassen, errette uns, o Herr.<br />

Bitten<br />

Jede und jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten etwas in der<br />

Welt bewegen, zumal in unserer Zeit der Netzwerke. Damit wir<br />

neu denken lernen und den Mut finden, zuerst und vor allem<br />

uns zu ändern, bitten wir Gott:<br />

A: Hilf uns, weise uns deine Wege.<br />

– Dass wir in unserm Sinnen deine Gebote beherzigen und auf<br />

deine Stimme achten.<br />

– Dass wir bei allem, was wir tun, deiner Nähe trauen.<br />

– Dass wir mit den Menschen Hand in Hand arbeiten, mit denen<br />

du uns zusammenführst.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr Jesus Christus, du wahres Licht, das alle Menschen erleuchtet,<br />

damit sie das Heil finden, gib uns die Kraft, deinem<br />

Frieden und deiner Gerechtigkeit den Weg zu bereiten. Der du


201<br />

Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

in der Einheit des Heiligen Geistes mit Gott dem Vater lebst und<br />

herrschest in alle Ewigkeit.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott. Du hast uns geschaffen – doch wir kennen dich kaum.<br />

Du liebst uns – und doch bist du uns fremd. Offenbare dich<br />

deiner Gemeinde. Zeige uns dein Gesicht. Sag uns, wer du bist<br />

und was du für uns bedeutest. Lehre uns dich erkennen, dich<br />

verstehen, dich lieben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Lesung aus dem Jakobusbrief Jak 1, 12–18<br />

Glücklich der Mann, der in der Versuchung standhält. Denn<br />

wenn er sich bewährt, wird er den Kranz des Lebens erhalten,<br />

der denen verheißen ist, die Gott lieben.<br />

Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von<br />

Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung<br />

kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand<br />

in Versuchung. Jeder wird von seiner eigenen Begierde, die ihn<br />

lockt und fängt, in Versuchung geführt. Wenn die Begierde<br />

dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; ist<br />

die Sünde reif geworden, bringt sie den Tod hervor.<br />

Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder; jede gute<br />

Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom<br />

Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung und keine<br />

Verfinsterung gibt. Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort<br />

der Wahrheit geboren, damit wir gleichsam die Erstlingsfrucht<br />

seiner Schöpfung seien.


Eucharistie · Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> 202<br />

Antwortpsalm Ps 94, 12–15.18–19<br />

Kehrvers:<br />

Selig der Mensch, den du erziehst, o Herr.<br />

Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, *<br />

den du mit deiner Weisung belehrst.<br />

Du bewahrst ihn vor bösen Tagen, *<br />

bis man dem Frevler die Grube gräbt. – Kehrvers<br />

Ja, der Herr wird sein Volk nicht verstoßen *<br />

und niemals sein Erbe verlassen.<br />

Nun spricht man wieder Recht nach Gerechtigkeit; *<br />

ihr folgen alle Menschen mit redlichem Herzen. – Kehrvers<br />

Wenn ich sage: „Mein Fuß gleitet aus“, *<br />

dann stützt mich, Herr, deine Huld.<br />

Mehren sich die Sorgen des Herzens, *<br />

so erquickt dein Trost meine Seele. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 12a, ferner GL 653, 5 (VII. Ton)<br />

oder GL 1975 528, 2 · KG 385, 7 (IV. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 14, 23<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.<br />

Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 8, 14–21<br />

In jener Zeit hatten die Jünger vergessen, bei der Abfahrt Brote<br />

mitzunehmen; nur ein einziges hatten sie dabei. Und Jesus<br />

warnte sie: Gebt acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer<br />

und dem Sauerteig des Herodes! Sie aber machten sich<br />

Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.<br />

Als er das merkte, sagte er zu ihnen: Was macht ihr euch<br />

darüber Gedanken, dass ihr kein Brot habt? Begreift und ver-


203<br />

Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

steht ihr immer noch nicht? Ist denn euer Herz verstockt? Habt<br />

ihr denn keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu<br />

hören? Erinnert ihr euch nicht: Als ich die fünf Brote für die<br />

Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da<br />

aufgesammelt? Sie antworteten ihm: Zwölf.<br />

Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie<br />

viele Körbe voll habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten: Sieben.<br />

Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?<br />

Impuls zum Evangelium<br />

„Versteht ihr immer noch nicht?“ Sich sorgen, vorsorgen, an<br />

Morgen denken, Verantwortung für sich und für andere übernehmen,<br />

gehört zum Menschsein. Der biblische Gott ist kein<br />

entmündigender Übervater. „Der Papa wird’s schon richten.“<br />

Schlaraffia für alle ist keine biblische Utopie. Und doch gilt:<br />

Sorget nicht ängstlich! Oder beunruhigt es uns zutiefst, dass<br />

wir Christen nicht die Ernährer, sondern diejenigen sind, die<br />

bei Tisch dienen und bedienen?<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Denke nicht gleich, deine Ehre sei angegriffen, wenn nur deine<br />

Eitelkeit verletzt wurde.<br />

Persische Spruchweisheit<br />

• Was kränkt mich – und warum?<br />

• Wodurch habe ich vielleicht schon andere gekränkt, ohne<br />

es zu wollen?


Abend · Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> 204<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Der Glanz verfällt, die Zeit flieht hin,<br />

das Tagwerk zehrt an unsrer Kraft.<br />

Herr, Gott, an den kein Abend rührt,<br />

nimm uns Erschöpfte liebreich auf.<br />

Wir gehn dahin wie Tag und Traum;<br />

kein Wunsch hält unser Leben fest.<br />

Dein Glanz, o Herr, erstrahle uns,<br />

wenn unser kleines Licht erlischt.<br />

Gewähr uns dies, o guter Gott,<br />

du Vater, und du einz’ger Sohn,<br />

die ihr mit ihm, dem Heil’gen Geist,<br />

regiert durch Zeit und Ewigkeit. Amen.<br />

Zeitgenössisch<br />

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469<br />

Psalm 53 Verse 2–7<br />

Die Toren sagen in ihrem Herzen: *<br />

„Es gibt keinen Gott.“<br />

Sie handeln verwerflich und schnöde; *<br />

da ist keiner, der Gutes tut.<br />

Gott blickt vom Himmel herab auf die Menschen, *<br />

ob noch ein Verständiger da ist, der Gott sucht.<br />

Alle sind sie abtrünnig und verdorben, *<br />

keiner tut Gutes, auch nicht ein Einziger.<br />

Haben denn die Übeltäter keine Einsicht? *<br />

Sie verschlingen mein Volk.<br />

Sie essen Gottes Brot, *<br />

doch seinen Namen rufen sie nicht an.<br />

Es trifft sie Furcht und Schrecken, *<br />

obwohl doch nichts zu fürchten ist.


205<br />

Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Deinen Bedrängern hat Gott die Glieder zerschlagen. *<br />

Gott lässt sie scheitern, denn er hat sie verworfen.<br />

Ach käme doch vom Zion Hilfe für Israel! /<br />

Wenn Gott einst das Geschick seines Volkes wendet, *<br />

dann jubelt Jakob, dann freut sich Israel.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gott unserer Hoffnung, wie oft drohen wir in Sorgen zu versinken.<br />

Reinige die Augen unseres Herzens, dass wir dir neu<br />

vertrauen und deinen Namen anrufen.<br />

Lesung <br />

Röm 3, 23–25ab<br />

Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.<br />

Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner<br />

Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott<br />

dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam<br />

durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch<br />

die Vergebung der Sünden.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Großes hat an mir getan der Mächtige, sein Name ist heilig.<br />

Fürbitten<br />

Gütiger Vater, wir heißen deine Kinder und sind es. Darum bitten<br />

wir dich:<br />

A: Erneuere in uns den Geist der Kindschaft.<br />

Unter uns Menschen herrschen weithin Misstrauen und Vorurteile;<br />

– befähige deine Glaubenden, aus dem Vertrauen zu dir ihren<br />

Mitmenschen unbefangen gegenüberzutreten.<br />

Wie sehr ist unsere Welt von dem Ziel beherrscht, möglichst<br />

zuoberst auf dem Treppchen zu stehen;


Abend · Dienstag, 18. <strong>Februar</strong> 206<br />

– lass deine Kirche durch ihr Tun bezeugen, dass du dich dem<br />

Bedürftigen zuwendest und den Hilflosen schützt.<br />

A: Erneuere in uns den Geist der Kindschaft.<br />

Viele Menschen meinen, sie allein hätten ihr Leben in der<br />

Hand, und nicht wenige werden dadurch krank;<br />

– lass sie neu aus der Zuversicht handeln, dass du sie trägst und<br />

leitest.<br />

Unsere Endlichkeit ist in unserem Alltag kaum noch präsent;<br />

– segne alle, die Sterbende begleiten, und lass durch ihr Tun<br />

die Hoffnung auf bleibende Gemeinschaft bei dir erstarken.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, dein ist der Tag, und dein ist die Nacht. Lass<br />

Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, in unseren Herzen nicht<br />

untergehen, damit wir aus dem Dunkel dieser Zeit in das Licht<br />

gelangen, in dem du wohnst. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Irmgard von Aspel (Gräfin, Förderin von Kirchen, † 1065) ·<br />

Hadwig von Cappenberg (Prämonstratenserin, 12. Jh.) · Bonifatius von<br />

Lausanne (Bischof, Zisterzienser, † 1265)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Öffne meine Augen, Herr,<br />

für die Wunder deiner Liebe.<br />

Mit dem Blinden rufe ich:<br />

Heiland, mache, dass ich sehe.<br />

Öffne meine Ohren, Herr,<br />

für den Anruf meiner Brüder.<br />

Lass nicht zu, dass sich mein Herz<br />

ihrer großen Not verschließe.<br />

Öffne meine Hände, Herr,<br />

Bettler stehn vor meiner Türe<br />

und erwarten ihren Teil.<br />

Christus, mache, dass ich teile.<br />

P. Vinzenz Stebler OSB, † 1997<br />

Psalm 39 Verse 7–14<br />

Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, /<br />

um ein Nichts macht er Lärm. *<br />

Er rafft zusammen und weiß nicht, wer es einheimst.


Morgen · Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> 208<br />

Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? *<br />

Auf dich allein will ich harren.<br />

Entreiß mich allen, die mir Unrecht tun, *<br />

und überlass mich nicht dem Spott der Toren!<br />

Ich bin verstummt, ich tue den Mund nicht mehr auf. *<br />

Denn so hast du es gefügt.<br />

Nimm deine Plage weg von mir! *<br />

Unter der Wucht deiner Hand vergehe ich.<br />

Du strafst und züchtigst den Mann wegen seiner Schuld, /<br />

du zerstörst seine Anmut wie Motten das Kleid, *<br />

ein Hauch nur ist jeder Mensch.<br />

Hör mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien, *<br />

schweig nicht zu meinen Tränen!<br />

Denn ich bin nur ein Gast bei dir, *<br />

ein Fremdling wie all meine Väter.<br />

Wende dein strafendes Auge ab von mir, /<br />

sodass ich heiter blicken kann, *<br />

bevor ich dahinfahre und nicht mehr da bin.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Unter Menschen, die nur vordergründiges Glück interessiert,<br />

fühlen wir uns wie Fremde. Gott, unsere Hoffnung, gib uns<br />

Heimat bei dir, lass uns nicht verzagen.<br />

Lesung Kol 3, 12–13<br />

Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen;<br />

darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte,<br />

Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander,<br />

wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie<br />

der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!


209<br />

Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der<br />

Hand unserer Feinde.<br />

Bitten<br />

Lasst uns zu Jesus Christus rufen, der uns sein Leben schenkt:<br />

A: In dir, Herr, lass uns bleiben.<br />

– Damit wir unsere Lebensaufgabe in deiner Nachfolge finden.<br />

– Damit wir mit deinen Augen und Ohren durch unseren Alltag<br />

gehen.<br />

– Damit wir mit unseren Händen tun, was du heute unter uns<br />

wirken willst.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gütiger Gott, lass es hellen Tag werden in unserem Herzen,<br />

damit wir nicht in die Irre gehen, sondern auf dem Weg deiner<br />

Gebote bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, unser Vater, sieh an unsere Not und wende uns dein Erbarmen<br />

zu. Stärke den Glauben deiner Kinder und erleichtere<br />

ihre Bürde, damit sie sich mit Zuversicht deiner Vorsehung anvertrauen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Eucharistie · Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> 210<br />

Lesung aus dem Jakobusbrief Jak 1, 19–27<br />

Denkt daran, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch soll<br />

schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden<br />

und nicht schnell zum Zorn bereit; denn im Zorn tut der<br />

Mensch nicht das, was vor Gott recht ist. Darum legt alles<br />

Schmutzige und Böse ab, seid sanftmütig und nehmt euch das<br />

Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist und das<br />

die Macht hat, euch zu retten.<br />

Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst<br />

betrügt ihr euch selbst. Wer das Wort nur hört, aber nicht danach<br />

handelt, ist wie ein Mensch, der sein eigenes Gesicht im<br />

Spiegel betrachtet: Er betrachtet sich, geht weg, und schon hat<br />

er vergessen, wie er aussah. Wer sich aber in das vollkommene<br />

Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht<br />

nur hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handelt,<br />

der wird durch sein Tun selig sein.<br />

Wer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum<br />

hält, der betrügt sich selbst, und sein Gottesdienst ist wertlos.<br />

Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht<br />

darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind,<br />

und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Hörer und Täter des WORTES werden, darum geht es hier. Gottes<br />

Wort und Weisung ist im Blick. Aber gerade darum das Wort<br />

des anderen, des anderen Menschen, der in seiner Not Gehör<br />

sucht bei mir. Lange zuhören, langsam antworten. Ohne Zorn.<br />

In Sanftmut vielmehr. Sanftmut braucht so viel Mut! Gegen<br />

die allgegenwärtige Hasssprache, die nun die Norm, die die<br />

neue Normalität geworden zu sein scheint. Leben aus einem<br />

Guss, aber nicht, weil der Führer befiehlt. Sondern weil ich es<br />

mir als Mensch, als Gottesgeschöpf, wert bin. Weil ich befreit<br />

bin. Weil ich so frei bin: mich nicht selbst zu betrügen. Befreit<br />

zum Gottesdienst, zum Dienst am erniedrigten anderen.


211<br />

Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Antwortpsalm Ps 15, 2–5<br />

Kehrvers:<br />

Herr, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?<br />

Der makellos lebt und das Rechte tut; /<br />

der von Herzen die Wahrheit sagt *<br />

und mit seiner Zunge nicht verleumdet;<br />

der seinem Freund nichts Böses antut *<br />

und seinen Nächsten nicht schmäht; – Kehrvers<br />

der den Verworfenen verachtet, *<br />

doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;<br />

der sein Versprechen nicht ändert, *<br />

das er seinem Nächsten geschworen hat; – Kehrvers<br />

der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht *<br />

und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.<br />

Wer sich danach richtet, *<br />

der wird niemals wanken. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 1b, ferner GL 1975 626, 3 (IV. Ton) ·<br />

alternativ: GL 34, 1 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Eph 1, 17–18<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Der Vater unseres Herrn Jesus Christus erleuchte die Augen unseres<br />

Herzens, damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir<br />

berufen sind.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 8, 22–26<br />

In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da<br />

brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn<br />

berühren. Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor<br />

das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm<br />

die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas?


Abend · Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> 212<br />

Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn<br />

ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht.<br />

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah<br />

der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau<br />

sehen.<br />

Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in<br />

das Dorf hinein!<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Wer aufhört, Fehler zu machen, lernt nichts mehr dazu.<br />

Theodor Fontane (deutscher Dichter, 1819–1898)<br />

• Wie sehr neige ich zu Vorsicht und Fehlervermeidung?<br />

• Wodurch lerne ich hinzu?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Du mildes Licht, Herr Jesus Christ,<br />

du ewig klarer Morgen:<br />

Die Sonne sinkt, der Tag vergeht,<br />

bei dir sind wir geborgen.<br />

Die Welt ist dunkel: Sei uns gut,<br />

bewahr uns, wenn wir schlafen.<br />

Nimm Leib und Seel in deine Hut,<br />

bis wir zu dir erwachen.


213<br />

Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Gott Vater auf dem hohen Thron,<br />

wir preisen deinen Namen<br />

durch Jesus Christus, deinen Sohn,<br />

im Heil’gen Geiste. Amen.<br />

Neues Stundenbuch<br />

Psalm 31 Verse 2–9<br />

Herr, ich suche Zuflucht bei dir. /<br />

Lass mich doch niemals scheitern; *<br />

rette mich in deiner Gerechtigkeit!<br />

Wende dein Ohr mir zu, *<br />

erlöse mich bald!<br />

Sei mir ein schützender Fels, *<br />

eine feste Burg, die mich rettet.<br />

Denn du bist mein Fels und meine Burg; *<br />

um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.<br />

Du wirst mich befreien aus dem Netz, *<br />

das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht.<br />

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; *<br />

du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.<br />

Dir sind alle verhasst, die nichtige Götzen verehren; *<br />

ich aber verlasse mich auf den Herrn.<br />

Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen; /<br />

denn du hast mein Elend angesehn, *<br />

du bist mit meiner Not vertraut.<br />

Du hast mich nicht preisgegeben<br />

der Gewalt meines Feindes, *<br />

hast meinen Füßen freien Raum geschenkt.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Am Abend dieses Tages treten wir vor dich, Gott, unser Schutz.<br />

In deine Hände betten wir unser Leben. Behüte und bewahre<br />

uns, dass wir dich nie verlieren.


Abend · Mittwoch, 19. <strong>Februar</strong> 214<br />

Lesung Röm 8, 29.30<br />

Alle, die Gott im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus<br />

dazu bestimmt, der verherrlichten Gestalt seines Sohnes<br />

nachgebildet zu werden. Die aber, die er vorausbestimmt hat,<br />

hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht<br />

gemacht.<br />

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon<br />

Antiphon zum Nunc dimittis:<br />

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,<br />

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen<br />

in seinem Frieden.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten für blinde und sehbehinderte Menschen:<br />

V: Herr, erbarme dich. A: Christus, erbarme dich.<br />

– Für alle, die von Geburt an blind sind.<br />

– Für alle, die durch Krankheit oder Unfall erblinden.<br />

– Für alle, die durch ihr Augenleiden auch seelisch belastet sind.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr Jesus Christus, du bist gütig und von Herzen demütig. Das<br />

Joch, das du denen auflegst, die dir nachfolgen, ist nicht drückend,<br />

und deine Last ist leicht. Nimm gnädig an, was wir uns<br />

heute vorgenommen und was wir vollbracht haben. Erneuere<br />

uns durch die Ruhe der Nacht und mache uns morgen eifriger<br />

in deinem Dienst. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Namenstag: Korona (Märtyrerin in der Thebaïs, 2. Jh.) · Eleutherius<br />

(erster Bischof von Tournai, † um 500) · Falko (Bischof von Tongern-<br />

Maastricht, † um 512) · Amata (Klarissin, Nichte Klaras von Assisi,<br />

† 1254) · Jordan Mai (Franziskaner, † 1922)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

O heiligster der Namen all,<br />

die Menschenzungen nennen!<br />

O du, der Himmel Widerhall,<br />

dem tausend Herzen brennen!<br />

Dir neigen unsre Herzen sich;<br />

vor dir, o Name, ewiglich,<br />

der Engel Schar sich beuget.<br />

Messias, Jesus, einger Sohn<br />

des Vaters aller Wesen,<br />

zum König auf des Ewgen Thron,<br />

eh Licht ward, auserlesen;<br />

voll Gottesweisheit, Licht aus Licht,<br />

voll Kraft, die mächtig zu uns spricht,<br />

voll Gnad und Gottesliebe!<br />

Johann Kaspar Lavater 1780, 2. Strophe: unbekannt<br />

GL 741 · GL 1975 854 (Anhang Köln)<br />

Melodie: „Herz Jesu, Gottes Opferbrand“ (GL 371)


Morgen · Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> 216<br />

Psalm 119 <br />

Du hast deinem Knecht Gutes erwiesen, *<br />

o Herr, nach deinem Wort.<br />

Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil! *<br />

Ich vertraue auf deine Gebote.<br />

Verse 65–72 Tet<br />

Ehe ich gedemütigt wurde, ging mein Weg in die Irre; *<br />

nun aber halte ich mich an deine Verheißung.<br />

Du bist gut und wirkst Gutes. *<br />

Lehre mich deine Gesetze!<br />

Stolze verbreiten über mich Lügen, *<br />

ich aber halte mich von ganzem Herzen an deine Befehle.<br />

Abgestumpft und satt ist ihr Herz, *<br />

ich aber ergötze mich an deiner Weisung.<br />

Dass ich gedemütigt wurde, war für mich gut; *<br />

denn so lernte ich deine Gesetze.<br />

Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, *<br />

mehr als große Mengen von Gold und Silber.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wir preisen dich, Gott, denn Tag für Tag erweist du uns deine<br />

Güte. An deine Verheißung wollen wir uns halten.<br />

Lesung Röm 14, 17–19<br />

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit,<br />

Friede und Freude im Heiligen Geist. Und wer<br />

Christus so dient, wird von Gott anerkannt und ist bei den<br />

Menschen geachtet. Lasst uns also nach dem streben, was zum<br />

Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Lass uns, Herr, dein Heil erfahren und vergib uns unsere Sünden.


217<br />

Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Bitten<br />

Gepriesen sei Jesus Christus, der seine Liebe in unsere Herzen<br />

gesenkt hat. Zu ihm lasst uns rufen:<br />

A: Lob sei dir, König der Herrlichkeit.<br />

– Durch unsere Achtung der Armen.<br />

– Durch unser Mitgefühl mit den Leidenden.<br />

– Durch unsere Nähe zu den Verzweifelten.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr und Gott, du wahres Licht, gib, dass wir in der Tiefe unseres<br />

Herzens gläubig erfassen, was heilig ist, und in der Klarheit<br />

deines Lichtes diesen Tag verbringen. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Allmächtiger, ewiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat unser<br />

Erlöser Fleisch angenommen, er hat sich selbst erniedrigt und<br />

sich unter die Schmach des Kreuzes gebeugt. Hilf uns, dass wir<br />

ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen und an seiner Auferstehung<br />

Anteil erlangen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.<br />

Lesung aus dem Jakobusbrief Jak 2, 1–9<br />

Meine Brüder, haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus<br />

Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen<br />

der Person.


Eucharistie · Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> 218<br />

Wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen<br />

und prächtiger Kleidung kommt, und zugleich kommt ein Armer<br />

in schmutziger Kleidung, und ihr blickt auf den Mann in<br />

der prächtigen Kleidung und sagt: Setz dich hier auf den guten<br />

Platz!, und zu dem Armen sagt ihr: Du kannst dort stehen!,<br />

oder: Setz dich zu meinen Füßen! – macht ihr dann nicht untereinander<br />

Unterschiede und fällt Urteile aufgrund verwerflicher<br />

Überlegungen?<br />

Hört, meine geliebten Brüder: Hat Gott nicht die Armen in<br />

der Welt auserwählt, um sie durch den Glauben reich und zu<br />

Erben des Königreichs zu machen, das er denen verheißen hat,<br />

die ihn lieben? Ihr aber verachtet den Armen. Sind es nicht<br />

die Reichen, die euch unterdrücken und euch vor die Gerichte<br />

schleppen? Sind nicht sie es, die den hohen Namen lästern, der<br />

über euch ausgerufen worden ist?<br />

Wenn ihr dagegen nach dem Wort der Schrift: Du sollst deinen<br />

Nächsten lieben wie dich selbst! das königliche Gesetz erfüllt,<br />

dann handelt ihr recht. Wenn ihr aber nach dem Ansehen<br />

der Person urteilt, begeht ihr eine Sünde, und aus dem Gesetz<br />

selbst wird offenbar, dass ihr es übertreten habt.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Ohne Ansehen der Person, so soll ein gutes Urteil gebildet<br />

werden. Aber sollte man sich vor dem Urteil die Person nicht<br />

erst einmal gut ansehen? Sonst bleibt doch alles beim Alten,<br />

bei meinem eingefleischten Vor-Urteil. Unser Verständnis von<br />

„Person“ hat sich durch die Zeiten geändert. Die Antike versteht<br />

darunter den gesellschaftlichen Rang, die öffentliche Rolle<br />

eines Menschen. Rang und Namen, Geld und Geltung, in<br />

diesem Sinne die „Person“ eines Beschuldigten außer Acht zu<br />

lassen, zeugt von innerer Unabhängigkeit. Von Freiheit. Letztlich<br />

von Liebe. Vor Gericht, aber auch im alltäglichen und im<br />

gemeindlichen Miteinander, wie schwer fällt uns das: Reden<br />

und Handeln nach dem „Gesetz der Freiheit“ (V. 12). Den<br />

Nächsten lieben wie mich selbst (Lev 19, 8), auch den Frem-


219<br />

Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

den, auch den, der anders aussieht, anders redet, anders tickt<br />

als ich selbst?<br />

Antwortpsalm Ps 34, 2–7<br />

Kehrvers:<br />

Der Herr erhört den Armen, er hilft ihm aus all seiner Not.<br />

Ich will den Herrn allezeit preisen; *<br />

immer sei sein Lob in meinem Mund.<br />

Meine Seele rühme sich des Herrn; *<br />

die Armen sollen es hören und sich freuen. – Kehrvers<br />

Verherrlicht mit mir den Herrn, *<br />

lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.<br />

Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, *<br />

er hat mich all meinen Ängsten entrissen. – Kehrvers<br />

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, *<br />

und ihr braucht nicht zu erröten.<br />

Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. *<br />

Er half ihm aus all seinen Nöten. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 7, ferner GL 1975 477 (V. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

vgl. Joh 6, 63b.68c<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte ewigen<br />

Lebens.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 8, 27–33<br />

In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei<br />

Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten<br />

mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes<br />

den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von<br />

den Propheten.


Abend · Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> 220<br />

Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus<br />

antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen,<br />

mit jemand über ihn zu sprechen.<br />

Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn<br />

müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern<br />

und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet,<br />

aber nach drei Tagen werde er auferstehen. Und er redete<br />

ganz offen darüber.<br />

Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus<br />

wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den<br />

Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen!<br />

Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die<br />

Menschen wollen.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Mache es wie der Vogel, der nicht aufhört zu singen, auch<br />

wenn der Ast bricht. Denn er weiß, dass er Flügel hat.<br />

Johannes „Don“ Bosco (Ordensgründer, 1815–1888)<br />

• Was lässt mich jäh verstummen?<br />

• Und was lässt mich meine Stimme aufs Neue wiederfinden?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Schon neigt der Tag dem Abend zu,<br />

die Schatten werden länger.


221<br />

Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Vergänglich ist, was uns umgibt,<br />

du aber bleibst bestehen.<br />

Im Tageslicht, das steigt und sinkt,<br />

wird uns die Zeit bemessen,<br />

bis uns der Tod hinüberführt,<br />

wo alle Grenzen fallen.<br />

Lob sei dem Vater und dem Sohn,<br />

Lob sei dem Heil’gen Geiste.<br />

Wie es von allem Anfang war,<br />

jetzt und für alle Zeiten.<br />

Nach: Rerum, Deus, tenax vigor; Ambrosius (?), † 397<br />

Psalm 72 Verse 1–11<br />

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, *<br />

dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!<br />

Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit *<br />

und deine Armen durch rechtes Urteil.<br />

Dann tragen die Berge Frieden für das Volk *<br />

und die Höhen Gerechtigkeit.<br />

Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, /<br />

Hilfe bringen den Kindern der Armen, *<br />

er wird die Unterdrücker zermalmen.<br />

Er soll leben, solange die Sonne bleibt und der Mond, *<br />

bis zu den fernsten Geschlechtern.<br />

Er ströme wie Regen herab auf die Felder, *<br />

wie Regenschauer, die die Erde benetzen.<br />

Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen *<br />

und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.<br />

Er herrsche von Meer zu Meer, *<br />

vom Strom bis an die Enden der Erde.<br />

Vor ihm sollen seine Gegner sich beugen, *<br />

Staub sollen lecken all seine Feinde.


Abend · Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> 222<br />

Die Könige von Tarschisch und von den Inseln<br />

bringen Geschenke, *<br />

die Könige von Saba und Seba kommen mit Gaben.<br />

Alle Könige müssen ihm huldigen, *<br />

alle Völker ihm dienen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Gerechter Gott, du befreist uns aus unserem Kleinmut und<br />

führst uns hinaus ins Weite. Sende uns deinen Gesalbten, dass<br />

er uns deine Barmherzigkeit lehrt.<br />

Lesung 1 Petr 1, 22–23<br />

Der Wahrheit gehorsam, habt ihr euer Herz rein gemacht für<br />

eine aufrichtige Bruderliebe; darum hört nicht auf, einander<br />

von Herzen zu lieben. Ihr seid neu geboren worden, nicht<br />

aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus<br />

Gottes Wort, das lebt und das bleibt.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Selig, die hungern nach der Gerechtigkeit; der Herr wird sie<br />

sättigen und mit seinen Gaben beschenken.<br />

Fürbitten<br />

Gott, du Vater der Armen, in deinem Sohn hast du uns den Weg<br />

zu dir gewiesen. Wir bitten dich:<br />

A: Hilf uns umkehren zu dir.<br />

Deiner Güte werden wir nicht gerecht, wenn wir uns über andere<br />

erheben;<br />

– halte Hochmut und Herablassung von uns fern.<br />

Du willst uns bereichern in der Begegnung mit dir und unseren<br />

Mitmenschen;<br />

– wenn unser Herz am materiellen Wohlstand hängt, führe uns<br />

hinaus in deine Weite.


223<br />

Donnerstag, 20. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Wenn wir einem Bedürftigen das Nötige verweigern, verschließen<br />

wir uns deinem Ruf;<br />

– hilf uns teilen, damit eine wahre Gemeinschaft unter deinen<br />

Geschöpfen entsteht.<br />

Du bist die Sehnsucht der Toten;<br />

– gedenke aller, die je gelebt haben, und schaffe sie neu.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gütiger Gott, nimm unser Abendopfer an. Gib, dass unser Herz<br />

niemals aufhört, über deine Weisung nachzusinnen, und schenke<br />

uns als Lohn das Licht des ewigen Lebens. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Freitag, 21. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heiliger Petrus Damiani<br />

Der Kirchenlehrer Petrus Damiani (1007–1072) war einer der<br />

großen Reformer der Kirche im Mittelalter. Er stammte aus Ravenna.<br />

Nach einer harten Jugend wurde er 1035 Eremitenmönch<br />

und erneuerte die Ordnung für die Eremitenkongregationen. 1057<br />

wurde er gegen seinen Willen zum Kardinal erhoben. Er setzte sich<br />

für eine vom Staat unabhängige Kirche ein und kämpfte gegen die<br />

Simonie (Erkaufen geistlicher Ämter) und den Sittenverfall des Klerus.<br />

Gleichzeitig war er einer der produktivsten Schriftsteller des<br />

Mittelalters und hinterließ ein umfangreiches Werk theologischer<br />

Schriften. Er wird als Heiliger verehrt, obwohl eine offizielle Heiligsprechung<br />

niemals stattgefunden hat. Leo XII. erhob ihn 1828<br />

zum Kirchenlehrer.<br />

Schrifttexte: Lesung: 2 Tim 4, 1–5; Evangelium: Joh 15, 1–8<br />

Namenstag: Germanus von Grandval (Einsiedler, Abt, Märtyrer,<br />

† 675) · Leodegar von Eichstätt (Mitgründer der Abtei St. Walburg,<br />

† 1074) · Gunthild von Biblisheim (Äbtissin, † 1131)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Sei hier zugegen, Wort uns gegeben.<br />

Dass ich dich hören mag mit Herz und Sinn.<br />

Weck deine Kraft, komm, uns zu befreien.<br />

Wort uns gegeben, in unserer Mitte,<br />

Zukunft des Friedens, sei hier zugegen.


225<br />

Freitag, 21. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Dein Wille geschehe, dein Königreich komme.<br />

Siehe uns, dulde uns, lass uns nicht fallen.<br />

Dass wir nicht leben, gefangen in Leere.<br />

Dass wir nicht fallen, zurück zu Staub.<br />

Send deinen Geist, dass wir erneuert werden.<br />

Dass wir dich hören, dass wir dich leben,<br />

Menschen für Menschen, alles für alle.<br />

Dass wir vollbringen dein Wort, unsren Frieden.<br />

Weck deine Kraft, komm, uns zu befreien.<br />

Huub Oosterhuis (Übertragung: Cornelis Kok)<br />

Canticum <br />

Hab 3, 2–4.13a.15–19<br />

Antiphon:<br />

Auch wenn du zürnst, Herr, denk an dein Erbarmen.<br />

Herr, ich höre die Kunde, *<br />

ich sehe, Herr, was du früher getan hast.<br />

Lass es in diesen Jahren wieder geschehen, *<br />

offenbare es in diesen Jahren!<br />

Auch wenn du zürnst, *<br />

denk an dein Erbarmen!<br />

Gott kommt von Teman her, *<br />

der Heilige kommt vom Gebirge Paran.<br />

Seine Hoheit überstrahlt den Himmel, *<br />

sein Ruhm erfüllt die Erde.<br />

Er leuchtet wie das Licht der Sonne, /<br />

ein Kranz von Strahlen umgibt ihn, *<br />

in ihnen verbirgt sich seine Macht.<br />

Du ziehst aus, um dein Volk zu retten, *<br />

um deinem Gesalbten zu helfen.<br />

Du bahnst mit deinen Rossen den Weg durch das Meer, *<br />

durch das gewaltig schäumende Wasser.


Morgen · Freitag, 21. <strong>Februar</strong> 226<br />

Ich zitterte am ganzen Leib, als ich es hörte, *<br />

ich vernahm den Lärm, und ich schrie.<br />

Fäulnis befällt meine Glieder, *<br />

und es wanken meine Schritte.<br />

Doch in Ruhe erwarte ich den Tag der Not, *<br />

der dem Volk bevorsteht, das über uns herfällt.<br />

Zwar blüht der Feigenbaum nicht, *<br />

an den Reben ist nichts zu ernten,<br />

der Ölbaum bringt keinen Ertrag, *<br />

die Kornfelder tragen keine Frucht;<br />

im Pferch sind keine Schafe, *<br />

im Stall steht kein Rind mehr.<br />

Dennoch will ich jubeln über den Herrn *<br />

und mich freuen über Gott, meinen Retter.<br />

Gott, der Herr, ist meine Kraft. /<br />

Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche *<br />

und lässt mich schreiten auf den Höhen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Antiphon:<br />

Auch wenn du zürnst, Herr, denk an dein Erbarmen.<br />

Lesung Jer 22, 3<br />

Sorgt für Recht und Gerechtigkeit und rettet den Ausgeplünderten<br />

aus der Hand des Gewalttäters! Fremde, Waisen und<br />

Witwen bedrängt und misshandelt nicht; vergießt kein unschuldiges<br />

Blut an diesem Ort!<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht<br />

das aufstrahlende Licht aus der Höhe.


227<br />

Freitag, 21. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Bitten<br />

Jesus, du nährst uns mit deinem Leib, deinem Blut, deinem Leben.<br />

Wir bitten dich:<br />

V: Lass uns dir ähnlich werden, A: Menschen wie Brot.<br />

– Dass wir sensibel werden für das, was unsere Mitmenschen<br />

hier und jetzt brauchen.<br />

– Dass wir aufrichten und stützen, wer unserer Hilfe bedarf.<br />

– Dass wir Freude und Hoffnung, Trauer und Angst miteinander<br />

teilen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, wir bringen dir unser Morgenlob dar. Gib,<br />

dass unser Lied einst sich vollende im Chor deiner Heiligen.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott, unser Vater. Du gibst dich uns Menschen zu erkennen im<br />

Schicksal Jesu von Nazaret. Als er von allen verlassen war, hast<br />

du ihn durch Leiden und Tod hindurchgeführt zum Leben. Lass<br />

uns glauben und vertrauen, dass auch wir in aller Bedrängnis<br />

und Not unterwegs sind zu dir mit unserem Herrn Jesus Christus,<br />

der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und<br />

herrscht in alle Ewigkeit.


Eucharistie · Freitag, 21. <strong>Februar</strong> 228<br />

Lesung aus dem Jakobusbrief Jak 2, 14–24.26<br />

Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,<br />

aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn<br />

retten?<br />

Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und<br />

ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht<br />

in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht,<br />

was sie zum Leben brauchen – was nützt das? So ist auch der<br />

Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen<br />

hat.<br />

Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben, und ich kann Werke<br />

vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und<br />

ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke. Du glaubst:<br />

Es gibt nur den einen Gott. Damit hast du recht; das glauben<br />

auch die Dämonen, und sie zittern. Willst du also einsehen, du<br />

unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos<br />

ist?<br />

Wurde unser Vater Abraham nicht aufgrund seiner Werke als<br />

gerecht anerkannt? Denn er hat seinen Sohn Isaak als Opfer<br />

auf den Altar gelegt. Du siehst, dass bei ihm der Glaube und die<br />

Werke zusammenwirkten und dass erst durch die Werke der<br />

Glaube vollendet wurde. So hat sich das Wort der Schrift erfüllt:<br />

Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit<br />

angerechnet, und er wurde Freund Gottes genannt.<br />

Ihr seht, dass der Mensch aufgrund seiner Werke gerecht<br />

wird, nicht durch den Glauben allein. Denn wie der Körper<br />

ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Gehet hin in Frieden! Bis heute ein vertrauter liturgischer<br />

Gruß. Schalom! Das hebräische Wort Schalom bedeutet mehr<br />

als das Schweigen der Waffen, viel mehr: umfassendes Heil,<br />

ein Leben ohne Schaden, in Sicherheit, in einer verlässlichen<br />

sozialen Ordnung, in der die Schwachen geschützt werden


229<br />

Freitag, 21. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

und wo auf das Wohlergehen aller Menschen geachtet wird<br />

(Jes 32, 17). Das Gegenteil von Frieden ist nicht einfach Krieg,<br />

sondern jegliche Form von Unheil, Krankheit, Zwist und Not.<br />

Glaube oder Werke? Das ist kein Entweder-oder; eines kann<br />

nicht ohne das andere sein. Der Glaube für sich allein ist tot,<br />

das ist die Botschaft des Jakobus-Briefes. Auch Martin Luther,<br />

der den Brief in einer spezifischen historischen Situation als<br />

„eine recht stroherne Epistel“ abwertete, begreift „gute Werke“<br />

als „Lobpreis, Bewährung, Zeichen, Siegel, Folge, Frucht,<br />

Beweis“ des Glaubens. Das ist die Botschaft der ganzen Bibel:<br />

„Jüdisches und christliches Leben ist ein Weg zu Gott, es<br />

beschränkt sich nicht auf das Hier und Jetzt. Doch hier und<br />

jetzt entscheidet sich im beglaubigten Handeln die Zukunft.“<br />

(Hubert Frankemölle)<br />

Antwortpsalm Ps 112, 1–6<br />

Kehrvers:<br />

Selig der Mensch, der den Herrn fürchtet und ehrt!<br />

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *<br />

und sich herzlich freut an seinen Geboten.<br />

Seine Nachkommen werden mächtig im Land, *<br />

das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. – Kehrvers<br />

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, *<br />

sein Heil hat Bestand für immer.<br />

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: *<br />

der Gnädige, Barmherzige und Gerechte. – Kehrvers<br />

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, *<br />

der das Seine ordnet, wie es recht ist.<br />

Niemals gerät er ins Wanken; *<br />

ewig denkt man an den Gerechten. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 1a, ferner GL 1975 708, 1 · alternativ: GL 31, 1 (IV. Ton)


Abend · Freitag, 21. <strong>Februar</strong> 230<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

Joh 15, 15b<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Ich habe euch Freunde genannt; denn ich<br />

habe euch alles mitgeteilt, was ich gehört habe von meinem<br />

Vater.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 8, 34 – 9, 1<br />

In jener Zeit rief Jesus die Volksmenge und seine Jünger zu<br />

sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich<br />

selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer<br />

sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben<br />

um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird<br />

es retten.<br />

Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt,<br />

dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis könnte<br />

ein Mensch sein Leben zurückkaufen?<br />

Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation<br />

meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der<br />

Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in<br />

der Hoheit seines Vaters kommt.<br />

Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen,<br />

die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie<br />

gesehen haben, dass das Reich Gottes in seiner ganzen Macht<br />

gekommen ist.<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


231<br />

Freitag, 21. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Innehalten am Abend<br />

Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch<br />

mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.<br />

Albert Schweitzer (evangelischer Theologe und Arzt, 1875–1965)<br />

• Was macht mich glücklich?<br />

• Worüber bin ich ganz alltäglich froh?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Christus, du bist der helle Tag,<br />

dein Glanz durchbricht die dunkle Nacht.<br />

Du Gott des Lichtes kündest uns<br />

das Licht, das wahrhaft selig macht.<br />

Gib, dass nichts Arges uns bedrängt,<br />

der böse Feind uns nicht verführt,<br />

und lass nicht zu, dass Geist und Leib<br />

vor deinem Auge schuldig wird.<br />

Sei deiner Diener eingedenk,<br />

die du mit deinem Blut erkauft.<br />

Stärk uns durch deines Leidens Kraft;<br />

wir sind auf deinen Tod getauft.<br />

Aus ganzem Herzen preisen wir<br />

dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,<br />

der mit dem Vater und dem Geist<br />

uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: Christe, qui lux es et dies (Christe, qui splendor et dies);<br />

5.–6. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469


Abend · Freitag, 21. <strong>Februar</strong> 232<br />

Psalm 60 Verse 3–14<br />

Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen. *<br />

Du hast uns gezürnt. Richte uns wieder auf!<br />

Erschüttert hast du das Land und gespalten. *<br />

Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken.<br />

Du hast dein Volk hart geprüft, *<br />

du gabst uns betäubenden Wein zu trinken.<br />

Für alle, die dich fürchten, hast du ein Zeichen aufgestellt, *<br />

zu dem sie fliehen können vor dem Bogen.<br />

Hilf mit deiner Rechten, erhöre uns, *<br />

damit die gerettet werden, die du so sehr liebst.<br />

Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: /<br />

„Ich will triumphieren, will Sichem verteilen *<br />

und das Tal von Sukkot vermessen.<br />

Mein ist Gilead, mein auch Manasse, /<br />

Efraim ist der Helm auf meinem Haupt, *<br />

Juda mein Herrscherstab.<br />

Doch Moab ist mein Waschbecken, /<br />

auf Edom werfe ich meinen Schuh, *<br />

ich triumphiere über das Land der Philister.“<br />

Wer führt mich hin zu der befestigten Stadt, *<br />

wer wird mich nach Edom geleiten?<br />

Gott, hast denn du uns verworfen? *<br />

Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren.<br />

Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! *<br />

Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.<br />

Mit Gott werden wir Großes vollbringen; *<br />

er selbst wird unsere Feinde zertreten.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Wir bitten dich, treuer Gott: Heile die Risse, die uns trennen.<br />

Richte dein Volk wieder auf. Denn du bist unsere Hoffnung.


233<br />

Freitag, 21. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Lesung 1 Kor 2, 7–10a<br />

Wir verkündigen das Geheimnis der verborgenen Weisheit<br />

Gottes, die Gott vor allen Zeiten vorausbestimmt hat zu<br />

unserer Verherrlichung. Keiner der Machthaber dieser Welt<br />

hat sie erkannt; denn hätte einer sie erkannt, so hätten sie den<br />

Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Nein, wir verkündigen,<br />

wie in der Schrift steht, was kein Auge gesehen und kein Ohr<br />

gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist:<br />

das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Denn<br />

uns hat es Gott enthüllt durch den Geist.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Denke, Herr, an dein Erbarmen, das du unseren Vätern verheißen<br />

hast.<br />

Fürbitten<br />

Gott Israels, dein Sohn hat uns gelehrt, dich Vater zu nennen.<br />

Wir rufen zu dir:<br />

V: Du unser Vater, A: wirke dein Heil unter uns Menschen.<br />

Erweise dich als der Heilige;<br />

– bereite uns für deine überraschende, deine unerhörte Gegenwart.<br />

Wenn wir deinen Willen tun, wird uns deine Fülle zuteil;<br />

– lass uns vertrauter mit dir werden.<br />

Jesus hat die Armen seliggepriesen;<br />

– gib ihnen Hoffnung und Selbstbewusstsein, damit Gerechtigkeit<br />

und Erbarmen in unserer Welt wachsen.<br />

Gewähre allen Menschen, was sie zum Leben täglich brauchen;<br />

– hilf uns reichen Völkern, nicht länger auf Kosten der armen<br />

zu leben.<br />

Schaffe Schuld und Sünde aus unserer Welt, dass wir in Eintracht<br />

miteinander leben;


Abend · Freitag, 21. <strong>Februar</strong> 234<br />

– lass uns spüren, dass die Gemeinschaft, die du schenkst, hinausreicht<br />

über den Tod.<br />

V: Du unser Vater, A: wirke dein Heil unter uns Menschen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Herr, unser Gott, im Ärgernis des Kreuzes hast du deine unerforschliche<br />

Weisheit kundgetan. Lass uns die verborgene<br />

Herrlichkeit des Leidens Christi erkennen, damit wir niemals<br />

an seinem Kreuz irrewerden, sondern allezeit uns im Kreuze<br />

rühmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende<br />

gewähre uns der allmächtige Herr.<br />

Salve Regina (Seite 346)


athedra Petri<br />

Samstag<br />

22. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Bereits Mitte des vierten Jahrhunderts wurde das Fest der Kathedra<br />

Petri (Petri Stuhlfeier) begangen, wohl in Ablösung eines<br />

heidnischen Totengedächtnisses. Bei der antiken Totenfeier für verstorbene<br />

Verwandte und Bekannte hielt man für bestimmte Verstorbene<br />

Speisen bereit und einen Stuhl (cathedra) am Tisch frei.<br />

Da der Todestag des Petrus nicht bekannt war, wurde der 22. <strong>Februar</strong><br />

sein Gedenktag. Gefeiert wurde nicht die cathedra, sondern<br />

die Übernahme des Bischofssitzes in Rom durch den Apostel Petrus,<br />

womit er zum Inhaber des kirchlichen Lehramtes wurde. Das<br />

hatte später die Umdeutung der cathedra als Lehrstuhl des Bischofs<br />

von Rom zur Folge. So wurde die cathedra zum Symbol der Amtsvollmacht<br />

des jeweiligen Papstes als Nachfolger des heiligen Petrus.<br />

Seit dem sechsten oder siebten Jahrhundert wurde in Gallien ein<br />

zweites Fest der Kathedra Petri am 18. Januar gefeiert, das die Kirche<br />

in Rom zunächst übernahm. Papst Johannes XXIII. legte aber<br />

beide Feste zusammen zu einem Festtag am 22. <strong>Februar</strong>.<br />

Schrifttexte: Lesung: 1 Petr 5, 1–4; Evangelium: Mt 16, 13–19<br />

Namenstag: sel. Isabella von Frankreich (Elisabeth, Klarissin, Schwester<br />

des hl. Ludwig IX., † 1270) · Margareta von Cortona (Franziskaner-<br />

Terziarin, † 1297) · sel. Johanna Maria Bonomo (Äbtissin, Mystikerin,<br />

† 1670) · Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl (Mitglieder der<br />

„Weißen Rose“, † 1943)


Morgen · Samstag, 22. <strong>Februar</strong> 236<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Den Herrn, den König der Apostel,<br />

kommt, wir beten ihn an!<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Petrus, der Kirche Fundament,<br />

der Herr hat dich zum Fels gemacht,<br />

er selber ist der feste Grund,<br />

der Halt und Stärke dir verleiht.<br />

Du, Petrus, hast den Herrn zuerst<br />

bekannt als wahren Gottessohn.<br />

Dir gab er Auftrag und Gewalt,<br />

sein Volk zu leiten durch die Zeit.<br />

Behüte du als treuer Knecht<br />

die Herde, die dir anvertraut.<br />

Wenn Satan uns wie Weizen siebt,<br />

dann stärke unsres Glaubens Kraft.<br />

Dem Herrn sei Preis und Herrlichkeit,<br />

der seine Kirche lenkt und führt,<br />

dem Vater und dem Geist zugleich<br />

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.<br />

Nach: O Petre, petra ecclesiae; 6.–8. Jahrhundert<br />

Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72<br />

Psalm 61 Verse 2–9<br />

Gott, höre mein Flehen, *<br />

achte auf mein Beten!


237<br />

Samstag, 22. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; /<br />

denn mein Herz ist verzagt. *<br />

Führe mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist!<br />

Du bist meine Zuflucht, *<br />

ein fester Turm gegen die Feinde.<br />

In deinem Zelt möchte ich Gast sein auf ewig, *<br />

mich bergen im Schutz deiner Flügel.<br />

Denn du, o Gott, hast meine Gelübde gehört *<br />

und denen das Erbe gegeben, die deinen Namen fürchten.<br />

Füge den Tagen des Königs noch viele hinzu! *<br />

Seine Jahre mögen dauern von Geschlecht zu Geschlecht.<br />

Er throne ewig vor Gottes Angesicht. *<br />

Huld und Treue mögen ihn behüten.<br />

Dann will ich allzeit deinem Namen singen und spielen *<br />

und Tag für Tag meine Gelübde erfüllen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Guter Vater, aus eigener Kraft sind wir zu schwach, deinen Berg<br />

zu ersteigen. Von den Enden der Erde rufen wir zu dir: Führe<br />

uns in dein Zelt, birg uns im Schutz deiner Flügel.<br />

Lesung Apg 15, 7b–9<br />

Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch<br />

die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen<br />

Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen<br />

sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, bestätigte dies,<br />

indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab. Er<br />

machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen; denn er<br />

hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Simon, ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht wanke.<br />

Du aber stärke deine Brüder.


Eucharistie · Samstag, 22. <strong>Februar</strong> 238<br />

Bitten<br />

Lasst uns beten zu Christus Jesus, der sich jedem Menschen<br />

zugewandt hat:<br />

A: Gib uns ein fühlendes Herz.<br />

– Dass wir spüren, wenn jemand uns braucht.<br />

– Dass wir frei werden und uns denen, die uns begegnen, achtsam<br />

zuwenden können.<br />

– Dass wir nie um ein aufrichtendes Wort oder eine helfende<br />

Geste verlegen sind.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus<br />

ist der Felsen, auf den du deine Kirche gegründet hast. Lass<br />

nicht zu, dass Verwirrung und Stürme unseren Glauben erschüttern.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Geist lehre uns, Gottes Willen zu tun,<br />

und leite uns auf ebenem Pfad.<br />

Vgl. Ps 143, 10<br />

Eucharistiefeier<br />

Der Herr sprach zu Simon Petrus:<br />

Ich habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht erlischt.<br />

Und wenn du wieder zurückgefunden hast,<br />

dann stärke deine Brüder.<br />

Lk 22, 32<br />

Gloria<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


239<br />

Samstag, 22. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Lesung aus dem ersten Petrusbrief 1 Petr 5, 1–4<br />

Schwestern und Brüder! Eure Ältesten ermahne ich, da ich<br />

ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge der Leiden Christi<br />

und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren<br />

wird: Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes,<br />

nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht<br />

aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher<br />

eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!<br />

Wenn dann der oberste Hirt erscheint, werdet ihr den nie<br />

verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Ein Gespräch unter Kollegen. Ein Gespräch unter Glaubenden.<br />

Der Verfasser des 1. Petrusbriefes ist „Mit-Ältester“; wie seine<br />

Adressaten ist er Mitglied eines gemeindlichen Leitungsteams.<br />

Er kennt den Ernst der Lage, er weiß um die bedrängenden<br />

Probleme. Zerreißproben. Er mahnt die Personen mit Leitungsverantwortung,<br />

diese Verantwortung, bei entsprechender Befähigung<br />

von Gott her, in geistlicher Freiheit zu übernehmen.<br />

Nicht das Bedürfnis nach Selbsterhöhung, weder Profit- noch<br />

Machtgier sollen dabei mitwirken, weder im Vordergrund<br />

noch im Hintergrund. Es geht auch nicht um einen endzeitlichen<br />

Sonderlohn für Würdenträger. „Herrlichkeit“ ist allen<br />

Erwählten und Bewährten verheißen, endzeitlich-ewige Seinsweise,<br />

jenseits des Seins.<br />

Antwortpsalm Ps 23<br />

Kehrvers: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.<br />

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. /<br />

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *<br />

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.<br />

Er stillt mein Verlangen; *<br />

er leitet mich auf rechten Pfaden,<br />

treu seinem Namen. – Kehrvers


Eucharistie · Samstag, 22. <strong>Februar</strong> 240<br />

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, *<br />

ich fürchte kein Unheil;<br />

denn du bist bei mir, *<br />

dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.<br />

Kehrvers: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.<br />

Du deckst mir den Tisch *<br />

vor den Augen meiner Feinde.<br />

Du salbst mein Haupt mit Öl, *<br />

du füllst mir reichlich den Becher. – Kehrvers<br />

Lauter Güte und Huld *<br />

werden mir folgen mein Leben lang,<br />

und im Haus des Herrn *<br />

darf ich wohnen für lange Zeit. – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 1, ferner GL 37, 1 · GL 1975 535, 6 · KG 611 (VI. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium Mt 16, 18<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Du bist Petrus – der Fels –, und auf diesen Felsen werde ich<br />

meine Kirche bauen, und die Mächte der Finsternis werden sie<br />

nicht überwältigen.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 16, 13–19<br />

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam,<br />

fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?<br />

Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija,<br />

wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.<br />

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?<br />

Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des<br />

lebendigen Gottes!


241<br />

Samstag, 22. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht<br />

Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater<br />

im Himmel.<br />

Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde<br />

ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden<br />

sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs<br />

geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im<br />

Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das<br />

wird auch im Himmel gelöst sein.<br />

Gabengebet<br />

Herr, unser Gott, nimm die Gebete und Gaben deiner Kirche<br />

an. Hilf uns, unter der Führung des Apostels Petrus am unverfälschten<br />

Glauben festzuhalten, damit wir das ewige Erbe deiner<br />

Kinder erlangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren<br />

Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

du bist der ewige Hirt, der seine Herde nicht verlässt, du hütest<br />

sie allezeit durch deine heiligen Apostel. Du hast sie der<br />

Kirche als Hirten gegeben, damit sie ihr vorstehen als Stellvertreter<br />

deines Sohnes. Darum singen wir mit den Engeln und<br />

Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen<br />

des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen<br />

Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Mt 16, 16.18<br />

Petrus sagte zu Jesus: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen<br />

Gottes. Jesus antwortete ihm: Du bist Petrus, und auf diesen<br />

Felsen werde ich meine Kirche bauen.


Abend · Samstag, 22. <strong>Februar</strong> 242<br />

Schlussgebet<br />

Herr, unser Gott, du hast dem heiligen Petrus aufgetragen, seine<br />

Brüder im Glauben zu stärken. An seinem Fest haben wir<br />

den Leib und das Blut Christi empfangen. Gib uns durch diese<br />

Speise die Kraft, in der Einheit der Kirche zu bleiben und in brüderlicher<br />

Liebe miteinander zu leben. Darum bitten wir durch<br />

Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der allmächtige Gott segne euch durch unseren Herrn Jesus<br />

Christus, der seine Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet<br />

hat.<br />

Der heilige Apostel Petrus hat mit Freimut das Evangelium<br />

Christi verkündet; Gott stärke euch durch seine Botschaft zum<br />

Zeugnis für die Wahrheit.<br />

Das Beispiel der Apostel festige euch im Glauben, ihre Fürsprache<br />

geleite euch zur ewigen Heimat.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Abendgebet am Vorabend<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

O Gott, dein Wille schuf die Welt<br />

und ordnet der Gestirne Bahn,<br />

umgibt den Tag mit hellem Licht,<br />

gewährt zur Ruhe uns die Nacht.


243<br />

Samstag, 22. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Als Dank für den vollbrachten Tag,<br />

den deine Güte uns geschenkt,<br />

nimm an des Wortes heil’gen Dienst,<br />

den Lobgesang zu deinem Ruhm.<br />

Dir schließt sich unsre Seele auf,<br />

voll Freude preist dich unser Mund,<br />

in Ehrfurcht dient dir unser Geist,<br />

in Liebe sucht dich unser Herz.<br />

Wenn uns die Sonne untergeht<br />

und Finsternis den Tag beschließt,<br />

kennt unser Glaube keine Nacht:<br />

Im Dunkel strahlt sein Licht uns auf.<br />

Den Sohn und Vater bitten wir<br />

und auch den Geist, der beide eint:<br />

Du starker Gott, Dreifaltigkeit,<br />

behüte, die auf dich vertraun. Amen.<br />

Nach: Deus creator omnium; Ambrosius, † 397<br />

GL 628 – andere Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469<br />

Psalm 1<br />

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, /<br />

nicht auf dem Weg der Sünder geht, *<br />

nicht im Kreis der Spötter sitzt,<br />

sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, *<br />

über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.<br />

Er ist wie ein Baum, *<br />

der an Wasserbächen gepflanzt ist,<br />

der zur rechten Zeit seine Frucht bringt *<br />

und dessen Blätter nicht welken.<br />

Alles, was er tut, *<br />

wird ihm gut gelingen.


Abend · Samstag, 22. <strong>Februar</strong> 244<br />

Nicht so die Frevler: *<br />

Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.<br />

Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen *<br />

noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.<br />

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, *<br />

der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Auf dich blicken wir, an dir richten wir uns aus, du Mitte unseres<br />

Lebens. Lehre uns sehen, welchen Weg du uns weist, und<br />

richte dein Reich unter uns auf.<br />

Lesung Hebr 13, 20–21<br />

Der Gott des Friedens, der Jesus, unseren Herrn, den erhabenen<br />

Hirten seiner Schafe, von den Toten heraufgeführt<br />

hat durch das Blut eines ewigen Bundes, er mache euch tüchtig<br />

in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut. Er bewirke in uns,<br />

was ihm gefällt, durch Jesus Christus, dem die Ehre sei in alle<br />

Ewigkeit! Amen.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.<br />

Fürbitten<br />

Gott, du bist heilig und heiligst alle, die deinen Willen tun. Wir<br />

bitten dich:<br />

A: Segne deine Diener und Dienerinnen.<br />

Die Heiligen unserer Zeit tragen ihr Tun nicht lautstark zu<br />

Markte;<br />

– lass ihr stilles Beispiel in unserer Welt Frucht bringen.<br />

In unserer Gesellschaft ist es nicht leicht, den Menschen das<br />

Evangelium nahezubringen;


245<br />

Samstag, 22. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

– steh den mit der Verkündigung Betrauten bei und mache sie<br />

zu glaubwürdigen Zeugen.<br />

Wenig zählt heutzutage der Einsatz für die Armen und Schwachen;<br />

– lass allen, die ihren Nächsten dienen, die Freude deiner Gegenwart<br />

zuteilwerden.<br />

Unsere Verstorbenen haben das Ziel ihrer Sehnsucht erreicht;<br />

– lass sie auf immer dein Angesicht schauen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen.<br />

Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit<br />

wir reden und tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Im Namen Jesu, seines Gesalbten,<br />

segne und heilige uns der barmherzige Gott.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Von Woche zu Woche · Samstag, 22. <strong>Februar</strong> 246<br />

Von Woche zu Woche<br />

Überraschend anders<br />

(zu Mt 5, 38–48)<br />

Ein Partisan tötet einen Soldaten.<br />

Wie viele Geiseln müssen sterben,<br />

um seinen Tod zu rächen?<br />

– Grausamer Kriegsalltag aller Zeiten!<br />

Das biblische „ius talionis“:<br />

Auge für Auge, Zahn für Zahn,<br />

suchte Begrenzung<br />

statt Entgrenzung der Gewalt!<br />

Als gewaltbegrenzendes Prinzip<br />

war die „Spiegelstrafe“<br />

ein großer Fortschritt. –<br />

Jesus schreitet weiter fort.<br />

Er ermutigt die Menschen<br />

zu verblüffendem Verhalten,<br />

zu waghalsigen Wenden,<br />

zu unvorhersehbaren Wegen.<br />

Das alles wird möglich<br />

durch die überraschend andere,<br />

unversehens anbrechende<br />

Königsherrschaft Gottes.<br />

Dorothee Sandherr-Klemp


23. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

7. Sonntag im Jahreskreis<br />

Namenstag: Polykarp von Smyrna (Bischof, Märtyrer, † 155) · Romana<br />

von Todi (Einsiedlerin, † um 335) · Willigis (Hofkaplan Kaiser Ottos II.,<br />

Erzbischof von Mainz, Mitgründer des Bistums Bamberg, † 1011) · Otto<br />

(Odo) von Cappenberg (Prämonstratenser, † 1171)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Lobe den Herrn, meine Seele,<br />

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!<br />

Ps 103, 2<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Zu diesem Lied finden Sie eine Auslegung auf den Seiten 329–<br />

331.<br />

Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr,<br />

deiner Engel und himmlischen Heere,<br />

das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott;<br />

großer König, Lob sei dir und Ehre!


Morgen · Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> 248<br />

Herr, du kennst meinen Weg, und du ebnest die Bahn,<br />

und du führst mich den Weg durch die Wüste.<br />

Dass du mich einstimmen lässt ...<br />

Und du reichst mir das Brot, und du reichst mir den Wein,<br />

und du bleibst selbst, Herr, mein Begleiter.<br />

Dass du mich einstimmen lässt ...<br />

Und du sendest den Geist, und du machst mich ganz neu<br />

und erfüllst mich mit deinem Frieden.<br />

Dass du mich einstimmen lässt ...<br />

Gib mir selber das Wort, öffne du mir das Herz,<br />

deine Liebe, Herr, zu schenken!<br />

Dass du mich einstimmen lässt ...<br />

Und ich dank’ dir, mein Gott, und ich preise dich, Herr,<br />

und ich schenke dir mein Leben!<br />

Dass du mich einstimmen lässt ...<br />

Jesus-Bruderschaft Gnadenthal,<br />

© Jesus-Bruderschaft Gnadenthal,<br />

GL 389 · EG 580<br />

Psalm 148<br />

Lobet den Herrn vom Himmel her, *<br />

lobt ihn in den Höhen:<br />

Lobt ihn, all seine Engel, *<br />

lobt ihn, all seine Scharen;<br />

lobt ihn, Sonne und Mond, *<br />

lobt ihn, all ihr leuchtenden Sterne;<br />

lobt ihn, alle Himmel *<br />

und ihr Wasser über dem Himmel!<br />

Loben sollen sie den Namen des Herrn; *<br />

denn er gebot, und sie waren erschaffen.<br />

Er stellte sie hin für immer und ewig, *<br />

er gab ihnen ein Gesetz, das sie nicht übertreten.


249<br />

Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Lobet den Herrn, ihr auf der Erde, *<br />

ihr Seeungeheuer und all ihr Tiefen,<br />

Feuer und Hagel, Schnee und Nebel, *<br />

du Sturmwind, der sein Wort vollzieht,<br />

ihr Berge und all ihr Hügel, *<br />

ihr Fruchtbäume und alle Zedern,<br />

ihr wilden Tiere und alles Vieh, *<br />

Kriechtiere und gefiederte Vögel,<br />

ihr Könige der Erde und alle Völker, *<br />

ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,<br />

ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen, *<br />

ihr Alten mit den Jungen!<br />

Loben sollen sie den Namen des Herrn; /<br />

denn sein Name allein ist erhaben, *<br />

seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel.<br />

Seinem Volk verleiht er Macht, /<br />

das ist ein Ruhm für all seine Frommen, *<br />

für Israels Kinder, das Volk, das ihm nahen darf.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Jung und alt freuen sich an dir, du unser König, die ganze<br />

Schöpfung verkündet dein Lob. Erhalte uns in deiner Gnade,<br />

dass wir deinem Willen entsprechen und aus deiner Kraft tun,<br />

was unserer Welt zu Heil und Frieden dient.<br />

Lesung Ez 37, 12b–14<br />

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole<br />

euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch<br />

zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und<br />

euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet<br />

ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen<br />

Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder


Morgen · Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> 250<br />

in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.<br />

Ich habe gesprochen, und ich führe es aus – Spruch des Herrn.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den<br />

weise nicht ab.<br />

Bitten<br />

Im Geist seines Sohnes hat Gott seinen Segen auf uns gelegt und<br />

wir dürfen ihn weitergeben. Darum lasst uns beten:<br />

A: Mach uns zu Boten deiner Güte.<br />

– Dass wir uns vor niemandem verschließen, der uns braucht.<br />

– Dass wir unseren Blick mehr auf das Verbindende als auf das<br />

Trennende richten.<br />

– Dass wir uns in allem auf deinen Beistand verlassen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen.<br />

Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit<br />

wir reden und tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Der erhabene Gott,<br />

der hinabschaut in die Tiefe<br />

und den Schwachen aus dem Staub emporhebt,<br />

er segne uns und alle, die uns nahe sind.<br />

Er schenke uns Frieden und Freude.<br />

Nach Ps 113, 6 f.


251<br />

Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Eucharistiefeier<br />

Liedvorschläge: GL 427, 436, 440, 483 · KG 67, 148, 571, 594, 596<br />

Gloria<br />

Herr, ich baue auf deine Huld,<br />

mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.<br />

Singen will ich dem Herrn,<br />

weil er mir Gutes getan hat.<br />

Ps 13, 6<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus dem Buch Levitikus Lev 19, 1–2.17–18<br />

Der HERR sprach zu Mose: Rede zur ganzen Gemeinde<br />

der Israeliten und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der<br />

HERR, euer Gott, bin heilig.<br />

Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder<br />

tragen. Weise deinen Mitbürger zurecht, so wirst du seinetwegen<br />

keine Sünde auf dich laden.<br />

An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und<br />

ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie<br />

dich selbst. Ich bin der HERR.<br />

Impuls zur Lesung<br />

Heilig zu sein, weil und wie der Herr heilig ist. Ist das nicht<br />

eine lähmende Überforderung? Oder geht es darum, von sich<br />

selbst nicht zu gering zu denken? Dem allgemeinen Zwang zur<br />

Selbstbanalisierung entgegenzutreten? Ohne in die Narzissmus-<br />

oder Elitefalle zu tappen? Von welcher Seite aus man diesen<br />

enormen Anspruch auch anschaut, er bringt das Leben der<br />

Gläubigen in direkte Verbindung mit Gott. Glaube ist offenbar<br />

nichts, was auf den Sabbat bzw. den Sonntag vertagt werden<br />

kann, sondern der Glaube erhebt den Anspruch, das Leben zu


Eucharistie · Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> 252<br />

prägen. Dabei wird deutlich, dass der Gläubige nicht in einer<br />

einsamen Beziehung zum Herrn steht, sondern zu ihm immer<br />

nur über den Nächsten – den anderen – gelangen kann.<br />

Antwortpsalm Ps 103, 1–4.9–10.12–13<br />

Kehrvers:<br />

Gnädig und barmherzig ist der HERR, voll Langmut und reich<br />

an Huld.<br />

Preise den HERRN, meine Seele, *<br />

und alles in mir seinen heiligen Namen!<br />

Preise den HERRN, meine Seele, *<br />

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! – Kehrvers<br />

Der dir all deine Schuld vergibt *<br />

und all deine Gebrechen heilt,<br />

der dein Leben vor dem Untergang rettet *<br />

und dich mit Huld und Erbarmen krönt. – Kehrvers<br />

Er wird nicht immer rechten *<br />

und nicht ewig trägt er nach.<br />

Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden *<br />

und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. – Kehrvers<br />

So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, *<br />

so weit entfernt er von uns unsere Frevel.<br />

Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, *<br />

so erbarmt sich der HERR über alle, die ihn fürchten. – Kehrvers<br />

Kehrvers vgl. Vers 8, ferner GL 57, 1 · GL 1975 527, 3 · KG 635 (I. Ton) ·<br />

alternativ: GL 657, 3 · GL 1975 527, 2 · KG 612 (II. Ton)<br />

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 3, 16–23<br />

Schwestern und Brüder! Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes<br />

Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wer den<br />

Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören. Denn Gottes<br />

Tempel ist heilig und der seid ihr.


253<br />

Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er<br />

sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu<br />

werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott. In<br />

der Schrift steht nämlich: Er fängt die Weisen in ihrer eigenen<br />

List. Und an einer anderen Stelle: Der Herr kennt die Gedanken<br />

der Weisen; er weiß, sie sind nichtig.<br />

Daher soll sich niemand eines Menschen rühmen. Denn alles<br />

gehört euch; Paulus, Apollos, Kephas, Welt, Leben, Tod, Gegenwart<br />

und Zukunft: Alles gehört euch; ihr aber gehört Christus<br />

und Christus gehört Gott.<br />

Ruf vor dem Evangelium <br />

1 Joh 2, 5a<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

Wer sich an Christi Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft<br />

vollendet.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 38–48<br />

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört,<br />

dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich<br />

aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen<br />

Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange<br />

schlägt, dann halt ihm auch die andere hin!<br />

Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das<br />

Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel!<br />

Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu<br />

gehen, dann geh zwei mit ihm!<br />

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den<br />

weise nicht ab!<br />

Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen<br />

Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch:<br />

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit<br />

ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine


Eucharistie · Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> 254<br />

Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über<br />

Gerechte und Ungerechte.<br />

Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen<br />

Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?<br />

Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes?<br />

Tun das nicht auch die Heiden?<br />

Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen<br />

ist!<br />

Credo<br />

Gabengebet<br />

Allmächtiger Gott, in der Feier der göttlichen Geheimnisse erfüllen<br />

wir den Dienst, der uns aufgetragen ist. Gib, dass wir deine<br />

Größe würdig loben und preisen und aus diesem Opfer Heil<br />

empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu<br />

danken und deine Gnade zu rühmen. So sehr hast du die Welt<br />

geliebt, dass du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast. Er ist uns<br />

Menschen gleichgeworden in allem, außer der Sünde, damit<br />

du in uns lieben kannst, was du in deinem eigenen Sohne geliebt<br />

hast. Durch den Ungehorsam der Sünde haben wir deinen<br />

Bund gebrochen, durch den Gehorsam deines Sohnes hast du<br />

ihn erneuert. Darum preisen wir das Werk deiner Liebe und<br />

vereinen uns mit den Chören der Engel zum Hochgesang von<br />

deiner göttlichen Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Ps 9, 2–3<br />

Herr, verkünden will ich all deine Wunder. Ich will jauchzen<br />

und an dir mich freuen, für dich, du Höchster, will ich singen<br />

und spielen.


255<br />

Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> · Auslegung<br />

Schlussgebet<br />

Getreuer Gott, du hast uns das heilige Sakrament als Unterpfand<br />

der kommenden Herrlichkeit gegeben. Schenke uns einst<br />

das Heil in seiner ganzen Fülle. Darum bitten wir durch Christus,<br />

unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der Herr segne euch und behüte euch; der Herr lasse sein Angesicht<br />

über euch leuchten und sei euch gnädig; er wende euch<br />

sein Antlitz zu und schenke euch seinen Frieden.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.<br />

Auslegung zum Sonntagsevangelium<br />

Von Franz Kamphaus<br />

Jesus sagt nicht: Wenn dich jemand schlägt, dann ertrag’s in<br />

Geduld, opfere es auf. Er plädiert nicht dafür, sich rein passiv<br />

zu verhalten. Er verkündet schon gar nicht eine Moral für Feiglinge.<br />

Er sagt: „Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt,<br />

dann halt ihm auch die andere hin“ (39). Und weiter: Wenn<br />

jemand dir das letzte Hemd pfänden will, „dann lass ihm auch<br />

den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit<br />

ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm“ (40 f.). All diese Fälle<br />

lassen eine neue Initiative erkennen. Dem, der mich schlägt,<br />

sage ich: Auch wenn du noch einmal schlägst, ich schlage nicht<br />

zurück. Ich mache das alte Spiel nicht mit, ich steige aus.<br />

Spüren Sie, da wird ein Keil geschlagen in den Teufelskreis<br />

von Rache und Vergeltung. Es entsteht ein Freiraum, eine ungewöhnliche<br />

Situation. Normalerweise ist es doch so: Der Angreifer<br />

diktiert das Gesetz des Handelns, und der Angegriffene<br />

lässt sich nichts anderes einfallen als zurückzuschlagen. Das ist


Abend · Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> 256<br />

einfallslos. Jesus ermutigt zu einer neuen schöpferischen Initiative.<br />

Der Angegriffene sieht im Gegenüber nicht den Feind, sondern<br />

den Menschen, den Gott geschaffen hat. Wer ihn seinen<br />

Vater nennt, für den ist das Freund-Feind-Schema grundsätzlich<br />

überholt. Er weiß, dass der andere, der sich gegen ihn wendet,<br />

gerade in dieser Situation nicht aus seiner Verantwortung entlassen<br />

ist. Und nun sagt die Liebe, was zu tun ist und was nicht.<br />

Sie kann ihm raten, auf sein gutes Recht zu verzichten und die<br />

andere Backe hinzuhalten.<br />

Franz Kamphaus (Bischof em. von Limburg, * 1932),<br />

aus: ders., Tastender Glaube. Inspirationen zum Matthäus-Jahr,<br />

© Patmos Verlag in der Schwabenverlag AG, Ostfildern,<br />

2. Aufl. 2017, www.verlagsgruppe-patmos.de<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Wir danken, Herr, für deinen Tag,<br />

weil du uns reich begnadet hast.<br />

Wir sinnen nach, das Herz bedenkt,<br />

wie deine Güte uns beschenkt.<br />

In deinem Licht erkennen wir,<br />

wie Liebe uns zum Nächsten führt.<br />

Sie führt zu dir, o Gott, uns hin<br />

und gibt dem Leben Ziel und Sinn.<br />

Nun wird es Abend. Bleib uns nah,<br />

dass wir in dir geborgen sind.<br />

Bewahr uns, Herr, auch diese Nacht<br />

in deiner Treue, deiner Macht.


257<br />

Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Wir loben dich, du großer Gott,<br />

weil deine Liebe uns erhält.<br />

Wir preisen dich, Dreieinigkeit,<br />

schon hier in dieser Pilgerzeit. Amen.<br />

Quelle unbekannt<br />

Melodie: GL 237 · GL 1975 138 · KG 332 · EG 24<br />

Psalm 3 <br />

Verse 2–8a.9<br />

Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; *<br />

so viele stehen gegen mich auf.<br />

Viele gibt es, die von mir sagen: *<br />

„Er findet keine Hilfe bei Gott.“<br />

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, *<br />

du bist meine Ehre und richtest mich auf.<br />

Ich habe laut zum Herrn gerufen; *<br />

da erhörte er mich von seinem heiligen Berg.<br />

Ich lege mich nieder und schlafe ein, *<br />

ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.<br />

Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, *<br />

wenn sie mich ringsum belagern.<br />

Herr, erhebe dich, *<br />

mein Gott, bring mir Hilfe!<br />

Beim Herrn findet man Hilfe. *<br />

Auf dein Volk komme dein Segen!<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du erhörst uns, Gott, unser Helfer, wenn wir zu dir rufen. In<br />

der Bedrängnis beschütze uns und richte uns auf.<br />

Lesung <br />

Röm 12, 17a.19b–21<br />

Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Denn in der Schrift<br />

steht: Mein ist die Rache, spricht der Herr. Vielmehr: Wenn<br />

dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib


Abend · Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> 258<br />

ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen<br />

auf sein Haupt. Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern<br />

besiege das Böse durch das Gute.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Betet für die, die euch verfolgen und verleumden, dann seid ihr<br />

Söhne eures Vaters, der im Himmel ist.<br />

Fürbitten<br />

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der seinen Jüngern geboten<br />

hat, ihre Feinde zu lieben:<br />

A: Kyrie, eleison.<br />

Wohin wir blicken, herrscht Unfriede;<br />

– lass alle Glaubenden dort, wo sie stehen, als Lichter deines<br />

Friedens leuchten.<br />

An vielen Arbeitsstätten herrscht ein Klima von Intrigen und<br />

Feindseligkeit;<br />

– eröffne den Beteiligten, wie ertragreich eine rücksichtsvolle<br />

Zusammenarbeit sein kann.<br />

Auch in unserer Welt gibt es noch Sklaverei;<br />

– hilf, dass alle Menschen ihrer Würde entsprechend leben<br />

können.<br />

Gedenke der Menschen in Syrien, Palästina und der Ukraine;<br />

– hilf die inneren Grenzen überwinden und bring den Friedensprozess<br />

voran.<br />

Halte die Erinnerung an die durch Terror und Kriege getöteten<br />

Menschen lebendig;<br />

– hilf ihren Familien, den Schmerz zu überwinden und ihr Leid<br />

für den Frieden fruchtbar zu machen.<br />

Vaterunser


259<br />

Sonntag, 23. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Oration<br />

Barmherziger Gott, du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen.<br />

Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen, damit<br />

wir reden und tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch<br />

Jesus Christus.<br />

Der gütige Gott,<br />

der Herr über Zeit und Ewigkeit,<br />

unser Gestern und unser Morgen,<br />

er lasse uns sein Licht in dieser Nacht leuchten.<br />

Salve Regina (Seite 346)


atthias<br />

Montag<br />

24. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Die Apostelgeschichte (1, 15–26) berichtet, dass Matthias<br />

(hebr.: „Geschenk Gottes“) durch Los in das Apostelkollegium<br />

berufen wurde, um an die Stelle von Judas Iskariot zu treten. Der<br />

Überlieferung zufolge missionierte Matthias zunächst in Judäa und<br />

später in verschiedenen heidnischen Gebieten bis nach Äthiopien.<br />

Über sein weiteres Leben gibt es keine genaueren Berichte. Er<br />

soll um das Jahr 63 den Tod erlitten haben, wobei es verschiedene<br />

Überlieferungen darüber gibt, wie er zu Tode kam.<br />

Zu Beginn des vierten Jahrhunderts sollen die Gebeine des Apostels<br />

durch den Trierer Bischof Agritius im Auftrag der Kaiserin Helena<br />

als Geschenk nach Trier gebracht worden sein. Seit 1127 werden<br />

sie in der dortigen Basilika der Benediktinerabtei St. Matthias<br />

bis heute verehrt, z. B. auch durch traditionelle Matthias-Wallfahrten,<br />

die von Matthias-Bruderschaften durchgeführt werden. Bei<br />

der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde<br />

der Festtag auf den 14. Mai verlegt, wird aber im deutschen<br />

Sprachraum weiter am 24. <strong>Februar</strong> gefeiert. Das Matthiasgrab ist<br />

das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen.<br />

Namenstag: Eunike (biblische Gestalt) · Ethelbert (Edbert, König von<br />

Kent, Förderer der christlichen Mission in England, † 616) · sel. Ida<br />

von Hohenfels (Gräfin von Sponheim, Benediktinerin, 12. Jh.) · Irmengard<br />

von Lichtenthal (Markgräfin von Baden, Klostergründerin,<br />

† 1260)


261<br />

Montag, 24. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ihr Gerechten, freut euch am Herrn<br />

und lobt seinen heiligen Namen!<br />

Ps 97, 12<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ,<br />

sie, die des großen Gottes erneute Schöpfung ist.<br />

Vom Himmel kam er nieder und wählte sie zur Braut,<br />

hat sich mit seinem Blute ihr ewig angetraut.<br />

Erkorn aus allen Völkern, doch als ein Volk gezählt,<br />

ein Herr ist’s und ein Glaube, ein Geist, der sie beseelt,<br />

und einen heilgen Namen ehrt sie, ein heilges Mahl,<br />

und eine Hoffnung teilt sie kraft seiner Gnadenwahl.<br />

Schon hier ist sie verbunden mit dem, der ist und war,<br />

hat selige Gemeinschaft mit der Erlösten Schar.<br />

Mit denen, die vollendet, zu dir, Herr, rufen wir:<br />

Verleih, dass wir mit ihnen dich preisen für und für.<br />

Anna Thekla von Weling 1898,<br />

nach dem englischen „The Church’s one foundation“ von Samuel John Stone<br />

(1866) – GL 482 · EG 264 · alternative Melodie: GL 1975 640 · KG 508<br />

Psalm 95<br />

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn *<br />

und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!<br />

Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, *<br />

vor ihm jauchzen mit Liedern!<br />

Denn der Herr ist ein großer Gott, *<br />

ein großer König über allen Göttern.


Morgen · Montag, 24. <strong>Februar</strong> 262<br />

In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, *<br />

sein sind die Gipfel der Berge.<br />

Sein ist das Meer, das er gemacht hat, *<br />

das trockene Land, das seine Hände gebildet.<br />

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, *<br />

lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!<br />

Denn er ist unser Gott, /<br />

wir sind das Volk seiner Weide, *<br />

die Herde, von seiner Hand geführt.<br />

Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /<br />

„Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, *<br />

wie in der Wüste am Tag von Massa!<br />

Dort haben eure Väter mich versucht, *<br />

sie haben mich auf die Probe gestellt<br />

und hatten doch mein Tun gesehen.<br />

Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider, /<br />

und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; *<br />

denn meine Wege kennen sie nicht.<br />

Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: *<br />

Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe.“<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Öffne unsere Ohren für dein Wort, schärfe unsere Sinne für<br />

deine Gegenwart. Du unser Gott, lass uns zur Ruhe kommen<br />

bei dir.<br />

Lesung 2 Kor 5, 19b–20<br />

Uns Aposteln hat Gott das Wort von der Versöhnung anvertraut.<br />

Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist<br />

es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch<br />

mit Gott versöhnen!


263<br />

Montag, 24. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Einer von den Männern, die mit uns zusammen waren in der<br />

Zeit, als der Herr Jesus bei uns ein und aus ging – einer von<br />

diesen muss mit uns Zeuge für seine Auferstehung sein.<br />

Bitten<br />

Gott hat uns auserwählt, für die Wahrheit Zeugnis zu geben.<br />

Darum lasst uns ihn bitten:<br />

V: Herrscher über das All, A: hilf uns deine Treue verkünden.<br />

Du wirkst auch heute in deiner Schöpfung;<br />

– lass uns den Suchenden helfen, deine Spuren in ihrem Leben<br />

zu finden.<br />

Du schenkst dein Erbarmen allen, die sich dir zuwenden;<br />

– lass uns den schuldig Gewordenen beistehen, wenn sie mit<br />

dir einen Neuanfang wagen.<br />

Du lässt niemand allein, der auf dich hofft;<br />

– lass uns nicht aufhören, für die Verzweifelten zu beten und<br />

ihnen Mut zu machen.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Gott, du kennst die Herzen aller Menschen; du hast es gefügt,<br />

dass der heilige Matthias zum Kollegium der Apostel hinzugewählt<br />

wurde. Deine Liebe lenke auch unseren Weg und reihe<br />

uns ein in die Schar deiner Auserwählten. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit aller Freude<br />

und mit allem Frieden im Glauben,<br />

damit wir reich werden an Hoffnung<br />

in der Kraft des Heiligen Geistes.<br />

Vgl. Röm 15, 13


Eucharistie · Montag, 24. <strong>Februar</strong> 264<br />

Eucharistiefeier<br />

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt,<br />

und ich habe euch dazu bestimmt,<br />

dass ihr hingeht und Frucht bringt<br />

und dass eure Frucht bleibt – so spricht der Herr.<br />

Joh 15, 16<br />

Gloria<br />

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)<br />

Lesung aus der Apostelgeschichte Apg 1, 15–17.20ac–26<br />

In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder – etwa<br />

hundertzwanzig waren zusammengekommen – und sagte:<br />

Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige<br />

Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen<br />

hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen.<br />

Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen<br />

Dienst. Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Amt soll ein<br />

anderer erhalten! Einer von den Männern, die die ganze Zeit<br />

mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und<br />

aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem<br />

Tag, an dem er von uns ging und in den Himmel aufgenommen<br />

wurde, – einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge<br />

seiner Auferstehung sein.<br />

Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, genannt Barsabbas,<br />

mit dem Beinamen Justus, und Matthias. Dann beteten sie:<br />

Herr, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden<br />

du erwählt hast, diesen Dienst und dieses Apostelamt zu<br />

übernehmen. Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort<br />

gegangen, der ihm bestimmt war.<br />

Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias, und er<br />

wurde den elf Aposteln zugerechnet.


265<br />

Montag, 24. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Antwortpsalm <br />

Ps 113, 1–5a.6–7<br />

Kehrvers: Halleluja – oder:<br />

Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit.<br />

Lobet, ihr Knechte des Herrn, *<br />

lobt den Namen des Herrn!<br />

Der Name des Herrn sei gepriesen *<br />

von nun an bis in Ewigkeit. – Kehrvers<br />

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang *<br />

sei der Name des Herrn gelobt.<br />

Der Herr ist erhaben über alle Völker, *<br />

seine Herrlichkeit überragt die Himmel. – Kehrvers<br />

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, /<br />

ihm, der in der Höhe thront, *<br />

der hinabschaut in die Tiefe,<br />

der den Schwachen aus dem Staub emporhebt *<br />

und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt? – Kehrvers<br />

Kehrvers siehe Vers 2, ferner GL 62, 1 (V. Ton)<br />

oder GL 1975 693, 1 · KG 280 (IV. Ton)<br />

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 15, 16<br />

Halleluja. Halleluja.<br />

So spricht der Herr: Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt,<br />

dass ihr Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.<br />

Halleluja.<br />

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 15, 9–17<br />

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der<br />

Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner<br />

Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner<br />

Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten<br />

habe und in seiner Liebe bleibe.


Eucharistie · Montag, 24. <strong>Februar</strong> 266<br />

Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und<br />

damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt<br />

einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere<br />

Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.<br />

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.<br />

Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß<br />

nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt;<br />

denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem<br />

Vater gehört habe.<br />

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt<br />

und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt<br />

und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles<br />

geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.<br />

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!<br />

Impuls zum Evangelium<br />

„Liebe als Neigung kann nicht geboten werden“ (Immanuel<br />

Kant). Gebot und Liebe – nach unserem Verständnis passt<br />

das einfach nicht zusammen. Ist Liebe nicht reine Herzenssache?<br />

Bedeutet Liebe nicht Gefühl und Neigung? Einem Gebot<br />

zu folgen, gebietet aber nicht das Herz, sondern die Pflicht.<br />

Doch was wir auseinanderdividieren, ist für Jesus eins: „Das<br />

ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“<br />

Das ist die Logik Jesu, die Logik der Bibel, die Logik der Liebe:<br />

Wir haben etwas füreinander übrig, weil Gott einfach alles für<br />

uns übrighat. Gott, der Vater, bietet uns seine Liebe an – lange,<br />

bevor er uns Liebe gebietet.<br />

Gabengebet<br />

Allmächtiger Gott, nimm diese Gaben an, die deine Kirche dir<br />

am Fest des heiligen Matthias darbringt, und stärke uns in dieser<br />

Feier mit deiner Gnade. Darum bitten wir durch Christus,<br />

unseren Herrn.


267<br />

Montag, 24. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Präfation<br />

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,<br />

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn<br />

du bist der ewige Hirt, der seine Herde nicht verlässt, du hütest<br />

sie allezeit durch deine heiligen Apostel. Du hast sie der<br />

Kirche als Hirten gegeben, damit sie ihr vorstehen als Stellvertreter<br />

deines Sohnes. Darum singen wir mit den Engeln und<br />

Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen<br />

des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen<br />

Herrlichkeit.<br />

Kommunionvers Joh 15, 12<br />

Das ist mein Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe<br />

– so spricht der Herr.<br />

Schlussgebet<br />

Barmherziger Gott, schenke deiner Familie immer neu die Fülle<br />

deiner Gaben und lass uns auf die Fürsprache des heiligen Matthias<br />

Anteil erhalten am Los deiner Heiligen im Lichte. Darum<br />

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.<br />

Schlusssegen<br />

Der allmächtige Gott segne euch durch unseren Herrn Jesus<br />

Christus, der seine Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet<br />

hat.<br />

Der heilige Apostel Matthias hat mit Freimut das Evangelium<br />

Christi verkündet; Gott stärke euch durch seine Botschaft zum<br />

Zeugnis für die Wahrheit.<br />

Das Beispiel der Apostel festige euch im Glauben, ihre Fürsprache<br />

geleite euch zur ewigen Heimat.<br />

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der<br />

Sohn † und der Heilige Geist.


Abend · Montag, 24. <strong>Februar</strong> 268<br />

Abendgebet<br />

O Gott, komm mir zu Hilfe.<br />

Herr, eile, mir zu helfen.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Innehalten am Abend<br />

Narren sind alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es<br />

nicht scheinen.<br />

Baltasar Gracián y Morales (spanischer Jesuit, Moralphilosoph<br />

und Schriftsteller, 1601–1658)<br />

• Welcher der genannten Gruppen ordne ich mich zu?<br />

• Wie viel Narretei gestehe ich den anderen zu – und wie viel<br />

mir?<br />

Confiteor (Seite 44) – oder – Erbarme dich (Seite 54)<br />

Hymnus<br />

Gelobt sei Gott im hohen Thron,<br />

gelobt durch die zwölf Boten,<br />

durch die das Wort von seinem Sohn,<br />

der aufstand von den Toten,<br />

gewaltig ward hinausgesandt,<br />

dass jedes Volk und alles Land<br />

sein Heil in Gnaden schaute.<br />

In alle Welt ihr Rufen drang<br />

von Christ, dem Herrn und Gotte.<br />

Kein Marter sie zum Schweigen zwang,<br />

sie trotzten Schmach und Spotte<br />

und tranken aus dem Kelch der Not.<br />

Aus ihrem Blut und ihrem Tod<br />

ist Christi Reich erstanden.


269<br />

Montag, 24. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Sie tragen aller Gnaden Last<br />

in hochgeweihten Händen.<br />

Wonach die Menschheit dürstend fasst,<br />

gab ihnen Gott zu spenden,<br />

zu künden seine Treu und Huld,<br />

zu lösen alle Sündenschuld<br />

und Christi Leib zu reichen.<br />

Ob ihrer Treu und großen Macht<br />

frohlocken wir in Freuden;<br />

durch sie hat Gottes Gnad vollbracht<br />

des Reiches Herrlichkeiten.<br />

Als Fürsten thronen sie im Licht<br />

und schauen Gottes Angesicht,<br />

die seine Freunde heißen.<br />

Neues Stundenbuch<br />

Melodie: GL 256 · KG 333 · EG 37 – andere Melodie: GL 1975 141<br />

Psalm 123<br />

Ich erhebe meine Augen zu dir, *<br />

der du hoch im Himmel thronst.<br />

Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, *<br />

wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin,<br />

so schauen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, *<br />

bis er uns gnädig ist.<br />

Sei uns gnädig, Herr, sei uns gnädig, *<br />

denn übersatt sind wir vom Hohn der Spötter,<br />

übersatt ist unsre Seele von ihrem Spott, *<br />

von der Verachtung der Stolzen.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Du, unser Vater, hast uns deine Gnade in deinem Sohn erwiesen.<br />

Jeden Tag willst du sie uns neu schenken in deinem Geist.<br />

In der Ruhe der Nacht bereite unser Herz, dass wir morgen auf<br />

deine Stimme hören.


Abend · Montag, 24. <strong>Februar</strong> 270<br />

Lesung Eph 2, 19–22<br />

Ihr seid jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern<br />

Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. Ihr seid auf<br />

das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein<br />

ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau<br />

zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im<br />

Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung<br />

Gottes erbaut.<br />

Magnificat – Lobgesang Mariens<br />

Antiphon zum Magnificat:<br />

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt,<br />

damit ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.<br />

Fürbitten<br />

Der Apostel Matthias wurde durch Losentscheid in das Apostelkollegium<br />

aufgenommen. Wir erbitten Gottes guten Geist für<br />

die Kirche in unserer Zeit.<br />

V: Komm, Heiliger Geist, A: und schenke uns göttliches Leben.<br />

– Lass uns glauben, dass du in deiner Kirche wirkst, auch wenn<br />

wir das nicht immer klar erkennen können.<br />

– Segne unseren Papst, alle Bischöfe und Priester in ihren oftmals<br />

schwierigen Entscheidungen und Diensten.<br />

– Hilf deiner Kirche, dass sie sich einsetzt als Anwalt der Schwachen<br />

und Hilfsbedürftigen.<br />

– Berufe junge Menschen, dass sie sich von dir rufen und senden<br />

lassen.<br />

– Komm allen Suchenden und Fragenden entgegen und zeige<br />

ihnen den Weg des Heils.<br />

Vaterunser


271<br />

Montag, 24. <strong>Februar</strong> · Abend<br />

Oration<br />

Gott, du kennst die Herzen aller Menschen; du hast es gefügt,<br />

dass der heilige Matthias zum Kollegium der Apostel hinzugewählt<br />

wurde. Deine Liebe lenke auch unseren Weg und reihe<br />

uns ein in die Schar deiner Auserwählten. Darum bitten wir<br />

durch Jesus Christus.<br />

Der ewige Gott erweise uns seine Gnade,<br />

er lasse uns seine Stimme hören<br />

und schenke uns sein Leben.<br />

Salve Regina (Seite 346)


Dienstag, 25. <strong>Februar</strong> <strong>2020</strong><br />

Heilige Walburga<br />

Walburga (um 710–779) ist eine besonders volkstümliche Heilige.<br />

Ihre Eltern, das angelsächsische Königspaar Richard von<br />

Wessex und Wunna, ihre Brüder Willibald und Wunibald und ihr<br />

Onkel Bonifatius werden ebenfalls als Heilige verehrt. Sie soll im<br />

Kloster Wimborne erzogen worden sein. 750 folgte Walburga dem<br />

Ruf des Bonifatius als Glaubensbotin nach Deutschland. Zunächst<br />

lebte sie als Nonne im Benediktinerkloster Tauberbischofsheim.<br />

761 übernahm sie nach dem Tode ihres Bruders Wunibald die<br />

Leitung des von ihm gegründeten Doppelklosters in Heidenheim.<br />

Ihre Glaubenskraft und mütterliche Ausstrahlung trugen viel zur<br />

Gewinnung der heidnischen Bevölkerung bei. So wurde diese klösterliche<br />

Gemeinschaft bald zu einem Mittelpunkt der christlichen<br />

Mission, einer Stätte der Bildung und der Sorge für die Menschen.<br />

Schrifttexte: Lesung: Offb 19, 1.5–9a; Evangelium: Mt 25, 1–13<br />

Namenstag: Adeltrud von Maubeuge (Äbtissin, † um 696) · Adelhelm<br />

(erster Abt von Engelberg, † 1131) · Adam (erster Abt von Ebrach, † 1161)<br />

Morgengebet<br />

Herr, öffne meine Lippen.<br />

Damit mein Mund dein Lob verkünde.<br />

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.<br />

Hymnus<br />

Sieh nicht, was andre tun,<br />

der andern sind so viel,<br />

du kommst nur in ein Spiel,<br />

das nimmermehr wird ruhn.<br />

Geh einfach Gottes Pfad,<br />

lass nichts sonst Führer sein,<br />

so gehst du recht und grad<br />

und gingst du ganz allein.<br />

Christian Morgenstern (1871–1914)


273<br />

Dienstag, 25. <strong>Februar</strong> · Morgen<br />

Psalm 67 Verse 2–8<br />

Gott sei uns gnädig und segne uns! *<br />

Er lasse über uns sein Angesicht leuchten,<br />

damit auf Erden sein Weg erkannt wird *<br />

und unter allen Völkern sein Heil.<br />

Die Völker sollen dir danken, o Gott, *<br />

danken sollen dir die Völker alle.<br />

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. *<br />

Denn du richtest den Erdkreis gerecht.<br />

Du richtest die Völker nach Recht *<br />

und regierst die Nationen auf Erden.<br />

Die Völker sollen dir danken, o Gott, *<br />

danken sollen dir die Völker alle.<br />

Das Land gab seinen Ertrag. *<br />

Es segne uns Gott, unser Gott.<br />

Es segne uns Gott. *<br />

Alle Welt fürchte und ehre ihn.<br />

Ehre sei dem Vater ...<br />

Ewiger Gott, in Güte lenkst du deine Schöpfung. Erfülle uns mit<br />

deinem Geist, damit wir dein Wort zu den Völkern tragen. Lass<br />

alle Menschen dir für deine Gaben danken.<br />

Lesung Eph 4, 23–24<br />

Erneuert euren Geist und Sinn! Zieht den neuen Menschen<br />

an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit<br />

und Heiligkeit.<br />

Benedictus – Lobgesang des Zacharias<br />

Antiphon zum Benedictus:<br />

Einen starken Retter hat der Herr uns erweckt, wie er verheißen<br />

hat durch den Mund seiner Propheten.


Eucharistie · Dienstag, 25. <strong>Februar</strong> 274<br />

Bitten<br />

Einfach leben: Wie schwer ist das! Sich an Gott ausrichten,<br />

Christus Jesus nachfolgen: darum geht es. Doch was bedeutet<br />

das konkret? Was heißt das für mein Leben? – Den Künstler<br />

Mark Rothko, der heute vor 50 Jahren starb, hat die Frage nach<br />

Einfachheit sein Leben lang umgetrieben. Seine farbig-abstrakten<br />

Bilder sind vielen Menschen Hilfe, zu innerer Stille und<br />

Klarheit zu finden. Bitten wir Gott:<br />

A: Hilf uns, wesentlich zu leben.<br />

– Dass wir uns nicht über andere erheben.<br />

– Dass wir auf deine Stimme hören.<br />

– Dass wir spüren, wie Jesus in unserer Lage handeln würde.<br />

Vaterunser<br />

Oration<br />

Allmächtiger Gott, alles, was du erschaffen hast, ist gut und<br />

schön. Lass uns diesen Tag in deinem Namen freudig beginnen<br />

und in Wort und Tat aus Liebe zu dir und den Menschen vollenden.<br />

Darum bitten wir durch Jesus Christus.<br />

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil<br />

und führe uns zum ewigen Leben.<br />

Texte zur Eucharistiefeier<br />

Tagesgebet<br />

Gott. Dein Sohn ist zu uns gekommen, nicht um sich bedienen<br />

zu lassen, sondern um zu dienen. Gib, dass wir von ihm lernen,<br />

wie wir leben sollen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus<br />

Christus.


275<br />

Dienstag, 25. <strong>Februar</strong> · Eucharistie<br />

Lesung aus dem Jakobusbrief Jak 4, 1–10<br />

Schwestern und Brüder! Woher kommen die Kriege bei euch,<br />

woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften<br />

in eurem Innern. Ihr begehrt und erhaltet doch nichts.<br />

Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen.<br />

Ihr streitet und führt Krieg.<br />

Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt<br />

doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in<br />

eurer Leidenschaft zu verschwenden.<br />