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Printmagazin TECHNIK und WISSEN - Ausgabe 005

"Technik und Wissen" berichtet in moderner Form für Fachleute aus der Industrie. Die Themen reichen vom 3D-Druck, neuen Materialien über Robotik, Montage und Zulieferindustrie bis hin zu Konstruktions- und den ganzen Digitalisierungsthemen.

"Technik und Wissen" berichtet in moderner Form für Fachleute aus der Industrie. Die Themen reichen vom 3D-Druck, neuen Materialien über Robotik, Montage und Zulieferindustrie bis hin zu Konstruktions- und den ganzen Digitalisierungsthemen.

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5 2019<br />

DIE CROSSMEDIALE PLATTFORM FÜR<br />

AUTOMATION UND FERTIGUNG<br />

CHF 15<br />

<strong>TECHNIK</strong>-UND-<strong>WISSEN</strong>.CH<br />

LOSGRÖSSE 1<br />

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geht. Uns verbindet ein gemeinsames Ziel: Wir wollen<br />

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EDITORIAL<br />

VON DEN<br />

BESTEN LERNEN<br />

Bei «Technik <strong>und</strong> Wissen» gibt es kein<br />

Copy-and-paste! Als ich dieses Versprechen<br />

bei unserem Start gab, unterstellten<br />

mir einige Leser arrogantes Gehabe. Ich<br />

würde, hiess es, andere Fachmagazine schlecht<br />

machen. Kann man so sehen! Ich vertrete aber<br />

weiterhin die Ansicht, dass ein Beitrag nicht<br />

dadurch aufschlussreicher wird, in dem man diesen<br />

eins zu eins von Print in Online überträgt. Daher<br />

werden wir auch in 2020 unser Motto «Egal<br />

welcher Kanal, nur neues Material» beibehalten.<br />

Dass uns damit ernst ist, erfahren Sie auch in<br />

der letzten <strong>Ausgabe</strong> dieses Jahres. Wenn wir an<br />

aus gewählten Stellen auf unsere Homepage verweisen,<br />

erwarten Sie dort garantiert neue <strong>und</strong><br />

weitergehende Informationen. Aber überzeugen<br />

Sie sich am besten selbst, es lohnt sich.<br />

Markus Back, Chefredaktor Print<br />

Man soll die Maxime «von den Besten lernen»<br />

beherzigen. Besonders dann, wenn<br />

man genug Originalität besitzt <strong>und</strong> nicht<br />

meint, eine Spiegelung des gesehenen<br />

Erfolgsmodells führe zum eigenen Erfolg. Eine Studienreise<br />

zu drei Schweizer Vorreitern in Sachen<br />

Industrie 4.0 war so ein Tag, wo lernbegierige Fachleute<br />

von eben diesen Besten lernen wollten.<br />

Vielleicht gehören die besuchten Firmen noch<br />

nicht zu den Besten, aber ihren Wunsch, den digitalen<br />

Weg zu gehen, setzen sie bereits mit keckem<br />

Pragmatismus um. Denn sie gingen von einfachen<br />

Fragen aus: Was gibt es bereits? Was davon bringt<br />

uns den grössten Nutzen? Und wichtig: Von wem<br />

können wir lernen?<br />

Oft waren die Antworten sehr einfach. Ob die Vorreiter<br />

damit langfristig Erfolg haben werden, zeigt<br />

sich. Ein neuer Index besagt aber, dass je mehr eine<br />

Firma ihre Prozesse digitalisiert, umso grösser ist<br />

ihr EBIT. Nach der Studienreise dürfte schnell klar<br />

gewesen sein, warum dies so sein muss. Denn wer<br />

digitalisiert, muss zunächst aufräumen <strong>und</strong> seine<br />

Prozesse verschlanken. Das allein macht die Unternehmen<br />

bereits fitter für die Zukunft.<br />

Eugen Albisser, Chefredaktor Online<br />

#<strong>005</strong> 3


IMPRESSUM<br />

Das crossmediale Fachmagazin für<br />

Automation <strong>und</strong> Fertigungstechnik<br />

www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

Leser-Service / Abonnement<br />

1 Jahr, CHF 75.– inkl. MwSt.<br />

T. +41 41 464 60 48<br />

abo@technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch/abo<br />

Die nächste <strong>Ausgabe</strong><br />

von Technik <strong>und</strong><br />

Wissen erscheint<br />

am 27. Februar 2020<br />

Chefredaktion<br />

Eugen Albisser, Chefredaktor Online<br />

eugen.albisser@technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

Markus Back, Chefredaktor Print<br />

markus.back@technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

Redaktion<br />

Luca Meister<br />

redaktion@technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

Redaktionsadresse<br />

Redaktion Technik <strong>und</strong> Wissen<br />

Innovationsdorf Bern, Wylerringstrasse 36<br />

3014 Bern<br />

Leitung Werbemarkt<br />

Thorsten Krüger<br />

Tel. +41 41 464 60 47<br />

thorsten.krueger@technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

Konzept & Layout<br />

Medienart AG, Aurorastrasse 27, 5000 Aarau<br />

Martin Kurzbein (Art Director)<br />

Stefanie Schildknecht-Lipp (Layout)<br />

info@medienart.ch<br />

Druck<br />

Ib-Print AG, Seetalstrasse, CH-5703 Seon<br />

belser@ib-print.ch, www.ib-print.ch<br />

Herausgeber<br />

Technik <strong>und</strong> Wissen GmbH<br />

Wylerringstrasse 36, 3014 Bern<br />

Tel. +41 41 464 60 46<br />

www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

Geschäftsführung<br />

Eugen Albisser (Vorsitz, Chefredaktion Online)<br />

Markus Back (Chefredaktion Print)<br />

Valentin Kälin (Kaufmännische Leitung)<br />

Jürg Rykart (Strategische Partnerschaften)<br />

Erscheinungsweise<br />

5 × jährlich, 1. Jahrgang<br />

Auflage<br />

9000 Exemplare<br />

Eine Publikation in Zusammenarbeit mit<br />

Alle Urheber- <strong>und</strong> Verlagsrechte an dieser<br />

Publikation oder Teilen davon sind vorbehalten.<br />

Jede Verwendung oder Verwertung<br />

bedarf der schriftlichen Zustimmung der<br />

Herausgeber. Der Inhalt dieses Heftes wurde<br />

sorgfältig geprüft. Dennoch übernimmt der<br />

Herausgeber keine Haftung für seine Richtigkeit.<br />

Die rechtlichen Bestimmungen für<br />

die Schaltung von Werbung entnehmen Sie<br />

den «Allgemeinen Geschäftsbedingungen»<br />

unter www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch


CHF 15<br />

INHALT<br />

06<br />

Auf einen Kaffee bei<br />

Dr. Thomas Staehelin<br />

26<br />

Reise zu digitalen<br />

Vorreitern<br />

32<br />

«Wir planen immer<br />

nach Losgrösse 1»<br />

36<br />

566 Billiarden<br />

Kombinationen!<br />

«Ich will mit dem Projekt<br />

dem digitalen Wandel eine<br />

Entwicklungsgr<strong>und</strong>lage bieten.»<br />

Eine Studienreise zu drei<br />

schweizerischen Pragmatikern:<br />

eMDe, Eugen Seitz, Baumer.<br />

Wie plant man eine effiziente<br />

Fabrik? Wir fragten bei einem<br />

Fabrikplaner nach.<br />

Grenzenlose Kreativität –<br />

wie aber kann man die noch<br />

beherrschen?<br />

03 Editorial<br />

04 Impressum<br />

06 Auf einen Kaffee bei<br />

Dr. Thomas Staehelin,<br />

uptownBasel<br />

12 Ohne Umwege zum 3 µm<br />

feinen Draht<br />

13 In der Pipeline<br />

14 Blickpunkt Forschung<br />

16 Technisches Englisch:<br />

Brush it up mit Siemens<br />

17 News in Zahlen<br />

18 Getimtes Produktableben<br />

19 Wissenswertes in<br />

Nachrichtenform<br />

Schwerpunkt<br />

«Losgrösse 1»<br />

22 Hier beginnt die Zukunft<br />

24 Mit Digitalisierung zur<br />

Losgrösse 1<br />

26 Eine Reise zu den digitalen<br />

Vorreitern<br />

32 «Wir planen immer nach<br />

Losgrösse 1»<br />

46 Swiss Industry Award 2019<br />

48 Agenda<br />

50 Da oszilliert das<br />

Ingenieur-Herz<br />

52 Kurznachrichten<br />

56 SPS – neuer Name,<br />

altes Gewand<br />

58 Aus CAD-Daten einen<br />

digitalen Zwilling generieren<br />

60 Modular in die HMI-Zukunft<br />

62 Produkte<br />

#<strong>005</strong> 2019 Losgrösse 1 | Digitalisierung | Fabrikplanung<br />

5 2019<br />

<strong>TECHNIK</strong>-UND-<strong>WISSEN</strong>.CH<br />

DIE CROSSMEDIALE PLATTFORM FÜR<br />

AUTOMATION UND FERTIGUNG<br />

36 566 Billiarden Kombinationen:<br />

Grenzenlose Kreativität!<br />

38 Testen <strong>und</strong> Tüfteln für den<br />

Standort Schweiz<br />

LOSGRÖSSE 1<br />

DIGITALISIERUNG<br />

FABRIKPLANUNG<br />

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SPS<br />

42 Standard-Lösungen für das<br />

Einzigartige<br />

Titelbild<br />

Losgrösse 1<br />

Cover-Gestaltung: Verena Snurer<br />

#<strong>005</strong> 5


RUBRIKTITEL<br />

«FÜR DIE NÄCHSTE<br />

GENERATION»<br />

6 #<strong>005</strong>


AUF EINEN KAFFEE BEI DR. THOMAS STAEHELIN<br />

In Arlesheim/BL wird von uptownBasel auf einem ehemaligen Industriegelände<br />

ein riesiges Kompetenzzentrum Industrie 4.0 für mehr als 400 Millionen Franken<br />

aufgebaut. VR-Präsident von uptownBasel ist Dr. Thomas Staehelin, sein Family Office<br />

ist Investor. Wir trafen ihn auf einen Kaffee auf dem Gelände.<br />

Eugen Albisser (Text) <strong>und</strong> Ruben Sprich (Fotos)<br />

Herr Dr. Staehelin, sind Sie eigentlich ein Kaffeetrinker<br />

oder hätten wir eine Teetasse mitbringen<br />

sollen?<br />

Ich trinke sehr viel Kaffee. Vor allem früh am<br />

Morgen, denn ich stehe normalerweise um etwa fünf Uhr<br />

auf <strong>und</strong> beginne zu arbeiten. Da braucht es schon Kaffee,<br />

um wach zu werden. Ein Espresso ist mir am liebsten,<br />

schwarz <strong>und</strong> ohne Zucker.<br />

Sie stehen täglich um fünf Uhr morgens auf?<br />

Fast immer. Ich bin ein Frühaufsteher, weil ich so besser<br />

mein Arbeitspensum unterbringen kann. Wer wie ich lange<br />

Arbeitstage hat, der hat so den Vorteil, dass er abends zeitig<br />

fertig ist <strong>und</strong> mit seiner Familie zusammen sein kann. Aber<br />

ich muss sagen, dass ich den Morgen auch ausgesprochen<br />

gerne habe.<br />

Ich nehme an, Ihr erster Weg am Morgen führt Sie<br />

direkt zur Kaffeemaschine?<br />

Tatsächlich. Und dann immer wieder im Verlauf<br />

des Tages.<br />

Mit richtigen Kaffeepausen?<br />

Nein. Ich trinke den Kaffee während des Arbeitens.<br />

Am Morgen trinke ich gegen zehn Espressi, am Nachmittag<br />

dann ein bisschen weniger. Sie sehen, ich liebe Kaffee.<br />

Und auch das Arbeiten, wie es scheint. Womit beschäftigen<br />

Sie sich zurzeit am meisten?<br />

Ich übe noch verschiedene Verwaltungsratsmandate aus,<br />

unter anderem bei börsenkotierten Firmen, aber auch bei<br />

mittelständischen Familienunternehmen. Aber eine grosse<br />

Aufgabe ist sicherlich diese Tätigkeit als Mitinvestor <strong>und</strong><br />

VR-Präsident von uptownBasel. Dieses Projekt hier in<br />

Arlesheim am Schorenareal liegt mir sehr am Herzen.<br />

Wir sitzen im Sitzungszimmer von uptownBasel, wo<br />

auch der Architekt, Ideengeber <strong>und</strong> Arealentwickler von<br />

uptownBasel, Hans-Jörg Fankhauser, arbeitet <strong>und</strong> wir<br />

können direkt auf die Baustelle sehen, wo momentan vier<br />

Krane stehen <strong>und</strong> fleissig gearbeitet wird. Was denken<br />

Sie, wenn Sie hier oben aus dem Fenster schauen?<br />

Ich komme oft hierher <strong>und</strong> ich staune jedes Mal von<br />

Neuem. Im März fing der Bau an, im Juni war die Gr<strong>und</strong>steinlegung<br />

<strong>und</strong> nun sehen wir bereits die ersten Stockwerke<br />

dieses eindrücklichen ersten Gebäudes. Es ist ein<br />

grosses Projekt <strong>und</strong> eine befriedigende Vorstellung, hier<br />

etwas mitzugestalten. Mich freut es, daran zu denken, wie<br />

verschiedenste Firmen bald in diesen Gebäuden auf eine<br />

neue Art <strong>und</strong> Weise arbeiten <strong>und</strong> die Möglichkeiten von<br />

Industrie 4.0 nutzen können für ihre Produktion. Aber es<br />

soll ja auch noch viel mehr sein. Die Firmen sollen sich<br />

untereinander vernetzen <strong>und</strong> voneinander profitieren. ››<br />

Es ist ein grosses Projekt<br />

<strong>und</strong> eine befriedigende<br />

Vorstellung, hier etwas<br />

mitzugestalten.<br />

#<strong>005</strong> 7


Rubrik zum<br />

Thema<br />

«Arbeiten 4.0»<br />

«Technik <strong>und</strong> Wissen» wird das<br />

Projekt in Arlesheim in den nächsten<br />

beiden Jahren mit einer eigenständigen<br />

Rubrik begleiten. Die Rubrik<br />

behandelt das Thema «Arbeiten 4.0»<br />

<strong>und</strong> wird auch Einblicke geben, wie<br />

die Hightech-Firmen dort arbeiten,<br />

warum sie dort eingezogen sind<br />

<strong>und</strong> wie andere Firmen vom Projekt<br />

<strong>und</strong> Konzept «uptownBasel»<br />

profi tieren können.<br />

Wir sprechen hier auch von einem Wandel. Nicht umsonst<br />

hat sich das Wort der 4. Industriellen Revolution etabliert.<br />

Wie stehen Sie diesem Wandel gegenüber?<br />

Ich stehe diesem Wandel positiv gegenüber, auch wenn<br />

ich die Probleme, mit denen er uns konfrontiert, durchaus<br />

erkenne. Aber ich glaube an eine unvermeidliche Entwicklung<br />

<strong>und</strong> da ist es besser, wenn wir diese selbst mitgestalten.<br />

Das tun Sie nun mit diesem Projekt. Es sind mehr als<br />

400 Millionen Franken, die Sie hier investieren. Wird es<br />

einem da nicht mulmig? Sie hätten auch in Aktien<br />

investieren können.<br />

Oder in eine Wohnüberbauung hier auf dem Gelände.<br />

Aber das hätte ich nicht gemacht. Ich will der nächsten<br />

Generation etwas weitergeben <strong>und</strong> dem digitalen Wandel<br />

eine Entwicklungsgr<strong>und</strong>lage bieten. Das ist vielleicht<br />

ein grosser Anspruch <strong>und</strong> wir können trotz der Grösse des<br />

Projekts nicht mit Sicherheit den Wandel beeinflussen.<br />

Aber ein Versuch ist es wert <strong>und</strong> soll zumindest ein Mosaikstein<br />

sein beim Ziel, die Digitalisierung in der Schweiz<br />

für die Industrieunternehmen voranzubringen.<br />

Wie sind Sie eigentlich Investor dieses Projekts geworden?<br />

Ich muss ein wenig ausholen. Ich bin im Verwaltungsrat<br />

des Bauunternehmens Stamm, das früher in Binningen<br />

seinen Sitz hatte. Dort gab es einen Werkhof <strong>und</strong> wir überlegten<br />

uns, wie wir diesen optimieren oder sogar anderswo<br />

erstellen könnten. Wir liessen Hans-Jörg Fankhauser eine<br />

Studie machen <strong>und</strong> evaluierten auch diesen Standort, der<br />

sich als optimal erwies. Wir verhandelten mit dem Kanton<br />

<strong>und</strong> konnten statt im Baurecht Eigentum erwerben – allerdings<br />

unter der Bedingung, dass wir das ganze Areal<br />

erwerben. Da war also viel unbebauter Platz. Da haben<br />

wir uns überlegt, was sinnvoll wäre <strong>und</strong> zusammen mit<br />

Hans-Jörg Fankhauser sind dann die ersten Ideen zu<br />

diesem Kompetenzzentrum Industrie 4.0 entstanden, von<br />

denen ich schnell sehr begeistert war.<br />

Am 7. Juni 2019 feierten Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft<br />

<strong>und</strong> Politik die Gr<strong>und</strong>steinlegung zum Areal «uptownBasel»<br />

in Arlesheim (BL). Auf der zurzeit grössten Baustelle der<br />

Nordwestschweiz entsteht ein Kompetenzzentrum für Industrie<br />

4.0. Der Baustart erfolgte ein paar Monat davor im März 2019.<br />

Das erste grosse Gebäude auf dem Areal trägt den Namen<br />

«The Pioneer». Das fünfstöckige Gebäude umfasst drei<br />

stützenfreie Hallen, die von Stahlträgern überspannt werden.<br />

Über den Produktionshallen werden auf 9 000 m2 Bürofl äche<br />

moderne Arbeitsräume für ca. 600 Technologiespezialisten<br />

entstehen. Der erste Bau mit einer Gesamtnutzfl äche von<br />

25 000 m 2 wird Ende 2020 bezugsbereit sein. Die modernen<br />

Bauten sind auf die hohen Anforderungen der industriellen,<br />

digitalen Produktion ausgerichtet. Ob «Internet of Things» (IoT),<br />

Cybersecurity, Elektromobilität, neue Batterietechnologie,<br />

Virtual Reality, Roboter-Technologie oder 3D-Druck: das sind<br />

Themen, mit denen sich Firmen hier in Kürze auseinandersetzen<br />

werden <strong>und</strong> mit modernsten Mitteln <strong>und</strong> mit Industrie-<br />

4.0-Prozessen herstellen sollen. Die ersten Mietverträge sind<br />

bereits unterschrieben <strong>und</strong> r<strong>und</strong> 70 Prozent im «The Pioneer»<br />

bereits belegt. (Quelle: uptownBasel)<br />

8 #<strong>005</strong>


AUF EINEN KAFFEE BEI DR. THOMAS STAEHELIN<br />

Welchen Anteil hatte Ihre Familie am Entscheid?<br />

Meine Frau hatte einen ganz entscheidenden Einfluss<br />

darauf. Wir haben das Projekt vielfach diskutiert, aber<br />

wir waren uns sehr schnell einig, dass wir dieser Region –<br />

meine Frau ist in Arlesheim aufgewachsen – etwas<br />

Neuartiges <strong>und</strong> Zukunftsgerichtetes geben wollen. Es ist<br />

ein unternehmerisches Engagement <strong>und</strong> das ist etwas,<br />

das uns fasziniert. Auch unsere beiden Kinder sind hier<br />

engagiert <strong>und</strong> wenn ich davor sagte, dass dieses Projekt<br />

etwas für die nächste Generation ist, dann meinte ich dies<br />

durchaus im Sinne der Gemeinschaft, aber mitunter auch<br />

für unsere eigenen Kinder.<br />

Sie sind promovierter Anwalt. Welchen Bezug haben<br />

Sie zur Industrietechnologie <strong>und</strong> warum gerade das<br />

Engagement dafür?<br />

Ich bin natürlich kein Experte auf dem Feld der Technik,<br />

auch wenn ich bei meiner Arbeit für die Handelskammer,<br />

für Switzerland Global Enterprise oder im Verwaltungsrat<br />

einiger Industriefirmen Einsicht habe, welche Technologien<br />

die Branche beschäftigt. Gr<strong>und</strong>sätzlich sehe ich<br />

immer aber auch eine historische Note, die man oft vergisst<br />

in all den Diskussionen: Die Industrie <strong>und</strong> der Glaube an<br />

den Fortschritt ist Gr<strong>und</strong> <strong>und</strong> Ursache für unseren Wohlstand<br />

in der Schweiz. Hätten wir nicht eine blühende<br />

Industrie hier <strong>und</strong> wären wir nicht immer mit dem Fortschritt<br />

gegangen, dann hätten wir diesen Wohlstand nicht.<br />

Aus genau diesem Gr<strong>und</strong> bin ich überzeugt, dass man heute<br />

mit der Digitalisierung gehen muss als Unternehmen.<br />

Nicht wenige Menschen fühlen, dass der Wandel diesmal<br />

anders ist als je zuvor <strong>und</strong> er macht ihnen Angst. Wie sehen<br />

Sie dies?<br />

Man darf die Gr<strong>und</strong>werte wie Respekt, Vertrauen, Transparenz<br />

<strong>und</strong> Ehrlichkeit nicht vergessen. Niemals. Das ist<br />

vielleicht die Gefahr, wenn man dem Fortschritt zu sehr<br />

folgt. Gerade in einer Zeit, in der Maschinen mit Maschinen<br />

Ich will der nächsten<br />

Generation etwas weitergeben<br />

<strong>und</strong> dem digitalen<br />

Wandel eine Entwicklungsgr<strong>und</strong>lage<br />

bieten.<br />

#<strong>005</strong> 9


AUF EINEN KAFFEE BEI DR. THOMAS STAEHELIN<br />

kommunizieren <strong>und</strong> den Menschen auf eine gewisse Weise<br />

umgehen, darf man den Menschen nicht vergessen <strong>und</strong> mit<br />

ihm auch seine Werte. Das sehe ich als die grosse Gefahr,<br />

die vielleicht auf uns zukommt.<br />

Zu den Gr<strong>und</strong>werten zählt beim Projekt hier auf dem Areal<br />

sicher auch die Nachhaltigkeit, oder?<br />

Das ist so. Wir wollen zeigen, dass ein Vorzeigeprojekt für<br />

die Digitalisierung zugleich auch ein Leuchtturmprojekt<br />

für die Nachhaltigkeit sein kann. Die Energielösungen<br />

sollen erneuerbar, effizient <strong>und</strong> innovativ sein. Nur ein<br />

Beispiel dafür: Wir haben ein Konzept für die Rechenzentren,<br />

die ebenfalls auf dem Gelände Einzug nehmen sollen.<br />

Die Abwärme wird in zentralen Anlagen aufbereitet <strong>und</strong><br />

mit Verb<strong>und</strong>leitungen über das ganze Areal <strong>und</strong> an<br />

umliegende Verbünde verteilt. Und das ist nur ein kleines<br />

Beispiel für viele verschiedene Projekte r<strong>und</strong> um das<br />

Thema Nachhaltigkeit.<br />

In ein paar Jahren werden auf diesem 70 000 Quadratmeter<br />

grossen Areal die letzten Gebäude gebaut sein <strong>und</strong> Sie<br />

werden vielleicht mit Ihrer Frau hier oben stehen mit einem<br />

Kaffee in der Hand. Was denken Sie, wird durch Ihren<br />

Kopf gehen?<br />

Zuerst einmal: Meine Frau ist tatsächlich auch eine grosse<br />

Kaffeetrinkerin – <strong>und</strong> sie hat einen grossen Anteil an<br />

diesem Projekt. Ich hoffe einfach, dass wir bis dahin –<br />

es wird etwa 2025 sein – es geschafft haben, der Schweizer<br />

Industrie einen Impuls zu geben mit diesem Kompetenzzentrum<br />

aus schlussendlich sieben Produktionshallen <strong>und</strong><br />

140 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Es wäre<br />

schön, wenn wir sehen, dass sich die De-Industrialisierung<br />

in der Schweiz auf diese Weise verlangsamen oder gar<br />

aufhalten lässt. Und am meisten wünsche ich mir natürlich,<br />

dass meine Frau <strong>und</strong> ich ges<strong>und</strong> hier oben stehen<br />

werden.<br />

uptownBasel | www.uptownbasel.ch<br />

Dr. Thomas<br />

Staehelin<br />

Dr. Thomas Staehelin ist promovierter<br />

Jurist. Der 72-jährige Basler war <strong>und</strong><br />

ist im Verwaltungsrat <strong>und</strong> Präsident<br />

verschiedener Aktiengesellschaften<br />

<strong>und</strong> Stiftungen wie der im Text<br />

erwähnten Stamm Bau AG, aber<br />

auch bei Kühne <strong>und</strong> Nagel International<br />

AG, Infi con Holding AG oder<br />

Switzerland Global Enterprise.<br />

Zusammen mit seiner Frau ist er<br />

Eigentümer von uptownBasel <strong>und</strong><br />

dessen VR-Präsident.<br />

10 #<strong>005</strong>


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NACHGEFRAGT<br />

OHNE UMWEGE ZUM<br />

3 µm FEINEN DRAHT<br />

Normalerweise verlangt die Umformung eines mikroskopisch kleinen Drahtes einen Umweg<br />

mittels Ummantelung. Ein neues Verfahren des Thuner Ingenieurbüros Roder Engineering AG<br />

erspart nun diese Prozessschritte. Wir fragten bei Geschäftsinhaber Toni Roder nach.<br />

Von Eugen Albisser<br />

Herr Roder, Sie haben ein Walzwerk entwickelt,<br />

das mikroskopisch kleine Drähte formt.<br />

Steckt dahinter eine besondere Technologie?<br />

Walzwerke werden seit einigen Jahrh<strong>und</strong>erten<br />

gebaut. Wesentliche Gr<strong>und</strong>sätze haben sich über all diese<br />

Zeit behauptet. Man kann sich aber leicht vorstellen, dass<br />

gewisse Anforderungen sich verändern, wenn ich an Stelle<br />

von einem Draht mit 15 mm Durchmesser plötzlich einen<br />

mit nur noch 0.015 mm Durchmesser walzen möchte.<br />

So klein ist nämlich der Ausgangsdraht, den ich kürzlich<br />

auf eine Dicke von nur 3 µm Dicke gewalzt habe. Die<br />

Verarbeitung solch feiner Drähte bedingt äusserst präzise<br />

<strong>und</strong> stabile Prozessparameter. Kleinste Schwankungen der<br />

Zugspannung im Draht beispielsweise führen sofort zu<br />

einem Drahtbruch, zudem ist der Draht fürs menschliche<br />

Auge kaum sichtbar. So hat schon manch unvorsichtiger<br />

Bediener einen Draht zerrissen, ohne es bemerkt zu haben.<br />

Was sind die weiteren Herausforderungen?<br />

Die grösste Herausforderung ist daneben die Führung<br />

vom <strong>und</strong> der Umgang mit dem Draht. Wo beim «normalen»<br />

Kaltwalzen ein Kran oder hydraulische Scheren zum<br />

Einsatz kommen, benötigen wir Lupen <strong>und</strong> Pinzetten.<br />

Sie können also damit einen 3 µm dünnen Draht herstellen.<br />

Gibt es noch nichts Vergleichbares – oder wie werden heute<br />

solch feine Drähte hergestellt?<br />

Speziell ist, dass wir den Draht nicht für die Umformung<br />

mit einem anderen Metall ummantelt haben, welches<br />

danach wieder chemisch abgetragen werden muss. Solche<br />

«Umwege» werden dort eingesetzt, wo man ohne nicht<br />

mehr ans Ziel kommt. Uns ist es nun gelungen, die Grenzen<br />

weiter nach unten zu verlagern, womit Prozessschritte<br />

eingespart werden können.<br />

Kann man die Drähte prozesssicher <strong>und</strong> also so etwas<br />

wie «in Serie» herstellen?<br />

Der Ausdruck «in Serie herstellen» ist in der Drahtbranche<br />

eher unüblich, weil wir quasi immer mit endlosen Produkten<br />

arbeiten, welche auf Spulen von mehreren 1000 m<br />

aufgewickelt werden.<br />

Die Antwort auf den Kern der Frage aber ist ein klares Ja.<br />

Ja, wir können solche Drähte mit einem zuverlässigen<br />

Prozess herstellen. Wobei aber auch anzumerken ist, dass<br />

für die Manipulationen Fachkräfte benötigt werden.<br />

Wer soll von dieser Innovation profitieren?<br />

Gr<strong>und</strong>sätzlich kann durch kleinere Drähte an jedem<br />

Einsatzort von Drähten <strong>und</strong> Bändern weiter miniaturisiert<br />

werden. Sei es in der Mikromechanik, in der Elektrotechnik<br />

oder auch bei medizinischen Geräten <strong>und</strong> Werkzeugen.<br />

Anwendungsbereiche finden sich aber auch in der Prozesstechnik,<br />

bei Filtern oder ähnlichen Prozessen.<br />

Wie sehen die nächsten Schritte aus auf dem Weg zur<br />

Vermarktung des Produkts?<br />

Durch gezielte K<strong>und</strong>enkontakte in den prädestinierten<br />

Branchen <strong>und</strong> die erneute Teilnahme an der Fachmesse<br />

für die Drahtherstellung – die Wire 2020 – im kommenden<br />

April in Düsseldorf.<br />

Sie sind ja ein Engineering-Büro. Wie kommt es, dass Sie<br />

eine solche Maschine entwickeln?<br />

Das Standbein Walzwerkbau ist geschichtlich gewachsen.<br />

Wir haben bereits kurz nach der Jahrtausendwende das erste<br />

Walzwerk für Uhrenfedern (Unruhe) entwickelt <strong>und</strong> gebaut.<br />

Sind Sie bereits daran, eine neue Maschine zu entwickeln<br />

oder das Walzwerk weiterzuentwickeln?<br />

Im Moment sind wir daran, die nächste Generation von<br />

Steuerungen für Walzwerke <strong>und</strong> Wickler zu evaluieren.<br />

Natürlich sind dabei die Bereiche der Datenverarbeitung<br />

<strong>und</strong> -erfassung für die Qualitätssicherung <strong>und</strong> Prozessüberwachung<br />

ein Dauerthema.<br />

Roder Engineering AG | roder-engineering.ch<br />

Gespräch mit:<br />

Toni Roder,<br />

Geschäftsinhaber<br />

Roder Engineering AG<br />

12 #<strong>005</strong>


KURZ & KNAPP<br />

IN DER PIPELINE<br />

Voll vernetzter Stanzautomat<br />

Firma: Schuler | Technologie: Stanzautomat | Vorteil: Vernetzung <strong>und</strong> Digitalisierung<br />

Verfügbar: ab Blechexpo 2019 (Stand 8511)<br />

Mit dem Stanzautomat MC 125 will Schuler nun auch mittelständischen Betrieben smarte<br />

Funktionen anbieten. Dank zusätzlich integrierter Sensoren lässt sich der Zustand jederzeit<br />

umfassend überwachen. Das sichert die Produktivität <strong>und</strong> kann ungeplante Stillstände<br />

verhindern. Doch nicht nur die Steuerung, auch die Mechanik hat ein Update bekommen:<br />

Schuler hat die Stösselführung nun über vorgespannte, spielfreie Rollenumlaufeinheiten umgesetzt.<br />

Sie garantieren nicht nur die nötige Präzision zum Beispiel für Bauteile mit geringem<br />

Schnittspalt, sondern sind auch wartungsarm. Und die gegeneinander laufenden Querwellen<br />

des Antriebs kompensieren dabei seitliche Rotationskräfte. www.schulergroup.com<br />

Markieren in der nächsten Dimension<br />

Firma: Trumpf Schweiz AG | Technologie: Beschriftungslaser<br />

Vorteil: 3D-Markieren auf komplexen Bauteilen | Verfügbar: ab sofort<br />

Schneller, präziser, flexibler – die Anforderungen an das Gravieren, Abtragen,<br />

Markieren oder Anlassen per Laser steigen unaufhörlich. Das Entwicklungsteam<br />

von Trumpf hat sich diesen Herausforderungen gestellt,<br />

was sich nach intensiver Phase als Schlüssel zum Erfolg der TruMark-<br />

Systeme zeigte. Ab sofort hat Trumpf für jedes noch so komplexe Bauteil<br />

eine Lösung. Mit dem Beschriftungslaser TruMark 6030 lässt sich dank<br />

der neuen 3D-Funktionalität in der dritten Dimension markieren. Die hohe Leistung <strong>und</strong><br />

brillante Strahlqualität liefern optimale Ergebnisse für jede Branche. Ergänzt durch moderne<br />

Bildverarbeitungslösungen <strong>und</strong> hoher Produktivität steigert er die Performance <strong>und</strong> die<br />

Qualität der Markierungen.<br />

www.trumpf.com/s/5ozde3<br />

Genesis eines neuen Deltaroboters<br />

Firma: Demaurex | Technologie: Deltaroboter mit Direktantrieb | Vorteil: Kompaktheit<br />

Verfügbar: ab Mitte 2020<br />

Grössenvergleich bisheriger<br />

Antriebsmotor gegenüber Direktantrieb<br />

von Genesis Robotics.<br />

Demaurex ist ein Branchenführer für Hochgeschwindigkeits-Pick-and-<br />

Place-Robotik. Doch solche Delta-Robotersysteme haben einen Nachteil:<br />

Den Speed holen sie sich meist über einen Getriebemotor <strong>und</strong> diesen kann<br />

man mit Längen um 500 mm nicht gerade als klein bezeichnen. Nun<br />

hat das Lausanner Unternehmen eine Entwicklungsvereinbarung mit der<br />

kanadischen Firma Genesis Robotics unterschrieben, um den Deltaroboter<br />

völlig neu zu konzipieren. Denn die Kanadier verfügen mit dem Livedrive<br />

über einen Direktantriebsmotor, der kompakt, kraftvoll <strong>und</strong> über ein bis zu<br />

Zur vollständigen<br />

Story:<br />

dreimal so hohes Drehmomentverhältnis gegenüber vergleichbaren Motoren hat. Die Entwicklung<br />

des neuartigen Deltaroboters hat nun begonnen, erste Resultate hofft Demaurex<br />

Mitte 2020 vorstellen zu können.<br />

www.demaurex.com<br />

#<strong>005</strong> 13


KURZ & KNAPP<br />

BLICKPUNKT<br />

FORSCHUNG<br />

Cold Spring Harbor Laboratory, USA<br />

Maschinen sollen von Tieren lernen<br />

Maschinen können inzwischen vieles besser als Menschen. Doch paradoxerweise<br />

sind einfachste Interaktionen mit der physikalischen Welt sehr<br />

schwierig <strong>und</strong> einem Roboter fällt es schwer, Geschirr abzuwaschen. Der<br />

Neurowissenschaftler Anthony Zador meint, dass vielleicht ein unperfekter<br />

allgemeiner Lernalgorithmus besser wäre für die Maschine. Ein Ansatz<br />

könnte daher sein, dass Künstliche Intelligenz (KI) von tierischen Gehirnen<br />

inspiriert würde, meint er.<br />

Georgia Institute of Technology, USA<br />

Roboter baut eigenes Werkzeug<br />

Was passiert, wenn man vor einen Roboter verschiedene<br />

Objekte stellt <strong>und</strong> ihm eine Aufgabe gibt? Das haben Forscher<br />

des Georgia Institute of Technology herausfinden wollen. Und<br />

siehe da: Dank Machine Learning war der Roboter imstande, aus<br />

den Objekten eigene Werkzeuge zu basteln. Das erinnert an<br />

Mac Gyver, das Technikgenie aus dem Fernsehen. Und deshalb<br />

nennen die Forscher den Ansatz nun auch «MacGyvering».<br />

University of Buffalo, USA<br />

Härter als ein Diamant<br />

Superharte Materialien wie<br />

Diamanten sind gesucht <strong>und</strong><br />

dies aus unterschiedlichen<br />

Gründen. Sie können andere<br />

Objekte polieren, schneiden,<br />

bohren oder finden Anwendung<br />

als kratzfeste Beschichtung. Weil<br />

Diamanten aber teuer sind, haben<br />

Forscher mittels intelligenter<br />

Software neue Formen gesucht,<br />

<strong>und</strong> tatsächlich auch 43 bisher<br />

unbekannte Kohlenstoff-Formen<br />

gef<strong>und</strong>en, die in Frage kommen<br />

könnten. Einige sind sogar noch<br />

härter als Diamanten.<br />

14 #<strong>005</strong>


Technischen Hochschule Stockholm, Schweden<br />

Winziger Graphen-Beschleunigungssensor<br />

Wieder mal Graphen! Da sie so dünn wie eine Atomlage sind, ergeben sich in<br />

nanoelektromechanischen Systemen (NEMS) in letzter Zeit immer neue Entwicklungen.<br />

Forscher der Technischen Hochschule Stockholm <strong>und</strong> der RTWH Aachen<br />

entwickelten – auf der Basis des piezoresistiven Effekts – einen Beschleunigungssensor,<br />

der sehr viel kleiner ist als bisherige.<br />

Fraunhofer Institut IPA, Deutschland<br />

CFK viel wirtschaftlicher bearbeiten<br />

Gemeinsam mit der Industrie haben Forscher<br />

vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik<br />

<strong>und</strong> Automatisierung IPA eine Bearbeitungsmaschine<br />

entwickelt, die kohlenstofffaserverstärkte<br />

Kunststoffe (CFK) nicht nur<br />

hochpräzise fräst, sondern auch die gesamte<br />

Nachbearbeitung übernimmt. CFK-Werkstücke<br />

lassen sich damit um bis zu 50 Prozent wirtschaftlicher<br />

bearbeiten.<br />

PSI, Schweiz<br />

Starke Magnetfelder<br />

sichtbar machen<br />

Forschende des Paul<br />

Scherrer Instituts (PSI)<br />

haben eine neue Methode<br />

entwickelt, mit der man<br />

starke Magnetfelder exakt<br />

vermessen kann. Dafür<br />

nutzen sie Neutronen, die<br />

mithilfe der Spallationsquelle<br />

SINQ gewonnen<br />

werden. Damit lassen sich<br />

künftig Felder von Magneten<br />

vermessen, die bereits<br />

fest in Geräten installiert<br />

sind <strong>und</strong> somit für andere<br />

Sondierungstechniken<br />

nicht zugänglich sind.<br />

TU Graz, Österreich<br />

Verzweifelte Ionen für die Feststoffbatterie<br />

Festkörperbatterien sind die zurzeit vielversprechendste<br />

Technologie, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen.<br />

Bislang fehlten aber geeignete Materialien mit ähnlich<br />

hoher Ionenleitfähigkeit wie sie flüssige Elektrolyte besitzen.<br />

Forscher fanden nun aber einen vielversprechenden Ionenleiter.<br />

Dessen Kristallstruktur bietet keine energetisch stark begünstigten<br />

Verweilplätze an. Die Ionen suchen daher «verzweifelt»<br />

einen geeigneten Platz <strong>und</strong> bewegen sich dabei sehr rasch durch<br />

die kristallographische Struktur.<br />

Mehr Infos<br />

zu allen<br />

Forschungsthemen<br />

online unter<br />

TuWprint+<br />

#<strong>005</strong> 15


TECHNISCHES RUBRIKTITEL ENGLISCH<br />

BRUSH IT UP!<br />

Digitaler Anschlusskasten – mehr Transparenz<br />

in Überwachung <strong>und</strong> Diagnose<br />

Siemens bringt mit dem Siwarex DB einen<br />

digitalen Anschlusskasten für Wägeapplikationen<br />

mit robustem Feldgehäuse in Schutzart IP66<br />

in den Markt.<br />

Er lässt sich einfach in Simatic-Umgebungen<br />

integrieren.<br />

Der Siwarex DB erweitert das Siemens Wägetechnikportfolio<br />

<strong>und</strong> sorgt mit durchgängiger<br />

Vernetzung dafür, dass nun auch einzelne,<br />

analoge Wägezellen umfassender als bisher erfasst<br />

<strong>und</strong> ausgewertet werden können.<br />

Diese lassen sich sowohl zur gezielten Überwachung<br />

von Wägeprozessen als auch<br />

zur erweiterten Diagnose optimal nutzen.<br />

Mögliche Fehlermeldungen werden zentral am<br />

Simatic Controller <strong>und</strong> dem HMI angezeigt.<br />

Die nahtlose Verbindung von Steuereinheit <strong>und</strong><br />

Siwarex WP Wägeelektroniken ermöglicht eine<br />

sofortige Diagnose der Wägezellen. Das vereinfacht<br />

<strong>und</strong> beschleunigt den Service <strong>und</strong> minimiert<br />

Stillstandzeiten.<br />

Um ungenaue oder fehlerhafte Messungen<br />

zu vermeiden, müssen die Wägemodule präzise<br />

arbeiten.<br />

Voraussetzung dafür ist die völlige Transparenz<br />

über den Zustand der Geräte. Siwarex DB bietet<br />

die Möglichkeit, eine Waage mit bis zu vier<br />

Wägezellen anzuschliessen <strong>und</strong> ermöglicht so die<br />

erforderliche Flexibilität in der Anlagenplanung.<br />

Digital junction box – increased transparency<br />

in monitoring and diagnostics<br />

With Siwarex DB, Siemens is launching a digital<br />

junction box for weighing applications with robust<br />

field housing in IP66 protection on the market.<br />

It can be integrated easily into Simatic environments.<br />

The Siwarex DB extends the Siemens weighing<br />

technology portfolio and through its seamless<br />

networking ensures that individual analog load<br />

cells can now be acquired and evaluated more<br />

comprehensively than ever before.<br />

They can be used both for the targeted monitoring of<br />

weighing processes and for extended diagnostics.<br />

Any error messages are displayed centrally<br />

on the Simatic controller and the HMI.<br />

The seamless connection of the control unit and<br />

Siwarex WP weighing electronic enables immediate<br />

diagnostics of the load cells. This makes<br />

servicing quicker and easier, and minimizes<br />

downtimes.<br />

In order to prevent inaccurate or incorrect<br />

measurements, the weighing modules must<br />

operate precisely.<br />

An essential requirement for this is complete<br />

transparency regarding the status of the devices.<br />

Siwarex DB offers the option of connecting the<br />

scales with up to four load cells, thus providing<br />

the required flexibility in plant planning.<br />

Wie würden Sie den Text übersetzen? Versuchen Sie es einfach,<br />

Satz für Satz. Der deutsche Text in dieser «Brush it up»-Rubrik<br />

wie auch die englische Übersetzung stammen von einer Pressemitteilung<br />

der Firma Siemens. Bild/Picture: Siemens<br />

16 #<strong>005</strong>


RUBRIKTITEL<br />

NEWS IN<br />

ZAHLEN<br />

Von einer kleinen, aber führenden 1 bis zur Zahl 3 500 000 000 als aufgenommener<br />

Schuldenbetrag: Bei Nachrichten dreht sich oft vieles um Zahlen. Hier sind ein paar<br />

wichtige Zahlen aus Industrie <strong>und</strong> Forschung.<br />

3 500 000 000<br />

EURO<br />

27<br />

PROZENT<br />

Siemens verdient Geld auch mit der Aufnahme von Schulden.<br />

Der Industriekonzern hat derzeit Anleihen über 3,5 Milliarden Euro<br />

zu teils negativen Renditen ausgegeben.<br />

2000<br />

PROZENT<br />

Anzeigen für den Betriebszustand<br />

elektrischer Gerätschaften erzeugen im<br />

Betrieb Wärme. Eine neue Technologie<br />

der Luzerner Firma Schurter senkt<br />

die Verlustleistung um bis zu 2000 Prozent.<br />

1<br />

RANG<br />

EPFL-Professor Michael<br />

Grätzel («Grätzelzellen»)<br />

belegt in einem neu erstellten<br />

Ranking Platz 1 unter<br />

den weltweit führenden<br />

Wissenschaftlern.<br />

Paradox: Eine Untersuchung<br />

zeigt, dass Arbeitnehmer,<br />

die leicht durch einen<br />

Algorithmus ersetzbar sind,<br />

sich seltener weiterbilden.<br />

Nur 27 Prozent gegenüber<br />

41 Prozent der Beschäftigten<br />

mit geringem Risiko.<br />

31<br />

FORSCHER<br />

117 800<br />

FRANKEN<br />

Eine Studie zeigte: HF-Diplomierte haben<br />

gute Chancen auf Karriere – <strong>und</strong> guten Lohn.<br />

Ein Elektrotechnik-Abgänger verdient<br />

r<strong>und</strong> 117 800 Franken im Alter von 39 Jahren.<br />

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat 621<br />

Millionen Euro an 408 junge Forschende in ganz<br />

Europa in Form von Forschungsgeldern vergeben.<br />

31 Forschende von Schweizer Hochschulen<br />

sind darunter – 15 alleine von der ETHZ.<br />

35<br />

UNTERNEHMEN<br />

Bisher gab es keinen einheitlichen Standard für<br />

Industrieroboter. Nun endlich gibt es die OPC UA<br />

Robotics Companion Specification. 35 Firmen<br />

waren an der Gesamtarbeitsgruppe beteiligt.<br />

#<strong>005</strong> 17


Wissenswertes<br />

GETIMTES PRODUKTABLEBEN<br />

Erstaunlich, wie viele Gebrauchsgegenstände unmittelbar nach Ablauf der Garantie<br />

kaputt gehen. Andere Dinge dagegen scheinen eisern, wie mein Smartphone!<br />

Von Markus Back<br />

Kaum ist die Gewährleistungsfrist<br />

abgelaufen, ist es kaputt<br />

– die Saftpresse, der Eierkocher,<br />

der Fahrradcomputer<br />

<strong>und</strong> was sonst so den Geist aufgeben<br />

kann! Es scheint fast, als liesse sich<br />

der Tag des Totalausfalls mit einer<br />

simplen Gleichung vorherbestimmen:<br />

Kaufdatum + Garantiezeit + ein Tag.<br />

Und welcher Gedanke geht einem<br />

durch den Kopf, wenn dieses Rechenspiel<br />

tatsächlich aufgeht? Die entwickeln<br />

das mit Absicht so! Die wollen ja<br />

etwas Neues verkaufen…<br />

Ob dem so ist, sei dahingestellt. Aber<br />

fragen Sie doch einfach mal nach!<br />

Jede Wette, dass Sie jemanden kennen,<br />

der schon einmal mit dem Phänomen<br />

des vorzeitigen Produktablebens<br />

zu tun hatte. Der andere Fall, der des<br />

unzerstörbaren Dauerläufers, hingegen<br />

ist eher selten. Aber es gibt ihn,<br />

wie mein Galaxy S4. Seit 2013 am Start,<br />

läuft es <strong>und</strong> läuft es. Selbst der Akku<br />

ist frisch wie am ersten Tag.<br />

Gut, nach so langem Dienst zeigt es<br />

Gebrauchsspuren. Oben rechts ist<br />

zum Beispiel das Display gesplittert<br />

– aber nicht etwa beim Öffnen einer<br />

Bierflasche! Schuld daran ist ein Klassiker,<br />

der Händlern ein gutes Neugeschäft<br />

garantiert. Ich habe die Jacke<br />

aus dem Auto gezogen <strong>und</strong> es<br />

dabei in der Innentasche vergessen –<br />

«botz» lag es auf dem Asphalt. Das<br />

war vor zwei Jahren. Seither wirkt es<br />

etwas angeknabbert, arbeitet aber<br />

weiterhin zuverlässig. Aber nicht nur<br />

den Asphaltklatscher hat es gut überstanden.<br />

Viel schauriger waren die<br />

vielen Schauer, durch die es beim<br />

Radfahren musste. In der Rückentasche<br />

des Trikots – also dort, wo die<br />

Brühe besonders rinnt, wenn man<br />

ohne Schutzblech zwischen Aarau<br />

<strong>und</strong> Basel radelt.<br />

Situationen, in denen das Smartphone<br />

vorzeitig hätte aussteigen können,<br />

gab es in den vergangenen sechs<br />

Jahren mehr als genug – hinterhältige<br />

Entwickler für ein getimtes Produktableben<br />

bedurfte es nicht. Vielmehr<br />

war es wohl ihr Verdienst, dass das S4<br />

überhaupt noch lebt. Und deshalb will<br />

ich den Entwicklern bei Samsung ein<br />

Kränzchen winden. Das habt ihr super<br />

gemacht!<br />

Solltet ihr das zufälligerweise lesen,<br />

hätte ich aber noch einen kleinen Input<br />

fürs nächste Release: Ich kann mit meinem<br />

Galaxy im Internet surfen, mir im<br />

Dunkeln den Weg ausleuchten, mich<br />

von A nach B navigieren, meine Termine<br />

organisieren, auf Terminen fotografieren,<br />

den Dreisatz berechnen <strong>und</strong> so<br />

weiter <strong>und</strong> so fort. Nur eines geht nicht:<br />

eine Flasche Bier öffnen. Wenn ihr das<br />

aber hinbekommt, mustere ich mein S4<br />

aus. Versprochen!<br />

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NACHRICHTEN<br />

ETH-Professorin ausgezeichnet<br />

Dank der Pionierarbeit von Nicola Spaldin zu Multiferroika können<br />

künftig elektronische Geräte mit einer gänzlich neuen Architektur<br />

<strong>und</strong> höherer Energieeffizienz entwickelt werden. Mögliche<br />

Anwendungen sind ultraschnelle Rechner, winzige Datenspeicher<br />

oder medizinische Präzisionsmessungen. Bild: SNF/Daniel Rihs<br />

Nicola Spaldin, Professorin für Materialtheorie an<br />

der ETH Zürich, wurde Anfang November mit dem<br />

mit 250 000 Franken dotierten Schweizer Wissenschaftspreis<br />

Marcel Benoist ausgezeichnet. Sie erhielt<br />

diesen von B<strong>und</strong>esrat Guy Parmelin für ihre bahnbrechende<br />

Forschung zu Multiferroika überreicht, welche die<br />

Gr<strong>und</strong>lage für eine neue Technologie ultraschneller <strong>und</strong><br />

energieeffizienter Datenspeicherung legt.<br />

Multiferroika sind eine neuartige Klasse von Substanzen,<br />

die auf magnetische sowie auf elektrische Felder reagieren<br />

– eine Kombination, die normalerweise nicht vorkommt.<br />

Diese Eigenschaft macht Multiferroika zu vielversprechenden<br />

Materialien, die zum Beispiel das Silizium in zukünftigen<br />

Computerchips ersetzen könnten.<br />

Die Erforschung von Multiferroika geht auf die Mitte des<br />

20. Jahrh<strong>und</strong>erts zurück. Die Forschung entwickelte sich<br />

jedoch mangels geeigneter Materialien während beinahe 50<br />

Jahren kaum weiter. Mittels theoretischer Analysen <strong>und</strong><br />

Computersimulationen untersuchte Nicola Spaldin als junge<br />

Wissenschaftlerin, wieso Multiferroika so selten vorkommen<br />

<strong>und</strong> wie neue Materialien mit diesen Eigenschaften<br />

entwickelt werden können. Ihre Arbeiten belebten den Forschungszweig<br />

zu Multiferroika von neuem. Besonders beschäftigt<br />

hat sie sich mit Bismutferrit, einem Kristall aus<br />

Bismut, Eisen <strong>und</strong> Sauerstoff, der seine multiferroischen<br />

Eigenschaften auch bei Raumtemperatur behält.<br />

www.ethz.ch<br />

Glas perfekt biegen<br />

Damit Fenster um die Ecke gehen, verbinden Hersteller<br />

bisher zwei Scheiben über Eck mit einer<br />

Metallschiene oder verkleben diese. Das Fraunhofer-Institut<br />

IWM im süddeutschen Freiburg hat<br />

nun ein Verfahren entwickelt, mit denen sich Glasscheiben<br />

mit einem 90-Grad-Knick um die Ecke biegen lassen. Anders<br />

als bei herkömmlichen Biegeverfahren leidet die optische<br />

Qualität des Glases dabei nicht.<br />

Es gibt schon heute Maschinen, auf denen Glas gebogen<br />

wird. Mit diesen sind jedoch keine 90°-Winkel möglich, zudem<br />

büsst das Glas auf diesen an optischer Qualität ein.<br />

Denn um eine Scheibe zu biegen, muss eine fertige erneut<br />

erhitzt <strong>und</strong> dadurch weich gemacht werden. Da diese dabei<br />

in Metallformen in der Maschine liegt, verformt sich das<br />

Glas an den Auflagepunkten. Im erkalteten Glas bleiben<br />

schwache Abdrücke sichtbar, die später auffallen. Hinzu<br />

kommt, dass sich an der Glasoberfläche durch den Umformprozess<br />

Wellen bilden.<br />

Das IWM-Team umgeht diese Probleme mit einem eigens<br />

entwickelten Spezialofen. Während des Biegeprozesses<br />

wird nicht die gesamte Scheibe so stark erhitzt, dass sie<br />

weich wird, sondern nur der Bereich, in dem das Glas gebogen<br />

werden soll. Das erledigt ein Laser, dessen intensive<br />

Strahlung mit Spiegeln über die Biegestelle geführt wird.<br />

Dazu wird der Ofen auf r<strong>und</strong> 500 Grad knapp unter dem Glasübergangspunkt<br />

vorgeheizt. Die Scheibe wird dabei so im<br />

Ofen platziert, dass sie an der zukünftigen Biegung keinen<br />

Kontakt zur Unterlage hat. Erhitzt der Laser in diesem Bereich<br />

das Glas, biegt sich die Platte aufgr<strong>und</strong> der Schwerkraft<br />

von allein nach unten. Da nicht die ganze Scheibe bis<br />

zum Weichwerden erhitzt wird, entstehen an den Auflagepunkten<br />

keine Druckstellen. Die Glasscheibe bleibt ausser<br />

an der Biegestelle perfekt glatt.<br />

www.iwm.fraunhofer.de<br />

Mit dem neuen Glasbiegeverfahren hergestellter Prototyp<br />

einer Isolierglasscheibe. Bild: Fraunhofer IWM<br />

#<strong>005</strong> 19


NACHRICHTEN<br />

Forscher des Imperial<br />

College London <strong>und</strong> der<br />

Empa arbeiten zusammen,<br />

um Roboter aus modernen<br />

Materialien zu bauen <strong>und</strong><br />

mit ihnen Feldversuche in<br />

verschiedenen Umgebungen<br />

durchzuführen.<br />

Bild: Aerial Robotics<br />

Lab/Imperial College<br />

London<br />

Schwimmender Flugroboter<br />

Roboter, die von Wasser in Luft übergehen können,<br />

sind in bestimmten Situationen wünschenswert.<br />

Der Start erfordert jedoch viel Energie, was bei kleinen<br />

Robotern bislang schwierig zu erreichen war.<br />

Jetzt haben Forscher des «Imperial College London» ein System<br />

erf<strong>und</strong>en, das nur 0,2 Gramm Calciumcarbidpulver in<br />

einer Brennkammer benötigt. Der einzige bewegliche Teil ist<br />

eine kleine Pumpe, die Wasser aus der Umgebung einsaugt,<br />

in der sich der Roboter befindet, etwa ein See oder Ozean.<br />

Das Wasser wird dann in einer Reaktionskammer mit dem<br />

Calciumcarbidpulver zusammengebracht <strong>und</strong> erzeugt<br />

brennbares Acetylengas. Während sich das Gas entzündet<br />

<strong>und</strong> ausdehnt, drückt es das Wasser als Antriebsstrahl heraus,<br />

der den Roboter aus dem Wasser schiesst <strong>und</strong> in einen<br />

Gleitflug von bis zu 26 Metern bringt.<br />

Die Forscher testeten den Roboter im Labor, in einem See<br />

<strong>und</strong> in einem Wellentank <strong>und</strong> konnten dabei zeigen, dass er<br />

auch unter rauen Bedingungen von der Wasseroberfläche<br />

abheben kann. Die Neuentwicklung erzeugt eine Kraft, die<br />

dem 25-fachen seines Gewichts entspricht. Daher steigt die<br />

Wahrscheinlichkeit, dass der Roboter die Wellen überwinden<br />

<strong>und</strong> tatsächlich abheben kann. Der nur 160 Gramm<br />

leichte Roboter kann nach dem Nachfüllen seines Wassertanks<br />

mehrfach hüpfen. Dies könnte es ihm ermöglichen,<br />

ohne zusätzliche Energieversorgung auf dem Wasser zu<br />

schwimmen <strong>und</strong> an mehreren Stellen Proben zu entnehmen,<br />

was im Vergleich zu einem elektrisch angetriebenen Roboter<br />

über grössere Entfernungen erheblich Energie spart.<br />

www.imperial.ac.uk<br />

20 #<strong>005</strong>


Dehnbare Dünnfilm-Batterie<br />

Die Elektronikbranche setzt immer mehr auf<br />

Computer oder Smartphones mit falt- oder rollbaren<br />

Bildschirmen. Diese werden meist über eine<br />

Lithiumionenbatterie versorgt, die aber zu schwer<br />

<strong>und</strong> rigid für Anwendungen in flexiblen Geräten ist. Abhilfe<br />

für dieses Problem wollen Markus Niederberger, Professor<br />

für Multifunktionsmaterialien an der ETH Zürich, <strong>und</strong> sein<br />

Team schaffen. Gemeinsam haben sie den Prototyp einer<br />

flexiblen Dünnfilm-Batterie entwickelt, die sich biegen,<br />

dehnen oder gar verdrehen lässt, ohne dass die Stromversorgung<br />

abbricht.<br />

Kernstück dieser Batterie ist der Elektrolyt, durch den sich<br />

die Lithium-Ionen beim Entladen oder Laden der Batterie<br />

bewegen müssen. Die Stromsammler für die Anode <strong>und</strong> die<br />

Kathode bestehen aus einem dehnbaren Kunststoff, der<br />

elektrisch leitenden Kohlenstoff enthält. Dieser ist zugleich<br />

Aussenhülle. Auf die Innenseite des Kunststoffs trugen die<br />

Forschenden eine dünne Schicht aus winzigen Silberflocken<br />

auf. Durch deren dachziegelartige Anordnung verlieren<br />

sie den Kontakt zueinander auch dann nicht, wenn der<br />

Kunststoff stark gedehnt wird. Geschieht das dennoch,<br />

fliesst der Strom – wenn auch schwächer – durch den kohlenstoffhaltigen<br />

Kunststoff.<br />

Separiert durch eine Trennschicht, legten die Wissenschaftler<br />

schliesslich die beiden Stromsammler mit den<br />

aufgebrachten Elektroden aufeinander <strong>und</strong> füllten die Lücke<br />

Die Batterie lässt sich verdrehen, dehnen <strong>und</strong> biegen, ohne dass der<br />

Stromfluss abbricht. Bilder: Gruppe Niederberger / ETH Zürich<br />

mit einem ungiftigen <strong>und</strong> unbrennbaren, auf Wasser basierenden<br />

Elektrolytgel. In dieses ist in hoher Konzentration<br />

Lithiumsalz eingebracht, das nicht nur die Wanderung der<br />

Lithiumionen zwischen Kathode <strong>und</strong> Anode während des<br />

Ladens <strong>und</strong> Entladens ermöglicht, sondern die elektrochemische<br />

Zersetzung des Wassers verhindert.<br />

Vor der Kommerzialisierung dieser Technologie gilt es<br />

aber noch die eine oder andere Hürde zu nehmen. Da die<br />

Batterie beispielsweise bislang zu wenig Elektrodenmaterial<br />

enthält, um ein Endgerät zu beliefern, muss in einem<br />

nächsten Schritt die Beladung mit Elektrodenmaterial erhöht<br />

werden.<br />

www.ethz.ch<br />

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höchste Präzision auch beim harten Einsatz in anspruchsvollen Aussenan wendungen.<br />

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#<strong>005</strong> 21


LOSGRÖSSE 1<br />

HIER BEGINNT<br />

DIE ZUKUNFT!<br />

22 #<strong>005</strong>


Vernetzte Produktion, auftragsbezogene<br />

Losgrösse 1 oder<br />

ganz einfach Smart Factory:<br />

Wer diese Zukunftsthemen<br />

anpacken will, der muss jetzt die<br />

Gr<strong>und</strong>lagen dazu legen. GF Machining<br />

Solutions hat diesen grossen Schritt<br />

seit Langem geplant <strong>und</strong> konnte nun<br />

nach zwei Jahren Bauzeit ein neues<br />

<strong>und</strong> modernes Werk in Biel eröffnen.<br />

GF Machining Solutions, eine Division<br />

von Georg Fischer, investierte r<strong>und</strong><br />

100 Millionen Franken, um nun auf<br />

einer Fläche von insgesamt 44 000 Quadratmetern<br />

ihre gesamte Schweizer<br />

Fräsmaschinen- <strong>und</strong> Laserproduktion<br />

zu vereinen. Das neue Gebäude dient<br />

auch als Divisionshauptsitz <strong>und</strong> bietet<br />

auf mehr als 13 000 Quadratmeter Fläche<br />

Platz für eine ausgeklügelte Produktion<br />

<strong>und</strong> Montage. Es verfügt neben<br />

einem Forschungs- <strong>und</strong> Entwicklungszentrum<br />

auch über ein modernes<br />

Anwendungszentrum. Andreas Müller,<br />

CEO von GF, betont: «Wir bekennen uns<br />

zu unseren Wurzeln <strong>und</strong> unserer Tradition<br />

als Technologie- <strong>und</strong> Innovationsführer.<br />

Swiss Made ist heute mehr<br />

als ein Beleg für eine bestimmte Herkunft.<br />

Als globale Marke steht die<br />

Bezeichnung für Qualität <strong>und</strong> Zuverlässigkeit.»<br />

GF Machining Solutions<br />

www.gfms.ch<br />

Vollständiger Bericht:<br />

#<strong>005</strong> 23


GASTKOMMENTAR<br />

MIT<br />

DIGITALISIERUNG ZUR<br />

LOSGRÖSSE 1<br />

Der Markt fordert vermehrt variable <strong>und</strong> individuell anpassbare Produkte.<br />

Wegen dieses Trends müssen sich die herstellenden Firmen auf durchgängige<br />

Prozesse konzentrieren , wofür die Digitalisierung Gr<strong>und</strong>voraussetzung ist.<br />

Gastkommentar<br />

von Dr. Robert Montau,<br />

Fernfachhochschule<br />

Schweiz FFHS<br />

Losgrösse 1 wird vielfach zur strategischen Zielsetzung<br />

erklärt, da Industrie 4.0 k<strong>und</strong>enindividuelle<br />

Sonderprodukte zum Preis von Standardangeboten<br />

ermöglicht. Im Zeitalter von Globalisierung <strong>und</strong> Digitalisierung<br />

wird es für die Wettbewerbsfähigkeit immer<br />

wichtiger, die K<strong>und</strong>enerwartung nach variablen, individuell<br />

anpassbaren Produkten zu erfüllen. Geschäftsprozesse verlagern<br />

sich ins Internet, wo mit Konfiguratoren vermehrt<br />

personalisierte Produkte generiert werden, die möglichst<br />

automatisiert <strong>und</strong> effizient produziert werden sollen. Realisierbar<br />

wird dies nur mit durchgängigen Prozessen, wofür<br />

die Digitalisierung Gr<strong>und</strong>voraussetzung ist.<br />

In den Fokus rückt somit die Losgrösse als Menge gleicher<br />

Teile eines Fertigungsauftrages, die ohne Unterbrechung<br />

nacheinander produziert wird. Mit steigender Losgrösse<br />

sinken die Rüstaufwände, gegenläufig vergrössern sich<br />

Lageraufwände <strong>und</strong> Durchlaufzeiten, wofür sich situativ die<br />

optimale Losgrösse bestimmen lässt (ergibt Werte > 1).<br />

Enge Verzahnung der Prozesse<br />

Heute führt der Wettbewerbsdruck jedoch zu breiteren<br />

Produktspektren mit grösserer Variantenvielfalt, wofür<br />

zwangsläufig die Lagermengen reduziert werden müssen<br />

bis irgendwann eine Produktion auf Lager (Make-to-Stock)<br />

nicht mehr möglich ist. Hieraus resultiert die Notwendigkeit<br />

von Build-to-Order-Konzepten <strong>und</strong> der Trend zu<br />

Losgrösse 1. Dies betrifft nicht nur die Produktion zur Vernetzung<br />

von Maschinen mit IT-Systemen, sondern erfordert<br />

eine enge Verzahnung der Prozesse über Planung, Entwicklung,<br />

Verkauf, Einkauf, Logistik <strong>und</strong> Produktion.<br />

Bei variantenreicher Produktion <strong>und</strong> für heutige Nachweispflichten<br />

sind die traditionellen Rückmeldungen in ERP am<br />

Auftragsende beziehungsweise pro Schicht nicht mehr<br />

ausreichend, weshalb für das Produktionsmanagement<br />

vielfach MES-Systeme zum Einsatz kommen mit leistungsfähiger<br />

Online-Maschinendatenerfassung.<br />

Komplexe Prozesse wirtschaftlich beherrschen<br />

Additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) bringen eine grosse<br />

Flexibilität, da Rüstzeiten entfallen. Der Engpass ist oft<br />

die Datenversorgung aus den PLM-Entwicklungssystemen,<br />

insbesondere bei Engineer-to-Order-Prozessen.<br />

RFID-Tags am Werkstück ersetzen zunehmend klassische<br />

Begleitpapiere. Da Maschinen <strong>und</strong> Roboter diese direkt auslesen<br />

können, finden solche Smart Objects selbstständig<br />

ihren Weg durch die digitale Fabrik. Für die Kommissionierung<br />

kommen vermehrt Ware-zur-Person-Prinzipien mit<br />

Shuttle-Systemen zum Einsatz.<br />

Die Herausforderungen liegen in der wirtschaftlichen Beherrschung<br />

der komplexeren Prozesse sowie der Einbindung<br />

historischer Insellösungen <strong>und</strong> manueller Eingriffe in<br />

einen integrativen Systemverb<strong>und</strong>.<br />

Die digitale Transformation ist somit der Schlüssel zur<br />

Flexibilisierung bis hin zur Losgrösse 1, der infolge immer<br />

kürzerer Lieferzeiten (Same Day-Delivery) bei grösseren<br />

Sortimenten <strong>und</strong> kleineren Lagern strategische Bedeutung<br />

zukommt.<br />

Autor: Dr. Robert Montau, Dozent im Studiengang MAS<br />

Industrie 4.0 an der Fernfachhochschule Schweiz<br />

24 #<strong>005</strong>


Sichere Datenübermittlung<br />

für sensitive Daten.<br />

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LOSGRÖSSE 1<br />

EINE REISE<br />

ZU DEN DIGITALEN<br />

VORREITERN<br />

Immer mehr Firmen setzen sich mit dem Thema «Digitalisierung» auseinander <strong>und</strong><br />

arbeiten an schlankeren <strong>und</strong> digitalisierten Prozessen. Ihr Ziel: individuelle K<strong>und</strong>en wünsche<br />

erfüllen zu können. Wir haben auf einer Studienreise drei solcher Firmen besucht.<br />

Von Eugen Albisser<br />

Es gibt in der Schweiz viele<br />

wissbegierige Fachleute. Einige<br />

von ihnen sah man kürzlich<br />

in Zürich in einen Bus<br />

einsteigen <strong>und</strong> Richtung Ostschweiz<br />

davonfahren. Nach Kaltbrunn zuerst,<br />

um genau zu sein. An der Windschutzscheibe<br />

des Buses klebte ein bedrucktes<br />

Blatt, «Industrie 2025» stand<br />

darauf. Das ist die Plattform «zur Information,<br />

Sensibilisierung, Vernetzung<br />

<strong>und</strong> Förderung Schweizer Unternehmen<br />

r<strong>und</strong> um Themen aus Industrie<br />

4.0» wie es auf der Webseite heisst –<br />

<strong>und</strong> diese von mehreren Verbänden<br />

getragene Plattform hatte diese Studienreise<br />

organisiert. Gerade im Hochlohnland<br />

Schweiz wäre eine solch vernetzte<br />

Produktion <strong>und</strong> die Annäherung<br />

an Losgrösse 1 ein Gewinn. Sie sind<br />

nicht nur effizienter, sondern sind<br />

flexibel genug aufgebaut, um auch<br />

schneller auf Markttrends reagieren<br />

zu können. Doch wie lernt man «zu<br />

digitalisieren»? Ein Weg führt zum<br />

Beispiel von Kaltbrunn nach Wetzikon<br />

<strong>und</strong> dann nach Frauenfeld – denn<br />

am besten schaut man zuerst in die<br />

Produktionshallen bei den digitalen<br />

Vorreitern.<br />

26 #<strong>005</strong>


EMDE: DIE VORHANDENEN<br />

TECHNOLOGIEN NUTZEN<br />

Erster Halt: Kaltbrunn. Hier steht eine<br />

Firma, die betreffend Industrie 4.0 einiges<br />

zu zeigen hat. Die Blechbearbeitungsfirma<br />

eMDe ist zwar noch jung,<br />

reihte sich aber schnell unter die Fortschrittlichsten<br />

ihres Faches. Mittels<br />

einer vernetzen Produktion gelang<br />

ihnen ein schneller <strong>und</strong> unkomplizierter<br />

Blechbearbeitungsservice. Dabei<br />

hatten die beiden Gründer, Marco Wüst<br />

<strong>und</strong> Dominik Weibel, einen entscheidenden<br />

Vorteil auf ihrer Seite. Sie<br />

konnten ihre Firma auf grüner Wiese<br />

aufbauen, wie man sagt, in einer alten<br />

Fabrikhalle zwar, aber fernab festgefahrener<br />

Prozesse.<br />

Lösungen liegen zum Einsatz bereit<br />

Was aber braucht es, um eine schnelle<br />

<strong>und</strong> unkomplizierte Blechbearbeitung<br />

aufzustellen, die es ermöglicht, auch<br />

Unikate ohne Mehraufwand <strong>und</strong> Zeitverlust<br />

durch den Prozess zu schleusen?<br />

Vor allem eine konsequente Digitalisierung,<br />

bei der vom Onlineshop bis<br />

zur Auslieferung nur Daten durch die<br />

Fabrikhalle fliessen. Dominik Weibel<br />

<strong>und</strong> Marco Wüst gingen dabei extrem<br />

pragmatisch vor: «Wir wählten aus den<br />

unzähligen Möglichkeiten, die es auf<br />

dem Markt gab, jene aus, die uns am<br />

meisten halfen <strong>und</strong> fügten sie für uns<br />

optimal zusammen», sagt Dominik<br />

Weibel. In der Werkshalle in Kaltbrunn<br />

setzt man zum Grossteil auf Trumpf:<br />

Bei den Maschinen sowieso. Lasermaschinen<br />

<strong>und</strong> Abkantpressen sind<br />

von Trumpf, aber auch die Software<br />

für die Steuerung <strong>und</strong> Überwachung<br />

der gesamten Fertigung inklusive der<br />

3D-Konstruktion <strong>und</strong> Programmierung<br />

von Laser-, Stanz- <strong>und</strong> Biegemaschinen.<br />

Doch das reichte noch nicht. Um<br />

den Traum von einem papierlosen Betrieb<br />

<strong>und</strong> einer vernetzten Produktion<br />

wahrzumachen, integrierte eMDe weitere<br />

Tools wie ein Standard-CRM <strong>und</strong><br />

eine Software, mit der sie ihren K<strong>und</strong>en<br />

eine Ticketlösung anbieten kann, wie<br />

man es aus der IT-Branche kennt.<br />

Sofort loslegen mit dem Auftrag<br />

So aufgestellt ist es möglich, Offerten<br />

automatisch <strong>und</strong> innerhalb von Sek<strong>und</strong>en<br />

zu erstellen <strong>und</strong> wenn die Auftragszusage<br />

per Klick bestätigt wird,<br />

reiht sich der Auftrag sofort in die Reihe<br />

der anstehenden Arbeiten ein. «Wir<br />

legen gleich los <strong>und</strong> stapeln keine Aufträge»,<br />

sagt Weibel. Ein Auftrag mit<br />

Losgrösse 100 wird also gleichbehandelt<br />

wie einer mit Losgrösse 1. Pro Tag<br />

arbeitet das Team 30 bis 50 Aufträge<br />

ab. Überall in der Fertigung sind Bildschirme<br />

angebracht, die anzeigen,<br />

welcher Auftrag als nächster kommt.<br />

Die werden stoisch abgetragen, einer<br />

nach dem andern – <strong>und</strong> der K<strong>und</strong>e<br />

kann, wenn er denn möchte, vom Büro<br />

aus einloggen <strong>und</strong> schauen, wo sein<br />

Auftrag momentan steht. Die Digitalisierung<br />

brachte auch diesen K<strong>und</strong>enservice<br />

hervor – sozusagen als erweitertes<br />

Produkt.<br />

«Manchmal bin ich selbst fassungslos,<br />

dass wir es geschafft haben<br />

mit unserer Idee», meint Dominik Weibel.<br />

«Aber ich kann allen nur raten,<br />

den Schritt in die Digitalisierung zu<br />

machen. Wir haben das Rad nicht neu<br />

erf<strong>und</strong>en, sondern nur die einzelnen<br />

vorhandenen Teile für uns optimal zusammengesetzt.»<br />

Erkenntnisse<br />

– Viele Technologien sind bereits<br />

vorhanden – nutzen Sie sie.<br />

– Ein Ticketsystem kanalisiert die<br />

Arbeiten <strong>und</strong> bringt Übersicht<br />

– Neue Dienstleistungen dank<br />

Digitalisierung. Z. B. Direkte<br />

Einsicht der K<strong>und</strong>en am Auftragsablauf<br />

››<br />

#<strong>005</strong> 27


LOSGRÖSSE 1<br />

EUGEN SEITZ:<br />

OHNE LEAN KEIN DIGITAL<br />

Was in Kaltbrunn verblüffte, der Pragmatismus,<br />

werden die Teilnehmer der<br />

Studienreise nun bei zwei weiteren<br />

Firmen ebenfalls antreffen. Vielleicht<br />

nicht in derselben Tiefe, aber in der<br />

Breite. Der Ventilhersteller Eugen<br />

Seitz AG in Wetzikon produziert Ventile<br />

zur Herstellung von PET-Flaschen,<br />

zum Starten von Grossmotoren, für<br />

Kernkraftwerke, Gasturbinen <strong>und</strong><br />

Gastankstellen. Ein gewisser Teil davon<br />

sind Einzelanfertigungen oder<br />

werden in Kleinserien geordert. Alle<br />

Aufträge werden direkt auf K<strong>und</strong>enbestellung<br />

ausgeführt, mit Ausnahme<br />

einiger vom K<strong>und</strong>en verlangten<br />

Pflichtlagerteile werden keine Ventile<br />

an Lager gehalten. Um die Produktion<br />

zu vereinfachen, bestehen viele Produkte<br />

aus standardisierten Modulen.<br />

Dank schlanker Prozesse, höchstem<br />

Automatisierungsgrad <strong>und</strong> durchgehender<br />

Digitalisierung können Bestellungen<br />

so innert weniger Tage ausgeliefert<br />

werden.<br />

Konsequent in Richtung Industrie 4.0<br />

Unterstützt durch die Aktionärs familie<br />

führte Seitz schon vor der Jahrtausendwende<br />

KVP-Prozesse ein <strong>und</strong> optimierte<br />

die bestehenden Infrastrukturen<br />

<strong>und</strong> Abläufe. Ab 2006 wurde die<br />

Verschlankung der Prozesse konsequent<br />

in Richtung «Lean Management/<br />

Enterprise» vorangetrieben: 2011 wurde<br />

die Eugen Seitz AG dafür mit dem<br />

Swiss Lean Award ausgezeichnet. Als<br />

nächster Schritt folgte die durchgehende<br />

Digitalisierung. 2014 wurde ein<br />

5-Achs-Bearbeitungscenter mit Roboterzelle,<br />

Leitsystem <strong>und</strong> ERP-Anbindung<br />

installiert. Unter dem Motto<br />

«Vom Verkauf direkt in die Maschine»<br />

arbeitet die Anlage r<strong>und</strong> um die Uhr,<br />

einen Grossteil der Zeit auch mannlos,<br />

webbasiert überwacht über mobile Geräte.<br />

2017 kommt ein ebenfalls voll digitalisiertes<br />

<strong>und</strong> in die Prozesse eingeb<strong>und</strong>enes<br />

Drehcenter dazu. Die Ventile<br />

werden manuell <strong>und</strong> semi-automatisch<br />

in Produktionsinseln montiert.<br />

Die detaillierten Anleitungen dazu<br />

sind auf dem Server abgelegt <strong>und</strong> können<br />

– auch als animierte 3D-Darstellungen<br />

– in Echtzeit am Bildschirm<br />

aufgerufen werden.<br />

Lernreisen <strong>und</strong> ihre Umsetzung in<br />

Wetzikon<br />

Bei Seitz will man zu den Pionieren<br />

gehören, die selber neue Prozess- <strong>und</strong><br />

Organisationsstrukturen entwickeln.<br />

Unternehmen, in denen nachhaltige<br />

Verbesserungen realisiert werden, die<br />

neue Systeme einführen <strong>und</strong> produktiv<br />

betreiben, werden intensiv verfolgt.<br />

Seitz lässt sich deshalb vom Fraunhofer-Institut<br />

für Produktionstechnik <strong>und</strong><br />

Automatisierung IPA in Stuttgart <strong>und</strong><br />

der Stuttgarter Produktionsakademie<br />

beraten. In individuellen Workshops,<br />

Besuchen in der «Zukunftsfabrik» Arena2036<br />

<strong>und</strong> verschiedenen «Lernreisen»<br />

durch innovative Unternehmen,<br />

sammeln Kadermitglieder <strong>und</strong> Schlüsselmitarbeitende<br />

von Seitz neue Ideen,<br />

verschaffen sich einen Überblick über<br />

neue Ansätze <strong>und</strong> diskutieren eine allfällige<br />

praktische Umsetzung im eigenen<br />

Betrieb.<br />

Geänderte Anforderungen an<br />

Mitarbeitende<br />

Die Automatisierung <strong>und</strong> das hohe<br />

Niveau der Digitalisierung haben<br />

sich auch auf die Belegschaft ausgewirkt:<br />

Repetitive Tätigkeiten wurden<br />

vollständig beseitigt; die Manpower<br />

wurde frei für den Einsatz in Verbesserungsprozessen<br />

<strong>und</strong> in der Entwicklung.<br />

Nicht der Ersatz oder Abbau<br />

der Mitarbeitenden war das Ziel, sondern<br />

der sinnvollere Einsatz. So konn-<br />

28 #<strong>005</strong>


ten beispielsweise das Lieferantenmanagement<br />

<strong>und</strong> die K<strong>und</strong>enpflege<br />

verbessert <strong>und</strong> intensiviert werden.<br />

Verschiedene Angestellte in der Produktion<br />

bekleiden heute ganz andere<br />

Funktionen als früher; die Umstellung<br />

auf «Lean», die Digitalisierung <strong>und</strong> die<br />

intensive interne Schulung haben in<br />

vielen Fällen völlig neue Karrieremöglichkeiten<br />

eröffnet.<br />

Erkenntnisse<br />

– Wissensaufbau auf dem Gebiet<br />

von Lean ist wichtig<br />

– Lean kommt vor digital<br />

– Der Wandel bringt völlig neue<br />

Karrieremöglichkeiten hervor<br />

– Produkte aus standardisierten<br />

Modulen entwickeln<br />

BAUMER – DIE VIELFALT<br />

BEHERRSCHEN<br />

Von Seitz geht die Reise weiter zum<br />

dritten Unternehmen. Nun wird es<br />

noch grösser, aber immer noch handelt<br />

es sich um einen Familienbetrieb.<br />

Der Sensorhersteller Baumer hat weltweit<br />

2700 Mitarbeiter <strong>und</strong> ist stolz auf<br />

seine Fertigungstiefe in Frauenfeld,<br />

wo die Firma ihren Sitz hat. Neben<br />

einer mechanischen CNC-Fertigung<br />

verfügen die Thurgauer auch über eine<br />

elektronische Fertigung, wo unter anderem<br />

bestückte Leiterplatten hergestellt<br />

werden.<br />

Aber nicht nur die Fertigungstiefe ist<br />

imposant, sondern auch die Variantenvielfalt.<br />

Selbst ein einfacher Sensor<br />

kann schnell Tausende von Varianten<br />

besitzen. «Und wenn wir in Kürze einen<br />

Onlineshop zum Selber-Konfigurieren<br />

von Sensoren einführen, dann wird<br />

diese Auswahl noch zunehmen», sagt<br />

Verkaufsleiter Thomas Ehrat. Dabei sei<br />

nicht der Onlineshop die Herausforderung,<br />

sondern die dahinterliegenden<br />

Prozesse. Denn Baumer kann nicht für<br />

tausende von Produktvarianten alles<br />

bereits vorbereitet haben. Produktionsdaten,<br />

Arbeitspläne, Parameter, Prüfprogramme<br />

bis hin zu den Anleitungen<br />

<strong>und</strong> was alles zur Fertigung <strong>und</strong> Versand<br />

gehört, wird erst in dem Moment<br />

automatisch vom System aufgr<strong>und</strong> der<br />

Basisdaten erstellt, wenn der Auftrag<br />

beginnt. Für das Baumer-Team bedeutete<br />

dies, im Vorfeld die Logik <strong>und</strong><br />

Stammdaten einwandfrei <strong>und</strong> modular<br />

aufzubauen. «Das ist ein nicht zu unterschätzender<br />

Aufwand», sagt Ehrat. Ein<br />

Teil davon ist, dass möglichst alle Daten<br />

einer Single Source zugeschrieben<br />

Auf zur «Losgrösse<br />

1»-Reise?<br />

Es gibt unter anderem von Industrie<br />

2025 einige Tools, die den Einstieg<br />

erleichtern auf dem Weg zur Losgrösse<br />

1. Zu erwähnen sind vor allem<br />

der Quickstarter <strong>und</strong> Opportunity.<br />

Quickstarter<br />

Für den sanften <strong>und</strong> erleichterten<br />

Einstieg in die digitale Welt wurde<br />

der «Quickstarter 2025» entwickelt.<br />

Mit seiner Schritt-für-Schritt-Philosophie<br />

hilft er strukturiert <strong>und</strong><br />

ressourcenschonend erste Digitalisierungsprojekte<br />

zu identifi zieren<br />

<strong>und</strong> umzusetzen. Das Unternehmen<br />

ist dabei frei, ob es bei der Anwendung<br />

des Quickstarter 2025 Support<br />

durch Experten braucht oder nicht.<br />

(Textquelle: Industrie 2025)<br />

Opportunity<br />

Das Vorgehensmodell des «Opportunity<br />

2025» erlaubt es produzierenden<br />

KMU in das Thema der Geschäftsmodellinnnovation<br />

einzutauchen.<br />

Ein Baukasten hilft, mögliche typische<br />

Geschäftsmodelle für das eigene<br />

Unternehmen zu identifi zieren.<br />

#<strong>005</strong> 29


LOSGRÖSSE 1<br />

werden können, um sie standardisiert<br />

<strong>und</strong> für andere Systeme verfügbar zu<br />

machen. «Ausserdem mussten wir die<br />

Konstrukteure dahin bringen, die Produkte<br />

so zu optimieren, dass man sie<br />

auch optimiert produzieren kann», sagt<br />

Thomas Ehrat.<br />

Mannlose Wochenenden kein<br />

Problem<br />

Die Firma Baumer hat ein grosses Ziel:<br />

Kleine Losgrössen ebenso schnell <strong>und</strong><br />

wirtschaftlich produzieren zu können<br />

wie grosse. Stillstandzeiten müssen<br />

kurz <strong>und</strong> die Montage im Fluss sein.<br />

Ein strategisches Ziel von Baumer ist<br />

es, innerhalb von drei Tagen einen<br />

Sensor komplett zu erstellen <strong>und</strong> ausliefern<br />

zu können. Diese Auslieferzeit<br />

soll bei ausgewählten Produkten bis<br />

2020 <strong>und</strong> über das Standardport folio<br />

bis 2025 erreicht werden. Die Fertigung<br />

<strong>und</strong> Montage sind zum Grossteil<br />

bereits darauf ausgerichtet.<br />

Die CNC-Fertigung wurde so getrimmt,<br />

dass fast keine manuellen<br />

Tätigkeiten mehr existieren. Die Maschinen<br />

produzieren am Wochenende<br />

mannlos <strong>und</strong> durchgehend. Um die<br />

Qualität hoch zu halten, sind stabile<br />

Prozesse mit automatischer Werkstück-<br />

<strong>und</strong> Werkzeugvermessung notwendig.<br />

Hinzu kommt eine sortenreine<br />

Disposition mit Rüstmatrix <strong>und</strong><br />

kurze Rüstzeiten gelingen mit Standardtools<br />

im Werkzeugspeicher. Die<br />

mannarme Produktion wiederum gelingt<br />

auch dank einer maschinellen<br />

Entgrattechnik. Die einzigen manuellen<br />

Tätigkeiten am Anfang <strong>und</strong> am<br />

Ende der Produktion: Die CNC-Maschinen<br />

müssen mit Rohmaterial befüllt<br />

werden <strong>und</strong> am Schluss wird das Teil<br />

in den Sensor verbaut.<br />

Sogar Schulungsstand wird überprüft<br />

Vor allem die letztgenannte manuelle<br />

Tätigkeit ist nicht zu unterschätzen<br />

<strong>und</strong> wie bei Eugen Seitz hat auch<br />

Baumer planerisch <strong>und</strong> finanziell einiges<br />

in One-Piece-Flow-Arbeitsplätze<br />

investiert. Die Fertigungsinseln sind<br />

digitalisiert, schlank, äussert effizient<br />

<strong>und</strong> wenn möglich werden automatisierte<br />

Abläufe eingesetzt. Kommt ein<br />

Mitarbeiter zum Beispiel zum Montageplatz,<br />

wird zuerst sein Schulungsstand<br />

überprüft. Falls sein Wissen für<br />

das zu montierende Produkt noch<br />

nicht vorhanden oder veraltet ist, wird<br />

die Person sogleich geschult oder ihr<br />

gezeigt, was sich in der Zwischenzeit<br />

geändert hat.<br />

Automatisch angezeigt werden auch<br />

die Montageschritte, die einzusetzenden<br />

Materialien – <strong>und</strong> die Maschinen<br />

passen sich der Körpergrösse des Mitarbeiters<br />

an. Auch die Parameter für<br />

die Betriebsmittel stellen sich selbstständig<br />

ein für die automatisierten<br />

Schritte wie das Pressen, Kleben, Ultraschallschweissen<br />

<strong>und</strong> bei der Endprüfung<br />

liegen bereits alle Prüfdaten<br />

bereit. «Auf diese Weise können wir 25<br />

Stück von einem Sensor fertigen, aber<br />

auch nur einen. Einen Unterschied bemerken<br />

wir dabei fast nicht mehr»,<br />

meint Thomas Ehrat.<br />

Erkenntnisse<br />

– Aufbau der Daten muss modular<br />

sein<br />

– Entwickler müssen eine Modularität<br />

der Produkte finden<br />

30 #<strong>005</strong>


– Stabile <strong>und</strong> automatisierte Prozesse<br />

in der Fertigung erstellen<br />

– Bei Montageinseln entscheiden<br />

auch Details. Z.B. Maschinen, die<br />

sich automatisch an die Montageparamater<br />

des jeweiligen Produktes<br />

anpassen<br />

www.baumer.com<br />

www.emde-blechfabrik.ch<br />

www.seitz.ch<br />

Abschnitt<br />

«Eugen Seitz»<br />

Der von «Technik <strong>und</strong> Wissen»<br />

erstellte Abschnitt über «Eugen Seitz»<br />

konnte nicht rechtzeitig freigegeben<br />

werden. Deshalb befi ndet sich an<br />

dieser Stelle ein Ausschnitt aus einem<br />

von «Industrie 2025» veröffentlichten<br />

Bericht über die gleiche Thematik.<br />

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Das lange Kabel fällt weg – Sie verfügen über<br />

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<strong>und</strong> Zustimmtaster sind integriert<br />

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www.sigmatek-automation.ch


Im Gespräch mit den Fabrikplanern Erich Schmid & Christian Kalt<br />

«WIR PLANEN IMMER<br />

NACH LOSGRÖSSE 1»<br />

32 #<strong>005</strong>


Effiziente Prozesse in der Produktion sind kein Zufall. Erich Schmid <strong>und</strong> Christian Kalt<br />

von der Resoplan AG weisen Unternehmen den Weg zur optimierten Fertigung.<br />

Von Markus Back (Text) <strong>und</strong> Susanne Seiler (Fotos)<br />

Sie sind Fabrikplaner.<br />

Was macht ein Fabrikplaner genau?<br />

Kalt: Im Kern geht es darum, dass wir in Unternehmen<br />

die Prozesse analysieren <strong>und</strong> diese<br />

mit unseren eigenen Beobachtungen ergänzen. Damit<br />

allein ist es natürlich nicht getan. Anschliessend überprüfen<br />

wir den Techno logieeinsatz, weil es für viele KMU<br />

oftmals sehr schwierig ist, die nächsten Technologieschritte<br />

abzuschätzen. Zwar können die Verantwortlichen in<br />

diesen Firmen meist sehr viel mit gewissen Modebegriffen<br />

verbinden, wissen aber nicht, was diese letztendlich in der<br />

Umsetzung bedeuten. Daher hinterfragen wir abschliessend<br />

nochmals sämtliche Prozesse mit den klassischen<br />

Lean-Management-Techniken, bevor wir einen Umbau oder<br />

Neubau planen. Geschieht das nicht, besteht die Gefahr,<br />

dass die Produktion eins zu eins kopiert wird <strong>und</strong> keine<br />

Effizienzgewinne erzielt werden.<br />

Schmid: Ich habe gerade einen Fall, für den ich vor drei<br />

Jahren eine Offerte abgab <strong>und</strong> dann zunächst nichts mehr<br />

hörte. Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf <strong>und</strong><br />

es hiess, die Fabrik sei nun fertig <strong>und</strong> ich solle doch einmal<br />

vorbeikommen, weil etwas nicht aufgehe. Vor Ort zeigte<br />

sich, dass so, wie geplant wurde, es nicht funktionieren<br />

kann. Nun muss diese Firma nochmals über die Bücher<br />

<strong>und</strong> zusätzliches Geld in die Korrekturen investieren.<br />

Wer also im Vorfeld auf eine Analyse verzichtet, bezahlt<br />

unter Umständen hinterher teuer dafür, weil er umbauen<br />

oder im schlimmsten Fall nochmals neu bauen muss?<br />

Schmid: Oder er hat einen schönen Neubau, aber die<br />

gleichen Probleme wie zuvor. Meine Erfahrung ist, dass<br />

vielfach gerne in Beton investiert wird, nicht aber in<br />

den Prozess oder die Technologie, weil man den Nutzen<br />

dahinter nicht direkt sieht. Genau diesen zeigen wir<br />

mit unseren Analysen auf.<br />

Können Sie an einem Beispiel erklären, was Sie da genau<br />

analysieren?<br />

Kalt: Wir waren kürzlich in einer Firma, in der sich das<br />

Material in der Produktion nur so stapelte. Eine erste<br />

Analyse ergab, dass sich in dieser fast ein Jahresumsatz<br />

an Warenbeständen befand. Hier galt unser erstes Augenmerk<br />

der Produktionsplanung <strong>und</strong> der -steuerung der<br />

Aufträge – <strong>und</strong> zwar über die komplette Wertschöpfungskette<br />

hinweg. Ursache für diesen hohen Warenbestand<br />

in der Fertigung war übrigens eine vollkommen falsche<br />

Annahme! Man war der Ansicht, dass das Rüsten produktive<br />

Arbeitszeit auf der Maschine kostet, was aber<br />

letzt endlich zu einem extrem hohen Ausschlag in den<br />

Bestandskurven führte.<br />

Schmid: Ein weiteres Problem in diesem Beispiel ist<br />

der Umstand, dass die K<strong>und</strong>en in immer kürzeren Zyklen<br />

bestellen, die Durchlaufzeit aber drei Monate dauert.<br />

Dadurch hat dieses Unternehmen sehr viele Aufträge in<br />

der Produktion, kann aber trotzdem nicht liefern. Diese<br />

Herausforderung lässt sich nur mit einer Reduktion der<br />

Losgrösse in den Griff bekommen.<br />

Wenn sich fast ein Jahresumsatz an Warenbestand<br />

in der Produktion befindet, kann eine Konjunkturabkühlung<br />

auch schnell in die Insolvenz führen.<br />

Wie lautet Ihr Rat?<br />

Schmid: Viele KMU sind klassisch fertigungsorientiert<br />

aufgebaut, beispielsweise mit Fräsen, Drehen, Schleifen<br />

<strong>und</strong> so weiter. Das bedarf viel Koordination <strong>und</strong> ist zeitaufwendig.<br />

Mit einer Inselfertigung muss dagegen nur noch<br />

der Eingangs- <strong>und</strong> der Ausgangspunkt, nicht aber mehr<br />

jede einzelne Maschine gesteuert werden. Gelingt es dann<br />

auch noch, die Durchlaufzeiten zu reduzieren, sind weniger<br />

Aufträge in der Produktion, was die Prozesssteuerung<br />

zusätzlich erleichtert. ››<br />

«Vielfach wird gerne<br />

in Beton investiert, nicht aber<br />

in den Prozess.»<br />

Erich Schmid, Geschäftsführer Resoplan AG<br />

#<strong>005</strong> 33


LOSGRÖSSE 1<br />

Die Inselfertigung ist demnach ein Pfeiler der modernen<br />

Fertigung. Welche weiteren Pfeiler braucht es in dieser?<br />

Schmid: Wichtig sind die Logistik <strong>und</strong> die Lean-Ausrichtung.<br />

Viele Firmen beschränken Letztere meist nur auf<br />

die einzelnen Arbeitsplätze, anstatt diese konsequent über<br />

das ganze Unternehmen inklusive der Lieferanten hinweg<br />

anzuwenden. Wenn ein KMU beispielsweise mit Gebinden<br />

von 20 Stück arbeitet, muss es auch seine Losgrösse <strong>und</strong><br />

alle weiteren Abläufe auf diese Gebinde anpassen. Es kann<br />

dann sogar sein, dass die Ausgestaltung des einzelnen<br />

Arbeitsplatzes überhaupt nicht mehr entscheidend für den<br />

Gesamtprozess ist.<br />

Kalt: Moderne Produktion bedeutet zudem einen geringeren<br />

Bestand in der Fertigung, weshalb Firmen <strong>und</strong> Systeme<br />

über Grenzen hinweg kommunizieren <strong>und</strong> denken müssen.<br />

Es bringt dem einzelnen Unternehmen nichts, wenn es alle<br />

Lesen Sie auf<br />

www.technik-<strong>und</strong>wissen.ch,<br />

was die<br />

Einführung neuer Prozesse<br />

für die Mitarbeiter bedeutet<br />

<strong>und</strong> wie die ideale<br />

Maschinenfabrik<br />

aussieht.<br />

seine Abläufe optimiert hat, aber das benötigte Material<br />

beispielsweise zum erforderlichen Zeitpunkt nicht pünktlich<br />

an der Rampe ist. Dieses Arbeiten über Grenzen<br />

hinweg setzt allerdings gegen seitiges Vertrauen voraus.<br />

Lassen Sie uns nochmals auf die Logistik zurückkommen.<br />

Wie gewährleisten Sie in dieser einen effizienten Fluss?<br />

Schmid: Durch deren Anordnung. Bei einem K<strong>und</strong>en<br />

haben wir beispielsweise die Logistik in der Mitte platziert,<br />

wodurch er überall hin kurze Wege hat. Die Kunst ist<br />

jedoch, diese so zu integrieren, dass eine schnelle Beschickung<br />

möglich ist.<br />

Kalt: Eine Effizienzsteigerung lässt sich auch durch<br />

eine Trennung von Logistik- <strong>und</strong> Produktionstätigkeiten<br />

erreichen. Heute geschieht vieles noch auf Zuruf, wodurch<br />

es immer wieder zu Unterbrechungen in der Fertigung<br />

kommt. Ein Kanbansystem mit sukzessivem Materialzufluss<br />

gestattet es den Mitarbeitern hingegen, sich voll<br />

<strong>und</strong> ganz auf die Produktion zu fokussieren.<br />

Was bremst sonst noch den Fluss?<br />

Schmid: Zu viele angefangene Aufträge innerhalb<br />

der Produktion. Vielfach stapeln sich vor der Maschine<br />

X Aufträge, was nichts bringt <strong>und</strong> es nur erschwert,<br />

eilige Aufträge vorzuziehen.<br />

Und wie löst man das Problem mit den gestapelten<br />

Aufträgen vor der Maschine am besten?<br />

Schmid: Mit einem Leitstand <strong>und</strong> dadurch, dass Aufträge<br />

nur dann in die Produktion gehen, wenn ein Fertigungsfluss<br />

garantiert ist. Wenn für einen Auftrag Teile fehlen,<br />

macht es überhaupt keinen Sinn, diesen in die Fertigung<br />

zu schleusen.<br />

Lassen Sie uns abschliessend noch kurz über Losgrösse 1<br />

sprechen. Inwieweit ist diese bei Ihrer täglichen Arbeit<br />

ein Thema?<br />

Kalt: Das ist wirklich von K<strong>und</strong>e zu K<strong>und</strong>e unterschiedlich.<br />

Manche haben sich damit überhaupt noch nicht befasst,<br />

andere sind hingegen schon sehr weit <strong>und</strong> haben sich<br />

bereits sehr viele Gedanken zum Thema gemacht.<br />

Ich bin aber überzeugt, dass dieses in den kommenden<br />

Jahren sehr viel stärker in den Fokus der Unternehmen<br />

rücken wird, da der Anteil an k<strong>und</strong>enindividuellen Produkten<br />

steigt <strong>und</strong> die Genauigkeit der Prognosen des<br />

zukünftigen Absatzes, aufgr<strong>und</strong> von Software-basierten<br />

Lösungen sukzessive zunimmt.<br />

Schmid: Wir selbst planen inzwischen jedes Projekt hin<br />

auf Fertigung in Losgrösse 1, einfach um den Wareneinsatz<br />

in der Produktion zu reduzieren. Allerdings bedeutet das<br />

nicht, dass diese automatisch auch die beste Lösung ist.<br />

Wir hatten schon Projekte, da zeigte sich, dass eine Fertigung<br />

in Losgrösse 10 günstiger als in Losgrösse 1 ist.<br />

Resoplan AG | www.resoplan.ch<br />

34 #<strong>005</strong>


Erich<br />

Schmid<br />

Nach einer Ausbildung<br />

in Betriebswirtschaft<br />

ging Erich Schmid in die<br />

Beratung, wo er sechs<br />

Jahre lang tätig war, bevor<br />

er sich vor 30 Jahren<br />

selbstständig machte.<br />

Durch seine Erfahrung<br />

bei ABB, das Unternehmen<br />

unterhielt zu dieser Zeit ein<br />

Team mit r<strong>und</strong> 50 Beratern,<br />

das auch externe Aufträge<br />

wahrnahm, verfügte er<br />

bereits über sehr gute<br />

Kontakte in die Branche.<br />

Dies erleichterte ihm<br />

den Start in die Selbstständigkeit<br />

<strong>und</strong> so baute der<br />

61-Jährige sein Einmannunternehmen<br />

langsam,<br />

aber sukzessive auf.<br />

Heute beschäftigt die Firma<br />

fünf Mitarbeiter.<br />

Christian<br />

Kalt<br />

Der Wirtschaftsingenieur<br />

startete nach dem Studium<br />

an der FHNW seine<br />

berufl iche Laufbahn bei<br />

Resoplan, wechselte<br />

aber bald in die Industrie,<br />

um seinen Horizont zu<br />

erweitern. So führte er<br />

bei einem Hersteller für<br />

Prozessautomation<br />

weltweit Kanbansysteme<br />

ein, befasste sich bei<br />

einem Medizinaltechnikunternehmen<br />

mit der<br />

Verkleinerung der<br />

Losgrössen <strong>und</strong> wechselte<br />

von dort in den öffentlichen<br />

Sektor, wo er ein grosses<br />

Umbauprojekt mit<br />

automatisiertem Lager<br />

<strong>und</strong> dazugehöriger<br />

Lagerverwaltungssoftware<br />

betreute. Seit Juni 2019<br />

ist er wieder für Resoplan<br />

tätig, wo er im kommenden<br />

Jahr die Nachfolge von<br />

Erich Schmid antreten wird.<br />

FAULHABER BHx<br />

Neue<br />

Antriebskraft<br />

in Ihren Händen<br />

Bei medizinischen Handstücken liegt<br />

eine Lösung mit leistungsstarken <strong>und</strong><br />

kompakten bürstenlosen DC Servomotoren<br />

der Serie 1660 BHx natürlich<br />

auf der Hand.<br />

faulhaber.com/p/bhx/de<br />

NEU<br />

WE CREATE MOTION


LOSGRÖSSE 1<br />

GRENZENLOSE<br />

KREATIVITÄT<br />

Bezüglich beherrschter Variantenvielfalt macht mymuesli aus dem<br />

süddeutschen Passau so schnell keiner etwas vor. Der Müsliliebhaber kann auf<br />

der Website aus über 80 Zutaten über 566 Billiarden Kombinationen mixen.<br />

TuW-Aktion!<br />

Mixen Sie Ihr<br />

individuelles Müsli.<br />

www.technik-<strong>und</strong>wissen.ch<br />

Ein Data-Matrix-Code auf der Müslidose lenkt diese durch die<br />

Abfüllanlage <strong>und</strong> lässt sie unter den Trichtern halten, in denen<br />

die bevorzugten Leckereien schlummern. Bilder: mymuesli<br />

36 #<strong>005</strong>


Von Markus Back<br />

Über die drei Gründer wurde<br />

bereits sehr viel geschrieben.<br />

Daher nur ein paar Sätze<br />

zur Geschichte des noch jungen<br />

Unternehmens. Es war im Sommer<br />

2<strong>005</strong> auf dem Weg zu einem Badesee,<br />

als ein Radiospot über Müsli die<br />

jungen Männer ins Grübeln geraten<br />

liess. Die Studenten waren sich nicht<br />

nur sicher, dass sie einen Werbespot<br />

besser hinbekommen würden, sondern<br />

es vor allem mit nur einem Müsli<br />

für die breite Masse nicht getan sei –<br />

die Idee zu mymuesli war geboren!<br />

Nach einer Marktanalyse ging das<br />

Portal am 30. April 2007 online.<br />

Die ersten Jahre mixten die Firmengründer<br />

die eingehenden Bestellungen<br />

noch von Hand in ihrer Wohngemeinschaft.<br />

Mit zunehmenden Erfolg<br />

geriet dieses Abfüllmodell jedoch an<br />

seine Grenzen <strong>und</strong> es bedurfte einer<br />

schnelleren <strong>und</strong> praktikableren Lösung.<br />

Ein befre<strong>und</strong>eter Maschinenbau-Ingenieur<br />

entwickelte dem Trio<br />

schliesslich die weltweit erste vollautomatisierte<br />

Abfüllanlage für Individual-Müslis,<br />

die 2011 in Betrieb ging.<br />

Die Funktion dieser Anlage ist denkbar<br />

einfach <strong>und</strong> daher so genial. Jede<br />

Bestellung erhält einen Data-Matrix-Code,<br />

der die Verpackung durch<br />

die Fertigung schleust <strong>und</strong> die Dose<br />

genau unter den Trichtern anhalten<br />

lässt, in denen sich die gewünschten<br />

Leckereien befinden. Damit der Müsliliebhaber<br />

keine Dose öffnet, in denen<br />

sich die Zutaten in Schichten stapeln,<br />

wird diese nach dem Verschliessen<br />

unter Vibration versetzt. Diese darf allerdings<br />

nicht zu stark sein, da ansonsten<br />

vor allem brüchige Zutaten,<br />

wie zum Beispiel Flakes, zu Bruch gehen<br />

könnten. Frühestens nach zwei<br />

Tagen, allerspätestens fünf Tage nach<br />

der Bestellung, steht der Postbote mit<br />

dem individuell gemixten Müsli vor<br />

der Haustür.<br />

Der Data-Matrix-Code auf der Müslidose<br />

ist das entscheidende Kriterium<br />

für die Fertigung in Losgrösse 1. Dieser<br />

Fingerabdruck steuert nicht nur die<br />

Produktion, sondern stellt sicher, dass<br />

Max Mustermann nicht versehentlich<br />

die Bestellung von Lieschen Müller<br />

erhält. Die Wahrscheinlichkeit, dass<br />

diese genau den gleichen Mix wie er<br />

bevorzugt, geht bei 566 Billiarden<br />

Kombinationsmöglichkeiten nahezu<br />

gegen null. Wie ergibt sich aber eine<br />

solch hohe Vielfalt aus lediglich knapp<br />

80 Zutaten? Ein Versuch auf dem Online-Portal<br />

bringt die Erklärung. Dort<br />

kann der Konsument die Spezialitäten<br />

aus fünf Hauptgruppen beliebig miteinander<br />

mischen. Bis auf die «Müslibasis»,<br />

die am Anfang jedes individuellen<br />

Müslis steht, können beliebig viele<br />

Zutaten aus den anderen vier Hauptgruppen<br />

miteinander kombiniert werden.<br />

Dem kreativen Mix steht lediglich<br />

das Fassungsvermögen der Dose im<br />

Weg. Ist dieses erreicht, erhält der Anwender<br />

einen entsprechenden Hinweis.<br />

Je nach Zutatendichte kann es<br />

aber auch sein, dass zunächst die<br />

Menge der Müslibasis reduziert wird.<br />

Und was sind die produktionstechnischen<br />

Herausforderungen bei einer<br />

solch hohen Vielfalt? «Die Zutatenbeschaffenheit<br />

<strong>und</strong> qualitative Aspekte.<br />

Zutaten, die leicht verkleben, wie<br />

zum Beispiel Gummibärchen, eignen<br />

sich nicht so gut», heisst es hierzu<br />

aus der Zentrale im bayrischen Passau.<br />

Hinzu kommen saisonale Einflüsse,<br />

wie beispielsweise hohe Temperaturen<br />

im Sommer. Diese führen dazu,<br />

dass Honigflocken leichter verkleben,<br />

weshalb diese in den heissen Monaten<br />

nicht verfügbar sind.<br />

Bezüglich der beliebtesten Müslikombinationen<br />

<strong>und</strong> Zutaten äussert<br />

sich mymuesli aus Wettbewerbsgründen<br />

nicht. Allerdings scheint es<br />

die beliebteste Kombination ohnehin<br />

nicht zu geben, wie ein Vergleich von<br />

100 000 Bestellungen zeigte. Bei diesen<br />

gab es lediglich zwei<strong>und</strong>vierzig<br />

Übereinstimmungen.<br />

mymuesli | www.mymuesli.ch<br />

Interessantes<br />

zum Müsli<br />

• Rosine im Müsli: ja oder nein?<br />

Laut mymuesli-Umfrage anlässlich<br />

des Weltmüslitags 2017 können<br />

sich die Müslifre<strong>und</strong>e einfach nicht<br />

entscheiden, es steht 50:50. Nur die<br />

Niederländer sind etwas entscheidungsfreudiger<br />

- hier bekennen sich<br />

mehr zu Rosinen im Müsli.<br />

• Nicht Schoko, sondern Fruchtmüslis<br />

liegen in der Befragung zum<br />

Weltmüslitag ganz weit vorn. Die<br />

Niederländer bilden wieder eine<br />

Ausnahme: Sie kombinieren gerne<br />

knusprige <strong>und</strong> nussige Zutaten.<br />

• Die Bewohner der DACH-Region<br />

mögen am liebsten den puren<br />

Müsligeschmack. Das Müsli wird<br />

einfach mit Milch aufgegossen,<br />

fertig. Nur die Schweizer zelebrieren<br />

ihre Müslimahlzeit etwas mehr als<br />

die Müslifre<strong>und</strong>e anderer Länder.<br />

Sie geben gern Quark oder auch<br />

mal Obst dazu. Eine Besonderheit<br />

in den Niederlanden ist, dass Müsli<br />

mit Milch eher ungewöhnlich ist.<br />

Die Niederländer geben ihrem Müsli<br />

lieber einen Löffel Joghurt dazu.<br />

#<strong>005</strong> 37


Zu Besuch im Switzerland Innovation Park Biel Bienne<br />

TESTEN UND TÜFTELN<br />

FÜR DEN<br />

STANDORT SCHWEIZ<br />

Die Swiss Smart Factory betreibt in Ipsach eine Test- <strong>und</strong> Demonstrationsplattform<br />

für Industrie 4.0. In der Einrichtung, direkt an der Durchgangstrasse gelegen,<br />

geht es um nichts weniger als die Zukunft des Hochlohnstandorts Schweiz.<br />

38 #<strong>005</strong>


LOSGRÖSSE 1<br />

Von Markus Back<br />

Wer es nicht weiss,<br />

rauscht vorbei! Weder<br />

ein Hinweisschild noch<br />

auffällige Logos am<br />

Gebäude weisen auf die Swiss Smart<br />

Factory hin. Dabei liegt diese direkt an<br />

der Durchgangstrasse vis-à-vis des<br />

ehemaligen Produktionsgebäudes von<br />

GF. Und so verw<strong>und</strong>ert es nicht weiter,<br />

dass Michael Wendling vor dem Besuch<br />

eine dreiseitige Beschreibung<br />

verschickt. In dieser weisen mehrere<br />

Fotografien, die der Projektleiter Industrie<br />

4.0 mit knallroten Pfeilen <strong>und</strong><br />

kurzen Geh-Anweisungen versehen<br />

hat, den kürzesten Weg von der Strasse<br />

ins Obergeschoss einer Autogarage.<br />

Dort, abseits jeglichen Publikumsverkehrs,<br />

befassen sich er <strong>und</strong> acht weitere<br />

Mitstreiter mit der Fertigung von<br />

morgen.<br />

Autogarage, war da nicht etwas? Wer<br />

mit diesem Gedanken Silicon Valley<br />

assoziiert, wird jäh enttäuscht – dazu<br />

wirken die knapp 600 Quadratmeter<br />

grosse Halle <strong>und</strong> ihre Einrichtung zu<br />

wenig futuristisch. Der Empfangstheke<br />

an der Fensterfront schliessen sich<br />

einige Dutzend Stühle an, die äusserst<br />

spartanisch wirken. Seitlich davon<br />

bieten einige Stehtische die Möglichkeit,<br />

diesen unbequemen Sitzgelegenheiten<br />

<strong>und</strong> dem mit ihrer Benutzung<br />

befürchteten Bandscheibenvorfall zu<br />

entgehen. Ein Blick in die Tiefe der<br />

finsteren Halle lässt die Umrisse von<br />

Versuchsaufbauten <strong>und</strong> Installationen<br />

erkennen. Inwieweit diese Konturen<br />

für die Zukunft des Standorts Schweiz<br />

relevant sein sollen, entschlüsseln die<br />

getrübten Augen jedoch nicht.<br />

Daran ändert sich zunächst auch wenig,<br />

als Michael Wendling den Lichtschalter<br />

umlegt <strong>und</strong> mehrere Strahler<br />

den zuvor dunklen Raum ausleuchten.<br />

An der Wand gegenüber der Sparta-<br />

Bestuhlung stapeln sich mehrere Kartons<br />

<strong>und</strong> Kisten – deren Inhalt: die<br />

Ideen von Automationslösungsanbietern<br />

für eine intelligente <strong>und</strong> vernetzte<br />

Produktion. Diese kommen in Versuchsaufbauten<br />

zum Einsatz oder<br />

werden einfach nur spielerisch auf<br />

ihre «Schweiz-tauglichkeit» hin untersucht.<br />

Wie der Projektleiter Industrie<br />

4.0 einen IoT-Sensor aus einer Verpackung<br />

fingert <strong>und</strong> breit <strong>und</strong> ausführlich<br />

dessen Vorzüge in einer vernetzten<br />

Produktion erklärt, wird eines klar<br />

– hier an der Ipsacherstrasser erwacht<br />

das Kind im Manne.<br />

In Anbetracht der unzähligen Papp<strong>und</strong><br />

Holzbehälter verliert sich der in<br />

einer Ecke schlummernde Riese fast<br />

ein wenig. Dabei ist der grüne Mehrachs-Roboter,<br />

der Gewichte bis zu<br />

35 Kilogramm mikrometergenau im<br />

Raum positioniert, das Paradebeispiel<br />

für die Mensch-Maschine-Interaktion.<br />

Und die braucht es, glaubt Michael<br />

Wendling, um die industrielle Fertigung<br />

in Helvetia dauerhaft zu verankern.<br />

Wieso, macht er am Schweizer<br />

Ökosystem fest, das insbesondere im<br />

Jura eine besondere Ausprägung hat.<br />

«Dort gibt es hinter jedem Hügel ein<br />

Gebäude, in dem irgendetwas Spezielles<br />

hergestellt wird», sagt er <strong>und</strong> ergänzt:<br />

«Weil die Losgrössen aber so<br />

klein oder die Prozesse so komplex<br />

sind, lohnt sich oftmals Automatisierung<br />

nicht. Also braucht es weiterhin<br />

den Facharbeiter.» Weil dieser aber<br />

ein Vielfaches von dem eines Werkers<br />

in Polen oder Ungarn kostet, kommt<br />

es unweigerlich zur Wettbewerbsverzerrung.<br />

Und wie kann da nun genau der Mehrachs-Roboter<br />

helfen, dessen Schutzhülle<br />

stark an Marvels Hulk erinnert?<br />

Bei geschickter Verwendung, erklärt<br />

der 28-Jährige, lassen sich mit ihm<br />

die hohen Lohnkosten hier kompensieren.<br />

Beim Miteinander übernimmt<br />

beispielsweise der Facharbeiter die<br />

filigranen <strong>und</strong> komplexen Aufgaben,<br />

die sich nur sehr schwer automatisieren<br />

lassen. Indessen garantiert sein<br />

Kollege aus Blech <strong>und</strong> Stahl mit seiner<br />

unbändigen Kraft <strong>und</strong> seiner hohen<br />

Positioniergenauigkeit vor allem bei<br />

ermüdenden <strong>und</strong> schweren Arbeiten<br />

einen wirtschaftlichen Takt.<br />

Damit dieses Zusammenspiel jedoch<br />

funktioniert, sind zwei Dinge entscheidend:<br />

die Parametrierbarkeit des<br />

Roboters <strong>und</strong> ein stringenter Datenfluss.<br />

Ersteres muss sehr einfach <strong>und</strong><br />

intuitiv sein, damit sich ein Sechsachser<br />

auch vom gewöhnlichen Werker<br />

schnell für neue Aufgaben anlernen<br />

lässt. Den kontinuierlichen Datenfluss<br />

braucht es indes für ein effizientes<br />

<strong>und</strong> fehlerfreies Arbeiten. «Nur wenn<br />

In der Swiss Smart<br />

Factory erwacht das<br />

Kind im Manne.<br />

#<strong>005</strong> 39


LOSGRÖSSE 1<br />

Zero<br />

Cabinet –<br />

konsequent<br />

dezentral!<br />

Mensch <strong>und</strong> Roboter zum richtigen Zeitpunkt die richtige<br />

Information vorliegt, ist ein effizientes Miteinander möglich»,<br />

sagt Michael Wendling.<br />

Nun ist es aber nicht jedermanns Sache, quasi Hand in<br />

Hand mit einem Roboter zu arbeiten! Bezüglich dieses Einwands<br />

hat der Maschinenbau-Ingenieur jedoch keine Bedenken:<br />

«Man setzt auf den Roboter ein Monitor. Dieser zeigt<br />

ein Gesicht, das über seine Mimik Feedback gibt.» Die<br />

Forschung beschäftigt sich übrigens seit längerer Zeit mit<br />

dieser Idee. Eines der ersten Projekte dieser Art war im Jahr<br />

2013 «Roboy» der ETH Zürich. Mittels einer künstlichen<br />

Haut <strong>und</strong> intelligent geschalteter Lämpchen zauberten die<br />

Wissenschaftler dem fre<strong>und</strong>lichen Kerlchen ein Strahlen<br />

ins Gesicht, das selbst schreibgewählte Chefredaktoren milde<br />

stimmt.<br />

Um «Roboy» ist es inzwischen ruhig geworden – die Halbwertszeiten<br />

humanoider Roboter sind auch nicht mehr das,<br />

was sie einmal waren! Geblieben sind die Neugier <strong>und</strong> der<br />

Drang, Unmögliches möglich zu machen – auch hier in der<br />

Schweiz. Und dabei tun sich teils Unternehmen hervor, bei<br />

denen der Normalsterbliche niemals eine solche digitale<br />

Stromversorgung<br />

by Murrelektronik<br />

Wir verlagern die Stromversorgung<br />

ins Feld<br />

Raus aus dem Schaltschrank, rein ins<br />

industrielle Feld. Das macht Installationskonzepte<br />

transparent, anwenderfre<strong>und</strong>lich<br />

<strong>und</strong> kosteneffizient.<br />

Die Vorteile sind offenk<strong>und</strong>ig: Schaltschränke<br />

können kleiner dimensioniert<br />

<strong>und</strong> in manchen Anwendungen<br />

abgebaut werden. Leitungsverluste<br />

reduzieren sich auf ein Minimum, die<br />

Energiekosten sinken.<br />

Swiss Smart<br />

Factory<br />

Die SSF ist die erste <strong>und</strong> einzige<br />

Test- <strong>und</strong> Demonstrationsplattform<br />

für Industrie 4.0 in der Schweiz.<br />

Sie wurde im Mai 2017 eröffnet.<br />

Zum aktuellen Zeitpunkt zählt sie<br />

bereits über 50 Mitglieder aus<br />

Industrie <strong>und</strong> Forschung <strong>und</strong> hat<br />

zahlreiche Innovationsprojekte<br />

zusammen mit Partnern zum Erfolg<br />

gebracht. Gemeinsam mit den<br />

Partnern bildet die SSF ein Ökosystem,<br />

um einzigartige Innovationen<br />

r<strong>und</strong> um das Thema Industrie 4.0 zu<br />

verwirklichen. Aktuell noch in einem<br />

Provisorium eingemietet, wird die<br />

SSF ab 2021 im Neubau von<br />

Switzerland Innovation Park Biel/<br />

Bienne (SIPBB) auf einer Fläche von<br />

1000 Quadratmetern tätig sein.<br />

www.murrelektronik.ch


RUBRIKTITEL<br />

Expertise vermuten würde. Einer dieser<br />

innovativen Hersteller ist beispielsweise<br />

Phoenix Mecano, dessen<br />

mechanische Komponenten <strong>und</strong> Gehäuse<br />

in der Branche seit Jahrzehnten<br />

einen ausgezeichneten Ruf geniessen.<br />

Und nun entwickelte ausgerechnet ein<br />

eigenes Start-up ein markttaugliches<br />

Pick-by-the-light-System, das in der<br />

Gr<strong>und</strong>ausstattung alles Benötigte integriert<br />

<strong>und</strong> sehr einfach zu bedienen<br />

ist. Ein weiterer digitaler Sonderling<br />

ist Brütsch Rüegger. Der Spezialist für<br />

Werkzeuge lancierte mit «Jellix» eine<br />

Industrie-4.0-Plattform, die Unternehmen<br />

dabei helfen soll, ihre komplette<br />

Wertschöpfungskette auf die nächste<br />

Stufe zu heben.<br />

Für Michael Wendling sind das nur<br />

zwei von vielen Beispielen, welche die<br />

digitale Innovationskraft der Schweiz<br />

unterstreichen. Geht es allerdings um<br />

die Integration dieser Ideen, bekleckern<br />

sich auch hiesige OEM nicht gerade<br />

mit Ruhm. Deutlich wurde das<br />

für den 28-Jährigen bei der EMO<br />

2017. «Ich war enttäuscht darüber,<br />

wie wenig dort über die Digitalisierung<br />

gesprochen wurde», sagt er rückblickend.<br />

Nur die Platzhirsche hatten<br />

überhaupt etwas zum Thema, bei den<br />

allermeisten Ausstellern stand die Digitalisierung<br />

noch gar nicht auf der<br />

Agenda. Doch gerade die sind es, meint<br />

er, die am Ende über den Erfolg oder<br />

Misserfolg von Industrie 4.0 entscheiden:<br />

«Die Integratoren müssen aber<br />

den Vorteil erkennen, der ihnen der<br />

Einsatz von IoT-fähigen Sensoren <strong>und</strong><br />

Steuerungen bringt. Ansonsten bleibt<br />

alles nur eine grosse Idee.»<br />

Switzerland Innovation<br />

Park Biel/Bienne | www.sipbb.ch<br />

Lesen Sie im Interview<br />

mit Michael Wendling auf<br />

www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch<br />

unter anderem über das<br />

aktuelle Smart-Drohnen-<br />

Projekt der Swiss<br />

Smart Factory.<br />

Programmieren war einmal! Es braucht heute nur noch ein paar Knöpfe, demonstriert<br />

Michael Wendling, um einen Roboter neue Bewegungsabläufe beizubringen.<br />

#<strong>005</strong> 41


EMO-Nachschau<br />

STANDARD-LÖSUNGEN<br />

FÜR DAS EINZIGARTIGE<br />

Das Thema «Losgrösse 1» beschäftigt viele Firmen. Die Redaktion von<br />

«Technik <strong>und</strong> Wissen» schaute sich deshalb auf der EMO gezielt nach Maschinen,<br />

Komponenten <strong>und</strong> Lösungen um, welche helfen können, dem Ziel näherzukommen.<br />

Von Eugen Albisser<br />

42 #<strong>005</strong>


LOSGRÖSSE 1<br />

Das Roboter-Spannmodul<br />

Gressel – Um in der Einzelteil- <strong>und</strong> Kleinserienfertigung<br />

durchgängig automatisierte Prozesse realisieren zu können,<br />

brauchte es bis dato mehrere Werkstück-Spanner <strong>und</strong><br />

gleichzeitig mehrere Robotergreifer. Warum also nicht ein<br />

Roboter-Spannmodul entwickeln, welches die Funktionen<br />

«Greifen <strong>und</strong> Spannen» in einem System integriert? Das<br />

Aadorfer Unternehmen Gressel ist dies gelungen mit dem<br />

R-C2. Das Modul fungiert demnach als Spanner zum Fixieren<br />

<strong>und</strong> Spannen des Rohteils/Halbfabrikats/Fertigteils<br />

wie auch als Transportmittel für das Werkstückhandling<br />

ab der Rohteilaufnahme bis hin zur Ablage des Fertigteils.<br />

www.gressel.ch<br />

Mit Komplettbearbeitung <strong>und</strong> grossem<br />

Werkzeugwechsler<br />

Fehlmann – «Ja, Losgrösse 1 ist ein Wunsch, der oft von K<strong>und</strong>en an uns<br />

gestellt wird», sagt Fabio Casteletti, Gebietsverkaufsleiter bei Fehlmann.<br />

Hilfreich sind hier grosse Werkzeugwechsler <strong>und</strong> nützlich kann in vielen<br />

Fällen auch die Komplettbearbeitung sein, wie sie seit der EMO auf einer<br />

Versa 645 linear angeboten wird. Auf dem neuen Fräs-Schleif-Zentrum<br />

werden die Technologien des Hochpräzisionsfräsens vereint mit den<br />

Merkmalen des Koordinaten- <strong>und</strong> Konturenschleifens. In der Summe hat<br />

die Fehlmann AG also mit diesem neuen Konzept die Kombination von<br />

Hart fräsen <strong>und</strong> Schleifen auf einer Maschine geschaffen, mit der Bohrungen,<br />

Konturen <strong>und</strong> Führungen aus Stahl, Keramik <strong>und</strong> Hartmetall gefräst<br />

<strong>und</strong> ohne ein Umspannen über das Koordinatenschleifen fertig bearbeitet<br />

werden können.<br />

www.fehlmann.com<br />

Fräsen, Hartfräsen <strong>und</strong><br />

Koordinatenschleifen gelingen<br />

nun bei Fehlmann auf<br />

einem einzigen Bearbeitungszentrum.<br />

Bild: Fehlmann<br />

#<strong>005</strong> 43


Die erste Digital-Native-CNC-Steuerung<br />

Siemens – Es gibt viele Wege zur Losgrösse 1. Einer davon<br />

führt über den digitalen Zwilling. Mit der neu vorgestellten<br />

CNC-Generation, der Sinumerik One, zeigte Siemens auf der<br />

EMO das entscheidende Kernstück für die digitale Transformation<br />

der Werkzeugmaschine. Als sogenannter «Digital Native»<br />

wartet die Steuerung mit vielfältiger Software zur Erstellung<br />

der dazugehörigen digitalen Zwillinge auf. Die Steuerung selber<br />

kann Bearbeitungsgeschwindigkeit erhöhen, hohe Konturtreue<br />

bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten erreichen oder selbst<br />

filigrane Teile mit hoher Präzision fertigen. Hervorstechend<br />

auch: Die Funktion «intelligente Lastanpassung» (ILC) berücksichtigt<br />

das aktuelle Gewicht des Werkstücks bei der Beschleunigung<br />

der Maschinenachsen <strong>und</strong> passt diese an, sobald<br />

die Maschine nicht mit dem maximalen Werkstückgewicht<br />

beladen ist. Neben der Sinumerik One zeigte Siemens auch<br />

die dazugehörigen digitalen Services, mit denen Firmen<br />

bei der Erstellung des digitalen Zwillings <strong>und</strong> bei der virtuellen<br />

Inbetriebnahme der Maschine unterstützt werden.<br />

www.siemens.com<br />

Jeder Ring ein Unikat<br />

Willemin-Macodel – Losgrösse 1 ist<br />

auch bei den K<strong>und</strong>en von Willemin-<br />

Macodel aus Delémont ein Thema.<br />

Deren Hochpräzisions-BAZ werden<br />

unter anderem in der Schmuckindustrie<br />

eingesetzt, zum Beispiel das Multiprozess-BAZ<br />

508MT2, für die Bearbeitung<br />

komplexer Werkstücke ab<br />

Durchmesser 36 mm. Die zusätz lichen<br />

Automatisierungseinheiten sind<br />

äusserst vielfältig, so dass es gelungen<br />

ist, für einen Ringhersteller eine Losgrösse-1-Produktion<br />

zu erstellen. Die<br />

K<strong>und</strong>en konfigurieren den Ring online<br />

<strong>und</strong> schon kann es losgehen. Der<br />

6-Achsen-Roboter nimmt das auf den<br />

Ringdurchmesser ausgelegte Spannmittel<br />

aus der Schublade, bestückt die<br />

Gegenspindel, die Hauptspindel, erfasst<br />

die Geometrie der Rohlinge, kontrolliert<br />

Fertigteile <strong>und</strong> legt neben einigen<br />

anderen Schritten das fertige Produkt<br />

in Ablageschalen ab.<br />

www.willemin-macodel.com<br />

Efficient Engineering ist, wenn ein PLAN zu EPLAN wird.<br />

EPLAN bietet Software <strong>und</strong> Service r<strong>und</strong> um das Engineering in den Bereichen Elektrotechnik <strong>und</strong> Automatisierung.<br />

Unternehmen, die den digitalen Wandel im Engineering erfolgreich gestalten wollen, brauchen mehr als einen Plan.<br />

Erfahren Sie mehr <strong>und</strong> besuchen Sie uns vom 26. bis 28.11.2019 auf der SPS in Nürnberg (D). Halle 6, Stand 210.


LOSGRÖSSE 1<br />

Von der Bauteile-Analyse zum NC-Programm<br />

DMG Mori – Dass DMG Mori auf der EMO einiges zeigen kann in Bezug<br />

auf kleine Losgrössen, überrascht wenig, denn das Unternehmen setzt<br />

momentan sehr stark auf automatisierte Lösungen. Doch ein Unternehmen,<br />

in welches DMG Mori kürzlich investierte, könnte in Zukunft<br />

nochmals eine Schippe drauflegen. Up2parts heisst die KI-Firma,<br />

die ebenfalls in der DMG-Mori-eigenen Halle 2 ausstellte. Deren<br />

KI-basierte, geometrische Bauteile-Analyse ermöglicht eine einfache<br />

<strong>und</strong> schnelle Arbeitsplanerstellung <strong>und</strong> Preiskalkulation für individuelle<br />

Bauteile. «Wir bieten den Fertigungsunternehmen einen kompletten<br />

KI-basierten, automatisierten Wertschöpfungsprozess – bereits<br />

ab Losgrösse 1», sagt Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH,<br />

aus der Up2parts hervorgeht. Cornelius Noess, Managing Director<br />

von Deckel Maho Pfronten, sieht aber noch weitere Ziele, welche die<br />

Software in Zukunft erfüllen könnte: «Sie ist geradezu prädestiniert,<br />

von der Bauteile-Analyse nicht nur die Preiskalkulation zu erstellen,<br />

sondern ein fertiges NC-Programm für die Werkzeugmaschine.»<br />

Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori,<br />

kann auf der EMO viele Neuheiten vorstellen. Unter<br />

anderem auch die Beteiligung an der zukunftsträchtigen<br />

Firma Up2parts.<br />

www.dmgmori.com<br />

3D-Druck legt bei<br />

Materialien zu<br />

Trumpf – Es ist auf den ersten Blick eine paradoxe<br />

Situation: Während immer mehr Hersteller versuchen,<br />

ihre Maschinen <strong>und</strong> Lösungen tauglich zu machen<br />

für eine Produktion in Losgrösse 1, streben die Hersteller<br />

von 3D-Druck-Maschinen das Gegenteil an. Sie<br />

wollen endlich die Serienfertigung meistern <strong>und</strong> in<br />

die Grossserie einsteigen. Nichtsdestotrotz ist der<br />

3D-Druck das Mass aller Dinge bei der Produktion von<br />

individuellen Massenteilen – <strong>und</strong> die Prozesse werden<br />

auch immer schneller. Trumpf zum Beispiel zeigte auf<br />

der EMO ein 3D-gedrucktes Laufrad für einen Gaskompressor<br />

aus Inconel. Die konventionelle Herstellung<br />

ist zeit- <strong>und</strong> ressourcenaufwendig. Insgesamt dauert es<br />

acht Tage, das Bauteil aus dem Inconel-Block herauszufräsen<br />

<strong>und</strong> es nachzubearbeiten. Über 80 Prozent<br />

des Rohlings sind dann auch noch Abfall in Form von<br />

Spänen. Trumpf hat nun den Herstellungsprozess mit<br />

dem 3D-Drucker TruPrint 3000 verbessert. Die Anlage<br />

baut drei Laufräder auf einer Plattform gleichzeitig auf.<br />

Inklusive Nacharbeit beträgt die Herstellungszeit pro<br />

Stück nur noch vier Tage. Da die Fräsmaschine nur<br />

noch bei der Nacharbeit erforderlich ist, reduziert sich<br />

der Materialverlust auf weniger als 20 Prozent. 3D-Messungen<br />

haben gezeigt, dass der gedruckte Gaskompressor<br />

über die gleiche Qualität verfügt wie das Original.<br />

Hochpräzise, dreiachsige<br />

CNC-Schleifmaschine<br />

Tschudin – Es gibt Maschinen, die muss man<br />

vorstellen, auch wenn sie – noch nicht – für<br />

Losgrösse 1 vorgesehen sind. Denn erstens haben<br />

die Entwickler die Dimension einer Maschine<br />

so angepasst, dass dank kurzen Rüstzeiten <strong>und</strong><br />

digitalisierten Prozessen zumindest Kleinserien<br />

kein Problem bedeuten. Und zweitens ist die<br />

Maschine ein veritabler Hingucker, ästhetisch<br />

wie auch technisch. Es geht um Tschudins Cube<br />

350. Dabei handelt es sich um eine hochpräzise,<br />

dreiachsige CNC-Schleifmaschine mit einer<br />

äusserst kleinen Aufstellfläche (2558 × 1735 ×<br />

1320 mm). Für den Unterhalt muss die Maschine<br />

nur auf der Rückseite zugänglich sein. Dies<br />

erlaubt es, mehrere Maschinen ohne Zwischenraum<br />

zu platzieren. Das einzigartige Maschinenkonzept<br />

mit digitalisierten Einricht- <strong>und</strong><br />

Schleifprozessen ist auf stabile Prozesse <strong>und</strong><br />

höchstmögliche Zuverlässigkeit ausgelegt.<br />

Ein grosses Plus sind die kurzen Rüstzeiten <strong>und</strong><br />

das einfache <strong>und</strong> CE-konforme Be- <strong>und</strong> Entladen<br />

ausserhalb der Schleifzone.<br />

www.tschudin.swiss<br />

www.trumpf.com<br />

#<strong>005</strong> 45


SWISS INDUSTRY 4.0 AWARD<br />

DIGITALISIERTE<br />

HAUS<strong>TECHNIK</strong> ÜBERZEUGT<br />

JUROREN<br />

Die Meier Tobler AG ist Gewinnern des Swiss Industry 4.0 Award 2019.<br />

Christoph Piotrowski, Projektleiter Unternehmensentwicklung, nahm den mit<br />

10 000 Franken dotierten Preis anlässlich der Swiss Industry Conference<br />

im Trafo Baden entgegen.<br />

Der Aufwand hat sich gelohnt.<br />

Christoph Piotrowski (zweiter<br />

von links) durfte den mit<br />

10000 Franken dotierten Swiss<br />

Industrie 4.0 Award entgegen<br />

nehmen. Bild: Eduard Meltzer<br />

46 #<strong>005</strong>


Von Markus Back<br />

Technische Innovationshöhe,<br />

Entwicklungspotenzial <strong>und</strong><br />

Skalierbarkeit – diesen drei<br />

Parametern schenkte die<br />

Jury bei der Bewertung der Eingaben<br />

anlässlich des vierten Swiss Industry<br />

4.0 Award ihr besonderes Augenmerk.<br />

Dennoch tat sich das Gremium bei der<br />

Auswahl der Finalisten <strong>und</strong> der Bestimmung<br />

des Gewinners schwer.<br />

Wieso, verriet Jury-Koordinator Prof.<br />

Dr. Jan Marco Leimeister von der Universität<br />

St. Gallen während seiner Laudatio<br />

den 300 Zuhörern: «Wir hatten<br />

durch die Bank hinweg sehr gute Eingaben.»<br />

Und so war es am Ende<br />

schliesslich ein enges Kopf-an-Kopf-<br />

Rennen, das sich die drei Finalisten im<br />

Kampf um die Trophäe boten.<br />

Mit einer webbasierten Trainingsplattform<br />

holte sich die MyLive Zone<br />

AG aus Ipsach den dritten Rang. Diese<br />

gestattet es globalen Unternehmen,<br />

ihre Mitarbeiter weltweit r<strong>und</strong> um die<br />

Uhr mit geringem Aufwand zu schulen.<br />

Den zweiten Rang sicherte sich<br />

mit MIndustry AG die Industriegruppe<br />

der Migros. Diese zeigte mit ihrer Eingabe<br />

auf, wie sie IoT <strong>und</strong> Machine-<br />

Learning-Algorithmen in ihren über 30<br />

Produktionsbetrieben für Predictive<br />

Maintenance nutzt <strong>und</strong> damit Produktivität<br />

<strong>und</strong> Wertschöpfung erhöht. Der<br />

Sieg ging an die Meier Tobler AG aus<br />

Nebikon, die mit 400 Servicetechnikern<br />

auf der Strasse die grösste Serviceorganisation<br />

der Schweiz ist. Ihr<br />

IoT-basiertes Fernwartesystem optimiert<br />

deren Einsätze <strong>und</strong> stellt gemäss<br />

Juroren zugleich eine überzeugende<br />

Antwort auf die Herausforderungen<br />

der Energiewende dar.<br />

Wieso die Energiewende für das in<br />

der Haustechnikbranche tätige Unternehmen<br />

überhaupt eine Herausforderung<br />

ist, erklärte Christoph Piotrowski<br />

während seiner Dankesrede: «Wir verdienen<br />

heute unser Geld damit, dass<br />

wir den Service von Öl- <strong>und</strong> Gasheizungen<br />

übernehmen. In diesen gibt es<br />

verschiedene mechanische Teile, die<br />

regelmässig gereinigt <strong>und</strong> getauscht<br />

werden müssen.» Bei den Wärmepumpen,<br />

deren Marktanteil in den kommenden<br />

Jahren gemäss verschie dener<br />

Prognosen um knapp 20 auf 30 Prozent<br />

zunehmen wird, entfallen diese Teile.<br />

«Für uns stellte sich daher die Frage,<br />

wie ein Geschäftsmodell im Bereich<br />

Wärmepumpen aussehen könnte», so<br />

der Projektleiter Unternehmensentwicklung<br />

bei der Meier Tobler AG <strong>und</strong><br />

ergänzt: «Mit dem Trend hin zu IoT haben<br />

wir die Lösung gef<strong>und</strong>en.»<br />

Über das Internet steuert <strong>und</strong> überwacht<br />

das Haustechnikunternehmen<br />

bereits 1400 Wärmepumpen schweizweit.<br />

Deren Ziel: sich abzeichnende<br />

Störungen zu erkennen, bevor der K<strong>und</strong>e<br />

überhaupt etwas merkt. In den Fokus<br />

rückte die Meier Tobler AG dabei<br />

den Kompressor als Herzstück der<br />

Wärmepumpe. Durch ein gezieltes Ein<strong>und</strong><br />

Ausschalten, zum Beispiel bei längeren<br />

Abwesenheiten der Bewohner,<br />

soll dessen Lebensdauer erhöht <strong>und</strong><br />

damit die Unterhaltskosten reduziert<br />

werden. Dazu bedarf es eines Datentransfers<br />

in die Cloud, wo die verschiedenen<br />

Parameter ausgewertet werden.<br />

«Das klingt trivial», so Christoph Piotrowski<br />

bei der Preisverleihung im Trafo<br />

Baden: «Das ist es aber nicht, weil<br />

Wohnhäuser keine Produktionsstätten<br />

sind. Hier gelten andere Massstäbe.»<br />

So muss der Datentransfer über VPN<br />

beispielsweise auch dann gewährleistet<br />

sein, wenn Kinder beim Spielen versehentlich<br />

den Stecker am Router gezogen<br />

haben. Mit Hilfe eines hiesigen<br />

Telekommunikationsanbieters konnten<br />

aber auch solche Problemstellungen<br />

gelöst werden.<br />

Seit 2017 verbaut die Meier Tobler<br />

AG inzwischen ihren Smartguard<br />

standardmässig in Wärmepumpen.<br />

Die bisher gemachten Erfahrungen<br />

stimmen die Verantwortlichen des<br />

mittelständischen Unternehmens zuversichtlich.<br />

«Wir sparen damit mittlerweile<br />

80 Servicefahrten im Monat,<br />

weil wir die Störungen übers Internet<br />

beheben können», sagt Christoph Piotrowski<br />

<strong>und</strong> ergänzt: «Dadurch haben<br />

wir selbst 15 Prozent tiefere Garantiekosten.»<br />

Dass dieses neu entwickelte<br />

Servicemodell Hausbesitzer durchaus<br />

zu schätzen wissen, zeigen die<br />

Wärmepumpen, die aus der Garantiephase<br />

kommen. Die Abschlussquote<br />

bei den Fernüberwachungsabos übertrifft<br />

bisher alle Erwartungen.<br />

Meier Tobler AG | www.meiertobler.ch<br />

«Mit dem Trend hin zu IoT<br />

haben wir die<br />

Lösung gef<strong>und</strong>en.»<br />

Christoph Piotrowski darüber, wie die<br />

Meier Tobler AG den Herausforderungen der<br />

Energiewende begegnen möchte.<br />

#<strong>005</strong> 47


Agenda<br />

14. Blechexpo<br />

Messethema: Die Veranstaltung bildet die komplette Prozesskette<br />

der kaltumformenden Blechverarbeitung sowie der damit<br />

verb<strong>und</strong>enen thermischen oder mechanischen Schneid-,<br />

Füge- <strong>und</strong> Verbindungstechnik dar<br />

Datum: 5. bis 9. November 2019<br />

Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr (Dienstag bis Donnerstag)<br />

9 bis 16 Uhr (Freitag)<br />

Eintrittspreise: Tageskarte: 30.– €<br />

2-Tageskarte: 50.– €<br />

Messeort:<br />

Landesmesse Stuttgart<br />

Messepiazza 1<br />

D-70629 Stuttgart<br />

Hotels/Unterkünfte: www.stuttgart-tourist.de<br />

Veranstalter: P.E. Schall GmbH & Co. KG<br />

www.motek-messe.de<br />

productronica<br />

Messethema: Weltleitmesse für Entwicklung <strong>und</strong> Fertigung<br />

von Elektronik<br />

Datum: 12. bis 15. November 2019<br />

Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr (Dienstag bis Donnerstag)<br />

9 bis 16 Uhr (Freitag)<br />

Eintrittspreise: Tageskarte: 54.– €<br />

2-Tagesticket: 78.– €<br />

Dauerkarte: 99.– €<br />

Messeort:<br />

Messegelände<br />

Am Messesee<br />

D-81829 München<br />

Hotels/Unterkünfte: www.muenchen.travel/unterkuenfte<br />

Veranstalter: Messe München GmbH<br />

www.productronica.com<br />

Formnext<br />

Messethema: Fachmesse für additive Fertigungstechnologien,<br />

3D-Druck sowie Werkzeug <strong>und</strong> Formenbau<br />

Datum: 19. bis 22. November 2019<br />

Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr (Dienstag bis Donnerstag)<br />

9 bis 16 Uhr (Freitag)<br />

Eintrittspreise: Tageskarte: 50.– €<br />

Dauerkarte: 90.– €<br />

Messeort:<br />

Messe Frankfurt<br />

Katharinenkreisel<br />

D-60327 Frankfurt am Main<br />

Hotels/Unterkünfte: www.hotelservice-deutschland.de<br />

Veranstalter: P.E. Schall GmbH & Co. KG<br />

www.formnext.mesago.com<br />

48 #<strong>005</strong>


Die eigenen Grenzen sprengen<br />

Die Industrie hat mit der Digitali sierung derart viele Perspektiven<br />

bekommen, dass noch nicht alle eingeordnet werden können.<br />

Aber eines ist sicher: Erreichen können Firmen die darin vorgesehenen<br />

Ziele nur, wenn sie sich gegen aussen öffnen. Aus diesem<br />

Gr<strong>und</strong> wird das Wort «Cross» zu einem dieser Schlagworte, um<br />

das sich vieles drehen wird in den nächsten Jahren. Keine erfolgreiche<br />

Firma wird um cross industry, cross organisation <strong>und</strong><br />

cross generation herumkommen.<br />

Datum<br />

09.01.2020<br />

Ort<br />

GDI, Rüschlikon<br />

Thema<br />

Digitalisierung<br />

www.euroforum.ch/<br />

strategietagung<br />

Firmen sollten also lernen, branchenübergreifend zu denken. Aber<br />

fast noch wichtiger: Sie müssen lernen, sich mit anderen Firmen<br />

partnerschaftlich auszutauschen <strong>und</strong> gemeinsam an Entwicklungen<br />

<strong>und</strong> Strategien zu arbeiten. Und schliesslich wird es wichtig<br />

sein, dass Firmen sich generationenüber greifend aufstellen<br />

können.<br />

Das sind die topaktuellen Themen, die beim 5. Schweizer Strategietag<br />

in der ganzen Tiefe behandelt werden. Wie immer zeigen an<br />

diesem Anlass am Anfang des Jahres renommierte Rednerinnen<br />

<strong>und</strong> Redner neue Wege auf <strong>und</strong> liefern Ideen für die wichtige Sicht<br />

über die eigene Firma hinaus.<br />

Reservation<br />

der Daten in<br />

meiner Agenda !<br />

IM HERZEN DES JURABOGENS DER MIKRO<strong>TECHNIK</strong><br />

SIAMS : die Messe für die gesamte Produktionskette der Mikrotechnik<br />

MOUTIER, FORUM DE L’ARC<br />

21–24 | 04 | 2020<br />

Eine Ausstellung der FAJI SA<br />

Gratis-Eintrittskarten zum Download<br />

ab Februar 2020 – www.siams.ch<br />

Ein Messebesuch !<br />

– Sie ist auf Mikrotechnik<br />

spezialisiert.<br />

– Die ganze Produktionskette<br />

ist vor Ort.<br />

– Der Besuch erfordert bloss<br />

einen Tag.<br />

– Das Ambiente ist sympathisch<br />

<strong>und</strong> fre<strong>und</strong>lich.<br />

– Hier kann man Lösungen<br />

finden <strong>und</strong> Geschäfte<br />

tätigen.


MSO der Serie 4 mit grossem Display <strong>und</strong> bis zu sechs Flex-Channel-Eingängen. (Bild: Tektronix)<br />

DA OSZILLIERT DAS<br />

INGENIEUR-HERZ<br />

Man kennt es inzwischen von Tektronix: Sie kommen erst dann mit einer neuen<br />

Geräteserie auf den Markt, wenn sie etwas Besonderes anzubieten haben. Nun ist es<br />

soweit: Die MDO der Serie 3 <strong>und</strong> dem MSO der Serie 4 sind da <strong>und</strong> es lohnt sich, diese<br />

Oszilloskope genauer anzuschauen.<br />

Tektronix – in der Schweiz<br />

vertreten durch das Thalwiler<br />

Unternehmen Linktronix –<br />

hat sein Produktportfolio an<br />

Oszilloskopen mit der Einführung des<br />

MDOs der Serie 3 <strong>und</strong> des MSOs der<br />

Serie 4 erweitert. Die neuen Midrange-Oszilloskope<br />

wurden von Tektronix<br />

für unterschiedlichste anspruchsvolle<br />

Anwendungen entwickelt <strong>und</strong> zeichnen<br />

sich unter anderem in einem attraktiven<br />

Preis aus <strong>und</strong> durch das gleiche,<br />

fortschrittliche Design der MSOs<br />

der Serien 5 <strong>und</strong> 6. Das heisst auch,<br />

dass die Geräte der Serien 3 <strong>und</strong> 4 das<br />

gleiche Bedienkonzept über Touchscreen<br />

<strong>und</strong> Frontpanel nutzen, wodurch<br />

wichtige Funktionen direkt zugänglich<br />

sind. «Anstatt sich durch<br />

viele Menüs zu den jeweiligen Einstellungen<br />

zu klicken, reicht ein einfaches<br />

doppeltes Antippen auf den jeweiligen<br />

Messwert auf dem Display», erklärt<br />

Jörn Höpfner, Senior Sales Manager<br />

bei Tektronix, der die Geräte in der<br />

Schweiz ein paar Fachjournalisten<br />

vorstellte.<br />

MSO der Serie 4: Grosses Display <strong>und</strong><br />

bis zu sechs Flex-Channel-Eingänge<br />

Grosse Oszilloskop-Displays verbessern<br />

bekanntlich den Bedienkomfort<br />

<strong>und</strong> beschleunigen das Debugging<br />

<strong>und</strong> Analysieren. Das neue MSO der<br />

Serie 4 verfügt durch das 13,3 Zoll grosse<br />

Display mit einer HD-Auflösung von<br />

50 #<strong>005</strong>


FIRMENBEITRAG<br />

1920 × 1080 Pixel über das grösste Display <strong>und</strong> die<br />

höchste Auflösung seiner Klasse. Die Bandbreite<br />

geht bis zu 1,5 GHz <strong>und</strong> durch 12-Bit-ADCs bieten<br />

die Geräte die höchste Vertikalauflösung in ihrer<br />

Klasse. Ausserdem sind dies die ersten Oszilloskope<br />

in dieser Klasse, die über sechs Eingangskanäle<br />

mit der Flex-Channel-Technologie verfügen, bei der<br />

jeder Eingangskanal einfach durch das Anschliessen<br />

eines Logiktastkopfs von einem Analogkanal in<br />

bis zu acht Digitalkanäle umgewandelt werden<br />

kann.<br />

MDO der Serie 3: Neue Dimension der Flexibilität<br />

Mit einem Einstiegspreis von 3570 Euro ist das<br />

MDO der Serie 3 ideal als kompaktes, vielseitiges<br />

Messinstrument auf dem Arbeitstisch des Ingenieures<br />

geeignet. Es zeichnet sich durch ein modernes<br />

Design <strong>und</strong> das grösste Display in seiner<br />

Klasse mit 11,6 Zoll Bildschirmdiagonale sowie<br />

eine volle HD-Auflösung aus. Die Geräte haben dieselbe<br />

intuitive Bedienoberfläche wie der Rest des<br />

Port folios <strong>und</strong> ähnliche Tasten <strong>und</strong> Schaltflächen,<br />

benötigen aber weniger als 16 cm (6“) Tiefe auf<br />

dem Tisch.<br />

Das MDO der Serie 3 ist mehr als ein Oszilloskop<br />

<strong>und</strong> deckt unterschiedlichste Debugging- <strong>und</strong><br />

Validierungsaufgaben ab. Es enthält einen integrierten<br />

Spektrumanalysator bis 3 GHz mit getrenntem<br />

HF-Eingang <strong>und</strong> ähnliche Spezifikationen<br />

wie ein eigenständiger Spektrumanalysator. Sechzehn<br />

digitale Eingangskanäle sind für Mixed-<br />

Signal-Analysen verfügbar.<br />

Echt besser!<br />

„ Alles aus einer Hand “<br />

System-Lösungen für Kabel <strong>und</strong><br />

Schaltschrank von Murrplastik.<br />

Murrplastik gehört seit 1963 zu den Pionieren wenn es um<br />

professionelles Kabelmanagement <strong>und</strong> Hightech-Produkte<br />

aus Kunststoff geht. Wir bieten Lösungen zu individuellen<br />

Herausforderungen in den Bereichen Energiekette, Kabelschutz,<br />

Kabelführung, Kennzeichnung <strong>und</strong> Energiezuführung.<br />

Entwicklungsingenieure stellen für verschiedenste Anwendungsbereiche<br />

innovative Universallösungen sowie k<strong>und</strong>enspezifische<br />

Adaptionen bereit. „Made by Murrplastik“ steht<br />

für wirtschaftliche Einsätze, für mehr Langlebigkeit, höhere<br />

Robustheit <strong>und</strong> einfache Montage.<br />

Mit weit über 200 Patenten <strong>und</strong> einem internationalen<br />

Vertriebsnetz sind wir einer der weltweit führenden<br />

Systemanbieter: „R<strong>und</strong> ums Thema Kabel.“<br />

Auf Basis der täglichen Erfahrungen<br />

Mit Blick auf all die Details, Funktionen <strong>und</strong><br />

das spezielle Design scheint es, als ob Tektronix<br />

ziemlich viele Wünsche erfüllen kann, die ein Ingenieur-Herz<br />

oszillieren lassen. Doch das kommt<br />

nicht von ungefähr. Chris Witt, Vice President <strong>und</strong><br />

General Manager der Time Domain Business Unit<br />

von Tektronix, erklärt in einer Mitteilung, wie alles<br />

zusammengekommen ist: «Unsere Teams haben<br />

weltweit mehrere h<strong>und</strong>ert St<strong>und</strong>en mit Ingenieuren<br />

gesprochen <strong>und</strong> dann diese neuen Funktionen<br />

<strong>und</strong> Designs entwickelt <strong>und</strong> ausprobiert. Wir freuen<br />

uns sehr, dass wir auf Basis der täglichen Erfahrungen<br />

dieser Ingenieure nun sehr gute Produkte auf<br />

den Markt bringen können.»<br />

Linktronix | www.linktronix.ch<br />

Kabelschutz<br />

Energieketten<br />

Kabelführung<br />

STEGO<br />

Produktprogramm<br />

Kennzeichnung<br />

Energiezuführung<br />

Leitungen<br />

Murrplastik AG • Ratihard 40 • 8253 Willisdorf<br />

Tel.: +41 52 646 06 46 • Fax: +41 52 646 06 40<br />

www.murrplastik.ch<br />

Folgen Sie uns:


Kurznachrichten<br />

Unterirdische Rechenzentren<br />

Städte <strong>und</strong> urbane Räume der Zukunft verfügen<br />

über ein begrenztes Platzangebot an der Oberfläche.<br />

Um dieses Problem zu überwinden, hat das<br />

Swiss Center of Applied Untergro<strong>und</strong> Technologies<br />

(SCAUT) in einem Pilotprojekt das Konzept «Edge Computing<br />

– Undergro<strong>und</strong>» entwickelt.<br />

Das Konzept sieht vor, eine Vielzahl von Rechenzentren im<br />

Untergr<strong>und</strong> zu platzieren. Diese Umgebung bietet Schutz<br />

gegen Naturgewalten <strong>und</strong> dank des stabilen Klimas eine<br />

hohe Energieeffizienz. Entscheidend für den Städtebau<br />

der Zukunft ist die Tatsache, dass auf diese Weise kein oberirdischer<br />

Raum in urbanen Gebieten beansprucht wird, der<br />

in der Regel knapp <strong>und</strong> teuer ist.<br />

Amberg Engineering als Spezialist für Undergro<strong>und</strong> Engineering<br />

<strong>und</strong> Dätwyler als Spezialist für Rechenzentren<br />

sowie Edge Computing sind für dieses Pilotprojekt Industriepartner<br />

von SCAUT. Während der Dauer der Pilotphase<br />

werden im Projektteam laufend die Testergebnisse des<br />

Prototyps evaluiert <strong>und</strong> optimiert.<br />

https://edge-computing-<strong>und</strong>ergro<strong>und</strong>.com<br />

Im Versuchsstollen Hagerbach in Flums wurde im September der Prototyp eines<br />

modularen <strong>und</strong> für die Platzierung im Untergr<strong>und</strong> entwickelten Rechenzentrums<br />

präsentiert. Bild: Amberg Engineering AG/Dätwyler Cabling Solutions AG<br />

52 #<strong>005</strong>


KURZNACHRICHTEN<br />

Fanuc investiert 200 Millionen Euro in Europa<br />

Fanuc setzt auf starkes Wachstum<br />

in Europa. R<strong>und</strong> 100 Millionen<br />

Euro hat das Unternehmen<br />

in den vergangenen drei<br />

Jahren in den Ausbau seiner europäischen<br />

Tochtergesellschaften investiert.<br />

Weitere 100 Millionen Euro sollen<br />

in den kommenden drei Jahren folgen.<br />

Um zusätzlichem Support <strong>und</strong> Service<br />

bieten zu können, hat der Spezialist<br />

für CNC-Steuerungen, Roboter <strong>und</strong> intelligente<br />

Maschinen an mehr als<br />

zehn europäischen Standorten Neu<strong>und</strong><br />

Erweiterungsbauten geplant.<br />

In diesem Sommer eröffnete das japanische<br />

Unternehmen zwei Firmengebäude<br />

in der Region Rhône-Alpes in<br />

Frankreich <strong>und</strong> in der Nähe von Mailand<br />

(Bild) in Italien. Neue Niederlassungen<br />

sind auch in Malmö in Schweden<br />

<strong>und</strong> Moskau in Russland im Bau.<br />

Zahlreiche weitere Standorte stehen<br />

kurz vor der Expansion, darunter Stuttgart<br />

in Deutschland, Paris in Frankreich,<br />

Barcelona in Spanien, Breslau in<br />

Polen, Mechelen in Belgien, Coventry in<br />

Grossbritannien sowie Büros in Österreich,<br />

der Slowakei <strong>und</strong> der Tschechischen<br />

Republik. Die Umsetzung der<br />

Projekte begann 2014 <strong>und</strong> wird etwa<br />

weitere vier Jahre dauern. Bis 2022 sollen<br />

25 von insgesamt 36 europäischen<br />

Büros erweitert oder erneuert werden.<br />

Einer der Hauptzwecke für die<br />

Büroerweiterungen ist die Bereitstellung<br />

zusätzlicher Schulungen für die<br />

K<strong>und</strong>en. Fanuc will seine Schulungen<br />

auf Standorte ausdehnen, an denen<br />

neue Büros gebaut werden <strong>und</strong> zusätzliche<br />

Flächen <strong>und</strong> Geräte zur Verfügung<br />

stehen. Die Zahl der europäischen<br />

Niederlassungen wächst<br />

ebenfalls: Anfang April eröffnete<br />

Fanuc eine Tochter gesellschaft in Serbien,<br />

um die K<strong>und</strong>en dort zu betreuen.<br />

Damit gibt es neben der Europazentrale<br />

im luxemburgischen Echternach<br />

nun 26 Tochtergesellschaften <strong>und</strong> Niederlassungen<br />

in Europa.<br />

www.fanuc.eu<br />

WSCAD setzt auf Polen<br />

WSCAD hat seinen Produktentstehungsprozess<br />

professionalisiert <strong>und</strong><br />

im Zuge des Wachstums im September<br />

2019 einen zweiten Standort für<br />

die Softwareentwicklung im polnischen Wroclaw<br />

(Breslau) eröffnet. Der Spezialist für intelligente<br />

<strong>und</strong> intuitive Electrical-Engineering-Lösungen reagiert<br />

damit auf die Anforderungen <strong>und</strong> seit Jahren<br />

zunehmende Nachfrage nach seiner E-CAD-Software<br />

für den Maschinen- <strong>und</strong> Anlagenbau, die Gebäudeautomation<br />

<strong>und</strong> Elektroinstallation.<br />

www.wscad.com<br />

Komax übernimmt Exmore<br />

Die Komax AG aus dem schweizerischen<br />

Dierikon übernimmt das belgische Unternehmen<br />

Exmore, das über eine ausgesprochene<br />

Expertise in der Entwicklung<br />

k<strong>und</strong>enspezifischer Lösungen für die Verarbeitung<br />

von Sensorleitungen verfügt. Durch die Akquisition<br />

möchte Komax seine Position im künftig noch<br />

wichtiger werdenden Markt der Elektromobilität<br />

stärken. Auf dem Weg zum autonomen Fahren wird<br />

gemäss Medienmitteilung die Anzahl der Sensorleitungen<br />

in Fahrzeugen weiter zunehmen <strong>und</strong> der<br />

Bedarf an Lösungen zu deren automatisierten Verarbeitung<br />

weiter steigen.<br />

www.komaxgroup.com<br />

#<strong>005</strong> 53


Besuchen Sie uns!<br />

26.-28. 11. 2019 Hall 7 / booth 206/114<br />

DER EDGE CONTROLLER<br />

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<strong>und</strong> Orchestrierung<br />

Analysieren<br />

Auswerten<br />

Darstellen


KURZNACHRICHTEN<br />

Mapal hat am US-Standort Fountain Inn r<strong>und</strong><br />

3,6 Millionen Euro investiert. Im Zuge dieses<br />

Ausbaus entstehen etwa 30 neue Arbeitsplätze.<br />

Mapal baut US-Standort aus<br />

Mapal hat sein Werk am<br />

Standort Fountain Inn im<br />

US-B<strong>und</strong>esstaat South Carolina<br />

erweitert. Der Präzisionswerkzeughersteller<br />

schafft damit<br />

zusätzliche Kapazitäten für<br />

Vertrieb, Service <strong>und</strong> Fertigung. Neben<br />

modernen Büroräumen wurde in den<br />

Neubau auch ein Testzentrum für den<br />

Bereich Luftfahrt sowie ein Showroom<br />

für die K<strong>und</strong>en integriert. Die Gesamtnutzfläche<br />

des Werks erhöht sich<br />

durch den Ausbau um über 1000 auf<br />

2250 Quadratmeter. Die Niederlassung<br />

in Fountain Inn besteht seit 2012. Sie<br />

ist der zweite Produktionsstandort des<br />

schwäbischen Herstellers in den USA,<br />

der dort landesweit 250 Mitarbeiter beschäftigt.<br />

Der Hauptsitz befindet sich<br />

in Port Huron, unweit von Detroit im<br />

B<strong>und</strong>esstaat Michigan.<br />

Das Werk in Fountain Inn fungiert als<br />

regionales Zentrum für die im Umkreis<br />

ansässige Automobil- <strong>und</strong> Luftfahrtindustrie.<br />

Darüber hinaus soll es<br />

zur Drehscheibe für die Produktion<br />

von Vollhartmetallwerkzeugen für<br />

Nord- sowie Mittel- <strong>und</strong> Südamerika<br />

werden. Die neuen Kapazitäten ermöglichen<br />

mehr Flexibilität <strong>und</strong><br />

schlankere Prozesse. Die Entwicklung<br />

individueller Bearbeitungs lösungen<br />

kann nun lokal <strong>und</strong> in enger Abstimmung<br />

mit den Anwendern erfolgen.<br />

www.mapal.com<br />

Komax: Wechsel in Gruppenleitung<br />

In der Gruppenleitung der Komax Gruppe kommt es zum<br />

Wechsel. Günther Silberbauer, Mitglied der Gruppenleitung<br />

seit 2019, hat den Wunsch geäussert, sich ab<br />

2020 vollamtlich auf seine Aufgabe als Geschäftsführer<br />

von Komax SLE im deutschen Grafenau zu konzentrieren.<br />

Jürgen Hohnhaus (Bild) wird ab Januar 2020 die Nachfolge<br />

von Günther Silberbauer in der Gruppenleitung übernehmen.<br />

Er verfügt über langjährige Erfahrung in Führungspositionen<br />

als Geschäftsführer, Business Unit Leiter <strong>und</strong><br />

CTO in der Maschinenbau- <strong>und</strong> Automationsbranche <strong>und</strong><br />

war zuletzt bei der Güdel-Gruppe tätig. Jürgen Hohnhaus ist<br />

dipl. Ingenieur Maschinenbau <strong>und</strong> hat am Institut für Umformtechnik<br />

an der Universität Stuttgart promoviert.<br />

www.komaxgroup.com<br />

#<strong>005</strong> 55


SPS – Smart Production Solutions<br />

NEUER NAME,<br />

ALTES GEWAND<br />

Glückliche Eingebung oder geniales Marketingkonzept!<br />

Darüber lässt sich vermutlich streiten. Fakt ist, das sich die «SPS» ab der<br />

30. Auflage Ende November in Nürnberg nun auch offiziell «SPS» nennt.<br />

Aber Vorsicht, «SPS» bedeutet nicht mehr «SPS»!<br />

Von Markus Back<br />

Kaum einer ist jemals zur «SPS IPC Drives»<br />

nach Nürnberg gereist! Die Allermeisten<br />

führte ihr letzter grosser Termin des Jahres<br />

zur «SPS» – geflissentlich wurde das «IPC<br />

Drives» unterschlagen. Und so spielte diese Sprachfaulheit<br />

voll <strong>und</strong> ganz in die Karten der Mesago<br />

Messe Frankfurt GmbH. Die bekam mit der Digitalen<br />

Transformation nämlich zusehend ein Problem,<br />

da der Name «Speicherprogrammierbare Steuerung<br />

Industrie Personal Computer Drives» den<br />

Kern heutiger Automatisierungstechnik nur noch<br />

ansatzweise spiegelt <strong>und</strong> davon abgesehen auch<br />

irgendwie bescheuert klingt.<br />

Was also tun, wenn der Name die technologische<br />

Entwicklung nicht richtig wiedergibt <strong>und</strong> aus Zeiten<br />

von Industrie 3.0 stammt? Genau, es braucht<br />

einen anderen Namen! Also setzten sich die Verantwortlichen<br />

bei Mesago hin <strong>und</strong> grübelten. Dabei<br />

immer im Hinterkopf, dass eine Namensänderung<br />

selbst einem etablierten Format erheblichen Schaden<br />

zufügen kann. Doch den Machern gelang mit<br />

der Flucht ins Englische die Quadratur des Kreises:<br />

«SPS» bedeutet nun Smart Production Solutions<br />

<strong>und</strong> trifft aus Sicht der Namensgeber die Entwicklung<br />

in der Branche, wesentliche Funktionen<br />

der Automatisierungstechnik als software-basierte<br />

Funktionsblöcke auf unterschiedlichste Hardware-Komponenten<br />

zu verteilen, sehr gut. Doch<br />

machen Sie sich Ende November in Nürnberg am<br />

besten selbst ein Bild davon.<br />

SPS – Smart Production Solutions<br />

www.sps-messe.de<br />

SPS<br />

Bilder: Mesago / Mathias Kutt<br />

Messethema:<br />

Die Fachmesse bildet das komplette Spektrum der smarten<br />

<strong>und</strong> digitalen Automation ab – vom einfachen Sensor bis hin<br />

zu intelligenten Lösungen, vom heute Machbaren bis hin zur<br />

Vision einer umfassend digitalisierten Industrie<br />

Datum: 26. bis 28. November 2019<br />

Öffnungszeiten:<br />

9 bis 18 Uhr (Dienstag <strong>und</strong> Mittwoch)<br />

9 bis 17 Uhr (Donnerstag)<br />

Eintrittspreise: Tageskarte: 30.– € / Dauerkarte: 65.– €<br />

Messeort: Nürnberg Messe, Karl-Schönleben-Str., Messeplatz 1,<br />

D-90471 Nürnberg<br />

Hotels/Unterkünfte: hotels.nuernbergmesse.de<br />

Veranstalter:<br />

Mesago Messe Frankfurt GmbH, sps.mesago.com


#<strong>005</strong> 57


Simulationssoftware Industrial Physics generiert aus CAD-Daten digitalen Zwilling<br />

MASCHINENENTWICKLUNG 4.0<br />

Mit der Simulationssoftware Industrial Physics können Maschinenbauer aus ihren<br />

CAD-Daten sehr schnell <strong>und</strong> einfach einen digitalen Zwilling erstellen. Selbst die<br />

Entwicklung mittels VR- <strong>und</strong> AR-Brillen ist mit dem neuen Werkzeug denkbar einfach.<br />

Entwickeln Maschinenbauer<br />

neue Maschinen, müssen diese<br />

schnell entwickelt <strong>und</strong> auf<br />

den Markt gebracht werden.<br />

Da herkömmliche Methoden zu behäbig<br />

sind, braucht es einen digitalen<br />

Zwilling. Er wird parallel zur realen<br />

Maschine entwickelt, variiert, verbessert<br />

<strong>und</strong> getestet. So kommen Fehlplanungen<br />

oder notwendige Änderungen<br />

zum Vorschein, bevor ein realer Prototyp<br />

der Maschine gebaut wird.<br />

Neben der Simulation von Maschinenhardware<br />

<strong>und</strong> -software ist es<br />

wichtig, dass dieser auch Produktionsvorgänge<br />

realistisch <strong>und</strong> in Echtzeit<br />

abbilden kann. Zum Beispiel lässt<br />

sich so der Materialfluss auf einem<br />

Förderband simulieren <strong>und</strong> mögliche<br />

Kollisionen von Produkten werden<br />

frühzeitig erkannt. Diese Anforderungen<br />

deckt die Simulationssoftware<br />

Industrial Physics optimal ab. Dank<br />

echtzeitfähiger Physik-Engine simuliert<br />

die Software das dynamische Verhalten<br />

einer Maschine in 3D. Sämtliche<br />

dynamische Faktoren, die auf<br />

den Materialfluss einwirken, können<br />

so mit dem digitalen Zwilling getestet<br />

werden. Der Maschinenentwickler<br />

sieht sofort, wie sich der Materialfluss<br />

verhält, wenn er Komponenten der<br />

Maschine austauscht. Auch Stillstandzeiten<br />

der Maschine lassen sich sofort<br />

erkennen <strong>und</strong> beseitigen.<br />

CAD-Daten importieren<br />

Industrial Physics nutzt für die Erstellung<br />

des digitalen Zwillings CAD-<br />

Daten. Diese importiert der Maschinenentwickler<br />

im Step-Format <strong>und</strong> gelangt<br />

so schnell zum digitalen Zwilling.<br />

Welchen Einfluss unterschiedliche<br />

Kinematiken <strong>und</strong> Komponenten sowie<br />

Mit VR- <strong>und</strong> AR-Brillen kann sich der Entwickler mit dem<br />

simulierten Maschinenmodell explizit befassen, ohne durch die<br />

Umgebung abgelenkt zu werden. Bild: B&R<br />

Code-Änderungen auf der Steuerung<br />

auf die Maschinen haben, lässt sich<br />

direkt an ihm beobachten <strong>und</strong> analysieren.<br />

Durch die Anbindung des Simulationswerkzeuges<br />

an Automation Studio<br />

kann der Entwickler das virtuelle<br />

Modell der Maschine sofort am PC<br />

mit einer Hardware- oder Software-inthe-Loop-Kon<br />

figuration starten <strong>und</strong><br />

sich mit der Steuerung verbinden.<br />

Virtuelle Realität<br />

Industrial Physics bietet die Möglichkeit,<br />

den digitalen Zwilling mit<br />

Virtual-Reality-Brillen <strong>und</strong> Augmented-Reality-Brillen<br />

zu betrachten.<br />

Der Entwickler erlebt so die geplante<br />

Maschine in der natürlichen dritten<br />

oder durch die Simulation von Bewegungen<br />

sogar in der vierten Dimension.<br />

Mit der VR-Brille kann der<br />

58 #<strong>005</strong>


FIRMENBEITRAG<br />

Multimedia-Story<br />

zur SPS auf<br />

www.technik-<strong>und</strong>wissen.ch<br />

Entwickler beispielsweise Abläufe<br />

untersuchen, während die Simulation<br />

läuft. Ausserdem sind die Anbindung<br />

an reale Steuerungen sowie Handhabungsuntersuchungen<br />

möglich.<br />

Im Gegensatz zur VR-Brille wird mit der AR-Brille der digitale<br />

Zwilling der Maschine in seine reale Umgebung eingeblendet.<br />

So sind Was-wäre-wenn-Untersuchungen für die<br />

Planung mit bewegten Objekten <strong>und</strong> Maschinen möglich.<br />

Informationen aus der Steuerung können in Echtzeit übertragen<br />

<strong>und</strong> eingeblendet werden.<br />

Das VR- sowie das AR-System lassen sich innerhalb weniger<br />

Minuten in die Software integrieren. Die mit Industrial<br />

Physics simulierten Modelle werden dann statt auf dem<br />

PC-Bildschirm direkt in der VR- oder AR-Brille angezeigt.<br />

Virtuelle Inbetriebnahme<br />

Sind die Entwicklung der Hard- <strong>und</strong> Software einer Maschine<br />

<strong>und</strong> der Test der Produktionsabläufe abgeschlossen,<br />

folgt die virtuelle Inbetriebnahme. Auch diese kann mit<br />

dem digitalen Zwilling vorgenommen <strong>und</strong> so oft wiederholt<br />

werden, bis alles ideal funktioniert. Erst wenn die virtuelle<br />

Inbetriebnahme reibungslos verlaufen ist, wird ein realer<br />

Prototyp gebaut. Da die Kosten für eine virtuelle Inbetriebnahme<br />

im Vergleich zur realen Inbetriebnahme sehr gering<br />

sind, wirkt sich das positiv auf den ROI aus, zumal sich bereits<br />

sehr viele Fehler direkt am digitalen Zwilling beseitigen<br />

lassen.<br />

Virtuelles Pendant im Schaltschrank<br />

Auch nach Inbetriebnahme der Maschine kann der digitale<br />

Zwilling weiterverwendet werden. In einer vernetzten<br />

Fabrik im Sinne des Industrial IoT werden sehr viele Maschinendaten<br />

aus dem laufenden Betrieb gesammelt <strong>und</strong><br />

können für den digitalen Zwilling verwendet werden. Verändert<br />

sich das Verhalten der realen Maschine im Vergleich<br />

zum digitalen Zwilling, weil zum Beispiel ein Lager bereits<br />

stark abgenutzt ist, fällt dies unmittelbar auf. So können die<br />

gesammelten Daten unter anderem für vorausschauende<br />

Wartung, Fehlerdokumentationen oder Fernwartungssysteme<br />

herangezogen werden.<br />

Zudem unterstützt der digitale Zwilling die Erweiterung<br />

der Maschine. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem<br />

laufenden Betrieb fliessen in die Weiterentwicklung mit ein.<br />

Das Simulationsmodell steht dabei dem Maschinenbauer<br />

zur Verfügung, um alle geplanten Erweiterungen vorab<br />

sicher durchzuspielen. So werden Stillstandzeiten bei Aufrüstung<br />

auf ein Minimum reduziert.<br />

Funktionale Sicherheit<br />

– Wireless Safety<br />

Bidirektionales sicherheitsgerichtetes<br />

Funksystem<br />

SAFEMASTER W<br />

Funk-Sicherheitssystem<br />

UH 6900<br />

Übertragung von Not-Halt <strong>und</strong><br />

Steuerfunktionen<br />

Für Sicherheitsanwendungen bis<br />

Kat. 4 / PL e<br />

Hohe Verfügbarkeit bei großer<br />

Reichweite bis 800 m<br />

Zweikanalige Sicherheitseingänge<br />

<strong>und</strong> -ausgänge<br />

B&R Industrie-Automation AG | www.br-automation.com<br />

SPS, Halle 7 / Stände 206 & 114<br />

awag.ch<br />

AWAG Elektrotechnik AG<br />

8604 Volketswil | Tel. +41 44 908 19 59 | info@awag.ch


Die ETT-Modularwide-Panels machen<br />

im Hoch- <strong>und</strong> Querformat eine gute Figur.<br />

Bild: Sigmatek<br />

Modular aufgebaute Widescreenpanels mit Multitouch<br />

MODULAR IN DIE<br />

HMI-ZUKUNFT<br />

Mit der Panelserie ETT-Modularwide können Maschinenkonzepte flexibel <strong>und</strong><br />

zukunftsorientiert umgesetzt werden. Die modularen Multitouchpanels<br />

lassen sich bezüglich Bildschirmgrösse <strong>und</strong> Grafikleistung anpassen <strong>und</strong> verleihen<br />

Maschinen <strong>und</strong> Anlagen ein modernes Gesicht.<br />

Insbesondere Maschinenhersteller<br />

haben erkannt, dass die Prozessvisualisierung<br />

vor Ort ein wesentliches<br />

Funktionsmerkmal der Maschine<br />

<strong>und</strong> eine Visitenkarte ihres<br />

Unternehmens ist. Eine wertige Optik<br />

<strong>und</strong> schlüssige Bedienkonzepte helfen<br />

ihnen dabei, sich von ihren Marktbegleitern<br />

zu unterscheiden.<br />

Mit der Serie ETT-Modularwide hat<br />

Sigmatek modulare Panels mit höchster<br />

Flexibilität entwickelt, welche<br />

genau auf die Bedürfnisse der Maschinenbauer<br />

zugeschnitten sind. Die Ge-<br />

stensteuerung per Multitouch gestattet<br />

intuitive <strong>und</strong> komfortable Bedienkonzepte<br />

mit exzellenter Übersichtlichkeit.<br />

Aktuell sind die ETT-<br />

Modularwide-Panels mit Bildschirmdiagonalen<br />

von 10,1, 12,1, 15,6, 18,5 <strong>und</strong><br />

21,5 Zoll erhältlich. Das 16:9-Widescreen-Format<br />

bietet die Möglichkeit,<br />

Prozessdaten <strong>und</strong> mehrere Menüs<br />

nebeneinander anzuordnen. Die Panels<br />

mit Glas-Display lassen sich im<br />

Landscape- sowie im Portraitformat<br />

einsetzen <strong>und</strong> mit dünnen Handschuhen<br />

bedienen.<br />

Anpassungsfähig durch Modularität<br />

Anlass für die Entwicklung der Serie<br />

ETT-Modularwide war die steigende<br />

Nachfrage nach k<strong>und</strong>enspezifischen<br />

Sonderausführungen. Dazu kam die<br />

Erkenntnis, dass sich durch die kontinuierliche<br />

Weiterentwicklung der Maschinen<br />

über deren Produktlebenszyklus<br />

hinaus auch die Anforderungen<br />

an die Bedienpanels immer wieder<br />

ändern können.<br />

Um Sigmatek-Anwendern die Anpassung<br />

an einen veränderlichen Leistungsbedarf<br />

zu ermöglichen, ist die<br />

60 #<strong>005</strong>


FIRMENBEITRAG<br />

ETT-Serie modular aufgebaut. Dies erlaubt es,<br />

verschiedene Interface module <strong>und</strong> Bildschirmgrössen<br />

beliebig zu kombinieren. Je nach Anforderung,<br />

kann zwischen zwei Prozessormodulen <strong>und</strong><br />

einem HMI-Link-Interface gewählt werden. Das<br />

Edge-2-Modul ist standardmässig mit einem Dual-<br />

Core-Prozessor (2 × 800 MHz) ausgestattet. Wird eine<br />

höhere Leistung benötigt, ist das ×86-Modul mit Intel<br />

Celeron Dual-Core Prozessor (bis 2,7 GHz <strong>und</strong> 2 GByte<br />

RAM) die richtige Wahl. Mit dem HMI-Link-Modul<br />

können die ETT-Modularwide-HMI bis zu 100 m entfernt<br />

von der Steuerung eingesetzt werden.<br />

Die Panels sind lüfterlos <strong>und</strong> wartungsfrei konzipiert<br />

<strong>und</strong> mit einem Linux-basierenden Betriebssystem<br />

ausgestattet. Sie verfügen über Anschlüsse<br />

für Ethernet <strong>und</strong> USB, das ×86-Modul zusätzlich<br />

für Displayport. In Kombination mit dem Steuerungs-<br />

<strong>und</strong> I/O-System S-Dias bilden die Bedienpanels<br />

eine effiziente, leistungsstarke Lösung für<br />

adaptive Produktions maschinen <strong>und</strong> -anlagen.<br />

Wie alle Sigmatek-HMI mit Prozessor, sprechen<br />

die Multitouchpanels OPC UA <strong>und</strong> können so im<br />

Maschinenverb<strong>und</strong> mit Steuerungen oder IPC von<br />

Drittanbietern kommunizieren.<br />

Einfache Montage<br />

Die HMI mit schlankem Aluminiumrahmen sind<br />

frontseitig in IP65 aus geführt. Die Module lassen<br />

sich mit einfachen Werkzeugen montieren <strong>und</strong><br />

trennen – auch im eingebauten Zustand der Displayeinheiten.<br />

Zusätzlich zu den bereits ver fügbaren Panels<br />

für die Oberflächenmontage im rechteckigen<br />

Ausschnitt beziehungsweise Schaltschrankmontage<br />

sind in Kürze Tragarmvarianten (r<strong>und</strong>um IP65)<br />

verfügbar.<br />

Webbasierte Visualisierungsdesigns<br />

Die Applikationserstellung kann objektorientiert im<br />

HMI-Tool Lasal Screen erfolgen. Dieses unterstützt<br />

den Visulisierungsentwickler mit Bibliotheken <strong>und</strong><br />

modernen Add-Ons für spezifische <strong>und</strong> komplexe<br />

Maschinenfunktionen.<br />

Sigmatek bietet mit dem webbasierten Lasal Visudesigner<br />

ein modernes, auf aktuellsten Technologien<br />

basierendes Tool zur Erstellung hardwareplattform-unabhängiger<br />

HTML5-Visualisierungen (CSS3<br />

<strong>und</strong> JavaScript). Bei der Entwicklung wurde grosses<br />

Augenmerk auf den Ressourcenverbrauch gelegt,<br />

um flüssige Bedienkonzepte zu ermöglichen.<br />

Der Visudesigner <strong>und</strong> Lasal Screen nutzen auch im<br />

Bereich der Visualisierung die Vorteile der Objektorientierung.<br />

Sowohl die grafischen Elemente als<br />

auch die dahinter liegenden Funktionen lassen sich<br />

beliebig wieder verwenden <strong>und</strong> modifizieren.<br />

SICHERER<br />

FERNZUGRIFF<br />

Die digitale Transformation hält in Form intelligenter<br />

Maschinen zusehend Einzug in Handwerksbetrieben.<br />

Bestes Beispiel hierfür ist<br />

die Breitbandschleifmaschine der Modellreihe<br />

«Perfect» für den gehobenen Innenausbau. Deren<br />

Herstellerin, die Kündig AG aus Wetzikon, hat diese mit<br />

zahlreichen Funktionalitäten versehen, die sie zur richtigen<br />

Industrie-4.0-Maschine machen. Und weil ein wesentliches<br />

Merkmal von Industrie 4.0 der Datenaustausch<br />

über Unternehmensgrenzen hinweg ist, bedarf<br />

es einer sicheren Verbindung in die Aussenwelt. Diese<br />

garantiert die Remote Access Plattform von Sigmatek.<br />

Wie die Kündig AG die webbasierte Cloudplattform mit<br />

VPN-Verbindung <strong>und</strong> SSL-Verschlüsselung in ihrer<br />

Weltneuheit «Perfect» nutzt, erfahren Sie im Anwenderbeitrag<br />

auf technik-<strong>und</strong>-wissen.ch.<br />

Der Hauptbildschirm ist Dreh- <strong>und</strong> Angelpunkt der «Perfect».<br />

Von hier aus werden sämtliche Funktionalitäten gesteuert.<br />

Mehr dazu auf<br />

technik-<strong>und</strong>wissen.ch<br />

Sigmatek Schweiz AG<br />

www.sigmatek-automation.ch<br />

SPS, Halle 7 / Stand 270<br />

#<strong>005</strong> 61


Produkte<br />

Modlink MSDD Frontplattenschnittstellen<br />

Die Frontplattenschnittstellen Modlink MSDD<br />

ermöglichen den einfachen Zugriff auf die Steuerung,<br />

wenn ein Diagnose- oder Servicefall auftritt.<br />

Der Vorteil: Der Schaltschrank kann geschlossen<br />

bleiben, die darin enthaltenen Komponenten<br />

werden in der vorgegebenen Schutzart betrieben.<br />

Dadurch werden Sicherheitsvorschriften für<br />

den Betrieb von elektrischen Anlagen konsequent<br />

eingehalten. Das modulare System von Modlink<br />

MSDD basiert auf einheitlichen Rahmen, in die<br />

unterschiedliche Einsätze eingesteckt werden. Das<br />

ergibt 100 000 Kombinationsmöglichkeiten. Wichtig<br />

für den Konstrukteur: Die Einbaumasse sind immer<br />

gleich. Exportorientierte Unternehmen können<br />

so flexibel auf länderspezifische Gegebenheiten<br />

reagieren, ohne das Gehäuse überarbeiten zu<br />

müssen. Es genügt, den fürs jeweilige Land passenden<br />

Einsatz zu montieren.<br />

Murrelektronik AG | www.murrelektronik.ch<br />

Pyramidenspitze für die Stahlbearbeitung<br />

Der Schneidplattenbohrer QTD wurde um eine Schneidplatte mit Pyramidenspitze<br />

speziell für die Stahlbearbeitung ergänzt. Durch diese zentriert<br />

sich die Schneidplatte selbst <strong>und</strong> garantiert so einen sicheren Bohrungseintritt.<br />

Zudem ist die Beschichtung der Schneidplatte speziell auf die<br />

Bearbeitung von Stahl angepasst, wodurch sich die Verschleissfestigkeit<br />

deutlich erhöht. Sehr hohe Standzeiten sind das Ergebnis. Die Kombination<br />

aus Schneidplatte mit Pyramidenspitze <strong>und</strong> dem Halter aus Stahl<br />

ist besonders vorteilhaft, die geringere Steifigkeit im Vergleich zu monolithischen<br />

Systemen wird dadurch ausgeglichen.<br />

Mapal Dr. Kress KG | www.mapal.com<br />

62 #<strong>005</strong>


Skalierbarer K<strong>und</strong>ennutzen<br />

SEW-Eurodrive hat seinen Automatisierungsbaukasten um das Produktportfolio<br />

der Movi-C-Controller erweitert. Diese smarte <strong>und</strong> skalierbare<br />

Motion- <strong>und</strong> Logic-Control-Lösung kann vielseitig eingesetzt werden,<br />

beispielsweise für Anwendungen in der Verpackungsindustrie oder<br />

Lebensmittelwirtschaft sowie für allgemeine Handling- <strong>und</strong> Robotikanwendungen.<br />

Die Prozessorleistungsfähigkeit des Controllers lässt sich<br />

von einem bis vier Prozessorkernen für den Echtzeitteil skalieren. Neben<br />

den Standardaufgaben eines Motion Controllers ist auch eine Visualisierung<br />

integriert, die im selben Engineering-Tool erstellt wird. Die jeweils<br />

empfohlene Leistungsklasse der Controller richtet sich nach der Anzahl<br />

der Umrichter sowie nach der Anzahl der für die Bewegung benötigten<br />

<strong>und</strong> zu projektierenden, taktsynchronen Achsen <strong>und</strong> Hilfsachsen.<br />

Vier Leistungsklassen für 32/32-, 16/16-, 8/8- oder 2/6-Achsen stehen<br />

zur Auswahl.<br />

Alfred Imhof AG | www.imhof-sew.ch<br />

Wartungsarmes 6-Backen-Kraftspannfutter<br />

Spezielle Dichtungen an der Backenschnittstelle <strong>und</strong> am Kolben<br />

verhindern beim abgedichteten 6-Backen-Pendelausgleichsfutter<br />

Rota NCR-A, dass Fett ausgespült wird <strong>und</strong> die Spannkraft schleichend<br />

verloren geht. Auch bei geringen Spannkräften ist so eine<br />

präzise Funktion des Futters gewährleistet. Zugleich stellt die<br />

Dichtung sicher, dass weder Späne noch Schmutz in den Futterkörper<br />

eindringen. Das Rota NCR-A gibt es in den Baugrössen von<br />

Ø 190 bis 1000 mm mit maximalen Spannkräften von 36 bis 300 kN<br />

<strong>und</strong> Backenhüben von 6 bis 25 mm. In den Baugrössen 190 bis 225<br />

ist das Kraftspannfutter mit Kreuzversatz ausgestattet <strong>und</strong> ab Baugrösse<br />

250 mit einer flexibel nutzbaren Spitzverzahnung (1,5 mm ×<br />

60° oder 1/16" × 90°). Ab Baugrösse 630 sind die Drehfutter zudem<br />

für den Einsatz auf Vertikaldrehmaschinen vorbereitet. Der Pendelausgleich<br />

beträgt je nach Grösse zwischen ±1 <strong>und</strong> ±6 mm, die<br />

maximale Drehzahl liegt bei 600 bis 4000 min -1 .<br />

Schunk Intec AG | www.schunk.com<br />

Dichte Sensoren über gesamten Lebenszyklus<br />

Baumer Sensoren zur Objekterkennung, wie optische oder induktive<br />

Sensoren sowie Sensoren zur Kraftmessung, sind nach den protect+-Designrichtlinien<br />

mit speziellen Materialien entwickelt worden.<br />

Die dadurch erreichte Dichtigkeit wird zusätzlich durch ein besonders<br />

strenges Testverfahren, das die Sensoren durchlaufen, verifiziert.<br />

So wurde unter anderem der Dehnungssensor DST55R zur Kraftmessung<br />

speziell für raue Anwendungen in der mobilen Automation<br />

entwickelt. Dank seiner Konstruktion, dem Einsatz widerstandsfähiger<br />

Materialen <strong>und</strong> dem Dichtigkeitskonzept ist er daher langzeitunempfindlich<br />

gegenüber Feuchtigkeit <strong>und</strong> Staub. Trotz rauer Umgebungen<br />

<strong>und</strong> vieler Reinigungszyklen liefert er zuverlässige Messwerte über<br />

die gesamte Lebensdauer hinweg.<br />

Den Fachartikel dazu finden Sie unter www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch.<br />

Baumer Electric AG | www.baumer.com<br />

#<strong>005</strong> 63


PRODUKTE<br />

Stromversorgung mit 96 Prozent Wirkungsgrad<br />

Die Stromversorgungsreihe «Pro2» umfasst vier einphasige <strong>und</strong> zwei<br />

dreiphasige Geräte, die einen Leistungsbereich von 120 bis 980 W<br />

abdecken. Die Netzgeräte verfügen über einen Eingangsspannungsbereich<br />

von 90 bis 264 VAC (einphasig) beziehungsweise 340 bis 550 VAC<br />

(dreiphasig) <strong>und</strong> einem einstellbaren Ausgang (bis 28,5 VDC). Die Geräte<br />

entsprechen bis 2000 Meter über Normalnull der Überspannungskategorie<br />

OVC III <strong>und</strong> bis 5000 Meter OVC II. Durch ihren Wirkungsgrad von<br />

bis zu 96 Prozent arbeiten sie selbst unter beengten Einbaubedingungen<br />

sehr zuverlässig. In Kombination mit ihrem erweiterten Betriebstemperaturbereich<br />

sowie einem leistungsstarken Top- <strong>und</strong> Powerboost eignen<br />

sie sich damit auch für Anwendungen im rauen Umfeld.<br />

Den Fachartikel dazu finden Sie unter www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch.<br />

Wago Contact SA | www.wago.ch<br />

Prozesssichere Feinbearbeitung von Stahlwerkstoffen<br />

Wenn bei der Feinbearbeitung mit Führungsleistenwerkzeugen lange<br />

Späne entstehen, hat dies negative Auswirkungen auf die Oberflächengüte, die<br />

Masshaltigkeit sowie den automatisierten Ablauf des Prozesses. Wickeln sich<br />

die Späne um das Werkzeug, kann dieses zusätzlich beschädigt werden. Diesen<br />

Problemen lässt sich mit einer Spanleitstufe entgegenwirken. Durch ihre<br />

spezielle Geometrie, die mithilfe umfassender FEM-Analysen sowie Versuchen<br />

in der Praxis entwickelt <strong>und</strong> optimiert wurde, werden die Späne prozesssicher<br />

gebrochen <strong>und</strong> automatisierte Abläufe nicht gestört. Die Spanleitstufe ist kom -<br />

patibel mit allen Schneidplatten mit AS-Anschnitt sowie jeder Beschichtung. Sie<br />

kann daher unabhängig vom jeweiligen Anwendungsfall in die entsprechende<br />

Schneide integriert werden <strong>und</strong> schafft Prozesssicherheit.<br />

Mapal Dr. Kress KG | www.mapal.com<br />

MOVI-C®<br />

............................................................................<br />

Die Komplettlösung für Ihre<br />

Automatisierungsaufgaben<br />

www.imhof-sew.ch


Getriebelose Motoroller<br />

Mehrkanalige Geräteschutzschalter<br />

Die neuen Varianten der mehrkanaligen elektronischen<br />

Geräteschutzschalter CBMC S-R-C können<br />

direkt passend auf die Anlage abgestimmt bestellt<br />

werden. Zudem lässt sich über den Statusausgang<br />

<strong>und</strong> Reset-Eingang der Status der Geräte aus der<br />

Ferne überwachen <strong>und</strong> ausgelöste Kanäle wieder<br />

einschalten. So vereinen die neuen Varianten zwei<br />

Features in einem einzigen Gerät. Die Geräteschutzschalter<br />

zeichnen sich weiterhin über die Ein-<br />

Knopf-Bedienung über den LED-Taster sowie die<br />

elektronische Verriegelung zum Schutz vor ungewolltem<br />

Verändern der Stromwerte aus. Des<br />

Weiteren gibt es eine Variante, die den Anforderungen<br />

nach NEC Class 2 gerecht wird.<br />

Antrimon hat sein Sortiment um getriebelose<br />

Motoroller <strong>und</strong> intelligente Antriebe für die<br />

Sortier- <strong>und</strong> Fördertechnik erweitert. Die Serie<br />

der getriebelosen Antriebe wurde speziell für<br />

die Bewegungsabläufe von Rollen-, Querband<strong>und</strong><br />

Förderbandsysteme entwickelt. Die Motoroller<br />

werden direkt in die Rollen verbaut <strong>und</strong><br />

ermöglichen somit einen getriebelosen Antrieb<br />

mit sämtlichen Vorteilen der Direktantriebstechnik.<br />

Sie zeichnen sich durch einen geringeren<br />

Wartungsaufwand, Energieeinsparungen <strong>und</strong><br />

höhere Leistungsstärke aus. Weitere Merkmale<br />

sind unendlich viele Start- <strong>und</strong> Stoppzyklen <strong>und</strong><br />

der überaus leise Betrieb. Zusätzlich erhältlich<br />

zu den Motorollern ist die passende Elektronik.<br />

Die Controller sind mit allen benötigten Funktionen<br />

für Logistik-Anwendungen ausgestattet.<br />

Antrimon Group AG | www.antrimon.com<br />

Phoenix Contact AG | www.phoenixcontact.com<br />

Energieketten für Reinraumanwendungen<br />

Für eine sichere Energieversorgung im Reinraum hat Igus<br />

seine modulare <strong>und</strong> öffenbare Energieführungsfamilie e-skin<br />

entwickelt. Die Energieketten versorgen Anlagen mit Daten,<br />

Medien <strong>und</strong> Energie ohne, dass ungewünschte Partikel die Luft<br />

verunreinigen. Das bewies jetzt auch das Fraunhofer Institut<br />

IPA. Alle vier Energiekettentypen der Familie überzeugten<br />

in den Tests, ob mit oder ohne Leitungen, <strong>und</strong> erhielten das<br />

Fraunhofer Tested Device Zertifikat der ISO Klasse 1 für die<br />

Nutzung in Reinräumen.<br />

Igus GmbH | www.igus.ch<br />

#<strong>005</strong> 65


Isolationswächter für<br />

geerdete Antriebssysteme<br />

Virtueller Sensor ermittelt sichere<br />

Geschwindigkeit<br />

Der virtuelle Sensor «Safe Speed Observer» für den Servoverstärker<br />

Acopos P3 berechnet aus den elektrischen Stellgrössen eines<br />

permanenterregten Synchronmotors <strong>und</strong> anhand zweier red<strong>und</strong>anter<br />

Modelle des Motors die sichere Geschwindigkeit (SLS –<br />

Safely Limited Speed). Damit lassen sich Applikationen gemäss<br />

Sicherheitslevel SIL2 / PLd / Kat. 3 realisieren. Die Konfiguration<br />

erfolgt in der Automatisierungssoftware Automation Studio.<br />

B&R Industrie-Automation AG | www.br-automation.com<br />

Induktive Faktor-1-Sensoren<br />

Faktor 1 bedeutet eine gleichbleibend hohe Reichweite – egal,<br />

ob es sich beim zu erkennenden Objekt um ferromagnetischen<br />

Baustahl, Edelstahl oder um Aluminium handelt. Durch die<br />

umfassenden Einstellmöglichkeiten via Teach-Eingang kann<br />

der Anwender die Ausgangskennlinie an seine Bedürfnisse<br />

anpassen, etwa indem er eine steigende oder fallende Kennlinie<br />

festlegt. Faktor-1-Sensoren bietet Baumer in den Baugrössen<br />

6,5 mm bis M18 mit einem maximalen Schalt abstand von 10 mm<br />

an. Die messende Variante mit einem Messbereich von 8 mm<br />

gibt es aktuell in der Baugrösse M18. Die berührungslosen Näherungsschalter<br />

arbeiten mit einer Schaltfrequenz von bis zu 3 kHz.<br />

Für die Überwachung abgeschalteter<br />

Verbraucher auch in geerdeten Systemen<br />

bietet Dold & Söhne Isolationswächter<br />

der Serie Varimeter IMD an. Der MK 5880N<br />

<strong>und</strong> der MH 5880 werden an einem Antrieb<br />

so verschaltet, dass sie den Isolationswiderstand<br />

nur überwachen, so lange der<br />

Antrieb vom Netz getrennt ist. Beide<br />

Geräte lassen sich auf DIN-Tragschienen<br />

installieren <strong>und</strong> sind für Dreh- <strong>und</strong><br />

Wechselstromnetze bis 500 V <strong>und</strong> für<br />

Netzfrequenzen von 10 bis 1000 Hz<br />

geeignet. Hilfsspannung, Messkreis <strong>und</strong><br />

Ausgangskontakte sind galvanisch<br />

voneinander getrennt. Der Alarmwert für<br />

den Erdschluss ist bei beiden Geräten<br />

in einem Bereich von 5 Ohm bis 100 kOhm<br />

einstellbar. Sollte der eingestellte Wert<br />

unterschritten werden, fällt das Ausgangsrelais<br />

ab, <strong>und</strong> der Alarm wird ausgelöst.<br />

Gleichzeitig signalisiert eine LED den<br />

Isolationsfehler.<br />

Den Fachartikel dazu finden Sie unter<br />

www.technik-<strong>und</strong>-wissen.ch.<br />

AWAG Elektrotechnik AG | www.awag.ch<br />

Baumer Electric AG<br />

www.baumer.com/c/13506 | www.baumer.com/c/13451


PRODUKTE<br />

Vakuum-Terminal als zentrale<br />

Steuereinheit<br />

Die Kompaktterminal-Familie SCTSi wurde um<br />

Vakuum-Erzeuger erweitert. Zudem können nun<br />

bei der Ethernet-Variante Module integriert werden,<br />

die die Kommunikation mit der übergeordneten<br />

Steuerung vereinfachen <strong>und</strong> den Installationsaufwand<br />

reduzieren. Das Terminal wird so zur zentralen<br />

Steuereinheit für Vakuum-Greifsysteme. Eines<br />

der Module ist ein IO-Link-Master. Andere intelligente<br />

Feldgeräte mit IO-Link-Schnittstelle können<br />

zentral für eine direkte Kommunikation mit der SPS<br />

an diesen Master angeschlossen werden. Gleiches<br />

gilt für das Digitaleingabe-Modul, welches zusätzliche<br />

E/A-Module erübrigt. Anwender können so<br />

andere digitale Feldgeräte, beispielsweise Sensoren,<br />

über digitale Eingänge anschliessen. Das Modul<br />

empfängt die Sensorsignale <strong>und</strong> gibt diese an die<br />

übergeordnete Steuerung weiter.<br />

Schmalz GmbH | www.schmalz.com<br />

Kraftpaket für kollaborative<br />

Anwendungen<br />

Der Cobot UR16e kombiniert seine Tragkraft von<br />

bis zu 16 kg mit einer Reichweite von 900 mm<br />

<strong>und</strong> einer Wiederholgenauigkeit von ±0,05 mm.<br />

Ermöglicht wird dieser Fortschritt durch die<br />

Modellreihe e-Series, welche Universal Robots 2018<br />

eingeführt hat. Auf ihrer Basis wurde auch der<br />

UR16e entwickelt. Er verfügt über den gleichen<br />

Technologiestandard wie die e-Series Cobots UR3e,<br />

UR5e <strong>und</strong> UR10e. Dieser Standard zeichnet sich<br />

durch eine hohe Feinfühligkeit, 17 konfigurierbare<br />

<strong>und</strong> vom TÜV Nord gemäss EN ISO 13849-1 mit PLd<br />

Kat. 3 sowie gemäss EN ISO 10218-1 zertifizierte<br />

Sicherheitsfunktionen sowie eine intuitive Nutzeroberfläche<br />

aus.<br />

Universal Robots (Germany) GmbH |<br />

www.universal-robots.com<br />

SPS-Bedienung per Smartphone<br />

Üblicherweise läuft die Steuerung von Prozessen<br />

mit einer SPS nach der ersten Parametrierung<br />

vollautomatisch ab. Bei manchen Applikationen ist<br />

es aber notwendig, dass sich Prozessdaten jederzeit<br />

abrufen <strong>und</strong> einstellen lassen. Die Virtual-HMI-<br />

Modelle der Unistream-SPS-Serie gestatten dies.<br />

Sie besitzen kein Display mehr, verhalten sich aber<br />

für den Programmierer genauso, wie die Modelle<br />

mit Display. Alle Anzeigen- <strong>und</strong> Bedienelemente<br />

werden innerhalb der kostenfreien Entwicklungsumgebung<br />

Unilogic definiert <strong>und</strong> parametriert.<br />

Und mit einer für alle Betriebssysteme verfügbaren<br />

App lässt sich die Bedienoberfläche ganz einfach<br />

auf einem Smartphone, Tablet oder PC anzeigen.<br />

Wird dennoch ein Touchdisplay an der Anlage oder<br />

Maschine benötigt, ist die Serie mit einem Display<br />

nachrüstbar oder kann über Ethernet mit einem<br />

Display verb<strong>und</strong>en werden.<br />

Spectra (Schweiz) AG | www.spectra.ch<br />

#<strong>005</strong> 67


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der industriellen Automation<br />

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