Berliner Zeitung 30.01.2020

BerlinerVerlagGmbH

Weniger Filme, mehr Relevanz: Das Programm der Berlinale – Feuilleton Seite 21

Heute

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Nacht der Solidarität:

Berliner zählen Obdachlose

Berlin Seite 11

Donnerstag,30. Januar 2020 Nr.25HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Appell an Scheuer: Eine

Berlinerin und ihr toter Sohn

Berlin Seite 9

Dekadente Fußballer

Der

fliegende

Figaro

VonMarkus Lotter

Sheldon Edwards,39, ist der Mann,

dem die Fußballer dieser Welt ihr

Haupthaar anvertrauen. Zum Kundenstamm

des gebürtigen Jamaikaners

zählen Cracks wie AxelWitsel, Jadon

Sancho (beide Borussia Dortmund),

Leroy Sané, Raheem Sterling

(beide Manchester City), Antonio Rüdiger

(FC Chelsea), Jérôme Boateng

(Bayern München) und eben auch –

wie nun zu erfahrenwar

–ein paar

Profis des Bundesligisten

RB

Leipzig.

Das Problem

der Leipziger:

Ihre Niederlage

am vergangenen

Sheldon Edwards, Sonnabend bei

jamaikanischer Eintracht Frankfurt

wurde im

Starfrisör

Nachgang von

dem einen oder anderen mit dem

Wirken des Starfriseurs im Teamhotel

amTagzuvor inVerbindung gebracht.

Von RB-Trainer Julian Nagelsmann

beispielsweise, der nichts davon gewusst

haben soll, dass seine Spieler

den Figaro von London nach Frankfurt

hatten einfliegen lassen. Aber

auch vom ehemaligen RB-Trainer

Ralf Rangnick, der das Verhalten der

Profis gar als„dekadent“ verurteilte.

Inwieweit Edwards’ spontaner

Einsatz tatsächlich die Vorbereitung

auf die Auswärtspartie störte, lässt

sich nicht nachvollziehen. Wasübrigens

auch für stundenlange Telefonate

mit dem Berater oder aber auch

für stundenlanges Daddeln an der

Playstation gilt. Fakt ist, dass Edwards

bei genauerer Betrachtung der Leipziger

Häupter wieder formvollendete

Arbeit geleistet hatte.

„Wir haben den Friseurberuf cool

gemacht“, hat Edwards mal gesagt.

Wobei er freilich stark davon profitierte,

dass der Belgier Mousa

Dembélé, ein ehemaliger Profi des FC

Fulham, über die sozialen Medien

seinen Bekanntheitsgrad enormsteigerte.

Es folgte eine Einladung zur

belgischen Nationalmannschaft im

Jahr 2016, eine weitere zum deutschen

Team während derWM 2018.

Schließlich wurde der reisende

Friseur über seinen Künstlernamen

HD Cutz zur Markeund zum sehr erfolgreichen

Unternehmer.Über Fußball

wollen die prominenten Kunden,

laut Edwards, übrigens nur in Ausnahmefällen

reden. Er sagt: „Sie sind

froh, wenn es für ein paar Minuten

am Tag um andere Themen geht.“

Haare schneiden, Seele streicheln,

ganz einfach.

Michael Müller,noch Regierender Bürgermeister,und Franziska Giffey, noch Bundesfamilienministerin.

VonElmar Schütze

Giffey macht’s

Michael Müller gibt den

SPD-Landesvorsitz ab. Franziska

Giffey übernimmt.

Wann sie auch Regierende

Bürgermeisterin werden will,

verrät sie noch nicht

Es war eine Franziska-Giffey-Show.

Am späten Mittwochnachmittag

hatte sich

die Bundesfamilienministerin

in einem Bankgebäude in Berlins

guter Stube am Pariser Platz zusammen

mit dem Regierenden Bürgermeister

Michael Müller und dem

SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh

der Presse gestellt. „Ich bin Berlinerin“,

sagte Giffey vorweg und flunkerte

dabei ein wenig, bekanntlich

wurde sie vor 41Jahren in Frankfurt

an der Oder geboren. Dennoch ist sie

natürlich Berlinerin. „Und als Berlinerin

liebe ich meine Stadt. Ich

möchte, dass es meiner Stadt gut

geht.“ Und auch das Ende der Rede

war eine echte Giffey:„Unddas wird

gut. Ich sag’s Ihnen. Und deswegen:

Wirfangen jetzt mal an.“

Gemeint war die Übernahme des

Berliner Landesvorsitzes,den sie gemeinsam

mit Raed Saleh anstrebt.

Am 16. Mai wollen die beiden beim

Landesparteitag der SPD als Doppelspitze

antreten. Gegenkandidaten

gibt es bisher nicht.

Michael Müller zeigte sich beim

Stelldichein in der Bank sichtlich erfreut,

dass mit der Nachfolgelösung

ein kleiner Coup gelungen war. Erst

am Morgen war durchgesickert, dass

er nach zwölf Jahren nicht mehr kandidieren

wolle. Dabei war diese Entscheidung

reiflich überlegt. So berichtete

Müller von vielen Gesprächen

2019, als ihm Freunde geraten

hätten, den Platz freizumachen, „für

neue Gesichter,neue Ideen“. Er habe

sich dann in der stillen Zeit zwischen

Weihnachten und Neujahr dazu entschlossen,

nicht mehr anzutreten.

Also habe er Giffey und Saleh gefragt,

ob sie die Verantwortung übernehmen

wollten. Beide wollten.

Raed Saleh sagte, er wolle den

Charakter der SPD als Volkspartei

bewahren. „Wir Sozialdemokraten

müssen wieder an die Stammtische

kommen“, sagte der langjährige

Fraktionschef und Vorsitzende des

Kreisverbandes Spandau.

Aber natürlich waren alle Augen

an diesem Nachmittag auf Franziska

Giffey gerichtet. Für sie schließt sich

ein Kreis.InBerlin war vorzehn Jahren

ihr politischer Stern aufgegangen,

als sie in Neukölln zunächst

Stadträtin und später Bürgermeisterin

wurde. Den vorläufige Höhepunkt

erreichte sie im März2018, als

sie Familienministerin wurde. Bis

heute ist Giffey das populärste SPD-

Mitglied der Bundesregierung. Dennoch

sind ihre Chancen über die

nächste Wahl hinaus gering. Es ist

unwahrscheinlich, dass es nach 2021

wieder eine Große Koalition gibt. AndereBündnisse

mit SPD-Beteiligung

sind derzeit nicht absehbar.

Also sieht Franziska Giffey ihre

nähere politische Zukunft auf Berliner

Landesebene –und Raed Saleh

„Ich bin Berlinerin, und als Berlinerin liebe

ich meine Stadt. Ich möchte, dass esmeiner

Stadt gut geht.“

Franziska Giffey kündigt am Mittwoch auf einer Pressekonferenz an, dass sie als Teil einer

Doppelspitze die Berliner SPD führen möchte.

wird mit Müllers Rückzug über

Nacht zum mächtigsten Mann der

Berliner SPD. Für Giffey könnte sich

die Teambildung insofern lohnen,

dass der versierte Organisator und

Mehrheitsmacher anders als sie über

reichlich Hausmacht verfügt.

Aber was macht Müller? DemVernehmen

nach will der 55-Jährige

auch das Amt des Regierenden Bürgermeisters

aufgeben, das er seit gut

fünf Jahren innehat. Das sei jetzt

nicht das Thema, sagte er am Mittwoch,

die Frage stelle sich später.

DPA/GREGOR FISCHER [M]

Aber sie wirdsich stellen –genau wie

die nach einem sauberen Wechsel.

2014 war Michael Müller mitten

in der Wahlperiode auf Klaus Wowereit

gefolgt. Zwei Jahre später wurde

er Spitzenkandidat und zog trotz eines

historisch schlechten SPD-Ergebnisses

ins Rote Rathaus ein.

Seit Dezember 2016 führt Müller

die rot-rot-grüne Koalition an. In

Umfragen zeigt sich das Bündnis stabil,

Wechselstimmung gibt es nicht.

Selbst umstrittene Themen wie der

Mietendeckel zur Regulierung des

Wohnungsmarkts oder die Verkehrswende

mit Beschränkungen für den

Autoverkehr ändern daran nichts.

Der Einzige, der von den stabilen

Umfragewerten nie profitiert hat, ist

der Regierungschef. Deroft grau und

resigniert wirkende Müller genießt

kaum Amtsbonus.

In der SPD gibt es viele,die Giffey

als Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl

2021 sehen wollen.

Mit ihrer Popularität könnte sie

das Rote Rathaus für die Partei quasi

im Alleingang erobern, so die Hoffnung.

Bleibt die Frage, wann Müller

sein Amt übergibt. Denkbar wäre,

dass er noch die Eröffnung des Flughafens

BER, geplant für den 31. Oktober

dieses Jahres, imAmt erleben

möchte –und danach für Giffey Platz

macht. Diese hätte dann noch rund

elf Monate Zeit, sich als Macherin zu

profilieren, ehe gewählt wird.

Seiten 2, 3und Leitartikel Seite8

Mahnende

Worte von

Rivlin

Israels Staatspräsident bei

Gedenkstunde im Bundestag

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin

hat 75 Jahre nach dem Holocaust

Deutschland aufgefordert, im

Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus

und Hass nicht nachzulassen.

Dieser Kampf müsse hartnäckig

Generation um Generation weitergeführt

werden, sagte er am Mittwoch

in der Gedenkstunde des Bundestags

für die Millionen Opfer des

Nationalsozialismus. Wenn Juden

dort, wo der Holocaust an ihnen aufgekommen

sei, heute nicht frei leben

könnten, „werden Juden nirgendwo

angstfrei in Europa und an anderen

Orten auf der Welt leben können“,

warnte Rivlin. Er betonte zugleich, er

sei „voll Hochschätzung“ für die

Rolle, die Deutschland auf diesem

Gebiet international spiele.

Erstmals nahmen an der jährlichen

Gedenkstunde des Bundestags

beide Staatsoberhäupter Deutschlands

und Israels teil und hielten Reden.

Der Bundestag erinnert jedes

Jahr Ende Januar an die Opfer des

Nationalsozialismus. Anlass ist die

Befreiung der letzten Überlebenden

im deutschen Konzentrations- und

Vernichtungslager Auschwitz durch

die sowjetische Rote Armee.

Bundespräsident Frank-Walter

Steinmeier warnte vor neuem autoritären

und völkischen Denken, Rassenhass

und Antisemitismus in

Deutschland, den es zu bekämpfen

gelte.„Wir dachten, der alte Ungeist

würde mit der Zeit vergehen. Aber

nein: Die bösen Geister der Vergangenheit

zeigen sich heute in neuem

Gewand.“ Die große Mehrheit der

Menschen wisse um die Verantwortung

Deutschlands,sagte Steinmeier

in seiner immer wieder von Beifall

unterbrochenen Rede. „Also: Erheben

wir uns gegen den alten Ungeist

in der neuen Zeit.“ (dpa)

PolitikSeite 4, Kommentar Seite8

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2 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Müller geht, Giffey kommt

„Müller ist Regierender Bürgermeister von

Berlin, für fünf Jahre gewählt, von uns mit, und

ich gehe mal davon aus, dass er diese

Legislaturperiode sein Amt weiter ausführt.“

Katina Schubert, Landesvorsitzende der Berliner Linken

„Es wird interessant zu beobachten sein,

ob Frau Giffey jetzt die SPD verändert

oder ob die SPD Frau Giffey

verändern wird.“

Kai Wegner, Landesvorsitzender der Berliner CDU

IMAGO IMAGES (2)

ABSCHIEDSBRIEF

Der Regierende Bürgermeister

Michael Müller hat in einem

Brief an die rund 20 000 Mitglieder

der Berliner SPD am Mittwoch erklärt,

warum er nicht mehr als Landesvorsitzender

kandidieren

möchte.Wir dokumentieren den

Brief:

„2020 ist für uns das wichtige Jahr,in

dem wir vordem Wahlkampf unser

Profil schärfen und für unsereStadt

weiter vieles voranbringen wollen.

Aber natürlich beschäftigen uns

auch schon unsereinnerparteilichen

Wahlen. Ichbin fest davon

überzeugt, dass es wichtig ist, dass

die Berliner SPD mit einem Team in

den Wahlkampf 2021 zieht, das von

einer großen Mehrheit der Parteimitglieder

getragen wirdund auf

große Akzeptanz bei den Berlinerinnen

und Berlinernstößt.

Nach vielen Gesprächen in den

letzten Wochen ist deutlich geworden,

dass sich nicht nur auf Bundesebene,sondernauch

in Berlin viele

Genossinnen und Genossen neue

Impulse für unserePartei wünschen.

Seit 12 Jahren bin ich jetzt Landesvorsitzender.Diese

Aufgabe

macht viel Spaß und gibt Gestaltungsmöglichkeit,

aber sie forderteinen

auch. Ichglaube,dass es gut ist,

wenn jetzt neue Köpfe Verantwortung

übernehmen und unserePartei

nach dem nächsten Landesparteitag

im Maiführen. Darumwerde ich

nicht mehr für diese Funktion kandidieren.

Ichdanke Euch für die Unterstützung,

mit der Ihrmich in den letzten

Jahren begleitet habt und ich finde,

wir können auch voller Stolz auf unseren

Landesverband blicken.

DieBerliner SPD ist inzwischen

der siebtgrößte Landesverband bundesweit

mit stabilen 20 000 Mitgliedern.Wirsind

eine junge SPD,haben

solide Finanzen und viele starke und

kreativeFachausschüsse und Arbeitsgemeinschaften,

denkt man

nur an die Jusos,die ASF und SPD 60

plus.

Lasst uns auf unserem Wegweitermachen

und dafür kämpfen, dass

wir auch nach 2021 die führende politische

Kraft in Berlin bleiben.

Ichwerde meine Arbeit als Regierender

Bürgermeister fortsetzen. Ich

werdeweiter daran arbeiten, Berlin

zur führendenWissenschaftsstadt zu

machen, Investitionen und ArbeitsplätzeinunsereStadt

zu holen und

mit dem Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz

in diesem und

dem nächsten Jahr Impulse über

Berlin hinaus setzen.

Vorallen Dingen möchte ich mit

Euch zusammen jeden Tagdafür

kämpfen, dass Berlin weiter die Stadt

der Freiheit und Toleranz bleibt, wofür

sie weltweit geliebt wird.

Ichwerde als Regierender Bürgermeister

weiter Menschen in Nothelfen

und ihnen hier eine sichereHeimat

bieten. Ichwerde mich weiter jeder

Form vonRassismus und Antisemitismus

in den Wegstellen. Mit

Euch zusammen.

Für Berlin, für die Menschen in

unserer Stadt, für eine starke SPD.“

Herzliche Grüße

Michael Müller

„Franziska Giffey verkörpert die klassische Sozialdemokratie“

Der Politikwissenschaftler Gero Neubauer über die zerstrittenen Berliner Genossen und die Möglichkeiten einer Hoffnungsträgerin

Der Politikwissenschaftler Gero

Neugebauer bewertet die Führungswechsel

bei der Berliner SPD

positiv –allerdings wesentlich nüchterner

als viele Genossen.

Herr Neugebauer, Franziska Giffey

will Landesvorsitzende der Berliner

SPD werden. Ist das heute ein guter

Tagfür die Partei?

Nun, für einige wird eseine gute

Nachricht sein, für andere wohl

eher weniger. Aber die Berliner SPD

eint das gemeinsame Interesse, bei

der nächsten Wahl nicht Dritter

oder Vierter zu werden. Und daher

wird es für die Partei insgesamt

wohl akzeptabel sein, wenn sie Frau

Giffey als Landesvorsitzende bekommen.

Was hat Franziska Giffey, was Michael

Müller nicht hat?

Michael Müller ist inhaltlich gut,

da kann man wenig Negatives sagen.

Aber bei den Umfragewerten liegt er

weit hinten. In den Medien heißt es

ja immer,ersei der am wenigsten beliebte

Bürgermeister.

Jetzt sind also wir Journalisten

schuld?

Nein, nein. Es ist ja

das Feuer, das den

Rauch hervorbringt.

Aber wer berichtet

schon positive Nachrichten?

Undbei der Berichterstattung

über die

Parteien sind ja auch

immer die Geschichten

interessant, in denen es

um Querelen geht.

Müller mag nicht mehr

Auch für die Koalitionspartner kommt der Wechsel nicht überraschend. In der SPD ist sogar von Frühlingsgefühlen die Rede

VonElmar Schütze und Annika Leister

Blendende Stimmung

herrschte am Mittwoch in

der Berliner SPD. Der

Wechsel an der Spitze des

Landesverbandes vom blassen Michael

Müller hin zur beliebten Franziska

Giffey gibt den Genossen, die in

den vergangenen Jahren in der

Gunst der Wähler von21Prozent auf

mickrige 15 Prozent fielen, neue

Hoffnung. Die mit Abstand am häufigsten

gewählte Formulierung, egal

wen man anrief: Man hoffe mit Giffey

auf „frischen Wind“ –was vor allem

bedeutet: bessere Zustimmungswerte

für die Partei. Sven

Kohlmeier, rechtspolitischer Sprecher

der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus,

sprach sogar von„Frühlingsgefühlen“,

die die Botschaft von

Giffeys Wechsel in die Landespolitik

auslöse.

Für die Öffentlichkeit und die Koalitionspartner

Grüne und Linke

kam die Nachricht vom Wechsel an

der Spitze der Berliner SPD allerdings

überraschend. Ausgerechnet

in dieser Woche, kommentierten

viele verständnislos. Schließlich soll

am Donnerstag im Abgeordnetenhaus

der Mietendeckel beschlossen

werden, eines der arbeitsintensivsten

Projekte der rot-rot-grünen Koalition

mit der größten bundesweiten

Strahlkraft, das auf Drängen der SPD

initiiertwurde .

Landesvorsitzende der SPD

Hermann

Harnisch

1945–1946

Franz

Neumann

1946–1958

Für die Genossen aber ist weder

Franziska Giffey als neueVorsitzende

noch der nun gewählte Zeitpunkt für

die Verkündung der Personalie eine

Überraschung. „Das war uns allen

klar“, sagt eine Abgeordnete. Der

Wechsel habe sich schon lange angebahnt,

dieWahl des Zeitpunkts sei allein

„parteiinterner Dynamik“ geschuldet.

Für die Vorstandswahlen

im Maigebe es einen festen Zeitplan,

Kandidaten müssten sich bis Februar

aufstellen.

Frauenpowerangemahnt

Willy

Brandt

1958–1963

Kurt

Mattick

1963–1968

Klaus

Schütz

1968–1977

Bei der Berliner SPD

wird man da aber auch

schnell fündig. Oder nehmen Sie sie

nicht als gespalten wahr?

Die CDU in Berlin ist eine Union

der Kreisverbände.Bei der SPD gibt es

eine Mitte sowie einen rechten und

einen linken Flügel und innerhalb

dieser beiden auch noch die „Kieze“.

Daraus kann gar kein einheitliches

Gero Neugebauer ist

Parteienforscher und

Experte für die

Entwicklung der SPD.

Michael Müller könnte in die Bundespolitik

wechseln.

MARKUS WÄCHTER

Dietrich Peter

Stobbe Ulrich

1979–1981 1981–1985

Gerd

Löffler

1977–1979

Bild entstehen. Aber dadurch bekommt

der an der Spitze die Prügel

ab, die ihm persönlich oft gar nicht

zugedacht sind. Hinzu kommt die

Entwicklung der vergangenen

Jahre.

DPA

Peter

Glotz

1981

Walter

Momper

1986–1992

Jürgen

Egert

1985–1986

Welche meinen Sie?

Die SPD ist keine Partei,

die immer gut mit

zwei Partnern regieren

kann, von denen sich jeder

auch noch profilieren

will. Dassorgt für weitere

Unruhe undVerdruss.

Wie wird sich das unter

einer Landesvorsitzenden

Giffey entwickeln?

Man sagt ja oft, dass sie in der Berliner

SPD keine Hausmacht habe.

Das mag ein Argument für jene

sein, die sowieso gegen die neue

Kandidatin sind. Tatsache ist, dass

Frau Giffey präsent in Politikfeldern

ist, die genuin für die SPD stehen. Sie

macht deutlich, was vonder SPD er-

Besonders die Frauen in der SPD setzen

große Hoffnungen auf Giffey an

der Spitze –sie soll die Partei weiblicher

machen, bei den anstehenden

Wahlen auch auf Bezirksebene dafür

sorgen, dass mehr Frauen nachströmen.

Es soll Schluss sein mit fast reinen

Männer-Runden, wie es am

Dienstagabend noch eine gab: Da

saß Franziska Giffey als einzige Frau

im Kreis vonelf Bezirksvorsitzenden,

um die neuen Personalien abzustimmen,

erzählt eine Genossin. „Nur

eine Frau! Das wird es in Zukunft

nicht mehr geben“, ist sie sich sicher.

Die SPD will mit den Wahlen im

Maiauch ihreDNA an der Spitzeverändern:

In Zukunft soll es zwei Vorsitzende

geben. An Giffeys Seite soll

der an der Basis beliebte und bestens

im Landesverband vernetzte Raed

Saleh stehen, der damit Fraktionsund

Landesvorsitz übernimmt. Saleh

ist man dankbar, dass er sich in

die Pflicht nehmen lässt. Neuen

Wind, frische Perspektiven und

wachsende Wählerschaft verspricht

man sich von ihm aber nicht. „Wir

hätten Frau Giffey auch ohne Doppelspitzeander

Spitze“, heißt es von

mehreren Abgeordneten. Und: „Giffey

wäreesgewesen.“

Wenn es nach dem Willen der

meisten Genossen geht, soll Müller

sich auch aus dem Roten Rathaus

zügig verabschieden und Giffey ins

Amt des Regierenden Bürgermeisters

gewählt werden. Vondiesen Plänen

aber hält zumindest ein Koalitionspartner

wenig: Linken-Chefin

Katina Schubertsagte am Mittwoch,

dass sie mit Giffey kollegial zusammenarbeiten

wolle,aber nicht wisse,

„warum der Regierende mitten in

der Legislaturperiode zurücktreten

sollte“. Sie gehe davon aus, dass

Müller bis zur Abgeordnetenhaus-

Wahl 2021 bleibe. „Die Koalition

steht stabil da, wir bringen noch das

eine oder andere auf den Weg, wir

haben uns noch eine Menge vorgenommen

für die nächsten 18 Monate“,

so Schubert.

Der Grünen-Landesvorsitzende

Werner Graf sagte, er„kommentiere

Personalentscheidungen der SPD

nicht“. Antje Kapek, Chefin der Grünen-Fraktion

im Abgeordnetenhaus,

tat das aber sehr wohl: ein vorzeitiger

Wechsel Giffeys ins Amt der Bürgermeisterin?

„Das steht überhaupt

nicht zur Debatte“, sagte sie der Berliner

Zeitung –der Wechsel im Parteivorsitz

sei „Parteiangelegenheit der

SPD“. Kapek sprach bei dem Wechsel

insgesamt von einem „erwartbaren

Schritt“, der sie „wenig überrascht“

habe. Sie wünsche Franziska Giffey

viel Glück in der Landespolitik.

Auch die Grünen, deren Frauenquote

besonders hoch ist, freuen

sich über weibliche Verstärkung in

der Dreierkoalition: Es stehe Berlin

„gut an, dass jetzt noch mehr Frauen

in der Stadt Politik machen“, sagte

Kapek. Für sie sei schon lange klar:

„Die Zukunft der Berliner Politik ist

Detlef

Dzembritzki

1994–1999

Ditmar

Staffelt

1992–1994

Peter

Strieder

1999–2004

wartet werden kann: Dass sie sicherstellt,

die Menschen vor dem sozialen

Abstieg schützen und ihnen helfen

soll, durch Bildung und Ausbildung

aufzusteigen, aber auch in

Sicherheit zu leben.

Also die klassischen Themen der Sozialdemokratie.

Ja, genau. Warum sollte sie dafür

als Landesvorsitzende nicht den nötigen

Rückhalt bekommen? DerBerliner

Landesverband steht außerdem

gar nicht so schlecht da. Er hat

als einer der wenigen 2017 und 2018

sogar Mitglieder hinzugewonnen.

Wasaußerdem für Giffey spricht, ist,

dass Landeswahlen, besonders in

Städten immer auch Personalityshows

sind.

Personalityshows?

Ja, die Person des Spitzenkandidaten

steht im Fokus. Sie muss gewissermaßen

das Programm der

Partei verkörpern. Unddahat der gegenwärtige

Amtsinhaber eher ein

weiblich.“ Das kann durchaus auch

als Ausblick auf die Abgeordnetenhauswahl

2021 verstanden werden:

Neben Giffey bei der SPD werden bei

den Grünen Kapek sowie Wirtschaftssenatorin

Ramona Pop als

potenzielle Kandidaten für den

höchsten Posten gehandelt.

Eine Spitzevon Ramona Pop

Auch Ramona Pop äußerte sich am

Mittwoch überraschend zum Wechsel

an der Spitze der SPD –mit einer

kleinen Spitze: Wenn die Klärung der

Führungsfrage in der SPD dabei

helfe,dieWogen innerhalb der Partei

zu glätten, „ist es gut für die gemeinsame

Regierung“, sagte sie.„Wirwerdenweitergut

und professionell mit

unseren Koalitionspartnern zusammenarbeiten

auf Grundlage unseres

Koalitionsvertrages.“

Und Michael Müller? Der Regierende

will in die Bundespolitik

wechseln. Sein Landesverband steht

dem positiv gegenüber, will ihn

gerne mit einem guten Listenplatz

ins Rennen schicken. Und Müller

habe bereits bundespolitische Akzente

gesetzt: Im Bundesvorstand,

dem er bis vor Kurzem angehörte,

habe er viel zur Mietenpolitik erarbeitet.

VonGenossen aus dem Abgeordnetenhaus

heißt es, dass man

Müller gerne einen guten Listenplatz

für die Wahl einräume: „Michael hat

kein Charisma, aber sonst hat er

nichts falsch gemacht.“

Michael

Müller

2004–2012

Jan

Stöß

2012–2016

Manko. Franziska Giffey präsentiert

sich als Ministerin sehr vielfältig. Sie

spielt mit KindernimSandkasten, ist

aber auch auf Konferenzen und auf

Besuchen im Land präsent.

Sie hat wegen Unregelmäßigkeiten

bei ihrer Dissertation um ihren Doktortitel

bangen müssen. Nun ist ihr

Mann wegen Unregelmäßigkeiten

aus dem Beamtenverhältnis entlassen

worden. Schadet ihr das nicht?

Nein, es gibt in Deutschland

keine Sippenhaft. Das mit der Dissertation

war eher nachteilig, aber

vorbei ist vorbei.

Der Weg nach oben ist also frei für

sie?

Wenn sie ihreThemen als Parteichefin

gut vermitteln kann, kann sie

das auch als Bürgermeisterkandidatin.

Und 2025 vielleicht als Kanzlerkandidatin

im Bund.

DasGespräch führte

Christine Dankbar.

Michael

Müller

seit 2016

’50 ’60 ’70 ’80 ’90 ’00 ’10

’20

BLZ/GALANTY


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 3

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Müller geht, Giffey kommt

„Die SPD muss nun zeigen, ob der Wechsel

nur eine Personalrochade ist oder der Sozialdemokratie

die Perspektive öffnet,

das schwierige Verhältnis zu den Koalitionspartnern

zuüberwinden.“

Sebastian Czaja, FDP-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus

„Ich kann nur hoffen, dass die linken

Sozialdemokraten nicht schon an ihrem

Stuhl als Landesvorsitzende sägen, bevor

sie sich darauf niedergelassen hat.“

Wolfgang Thierse, ehemals Bundestagspräsident und

Vize-Bundesvorsitzender der SPD

DPA, IMAGO IMAGES

In einem Gespräch erzählte

Franziska Giffey einmal die Geschichte,

wie ihr ihre Lehrerin

in der dritten Klasse einen Satz

ins Zeugnis schrieb: „Auf Franziska

kann man sich verlassen“, lautete

der Satz. Dieser Satz beschäftige sie

immer noch, sagte sie im Dezember

2017. Kurz zuvor hatte sie sich in einem

Interview geäußert, ob man

nicht die Lasten zwischen Regierenden

Bürgermeister und Landeschef

auf mehrereSchulternverteilen soll.

Das wurde als Kampfansage gewertet,

Michael Müller war sauer. Darf

sich auch die SPD Berlin auf Franziska

verlassen? Das war vor etwa

drei Jahren, sie war damals noch

keine Bundesministerin, sondern

Bezirksbürgermeisterin in Neukölln,

aber ihr politisches Talent war damals

schon so offensichtlich, dass

man an ihrem Namen nicht vorbeikam,

wenn man über die Zukunft

der Sozialdemokratie nachdachte.

Seitdem war sie HoffnungsträgerinNummer

eins,wann immer in der

SPD ein Job vakant wurde, fiel ihr

Name. Bundesvorsitzende, Ministerpräsidentin

in Brandenburg, Regierende

Bürgermeisterin. Lange hat sie

sich nicht in die Karten gucken lassen.

Jetzt, nachdem die Doktortitel-

Affäregeklärtist, hat sie sich entschieden.

Endlich, sagen viele. Eswar am

Mittwochmorgen fast so, als könne

man die Steine hören, die den vonder

Lethargie geplagten Berlinern von

den Herzen purzelten, in Erleichterung,

dass Franziska Giffey, 42Jahre

alt, nun endlich öffentlich bekannt

hat, dass sie Regierende Bürgermeisterin

werden will. Als Erstes wird sie

sich Ende Mai bei der Wahl zur SPD-

Landeschefin stellen. Danach könnte

sie das Rote Rathaus vom bisherigen

Amtsinhaber Michael Müller übernehmen

–wenn die Koalitionspartner

Grüne und Linke das mitmachen.

Davon gehen zumindest führende

Sozialdemokraten aus. Dass Müller

weitermacht, wenn er nicht mehr

Landeschef ist, gilt als höchst unwahrscheinlich.

Er kandidiert nicht

mehr,will in der nächsten Legislaturperiode

in den Bundestag wechseln.

DasRuder herumreißen

Franziska Giffey wäre seit der Gründung

der Bundesrepublik die erste

Frau, die die Geschicke der Hauptstadt

leitet. Und die erste Ostdeutsche

auch. Sieist in Frankfurt(Oder)

geboren und in Briesen, einem Dorf

bei Fürstenwalde,aufgewachsen. Ihr

Vater ist gelernter Kfz-Mechaniker,

die Mutter Buchhalterin. Es gab in

der Geschichte nur einmal eine Frau,

die, zwischen 1947 und 1948, als

Oberbürgermeisterin Berlins amtierte,

auch eine Sozialdemokratin

übrigens,Luise Schroeder.

Franziska Giffey war im Laufe ihrer

Karriere immer zur Stelle, wenn sich

eine Tür öffnete.Was den Job als Regierende

Bürgermeisterin angeht, da

muss sich die Tür nicht öffnen, sie

steht seit Langem sehr weit offen. Michael

Müller gelingt es kaum, Akzente

zu setzen, aus vielen Debatten hält er

sich heraus. Erist kein Typ, der mit

Charisma und Ideen die Schwäche

der SPD überstrahlt. Wären am

nächsten Sonntag Wahlen, käme die

SPD nur auf 15 oder 16 Prozent, sie ist

der schwächste Partner in der Dreier-

Koalition. Wenn die SPD überhaupt

noch eine Chance hat, das Ruder herumzureißen

und dieWahlen 2021 zu

gewinnen, dann mit Franziska Giffey,

das ist auch den eher skeptischen Genossen

klar.

Giffey ist eine Kandidatin, die

Wähler weit über den harten SPD-

Franziska Giffeywäre die erste Ostdeutsche, die die Geschickeder Hauptstadt leitet.

Kern hinaus anspricht. Bei Außenterminen

ist sie sofort umringt von

Menschen, die ein Selfie mit ihr machen

wollen. Das ist eine Qualität,

die man zuletzt bei Klaus Wowereit

beobachtete, das war auch so ein

Menschenfänger. Selbst in Krisenzeiten,

wie im vergangenen Sommer,

als wegen der Titel-Affäre ihre komplette

Karriere auf dem Spiel stand,

wirkte sie fröhlich, zugewandt.

Entdeckt wurde sie vomfrüheren

Neuköllner Bezirksbürgermeister

Heinz Buschkowsky. Er holte sie

nach ihrem Verwaltungsstudium als

Europa-Beauftragte mit den Worten:

„Holen SieKohle nach Neukölln.“ Sie

Die Tür

steht offen

Franziska Giffey gilt schon lange als Hoffnungsträgerin der

SPD. Als Regierende Bürgermeisterin könnte sie der

schwächelnden Partei neues Leben einhauchen

VonSabine Rennefanz

trieb ihre Karriere systematisch

voran. Schrieb neben ihrer Arbeit im

Bezirksamt die Doktorarbeit, die ihr

später Probleme machen würde,bekam

ein Kind. Trat in die Partei ein.

Wenn es um weibliche Mehrfachbelastung

geht, ist sie Expertin. Es gab

eine Zeit, da hat sie damit kokettiert,

was sie alles schafft. Es ging dann immer

weiter nach oben: jüngste Stadträtin,

jüngste Bezirksbürgermeisterin,

schließlich Bundesfamilienministerin.

In ihrer Zeit im Bezirksamt Neukölln

hat sie wenig über ihreostdeutsche

Herkunft geredet. Es waren die

Nullerjahre, wer nach oben wollte,

GETTY IMAGES/CARSTEN KOALL

tat am besten so, als sei man schon

immer Bundesbürger gewesen. Und

man tritt Heinz Buschkowsky, dem

gebürtigen Neuköllner, wahrscheinlich

nicht zu nahe, wenn man sagt,

dass die Aufarbeitung der Transformationserfahrungen

der Ostdeutschen

jetzt nicht auf seiner Prioritätenliste

stand. Giffey passte sich an,

das kann sie gut, da ist sie flexibel.

Ins Bundeskabinett kam Giffey,

weil explizit eine Ostdeutsche gesucht

wurde. Seitdem gibt sie sich

kämpferisch, setzt sich für die Belange

des Ostens ein. „Wir brauchen

eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse,

Gerechtigkeit bei Löhnen

und Renten, wir brauchen mehr Ostdeutsche

in Führungskräften“, sagte

sie bei ihrer Sommerreise im vergangenen

Jahr.Trotzdem spürt man bei

ihr auch, dass sie stets eher das Verbindende

als das Trennende sucht.

Undauch darauf pocht, dass die Ostdeutschen

stolz darauf sein können,

was sie erreicht haben.

Sie war auch als mögliche Vorsitzende

der Bundes-SPD im Gespräch,

doch dann kamen die Vorwürfe auf,

dass sie ihre Doktorarbeit geschönt

habe.Und sie sagte ab.Esist nur eine

Beobachtung, aber wer sie damals

erlebte, der wird den Eindruck nicht

los,dass sie eigentlich ganz froh war,

dass sie nicht die SPD retten muss.

Als Funktionärin, als Frau der Hinterzimmerdeals

wirkt sie denkbar

ungeeignet, aus den Kämpfen der

Landespartei hat sie sich bisher herausgehalten,

sie ist jemand, der zupacken

und gestalten will.

Kritik vonFrauenverbänden

Im Bundeskabinett ist ihreBilanz gemischt.

Siesetzte sich am Anfang für

eine bessereBezahlung vonErzieherinnen

ein, aber vor Kurzem wurde

bekannt, dass das Bundesministerium

die Erzieherförderung auslaufen

lässt. Der Anstoß, komplizierten

Gesetzesvorhaben plakative Namen

zu geben, kam von ihr – wie das

Gute-Kita-Gesetz oder das Starke-

Familien-Gesetz. Experten kritisieren,

dass es sich dabei nur um Kosmetik

handele. Im Rahmen des

Gute-Kita-Gesetzes wurden 5,5 Milliarden

Euro ausgegeben, die die

Länder oft dazu benutzen, um die

Beiträge zu streichen. Es fehlt an Personal

und an einheitlichen Betreuungsstandards,dakonntesich

Giffey

wie auch ihre Vorgängerinnen nicht

durchsetzen. Zuletzt kam Kritik von

Frauenverbänden, dass sich die Ministerin

zu wenig um klassische

Gleichstellungspolitik kümmere. Da

kommt die Ostdeutsche durch, die

sich selbst als „pragmatische Feministin“

sieht. Anliegen wie die Erhöhung

der Frauenquote inVorständen

begreift sie eher als Projekte derbürgerlichen

Oberschicht.

Am meisten glänzt sie im Gespräch

mit den Bürgern. So war das

schon in Neukölln, auch als Familienministerin

absolvierte sie 500 Außentermine

im Jahr.Invielen Fragen

hat sie eine andere Meinung als ihre

Partei. Innere Sicherheit, Durchsetzung

von Regeln, das ist ihr wichtig.

Sie gilt deshalb als Vertreterin der

rechten SPD. InNeukölln sorgte sie

dafür, dass osteuropäische Obdachlose

zurück in ihre Heimatländer

transportiertwerden, sie richtete gemeinsam

mit der Staatsanwaltschaft

eine Stelle ein, die stärker gegen

Clankriminalität vorgeht.

Ihre Distanz zum Innenleben der

Berliner SPD kann ihr helfen, aber es

ist auch ihreSchwachstelle.Der Berliner

Landesverband ist eher links

und steht, was Intrigen und Kämpfe

angeht, der Berliner CDU in nichts

nach. Sie wird jemanden brauchen,

der sie unterstützt und der ihr den

Rücken freihält. Siehat sich als Partner

Raed Saleh, den Fraktionschef

und Spandauer Kreisvorsitzenden,

ausgewählt. Ob er die richtige Wahl

ist, wirdsich zeigen. Saleh gilt als unberechenbar,eine

Zeit lang wollte er

selbst Regierender Bürgermeister

werden.

Sabine Rennefanz

hätte gern Franziska Giffeys

unverwüstlichen Frohsinn.

Neues

Personal reicht

nicht aus

Opposition reagiert mit

Skepsis auf den Wechsel

VonElmar Schütze

Nein, so richtig überrascht hat

Michael Müllers angekündigter

Rücktritt bei den Oppositionsparteien

in Berlin niemanden. Und alle

sind sich ziemlich einig, dass es nicht

nur einen Personal-, sondern auch

einen Politikwechsel in der SPD geben

müsse.

CDU-Chef Kai Wegner sagt, es

werde interessant zu beobachten

sein, „ob Frau Giffey jetzt die SPD

verändert, oder ob die SPD Frau Giffey

verändern wird“. Wichtiger als

die Personalie sei aber ohnehin,

„dass die von Rot-Rot-Grün betriebene

tiefe Spaltung unserer Stadt

endlich ein Ende findet“. Jedoch

habe er schon lange große Zweifel

daran, ob Rot-Rot-Grün dazu noch

in der Lage sei. „Mit einem Regierenden

Bürgermeister im Absprung

sind meine Zweifel noch größer geworden“,

sagte Wegner.

CDU-Generalsekretär Stefan

Evers erkennt bei Giffey keine klare

politische Agenda. „Das gewohnte

Durchmogeln wird ihr auf Dauer

nicht helfen“, sagte Evers. „Wer es

ernst meint mit dem Willen zum

Neuanfang, der muss klar Position

beziehen zur sozialdemokratischen

Bildungsmisere, zum verfassungswidrigen

Mietendeckel-Irrsinn oder

der unsozialen Mobilitätsagenda

von Rot-Rot-Grün.“ Wenn Giffey inhaltlich

nicht beliebig bleiben wolle,

dann müsse sie die Berliner SPD„aus

der ideologischen Umklammerung

durch Linke und Grüne befreien.

Wenn sie dafür nicht den Mut und

die Kraft aufbringt, wird auch ein

neues Gesichtden Zerfall der Sozialdemokratie

in der Hauptstadt nicht

stoppen“, sagte Evers.

Ähnlich argumentiert FDP-Fraktionschef

Sebastian Czaja. Die SPD

müsse nun zeigen, ob der Wechsel

„nur eine Personalrochade ist oder

der Sozialdemokratie die Perspektiveöffnet,

das schwierige Verhältnis

zu den eigenen Koalitionspartnern

zu überwinden und im Senat wieder

Führungsverantwortung zu übernehmen“.

Für die FDP sei es jedenfalls

unwichtig, ob der Regierende

Bürgermeister Müller oder Giffey

heiße, entscheidend sei, „ob der Regierende

das Richtige tut, um die

Hauptstadt nach vornezubringen“.

AfD-Fraktionschef Georg Pazderski

sieht dagegen die Berliner SPD

bereits am Ende.„Der farblose Müller

geht“, sagte Pazderski. Dieser

habe ohnehin nur den eigenen

Machterhalt als Ziel gehabt. Nun

werde Berlin bis zur nächsten Wahl

führungslos herumdümpeln und sei

den grünen und linken Ideologen

komplett ausgeliefert. Pazderski:

„Ein Drama für unsereStadt!“

VonFranziska Giffey hält Pazderski

augenscheinlich auch wenig.

Diese stehe „geschüttelt von Betrugsskandalen

um ihre Doktorarbeit

und die Machenschaften ihres

Ehemannes“ für eine SPD der verbrauchten

Köpfe ohne neue Ideen.

„Ich nenne das ProjektfünfProzent“,

sagte Pazderski. „Regierende Bürgermeisterin

wirdsie sicher nicht.“


4** Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Corona-Verdachtsfall

in Potsdam

In Potsdam gibt es einen ersten Corona-Verdachtsfall.Wiedas

Schiller-

Gymnasium mitteilte,sei eine chinesische

Zehntklässlerin in die Klinik

gebracht worden. DieSchule bleibe

geöffnet. EinSchnelltest werdeinder

Berliner Charité analysiert. EinweitererVerdachtsfall

wurde vonder Lufthansa

bestätigt. In der Maschine des

Fluges LH780 vonFrankfurtamMain

nach Nanjing habe ein Mann gesessen,

der vonden chinesischen Behörden

als Risikofall eingestuft worden

sei, weil er gehustet habe und zwei

Wochen zuvor inWuhan gewesen sei,

heißt es.Eine Infektion sei noch nicht

bestätigt. (dpa)

Linksextreme Plattform

bleibt verboten

DasVerbot der linksextremen Internetplattform„linksunten.indymedia“

bleibt bestehen. DasBundesverwaltungsgericht

wies die Klage gegen

dasVerbot am Mittwoch in Leipzig ab.

Nach Auffassung der Richter handelte

es sich bei„linksunten.indymedia“

um einenVerein im Sinne des

Vereinsgesetzes.Die betreffenden

Personen hätten sich zusammengeschlossen,

um über die Plattformeine

linke Gegenöffentlichkeit zu schaffen.

Gegen dasVerbot könne daher

nur einVerein vorgehen, nicht aber

einzelne Kläger.Zuden Gründen für

dasVerbot durch das Innenministerium

2017 nahmen die Richter inhaltlich

keine Stellung. (AFP)

SPD will Soli früher

abschaffen

In der SPD gibt es Bereitschaft, den

Solidaritätszuschlag ein halbes Jahr

früher als bislang geplant für die

meisten Steuerzahler abzuschaffen.

Diebislang für Anfang 2021 vorgesehene

Streichung solle auf den 1. Juli

dieses Jahres vorgezogen werden,

sagte SPD-ParlamentsgeschäftsführerCarsten

Schneider am Mittwoch

in Berlin. Schneider betonte allerdings,dass

es weiterhin nur um eine

Teilabschaffung des Solis gehe. (AFP)

Vorgezogene Neuwahlen

in Katalonien

Das Regionalparlament Kataloniens entzog

Quim Torraden Abgeordnetenstatus. AFP

Derkatalanische Regionalpräsident

Quim Torrahat mit der Ankündigung

einer Neuwahl auf eine Regierungskrise

reagiert. Er werdedie

Neuwahl des Regionalparlaments

nach der Verabschiedung des Regionalhaushalts

ausrufen, sagte Torra

am Mittwoch im katalanischen Parlament

in Barcelona. DieRegierungskrise

war am Montag ausgebrochen,

als der Vorstand des Regionalparlaments

Torraden Abgeordnetenstatus

entzog. (dpa)

Europaparlament billigt

Brexit-Vertrag

DasEuropaparlament hat den Brexit-

Vertragratifiziert. Damit ist derWeg

geebnet für einen geregelten Austritt

Großbritanniens aus der EU am späten

Freitagabend. DieEU-Abgeordneten

stimmten am Mittwoch in

Brüssel mit großer Mehrheit für das

Austrittsabkommen. Danach erhoben

sich die Abgeordneten, fassten

sich an den Händen und sangen den

Briten ein Abschiedslied. (dpa)

Kein Schweigen, niemals

Bei der Gedenkstunde im Bundestag betont Reuven Rivlin Deutschlands Rolle im Kampf gegen Antisemitismus

VonSteven Geyer und JanSternberg

Dass der Deutsche Bundestag

in jedem Januar

eine Gedenkstunde für

die Opfer des Nationalsozialismus

abhält, ist seit 1996 bereits

zur Tradition geworden –doch

selten war die Gegenwart inder Zeremonie

so präsent wie in diesem

Jahr.

Den Ton für diese Gedenkstunde

75 Jahre nach der Befreiung der

Überlebenden des deutschen Vernichtungslagers

Auschwitz gibt zunächst

Bundestagspräsident

Schäuble vor, der in seiner Begrüßungsansprache

betont: „Ein heilsames

Schweigen über Auschwitz gibt

es nicht.“ Diehistorische Verantwortung

mahne dazu, über die Opfer,

aber auch über die„Konsequenz und

Lehre aus dem Geschehenen“ zu

sprechen: „jede Generation neu“,

sagt Schäuble.

Auf der Ehrentribüne sitzen

Überlebende der NS-Verbrechen –

aber eben auch Jeremy Borovitz und

Rebecca Blady: zwei Rabbiner, die

zum Zeitpunkt des Anschlags von

Halle in der angegriffenen Synagoge

waren. „Juden müssen in Deutschland

wieder um ihr Leben fürchten“,

sagt Schäuble –und schlägt so den

Bogen vom Gedenken in die Gegenwart,

wie es später auch Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier tun

wird.

EinEklat bleibt aus

VonStefan Scholl, Moskau

Reuven Rivlin nahm auch am Gedenken in YadVashem und Auschwitz teil.

„Das Land, in dem die ‚Endlösung‘ erdacht

wurde, hat die Verantwortung übernommen

für den Schutz liberaler Werte, die vom Populismus

bedroht werden. Wenn Deutschland

bei diesem Versuch scheitert, wird erüberall

in der Welt zum Scheitern verurteilt sein.“

Israels Präsident Reuven Rivlin

Nur einmal hat Putin genickt

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder trifft in Moskau den russischen Präsidenten

Das Gespräch im Kreml habe eine

gute halbe Stunde gedauert“, erzählte

Markus Söder hinterher in einem

Moskauer Hotel. „Das Gespräch

war sehr freundlich und vorallem interessiert.“

Manhabe aber auch festgestellt,

dass es zwischen Russland

und Deutschland viele Meinungsverschiedenheiten

gebe,etwa zum Konflikt

in Ukraine oder zum Berliner

Tiergartenmord: „Ich habe das

Thema dreimal angesprochen, einmal

hat der Präsident genickt.“

Am Mittwoch ist Bayerns Ministerpräsident

in Moskau mit Wladimir

Putin zusammengetroffen. Wie

Söder erklärte, kam er nicht nach

Moskau, um Nebenaußenpolitik zu

machen. Sein Besuch sei eng mit der

Bundesregierung abgestimmt.

„Deutschland sollte versuchen, außenpolitisch

mit möglichst vielen

Stimmen das Gleiche zu sagen.“

Damit ging Söder auf Abstand

von vorherigen Russland-Auftritten

anderer Unions-Ministerpräsidenten.

2016 hatte hier sein Amtsvorgänger

Horst Seehofer eine schrittweise

Lockerung der Ukraine-Sanktionen

gegen Russland gefordert,

sein sächsischer CDU-Kollege Michael

Kretschmer verlangte 2019

nach einem Treffen mit Putin in

Sankt Petersburgdas Ende der Sanktionen.

Hinterher wurde beiden Liebedienerei

vorgeworfen.

Berliner Tiergartenmordist Thema

Söder aber stützte vor seinem Gespräch

mit dem Staatschef demonstrativ

die Linie der Bundesregierung:

„Über die Aufhebung der Sanktionen

zu reden, hat keinen Sinn, solange

nicht alle Fragen im Rahmen

des Minsker Friedensprozesses gelöst

sind.“ Zu den strittigen Punkten

am Mittwoch gehörte auch der Berliner

Tiergartenmord. In den Anschlag

auf einen tschetschenischen Flüchtling

sind nach Erkenntnissen der

deutschen Staatsanwaltschaft russische

Sicherheitsbehörden verwickelt.

Söder signalisierte im Kreml,

dass man in Deutschland eine aktive

russische Teilnahme an der Aufklärung

erwarte. Auch wenn Putin außer

seinem Nicken „keine überragende

Reaktion“ gezeigt habe.

Söder hatte am Abend zuvor mit

Vertretern der Zivilgesellschaft gesprochen.

Am Mittwoch legte er einen

Kranz am Grabmal des Unbekannten

Soldaten beim Kreml ab.

Danach traf er im Moskauer Rathaus

mit Bürgermeister Sergei Sobjanin

zusammen, sie unterzeichnetenVereinbarungen

zum Ausbau der wirtschaftlichen

und wissenschaftlichen

Zusammenarbeit. Unter anderem

schreibt Bayern ein Stipendienprogramm

für zehn russische Nachwuchswissenschaftler

aus,man wird

wechselseitig Wirtschaftstage veranstalten

und will auch im Bereich I-

Learning Lehrer austauschen.

Söder war zum vierten Mal in

Moskau, er hatte die damals noch

sowjetische Hauptstadt schon als

Vorsitzender der Jungen Union Bayerns

zu Perestroika-Zeiten besucht,

später unter Boris Jelzin und zuletzt

2008. Er wurde nur von einem kleinen

Team begleitet, verzichtete im

Gegensatz zu Seehofer auf ein Aufgebot

diverser Minister und Parlamentarier

und namentlich auf Altministerpräsident

Edmund Stoiber. Dafür

war Wolfgang Ischinger, Chef der

AFP

Steinmeier hatte schon am vergangenen

Donnerstag in der israelischen

Gedenkstätte Yad Vashem

deutliche Worte über deutsche Verantwortung

und deutsche Gegenwart

gefunden. Im Bundestag variierte

er sie –aber mit Nachdruck und

eben erstmals auf Deutsch und im

Hohen Hause.

Im Bundestag hat Steinmeier eine

Zuhörerschaft, zu der auch die 89

Abgeordneten der AfD rechts vom

Rednerpult gehören. Der Bundespräsident

spricht sie in dieser Gedenkstunde

nicht direkt an; ein Eklat

bleibt aus.Die vorderen Reihen klatschen.

Etwas weiter hinten lassen Abgeordnete

wie Jens Maier, der gerne

von„Schuldkult“ redet, oder der abgewählte

Rechtsausschussvorsitzende

Stephan Brandner, dem nach

dem Anschlag von Halle antisemitische

Äußerungen vorgeworfen worden

waren, die meiste Zeit die Hände

ruhen. Etwa, wenn Steinmeier von

der „Verächtlichmachung des Parlaments“

spricht, von der „Zertrümmerung

des Rechtsstaats und der

Demokratie“ durch die Nazis.

Das junge Rabbinerpaar Borovitz

und Blady auf der Besuchertribüne

hört, wie Steinmeier von der schweren

Holztür spricht, die in Halle Leben

gerettet hat. Aufden Abgeordnetenbänken

der SPD sitzt der Abgeordnete

Karamba Diaby und hört,

wie der Bundespräsident fragt: „Wie

kann ich das sagen, wenn ein Abgeordneter

dieses Hauses wegen seiner

Hautfarbe mit dem Tode bedroht

wird?“ DenSatz nämlich: „Die Deutschen

haben verstanden.“

Nein, die Gefahren der Gegenwart

haben sie nicht verstanden, meint der

Bundespräsident. „Wir waren uns einig

über die Lehren der Vergangenheit

und eine Erinnerungskultur, die

es zu pflegen galt. Doch ich fürchte:

Unsere Selbstgewissheit war trügerisch“,

sagt er bitter.

Zentrale Rede auf Hebräisch

DiePräsidenten Steinmeier und Rivlin

hatten in der vergangenen Woche

bereits gemeinsam am Holocaust-

Forum inYad Vashem und amMontag

am Gedenken in Auschwitz teilgenommen.

Im Bundestag ist Rivlin

der zentrale Redner, erspricht auf

Hebräisch und würdigt vor allem,

welchen guten Weg Deutschland

nach 1945 genommen habe.

Dadurch wachse Deutschland

aber auch eine besondere Rolle in

der Gegenwart zu, wenn nun ganz

Europa „von den Geistern der Vergangenheit“

heimgesucht werde.

„Rassismus, Nationalismus und

Kriegstreiben dürfen sich nicht wiederholen“,

fordert Rivlin. Deutschland,

das Land, „in dem die Endlösung

erdacht wurde“, habe eine besondere

Verantwortung im Kampf

gegen den Antisemitismus und für

den Schutz liberaler Werte:

„Deutschland darf hier nicht versagen.“

Wenn Juden hier nicht angstfrei

leben könnten, könnten sie nirgendwo

in Europa angstfrei leben,

mahnt er.

Dann geht Rivlin auf den am Vorabend

in Washington vorgestellten

Nahost-Plan von US-Präsident Donald

Trump ein, spricht von „Momenten,

die hoffnungsvoll stimmen

können“. Im Nahostkonflikt gehe es

nun zunächst darum, dass Israel und

die Palästinenser wieder aufeinander

zugehen – und da könne

Deutschland eine Rolle spielen,

sagte Rivlin: „Wir müssen Vertrauen

bilden und da können Sie uns sehr

helfen.“

Münchner Sicherheitskonferenz mit

dabei. Der hatte Kretschmer nach

seinem prorussischen Auftritt in Petersburg

noch per Twitter vorgeschlagen,

seinen außenpolitischen

Sprecher auszuwechseln.

Strategische Bedeutung

Schon im Vorfeld der Reise Söders

hieß es aus München, die russische

Seite hätte eingeladen, man habe

erst nach Beratungen mit der Bundeskanzlerin

zugesagt. „Bayern hat

den Vorteil, wirtschaftlich und technologisch

sehr stark zusein“, sagte

Söder in Moskau.„Wir sind natürlich

auch für Russland interessant. Wir

können zeigen, dass wir als Partner

das Ökonomische in Verbindung zu

unseren Werten sehen. Und dass

Freiheiten für junge Menschen auch

wirtschaftlich Nutzen bedeuten

können.“

Man müsse auf jeden Fall im Gespräch

bleiben. „Die strategische Bedeutung

Russlands wächst.“ Konflikte

wie in Libyenoder Syrien seien

ohne Russland nicht zu lösen, auch

nicht die Migrationsfragen, die damit

zusammenhängen.

Wohl nicht

deutsch

genug

Auf dem Wohnungsmarkt

herrscht Diskriminierung

Keine Moslems! Keine Haustiere!

Vermietet wird nur an weibliche

Einzelperson“ –dieses Inserat hat zu

einem vonrund 1400 Hinweisen geführt,

die die Antidiskriminierungsstelle

des Bundes seit ihrer Einrichtung

2006 zum Wohnungsmarkt erhalten

hat. Viele Vermieter reagierten

negativ auf einen nicht deutsch

klingenden Namen oder einen Akzent,

sagte Bernhard Franke, der

kommissarische Leiter der Stelle,am

Mittwoch in Berlin. „Dann ist plötzlich

kein Besichtigungstermin mehr

möglich oder die Wohnung angeblich

schon vergeben.“

WerMenschen aufgrund von Alter,

Behinderung, ethnischer Herkunft,

Geschlecht, sexueller Identität

oder Religion und Weltanschauung

diskriminiert, verstößt gegen das Allgemeine

Gleichbehandlungsgesetz

und muss mit Sanktionen rechnen.

Ein bayerischer Vermieter, der seine

Wohnung nur Deutschen überlassen

wollte, musste einem ursprünglich

aus Burkina Faso stammenden Interessenten

1000 Euro zahlen, wie

ein Gericht jüngst entschied.

Hilfe bei der Beratungsstelle

Umfrage zur Diskriminierung

am Wohnungsmarkt

sehr groß groß weniger groß

garkeine weiß nicht/k. A.

Wie groß wären Ihre Bedenken gegenüber

einer eingewanderten Person als ...

Nachbar 50 %

11% 18% 36% 31% 4%

Mieter

20% 21% 31% 25%

Mitbewohner

25% 27% 25% 19%

3%

4%

Umfrage mit 1041 Personen (deutschsprachige

Bevölkerung ab 16 Jahren) im Oktober 2019

BLZ/GALANTY; QUELLE: QUELLE: ANTIDISKRIMINIERUNGS-

STELLE DES BUNDES, DPA

Die Antidiskriminierungsstelle hat

Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

zu ihren Einschätzungen

und Erfahrungen befragt. Über

80 Prozent der Befragten gingen von

deutlichen Nachteilen bei der Wohnungssuche

aus –der am häufigsten

genannte Lebensbereich.

Rund ein Drittel der Befragten mit

Migrationshintergrund, die in den

vergangenen zehn Jahren eine Wohnung

oder ein Haus gesucht haben,

hat nach eigenen Angaben schon

rassistische Diskriminierung bei der

Wohnungssuche erlebt. Ein Fünftel

gab an, eine Immobilienanzeige gelesen

zu haben, die bestimmte Personengruppen

ausschloss. Mehr als

die Hälfte gab an, Wohnung oder

Haus wegen der Zugehörigkeit zu einer

bestimmten Gruppe nicht bekommen

zu haben. Fraglich ist, was

solche Angaben belegen.Welcher Interessent

weiß schon, warum er den

Zuschlag nicht bekommen hat?

Betroffene könnten das Ausmaß

von Diskriminierung über- oder

auch unterschätzen, schreibt der

Sachverständigenrat deutscher Stiftungen

für Integration und Migration

(SVR) in einer Expertise. „Die

subjektive Einschätzung von Benachteiligung

ist daher prinzipiell

nicht geeignet, Ausmaß undVerbreitung

von (tatsächlicher) Diskriminierung

abzubilden.“

Auch den Immobilienverband

Deutschland (IVD) erreichen gelegentlich

Anfragen seiner Mitglieder

zu dem Thema.„Wir haben bei unsererHotline

für Makler und Verwalter

gelegentlich Nachfragen, ob die Auswahl

nach sozialer Gruppe erlaubt

ist“, sagt Annett Engel-Lindner. Das

komme aber selten vor. Betroffenen

wirdgeraten, sich an eine Beratungsstelle

zu wenden. Mieterverbände

verwiesen in der Regel dorthin, weil

sie auf Mietrecht und nicht auf Gesetzgebung

gegen Diskriminierung

spezialisiertseien. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 5

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Politik

Skepsis und Ablehnung

In Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, gibt es viel Kritik am Nahost-Plan von Präsident Trump

VonMarina Kormbaki

In Deutschland stößt der „Friedensplan“

von US-Präsident

Donald Trump auf ein überwiegend

skeptisches Echo.

Bundesaußenminister Heiko Maas

kündigte an, die Bundesregierung

werde sich mit dem Papier intensiv

auseinandersetzen. Der SPD-Politiker

sieht noch reichlich Klärungsbedarf:

„Der US-Vorschlag wirft Fragen

auf, die wir jetzt mit unseren Partnerninder

EU besprechen werden.“

Zudem mahnte Maas, dass nur eine

„für beide Parteien akzeptable, verhandelte

Zweistaatenlösung“ zu

dauerhaftem Frieden zwischen Israelis

und Palästinensern führen

könne. Dafür sei die Einbeziehung

der Konfliktparteien wichtig. Im Gegensatz

zur israelischen Regierung

waren Vertreter der Palästinenser

von den Verhandlungen mit der

Trump-Regierung ausgeschlossen.

Verstoß gegen das Völkerrecht

Norbert Röttgen, Chef des Auswärtigen

Ausschusses im Bundestag,

wählte weniger diplomatische Worte:

Trumps Vorstoß sei „ein Rückschritt

und kein Fortschritt“. Er habe den Palästinensern

seinen Plan als Ultimatum

präsentiert –nach dem Motto

„friss oder stirb“, sagte der CDU-Politiker

im Deutschlandfunk. Der Plan

sei in Teilen völkerrechtswidrig. So sei

eine Anerkennung der Souveränität

Israels über die palästinensischen

Siedlungsgebiete nicht mit internationalem

Recht vereinbar.

Palästinenser demonstrieren am Mittwoch in Ramallah gegen den aus ihrer Sicht nicht akzeptablen Nahost-Plan von US-Präsident Trump.

Trumps Nahost-Plan: Zwei-Staaten-Lösung

*Auswahl laut Quelle

Aktuell

Vorschlag

Mittelmeer

PALÄSTINA

Nur von einigen

ISRAEL

Ländern als

West-

Israelische

Hauptstadt jordan-

land

anerkannt,

Siedlungen*

darunter USA

und Guatemala

Jerusalem

Jerusalem

Ost-Jerusalem

ÄGYPTEN

Gaza-

Streifen

ISRAEL

Totes

Meer

JORDANIEN

Tunnel

BLZ/GALANTY; QUELLE: WEIßES HAUS, DPA

AFP/AHMAD GHARABLI

Zweifel an den Erfolgsaussichten

des Plans kamen auch aus der Opposition

im Bundestag: „Der Trump-

Plan bringt keinen Frieden, sondern

Eskalationsgefahr“, sagte Grünen-

Außenexperte Omid Nouripour. Der

Linken-Außenpolitiker Stefan Liebich

sagte über Trump: „Sein ,Plan‘

hilft weder Israel noch den Palästinensern.

Im Gegenteil.“

Für FDP-Vizefraktionschef Alexander

Graf Lambsdorff bietet der

Plan die Chance, inGespräche einzutreten.

„Man soll ihn nicht überhöhen,

aber man soll ihn auch nicht

gleich in Bausch und Bogen verdammen“,

mahnte er.

Überwiegend skeptisch äußerten

sich auch mehrereeuropäische Staaten.

Frankreich sei überzeugt, dass

eine Zwei-Staaten-Lösung „in Übereinstimmung

mit dem internationalen

Recht“ nötig sei, um einen „gerechten

und dauerhaften Frieden im

Nahen Osten“ zu schaffen, erklärte

das Außenministerium. Es müssten

sowohl „die berechtigten Erwartungen

der Israelis als auch der Palästinenser“

berücksichtigt werden.

Noch sei nicht klar, obder US-

Vorschlag für „beide Seiten akzeptabel“

sei, sagte Russlands Vize-Außenminister

Michail Bogdanow. Der

britische Außenminister Dominic

Raab sprach dagegen von einem

„ernstzunehmenden Vorschlag“.

Die Arabische Liga prangerte am

Mittwoch eine „bedeutende Verlet-

zung der legitimen Rechte der Palästinenser

an“. Zugleich zeigte sich die

Liga offen für alle Friedensinitiativen.

Allerdings dürfe eine Friedensvereinbarung

die israelische Besetzung

der Palästinensergebiete nach

dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 weder

„ignorieren noch legitimieren“,

erklärte der Generalsekretär der Arabischen

Liga, Ahmed Abul Gheit.

Brüchiger Frieden

Katar, ein enger militärischer Verbündeter

der USA, äußerte sich zurückhaltend.

DasLand begrüße zwar

sämtliche Anstrengungen für einen

„anhaltenden Frieden in den besetzten

Palästinensergebieten“, auch die

Initiativeder Trump-Regierung, hieß

es in der staatlichen Nachrichtenagentur

QNA. Allerdings werde ein

Friede nicht vonDauer sein, falls das

Recht der Palästinenser auf einen

souveränen Staat mit Ost-Jerusalem

als Hauptstadt nicht gewährleistet

sei. Zudem sollten palästinensische

Flüchtlinge ein Rückkehrrecht haben.

Katar unterstützt die Palästinenser

mit Millionenzahlungen.

Trump hatte am Dienstag seinen

Nahost-Plan vorgestellt. Der Plan

solle eine „realistische Zwei-Staaten-

Lösung“ ermöglichen. Demnach soll

Jerusalem „ungeteilte Hauptstadt“

Israels sein, gleichzeitig könnten die

Palästinenser eine Hauptstadt in

Ost-Jerusalem haben. Die jüdischen

Siedlungen im palästinensischen

Westjordanland sollen Israel zugeschlagen

werden, ebenso das Jordantal.

(mit AFP)

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6 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Wirtschaft

MÄRKTE

NACHRICHTEN

DAX-30 in Punkten

30.10.19

30.10.19

▲ 13328,57 (+0,04 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

30.10.19

Stand der Daten:29.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

29.1.20

▼ 59,70 (–0,55 %)

29.1.20

▼ 1,1001 (–0,04 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 29.01. zum Vortag

Siltronic NA

29.1.20

101,00 +11,78 WWWWWWWWWWW

K+S NA 8,68 +3,01 WWWW

United InternetNA 30,29

+1,85 WWW

Aurubis 51,12 +1,71 WW

Healthineers 44,11 +1,65 WW

Airbus 136,36 +1,56 WW

Verlierer

aus DAXund MDAX vom29.01.zum Vortag

Software 29,20 WWWWWWWWWWW –11,41

AdidasNA 295,15 WWW –2,25

CompuGroupMed. 60,40 WWW –1,79

RTL Group 41,88 WW –1,60

Volkswagen Vz. 170,26 WW –1,28

BayerNA 74,76 WW –1,18

Leitbörsen imÜberblick

52-Wochen Hoch/Tief 29.01. ±% z. 28.01.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,32

3814/3125 3731,14

CAC 40 (FR) + 0,39

6110/4946 5948,78

S&P UK (UK) – 0,02

1562/1408 1508,90

RTS (RU) – 0,05

1652/1152 1571,49

IBEX (ES) +0,53

9710/8409 9534,70

Dow Jones (US) +0,42

29374/24681 28843,36

Bovespa (BR) +1,10

119593/89409116844,50

Nikkei (JP) +0,71

24116/20111 23379,40

Hang Seng (HK) –2,80

30280/24900 27159,26

Stx Singap. 20 (SG) +0,01

1674/1492 1622,00

Sparbriefe und

langfristigeAnlagen 5.000 Euro

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre

Bigbank **

bigbank.de 1,10 1,30 -

Ziraat Bank

ziraatbank.de 0,85 1,10 -

Bank11

bank11.de 0,80 1,10 -

akf bank **

akf.de 0,85 1,05 1,05

Sberbank Direct **

sberbankdirect.de 0,85 1,05 -

Targobank

targobank.de 0,45 0,65 -

Santander

santander.de 0,45 0,60 0,60

ING

ing.de 0,03 0,10 -

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 0,01 0,01 0,01

Postbank

postbank.de - - -

ISBANK

isbank.de 0,75 0,95 -

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,01 - 0,01

PSD Berlin Brandenburg

psd-bb.de - - -

Berliner Sparkasse

030/86986969 - - -

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 - - -

Mittelwert von 80 Banken 0,52 0,61 0,57

** Einlagensicherung 100.000 Euro

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

In denApple-Storessteigt die Nachfragenach iPhones.

Von Frank-Thomas Wenzel

Kommt nach dem Rückschlag

gleich der nächste

Boom? Vieles spricht dafür,

dass es im Geschäft mit den

Smartphones in diesem Jahr wieder

nach oben geht –trotz Fährnissen

durch das Corona-Virus.Hauptprofiteur

könnte Apple werden. Der

iPhone-Konzernhat im Weihnachtsgeschäft

schon einmal alle Rekorde

gebrochen.

22,2 Milliarden Dollar. Das entspricht

etwa 20 Milliarden Euro. So

hoch waren nicht die Einnahmen,

sonderndie Profite,die Apple in den

letzten drei Monaten des vergangenen

Jahres eingefahren hat. Dassind

Zahlen, bei denen auch Managern,

die hohe Gewinne gewohnt sind,

schwindelig wird. Ein Umsatz von

56 Milliarden der insgesamt knapp

92 Milliarden Dollar (plus neun Prozent)

wurde dabei mit dem iPhone

erzielt.

Apple hat es mit seinem Smartphone

abermals geschafft, die Erwartungen

der Branchenexperten zu

übertreffen. Als Hauptgrund nennen

diese nun den Erfolg des neuesten

Modells,des iPhones 11, das mindestens

799 Euro und in der teuersten

Variante sogar mehr als doppelt so

viel kostet. Hauptmerkmal der Geräte

ist neben einem Display,das gestochen

scharfe Bilder liefert, eine hochwertige

Kamera, mit der Videos und

Fotos auch unter erschwerten Bedingungen

gelingen.

Immer auf die Kleinen

Die EU erwägt,Ein- und 2-Cent-Münzen abzuschaffen. Nichtalle halten das für eine gute Idee

Von Teresa Dapp

Bundesfinanzminister Olaf Scholz

hält wenig von der Idee, kleine

Cent-Münzen aus dem Verkehr zu

nehmen. „Ich bin nicht davon überzeugt,

dass es richtig ist, dass wir jetzt

unsere kleinen Cent-Münzen abschaffen“,sagtederSPD-Politikeram

Mittwoch in Berlin. Er glaube, „dass

es immer möglich sein muss, dass

man sein Geld vernünftig ausgeben

kann, und dass,wenn es kleine Preise

gibt, man auch mit kleinen Geldmünzen

bezahlen können soll.“

Ein Vorstoß zur Abschaffung der

kleinen kupferfarbenen Münzen

könnte aus Brüssel kommen, die EU-

Kommission erwägt dies.Bei Barzahlung

müsste dann auf- oder abgerundet

werden. In einigen EU-Staaten

Boom nach der Flaute

Apple verkauft wieder mehr iPhones. Der Handymarkt wächst weltweit

Neue Strategie: Das Management

vonApple hat erkannt,

dass die Nutzungszyklen

der iPhones länger

werden –drei bis fünf Jahre

werden jetzt kalkuliert. In der

Zwischenzeit sollen die Nutzer

verstärkt für Dienste wie

iCloud und Apple Music bezahlen

und möglichst viele

Accessoires wie die iPod-

Kopfhörer kaufen. Apple

kann sich auf eine globale

Nutzungsbasis von1,5 Milliarden

Geräten verlassen.

Mit den aktuellen Geschäftszahlen

werden Kritiker widerlegt, die davon

ausgegangen waren, dass der

US-Konzern esmit seiner neuesten

Handygeneration in puncto Preis

überzogen hat. Allerdings kommt

dem Unternehmen auch eine jähe

Renaissance zugute. 2019 sah es

weitgehend finster aus.Die Verkäufe

gingennachBerechnungenderBeratungs-

und Marktforschungsfirma

Gartner auf das Gesamtjahr gerechnet

erstmals seit 2008 zurück, und

zwar um 2Prozent auf rund 1,52 Milliarden

Geräte. Hauptgrund: Nutzer

behalten ihre Minicomputer mit

wirddas schon gemacht. Scholz sagte

aber auch, er habe Zweifel, dass der

Vorschlag die EU-Staaten tatsächlich

erreichen werde – und er könnte

rechtbehalten. Jedenfallswill die EU-

Kommission die Folgen zunächst genau

prüfen. Noch sei nichts entschieden,

sagte Kommissionsvize Maros

Sefcovic in Brüssel. Wichtig seien vor

allem einheitliche Regeln für das

Runden bei krummen Preisen im

Einzelhandel.

In einem wenige Tage alten Entwurf

für ihr Arbeitsprogramm hatte

die Kommission noch geschrieben,

Ziel geplanter neuer Rundungsregeln

sei „die Abschaffung von Einund

2-Cent-Münzen“. In der am

Mittwoch veröffentlichten Endfassung

ist nur noch die Rede voneiner

„Evaluation der Nutzung von Ein-

LÄNGERE NUTZUNGSZYKLEN

Wechsel selten: Beim Handykauf

kommt zudem ein

„Lock-in-Effekt“ zum Tragen.

Wereinmal Fotos und Musik

in der Apple-Infrastruktur

abgelegt hat, wechselt nur

selten den Anbieter,denn

das würde enormviel Mühe

und Ärger bedeuten. Ein

Austausch eines alten

iPhones gegenein neues

wird zudem durch die sogenannten

Trade-in-Offerten

angekurbelt. Es gibt großzügigeRabatte.

Wearables: Das iPhone ist

nichtdas einzigeErfolgsprodukt.Die

Sparte Wearables

legte Ende 2019 eine Umsatzsteigerung

vonmehr als

einem Drittel auf gut zehn

Milliarden Dollar hin –sie

überflügelte damit erstmals

die Traditionssparte mit den

Mac-Computern. Die kabellosen

Air-Pods spielen dabei

eine wichtigeRolle, aber

auch die Apple-Watch, die

sich zunehmend als Statussymbol

durchsetzt.

und 2-Cent-Münzen“ mit der „Möglichkeit,

gemeinsame Rundungsregeln

einzuführen“.

Die Idee hatte Kritik ausgelöst,

nicht nur beim Finanzminister.Beim

CSU-Europaabgeordneten Markus

Ferber ließ er „alle Alarmglocken

schrillen“, wie er sagte: „Es darf hier

keinesfalls der Einstieg in den Bargeldausstieg

vorbereitet werden.“

Linken-Fraktionschef Martin

SchirdewanhatebenfallsVorbehalte:

„So störend für viele die Ein- und

2-Cent-Münzen im Alltag sind, muss

gerade für diejenigen, für die jeder

einzelne Cent zählt, sichergestellt

sein, dass die Verbraucherpreise

durch die Abschaffung der Münzen

nicht steigen werden.“ Nurunter dieser

Bedingung könnte er einen solchen

Vorschlag unterstützen.

FOTO: PAUL MILLER/DPA

Telefonfunktion immer länger, das

führte im vorigen Jahr zu einem

Überangebot auf dem Weltmarkt.

Noch im dritten Quartal war Apple

laut Gartner dabei der große Verlierer:

DerAbsatz ging auf rund 40 Millionen

Geräte zurück, nach 45 Millionen

in der Vorjahreszeit.

Doch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft

setzte bei Apple eine

ArtiPhone-11-Effekt ein.Das waroffensichtlich

schon ein Vorbote für die

Trendwende. Gartner-Expertin Annette

Zimmerman geht davon aus,

dass der weltweite Markt indiesem

Jahr um drei Prozent zulegt. 1,57 Milliarden

Geräte sollen dann abgesetzt

werden. Und das Wachstum werde

2021 mit fast 1,6 Milliarden verkauften

Handys weitergehen. „Wir gehen

auch davon aus“, so Zimmermann,

„dass Nutzer, die ihre Smartphonekäufe

in Erwartung vonPreissenkungen

bis 2020 verschoben haben, wieder

Geräte kaufen werden.“

Hinzu komme, dass die neue

Übertragungstechnik 5G in weiteren

Länderneingeführtwerde,was neue

Nachfrage erzeugt. Die mit weitem

Abstand wichtigsten Märkte sind

China und die Schwellenländer im

asiatisch-pazifischen Raum. Westeuropa

kommt unter den großen

Weltregionen erst an vierter Stelle.

Gartner erwartet, dass hier in diesem

Jahr 147 Millionen Smartphones verkauft

werden.

Apple will indes sein 5G-Phone

nach Einschätzung vonBeobachtern

im September präsentieren. Schon

im März will das Unternehmen ein

neues Billigmodell offerieren, das vor

allem neue Kunden anlocken und die

wachsende Nachfrage nach Geräten

mit einem guten Preis-Leistungs-

Verhältnis bedienen soll. Die Fertigung

ist längst angelaufen. Das Management

kalkuliert für die ersten

drei Monate –mit ihrer traditionell

schwachen Nachfrage –mit einem

Gesamtumsatz von63bis 67 Milliarden

Dollar.Damit werden die Erwartungen

der Analysten deutlich übertroffen.

UndBeschränkungen durch

das Corona-Virus sind da schon berücksichtigt.

DerGrünen-Bundestagsabgeordnete

Oliver Krischer nannte den Vorstoß

hingegen gut und überfällig. Die

Kleinmünzen seien „eine riesige Ressourcenverschwendung

an wertvollen

Metallen“. Bundesbank-Vorstandsmitglied

Johannes Beermann

sagte der „Bild“-Zeitung: „Solange

der Einzelhandel Preise macht, die

zum Beispiel auf 99 oder 98 Cent enden,

sollte man das Kleinstgeld behalten.“

Es gebe „genug Menschen,

die auf jeden Cent achten müssen“.

Auch der deutsche Einzelhandel

wollte bisher auch von freiwilligen

Rundungsregeln nichts wissen –zumindest

nicht im nationalen Alleingang.

DerHandel geriete in den Verdacht,

die Kunden übervorteilen zu

wollen, argumentierte zuletzt der

Branchenverband HDE. (dpa)

Wirtschaft überwindet

Schwächephase

DieBundesregierungsiehtdiedeutsche

WirtschaftnacheinerSchwächephase

wiederaufeinembesserenWeg.„Die

Aussichtenhaben sichaufgehellt“,sagte

WirtschaftsministerPeterAltmaier

(CDU)inBerlin. In ihremJahreswirtschaftsberichtrechnetdieRegierungfür

2020miteinemPlusdesBruttoinlandsproduktsvon1,1Prozent.Im

vergangenenJahrwarEuropasgrößteVolkswirtschaftnurnochum0,6Prozentgewachsen,wiedasStatistischeBundesamtanhandvorläufigerDatenmitgeteiltehatte.EswardasschwächstePlusseitsechs

Jahrenunddeutlichwenigeralsnoch

2018mit1,5Prozent.SpurenhinterließenunteranderemglobaleHandelskonfliktewiederzwischendenUSAund

China. (dpa)

Milliarden gehen an

Versicherungen

Aufder Suche nach sicheren Finanzanlagen

stecken die Deutschen

immer mehr Geld in Lebensversicherungen.

DieBeiträge

wuchsen im vergangenen Jahr

überraschend starkum11,3 Prozent

auf 102 Milliarden Euro,wie

der Branchenverband GDVmitteilte.Dabei

waren besonders Versicherungen

begehrt, für die der

Kunde nur einmalig einen Beitrag

zahlt. Verbandspräsident Wolfgang

Weiler sprach voneinem Vertrauensbeweis:

„Lebensversicherer bieten

sicherere, wenn auch gegenüber

früher niedrigereErträge.“

Unddie Kunden müssen sich darauf

einstellen, dass die Rendite

weiter sinkt. (dpa)

Azubis bekommen im

Westen 40 Euro mehr

Auszubildende werden sehr unterschiedlich

bezahlt.

FOTO: MARCUS BRANDT/DPA

Azubis in Westdeutschlandverdienen

im Durchschnitt monatlich knapp

40 Euro mehr alsihreKollegen im Osten.

So erreichten die Auszubildenden 2019

im Westendurchschnittlich 941 Euro im

Monat, in Ostdeutschland905 Euro,so

das Bundesinstitut für Berufsbildung.

Im Ostenstieg allerdings das Gehalt der

jungen Berufstätigen stärker an –nämlich

um 5,1 Prozent im Vergleich zum

Vorjahr.ImWesten waren es lediglich

3,7 Prozent. Während angehende Zimmerer

mit 1240 Euro monatlich zu den

Spitzenverdienerngehörten, mussten

sich etwa Schornsteinfeger-Azubismit

608 Euro begnügen. (dpa)

Dämpfer für die

Software AG

DieSoftwareAGhat zum Jahresabschluss

in ihrem Wachstumsfeld mit

Cloud- und Maschinensoftware

einen Dämpfer erhalten. Weil sich

ein größerer Vertragsabschluss bis

ins neue Jahr verzögerte,verfehlte

der M-Dax-Konzernseine Jahresprognose

in dem Bereich und auch

die Erwartungen vonAnalysten. Der

Bereich wuchs um 39 Prozent, angepeilt

hatte Vorstandschef Sanjay

Brahmawar jedoch mindestens

75 Prozent. Insgesamt stieg der Konzernumsatz

im vergangenen Jahr

um 3Prozent auf 890,6 Millionen

Euro,wobei auch Währungseffekte

halfen. Unter dem Strich schrumpfte

der Gewinn um 6Prozent auf

155,3 Millionen Euro. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 7

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Wirtschaft

Playmobil

will die Wende

schaffen

Spielzeugfirma steigt ins

Franchisegeschäft ein

Von Thomas Magenheim

Playmobil isteine der bekanntesten

deutschen Spielwarenmarken.

Kommunikativ hat sich das

Unternehmen aus Zirndorf bei

Nürnbergaber seit dem Toddes Firmenpatriarchen

Horst Brandstätter

2015rar gemacht. Internrumorte es

zeitweise vernehmlich. Manager

mussten gehen. Eine an moderne

Zeiten angepasste Strategie war hinter

den Kulissen in Arbeit. Jetzt hat

das von Steffen Höpfner geführte

Unternehmen den Startineine neue

Ära bekanntgegeben. Demnach

wird Playmobil zur Franchisemarke

und zum Gegenstand von Animationsserien.

MitBlick auf 2019 ist ein

Aufbruch auch nötig. Der Umsatz

der Playmobil-Gruppe ist um ein

Prozent auf 742 Millionen Euro gesunken.

„Damit sind wir nicht zufrieden“,

räumt Höpfner ein.

Einfach sind die Zeiten in der

Branche nicht. Aber Simba Dickie

und Ravensburger als diebeiden anderen

Größen hierzulande sind 2019

dennoch gewachsen. Um fast 7Prozent

auf 524 Millionen Euro hat der

Ravensburger-Umsatz zugelegt.

Simba Dickie ist mit allen Aktivitäten

um rund 2Prozent auf 819 Millionen

Euro geklettert. Auch Playmobil

hatte Wachstum im Visier.

Mehr vorgenommen

„Wir hatten uns deutlich mehr vorgenommen“,

räumt Höpfner ein.

Einen Schub bringensollte der Playmobilfilm,

der 2019 indie Kinos gekommen

aber fulminantgescheitert

ist. Finanziell waren die Zirndorfer

am Verlustgeschäft nicht beteiligt,

beteuern sie. Beim Marketing habe

man auch nicht mitgeredet. Davon,

dass die Zukunft von Spielwaren in

deren Verfilmung liegt, ist Höpfner

aber weiter überzeugt. Deswegen

gibt es nun eine Playmobil-Trickfilmserie,

die in Deutschland ab

Herbst bei Super RTL läuft. Dazu

kommen Videoclips mit animierten

Playmobilfiguren auf Youtube.

Für beidessei Playmobil derAuftraggeber

und man könne diesmal

entscheidend mitreden, betont ein

Playmobil-Sprecher mit Blick auf

den Playmobilfilm. Derartige Negativwerbung

soll künftig ausgeschlossen

werden. So weit wie

Deutschlands größte Spielwarengruppe

Simba Dickie gehen die Zirndorfer

abernicht. DieFürtherhaben

eine Filmproduktionsfirma erworben,

die erste Filmchenfür Youtube

gedreht hat. Playmobil will ohne

eigene Firmaauskommen.

Gegründet wurde aber eine Vermarktungsfirma

für künftige Franchisegeschäfte.

Damit geht Playmobil

einen eigenen Weg. Denn Lizenzen

kaufen Spielwarenfirmen üblicherweise

ein,umKino-Blockbuster

in Spielzeug zu verwandeln und so

Geschäft zu machen. Playmobil aber

will Lizenzen für die eigene Marke

vergeben. Denkbar seien Hörspiele

oder Bekleidung, sagt ein Sprecher.

Es liefen Gespräche.Konkreter könne

man nochnichtwerden.

Playmobil forciertdie Vermarktung seiner

Figuren.

FOTO: SEBASTIAN KAHNERT/DPA

Die Bahn ist am Zug

Brücken, Bahnhöfe, Gleise und Weichen werden für 12 Milliarden Euro auf Vordermann gebracht

Von Rasmus Buchsteiner

Die Deutsche Bahn geht in

die Offensive –und steigert

ihre Investitionen in

diesem Jahr.Bis Ende dieses

Jahres will der Staatskonzern

rund 12,2 Milliarden Euro investieren

–1,5 Milliarden Euro mehr als

noch 2019.

„Das ist die größte Summe,die wir

jemals in einem Jahr an Investitionen

für eine moderne Infrastruktur zur

Verfügung haben“, sagte Deutsche-

Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald

Pofalla am Mittwoch in Berlin. Mit

dem Geld soll das Schienennetz weiter

auf Vordermann gebracht, große

und kleine Bahnhöfe attraktiver gestaltet

und Bauprojekte deutschlandweit

vorangetrieben werden.

DieBahn beginne nun ein „Jahrzehnt

der Investitionen“.

DieInfrastruktur der Bahn gilt als

marode, jahrelang wurde zu wenig

investiert. Das soll sich ändern. „Mit

den Rekordinvestitionen werden wir

bis 2030 das gesamte Netz modernisieren

und durchsanieren“, sagte Pofalla.

Dafür stehen ihm für die kommenden

zehn Jahremehr als 86 Milliarden

Euro zurVerfügung.

Nicht alle halten das für ausreichend.

„Das wäre schön, wenn das

gelänge“, sagte etwa der Sprecher der

Eisenbahngewerkschaft EVG, Uwe

Reitz. „Aber dafür braucht man Menschen,

und man braucht die Bauindustrie.“

Es fehle an Planern, Inge-

Magere

Zeiten

bei Bosch

Der Gewinn ist deutlich

zurückgegangen

Von Nico Esch

Der weltgrößte Zulieferer Bosch

stellt sich auf weitere magere

Jahre inder Autoindustrie ein. Die

schwächelnde Konjunktur bremst,

zugleich nagen hohe Investitionen

und die Kosten für den Umbau vorallem

der Mobilitätssparte am Gewinn.

Um weiterhin Milliarden Euro in die

Entwicklung neuer, zukunftsträchtiger

Technologien und Produkte stecken

zu können, muss Bosch daher

an anderer Stelle sparen. „Der technologische

Wandel ist für uns ein finanziellerKraftakt,auchwennersich

nach unserer Überzeugung letztlich

auszahlen wird“, betonte der Vorsitzende

der Geschäftsführung, Volkmar

Denner. Dazu werde man aber

weiter auf die Kosten schauen müssen.

„Wir können es nicht bei den

Strukturen belassen, die auf die höheren

Kundennachfragen der Jahre

2017 und 2018 ausgelegt waren“, sagte

Denner. Einfach pauschal überall

sparen will er aber auch nicht.

„Mobility Solutions“ ist der mit

Abstand wichtigste Geschäftsbereich

bei Bosch und bringt mehr als die

Hälfte des gesamten Umsatzes der

Gruppe ein. Zugleich schlägt dadurch

die Schwäche der Autoindustrie

aber auch voll auf Bosch durch.

Denner geht davon aus,dass die Zahl

der weltweit produzierten Autos in

diesem Jahr zum dritten MalinFolge

sinken wird. „Möglicherweise ist der

Zenit der Automobilproduktion damit

schon überschritten“, sagte er.

„Wir stellen uns jedenfalls auf ein

gleichbleibendesNiveauinden kommenden

Jahren ein und rechnen vor

2025 nicht mit einer Steigerung.“

Die Bosch-Gruppe insgesamt erzielte

2019 einen Umsatz von 77,9

Milliarden Euro und konnte damit

zumindest das Niveau des Vorjahres

halten. DeroperativeGewinn sackte

allerdings von5,4 Milliarden Euro im

Jahr 2018 auf rund 3Milliarden Euro

ab. (dpa)

1800 KilometerGleisesollen dieses Jahr erneuertwerden. FOTO: JULIAN STRATENSCHULTE/DPA

nieuren und anderem Personal. „Insofern

sind wir da sehr zurückhaltend.“

DieEVG vermisse einen „großen

Plan, wie der Schienenverkehr

insgesamt weiterentwickelt werden

soll.“

Die12,2 Milliarden Euro fürdieses

Jahr umfassen sowohl bereits laufende

Projekte, die fortgeführt werden,

als auch Vorhaben, die neu angeschoben

werden –wie etwa die geplante

Sanierung der Schnellstrecke

zwischen Mannheim und Stuttgart.

DabeigehtesumdieErneuerungvon

190 Gleiskilometern. 300000 Schwel-

VOM31. JANUAR BIS2.FEBRUAR 2020 IN BERLIN:

len werden verbaut und 440000 Tonnen

Schotter. Für die Reisenden bedeutet

das Ganze dort allerdings in

der Bauphase Fahrzeitverlängerungen

zwischen 20 und 40 Minuten.

Weitere Baumaßnahmen sind

unter anderem auf den Strecken Berlin–Doberlug–Kirchhain,

Nürnberg–Regensburg

sowie Treuchtlingen–Augsburg

geplant. Welche Einschränkungen

damit einhergehen,

war zunächst offen.

Nach Bahn-Angaben sollen im

laufenden Jahr 1800 Kilometer Gleise

und mehr als 1900 Weichen modernisiert

werden. An mehr als

800 Bahnhöfen sind Bauarbeiten geplant.

Dabei geht es zum Teil um

Komplettsanierungen, aber auch um

neue Bänke, Wartehäuschen und

barrierefreie Zugänge.

Der Konzern verspricht, die Beeinträchtigungen

für die Kunden als

Folge der Bauarbeiten möglichst gering

zu halten. „Wir bauen 2020 überallinderRepublikkräftigweiter–und

das so kundenfreundlich wie noch

nie“, betonte Pofalla. Durcheine gezielte

Planung und Vorbereitung größerer

Bauprojekte durch das „Lagezentrum

Bau“ des Unternehmens sei

das Volumen der baubedingten Störungen

in den vergangenen drei Jahrenummehr

als die Hälfte verringert

worden.

Möglich werden die Investitionen

vor allem durch die neue Leistungsund

Finanzierungsvereinbarung mit

dem Bund, die erstmals auch Mittel

für Ersatzbrücken oder Ausweichgleise

beinhaltet, die benötigt werden,

„um die Auswirkungen vonBaustellen

für unsereKundenzureduzieren“.

5,4 Milliarden Euro stehen 2020

für die Sanierung des Netzes zur Verfügung.

Darüber hinaus finanziert

der Bund Aus- und Neubauprojekte

mit 2,2 Milliarden Euro.

Weitere2,2 Milliarden Euro stammen

aus dem Bundeshaushalt: Mittel,

die unter anderem für den Ausbau

des Nahverkehrs und die Beseitigung

von Bahnübergängen bestimmt

sind. (mit dpa)

DASWHO’SWHO DERMÜNZENWELTTRIFFTSICH!

Niewar die WorldMoney Fair so wertvoll wieheute...

FernöstlicherEhrengast

Die Japan Mint freut sich, Ihnen die Münzen zur diesjährigen

Sommerolympiade vorzustellen. Unternehmen Sie

eine Kurzreise durch die vielen Facetten der japanischen

Kultur –von der Teezeremonie über die Sake-Verkostung

bis zurVorführung japanischer Kalligrafie.

10 Euro Polymermünze zumNennwert

Dem Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels

e.V. ist es gelungen, eine

limitierte Anzahl der ersten deutschen

10-Euro-Polymer-Münze der Serie „Luft

bewegt“ zu beschaffen, die Sie zum Nennwert

eintauschen können –solange der

Vorrat reicht! Nutzen Sie dort zudem den kostenlosen

Bestimmungsservice für Ihre vergessenen Kostbarkeiten.

Und vergessen Sie nichtamGlücksrad zu drehen!

Stempelglanzzum Nennwert

Die Verkaufsstelle für Sammlermünzen präsentiert ihr

Münzprogramm 2020. Lernen Sie den Künstler der neuen

2-Euro-Gedenkmünze kennen. Und tauschen Sie diverse

Stempelglanz-Ausgaben zum Nennwert; auch hier

solange der Vorrat reicht!

Zwischendurch die bestenPommes Frites

Ein weiteres –nicht nur kulinarisches

–Highlight erwartet Sie am Stand der

Belgischen Münze: Limitiert auf 500

Exemplare ist das Kursmünzenset „Belgische

Spezialitäten“, in diesem Jahr

zum Thema „Belgische Pommes Frites“.

Nur solangeder Vorrat reicht!

Jubiläum: 50 Jahre MDM

Netzagentur:

Paketpreise

zu hoch

Die Bundesnetzagentur hält die

neuen Preise der Deutschen

Post,diePrivatkundenfürPaketezahlen

müssen,für zu hoch.Man wolle in

einem offiziellen Verfahren prüfen,

ob die Post ihrePreisemissbräuchlich

erhöht habe, hieß es von der Bonner

BehördeamMittwochin einerMitteilung.

„Es gibt deutliche Hinweise,

dass die Post einseitig zulasten von

Privatkunden ungerechtfertigte Erhöhungen

der Paketpreise vorgenommenhat“,sagtederPräsidentder

Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

DieRegulierungsbehörde vermutet,

dass die neuenPaketpreise die

tatsächlich anfallendenKosten überschreiten.

Unter Wettbewerbsbedingungen

könnten sie nicht verlangt

werden.

Die Post hatte ihre Preise für Privatkunden

zum Jahreswechsel erhöht.

Bei den unterschiedlichen Arten

von Paketen fiel die Anhebung

verschieden aus. Ein bis zu zwei Kilo

schweres, mittelgroßes Päckchen

zum Beispiel kostet inder Filiale für

den Inlandsversand nun 4,79 Euro,

zuvorwarenes4,50Euro. DerVersand

eines Zehn-Kilo-Pakets verteuerte

sich um einen Euro auf 10,49 Euro.Im

Schnitt stiegen die Preise um 3Prozent.

Vonder Post hieß es am Mittwoch

lediglich, die Preise sollten bis

zum Abschluss des Verfahrens unverändertbleiben.Darüber

hinauswolle

man sich zu einem laufenden Verfahrennicht

äußern. (dpa)

Für internationale Münzprägestätten, Münzenhändler und Auktionshäuser ist die World Money Fair traditionell der

Termin des Jahres.Für Sie als Sammler oder Anleger bietet die 49. Messe die Gelegenheit,sich angesichts der weiter

anziehenden Edelmetallpreise umfassend zu informieren,Anbieter zu vergleichen und gute Entscheidungen zu treffen!

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Berliner Zeitung

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8 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Meinung

Gedenkstunde

ZITAT

Wasuns

alle angeht

Steven Geyer

sieht die Erinnerung an den

Holocaust als Zukunftsaufgabe.

Gedenken hat oft mehr mit der Gegenwart

zutun als mit der Vergangenheit.

Das gilt gerade für das Gedenken an

die deutschen Verbrechen der NS-Zeit.

Auch der heutige Konsens der Demokraten

in diesem Land, wonach die Bundesrepublik

auf der Mahnung „Nie wieder

Auschwitz“ fußt, musste erst errungen, ja:

erkämpft werden. Im Umkehrschluss gilt:

Wiedie Deutschen des Holocausts gedenken,

ist nicht für alle Zeit entschieden.Wer

sagt, dass künftige Mehrheiten die Gedenkstunde

im Bundestag, wie sie gestern

stattfand, nicht wieder abschaffen? Und

was hieße das?

Solche Fragen müssen wir uns stellen,

wenn sich ins Gedenken in diesem Jahr

neue Töne mischen:Wenn Anhänger einer

Bundestagspartei fragen, wann der

„Schuldkult“ ende. Wenn „bürgerliche“

Politiker selbst am Gedenktag die deutsche

Schuld ins Verhältnis zum muslimischen

Antisemitismus setzen. Und wenn Bundespräsident

Steinmeier in Israel wie im

Bundestag einräumen muss: DieSelbstgewissheit

war trügerisch, dass die Deutschen

ein für alle Mal verstanden hätten.

Wirmüssen uns sorgen, ob die Demokratie

auch in Krisenzeiten eine Tyrannei der

Mehrheit wirklich verhindernkann.

Die Antworten der Demokraten sind

unterschiedlich. Das zeigte sich auch, als

Israels Präsident Rivlin die Bundestagsgedenkstunde

für tagesaktuelle Bemerkungen

zum umstrittenen Nahost-Plan der

USA nutzte.Verständlich ist das: Ein jüdischer

Staat muss seinerseits aus dem Holocaust

folgern, seine existenzielle Bedrohung

ernst zu nehmen. DasWunder dieses

Tages aber überflügelt die Tagespolitik: Es

besteht darin, dass Israel Deutschland als

Partner,Mitstreiter und Freund sieht. Auch

das dürfen wir nicht verspielen.

Bargeld

Cent-Münzen

braucht keiner

TimSzent-Ivanyi

findet es gut, dass unsere Geldbeutel

leichter werden.

Man muss nur die Stellungnahme des

Einzelhandelsverbandes lesen, um

Ursula von der Leyen zu ihrem Vorhaben

zu beglückwünschen, die Ein- und Zwei-

Cent-Münzen abzuschaffen. Der Handel,

so der Verband, arbeite nach den Prinzipien

der „Preiswahrheit und Preisklarheit“

und brauche die kleinen Cent-Münzen

als „Instrument der Preisdifferenzierung“

auch in den „Zwischenlagen zwischen

0und 5Cent“. Wiedas in der Praxis

aussieht, weiß jeder Konsument: EinPreis

von 1,99 Euro soll uns zum Kaufen animieren,

weil das Produkt deutlich billiger

wirkt ist als eineWare für 2,00 Euro.Das ist

ein psychologischer Trick, auf den wir alle

tagtäglich hereinfallen.

Die Abschaffung der kleinen Cent-

Münzen kann diesen Unsinn zumindest

eindämmen. Für die Kunden dürfte das

unterm Strich auch nicht teurer werden.

Zwar wird dann sicherlich der eine oder

andere Preis auf glatte Beträge aufgerundet.

Wo ein hoher Wettbewerbsdruck

herrscht, und das ist gerade im Lebensmittelhandel

der Fall, dürfte aber oftmals

auf die nächste Fünfer-Endung abgerundet

werden. Diese Preise sind ehrlicher.

Die von der EU-Kommission geplante

Bereinigung der Portemonnaies hat aber

noch einen weiterenVorteil: Sienimmt jenen

den Wind aus den Segeln, die gleich

das gesamte Bargeld abschaffen wollen.

DieBefürworter argumentieren unter anderem

mit den hohen Kosten, die Bargeld

verursacht. Bei den kleinen Münzen besteht

tatsächlich ein krasses Missverhältnis

zwischen Nutzen und Kosten, weil

schon die Materialkosten den Wert übersteigen.

Das ist ökonomischer Unsinn.

Die Abschaffung der kleinen Münzen

macht das Bargeld so wieder attraktiver.

Schaukelt sich da washoch?

Michael Müller macht sich um

die SPD verdient. Und umdie

Stadt. Weil er geht.

Weil er nicht mehr Landesvorsitzender

einer Partei sein will, die in Berlin

einst groß war und unter ihm –aber nicht

nur wegen ihm –immer kleiner und unbedeutender

wurde. Und weil damit zu rechnen

ist, dass er auch nicht mehr als Regierender

Bürgermeister kandidieren will.

Michael Müller hat sich selbst einen Stoß

und damit einen wichtigen Anstoß gegeben.

Das verdient Anerkennung. Das Richtige zu

tun, war sicherlich schwer für ihn. Aber er

hat es getan. Respekt.

Zumersten Malseit langem ist nun die politische

Situation in Berlin wieder offen. Nicht

nur wegen Franziska Giffey, die Müller als

SPD-Chefin folgen soll. Aber vorallem wegen

ihr. Giffey war zwar schon stärker als sie es

heute ist, vordem Ärger um ihreDoktorarbeit

und den Vorwürfen gegen ihren Mann –aber

in Wahrheit ist sie trotz alledem noch immer

eine große Chance für die Berliner SPD.

Warum? Weil sie populär und pragmatischer

zugleich ist als Müller. Und weil sie gegenüber

den Mitregierenden ihrer schrumpfenden

SPD,den Grünen und vorallem den Linken,

deutlich mehr Profil zeigen wird, als

Müller das getan hat.

Der Stadt kann das nur gut tun, wenn die

SPD mit Giffey wieder mehr in die Mitte rückt

und nicht mehr für eine regulatorische Politik

in allen nur erdenklichen Lebensbereichen

steht. Grüne und Linke werden spüren, dass

die SPD mit Giffey an der Spitze wieder eine

andere Konkurrenz für sie sein wird. Ob das

mit Raed Saleh als zweiter Person an der Berliner

SPD-Spitze gelingen wird, einem doch

eher traditionellen Berliner Politik-Mann, das

ist eine andere Frage. Immerhin aber hat Sa-

Manche Dinge alternschnell. Ichahne es

nicht, weil sich bestimmte Gegenstände

äußerlich nicht verändern–plötzlich

sind sie nicht mehr zu gebrauchen. Natürlich

achte ich auf Verfallsdaten: Lebensmittel

kommen nach einem aufgedrucktem Datum

weg. Kartoffeln, wenn die Sprossen länger als

einen Zentimeter sind. Obst und Gemüse,

wenn es matscht, hartwirdoder fleckig. Aber

was ist mit neuer Technik?

Ich rede nicht von vernetzten Kühlschränken,

sprachgesteuerten Assistenzsystemen

oder von der Wohnungslüftung per

App. Radarsensoren können den Klositz der

Höhe eines Platznehmenden anpassen, an

etwas erinnern, die Beleuchtung regeln,

Alarmauslösen, den Energieverbrauch optimieren.

Moderne Menschen wohnen so.

Ich nicht. Ich wollte mich nur in einem

kleinen Bereich, den ich auch für meine Arbeit

brauche, dem Fortschritt nicht verweigern.

Deshalb habe ich mir einen neuen

Fernseher, einen neuen Computer und einen

neuen Drucker gekauft. Das alles kostet

heutzutage weniger,als ich gedacht hatte.

Freunde, Bekannte und Werbespots hatten

zum Smart-TVgeraten –das sind Fernseher

mit Computer-Zusatzfunktionen wie Internet.

Für mein neues Gerät stand in einer

Kundenbewertung: „Auspacken, Aufstellen,

menügeführte Einrichtung ... läuft! Kinderleichte

Einrichtung der Empfangsparameter

sowie Netzanbindung und Pereferiegeräte

wie zum Beispiel Soundbar.Elegante Features

wie Streaming. Wertige Verarbeitung und ele-

SPD

Berliner

Bewegung

Jochen Arntz

sieht, dass der Rückzug Michael Müllers die Erstarrung in der

Landespolitik auflöst.

lehs Unterstützung für Giffey den Rückzug

Müllers erst möglich gemacht. Unddamit die

Tür geöffnet für etwas Neues.

Der politische Wettbewerb um die Regierungshoheit

im Senat, der zuletzt vor allem

zwischen Linken und Grünen ausgetragen

wurde, könnte mit einer SPD, die sich nicht

mehr selbst aufgibt, endlich wieder spannend

werden. Vielleicht wird inder Landespolitik

dann sogar wieder über mehr geredet als den

Mietendeckel. Berlin hätte es verdient.

Doch dazu bedarfesmehrals der Ankündigung

eines Rückzuges.Für seine Entscheidungender

kommenden Wochen, sollte Michael

Müller genau analysieren, wie sich die

Bundeskanzlerin in den vergangenen Monaten

verhalten hat.

KOLUMNE

Schwierigkeiten

beim

Kennenlernen

Regine Sylvester

Autorin

ganter Standfuß. Kauf nicht bereut.“ Peripherie

hatte der Kunde falsch geschrieben, und

ganz so einfach war es dann doch nicht.

Glücklicherweise habe ich einen technisch

begabten Schwiegersohn. Er hatte

mich schon beim Kauf begleitet. In meiner

Wohnung folgte er gleich dem „Quick Setup

Guide“, steckte dann mehrere Stunden Kabel

rein und um und telefonierte zwischendurch.

Er ging als Held.

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Angela Merkel hat den Parteivorsitz der

CDU aufgegeben, hat gesagt, dass sie nicht

mehr für die Kanzlerkandidatur zur Verfügung

stehe.Auch für Müller wirddas einModell

gewesen sein, von der Macht zu lassen.

Aber dann sollte er sich auch sehr genau ansehen,

was Angela Merkel nicht gemacht hat,

und was das für Folgen hat. Merkel hat zwar

alle Rückzugsoptionen aufgeboten: Parteivorsitz

weg, Kanzlerkandidatur weg. Aber sie

istKanzlerin geblieben, schleppt sich in einer

ungeliebten Koalition der nächsten Bundestagswahl

entgegen. Sieschwächt so alle möglichen

Nachfolgerinnen undNachfolger.

DieWahl zum Bundestag und zum Berliner

Abgeordnetenhaus stehen beide erst im

nächsten Herbst an. So wie es aussieht, hat

sich Angela Merkel entschlossen, diese Zeit

im Kanzleramt auszusitzen. Michael Müller

muss klüger sein als sie, die Möglichkeit hat

er jetzt. Er könnte eine zweite wichtige und

richtige Entscheidung treffen, undsich noch

einmal Anerkennung dafür verdienen.

Anders als Merkel sollteerseiner Nachfolgerin

an der Parteispitze schon bald ermöglichen,

auch Regierungsverantwortung zu tragen.

Franziska Giffey sollte jetzt schon die

Möglichkeit haben, Regierende Bürgermeisterin

zu werden. Leicht wird das nicht, weil

Grüne und Linke nicht einfach zustimmen

werden, und Neuwahlen auch für Franziska

Giffey ein Risiko sind. Aber in dieStadt käme

diepolitische Bewegung, dieeigentlich auch

demKanzleramtgut täte.

Und es wäre doch ein selbstbewusstes

Zeichen aus Berlin, wenn die Landespolitik

der Bundespolitik mal zeigen würde, wie

man Veränderung verantwortlich organisiert.

So würde Michael Müller am Ende

mehr Stärke als Angela Merkel zeigen. Was

füreine Überraschung.

Hilfe beim Computer hatte meine Tochter

angeboten. Der Beweis ihrer Fähigkeiten ist

dieser Text –den habe ich auf dem neuen Gerät

geschrieben. Aufdem neuen Drucker ausdrucken

konnte ich ihn noch nicht, weil sich

die beiden Geräte „jetzt kennen“, wie meine

Tochter sagte,aber„dasWLAN nicht teilen“.

Deralte Computer,gekauft vorsechs Jahren,

hatte das Betriebssystem Yosemite, es

entspricht in der analogen Welt offenbar der

Keilschrift und kann nicht mehr aufgerüstet

werden.Der alte Drucker musste weg, weil er

keinerlei Beziehung mit dem neuen Computerbetriebssystem

Catalina eingehen wollte.

Während meine Tochter Fachliches las

und Tasten probierte, wollte ich mit meiner

Enkelin imSmart-Fernseher einen Kinderfilm

ansehen – auf Netflix. Aber der Film

brach immer wieder ab, weil wohl, sagt

meine Tochter, mein Internet für TV und

Computer zusammen „zu schwach“ sei.

Da wollte ich mit dem Enkelkind Karten

spielen. Ich weiß, dass Erwachsene bei Memory

gegenKinder nicht gewinnen können.

Die Kleinen haben im Kopf noch Speicherplätze

frei, die unsereiner längst durch Wissen

und Nachdenken besetzt hält. In unserem

Fall wurde das deutlich. Das Kind hatte

bald dreizehn Pärchen, ich keines. „Du

merkst dir wohl gar nichts mehr“, sagte die

Vierjährige. Das ist übertrieben, aber die

Richtung stimmt.

RegineSylvesterliest am 1.April2020aus ihrenKolumnen.

Pfefferberg Theater,20Uhr

„Ihr werdet nicht mehr als

Koalitionspartner

gebraucht, wenn sich

dieses Grabenwahlrecht

der CDU/CSU durchsetzt.

Dann hat die Union die

absolute Mehrheit.“

Britta Haßelmann, Grünen-Politikerin, adressierte

ihre Bundestagsrede zur Wahlreform andie SPD.

AUSLESE

Besonnener Umgang

mit dem Coronavirus

InDeutschland haben sich bislang vier

Menschen mit dem neuartigen Coronavirus

infiziert, weltweit sind mehr als

6000 Patienten registriert. VorPanik aber

wird gewarnt, die Kommentatoren loben

das Vorgehen hierzulande. Die Süddeutsche

Zeitung schreibt: „Mit wachsendem

Wissen werden die Maßnahmen angepasst.

Selbst unvollständige Kenntnisse

über den Erreger erlauben es, dem Virus

zu trotzen.“ Auch die Stuttgarter Zeitung

ist der Ansicht, dass sich die Herausforderung

dank der „rasanten medizinischen

Fortschritte“ meistern lasse: „Schnelle

Analysemethoden erlauben eine rasche

Diagnose, inüberschaubarer Zeit entwickelte

Impfstoffe können viele Menschenleben

retten, Reisebeschränkungen

und andereSchutzmaßnahmen dämmen

die Gefahr ein.“

Die Pariser Tageszeitung Le Monde

wirft dann aber noch einen kritischen

Blick auf Peking. Die vergangenen Wochen

hätten zahlreiche Fehler offenbart:

„Die untergeordneten Behörden begreifen

das Ausmaß der Erkrankungen zu

langsam, es mangelt an Transparenz, und

die überlasteten Krankenhäuser bekommen

keine Hilfe vonder Hierarchie.Stattdessen

hat sich eine bürokratische Maschine

in Gang gesetzt, um Informationen

zu zensieren und die ,Stabilität‘ Chinas zu

betonen. Für die Chinesen stellt sich in

der Krise des Coronavirus wie schon bei

Sars die Frage, obsie den Herrschenden

vertrauenkönnen.“ Theresa Dräbing

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

Herausgeber: Dr.Michael Maier.

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Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 – S eite 9

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Berlin

Großer Auftritt: Am

Donnerstag sind zum

ersten Mal die Pandas

zu sehen. Seite 13

Elend im Verborgenen: Freiwillige Helfer zählen Obdachlose Seite 11

Verkehrschaos in Treptow: Anwohner fürchten Folgen des Autobahnbaus Seite 12

Stadtbild

Verwirrt im

Taxi 2.0

Ruth Herzberg

versucht einfach nur schnell

ins Theater zu kommen.

Neulich wollte ich nach Mitte, ins

Deutsche Theater.Ich war etwas

spät dran und hatte es eilig. Ich bestellte

mir einen Wagen per App, da

sind die Preise günstiger und ich

wollte nicht telefonieren. Laut App

hatte ich noch zwei Minuten Zeit und

ich rotierte durch die Wohnung, um

Schlüssel, Brille, Portemonnaie, Jacke,Mützeund

Schal einzusammeln.

Umso mehr stresste es mich, dass

mein Handy klingelte.Eswar der Fahrer

des Wagens. Ermeinte, erwürde

einen Kunden zum Maxim Gorki

Theater fahren und dass er mich mitnehmen

würde. Erwollte nicht glauben,

dass es da einen Unterschied

gab, wahrscheinlich dachte er: „Sie

will zum Theater, ich bring sie zum

Theater,woist das Problem?“

Ich konnte ihm den Unterschied

nur anhand der verschiedenen

Adressen begreiflich machen, also

daran, dass die Schumannstraße

nicht der Festungsgraben sei und er

sagte, dann würde er die Fahrt stornieren.

Also rief ich beim normalen

Taxiruf an und bestellte mir eins,

während ich die Treppen hinabstieg.

DerMann beim Taxiruf sprach nicht

gut deutsch und während ich ihm

meinen Namen und „Schumannstraße“

buchstabierte,war ich schon

unten auf der Straße angelangt, auf

der sich just ein unbesetztes Taxi näherte,

welches ich heranwinkte.

Während ich im Taxi saß, rief mich

der bestellte Taxifunkfahrer an, wo

ich denn sei und ich sagte, dass ich

aufgrund von Eile schon in einem

anderen Taxi sitzen würde und entschuldigte

mich. Im Theater hatte

ich noch etwas Zeit bis zum Beginn

derVorstellung und die wollte ich genießen,

aber da rief mich jemand

vonder Taxiapp an und sagte,dass er

vor meinem Haus auf mich warten

würde und wo ich denn sei? Ich

meinte, damüsse ein Irrtum vorliegen

und dass sein Kollege doch die

Fahrt storniert hatte. Hat er nicht,

sagte der Mann und dann war mein

Akku leer. Ich versuchte den Gedanken

daran zu verdrängen, ob mir die

App wegen der stornierten, oder

auch nicht stornierten Fahrt Geld

abbuchen würde und während ich

durch Parfümwolken und die labyrinthischen,

festlich erleuchteten

Theaterfoyers zu meinem Platz im

Zuschauersaal wandelte,begann ich

im Geiste Beschwerdemails an den

Kundenservice der Appzuformulieren.

Oder vielleicht sollte ich doch

lieber anrufen? Aber ich telefoniere

doch so ungern. Dann wurde es dunkel

und das Stück wurde gespielt.

Danach bin ich mit der Straßenbahn

nach Hause gefahren.

Taxis kann man in Berlin auf verschiedene

Arten bestellen.

IMAGO IMAGES

Julia Werner-Schwarz trauertumihren kleinen Sohn Constantin. Und sie fordert, dass alle Lkw soforteinen Abbiegeassistenten bekommen.

Schicksalsbrief für Brüssel

Julia Werner-Schwarz verlor ihren Sohn bei einem Lkw-Unfall. Nun macht die Mutter Druck auf die Politik

VonKatrin Bischoff

Eine halbe Stunde. So viel

Zeit hat Julia Werner-

Schwarz eingeräumt bekommen

von Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer

(CSU). Sie sagt, sie habe den Termin

sehr schnell erhalten. Ungewöhnlich

schnell. Und alles sei sehr pietätvoll

vonstatten gegangen: die Einladung,

das Treffen. Dafür sei sie Scheuer

dankbar. Aber sie sei auch nicht mit

riesigen Erwartungen in das Treffen

gegangen.

Wassagt man in 30 Minuten? Redet

man als Mutter über Constantin,

den kleinen Sohn, den Jungen, der

nicht mehr lebt? Weil er von einem

Lkw ohne Abbiegeassistenten überrollt

wurde. „Constantin war das

Thema. Um ihn geht es schließlich.

Aber auch darum, anderen Familien

ein solches Schicksal, wie wir es erleiden

mussten, zu ersparen“, sagt

Julia Werner-Schwarz amDienstagnachmittag,

kurz nach dem Treffen

mit Scheuer, bei dem keine Journalisten

zugelassen waren.

Constantins Mutter will Druck

machen auf die Politik. Siewill nicht

zu Hause sitzen, trauern und grübeln.

Sie will, dass Politiker endlich

mehr machen für die Sicherheit von

Fahrradfahrern. Dastreibt sie an. Sie

fordert, dass Lkw und Busse ohne

Abbiegeassistent nicht mehr auf den

Straßen fahren dürfen. Sofort. Und

nicht erst ab 2022.

Fahrer hätte Kind sehen müssen

„Herr Scheuer sitzt an oberster

Stelle,wer,wenn nicht er,kann etwas

ändern?“, fragt Julia Werner-

Schwarz. Sie wisse, dass dabei auch

die EU ein Wort mitzureden habe.

Die42-Jährige sitzt nach dem Treffen

in einer Bäckerei und rührt inihrem

Kaffee. Sie sei nach diesem Treffen

noch lange nicht am Ende,sagt sie.

Julia Werner-Schwarz kann über

ihren Jungen reden, ohne sofort in

Tränen auszubrechen. Sie kann dabei

sogar Lachen, weil ihre Erinnerungen

den Sohn wieder ins Jetzt holen

würden, wie sie sagt. „Erist ja immer

bei mir. In meinem Herzen“,

sagt sie. Ihr Mann sei nicht so stark.

Er schaffe es auch nicht, zum Grab

des Sohnes zu gehen.Wohl auch deswegen

hat Julia Werner-Schwarz

Constantins Vater nicht mitgenommen

zum Bundesverkehrsminister.

Das Schicksal ihres Sohnes

machte betroffen. DerSiebenjährige

starb am 13. Juni 2018 in Spandau. Er

war mit dem Fahrrad auf dem Weg

zur Schule. An der Ecke Nauener

Straße/Brunsbütteler Damm zeigte

die Ampel Rot. Constantin hielt an,

ebenso seine Mutter, die mit dem

Fahrrad hinter ihm fuhr. Als das

Licht auf Grün sprang, rief Julia Werner-Schwarz

ihrem Sohn zu: „Fahr

los!“.

Den Lkw, der um die Ecke bog,

sah sie,die Mutter,zuspät. DerFahrer,

so hieß es später im Urteil, hätte

das Kind in den Rückspiegeln seines

Fahrzeugs sehen können, sehen

müssen. Doch er übersah das Kind.

Der Laster rammte das Fahrrad,

ohne dass es der Mann hinter dem

Steuer bemerkte.Constantin stürzte.

Seine Mutter warfihr Fahrrad zur

Seite, sie schrie. Doch es half nichts.

DerLkw fuhr weiter,das rechte Hinterrad

überrollte den Kopf des Jungen.

Das Kind hatte trotz des Helms

keine Chance, esstarb noch am Unfallort–fünf

Tage vorseinem achten

Geburtstag.

Constantins Mutter sagte später,

sie habe diesen Tag wie in

Watte gepackt erlebt, erst zu

Hause brach sie in den Armen ihres

Mannes zusammen. Ohne

Freunde, ohne Verwandte hätten

Constantins Eltern und seine bei-

den Schwestern esnicht geschafft,

den Tod des Sohnes und kleinen

Bruders zu verkraften.

Constantins Elternkämpfen seitdem:

Sie haben erreicht, dass die

Kreuzung, an der ihr Kind starb,

umgebaut wird, damit Fahrradfahrer

nun besser zu sehen sind. Zudem

soll es dort für Radfahrer und

Autofahrer unterschiedliche Ampelschaltungen

geben. Julia Werner-Schwarz

sagt, sie sei dafür an

alle möglichen Politiker in Spandau

herangetreten. Schon damals hörte

sie immer wieder von dem lebensrettenden

Abbiegeassistenten und

dem Kollisionsstopp, der ihrem

„Das, was ich mache, bringt meinen

Sohn nicht wieder. Aber es kann

andere vor einem ähnlichen

Schicksal bewahren.“

Julia Werner-Schwarz, die Mutter des von einem Lkw

überrollten siebenjährigen Constantin

Sohn vermutlich das Leben gerettet

hätte.

Doch es ist nicht so,dass die Politik

nichts tun würde. Dass Scheuer

untätig ist. Dasmuss auch Julia Werner-Schwarzeingestehen.

Kurz nach

dem Tod des Jungen startete der

Bundesverkehrsminister im Juli 2018

die Aktion Abbiegeassistent, für die

es mittlerweile 115 Sicherheitspartner

gibt, darunter die großen Lebensmittel-Ketten.

Sie haben sich

dazu verpflichtet, ihren Fuhrpark

zeitnah mit der lebensrettenden

Technik nachzurüsten. Fördergeld

wurde bereitgestellt.

Das Problem: Das Fahrzeugzulassungsrecht

ist Europarecht. Abbiegeassistenten

können somit nur auf

EU-Ebene gesetzlich vorgeschrieben

werden. Dort, in Brüssel, ist Scheuer

bisher aber offenbar sehr allein, wenn

er bei der EU-Kommission den sofortigen

Einbau vonAbbiegeassistenten

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER

verlangt –der bisher erst für das Jahr

2022 bei neuen Fahrzeugtypen und

erst weiterezweiJahre später für Neuzulassungen

vorgesehen ist.

Scheuer war auch der einzige Verkehrsminister

in Brüssel, der gegen

den späten Einbau derartiger Rettungstechnik

gestimmt hatte.„Er hat

mir versichert, in Brüssel eine Brandrede

für den sofortigen Einbau von

Abbiegeassistenten gehalten zu haben.

Ich glaube ihm“, sagt Julia Werner-Schwarz.

Sie sei mit viel Kampfgeist

in das Gespräch gegangen, aber

auch ein wenig niedergeredet worden.

Siewill aber weitermachen.Weiterkämpfen.

Sie sagt, dass sie sich

schon wundere. Schließlich könne es

doch nicht Aufgabe einer Mutter sein,

der Politik insolch wichtigen Sachen

dieHölle heiß zu machen.

ADFC lobt Engagement

Julia Werner-Schwarzwirdnach dem

Unfalltod ihres Sohnes im März erstmals

wieder arbeiten gehen. Sieist Erzieherin

vonBeruf, kümmertsich um

behinderte Kinder. „Constantins

Mutter ist eine starke Frau. Oftmals

bewirkt das Engagement von einzelnen

Personen, dass sich etwas ändert“,

sagt Susanne Grittner vom Allgemeinen

Deutschen Fahrrad-Club

ADFC. Auch der ADFC plädiere für

den sofortigen Einbau von Abbiegeassistenten.

„Sie können schließlich

Leben retten“ sagt Grittner.

Julia Werner-Schwarz fährt nach

dem Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister

mit einer Aufgabe nach

Hause.Sie wirdeinen Brief schreiben

an die EU-Abgeordneten. Einen Brief,

in dem sie über ihren Sohn und über

das Leid berichten wird, den der Tod

Constantins über ihre Familie

brachte. Andreas Scheuer will diesen

Brief mit nach Brüssel nehmen und

dortverlesen.

Julia Werner-Schwarz sagt, sie

wäre auch gerne selbst nach Brüssel

gereist. Siesieht nicht so aus,als hätte

sie diese Option schon verworfen.

Katrin Bischoff hat großen

Respekt vordem Kampf

einer Mutter.

NACHRICHTEN

Tauentzien ist bundesweit

zweitteuerste Einkaufsmeile

In München müssen Einzelhändler

die höchsten Mieten für Ladenflächen

zahlen. Dasgeht aus einer am

Mittwoch veröffentlichten Studie

des Immobilienspezialisten Jones

Lang LaSalle hervor: In der Kaufingerstraße

und am Marienplatz wurden

demnach im zweiten Halbjahr

2019 bei Neuvermietungen bis zu

360 Euro proQuadratmeter fällig.

Beiden untersuchten ebenerdigen

Objekten mit 100 Quadratmetern

und Fensterfront bedeutet das eine

Monatsmiete von36000 Euro.Auf

Platz zwei lag die Berliner Tauentzienstraße

(330 Euro/Quadratmeter

Spitzenmiete), gefolgt vonder Zeil in

Frankfurt(310), der Düsseldorfer

Königsallee (290) und der Spitalerstraße

in Hamburg(280). (dpa)

Kammergericht muss weiter

mit Provisorien arbeiten

Vier Monate nach der Entdeckung

eines Cyberangriffs kann das Kammergericht

weiter nur provisorisch

arbeiten. Von550 stillgelegten Computernseien

bislang 60 ersetzt worden,

teilte Gerichtspräsident Bernd

Pickel am Mittwoch im Rechtsausschuss

des Abgeordnetenhauses

mit. „Wir haben eine provisorische

Arbeitsstruktur geschaffen.“ Im Februar

sollten 80 bis 90 Prozent der

Mitarbeiter wieder am eigenen Platz

arbeiten können. Justizsenator Dirk

Behrendt (Grüne) sagte mit Bezug

auf ein Gutachten zu dem Trojaner-

Angriff, es müsse davon ausgegangen

werden, dass Daten abgeflossen

seien. Pickel ergänzte,esgebe Experten

zufolge aber keine konkreten Erkenntnisse,dass

Dokumente,Urteile

oder Beschlüsse des Gerichts gestohlen

wurden. (dpa)

Einbrecher stiehlt der

Polizei die Regenmäntel

Am Jüdischen Museum in Kreuzberg

hat ein Unbekannter in der Nacht zu

Donnerstag zwei Postenhäuschen

der Polizei aufgebrochen. Eine Anwohnerin

der Lindenstraße sah gegen

23.35 Uhr,wie ein Mann am Fro-

met-und-Moses-Mendelssohn-

Platz vorder Akademie des Jüdischen

Museums die Scheiben eines

Häuschens einschlug. Daraus entwendete

er drei Regenmäntel mit der

Aufschrift „Polizei“. Polizisten stellten

fest, dass auch ein zweiter Postenstand

vordem Altbau des Jüdischen

Museumsaufgebrochen war.

Ausdiesem fehlten ebenfalls zwei

Polizei-Regenmäntel. DiePostenstände

sind außerhalb der Öffnungszeiten

des Museumsund der Akademie

nicht besetzt. (kop.)

Der Unbekannte schlug die Scheiben des

Wachhäuschens ein.

DPA/PAUL ZINKEN


10 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 10

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Bezirke

Prenzlauer Berg

Kreatives Schreiben

Zu einem Schreibworkshop

mit der bekannten

und beliebten Fantasy-Autorin

Jenny Mai Nuyen lädt

die Bibliothek am Wasserturm

im Kultur- und Bildungszentrum

Sebastian

Haffner, Prenzlauer Allee

227/228, am 3. und 4. Februar,

jeweils von 10bis 12

Uhr, ein. In dem interaktivenWorkshop

werdedie Au-

torin, die selbst im Alter von

13 Jahren mit dem Schreiben

begann, den Jugendlichen

einen Einblick in ihre

Arbeit als Schriftstellerin

und den kreativen Prozess

des Schreibens vermitteln,

teilt das Bezirksamt mit.

Wer Lust hat, kann sich im

Anschluss mit Jenny zu einer

regelmäßigen Schreibwerkstatt

verabreden. (mw.)

Kreuzberg/Neukölln

Hermannplatz der Zukunft

Am4.Februar findet ein

bezirksübergreifendes

Treffen zum Thema„Wie soll

der Hermannplatz der Zukunft

aussehen?“ statt. An

einer Podiumsdiskussion

nehmen unter anderem

Friedrichshain-Kreuzbergs

Stadtrat Florian Schmidt sowie

Neuköllns Stadtrat Jochen

Biedermann (beide

Grüne) teil. Die Veranstal-

tung findet zwischen 19 und

21 Uhr im Refugio Berlin,

Lenaustraße 3–4, statt und

ist öffentlich zugänglich.

Welche Auswirkungen hätte

ein von der Signa-Gruppe

geplanter Neubau des Karstadt-Kaufhauses

auf Anwohner

und Gewerbetreibende

am Hermannplatz?

Dieser und anderen Fragen

wirdnachgegangen. (sara.)

Verzögerte Sanierung

Der alte Beton muss entfernt

werden.

BERLINER BÄDERBETRIEBE

Marzahn

Weil sich die Sanierung

der Schwimmhalle am

Helene-Weigel-Platz verzögert,

wird mit der Neueröffnung

nicht vorEnde 2020 gerechnet.

Ursprünglich sollte

das alte Schwimmbecken mit

einer Edelstahl-Wanne ausgekleidet

werden. Es stellte

sich jedoch heraus, dass der

Bestandsbeton komplett erneuertwerden

muss. (ylla.)

Maerckerweg neu benennen

SPD und Linke setzen sich

für eine Umbenennung

des Maerckerweges ein. Der

Name der Verbindung zwischen

der Belßstraße und

dem Campus Lankwitz der

FU Berlin erinnertanden Kolonialoffizier

GeorgMaercker,

der unter anderem am Völkermord

an den Herero und

Nama beteiligt war. Bei der

Abstimmung im Kulturaus-

Lankwitz

schuss wurde der Antrag mit

einer überwältigenden Mehrheit

angenommen, heißt es

aus der SPD-Fraktion. Die

Hoffnung auf eine schnelle

Umsetzung hat sich jedoch

bei der Sitzung der Bezirksverordneten

in der vergangenen

Woche zerschlagen. CDU

und Grüne stimmten für eine

Rücküberweisung in den

Haushaltsausschuss. (nm.)

Leuchtturmprojekt

Die

Oberflächenwasseraufbereitungsanlange

(OWA) der Berliner Wasserbetriebe

führt seit 1985 dem

Tegeler See jährlich rund 90

Millionen Kubikmeter sauberes

Wasser zu. Damit hat

sie einen großen Anteil

daran, dass der Seeeines der

saubersten Gewässer in Berlin

ist. Vor kurzem ist die

OWA zueinem Leuchtturm-

Tegel

projekt der Vereinten Nationen

erklärt worden. Rund

um die Anlage haben Wildbienen,

Tagfalter und Insekten

auf 7000 Quadratmeternbeste

Lebensbedingungen.

Weil so die Biodiversität

gefördert wird, wurden die

Berliner Wasserbetriebe im

Rahmen der UN-Dekade

Biologische Vielfalt unlängst

ausgezeichnet. (nm.)

Tiere für die Forschung

IMAGO IMAGES/IMAGEBROKER/STEFAN KLEIN

Wissenschaftler haben in Berlin 2018 etwa

222 500 Versuchstiere eingesetzt. Größtenteils

handelte es sich dabei um Mäuse und

Ratten, wie aus Daten des Bundeslandwirtschaftsministerium

hervorgeht. Auch etwa

2000 Hühner, 800 Schweine und 150

Hunde wurden für wissenschaftliche Zwecke

verwendet, unter anderem, um in Studien

zu testen, ob neue Tierarzneimittel

wirken. Seit einiger Zeit versuchen Forscher,

imRahmen der Berlin-Brandenburger

Plattform BB3R Wege zu finden, um

Tierversuche möglichst zu reduzieren oder

zu ersetzen. (dpa, BLZ)

Künstler wehren sich

Die Uferhallen, Uferstraße

8, sollen nach den Plänen

derEigentümer „nachverdichtet“

werden. Damit verbunden

sind Mieterhöhungen, die

viele der dort beheimateten

Künstler nicht stemmen können.

Sie bangen umihre Ateliers.

Deshalb haben sie nun

eine Petition gestartet, mit der

sie um denErhalt des Kulturstandorteskämpfen.

(kr.)

Gesundbrunnen

Den Mieterndroht die Kündigung.

IMAGO IMAGES/TAGESSPIEGEL

Kleinbus für Circus Mondeo

Der

Erlebniszirkus

Mondeo in der Gutschmidtstraße

hat einen

neuen Kleinbus bekommen.

Durch die großzügige

Spende von zwei Privatpersonen

und durch die Beteiligung

des Bezirksamtes

konnte der Zirkus einen

Kleinbus anschaffen, mit

dem künftig Kinder von

und zu Einrichtungen ge-

Neukölln

bracht werden können.

Bislang reisen Kinder und

Jugendliche aus Tageseinrichtungen

oder Unterkünften

mit dem öffentlichen

Nahverkehr an, begleitet

durch sozialpädagogisches

Fachpersonal. Mit

dem gespendeten Kleinbus

werden deshalb insbesondere

Personalkapazitäten in

Einrichtungen frei. (sara.)

Mittagskonzert Nunschon

zum zweiten Malbekommt

die KulturMarktHalle am 3.

Februar um 13 UhrBesuch

vom„Operndolmus“. Dies ist

ein Kleinbus,voll besetzt mit

Sängernund Musikernder Komischen

Oper.Das Team „Selam

Opera!“ bringt ein neues

szenisch-musikalisches Programm

zu Gehör.Der Eintritt

ist frei!

TERMINE

Mitsingen „Schalala –das Mitsingding“

ist ein Abend zum

fröhlichen gemeinsamen Singen

vonGassenhauernund

Hits.Schönsänger,Gernsänger

und Chorknaben sind am

3. Februar,ab20Uhr,herzlich

in die Ufa-Fabrik in Tempelhof,

Viktoriastraße 10–18, eingeladen.

DieTexte werden gut lesbar

an die Wand projiziert.

www.ufafabrik.de

Perlen Parallel zur Sammlungspräsentation

des Münzkabinetts

ist bis zum 19. Aprildie

temporäreSchau „Perlentausch:

Wissen, Welten, Werte“

im Bode-Museum zu sehen.

Anhand vonvier ausgewählten

Objekten des Ethnologischen

Museums wirddie Bedeutung

vonGlasperlen als kulturenübergreifendes

Tauschmittel

veranschaulicht.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Pflanzen in den Pallasgärten

Schöneberg

Wer noch eine Möglichkeit

zum Gärtnern

sucht, ist bei den Pallasgärten

genau richtig, sucht der

Verein doch derzeit wieder

neue Hobbygärtner. Das interkulturelle

Projekt befindet

sich im Lilli-Flora-Park

gleich neben dem Pallasseum

und besteht aus den

„Interkulturellen Gärten der

Künste“ und dem „Pallas-

seum-Gemeinschaftsgarten“,

einer mittlerweile

prächtig sprießenden Oase

im Schöneberger Norden.

Zur gemeinsamen Absprache

und zum gemütlichen

Beisammensein treffen sich

die Pallasgärtner regelmäßig

am ersten Sonntag im Monat.

Genaue Infos zum Projekt

gibt es im Netz. (sara.)

schoeneberger-norden.de

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Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 11 *

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Freiwillige Helfer bei der „Nacht der Solidarität“.

Nächtliche Erfassung

3700 Freiwillige zählen Obdachlose. Das Ergebnis soll nächste Woche vorliegen

VonMargarethe Gallersdörfer

In der Nacht zum Donnerstag

sind 3700 Freiwillige ausgeschwärmt,

um im ganzen

Stadtgebiet Obdachlose zu

zählen. Die Aktion, vom Senat

„Nacht der Solidarität“ genannt, soll

dabei helfen, eine klaffende Wissenslücke

zu schließen: Über die

Zahl der Obdachlosen in der Stadt

gibt es bislang lediglich Schätzungen.

Und die schwanken stark: von

6000 über 10 000 bis zu 20 000.

„Es geht darum, besser helfen zu

können“, sagte der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD)

zum Auftakt am Mittwochabend im

neuen Zentrum am Zoo der Stadtmission.

DieFreiwilligen hatten auch

die Aufgabe, die obdachlosen Menschen

zu befragen: nach Alter, Dauer

der Obdachlosigkeit, ob sie aus

Deutschland, dem EU-Ausland oder

Drittstaaten stammen und nach ihrem

Familienstand. „Wir brauchen

diese Erkenntnisse, um besser und

individueller reagieren zu können“,

sagte Müller.

Auch die Senatorin für Soziales

Elke Breitenbach (Die Linke), deren

Verwaltung die Aktion organisiert

hatte,betonte,die Zählung sei nur ein

Baustein in einer Reihe vonMaßnahmen,

die man gegen Obdachlosigkeit

umsetzen wolle. „Wir erhoffen uns

mehr Klarheit: Welche Menschen leben

wo, welche Sprachen sprechen

sie und welche Unterstützung benötigen

sie.“ Breitenbach lobte den großen

Zuspruch der Aktion: „Die vielen

Berlin im Finale der IAA-Bewerbung

Die Automesse könnte als internationale Mobilitätsplattform zurück an die Spree kommen

VonJochen Knoblach

ImRennen um die nächste Internationale

Automobil-Ausstellung

(IAA) hat Berlin die erste Hürde genommen.

Mit Hamburg und München

gehörtBerlin zu den Finalisten.

Eine endgültige Entscheidung will

der Verband der Automobilindustrie

(VDA) in den nächsten Wochen treffen.

Damit sind Stuttgart, Köln, Hannover

und auch Frankfurt amMain,

wo die IAA seit 1951 stattfand, raus.

Ende vergangener Woche hatten

sich die sieben Städte in der VDA-

Zentrale am August-Bebel-Platz für

die Austragung der IAA 2021 beworben

und ihre Konzepte präsentiert.

Am Mittwoch legte sich der 19-köpfige

Vorstand des Verbandes dann auf

die Finalisten fest. In einer Erklärung

heißt es, der VDA-Vorstand habe die

Entscheidung getroffen, mit den

„Auswerten

können wir übermorgen,

aber den

Wegsollten wir

gehen.“

Elke Breitenbach Senatorin

für Soziales

Freiwilligen machen deutlich: Es gibt

ein solidarisches Berlin. DieObdachlosen

gehören zu unserer Stadt. Sie

sind ein Teil vonuns,und sie sind uns

willkommen.“ Breitenbach kündigte

an, die Zählungen, die nur eine Momentaufnahme

der Situation auf der

Straße bieten können, auch wiederholen

zu wollen. Die erhobenen Daten

solltenTeil einerWohnungslosen-

Notfallstatistik werden.

Susanne Gerull, Armutsforscherin

und Professorin an der Alice-Salomon-Hochschule,

verwies auf die

positiven Erfahrungen, die andere

Länder mit solchen Zählungen gemacht

hätten. In Finnland beispielsweise

seien auf deren Grundlage

Strategien gegen Obdachlosigkeit

entwickelt worden. „Das wünsche

ich mir in Berlin auch“, sagte Gerull.

„Aus Daten müssen Taten werden.“

Im Vorfeld hatten Wohnungslose

und linke Aktivisten die „Nacht der

Es soll künftig nicht nur um die Präsentation

von Autos gehen.

IMAGO IMAGES

Städten Berlin, Hamburg und München

weitere Gespräche zu führen

und Vertragsverhandlungen aufzunehmen.

Eine Entscheidung über die

Stadt, in der die nächste IAA stattfinden

wird, sei in den nächstenWochen

zu erwarten.

MARKUS WÄCHTER

Solidarität“ als PR-Spektakel bezeichnet,

das auf Wohnungslose bedrohlich

wirke und sinnlos sei, weil

es keine validen Zahlen erhebe.Breitenbach

betonte am Mittwoch, alle

Daten würden anonymisiert erfasst:

Es werde später nicht mehr nachzuvollziehen

sein, wer wobefragt worden

sei. Auch müssten Obdachlose

nicht befürchten, dass ihre Schlafplätze

erfasst und in der Folge womöglich

geräumt würden.

Die Freiwilligen versammelten

sich am Mittwoch gegen 19 Uhrin62

Zählbüros zur Koordination. Gezählt

wurde in Dreier- bis Fünferteams

zwischen 22 und 1Uhr. Wichtigste

Regel in der kurzenSchulung vorher:

Respekt vor denjenigen, die gezählt

werden sollten. Das bedeutete: keine

Fotos, kein Betreten von Zelten und

Hütten, leise Stimmen, niemand wird

aufgeweckt oder mit einer Taschenlampe

geblendet. Wer nicht reden

will, muss auch nicht.

Jochen Gollbach, Leiter der Freiwilligenagentur

Marzahn-Hellersdorf,

hatte eine Erklärung für die

große Zahl an Freiwilligen: „Ich

glaube,viele haben hier die Möglichkeit

gesehen, mal ganz konkret helfen

zu können“, sagte er.Die Charlottenburger

Freiwillige Alina Peter hält es

für sinnvoll, mit den Betroffenen

„und nicht mit irgendwem anderen“

über Obdachlosigkeit zu sprechen.

„Ich bin gespannt, was sie zu sagen

haben“, sagte die 21-Jährige vor Beginn

der Zählung. Dieinder Nacht erhobenen

Zahlen sollen am 7. Februar

bekanntgegeben werden.

Aber nicht nur derVeranstaltungsort,

auch das Konzept ist derzeit noch

offen. Dieneue IAA werdesich grundlegend

wandeln, hatte VDA-Chef Marin

Koers angekündigt. Statt nur

Messe solle die IAA eine Mobilitätsplattform

werden, die auch außerhalb

der Messehallen stattfinde.„Für

die austragende Stadt soll sie Impulsgeber

für ein neues Mobilitätskonzept

sein“, sagte Koers.

Es komme darauf an, dass im Endspurtalle

an einem Strang ziehen, um

die IAA in ihre Geburtsstadt zurückzuholen,

sagte Beatrice Kramm, Präsidentin

der IHK Berlin. Tatsächlich

fand 1897 im Berliner Hotel Bristol

die Gründungsveranstaltung des Mitteleuropäischen

Motorwagenvereins

statt. Dieerste Schau mit dem Namen

Automobil-Ausstellung folgte fünf

Jahrespäter in den S-Bahnbögen des

Bahnhofs Friedrichstraße.

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12 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Berlin

Die Autobahn A100 (hier in Wilmersdorf) gehörtzuden am stärksten befahrenen Bundesfernstraßen in Deutschland. In weniger als vier Jahren soll sie über Neukölln hinaus bis nach Treptow führen.

IMAGO IMAGES

Da rollt was auf Treptow zu

Bürger und Politiker befürchten ein Verkehrschaos, wenn die Stadtautobahn künftig mitten in ihrem Stadtteil endet. Der Senat hat eine Idee

VonPeter Neumann

Die Erwartungen sind

düster. „Wir werden ein

Verkehrschaos ohnegleichen

bekommen“, befürchtete

Bernd Kalweit, der an der

Straße Am Treptower Park wohnt.

„Die Wohnviertel werden mit Autos

überschwemmt“, sagte Harald Moritz,

Grünen-Abgeordneter aus Treptow-Köpenick.

Nicht mal vier Jahre

noch, dann wird die Autobahn A100

mitten in Treptow enden –und viele

Tausend Kraftfahrer pro Tag werden

dann versuchen, von dort weiterzukommen.

Doch die Elsenbrücke,die

Verkehr aufnehmen soll, wird bis

2028 eine Baustelle sein. Nun lässt

der Senat prüfen, ob sich das drohende

Chaos abwenden ließe –und

wie das möglich wäre. Eine Idee lautet:

Aufder Autobahn könnten Fahrstreifen

bis 2028 gesperrtwerden.

Er kommt immer näher.Seit 2013

sind Bautrupps dabei, den Stadtring

über die Neuköllner Grenzallee hinaus

in Richtung Treptower Park zu

verlängern. Gebäude mit mehr als

hundert Wohnungen wurden abgerissen,

rund 300 Kleingärten abgeräumt,

zirka 450 größere Bäume gefällt.

Inzwischen haben es die Bauleute

schon ziemlich weit geschafft.

Teuerste Fernstraße im Land

Ausdem Planertraum, die Autobahn

am 22. 2. 2022 zu eröffnen, wirdzwar

nichts mehr werden. Doch inzwischen

gibt es einen neuen Terminplan

für die 3,2 Kilometer lange Neubaustrecke,die

mit geschätzten Kosten

von500 Millionen bis 600 Millionen

Euro Chancen hat, die teuerste

Autobahn Deutschlands zu werden.

Nunsoll der 16. Bauabschnitt der

A100 Ende 2023 ans Netz gehen,

sagte Verkehrs-Staatssekretär Ingmar

Streese (Grüne) bei dem „Kiezgespräch“,

zu dem Harald Moritz

eingeladen hatte.Auch Streese zeigte

sich besorgt, dass sich die Autobahnverlängerung

negativ auswirkt. „Die

Wohngebiete dürfen nicht mit Autos

überflutet werden“, warnte er in der

überfüllten Galerie Kungerkiez.

Seit Jahrzehnten ist absehbar,

dass auf diesen Teil des Berliner Südostens

ein Problem zurollt. Die Verlängerung

der A100, die zu den am

stärksten befahrenen Bundesfernstraßen

Deutschlands zählt, ist kein

neues Vorhaben. Die Planer wollten

die Verbindungen in den Osten Berlins

verbessern. Sie sehen den 16.

Abschnitt nach Treptow imZusammenhang

mit dem 17. Abschnitt, der

weiter bis zur Frankfurter Allee und

zur StorkowerStraße führen soll. Die

Fortsetzung der Ringautobahn nach

Lichtenbergsoll Strecken verkürzen,

die östliche Innenstadt sowie Wohnviertel

entlasten –sodie Theorie.

Doch für den 17. Bauabschnitt,

der über die Spree und unter dem

Ostkreuz hinweg nach Norden führensoll,

gibt es noch keine detaillierten

Pläne –geschweige denn einen

Planfeststellungsbeschluss,mit dem

das bisher auf rund 531 Millionen

Euro taxierte Großprojekt genehmigt

würde.Die rot-rot-grüne Koalition

lehnt das Bundesvorhaben ab.

Damit ist klar,dass die neue Autobahn

auf Jahre hinaus an der Straße

Am Treptower Park enden wird. Moritz

schilderte die Folgen anhand offizieller

Prognosen: „Auf der Elsenstraße

wird der Verkehr von 37700

auf 68 400 Kraftfahrzeuge pro Tag

anwachsen. Aufder Elsenbrücke,wo

bislang täglich 51 400 Fahrzeuge gezählt

wurden, sollen es 74 300 sein.“

Zwar soll ein kurzer Abschnitt der

Die neue Autobahn

im Osten der Stadt

Frankfurter Allee

17. Bauabschnitt

der A100

TREPTOW

Elsenstr.

Storkower Str.

FRIEDRICHSHAIN

Autobahn mit drei Fahrstreifen

pro Richtung,imNorden Stadtstraße.

Ein Baubeginn ist nicht absehbar,

Rot-Rot-Grün lehnt das Projekt ab,

der Bund hält daran fest

Östliche Hälfte seit August 2018

wegen eines Betonschadens

gesperrt.Abriss und Neubau

geplant für den Zeitraum 2020

bis Ende 2028

16. Bauabschnitt

der A100

Autobahn mit drei Fahrstreifen

pro Richtung.

In Bau. Eröffnung

angekündigt für Ende

2023

Elsenbrücke

Anschlussstelle

Frankfurter Allee

Kynaststr.

Am TreptowerPark

Alt-Stralau

Anschlussstelle

Am Treptower Park

Treptower

Park

Anschlussstelle

Storkower Straße

Gürtelstr.

Spree

Puschkinallee

Hauptstr.

Rummelsburger See

LICHTENBERG

Doppelstocktunnel

Anschlussstelle

Ostkreuz

200 m

BLZ/HECHER; QUELLE: SENAT

Straße Am TreptowerParkauf insgesamt

neun Fahrstreifen verbreitert

werden. Doch an der Kreuzung mit

der Elsenstraße könnte es täglich

zum Verkehrskollaps kommen.

So steht esineinem Gutachten,

das der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg

beim Ingenieurbüro Durth

Roos in Auftrag gegeben hatte.Zuerwarten

sei auch, dass ein weiterer

Knotenpunkt kollabiert und sich

Verkehr in benachbarte Stadtteile

verlagert. „Wie das funktionieren

soll, ist mir ein Rätsel“, sagte Moritz,

der übrigens den Beruf des Kraftfahrzeugmechanikers

erlernt hat –

aber kein Fandes Autoverkehrs ist.

NurdreiFahrspuren auf der Brücke

Inzwischen ist ein weiterer Chaosfaktor

hinzugekommen. Vor neun

Jahren konnten die Gutachter noch

nicht wissen, dass in der Elsenbrücke

einmal ein fast 25 Meter langer

und 1,8 Millimeter breiter Riss aufplatzen

wird. Seit August 2018 dürfen

nur noch Fußgänger und Radfahrer

den östlichen Teil der Spreequerung

passieren. Der Autoverkehr

wird seitdem auf dem westlichen

Überbau konzentriert, auf derzeit

noch zwei Fahrspuren proRichtung.

Fest steht, dass dieElsenbrücke in

Etappen abgerissen und an derselben

Stelle in derselben Breite neu gebaut

wird –was 50Millionen Euro

kosten und bis 2028 dauernsoll. Das

neue Bauwerk wird für den Einbau

einer Straßenbahntrasse vorbereitet.

Klar ist, dass dort von diesem

Frühjahr an noch weniger Kapazität

zur Verfügung stehen wird, denn wie

berichtet soll die Leistungsfähigkeit

weiter eingeschränkt werden. Weil

auf dem westlichen Überbau mehr

Platz für Radfahrer und Fußgänger

geschaffen soll, gibt es in einer Rich-

tung statt zwei nur noch einen Fahrstreifen

– voraussichtlich stadteinwärts.

Auch die Behelfsbrücke, die

den östlichen Überbau zeitweise ersetzen

soll, werdeinsgesamt nur drei

Fahrspuren haben, sagte Streese.

Wieließe sich das Chaos rund um

die A100 zumindest begrenzen? Dafür

habe der Senat noch kein Rezept,

doch er hole sich professionellen Rat,

kündigte der Grünen-Politiker an.

„Wir brauchen ein neues Verkehrsgutachten

für diesen Bereich und

sind gerade dabei, es zu konzipieren.

Der Auftrag soll bald ausgeschrieben

werden.“ Eine Option,über die dann

aber noch mit dem Bund zu sprechen

wäre, sei die Drosselung des Verkehrs

aufder neuen Autobahn –und deren

Verschmälerung auf einen Fahrstreifen

proRichtung, bis die neue Elsenbrücke

steht. DasGutachten soll 2021

fertig sein. Dann ließe sich absehen,

was zu tun ist.

„Es wird furchtbar“, sagte Sven

Heinemann, SPD-Abgeordneter aus

Friedrichshain. Er frage sich, wie ein

Verkehrskonzept aussehen könnte.

Von dem drohenden Verkehrskollaps

könnte der Bund profitieren, befürchtete

er: Gut möglich, dass der

Druck wachse, die Autobahn nun

doch nach Friedrichshain und Lichtenberg

weiterzuführen. Dann aber

dürfte der Senat den östlichen Teil

der Elsenbrücke nicht wie geplant

neu bauen, sagte Harald Moritz.Der

Überbau wäredem 17. Bauabschnitt

im Weg. Er ist gespannt, wie die Diskussion

mit der künftigen Autobahn

GmbH desBundes verlaufen wird.

Peter Neumann

teilt die Befürchtungen der

Anwohner.

Aufgeheizte Stimmung

Eine Räumungsklage gegen die „Liebig 34“, der bevorstehende Polizeikongress und der Todesschuss eines Beamten befeuern die Aggressivität der linksextremen Szene

VonAndreas Kopietz

In der linksradikalen Szene der

Stadt brodelt es derzeit. Kaum ein

Tagvergeht ohne Farbanschläge und

Aufrufe zur Gewalt. Mehrere Ereignisse

bilden eine brisante Mischung:

die drohende Räumung eines linken

Wohnprojektes, der Europäische Polizeikongress

und der Todeiner 33-

jährigen Frau, die von einem Beamten

erschossen wurde.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen

wirdandiesem Donnerstag

am Landgericht über eine Räumungsklage

gegen das linke Wohnprojekt

„Liebig 34“ in Friedrichshain

verhandelt. Wegen befürchteter Tumulte

wurde die Verhandlung vom

Dienstgebäude am Tegeler Weg ins

Kriminalgericht an der Turmstraße in

Moabit verlegt. In der Szene wird zu

einer Kundgebung in der Turmstraße

aufgerufen. Sie wurde bei der Polizei

für die Zeit von7.30bis 23.55 Uhrangemeldet.

Erwartet werden etwa 300

Teilnehmer. Bereits am Mittwoch

stellte die Polizei in dem Bereich Absperrgitter

bereit und erließ für Donnerstag

Parkverbote.

Zuständiger Richter bedroht

Der Mietvertrag, den der Hausbesitzer

mit den Bewohnerinnen des

„anarcha-queer-feministischen Kollektivs“

abgeschlossen hat, ist Ende

2018 ausgelaufen. Der Eigentümer

will die Bewohnerinnen raushaben.

Dagegen laufen Sympathisanten seit

Monaten Sturm. Schon im November

hatten Vermummte das Wohnhaus

und Autos der ImmobilienverwalterininKarlshorst

beschädigt und stinkende

Buttersäure verkippt. Im De-

Das Wohnprojekt „Liebig 34“. FLORIAN BOILLOT

Kongresses zerstörten Linksextreme

am 15. Januar das Betreuungsfahrzeug

der Gewerkschaft der Polizei.

Am Freitagabend soll es eine Demo

gegen den Kongress geben. Unter

demMotto„Den Polizeikongress entsichern“

sollte sie eigentlich über die

Karl-Marx- und die Skalitzer Straße

zum Schlesischen Torziehen. Dass

sie jetzt nach Friedrichshain verlegt

wurde, liegt an einem tödlichen Vorfall,

der sich dortzugetragen hat und

der die Stimmung weiter angeheizt.

Ein Polizist hatte am Freitag in einer

Wohnung in der Grünberger

Straße eine 33-Jährige erschossen. Sie

sympathisierte offensichtlich mit der

linken Szene. Auf Twitter ist inzwischen

sogar von einer „ermordeten

Genossin“ die Rede. Die Frau war

nach Angaben der Polizei mit einem

Messer auf Beamte des Polizeiabzember

hatten Unbekannte einen

fingierten Nachruf auf den Richter

veröffentlicht, der über die Räumungsklage

entscheidet. Verbunden

mit der Drohung: „Würde er die Liebig

34 räumen lassen, müsste er den

Rest seines Lebens mit Polizeischutz

verbringen.“ In der Nacht zum Montagwurde

die Fassadedes Bezirksamtes

in der Frankfurter Allee,wodie Bezirksverordnetenversammlung

(BVV) tagt, mit der Parole „Liebig 34

bleibt –BVV muss weg“ beschmiert.

Scheiben gingen zu Bruch. Aus Sicherheitsgründen

tagte die BVV am

Mittwochabend nun nicht öffentlich.

Demo gegen Polizeikongress

Ein weiterer Grund, warum die linke

Szene mobilisiert, ist der Europäische

Polizeikongress am 4. und 5. Februar

am Alexanderplatz. Im Vorfeld des

schnitts Wedekindstraße losgegangen,

zuvor soll sie einen Mitbewohner

bedroht haben. Wegen des tödlichen

Schusses gab es am Sonnabend

bereits eine Spontandemo, bei der

Teilnehmer vereinzelt Barrikaden errichteten.

In einem Internetaufruf

wird unverhohlen zu Gewalt gegen

die Polizei aufgerufen:„Die angemessene

Weise, wie ihr den Mördern aus

der Wedekindwache begegnet, überlassen

wir euch.“

Wie sehr die Szene in Hochstimmung

ist, das war schon am vergangenenWochenende

zu sehen. Da verhinderten

Linke die Durchführung

des Landesparteitages der AfD.Einige

Tage vorher hatten Unbekannte auf

einer linksextremen Internetseite die

Namen und Privatadressen sämtlicher

Teilnehmer veröffentlicht. Der

Link ist inzwischen verschwunden.


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 13

· ·

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Berlin

Großer Auftritt für die Panda-Zwillinge

Die Bären-Brüder Meng Xiang und Meng Yuan sind am Donnerstag erstmals für die Besucher des Zoologischen Gartens zu sehen

VonNorbertKoch-Klaucke

Große Vorstellungen brauchen

eine Generalprobe.

So ist es nicht nur am

Theater, auch bei den

Panda-Zwillingsbrüdern imBerliner

Zoo, die vorfast genau fünf Monaten

zur Welt kamen. Bevor Meng Xiang

und Meng Yuan sich nun am Donnerstag

erstmals mit ihrer Mutter

Meng Meng der Öffentlichkeit präsentieren

werden, übten die chinesischen

Bärenkinder am Vortag vor

Journalisten schon einmal ihren großen

Auftritt auf der Anlage.

Um 10 Uhr war es soweit. Wie es

sich für Zoo-Stars gehört, wurden die

Panda-Brüder vomChefpfleger Norbert

Zahmel und seinem chinesischen

Kollegen Yang Cheng feierlich

in das Innengehege getragen. Kaum

auf den Tatzen eroberten die Jungtiereihr

neues Revier.Der eher etwas

verträumte Meng Xiang („Ersehnter

Traum“), vonden PflegerninternPit

genannt, nahm sofort auf einer mit

Bambus geschmückten Holzliege

Platz. Der lebhaftere Meng Yuan

(„Erfüllter Traum“), der bei den Pflegern

auch Paule heißt, versuchte

sich dagegen mit einigen Kletterkunststücken

an dem Möbelstück.

Wenige Sekunden später wurde

Mutter Meng Meng in das Gehege

gelassen, die sich sofort um den

Nachwuchs kümmerte.

Dies sei keine Selbstverständlichkeit,

so Zoo-Direktor Andreas Knieriem.

In der freien Wildbahn würden

Panda-Weibchen auch bei Mehrlingsgeburten

nur ein Junges aufziehen.

„Dass Meng Meng ihre beiden

Kinder akzeptiert hat, weist sie als

eine sehr fürsorgliche und vorbildliche

Mutter aus“, sagte Knieriem.

Die Panda-Brüder Meng Xiang (li.) und Meng Yuan bei ihrem ersten Ausflug. BLZ/UHLEMANN

Die Aufzucht der Jungen geschah

bisher in den hinteren, von der Öffentlichkeit

nicht einsehbaren Räumen

der Anlage. Weil Meng Xiang

und Meng Yuan mittlerweile gut laufen

und damit sicher ihrer Mutter

folgen können, seien sie bereit, sich

auch den Zoo-Besuchern zuzeigen,

sagt Knieriem. Dass die kleinen Pandas

nun erstmals viele Menschen

hinter den Glasscheiben ihres Innengeheges

erblicken werden, sei

kein Problem. „Das ist den Tieren

völlig egal“, sagt Knieriem. „Die

Scheiben sind so dick, dass sie auch

etwa laute Begeisterungsrufe der Zuschauer

nach innen abdämpfen, die

sicher kommen werden. Dennoch

sollte man den Tieren mit einer gewissen

Höflichkeit begegnen und

nicht an den Scheiben klopfen.“

Der Zoo rechnet mit einem großen

Besuchaufkommen, wenn ab

Donnerstag Meng Xiang und Meng

Yuan gezeigt werden. Denn der Berliner

Tiergarten ist der erste in

Deutschland überhaupt, der Panda-

Babyspräsentiert. Dazu beginnen in

der Hauptstadt und Brandenburg

die Winterferien. Auf Menschenschlangen

am Eingang sei der Zoo

vorbereitet. Alle Kassen sollen besetzt

sein, um lange Wartezeiten zu

vermeiden. Es wird geraten, sich die

Tickets vorab imInternet zu kaufen.

Vordem Panda-Gehege wirdSicherheitspersonal

versuchen, Besucher-

Staus vorzubeugen. Jeder soll die

Pandas in Ruhe sehen können.

Besucher sollten nicht enttäuscht

sein, wenn Meng Xiang und Meng

Yuan sich nicht immer so lebhaft wie

bei der Generalprobe zeigen. „Denn

die Hälfte des Tages verbringen sie

immer noch mit Schlafen“, sagt

Chefpfleger NorbertZahmel.

POLIZEIREPORT

Razzia gegen Gold-Betrüger.

In Berlin hat die Staatsanwaltschaft

am Mittwoch 13 Durchsuchungsbeschlüsse

vollstreckt. Beamte von

LKA, Zollfahndung und Finanzamt

pfändeten außerdem Konten und

Sachwerte.Mehreren Beschuldigten

wirdGeldwäsche im Zusammenhang

mit gewerbs- und bandenmäßiger

Umsatzsteuerhinterziehung

einer kriminellen Vereinigung in

Frankreich vorgeworfen. Mehrere

französische Firmen, die mit Edelmetallen

handelten, sollen den Staat

um die Mehrwertsteuer betrogen

haben. Denfranzösischen Steuerbehörden

soll ein Schaden in Höhe von

mindestens 2,2 Millionen Euro entstanden

sein. Dieverantwortlichen

Geschäftsführer zweier in Berlin ansässiger

Gesellschaften sollen an der

Verschleierung der kriminellen Gewinne

beteiligt gewesen sein.

Hochhaus teilweise geräumt.

In Kreuzbergmusste in der Nacht zu

Mittwoch ein Hochhaus teilweise

evakuiertwerden. Laut Feuerwehr

wurden in dem Haus in derWilhelmstraße

20 Menschen mit Fluchthauben

aus dem achten Stock in Sicherheit

gebracht. Im Flur hatte jemand

Reizgas versprüht.

Fußgänger schwer verletzt.

Beieinem Verkehrsunfall in Lichtenbergist

ein Fußgänger schwer verletzt

worden. Nach Angaben der Polizei

überquerte der 29-Jährige am

Dienstag, gegen 17 Uhr, den Fußgängerüberwegder

Ruschestraße.Ein

70-jähriger Peugeot Fahrer,der die

Ruschestraße in Richtung Rutnikstraße

befuhr,erfasste ihn auf der

Kreuzung. Der29-Jährige wurde

durch die Luft geschleudert. Rettungskräfte

der Feuerwehr lieferten

ihn zur stationären Behandlungen

seiner schweren Schädelverletzungen

in ein Krankenhaus ein.

Galerie überfallen.

Unbekannte haben am Dienstagnachmittag

in Charlottenburgeine

Galerie überfallen. Gegen 17.50 Uhr

betraten zwei Männer die Räume in

der Bleibtreustraße und, schubsten

eine 68-jährige Mitarbeiterin in einen

hinteren Raum. Einer der Täter

schlug im vorderen Bereich eine Vitrine

ein und nahm daraus hochwertige

Uhren. Dann flüchteten beide,

stiegen in ein in der Nähe abgestelltes

Auto und fuhren davon.

Unfallzeugen gesucht.

Zu einem tödlichen Verkehrsunfall

in Adlershof sucht die Polizei Zeugen.

Am Dienstag, kurznach 10 Uhr,

war der 65-jährige Kradfahrer an der

Kreuzung RudowerChaussee/James-Frank-Straße

mit einem

Audi zusammengestoßen. DerKrad-

Fahrer starb.Hinweise nimmt die

Polizei unter de Nummer 030/4664-

672301 entgegen. (kop.)

Weniger

Gewalttaten

gegen Polizisten

Jeden Tagwerden

19 Beamte verletzt

Die Zahl der Gewalttaten gegen

Polizisten in Berlin ist 2019 zurückgegangen.

Während 2018 fast

7000 Taten gezählt worden waren,

sank die Zahl im vergangenen Jahr

auf rund 6650, wie die Polizei mit

Blick auf vorläufige Zahlen am Mittwoch

mitteilte. Zuvor hatte die Zeitung

taz über die Zahlen berichtet.

Laut Polizei wurden im vorigen

Jahr knapp 330 Beamte Opfer einer

schweren oder gefährlichen Körperverletzung.

Registriert wurden demnach

auch 375 Opfer einer einfachen

Körperverletzung wie etwa durch

Tritte oder Faustschläge.Als Gewalttaten

zählen neben Körperverletzung

auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

und Bedrohung.

Bezogen auf das Jahr 2018 hatte

Polizeipräsidentin Barbara Slowik

gesagt, im Schnitt würden in Berlin

jeden Tag19Polizisten Opfer einer

Gewalttat. Gewalt zu erfahren, sei

belastend, hatte Slowik erklärt. Deshalb

sei es ihr wichtig, möglich viel

zu tun, um diese Belastung abzufangen.

WerGewalt im Dienst erfahre,

werdeunterstützt.

Zu den Hilfen gehöre nach den

Worten der Polizeipräsidentin eine

Hotline, andie sich jeder betroffene

Beamte wenden könne. Neben unmittelbarer

psycho-sozialer Unterstützung

werde bei Versicherungsfragen

oder der Meldung vonDienstunfällen

geholfen.

Mutter filmt Angriff

Immer wieder werden Beamte Opfer

von Gewalt. Zu einem krassen Fall

kam es etwa Ende Mai vergangenen

Jahres.Damals war ein Polizist bei einer

Kontrolle von drei Geschwistern

in Wedding massiv angegriffen worden.

Sie schlugen den Beamten zu

Boden. Nur, weil eine Kollegin die

Dienstwaffe zog, konnten die Gewalttäter

schließlich in Schach gehalten

werden. Die Mutter der Täter

filmte den Angriff. Beide Polizisten

erlitten Prellungen, Quetschungen

sowie Blutergüsse.

DieBerliner Gewerkschaft der Polizei

(GdP) hatte erst vor kurzem erklärt,

sie sehe in den Angriffen eine

neue Dimension, „was die Schwelle

der Gewalt angeht“. Angreifer würden

schwerste Verletzungen Unbeteiligter

und sogar Menschenleben

riskieren.

Seit Mai2017 werden Angriffe auf

Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste

bereits härter bestraft.

Das Strafgesetzbuch sieht für Drohungen

und tätliche Angriffe auf

Amtsträger bei der Ausübung ihres

Dienstes Haftstrafen von bis zu fünf

Jahren vor. (dpa, BLZ)

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Berlin

Geehrter:Mario Adorf wurde mit einer Hommage gewürdigt. CHRISTIAN SCHULZ (3)

Preisträgerin: Katharina Thalbach schwärmt für Filme von Ernst Lubitsch.

Stargast: Jim Carreyerschien sympathisch-verrückt zur Fan-Premiere.

Figuren werden nicht verraten

KATHARINA THALBACH

hat seit dem Kritikerpreis für die beste

Nachwuchsschauspielerin 1971 viele

Auszeichnungen entgegennehmen

dürfen. DerErnst-Lubitsch-Preis,den

es am Mittwochabend im Kino Babylon

gab, ist ihr besonders wertvoll:

„Weil der Preis vonBilly Wilder in die

Welt gesetzt wurde, umseinen Meister

zu ehren. Undbeide sind für mich

die Größten.“ Zum Programm ihrer

Auszeichnung gehörte „Rendezvous

nach Ladenschluss“ von Lubitsch:

„Auf den habe ich mich gefreut, weil

ich ihn bestimmt 40 Jahrenicht gesehen

habe.“ IhrenPreis gab es am 128.

Geburtstag von Lubitsch für die „komödiantische

Darbietung der Maria

Wartberg“ im Musical „Ich war noch

niemals in NewYork“, wie der verleihende

Club der Filmjournalisten Berlin

mitteilte. Die Preisträgerin: „Diesen

Film habe ich doppelt geliebt:

beim Machen und beim Sehen.“

VOLKER SCHLÖNDORFF

hielt die Lobrede auf Thalbach, in

dessen Verfilmung des Romans „Die

Blechtrommel“ die Preisträgerin

1979 gespielt hatte.Erbewundertan

ihr die Haltung: „Sogar wenn sie Klamauk

macht, hat sie noch nie eine

Figur verraten.“ Schlöndorff erkennt

da eine Parallele zum Namensgeber

des Preises: „Der Gag muss, wie bei

Lubitsch, der Geschichte dienen und

darfnie einen Menschen verraten.“

DETLEV BUCK

findet es völlig passend, dass dieser

Lubitsch-Preis endlich den Weg zu

Katharina Thalbach gefunden hat:

„Kathi und Lubitsch hätten sich super

verstanden. Beide sind Forscher

des Witzes. Oder vielleicht besser:

Soldaten des Witzes.“ Nikola

Lubitsch, die Tochter des Regisseurs,

lobte die Wahl des diesjährigen

Preisträgers, die eine Preisträgerin

ist: „Mein Vater liebte die Frauen!“

MARIO ADORF

übte auf seine charmante ArtStilkritik,

indem er den Gästen der Preisverleihung

mitteilte: „Ich bin einer

der wenigen heute mit Krawatte.

Auch das ist eine Hommage an

Lubitsch …“ Adorf bekam den

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Katharina Thalbach wird am

Geburtstag von Ernst Lubitsch

ausgezeichnet und Volker Schlöndorff

hält die Lobrede.

Jim Carrey reist zur Fan-Premiere

seines Films „Sonic the Hedgehog“ an.

Lubitsch-Preis schon 1974, diesmal

wurde er vor der Preisverleihung

mit einer Hommage geehrt. Und er

erinnerte sich: „Ich habe Billy Wilder

kennengelernt als er ,Eins,Zwei,

Drei‘ vorbereitete. Da fragte er

mich, ob ich einen Russen spielen

könnte, der Englisch mit russischem

Akzent spricht. Er bot mir

aber nicht den ersten Russen an,

sondern den dritten, der kaum Text

hatte.Also habe ich abgelehnt.“ Von

der Hommage wirkte Adorf freundlich

überrumpelt: „Ich bin gekommen,

um mich vor Katharina Thalbach

zu verneigen.“ Und inBekennerlaune

war er auch: „Ich liebte sie

von Anfang an. Damals war sie mit

Thomas Brasch zusammen, unantastbar,unerreichbar

für mich. Aber

wir haben uns immer geliebt. Also

ich sie …“

JIM CARREY

musste in den vergangenen Jahren

durch so manches Talschreiten. Zuvor

thronte er auf einem der höchsten

Berge des Starruhms, dann war

er plötzlich aus der Mode und kam

nicht mehr für 20-Millionen-Dollar-

Rollen infrage. Welche Auswirkungen

so ein Auf und Ab auf den Charakter

hat, ist manchmal traurig.

BeiJim Carrey ging die Sache gut

aus, wie am Rande der Fan-Premierevon

„Sonic the Hedgehog“ im

Zoo-Palast zu besichtigen war.

Draußen vor der Tür schnappte der

Komiker sich einen der Organisatoren,

den er von früheren Premieren

in Berlin kannte, und legte mit ihm

ein Tänzchen auf den blauen Teppich.

Drinnen im Saal entwischte er

seinem Gefolge und setzte sich

während der Wasser-Show vor der

Vorstellung auf einen freien Platz im

Saal. Als Carrey dann aufgerufen

wurde,sprang er auf und alberte mit

Leuten aus dem Publikum herum.

Es hätte später sein auf Deutsch gesprochenes

„Guten Abend!“ gar

nicht mehr gebraucht –die Leute

liebten ihn auch so für seinen sympathisch

verrückten Auftritt.

Während der Film lief, saß Carrey

dann übrigens schon im Flugzeug

nach Madrid, um dort eine ähnliche

Show abzuziehen.

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Polizei prüft Kennzeichenerfassung

Noch ist es aufwendig, Dieselfahrverbote zu kontrollieren. Technik könnte das ändern

VonPeter Neumann

Im vergangenen November wurden

die ersten Schilder aufgestellt.

Acht Straßenabschnitte in Berlin

sind nun für Diesel bis einschließlich

Euro 5tabu. Bislang ist es für Polizisten

allerdings sehr aufwendig, die

Einhaltung der Durchfahrverbote zu

kontrollieren. Doch die Berliner Polizeiuntersucht,

ob die Überwachung

erleichtert werden könnte –mithilfe

von mobilen automatischen Kennzeichenlesesystemen.

Das teilte sie

der Berliner Zeitung mit. Anhand der

erfassten Kennzeichen ließe sich

einfach ermitteln, ob die Fahrzeuge

auf dem betreffenden Abschnitt unterwegs

sein dürfen oder nicht.

Stickstoffoxid schädigt die Gesundheit.

Deshalb gab das Verwaltungsgericht

einer Klage der Umwelthilfe

statt –und ordnete 2018 an,

dass stark belastete Straßen für viele

Dieselfahrzeuge zu sperren sind.

Online-Abfrage in Flensburg

Sechs Verbotsabschnitte betreffen

Straßen in Mitte: Alt-Moabit, Leipziger-,

Brücken-, Friedrich-, Reinhardt-

sowie die Stromstraße. In

Neukölln sind die Hermann- und die

Silbersteinstraße betroffen. Das kürzeste

Stück misst 150, das längste

840 Meter. Insgesamt geht es um

Alle Kennzeichen im Blick: ein mobiles Erfassungsgerät

in Hamburg.

DDP

2,9 Kilometer, das sind 0,05 Prozent

des Berliner Straßennetzes.

Wer in einer Verbotszone erwischt

wird, zahlt als Pkw-Fahrer

25 Euro, als Lkw-Fahrer 75 Euro.

Doch wie berichtet hat die Polizei

bislang nur etwas mehr 50 Fahrer zur

Verantwortung gezogen. Denn die

Kontrolle ist schwierig. Weil es keine

Plakette gibt, mit der sich „saubere“

Diesel kennzeichnen lassen, muss

die Polizei jedes Fahrzeug anhalten,

um die Papierezuüberprüfen –eine

mühsame Angelegenheit, die deshalb

nur selten möglich ist. Mitdem

Einsatz von mobilen automatischen

Kennzeichenlesesystemen, kurz

AKLS, könnte dagegen darauf verzichtet

werden, jedes Auto zu stoppen.

Mithilfe einer Online-Datenabfrage

beim Kraftfahrt-Bundesamt

ließe sich dann feststellen, welcher

Schadstoffklasse das Fahrzeug angehört

–ein einfaches, schnelles Verfahren,

um den Fahrer zu belangen.

Zwei Geräte gibt es schon

„Die Polizei Berlin setzt zwei AKLS

fallbezogen und auf Anforderung zur

Gefahrenabwehr und Strafverfolgung

sowie zur Bekämpfung und

Verhinderung schwerer und

schwerster Straftaten ein“, sagte ein

Polizeisprecher. „Der Einsatz dieser

bislang vorhandenen Systeme zur

Überwachung des Straßenverkehrs

ist technisch nicht möglich. Jedoch

wird die Verwendung in diesem Bereich

geprüft –ebenso wie eine damit

zusammenhängende eventuelle

Anschaffung weiterer, für den Einsatz

technisch geeigneter Geräte.“

Eine Automatisierung wäre„sehr

sinnvoll“, sagte ein Experte. Zwar

dürften nur mobile Geräte eingesetzt

werden, und eine verdeckte Datenerhebung

sei unzulässig – die

Stichprobenkontrollen müssten offen

sichtbar erfolgen. Doch der neue

Paragraf 63c des Straßenverkehrsgesetzes

gebe für automatisierte Kontrollen

grundsätzlich grünes Licht.


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16 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Brandenburg

NACHRICHTEN

Landtag zahlt 5440 Euro

für die Umwelt

Um Kohlendioxid-Emissionen auszugleichen,

die 2019 bei Flug- und

Autofahrten der Abgeordneten und

Mitarbeiter angefallen sind, zahlt der

Potsdamer Landtag 5440 Euro für

die Umwelt. Wieder Landtag mitteilte

fließt das Geld in 737 Umweltzertifikate.Das

Geld wirdfür die

Wiedervernässung des Moores Rehwiese

(Oberhavel) genutzt. Dadurch

könnte der Ausstoß vonTreibhausgasen

vermindertwerden. EinZertifikat

kompensiereeine Tonne CO 2

und kostet jeweils 80 Euro. (dpa)

Ausschuss beruft

elf neue Richter

In seiner ersten Sitzung nach der

Landtagswahl hat der Richterwahlausschuss

fünf neuer Richterinnen

und Richter auf Probe berufen. Wie

das Justizministerium mitteilte,wurden

sechs weiterezuRichterinnen

und Richter auf Lebenszeit gewählt.

Beider Justiz herrscht schon jetzt

Personalmangel. Eine besondere

Herausforderung ist nach Angaben

vonJustizministerin Susanne Hoffmann

(CDU) die zunehmende Anzahl

der Altersabgänge.Von den aktuell

495 Richterinnen und Richtern

in der ordentlichen Gerichtsbarkeit

werden in den nächsten sechs Jahrenmehr

als 23 Prozent altersbedingt

ausscheiden. (bla.)

Minister will neuen Chef für

den Verfassungsschutz

Innenminister Michael Stübgen

(CDU) hat am Mittwoch vorgeschlagen,

dass JörgMüller neuer Verfassungsschutzchef

werden soll. Der

46-jährige Diplom-Verwaltungswirt

ist seit 2001 im Potsdamer Innenministerium

beschäftigt und hat in dieser

Zeit eine große Bandbreite unterschiedlicher

Funktionen durchlaufen,

teilte der Minister mit. Unter anderem

sei Müller fünf Jahreim

Bereich des Verfassungsschutzes tätig

gewesen und zuletzt zwei Jahre

Leiter des Leitungsbereichs des Innenministeriums.Stübgen

sagte:

„Die Leitung des Verfassungsschutzesist

eine sehr wichtige Aufgabe

und JörgMüller ist genau der Richtige

dafür.Erverfügt über langjährige

Verwaltungsexpertise und ausgeprägte

Fachkenntnisse im Bereich

des Innenressorts.Erist ein ausgewiesener

Kenner des Verfassungsschutzes.“

(bla.)

Kohleausstieg beschlossen

Woidke drängt Bund zur Eile. In Südbrandenburg darf derweil eine Grube weiter keine Kohle liefern

VonJens Blankennagel, Potsdam

Das KraftwerkJänschwalde soll bis 2028 vom Netz genommen werden.

Steinkohle: Zechen gibt es

keine mehr,aber Kraftwerke.

Die Betreiber können sich

bewerben und sie gegeneine

Entschädigung abschalten.

Anfangs gibt es 165000

Euro pro abgeschaltetes

Megawatt, ab 2026 nur noch

49 000 Euro.

DER PLAN FÜR DEN AUSSTIEG

Überprüfung: Viermal wird

offiziell überprüft,wie der

Ausstieg läuft–obdie Stromversorgung

gesichertist, wie

der Strompreis sich entwickelt

und wie es um den Klimaschutz

steht. Das passiert

erstmals2022,dann 2026,

2029 und 2032.

IMAGO IMAGES

Hilfe für Kumpel: Wer58

Jahre oder älter ist und den

Jobdurch den Ausstieg verliert,

kann für die Zeit bis zur

Rente für höchstens fünf

Jahre Anpassungsgeld beantragen.

Rentenabstriche werden

auch ausgeglichen. Kosten:

4,81 Milliarden Euro.

Der Kohleausstieg läuft:

Am Mittwoch hat das

Bundeskabinett das entsprechende

Gesetz beschlossen.

Brandenburgs Ministerpräsident

Dietmar Woidke (SPD) begrüßte

dies, fordert aber eine zügige

Entscheidung im Bundestag. „Die

Unsicherheit war Gift“, sagte er.„Die

Menschen und die Unternehmen

brauchen Planungssicherheit.“

Um den Kohlendioxidausstieg zu

senken, soll aus der Verstromung

von Kohle ausgestiegen werden. Bis

2038 werden bundesweit die Kohlekraftwerke

nach und nach abgeschaltet

–zuerst in Nordrhein-Westfalen,

später im Osten, also im mitteldeutschen

Revier und in der Lausitz,

dem größten ostdeutschen

Revier. Die Energiekonzerne sollen

4,35 Milliarden Euro für den Ausstieg

bekommen.

Bundeswirtschaftsminister Peter

Altmaier (CDU) sagte: „Es ist gelungen,

eine Bund-Länder-Einigung

zum Kohleausstieg zu erzielen, die

Rechtssicherheit schafft, die Planbarkeit

schafft, die sicherstellt, dass

wir unsere Klimaziele einhalten und

die trotzdem unsere Versorgungssicherheit

gewährleistet.“

Heftige Kritik kommt voneinigen

Umweltverbänden wie etwa Greenpeace,

deren Aktivisten am Mittwoch

vor dem Kanzleramt protestierten.

Die Organisation wirft der

Regierung Halbherzigkeit vor. „Dieses

Gesetz blamiertDeutschland –so

verlieren wir beim Kohleausstieg

endgültig den Anschluss an Westeuropa“,

sagt Karsten Smid.

Die Begründung der Kritiker:

Deutschland gehöre mit seinen

halbherzigen Kohleausstiegsplänen

zu den Ländern inEuropa mit den

geringsten Klimaschutzambitionen.

Alle westeuropäischen Länder würden

den Kohleausstieg bis spätestens

2030 planen. Frankreich,

Schweden, Großbritannien, Italien

und Österreich sogar schon zwischen

2022 und 2025. „Deutschland

–mit 44 Gigawatt Kapazität Europas

Spitzenreiter bei der Kohleverstromung

–reiht sich dagegen ein in die

Riege der osteuropäischen Nationen

Rumänien, Bulgarien, Tschechien

und Polen“, heißt es bei Greenpeace.

Die vier Kohle-Bundesländer sollen

für den Ausstieg 40 Milliarden

Euro Strukturhilfen bekommen. Das

meiste Geld geht nach Nordrhein-

Westfalen, 14 Milliarden sollen an

Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt

gehen. Zudem will der

Bund in den Ostländern 26Milliarden

Euro für den Ausbau der Infrastruktur

investieren. Hinzu kommt

EU-Fördergeld –eswirdbis 2027 von

877 Millionen Euro ausgegangen.

In Südbrandenburg gibt es noch

zwei Kraftwerke: Das seit 1998 laufende

Kraftwerk Schwarze Pumpe

soll 2038 vom Netz gehen. Das teilweise

seit 1981 laufende Kraftwerk

Jänschwalde soll bis 2028 vollständig

vomNetz sein.„Dieser Ausstiegsplan

ist nicht unser Wunschergebnis“,

sagte der Leag-Vorstandsvorsitzende

Helmar RendezamMittwoch.

Ohne Einwilligung hätte aber die

Regierung den Ausstieg verfügt –

und es gäbe keine Entschädigung.

„Wir haben uns daher im Interesse

der Beschäftigten in einer sehr

schwierigen Situation für das kleinereÜbel

entschieden“, sagte er.

Tagebau weiter geschlossen

Zu dem Kraftwerk gehört der Tagebau

Jänschwalde, der aber seit September

2019 keine Kohle mehr liefert.

Denn die Umweltverbände

Grüne Liga und Deutsche Umwelthilfe

hatten gegen die Zulassung des

Hauptbetriebsplanes geklagt, weil

kein Umweltverträglichkeitsgutachten

vorlag. Der Betreiber Leag hatte

daraufhin 1600 Seiten beim Landesbergamt

eingereicht.

Eine Weile lief dann noch der sogenannte

Sicherheitsbetrieb – das

heißt, es wurden Arbeiten vorgenommen,

damit nicht massenhaft

Grundwasser in den Tagebau läuft.

Doch derzeit ruht die Arbeit und die

Mitarbeiter sind nach Angaben der

Leag in anderen Gruben tätig.„Kurzarbeit

gibt es nicht“, heißt es.

Das Landesbergamt sichtet nun

die Unterlagen und prüft, ob die

Grube noch bis 2023 weiterlaufen

dürfe. Dazu gehört auch die Umweltverträglichkeitsprüfung.

„Wir

prüfen, ob es eine erhebliche Gefährdung

von Feuchtgebieten, Mooren,

Teichen und Seen gibt“, sagte

UweSell vomBergbauamt der Berliner

Zeitung. „Eigentlich wollten wir

bis Ende Januar fertig sein. Aber die

Prüfung der umfangreichen Unterlagen

zieht sich auf alle Fälle noch bis

in den Februar.“

Wie die Leag am Mittwoch mitteilte

soll der Tagebau Jänschwalde

nach seinem Ende 2023 zu einem

Entsorgungsfachbetrieb werden.

Dort sollen mineralische Abfälle aus

Bau- und Abbrucharbeiten angenommen,

aufbereitet und zwischengelagertwerden.

Blindgänger

im Tesla-Wald

gesprengt

Inzwischen wurde der

Kaufvertrag beglaubigt

VonJens Blankennagel, Potsdam

AmWochenende ist auf dem Areal

der künftigen „Gigafactory“ des

US-Elektroautobauers Tesla bei

Grünheide (Oder-Spree) Altmunition

aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich

gemacht worden. „Die

Sprengung der ersten sieben gefundenen

Fliegerbomben US-amerikanischer

Herkunft erfolgte am vergangenen

Sonntag“, teilte die Potsdamer

Staatskanzlei mit. Es sei nicht

ausgeschlossen, dass weitere Blindgänger

gefunden werden.

Insgesamt wurden bei der Auswertung

alter Luftbilder 250 Bombentrichter

gefunden. US-Flieger

hatten im Zweiten Weltkrieg über

dem Waldgebiet all jene Bomben abgeworfen,

die nach Bombardements

vonBerlin übrig geblieben waren. Es

wird mit bis zu zehn Prozent Blindgängerngerechnet.

Unterdessen ist auch der Kaufvertrag

zwischen Tesla und dem Land

Brandenburg notariell beurkundet.

Daswurde in der dritten Sitzung der

Tesla-Task-Force in der Staatskanzlei

bekannt gegeben. Damit ist ein 300

Hektar großes Grundstück bei Grünheide

nun fast Eigentum einer extra

gegründeten Brandenburger Tesla-

Tochterfirma. Der Kaufpreis liegt

wohl bei 40,91 Millionen Euro.Beide

Seiten haben vereinbart, dass Tesla

auch mehr zahlt, wenn ein in dieser

Woche in Auftrag gegebenes unabhängiges

Wertgutachten zu einem

anderen Ergebnis kommt. Den bisherigen

Preis hatte der Landesbetrieb

Forst für den Wald ermittelt.

Erst nach dem zweiten Gutachten

und der Zahlung wird der Besitzübergang

ins Grundbuch eingetragen

und endgültig rechtskräftig.

Wie die Staatskanzlei mitteilte,

wurde derVertragbereits am Montag

in Berlin notariell beglaubigt. Zuvor

hatten der Haushaltsauschuss des

Potsdamer Landtags und der Tesla-

Vorstand dem Deal zugestimmt.

Nach der Munitionssuche sollen

vor Beginn der Vegetationszeit im

März 159 Hektar Kiefern gefällt werden.

Lokale Umweltgruppen und

Bürgerinitiativen wehren sich dagegen

und fürchten massive Probleme

mit dem Grundwasser in der Region.

Tesla will vier Milliarden Euro investieren

und im Werk bis zu 500 000

Elektroautos im Jahr produzieren.

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Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 17

· ·

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Wissenschaft

DAS OZONLOCH ÜBER DER ANTARKTIS

Konzentration des Ozons in Dobson-Einheiten

Der Ozongehalt in der Ozonschicht über der Antarktis, jeweils am 16. September.2006 wardie Schicht besondersdünn. Seither erholt sie sich, aber nur langsam. Denn die Chemikalien sind langlebig.

NASA

Ozonkiller haben großen Anteil an der Erderwärmung

FCKW und ähnliche Stoffe wirken auch als Treibhausgase. Eine Studie zeigt nun: Mit dem Verbot dieser Chemikalien sind längst nicht alle Probleme gelöst

VonAnja Garms

Im Jahr 1985 rüttelten drei Forscher

des British Antarctic Survey

die Welt auf. Ihre Messungen

hatten gezeigt, dass in der

Atmosphäre über der Antarktis

große Mengen an Ozon verloren gehen

–jenes Gases, das als Teil der

Ozonschicht die Menschen auf der

Erde vor gesundheitsschädlicher

Strahlung schützt. Sie hatten das

Ozonloch entdeckt.

Schnell war klar,dass der Ausstoß

von Fluorchlorkohlenwasserstoffen,

kurz FCKW, das Ozonloch verursacht

hatte. Durch entschlossenes

politisches Handeln, insbesondere

durch Verabschiedung des Montreal-Protokolls,

das die Freisetzung

der Substanzen reglementierte, ist

dieses Problem mittlerweile weitgehend

im Griff. DasOzonloch schließt

sich langsam. Doch die ozonabbauenden

Substanzen haben eine andere,

umweltschädigende Wirkung:

Sie wirken als Treibhausgase und

treiben den Klimawandel an –und

zwar in großem Ausmaß, wie eine

aktuelle Studie zeigt.

EinDrittel des Temperaturanstiegs

DieWirkung: DieOzonschicht

schützt das Leben auf

der Erde vorSchäden durch

energiereiche Sonnenstrahlung.UV-Strahlung

hat auf lebendeZellen

eine weitgehend

zerstörerische Wirkung.

Ein Ozonmolekül bestehtaus

drei Sauerstoffatomen. In der

Ozonschicht (in15bis 30 KilometernHöhe)

bildet sich

Ozon natürlicherweise.

SCHÜTZENDE SCHICHT

Die Zerstörer: Durch industrielle

Schadstoffe kommt es

zum Ozonabbau. Bekannteste

Übeltäter sind Fluorchlorkohlenwasserstoffe

(FCKW), die als Kühlmittel in

Kühlschränken und Klimaanlagen

oder als Treibgase in

Sprühdosen verwendet wurden.

Sie setzen Chlor frei,

das die Ozonzerstörung antreibt.

Sprühdosen haben heute zum Beispiel Propan oder Butan als Treibgas.

Die Rettung: Erste Forscher

erkannten die Gefahrschon

in den 1970er-Jahren.1985

wurdedie drastischeAbnahmeder

Ozonschicht entdeckt.

1987 wurde zum

Schutz dasMontreal-Protokoll

verabschiedet. Es trat

1989 in Kraft und verpflichtet

stufenweisezur vollständigen

Abschaffung derEmissionen

der kritischen Chemikalien.

IMAGO/WESTEND61

Der Untersuchung zufolge verursachte

die Freisetzung der Substanzen

in der zweiten Hälfte des 20.

Jahrhunderts etwa ein Drittel des bis

2005 gemessenen globalen Temperaturanstiegs.Inder

Arktis ging sogar

die Hälfte der Erwärmung und des

Eisverlustes in dieser Zeit auf das

Konto der Ozonkiller, berichten die

Forscher im Fachmagazin Nature

Climate Change.

Mit der Reglementierung dieser

Substanzen im Montreal-Protokoll

und ihrem Verbot bei den folgenden

Nachverhandlungen sinke ihreKonzentration

in der Atmosphäre etwa

seit dem Jahr 2000. Das Montreal-

Protokoll wurde 1987 von den Staaten

der internationalen Gemeinschaft

angenommen und trat 1989 in

Kraft. Es gilt als Erfolgsgeschichte

und Meilenstein des Umweltrechts.

Wie sehr die ozonabbauenden

Substanzen zum Temperaturanstieg

vor allem in der Arktis beigetragen

haben, sei bislang nur wenig untersucht,

schreiben die Forscher um

Lorenzo Polvani von der Columbia

University in NewYork. Die Oberflächentemperatur

in der Arktis sei

mehr als zweimal so stark gestiegen

wie im globalen Mittel, begleitet von

einem dramatischen Verlust des

Meereises und einer Abnahme von

dessen Dicke.

Die Wissenschaftler hatten mit

Hilfe zweier gängiger Klimamodelle

die Wirkung der Substanzen auf

Temperatur und arktisches Eis im

Zeitraum zwischen 1955 und 2005

ermittelt. Die Ergebnisse belegen,

dass die Mittel neben dem Treibhausgas

Kohlendioxid einen starken

Einfluss auf das Klima haben.

Warum die Substanzen ausgerechnet

in der Arktis so einen starken Klimaeffekt

haben, können die Forscher

mit ihrer Untersuchung nicht

beantworten.

Martin Dameris vom Institut für

Physik der Atmosphäre am Deutschen

Zentrum für Luft- und Raumfahrt

lobt die Studie der Kollegen.

„Die Ergebnisse sind in ihrer Größenordnung

plausibel und nachvollziehbar,auch

wenn sie in anderen Klimamodellen

noch nachvollzogen werden

müssen“, sagt er. Grundsätzlich

sei die klimaschädigende Wirkung

der ozonabbauenden Substanzen bekannt

und etwa 2013 im Bericht des

Weltklimarats IPCCthematisiertworden.

Neu sei die Fokussierung der

Forscher auf einen Zeitraum von 50

Jahren und auf die arktische Region.

DieEffekte der Substanzen ließen

kontinuierlich nach, weil sie dank

des Montreal-Protokolls nicht länger

freigesetzt und nun langsam abgebaut

würden, schreiben die Wissenschaftler.„In

den kommenden Jahrzehnten

werden sie immer weniger

zur globalen Erwärmung beitragen“,

sagt Polvani.

Auch Dameris glaubt, dass sich

mit dem Abbau der Substanzen die

Klimaerwärmung zumindest verlangsamen

wird. „Etwa 50 Jahrewird

es diese Stoffe noch geben, dann

wird zumindest ihr Beitrag zur Klimaerwärmung

verschwunden sein.“

Weiterhin Probleme bereiten Experten

derzeit Substanzen, die einige

Zeit als Alternativen zu den verbotenen

Fluorchlorkohlenwasserstoffen

eingesetzt wurden – die

Fluorkohlenwasserstoffe, kurz HFC.

Fluorkohlenwasserstoffe greifen die

Ozonschicht größtenteils nicht an,

sie haben allerdings eine teils erhebliche

Klimawirkung. Die Freisetzung

von einer Tonne Fluoroform (HFC-

23) zum Beispiel entspricht in etwa

der Klimawirkung von 12000 Tonnen

Kohlendioxid. DieSubstanz entsteht

bei der Herstellung einer Chemikalie,

die vor allem als Kühlmittel

eingesetzt wird.

Um den Klimaschutz zu verbessern

und die Nutzung auch dieser

Stoffe schrittweise zu stoppen,

wurde das Montreal-Protokoll 2016

um die sogenannte Kigali-Änderung

erweitert. Im Fachblatt NatureCommunications

berichtet ein Forscherteam

um Kieran Stanley von der

Goethe-Universität Frankfurt nun

jedoch, dass der Anteil des problematischen

HFC-23 in der Atmosphäre

nicht wie erwartet sinkt. Im

Gegenteil: Den Messungen der Forscher

zufolge stieg die Konzentration

2018 auf einen Rekordwert.

Die Emissionen stammten vermutlich

aus China und Indien. Die

beiden Länder setzen am meisten

HFC-23 frei. Seit 2015 hatten sie angekündigt,

die Emissionen zu begrenzen.

Bis Ende 2017 sei die Freisetzung

ihren Angaben zufolge nahezu

vollständig gestoppt worden.

„Unsere Studie zeigt, dass es China

sehr wahrscheinlich nicht geschafft

hat, die HFC-23-Emissionen so weitreichend

wie angekündigt zu reduzieren“,

sagt Stanley.ObIndien seine

gesteckten Minderungsziele erreicht

habe, lasse sich ohne weitere Messungen

nicht sicher sagen.

Es ist nicht das erste Mal, dass

Wissenschaftler bei Messungen eine

unerlaubte Freisetzung verbotener

Substanzen registrieren. Erst vor einigen

Jahren hatten Forscher um

Stephen Montzka vonder US-amerikanischen

National Oceanic and Atmospheric

Administration verdächtig

hohe Messwerte der Chemikalie

Trichlorfluormethan in der Atmosphäre

entdeckt, wie sie 2018 im

Fachblatt Natureberichteten. Siebefürchteten,

dass die Substanz aus einer

illegalen Quelle freigesetzt wird.

Verstöße gegen das Protokoll

Ermittlungen der Umweltschutzorganisation

Environmental Investigation

Agency ergaben später,dass die

Chemikalie trotz eines weltweiten

Verbots in chinesischen Unternehmen

zum Aufschäumen von Kunststoffen

eingesetzt wurde. Die weit

verbreitete Verwendung in China erkläre,

warum der Stoff in der Atmosphäreseit

2012 langsamer sinkt, als

durch die bestehenden Umweltregeln

eigentlich zu erwarten wäre.

Deraktuell festgestellte,unerwartete

Anstieg von HFC-23 zeige, dass

es weiterhin eine wichtige Aufgabe

bleibe,die Einhaltung des Montreal-

Protokolls sicherzustellen. „Es sieht

so aus, als gebe es noch viel zu tun“,

sagt Stanley. „Die Wissenschaft hat

die Gefahr der Substanzen erkannt,

die Politik hat reagiert und mit dem

Montreal-Protokoll deren Verwendung

reglementiert“, sagt Dameris.

Die Umsetzung der Vorgaben liege

allerdings bei den Unterzeichnerstaaten,

da Sanktionen beiVerstößen

nicht vorgesehen sind. (dpa/fwt)

BERLINER EXPERIMENTE

Humboldt-Uni sucht den Dialog

Therapieansatz gegen Mers

Kunst trifft Wissenschaft

Mit einem „Wissenschaftskiez in

der Mitte Berlins“ will die Präsidentin

der Humboldt-Universität,

Sabine Kunst, zu einem „neuen Dialog

mit der Gesellschaft“ beitragen.

Das Anfang der Woche präsentierte

Projekt mit dem Titel „Open Humboldt“

soll Arbeit und Forschungsergebnisse

der Universität durch Aktionen

undVeranstaltungen direkt in

die Gesellschaft bringen.

Aus Sicht der Universität ist der

Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft

und Kultur nötiger denn je.

„Gesichertes und mehrfach geprüftes

Wissen sowie eindeutige, nicht

widerlegbareFakten führen offenbar

nicht dazu, wichtige Entscheidungen

in Politik und Gesellschaft zu

treffen“, hieß es. Als Beispiele nannten

die Forscher die Themen Klimawandel

und Ressourcen der Natur.

Teil des Wissenschaftskiezes, bei

dem die Universität auf ihremehr als

300 Liegenschaften zurückgreifen

will, ist auch das im Humboldt-Forum

geplante Humboldt-Labor. Zudem

nimmt in diesem Jahr ein„Theater

des Anthropozän“ seine Arbeit

auf, das sich mit dem Einfluss des

Menschen auf die derzeitige Epoche

beschäftigt. (dpa)

Forscher der Charité haben einen

Weggefunden, gegen das im Jahr

2012 entdeckte Coronavirus Mers

vorzugehen. Ähnlich wie das derzeit

zirkulierende neue Coronavirus

2019-nCoV verursachen Mers-Viren

eine schwere Lungenentzündung.

Sie verläuft häufig tödlich, eine Therapie

gibt es bislang nicht.

Wie das Team um Marcel Müller

vomInstitut fürVirologie am Campus

Mitte der Charité im Fachblatt Nature

Communications berichtet, hat es einen

zelleigenen Recycling-Mechanismus,

die Autophagie, als neuen Angriffspunkt

für die Bekämpfung des

Virus identifiziert. Autophagie-fördernde

Wirkstoffe konnten in Experimenten

mit infizierten Zellen dieVermehrung

des Virus stark reduzieren,

berichtet das Team.

Die Forscher fanden heraus, dass

ein molekularer Schalter den Ablauf

der Autophagie regelt: das Protein

SKP2. Offenbar nützt es Mers-Viren

diesen Schalter zu aktivieren und

das Recycling zu drosseln. Wirkstoffe,

die SKP2 hemmen, könnten

bei einer Infektion demnach nützlich

sein. Nun soll getestet werden,

ob das auch bei Sars-Viren und 2019-

nCoV klappt. (abg.)

AmSonntag lädt die Berlin-Brandenburgische

Akademie der

Wissenschaften (BBAW) zu einer

Matinee in den Botanischen Garten

in Dahlem.„Artmeets Science“ heißt

das Motto der Veranstaltung inmitten

der Gewächshäuser.

„30 WissenschaftlerInnen und

KünstlerInnen präsentieren ihrePerspektiven

auf die Natur“, kündigt die

BBAW an. Insgesamt 13 Programmpunkte

–Gespräche, Kunst und Musik

fänden parallel statt.

Eine Reise der Gerüche durch

Alexander vonHumboldts Pflanzenwelt

bieten zum Beispiel die Scentient

Society und der Chemiker Robert

Kretschmer im Foyer des Victoriahauses.

Im Kakteenhaus heißt es

„Listen to the soil“: Die französische

Künstlerin Karine Bonnevale und

der Pflanzenökologe Matthias Rillig

bringen die Klänge des Erdreichs zu

Gehör.

Ebenfalls etwas für die Ohren ist

der Beitrag der Klangkünstlerin Kirsten

Reese und der Musikwissenschaftlerin

Dörthe Schmidt. Sie demonstrieren

im Mittelmeerhaus die

Gemeinsamkeiten von Insektenstimmen

und digitalen Klangsystemen.

(BLZ)

Das Humboldt-Labor soll im Herbst im Humboldt-Forum öffnen:

www.hu-berlin.de/de/pr/humboldt-labor-im-humboldt-forum

Die Studie vonCharité-VirologeMarcel Müller,Nils Gassen vomUniversitätsklinikum Bonn und Theo

Rein vomMax-Planck-Institut für Psychiatrie: www.nature.com/articles/s41467-019-13659-4

„Art meets Science“ am 2. Februar von11bis 14 Uhr im Botanischen Garten.Eingänge: Unter den

Eichen 5–10,12203 Berlin und Königin-Luise-Str.6–8,14195 Berlin. Eintritt 6Euro, ermäßigt 3Euro.


18 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Sport

Viele Zuschauer,gute Stimmung: Das German MastersimTempodrom hat sich als Snooker-Event etabliert.

IMAGO IMAGES/OLIVER BEHRENDT

Ein Schwergewicht und sein großartiges Spiel

Wieder Sportpromoter Barry Hearn das German Masters im Snooker nach Berlin gebracht hat. Und warum er in Saudi Arabien Schiedsrichterinnen einsetzen will

VonJakob Lobach

Barry Hearn ist ein Mann

großer Worte. Selbst am

Telefon dauert es nicht

lange, um zu dieser Erkenntnis

zu gelangen. Schon als er

einen mit den Worten „Sind Sie bereit,

über das großartige Spiel Snooker

zu reden?“ begrüßt, entsteht der

Eindruck, dass der britische Sportpromoter

nicht nur eloquent, sondernwie

für seinen Jobgemacht ist.

Seit Mitte der 70er-Jahre promotet

Barry Hearn Sportveranstaltungen

in Sportarten wie Boxen, Darts

und eben Snooker. Zusätzlich ist er

Präsident der Professional Darts

Corporation und in gleicher Funktion

bei der World Snooker dafür zuständig,

deren Turnierezuorganisieren

und zu vermarkten. Darunter

sind auch die German Masters in

Berlin, der Anlass für das Gespräch

mit dem 71-jährigen.

Seit dem gestrigen Mittwoch und

noch bis Sonntag messen sich im

Tempodrom die weltbesten Snookerprofis.

Für Hearn ist das Turnier

von großer Bedeutung. Zum einen

wegen der „besonderen Stimmung

in Berlin“. Zum anderen machte er

das Turnier jüngst zu einem vonvier

Turnieren auf der neuen European

Series. Berlin ist dabei der zweite

Stopp. Am vergangenen Wochenende

gewann der Australier Neil Robertson

in Dornbirn/Österreich, auf

Berlin folgen Turniere in Watford/England

und in Gibraltar.

Die Turnierserie steht hierbei

symbolisch für das Bestreben von

Barry Hearn, dem Sport durch Globalisierung

und neue Events zu noch

größerem Wachstum zu verhelfen.

EinAnsatz, der sich wie ein roter Faden

durch die Arbeit von Hearn und

seiner Agentur Matchroom Sport

zieht. Ein Ansatz, mit dem Hearn

mehreren Sportarten einen Wegins

Rampenlicht ermöglichte, für den

der Promoter aber kritisiertwird.

Wenn Barry Hearn über seinen

Weg als Sportpromoter spricht,

schwingt in seinen Worten viel Pathos

mit: „Ich komme aus einer sehr

armen Familie, aber ich hatte einen

Traum.“ Boxweltmeister im Schwergewicht

wollte der junge Barry werden.

„Ich war allerdings ein ziemlich

schlechter Boxer“, erinnertersich.

Also musste ein anderer Wegins

Sportbusiness her. Den ersten

Schritt machte Hearn 1974, als er in

England Snookerhallen kaufte und

begann, dort Turniere zuveranstalten.

Fahrt nahm er im Snooker auf,

als er wenig später den jungen Steve

Davis zu managen begann. Dieser

avancierte mit unter anderem sechs

Weltmeistertiteln innerhalb eines

Jahrzehnts zum dominanten Snookerprofi

der 80er-Jahre. Und weil

Hearn damals auch die anderen

Topspieler promotete,wurde er zum

großen Gewinner,als der Sportauch

dank des Senders BBC Mitte der 80er

rasant an Popularität gewann.

Stück für Stück stieg Hearn indie

anderen Sportarten ein. „Immer mit

der Vision, den jeweiligen Sport ins

Rampenlicht und Fernsehen zu

bringen.“ Im Snooker seit zehn Jahren

nicht mehr als privater Unternehmer,

sondern als Präsident von

World Snooker. 2010 hat Hearns

Agentur 51 Prozent der Anteile von

World Snooker übernommen und

dieVermarktung des Sports vorangetrieben.

„Unerbittlich und mit viel

Begeisterung“, wie Hearnselbst sagt.

„Ich denke, dass es an jedem Ort der Welt

Dinge gibt, die nicht gut laufen.

In Großbritannien, in Deutschland und

natürlich auch in Saudi-Arabien.“

Barry Hearn über die umstrittene Vergabe eines Turniers nach Riad.

Die Ergebnisse können sich sehen

lassen: Statt sechs Turniere auf

der Maintour spielen die Snookerprofis

inzwischen jährlich 20 bis 30.

Auch das insgesamt vergebene Preisgeld

ist gewachsen.Vonrund 3,5 Millionen

britischen Pfund auf knapp

15 Millionen. Statt nur in Großbritannien

und China gastiert die Tour

auch in Ländern wie Lettland oder

eben Österreich und Deutschland.

Ab diesem Jahr steht ein weiterer,

viel diskutierter Stopp an: die Saudi

Arabia Snooker Masters in Riad im

Oktober. Nach dem von seinem

Sohn Eddie promoteten Boxkampf

zwischen Anthony Joshua und Andy

Ruiz im Dezember ist es das nächste

Event, das Barry Hearn mit Matchroom

nach Saudi-Arabien bringt.

Das Preisgeld von 500 000 Pfund für

den Gewinner des Turniers ist dabei

genauso hoch dotiert wie das der

jährlichen Weltmeisterschaft. „Das

kann nur gut für den Sport sein“,

meint Hearn. Dass Menschenrechtsorganisationen

sowie zahlreiche Medien

und Sportler selbst die Vergabe

von Sportevents in Länder wie

Saudi-Arabien kritisieren, verstehe

er, sagt Barry Hearn. Beirren lässt er

sich davon allerdings nicht.

„Ich denke, dass es an jedem Ort

derWelt Dinge gibt, die nicht gut laufen.

In Großbritannien, in Deutschland

und natürlich auch in Saudi-

Arabien“, sagt Hearn. Er habe

schlichtweg nicht die „Power“, um

die Politik zu verändern, könne aber

durch Sport etwas bewirken. „Wir

haben etwa darauf bestanden, bei

dem Turnier weibliche Schiedsrichter

einzusetzen“, sagt Hearn: „Das ist

dortein riesiger Schritt in die richtige

Richtung.“ Dennoch bleibt das Gefühl,

dass das große Preisgeld und

der Profit es Hearn und seinen Spielern

einfach machen, beim Blick auf

das Turnier über die kritischen Bedingungen

innerhalb des Gastgeberstaats

hinwegzuschauen.

Wird es vor dem Turnier in Riad

viel um Politik und Menschenrechte

gehen, ist bei dem dieser Tage in Berlin

laufenden Masters das Gegenteil

der Fall. Im Fokus stehen dort hohe

Zuschauerzahlen und die gute Stimmung

im Tempodrom, die zusammen

mit den insgesamt 400 000

Pfund Preisgeld gleich sechs Spieler

aus der aktuellen TopTen der Weltrangliste

nach Berlin locken. Undso

besteht zumindest die Hoffnung,

dass BarryHearnRecht hat, wenn er

in allerbester Promotermanier zum

Ende des Telefonats ankündigt: „In

Berlin erwartet uns ein Spektakel,

geprägt vonSpannung, Leidenschaft

und Dramatik.“

JakobLobach

fand in Barry Hearneinen

gesprächigen Menschen.

Advokat des Absturzes

Andy Reid, Trainerdes Super-Bowl-Finalisten Kansas City Chiefs, gehört zu den besten Trainern der NFL. Doch die großen Spiele, so heißt es, kann er einfach nicht gewinnen

VonMatti Lieske

Seltsame Kleidungsstücke sind

nicht gerade eine Seltenheit in

der National Football League (NFL).

Hawaiihemden jedoch gehören gemeinhin

weniger zur Grundausstattung

des gestandenen Footballprofis.

Trotzdem trugen von den Spielern

der Kansas City Chiefs auf dem

Flug nach Miami einige die bunte

Oberbekleidung, nicht wegen der erwarteten

Temperaturen, sondernals

Hommage an ihren Coach Andy

Reid, der Hawaiihemden als Freizeitoutfit

ungemein schätzt.

Die Chiefs sind am Sonntag der

FavoritimSuper Bowl gegen die San

Francisco 49ers, doch sie haben ein

schlechtes Omen im Gepäck: Andy

Reid. Der61-Jährige ist einer der besten

Cheftrainer der NFL-Geschichte,

221 Siege hat er mit seinen Teams

Philadelphia Eagles und Kansas City

Chiefs angehäuft, nur fünf Coaches

haben mehr geschafft. Diese fünf allerdings

haben zusammen 22 Meisterschaften

gewonnen, Andy Reid

steht in seiner 20. NFL-Saison bei

null. Er kann einfach die großen

Spiele nicht gewinnen, heißt es über

den so gewichtigen wie freundlichen

Mann.

Einmal war Reid nahe dran, im

Februar 2005 standen seine Eagles in

Jacksonville im Finale gegen die New

England Patriots. Knapp sechs Minuten

vor Schluss lag Philadelphia

mit zehn Punkten zurück, und alle

Welt wunderte sich, wie gemächlich

Reid sein Team agieren ließ, während

die Uhrherunterlief.

Einkuriose Taktik

Nur fünf Trainerngelangen bislang mehr NFL-Siege als Andy Reid.

AP/RIEDEL

Für einen Touchdown benötigten

die Eagles mit 14 Spielzügen fast vier

Minuten, und Patriots-Coach Bill

Belichick, der die drittmeisten NFL-

Siege hat und sechs Super-Bowl-Triumphe,soll

seine Assistenten gefragt

haben, ob denn die Zahlen auf der

Ergebnistafel stimmen. Am Ende

fehlte Reids Team die Zeit für ein

Field Goal zum Ausgleich, NewEngnen

Jahr wurde der Einzug in den Super

Bowl verpasst, weil Linebacker

DeeFordsich ein paar Zentimeter zu

weit vorn postiert hatte, bevor die

Chiefs einen Pass vonTom Brady abfingen.

Die Patriots behielten den Ball

und gewannen in der Verlängerung.

Erneut hatte sich Belichick durchgeland

gewann 24:21. Kurioserweise

wiederholte der Coach die seltsame

Taktik elf Jahrespäter mit den Kansas

City Chiefs,die er seit 2013 betreute.

Über fünf Minuten dauerte im

Viertelfinale, wieder gegen die Patriots,

ein später Touchdown-Drive

zum 20:27, für weitere Punkte blieb

keine Zeit mehr. Und im vergangesetzt,

der Meister des Happy Ends

und ewiger Gegenpol zu Andy Reid,

dem Advokaten des Absturzes. Oft

verspielten seine Teams in wichtigen

Partien große Vorsprünge, fünfmal

verlor Reid im Halbfinale, bis nun

mit dem Erfolg gegen die Tennessee

Titans endlich sein zweiter Einzug in

den Super Bowl gelang.

DenMakel des Coaches tilgen

Seine gute Laune hat sich Andy Reid

durch die Missgeschicke nie dauerhaft

verderben lassen, und nachtragend

war er ebenfalls nicht. Dee

Ford,dem Mann mit dem haarsträubenden

Fehler, half er bei der Suche

nach einem neuen Team und gratulierte

ihm per SMS, als er fündig

wurde, just beim jetzigen Super-

Bowl-Gegner San Francisco 49ers.

Und als der Coach Doug Pederson

2018 mit den Philadelphia Eagles jenen

Titel gewann, der ihm selbst verwehrt

geblieben war, freute ersich

aufrichtig für seinen ehemaligen Assistenten.

Den wollten die Fans in Philadelphia

erst gar nicht haben, weil sie ihn

als eine Kopie vonReid betrachteten,

mit demselben Faible für Offensive

und Risiko, nur jünger und ohne

Übergewicht. „Skinny Andy“, dürrer

Andy, nannten sie Pederson anfangs

spöttisch.

Die Spieler der Chiefs sind fest

entschlossen, den Makel ihres Coaches

zu tilgen. „Wir haben es satt,

ständig zu hören, dass er das große

Ding nicht gewinnen kann“, sagt

Tight End Travis Kelce. Reid gilt, anders

als der despotische Belichick,

bei allem Drang zur Perfektion als

spielerfreundlicher Trainer, entsprechend

beliebt ist er bei seinenTeams.

„Er lässt dich du selbst sein“, sagt

Quarterback Patrick Mahomes, der

die Kansas City Chiefs voneiner starken

Mannschaft in eine formidable

verwandelte. Die Krönung soll am

Sonntag in Miami folgen. Undwenn

nicht? „Das Leben ist größer als das“,

sagt Andy Reid. „Was nicht heißt,

dass ich nicht gewinnen will.“


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 19 *

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Sport

Mit Heim

und

Herz

WasAlba in der Euroleague

gegen Fenerbahce erwartet

Englisch ist die Sprache des Basketballs,und

auf Englisch gibt es

ja den Satz, dass die Heimat da ist,

wo das Herz im Spiel ist. So ungefähr

jedenfalls: My home is wheremyheart

is. So gesehen müsste eigentlich

klar sein, wer andiesem Donnerstagabend

der Herr im Hause ist, in

der Arena am Ostbahnhof, nämlich

die Basketballer von Alba Berlin.

Nun empfangen sie in der Euroleague

aber nicht irgendwen, sie empfangen

um 19.30 UhrFenerbahce Istanbul,

und auch bei dem Klub und

dessen Fans sitzt das sportliche Herz

am heimatlichen Fleck.

Berlin ist die größte türkische Ansiedlung

außerhalb der Türkei, und

gegenüber der Mehrzweckhalle auf

der anderen Seite der Spree liegt

Kreuzberg, liegen home and heart.

„Die werden schon ein paar Leute da

haben. Selbst mein türkischer Friseur

hat schon nach zehn Tickets gefragt“,

sagt Albas Kapitän Niels Giffey.

Manager Marco Baldi rechnet

mit einer emotionalen Atmosphäre,

über die Gäste sagt er:„Siesind einer

der wichtigsten Klubs der Türkei und

sind ein Aushängeschild geworden.“

EinTeam mit hohem Anspruch

Zweite der vergangenen türkischen

Meisterschaft sind die Basketballer

vonFenerbahce.ZuBeginn der aktuellen

Saison hatten sie allerdings ein

paar Probleme, doch inzwischen

fanden sie zu alter Stärke zurück.

Vier der vergangenen fünf Begegnungen

in der Euroleague haben sie

gewonnen. „Die sind schon auf dem

Wegnach oben“, sagt Giffey.Die Türken

sind derzeit Neunter, Alba mit

zwei Siegen weniger Sechzehnter.

Im Hinspiel Anfang Dezember

hatte Alba 102:107 nach Verlängerung

verloren. „Das ist aber nicht

mehr das Fenerbahce aus dem Hin-

Albas LukeSikma ist gegen Fenerbahces

Derrick Williams gefordert.

DPA/GORA

spiel. Das ist jetzt ein anderes Team.

Diehaben sich gefunden, sind stabiler

und haben ein ganz anderes

Selbstbewusstsein“, sagt Baldi.

Verletzte sind mittlerweile zurück,

zudem wurden in James Nunnally

und Malcolm Thomas zwei

Spieler nachverpflichtet. „Und das

sind Spieler, die schon auf dem

höchsten Niveau performt haben.

Die haben sie mal schnell irgendwo

herausgeholt. Das unterschreibt deren

Anspruch“, sagt Baldi. „Das ist

wieder das Team, das um Titel mitspielen

kann.“

In den vergangenen fünf Jahren

erreichten sie immer das Final Four

der Euroleague, einmal gewannen

sie den Titel. Dasheißt für Alba: nicht

zurückstecken, gegenhalten. „Wir

müssen die athletischen Jungs unter

Kontrolle halten. Dasgibt immer viel

positive Energie, wenn das gelingt“,

kündigte Giffey an.

Das verlangt vor allem von Luke

Sikma, wachsam und in guter Form

zu sein. Sein Gegenspieler Derrick

Williams hat in dieser Euroleague-

Saison bisher 11,3 Punkte und vier

Rebounds im Schnitt auf seinem

Konto. Die beiden Forwards unterscheiden

sich in ihrem Spielstil, doch

können beide in dem Duell den Unterschied

ausmachen. Unddas Herz

natürlich. (BLZ)

Pakt mit dem Glück

AlexanderZverev trifft im Halbfinaleder Australian Openauf Dominic Thiem –und wieder ist alles offen

VonDoris Henkel, Melbourne

Aneinem perfekten australischen

Sommertag, wolkenloser

Himmel, gute

Luft und nicht zu heiß,

machte Alexander Zverev einen großen

Schritt. Mit dem Sieg gegen den

Schweizer Stan Wawrinka (1:6, 6:3,

6:4, 6:2) landete er zum ersten Malin

seiner Karriere imHalbfinale eines

Grand-Slam-Turniers, und in dem

wirderamFreitag gegen einen guten

Freund spielen, den Österreicher

Dominic Thiem. Der war Stunden

später nach dem dritten Matchball

eines aufregenden Spiels gegen Rafael

Nadal am Ziel (7:6, 7:6, 4:6, 7:6),

und meinte danach, er freue sich

nicht nur auf dieses Spiel, sondern

vorallem auch darüber,dass es Zverevendlich

geschafft zum habe.

Der Schritt, den Zverev in Melbourne

machte, ist noch größer, als

es auf den ersten Blick aussieht,

denn er steht für Fortschritt und Entwicklung.

Aber wie hätten die Erwartungen,

die er wie einen mit Steinen

gefüllten Wagen hinter sich her zog,

nicht entstehen sollen? Vorder ersten

Begegnung mit dem damals

knapp 19 Jahre alten Zverev 2016 in

Indian Wells hatte Nadal prophezeit,

der sei die klarezukünftige Nummer

eins,ein erstaunlicher Spieler,der alles

habe, umein großer Star zu werden.

Kurios an der ganzen Geschichte

ist nicht, Alexander Zverev

nun tatsächlich im Halbfinale zu sehen,

sondern dass es gerade jetzt

passiert. Nach einem eher bescheidenen

Jahr 2019, nach einer Vorbereitung

auf 2020, für die er so gut wie

keine Zeit hatte,weil er kurzvor dem

Jahreswechsel mit Roger Federer zu

einer Werbetour nach China geflogen

war, und nach einem Auftakt

beim ATPCup in Brisbane, von dem

er selbst sagt, der hätte kaum

schlechter sein können.

Beim Aufschlag wie ein junger Gott

Nach vier souveränen Spielen in

Melbourne bestand er die erste

schwere Prüfung mit Bravour. Den

klarenVerlust des ersten Satzes hakte

er schnell ab, weil er wusste, dass

Wawrinka in diesem Satz großartig

gespielt und dass er sich selbst

schwergetan hatte, mit den veränderten

Bedingungen umzugehen,

mit Sonne und Wärme statt Abend

und Dunkelheit wie im Spiel davor.

Im zweiten Satz schlug er auf wie ein

junger Gott und gab dabei keinen

einzigen Punkt ab –gab es wirklich

eine Phase, inder er den Aufschlag

verloren zu haben schien, dieses

kostbare Gut? Undden Rest hatte er

Schaut her,hier bin ich: Halbfinalist Alexander ZverevinMelbourne.

GETTY IMAGES/BRUNSKILL

Aus für Rot-Weiß Erfurt

so souverän im Griff wie in den Spielen

zuvor. Gegen einen Mann, der

drei von vier Grand-Slam-Finals gewonnen

hatte.

Aber vielleicht hätte Zverev nichts

besseres passieren können als der

verpatzte Startindie Saison. Er konzentrierte

sich auf seine Arbeit, verschaffte

sich mit verschärftem Arbeitspensum

ein gutes Gefühl, und

es war wohl auch eine Hilfe, dass er

quasi unterhalb des Favoriten-Radars

ins Turnier starten konnte; das

war anders als im vergangenen oder

im Jahr zuvor.War er zu ungeduldig

in der Vergangenheit gewesen? „Ja,

sehr ungeduldig. Irgendwie hab ich

wohl zu viel Aufmerksamkeit auf die

Grand-Slam-Turniere gelegt, sie haben

mir einfach zu viel bedeutet.“

Nicht, dass sie ihm jetzt gleichgültig

wären, aber er sagt, er gehe mit dem

Drumherum entspannter um als früher.Die

gute Stimmung im Team mit

seinem besten Freund, Doppelspezialist

Marcelo Melo, seiner Freundin,

Physio Hugo Gravil und Fitnesstrainer

JezGreen passe auch.

Vier eisenharte Stunden

Es war Abend, als Alexander Zverev

in der Hoffnung den Melbourne Park

verließ, Rafael Nadal und Dominic

Thiem mögen bitte sechs Stunden

spielen und dabei so müde werden,

wie es eben möglich sei. Aus den

sechs Stunden wurde nichts, aber

die vier Stunden und zehn Minuten

der Partie waren gefüllt mit so vielen

eisenharten, schweißtreibenden

Ballwechseln, mit physischen und

psychischen Anstrengungen auf allerhöchster

Ebene, dass Zverevs

Wunsch annähernd erfüllt wurde.

Einmal lag Thiem selbst am Boden

während eines Ballwechsels und gewann

trotzdem den Punkt, der Pakt

mit dem Glück bei diversen Netzrollern

funktionierte, und er hatte so

viel Mut, wie man für einen Sieg gegen

den Ersten der Weltrangliste

braucht. Die Führung in der Rangliste

könnte der Spanier verlieren,

falls Novak Djokovic am Sonntag in

Melbourne den Titel gewinnen

sollte, aber war ihm am Fuße der

Nacht ziemlich egal.

Ist die Chance für Zverev, als erster

deutscher Spieler nach Rainer

Schüttler an gleicher Stelle 2003, im

Finale eines Grand-Slam-Turniers

zu landen, nun größer, weil er nicht

gegen Rafael Nadal, sondern gegen

Dominic Thiem spielen wird? Nicht

unbedingt. Sechs von acht gemeinsamen

Begegnungen gewann Österreichs

Bester, darunter die ersten

drei und die beiden letzten. Alles ist

offen, nur so viel steht fest.

Der insolvente Fußballklub meldet sein Team aus der Regionalliga ab und will nun in der Oberliga einen Neuanfang wagen

Das erhoffte Fußball-Wunder

blieb aus. Regionalligist Rot-

Weiß Erfurt zieht endgültig die Notbremse

und meldet seine Mannschaft

ab. Insolvenzverwalter Volker

Reinhardt musste am Mittwoch

diese Entscheidung treffen, nachdem

Verhandlungen mit einem Investor

trotz Absichtserklärung erfolglos

verlaufen waren.

„Die Spieler der Mannschaft haben

große Geduld bewiesen. Die

meisten von ihnen wollten bleiben

und haben bis heute abgewartet. Sie

müssen jetzt noch vor Ende der

Transferperiode die Möglichkeit zu

einem Vereinswechsel bekommen“,

sagte Reinhardt. „Ich danke allen

Spielern, dass sie diese auch für sie

belastende Situation solidarisch mitgetragen

haben und wünsche ihnen

allen eine erfolgreiche sportliche Zukunft.“

Damit fällt nicht nur das Spiel

am Sonnabend gegen Tabellenführer

FCEnergie Cottbus aus. Die gesamte

Tabelle der Regionalliga wird

sich verändern, da die Spiele mit Erfurter

Beteiligung annulliertwerden.

Auch zum Halbfinale im Thüringen-

Abgang: Spieler von Rot-Weiß Erfurtnach einer Krisensitzung. IMAGO IMAGES/BILD 13

Pokal wirdRWE nicht antreten. „Der

FC Rot-Weiß Erfurt ist ein Traditionsverein

im Osten, verkörpert für

seine zahlreichen und leidenschaftlichen

Fans seit 54 Jahren Identifikation

und Stolz. Dassollte nicht so zu

Ende gehen“, sagte Cottbus-Präsident

Matthias Auth.

Stattdessen konzentriert man

sich in Erfurt auf einen Neustart in

der Oberliga. Auch der Nachwuchsbereich

soll erhalten bleiben.

Am Freitag hatte Reinhardt bereits

angekündigt, die Mannschaft

am Montag vomSpielbetrieb abmelden

zu wollen. Zuvor hatte der Klub

die Dezember-Gehälter nicht zahlen

können, weil ein Investor Zahlungen

nicht geleistet hatte. Auch Gespräche

mit neuen Geldgebernwaren er-

folglos verlaufen. Zwei Tage später

keimte Hoffnung auf. Reinhardt

teilte mit, dass Gespräche mit einem

Investor vielversprechend gelaufen

seien und bereits eine Absichtserklärung

unterzeichnet worden war. Bis

zum Ende der Wechselperiode am

Freitag musste eine Entscheidung

gefällt werden, damit Spieler sich

notfalls nach einem neuen Verein

umsehen können.

Bereits zu Beginn der Woche hatten

Morten Rüdiger (Lübeck), Rico

Gladrow (Cottbus), Kapitän Lukas

Novy (unbekannt) und Selim Aydemir

(Menemenspor) den Klub verlassen.

Nun suchen weitere Spieler

innerhalb kürzester Zeit einen

neuen Verein.

In RWEverliertder Fußball-Osten

einen seiner bekanntesten Vereine

vorerst in die Bedeutungslosigkeit.

Doch mit riskanten wirtschaftlichen

Manövern begann der Abstieg. Am

14. März 2018 wurde der Insolvenzantrag

eingereicht, wenige Wochen

später stand der Abstieg in die Regionalliga

fest. Zwei Jahrespäter geht es

nun noch eine Liga tiefer.

NACHRICHTEN

Füchse holen Cabezón als

Ersatz für Zachrisson

HANDBALL. DieFüchse Berlin haben

auf den Ausfall vonMattias

Zachrisson reagiertund den 27 Jahre

alten Spanier Javier MuñozCabezón

bis zum Saisonende verpflichtet. Der

Rechtsaußen kommt vonTatran Presovaus

der Slowakei zum aktuellen

Tabellenfünften und soll den dänischen

Dauerbrenner Hans Lindberg

entlasten. Mattias Zachrisson war

Mitte Januar zum zweiten Malander

lädierten Schulter operiertworden

und wirdden Füchsen in dieser

Spielzeit nicht mehr zur Verfügung

stehen.

DSV nominiertLesser für

WM in Antholz

BIATHLON. Erik Lesser hat sich doch

noch durch die Hintertür die Teilnahme

an der WM in Antholz gesichert.

DerDeutsche Skiverband

(DSV)nominierte den 31-Jährigen

aus Frankenhain trotz fehlender

sportlicher Qualifikation für den Saisonhöhepunkt

in Südtirol vom13.

bis 23. Februar.Lesser erfüllte im

letzten Weltcup vorden Titelkämpfen

mit Platz 14 im abschließenden

MassenstartinPokljuka nur die

halbe WM-Norm.

Christoph Harting startet

beim Istaf Indoor

LEICHTATHLETIK. Diskuswurf-

Olympiasieger Christoph Harting

startet wie im Vorjahr beim Istaf Indoor

in die Saison. Der29Jahrealte

Berliner tritt am 14. Februar in der

Arena am Ostbahnhof wieder in einem

Mannschaftsduell zwischen

Frauen und Männernan.Wiedie Organisatoren

des Hallenmeetings

weiter mitteilten, sind für die Veranstaltung

bereits mehr als 12 000 Tickets

abgesetzt worden. Nurnoch

rund 300 Karten seien verfügbar.

ZAHLEN

Fussball

Zweite Liga, 19. Spieltag

Arminia Bielefeld -VfL Bochum 2:0 (1:0)

Jahn Regensburg -Hannover96 1:0 (1:0)

SpVgg Greuther Fürth -FCSt. Pauli 3:0 (1:0)

SV Wehen Wiesbaden -ErzgebirgeAue 1:0 (1:0)

VfB Stuttgart-1.FCHeidenheim 3:0 (1:0)

Holstein Kiel -Darmstadt 98 1:1 (1:1)

Dynamo Dresden -Karlsruher SC 1:0 (1:0)

VfL Osnabrück -SVSandhausen 1:3 (0:1)

Hamburger SV -1.FCNürnberg Do., 20.30

1. Arminia Bielefeld 19 37:21 37

2. VfB Stuttgart 19 33:24 34

3. Hamburger SV 19 36:19 31

4. 1. FC Heidenheim 19 27:21 30

5. Jahn Regensburg 19 33:28 29

6. ErzgebirgeAue 19 29:27 29

7. SpVgg Greuther Fürth 19 28:24 28

8. SV Sandhausen 19 24:21 27

9. VfL Osnabrück 19 26:22 26

10. Holstein Kiel 19 30:31 24

11. Darmstadt 98 19 21:26 22

12. St. Pauli 19 24:26 21

13. Hannover96 19 22:31 21

14. VfL Bochum 19 32:36 20

15. Karlsruher SC 19 29:37 20

16. SV Wehen Wiesbaden 19 22:35 20

17. 1. FC Nürnberg 18 26:34 19

18. Dynamo Dresden 19 18:34 16

Tennis

Australian Open

Männer,Viertelfinale: Alexander Zverev(Hamburg/7)

-Stanislas Wawrinka (Schweiz/15) 1:6,

6:3, 6:4, 6:2; Dominic Thiem (Österreich/5) -Rafael

Nadal (Spanien/1) 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 4:6,

7:6 (8:6)

Damit im Halbfinale: Alexander Zverev-Dominic

Thiem (Österreich/Nr.5); NovakDjokovic (Serbien/Nr.2)-Roger

Federer (Schweiz/Nr.3)

Frauen, Viertelfinale: Simona Halep (Rumänien/Nr.4)-Anett

Kontaveit (Estland/Nr.28) 6:1,

6:1; Garbine Muguruza (Spanien) -Anastasia

Pawljutschenkowa(Russland/Nr.30) 7:5, 6:3

Damit im Halbfinale: Simona Halep -Garbine Muguruza;

Ashleigh Barty (Australien/Nr.1)-Sofia

Kenin (USA/Nr.14)


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Sport

Dann mach’smal gut, Festland: Liverpools Trainer Jürgen Klopp steht im Regen, buchstäblich, nicht sinnbildlich.

IMAGO/SVEN SIMON

God save the Arbeitserlaubnis

Die englische Premier League sorgt sich, aufgrund des Brexits ihre Vormachtstellung als beste Liga der Welt langfristig zu verlieren

VonHendrik Buchheister,Manchester

Big Benwirdnicht erklingen

am Freitagabend um 23

Uhr britischer Zeit, wenn

das Vereinigte Königreich

seinen Austritt aus der Europäischen

Union vollzieht. Der Glockenturm

der Houses of Parliament wirdrenoviert,

die berühmte Glocke ist deshalb

still im Moment. Der konservative

Premierminister Boris Johnson

regte an, sie für den historischen Augenblick

in der Nacht auf Sonnabend

läuten zu lassen, sein Parteikollege

Mark Francois startete zu

diesem Zweck sogar eine Spendenaktion

und sammelte mehr als

270 000 Pfund, doch das Vorhaben

scheiterte,weil es sich offenbar technisch

gar nicht umsetzen lässt. Dafür

gehen in der Premier League die

Alarmglocken –soformuliert esdie

Krawall-Zeitung The Sun, die normalerweise

jeglicher Brexit-Skepsis

unverdächtig ist.

Der EU-Austritt der Briten bringt

für die populärste und reichste Fußball-Liga

der Welt allerhand Unwägbarkeiten

mit sich. Die Befürchtung

ist, dass sie ihre Vormachtstellung

verlieren könnte. Der Grund dafür

sind strengereRegeln für den Import

von Spielern aus EU-Ländern, die

künftig in Kraft treten könnten. „Alle

Maßnahmen, die den Fluss vonausländischer

Qualität beschränken,

könnten die Marktposition der Premier

League schwächen und damit

ihren Wettbewerbsvorteil untergraben“,

sagte Simon Chadwick, Professor

für Sportökonomie an der Salford

University, schon im vergangenen

Märzder Nachrichtenagentur AFP.

Für die aktuell in England beschäftigten

EU-Ausländer dürfte

sicherst mal nichts ändern. Siebehalten

ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis,genau

wie alle rund drei Millionen

Bürger aus EU-Staaten, die

sich schon vordem Ablauf der Übergangsfrist

Ende des Jahres in England,

Schottland,Wales und Nordirland befinden.

Kompliziertwerden könnte es

für Spieler,die ab 2021 in die Premier

League wechseln wollen.

Für sie könnten künftig die gleichen

Beschränkungen gelten, die aktuell

schon für Nicht-EU-Ausländer

in Kraft sind. Diese Spieler sind auf

die Zustimmung des englischen Verbandes

(FA) angewiesen, um eine Arbeitserlaubnis

im Vereinigten Königreich

zu bekommen. Als Kriterien

dafür legt die FA an, welchen Platz

das Herkunftsland in der Fifa-Weltrangliste

belegt und wie erfahren

und profiliert der Spieler ist. Vereinfacht

formuliert: Gestandene Nationalspieler

aus dem EU-Ausland

dürften auch künftig keine Probleme

bei einem Wechsel in die Premier

League haben. Spitzenteams wie

Jürgen Klopps Champions-League-

Sieger und Tabellenführer FC Liverpool

oder Meister Manchester City

mit Trainer Pep Guardiola sind von

den neuen Regeln also weniger betroffen,

weil sie ohnehin in erster Linie

hochkarätige Profis verpflichten.

„Der Brexit sollte weder dazu genutzt werden,

die Spielerkader im britischen Fußball zu

schwächen, noch die Möglichkeiten der Clubs

zu beschränken, internationale Spieler

zu verpflichten.“

Die Ligavertreter der Premier League zu möglichen Auswirkungen des Brexit.

KleinereVereine dürften es dagegen

schwerer haben, denn sie sind

oft auf weniger bekannte Fußballer

angewiesen. Huddersfield Town

stieg vordreiJahren mit Spielernwie

Christopher Schindler, Chris Löwe

und Michael Hefele in die Premier

League auf, Norwich City gelang im

vergangenen Jahr das gleiche mit

Profis wie Mario Vrancic, Christoph

Zimmermann, Tom Trybull und

Marco Stiepermann. Brighton and

Hove Albion verpflichtete vor drei

Jahren Pascal Großaus Ingolstadt.

Ob die FA Profis dieser Kategorie

künftig eine Arbeitserlaubnis ausstellt,

ist fraglich. Auch aktuelle Starspieler

wie N'Golo Kante (heute FC

Chelsea) und Riyad Mahrez (heute

Manchester City) wären unter den

strengeren Auflagen möglicherweise

nie in die Premier League gekommen.

Sie waren noch relativ unbekannt,

als sie einst zu Leicester City

wechselten, wo sie sich einen Namen

machten.

Einen Nachteil könnten die englischen

Klubs auch bei der Verpflichtung

junger Fußballer aus dem EU-

Ausland haben. Anders als noch im

Moment dürften Spieler künftig erst

mit 18 Jahren nach England wechseln.

Rivalisierende Klubs aus EU-

Staaten könnten Spieler auch weiterhin

schon vor dem Erreichen der

Volljährigkeit aufnehmen. Die Premier

League droht, beim Kampf um

internationale Talente künftig außen

vor zusein. Ein Beispiel wäre hier

Paul Pogba, der schon im Alter von

16 Jahren aus Frankreich in die Akademie

von Manchester United

wechselte.

Die FA versucht, den Brexit zu

nutzen, um den heimischen Nachwuchs

zu fördern. Sie will die Zahl

der Ausländer in den Teams beschränken

und den Anteil der in

England ausgebildeten Spieler erhöhen.

Davon soll langfristig auch die

englische Nationalmannschaft profitieren.

Die Premier League ist davon

nicht begeistert. Sie will nicht,

dass den Vereinen bei der Kaderplanung

hereingeredet wird. „Der Brexit

sollte nicht dafür genutzt werden,

um die Mannschaften im britischen

Fußball zu schwächen oder die Möglichkeit

zu beschränken, Spieler aus

dem Ausland zu verpflichten“ –das

ist der Standpunkt der Liga. Eine Einigung

in diesem Interessenkonflikt

mit der FA scheint in weiter Fernezu

liegen. Nur weil der EU-Austritt in

der Nacht zu Sonnabend vollzogen

wird, heißt das noch lange nicht,

dass alle Fragen geklärt wären. Das

gilt auch für den Fußball.

VonRentnern und Debütanten

Fortuna Düsseldorf sieht sich nun doch zur Trennung von Friedhelm Funkel gezwungen –und setzt im Abstiegskampf auf den in der Bundesliga unerfahrenen Trainer Uwe Rösler

Nur einen Tagnach der Auszeichnung

von Friedhelm Funkel als

Düsseldorfs Trainer des Jahres gaben

die Fortunen die Trennung von dem

66 Jahrealten Routinier bekannt. Lediglich

ein Sieg in den vergangenen

neun Spielen und der Sturz auf den

letzten Tabellenplatz besiegelten das

in Fan-Kreisen umstrittene Aus.

Nachfolger UweRösler soll den Klub

vor dem Abstieg bewahren und erhielt

einen auch für die Zweite Liga

gültigen Vertragbis Sommer 2021.

„Ich bin seit 16 Jahren Trainer und

einige Male in solchen Situationen

gewesen. Ich habe die Energie, das

mit der Mannschaft zu schaffen“,

sagte der 51-Jährige. Für ihn sei die

Bundesliga immer „ein Riesenziel“

gewesen: „Ich habe bei der Fortuna

unterschrieben, das ist für mich eine

einmalige Chance in Deutschland.“

Mit Blick auf das nächste Spiel am

Sonnabend gegen Eintracht Frankfurt(15.30

Uhr) forderte Rösler:„Die

Hütte muss brennen. Wir müssen

mehr Tore schießen und Spiele gewinnen.“

Die Freistellung von Funkel

dürfte den Klub voreine schwereBelastungsprobe

stellen und den Vorstand

massiv unter Druck setzen.

Schließlich genoss der Coach bei

den Fans bis zuletzt hohes Ansehen,

weil er die Mannschaft nach seinem

Amtsantritt 2016 zunächst vor dem

Zweitliga-Abstieg bewahrt, sie 2018

zurück ins Oberhaus und in der vergangenen

Saison auf Rang zehn geführt

hatte. Doch auch diese Solidarität

des Anhangs konnte das Aus

nicht abwenden. Dabei hatten sich

beide Seiten noch nach dem 2:1 über

Union Berlin am 17. Spieltag im Falle

des Klassenverbleibs auf eine Vertragsverlängerung

geeinigt.

Nutzt aus seiner Sicht eine einmalige Chance: UweRösler.

„Die Entscheidung ist uns sehr

schwergefallen. Aber wir haben uns

entschieden, mit demTrainerwechsel

einen neuen Impuls zu setzen“, kommentierte

Lutz Pfannenstiel. Nach

Einschätzung des Sportvorstands war

DPA/THISSEN

eine Trennung von Funkel unumgänglich:

„Wir stellen mit 18 eigenen

Treffern die torärmste Offensive und

mit 40 Gegentoren die drittschwächste

Defensive der Bundesliga.

Das führt dazu, dass wir in der

Konstellation nicht mehr an den

Turnaround für den Klassenerhalt

glauben.“

Funkel machte aus seinem Unverständnis

keinen Hehl. „Man hat nach

der Winterpause gesehen, dass die

Mannschaft anders auftritt. Die Leistungskurve

ging nach oben“, kommentierte

er bei Sky Sport News. Für

ihn ist es ein endgültiger Abschied

vom Profi-Fußball. Er hatte schon

mehrmals angekündigt, seine Karriere

nach seiner Düsseldorfer Amtszeit

beenden zu wollen. „Da gibt es

nichts dran zu rütteln. Ich sage das

ohne Wehmut. Ichhätte das gernam

Ende meiner Vertragslaufzeit verkündet.

Das ist jetzt nicht so“, sagte er.

Damit verliert die Bundesliga einen

beliebten Protagonisten, der nach

langer Profikarriere inüber 500 Partien

als Trainer diverser Vereine auf

der Bank saß.

Mitdem fünfmaligen DDR-Nationalspieler

Rösler setzt die Klubspitze

auf einen Nachfolger ohne Bundesliga-Erfahrung

als Trainer. Obwohl er

bisher nur im Ausland tätig war,geht

der 51-Jährige mit Zuversicht in seine

neue Aufgabe: „Ein Trainerwechsel

setzt Energien frei. Spieler,die zuletzt

nicht gespielt haben, schöpfen neue

Hoffnung.“

Als aktiver Profi machte sich Rösler

vor allem in seiner Zeit bei Manchester

City (1994 bis 1998) und dem

1. FC Kaiserslautern (1998 bis 1999)

einen Namen. Beendet wurde Röslers

aktive Karriere, als er als Profi von

Lillestrøm SK 2003 an Krebs erkrankte.Nach

seiner Genesung debütierte

Rösler bei Lillestrøm SK alsTrainer.

Weitere Stationen waren Viking

Stavanger, Molde FK, FC Brentford,

Wigan Athletic, Leeds United, Fleetwood

Town und Malmö. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 – S eite 21

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Feuilleton

In seinem neuen Film

widmet sich KenLoach

der Dienstbotenklasse

Seite 22

„Brittens ’Rape of Lucretia’ ist an Aktualität kaum zu überbieten.“

Peter Uehling über eine Low-Budget-Aufführung von Robin Ticciati mit Gesangsstudenten Seite 23

Dresdener Opernball

Lieber

kein Orden

Harry Nutt

wundertsich über die Kulturpreisreiskultur.

Die Verteidigungsfront hielt nicht

allzu lange. Nach anfänglicher

Kritik an der Verleihung des St.-Georgs-Ordens

des Dresdner Semperopernballs

an Ägyptens Präsidenten

Abdelfattah al-Sisi war Ballvereins-

Chef Hans-Joachim Frey noch um

Beschwichtigung bemüht. Ein

Opernball sei nun einmal eine kulturelle

und keine politische Veranstaltung.

Man stehe zu der Entscheidung.

Allerdings nicht sehr lange.Inzwischen

ist Frey zurückgerudert. „Wir

möchten uns für diese Preisverleihung

entschuldigen und uns davon

distanzieren. DieVerleihung war ein

Fehler“, lässt er nun demütig verlauten.

Wasden Ballverein geritten haben

mag, den früheren ägyptischen

General, der 2013 durch einen

Putsch an die Macht kam und seither

als Präsident seines Landes mit autoritärer

Strenge und undemokratischen

Mitteln gegen Kritiker und

Oppositionelle vorgeht, mit einem

Orden zu behängen, möchte man so

genau gar nicht wissen. DerHinweis,

dass al-Sisi in seinem Land für Stabilität

und kulturelle Bildung sorge,

muss in den OhrenBetroffener mehr

als zynisch geklungen haben.

Bemerkenswertist der Dresdener

Fall aber nicht zuletzt auch im Hinblick

auf die deutsche Kulturpreislandschaft.

Nicht selten jedenfalls

scheinen kleine, das liebe lange Jahr

über wenig beachtete Institutionen

bemüht, etwas vom Ruhm und der

Bedeutung der wirklich Mächtigen

abbekommen zu wollen. Präsident

al-Sisi in Dresden, das hätte zweifellos

ein paar über den Tag hinaus

haltbare Pressefotos aus der sächsischen

Landeshauptstadt ergeben.

Loben und Preisen ist kein einfaches

Geschäft, und wer esbetreibt, sollte

über Kompetenz sowie einen gefestigten

Charakter verfügen. Wie der

Fall des Literaturnobelpreisträgers

Peter Handke unlängst gezeigt hat,

bedarfesauch der Bereitschaft, Kontroversen

durchzustehen. Eine Kultur

des Einknickens jedenfalls ist wenig

preisverdächtig.

Die Festivalmanagerin und der künstlerische Leiter der Berlinale: Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian

Der Star ist das Kollektiv

Weniger Filme, größere künstlerische Relevanz: Die Leitung der 70. Berlinale stellt ihr Programm vor

VonFrank Junghänel

Bevor die Pressekonferenz

begann, stellte sich die

künstlerische Leitung der

70. Berlinale zum Gruppenfoto

auf. Es dauerte ein bisschen,

ehe die 21 Frauen und Männer, die

die verschiedenen Sektionen vertreten,

ihren Platz auf dem Podium gefunden

hatten. DasGipfeltreffen der

B21, wie man es nennen könnte,besaß

Symbolwert. Immer wieder kam

der neue Festival-Direktor Carlo

Chatrian bei dem traditionellen Termin

im Haus der Bundespressekonferenz

am Mittwoch in Berlin auf die

Idee des Kollektivs zurück. Der Film

sei ein kollektives Medium, geschaffen

für ein Kollektiv vonZuschauern,

in dem freilich jeder einzelne seinen

ganz persönlichen Zugang zu dem

Gesehenen finden werde.

Nach ein paar schönen Worten

zum Geleit ging es dann ohne große

Umstände hinein in das Programm

des diesjährigen Wettbewerbs, dessen

Bekanntgabe sich das neue Leitungsduo

aus Mariette Rissenbeek

und Carlo Chatrian für diesen Tag

aufgespart hatte. Dazuvor wirklich

nichts durchgesickert war, hatte die

Bekanntgabe der Bärenkandidaten

tatsächlich Neuigkeitswert. Wo also

anfangen? Am besten am Anfang.

Dererste Film im Wettbewerb der

Jubiläumsberlinale hätte treffender

kaum ausgewählt sein können. Die

deutsch-niederländische Produktion

„Berlin Alexanderplatz“ von

Burhan Qurbani („Shahada“, „Wir

sind jung, wir sind stark“) bietet eine

Adaption des Romanklassikers von

Alfred Döblin, in der das Geschehen

aus dem Berlin des Jahres 1929 in die

Gegenwart verlagert wird. Die

Hauptrolle spielt Welket Bungué aus

Guinea-Bissau, dessen Filmfigur

sich als Flüchtling im kriminellen

Milieu Berlins zu verlieren droht.

Und auch der zweite deutsche

Wettbewerbsbeitrag spielt in Berlin.

Christian Petzold, praktisch ein

Hausregisseur der Berlinale,konkurriertindiesem

Jahr bereits zum fünften

Mal umeinen Berlinale-Bären.

Seine „Undine“ orientiert sich frei

am Mythos um die unheilvolle Wasserfrau,

wobei auch Petzold die Geschichte

in die heutige Zeit transformiert.

Die Historikerin Undine arbeitet

im Senat für Stadtentwicklung

und bietet Stadtführungen an. Als

sich ihr Freund von ihr trennen will,

wird die junge Frau von dem Fluch

eingeholt, ihn töten zu müssen. Wie

schon in Petzolds Seghers-Adaption

„Transit“ vorzweiJahren verkörpern

Paula Bär und Franz Rogowski die

tragenden Rollen in dem Spiel.

DieandereLieblingsschaupielerin

des Regisseurs,Nina Hoss, ist in dem

Schweizer Beitrag „Schwesterlein“

zu sehen, einem ebenfalls größtenteils

in Berlin spielenden Künstlerdrama

um eine Theaterautorin und

ihren exzentrischen, an Leukämie

erkrankten Zwillingsbruder, der von

Lars Eidinger gespielt wird. Thomas

Ostermeier macht in diesem Film

vonStéphanie Chuat und Véronique

Reymond die Schaubühnenfamilie

komplett.

Bevor es mit dem Wettbewerb

weitergeht, den Carlo Chatrian zügig

abspulte, ohne dabei persönliche

Präferenzen erahnen zu lassen, noch

ein wenig Statistik. Insgesamt haben

die Filmscouts in diesem Jahr 6800

Beiträge gesichtet, aus denen sich

schließlich 18 Bären-Anwärter herauskristallisierten.

Mit 340 statt zuletzt

400 Filmen ist das Angebot etwas

schmaler als bisher,was den Kritikern

von Dieter Kosslick gefallen

müsste, die den abgelösten Direktor

für die sukzessive Aufblähung und

Eventisierung des Festivals haftbar

machten. Für Chatrian und seine

das Geschäftliche verantwortende

Leitungspartnerin Mariette Rissenbeek

liegt der Schwerpunkt nicht auf

dem roten Teppich, so viel lässt sich

jetzt schon sagen. Aufdie Frage,welche

Gäste denn so zu erwarten seien,

AFP/ODD ANDERSEN

sagte Chatrian etwas schmallippig:

die Filmemacher. Schließlich ließ er

sich noch die Namen Javier Bardem,

Salma Hayek, Elle Fanning und Willem

Dafoe entlocken.

Über das weitere Programm lässt

sich vonder Papierformnaturgemäß

noch nicht viel sagen. Interessant

dürfte eine Auskopplung aus dem

vieldiskutierten DAU-Projekt des

russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky

sein. Während „Natasha“ als

Spielfilm angekündigt wurde, läuft

die Dokumentation „DAU. Degeneratsia“

als Berlinale-Special im Haus

der Berliner Festspiele. Neben Berlinale-Debütanten,

etwa aus Kambodscha

oder dem Iran, sind etliche

Rückkehrer annonciert: So zeigen

die Britin Sally Potter„The Roads Not

Taken“, der Koreaner Hong Sangsoo

„The Woman Who Ran“ und der US-

Amerikaner Abel Ferrara„Siberia“.

Ein Motto gibt es in diesem Jahr

nicht. „Brauchen Sie ein Motto?“,

fragte Chatrian in die Runde. „Wenn

die eher dunklen Farben überwiegen,

mag das daran liegen, dass die vonuns

ausgewählten Filme eher illusionslos

auf die Gegenwart blicken, nicht weil

sie Schrecken verbreiten, sondernweil

sie uns die Augen öffnen wollen.“

Die70. Berlinale findet von20. Februar

bis 1. Märzstatt. DerTicketvorverkauf

startet am 17. Februar.

NACHRICHTEN

Bauakademie hält an

umstrittenem Direktor fest

DieBundesstiftung Bauakademie

hält an der Berufung des SPD-Politikers

Florian Pronold als Direktor der

Berliner Bauakademie fest. DerStiftungsrat

sei nach wie vorvom Kandidaten

und vomAuswahlverfahren

überzeugt, teilte das Gremium am

Mittwoch in Berlin mit. Dennoch

will die Stiftung angesichts gegenläufiger

Gerichtsentscheidungen die

Personalie nun rechtlich absichern

lassen und strebt eine Klärung in der

nächsten Instanz vordem Landesarbeitsgericht

an. Gleichzeitig entschied

der Stiftungsrat, die Kulturmanagerin

Julia Rust zur stellvertretenden

Direktorin zu ernennen. Rust

ist zurzeit Direktorin des privaten

Museums Me Collectors Room und

wirdfür Organisation, Personal und

Finanzen zuständig sein. (dpa)

Deutsche Direktorin kehrt

nach Florenz zurück

DieDeutsche Kunstexpertin Cecilie

Hollbergkehrtnach einer Polemik

über ihr Vertragsende an der Galleria

Dell'Accademia in Florenz wieder in

das Museum zurück. Dasbestätigte

der italienische Kulturminister Dario

Franceschini am Mittwoch in Rom.

Hollbergs Vertragwar im Sommer

2019 vonder populistischen Vorgängerregierung

nicht verlängertworden.

DieGalleria ist weltweit für Michelangelos

David-Skulptur bekannt

und gehörtzuden meistbesuchten

Museen in Italien. Hollbergstammt

aus Niedersachsen. Siehatte die Besucherzahlen

starkerhöht und das

Museum modernisiert. (dpa)

Ulrich Matthes juriertden

Günter-Rohrbach-Filmpreis

DerSchauspieler und Präsident der

Deutschen Filmakademie Ulrich

Matthes übernimmt den Vorsitz des

diesjährigen Günter-Rohrbach-

Filmpreises.Der nach dem 1928 geborenen

Filmproduzenten („Das

Boot“) benannte Preis der Stadt

Neunkirchen wurde 2011 ins Leben

gerufen, will dund ist im Hauptpreis

mit 10 000 Euro dotiert. 2019 wurde

unter dem Vorsitz Margarete von

Trottas „Systemsprenger“ vonNora

Fingscheidt ausgezeichnet. (BLZ)

UNTERM

Strich

Rom &Peter

Ewig ruht die

Hammerfaust

VonPeter Wawerzinek

Einen kleinen Spaziergang, mehr nicht,

unterweise ich meinen Gast. Er müsse

nicht mehr so viel durch Rom laufen, sagt

der. Erhabe mittlerweile einen Überblick,

würde sich nicht mehr verirren, irgendwo

abgestellt und freigelassen. Dass er uns nicht

wortbrüchig wird, die Rennbeine an sich hält

und nicht wieder vorweg durch Halbrom

stiefelt, nehmen wir ihn in unsereMitte.

Zu dritt laufen wir von der Metrostation

Bologna aus geradewegs auf Tiburtina zu.

KLAUS ZYLLA

Der Friedhof Campo Verano ist unser Ziel.

Grabsteine studieren, stille Wege entlangflanieren,

Natur kompakt erleben, Bänke ausprobieren.

Ichhabe zudem kurzvormLosgehen

übers Internet erfahren, dass BudSpencer

dort begraben liegt. Das stimmt uns alle

drei erwartungsvoller. Seine Filme kennen

wir eher nicht, aber seinWerdegang ist toll zu

nennen. Wie er vom Olympiaschwimmer

zum Kraftwanst mit der Hammerfaust geworden

ist. Wasalles der Mann im Leben nebenbei

auch noch war! Liest sich großartig

die Liste: Stuntman, Jurist, Politiker (Forza

Italia), Sänger, Komponist, Fabrikant, Drehbuchautor,

Modedesigner, Musikproduzent,

Gründer der Fluglinie Mistral Air.

Als müsste es so sein, beginnt unser

Friedhofsrundgang mit der Nummer eins.

Da haben wir es mit normalen Gräbern zu

schaffen. Wastoll ist, sind die vielen Bilder

auf den Grabplatten. Mitunter wie Bilderalben

oder ein mit Orden geschmückter Harnisch

kommen uns einzelne Steine vor. Das

ist sehr schön anzusehen und ersparteinem

das Lesen von Namen und Daten. Grandios

zu nennende Bilder in schicken Rahmen

sind darunter, perfekt in Öl gemacht. Herrschaften,

Obrigkeiten, viel zu früh verstorbene

liebe Kindlein. Kommt einem Museumsbesuch

gleich, hier zu wandeln. Sind

Jahrzehnte mit Jahrhunderten vermischt.

Wird dann sogar richtig bergig.

Wir nehmen die Treppen hinunter und

geraten in einen völlig anderen, gewöhnungsbedürftigen

Totenbereich. Familiengrabstätten

wie kleine Eigenheime.Erstaunlich

variantenreich errichtete helle Pavillons

oder moderne HochgarageninBauhausmanier

erstellt. DieGrundfläche ist quadratisch

und so groß wie ein Schwimmbecken. Die

Hütten darüber sind alle gleich hoch gebaut

und weiß angestrichen. Sie variieren stark

und unterscheiden sich in Stilnuancen.

Manche Bauten wirken wie Klötze, andere

sehen wie Schmuckschatullen, Sportreporterbuden

oder stumme Wachstützpunkte

aus. Ein paar Wege weiter sind unglaubliche

Hochhäuser auszumachen, von denen wir

sofort denken, dass sie außerhalb stehen.

Tunsie aber nicht. Es sind Wohnblöcke für

Grabschließfächer und Urnenkammern in

mehreren Etagen. Man will es nicht glauben

und sagt sich gleichzeitig, dass es doch vernünftig

ist und Sinn hat, die Toten hier so gestapelt

unterzubringen. Denn der Raum

bleibt sich gleich, und die todeslang bestehenden

Gräber werden immer mehr. Ein irrerFriedhof.

BudSpencer finden wir im Bereich Nummer

zehn in einer schlichten Wohnzeile.Wir

schießen Fotos und müssen schon blitzen.

Denn, es wird soplötzlich dunkel in Rom.

Wie durch meisterliche Hand gedimmt geht

das Licht hier aus.Über BudSpencers letzter

Ruhestätte steht FAMIGLIA VASATURO

AMATO geschrieben. Das kommt uns wie

der Vorspann zu einem Film vor. Auch wenn

er das Zeitliche gesegnet hat, Bud Spencer

wirdimmer im großen Kinosaal verweilen.


22 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

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Feuilleton

Oft trifft sich die Familie nicht mehr am Küchentisch: Debbie Honeywood als Pflegekraft Abbyund Rhys Stone in der Rolle des halbwüchsigen Sohnes.

JOSS BARRATT

Einer muss es es ja machen

Porträt der neuen Dienstleistungsklasse: Mit bitterer Empathie berichtet Ken Loach in „Sorry We Missed You“ aus dem Leben

VonPhilipp Bühler

Die Wendung vom„stressgeplagten

Manager“ hat

man lange nicht mehr

gehört. Dabei sind die

armen Teufel überall. Manmuss nur

hinsehen: Sie fahren unsere Pakete

aus, pflegen die Kranken und Alten,

machen sauber. Als Voll- oder Teilzeitarbeiter,

Multi- oder Minijobber

managen sie sich selbst, jeder eine

Ich-AG, auch wenn die Selbstständigkeit

meist nur auf dem Papier besteht.

Die Bezahlung auf dem Niedriglohnsektor

ist, wie der Name sagt,

kaum der Rede wert. Aber vor allem

haben sie, davon erzählt Ken Loach

in jeder Sekunde seines neuen Films,

enormen Stress.

WieesRicky (Kris Hitchen) im Kurierdienst

ergehen wird, macht Paul

Lavertys Drehbuch in den ersten Minuten

klar. Du arbeitest nicht für

uns, sondern mit uns, diktiert der

Boss des Lieferdiensts seiner neuen

Kraft, er ist hier schließlich kein Angestellter,sondernUnternehmer.Als

solcher bekommt er natürlich keinen

Lieferwagen gestellt, sondern

darf, gegen Kaution, einen mieten.

Mangibt ihm einen sündteuren digitalen

Routenplaner, zuersetzen bei

Verlust.

Dietatsächlichen und drohenden

Kosten seiner neuen Arbeit lassen

Rickys Traum vom besseren Leben

im Grunde platzen, bevor er überhaupt

begonnen hat. Doch er klammert

sich weiter daran, er will mietfrei

wohnen im Eigenheim mit seiner

kleinen Familie, sein eigener

Herr sein. Dafür nimmt er in Kauf,

was fortan seinen Tagbestimmt: extralange

Schichten, kaum Pausen,

Parkplatzprobleme, renitente Kunden

–eben das Leben eines Lieferboten.

Vonsolchen Leben zu erzählen,

ist seit über fünf Jahrzehnten der Job

von Ken Loach. Der britische Filmemacher

ist jetzt 83, eigentlich sollte

er längst in Rente sein, zumindest in

Teilzeitrente. Aber ein anderer

macht es ja nicht.

„SorryWeMissed You“ ist wie der

Vorgänger „Ich, Daniel Blake“, vor

vier Jahren Sensationsgewinner in

Cannes, im nordenglischen Newcastle

angesiedelt. Auch zu früheren

Filmen gibt es viele Parallelen. Es

stimmt, dass sich Loach als Anwalt

der sozial Benachteiligten, der Arbeitslosen

und Working Poor nicht

immerzu neu erfindet. Unddoch gelingt

es ihm auch dieses Mal, die

neueren Entwicklungen – hier die

Digitalisierung der Arbeitswelt –aufzugreifen

und diese in einen sozialen

Kontext zu betten, der uns deren Folgen

anschaulich macht.

Der glücklose Ricky ist seit langem

wieder ein Loach-Held, der eine

Familie hat. Allerdings bekommt sie

sich selten zu sehen. Während der

Vater seine Runden dreht, ist seine

Frau Abby (Debbie Honeywood) als

ambulante Pflegerin unterwegs. Um

Rickys Lieferwagen zu finanzieren,

mussten das Familienauto aufgeben

werden, und sie nimmt bis in die

entlegensten Winkel der Stadt den

Bus. Unter den daraus resultierenden

Fehlzeiten leiden nicht nur ihre

Patienten, sondern auch der Sohn

imTeenageralter,die jüngereTochter

und vorallem sie selbst.

Luftholen vordem Schlag

Für Humor ist nicht mehr viel Platz

in diesem wie immer warmherzigen,

aber auch ganz nüchternen Porträt

der neuen Dienstleistungsklasse.

Einmal gerät Ricky in einen launigen

Disput mit einem Kunden im Trikot

des Fußballclubs Newcastle United.

Er selbst trägt eines von Manchester

United, er stammt von dort. Doch

wenn man ehrlich ist, war Humor im

Schaffen vonKen Loach nie mehr als

das Luftholen vor dem nächsten

Schlag. So auch hier.

Und die viel gerühmte Solidarität?

Noch in „Ich, Daniel Blake“

konnte man sich daran festhalten,

dass die Menschen einander helfen,

sich im Kampf mit einem unerbittlichen

System nicht alleinlassen. Es ist

nicht mehr viel davon übrig. Eine betagte

Patientin zeigt Abby Fotos vom

Bergarbeiterstreik der Jahre1984/85,

eine selige Erinnerung alter Leute.

Sie selbst hat nur Bilder des Hauses,

das die Familie verloren hat, damals

in der Finanzkrise. Geplatzte Kredite,geplatzte

Träume.

An diese Stelle gehört der Hinweis,dass

nicht alle Kurier-und Pflegeanbieter

ihre Mitarbeiter schamlos

ausbeuten wie die Subunternehmen

im Film. Doch das ist nicht Sache

von Ken Loach. Auch das

Argument von Rickys Boss, anallem

sei nur der Kunde schuld, dürfte er

kaum teilen. In aller Konsequenz hat

er seit jeher die Mechanismen aufgezeigt,

die das arbeitende Individuum

zum ausbeutbaren Subjekt degradieren.

Jeden Schritt von den alten

Anstellungsverhältnissen zur heutigen

„Gig Economy“ hat er in seinen

Filmen nachvollzogen und oft genug

–für die breite Masse –vorhergesagt.

Der Konkurrenzdruck war immer

der wichtigste Hebel.

Noch nie allerdings war der Regisseur

dabei so nah am sichtbaren Alltag.

WerPaketlieferer Ricky und Pflegerin

Abby dort demnächst begegnet,

weiß nun etwas besser Bescheid.

Eine kleine Zuwendung ist sicher angebracht.

Doch wer inKen Loachs

neuem Meisterstreich nach echter

Solidarität sucht, findet sie tatsächlich

nur in der Tätigkeit der vielen

kleinen Helfer,die uns den Laden am

Laufen halten. In einer schönen,

traurigen Szene kämmt Abby einer

Demenzpatientin die Haare, weil die

das so gernhat. Spoiler:Das geht alles

vonihrer Zeit ab.

SorryWeMissedYou Großbritannien, Frankreich,

Belgien 2018. Regie: KenLoach, Drehbuch: Paul

Laverty, Darsteller: KrisHitchen, DebbieHoneywood

u.a.; 100Min., Farbe. FSK ab 12.

Futterstunde für Theatersatte

Showcase Beat Le Mot stellen im HAU3Don Quijotes Fantasien vom Kopf auf die Füße

Im restlos erfüllten Augenblick

Der unglaubliche Fazil Say und die Academy of St. Martin in the Fields im Konzerthaus

VonDoris Meierhenrich

Wer in den vergangenen 15 Jahren

den ein oder anderen

Abend in den HAUs verbrachte,wird

die vier Freunde von Showcase Beat

le Mot nicht übersehen haben: eine

der eigentümlichsten Truppen aus

der Hexenküche der Gießener Performanceschule

und mit ihren 23

Dienstjahren mittlerweile eine ihrer

ältesten Pionierinnen. Was die

Showcaseler so besonders macht,

ist, wie sie Requisiten, Geräusche,

Musik, vor allem den Raum selbst

mit ihren labyrinthisch verrätselten

Bauten sprechen lassen. Aber was

heißt sprechen? Man müsste ihre

Abende verzweigte Komplexkommunikationen

nennen, in der sie

sich in schweißtreibende Kämpfe

mit ihren seltsamen Konstrukten,

Objekten, Symbolen verstricken und

die Zuschauer dieses betrachtend

nachvollziehen lassen. Ein Entschlüsselungsspiel.

Das muntere Enträtseln ihrer

neuen Arbeit im HAU3 nun dauert

eine gute Viertelstunde –jedenfalls

für die,die sich das Muntereandem

sich ächzend heranwanzenden weißen

Riesenetwas nicht nehmen lassen,

das sich langsam vom Bühnenrand

in die Mitte arbeitet. Ist esein

losgeeister Gletscher auf Talfahrt?

Im Kampf mit Objekten zeigen die Performer

Ähnlichkeit zum Don. DOROTHEA TUCH

Ein Riesenqallenstück? Irgendein

Fettdings vom letzten Walseiner Art

oder das Coronavirus in Reinform?

Bald begleiten auch horneske Pustelaute

das sich quälende Weiße im

Dunklen, bis plötzlich in seinem Innern

Blitze aufleuchten und zwei

Stimmen hörbar werden: Sancho

Panza ist es und sein Herr Quijote.

Natürlich! Hier schwabbelt das

Gehirn des treuen Knappen höchstselbst

ein. Undinihm sitzen die beiden

legendären Abenteurer aus dem

„goldenen Jahrhundert“ der spanischen

Conquistadores und erzählen

von ihren Eroberungsgeschichten,

vondenen niemand genau weiß, was

daran ausgedacht ist, was wirklich. In

dieser kleinen, bombastisch leerlaufenden

Hirn-Performance namens

„Don Quijote/ Dokney Shot/ Done

Quiche Hot…“, wissen es die beiden

Stimmen aber doch genau. DemCervantes-Roman

zufolge soll Don Quijote

Windmühlen für Riesen gehalten

haben. Im Innerndes Hirnsaber stellt

er klar, dass er nie gesagt habe, die

Windmühlen seien Riesen. Er wisse,

dass es nicht so ist. Diejenigen aber,

die nur Windmühlen sehen, behaupten

erst die Riesen.

Hört sich verwirrend an, ist aber

eine schöne, klare Macht- und Ideologiekritik

an allen, die meinen, die

Realität und dieWahrheit mit Löffeln

gefressen zu haben, indem sie sich

die Welt und deren Realismus zurechtdefinieren.

Leider nur versinken

diese scharfen Hirn-Dialoge

zwischen Sancho und Quijote in den

zwei Leerstunden, über deren Zynismus

man sich nur die Augen reiben

kann. Da wird erst eine Massenportion

„Conquistadoren“-Paella gebrutzelt,

mit der sich das Publikum

erschütternd leicht abfüttern lässt.

Und während es noch Sangria

schlürfend verdaut, spielen die Performer

solipsistisch mit sich selbst.

Auch eine Lektion in Desillusion.

Im HAU3bis1.2., 19 Uhr,Tel: 25900427

VonMartin Wilkening

Gedanklich frei: der türkische Pianist und

Komponist Fazil Say

MARCO BORGGREVE

Rund 120 Konzerte spielt er im

Jahr,vor Publikum in den großen

Konzertsälen der Welt ebenso wie in

einer anatolischen Dorfschule. Wer

den Pianisten Fazil Say erlebt hat,

weiß, dass für diesen Musiker der

Rahmen überhaupt keine Rolle

spielt, weil er mit dem, was er macht,

einfach immer bei sich bleibt. Sayist

Pianist und Komponist, und wohl

der einzige, der heute diese traditionelle

Doppelrolle in einer ernstzunehmenden

Weise ausfüllt.

Wenn er in einem Konzert Say

und Mozartspielt, dann kommen erstaunlicherweise

beide zu ihrem

Recht. Mozart wird weder künstlich

aufgebürstet noch verflacht, und

Says Musik ist, jedenfalls wenn er sie

selbst spielt, ein ebenso unakademischer

wie anbiederungsloser Ausdruck

von Gedankenfreiheit, nicht

mehr und nicht weniger. Sie nimmt

den starken Mozart-Eindrücken

nichts weg, lässt sich aber auch nicht

vonihnen beschämen.

Das Klavierkonzert „Silkroad“

entstand schon in den 90er-Jahren,

als Say für einige Zeit in Amerika

lebte und auch nach einer Form der

Selbstdarstellung als türkischer Interpret

klassischer westeuropäischer

Musik suchte. In vier knapp geschnittenen

Sätzen führt die Musik

über vier Stationen der alten Seidenstraße

von Osten nach Westen, von

Tibet über Indien und Mesopotamien

nach Anatolien.

Say greift auf Musik dieser Kulturen

zurück, und ihm gelingt dabei

eine ganz wunderbare Balance zwischen

Imagination und realer Präsenz

durch Klavier und Streichorchester.

Esgibt kein symphonisches

Aufmotzen der zitierten Melodien.

Auch wenn diese manchmal ziemlich

naiv auf die Streicher übertragen

werden, bleibt das Ganzedoch in einer

Sphäreder Annäherung und Distanz,

vor allem durch den verfremdeten

Klangraum, den das auf vielerlei

Arten präparierte Klavier erschließt.

Sympathisch ist auch der

totale Verzicht auf traditionelle Virtuosität,

der ganze Schlusssatz etwa

mit seiner intensiv schlichten Klage-

Melodie wirdnur auf den Klaviersaiten

nahe am Saitenhalter gezupft.

Say hat „Silkroad“ auch in Berlin

schon oft gespielt, aber es macht immer

wieder Freude, ihn damit zu erleben.

Und die Academy of St. Martin

in the Fields trifft jetzt im Konzerthaus

genau den richtigen Ton,

intensiv, aber nicht zu wirkungsbewusst.

Dasliegt nicht nur einfach an

der abrufbaren Professionalität, auf

die sich diese Musiker auch bei einer

anstrengenden Tournee verlassen

können –elf Konzerte spielen sie gemeinsam

mit Sayin14Tagen.

Die Feinheit des Zusammenspiels

entsteht vielmehr als Reaktion

auf die unglaubliche Nuancierungsfähigkeit,

die Auffächerung des

Klangs, mit der Say Mozarts A-Dur-

Klavierkonzert KV414 so unmittelbar

lebendig werden lässt, als würde

ihm diese Musik mit all ihren Hintersinnigkeiten

und überraschenden

Wendungen jetzt gerade selbst einfallen.

Es ist ein Spiel im restlos erfüllten

Augenblick. Kaum zu glauben

danach: Manmöchte es schon heute

wieder hören.


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 23 *

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Feuilleton

Virtuos

zum neuen

Cool

Jeff Parker spielte

mit Band im Gretchen

Symbolstarke

Umarmung am

Tauentzien

Zum Toddes Bildhauers

Martin Matschinsky

VonMarkus Schneider

Eskommt nicht so oft vor, dass

man von der Besetzung einer

Jazzband überrascht wird. Schon gar

nicht, wenn sie aus Bass, Gitarre,

Keyboards, Saxofon und Drums besteht.

Bei Jeff Parkers New Breed ist

das insofernanders,als er sein neues

Album „Suite For Max Brown“ ganz

allein eingespielt hat. Der Gitarrist

hat sie mit Loops und Beats ausgelegt

–und dann erst Musiker dazugeholt,

die das Ganzeaus der elektronischen

Produktion in die Sphären des

Jazz gebracht haben.

Und so steht am Dienstag im

Gretchen eine Band auf der Bühne

und groovt sich mit dem lasziven

Neo-Soul-Beat „Executive Life“ vom

ersten New-Breed-Album ein –beckentiefer

Bass, leicht verschlepptes

Gitarrenlick und ein sacht-schiefer

Souljazzbläsersatz. Es klingt wie eine

Reminiszenz an die späten Neunziger,

als die Soulquarians-Produzenten

JDilla und Questlove Thompson

dem HipHop-Soul von Erykah Badu

und D’Angelo eine feine Jazznote

beimischten. Andererseits deuten

die atmosphärischen Abschweifungen

im Mittelteil an, wie weit Parker

seine Musik fasst. Sie reicht zurück

bis zu einem meditativen „After the

rain“ vonJohn Coltrane bis zum perkussiv-nervösen

„Fusion Swirl“ oder

einem Gesangsstück, das Parker seinem

„joke orange idiot president“

widmet und dessen Text aus einem

gegrunzten „GoAway“ besteht.

Die kleine Besetzung hindert die

Band nicht daran, durch Synthie

vom Bassisten Paul Bryan, diverse

Keyboards vom Saxofonisten Josh

Johnson und Effekte vom Drummer

Jamire Williams zur Kolorierung

leise-gedämpfter Stücke einzusetzen.

Der 52-jährige Parker hat zwei

New-Breed-Alben jeweils seinem

Vater und seiner Mutter Maxine gewidmet.

Aber er lässt auch souverän

die markanten Strömungen seiner

bisherigen Karriere einfließen: Mit

Tortoise prägte er den Chicagoer

Postrock, der mit elektronischer Unterstützung

einen offenen Rock mit

Die Burg Hohenzollernimbaden-württembergischen Bisingen

Hoffen auf einen Vergleich

Im Streit um die Ansprüche der Hohenzollern prallten in einer Bundestagsanhörung Extreme aufeinander

VonJan Sternberg

Im Rheinland ist der Streit der

Hohenzollern mit dem demokratischen

Staat bereits beigelegt.

Die malerisch über dem

Fluss gelegene Burg Rheinfels bleibt

im Eigentum der Stadt St. Goar. Der

Ururenkel des ersten deutschen Kaisers,

Prinz Georg Friedrich von Preußen,

hatte auf Rückgabe der Burg geklagt.

Seit 1924 gehörtdiese der Stadt

St. Goar, sie hat die Auflage, das Gemäuer

nicht zu verkaufen. 1998

schloss die Kommune mit dem Hotel

neben der Burgruine einen Erbpachtvertragfür

99 Jahre. DerPrinz sah das

als unzulässigen Verkauf an. In einem

Vergleich wird die Stadt nun einen

Aufschlag auf den Eintrittspreis für

die Burgruine erheben, der der gemeinnützigen

Prinzessin Kira-von-

Preußen-Stiftung zugutekommt. Die

Stiftung kümmertsich um benachteiligte

Jugendliche.

In Berlin ging es am Mittwoch in

einer öffentlichen Anhörung des

Bundestags um weit umfassendere

Forderungen des Prinzen: 1,2 Millionen

Euro Entschädigung für enteignete

Immobilien und den Zugriff auf

Gemälde und andere Kunstschätze.

DerVergleich von St. Goar kam auch

vor –als hoffnungsvolles Signal, dass

sich beide Seiten annähernkönnten.

Die Grünen hatten die Anhörung

gefordert. Sie glauben beweisen zu

können, worüber sich Historiker seit

Jahren streiten: dass die Hohenzollern

vor dem 30. Januar 1933 erheblich

daran beteiligt waren, Hitler an

die Macht zu bringen. Wer„dem nationalsozialistischen

System erheblichen

Vorschub leistet“, hat keinen

Anspruch auf Entschädigungen nach

dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz

von 1994. Die

Linken fordern in einem eigenen,

provokanten Antrag, dass die Hohenzollern

enteignet werden sollen, falls

ihnen ein Gericht zuvor Entschädigungen

zuspricht.

Zurzeit herrscht Stillstand in der

Auseinandersetzung zwischen Staat

und Adel: EinVerfahren vordem Verwaltungsgericht

Potsdam ruht

ebenso wie die Gespräche zwischen

dem Bund und den Ländern Berlin

und Brandenburgmit den Hohenzollern.

Christoph Vogtherr, Chef der

Stiftung Preußische Schlösser und

Gärten, sprach von Forderungen der

Hohenzollern auf Rückgabe von

Kunstwerken und Möbeln, die „dem

öffentlichen Interesse widersprechen“.

Auf eine Vorschlagsliste der

Länder hätte der Preußenprinz mit

einer weit umfassenderen Liste geantwortet.

Nun herrscht ein Patt.

„Weiteren Spielraum fürVerhandlungen

sehen wir nicht“, sagte Vogtherr.

Der SPD-Abgeordnete Helge Lindh

Der Linken-Abgeordnete

Jan Korte paraphrasierte

Bertolt Brecht und warf inder Debatte

die Frage auf,

wer die Schlösser der Hohenzollern

eigentlich gebaut habe.

forderte die Hohenzollernauf, „mental

endgültig in der bundesrepublikanischen

Demokratie anzukommen“.

Spätestens da wurde klar, welche

Fallhöhe die Anhörung bekommen

konnte.Die Extrempositionen vertraten

der AfD-Mann Marc Jongen, der

„antipreußische Ressentiments“ in

der Debatte geißelte,und der Linken-

Abgeordnete Jan Korte, der Bertolt

DPA

Brecht paraphrasierte und die Frage

aufwarf, wer die Schlösser der Hohenzollern

eigentlich gebaut habe.

Die geladenen Historiker Peter

Brandt, Stephan Malinowski und Stefanie

Middendorf waren sich einig,

dass der überwiegende Teil der Geschichtswissenschaft

dem Kronprinzen

um1933 eine fatale Rolle beim

Todder ersten deutschen Demokratie

zuschreibt. Fachkollege Benjamin

Hasselhornzweifelte diese Sicherheit

an und bekam Zuspruch von den

CDU-Abgeordneten im Ausschuss.

DieUnion hatte nicht nur Hasselhorn,

sondernauch zweiVermögensrechtsanwälte

nominiert. Einer von

ihnen, Hartmut Scheidmann, skizzierte,wie

ein mögliches Gerichtsverfahren

aussehen könnte:„Der Richter

wäreerst einmal schockiert, dass er so

eine Frage entscheiden muss“ –und

würde ein weiteres Gutachten in Auftrag

geben. Vielleicht wäre esander

Zeit, sagte Scheidmann, „über einen

angemessenenVergleich zu reden“.

Die Brandenburger Landesregierung

jedenfalls will voraussichtlich

bis zum Frühjahr darüber entscheiden,

wie sie mit den Entschädigungsforderungen

der Hohenzollernweiter

umgeht. Finanzministerin Katrin

Lange (SPD) erklärte am Mittwoch in

Potsdam:„Es sind aus meiner Sicht in

dieser Frage eine ganzeReihe vonAspekten

sehr sorgfältig gegeneinander

abzuwägen. Undzwar ganz sachlich

und mit kühlem Kopf.“

VonIngeborg Ruthe

Bis zum 9. November 1989 war die

silbrige Chromnickel-Stahl-

Skulptur untrennbar mitWest-Berlin

verbunden, ein Wahrzeichen geradezu.

Die schimmernden Röhrenverschlingungen

am Tauentzien, die

aussehen wie vertikales Spaghetti-

Eis, verkörpern die dazumal brutal

geteilte, aber auch einander zustrebende,sich

umarmende Frontstadt.

DasWerk des Berliner Bildhauer-

Paares Martin und Brigitte Matschinsky-Denninghoff

war 1987,

zum 750-jährigen Berlin-Jubiläum

beim „Skulpturenboulevard“ aufgestellt

worden. Andere Skulpturen

provozierten und sorgten für Zorn in

der Bevölkerung.

Diese nicht: Die

organisch emporwachsenden

Stahlarme zwischen

KaDeWe

und Gedächtniskirche,

leicht

und korrosionsresistent,

wurden

sogleich verky

(1921–2020)

Martin Matschinsstanden

und ins

Herz geschlossen.

„Berlin“ heißt die acht Meter

hohe, neun Meter breite Skulptur,

die rasch so populär wurde,dass die

Deutsche Bank sie für die Stadt ankaufte.

Sie sollte das berühmteste

Werk der beiden werden, das sich

von Anbeginn die Aufgabe gestellt

hatten, „die Schönheit und Leichtigkeit

von Kandinsky und Miró in die

Bildhauerei zu überführen“, wie sie

es betonten. Andere Städte wollten

ähnliche Skulpturen, gerade in der

Zeit nach dem Mauerfall: Hannover,

Kiel, Heidelberg, Saarbrücken, Regensburg,

Augsburg hatten Lust auf

Kunst im öffentlichen Raum, die derartfassbar

ist und positiv stimmt.

Vorneun Jahren starb Matschinskys

Frau Brigitte; er arbeitete allein

weiter, soweit seine Kräfte reichten.

Nun kam aus der Berlinischen Galerie,

die das Lebenswerk des Paares

betreut –rund 250 Skulpturen, Arbeiten

auf Papier und Gemälde –die

Nachricht vom Tod des 98-jährigen

Bildhauers; er verstarb am 24. Januar

in Berlin. Die symbolstarke Umarmung

auf dem Mittelstreifen des

Tauentziens ist gleichsam wie eine

Botschaft an die Stadtgesellschaft.

AKG

Der Jazzgitarrist Jeff Parker im Kreuzberger

Gretchen.

ROLAND OWSNITZKI

Zitaten aus Dub, Jazz und Exotica

verband. Zugleich gehörte er zum

Kreis der afroamerikanischen Improvszene

des AACM, die den Free

Jazz seit den Sechzigern für Kompositions-Avantgarde

und globalisierte

Traditionen öffnen.

Mittlerweile ist Parker nach L.A.

gezogen, aber seine Samplefusion

orientiert sich mehr an den Jazzexperimentalisten

aus seinem Chicagoer

Umfeld oder am derzeit von

L.A. her prägenden Produzenten Flying

Lotus und dem Sound seines

Brainfeeder-Labels. Parkers Elektronik

schmiegt sich beiläufig an die

analogen Instrumente, sein Gitarrenspiel

bleibt zurückhaltend und

umsichtig, obwohl er überraschende

Sololinien erfindet und schräge

Sounds aus den Pedalen holt.

Im Konzert entsteht dabei der

Eindruck einer Traditionslinie, die

noch hinter die Neuerungen der

Sechziger zurückgreift: The New

Breed arbeiten an einem virtuosen

neuen Cool.

Das Müßige und das Relevante

Robin Ticciati zeigte in einer Low-Budget-Aufführung mit Gesangsstudenten die Aktualität von Brittens „Rape of Lucretia“

VonPeter Uehling

Am Dienstagmittag stellte die

Staatsoper Unter den Linden der

Presse ihreprachtberauschten Pläne

für einen neuen „Rosenkavalier“ unter

der Regie von André Heller vor,

am Dienstagabend zeigten die

Hochschule für Musik „Hanns Eisler“

und das Deutsche Symphonie-

Orchester unter Leitung von Robin

Ticciati im Kühlhaus in der Luckenwalder

Straße Benjamin Brittens

Kammeroper„The Rape of Lucretia“.

Natürlich ist der Ausblick auf eine

Produktion nicht mit einer Aufführung

zu vergleichen. Dennoch stießen

für den, der beides erleben

konnte, hier nicht nur das Überüppige

und das Kargezusammen, sondern

zugleich das Müßige und das

Relevante. Gewiss ist der „Rosenkavalier“

ein wunderbares Stück, und

angesichts des neu erwachten Interesses

an Richard Strauss ist eine

Neuproduktion auch nicht prinzipiell

aus der Zeit gefallen –nur lassen

die Ankündigungen André Hellers

nicht gerade einen scharfen Blick auf

das Werk und damit eine Inszenierung

auf dem Stand des zeitgenössischen

Diskurses erwarten.

Eine solche Inszenierung muss

man sich bei „Rape of Lucretia“ gar

nicht einfallen lassen: Indem es von

der Gewalt der Männer gegen die

Frauen handelt, ist es an Aktualität

kaum zu überbieten. Lucretia, die

Gattin des Collatinus, wird von dem

etruskischen Prinzen Tarquinius vergewaltigt

und tötet sich selbst aus

Scham. Manmag die Darstellung zechender,

polternder Männer in der

ersten, anmutiger und Harfen-umrauscht

singender Frauen in der

zweiten Szene einseitig finden –aber

man ahnt gleich: Aus der Kombination

erwächst kein Segen. Wie Britten

das komponiert, den Gegensatz

zwischen nächtlichem Frieden und

Vergewaltigung, zwischen wiegendem

Bläserterzett und Schlagzeug-

Solo,ist unvergesslich.

Britten schrieb das Stück 1946, es

bringt sein Lebensthema der gefährdeten

und geschändeten Unschuld

gleichsam chemisch rein auf die

Bühne, setzt es zugleich metaphorisch

mit dem kaum vergangenen

Kriegsgeschehen in Verbindung und

siedelt das Geschehen in einer moralisch

maßstablosen Gesellschaft an.

Dergleichen lässt sich problemlos

auf unsereZeit beziehen.

Dass Britten und sein Librettist

Robert Duncan zwei Erzähler, einen

„männlichen“ und einen „weiblichen

Chor“ hinzuziehen, die das Geschehen

von 500 vor Christus in einen

christlichen Deutungsrahmen

stellen, hat man von jeher als Problem

empfunden, selbst als in der unmittelbaren

Nachkriegszeit der Kirchenbesuch

seine letzte Konjunktur

erlebte. Tatsächlich aber ist dieser

Kommentar durchaus eine Provokation,

nicht nur als willkürlich eingezogener

moralischer Maßstab, sondernauch

als Versuch, ob das Christentum

überhaupt noch taugt –angesichts

der Gewalt gegen Lucretia

wie angesichts der Greuel vonWeltkrieg

und Holocaust.

Man darf gespannt sein, ob uns

der millionenschwere „Rosenkavalier“

mit vergleichbar großen Fragen

konfrontieren wird wie diese einmal

gezeigte und von fortgeschrittenen

Gesangsstudenten getragene Low-

Budget-Aufführung mit einem Bühnenbild

aus ein paar Stühlen. Aus

dem vielversprechenden Ensemble

ragten Oliver Boyd als nuanciertbrutaler

Tarquinius und ConstanzeJader

als so leidende wie stolze Lucretia

heraus, außerdem Serin Park als so

genaue wie kantable Erzählerin. Ticciati

und zwölf Musiker des DSO und

seiner Akademie musizierten klangvoll

mit klarer formaler Disposition.

Berlin umarmt sich –sowollte es das Bildhauer-Paar

Matschinsky-Denninghoff. DPA

TOP 10

Dienstag,28. Januar

1 Ina.Freundschaft ARD 4,91 15 %

2 UmHimmels ... ARD 4,86 15 %

3 Rosenheim-Cops ZDF 4,53 16 %

4 Tagesschau ARD 4,42 14 %

5 heute ZDF 3,98 15 %

6 Wer weiß denn ...? ARD 3,86 18 %

7 SokoKöln ZDF 3,80 17 %

8 heute-journal ZDF 3,69 13 %

9 RTL aktuell RTL 3,56 14 %

10 DSDS RTL 3,50 11 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Acker Stadt Palast (& 441 00 09)

20.00: Ffobia Setor (Mirella Brandi, Muep Etmo)

Ballhaus Naunynstraße (& 75 45 37 25)

20.00: Everybodycan be everybodycan not be (Jao

Moon)

Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)

20.00: ganz billig* –*astudyintemperament (fag

gods &friends)

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

20.00: Penthesilea

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

20.00: Der Tatortreiniger

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Wasmach ich aus dem Leben

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

20.00 Tischlerei: EinGeschäftmit Träumen

Deutsches Theater (& 28 44 12 25)

19.00: Franziska Linkerhand

DT-Kammerspiele (& 28 44 12 25)

20.00 Box: Die Pest

ETI (& 278 53 01)

20.00 Saal: Hyänenbrut oder die Schmerzender Gier

(Winternachtstraum e.V.)

GarnTheater (& 78 95 13 46)

20.30: Die Schädlichkeit des Tabaks und andere

Ungeschicklichkeiten

HAU3(&25 90 04 27)

19.00: Don Quijote/Donkey Shot /Done Quiche

Hot /Don Conquista /Don E. Coyote (Showcase

Beat Le Mot)

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: Plateau Effect (Staatsballett Berlin)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Ab jetzt

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Glaube Liebe Hoffnung

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Wolfskinder

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

19.00 Glaspalast: Gevatter Tod/Hase und Igel

20.30 Glaspalast: Dornröschen /Hinz und Kunz

(Hexenberg Ensemble)

Radialsystem (& 288 78 85 88)

17.30: CTM Festival 2020 –Liminal: Inferno

RambaZamba Theater (& 44 04 90 44)

19.30: Antigone

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

16.00: Nein zum Geld

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Studio: Jeff Koons; 20.00: Orlando

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

Staatsoper Unterden Linden (& 20 35 45 55)

19.00: Il barbiere di Siviglia

tak Theater Aufbau Kreuzberg (& 50 56 70 00)

20.00: My BodyisYour Body(Overhead Project)

Theater im Delphi (& 70 12 80 20)

20.00: Odyssey: Dead MenDie (Opera Lab Berlin)

Theater im Palais (& 201 06 93)

19.30: Berliner Geschichten: Alfred Henschkegenannt

Klabund –Ick baumle mit de Beene

Theater untermDach (& 902 95 38 17)

20.00: Grete

Uferstudios (& 46 06 08 87)

20.30 Studio 14: Killing Achilles (Dennis Krauß)

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Hiob

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Ballet Revolución

Arena Glashaus (& 533 20 30)

19.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.

Aufsturz (& 28 04 74 07)

19.30: Klubbekanntschaften

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Irmgard Knef: Barrierefrei

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96) 20.00: Dit Bestevons Janze

(MargaBach)

BKA (& 202 20 07)

20.00: Zombie Berlin (Benedikt Eichhorn &Unter

Niewo)

BühnenRausch (& 44 67 32 64)

20.00: Frauenangelegenheiten (WonderWomen)

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Eins aufdie Presse (ImproBerlin)

20.00: Skandal im Spreebezirk

Estrel Showtheater (& 68 31 68 31)

20.00: Thank youfor the music –Die ABBAStory

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: Die 7Typen Show

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: Deutschland einig Katerland (Nils Heinrich)

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: Die Expertise war bedeutend höher (Fil)

Palazzo (& 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Niclas Amling,Salim Samatou,

Timur Turga, Jens Heinrich Claassen, Mod.: Roberto

Capitoni)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Horst Blue (Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Gelogene Wahrheiten (Wühlmäuse-Ensemble)

KLASSIK

Hochschule fürMusikHanns Eisler

(& 203092101) 19.00 Studiosaal: Vortragsabend

Gesangklasse Prof. AnnaKorondi

Hochschule für Musik Hanns Eisler im Neuen Marstall

(& 203 09 21 01) 19.00 Galakutschen-Saal I:

Vortragsabend Trompetenklasse Prof. William Forman

19.00 Krönungskutschen-Saal: Kammermusikkonzert,

Ltg.Kammermusikdozenten

19.00 Galakutschen-Saal II: Vortragsabend Kontrabassklasse

Prof. Gunars Upatnieks

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Anastasia

Kobekina (Violoncello), Ltg.Dmitrij Kitajenko,

Prokofjew: „Romeo und Julia“, Suite Nr.1und 2aus

der Ballettmusik op.64, Auszüge; Tschaikowsky:

Variationen überein Rokoko-Thema für Violoncello

und Orchester A-Dur op. 33; „Manfred-Sinfonie“ nach

Byron h-Moll op. 58

Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt

(& 81 70 47 26) 13.00: Guitarromanie mit der

Klasse vonProf. Eugenia Kanthou der HfM Hanns

Eisler Berlin, Klassik um Eins

Passionskirche (& 69 40 12 41)

19.30: Die himmlische Nacht der Tenöre

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Berliner Philharmoniker,Ltg.Paavo Järvi,

Stefan Dohr (Horn), Igor Strawinsky: Scherzo fantastique

op. 3; Hans Abrahamsen: Konzertfür Horn und

Orchester,UA; Hector Berlioz: Symphonie fantastique

op. 14

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Szymon Nehring (Klavier), Debüt im

DeutschlandfunkKultur,Chopin: Drei Mazurken op.

56, Klaviersonate Nr.3h-Moll op.58; Szymanowski:

Mazurken op. 50 Nr.1-4; Prokofjew: Klaviersonate Nr.

6A-Dur op. 82

Experimentaloper

Irrfahrt durch

wubbelige

Gewässer

Zehn Jahre? Dreitausend hat

Odyssee in der mulitimedialen

Musiktheaterversion

von Opera Lab gebraucht, um

nach Hause zu kommen. Nach

Hause? Er tritt zumindest gerade

dann in Erscheinung, als

ein Blockbuster über ihn gedreht

wird −mit ihm als Leinwandstar

in der Rolle seiner

selbst. Klingt nach dramaturgischer

Irrfahrt inwubbeligsten

Gewässern. Undsolche Irrfahrten

haben denVorteil, dass sich

alle möglichen und denkbaren

Motive, Nummern, Figuren

einspeisen lassen. Hier kommen

die Sirenen zu neuen Ehren

und verhandelt wird −unter

Stärkung der StrohwitwePenelope

− die Männlichkeit.

Dass das Ganze im Kinosaal

des alten Delphi stattfindet,

gibt ihm eine weitere Metaebene,auf

der sich so manches

Durcheinander abfangen lässt.

Ob es gelingt? Heute ist Premiere.

Ulrich Seidler

Odyssey:Dead Men Die 20 Uhr Theater

im Delphi, Gustav-Adolf-Str.2,Karten:

01806 700 733,delphi.reservix.de

Der Dichter Klabund (1890−1928) wird im Theater im Palais zum Gegenstand einer Revue.

Während in manchen

Häusernnoch die letzten

satirischen Jahresrückblicke

laufen, haben

andereumgeschaltet.Viele Bühnen

lassen die angeblich „goldenen“

1920er-Jahre aufleben, manche Kabarettisten

wagen sich an das Thema

30 JahreDeutsche Einheit.

Zum Beispiel Nils Heinrich, der

bis vorKurzemnoch mit den Brauseboys

mit viel Grimm das Jahr 2019

verabschiedet hat. Nun tritt er im

Kookaburra Club mit seinem neuen

Programm „Deutschland einig Katerland“

an –für das sich bisher vor

allem Bühnen im Westen interessieren.

Er sei bislang nur für einen einzigen

Auftritt in Ostdeutschland gebucht,

merkt Heinrich auf Twitter an

–das Kookaburra ander Schönhauser

Allee zählt er offenbar nicht dazu.

Mit dem Programm will Nils

Heinrich der weitverbreiteten Erzählweise,

dass nämlich die grenzenlos

naiven Ostdeutschen 1990

hinterlistig einverleibt worden seien,

eine ganz andere Sicht gegenüberstellen.

Denn vielmehr hätten sie

sich seit 1990 so viel Grundflexibiltät

antrainiert, dass sie rein gar nichts

Torsten Wahl

istden Kabarettisten

aus Sachsen-Anhalt

besonders verbunden.

ULLSTEIN BILD

mehr schocken könne,seien also die

eigentlichen Gewinner der Einheit.

Er selbst gehörte zu jenen, die sich

„wie eine Wolke Feinstaub“ über

Westdeutschland ausbreiteten.

Der 1971 in Sangerhausen Geborene

hatte in der Heimat noch Konditor

gelernt, war dann aber in den

Westen gegangen. Dort legte er seinen

Südharzer Dialekt so gründlich

ab,dass er im WDR eine regelmäßige

Kabarett-Kolumne bestritt. Undenkbar

für Kollegen aus Sachsen, die

nicht nur ihreMundartpflegen, sondern

auch die heimelige Heimat

über alles stellen und gern die DDR

verklären. Nils Heinrich hatte sich in

seinem Programm „Wir hatten nix

außer Umlaute“ an seiner Jugend im

„kleinen Gernegroßland“ abgearbeitet

und dabei Unterschiede zwischen

neuen und gebrauchten Bundesländern

herausgearbeitet: „Im

Osten standen die Schlangen vorm

Obstladen, im Westen vor dem

Apple-Store.“ Dass er bis heute

Zahnfüllungen aus zwei Systemen

im Mund trage, gebe ihm die nötige

Spannung und Energie.

Nachdem er von Donnerstag bis

Sonnabend sein Solo im Kookaburra

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Little Women

14.30,17.20,20.15

Cinema Paris (& 881 31 19) Les miserables

15.00, 20.30; Les miserables (OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) Little Women

14.00, 17.00, 20.00

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Jojo Rabbit (OmU)

16.00, 21.00; Jojo Rabbit (OF) 13.30, 18.30;

1917 –Der Film (OmU) 20.30; Das geheime Leben

der Bäume 15.20; Parasite 17.40; Sneak

Preview (OF) 21.00; Ein verborgenes Leben 14.20,

20.00; Sorry We Missed You (OmU) 17.40; 1917

–Der Film 14.40, 17.20, 20.00; Judy 18.40; Judy

(OmU) 21.15; Knives Out (OF) 18.00; Vom Gießen

des Zitronenbaums 15.20; Einsam zweisam 16.30;

Freies Land 13.40; The Peanut Butter Falcon (OmU)

19.00; Queen &Slim (OmU) 21.15

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Das Vorspiel 17.45,

20.15; Crescendo #makemusicnotwar 20.00; Motherless

Brooklyn 17.15

Kant Kino (& 319 98 66) Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 13.20,15.40,18.20,20.45; Knives

Out 20.30; DasVorspiel18.00; DieHeinzels 14.00,

15.20; Sorry We Missed You 15.50, 18.10, 20.30;

ARainy Day InNew York 16.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.00; Latte Igel und der

magische Wasserstein 13.30; Lindenberg! Mach

dein Ding 17.10, 20.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.00; DasVorspiel 15.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 13.00; Einsam zweisam

–Deux moi (OmU) 11.00; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 22.30; Lindenberg! Mach dein

Ding 18.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

–Avida invisivel de Euridice Gusmao (OmU)

14.30; Das Vorspiel (OmU) 17.00; Les miserables

(OmU) 20.45; Bunuel im Labyrinth der Schildkröten

–Bunuel en el laberinto de las tortugas (OmU)

12.45; The Farewell (OmenglU) 16.00; Gott existiert,

ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi, imeto

i‘ ePetrunija (OmU) 11.00; Mystify –Michael

Hutchence (OmU) 14.15; Once Upon aTime in...

Hollywood (OmU) 22.00; Queen & Slim (OmU)

19.40; Systemsprenger (DFmenglU) 17.40; ARainy

Day InNew York 15.10; But Beautiful –Nichts

existiert unabhängig (OmU) 11.00; Die Eiskönigin

II 16.45; Freies Land (DFmenglU) 13.00; Die Kunst

der Nächstenliebe 18.30; Parasite –Gisaengchung

(OmU) 20.15; WhyDon‘t YouJust Die! –Papa, sdokhni

(OmenglU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 81 29) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 16.00; Freies Land 22.45;

Dasgeheime Lebender Bäume14.00; Lara 18.15;

Lindenberg! Mach dein Ding 20.15; Land des Honigs

–Medena Zemja: Honeyland (OmU) 22.20;

Der marktgerechte Mensch 14.00; Schönheit &

Vergänglichkeit 18.20; Systemsprenger 16.00,

20.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film

(OF) 20.10; IMAX: 1917 –Der Film 14.00,17.00,

20.00, 23.00; Bad Boys for Life 14.00, 16.50,

17.00, 19.30, 19.50, 22.30, 22.50; Countdown

18.15, 20.40, 23.10; Die Eiskönigin II 14.30;

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.30,

17.10, 19.50, 22.30; Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 14.10, 16.45, 20.10; Das geheime

Leben der Bäume 17.10; The Grudge 23.00;

Die Heinzels 13.50, 16.00; Die Hochzeit 14.30,

17.20,20.15; Hustlers 23.10; Jojo Rabbit 17.10,

19.50; Jojo Rabbit (OF) 16.20; Joker 22.50; Jumanji

–The Next Level 13.50, 19.10, 23.10; Kartoffelsalat

3–Das Musical 14.00, 17.30; Knives

Out 14.10, 19.40, 22.50; Knives Out (OF) 22.20;

Latte Igel und der magische Wasserstein 14.20;

Lindenberg! Mach dein Ding 16.30, 19.40; Little

Women 14.20, 16.45, 20.00; Das perfekte Geheimnis

22.45; Queen &Slim 22.40; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.10; 3D: Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 22.45; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 16.20, 19.30; Die Wolf-

Gäng 13.50

Zukunft (& 01 76/57 86 10 79) Das geheime Leben

der Bäume 18.00; Joker (OmU) 22.30; Knives

Out(OmU) 20.00; Darkroom –TödlicheTropfen (DFmenglU)

22.15; Systemsprenger (OmenglU) 18.00;

VomGießen desZitronenbaums –ItMustBeHeaven

(OmU) 20.20

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Bad Boys for

Life 16.20, 20.00; Die Eiskönigin II 14.15, 16.50;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 13.50,

16.30, 19.20; Die Heinzels 13.40, 16.50; Die

Hochzeit 13.50, 17.00, 19.30; Jumanji –The Next

Level 16.45,19.30; Knives Out 19.45; Lindenberg!

Mach dein Ding 19.50; 3D: Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 19.40; DieWolf-Gäng 14.15,17.10

Kino Kiste (& 998 74 81) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 17.55; Cats 20.05; 3D: Die Eiskönigin

II 16.00; Die schönste Zeit unseres Lebens

13.50

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 4109) 1917 –Der

Film 17.15,20.00; Bad Boys for Life 17.00,20.00;

Countdown 17.45, 20.10; Die Eiskönigin II 14.20;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.10,

17.40, 20.15; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.30,19.50; Die Heinzels 14.40,16.50; Die

Hochzeit 15.00, 17.10, 19.45; Jumanji –The Next

Level 16.50; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.45; Lindenberg! Mach dein Ding 19.40;

Das perfekteGeheimnis19.30; SpioneUndercover:

Eine wilde Verwandlung 14.45; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 16.45; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 19.50; Vier zauberhafte Schwestern

14.50; Die Wolf-Gäng 14.50, 17.20

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Jojo Rabbit (OmU)

16.50, 21.40; Sorry WeMissed You (OmU) 19.20;

B Mystify –Michael Hutchence (OmU) 16.10; Parasite

–Gisaengchung (OmU) 18.30;SorryWe Missed

You (OmU) 21.20

fsk amOranienplatz (& 614 2464) Sorry We

Missed You (OmU) 17.45, 19.45, 21.45; Das Vorspiel

18.00; Les miserables (OmU) 20.00, 22.15

Moviemento (& 692 47 85) Die Kunst der Nächstenliebe

14.45; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

(OmU) 17.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU)

19.30; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU)

10.00; Systemsprenger 22.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 15.00; Jojo Rabbit (OmU) 12.30,

17.30, 20.00; Die Kunst der Nächstenliebe –Les

bonnes intentions (OmU) 22.30; Ziemlich beste

Freunde 10.00; Derblaue Tiger10.00;Checker Tobi

und das Geheimnis unseres Planeten 17.15; Darkroom

–Tödliche Tropfen 21.30; Darkroom –Tödliche

Tropfen (OmenglU) 23.30; Jojo Rabbit (OmU)

14.45; Die Kunst der Nächstenliebe 19.15

Regenbogen Kino (& 69 57 95 17) Der marktgerechte

Mensch 20.00

Sputnik (& 694 11 47) 2020 Oscar Nominated

Short Films (OF) 18.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (OmenglU) 15.45; The Farewell (OmU)

20.00; Parasite –Gisaengchung (OmenglU) 22.00;

Human Nature: Die CRISPR Revolution (OmU)

15.30; Judy (OmU) 17.30; Die Sehnsucht der

Schwestern Gusmao –Avida invisivel de Euridice

Gusmao (OmU) 19.30; Weathering With You: Das

Mädchen, das die Sonne berührte –Tenki noko

(OmU) 21.45; Kinobar im Sputnik B-Movie: Lust &

Sound in West-Berlin (OmenglU) 22.00; Schönheit

&Vergänglichkeit 19.00

Yorck (& 78 91 32 40) Das geheime Leben der

Bäume 15.00; Little Women 17.20, 20.15; New

Ein verborgenes Leben 16.00; Die Heinzels 14.15;

Parasite 19.40

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 538 9590) Bad Boys for Life

17.30, 20.30; Die Eiskönigin II 15.00; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.30, 20.00;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.00; Die

Heinzels 14.00,17.45; Die Hochzeit 20.00; Kartoffelsalat

3–Das Musical 16.00, 18.15; Knives Out

20.15; Lindenberg! Mach dein Ding 17.15, 20.15;

Vier zauberhafte Schwestern 15.15; Die Wolf-Gäng

15.30

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Crescendo

#makemusicnotwar 18.00; Das geheime Leben der

Bäume 20.15; Der Junge muss an die frische Luft

15.45; Lindenberg! Mach dein Ding 13.00, 20.30;

Little Women 15.15, 17.30, 20.30; Romys Salon

13.00; Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung

15.00; DasVorspiel 13.00, 18.15

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) 1917

–Der Film 17.10, 19.50; Bad Boys for Life 17.00,

20.10;Die Eiskönigin II 14.20;3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 15.00, 17.30, 20.00; Die

Heinzels 14.15, 16.45; Die Hochzeit 14.00,17.05,

19.55; Jumanji 14.10, 20.00; Kartoffelsalat 3

14.30,16.55;Knives Out19.45; Lindenberg!Mach

dein Ding 17.15; Little Women 16.30, 19.45; Das

perfekte Geheimnis 20.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 14.10; DieWolf-Gäng 14.05

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) Freies Land (OmenglU)

20.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

17.00; Milchkrieg inDalsmynni –Heradid (OmU)

18.30; Der marktgerechte Mensch (OmU) 18.00;

Mystify –Michael Hutchence (OmU) 21.15; DieWache

–Auposte! (OmU) 20.00

Babylon (& 242 59 69) Lubitschs Geliebte: Ärger

im Paradies –Trouble in Paradise (OmU) 21.45;

Fellini 100!: Fellinis Das süße Leben –Ladolce

vita (OmenglU) 22.00; Fellini 100!: Fellinis Roma

(OmenglU) 17.00; Fellini 100!: Lichter des Variete

–Luci del varieta (OmenglU) 18.00; Lubitschs

Geliebte: Madame Dubarry (OmenglU; m. Gästin u.

Live-Musikbegleitung) 19.30; NYPSFF: Portugese

Short Film Festival 18.30; Lubitschs Geliebte: Serenade

zu dritt –Design For Living (OF) 20.45; Dok

AR: Todos son mis hijos –They are all myChildren

(OmenglU) 20.00

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Kinderfilm

des Monats: Die kleinen Hexenjäger 10.00;

Die Kunst der Nächstenliebe –Les bonnes intentions

(OmU) 14.30, 19.15; Queen &Slim (OmU)

16.30, 21.30; Das schönste Mädchen der Welt

12.00; Cleo 10.00; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

15.00; Joker (OmU) 19.00; Der Leuchtturm

–The Lighthouse (OmU) 21.45; Vom Gießen

des Zitronenbaums – It Must Be Heaven (OmU)

16.45

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00)1917–Der

Film 19.15; 1917 –Der Film (OF) 17.20, 20.00,

23.00; 3Engel für Charlie 23.15;Als Hitler dasrosa

Kaninchen stahl 11.30; Bad Boys for Life 16.40,

20.10,22.50;Bad Boys forLife(OF) 19.40,22.20;

Cats (OF) 11.20; Die Eiskönigin II11.15, 13.50,

16.45; Die Eiskönigin II –Frozen 2(OF) 15.00;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.20,

14.15, 17.30, 20.10, 23.00; Die Heinzels 11.00,

13.15, 15.30; Die Hochzeit 13.50, 17.10, 20.00;

Joker 23.00; 3D: Jumanji –The Next Level 17.50;

Jumanji –The Next Level 11.45; Kartoffelsalat 3

–Das Musical 11.20, 14.40; Knives Out 19.20;

Knives Out (OF) 16.50, 20.45; Latte Igel und der

magische Wasserstein 11.10; Lindenberg! Mach

dein Ding 16.10; Das perfekte Geheimnis 18.15;

Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung 13.40;

3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers 22.30; Star

Wars: DerAufstieg Skywalkers 14.00; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers –StarWars:The RiseofSkywalker(OF)

21.15;Vier zauberhafteSchwestern 11.15;

DieWolf-Gäng 13.20, 15.50

Hackesche Höfe (& 283 46 03) 1917 –Der Film

(OmU) 16.30, 19.00; Ein verborgenes Leben –A

Hidden Life (OmU) 21.15; DasVorspiel (teilw.OmU)

14.45; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.30;

Lindenberg! Mach dein Ding 21.15; Miles Davis:

Birth ofthe Cool (OmU) 14.00; Das Vorspiel (teilw.

OmU) 19.00; Ein verborgenes Leben –AHidden Life

(OmU) 14.00; Jojo Rabbit (OmU) 17.15, 19.30;

Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) 21.45;

Sorry We Missed You (OmU) 14.30, 19.00; Les miserables

(OmU) 16.45, 21.15; Jojo Rabbit (OmU)

22.15; LittleWomen (OmU) 14.00, 16.45, 19.30

International (& 24 75 60 11) Jojo Rabbit (OmU)

21.00; Lindenberg! Mach dein Ding 15.00; Little

Women (OmU) 18.00

Zeughauskino (& 20 30 47 70) Strop –Decke

(OmenglU) 20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

1917 –Der Film 16.50, 19.30; Baba Parasi (OmU)

19.45, 22.50; Bad Boys for Life 16.30, 19.40,

22.30; Countdown 20.30, 22.45; Countdown (OF)

22.50; Die Eiskönigin II 14.20, 17.15; Eltilerin

Savasi (OmU) 20.15, 22.55; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.20, 16.45, 19.30,

19.55, 22.15; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

15.00, 18.10; Die Heinzels 14.00, 16.05;

Die Hochzeit 17.00, 19.55, 22.40; Jumanji –The

Next Level 14.10, 17.20; Mucize Ask (OmU) 22.30;

RafadanTayfa 2: Göbeklitepe (OmU) 14.45, 17.10;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 14.15;

Türkler Geliyor –Adelatin Kilici(OmU) 19.45, 22.35;

Vier zauberhafte Schwestern 14.45; Die Wolf-Gäng

14.00,17.00

IL KINO (& 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (DFmenglU) 15.50; The Farewell

(OmenglU) 18.00; Land des Honigs – Medena

Zemja: Honeyland (OmU) 14.10; Vom Gießen des

Zitronenbaums –ItMust Be Heaven (OmU) 10.20,

19.50; Les miserables (OmU) 12.10, 21.40

Neues Off (& 62 70 95 50) Der Leuchtturm –

The Lighthouse (OF) 22.30; Queen &Slim (OmU)

16.30,19.30

Passage (& 68 23 70 18) Little Women (OmU)

14.40, 17.30, 20.30; 1917 – Der Film (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Knives Out 21.00; Lindenberg!

Mach dein Ding 15.20, 18.10; Joker (OmU)

18.30,21.00; Judy (OmU) 16.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Little Women(OF)14.45,

17.45, 20.45; Parasite –Gisaengchung (OmenglU)

17.20,20.15; 1917 –Der Film (OF) 17.00, 19.45,

22.30; Les miserables (OmenglU) 17.00, 19.30,

22.00; Jojo Rabbit (OF) 16.30, 19.00, 21.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

1917 –Der Film 17.30, 20.15; Bad Boys for Life

16.40, 19.50; Die Eiskönigin II 14.20; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.50, 17.20,

20.10; Die Heinzels 15.05, 17.10; Die Hochzeit

16.30, 19.40; Jumanji –The Next Level 17.00;

Kartoffelsalat 3–Das Musical 14.15; Knives Out

19.30; Pettersson und Findus: Findus zieht um

14.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 20.00;

DieWolf-Gäng 14.40

Wolf (& 921 03 93 33)Flussfahrtmit Huhn16.30;

Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) 18.50;

SorryWe Missed You(OmU) 16.40, 21.00; VomGießen

des Zitronenbaums –ItMust BeHeaven (OmU)

19.00; Les miserables (OmU) 21.10


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 25

· ·

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Tagestipp

KALENDER

VomVaterland

zum Katerland

Aus den Zwanzigern in die Neunziger und wieder

in die Zwanziger –das Jahr 2020 animiert zu Zeitsprüngen

gespielt hat, gastiert eramSonntag

bei der Reformbühne Heim &Welt

und will hier als „Kollega Heinrich“

rappen. Der andere Gast ist ein gewisser

Kurt Krömer, der demnächst

im RBB wieder seine Gäste quälen

darf.

So wie Nils Heinrich 2003 mit den

BrauseboysimWedding seine eigene

Lesebühne mitgründete,fanden sich

die Kabarettisten in Berlin schon vor

hundert Jahren in Dichterkreisen

und Zirkeln zusammen. Alfred

Henschke etwa, der sich als Dichter

Klabund nannte, schrieb für Blätter

wie Alfred Kerrs Pan und für die

Schaubühne,die spätereWeltbühne,

trat mit seinen Gedichten und Liedern

aber auch selbst auf Berliner

Bühnen auf, so im Schall und Rauch.

Das Theater im Palais führt die

Klabund-Revue „Ich baumle mit de

Beene“ auf, in dem Gabriele Streichhahn,

Carl Martin Spengler und Ute

Falkenau am Klavier zeigen werden,

dass dessen Gedichte und Couplets

bei Weitem nicht so nett wie die Titelzeile

bleiben werden.„Seine Begabung

war unruhig und zuckend. Es

floss alles zusammen: Pathos, Melancholie

und Biertischzote“,

im Kabarett

BÜHNE

Nils Heinrich: Deutschland Einig Katerland

30. 1.–1. 2., 20 Uhr,Kookaburra

Reformbühne Heim &Welt 2. 2., 20

Uhr,Roter Salon der Volksbühne

Klabund-Revue 30. 1., 8. 2., 19.30 Uhr,

Theater im Palais

Sigrid Grajek 31. 1., 19.30 Uhr,Café Lyrik

Wirfeierndie Goldenen Zwanziger

31. 1., 19.30 Uhr;1.2., 17.30/19.30

Uhr,Distel-Studio

schrieb Carl von Ossietzky 1928 in

seinem Nachruf auf den Getriebenen

und früh Verstorbenen.

Mit Klabunds bitterem Gedicht

über die Berliner Nachkriegsweihnacht

1918, in dem sich die Zeile

„Wir woll’n uns mal wieder amüsieren

auf „Und wenn Millionen vor

Hunger krepieren“ reimt, eröffnete

Sigrid Grajek neulich ihr Programm

„Eine Stadt im Taumel“ über die

1920er-Jahre. An diesem Freitag

spielt die Künstlerin, die sich schon

seit den Neunzigerntiefindie Zwanzigerversenkt,

im Café Lyrikihr Programm

„Heut woll’n wir mal durch

die Hauptstadt bummeln gehn“ mit

Berliner Liedern von Hollaender,

Reutter und anderen.

Ob Hauswartsfrau, Zeitungsjunge

oder die Gnädigste aus der

Belle Etage–alle haben ihreSicht auf

Berlin. Die aktuellen „Goldenen

Zwanziger“ werden im Satirischen

Monatsrückblick Nr. 44 im Distel

Studio gefeiert –mit dem Nachsatz:

„Der große Crash kommt erst zum

Schluss!“ Tilman Lucke und Henning

Ruwe wagen den Ausblick auf

eine Dekade, inder alles nur besser

werden kann.

Literatur

Die

Krise

als Prosa

Mit nicht nachlassender

Betriebsamkeit steuert

der 77-jährige Schriftsteller

Friedrich Christian Delius

neue Werke zum literarischen

Leben bei, die sich auf das politische

Zeitgeschehen beziehen.

Das war schon in den

80er-Jahren so, als er sich mit

dem Roman „Mogadischu

Fensterplatz“ als einer der ersten

Schriftsteller überhaupt

mit dem Phänomen des deutschen

Terrorismus auseinandersetzte,

der eine ganze Dekade

massiv beeinflusst und

verändert hat. Sein jüngstes

Buch „Wenn die Chinesen Rügen

kaufen, dann denkt an

mich“ handelt von der internationalen

Finanzpolitik. Der

Erzähler des Romans ist Wirtschaftsredakteur

einer konservativenZeitung,der

fest davon

überzeugt ist, wegen seiner

politischen Kommentierung

seinen Job verloren zuhaben.

DieKrise als Prosa –indoppelter

Hinsicht. HarryNutt

Friedrich Christian Delius,20.30 Uhr,

Buchhändlerkeller,Carmerstraße1

Villa Elisabeth (& 44 04 36 44)

20.00: Viola Solo: Karen Lorenz, Yodfat Miron u. a.,

Rama Gottfried: corporis fabrica (UA); Georg Katzer:

Kette; Enno Poppe: Filz –visuell-performatives

Konzert

Zwölf-Apostel-Kirche (& 263 98 10)

20.00: Stephan Graf vonBothmer (Orgel), Orgel-Symphonie

„Cinematique“, Musik vonPink Floyd, Jean

Michel Jarre, Deep Purple u. a.

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00: Bach. Das Leben eines Musikers–Langversion

(ab 13 J.)

10.00 Studio: Des Kaisers neue Kleider (ab 5J.)

BKA (& 202 20 07)

11.00: TopCard Camilla, Platypus Theater,englisches

Kindertheater (ab 6bis 10 J.). Anm. erf.

FELD –Theater für junges Publikum

(& 54 08 69 48) 10.00: Werkstatt der Schmetterlinge,

Artisanen, Puppentheater (ab 4J.)

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

10.30: Nurfür Kinder!, 3Berlin, Musiktheater (ab 3

bis 11 J.)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

16.00: Im Labyrinth der Bücher,Young Show(ab 5J.)

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

10.00: Alle außerdas Einhorn(ab 11 J.)

Philharmonie (& 25 48 83 01)

11.30, 11.30 Hermann-Wolff-Saal: Kitakonzert

3-2-1-LOS!

Puppentheater Berlin (& 342 19 50)

10.00: Die Zwölf Monate (ab 5J.)

Puppentheater Firlefanz (& 283 35 60)

10.00: Das Märchen vomHasen und dem Igel, Puppentheater

Camillo Fischer /Frankenberg (ab 4J.)

Puppentheater Prenzlkasper (& 21 79 10 60)

10.00: Frau Holle, Ulrich Müller-Hönow

Schlossplatztheater (& 651 65 16)

10.00: Tomte Tummetott, Theater mit Musik (ab 3J.)

Theater an der Parkaue (& 55 77 52 52)

10.00: Konrad oder Das Kindaus der Konservenbüchse,

(ab 7bis 11 J.)

Theater Mirakulum (& 449 08 20)

10.00: Kasper rettetden kleinen Eisbär,Thomas

Mierau, Puppentheater (ab 4bis 13 J.). Anm.erf.

Varia Vineta (& 43 72 32 44)

16.00: Rotkäppchen (ab 3J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Akademie der Künste am Pariser Platz

(& 200 57 10 00) 19.00 Plenarsaal: Friedrich

Dieckmann trifft Dieter Goltzsche und Gerhard Wolf,

Lesung und Gespräch

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

20.00 Werkraum: Pop-Up:Der Planet Trillaphon im

Verhältnis zur üblen Sache, David Foster Wallace,

Lesung mit Wolfgang Michael

Buchhändlerkeller (& 55 14 93 58)

20.30: „Wenn die Chinesen Rügen kaufen, denkt an

mich“. Roman, Friedrich Christian Delius

Cafe Tasso (& 48 62 47 08)

20.00: Storyatella –Berliner Shortstories: „Achtung!

Bitte weiträumig umfahren!“, Lesebühne

Haus für Poesie (& 48 52 45 -0)

19.30: Nature Writing: Tierwelt, Sean Borodale, Mara-Daria

Cojocaru, Andrea Grill und Asmus Trautsch

Helene-Nathan-Bibliothek (& 902 39 43 42)

18.00: Prominenz, Veso Portarsky,Lesung und Musik

Kulturbrauerei/Maschinenhaus (& 44 31 51 00)

19.30: Der Hund, Akiz, Mod. Knut Elstermann,

Literatur live

Literaturforum im Brecht-Haus (& 282 20 03)

20.00: Unvollkommenheit, AnneRichter,Lesung und

Gespräch mit Michael Wildenhain

Schaubühne (& 89 00 23)

20.30 Globe: Ja heißt ja und …, Lecture Performance

vonund mit Carolin Emcke

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: Dominic MillerBand, Absinthe

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Tristan Schmidt Trio

Badehaus (& 95 59 27 76)

20.00: Bouncen? Vol. 10 mit Brass Riot&Klangphonics

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Shelter Boy

Café Lyrik (& 44 31 71 91)

19.30: KlezBanda Quartett

Columbiahalle (& 69 81 75 86)

18.50: Dimmu Borgir,Amorphis, Wolves In The Throne

Room

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Keb’ Mo

DODO (& 53 09 40 72)

20.00: MovesJohnson and the Boxhoppers

Anzeige

Debüt

Do., 30.1.2020,

20.00Uhr

Philharmonie Berlin

Kammermusiksaal

Szymon Nehring Klavier

Werke von Frédéric Chopin,

Karol Szymanowski und Sergej Prokofiew

Karten ab 14€, ermäßigt ab 7€:

Besucherservice der ROCGmbH, T. +49 30 202 98710

Donau115 (Donaustr.115)

20.30: OlgaAmelchenkoQuartet, ONA vol. 12

HAU2(&25 90 04 27)

19.30: CTM 2020 –Liminal: Dani Gal &Ghazi

Barakat „Altered State Solution“ // Num

Haus der Sinne (& 44 04 91 55)

20.00: Jörg Endesfelder &Mario ‚Marcello’ Stein,

Mein Herz muss barfuß gehen –Demmler-Songs

Huxleys Neue Welt (& 301 06 80 88)

20.00: Angel Olsen

Jazz-Institut Berlin (& 31 85 13 55)

19.00 Georg-Neumann-Saal: What We Do –Ensembles

präsentieren ihre Semesterarbeit

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

18.00 Musikclub:TAB: Trionauts,Rush Hour Konzert

Kulturbrauerei/Kesselhaus (& 44 31 51 00)

19.30: NewSound of Classical feat. Dirk Maasen,

Alexis Ffrench, Dardust und TwoPlusFour

Kulturhaus Karlshorst (& 475 94 06 10)

19.00 Studiobühne, Aufgang B: Songslam Karlshorst

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

19.30: Ludwig Wright

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

21.00: Orania.Soul: MikeRussell’sFunky Soul

Kitchen

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Sea Girls

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: 12 Bars Later

Schlot (& 448 21 60)

21.00: Eyal Lovett Trio

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: hatehug +gall, thirsty and miserable

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...

Tschechisches Zentrum (& 31 01 13 40)

19.00: Aid Kid &Pavel Karafiát

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)

20.00: Howard Carpendale

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: Chat Noir

Zig Zag Jazz Club (& 94 04 91)

21.00: The CubanHeartbeat Orchestra feat. Mayelis

Guyat (voc)

KINO

PANKOW

BlauerSternPankow (& 47 61 18 98)Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 13.30, 15.50, 18.10,

20.15; Little Women 20.30; Die Heinzels 13.40,

15.30; Lindenberg! Mach dein Ding 17.20

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Little Women

14.30,17.20, 20.15; Das geheime Leben der

Bäume 17.40; Die Heinzels 14.00, 15.50; Parasite

20.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

13.40, 16.00, 18.20, 21.15; 1917 –Der Film

(OmU) 20.40; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.40; Sorry We Missed You 16.40, 19.00;

Ein verborgenes Leben 19.45; Knives Out 17.00;

Spione Undercover: Eine wildeVerwandlung 14.45

Kino in der Kulturbrauerei (& 04 51/703 0200)

1917 –Der Film (OmU) 17.00, 20.00, 22.45; Ein

verborgenes Leben 21.45; Die Eiskönigin II 14.15;

Das geheime Leben derBäume 18.45; Die Heinzels

14.30, 16.45; Jojo Rabbit (OmU) 14.00, 19.30;

Jojo Rabbit (OF) 16.45, 22.30;Der kleine Rabe Socke314.15;

Knives Out(OmU) 21.45;Lindenberg!

Mach dein Ding 21.45; Little Women 13.45; Little

Women (OmU) 20.00; Little Women(OF)16.45; Parasite

23.00; The Peanut Butter Falcon 16.30; Sorry

We MissedYou 19.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.30;Vom Gießen des Zitronenbaums 16.15; Das

Vorspiel 19.00; Die Wolf-Gäng 13.45; Les miserables

21.45

Krokodil (& 44 04 92 98) Gundermann Revier

18.00; Swimmingpool am Golan (teilw.OmU)

19.45;Why Don‘t You Just Die! (OmU) 21.15

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Darkroom 18.00;

Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)

19.30

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) 1917

–Der Film 17.05, 19.40, 22.30; 1917 –Der Film

(OF) 20.00; 3Engel für Charlie 22.40; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 19.55; Bad Boys for Life

17.00, 19.55, 22.40; Countdown 19.55, 22.30;

DieEiskönigin II 14.40, 17.20; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.20, 17.00, 19.45, 22.45;

Das geheime Leben der Bäume 17.05, 19.40; The

Grudge 22.40; Die Heinzels 14.30, 16.50; Die

Hochzeit 14.15, 16.45, 19.50; 3D: Jumanji 17.00;

Jumanji 14.15; Kartoffelsalat 314.40, 17.00; Knives

Out 19.50,22.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 14.30; Little Women 16.50, 19.45; 3D:

StarWars IX22.45; StarWars IX 14.15; Underwater

–Esist erwacht 22.45; Vier zauberhafteSchwestern

14.45; Die Wolf-Gäng 14.35

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) 1917 –

Der Film 16.35, 19.40, 22.45; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 10.00; Bad Boys for Life 17.05,

20.10, 23.00; Countdown 20.25, 23.15; Die Eiskönigin

II 14.10, 16.55; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 14.20, 17.10, 19.50, 22.35; The

Grudge 23.20; Die Heinzels 13.30, 15.40; Die

Hochzeit 14.10, 16.45, 19.35, 22.35; Jojo Rabbit

20.00; Joker 23.05; 3D: Jumanji –The Next Level

22.50; Jumanji –The Next Level 17.15; Kartoffelsalat

3–Das Musical 14.10, 18.00; Knives Out

16.55,19.45; Latte Igel und der magischeWasserstein

10.30; Lindenberg! Mach dein Ding 16.25;

Dasperfekte Geheimnis20.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 13.45; 3D: Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 19.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 13.40, 22.55; Vier zauberhafte Schwestern

14.20; DieWolf-Gäng 14.40

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, 17.00;

Lindenberg! Mach dein Ding 20.00

Cosima (& 85 07 58 02) Judy 18.00, 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Jojo Rabbit (OmU) 18.00;

Little Women (OmU) 15.00, 20.30

Xenon (& 78 00 15 30) Crescendo #makemusicnotwar

(OmU) 17.45; Jonathan Agassi Saved My

Life (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) 1917

– Der Film 16.35, 19.50, 22.45; Bad Boys for

Life 16.50, 19.40, 22.45; Die Eiskönigin II12.20,

14.05; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

17.00, 20.15, 22.50; Die fantastische Reise desDr.

Dolittle 10.00, 12.00, 14.25; Die Heinzels 10.00,

12.15, 14.30; Die Hochzeit 16.40, 19.30, 22.40;

Jumanji –The Next Level 17.15; Knives Out 19.45;

Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung 10.00,

14.45; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 22.20;

Vier zauberhafte Schwestern 12.15; Die Wolf-Gäng

10.00, 12.10, 14.25

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 13.45, 18.00; Der

geheime Roman des Monsieur Pick 16.00; Judy

20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 0711) Little Women 14.00,

17.00,20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 05 20)

1917 –Der Film 17.50,20.00, 22.55; Bad Boys for

Life 17.15, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin II 10.00,

12.45, 14.30; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 10.00,12.20,14.45,17.20, 19.50, 22.35;

Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.15, 16.50;

Das geheimeLeben derBäume15.00; Die Heinzels

10.00, 11.50, 13.45, 15.45; Die Hochzeit 17.05,

19.45, 22.40; Jojo Rabbit 20.00, 22.45; Jumanji

16.50; Knives Out 17.00, 19.30, 22.35; Latte Igel

und der magische Wasserstein 12.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 12.15, 14.45;

Star Wars IX 20.45; Vier zauberhafte Schwestern

10.00, 12.30; DieWolf-Gäng 10.00, 12.10, 14.25

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Bad Boys for

Life 20.30; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

18.15, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 15.45; Die Heinzels 15.45; Die Hochzeit

18.00, 20.30; Jumanji –The Next Level 18.00; Knives

Out 20.30; Lindenberg! Mach dein Ding 17.45;

Vier zauberhafte Schwestern 15.45; Die Wolf-Gäng

16.00

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) Federico &Marcello:

Fellinis Stadt der Frauen –La citta delle donne

(Omdt+frzU) 20.00; Magical History Tour: Laurel

&Hardy: Die Sittenstrolche –The Devil‘s Brother

(OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 80 69 69)

1917 – Der Film 13.30, 16.20, 16.30, 19.40,

19.50, 22.50, 23.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 16.45, 19.10; Bad Boys for Life 13.45,

16.50, 19.30, 22.15, 22.50; Countdown 17.30,

20.10, 23.00; Die Eiskönigin II 13.00; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 13.30, 17.00,

19.30, 20.15, 23.00; Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 14.00, 14.15, 16.30; Das geheime

Leben der Bäume 17.10; The Grudge 22.45; Die

Heinzels 14.10, 16.15; Die Hochzeit 13.40, 17.00,

20.00, 22.30; Jojo Rabbit 16.00, 16.40, 19.40,

22.40; Joker19.30; Jumanji –The Next Level12.45,

17.20, 20.00, 23.00; Kartoffelsalat 3–Das Musical

14.00, 17.00; Knives Out 16.45, 20.30, 22.45,

22.50; Lindenberg! Mach dein Ding 16.30, 19.00;

LittleWomen 13.30, 16.10,19.45, 22.30; Parasite

19.30; Das perfekte Geheimnis 19.45; Queen &

Slim 22.40; Spione Undercover: Eine wilde Verwandlung

13.20; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

15.50, 20.20; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

13.50, 19.20, 22.30; Underwater –Esist

erwacht 23.00; Vier zauberhafte Schwestern14.40;

DieWolf-Gäng 14.10

Filmrauschpalast (& 394 43 44) Jam (OmU)

20.00; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao –A

vida invisivel de Euridice Gusmao (OmU) 17.30;

Why Don‘t You Just Die! –Papa, sdokhni (OmU)

22.00

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Bad Boys for Life 17.15,

20.00, 22.30; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 17.30, 20.00, 22.30; Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 15.00; Das geheime Leben der

Bäume 15.00, 18.00, 20.15, 22.30; Die Heinzels

14.00, 16.00; Die Hochzeit 17.30, 20.00, 22.30;

Jumanji –The Next Level 18.00; Lindenberg! Mach

dein Ding 20.30; Spione Undercover: Eine wilde

Verwandlung 15.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.00; Die Wolf-Gäng 16.00

Casablanca (& 677 57 52) Gundermann Revier

18.30; Judy 20.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film 17.00, 20.10, 22.50; 3Engel für

Charlie 23.00; Bad Boys for Life 17.00, 20.00,

22.45; Countdown 20.20, 22.55; Die Eiskönigin II

14.20; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.10, 17.10, 20.00, 22.45; The Grudge 23.05;

Die Heinzels 14.15, 16.30; Die Hochzeit 14.10,

17.00, 19.55; Joker 22.55; 3D: Jumanji –The Next

Level20.00;Jumanji –The NextLevel14.05,17.15,

22.40; Kartoffelsalat 3 – Das Musical 14.40,

17.20; Knives Out 19.30; Lindenberg! Mach dein

Ding 17.10; Das perfekte Geheimnis 19.45; Spione

Undercover: Eine wilde Verwandlung 14.20; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 19.30; Underwater –

Es ist erwacht 23.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.15, 16.50; DieWolf-Gäng 14.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) 1917

– Der Film 16.40, 19.45, 22.40; Bad Boys for

Life 10.00, 16.50, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin

II 14.15; Eltilerin Savasi (OmU) 20.15, 22.45;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.20,

16.45, 19.30, 22.40; Die Hochzeit 16.50, 19.45;

Jumanji –The Next Level 14.10; Rafadan Tayfa 2:

Göbeklitepe (OmU) 14.00, 16.00, 18.10; Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 17.00, 22.50; Türkler

Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 20.10, 23.00;

Vier zauberhafte Schwestern 14.15; Die Wolf-Gäng

14.15

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 4714001) An derBruchkante –

Imker in Mecklenburg 19.30; Klavierstunden –Making

the Grade (OmU) 18.00

Toni & Tonino (& 92 79 12 00) Der geheime Roman

des Monsieur Pick 14.45; Lindenberg! Mach

dein Ding17.00,19.45;Die fantastische Reise des

Dr.Dolittle 15.30, 17.45, 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 15.30; Parasite 20.30; Das

Vorspiel 18.00

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Das geheime

Leben der Bäume 18.00; Pettersson und Findus:

Findus zieht um14.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

20.30

ZEHLENDORF

Bali (& 811 46 78) But Beautiful –Nichts existiert

unabhängig 20.30; Latte Igel und der magische

Wasserstein 16.00; Vor dem Regen 18.00

Capitol (& 831 6417) Das geheime Leben der

Bäume 15.00; Little Women 17.20, 20.15

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 8112) Ich

war noch niemals in New York 19.30; Lara 21.45;

Parasite 17.00

Thalia Potsdam (& 03 31/743 70 20) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 16.00; Ein verborgenes

Leben 20.15; Die Eiskönigin II 13.30; Frauen bildet

Banden –Eine Spurensuche zur Geschichten der

Roten Zora 18.00; Das geheime Leben der Bäume

15.45; Die Heinzels 13.45, 15.30; Jojo Rabbit

17.45, 20.45; Lindenberg! Mach dein Ding 18.00,

20.45; Sorry We Missed You 13.45, 20.45; Vom

Gießen des Zitronenbaums 15.45; Das Vorspiel

18.30

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70)

1917 –Der Film 17.10, 20.15; Bad Boys for Life

16.50, 20.00; Die Eiskönigin II 13.50; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.00, 17.00,

20.00; Die Heinzels 13.40, 15.45; Die Hochzeit

14.10, 16.40, 19.50; Jumanji –The Next Level

16.50; Kartoffelsalat 3–Das Musical 14.20,

17.45; Knives Out 19.50; Lindenberg! Mach dein

Ding 19.40; Little Women 16.30, 20.00; Sneak

Preview 20.00; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

13.45; Vier zauberhafte Schwestern 14.15; Die

Wolf-Gäng 14.00,17.10

UMLAND

ALA Falkensee (& 03322/2798877) Diefantastische

Reise des Dr.Dolittle 14.30, 17.00, 20.00

CapitolKönigs Wusterhausen (& 03375/469777)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 20.00; Marianne

&Leonard –Words of Love 17.00

CineStar Wildau (& 04 51/703 02 00) 1917 –

Der Film 17.20, 20.15; Bad Boys for Life 16.45,

20.15; Countdown 20.20; Die Eiskönigin II15.00;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.00,

17.30, 20.10; Die Heinzels 14.40, 17.40; Die

Hochzeit 14.30, 17.20, 20.00; Jumanji –The Next

Level 17.10, 20.00; Kartoffelsalat 3–Das Musical

14.50, 17.15; Knives Out 19.45; Latte Igel

und der magische Wasserstein 14.40; Lindenberg!

Mach dein Ding 17.10, 20.00; Little Women 14.30,

19.55; Das perfekte Geheimnis 20.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 14.40; 3D: Star

Wars IX 16.50;Vier zauberhafte Schwestern 14.40;

DieWolf-Gäng 14.30, 17.35

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Bad

Boys for Life 20.30; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 18.00, 20.30; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 16.00; Die Heinzels 15.30;

Die Hochzeit 17.45, 20.30; Lindenberg! Mach dein

Ding 17.30; DieWolf-Gäng 15.30

Filmpalast Oranienburg (& 033 01/70 48 28)

Bad Boys for Life 18.00, 20.30; Die Eiskönigin II

14.15; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

17.30, 19.45; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

15.00; Die Hochzeit 17.45, 20.15; Jumanji –

The Next Level 15.15; Lindenberg! Mach dein Ding

17.00, 20.00; DieWolf-Gäng 14.00, 16.00

Kino-Cafe Dahme (& 03 54 51/343) Bad Boys

for Life 20.00

Linden-Kino Wusterhausen (& 03 39 79/145 93)

Bad Boys for Life 20.00

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 18.15; Bad Boys for Life

20.45; Die Hochzeit 17.15, 20.00; Latte Igel und

der magische Wasserstein 16.15; Spione Undercover:

Eine wilde Verwandlung 15.00

Kammerspiele Kleinmachnow (& 03 32 03/847584)

Die Eiskönigin II16.00; Gundermann Revier 18.00;

Knives Out 20.00

Scala Kulturpalast Werder (& 033 27/462 31 75)

FreiesLand17.30;KnivesOut 20.00; Systemsprenger

15.15

Union Fürstenwalde (& 033 61/73 6440) Gundermann

Revier 18.00; Die Kunst der Nächstenliebe

20.15; Vom Gießen des Zitronenbaums 16.00

Weltspiegel Kino Finsterwalde (& 035 31/22 11)

Bad Boys for Life 20.00; Die Hochzeit 17.15,

20.00; Jumanji –The Next Level 15.00; Der kleine

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

15.30; Lindenberg! Mach dein Ding 17.15


26 Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020

·························································································································································································································································································

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PODCAST

Fußball

für die

Ohren

VonSchayanRiaz

Der Januar ist bald schon rum

und an meinen einzigen Vorsatz,

öfters ins Fitnessstudio zu gehen,

habe ich mich nicht wirklich gehalten.

Immerhin habe ich mir aber

in den vergangenen Wochen zahlreiche

Podcasts angehört, die sich mit

dem Thema Sport beschäftigen. Dadurch

hat sich mein schlechtes Gewissen

in Grenzen gehalten.

Besonders gut funktioniert der

Podcast „The Stadio“ von Musa Okwonga

und Ryan Hunn. Die zwei in

Berlin lebenden Engländer plaudern

regelmäßig über die größten Geschehnisse

in der Fußballwelt, doch

in ihrem –wohlgemerkt –englischsprachigen

Podcast geht es um so

viel mehr als nur Fußball. Diebeiden

tauschen sich auch über das Kinoprogramm,

über Politik, über Restaurants

und vieles mehr aus.

Manchmal wird beim Gespräch

über Genuss der eine oder andere

Berliner Geheimfavorit verraten, ob

ein sudanesischer Imbiss oder ein

Burgerladen in Friedrichshain-

Kreuzberg.

Besonders erfrischend sind aber

vor allem die aufschlussreichen Updates

aus der Welt des Frauenfußballs,ohne

dass diese besonders hervorgehoben

oder abgegrenzt werden.

Siesind ein organischer Teil des

gesamten Programms.

Wer es etwas klassischer mag,

dem kam ich „Kicker meets DAZN“

empfehlen. In diesem Podcast geht

es jeden Montag nur um die Irrungen

und Wirrungen des Fußballs.

Und jede Folge hat immer dieselbe

Struktur. Die zwei Moderatoren des

Podcasts, Alex Schlüter und Benni

Zander,die sonst für den Streamingdienst

DAZN als Kommentatoren im

Einsatz sind, diskutieren zuerst über

das vergangene Bundesliga-Wochenende.

Imzweiten Teil interviewen

sie immer ihren Stargast, sei es

Fredi Bobic, Manuel Neuer oder die

Nationalspielerinnen Sara Doorsoun

und Alexandra Popp. Zuguter

Letzt tauschen sich Schlüter und

Zander noch über ihre persönlichen

Ergebnisse im kicker-Managerspiel

aus – der Spieltag ist meistens

schlecht ausgegangen für die Männer.

Der Podcast lebt von der Dynamik

zwischen den Kollegen, die sich

ständig aber liebevoll aufziehen und

für den Sport brennen. Es wird nie

langweilig.

Wersich jetzt an Fußball sattgehört

hat und Lust auf neue Inhalte

hat, für den wäresicher „Berlin! Alles

außer Fußball!“ eine Option. Wieder

selbsterklärende Titel schon verrät,

geht es in diesem Podcast, der übrigens

nur auf der neuen, nachhaltigen

Podcast-Plattform Podimo verfügbar

ist, um besondereSportarten,

die in der Hauptstadt mit genauso

viel Leidenschaft wie Fußball ausgeübt

werden und gleich viel Aufmerksamkeit

verdient haben. DiezweiRedakteureMax

Zobel und Tassilo Metternich

stellen einmal proWoche unter

anderem Jujutsu, Sitzvolleyball,

Modernen Fünfkampf oder Rugby

vor. Ich hoffe, dass die beiden bald

auch mal die beste Sportart der Welt

präsentieren, für die es alleine in

Berlin zwei professionelle Ligen gibt:

DieRede ist natürlich vonKricket.

SchayanRiaz versteht

unter Sportlichkeit, Podcasts

mit Sportthemen zu hören.

Eingeschränkte

Freiheit

Die EU will alle Konzerne beim 5G-Ausbau

mitmachen lassen, risikobehaftete Anbieter

stehen unter Beobachtung

VonAndrej Sokolow

Der chinesische Huawei-

Konzern soll beim Aufbau

europäischer 5G-

Netze mitmachen dürfen

–wenn auch mit Einschränkungen.

Die EU-Kommission empfahl

am Mittwoch den Mitgliedsländern,

risikobehaftete Anbieter aus Kernbereichen

der Netze fernzuhalten. Damit

wäre der Weg für die Verwendung

von Huawei-Technik zumindest

in Teilen der Infrastruktur frei -

auch wenn der chinesische Konzern

nicht direkt erwähnt wurde. Auch

der chinesische Huawei-Wettbewerber

ZTE kann davon profitieren.

Skepsis in den USA

Allerdings plant die Bundesregierung

Strafen von bis zu vier Prozent des

Jahresumsatzes für Firmen, die gegen

Sicherheitsauflagen verstoßen. Wenn

die kritische Infrastruktur Deutschlands

kompromittiert werde,„wollen

wir Sanktionen verhängen können,

die auch einen Weltkonzern sehr

schmerzhaft treffen“, sagte der stellvertretende

Unionsfraktionschef

Thorsten Frei (CDU) am Mittwoch

der Deutschen Presse-Agentur. „Die

Bußgelder sollen sich an der Wirtschaftskraft

des Unternehmens orientieren

und künftig bis zu vier Prozent

des weltweiten Umsatzes des

Unternehmens ausmachen können.“

Regierungssprecher Steffen Seibert

betonte, man wolle erhöhte Sicherheitsanforderungen

stellen, aber keinen

Bewerber von vornherein ausschließen.

Die Brüsseler Position ähnelt der

Entscheidung der britischen Regierung.

In Großbritannien sollen

hochriskante Anbieter aus besonders

sensibler Infrastruktur mit Bedeutung

für die nationale Sicherheit

sowie aus Gegenden in der Nähe von

Atomkraftwerken und Militärstützpunkten

herausgehalten werden.

Der Anteil solcher Lieferanten soll

Der Journalist RichardGutjahr arbeitet

ab sofort für das Berliner

Medien-Start-up Media Pioneer des

Journalisten Gabor Steingart. Der

47-Jährige führeals Experte und Co-

Moderator durch das „Tech-Briefing“

mit Newsletter und Podcast

und berichte über große Technologie-Konzerne,

schrieb Chefredakteur

Michael Bröcker in einem Blogeintrag

auf der Firmenwebseite.Gutjahr

werde die Redaktion auch als

Berater für Bewegtbild unterstützen.

Am Mittwoch hatte der Branchendienst

Meedia über die Personalie

berichtet.

6,6

Milliarden Euro haben vier

Unternehmen im

vergangenen Jahr für

5G- Mobilfunkfrequenzen in

Deutschland gezahlt.

auf 35 Prozent begrenzt werden, die

Kommission machte keine solche

Vorgabe.Der Name Huawei wurde in

beiden Fällen nicht erwähnt. Huawei

begrüßte die Brüsseler Empfehlungen

und lobte den „unvoreingenommenen

und auf Tatsachen basierenden“

Ansatz. Dies erlaubten es

dem Unternehmen, weiterhin am

5G-Ausbau in Europa teilzunehmen.

DieKommission betonte,die Entscheidung,

ob ein Lieferant als riskant

eingeschätzt werde, müsse ausschließlich

auf Basis vonSicherheitsabwägungen

getroffen werden. „Alle

sind in Europa willkommen, aber wir

haben Regeln“, sagte Binnenmarktkommissar

Thierry Breton. Wettbewerbskommissarin

Margrethe Vestager

verwies zugleich darauf, dass

die Behörde mögliche unerlaubte

staatliche Beihilfen im Blick behalten

werde. Einer der Vorwürfe von

Huawei-Kritikern ist, dass die Firma

vom chinesischen Staat gefördert

werde.

Huawei ist ein führender Ausrüster

von Mobilfunk-Netzen und der

zweitgrößte Smartphone-Anbieter

der Welt. Bei der Sicherheitsdebatte

spielen die Smartphones quasi keine

REKORD-ERLÖSE

2012

wurde das 3G-Netzwerk

eingeführt, es ermöglichte

erstmals mobiles Surfen.

Für die Frequenzen

wurden 50,8 Milliarden Euro

in Deutschland gezahlt.

Rolle,esgeht vorallem um die Infrastruktur.

Vorallem die US-Regierung warnt

ihre Verbündeten massiv vor einer

Spionage-Gefahr durch Huawei. Ein

ranghoher Beamter aus dem Weißen

Haus hatte sich schon nach dem

Entschluss der Briten enttäuscht geäußert.

Es gebe keine sichereOption,

nicht vertrauenswürdigen Anbietern

die Kontrolle auch nur über einen

Teil eines 5G-Netzwerks zu überlas-

5G

ist ein Kürzel und steht für

die fünfte Mobilfunkgeneration.

Der Standard ist der

Nachfolger von4G,

auch LTEgenannt.

sen. Man rufe weiterhin alle Länder

auf, die langfristigen Folgen für die

nationale Sicherheit abzuwägen.

Das Unternehmen weist die Vorwürfe

stets zurück. Huawei-Vizepräsident

Victor Zhang hatte am Dienstag,

gesagt, das Unternehmen fühle

sich durch den britischen Beschluss

bestätigt. „Die auf Beweisen fußende

Entscheidung wird zu einer fortschrittlicheren,

sichereren und kostengünstigeren

Telekom-Infrastruktur

führen.“

Das Handelsblatt berichtete unterdessen

am Mittwoch, der Bundesregierung

lägen Beweise vor, die eine

Zusammenarbeit des Konzerns mit

den chinesischen Sicherheitsbehörden

belegen würden. Das gehe aus

Neues Personal für Medien-Start-up

Das Team um den Journalisten Gabor Steingart erhält Unterstützung aus München

menge gefahren war.Damals kamen

86 Menschen ums Leben. Gutjahr

berichtete in den sozialen Medien

darüber. Der Sender wies die Vorwürfe

des mangelnden Unterstützung.

zurück.

Steingarts Medien-Start-up ist

vor allem durch den Newsletter

„Steingarts Morning Briefing“ und

den gleichnamigen Podcast bekannt.

Ab Frühjahr soll ein Redaktionsschiff

auf der Spree imBerliner

Regierungsviertel fahren und

dort Politiker und Wirtschaftsvertreter

für Interviews empfangen.

Neuer Chefkorrespondent bei Me-

DPA/DANNY LAWSON

einem als Verschlusssache eingestuften

internen Vermerk des Auswärtigen

Amtes hervor. „Ende 2019

wurden uns von US-Seite nachrichtendienstliche

Informationen weitergegeben,

denen zufolge Huawei

nachweislich mit Chinas Sicherheitsbehörden

zusammenarbeite“,

heiße es darin ohne nähere Details.

Das Auswärtige Amt erklärte dazu,

als vertraulich eingestufte Dokumente

würden grundsätzlich nicht

kommentiert.

Wichtig für Roboterautos

5G soll dank extrem schneller Reaktionszeit

eine Kommunikation praktisch

in Echtzeit ermöglichen. Das

gilt als wichtige Voraussetzung zur

Fernsteuerungvon Industrieanlagen

oder Roboterautos. Zugleich steckt

in 5G-Netzen viel mehr Computertechnik

auch in Infrastruktur wie Antennen,

was sie anfälliger für Spionage

und Sabotage machen kann.

Auch die EU-Kommission räumte

ein, dass in den Netzen des superschnellen

5G-Datenfunks Rand-

Komponenten wichtige Funktionen

übernehmen. Damit stiegen auch

die Risiken im Zusammenhang mit

Entwicklung und Update der Software.

Ebenso müsse bei der Wartung

der Netze stärker auf Sicherheit geachtet

werden. Und Mobilfunk-Anbieter

müssten dafür sorgen, nicht in

Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten

zu geraten.

In den Mitgliedstaaten könne zugleich

die Umsetzung der Empfehlungen

länger dauern, unter Rücksicht

auf den heutigen Anteil risikobehafteter

Anbieter in Mobilfunk-

Netzen, schränkte die Kommission

ein. Huawei-Technik spielt in vielen

Ländern eine tragende Rolle bei aktuellen

4G-Netzen, die noch längere

Zeit zusammen mit der neuen 5G-

Infrastruktur betrieben werden dürften.

(dpa)

Unlängst war bekanntgeworden,

dass Gutjahr nach mehr als 20 Jahren

nicht mehr für den Bayerischen

Rundfunk (BR) tätig ist. Im Internet

veröffentlichte er einen Brief an den

BR-Intendanten Ulrich Wilhelm. Er

beklagte, als sogenannter fester

freier Mitarbeiter keine rechtliche

und kaum finanzielle Hilfe von dem

Sender bekommen zu haben, als er

sich gegen Hass und Hetzenach seiner

Berichterstattung über Anschläge

gerichtlich zur Wehr gesetzt

habe. Gutjahr war damals Augenzeuge,

als ein Terrorist in Nizza bei

einem Volksfest in eine Menschendia

Pioneer wird imMai Rasmus

Buchsteiner, der vom Redaktionsnetzwerk

Deutschland (RND)

kommt. Er soll neue journalistische

Formate entwickeln und die

Berichterstattung aus der Hauptstadt

bereichern.

Vom RND wechselt auch Gordon

Repinski als stellvertretender

Chefredakteur zu Steingarts Firma.

Im April stößt Alev Dogan als Chefreporterin

zum Redaktionsteam

von Media Pioneer. Sie hat zuvor

als Korrespondentin für verschiedene

Regionalzeitungen gearbeitet.

(dpa)

NACHRICHTEN

Jeder Vierte beherrscht

seinen Computer nicht

Anlässlich des ersten bundesweiten

Digitaltages am 19. Juni 2020 hat die

Initiative„Digital für alle“ aktuell

eine Umfrage in Deutschland

durchgeführt.Demnach erklären

zwar 74 Prozent der Befragten, technische

Geräte wie Smartphone oder

Computer bedienen und nutzen zu

können, solange keine Fehler auftreten.

Jeder Vierte (23 Prozent) beherrscht

das nicht. 61 Prozent der

Bundesbürger finden online in der

Regel die Informationen, die sie suchen.

37 Prozent gelingt das nicht.

Wiederum 60 Prozent können Programme

und Apps installieren, der

übrige Teil (37 Prozent) scheitert

daran. (kk.)

Software AG schwächelt

bei Cloud-Software

DieSoftwareAGhat zum Jahresabschluss

in ihrem Wachstumsfeld mit

Cloud- und Maschinensoftware

(IoT)einen Dämpfer erhalten. Weil

sich ein größerer Vertragsabschluss

ins neue Jahr verzögerte,verfehlte

der MDax-Konzernseine Jahresprognose

in dem Bereich und auch

die Erwartungen vonAnalysten. Der

Bereich wuchs um 39 Prozent, angepeilt

hatte Vorstandschef Sanjay

Brahmawar jedoch mindestens 75

Prozent. Einbedeutender Fünfjahresvertrag

seiaber inzwischen unterschrieben

worden, teilte das Unternehmen

in der Nachtzum Mittwoch

in Darmstadtmit. Insgesamtkletterte

der Konzernumsatz im vergangenen

Jahr um drei Prozent auf 890,6

Millionen Euro,wobei auch Währungseffekte

halfen. (dpa)

General Motorsrüstet Werk

für Roboterautos um

Das Modell „Origin“ gilt als Auto der Zukunft

bei General Motors. PR/DANIEL VINE GARCIA

DerUS-Autoriese General Motors

nimmt Milliarden in die Hand, um

ein Werk bei Detroit für die Produktion

künftiger Elektroautos und Roboter-Taxis

umzurüsten. DieFabrik

Detroit-Hamtramck soll zunächst

Ende 2021 mit der Produktion des

geplanten Elektro-Pickups beginnen,

kündigte GM an. Kurz danach

soll dortauch das jüngst vorgestellte

Robotaxi-Fahrzeug „Origin“ ohne

Lenkrad und Pedale gebaut werden.

GM will in den Umbau 2,2 Milliarden

Dollar stecken, weitere800 Millionen

Dollar sollen in die Ausrüstung

vonZulieferngehen. Daszuvor von

der Schließung bedrohte Werk baut

mit 900 Mitarbeiternaktuell die Modelle

Chevrolet Impala und Cadillac

CT6, die sich schlecht verkaufen. Der

Umbau solle mehr als 2200 Arbeitsplätzeschaffen,

teilte GM mit. Zugleich

wirddie Fabrik während des

Umbaus mehrereMonate stillstehen.

(dpa)

Bei Lithium-Akkus

Brandgefahr beachten

Lithium-Ionen-Akkus sind aus dem

Alltag kaum wegzudenken. Siemüssen

aber richtig behandelt werden

und unbeschädigt sein –andernfalls

besteht Brandgefahr.Darauf weist

das Institut für Schadenverhütung

und Schadenforschung der öffentlichenVersicherer

(IFS) hin. Sinnvoll ist

es laut IFS, Akkus auf einem nicht

brennbaren Untergrund und in Räumen

mit Feuermelder zu laden. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 25 · D onnerstag, 30. Januar 2020 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 19.45 (für HG) Wissen voracht 19.50 (für

HG) Wetter 19.55 Börse 20.00 Tagesschau

20.15 (für HG) Nord bei Nordwest –

Ein Killer und ein Halber

Krimireihe, D2020. Mit Hinnerk

Schönemann. Lona ist aus dem Koma

erwacht und arbeitet wieder als Polizistin.

Aber ist sie wirklich genesen?

21.45 (für HG) Monitor

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Nuhr im Ersten

Kabarettshow.ZuGast: IngoAppelt,

Michael Mittermeier,Andreas Rebers

23.30 (für HG) Alfons und Gäste

0.15 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Die

Superhändler:Lieblingsdeals 17.00 Herz über

Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily Soap

18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –

Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell 19.03 Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt. 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Der Lehrer

Influencer,nicht Influenza. Influencer Felix

ist keine Aktion zu krass, um endlich die

Million Followerauf Instagram zu

knacken. Da juckt es ihn auch wenig,

dass sein Notenspiegel immer tiefer sinkt.

21.15 (für HG) Sekretärinnen

Sitcom. Feindliche Übernahmen

21.45 (für HG) Schwester,Schwester

22.15 (für HG) Sekretärinnen

23.10 (für HG) Schwester,Schwester

23.35 (für HG) Beste Schwestern

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

MDR

14.00 (für HG) MDR um 2 15.15 (für HG)

Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um 4

17.45 (für HG) MDR aktuell 18.05 (für HG)

Wetter für 3 18.10 (für HG) Brisant 18.54 (für

HG) Unser Sandmännchen 19.00 Regionales

19.30 (für HG) MDR aktuell 19.50 (für HG)

Sportskanonen 20.15 (für HG) Lebensretter

21.00 (für HG) Hauptsache gesund 21.45 (für

HG) MDR aktuell 22.05 (für HG) artour 22.35

(für HG) Der Trocken-Doc 23.03 MDR aktuell

23.05 (für HG) Helmut Schön 23.35 Joseph

Haydn: SinfonieNr. 103 Es-Dur 0.08 MDR aktuell

Bayern

11.55 (für HG) In aller Freundschaft 12.40 (für

HG) Alles Klara 13.30 Polizeiinspektion 1 14.00

Polettos Kochschule 14.45 (für HG) Gefragt –

Gejagt 15.30 Schnittgut 16.00 (für HG)

Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern 17.30

Regionales 18.00 (für HG) Abendschau 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) mehr/wert

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) quer 21.00 (für

HG) Mama Bavaria 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 Ringlstetter 22.45 Das Institut

23.15 (für HG) Babylon Berlin 0.45 Startrampe

Vox

5.15 CSI: NY 6.00 Bones 6.55 CSI: Vegas 8.50

Verklag mich doch! 10.50 VoxNachrichten

10.55 Mein Kind, dein Kind 11.55 Shopping

Queen 13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00

Mein Kind, dein Kind 15.00 Shopping Queen

16.00 Salonfähig –Wer macht schöner? 17.00

Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First Dates

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 (für HG) Lucy.Science-Fiction-Film, F

2014 22.00 (für HG) Surrogates –Mein zweites

Ich. Science-Fiction-Film, USA 2009 23.45 Vox

Nachrichten 0.05 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

9.40 Thomas &seine Freunde 10.05 PawPatrol

10.35 Sammy 11.05 Die Dschungelhelden

11.30 Grizzy &die Lemminge 11.55 Go Wild!

12.15 Trolls 12.45 Friends 13.10 Sally

Bollywood 13.35 Angelo! 14.05 Die Tomund

JerryShow 14.30 Voll zu spät! 14.55 Dragons

15.20 Scooby-Doo! 15.45 Alvinnn!!! 16.15

Grizzy &die Lemminge 16.40 Dennis &Fletscher

17.05 Go Wild! 17.40 Voll zu spät! 18.05 Die

Tomund JerryShow 18.40 Woozle Goozle 19.10

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) CSI:

Miami 23.55 30 Rock 0.20 Infomercials

Sport1

16.00 Cajun Pawn Stars–Pfandhaus Louisiana

16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.30 StorageWars –Geschäfte in Texas 18.00

StorageWars –Geschäfte in Texas 18.30 Sport1

News Live 19.00 StorageWars –Geschäfte in

NewYork 19.30 StorageWars –Geschäfte in New

York 20.00 StorageWars –Geschäfte in NewYork

20.30 YukonGold 21.30 YukonGold 22.30

YukonGold 23.30 Sport1 News Live 0.00 Sport

Clips 0.45 Teleshopping Nacht 1.00 SportClips

ZDF

5.15 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ZDF-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ARD-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoStuttgart. Krimiserie. Heilers

Tod 19.00 (für HG) heute 19.20 (für HG) Wetter

19.25 (für HG) Notruf Hafenkante. Wackeldackel

20.15 (für HG) Die verlorene Tochter (5/6)

Dramaserie. Die Wahrheit und nichts ...

Erste Erinnerungen an die Vergangenheit

sprechen dafür,dass Isa missbraucht

wurde. Schockiertund überfordertsucht

sie Rat und Trost bei RobertWolff.

21.00 (für HG) Die verlorene Tochter (6/6)

Dramaserie. Scherbenhaufen

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Maybrit Illner

Wiegefährlich ist das Coronavirus?

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Doku-Soap. Eine Jugendliche

wird im Krankenhaus Opfer einer Straftat. Werhat

sie ans Bett gefesselt und wollte ihr so einen

Schreck einjagen? Wareswirklich ihre fast

gleichaltrigeSchwester? 17.30 Klinik am Südring

/oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00 Auf

Streife –Die Spezialisten 19.00 Genial daneben

–das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Urlaubsreif

Komödie,USA 2014. Mit Adam Sandler.

Nach nur einem Date merken Jim und

Lauren, dass sie nicht zueinander passen.

Dummerweise landen sie kurz darauf in

Afrika im selben Hotelzimmer.

22.45 (für HG) Die etwas anderen Cops

Actionkomödie, USA 2010. Mit Will

Ferrell, Mark Wahlberg

0.55 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Inspiration

1.35 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Zwillinge

WDR

12.45 (für HG) WDR aktuell 13.05 (für HG)

Elefant, Tiger&Co. 13.55 (für HG) Hogräfer &

Binkenstein 14.25 (für HG) Um Himmels Willen

16.00 (für HG) WDR aktuell 16.15 Hier und

heute 18.00 (für HG) WDR aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG)

Aktuelle Stunde 19.30 Regionales 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Tatort:

Schwerelos. Krimireihe, D2015 21.45 (für HG)

WDR aktuell 22.10 (für HG) Frau tv 22.40 (für

HG) Menschen hautnah 23.40 ATouch Of Sin.

Drama, J2013 1.45 Erlebnisreisen

NDR

12.20 (für HG) In aller Freundschaft 13.10 (für

HG) In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Typisch!

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Geheimnisse

Asiens 21.45 (für HG) NDR Info 22.00 (für HG)

Nachts baden. Tragikomödie, D/E 2019 23.30

(für HG) Gift. Thriller,D2017 1.00 extra 3

Kabel eins

5.25 Abenteuer Leben Spezial 5.55 (für HG)

Castle 6.40 (für HG) The Mentalist 7.40 (für HG)

Navy CIS: L.A. 8.35 Navy CIS 9.30 Blue Bloods

11.10 Numb3rs 12.05 (für HG) Castle 13.05

(für HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist

14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 kabel eins

news 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben

täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi

kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir kümmern

uns drum 20.15 Rosins Fettkampf –Lecker

schlank mit Frank 22.30 K1 Magazin 23.30

Trucker Babes 1.25 kabel eins late news

RTLZWEI

5.20 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 PrivatdetektiveimEinsatz

7.00 Die Straßencops Süd –Jugend

im Visier 8.00 Frauentausch 10.00

Frauentausch 12.00 Frauentausch 14.00 Die

Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben 15.00

Die Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben

16.00 Hartz und herzlich –Tag für TagRostock

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Extrem sauber–Putzteufel im Messie-

Chaos 21.15 Extrem sauber –Putzteufel im

Messie-Chaos 22.15 20malsex –Mythenüber

Lust &Liebe 1.15 Sex –Tabufreie Zone?

Eurosport 1

6.00 Game, Schett &Mats 6.15 Tennis.

Australian Open: Halbfinale Frauen, live 8.15

Tennis 9.15 Matchball Becker 9.30 Tennis.

Australian Open: Halbfinale Männer,live 12.30

Matchball Becker 13.00 Tennis 14.05 Snooker.

German Masters in Berlin: 1. Runde 15.00

Snooker.German Masters in Berlin: 1. Runde, live

18.05 Tennis 18.55 Tennis 19.45 Nachrichten

20.00 Snooker.German Masters in Berlin: 2.

Runde, live 23.00 Nachrichten 23.05 Radsport

23.25 Game, Schett &Mats 0.00 Tennis

TV-Tipps

3SAT,22.25 UHR DRAMA

Tagebuch eines Skandals

Die dominante Lehrerin BarbaraCovett(Judi Dench, r.)regiertihreSchulklasse

mit eiserner Hand. Sielebt allein mit ihrer Katze, ohne Freunde

und Vertraute.Doch ihreWelt ändertsich, als sie die neue Kunstlehrerin kennenlernt.

Die37-jährige Sheba (Cate Blanchett) scheint die vertraute Seele

und die loyale Freundin zu sein, nach der sich Barbaraimmer schon gesehnt

hat. Doch Shebas skandalöse Affäremit einem 15-jährigen Schüler verändertihreBeziehung

grundlegend. Während Barbaradamit droht, Shebas

Geheimnis ihrem Ehemann und der Schulleitung zu verraten, kommen ihre

eigene Geheimnisse und Obsessionen ans Tageslicht ... Das von Richard Eyre

inszenierte psychologische Drama basiertauf einem für den „Booker Prize“

nominierten Roman von Zoë Heller.

(USA, GB/2006)

Foto: ZDF

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Berliner Zeitung Leserreisen

SUDOKU

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

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www.berliner-zeitung.de

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LESERREISEN

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM29.1.2020

2020

mittel MITTEL

2 5 8 4 3 1 9 7 6

6 1 4 9 5 7 8 2 3

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7 2 5 8 6 4 1 3 9

5 3 7 1 9 2 6 4 8

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AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 29. 1. 2020

vom 29.1.2020

schwer

SCHWER

©26793686 Dmitry Ersler -Fotolia.com

3 5 9 4 8 2 7 6 1

7 4 1 6 9 3 5 2 8

6 2 8 1 5 7 3 9 4

5 6 7 2 3 4 1 8 9

8 1 3 5 6 9 4 7 2

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1 3 5 7 2 8 9 4 6

4 7 2 9 1 6 8 5 3

9 8 6 3 4 5 2 1 7

RBB

5.30 (für HG) Panda, Gorilla &Co. 6.20 zibb

7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg

aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)

In aller Freundschaft 10.30 (für HG) Rote Rosen

11.20 (für HG) Sturmder Liebe 12.10 (für HG)

Hauptstadtrevier 13.00 rbb24 13.10 (für HG)

Verrückt nach Meer 14.00 (für HG) Tiere bis

unters Dach 14.30 rbb Gartenzeit /Männer

lügen nicht 15.00 Heute im Parlament 16.00

(für HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.10 (für HG) Zwei

Pandababys in Berlin 17.55 (für HG) Unser

Sandmännchen 18.02 rbb UM6 18.27 zibb

19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Abendshow

Ingmar Stadelmann wirft in seiner

wöchentlichenSendung ein satirischen

Blick auf die Neuigkeiten aus der

Hauptstadt. Das Satiremagazindeckt

vielfältigeThemen ab.

21.00 Das große Kleinkunstfestival 2019

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Polizeiruf 110: Fischerkrieg

Krimireihe,D2013.Mit Charly Hübner

23.30 Talk aus Berlin

0.00 (für HG) Zwei Tage,eine Nacht

Drama, B/F/I 2014. Mit Marion Cotillard

ProSieben

5.00 Mom. Sitcom. Verliebt und verloren 5.20

The Middle. Comedyserie 6.00 (für HG) Twoand

aHalf Men. Sitcom 7.25 (für HG) The Big Bang

Theory. Sitcom 8.50 (für HG) HowIMet Your

Mother.Sitcom 10.35 Mike&Molly.Sitcom. Sex

und Tod 11.00 Fresh Off the Boat. Sitcom. Von

Mann zu Mann 11.30 Last Man Standing.

Comedyserie. Dabei sein ist alles 12.00 2Broke

Girls. Sitcom. Der Schildkröteninstinkt 12.25

Mom. Sitcom 13.15 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 14.35 The Middle. Comedyserie 15.35

(für HG) The Big Bang Theory. Sitcom 17.00 taff

18.00 Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons.

Zeichentrickserie. Frauentausch /Corrida de Toro

19.05 Galileo. Magazin

20.15 (für HG) Germany’s next Topmodel –

by Heidi Klum

Im Olympiapark München wählt Heidi

Klum gemeinsam mit dem englischen

Modedesigner Julien Macdonald die

Nachwuchsmodels dieserStaffel aus.

23.05 red.

Boulevardmagazin. So ticken Heidis

Mädchen!

0.05 (für HG) Germany’s next Topmodel –

by Heidi Klum

2.40 ProSieben Spätnachrichten

2.45 2Broke Girls

Arte

7.15 (für HG) Wüste Wurzeln, starkeStämme

8.00 (für HG) Die Winzlingeinfreier Wildbahn

8.45 Stadt Land Kunst 9.35 Yellowstone 11.00

(für HG) Geheimnisvolle Wildblumen 11.45

Medizin in fernen Ländern 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.00 Stadt Land Kunst 13.45 (für HG)

The NewWorld. Abenteuerfilm, USA/GB 2005

16.10 Wildes Thailand 16.50 Xenius 17.20

Medizin in fernen Ländern 17.50 (für HG) Der

Paraná 19.20 Arte Journal 19.40 (für HG) Re:

20.15 Geheimbünde 21.10 Die Spezialkommission

22.05 Tödliche Flucht 0.40 Schockwellen

3Sat

5.30 Chinas mythische Berge 6.15 3satTextVision

6.20 Kulturzeit 7.00 nano 7.30 Alpenpanorama

9.00 (für HG) ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45

nano 10.15 (für HG) Kölner Treff 11.45 Vom

Grandhotel zur schrägen Kiste 12.30 Eco 13.00

(für HG) ZIB 13.15 Der Klimaforscher 13.40

Panamericana 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 wissen aktuell 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 Tagebuch einesSkandals. Drama, USA/

GB 2006 23.55 10 vor100.25 Rundschau

1.10 Der Tod–das letzte Tabu

Phoenix

5.15 Jüdisch in Europa 6.10 Jüdisch in Europa

7.00 Geheimnisvolle Orte 7.45 Mielkes Traum

8.30 phoenix vorort 8.45 bundestagsgespräch

9.00 (für HG) Bundestaglive 17.30 phoenix der

tag 18.00 Eine Frau im Männerknast 18.30

Geheimnisvolle Orte 19.15 Mielkes Traum 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 Trump –der

unberechenbare Präsident 21.00 Der Zerstörer

21.45 (für HG) heute journal 22.15 Phoenix

Runde 23.00 phoenix der tag 0.00 Phoenix

Runde 0.45 Trump –der unberechenbare

Präsident 1.30 Der Zerstörer

Kika

12.55 Mirette ermittelt 13.15 (für HG) 41/2

Freunde 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10

Schloss Einstein –Erfurt 15.00 Trio –Die Kepler

Diamanten 15.50 Max &Maestro 16.00 Die

Abenteuerdes jungen Marco Polo 16.50 Peter

Pan–Neue Abenteuer 17.35 (für HG) Der kleine

Prinz 18.00 Shaun das Schaf 18.15 Marinette

18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50

Unser Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und

die starken Männer 19.25 (für HG) Löwenzahn

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika Live

20.10 Die Jungs-WG 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.50 Infomercial 8.55 Hardcore Pawn 9.25

BaggageBattles 9.55 Infomercial 10.15 House

Hunters 10.45 Haus gesucht in Alaska 11.15

Border Control 12.15 SteelBuddies 13.15

Railroad Alaska 14.15 Die Schatzsucher –Goldrausch

in Alaska 16.15 Die Zwangsvollstrecker

17.15 Steel Buddies 18.15 Asphalt-Cowboys

19.15 A2 –Abenteuer Autobahn 20.15

Asphalt-Cowboys 21.15 Outback Truckers 22.15

Helden der Lüfte 23.10 DMAX News 23.15

Mysterienvon oben 0.15 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ZDF-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Die Zins-Tricks der Sparkassen

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00

ARD-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.15 Mondmänner mit Hammer und

Sichel 20.00 Tagesschau 20.15 Elektroautos –

Wieumweltfreundlich sind sie wirklich? 21.00

Tagesschau 21.02 maischberger.die woche

22.15 Plusminus 22.45 Tagesschau vor20

Jahren 23.00 Tagesthemen 23.30 Monitor 0.00

Exakt 0.30 Weltbilder 1.00 Nachtmagazin 1.20

Zapp 1.50 Brandenburg aktuell

ONE

9.00 Brisant 9.40 Bezaubernde Jeannie 10.05

Bezaubernde Jeannie 10.30 Lindenstraße 11.00

Familie Dr.Kleist 11.50 Sturmder Liebe 12.35

Sturmder Liebe 13.25 Um Himmels Willen

14.10 Ihr letzter Wille kann mich mal! Komödie,

D2019 15.40 Familie Dr.Kleist 16.30

Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernde

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmde

Liebe 20.15 extra 3 20.45 Seriös –Das

Serienquartett 21.30 Rebellcomedy–Hoch

ansteckend 22.00 Little Britain 22.30 Little

Britain 23.00 Die Pierre M. Krause Show 23.30

extra 3 0.00 Seriös –Das Serienquartett

ZDF NEO

6.30 (für HG) Eine Erde –viele Welten 7.15 (für

HG) Eine Erde –viele Welten 8.00 Topfgeldjäger

8.55 (für HG) Lafer!Lichter!Lecker! 9.35 (für HG

Bares für Rares 10.30 (für HG) Bares für Rares

11.25 Dinner Date 12.10 (für HG) Monk 12.50

(für HG) Monk 13.35 Psych 14.15 Psych 14.55

(für HG) Monk 15.35 (für HG) Monk 16.20

Psych 17.00 Psych 17.45 (für HG) Bares für

Rares 18.35 Dinner Date 19.20 (für HG) Bares

für Rares 20.15 (für HG) Letzte Spur Berlin

21.00 (für HG) Letzte Spur Berlin 21.45 (für HG

Nachtschicht: Ein Mord zu viel. Krimireihe, D

2011 23.15 Chinatown. Thriller,USA 1974 1.20

(für HG) Springflut 2.40 (für HG) Springflut

ZDF INFO

7.05 Polizei im Einsatz 7.50 Polizei im Einsatz

8.33 heute Xpress 8.35 Dem Todauf der Spur

9.15 Achtung Polizei! 10.05 Polizei im Einsatz

10.45 Crash Cops 11.30 Die Logistikprofis vom

Flughafen 12.15 Mallorca 13.00 ZDF-History

13.45 ZDF-History 14.15 ZDF-History 15.00

ZDF-History 15.50 ZDF-History 16.30

ZDF-History 17.15 ZDF-History 18.00

ZDF-History 18.45 Fernsehen in der DDR 19.30

Lost Places 20.15 Feind ist, weranders denkt

21.00 Feind ist, weranders denkt 21.45 Feind

ist, weranders denkt 22.25 (für HG) Deutschlan

’61 23.10 (für HG) Deutschland ’89 23.55 Der

Doppelgänger vonOst-Berlin 0.55 heute journal

Radio

KLASSIK

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Liveaus der Philharmonie Berlin:

Frédéric Chopin –Drei Mazurken für Klavier op.

56, Sonate für Klavier Nr.3h-Moll op. 58 /Karo

Szymanowski –Zwanzig Mazurken für Klavier op.

50 (Nr.1-4) /Sergej Prokofiew–Sonate für

Klavier Nr.6A-Dur op. 82, ca. 117 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Talente und Karrieren Tomasz Ritter auf dem

internationalen Chopin-Festival in Warschau.Mit

Dirk Hühner,ca. 56 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Rohstoff (9/20). VonJörg Fauser /

Gelesen vonLars Eidinger,ca. 30 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Freispiel Kurzstrecke 94: Feature,Hörspiel,

Klangkunst. Zusammenstellung: Julia Gabel, Ingo

Kottkamp, Marcus Gammel, ca. 57 Min.

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Prespektiven Dokument: Der Zerfall der

jugoslawischen Staatsidee. Ein Vortrag des

Historikers Hannes Gandits, ca. 56 Min.

MAGAZIN

15.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Tonart Das Musikmagazin am Nachmittag,