31.01.2020 Aufrufe

Printmagazin TECHNIK und WISSEN - Ausgabe 005

"Technik und Wissen" berichtet in moderner Form für Fachleute aus der Industrie. Die Themen reichen vom 3D-Druck, neuen Materialien über Robotik, Montage und Zulieferindustrie bis hin zu Konstruktions- und den ganzen Digitalisierungsthemen.

"Technik und Wissen" berichtet in moderner Form für Fachleute aus der Industrie. Die Themen reichen vom 3D-Druck, neuen Materialien über Robotik, Montage und Zulieferindustrie bis hin zu Konstruktions- und den ganzen Digitalisierungsthemen.

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5 2019

DIE CROSSMEDIALE PLATTFORM FÜR

AUTOMATION UND FERTIGUNG

CHF 15

TECHNIK-UND-WISSEN.CH

LOSGRÖSSE 1

DIGITALISIERUNG

FABRIKPLANUNG

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EDITORIAL

VON DEN

BESTEN LERNEN

Bei «Technik und Wissen» gibt es kein

Copy-and-paste! Als ich dieses Versprechen

bei unserem Start gab, unterstellten

mir einige Leser arrogantes Gehabe. Ich

würde, hiess es, andere Fachmagazine schlecht

machen. Kann man so sehen! Ich vertrete aber

weiterhin die Ansicht, dass ein Beitrag nicht

dadurch aufschlussreicher wird, in dem man diesen

eins zu eins von Print in Online überträgt. Daher

werden wir auch in 2020 unser Motto «Egal

welcher Kanal, nur neues Material» beibehalten.

Dass uns damit ernst ist, erfahren Sie auch in

der letzten Ausgabe dieses Jahres. Wenn wir an

aus gewählten Stellen auf unsere Homepage verweisen,

erwarten Sie dort garantiert neue und

weitergehende Informationen. Aber überzeugen

Sie sich am besten selbst, es lohnt sich.

Markus Back, Chefredaktor Print

Man soll die Maxime «von den Besten lernen»

beherzigen. Besonders dann, wenn

man genug Originalität besitzt und nicht

meint, eine Spiegelung des gesehenen

Erfolgsmodells führe zum eigenen Erfolg. Eine Studienreise

zu drei Schweizer Vorreitern in Sachen

Industrie 4.0 war so ein Tag, wo lernbegierige Fachleute

von eben diesen Besten lernen wollten.

Vielleicht gehören die besuchten Firmen noch

nicht zu den Besten, aber ihren Wunsch, den digitalen

Weg zu gehen, setzen sie bereits mit keckem

Pragmatismus um. Denn sie gingen von einfachen

Fragen aus: Was gibt es bereits? Was davon bringt

uns den grössten Nutzen? Und wichtig: Von wem

können wir lernen?

Oft waren die Antworten sehr einfach. Ob die Vorreiter

damit langfristig Erfolg haben werden, zeigt

sich. Ein neuer Index besagt aber, dass je mehr eine

Firma ihre Prozesse digitalisiert, umso grösser ist

ihr EBIT. Nach der Studienreise dürfte schnell klar

gewesen sein, warum dies so sein muss. Denn wer

digitalisiert, muss zunächst aufräumen und seine

Prozesse verschlanken. Das allein macht die Unternehmen

bereits fitter für die Zukunft.

Eugen Albisser, Chefredaktor Online

#005 3


IMPRESSUM

Das crossmediale Fachmagazin für

Automation und Fertigungstechnik

www.technik-und-wissen.ch

Leser-Service / Abonnement

1 Jahr, CHF 75.– inkl. MwSt.

T. +41 41 464 60 48

abo@technik-und-wissen.ch

www.technik-und-wissen.ch/abo

Die nächste Ausgabe

von Technik und

Wissen erscheint

am 27. Februar 2020

Chefredaktion

Eugen Albisser, Chefredaktor Online

eugen.albisser@technik-und-wissen.ch

Markus Back, Chefredaktor Print

markus.back@technik-und-wissen.ch

Redaktion

Luca Meister

redaktion@technik-und-wissen.ch

Redaktionsadresse

Redaktion Technik und Wissen

Innovationsdorf Bern, Wylerringstrasse 36

3014 Bern

Leitung Werbemarkt

Thorsten Krüger

Tel. +41 41 464 60 47

thorsten.krueger@technik-und-wissen.ch

Konzept & Layout

Medienart AG, Aurorastrasse 27, 5000 Aarau

Martin Kurzbein (Art Director)

Stefanie Schildknecht-Lipp (Layout)

info@medienart.ch

Druck

Ib-Print AG, Seetalstrasse, CH-5703 Seon

belser@ib-print.ch, www.ib-print.ch

Herausgeber

Technik und Wissen GmbH

Wylerringstrasse 36, 3014 Bern

Tel. +41 41 464 60 46

www.technik-und-wissen.ch

Geschäftsführung

Eugen Albisser (Vorsitz, Chefredaktion Online)

Markus Back (Chefredaktion Print)

Valentin Kälin (Kaufmännische Leitung)

Jürg Rykart (Strategische Partnerschaften)

Erscheinungsweise

5 × jährlich, 1. Jahrgang

Auflage

9000 Exemplare

Eine Publikation in Zusammenarbeit mit

Alle Urheber- und Verlagsrechte an dieser

Publikation oder Teilen davon sind vorbehalten.

Jede Verwendung oder Verwertung

bedarf der schriftlichen Zustimmung der

Herausgeber. Der Inhalt dieses Heftes wurde

sorgfältig geprüft. Dennoch übernimmt der

Herausgeber keine Haftung für seine Richtigkeit.

Die rechtlichen Bestimmungen für

die Schaltung von Werbung entnehmen Sie

den «Allgemeinen Geschäftsbedingungen»

unter www.technik-und-wissen.ch


CHF 15

INHALT

06

Auf einen Kaffee bei

Dr. Thomas Staehelin

26

Reise zu digitalen

Vorreitern

32

«Wir planen immer

nach Losgrösse 1»

36

566 Billiarden

Kombinationen!

«Ich will mit dem Projekt

dem digitalen Wandel eine

Entwicklungsgrundlage bieten.»

Eine Studienreise zu drei

schweizerischen Pragmatikern:

eMDe, Eugen Seitz, Baumer.

Wie plant man eine effiziente

Fabrik? Wir fragten bei einem

Fabrikplaner nach.

Grenzenlose Kreativität –

wie aber kann man die noch

beherrschen?

03 Editorial

04 Impressum

06 Auf einen Kaffee bei

Dr. Thomas Staehelin,

uptownBasel

12 Ohne Umwege zum 3 µm

feinen Draht

13 In der Pipeline

14 Blickpunkt Forschung

16 Technisches Englisch:

Brush it up mit Siemens

17 News in Zahlen

18 Getimtes Produktableben

19 Wissenswertes in

Nachrichtenform

Schwerpunkt

«Losgrösse 1»

22 Hier beginnt die Zukunft

24 Mit Digitalisierung zur

Losgrösse 1

26 Eine Reise zu den digitalen

Vorreitern

32 «Wir planen immer nach

Losgrösse 1»

46 Swiss Industry Award 2019

48 Agenda

50 Da oszilliert das

Ingenieur-Herz

52 Kurznachrichten

56 SPS – neuer Name,

altes Gewand

58 Aus CAD-Daten einen

digitalen Zwilling generieren

60 Modular in die HMI-Zukunft

62 Produkte

#005 2019 Losgrösse 1 | Digitalisierung | Fabrikplanung

5 2019

TECHNIK-UND-WISSEN.CH

DIE CROSSMEDIALE PLATTFORM FÜR

AUTOMATION UND FERTIGUNG

36 566 Billiarden Kombinationen:

Grenzenlose Kreativität!

38 Testen und Tüfteln für den

Standort Schweiz

LOSGRÖSSE 1

DIGITALISIERUNG

FABRIKPLANUNG

MESSTECHNIK

SPS

42 Standard-Lösungen für das

Einzigartige

Titelbild

Losgrösse 1

Cover-Gestaltung: Verena Snurer

#005 5


RUBRIKTITEL

«FÜR DIE NÄCHSTE

GENERATION»

6 #005


AUF EINEN KAFFEE BEI DR. THOMAS STAEHELIN

In Arlesheim/BL wird von uptownBasel auf einem ehemaligen Industriegelände

ein riesiges Kompetenzzentrum Industrie 4.0 für mehr als 400 Millionen Franken

aufgebaut. VR-Präsident von uptownBasel ist Dr. Thomas Staehelin, sein Family Office

ist Investor. Wir trafen ihn auf einen Kaffee auf dem Gelände.

Eugen Albisser (Text) und Ruben Sprich (Fotos)

Herr Dr. Staehelin, sind Sie eigentlich ein Kaffeetrinker

oder hätten wir eine Teetasse mitbringen

sollen?

Ich trinke sehr viel Kaffee. Vor allem früh am

Morgen, denn ich stehe normalerweise um etwa fünf Uhr

auf und beginne zu arbeiten. Da braucht es schon Kaffee,

um wach zu werden. Ein Espresso ist mir am liebsten,

schwarz und ohne Zucker.

Sie stehen täglich um fünf Uhr morgens auf?

Fast immer. Ich bin ein Frühaufsteher, weil ich so besser

mein Arbeitspensum unterbringen kann. Wer wie ich lange

Arbeitstage hat, der hat so den Vorteil, dass er abends zeitig

fertig ist und mit seiner Familie zusammen sein kann. Aber

ich muss sagen, dass ich den Morgen auch ausgesprochen

gerne habe.

Ich nehme an, Ihr erster Weg am Morgen führt Sie

direkt zur Kaffeemaschine?

Tatsächlich. Und dann immer wieder im Verlauf

des Tages.

Mit richtigen Kaffeepausen?

Nein. Ich trinke den Kaffee während des Arbeitens.

Am Morgen trinke ich gegen zehn Espressi, am Nachmittag

dann ein bisschen weniger. Sie sehen, ich liebe Kaffee.

Und auch das Arbeiten, wie es scheint. Womit beschäftigen

Sie sich zurzeit am meisten?

Ich übe noch verschiedene Verwaltungsratsmandate aus,

unter anderem bei börsenkotierten Firmen, aber auch bei

mittelständischen Familienunternehmen. Aber eine grosse

Aufgabe ist sicherlich diese Tätigkeit als Mitinvestor und

VR-Präsident von uptownBasel. Dieses Projekt hier in

Arlesheim am Schorenareal liegt mir sehr am Herzen.

Wir sitzen im Sitzungszimmer von uptownBasel, wo

auch der Architekt, Ideengeber und Arealentwickler von

uptownBasel, Hans-Jörg Fankhauser, arbeitet und wir

können direkt auf die Baustelle sehen, wo momentan vier

Krane stehen und fleissig gearbeitet wird. Was denken

Sie, wenn Sie hier oben aus dem Fenster schauen?

Ich komme oft hierher und ich staune jedes Mal von

Neuem. Im März fing der Bau an, im Juni war die Grundsteinlegung

und nun sehen wir bereits die ersten Stockwerke

dieses eindrücklichen ersten Gebäudes. Es ist ein

grosses Projekt und eine befriedigende Vorstellung, hier

etwas mitzugestalten. Mich freut es, daran zu denken, wie

verschiedenste Firmen bald in diesen Gebäuden auf eine

neue Art und Weise arbeiten und die Möglichkeiten von

Industrie 4.0 nutzen können für ihre Produktion. Aber es

soll ja auch noch viel mehr sein. Die Firmen sollen sich

untereinander vernetzen und voneinander profitieren. ››

Es ist ein grosses Projekt

und eine befriedigende

Vorstellung, hier etwas

mitzugestalten.

#005 7


Rubrik zum

Thema

«Arbeiten 4.0»

«Technik und Wissen» wird das

Projekt in Arlesheim in den nächsten

beiden Jahren mit einer eigenständigen

Rubrik begleiten. Die Rubrik

behandelt das Thema «Arbeiten 4.0»

und wird auch Einblicke geben, wie

die Hightech-Firmen dort arbeiten,

warum sie dort eingezogen sind

und wie andere Firmen vom Projekt

und Konzept «uptownBasel»

profi tieren können.

Wir sprechen hier auch von einem Wandel. Nicht umsonst

hat sich das Wort der 4. Industriellen Revolution etabliert.

Wie stehen Sie diesem Wandel gegenüber?

Ich stehe diesem Wandel positiv gegenüber, auch wenn

ich die Probleme, mit denen er uns konfrontiert, durchaus

erkenne. Aber ich glaube an eine unvermeidliche Entwicklung

und da ist es besser, wenn wir diese selbst mitgestalten.

Das tun Sie nun mit diesem Projekt. Es sind mehr als

400 Millionen Franken, die Sie hier investieren. Wird es

einem da nicht mulmig? Sie hätten auch in Aktien

investieren können.

Oder in eine Wohnüberbauung hier auf dem Gelände.

Aber das hätte ich nicht gemacht. Ich will der nächsten

Generation etwas weitergeben und dem digitalen Wandel

eine Entwicklungsgrundlage bieten. Das ist vielleicht

ein grosser Anspruch und wir können trotz der Grösse des

Projekts nicht mit Sicherheit den Wandel beeinflussen.

Aber ein Versuch ist es wert und soll zumindest ein Mosaikstein

sein beim Ziel, die Digitalisierung in der Schweiz

für die Industrieunternehmen voranzubringen.

Wie sind Sie eigentlich Investor dieses Projekts geworden?

Ich muss ein wenig ausholen. Ich bin im Verwaltungsrat

des Bauunternehmens Stamm, das früher in Binningen

seinen Sitz hatte. Dort gab es einen Werkhof und wir überlegten

uns, wie wir diesen optimieren oder sogar anderswo

erstellen könnten. Wir liessen Hans-Jörg Fankhauser eine

Studie machen und evaluierten auch diesen Standort, der

sich als optimal erwies. Wir verhandelten mit dem Kanton

und konnten statt im Baurecht Eigentum erwerben – allerdings

unter der Bedingung, dass wir das ganze Areal

erwerben. Da war also viel unbebauter Platz. Da haben

wir uns überlegt, was sinnvoll wäre und zusammen mit

Hans-Jörg Fankhauser sind dann die ersten Ideen zu

diesem Kompetenzzentrum Industrie 4.0 entstanden, von

denen ich schnell sehr begeistert war.

Am 7. Juni 2019 feierten Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Politik die Grundsteinlegung zum Areal «uptownBasel»

in Arlesheim (BL). Auf der zurzeit grössten Baustelle der

Nordwestschweiz entsteht ein Kompetenzzentrum für Industrie

4.0. Der Baustart erfolgte ein paar Monat davor im März 2019.

Das erste grosse Gebäude auf dem Areal trägt den Namen

«The Pioneer». Das fünfstöckige Gebäude umfasst drei

stützenfreie Hallen, die von Stahlträgern überspannt werden.

Über den Produktionshallen werden auf 9 000 m2 Bürofl äche

moderne Arbeitsräume für ca. 600 Technologiespezialisten

entstehen. Der erste Bau mit einer Gesamtnutzfl äche von

25 000 m 2 wird Ende 2020 bezugsbereit sein. Die modernen

Bauten sind auf die hohen Anforderungen der industriellen,

digitalen Produktion ausgerichtet. Ob «Internet of Things» (IoT),

Cybersecurity, Elektromobilität, neue Batterietechnologie,

Virtual Reality, Roboter-Technologie oder 3D-Druck: das sind

Themen, mit denen sich Firmen hier in Kürze auseinandersetzen

werden und mit modernsten Mitteln und mit Industrie-

4.0-Prozessen herstellen sollen. Die ersten Mietverträge sind

bereits unterschrieben und rund 70 Prozent im «The Pioneer»

bereits belegt. (Quelle: uptownBasel)

8 #005


AUF EINEN KAFFEE BEI DR. THOMAS STAEHELIN

Welchen Anteil hatte Ihre Familie am Entscheid?

Meine Frau hatte einen ganz entscheidenden Einfluss

darauf. Wir haben das Projekt vielfach diskutiert, aber

wir waren uns sehr schnell einig, dass wir dieser Region –

meine Frau ist in Arlesheim aufgewachsen – etwas

Neuartiges und Zukunftsgerichtetes geben wollen. Es ist

ein unternehmerisches Engagement und das ist etwas,

das uns fasziniert. Auch unsere beiden Kinder sind hier

engagiert und wenn ich davor sagte, dass dieses Projekt

etwas für die nächste Generation ist, dann meinte ich dies

durchaus im Sinne der Gemeinschaft, aber mitunter auch

für unsere eigenen Kinder.

Sie sind promovierter Anwalt. Welchen Bezug haben

Sie zur Industrietechnologie und warum gerade das

Engagement dafür?

Ich bin natürlich kein Experte auf dem Feld der Technik,

auch wenn ich bei meiner Arbeit für die Handelskammer,

für Switzerland Global Enterprise oder im Verwaltungsrat

einiger Industriefirmen Einsicht habe, welche Technologien

die Branche beschäftigt. Grundsätzlich sehe ich

immer aber auch eine historische Note, die man oft vergisst

in all den Diskussionen: Die Industrie und der Glaube an

den Fortschritt ist Grund und Ursache für unseren Wohlstand

in der Schweiz. Hätten wir nicht eine blühende

Industrie hier und wären wir nicht immer mit dem Fortschritt

gegangen, dann hätten wir diesen Wohlstand nicht.

Aus genau diesem Grund bin ich überzeugt, dass man heute

mit der Digitalisierung gehen muss als Unternehmen.

Nicht wenige Menschen fühlen, dass der Wandel diesmal

anders ist als je zuvor und er macht ihnen Angst. Wie sehen

Sie dies?

Man darf die Grundwerte wie Respekt, Vertrauen, Transparenz

und Ehrlichkeit nicht vergessen. Niemals. Das ist

vielleicht die Gefahr, wenn man dem Fortschritt zu sehr

folgt. Gerade in einer Zeit, in der Maschinen mit Maschinen

Ich will der nächsten

Generation etwas weitergeben

und dem digitalen

Wandel eine Entwicklungsgrundlage

bieten.

#005 9


AUF EINEN KAFFEE BEI DR. THOMAS STAEHELIN

kommunizieren und den Menschen auf eine gewisse Weise

umgehen, darf man den Menschen nicht vergessen und mit

ihm auch seine Werte. Das sehe ich als die grosse Gefahr,

die vielleicht auf uns zukommt.

Zu den Grundwerten zählt beim Projekt hier auf dem Areal

sicher auch die Nachhaltigkeit, oder?

Das ist so. Wir wollen zeigen, dass ein Vorzeigeprojekt für

die Digitalisierung zugleich auch ein Leuchtturmprojekt

für die Nachhaltigkeit sein kann. Die Energielösungen

sollen erneuerbar, effizient und innovativ sein. Nur ein

Beispiel dafür: Wir haben ein Konzept für die Rechenzentren,

die ebenfalls auf dem Gelände Einzug nehmen sollen.

Die Abwärme wird in zentralen Anlagen aufbereitet und

mit Verbundleitungen über das ganze Areal und an

umliegende Verbünde verteilt. Und das ist nur ein kleines

Beispiel für viele verschiedene Projekte rund um das

Thema Nachhaltigkeit.

In ein paar Jahren werden auf diesem 70 000 Quadratmeter

grossen Areal die letzten Gebäude gebaut sein und Sie

werden vielleicht mit Ihrer Frau hier oben stehen mit einem

Kaffee in der Hand. Was denken Sie, wird durch Ihren

Kopf gehen?

Zuerst einmal: Meine Frau ist tatsächlich auch eine grosse

Kaffeetrinkerin – und sie hat einen grossen Anteil an

diesem Projekt. Ich hoffe einfach, dass wir bis dahin –

es wird etwa 2025 sein – es geschafft haben, der Schweizer

Industrie einen Impuls zu geben mit diesem Kompetenzzentrum

aus schlussendlich sieben Produktionshallen und

140 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Es wäre

schön, wenn wir sehen, dass sich die De-Industrialisierung

in der Schweiz auf diese Weise verlangsamen oder gar

aufhalten lässt. Und am meisten wünsche ich mir natürlich,

dass meine Frau und ich gesund hier oben stehen

werden.

uptownBasel | www.uptownbasel.ch

Dr. Thomas

Staehelin

Dr. Thomas Staehelin ist promovierter

Jurist. Der 72-jährige Basler war und

ist im Verwaltungsrat und Präsident

verschiedener Aktiengesellschaften

und Stiftungen wie der im Text

erwähnten Stamm Bau AG, aber

auch bei Kühne und Nagel International

AG, Infi con Holding AG oder

Switzerland Global Enterprise.

Zusammen mit seiner Frau ist er

Eigentümer von uptownBasel und

dessen VR-Präsident.

10 #005


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NACHGEFRAGT

OHNE UMWEGE ZUM

3 µm FEINEN DRAHT

Normalerweise verlangt die Umformung eines mikroskopisch kleinen Drahtes einen Umweg

mittels Ummantelung. Ein neues Verfahren des Thuner Ingenieurbüros Roder Engineering AG

erspart nun diese Prozessschritte. Wir fragten bei Geschäftsinhaber Toni Roder nach.

Von Eugen Albisser

Herr Roder, Sie haben ein Walzwerk entwickelt,

das mikroskopisch kleine Drähte formt.

Steckt dahinter eine besondere Technologie?

Walzwerke werden seit einigen Jahrhunderten

gebaut. Wesentliche Grundsätze haben sich über all diese

Zeit behauptet. Man kann sich aber leicht vorstellen, dass

gewisse Anforderungen sich verändern, wenn ich an Stelle

von einem Draht mit 15 mm Durchmesser plötzlich einen

mit nur noch 0.015 mm Durchmesser walzen möchte.

So klein ist nämlich der Ausgangsdraht, den ich kürzlich

auf eine Dicke von nur 3 µm Dicke gewalzt habe. Die

Verarbeitung solch feiner Drähte bedingt äusserst präzise

und stabile Prozessparameter. Kleinste Schwankungen der

Zugspannung im Draht beispielsweise führen sofort zu

einem Drahtbruch, zudem ist der Draht fürs menschliche

Auge kaum sichtbar. So hat schon manch unvorsichtiger

Bediener einen Draht zerrissen, ohne es bemerkt zu haben.

Was sind die weiteren Herausforderungen?

Die grösste Herausforderung ist daneben die Führung

vom und der Umgang mit dem Draht. Wo beim «normalen»

Kaltwalzen ein Kran oder hydraulische Scheren zum

Einsatz kommen, benötigen wir Lupen und Pinzetten.

Sie können also damit einen 3 µm dünnen Draht herstellen.

Gibt es noch nichts Vergleichbares – oder wie werden heute

solch feine Drähte hergestellt?

Speziell ist, dass wir den Draht nicht für die Umformung

mit einem anderen Metall ummantelt haben, welches

danach wieder chemisch abgetragen werden muss. Solche

«Umwege» werden dort eingesetzt, wo man ohne nicht

mehr ans Ziel kommt. Uns ist es nun gelungen, die Grenzen

weiter nach unten zu verlagern, womit Prozessschritte

eingespart werden können.

Kann man die Drähte prozesssicher und also so etwas

wie «in Serie» herstellen?

Der Ausdruck «in Serie herstellen» ist in der Drahtbranche

eher unüblich, weil wir quasi immer mit endlosen Produkten

arbeiten, welche auf Spulen von mehreren 1000 m

aufgewickelt werden.

Die Antwort auf den Kern der Frage aber ist ein klares Ja.

Ja, wir können solche Drähte mit einem zuverlässigen

Prozess herstellen. Wobei aber auch anzumerken ist, dass

für die Manipulationen Fachkräfte benötigt werden.

Wer soll von dieser Innovation profitieren?

Grundsätzlich kann durch kleinere Drähte an jedem

Einsatzort von Drähten und Bändern weiter miniaturisiert

werden. Sei es in der Mikromechanik, in der Elektrotechnik

oder auch bei medizinischen Geräten und Werkzeugen.

Anwendungsbereiche finden sich aber auch in der Prozesstechnik,

bei Filtern oder ähnlichen Prozessen.

Wie sehen die nächsten Schritte aus auf dem Weg zur

Vermarktung des Produkts?

Durch gezielte Kundenkontakte in den prädestinierten

Branchen und die erneute Teilnahme an der Fachmesse

für die Drahtherstellung – die Wire 2020 – im kommenden

April in Düsseldorf.

Sie sind ja ein Engineering-Büro. Wie kommt es, dass Sie

eine solche Maschine entwickeln?

Das Standbein Walzwerkbau ist geschichtlich gewachsen.

Wir haben bereits kurz nach der Jahrtausendwende das erste

Walzwerk für Uhrenfedern (Unruhe) entwickelt und gebaut.

Sind Sie bereits daran, eine neue Maschine zu entwickeln

oder das Walzwerk weiterzuentwickeln?

Im Moment sind wir daran, die nächste Generation von

Steuerungen für Walzwerke und Wickler zu evaluieren.

Natürlich sind dabei die Bereiche der Datenverarbeitung

und -erfassung für die Qualitätssicherung und Prozessüberwachung

ein Dauerthema.

Roder Engineering AG | roder-engineering.ch

Gespräch mit:

Toni Roder,

Geschäftsinhaber

Roder Engineering AG

12 #005


KURZ & KNAPP

IN DER PIPELINE

Voll vernetzter Stanzautomat

Firma: Schuler | Technologie: Stanzautomat | Vorteil: Vernetzung und Digitalisierung

Verfügbar: ab Blechexpo 2019 (Stand 8511)

Mit dem Stanzautomat MC 125 will Schuler nun auch mittelständischen Betrieben smarte

Funktionen anbieten. Dank zusätzlich integrierter Sensoren lässt sich der Zustand jederzeit

umfassend überwachen. Das sichert die Produktivität und kann ungeplante Stillstände

verhindern. Doch nicht nur die Steuerung, auch die Mechanik hat ein Update bekommen:

Schuler hat die Stösselführung nun über vorgespannte, spielfreie Rollenumlaufeinheiten umgesetzt.

Sie garantieren nicht nur die nötige Präzision zum Beispiel für Bauteile mit geringem

Schnittspalt, sondern sind auch wartungsarm. Und die gegeneinander laufenden Querwellen

des Antriebs kompensieren dabei seitliche Rotationskräfte. www.schulergroup.com

Markieren in der nächsten Dimension

Firma: Trumpf Schweiz AG | Technologie: Beschriftungslaser

Vorteil: 3D-Markieren auf komplexen Bauteilen | Verfügbar: ab sofort

Schneller, präziser, flexibler – die Anforderungen an das Gravieren, Abtragen,

Markieren oder Anlassen per Laser steigen unaufhörlich. Das Entwicklungsteam

von Trumpf hat sich diesen Herausforderungen gestellt,

was sich nach intensiver Phase als Schlüssel zum Erfolg der TruMark-

Systeme zeigte. Ab sofort hat Trumpf für jedes noch so komplexe Bauteil

eine Lösung. Mit dem Beschriftungslaser TruMark 6030 lässt sich dank

der neuen 3D-Funktionalität in der dritten Dimension markieren. Die hohe Leistung und

brillante Strahlqualität liefern optimale Ergebnisse für jede Branche. Ergänzt durch moderne

Bildverarbeitungslösungen und hoher Produktivität steigert er die Performance und die

Qualität der Markierungen.

www.trumpf.com/s/5ozde3

Genesis eines neuen Deltaroboters

Firma: Demaurex | Technologie: Deltaroboter mit Direktantrieb | Vorteil: Kompaktheit

Verfügbar: ab Mitte 2020

Grössenvergleich bisheriger

Antriebsmotor gegenüber Direktantrieb

von Genesis Robotics.

Demaurex ist ein Branchenführer für Hochgeschwindigkeits-Pick-and-

Place-Robotik. Doch solche Delta-Robotersysteme haben einen Nachteil:

Den Speed holen sie sich meist über einen Getriebemotor und diesen kann

man mit Längen um 500 mm nicht gerade als klein bezeichnen. Nun

hat das Lausanner Unternehmen eine Entwicklungsvereinbarung mit der

kanadischen Firma Genesis Robotics unterschrieben, um den Deltaroboter

völlig neu zu konzipieren. Denn die Kanadier verfügen mit dem Livedrive

über einen Direktantriebsmotor, der kompakt, kraftvoll und über ein bis zu

Zur vollständigen

Story:

dreimal so hohes Drehmomentverhältnis gegenüber vergleichbaren Motoren hat. Die Entwicklung

des neuartigen Deltaroboters hat nun begonnen, erste Resultate hofft Demaurex

Mitte 2020 vorstellen zu können.

www.demaurex.com

#005 13


KURZ & KNAPP

BLICKPUNKT

FORSCHUNG

Cold Spring Harbor Laboratory, USA

Maschinen sollen von Tieren lernen

Maschinen können inzwischen vieles besser als Menschen. Doch paradoxerweise

sind einfachste Interaktionen mit der physikalischen Welt sehr

schwierig und einem Roboter fällt es schwer, Geschirr abzuwaschen. Der

Neurowissenschaftler Anthony Zador meint, dass vielleicht ein unperfekter

allgemeiner Lernalgorithmus besser wäre für die Maschine. Ein Ansatz

könnte daher sein, dass Künstliche Intelligenz (KI) von tierischen Gehirnen

inspiriert würde, meint er.

Georgia Institute of Technology, USA

Roboter baut eigenes Werkzeug

Was passiert, wenn man vor einen Roboter verschiedene

Objekte stellt und ihm eine Aufgabe gibt? Das haben Forscher

des Georgia Institute of Technology herausfinden wollen. Und

siehe da: Dank Machine Learning war der Roboter imstande, aus

den Objekten eigene Werkzeuge zu basteln. Das erinnert an

Mac Gyver, das Technikgenie aus dem Fernsehen. Und deshalb

nennen die Forscher den Ansatz nun auch «MacGyvering».

University of Buffalo, USA

Härter als ein Diamant

Superharte Materialien wie

Diamanten sind gesucht und

dies aus unterschiedlichen

Gründen. Sie können andere

Objekte polieren, schneiden,

bohren oder finden Anwendung

als kratzfeste Beschichtung. Weil

Diamanten aber teuer sind, haben

Forscher mittels intelligenter

Software neue Formen gesucht,

und tatsächlich auch 43 bisher

unbekannte Kohlenstoff-Formen

gefunden, die in Frage kommen

könnten. Einige sind sogar noch

härter als Diamanten.

14 #005


Technischen Hochschule Stockholm, Schweden

Winziger Graphen-Beschleunigungssensor

Wieder mal Graphen! Da sie so dünn wie eine Atomlage sind, ergeben sich in

nanoelektromechanischen Systemen (NEMS) in letzter Zeit immer neue Entwicklungen.

Forscher der Technischen Hochschule Stockholm und der RTWH Aachen

entwickelten – auf der Basis des piezoresistiven Effekts – einen Beschleunigungssensor,

der sehr viel kleiner ist als bisherige.

Fraunhofer Institut IPA, Deutschland

CFK viel wirtschaftlicher bearbeiten

Gemeinsam mit der Industrie haben Forscher

vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung IPA eine Bearbeitungsmaschine

entwickelt, die kohlenstofffaserverstärkte

Kunststoffe (CFK) nicht nur

hochpräzise fräst, sondern auch die gesamte

Nachbearbeitung übernimmt. CFK-Werkstücke

lassen sich damit um bis zu 50 Prozent wirtschaftlicher

bearbeiten.

PSI, Schweiz

Starke Magnetfelder

sichtbar machen

Forschende des Paul

Scherrer Instituts (PSI)

haben eine neue Methode

entwickelt, mit der man

starke Magnetfelder exakt

vermessen kann. Dafür

nutzen sie Neutronen, die

mithilfe der Spallationsquelle

SINQ gewonnen

werden. Damit lassen sich

künftig Felder von Magneten

vermessen, die bereits

fest in Geräten installiert

sind und somit für andere

Sondierungstechniken

nicht zugänglich sind.

TU Graz, Österreich

Verzweifelte Ionen für die Feststoffbatterie

Festkörperbatterien sind die zurzeit vielversprechendste

Technologie, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen.

Bislang fehlten aber geeignete Materialien mit ähnlich

hoher Ionenleitfähigkeit wie sie flüssige Elektrolyte besitzen.

Forscher fanden nun aber einen vielversprechenden Ionenleiter.

Dessen Kristallstruktur bietet keine energetisch stark begünstigten

Verweilplätze an. Die Ionen suchen daher «verzweifelt»

einen geeigneten Platz und bewegen sich dabei sehr rasch durch

die kristallographische Struktur.

Mehr Infos

zu allen

Forschungsthemen

online unter

TuWprint+

#005 15


TECHNISCHES RUBRIKTITEL ENGLISCH

BRUSH IT UP!

Digitaler Anschlusskasten – mehr Transparenz

in Überwachung und Diagnose

Siemens bringt mit dem Siwarex DB einen

digitalen Anschlusskasten für Wägeapplikationen

mit robustem Feldgehäuse in Schutzart IP66

in den Markt.

Er lässt sich einfach in Simatic-Umgebungen

integrieren.

Der Siwarex DB erweitert das Siemens Wägetechnikportfolio

und sorgt mit durchgängiger

Vernetzung dafür, dass nun auch einzelne,

analoge Wägezellen umfassender als bisher erfasst

und ausgewertet werden können.

Diese lassen sich sowohl zur gezielten Überwachung

von Wägeprozessen als auch

zur erweiterten Diagnose optimal nutzen.

Mögliche Fehlermeldungen werden zentral am

Simatic Controller und dem HMI angezeigt.

Die nahtlose Verbindung von Steuereinheit und

Siwarex WP Wägeelektroniken ermöglicht eine

sofortige Diagnose der Wägezellen. Das vereinfacht

und beschleunigt den Service und minimiert

Stillstandzeiten.

Um ungenaue oder fehlerhafte Messungen

zu vermeiden, müssen die Wägemodule präzise

arbeiten.

Voraussetzung dafür ist die völlige Transparenz

über den Zustand der Geräte. Siwarex DB bietet

die Möglichkeit, eine Waage mit bis zu vier

Wägezellen anzuschliessen und ermöglicht so die

erforderliche Flexibilität in der Anlagenplanung.

Digital junction box – increased transparency

in monitoring and diagnostics

With Siwarex DB, Siemens is launching a digital

junction box for weighing applications with robust

field housing in IP66 protection on the market.

It can be integrated easily into Simatic environments.

The Siwarex DB extends the Siemens weighing

technology portfolio and through its seamless

networking ensures that individual analog load

cells can now be acquired and evaluated more

comprehensively than ever before.

They can be used both for the targeted monitoring of

weighing processes and for extended diagnostics.

Any error messages are displayed centrally

on the Simatic controller and the HMI.

The seamless connection of the control unit and

Siwarex WP weighing electronic enables immediate

diagnostics of the load cells. This makes

servicing quicker and easier, and minimizes

downtimes.

In order to prevent inaccurate or incorrect

measurements, the weighing modules must

operate precisely.

An essential requirement for this is complete

transparency regarding the status of the devices.

Siwarex DB offers the option of connecting the

scales with up to four load cells, thus providing

the required flexibility in plant planning.

Wie würden Sie den Text übersetzen? Versuchen Sie es einfach,

Satz für Satz. Der deutsche Text in dieser «Brush it up»-Rubrik

wie auch die englische Übersetzung stammen von einer Pressemitteilung

der Firma Siemens. Bild/Picture: Siemens

16 #005


RUBRIKTITEL

NEWS IN

ZAHLEN

Von einer kleinen, aber führenden 1 bis zur Zahl 3 500 000 000 als aufgenommener

Schuldenbetrag: Bei Nachrichten dreht sich oft vieles um Zahlen. Hier sind ein paar

wichtige Zahlen aus Industrie und Forschung.

3 500 000 000

EURO

27

PROZENT

Siemens verdient Geld auch mit der Aufnahme von Schulden.

Der Industriekonzern hat derzeit Anleihen über 3,5 Milliarden Euro

zu teils negativen Renditen ausgegeben.

2000

PROZENT

Anzeigen für den Betriebszustand

elektrischer Gerätschaften erzeugen im

Betrieb Wärme. Eine neue Technologie

der Luzerner Firma Schurter senkt

die Verlustleistung um bis zu 2000 Prozent.

1

RANG

EPFL-Professor Michael

Grätzel («Grätzelzellen»)

belegt in einem neu erstellten

Ranking Platz 1 unter

den weltweit führenden

Wissenschaftlern.

Paradox: Eine Untersuchung

zeigt, dass Arbeitnehmer,

die leicht durch einen

Algorithmus ersetzbar sind,

sich seltener weiterbilden.

Nur 27 Prozent gegenüber

41 Prozent der Beschäftigten

mit geringem Risiko.

31

FORSCHER

117 800

FRANKEN

Eine Studie zeigte: HF-Diplomierte haben

gute Chancen auf Karriere – und guten Lohn.

Ein Elektrotechnik-Abgänger verdient

rund 117 800 Franken im Alter von 39 Jahren.

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat 621

Millionen Euro an 408 junge Forschende in ganz

Europa in Form von Forschungsgeldern vergeben.

31 Forschende von Schweizer Hochschulen

sind darunter – 15 alleine von der ETHZ.

35

UNTERNEHMEN

Bisher gab es keinen einheitlichen Standard für

Industrieroboter. Nun endlich gibt es die OPC UA

Robotics Companion Specification. 35 Firmen

waren an der Gesamtarbeitsgruppe beteiligt.

#005 17


Wissenswertes

GETIMTES PRODUKTABLEBEN

Erstaunlich, wie viele Gebrauchsgegenstände unmittelbar nach Ablauf der Garantie

kaputt gehen. Andere Dinge dagegen scheinen eisern, wie mein Smartphone!

Von Markus Back

Kaum ist die Gewährleistungsfrist

abgelaufen, ist es kaputt

– die Saftpresse, der Eierkocher,

der Fahrradcomputer

und was sonst so den Geist aufgeben

kann! Es scheint fast, als liesse sich

der Tag des Totalausfalls mit einer

simplen Gleichung vorherbestimmen:

Kaufdatum + Garantiezeit + ein Tag.

Und welcher Gedanke geht einem

durch den Kopf, wenn dieses Rechenspiel

tatsächlich aufgeht? Die entwickeln

das mit Absicht so! Die wollen ja

etwas Neues verkaufen…

Ob dem so ist, sei dahingestellt. Aber

fragen Sie doch einfach mal nach!

Jede Wette, dass Sie jemanden kennen,

der schon einmal mit dem Phänomen

des vorzeitigen Produktablebens

zu tun hatte. Der andere Fall, der des

unzerstörbaren Dauerläufers, hingegen

ist eher selten. Aber es gibt ihn,

wie mein Galaxy S4. Seit 2013 am Start,

läuft es und läuft es. Selbst der Akku

ist frisch wie am ersten Tag.

Gut, nach so langem Dienst zeigt es

Gebrauchsspuren. Oben rechts ist

zum Beispiel das Display gesplittert

– aber nicht etwa beim Öffnen einer

Bierflasche! Schuld daran ist ein Klassiker,

der Händlern ein gutes Neugeschäft

garantiert. Ich habe die Jacke

aus dem Auto gezogen und es

dabei in der Innentasche vergessen –

«botz» lag es auf dem Asphalt. Das

war vor zwei Jahren. Seither wirkt es

etwas angeknabbert, arbeitet aber

weiterhin zuverlässig. Aber nicht nur

den Asphaltklatscher hat es gut überstanden.

Viel schauriger waren die

vielen Schauer, durch die es beim

Radfahren musste. In der Rückentasche

des Trikots – also dort, wo die

Brühe besonders rinnt, wenn man

ohne Schutzblech zwischen Aarau

und Basel radelt.

Situationen, in denen das Smartphone

vorzeitig hätte aussteigen können,

gab es in den vergangenen sechs

Jahren mehr als genug – hinterhältige

Entwickler für ein getimtes Produktableben

bedurfte es nicht. Vielmehr

war es wohl ihr Verdienst, dass das S4

überhaupt noch lebt. Und deshalb will

ich den Entwicklern bei Samsung ein

Kränzchen winden. Das habt ihr super

gemacht!

Solltet ihr das zufälligerweise lesen,

hätte ich aber noch einen kleinen Input

fürs nächste Release: Ich kann mit meinem

Galaxy im Internet surfen, mir im

Dunkeln den Weg ausleuchten, mich

von A nach B navigieren, meine Termine

organisieren, auf Terminen fotografieren,

den Dreisatz berechnen und so

weiter und so fort. Nur eines geht nicht:

eine Flasche Bier öffnen. Wenn ihr das

aber hinbekommt, mustere ich mein S4

aus. Versprochen!

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NACHRICHTEN

ETH-Professorin ausgezeichnet

Dank der Pionierarbeit von Nicola Spaldin zu Multiferroika können

künftig elektronische Geräte mit einer gänzlich neuen Architektur

und höherer Energieeffizienz entwickelt werden. Mögliche

Anwendungen sind ultraschnelle Rechner, winzige Datenspeicher

oder medizinische Präzisionsmessungen. Bild: SNF/Daniel Rihs

Nicola Spaldin, Professorin für Materialtheorie an

der ETH Zürich, wurde Anfang November mit dem

mit 250 000 Franken dotierten Schweizer Wissenschaftspreis

Marcel Benoist ausgezeichnet. Sie erhielt

diesen von Bundesrat Guy Parmelin für ihre bahnbrechende

Forschung zu Multiferroika überreicht, welche die

Grundlage für eine neue Technologie ultraschneller und

energieeffizienter Datenspeicherung legt.

Multiferroika sind eine neuartige Klasse von Substanzen,

die auf magnetische sowie auf elektrische Felder reagieren

– eine Kombination, die normalerweise nicht vorkommt.

Diese Eigenschaft macht Multiferroika zu vielversprechenden

Materialien, die zum Beispiel das Silizium in zukünftigen

Computerchips ersetzen könnten.

Die Erforschung von Multiferroika geht auf die Mitte des

20. Jahrhunderts zurück. Die Forschung entwickelte sich

jedoch mangels geeigneter Materialien während beinahe 50

Jahren kaum weiter. Mittels theoretischer Analysen und

Computersimulationen untersuchte Nicola Spaldin als junge

Wissenschaftlerin, wieso Multiferroika so selten vorkommen

und wie neue Materialien mit diesen Eigenschaften

entwickelt werden können. Ihre Arbeiten belebten den Forschungszweig

zu Multiferroika von neuem. Besonders beschäftigt

hat sie sich mit Bismutferrit, einem Kristall aus

Bismut, Eisen und Sauerstoff, der seine multiferroischen

Eigenschaften auch bei Raumtemperatur behält.

www.ethz.ch

Glas perfekt biegen

Damit Fenster um die Ecke gehen, verbinden Hersteller

bisher zwei Scheiben über Eck mit einer

Metallschiene oder verkleben diese. Das Fraunhofer-Institut

IWM im süddeutschen Freiburg hat

nun ein Verfahren entwickelt, mit denen sich Glasscheiben

mit einem 90-Grad-Knick um die Ecke biegen lassen. Anders

als bei herkömmlichen Biegeverfahren leidet die optische

Qualität des Glases dabei nicht.

Es gibt schon heute Maschinen, auf denen Glas gebogen

wird. Mit diesen sind jedoch keine 90°-Winkel möglich, zudem

büsst das Glas auf diesen an optischer Qualität ein.

Denn um eine Scheibe zu biegen, muss eine fertige erneut

erhitzt und dadurch weich gemacht werden. Da diese dabei

in Metallformen in der Maschine liegt, verformt sich das

Glas an den Auflagepunkten. Im erkalteten Glas bleiben

schwache Abdrücke sichtbar, die später auffallen. Hinzu

kommt, dass sich an der Glasoberfläche durch den Umformprozess

Wellen bilden.

Das IWM-Team umgeht diese Probleme mit einem eigens

entwickelten Spezialofen. Während des Biegeprozesses

wird nicht die gesamte Scheibe so stark erhitzt, dass sie

weich wird, sondern nur der Bereich, in dem das Glas gebogen

werden soll. Das erledigt ein Laser, dessen intensive

Strahlung mit Spiegeln über die Biegestelle geführt wird.

Dazu wird der Ofen auf rund 500 Grad knapp unter dem Glasübergangspunkt

vorgeheizt. Die Scheibe wird dabei so im

Ofen platziert, dass sie an der zukünftigen Biegung keinen

Kontakt zur Unterlage hat. Erhitzt der Laser in diesem Bereich

das Glas, biegt sich die Platte aufgrund der Schwerkraft

von allein nach unten. Da nicht die ganze Scheibe bis

zum Weichwerden erhitzt wird, entstehen an den Auflagepunkten

keine Druckstellen. Die Glasscheibe bleibt ausser

an der Biegestelle perfekt glatt.

www.iwm.fraunhofer.de

Mit dem neuen Glasbiegeverfahren hergestellter Prototyp

einer Isolierglasscheibe. Bild: Fraunhofer IWM

#005 19


NACHRICHTEN

Forscher des Imperial

College London und der

Empa arbeiten zusammen,

um Roboter aus modernen

Materialien zu bauen und

mit ihnen Feldversuche in

verschiedenen Umgebungen

durchzuführen.

Bild: Aerial Robotics

Lab/Imperial College

London

Schwimmender Flugroboter

Roboter, die von Wasser in Luft übergehen können,

sind in bestimmten Situationen wünschenswert.

Der Start erfordert jedoch viel Energie, was bei kleinen

Robotern bislang schwierig zu erreichen war.

Jetzt haben Forscher des «Imperial College London» ein System

erfunden, das nur 0,2 Gramm Calciumcarbidpulver in

einer Brennkammer benötigt. Der einzige bewegliche Teil ist

eine kleine Pumpe, die Wasser aus der Umgebung einsaugt,

in der sich der Roboter befindet, etwa ein See oder Ozean.

Das Wasser wird dann in einer Reaktionskammer mit dem

Calciumcarbidpulver zusammengebracht und erzeugt

brennbares Acetylengas. Während sich das Gas entzündet

und ausdehnt, drückt es das Wasser als Antriebsstrahl heraus,

der den Roboter aus dem Wasser schiesst und in einen

Gleitflug von bis zu 26 Metern bringt.

Die Forscher testeten den Roboter im Labor, in einem See

und in einem Wellentank und konnten dabei zeigen, dass er

auch unter rauen Bedingungen von der Wasseroberfläche

abheben kann. Die Neuentwicklung erzeugt eine Kraft, die

dem 25-fachen seines Gewichts entspricht. Daher steigt die

Wahrscheinlichkeit, dass der Roboter die Wellen überwinden

und tatsächlich abheben kann. Der nur 160 Gramm

leichte Roboter kann nach dem Nachfüllen seines Wassertanks

mehrfach hüpfen. Dies könnte es ihm ermöglichen,

ohne zusätzliche Energieversorgung auf dem Wasser zu

schwimmen und an mehreren Stellen Proben zu entnehmen,

was im Vergleich zu einem elektrisch angetriebenen Roboter

über grössere Entfernungen erheblich Energie spart.

www.imperial.ac.uk

20 #005


Dehnbare Dünnfilm-Batterie

Die Elektronikbranche setzt immer mehr auf

Computer oder Smartphones mit falt- oder rollbaren

Bildschirmen. Diese werden meist über eine

Lithiumionenbatterie versorgt, die aber zu schwer

und rigid für Anwendungen in flexiblen Geräten ist. Abhilfe

für dieses Problem wollen Markus Niederberger, Professor

für Multifunktionsmaterialien an der ETH Zürich, und sein

Team schaffen. Gemeinsam haben sie den Prototyp einer

flexiblen Dünnfilm-Batterie entwickelt, die sich biegen,

dehnen oder gar verdrehen lässt, ohne dass die Stromversorgung

abbricht.

Kernstück dieser Batterie ist der Elektrolyt, durch den sich

die Lithium-Ionen beim Entladen oder Laden der Batterie

bewegen müssen. Die Stromsammler für die Anode und die

Kathode bestehen aus einem dehnbaren Kunststoff, der

elektrisch leitenden Kohlenstoff enthält. Dieser ist zugleich

Aussenhülle. Auf die Innenseite des Kunststoffs trugen die

Forschenden eine dünne Schicht aus winzigen Silberflocken

auf. Durch deren dachziegelartige Anordnung verlieren

sie den Kontakt zueinander auch dann nicht, wenn der

Kunststoff stark gedehnt wird. Geschieht das dennoch,

fliesst der Strom – wenn auch schwächer – durch den kohlenstoffhaltigen

Kunststoff.

Separiert durch eine Trennschicht, legten die Wissenschaftler

schliesslich die beiden Stromsammler mit den

aufgebrachten Elektroden aufeinander und füllten die Lücke

Die Batterie lässt sich verdrehen, dehnen und biegen, ohne dass der

Stromfluss abbricht. Bilder: Gruppe Niederberger / ETH Zürich

mit einem ungiftigen und unbrennbaren, auf Wasser basierenden

Elektrolytgel. In dieses ist in hoher Konzentration

Lithiumsalz eingebracht, das nicht nur die Wanderung der

Lithiumionen zwischen Kathode und Anode während des

Ladens und Entladens ermöglicht, sondern die elektrochemische

Zersetzung des Wassers verhindert.

Vor der Kommerzialisierung dieser Technologie gilt es

aber noch die eine oder andere Hürde zu nehmen. Da die

Batterie beispielsweise bislang zu wenig Elektrodenmaterial

enthält, um ein Endgerät zu beliefern, muss in einem

nächsten Schritt die Beladung mit Elektrodenmaterial erhöht

werden.

www.ethz.ch

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#005 21


LOSGRÖSSE 1

HIER BEGINNT

DIE ZUKUNFT!

22 #005


Vernetzte Produktion, auftragsbezogene

Losgrösse 1 oder

ganz einfach Smart Factory:

Wer diese Zukunftsthemen

anpacken will, der muss jetzt die

Grundlagen dazu legen. GF Machining

Solutions hat diesen grossen Schritt

seit Langem geplant und konnte nun

nach zwei Jahren Bauzeit ein neues

und modernes Werk in Biel eröffnen.

GF Machining Solutions, eine Division

von Georg Fischer, investierte rund

100 Millionen Franken, um nun auf

einer Fläche von insgesamt 44 000 Quadratmetern

ihre gesamte Schweizer

Fräsmaschinen- und Laserproduktion

zu vereinen. Das neue Gebäude dient

auch als Divisionshauptsitz und bietet

auf mehr als 13 000 Quadratmeter Fläche

Platz für eine ausgeklügelte Produktion

und Montage. Es verfügt neben

einem Forschungs- und Entwicklungszentrum

auch über ein modernes

Anwendungszentrum. Andreas Müller,

CEO von GF, betont: «Wir bekennen uns

zu unseren Wurzeln und unserer Tradition

als Technologie- und Innovationsführer.

Swiss Made ist heute mehr

als ein Beleg für eine bestimmte Herkunft.

Als globale Marke steht die

Bezeichnung für Qualität und Zuverlässigkeit.»

GF Machining Solutions

www.gfms.ch

Vollständiger Bericht:

#005 23


GASTKOMMENTAR

MIT

DIGITALISIERUNG ZUR

LOSGRÖSSE 1

Der Markt fordert vermehrt variable und individuell anpassbare Produkte.

Wegen dieses Trends müssen sich die herstellenden Firmen auf durchgängige

Prozesse konzentrieren , wofür die Digitalisierung Grundvoraussetzung ist.

Gastkommentar

von Dr. Robert Montau,

Fernfachhochschule

Schweiz FFHS

Losgrösse 1 wird vielfach zur strategischen Zielsetzung

erklärt, da Industrie 4.0 kundenindividuelle

Sonderprodukte zum Preis von Standardangeboten

ermöglicht. Im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung

wird es für die Wettbewerbsfähigkeit immer

wichtiger, die Kundenerwartung nach variablen, individuell

anpassbaren Produkten zu erfüllen. Geschäftsprozesse verlagern

sich ins Internet, wo mit Konfiguratoren vermehrt

personalisierte Produkte generiert werden, die möglichst

automatisiert und effizient produziert werden sollen. Realisierbar

wird dies nur mit durchgängigen Prozessen, wofür

die Digitalisierung Grundvoraussetzung ist.

In den Fokus rückt somit die Losgrösse als Menge gleicher

Teile eines Fertigungsauftrages, die ohne Unterbrechung

nacheinander produziert wird. Mit steigender Losgrösse

sinken die Rüstaufwände, gegenläufig vergrössern sich

Lageraufwände und Durchlaufzeiten, wofür sich situativ die

optimale Losgrösse bestimmen lässt (ergibt Werte > 1).

Enge Verzahnung der Prozesse

Heute führt der Wettbewerbsdruck jedoch zu breiteren

Produktspektren mit grösserer Variantenvielfalt, wofür

zwangsläufig die Lagermengen reduziert werden müssen

bis irgendwann eine Produktion auf Lager (Make-to-Stock)

nicht mehr möglich ist. Hieraus resultiert die Notwendigkeit

von Build-to-Order-Konzepten und der Trend zu

Losgrösse 1. Dies betrifft nicht nur die Produktion zur Vernetzung

von Maschinen mit IT-Systemen, sondern erfordert

eine enge Verzahnung der Prozesse über Planung, Entwicklung,

Verkauf, Einkauf, Logistik und Produktion.

Bei variantenreicher Produktion und für heutige Nachweispflichten

sind die traditionellen Rückmeldungen in ERP am

Auftragsende beziehungsweise pro Schicht nicht mehr

ausreichend, weshalb für das Produktionsmanagement

vielfach MES-Systeme zum Einsatz kommen mit leistungsfähiger

Online-Maschinendatenerfassung.

Komplexe Prozesse wirtschaftlich beherrschen

Additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) bringen eine grosse

Flexibilität, da Rüstzeiten entfallen. Der Engpass ist oft

die Datenversorgung aus den PLM-Entwicklungssystemen,

insbesondere bei Engineer-to-Order-Prozessen.

RFID-Tags am Werkstück ersetzen zunehmend klassische

Begleitpapiere. Da Maschinen und Roboter diese direkt auslesen

können, finden solche Smart Objects selbstständig

ihren Weg durch die digitale Fabrik. Für die Kommissionierung

kommen vermehrt Ware-zur-Person-Prinzipien mit

Shuttle-Systemen zum Einsatz.

Die Herausforderungen liegen in der wirtschaftlichen Beherrschung

der komplexeren Prozesse sowie der Einbindung

historischer Insellösungen und manueller Eingriffe in

einen integrativen Systemverbund.

Die digitale Transformation ist somit der Schlüssel zur

Flexibilisierung bis hin zur Losgrösse 1, der infolge immer

kürzerer Lieferzeiten (Same Day-Delivery) bei grösseren

Sortimenten und kleineren Lagern strategische Bedeutung

zukommt.

Autor: Dr. Robert Montau, Dozent im Studiengang MAS

Industrie 4.0 an der Fernfachhochschule Schweiz

24 #005


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LOSGRÖSSE 1

EINE REISE

ZU DEN DIGITALEN

VORREITERN

Immer mehr Firmen setzen sich mit dem Thema «Digitalisierung» auseinander und

arbeiten an schlankeren und digitalisierten Prozessen. Ihr Ziel: individuelle Kunden wünsche

erfüllen zu können. Wir haben auf einer Studienreise drei solcher Firmen besucht.

Von Eugen Albisser

Es gibt in der Schweiz viele

wissbegierige Fachleute. Einige

von ihnen sah man kürzlich

in Zürich in einen Bus

einsteigen und Richtung Ostschweiz

davonfahren. Nach Kaltbrunn zuerst,

um genau zu sein. An der Windschutzscheibe

des Buses klebte ein bedrucktes

Blatt, «Industrie 2025» stand

darauf. Das ist die Plattform «zur Information,

Sensibilisierung, Vernetzung

und Förderung Schweizer Unternehmen

rund um Themen aus Industrie

4.0» wie es auf der Webseite heisst –

und diese von mehreren Verbänden

getragene Plattform hatte diese Studienreise

organisiert. Gerade im Hochlohnland

Schweiz wäre eine solch vernetzte

Produktion und die Annäherung

an Losgrösse 1 ein Gewinn. Sie sind

nicht nur effizienter, sondern sind

flexibel genug aufgebaut, um auch

schneller auf Markttrends reagieren

zu können. Doch wie lernt man «zu

digitalisieren»? Ein Weg führt zum

Beispiel von Kaltbrunn nach Wetzikon

und dann nach Frauenfeld – denn

am besten schaut man zuerst in die

Produktionshallen bei den digitalen

Vorreitern.

26 #005


EMDE: DIE VORHANDENEN

TECHNOLOGIEN NUTZEN

Erster Halt: Kaltbrunn. Hier steht eine

Firma, die betreffend Industrie 4.0 einiges

zu zeigen hat. Die Blechbearbeitungsfirma

eMDe ist zwar noch jung,

reihte sich aber schnell unter die Fortschrittlichsten

ihres Faches. Mittels

einer vernetzen Produktion gelang

ihnen ein schneller und unkomplizierter

Blechbearbeitungsservice. Dabei

hatten die beiden Gründer, Marco Wüst

und Dominik Weibel, einen entscheidenden

Vorteil auf ihrer Seite. Sie

konnten ihre Firma auf grüner Wiese

aufbauen, wie man sagt, in einer alten

Fabrikhalle zwar, aber fernab festgefahrener

Prozesse.

Lösungen liegen zum Einsatz bereit

Was aber braucht es, um eine schnelle

und unkomplizierte Blechbearbeitung

aufzustellen, die es ermöglicht, auch

Unikate ohne Mehraufwand und Zeitverlust

durch den Prozess zu schleusen?

Vor allem eine konsequente Digitalisierung,

bei der vom Onlineshop bis

zur Auslieferung nur Daten durch die

Fabrikhalle fliessen. Dominik Weibel

und Marco Wüst gingen dabei extrem

pragmatisch vor: «Wir wählten aus den

unzähligen Möglichkeiten, die es auf

dem Markt gab, jene aus, die uns am

meisten halfen und fügten sie für uns

optimal zusammen», sagt Dominik

Weibel. In der Werkshalle in Kaltbrunn

setzt man zum Grossteil auf Trumpf:

Bei den Maschinen sowieso. Lasermaschinen

und Abkantpressen sind

von Trumpf, aber auch die Software

für die Steuerung und Überwachung

der gesamten Fertigung inklusive der

3D-Konstruktion und Programmierung

von Laser-, Stanz- und Biegemaschinen.

Doch das reichte noch nicht. Um

den Traum von einem papierlosen Betrieb

und einer vernetzten Produktion

wahrzumachen, integrierte eMDe weitere

Tools wie ein Standard-CRM und

eine Software, mit der sie ihren Kunden

eine Ticketlösung anbieten kann, wie

man es aus der IT-Branche kennt.

Sofort loslegen mit dem Auftrag

So aufgestellt ist es möglich, Offerten

automatisch und innerhalb von Sekunden

zu erstellen und wenn die Auftragszusage

per Klick bestätigt wird,

reiht sich der Auftrag sofort in die Reihe

der anstehenden Arbeiten ein. «Wir

legen gleich los und stapeln keine Aufträge»,

sagt Weibel. Ein Auftrag mit

Losgrösse 100 wird also gleichbehandelt

wie einer mit Losgrösse 1. Pro Tag

arbeitet das Team 30 bis 50 Aufträge

ab. Überall in der Fertigung sind Bildschirme

angebracht, die anzeigen,

welcher Auftrag als nächster kommt.

Die werden stoisch abgetragen, einer

nach dem andern – und der Kunde

kann, wenn er denn möchte, vom Büro

aus einloggen und schauen, wo sein

Auftrag momentan steht. Die Digitalisierung

brachte auch diesen Kundenservice

hervor – sozusagen als erweitertes

Produkt.

«Manchmal bin ich selbst fassungslos,

dass wir es geschafft haben

mit unserer Idee», meint Dominik Weibel.

«Aber ich kann allen nur raten,

den Schritt in die Digitalisierung zu

machen. Wir haben das Rad nicht neu

erfunden, sondern nur die einzelnen

vorhandenen Teile für uns optimal zusammengesetzt.»

Erkenntnisse

– Viele Technologien sind bereits

vorhanden – nutzen Sie sie.

– Ein Ticketsystem kanalisiert die

Arbeiten und bringt Übersicht

– Neue Dienstleistungen dank

Digitalisierung. Z. B. Direkte

Einsicht der Kunden am Auftragsablauf

››

#005 27


LOSGRÖSSE 1

EUGEN SEITZ:

OHNE LEAN KEIN DIGITAL

Was in Kaltbrunn verblüffte, der Pragmatismus,

werden die Teilnehmer der

Studienreise nun bei zwei weiteren

Firmen ebenfalls antreffen. Vielleicht

nicht in derselben Tiefe, aber in der

Breite. Der Ventilhersteller Eugen

Seitz AG in Wetzikon produziert Ventile

zur Herstellung von PET-Flaschen,

zum Starten von Grossmotoren, für

Kernkraftwerke, Gasturbinen und

Gastankstellen. Ein gewisser Teil davon

sind Einzelanfertigungen oder

werden in Kleinserien geordert. Alle

Aufträge werden direkt auf Kundenbestellung

ausgeführt, mit Ausnahme

einiger vom Kunden verlangten

Pflichtlagerteile werden keine Ventile

an Lager gehalten. Um die Produktion

zu vereinfachen, bestehen viele Produkte

aus standardisierten Modulen.

Dank schlanker Prozesse, höchstem

Automatisierungsgrad und durchgehender

Digitalisierung können Bestellungen

so innert weniger Tage ausgeliefert

werden.

Konsequent in Richtung Industrie 4.0

Unterstützt durch die Aktionärs familie

führte Seitz schon vor der Jahrtausendwende

KVP-Prozesse ein und optimierte

die bestehenden Infrastrukturen

und Abläufe. Ab 2006 wurde die

Verschlankung der Prozesse konsequent

in Richtung «Lean Management/

Enterprise» vorangetrieben: 2011 wurde

die Eugen Seitz AG dafür mit dem

Swiss Lean Award ausgezeichnet. Als

nächster Schritt folgte die durchgehende

Digitalisierung. 2014 wurde ein

5-Achs-Bearbeitungscenter mit Roboterzelle,

Leitsystem und ERP-Anbindung

installiert. Unter dem Motto

«Vom Verkauf direkt in die Maschine»

arbeitet die Anlage rund um die Uhr,

einen Grossteil der Zeit auch mannlos,

webbasiert überwacht über mobile Geräte.

2017 kommt ein ebenfalls voll digitalisiertes

und in die Prozesse eingebundenes

Drehcenter dazu. Die Ventile

werden manuell und semi-automatisch

in Produktionsinseln montiert.

Die detaillierten Anleitungen dazu

sind auf dem Server abgelegt und können

– auch als animierte 3D-Darstellungen

– in Echtzeit am Bildschirm

aufgerufen werden.

Lernreisen und ihre Umsetzung in

Wetzikon

Bei Seitz will man zu den Pionieren

gehören, die selber neue Prozess- und

Organisationsstrukturen entwickeln.

Unternehmen, in denen nachhaltige

Verbesserungen realisiert werden, die

neue Systeme einführen und produktiv

betreiben, werden intensiv verfolgt.

Seitz lässt sich deshalb vom Fraunhofer-Institut

für Produktionstechnik und

Automatisierung IPA in Stuttgart und

der Stuttgarter Produktionsakademie

beraten. In individuellen Workshops,

Besuchen in der «Zukunftsfabrik» Arena2036

und verschiedenen «Lernreisen»

durch innovative Unternehmen,

sammeln Kadermitglieder und Schlüsselmitarbeitende

von Seitz neue Ideen,

verschaffen sich einen Überblick über

neue Ansätze und diskutieren eine allfällige

praktische Umsetzung im eigenen

Betrieb.

Geänderte Anforderungen an

Mitarbeitende

Die Automatisierung und das hohe

Niveau der Digitalisierung haben

sich auch auf die Belegschaft ausgewirkt:

Repetitive Tätigkeiten wurden

vollständig beseitigt; die Manpower

wurde frei für den Einsatz in Verbesserungsprozessen

und in der Entwicklung.

Nicht der Ersatz oder Abbau

der Mitarbeitenden war das Ziel, sondern

der sinnvollere Einsatz. So konn-

28 #005


ten beispielsweise das Lieferantenmanagement

und die Kundenpflege

verbessert und intensiviert werden.

Verschiedene Angestellte in der Produktion

bekleiden heute ganz andere

Funktionen als früher; die Umstellung

auf «Lean», die Digitalisierung und die

intensive interne Schulung haben in

vielen Fällen völlig neue Karrieremöglichkeiten

eröffnet.

Erkenntnisse

– Wissensaufbau auf dem Gebiet

von Lean ist wichtig

– Lean kommt vor digital

– Der Wandel bringt völlig neue

Karrieremöglichkeiten hervor

– Produkte aus standardisierten

Modulen entwickeln

BAUMER – DIE VIELFALT

BEHERRSCHEN

Von Seitz geht die Reise weiter zum

dritten Unternehmen. Nun wird es

noch grösser, aber immer noch handelt

es sich um einen Familienbetrieb.

Der Sensorhersteller Baumer hat weltweit

2700 Mitarbeiter und ist stolz auf

seine Fertigungstiefe in Frauenfeld,

wo die Firma ihren Sitz hat. Neben

einer mechanischen CNC-Fertigung

verfügen die Thurgauer auch über eine

elektronische Fertigung, wo unter anderem

bestückte Leiterplatten hergestellt

werden.

Aber nicht nur die Fertigungstiefe ist

imposant, sondern auch die Variantenvielfalt.

Selbst ein einfacher Sensor

kann schnell Tausende von Varianten

besitzen. «Und wenn wir in Kürze einen

Onlineshop zum Selber-Konfigurieren

von Sensoren einführen, dann wird

diese Auswahl noch zunehmen», sagt

Verkaufsleiter Thomas Ehrat. Dabei sei

nicht der Onlineshop die Herausforderung,

sondern die dahinterliegenden

Prozesse. Denn Baumer kann nicht für

tausende von Produktvarianten alles

bereits vorbereitet haben. Produktionsdaten,

Arbeitspläne, Parameter, Prüfprogramme

bis hin zu den Anleitungen

und was alles zur Fertigung und Versand

gehört, wird erst in dem Moment

automatisch vom System aufgrund der

Basisdaten erstellt, wenn der Auftrag

beginnt. Für das Baumer-Team bedeutete

dies, im Vorfeld die Logik und

Stammdaten einwandfrei und modular

aufzubauen. «Das ist ein nicht zu unterschätzender

Aufwand», sagt Ehrat. Ein

Teil davon ist, dass möglichst alle Daten

einer Single Source zugeschrieben

Auf zur «Losgrösse

1»-Reise?

Es gibt unter anderem von Industrie

2025 einige Tools, die den Einstieg

erleichtern auf dem Weg zur Losgrösse

1. Zu erwähnen sind vor allem

der Quickstarter und Opportunity.

Quickstarter

Für den sanften und erleichterten

Einstieg in die digitale Welt wurde

der «Quickstarter 2025» entwickelt.

Mit seiner Schritt-für-Schritt-Philosophie

hilft er strukturiert und

ressourcenschonend erste Digitalisierungsprojekte

zu identifi zieren

und umzusetzen. Das Unternehmen

ist dabei frei, ob es bei der Anwendung

des Quickstarter 2025 Support

durch Experten braucht oder nicht.

(Textquelle: Industrie 2025)

Opportunity

Das Vorgehensmodell des «Opportunity

2025» erlaubt es produzierenden

KMU in das Thema der Geschäftsmodellinnnovation

einzutauchen.

Ein Baukasten hilft, mögliche typische

Geschäftsmodelle für das eigene

Unternehmen zu identifi zieren.

#005 29


LOSGRÖSSE 1

werden können, um sie standardisiert

und für andere Systeme verfügbar zu

machen. «Ausserdem mussten wir die

Konstrukteure dahin bringen, die Produkte

so zu optimieren, dass man sie

auch optimiert produzieren kann», sagt

Thomas Ehrat.

Mannlose Wochenenden kein

Problem

Die Firma Baumer hat ein grosses Ziel:

Kleine Losgrössen ebenso schnell und

wirtschaftlich produzieren zu können

wie grosse. Stillstandzeiten müssen

kurz und die Montage im Fluss sein.

Ein strategisches Ziel von Baumer ist

es, innerhalb von drei Tagen einen

Sensor komplett zu erstellen und ausliefern

zu können. Diese Auslieferzeit

soll bei ausgewählten Produkten bis

2020 und über das Standardport folio

bis 2025 erreicht werden. Die Fertigung

und Montage sind zum Grossteil

bereits darauf ausgerichtet.

Die CNC-Fertigung wurde so getrimmt,

dass fast keine manuellen

Tätigkeiten mehr existieren. Die Maschinen

produzieren am Wochenende

mannlos und durchgehend. Um die

Qualität hoch zu halten, sind stabile

Prozesse mit automatischer Werkstück-

und Werkzeugvermessung notwendig.

Hinzu kommt eine sortenreine

Disposition mit Rüstmatrix und

kurze Rüstzeiten gelingen mit Standardtools

im Werkzeugspeicher. Die

mannarme Produktion wiederum gelingt

auch dank einer maschinellen

Entgrattechnik. Die einzigen manuellen

Tätigkeiten am Anfang und am

Ende der Produktion: Die CNC-Maschinen

müssen mit Rohmaterial befüllt

werden und am Schluss wird das Teil

in den Sensor verbaut.

Sogar Schulungsstand wird überprüft

Vor allem die letztgenannte manuelle

Tätigkeit ist nicht zu unterschätzen

und wie bei Eugen Seitz hat auch

Baumer planerisch und finanziell einiges

in One-Piece-Flow-Arbeitsplätze

investiert. Die Fertigungsinseln sind

digitalisiert, schlank, äussert effizient

und wenn möglich werden automatisierte

Abläufe eingesetzt. Kommt ein

Mitarbeiter zum Beispiel zum Montageplatz,

wird zuerst sein Schulungsstand

überprüft. Falls sein Wissen für

das zu montierende Produkt noch

nicht vorhanden oder veraltet ist, wird

die Person sogleich geschult oder ihr

gezeigt, was sich in der Zwischenzeit

geändert hat.

Automatisch angezeigt werden auch

die Montageschritte, die einzusetzenden

Materialien – und die Maschinen

passen sich der Körpergrösse des Mitarbeiters

an. Auch die Parameter für

die Betriebsmittel stellen sich selbstständig

ein für die automatisierten

Schritte wie das Pressen, Kleben, Ultraschallschweissen

und bei der Endprüfung

liegen bereits alle Prüfdaten

bereit. «Auf diese Weise können wir 25

Stück von einem Sensor fertigen, aber

auch nur einen. Einen Unterschied bemerken

wir dabei fast nicht mehr»,

meint Thomas Ehrat.

Erkenntnisse

– Aufbau der Daten muss modular

sein

– Entwickler müssen eine Modularität

der Produkte finden

30 #005


– Stabile und automatisierte Prozesse

in der Fertigung erstellen

– Bei Montageinseln entscheiden

auch Details. Z.B. Maschinen, die

sich automatisch an die Montageparamater

des jeweiligen Produktes

anpassen

www.baumer.com

www.emde-blechfabrik.ch

www.seitz.ch

Abschnitt

«Eugen Seitz»

Der von «Technik und Wissen»

erstellte Abschnitt über «Eugen Seitz»

konnte nicht rechtzeitig freigegeben

werden. Deshalb befi ndet sich an

dieser Stelle ein Ausschnitt aus einem

von «Industrie 2025» veröffentlichten

Bericht über die gleiche Thematik.

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Bedienfreiheit neu definiert

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Im Gespräch mit den Fabrikplanern Erich Schmid & Christian Kalt

«WIR PLANEN IMMER

NACH LOSGRÖSSE 1»

32 #005


Effiziente Prozesse in der Produktion sind kein Zufall. Erich Schmid und Christian Kalt

von der Resoplan AG weisen Unternehmen den Weg zur optimierten Fertigung.

Von Markus Back (Text) und Susanne Seiler (Fotos)

Sie sind Fabrikplaner.

Was macht ein Fabrikplaner genau?

Kalt: Im Kern geht es darum, dass wir in Unternehmen

die Prozesse analysieren und diese

mit unseren eigenen Beobachtungen ergänzen. Damit

allein ist es natürlich nicht getan. Anschliessend überprüfen

wir den Techno logieeinsatz, weil es für viele KMU

oftmals sehr schwierig ist, die nächsten Technologieschritte

abzuschätzen. Zwar können die Verantwortlichen in

diesen Firmen meist sehr viel mit gewissen Modebegriffen

verbinden, wissen aber nicht, was diese letztendlich in der

Umsetzung bedeuten. Daher hinterfragen wir abschliessend

nochmals sämtliche Prozesse mit den klassischen

Lean-Management-Techniken, bevor wir einen Umbau oder

Neubau planen. Geschieht das nicht, besteht die Gefahr,

dass die Produktion eins zu eins kopiert wird und keine

Effizienzgewinne erzielt werden.

Schmid: Ich habe gerade einen Fall, für den ich vor drei

Jahren eine Offerte abgab und dann zunächst nichts mehr

hörte. Vor einigen Wochen erhielt ich einen Anruf und

es hiess, die Fabrik sei nun fertig und ich solle doch einmal

vorbeikommen, weil etwas nicht aufgehe. Vor Ort zeigte

sich, dass so, wie geplant wurde, es nicht funktionieren

kann. Nun muss diese Firma nochmals über die Bücher

und zusätzliches Geld in die Korrekturen investieren.

Wer also im Vorfeld auf eine Analyse verzichtet, bezahlt

unter Umständen hinterher teuer dafür, weil er umbauen

oder im schlimmsten Fall nochmals neu bauen muss?

Schmid: Oder er hat einen schönen Neubau, aber die

gleichen Probleme wie zuvor. Meine Erfahrung ist, dass

vielfach gerne in Beton investiert wird, nicht aber in

den Prozess oder die Technologie, weil man den Nutzen

dahinter nicht direkt sieht. Genau diesen zeigen wir

mit unseren Analysen auf.

Können Sie an einem Beispiel erklären, was Sie da genau

analysieren?

Kalt: Wir waren kürzlich in einer Firma, in der sich das

Material in der Produktion nur so stapelte. Eine erste

Analyse ergab, dass sich in dieser fast ein Jahresumsatz

an Warenbeständen befand. Hier galt unser erstes Augenmerk

der Produktionsplanung und der -steuerung der

Aufträge – und zwar über die komplette Wertschöpfungskette

hinweg. Ursache für diesen hohen Warenbestand

in der Fertigung war übrigens eine vollkommen falsche

Annahme! Man war der Ansicht, dass das Rüsten produktive

Arbeitszeit auf der Maschine kostet, was aber

letzt endlich zu einem extrem hohen Ausschlag in den

Bestandskurven führte.

Schmid: Ein weiteres Problem in diesem Beispiel ist

der Umstand, dass die Kunden in immer kürzeren Zyklen

bestellen, die Durchlaufzeit aber drei Monate dauert.

Dadurch hat dieses Unternehmen sehr viele Aufträge in

der Produktion, kann aber trotzdem nicht liefern. Diese

Herausforderung lässt sich nur mit einer Reduktion der

Losgrösse in den Griff bekommen.

Wenn sich fast ein Jahresumsatz an Warenbestand

in der Produktion befindet, kann eine Konjunkturabkühlung

auch schnell in die Insolvenz führen.

Wie lautet Ihr Rat?

Schmid: Viele KMU sind klassisch fertigungsorientiert

aufgebaut, beispielsweise mit Fräsen, Drehen, Schleifen

und so weiter. Das bedarf viel Koordination und ist zeitaufwendig.

Mit einer Inselfertigung muss dagegen nur noch

der Eingangs- und der Ausgangspunkt, nicht aber mehr

jede einzelne Maschine gesteuert werden. Gelingt es dann

auch noch, die Durchlaufzeiten zu reduzieren, sind weniger

Aufträge in der Produktion, was die Prozesssteuerung

zusätzlich erleichtert. ››

«Vielfach wird gerne

in Beton investiert, nicht aber

in den Prozess.»

Erich Schmid, Geschäftsführer Resoplan AG

#005 33


LOSGRÖSSE 1

Die Inselfertigung ist demnach ein Pfeiler der modernen

Fertigung. Welche weiteren Pfeiler braucht es in dieser?

Schmid: Wichtig sind die Logistik und die Lean-Ausrichtung.

Viele Firmen beschränken Letztere meist nur auf

die einzelnen Arbeitsplätze, anstatt diese konsequent über

das ganze Unternehmen inklusive der Lieferanten hinweg

anzuwenden. Wenn ein KMU beispielsweise mit Gebinden

von 20 Stück arbeitet, muss es auch seine Losgrösse und

alle weiteren Abläufe auf diese Gebinde anpassen. Es kann

dann sogar sein, dass die Ausgestaltung des einzelnen

Arbeitsplatzes überhaupt nicht mehr entscheidend für den

Gesamtprozess ist.

Kalt: Moderne Produktion bedeutet zudem einen geringeren

Bestand in der Fertigung, weshalb Firmen und Systeme

über Grenzen hinweg kommunizieren und denken müssen.

Es bringt dem einzelnen Unternehmen nichts, wenn es alle

Lesen Sie auf

www.technik-undwissen.ch,

was die

Einführung neuer Prozesse

für die Mitarbeiter bedeutet

und wie die ideale

Maschinenfabrik

aussieht.

seine Abläufe optimiert hat, aber das benötigte Material

beispielsweise zum erforderlichen Zeitpunkt nicht pünktlich

an der Rampe ist. Dieses Arbeiten über Grenzen

hinweg setzt allerdings gegen seitiges Vertrauen voraus.

Lassen Sie uns nochmals auf die Logistik zurückkommen.

Wie gewährleisten Sie in dieser einen effizienten Fluss?

Schmid: Durch deren Anordnung. Bei einem Kunden

haben wir beispielsweise die Logistik in der Mitte platziert,

wodurch er überall hin kurze Wege hat. Die Kunst ist

jedoch, diese so zu integrieren, dass eine schnelle Beschickung

möglich ist.

Kalt: Eine Effizienzsteigerung lässt sich auch durch

eine Trennung von Logistik- und Produktionstätigkeiten

erreichen. Heute geschieht vieles noch auf Zuruf, wodurch

es immer wieder zu Unterbrechungen in der Fertigung

kommt. Ein Kanbansystem mit sukzessivem Materialzufluss

gestattet es den Mitarbeitern hingegen, sich voll

und ganz auf die Produktion zu fokussieren.

Was bremst sonst noch den Fluss?

Schmid: Zu viele angefangene Aufträge innerhalb

der Produktion. Vielfach stapeln sich vor der Maschine

X Aufträge, was nichts bringt und es nur erschwert,

eilige Aufträge vorzuziehen.

Und wie löst man das Problem mit den gestapelten

Aufträgen vor der Maschine am besten?

Schmid: Mit einem Leitstand und dadurch, dass Aufträge

nur dann in die Produktion gehen, wenn ein Fertigungsfluss

garantiert ist. Wenn für einen Auftrag Teile fehlen,

macht es überhaupt keinen Sinn, diesen in die Fertigung

zu schleusen.

Lassen Sie uns abschliessend noch kurz über Losgrösse 1

sprechen. Inwieweit ist diese bei Ihrer täglichen Arbeit

ein Thema?

Kalt: Das ist wirklich von Kunde zu Kunde unterschiedlich.

Manche haben sich damit überhaupt noch nicht befasst,

andere sind hingegen schon sehr weit und haben sich

bereits sehr viele Gedanken zum Thema gemacht.

Ich bin aber überzeugt, dass dieses in den kommenden

Jahren sehr viel stärker in den Fokus der Unternehmen

rücken wird, da der Anteil an kundenindividuellen Produkten

steigt und die Genauigkeit der Prognosen des

zukünftigen Absatzes, aufgrund von Software-basierten

Lösungen sukzessive zunimmt.

Schmid: Wir selbst planen inzwischen jedes Projekt hin

auf Fertigung in Losgrösse 1, einfach um den Wareneinsatz

in der Produktion zu reduzieren. Allerdings bedeutet das

nicht, dass diese automatisch auch die beste Lösung ist.

Wir hatten schon Projekte, da zeigte sich, dass eine Fertigung

in Losgrösse 10 günstiger als in Losgrösse 1 ist.

Resoplan AG | www.resoplan.ch

34 #005


Erich

Schmid

Nach einer Ausbildung

in Betriebswirtschaft

ging Erich Schmid in die

Beratung, wo er sechs

Jahre lang tätig war, bevor

er sich vor 30 Jahren

selbstständig machte.

Durch seine Erfahrung

bei ABB, das Unternehmen

unterhielt zu dieser Zeit ein

Team mit rund 50 Beratern,

das auch externe Aufträge

wahrnahm, verfügte er

bereits über sehr gute

Kontakte in die Branche.

Dies erleichterte ihm

den Start in die Selbstständigkeit

und so baute der

61-Jährige sein Einmannunternehmen

langsam,

aber sukzessive auf.

Heute beschäftigt die Firma

fünf Mitarbeiter.

Christian

Kalt

Der Wirtschaftsingenieur

startete nach dem Studium

an der FHNW seine

berufl iche Laufbahn bei

Resoplan, wechselte

aber bald in die Industrie,

um seinen Horizont zu

erweitern. So führte er

bei einem Hersteller für

Prozessautomation

weltweit Kanbansysteme

ein, befasste sich bei

einem Medizinaltechnikunternehmen

mit der

Verkleinerung der

Losgrössen und wechselte

von dort in den öffentlichen

Sektor, wo er ein grosses

Umbauprojekt mit

automatisiertem Lager

und dazugehöriger

Lagerverwaltungssoftware

betreute. Seit Juni 2019

ist er wieder für Resoplan

tätig, wo er im kommenden

Jahr die Nachfolge von

Erich Schmid antreten wird.

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LOSGRÖSSE 1

GRENZENLOSE

KREATIVITÄT

Bezüglich beherrschter Variantenvielfalt macht mymuesli aus dem

süddeutschen Passau so schnell keiner etwas vor. Der Müsliliebhaber kann auf

der Website aus über 80 Zutaten über 566 Billiarden Kombinationen mixen.

TuW-Aktion!

Mixen Sie Ihr

individuelles Müsli.

www.technik-undwissen.ch

Ein Data-Matrix-Code auf der Müslidose lenkt diese durch die

Abfüllanlage und lässt sie unter den Trichtern halten, in denen

die bevorzugten Leckereien schlummern. Bilder: mymuesli

36 #005


Von Markus Back

Über die drei Gründer wurde

bereits sehr viel geschrieben.

Daher nur ein paar Sätze

zur Geschichte des noch jungen

Unternehmens. Es war im Sommer

2005 auf dem Weg zu einem Badesee,

als ein Radiospot über Müsli die

jungen Männer ins Grübeln geraten

liess. Die Studenten waren sich nicht

nur sicher, dass sie einen Werbespot

besser hinbekommen würden, sondern

es vor allem mit nur einem Müsli

für die breite Masse nicht getan sei –

die Idee zu mymuesli war geboren!

Nach einer Marktanalyse ging das

Portal am 30. April 2007 online.

Die ersten Jahre mixten die Firmengründer

die eingehenden Bestellungen

noch von Hand in ihrer Wohngemeinschaft.

Mit zunehmenden Erfolg

geriet dieses Abfüllmodell jedoch an

seine Grenzen und es bedurfte einer

schnelleren und praktikableren Lösung.

Ein befreundeter Maschinenbau-Ingenieur

entwickelte dem Trio

schliesslich die weltweit erste vollautomatisierte

Abfüllanlage für Individual-Müslis,

die 2011 in Betrieb ging.

Die Funktion dieser Anlage ist denkbar

einfach und daher so genial. Jede

Bestellung erhält einen Data-Matrix-Code,

der die Verpackung durch

die Fertigung schleust und die Dose

genau unter den Trichtern anhalten

lässt, in denen sich die gewünschten

Leckereien befinden. Damit der Müsliliebhaber

keine Dose öffnet, in denen

sich die Zutaten in Schichten stapeln,

wird diese nach dem Verschliessen

unter Vibration versetzt. Diese darf allerdings

nicht zu stark sein, da ansonsten

vor allem brüchige Zutaten,

wie zum Beispiel Flakes, zu Bruch gehen

könnten. Frühestens nach zwei

Tagen, allerspätestens fünf Tage nach

der Bestellung, steht der Postbote mit

dem individuell gemixten Müsli vor

der Haustür.

Der Data-Matrix-Code auf der Müslidose

ist das entscheidende Kriterium

für die Fertigung in Losgrösse 1. Dieser

Fingerabdruck steuert nicht nur die

Produktion, sondern stellt sicher, dass

Max Mustermann nicht versehentlich

die Bestellung von Lieschen Müller

erhält. Die Wahrscheinlichkeit, dass

diese genau den gleichen Mix wie er

bevorzugt, geht bei 566 Billiarden

Kombinationsmöglichkeiten nahezu

gegen null. Wie ergibt sich aber eine

solch hohe Vielfalt aus lediglich knapp

80 Zutaten? Ein Versuch auf dem Online-Portal

bringt die Erklärung. Dort

kann der Konsument die Spezialitäten

aus fünf Hauptgruppen beliebig miteinander

mischen. Bis auf die «Müslibasis»,

die am Anfang jedes individuellen

Müslis steht, können beliebig viele

Zutaten aus den anderen vier Hauptgruppen

miteinander kombiniert werden.

Dem kreativen Mix steht lediglich

das Fassungsvermögen der Dose im

Weg. Ist dieses erreicht, erhält der Anwender

einen entsprechenden Hinweis.

Je nach Zutatendichte kann es

aber auch sein, dass zunächst die

Menge der Müslibasis reduziert wird.

Und was sind die produktionstechnischen

Herausforderungen bei einer

solch hohen Vielfalt? «Die Zutatenbeschaffenheit

und qualitative Aspekte.

Zutaten, die leicht verkleben, wie

zum Beispiel Gummibärchen, eignen

sich nicht so gut», heisst es hierzu

aus der Zentrale im bayrischen Passau.

Hinzu kommen saisonale Einflüsse,

wie beispielsweise hohe Temperaturen

im Sommer. Diese führen dazu,

dass Honigflocken leichter verkleben,

weshalb diese in den heissen Monaten

nicht verfügbar sind.

Bezüglich der beliebtesten Müslikombinationen

und Zutaten äussert

sich mymuesli aus Wettbewerbsgründen

nicht. Allerdings scheint es

die beliebteste Kombination ohnehin

nicht zu geben, wie ein Vergleich von

100 000 Bestellungen zeigte. Bei diesen

gab es lediglich zweiundvierzig

Übereinstimmungen.

mymuesli | www.mymuesli.ch

Interessantes

zum Müsli

• Rosine im Müsli: ja oder nein?

Laut mymuesli-Umfrage anlässlich

des Weltmüslitags 2017 können

sich die Müslifreunde einfach nicht

entscheiden, es steht 50:50. Nur die

Niederländer sind etwas entscheidungsfreudiger

- hier bekennen sich

mehr zu Rosinen im Müsli.

• Nicht Schoko, sondern Fruchtmüslis

liegen in der Befragung zum

Weltmüslitag ganz weit vorn. Die

Niederländer bilden wieder eine

Ausnahme: Sie kombinieren gerne

knusprige und nussige Zutaten.

• Die Bewohner der DACH-Region

mögen am liebsten den puren

Müsligeschmack. Das Müsli wird

einfach mit Milch aufgegossen,

fertig. Nur die Schweizer zelebrieren

ihre Müslimahlzeit etwas mehr als

die Müslifreunde anderer Länder.

Sie geben gern Quark oder auch

mal Obst dazu. Eine Besonderheit

in den Niederlanden ist, dass Müsli

mit Milch eher ungewöhnlich ist.

Die Niederländer geben ihrem Müsli

lieber einen Löffel Joghurt dazu.

#005 37


Zu Besuch im Switzerland Innovation Park Biel Bienne

TESTEN UND TÜFTELN

FÜR DEN

STANDORT SCHWEIZ

Die Swiss Smart Factory betreibt in Ipsach eine Test- und Demonstrationsplattform

für Industrie 4.0. In der Einrichtung, direkt an der Durchgangstrasse gelegen,

geht es um nichts weniger als die Zukunft des Hochlohnstandorts Schweiz.

38 #005


LOSGRÖSSE 1

Von Markus Back

Wer es nicht weiss,

rauscht vorbei! Weder

ein Hinweisschild noch

auffällige Logos am

Gebäude weisen auf die Swiss Smart

Factory hin. Dabei liegt diese direkt an

der Durchgangstrasse vis-à-vis des

ehemaligen Produktionsgebäudes von

GF. Und so verwundert es nicht weiter,

dass Michael Wendling vor dem Besuch

eine dreiseitige Beschreibung

verschickt. In dieser weisen mehrere

Fotografien, die der Projektleiter Industrie

4.0 mit knallroten Pfeilen und

kurzen Geh-Anweisungen versehen

hat, den kürzesten Weg von der Strasse

ins Obergeschoss einer Autogarage.

Dort, abseits jeglichen Publikumsverkehrs,

befassen sich er und acht weitere

Mitstreiter mit der Fertigung von

morgen.

Autogarage, war da nicht etwas? Wer

mit diesem Gedanken Silicon Valley

assoziiert, wird jäh enttäuscht – dazu

wirken die knapp 600 Quadratmeter

grosse Halle und ihre Einrichtung zu

wenig futuristisch. Der Empfangstheke

an der Fensterfront schliessen sich

einige Dutzend Stühle an, die äusserst

spartanisch wirken. Seitlich davon

bieten einige Stehtische die Möglichkeit,

diesen unbequemen Sitzgelegenheiten

und dem mit ihrer Benutzung

befürchteten Bandscheibenvorfall zu

entgehen. Ein Blick in die Tiefe der

finsteren Halle lässt die Umrisse von

Versuchsaufbauten und Installationen

erkennen. Inwieweit diese Konturen

für die Zukunft des Standorts Schweiz

relevant sein sollen, entschlüsseln die

getrübten Augen jedoch nicht.

Daran ändert sich zunächst auch wenig,

als Michael Wendling den Lichtschalter

umlegt und mehrere Strahler

den zuvor dunklen Raum ausleuchten.

An der Wand gegenüber der Sparta-

Bestuhlung stapeln sich mehrere Kartons

und Kisten – deren Inhalt: die

Ideen von Automationslösungsanbietern

für eine intelligente und vernetzte

Produktion. Diese kommen in Versuchsaufbauten

zum Einsatz oder

werden einfach nur spielerisch auf

ihre «Schweiz-tauglichkeit» hin untersucht.

Wie der Projektleiter Industrie

4.0 einen IoT-Sensor aus einer Verpackung

fingert und breit und ausführlich

dessen Vorzüge in einer vernetzten

Produktion erklärt, wird eines klar

– hier an der Ipsacherstrasser erwacht

das Kind im Manne.

In Anbetracht der unzähligen Pappund

Holzbehälter verliert sich der in

einer Ecke schlummernde Riese fast

ein wenig. Dabei ist der grüne Mehrachs-Roboter,

der Gewichte bis zu

35 Kilogramm mikrometergenau im

Raum positioniert, das Paradebeispiel

für die Mensch-Maschine-Interaktion.

Und die braucht es, glaubt Michael

Wendling, um die industrielle Fertigung

in Helvetia dauerhaft zu verankern.

Wieso, macht er am Schweizer

Ökosystem fest, das insbesondere im

Jura eine besondere Ausprägung hat.

«Dort gibt es hinter jedem Hügel ein

Gebäude, in dem irgendetwas Spezielles

hergestellt wird», sagt er und ergänzt:

«Weil die Losgrössen aber so

klein oder die Prozesse so komplex

sind, lohnt sich oftmals Automatisierung

nicht. Also braucht es weiterhin

den Facharbeiter.» Weil dieser aber

ein Vielfaches von dem eines Werkers

in Polen oder Ungarn kostet, kommt

es unweigerlich zur Wettbewerbsverzerrung.

Und wie kann da nun genau der Mehrachs-Roboter

helfen, dessen Schutzhülle

stark an Marvels Hulk erinnert?

Bei geschickter Verwendung, erklärt

der 28-Jährige, lassen sich mit ihm

die hohen Lohnkosten hier kompensieren.

Beim Miteinander übernimmt

beispielsweise der Facharbeiter die

filigranen und komplexen Aufgaben,

die sich nur sehr schwer automatisieren

lassen. Indessen garantiert sein

Kollege aus Blech und Stahl mit seiner

unbändigen Kraft und seiner hohen

Positioniergenauigkeit vor allem bei

ermüdenden und schweren Arbeiten

einen wirtschaftlichen Takt.

Damit dieses Zusammenspiel jedoch

funktioniert, sind zwei Dinge entscheidend:

die Parametrierbarkeit des

Roboters und ein stringenter Datenfluss.

Ersteres muss sehr einfach und

intuitiv sein, damit sich ein Sechsachser

auch vom gewöhnlichen Werker

schnell für neue Aufgaben anlernen

lässt. Den kontinuierlichen Datenfluss

braucht es indes für ein effizientes

und fehlerfreies Arbeiten. «Nur wenn

In der Swiss Smart

Factory erwacht das

Kind im Manne.

#005 39


LOSGRÖSSE 1

Zero

Cabinet –

konsequent

dezentral!

Mensch und Roboter zum richtigen Zeitpunkt die richtige

Information vorliegt, ist ein effizientes Miteinander möglich»,

sagt Michael Wendling.

Nun ist es aber nicht jedermanns Sache, quasi Hand in

Hand mit einem Roboter zu arbeiten! Bezüglich dieses Einwands

hat der Maschinenbau-Ingenieur jedoch keine Bedenken:

«Man setzt auf den Roboter ein Monitor. Dieser zeigt

ein Gesicht, das über seine Mimik Feedback gibt.» Die

Forschung beschäftigt sich übrigens seit längerer Zeit mit

dieser Idee. Eines der ersten Projekte dieser Art war im Jahr

2013 «Roboy» der ETH Zürich. Mittels einer künstlichen

Haut und intelligent geschalteter Lämpchen zauberten die

Wissenschaftler dem freundlichen Kerlchen ein Strahlen

ins Gesicht, das selbst schreibgewählte Chefredaktoren milde

stimmt.

Um «Roboy» ist es inzwischen ruhig geworden – die Halbwertszeiten

humanoider Roboter sind auch nicht mehr das,

was sie einmal waren! Geblieben sind die Neugier und der

Drang, Unmögliches möglich zu machen – auch hier in der

Schweiz. Und dabei tun sich teils Unternehmen hervor, bei

denen der Normalsterbliche niemals eine solche digitale

Stromversorgung

by Murrelektronik

Wir verlagern die Stromversorgung

ins Feld

Raus aus dem Schaltschrank, rein ins

industrielle Feld. Das macht Installationskonzepte

transparent, anwenderfreundlich

und kosteneffizient.

Die Vorteile sind offenkundig: Schaltschränke

können kleiner dimensioniert

und in manchen Anwendungen

abgebaut werden. Leitungsverluste

reduzieren sich auf ein Minimum, die

Energiekosten sinken.

Swiss Smart

Factory

Die SSF ist die erste und einzige

Test- und Demonstrationsplattform

für Industrie 4.0 in der Schweiz.

Sie wurde im Mai 2017 eröffnet.

Zum aktuellen Zeitpunkt zählt sie

bereits über 50 Mitglieder aus

Industrie und Forschung und hat

zahlreiche Innovationsprojekte

zusammen mit Partnern zum Erfolg

gebracht. Gemeinsam mit den

Partnern bildet die SSF ein Ökosystem,

um einzigartige Innovationen

rund um das Thema Industrie 4.0 zu

verwirklichen. Aktuell noch in einem

Provisorium eingemietet, wird die

SSF ab 2021 im Neubau von

Switzerland Innovation Park Biel/

Bienne (SIPBB) auf einer Fläche von

1000 Quadratmetern tätig sein.

www.murrelektronik.ch


RUBRIKTITEL

Expertise vermuten würde. Einer dieser

innovativen Hersteller ist beispielsweise

Phoenix Mecano, dessen

mechanische Komponenten und Gehäuse

in der Branche seit Jahrzehnten

einen ausgezeichneten Ruf geniessen.

Und nun entwickelte ausgerechnet ein

eigenes Start-up ein markttaugliches

Pick-by-the-light-System, das in der

Grundausstattung alles Benötigte integriert

und sehr einfach zu bedienen

ist. Ein weiterer digitaler Sonderling

ist Brütsch Rüegger. Der Spezialist für

Werkzeuge lancierte mit «Jellix» eine

Industrie-4.0-Plattform, die Unternehmen

dabei helfen soll, ihre komplette

Wertschöpfungskette auf die nächste

Stufe zu heben.

Für Michael Wendling sind das nur

zwei von vielen Beispielen, welche die

digitale Innovationskraft der Schweiz

unterstreichen. Geht es allerdings um

die Integration dieser Ideen, bekleckern

sich auch hiesige OEM nicht gerade

mit Ruhm. Deutlich wurde das

für den 28-Jährigen bei der EMO

2017. «Ich war enttäuscht darüber,

wie wenig dort über die Digitalisierung

gesprochen wurde», sagt er rückblickend.

Nur die Platzhirsche hatten

überhaupt etwas zum Thema, bei den

allermeisten Ausstellern stand die Digitalisierung

noch gar nicht auf der

Agenda. Doch gerade die sind es, meint

er, die am Ende über den Erfolg oder

Misserfolg von Industrie 4.0 entscheiden:

«Die Integratoren müssen aber

den Vorteil erkennen, der ihnen der

Einsatz von IoT-fähigen Sensoren und

Steuerungen bringt. Ansonsten bleibt

alles nur eine grosse Idee.»

Switzerland Innovation

Park Biel/Bienne | www.sipbb.ch

Lesen Sie im Interview

mit Michael Wendling auf

www.technik-und-wissen.ch

unter anderem über das

aktuelle Smart-Drohnen-

Projekt der Swiss

Smart Factory.

Programmieren war einmal! Es braucht heute nur noch ein paar Knöpfe, demonstriert

Michael Wendling, um einen Roboter neue Bewegungsabläufe beizubringen.

#005 41


EMO-Nachschau

STANDARD-LÖSUNGEN

FÜR DAS EINZIGARTIGE

Das Thema «Losgrösse 1» beschäftigt viele Firmen. Die Redaktion von

«Technik und Wissen» schaute sich deshalb auf der EMO gezielt nach Maschinen,

Komponenten und Lösungen um, welche helfen können, dem Ziel näherzukommen.

Von Eugen Albisser

42 #005


LOSGRÖSSE 1

Das Roboter-Spannmodul

Gressel – Um in der Einzelteil- und Kleinserienfertigung

durchgängig automatisierte Prozesse realisieren zu können,

brauchte es bis dato mehrere Werkstück-Spanner und

gleichzeitig mehrere Robotergreifer. Warum also nicht ein

Roboter-Spannmodul entwickeln, welches die Funktionen

«Greifen und Spannen» in einem System integriert? Das

Aadorfer Unternehmen Gressel ist dies gelungen mit dem

R-C2. Das Modul fungiert demnach als Spanner zum Fixieren

und Spannen des Rohteils/Halbfabrikats/Fertigteils

wie auch als Transportmittel für das Werkstückhandling

ab der Rohteilaufnahme bis hin zur Ablage des Fertigteils.

www.gressel.ch

Mit Komplettbearbeitung und grossem

Werkzeugwechsler

Fehlmann – «Ja, Losgrösse 1 ist ein Wunsch, der oft von Kunden an uns

gestellt wird», sagt Fabio Casteletti, Gebietsverkaufsleiter bei Fehlmann.

Hilfreich sind hier grosse Werkzeugwechsler und nützlich kann in vielen

Fällen auch die Komplettbearbeitung sein, wie sie seit der EMO auf einer

Versa 645 linear angeboten wird. Auf dem neuen Fräs-Schleif-Zentrum

werden die Technologien des Hochpräzisionsfräsens vereint mit den

Merkmalen des Koordinaten- und Konturenschleifens. In der Summe hat

die Fehlmann AG also mit diesem neuen Konzept die Kombination von

Hart fräsen und Schleifen auf einer Maschine geschaffen, mit der Bohrungen,

Konturen und Führungen aus Stahl, Keramik und Hartmetall gefräst

und ohne ein Umspannen über das Koordinatenschleifen fertig bearbeitet

werden können.

www.fehlmann.com

Fräsen, Hartfräsen und

Koordinatenschleifen gelingen

nun bei Fehlmann auf

einem einzigen Bearbeitungszentrum.

Bild: Fehlmann

#005 43


Die erste Digital-Native-CNC-Steuerung

Siemens – Es gibt viele Wege zur Losgrösse 1. Einer davon

führt über den digitalen Zwilling. Mit der neu vorgestellten

CNC-Generation, der Sinumerik One, zeigte Siemens auf der

EMO das entscheidende Kernstück für die digitale Transformation

der Werkzeugmaschine. Als sogenannter «Digital Native»

wartet die Steuerung mit vielfältiger Software zur Erstellung

der dazugehörigen digitalen Zwillinge auf. Die Steuerung selber

kann Bearbeitungsgeschwindigkeit erhöhen, hohe Konturtreue

bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten erreichen oder selbst

filigrane Teile mit hoher Präzision fertigen. Hervorstechend

auch: Die Funktion «intelligente Lastanpassung» (ILC) berücksichtigt

das aktuelle Gewicht des Werkstücks bei der Beschleunigung

der Maschinenachsen und passt diese an, sobald

die Maschine nicht mit dem maximalen Werkstückgewicht

beladen ist. Neben der Sinumerik One zeigte Siemens auch

die dazugehörigen digitalen Services, mit denen Firmen

bei der Erstellung des digitalen Zwillings und bei der virtuellen

Inbetriebnahme der Maschine unterstützt werden.

www.siemens.com

Jeder Ring ein Unikat

Willemin-Macodel – Losgrösse 1 ist

auch bei den Kunden von Willemin-

Macodel aus Delémont ein Thema.

Deren Hochpräzisions-BAZ werden

unter anderem in der Schmuckindustrie

eingesetzt, zum Beispiel das Multiprozess-BAZ

508MT2, für die Bearbeitung

komplexer Werkstücke ab

Durchmesser 36 mm. Die zusätz lichen

Automatisierungseinheiten sind

äusserst vielfältig, so dass es gelungen

ist, für einen Ringhersteller eine Losgrösse-1-Produktion

zu erstellen. Die

Kunden konfigurieren den Ring online

und schon kann es losgehen. Der

6-Achsen-Roboter nimmt das auf den

Ringdurchmesser ausgelegte Spannmittel

aus der Schublade, bestückt die

Gegenspindel, die Hauptspindel, erfasst

die Geometrie der Rohlinge, kontrolliert

Fertigteile und legt neben einigen

anderen Schritten das fertige Produkt

in Ablageschalen ab.

www.willemin-macodel.com

Efficient Engineering ist, wenn ein PLAN zu EPLAN wird.

EPLAN bietet Software und Service rund um das Engineering in den Bereichen Elektrotechnik und Automatisierung.

Unternehmen, die den digitalen Wandel im Engineering erfolgreich gestalten wollen, brauchen mehr als einen Plan.

Erfahren Sie mehr und besuchen Sie uns vom 26. bis 28.11.2019 auf der SPS in Nürnberg (D). Halle 6, Stand 210.


LOSGRÖSSE 1

Von der Bauteile-Analyse zum NC-Programm

DMG Mori – Dass DMG Mori auf der EMO einiges zeigen kann in Bezug

auf kleine Losgrössen, überrascht wenig, denn das Unternehmen setzt

momentan sehr stark auf automatisierte Lösungen. Doch ein Unternehmen,

in welches DMG Mori kürzlich investierte, könnte in Zukunft

nochmals eine Schippe drauflegen. Up2parts heisst die KI-Firma,

die ebenfalls in der DMG-Mori-eigenen Halle 2 ausstellte. Deren

KI-basierte, geometrische Bauteile-Analyse ermöglicht eine einfache

und schnelle Arbeitsplanerstellung und Preiskalkulation für individuelle

Bauteile. «Wir bieten den Fertigungsunternehmen einen kompletten

KI-basierten, automatisierten Wertschöpfungsprozess – bereits

ab Losgrösse 1», sagt Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH,

aus der Up2parts hervorgeht. Cornelius Noess, Managing Director

von Deckel Maho Pfronten, sieht aber noch weitere Ziele, welche die

Software in Zukunft erfüllen könnte: «Sie ist geradezu prädestiniert,

von der Bauteile-Analyse nicht nur die Preiskalkulation zu erstellen,

sondern ein fertiges NC-Programm für die Werkzeugmaschine.»

Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori,

kann auf der EMO viele Neuheiten vorstellen. Unter

anderem auch die Beteiligung an der zukunftsträchtigen

Firma Up2parts.

www.dmgmori.com

3D-Druck legt bei

Materialien zu

Trumpf – Es ist auf den ersten Blick eine paradoxe

Situation: Während immer mehr Hersteller versuchen,

ihre Maschinen und Lösungen tauglich zu machen

für eine Produktion in Losgrösse 1, streben die Hersteller

von 3D-Druck-Maschinen das Gegenteil an. Sie

wollen endlich die Serienfertigung meistern und in

die Grossserie einsteigen. Nichtsdestotrotz ist der

3D-Druck das Mass aller Dinge bei der Produktion von

individuellen Massenteilen – und die Prozesse werden

auch immer schneller. Trumpf zum Beispiel zeigte auf

der EMO ein 3D-gedrucktes Laufrad für einen Gaskompressor

aus Inconel. Die konventionelle Herstellung

ist zeit- und ressourcenaufwendig. Insgesamt dauert es

acht Tage, das Bauteil aus dem Inconel-Block herauszufräsen

und es nachzubearbeiten. Über 80 Prozent

des Rohlings sind dann auch noch Abfall in Form von

Spänen. Trumpf hat nun den Herstellungsprozess mit

dem 3D-Drucker TruPrint 3000 verbessert. Die Anlage

baut drei Laufräder auf einer Plattform gleichzeitig auf.

Inklusive Nacharbeit beträgt die Herstellungszeit pro

Stück nur noch vier Tage. Da die Fräsmaschine nur

noch bei der Nacharbeit erforderlich ist, reduziert sich

der Materialverlust auf weniger als 20 Prozent. 3D-Messungen

haben gezeigt, dass der gedruckte Gaskompressor

über die gleiche Qualität verfügt wie das Original.

Hochpräzise, dreiachsige

CNC-Schleifmaschine

Tschudin – Es gibt Maschinen, die muss man

vorstellen, auch wenn sie – noch nicht – für

Losgrösse 1 vorgesehen sind. Denn erstens haben

die Entwickler die Dimension einer Maschine

so angepasst, dass dank kurzen Rüstzeiten und

digitalisierten Prozessen zumindest Kleinserien

kein Problem bedeuten. Und zweitens ist die

Maschine ein veritabler Hingucker, ästhetisch

wie auch technisch. Es geht um Tschudins Cube

350. Dabei handelt es sich um eine hochpräzise,

dreiachsige CNC-Schleifmaschine mit einer

äusserst kleinen Aufstellfläche (2558 × 1735 ×

1320 mm). Für den Unterhalt muss die Maschine

nur auf der Rückseite zugänglich sein. Dies

erlaubt es, mehrere Maschinen ohne Zwischenraum

zu platzieren. Das einzigartige Maschinenkonzept

mit digitalisierten Einricht- und

Schleifprozessen ist auf stabile Prozesse und

höchstmögliche Zuverlässigkeit ausgelegt.

Ein grosses Plus sind die kurzen Rüstzeiten und

das einfache und CE-konforme Be- und Entladen

ausserhalb der Schleifzone.

www.tschudin.swiss

www.trumpf.com

#005 45


SWISS INDUSTRY 4.0 AWARD

DIGITALISIERTE

HAUSTECHNIK ÜBERZEUGT

JUROREN

Die Meier Tobler AG ist Gewinnern des Swiss Industry 4.0 Award 2019.

Christoph Piotrowski, Projektleiter Unternehmensentwicklung, nahm den mit

10 000 Franken dotierten Preis anlässlich der Swiss Industry Conference

im Trafo Baden entgegen.

Der Aufwand hat sich gelohnt.

Christoph Piotrowski (zweiter

von links) durfte den mit

10000 Franken dotierten Swiss

Industrie 4.0 Award entgegen

nehmen. Bild: Eduard Meltzer

46 #005


Von Markus Back

Technische Innovationshöhe,

Entwicklungspotenzial und

Skalierbarkeit – diesen drei

Parametern schenkte die

Jury bei der Bewertung der Eingaben

anlässlich des vierten Swiss Industry

4.0 Award ihr besonderes Augenmerk.

Dennoch tat sich das Gremium bei der

Auswahl der Finalisten und der Bestimmung

des Gewinners schwer.

Wieso, verriet Jury-Koordinator Prof.

Dr. Jan Marco Leimeister von der Universität

St. Gallen während seiner Laudatio

den 300 Zuhörern: «Wir hatten

durch die Bank hinweg sehr gute Eingaben.»

Und so war es am Ende

schliesslich ein enges Kopf-an-Kopf-

Rennen, das sich die drei Finalisten im

Kampf um die Trophäe boten.

Mit einer webbasierten Trainingsplattform

holte sich die MyLive Zone

AG aus Ipsach den dritten Rang. Diese

gestattet es globalen Unternehmen,

ihre Mitarbeiter weltweit rund um die

Uhr mit geringem Aufwand zu schulen.

Den zweiten Rang sicherte sich

mit MIndustry AG die Industriegruppe

der Migros. Diese zeigte mit ihrer Eingabe

auf, wie sie IoT und Machine-

Learning-Algorithmen in ihren über 30

Produktionsbetrieben für Predictive

Maintenance nutzt und damit Produktivität

und Wertschöpfung erhöht. Der

Sieg ging an die Meier Tobler AG aus

Nebikon, die mit 400 Servicetechnikern

auf der Strasse die grösste Serviceorganisation

der Schweiz ist. Ihr

IoT-basiertes Fernwartesystem optimiert

deren Einsätze und stellt gemäss

Juroren zugleich eine überzeugende

Antwort auf die Herausforderungen

der Energiewende dar.

Wieso die Energiewende für das in

der Haustechnikbranche tätige Unternehmen

überhaupt eine Herausforderung

ist, erklärte Christoph Piotrowski

während seiner Dankesrede: «Wir verdienen

heute unser Geld damit, dass

wir den Service von Öl- und Gasheizungen

übernehmen. In diesen gibt es

verschiedene mechanische Teile, die

regelmässig gereinigt und getauscht

werden müssen.» Bei den Wärmepumpen,

deren Marktanteil in den kommenden

Jahren gemäss verschie dener

Prognosen um knapp 20 auf 30 Prozent

zunehmen wird, entfallen diese Teile.

«Für uns stellte sich daher die Frage,

wie ein Geschäftsmodell im Bereich

Wärmepumpen aussehen könnte», so

der Projektleiter Unternehmensentwicklung

bei der Meier Tobler AG und

ergänzt: «Mit dem Trend hin zu IoT haben

wir die Lösung gefunden.»

Über das Internet steuert und überwacht

das Haustechnikunternehmen

bereits 1400 Wärmepumpen schweizweit.

Deren Ziel: sich abzeichnende

Störungen zu erkennen, bevor der Kunde

überhaupt etwas merkt. In den Fokus

rückte die Meier Tobler AG dabei

den Kompressor als Herzstück der

Wärmepumpe. Durch ein gezieltes Einund

Ausschalten, zum Beispiel bei längeren

Abwesenheiten der Bewohner,

soll dessen Lebensdauer erhöht und

damit die Unterhaltskosten reduziert

werden. Dazu bedarf es eines Datentransfers

in die Cloud, wo die verschiedenen

Parameter ausgewertet werden.

«Das klingt trivial», so Christoph Piotrowski

bei der Preisverleihung im Trafo

Baden: «Das ist es aber nicht, weil

Wohnhäuser keine Produktionsstätten

sind. Hier gelten andere Massstäbe.»

So muss der Datentransfer über VPN

beispielsweise auch dann gewährleistet

sein, wenn Kinder beim Spielen versehentlich

den Stecker am Router gezogen

haben. Mit Hilfe eines hiesigen

Telekommunikationsanbieters konnten

aber auch solche Problemstellungen

gelöst werden.

Seit 2017 verbaut die Meier Tobler

AG inzwischen ihren Smartguard

standardmässig in Wärmepumpen.

Die bisher gemachten Erfahrungen

stimmen die Verantwortlichen des

mittelständischen Unternehmens zuversichtlich.

«Wir sparen damit mittlerweile

80 Servicefahrten im Monat,

weil wir die Störungen übers Internet

beheben können», sagt Christoph Piotrowski

und ergänzt: «Dadurch haben

wir selbst 15 Prozent tiefere Garantiekosten.»

Dass dieses neu entwickelte

Servicemodell Hausbesitzer durchaus

zu schätzen wissen, zeigen die

Wärmepumpen, die aus der Garantiephase

kommen. Die Abschlussquote

bei den Fernüberwachungsabos übertrifft

bisher alle Erwartungen.

Meier Tobler AG | www.meiertobler.ch

«Mit dem Trend hin zu IoT

haben wir die

Lösung gefunden.»

Christoph Piotrowski darüber, wie die

Meier Tobler AG den Herausforderungen der

Energiewende begegnen möchte.

#005 47


Agenda

14. Blechexpo

Messethema: Die Veranstaltung bildet die komplette Prozesskette

der kaltumformenden Blechverarbeitung sowie der damit

verbundenen thermischen oder mechanischen Schneid-,

Füge- und Verbindungstechnik dar

Datum: 5. bis 9. November 2019

Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr (Dienstag bis Donnerstag)

9 bis 16 Uhr (Freitag)

Eintrittspreise: Tageskarte: 30.– €

2-Tageskarte: 50.– €

Messeort:

Landesmesse Stuttgart

Messepiazza 1

D-70629 Stuttgart

Hotels/Unterkünfte: www.stuttgart-tourist.de

Veranstalter: P.E. Schall GmbH & Co. KG

www.motek-messe.de

productronica

Messethema: Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung

von Elektronik

Datum: 12. bis 15. November 2019

Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr (Dienstag bis Donnerstag)

9 bis 16 Uhr (Freitag)

Eintrittspreise: Tageskarte: 54.– €

2-Tagesticket: 78.– €

Dauerkarte: 99.– €

Messeort:

Messegelände

Am Messesee

D-81829 München

Hotels/Unterkünfte: www.muenchen.travel/unterkuenfte

Veranstalter: Messe München GmbH

www.productronica.com

Formnext

Messethema: Fachmesse für additive Fertigungstechnologien,

3D-Druck sowie Werkzeug und Formenbau

Datum: 19. bis 22. November 2019

Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr (Dienstag bis Donnerstag)

9 bis 16 Uhr (Freitag)

Eintrittspreise: Tageskarte: 50.– €

Dauerkarte: 90.– €

Messeort:

Messe Frankfurt

Katharinenkreisel

D-60327 Frankfurt am Main

Hotels/Unterkünfte: www.hotelservice-deutschland.de

Veranstalter: P.E. Schall GmbH & Co. KG

www.formnext.mesago.com

48 #005


Die eigenen Grenzen sprengen

Die Industrie hat mit der Digitali sierung derart viele Perspektiven

bekommen, dass noch nicht alle eingeordnet werden können.

Aber eines ist sicher: Erreichen können Firmen die darin vorgesehenen

Ziele nur, wenn sie sich gegen aussen öffnen. Aus diesem

Grund wird das Wort «Cross» zu einem dieser Schlagworte, um

das sich vieles drehen wird in den nächsten Jahren. Keine erfolgreiche

Firma wird um cross industry, cross organisation und

cross generation herumkommen.

Datum

09.01.2020

Ort

GDI, Rüschlikon

Thema

Digitalisierung

www.euroforum.ch/

strategietagung

Firmen sollten also lernen, branchenübergreifend zu denken. Aber

fast noch wichtiger: Sie müssen lernen, sich mit anderen Firmen

partnerschaftlich auszutauschen und gemeinsam an Entwicklungen

und Strategien zu arbeiten. Und schliesslich wird es wichtig

sein, dass Firmen sich generationenüber greifend aufstellen

können.

Das sind die topaktuellen Themen, die beim 5. Schweizer Strategietag

in der ganzen Tiefe behandelt werden. Wie immer zeigen an

diesem Anlass am Anfang des Jahres renommierte Rednerinnen

und Redner neue Wege auf und liefern Ideen für die wichtige Sicht

über die eigene Firma hinaus.

Reservation

der Daten in

meiner Agenda !

IM HERZEN DES JURABOGENS DER MIKROTECHNIK

SIAMS : die Messe für die gesamte Produktionskette der Mikrotechnik

MOUTIER, FORUM DE L’ARC

21–24 | 04 | 2020

Eine Ausstellung der FAJI SA

Gratis-Eintrittskarten zum Download

ab Februar 2020 – www.siams.ch

Ein Messebesuch !

– Sie ist auf Mikrotechnik

spezialisiert.

– Die ganze Produktionskette

ist vor Ort.

– Der Besuch erfordert bloss

einen Tag.

– Das Ambiente ist sympathisch

und freundlich.

– Hier kann man Lösungen

finden und Geschäfte

tätigen.


MSO der Serie 4 mit grossem Display und bis zu sechs Flex-Channel-Eingängen. (Bild: Tektronix)

DA OSZILLIERT DAS

INGENIEUR-HERZ

Man kennt es inzwischen von Tektronix: Sie kommen erst dann mit einer neuen

Geräteserie auf den Markt, wenn sie etwas Besonderes anzubieten haben. Nun ist es

soweit: Die MDO der Serie 3 und dem MSO der Serie 4 sind da und es lohnt sich, diese

Oszilloskope genauer anzuschauen.

Tektronix – in der Schweiz

vertreten durch das Thalwiler

Unternehmen Linktronix –

hat sein Produktportfolio an

Oszilloskopen mit der Einführung des

MDOs der Serie 3 und des MSOs der

Serie 4 erweitert. Die neuen Midrange-Oszilloskope

wurden von Tektronix

für unterschiedlichste anspruchsvolle

Anwendungen entwickelt und zeichnen

sich unter anderem in einem attraktiven

Preis aus und durch das gleiche,

fortschrittliche Design der MSOs

der Serien 5 und 6. Das heisst auch,

dass die Geräte der Serien 3 und 4 das

gleiche Bedienkonzept über Touchscreen

und Frontpanel nutzen, wodurch

wichtige Funktionen direkt zugänglich

sind. «Anstatt sich durch

viele Menüs zu den jeweiligen Einstellungen

zu klicken, reicht ein einfaches

doppeltes Antippen auf den jeweiligen

Messwert auf dem Display», erklärt

Jörn Höpfner, Senior Sales Manager

bei Tektronix, der die Geräte in der

Schweiz ein paar Fachjournalisten

vorstellte.

MSO der Serie 4: Grosses Display und

bis zu sechs Flex-Channel-Eingänge

Grosse Oszilloskop-Displays verbessern

bekanntlich den Bedienkomfort

und beschleunigen das Debugging

und Analysieren. Das neue MSO der

Serie 4 verfügt durch das 13,3 Zoll grosse

Display mit einer HD-Auflösung von

50 #005


FIRMENBEITRAG

1920 × 1080 Pixel über das grösste Display und die

höchste Auflösung seiner Klasse. Die Bandbreite

geht bis zu 1,5 GHz und durch 12-Bit-ADCs bieten

die Geräte die höchste Vertikalauflösung in ihrer

Klasse. Ausserdem sind dies die ersten Oszilloskope

in dieser Klasse, die über sechs Eingangskanäle

mit der Flex-Channel-Technologie verfügen, bei der

jeder Eingangskanal einfach durch das Anschliessen

eines Logiktastkopfs von einem Analogkanal in

bis zu acht Digitalkanäle umgewandelt werden

kann.

MDO der Serie 3: Neue Dimension der Flexibilität

Mit einem Einstiegspreis von 3570 Euro ist das

MDO der Serie 3 ideal als kompaktes, vielseitiges

Messinstrument auf dem Arbeitstisch des Ingenieures

geeignet. Es zeichnet sich durch ein modernes

Design und das grösste Display in seiner

Klasse mit 11,6 Zoll Bildschirmdiagonale sowie

eine volle HD-Auflösung aus. Die Geräte haben dieselbe

intuitive Bedienoberfläche wie der Rest des

Port folios und ähnliche Tasten und Schaltflächen,

benötigen aber weniger als 16 cm (6“) Tiefe auf

dem Tisch.

Das MDO der Serie 3 ist mehr als ein Oszilloskop

und deckt unterschiedlichste Debugging- und

Validierungsaufgaben ab. Es enthält einen integrierten

Spektrumanalysator bis 3 GHz mit getrenntem

HF-Eingang und ähnliche Spezifikationen

wie ein eigenständiger Spektrumanalysator. Sechzehn

digitale Eingangskanäle sind für Mixed-

Signal-Analysen verfügbar.

Echt besser!

„ Alles aus einer Hand “

System-Lösungen für Kabel und

Schaltschrank von Murrplastik.

Murrplastik gehört seit 1963 zu den Pionieren wenn es um

professionelles Kabelmanagement und Hightech-Produkte

aus Kunststoff geht. Wir bieten Lösungen zu individuellen

Herausforderungen in den Bereichen Energiekette, Kabelschutz,

Kabelführung, Kennzeichnung und Energiezuführung.

Entwicklungsingenieure stellen für verschiedenste Anwendungsbereiche

innovative Universallösungen sowie kundenspezifische

Adaptionen bereit. „Made by Murrplastik“ steht

für wirtschaftliche Einsätze, für mehr Langlebigkeit, höhere

Robustheit und einfache Montage.

Mit weit über 200 Patenten und einem internationalen

Vertriebsnetz sind wir einer der weltweit führenden

Systemanbieter: „Rund ums Thema Kabel.“

Auf Basis der täglichen Erfahrungen

Mit Blick auf all die Details, Funktionen und

das spezielle Design scheint es, als ob Tektronix

ziemlich viele Wünsche erfüllen kann, die ein Ingenieur-Herz

oszillieren lassen. Doch das kommt

nicht von ungefähr. Chris Witt, Vice President und

General Manager der Time Domain Business Unit

von Tektronix, erklärt in einer Mitteilung, wie alles

zusammengekommen ist: «Unsere Teams haben

weltweit mehrere hundert Stunden mit Ingenieuren

gesprochen und dann diese neuen Funktionen

und Designs entwickelt und ausprobiert. Wir freuen

uns sehr, dass wir auf Basis der täglichen Erfahrungen

dieser Ingenieure nun sehr gute Produkte auf

den Markt bringen können.»

Linktronix | www.linktronix.ch

Kabelschutz

Energieketten

Kabelführung

STEGO

Produktprogramm

Kennzeichnung

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Leitungen

Murrplastik AG • Ratihard 40 • 8253 Willisdorf

Tel.: +41 52 646 06 46 • Fax: +41 52 646 06 40

www.murrplastik.ch

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Kurznachrichten

Unterirdische Rechenzentren

Städte und urbane Räume der Zukunft verfügen

über ein begrenztes Platzangebot an der Oberfläche.

Um dieses Problem zu überwinden, hat das

Swiss Center of Applied Unterground Technologies

(SCAUT) in einem Pilotprojekt das Konzept «Edge Computing

– Underground» entwickelt.

Das Konzept sieht vor, eine Vielzahl von Rechenzentren im

Untergrund zu platzieren. Diese Umgebung bietet Schutz

gegen Naturgewalten und dank des stabilen Klimas eine

hohe Energieeffizienz. Entscheidend für den Städtebau

der Zukunft ist die Tatsache, dass auf diese Weise kein oberirdischer

Raum in urbanen Gebieten beansprucht wird, der

in der Regel knapp und teuer ist.

Amberg Engineering als Spezialist für Underground Engineering

und Dätwyler als Spezialist für Rechenzentren

sowie Edge Computing sind für dieses Pilotprojekt Industriepartner

von SCAUT. Während der Dauer der Pilotphase

werden im Projektteam laufend die Testergebnisse des

Prototyps evaluiert und optimiert.

https://edge-computing-underground.com

Im Versuchsstollen Hagerbach in Flums wurde im September der Prototyp eines

modularen und für die Platzierung im Untergrund entwickelten Rechenzentrums

präsentiert. Bild: Amberg Engineering AG/Dätwyler Cabling Solutions AG

52 #005


KURZNACHRICHTEN

Fanuc investiert 200 Millionen Euro in Europa

Fanuc setzt auf starkes Wachstum

in Europa. Rund 100 Millionen

Euro hat das Unternehmen

in den vergangenen drei

Jahren in den Ausbau seiner europäischen

Tochtergesellschaften investiert.

Weitere 100 Millionen Euro sollen

in den kommenden drei Jahren folgen.

Um zusätzlichem Support und Service

bieten zu können, hat der Spezialist

für CNC-Steuerungen, Roboter und intelligente

Maschinen an mehr als

zehn europäischen Standorten Neuund

Erweiterungsbauten geplant.

In diesem Sommer eröffnete das japanische

Unternehmen zwei Firmengebäude

in der Region Rhône-Alpes in

Frankreich und in der Nähe von Mailand

(Bild) in Italien. Neue Niederlassungen

sind auch in Malmö in Schweden

und Moskau in Russland im Bau.

Zahlreiche weitere Standorte stehen

kurz vor der Expansion, darunter Stuttgart

in Deutschland, Paris in Frankreich,

Barcelona in Spanien, Breslau in

Polen, Mechelen in Belgien, Coventry in

Grossbritannien sowie Büros in Österreich,

der Slowakei und der Tschechischen

Republik. Die Umsetzung der

Projekte begann 2014 und wird etwa

weitere vier Jahre dauern. Bis 2022 sollen

25 von insgesamt 36 europäischen

Büros erweitert oder erneuert werden.

Einer der Hauptzwecke für die

Büroerweiterungen ist die Bereitstellung

zusätzlicher Schulungen für die

Kunden. Fanuc will seine Schulungen

auf Standorte ausdehnen, an denen

neue Büros gebaut werden und zusätzliche

Flächen und Geräte zur Verfügung

stehen. Die Zahl der europäischen

Niederlassungen wächst

ebenfalls: Anfang April eröffnete

Fanuc eine Tochter gesellschaft in Serbien,

um die Kunden dort zu betreuen.

Damit gibt es neben der Europazentrale

im luxemburgischen Echternach

nun 26 Tochtergesellschaften und Niederlassungen

in Europa.

www.fanuc.eu

WSCAD setzt auf Polen

WSCAD hat seinen Produktentstehungsprozess

professionalisiert und

im Zuge des Wachstums im September

2019 einen zweiten Standort für

die Softwareentwicklung im polnischen Wroclaw

(Breslau) eröffnet. Der Spezialist für intelligente

und intuitive Electrical-Engineering-Lösungen reagiert

damit auf die Anforderungen und seit Jahren

zunehmende Nachfrage nach seiner E-CAD-Software

für den Maschinen- und Anlagenbau, die Gebäudeautomation

und Elektroinstallation.

www.wscad.com

Komax übernimmt Exmore

Die Komax AG aus dem schweizerischen

Dierikon übernimmt das belgische Unternehmen

Exmore, das über eine ausgesprochene

Expertise in der Entwicklung

kundenspezifischer Lösungen für die Verarbeitung

von Sensorleitungen verfügt. Durch die Akquisition

möchte Komax seine Position im künftig noch

wichtiger werdenden Markt der Elektromobilität

stärken. Auf dem Weg zum autonomen Fahren wird

gemäss Medienmitteilung die Anzahl der Sensorleitungen

in Fahrzeugen weiter zunehmen und der

Bedarf an Lösungen zu deren automatisierten Verarbeitung

weiter steigen.

www.komaxgroup.com

#005 53


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KURZNACHRICHTEN

Mapal hat am US-Standort Fountain Inn rund

3,6 Millionen Euro investiert. Im Zuge dieses

Ausbaus entstehen etwa 30 neue Arbeitsplätze.

Mapal baut US-Standort aus

Mapal hat sein Werk am

Standort Fountain Inn im

US-Bundesstaat South Carolina

erweitert. Der Präzisionswerkzeughersteller

schafft damit

zusätzliche Kapazitäten für

Vertrieb, Service und Fertigung. Neben

modernen Büroräumen wurde in den

Neubau auch ein Testzentrum für den

Bereich Luftfahrt sowie ein Showroom

für die Kunden integriert. Die Gesamtnutzfläche

des Werks erhöht sich

durch den Ausbau um über 1000 auf

2250 Quadratmeter. Die Niederlassung

in Fountain Inn besteht seit 2012. Sie

ist der zweite Produktionsstandort des

schwäbischen Herstellers in den USA,

der dort landesweit 250 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Hauptsitz befindet sich

in Port Huron, unweit von Detroit im

Bundesstaat Michigan.

Das Werk in Fountain Inn fungiert als

regionales Zentrum für die im Umkreis

ansässige Automobil- und Luftfahrtindustrie.

Darüber hinaus soll es

zur Drehscheibe für die Produktion

von Vollhartmetallwerkzeugen für

Nord- sowie Mittel- und Südamerika

werden. Die neuen Kapazitäten ermöglichen

mehr Flexibilität und

schlankere Prozesse. Die Entwicklung

individueller Bearbeitungs lösungen

kann nun lokal und in enger Abstimmung

mit den Anwendern erfolgen.

www.mapal.com

Komax: Wechsel in Gruppenleitung

In der Gruppenleitung der Komax Gruppe kommt es zum

Wechsel. Günther Silberbauer, Mitglied der Gruppenleitung

seit 2019, hat den Wunsch geäussert, sich ab

2020 vollamtlich auf seine Aufgabe als Geschäftsführer

von Komax SLE im deutschen Grafenau zu konzentrieren.

Jürgen Hohnhaus (Bild) wird ab Januar 2020 die Nachfolge

von Günther Silberbauer in der Gruppenleitung übernehmen.

Er verfügt über langjährige Erfahrung in Führungspositionen

als Geschäftsführer, Business Unit Leiter und

CTO in der Maschinenbau- und Automationsbranche und

war zuletzt bei der Güdel-Gruppe tätig. Jürgen Hohnhaus ist

dipl. Ingenieur Maschinenbau und hat am Institut für Umformtechnik

an der Universität Stuttgart promoviert.

www.komaxgroup.com

#005 55


SPS – Smart Production Solutions

NEUER NAME,

ALTES GEWAND

Glückliche Eingebung oder geniales Marketingkonzept!

Darüber lässt sich vermutlich streiten. Fakt ist, das sich die «SPS» ab der

30. Auflage Ende November in Nürnberg nun auch offiziell «SPS» nennt.

Aber Vorsicht, «SPS» bedeutet nicht mehr «SPS»!

Von Markus Back

Kaum einer ist jemals zur «SPS IPC Drives»

nach Nürnberg gereist! Die Allermeisten

führte ihr letzter grosser Termin des Jahres

zur «SPS» – geflissentlich wurde das «IPC

Drives» unterschlagen. Und so spielte diese Sprachfaulheit

voll und ganz in die Karten der Mesago

Messe Frankfurt GmbH. Die bekam mit der Digitalen

Transformation nämlich zusehend ein Problem,

da der Name «Speicherprogrammierbare Steuerung

Industrie Personal Computer Drives» den

Kern heutiger Automatisierungstechnik nur noch

ansatzweise spiegelt und davon abgesehen auch

irgendwie bescheuert klingt.

Was also tun, wenn der Name die technologische

Entwicklung nicht richtig wiedergibt und aus Zeiten

von Industrie 3.0 stammt? Genau, es braucht

einen anderen Namen! Also setzten sich die Verantwortlichen

bei Mesago hin und grübelten. Dabei

immer im Hinterkopf, dass eine Namensänderung

selbst einem etablierten Format erheblichen Schaden

zufügen kann. Doch den Machern gelang mit

der Flucht ins Englische die Quadratur des Kreises:

«SPS» bedeutet nun Smart Production Solutions

und trifft aus Sicht der Namensgeber die Entwicklung

in der Branche, wesentliche Funktionen

der Automatisierungstechnik als software-basierte

Funktionsblöcke auf unterschiedlichste Hardware-Komponenten

zu verteilen, sehr gut. Doch

machen Sie sich Ende November in Nürnberg am

besten selbst ein Bild davon.

SPS – Smart Production Solutions

www.sps-messe.de

SPS

Bilder: Mesago / Mathias Kutt

Messethema:

Die Fachmesse bildet das komplette Spektrum der smarten

und digitalen Automation ab – vom einfachen Sensor bis hin

zu intelligenten Lösungen, vom heute Machbaren bis hin zur

Vision einer umfassend digitalisierten Industrie

Datum: 26. bis 28. November 2019

Öffnungszeiten:

9 bis 18 Uhr (Dienstag und Mittwoch)

9 bis 17 Uhr (Donnerstag)

Eintrittspreise: Tageskarte: 30.– € / Dauerkarte: 65.– €

Messeort: Nürnberg Messe, Karl-Schönleben-Str., Messeplatz 1,

D-90471 Nürnberg

Hotels/Unterkünfte: hotels.nuernbergmesse.de

Veranstalter:

Mesago Messe Frankfurt GmbH, sps.mesago.com


#005 57


Simulationssoftware Industrial Physics generiert aus CAD-Daten digitalen Zwilling

MASCHINENENTWICKLUNG 4.0

Mit der Simulationssoftware Industrial Physics können Maschinenbauer aus ihren

CAD-Daten sehr schnell und einfach einen digitalen Zwilling erstellen. Selbst die

Entwicklung mittels VR- und AR-Brillen ist mit dem neuen Werkzeug denkbar einfach.

Entwickeln Maschinenbauer

neue Maschinen, müssen diese

schnell entwickelt und auf

den Markt gebracht werden.

Da herkömmliche Methoden zu behäbig

sind, braucht es einen digitalen

Zwilling. Er wird parallel zur realen

Maschine entwickelt, variiert, verbessert

und getestet. So kommen Fehlplanungen

oder notwendige Änderungen

zum Vorschein, bevor ein realer Prototyp

der Maschine gebaut wird.

Neben der Simulation von Maschinenhardware

und -software ist es

wichtig, dass dieser auch Produktionsvorgänge

realistisch und in Echtzeit

abbilden kann. Zum Beispiel lässt

sich so der Materialfluss auf einem

Förderband simulieren und mögliche

Kollisionen von Produkten werden

frühzeitig erkannt. Diese Anforderungen

deckt die Simulationssoftware

Industrial Physics optimal ab. Dank

echtzeitfähiger Physik-Engine simuliert

die Software das dynamische Verhalten

einer Maschine in 3D. Sämtliche

dynamische Faktoren, die auf

den Materialfluss einwirken, können

so mit dem digitalen Zwilling getestet

werden. Der Maschinenentwickler

sieht sofort, wie sich der Materialfluss

verhält, wenn er Komponenten der

Maschine austauscht. Auch Stillstandzeiten

der Maschine lassen sich sofort

erkennen und beseitigen.

CAD-Daten importieren

Industrial Physics nutzt für die Erstellung

des digitalen Zwillings CAD-

Daten. Diese importiert der Maschinenentwickler

im Step-Format und gelangt

so schnell zum digitalen Zwilling.

Welchen Einfluss unterschiedliche

Kinematiken und Komponenten sowie

Mit VR- und AR-Brillen kann sich der Entwickler mit dem

simulierten Maschinenmodell explizit befassen, ohne durch die

Umgebung abgelenkt zu werden. Bild: B&R

Code-Änderungen auf der Steuerung

auf die Maschinen haben, lässt sich

direkt an ihm beobachten und analysieren.

Durch die Anbindung des Simulationswerkzeuges

an Automation Studio

kann der Entwickler das virtuelle

Modell der Maschine sofort am PC

mit einer Hardware- oder Software-inthe-Loop-Kon

figuration starten und

sich mit der Steuerung verbinden.

Virtuelle Realität

Industrial Physics bietet die Möglichkeit,

den digitalen Zwilling mit

Virtual-Reality-Brillen und Augmented-Reality-Brillen

zu betrachten.

Der Entwickler erlebt so die geplante

Maschine in der natürlichen dritten

oder durch die Simulation von Bewegungen

sogar in der vierten Dimension.

Mit der VR-Brille kann der

58 #005


FIRMENBEITRAG

Multimedia-Story

zur SPS auf

www.technik-undwissen.ch

Entwickler beispielsweise Abläufe

untersuchen, während die Simulation

läuft. Ausserdem sind die Anbindung

an reale Steuerungen sowie Handhabungsuntersuchungen

möglich.

Im Gegensatz zur VR-Brille wird mit der AR-Brille der digitale

Zwilling der Maschine in seine reale Umgebung eingeblendet.

So sind Was-wäre-wenn-Untersuchungen für die

Planung mit bewegten Objekten und Maschinen möglich.

Informationen aus der Steuerung können in Echtzeit übertragen

und eingeblendet werden.

Das VR- sowie das AR-System lassen sich innerhalb weniger

Minuten in die Software integrieren. Die mit Industrial

Physics simulierten Modelle werden dann statt auf dem

PC-Bildschirm direkt in der VR- oder AR-Brille angezeigt.

Virtuelle Inbetriebnahme

Sind die Entwicklung der Hard- und Software einer Maschine

und der Test der Produktionsabläufe abgeschlossen,

folgt die virtuelle Inbetriebnahme. Auch diese kann mit

dem digitalen Zwilling vorgenommen und so oft wiederholt

werden, bis alles ideal funktioniert. Erst wenn die virtuelle

Inbetriebnahme reibungslos verlaufen ist, wird ein realer

Prototyp gebaut. Da die Kosten für eine virtuelle Inbetriebnahme

im Vergleich zur realen Inbetriebnahme sehr gering

sind, wirkt sich das positiv auf den ROI aus, zumal sich bereits

sehr viele Fehler direkt am digitalen Zwilling beseitigen

lassen.

Virtuelles Pendant im Schaltschrank

Auch nach Inbetriebnahme der Maschine kann der digitale

Zwilling weiterverwendet werden. In einer vernetzten

Fabrik im Sinne des Industrial IoT werden sehr viele Maschinendaten

aus dem laufenden Betrieb gesammelt und

können für den digitalen Zwilling verwendet werden. Verändert

sich das Verhalten der realen Maschine im Vergleich

zum digitalen Zwilling, weil zum Beispiel ein Lager bereits

stark abgenutzt ist, fällt dies unmittelbar auf. So können die

gesammelten Daten unter anderem für vorausschauende

Wartung, Fehlerdokumentationen oder Fernwartungssysteme

herangezogen werden.

Zudem unterstützt der digitale Zwilling die Erweiterung

der Maschine. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem

laufenden Betrieb fliessen in die Weiterentwicklung mit ein.

Das Simulationsmodell steht dabei dem Maschinenbauer

zur Verfügung, um alle geplanten Erweiterungen vorab

sicher durchzuspielen. So werden Stillstandzeiten bei Aufrüstung

auf ein Minimum reduziert.

Funktionale Sicherheit

– Wireless Safety

Bidirektionales sicherheitsgerichtetes

Funksystem

SAFEMASTER W

Funk-Sicherheitssystem

UH 6900

Übertragung von Not-Halt und

Steuerfunktionen

Für Sicherheitsanwendungen bis

Kat. 4 / PL e

Hohe Verfügbarkeit bei großer

Reichweite bis 800 m

Zweikanalige Sicherheitseingänge

und -ausgänge

B&R Industrie-Automation AG | www.br-automation.com

SPS, Halle 7 / Stände 206 & 114

awag.ch

AWAG Elektrotechnik AG

8604 Volketswil | Tel. +41 44 908 19 59 | info@awag.ch


Die ETT-Modularwide-Panels machen

im Hoch- und Querformat eine gute Figur.

Bild: Sigmatek

Modular aufgebaute Widescreenpanels mit Multitouch

MODULAR IN DIE

HMI-ZUKUNFT

Mit der Panelserie ETT-Modularwide können Maschinenkonzepte flexibel und

zukunftsorientiert umgesetzt werden. Die modularen Multitouchpanels

lassen sich bezüglich Bildschirmgrösse und Grafikleistung anpassen und verleihen

Maschinen und Anlagen ein modernes Gesicht.

Insbesondere Maschinenhersteller

haben erkannt, dass die Prozessvisualisierung

vor Ort ein wesentliches

Funktionsmerkmal der Maschine

und eine Visitenkarte ihres

Unternehmens ist. Eine wertige Optik

und schlüssige Bedienkonzepte helfen

ihnen dabei, sich von ihren Marktbegleitern

zu unterscheiden.

Mit der Serie ETT-Modularwide hat

Sigmatek modulare Panels mit höchster

Flexibilität entwickelt, welche

genau auf die Bedürfnisse der Maschinenbauer

zugeschnitten sind. Die Ge-

stensteuerung per Multitouch gestattet

intuitive und komfortable Bedienkonzepte

mit exzellenter Übersichtlichkeit.

Aktuell sind die ETT-

Modularwide-Panels mit Bildschirmdiagonalen

von 10,1, 12,1, 15,6, 18,5 und

21,5 Zoll erhältlich. Das 16:9-Widescreen-Format

bietet die Möglichkeit,

Prozessdaten und mehrere Menüs

nebeneinander anzuordnen. Die Panels

mit Glas-Display lassen sich im

Landscape- sowie im Portraitformat

einsetzen und mit dünnen Handschuhen

bedienen.

Anpassungsfähig durch Modularität

Anlass für die Entwicklung der Serie

ETT-Modularwide war die steigende

Nachfrage nach kundenspezifischen

Sonderausführungen. Dazu kam die

Erkenntnis, dass sich durch die kontinuierliche

Weiterentwicklung der Maschinen

über deren Produktlebenszyklus

hinaus auch die Anforderungen

an die Bedienpanels immer wieder

ändern können.

Um Sigmatek-Anwendern die Anpassung

an einen veränderlichen Leistungsbedarf

zu ermöglichen, ist die

60 #005


FIRMENBEITRAG

ETT-Serie modular aufgebaut. Dies erlaubt es,

verschiedene Interface module und Bildschirmgrössen

beliebig zu kombinieren. Je nach Anforderung,

kann zwischen zwei Prozessormodulen und

einem HMI-Link-Interface gewählt werden. Das

Edge-2-Modul ist standardmässig mit einem Dual-

Core-Prozessor (2 × 800 MHz) ausgestattet. Wird eine

höhere Leistung benötigt, ist das ×86-Modul mit Intel

Celeron Dual-Core Prozessor (bis 2,7 GHz und 2 GByte

RAM) die richtige Wahl. Mit dem HMI-Link-Modul

können die ETT-Modularwide-HMI bis zu 100 m entfernt

von der Steuerung eingesetzt werden.

Die Panels sind lüfterlos und wartungsfrei konzipiert

und mit einem Linux-basierenden Betriebssystem

ausgestattet. Sie verfügen über Anschlüsse

für Ethernet und USB, das ×86-Modul zusätzlich

für Displayport. In Kombination mit dem Steuerungs-

und I/O-System S-Dias bilden die Bedienpanels

eine effiziente, leistungsstarke Lösung für

adaptive Produktions maschinen und -anlagen.

Wie alle Sigmatek-HMI mit Prozessor, sprechen

die Multitouchpanels OPC UA und können so im

Maschinenverbund mit Steuerungen oder IPC von

Drittanbietern kommunizieren.

Einfache Montage

Die HMI mit schlankem Aluminiumrahmen sind

frontseitig in IP65 aus geführt. Die Module lassen

sich mit einfachen Werkzeugen montieren und

trennen – auch im eingebauten Zustand der Displayeinheiten.

Zusätzlich zu den bereits ver fügbaren Panels

für die Oberflächenmontage im rechteckigen

Ausschnitt beziehungsweise Schaltschrankmontage

sind in Kürze Tragarmvarianten (rundum IP65)

verfügbar.

Webbasierte Visualisierungsdesigns

Die Applikationserstellung kann objektorientiert im

HMI-Tool Lasal Screen erfolgen. Dieses unterstützt

den Visulisierungsentwickler mit Bibliotheken und

modernen Add-Ons für spezifische und komplexe

Maschinenfunktionen.

Sigmatek bietet mit dem webbasierten Lasal Visudesigner

ein modernes, auf aktuellsten Technologien

basierendes Tool zur Erstellung hardwareplattform-unabhängiger

HTML5-Visualisierungen (CSS3

und JavaScript). Bei der Entwicklung wurde grosses

Augenmerk auf den Ressourcenverbrauch gelegt,

um flüssige Bedienkonzepte zu ermöglichen.

Der Visudesigner und Lasal Screen nutzen auch im

Bereich der Visualisierung die Vorteile der Objektorientierung.

Sowohl die grafischen Elemente als

auch die dahinter liegenden Funktionen lassen sich

beliebig wieder verwenden und modifizieren.

SICHERER

FERNZUGRIFF

Die digitale Transformation hält in Form intelligenter

Maschinen zusehend Einzug in Handwerksbetrieben.

Bestes Beispiel hierfür ist

die Breitbandschleifmaschine der Modellreihe

«Perfect» für den gehobenen Innenausbau. Deren

Herstellerin, die Kündig AG aus Wetzikon, hat diese mit

zahlreichen Funktionalitäten versehen, die sie zur richtigen

Industrie-4.0-Maschine machen. Und weil ein wesentliches

Merkmal von Industrie 4.0 der Datenaustausch

über Unternehmensgrenzen hinweg ist, bedarf

es einer sicheren Verbindung in die Aussenwelt. Diese

garantiert die Remote Access Plattform von Sigmatek.

Wie die Kündig AG die webbasierte Cloudplattform mit

VPN-Verbindung und SSL-Verschlüsselung in ihrer

Weltneuheit «Perfect» nutzt, erfahren Sie im Anwenderbeitrag

auf technik-und-wissen.ch.

Der Hauptbildschirm ist Dreh- und Angelpunkt der «Perfect».

Von hier aus werden sämtliche Funktionalitäten gesteuert.

Mehr dazu auf

technik-undwissen.ch

Sigmatek Schweiz AG

www.sigmatek-automation.ch

SPS, Halle 7 / Stand 270

#005 61


Produkte

Modlink MSDD Frontplattenschnittstellen

Die Frontplattenschnittstellen Modlink MSDD

ermöglichen den einfachen Zugriff auf die Steuerung,

wenn ein Diagnose- oder Servicefall auftritt.

Der Vorteil: Der Schaltschrank kann geschlossen

bleiben, die darin enthaltenen Komponenten

werden in der vorgegebenen Schutzart betrieben.

Dadurch werden Sicherheitsvorschriften für

den Betrieb von elektrischen Anlagen konsequent

eingehalten. Das modulare System von Modlink

MSDD basiert auf einheitlichen Rahmen, in die

unterschiedliche Einsätze eingesteckt werden. Das

ergibt 100 000 Kombinationsmöglichkeiten. Wichtig

für den Konstrukteur: Die Einbaumasse sind immer

gleich. Exportorientierte Unternehmen können

so flexibel auf länderspezifische Gegebenheiten

reagieren, ohne das Gehäuse überarbeiten zu

müssen. Es genügt, den fürs jeweilige Land passenden

Einsatz zu montieren.

Murrelektronik AG | www.murrelektronik.ch

Pyramidenspitze für die Stahlbearbeitung

Der Schneidplattenbohrer QTD wurde um eine Schneidplatte mit Pyramidenspitze

speziell für die Stahlbearbeitung ergänzt. Durch diese zentriert

sich die Schneidplatte selbst und garantiert so einen sicheren Bohrungseintritt.

Zudem ist die Beschichtung der Schneidplatte speziell auf die

Bearbeitung von Stahl angepasst, wodurch sich die Verschleissfestigkeit

deutlich erhöht. Sehr hohe Standzeiten sind das Ergebnis. Die Kombination

aus Schneidplatte mit Pyramidenspitze und dem Halter aus Stahl

ist besonders vorteilhaft, die geringere Steifigkeit im Vergleich zu monolithischen

Systemen wird dadurch ausgeglichen.

Mapal Dr. Kress KG | www.mapal.com

62 #005


Skalierbarer Kundennutzen

SEW-Eurodrive hat seinen Automatisierungsbaukasten um das Produktportfolio

der Movi-C-Controller erweitert. Diese smarte und skalierbare

Motion- und Logic-Control-Lösung kann vielseitig eingesetzt werden,

beispielsweise für Anwendungen in der Verpackungsindustrie oder

Lebensmittelwirtschaft sowie für allgemeine Handling- und Robotikanwendungen.

Die Prozessorleistungsfähigkeit des Controllers lässt sich

von einem bis vier Prozessorkernen für den Echtzeitteil skalieren. Neben

den Standardaufgaben eines Motion Controllers ist auch eine Visualisierung

integriert, die im selben Engineering-Tool erstellt wird. Die jeweils

empfohlene Leistungsklasse der Controller richtet sich nach der Anzahl

der Umrichter sowie nach der Anzahl der für die Bewegung benötigten

und zu projektierenden, taktsynchronen Achsen und Hilfsachsen.

Vier Leistungsklassen für 32/32-, 16/16-, 8/8- oder 2/6-Achsen stehen

zur Auswahl.

Alfred Imhof AG | www.imhof-sew.ch

Wartungsarmes 6-Backen-Kraftspannfutter

Spezielle Dichtungen an der Backenschnittstelle und am Kolben

verhindern beim abgedichteten 6-Backen-Pendelausgleichsfutter

Rota NCR-A, dass Fett ausgespült wird und die Spannkraft schleichend

verloren geht. Auch bei geringen Spannkräften ist so eine

präzise Funktion des Futters gewährleistet. Zugleich stellt die

Dichtung sicher, dass weder Späne noch Schmutz in den Futterkörper

eindringen. Das Rota NCR-A gibt es in den Baugrössen von

Ø 190 bis 1000 mm mit maximalen Spannkräften von 36 bis 300 kN

und Backenhüben von 6 bis 25 mm. In den Baugrössen 190 bis 225

ist das Kraftspannfutter mit Kreuzversatz ausgestattet und ab Baugrösse

250 mit einer flexibel nutzbaren Spitzverzahnung (1,5 mm ×

60° oder 1/16" × 90°). Ab Baugrösse 630 sind die Drehfutter zudem

für den Einsatz auf Vertikaldrehmaschinen vorbereitet. Der Pendelausgleich

beträgt je nach Grösse zwischen ±1 und ±6 mm, die

maximale Drehzahl liegt bei 600 bis 4000 min -1 .

Schunk Intec AG | www.schunk.com

Dichte Sensoren über gesamten Lebenszyklus

Baumer Sensoren zur Objekterkennung, wie optische oder induktive

Sensoren sowie Sensoren zur Kraftmessung, sind nach den protect+-Designrichtlinien

mit speziellen Materialien entwickelt worden.

Die dadurch erreichte Dichtigkeit wird zusätzlich durch ein besonders

strenges Testverfahren, das die Sensoren durchlaufen, verifiziert.

So wurde unter anderem der Dehnungssensor DST55R zur Kraftmessung

speziell für raue Anwendungen in der mobilen Automation

entwickelt. Dank seiner Konstruktion, dem Einsatz widerstandsfähiger

Materialen und dem Dichtigkeitskonzept ist er daher langzeitunempfindlich

gegenüber Feuchtigkeit und Staub. Trotz rauer Umgebungen

und vieler Reinigungszyklen liefert er zuverlässige Messwerte über

die gesamte Lebensdauer hinweg.

Den Fachartikel dazu finden Sie unter www.technik-und-wissen.ch.

Baumer Electric AG | www.baumer.com

#005 63


PRODUKTE

Stromversorgung mit 96 Prozent Wirkungsgrad

Die Stromversorgungsreihe «Pro2» umfasst vier einphasige und zwei

dreiphasige Geräte, die einen Leistungsbereich von 120 bis 980 W

abdecken. Die Netzgeräte verfügen über einen Eingangsspannungsbereich

von 90 bis 264 VAC (einphasig) beziehungsweise 340 bis 550 VAC

(dreiphasig) und einem einstellbaren Ausgang (bis 28,5 VDC). Die Geräte

entsprechen bis 2000 Meter über Normalnull der Überspannungskategorie

OVC III und bis 5000 Meter OVC II. Durch ihren Wirkungsgrad von

bis zu 96 Prozent arbeiten sie selbst unter beengten Einbaubedingungen

sehr zuverlässig. In Kombination mit ihrem erweiterten Betriebstemperaturbereich

sowie einem leistungsstarken Top- und Powerboost eignen

sie sich damit auch für Anwendungen im rauen Umfeld.

Den Fachartikel dazu finden Sie unter www.technik-und-wissen.ch.

Wago Contact SA | www.wago.ch

Prozesssichere Feinbearbeitung von Stahlwerkstoffen

Wenn bei der Feinbearbeitung mit Führungsleistenwerkzeugen lange

Späne entstehen, hat dies negative Auswirkungen auf die Oberflächengüte, die

Masshaltigkeit sowie den automatisierten Ablauf des Prozesses. Wickeln sich

die Späne um das Werkzeug, kann dieses zusätzlich beschädigt werden. Diesen

Problemen lässt sich mit einer Spanleitstufe entgegenwirken. Durch ihre

spezielle Geometrie, die mithilfe umfassender FEM-Analysen sowie Versuchen

in der Praxis entwickelt und optimiert wurde, werden die Späne prozesssicher

gebrochen und automatisierte Abläufe nicht gestört. Die Spanleitstufe ist kom -

patibel mit allen Schneidplatten mit AS-Anschnitt sowie jeder Beschichtung. Sie

kann daher unabhängig vom jeweiligen Anwendungsfall in die entsprechende

Schneide integriert werden und schafft Prozesssicherheit.

Mapal Dr. Kress KG | www.mapal.com

MOVI-C®

............................................................................

Die Komplettlösung für Ihre

Automatisierungsaufgaben

www.imhof-sew.ch


Getriebelose Motoroller

Mehrkanalige Geräteschutzschalter

Die neuen Varianten der mehrkanaligen elektronischen

Geräteschutzschalter CBMC S-R-C können

direkt passend auf die Anlage abgestimmt bestellt

werden. Zudem lässt sich über den Statusausgang

und Reset-Eingang der Status der Geräte aus der

Ferne überwachen und ausgelöste Kanäle wieder

einschalten. So vereinen die neuen Varianten zwei

Features in einem einzigen Gerät. Die Geräteschutzschalter

zeichnen sich weiterhin über die Ein-

Knopf-Bedienung über den LED-Taster sowie die

elektronische Verriegelung zum Schutz vor ungewolltem

Verändern der Stromwerte aus. Des

Weiteren gibt es eine Variante, die den Anforderungen

nach NEC Class 2 gerecht wird.

Antrimon hat sein Sortiment um getriebelose

Motoroller und intelligente Antriebe für die

Sortier- und Fördertechnik erweitert. Die Serie

der getriebelosen Antriebe wurde speziell für

die Bewegungsabläufe von Rollen-, Querbandund

Förderbandsysteme entwickelt. Die Motoroller

werden direkt in die Rollen verbaut und

ermöglichen somit einen getriebelosen Antrieb

mit sämtlichen Vorteilen der Direktantriebstechnik.

Sie zeichnen sich durch einen geringeren

Wartungsaufwand, Energieeinsparungen und

höhere Leistungsstärke aus. Weitere Merkmale

sind unendlich viele Start- und Stoppzyklen und

der überaus leise Betrieb. Zusätzlich erhältlich

zu den Motorollern ist die passende Elektronik.

Die Controller sind mit allen benötigten Funktionen

für Logistik-Anwendungen ausgestattet.

Antrimon Group AG | www.antrimon.com

Phoenix Contact AG | www.phoenixcontact.com

Energieketten für Reinraumanwendungen

Für eine sichere Energieversorgung im Reinraum hat Igus

seine modulare und öffenbare Energieführungsfamilie e-skin

entwickelt. Die Energieketten versorgen Anlagen mit Daten,

Medien und Energie ohne, dass ungewünschte Partikel die Luft

verunreinigen. Das bewies jetzt auch das Fraunhofer Institut

IPA. Alle vier Energiekettentypen der Familie überzeugten

in den Tests, ob mit oder ohne Leitungen, und erhielten das

Fraunhofer Tested Device Zertifikat der ISO Klasse 1 für die

Nutzung in Reinräumen.

Igus GmbH | www.igus.ch

#005 65


Isolationswächter für

geerdete Antriebssysteme

Virtueller Sensor ermittelt sichere

Geschwindigkeit

Der virtuelle Sensor «Safe Speed Observer» für den Servoverstärker

Acopos P3 berechnet aus den elektrischen Stellgrössen eines

permanenterregten Synchronmotors und anhand zweier redundanter

Modelle des Motors die sichere Geschwindigkeit (SLS –

Safely Limited Speed). Damit lassen sich Applikationen gemäss

Sicherheitslevel SIL2 / PLd / Kat. 3 realisieren. Die Konfiguration

erfolgt in der Automatisierungssoftware Automation Studio.

B&R Industrie-Automation AG | www.br-automation.com

Induktive Faktor-1-Sensoren

Faktor 1 bedeutet eine gleichbleibend hohe Reichweite – egal,

ob es sich beim zu erkennenden Objekt um ferromagnetischen

Baustahl, Edelstahl oder um Aluminium handelt. Durch die

umfassenden Einstellmöglichkeiten via Teach-Eingang kann

der Anwender die Ausgangskennlinie an seine Bedürfnisse

anpassen, etwa indem er eine steigende oder fallende Kennlinie

festlegt. Faktor-1-Sensoren bietet Baumer in den Baugrössen

6,5 mm bis M18 mit einem maximalen Schalt abstand von 10 mm

an. Die messende Variante mit einem Messbereich von 8 mm

gibt es aktuell in der Baugrösse M18. Die berührungslosen Näherungsschalter

arbeiten mit einer Schaltfrequenz von bis zu 3 kHz.

Für die Überwachung abgeschalteter

Verbraucher auch in geerdeten Systemen

bietet Dold & Söhne Isolationswächter

der Serie Varimeter IMD an. Der MK 5880N

und der MH 5880 werden an einem Antrieb

so verschaltet, dass sie den Isolationswiderstand

nur überwachen, so lange der

Antrieb vom Netz getrennt ist. Beide

Geräte lassen sich auf DIN-Tragschienen

installieren und sind für Dreh- und

Wechselstromnetze bis 500 V und für

Netzfrequenzen von 10 bis 1000 Hz

geeignet. Hilfsspannung, Messkreis und

Ausgangskontakte sind galvanisch

voneinander getrennt. Der Alarmwert für

den Erdschluss ist bei beiden Geräten

in einem Bereich von 5 Ohm bis 100 kOhm

einstellbar. Sollte der eingestellte Wert

unterschritten werden, fällt das Ausgangsrelais

ab, und der Alarm wird ausgelöst.

Gleichzeitig signalisiert eine LED den

Isolationsfehler.

Den Fachartikel dazu finden Sie unter

www.technik-und-wissen.ch.

AWAG Elektrotechnik AG | www.awag.ch

Baumer Electric AG

www.baumer.com/c/13506 | www.baumer.com/c/13451


PRODUKTE

Vakuum-Terminal als zentrale

Steuereinheit

Die Kompaktterminal-Familie SCTSi wurde um

Vakuum-Erzeuger erweitert. Zudem können nun

bei der Ethernet-Variante Module integriert werden,

die die Kommunikation mit der übergeordneten

Steuerung vereinfachen und den Installationsaufwand

reduzieren. Das Terminal wird so zur zentralen

Steuereinheit für Vakuum-Greifsysteme. Eines

der Module ist ein IO-Link-Master. Andere intelligente

Feldgeräte mit IO-Link-Schnittstelle können

zentral für eine direkte Kommunikation mit der SPS

an diesen Master angeschlossen werden. Gleiches

gilt für das Digitaleingabe-Modul, welches zusätzliche

E/A-Module erübrigt. Anwender können so

andere digitale Feldgeräte, beispielsweise Sensoren,

über digitale Eingänge anschliessen. Das Modul

empfängt die Sensorsignale und gibt diese an die

übergeordnete Steuerung weiter.

Schmalz GmbH | www.schmalz.com

Kraftpaket für kollaborative

Anwendungen

Der Cobot UR16e kombiniert seine Tragkraft von

bis zu 16 kg mit einer Reichweite von 900 mm

und einer Wiederholgenauigkeit von ±0,05 mm.

Ermöglicht wird dieser Fortschritt durch die

Modellreihe e-Series, welche Universal Robots 2018

eingeführt hat. Auf ihrer Basis wurde auch der

UR16e entwickelt. Er verfügt über den gleichen

Technologiestandard wie die e-Series Cobots UR3e,

UR5e und UR10e. Dieser Standard zeichnet sich

durch eine hohe Feinfühligkeit, 17 konfigurierbare

und vom TÜV Nord gemäss EN ISO 13849-1 mit PLd

Kat. 3 sowie gemäss EN ISO 10218-1 zertifizierte

Sicherheitsfunktionen sowie eine intuitive Nutzeroberfläche

aus.

Universal Robots (Germany) GmbH |

www.universal-robots.com

SPS-Bedienung per Smartphone

Üblicherweise läuft die Steuerung von Prozessen

mit einer SPS nach der ersten Parametrierung

vollautomatisch ab. Bei manchen Applikationen ist

es aber notwendig, dass sich Prozessdaten jederzeit

abrufen und einstellen lassen. Die Virtual-HMI-

Modelle der Unistream-SPS-Serie gestatten dies.

Sie besitzen kein Display mehr, verhalten sich aber

für den Programmierer genauso, wie die Modelle

mit Display. Alle Anzeigen- und Bedienelemente

werden innerhalb der kostenfreien Entwicklungsumgebung

Unilogic definiert und parametriert.

Und mit einer für alle Betriebssysteme verfügbaren

App lässt sich die Bedienoberfläche ganz einfach

auf einem Smartphone, Tablet oder PC anzeigen.

Wird dennoch ein Touchdisplay an der Anlage oder

Maschine benötigt, ist die Serie mit einem Display

nachrüstbar oder kann über Ethernet mit einem

Display verbunden werden.

Spectra (Schweiz) AG | www.spectra.ch

#005 67


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der industriellen Automation

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