MAGNIFICAT März 2020

butzonbercker

Thema des Monats März: „Mit den Psalmen bitten“

Inhalt (neben Morgen- und Abendgebet sowie Texten der Eucharistiefeier):

• Das Bild im Blick
Saat aus Licht

• Thema des Monats
Behüte mich wie den Augapfel. Die Bitte des 17. Psalms

• Unter die Lupe genommen
„Wie heißt das Zauberwort?“ Vom Bitten und Vertrauen
Das Fürbittgebet

• Singt dem Herrn ein neues Lied
Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen

• Engagiertes Christsein
Die Methodistische Kirche

• Die Mitte erschließen
Wer ist Gott? Liturgisches Sprechen von und zu Gott

• Themen und Termine
Gebetsanliegen des Papstes
Heiliger des Monats: Johannes Sarkander
Weltgebetstag kommt aus Simbabwe
Fastenzeit: Wesentliches in den Blick nehmen
Vatikan öffnet Archive von Pius XII.
Wirtschaftsgipfel in Assisi
250. Geburtstag Friedrich Hölderlins
Gottesdienste im ZDF
DOMRADIO

• Gebete und Gesänge
Confiteor
Erbarme dich, Herr, unser Gott
Marianische Antiphon „Ave Regina caelorum“

• Namenstagskalender

Zum Titelbild

Der Sämann (De zaaier)

Vincent van Gogh (1853–1890), Arles,

ca. zwischen 17.–28. Juni 1888,

Öl auf Leinwand (Oil on Canvas), 64,2 x 80,3 cm

© stichting kröller-müller museum, postbus / p.o.box 1,

6730 AA Otterlo (The Netherlands),

Foto: Kröller-Müller Museum – Rik Klein Gotink

Vincent Willem van Gogh wurde am 30. März 1853 als Sohn eines reformierten

Pastors und seiner Frau in den südlichen Niederlanden geboren. Nach seiner

Schulzeit scheiterten mehrere Versuche der Ausbildung als Kunsthändler,

Lehrer oder Prediger. Schon seit der Schulzeit zeichnete Vincent, ab 1880 aber

entschloss er sich, Maler zu werden. Weitgehend autodidaktisch entwickelte er

seine Kunst und wurde stark von sozialen Missständen angetrieben, die er in

dunklen Farben darstellte, um Solidarität zu erzeugen („Kartoffelesser“, 1885).

Sein Umzug nach Paris im Februar 1886 und seine Bekanntschaft mit modernen

Malern und ihren Werken, aber auch der Einfluss japanischer Farbholzdrucke,

bewirkten eine Aufhellung seiner Farbpalette. Von nun an wurde die Farbe

sein wichtigstes Ausdrucksmittel.

Im Februar 1888 ging er nach Arles. Der Kontakt zur Landschaft außerhalb

der Großstadt und die Sonne Südfrankreichs führten ihn zu seiner eigenen Malweise.

In 15 Monaten entstanden rund 200 Gemälde, viele davon unumstrittene

Meisterwerke der Weltkunst. Unser Titelbild ist in dieser Zeit entstanden.

Van Gogh litt Zeit seines Lebens gesundheitlich und finanziell. Er kaufte lieber

Malmaterial oder Alkohol als Essen oder Medikamente. Sein psychischer

Zustand war labil. 1889 lieferte er sich in die Nervenheilanstalt von Saint-Rémy

ein. Obwohl er dort weiter malte, fühlte er sich gefangen und siedelte nach Auvers

bei Paris um. Am 27. Juli 1890 unternahm er dort einen Selbstmordversuch

und starb zwei Tage später.

Heinz Detlef Stäps


wer Licht

in die Erde

sät

lässt Leben keimen

wo Farbe

sonnenentzündet

explodiert

kauert der Tod

ganz tief unten

im Erdreich

und wartet

bis auch ihn

das Licht

erhellt

Heinz Detlef Stäps

Der Sämann (De zaaier), Vincent van Gogh (1853–1890), Arles,

ca. zwischen 17.–28. Juni 1888, Öl auf Leinwand (Oil on Canvas),

64,2 x 80,3 cm

© stichting kröller-müller museum, postbus / p.o.box 1,

6730 AA Otterlo (The Netherlands),

Foto: Kröller-Müller Museum – Rik Klein Gotink

Karte aus: MAGNIFICAT. Das Stundenbuch, Ausgabe: März 2020

© Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.magnificat.de


Benedictus

epriesen sei der Herr, der Gott Israels! *

Denn er hat sein Volk besucht und ihm

Erlösung geschaffen;

er hat uns einen starken Retter erweckt *

im Hause seines Knechtes David.

So hat er verheißen von alters her *

durch den Mund seiner heiligen Propheten.

Er hat uns errettet vor unsern Feinden *

und aus der Hand aller, die uns hassen;

er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /

und an seinen heiligen Bund gedacht, *

an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /

ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *

vor seinem Angesicht all unsre Tage.

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /

denn du wirst dem Herrn vorangehn *

und ihm den Weg bereiten.

Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *

in der Vergebung der Sünden.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *

wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen

und im Schatten des Todes, *

und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *

und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *

und in Ewigkeit. Amen.

Lk 1, 68–79 – VIII. Ton, vgl. GL 1975 681 · KG 267,

alternative Melodie im V. Ton: vgl. GL 617, 2


Magnificat

eine Seele preist die Größe des Herrn, *

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd

hat er geschaut. *

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *

und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *

über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron *

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *

und lässt die Reichen leer ausgehn.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *

und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, *

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Ehre sei dem Vater ...

Lk 1, 46–55 – IX. Ton, vgl. GL 631, 4 · GL 1975 689 · KG 274

Nunc dimittis

un lässt du, Herr, deinen Knecht, *

wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, *

das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, *

und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Ehre sei dem Vater ...

Lk 2, 29–32 – III. Ton, vgl. GL 665, 3 · GL 1975 700, 3 · KG 290


März 2020

Mit den Psalmen

bitten

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.

Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

Psalm 17, Vers 6

VERLAG BUTZON & BERCKER KEVELAER


Jahresthema 2

Mit den Psalmen ...

Dezember 2019

Januar 2020

Februar 2020

März 2020

Die Heilige Woche 2020

April 2020

Mai 2020

Juni 2020

Juli 2020

August 2020

September 2020

Oktober 2020

November 2020

sehnen

segnen

loben

bitten

klagen

jubeln

verstehen

singen

fluchen

dichten

staunen

danken

leben und sterben


3

Inhalt

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Das Bild im Blick

Saat aus Licht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Morgengebet, Texte zur Eucharistiefeier, Abendgebet 10

Thema des Monats

Behüte mich wie den Augapfel. Die Bitte des 17. Psalms 349

Unter die Lupe genommen

„Wie heißt das Zauberwort?“ Vom Bitten und Vertrauen 352

Das Fürbittgebet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355

Singt dem Herrn ein neues Lied

Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen . . . . . . . . . . 357

Engagiertes Christsein

Die Methodistische Kirche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 360

Die Mitte erschließen

Wer ist Gott? Liturgisches Sprechen von und zu Gott . . . 364

Themen und Termine

Gebetsanliegen des Papstes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Heiliger des Monats: Johannes Sarkander . . . . . . . . . . . 367

Weltgebetstag kommt aus Simbabwe . . . . . . . . . . . . . . . 370

Fastenzeit: Wesentliches in den Blick nehmen . . . . . . . 371

Vatikan öffnet Archive von Pius XII. . . . . . . . . . . . . . . . 373

Wirtschaftsgipfel in Assisi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375

250. Geburtstag Friedrich Hölderlins . . . . . . . . . . . . . . . 376


Inhalt 4

Gottesdienste im ZDF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 377

DOMRADIO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 377

Gebete und Gesänge

Confiteor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Erbarme dich, Herr, unser Gott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Eröffnung von Morgen- und Abendgebet . . . . . . . . . . . 378

Marianische Antiphon Ave Regina caelorum . . . . . . . . . 379

Namenstagskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 380

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 382

Leserservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 383

Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 384

Abkürzungen:

GL: Gotteslob 2013

GL 1975: Gotteslob 1975

KG: Kath. Gebet- und Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz

EG: Evangelisches Gesangbuch

MAGNIFICAT wird aus reinem Dünndruckpapier hergestellt und verbraucht

daher 50 % weniger Nutzholz und Energie als herkömmliches

Papier. Dünndruckpapier ist ein idealer Recycling-Rohstoff und leistet

somit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt.

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5Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Man bittet Gott um vieles. Um Beistand, Gesundheit, in Anliegen

anderer Menschen. So wichtig all dies, besonders

Letzteres. Füreinander zu beten, ja, für Menschen zu beten, die

das selbst nicht können: das geht immer. Und: Es hilft immer

– schon allein dadurch, dass von einer Notlage Betroffene Solidarität

spüren können. Das kommt auch in vielen Einträgen auf

unserer Website zum Ausdruck, wo Sie ganz unten unter „Service

/ Ihr Gebet“ eine Möglichkeit finden, Ihr persönliches Gebetsanliegen

einzustellen. Es wird an die Klarissen in Kevelaer

weitergeleitet, die seit Jahren in den Anliegen unserer Leserinnen

und Leser beten. Ich möchte der Schwesterngemeinschaft

an dieser Stelle herzlich dafür danken.

Für mich kam das Bitten in den Psalmen – früher, als ich begann,

öfter darin zu lesen – fast zu wenig vor. Mit der Zeit aber

trat in meinen Blick, welche Bitten in den Psalmen formuliert

wurden. Große persönliche Bedeutung hat für mich Psalm 27

gewonnen. Schon in jungen Jahren blieb der Anfang hängen:

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich

mich fürchten?“ Mit der Zeit freilich waren es die Bitten in den

Versen 4 und 7–9, die sich mir eingeprägt haben. Jeden Tag

im Haus Gottes, in seiner bergenden Gegenwart zu wohnen,

seine Freundlichkeit zu schauen: Das lässt mich atmen. In lebendige

Kommunikation mit ihm zu finden, das gibt Perspektive:

Da hört mich jemand, antwortet, weist mir den Weg. Vor

allem aber: Ich fühle mich gesehen. „Das Angesicht suchen“,

das meint ursprünglich, um eine Audienz beim Herrscher ersuchen.

Auf menschliches Gottsuchen übertragen, heißt das viel

mehr. Eh ich ihn suche, schaut er mich an. Immer wieder trifft

mich sein Blick. So wächst Vertrauen, dass ich bitten kann.

Ihr Johannes Bernhard Uphus


Das Bild im Blick 6

Saat aus Licht

Im Juni 1888 malte Vincent van Gogh das Ölgemälde „Der

Sämann“, das heute im Kröller-Müller Museum in Otterlo in

den Niederlanden hängt. Ausgangspunkt war für ihn das gleichnamige

Bild von Jean-François Millet aus dem Jahr 1850, das

van Gogh über alle Maßen schätzte. Sein Ziel war es, dieses Bild

mit den Mitteln der Farbe neu umzusetzen. Er war aber mit

dem Ergebnis dieser Umsetzung nicht zufrieden und schuf zwei

weitere Fassungen (ohne die Sonne) und schließlich eine ganz

neue Komposition, die in zwei Fassungen erhalten ist.

Malen wie im Rausch

Trotzdem ist „Der Sämann“ ein Meisterwerk, das uns exemplarisch

die Malweise van Goghs zeigt, wie er sie bis zur Zeit

in Arles entwickelt hatte. Das Sujet des Landlebens hat er hier

aus seiner holländischen Zeit wieder aufgenommen, ebenso die

religiösen Inhalte, auf die wir noch zurückkommen werden. In

Paris hatte er die Pointillisten kennengelernt, die mit kleinen regelmäßigen

Farbtupfern in reinen Farben arbeiteten. Die Farbmischung

entsteht hier erst im Auge des Betrachters und führt

zu einer größeren Leuchtkraft der Farben. Van Gogh hatte in

Paris mit dieser Technik experimentiert, hier in Arles aber seine

eigene Umsetzung gefunden: Er malt keine kleinen Punkte,

sondern grobe, pastöse Farbstriche. In verschiedenen Schichten

setzt er kontrastreiche Farben direkt auf- und nebeneinander.

Das Bild lebt von diesen vibrierenden Farbkontrasten. Dabei

arbeitet van Gogh gerne mit Komplementärkontrasten; der obere

Teil mit Sonne, Himmel und Kornfeld lebt hier von Gelbtönen,

während der untere Teil des umgepflügten Ackers mit

der Komplementärfarbe Violett übersät ist. Er konnte dadurch

spannungsvolle Harmonien erzeugen, mit denen sich „die Zuneigung

zweier Liebender durch die Verbindung zweier Kom-


7

Das Bild im Blick

plementärfarben, ihr Einssein und ihr Gegensatz, die geheimnisvollen

Schwingungen verwandter Farbtöne“ (so van Gogh in

einem Brief) zum Ausdruck bringen ließen. Gewiss sind seine

Bilder sorgsam komponiert und entworfen, aber der Farbauftrag

entstand manchmal wie im Rausch, er trug die Farben oft

unverdünnt direkt aus der Tube auf (am Ende seines Lebens aß

er sie sogar), die kurzen, nervös wirkenden Pinselstriche treten

dreidimensional auf dem Malgrund hervor, und erzeugte dadurch

eine Malweise, die wie fiebrig wirkt.

Die Arbeit des Sämanns

Dargestellt ist die winterliche Arbeit des Sämanns, der aber im

Gegensatz zu Millets Vorbild hier nur klein in der rechten Bildhälfte

in weiter Schrittstellung dargestellt ist. Er trägt einen Hut

und hat den Sack mit dem Saatgut vor den Bauch gebunden, in

den er gerade mit der linken Hand greift. Mit der Rechten aber

holt er weit aus, um den Samen auszustreuen. Der Acker ist

grob umgepflügt und ein kleiner Weg schneidet sich in die unruhige

Fläche. Der Bauer wirft einen dunklen Schatten und auch

sein Gesicht liegt im Dunkel. Schwarze Krähen schweben über

dem Feld und holen sich die Saatkörner. Mehr als zwei Drittel

des Bildes sind mit dieser Ackerfläche ausgefüllt. Der obere Teil

wird von einer großen chromgelben Sonne beherrscht, die ihre

Strahlen über den Himmel aussendet. Es ist ein Sonnenuntergang,

den wir hier sehen, aber die Farbenfülle widerspricht der

Abenddämmerung (das hat dem Maler später nicht gefallen).

Die Horizontlinie wird von der Oberkante eines Kornfeldes gebildet,

wobei seitlich ein kleines Bauernhaus mit Bäumen und

einige Büsche violett-rote Akzente setzen (s. Innenkarte). Der

Sämann bildet eine Brücke zwischen beiden Teilen, seine Augen

liegen auf der Höhe des Horizonts. Der Maler kombinierte

hier das glutvolle Ende des Tages mit dem Anfang eines neuen

Lebenszyklus; eine raffinierte Verbindung voll tiefer Symbolik.


Das Bild im Blick 8

Kreislauf des Ewigen

Für die Interpretation der Bilder von van Gogh sind seine Briefe,

vor allem an seinen Bruder Theo, eine wichtige Quelle. Zum

Sämann hat er geschrieben, dass er sich zur Erntezeit aufs Land

begeben hatte, um seine Eindrücke dort festzuhalten. Dadurch

erklärt sich wahrscheinlich, dass er gleichzeitig das reife Korn

(oben) und den Vorgang des Säens dargestellt hat. Aber darum

geht es ihm auch inhaltlich: Er will den Kreislauf von Tagen,

Monaten und Jahreszeiten als Metapher des ewigen Lebens

zeigen: „dieses Ewige, dessen Symbole der Sämann und die Getreidegarbe

sind“.

Van Gogh, der Pastorensohn, wählte häufiger Themen mit

biblischem Hintergrund; sicherlich auch hier. Man denkt unwillkürlich

an das Gleichnis vom Sämann (vgl. Mt 13, 1–9 par).

Van Gogh wollte aber kein explizit religiöses Werk malen, sondern

einen symbolischen Ausdruck seiner Grundüberzeugung

bieten. Das Gleichnis wird nicht wörtlich umgesetzt (es gibt

zwar einen Weg und Vögel, aber keinen felsigen Boden und

keine Dornen), doch es geht hier um das Leben, das Gott (für

den der Sämann im Gleichnis steht) aussäht. Die vielen vibrierenden

Farbstriche lassen dieses Leben spüren, es strahlt den

Betrachter an durch die Farben des Bildes und deren ungeheure

Leuchtkraft. Besonders die Sonne ist Symbol für dieses Leben,

das sich ausstrahlt.

Aber van Gogh ging es auch um sein eigenes Tun. Er verstand

seine Aufgabe als Maler durchaus so, dass er durch seine Bilder

selbst zum Sämann wird und das Wort Gottes, dessen Verkündigung

in der Predigt ihm verwehrt wurde, durch seine Bilder

die Menschen erreicht und in ihren Herzen Frucht bringt. Der

Erfolg seiner Arbeiten gibt ihm recht. Der zu Lebzeiten zwar

mehr als das legendäre einzige Bild für umgerechnet 150 Euro

verkauft hat, aber niemals auch nur annähernd von seiner Kunst

leben konnte, der gehört heute zu den beliebtesten Malern der


9

Das Bild im Blick

Welt, und seine Werke werden zu Rekordbrechern, wenn sie

auf Auktionen angeboten werden.

Die Menschen trifft es unmittelbar, ohne dass es irgendeiner

Erklärung bedarf, wie aus seinen Bildern das Licht strahlt; es

sind Farbfeuerwerke, die zum Herzen sprechen. Seine Kunst ist

wie eine Saat aus Licht, die er ausstreut, um uns Betrachter für

das Leben zu begeistern, das Gott uns schenkt; auch wenn van

Gogh selbst dieses Leben scheinbar wegwarf, vielleicht aber

wie der Sämann in der Hoffnung auf neues Leben auswarf.

Heinz Detlef Stäps


1. März 2020

1. Fastensonntag

Namenstag: hl. Albin (Bischof von Angers, † um 550) · hl. David

von Menevia (Einsiedler in Wales, † um 601) · hl. Suitbert (Missionsbischof

am Niederrhein, † 713) · sel. Roger von Bourges (Bischof,

† 1368)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Auf die Gebote des Herrn wollen wir achten,

auf seinen Wegen gehen und ihn fürchten.

Vgl. Dtn 8, 6

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.

Amen.

Hymnus

Erhebet er sich, unser Gott,

seht, wie verstummt der Frechen Spott,

wie seine Feinde fliehen!

Sein furchtbar majestät’scher Blick

schreckt, die ihn hassen, weit zurück,

zerstäubt all ihr Bemühen.


11

Sonntag, 1. März · Morgen

Lobsinget Gott, die ihr ihn seht,

lobsinget seiner Majestät,

macht Bahn ihm, der da fähret

mit Hoheit durch die Wüste hin!

Herr ist sein Nam, erhebet ihn,

jauchzt laut, die ihr ihn ehret.

Der Herr, der dort im Himmel wohnt

und hier im Heiligtume thront,

will unser stets gedenken;

will unsrer Waisen Vater sein,

will unsrer Witwen Helfer sein,

und keiner darf sie kränken.

Er ist es, der Verlorne liebt

und ihnen eine Wohnung gibt

nach einer langen Irre.

Er macht sein Volk aus Banden los,

er macht es reich, er macht es groß,

lässt Sünder in der Dürre.

Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm

sei unserm Gott im Heiligtum,

der Tag für Tag uns segnet;

dem Gott, der Lasten auf uns legt,

doch uns mit unsern Lasten trägt

und uns mit Huld begegnet.

Sollt ihm, dem Herrn der Herrlichkeit,

dem Gott vollkommner Seligkeit,

nicht Ruhm und Ehr gebühren?

Er kann, er will, er wird in Not

vom Tode selbst und durch den Tod

uns zu dem Leben führen.

Matthias Jorissen 1798, nach Ps 68

EG 281 – Melodie: O Mensch, bewein dein Sünde groß (GL 267 · KG 380)

Strophen 1–3


Morgen · Sonntag, 1. März 12

Psalm 3

Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; *

so viele stehen gegen mich auf.

Viele gibt es, die von mir sagen: *

„Er findet keine Hilfe bei Gott.“

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, *

du bist meine Ehre und richtest mich auf.

Ich habe laut zum Herrn gerufen; *

da erhörte er mich von seinem heiligen Berg.

Ich lege mich nieder und schlafe ein, *

ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.

Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, *

wenn sie mich ringsum belagern.

Herr, erhebe dich, *

mein Gott, bring mir Hilfe!

Beim Herrn findet man Hilfe. *

Auf dein Volk komme dein Segen!

Ehre sei dem Vater ...

Verse 2–8a.9

Du erhörst uns, Gott, unser Helfer, wenn wir zu dir rufen. In

der Bedrängnis beschütze uns und richte uns auf.

Lesung Jes 10, 20–21

An jenem Tag wird Israels Rest und wer vom Haus Jakob

entkommen ist, sich nicht mehr auf den stützen, der ihn

schlägt, sondern er stützt sich in beständiger Treue auf den

Herrn, auf den Heiligen Israels. Ein Rest kehrt um zum starken

Gott, ein Rest von Jakob.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Benedictus, Magnificat und Nunc dimittis finden Sie auf einem heraustrennbaren

Gebetsblatt am Anfang des Heftes. Die dazugehörigen Antiphonen werden

jeweils vor und nach diesen Gesängen aus dem Evangelium gebetet.


13

Sonntag, 1. März · Morgen

Antiphon zum Benedictus:

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, damit der Teufel

ihn versuche. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet

hatte, hungerte ihn.

Bitten

Gott unserer Väter, du hast dein Volk aus Ägypten herausgeführt

und ihm in der Wüste deine Gegenwart offenbart. Zu dir

rufen wir:

A: Hab Erbarmen mit unserer Engherzigkeit.

Immer wieder erliegen wir der Versuchung, uns in unserem

Wohlstand einzurichten;

– führe uns in deine Weite, dass wir miteinander den Reichtum

des Lebens in Gemeinschaft entdecken.

Auf deinen Armen möchtest du uns tragen, doch wir laufen

anderen Göttern nach;

– zieh uns zu dir hin, bevor wir mit unserer Weisheit am Ende

sind.

Wir sind befreit, um deinen Namen unter den Völkern bekannt

zu machen;

– lass uns allen, die aus der Fremde zu uns kommen, mit offenen

Händen begegnen.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als

eine Zeit der Umkehr und der Buße. Gib uns durch ihre Feier

die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten

und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem

Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in

der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle

Ewigkeit.


Eucharistie · Sonntag, 1. März 14

Der Gott Israels bewahre uns in der Treue zu seinem Bund

und beschütze uns vor allem Unheil.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 272, 275, 277, 423, 439 · KG 379, 380,

383, 384, 504, 679

Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören.

Ich bin bei ihm in der Not,

befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.

Ich sättige ihn mit langem Leben

und lasse ihn mein Heil schauen.

Ps 91, 15–16

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Genesis Gen 2, 7–9; 3, 1–7

Gott, der HERR, formte den Menschen, Staub vom Erdboden,

und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der

Mensch zu einem lebendigen Wesen.

Dann pflanzte Gott, der HERR, in Eden, im Osten, einen Garten

und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.

Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen,

begehrenswert anzusehen und köstlich zu essen, in der

Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum

der Erkenntnis von Gut und Böse.

Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott,

der HERR, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich

gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Die

Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im

Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes,

der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft

ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet

ihr sterben.


15

Sonntag, 1. März · Eucharistie

Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht

sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch

die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu

essen, dass der Baum eine Augenweide war und begehrenswert

war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und

aß sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.

Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie

nackt waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten

sich einen Schurz.

Antwortpsalm

Ps 51, 3–6b.12–14.17

Kehrvers:

Erbarme dich unser, o Herr, denn wir haben gesündigt.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab *

und mach mich rein von meiner Sünde! – Kehrvers

Denn ich erkenne meine bösen Taten, *

meine Sünde steht mir immer vor Augen.

Gegen dich allein habe ich gesündigt, *

ich habe getan, was böse ist in deinen Augen. – Kehrvers

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *

und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!

Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, *

deinen heiligen Geist nimm nicht von mir! – Kehrvers

Gib mir wieder die Freude deines Heiles, *

rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!

Herr, öffne meine Lippen, *

damit mein Mund dein Lob verkünde! – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 3, ferner GL 639, 1 · GL 1975 171, 2 · KG 399

oder GL 1975 172, 3 (I. Ton)


Eucharistie · Sonntag, 1. März 16

Lesung aus dem Römerbrief Röm 5, 12–19

Kurzfassung: Röm 5, 12.17–19

Schwestern und Brüder! Durch einen einzigen Menschen

kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod und

auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle

sündigten.

Sünde war nämlich schon vor dem Gesetz in der Welt, aber

Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; dennoch

herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche

nicht durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten wie

Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.

Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der

Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod

anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe,

die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus

bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden. Und

anders als mit dem, was durch den einen Sünder verursacht

wurde, verhält es sich mit dieser Gabe: Denn das Gericht führt

wegen eines Einzigen zur Verurteilung, die Gnade führt aus vielen

Übertretungen zur Gerechtsprechung.

Denn ist durch die Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft

gekommen, durch diesen einen, so werden erst recht

diejenigen, denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit

reichlich zuteilwurde, im Leben herrschen durch den einen,

Jesus Christus.

Wie es also durch die Übertretung eines Einzigen für alle

Menschen zur Verurteilung kam, so kommt es auch durch die

gerechte Tat eines Einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung,

die Leben schenkt. Denn wie durch den Ungehorsam

des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden

sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen

zu Gerechten gemacht werden.


17

Sonntag, 1. März · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Auch wenn heute häufig die Entsolidarisierung der Gesellschaft

beklagt wird, das Wort Solidarität hat noch immer einen

guten Klang. Solidarisch sein bedeutet, nicht nur das Eigeninteresse

im Blick haben, nicht blind sein für die Hoffnungen und

Nöte der Menschen um mich herum. Solidarität zu üben mit

denen, die einem nahestehen, das gelingt uns ganz gut, bisweilen.

Sich ernsthaft einzusetzen für Leute, deren Probleme

nicht unsere Probleme sind, ist viel schwerer. Von radikaler Solidarität,

vom selbstlosen Eintreten des einen für alle anderen,

spricht der Apostel Paulus. Adam, der alte Mensch, und Christus,

der neue Mensch, sind die Anfänger der Menschheit. An

der Sünde, dem Gott-Misstrauen des einen, krankt die ganze

Menschheitsfamilie, die Gerechtigkeit des anderen bringt allen

neues Leben. Unsere Verstrickung in die schlimme Weltlage,

in die schlimme Weltschieflage, hat nicht das letzte Wort: Die

Solidarität des einen Gerechten wiegt unendlich schwerer als

alle Mittäterschaft. In der Solidarität Jesu mit jedem Menschen

endet unsere Komplizenschaft mit Sünde und Tod.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 4, 4b

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort

aus Gottes Mund.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 4, 1–11

In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort

sollte er vom Teufel versucht werden. Als er vierzig Tage und

vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes

Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.


Eucharistie · Sonntag, 1. März 18

Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt

nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes

Mund kommt.

Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte

ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn

bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln

befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren

Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den

Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen

sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer

Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du

dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.

Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift

steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein

dienen.

Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel

und dienten ihm.

Credo

Gabengebet

Herr, unser Gott, wir bringen Brot und Wein für das heilige

Opfer, das wir zum Beginn dieser Fastenzeit feiern. Nimm mit

diesen Gaben uns selbst an und vereine unsere Hingabe mit

dem Opfer deines Sohnes, der mit dir lebt und herrscht in alle

Ewigkeit.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch

unseren Herrn Jesus Christus. Denn er hat in der Wüste vier-


19

Sonntag, 1. März · Eucharistie

zig Tage gefastet und durch sein Beispiel diese Zeit der Buße

geheiligt. Er macht die teuflische List des Versuchers zunichte

und lässt uns die Bosheit des Feindes durchschauen. Er gibt uns

die Kraft, den alten Sauerteig zu entfernen, damit wir Ostern

halten mit lauterem Herzen und zum ewigen Ostern gelangen.

Darum preisen wir dich mit den Kerubim und Serafim und singen

mit allen Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers Mt 4, 4

Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort,

das aus Gottes Mund kommt.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du hast uns das Brot des Himmels gegeben, damit

Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen. Erhalte in uns das

Verlangen nach diesem wahren Brot, das der Welt das Leben

gibt, und stärke uns mit jedem Wort, das aus deinem Mund

hervorgeht. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.


Auslegung · Sonntag, 1. März 20

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Franz Kamphaus

Wovon leben wir?

W

ovon hat Jesus gelebt? Das zeigt sich in der Wüste: 40

Tage und 40 Nächte nur Sand und Steine, kein Brot – das

geht an die Substanz. Das bringt Jesus in Versuchung zu glauben,

es ginge allein darum, den leiblichen Hunger zu stillen,

letztlich drehe sich das Leben ums Essen (vgl. Ludwig Feuerbach:

Der Mensch ist, was er isst!). Jesus war versucht zu denken,

das Mitleid mit der Not der Menschen zeige sich vor allem

darin, ihnen Brot zu geben.

Der Teufel will Jesus vorgaukeln, man müsse den Menschen

nur satt machen. Als wenn das alles wäre! Nein, es ist nicht

damit getan, den Menschen satt zu machen; es kommt darauf

an, dass er im Leben Erfüllung findet. Gemessen an der menschlichen

Sehnsucht ist das, was die Erde an Lebensmitteln bietet,

wie die Steine in der Wüste. Es wäre teuflisch, sie zu Brot zu

erklären, sich selbst das Brot des Lebens machen zu wollen.

Wenn das, was wir uns selbst verschaffen, unser Ein und Alles

ist, dann haben wir den Götzen leibhaftig vor uns, ein Machwerk

unserer Hände. Jesus lehnt ab. Der Mensch lebt nicht vom

Brot allein, er stirbt am Brot allein. Sehen wir nicht, wie er am

Brot allein zugrunde geht? Er ist zu groß, als dass er an sich

selbst oder an den Dingen der Welt genug fände. Er „lebt nicht

nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund

kommt“ (4). Er lebt davon, dass Gott sich ihm zuwendet und

ihn trägt. Was ihm mangelt, ist Gott. Gott allein genügt.

Franz Kamphaus (Bischof em. von Limburg, * 1932),

aus: ders., Tastender Glaube. Inspirationen zum Matthäus-Jahr,

© Patmos Verlag, Verlagsgruppe Patmos in der Schwabenverlag AG,

Ostfildern, 2. Auflage 2017,

www.verlagsgruppe-patmos.de


21

Sonntag, 1. März · Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Die vollständige Fassung der Eröffnungen von Morgen- und Abendgebet finden

Sie mit Noten auf Seite 378.

Hymnus

Durch deines Gottes Huld allein

kannst du geführt und sicher sein;

mein Volk, sieh seine Werke!

Herr, führ an uns und unserm Haus

dein Heil, dein Werk in Gnaden aus,

nur du bist unsre Stärke.

Dann sehen Herrscher deinen Ruhm

und werden in dein Heiligtum

dir ihre Gaben bringen,

sich dir, dem wahren Gotte, weihn,

in deiner Gnade sich erfreun

und deinen Ruhm besingen.

Gott, machtvoll in dem Heiligtum,

erschütternd strahlet hier dein Ruhm,

wir fallen vor dir nieder.

Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott,

der Herr ist seines Volkes Gott,

er, er erhebt uns wieder.

Wie er sein Volk so zärtlich liebt,

den Schwachen Kraft und Stärke gibt!

Kommt, heiligt seinen Namen!

Sein Auge hat uns stets bewacht,


Abend · Sonntag, 1. März 22

ihm sei Anbetung, Ehr und Macht.

Gelobt sei Gott! Ja, Amen.

Matthias Jorissen 1798, nach Ps 68

EG 281 – Melodie: O Mensch, bewein dein Sünde groß (GL 267 · KG 380)

Strophen 4 und 5

Psalm 125

Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg, *

der niemals wankt, der ewig bleibt.

Wie Berge Jerusalem rings umgeben, *

so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig.

Das Zepter des Frevlers

soll nicht auf dem Erbland der Gerechten lasten, *

damit die Hand der Gerechten nicht nach Unrecht greift.

Herr, tu Gutes den Guten, *

den Menschen mit redlichem Herzen!

Doch wer auf krumme Wege abbiegt, /

den jage, Herr, samt den Frevlern davon! *

Frieden über Israel!

Ehre sei dem Vater ...

Wie Berge deine Stadt, so birgst du uns in deiner Treue. Gott,

lass uns auf festem Grund stehen, auf dir, der uns trägt. Von

deinen Wegen lass uns nicht weichen.

Lesung vgl. Jes 10, 24.27

So spricht Gott, der Herr der Heere: Fürchte dich nicht, mein

Volk, das auf dem Berg Zion wohnt. An jenem Tag fällt die

Last von deiner Schulter, und das Joch wird von deinem Nacken

genommen.


23

Sonntag, 1. März · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wache über uns, Herr und Erlöser, damit wir der List des Versuchers

nicht erliegen; denn du bist unser Helfer auf ewig.

Fürbitten

Erbarmender Gott, in dieser Fastenzeit sind wir zu Klärung und

Erneuerung gerufen. Wir bitten dich:

V: Gott des Lebens, A: wir bitten dich, erhöre uns.

Für deine Kirche;

– um die Offenheit, auf dein Wort zu hören und im Vertrauen

auf deinen Geist neue Wege zu gehen.

Für uns selbst;

– um die Kraft, das Falsche und Fragwürdige in unserem Leben

zu korrigieren und den anderen und uns selbst die Chance

zum Neubeginn zuzugestehen.

Für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft;

– um die Bereitschaft, ideologische Engführungen und Fehler

zu sehen und aus ihnen zu lernen.

Für die Menschen im Wohlstand;

– um wachsende Sensibilität im Umgang mit den Ressourcen

der Erde.

Für die in Armut lebenden Menschen weltweit;

– um solidarische Hilfe, damit prekäre Lebensverhältnisse und

der Mangel an Bildungschancen überwunden werden können.

Vaterunser


Abend · Sonntag, 1. März 24

Oration

Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als

eine Zeit der Umkehr und der Buße. Gib uns durch ihre Feier

die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten

und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem

Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in

der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle

Ewigkeit.

Gott wird uns durch Jesus Christus alles, was wir nötig haben,

aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken.

Unserem Gott und Vater sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.

Vgl. Phil 4, 19–20

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Montag, 2. März 2020

Namenstag: sel. Karl der Gute, Graf von Flandern (Märtyrer, † 1127) ·

sel. Grimo von Ursberg († 1172) · Fulko von Neuilly (Falko, Bußprediger,

† 1201) · hl. Agnes von Böhmen (Äbtissin, † 1282) · sel. Engelmar

(Hubert) Unzeitig (der „Engel von Dachau“, † 1945)

Ökumenischer Gedenktag: John Wesley (engl. Erweckungsprediger,

Mitbegründer der methodistischen Bewegung, 1703–1791)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Nun jauchzt dem Herren, alle Welt.

Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt;

kommt mit Frohlocken, säumet nicht,

kommt vor sein heilig Angesicht.

Wie reich hat uns der Herr bedacht,

der uns zu seinem Volk gemacht.

Als guter Hirt ist er bereit,

zu führen uns auf seine Weid.

Die ihr nun wollet bei ihm sein,

kommt, geht zu seinen Toren ein

mit Loben durch der Psalmen Klang,

zu seinem Hause mit Gesang.

Dankt unserm Gott, lobsinget ihm,

rühmt seinen Namen mit lauter Stimm;


Morgen · Montag, 2. März 26

lobsingt und danket allesamt.

Gott loben, das ist unser Amt.

1.–6. Str. nach David Denicke 1646, nach Cornelius Becker 1602,

nach Ps 100, 7. Str. Lüneburg 1652 – GL 144 · GL 1975 474 · KG 40 · EG 288,

Strophen 1 und 3–5

Psalm 5 Verse 2–10.12–13

Höre meine Worte, Herr, *

achte auf mein Seufzen!

Vernimm mein lautes Schreien,

mein König und mein Gott, *

denn ich flehe zu dir.

Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, /

am Morgen rüst ich das Opfer zu, *

halte Ausschau nach dir.

Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt; *

der Frevler darf nicht bei dir weilen.

Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen; *

denn dein Hass trifft alle, die Böses tun.

Du lässt die Lügner zugrunde gehn, *

Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Gräuel.

Ich aber darf dein Haus betreten *

dank deiner großen Güte,

ich werfe mich nieder in Ehrfurcht *

vor deinem heiligen Tempel.

Leite mich, Herr, in deiner Gerechtigkeit, /

meinen Feinden zum Trotz; *

ebne deinen Weg vor mir!

Aus ihrem Mund kommt kein wahres Wort, *

ihr Inneres ist voll Verderben.

Ihre Kehle ist ein offenes Grab, *

aalglatt ist ihre Zunge.


27

Montag, 2. März · Morgen

Doch alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, *

und sollen immerfort jubeln.

Beschütze alle, die deinen Namen lieben, *

damit sie dich rühmen.

Denn du, Herr, segnest den Gerechten. *

Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade.

Ehre sei dem Vater ...

Gott des Erbarmens, Unrecht und Unterdrückung missfallen

dir. Leite uns auf deinen Wegen und gib, dass deine Gerechtigkeit

sich Bahn bricht in unserer Welt.

Lesung Ex 19, 4ac–6a

Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und

hierher zu mir gebracht habe. Jetzt aber, wenn ihr auf meine

Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen

Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze

Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein

heiliges Volk gehören.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz,

das euch bereitet ist seit Anbeginn der Welt.

Bitten

Guter Vater, in Jesus hast du uns zur Mitarbeit an deinem Heilsplan

erwählt. Wir bitten dich:

A: Reinige unsere Herzen.

– Dass wir offen und hilfsbereit aufeinander zugehen.

– Dass wir unsere Stärken und Schwächen klar erkennen und

sie zum Wohl aller fruchtbar machen.

– Dass wir unsere Mitmenschen, auch die, die es uns schwer

machen, mit deinen Augen sehen lernen.


Eucharistie · Montag, 2. März 28

Vaterunser

Oration

Gott, unser Heil, gib uns die Gnade, umzukehren zu dir. Erleuchte

unseren Verstand und stärke unseren Willen, damit uns

diese Zeit der Buße zum Segen wird. Darum bitten wir durch

Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in

der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle

Ewigkeit.

Bei d e n Orationen, die mit „Darum bitten wir durch Jesus Christus“ enden,

soll die oben angegebene abschließende Formel gebetet werden.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn,

so schauen unsere Augen auf den Herrn, unseren Gott,

bis er uns gnädig ist.

Ps 123, 2–3

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Levitikus Lev 19, 1–2.11–18

Der Herr sprach zu Mose: Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten,

und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der Herr,

euer Gott, bin heilig.

Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen.

Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du

würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der

Herr.


29

Montag, 2. März · Eucharistie

Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um

das Seine bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über

Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben. Du sollst einen Tauben

nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den

Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin

der Herr.

Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst

weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen;

gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten. Du

sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich

nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich

bin der Herr.

Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder

tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen

keine Schuld auf dich laden. An den Kindern deines

Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der

Herr.

Impuls zur Lesung

Heilig zu sein, weil der Herr heilig ist. Ist das nicht lähmende

Überforderung? Oder geht es darum, von sich selbst nicht zu

gering zu denken? Dem allgemeinen Zwang zur Selbstbanalisierung

entgegenzutreten? Ohne darum in die Narzissmus-,

Eitelkeits- und Elitefalle zu tappen? Von welcher Seite aus man

diesen enormen Anspruch auch anschaut, er bringt das Leben

der Gläubigen in direkte Verbindung mit Gott. Israel soll heilig

sein, nicht heilig wie Gott; das wäre scheinheilig. Es soll aber

so leben, wie seine Nähe zum heiligen Gott es verlangt. Glaube

ist offenbar nichts, was auf den Sabbat bzw. den Sonntag vertagt

werden kann. Der Glaube erhebt vielmehr den Anspruch,

das Leben zu prägen. Dabei wird deutlich, dass der Gläubige

nicht in einer einsamen Beziehung zum Herrn steht, sondern

zu ihm immer nur über den Nächsten – den anderen – gelangen

kann.


Eucharistie · Montag, 2. März 30

Antwortpsalm Ps 19, 8–11.15

Kehrvers:

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben.

Die Weisung des Herrn ist vollkommen, *

sie erquickt den Menschen.

Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, *

den Unwissenden macht es weise. – Kehrvers

Die Befehle des Herrn sind richtig, *

sie erfreuen das Herz;

das Gebot des Herrn ist lauter, *

es erleuchtet die Augen. – Kehrvers

Die Furcht des Herrn ist rein, *

sie besteht für immer.

Die Urteile des Herrn sind wahr, *

gerecht sind sie alle. – Kehrvers

Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge. *

Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.

Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen; /

was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen, *

Herr, mein Fels und mein Erlöser. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Joh 6, 63b, ferner GL 584, 4 · GL 1975 465 · KG 629 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

2 Kor 6, 2b

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der

Rettung.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 25, 31–46

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn

in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm,

dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und


31

Montag, 2. März · Eucharistie

alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er

wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den

Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln,

die Böcke aber zur Linken.

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt

her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in

Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war

durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und

obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und

ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich

besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben

wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig

und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd

und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir

Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis

gesehen und sind zu dir gekommen?

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch:

Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt

ihr mir getan.

Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und

zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer,

das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war

hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig,

und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und

obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt,

und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im

Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich

hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder

im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr

für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch

mir nicht getan.


Abend · Montag, 2. März 32

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die

Gerechten aber das ewige Leben.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch

den Stillstand deiner Tätigkeit.

Friedrich von Schiller (deutscher Dichter, 1759–1805)

• Wie kann ich zu mehr innerem Gleichgewicht in meinen

Tätigkeiten finden?

• Welchen Stellenwert hat die Ruhe in meinem Leben?

Confiteor – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und

Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –

ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken – durch

meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen

und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei

Gott, unserem Herrn.

Hymnus

Was ihr dem geringsten Menschen tut,

das habt ihr ihm getan;

denn er nahm als unser Bruder

jedes Menschen Züge an.

Mitten unter uns steht er unerkannt.


33

Montag, 2. März · Abend

Man verhöhnt ihn bei den Leuten,

Böses dichtet man ihm an;

er wird überall verdächtigt,

wo er sich nicht wehren kann.

Mitten unter uns steht er unerkannt.

Immer ist er unter denen,

die gekreuzigt worden sind;

in unmenschlichen Systemen

lebt er wehrlos wie ein Kind.

Mitten unter uns steht er unerkannt.

Text: Herbert Schaal, 1968/72,

GL 1975 619 · KG 601

Psalm 7 Verse 2–10

Herr, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; *

hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich,

damit mir niemand wie ein Löwe das Leben raubt, *

mich zerreißt, und keiner ist da, der mich rettet.

Wenn ich das getan habe, Herr, mein Gott, *

wenn an meinen Händen Unrecht klebt,

wenn ich meinem Freunde Böses tat, *

wenn ich den quälte, der mich grundlos bedrängt hat,

dann soll mich der Feind verfolgen und ergreifen; /

er richte mein Leben zugrunde *

und trete meine Ehre mit Füßen.

Herr, steh auf in deinem Zorn, *

erheb dich gegen meine wütenden Feinde!

Wach auf, du mein Gott! /

Du hast zum Gericht gerufen. *

Der Herr richtet die Völker.

Um dich stehe die Schar der Völker im Kreis; *

über ihnen throne du in der Höhe!


Abend · Montag, 2. März 34

Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht; *

und tu an mir Gutes, weil ich schuldlos bin!

Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, /

doch gib dem Gerechten Bestand, *

gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren prüfst.

Ehre sei dem Vater ...

Du bist unsere Zuflucht, du unser Gott, an dich halten wir uns

in der Not. Richte deine Gerechtigkeit auf!

Lesung Röm 12, 1–2

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine

Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen,

das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene

Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern

wandelt euch durch ein neues Denken, damit ihr prüfen

und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt,

was gut und vollkommen ist.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr

mir getan.

Fürbitten (Gebetsanliegen des Papstes)

– Beten wir, dass die Kirche in China an ihrer Treue zum Evangelium

festhält und immer mehr zusammenwächst.

Näheres zu diesem Gebetsanliegen erfahren Sie auf www.magnificat.de/aktuelles.

Vaterunser


35

Montag, 2. März · Abend

Oration

Gott, unser Heil, gib uns die Gnade, umzukehren zu dir. Erleuchte

unseren Verstand und stärke unseren Willen, damit uns

diese Zeit der Buße zum Segen wird. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Dienstag, 3. März 2020

Namenstag: sel. Friedrich von Mariengaarde (Klostergründer, † 1175) ·

sel. Liberat Weiß (Märtyrer, † 1716) · Tobias Wasnack (Franziskaner,

† 1761)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Seht alle, Christus ist es, den die Sonne

an jedem Morgen uns erneut verkündet,

wenn sie das Dunkel siegreich überwindet

und strahlend aufgeht.

So will auch Christus alle dunklen Mächte

aus unsern Herzen, unsern Sinnen bannen.

Vor seinem Lichte flieht die Macht des Bösen

und weicht der Liebe.

Lasst von der Liebe, Menschen, euch erfassen,

dass sie im Herzen alles Harte sprenge

und euch durchglühe, euch für Gott entzünde

und füreinander.

Dann wird die Liebe unser schönster Hymnus,

den wir begeistert unserm Schöpfer singen,

nicht nur am Morgen, sondern jede Stunde

und ohne Ende.

Lass uns dich preisen, Vater du im Himmel,

der du voll Liebe deinen Sohn gesandt hast.


37

Dienstag, 3. März · Morgen

Von deinem Geiste lass uns ganz erfasst sein

an diesem Tage. Amen.

© Bernardin Schellenberger 2016

Psalm 10 Verse 12–18

Herr, steh auf, Gott, erheb deine Hand, *

vergiss die Gebeugten nicht!

Warum darf der Frevler Gott verachten *

und in seinem Herzen sagen: „Du strafst nicht“?

Du siehst es ja selbst, *

denn du schaust auf Unheil und Kummer.

Der Schwache vertraut sich dir an; *

du bist den Verwaisten ein Helfer.

Zerbrich den Arm des Frevlers und des Bösen,

bestraf seine Frevel, *

sodass man von ihm nichts mehr findet.

Der Herr ist König für immer und ewig, *

in seinem Land gehen die Heiden zugrunde.

Herr, du hast die Sehnsucht der Armen gestillt, *

du stärkst ihr Herz, du hörst auf sie:

Du verschaffst den Verwaisten und Bedrückten ihr Recht. *

Kein Mensch mehr verbreite Schrecken im Land!

Ehre sei dem Vater ...

Du, unser Gott, stillst die Sehnsucht der Armen. Nimm unsere

Hände, dass wir ihnen helfen, und gib uns dein tröstendes

Wort, dass wir ihre Herzen stärken.

Lesung Röm 8, 15–16

Ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven

macht, sodass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern

ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht,

den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist

selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.


Eucharistie · Dienstag, 3. März 38

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten

gelehrt hat.

Bitten

Du unser Vater, Tag für Tag sorgst du liebevoll für uns. Wir bitten

dich:

A: Hilf uns dir danken.

– Im täglichen Gebet.

– Durch unser Bemühen, deinen Willen zu erfüllen.

– In der aufmerksamen Zuwendung zu unseren Mitmenschen.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, sieh gütig auf deine Gemeinde. Da wir durch

Mäßigung den Leib in Zucht halten und Buße tun, schenke unserem

Geist die wahre Sehnsucht nach dir. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, du warst unsere Zuflucht von Geschlecht zu Geschlecht.

Von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, o Gott.

Ps 90,1–2

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


39

Dienstag, 3. März · Eucharistie

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 55, 10–11

So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel

fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde

tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem

Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem

Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück,

sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu

ich es ausgesandt habe.

Antwortpsalm Ps 34, 4–7.16–19

Kehrvers:

Der Herr hört die Gerechten, er entreißt sie all ihren Ängsten.

Verherrlicht mit mir den Herrn, *

lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.

Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, *

er hat mich all meinen Ängsten entrissen. – Kehrvers

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, *

und ihr braucht nicht zu erröten.

Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. *

Er half ihm aus all seinen Nöten. – Kehrvers

Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten, *

seine Ohren hören ihr Schreien.

Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen, *

um ihr Andenken von der Erde zu tilgen. – Kehrvers

Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; *

er entreißt sie all ihren Ängsten.

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, *

er hilft denen auf, die zerknirscht sind. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 18, ferner GL 76, 1 (I. Ton) oder GL 1975 698, 1 (II. Ton)

oder KG 644 (IV. Ton)


Eucharistie · Dienstag, 3. März 40

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

vgl. Mt 4, 4b

Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort

aus Gottes Mund.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 6, 7–15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet,

sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden

nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht

wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr

ihn bittet. So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein

Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der

Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns

unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen

haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns

vor dem Bösen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,

dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn

ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater

eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Impuls zum Evangelium

Von der Philosophin Simone Weil (1909–1943) stammt eine

eindringliche Betrachtung zur Vergebungsbitte im Vaterunser.

Die Schulden, die wir erlassen sollen, das ist die Summe aller

Ansprüche, die unsere Vergangenheit an unsere Zukunft stellt.

Alle Störungen unseres inneren Gleichgewichts, die keinen

Ausgleich fanden, all unsere Ausgaben, hinter denen unsere

Einnahmen zurückblieben, all die Wünsche und Hoffnungen,

die wir hegten, ohne dass sie sich erfüllt hätten, all die Anstrengungen,

die ins Leere liefen, all das Gute, das wir getan

haben und das uns keiner gedankt hat, all unsere Kränkungen,


41

Dienstag, 3. März · Abend

die niemand heilen wollte und für die niemand zur Rechenschaft

gezogen wurde, all die Schädigungen, die wir erleiden

mussten, ohne eine Wiedergutmachung zu erfahren – das sind

die Schulden, die wir zu vergeben haben. Das ganze Universum

ist so unser Schuldner. Seinen Schuldnern die Schulden

zu erlassen, heißt nicht weniger, als auf alle Anrechte aus der

Vergangenheit zu verzichten, die zwar vor allem in unserer Vorstellung

existieren und doch Macht über uns besitzen. Durch

diese Ansprüche nämlich ist unsere Zukunft an unsere Vergangenheit

geschmiedet, heillos, hoffnungslos; Vergangenheit, die

nicht vergeht. Wenn wir von ganzem Herzen Gottes schöpferische

Vergebung erbitten, wenn wir sehnsüchtig eine Zukunft

erhoffen, die n e u ist, dann haben wir unseren Schuldnern

vergeben – und dann ist uns vergeben.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Die Vernunft ist gut, aber besser ist die Liebe, die uns der Vernunft

entreißt. Es kommt nicht darauf an, viel zu denken, sondern

viel zu lieben.

Teresa von Avila (Teresa de Jesús, Karmelitin, geboren als

Teresa de Cepeda y Ahumada, spanische Theologin und Mystikerin,

Ordens- und Kirchenreformerin, 1515–1582)

• Wann bin ich gnadenlos vernünftig?

• Bei wem habe ich als Kind erfahren dürfen, dass die Liebe

immer größer und stärker war – egal, was geschah?


Abend · Dienstag, 3. März 42

Confiteor (Seite 32) – oder:

V: Erbarme dich, Herr, unser Gott, erbarme dich.

A: Denn wir haben vor dir gesündigt.

V: Erweise, Herr, uns deine Huld.

A: Und schenke uns dein Heil.

Hymnus

Der Mond ist aufgegangen,

die goldnen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar.

Der Wald steht schwarz und schweiget

und aus den Wiesen steiget

der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille

und in der Dämmrung Hülle

so traulich und so hold

als eine stille Kammer,

wo ihr des Tages Jammer

verschlafen und vergessen sollt.

Wir stolzen Menschenkinder

sind eitel arme Sünder

und wissen gar nicht viel.

Wir spinnen Luftgespinste

und suchen viele Künste

und kommen weiter von dem Ziel.

Gott, lass dein Heil uns schauen,

auf nichts Vergänglichs trauen,

nicht Eitelkeit uns freun;

lass uns einfältig werden

und vor dir hier auf Erden

wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Matthias Claudius 1779

GL 93 · EG 482, Strophen 1, 2, 4 und 5


43

Dienstag, 3. März · Abend

Psalm 21 Verse 2–8.14

An deiner Macht, Herr, freut sich der König; *

über deine Hilfe, wie jubelt er laut!

Du hast ihm den Wunsch seines Herzens erfüllt, *

ihm nicht versagt, was seine Lippen begehrten.

Du kamst ihm entgegen mit Segen und Glück, *

du kröntest ihn mit einer goldenen Krone.

Leben erbat er von dir, du gabst es ihm, *

viele Tage, für immer und ewig.

Groß ist sein Ruhm durch deine Hilfe, *

du hast ihn bekleidet mit Hoheit und Pracht.

Du machst ihn zum Segen für immer; *

wenn du ihn anblickst, schenkst du ihm große Freude.

Denn der König vertraut auf den Herrn, *

die Huld des Höchsten lässt ihn niemals wanken.

Erhebe dich, Herr, in deiner Macht! *

Deiner siegreichen Kraft wollen wir singen und spielen.

Ehre sei dem Vater ...

Gütiger Vater, durch deinen geliebten Sohn hast du uns als deine

Kinder angenommen. Schenke uns dein göttliches Leben

und gib, dass alle Menschen durch uns Segen erlangen.

Lesung Röm 8, 22–23

Wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen

Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl

wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem

Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres

Leibes als Söhne offenbar werden.


Abend · Dienstag, 3. März 44

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wenn du beten willst, geh in deine Kammer und verschließ die

Tür; dann bete zu deinem Vater.

Fürbitten

Lasst uns Gott bitten für alle, die nicht mehr beten können:

V: Du unser Vater, A: hilf ihnen auf.

– Für alle, die keinen Zugang zur christlichen Frömmigkeit

mehr finden.

– Für alle, die sich nach langer religiöser Gleichgültigkeit schämen,

sich dir wieder zuzuwenden.

– Für alle, denen ihr bisheriger geistlicher Weg fragwürdig geworden

ist.

– Für alle, die durch ein Unglück ihr Vertrauen in dich verloren

haben.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, sieh gütig auf deine Gemeinde. Da wir durch

Mäßigung den Leib in Zucht halten und Buße tun, schenke unserem

Geist die wahre Sehnsucht nach dir. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Mittwoch, 4. März 2020

Heiliger Kasimir

Kasimir (1458–1484) ist der Schutzpatron Polens und Litauens.

Er war ein Sohn des polnischen Königs Kasimir IV. Dreizehnjährig

wurde er von den ungarischen Adeligen zum König gewählt,

konnte sich aber nicht gegen seinen Gegenkandidaten Matthias

Corvinus durchsetzen. Von 1479–1483 führte er in Vertretung

seines in Litauen weilenden Vaters in Polen dessen Regierungsgeschäfte.

Schon bald achtete das Volk ihn wegen seiner Sittenstrenge

und Gerechtigkeit. Kasimir war ein großer Marienverehrer. Da

er Keuschheit gelobt hatte, lehnte er eine Heirat mit der Tochter

Kaiser Friedrichs III. ab. Er starb auf einer Reise nach Litauen an

der Schwindsucht.

Namenstag: sel. Rupert von Deutz (Abt, † 1129) · sel. Humbert (Graf

von Savoyen, † 1189)

Ökumenischer Gedenktag: Elsa Brändström (schwedische Philanthropin,

1888–1948)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Nun ruft ein heil’ges Fasten aus,

wie es die Väter uns gelehrt.

Gekommen ist im Jahreslauf

der vierzig Tage heil’ge Zeit.

So hat es das Gesetz verlangt,

so der Propheten ernster Ruf.


Morgen · Mittwoch, 4. März 46

Und Christus selbst hat diese Zeit

geheiligt durch sein eignes Tun.

Nach seinem Beispiel lasst auch uns

das Fasten üben in Geduld,

uns Abbruch tun in Speis und Trank,

nachsinnen über Gottes Wort.

Das Böse schwinde kraftlos hin,

das Gute blühe machtvoll auf,

Versöhnung finde jedes Herz,

das sich dem Werk der Buße weiht.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Ex more docti mystico; Gregor der Große (?), † 604

Melodie: GL 297 · GL 1975 178 · KG 395 · EG 79

Canticum

Jdt 16, 1–2a.13–15

Antiphon:

Die Antiphon wird zu Beginn und am Ende eines Canticums gebetet.

Herr, du bist groß und wunderbar in deiner Macht.

Stimmt ein Lied an für meinen Gott unter Paukenschall, *

singt für den Herrn unter Zimbelklang!

Preist ihn und singt sein Lob, /

rühmt seinen Namen und ruft ihn an! *

Denn der Herr ist ein Gott, der den Kriegen ein Ende setzt.

Ich singe meinem Gott ein neues Lied; *

Herr, du bist groß und voll Herrlichkeit.

Wunderbar bist du in deiner Stärke, *

keiner kann dich übertreffen.

Dienen muss dir deine ganze Schöpfung. *

Denn du hast gesprochen, und alles entstand.


47

Mittwoch, 4. März · Morgen

Du sandtest deinen Geist, um den Bau zu vollenden. *

Kein Mensch kann deinem Wort widerstehen.

Meere und Berge erbeben in ihrem Grund, /

vor dir zerschmelzen die Felsen wie Wachs. *

Doch wer dich fürchtet, der erfährt deine Gnade.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Ez 18, 30b–32

Kehrt um, wendet euch ab von all euren Vergehen! Sie sollen

für euch nicht länger der Anlass sein, in Sünde zu fallen.

Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch

ein neues Herz und einen neuen Geist! Warum wollt ihr sterben,

ihr vom Haus Israel? Ich habe doch kein Gefallen am Tod

dessen, der sterben muss – Spruch Gottes, des Herrn. Kehrt

um, damit ihr am Leben bleibt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Dieses Volk ist ein böses Volk. Es fordert ein Zeichen. Aber es

wird ihm kein anderes Zeichen gegeben als das Zeichen des

Jona.

Bitten

Wenn wir deinen Geboten folgen, Gott, sind wir zu Gast in

deinem Reich. Wir bekennen unser Versagen und bitten:

A: Herr, erbarme dich unser.

Rette uns aus der Falle der Selbstsucht

– und lass uns in deiner Gemeinschaft leben.

Mach uns bereit zur Umkehr

– und lass uns im Herzen spüren, was du von uns willst.

Gib uns Vertrauen in deine Güte

– und schenke uns stets einen neuen Anfang.


Eucharistie · Mittwoch, 4. März 48

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, sieh gnädig auf die Hingabe deines Volkes.

Gib, dass wir unseren Leib in Zucht nehmen und durch gute

Werke im Geist neu werden. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld,

denn sie bestehen von Ewigkeit.

Lass unsere Feinde nicht triumphieren!

Befreie uns, Gott Israels, aus all unseren Nöten.

Ps 25, 6.2.22

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jona Jona 3, 1–10

Das Wort des Herrn erging an Jona: Mach dich auf den Weg

und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all

das an, was ich dir sagen werde.

Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie

der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt

vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona

begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und

rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört!

Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten

aus, und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Als die


49

Mittwoch, 4. März · Eucharistie

Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von

seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in

ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.

Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen:

Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen

nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie

sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie

sollen laut zu Gott rufen, und jeder soll umkehren und sich von

seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an

seinen Händen klebt. Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder,

und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, sodass wir nicht

zugrunde gehen.

Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und

sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil,

das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung

nicht aus.

Antwortpsalm Ps 51, 3–4.12–13.18–19

Kehrvers:

Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht

verschmähen.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab, *

und mach mich rein von meiner Sünde! – Kehrvers

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, *

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, *

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! – Kehrvers

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.


Eucharistie · Mittwoch, 4. März 50

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

wirst du, Gott, nicht verschmähen.

Kehrvers:

Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht

verschmähen.

Kehrvers siehe Vers 19b, ferner GL 639, 1 · GL 1975 171, 2 · KG 399 (IV. Ton)

oder GL 1975 172, 3 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joël 2, 12–13

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen; denn er ist gnädig

und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 11, 29–32

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte

er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es

wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.

Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen

war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation

sein.

Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer

dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam

vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier

aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese

Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich

nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr

ist als Jona.

Impuls zum Evangelium

Eine Freundschaft, eine Ehe, die Beziehung zwischen Kindern

und Eltern braucht beides: Brot und Rosen. Stoßen wir, uner-


51

Mittwoch, 4. März · Abend

wartet, unverhofft, mitten am Tag auf Rosen, dann spüren wir

wieder, warum wir den Alltag und sein manchmal hartes Brot

miteinander teilen. Nicht anders ist es in der ganz anderen

Beziehung zwischen Gott und Mensch. Auch hier sind wir auf

Zeichen der Nähe angewiesen. Gott schickt solche Zeichen.

Doch kein Zeichen ohne Deutung, ohne Deuter: Obwohl die

große Königin des Südens und die Einwohner der assyrischen

Hauptstadt Ninive, das ist das heutige Mossul im Irak, den

Gott Israels gar nicht verehren, lesen sie seine Zeichen. Sie

versuchen es, sie vermögen es. Sie erkennen, dass in Jona und

Salomo Gott selbst zu ihnen spricht! Wer sich aber in die Forderung

nach einem Zeichen einmauert, kann nicht erkennen,

dass Gott dieses Zeichen längst gegeben hat: Jesus ist das lebendige

Zeichen der Nähe Gottes. An uns ist es, das Brot miteinander

treu zu teilen – und so Gottes Rosen zu entdecken.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Die Gebote sind nicht die Begrenzung der menschlichen Lebensmöglichkeiten.

Sie sind die Verlockung zu größerem Reichtum

für alle.

Fulbert Steffensky (Theologe und Autor, * 1933)

• Wie werden Gottes Gebote in meinem Leben wirksam?

• Auf welche Weise kann ich ihre Fruchtbarkeit und Fülle erfahren?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)


Abend · Mittwoch, 4. März 52

Hymnus

Zum Himmel heb ich meine Hände

und suche, Gott, dein Angesicht.

Ich danke dir, du warst auch heute

mein Fels und meine Zuversicht.

Ich will dir frohe Lieder singen

mit Herz und Zunge lob ich dich:

Ich weiß mich bei dir aufgehoben,

in deinen Armen birgst du mich.

Leg deine Hand auf meine Lippen,

stell eine Wache an mein Ohr.

Entmachte alle dunklen Kräfte,

verschließ dem Bösen Tür und Tor.

Dein Engel steh an meinem Lager,

er nehme weg, was mich bedrückt,

freu sich mit mir an all dem Guten

und bring vor dich, was mir geglückt.

Gott, sei mir in der Nacht zugegen,

gib meinem Körper stille Ruh,

schenk meiner Seele bunte Träume,

deck mich mit deinem Frieden zu.

Helmut Schlegel, nach Psalm 141, aus: Eine Handbreit bei dir. Neue Texte

und Melodien zu allen 150 Psalmen der Bibel, © Dehm-Verlag, Limburg,

singbar auch nach GL 96 (Du lässt den Tag)

o. GL 425 (Solang es Menschen gibt)

Psalm 17 Verse 8–15

Zu diesem Psalm finden Sie eine Auslegung auf den Seiten

349–352.

Herr, behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges, *

birg mich im Schatten deiner Flügel

vor den Frevlern, die mich hart bedrängen, *

vor den Feinden, die mich wütend umringen.


53

Mittwoch, 4. März · Abend

Sie haben ihr hartes Herz verschlossen, *

sie führen stolze Worte im Mund,

sie lauern mir auf, jetzt kreisen sie mich ein; *

sie trachten danach, mich zu Boden zu strecken,

so wie der Löwe voll Gier ist zu zerreißen, *

wie der junge Löwe, der im Hinterhalt lauert.

Erheb dich, Herr, tritt dem Frevler entgegen! *

Wirf ihn zu Boden, mit deinem Schwert entreiß mich ihm!

Rette mich, Herr, mit deiner Hand vor diesen Leuten, *

vor denen, die im Leben schon alles haben.

Du füllst ihren Leib mit Gütern, /

auch ihre Söhne werden noch satt *

und hinterlassen den Enkeln, was übrig bleibt.

Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, *

mich sattsehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.

Ehre sei dem Vater ...

Allgegenwärtiger Gott, du birgst uns im Schutz deiner Flügel.

Gib uns eine ruhige Nacht und lass uns am Morgen dein Angesicht

schauen.

Lesung

Dan 6, 27b–28a

Der Gott Israels ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit.

Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein

Ende. Er rettet und befreit; er wirkt Zeichen und Wunder am

Himmel und auf der Erde.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war,

so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im

Schoß der Erde sein.


Abend · Mittwoch, 4. März 54

Fürbitten

Lasst uns beten für alle, denen es schwerfällt zu glauben:

V: Herr, erbarme dich. A: Christus, erbarme dich.

– Für alle, die von Christinnen und Christen enttäuscht worden

sind.

– Für alle, die von einem bedrohlichen Gottesbild verängstigt

sind.

– Für alle, deren Lebenspläne durchkreuzt werden.

– Für alle, die heute unversöhnt gestorben sind.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, sieh gnädig auf die Hingabe deines Volkes.

Gib, dass wir unseren Leib in Zucht nehmen und durch gute

Werke im Geist neu werden. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Donnerstag, 5. März 2020

Namenstag: hl. Oliva (Märtyrerin, 2. Jh.) · hl. Dietmar von Minden

(Bischof, † 1206)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Das erfragte ich unter den Menschen

als gewaltigstes Wunder:

Als Erde nicht war noch hoher Himmel,

noch Baum noch Berg nicht war,

noch Sonne nicht schien noch Stern,

noch Mond nicht leuchtete,

noch das mächtige Meer,

als nirgends nichts war aller Enden und Wenden:

da war der eine allmächtige Gott,

der Herren mildester;

bei ihm viele Geister voll Herrlichkeit.

Doch eher als sie war der heilige Gott.

Allmächtiger Gott, der du Himmel und Erde geschaffen

und den Menschen viel Gutes gegeben hast,

verleihe mir in deiner Huld den rechten Glauben,

gewähre mir Weisheit und Klugheit und Kraft,

dem Verderber zu widerstehen,

das Böse zu meiden

und deinen Willen zu vollbringen. Amen.

Wessobrunner Gebet; 8. Jahrhundert


Morgen · Donnerstag, 5. März 56

Psalm 57 Verse 2–12

Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig; *

denn ich flüchte mich zu dir.

Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht, *

bis das Unheil vorübergeht.

Ich rufe zu Gott, dem Höchsten, *

zu Gott, der mir beisteht.

Er sende mir Hilfe vom Himmel; /

meine Feinde schmähen mich. *

Gott sende seine Huld und Treue.

Ich muss mich mitten unter Löwen lagern, *

die gierig auf Menschen sind.

Ihre Zähne sind Spieße und Pfeile, *

ein scharfes Schwert ihre Zunge.

Sie haben meinen Schritten ein Netz gelegt *

und meine Seele gebeugt.

Sie haben mir eine Grube gegraben; *

doch fielen sie selbst hinein.

Erheb dich über die Himmel, o Gott! *

Deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde.

Mein Herz ist bereit, o Gott, /

mein Herz ist bereit, *

ich will dir singen und spielen.

Wach auf, meine Seele! /

Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! *

Ich will das Morgenrot wecken.

Ich will dich vor den Völkern preisen, Herr, *

dir vor den Nationen lobsingen.

Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *

deine Treue, so weit die Wolken ziehn.


57

Donnerstag, 5. März · Morgen

Erheb dich über die Himmel, o Gott; *

deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, sende uns deine Huld und Treue. Lass uns aus deinem

Geist leben, damit wir das Böse überwinden.

Lesung

vgl. 1 Kön 8, 51a.52–53a

Wir sind ja dein Volk, Herr, und dein Eigentum. Halte deine

Augen offen für das Flehen deines Knechtes und für das

Flehen deines Volkes Israel! Erhöre uns, sooft wir zu dir rufen!

Du hast uns unter allen Völkern der Erde als dein Eigentum

ausgewählt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wenn schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern Gutes gebt,

um wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes

geben, die ihn darum bitten?

Bitten

Jesus hat uns ermutigt zu bitten, zu suchen und anzuklopfen.

Darum lasst uns zu ihm rufen:

A: Öffne uns die Augen, Herr.

Lass uns bittend erkennen, wie bedürftig wir sind,

– damit wir um das bitten, dessen wir wirklich bedürfen.

Lass uns suchend erkennen, was uns schon gegeben ist,

– damit wir finden, was der Vater in und durch uns zur Entfaltung

bringen will.

Lass uns anklopfend erkennen, wie verschlossen wir sind,

– damit wir uns für die anderen öffnen, die sich an uns wenden.


Eucharistie · Donnerstag, 5. März 58

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, gib uns die Gnade, dass wir stets auf das

Rechte bedacht sind und es auch entschlossen tun. Da wir ohne

dich nicht bestehen können, hilf uns, nach deinem Willen zu

leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott,

denn ich flehe zu dir.

Ps 5, 2–3

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ester Est 4, 17k.17l–m.17r–t

In jenen Tagen wurde die Königin Ester von Todesangst ergriffen

und suchte Zuflucht beim Herrn, und sie betete zum

Herrn, dem Gott Israels:

Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin

allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar

vor mir. Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und

meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern

erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren

als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt,

wie du es versprochen hattest.

Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not,

und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle


59

Donnerstag, 5. März · Eucharistie

Mächte! Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte

in den Mund, und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind

hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet. Uns

aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und

habe niemand außer dir, o Herr!

Antwortpsalm

Kehrvers:

Herr, du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief.

Ich will dir danken aus ganzem Herzen, *

dir vor den Engeln singen und spielen;

Ps 138, 1–3.7c–8

ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin *

und deinem Namen danken

für deine Huld und Treue. – Kehrvers

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, *

deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.

Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief; *

du gabst meiner Seele große Kraft. – Kehrvers

Du streckst die Hand aus gegen meine wütenden Feinde, *

und deine Rechte hilft mir.

Der Herr nimmt sich meiner an. /

Herr, deine Huld währt ewig. *

Lass nicht ab vom Werk deiner Hände! – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 3a, ferner GL 76, 1 (I. Ton) oder GL 1975 698, 1 (II. Ton)

oder KG 644 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Ps 51, 12a.14a

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, mach mich wieder froh

mit deinem Heil!

Lob dir, Christus, König und Erlöser!


Eucharistie · Donnerstag, 5. März 60

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 7, 7–12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet, dann wird

euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann

wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht,

der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.

Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt,

wenn er um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn er um einen

Fisch bittet?

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt,

was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen

Gutes geben, die ihn bitten.

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!

Darin besteht das Gesetz und die Propheten.

Impuls zum Evangelium

Denn jeder, der bittet, empfängt – ein ganz großes Wort. Doch

wessen Erfahrung kommt hier zu Wort? Arme und Bedürftige,

Benachteiligte und Betrogene aller Zeiten haben auch ganz andere

Erfahrungen gemacht. Geht es vielleicht um besondere

Ausdauer im Gebet? Davon ist hier allerdings nicht die Rede.

Und die Eltern-Kind-Beziehung, ist sie etwa vor Enttäuschungen

gefeit? Gewiss nicht, doch die Frage-Spur ist ganz richtig:

Wenn schon bei uns beschädigten und fehlbaren Menschen

mit der Offenheit der Eltern für die Bitten ihrer Kinder um

das Lebensnotwendige gerechnet werden darf, wie zuverlässig

und gut werden dann erst die Gaben des himmlischen Vaters

sein? Denn jeder, der bittet, empfängt. In diesem einfachen

Satz ohne schlaue Ausnahmeklausel kommt die Gotteserfahrung

Jesu zur Sprache. Vielleicht ist solche Erhörungsgewissheit

doch nicht naiv, doch nicht realitätsblind? Vielleicht öffnet

sie uns aber die blinden Augen für Gottes ganz andere Wirklichkeit.


61

Donnerstag, 5. März · Abend

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Gebet, Barmherzigkeit und Fasten, diese drei bilden nur eines.

Sie geben einander das Leben.

Petrus Chrysologus (Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer, um 380–450)

• Was ist mein Anliegen in dieser Fastenzeit?

• Wer könnte meine Zuwendung und Freundlichkeit besonders

gut gebrauchen?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ,

ich bitt, erhör mein Klagen;

verleih mir Gnad zu dieser Frist,

lass mich doch nicht verzagen.

Den rechten Glauben, Herr, ich mein,

den wollest du mir geben,

dir zu leben,

meim Nächsten nütz zu sein,

dein Wort zu halten eben.

Ich bitt noch mehr, o Herre Gott –

du kannst es mir wohl geben –,

dass ich nicht wieder werd zu Spott;

die Hoffnung gib daneben;

voraus, wenn ich muss hier davon,

dass ich dir mög vertrauen


Abend · Donnerstag, 5. März 62

und nicht bauen

auf all mein eigen Tun,

sonst wird’s mich ewig reuen.

Johann Agricola (?) um 1526/27

EG 343, Strophen 1 und 2

Psalm 32

Wohl dem, dessen Frevel vergeben *

und dessen Sünde bedeckt ist.

Wohl dem Menschen, /

dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt *

und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, *

den ganzen Tag musste ich stöhnen.

Denn deine Hand lag schwer auf mir

bei Tag und bei Nacht; *

meine Lebenskraft war verdorrt

wie durch die Glut des Sommers.

Da bekannte ich dir meine Sünde *

und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.

Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. *

Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; *

fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.

Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; *

du rettest mich und hüllst mich in Jubel.

„Ich unterweise dich und zeige dir den Weg,

den du gehen sollst. *

Ich will dir raten; über dir wacht mein Auge.“

Werdet nicht wie Ross und Maultier, *

die ohne Verstand sind.

Mit Zaum und Zügel muss man ihr Ungestüm bändigen, *

sonst folgen sie dir nicht.


63

Donnerstag, 5. März · Abend

Der Frevler leidet viele Schmerzen, /

doch wer dem Herrn vertraut, *

den wird er mit seiner Huld umgeben.

Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, *

jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!

Ehre sei dem Vater ...

Gott, unser Vater, voller Geduld bringst du uns nahe, was uns

zum Leben führt. Wache über uns und nimm uns bei der Hand,

damit wir zu dir finden.

Lesung Jak 4, 7–8.10

Ordnet euch Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann

wird er vor euch fliehen. Sucht die Nähe Gottes; dann wird

er sich euch nähern. Reinigt die Hände, ihr Sünder, läutert euer

Herz, ihr Menschen mit zwei Seelen! Demütigt euch vor dem

Herrn; dann wird er euch erhöhen.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden;

klopft an, dann wird euch geöffnet.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, der sein Ohr unseren Bitten zuneigt:

V: Du unsere Hoffnung, A: eile uns zu Hilfe.

Vielen unserer Mitmenschen ist Beten fremd;

– lass sie die Leben spendende Kraft der Begegnung mit dir

erfahren.

Viele Glaubende tun sich schwer damit zu beten;

– sende ihnen geistliche Lehrer, die ihnen lebensnahe Zugänge

zum Beten erschließen.


Abend · Donnerstag, 5. März 64

Noch immer gehen die verschiedenen Bekenntnisse deiner Kirche

getrennte Wege;

– lass alle, die sich Christen nennen, die einende Kraft des Gebetes

erleben.

V: Du unsere Hoffnung, A: eile uns zu Hilfe.

Unsere Verstorbenen haben in dich ihre Hoffnung gesetzt;

– komm ihnen entgegen und belebe sie neu.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, gib uns die Gnade, dass wir stets auf das

Rechte bedacht sind und es auch entschlossen tun. Da wir ohne

dich nicht bestehen können, hilf uns, nach deinem Willen zu

leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Freitag, 6. März 2020

Heiliger Fridolin von Säckingen

Fridolin lebte vermutlich im sechsten / siebenten Jahrhundert. Er

stammte nach der von dem Säckinger Mönch Balther um 1000

verfassten legendenhaften Lebensgeschichte aus Irland. Von dort

soll er als missionierender Wandermönch nach Gallien gekommen

sein. In Poitiers fand er das Grab und die Kirche des von ihm verehrten

hl. Hilarius zerstört vor. Er bestattete die unter dem Schutt

gefundenen Gebeine des Heiligen und erbaute darüber eine neue

Hilariuskirche und ein Kloster, dessen Abt er wurde. Er zog weiter

in den alemannischen Raum und baute dort Klöster und Kirchen zu

Ehren des heiligen Hilarius. Der Legende nach soll ihn der heilige

Hilarius im Traum dazu veranlasst haben, das Hilarius-Kloster auf

der Rheininsel Säckingen zu bauen, wo Fridolin später bestattet

wurde.

Namenstag: hl. Julian von Toledo (Bischof, † 690) · hl. Chrodegang

von Metz (Bischof, † 766) · hl. Coleta (Nicolette Boillet, Klarissin,

† 1447) · Franziska Streitel (Ordensgründerin, † 1911)

Heute ist Weltgebetstag, gestaltet von Christinnen aus Zimbabwe unter

dem Leitwort „Steh auf und geh!“ (vgl. Joh 5, 8)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

„Mir nach“, spricht Christus, unser Held,

„mir nach, ihr Christen alle!

Verleugnet euch, verlasst die Welt,


Morgen · Freitag, 6. März 66

folgt meinem Ruf und Schalle;

nehmt euer Kreuz und Ungemach

auf euch, folgt meinem Wandel nach.

Ich bin das Licht, ich leucht euch für

mit meinem heil’gen Leben.

Wer zu mir kommt und folget mir,

darf nicht im Finstern schweben.

Ich bin der Weg, ich weise wohl,

wie man wahrhaftig wandeln soll.

Mein Herz ist voll Demütigkeit,

voll Liebe meine Seele;

mein Mund, der fließt zu jeder Zeit,

von süßem Sanftmut-Öle;

mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn

ist Gott ergeben, schaut auf ihn.

Angelus Silesius 1668 (mit ursprünglicher 3. und 4. Strophe)

GL 461 · GL 1975 616 · EG 385, Strophen 1–3

Psalm 35 Verse 17–23.27–28

Herr, wie lange noch wirst du das ansehn? /

Rette mein Leben vor den wilden Tieren, *

mein einziges Gut vor den Löwen!

Ich will dir danken in großer Gemeinde, *

vor zahlreichem Volk dich preisen.

Über mich sollen die sich nicht freuen, *

die mich ohne Grund befeinden.

Sie sollen nicht mit den Augen zwinkern, *

die mich grundlos hassen.

Denn was sie reden, dient nicht dem Frieden; *

gegen die Stillen im Land ersinnen sie listige Pläne.

Sie reißen den Mund gegen mich auf und sagen: *

„Dir geschieht recht. Jetzt sehen wir’s mit eigenen Augen.“


67

Freitag, 6. März · Morgen

Du hast es gesehen, Herr. So schweig doch nicht! *

Herr, bleib mir nicht fern!

Wach auf, tritt ein für mein Recht, *

verteidige mich, mein Gott und mein Herr!

Alle sollen sich freuen und jubeln, *

die wünschen, dass ich im Recht bin.

Sie sollen jederzeit sagen: „Groß ist der Herr, *

er will das Heil seines Knechtes.“

Meine Zunge soll deine Gerechtigkeit verkünden, *

dein Lob alle Tage.

Ehre sei dem Vater ...

Wach auf, treuer Gott, tritt ein für dein Recht! Bleib uns nicht

fern, denn wir hoffen auf dich.

Lesung Jes 53, 11b–12

Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt

ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil

unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute,

weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher

rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat

für die Schuldigen ein.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wenn eure Gerechtigkeit nicht noch viel größer ist als die der

Schriftgelehrten und der Pharisäer, so werdet ihr nicht in das

Himmelreich kommen.

Bitten

Wir bekennen Jesus von Nazaret, der uns Gottes Erbarmen nahegebracht

hat, als unseren Erlöser. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Mach uns zu Zeugen deiner Gerechtigkeit.


Eucharistie · Freitag, 6. März 68

– Wo der Hass ein friedliches Miteinander unmöglich macht.

A: Mach uns zu Zeugen deiner Gerechtigkeit.

– Wo Menschen ausgegrenzt und gedemütigt werden.

– Wo Menschen mit ihrer Schuld alleingelassen werden.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, gib, dass deine Gläubigen sich in rechter

Weise auf Ostern vorbereiten, und was wir dem Leib an Entsagung

auferlegen, das trage reiche Frucht und erneuere unseren

Geist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Führe mich heraus aus der Bedrängnis, o Herr.

Sieh meine Not und Plage an

und vergib mir all meine Sünden.

Ps 25, 17b–18

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 18, 21–28

So spricht Gott, der Herr: Wenn der Schuldige sich von allen

Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze

achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er

bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben.

Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat,

wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am

Leben bleiben. Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen


69

Freitag, 6. März · Eucharistie

– Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, dass er

seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?

Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt,

wenn er Unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die

auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben?

Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen

seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat,

ihretwegen muss er sterben.

Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört

doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig

sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.

Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und

Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er

getan hat, wird er sterben.

Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er

begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird

er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, deren er sich

schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt

am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

Impuls zur Lesung

Also bitte! Juble ich etwa laut beim Tod des Schuldigen? Macht

es mich froh, wenn er in sein Verderben rennt? Sehne ich mich

nicht vielmehr danach, dass er mit Leib und Seele umkehrt

und am Leben bleibt? Es ist der Herr, der so fragt, und seine

Antwort ist unumstößlich. Sie ist klar und eindeutig. Aber ist

sie es auch für mich? Ist das auch meine Antwort? Wir alle

kennen starke Impulse von Missgunst, Rache und Hass. „Geschieht

ihm, geschieht ihr ganz recht …!“ Wenn wir verletzt,

beschämt, erniedrigt sind. Solche Affekte, die wir nicht nur

gegen andere, sondern letztlich auch gegen uns selbst, das

ist eben das Verrückte, richten, sind ja nachvollziehbar, sind

menschlich verständlich. Wo sie aber das letzte Wort haben,

wütet der Tod. Gottes Liebe zu uns ist so radikal, dass sie den

größten Schmerz und jegliche Enttäuschung zu überwinden


Eucharistie · Freitag, 6. März 70

vermag. Diese Liebe baut Brücken, die tragen. Gott macht den

ersten Schritt. Folgen – oder treten wir – nach?

Antwortpsalm

Ps 130, 1–7a.8

Kehrvers:

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte

bestehen?

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: *

Herr, höre meine Stimme!

Wende dein Ohr mir zu, *

achte auf mein lautes Flehen! – Kehrvers

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, *

Herr, wer könnte bestehen?

Doch bei dir ist Vergebung, *

damit man in Ehrfurcht dir dient. – Kehrvers

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *

ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf den Herrn *

mehr als die Wächter auf den Morgen. – Kehrvers

Mehr als die Wächter auf den Morgen *

soll Israel harren auf den Herrn.

Ja, er wird Israel erlösen *

von all seinen Sünden. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 3, ferner GL 518 · GL 1975 191, 1 · KG 400 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ez 18, 31

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

So spricht der Herr: Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt

habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


71

Freitag, 6. März · Abend

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 20–26

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit

nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und

der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst

nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen

sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur

zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder

sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen

sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem

Feuer der Hölle verfallen sein.

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei

einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine

Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst

mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du

mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich

dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich

dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.

Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus,

bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Ich würde dem Evangelium nicht geglaubt haben, wenn ich

nicht zuerst zu Christen Vertrauen gefunden hätte.

Aurelius Augustinus (Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater, 354–430)


Abend · Freitag, 6. März 72

• Wer hat dazu beigetragen, mir den Weg zum Evangelium zu

bahnen?

• An wen kann ich hier mit Dankbarkeit denken?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

„Fällt’s euch zu schwer? Ich geh voran,

ich steh euch an der Seite.

Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,

bin alles in dem Streite.

Ein böser Knecht, der still kann stehn,

sieht er voran den Feldherrn gehn.

Wer seine Seel zu finden meint,

wird sie ohn mich verlieren.

Wer sie um mich verlieren scheint,

wird sie nach Hause führen.

Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,

ist mein nicht wert und meiner Zier.“

So lasst uns denn dem lieben Herrn

mit unserm Kreuz nachgehen

und wohlgemut, getrost und gern

in allen Leiden stehen.

Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron

des ew’gen Lebens nicht davon.

Angelus Silesius 1668 (mit ursprünglicher 3. und 4. Strophe)

GL 461 · GL 1975 616 · EG 385, Strophen 4–6

Psalm 119

Meine Seele klebt am Boden. *

Durch dein Wort belebe mich!

Verse 25–32 Dalet

Ich habe dir mein Geschick erzählt, und du erhörtest mich. *

Lehre mich deine Gesetze!


73

Freitag, 6. März · Abend

Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen, *

dann will ich nachsinnen über deine Wunder.

Meine Seele zerfließt vor Kummer. *

Richte mich auf durch dein Wort!

Halte mich fern vom Weg der Lüge; *

begnade mich mit deiner Weisung!

Ich wählte den Weg der Wahrheit; *

nach deinen Urteilen hab ich Verlangen.

Ich halte an deinen Vorschriften fest. *

Herr, lass mich niemals scheitern!

Ich eile voran auf dem Weg deiner Gebote, *

denn mein Herz machst du weit.

Ehre sei dem Vater ...

Wenn Kummer uns niederdrückt, treuer Gott, lass uns deinen

Weg begreifen. Du willst uns deine Gnade erweisen: Mach unsere

Herzen weit durch dein Wort!

Lesung Eph 4, 15–16

Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten

und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er,

Christus, ist das Haupt. Durch ihn wird der ganze Leib zusammengefügt

und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt

mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und

wird in Liebe aufgebaut.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder; dann komm und opfere

deine Gabe.

Fürbitten

„Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der

Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Him-


Abend · Freitag, 6. März 74

melreich kommen.“ Jesus mutet – und traut uns – rechtes und

gerechtes Handeln zu. Wir bitten ihn:

V/A: Höre und erhöre uns.

Für alle, die gedankenlos den Weg des geringsten Widerstandes

gehen;

– dass sie Kraft finden, die Wege der Gerechtigkeit und der Liebe

zu suchen.

Für alle, die leichtfertig andere verurteilen, weil sie nicht in ihr

Weltbild passen;

– dass sie behutsames Sehen, verstehendes Hören, ruhiges Urteilen

lernen.

Für die Kirche und ihren Umgang mit der Macht und den

Mächtigen;

– hilf ihr, den Versuchungen der Macht zu widerstehen und

deine Gerechtigkeit zu suchen.

Für alle, die den oft schweren Weg der Versöhnung gehen wollen;

– schenke ihnen Kraft und Langmut.

Für die Kranken und Sterbenden in den Gefängnissen dieser Erde;

– lass sie Zuspruch und Solidarität erfahren und schenke ihnen

die Erfahrung deiner Nähe.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, gib, dass deine Gläubigen sich in rechter

Weise auf Ostern vorbereiten, und was wir dem Leib an Entsagung

auferlegen, das trage reiche Frucht und erneuere unseren

Geist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Samstag, 7. März 2020

Heilige Perpetua und heilige Felizitas

Perpetua und Felizitas († 202/203) gehören zu den ältesten,

zuverlässig belegten Blutzeugen. Perpetua stammte aus einer

vornehmen Familie, Felizitas war ihre Sklavin. Beide bereiteten

sich auf die Taufe vor und wurden deshalb verhaftet: Perpetua mit

ihrem kleinen Sohn, Felizitas hochschwanger. Sie empfingen im

Kerker die Taufe und ließen sich weder durch Gewalt noch durch

Überredung vom Glauben abbringen. Kaiser Septimius Severus ließ

sie schließlich mit weiteren Christen wilden Tieren vorwerfen. Sie

wurden schwer verletzt und schließlich mit einem Dolch getötet.

Namenstag: sel. Volker von Segeberg († 1132/38) · Reginhard von

Reinhausen (Reinhard, Abt, † nach 1186)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

O Gott, du bist die Fülle,

die unsre Armut reich beschenkt.

Du kannst den Hunger stillen,

der immer neu uns suchen lässt.

Hilf uns das Ziel erreichen,

das wie aus weiter Ferne ruft.

Gib Kraft durch deine Nähe,

durch guter Menschen Wort und Tat.

Lass uns einander dienen

und gib uns Mut zum rechten Wort.


Morgen · Samstag, 7. März 76

Im Schweigen hilf erspüren,

was du durch uns vollbringen willst.

Durch Fasten, Wachen, Beten

mehr’ sich die Freude, die befreit,

und herzliches Erbarmen

sei Zeichen deiner neuen Welt.

So dürfen wir uns rüsten

für deinen Tag, der ewig währt,

um immerdar zu preisen

den Vater mit dem Sohn im Geist. Amen.

© Bernardin Schellenberger 2013

Psalm 117

Lobet den Herrn, alle Völker, *

preist ihn, alle Nationen!

Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *

die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.

Ehre sei dem Vater ...

Deine Güte und Huld ist der Grund, auf dem wir stehen. Gott,

unser Fels, alle Völker sollen dich loben.

Lesung

Röm 12, 17a.19b–21

Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Denn in der Schrift

steht: Mein ist die Rache, spricht der Herr. Vielmehr: Wenn

dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib

ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen

auf sein Haupt. Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern

besiege das Böse durch das Gute.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Betet für die, die euch verfolgen und verleumden, dann seid ihr

Söhne eures Vaters, der im Himmel ist.


77

Samstag, 7. März · Eucharistie

Bitten

„Mit einer geballten Faust kann man keine Hände schütteln“,

hat die indische Politikerin Indira Gandhi einmal gesagt. Bitten

wir Gott um die Kraft zur Versöhnung:

A: Öffne uns füreinander.

– Dass wir Wege finden, Emotionen im Zaum zu halten und mit

einem wachen Blick auf die Wirklichkeit zu schauen.

– Dass wir lernen, uns in die Lage unserer Gegner zu versetzen

und die Welt mit ihren Augen zu sehen.

– Dass wir uns bemühen, notwendigen Streit sachlich und mit

dem Ziel einer ausgeglichenen Lösung zu führen.

Vaterunser

Oration

Ewiger Vater, wende unsere Herzen zu dir hin, damit wir das

eine Notwendige suchen und dich in Werken der Liebe verherrlichen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Die Weisung des Herrn ist vollkommen,

sie erquickt den Menschen.

Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,

den Unwissenden macht es weise.

Ps 19, 8

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes) – oder:

Herr, unser Gott, die Liebe zu dir hat den heiligen Frauen Perpetua

und Felizitas die Kraft gegeben, ihre Verfolger nicht zu


Eucharistie · Samstag, 7. März 78

fürchten und die Qualen des Martyriums zu bestehen. Schenke

auch uns jene Liebe, die alle Furcht überwindet. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Deuteronomium Dtn 26, 16–19

Mose sprach zum Volk: Heute, an diesem Tag, verpflichtet

dich der Herr, dein Gott, diese Gesetze und die Rechtsvorschriften

zu halten. Du sollst auf sie achten und sie halten mit

ganzem Herzen und mit ganzer Seele.

Heute hast du der Erklärung des Herrn zugestimmt. Er hat dir

erklärt: Er will dein Gott werden, und du sollst auf seinen Wegen

gehen, auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften

achten und auf seine Stimme hören.

Und der Herr hat heute deiner Erklärung zugestimmt. Du hast

ihm erklärt: Du möchtest das Volk werden, das ihm persönlich

gehört, wie er es dir zugesagt hat. Du willst auf alle seine Gebote

achten; er soll dich über alle Völker, die er geschaffen hat,

erheben – zum Lob, zum Ruhm, zur Zierde –; und du möchtest

ein Volk werden, das ihm, dem Herrn, deinem Gott, heilig ist,

wie er es zugesagt hat.

Antwortpsalm Ps 119, 1–2.4–5.7–8

Kehrvers:

Selig die Menschen, die leben nach der Weisung des Herrn.

Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, *

die leben nach der Weisung des Herrn.

Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen *

und ihn suchen von ganzem Herzen. – Kehrvers

Du hast deine Befehle gegeben, *

damit man sie genau beachtet.

Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, *

deinen Gesetzen zu folgen! – Kehrvers


79

Samstag, 7. März · Eucharistie

Mit lauterem Herzen will ich dir danken, *

wenn ich deine gerechten Urteile lerne.

Deinen Gesetzen will ich immer folgen. *

Lass mich doch niemals im Stich! – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 1, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton) oder GL 1975 708, 1 (IV. Ton)

oder KG 606 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

2 Kor 6, 2b

Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der

Rettung.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 43–48

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört,

dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und

deinen Feind hassen.

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die

euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet;

denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten,

und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr

nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr

dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?

Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes?

Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen

sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Impuls zum Evangelium

Der Fremde als Feind. Ein Gespenst, das umgeht in Europa.

Ja, es gibt Gründe. Da ist die Angst vor den Folgen der Globalisierung,

der Digitalisierung, vor dem Abgehängtsein, vor der

Altersarmut. Das Alte Testament fordert die Liebe zum „Fremden“

(Lev 19, 33.34). Jesus verlangt die Liebe zum „Feind“.


Abend · Samstag, 7. März 80

Feind. Ein Wort, das uns persönlich, nach so vielen Jahrzehnten

Frieden in Westeuropa, vor allem in Wortverbindungen aus

dem Bereich der Wirtschaft wie „feindliche Übernahme“ begegnet,

oder auch in Fernsehkrimis – „Hatte der Tote persönliche

Feinde?“. Manche Menschen leiden unter privaten „Feindschaften“

– unter dem schlimmen Kleinkrieg mit der Kollegin

oder dem vor sich hin wütenden, kleinlichen Nachbarn. Feind,

ein Wort, das in Palästina zur Zeit Jesu jedoch fast jedermann

fast jederzeit auf der Zunge lag. Feind. Bei diesem Wort dachte

man an die römischen Herren, die das Land überfallen hatten,

es planmäßig ausbeuteten und mit ihrem importierten „way of

life“ überdies seine kulturelle Identität aushöhlten. Doch was

konnte man schon tun? Eigentlich nur die Faust in der Tasche

ballen. Zugegeben, nicht eben viel. Aber diese Leute lieben? Ihnen

also wohlwollen? Das war ja wohl etwas für Schwächlinge,

Feiglinge, Verwirrte, Verräter. Oder etwa nicht? Feindesliebe,

wie Jesus sie sieht, auf Entfeindung zielendes Wohlwollen, ist

im Gegenteil etwas für Selbstbewusste, Furchtlose, für Menschen,

die sich entschieden haben. Das Abenteuer des Friedens,

es ist auch für uns das wahre Wagnis. Für Jesus bedeutet

die Liebe zu denen, die uns feind sind, nicht Selbstaufgabe,

sondern Selbstgewinn: Treue zur biblischen Botschaft, Maßnehmen

am himmlischen Vater – dem nicht dreinschlagenden,

dem nicht blind vergeltenden, dem großherzigen, dem

mit seinen Geschöpfen leidenden, dem unbegreiflich barmherzigen,

vergebenden Gott.

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


81

Samstag, 7. März · Abend

Hymnus

Höre die Stimme des Herrn!

Öffne das Tor deines Herzens!

Wer immer du auch bist –

dein Gott ruft dich!

Wer immer du bist –

Er ist dein Vater.

Du, der du das Leben liebst –

du, der glücklich sein will,

folge seinem Ruf

als Mitarbeiter seiner Frohen Botschaft

und seines Friedens.

Höre die Stimme des Herrn!

Öffne das Ohr deines Herzens!

Du wirst erkennen: Gott will mich.

Du wirst erkennen:

Gott erwartet meinen Einsatz, meinen Mut.

Aus: Reinhard Lettmann, Nardenöl und leere Hände, 111,

© 2001 Butzon & Bercker, Kevelaer, www.bube.de

Psalm 50 Verse 7–15

„Höre, mein Volk, ich rede. /

Israel, ich klage dich an, *

ich, der ich dein Gott bin.

Nicht wegen deiner Opfer rüge ich dich, *

deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

Doch nehme ich von dir Stiere nicht an *

noch Böcke aus deinen Hürden.

Denn mir gehört alles Getier des Waldes, *

das Wild auf den Bergen zu Tausenden.

Ich kenne alle Vögel des Himmels, *

was sich regt auf dem Feld, ist mein eigen.


Abend · Samstag, 7. März 82

Hätte ich Hunger, ich brauchte es dir nicht zu sagen, *

denn mein ist die Welt und was sie erfüllt.

Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen *

und das Blut von Böcken trinken?

Bring Gott als Opfer dein Lob, *

und erfülle dem Höchsten deine Gelübde!

Rufe mich an am Tag der Not; *

dann rette ich dich, und du wirst mich ehren.“

Ehre sei dem Vater ...

Nicht irgendetwas verlangst du von uns, heiliger Gott, uns selbst

rufst du in deine Gegenwart. Öffne unser Herz, damit wir dir

ganz nahe sind.

Lesung Röm 3, 21–22a

Jetzt ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart

worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:

die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus,

offenbart für alle, die glauben.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter

Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Fürbitten

Ewiger Vater, dein Wort ist ein Licht für die Welt. Wir bitten

dich:

A: Lass deine Stimme Gehör finden.

– In den Regierungen und Parlamenten.

– Bei Friedensverhandlungen und politischen Konferenzen.

– Wo Menschen sich zerstritten haben.

– Wo jemand keinen Ausweg mehr sieht.


83

Samstag, 7. März · Abend

Vaterunser

Oration

Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören.

Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres

Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr des Friedens schenke uns den Frieden

zu jeder Zeit und auf jede Weise.

Der Herr sei mit uns allen.

Vgl. 2 Thess 3, 16

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Von Woche zu Woche · Samstag, 7. März 84

Von Woche zu Woche

Ein Segen sollst du sein

(zu Gen 12, 1–4a)

Abraham, der Gesegnete,

wird nicht nur gesegnet,

er soll selbst ein Segen sein:

Urform allen biblischen Segens.

Aller Segen ist zurückgebunden

an den Abrahams-Segen:

Alle Geschlechter der Erde

sollen durch ihn Segen erlangen.

Auch wir sind berufen,

gesegnet in seinem Segen.

Auch uns gilt Gottes Zuspruch:

Ein Segen sollst du sein.

Abraham erinnert uns

an dieses

– unser aller –

Ehren-Amt!

Dorothee Sandherr-Klemp


8. März 2020

2. Fastensonntag

Namenstag: Eddo von Straßburg (Bischof, † 776) · hl. Johannes von

Gott (Ordensgründer, † 1550) · Michael Wittmann (Weihbischof in

Regensburg, † 1833)

Von heute bis zum kommenden Sonntag, dem 15. März, wird unter

dem Motto: „Tu deinen Mund auf für die Anderen“ die Woche der

Brüderlichkeit begangen.

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Höre, mein Volk, ich will dich mahnen!

Israel, wolltest du doch auf mich hören!

Ps 81, 9

Ehre sei dem Vater ...

Wir werden dein Reich verkünden, o Herr,

dein Reich, o Herr, dein Reich.

Das Reich des Friedens und der Gerechtigkeit,

das Reich des Lebens und der Wahrheit.

Das Reich der Liebe und der Gnade,

das Reich, das in uns wohnt.


Morgen · Sonntag, 8. März 86

Das Reich, dem Gewalt angetan wird,

das Reich, das nicht von dieser Welt ist.

Das Reich, das schon begonnen hat,

das Reich, das kein Ende kennt.

Aus Bolivien

Psalm 150

Lobet Gott in seinem Heiligtum, *

lobt ihn in seiner mächtigen Feste!

Lobt ihn für seine großen Taten, *

lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!

Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, *

lobt ihn mit Harfe und Zither!

Lobt ihn mit Pauken und Tanz, *

lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!

Lobt ihn mit hellen Zimbeln, *

lobt ihn mit klingenden Zimbeln!

Alles, was atmet, *

lobe den Herrn!

Ehre sei dem Vater ...

Dein Lob verkündet die Schöpfung, Herr des Himmels und der

Erde. Gib, dass auch wir Menschen voll Freude deine Güte preisen.

Lesung Jes 42, 1

Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter,

an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn

gelegt, er bringt den Völkern das Recht.


87

Sonntag, 8. März · Morgen

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Jesus Christus, unser Herr, hat dem Tod die Macht genommen

und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch

das Evangelium.

Bitten

Heute begehen wir den 130. Geburtstag des Jesuiten und Sozialethikers

Oswald von Nell-Breuning, der im vergangenen

Jahrhundert wesentlichen Anteil daran hatte, dass die katholische

Soziallehre in die Politik Eingang fand. Bitten wir Gott um

einen klugen Blick und den Mut, unsere Stimme für andere zu

erheben:

A: Gib uns Hoffnung, mach uns stark.

– Dass wir erkennen, wo wir unsere christliche Prägung in der

Gesellschaft fruchtbar machen können.

– Dass wir bereit sind zu lernen, was unsere derzeitige Situation

erfordert.

– Dass wir uns beherzt mit anderen verbünden, die unsere Haltung

und Anliegen teilen.

Vaterunser

Oration

Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören.

Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres

Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Christus Jesus, du birgst unsere Vergangenheit

in deinem Herzen und willst uns Zukunft eröffnen.

Segne uns, du unser Friede.


Eucharistie · Sonntag, 8. März 88

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 183, 363, 377, 481, 485 · KG 204, 509, 510, 512

Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld;

denn sie bestehen seit Ewigkeit.

Lass unsere Feinde nicht triumphieren!

Befreie uns, Gott Israels, aus all unseren Nöten.

Ps 25, 6.2.22

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Genesis Gen 12, 1–4a

In jenen Tagen sprach der HERR zu Abram: Geh fort aus deinem

Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus

in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu

einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen

groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die

dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen.

Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.

Da ging Abram, wie der HERR ihm gesagt hatte.

Impuls zur Lesung

„Abraham, zieh fort, zieh fort, / zieh aus deinem Vaterlande, /

lasse Freunde und Verwandte / und verlass dich auf mein Wort.“

Das nicht übermütige, das eher schwermütige Lied des französischen

Dominikaners Maurice Cocagnac (1924–2006) hat mich

immer angesprochen. „Zieh fort, zieh fort“, das ist schwer. Sollte

man sich nicht freuen, wenn es noch so etwas gibt wie Freunde

und Verwandte, Elternhaus und Vaterland? Doch. Also bleiben!

Fortziehen, ist das nicht etwas vorschnell, eine Laune? Übertrieben?

Bald vertrieben … War das denn wirklich nötig? „Da zog

Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte.“ Biblische Erfahrung.

Wo Menschen sich lösen, da erlöst Gott.


89

Sonntag, 8. März · Eucharistie

Antwortpsalm Ps 33, 4–5.18–20.22

Kehrvers:

Lass deine Huld über uns walten, o HERR!

Das Wort des HERRN ist redlich, *

all sein Tun ist verlässlich.

Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *

erfüllt von der Huld des HERRN ist die Erde. – Kehrvers

Siehe, das Auge des HERRN ruht auf denen,

die ihn fürchten, *

die seine Huld erwarten,

dass er ihre Seele dem Tod entreiße *

und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – Kehrvers

Unsre Seele hofft auf den HERRN; *

er ist unsre Hilfe und unser Schild.

Lass deine Huld über uns walten, o HERR, *

wie wir auf dich hofften! – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 22a, ferner GL 64, 1 oder GL 1975 745, 1 (IV. Ton)

oder KG 610 (III. Ton)

Lesung aus dem zweiten Timotheusbrief 2 Tim 1, 8b–10

Mein Sohn! Leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt

dazu die Kraft:

Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen,

nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss

und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus

geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen

unseres Retters Christus Jesus offenbart.

Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen

Lebens gebracht durch das Evangelium.


Eucharistie · Sonntag, 8. März 90

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 17, 5

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters: Das ist

mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 17, 1–9

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder

Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und

er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die

Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe,

es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus.

Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass

wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen,

eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.

Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete

sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser

ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden

habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, warfen

sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr.

Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und

fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden

außer Jesus allein.

Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt

niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn

von den Toten auferweckt ist!

Credo

Gabengebet

Herr, das Opfer, das wir feiern, nehme alle Schuld von uns. Es

heilige uns an Leib und Seele, damit wir uns in rechter Weise

auf das Osterfest vorbereiten. Darum bitten wir durch Christus,

unseren Herrn.


91

Sonntag, 8. März · Eucharistie

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu

danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn er hat den

Jüngern seinen Tod vorausgesagt und ihnen auf dem heiligen

Berg seine Herrlichkeit kundgetan. In seiner Verklärung erkennen

wir, was Gesetz und Propheten bezeugen: dass wir durch

das Leiden mit Christus zur Auferstehung gelangen. Durch ihn

rühmen wir deine Größe und singen mit den Chören der Engel

das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers Mt 17, 5

Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden

habe: Auf ihn sollt ihr hören.

Schlussgebet

Herr, du hast uns im Sakrament an der Herrlichkeit deines Sohnes

Anteil gegeben. Wir danken dir, dass du uns schon auf Erden

teilnehmen lässt an dem, was droben ist. Durch Christus,

unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.


Auslegung · Sonntag, 8. März 92

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Origenes

Wenn jemand erkennt, dass das Gesetz in geistlicher Hinsicht

mit der Predigt Jesu übereinstimmt und dass die

Weisheit Christi in den Propheten verborgen liegt, dann sieht

er, dass Mose und Elija zusammen mit Jesus in seiner Herrlichkeit

erstrahlen.

Origenes (Leiter der Katechetenschule von Alexandria, bedeutender Exeget

und Theologe, Märtyrer, um 185–um 253),

hier nach: Thomas von Aquin, Catena Aurea. Kommentar zu den Evangelien

im Jahreskreis, hg. v. Marianne Schlosser und Florian Kolbinger,

© EOS Verlag, St. Ottilien, 2. Auflage 2012, 86

Hymnus

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Wie die Träumenden werden wir sein:

Herrlich erneuert der Herr sein Zion;

Jubel und Lachen wird jäh uns ergreifen.

Gott wird zum Heil wenden unser Geschick.

Bei den Völkern ringsum wird es kund:

Groß ist, wie Gott an ihnen handelt.

Ja, es ist groß, wie er an uns handelt.

Fröhlich bezeugen wir Gottes Tun.

Wende unser Geschick, o Gott!

Lass in der Wüste versiegte Bäche


93

Sonntag, 8. März · Abend

neu mit lebendigem Wasser sich füllen.

Führe Gefangene gnädig zurück.

Was wir hier unter Tränen gesät,

werden wir einstmals mit Freuden ernten.

Aufjauchzend bringen wir unsere Garben.

Ja, wie die Träumenden werden wir sein.

Johannes Petzold 1985

© Strube Verlag, München

KG 588

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, *

nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen; *

er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, *

ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, *

dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch *

vor den Augen meiner Feinde.

Du salbst mein Haupt mit Öl, *

du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, *

und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

Ehre sei dem Vater ...

Lebendiger Gott, nach deiner Gegenwart haben wir Verlangen.

Du lässt uns zur Ruhe kommen. Leite uns auf deinen Wegen,

lass uns ganz aus dir leben.


Abend · Sonntag, 8. März 94

Lesung vgl. Hebr 11, 33

Die Heiligen haben aufgrund des Glaubens Königreiche

besiegt, Gerechtigkeit geübt und Verheißungen erlangt in

Christus Jesus, unserem Herrn.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Sagt niemand, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn

von den Toten erstanden ist.

Fürbitten

Christus Jesus, durch die Verkündigung des Evangeliums hast

du vielen Menschen deiner Zeit Hoffnung geschenkt. Wir bitten

dich:

A: Bringe Licht in unsere Welt.

Für alle, die deinen Namen tragen;

– lass sie immer neu zu dir umkehren und ihren Mitmenschen

deine Liebe schenken.

Für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft;

– dass sie nicht darauf sinnen, sich ins rechte Licht zu rücken,

sondern sich um Frieden und Gerechtigkeit mühen.

Für alle, die nach dem Augenschein urteilen;

– dass ihre Voreingenommenheit aufbricht durch persönliche

Begegnung.

Für die Trauernden, die sich inmitten einer betriebsamen Welt

einsam und verlassen fühlen;

– schenke ihnen Augenblicke, die ihre Dunkelheit erhellen.

Für unsere Verstorbenen;

– nimm sie bei dir auf und führe uns zusammen in deinem

Reich.

Vaterunser


95

Sonntag, 8. März · Abend

Oration

Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören.

Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres

Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der gütige Gott,

der Herr über Zeit und Ewigkeit,

unser Gestern und unser Morgen,

er lasse uns sein Licht in dieser Nacht leuchten.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Montag, 9. März 2020

Heiliger Bruno von Querfurt

Heilige Franziska von Rom

Bruno (um 974–1008/09) stammte aus einem sächsischen

Adelsgeschlecht und wurde an der Domschule von Magdeburg

erzogen. Als Hofkaplan begleitete er Otto III. nach Rom. Dort trat

er in ein Kloster ein und legte 999 die Mönchsgelübde ab. Später

ging er mit Abt Romuald in eine Einsiedelei bei Ravenna. 1002 betraute

ihn Papst Silvester II. mit der Mission im Osten. 1004 wurde

er zum Missionsbischof ernannt. Er missionierte in verschiedenen

Gebieten des Ostens, besonders in Polen. Anfang 1009 wurde er

mit 18 Gefährten auf einer seiner Reisen gefangen genommen und

enthauptet.

Franziska (1384–1440) war eine fromme, mystisch begabte

Frau. Sie stammte aus einer römischen Adelsfamilie. Schon als

Kind wäre sie gern ins Kloster gegangen. Doch ihr Vater vermählte

sie mit 11 (oder 12) Jahren mit dem Römer Lorenzo de Ponziani.

Aus dieser glücklichen Ehe, die vierzig Jahre dauerte, gingen

sechs Kinder hervor. Neben ihren häuslichen Aufgaben kümmerte

sie sich aufopferungsvoll um Arme und Kranke. 1425 gründete sie

eine Vereinigung von Benediktineroblatinnen, deren Mitglieder

sich zu einem gemeinsamen Leben im Dienst am Nächsten zusammenschlossen.

Nach dem Tode ihres Mannes (1436) trat Franziska

in diesen von ihr gegründeten Orden ein und übernahm bald dessen

Leitung.

Namenstag: hl. Gregor von Nyssa (griech. Kirchenvater, Bruder des

hl. Basilius d. Gr., † nach 394) · hl. Dominikus Savio (Salesianer Don

Boscos, † 1857) · Barbara Pfister (Mystikerin, † 1909)


97

Montag, 9. März · Morgen

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

mische dich unter menschen

und übersehe keinen bittenden

stürze dich ins pralle leben

und pflücke dir schönes

gehe in die mienenfelder

und beseitige den tod

besuche die allerärmsten

und empfange das leben

laufe zu den ertrinkenden

und rette mit ihnen die welt

vertraue der liebe

und feiere den frieden

Michael Lehmler, © beim Autor

Psalm 31 Verse 20–25

Wie groß ist deine Güte, Herr, *

die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren;

du erweist sie allen, *

die sich vor den Menschen zu dir flüchten.

Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts *

vor dem Toben der Menschen.

Wie unter einem Dach bewahrst du sie *

vor dem Gezänk der Zungen.


Morgen · Montag, 9. März 98

Gepriesen sei der Herr, der wunderbar an mir gehandelt *

und mir seine Güte erwiesen hat zur Zeit der Bedrängnis.

Ich aber dachte in meiner Angst: *

Ich bin aus deiner Nähe verstoßen.

Doch du hast mein lautes Flehen gehört, *

als ich zu dir um Hilfe rief.

Liebt den Herrn, all seine Frommen! /

Seine Getreuen behütet der Herr, *

doch den Hochmütigen vergilt er ihr Tun mit vollem Maß.

Euer Herz sei stark und unverzagt, *

ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, unser Heil, du hörst das Flehen derer, die zu dir rufen.

Öffne die Ohren unseres Herzens, dass wir spüren, wenn jemand

unsere Hilfe braucht.

Lesung 1 Joh 3, 17–18

Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder

verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe

in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und

Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.

Bitten

In der Nachfolge Jesu können wir lernen, liebevoll zu handeln

und Notlagen zu überwinden. Wir bitten:

V: Unendlich liebender Gott,

A: hilf unserer Hartherzigkeit auf.


99

Montag, 9. März · Eucharistie

– Dass wir Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteilen und

sensibel werden für die Person, die uns begegnet.

– Dass wir ein waches Gespür für Situationen entwickeln, in

denen Menschen in unserem Umfeld herabgesetzt und gedemütigt

werden.

– Dass wir uns anstecken lassen von der Kraft deines Sohnes,

der Unerhörtes angestoßen und möglich gemacht hat.

Vaterunser

Oration

Ewiger Gott, zum Heil unserer Seele verlangst du, dass wir den

Leib in Zucht nehmen und Buße tun. Gib uns die Kraft, dass wir

uns von Sünden freihalten und die Gebote erfüllen, die uns deine

Liebe gegeben hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Erlöse mich, Herr, und sei mir gnädig!

Mein Fuß steht auf festem Grund.

Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde.

Ps 26, 11–12

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel Dan 9, 4b–10

Herr, du großer und furchterregender Gott, du bewahrst denen,

die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund

und deine Gnade.


Eucharistie · Montag, 9. März 100

Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind treulos gewesen

und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten

und Gesetzen sind wir abgewichen. Wir haben nicht auf deine

Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren

Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen

Bürgern des Landes geredet haben.

Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte

im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems

und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den

Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die

Treue gebrochen.

Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen,

Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich

versündigt. Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und

Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört. Wir haben

nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und

seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die

Propheten, gegeben hat.

Antwortpsalm Ps 79, 5.8–9.11.13

Kehrvers:

Vergilt uns nicht nach unsern Sünden, o Herr!

Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? *

Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?

Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! /

Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! *

Denn wir sind sehr erniedrigt. – Kehrvers

Um der Ehre deines Namens willen *

hilf uns, du Gott unsres Heils!

Um deines Namens willen reiß uns heraus *

und vergib uns die Sünden! – Kehrvers

Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. *

Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!


101

Montag, 9. März · Eucharistie

Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, /

wollen dir ewig danken, *

deinen Ruhm verkünden

von Geschlecht zu Geschlecht. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Ps 103, 10a, ferner GL 639, 1 · GL 1975 190, 1 · KG 399

oder GL 1975 172, 1 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

vgl. Joh 6, 63b.68c

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte des

ewigen Lebens.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 6, 36–38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig,

wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch

ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch

ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann

wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem,

gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken;

denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird

auch euch zugeteilt werden.

Impuls zum Evangelium

Wie du mir, so ich dir. Bei dieser Regel kommen wir ja noch

mit. Gerade so. Mit dieser Regel kommen wir zurecht, wenigstens

einigermaßen. Ist doch eine brauchbare Faustregel.

Wäre sie gar von Gold, eine goldene Regel? Jedenfalls wäre

sie so viel besser als das Faustrecht, das Recht des Stärkeren,

anders gesagt, das blanke Unrecht. Aber geht es im heutigen

Evangelium mit rechten Dingen zu, geht es um ein sauberes

„Ich gebe, wie du gibst“? Jesus mischt das Spiel auf. Er bringt

einen Dritten ins Spiel, eine dritte Instanz. Jesus leitet seine


Abend · Montag, 9. März 102

Ratschläge mit dem Hinweis auf Gottes Barmherzigkeit ein. Ist

das Spiel aus? Das Spiel zwischen mir und dir? Jedenfalls unser

abgekartetes Spiel. Barmherzigkeit, das Innere zerreißendes

Mitleid, sprengt das Maß, irritiert die Balance von Geben

und Nehmen. Wer Barmherzigkeit übt, vergisst die Absprache,

kommt aus dem Gleichgewicht, gibt alles, gibt mehr. Wie du

mir, so ich dir? Die Lebenserfahrung Israels, die Urerfahrung

des frommen Juden Jesus, sie legt uns eine andere Lebenslogik

nahe: Wie Gott mir, so ich dir.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Der reine Männerstaat ist das Verderben der Völker.

Helene Weber (deutsche Politikerin, katholische Frauenrechtlerin

und eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“, 1881–1962)

• Wo höre ich die aggressiven Töne wieder schärfer und lauter?

• Was will und was kann ich dem entgegensetzen?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Vernimm, du guter Schöpfergott,

in Gnade unser lautes Flehn.

Durch vierzig Tage steigt es auf:

Herr, wende uns dein Antlitz zu!

Du kennst die Herzen, milder Herr,

du weißt, wie schwach wir Menschen sind.


103

Montag, 9. März · Abend

Voll Reue flüchten wir zu dir:

Vergib uns gnädig unsre Schuld.

Wir haben wahrlich oft gefehlt

und vieles Gute nicht getan.

Nun schaffe deinem Namen Preis:

Verleih uns Schwachen neue Kraft.

Wenn wir durch Fasten unsern Leib

jetzt läutern durch Enthaltsamkeit,

dann gib, dass sich auch unser Geist

im rechten Tun vor dir bewährt.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Audi, benigne Conditor; Gregor der Große (?), † 604

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469

Psalm 40 Verse 2–9

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. *

Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.

Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, *

aus Schlamm und Morast.

Er stellte meine Füße auf den Fels, *

machte fest meine Schritte.

Er legte mir ein neues Lied in den Mund, *

einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.

Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen *

und auf den Herrn vertrauen.

Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt, *

sich nicht zu den Stolzen hält noch zu treulosen Lügnern.

Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, /

und deine Pläne mit uns; *

Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich.


Abend · Montag, 9. März 104

Wollte ich von ihnen künden und reden, *

es wären mehr, als man zählen kann.

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, *

Brand- und Sündopfer forderst du nicht.

Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt; /

darum sage ich: Ja, ich komme. *

In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, *

deine Weisung trag ich im Herzen.

Ehre sei dem Vater ...

Du unser Retter, die Menschen, die auf dich hoffen, lässt du

nicht zugrunde gehen. Öffne uns den Mund, dass wir dich preisen.

Mach uns zu Zeugen deiner Treue.

Lesung Weish 15, 1.3

Du, unser Gott, bist gütig, wahrhaftig und langmütig; voll

Erbarmen durchwaltest du das All. Es ist vollendete Gerechtigkeit,

dich zu verstehen; und deine Stärke zu kennen ist

die Wurzel der Unsterblichkeit.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet – spricht der

Herr –, denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet.

Fürbitten

„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ – Jesus führt die

Menschen seiner Zeit von der Angst zur Hoffnung. Die erbarmende

Liebe des Vaters hat er auch uns zugesagt. Wir rufen zu

ihm:

V/A: Herr, erbarme dich.


105

Montag, 9. März · Abend

Für deine Kirche:

– Stärke ihre Hoffnung und ihren Mut, sich den Fragen der Zeit

zu stellen.

Für alle, die Christi Namen tragen:

– Mache sie zu lebendigen Zeuginnen und Zeugen deiner Gegenwart

unter uns.

Für die Familien:

– Hilf ihnen, füreinander da zu sein und vertrauensvoll miteinander

zu leben.

Für die Menschen, die am Rande und in Armut leben:

– Tröste und stärke sie, dass sie ihre Selbstachtung bewahren

können, und hilf ihnen, Annahme und Hilfe zu finden.

Für die Frauen und Männer, die Kranke und Sterbende begleiten:

– Hilf ihnen, diesen oft schweren Dienst am Nächsten in deinem

Geist der Hoffnung und der Liebe zu leben.

Vaterunser

Oration

Ewiger Gott, zum Heil unserer Seele verlangst du, dass wir den

Leib in Zucht nehmen und Buße tun. Gib uns die Kraft, dass wir

uns von Sünden freihalten und die Gebote erfüllen, die uns deine

Liebe gegeben hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Dienstag, 10. März 2020

Namenstag: hl. Ämilian von Lagny (Emil, Abt, † 660/675) · hl. Gustav

(Einsiedler in Nordschweden, † 890) · hl. John Ogilvie (Jesuit, Märtyrer

in Schottland, † 1615)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Wort Gottes, dessen Macht und Ruf

im Urbeginn die Welt erschuf.

Du bist der Anfang und das Ende.

Der Himmel und die ganze Welt

sind deiner Hoheit unterstellt.

Du bist der Zeiten Lot und Wende.

Die Weisheit baute sich ein Haus,

darin spricht Gott sich selber aus,

und dieses Wort hat uns getroffen.

Nun ist die Welt nicht mehr so leer,

nicht mehr die Last so drückend schwer:

Der Weg zum Vater steht uns offen.

Zeitgenössisch

Melodie: GL 393 · GL 1975 265 · KG 534 (letzte Textzeile wird wiederholt)

Psalm 37 Verse 30–40

Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit, *

und seine Zunge redet, was recht ist.


107

Dienstag, 10. März · Morgen

Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, *

seine Schritte wanken nicht.

Der Frevler belauert den Gerechten *

und sucht ihn zu töten.

Der Herr überlässt ihn nicht seiner Hand, *

lässt nicht zu, dass man ihn vor Gericht verurteilt.

Hoffe auf den Herrn *

und bleib auf seinem Weg!

Er wird dich erhöhen zum Erben des Landes; *

du wirst sehen, wie der Frevler vernichtet wird.

Ich sah einen Frevler, bereit zu Gewalttat; *

er reckte sich hoch wie eine grünende Zeder.

Wieder ging ich vorüber, und er war nicht mehr da; *

ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden.

Achte auf den Frommen und schau auf den Redlichen! *

Denn Zukunft hat der Mann des Friedens.

Die Sünder aber werden alle zusammen vernichtet; *

die Zukunft der Frevler ist Untergang.

Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, *

er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.

Der Herr hilft ihnen und rettet sie, *

er rettet sie vor den Frevlern;

er schenkt ihnen Heil, *

denn sie suchen Zuflucht bei ihm.

Ehre sei dem Vater ...

Präge deine Weisung in unser Herz, treuer Gott. Gib, dass wir

auf dem Weg bleiben zu dir und zu unseren Mitmenschen.

Lesung Weish 7, 27b–28

Ohne sich zu ändern, erneuert die Weisheit alles. Von Geschlecht

zu Geschlecht tritt sie in heilige Seelen ein und

schafft Freunde Gottes und Propheten.


Morgen · Dienstag, 10. März 108

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Nur einer ist euer Meister: Christus, der Herr, der im Himmel

ist.

Bitten

Ewiger, du bist unser Leben. Wenn du nicht mit uns bist, laufen

unsere Wege ins Leere. Wir rufen zu dir:

A: Lass dein Angesicht über uns leuchten.

Dass wir von dir wissen, verdanken wir deinen Getreuen im

alten Israel;

– lass uns in der Woche der Brüderlichkeit unseren jüdischen

Geschwistern näherkommen.

In dieser Fastenzeit wenden wir uns dir neu zu;

– segne unser Suchen nach dir durch Zeichen deiner Gegenwart.

Du willst in unseren Herzen wohnen;

– gib, dass wir uns deinem Geist öffnen, und mach uns zu Zeugen

deiner Güte.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, behüte deine Kirche und verlass sie nicht. Wir

sind dem Tod verfallen und gehen ohne dich zugrunde. Hilf

uns, alles zu meiden, was uns schadet, und zu suchen, was uns

zum Heil dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


109

Dienstag, 10. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, mein Gott, mach hell meine Augen,

damit ich nicht entschlafe und sterbe,

damit mein Feind sich nicht rühmt:

Ich habe ihn überwältigt.

Ps 13, 4–5

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 1, 10.16–20

Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom! Vernimm

die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra!

Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben!

Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun!

Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den

Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!

Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht

der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen

weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen

weiß werden wie Wolle.

Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes

genießen. Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet

ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

Antwortpsalm

Ps 50, 8–9.16b–17.21.23

Kehrvers: Wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.

„Nicht wegen deiner Opfer rüge ich dich, *

deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

Doch nehme ich von dir Stiere nicht an *

noch Böcke aus deinen Hürden. – Kehrvers

Was zählst du meine Gebote auf *

und nimmst meinen Bund in deinen Mund?


Eucharistie · Dienstag, 10. März 110

Dabei ist Zucht dir verhasst, *

meine Worte wirfst du hinter dich.

Kehrvers: Wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.

Das hast du getan, und ich soll schweigen? /

Meinst du, ich bin wie du? *

Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.

Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich; *

wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.“ – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 23b, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 5 (IV. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ez 18, 31

Herr, Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

So spricht Gott, der Herr: Werft alle Vergehen von euch, die

ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen

Geist!

Herr, Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 23, 1–12

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger

und sprach: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben

sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles,

was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie

tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie

schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen

auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren,

um die Lasten zu tragen.

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen:

Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren

Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz

und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf

den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von

den Leuten Rabbi – Meister – nennen.


111

Dienstag, 10. März · Eucharistie

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer

ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand

auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer

Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen

lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich

selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt,

wird erhöht werden.

Impuls zum Evangelium

Eine Frage der Ehre. Von der Prägung durch Ehre-Schande-Gesellschaften

sprechen wir im Blick auf muslimische Immigranten.

Spielen im Westen Ehre und Schande keine Rolle mehr?

Vielleicht haben sich nur manche Inhalte geändert. Wenn im

Restaurant die Frau die Geldbörse zückt, gilt die Ehre des Mannes

hierzulande tatsächlich nicht mehr als beschädigt. Oder

doch? Wenn sämtliche Nachbarn SUVs fahren, vor meiner

Wohnung aber eine Rostlaube parkt – geniere ich mich am

Ende nicht doch? Der 50-Jährige, der seit Monatsbeginn das

Haus nur noch verlässt, um dann und wann in den Supermarkt

zu gehen – wie steht es um sein Sozialprestige, um sein Selbstwertgefühl,

um seine „Ehre“? Wenn der Kollege schon wieder

gefeiert wird und ich wieder einmal übersehen werde – mag

ich dann noch in den Spiegel schauen? Schmälert das nicht

doch mein Ansehen, ganz einfach, ganz tief? Im Namen Gottes

hat Jesus jedermann, und jeder Frau, Ehre zugesprochen,

ohne Rücksicht auf sozialen Status, persönliche Leistung,

kultische oder völkische Reinheit, Geschlecht, Gesundheitszustand.

Jesus hat nicht nach Ehre gestrebt, sondern war bereit,

sich um Gottes Gerechtigkeit willen zu erniedrigen. Ehre war

für ihn kein knappes Gut. Ehre muss Jesus zufolge nicht mit

Zähnen und Klauen verteidigt, Schande nicht gewaltsam abgewandt

werden. Der Gott, der Jesus aus allen Nöten, von den

Toten, auferweckt hat, gibt auch uns die Ehre.


Abend · Dienstag, 10. März 112

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Der eigentliche Kern der Freundschaft: ein Glauben, ein Hoffen,

ein gemeinsames Werk! Es liegt eine große Freude darin.

Annette von Droste Hülshoff (deutsche Dichterin, 1797–1848)

• Mit wem verbindet mich solches Glauben, Hoffen – gemeinsames

Tun?

• Die Freude der Freundschaft: Habe ich sie schon erfahren,

mit wem erfahre ich sie heute?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Mein Vater, ich überlasse mich dir;

mach mit mir, was dir gefällt.

Was du auch mit mir tun magst,

ich danke dir.

Zu allem bin ich bereit,

alles nehme ich an.

Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt

und an allen deinen Geschöpfen,

so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.

In deine Hände lege ich meine Seele.

Ich gebe sie dir, mein Gott,

mit der ganzen Liebe meines Herzens,

weil ich dich liebe und weil diese Liebe

mich treibt, mich dir hinzugeben,


113

Dienstag, 10. März · Abend

mich in deine Hände zu legen,

ohne Maß, mit einem grenzenlosen Vertrauen.

Denn du bist mein Vater.

Psalm 119

Denk an das Wort für deinen Knecht, *

durch das du mir Hoffnung gabst.

Das ist mein Trost im Elend: *

Deine Verheißung spendet mir Leben.

Frech verhöhnen mich die Stolzen; *

ich aber weiche nicht ab von deiner Weisung.

Denke ich an deine Urteile seit alter Zeit, *

Herr, dann bin ich getröstet.

Zorn packt mich wegen der Frevler, *

weil sie deine Weisung missachten.

Nach Charles de Foucauld · GL 1975 5, 5

Zum Lobgesang wurden mir deine Gesetze *

im Haus meiner Pilgerschaft.

In der Nacht denke ich, Herr, an deinen Namen; *

ich will deine Weisung beachten.

Deine Befehle zu befolgen *

ist das Glück, das mir zufiel.

Ehre sei dem Vater ...

Verse 49–56 Sajin

Dein Wort gibt uns Hoffnung, treuer Gott, deine Verheißung

spendet uns Leben. Bewahre uns in dieser Nacht und lass uns

morgen froh deinen Willen tun.

Lesung Röm 8, 16–17

Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes

sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben

Gottes und Miterben Christi sind wir aber, wenn wir mit ihm

leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.


Abend · Dienstag, 10. März 114

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Niemand auf Erden sollt ihr Vater nennen. Nur einer ist euer

Vater: der im Himmel. Ihr alle aber seid Brüder.

Fürbitten

Zu Gott, unserem Vater, lasst uns rufen:

A: Herr, wir vertrauen auf dich.

– Allen, die Hilfe brauchen, gib Mut, dich zu bitten, und lass sie

deine Antwort verstehen.

– Hilf uns, die Bitten von Menschen in Not zu hören und ihnen

zu helfen.

– Rufe alle beim Namen, die dich nicht kennen, und lade sie ein

zur Zwiesprache mit dir.

– Höre das Gebet für die Verstorbenen und hole sie heim in

dein Reich.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, behüte deine Kirche und verlass sie nicht. Wir

sind dem Tod verfallen und gehen ohne dich zugrunde. Hilf

uns, alles zu meiden, was uns schadet, und zu suchen, was uns

zum Heil dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Mittwoch, 11. März 2020

Namenstag: hl. Alram von Kremsmünster (Abt, † 1123) · Ulrich von

Kaisheim (Abt, † 1165) · Heinrich Hahn (Arzt, Politiker, Mitbegründer

des Franziskus-Xaverius-Missionsvereins, † 1882)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hört die Mahnung der Schrift:

Jetzt ist die Zeit der Gnade da.

Paulus sagt uns das Wort:

Jetzt ist die Stunde unsres Heils;

empfangt nicht vergeblich die göttliche Gabe.

Maßvoll lebe der Leib,

wachsam und lauter sei der Geist,

dass der Weg dieser Zeit

Durchgang zur Auferstehung sei.

Die Erde zu heilen, schuf Gott diese Tage.

Zeichen schauen wir nun,

Irdisches wird zum Bilde hier;

denn das kreisende Jahr

lässt nach des Winters Frost und Nacht

den Frühling die Erde für Ostern bereiten.

Lasst uns loben den Herrn,

lieben die Werke, die er schuf,

froh erwarten den Tag,


Morgen · Mittwoch, 11. März 116

der die Verheißung uns erfüllt!

Dem Vater, dem Sohne, dem Geist sei die Ehre!

Amen.

Zeitgenössisch

Melodie: Benediktinisches Antiphonale 1, 142 f.

Psalm 97

Der Herr ist König. Die Erde frohlocke! *

Freuen sollen sich die vielen Inseln.

Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, *

Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

Verzehrendes Feuer läuft vor ihm her *

und frisst seine Gegner ringsum.

Seine Blitze erhellen den Erdkreis; *

die Erde sieht es und bebt.

Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, *

vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, *

seine Herrlichkeit schauen alle Völker.

Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /

alle, die sich der Götzen rühmen. *

Vor ihm werfen sich alle Götter nieder.

Zion hört es und freut sich, *

Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Gerichte.

Denn du, Herr, bist der Höchste über der ganzen Erde, *

hoch erhaben über alle Götter.

Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Böse! /

Er behütet das Leben seiner Frommen, *

er entreißt sie der Hand der Frevler.

Ein Licht erstrahlt den Gerechten *

und Freude den Menschen mit redlichem Herzen.


117

Mittwoch, 11. März · Morgen

Ihr Gerechten, freut euch am Herrn *

und lobt seinen heiligen Namen!

Ehre sei dem Vater ...

Du König der Völker, alle Welt sehnt sich nach deinen Entscheiden.

Nähre unsere Herzen mit deiner Weisung, lass alle Menschen

deine Herrlichkeit schauen.

Lesung Jes 58, 1–2

Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine

Stimme ertönen wie eine Posaune! Halte meinem Volk seine

Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden! Sie suchen

mich Tag für Tag, denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie

ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes

nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und

möchten, dass Gott ihnen nah ist.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu

lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als

Lösegeld für viele.

Bitten

Uns Glaubende hat Gott durch Jesus Christus zu seinem Volk

gemacht. Darum lasst uns zu ihm rufen:

A: Schenke uns den Geist der Einheit und des Friedens.

– Damit wir deine Gerechtigkeit in unserer Welt bezeugen.

– Damit unser Vertrauen auf deine Güte im Dienst an unseren

Mitmenschen sichtbar wird.

– Damit in den Wüsten dieser Zeit unsere Hoffnung überspringt.


Eucharistie · Mittwoch, 11. März 118

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, erhalte deiner Kirche die Bereitschaft, das

Gute zu tun. Ermutige uns in diesem Leben durch deinen

Schutz und führe uns zu den ewigen Gütern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, verlass mich nicht,

bleib mir nicht fern, mein Gott!

Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil!

Ps 38, 22–23

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 18, 18–20

Meine Feinde sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne

schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung

ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort.

Kommt, wir wollen ihn mit seinen eigenen Worten schlagen

und achtgeben auf alles, was er sagt.

Gib du, Herr, acht auf mich, und höre das Gerede meiner

Widersacher! Darf man denn Gutes mit Bösem vergelten? Denn

sie haben mir eine Grube gegraben. Denk daran, wie ich vor dir

stand, um zu ihren Gunsten zu sprechen und deinen Zorn von

ihnen abzuwenden.


119

Mittwoch, 11. März · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Seine Berufung hat Jeremia wenig Freude und wenig Freunde,

aber umso mehr Angst, Bedrängnis und Not gebracht.

Nun wird er von religiösen „Freunden“ schwer verleumdet.

Der Mund Gottes soll mundtot gemacht werden. Man will ihn

maßregeln, dreht ihm das Wort im Munde herum, sucht ihm

Widersprüche nachzuweisen, reißt einzelne Worte aus dem

Zusammenhang. Jeremias Lage ist so verzweifelt wie die eines

gehetzten Tieres, das man jagt oder dem man mit Grube

und Schlinge nachstellt. Fallensteller, Jäger und Meute stehen

hingegen gut da. Sie tun ja nur ihre Pflicht. Ihr Gewissen ist

rein. Sie wissen die religiösen Autoritäten auf ihrer Seite. Dass

der Gejagte gestern vor Gott für sie eingetreten ist, in höchster

Gefahr, was gilt das jetzt! – Wie gehen wir, in der Kirche, in der

Gemeinde, in Familie und im Freundeskreis, mit abweichenden

Meinungen um? Wie viel Respekt und wie viel Fairness

dürfen Außenseiter erwarten? Jeremia ist gebrochen, doch sein

Glaube ist ihm nicht zerbrochen. Vielleicht, weil er sich eines

nicht nehmen lässt: das Menschenrecht, dem Gott seines Lebens

sein Leid zu klagen.

Antwortpsalm Ps 31, 5–6.12.14–16

Kehrvers:

In deiner Güte hilf mir, o Herr!

Du wirst mich befreien aus dem Netz,

das sie mir heimlich legten; *

denn du bist meine Zuflucht.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; *

du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. – Kehrvers

Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, /

ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; *

wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.


Eucharistie · Mittwoch, 11. März 120

Ich höre das Zischeln der Menge – Grauen ringsum. /

Sie tun sich gegen mich zusammen; *

sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben.

Kehrvers:

In deiner Güte hilf mir, o Herr!

Ich aber, Herr, ich vertraue dir, *

ich sage: „Du bist mein Gott.“

In deiner Hand liegt mein Geschick; *

entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger! – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 17b, ferner GL 431 (IV. Ton)

oder GL 1975 716, 1 · KG 610 (III. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 8, 12

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So spricht der Herr: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,

hat das Licht des Lebens.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 20, 17–28

In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs

die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen

jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn

den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden

ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit

er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten

Tag wird er auferstehen.

Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus

und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.

Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass

meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben

dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr

bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie

sagten zu ihm: Wir können es.


121

Mittwoch, 11. März · Abend

Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken;

doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe

nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater

diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das

hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher

ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht

über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein,

sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,

und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich

dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben

als Lösegeld für viele.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Solange es menschliche Gesellschaften gibt, haben sie ihren

gefährlichsten Feind im Geist gesehen.

Heinrich Mann (deutscher Schriftsteller, 1871–1950:

heute ist sein 70. Todestag)

• Wie drückt sich diese Ablehnung, ja Feindschaft zum Geistigen,

zum Nachdenklichen und Differenzierten heute aus?

• Habe ich diese Abwertung des Geistes schon einmal persönlich

erlebt?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)


Abend · Mittwoch, 11. März 122

Hymnus

In dieser Nacht sei du mir Schirm und Wacht;

o Gott, durch deine Macht wollst mich bewahren

vor Sünd und Leid, vor Satans List und Neid.

Hilf mir im letzten Streit, in Todsgefahren.

O Jesu mein, die heilgen Wunden dein

mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele.

In dieser Ruh schließ mir die Augen zu;

den Leib und alles Gut ich dir befehle.

O große Frau, Maria, auf mich schau;

mein Herz ich dir vertrau in meinem Schlafen.

Auch schütze mich, Sankt Josef, väterlich.

Schutzengel, streit für mich mit deinen Waffen.

Köln 1727

GL 91 · GL 1975 703

Psalm 55 Verse 2–9

Vernimm, o Gott, mein Beten; *

verbirg dich nicht vor meinem Flehen!

Achte auf mich und erhöre mich! *

Unstet schweife ich umher und klage.

Das Geschrei der Feinde macht mich verstört; *

mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen.

Sie überhäufen mich mit Unheil *

und befehden mich voller Grimm.

Mir bebt das Herz in der Brust; *

mich überfielen die Schrecken des Todes.

Furcht und Zittern erfassten mich; *

ich schauderte vor Entsetzen.

Da dachte ich: „Hätte ich doch Flügel wie eine Taube, *

dann flöge ich davon und käme zur Ruhe.“


123

Mittwoch, 11. März · Abend

Weit fort möchte ich fliehen, *

die Nacht verbringen in der Wüste.

An einen sicheren Ort möchte ich eilen *

vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm.

Ehre sei dem Vater ...

Wenn uns Unheil bedrängt, der tobende Sturm uns ängstigt,

lass uns zur Ruhe kommen bei dir. In der Einsamkeit lass uns

spüren, dass du uns beschützt.

Lesung Jes 53, 4–5

Er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen

auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,

von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen

unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu

unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind

wir geheilt.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Menschensohn wird den Heiden übergeben. Sie werden

ihn verspotten, geißeln und kreuzigen. Am dritten Tage aber

wird er auferstehen.

Fürbitten

„Bei euch soll es nicht so sein“: Nur Gottes Beistand, sein Heiliger

Geist kann aus den Versuchungen der Macht und des Habenwollens

herausführen. Ihn bitten wir:

V/A: Komm, Heiliger Geist.

– Schenke der Christenheit, die sich in der Trennung eingerichtet

hat, den Willen zur Einheit.

– Bewahre die Kirche in den Versuchungen der Macht und des

Herrschens und zeige ihr neue Wege des Teilens.


Abend · Mittwoch, 11. März 124

– Stärke und belebe die Berufungen der Menschen in Orden

und Geistlichen Gemeinschaften und erfülle sie wieder mit

deiner Freude und deinem Geist.

V/A: Komm, Heiliger Geist.

– Verbinde die verfeindeten Völker, Religionen und politischen

Gruppierungen mit dem Band deines Friedens.

– Geleite unsere lieben Verstorbenen und alle Toten einmal in

dein Reich des Friedens und des Lichts.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, erhalte deiner Kirche die Bereitschaft, das

Gute zu tun. Ermutige uns in diesem Leben durch deinen

Schutz und führe uns zu den ewigen Gütern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Donnerstag, 12. März 2020

Namenstag: hl. Simeon der Neue Theologe (Abt in Konstantinopel,

† 1022) · Almud von Wetter (Äbtissin, 11. Jh.) · Beatrix von Engelport

(† nach 1275)

Hymnus

Ecce homo

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Weniger als die Hoffnung auf ihn

das ist der Mensch

einarmig

immer

Nur der gekreuzigte

beide Arme

weit offen

der Hier-Bin-Ich

Hilde Domin, Ecce Homo,

aus: Dies., Gesammelte Gedichte,

© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1987

Psalm 56 Verse 2–7.9–14

Sei mir gnädig, Gott, denn Menschen stellen mir nach; *

meine Feinde bedrängen mich Tag für Tag.


Morgen · Donnerstag, 12. März 126

Täglich stellen meine Gegner mir nach; *

ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekämpfen.

An dem Tag, da ich mich fürchten muss, *

setze ich auf dich mein Vertrauen.

Ich preise Gottes Wort. /

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?

Sie verdrehen meine Worte den ganzen Tag; *

auf mein Verderben geht ihr ganzes Sinnen.

Sie lauern und spähen und beobachten

genau meine Schritte; *

denn sie trachten mir nach dem Leben.

Mein Elend ist aufgezeichnet bei dir. /

Sammle meine Tränen in einem Krug, *

zeichne sie auf in deinem Buch!

Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe. *

Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.

Ich preise Gottes Wort, *

ich preise das Wort des Herrn.

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?

Ich schulde dir die Erfüllung meiner Gelübde, o Gott; *

ich will dir Dankopfer weihen.

Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen, *

meine Füße bewahrt vor dem Fall.

So gehe ich vor Gott meinen Weg *

im Licht der Lebenden.

Ehre sei dem Vater ...

Treuer Gott, du stehst uns zur Seite, auf dich vertrauen wir.

Wenn wir bedrängt und verfolgt werden, bewahre du uns vor

dem Fall.


127

Donnerstag, 12. März · Morgen

Lesung Jes 58, 6a.7

Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: an die Hungrigen dein

Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen,

wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und

dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Mein Sohn, denke daran, dass du im Leben schon alles Gute

bekommen hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür

getröstet.

Bitten

Lebendiger Gott, heute und alle Tage richtest du dein Wort an

uns. Wir bitten dich:

A: Lass uns deine Stimme hören.

– In unserem Bedürfnis nach Geborgenheit.

– In den Rufen der Armen und Leidenden.

– In den Fragen der Suchenden.

Vaterunser

Oration

Heiliger Gott, du liebst die Unschuld und schenkst sie dem Sünder

zurück, der reumütig zu dir heimkehrt. Wende unser Herz

zu dir und schenke uns neuen Eifer im Heiligen Geist, damit wir

im Glauben standhaft bleiben und stets bereit sind, das Gute zu

tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Donnerstag, 12. März 128

Texte zur Eucharistiefeier

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.

Prüfe mich und erkenne mein Denken.

Sieh her, ob ich auf einem Weg bin, der dich kränkt,

und leite mich auf dem Weg, der zum ewigen Leben führt.

Vgl. Ps 139, 23–24

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 17, 5–10

So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen

vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz

sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der

Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem

Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen

Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser

gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat

nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben

grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig

bringt er seine Früchte. Arglistig ohnegleichen ist das Herz

und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr,

erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten,

wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht

seiner Taten.

Antwortpsalm Ps 1, 1–4.6

Kehrvers:

Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, /

nicht auf dem Weg der Sünder geht, *

nicht im Kreis der Spötter sitzt,


129

Donnerstag, 12. März · Eucharistie

sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, *

über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. – Kehrvers

Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, /

der zur rechten Zeit seine Frucht bringt *

und dessen Blätter nicht welken.

Alles, was er tut, *

wird ihm gut gelingen. – Kehrvers

Nicht so die Frevler: *

Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, *

der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Jer 17, 7, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton)

oder GL 1975 708, 1 oder KG 606 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 8, 15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht

bringen in Geduld.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 16, 19–31

In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann,

der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag

herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag

ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre

war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom

Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde

und leckten an seinen Geschwüren.

Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams

Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.

In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte

er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem

Schoß.


Eucharistie · Donnerstag, 12. März 130

Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick

Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins

Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große

Qual in diesem Feuer.

Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon

zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus

aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst

leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher

Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder

von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.

Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in

das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er

soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual

kommen.

Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf

die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur

wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.

Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten

nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen,

wenn einer von den Toten aufersteht.

Impuls zum Evangelium

Draußen vor der Tür. Was tut sich da vor unserer Türe? Ohne

an unser Ohr zu dringen? Ohne uns zu beunruhigen? Ohne

dass wir die Türe öffneten? Ohne dass wir über die Schwelle

träten? Ohne dass wir wissen wollten? Die Geschichte von Arm

und Reich, die Jesus erzählt, geht schlecht aus, schlecht für

den Armen, der hungrig und krank vor der Türe des Reichen

stirbt, schlecht aber auch für den Reichen, der nach seinem eigenen

Tode Höllenqualen leidet ohne alle Aussicht auf Veränderung.

Nicht besser sieht es für die Brüder des Reichen aus.

Sie hätten die Chance, neu zu beginnen, die Dinge anders zu

ordnen zwischen Arm und Reich, doch sie machen weiter wie

bisher. Unwissend kann man sie nicht nennen, ihr Ethikunter-


131

Donnerstag, 12. März · Abend

richt ist der beste, den man sich denken mag. Sind ihre Lehrer

nicht Mose und die Propheten? Aber eigentümlich blind sind

sie, recht eigentlich verblendet. Was blendet sie? Was benebelt

ihre Sinne, was verhindert ihnen die freie Sicht? Warum sehen

sie nicht, was sich tut vor ihrer Tür? Den Abgrund, der sich

auftut? Warum sehe ich ihn nicht?

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Wer einen Menschen bessern will, muss ihn erst einmal respektieren.

Romano Guardini (Theologe und Philosoph, 1885–1968)

• Habe ich selbst diese Chance der Veränderung zum Besseren

durch Annahme und Akzeptanz erfahren können?

• Wen könnte ich auf solche Weise stärken?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Nun ist sie da, die rechte Zeit,

die Gottes Huld uns wieder schenkt,

nun ist er da, der Tag des Heils,

erfüllt von Christi hellem Licht.

Jetzt soll sich unser ganzes Herz

durch Fasten und Gebet erneu’n,

und durch Entsagung werde stark,

was müde ist und schwach und krank.


Abend · Donnerstag, 12. März 132

Lass uns, o Herr, mit Geist und Leib

das Werk der Buße freudig tun,

dass wir den Übergang bestehn

zum Pascha, das kein Ende kennt.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Nunc tempus acceptabile;

spätestens 10. Jahrhundert

Melodie: GL 638 – andere Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72

Psalm 72 Verse 12–19

Der Herr rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, *

den Armen und den, der keinen Helfer hat.

Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, *

er rettet das Leben der Armen.

Von Unterdrückung und Gewalttat befreit er sie, *

ihr Blut ist in seinen Augen kostbar.

Er lebe, und Gold von Saba soll man ihm geben! /

Man soll für ihn allezeit beten, *

stets für ihn Segen erflehen.

Im Land gebe es Korn in Fülle. *

Es rausche auf dem Gipfel der Berge.

Seine Frucht wird sein wie die Bäume des Libanon. *

Menschen blühn in der Stadt wie das Gras der Erde.

Sein Name soll ewig bestehen; *

solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name.

Glücklich preisen sollen ihn alle Völker *

und in ihm sich segnen.

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *

Er allein tut Wunder.


133

Donnerstag, 12. März · Abend

Gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit! *

Seine Herrlichkeit erfülle die ganze Erde.

Amen, ja amen.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, unser Vater, du lenkst unsere Welt in Barmherzigkeit. Gib

uns deinen Geist, dass wir für unsere armen Schwestern und

Brüder sorgen.

Lesung Jes 55, 8–9

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege

sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn. So hoch der

Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege

über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der reiche Mann verweigerte dem armen Lazarus den Bissen

Brot: Nun bettelt er um einen Tropfen Wasser.

Fürbitten

„Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“, ruft uns Jesus

zu. Darum bitten wir ihn um seine Nähe und seinen Beistand:

V/A: Höre und erhöre uns.

Wir beten für die Kirche der Gegenwart und all ihre Glieder:

– Lass sie zum Lobe Gottes und zum Heil der Menschen wirken,

indem sie die Zeichen Gottes für diese Zeit erkennen.

Wir beten für die Familien:

– Hilf ihnen, in Verbindung miteinander zu bleiben, einander

anzunehmen und wertzuschätzen auch in ihrer Verschiedenheit.

Wir bitten für die vielen Kinder dieser Erde, denen Bildung verwehrt

bleibt:


Abend · Donnerstag, 12. März 134

– Lass sie Hilfe erfahren und sich als wertvolle Menschen erfahren,

die ihr Leben selbst gestalten können.

V/A: Höre und erhöre uns.

Wir beten für die Kranken und Sterbenden:

– Lass sie deine tröstliche Nähe erfahren, und lass sie auf immer

verbunden sein mit dir.

Vaterunser

Oration

Heiliger Gott, du liebst die Unschuld und schenkst sie dem Sünder

zurück, der reumütig zu dir heimkehrt. Wende unser Herz

zu dir und schenke uns neuen Eifer im Heiligen Geist, damit wir

im Glauben standhaft bleiben und stets bereit sind, das Gute zu

tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Freitag, 13. März 2020

Namenstag: hl. Leander von Sevilla (Bischof, † 600) · hl. Gerald von

Mayo (Abtbischof, † 732) · hl. Answin (Oswin, Bischof, † 861) · sel.

Judith von Ringelheim (Äbtissin, 11. Jh.) · sel. Paulina von Paulinzelle

(Klostergründerin, † 1107) · sel. Sancha von Portugal († 1229)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Herr, öffne Ohren und das Herz,

dass wir das Wort recht fassen,

in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz

es außer Acht nicht lassen;

dass wir nicht Hörer nur allein,

dass wir des Wortes Täter sein,

Frucht hundertfältig bringen.

Nach David Denicke 1603–1680

GL 845 (Anhang Limburg)

Psalm 38 Verse 6–13

Mir schwären, mir eitern die Wunden *

wegen meiner Torheit.

Ich bin gekrümmt und tief gebeugt, *

den ganzen Tag geh ich traurig einher.

Denn meine Lenden sind voller Brand, *

nichts blieb gesund an meinem Leib.


Morgen · Freitag, 13. März 136

Kraftlos bin ich und ganz zerschlagen, *

ich schreie in der Qual meines Herzens.

All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir, *

mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

Mein Herz pocht heftig, mich hat die Kraft verlassen, *

geschwunden ist mir das Licht der Augen.

Freunde und Gefährten bleiben mir fern

in meinem Unglück, *

und meine Nächsten meiden mich.

Die mir nach dem Leben trachten, legen mir Schlingen; /

die mein Unheil suchen, planen Verderben, *

den ganzen Tag haben sie Arglist im Sinn.

Ehre sei dem Vater ...

Du Hoffnung der Verlassenen, gib uns ein fühlendes Herz. Lass

uns an niemandem vorbeigehen, der unseren Trost und unsere

Nähe braucht.

Lesung Jes 55, 6–7

Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an,

solange er nahe ist! Der Ruchlose soll seinen Weg verlassen,

der Frevler seine Pläne. Er kehre um zum Herrn, damit er Erbarmen

hat mit ihm, und zu unserem Gott, denn er ist groß im

Verzeihen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Den Bösen wird er ein böses Ende bereiten und den Weinberg

anderen verpachten, die ihm Früchte liefern zur rechten Zeit.

Bitten

Gott, ohne Zahl sind deine Wohltaten, und doch sind wir oft in

unserer Hartherzigkeit gefangen. Wir bitten dich:


137

Freitag, 13. März · Eucharistie

A: Hilf uns Grenzen überwinden.

– Überwinde unsere Vorbehalte und lass uns heute auf jeden

Menschen unbefangen zugehen.

– Lass uns nicht Böses mit Bösem vergelten, sondern Vergebung

und Frieden schenken.

– Hilf, dass wir den Segen, den wir von dir empfangen, für

unsere Umgebung fruchtbar werden lassen.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, reinige uns in diesen Tagen, in denen wir

für unsere Sünden Buße tun, damit wir mit lauterem Herzen

das Osterfest erwarten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, ich suche Zuflucht bei dir.

Lass mich doch niemals scheitern.

Du wirst mich befreien aus dem Netz,

das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht.

Ps 31, 2.5

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Genesis Gen 37, 3–4.12–13a.17b–28

Israel liebte Josef unter allen seinen Söhnen am meisten, weil

er ihm noch in hohem Alter geboren worden war. Er ließ

ihm einen Ärmelrock machen. Als seine Brüder sahen, dass ihr


Eucharistie · Freitag, 13. März 138

Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und

konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden.

Als seine Brüder fortgezogen waren, um das Vieh ihres Vaters

bei Sichem zu weiden, sagte Israel zu Josef: Deine Brüder weiden

bei Sichem das Vieh. Geh, ich will dich zu ihnen schicken.

Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan.

Sie sahen ihn von weitem. Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen

war, fassten sie den Plan, ihn umzubringen. Sie sagten

zueinander: Dort kommt ja dieser Träumer. Jetzt aber auf,

erschlagen wir ihn, und werfen wir ihn in eine der Zisternen.

Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann werden wir

ja sehen, was aus seinen Träumen wird.

Ruben hörte das und wollte ihn aus ihrer Hand retten. Er sagte:

Begehen wir doch keinen Mord. Und Ruben sagte zu ihnen:

Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne da in der Steppe,

aber legt nicht Hand an ihn! Er wollte ihn nämlich aus ihrer

Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen.

Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm

sein Gewand aus, den Ärmelrock, den er anhatte, packten ihn

und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer; es war

kein Wasser darin.

Als sie dann beim Essen saßen und aufblickten, sahen sie,

dass gerade eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead kam.

Ihre Kamele waren mit Tragakant, Mastix und Ladanum beladen.

Sie waren unterwegs nach Ägypten. Da schlug Juda seinen

Brüdern vor: Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder

erschlagen und sein Blut zudecken? Kommt, verkaufen wir ihn

den Ismaelitern. Wir wollen aber nicht Hand an ihn legen, denn

er ist doch unser Bruder und unser Verwandter. Seine Brüder

waren einverstanden.

Midianitische Kaufleute kamen vorbei. Da zogen sie Josef aus

der Zisterne heraus und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke

an die Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypten.


139

Freitag, 13. März · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Kleider machen Leute. Durch Kleidung zeigen wir, wer wir

sind oder sein möchten, wie wir wahrgenommen werden wollen.

Ich muss da gar nicht an die häufig wechselnden, stets

ambitioniert ‚optimierten‘ Kontaktfotos eines Patenkindes denken.

Ich möchte ja auch gut getroffen sein! Auch wenn wir uns

in dieser Frage betont lässig geben, es ist uns doch nicht gleichgültig,

was wir auf dem Leib tragen und was für ein Bild wir abgeben.

Jakob schenkt Josef, dem geliebten, späten Rachelkind,

einen wertvollen Ärmelrock, ein kleines Vermögen! So bringt

der Vater überdeutlich zum Ausdruck, wie er seinen nachgeborenen

Sohn sieht, welches Bild er sich von ihm macht. Als

sie den kleinen Burschen mit dem Prunkstück am Leibe erblicken,

verschlägt es Josefs großen Brüdern, allesamt gestandene

Männer, die Sprache. Ihr Ärger über diese augenscheinliche

Ungerechtigkeit, ihre tiefe Eifersucht, entlädt sich in einer kollektiven

Gewalttat. Josef kommt zwar mit dem Leben davon,

doch der Anblick seines zerrissenen und blutgetränkten Gewandes

bringt den Vater beinahe um den Verstand. Bis sich

die Risse im Gewebe geschlossen haben und Pharaos Superminister

seinen Brüdern elf prächtige Festgewänder überreichen

kann (Gen 45, 22), braucht es Zeit und Gottes Gnade – und

das geduldige Abschiednehmen aller von den ungeduldigen

und unduldsamen Bildern, die wir uns von uns selbst und von

den anderen machen.

Antwortpsalm Ps 105, 16–21

Kehrvers:

Gedenkt der Wunder, die der Herr getan!

Er rief den Hunger ins Land, *

entzog ihnen allen Vorrat an Brot.

Doch hatte er ihnen einen Mann vorausgesandt: *

Josef wurde als Sklave verkauft. – Kehrvers


Eucharistie · Freitag, 13. März 140

Man spannte seine Füße in Fesseln *

und zwängte seinen Hals ins Eisen

bis zu der Zeit, als sein Wort sich erfüllte *

und der Spruch des Herrn ihm recht gab.

Kehrvers:

Gedenkt der Wunder, die der Herr getan!

Da sandte der König einen Boten und ließ ihn frei, *

der Herrscher der Völker ließ ihn heraus.

Er bestellte ihn zum Herrn über sein Haus, *

zum Gebieter über seinen ganzen Besitz. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 5a, ferner GL 69, 1 (IX. Ton)

oder GL 1975 148, 2 (IV. Ton) oder KG 632 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus

Mt 21, 33–43.45–46

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Ältesten

des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer,

der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen

Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete

er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes

Land.

Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den

Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen.

Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten

sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie.

Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit

ihnen machten sie es genauso.


141

Freitag, 13. März · Abend

Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor

meinem Sohn werden sie Achtung haben.

Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist

der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben.

Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus

und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs

kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?

Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses

Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten,

die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.

Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen:

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein

geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen

geschah dieses Wunder?

Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen

und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten

Früchte bringt.

Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse

hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie hätten ihn

gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten,

weil alle ihn für einen Propheten hielten.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Beim Studium der Geschichte macht mich immer wieder die

Tatsache traurig, dass wir sie erst nachher studieren.

Alfred Delp (deutscher Jesuit, Vordenker einer spirituellen,

ökumenischen und diakonischen Kirche, wegen seines Widerstands


Abend · Freitag, 13. März 142

gegen den Nationalsozialismus nach Verurteilung

durch den „Volksgerichtshof“ in Berlin-Plötzensee ermordet, 1907–1945)

• Was kann ich weitergeben durch meinen persönlichen Blick

auf die Geschichte?

• Wo kann ich mich einbringen: jetzt und mit meinen Erfahrungen?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Du wirst zur rechten Zeit

den Hirtenstab erheben,

der allzeit ist bereit,

dem Herzen Trost zu geben.

Dazu ist wunderbar

ein Tisch mir immerdar

von dir, o Herr, bereitet,

der mir die Kräfte schenkt,

wann mich der Feind bedrängt,

und mich zum Siege leitet.

Nach Caspar Ulenberg 1582, nach Ps 23

GL 421, 3. Strophe

Psalm 116 Verse 1–9

Ich liebe den Herrn; *

denn er hat mein lautes Flehen gehört

und sein Ohr mir zugeneigt *

an dem Tag, als ich zu ihm rief.

Mich umfingen die Fesseln des Todes, /

mich befielen die Ängste der Unterwelt, *

mich trafen Bedrängnis und Kummer.

Da rief ich den Namen des Herrn an: *

„Ach Herr, rette mein Leben!“


143

Freitag, 13. März · Abend

Der Herr ist gnädig und gerecht, *

unser Gott ist barmherzig.

Der Herr behütet die schlichten Herzen; *

ich war in Not, und er brachte mir Hilfe.

Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! *

Denn der Herr hat dir Gutes getan.

Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, /

meine Tränen getrocknet, *

meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.

So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn *

im Land der Lebenden.

Ehre sei dem Vater ...

In der Not bring du uns Hilfe, treuer Gott. Gib uns Kraft zu tragen,

was uns an Widrigkeiten begegnet, und lass uns zur Ruhe

kommen bei dir.

Lesung Jer 7, 2b.4–5a.7a

Hört das Wort des Herrn, ganz Juda, alle, die ihr durch diese

Tore kommt, um dem Herrn zu huldigen! Vertraut nicht

auf die trügerischen Worte: Der Tempel des Herrn, der Tempel

des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier. Denn nur wenn ihr

euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert, will ich bei

euch wohnen hier an diesem Ort.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Sie suchten Jesus festzunehmen, doch sie fürchteten sich; denn

das Volk hielt ihn für einen Propheten.

Fürbitten

Gott der Gerechtigkeit, wir bitten dich für alle, die heute gefangen

genommen werden:


Abend · Freitag, 13. März 144

A: Herr, erbarme dich.

– Dass niemand, der sich gewaltlos für ein berechtigtes Ziel

eingesetzt hat, schikaniert und unterdrückt wird.

– Dass Menschen, die in bewaffneten Konflikten in die Gewalt

der Gegner gelangen, respektvoll behandelt werden.

– Dass alle, die entführt oder zur Erpressung von Lösegeld festgehalten

werden, wieder sicher in ihr Leben zurückkehren

können.

– Dass alle, die sich etwas haben zuschulden kommen lassen,

ihren Irrtum erkennen und so gut wie möglich Wiedergutmachung

leisten.

– Dass alle, deren Hoffnung auf Befreiung zunichte geworden

ist, in deiner Liebe geborgen sind.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, reinige uns in diesen Tagen, in denen wir

für unsere Sünden Buße tun, damit wir mit lauterem Herzen

das Osterfest erwarten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Samstag, 14. März 2020

Heilige Mathilde

Mathilde (um 895–968) war mit dem späteren König Heinrich

I. (um 876–936) vermählt. Aus dieser Ehe gingen fünf

Kinder hervor, darunter der spätere Kaiser Otto I. und Bruno, der

Erzbischof von Köln wurde. Mathilde war ebenso fromm und demütig

wie weltoffen und klug. Ihr Leben war ausgefüllt mit Werken

tätiger Nächstenliebe. Auf ihre Stiftung gehen die Klöster Pölde,

Engern, Nordhausen und das Kloster Quedlinburg zurück, wo

sie starb und begraben wurde.

Namenstag: Einhard (Biograf Karls des Großen, Gründer von Seligenstadt,

† 840) · sel. Eva von Lüttich (Reklusin, Förderin des Fronleichnamsfestes,

† um 1265) · Konrad Müller (Franziskaner, † 1532) · Gottfried

Könzgen (Arbeitersekretär der Katholischen Arbeiterbewegung,

inhaftiert im KZ Oranienburg, † 1945)

Ökumenischer Gedenktag: Friedrich Gottlieb Klopstock (deutscher

Dichter, 1724–1803)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Du Sonne der Gerechtigkeit,

Christus, du wahres Licht der Welt,

vertreib in uns die Finsternis,

mach hell und furchtlos unser Herz.


Morgen · Samstag, 14. März 146

Du schenkst uns diese Gnadenzeit,

zu wandeln unser ganzes Sein.

Lass uns in deiner Gnade Kraft

als neue Menschen auferstehn.

Gib uns zur Umkehr frohen Mut

und schenk die Treue und Geduld,

uns hinzugeben, um in dir

für unsre Nächsten frei zu sein.

Es naht dein Tag, der große Tag,

da alles neu in Blüte steht;

die ewge Freudenzeit bricht an,

weil du für immer uns erlöst.

Du gütige Dreifaltigkeit,

die Gnade und Vergebung schenkt,

dich preise unser frohes Lied

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

© Bernardin Schellenberger 2013

Psalm 119

Nach deiner Hilfe sehnt sich meine Seele; *

ich warte auf dein Wort.

Verse 81–88 Kaf

Meine Augen sehnen sich nach deiner Verheißung, *

sie fragen: Wann wirst du mich trösten?

Ich bin wie ein Schlauch voller Risse, *

doch deine Gesetze habe ich nicht vergessen.

Wie viele Tage noch bleiben deinem Knecht? *

Wann wirst du meine Verfolger richten?

Stolze stellen mir Fallen, *

sie handeln nicht nach deiner Weisung.

Zuverlässig sind all deine Gebote. *

Zu Unrecht verfolgt man mich. Komm mir zu Hilfe!


147

Samstag, 14. März · Morgen

Fast hätte man mich von der Erde ausgetilgt; *

dennoch halte ich fest an deinen Befehlen.

In deiner großen Huld lass mich leben, *

und ich will beachten, was dein Mund mir gebietet.

Ehre sei dem Vater ...

Nach deiner Nähe sehnen wir uns, treuer Gott. Erfülle deine

Verheißung, lass uns leben in deiner Huld.

Lesung Jer 29, 11.13.14

Ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch

des Herrn –, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn

ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Sucht ihr

mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach

mir fragt, lasse ich mich von euch finden – Spruch des Herrn.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Vater, ich habe gegen dich gesündigt und bin nicht mehr wert,

dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Knechte.

Bitten

Du unser Gott, wir bleiben schwache, fehlbare Menschen. Wir

bitten dich:

A: Hilf uns umkehren zu dir.

– Wenn wir mehr unserem Können als deiner Güte vertrauen.

– Wenn wir uns vor anderen Menschen verschließen.

– Wenn wir uns selbst wegen unserer Schwächen und Fehler

nicht annehmen können.

Vaterunser


Eucharistie · Samstag, 14. März 148

Oration

Gütiger Gott, durch das Wirken deiner Gnade schenkst du uns

schon auf Erden den Anfang des ewigen Lebens. Vollende, was

du in uns begonnen hast, und führe uns hin zu jenem Licht, in

dem du selbst wohnst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Der Herr ist gnädig und barmherzig,

langmütig und reich an Gnade.

Der Herr ist gütig zu allen;

sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Ps 145, 8–9

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Micha Mi 7, 14–15.18–20

Herr, führe mit deinem Stab dein Volk auf die Weide, die

Schafe, die dein Erbbesitz sind, die einsam lagern in einer

Wildnis mitten im fruchtbaren Land. Sie sollen wieder im

Baschan und in Gilead weiden wie in den Tagen der Vorzeit.

Wie in den Tagen, als du aus Ägypten auszogst, lass uns deine

Wunder schauen!

Wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem

Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für

immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein.

Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld

zertreten.

Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab.

Du wirst Jakob deine Treue beweisen und Abraham deine


149

Samstag, 14. März · Eucharistie

Huld, wie du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der

Vorzeit.

Antwortpsalm Ps 103, 1–4.9–12

Kehrvers:

Gnädig und barmherzig ist der Herr, voll Langmut und reich

an Güte.

Lobe den Herrn, meine Seele, *

und alles in mir seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele, *

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: – Kehrvers

der dir all deine Schuld vergibt *

und all deine Gebrechen heilt,

der dein Leben vor dem Untergang rettet *

und dich mit Huld und Erbarmen krönt. – Kehrvers

Er wird nicht immer zürnen, *

nicht ewig im Groll verharren.

Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden *

und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. – Kehrvers

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, *

so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.

So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, *

so weit entfernt er die Schuld von uns. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 8, ferner GL 517 · GL 1975 527, 5 · KG 613 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Lk 15, 18

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe

mich versündigt gegen den Himmel und gegen dich.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


Eucharistie · Samstag, 14. März 150

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 15, 1–3.11–32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn

zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten

sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst

sogar mit ihnen.

Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte

zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater,

gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das

Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn

alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein

zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot

über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu

einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte

ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger

mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber

niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines

Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor

Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen

und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und

gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu

sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah

ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm.

Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel

und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn

zu sein.

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das

beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an

die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her

und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn

mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist


151

Samstag, 14. März · Eucharistie

wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest

zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging

und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.

Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.

Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein

Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und

gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte

nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm

gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene

ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir

aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit

ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist

der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen

durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir,

und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns

doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und

lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Impuls zum Evangelium

Mathilde und Clothilde – das waren Namen, die ich meiner

Schwester für ihre Töchter vorschlug. Ich lebte damals in Paris,

da stieß ich auf die Namen. Mir sagten sie etwas. Meine

Schwester lehnte dankend ab. Es gab andere Namen, andere

familiäre Bezugspunkte. Wunderschöne Namen sind es, und

gute, große Heiligennamen. Hier kennen wir keinen einzigen

Namen. Ein jüngerer Sohn ohne Chance auf den väterlichen

Hof lässt sich auszahlen und wandert aus. Wie bunt doch die

Welt ist. Doch auch ihre Härte erfährt er am eigenen Leib. Im

Elend, in der Fremde, kommt die Wende. Der Gestrandete

kommt zu sich, er zieht Bilanz. Er beschuldigt nicht den fernen

Vater, nicht die Umstände, er selbst übernimmt die Verant-


Abend · Samstag, 14. März 152

wortung für sein Leben. Darum kann er die Heimkehr wagen.

Und der Vater begrüßt den Totgeglaubten mit spontaner, großer

Freude. Er überhäuft den Verschuldeten nicht mit Vorwürfen,

er überschüttet ihn mit Liebe. Den Verlierer erniedrigt er

nicht, er gibt ihm ein Fest. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn,

vom barmherzigen Vater ist auch eine Geschichte vom Umgang

mit meinem Scheitern und mit Gescheiterten. Wie gehe ich

mit Niederlagen, mit Beschämendem im eigenen Leben um?

Wie begegne ich in meinem Alltag Menschen, die nach gängigen

Maßstäben Verlierer, die, wie viele heute sagen, einfach

„peinlich“ sind? Was kann ich von diesem Vater lernen, und

was von diesem Sohn?

Hymnus

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Dem Gott, der alles Leben gibt,

will ich mein Loblied singen.

Unendlich groß ist, der mich liebt,

mein Lied soll für den klingen,

der mich und dich führt und erhält,

an dem sich freut die ganze Welt.

Der Gott, der meine Hoffnung ist,

mein Atem, meine Stimme,

der nie sein Ja zu mir vergisst,

der hält mich, wenn ich schwimme.

Wie eine Mutter schützt Gott mich,

wie eine Freundin sorgt Gott sich.


153

Samstag, 14. März · Abend

Dem Gott, der Mut zum Auszug macht

aus tödlichen Strukturen,

der Friedensleidenschaft entfacht,

mit seinen Liebesspuren,

der Recht will und Gerechtigkeit,

dem folg’ ich mit Entschlossenheit.

Der Gott, der in mich Hoffnung setzt,

will, dass ich Wohnung werde,

für seinen Geist, der uns vernetzt,

zum Schutz der einen Erde.

Ich öffne mich. Ich bin bereit

für Gottes Zeit und Ewigkeit.

Text: Eugen Eckert,

© Strube-Verlag, München

Psalm 116 Verse 10–19

Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: *

Ich bin so tief gebeugt.

In meiner Bestürzung sagte ich: *

Die Menschen lügen alle.

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, *

was er mir Gutes getan hat?

Ich will den Kelch des Heils erheben *

und anrufen den Namen des Herrn.

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen *

offen vor seinem ganzen Volk.

Kostbar ist in den Augen des Herrn *

das Sterben seiner Frommen.

Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, /

dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. *

Du hast meine Fesseln gelöst.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen *

und anrufen den Namen des Herrn.


Abend · Samstag, 14. März 154

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen *

offen vor seinem ganzen Volk,

in den Vorhöfen am Hause des Herrn, *

in deiner Mitte, Jerusalem.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, auf dich vertrauen wir. Du löst unsere Fesseln und nimmst

von uns, was uns fernhält von dir und voneinander. Dir wollen

wir allezeit danken.

Lesung

Jer 31, 2.3b.4a

So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, das

vom Schwert verschont blieb; Israel zieht zum Ort seiner

Ruhe. Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich

dir so lange die Treue bewahrt. Ich baue dich wieder auf, du

sollst neu gebaut werden, Jungfrau Israel.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Gerecht gemacht durch den Glauben, haben wir Frieden mit

Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.

Fürbitten

Jesus, Gotteslamm, selbst unseren kreuzigenden Hass hast du

liebend angenommen und so das unbedingte Ja des Vaters zu

uns besiegelt. Wir bitten dich:

A: Sende uns deinen Geist.

Lass alle, die deinen Namen tragen, Funken deines Lichts für

ihre Mitmenschen sein;

– hilf ihnen, Anfeindung und Spott in der Freude über die unfassbare

Güte des Vaters zu ertragen.

Lass alle, die der göttlichen Liebe begegnet sind, über die Grenzen

der Religionen hinweg zueinanderfinden;

– gib, dass wir Hand in Hand die Schöpfung verwandeln.


155

Samstag, 14. März · Abend

Lass alle Unterdrückten und Entrechteten in ihrer Not deinen

Beistand erfahren;

– öffne ihren Bedrängern die Augen, dass sie sich von ihrem

Tun abwenden.

Nimm an diesem Abend unsere Bitte für die Verstorbenen gnädig

entgegen;

– gewähre uns Zeichen der Hoffnung, dass wir einmal mit ihnen

den Morgen des neuen Tages feiern werden.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der

Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt

uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden

durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Gott aller Gnade, der uns in Christus

zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat,

wird uns aufrichten, stärken, kräftigen

und auf festen Grund stellen.

Sein ist die Macht in Ewigkeit.

Vgl. 1 Petr 5, 10f.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Von Woche zu Woche · Samstag, 14. März 156

Von Woche zu Woche

Quell des Lebens

(zu Joh 4, 5–42)

Aus Samaria hört man nichts Gutes.

Rechtgläubig sind die jedenfalls nicht!

Und warum opfern die nicht im Tempel?

Beten die wirklich zu Jahwe,

wie sie behaupten,

oder verehren sie fremde Götter?

Verachtung hüben – Feindseligkeit drüben.

Jesus selbst sieht sich als Lehrer Israels,

nicht der Samaritaner.

Doch für ihn ist Gott kein Besitz,

der ängstlich oder aggressiv

zu hüten ist.

Gott ist der fließende Quell

seines eigenen Lebens.

Deshalb kann er Durst stillen.

Den Durst nach Sinn,

den Durst nach Gott,

den Durst einer Frau aus Samaria,

auch meinen Durst.

Dorothee Sandherr-Klemp


15. März 2020

3. Fastensonntag

Namenstag: hl. Zacharias (letzter griechischer Papst, † 752) · hl.

Lukretia (Märtyrerin, † 859) · sel. Diedo von Andelsbuch (Dietrich,

† 1120) · hl. Louise de Marillac (Mitarbeiterin des hl. Vinzenz von

Paul, Ordensgründerin, † 1660) · hl. Klemens Maria Hofbauer (Redemptorist,

† 1820) · Pius Keller (Augustiner-Eremit in Münnerstadt,

† 1904)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn

und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!

Ps 95, 1

Ehre sei dem Vater ...

Morgenstern der finstern Nacht,

der die Welt voll Freuden macht,

Jesu mein, komm herein,

leucht in meines Herzens Schrein,

leucht in meines Herzens Schrein.

Schau, dein Himmel ist in mir,

er begehrt dich, seine Zier.


Morgen · Sonntag, 15. März 158

Säume nicht, o mein Licht,

komm, komm, eh der Tag anbricht,

komm, komm, eh der Tag anbricht.

Deines Glanzes Herrlichkeit

übertrifft die Sonne weit;

du allein, Jesu mein,

bist, was tausend Sonnen sein,

bist, was tausend Sonnen sein.

Ei nun, güldnes Seelenlicht,

komm herein und säume nicht.

Komm herein, Jesu mein,

leucht in meines Herzens Schrein,

leucht in meines Herzens Schrein.

Angelus Silesius 1657

GL 372 · GL 1975 555 · KG 192 – Strophen 1–3 und 6

Psalm 93

Der Herr ist König, bekleidet mit Hoheit; *

der Herr hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet.

Der Erdkreis ist fest gegründet, *

nie wird er wanken.

Dein Thron steht fest von Anbeginn, *

du bist seit Ewigkeit.

Fluten erheben sich, Herr, /

Fluten erheben ihr Brausen, *

Fluten erheben ihr Tosen.

Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser, /

gewaltiger als die Brandung des Meeres *

ist der Herr in der Höhe.

Deine Gesetze sind fest und verlässlich; /

Herr, deinem Haus gebührt Heiligkeit *

für alle Zeiten.

Ehre sei dem Vater ...


159

Sonntag, 15. März · Morgen

Großer Gott, tränke uns mit dem Wasser des Lebens. Lass uns

nicht untergehen in den Sorgen und Nöten, die uns bedrängen,

sondern tröste uns mit deinem Wort.

Lesung

Joël 2, 27–3, 1a

Ihr werdet erkennen, dass ich mitten in Israel bin und dass

ich der Herr, euer Gott, bin, ich und sonst niemand. Mein

Volk braucht sich nie mehr zu schämen. Danach aber wird es

geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch.

Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Jesus sprach: Reißt diesen Tempel nieder – in drei Tagen richte

ich ihn wieder auf. Er meinte den Tempel seines Leibes.

Bitten

Heute vor 200 Jahren starb Klemens Maria Hofbauer, der „Apostel

von Wien“. Als engagierter Seelsorger kümmerte er sich um

alle, die zu ihm kamen. Bitten wir Gott, der ihn diesen Weg

geführt hat:

A: Gib uns Kraft, deinem Ruf zu folgen.

– Dass wir tun, was wir heute als unsere Aufgabe erkennen.

– Dass wir uns dir anvertrauen, gleich wohin du uns führen

willst.

– Dass wir dort, wo wir stehen, von deiner Güte Zeugnis geben.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der

Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt

uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden


Eucharistie · Sonntag, 15. März 160

durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Unser Heiland Jesus Christus

öffne uns Augen, Ohren und Herz,

damit wir die Zeichen der Zeit erkennen

und in seinem Sinne handeln.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 186, 225, 422, 427, 489, 491 · KG 4, 103, 377,

381, 382, 504, 544

Meine Augen schauen stets auf den Herrn;

denn er befreit meine Füße aus dem Netz.

Wende dich zu mir und sei mir gnädig;

denn ich bin einsam und gebeugt.

Ps 25, 15–16

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Exodus Ex 17, 3–7

In jenen Tagen dürstete das Volk nach Wasser und murrte gegen

Mose. Sie sagten: Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten

heraufgeführt, um mich und meine Söhne und mein Vieh

vor Durst sterben zu lassen? Mose schrie zum HERRN: Was soll

ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig und sie steinigen

mich.

Der HERR antwortete Mose: Geh am Volk vorbei und nimm

einige von den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die

Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh! Siehe,

dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen.

Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen und

das Volk kann trinken.


161

Sonntag, 15. März · Eucharistie

Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels.

Den Ort nannte er Massa und Meriba, Probe und Streit, weil

die Israeliten gehadert und den HERRN auf die Probe gestellt hatten,

indem sie sagten: Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?

Impuls zur Lesung

Erbärmlicher Durst plagt die Menschen, die Mose durch die

Wüste führt. In dieser Krise wird nicht nur die Leitungskompetenz

des Mose, sondern das ganze Unternehmen infrage gestellt.

Vor allem aber zweifelt das Volk an Gottes Begleitung.

Ist der Herr in unserer Mitte? Oder eben nicht. Die Frage ist

unvermeidlich. Wo Menschen sich auf das Gottesabenteuer Befreiung

einlassen, verlieren sie mit den Fesseln auch Halt. Gewissheiten

tauschen sie gegen Wagnis, gegen Unwägbarkeiten

und Wüstenwege ein. Die Angst vor der eigenen Courage verdrängt

in langen Krisenzeiten das Gottvertrauen des Anfangs:

Ist der Herr noch in unserer Mitte? Bedrängt von innen und

von außen, schreit Mose seine Not zu Gott – und gewinnt lebendiges

Wasser für alle.

Antwortpsalm Ps 95, 1–2.6–9

Kehrvers:

Hört auf die Stimme des Herrn; verhärtet nicht euer Herz!

Kommt, lasst uns jubeln dem HERRN, *

jauchzen dem Fels unsres Heiles!

Lasst uns mit Dank seinem Angesicht nahen, *

ihm jauchzen mit Liedern! – Kehrvers

Kommt, wir wollen uns niederwerfen,

uns vor ihm verneigen, *

lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserm Schöpfer!

Denn er ist unser Gott, /

wir sind das Volk seiner Weide, *

die Herde, von seiner Hand geführt. – Kehrvers


Eucharistie · Sonntag, 15. März 162

Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /

Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba, *

wie in der Wüste am Tag von Massa!

Dort haben eure Väter mich versucht, *

sie stellten mich auf die Probe

und hatten doch mein Tun gesehen.

Kehrvers:

Hört auf die Stimme des Herrn; verhärtet nicht euer Herz!

Kehrvers vgl. Verse 7d.8a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 5 (IV. Ton) oder KG 645 (VII. Ton)

Lesung aus dem Römerbrief Röm 5, 1–2.5–8

Schwestern und Brüder! Gerecht gemacht aus Glauben, haben

wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren

Herrn. Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu

der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der

Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Die Hoffnung aber lässt

nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in

unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die zu

dieser Zeit noch Gottlosen gestorben. Dabei wird nur schwerlich

jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch

für einen guten Menschen sein Leben wagen.

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für

uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 4, 42.15

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Herr, du bist der Retter der Welt. Gib mir lebendiges Wasser,

damit mich nie mehr dürstet.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!


163

Sonntag, 15. März · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 4, 5–42

Kurzfassung: Joh 4, 5–15.19b–26.39a.40–42

In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in Samarien, die Sychar

hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem

Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen.

Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den

Brunnen; es war um die sechste Stunde.

Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus

sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich

in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.

Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich,

eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren

nämlich nicht mit den Samaritern.

Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes

besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!,

dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser

gegeben.

Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der

Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist

du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen

gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und

seine Herden?

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird

wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das

ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr

wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle

werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.

Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit

ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen

muss, um Wasser zu schöpfen! Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen

Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich

habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt:

Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt und

der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die

Wahrheit gesagt.


Eucharistie · Sonntag, 15. März 164

Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.

Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber

sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.

Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu

der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten

werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was

wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde

kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater

anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der

Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten,

müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der

Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.

Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht.

Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten

sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte:

Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr? Die Frau ließ ihren

Wasserkrug stehen, kehrte zurück in die Stadt und sagte zu den

Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt

hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus? Da gingen

sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.

Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte

zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.

Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen

gebracht?

Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen

zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. Sagt

ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Sieh, ich

sage euch: Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon

weiß sind zur Ernte! Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn

und sammelt Frucht für das ewige Leben, sodass sich der Sämann

und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort

recht: Einer sät und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt

zu ernten, wofür ihr euch nicht abgemüht habt; andere

haben sich abgemüht und euch ist ihre Mühe zugutegekommen.


165

Sonntag, 15. März · Eucharistie

Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus

auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles

gesagt, was ich getan habe.

Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu

bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute

kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte.

Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede

glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist

wirklich der Retter der Welt.

Credo

Gabengebet

Barmherziger Gott, befreie uns durch dieses Opfer von unseren

Sünden und schenke uns die Kraft, auch den Brüdern zu vergeben,

wenn sie an uns schuldig geworden sind. Darum bitten wir

durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch

unseren Herrn Jesus Christus. Er hatte der Samariterin schon

die Gnade des Glaubens geschenkt, als er sie bat, ihm einen

Trunk Wasser zu reichen. Nach ihrem Glauben dürstete ihn

mehr als nach dem Wasser, denn er wollte im gläubigen Herzen

das Feuer der göttlichen Liebe entzünden. Darum preisen dich

deine Erlösten und vereinen sich mit den Chören der Engel zum

Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers Joh 4, 13–14

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird

niemals mehr Durst haben. Es wird in ihm zur Quelle, deren

Wasser ins ewige Leben sprudelt – so spricht der Herr.


Auslegung · Sonntag, 15. März 166

Schlussgebet

Herr und Gott, du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt

und uns in dieser Speise ein Unterpfand dessen gegeben,

was unseren Augen noch verborgen ist. Lass in unserem Leben

sichtbar werden, was wir im Sakrament empfangen haben. Darum

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Peter Köster

A

uf das Gespräch mit Nikodemus, einem führenden Vertreter

des pharisäischen Judentums in Jerusalem (Kap. 3),

folgt die Begegnung Jesu mit einer unbekannten Samariterin

am Jakobsbrunnen bei Sychar. Das Geschehen ist wie eine typische

Brunnenszene mit großer Sorgfalt komponiert (vgl. Gen

24, 10–61; Gen 29, 1–22; Ex 2, 15–22). Dabei fällt auf, dass

etwas Wichtiges fehlt: Das Mahl und die Verlobung, zwei Elemente,

mit denen eine Brunnenszene normalerweise schließt.

Damit will der Evangelist auf etwas Bedeutsames aufmerksam

machen:


167

Sonntag, 15. März · Abend

An die Stelle des Mahles ist ein Mahl ganz anderer Art getreten:

„Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich

gesandt hat, und sein Werk zu vollenden“ (Joh 4, 34).

Das Motiv der Verlobung ist durch zwei Elemente ersetzt

worden. Zum einen wird die Frau gleichsam ent-lobt, d. h. sie

wird aus ihren unerfüllten Beziehungen erlöst, und zum anderen

geht sie eine spirituelle Bindung ein: Sie kommt zum Glauben

an Jesus als den Messias, und durch sie finden die Bewohner

von Sychar zu Jesus als dem „Retter der Welt“. So ist die

Begegnung mit der Frau am Jakobsbrunnen und die Begegnung

mit den Samaritern wie ein typisches Verlobungsgeschehen

gestaltet (vgl. auch den vorausgehenden Kontext Joh 3, 22–30

bzw. 36).

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936),

aus: Ders., Lebensorientierung am Johannes-Evangelium. Eine geistliche

Auslegung auf fachexegetischer Grundlage,

© EOS Verlag St. Ottilien 2013, 58–59

Hymnus

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Brunn alles Heils, dich ehren wir

und öffnen unsern Mund vor dir;

aus deiner Gottheit Heiligtum

dein hoher Segen auf uns komm.

Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib,

er segne uns nach Seel und Leib,

und uns behüte seine Macht

vor allem Übel Tag und Nacht.


Abend · Sonntag, 15. März 168

Der Herr, der Heiland, unser Licht,

uns leuchten lass sein Angesicht,

dass wir ihn schaun und glauben frei,

dass er uns ewig gnädig sei.

Der Herr, der Tröster, ob uns schweb,

sein Antlitz über uns erheb,

dass uns sein Bild wird eingedrückt,

und geb uns Frieden unverrückt.

Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,

o Segensbrunn, der ewig fließt:

durchfließ Herz, Sinn und Wandel wohl,

mach uns deins Lobs und Segens voll!

Gerhard Tersteegen 1745

EG 140 · Melodie: GL 539 · KG 781

Psalm 110 Verse 1–5.7

So spricht der Herr zu meinem Herrn: /

Setze dich mir zur Rechten, *

und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: *

„Herrsche inmitten deiner Feinde!“

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, *

wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;

ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, *

wie den Tau in der Frühe.

Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen: *

„Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.“

Der Herr steht dir zur Seite; *

er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.

Er trinkt aus dem Bach am Weg; *

so kann er von Neuem das Haupt erheben.

Ehre sei dem Vater ...


169

Sonntag, 15. März · Abend

Herr der Geschichte, richte auf die Herrschaft deines Gesalbten!

Wir sehnen uns nach deiner Gerechtigkeit.

Lesung Am 9, 6

Er erbaut seine Hallen im Himmel und gründet sein Gewölbe

auf die Erde; er ruft das Wasser des Meeres und gießt es aus

über die Erde – Jahwe ist sein Name.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird nicht

dürsten in Ewigkeit.

Fürbitten

Gott will uns ein Leben ohne falsche Abhängigkeiten schenken.

Wir rufen zu ihm:

V: Gott, du Quell allen Lebens,

A: wir bitten dich, erhöre uns.

– Wir beten für Menschen, die weder Liebe noch Verlässlichkeit

erfahren durften und sich deshalb im Tiefsten wertlos

fühlen.

– Wir beten für alle, die ihren Selbstwert aus dem Besitzen und

Haben beziehen müssen.

– Wir beten für die Menschen, die in Süchten und Abhängigkeiten

gefangen sind.

– Wir beten für alle, die Verhaltensänderungen wagen und einen

Neubeginn versuchen.

– Wir bitten dich für alle, die sich Hilfe suchen in ihren Abhängigkeiten.

– Wir beten für alle, die ihren Konsum überprüfen und bewusst

Verantwortung für die Schöpfung und ihre Mitgeschöpfe

übernehmen.


Abend · Sonntag, 15. März 170

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der

Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt

uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden

durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Gnade und Friede von Gott, dem Vater,

und Christus Jesus, unserem Retter.

Tit 1, 4

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Montag, 16. März 2020

Namenstag: hl. Gummar (Gommar, Einsiedler in Lier/Flandern,

† um 774) · hl. Heribert von Köln (Bischof, † 1021)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Sei hier zugegen, Wort uns gegeben.

Dass ich dich hören mag mit Herz und Sinn.

Weck deine Kraft, komm, uns zu befreien.

Wort uns gegeben, in unserer Mitte,

Zukunft des Friedens, sei hier zugegen.

Dein Wille geschehe, dein Königreich komme.

Siehe uns, dulde uns, lass uns nicht fallen.

Dass wir nicht leben, gefangen in Leere.

Dass wir nicht fallen, zurück zu Staub.

Send deinen Geist, dass wir erneuert werden.

Dass wir dich hören, dass wir dich leben,

Menschen für Menschen, alles für alle.

Dass wir vollbringen dein Wort, unsren Frieden.

Weck deine Kraft, komm, uns zu befreien.

Huub Oosterhuis (Übertragung: Cornelis Kok)

Psalm 119

Herr, dein Wort bleibt auf ewig, *

es steht fest wie der Himmel.

Verse 89–96 Lamed


Morgen · Montag, 16. März 172

Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; *

du hast die Erde gegründet, sie bleibt bestehen.

Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute, *

und dir ist alles dienstbar.

Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, *

ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend.

Nie will ich deine Befehle vergessen; *

denn durch sie schenkst du mir Leben.

Ich bin dein, errette mich! *

Ich frage nach deinen Befehlen.

Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; *

doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest.

Ich sah, dass alles Vollkommene Grenzen hat; *

doch dein Gebot kennt keine Schranken.

Ehre sei dem Vater ...

Auf ewig bleibt dein Wort. Treuer Gott, wecke in uns das Verlangen,

nach deiner Weisung zu forschen. Lass uns deine Stimme

hören, damit wir uns stets an dich halten.

Lesung 2 Kor 4, 13–14

Wir haben den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in

der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.

Auch wir glauben, und darum reden wir. Denn wir wissen,

dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns

mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch (vor sein

Angesicht) stellen wird.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist anerkannt in seiner

Vaterstadt.


173

Montag, 16. März · Eucharistie

Bitten

Du, Gott Israels, bist die Hoffnung und Stärke deiner Getreuen.

Wir rufen zu dir:

A: Herr, erbarme dich unser.

– Wenn wir angesichts des Bösen in unserer Welt den Mut verlieren

möchten.

– Wenn uns zweitrangige Dinge wichtiger geworden sind als

unsere Beziehung zu dir.

– Wenn andere Menschen uns wegen unserer Überzeugungen

das Leben schwer machen.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, deine Kirche kann nicht bestehen ohne

dich, sie lebt allein von deiner Gnade. Reinige und festige sie

und führe sie mit starker Hand. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht

nach den Vorhöfen des Herrn,

mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,

ihm, dem lebendigen Gott.

Ps 84, 3

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


Eucharistie · Montag, 16. März 174

Lesung aus dem zweiten Buch der Könige 2 Kön 5, 1–15a

Naaman, der Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem

Herrn und war angesehen; denn durch ihn hatte der

Herr den Aramäern den Sieg verliehen. Der Mann war tapfer,

aber an Aussatz erkrankt.

Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen

aus dem Land Israel verschleppt. Es war in den Dienst

der Frau Naamans gekommen. Es sagte zu seiner Herrin: Wäre

mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria! Er würde seinen

Aussatz heilen.

Naaman ging zu seinem Herrn und meldete ihm: Das und

das hat das Mädchen aus Israel gesagt. Der König von Aram

antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an

den König von Israel mitgeben. Naaman machte sich auf den

Weg. Er nahm zehn Talente Silber, sechstausend Schekel Gold

und zehn Festkleider mit und überbrachte dem König von Israel

das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn jetzt dieser

Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht Naaman

zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst. Als der König

von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und

rief: Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken

kann? Er schickt einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem

Aussatz heile. Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir

sucht.

Als der Gottesmann Elischa hörte, der König von Israel habe

seine Kleider zerrissen, ließ er ihm sagen: Warum hast du deine

Kleider zerrissen? Naaman soll zu mir kommen; dann wird er

erfahren, dass es in Israel einen Propheten gibt.

So kam Naaman mit seinen Pferden und Wagen und hielt vor

dem Haus Elischas. Dieser schickte einen Boten zu ihm hinaus

und ließ ihm sagen: Geh und wasch dich siebenmal im Jordan!

Dann wird dein Leib wieder gesund, und du wirst rein.

Doch Naaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Ich dachte,

er würde herauskommen, vor mich hintreten, den Namen

Jahwes, seines Gottes, anrufen, seine Hand über die kranke


175

Montag, 16. März · Eucharistie

Stelle bewegen und so den Aussatz heilen. Sind nicht der Abana

und der Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle

Gewässer Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein

zu werden? Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg. Doch

seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der

Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es

tun; wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich,

und du wirst rein.

So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter,

wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein

Leib gesund wie der Leib eines Kindes, und er war rein.

Nun kehrte er mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann

zurück, trat vor ihn hin und sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends

auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel. So nimm jetzt

von deinem Knecht ein Dankgeschenk an!

Impuls zur Lesung

Woher kommt Heilung? Natürlich von der pharmazeutischen

Spitzenforschung und von den Fortschritten der Medizintechnologie.

Oder von medizinischen Spitzenteams. Gerade haben

wir mit dem – durch und durch bescheidenen – Leiter eines

solchen internationalen Spitzenteams zu tun gehabt. Im Urlaub.

Es ist unvorstellbar, welche neuen Wege sich durch seine

Forschung auftun. Die Erkenntnisse werden explodieren. Für

solche Forschung braucht man Geld, viel Geld. In diesen Bahnen

denkt auch Naaman, der schwer kranke Aramäer-General.

Dass er seine Hautkrankheit durch Untertauchen ausgerechnet

im Jordan loswerden soll, hält er zuerst für einen schlechten

Witz. Eine Zumutung. Wenn schon ein simples Naturheilverfahren,

dann wären die berühmten heimatlichen Flüsse doch

weitaus besser geeignet als dieser Provinzbach! Doch seine

Diener reden ihrem Herrn gut zu. Und der befehlsgewohnte

Große hört auf die kleinen Leute. Er öffnet sich Neuem,

denkt radikal um – und gewinnt wahrhaftig sein Leben. Woher

kommt Heilung? Vom Herrn allein. Der leistungsstarke, effi-


Eucharistie · Montag, 16. März 176

zienzorientierte Mann, der dies langsam lernt, verliert nicht

bloß eine quälende Krankheit. Sein Leib, heißt es, wird glatt

und rein wie der eines Kindes. Naaman ist nicht bloß kuriert.

Er wird heil. Wie neu geboren.

Antwortpsalm Ps 42, 2–3; 43, 3–4

Kehrvers:

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, *

so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.

Meine Seele dürstet nach Gott,

nach dem lebendigen Gott. *

Wann darf ich kommen

und Gottes Antlitz schauen? – Kehrvers

Sende dein Licht und deine Wahrheit, *

damit sie mich leiten;

sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg *

und zu deiner Wohnung. – Kehrvers

So will ich zum Altar Gottes treten, *

zum Gott meiner Freude.

Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, *

Gott, mein Gott. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Ps 42, 3a, ferner GL 420 · GL 1975 676, 1 · KG 263 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ps 130, 5.7

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll

Vertrauen auf sein Wort. Denn beim Herrn ist die Huld, bei ihm

ist Erlösung in Fülle.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!


177

Montag, 16. März · Abend

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 4, 24–30

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen:

Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat

anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es

viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre

und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot

über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde

Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon. Und viele

Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber

keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in

Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie

brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut

war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten

durch die Menge hindurch und ging weg.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Schenken heißt, einem anderen das geben, was man selber

behalten möchte.

Selma Lagerlöf (schwedische Schriftstellerin, 1858–1940:

heute ist ihr 80. Todestag)

• Etwas verschenken, das mir lieb und wert ist – wem gegenüber

fällt es mir leicht?

• Wer hat mich auf diese Weise beschenkt?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)


Abend · Montag, 16. März 178

Hymnus

Ach bleib mit deiner Gnade

bei uns, Herr Jesu Christ,

dass uns hinfort nicht schade

des bösen Feindes List.

Ach bleib mit deinem Worte

bei uns, Erlöser wert,

dass uns sei hier und dorte

dein Güt und Heil beschert.

Ach bleib mit deinem Glanze

bei uns, du wertes Licht;

dein Wahrheit uns umschanze,

damit wir irren nicht.

Ach bleib mit deinem Segen

bei uns, du reicher Herr;

dein Gnad und alls Vermögen

in uns reichlich vermehr.

Ach bleib mit deiner Treue

bei uns, mein Herr und Gott;

Beständigkeit verleihe,

hilf uns aus aller Not.

Josua Stegmann 1627

GL 436 · EG 347 – Melodie: GL 1975 537 · KG 136

Canticum vgl. Eph 1, 3–10

Antiphon:

Gott hat uns erwählt, seine Kinder zu werden durch Jesus

Christus.

Gepriesen sei Gott, *

der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet *

durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.


179

Montag, 16. März · Abend

Denn in ihm hat er uns erwählt

vor der Erschaffung der Welt, *

damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;

er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, *

seine Söhne zu werden durch Jesus Christus

und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, *

zum Lob seiner herrlichen Gnade.

Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; /

durch sein Blut haben wir die Erlösung,

die Vergebung der Sünden *

nach dem Reichtum seiner Gnade.

Durch sie hat er uns reich beschenkt *

mit aller Weisheit und Einsicht

und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, *

wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat:

die Fülle der Zeiten heraufzuführen in Christus *

und alles, was im Himmel und auf Erden ist,

in ihm zu vereinen.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Eph 4, 15–16

Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten

und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er,

Christus, ist das Haupt. Durch ihn wird der ganze Leib zusammengefügt

und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt

mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und

wird in Liebe aufgebaut.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Jesus schritt durch die Menge hindurch und ging hinweg.


Abend · Montag, 16. März 180

Fürbitten

Christus Jesus, mit deiner Botschaft von der Königsherrschaft

Gottes machst du uns heil. Wir rufen zu dir:

A: Lehre uns, den Willen des Vaters zu tun.

Viele Menschen lehnen den Gehorsam Gott gegenüber als

Fremdbestimmung ab;

– lass ihnen aufgehen, dass sie sich im Innersten treu sind,

wenn sie ganz dem Vater vertrauen.

Die klösterlichen Gemeinschaften erregen bei manchen Leuten

Unverständnis und Ärgernis;

– lass sie Quellen des wahren Lebens und Orte der Gottesbegegnung

auch für Außenstehende bleiben.

Oft genug gerät unser Glaube ins Wanken und wir meinen, die

Stimme des Vaters nicht mehr zu hören;

– schenke allen Zweifelnden Zeichen der Hoffnung, dass du sie

nicht verlässt, und hilf ihnen aus der Krise.

Israel und die Kirche bekennen den Vater als den Gott der Lebenden

und der Toten;

– stärke in uns die Hoffnung auf das endzeitliche Gottesreich,

in dem es keinen Tod mehr gibt.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, deine Kirche kann nicht bestehen ohne

dich, sie lebt allein von deiner Gnade. Reinige und festige sie

und führe sie mit starker Hand. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Dienstag, 17. März 2020

Heilige Gertrud

Heiliger Patrick

Gertrud (626–659) war Tochter Pippins des Älteren und der

hl. Iduberga (Ida) von Nivelles. Mit 14 Jahren trat sie in das

von ihrer Mutter gestiftete Kloster Nivelles (südlich von Brüssel,

Belgien) ein und wurde dort nach dem Tode der Mutter (652) zur

Äbtissin gewählt. Die hochgebildete und belesene Frau war eine

hervorragende Kennerin der Bibel und zeigte besonderes Interesse

für die Liturgie. Eines ihrer vornehmlichen Anliegen war die

Bildung der weiblichen Jugend. Daneben kümmerte sie sich mit

großem Eifer um Arme, Kranke und Sterbende, Witwen, Pilger und

Gefangene. Sie starb – erschöpft und ausgebrannt – schon im Alter

von 33 Jahren.

Patrick (385–461), der Glaubensbote und Nationalheilige Irlands,

wuchs im römischen Britannien als Sohn eines christlichen

Beamten der römischen Besatzungsmacht auf. Mit 16 Jahren

wurde er nach Irland verschleppt, als Sklave verkauft und musste

dort als Hirte dienen. Während dieser schweren Zeit festigte sich

sein Glaube. Nach sechs Jahren gelang ihm die Flucht. 432 jedoch

kehrte er als Priester und Missionar nach Irland zurück, wo

er Nachfolger des ersten Irenbischofs Palladius wurde. Bei seiner

schweren Aufgabe half ihm der Umstand, dass er während seiner

Gefangenschaft die dortige Sprache erlernt hatte. Außerdem sollen

seine Predigten sehr anschaulich gewesen sein. So soll er z. B. die

Dreifaltigkeit anhand eines dreiblättrigen Kleeblatts, des späteren

Symbols Irlands, erklärt haben. All das hat wohl dazu beigetragen,

dass seine Verkündigung bei den Iren auf fruchtbaren Boden fiel

und zu einer tiefen Verwurzelung führte.

Namenstag: sel. Konrad von Bayern (Zisterzienser, † 1145/55) · hl.

Johannes Sarkander (schlesisch-mährischer Priester, † 1620, siehe

auch den Beitrag auf den Seiten 367–370)


Morgen · Dienstag, 17. März 182

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Nun lob, mein Seel, den Herren,

was in mir ist, den Namen sein.

Sein Wohltat tut er mehren,

vergiss es nicht, o Herze mein.

Hat dir dein Sünd vergeben

und heilt dein Schwachheit groß;

errett’ dein armes Leben,

nimmt dich in seinen Schoß,

mit rechtem Trost beschüttet,

verjüngt dem Adler gleich;

der Herr schafft Recht, behütet,

die leiden in seinem Reich.

Sei Lob und Preis mit Ehren

Gott Vater, Sohn und Heilgem Geist!

Der wolle in uns mehren,

was er aus Gnaden uns verheißt,

dass wir ihm fest vertrauen,

uns gründen ganz auf ihn,

von Herzen auf ihn bauen,

dass unser Mut und Sinn

ihm allezeit anhangen.

Drauf singen wir zur Stund:

Wir werden es erlangen

und glauben von Herzensgrund.

1. Strophe: Johann Gramann 1540, 2. Strophe: Königsberg 1549,

GL 802 (Anhang Münster)


183

Dienstag, 17. März · Morgen

Psalm 85 Verse 2–14

Einst hast du, Herr, dein Land begnadet *

und Jakobs Unglück gewendet,

hast deinem Volk die Schuld vergeben, *

all seine Sünden zugedeckt,

hast zurückgezogen deinen ganzen Grimm *

und deinen glühenden Zorn gedämpft.

Gott, unser Retter, richte uns wieder auf, *

lass von deinem Unmut gegen uns ab!

Willst du uns ewig zürnen, *

soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu Geschlecht?

Willst du uns nicht wieder beleben, *

sodass dein Volk sich an dir freuen kann?

Erweise uns, Herr, deine Huld *

und gewähre uns dein Heil!

Ich will hören, was Gott redet: /

Frieden verkündet der Herr seinem Volk *

und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.

Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. *

Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land!

Es begegnen einander Huld und Treue; *

Gerechtigkeit und Friede küssen sich.

Treue sprosst aus der Erde hervor; *

Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen, *

und unser Land gibt seinen Ertrag.

Gerechtigkeit geht vor ihm her, *

und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

Ehre sei dem Vater ...

Frieden verheißt du uns, gütiger Gott: Gib uns den Mut, auch

jenen die Hand zu reichen, mit denen wir uns schwertun.


Morgen · Dienstag, 17. März 184

Lesung vgl. Jer 3, 12.14a

Kehrt zurück – Spruch des Herrn. Ich schaue euch nicht

mehr zornig an; denn ich bin gütig, ich trage nicht ewig

nach. Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne – Spruch des Herrn.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Herr sprach zu Petrus: Nicht siebenmal sollst du vergeben,

sondern siebenundsiebzigmal.

Bitten

Jesus, du forderst uns auf, unserer Vergebungsbereitschaft keine

Grenzen zu setzen. Wir bitten dich:

A: Mach uns zu Boten der Versöhnung.

– Hilf, dass wir unseren Schmerz überwinden und den Menschen

verzeihen können, die uns schlecht behandelt haben.

– Gib uns den Mut, die Menschen um Verzeihung zu bitten, an

denen wir schuldig geworden sind.

– Verleih uns die Gabe, verfeindete Parteien zusammenzuführen

und mit ihnen Wege aus der Sackgasse gegenseitiger Anschuldigungen

zu finden.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, verlass uns nicht in diesen Tagen der Buße.

Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir mit ganzer Bereitschaft

den Dienst vollziehen, den du uns aufgetragen hast. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


185

Dienstag, 17. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.

Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,

birg mich im Schatten deiner Flügel.

Ps 17, 6.8

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel Dan 3, 25.34–43

In jenen Tagen sprach Asarja mitten im Feuer folgendes Gebet:

Um deines Namens willen verwirf uns nicht für immer;

löse deinen Bund nicht auf! Versag uns nicht dein Erbarmen,

deinem Freund Abraham zuliebe, deinem Knecht Isaak und Israel,

deinem Heiligen, denen du Nachkommen verheißen hast

so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am

Ufer des Meeres.

Ach, Herr, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller

Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt. Wir haben

in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen,

der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer, weder

Speiseopfer noch Räucherwerk, noch einen Ort, um dir die Erstlingsgaben

darzubringen und um Erbarmen zu finden bei dir.

Du aber nimm uns an! Wir kommen mit zerknirschtem Herzen

und demütigem Sinn. Wie Brandopfer von Widdern und

Stieren, wie Tausende fetter Lämmer, so gelte heute unser Opfer

vor dir und verschaffe uns bei dir Sühne. Denn wer dir vertraut,

wird nicht beschämt.

Wir folgen dir jetzt von ganzem Herzen, fürchten dich und suchen

dein Angesicht. Überlass uns nicht der Schande, sondern

handle an uns nach deiner Milde, nach deinem überreichen

Erbarmen!

Errette uns, deinen wunderbaren Taten entsprechend; verschaff

deinem Namen Ruhm, Herr!


Eucharistie · Dienstag, 17. März 186

Antwortpsalm Ps 25, 4–9

Kehrvers:

Denk an dein Erbarmen, o Herr!

Zeige mir, Herr, deine Wege, *

lehre mich deine Pfade!

Führe mich in deiner Treue und lehre mich, /

denn du bist der Gott meines Heiles. *

Auf dich hoffe ich allezeit. – Kehrvers

Denk an dein Erbarmen, Herr, /

und an die Taten deiner Huld; *

denn sie bestehen seit Ewigkeit.

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! *

In deiner Huld denk an mich, Herr,

denn du bist gütig. – Kehrvers

Gut und gerecht ist der Herr, *

darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, *

die Gebeugten lehrt er seinen Weg. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 6a, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48

oder GL 1975 733, 1 · KG 619 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joël 2, 12–13

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen; denn er ist gnädig

und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 18, 21–35

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss

ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?

Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern

siebenundsiebzigmal.


187

Dienstag, 17. März · Eucharistie

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König,

der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu

ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber

das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit

Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so

die Schuld zu begleichen.

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld

mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte

Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die

Schuld.

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener

seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte

ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da

fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir!

Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern

ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld

bezahlt habe.

Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie

gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen

war.

Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener!

Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so

angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam

mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so

wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab

ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt

habe.

Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln,

der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Impuls zum Evangelium

„Geh eine Meile, um einen Freund zu sehen, zwei Meilen,

um einen Kranken zu besuchen, drei Meilen, um Frieden zwischen

Menschen zu stiften“, rät ein arabisches Sprichwort.


Abend · Dienstag, 17. März 188

Frieden zwischen Menschen zu stiften, das unternimmt Jesus

als Bote des nahen Gottesreiches. Schalom ist das Herz dieses

Reiches. Schalom bedeutet Versöhnung, Vergebung, gutes

Leben in Gemeinschaft. Vergebung ist eine innere Haltung,

die Menschen von Gott lernen können. Was heißt es eigentlich,

einem anderen Menschen zu vergeben? Und was heißt

es nicht? Es bedeutet nicht, seelischen oder materiellen Schaden

zu bagatellisieren. Vergeben bedeutet nicht: verharmlosen,

nicht: vergessen oder verdrängen. Wer vergibt, stellt dem, der

ihn geschädigt oder verletzt hat, erst recht keinen Freibrief für

die Zukunft aus. Vergeben bedeutet nicht: Schwamm drüber!

Eigentlich war es ja gar nicht so schlimm. Vergebung setzt Abstand

voraus. Vergebung setzt Freiheit voraus. Der Wille, dem

anderen zu vergeben, muss wachsen. Es darf keinen Zwang

zum Vergeben geben, auch nicht unter Christen. Wer verletzt

wurde, darf nicht ein weiteres Mal, nun durch seelischen

Druck, verletzt werden. Den Weg zur Vergebung soll jeder und

jede auf die eigene Weise und im eigenen Tempo gehen. Nur

dann kann Vergebung befreien – den Menschen, dem vergeben

wird, und den, der vergibt.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Der Schein ist ein gefährlicher Betrüger. Gerade wenn du

glaubst, mit ernsten und hohen Dingen beschäftigt zu sein,

übt er am meisten seine täuschende Gewalt.

Marc Aurel (römischer Kaiser und Philosoph, 121–180:

heute ist sein 1840. Todestag)


189

Dienstag, 17. März · Abend

• In welchem Lebenskontext fällt mir das Gefangensein im

(selbst-)betrügerischen Schein auf?

• Von welchem Schein lasse ich mich leicht blenden?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Herr, mein Gott,

ich danke dir, dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast;

ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages und hilf,

dass ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen

und bewahre mich vor den Anfeindungen der Finsternis.

Ich befehle dir die Meinen, ich befehle dir dieses Haus,

ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.

Gott, dein heiliger Name sei gelobt. Amen.

Dietrich Bonhoeffer (1906–1945)

Psalm 131

Herr, mein Herz ist nicht stolz, *

nicht hochmütig blicken meine Augen.

Ich gehe nicht um mit Dingen, *

die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; *

wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

Israel, harre auf den Herrn *

von nun an bis in Ewigkeit!

Ehre sei dem Vater ...

Lass uns zur Ruhe kommen bei dir, treuer Gott, wir sind ja

deine Kinder. Schenke uns Einfalt des Herzens, damit wir dank

deiner Liebe fähig werden, friedfertig zu leben.


Abend · Dienstag, 17. März 190

Lesung

vgl. Jak 2, 14.17.18b

Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,

aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn

retten? Der Glaube für sich allein ist tot, wenn er nicht Werke

vorzuweisen hat; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und

ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Herr sagte zum Knecht: Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen.

Musst nicht auch du deines Mitknechtes dich erbarmen,

so wie ich mich deiner erbarmte?

Fürbitten

Gepriesen sei Gott, der den Schuldigen Vergebung gewährt. Zu

ihm lasst uns beten:

A: Kyrie, eleison.

– Für alle, die andere Menschen in schwierigen Situationen alleingelassen

haben.

– Für alle, die das Vertrauen anderer Menschen enttäuscht haben.

– Für alle, die andere Menschen bewusst erniedrigt und verletzt

haben.

– Für alle, die andere Menschen misshandelt oder getötet haben.

– Für alle Verstorbenen, die Entzweiungen nicht haben ausräumen

können.

Vaterunser


191

Dienstag, 17. März · Abend

Oration

Herr, unser Gott, verlass uns nicht in diesen Tagen der Buße.

Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir mit ganzer Bereitschaft

den Dienst vollziehen, den du uns aufgetragen hast. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Mittwoch, 18. März 2020

Heiliger Cyrill von Jerusalem

Cyrill (um 313–386/387) ist ein bedeutender Kirchenlehrer

des vierten Jahrhunderts. Er wuchs als Sohn christlicher Eltern

in Jerusalem auf und wurde um 348/350 Bischof von Jerusalem.

Gegen den Arianismus trat er entschieden für das Bekenntnis

zur wahren Gottheit Christi ein. Aus diesem Grund mehrfach

verbannt, verbrachte er fast die Hälfte seines Episkopats im Exil.

Auf dem Konzil von Konstantinopel (381) wurde er endgültig rehabilitiert.

Von Cyrill sind 24 große Ansprachen überliefert, in

denen er Taufbewerber in die Grundwahrheiten des christlichen

Glaubens einführte. Diese Katechesen gehören zu den wichtigsten

frühchristlichen Zeugnissen über Taufe und Eucharistie. Dabei

gebrauchte er wohl als Erster den Begriff „Wandlung“. 1882 (oder

1883) wurde Cyrill von Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer ernannt.

Namenstag: hl. Eduard der Märtyrer (König von England, † 978) · hl.

Anselm von Lucca (Benediktiner, Bischof, † 1086)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Du starker Lenker, treuer Gott,

aus dir strömt alles Leben.

Du gibst dem Morgen hellen Glanz,

dem Mittag Glut in Fülle.

Bewahre uns vor Übermut.

Hilf uns, wenn wir erschlaffen.


193

Mittwoch, 18. März · Morgen

Mach uns gesund an Geist und Leib

und schenk uns deinen Frieden.

Lob sei dem Vater und dem Sohn,

Lob sei dem Heil’gen Geiste,

wie es von allem Anfang war,

jetzt und für alle Zeiten. Amen.

Nach: Rector potens, verax Deus; Ambrosius (?), † 397

Psalm 89 Verse 20–21.31–38

Einst hast du in einer Vision

zu deinen Frommen gesprochen: /

„Einen Helden habe ich zum König gekrönt, *

einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.

Ich habe David, meinen Knecht, gefunden *

und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.

Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen, *

nicht mehr leben nach meiner Ordnung,

wenn sie meine Gesetze entweihen, *

meine Gebote nicht mehr halten,

dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen *

und ihre Sünde mit Schlägen.

Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, *

breche ihm nicht die Treue.

Meinen Bund werde ich nicht entweihen; *

was meine Lippen gesprochen haben, will ich nicht ändern.

Eines hab ich geschworen, so wahr ich heilig bin, *

und niemals werde ich David belügen:

Sein Geschlecht soll bleiben auf ewig, *

sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne;

er soll ewig bestehen wie der Mond, *

der verlässliche Zeuge über den Wolken.“

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Mittwoch, 18. März 194

Du brichst uns nicht die Treue, du hältst fest an deinem Bund.

Heiliger Gott, lass uns stets bei dir bleiben.

Lesung

Dtn 7, 6b.8–9

Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter

allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das

ihm persönlich gehört. Weil der Herr euch liebt und weil er auf

den Schwur achtet, den er euren Vätern geleistet hat, deshalb

hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus

dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharao, des Königs

von Ägypten. Daran sollst du erkennen: Jahwe, dein Gott,

ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen

achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die

ihn lieben und auf seine Gebote achten.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten

aufzuheben – spricht der Herr. Nicht um aufzuheben, bin ich

gekommen, sondern um zu erfüllen.

Bitten

Am 30. Jahrestag der ersten freien Wahlen in der DDR bitten

wir:

A: Führ uns zusammen, du unser Gott.

– Dass wir uns einsetzen für Demokratie und Zusammenhalt in

unserem Gemeinwesen.

– Dass wir über soziale und politische Grenzen hinweg Menschen

finden, mit denen wir gemeinsam etwas bewegen können.

– Dass wir unseren Kindern die Freude an der Freiheit und die

Verantwortung für das Miteinander in unseren Gesellschaften

weitergeben.


195

Mittwoch, 18. März · Eucharistie

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, erneuere uns im Geist durch die Feier der

heiligen vierzig Tage, damit wir für dein Wort empfänglich

werden, bereit zu Gehorsam und Verzicht, einmütig im Gebet

und eifrig in Werken der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Festige meine Schritte, Herr, wie du es verheißen hast.

Lass kein Unrecht über mich herrschen.

Ps 119, 133

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Deuteronomium Dtn 4, 1.5–9

Mose sprach zum Volk: Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften,

die ich euch zu halten lehre. Hört, und ihr

werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott

eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.

Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen

hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb

des Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz

zu nehmen. Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn

darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der

Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennenlernen, müssen

sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes

Volk.


Eucharistie · Mittwoch, 18. März 196

Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind,

wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?

Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften,

die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch

heute vorlege?

Jedoch, nimm dich in Acht, achte gut auf dich! Vergiss nicht

die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte,

die du gehört hast. Lass sie dein ganzes Leben lang nicht aus

dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!

Antwortpsalm Ps 147, 12–13.15–16.19–20

Kehrvers:

Jerusalem, preise den Herrn!

Jerusalem, preise den Herrn, *

lobsinge, Zion, deinem Gott!

Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, *

die Kinder in deiner Mitte gesegnet. – Kehrvers

Er sendet sein Wort zur Erde, *

rasch eilt sein Befehl dahin.

Er spendet Schnee wie Wolle, *

streut den Reif aus wie Asche. – Kehrvers

Er verkündet Jakob sein Wort, *

Israel seine Gesetze und Rechte.

An keinem andern Volk hat er so gehandelt, *

keinem sonst seine Rechte verkündet. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 12a, ferner GL 78, 1 oder GL 1975 477 (V. Ton)

oder KG 488 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

vgl. Joh 6, 63b.68c

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte des

ewigen Lebens.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!


197

Mittwoch, 18. März · Abend

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 17–19

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich

sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um

zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde

vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes

vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und

die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich

der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird

groß sein im Himmelreich.

Impuls zum Evangelium

Wo schlägt das Herz des Christentums? Was ist seine ureigene

Botschaft? Die Liebe. Doch wie lebt – man – Liebe? Wie bleibt

sie lebendig? Was macht sie lebendig? Was hält sie wach? Wie

schafft sie es, wieder und wieder all die Krusten und Schichten

zu durchdringen, der Kränkung, der Sorge, der Angst um die

eigene Haut, der Gleichgültigkeit und Gewöhnung, der Unaufmerksamkeit

und Saumseligkeit, der Mutlosigkeit und Resignation?

Bei so vielen Todeskräften, wie kann sie da gedeihen?

In Jesus von Nazaret, in seiner Funken sprühenden, seiner

treuen und tätigen Freude über Gottes Nähe, ist sie leibhaftig

geworden. Die biblischen Weisungen, die ihn leiten – Gottes

Lebenshilfe auch für uns. Damit die Liebe kein Strohfeuer ist.

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Mittwoch, 18. März 198

Innehalten am Abend

Die Wahrheit muss nicht bedeutsam und ganz sein, sie muss

auch radikal sein, nicht geschönt, gesüßt, mit Zuckerguss überzogen.

Erich Fromm (deutscher Psychoanalytiker,

Philosoph und Sozialpsychologe, 1900–1980: heute ist sein 40. Todestag)

• Wo habe ich erfahren können, dass die Wahrheit auch Stückwerk

sein, unprätentiös, unscheinbar – und doch entscheidend?

• Wer hat mir diese innere Qualität von Wahrheit überzeugend

aufgezeigt?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Sankt Josef, du von Gott erkor’n,

sein göttlich Wort zu hüten,

als es auf Erden ward gebor’n,

zu bringen Heil und Frieden:

Die Drangsal schau, ein’ Mauer bau,

birg uns in deiner Treue.

Sankt Josef, schweigend und getreu

in Gottes großem Willen,

bereit, von allem Zweifel frei,

ihn gläubig zu erfüllen:

Stell aus ein Licht der Zuversicht,

dass wir uns Gott ergeben.

Du hast des Herren Leib bewahrt

und sein hochheilig Leben,

als er auf Erden flüchtig ward,

von Feinden rings umgeben:

Beschütz und leit zur Pilgerszeit

die Kirche deines Herren.


199

Sankt Josef, du von Gott ersehn,

die Christenheit zu schirmen,

dass unbesiegt sie möge stehn

in aller Zeiten Stürmen:

Die Drangsal schau, ein’ Mauer bau,

birg uns in deiner Treue.

Mittwoch, 18. März · Abend

Neues Stundenbuch

Psalm 70 Verse 2–6

Gott, komm herbei, um mich zu retten, *

Herr, eile mir zu Hilfe!

In Schmach und Schande sollen alle fallen, *

die mir nach dem Leben trachten.

Zurückweichen sollen sie und vor Scham erröten, *

die sich über mein Unglück freuen.

Beschämt sollen sich alle abwenden, die lachen und höhnen *

und sagen: „Dir geschieht recht.“

Alle, die dich suchen, frohlocken; *

sie mögen sich freuen in dir.

Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: *

„Groß ist Gott, der Herr.“

Ich aber bin arm und gebeugt. *

Eile, o Gott, mir zu Hilfe!

Meine Hilfe und mein Retter bist du. *

Herr, säume doch nicht!

Ehre sei dem Vater ...

Du unser Retter, wir lieben dein Heil. Lass uns nie müde werden,

dich zu suchen.

Lesung Kol 3, 23–24

Tut eure Arbeit gern, als wäre sie für den Herrn und nicht für

Menschen; ihr wisst, dass ihr vom Herrn euer Erbe als Lohn

empfangen werdet. Dient Christus, dem Herrn!


Abend · Mittwoch, 18. März 200

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Du bist der treue und kluge Knecht: Dich hat der Herr über sein

Haus gesetzt.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater:

A: Höre unser Gebet.

– Für alle Väter, die in unserer Zeit zwischen Familie und Beruf

hin und her gerissen sind.

– Für alle Väter, denen der Umgang mit ihren Kindern verwehrt

wird.

– Für alle, die durch körperliche Arbeit ihren Lebensunterhalt

bestreiten.

– Für alle Verstorbenen, die unversöhnt mit ihren Fehlern und

Niederlagen gestorben sind.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine

Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache und hilf deiner Kirche, die Geheimnisse

der Erlösung treu zu verwalten, bis das Werk des Heiles

vollendet ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Schöpfer des Alls und Herr der Zeiten

bewahre uns in seiner Liebe

und sei unser Schutz in der Nacht.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Heiliger Josef,

Bräutigam der

Gottesmutter Maria

Donnerstag, 19. März 2020

W

as wir über den heiligen Josef wissen, entnehmen wir den

Kindheitsgeschichten nach Lukas und Matthäus. Josef war

der Bräutigam Marias und stammte nach Matthäus (1, 1–16) und

Lukas (2, 4; 3, 23) aus dem Geschlecht Davids. Nach Matthäus

(1, 16) war er Sohn eines Jakob, nach Lukas (3, 23) Sohn eines Eli.

Den beiden Verfassern kam es vermutlich weniger auf den historischen

Nachweis an, sondern hauptsächlich darauf, dass Josef als

gesetzlicher Vater Jesu ein direkter Nachkomme Davids war. Nach

der Überlieferung lebte er als Zimmermann in Nazaret und war

mit Maria, der Mutter Jesu, verlobt. Matthäus erzählt, dass Josef an

entscheidenden Wenden seines Lebens Gottes Weisung im Traume

erfuhr und treu befolgte. So wurde ihm die gottgewollte Schwangerschaft

Marias mitgeteilt (Mt 1, 18–25), und er entließ sie nicht,

weil er im Traum die Weisung von Gott erhalten hatte, Maria zu

sich zu nehmen. Er war bei der Geburt Jesu zugegen (Lk 2, 1–8)

und floh mit dem Kind und seiner Mutter wegen der Bedrohung

durch König Herodes nach Ägypten (Mt 2, 13–15), um nach dem

Tod des Herodes zurückzukehren und sich in Nazaret niederzulassen

(Mt 2, 19–23). Nach dem Bericht über die Wallfahrt des

zwölfjährigen Jesus mit seinen Eltern zum Tempel nach Jerusalem

(Lk 2, 41–52) schweigt die Bibel über das weitere Leben Josefs. Er

gilt als der Gerechte, der treu den erkannten Willen Gottes erfüllt

und so die Pflichten des Pflegevaters für Jesus übernimmt. Darüber

hinaus bleibt seine Gestalt weitgehend im Dunkeln. Die Verehrung


Morgen · Donnerstag, 19. März 202

des heiligen Josef erfolgte im Osten früher als im Westen. Im 12.

Jahrhundert taucht erstmals der 19. März als Datum seines Festtages

auf. 1870 ernannte Papst Pius IX. ihn zum Schutzpatron der

gesamten Kirche.

Schrifttexte: Lesungen: 2 Sam 7, 4–5a.12–14a.16; Röm 4, 13.16–

18.22; Evangelium: Mt 1, 16.18–21.24a oder Lk 2, 41–51a

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Von den Taten deiner Huld, Herr, wollen wir ewig singen,

bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.

Nach Ps 89, 2

Hymnus

Ehre sei dem Vater ...

Josef, Erwählter, dem der Herr vertraute,

höre uns heute deine Größe preisen:

Siehe, der Mutter gab er zum Gemahl dich,

nannte dich Vater.

Wortlos erfüllst du Gottes dunklen Willen,

tust ohne Frage, was er dir gebietet,

demütig dienst du seinem großen Plane,

treu und beharrlich.

Weil du gehorchtest, wurdest du erhoben.

Christus verlieh dir Seligkeit und Leben.

Er, der die Kleinen, vor der Welt Geringen,

seliggepriesen hat.

Lob sei dem Vater auf dem höchsten Throne,

Lob sei dem Sohne, Gott, aus Gott geboren,


203

Donnerstag, 19. März · Morgen

Lob sei dem Geiste, der von beiden ausgeht,

immer und ewig. Amen.

Zeitgenössisch

Melodie: GL 81 · GL 1975 671 · KG 674 · EG 447

Psalm 90 Verse 1b–17

Herr, du warst unsere Zuflucht *

von Geschlecht zu Geschlecht.

Ehe die Berge geboren wurden, /

die Erde entstand und das Weltall, *

bist du, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub *

und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“

Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag,

der gestern vergangen ist, *

wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus; *

sie gleichen dem sprossenden Gras.

Am Morgen grünt es und blüht, *

am Abend wird es geschnitten und welkt.

Denn wir vergehen durch deinen Zorn, *

werden vernichtet durch deinen Grimm.

Du hast unsere Sünden vor dich hingestellt, *

unsere geheime Schuld in das Licht deines Angesichts.

Denn all unsere Tage gehn hin unter deinem Zorn, *

wir beenden unsere Jahre wie einen Seufzer.

Unser Leben währt siebzig Jahre, *

und wenn es hoch kommt, sind es achtzig.

Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, *

rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin.

Wer kennt die Gewalt deines Zornes *

und fürchtet sich vor deinem Grimm?


Morgen · Donnerstag, 19. März 204

Unsere Tage zu zählen, lehre uns! *

Dann gewinnen wir ein weises Herz.

Herr, wende dich uns doch endlich zu! *

Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! *

Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.

Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, *

so viele Jahre, wie wir Unglück erlitten.

Zeig deinen Knechten deine Taten *

und ihren Kindern deine erhabene Macht!

Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes! /

Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, *

ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Ehre sei dem Vater ...

Schenke uns ein weises Herz, du Herrscher über die Zeiten.

Gewähre uns, heute vor deinem Angesicht zu leben, und lass

gedeihen, was wir in deinem Namen tun.

Lesung 2 Sam 7, 28–29

Mein Herr und Gott, du bist der einzige Gott, und deine

Worte sind wahr. Du hast deinem Knecht ein solches

Glück zugesagt. So segne jetzt gnädig das Haus deines Knechtes,

damit es ewig vor deinen Augen Bestand hat. Denn du, mein

Herr und Gott, hast es versprochen, und mit deinem Segen wird

das Haus deines Knechtes für immer gesegnet sein.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Josef ließ sich in Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen,

was durch die Propheten von Christus gesagt worden war. Er

wird Nazaräer heißen.


205

Donnerstag, 19. März · Eucharistie

Bitten

Unendlicher Gott, oft bleiben deine Pläne uns dunkel. Am Fest

des heiligen Josef bitten wir dich:

A: Gib uns Kraft und Mut, auf deinen Wegen zu gehen.

– Wenn der Augenschein gegen unsere Mitmenschen zu sprechen

scheint.

– Wenn Menschen, die uns helfen könnten, uns ihre Hilfe verweigern.

– Wenn du uns zum Aufbruch aus trügerischer Sicherheit rufst.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine

Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache und hilf deiner Kirche, die Geheimnisse

der Erlösung treu zu verwalten, bis das Werk des Heiles

vollendet ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

Vgl. 2 Kor 13, 13

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 364, 365, 395, 427, 543 · KG 196, 551, 760

Gloria

Seht, das ist der treue und kluge Hausvater,

dem der Herr seine Familie anvertraut,

damit er für sie sorge.

Vgl. Lk 12, 42


Eucharistie · Donnerstag, 19. März 206

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel


2 Sam 7, 4–5a.12–14a.16

Das Wort des HERRN erging an Natan: Geh zu meinem

Knecht David und sag zu ihm: So spricht der HERR: Wenn

deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, werde

ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen

und seinem Königtum Bestand verleihen. Er wird für meinen

Namen ein Haus bauen und ich werde seinem Königsthron ewigen

Bestand verleihen. Ich werde für ihn Vater sein und er wird

für mich Sohn sein.

Dein Haus und dein Königtum werden vor dir auf ewig bestehen

bleiben; dein Thron wird auf ewig Bestand haben.

Antwortpsalm Ps 89, 2–5.27.29

Kehrvers:

Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Von der Huld des HERRN will ich ewig singen, *

von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund

deine Treue verkünden.

Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet, *

im Himmel deine Treue gefestigt. – Kehrvers

„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten *

und David, meinem Knecht, geschworen:

Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand *

und von Geschlecht zu Geschlecht

gründe ich deinen Thron. – Kehrvers

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, *

mein Gott, der Fels meiner Rettung.

Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, *

mein Bund mit ihm ist verlässlich.“ – Kehrvers

Kehrvers siehe Lk 1, 32b, ferner GL 657, 3 · GL 1975 527, 2 · KG 612

oder GL 60, 1 · GL 1975 233, 7 · KG 271 (VI. Ton)


207

Donnerstag, 19. März · Eucharistie

Lesung aus dem Römerbrief Röm 4, 13.16–18.22

Schwestern und Brüder! Abraham und seine Nachkommen

erhielten nicht aufgrund des Gesetzes die Verheißung, Erben

der Welt zu sein, sondern aufgrund der Glaubensgerechtigkeit.

Deshalb gilt: „aus Glauben“, damit auch gilt: „aus Gnade“.

Nur so bleibt die Verheißung für die ganze Nachkommenschaft

gültig, nicht nur für die, welche aus dem Gesetz, sondern auch

für die, welche aus dem Glauben Abrahams leben.

Er ist unser aller Vater, wie geschrieben steht: Ich habe dich

zum Vater vieler Völker bestimmt – im Angesicht des Gottes,

dem er geglaubt hat, des Gottes, der die Toten lebendig macht

und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.

Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er

der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich

werden deine Nachkommen sein.

Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Ps 84, 5

Dein ist die Ehre, dein ist die Macht, Christus, Herr und Erlöser.

Selig, die in deinem Hause wohnen, Herr, die dich loben allezeit.

Dein ist die Ehre, dein ist die Macht, Christus, Herr und Erlöser.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 2, 41–51a

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.

Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder

hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.

Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf

den Heimweg. Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne

dass seine Eltern es merkten. Sie meinten, er sei in der Pilgergruppe,

und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie

ihn bei den Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden,

kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm.

Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er

saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fra-


Eucharistie · Donnerstag, 19. März 208

gen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis

und über seine Antworten.

Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine

Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan?

Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.

Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet

ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?

Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte.

Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen

gehorsam.

Impuls zum Evangelium

Das Pilgern im Allgemeinen und der Jakobsweg im Besonderen

werden in Westeuropa gerade einmal wiederentdeckt. Es

gibt Kinofilme zum Thema, Ratgeber aller Art und literarische

Tagebücher. Gehen kann eine Meditation sein. Der ruhige

Rhythmus der Schritte, der Aufbruch aus dem Vertrauten, die

bewusst langsame Bewegung, das wache Wahrnehmen der

wechselnden Landschaft, die Freude am Unterwegssein, der

Kontakt zu Menschen, denen ich sonst nie begegnet wäre, all

das sind gute Erfahrungen, die ein Leben vertiefen und verändern

können. Wallfahrten sind vor allem aber ein uralter

Ausdruck der Sehnsucht nach Gott. Die drei jüdischen Wallfahrtsfeste

Ostern, Pfingsten und Laubhüttenfest sehen eine

Wallfahrt nach Jerusalem vor. Von Nazaret aus ist das eine

Strecke von immerhin 150 Kilometern. Auch die Familie Jesu

verändert sich auf der gemeinsamen Pilgerfahrt. Die Reise markiert

für Maria und Josef einen harten Einschnitt. Sie erleben

einen Zwölfjährigen, der eigene Wege geht – einen Sohn, der

Vater und Mutter verlässt, um nach Hause zu kommen –, ein

Kind, das sich abnabelt, weil es eine andere Bindung spürt.

Zumutungen, an denen die Familie fast zerbricht. Schmerzenskind.

Doch seine Eltern verlieren den Sinn für Gottes Weite

nicht. Das Evangelium drückt es heute so aus: „Die Mutter

Jesu bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.“


209

Donnerstag, 19. März · Eucharistie

Credo

Gabengebet

Herr, unser Gott, der heilige Josef hat deinem ewigen Sohn, den

die Jungfrau Maria geboren hat, in Treue gedient. Lass auch uns

Christus dienen und dieses Opfer mit reinem Herzen feiern.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken und am Fest des heiligen Josef die Wege deiner Weisheit

zu rühmen. Denn ihm, dem Gerechten, hast du die jungfräuliche

Gottesmutter anvertraut, ihn, deinen treuen und klugen

Knecht, bestellt zum Haupt der Heiligen Familie. An Vaters statt

sollte er deinen eingeborenen Sohn beschützen, der durch die

Überschattung des Heiligen Geistes empfangen war, unseren

Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,

beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten. Die

Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim

feiern dich jubelnd im Chore. Mit ihrem Lobgesang lass auch

unsere Stimmen sich vereinen und voll Ehrfurcht rufen.

Kommunionvers Mt 25, 21

Komm, du guter und getreuer Knecht; nimm teil am Festmahl

deines Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast uns am Fest des heiligen Josef um

deinen Altar versammelt und mit dem Brot des Lebens gestärkt.

Schütze deine Familie und erhalte in ihr deine Gaben. Darum

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der gütige Gott, der die Heiligen zur Vollendung geführt hat,

segne euch und bewahre euch vor allem Unheil.


Abend · Donnerstag, 19. März 210

Das Vorbild des heiligen Josef lehre euch und seine Fürsprache

helfe euch, Gott und den Menschen zu dienen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Josef – ... Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm

selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein

Geheimnis.

Alfred Delp (1907–1945)

• Das Vertrauen, dass ich Gottes Wort vernehmen kann, auf

meine ganz eigene Weise – wie kann es in mir wachsen?

• Was ist meine Berufung?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Manchmal schweigen wir und horchen,

was im Herzen sich bewegt,

und dann wird ein Wort zur Antwort,

Wort, das unser Leben trägt.

Josef, auf dem Weg der Zeiten

wirst du achtsam uns begleiten,

dass auf unsrer guten Erd

Gottes Reich lebendig werd.


211

Donnerstag, 19. März · Abend

Manchmal wird der Weg beschwerlich,

niemand sagt, wohin er führt,

und doch ruft das Wort zum Aufbruch,

Gottes Hand hat uns berührt.

Josef, auf dem Weg der Zeiten ...

Manchmal bleibt allein die Liebe,

und es zählt nicht, ob sie lohnt;

wo ein Mensch von Herzen gut ist,

Gottes Wesen in ihm wohnt.

Josef, auf dem Weg der Zeiten ...

Manchmal träumen wir vom Himmel

und wir spüren, er wird wahr.

Und wir folgen einer Sehnsucht

die uns Gottes Wort gebar.

Josef, auf dem Weg der Zeiten ...

Helmut Schlegel 2009, © beim Autor

GL 905 (Anhang Rottenburg-Stuttgart)

Psalm 132 Verse 1–10

O Herr, denk an David, *

denk an all seine Mühen,

wie er dem Herrn geschworen, *

dem starken Gott Jakobs gelobt hat:

„Nicht will ich mein Zelt betreten *

noch mich zur Ruhe betten,

nicht Schlaf den Augen gönnen *

noch Schlummer den Lidern,

bis ich eine Stätte finde für den Herrn, *

eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.“

Wir hörten von seiner Lade in Efrata, *

fanden sie im Gefilde von Jáar.


Abend · Donnerstag, 19. März 212

„Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung *

und niederfallen vor dem Schemel seiner Füße!“

„Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe, *

du und deine machtvolle Lade!“

Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit, *

und deine Frommen sollen jubeln.

„Weil David dein Knecht ist, *

weise deinen Gesalbten nicht ab!“

Ehre sei dem Vater ...

Du, Heiliger, bist uns näher, als wir selbst uns sind. Lass uns

still werden und einkehren bei dir; denn du bist unser Leben.

Lesung Weish 10, 10

Einen Gerechten, der vor dem Zorn des Bruders floh, geleitete

die Weisheit auf geraden Wegen, zeigte ihm das Reich

Gottes und enthüllte ihm heilige Geheimnisse. Sie machte ihn

reich bei seiner harten Arbeit und vermehrte den Ertrag seiner

Mühen.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich

auftrat. Und man hielt ihn für den Sohn des Josef.

Fürbitten

Gott, du hast Josef, der gerecht war, deinen Engel geschickt,

damit er über die erwartbare Gerechtigkeit hinaus das Rechte

tun konnte. Wir bitten dich:

V: Du unsere Hoffnung, A: leite und bewege uns.

Wir bitten für die Kirche,

– dass sie, wie der heilige Josef, immer wieder neu nach deinem

Willen fragt.


213

Donnerstag, 19. März · Abend

Wir beten für die Menschen, deren prophetische Stimme überhört

oder zum Schweigen gebracht wird,

– dass sie die Kraft finden, Gottes Botschaft treu zu bleiben.

Wir beten für alle, denen Kinder anvertraut sind,

– dass sie ihnen mit liebevoller Verlässlichkeit begegnen.

Wir beten für alle Menschen, die trotz ihrer Hände Arbeit nicht

genug zum Leben haben,

– dass sie solidarische Hilfe erfahren.

Wir bitten für die Kranken und Sterbenden, deren Lebenshoffnungen

sich nicht erfüllt haben,

– dass ihre Lebenswege in dir Vollendung finden.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine

Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache und hilf deiner Kirche, die Geheimnisse

der Erlösung treu zu verwalten, bis das Werk des Heiles

vollendet ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der verborgene Gott,

der uns allezeit nahe ist,

lasse uns sein Angesicht schauen

und schenke uns seinen Frieden.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Freitag, 20. März 2020

Namenstag: hl. Wolfram von Sens (Bischof, Missionar in Friesland,

† um 700) · hl. Irmgard von Erstein (Klostergründerin, † 851)

Hymnus

Der Frühling

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Es kommt der Tag aus fernen Höhn herunter,

Der Morgen, der erwacht ist aus den Dämmerungen,

Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter,

Von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen.

Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen,

Mit Blüten scheint, dem Zeichen froher Tage,

Das große Tal, die Erde sich zu füllen,

Entfernt dagegen ist zur Frühlingszeit die Klage.

Friedrich Hölderlin (1770–1843)

Psalm 69 Verse 2–13

Hilf mir, o Gott! *

Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.

Ich bin in tiefem Schlamm versunken *

und habe keinen Halt mehr;

ich geriet in tiefes Wasser, *

die Strömung reißt mich fort.


215

Freitag, 20. März · Morgen

Ich bin müde vom Rufen, *

meine Kehle ist heiser,

mir versagen die Augen, *

während ich warte auf meinen Gott.

Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf *

sind die, die mich grundlos hassen.

Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde. *

Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.

Gott, du kennst meine Torheit, *

meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.

Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, *

soll durch mich nicht scheitern;

wer dich sucht, Gott Israels, *

gerate durch mich nicht in Schande.

Denn deinetwegen erleide ich Schmach, *

und Schande bedeckt mein Gesicht.

Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, *

den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; *

die Schmähungen derer, die dich schmähen,

haben mich getroffen.

Ich nahm mich durch Fasten in Zucht, *

doch es brachte mir Schmach und Schande.

Ich ging in Sack und Asche, *

doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

Man redet über mich in der Versammlung am Tor, *

von mir singen die Zecher beim Wein.

Ehre sei dem Vater ...

Wenn alle gegen uns sind, wenn uns selbst die nächste Umgebung

wie Fremde behandelt, sei du unser Halt. Gott, wir warten

auf dich.


Morgen · Freitag, 20. März 216

Lesung Sir 2, 15–16

Wer den Herrn fürchtet, ist nicht ungehorsam gegen sein

Wort; wer ihn liebt, hält seine Wege ein. Wer den Herrn

fürchtet, sucht ihm zu gefallen; wer ihn liebt, ist erfüllt von

seinem Gesetz.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Meister, welches ist das größte Gebot? Jesus gab zur Antwort:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen.

Bitten

Jesus, Menschensohn, du tust uns die Güte des Vaters kund.

Wir bitten dich:

A: Zeig uns dein Angesicht.

– In den Armen und Einsamen.

– In denen, die innerlich leer und orientierungslos sind.

– In denen, die auf ein Wort der Versöhnung von uns warten.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren

Herzen, damit wir imstande sind, unser eigenes Begehren zu

meistern und den Anregungen deines Geistes zu folgen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


217

Freitag, 20. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, unter den Göttern ist keiner wie du.

Denn du bist groß und tust Wunder. Du allein bist Gott.

Ps 86, 8.10

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Hosea Hos 14, 2–10

So spricht der Herr: Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem

Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld.

Kehrt um zum Herrn, nehmt Worte der Reue mit euch und sagt

zu ihm: Nimm alle Schuld von uns und lass uns Gutes erfahren!

Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen. Assur kann

uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten, und

zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott.

Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen.

So spricht der Herr: Ich will ihre Untreue heilen und sie aus

lauter Großmut wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel

abgewandt. Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit

es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon.

Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht

des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon.

Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen

Getreide an und gedeihen wie die Reben, deren Wein so berühmt

ist wie der Wein vom Libanon. Was hat Efraim noch mit

den Götzen zu tun? Ich, ja, ich erhöre ihn, ich schaue nach ihm.

Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche

Frucht.

Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es.

Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf

ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall.


Eucharistie · Freitag, 20. März 218

Antwortpsalm

Kehrvers:

Ich bin der Herr, dein Gott; höre auf meine Stimme!

Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm: *

Seine Schulter hab ich von der Bürde befreit,

Ps 81, 6c–11b.14.17

seine Hände kamen los vom Lastkorb. *

Du riefst in der Not, und ich riss dich heraus. – Kehrvers

Ich habe dich aus dem Gewölk des Donners erhört, *

an den Wassern von Meríba geprüft.

Höre, mein Volk, ich will dich mahnen! *

Israel, wolltest du doch auf mich hören! – Kehrvers

Für dich gibt es keinen andern Gott. *

Du sollst keinen fremden Gott anbeten.

Ich bin der Herr, dein Gott, *

der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. – Kehrvers

Ach, dass doch mein Volk auf mich hörte, *

dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen!

Ich würde es nähren mit bestem Weizen *

und mit Honig aus dem Felsen sättigen. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Verse 11a.9a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 5 (IV. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Mt 4, 17

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

So spricht der Herr: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 12, 28b–34

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte

ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete:

Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige

Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit gan-


219

Freitag, 20. März · Abend

zem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all

deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten

lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als

diese beiden.

Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz

richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen

außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand

und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich

selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.

Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte

zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner

wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

Impuls zum Evangelium

Das Wort Solidarität klingt nüchtern und klar. Nüchterner

als das sehr große Wort Liebe. Ein Wort, dessen Grenzen verschwimmen.

Wen darf, wen soll ich lieben? Was für eine Frage!

Die Frage: „Mit wem soll ich solidarisch sein?“ geht uns leichter

über die Lippen. Doch wenn Solidarisierung mehr meint

als das Wahrnehmen von Sonderinteressen, einer Familie,

eines Berufsstandes, einer Nation, dann ist das Wort Solidarität

so anspruchsvoll und so sperrig wie das Wort Liebe. Wem

gehört meine Liebe? Weil der wahre Gott mit den Menschen

solidarisch ist, kann es jedenfalls keine Konkurrenz zwischen

der Liebe zu Gott und der Liebe zu den Menschen geben. Wahre

Gottesliebe reift, ermutigt, drängt und befreit – zur Menschenliebe.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Freitag, 20. März 220

Innehalten am Abend

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich

die Wahrheit die Schuhe anzieht.

Mark Twain (amerikanischer Schriftsteller, 1835–1910)

• Was kann ich tun gegen Übertreibungen, Lügen und Radikalisierungen?

• Wo in meinem Alltag kann ich meine Stimme erheben gegen

abwertende Pauschalurteile?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Die Entschlafenen

Einen vergänglichen Tag lebt’ ich und wuchs mit den Meinen,

Eins um’s andere schon schläft mir und fliehet dahin.

Doch ihr Schlafenden wacht am Herzen mir, in verwandter

Seele ruhet von euch mir das entfliehende Bild.

Und lebendiger lebt ihr dort, wo des göttlichen Geistes

Freude die Alternden all, alle die Toten verjüngt.

Friedrich Hölderlin (1770–1843)

Psalm 135 Verse 13–21

Herr, dein Name währt ewig, *

das Gedenken an dich, Herr,

dauert von Geschlecht zu Geschlecht.

Denn der Herr verschafft Recht seinem Volk; *

er hat mit seinen Knechten Mitleid.

Die Götzen der Heiden sind nur Silber und Gold, *

ein Machwerk von Menschenhand.

Sie haben einen Mund und reden nicht, *

Augen und sehen nicht;


221

Freitag, 20. März · Abend

sie haben Ohren und hören nicht; *

auch ist kein Hauch in ihrem Mund.

Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen, *

alle, die den Götzen vertrauen.

Haus Israel, preise den Herrn! *

Haus Aaron, preise den Herrn!

Haus Levi, preise den Herrn! *

Alle, die ihr den Herrn fürchtet, preist den Herrn!

Gepriesen sei der Herr auf Zion, *

er, der thront in Jerusalem.

Ehre sei dem Vater ...

Wir preisen dich, Gott, du leidest mit den Unterdrückten und

verschaffst Recht den Bedrängten. Öffne uns Augen und Ohren,

dass wir erkennen, wo du uns brauchst.

Lesung 1 Kor 10, 24.31

Denkt nicht an euch selbst, sondern an die anderen. Ob ihr

esst oder trinkt oder etwas anderes tut: tut alles zur Verherrlichung

Gottes!

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Seinen Nächsten lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle

Opfer.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater:

A: Segne unsere Familien.

– Dass ihr oft beschwerlicher Alltag immer wieder von frohen

Momenten durchbrochen wird.

– Dass alle Spannungen und Krisen sie dir näherbringen.


Abend · Freitag, 20. März 222

– Dass die Generationen füreinander liebevolles Verständnis

aufbringen.

A: Segne unsere Familien.

– Dass alle, deren Bemühungen gescheitert sind, wieder neue

Hoffnung schöpfen.

– Dass die Lebenden mit ihren verstorbenen Angehörigen verbunden

bleiben.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren

Herzen, damit wir imstande sind, unser eigenes Begehren zu

meistern und den Anregungen deines Geistes zu folgen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Samstag, 21. März 2020

Namenstag: sel. Christian von Köln (erster Abt von St. Pantaleon,

† 1002) · sel. Richeza von Polen († 1063) · Absalon von Lund (Axel,

Bischof, † 1201) · Emilie Schneider (Ordensfrau, Mystikerin, † 1859)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Nun ruft ein heil’ges Fasten aus,

wie es die Väter uns gelehrt.

Gekommen ist im Jahreslauf

der vierzig Tage heil’ge Zeit.

So hat es das Gesetz verlangt,

so der Propheten ernster Ruf.

Und Christus selbst hat diese Zeit

geheiligt durch sein eignes Tun.

Nach seinem Beispiel lasst auch uns

das Fasten üben in Geduld,

uns Abbruch tun in Speis und Trank,

nachsinnen über Gottes Wort.

Das Böse schwinde kraftlos hin,

das Gute blühe machtvoll auf,

Versöhnung finde jedes Herz,

das sich dem Werk der Buße weiht.


Morgen · Samstag, 21. März 224

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Ex more docti mystico; Gregor der Große (?), † 604

Melodie: GL 297 · GL 1975 178 · KG 395 · EG 79

Psalm 119

Ich tue, was recht und gerecht ist. *

Gib mich meinen Bedrückern nicht preis!

Verbürg dich für das Wohl deines Knechtes, *

damit die Stolzen mich nicht unterdrücken.

Meine Augen sehnen sich nach deiner Hilfe, *

nach deiner gerechten Verheißung.

Handle an deinem Knecht nach deiner Huld *

und lehre mich deine Gesetze!

Ich bin dein Knecht. Gib mir Einsicht, *

damit ich verstehe, was du gebietest.

Herr, es ist Zeit zu handeln; *

man hat dein Gesetz gebrochen.

Darum liebe ich deine Gebote *

mehr als Rotgold und Weißgold.

Darum lebe ich genau nach deinen Befehlen; *

ich hasse alle Pfade der Lüge.

Ehre sei dem Vater ...

Verse 121–128 Ajin

Wie oft verfehlen wir unsern Vorsatz, nach deinem Willen zu

handeln. Du unser Gott, wir sehnen uns nach deiner Hilfe.

Handle an uns nach deiner Huld!

Lesung Jes 44, 21–22

Denk daran, Jakob, und du, Israel, dass du mein Knecht bist.

Ich habe dich geschaffen, du bist mein Knecht; Israel, ich


225

Samstag, 21. März · Morgen

vergesse dich nicht. Ich fege deine Vergehen hinweg wie eine

Wolke und deine Sünden wie Nebel. Kehr um zu mir; denn ich

erlöse dich.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Zöllner wagte nicht, die Augen zum Himmel zu erheben. Er

schlug an seine Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig.

Bitten

Gott, in deinem Geist bist du uns nahe. Wir rufen zu dir:

A: Kyrie, eleison.

Du hast dich nicht gescheut, dich in deinem Sohn Jesus Christus

den Ausgestoßenen zuzuwenden;

– befreie uns von Hochmut und Dünkel.

Erbarme dich unserer Schwäche und Resignation;

– stärke uns heute mit deinem Wort.

Dich dürfen wir Vater nennen;

– wende dich uns liebend zu, wenn wir vor uns selbst nicht

bestehen können.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, in geistlicher Freude begehen wir diese Tage der

Buße. Gib, dass wir aus dem österlichen Geheimnis leben, damit

uns sein voller Gnadenreichtum zuteilwird. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Samstag, 21. März 226

Texte zur Eucharistiefeier

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt.

Ps 103, 2–3

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Hosea Hos 6, 1–6

Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat Wunden

gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird

auch verbinden. Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück,

am dritten Tag richtet er uns wieder auf, und wir leben vor

seinem Angesicht. Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der

Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot;

er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der

die Erde tränkt.

Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda?

Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der

bald vergeht. Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich

töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein

Recht auf wie das Licht. Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis

statt Brandopfer.

Impuls zur Lesung

Es gibt Leute, die wissen haargenau, wer Gott ist und wie man

ihn zu behandeln hat. Sie kennen sich super aus, mit Gott.

Zieht man die fromme Verpackung ab, so gleicht ihr Wissen

aber eher einer Gebrauchsanweisung für einen Automaten. Sie

sind Gottestechniker. Sie würden es nicht so sagen, aber Gott

ist für sie eine sichere Nummer. Gegen eine solche Haltung

wendet sich der Prophet. Gott ist keine Maschine. Er reagiert

nicht auf Knopfdruck. Er lässt sich nicht für unsere Zwecke


227

Samstag, 21. März · Eucharistie

programmieren. Was heißt es aber dann, Gott zu kennen und

ihm zu trauen, auf ihn zu bauen? Sucht seine Nähe, ohne ihn

zu vereinnahmen, ohne der Versuchung zu erliegen, ihn in die

Tasche zu stecken. Gott ist nahe! Doch bitte – keine Handgreiflichkeiten.

Bleibt in seiner Nähe, harrt aus, und bleibt gerade

dort empfänglich für seine Unbegreiflichkeit.

Antwortpsalm Ps 51, 3–4.18–21

Kehrvers:

Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab, *

und mach mich rein von meiner Sünde! – Kehrvers

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

wirst du, Gott, nicht verschmähen. – Kehrvers

In deiner Huld tu Gutes an Zion, *

bau die Mauern Jerusalems wieder auf!

Dann hast du Freude an rechten Opfern, /

an Brandopfern und Ganzopfern, *

dann opfert man Stiere auf deinem Altar. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Hos 6, 6a, ferner GL 301 (IV. Ton)

oder GL 1975 536, 2 (VII. Ton) oder KG 543 (V. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Ps 95, 7d.8a

Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet nicht euer Herz!

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


Abend · Samstag, 21. März 228

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 18, 9–14

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit

überzeugt waren und die anderen verachteten,

dieses Beispiel:

Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der

eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer

stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke

dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber,

Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste

zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten

Teil meines ganzen Einkommens.

Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht

einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug

sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück,

der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt,

wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Hymnus

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Christus – mächtiger Gott!

Du, Allherrscher der Schöpfung,

lenkst die kreisenden Welten –

wandelst auf Wogen,

wendest die Stürme –

rufst deine Engel,

zwingst die Dämonen –


229

Samstag, 21. März · Abend

König der Welt!

Allem verleihst du das Sein,

Wort des allmächtigen Vaters!

Christus – Heiland der Welt!

Aus dem Schoße des Vaters

steigst du rettend hernieder:

wirst unser Bruder,

teilst unsre Armut –

trägst unsre Leiden,

tilgst unsre Sünden –

hebst uns empor:

Erster des neuen Geschlechts,

das du erlöst und geheiligt.

Christus – göttliches Haupt!

Wie der Weinstock die Reben

nährst du uns, deine Glieder:

senkst in die Seelen

göttliches Leben,

einigst die Völker

in deiner Kirche

heiligem Leib.

Zieh uns auf ewig an dich,

Mittler unsterblichen Lebens!

Zeitgenössisch

Canticum Phil 2, 6–11

Antiphon:

Als wir tot waren durch die Sünde, hat Gott uns mit Christus

lebendig gemacht aus großer Liebe.

Christus Jesus war Gott gleich, *

hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,

sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave *

und den Menschen gleich.


Abend · Samstag, 21. März 230

Sein Leben war das eines Menschen; /

er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, *

bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht /

und ihm den Namen verliehen, *

der größer ist als alle Namen,

damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde *

ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu

und jeder Mund bekennt: /

„Jesus Christus ist der Herr“ – *

zur Ehre Gottes, des Vaters.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Als wir tot waren durch die Sünde, hat Gott uns mit Christus

lebendig gemacht aus großer Liebe.

Lesung Tit 2, 11–12

Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.

Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und

den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und

fromm in dieser Welt zu leben.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen,

sondern das ewige Leben haben.

Fürbitten

Auch heute werden Gottes Getreue verfolgt und misshandelt.

Darum lasst uns Gott bitten:

A: Sorge für alle, die sich zu dir bekennen.


231

Samstag, 21. März · Abend

– Für alle, die sich um Verständigung zwischen den Religionen

bemühen.

– Für die verfolgten Christen in Afrika und Asien.

– Für die Gemeinden, deren Gotteshäuser zerstört worden sind.

– Für alle, die beim Gebet oder während des Gottesdienstes

umgebracht werden.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf

wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen

hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest

entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der barmherzige Gott behüte unser Leben,

er gebe uns Gesundheit an Leib und Seele

und schenke uns sein Heil.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Von Woche zu Woche · Samstag, 21. März 232

Von Woche zu Woche

Das Licht der Welt

(zu Eph 5, 8–14)

Wunder des wachsenden Lichts

im lichten Lindgrün des Lenz:

Lengde – Verlängerung des Lichts.

Das Licht der Welt erblicken:

Grunderfahrung

des Christseins.

Unwahrscheinliches Himmelsblau,

glitzerndes, spiegelndes Wasser:

Warum diese Freude am Licht?

Warum diese Sehnsucht

nach der tröstlichen Helligkeit

eines anbrechenden Morgens?

Licht und Finsternis sind Urworte,

elementare Erfahrungen

widerstreitender Mächte.

Doch nicht Spielball sind wir!

Geboren werden heißt,

das Licht der Welt erblicken!

Das Licht der Welt erblicken:

Grunderfahrung

des Christseins.

Worauf blicken wir?

Dorothee Sandherr-Klemp


22. März 2020

4. Fastensonntag (Laetare)

Namenstag: hl. Lea (Witwe in Rom, † um 384) · sel. Elko von Lidlum/

Friesland (Elmar, Abt, † 1332) · sel. Clemens August Kardinal Graf von

Galen (Bischof von Münster, Gegner der Nationalsozialisten, † 1946)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Freue dich, Stadt Jerusalem!

Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart.

Vgl. Jes 66, 10

Hymnus

Ehre sei dem Vater ...

Du Abglanz von des Vaters Pracht,

du bringst aus Licht das Licht hervor,

du Licht vom Licht, des Lichtes Quell,

du Tag, der unsern Tag erhellt.

Du wahre Sonne, brich herein,

du Sonne, die nicht untergeht,

und mit des Geistes lichtem Strahl

dring tief in unsrer Sinne Grund.


Morgen · Sonntag, 22. März 234

Wir rufen auch den Vater an,

den Vater ew’ger Herrlichkeit,

den Vater, reich an mächt’ger Huld:

Er halte fern, was uns versucht.

Er stärke uns zum guten Werk,

er leite machtvoll unser Tun,

er sei uns Kraft in harter Fron

und lenke unsren schwachen Geist.

Und Christus werde unser Brot,

und unser Glaube sei uns Trank,

in Freude werde uns zuteil

des Geistes klare Trunkenheit.

Das Morgenrot steigt höher schon,

wie Morgenrot geht er uns auf:

in seinem Vater ganz der Sohn

und ganz der Vater in dem Wort. Amen.

Nach: Splendor paternae gloriae; Ambrosius, † 397

Melodie: GL 144 · GL 1975 474 · KG 40 · EG 288

Psalm 66 Verse 1b–12

Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! /

Spielt zum Ruhm seines Namens! *

Verherrlicht ihn mit Lobpreis!

Sagt zu Gott: „Wie ehrfurchtgebietend sind deine Taten; *

vor deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen.“

Alle Welt bete dich an und singe dein Lob, *

sie lobsinge deinem Namen!

Kommt und seht die Taten Gottes! *

Staunenswert ist sein Tun an den Menschen:

Er verwandelte das Meer in trockenes Land, /

sie schritten zu Fuß durch den Strom; *

dort waren wir über ihn voll Freude.


235

Sonntag, 22. März · Morgen

In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig; /

seine Augen prüfen die Völker. *

Die Trotzigen können sich gegen ihn nicht erheben.

Preist unseren Gott, ihr Völker; *

lasst laut sein Lob erschallen!

Er erhielt uns am Leben *

und ließ unseren Fuß nicht wanken.

Du hast, o Gott, uns geprüft *

und uns geläutert, wie man Silber läutert.

Du brachtest uns in schwere Bedrängnis *

und legtest uns eine drückende Last auf die Schulter.

Du ließest Menschen über unsere Köpfe schreiten. /

Wir gingen durch Feuer und Wasser. *

Doch du hast uns in die Freiheit hinausgeführt.

Ehre sei dem Vater ...

Treuer Gott, du gedenkst deines Bundes und führst die Menschen,

die sich dir anvertrauen, hinaus in die Freiheit. Wir

kommen heute zu dir; nimm du uns an und lass uns in jeder

Bedrängnis deine helfende Nähe spüren.

Lesung Mal 3, 20

Für euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der

Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Flügel bringen Heilung.

Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen wie Jungstiere,

die aus dem Stall kommen – Spruch Gottes, des Herrn.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Menschen

geöffnet hat, der blind geboren war: Du aber hast es getan,

Christus, Sohn Gottes, du Licht der Welt.


Eucharistie · Sonntag, 22. März 236

Bitten

Gott, du Geheimnis des Lebens, auf mancherlei Weise verbauen

wir selbst uns den Zugang zu dir. Wir bitten dich:

A: Mach uns bereit für deinen Ruf.

– Lass uns nicht Gefangene unserer eigenen Vorstellungen sein.

– Lass uns nicht stärker an unseren Gütern als an der Verheißung

deines Reiches hängen.

– Lass uns die Zeichen verstehen, die du uns gibst.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf

wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen

hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest

entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gnade sei mit uns und Friede in Fülle

durch die Erkenntnis Gottes

und Jesu, unseres Herrn.

Vgl. 2 Petr 1, 2

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 143, 268, 272, 461, 485, 489 · KG 136, 193,

203, 504, 512, 531

Freue dich, Stadt Jerusalem!

Seid fröhlich zusammen mit ihr,

alle, die ihr traurig wart.

Freut euch und trinkt euch satt

an der Quelle göttlicher Tröstung.

Vgl. Jes 66, 10–11


237

Sonntag, 22. März · Eucharistie

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem ersten Buch Samuel


1 Sam 16, 1b.6–7.10–13b

In jenen Tagen sprach der HERR zu Samuel: Fülle dein Horn

mit Öl und mach dich auf den Weg!

Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir

einen von seinen Söhnen als König ausersehen.

Als Samuel den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor

dem HERRN sein Gesalbter. Der HERR aber sagte zu Samuel:

Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn

ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf

der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist,

der HERR aber sieht das Herz.

So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel

sagte zu Isai: Diese hat der HERR nicht erwählt. Und er fragte

Ísai: Sind das alle jungen Männer? Er antwortete: Der jüngste

fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu

Isai: Schick jemand hin und lass ihn holen; wir wollen uns nicht

zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist. Isai schickte

also jemand hin und ließ ihn kommen. David war rötlich, hatte

schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der HERR: Auf,

salbe ihn! Denn er ist es.

Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten

unter seinen Brüdern. Und der Geist des HERRN war über David

von diesem Tag an.

Antwortpsalm Ps 23

Kehrvers:

Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.

Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. /

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.


Eucharistie · Sonntag, 22. März 238

Meine Lebenskraft bringt er zurück. *

Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit,

getreu seinem Namen.

Kehrvers:

Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, *

ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, *

dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. – Kehrvers

Du deckst mir den Tisch *

vor den Augen meiner Feinde.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, *

übervoll ist mein Becher. – Kehrvers

Ja, Güte und Huld *

werden mir folgen mein Leben lang

und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN *

für lange Zeiten. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 1, ferner GL 37, 1 · GL 1975 718, 1 · KG 611 (VIII. Ton)

Lesung aus dem Epheserbrief Eph 5, 8–14

Schwestern und Brüder! Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber

seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts! Denn das

Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.

Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit

den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, deckt sie

vielmehr auf! Denn von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu

reden, ist schändlich.

Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Denn

alles Erleuchtete ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer,

und steh auf von den Toten und Christus wird dein Licht

sein.


239

Sonntag, 22. März · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Licht und Finsternis sind Urworte. Sie bezeichnen elementare

menschliche Erfahrungen. Sie stehen für widerstreitende

Mächte, die das irdische Dasein prägen. Dennoch sind

wir Menschen weder Spielfeld noch Spielball gegeneinander

kämpfender Urgewalten. Das Spiel ist ja schon entschieden.

Gottes Liebesmacht hat das Spiel gemacht. „Das Licht der Welt

erblicken“ heißt: „geboren werden“. Das Licht der Welt erblicken,

sich nicht nur wie neugeboren fühlen, sondern wirklich:

neu geboren sein; das ist die Grunderfahrung des Christseins.

Der Epheser-Brief zitiert hier aus einer urchristlichen Taufliturgie.

Ja, solche Hoffnung ist wahrhaft ur-christlich: „Und Christus

wird dein Licht sein.“

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 8, 12

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

So spricht der Herr: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,

hat das Licht des Lebens.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 9, 1–41

Kurzfassung: Joh 9, 1.6–9.13–17.34–38

In jener Zeit sah Jesus unterwegs einen Mann, der seit seiner

Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat

gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren

wurde?

Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,

sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.

Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen,

der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand

mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das

Licht der Welt.

Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte

er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die


Eucharistie · Sonntag, 22. März 240

Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich

Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging

fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen

hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?

Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur

ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie

sind deine Augen geöffnet worden?

Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig,

bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach

und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte

sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht.

Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den

Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig

gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.

Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und

ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten:

Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält.

Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen

tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie

den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat

doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet.

Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen

und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des von

der Blindheit Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von

dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass

er jetzt sieht?

Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist

und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt

sieht, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat,

das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug

und kann selbst für sich sprechen!

Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten;

denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als


241

Sonntag, 22. März · Eucharistie

den Christus bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen

sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst!

Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war,

zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir

wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er

ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich

blind war und jetzt sehe.

Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine

Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits

gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal

hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?

Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen;

wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott

gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er

kommt.

Der Mensch antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche,

dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine

Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört; wer

aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch

nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen

geöffnet hat. Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte

er gewiss nichts ausrichten können.

Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren

und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.

Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn

traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?

Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich

an ihn glaube?

Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit

dir redet, ist es.

Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm

nieder.

Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen:

damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind

werden.


Eucharistie · Sonntag, 22. März 242

Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten

ihn: Sind etwa auch wir blind?

Jesus sagte zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine

Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

Credo

Gabengebet

Herr, unser Gott, in der Freude auf das Osterfest bringen wir

unsere Gaben dar. Hilf uns, gläubig und ehrfürchtig das Opfer

zu feiern, das der Welt Heilung schenkt und den Tod überwindet.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger,

ewiger Gott, immer und überall zu danken durch unseren

Herrn Jesus Christus. Denn durch seine Menschwerdung

hat er das Menschengeschlecht aus der Finsternis zum Licht des

Glaubens geführt. Wir sind als Knechte der Sünde geboren, er

aber macht uns zu deinen Kindern durch die neue Geburt aus

dem Wasser der Taufe. Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit

dein Erbarmen und singen mit den Chören der Engel das Lob

deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers vgl. Joh 9, 11.38a

Der Herr salbte meine Augen; ich ging hin, wusch mich und

wurde sehend und glaube an Gott.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, dein ewiges Wort ist das wahre Licht, das jeden

Menschen erleuchtet. Heile die Blindheit unseres Herzens,

damit wir erkennen, was vor dir recht ist, und dich aufrichtig

lieben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


243

Sonntag, 22. März · Auslegung

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Eugen Biser

A

ls Licht der Welt bin ich in diese Welt gekommen, damit ich

die, die blind sind, sehend mache. Aber auch damit die, die

sich für sehend halten, blind werden.“ Das hören einige Pharisäer,

und sie kontern mit dem Satz: „Sind denn auch wir am

Ende blind?“ Jesus gibt ihnen zur Antwort: „Wenn ihr blind wäret,

dann könnte euch geholfen werden. Aber so sagt ihr: Wir

sehen. Deswegen ist euch nicht zu helfen.“ Wir aber fragen uns,

was diese Geschichte uns zu sagen hat. Natürlich in erster und

letzter Hinsicht das, was gleichsam als Überschrift über dieser

ganzen Perikope steht und was aus dem ganzen Geschehen herausleuchtet,

das Wort: „Ich bin das Licht der Welt.“ Aber dieses

Wort ist ein Wort des Gerichtes. Es ist in die Finsternis dieser

Welt hineingesprochen. Und wir müssen uns fragen: Wer wehrt

sich gegen dieses Licht? Wer will lieber im Dunkeln leben, als

dass er sich dieses Licht leuchten lässt? Worin besteht die Finsternis,

gegen die dieses in Jesus erschienene Licht angeht?


Auslegung · Sonntag, 22. März 244

Wir werden im Sinne unserer Geschichte darauf drei Antworten

geben müssen. Die erste Antwort hängt mit dem zusammen,

was die Pharisäer dem Blindgeborenen vorwerfen: „Du

bist ganz und gar in Sünden geboren und willst uns belehren?“

Ganz am Anfang, als Jesus auf den Blindgeborenen stieß, hatte

es geheißen – und diesmal sind die Jünger diejenigen, die die

Frage aufwerfen: „Meister, wer hat in diesem Fall gesündigt?

Dieser Blinde selbst oder seine Eltern?“ Es ist also die Vorstellung,

dass alles Unglück in der Welt ein direkt oder indirekt

selbst verschuldetes ist. Überall, wo ein Mensch in Not kommt,

muss nach dieser Vorstellung zurückgefragt werden, nach dem,

was er an Schuld auf sich geladen hat; denn alles Leid dieser

Welt ist Strafe. Das ist die Mentalität, mit der wir uns zunächst

auseinandersetzen müssen.

Dieser allgemein herrschenden und selbstverständlich auch

heute noch lebendigen Mentalität widerspricht Jesus mit dem

befreienden Wort: „Hier hat weder der Blinde gesündigt noch

seine Eltern, sondern dieses Unglück ist eine Art Folie, damit

die Herrlichkeit Gottes aufleuchte und sichtbar werde.“ Das

Unglück ist keineswegs in jedem Fall selbstverschuldet und in

keinem Fall eine Strafe Gottes. Wer sich in diese Meinung verstrickt,

der ist im Sinne Jesu blind, der lebt in der Finsternis.

Wir sollten das sehr ernst nehmen; denn eine tief eingewurzelte

Meinung geht davon aus, dass überall dort, wo Leid vorkommt,

nach irgendeinem Verschulden zurückgefragt werden müsse,

weil alles Unglück Strafe Gottes sei. Jesus aber verkündet einen

Gott, der sich nicht an seinen Geschöpfen rächt. … Seine

Botschaft ist eine Botschaft, die uns über diese Strafmentalität

hinausträgt, und die von Gott größer denkt, als es der aufrechnenden

Denkweise der meisten entspricht. Es ist jener Gott,

von dem wir in der Bergpredigt hören, dass er gütig ist selbst

gegen die Undankbaren und Bösen.

Eugen Biser (dt. Theologe, 1918–2014),

aus: Ders., Gott für uns. Predigten zum Lesejahr A, Düsseldorf 1995, 57–59,

© Eugen-Biser-Stiftung, München


245

Sonntag, 22. März · Abend

Hymnus

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Ich steh in meines Herren Hand

und will drin stehen bleiben;

nicht Erdennot, nicht Erdentand

soll mich daraus vertreiben.

Und wenn zerfällt die ganze Welt,

wer sich an ihn und wen er hält,

wird wohlbehalten bleiben.

Er ist ein Fels, ein sichrer Hort,

und Wunder sollen schauen,

die sich auf sein wahrhaftig Wort

verlassen und ihm trauen.

Er hat’s gesagt, und darauf wagt

mein Herz es froh und unverzagt

und lässt sich gar nicht grauen.

Und was er mit mir machen will,

ist alles mir gelegen;

ich halte ihm im Glauben still

und hoff auf seinen Segen;

denn was er tut, ist immer gut,

und wer von ihm behütet ruht,

ist sicher allerwegen.

Philipp Spitta 1833

EG 374, Strophen 1–3 · alternative Melodie: GL 256 · GL 1975 141 · KG 333


Abend · Sonntag, 22. März 246

Psalm 112

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *

und sich herzlich freut an seinen Geboten.

Seine Nachkommen werden mächtig im Land, *

das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, *

sein Heil hat Bestand für immer.

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: *

der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, *

der das Seine ordnet, wie es recht ist.

Niemals gerät er ins Wanken; *

ewig denkt man an den Gerechten.

Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; *

sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; *

denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.

Reichlich gibt er den Armen, /

sein Heil hat Bestand für immer; *

er ist mächtig und hoch geehrt.

Voll Verdruss sieht es der Frevler, /

er knirscht mit den Zähnen und geht zugrunde. *

Zunichte werden die Wünsche der Frevler.

Ehre sei dem Vater ...

Deine Gebote sind unsere Freude, Herrscher des Alls. Leite uns

auf deinen Wegen und gib, dass wir nicht wanken.

Lesung Jes 60, 4b–5

Deine Söhne, Jerusalem, kommen von fern, deine Töchter

trägt man auf den Armen herbei. Du wirst es sehen, und du

wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit.


247

Sonntag, 22. März · Abend

Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der

Völker kommen zu dir.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Mein Sohn, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist,

ist dein. Heute aber müssen wir feiern und fröhlich sein; denn

dein Bruder war tot – und er lebt, er war verloren – und wurde

gefunden.

Fürbitten

Jesus ist das Licht der Welt, er lässt Menschen wieder klar sehen.

Er kann Menschen die Augen öffnen. Wir bitten ihn:

V: Du Licht der Welt, A: erleuchte uns.

– Wir beten für die Kirche, dass sie deinem Licht vertrauensvoll

folgt und so den Weg zum rechten Handeln findet.

– Wir beten für die Menschen, die blind geboren sind und in

der Welt der Sehenden gravierende Einschränkungen erfahren.

– Wir bitten dich für die Menschen, die durch eine Krankheit

im Alter ihr Augenlicht einbüßen und an Lebensqualität und

an Sicherheit verlieren.

– Wir beten für alle, die mit wachen Augen die Nöte und Sorgen

ihrer Mitmenschen wahrnehmen und sich ihrer annehmen.

– Wir beten für alle, die orientierungslos sind und Sinn und

Mitte ihres Lebens suchen.

– Wir beten für die Sterbenden, die keine Begleitung, keinen

nahen Menschen haben, dass sie dein ewiges Licht des Lebens

sehen.

Vaterunser


Abend · Sonntag, 22. März 248

Oration

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf

wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen

hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest

entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Christus Jesus,

unser Weg, unsere Wahrheit

und unser Leben,

lasse uns sein Licht leuchten

und führe uns ins Haus seines Vaters.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Montag, 23. März 2020

Heiliger Turibio von Mongrovejo

Turibio von Mongrovejo (1538–1606) ist der Patron von Peru

und Lima und war einer der bedeutendsten Kirchenführer Südamerikas.

Er studierte Theologie mit dem Schwerpunkt Kirchenrecht

und promovierte in Salamanca zum Doktor der Rechte. Von

Ende 1573 bis 1580 war er Inquisitor in Granada. 1579/80 wurde

er zum Erzbischof von Lima nominiert. Zuvor empfing er die niederen

Weihen, die Priester- und die Bischofsweihe. In seiner 26-jährigen

Amtszeit als Erzbischof von Lima arbeitete er unermüdlich

an der Reorganisation seiner großen Diözese. Er ließ Kirchen und

Schulen bauen und gründete Sozialeinrichtungen. Seine besondere

Sorge galt der Mission bei den Indianern. Zur Hebung des religiösen

und sittlichen Lebens von Klerus und Volk unternahm er

ausgedehnte Visitationsreisen und musste dabei gegen große Widerstände

ankämpfen. Unter seiner Führung fanden 13 Synoden

und drei Konzilien statt. Besondere Bedeutung kam dem Provinzialkonzil

von Lima zu (1582/83), das zur geistlichen Grundlage der

südamerikanischen Kirche wurde.

Namenstag: sel. Merbod von Mehrerau († 1110) · hl. Rebekka Ar-Rayyès

(libanesische Ordensfrau, † 1914)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Montag, 23. März 250

Hymnus

Ewiger Gott, aus dem Nichts

hast du das Weltall geschaffen;

lag doch kein Urstoff bereit,

neben dir, ewig wie du.

Ebenso wird einst dein Wille

die Welt von Grund auf verwandeln;

doch du bleibst immer dir gleich,

so wie von jeher du warst.

Klein ist die Spanne der Zeit,

durch die unsre Jahrhunderte gleiten,

kurz bemessen die Frist,

heilig zu werden wie du.

König der Welten, lass uns

in Treue dir dienen auf Erden

und zum heiligen Kampf

schenk uns göttliche Kraft.

Nach: Tu, qui de nihilo; Fulbert von Chartres, † 1028

Canticum Jes 42, 10–16d

Antiphon:

Verkündet Gottes Ruhm bis ans Ende der Erde.

Singt dem Herrn ein neues Lied, *

verkündet seinen Ruhm bis ans Ende der Erde!

Es jauchze das Meer und alles, was es erfüllt, *

die Inseln und ihre Bewohner.

Die Wüste und ihre Städte sollen sich freuen, *

die Dörfer, die Kedar bewohnt.

Die Bewohner von Sela sollen singen vor Freude *

und jubeln auf den Gipfeln der Berge.

Sie sollen die Herrlichkeit des Herrn verkünden, *

seinen Ruhm auf den Inseln verbreiten.


251

Montag, 23. März · Morgen

Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held, *

er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger.

Er erhebt den Schlachtruf und schreit, *

er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden.

Ich hatte sehr lange geschwiegen, *

ich war still und hielt mich zurück.

Wie eine Gebärende will ich nun schreien, *

ich schnaube und schnaufe.

Die Berge und Hügel dörre ich aus *

und lasse ihr Gras völlig vertrocknen.

Flüsse mache ich zu festem Boden, *

und Teiche lege ich trocken.

Blinde führe ich auf Wegen, die sie nicht kennen, *

auf unbekannten Pfaden lasse ich sie wandern.

Die Finsternis vor ihren Augen mache ich zu Licht; *

was krumm ist, mache ich gerade.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Jes 65, 18–19

Ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich

erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen

Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und

mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes

Weinen und lautes Klagen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Ein Mann in königlichem Dienst kam zu Jesus und bat ihn,

seinen Sohn zu heilen, der im Sterben lag. Und Jesus sprach:

Geh hin, dein Sohn lebt.


Eucharistie · Montag, 23. März 252

Bitten

Allmächtiger Vater, kleingläubig sind wir und geben leicht auf.

Wir bitten dich:

A: Komm uns zu Hilfe in deinem Sohn.

Gib uns Geduld und Vertrauen;

– lass uns alles, was wir tun, in deine Hände legen.

Gib uns Offenheit und Beweglichkeit;

– bewahre uns davor, unsere Erwartungen zu sehr festzulegen.

Gib uns Mut und Zuversicht;

– lass uns erkennen, was heute möglich ist, und es beherzt in

Angriff nehmen.

Vaterunser

Oration

Allherrschender Gott, du schenkst uns im österlichen Geheimnis

jenes wunderbare Leben, das die Welt unablässig erneuert.

Lass das Werk deiner Gnade in der Kirche mächtig werden und

gib ihr alles, was sie in dieser Zeit braucht. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Ich verlasse mich auf den Herrn.

Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen;

denn du hast mein Elend angesehn,

du bist mit meiner Not vertraut.

Ps 31, 7–8


253

Montag, 23. März · Eucharistie

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 65, 17–21

So spricht der Herr: Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel

und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere

denken, es kommt niemand mehr in den Sinn.

Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das,

was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus

seinen Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und

mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes

Weinen und lautes Klagen.

Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt,

und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als

Hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert

Jahre alt wird, gilt als verflucht.

Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden

Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen.

Impuls zur Lesung

Schlimme Verletzungen und tiefe Kränkungen sind Zeitbomben.

Man vergisst sie mit der Zeit, jaja, die Zeit heilt alle Wunden,

man unterschätzt sie, alles halb so wild, oder hält sie

für entschärft. Aber irgendwann, in einer kritischen Situation,

vermutlich genau dann, wenn wir es am wenigsten erwarten,

erschüttern sie unser Leben. Manche dieser Bomben explodieren

nie, zwingen uns aber, übervorsichtig und ängstlich,

gleichsam schallgedämpft, trittgedämpft, zu leben – das Leben

lebt nicht. Genau dies aber soll nach Gottes Willen ein Ende

haben: unsere innerste Versklavung an eine schmerzende und

bedrohliche Vergangenheit. Kein Kinderleben kommt zu kurz,

und bis ins hohe Alter, so verheißt es der Prophet, werden sich

die vom Herrn Befreiten eines Lebens freuen können, das Gott

ihnen jeden Tag neu in die Arme legt.


Eucharistie · Montag, 23. März 254

Antwortpsalm

Ps 30, 2.4–6.12a.13b

Kehrvers:

Herr, du zogst mich empor aus der Tiefe; ich will dich rühmen

in Ewigkeit.

Ich will dich rühmen, Herr, /

denn du hast mich aus der Tiefe gezogen *

und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.

Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, *

aus der Schar der Todgeweihten

mich zum Leben gerufen. – Kehrvers

Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, *

preist seinen heiligen Namen!

Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, *

doch seine Güte ein Leben lang. – Kehrvers

Wenn man am Abend auch weint, *

am Morgen herrscht wieder Jubel.

Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, *

Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2ab, ferner GL 629, 1 · GL 1975 712, 1 · KG 607 (I. Ton)

oder GL 1975 528, 2 (III. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Am 5, 14

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben, und der

Herr wird mit euch sein.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 4, 43–54

In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst

hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat

nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer

auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem


255

Montag, 23. März · Abend

während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest

gekommen.

Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser

in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher

Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von

Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat

ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag

im Sterben.

Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder

seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab,

ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt!

Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und

machte sich auf den Weg.

Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener

entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau

nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten:

Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm

gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde

war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde

gläubig mit seinem ganzen Haus.

So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von

Judäa nach Galiläa gekommen war.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Wir anderen … glauben aus aller Kraft, dass diese Straße, diese

Welt, auf die Gott uns gesetzt hat, für uns der Ort unserer


Abend · Montag, 23. März 256

Heiligkeit ist. Wir glauben, dass uns hier nichts Nötiges fehlt,

denn wenn das Nötige fehlte, hätte Gott es uns schon gegeben.

Madeleine Delbrêl (französische Schriftstellerin

und christliche Sozialarbeiterin, 1904–1964)

• Wo ist mein Ort des Lebens?

• Wo finde ich „diese Straße“, auf die Gott mich gesetzt hat,

wo habe ich sie gefunden?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Du aller Dinge Kraft und Grund,

der unbewegt stets in sich ruht,

du ordnest weise Zeit und Tag,

lässt Licht erscheinen und vergehn.

Bis unser Tag zur Neige geht,

erhalte gnädig uns dein Licht;

dann öffne uns ein heil’ger Tod

das Tor zur sel’gen Ewigkeit.

Dies schenk uns, Vater voller Macht,

durch Jesus Christus, unsern Herrn,

der mit dem Geiste und mit dir

regiert in alle Ewigkeit. Amen.

Entnommen aus: Benediktinisches Antiphonale 2,72,

© Vier-Türme GmbH, Verlag, Münsterschwarzach

Melodie: GL 539 · GL 1975 605 · KG 781 · EG 142

Psalm 136 Verse 1.10–26

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *

denn seine Huld währt ewig!

Der die Erstgeburt der Ägypter schlug, *

denn seine Huld währt ewig,


257

Montag, 23. März · Abend

und Israel herausführte aus ihrer Mitte, *

denn seine Huld währt ewig,

mit starker Hand und erhobenem Arm, *

denn seine Huld währt ewig,

der das Schilfmeer zerschnitt in zwei Teile, *

denn seine Huld währt ewig,

und Israel hindurchführte zwischen den Wassern, *

denn seine Huld währt ewig,

und den Pharao ins Meer stürzte samt seinem Heer, *

denn seine Huld währt ewig.

Der sein Volk durch die Wüste führte, *

denn seine Huld währt ewig,

der große Könige schlug, *

denn seine Huld währt ewig,

und mächtige Könige tötete, *

denn seine Huld währt ewig,

Sihon, den König der Amoriter, *

denn seine Huld währt ewig,

und Og, den König von Baschan, *

denn seine Huld währt ewig,

und der ihr Land zum Erbe gab, *

denn seine Huld währt ewig,

der es Israel gab, seinem Knecht, *

denn seine Huld währt ewig.

Der an uns dachte in unsrer Erniedrigung, *

denn seine Huld währt ewig,

und uns den Feinden entriss, *

denn seine Huld währt ewig,

der allen Geschöpfen Nahrung gibt, *

denn seine Huld währt ewig.


Abend · Montag, 23. März 258

Danket dem Gott des Himmels, *

denn seine Huld währt ewig.

Ehre sei dem Vater ...

Befreiender Gott, wunderbar hast du an deinem Volk gehandelt.

Lass deine Spuren auch in unserer Gegenwart aufleuchten

und stärke in uns die Hoffnung auf die unvergängliche Zukunft,

die du uns schenken willst.

Lesung Röm 12, 1–2

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine

Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen,

das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene

Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern

wandelt euch durch ein neues Denken, damit ihr prüfen

und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt,

was gut und vollkommen ist.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Vater erkannte, dass es zu der Stunde war, als Jesus gesagt

hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen

Haus.

Fürbitten

Lasst uns beten für alle, die in nächster Zeit sterben werden,

und für ihre Angehörigen:

V: Jesus, du unser Retter, A: sei ihnen nah.

Für alle Kinder und Jugendlichen, die todkrank sind oder in

Unfälle verwickelt werden,

– und für ihre Eltern.

Für alle, die in Ausübung ihres Berufs verunglücken,

– und für ihre Familien.


259

Montag, 23. März · Abend

Für alle, die mitten aus dem Leben gerissen werden,

– und für die, die den plötzlichen Verlust einfach nicht fassen

können.

Für die alten Menschen, die bettlägerig oder dement sind,

– und für ihre Kinder und die, die sie pflegen.

Vaterunser

Oration

Allherrschender Gott, du schenkst uns im österlichen Geheimnis

jenes wunderbare Leben, das die Welt unablässig erneuert.

Lass das Werk deiner Gnade in der Kirche mächtig werden und

gib ihr alles, was sie in dieser Zeit braucht. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Dienstag, 24. März 2020

Namenstag: Elias von Rommersdorf (Abt, † 1201) · hl. Katharina von

Vadstena (Ordensfrau, Tochter der hl. Birgitta, † 1381) · hl. Oscar Romero

(Erzbischof von San Salvador, Märtyrer, † 1980)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Komm, lass diese Nacht nicht enden,

in der wir einen Anfang sehn,

lass in uns sie weiterleben

und in den Tagen weitergehn,

dass die Worte, die gesprochen,

mehr als leere Worte sind,

dass der Weg, der hier begonnen,

nicht im Sand verläuft.

Komm, lass diese Nacht nicht enden,

in der wir einen Anfang sehn,

lass in uns sie weiterleben

und in den Tagen weitergehn,

dass die Träne, die vergossen,

nicht umsonst herunterrinnt,

dass die Kraft, die hier gefunden,

nicht im Keim erstickt.

Komm, lass diese Nacht nicht enden,

in der wir einen Anfang sehn,


261

Dienstag, 24. März · Morgen

lass in uns sie weiterleben

und in den Tagen weitergehn,

dass das Lied, das hier gesungen,

auf den Straßen weiterklingt,

dass die Hoffnung, die geboren,

morgen größer wird.

Text: Hans-Jürgen Netz; Musik: Christoph Lehmann,

aus: Lateinamerikanische Beatmesse, 1977,

alle Rechte im tvd-Verlag Düsseldorf

Psalm 102 Verse 12–23

Meine Tage schwinden dahin wie Schatten, *

ich verdorre wie Gras.

Du aber, Herr, du thronst für immer und ewig, *

dein Name dauert von Geschlecht zu Geschlecht.

Du wirst dich erheben, dich über Zion erbarmen; *

denn es ist Zeit, ihm gnädig zu sein, die Stunde ist da.

An Zions Steinen hängt das Herz deiner Knechte, *

um seine Trümmer tragen sie Leid.

Dann fürchten die Völker den Namen des Herrn *

und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

Denn der Herr baut Zion wieder auf *

und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, *

ihre Bitten verschmäht er nicht.

Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, *

damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise.

Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe, *

vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

er will auf das Seufzen der Gefangenen hören *

und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,

damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkünden *

und sein Lob in Jerusalem,


Morgen · Dienstag, 24. März 262

wenn sich dort Königreiche und Völker versammeln, *

um den Herrn zu verehren.

Ehre sei dem Vater ...

Du unser Gott, es ist Zeit, deinen Dienerinnen und Dienern

gnädig zu sein. Wende dich dem Gebet der Verlassenen zu, verschmähe

ihre Bitten nicht!

Lesung 1 Petr 5, 10–11

Der Gott aller Gnade, der euch in der Gemeinschaft mit

Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird

euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wiederaufrichten, stärken,

kräftigen und auf festen Grund stellen. Sein ist die Macht

in Ewigkeit. Amen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Mann, der mich geheilt hat, sagte zu mir: Steh auf, nimm

deine Matte und geh.

Bitten

Heute vor 40 Jahren wurde Oscar Romero, Erzbischof von San

Salvador, bei einer Eucharistiefeier ermordet. Mit seiner unerschrockenen

Haltung war er der Militärregierung seines Landes

ein gefährlicher Gegner. Bitten wir Gott um Mut und Entschlossenheit:

A: Ewiger, steh uns bei.

– Dass wir beherzt eintreten für das, was wir als richtig und

notwendig erkannt haben.

– Dass wir uns durch keine Bequemlichkeit abbringen lassen

von der Aufgabe, die du uns zuweist.

– Dass wir an deiner Seite bleiben, wenn es für uns eng wird.


263

Dienstag, 24. März · Eucharistie

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, diese heilige Zeit der Buße und des Gebetes

mache unsere Herzen bereit, die Ostergnade zu empfangen und

das Lob des Erlösers zu verkünden, der in der Einheit des Heiligen

Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Gott segne und behüte uns,

er schenke uns Freude am Leben

und Kraft für das Kommende.

Sein Geist begleite uns und stärke uns auf all unseren Wegen.

Texte zur Eucharistiefeier

Ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser!

Auch wer kein Geld hat, soll kommen.

Kommt und trinkt voll Freude!

Vgl. Jes 55, 1

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 47, 1–9.12

Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang

des Tempels, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle

Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere

Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb

der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.

Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich

außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser

an der Südseite hervorrieseln.

Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der

Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser


Eucharistie · Dienstag, 24. März 264

gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel. Dann maß

er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser

gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß

er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das

Wasser ging mir bis an die Hüften. Und er maß noch einmal tausend

Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten

konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch

das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr

durchschreiten konnte. Dann fragte er mich: Hast du es gesehen,

Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer

des Flusses entlang.

Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr

viele Bäume. Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen

Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer,

in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser

gesund. Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen,

alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es

geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten

gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.

An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen.

Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne

Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das

Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden

als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

Antwortpsalm Ps 46, 2–3.5–6.8–9

Kehrvers:

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre

Burg.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, *

ein bewährter Helfer in allen Nöten.

Darum fürchten wir uns nicht,

wenn die Erde auch wankt, *

wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres. – Kehrvers


265

Dienstag, 24. März · Eucharistie

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt, *

des Höchsten heilige Wohnung.

Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken; *

Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. – Kehrvers

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *

der Gott Jakobs ist unsere Burg.

Kommt und schaut die Taten des Herrn, *

der Furchtbares vollbringt auf der Erde. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 8, ferner GL 37, 1 · GL 1975 535, 6 · KG 611 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Ps 51, 12a.14a

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, mach mich wieder froh

mit deinem Heil!

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 5, 1–16

Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem

fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf Hebräisch

Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde,

Lahme und Verkrüppelte.

Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre

krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er

schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen,

der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während

ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir

hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und

geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und

ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.

Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst

deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich


Eucharistie · Dienstag, 24. März 266

gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!

Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm

deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es

war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große

Menschenmenge angesammelt hatte.

Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du

gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres

zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es

Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten

die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

Impuls zum Evangelium

Ein starker Familienzusammenhalt und gute Freunde sind für

jeden Kranken wichtig; für einen Gelähmten, der schon eine

Ewigkeit in Betesda liegt – das Heiligtum ist mehr Krankenbewahranstalt

denn Heilstätte –, sind sie das Ein und Alles: In

der Nähe des Tempels, ein Teich mit heilendem, mit heilkräftigem

Wasser. Nach dem zweiten jüdischen Krieg (132–135 n.

Chr.) wurde der Ort in ein Serapis- bzw. Asklepios-Heiligtum

umgewandelt. Die Hoffnung auf Heilkraft, sie blieb. Fünf Säulenhallen

umgeben den Teich, so sagt es das Evangelium heute.

Ein jüdisches Epidauros also oder ein antikes Lourdes. Nur

ganz wenige vom Himmel oder vom Glück Begünstigte finden

hier Heilung. Die meisten Leidenden sind und bleiben hoffnungslose

Fälle. Wer den entscheidenden Augenblick verpasst,

wer zu spät kommt, wenn sich das Wasser bewegt, den bestraft

das Leben. Aber das Leben ist ohnehin an dem Mann vorbeigegangen,

an dem Jesus jetzt vorübergeht. „Willst du gesund

werden?“, fragt Jesus. „Ich habe keinen Menschen.“ Da wird

er für ihn – Mensch.


267

Dienstag, 24. März · Abend

Innehalten am Abend

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Transzendenz bedeutet auch, aus der Mitte des Elends selbst

diese Lage zu überschreiten, den Menschen zu erheben, ihn

voranzubringen und ihm zu sagen: Du bist kein Abfall. Du gehörst

nicht an den Rand.

Oscar Romero (Erzbischof von San Salvador, setzte sich im Geiste der

Theologie der Befreiung entschieden für soziale Gerechtigkeit und politische

Reformen ein; 1980 während einer Messe ermordet, 2018 heiliggesprochen,

1917–1980: heute ist sein 40. Todestag)

• Kenne ich Menschen, die aus der Kraft des Glaubens gegen

alle Widerstände Veränderungen zum Guten bewirken?

• Wer braucht meinen Zuspruch, wen kann ich stärken?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Nun soll es wissen alle Welt:

Gekommen ist, der Leben bringt,

erschienen ist, der Rettung schafft

und aus des Feindes Joch uns löst.

Denn was Jesaja einst verhieß,

ist in der Jungfrau jetzt erfüllt;

was Gabriel ihr kundgetan,

das wirkt in ihr des Höchsten Kraft.

Empfangen hat Mariens Schoß

des Vaters Wort, den ew’gen Sohn;


Abend · Dienstag, 24. März 268

ihn, den die ganze Welt nicht fasst,

umschließt und trägt der Jungfrau Leib.

Zur Erde kam das Licht vom Licht,

verscheucht die Nacht, besiegt den Tod.

Kommt alle, glaubt und betet an

den Gott im Schoße einer Frau.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,

Gott, den die Jungfrau uns gebar,

Lob auch dem Vater und dem Geist

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: Agnoscat omne saeculum; 7.–8. Jahrhundert

Melodie: GL 144 · GL 1975 474 · KG 40 · EG 288

Psalm 113

Lobet, ihr Knechte des Herrn, *

lobt den Namen des Herrn!

Der Name des Herrn sei gepriesen *

von nun an bis in Ewigkeit.

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang *

sei der Name des Herrn gelobt.

Der Herr ist erhaben über alle Völker, *

seine Herrlichkeit überragt die Himmel.

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, *

im Himmel und auf Erden,

ihm, der in der Höhe thront, *

der hinabschaut in die Tiefe,

der den Schwachen aus dem Staub emporhebt *

und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?

Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, *

bei den Edlen seines Volkes.


269

Dienstag, 24. März · Abend

Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen; *

sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.

Ehre sei dem Vater ...

Du schaust auf die Armen und richtest sie auf, barmherziger

Gott. Gib, dass wir deine Herrlichkeit erkennen und dir ähnlicher

werden.

Lesung 1 Joh 1,1–2

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir

mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was

unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir, vom Wort

des Lebens sprechen wir. Denn das Leben wurde offenbart; wir

haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige

Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Heilige Geist wird über dich kommen, Maria, und die Kraft

des Höchsten wird dich überschatten.

Fürbitten

Am 40. Todestag Oscar Romeros bitten wir für die Menschen

in Lateinamerika:

V: Gerechter gütiger Gott, A: sieh gnädig auf sie.

– Für alle, die vor Repression und Terror aus Honduras, Nicaragua

und El Salvador fliehen, um anderswo Sicherheit zu

finden.

– Für die Kolumbianer, die nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs

noch am Anfang eines langen Versöhnungsprozesses stehen.

– Für die Menschen in Venezuela, die wegen der katastrophalen

wirtschaftlichen Lage nur von heute auf morgen leben können.


Abend · Dienstag, 24. März 270

– Für die Mexikaner, die unter dem langjährigen Terror der

Drogenkartelle leiden, und für die Migranten an der Grenze

zu den USA.

V: Gerechter gütiger Gott, A: sieh gnädig auf sie.

– Für die indigenen Völker, deren Kultur niedergehalten und

deren Lebensräume zerstört werden.

– Für die ungezählten Toten der Diktaturen und Willkürherrschaften,

und für ihre Familien.

Vaterunser

Oration

Gott, du bist groß und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist

dein ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und

wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an

seinem göttlichen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Jesus

Christus.

Der Gott der Geduld und des Trostes verleihe uns,

eines Sinnes zu sein nach dem Willen Christi Jesu,

damit wir einmütig Gott preisen können,

den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Verkündigung

des Herrn

Mittwoch, 25. März 2020

D

as Fest der Verkündigung des Herrn bezieht sich auf die Ankündigung

der Geburt Jesu an Maria durch den Engel Gabriel,

wie sie das Lukasevangelium (1, 26–38) erzählt. Im Laufe der Zeit

hat dieses Fest verschiedene Namen gehabt, die es teils als Marienfest

(Mariä Verkündigung), teils – so auch heute – als Herrenfest

kennzeichnen: Verkündigung des Herrn (lat.: Annuntiatio Domini).

Im Mittelpunkt steht die Menschwerdung Jesu aus Maria. Dabei

betont Lukas die geistgewirkte Empfängnis Jesu („der Heilige Geist

wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich

überschatten“; Lk 1, 35), Gott als Vater des Kindes („Deshalb wird

auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“; Lk 1, 35)

und die zentrale Bedeutung Jesu im göttlichen Heilsplan („Gott,

der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird

über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft


Morgen · Mittwoch, 25. März 272

wird kein Ende haben“; Lk 1, 32 f.). Durch Marias Antwort auf die

Engelsbotschaft: „fiat mihi“, „mir geschehe“ nach deinem Wort,

stellt sie sich ganz dem göttlichen Willen zur Verfügung.

Mit dem Datum des 25. März, neun Monate vor Weihnachten,

ist dieses Fest in der Ostkirche seit dem fünften Jahrhundert bezeugt,

im Westen seit dem siebten Jahrhundert.

Aus dem lukanischen Text der Verkündigung entstand im Mittelalter

der „Engel des Herrn“ (Angelus), in dem die Gläubigen sich

dreimal am Tag, ähnlich dem Stundengebet der Klöster, das Geheimnis

der Menschwerdung als Beginn des Erlösungsgeschehens

in Erinnerung rufen.

Namenstag: Annunziata, Nuncia, Ancilla (Verkündigung des Herrn) ·

hl. Prokop von Sázava (Abt, † 1053) · Jutta von Bernried (Judith, Einsiedlerin,

12. Jh.)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Christus, das ewige Wort, nahm heute Fleisch an für uns;

lasst uns den Herrn loben und preisen.

Hymnus

Ehre sei dem Vater ...

Den Erde, Meer und Firmament

verehren, loben, beten an,

der die drei Reiche trägt und lenkt,

ihn birgt Mariens reiner Schoß.

Dem Sonne, Mond und jeder Stern

durch alle Zeiten dienstbar sind,

ihn trägt der Leib der reinen Magd,

vom Hauch der Gnade ganz durchströmt.


273

Mittwoch, 25. März · Morgen

Beglückte Mutter, reich beschenkt:

In deinem Schoße schließt sich ein

er, dessen Hand die Welt umfängt,

der Höchste, der das All erschuf.

Dir ward des Engels Botschaft kund,

und du empfingst vom Heil’gen Geist:

Aus deinem Schoße trat hervor,

der aller Völker Sehnsucht ist.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,

Gott, den die Jungfrau uns gebar,

Lob auch dem Vater und dem Geist

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: Quem terra, pontus aethera; 7./8. Jahrhundert

Melodie: GL 530 · GL 1975 577 · KG 766 – andere Melodie: EG 155

Psalm 19 Verse 2–7

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, *

vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.

Ein Tag sagt es dem andern, *

eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden, *

unhörbar bleibt ihre Stimme.

Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, *

ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. *

Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;

sie frohlockt wie ein Held *

und läuft ihre Bahn.

Am einen Ende des Himmels geht sie auf /

und läuft bis ans andere Ende; *

nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Mittwoch, 25. März 274

Deine Herrlichkeit, guter Schöpfer, preisen Himmel und Erde.

Die Sonne der Gerechtigkeit, dein Sohn Jesus Christus, erfülle

uns mit seinem Licht, dass wir unseren Mitmenschen Anteil

geben an dem Frieden, den du uns schenkst.

Lesung Eph 1, 9–10

Gott hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er

es gnädig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die

Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen,

alles, was im Himmel und auf Erden ist.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

In seiner übergroßen Liebe, mit der er uns geliebt hat, sandte

Gott seinen Sohn in der Gestalt des sterblichen Fleisches.

Bitten

Gepriesen sei Gott, der uns seinen eingeborenen Sohn gesandt

hat. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Mir geschehe nach deinem Wort.

Durch Marias Ja ist Jesus als Mensch in unsere Zeit getreten;

– mache auch uns bereit, dem Wachsen deines Reiches zu dienen.

Marias Weg mit ihrem Sohn hat ihr bitterstes Leid, aber auch

unsagbare Freude bereitet;

– schenke uns das Vertrauen, dass du alles, was uns widerfährt,

letztlich zu einem guten Ende führst.

Gib uns die Kraft, auszuharren unter dem Kreuz,

– und führe uns in der Gemeinschaft mit allen Glaubenden

einst zur Vollendung.

Vaterunser


275

Mittwoch, 25. März · Eucharistie

Oration

Gott, du bist groß und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist

dein ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und

wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an

seinem göttlichen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Jesus

Christus.

Gott lasse uns wachsen in der Gnade und Erkenntnis

unseres Herrn Jesus Christus, der uns erlöst hat.

Ihm sei Ehre jetzt und in Ewigkeit.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 215, 395, 523, 528, 537 · KG 748, 760, 767

Als Christus in diese Welt eintrat,

sprach er zu seinem Vater:

Siehe, ich komme, um deinen Willen zu erfüllen.

Vgl. Hebr 10, 5.7

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 7, 10–14

In jenen Tagen sprach der HERR zu Ahas – dem König von

Juda; und sagte: Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem

Gott, tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin!

Ahas antwortete: Ich werde um nichts bitten und den HERRN

nicht versuchen.

Da sagte Jesaja: Hört doch, Haus Davids! Genügt es euch

nicht, Menschen zu ermüden, dass ihr auch noch meinen Gott

ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben:

Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und

wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben.


Eucharistie · Mittwoch, 25. März 276

Antwortpsalm Ps 40, 7–11

Kehrvers:

Mein Gott, ich komme; deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen.

An Schlacht- und Speiseopfern hattest du kein Gefallen, /

doch Ohren hast du mir gegraben, *

Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.

Da habe ich gesagt: Siehe, ich komme. *

In der Buchrolle steht es über mich geschrieben. – Kehrvers

Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Gefallen *

und deine Weisung ist in meinem Innern.

Gerechtigkeit habe ich in großer Versammlung verkündet, *

meine Lippen verschließe ich nicht;

HERR, du weißt es. – Kehrvers

Deine Gerechtigkeit habe ich nicht

in meinem Herzen verborgen. *

Ich habe gesprochen von deinem Heil und deiner Treue,

nicht verschwiegen deine Huld *

und deine Treue vor großer Versammlung. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Verse 8a.9a, ferner GL 649, 4 (VII. Ton)

oder GL 1975 601, 1 (III. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 10, 4–10

Schwestern und Brüder! Das Blut von Stieren und Böcken

kann unmöglich Sünden wegnehmen. Darum spricht er bei

seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du

nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir bereitet; an Brandund

Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Siehe, ich

komme – so steht es über mich in der Schriftrolle –, um deinen

Willen, Gott, zu tun.

Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer

forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich

sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat


277

Mittwoch, 25. März · Eucharistie

er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt

das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen.

Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes

Jesu Christi geheiligt – ein für alle Mal.

Impuls zur Lesung

Ein frühchristlicher Lehrer versenkt sich in das Geheimnis

der Menschwerdung. Ergründen kann er es nicht. Doch er

hebt Einsichten ans Licht, die weiterhelfen. Nicht durch unsere

Leistungen und Vorleistungen, sondern durch die Liebe

Gottes, der seinen Sohn sendet, lichtet sich das Dunkel dieser

Welt. Entscheidend ist Gottes Ja-Wort zur Erde. Entscheidend

ist die Bereitschaft des Menschen, Gottes Wort zur Welt zu

bringen: „Ja, ich komme, um deinen Willen, Gott, zu tun.“

Durch Marias reines Ja kann Jesus zur Welt kommen. Er hat

das Ja zum Gott des Lebens radikal gelebt – gegen die Widerstände

dieser Welt, für diese Welt.

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

vgl. Joh 1, 14ab

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und

wir haben seine Herrlichkeit geschaut.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 1, 26–38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt

in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war

mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David

stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete,

der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und

überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.


Eucharistie · Mittwoch, 25. März 278

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn

du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger

werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den

Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten

genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines

Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit

herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich

keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen

und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb

wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter

einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist

sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe,

wie du es gesagt hast.

Danach verließ sie der Engel.

Credo

Zu den Worten „hat Fleisch angenommen“ bzw. „empfangen durch den Heiligen

Geist“ knien alle nieder.

Gabengebet

Allmächtiger Gott, nimm die Gaben deiner Kirche gütig an. Sie

erkennt in der Menschwerdung deines Sohnes ihren eigenen

Ursprung; lass uns heute in der Feier dieses Geheimnisses seine

Liebe erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unseren

Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu

danken und das Werk deiner Liebe zu rühmen. Denn heute


279

Mittwoch, 25. März · Eucharistie

brachte der Engel Maria die Botschaft, und deine Magd nahm

sie auf mit gläubigem Herzen. Durch die Kraft des Heiligen

Geistes empfing die Jungfrau dein ewiges Wort, und das Wort

wurde Mensch in ihrem Schoß, um unter uns Menschen zu

wohnen. So hast du an Israel deine Verheißung erfüllt und den

gesandt, den die Völker erwarten, deinen Sohn, unseren Herrn

Jesus Christus. Durch ihn preisen wir dein Erbarmen und singen

mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers Jes 7, 14

Seht, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären.

Sein Name ist: Immanuel – Gott mit uns.

Schlussgebet

Ewiger Gott, bewahre, was du uns im Sakrament des Glaubens

geschenkt hast. Lass uns festhalten am Bekenntnis, dass dein

Sohn, den die Jungfrau empfangen hat, wahrer Gott und wahrer

Mensch ist, und führe uns in der Kraft seiner Auferstehung

zur ewigen Freude. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren

Herrn.

Schlusssegen

Gott, der allmächtige Vater, segne euch durch den Erlöser der

Welt, unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn der jungfräulichen

Mutter Maria.

Sie hat den Urheber des Lebens geboren; ihre mütterliche

Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.

Euch und allen, die heute das Fest der Verkündigung unseres

Herrn begehen, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen

Lohn.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.


Abend · Mittwoch, 25. März 280

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Nichts hält die wahre Hoffnung auf. Sie fliegt mit Schwalbenflügeln.

William Shakespeare (englischer Dramatiker, 1564–1616)

• Was beflügelt meine Hoffnung und macht sie stark?

• Was lähmt und hindert sie?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Maria, sei gegrüßet,

du lichter Morgenstern!

Der Glanz, der dich umfließet,

verkündet uns den Herrn:

Von jedem Makel rein,

sollst du zum Menschenheile

des höchsten Mutter sein.

Dein Gott, zu dir gewendet,

erteilet den Befehl,

es spricht, von ihm gesendet,

der Engel Gabriel:

„Maria, Gnadenzier,

Gesegnetste der Frauen,

der Herr ist ganz mit dir.“

Dies konntest du nicht fassen

und batest ihn dabei,


281

Mittwoch, 25. März · Abend

dich recht verstehn zu lassen,

was diese Botschaft sei:

,,Maria, zittre nicht:

denn du hast Gnad gefunden

vor Gottes Angesicht.“

„Er will, du sollst empfangen,

gebären einen Sohn,

der wird durch ihn gelangen

auf Davids Vaterthron;

des Höchsten Sohn zugleich,

und Jesus soll er heißen;

unendlich ist sein Reich.“

„Wie soll denn dies geschehen?

Ich kenne keinen Mann.“

„O Jungfrau, du wirst sehen,

was Gottes Allmacht kann.

Er sendet seinen Geist,

der wird dich überschatten,

damit du Mutter seist.“

Da sprachst du, tief geneiget:

„Ich bin des Herren Magd,

was du mir angezeiget,

es sei, wie du gesagt!“

O freudenvolles Wort!

Der Bote Gottes eilte

mit seinem Auftrag fort.

Michael Denis (1729–1800) 1774

GL 795 (Anhang Österreich)

Psalm 130

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: *

Herr, höre meine Stimme!

Wende dein Ohr mir zu, *

achte auf mein lautes Flehen!


Abend · Mittwoch, 25. März 282

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, *

Herr, wer könnte bestehen?

Doch bei dir ist Vergebung, *

damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *

ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf den Herrn *

mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen *

soll Israel harren auf den Herrn.

Denn beim Herrn ist die Huld, *

bei ihm ist Erlösung in Fülle.

Ja, er wird Israel erlösen *

von all seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater ...

Gott Israels, Richter der Welt, wir sehnen uns nach deinem Heil

und hoffen auf deine Gnade. Nimm uns an und befreie uns von

aller Schuld.

Lesung 1 Joh 4, 9–11

Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass

Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit

wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir

Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn

als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn

Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir,

du bist gebenedeit unter den Frauen.


283

Mittwoch, 25. März · Abend

Fürbitten

Bitten wir Gott für all die Frauen und Männer, die sich dafür

einsetzen, Gottes Wort neu in unserer Welt ankommen zu lassen.

Wir rufen zu ihm:

V: Gib uns deinen Geist, Gott,

A: gib uns die Gabe der Sprache.

– Für alle, die sich der Bibelwissenschaft widmen.

– Für alle, die sich im interreligiösen Dialog engagieren.

– Für alle, die um der Sache Jesu willen der Kirche die Treue

halten.

– Für alle, die sich einen Sinn für die Lebendigkeit der Bibel

und des Evangeliums bewahrt haben.

– Für alle, die ihre Freude über deine unbegreifliche Nähe mit

anderen Menschen teilen möchten.

Vaterunser

Oration

Gott, du bist groß und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist

dein ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und

wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an

seinem göttlichen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Jesus

Christus.

Das Wort des ewigen Vaters wohne in uns

und sei unser Licht in der Finsternis.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Donnerstag, 26. März 2020

Heiliger Liudger

Liudger (742–809) war der erste Bischof von Münster. Er stammte

aus einer vornehmen friesischen Familie und war Schüler

Gregors in Utrecht und Alkuins in York. 777 wurde er in Köln

zum Priester geweiht und kehrte dann als Missionar nach Friesland

zurück. Dort erbaute er Kirchen und gründete Pfarreien. Nachdem

ihn einfallende Sachsen vertrieben hatten, begab er sich auf eine

Pilgerreise nach Rom und in das Kloster Montecassino. 792 übertrug

ihm Karl der Große die Leitung der Friesen- und Sachsenmission.

794 gründete Liudger ein Kanonikerstift, ein „Monasterium“,

den Ausgangspunkt des Missionsbistums Münster, zu dessen erstem

Bischof Liudger 804/805 geweiht wurde. Liudger schuf eine

vorbildliche Pfarr- und Bistumsstruktur, gründete den Dom und die

Domschule, baute weitere Kirchen und Klöster, u. a. in Werden an

der Ruhr, wo er später beigesetzt wurde.

Namenstag: hl. Kastulus (Märtyrer, † etwa 286) · hl. Larissa (Lara,

Märtyrerin auf der Krim, 4. Jh.)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

O treuer Hüter, Brunnen aller Güter,

ach lass doch ferner über unser Leben

bei Tag und Nacht dein Huld und Güte schweben.

Lobet den Herren.

Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite

auf unsern Wegen unverhindert gehen


285

Donnerstag, 26. März · Morgen

und überall in deiner Gnade stehen.

Lobet den Herren.

Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen;

hilf uns gehorsam wirken deine Werke,

und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke.

Lobet den Herren.

Herr, du wirst kommen und all deine Frommen,

die sich bekehren, gnädig dahin bringen,

da alle Engel ewig, ewig singen:

Lobet den Herren.

Paul Gerhardt 1653

GL 81 · GL 1975 671 – mit mehr Strophen: KG 674 · EG 447

Strophen 4–7

Psalm 119

Sieh mein Elend an und rette mich; *

denn ich habe deine Weisung nicht vergessen.

Verschaff mir Recht und erlöse mich; *

nach deiner Weisung erhalte mein Leben!

Fern bleibt den Frevlern das Heil; *

denn sie fragen nicht nach deinen Gesetzen.

Herr, groß ist dein Erbarmen; *

durch deine Entscheide belebe mich!

Viele verfolgen und quälen mich, *

doch von deinen Vorschriften weich ich nicht ab.

Verse 153–160 Resch

Wenn ich Abtrünnige sehe, empfinde ich Abscheu, *

weil sie dein Wort nicht befolgen.

Sieh an, wie sehr ich deine Vorschriften liebe; *

Herr, in deiner Huld belebe mich!

Das Wesen deines Wortes ist Wahrheit, *

deine gerechten Urteile haben auf ewig Bestand.

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Donnerstag, 26. März 286

Wenn Menschen uns verfolgen, lass uns deinen Weg nicht verlassen.

Belebe uns, Gott, durch deine Huld.

Lesung Kol 3, 17

Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen

Jesu, des Herrn; durch ihn dankt Gott, dem Vater!

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

So spricht der Herr: Ich habe ein größeres Zeugnis als das des

Johannes: die Werke, die mein Vater mir übertragen hat.

Bitten

Heute vor 50 Jahren begannen die Verhandlungen zum Viermächte-Abkommen

über Berlin, vor 25 Jahren trat der Schengen-Vertrag

in Kraft – zwei Vereinbarungen, die zur Freiheit

und Einigung Europas erheblich beigetragen haben. Wir bitten:

A: Gott, bleib uns nah.

– Dass wir gewissenhaft erhalten, was Generationen vor uns

durch große Anstrengungen errungen haben.

– Dass wir dafür kämpfen, Gegensätze zu überwinden.

– Dass wir uns von keiner noch so großen Herausforderung

entmutigen lassen.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, heilige uns in dieser Zeit der Buße. Gib uns Kraft

zu guten Werken und Ausdauer in der Beobachtung deiner Gebote,

damit wir fähig werden, das Osterfest mit reinem Herzen

zu feiern. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


287

Donnerstag, 26. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Freuen sollen sich alle, die den Herrn suchen.

Sucht den Herrn und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit!

Vgl. Ps 105, 3–4

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Exodus Ex 32, 7–14

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter,

denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft

ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den

ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall

gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen

ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel,

die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.

Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut:

Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein

Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu

einem großen Volk machen.

Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen,

und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt?

Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus

Ägypten herausgeführt. Sollen etwa die Ägypter sagen können:

In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge

umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden zu lassen?

Lass ab von deinem glühenden Zorn, und lass dich das Böse

reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Denk an deine

Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem

Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast:

Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne

am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen

habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es für

immer besitzen.


Eucharistie · Donnerstag, 26. März 288

Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk

angedroht hatte.

Impuls zur Lesung

Die Bibel scheut sich nicht, den Liebeskummer Gottes, seine

liebe Not, ja seine Liebesnot, mit starken Farben zum Ausdruck

zu bringen. Ja, der Herr selbst ist verzweifelt. Er ist auf

dem Sprung, das Band zwischen Mose und dem Volk, das

doch Adonai selbst geknüpft hatte, zu kappen und das Volk

ins selbst gewählte Verderben laufen zu lassen. Aber nun widerspricht

Mose. Er widersetzt sich Gott. Dem schwierigen Exodus-Volk

ist Mose Vater und Mutter geworden! Wider Willen,

und doch unumkehrbar. Und wie ein verliebter, ein liebend

verpflichteter Vater, wie eine liebe, eine verantwortungsvolle

Mutter setzt Mose sich nun bis zum Letzten für das störrische

Kind ein. Mose, der Größte der Propheten. Ein begnadeter Fürbitter.

Erkennt man einen wahren Propheten und eine wahre

Prophetin nicht gerade daran: dass sie bei den Menschen für

Gott eintreten – und für die Menschen bei Gott?

Antwortpsalm Ps 106, 19–24

Kehrvers:

Denk an uns, Herr, aus Liebe zu deinem Volk!

Unsere Väter machten am Horeb ein Kalb *

und warfen sich vor dem Gussbild nieder.

Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein *

gegen das Bild eines Stieres, der Gras frisst. – Kehrvers

Sie vergaßen Gott, ihren Retter, *

der einst in Ägypten Großes vollbrachte,

Wunder im Lande Hams, *

furchterregende Taten am Schilfmeer. – Kehrvers

Da fasste er einen Plan, und er hätte sie vernichtet, /

wäre nicht Mose, sein Erwählter,


289

Donnerstag, 26. März · Eucharistie

für sie in die Bresche gesprungen, *

sodass Gott sie im Zorn nicht vertilgte.

Sie verschmähten das köstliche Land; *

sie glaubten seinen Verheißungen nicht. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 4a, ferner GL 639, 1 · GL 1975 171, 2 · KG 399 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 5, 31–47

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich

selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein

anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß:

Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig.

Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit

Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein

Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet.

Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet

euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen.

Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes:

Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu

Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür

ab, dass mich der Vater gesandt hat.

Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich

Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine

Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch,

weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige

Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und

doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.


Abend · Donnerstag, 26. März 290

Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt,

dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im

Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab.

Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann

werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen,

wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die

Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?

Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose

klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr

Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über

mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht

glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Frei, aber nicht frech, das ist so mein Satz.

Theodor Fontane (deutscher Dichter, 1819–1898)

• Wo mangelt es mir manchmal an Freiheit?

• Wer oder was engt mich ein und bringt mich zum Verstummen?

Confiteor (Seite 32) – oder – Erbarme dich (Seite 42)

Hymnus

Sind wir nicht alle Königskinder

aus deinem Holz und deinem Blut,

von deinem Atem, deinem Wesen,

aus dir geboren, Ewiger?


291

Donnerstag, 26. März · Abend

Mit Füßen tanzen und mit Lippen singen –

lass uns dich feiern, Gott, an jedem Ort

und frohen Herzens unsern Dank dir bringen

und deinen Willen tun in Tat und Wort.

Sind wir nicht deine Töchter, Söhne,

ein Bild von dir, aus Geist geformt,

gesalbt mit Öl, geschmückt mit Perlen,

ein auserlesenes Geschlecht?

Mit Füßen tanzen …

Sind wir nicht alle edler Herkunft,

wir Menschen aller Nation,

wir Kinder dieser Mutter Erde,

aus gleichem Schoß – uns anvertraut?

Mit Füßen tanzen …

Hast du nicht alle uns berufen,

dass wir gemeinsam, Hand in Hand,

die Schöpfung schützen und erhalten,

und deine Stadt des Friedens baun?

Mit Füßen tanzen …

Helmut Schlegel, nach Psalm 45,

aus: Eine Handbreit bei dir. Neue Texte und Melodien

zu allen 150 Psalmen der Bibel, © Dehm-Verlag, Limburg

Psalm 144 Verse 9–15

Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen, *

auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

der du den Königen den Sieg verleihst *

und David, deinen Knecht, errettest.

Vor dem bösen Schwert errette mich, *

entreiß mich der Hand der Fremden!

Alles, was ihr Mund sagt, ist Lüge, *

Meineide schwört ihre Rechte.


Abend · Donnerstag, 26. März 292

Unsre Söhne seien wie junge Bäume, *

hochgewachsen in ihrer Jugend,

unsre Töchter wie schlanke Säulen, *

die geschnitzt sind für den Tempel.

Unsre Speicher seien gefüllt, *

überquellend von vielerlei Vorrat;

unsre Herden mögen sich tausendfach mehren, *

vieltausendfach auf unsren Fluren.

Unsre Kühe mögen tragen,

ohne zu verwerfen und ohne Unfall; *

kein Wehgeschrei werde laut auf unsern Straßen.

Wohl dem Volk, dem es so ergeht, *

glücklich das Volk, dessen Gott der Herr ist!

Ehre sei dem Vater ...

Rettender Gott, du befreist, die die Wahrheit sagen, und verleihst

den Sieg denen, die zur Vergebung bereit sind. Lass

Feindschaft und Hass von deiner Erde verschwinden.

Lesung Kol 3, 12–13

Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen;

darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte,

Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander,

wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie

der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

So spricht der Herr: Die Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis

dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat.


293

Donnerstag, 26. März · Abend

Fürbitten

Christus Jesus, viele Menschen hast du überzeugt, aus dem

Glauben heraus das scheinbar Unmögliche zu wagen. Wir rufen

zu dir:

V: Wir glauben, Herr; A: hilf unserm Unglauben.

Auf dein Wort hin haben die Fischer erneut ihre Netze ausgeworfen;

– mach deinen Glaubenden Mut, deinem Ruf und Auftrag zu

folgen.

Auf dein Wort hin haben die Diener beim Hochzeitsfest Wasser

in die Krüge gefüllt;

– lass alle, denen ihr Alltag fad geworden ist, die verwandelnde

Kraft deiner Gegenwart spüren.

Auf dein Wort hin teilten die Jünger fünf Brote und zwei Fische

an die Menge aus;

– lass durch die Gaben deiner Glaubenden ein Klima des Teilens

in der Welt entstehen.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, heilige uns in dieser Zeit der Buße. Gib uns Kraft

zu guten Werken und Ausdauer in der Beobachtung deiner Gebote,

damit wir fähig werden, das Osterfest mit reinem Herzen

zu feiern. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Freitag, 27. März 2020

Namenstag: Haimo von Halberstadt (Bischof, † 853) · Bernhelm von

Sponheim (Abt, † 1149) · sel. Frowin von Engelberg (Abt, † 1178) ·

Ensfrid von Köln († 1192)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Die ihr Gott fürchtet, ich erzähle:

kommt, hört und betet mit mir an!

Hört, was der Herr an meiner Seele

für große Dinge hat getan.

Rief ich ihn an mit meinem Munde,

wenn Not von allen Seiten drang,

so war oft zu derselben Stunde

auf meiner Zung ein Lobgesang.

Gelobt sei Gott und hochgepriesen.

denn mein Gebet verwirft er nicht;

er hat noch nie mich abgewiesen

und ist in Finsternis mein Licht.

Zwar elend, dürftig bin ich immer

und schutzlos unter Feinden hier;

doch er, der Herr, verlässt mich nimmer,

wend’t seine Güte nie von mir.

Matthias Jorissen 1798, nach Ps 66

EG 279 – Melodie: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385 · KG 440)

Strophen 7 und 8


295

Freitag, 27. März · Morgen

Psalm 78 Verse 1–16

Mein Volk, vernimm meine Weisung! *

Wendet euer Ohr zu den Worten meines Mundes!

Ich öffne meinen Mund zu einem Spruch; *

ich will die Geheimnisse der Vorzeit verkünden.

Was wir hörten und erfuhren, *

was uns die Väter erzählten,

das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen, *

sondern dem kommenden Geschlecht erzählen:

die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn, *

die Wunder, die er getan hat.

Er stellte sein Gesetz auf in Jakob, /

gab in Israel Weisung und gebot unseren Vätern, *

ihre Kinder das alles zu lehren,

damit das kommende Geschlecht davon erfahre,

die Kinder späterer Zeiten; *

sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder,

damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen, /

die Taten Gottes nicht vergessen *

und seine Gebote bewahren

und nicht werden wie ihre Väter, *

jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung,

das wankelmütige Geschlecht, *

dessen Geist nicht treu zu Gott hielt.

Die Söhne Efraims, Kämpfer mit Pfeil und Bogen, *

wandten den Rücken am Tag der Schlacht;

Gottes Bund hielten sie nicht, *

sie weigerten sich, seiner Weisung zu folgen.

Sie vergaßen die Taten des Herrn, *

die Wunder, die er sie sehen ließ.

Vor den Augen ihrer Väter vollbrachte er Wunder *

im Land Ägypten, im Gefilde von Zoan.


Morgen · Freitag, 27. März 296

Er spaltete das Meer und führte sie hindurch, *

er ließ das Wasser feststehen wie einen Damm.

Er leitete sie bei Tag mit der Wolke *

und die ganze Nacht mit leuchtendem Feuer.

Er spaltete Felsen in der Wüste

und gab dem Volk reichlich zu trinken, *

wie mit Wassern der Urflut.

Er ließ Bäche aus dem Gestein entspringen, *

ließ Wasser fließen gleich Strömen.

Ehre sei dem Vater ...

Gott unserer Väter, auf dich vertrauen wir. Lass uns erkennen,

was du an uns tust, und hilf uns, dein Wort zu verkünden.

Lesung Jes 55, 3

Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir, hört, dann werdet

ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen,

gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Als Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ich bin nicht in meinem eigenen

Namen gekommen, sondern mein Vater hat mich gesandt.

Bitten

Gepriesen sei Gott, der uns ruft, seiner Weisung zu folgen. Zu

ihm rufen wir:

A: Gib uns die Kraft, deinen Willen zu erfüllen.

– Hilf, dass wir festhalten an deinen Geboten.

– Zeige uns Wege, unsere Gesellschaft in deinem Sinn mitzugestalten.

– Nimm uns die Angst, wenn wir Mächtigen entgegentreten

müssen, die ihre Macht missbrauchen.


297

Freitag, 27. März · Eucharistie

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, du kennst unsere Schwachheit und unsere

Not. Doch je hinfälliger wir sind, umso mächtiger ist deine Hilfe.

Gib, dass wir das Geschenk dieser Gnadenzeit freudig und

dankbar annehmen und dein Wirken in unserem Leben bezeugen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Hilf mir, Gott, durch deinen Namen.

Verschaff mir Recht mit deiner Kraft.

Gott, höre mein Flehen, vernimm meine Worte.

Ps 54, 3–4

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch der Weisheit Weish 2, 1a.12–22

Die Frevler tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:

Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem

und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen

gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer

Erziehung. Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen,

und nennt sich einen Knecht des Herrn.

Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein

Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der

andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden.

Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält

er sich fern wie von Unrat. Das Ende der Gerechten preist er

glücklich und prahlt, Gott sei sein Vater.


Eucharistie · Freitag, 27. März 298

Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, und prüfen, wie

es mit ihm ausgeht. Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann

nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner

Gegner.

Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren, um seine

Sanftmut kennenzulernen, seine Geduld zu erproben. Zu einem

ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja,

es werde ihm Hilfe gewährt.

So denken sie, aber sie irren sich; denn ihre Schlechtigkeit

macht sie blind. Sie verstehen von Gottes Geheimnissen nichts,

sie hoffen nicht auf Lohn für die Frömmigkeit und erwarten

keine Auszeichnung für untadelige Seelen.

Impuls zur Lesung

Das Buch der Weisheit ist eines der jüngsten Bücher der Bibel

Israels, des christlichen Alten Testaments. Der Weisheitslehrer

lebte wahrscheinlich im ägyptischen Alexandria, und er schrieb

in griechischer Sprache für seine Glaubensgeschwister. Es will

sie darin bestärken, am gemeinsamen Glauben und seinen

praktischen Folgen so kreativ wie treu festzuhalten. Die „Frevler“,

von denen hier die Rede ist, sind die Gegenspieler. Sie

haben eine rein materialistische Sicht des Lebens. Folglich versuchen

sie, aus ihrem begrenzten irdischen Dasein ohne Rücksicht

auf Verluste so viel Genuss wie möglich herauszupressen.

Wozu Schwache schonen, sagen sie, das sind doch unnütze

Esser, genussunfähig sind sie zudem, das ist lebensunwertes

Leben! Die bloße Existenz eines Menschen, der in jedem Menschen

Gottes Bild sieht und sich darum gerade um der Schwachen

willen auf Gottes Weisung verpflichtet weiß, ist für sie ein

Dorn im Auge. Ein solcher „Gerechter“ wirkt auf sie wie ein

wandelnder Vorwurf, eine permanente Provokation. Die selbst

ernannten Realisten beschließen darum, ihn der Lächerlichkeit

anheimzugeben und schließlich ganz zu vernichten. Und die

Erfahrung, der Augenschein, scheint ihnen Recht zu geben –

doch, so sagt es das Buch der Weisheit, in Wirklichkeit glauben


299

Freitag, 27. März · Eucharistie

sie an den Tod, und von Gottes Geheimnissen verstehen sie

rein gar nichts! Der biblische Weisheitslehrer hofft auf eine

radikal andere, auf eine Gegen-Erfahrung von Gott her. Hat

der roh und grausam behandelte, der entehrt und verlassen

gestorbene, der wunderbar auferweckte und erhöhte Messias

Jesus nicht eben jene große Gegenerfahrung, jene wahre Gottes-Erfahrung

gemacht?

Antwortpsalm Ps 34, 17–21.23

Kehrvers:

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen.

Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen, *

um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.

Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; *

er entreißt sie all ihren Ängsten. – Kehrvers

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, *

er hilft denen auf, die zerknirscht sind.

Der Gerechte muss viel leiden, *

doch allem wird der Herr ihn entreißen. – Kehrvers

Er behütet all seine Glieder, *

nicht eines von ihnen wird zerbrochen.

Der Herr erlöst seine Knechte; *

straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 19a, ferner GL 76, 1 (I. Ton)

oder GL 1975 698, 1 (II. Ton) oder KG 530 (VIII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

vgl. Mt 4, 4b

Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort

aus Gottes Mund.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


Abend · Freitag, 27. März 300

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes

Joh 7, 1–2.10.25–30

In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich

nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn

zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe.

Als seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch

er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten

einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen?

Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt

ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass

er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er

stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher

er stammt.

Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und

wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen

Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für

die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich

von ihm komme und weil er mich gesandt hat.

Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen,

denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Führt euer Kind immer nur eine Stufe nach oben. Dann gebt

ihm Zeit zurückzuschauen und sich zu freuen. Lasst es spüren,

dass auch ihr euch freut, und es wird mit Freude die nächste

Stufe nehmen.

Maria Montessori (italienische Ärztin, Reformpädagogin

und Philosophin, 1870–1952)


301

Freitag, 27. März · Abend

• Wer hat mich auf solche Weise begleitet – mit Zuwendung,

Ruhe, Wohlwollen?

• Welche Stufen gilt es heute zu nehmen, besonnen und zuversichtlich?

Confiteor (Seite 32), Erbarme dich (Seite 42) – oder:

Gott, unser Vater, auch wer sich von dir entfernt hat, kann zurückkehren

zu dir. Du hältst voll Sehnsucht nach uns Ausschau,

du empfängst uns mit offenen Armen. Wenn wir uns elend und

verlassen fühlen, bring dich uns in Erinnerung. Lass uns aufbrechen

zu dir und in deiner Nähe neu das Leben finden, heute

und alle Tage.

Redaktion Magnificat

Hymnus

Bleib mit deiner Gnade bei uns,

Herr Jesu Christ.

Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns,

du treuer Gott.

Gesang aus Taizé

Psalm 145 Verse 13c–21

Der Herr ist treu in all seinen Worten, *

voll Huld in all seinen Taten.

Der Herr stützt alle, die fallen, *

und richtet alle Gebeugten auf.

Aller Augen warten auf dich, *

und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.

Du öffnest deine Hand *

und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *

voll Huld in all seinen Werken.

Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *

allen, die zu ihm aufrichtig rufen.


Abend · Freitag, 27. März 302

Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, *

er hört ihr Schreien und rettet sie.

Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, *

doch alle Frevler vernichtet er.

Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. *

Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig!

Ehre sei dem Vater ...

Du gibst uns zur rechten Zeit, was uns nottut. Öffne uns die

Augen, Gott, damit wir sehen, wo du uns die Hand reichst. Tritt

ein in unser Leben; denn wir warten auf dich.

Lesung 1 Petr 1, 13–14

Umgürtet euch und macht euch bereit! Seid nüchtern und

setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch bei der

Offenbarung Jesu Christi geschenkt wird! Seid gehorsame Kinder

und lasst euch nicht mehr von euren Begierden treiben wie

früher, in der Zeit eurer Unwissenheit!

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Niemand legte Hand an Jesus, denn seine Stunde war noch

nicht gekommen.

Fürbitten

Lasst uns zu Gott rufen, damit sein Reich unter uns wächst:

A: Höre unser Gebet.

– Lass dein Wort in der Welt Gehör und Umsetzung im Leben

finden.

– Gib allen, die du zur Verkündigung berufen hast, ein tiefes

und verinnerlichtes Verständnis der heiligen Schrift.

– Allen, die dich suchen, mache Mut, dich anzurufen.


303

Freitag, 27. März · Abend

– Beschütze die Menschen im Heiligen Land und schenke ihnen

allen deinen Frieden.

– Nimm alle Verstorbenen, die ihr Leben lang auf dein Wort

ihre Hoffnung gesetzt haben, in deine ewige Freude auf.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, du kennst unsere Schwachheit und unsere

Not. Doch je hinfälliger wir sind, umso mächtiger ist deine Hilfe.

Gib, dass wir das Geschenk dieser Gnadenzeit freudig und

dankbar annehmen und dein Wirken in unserem Leben bezeugen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Samstag, 28. März 2020

Namenstag: hl. Guntram (fränk. König, † 592) · Gundelind von Niedermünster

(Äbtissin, † nach 722) · Wilhelm Eiselin von Rot an der

Rot (Prämonstratenser, † 1588) · Ingbert Naab (Kapuziner, früher Gegner

des Nationalsozialismus, † 1935)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Göttliches Wort, der Gottheit Schrein,

führ uns in dein Geheimnis ein.

Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt,

nenn uns den Namen, den niemand kennt.

Wolkensäule voll Herrlichkeit,

geh uns voran im Dunkel der Zeit.

Schlüssel Davids, der öffnet und schließt,

weis uns die Quelle, die immer fließt.

Logos, Wort und Antwort zugleich,

erschließe uns das Gottesreich.

Zeitgenössisch

Psalm 92 Verse 2–6

Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, *

deinem Namen, du Höchster, zu singen,

am Morgen deine Huld zu verkünden *

und in den Nächten deine Treue


305

Samstag, 28. März · Morgen

zur zehnsaitigen Laute, zur Harfe, *

zum Klang der Zither.

Denn du hast mich durch deine Taten froh gemacht; *

Herr, ich will jubeln über die Werke deiner Hände.

Wie groß sind deine Werke, o Herr, *

wie tief deine Gedanken!

Ehre sei dem Vater ...

Gepriesen bist du, Gott aller Weisheit und Einsicht. Durch die

Freude, die du uns schenkst, holst du uns immer wieder in deine

Nähe. Lass uns nicht abirren von deinem Weg, damit unser

Leben gelingt.

Lesung 1 Joh 1, 5

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch

verkünden: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Die Knechte, die Jesus festnehmen sollten, kamen zurück und

sagten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen wie dieser

Mensch.

Bitten

Den Menschen seiner Zeit hat Jesus Unerhörtes zugesagt. Darum

lasst uns ihn bitten:

A: Öffne uns für dein Wort.

– Dass wir das Neue deiner Verkündigung wieder wahrnehmen

lernen.

– Dass wir dein Anliegen in unserer Sprache weiterzusagen vermögen.

– Dass wir aus diesem Morgengebet einen Zuspruch mitnehmen

in den heutigen Tag.


Eucharistie · Samstag, 28. März 306

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, lenke du selbst unsere Herzen zu dir hin;

denn ohne deine Hilfe können wir dir nicht gefallen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Mich umfingen die Fesseln des Todes.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich.

In meiner Not rief ich zum Herrn.

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen.

Ps 18, 5–7

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 11, 18–20

Der Herr ließ es mich wissen, und so wusste ich es; damals

ließest du mich ihr Treiben durchschauen.

Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten

geführt wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses

planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen

ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, sodass man seinen

Namen nicht mehr erwähnt.

Aber der Herr der Heere richtet gerecht, er prüft Herz und

Nieren. Ich werde sehen, wie du Rache an ihnen nimmst; denn

dir habe ich meine Sache anvertraut.


307

Samstag, 28. März · Eucharistie

Antwortpsalm Ps 7, 2–3.9–12

Kehrvers:

Herr, mein Gott, ich hoffe auf dich.

Herr, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; *

hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich,

damit mir niemand wie ein Löwe das Leben raubt, *

mich zerreißt, und keiner ist da, der mich rettet. – Kehrvers

Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht, *

und tu an mir Gutes, weil ich schuldlos bin!

Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, /

doch gib dem Gerechten Bestand, *

gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren prüfst. – Kehrvers

Ein Schild über mir ist Gott, *

er rettet die Menschen mit redlichem Herzen.

Gott ist ein gerechter Richter, *

ein Gott, der täglich strafen kann. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2a, ferner GL 431 oder GL 1975 527, 7 (IV. Ton)

oder KG 619 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 8, 15

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht

bringen in Geduld.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 7, 40–53

In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie Jesu Worte

hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist

der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias

aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus

dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David

lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge.


Eucharistie · Samstag, 28. März 308

Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte

ihn anzufassen.

Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern

zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht

hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein

Mensch so gesprochen.

Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in

die Irre führen lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von

den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk

jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es.

Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher

einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa

unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt

hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht

auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus

Galiläa. Dann gingen alle nach Hause.

Impuls zum Evangelium

Wäre es nicht so ernst und sogar todernst, es wäre zum Lachen.

Die Tempelpolizisten, die Jesus zügig in Gewahrsam

nehmen sollen, sind von ihm – tief beeindruckt. Doch das sind

kleine Leute. Wer hat sie nach ihrer Meinung gefragt! Eine

imponierend aufrechte Gestalt ist aber auch der Pharisäer Nikodemus.

Er verweigert sich dem Gruppenzwang und wirft

den Fachleuten vor, das Gesetz gröblich zu missachten, dessen

Auslegung doch ihr Kerngeschäft ist. Das Einzige, was von ihnen

gegen Jesus in Anschlag gebracht werden kann, ist sein

Herkommen: Ein endzeitlicher Prophet darf angeblich nicht

aus Galiläa stammen. Abgesehen davon, dass Jesus durch

Davidssohnschaft und Geburt in Betlehem alle Bedingungen

eines ordentlichen Messias erfüllt – wie kleinlich ist es, ihm

aus der Herkunft einen Strick zu drehen. Wenn ihr sonst keine

Probleme habt ... „Think big!“, möchte man den Gegnern Jesu

zurufen. Doch das ist nicht so leicht. Die soziale Geographie

spielt auch bei uns eine Rolle. Auch heutzutage ist es nicht


309

Samstag, 28. März · Abend

gleichgültig, wo ich herkomme, in welchem Stadtteil ich aufgewachsen

bin, wo mein Elternhaus steht oder stand. Mein Vater

war ein heimatloser Aramäer (Dtn 26, 5). Mein Vater war im

Auswärtigen Amt. Welche Auskunft fällt uns leichter? Schon

von einer ländlichen Herkunft und einem ausgeprägten Dialekt

schließen wir oft genug auf Unbeholfenheit und Einfalt.

Von einem Mann ohne festen Wohnsitz, von einem vaterlandlosen

Gesellen, erwarten wir so gut wie gar nichts. Freundlich

gesagt. Denke nicht klein von Gott! Und seiner Schöpfung. Die

Bibel bittet uns immer um den zweiten Blick.

Hymnus

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Zu diesem Lied finden Sie eine Auslegung auf den Seiten 357–

360.

Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen.

Nimm uns selber an mit Brot und Wein.

Alles Mühen, Scheitern und Gelingen

wollen wir vertrauend dir, unserm Vater, weihn.

Jesus hat sich für uns hingegeben,

durch die Zeit bewahrt in Brot und Wein.

Nimm als Lob und Dank auch unser Leben,

schließ uns in die Hingabe deines Sohnes ein.

Nimm uns an, sei du in unsrer Mitte,

wandle unser Herz wie Brot und Wein.

Sei uns nah und höre unsre Bitte,

neu und ganz geheiligt von deinem Geist zu sein.


Abend · Samstag, 28. März 310

Wie die vielen Körner und die Trauben,

eins geworden nun als Brot und Wein,

lass uns alle, die wir an dich glauben,

eine Opfergabe als deine Kirche sein.

Raymund Weber 2009, © beim Autor

GL 188

Psalm 141 Verse 1–9

Herr, ich rufe zu dir. Eile mir zu Hilfe; *

höre auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe.

Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; *

als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe.

Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, *

eine Wehr vor das Tor meiner Lippen!

Gib, dass mein Herz sich bösen Worten nicht zuneigt, *

dass ich nichts tue, was schändlich ist,

zusammen mit Menschen, die Unrecht tun. *

Von ihren Leckerbissen will ich nicht kosten.

Der Gerechte mag mich schlagen aus Güte: *

Wenn er mich bessert, ist es Salböl für mein Haupt;

da wird sich mein Haupt nicht sträuben. *

Ist er in Not, will ich stets für ihn beten.

Haben ihre Richter sich auch die Felsen hinabgestürzt, *

sie sollen hören, dass mein Wort für sie freundlich ist.

Wie wenn man Furchen zieht und das Erdreich aufreißt, *

so sind unsre Glieder hingestreut an den Rand der Unterwelt.

Mein Herr und Gott, meine Augen richten sich auf dich; *

bei dir berge ich mich. Gieß mein Leben nicht aus!

Vor der Schlinge, die sie mir legten, bewahre mich, *

vor den Fallen derer, die Unrecht tun!

Ehre sei dem Vater ...


311

Samstag, 28. März · Abend

Auf dich richten sich unsere Augen, du unser Gott; du bist uns

Hilfe und Schutz. Nimm unseren Lobpreis an und gib, dass wir

nie von dir weichen.

Lesung 1 Kor 15, 20–22

Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste

der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der

Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung

der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden

in Christus alle lebendig gemacht werden.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt

es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Fürbitten

Lasst uns beten für alle, die sich mit ganzer Hingabe für ihre

Mitmenschen einsetzen:

V: Guter Schöpfer, A: lass ihre Saat aufgehen.

Für die Eltern,

– dass ihre Kinder zu frohen und hilfsbereiten Menschen heranwachsen.

Für die Ordensleute,

– dass sie ihren Mitmenschen lebendige und Hoffnung schenkende

Wegweiser sind.

Für die in sozialen Berufen Tätigen,

– dass sie den Benachteiligten zu einer neuen Lebensperspektive

verhelfen können.

Für alle, die im Einsatz für Frieden und Versöhnung umkommen,

– dass die verfeindeten Parteien durch ihren Tod aufgerüttelt

werden und aufeinander zugehen.


Abend · Samstag, 28. März 312

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem

Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner

Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Unsere Namen seien eingeschrieben

ins Buch des Lebens.

Möge Gott uns zu dem Ziel führen,

das er uns zugedacht hat.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


313

Samstag, 28. März · Von Woche zu Woche

Von Woche zu Woche

Bahn brechend

(zu Joh 11, 1–45)

Wunderbares geschieht im Gespräch

zwischen Marta und Jesus.

Wunderbar wie die Auferweckung

des toten Lazarus!

Bewegendes geschieht im Gespräch,

in dem Marta erkennt und benennt,

dass Jesus der Messias ist,

Gottes Sohn, uns gesandt!

Einzigartiges geschieht im Gespräch,

einzigartig im Evangelium des Johannes,

Martas Glaube überspringt Mauern –

der Trauer, der Hoffnungslosigkeit!

Martas Bahn brechender

Durchbruch

zur Wahrheit des Lehrers,

des Freundes,

des Herrn,

bricht unserem

Glauben, Lieben, Hoffen

Bahn!

Dorothee Sandherr-Klemp


29. März 2020

5. Fastensonntag

Namenstag: Gladys (Königin in Wales, † um 500) · hl. Ludolf von Ratzeburg

(Bischof, † 1250) · Helmstan von Winchester (Bischof, † um 850)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Der Herr kommt so sicher wie das Morgenrot;

er kommt zu uns wie Regen,

wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.

Hos 6, 3

Ehre sei dem Vater ...

Ehre sei dir, Christe,

der du littest Not,

an dem Stamm des Kreuzes

für uns bittern Tod,

herrschest mit dem Vater

in der Ewigkeit:

Hilf uns armen Sündern

zu der Seligkeit.

Kyrie, eleison.

14. Jahrhundert – Melodie: GL 1975 499 · KG 388 · EG 75


315

Sonntag, 29. März · Morgen

Canticum vgl. Dan 3, 57–88

Antiphon:

Rette uns, Herr, durch deine wunderbaren Taten, entreiße uns

der Hand des Todes.

Preist den Herrn, all ihr Werke des Herrn; *

lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Himmel; *

preist den Herrn, ihr Engel des Herrn!

All ihr Wasser über dem Himmel, preiset den Herrn; *

all ihr Mächte des Herrn, preiset den Herrn!

Preist den Herrn, Sonne und Mond; *

preist den Herrn, ihr Sterne am Himmel!

Preist den Herrn, aller Regen und Tau; *

preist den Herrn, all ihr Winde!

Preist den Herrn, Feuer und Glut; *

preist den Herrn, Frost und Hitze!

Preist den Herrn, Tau und Schnee; *

preist den Herrn, Eis und Kälte!

Preist den Herrn, ihr Nächte und Tage; *

preist den Herrn, Licht und Dunkel!

Preist den Herrn, Rauhreif und Schnee; *

preist den Herrn, ihr Blitze und Wolken!

Die Erde preise den Herrn; *

sie lobe und rühme ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr Berge und Hügel; *

preist den Herrn, all ihr Gewächse auf Erden!

Preist den Herrn, ihr Meere und Flüsse; *

preist den Herrn, ihr Quellen!

Preist den Herrn, ihr Tiere des Meeres /

und alles, was sich regt im Wasser; *

preist den Herrn, all ihr Vögel am Himmel!


Morgen · Sonntag, 29. März 316

Preist den Herrn, all ihr Tiere, wilde und zahme; *

preist den Herrn, ihr Menschen!

Preist den Herrn, ihr Israeliten; *

lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Preist den Herrn, ihr seine Priester; *

preist den Herrn, ihr seine Knechte!

Ihr Geister und Seelen der Gerechten, preiset den Herrn; *

ihr Demütigen und Frommen, preiset den Herrn!

Preist den Herrn, Hananja, Asarja und Mischaël; *

lobt und rühmt ihn in Ewigkeit!

Lasst uns preisen den Vater und den Sohn

mit dem Heiligen Geist, *

ihn loben und rühmen in Ewigkeit!

Antiphon:

Rette uns, Herr, durch deine wunderbaren Taten, entreiße uns

der Hand des Todes.

Lesung 2 Kor 1, 21–22

Gott, der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und

der uns alle gesalbt hat, er ist es auch, der uns sein Siegel

aufgedrückt und als ersten Anteil (am verheißenen Heil) den

Geist in unser Herz gegeben hat.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.

Bitten

Christus Jesus, wir bekennen dich als den König des Lebens.

Wir rufen zu dir:

A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.


317

Sonntag, 29. März · Eucharistie

Wenn wir uns gesammelt und zum Vater gebetet haben,

– lass uns zu den Menschen gehen und ihnen deine Freude

bringen.

Wenn ein lieber Mensch nicht mehr bei uns ist,

– sei du uns nah mit deinem Trost.

Wenn wir Trauernden begegnen,

– gib, dass wir sie nicht vertrösten, sondern durch unser Dasein

stärken.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem

Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner

Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr über die ganze Schöpfung

heile unser Gestern und segne unser Morgen,

er geleite uns heute auf seinem Weg.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 209, 291, 294, 4–8, 464, 1.5–7 · KG 378, 384,

383, 393, 528, 598

Verschaff mir Recht, o Gott,

und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk!

Rette mich vor bösen und tückischen Menschen,

denn du bist mein starker Gott.

Ps 43, 1–2

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


Eucharistie · Sonntag, 29. März 318

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 37, 12b–14

So spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich öffne eure Gräber und

hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe

euch zum Ackerboden Israels. Und ihr werdet erkennen, dass

ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein

Volk, aus euren Gräbern heraufhole.

Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig und

ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden. Dann werdet

ihr erkennen, dass ich der HERR bin.

Ich habe gesprochen und ich führe es aus – Spruch des

HERRN.

Impuls zur Lesung

Ein gespenstisches Bild bietet diese Vision Ezechiels. Gespenstisch?

Oder nicht ganz anders – Gottes eigener Geist, sein

alles weitender, alles Verschlossene, Verlassene öffnender Lebenshauch,

gegen unsere Enge und Angst, unsere herumspukenden

Angst-Gespinste und bleichen Gespenster? Gott selbst

wird die Gräber öffnen und die Leichen des Volkes herausholen

– doch hier geht es nicht um makabre Effekte, sondern darum,

Menschen das Leben wiederzugeben, die allen Mut und

jegliche Hoffnung begraben haben. Alles ist sinnlos, wir sind

doch schon längst tot: So fühlt sich das ganze Haus Israel zur

Zeit Ezechiels. Der Prophet hält dagegen: Gott sagt dem Volk

zu, dass sein lebenspendender Geist wirken und es beleben

wird. Wider alle Wahrscheinlichkeit, wider alle gängige Wahrheit.

Und dieses Unwahrscheinliche, aber einzig Wahre, sagt

Gott jedem einzelnen Menschen zu, Mann oder Frau, groß

oder klein, der seine Lage für hoffnungslos hält.

Antwortpsalm

Ps 130, 1–7a.8

Kehrvers:

Beim HERRN ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle.


319

Sonntag, 29. März · Eucharistie

Aus den Tiefen rufe ich, HERR, zu dir: *

Mein Herr, höre doch meine Stimme!

Lass deine Ohren achten *

auf mein Flehen um Gnade. – Kehrvers

Würdest du, HERR, die Sünden beachten, *

mein Herr, wer könnte bestehen?

Doch bei dir ist Vergebung, *

damit man in Ehrfurcht dir dient. – Kehrvers

Ich hoffe auf den HERRN, es hofft meine Seele, *

ich warte auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf meinen Herrn /

mehr als Wächter auf den Morgen, *

ja, mehr als Wächter auf den Morgen. – Kehrvers

Israel, warte auf den HERRN, /

denn beim HERRN ist die Huld, *

bei ihm ist Erlösung in Fülle.

Ja, er wird Israel erlösen *

aus all seinen Sünden. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 7bc, ferner GL 639, 3 (II. Ton)

oder GL 518 · GL 1975 191, 1 · KG 400 (VII. Ton)

Lesung aus dem Römerbrief Röm 8, 8–11

Schwestern und Brüder! Wer aber vom Fleisch bestimmt ist,

kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern

vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt.

Wer aber den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.

Wenn aber Christus in euch ist, dann ist zwar der Leib tot

aufgrund der Sünde, der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit.

Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den

Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten

auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen,

durch seinen Geist, der in euch wohnt.


Eucharistie · Sonntag, 29. März 320

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Joh 11, 25a.26b

So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 11, 1–45

Kurzfassung: Joh 11, 3–7.17.20–27.33b–45

In jener Zeit war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem

Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta. Maria war jene,

die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren

abgetrocknet hatte; deren Bruder Lazarus war krank. Daher

sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der,

den du liebst, er ist krank.

Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum

Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der

Sohn Gottes verherrlicht werden. Jesus liebte aber Marta, ihre

Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war,

blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.

Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa

gehen. Die Jünger sagten zu ihm: Rabbi, eben noch suchten

dich die Juden zu steinigen und du gehst wieder dorthin? Jesus

antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am

Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt

sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,

weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er.

Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber

ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu

ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus

hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten,

er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen

Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für

euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt.


321

Sonntag, 29. März · Eucharistie

Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus

– Zwilling –, zu den anderen Jüngern: Lasst uns mit ihm

gehen, um mit ihm zu sterben!

Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.

Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien

entfernt.

Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie

wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus

komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen.

Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre

mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles,

worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr:

Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß,

dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.

Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer

an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der

lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst

du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der

Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester

Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich

rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm.

Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch

dort, wo ihn Marta getroffen hatte.

Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,

sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie

ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen.

Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie

ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen,

dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie

weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen

waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo

habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!

Da weinte Jesus.


Eucharistie · Sonntag, 29. März 322

Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten:

Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann

nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum

Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.

Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des

Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn

es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir

nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes

sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine

Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört

hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der

Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie

glauben, dass du mich gesandt hast.

Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus,

komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße

und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war

mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm

die Binden und lasst ihn weggehen!

Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen