Stahlreport 2020.01/02

markushuneke

75. Jahrgang | Januar/Februar 2020

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

1/2|20

Rohre und

Rohrzubehör

Seminar

09.-11.03.2020

Paderborn

Professionelles

Kleinlosmanagement

Seminar

18.-19.03.2020

Neuss

Stahleinkauf

Seminar/Kooperation

21.-22.04.2020

Duisburg

Verkauf II

Seminar

05.-06.05.2020

Hamburg

e

20

Blankstahl

Seminar

12.-13.05.2020

Ludwigsburg

Flacherzeugn

Seminar

25.–26.05.20

Duisburg

Ihr Bildungsgipfel – das BDS-Seminarjahr 2020


Ihr Bildungsgipfel –

das BDS-Seminarjahr 2020

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2020 begann für uns beim BDS und

darüber hinaus mit einem traurigen Ereignis:

der langjährige Chefredakteur des Stahlreport

und ebenso langjährige Leiter der BDS-Berufsbildung

Dr. Ludger Wolfgart ist im Januar

verstorben. Das kam, trotz Vorerkrankung,

für alle unerwartet und plötzlich. Mit einem

Mal, von einem auf den anderen Moment, geraten durch ein

solches Ereignis die üblichen Prioritäten in Schieflage. Der

sonst aus dem Alltag weitgehend verbannte Tod drängt sich

auf und wird ein Thema vieler Gedanken und Gespräche. Und

die Leerstelle, die Dr. Ludger Wolfgart hinterlässt, wird spürbar.

Tröstlich in den Tagen nach der traurigen Nachricht war

die große Anteilnahme vieler Wegbegleiter in der Branche, die

wir beim BDS mit Dank entgegen genommen haben. „Das kann

doch nicht sein!“ – so haben viele mit echter Erschütterung reagiert.

Daraus ist für uns beim BDS nochmal deutlich geworden,

wie anerkannt, respektiert und geschätzt Dr. Wolfgart in der

Branche war. Ein Fels in der Brandung, der nun fehlt.

Doch die Welt dreht sich weiter und der Alltag verlangt

wieder seine Aufmerksamkeit. Dem hätte Dr. Wolfgart vermutlich

als einer der ersten nachdrücklich zugestimmt. So legen wir

den Fokus in dieser Ausgabe auf das Thema, das ihm besonders

wichtig war und dem er sein berufliches Leben gewidmet hat:

der beruflichen Bildung. Auf S. 44 finden Sie in dieser ersten

Ausgabe des Stahlreport in einem neuen Jahr eine Übersicht

über das BDS-Seminarjahr 2020 – mit hoffentlich vielen interessanten

und lohnenden Veranstaltungen für Sie und die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter Ihres Unternehmens.

Besonders blicken wir in der BDS-Berufsbildung diesmal

auf das neue Seminar „Professionelles Kleinlosmanagement“,

das im November 2019 mit einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung

gestartet ist. Warum es sich lohnt, lesen Sie auf S. 40.

Über die Bildungsthemen hinaus finden Sie in dieser Ausgabe

einen Überblick über die – derzeit eher verhangenen – konjunkturellen

Aussichten der wichtigen Stahlabnehmerbranchen

(S. 38), sowie Beiträge zum Stahlhandel, zur Stahlproduktion

und den Verarbeitern.

Wie immer eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Markus Huneke

Chefredakteur Stahlreport

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Jebens – Alles fest im Griff

10 Damstahl – Investition in digitale Lösungen

11 XOM Materials – Plattform wächst weiter

STAHLVERARBEITUNG

12 Maurer – Speziallager für Olympiastadion

14 Unitechnik – Rekordhoch im Schaltanlagenbau

STAHLPRODUKTION

16 Tata Steel – neue Stahlsorte für Bau

und Agrartechnik

18 Salzgitter AG – Kommerzielle

Wasserstoffproduktion

20 Smart Steel Technologies – Prozessoptimierung

im Stahlwerk

ANARBEITUNG & LOGISTIK

22 Progress – Lösungen zur

Bewehrungskorb-Fertigung

24 Groß gefeiert – 100 Jahre Behringer

26 Neue Anlage für das Kaltumformen von

Hohlprofilen

28 Kasto – Online-Shop für Sägemaschinen

gestartet

MESSEN UND MÄRKTE

28 Termine

30 Betriebsrente – Handlungsbedarf für jeden

Arbeitgeber

Schwerpunkt Konjunktur

32 Maschinenbau in rauhem Gewässer

35 Verarbeitendes Gewerbe wartet auf Trendwende

36 Bauwirtschaft erwartet solides Jahr 2020

BDS-RESEARCH

38 Der Konjunkturmotor stottert

BDS-Berufsbildung

40 Warum sich das Seminar „Professionelles

Kleinlosmanagement“ lohnt

43 BDS-Fernstudium – Start 2020 in Sicht

44 Exzellenter Stoff – das BDS-Seminarjahr 2020

LIFESTEEL

48 Swedish Steel Prize –

Rohranwendung gewinnt Award

50 CERN – Edelstahl hilft, das Universum

zu erforschen

50 Impressum

Stahlreport 1/2|20

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Persönliches

Kurznachrichten

Bild: Jungheinrich

Christian Heck

ist neuer Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft

Holz und Metall (BGHM).

Auf Vorschlag des Vorstands hat die Vertreterversammlung

der BGHM im vergangenen

Jahr Christian Heck mit Wirkung zum

1. Januar zum Hauptgeschäftsführer der

BGHM gewählt.

Die bisherigen Mitglieder der Geschäftsführung

Michael Schmitz und Prof. Dr. Wolfgang

Römer sind zum Ende des Jahres

2019 aus der

Geschäftsführung

ausgeschieden.

Christian Heck ist

seit September

2019 Mitglied der

Geschäftsführung

der BGHM. Der

Jurist begann seine

Karriere bei der

gesetzlichen Unfallversicherung

2001 als Referent des Hauptgeschäftsführers

in der Holz-Berufsgenossenschaft

(Holz-BG) und wurde im selben

Jahr stellvertretender Leiter der Mitgliedsund

Beitragsabteilung. Er leitete in der

2011 aus den Fusionen verschiedener

Berufsgenossenschaften entstandenen

BGHM zunächst die Hauptabteilung Verwaltung

und dann die Hauptabteilung Personal.

Bild: BGHM

Klaus-Dieter Rosenbach

verlässt die Jungheinrich AG Ende März

2020. Der Vorstand Logistiksysteme scheidet

auf eigenen Wunsch vorzeitig aus, gab

das Unternehmen bekannt. Da sich aus

gesundheitlichen Gründen seine private

Lebensplanung verändert habe, bat

Dr. Rosenbach den Aufsichtsrat darum, seinen

Vertrag vorzeitig zum 31. März 2020 zu

beenden. Dieser wäre regulär Ende 2021

ausgelaufen.

Klaus-Dieter Rosenbach ist seit 1991 für die

Jungheinrich AG tätig.

Nach mehreren leitenden

Positionen in

Entwicklung und Produktion

übernahm er

2001 die Leitung der

Jungheinrich-Werke in

Norderstedt und

Lüneburg. Im Jahr

2008 wurde er zum Technikvorstand der

Jungheinrich AG bestellt, seit 2015 verantwortet

der 61-jährige Diplom-Ingenieur das

Ressort Logistiksysteme.

Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Aufsichtsrats:

„Dr. Klaus-Dieter Rosenbach hat

drei Jahrzehnte lang die erfolgreiche Entwicklung

Jungheinrichs maßgeblich mitbestimmt

und war mir stets ein treuer und

zuverlässiger Weggefährte. Sein Weggang

ist für uns alle sowohl menschlich als auch

fachlich ein großer Verlust. Wir respektieren

seine Entscheidung, bedauern diese aber

außerordentlich. Vonseiten des Aufsichtsrates,

der beiden Gesellschafterfamilien

Lange und Wolf sowie des Vorstands gilt

ihm unser allergrößter Dank und Respekt

für seine ausgezeichnete Arbeit. Wir wünschen

ihm für die Zeit nach Jungheinrich

alles Gute.“

Der Aufsichtsrat und der Vorstand haben

sich dazu entschlossen, im Zuge des Austritts

von Klaus-Dieter Rosenbach den Vorstand

zum April 2020 zu verkleinern und die

Anzahl der Ressorts von fünf auf vier zu

reduzieren. Zum 1. Januar 2020 hat Sabine

Neuß als neue Vorständin das Ressort Technik

vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Lars

Brzoska übernommen.

Jörg Delveaux

ist zum weiteren Geschäftsführer der rff

Rohr Flansch Fitting Handels GmbH bestellt

worden. Seit dem 1. Januar 2020 ist er für

die Unternehmensbereiche „Einkauf“ und

„Materialwirtschaft“ bei rff verantwortlich.

Mit der Ernennung von Jörg Delveaux habe

man eine weitere richtungsweisende Entscheidung

getroffen, die das Handelshaus

für Rohre und Rohrverbindungen weiter fit

für die Zukunft machen soll. Bereits im Jahr

2017 wurde mit der Berufung von Michael

Allexi zum Geschäftsführer bei rff der Generationswechsel

in der Geschäftsführung eingeleitet.

„Das Haus rff hat sich in den letzten Jahren

positiv entwickelt. Um diese Entwicklung

weiter voran zu treiben, hat die Gesellschaft

mit Wirkung zum 1. Januar 2020 Jörg Delveaux

zum weiteren Geschäftsführer bestellt“,

so Firmengründer Hartmut Böttche. Jörg

Delveaux habe zunächst die Leitung der

Bereiche Materialwirtschaft und Einkauf

übernommen, ab

2021 zeichne er

dann zusätzlich für

die Bereiche „Lager

und Logistik“ verantwortlich.

Bild: ISB Bild: rff/Thomas Schütz

Jörg Delveaux

kommt aus dem

direkten Marktumfeld

und verfüge über fundierte Markt-, Produkt-

und Managementkenntnisse. Er freue

sich auf die kommende Aufgabe und sei

sich der Verantwortung seiner Position

bewusst, teilte rff mit. „Von Beginn an habe

ich großes Vertrauen in meine Person

erfahren und bin sowohl Hartmut Böttche

und Michael Allexi als auch der Gesellschaft

dafür sehr dankbar“, sagte Jörg Delveaux.

Sven Junge

ist neuer Geschäftsführer des Instituts für

Stahlbetonbewehrung (ISB). Der langjährige

ISB-Mitarbeiter hat

die neue Funktion

seit dem 1. Januar

2020 übernommen.

Den Beschluss dazu

hatte der Institutsvorstand

in einer

Sitzung Anfang

Oktober 2019

beschlossen. Sven

Junge folgt auf

Dr. Michael Schwarzkopf, der nach vier Jahren

als Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender

die Geschäftsführung übergeben

hat. Michael Schwarzkopf bleibt dem ISB

e.V. als Vorstandsvorsitzender erhalten.

Andreas Ridder und

Jörg Simon

haben traditionell zum Jahresende verschiedenen

sozialen Organisationen eine Spende

überreicht: In diesem Jahr waren es insgesamt

12.000 €, die der Vorstandsvorsitzende

der Nordwest Handel AG Andreas

Ridder und Nordwest-Vorstand Jörg Simon

dem Frauenhaus der Stadt Dortmund, dem

Verein Löwenstarke Kinderhilfe Dortmund

und dem Kinderschutz-Zentrum Dortmund,

überreichen konnten.

4 Stahlreport 1/2|20


Große Trauer im Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Ludger Wolfgart ist gestorben

Mitte Januar ist der langjährige Chefredakteur des BDS-Fachmagazins

Stahlreport“ sowie der Bereichsleiter der Berufsbildung des Verbands,

Dr. Ludger Wolfgart, gestorben. „Trotz längerer Krankheit ist sein

Tod für uns überraschend und plötzlich gekommen. Wir sind sehr betroffen

über diesen schmerzlichen Verlust. Unsere Gedanken sind in dieser schweren

Zeit bei seiner Familie“, sagte Oliver Ellermann, Vorstand des BDS.

Dr. Ludger Wolfgart war für den Bundesverband Deutscher Stahlhandel

über mehrere Jahrzehnte tätig. Seit 1984 hat er mehr als 35 Jahre lang die

Verbandstätigkeit in Sachen Berufsbildung und Kommunikation mitgestaltet.

Seine vielleicht weitreichendste berufliche Leistung ist der Aufbau und

die Entwicklung des heutigen BDS-Fernstudiums „Betriebswirt/in Stahlhandel

(BDS)“, in dem seit 1994 Nachwuchs-Führungskräfte des Stahlhandels

branchenspezifisch ausgebildet werden. Als langjähriger Leiter der

BDS-Berufsbildung hat er das Fernstudium federführend mit großer Leidenschaft

und großem persönlichen Engagement weiterentwickelt. Für mittlerweile über 500 Absolventinnen und Absolventen

des Fernstudiums ist Ludger Wolfgart das Gesicht des Fernstudiums sowie Begleiter und Ansprechpartner gewesen.

Als ebenfalls langjähriger Chefredakteur des Stahlreport hat er die Branche auch journalistisch begleitet. Den vielen Entwicklungen

und Diskussionen des Marktes hat er über viele Jahre Raum und Stimme gegeben – und dabei immer auch seine

eigene Stimme und Perspektive konstruktiv und an der Sache orientiert eingebracht.

Dr. Ludger Wolfgart war ein überaus engagierter sowie menschlicher Vorgesetzter, Mitarbeiter, Kollege und Ansprechpartner,

dem in der Branche weithin sehr viel Wertschätzung und Respekt entgegengebracht wurde. Auch privat hat sich der

Ehemann und Vater von vier Kindern stark engagiert und in seiner Heimatstadt Schwerte über viele Jahre die Schwerter

Hospiz-Initiative als Leiter geführt.

Er wird fehlen.

Foto. Privat

Das Frauenhaus Dortmund bietet Frauen

und ihren Kindern, die häusliche Gewalt

erleben mussten, eine anonyme und

geschützte Unterkunft mit weitreichendem

Beratungsangebot. Mit der Spende werden

Spiel- und Bastelangebote an den Wochenenden

finanziert, die den Müttern helfen,

sich wieder zu stabilisieren, und Freude an

gemeinsamen Aktivitäten zu erleben.

zender Andreas Ridder und Vorstand Jörg

Simon auf die Vertreter der Organisationen

und kamen mit ihnen ins Gespräch. „Die

jährlichen Spenden sind für uns eine Herzensangelegenheit,

mit denen wir etwas an

die Gesellschaft zurückgeben möchten. Wir

Der Verein Löwenstarke Kinderhilfe Dortmund

engagiert sich durch Spezialisten und

Sachleistungen in der klinischen Versorgung

(Schwerpunkt Orthopädie) von Kindern und

Jugendlichen und ermöglicht Operationen

und Rehabilitationen, derzeit auch bei unbegleiteten

minderjährigen Flüchtlingen. Das

Kinderschutz-Zentrum Dortmund ist eine

Fachberatungsstelle gegen Misshandlung,

Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch

von Kindern. Mit der Spende wird das therapeutische

Angebot unterstützt. Bei der

Übergabe der symbolischen Schecks in der

Nordwest-Zentrale trafen Vorstandsvorsitkonzentrieren

uns bei unserer Unterstützung

auf Projekte vor Ort. Hier haben wir

den persönlichen Kontakt und wissen, dass

unsere Spenden in den Organisationen

Gutes ermöglichen“, so die beiden Vorstände.

Foto: Nordwest

Stahlreport 1/2|20

5


Stahlhandel

Bericht

Für die schienengebundenen Manipulatoren von Dango & Dienenthal mit extrem hohen Traglasten

liefert Jebens Zangenkopf und Zangenschenkel sowie Teile des Hauptrahmens und Öltanks.

Präzisionsfertigung von Zangen für Schmiedemanipulatoren

Alles fest im Griff

Transport- und Schmiedemanipulatoren der Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH haben den Dreh raus. Nicht von

ungefähr ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Siegen Weltmarktführer für Entwicklung, Konstruktion und Produktion

dieser Giganten. Eine Schlüsselrolle beim sicheren Positionieren und Transportieren haben die Strukturbauteile der Zangen

der Manipulatoren. Für Sonderkonstruktionen dieser Komponenten setzt Dango & Dienenthal auf die Jebens GmbH

aus Korntal-Münchingen – ausgwiesene Spezialistin für große schwere Brennteile und Schweißbaugruppen.

Das 1865 gegründete Familienunternehmen

Dango & Dienenthal

entwickelt und produziert Spezialmaschinen

und -anlagen für die

metallurgische Industrie. Neben

Transport- und Schmiedemanipulatoren

umfasst das Leistungsportfolio

Schwerlastroboter, Abschlackeinrichtungen

und Wasserfiltrationsanlagen

für Stahlwerke sowie automatisierte

Wärmebehandlungssysteme. Mit den

Ingenieuren Rainer Dango und Arno

Dienenthal wird das Unternehmen

in der fünften Generation von je

einem Vertreter der Inhaberfamilien

geführt. Als ganzheitlicher Lösungsanbieter

bietet es neben der Maschinentechnik

auch gezielte Unterstützung

in der Fabrikplanung. So erfolgt

im Bereich der Schmiedetechnik

„kein Verkauf nach Pflichtenheft“,

wie Arno Dienenthal betont, sondern

ganzheitliche Beratung zu Maschinentyp,

Positionierung und Leistungsauslegung.

„In Verbindung mit

unseren vollautomatischen Handhabungssystemen

für Wärmebehandlungsanlagen

erschließen unsere

Maschinen und unsere Technologiekompetenz

Kunden die Möglichkeit

zur Optimierung ihres Materialflusses

– und damit maßgeblichen Mehrwert“,

so Rainer Dango.

6 Stahlreport 1/2|20


Manipulatoren von Dango &

Dienenthal – robust, agil, präzise

Die Schmiede- und Transportmanipulatoren

verdanken ihre Spitzenposition

im Weltmarkt dem

Unternehmen zufolge drei Alleinstellungsmerkmalen:

Robustheit

ihrer Konstruktion, Agilität der

Antriebe und Präzision der Positionierung.

Unerreicht sei auch die

bei schienengebundenen Schmiedemanipulatoren

eingesetzte Technologie

zur Energierückgewinnung:

Bis zu 70 % der zur Beschleunigung

aufgewendeten Energie werden mit

dem ERS (Energy Recovering System)

beim Bremsvorgang des Fahrantriebs

zurückgewonnen. Darüber

hinaus ermöglicht dieses System

ein 30 % schnelleres und obendrein

präziseres Positionieren der

Schmiedeteile für ein endkonturnahes

Schmieden.

Bilder: Jebens

In diesem Jahr stehen zwei weitere

Innovationen bei Dango & Dienenthal

auf dem Programm: Augemented Reality

(AR)-gestützte Wartungsstrategien

und batteriebetriebene Fahrzeuge.

Via QR-Code sollen dann

Betreiberinfos zur Maschinenwartung

abrufbar sein. Mit Hilfe einer

VR-Brille für den Kunden kann sich

auch ein Techniker bei Wartungsmaßnahmen

zuschalten, dem Kunden

bei der Fehlersuche über die Schulter

schauen oder ihm Informationen auf

die Brille senden. Batteriebetriebene

Fahrzeuge für mobile Schmiede- und

Transportmanipulatoren im niedrigen

Traglastbereich bieten eine deutlich

höhere Beweglichkeit als die bisher

angebotenen elektrischen Maschinen

mit Kabel. Verglichen mit Modellen

mit Dieselantrieb sind sie durch Emissionsfreiheit,

weniger Lärm und Wartungsbedarf

eine vielversprechende

Option.

Hochfeste Stahlgüte

für SSM-Manipulator

Zur neuesten Manipulatoren-Generation

und zugleich zu den Premium-

Modellen von Dango & Dienenthal

gehören die Maschinen der SSM-

Serie für Freiform-Schmiedepressen.

Für einen amerikanischen Kunden

baute das Unternehmen einen schienengebundenen

Manipulator vom

Typ SSM 2000. Mit fast 14 m Länge,

5,5 m Breite und ca. 4,6 m Höhe hat

er eine Tragkraft von 900 kN bei

einem Lastmoment von 2.400 kNm.

Den Bau von Zangenkopf und

-schenkeln sowie von Teilen des

Hauptrahmens und Öltanks übertrug

der Maschinenbauer an die Jebens

GmbH. Sie ist spezialisiert auf Projekte,

die das Leistungsspektrum

normaler Schweißbetriebe überschreiten.

So gehört die Fertigung

komplexer Schweißbaugruppen mit

extremen Stückgewichten und Längen

ebenso zum Tagesgeschäft wie

die Steuerung der gesamten Lieferkette

von der Beschaffung bis zum

Sondertransport.

Für Jebens habe zudem erneut das

umfangreiche Blechlager gesprochen,

das mit 30.000 t hochqualitativer

Stähle im Dickenbereich bis

650 mm – darunter auch hochfeste

Güten wie S690 oder S960 bis 250

mm – zu den größten in Europa zählt.

„Immer dann, wenn es um große

dicke Brennteile geht, ist Jebens

unser präferierter Partner“, so Arno

Dienenthal.

Bei der Fertigung der über 30 t

schweren Teile für den Hauptrahmen

(über 9 m lang, fast 4,5 m hoch

und ca. 1 m breit) war neben der

geforderten Maßgenauigkeit vor

allem das Handling der Bauteile

anspruchsvoll. Zudem war die Beratungskompetenz

des Schweißfachingenieurs

von Jebens gefragt: Für

die Grundplatte des Öltanks (über

5 m lang, fast 3,7 m breit und ca.

2,2 m hoch) war in der benötigten

Größe kein einzelnes Blech lieferbar.

Der Jebens-Fachmann schlug deshalb

vor, zwei Bleche mit Vollanschluss

zusammenzuschweißen. Ein

Vorschlag, den Dango & Dienenthal

gerne aufgriff: Die Lösung war nicht

nur deutlich günstiger, sondern vor

allem auch zeitlich wesentlich

schneller realisierbar als die Neuwalzung

eines entsprechenden

Blechs. Einkaufsleiter Jan Nell fühlt

sich dadurch erneut in seiner Einschätzung

bestätigt: „Bei Jebens

herrscht großes Fachwissen vor, deshalb

nehmen wir Umsetzungsideen

der Spezialisten gerne an.“

Sensibles

Temperaturmanagement

Diese Kompetenz war auch bei der

Fertigung von Zangenkopf und Zangenschenkeln

des Schmiedemanipulators

für den amerikanischen

Kunden gefordert. Die Geometrie

der bei dem Kunden eingesetzten

Presse erforderte eine anspruchsvolle

Sonderkonstruktion der

[ Kontakt ]

Jebens GmbH

Zange. Für Standardzangen setzt 70825 Korntal-

Münchingen

der Maschinenbauer Gussteile ein.

+49 711 8002-0

Bei Sonderanfertigungen wie diese q www.jebens.de

Stahlreport 1/2|20

7


Stahlhandel

Bericht/Nachrichten

q Zange hingegen vertraut er auf

Schweißkomponenten von Jebens.

„Das kann nicht jeder schweißen“

Trotz ihrer ungewöhnlich flachen

Form hält die Zange dieses Manipulators

Teile mit Gewichten von

bis zu 900 kN. Standardwerkstoff

für Zangenkopf und -schenkel von

Dango & Dienenthal ist die hochfeste

Güte S690QL. „Dieser Werkstoff

ist für Schweißbetriebe jedoch

eine Herausforderung“, weiß Jan

Nell. „Den kann nicht jeder schweißen.“

„Jebens will uns als Kunde unbedingt

zufriedenstellen. Das merkt

man in vielerlei Hinsicht“, ergänzt

Rainer Dango. Das stellte der

Schweißspezialist auch im konkreten

Fall unter Beweis: Der benötige

Feinkornstahl war bei Jebens bis zu

einer Blechdicke von 250 mm lagermäßig

verfügbar.

Für den Zangenkopf fertigte

Jebens eine Baugruppe aus einem

nahtlos gewalzten, mechanisch bearbeiteten

Ring und einem Brennteil.

Dieser flanschartige Ring, an dem

die Drehspindel angeschlossen wird,

wurde ebenfalls in der Güte S690QL

gewalzt. Für andere Bauteile des

Zangenkopfes mit weniger kritischen

Spannungsverläufen kam hingegen

Stahl der Güte S355 zum Einsatz.

Bei der Bearbeitung dieser

Kombination aus warmfesten Werkstoffen

und allgemeinem Baustahl

bewährte sich die jahrelang gewachsene

Expertise der Jebens-Spezialisten

für herausfordernde Maßarbeit

in Stahl.

Die materialbedingt wesentlich

höheren Streckgrenzen und Zugfestigkeiten

von Feinkornstahl im Vergleich

zu Baustahl sowie die von

Dango & Dienenthal vorgegebenen

engen Toleranzen erforderten eine

besonders sensibel angepasste Temperaturführung.

Nach Erstellung der

Fertigungszeichnungen wurden die

gegeneinander verschachtelten Einzelteile

der Zangenschenkel gebrannt,

gefast, gefräst und gestrahlt.

Bevor die Baugruppen schließlich

auf einem Montagetisch zum Gesamtbauteil

zusammengefügt wurden,

überprüfte sie Jebens per Ultraschall.

Erst danach wurden sie auf einem

Drehkipptisch zum Gesamtbauteil

verschweißt. Die Bauteile des Zangenkopfes

aus S355 schweißte Jebens

per Hand. Anschließend wurden sie

auf dem Schweißdrehkipptisch mit

dem Ring aus Feinkornstahl teilautomatisiert

zusammengeschweißt.

Sodann wurde das Gestell mit den

Rohren eingesetzt und per Rundnaht

mit dem Ring verschweißt. Zum

Abschluss der Bearbeitung wurde

das Bauteil vibrationsentspannt,

gestrahlt und grundiert.

Jan Nell ist voll des Lobes zum

Projekthandling von Jebens: „Es war

im wörtlichen Sinne herausfordernd,

da es nicht nur sehr aufwendig war,

sondern die sehr großen Teile auch

eine entsprechende Infrastruktur

erforderten.“ Arno Dienenthal bestätigt

diese Einschätzung: „Die Leistung

von Jebens hat wieder perfekt gepasst

und die Termintreue war optimal.

Wir fühlen uns da wirklich sehr gut

aufgehoben und betreut.“ 2

Ring und Streben

des Zangenkopfes

wurden bei Jebens

auf dem Schweißdrehkipptisch

zum

Gesamtbauteil

verschweißt.

8 Stahlreport 1/2|20


Neuer Ansprechpartner für Frankreich und Benelux

Stahlverbund Phoenix international verstärkt

Durch das Wachstum des Stahlverbundes

Phonenix in Richtung Westeuropa

hat sich das Unternehmen mit einem eigenen

Ansprechpartner mit ausgewiesener

Industrie- und Markterfahrung in den regionalen

Märkten verstärkt. „Die nationalen

Stahlmärkte haben ihre ganz spezifischen

Besonderheiten. Hier gleicht nicht der eine

dem anderen“, erklärt Vincent Wicker, seit

September Projektmanager Stahl Westeuropa

für den Stahlverbund Phoenix.

Neben der Ausweitung der Fachhandelspartner

ist ein weiteres Ziel die Vergrößerung

des Lieferantenportfolios. „Im Vergleich

zu Deutschland ist in Frankreich der

Anteil der privaten Mittelständler im Stahlmarkt

deutlich geringer. Jedoch wächst die

Bedeutung der mittelständischen Unternehmen

zunehmend“, stellt Vincent Wicker den

Bedarf an Konzeptionen und Angeboten des

Stahlverbunds Phoenix fest. Hier möchte er

ansetzen und mit den detaillierten Kenntnissen

aus der Industrie und in enger Abstimmung

mit der Zentrale in Dortmund von den

Vorzügen des Verbundes überzeugen.

„Im Stahlgeschäft kommt es auf gute persönliche

Beziehungen an. Gleichzeitig müssen

die regionalen Gegebenheiten ebenso

berücksichtigt werden wie die reale Bewertung

der nationalen Märkte. Stahl ist ein

Geschäft, für das Erfahrung nötig ist. Daher

ist es für uns entscheidend, mit Vincent

Wicker einen Fachmann an Bord zu haben,

der die nationalen Märkte in Frankreich und

auch Benelux aus seiner langjährigen Erfahrung

kennt“, erklärt Claudio Kemper,

Geschäftsbereichsleiter Stahl.

Mit der Erweiterung des Teams setzt die

Nordwest Handel AG mit ihrem Modell Stahlverbund

Phoenix die Expansion im Team für

Bild: Nordwest

Mit viel Erfahrung in den internationalen Stahlmärkten:

Vincent Wicker, seit September 2019

Projektmanager Stahl Westeuropa für den Stahlverbund

Phoenix

die Fachhandelspartner fort. Zusätzlich zu

den bisherigen etablierten Konzeptlösungen

bietet die Gruppe weitere Expertise, jetzt

auch mit Ausrichtung Neugeschäft mit

Schwerpunkt Frankreich, Belgien, Luxembourg

bis hin in die Niederlande.

Bild: Volkswagen

Das richtige Material zur

gewünschten Zeit in passender

Qualität: Volkswagen

vertraut bei der Produktion

seines

Verkaufsschlagers T-Roc in

Portugal auf die Supply

Chain-Experten von thyssenkrupp

Materials Processing

Europe.

thyssenkrupp Materials liefert „just in time“ für VW in Portugal

Präzise Stahllogistik für den T-Roc

Im portugiesischen Setubal läuft einer der beliebtesten Kompakt-SUVs

Europas vom Band: der T-Roc. Volkswagen vertraut bei

der Produktion seines Verkaufsschlagers auf die Supply Chain-Experten

von thyssenkrupp Materials Processing Europe am nur wenige

Kilometer entfernten Standort Palmetal in Palmela. Dort sorgen die

Mitarbeiter in 19 Schichten an sieben Tagen der Woche dafür, dass

für den T-Roc das richtige Material zur gewünschten Zeit in der entsprechenden

Qualität im Werk von Volkswagen Autoeuropa eintrifft.

thyssenkrupp Materials Processing Europe, ein Unternehmen von

thyssenkrupp Materials Services, bietet seinem langjährigen Kunden

dabei entlang der gesamten Wertschöpfungskette individuelle Services

an – und entwickele sie bei Bedarf weiter, um die wachsenden

Anforderungen seines Kunden mit neuen, darauf zugeschnittenen

Lösungen zu erfüllen. „Mithilfe einer Eigenentwicklung ist es uns beispielsweise

gelungen, nahezu alle Montage- und Lieferabläufe zu

automatisieren und wunschgemäß für Volkswagen umzusetzen. Wir

können frühzeitig erkennen, wann Material benötigt wird und neue

Lieferaufträge auslösen. Volkswagen kann sich somit ganz auf seine

Kernkompetenz konzentrieren, während wir für eine passgenaue

Logistiklösung mit Just-in-time-Lieferungen sorgen“, erklärt António

Novais, Geschäftsführer von Palmetal.

Der portugiesische Standort wurde 1993 zur Belieferung von Volkswagen

Autoeuropa gegründet und seitdem konstant vergrößert.

Inzwischen umfasst er insgesamt fast 30.000 m 2 in fünf Hallen.

Stahlreport 1/2|20

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Stahlhandel

Berichte/Nachricht

Aufbau einer weltweit

führenden Rohstoffgruppe

Chinesische Holding

kauft Stemcor-Gruppe

Gemeinsam mit Brian Kobberøe Fink hat die Damstahl-Gruppe das Start-up Slize Digital

in der Ukraine gegründet. Das Start-up soll neue digitale Lösungen für den Edelstahlspezialisten

finden.

Investition in digitale Lösungen

Damstahl gründet Slize Digital

Damstahl, Spezialist für nichtrostende Stähle mit Sitz in Langenfeld,

hat in Kiew, Ukraine, in Slize Digital investiert. Die Unternehmensgruppe

hat das Start-Up zusammen mit Brian Kobberøe Fink gegründet,

der mit langjähriger Erfahrung sowohl aus der Stahlindustrie als

auch aus dem B2B-Geschäft ein erfahrener Mann in der Branche ist,

wie das Unternehmen mitteilte. Das Ziel von Slize Digital ist es, neue

digitale Lösungen für Damstahl zu entwickeln.

In den letzten acht Jahren war

Kobberøe Fink in der Ukraine ansässig

und arbeitete unter anderem als Vizepräsident

und in der Kundenbetreuung

und -entwicklung digitaler Plattformen.

„Wir haben eine klare Vision,

die Nummer 1 in Europa zu sein, wenn

es um die Digitalisierung in unserer

Branche geht“, sagte Michael Lund,

Direktor Damstahl Nordic.

Das Ziel von Slize Digital ist es,

neue Lösungen für die Damstahl

GmbH zu entwickeln. Gleichzeitig

eröffne die neue Niederlassung in der

Ukraine, wo das Angebot an kompetenten

digitalen Entwicklern besonders

groß ist, neue Möglichkeiten, das

Geschäft auszubauen. Nicht nur innerhalb

der NEUMO-Ehrenberg-Gruppe,

zu der Damstahl gehört, sondern vor

allem auch außerhalb. „Konkret wollen

wir unsere neuen Initiativen auch

auf die gesamte Zulieferindustrie ausrichten,

wo erfahrungsgemäß viele

Akteure dieser Branche auf der Digitalisierungswelle

mitschwimmen wollen“,

so Damstahl.

Mit Slize Digital will die Damstahl-

Gruppe die langfristige Zusammenarbeit

mit aktuellen und zukünftigen

Kunden entwickeln, um nicht nur

über das breiteste und tiefste Sortiment

an Edelstahl zu verfügen, sondern

auch in der Lage zu sein, es

mit digitalen Lösungen zu kombinieren.

Die primären Dienstleistungen

von Slize Digital werden sich alle um

den digitalen Wandel drehen, mit dem

sich viele Unternehmen konfrontiert

sehen. Insbesondere mit dem Fokus

auf Web und Mobile Commerce, Serviceportale

und mobile Anwendungen,

die die gemeinsame Eigenschaft

haben, Produkte zu liefern und durch

Benutzererfahrung begeistern und so

den Wert für Unternehmen und ihre

Kunden steigern. Unterstützt wird

dies durch die Datenanalyse, die

sowohl zur Anpassung der Erfahrung

für jeden Kunden als auch als Grundlage

für datengetriebene Entscheidungen

im einzelnen Unternehmen

genutzt werden kann. 2

Stemcor Global Holdings

Ltd hat auf dem Weltwirtschaftsforum

in Davos eine Verkaufs- und

Kaufvereinbarung mit Cedar Holdings

Group Co Ltd, einem in

Guangzhou, China, ansässigen privaten

Rohstoffunternehmen unterzeichnet.

Die Transaktion betrifft das

gesamte Aktienkapital des in Privatbesitz

befindlichen Stahlhandelsunternehmens

und unterliegt

der Bekanntgabe zufolge verschiedenen

Abschlussbedingungen und

Genehmigungen, an deren Erfüllung

Stemcor und Cedar in der ersten

Hälfte des Jahres 2020

gemeinsam arbeiten werden.

Stemcor werde sich weiterhin

darauf konzentrieren, Kunden und

Lieferanten „höchstes Serviceniveau

zu bieten“ und gleichzeitig

„eine beständig profitable Leistung

über sein weltweites Handelsnetz

zu erzielen“.

Der natürliche nächste Schritt

„Der Übergang von einer unterstützenden,

aber vielfältigen Aktionärsgruppe

zu einem langfristigen strategischen

Aktionär ist der

natürliche nächste Schritt für

Stemcor. Diese Transaktion wird

auf unseren jüngsten Erfolgen aufbauen

und ist der Höhepunkt jahrelanger,

außergewöhnlicher Arbeit

unserer hervorragenden Mitarbeiter

weltweit“, kommentierte Steve

Graf, CEO der Stemcor-Gruppe.

„Wir freuen uns, dass Cedar diesen

Schritt mit uns geht und glauben,

dass die Kombination ihrer Größe

und Ressourcen mit unserem globalen

Netzwerk von Kunden, Lieferanten

und Beziehungen Vorteile

für alle bringen wird.“

10 Stahlreport 1/2|20


Unabhängige Plattform gewinnt 50. Händler

XOM Materials wächst weiter

Die von Klöckner & Co initiierte unabhängige Industrieplattform XOM Materials hat den

50. Händler gewinnen können. Damit hat sich die Anzahl der Händler innerhalb eines Jahres von

zehn auf 50 Anbieter verfünffacht, wie das Unternehmen Ende 2019 mitgeteilt hat. Von den

inzwischen 50 unter Vertrag stehenden Händlern in Europa und den Vereinigten Staaten wurden

bereits 33 an die Plattform angeschlossen. Insgesamt erwirtschaften die 50 Händler jährliche

Gesamtumsätze von über 20 Mrd. €, die zum Teil über die Plattform digitalisiert werden sollen.

Gisbert Rühl, Vorsitzender

des Vorstands der Klöckner & Co

SE: „Wir bei Klöckner & Co treiben

seit über fünf Jahren erfolgreich

die Digitalisierung der Stahlbranche

voran. Die unabhängige Industrieplattform

XOM Materials ist

dabei ein wichtiger Baustein. XOM

Materials wird den Handel von

Stahl und Metallen nicht nur in

Europa, sondern auch in den USA

revolutionieren. Außerdem zeigen

wir damit, dass Deutschland und

Europa im B2B-Bereich noch großes

Potenzial haben. Wir dürfen nur

nicht abwarten, sondern müssen

handeln.“

„XOM Materials hat im vergangenen

Jahr ein beeindruckendes

Wachstum hingelegt. Wir stehen

noch am Anfang unserer Reise,

befinden uns aber auf einem guten

Weg, zur dominierenden vertikalen

Plattform für Stahl, andere Metalle

und Kunststoffe zu werden. Mit

unseren digitalen Prozessen werden

wir zukünftig die Materialwirtschaft

revolutionieren“, so Marek Sacha,

CEO XOM Materials.

XOM Materials hat das Angebot

auf rund 20.000 verschiedene Produkte

weiter ausgebaut und bietet

den rund 600 registrierten Kunden

auch Kunststoffprodukte an. Darüber

hinaus wird die XOM Materials-Plattform

zukünftig durch

eShops und eProcurement-Lösungen

komplementiert.

Webshops für Stahlhändler

Für Stahlhändler und -produzenten,

die mit eCommerce starten wollen,

bietet XOM bereits heute etwa professionell

auf die Branche zugeschnittene

Online-Shops an, die sich

in die eigenen Websites integrieren

lassen, gewissermaßen als „schlüs-

Bild: XOM Materials

Professionell auf den Stahlhandel zugeschnittene Online-Shops: mit der „schlüsselfertigen“

Lösung von XOM lässt sich ein digitaler Vertriebskanal ohne die sonst üblichen

Investitionen aufbauen, so das Unternehmen.

selfertige“ Lösung. Da XOM mit

einem Lizenzmodell arbeitet, lasse

sich so ein digitaler Vertriebskanal

ohne die sonst üblichen Investitionen

aufbauen. Die Paketlösung umfasst

einen Webshop, Schulung der Mitarbeiter,

Produktberatung sowie alle

digitalen Services, die nötig sind,

um den Shop am Markt zu etablieren

und bei potenziellen Kunden

bekannt zu machen. „Unsere Kunden

aus der Stahlbranche wissen es

zu schätzen, dass das ganze Digital-

Thema in professionellen Händen

liegt – kombiniert mit Branchenwissen.

Genau das ist bei XOM der Fall“,

erklärt XOM-Geschäftsführer Tim

Milde. „Wir bieten eine eShop-

Lösung an, die exakt auf die Bedürfnisse

des Stahlhandels zugeschnitten

ist.“

Neben der Erweiterung des Produktportfolios

baut das Unternehmen

auch die internationale Präsenz

weiter aus: Allein in Spanien haben

bereits zehn Händler einen Vertrag

zur Teilnahme an der Plattform

unterzeichnet.

50. Händler eingestiegen

Mit der Vertragsunterzeichnung des

50. Händlers habe man einen wichtigen

Meilenstein in der noch jungen

Unternehmensgeschichte erreicht.

XOM Materials wurde 2017 in Berlin

mit dem Ziel gegründet, eine

Beschaffungsplattform für alle Produkte

und Dienstleistungen rund

um die Fertigungsindustrie aufzubauen.

Im März 2018 ist die XOM

Materials-Plattform offiziell gestartet.

Es folgte die Eröffnung von zwei weiteren

Standorten: Die deutsche Niederlassung

in Duisburg beheimatet

Teile des Vertriebs und die Niederlassung

in Atlanta im US-Bundesstaat

Georgia bündelt die Aktivitäten

auf dem amerikanischen Markt.

Neben Klöckner & Co sind zwei strategische

Investoren an XOM Materials

beteiligt. 2

[ Kontakt ]

XOM Materials GmbH

10115 Berlin

service@xom-materials.com

+49 0800 684 0000

www.xom-materials.com

Stahlreport 1/2|20

11


Stahlverarbeiter

Bericht

Die sanierten Tribünen mit dem neuen

Dach. Die Stahlstützen in den Sitzplatzreihen

tragen die Hauptlast. Unterm Dach

liegen die 84 kleineren Lager, die vor

allem die Zugbelastung aufgrund des

auskragenden Dachgewichts aufnehmen.

Denkmalschutz erfordert ausgefeiltes Überdachungskonzept

Speziallager für Olympiastadion

Das historische Olympiastadion von Helsinki wird grundlegend modernisiert, soll ein Dach erhalten

– und dabei sein Erscheinungsbild behalten. Damit dies trotz Denkmalschutz, architektonischer

Gegebenheiten, erheblicher Windlasten und hoher Sicherheitsanforderungen gelingt, hat MAURER

spezielle Zug-Druck-Lager entwickelt. Sie schützen das neue Dach vor dem Abheben, nehmen hohe

wechselnde Lasten auf und gleichen komplexe Bewegungen und Verdrehungen aus.

Für das in den 1930er-Jahre

erbaute Stadion war es 1952 soweit:

Es wurde Stätte der olympischen

Spiele. Das Stadion ist nicht irgendeines:

Seine Arena wird von vielen

als die schönste der Welt bezeichnet.

Renovierung des Stadions

Errichtet und bis heute betrieben

wird das Stadion von der Stadionstiftung

(Stadium Foundation). Mehrmals

baulich aktualisiert, hat es

dabei immer seinen Charakter behalten.

Das soll auch weiter so bleiben:

Insbesondere der Blick auf die markante

Fichtenholz-Fassade. Im Inneren

wird seit 2017 jedoch grundlegend

modernisiert: unter anderem

soll eine Aufwärmhalle, ein Einkaufs-

zentrum sowie deutlich mehr gastronomische,

technische und sanitäre

Einrichtungen entstehen – und

das Stadion zum größten Veranstaltungsort

für Sport, Kultur und Unterhaltung

in Finnland werden. Der

Multifunktionsbau soll bis zu 36.000

Sitzplätze erhalten.

Herausforderung: das Dach

Im Umbau des Stadions sollen künftig

alle Ränge überdacht sein. Die

Aufgabe war, diese Überdachung zu

realisieren, ohne dabei die denkmalgeschützte

Außenfassade zu verändern.

Das neue Dach wurde dafür in

einer Skelettbauweise aus Stahl konzipiert,

das auf Hauptstützen in den

Rängen liegt. Anstelle von Gegengewichten

werden die kranähnlichen

Ausleger über den Stützpunkt verlängert

und an 84 Lagerpunkten auf

der äußeren Stadionhülle fixiert,

unter Berücksichtigung der notwendigen

Bewegungsfreiheiten.

Die Stadionstiftung als Bauherr

formulierte deshalb folgende, hier

gekürzte, Anforderungen an die

Lager:

z wechselnde vertikale Druck- und

Zugkräfte

z Verwindungen und horizontale

Bewegungsfreiheit

z Temperaturbeständig von -36 °C

bis +50 °C

z begrenzte Geometrie

z Lebensdauer mehr als 50 Jahre

z höchste Sicherheitsanforderungen

12 Stahlreport 1/2|20


„Das hat selbst uns als Lagerspezialisten

herausgefordert“, gesteht Dirk

Wilming von MAURER SE, in Lünen

zuständig für Nordeuropa. „Die entscheidenden

Lösungskomponenten

waren Zug-Druck-Lager und der

Gleitwerkstoff MSM ® – beides Eigenentwicklungen

von Maurer.“

Gefordert: Material

und Konstruktion

Der Denkmalschutz und die gegebene

Architektur beschränkten die

Größen der Lagerkörper. Die 84 oberen

Lager durften nicht groß ausgeführt

werden, damit die äußere

Ansicht der Fichtenfassade ungestört

bleibt. Für die Lagerungen der Fußpunkte

der Hauptstützen auf den

Tribünenstufen standen ebenso nur

sehr kleine Flächen zur Verfügung.

Gleichzeitig mussten aber die dort

liegenden Hauptlager alternierende

Lasten von -12.000 kN Druck bis zu

+3.000 kN Zug aufnehmen, wobei

gleichzeitig Verdrehungen von bis

zu 0,010 rad bei horizontalen Lasten

infolge der leichten Stahlbauweise

und der hohen Temperaturschwankungen

auftreten. Verschärft wurden

diese Vorgaben noch durch die

hohen Sicherheitsanforderungen.

Die zulässigen Eurocode-Belastungsgrenzen

wurden auf 80 % reduziert:

Alle Lager mussten rechnerisch auf

25 % mehr Last ausgelegt werden.

Dadurch wurde die Einhaltung der

maximal möglichen Baugrößen noch

einmal erschwert.

Das sei nur mit dem Gleitwerkstoff

MSM zu realisieren gewesen.

Das „Maurer Sliding Material“

nehme im Vergleich zu üblichem

PTFE (Teflon) doppelt so hohe Lasten

bei gleicher Größe auf und kann dem

Unternehmen zufolge stark variierende

vertikale Kräfte ohne Verschleiß

oder Ermüdung aufnehmen.

Die Hauptpfeiler in den Tribünenkurven

stehen auf elf Zug-Druck-

Lagern mit einem Durchmesser von

je 1.500 mm.

Zug-Druck-Lager

gegen abhebende Kräfte

Auch gegen das Abheben aufgrund

starken Windes musste das Dach

gesichert werden. Deshalb wurden

die MSM-Kalottenlager durch einen

Zugkern und seitliche, gleitfähige

Haltevorrichtungen ergänzt. Gleichzeitig

ermöglichen die speziell konstruierten

Zug-Druck-Lager die

nahezu zwängungsfreie Abtragung

von vertikalen Druck- und Zugkräften

in jedem Verdrehungs- und Verschiebungszustand.

Für das Stadiondach in Helsinki

wurden insgesamt 95 Lager in 12

verschiedenen Lagervarianten ge -

baut. Sie wurden zum Teil in einem

mehrstufigen Entwicklungs- und

Abstimmungsprozess auf die jeweilige

Anforderung der Lagerpunkte

ausgelegt.

Schnitt durch ein

MSM-Kalottenlager

mit Zugkern, ein

sogenanntes Zug-

Druck-Lager.

Eines von elf Zug-

Druck-Lagern: Es

nimmt bei einem

Lagerdurchmesser

von bis zu 1.500 mm

wechselnde Lasten

von -12.000 kN

Druck bis zu

+3.000 kN Zug auf

und erlaubt gleichzeitig

nahezu

zwängungsfreie

Verdrehungen

unter horizontalen

Belastungen.

Fotos und Grafik: Maurer

Die Lager erfüllen eine Vielzahl von

Regelwerken und Auflagen. Die speziellen

Zug-Druck-Lager wurden entwickelt

auf der Basis von MSM-Kalottenlagern

gemäß ETA-06/0131. Die

einzelnen Bauteile haben das CE-

Kennzeichen. Durch FE-Berechnungen,

Tests und Grenzzustandsanalysen

wurden die Sonderlager

gründlich geprüft. Zudem wurden

sie entsprechend finnischen Regelwerken

zugelassen. Das Prozedere

entspricht in etwa der „Zustimmung

im Einzelfall“ deutscher Baubehörden.

Das Stadion soll 2021 eröffnet

werden. 2

Stahlreport 1/2|20

13


Stahlverarbeiter

Bericht/Nachricht

Unitechnik verzeichnet Umsatzplus durch Digitalisierung

Rekordjahr im Schaltanlagenbau

Entgegen den Rezessionsängsten im Maschinenbau ist die Auftragslage der

Unitechnik Systems GmbH im Schaltanlagenbau sehr gut. Im Vergleich zum

bis dato besten Jahr 2018 erreichte das Unternehmen im Geschäftsfeld

Schaltanlagenbau den bislang höchsten Auftragseingang seit Gründung der

Firma vor 48 Jahren. Einer der Gründe ist dem Automatisierungsspezialisten

aus Wiehl zufolge die fortschreitende Digitalisierung der eigenen Produktion.

Auf 3000 m² Fertigungsfläche produziert Unitechnik

individuelle Schaltanlagen und Serien.

Bild: Unitechnik

[ Kontakt]

Unitechnik Systems

GmbH

51674 Wiehl

+49 2261 987-208

www.unitechnik.com

Unitechnik ist ein Spezialist

für Industrieautomatisierung und

Informatik. Seit mehr als 40 Jahren

produziert die Abteilung Schaltanlagenbau

als Partner des Maschinen-

und Anlagenbaus Schaltschränke

nach Kundenvorgaben. Die

Stärken liegen in der Erstellung von

individuellen Schaltanlagen und in

der Variantenfertigung. Auch Serien

können auf der 3000 m²-Fertigungsfläche

sehr effizient produziert werden.

Gefertigt wird nach allen gängigen

Werks- und Landesnormen,

wie VDE, UL, NEMA, CSA oder Norsk

Veritas. Unitechnik ist nach UL-inter-

national zertifiziert. Das Unternehmen

baut und labelt daher auch

Schaltschränke für den nordamerikanischen

Markt.

Digitalisierung im

Schaltanlagenbau

Im Jahr 2018 hat Unitechnik stark

in die Modernisierung und Digitalisierung

seines Schaltanlagenbaus

investiert – mehr als 500.000 – und

damit die Fertigungszeiten um bis

zu 30 % gesenkt. Ziel der Investitionsmaßnahmen

ist es, einen durchgängigen

Informations- und Materialfluss

im Schaltanlagenbau zu

erreichen und die mechanische Bearbeitung

weitestgehend zu automatisieren.

„Unser Ziel ist es, eine partnerschaftliche

Beziehung aufzubauen und

somit für den Kunden nachhaltigen

Nutzen zu stiften“, so Dirk Schütz, Leiter

Schaltanlagenbau bei Unitechnik.

„Wir verstehen uns nicht nur als verlängerte

Werkbank des Kunden. Über

Engineering-Dienstleistungen wie

Hardwareplanung, Stücklistenbearbeitung

oder Vorinbetriebnahme mit

der Steuerungssoftware können wir

unsere Kunden entlasten und unsere

eigene Expertise einbringen.“ 2

Bild: Butting

Butting-Gruppe übernimmt Hillger NDT

Rohrspezialist investiert in Ultraschallprüfung

Der Spezialist für geschweißte Edelstahlrohre

Butting hat ein Unternehmen im

Bereich der zerstörungsfreien Prüfung übernommen.

Das teilte das Unternehmen im

Dezember mit. Die Hillger NDT GmbH sei

ein innovatives Unternehmen mit umfangreichem

Know-how im Bereich der Ultraschallprüfung,

auf das man im Rahmen der eigenen

Produktentwicklungsarbeit bei Butting

aufmerksam geworden sei.

Butting, Spezialist für

geschweißte Edelstahlrohre

sowie im Behälter- und Apparatebau,

hat die Hillger NDT übernommen,

die viel Know-how im

Bereich Ultaschallprüfungen

mitbringt.

Die bislang inhabergeführte Hillger NDT ist

mit sechs Mitarbeitern in Braunschweig

angesiedelt. „Wir haben die Chance genutzt:

Das Unternehmen stand vor einem Generationswechsel.

Der regionale Bezug, die langjährige

Erfahrung und die Innovationskraft

überzeugten uns, so dass wir uns für eine

Integration in die Butting-Gruppe entschieden

haben“, so Thomas Schüller, Geschäftsführer

von Butting in Knesebeck.

Hillger NDT ist ein im Markt anerkannter

Partner für innovative Lösungen und Prüfaufgaben

im Bereich der zerstörungsfreien Prüfungen.

Seit 35 Jahren entwickelt und vertreibt

das Braunschweiger Unternehmen

bildgebende Ultraschallprüfanlagen. Der

Schwerpunkt liegt dabei in der Luft- und

Raumfahrttechnik.

Als unabhängiges Unternehmen innerhalb

der Butting-Gruppe soll Hillger NDT zukünftig

eine vorgeschaltete Entwicklungseinheit

für die Fertigung und Qualitätssicherung

sein. „Wir konnten zusätzliches Know-how

gewinnen, so dass wir unsere internen Spezialisten

bei Forschungs- und Entwicklungsthemen

verstärken und unterstützen können.

Unsere Vision ist es, die

Innovationsstärke von Hillger NDT auf weitere

zerstörungsfreie Prüfverfahren auszuweiten“,

sagte Thomas Schüller.

www.butting.com

14 Stahlreport 1/2|20


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Stahlproduktion

Bericht

„Valast 450 ist

aus der engen

Zusammenarbeit

mit mehreren führenden

OEMs hervorgegangen

und

berücksicht somit

wichtige Kundenanforderungen.“

Adrian Davies, Marketing Manager

Engineering bei Tata Steel

Valast 450 ist ein neues hochbelastbares Stahlblech, das für den Einsatz in Anwendungen entwickelt wurde,

die hohen Verschleißbelastungen ausgesetzt sind.

Bild: Tata Steel

Tata Steel hat Valast 450 auf der Blechexpo präsentiert

Neue hochbelastbare Stahlsorte

für Bau, Bergbau und Landmaschinen

Auf der Blechexpo 2019 hat Tata Steel im November erstmals das neue hochbelastbare Stahlblech Valast® 450 gezeigt,

das für hohe Verschleißbelastungen optimiert ist. Valast besitzt eine typische Härte von 450 HB (Brinell-Härte) und verlängert

dem Hersteller zufolge die Lebensdauer für Anwendungen wie etwa Kippwagen, Muldenkippern oder Asphaltfertigern.

Als erstes Unternehmen habe Tata Steel dieses abriebfeste Warmbreitbandprodukt in Sondergrößen von 2,0 bis

12,0 mm Dicke und 1.000 bis 2.000 mm Breite auf den Markt gebracht.

Valast 450 bietet eine garantierte

Schlagzähigkeit von ≥34 J/cm 2

(bis zu einer Temperatur von -40 °C),

der Stahl besitzt darüber hinaus eine

Streckgrenze von 1.250 MPa.

Dadurch könne die Materialdicke

in verschleißintensiven Anwendungen

reduziert und durch das eingesparte

Gewicht die Kraftstoffeffizienz

der Fahrzeuge und Maschinen

insgesamt erhöht werden, so Tata

Steel.

Mit dem abriebfesten Hochleistungsstahl

können Kunden zudem

die Kosten für Reparatur und Ersatzteile

minimieren. Laut Reibrad-Prüfverfahren

nach ASTM G65 Standard

besitzt Valast 450 eine 2,5fach

höhere Verschleißbeständigkeit als

typischer vergleichbarer Baustahl

(z.B. S355). Zusätzlich biete das

Stahlblech (gemäß EN 10051) gleichbleibende

Abmessungs- und Ebenheitstoleranzen.

Valast 450 ist in individuellen

Längen lieferbar. Außerdem bietet

der warmgewalzte Valast 450-Bandstahl

im Vergleich zu Quartoblechen

in Walzzustand eine hervorragende

Oberflächenbeschaffenheit.

Weitere Kostenvorteile ergeben

sich Tata Steel zufolge, da Valast

450 wegen seiner hohen Oberflächenqualität

nicht gestrahlt werden

müsse, die engen Toleranzen sorgten

für einen minimalen Schrottanfall

und der Nachbearbeitungsaufwand

reduziere sich. Aufgrund der größeren

Materialbreite ist Valast beispielsweise

bei der Verschachtelung

auf einer Laserschneidanlage leichter

zu handhaben.

Um für jeden Nutzer optimale

Anwendungslösungen zu entwickeln,

bietet Tata Steel auch für

Valast 450 eigener Aussage zufolge

einen umfangreichen individuellen

technischen Support. Valast ist aufgrund

seines niedrigen Kohlenstoff -

äquivalents von unter 0,33 für alle

konventionellen Schweißverfahren

geeignet, besitzt alle Freigaben und

ist ausschließlich über bekannte Lieferwege

erhältlich. 2

16 Stahlreport 1/2|20


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Stahlproduktion

Bericht/Nachricht

Bild: Salzgitter AG

Die PEM-Elektrolyse-Technologie

(hier eine Beispielanlage)

setzt Salzgitter Flachstahl für

die Wasserstoffproduktion aus

Windstrom ein.

Ziel ist CO 2 -arme Stahlherstellung

Salzgitter AG steigt in kommerzielle

Erzeugung von Wasserstoff ein

Die Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) hat den Auftrag zum Bau einer 2,2 Megawatt- PEM-Elektrolyse (PEM = Protonen

Exchange Membran) an Siemens Gas and Power vergeben. Damit sei ein wichtiger Schritt in Richtung einer

wasserstoff basierten Stahl erzeugung vollzogen, teilte das Unternehmen mit. Die Anlage soll im vierten Quartal 2020

in Betrieb gehen und den kompletten gegenwärtigen Wasserstoffbedarf der SZFG decken. Der dazu erforderliche

Strom wird in sieben Windkraftanlagen mit einer Leistung von 30 MW erzeugt, welche die Avacon AG auf dem Salzgitter-

Konzerngelände errichten und ebenfalls ab 2020 betreiben soll.

„Wir sind stolz darauf, Vorreiter

der industriellen Nutzung von Wasserstoff

in der Stahlindustrie zu sein.

Wie mit unserem SALCOS ® - Projekt

aufgezeigt, sind wir technologisch in

der Lage, mittels Wasserstoff signifikante

CO 2 -Reduzierungen zu erzielen.

Das Projekt „Windwasserstoff Salzgitter“

ist ein bedeutender Baustein

auf dem Weg in eine klimafreundlichere

Stahlproduktion. Jetzt ist die

Politik am Zug, die richtigen Rahmenbedingungen

für die Transformation

hin zu einer CO 2 -armen Industrie zu

setzen“, sagte Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg

Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender

Salzgitter AG.

Die Kosten für das gesamte Projekt

– Aufbau der Windkrafträder und der

Wasserstoffanlagen inklusive deren

Einbindung in die bestehenden Lei-

tungsnetze – belaufen sich auf rund

50 Mio. €.

PEM-Technologie

zur Wasserstofferzeugung

Wasserstoff spielt schon lange in der

Stahlherstellung bei Glühprozessen

eine qualitätssteigernde Rolle. Zurzeit

wird er für Salzgitter Flachstahl von

der Linde AG geliefert, welche die kontinuierliche

Eigenerzeugung auch

künftig absichern wird.

In Salzgitter wird nun eine containerisierte

Anlage aufgebaut, die bei

Volllast 400 Nm³ Wasserstoff produzieren

soll. Die PEM-Technologie sei

ideal geeignet, um volatil erzeugten

Wind- und Sonnenstrom aufzunehmen.

Die hochdynamische Betriebsweise

der Anlagen erlaube es, auf die

Anforderungen durch das schnell

schwankende Stromnetz zu reagieren.

„Die CO 2 -Reduzierung in allen

Industrien ist die zentrale Herausforderung,

um die mittel- und langfristigen

Klimaziele zu erreichen. Erneuerbare

Energieerzeugung sowie

innovative Technologien wie die Erzeugung

von grünem Wasserstoff mittels

Elektrolyse sind dafür essenzielle Bausteine.

Wir freuen uns, gemeinsam

mit der Salzgitter Flachstahl den Einsatz

von grünem Wasserstoff in der

Stahlindustrie voranzubringen“, sagte

Gabriele Schmiedel, Executive Vice

President, Hydrogen Solutions bei Siemens

Gas and Power. 2

https://salcos.salzgitter-ag.com

https://www.windh2.de.

18 Stahlreport 1/2|20


Bild: Deutsche Edelstahlwerke

Innovatives Leichtbaukonzept im Fahrzeugbau

Geschmiedeter Zahnkranz macht Antrieb leichter

Drei Wissenschaftler haben im Rahmen

eines von der Düsseldorfer Forschungsvereinigung

Stahlanwendung

(FOSTA) koordinierten Projekts ein neues

Werkstoffkonzept entwickelt. Damit sollen

Bauteile im Antriebsstrang von Fahrzeugen

bis zu 26 % leichter ausgeführt werden können.

Das Projekt hatte die FOSTA als Mitglied

der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen

„Otto von Guericke“

(AiF) koordiniert. Im November 2019 war es

unter den letzten drei Finalisten bei der

Wahl zum Otto von Guericke-Preis der AiF.

„Bei der Werkstoffentwicklung haben wir

auf existierende Einsatz- und Vergütungsstähle

aufgebaut, denn diese sind bereits in

der Industrie bekannt. Das erleichtert den

Firmen den Transfer der Ergebnisse in ihre

industriellen Produktionsketten“, sagte

Schmolz + Bickenbach International auf der EUROGUSS 2020

DEW zeigten temperaturbeständigen Warmarbeitsstahl

Bild: IFUM

Leichteres Gangrad im Automobilgetriebe:

dünnwandiger Zahnkranz, hergestellt mit

thermomechanischer Prozessführung

Wirtschaftsingenieur Clemens Neipp von

der RWTH Aachen. Gemeinsam mit Dr. Holger

Surm vom Leibniz-Institut für Werkstofforientierte

Technologien – IWT Bremen

sowie Maschinenbauingenieur Christian

Weber von der Technischen Universität (TU)

München hat er das neue Werkstoffkonzept

in dem Gemeinschaftsprojekt entwickelt.

Ein Video zum Projekt finden Sie unter:

http://bit.ly/leichtbaufosta

Druckgusskomponente aus einer Mehrfachform

aus Thermodur E 40 K Superclean

Stahllösungen für hochbeanspruchte Druckgussformen standen im Fokus des

Messeauftritts der Deutschen Edelstahlwerke GmbH (DEW) auf der EUROGUSS 2020 in

Nürnberg. In diesem Jahr präsentierte der zur Schmolz + Bickenbach-Gruppe gehörende

Spezialstahlhersteller dort vor allem die Sonderlegierung Thermodur E 40 K Superclean.

Der speziell für die Druckgussindustrie entwickelte Werkstoff verlängert dem Hersteller

zufolge die Lebensdauer von Druckgussformen deutlich. Er zeichne sich durch hohe Zähigkeit

bei hervorragender Temperaturbeständigkeit aus und sei dadurch extrem widerstandsfähig

gegen thermisch induzierte Rissbildung.

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LOGISTIK:

von der einzelnen Tafel

über Pakete bis hin zur

kompletten Ladung

Daneben zeigten die Deutschen Edelstahlwerke und Schmolz + Bickenbach International

ihr breites Spezialstahl- und Servicespektrum. Mit dem Thermodur 2343 EFS Superclean

zeigte der Stahlhersteller einen weiteren Warmarbeitsstahl. Dieser Spezialstahl habe sich

aufgrund seines ausgeglichenen Eigenschaftsprofils als Universallösung für Druckgussanwendungen

etabliert. Er wurde mittels Elektro-Schlacke-Umschmelzverfahren veredelt und

verfügt über eine homogene Gefügestruktur sowie einen exzellenten Reinheitsgrad.

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Stahlreport 1/2|20

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Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

Energie- und CO 2 -Verbrauch reduzieren,

Produktqualität erhöhen

Smart Steel Technologies

optimiert Prozesse

in Stahlwerken

Das KI-Unternehmen Smart Steel Technologies ist derzeit, nach

eigenen Angaben, der weltweit einzige Anbieter, der konkret einsatzfähige

KI-Lösungen für die Stahl produktion bereitstellt. Diese

zielen vor allem auf die Temperaturoptimierung, Reduktion von

Gießfehlern und verbesserte Qualitätskontrolle ab. Smart Steel

Technologies hat nun eine Finanzierungsrunde über 2,1 Mio. €

erfolgreich abgeschlossen.

Mit seiner KI-basierten Software

will die Smart Steel Technologies

GmbH die etablierte Stahlproduktion

effizienter und nachhaltiger

gestalten. Dafür optimiert das Berliner

Start-up bereits bestehende KI-

Modelle anhand historischer Produktionsdaten.

Die Temperatur und

damit der Energieverbrauch sowie

der CO 2 -Ausstoß können dem Unternehmen

zufolge auf diese Weise

ohne kostspielige Tests abgesenkt

werden. Die Software ermittelt dabei

Kausalzusammenhänge zwischen

Prozessparametern und erreichter

Qualität – und ermöglicht so, daraus

Maßnahmen abzuleiten und eine

nachhaltige Qualitätssteigerung zu

erreichen. Dabei setzt das Unternehmen

auf ein Team erfahrener Metallurgie-

sowie KI-Experten.

Kapital für Wachstum und

Expansion

Durch die Wachstumsfinanzierung

der LEA Partners GmbH erhält das

Anfang 2019 in Berlin gegründete

Unternehmen erstmals Unterstützung

durch einen Investor. Das Kapital

werde vorrangig in die Weiterentwicklung

der Softwareprodukte

und Erschließung weiterer Stahlwerk-Kunden

in Europa fließen, hieß

es. Darüber hinaus soll ein Entwicklungsstandort

am führenden KI-Cluster

Karlsruhe eröffnet sowie die

Expansion in die USA vorangetrieben

werden.

Bild: Smart Steel Technologies

„Die Stahlbranche steht weltweit

unter einem enormen Wettbewerbsdruck.

Gleichzeitig können Werke

ihre Abläufe bei Temperaturen des

flüssigen Stahls oberhalb von

1.550 °C nur unter einem extremen

Will die Stahlproduktion mit KI effizienter

machen: Smart Steel Technologies-

Gründer Dr. Falk-Florian Henrich.

Risiko optimieren. Mit unserer KIbasierten

Software erhalten sie hingegen

ein Werkzeug, mit dem sie

den Energieverbrauch in der Stahlproduktion

senken und enorme

monetäre Einsparungen erzielen.

Von dieser Vision konnten wir auch

LEA Partners überzeugen, die uns

auf unserem Weg unterstützend

begleiten“, kommentierte Dr. Falk-

Florian Henrich, Gründer und CEO

von Smart Steel Technologies.

„Smart Steel Technologies eröffnet

der Stahlindustrie neue Möglichkeiten

mithilfe von Künstlicher Intelligenz.

Der Anwendungserfolg der

Produkte, die kombinierte Expertise

aus IT-Entwicklung sowie Metallurgie

im Team, und der Beitrag zur

Verringerung des CO 2 -Ausstoßes in

der Industrie haben uns nachhaltig

beeindruckt“, ergänzte Bernhard

Janke, Partner bei LEA Partners.

Über Smart Steel Technologies

Die Smart Steel Technologies GmbH

ist eigenen Angaben zufolge weltweit

der einzige Anbieter von smarten,

konkret anwendbaren Lösungen für

die Prozessoptimierung in Stahlwerken.

Diese dienen zum einen der

Senkung des Energieverbrauchs

sowie des CO 2 -Ausstoßes und zum

anderen einer verbesserten Produktqualität

und den damit verbundenen

Kosten. Der Fokus der Anwendungen

liegt aktuell auf der Temperaturoptimierung

für die Flüssigphase,

der Reduktion von Gießfehlern und

der Stabilisierung der Oberflächeninspektion.

Durch die gesteigerte

Effizienz sollen Unternehmen deutlich

an Kosten einsparen und ihre

Emissionen verringern können. Das

Unternehmen nahm 2016 seine Aktivitäten

auf, wurde 2019 von Dr. Falk-

Florian Henrich als Smart Steel Technologies

neu gegründet und

beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter

an seinem Sitz in Berlin. 2

20 Stahlreport 1/2|20


Bild: thyssenkrupp Rasselstein GmbH

Die sechsgerüstige Tandemstraße der thyssenkrupp Rasselstein

GmbH erhält von der SMS group ein neues, prozessoptimiertes

Ölauftragssystem.

Prozessoptimiertes Ölauftragssystem verbessert Produktion

thyssenkrupp Rasselstein modernisiert

48 Jahre alte Tandemstraße

FÜR EINE

WELT DER

VIELFALT.

Die thyssenkrupp Rasselstein GmbH hat der SMS

group den Auftrag über die Modernisierung des Ölauftragssystems

der sechsgerüstigen Kalt-Tandemstraße Nr. 2

erteilt. Mit der Modernisierung möchte thyssenkrupp Rasselstein

das Ölauftragssystem der Kalt-Tandemstraße auch an

die zukünftig kontinuierlich steigenden Marktanforderungen

in Sachen Produktqualität anpassen und damit ihre Marktposition

weiter ausbauen.

Die sechsgerüstige Kalt-Tandemstraße Nr. 2 galt bei ihrer

Inbetriebnahme im Jahr 1971 als modernste Kaltwalzanlage

dieses Typs in der Bundesrepublik Deutschland. Sie verfügte

bereits über einen hohen Automatisierungsgrad und erzielte

bei Walzgeschwindigkeiten bis zu 2.400 m/min sehr gute

Bandqualitäten. Mit der Modernisierung soll ein hohes Maß

an Flexibilität bei der Erzeugung modernster Endprodukte

erzielt werden.

Neben der konstruktiven Auslegung, der Lieferung der

mechanischen Einrichtungen sowie der Elektrik und Automation

sind die Demontage des Altsystems sowie die Montage

und Inbetriebnahme der neuen Einrichtungen Auftragsbestandteil

der SMS group und der Lux Automation GmbH,

einem Unternehmen der SMS group. Die Modernisierung der

Tandemstraße wird in zwei Baustufen realisiert. Die Inbetriebnahme

der 2. Baustufe ist für 2021 geplant.

Rohstahlproduktion im November

Im November 2019 ging die Rohstahlproduktion in Deutschland

um 20 % zurück. Das meldete die Wirtschaftsvereinigung

Stahl (WV Stahl) im Dezember 2019. Im Jahresverlauf

bis November lag die Erzeugung 6 % unter dem Vorjahreszeitraum.

Die Stahlindustrie in Deutschland sieht sich außerordentlich

herausfordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen

gegenüber, so die WV Stahl.

Stahlreport 1/2|20

21

Wir freuen uns auf gute Gespräche!

Auf dem BDS Gemeinschaftsstand 2020

Halle 1, A59

Mehr als 8.000 Artikel und über

10.000 Tonnen Stahl und

Aluminium gibt’s innerhalb

von 24 Stunden bei:

VOSS-EDELSTAHL.COM


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Schnelle und kostensparende Produktion von

Tunnelsegmenten mit der Gesamtlösung von

Progress Maschinen & Automation.

Progress Maschinen & Automation: anspruchsvolle Projekte in Tunnelbau und Windkraft effizient umsetzen

Lösungen zur Fertigung von Bewehrungskörben

Beim Bau von Tunneln und Windkraftanlagen werden spezifische Kenntnisse benötigt, um anspruchsvolle Projekte

umzusetzen. Schon im Vorfeld können die dafür notwendigen Anlagen und Herstellungsprozesse angepasst werden,

um Leitern und Matten effizient nach Bedarf herzustellen. Progress Maschinen & Automation verfügt über ausgereifte

Komplettlösungen, die je nach Kundenwunsch bis hin zum höchsten Automatisierungsgrad entwickelt werden.

Neben konstant hoher Produktionsqualität wird dabei ebenso auf die Entwicklung mobiler Lösungen wert gelegt.

[ Kontakt]

progress Maschinen &

Automation AG

Julius-Durst-Straße 100

39042 Brixen, Italien

+ 39 0472 979100

info@progress-m.com

www.progress-m.com

Zur Realisierung von Projekten

im Tunnelbau und bei der Errichtung

von Windkraftanlagen setzt das

Südtiroler Unternehmen auf individuell

zugeschnittene Maschinen.

Leiternschweißmaschine

„Tunnel Master“

Der Tunnel Master dient der Herstellung

von geraden und gebogenen

Leitern vom Coil. Die robuste

und wartungsarme Schweißmaschine

ermöglicht dem Hersteller

zufolge eine schnelle und kostensparende

Produktion von Tunnelsegmenten.

Die Leiternschweißmaschine

zeichne sich vor allem durch eine

flexible Rasterung von Längs- und

Quereisen sowie eine flexible Auswahl

von Durchmessern mit bis zu

vier Längsstäben aus. Zudem

ermögliche die computergesteuerte

Schweißsteuerung eine präzise und

kontrollierte Schweißung ohne

Hydraulik, so das Unternehmen.

Neben kurzen Umrüstungszeiten

zählen einstellbare Schnittwinkel

und eine automatische Stapeleinheit

zu den Highlights des Tunnel Masters.

Mattenschweißanlage

„M-System“

Die Mattenschweißanlage der neuesten

Generation ermöglicht eine

präzise und kontrollierte Schweißung

und eine Just-in-time-Produktion

von maßgeschneiderten Beweh-

22 Stahlreport 1/2|20


Mobile Anlagen ermöglichen eine

flexible Just-in-time-Produktion.

Der Tunnel Master von Progress Maschinen & Automation

schweißt gerade und gebogene Leitern vom Coil.

Bilder: Progress, Firmengruppe Max Bögl, Max Bögl Wind AG

Die Mattenschweißanlage M-System: Präzise Schweißung und

maßgeschneiderte Mattenproduktion

rungsmatten vom Coil. Dadurch

sind auch sondergeometrische Formen,

Aussparungen und verschiedene

Durchmesser möglich. Mit der

Biegevorrichtung können die Matten

sowohl nach oben als auch nach

unten gebogen werden. Die M-System

verfügt über eine voll integrierte

Richtanlage. Zudem ist sie

durch verschiedene Logistiklösungen

erweiterbar und als mobile

Anlage erhältlich.

Gesamtlösung

Die bearbeiteten Betonstahlelemente

können vollautomatisch mit speziellen

Robotern zum fertigen Bewehrungskorb

geschweißt werden. Das

Produktionsoutput ist dabei je nach

Kundenbedarf skalierbar. Gesteuert

werden die Produktionsabläufe, Auftragspositionen

und Maschinen mit

der maßgeschneiderten Software-

Lösung „ProFit“. Das modular auf-

gebaute Programm bezieht die

Bewehrungsdaten aus CAD-Systemen.

Mobile Lösung für Bauprojekte

Die Windkraft- und Tunnelindustrie

profitiere in der Planung und Umsetzung

von mobilen Anlagen von der

langjährigen Erfahrung des Maschinenbauunternehmens.

Progress

Maschinen & Automation bietet spezifische

Beratung für einen automatisierten

Produktionsprozess und

individuelle Fertigungskonzepte.

Durch innovative Technologien und

ausgeprägte Kundenorientierung

hat sich das Unternehmen zu einem

weltweit führenden Anbieter in der

Branche entwickelt. 2

Die Gesamtlösung im Überblick:

von der Software bis zum fertigen Bewehrungskorb

Stahlreport 1/2|20

23


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Vom Ein-Mann-Betrieb zu einem der führenden Anbieter innovativer Sägetechnik

Behringer feierte 100-jähriges Bestehen

Bereits im vergangenen November feierte die Behringer GmbH ein ganz besonderes Jubiläum:

ihr 100-jähriges Bestehen. Diesen stolzen Jahrestag beging das traditionsreiche badenwürttembergische

Maschinenbauunternehmen mit standesgemäßen Feierlichkeiten für

Kunden, Partner und Freunde sowie Mitarbeiter des Unternehmens.

400 Gäste aus knapp 30 Nationen: So lautet

zusammengefasst die Gäste-Bilanz des Gala-Abends,

zu dem das familiengeführte Unternehmen im November

2020 langjährige Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner

eingeladen hatte. Bevor die Feier am frühen

Abend mit vielen Highlights und kulinarischen Köstlichkeiten

begann, hatten Besucherinnen und Besucher

mit der Besichtigung der Maschinenproduktion sowie

der Eisengiesserei am Kirchhardter Stammsitz Zeit und

Gelegenheit zu spannenden Inneneinsichten. Unter

dem Jubiläumsmotto „Eine Geschichte von Menschen,

Pionieren und Sägemaschinen“ erwartete die Gäste

dann ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Programm

aus Talkrunden, Live-Musik und Varieté-Vorführungen.

Mitarbeiterabend und Tag der offenen Tür

Zu dem eigenen Mitarbeiterabend mit ähnlichem Programm

kamen einen Tag später sogar rund 700 Gäste

– darunter Mitarbeiter vom Stammsitz Kirchardt sowie

den Behringer-Standorten in Weilheim, Frankreich,

England, USA und China. Abgerundet wurde das Fest

durch einen Tag der offenen Tür: An diesem Tag öffnete

das Unternehmen die Tore für alle Familien der Mitarbeiter,

Bewohner von Kirchardt und allen, die Interesse

hatten, das Unternehmen mal von innen zu sehen.

Schätzungsweise knapp 2.000 Gäste besuchten das

Behringer-Werk an diesem Tag.

Fit for Future

Mit einem breit angelegten Investitionsprogramm macht

sich Behringer bereit, aktuelle sowie auch künftige

Anforderungen weiterhin erfüllen sowie als weltweit

agierendes Maschinenbauunternehmen bei der Wettbewerbsfähigkeit

weiter eine Spitzenposition einnehmen

zu können. Dazu sollen auf einer Fläche von rund

6.000 m 2 am Standort Kirchhardt Verwaltung und Produktion

neu gebaut werden. Durch den Verwaltungs-

Über 400 Gäste aus aller Welt kamen zum Gala-Abend

am ersten Tag der Feierlichkeiten, um mit Behringer

das 100-jährige Bestehen zu Feiern.

Spannender Gang durch die Behringer-Geschichte:

Christian Behringer (li.) und Rolf Behringer auf dem

Gala-Jubiläumsabend im November 2019.

24 Stahlreport 1/2|20


100 Jahre Behringer – die Geschichte

Kurzweil und Unterhaltung: Die Gäste des

Gala- und Mitarbeiter-Abends erwartete ein

faszinierendes Varieté-Programm.

neubau werden die Entwicklung, Organisation und Verwaltung

erweitert und im Zuge des digitalen Wandels

die neuen Kommunikations- und Informationstechnologien

ausgebaut werden. Ziele des Projekts sind unter

anderem ein Höchstmaß an Flexibilität durch neue Prozessstrukturen

in der Fertigung von komplexen Stahlbauanlagen

zu erreichen, die Erhöhung der Produktion

um den Bedarf nach mehr Automation decken zu können

sowie die Zurückverlegung des Stahl- und Anlagenbaus

aus dem Zweigwerk Sinsheim-Dühren nach Kirchhardt.

Digitalisierung hat Einzug gehalten

Das Maschinenbauunternehmen will jedoch nicht nur

mit innovativen Sägen eine Spitzenposition im Markt

einnehmen, sondern auch in der Automatisierung Vorreiter

sein. „Alle Prozesse vor, nach und im Umfeld der

Säge, bieten ein hohes Automatisierungspotenzial“,

heißt es in einer Selbstpräsentation des Unternehmens.

Um das ganze Potenzial in der Automatisierung voll

ausschöpfen zu können, setzt es auf eigene Steuerungsund

Softwareentwicklungen und bietet alles aus einer

Hand: Mechanik, Software sowie kundenspezifische

Komponenten und Lösungen.

Industrie 4.0, so sieht es das Unternehmen, ist das

Zukunftsthema an sich. Mit dem „Behr Connect-System“

bietet es Kunden dazu eine Lösung: Eine modulare

Plattform mit verschiedenen Apps, die Maschinen-,

Betriebs- und Prozessdaten erfasst und nutzbar macht,

Daten analysiert und auswertbar macht und dem Anwender

die Möglichkeit zur Überwachung, Prozessdokumentation

und zeitnahe Einflussnahme auf die Produktionsprozesse

gibt. Fit for Future eben. 2

Vollsortimenter im S235-Bereich

z 1919 Unter schwierigen Bedingungen gründete August Behringer nach

Ende des 1. Weltkriegs eine mechanische Werkstatt in Kirchardt.

z 1919 – 1930 Handwerkstätigkeiten, Reparaturen von Motorrädern und die

Elektroinstallation bei Alt- und Neubauten – seine Vielseitigkeit als Tüftler

war das Kapital von August Behringer.

z 1945 Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte August Behringer

die erste Bügelsäge.

z 1952 Die Produktion von Bügelsägen florierte. Es wurde eine eigene

Eisengießerei gegründet.

z 1963 Unerwarteter Tod des Firmengründers im Alter von 70 Jahren. Die

Söhne Willi und Herbert Behringer übernahmen die Firma.

z 1970 Baubeginn der neuen Gießerei im heutigen Industriegebiet.

z 1977 Premiere der ersten Behringer-Ein-Säulen-geführten Sägemaschine

HBP320

z 1980 Ausbau der Zwei-Säulen-Maschinen der HBP-Baureihe, sowohl im

Schnittbereich als auch bei den Automaten.

z 1988 Willi Behringer zog sich aus der Geschäftsleitung zurück. An seine

Stelle trat sein Sohn Rolf in die Geschäftsleistung ein.

z 1993 Mit der 26er-Baureihe brachte Behringer die erste Maschinengeneration

auf den Markt, die auf einer breiten Plattform aufgesetzt war.

z 1995 Beteiligung an Vernet und Umfirmierung in Vernet Behringer. Durch

die Beteiligung am führenden französischen Hersteller von Profilbearbeitungs-maschinen

und -anlagen Vernet Behringer erweiterte das Unternehmen

sein Produktportfolio im Bereich Stahl- und Anlagenbau.

z 2000 Herbert Behringer scheidet aus dem Unternehmen aus, sein Sohn

Christian trat in die Geschäftsleitung ein. Behringer übernahm den traditionsreichen

Kreissägenhersteller Eisele in Weilheim/Teck. Umfirmierung

zu Behringer Eisele.

z 2001 Premiere der HBM-Baureihe

z 2003 Vorstellung des ersten Plattensägeautomaten LPS25-125-4A

z 2008 Eröffnung des Vorführ- und Technologiezentrums BTZ Gebäude

z 2010 Einweihung der neuen, hochmodernen Gießerei.

z 2013 Premiere der HBE Dynamic-Baureihe als Nachfolger der HBP-Reihe.

Die HPS-Bandsäge zum horizontalen Teilen von Aluminium-Blöcken 1000

x 2200 mm wurde erstmals ausgeliefert.

z 2015 Vorstellung des ersten Modells der HBE Performance-Baureihe

HBE663A.

[ Kontakt ]

Behringer GmbH

Maschinenfabrik und Eisengießerei

74912 Kirchardt

+49 7266 207-0

www.behringer.net

info@behringer.net

Festlich illuminierte Produktionshalle für das Behringer-Jubiläum

Stahlreport 1/2|20

25


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Die Hohlprofile werden

aus einem Magazin

(oben) zugeführt,

bis zu 60 Stück pro

Minute verlassen

die Maschine

einbaufertig.

Bild: Aachener Maschinenbau GmbH

Hohlprofile für die Automobilindustrie

Kaltumformen in einem Schritt

ersetzt mehrere Arbeitsgänge

Im Vorfeld der Messe Tube 2020 hat die Aachener Maschinenbau GmbH (AMBA) eine neue Anlage

für das Kaltumformen der Enden von Hohlprofilen angekündigt. Es seien die ersten Anlagen, die die

präzise Ausrichtung der Rohrenden zueinander gewährleisten und gleichzeitig hohen Durchsatz

erzielen, so das Unternehmen.

[ Kontakt]

Aachener Maschinenbau

GmbH

52477 Alsdorf

+49 2404 551289-0

www.amba.de

houben@amba.de

Für das Übertragen von Drehmomenten werden

immer mehr Hohlprofile eingesetzt, denn sie tragen

wesentlich zur Gewichtseinsparung bei. Beispiele aus

dem Fahrzeugbau sind Achsen für Rückenlehnen in

Autositzen oder Antriebswellen. Die Enden der Profile

müssen präzise geformt werden, damit sie in die Profilaufnahmen

passen und möglichst spielfrei montierbar

sind. Vor allem aber müssen sie axial exakt zueinander

ausgerichtet sein, damit bei der Montage ein Verspannen

der Bauteile vermieden wird. Bisher wurden die Enden

spanend bearbeitet oder mehrere Bauteile wurden miteinander

verschweißt. Eine Taktzeit von bis zu 60 Stück

pro Minute war auf diese Weise nicht zu realisieren.

Beide Enden werden gleichzeitig umgeformt

Die neue RH 08 Synchro-Maschine formt beide Enden

gleichzeitig um, sodass die Rohrenden systembedingt

immer in einer festen Relation zueinander gefertigt

werden. Mit einer Taktzeit von etwa 1 s erzielt sie dem

Unternehmen zufolge eine außerordentlich hohe Leistung.

Die Rohre verlassen die Maschine einbaufertig,

eine weitere Bearbeitung ist eigener Auskunft nach

nicht erforderlich.Die erste Maschine, die im Frühjahr

2020 an einen Hersteller in der Lieferkette der Auto-

mobilindustrie ausgeliefert werden soll, bringt an jeder

Seite eine Stauchkraft von bis zu 25 t auf. Sie ist ausgelegt

für Profile aus Stahl und Edelstahl mit einem Außendurchmesser

von bis zu 20 mm. Die vollautomatisierte

präzise Positionierung der beiden Bearbeitungsstationen

in axialer Bauteilrichtung zueinander ermöglicht die

Fertigung von Profilen mit Längen zwischen 450 und

800 mm.

Kosten der Kunden: gesenkt

Manfred Houben, einer der Geschäftsführer von AMBA,

hat die Kosten seiner Kunden im Blick: „Das synchrone

Kaltumformen beider Profilenden garantiert deren

exakte Ausrichtung und mit einem Durchsatz von rund

60 Stück pro Minute legen wir die Messlatte in der

Branche ein gutes Stück höher. Durch die Kombination

von Präzision und Schnelligkeit steigert die neue

Maschine die Prozesssicherheit. Gleichzeitig reduziert

sie die Kosten drastisch, denn bisher erforderliche

Arbeitsschritte wie spanende Bearbeitung oder Schweißen

und das damit verbundene Handling entfallen.“ 2

AMBA auf der TUBE/WIRE 2020: Halle 16/Stand E50

26 Stahlreport 1/2|20


KASTO geht mit Online-Shop für Sägemaschinen an den Start

Per Klick zur passenden Säge

KASTO Maschinenbau geht neue (Vertriebs-)Wege und bringt für seine Produkte einen eigenen

Online-Shop an den Start. Das Angebot des KASTOshop umfasst zunächst kleinere bis mittlere Sägen,

soll aber kontinuierlich ausgebaut werden. Kunden haben die Wahl zwischen verschiedenen vorkonfigurierten

Ausstattungseditionen für unterschiedliche Anforderungen im Arbeitsalltag.

Online-Shopping wird auch im

B2B-Bereich immer beliebter – und

das aus gutem Grund: Der Einkauf

im Internet ist schnell und bequem,

und die E-Shops sind jederzeit und

von überall aus erreichbar. Das ist

für viele Beschaffungsprozesse eine

große Erleichterung. Auch beim Sägeund

Lagertechnik-Hersteller Kasto

können Kunden aus Deutschland und

der Schweiz seit neuestem digital auf

Einkaufstour gehen: Unter www.kastoshop.com

hat das Unternehmen ein

Online-Angebot eingerichtet, das den

Benutzer mit wenigen Klicks zum

gewünschten Produkt führt – und

dies zu besonders attraktiven KAS-

TOshop-Preisen, teilte das Unternehmen

mit.

Aktuell umfasst der KASTOshop

mehrere kleinere bis mittlere fabrikneue

Sägemaschinen wie die robusten

Bügelsägen der Serie KASTOhbs,

die Schwenkrahmen-Bandsägen der

Baureihe KASTOmicut, den universellen

Bandsägeautomat KASTOwin

A 3.3 oder den platzsparenden Vertikal-Bandsägeautomat

KASTOverto

A 2. Weitere Produkte, Zubehör und

Ersatzteile werden das Sortiment

jedoch nach und nach vergrößern.

Sägen online einfach vergleichen

Für die Sägen bietet KASTO verschiedene

Ausstattungseditionen – je

nachdem, welche Anforderungen die

Maschinen im Alltag erfüllen müssen.

Anwender können die einzelnen

Varianten im KASTOshop übersichtlich

und detailliert vergleichen und

bekommen für jedes Produkt auf

einen Blick den entsprechenden

Preis. Für Nachfragen stehen KASTO-

Experten per Chat, telefonisch oder

per Mail zur Verfügung – das sorge

für schnelle und unkomplizierte Hilfe

bei der Entscheidung. Die Zahlung

erfolgt auf Rechnung, und der Kunde

bekommt die bestellte Säge direkt

an die Firmentür geliefert, auf

Wunsch auch inklusive Inbetriebnahme.

Mit dem Kauf direkt beim

Hersteller profitiere er zudem von

Support und Service aus einer Hand,

mit hoher Kompetenz und schnellen

Reaktionszeiten – und das alles zum

garantiert besten Preis. 2

KASTO geht mit

einem eigenen

Online-Shop für

Sägemaschinen an

den Start. Aktuell

umfasst der KASTOshop

mehrere kleinere

bis mittlere

fabrikneue Sägemaschinen.

Bild: KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

[ kontakt ]

KASTO Maschinenbau

GmbH & Co. KG

77865 Achern

+49 7841 61-0

www.kasto.com

Stahlreport 1/2|20

27


Anarbeitung

und Logistik

Nachrichten

Messen

und Märkte

Termine

Das modulare System

zur Wiederaufbereitung

von Wasser und

Abrasivsand

Die nächsten

Messetermine

Bild: StM

Wasserstrahlspezialist StM – Kosten sparen mit OneClean-Modul

Abrasivsand vollautomatisch wiederaufbereiten

Das StM-OneClean-System mit dem

Modul zur vollautomatischen Wiederaufbereitung

von Abrasivsand macht Wasserstrahl-Schneidanlagen

rentabler und

zugleich nachhaltiger.

Wasserstrahl-Schneidanlagen benötigen für

den laufenden Betrieb Wasser und Abrasivsand.

Letzterer ist der größte variable Kostenfaktor

beim Wasserstrahlschneiden und

eine knappe Ressource. Dieses Potenzial

hat der Wasserstrahl-Schneidanlagen-Hersteller

StM erkannt und mit dem OneClean

Mikrowasserstrahlschneiden schließt

Lücke zwischen Funkenerosion und Mikrolaser

Genaue Schnitte in harten Materialien

ein modulares System zur Schonung dieser

natürlichen Ressource entwickelt. Das

Abrasiv-Recycling-Modul des OneClean-Systems

ermöglicht es, mehr als die Hälfte des

Granatsandes für weitere Schneidaufträge

zu recyceln. Das spart Beschaffungs-, Entsorgungs-

und Transportkosten, die bei ca.

50 t Abrasiv-Verbrauch pro Jahr eine Amortisierung

der Anschaffung innerhalb von

etwa drei bis fünf Jahren möglich machen,

so das Unternehmen.

www.stm.at

Ein Verfahren, um harte Materialien präzise zu schneiden, ist das speziell entwickelte

Wasserstrahlschneidverfahren Fine Abrasive Waterjet (FAWJ). Wasserstrahlschneiden

ist ein gängiges Verfahren zur Verarbeitung von Teilen aus Materialien mit hoher

Dichte, wie Edelstahl, Aluminium, Titan und Kohlenstoffverbundwerkstoffe. Der erste

Mikro-Wasserstrahl-Schneidkopf wurde 2008 von Water Jet Sweden entwickelt. Der FAWJ-

Schneidprozess überbrückt die Lücke zwischen Mikrolaser- und Funkenerosions-Schneiden

und ermöglicht das Wasserstrahlschneiden im Bereich der Mikrokomponentenverarbeitung.

Für eine so hohe Präzision sind einerseits ein spezieller Schneidkopf und ein spezielles

Schneidverfahren sowie eine Maschine mit extremen Genauigkeitsspezifikationen notwendig.

Der NCM 10 Micro von Water Jet Schweden erfüllt diese Anforderungen.

Der einzigartige Schneidkopf ermöglicht einen Abrasivwasserstrahldurchmesser von nur

0,2 mm. Das FAWJ-Schneidverfahren erfordert sehr feine Schleifmittel von 230 bis 240

Mesh (Anzahl der Fäden pro Zoll des Siebs, mit dem die Körnung des Schleifmittels separiert

wurde) und eine spezielle CNC-gesteuerte Abrasivstoffdosierung.

Gegenüber dem Funkenerosionslaser-Verfahren (1-2 mm/min) schneidet das FAWJ-Verfahren

mit bis zu 11 mm/min bei ausreichender Genauigkeit (0,002 mm bei Funkenerosion

gegenüber 0,02 mm bei FAWJ) deutlich schneller. Die Herstellzeiten für produzierte Teile

sinkt damit rapide.

z digitalBAU, Fachmesse für digitale

Lösungen in der Baubranche.

Köln, 11.-13.2.20

z Bautec, Fachmesse für Bauen und

Gebäudetechnik.

Berlin, 18.-21.2.20

z Internationale Eisenwarenmesse,

Köln, 1.-4.3.20

z LogiMAT, Fachmesse für Intralogistik-Lösungen

und Prozessmanagement.

Stuttgart, 10.-12.3.20

z Metav, Internationale Messe für

Technologien der Metallbearbeitung.

Düsseldorf, 10.-13.3.20

z Tube & wire, Internationale Fachmesse

für Rohr, Röhren, Herstellung

und Verarbeitung sowie Internationale

Messe der Draht- und

Kabelindustrie.

Düsseldorf, 30.3.-3.4.2020

z Hannover Messe, Internationale

Industriemesse.

Hannover, 20. -24.4.2020

z MACH 2020, internationale Fachmesse

für Werkzeugmaschinen

und Fertigungstechnologie.

Birmingham, 20. – 24.4.2020

z PaintExpo, Internationale Messe

für industrielle Lackiertechnik.

Karlsruhe, 21. – 24.4.2020

z Control, Internationale Fachmesse

für Qualitätssicherung.

Stuttgart, 5.-8.5.2020

z METPACK, Weltleitmesse für

Metallverpackungen.

Essen, 5.-9.5.2020

z CastForge, Fachmesse für Gussund

Schmiedeteile und deren Bearbeitung.

Stuttgart, 16.-18.6.2020

z AMB 2020, Internationale Ausstellung

für Metallbearbeitung.

Stuttgart, 15.-19.9.2020

z ALUMINIUM, Weltweite Leitmesse

für Aluminium.

Düsseldorf, 6.-8.10.2020

z EuroBlech, Internationale Technologiemesse

für Blechbearbeitung.

Hannover, 27.-30.10.2020

28 Stahlreport 1/2|20


Internationale Fachmesse Tube 2020

Einladung zum Tube-ExpertenTreff

Vom 30. März bis zum 3. April 2020

findet in Düsseldorf das Messeduo Wire und

Tube statt. Am Abend des ersten Messetages

lädt die stahlnews GmbH & Co. KG ab 18 h

zum Tube-ExpertenTreff. Unter dem Motto

„Werkstoffe, Technologien und Märkte – die

Zukunft der Rohrindustrie“ halten Experten

kurze Impulsvorträge zu aktuellen Entwicklungen

der Stahlrohrbranche – unter anderem

der CEO der Marcegaglia-Gruppe Antonio Marcegaglia,

Hanns-Jörg Westendorff (CEO Hoberg

& Driesch), Sven Koepchen (CEO Klöckner &

Co Deutschland GmbH) sowie Oliver Ellermann

(Vorstand BDS AG). Im Anschluss an die Präsentationen

besteht ausreichend Gelegenheit

zum Networken, auch für das leibliche Wohl

ist gesorgt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Termin: 30. März 2020

Ort: Messe Düsseldorf, Halle 1, Raum 15

Einlass: ab 17:45 h

Beginn: 18:15 h

Weitere Infos, Programm und Anmeldung

unter: stahlnews.de/Tube-ExpertenTreff

digitalBAU 2020 in Köln

Neues zur Digitalisierung

im Bauwesen

Bild: Messe München

Aus- und Weiterbildung mit Carl-Stahl-Seminaren

Richtig mit Anschlagmitteln umgehen

Die Gefahr, mit Unfällen am Arbeitsplatz konfrontiert zu werden, besteht nahezu täglich.

Dabei ist die Prävention stets die beste Lösung. Bestes Mittel dazu ist, Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter durch entsprechende Aus- und Fortbildung dazu qualifizieren, Unfallrisiken zu

erkennen und zu vermeiden. Im Angebot der Carl Stahl-Akademie finden Unternehmen Unterstützung,

die Arbeitssicherheit in den Betrieben zu erhöhen. Der VDSI (Verband für Sicherheit,

Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit) hat die Carl-Stahl-Fachseminare bewertet und

nahezu allen Schulungen Weiterbildungspunkte zugeschrieben – unter anderem im Bereich

„Anschlagtechnik“.

Die nächsten Termine sind:

z 10.03.2020 Grundlagen der Anschlagtechnik, Schulungszentrum München

z 24.03.2020 Auffrischung Anschlagmittel, Schulungszentrum München

z 01.04.2020 – 02.04.2020 Ausbildung zur Befähigten Person für die Prüfung von Anschlagmitteln,

Carl Stahl-Akademie Süßen

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung

unter www.carlstahl-akademie.de

Was bringt die technologische Zukunft?

VDE Tec Summit 2020 – der Technologiegipfel

Vom 11. bis 13. Februar 2020 ist

Köln der Dreh- und Angelpunkt für digitale

Trends, Produktinnovationen und Dienstleistungen

rund um die Digitalisierung des

Bauwesens. Die Messe München ist dort

mit der digitalBAU zu Gast und mehr als

200 Aussteller werden ihr folgen – mit einem

umfassenden Ausstellungskonzept für alle

am Bauen Beteiligten, innovativen Vorträgen

in drei Fachforen und einem digitalBAU

Start-Up-Award.

Die Aussteller kommen dabei aus allen

Bereichen der Branche. Mit ihren individuellen

Programmlösungen und digitalen

Dienstleistungen im Bausektor werden

auf der digitalBAU sowohl Architekten

und Bauingenieure, Fachplaner, Fachhandwerk

sowie öffentliche und private

Bauherren angesprochen. Die digitale

Planungsmethode BIM nehme dabei

einen besonderen Stellenwert ein, so der

Veranstalter.

Am 26. und 27. Februar 2020 findet

in der „ARENA Berlin“ der „VDE Tec Summit

2020“ statt, zu dem der Verband der Elektrotechnik,

Elektronik und Informationstechnik

e.V. (VDE) mehr als 100 hochkarätige Referenten

sowie 1.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

aus Unternehmen, Forschung und

Studierende erwartet. Als Keynote-Speaker

haben unter anderem zugesagt: Christian Senger

(Markenvorstand Volkswagen PKW Ressort

„Digital Car & Services“), Frederik Zohm (Vorstand

Forschung und Entwicklung, MAN Truck

& Bus SE) sowie Dr. Dr. Attila Bilgic (Geschäftsführer

Ludwig Krohne).

Beim VDE Tec Summit werden die aktuellen

Entwicklungen rund um die Anwendungsfelder

Industrie, Energie, Mobilität, Cybersecurity,

KI und Zukunftstechnologien diskutiert:

z Industrie 4.0: Wie gelingt die Automatisierung

und welche neuen Geschäftsmodelle

versprechen Erfolg?

z Energiewende: Wie werden Stromnetze

intelligent und resilient – und welche

Chancen bietet Wasserstoff?

z Zukunft der Mobilität: Was sind die

Schlüsseltechnologien und welche

Geschäftspotenziale bietet der vernetzte

Verkehr?

z Cybersecurity: Wie machen wir die Digitalisierung

sicher und Risiken beherrschbar?

z KI und Zukunftstechnologien: Welche

Chancen hat Europa im globalen Wettbewerb?

Weitere Informationen zum Programm, zu

den Rednern und zur Anmeldung unter

tecsummit.vde.com

„Die Digitalisierung betrifft uns alle: Auftraggeber,

Planer, Bauausführende,

Betreiber und Bauproduktehersteller.

Durchgängig digitale Lösungen, die den

gesamten Bauwerkslebenszyklus

betrachten, werden daher immer wichtiger.

Aus diesem Grund ist eine Messe

wie die Leitmesse digitalBAU, ideales

Branchenbarometer und Netzwerkplattform

für alle Baubeteiligten. Mit der Digitalisierung

erhöhen wir Produktivität und

Effizienz im Bauprozess und sichern langfristig

wichtige Gewinne“, sagt Prof. Joaquin

Diaz, Vorstandsvorsitzender des

digitalBAU-Partners Bundesverband Bausoftware

e.V. (BVBS).

Weitere Infos zur Messe unter

https://digital-bauen.com

Stahlreport 1/2|20

29


Messen

und Märkte

Bericht

Eigene Versorgungsordnung schafft Klarheit

Betriebsrente: Handlungsbedarf

für jeden Arbeitgeber

Seit dem 1. Januar 2019 ist die Stufe 2 des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) in Kraft: Arbeitgeber müssen

nun bei Neuabschlüssen in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) verpflichtend einen Arbeitgeberzuschuss

dazubezahlen. Was auf dem Papier eindeutig aussieht, wirft in der Praxis jedoch oft Fragen auf. Beratung und

Hilfestellung zum neuen Arbeitgeberzuschuss bietet der Industrie-Pensions-Verein e. V. (IPV) – der für Verbände

und Mitglieder eigens das „Kompetenzzentrum BRSG“ gegründet hat. Ein Interview mit Philip Spies, regionaler

Ansprechpartner des IPV für den Bundesverband Deutscher Stahlhandel.

[ Kontakt ]

Industrie-Pensions-

Verein e.V. Verbandsund

Unternehmens-

Service

Philip Spies

+49 211 93650240

spies@ipv.de

www.ipv.de

Stahlreport: Welche Änderungen brachte das

Betriebsrentenstärkungsgesetz mit sich?

Philip Spies: Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz

(BRSG) will der Gesetzgeber die Verbreitung der betrieblichen

Altersvorsorge insbesondere in kleinen und mittleren

Unternehmen (KMU) fördern. Wichtige Neuerungen

sind unter anderem die Anhebung des steuerfreien Dotierungsrahmens

nach § 3 Nr. 63 EStG, die Zuschusspflicht

des Arbeitgebers auf die Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers

in Höhe von 15 % und der bAV-Förderbeitrag

bei Geringverdienern.

Wie äußert sich die Anhebung des steuerlichen Dotierungsrahmens

konkret?

Mit der Erhöhung des Förderrahmens hat der Gesetzgeber

die steuerliche Förderung vereinfacht und von 4 auf 8 %

der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) West der Deutschen

Rentenversicherung erhöht. Bezogen auf 2020

sind das 6.624 €. Der zusätzliche steuerfreie Rahmen

von jährlich 1.800 € wurde gestrichen. Leider fehlt eine

sozialversicherungsrechtliche Flankierung, lediglich

4 % der BBG sind weiterhin abgabenfrei.

Eine weitere Änderung betrifft die Entgeltumwandlung.

Wie sehen die gesetzlichen Neuerungen hierzu aus?

Bei der Entgeltumwandlung sieht das Gesetz einen verpflichtenden

Arbeitgeberzuschuss vor. Der Arbeitgeber

muss auf die Entgeltumwandlung des Mitarbeiters in

den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse

und Pensionsfonds einen Zuschuss von 15 %

leisten, soweit er durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge

einspart. Die Zuschusspflicht gilt für

neue Entgeltumwandlungsvereinbarungen seit dem

01.01.2019 und ab 2022 für alle bestehenden Entgeltumwandlungszusagen

– also Zusagen vor 2019. Hier

gibt es in der Praxis die größten Umsetzungsprobleme.

Gerade für Geringverdiener hat die betriebliche Altersvorsorge

bisher keine große Rolle gespielt, obwohl der

Vorsorgebedarf hier am größten ist. Welche Regelungen

sollen zur Verbreitung der bAV besonders unter Geringverdienern

beitragen?

Bei Geringverdienern erhalten Arbeitgeber neue Anreize,

eine arbeitgeberfinanzierte bAV anzubieten. Arbeitgeber,

die zusätzlich zum vereinbarten Gehalt mindestens

30 Stahlreport 1/2|20


Betriebliche Altersvorsorge:

Erhöhung des

Förderrahmens

Philip Spies, Direktionsbevollmächtigter Industrie-Pensions-Verein e.V.

Der Förderrahmen

der betrieblichen

Altersvorsorge ist

von 4 auf 8 % der

Beitragsbemessungsgrenze

(BBG) West der

Deutschen Rentenversicherung

erhöht

worden. Parallel

wurde der zusätzliche

steuerfreie

Rahmen von jährlich

1.800 € gestrichen.

240 € und maximal 480 € im Jahr in eine Direktversicherung,

Pensionskasse oder einen Pensionsfonds einzahlen,

erhalten hiervon 30 % (max. 144 € p. a.) über

die Lohnsteuer zurück. Voraussetzung für den bAV-Förderbeitrag

für Arbeitgeber nach § 100 EStG ist, dass das

laufende Gehalt der begünstigten Arbeitnehmer 2.200 €

im Monat der Beitragszahlung nicht übersteigt, unabhängig

vom Grad der Beschäftigung.

Welche Handlungsempfehlung haben Sie für unsere Mitglieder

zu den Neuerungen?

Wir raten den Mitgliedsunternehmen, die gesetzlichen

Rahmenbedingungen in einer Versorgungsordnung,

bzw. Betriebsvereinbarung für ihr Unternehmen umzusetzen.

Die Versorgungsordnung hat zahlreiche Vorteile

für den Arbeitgeber. Sie vereinheitlicht, schafft Rechtsklarheit

und begrenzt die Haftung des Arbeitgebers

durch zahlreiche Informationen. Das bringt auch eine

Entlastung der Personalabteilung und die Vereinfachung

der Lohnbuchhaltung mit sich.

Klärungsbedarf besteht regelmäßig zu folgenden

Fragen: Sollen für Entgeltumwandlungen jenseits der

4 % BBG oder auch für Vermögenswirksamen Leistungen

Zuschüsse gezahlt werden? Wie soll mit bestehenden

Entgeltumwandlungen oder mit vom Arbeitnehmer „mitgebrachten“

Verträgen umgegangen werden? Schließlich

sind Arbeitgeber auch gut beraten, Zuschüsse, die bereits

in der Vergangenheit gewährt wurden, überprüfen zu

lassen und BRSG-konform auszugestalten.

Welche Vorteile kann die bAV für Unternehmen haben?

Arbeitgeber sollten sich nicht scheuen, einen zusätzlichen

Beitrag in Form eines weiteren bzw. höheren Zuschusses

an Arbeitnehmer zu leisten. Sie fördern damit jene verantwortungsvollen

Arbeitnehmer, die sich durch Entgeltumwandlung

bereits jetzt um Ihre Altersversorgung

bemühen. Auch kann der Leistungsbaustein bAV als

Instrument zur Mitarbeiterbindung dienen. Beispielsweise

können Arbeitgeber in ihrer Versorgungsordnung

eine nach Betriebszugehörigkeit gestaffelte Zuschussregelung

einbinden oder eine rein arbeitgeberfinanzierte

bAV.

Wie erhalten unsere Mitgliedsunternehmen genauere

Informationen zu den Änderungen? Kann der IPV bei der

Umsetzung von Maßnahmen helfen?

Der IPV hat für Verbände und Mitglieder eigens das

Kompetenzzentrum BRSG gegründet. Das Spektrum der

Beratung reicht von einfachen Anwendungsfragen der

Kategorie „steht im Gesetz“ bis zu richtig komplizierten

Rechtsfragen, geeignet für eine Doktorarbeit. Mitgliedern

des IPV steht das Kompetenzzentrum BRSG exklusiv

und ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Der jährliche

Mitgliedsbeitrag beträgt 30 €.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Spies.

Über den IPV

Der Verbands- und Unternehmens-Service des Industrie-Pensions-Vereins

e.V. (IPV) hat seinen Aufgabenschwerpunkt in der neutralen Beratung von

Verbänden und deren angeschlossenen Unternehmen zur betrieblichen

Altersversorgung (bAV). Der IPV ist Partner des Bundesverbandes der

Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen

Arbeitgeberverbände (BDA). Der IPV hat zur Beratung zum neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz

eigens das „Kompetenzzentrum BRSG“ gegründet.

Stahlreport 1/2|20

31


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

VDMA: Produktion 2019 gesunken

Maschinenbau in rauhem Gewässer

Die reale Produktion von Maschinen in Deutschland hat in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019

nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ihr Vorjahresniveau um 1,8 % verfehlt,

so der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Während im ersten Quartal 2019 das

Vorjahresniveau noch erreicht wurde (+ 0,3 %), endeten das zweite (-2,5 %) und das dritte Quartal

(-1,1 %) mit einem Minus. Der leicht abgeschwächte Rückgang lässt sich dem Verband zufolge mit

einem Arbeitstageeffekt erklären: Das zweite Quartal hatte einen Arbeitstag weniger als sein Vorjahresquartal,

das dritte Quartal dagegen einen Arbeitstag mehr. Für das gesamte Jahr 2019 bleibt der

VDMA bei seiner im September auf -2 % revidierten Prognose, natürlich mit der gewohnten Einschränkung,

dass der Dezember mit seinem hohen Gewicht immer wieder für Überraschungen sorgen könne.

Durch den Produktionsrückgang

hat die Kapazitätsauslastung

der Maschinenparks in den Unternehmen

deutlich gelitten. Im Oktober

2019 rutschte sie erstmals seit

Januar 2016 mit 83,9 % wieder auf

einen Wert unterhalb des 50-%-Streubandes,

ab. Werte unterhalb dieses

vom VDMA als „Wohlfühlzone“ titulierten

Bereichs signalisieren eine

spürbare Unterauslastung, die üblicherweise

auf einem Mangel an Aufträgen

beruhe.

Tatsächlich haben die im ifo-Konjunkturtest

abgefragten Produktionsbehinderungen

durch Auftragsmangel

seit Mitte des Jahres 2018

bis zuletzt zugenommen. Im Oktober

2019 waren 35 % der Firmen, also

mehr als jedes dritte befragte Unter-

nehmen betroffen (Oktober 2018:

15 %). Im Gegenzug habe sich die

vor Jahresfrist noch angespannte

Lage beim Fachkräftemangel und

insbesondere beim Materialmangel

entspannt. Immerhin meldeten im

Oktober 2019 noch 13 % der Unternehmen

Produktionsbehinderungen

durch Fachkräftemangel (Oktober

2018: 27 %). Materialmangel war

dagegen so gut wie kein Thema mehr

(7 % der Meldungen im Oktober

2019; Oktober 2018: 28 %).

Entwicklungs- und Schwellenländer

ziehen Exporte ins Minus

Der konjunkturelle Abschwung

nahm seinen Ausgang im Auslandsgeschäft.

Die Maschinenexporte verfehlten

ihr Vorjahresniveau in den

ersten drei Quartalen preisbereinigt

um 0,9 %. In der Vergangenheit hatten

die Exporte in die Entwicklungsund

Schwellenländer häufig eine

geringere Dynamik in den Industrieländern

kompensieren können,

wenn nicht sogar mehr. Doch damit

sei es erst einmal vorbei, so der

VDMA: Während die Lieferungen in

die Industrieländer im Jahresverlauf

2019 ihr Vorjahresniveau bis ins

dritte Quartal noch um 2,7 % steigern

konnten, bremste die Ausfuhr in die

Entwicklungs- und Schwellenländer

mit einem Minus von 2,8 % die

gesamten Exporte signifikant ab.

Ursache für das Minus: Die

schwunglose Weltkonjunktur geht

an den Schwellen- und Entwicklungsländern

nicht mehr vorbei,

32 Stahlreport 1/2|20


hinzu kommen extern wie „hausgemachte“

politische Verwerfungen.

Die Exporte in Länder wie die Türkei,

Russland, Iran, Indien, China,

Mexiko oder Argentinien sind folglich

teils heftig ins Minus abgerutscht.

Einzig die Exporte nach Brasilien

konnten im betrachteten

Zeitraum um 11,3 % zulegen.

Bei der Ausfuhr in die Industrieländer

stechen vor allem die Exporte

in die USA mit einem Plus von 6,2 %

heraus. Dies ist laut VDMA ein

beachtlicher Erfolg, denn die Investitionsgüternachfrage

in den Vereinigten

Staaten stagniere seit geraumer

Zeit.

In der EU steche vor allem der

Export nach Frankreich ins Auge

(plus 6,9 %). Mit seinem vergleichsweise

geringen Industrieanteil und

einer geringeren Abhängigkeit vom

Handel mit Nicht-EU-Ländern leidet

Frankreich nicht in dem Maße unter

Schwankungen des Welthandels wie

zum Beispiel Deutschland. Im Minus

sind die Lieferungen nach Italien

und ins Vereinigte Königreich

(minus 5,4 bzw. 4,8 %).

Aussichten:

Inlandsnachfrage sinkt

Die Inlandsnachfrage in Deutschland

sinkt dem VDMA zufolge in 2020

aufgrund der Exportschwäche, der

Autokrise und aufgrund von falschen

politischen Prioritäten. Die Inlandsnachfrage

nach Maschinen und Anlagen

musste deutlich Federn lassen.

In den ersten zehn Monaten des vergangenen

Jahres hat sie ihr Vorjahresniveau

um 9 % verfehlt. Gründe

dafür seien neben der überdurchschnittlich

starken Abhängigkeit

von der Weltkonjunktur auch die

mangelnde Reformtätigkeit der letzten

Jahre. Dringend notwendige

staatliche Investitionen in die Infrastruktur

unterblieben zu lange, und

nun, wo sie freigegeben werden,

fehle es an Kapazitäten in den Bauämtern

und in der Bauwirtschaft.

Hinzu komme ein tiefgreifender

Strukturwandel in der Automobilindustrie,

der zwar absehbar, aber

allzu lange nur zögerlich angegangen

worden sei. Der dadurch ausgelöste

Stopp von Projekten in herkömmliche

Antriebstechnologien q

Deutsche Maschinenausfuhr nach Regionen

Region (Bedeutung*) Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

Jan. - Sept. 2019 Juli - Sept. 2019

Inlandsauftragseingang im Maschinenbau in Deutschland

Preisbereinigte Indizes, Basis Umsatz 2015 = 100

130

120

110

100

90

80

70

Nordamerika (12,2)

Afrika (2,2)

Ostasien (14,9)

EU-28 (48,0)

Sonstiges Europa (9,9)

Südostasien (2,7)

Lateinamerika (3,8)

Australien-Ozeanien (1,3)

Zentral- u. Südasien (2,5)

Naher, Mittlerer Osten (2,5)

Ø Jan. - Sept. 2019:

0,6% (real -0,9%)

-15 -10 -5 0 5 10

*) Anteil an der gesamten deutschen Maschinenaufuhr in Prozent.

12-Monats-Durchschnitt Originalindizes Trend-Zyklus

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Inlandsauftragseingang im Maschinenbau in Deutschland

Preisbereinigte Indizes, Basis Umsatz 2015 = 100

130

120

110

100

90

80

70

12-Monats-Durchschnitt Originalindizes Trend-Zyklus

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Stahlreport 1/2|20

33


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Entwicklung der deutschen Maschinenproduktion

Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent

14

12

10

8

6

4

2

0

-2

-4

12,7

1,2

q habe in vielen Fachzweigen des

Maschinenbaus Aufträge gekostet.

Bei dem hohen Anteil der Kundenbranche

Automobil an der auf das

Inland ausgerichteten Wertschöpfung

des Maschinenbaus sei zu

erwarten, dass die Minusraten im

Inlandsgeschäft noch eine Weile weiterbestehen,

so der VDMA.

Ende der Talfahrt in Sicht?

Allerdings sehen die VDMA-Volkswirte

Chancen für ein Ende der Talfahrt.

Frühindikatoren, wie das Ifo-

Geschäftsklima für das

Verarbeitende Gewerbe, setzten hier

erste Signale. Auch deute sich bei

einer saisonbereinigten Betrachtung

der Inlandsorders(Trend-Zyklus-

Komponente des Census X13-Verfahrens)

eine Bodenbildung an. Allerdings:

Das Bild kann schon im

-1,2

1,1

0,8

-0,3

nächsten Monat ein anderes sein,

so der VDMA weiter. Eine konkrete

Angabe für den Zeitpunkt der Wende

sei daher höchst spekulativ, wenn

nicht gar unmöglich.

3,9

2,1

-2,0 -2,0

Prognose

2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

Auslandsnachfrage leidet unter

politischen Verwerfungen

Die Auslandsbestellungen sind in

den ersten zehn Monaten 2019 mit

einem Minus von 8 % ebenfalls stark

unter Druck geraten. Auch hier rechnen

die VDMA-Volkswirte damit,

dass die nächsten Monatsergebnisse

noch negativ ausfallen und erst im

Laufe des laufenden Jahres 2020 die

Talsohle erreicht werde. Doch

genauso wie im Inlandsgeschäft

seien konkretere Aussagen nicht

ableitbar. Grund dafür sei, dass die

Politik die Konjunktur entscheidend

mitpräge, wenn nicht sogar dominiere.

Die VDMA-Volkswirte rechnen

nicht damit, dass die Planbarkeit

unternehmerischer Entscheidungen

2020 zurückkehre. Jedoch werde

sich das Niveau der Auslandsaufträge

irgendwann dem neuen Maß

an Unsicherheit angepasst haben.

Produktion sinkt 2020 noch

einmal um 2 %

Der VDMA hat seine Prognose für

die reale Maschinenproduktion für

das kommende Jahr 2020 von -2 %

bestätigt. Die allerdings weiter störungsanfälligen

Geschäftsklimadaten

sendeten sogar erste positive

Zeichen für ein Ende der Talfahrt.

Das in Folge des Strukturwandels

der Automobilindustrie deutlich

geänderte Bestellverhalten der

Maschinenbaukunden, vor allem der

Zuliefererindustrie, dürfte sich dagegen

etwas verschärft haben, so der

VDMA.

Wesentliche Abwärtsrisiken

seien eine weitere Eskalation der

Handelskonflikte bis zu hin zu einem

Abwertungswettlauf der Währungen.

Immer noch hingen auch US-

Zölle auf Autoimporte aus der EU

nach wie vor wie ein Damoklesschwert

über Europa wie über der

gesamten Weltkonjunktur.

Die Hoffnung, dass es besser

kommt als gegenwärtig erwartet,

beruht vor allem darauf, dass sich

einige der politisch verursachten

Verwerfungen entschärfen. Hier

besteht ein gewaltiges Potenzial

für eine Aufwärtskorrektur, welches

aber wegen des ständigen Hin

und Her völlig unkalkulierbar

bleibe. 2

Stahlproduktion

Deutlich weniger

Rohstahl im November

Im November 2019 ging die Rohstahlproduktion

um 20 % zurück. Das teilte die Wirtschaftsvereinigung

Stahl im Dezember mit. Bis

November 2019 lag die Erzeugung 6 % unter

dem Vorjahreszeitraum. Die Stahlindustrie in

Deutschland sieht sich außerordentlich herausfordernden

konjunkturellen Rahmenbedingungen

gegenüber, kommentierte der Verband.

Stahlproduktion in Deutschland

November 2019 Januar – November 2019

in Tsd t Veränderung zum in Tsd t Veränderung zum

Vorjahresmonat

Vorjahreszeitraum

Rohstahl gesamt 2.949 -20,1% 36.824 -6,1%

Oxygenstahl 1.964 -23,2% 25.588 -6,2%

Elektrostahl 985 -13,0% 11.235 -5,7%

Roheisen 1.738 -25,2% 23.491 -6,2%

Warmgewalzte

Stahlerzeugnisse 2.510 -1 5,2% 31.922 -6,1%

Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl

34 Stahlreport 1/2|20


BME/EMI: Industrieproduktion erholt sich nur sehr zögerlich

Verarbeitendes Gewerbe:

Trendwende lässt auf sich warten

Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat das Jahr 2019 im tiefroten Bereich beendet. Positiver

Lichtblick waren lediglich die Neuaufträge, teilte der englische Finanzdienstleister IHS Markit in

London mit. Diese schrumpften so geringfügig wie zuvor im gesamten Jahr nicht. Außerdem

verbesserten sich IHS Markit zufolge die Geschäftsaussichten – wenngleich nur minimal.

Der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index

(EMI) ging im Dezember 2019 leicht

auf 43,7 Punkte zurück nach dem

Fünfmonatshoch von 44,1 im No -

vember. Damit liege der Wert unter

dem Durchschnitt der Schrumpfungsphase,

die im Januar 2019

begann. Der Rückgang hielt in allen

drei Hauptbereichen der Industrie

an, wobei die Hersteller von Investitionsgütern

die schlechteste Performance

ablieferten, gefolgt von

den Herstellern von Vorleistungsgütern.

Einzig im Konsumgüterbereich

schwächte sich die Kontraktionsrate

etwas ab.

„Den aktuellen EMI-Dezember-

Daten zufolge lässt die erhoffte

Trendwende in der Industrieproduktion

weiter auf sich warten. Hoffnungsvoll

stimmt uns allerdings,

dass sich die Geschäftsaussichten

der Firmen des Verarbeitenden

Gewerbes zuletzt aufgehellt haben“,

betonte BME-Hauptgeschäftsführer

Dr. Silvius Grobosch.

Die Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Im Dezember

2019 wurde die Produktion im Verarbeitenden

Gewerbe Deutschlands

abermals deutlich zurückgefahren.

Der Rückgang beschleunigte sich

sogar noch im Vergleich zum Vormonat,

womit der aktuelle Indexwert

über dem Durchschnitt der elfmonatigen

Schrumpfungsphase liegt.

Das jüngste Minus verteilte sich auf

alle Teilbereiche der Industrie und

spiegelte laut einiger Umfrageteilnehmer

vor allem den schwachen

Auftragseingang wider.

Auftragseingang insgesamt/Ex -

port: Die fortwährenden Unsicherheiten

im Welthandel in Verbindung

mit der zögerlichen Investitionsbereitschaft

schlugen sich erneut in

einem Rückgang beim Auftragseingang

nieder. Immerhin verbesserte

sich der entsprechende Teil- index

zum dritten Mal in Folge und notierte

auf dem besten Wert im abgelaufenen

Jahr. Die Hersteller von Investitionsgütern

registrierten das deutlichste

Minus, gefolgt vom

Vorleistungsgüterbereich. Lediglich

im Konsumgüterbereich wurde eine

geringe Abnahme der Neuaufträge

verzeichnet.

Obwohl der saisonbereinigte Teil -

index Auftragseingang Export im

Dezember 2019 zum 16. Mal unter

der Wachstumsschwelle von 50,0

Punkten blieb, setzte er seinen Aufwärtstrend

fort und kletterte auf den

höchsten Wert seit Januar. Viele

Umfrageteilnehmer beklagten

erneut die schleppende Nachfrage

auf den Weltmärkten sowie die

Zurückhaltung bei Investitionen.

Einige Unternehmen konnten sich

jedoch über Neuaufträge vor allem

aus China, der Türkei und den USA

freuen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Wie

bereits in den acht Monaten zuvor

verbilligten sich die Einkaufspreise

in der Industrie auch im Dezember

2019. Die Rückgangsrate blieb dabei

nah am Höchstwert der letzten dreieinhalb

Jahre und damit signifikant.

Unter den Materialien, die sich verbilligt

haben, waren Metalle (insbesondere

Stahl), Kunststoffe und Holzprodukte.

Jahresausblick: Der Teilindex kletterte

im Dezember auf den höchsten

Wert seit September 2018 und entfernte

sich damit weiter vom Rekordtief

im August. Nichtsdestotrotz liegt

die Zahl der Unternehmen, die binnen

Jahresfrist mit einem Anstieg

der Produktion rechnen nur knapp

über der, die mit weiteren Geschäftseinbußen

rechnen. 2

Stahlreport 1/2|20

35


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Umsatzwachstum im Wirtschaftsbau erwartet

Bauwirtschaft blickt auf solides Jahr 2020

„Insgesamt rechnen wir in 2020 mit einem Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 5,5 % auf 145

Mrd. €. Die Dynamik der Preisentwicklung für Bauleistungen hat sich im Jahresverlauf 2019 von knapp

+6 % auf +4,5 % abgeschwächt. Davon gehen wir auch in 2020 aus, sodass der Umsatz in 2020 real

um 1 % wachsen wird.“ So lautete die Einschätzung der Präsidenten des Hauptverbands der Deutschen

Bauindustrie, Peter Hübner, und des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Reinhard Quast,

für die Baukonjunktur 2020 anlässlich einer Pressekonferenz Anfang Januar.

Für 2019 rechnen die beiden

Verbände mit einem Umsatzwachstum

im Bauhauptgewerbe von 8,5 %

auf 137,2 Mrd. €, nach einer Steigerung

im Vorjahr von gut 11 % auf

126,6 Mrd. €. Da die Baupreise im

Jahresdurchschnitt um 5,5 % gestiegen

sind, liegt das preisbereinigte

(also reale) Umsatzwachstum im

Bauhauptgewerbe damit bei +3 %.

ZDB-Präsident Quast erläuterte,

dass die Grundpfeiler im Wohnungsbau

weiter stabil seien. Das betreffe

insbesondere die hohe Erwerbstätigkeit,

reale Einkommenszuwächse,

anhaltend günstige Finanzierungs-

Umsatz im Bauhauptgewerbe

bedingungen sowie eine weiterhin

hohe Binnenwanderung in die Ballungsgebiete.

Die Bauverbände

erwarten einen Umsatz im Wohnungsbau

von ca. 54,2 Mrd. €, nach

knapp 51 Mrd. € in 2019 (+7 %).

Wirtschaftsbau

Für den Wirtschaftsbau prognostizierten

Bauindustrie und Baugewerbe

eine ambivalente Entwicklung:

Während die (Hoch)-Bau

genehmigungen bei Fabrik- und

Werkstattgebäuden seit drei Monaten

rückläufig seien, zeigen die Baugenehmigungen

für Lager- und Han-

Baugewerblicher Umsatz in Mrd. Euro, in jeweiligen Preisen (2019 Hochrechnung, 2020 Prognose)

150

120

90

60

82,2 81,9

92,2 92,6 95,5

99,4 101,0

107,3

113,7

126,6

137,2

145,0

delsgebäude sowie Büro- und Verwaltungsgebäude

aufsteigende Tendenz.

Die stabile Entwicklung bei

den Handels- und Lagergebäuden

sehen die Branchen vom privaten

Konsum angetrieben.

Einen positiven Trend sehen die

Verbände im Wirtschaftstiefbau: Die

monatlichen Auftragseingänge liegen

hier seit Ende des ersten Quartals

2019 im Vorjahresvergleich

kumulativ stabil bei +10 %. Damit

sei die Reichweite der Aufträge deutlich

angestiegen. „Dieses führen wir

vor allen Dingen auf die Investitionen

für Bahnstrecken, Brücken- und

Tunnelbauten der Deutschen Bahn

zurück. Der Bundeshaushalt sieht

hier für das kommende Jahr noch

einmal eine Erhöhung der Investitionszuschüsse

um 1,1 Mrd. € auf

6,6 Mrd. € (+18 %) vor,“ so Hübner.

Auch deswegen prognostizieren

die beiden Verbände im Wirtschaftsbau

für 2020 insgesamt einen

Umsatz von ca. 51,3 Mrd. E – nach

48,6 Mrd. € in 2019 (+5,5 %).

30

0

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

Auftragsbestand im Bauhauptgewerbe

Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, Ende September, in Mrd. Euro, in jeweiligen Preisen

60

53,7

50

47,6

41,6

40

36,8

29,8

30

27,6 28,3

24,1 24,9 25,3

22,6

20

10

0

2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Grafiken: Statistisches Bundesamt HDB und ZDB

Öffentlicher Bau

Die Bauverbände begrüßten die

Investitionsoffensive im Bereich der

Bundesfernstraßen ausdrücklich

und forderten weiterhin eine Verstetigung

der öffentlichen Investitionen.

„Mit rund 17 Mrd. € pro Jahr,

davon über 10 Mrd. € für Straße und

Wasserstraße, kann es gelingen, dem

Wirtschaftsstandort Deutschland

wieder eine adäquate Infrastruktur

zu verschaffen. Dies ist an sich ein

Signal der Planungssicherheit für

unsere Bauunternehmen“, sagte

Quast.

Insgesamt erwarten die Bauspitzenverbände

im öffentlichen Bau für

2020 einen Umsatz von ca. 39,5 Mrd. €

– nach 38 Mrd. € in 2019 (+4 %). 2

36 Stahlreport 1/2|20


Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland Nov. 2019

Saldo der positiven und negativen Meldungen

Aktuelle Lage

Zukunftserwartungen

Quelle: ArGeZ

70

60

50

40

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

Jan 06 Jan 07 Jan 08 Jan 09 Jan 10 Jan 11 Jan 12 Jan 13 Jan 14 Jan 15 Jan 16 Jan 17 Jan 18 Jan 19 Jan 20

ArGeZ: Geschäftsklimaindex

Zulieferindustrie: Stabilisierung der Perspektiven?

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie deutete im November 2019

eine Stabilisierung an, wie die Arbeitsgemeinschaft der Zulieferindustrie (ArGeZ) mitgeteilt

hat. Während die Lage im November 2019 etwas schlechter eingeschätzt wurde als im

Oktober des vergangenen Jahres, haben sich die Erwartungen mit Blick auf die kommenden

sechs Monate bis März 2020 stabil gezeigt. Insgesamt habe sich das Geschäftsklima

weiter unter der Nulllinie bewegt, mit der damaligen Perspektive einer möglichen Bodenbildung

auf niedrigem Niveau. Die Stimmung innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

zeigte sich im November, wie auch in den Vormonaten, heterogen. Die wirtschaftspolitischen

Rahmenbedingungen lasten weiterhin auf der Industriekonjunktur, so die

ArGeZ. Zwar habe sich der Handelskonflikt etwas entspannt, doch die Entscheidung über

die Einführung von 25 % Zoll auf europäische Pkw- und Komponentenlieferungen in die

USA wurde – realistisch bewertet – lediglich um sechs Monate verschoben. Angesichts der

bevorstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahl in 2020 und dem bereits laufenden

Wahlkampf könne dies ein politischer Schachzug sein, so die ArGeZ weiter.

VDA: Für internationale Automobilmärkte war 2019 ein herausforderndes Jahr

Europäischer Pkw-Markt 2019 leicht im Plus

Der europäische Pkw-Markt (EU-28

& die European Free Trade Association,

EFTA) hat sein Vorjahresniveau übertroffen.

Während die Nachfrage auch in Brasilien

anzog, wurden in den USA weniger Light

Vehicles verkauft als 2018. Die asiatischen

Märkte entwickelten sich ebenfalls

schwach: China, Japan und Indien lagen

jeweils unter Vorjahresniveau. Auch der

russische Markt war rückläufig.

In Europa wurden im Jahr 2019 insgesamt

15,8 Mio. Pkw neu zugelassen, rund 1 %

mehr als im Vorjahr. Die großen Volumenmärkte

entwickelten sich dabei unterschiedlich.

Deutschland (+5 %) und Frank-

reich (+2 %) konnten ihr Marktvolumen ausbauen.

In Italien blieben die Neuzulassungen

auf Vorjahresniveau. Das Vereinigte

Königreich (-2 %) und Spanien (-5 %) mussten

hingegen Rückgänge verzeichnen. Von

den rund 30 europäischen Märkten konnten

20 Länder das Jahr mit einer positiven

Bilanz abschließen. Im Dezember lag der

Pkw-Absatz in Europa mit knapp 1,3 Mio.

Einheiten um 21 % über dem Niveau des

Vorjahresmonats.

In den USA schloss der Light-Vehicle-Markt

(Pkw und Light Trucks) das Jahr 2019 mit

knapp 17,0 Mio. verkauften Fahrzeugen ab

(-1 %).

WSM warnt vor weiteren

politischen Belastungen der

mittelständischen Industrie

Stahl- und Metallverarbeitung

unter Vorjahr

Im dritten Quartal 2019 haben die

politisch verursachten globalen Verunsicherungen

von Investoren und Autokäufern

auf die Stahl und Metall verarbeitenden

Unternehmen in Deutschland

durchgeschlagen. Das teilte der Wirtschaftsverband

Stahl- und Metallverarbeitung

e.V. (WSM) mit. Gegenüber dem

Vorjahresquartal ist die Produktion um

knapp 7 % rückläufig. Auf Jahressicht

summiere sich der Rückgang auf 3,9 %.

Im Verlauf des Jahres 2019 war die Produktion

im Vergleich zum Quartal zuvor

damit in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen

zurückgegangen (Q2 2019: – 2,7%;

Q3 2019: – 3,3%). Damit müsse man von

einer technischen Rezession sprechen,

so der WSM.

Nur wenn es der Branche im Schlussquartal

2019 gelungen ist, das Vorjahresniveau

zu erreichen (bis zum Redaktionsschluss

lagen keine neueren Zahlen vor,

Anm. d. Red.), sei der Produktionsrückgang

2019 auf 3 % begrenzt worden.

Nach zwischenzeitlicher Aufhellung im

Vormonat war das Geschäftsklima der

Stahl und Metall verarbeitenden Betriebe

im Oktober 2019 auf den ursprünglichen

Trend zurückgekehrt. Die Einschätzung

der Geschäftslage war um 5,5 Saldenpunkte

schwächer ausgefallen, die Erwartungen

für die kommenden sechs Monate

bis März 2020 wurden um 4,9 Punkte

reduziert. Und auch die Auftragseingänge

entwickelten sich schwächer als die Lieferungen.

„Die Politik darf jetzt keine neuen Belastungen

für die mittelständische Industrie

einführen. Kleinanlagen, die aus gutem

Grunde nicht im Europäischen Zertifikatehandel

ETS sind, sollten auch vom nationalen

Zertifikatehandel ausgeschlossen

sein“, forderte Christian Vietmeyer,

Hauptgeschäftsführer WSM.

Stahlreport 1/2|20

37


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Der Konjunkturmotor stottert

Nach einem für Stahlhersteller, Stahlhändler und -verarbeiter guten Jahr 2018 verlief das Jahr 2019

nicht zufriedenstellend. Die weltweiten Konjunkturerwartungen haben sich nach und nach eingetrübt,

Handelskonflikte führen zu immer mehr Unsicherheit. Sorge bereitet die Lage bei den Automobil -

herstellern und deren Zulieferern. Die deutschen Maschinenbauer schauten ebenfalls pessimistischer

in die Zukunft. Auch wenn andere stahlverarbeitende Industriezweige, allen voran die Bauwirtschaft,

weiterhin gut beschäftigt waren, gestaltete sich die Stahlnachfrage 2019 geringer als im Vorjahr.

In fast jedem Monat wurden Mengenrückgänge im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet – einzig

der September brachte etwas mehr Volumen. Gegen Ende des Jahres stiegen in einigen Umfragen die

Erwartungen an die zukünftige konjunkturelle Entwicklung. Beim Lagerabsatz der Stahldistribution

lässt sich dieser verhaltene Optimismus jedoch (noch?) nicht ablesen.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

November 2019 vorliegenden

Zahlen.

Fragen zu den

genannten

statistischen Größen

beantwortet im

Bundesverband

Deutscher Stahl -

handel (BDS) Jörg

Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Lagerabsatz

Der Lagerabsatz verlief im Jahr 2018 recht erfreulich. Insgesamt

wurden bei Walzstahlfertigerzeugnissen 11,2 Mio.

t abgesetzt. Dies ist der beste Wert seit 2012. Im Vergleich

zum Vorjahr wurde 2018 mehr Menge erreicht: 1,4 %. Bei

Rohren wurden sogar deutlichere Zuwächse verzeichnet.

Das Jahr 2019 ist für die deutsche Stahldistribution

mengenmäßig allerdings etwas schwächer gestartet. Insgesamt

wurden im Januar etwas über 950.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse,

im Februar 908.000 t und im März knapp

930.000 t abgesetzt. Ähnlich verlief der April, in dem der

Lagerabsatz 931.000 t betrug. Vergleichsweise gut zeigte

sich der Mai: 954.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse wurden

im Wonnemonat ausgeliefert. Dafür war wiederum der Juni

ungewöhnlich schwach, in dem auch aufgrund der vielen

Feier- und wenigen Arbeitstage ein Lagerabsatz von lediglich

848.000 t verzeichnet wurde.

Der Juli 2019 zeigte mit seinen 23 Arbeitstagen wieder

ein ordentliches Volumen auf. Der Absatz verfehlte mit

999.000 t die Eine-Millionen-Tonnen-Schwelle nur haarscharf.

Der August wurde wiederum als typischer Sommermonat

wahrgenommen, in dem nur knapp 900.000 t Lagerabsatz

gemeldet wurden. Dafür waren die Mengen im September

mit 940.000 t recht ordentlich: Im Vergleich zum Vorjahresmonat

konnten sie zulegen. Der Oktober zeigte sich hingegen

mit 934.000 t im Vergleich zum Vorjahresmonat

schwächer. Auch der November konnte mit 883.000 t nicht

überzeugen.

Insgesamt wurde in den ersten elf Monaten des laufenden

Jahres 4,5 % weniger Menge als im Vorjahreszeitraum abgesetzt.

Besonders der Absatz von Flachprodukten und Stabstahl

zeigte sich schwächer. Als einziges Produkt konnte der

Betonstahl weiter zulegen.

Lagerbestand

Im Dezember 2018 beliefen sie sich die bundesweiten Lagerbestände

auf 2,22 Mio. t. Dabei lag der branchenweite Bestand

im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 5 % höher.

Zwischen Januar und März 2019 erfolgte der übliche Lageraufbau.

Im April und Mai wurden nur noch geringe Mengen

aufgebaut. Im Juni und Juli konnte dann ein leichter Rückgang

der Bestände beobachtet werden. Im August wurden die

Bestände spürbar zurückgefahren. Dieser Trend setzte sich

im September, Oktober und November fort. Ende November

2019 wurden 2,13 Mio. t Bestand gemeldet. Das sind knapp

8 % weniger als Ende November 2018 bevorratet wurden.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite bei Walzstahlfertigerzeugnissen

lag im November 2019 bei 2,4 Monaten bzw.

72 Tagen. Im Schnitt der ersten elf Monate des Jahres 2019

lag die Reichweite mit 2,6 Monaten bzw. 78 Tagen etwas

darüber (vgl. Abbildung 1)

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens für

durchschnittliche Verkaufspreise im kleinlosigen Bereich

zufolge setzte sich der teilweise recht starke Preisanstieg,

der im Jahr 2016 angefangen hatte, im Jahr 2017 fort. Auch

in den ersten beiden Monaten des Jahres 2018 konnten bei

fast allen Produkten Preissteigerungen festgestellt werden.

Zwischen März und Mai gestaltete sich das Bild differenzierter.

Große Veränderungen wurden dabei jedoch nicht

festgestellt.

In den Monaten Juni bis September waren die Preise

bei fast allen Produkten wieder im Aufwärtstrend. Der Oktober,

November und Dezember zeigten sich uneinheitlich.

Mitunter wurden auch sinkende Preise beobachtet. Auch

im Januar und Februar 2019 wurde tendenziell von fallenden

Verkaufspreisen berichtet. Im März konnten teilweise auch

wieder Preissteigerungen festgestellt werden. In den Sommermonaten

gaben die Preise bei nahezu allen Produkten

nach. Diese Rückgänge waren bei Rohren und den meisten

Flachprodukten ausgeprägter als bei Langprodukten. Auch

im Herbst war die Tendenz bei den meisten Produkten rückläufig

(vgl. Abbildungen 2 und 3). 2

38 Stahlreport 1/2|20


Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

89 90

97 94 93

96

100

95

91 93 93 93

85

55

90 94 94

89

200

180

160

140

120

100

80

60

40

78 78 75 81 78 72 123 75 81 81 81 78 87 72 78 72 72 72

20

0

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Nov.

2018

Dez.

2018

Jan.

2019

Feb.

2019

März

2019

April

2019

Mai

2019

Juni

2019

Juli

2019

Aug.

2019

Sep.

2019

Okt.

2019

Nov.

2019

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Preisentwicklung

bei Langprodukten

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

4. Q. 2019

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Quelle Bild 2 u. 3: BDS

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

4. Q. 2019

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Stahlreport 1/2|20

39


BDS

Berufsbildung

Nächster Termin:

18./19. März 2020 in Neuss

BDS-Seminar „Professionelles Kleinlosmanagement“

Kleine Lose – wie Sie die

Umsatzrentabilität steigern

Das Problem der Kleinlosigkeit wird häufig nur mit Kleinkunden in Verbindung gebracht. Belastbare

Kosten-Nutzen-Analysen machen allerdings immer wieder deutlich, dass das eigentliche

Kleinlosproblem zunehmend bei einer anderen Kundengruppe auftritt: bei Großkunden, die die

personellen und technischen Kapazitäten in erheblichem Umfang binden und die Ertragssituation

nicht selten empfindlich beeinträchtigen. Hier helfen pauschale Preisregeln nicht weiter, sie können

sogar kontraproduktiv sein. Die kluge Handhabung dieser Erkenntnis ist die eigentliche

Herausforderung für den Umgang mit der Kleinlosproblematik – und Ziel des BDS-Seminars

„Professionelles Kleinlosmanagement“ mit den Dozenten Rainer Westerhoff und Oliver Schaub der

Westerhoff & Schaub Consulting GmbH.

Stahlreport: Was lernen die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer im BDS-

Seminar „Professionelles Kleinlosmanagement“?

Rainer Westerhoff: Nun, streng

genommen geht es in erster Linie

um die betriebswirtschaftlichen

Zusammenhänge beim Umgang mit

kleinlosigen Aufträgen und deren

Auswirkungen hinsichtlich der Kosten-

und Ertragsbilanz eines Unternehmens.

Aber das wäre zu kurz

gegriffen. Ein Großteil des Seminars

beschäftigt sich ja mit der aktiven

Steuerung der Preis- und Positionspolitik

im Tagesgeschäft.

Für wen ist das Seminar geeignet?

Rainer Westerhoff: Eigentlich für

jeden, den das Thema im Unternehmen

interessiert. Kleinlosigkeit ist

ja keine Krankheit und es geht nicht

um die Behandlung eines Patienten.

Kleinlosigkeit ist mitunter ein großer

Teil des Geschäftsmodells. Daher q

Dozent Rainer Westerhoff

z Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann mit anschließender

Berufspraxis im Vertrieb Export bei der Mannesmann AG

z wirtschaftswissenschaftliches Studium mit den Schwerpunkten Unternehmensführung

und Marketing, Abschluss als Diplom-Ökonom

z Beraterausbildungen in einer Werbeagentur und einer Unternehmens -

beratung mit insgesamt achtjähiger Berufspraxis und erster Führungsverantwortung

als Bereichsleiter

z 1993 Gründung der Westerhoff & Partner Consulting GmbH mit zwei

Partnern

z Seit 1996 Verbandsmitglied im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

BDU e.V. und seit 1998 als Certified Management

Consultant CMC/BDU zertifiziert

z verfügt über ein tiefes Expertenwissen im Werkstoffhandel (B2B) und

fundierte Beratungserfahrung in den Bereichen Banken, Maschinen- und

Anlagenbau, Versicherungen, Transport und Verpackungen

z seit 2019 als Dozent für den Bereich Betriebswirtschaft im Fernstudiengang

des Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS AG) tätig

40 Stahlreport 1/2|20


Warum das BDS-Seminar „Professionelles Kleinlosmanagement“

wertvoll ist: vier Antworten auf vier Einwände

Präsenzseminare sind ein wichtiger Baustein der beruflichen Weiterbildung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

halten so Anschluss an den aktuellen Stand des Wissens, bringen neue Perspektiven und Lösungsansätze mit und

werden vom Unternehmen als Fachkräfte wertgeschätzt. Der Besuch eines Seminars ist aber auch mit einigem

Aufwand verbunden – zeitlich wie finanziell. Nachdem das Seminar „Professionelles Kleinlosmanagement“ im

November erstmals erfolgreich gestartet ist, steht der nächste Termin am 18./19. März in Neuss an. Warum es

diesen Aufwand wert ist, zeigen vier Antworten auf vier Einwände, die immer wieder zu hören sind.

EINWAND

1

ANTWORT

„Kleinlosigkeit richtig zu managen, ist eine Frage eines leistungsfähigen

ERP-Systems verbunden mit einer klug aufgestellten Intralogistik.“

Oliver Schaub: Wenn Sie einem Großkunden nach 10 t noch 200 kg zum Tonnenpreis hinterher -

liefern, weil er doch gerade so eine große Bestellung getätigt hat, nutzen Ihnen die besten

ERP-Systeme und Logistiktools nichts. Das ist aber die oft gelebte Realität!

Es geht um das Verständnis von Kosten und deren notwendigen Deckung. Hier ist Kreativität im

Vertrieb gefragt! Dazu stellen wir Simulationsmöglichen zur Verfügung unter Zuhilfenahme unseres

PROFITguide – eines Instruments zur sicheren Identifizierung, strategischen Positionierung und

ertragsorientierten Bearbeitung potenzialstarker Zielkunden. Das bildet kein ERP-System ab. Wir

simulieren die einzelnen Ertragshebel und spielen zusammen mit den Teilnehmern die praktische

Umsetzung am Kunden durch. Das ist extrem spannend und löst bei vielen Teilnehmern eine

richtige Jagd nach der möglichen Lösung aus.

„Wir konzentrieren uns auf

Großkunden. Kleinlosigkeit wird

in der Zukunft daher tendenziell

kein relevantes Thema mehr für

uns sein.“

EINWAND

2

ANTWORT

Rainer Westerhoff: Ok, wenn Sie

nur noch Bunde und Pakete verkaufen

wollen. Es ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum,

dass Großkunden keine Kleinlose brauchen.

Wir erleben es in der Praxis sehr oft, dass meistens

Großkunden aufgrund ihrer Marktmacht,

Kleinlose als Service einfordern – und das allzu

oft zu völlig unwirtschaftlichen Konditionen.

„Wir haben unsere Kleinlosigkeit im

Griff. Wir behandeln Kunden mit

geringen Umsätzen konsequent so,

dass wir mit ihnen keine Defizite mehr

einfahren. Was soll mir da ein Kleinlos-

Seminar bringen?“

3EINWAND

ANTWORT

Oliver Schaub: Glückwunsch, da machen Sie

ja vieles absolut richtig. Die meisten Seminarteilnehmer

kommen aus sehr erfolgreichen Unternehmen.

Die meisten haben erkannt, dass das aktive

Management der Kleinlose auf allen Kundenebenen

ein lohnendes Modell ist und weiter professionalisiert

werden kann und muss. Die Kleinlosigkeit defizitärer

Großkunden in unserem Seminar ist hier ein immer

wieder lohnender Ansatz.

EINWAND

4

ANTWORT

„Kleinlosigkeit ist auch für uns ein wichtiges Thema. Aber helfen könnte doch nur

jemand, der die wirklichen, alltäglichen operativen Abläufe wirklich kennt. Theoretisches

Wissen, das in der Praxis nicht anwendbar ist, hilft mir nicht weiter!“

Rainer Westerhoff: Dieses Argument hören wir öfters. In der Praxis ist es aber besonders die Führungskraft,

die Fokus der Steuerung der Vertriebsaktivitäten steht. Wer allein darauf vertraut, dass

seine kunden-verantwortlichen Mitarbeiter mit der allumfassenden Lösung daherkommen, bei allem

Respekt vor der Arbeit engagierter Vertriebsmitarbeiter, der kann lange darauf warten. Deshalb integrieren

wir in unseren Seminaren immer Bestandteile von Führung und appellieren nicht nur rational

methodisch, sondern auch auf der emotionalen Ebene an die besondere Verantwortung der Führungskräfte

in diesem Zusammenhang.

Stahlreport 1/2|20

41


BDS

Berufsbildung

Dozent Oliver Schaub

z gelernter Kaufmann für feste Brennstoffe, umfangreiches Wissen im

Bereich Stahlhandel und Stahlproduktion, erfolgreich in verschiedenen

operativen und strategischen Managementpositionen bei deutschen

und italienischen Stahlunternehmen

z Marketingleiter in der Holding einer großen mittelständischen Handelsgruppe

im Bereich der Stahldistribution und Geschäftsführer eines

angeschlossenen Stahlhandelsunternehmens im Produktbereich Edelstahl/Aluminium

im Rahmen einer Restrukturierungsmaßnahme

z als Niederlassungsleiter eines konzerngeführten Stahlhandels erlangte

Oliver Schaub weitere Expertisen bei der strukturellen Neuausrichtung

des Standortes

z vor seiner aktuellen Tätigkeit als Unternehmensberater war er

Geschäftsführer mit einer Umsatzverantwortung von über 1,2 Mrd. €

eines Tochterunternehmens (Stahl) eines in Europa führenden Einkaufsverbands

des Produktionsverbindungshandels

q vom Geschäftsführer bis zum Sachbearbeiter.

Wir stellen uns möglichst

auf jeden Teilnehmer ein.

Benötigen die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer Vorkenntnisse?

Oliver Schaub: Ganz ohne kaufmännische

Grundkenntnisse geht es

nicht. Aber keine Sorge, die Steuerung

von Kleinlosigkeit und das Verständnis

der Zusammenhänge sind

kein Hexenwerk. Vielmehr ist der

Wille zur Veränderung von Sichtweisen

und ein wenig Kreativität notwendig.

Wer meint, dass im Unternehmen

alles in Stein gemeißelt ist,

stößt im Seminar an seine Grenzen.

Das Seminar „Kleinlosmanagement“ im Detail

Das Intensiv-Seminar richtet sich an sämtliche

Vertriebsmitarbeiter (einschließlich Führungskräfte),

die in unmittelbarem Kontakt

zum Kunden stehen. Es wird in betriebswirtschaftlich

aufbereiteter Form aufgezeigt, was

ein Kleinlos ausmacht, welche Abwicklungskosten

mit kleinlosigen Aufträgen einhergehen,

und dass sich über eine Ausdehnung aufwandsintensiver

Kleinlosgeschäfte das

Kostenproblem für ein Unternehmen nur noch

verschärfen kann. Es werden Methoden,

Techniken und Instrumente vermittelt, um

bereits bestehende bzw. noch zu entwickelnde

spartenspezifische Preisregeln an

identifizierten Kleinlos-Kunden konsequent

und erfolgreich umzusetzen und nachzuhalten.

Programm

z Kostenrechnung in der Stahlhandelspraxis

(Grundlagen)

z Deckungsbeitragsrechnung im lagerhaltenden

Stahlhandel (Grundlagen)

z Kleinlose und ihre Auswirkungen auf die

Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens

Wie gehen Sie an ein solches Seminar

heran? Die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer bringen ja immer verschiedene

Voraussetzungen und Fragestellungen

mit.

Oliver Schaub: Wir sind in den

Seminaren auf den Input und die

Mitarbeit der Teilnehmer angewiesen.

Je mehr sie ihre Sichtweisen

und Problemstellungen aus dem

Tagesgeschäft mit einbringen, desto

besser. Das klappt in den Seminaren

meist sehr gut. Die Probleme ähneln

sich dabei natürlich oft. So fällt es

den Teilnehmern meistens nicht

schwer, auch die Problematik der

anderen zu verstehen.

z Erarbeitung konkreter Analyse-, Planungs-,

und Steuerungskennziffern als wertvolle

Grundlage einer praxisorientierten Kostenund

Ertragsrechnung im lagerhaltenden

Stahlhandel (Basis: Muster PROFITguide)

z Die Kundensegmentierung auf der Basis des

„Muster PROFITguide“

z Erkenntnisse aus der Kundensegmentierung

für die Handhabung strategisch bedeutsamer

Kleinloskunden

z Arbeitsansätze zur Ertragsoptimierung bei

identifizierten (defizitären) Zielkunden

z Konkretisierung der Problemstellung am

defizitären (Groß-)Kunden

Termine und Ort

18.-19. März 2020, 09:30 bis 16:00 Uhr,

Dorint Hotel, Neuss

Teilnehmergebühr

Pro Person 799 € (Mitgliedsunternehmen)

bzw. 949 € (Nichtmitglieder).

Anmeldung und Programm: www.stahlhandel.com/seminar

Wie ist das Seminar aufgebaut? Wie

gehen Sie vor bei der Inhaltsvermittlung?

Rainer Westerhoff: Wie Herr

Schaub schon gesagt hat: Ohne die

Erläuterung von betriebswirtschaftlichen

Zusammenhängen geht es

nicht. Wir halten aber die Seminare

so praxisnah wie möglich. Als Faustregel

gilt: ein Drittel Betriebswirtschaft

und zwei Drittel praktische

Umsetzung anhand von Beispielen

und Simulationen. Die Teilnehmer

sollen die Auswirkungen von Maßnahmen

und mögliche Fallstricke

realistisch nachvollziehen. Das

ersetzt natürlich nicht die ständige

Weiterentwicklung von Lösungsansätzen

im individuellen Tagesgeschäft.

Aber wir geben neue Blickwinkel

und fördern pragmatische

und vor allem kreative Arbeitsansätze.

2

Info

Westerhoff & Schaub

Consulting

Unternehmensstrategien, Prozessoptimierungen,

Digitalisierung

oder Kundensegmentierung

– die Kernkompetenzen der

Westerhoff & Schaub Consulting

GmbH sind speziell auf den

Stahlhandel ausgerichtet. Dabei

steht ein Thema immer wieder

im Fokus des Interesses : Der

wirtschaftliche und professionelle

Umgang mit Kleinlosen im

Tagesgeschäft.

42 Stahlreport 1/2|20


Fernstudim Betriebswirt/in Stahlhandel (BDS)

Neuer Jahrgang startet im Juli

Eine echte Alternative zum Hochschulstudium: Das BDS-Fernstudium

zur Betriebswirtin bzw. zum Betriebswirt Stahlhandel (BDS)startet im

Sommermonat Juli in einen neuen Jahrgang. Das berufsbegleitende

Fernstudium qualifiziert Mitarbeiter im Stahlhandel auf ihrem Karriereweg

mit umfassenden Kenntnissen in allen Bereichen – von Technik

und Produktkunde über Wirtschaft bis hin zu Methoden der Selbstund

Führungskompetenzen.

Das BDS-Fernstudium ist in

der Branche etabliert und überaus

anerkannt: Seit über 25 Jahren bildet

der Fernstudiengang Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Stahlhandels

aus, mehr als 500 Absolventinnen

und Absolventen haben diese

Bildungsgang mittlerweile erfolgreich

durchlaufen – darunter zahlreiche,

die heute Entscheider-Positionen

einnehmen und damit die

Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen

stärken.

Eine Investition, die sich lohnt

Das Studium ist auf drei Jahre angelegt,

in sechs Präsenzphasen mit

insgesamt rund 20 Tagen (inklusive

Prüfungsveranstaltungen) vermitteln

die Dozenten und Dozentinnen

die Inhalte während dieser Zeit in

didaktisch bestens aufbereitete Vor-

Ort-Seminaren. Per Online-LernPlattform

haben die Teilnehmer neben

den Präsenz-Seminaren jederzeit

Zugriff auf die Lernmodule, Online-

Vorlesungen und Unterlagen des

Studiums sowie Kontakt zu Dozenten

und Mit-Studierenden. Dank

weitgehendem Fernstudium halten

sich die Abwesenheitszeiten der studierenden

Mitarbeiter in engen Grenzen

– ein großer Vorteil für die entsendenden

Unternehmen.

Die rund 60 Studienmodule

umfassen alle relevanten Themen

des Stahlhandels. Im Studienbereich

Technik geht es um den Werkstoff

Stahl, um Produktkunde, Herstellund

Verarbeitungsverfahren und

Verfahren der Werkstoffprüfung und

vieles mehr. Das ist relevantes Wissen,

das die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer vielfach schon während

des Studiums in der Praxis anwenden

können.

Investitionsrechnung

Nach dem erfolgreichen Abschluss

können Teilnehmerinnen und Teilnehmer

des Fernstudiums Betriebswirt

Stahlhandel (BDS) unter anderem

Anschaffungen fundiert und mit

Zahlen unterlegt einschätzen. Neben

betriebswirtschaftlichen Themen

geht es im Bereich Wirtschaft unter

anderem auch um volkswirtschaftliche

Betrachtung des Stahlmarktes.

Der Studienbereich „Methoden“

rundet den Inhalt ab. Hier lernen

die Studierenden Methoden der

Selbst- und Fremdeinschätzung, Zeitmanagement,

Kommunikationsstrategien

im Team, und vieles mehr.

Neugierig?

Weitere Informationen zum Fernstudium

bekommen sie auf der Webseite

des BDS unter www.stahlhandel.com

oder persönlich bei Beate

Wynands, wynands-bds@stahlhandel.com,

+49 211 86497-0 2

Daten und Fakten

Fernstudium Betriebswirt/in Stahlhandel (BDS)

Dauer: 3 Jahre

Start: 2.7. bis 5.7.2020 in Düsseldorf

Präsenzzeiten: ca. 20 Tage in 6 Präsenzseminaren

Inhalte: Technik, Wirtschaft, Methoden

Abschluss: drei Prüfungen (je mündlich und schriftlich)

und eine Studienarbeit

Voraussetzungen: mindestens abgeschlossene Berufsausbildung,

mindestens 5 Jahre Berufspraxis zum Zeitpunkt

der Abschlussprüfung, studienbegleitende

Berufstätigkeit in der Branche

Stahlreport 1/2|20

43


BDS-Berufsbildung 2020

Rohre und

Rohrzubehör

Seminar

09.-11.03.2020

Paderborn

Professionelles

Kleinlosmanagement

Seminar

18.-19.03.2020

Neuss

Stahleinkauf

Seminar/Kooperation

21.-22.04.2020

Duisburg

Verkauf II

Seminar

05.-06.05.2020

Hamburg

Stahlkunde

Seminar

05.-07.02.2020

Dortmund

Blankstahl

Seminar

12.-13.05.2020

Ludwigsburg

44 Stahlreport 1/2|20


Stahleinkauf

Seminar/Kooperation

8.–9.9.2020

Duisburg

Flacherzeugnisse

Seminar

25.–26.05.2020

Duisburg

Qualitäts- und

Edelstahl

Seminar

31.08.-01.09.2020

Soltau

Verkauf I

Seminar

19.-20.10.2020

Köln

Stahlkunde

Seminar

11.-13.08.2020

Gröditz

Betonstahl

Seminar

18.-19.11.2020

Kehl

Stahlkunde

Seminar

01.-03.12.2020

Gengenbach

Stahleinkauf

Seminar/Kooperation

08.-09.12.2020

Duisburg

Stahlreport 1/2|20

45


BDS

Berufsbildung 2020

Stahlkunde

Termin: 05.-07.02.2020

Dauer: 09:30 h (1. Tag) –

15:00 h (3. Tag)

Ort: Ringhotel Drees, Dortmund

Dozent: Prof. Dr. Joachim Lueg

(Fachhochschule Dortmund)

Gebühr: pro Person 819 € (BDS-Mitgliedsunternehmen),

1.009 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Stahlhandels, die grundlegendes materialkundliches

Wissen zum Werkstoff

Stahl erwerben möchten. Für Auszubildende

ist diese Veranstaltung nur

bedingt geeignet.

Seminarziel: Die Teilnehmer sollen

grundlegende Kenntnisse zum Werkstoff

Stahl erwerben und vertiefen, so dass

sie Kunden qualifiziert beraten und in

Reklamationsfällen fachgerecht argumentieren

und entscheiden können.

Programm

z Gewinnung von Stahl aus Roheisen

z Stahlgefüge

z Stahlkennwerte und ihre Ermittlung

z Zerstörungsfreie Prüfverfahren für

Stähle

z Praktische Werkstoffprüfung

z Einteilung und Normung der Stähle

z wichtige Stahlsorten

z Korrosion und Korrosionsschutz

z Wärmebehandlungen

z Schadens- und Reklamationsfälle

z Betriebsbesichtigung

Blankstahl

Flacherzeugnisse

Termin: 25. -26. Mai 2020

Dauer: 10:00 h (1. Tag) –

16:30 h (2. Tag)

Ort: Mercure Hotel Duisburg City

Dozenten: Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Consultant Werkstoffberatung, ehemals

thyssenkrupp Materials International

GmbH

Detlef Münnich, D.I.P. Concept GmbH

Gebühr: pro Person 669 € (BDS-Mitgliedsunternehmen)

bzw. 829 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Stahlhandels, die im Tagesgeschäft

mit unterschiedlichen Arten von

Flacherzeugnissen zu tun haben – Vertrieblerinner

und Vertriebler ebenso wie

Lagerpersonal.

Seminarziel: Die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer erhalten grundlegendes und

praxisorientiertes Wissen zu allen Flach -

erzeugnissen, um Kunden qualifiziert

beraten und bei Reklamationen fundiert

argumentieren zu können. Es werden

Kenntnisse über die Herstellung von

warmgewalzten oder kaltgewalzten

Flachprodukten, sowie insbesondere bei

Feinblechen die Oberflächenveredelung,

vermittelt und im Rahmen einer Werksbesichtigung

vertieft.

Programm

z Herstellung von Feinblech (Warmband,

Kaltband, Feinblech, Oberflächenveredelung)

Termin: 12.-13. Mai 2020

Dauer: 09:30 h (1. Tag) – 15:30 h (2. Tag)

Ort: Nestor Hotel, Ludwigsburg

Dozent: Dr. Manfred Feurer, Institut für Werkstoffberatung

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stahlhandels, die technische Kenntnisse

zum Produkt Blankstahl benötigen, um als Ansprechpartner Kunden kompetent

beraten zu können.

Seminarziel: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben vertieftes Wissen, wann,

wo, wie und unter welchen Bedingungen Kunden Blankstahl einsetzen. Es werden die

wichtigsten Herstellverfahren und die wesentlichen Eigenschaften der wichtigsten

Blankstahlerzeugnisse vermittelt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben Kenntnisse

der Normung sowie zum Korrosionsschutz und zur Werkstoffprüfung.

Programm

z Definition von Blankstahl

z Herstellung von Blankstahl

z Formen und Profile

z Toleranzen und Passungen (einschließlich Lieferzustand)

z Blankstahleigenschaften und Oberflächenbeschaffenheit

z Wärmebehandlung

z Normen und Bestellangaben

z Be- und Verarbeitung der Blankstähle

z Prüfung und Kontrollen, Oberflächenschutz und Lagerung

z Betriebsbesichtigung

Professionelles

Kleinlosmanagement

Termin: 18. bis 19. März 2020

Dauer: 9:30 h (1. Tag) –

16:00 h (2. Tag)

Ort: Dorint Hotel, Neuss

Dozenten: Rainer Westerhoff,

Oliver Schaub – Westerhoff & Schaub

Consulting

Gebühr: pro Person 799 € (BDS-Mitgliedsunternehmen),

949 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Das Intensiv-Seminar richtet

sich an sämtliche Vertriebsmitarbeiter

(einschließlich Führungskräfte) des

Stahlhandels, die in unmittelbarem Kontakt

zum Kunden stehen.

Seminarziel: Teilnehmerinnen und Teilnehmer

lernen die betriebswirtschaftlichen

Auswirkungen von kleinlosigen

Aufträgen auf die Kosten- und Ertragsbilanz

detailliert kennen. Sie erhalten

Ansätze und Konzepte, um die Kleinlosproblematik

im Unternehmensalltag

erfolgsorientiert anzugehen.

Programm

z Kostenrechnung in der Stahlhandelspraxis

(Grundlagen)

z Deckungsbeitragsrechnung im lagerhaltenden

Stahlhandel (Grundlagen)

z Kleinlose und ihre Auswirkungen auf

die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens

z Erarbeitung konkreter Analyse-, Planungs-,

und Steuerungskennziffern als

wertvolle Grundlage einer praxisoriertierten

Kosten- und Ertragsrechnung

im lagerhaltenden Stahlhandel (Basis:

Muster PROFITguide)

z Die Kundensegmentierung auf der

Basis des „Muster PROFITguide“

z Erkenntnisse aus der Kundensegmentierung

für die Handhabung strategisch

bedeutsamer Kleinloskunden

z Arbeitsansätze zur Ertragsoptimierung

bei identifizierten (defizitären) Zielkunden

z Konkretisierung der Problemstellung

am defizitären (Groß-)Kunden

46 Stahlreport 1/2|20


Qualitäts- und Edelstahl

Termin: 31. August – 01. September 2020

Dauer: 10:00 h (1. Tag) – 14:00 h (2. Tag)

Ort: Hotel Park Soltau

Dozent: Dr. Manfred Feurer, Institut für

Werkstoffberatung

Gebühr: pro Person 669 € (BDS-Mitgliedsunternehmen)

bzw. 829 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen.

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Stahlhandels, die technische Kenntnisse

zu Qualitäts- und Edelstählen benötigen, um

als Ansprechpartner Kunden kompetent

beraten zu können.

Seminarziel: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

erhalten eine Übersicht über die Sorten

der Qualitäts- und Edelstähle und lernen,

welche Kriterien über die Werkstoffauswahl

entscheiden. Ebenso wird Wissen über den

Aufbau der Stahlwerkstoffe, die Eigenschaften

der wichtigsten Stähle dieser Werkstoffgruppe

sowie deren Verwendung vermittelt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die

alte und neue Normung sowie wichtige Wärmebehandlungsverfahren

kennen. Ebenso

sind Korrosionsschutz und Werkstoffprüfung

Thema.

Programm

z Die wichtigsten Werkstoffarten

z Kriterien der Werkstoffauswahl

z Gefüge der Stähle

z Wärmebehandlung

z Normung

z Be- und Verarbeitung der Stähle

z Korrosion, Korrosionsschutz

z Werkstoffprüfung

z Erzeugnisformen

z Anwendung und Einsatzbereiche

Rohre & Rohrzubehör

Termin: 09.-11. März 2020

Dauer: 09:30 h (1. Tag) – 15:30 h (3. Tag)

Ort: Welcome Hotel, Paderborn

Dozent: Dr. Axel Willauschus, Buhlmann

Rohr-Fittings-Stahlhandel GmbH +

Co. KG

Gebühr: pro Person 819 € (BDS-Mitgliedsunternehmen)

bzw. 1.009 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Stahlhandels,

die Kenntnisse über Rohrprodukte

erwerben oder vertiefen möchten. Die Veranstaltung

ist sowohl für erfahrene Stahlhändler

als auch für Auszubildende im letzten

Lehrjahr geeignet, die später einen ihrer

Tätigkeitsschwerpunkte auf Rohre legen wollen.

Seminarziel: Das Seminar vermittelt das

komplette Wissen über die Herstellung,

Anwendungsgebiete und technische Eigenschaften

von nahtlosen und geschweißten C-

Stahlrohren sowie Schweißfittings und Flansche.

Programm

z Rohrsorten und Marktversorgung in

Deutschland

z Herstellverfahren

z EN-Normen, EU-Konstruktionsregelwerke

z nahtlose und geschweißte Gewinderohre

z rechteckige warm- und kaltgefertigte Stahlbauhohlprofile

z nahtlose und geschweißte Rundrohre für

den Stahlbau

z nahtlose Normalwandrohre und

geschweißte Rohre für medienführende Leitungen

z Rohre und Rohrzubehör aus Edelstählen

z Zeugnisse, Prüfungen

z Betriebsbesichtigung

Verkauf I

Termin: 19. bis 20. Oktober 2020

Dauer: (1. Tag) – (2. Tag)

Ort: Köln

Dozent: Thomas Katlun,

Leaders Academy Hamburg

Gebühr: pro Person 669 € (BDS-Mitgliedsunternehmen),

829 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die

Stahl oder andere Werkstoffe verkaufen

– und die mehr über die theoretischen

Voraussetzungen und Praxis-Strategien

erfolgreicher Vertriebsgespräche erfahren

möchten.

Seminarziel: Im Rahmen dieses praxisnahen

Trainings lernen die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer auf Basis ihrer

bisherigen Erfahrungen, Vertriebswerkzeuge

wirksam einzusetzen und so nachhaltige

Umsetzungserfolge zu erzielen.

Programm

z Grundlagen der Kommunikation

z Was hat Psychologie mit Verkaufen

zu tun?

z Kaltakquise am Telefon:

die Schritte zum Erfolg

z Planung und Vorbereitung des

Verkaufsgesprächs

z Phasen des Verkaufsgesprächs

z Einwand- und Argumentationstechniken

z Die Körpersprache im

Verkaufsgespräch

Betonstahl

Termin: 18. bis 19. November 2020

Dauer: 10 h (1. Tag) – 13:30 h (2. Tag)

Ort: ates Hotel, Kehl und BSW Anlagenbau und Ausbildung GmbH, Kehl

Dozenten: Florian Glück, best gmbh marketing services, Eberbach

Jürgen Schulz, Badische Stahlwerke GmbH (BSW), Kehl

Dr. Christian Piehl, Badische Drahtwerke GmbH (BDW) Kehl

Sven Junge, Institut für Stahlbetonbewehrung e.V., Düsseldorf

Gebühr: pro Person 669 € (BDS-Mitgliedsunternehmen), 829 € (Nichtmitglieder),

inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die – z.B. bei der Kundenberatung – fundierte Kenntnisse über Betonstahl

benötigen (insbesondere auch bei Normungsfragen). Es wird kein besonderes

technisches Vorwissen erwartet.

Seminarziel: Die Teilnehmer sollen grundlegende Kenntnisse über Betonstahl,

seinen Markt, die Normung sowie technische Entwicklungen so

umfassend erwerben bzw. vertiefen, dass sie Kunden qualifiziert beraten

und fachgerecht argumentieren können.

Programm

z Herstellung von Betonstählen und deren Systematik (u.a. Betonstahlsorten,

Eigenschaften, Verarbeitung)

z Mattenfertigung (u.a. Lagermatten, Sondermatten, Listenmatten; Vorfertigung)

z Bewehrungsstähle (u.a. DIN 488, DIN EN 10080)

z Anwendungsbereiche

z Sondergebiete (Schweißen, Korrosion)

z Betriebsbesichtigung

z Duktilität DIN 488

Verkauf II

Termin: 5. bis 6. Mai 2020

Dauer: (1. Tag) – (2. Tag)

Ort: Hamburg

Dozent: Thomas Katlun, Leaders Academy Hamburg

Gebühr: pro Person 669 € (BDS-Mitgliedsunternehmen),

829 € (Nichtmitglieder), inkl. Verpflegung & Seminarunterlagen

Zielgruppe: Das Aufbau-Seminar II richtet sich an Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, die Stahl oder andere Werkstoffe verkaufen

– und die sich über die Grundlagen hinaus tiefer mit

den theoretischen Voraussetzungen und Strategien erfolgreicher

Vertriebsgespräche beschäftigen wollen.

Seminarziel: Im Rahmen dieses praxisnahen Trainings lernen

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Basis ihrer bisherigen

Erfahrungen, Vertriebswerkzeuge wirksam einzusetzen

und so nachhaltige Umsetzungserfolge zu erzielen.

Programm

z Verhandeln: So erreichen Sie, was Sie wollen!

z Einsatz von NLP im Verkauf

z respektvoller Umgang im Verkauf

z Deeskalationstechniken

z Kundenpflege und Kundenbindung

Stahlreport 1/2|20

47


Lifesteel

Bericht

Der Gewinner des 20. internationalen Swedish Steel Prize 2019 ist das Unternehmen Shape Corp. aus den USA. Das Unternehmen wurde für die bahnbrechende

Verwendung von martensitischem Stahl bei 3D-umgeformten Rohren für Dachschienen von Automobilen ausgezeichnet.

Bilder: SSAB

Shape Corp. 2019 für 3D-umgeformte Rohre ausgezeichnet

Rohr-Anwendung gewinnt Swedish Steel Prize

Der Gewinner des 20. internationalen Swedish Steel Prize ist das Unternehmen Shape Corp. aus den USA.

Das Unternehmen wird für die bahnbrechende Verwendung von martensitischem Stahl bei 3D-umgeformten

Rohren für Dachschienen von Automobilen ausgezeichnet. In die engere Auswahl hatten es bei der Verleihung

des vom schwedischen Stahlproduzenten SSAB seit 20 Jahren ausgelobten Preises auch ein Baggerlöffel,

eine Erntemaschine sowie ein Solardach aus Stahl geschafft.

„Mit großem Können hat

Shape Corp. einen Weg in die

Zukunft aufgezeigt und ein modernes

Material mit der größtmöglichen

Festigkeit effizient eingesetzt“, sagte

Eva Petursson, Vorsitzende der Jury

des Swedish Steel Prize und Leiterin

Forschung & Entwicklung von SSAB,

zum 2019er-Siegerprojekt. „Indem

andere Leichtbaumaterialien durch

zu 100% recycelbaren Stahl herausgefordert

werden, eröffnen sich neue

große Möglichkeiten für die Unternehmen

und unsere Umwelt.“

Der kosteneffektive und stabile

Fertigungsprozess von Shape Corp.

für 3D-umgeformte Rohre ermöglichte

die Verwendung des kaltumformbaren,

martensitischen Docol®

1700M Stahls von SSAB für eine

besonders leichte Lösung bei Rohren

für A-Säulen und Dachschienen mit

einer minimalen Profilgröße. Die

Bauteile sollen demnächst in eine

Reihe von Ford-Modellen eingebaut

werden, darunter dem Ford Explorer

2020 und dem Ford Escape 2020.

Dank der 3D-Umformung statt

des Hydroformverfahrens ist es

Shape Corp. gelungen, schlankere

Profile als bei herkömmlichen Lösungen

zu erzielen. Das ermöglicht dem

Fahrer eine bessere Sicht, einen größeren

Innenraum und ebenfalls lassen

sich die Airbags besser unterbringen.

Die 3D-umgeformten A-Säulen

weisen ein verbessertes Verhältnis

von Festigkeit zu Gewicht von mehr

als 50 % auf. Das hat eine Gewichtseinsparung

von 2,8 bis 4,5 kg pro

Fahrzeug zur Folge.

Die innovative Technologie der

Shape Corp. und die damit verbundene

Anwendung von Stahl habe

sich in der Automobilindustrie als

richtiger Weg erwiesen und bedeutet

in Sachen Sicherheit und Konstruktion

im Automobilbau einen wesentlichen

Schritt nach vorn, so der

schwedische Stahlkonzern SSAB.

Die weiteren Finalisten beim

Swedish Steel Prize 2019 waren die

Unternehmen Austin Engineering

aus Australien, Kampag aus Brasilien

und Roofit.solar aus Estland

(siehe Infoboxen).

Über den Swedish Steel Prize

Der Swedish Steel Prize wird vom

schwedischen Stahlhersteller SSAB

ausgelobt – im vergangenen Jahr

zum 20. Mal. Mit dem renommierten

Preis werden herausragende

Konstruktionen, gelungene Kooperationen

und innovative Produktentwicklungen

mit Stahllösungen

des Unternehmens gewürdigt, die

erkennbare Verbesserungen erzie-

48 Stahlreport 1/2|20


Besonders leichte Lösung prämiert: Die der Jury

zufolge bahnbrechende Verwendung von martensitischem

Stahl bei 3D-umgeformten Rohren für

Dachschienen von Automobilen von Shape Corp.

len und eine nachhaltige Lösung

aufzeigen. Im vergangenen Jahr

wurde der Preis am 14. November

im Rahmen einer feierlichen Zeremonie

in Stockholm verliehen. Die

Preisverleihung ist Teil einer dreitägigen

Veranstaltung, bei der Hunderte

internationaler Teilnehmerinnen

und Teilnehmer Gelegenheit

haben, verschiedene Experten-

Seminare zu besuchen und das

Werk von SSAB zu besichtigen. 2

Die Finalisten

Wechselschaufel für Bergbau-Bagger

Der australische Bergbau-Ausrüster Austin

Engineering ist mit einem modularen

Ansatz für Baggerlöffel in die Finalrunde

des Swedish Steel Prize 2019 gekommen.

Das innovative Konzept verbindet

ein geringes Gewicht der Schaufel mit

der optimalen Nutzung des gesamten

Produkts. Für die Lösung wird hoch- und

verschleißfester Stahl eingesetzt.

Das zweiteilige Konstruktionskonzept

setzt auf eine Gelenkkonfiguration zwischen

der oberen und unteren Baugruppe,

was einen schnellen und effizienten

Wechsel während der

Wartungsintervalle ermöglicht.

“Vor einigen Jahren trat ein Kunde nach

einem Unfall auf dem Bergwerksgelände

an uns heran, bei dem es beim Austausch

einer Schaufelauskleidung zu einem

Todesfall durch Rückfederung kam. Er

forderte uns auf, eine sicherere, auskleidungslose

Schaufellösung zu finden“,

erläuterte David Pichanick, Global Manager,

Market Development & Innovation

bei Austin Engineering, die Motivation zu

dem Projekt.

Verbessertes Einspeisemodul für

Erntemaschinen

Der brasilianische Landmaschinenhersteller

Kampag ist mit seinem High Performance-

Feeder Modulus für Erntemaschinen in die

Endrunde des Swedish Steel Prize gekommen.

Die neuartige Zufuhreinheit für Soja-

Axial-Kornsammelmaschinen ermöglicht

durch die schonendere Behandlung des

Ernteguts höhere Erträge. Durch den Einsatz

von hoch- und verschleißfesten Stahl

bei dem neuartigen Zufuhrmodul habe man

zudem eine längere Lebensdauer, ein geringeres

Gewicht sowie eine schlankere Produktion

erreicht und es müsse für die Wartung

zudem weniger Energie aufgewendet

werden.

Das neue Zufuhrmodul verwendet Messer

aus dem abriebfesten Stahl Hardox ® 500

mit optimierter Form in einer spiralförmigen

Ausrichtung, die Sojabohnen sowie andere

Kulturen wie Reis, Mais, Weizen und Bohnen

in einem kontinuierlichen Fluss schneiden

und sammeln.

Solarzellen auf dem Stahldach

Mit Roofit-2-in-1, einer innovativen Kombination

aus Solarzelle und architektonisch

ansprechendem Stahldach, wurde

das estländische Unternehmen

Roofit.solar für den Swedish Steel Prize

2019 nominiert

Bei der 2-in-1-Lösung entschied man sich

bei Roofit.solar für den Einsatz von nachhaltigem,

organisch beschichtetem

GreenCoat ® -Stahl. Während des Verarbeitungsverfahrens

wird GreenCoat Pural

BT mit hocheffizienten Photovoltaikmodulen

so kombiniert, dass das Ablösen der

Schichten in den verbauten Werkstoffverbunden,

die sogenannte Delamination,

verhindert wird. Roofit-2-in-1 sieht aus

wie ein normales Stahldach, ermöglicht

aber auf alten wie neuen Gebäuden die

Erzeugung elektrischen Stroms – rund

150 W/m 2 . Damit liege man deutlich

höher, als die am ehesten vergleichbare

Lösung von Mitbewerbern, so das Unternehmen

Stahlreport 1/2|20

49


Lifestesteel

Bericht

Edelstahl Rostfrei bringt Teilchen auf Touren

Dem Universum auf der Spur

CERN, Marcelloni De Oliveira, Claudia

Die Inbetriebnahme des weltweit größten und leistungsfähigsten

Teilchenbeschleunigers, des Large Hadron Collider (LHC), markierte

vor zehn Jahren einen Wendepunkt in der Teilchenphysik.

Mit seiner Hilfe werden seitdem

am Conseil Européen pour la Recherche

Nucléaire (CERN) in Genf die kleinsten

Bestandteile der Materie erforscht. Dazu

werden die Elementarteilchen auf

nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt

und zu einem Frontalzusammenstoß

gebracht. Dabei treten gigantische

Belastungen auf, die Werkstoffe und

Komponenten bis an die Grenze des

Machbaren fordern. Unverzichtbar

dabei: Edelstahl Rostfrei. Large Hadron

Collider – vier Fakten:

z 27 km langer, unterirdischer, ringförmiger

Tunnel

z besteht aus 70.000 t Stahl

z 9.600 darin installierte Magnete

z arbeitet bei extrem niedrigen Temperaturen

mit supraflüssigem Helium

Schlüsselrolle Edelstahl

Edelstahl Rostfrei wird für viele Anwendungen

im Large Hadron Collider eingesetzt.

Unter anderem finden die

Elementarteilchen-Kollisionen in hochevakuierten

Strahlrohren aus dem Stahlwerkstoff

statt. Zudem werden Präzisionsrohre

aus Edelstahl Rostfrei

eingesetzt, um Helium im Ultrahochvakuum

zu transportieren. Die Kühlrohre

und Rohrkomponenten müssen

dabei extremen Temperaturen und

Drücken bis zu -270 °C und 26 bar

standhalten und dürfen auch bei

Tiefsttemperaturen nur eine sehr niedrige

magnetische Leitfähigkeit aufweisen.

Gigantische Ausbaupläne

Ende 2018 wurde der LHC für zweijährige

Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Bis 2025 soll er mit stärkeren Magneten

aufgerüstet werden, die die Zahl

der Protonenkollisionen von 1 auf 5

Mrd. pro Sekunde erhöhen. So werden

Präzision und Datenausbeute der

Experimente verdreifachet.

Schon in diesem Jahr wollen die

22 Mitgliedstaaten des CERN jedoch

über den Bau eines gänzlich neuen,

noch viel größeren Teilchenbeschleunigers

in einem 100 km langen Tunnel

unter dem Genfer See entscheiden.

Der Future Circular Collider (FCC) soll

100.000 Mal leistungsfähiger sein als

die bisherigen Anlagen am CERN und

ab Ende der 2030er-Jahre Elementarteilchen

auf Kollisionskurs bringen –

aller Voraussicht nach wieder mit

Edelstahl Rostfrei. 2

Das CERN nutzt einen der größten und leistungsfähigen je gebauten Detektoren

mit einer Länge von 46 m und 25 m Durchmesser.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Markus Huneke (Chefredakteur)

Telefon +49 211 86497-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon+49 211 86497-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Telefon +49 211 86497-0

Telefax +49 211 86497-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis:

Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 37.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung männlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegen Beilagen der BME

Akademie GmbH, der Messe Essen GmbH

und der Heitmann Stahlhandel GmbH bei.

50 Stahlreport 1/2|20


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2020

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.02. Dortmund

Rohre und Rohrzubehör (Seminar) 09.-11.03. Paderborn

Professionelles Kleinlosmanagement (Seminar) 18.-19.03. Neuss

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 21.-22.04. Duisburg

Verkauf II (Seminar) 05.-06.05. Hamburg

Blankstahl (Seminar) 12.-13.05. Ludwigsburg

Flacherzeugnisse (Seminar) 25.-26.05. Duisburg

Einführungsseminar (Fernstudium Jahrgang 2020) 05.-07.07. Düsseldorf

Stahlkunde (Seminar) 18.-20.08. Gröditz

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 31.08.-01.09. Soltau

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 08.-09.09. Duisburg

Verkauf I (Seminar) 19.-20.10. Köln

Betonstahl (Seminar) 18.-19.11. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 01-03.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 08.-09.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen sind vorbehalten. Über weitere Details sowie zu den Anmeldemöglichkeiten

informieren Sie sich bitte unter www.stahlhandel.com oder telefonisch bzw. per Mail bei dem

Bundesverband Deutscher Stahlhandel.

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf

Telefon: +49 211 86497-19 · Telefax: +49 211 86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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