AUTOINSIDE Ausgabe 2 – Februar 2020

autoinside

AUSGABE 2 FEBRUAR 2020

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

AUTO

INSIDE

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

«Tag der Schweizer Garagisten» 2020

Heute Garagist morgen Mobilitätsprofi

Seiten 8 33

Occasionen & Carrosserie

Kalibrierungssysteme, digitale

Preisschilder und Online-

Marktplätze für mehr Umsatz.

Seiten 36 46

GIMS 2020

Umfrage: Gehen die Garagisten

noch nach Genf? Und:

Fakten zum neuen ESA-Stand.

Seiten 52 57

Bildung

Thomann Nutzfahrzeuge AG

zeigt, wie erfolgreiche Nachwuchsförderung

funktioniert.

Seiten 58 59


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Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

Occasionen & Carrosserie

GIMS 2020

Bildung

Kalibrierungssysteme, digitale Umfrage: Gehen die Garagisten

noch nach Genf? Und: zeigt, wie erfolgreiche Nach-

Thomann Nutzfahrzeuge AG

Preisschilder und Online-

Marktplätze für mehr Umsatz. Fakten zum neuen ESA-Stand. wuchsförderung funktioniert.

Seiten 36 46

Seiten 52 57

Seiten 58 59

INHALT

Februar 2020

5 Editorial

6 Kurz notiert

«Tag der Schweizer

Garagisten 2020»

8 Urs Wernli ruft in seinem Referat

zu Geschlossenheit auf

10 Die Ergebnisse der Trend-Studie

«Automobilist-Garagist»

14 Erkenntisse für die Garagisten

16 VW-Stratege Michael Jost spricht

über die Elektromobilität

20 Wie sich gesellschaftliche Trends

auf das Autogewerbe auswirken

21 Energieeffizienzprofi Garagist

22 Motorisierter Individualverkehr der

Zukunft: Praxisnahes Podium

24 Der Berufsnachwuchs und seine

Perspektiven

26 Die Stimmen zur Fachtagung

29 François Launaz über

«meinAUTOgramm»

30 5 Tipps von Mireille Jaton

31 Philip Keil über Entscheidungen

33 Das Fazit zum Fachevent

Occasionen & Carrosserie

36 Fahrerassistenzsysteme effizient

und rasch kalibrieren

38 Online-Marktplätze für Occasionen

40 Digitales Preisschild vereinfacht

Pricing und verringert Standzeiten

42 Lack-Höhepunkte des Jahres

44 Windschutzscheibenreparatur:

Darauf ist zu achten

45 Produktepräsentationen

Technik & Umwelt

47 E-Antrieb für Wohnwagen

Fokus Technik

48 Die Zukunft des Dieselmotors

Auto Salon

52 Keine Halle 7 kein Grund, nicht

nach Genf zu reisen

54 Garagisten-Umfrage zur GIMS

56 ESA: Giorgio Feitknecht und die

Vorfreude auf den Salon

Bildung

58 Vorteile eines Lehrbetriebsleitbild

60 Business Academy

62 Regionale Weiterbildungskurse

Handel & Aftersales

64 «Autotechnik Days»: Vier Premieren

66 Fahrwerk-Optionen für mehr

Alltagskomfort

67 Nach 75 Jahren: Amag bezieht

neuen Hauptsitz

Produkte & Dienstleistungen

68 Der neue Derendinger-Markenchef

Olivier Rey im Interview

70 Bezugsquellenregister

72 Garagenwelt

74 Grafik des Monats,

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AUSGABE 2 FEBRUAR 2020

AUTO

INSIDE

Das Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

«Tag der Schweizer Garagisten» 2020

Heute Garagist morgen Mobilitätsprofi

Seiten 8 33

Cover: Der erfolgreiche

Berufsnachwuchs

im Fokus

Bild: Peter Fuchs

AUTOINSIDE | Februar 2020

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EDITORIAL

Garagisten sind umweltbewusste Mobilitätsdienstleister

Entscheidend ist, auch diese Fahrzeuge

möglichst effizient und schadstoffarm

zu betreiben. Hier kann der Garagist

viel beitragen, indem er seinen Kunden

einen Autoenergiecheck (AEC) anbietet.

Jeder AEC-Check spart 1,2 Tonnen

CO 2

. Bisher haben die teilnehmenden

Garagisten damit über 62 000 Tonnen

eingespart.

Liebe Leserin, lieber Leser

Der «Tag der Schweizer Garagisten»

war für unsere Mitglieder und viele

Branchenpartner eine ideale Gelegenheit,

um sich mit den künftigen Herausforderungen

vertrauter zu machen

und dabei den wichtigen Austausch

untereinander zu pflegen. Die mehr als

900 Teilnehmenden setzten ein klares

Zeichen für die Verbundenheit mit den

AGVS-Mitgliedern und dem AGVS.

Allen, die zum erfolgreichen Gelingen

der Tagung beigetragen haben, und

allen, die uns mit ihrer Teilnahme

das Vertrauen ausgesprochen haben,

danke ich herzlich.

Die Botschaft ist angekommen. Dies

bestätigen auch die zahlreichen

Medienberichte. Der Garagist will an

der Schnittstelle zum Kunden seinen

Beitrag leisten, um den motorisierten

Individualverkehr (MIV) ökologischer

zu gestalten. Dabei rückt er vermehrt

in die Rolle des Mobilitätsdienstleisters

mit dem Fokus auf einen möglichst

umweltschonenden MIV. Er bekennt

sich zu einer offenen Haltung gegenüber

den verschiedenen Antriebstechnologien,

weil letztlich nicht nur die

Antriebsform entscheidend ist für die

Reduktion der CO 2

-Belastung, sondern

die verwendete Energie und der Umgang

mit den Ressourcen.

In der aktuellen Klimadebatte richtet

sich die mediale Aufmerksamkeit auf

die Elektromobilität. Elektrisch oder

teilelektrisch angetriebene Autos

gewinnen Marktanteile. Das ist gut so

und wird langfristig zu einer Reduktion

der CO 2

-Belastung beitragen. Der

weitaus grössere Effekt kann aber

erzielt werden durch einen umweltschonenden

Umgang der Autofahrer

mit dem vorhandenen Auto. Davon

ausgehend, dass die durchschnittliche

Lebensdauer eines Autos zwischen 15

und 18 Jahren liegt, wird auch im Jahr

2040 noch der überwiegende Anteil

des Schweizer Wagenparks über einen

Verbrennungsmotor verfügen.

84 Prozent der Autofahrerinnen und

Autofahrer sind mit ihrem Garagisten

zufrieden und vertrauen auf seine

fachmännische Betreuung. Damit dies

auch im Umfeld einer zunehmend

umweltbewusster agierenden Gesellschaft

so bleibt, werden der AGVS und

seine Mitglieder weiterhin in die Ausund

Weiterbildung investieren.

Wir leben in einer der besten Autowelten

aller Zeiten. Nie war die Modellvielfalt

grösser, nie waren die Autos

effizienter. Die Mobilität wird ein Wachstumstreiber

bleiben. Hier einen Platz

einzunehmen als technologieoffener

Mobilitätsdienstleister ist ein Privileg.

Freuen wir uns auf die vielen Chancen,

die sich uns bieten, und packen wir die

Herausforderungen mit Zuversicht an.

Ihr AGVS unterstützt Sie dabei gerne.

Herzliche Grüsse

Urs Wernli

Zentralpräsident

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KURZ NOTIERT

Jan Schär.

Neuer Mitarbeiter in der

Mobilcity: Jan Schär

Am 7. Januar 2020 hat Jan Schär

seine Stelle als juristischer

Mitarbeiter angetreten. Er

unter stützt das Team des

Rechtsdienstes und des

Berufsbildungsfonds. Der

AGVS heisst Jan Schär herzlich

willkommen und wünscht

ihm viel Erfolg und Freude

in seinem neuen Tätigkeitsgebiet.

Abfahrer Beat Feuz hat ein

neues Dienstauto

Beat Feuz.

Der Schweizer Skirennfahrer

Beat Feuz fährt nun zu seinen

Rennen im neuen Audi S6.

Leandro De Gani, Audi Markenverantwortlicher

der Amag Chur

übergab Beat Feuz persönlich

das Fahrzeug. Der neue Audi S6

ist erstmals als Dieselmodell

mit elektrisch angetriebenem

Verdichter, mit drehmomentstarken

V6-TDI-Motor erhältlich.

Beat Feuz ist durchwegs

begeistert: «Der neue S6 passt

perfekt zu meinen Bedürfnissen.

Das Fahrzeug ist sportlich, aber

dennoch geräumig. Denn es ist

wichtig für mich, ausreichend

Stauraum für meine Ausrüstung

zur Verfügung zu haben.» Die

Partnerschaft zwischen Audi

Schweiz und den Swiss-Ski-

Athleten besteht bereits seit

50 Jahren.

Seat-Chef Luca de Meo räumt

seinen Posten

Luca de Meo.

Luca de Meo ist überraschend

nicht mehr Seat-Chef. Er verliess

das Unternehmen Anfang

Januar auf eigenen Wunsch,

bleibt bis auf Weiteres aber

Mitglied des VW-Konzern. Die

Vereinbarung wurde einvernehmlich

getroffen, wie Seat

mitteilte. Carsten Isensee,

Vorstand für Finanzen der

Seat S.A., übernimmt bis auf

Weiteres die Aufgabe als Vorstandsvorsitzender

der Seat

S.A. Seine Funktion als Vorstand

für Finanzen behält er inne.

Das Bieler Trio Pegasus.

Popband Pegasus an der Swiss

Automotive Show 2020

Pegasus ist die aktuell erfolgreichste

Popband der Schweiz.

Ihre Alben und Singles wurden

mit Gold, Platin und Doppelplatin

und insgesamt drei Swiss

Music Awards ausgezeichnet.

Auch live auf der Bühne sind

Pegasus eine etablierte Grösse.

Sie spielten an allen wichtigen

Festivals, ihre Tourneen waren

ausverkauft. Als Supporting-

Acts performten sie im Vorprogramm

von Stars wie Coldplay

und Hurts (Europatournee). Die

Popband aus Biel tritt anlässlich

der Swiss Automotive Show,

am Freitag 28. August 2020 um

Die Vertreter des Autohaus von Känel AG, Frutigen, zusammen mit Markus

Kohler von Skoda (rechts).

20.30 Uhr, im Forum Fribourg

auf die Aftershow verspricht

Grossartiges.

Beste Skoda-Partner 2019

ausgezeichnet

Skoda Schweiz zeichnet jährlich

den besten Skoda-Partner

in den Bereichen Verkauf und

Aftersales aus. So wurden auch

2019 die rund 80 Skoda-Partner

in der Schweiz und im Fürstentum

Liechtenstein aufgrund

verschiedener quantitativer und

qualitativer Kriterien bewertet.

Das Autohaus von Känel AG,

Frutigen, konnte den begehrten

Titel «Skoda Best Dealer 2019»

für sich beanspruchen. Das

Diplom wurde Erich von Känel,

Geschäftsführer des Autohaus

von Känel AG, Frutigen, Mitte

Dezember in Zug durch Markus

Kohler, Brand Director Skoda

Schweiz überreicht. Die Auszeichnung

«Skoda Human Touch

Dealer 2019» durfte Raphael

Blättler, Geschäftsführer der

Auto Service Zentrum GmbH,

Schattdorf, entgegennehmen.

Merbag expandiert nach

Österreich

Mit 27 Standorten in

der Schweiz, sechs in Italien

und fünf in Luxemburg sowie

insgesamt rund 2200 Mitarbeitenden

gehört die Merbag

Gruppe, die auf Fahrzeuge der

Marken Mercedes-Benz, Smart

und Fuso spezialisiert ist, zu

den grössten Autohändlern der

Schweiz. Nun expandiert die

Merbag nach Osten und kauft

das Österreichgeschäft des

Mercedes-Händlers Wiesenthal.

Insgesamt sechs Filialen

in Wien und Brunn sowie

Unternehmerische Freiheit

... einer von vielen Vorteilen als le GARAGE-Partner!


KURZ NOTIERT

Karin Stüber.

der Service- und Fuhrparkmanagementanbieter

MoDrive

sollen übernommen werden.

«Der Ankauf ermöglicht uns

eine sinnvolle Erweiterung

unseres Unternehmens. Wir

gehen davon aus, dass wir die

sehr gute Marktposition am

Wiener Markt in den nächsten

Jahren sukzessive ausbauen

können», kommentiert Karin

Stüber von Merbag den Kauf.

Der Abschluss des Deals ist laut

Merbag für Juni 2020 geplant.

BMW verhandelt über

Niederlassung Zürich-Dielsdorf

Die BMW (Schweiz) AG

setzt ihre Bemühungen um die

Konsolidierung des landesweiten

Händlernetzes und eine

Neuausrichtung ihrer Vertriebsstrukturen

fort. Aktuell

werden Verhandlungen über

den Verkauf der BMW-Niederlassung

Zürich-Dielsdorf

geführt. Mit ihren beinahe 100

Mitarbeitenden ist sie heute

einer der grössten BMW-

Handelsbetriebe der Schweiz.

Gesprächspartner ist die

schwedische Hedin-Gruppe,

eines der grössten privat geführten

Automobilhandelsunternehmen

Europas. «Unsere Gespräche

befinden sich in einem

schon weit fortgeschrittenen

Stadium. Dabei hat sich die

Hedin-Gruppe unter anderem

verpflichtet, alle Beschäftigten

der Niederlassung auf Basis der

bestehenden Arbeitsverträge zu

übernehmen», erklärte BMW-

Schweiz-Chef Paul de Courtois.

SAG kauft zwei tschechische

Grosshändler

Anfang 2019 hatte LKQ das

OK für die Übernahme des

Stahlgruber Grosshandels in

der Tschechischen Republik

erhalten, jedoch nur unter

Auflagen. Nun LKQ kommt den

Auflagen der Kartellbehörden

nach: Die Beteiligungen am

Grosshändler Steingruber in der

Tschechischen Republik gehen

an die Swiss Automotive Group

AG (SAG). Bei den Schweizern

geht man davon aus, dass der

Verkauf der APM Automotive

s.r.o. und Stahlgruber CZ s.r.o.,

abhängig von den erforderlichen

behördlichen Genehmigungen,

Anfang 2020 abgeschlossen

werden kann.

Denis Picard

(5. April 1964 bis 13. Dezember 2019)

Denis Picard hat einen

mechanischen Beruf erlernt;

er hat auch das Meisterprüfungsdiplom

erhalten.

Bei der Groupe PSA machte

er eine interne Karriere

und wurde schliesslich

Geschäftsführer der Genfer

Niederlassung. Zeitweise

war er ebenfalls für die

Niederlassung Lausanne

zuständig.

2013 trat Denis Picard in den Vorstand der Genfer

AGVS-Sektion ein und hatte von Mai 2017 bis zu seinem

Tod deren Vorsitz inne. Er war zudem mehrere Jahre

für die Kommunikation des Salons für Gebrauchtwagen

zuständig und engagierte sich unermüdlich für die

Organisation dieser Messe. Der Erfolg dieses Anlasses

ist grösstenteils ihm zu verdanken. Während seines

zweijährigen Vorsitzes des AGVS führte Denis Picard

wichtige Projekte durch, etwa den Abschluss eines

neuen Gesamtarbeitsvertrags für den Kanton Genf.

Denis Picard war zudem eines der Gründungsmitglieder

des Genfer Berufsbildungsverbands Association

genevoise pour la formation des professions de la

mobilité (AGFM), der die Genfer Sektionen des Astag,

des Schweizerischen Carrosserieverbands und des

AGVS unter einem Dach vereint.

Denis Picard verstarb am 13. Dezember 2019.

AGVS-Sektion Genf

Die BMW-Niederlassung Zürich-Dielsdorf mit beinahe 100 Mitarbeitenden soll

an die schwedischen Hedin-Gruppe verkauft werden.

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TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Zuversichtlicher Urs Wernli ruft zu Geschlossenheit auf

«Wir sind Teil der Lösung»

Mit einem optimistischen und selbstbewussten Referat eröffnete AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli den «Tag der Schweizer

Garagisten» 2020. In der aktuellen Klimadebatte sei die Beratungskompetenz der Garagisten gefragter denn je. Sandro Compagno

Damit traf Urs Wernli das Thema der 15. Austragung

der grössten und bedeutendsten Fachtagung

des Schweizer Autogewerbes auf den

Punkt: «Kunden, Umwelt, Kompetenzen»

stand als Leitmotiv über dem «Tag der Schweizer

Garagisten». Der AGVS-Zentralpräsident

wies in seinem Referat mehrfach auf eine

repräsentative Marktforschung hin, die das

Link-Institut im Auftrag des AGVS im Oktober

2019 durchgeführt hatte und die an der

Tagung präsentiert wurde.

Die Marktforschung ergab einige aus der Sicht

des Schweizer Autogewerbes sehr erfreuliche

Resultate: So ist das Bedürfnis nach individueller

Mobilität ungebrochen. «Die Gewohnheiten

der Menschen und ihr Verhalten sind

stabiler, als viele meinen: Spass an der automobilen

Fortbewegung haben Jüngere sogar

mehr als die älteren Generationen», sagte

Urs Wernli. An die Politik gerichtet, stellte

Wernli fest, dass sich das politische Klima

seit den Wahlen im Oktober wieder «etwas

normalisiert» habe: «Das ist gut so. Polarisierung

und Polemik haben noch nie zu

konstruktiven und nachhaltigen Lösungen

geführt.» Es sei nun Zeit für weniger Emotionen

und mehr Differenzierung.

4,7 Millionen Personenwagen sind in der

Schweiz immatrikuliert, die Mehrheit der

Schweizerinnen und Schweizer sind also

Autobesitzer und sie werden es auch in Zukunft

sein. «Deshalb wird sich die Politik genau

überlegen, welche Hürden sie dem motorisierten

Individualverkehr künftig in den

Weg stellen will», so Wernli, der versprach,

sich gemeinsam mit Strasseschweiz und dem

Schweizerischen Gewerbeverband für gute

Rahmenbedingungen einzusetzen.

Gute Rahmenbedingungen müssten nicht

im Widerspruch zu Umweltanliegen stehen,

so Wernli: «Das Autogewerbe ist nicht gegen

Umweltschutz. Wir Garagisten verstehen uns

als Teil der Lösung.» Energieeffiziente und

umweltfreundliche Fahrzeuge seien für das

Autogewerbe hochwillkommen: «Sie nützen

der Umwelt und reduzieren die Anzahl

der Argumente gegen das Auto.» Trotz

der Zuwachsraten im Bereich der alternativen

Antriebstechnologien werden gemäss Wernli

auch 2030 noch rund 80 Prozent der Fahrzeuge

auf Schweizer Strassen über einen Verbren-

Die Mitglieder des AGVS-Zentralvorstands zusammen mit den Sektionspräsidenten.

Ohne sie wäre der «Tag der Schweizer

8

Februar 2020 | AUTOINSIDE


Sicher unterwegs in die Zukunft

Sicher unterwegs in die Zukunft

TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

nungsmotor verfügen: «Politik und Behörden

sind gut beraten, technologieoffen und unideologisch

zu denken und zu handeln. Entscheidend

ist nicht die Antriebstechnologie,

entscheidend ist die genutzte Energie.»

Der Beleg für Wernlis These stand am «Tag

der Schweizer Garagisten» im Foyer des Kursaals

in Bern: Die Regionalgesellschaften der

Schweizer Gasbranche präsentierten zwei

Fahrzeuge, die mit CNG (Compressed Natural

Gas) beziehungsweise Biogas betrieben

werden. Biogas aus einheimischer Produktion

ermöglicht bereits heute eine nahezu

CO 2

-neutrale individuelle Mobilität. Der Wermutstropfen:

Aktuell setzen nur der Volkswagenkonzern

mit den Marken Audi, Seat, Skoda

und VW sowie Fiat mit einer überschaubaren

Modellpalette auf CNG-Fahrzeuge.

Wernli nahm in seinem Referat die Hersteller

in die Pflicht: «Wir können nur das verkaufen,

was produziert wird.» Dabei seien die Schweizer

Garagisten gewillt, den Schweizerinnen

und Schweizern effiziente und möglichst

umweltschonende Fahrzeuge zu verkaufen:

«Unsere Garagisten werden den Trend hin zu

alternativen Antrieben fördern, weil sie technologieoffen

sind. Unser Gewerbe hat auf die

Herstellung der Fahrzeuge zwar keinen Einfluss,

wohl aber auf deren Vermarktung. Hier

wird unseren Mitgliedern künftig eine noch

grössere Verantwortung zuteil, wenn wir jene

Rolle spielen werden, die wir uns selbst zuschreiben:

jene des verantwortungsbewussten

und vertrauensvollen Mobilitätsberaters.»

Dass die Beratungskompetenz aufgrund der

aktuellen Vielfalt an verfügbaren Technologien

an Bedeutung gewinnt, ist ein weiteres

Ergebnis der Marktforschung vom vergangenen

Oktober. Der Informationsbedarf seitens

der Autokäuferinnen und -käufer ist gross, das

Vertrauen in die Sachkenntnis der Garagisten

ebenso. Dieses Vertrauen sei gleichzeitig eine

Verpflichtung, erläuterte Wernli.

Im abschliessenden Teil seines Referats ging

Urs Wernli auf die aktuellen, ganz konkreten

Herausforderungen für die Schweizer Garagisten

ein: erodierende Margen, der Zwang,

gleichzeitig zu sparen und zu investieren, der

zunehmende Druck seitens Hersteller und Importeure,

neue Verkaufsmodelle von Anbietern

ausserhalb des Ökosystems Hersteller-

Importeur-Garagist. Der Mensch neige dazu,

die aktuelle Situation schlechter zu reden, als

sie in Wirklichkeit ist: «Es geht hier nicht darum,

die aktuelle und künftige Entwicklung

zu verharmlosen. Es geht darum, sie realistisch

zu betrachten. Sie ist nämlich sehr gut.

Mobilität wird ein Wachstumstreiber bleiben

und ist selbst eine wachsende Industrie.»

Urs Wernli richtete einen Appell an die Garagisten

unter den über 900 Teilnehmenden am

«Tag der Schweizer Garagisten» 2020: «Konzentrieren

Sie sich auf Ihre Chancen! Probieren

Sie aus! Schaffen Sie Spielraum für Experimente

und erlauben Sie Fehler! Erweitern Sie

Ihre Grenzen!» Und vor allem: «Bilden Sie aus

und fördern Sie den Nachwuchs!» Niemand

bestreite, dass harte Arbeit die Grundlage für

den Erfolg sei, so der AGVS-Zentralpräsident:

«Aber wer das tut und bereit ist, seine ganze

Energie in den Dienst seiner Kunden zu stellen,

dem steht auch in Zukunft ein weites Feld

offen.» Wie weit dieses Feld ist und welche

Chancen und Opportunitäten darin zu finden

sind, war dann Thema der hochkarätigen Referenten

und Diskussionsteilnehmer an einem

inspirierenden Tag im Kursaal Bern. <

Weitere Infos unter:

agvs-upsa.ch/de/Tagung2020

Der «Tag der Schweizer Garagisten» wird unterstützt von

Presenting Partner

Shuttle Partner

Goodie Partner

Co-Partner

Das «Dîner des garagistes» wird unterstützt von

Presenting Partner

Goodie Partner

Co-Partner

Garagisten» nicht möglich: die Sponsoren.

AUTOINSIDE | Februar 20209


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Stefan Reiser, Leiter Geschäftsbereich Marketingforschung

bei Link, stellte am «Tag der Schweizer Garagisten» 2020 die

Ergebnisse der Marktforschung vor.

Marktforschung

Das Auto und sein Umfeld

Von der Bedeutung des Autos über die Kriterien beim Autokauf bis hin zur Einstellung gegenüber dem Garagisten:

Die repräsentative Trendstudie «Automobilist-Garagist» beleuchtet das Umfeld der Schweizer Automobilistinnen und

Automobilisten und gibt Einblick in deren Handeln und Denken. Die umfangreichen Ergebnisse bieten Garagisten

Inspiration und wertvolle Inputs für ihre tägliche Arbeit. Carla Stampfli

10

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Egal, ob jung oder alt das Auto geniesst bei Schweizerinnen und

Schweizern einen sehr hohen Stellenwert: Eines zu haben, ist für

alle Generationen wichtig und wird eher selten als finanzielle Belastung

betrachtet. Neben dem Nutzen im Alltag vermittelt Autofahren

Spass, auch und gerade bei Jüngeren. Und werden Servicearbeiten

am Fahrzeug fällig, ist der Garagist der mit Abstand

wichtigste Ansprechpartner.

Dies sind nur einige der Erkenntnisse, welche die Trendstudie

«Automobilist-Garagist» zutage gefördert hat. Die Befragung, die im

Oktober 2019 vom renommierten Zürcher Marktforschungsinstitut

Link durchgeführt wurde, offenbart noch viele weitere Details.

Schlüsselfaktoren, die für das Schweizer Autogewerbe von Interesse

sind und Garagisten bei ihrer Arbeit von Nutzen sein können.

Bei der Studie wurden 1006 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren

aus allen drei Sprachregionen interviewt. Die 579 Männer und 427

Frauen sind (mit-)verantwortlich für den Fahrzeugunterhalt im Haushalt.

Die repräsentative Befragung legt zum einen die Bedeutung des

Autos dar, zum anderen gibt sie wertvolle Einblicke in den Kaufprozess.

Nicht zuletzt zeigt sie, wie die Einstellung der Schweizer

Automobilisten gegenüber den Werkstatt-Dienstleistungen sowie

den Garagisten selbst ist.

Hier nun die Schlüsselfaktoren aus der Trendstudie «Automobilist-

Garagist» gegliedert in thematische Bereiche: Stellenwert und

Nutzung des Autos, Kaufprozess in der Vergangenheit, Kaufprozess

in der Zukunft sowie Werkstatt-Dienstleistungen und Garagisten-

Präferenz:

Stellenwert und Nutzung des Autos

«Das Auto spart mir viel Zeit», das war die Antwort auf die Frage

nach der persönlichen Einstellung zum Auto, die über alle

Generationen hinweg die grösste Zustimmung (63 Prozent) erhielt.

Ein Blick auf die einzelnen Altersgruppen verrät, dass bei den

Jüngeren vor allem der Spass am Autofahren im Fokus steht. Bei den

Älteren rückt die Alltagstauglichkeit stärker in den Vordergrund.

Ein Auto wird von allen Befragten eher weniger als finanzielle Belastung

angesehen (20 Prozent). Auch der Fahrzeugmarke wird nicht

viel Gewicht beigemessen: Nur 22 Prozent finden, dass ein Auto eine

qualitativ hochwertige Marke haben muss.

Kaum auf Zustimmung stösst das Thema Carsharing und das über

alle Generationen hinweg. Nur 4 Prozent haben eine Mitgliedschaft

bei einem Carsharing-Anbieter und verwenden gegen Gebühr ein

Auto für einen spezifischen Zeitraum, während ein Viertel sich (eher)

vorstellen kann, auf Carsharing umzusteigen. Im Gegensatz zu Carsharing

stösst ein Auto-Abonnement auf mehr Beliebtheit. Fast die

Hälfte aller Befragten kann sich (eher) vorstellen, kein Fahrzeug

mehr zu besitzen, sondern stattdessen ein Auto langfristig zu mieten

und dafür eine monatliche Pauschale zu bezahlen.

Kaufprozess in der Vergangenheit

Ein «attraktiver Kaufpreis» war für die Nutzer des aktuellen Autos

das wichtigste Kriterium beim Neuwagenkauf (51 Prozent). Jedoch

legen jüngere Autokäufer besonderen Wert auf Aussehen/Ausstattung

und Automarke/Image, wogegen älteren Käufern Autotyp, Langlebigkeit/Zuverlässigkeit

und der Garagist beziehungsweise Markenhändler

als vertrauenswürdiger Partner wichtiger sind. Energieeffizienz

und Umweltfreundlichkeit spielen bei allen Generationen

eine untergeordnete Rolle, auch Auto-Ausstellungen verlieren an Bedeutung.

Beim Occasionsfahrzeug standen bei allen Befragten die

Kriterien Kaufpreis (62 Prozent), Autotyp (47 Prozent) und Langlebigkeit/Zuverlässigkeit

(46 Prozent) im Vordergrund. Ein entscheidendes

Kaufkriterium stellt auch die Probefahrt dar, wie die Marktforschung

zeigt. 75 Prozent aller Befragten, die an einem Neuwagen interessiert

sind, haben das Fahrzeug Probe gefahren. Bei den Occasionen waren

es 82 Prozent.

Die Studie zeigt, dass sich die Automobilisten beim letzten Neuwagenkauf

am häufigsten beim Garagisten/Markenhändler informiert haben

(56 Prozent Zustimmung über alle Generationen hinweg). Wichtig zu

wissen: Bei den jüngeren Generationen erhalten die digitalen

Informationskanäle wie Social Media und Online-Autoplattformen

sowie der Rat von Freunden/Bekannten signifikant höhere Zustimmung

als beim Durchschnitt der Befragten. Auch bei Occasions-

Fortsetzung auf Seite 12

Nächstgeplanter Antrieb

Welche Antriebstechnik soll Ihr nächstes Fahrzeug haben?

Weiss nicht/keine Angabe

Benzin

Hybrid/Plug-in Hybrid

Elektro

Diesel

Wasserstoff/Brennstoffzelle

CNG (Erdgas/Biogas)

LPG (Flüssiggas)

4%

1%

0%

9%

12%

16%

25%

34%

0 5 10 15 20 25 30 35

AUTOINSIDE | Februar 202011


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

käufen ist der Garagist/Markenhändler über alle Generationen

hinweg die häufigst genannte Informationsquelle (37 Prozent), vor

Rat von Freunden/Bekannten (27 Prozent) und Online-Autoplattformen

(24 Prozent).

Den Verkaufsberatern stellen die Interviewten insgesamt ein gutes

Zeugnis aus. 77 Prozent (Neuwagen) beziehungsweise 65 Prozent

(Occasionen) befanden, dass das Verkaufsgespräch ihren Vorstellungen

entsprochen hat. Negative Punkte wie Unfreundlichkeit,

Verkaufsdruck oder lange Wartezeiten wurden von den Automobilisten

am Kaufort selten erlebt. Zu erwähnen ist aber, dass

jüngere Automobilisten tendenziell kritischer sind und die Verkäuferqualität

tendenziell schlechter beurteilen. Weniger zufrieden sind die

Interviewten auch mit der aktiven Beratung rund um alternative Antriebe,

Alternativen zum Wunschfahrzeug, Finanzierungsmöglichkeiten,

passende Versicherungslösungen sowie Zubehör und das im

Neuwagen- und im Occasionsbereich. Hier besteht aus Sicht aller

Generationen klarer Nachholbedarf.

Kaufprozess in der Zukunft

Nur 8 Prozent aller Befragten würde die Option Onlinekauf wählen,

während 51 Prozent bevorzugen, das Fahrzeug im Rahmen eines

persönlichen Verkaufsgesprächs zu konfigurieren und zu kaufen.

Allerdings ist zu erwähnen, dass jüngere Generationen (Generation Z

und Y *) eher bereit sind, ein Fahrzeug online zu konfigurieren und

auch zu kaufen.

* Generation Z und Y: 10- bis 39-Jährige, Generation X: 40- bis 55-Jährige,

* Baby Boomer: 56- bis 70-Jährige.

Ungeachtet der Klimadiskussion ist der Benziner nach wie vor der verbreitetste

Antrieb und würde auch in Zukunft am ehesten gekauft

werden. Aktuell verfügen 73 Prozent aller Interviewten über einen

Benziner, gefolgt vom Diesel (34 Prozent), Hybrid/Plug-in-Hybrid (5

Prozent), Elektro (2 Prozent) und CNG (1 Prozent). Als «Antrieb der Zukunft»

wird über alle Generationen hinweg Wasserstoff/Brennstoffzelle

(29 Prozent) genannt, gefolgt von Elektro (26 Prozent) und

Hybrid/Plug-in-Hybrid (21 Prozent). Benzin und Diesel spielen für

Automobilisten in Zukunft hingegen keine Rolle mehr. Trotzdem gedenken

25 Prozent als nächstes Auto einen Benziner zu kaufen. Wogegen

nur jede Achte (12 Prozent) mit einem E-Fahrzeug plant.

Interessant: 34 Prozent gaben keine Antwort oder wissen nicht,

welchen Antrieb sie wählen würden. Hier gibt es für Garagisten also

noch viel Potenzial sie sollen und müssen ihre Beratungskompetenz

ausspielen. Den Befragten ist es wichtig, das Auto zu finden, das am

besten zu ihren Bedürfnissen passt. Der Preis, den sie schliesslich für

das Fahrzeug bezahlen, kommt erst an zweiter Stelle.

Über die Hälfte der Automobilisten will auch in Zukunft dasselbe

Budget bereitstellen. Allerdings haben rund ein Viertel der Befragten

aus der Deutsch- und Westschweiz vor, künftig weniger auszugeben

(italienische Schweiz: 8 Prozent). Um Ausgaben zu reduzieren, würden

die Interviewten unter anderem weniger Autofahren (44 Prozent), auf

ein kleineres Fahrzeug umsteigen (37 Prozent) oder einen Gebrauchtwagen

kaufen (28 Prozent). Nur 9 Prozent würden auf das Auto verzichten.

Höhere Budgets würden hingegen in eine bessere Ausstattung

(45 Prozent) oder ein grösseres Auto (38 Prozent) fliessen.

Werkstatt-Dienstleistungen und Garagisten-Präferenz

Rund zwei Drittel der Studienteilnehmenden aus der Deutschschweiz

lassen Wartungs- und Reparaturarbeiten an ihrem Auto in der Regel

in einer Markenwerkstatt durchführen. In der Romandie (59 Prozent)

und im Tessin (51 Prozent) ist dieser Anteil tiefer. Die grosse Mehrheit

würde ihren Dienstleister für Wartungsarbeiten wieder wählen,

das gilt sowohl für Markenwerkstätten (89 Prozent), Konzeptgaragen

(87 Prozent) als auch freie Garagisten (93 Prozent). Wenn es um Servicearbeiten

geht, ist der Garagist der mit Abstand wichtigste Ansprechpartner.

So wenden sich neun von zehn Automobilisten mit

Informationskanäle beim letzten Autokauf (Neuwagen)

Über welche Kanäle haben Sie sich vor dem Kauf informiert?

Markenhändler/Garagist

Website der Marke

Auto-Ausstellung/Probefahrt-Events

Website des Händlers/Garage

Rat von Freunden/Bekannten

Testberichte Online

Allg. Autoplattformen Online

Fachzeitschriften bzw. Websites

Testberichte in Printmedien

Online-Foren

Anderer Kanal

Social Media

Keine Antwort

21%

20%

16%

12%

11%

9%

7%

5%

3%

0%

26%

32%

56%

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12

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Fragen rund um die Reparatur zuerst an den Experten. Wichtig zu

wissen: Im Vergleich zu älteren Generationen nehmen bei jüngeren

Automobilisten Freunde und Bekannte sowie Internetforen eine grössere

Bedeutung ein.

Während sich fast 80 Prozent der Baby Boomer* im Allgemeinen auf

den Rat des Experten verlassen, sind es bei der Generation Z und Y*

knapp 60 Prozent. Bei der Auswahl und der Qualität von Ersatzteilen

vertrauen Automobilisten dem Garagisten so sehr, dass rund die

Hälfte keine Beratung wünscht. Allerdings zeigt sich auch hier, dass

jüngere Generationen kritischer sind und sich eine qualifizierte Beratung

zu Ersatzteilen gewünscht hätten. Dessen ungeachtet, fördert

die Studie zutage, dass die Fachkompetenz des Garagisten im Bereich

Ersatzteile und Qualität absolut unbestritten ist 90 Prozent

aller Befragten gaben an, der Empfehlung des Garagisten zu folgen,

wenn es um einzubauende Teile geht. Die überwiegende Mehrheit

der Interviewten hat aber noch keine Werkstattdienstleistung online

gebucht (Männer: 76 Prozent, Frauen: 88 Prozent).

Bei einem Garagenbetrieb sind allen Generationen der Service und

die Qualität der ausgeführten Arbeiten am wichtigsten (51 Prozent).

Es folgt die geographische Nähe (39 Prozent) und die Fachkompetenz

auf der individuellen Marke (31 Prozent).

Die Gesamtzufriedenheit mit dem persönlichen Garagenbetrieb ist

mit 83 Prozent aller Studienteilnehmenden sehr hoch. Was auffällt:

Bei den jüngeren Befragten liegt die Zufriedenheit etwas tiefer,

wobei auch bei diesen nur 2 Prozent unzufrieden sind. Vier von fünf

Automobilisten über alle Generationen hinweg taxieren ihren

persönlichen Garagisten als sympathisch. Potenzial besteht hingegen

noch bei der Differenzierung gegenüber anderen Betrieben:

Nur 40 Prozent gaben an, dass sich ihr Garagist von anderen Werkstattbetrieben

unterscheidet.

Der Garagist ist auch beim Reifenkauf erster Ansprechpartner. So

gaben über die Hälfte der Interviewten an, sich beim Kauf als erstes

auf die Empfehlung des Fachmanns zu achten. Es folgen die Kriterien

Anschaffungspreis, positive Testergebnisse und Sicherheit.

Über alle Generationen hinweg gaben 33 Prozent an, dass sie Online-

Terminvereinbarungen nutzen würden. Wobei auch hier jüngere

Automobilisten für digitale Lösungen rund um die Serviceannahme

affiner sind (39 Prozent) als ältere Generationen. Abgesehen von der

Möglichkeit von Online-Terminvereinbarungen vermissen Schweizer

Automobilisten keinen Innovationsschub im Autogewerbe. Für 55

Prozent aller Befragten ist ein fester, persönlicher Ansprechpartner

bei der Garage von grosser Bedeutung.

Chancen für die Garagisten

Die Marktforschung Trendstudie «Automobilist-Garagist» hat unter

anderem gezeigt, dass die Bereitschaft, auf das Auto zu verzichten,

auch bei jüngeren Generationen kaum vorhanden ist trotz Klimakrise.

Garagisten geniessen bei Schweizer Automobilistinnen und

Automobilisten einen sehr hohen Sympathiewert. Allerdings müssen

sich Garagisten bewusst sein, dass sie bei jüngeren Automobilisten

an Wichtigkeit verlieren. Diese sind zudem Verkaufsgesprächen

gegenüber kritischer eingestellt. Mit anderen Worten: Jüngere

Generationen lassen sich eher vom Internet und von Freunden/Bekannten

beeinflussen als vom Garagisten. Aufholpotenzial besteht

diesbezüglich in der aktiven Beratung, zum Beispiel, was alternative

Antriebe oder Alternativen zum Wunschfahrzeug betrifft. Überdies

sollen Garagisten Probefahrten aktiv anbieten beziehungsweise

fördern, sind diese doch ein entscheidendes Kriterium für einen

Kaufabschluss. Es gilt dabei, die Beratungskompetenz voll auszuspielen!

Punkten können Garagisten auch, in dem sie ein unverwechselbares

Alleinstellungsmerkmal oder zumindest ein unverwechselbares

Profil für ihren Betrieb kreieren. <

Informationskanäle bei Servicearbeiten

Wenn es um Servicearbeiten geht, wo informieren Sie sich?

Spreche mit meinem Garagisten

Frage Freunde, Bekannte, Kollegen

Internetforen

Hersteller-Webseite

Social Media

7%

6%

1%

22%

88%

0 20 40 60 80 100

AUTOINSIDE | Februar 202013


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Marktforschung

Klassische Beratung genügt

nicht mehr

Wie sind die Resultate der Trend-Studie «Automobilist-Garagist» einzuordnen? Welchen Nutzen können Garagisten

daraus ziehen? Alt Nationalrat und Garagist Markus Hutter sowie AGVS-Geschäftsleitungsmitglied

Markus Aegerter diskutierten am «Tag der Schweizer Garagisten» 2020, wie Werkstätten die Automobilisten

auch im digitalen Zeitalter an sich binden können und weshalb negative Rückmeldungen auch Chancen bieten.

Carla Stampfli

AGVS-Geschäftsleitungsmitglied Markus Aegerter (Mitte), alt Nationalrat und Garagist Markus Hutter (r.) im Gespräch mit Moderator Röbi Koller.

Dass das Auto bei den Schweizer Automobilistinnen

und Automobilisten nach wie vor im

Fokus liegt, überraschte die Podiumsteilnehmer

positiv. «Die Klimadebatte hat das Image

nicht negativ beeinflusst», merkte alt Nationalrat

und Garagist Markus Hutter an. Ein Auto zu

fahren, stelle nach wie vor ein reales Bedürfnis

dar. Und: «Die Alternative zum Auto ist nicht,

kein Auto mehr zu haben, sondern ein besseres

zu fahren», fügte Markus Hutter hinzu. Markus

Aegerter, AGVS-Geschäftsleitungsmitglied und

verantwortlich für den Bereich Branchenvertretung,

sagte, dass man erfreut über die Resultate

sei, «jedoch haben wir verschiedene Punkte,

die wir uns zu Herzen nehmen müssen».

Eine Herausforderung besteht darin, das Kundenvertrauen

hochzuhalten. «Denn dieses

kann schnell einmal verloren gehen», erläuterte

Markus Hutter, Inhaber des Familienunternehmens

Hutter Dynamics AG. Die Veränderungen

wie beispielsweise bei der Informationsbeschaffung

oder beim Kundenverhalten sollten

Garagisten zum einen motivieren, noch bessere

Leistungen zu erbringen, sodass der Käufer das

Auto erhält, das er sich gewünscht hat. Zum

anderen sollten sie die Mitarbeitenden sensibilisieren,

dass sie es mit neuen, umweltbewussten

Käufern zu tun haben, die entsprechend

beraten werden möchten. Der Garagist merkte

dabei aber auch an, dass Kundenbindung heutzutage

nicht mehr nur mit Qualität geschaffen

werden könne. «Es braucht auch Geschwin-

14

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

digkeit, Reaktivität und Flexibilität. Wenn der Kunde fragt, ist die Antwort

immer Ja!», erklärte Markus Hutter.

Wie aus der Podiumsdiskussion weiter hervorging, sind Events wie

Neujahrsapéros, Fahrtrainings oder Vortragsreihen ebenfalls Massnahmen,

welche die Bindung zum Kunden stärken und womit sich

ein Garagenbetrieb von anderen unterscheiden kann. Markus Hutter

betonte, dass es wichtig sei, die Kunden nach deren Zufriedenheit zu

befragen. «Das Schlimmste ist, wenn der Kunde nicht wiederkommt

und man nicht weiss, warum.» Deshalb sei es von Bedeutung, Bedürfnisse

und Präferenzen des Kunden zu kennen und diesen mit individuellen

Leistungen zu bedienen.

ren können.» Markus Aegerter legte den

Tagungsteilnehmenden abschliessend

ans Herz, ihre Beratungskompetenz zu

stärken: «Garagisten müssen mindestens

denselben Wissensstand haben

wie die jungen Leute.» Dieses Knowhow

müsse man sich aneignen. «Dank

Informationen aus dem Internet kommen

Kunden mehr und mehr mit klaren

Markus Hutter, alt Nationalrat,

Garagist und VR-Präsident ESA.

Vorstellungen in die Garage.» Hier gelte es, den Unterschied zu machen.

Der Garagist müsse den Kunden spüren und die Kompetenz haben, den

Antrieb zu finden, der am besten zum Kunden passe.

Markus Aegerter, AGVS-

Geschäftsleitungsmitglied und

verantwortlich für den Bereich

Branchenvertretung.

Die Trend-Studie zeigte, dass der Garagist

zwar mit Abstand der wichtigste

Ansprechpartner ist, jedoch bei den

jüngeren Generationen andere Informationsquellen

wie Freunde, Bekannte und

Internetforen grössere Bedeutung einnehmen.

Um die onlineaffinen Generationen

abzuholen, empfahl AGVS-Geschäftsleitungsmitglied

Markus Aegerter

dringendst, auch Internetdienstleistungen

wie Online-Terminbuchungen anzubieten: «Im Restaurant zum Beispiel

ist die Onlinebuchung gang und gäbe. Diese Dienstleistung wird

nun auch vom Garagisten erwartet.» Der AGVS habe diesbezüglich verschiedene

Tools getestet und werde die Resultate und seine Empfehlungen

demnächst in den eigenen Medien vorstellen. Auch bei weiteren

Dienstleistungen würden der Schweizer Garagistenverband und dessen

Kundenberater Unterstützung bieten, dies auch dank verschiedener

Partnerschaften mit namhaften Organisationen.

«Der Garagist muss Interesse am Kunden zeigen, ihm zuhören und seine

Bedürfnisse abholen. Bestenfalls kann er ihm Alternativen aufzeigen,

mit denen er nicht gerechnet hat und ihn positiv überraschen», ergänzte

Markus Hutter und fügte an: «Die Beratung muss heutzutage über die

Informationen hinaus gehen, die im Internet einsehbar sind.» <

NEU!

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Neuheit Das Multi-Board ermöglicht sowohl die Kameraals

auch Radar-Kalibrierung mit nur einer Tafel

Markus Hutter, der auch VR-Präsident der ESA ist, zog in dieser Funktion

folgenden Schluss: «Die ESA ist von den Trends genauso betroffen

wie die Garagisten. Wichtig ist, dass wir solche Trends erkennen,

diesen unseren Mitinhabern und Kunden näherbringen sowie erkläbosch-werkstattwelt.ch


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Michael Jost, Chief Strategy Officer der Marke Volkswagen

VW-Stratege fordert Visionen

statt Restriktionen

Der VW-Konzern-Stratege Michael Jost legte dar, wie sich VW vom reinen

Autoproduzenten zum umfassenden Mobilitätsdienstleister und

Softwareentwickler wandelt. Und vor allem, wieso der grösste

Autoproduzent der Welt in den kommenden Jahren voll auf

die Karte Elektromobilität setzen wird. Jürg A. Stettler

Michael Jost, der Chefstratege des VW-Konzern, erklärte den anwesenden

Garagisten zu Beginn seiner Ausführungen, dass er ihre

Perspektive durchaus kenne: «Ich habe einige Jahre versucht, Ihr Geschäft

zu machen. Und ich habe dabei aus einem grossen Vermögen

ein kleines gemacht. Aber ich war dabei total engagiert!» Inzwischen

kümmert sich Michael Jost als Chief Strategy Officer der Marke

Volkswagen um die Strategie des riesigen VW-Konzerns.

Dieser fertigt mit 640 000 Mitarbeitern täglich 44 000

Fahrzeuge. Deren Leistungsspektrum reicht vom lediglich

60 PS starken Kleinwagen VW up bis zum

1500 PS starken Luxusboliden Bugatti Chiron.

Nun richtet sich der VW-Konzern komplett

neu aus und durchläuft die grösste Transformation

seiner Geschichte. «Wir richten unsere

Geschäftsaktivitäten an den drei Themen

Digitalisierung, Elektrifizierung und

Unternehmenswert neu aus. Und die E-

Mobilität wird zum neuen Geschäftsmodell

des VW-Konzerns.» Dafür investiert

der VW-Konzern nicht weniger

als 33 Milliarden Euro und bringt rund

75 neue vollelektrische Modelle in den

drei Weltregionen China, USA und Europa

auf den Markt. Auf dem sogenannten

MEB, einem äusserst variablen Elektrobaukasten,

basieren künftig sowohl der elektrische VW ID.3 und der

Seat El Born wie auch die gesamte E-SUV-Familie bis hin zum Bulli-

Nachfolger ID.Buzz (2022) oder dem Elektro-Flaggschiff ID.Vizzion.

«Als Stratege hat man dafür einen Plan. Denn wenn ein so grosser

Supertanker wie der VW-Konzern aus ruhigen Gewässern

losfährt, dann hat man davor sicherlich zwei-, dreimal darüber

nachgedacht», erklärte Jost den über 900 Schweizer Garagisten

in Bern. «Und dieser Tanker ist raus aus dem Hafen und unterwegs!»

In zehn Jahren werden Garagisten daher vielleicht einige

Software-Spezialisten bei sich im Betrieb haben, die neue Dienstleistungen

für ihre Kunden anbieten, und nicht nur Automechatroniker.

«Unsere Autos werden nämlich aktueller. Sie kriegen

Upgrades auch unterwegs. Die Daten und die Digitalisierung

Der VW-Konzern-Stratege Michael Jost

verriet den über 900 Garagisten in

Bern nicht nur wichtige Details zur

zukünftigen Ausrichtung des grössten

Autoherstellers, sondern auch, dass

er einst selbst als Garagist tätig war.

Somit kenne er die aktuellen Herausforderungen

für die Branche durchaus.

16

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Michael Jost ist als Chief Strategy Officer der Marke

Volkswagen beim grössten Autohersteller der Welt...

... für die Strategie zuständig. Den Garagisten in Bern

schilderte er eindrücklich, wieso...

... sich der VW-Konzern freiwillig zum Pariser Klimaabkommen

bekennt und nun voll auf E-Mobilität setzt.

werden uns zudem helfen, gemeinsam mit

unserem Handel unsere Kunden noch besser

zu verstehen.»

VW will in den nächsten Jahren bis zu 10 000

Software-Ingenieure einstellen. Jost erläuterte

in diesem Zusammenhang auch, warum sich

der Autokonzern hin zu einem Software- und

Datenspezialisten entwickeln will. «Volkswagen

ist aktuell ein typischer Produktehersteller.

Wir entwickeln Fahrzeuge und versuchen

mit ihnen nicht nur den Geschmack von

heute, sondern auch den von morgen zu treffen.»

Die Zukunft sieht der VW-Stratege aber

darin, dass ein Auto wie ein Smartphone laufend

aktualisiert und mit neuen Funktionen

und Optionen ausgerüstet werden kann. Dafür

will der grösste Autokonzern der Welt sogar

ein VW-eigenes Betriebssystem analog zu

einem Windows- oder IOS-System bei Computern

aufbauen.

Wichtig für den VW-Konzern sei in den nächsten

Jahren neben der Digitalisierung auch die

Entwicklung des Börsenwerts des Unternehmens.

Und hier sieht Jost noch grosses Potenzial

für Volkswagen: «Unser Kapitalmarktwert

ist geringer als BMW. Wir wollen und müssen

einen Wert von 200 Milliarden Euro haben,

weil dieser Börsenwert die globale Währung

ist, wenn wir mit Leuten wie Jeff Bezos, dem

Gründer des Onlineversandhändlers Amazon,

oder Tesla-Chef Elon Musk über Projekte sprechen.»

Doch nicht die Ausführungen zur Digitalisierung

oder zum Börsenwert sorgten für

das meiste Aufsehen unter den über 900 Garagisten

in Bern, sondern vielmehr zur Elektromobilität

und zum bereits Ende 2018 angekündigten

Abschied vom Verbrenner. «Es

macht keinen Sinn, jeden Tag einem neuen

Gesetz nachzulaufen. Daher haben wir uns

bei VW freiwillig zum Pariser Abkommen bekannt

und stellen bis 2050 die CO 2

-Neutralität

in unserem Konzern sicher», nannte Jost

die Beweggründe für die aktuelle Transformation.

Heute sei der VW-Konzern und dessen

Produkte für ein Prozent des weltweiten CO 2

-

Ausstosses verantwortlich. Und weil unser

Planet bezüglich CO 2

-Emmissionen und Temperaturanstieg

nicht zwischen Amerikaner,

Chinese und Schweizer differenziere, müsse

jeder von uns etwas für die Verringerung des

CO 2

-Fussabdrucks tun. In der Schweiz sei man

hier schon auf gutem Weg, denn der Fussabdruck

liege bei durchschnittlich 4 Tonnen pro

Kopf, in Deutschland sei man dagegen noch

bei 10 Tonnen.

Michael Jost rechnete weiter vor: «Wenn wir

als Konzern 2050 CO 2

-neutral sein wollen,

dann dürfen wir ab 2040 nur noch E-Autos

lancieren.» Das heisst für ihn gleichzeitig, dass

das letzte Modell mit Verbrennermotor 2033

gelauncht wird. Und da man die Plattform und

Technik dazu in der Regel über zwei Generationen

beibehalte, komme die schon 2026 auf

den Markt. «Unsere Ingenieure arbeiten somit

an der letzten Verbrenner-Plattform. Und

plötzlich ist 2050 nicht mehr so weit weg, sondern

kommt durch die Tür und steht im Büro.»

Bedenken zur Reichweite und Lademöglichkeiten

räumte der VW-Stratege aus: «Elektro ist

unser neues Geschäftsmodell. Das ist in der

ersten Generation von Fahrzeugen vielleicht

noch schwer. In der zweiten wird es klappen.

Wir haben bereits 20 Millionen harte Produktvorhaben

auf unserer äusserst variablen

Elektroplattform MEB geplant», sagt Jost und

macht dabei deutlich, mit welchen riesigen

Zahlen der VW-Stratege zu denken gewohnt

ist. «Wir werden auch in den nächsten zehn

Jahren noch CNG- und Diesel-Fahrzeuge flankierend

zu den E-Mobilen anbieten. Aber 2040

wird Schluss sein auch für den Diesel.» 33

Milliarden Euro hat VW in die Elektro-Transformation

investiert einmal den gesamten

Markenwert.

Die 75 geplanten Elektromodelle der unterschiedlichsten

VW-Konzernmarken wirken

für die Wolfsburger zudem wie eine Verjüngungskur.

«Unsere Neukunden, die sich beispielsweise

für einen VW ID.3 oder einen Porsche

Taycan interessieren, sind rund 10 Jahre

jünger. Wir sind somit plötzlich wieder auf der

Einkaufliste der Jungen. Dabei haben diese bis

vor kurzem noch gesagt: Die verstaubten Jungs

aus Wolfsburg, Tesla ist doch viel cooler.»

Der Stratege machte ausserdem klar, dass es

für die CO 2

-Neutralität bis 2050 nicht reiche,

nur Elektromobile zu verkaufen. Der VW-

Konzern müsse sich auch darum kümmern,

dass ein Kunde mit dem Kauf eines Neuwagens

nicht auch gleich rund 15 000 Tonnen CO 2

übernehme, die bei dessen Herstellung entstanden

seien. «Wir investieren daher auch

bezüglich Produktion sehr viel, haben mit

unseren Zulieferern gesprochen und senken

oder kompensieren den CO 2

-Austoss konsequent»,

erläuterte er. Nur so könne man den

Kunden das Fahrzeug mit neutraler CO 2

-Bilanz

ausliefern. Beim deutschen Hersteller ist man

überzeugt, dass die Wette auf die E-Mobilität

aufgeht und Michael Jost erklärte abschliessend:

«Klima und Wirtschaft sind kein Widerspruch.

Wichtig: Sprechen Sie nicht über Restriktionen,

sondern über Visionen!» <

AUTOINSIDE | Februar 202017


SPONSORED CONTENT

ESA

Mit clearcarrep die

Rentabilität steigern

«Reparieren vor Ersetzen» lautet das Credo des neuen Carrosserie-Konzepts der ESA und der BETAG INNOVATION AG.

Mit clearcarrep, dem Konzept für Carrosserie-Betriebe, soll die Rentabilität der Carrosserien gesteigert werden.

pd. Es ist offensichtlich, dass Carrosserie-

Neuteile die Reparaturkosten erheblich in die

Höhe treiben. Und dies bei eher bescheidenen

Margen bei Neuteilen. So kommt es oft vor,

dass sich eine Reparatur im Verhältnis zum

Zeitwert des Fahrzeuges nicht mehr lohnt.

Seit 2013 befassen sich die ESA und die BE-

TAG INNOVATION mit diesen Themen und

haben dazu ein einzigartiges Konzept erarbeitet.

Im Vordergrund steht ein professionelles

Schulungsprogramm, welches in erster Linie

für die kleinen und mittleren Fahrzeugschäden

entwickelt wurde. Speziell für den Carrosserie-Spengler

bietet clearcarrep ein- und

zweitägige praktische Schulungen an. Nebst

den praktischen Schulungen können spezielle

Kurse für den Kundendienst/Annehmer besucht

werden. Die gesammelten Erfahrungen

zeigen, dass hier ein enormes Potenzial besteht:

Trotz weniger hohen Rechnungskosten

kann der Carrosserie-Betrieb mehr Marge erzielen.

Gezielte Pilotprojekte, mitunter auch

mit Versicherungsgesellschaften zusammen,

verdeutlichen diesen Umstand.

Selbstverständlich gehört zum clearcarrep-

Konzept eine Zertifizierung, welche im Turnus

von zwei Jahren vorgenommen wird. Und:

Nebst dem Kursprogramm beinhaltet das clearcarrep-Konzept

ein Netzwerk, welches über

eine Software unterstützt wird. Über diese

Software kann sich ein Carrosserie-Betrieb innerhalb

der Partner messen. Dies soll dazu

dienen, dass alle Partner schweizweit auf

einem hohen Level die Reparaturen gleichermassen

ausführen. Dies ist nebst den Versicherungsgesellschaften

auch für Flottenbetriebe

und Provider sehr interessant. Nicht zuletzt

soll auch der ökologische Aspekt im Vordergrund

stehen.

Auch bei einer erhöhten Reparaturquote benötigt

das Carrosserie-Geschäft selbstverständlich

Ersatzteile. Die ESA bietet Zugriff

auf eines der breitesten und qualitativ hochwertigsten

Service- und Verschleissteile-Sortimente

in Europa. Die für Carrosserie-Betriebe

relevanten Teile wie Scheinwerfer, Heckleuchten

oder Kühler erhalten diese zu ausserordentlich

günstigen Nettopreisen. Dank verschiedenen

Preis- und Markenkategorien

können sie die Fahrzeuge zudem zeitwertgerecht

reparieren und damit bei ihren Kunden

zusätzlich punkten. Im ESA-Teilesuchkatalog

finden sie weitere Artikel wie zum Beispiel

Fahrwerksteile, Bremsen, Kupplungen, Abgassysteme,

Aufhängungen und vieles mehr. <

Weitere Infos unter:

www.esa.ch

www.clearcarrep.ch

Kostenbewusst und nachhaltig, bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität: Das Konzept clearcarrep unterstützt Carrosserie-Betriebe dabei.

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


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Autel MaxiSys ADAS MA600,

das neue, portable Kalibrations-Tool

Das komplette Spurwechsel-Kalibrations-Paket enthält alle heute erhältlichen Zieltafeln für das

Einstellen von Spurhalte- und Spurwechsel-Assistenten sowie die Kollisionswarnung für alle

Marken und Modelle. Der benutzerfreundliche MA600-Rahmen lässt sich für den Transport

schnell zusammenklappen und zerlegen, so dass überall kalibriert werden kann, so wird der

Service für Sie einfacher. Die ADAS Systeme gehören heute bereits zur Serienausstattung von

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TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Trend

«Das Auto ist eine

Erfolgsgeschichte»

Politologe Claude Longchamp sprach in seinem Referat über die gesellschaftlichen Trends und ihre Auswirkungen

auf das Autogewerbe. Dabei machte er den Garagisten Mut für die Zukunft. André Bissegger

Claude Longchamp ist Gründer und Verwaltungsratspräsident

des Politik- und Kommunikationsforschungsunternehmens

gfs.Bern. Bekannt

ist er vor allem durch seine Auftritte im

Fernsehen und Radio, wenn es beispielsweise

darum ging, Wahlen einzuschätzen und wegen

seiner Fliege, die er zu diesen speziellen

Anlässen stets trug.

Auch am «Tag der Schweizer Garagisten» band

er sich die Fliege um und referierte über Trends

und Auswirkungen. Und er ordnete die Klimadiskussion

ein, die die eidgenössischen Wahlen

2019 beeinflusst hat. So war beispielsweise

die Dauer und Heftigkeit nicht vorhersehbar.

Er machte darauf aufmerksam, dass die Klima-

Kontroverse 2019 kein Einzelfall war. So prägte

beispielsweise 2011 der Fukushima-Unfall

die Zukunft der Energiepolitik oder 2015 die

europäische Asylkrise aufgrund des Syrienkonflikts

die Flüchtlingspolitik.

Dem zugrunde liegt unter anderem auch der

Wandel der Medien. Heute sind wir global informiert,

Bewegungen in den elektronischen

Medien beeinflussen die Meinung verstärkt.

Dazu kommen Trendsetter, die globale Trends

auslösen können. Roger Federer beispielsweise

sei der berühmteste globale Trendsetter der

Welt, sagte Longchamp. Und diese Trendsetter

werden zu Influencer, wenn sie das Verhalten

von Gruppen beeinflussen können. So wie

Greta Thunberg, die neue Generationen für

die Politik begeistert und Schüler zum Streiken

bringt.

Aktuell gebe es fünf globale Megatrends, zu

denen neben dem Klimawandel auch die Urbanisierung,

die technologischen Durchbrüche,

die globale Ökonomie und die Demografie/sozialer

Wandel gehören. «Megatrends sind ganz

lang anhaltende, langsame oder strukturelle

Veränderungen mit weitreichenden Folgen»,

sagte er. «Diese Trends stossen auf Kulturen,

die unterschiedlich darauf reagieren.» Die

Claude Longchamp sprach über gesellschaftliche Trends und ihre Auswirkungen.

Schweiz selbst sei Bestandteil der postmodernen

Kultur, in deren Zentrum die individualisierte

Selbstgestaltung stehe.

«Die Mobilität ist der beste Ausdruck dieser

Individualisierung», erklärte er. Es geht um die

individuelle Fortbewegung und Freiheitswünsche.

«Das Auto ist nach wie vor ein zentraler

Bestandteil der Mobilität und wird es auch

bleiben», machte er den Garagisten Mut.

Er glaubt an das Auto als Erfolgsgeschichte

auch wegen dessen Wichtigkeit und Nutzen.

Longchamp, dessen Familie über zwei Autos

verfügt, riet zu einem Monitoring, um Trends

frühzeitig zu erkennen. «Das ist aber Aufgabe

des AGVS respektive der Automobilbranche.

Für die einzelnen Garagisten ist es nicht

möglich, die Übersicht zu behalten.» Zu diesem

Monitoring gehört die Beobachtung von

Trendgruppen wie Städte, konsumkräftige

Schichten oder Studierende oder durchsetzungsfähigen

Gruppen. Dazu zählen Wissenschaft,

Politik oder Vermittler. <

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Pascal Previdoli, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Energie (BFE)

«Wir vom Bund sind

technologieoffen»

Pascal Previdoli, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), sieht die Garagisten als Energie-, Effizienz

und Mobilitätsprofis. Doch die Herausforderungen, um den geplanten CO 2

-Absenkungspfad zu erreichen, seien vor allem

nach der Diesel-Thematik enorm. Jürg A. Stettler

Zum Auftakt seines Auftritts am «Tag der Schweizer Garagisten» 2020

gab Pascal Previdoli zu bedenken, dass die Schweiz aktuell 47 Millionen

Tonnen CO 2

emittiere, wovon 31,8 Prozent auf den Verkehr entfielen.

«Wir haben im Vergleich zur EU eine sehr ineffiziente Flotte mit 138,7 g

CO 2

-Ausstoss und somit 27 Gramm mehr als die EU.» Man habe die gesetzten

Ziele nicht erreicht. Daher seien letztes Jahr auch CO 2

-Sanktionen

in der Höhe von 31,1 Millionen Franken fällig geworden. Auf Schätzungen,

dass die Sanktionen nun auf 50 bis 80 Millionen und danach

wegen der Umstellung auf den WLTP-Zyklus und die verschärften CO 2

-

Emissionsvorschriften auf bis zu 300 Millionen klettern könnten, wollte

er sich nicht festlegen lassen. Previdoli gab aber zu bedenken, dass

seine Behörde nur für den Vollzug zuständig sei und sie die Branche auf

ihrem CO 2

-Absenkungspfad unterstützen wolle. «Ihre Branche macht

beispielsweise bei der Umstellung auf die neue Energieetikette einen

sehr guten Job. Wir mussten bei Kontrollen in den Showrooms bislang

kaum Mängel konstatieren.» Bei der CO 2

-Reduktion habe vor allem

der Verkaufsrückgang bei den effizienten Dieseln gegen die Branche

und entgegen getroffener Annahmen gearbeitet. Die Herausforderungen

seien daher nun sehr gross und wohl nur mit erheblichen Anstrengungen

im Bereich Elektromobilität zu erreichen.

Previdoli rechnete zudem vor: «Die Zustimmung der Schweiz zum Pariser

Abkommen von 2017 heisst konkret: Wir müssen die CO 2

-Ausstösse

bis 2030 halbieren.» Das seien grosse Herausforderung, vor

allem, weil die EU bereits wieder neue CO 2

-Reduktionen auch für Nutzfahrzeuge

beschlossen habe und es weitere Verschärfungen geben werde.

Für die Schweizer Garagisten käme erschwerend hinzu, dass die

Schweizer Lösung, das sogenannte Phasing-in, nun vom Ständerat aufgehoben

und auf die Dauer der EU-Regelung beschränkt wurde.

Previdoli erläuterte gegenüber den 900 Garagisten auch, dass das BFE

extra einen neuen Klimafond geschaffen habe, um Förderungsprojekte

aktuell vor allem bei der Installation von Ladeinfrastruktur zu unterstützen.

Er machte mehrfach deutlich: «Wir brauchen alle alternativen

Antriebe für die CO 2

-Verminderung. Wir vom Bund sind technologieoffen.»

Daher profitiere beispielsweise Erdgas/CNG von einem reduzierten

Mineralölsteuersatz; Wasserstofffahrzeuge und Elektromobile seien

von der Automobilsteuer befreit. <

«Die E-Mobilität ist aktuell das Steckenpferd, bei dem alle Hersteller viel

Schub geben», so Previdoli. «Und in der Schweiz haben wir natürlich

einen sehr guten Strommix für E-Autos. Wir haben die Roadmap Elektromobilität

mit 60 Partner beschlossen, da die E-Mobilität aktuell und

kurzfristig die besten Chancen bietet, die CO 2

-Emissionen zu senken.»

Über 30 Modelle mit Elektroantrieb seinen für 2020 angekündigt und

für die Zukunft sehe es herstellerseitig weiterhin rosig aus. Entscheidend

sei jedoch, dass der Garagist seine Rolle in dieser neuen Mobilitätswelt

als Energiedienstleister und Effizienzberater wahrnehmen müsse.

«Wir sehen eine sehr grosse Dynamik im Markt. Man muss den Käufer

nun vor allem informieren und motivieren.»

An die Garagisten gewandt meinte der stellvertretende BFE-Direktor:

«Sie sind die Energieeffizienzprofis. Sie sind aber noch viel mehr. Sie

sind Profis für den ganzen Mobilitätsbereich.» Dies habe auch einen Einfluss

auf die Aus- und Weiterbildung in der Branche und genau diesen

Bereich versuche seine Behörde zu unterstützen, weil man die Garagisten

als wichtigen Partner sehe.

Pascal Previdoli, der stellvertretende BFE-Direktor, sieht die Garagisten auch als

Energieeffizienzprofis, welche die Kunden informieren und motivieren müssten, Fahrzeuge

mit tiefem CO 2

-Ausstoss zu kaufen.

AUTOINSIDE | Februar 202021


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Praxisnahe Paneldiskussion

«Das absolut Zentrale ist

die CO 2 -Minderung»

In einer praxisnahen Paneldiskussion unterhielten sich Jürg Röthlisberger, Thierry Burkart und

Christian Bach über die Mobilität der Zukunft, die Rolle des Garagisten und die Entwicklung der

Antriebstechnologien aus den unterschiedlichen Blickwinkeln von Bund, Politik und Forschung.

Jürg A. Stettler

Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme bei der

Empa, konstatierte zum Start, dass es aktuell viele Veränderungen

im Technikbereich gebe, welche die Mobilität der Zukunft beeinflussen

werden. Und zwar nicht nur bei den Antrieben, sondern auch

bezüglich der Automatisierung und der ganzen Sensorik. Der Forscher

hielt aber fest: «Die CO 2

-Abgaben sind ganz klar der Treiber

für die Industrie. Und wer nicht spurt, der muss es mit dem Portemonnaie

ausgleichen.»

Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen, wand dem Individualverkehr

in der Schweiz gar ein Kränzchen: «Der motorisierte

Individualverkehr hat seine Stärken, ob im emotionalen oder im

rationalen Bereich. Er deckt seine Kosten zu 100 Prozent und ist

somit extrem erfolgreich.» Röthlisberger machte auch klar, dass es

wenig bringt, effiziente Autos auf der Strasse zu haben, die dann

gleichzeitig für mehr Stau sorgten. Er erklärte: «Man will zwar keine

Autos in den Städten, aber die besten Parkings gibt es in den Zentren.

Das geht nicht auf.»

schauen uns nicht einfach Road-, sondern Mobility-Pricing an. Wir

haben es am Fallbeispiel Zug durchgerechnet. Es funktioniert, ist

aber gesellschaftlich sehr umstritten, da es dabei auch Verlierer geben

wird.» Thierry Burkart stellte danach klar, dass es nicht um ein

alternatives Finanzierungsmodell für den Strassenverkehr und somit

Kostenwahrheit gehe, sondern auch um das Lenken der Mobilität.

Der FDP-Ständerat hat jedoch Zweifel, dass Mobility-Pricing

dafür der richtige Weg ist: «Eine Verhaltensänderung setzt erst bei

sehr hohen Preisveränderungen ein. Daher bin ich sehr skeptisch.»

Für den Politiker ist im Hinblick auf den eingeschlagenen CO 2

-Absenkungspfad

nicht nur der CO 2

-Ausstoss auf der Strasse wichtig,

sondern die Betrachtung des ganzen Lebenszyklus. «Ein

sehr interessanter Ansatz, wenn auch Entsorgung

und Herstellung eines Fahrzeugs beachtet werden.

Da könnte der Verbrennungsmotor plötzlich wieder

besser dastehen», erläuterte Burkart. Dem

FDP-Ständerat Thierry Burkart gab zu bedenken, dass unser Bevölkerungs-

und Wohlstandswachstum Treiber für das Mobilitätswachstum

sind und man daher vor allem der multimodalen Mobilität

eine Chance geben muss: «Den klassischen Autofahrer oder

ÖV-Nutzer gibt es nicht mehr. Daher ist eine bessere Abstimmung

zwischen den einzelnen Mobilitätsarten enorm wichtig.» Nicht

zu vergessen seien auch die Güter, die in die Städte gebracht werden

müssten. Diese würden zudem nicht so rasch von Karawanen

autonomer Fahrzeuge ausgeliefert. Jürg Röthlisberger ergänzte: «Wir

Moderiert von Röbi Koller diskutierten Jörg Röthlisberger,

Direktor Bundesamt für Strassen, Christian Bach, Abteilungsleiter

Fahrzeugantriebssysteme bei der Empa, und

Thierry Burkart, FDP-Ständerat und Vize-Präsident des

TCS, (v. l. n. r.) angeregt über den motorisierten Individualverkehr

der Zukunft.

22

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

pflichtete Christian Bach von der Empa bei: «Diese Betrachtung ist

nicht nur interessant, sie ist schlicht notwendig. Sonst verschieben

wir die Emissionen nur vom In- ins Ausland, oder von einem

Industriesektor in den anderen. Wir brauchen diese gesamtheitliche

Sicht. Auch die E-Mobilität hat schmutzige Seiten. Das absolut

Zentrale ist die CO 2

-Minderung. Wenn wir nur das Antriebskonzept

wechseln, haben wir nichts gewonnen.» Es sei entscheidend,

woher die Energie für die Mobilität komme, denn nur wenn die gesamten

CO 2

-Emissionen betrachtet werden, würden auch die richtigen

Akzente gesetzt.

Der Forscher gab zu bedenken, dass die Autobranche die innovativste

Industrie sei, auch durch den starken Wettbewerb getrieben

werde und so den Wandel sicher schaffe. Zudem werde es auf lange

Sicht sicherlich eine Koexistenz der Antriebe geben.

Jürg Röthlisberger, Direktor Bundesamt für Strassen, verriet abschliessend:

«Wenn ich mit den europäischen Kollegen zusammensitze,

dann sehe ich einfach, dass wir in der Schweiz stets volle Geldtöpfe

haben, aber uns irgendwie nicht für Massnahmen entscheiden

können oder wollen. In Europa ist es genau umgekehrt: Hier gibt es

meist viele guten Ideen für Verbesserungen, aber es fehlt jeweils am

Geld.» Das einzig Stetige in unserer Zeit sei der Wandel. Dabei dürfe

man nicht vergessen, dass Veränderungen auch Chancen eröffnen. <

AUTOINSIDE | Februar 202023


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Berufsnachwuchs

«Wir lieben, was

wir machen»

Wie haben die jungen Berufsleute ihre Ausbildung erlebt und wie sehen sie ihre Perspektiven im Autogewerbe? Unter dem

Motto «Die Aus- und Weiterbildung als Motor des Autogewerbes» diskutierten Damian Schmid, Fünfter an den WorldSkills,

SwissSkills-Sieger Florent Lacilla, Steve Rolle, Dritter bei den SwissSkills, sowie AGVS-Geschäftsleitungsmitglied Olivier

Maeder über Perspektiven im Automobilgewerbe und wie sie die aktuelle Umweltdiskussion erleben. Carla Stampfli

Die jungen Berufsleute Damian Schmid, Florent Lacilla und Steve Rolle (v.l.n.r) diskutieren mit Moderatorin Mélanie Freymond über ihre Leidenschaft zum Auto.

Obwohl die jungen Berufsleute vor über 900

Gästen sprachen, war vor Nervosität keine

Spur zu sehen. Vielmehr brachten Damian

Schmid, Florent Lacilla und Steve Rolle ihre

Leidenschaft für ihre Ausbildung und die

Autobranche zum Ausdruck.

«Ich erinnere mich sehr gerne an meine Ausbildung.

An die kompetenten Dozenten, an

meine Kollegen, an die Berufsschule», sagte

Steve Rolle, Bronzemedaillengewinner der

SwissSkills. Dem pflichtete auch Florent Lacilla

bei: «Die Lehre fand ich super. Es gab zwar

auch harte Zeiten, doch wir haben viel gelernt

und verstanden uns sehr gut untereinander.»

Damian Schmid, der an der WorldSkills 2019

in Kazan Fünfter wurde, sprach über die Passion,

die er und seine Berufskollegen teilen:

«Viele arbeiten auch nach Feierabend und gehen

erst nach Hause, wenn sie fertig sind.»

Auch in der Freizeit werde fleissig weitergeschraubt.

Dem pflichtete Steve Rolle bei, der

über drei Eidgenössische Fähigkeitszeugnisse

verfügt und zahlreiche selbst aufbereitete Oldtimer

besitzt: «Das Auto ist eine Leidenschaft.

Ich träume von Autos und schraube bis spät in

der Nacht herum. Mein Beruf ist auch Freizeit.

Wir lieben, was wir machen»

Eine wichtige Rolle in der Ausbildung nahmen

für die drei jungen Berufsleute Meisterschaften

wie die SwissSkills und WorldSkills ein.

«Wir haben viele Kontakte knüpfen können

und enorm viel Wissen dazugewonnen», sagte

Damian Schmid, dem auch Florent Lacilla

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

«Wir haben motivierte Fachkräfte, die Freude an der Branche und Technologie haben», so Olivier Maeder, Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter Bildung beim AGVS.

und Steve Rolle zustimmten. «Wir sind stolz

auf die Resultate und dankbar für die guten

Erfahrungen.»

Von der Klimadiskussion lassen sich die drei

jungen Berufsleute auf ihrem weiteren Weg in

der Autobranche nicht beirren. In armen Ländern

würden alte Lastwagen gefahren, die Öl

verlieren würden und Dreckschleudern seien,

so Steve Rolle. «In der Schweiz hingegen

sind wir umwelttechnisch sehr fortgeschritten.»

Er fände es sinnvoller, wenn die Klimajugend

konkrete Vorschläge bringen würde

wie zum Beispiel Entwicklungshilfe leisten,

damit der Rückstand in diesen Ländern wettgemacht

werden könne.

Olivier Maeder, Bereichsleiter Bildung beim

AGVS und Geschäftsleitungsmitglied, stellte

den jungen Berufsleuten ein sehr gutes Zeugnis

aus: «Wir haben motivierte Fachkräfte, die

Freude an der Branche und Technologie haben

sowie Leidenschaft für ihre Ausbildung mitbringen.»

Sie seien sich des raschen technologischen

Wandels bewusst. Ebenso würden

sie wissen, dass sie mit ihrer Tätigkeit Verantwortung

für das korrekte Funktionieren der

Fahrzeuge tragen sowohl was die Sicherheit

als auch die Umwelt betrifft. Die Herausforderungen

der Ausbildung sieht Olivier Maeder

nicht so sehr in der Quantität, sondern vielmehr

in der Qualität: «Ein Interesse für das

Automobil ist schnell einmal gegeben. Jedoch

müssen die Kandidierenden neben einem Interesse

auch gewisse schulische Voraussetzungen

mitbringen.»

Um die Jungen, aber auch die Berufsleute, für

das Autogewerbe zu motivieren und bei Laune

zu halten, gelte es, als Verband vorausschauend

zu denken und zu handeln, Tendenzen

abzuschätzen und zu agieren. «Zum Beispiel,

indem wir in Bezug auf die alternativen Antriebe

und die neuen Technologien die Kompetenz

im Bereich der Beratung stärken», erläuterte

Olivier Maeder.

Als Motivationsschub sollen auch die Swiss-

Skills dienen: Der AGVS möchte die Berufsmeisterschaft

auch nutzen, um über die

vielfältigen Aus- und Weiterbildungen im

Automobilgewerbe zu informieren. Dazu sollen

die AGVS-Medien und die sozialen Medien

als Kommunikationsinstrumente dienen,

ebenso praktische Demonstrationen an

Berufsmessen.

Was die Abwanderung von Fachkräften in

andere Branchen betrifft, so lasse sich diese

nicht verhindern, sagte das AGVS-Geschäftsleitungsmitglied.

«Unsere Fachleute

bringen vielerlei Kompetenzen mit, etwa

im Bereich Elektronik, Diagnose oder Mechanik.

Dieses Know-how ist auch in anderen

Branchen gefragt.» Er appellierte an die

Betriebe, für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen

und den Mitarbeitern die Möglichkeit für

Weiterbildungen anzubieten. «Ich kenne keinen

anderen Beruf, der so vielseitige Einblicke

bietet und viel Spielraum zur Weiterentwicklung

lässt.» <

AUTOINSIDE | Februar 202025


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

«Meine Kunden sind hier.

Wenn ich verstehe, wo

ihnen der Schuh drückt,

dann kann ich mit meinen

Produkten und Dienstleistungen

besser auf sie

eingehen. Hier habe ich die

Möglichkeit, sie auf engem Raum

zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen

eine Möglichkeit, die ich sonst nicht habe.

Ich kann die Veranstalter nur loben: Der Mix

aus Garagisten, Dienstleistern, Lieferanten, der

Zeitpunkt und die Location sind top!»

Jean-Claude Bopp,

Geschäftsführer Bopp Solutions AG

«Wir erhalten hier als

Lacklieferant unglaublich

viel Input, um die richtigen

Massnahmen auf die

schnellen Veränderungen

treffen zu können. Wichtig

ist der Anlass auch fürs Netzwerk,

wegen den Referaten und dem

Publikum. Hier lernen wir für die Zukunft eine

einmalige Möglichkeit!»

Enzo Santarsiero,

CEO André Koch AG

«Ich muss gestehen, ich

bin zum ersten Mal dabei.

Aber es ist sehr gut, um

aus Händlerperspektive

mitzubekommen, welche

Herausforderungen auf

Hersteller, Importeur und Handel

ganz allgemein zukommen. Ich fand zudem die

Vorträge erfrischend und die Podien sehr gut,

um zu verstehen, wie die Politik tickt.»

Donato Bochicchio,

Managing Director

Ford Motor Company (Switzerland) SA

«Der Tag ist immer sehr

informativ und bietet

gute Referenten. Zudem

erhält man am Tag der

Garagisten mal nicht nur

die Herstellersicht geboten.

Auch Inputs aus und zur Politik

sind stets interessant.»

Markus Corpataux,

Geschäftsführer Garage Corpataux Schwarzenburg

«Der Tag der Schweizer

Garagisten ist eine sehr

wichtige Plattform. Hier

können sich Garagisten

treffen, sich austauschen

und Beziehungen aufbauen.

Genauso geht es darum, den

Horizont zu öffnen und sich durch

gute, auserwählte und qualitativ hochwertige

Referenten weiterzubilden.»

Giorgio Feitknecht,

CEO ESA

«Der Anlass ist ganz

wichtig für mein Netzwerk.

Ich treffe hier viele

bekannte und ehemalige

Arbeitgeber, die ihre

Lernenden zu uns schicken.

Hier kann ich das Gewerbe spüren

und erfahre, wo sie in der Aus- und Weiterbildung

Herausforderungen sehe.»

Beat Geissbühler,

Leiter Fahrzeugtechnik, STFW

26

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

«Es ist immer eine sehr

gute Chance, interessante

Neuigkeiten aus der

Branche zu erfahren

und zu sehen, in welche

Richtung die Tendenzen

gehen werden.»

Sandro Ribi,

GNG Garagen Neudorf-Grünegg AG

«Der Tag der Schweizer

Garagisten ist insofern

bedeutend, da ich

hier den Kontakt zu den

Kunden pflegen und

Wissen entgegennehmen

kann. Gespannt bin ich auf die

Referate, insbesondere auf das

Referat von VW-Chefstratege Michael Jost.»

Stephan Rissi,

Mitglied der Geschäftsleitung Stieger Software AG

«Der Anlass ist fürs Netzwerken

ideal. Auch von

Importeursseite her kann

ich viel rausziehen und

merke, wo in der Branche

der Schuh drückt. Zudem sind

die Referate sehr interessant.»

Markus Suter,

Leiter Vertriebsnetzplanung und Markenprojekte

Audi bei Amag Import AG

«Der Tag der Schweizer

Garagisten ist aus verschiedenen

Gründen

wichtig: Er macht die

Stärke der Branche spürbar

auch für die Zukunft ,

gibt einen Einblick in die

verschiedenen Entwicklungen und

ermöglicht uns, Leute zu treffen, die man sonst

nicht jeden Tag trifft.»

Antonello Di Rocco,

Niederlassungsleiter Schweiz bei Iveco Schweiz AG

«Ich nutze den Tag, um

Garagistenkollegen zu

treffen und auch einen

Blick in die Zukunft

unserer Autobranche zu

erhalten.»

Marc Schönenberger,

Geschäftsführer Auto Schönenberger Ganterschwil

«Dadurch, dass über

900 Gäste an der Tagung

teilnehmen, können

wir zahlreiche Kontakte

pflegen und Kontakte

knüpfen. Auch freuen wir

uns auf die vielen interessanten

Referate, die uns bestimmt einen Denkanstoss

geben und inspirieren werden.»

Peter Knechtli,

General Manager Gebrüder Knechtli AG

AUTOINSIDE | Februar 202027


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

«Wir waren letztes Jahr

im Rahmen unserer Ausbildung

ein erstes Mal

eingeladen und kamen

nun für die interessanten

Gespräche unter Kollegen,

aber auch um die unterschiedlichen

Blickwinkel auf

Elektromobilität oder eben auch nicht mit zu

bekommen.»

Simon Gerber,

Betriebswirt in Ausbildung bei der

Larag Rümlang

«Der Tag der Garagisten

ist ein wertvoller Anlass,

der die Umbruchsituation

in unserer Branche aus

den unterschiedlichsten

Blickwinkeln beleuchtet.

Man sieht dabei: Wir müssen

als Garagisten handeln, aber

wir sind in einer guten Position und werden

als kompetente Partner wahrgenommen.

Wir müssen jedoch noch viel aktiver

kommunizieren, dass wir bereits sehr viel für

die Umwelt und den Wandel tun. Die Tagung

macht dazu Mut, zeigt aber auch auf, dass

Handlungsbedarf besteht.»

Markus Hutter,

ESA-Präsident

«Für uns als Sponsor ist

die Tagung wichtig, da

sie den positiven Spirit,

die Ideen aber auch die

kritischen Seiten aus der

Autobranche beleuchtet

und den Garagisten bei seinen

Herausforderungen, mit denen er in

der heutigen Zeit konfrontiert ist, unterstützt.»

Wolfgang Schinagl,

Geschäftsführer Auto-i-dat

«Als Mitbegründer

der Transport-CH weiss

ich ganz genau, wie

wichtig solche Events

und Messen sind. Die

Leute müssen sich treffen,

Mitbewerber und Partner sich

austauschen können. Darum ist dieser Tag

so erfolgreich. Zudem erhält man durch die

interessanten Redner immer auch neue Ideen

und Impulse.»

Dominique Kolly,

AGVS-Zentralvorstand

«Ich bin zum dritten Mal

hier und kriege jedes

Mal neue, spannende

Inputs. Letztes Jahr

konnte ich zum Thema

Digitalisierung viel

profitieren. Es hilft auch, dass

man nicht betriebsblind wird. Es ist zudem auch

sehr motivierend zu sehen, dass auch andere

vor Herausforderungen stehen.»

Jan Bill,

Geschäftsführer Garage Bill

«Ich spüre hier die ganze

Branche und nicht

nur, wie es uns bei der

Amag geht. Ich schätze

diesen Austausch und

kann so auch in andere

Markenwelten reinschauen.

Ansonsten hat man schnell die Tendenz, sich

nur auf den eigenen Garten zu fokussieren.»

Morten Hannesbo,

Amag-CEO

28

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

«Der Tag der Schweizer

Garagisten ist sehr

wichtig. Hier bekommt

man viele Informationen

über aktuelle und zukünftige

Themen, die

unser Gewerbe beschäftigen

werden. Wertvoll ist dabei vor

allem auch die Sicht von Aussenstehenden auf

unser Gewerbe. Deshalb komme ich jedes Jahr

hier her.»

Peter Baschnagel,

E. Baschnagel AG

«Die Tagung zeigt, dass wir

durch die Reparatur der

Fahrzeuge am meisten für

die Ökologie tun. Wir

müssen wegkommen von

der Wegwerfmentalität,

ökologischer denken und

kaputte Dinge reparieren unser

Unternehmen gibt dem Garagisten die Möglichkeit

dazu.»

Sandro Piffaretti,

VR-Delegierter Swiss Automotive Group AG

«Für uns ist der Tag der

Schweizer Garagisten

wichtig. Hier können

wir den Kundenkontakt

pflegen und neue

potenzielle Partner kennenlernen.

Nicht zuletzt bleiben

wir hier dank einem inspirierenden

Tagesprogramm am Puls der Zeit.»

Sandro Schwärzler,

Head of Business Development & Automotive

Market bei Allianz Partners

Am «Tag der

Schweizer

Garagisten»

getroffen: François

Launaz, Präsident Auto-

Schweiz

Herr Launaz, momentan kommt man an Ihrer

Kampagne «Mein AUTOgramm» kaum vorbei.

Was will Auto-Schweiz damit erreichen?

François Launaz: Mit «Mein AUTOgramm»

wollen wir den immensen Nutzen der

motorisierten Individualmobilität in der Schweiz

aufzeigen. Ohne Mobilität wäre die Schweiz

längst nicht so erfolgreich und lebenswert, wie

sie es heute ist.

Wie wird die Kampagne bislang

aufgenommen?

Sehr positiv. Wir hatten in den ersten zehn

Tagen fast 230 000 Klicks von über 150 000

verschiedenen Nutzern auf der Webseite von

«Mein AUTOgramm». Es gibt kaum negative

Kommentare.

Kann man sich als Garagist aktiv einbringen?

Eine grosse Unterstützung sind Social-Media-

Kontakte. Wenn Garagisten Beiträge von «Mein

AUTOgramm» teilen und unter ihren Kundinnen

und Kunden verbreiten, sind sie für die

Sache eine grosse Hilfe.

«Ich sehe hier die ganze

Schweizer Autowelt

und somit viele Kunden

von mir. Ich spüre, was

am Markt passiert und in

welche Richtung die Reise

geht. Mit unseren Transportdienstleistungen

sind wir ja auf Stufe Importeur

und Garagen tätig, da ist dies sehr wichtig.»

Rolf Galliker,

Geschäftsführer Galliker Transport AG

«Der Anlass ist ideal zum

Netzwerken. Eine ideale

Plattform, um bekannte

und noch unbekannte Gesichter

aus der Branche zu

treffen. Und zudem bietet der

Anlass stets gute Referenten.»

Ferdinand Smolders,

Geschäftsführer KSU

«Der Tag der Schweizer

Garagisten hat eine sehr

grosse Bedeutung und

ist wichtig. Deshalb habe

ich in den vergangenen

15 Jahren nie gefehlt. Hier

lernt man dazu, kann sich mit

Kollegen austauschen und trifft die

Branche.»

Hubert Waeber,

CEO AHG-Group

AUTOINSIDE | Februar 202029


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

5 Tipps von Mireille Jaton

Geschichten erzählen,

Emotionen wecken

«Auftreten ist kein Talent, Auftreten kann man lernen», sagt Mireille Jaton. Die Siegerin des «International Speaker Slam»

2019 in München gab den 900 Tagungsteilnehmern fünf konkrete Tipps für ein wirkungsvolles Auftreten. Sandro Compagno

«Ich kenne sehr viele von euch», sagte sie zum

Publikum: «Ich bin zehn Jahre lang Alfa Romeo

Spider gefahren …» Damit hatte Mireille

Jaton die Lacher auf ihrer Seite und war bereits

bei einem zentralen Punkt in ihrem so

inspirierenden wie unterhaltsamen Auftritt:

Mit Geschichten lässt sich Wirkung erzielen.

1. Tipp: Nimm das Steuer in die Hand!

«Wie lange dauert es beim Fernsehen,

bis ihr weiterzappt?», wollte sie vom Publikum

wissen. Bei der grossen Mehrheit sind

es weniger als zehn Sekunden. «Unsere Aufmerksamkeitsspanne

hat sich in den letzten

Jahren dramatisch verkürzt. Wir können

uns nur noch acht Sekunden auf etwas konzentrieren.»

Mireille Jatons Folgerung: «Du

musst die Zuschauer mit dem ersten Satz

überzeugen, sonst ist er weg.»

4. Tipp: Schalte das ABS ein!

Vor zahlreichem Publikum aufzutreten, ist für

viele Menschen eine reine Horrorvorstellung.

Mireille Jaton unterscheidet zwischen drei

Lampenfieber-Typen: Für den «Tiger» ist jeder

Auftritt ein Kampf: «Er steht gerne breitbeinig

da und brüllt sein Publikum an.» Der «Krebs»

hat nur ein Ziel: möglichst schnell wieder weg

von der Bühne. Auf der Bühne befindet er sich

in Seit- und Rückwärtsbewegung. Das «Chamäleon»

schliesslich hält sich starr am Rednerpult

fest und möchte am liebsten unsichtbar

sein. Jaton: «Das Publikum leidet mit.»

Die richtige «Schokoladen-Stimme» (Tiger) finden,

sich auf der Bühne verankern und Augenkontakt

suchen (Krebs) sowie Entspannungsübungen

(Chamäleon) nannte Mireille Jaton

als Antiserum gegen das Gift Lampenfieber.

5. Tipp: Gib Gas!

Wirkungsvoll auftreten sei nicht «nice

to have», so Mireille Jaton, es ist ein «Gamechanger».

«Es ist ein Privileg, auf einer Bühne

zu stehen. Ergreift diese Chance, gebt Gas und

geniesst die Fahrt.»

Als Moderatorin und Speakerin steht Mireille

Jaton auf der grossen Bühne. Doch die fünf

Tipps, die sie an den «Tag der Schweizer Garagisten»

mitbrachte, seien auch im Kundengespräch

nützlich: «Es geht nicht darum, was Sie

sagen, sondern wie Sie es sagen.» <

2. Tipp: Von 0 auf 100 in 8 Sekunden

In diesem Zusammenhang steht auch der zweite

Tipp: Wer ankommen will, muss schnell

einen Draht zum Publikum finden: «Stellt

Fragen! Unser Gehirn ist darauf programmiert,

dass wir auf eine Frage sofort eine Antwort

bekommen.» Die Interaktion als Schlüssel

zum Gegenüber. Und: Wer auf einer Bühne

steht, darf nicht lange herumeiern, sondern

muss gleich zur Sache kommen.

3. Mach eine Reise mit dem Publikum!

Hier sind wir wieder beim offenbar etwas

pannenanfälligen italienischen Cabriolet, mit

dem Mireille Jaton in ihr Referat eingestiegen

ist: «Erzählt Geschichten. Wir Menschen lieben

Geschichten. Geschichten wecken Emotionen

und sind der direkte Draht zu unserem

Unterbewussten.» Dieses Unterbewusste sei

letztlich unser «Big Boss», so Mireille Jaton:

«Wir entscheiden emotional und rechtfertigen

rational.»

Mireille Jaton: «Wir wirken zu 93 Prozent

durch unseren Körper und unsere Stimmlage.»

Die Aussage selbst trage nur 7 Prozent zur

Wirkung bei. Auch das Thema Körpersprache

bebilderte die Rednerin mit einer einprägsamen

Geschichte: Als junge Journalistin habe

sie die Möglichkeit gehabt, die Schauspieler

Edward Norton und Brad Pitt zum Film «Fight

Club» zu interviewen. Vor allem der Gedanke

an Edward Norton führte bei der Journalistin

Jaton im Vorfeld zu Hitzewallungen. «Dann

öffnete sich die Türe. Edward Norton stand

da: hängende Schultern, gelangweilter Blick,

ein Händedruck wie ein toter Fisch.» Innert

einer Sekunde war der Schauspieler seinen

Sex-Appeal los. Mireille Jaton: «Dann kam

Brad Pitt. Er lächelte, streckte seine Hand

aus sie war warm und zog mich leicht

zu sich hin. Er sagte ‹Hi› und ich sagte

gar nichts mehr.» Resultat: Das

Interview mit Brad Pitt sei eines der

schlechtesten ihrer Journalistenkarriere

geworden.

30

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

Der ehemalige Pilot Philip Keil sprach über Entscheidungen.

«Dîner des garagistes»

Über den Mut, zu entscheiden

Am traditionellen «Dîner des garagistes» nahm Pilot Philip Keil die 550 Gäste ein neuer Rekord mit in

schwindelerregende Höhen. Der ehemalige Kapitän und heutige Experte für Teambildung rief dazu auf, dem

inneren Kompass zu folgen. André Bissegger

Der ehemalige Flugkapitän Philip Keil erlebte

bei seiner Arbeit ein einschneidendes Erlebnis:

Kurz nach dem Start verlor sein Passagierflugzeug

den Auftrieb und die Maschine

stürzte in freiem Fall zu Boden. «Mir blieben

2 Sekunden, um zu entscheiden.» Er riskierte

ein Kamikazemanöver und konnte das

Flugzeug kurz über dem Boden auffangen.

Piloten nennen den Zeitpunkt, an dem sie

rasch entscheiden müssen, «Decision Point».

Sie könnten schliesslich nicht einfach

rechts ranfahren, wenn auf 13 000 Metern

Höhe etwas passiere. Von diesem Vorfall

geprägt, wechselte er seinen Beruf und

hält seither unter anderem Referate über

Vertrauen und Teambildung.

«Bevor wir etwas tun, legen wir uns einen

Plan zurecht und sind meistens auf Autopilot

unterwegs», sagte er. Das sei einfach, so

lange alles nach Plan verlaufe. «Dann sind

wir gute Eltern, Mitarbeiter, Freunde oder

Chefs», sagte er. «Aber weder im Cockpit

noch im Leben verläuft immer alles nach

Plan und genau dann wird es spannend.»

Es gehe darum, die Komfortzone zu verlassen

und Entscheidungen zu treffen. Dabei

sei klar, dass wer Grenzen verschiebe, auch

Rückschläge erleide.

Zwar könne man Fehler nicht rückgängig

machen, aber man könne sie nutzen, betonte

Keil. Sein Aufruf an die Garagisten: «Sein

Team erreicht man in turbulenten Zeiten

dann, wenn man ihm Vertrauen schenkt,

wenn es kein anderer tut.» Dazu müsse man

die Menschen erreichen. «Und das passiert

übers Herz.» Eine gute Führungskraft schaffe

es, dass die Mitarbeiter sich selbst vertrauen.

Er rief dazu auf, seinem inneren Kompass zu

folgen. «Dieser zeigt nicht richtig oder falsch

an, sondern eine Richtung», betonte der Pilot.

Dieser solle man folgen auch wenn es

Mut brauche. Sein Rat: vor wichtigen Entscheidungen

einen Perspektivenwechsel vorzunehmen.

Und er gab zu bedenken: «Wir

bereuen am Ende unseres Lebens nicht die

Fehler, die wir gemacht haben, sondern die,

die wir nicht gemacht haben.»

Die Gäste lauschten den Ausführungen von

Keil gebannt, ehe sie sich wieder bei Gelbflossen-Makrele

und Rindshohrückenfilet

dem Austausch untereinander widmeten

und den Abend in stimmungsvoller Atmosphäre

ausklingen liessen. Den Wein, den sie

dazu kredenzten, stammte aus der Region

Waadt: ein Epesses und einen Lune Noire. <

AUTOINSIDE | Februar 2020 31


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Swisscom

«Die ICT bereitet mir keine

schlaflosen Nächte mehr»

Was tun, wenn die ICT nur im ersten Gang läuft aber dringend hochgeschaltet werden müsste? Mit Smart ICT und einem

Mobilnetz-Internetanschluss von Swisscom kann die Garage Klaus endlich wieder Gas geben.

pd. Im Showroom der Garage Klaus in Düdingen

präsentieren sich die neusten Modelle

von Alfa Romeo und Jeep im besten Licht.

Inhaber und Geschäftsführer Sascha Klaus

sagt, welche Herausforderungen das moderne

Auto-Business an die ICT seiner Garage stellt:

«Deutlich mehr, als wir bis vor kurzer Zeit bewältigen

konnten.»

Ausgebremst durch alte Hardware

und zähes Internet

Wegen der ICT habe er schlaflose Nächte gehabt,

erzählt Klaus. Die Hersteller und Importeure

hätten immer mehr verlangt. «Zum Beispiel

Online-Diagnosen vom Werk aus und das

Herunterladen und Einspeisen von Updates in

die Wagen. Oder: Alfa Romeo will die grossen

Bildschirme im Showroom direkt aus Italien

mit Videos bespielen. Unsere ICT konnte die

dafür nötige Leistung schlicht nicht bieten.

Der Server und die Laptops waren veraltet, die

interne Vernetzung war ungenügend.» Besonders

mühsam: Der Internetanschluss erlaubte

gerade einmal eine Bandbreite von 2 Mbit/s.

Das Herunterladen der Updates dauerte stundenlang,

Diagnosen waren häufig unmöglich.

Sascha Klaus musste seinen Kunden manchmal

einen Link schicken, damit sie ein Update

bei sich zuhause herunterladen konnten.

Frische PS für die ICT

Die Erschliessung des Gebiets mit Glasfaser

erwies sich als unrealistisch. Was machen?

Sascha Klaus klopfte beim Swisscom Partner

Net26 an. «Die ICT-Profis haben meine

Bedürfnisse sofort erfasst. Gemeinsam

mit Swisscom erarbeiteten sie ein eigentliches

Sorglospaket, das alles enthält, was

wir für ein speditives Arbeiten benötigen.»

Eine Schlüsselrolle bei der ICT-Gesamtlösung

spielt der neue Internetanschluss. Statt über

Kabel ist die Garage Klaus neu über das 4G-

Mobilnetz von Swisscom an das Internet angebunden

mit 50 Mbit/s statt wie bisher

mit 2 Mbit/s.

Vollausstattung mit

Ganzjahresservice

Auch der schnellste Internetanschluss bringt

nicht viel, wenn der übrige ICT-Motor stottert.

Deshalb hat die Garage Klaus auch

gleich den alten Server in die Ecke gestellt

und die PCs, Laptops und Telefongeräte erneuert.

Die neue Hardware ist Teil von Smart

ICT der Komplettlösung von Swisscom für

KMU. Rund alle drei Jahre erhält die Garage

automatisch die neuste Gerätegeneration.

Die gesamte IT-Infrastruktur wird neu ganzjährig

durch Swisscom betrieben. Auch um

seine Daten muss sich Sascha Klaus keine

Sorgen mehr machen: Sie werden in der sicheren

Swisscom Cloud gespeichert und können

mit jedem Endgerät genutzt werden. Seine

Office-Programme bezieht Klaus ebenfalls

aus der Swisscom Cloud, und die Branchen-

Software ist im neuen System integriert. Inbegriffen

ist auch der Support von Swisscom

und von Net26. Das Fazit des Chefs: «Es ist

ein gutes Gefühl, von Profis betreut zu werden

und flüssig zu arbeiten. Die ICT bereitet

mir keine schlaflosen Nächte mehr.» <

Weitere Infos unter:

swisscom.ch/garage

Smart ICT von Swisscom

Smart ICT entlastet KMU wirksam. Swisscom

sorgt für den sicheren Betrieb der IT und der

Kommunikation inklusive Flatrate-Telefonie in

der Schweiz und bietet den Mitarbeitenden

über eine Hotline professionellen Support. Sie

stattet das Unternehmen bedarfsgerecht mit

PCs, Laptops, Cloud Server sowie Office- und

Antivirus-Software aus. Die IT-Arbeitsplätze

können individuell konfiguriert werden je

nach Aufgabenbereich der Mitarbeitenden.

32

Februar 2020 | AUTOINSIDE


TAG DER SCHWEIZER GARAGISTEN

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli

Wissen und Inspiration

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli zieht ein positives erstes Fazit zum «Tag der Schweizer Garagisten» 2020. Die Tagung

hat sich weiterentwickelt und die Rückmeldungen der Gäste sind positiv. Sandro Compagno

Herr Wernli, der «Tag der Schweizer Garagisten»

2020 ist Geschichte. Welches Fazit

ziehen Sie als Gastgeber im Kursaal Bern?

Urs Wernli, AGVS-Zentralpräsident: Das

grosse Engagement des Organisationsteams

vor und während der Tagung hat sich gelohnt.

Der Ablauf war störungsfrei und es ist,

so glaube ich, gut gelungen, wiederum einen

einzigartigen Anlass für unsere Mitglieder

mit viel Wissensvermittlung und Inspiration

durchzuführen. Ich bin sehr zufrieden mit allen,

die sich engagiert haben, und voller Dankbarkeit,

dass alles so gut abgelaufen ist.

Sie haben viele Gespräche geführt. Welche

Feedbacks haben Sie seitens der Teilnehmenden

erhalten?

Die Themen, Referenten und Podiumsteilnehmer

haben offenbar ins Schwarze getroffen.

Wir werden nun die Auswertung abwarten.

Was ich spontan und nun nach der Tagung

zur Kenntnis nehmen darf, sind alles anerkennende

Voten zu einem sehr gut orchestrierten

«Tag der Schweizer Garagisten».

Vor einem Jahr haben Sie von «Feinjustierungen»

gesprochen, um die Tagung weiterzuentwickeln.

Wo haben Sie zwischen der

Tagung 2019 und 2020 an den Schrauben

gedreht?

Mein Credo lautet: «Immer besser zu werden».

Die Themen sollten einen möglichst hohen

Praxisbezug erhalten und der Tag weniger

beladen sein. Zeitreserven wurden eingebaut

und die Referenten, Podiumsteilnehmer und

Moderatoren optimal in die Vorbereitungen

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli.

einbezogen. Es soll ein unvergesslicher Tag

sein, der positiv in Erinnerung bleibt.

Wo besteht aus Ihrer Sicht noch Potenzial?

Das wird dann die Auswertung zeigen. Beim

Check-in sollte kein Stau entstehen. Mit dem

Einbezug des Publikums durch Voting oder

Befragung können wir die Aufmerksamkeit

noch steigern. Am Ende soll es ein inspirierender

Tag sein, der die Garagisten und Gäste

bei aktuellen und künftigen Themen zum

Denken und Handeln anregt.

Das mediale Interesse war dieses Jahr

grösser als auch schon. Worauf führen Sie

dies zurück?

Die Klimadebatte löste rund um das Auto respektive

den motorisierten Verkehr viel mediales

Interesse aus. Hinzu kommt der Hype rund

um die Elektromobilität und da stehen die Garagisten

mitten drin. Zudem haben die AGVS-Medien

wesentlich daran gearbeitet, dass die öffentlichen

Medien aufmerksam geworden sind.

In Ihrem Positionierungsreferat haben

Sie die künftigen Herausforderungen im

Bereich CO 2

angesprochen. VW-Chefstratege

Michael Jost will den Konzern 2050

klimaneutral umbauen. Sind die Schweizer

Garagisten bereit und beweglich genug

für diesen Wandel?

Die AGVS-Mitglieder sind seit mehreren Jahren

durch den AutoEnergieCheck sensibilisiert.

Das gesellschaftliche Interesse an einer

umweltfreundlicheren Mobilität ist den Garagisten

bewusst. Im Gleichschritt mit dem

Druck zur Klimaverbesserung und den tieferen

gesetzlichen Vorgaben beim CO 2

-Ausstoss

kommen nun immer mehr E-Autos oder Fahrzeuge

mit Hybridantrieb in den Verkauf. Da

werden unsere Garagisten dem Wandel nicht

im Weg stehen und mitziehen. Allerdings ist

der bestehende Fahrzeugpark mit 5,3 Millionen

Fahrzeugen nicht zu vernachlässigen. Da

werden wir auch als AGVS dranbleiben und

zusammen mit dem Bundesamt für Energie

weiterhin durch Massnahmen in der Beratung

und im Service einen wesentlichen Beitrag

leisten zur Schonung der Umwelt. <

Live-Berichterstattung aus dem Berner Kursaal Save the date 2021

Mit rund 900 Teilnehmenden am «Tag der Schweizer

Garagisten» und 550 am traditionellen «Dîner des

garagistes» sorgte die aktuelle Ausgabe für gleich

zwei Rekorde. Für alle Interessierten, die nicht an

der grössten und bedeutendsten Fachtagung des

Schweizer Autogewerbes teilnehmen konnten,

stand der AGVS-Newsdesk während 15 Stunden

im Einsatz. Redaktoren und Gestalter verarbeiteten

und verbreiteten die Tagungsinhalte innert kürzester

Zeit über interne und externe Print-, Online-, Social-

Media- und Video-Kanäle. Die Mitarbeitenden

der Viva AG für Kommunikation, dem langjährigen

Kommunikationspartner des AGVS, trugen

einen massgeblichen Teil zur Themenfindung,

Organisation und dem reibungslosen Ablauf der

Veranstaltung bei. Einer der Erfolgsfaktoren des

«Tag der Schweizer Garagisten» ist diese zuverlässige

und massgeschneiderte Zusammenarbeit

zwischen AGVS und Viva. Übrigens: Der nächste

«Tag der Schweizer Garagisten» findet am 19. Januar

2021 statt, reservieren Sie sich dieses Datum.

AUTOINSIDE | Februar 202033


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ESA

Elektromobilität

aufrüsten oder abwarten?

Laut Prognosen steigt die Zahl von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden aufgrund der neuen CO 2

-Zielwerte in diesem Jahr

stark an. Zeit für die Garagisten, sich Gedanken über die zukünftige Rolle des eigenen Betriebs bei der Elektromobilität zu

machen. Die Spannbreite kann von der Ablehnung der Elektromobilität, über die minimale Aufrüstung der Garage für die Reparatur

und die Wartung von E-Autos, bis hin zum Stromanbieter und der Positionierung als E-Mobility-Expertenbetrieb reichen.

Ein Anstieg an E-Autos bedeutet für das Garagengewerbe

viele Unsicherheiten und offene

Fragen, aber auch anstehende Kosten für

Infrastruktur, Werkzeuge und die Ausbildungen

von Mitarbeitenden. Die Frage ist,

ob, wann und in welcher Form sich Garagenbetriebe

diesen Veränderungen stellen wollen.

Laut einer Umfrage der ESA, an welcher

Ende 2019 über 400 Garagisten teilgenommen

haben, ist die Mehrheit der Befragten

eher skeptisch gegenüber der Elektromobilität.

Der Anteil an E-Autos in ferner Zukunft

wird auf rund einen Drittel prognostiziert und

rund 75 Prozent aller Teilnehmenden reparieren

bis dato noch keine oder nur halbjährlich

E-Autos. Die Herausforderungen liegen primär

bei Reparaturverboten seitens Hersteller

und bei der Aus- und Weiterbildung der

Mitarbeitenden. Auch an Ladeinfrastruktur

innerhalb der Garagen und an öffentlich zugänglichen

Ladestationen haben die meisten

Garagisten bisher noch kein grosses Interesse.

Auf der anderen Seite zeigen die Wachstumskurven

von Anbietern von E-Autos

nach oben und etliche Hersteller investieren

Milliarden in die Elektromobilität. Die ESA-

Umfrage hat auch gezeigt, dass sich Automobilisten

immer öfter bei den Garagisten über

E-Autos und entsprechende Lademöglichkeiten

informieren.

Neues Tankverhalten

Bei Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselantrieb

wird der Tank erst aufgefüllt, wenn er

fast leer ist. Das Ladeverhalten bei E-Automobilisten

gleicht hingegen eher dem Ladeverhalten

von Smartphones. Sie werden möglichst

dann geladen, wenn sie nicht in Gebrauch

sind. E-Autos können geladen werden, ohne

34

Februar 2020 | AUTOINSIDE


SPONSORED CONTENT

dass der Halter daneben steht. Meist werden

die E-Autos über Nacht zu Hause, während

dem Einkaufen, am Arbeitsplatz oder an öffentlich

frequentierten Orten geladen.

Ladestationen als Imageträger

Es muss aber nicht immer gleich eine E-Tankstelle

sein: Mit öffentlich sichtbaren Ladesäulen

oder Wallboxen können sich Garagen als

moderne Vorreiter der E-Mobilität positionieren

und sich gleichzeitig von den Mitbewerbern

abheben. Damit können auch Neukunden

angeworben werden, welche sich für

ein E-Auto interessieren oder während dem

Laden in den Showroom kommen. Schliesslich

können sich Garagisten mit dem Verkauf

von Wallboxen und mobilen Ladelösungen

für zu Hause als echte E-Mobility-Berater

gegenüber den Automobilisten positionieren.

Über Ladelösungen nachdenken

Mit der steigenden Anzahl in den kommenden

Jahren tauchen immer mehr Elektrofahrzeuge

in den Prozessketten der Garagenbetriebe

auf. E-Autos sollten wenn möglich

nicht an herkömmlichen Steckdosen aufgeladen

werden die Wallboxen und Ladesäulen

erzielen nicht nur höhere Ladeleistungen,

sondern sind auch sicherer. Zudem ist damit,

dank intelligenter An- und Ausschalter,

das Stromnetz vor Überlastung besser

geschützt. Nach dem Service in der Garage

haben Kunden die Erwartung, ihre Fahrzeuge

mindestens mit dem gleichen Ladeniveau

zurückzuerhalten. Der aufgeladene Strom

kann den Automobilisten verrechnet oder

als Kundengeschenk vermerkt werden. Ein

vollständiges Aufladen verursacht je nach

Lade-Niveau Kosten für den Garagisten. Auf

der anderen Seite kann dieser Gratis-Service

auch als Kundenbindungsmassnahme eingesetzt

werden. Deshalb muss sich heute jeder

Betrieb mit dem Thema Ladelösungen auseinandersetzen,

auch wenn Skepsis gegenüber

der Elektromobilität vorhanden ist.

Unterstützung durch die ESA

Das Spannungsfeld zwischen der Unsicherheit

der Garagisten gegenüber der Elektromobilität

und der stetig wachsenden Anzahl

von E-Autos macht es schwierig, sich für eine

zukünftige Rolle des eigenen Betriebs zu entscheiden.

Die rechtzeitige Ausrichtung auf

mögliche Marktentwicklungen war stets ein

Grundauftrag der ESA. Deshalb bietet die

ESA für die bei den Garagisten auftauchenden

Fragen und Problemstellungen Antworten

und Lösungen.

Neu bietet die ESA zudem verschiedene Produkte

im Bereich der Elektromobilität an.

Neben Werkzeugen und Schutzausrüstung

sind dies auch mobile Ladestationen sowie

stationäre Wallboxen.

Für den mobilen Einsatz stehen die Juice

Booster 2 und Juice Booster 2 Pro mit diversen

Adaptern in den ESA-Lagern bereit. Im Bereich

der Wallboxen bieten die professionellen

Produkte des deutschen Herstellers Innogy

zukunftsweisende Ladelösungen für Elektroautos

und ermöglichen ein schnelles und sicheres

Laden mit bis zu 22 kW. Bei der ESA

sind die eBox smart und die eBox professional

als Variante mit Typ-2-Buchse und als Variante

mit Typ-2-Stecker mit Kabel erhältlich.

Die Standardversion «smart» kommuniziert

per WLAN, die Version «professional» verfügt

über eine Vielzahl an Schnittstellen und Authentifizierungsmöglichkeiten.

Bei beiden Modellen

ist das Autorisieren und Bezahlen der

Ladevorgänge per App oder per smartem Kabel

möglich.

Installation

Wichtig sind eine professionelle Installation

der Ladestationen sowie entsprechende Vorabklärungen

und Bewilligungen. Diese können

durch den lokalen Elektroinstallateur

vorgenommen werden. Bei Bedarf bietet die

ESA Installationsleistungen über einen Partner

an.

Aufrüsten oder abwarten? Diese Frage muss

jeder Garagist für sich selber beantworten

und sich Gedanken machen, ob und allenfalls

wie er seinen Betrieb auf die neuen Kundenbedürfnisse

im Bereich der Elektromobilität

vorbereiten will. So oder so: Die ESA unterstützt

ihre Mitinhaber und Kunden mit theoretischen

Grundlagen, Ladesystemen und bei

der Installation von Ladelösungen. Weitere

Informationen finden interessierte Garagisten

unter esa.ch/e-charge. <

Alle Produkte zur E-Mobilität unter:

www.esa.ch/e-mobility

AUTOINSIDE | Februar 202035


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Fahrerassistenzsysteme

So kalibrieren Garagisten

ADAS effizient

Ab 2022 sind Fahrerassistenzsysteme sogenannte Advanced Driver Assistance Systems in Neuwagen Pflicht.

Was die neue EU-Regelung für Schweizer Garagisten bedeutet und welche Lösung der Automobilzulieferer Bosch

bei der Kalibrierung von ADAS bereithält. Carla Stampfli und Sandro Compagno

Der DAS 3000 unterstützt Garagenbetriebe bei der Arbeit und sichert die Effizienz sowie die Qualität in der Werkstatt.

Sie erkennen anhand von Kamerasystemen

und Radarsensoren kritische Situationen, warnen

den Autofahrer und greifen bei Gefahr ein:

die Fahrerassistenzsysteme, auf Englisch Advanced

Driver Assistance Systems kurz ADAS

genannt. Ab dem Jahr 2022 sind Fahrzeuge, die

im Jahr 2022 neu homologiert werden, beziehungsweise

zu welchen es auf EU-Ebene noch

keine Typengenehmigung gab, ADAS-ausstattungspflichtig.

Dabei kann es sich um ganz

neue Modelle handeln, aber auch um weiterentwickelte

Fahrzeuge oder um eine neue Motorisierungsvariante.

Ab 2024 müssen dann

alle Neuwagen, die verkauft und zugelassen

werden, über ADAS verfügen.

Die neuen EU-Vorschriften haben auch Auswirkungen

auf Schweizer Garagenbetriebe.

Denn: Ist ein Auto wegen Unfallschaden,

Windschutzscheibentausch, Tuningmassnahmen

oder weiteren Service- beziehungsweise

Reparaturarbeiten in der Werkstatt, sind danach

die Fahrerassistenzsysteme neu zu kalibrieren.

Demzufolge müssen die Werkstätten

investieren in Aus- und Weiterbildung des

Personals sowie in die entsprechende Infrastruktur

mit Prüf- und Einstellgeräten.

Um die Garagenbetriebe bei der effizienten

und raschen Kalibrierung zu unterstützen, hat

Bosch eine Lösung parat: die universelle, computergesteuerte

Kalibrier- und Justagevorrichtung

für ADAS, den DAS 3000. Die Systemlösung

eignet sich für den Einsatz an Fahrzeugen

aller gängigen Hersteller und liefert optimale

Messgenauigkeit nach den höchsten OEM-Vorgaben.

Der DAS 3000 wird über einen Werkstatt-PC

mit der Werkstatt-Software Esitronic

2.0 online in Verbindung mit Bosch-Diagnosetestern

gesteuert. Dank dieser Gesamtlösung

wird Garagenbetrieben ein schneller Zugang

zu unterschiedlichen Diagnoseverfahren bei

der Kalibrierung der Fahrerassistenzsysteme

ermöglicht.

Ob auf Hebebühnen, im Freien oder auf Werkstattböden,

der DAS 3000 ist universell einsetzbar,

auf allen Arbeitsplätzen. Integrierte

36

Februar 2020 | AUTOINSIDE


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Herr Francescutto, wann soll sich ein

Garagist oder Carrossier ein solches

Kalibrierungssystem anschaffen?

Sandro Francescutto, Leiter Garagenkonzepte

Schweiz bei der Robert Bosch AG:

Seit 2017 tragen bereits alle Golf VII einen Radarsensor

im Markenlogo und ab 2022 müssen

ausserdem alle neuen Fahrzeuge in Europa

mit einem Notbrems- und Spurhalteassistenten

ausgerüstet sein. Betriebe, die sich also

früh als ADAS-Kompetenzzentrum etablieren,

profitieren heute von einem faktischen Alleinstellungsmerkmal

in ihrer Region und arbeiten

dann in der «Blütezeit» der Kalibrierungsysteme,

wenn durch die künftigen Automodelle

mehr Arbeit anfällt, auch viel effizienter als

Neulinge. Daher empfehlen wir den Garagisten

und den Carrossiers, sich nicht erst 2022

das Know-how dafür aufzubauen.

Der DAS 3000 von Bosch.

Kameras und geführte Softwareabläufe messen

die Distanz zum Fahrzeug und die Ausrichtung

auf die Fahrachse komplett digital

so wird die Bosch-Systemlösung schnell und

präzise vor dem Auto positioniert, was die Effizienz

der Werkstattabläufe steigert. Im Lieferumfang

der Kalibrier- und Justagevorrichtung

enthalten ist ausserdem ein Präzisionsmessbalken

zur Anbringung von fahrzeugspezifischen

Kalibriertafeln. Eine gefederte Stempelbremse

sichert die standfeste Positionierung

und dank grossen Rädern können Garagisten

den DAS 3000 komfortabel im Werkstattumfeld

manövrieren. Die Systemlösung unterstützt

den Garagisten auch bei der Fehlersuche

an den Fahrerassistenzsystemen selbst sowie

bei allgemeinen Einstell- und Servicearbeiten.

So funktioniert zusammengefasst der Kalibrierungsprozess:

Die Verbindung mit Esitronic 2.0

und KTS starten, den DAS 3000 vor das Fahrzeug

stellen. Die Tafel für das zu kalibrierende

Auto auswählen, worauf die Positionierung der

Kalibrier- und Justagevorrichtung durch das

Dual-Kamera-System erfolgt. Nun ist die Feinjustierung

an der Reihe, im Anschluss startet

die Kalibrierung der Frontkamera sowie des

Frontradars.

Fazit: Der DAS 3000 unterstützt Garagenbetriebe

bei der Arbeit und sichert die Effizienz

sowie die Qualität in der Werkstatt.

Sandro Francescutto, Leiter

Garagenkonzepte Schweiz,

Robert Bosch AG.

Sandro Francescutto, Leiter Garagenkonzepte

Schweiz bei der Robert Bosch AG, erklärt

im Interview, weshalb es sich für Garagisten

lohnt, bei Fahrerassistenzsystemen auf eine

gesamtheitliche Lösung zu setzen.

Wie lange dauert es, bis er ein Kalibrierungssystem

amortisieren kann?

Ein Arbeitsablauf dauert je nach Umfang

zwischen 15 und 60 Minuten. Wenn wir zum

Beispiel von nur zwei Kalibrierungen pro Tag

ausgehen, dauert die Amortisation schätzungsweise

2 Jahre und 6 Monate. Da spielen

aber ganz viele Faktoren wie Herstellervorgaben

und Stundenverrechnungssätze mit

rein. Viel wichtiger dabei ist, dass die gesamte

Wertschöpfung im Betrieb bleibt und nicht

bei einem externen Dienstleister stattfindet. In

dem Fall müssten nämlich auch das unproduktive

Hin- und Herfahren sowie die Ausfallzeiten

dazu gerechnet werden.

Was kostet der DAS 3000? Und: Bietet

Bosch den Garagisten auch Finanzierungsmöglichkeiten

an?

Das DAS 3000 wird für 11 580. Franken exklusiv

Mehrwertsteuer angeboten. Hinzukommen

dann noch die universellen oder

fahrzeugspezifischen Kalibriertafeln, welche

jeweils um die 500. Franken kosten. Und ja

unsere Grosshändler, über welche die Geräte

verkauft werden, bieten selbstverständlich

auch Finanzierungen an. <

Weitere Infos unter:

www.bosch.ch

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Automobiltechnik zum Anfassen:

Trainings für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

Gasfahrzeuge

Konventionelle Fahrzeuge

www.autef.ch

AUTOINSIDE | Februar 202037


OCCASIONEN & CARROSSERIE

SellCars und ReCars Online-Marktplätze der Amag für Occasionen

«Wir sehen Neu- und Occasionsmarkt

nicht getrennt»

Die Amag führt zwei spannende Online-Plattformen für Dienstwagen und Leasingrücknahmen (ReCars) respektive

für Langsteher und Exoten (SellCars), die sich auch für das Management des Occasionsbestands eignen. AUTOINSIDE

sprach mit Henrik Lohse, Head of Used Car Sales bei der Amag Import AG. Jürg A. Stettler

Die Amag hat mit ihren Occasionsfahrzeugen nicht nur B2C-Kunden im Fokus, sondern dank der zwei Onlineplattformen ReCars und SellCars auch B2B-Kunden.

Herr Lohse, wieso sollte man Qualitätsoccasionen

auf ReCars suchen beziehungsweise

handeln?

Henrik Lohse, Head of Used Car Sales bei

der Amag Import AG: Auf der Plattform Re-

Cars gibt es ein grosses und umfangreiches

Angebot von jungen Qualitätsoccasionen direkt

vom Importeur. Die Fahrzeuge sind meist

jünger als ein Jahr und haben noch Werksgarantie.

ReCars ist ein B2B-Marktplatz für Fahrzeugfachhändler

und zeichnet sich aus durch

die einfache und transparente Abwicklung.

Was sind die Vorteile gegenüber den rund

4500 Fahrzeugen, die man beispielsweise

auf «Das WeltAuto.» und «Audi Occasion

:plus» findet?

Fahrzeuge der beiden Qualitätslabel «Das

WeltAuto.» und «Audi Occasion :plus» bilden

ein Angebot der jeweiligen Partner, die das

Qualitätslabel führen und richten sich an Endkunden

es sind somit B2C-Marktplätze.

Ist das Angebot auf ReCars offen für alle

Garagisten und Private oder nur für Amag-

Partner?

Amag ReCars richtet sich an alle im Handelsregister

eingetragenen Garagisten. Nach erfolgter

Onlineregistrierung und Freischaltung

kann der jeweilige Garagist auf Fahrzeuge bieten

und diese kaufen.

Woher stammen die Fahrzeuge auf

der Plattform?

Die meisten Fahrzeuge auf Amag ReCars kommen

aus der Vermietung. Andere Herkunftsquellen

sind Dienstwagen, Einsatzwagen oder

auch Fahrzeuge aus Grossflotten.

Wie läuft das Auktionsverfahren ab? Gibt

es Restriktionen?

Amag ReCars ist keine reine Auktionsplattform,

sondern eine Handelsplattform. Auf

Amag ReCars werden Fahrzeuge auch zu Festpreisen

gehandelt. Der grösste Anteil der

Fahrzeuge wird jedoch über ein offenes Bietverfahren

versteigert, nach dem sogenannten

Ricardo-Prinzip.

Was passiert bei Mängeln am Fahrzeug, die

erst nach der Übergabe ersichtlich werden?

Schlicht ein Risiko des Käufers oder gibt es

Schadensersatzanspruch?

Alle Fahrzeuge, die auf ReCars angeboten wer-

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


OCCASIONEN & CARROSSERIE

den, wurden von Xpertcenter einer unabhängigen

Organisation, unter anderem für

Fahrzeugexpertisen begutachtet und auf

optische Beschädigungen kontrolliert. Die Expertise

und die dazugehörigen Fotos sind von

den Interessenten auf der Plattform jederzeit

einsehbar. Technische Mängel treten bei den

auf ReCars angebotenen jungen Fahrzeugen

sehr selten auf und sind meist über die noch

bestehende Neuwagengarantie gedeckt. Im

seltenen Fall eines nicht gedeckten Mangels

finden wir mit dem Käufer eine partnerschaftliche

Lösung.

Henrik Lohse kümmert sich als Head of Used Car Sales

bei der Amag Import AG ums Occasionsgeschäft.

Was ist der Unterschied zum Angebot auf

Ihrer Online-Plattform SellCars?

SellCars ist eine Unterplattform von Amag

ReCars. Auf SellCars können alle bei ReCars

registrierten Händler ihre eigenen Fahrzeuge

publizieren und anderen Händlern zum Kauf

anbieten, also ein B2B-Marktplatz. Die Fahrzeuge

werden dort in einem «Blindgebot-Verfahren»

ersteigert. Wir sehen den Neu- und

Occasionsmarkt nicht getrennt. Wer ein gut

funktionierendes und organisiertes Occasionsgeschäft

hat, hat auch deutliche Vorteile

beim Neuwagengeschäft. Denn in vielen Fällen

eines Fahrzeugverkaufs muss eine Occasion

eingetauscht werden. Und dies sind auch

oft ältere Fahrzeuge mit hohen Kilometerständen,

die der Fachhandel nicht an seine Endkunden

verkaufen kann oder möchte. Oder

es handelt sich hier um Fremdfabrikate. Sell-

Cars eröffnet den Händlern einen Marktplatz

mit über 1500 potenziellen Käufern und somit

die Chance, die Fahrzeuge zum bestmöglichen

Preis verkaufen zu können. Auch hier ist maximale

Transparenz für den jeweiligen Händler

gegeben. Auf ReCars finden Händler junge

Qualitätsoccasionen unserer Konzernmarken

direkt vom Importeur, auf SellCars können

die Händler untereinander ihre Fahrzeuge anbieten

und verkaufen. Alles in allem ein Login

für zwei Plattformen mit unterschiedlichem,

sich ergänzendem Angebot.

Was sind die Vorteile der beiden Amag-

Plattformen gegenüber anderen Plattformen?

Von Vorteilen kann man eigentlich nicht

sprechen, da sich die Plattformen von ihrem

Angebot her schon deutlich unterscheiden.

Wenn man dennoch etwas nennen möchte,

ist es das grosse und vielfältige Modellangebot

von jungen Occasionen der Volkswagenkonzern-Marken.

Das gibt es so in der

Schweiz nur auf ReCars, wenn man sich die

B2B-Plattformen anschaut. <

Weitere Infos unter:

amag-recars.ch oder

sellcars.amag-recars.ch

Papierlose Werkstatt

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...die passende IT-Lösung!

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AUTOINSIDE | Februar 202039


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Digitales Preisschild

Internet of Things und

dynamisches Pricing

statt Zettelwirtschaft

Im Frühjahr 2020 bringen Visi/One und Bopp Solutions eine völlig neue Technologie

für digitale Preisschilder an den Start. Die neue Technologie verspricht

einen Zeitenwandel. Sandro Compagno

Dieses Jahr marktreif: Jean-Claude Bopp präsentiert das neuartige Display.

Herr Bopp, genau vor einem Jahr haben wir

bereits einmal über das digitale Preisschild

gesprochen. Auf dem Markt ist es noch

nicht. Wo klemmt es?

Jean-Claude Bopp, Geschäftsführer Bopp

Solutions: Digitale Preisschilder mit Visi/

One Technologie sind grundsätzlich schon

seit über zwei Jahren bei über 30 Standorten

in Deutschland und in der Schweiz erfolgreich

im Einsatz. Wir starten jetzt mit einer

einzigartigen, weltweit neuen Funktechnologie,

die speziell für die Anforderungen für

den Einsatz im Autohandel entwickelt wurde.

Das neue digitale Preisschild funktioniert

mit Mobilfunk statt WLAN. Jedes Display

hat eine eigene SIM-Karte. Dabei arbeiten wir

nicht mit dem normalen Mobilfunknetz, sondern

die Technologie basiert auf dem weltweit

neuen Industriestandard für das Internet

of Things NB-IoT. Darüber hinaus hat jedes

Display ein GPS-Modul, mit dem man die

Fahrzeuge orten kann. Das hat es so noch nie

gegeben. Bei der Entwicklung gab es viele Herausforderungen:

Unter anderem können wir

nicht wie beim Handy die Batterie täglich aufladen,

sondern sie muss mindestens ein Jahr

halten. Dazu kommt: Seit wir das Wort «IoT»

in den Mund genommen haben, sackte das

Interesse an der WLAN-Lösung schlichtweg

zusammen. Die Garagisten wollten lieber auf

«IoT» warten und das aus guten Gründen.

Das müssen Sie mir erklären.

Ganz einfach: Die neue NB-IoT-Technologie

kann viel einfacher und schneller ausgerollt

werden. Mit WLAN müssen an jedem Standort

Access Points für eine lokale Funkabdeckung

installiert werden. Das kostet Zeit und

Geld. Die Kosten für die Verkabelung sind vor

allem bei Standorten mit grösseren Aussenflächen

nur schwer kalkulierbar. Die neuen

NB-IoT-Displays werden einfach nur ausgepackt

und über das Internet mit den Fahrzeugen

verbunden. Das war’s. Wir arbeiten hier

mit der Swisscom zusammen, die ihr NB-IoT-

Netz in den letzten zwei Jahren flächendeckend

in der Schweiz ausgerollt hat.

40

Februar 2020 | AUTOINSIDE


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Wie schätzen Sie das Potenzial dieses digitalen Preisschildes ein?

Sehr hoch. In Deutschland wurden die Teilnehmer am Dekra-Autohändlertreffen

zum Thema befragt: 94 Prozent sind der Meinung, dass

die digitale Preisauszeichnung die analoge ablösen wird. Das digitale

Preisschild ermöglicht ein dynamisches Pricing, eine Verkürzung der

Standzeiten und einen nicht zu unterschätzenden Zeitgewinn, weil der

Händler das Preisschild nicht mehr manuell wechseln muss. Ein Beispiel:

Es fällt Schnee bis ins Flachland und ein 4x4-Fahrzeug könnte

für 200 Franken mehr verkauft werden. Oder wir haben ein sonniges

Sommerwochenende vor uns und man könnte ein Cabriolet für 200

Franken mehr anbieten. Welcher Händler hat schon die Zeit, jedes Mal

an all diesen Autos das analoge Preisschild zu wechseln? Mit unserer

Lösung genügen ein paar Klicks vom Bürotisch aus.

Was kostet das Ganze?

Wir arbeiten mit einem modularen Preismodell, sodass wir dem Garagisten

ein genau für ihn passendes Angebot unterbreiten können. Dabei

kann er entscheiden, ob er kaufen oder nur mieten möchte. Wenn

er kauft, startet der Preis mit 199 Franken für das Display plus monatliche

Kosten. Diese monatlichen Kosten sind abhängig von den Technologiebausteinen,

die er dazu bucht. Hier ist vor allem wichtig, dass

wir gemeinsam darauf schauen, was für ihn zum jetzigen Zeitpunkt

sinnvoll ist, was er also davon mit seinen aktuellen digitalen Prozessen

gewinnbringend nutzen kann. Der Vertrag läuft über drei Jahre, in

der Zeit kann er jederzeit erweitert werden.

Das digitale Preisschild vereinfacht das Pricing der Fahrzeuge und verringert

die Standzeiten.

Und wann kommt das digitale Preisschild in der Schweiz auf

den Markt?

Ab Februar werden 5000 Displays in Deutschland an die Kunden, die

im vergangenen Jahr vorbestellt haben, ausgeliefert. Hier wurden die

ersten Displays bereits über mehrere Monate im deutschen Netz intensiv

getestet. Die Schweiz wird ab April mit den ersten Pilotstandorten

folgen. Wir gehen davon aus, dass wir ab Sommer in grösseren Stückzahlen

lieferbar sind. Bestellen kann man natürlich schon vorher. <

Wieso gerade drei Jahre? Hält das Gerät nicht länger?

Doch. Wir gehen von einer Lebensdauer von rund fünf Jahren aus.

Aber die meisten unsere Kunden kalkulieren auf drei Jahre und wollen

sich auch nicht länger binden. NB-IoT ist nach 20 Jahren die absolute

Innovation im Bereich E-Paper-Displays und optimal für unseren

Einsatzzweck. Hier wird es in den nächsten Jahren keine grundsätzliche

Änderung geben. Doch es gibt natürlich immer Möglichkeiten,

ein Produkt zu verbessern, sodass es in zwei bis drei Jahren sehr wahrscheinlich

eine neue Produktgeneration geben wird.

Weitere Infos unter:

www.bopp-solutions.ch

Wie sicher vor Manipulation ist dieses Preisschild? Kann der

Garagist sicher sein, dass der «sparsame» und technisch versierte

Kunde hier nichts manipuliert?

Ja, das kann er. Die Displays haben den gleichen Sicherheitsstandard

wie Handys im LTE-Netz, weil NB-IoT auf diesen Netzen aufgebaut

ist. Darüber hinaus ist die Funkverbindung jedes einzelnen Displays

mit einem individuellen, 64-stelligen Kryptocode verschlüsselt. Selbst

wenn es jemandem gelingen sollte, diesen Code zu knacken. dann hat

er erst Zugriff auf ein einziges Preisschild. Eine Manipulation ist also

extrem unwahrscheinlich.

Die Buchhaltung im Autohaus

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AUTOINSIDE | Februar 202041


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Eine Frage an ...

Lacke und Lacksysteme:

Erfolgreich in die Zukunft

Ob kürzere Prozesszeiten, steigende Produktivität oder tiefere Material- und Energiekosten die Lackunternehmen halten

in diesem Jahr verschiedene Produkte- und Dienstleistungshighlights bereit, die Werkstattbetriebe bei ihrer täglichen

Arbeit unterstützen und einen Mehrwert bringen. André Bissegger

Volker Wistorf,

Technischer Leiter

Spies Hecker Schweiz

Was ist Ihr Produkt- oder Dienstleistungshighlight

in diesem Jahr?

Volker Wistorf, Technischer Leiter

Spies Hecker Schweiz: Im Frühling 2020

wird die Produktelinie Speed-TEC weiter ausgebaut

und mit dem neuen Produkt Permasolid

Speed-TEC Klarlack 8810 ergänzt. Der neue

Klarlack ist genau richtig, wenn es auf absolute

Geschwindigkeit ankommt. Bei Verwendung

des kompletten Speed-TEC-Systems lassen sich

Prozesszeiten deutlich verkürzen. Eine Kleinreparatur

ist so in nur 71 Minuten möglich. Das

Fahrzeug kann in kürzester Zeit zurückgegeben

werden. Expressreparaturen als Geschäftsfeld

werden noch attraktiver. Darüber hinaus

lassen sich mit der richtigen Taktik deutlich

Energiekosten einsparen. Mit den Trainings

und Seminaren von Spies Hecker setzen Betriebsinhaber

auch im Jahr 2020 auf das Thema

Weiterentwicklung. Dieser Wissensvorsprung

ist Grundvoraussetzung dafür, dass der

Fachmann die Anforderungen an die moderne

Unfallschadenreparatur jederzeit vollends erfüllen

kann. Ebenfalls werden auch wertvolle

Tipps vermittelt, um Zusatzgeschäfte auf eine

solide Basis zu stellen. Spies Hecker reagiert

zum Beispiel auf die steigende Zahl an Caravan-

und Wohnmobilzulassungen. Auch darin

steckt jede Menge Auftragspotenzial für die

Werkstätten. Die Lackakademie zur Caravan-

Instandsetzung wurde deshalb und aufgrund

der grossen Resonanz um weitere Seminartermine

erweitert.

Céline Tambour,

Marketing- und Kommunikationsleiterin,

Five Star Managerin, Cromax

Switzerland.

Was ist Ihr Produkt- oder Dienstleistungshighlight

in diesem Jahr?

Céline Tambour, Marketing- und Kommunikationsleiterin,

Five Star Managerin,

Cromax Switzerland: Cromax steht für

Innovation, erhöhte Produktivität und Kompetenz

in Farbtongenauigkeit für den Carrosseriebetrieb.

Mit dem Ultra-Performance-Energy-

System von Cromax hat der Carrosseriebetrieb

einen reellen Wettbewerbsvorteil. Das Wasserbasislacksystem

ist die fortschrittlichste Konzentratetechnologie,

mit der nicht nur die Produktivität

gesteigert und die Material- und

Energiekosten gesenkt werden, sondern bietet

obendrein hervorragende Farbtongenauigkeit.

Die dazu passenden, hoch produktiven

Füller- und Klarlackprodukte runden das

42

Februar 2020 | AUTOINSIDE


Produktporfolio massgeblich ab. Neben der technischen Innovationen

unserer Lacksysteme bietet Cromax zahlreiche Tools, die unsere Kunden

optimal für die Digitalisierung des Geschäftes unterstützen: Chromaconnect,

unsere cloudbasierte Lösung für die optimale Farbfindung

und das Farbtonmanagement. Lackmaterial und Zubehör können auf

unserem Webshop Cromastore dank kostenloser App ganz einfach direkt

aus dem Mischraum bestellt werden. Wir bieten den Anwendern

zahlreiche Cromax-Trainingsvideos auf Deutsch (und demnächst auf

Französisch), um die korrekte Anwendung sowie die Applikationsverfahren

von Cromax-Lackprodukten aufzuzeigen.

Daniel Zollinger,

Key Account Manager,

PPG Switzerland GmbH.

1

Steigern Sie sofort

Ihren Umsatz

Was ist Ihr Produkt- oder Dienstleistungshighlight in

diesem Jahr?

Daniel Zollinger, Key Account Manager, PPG Switzerland

GmbH: Moonwalk, unsere neue automatische Mischmaschine und

die Digitalisierung des Carrosseriegewerbes. Es wird viele Neuerungen

und Innovationen für den Carrossier geben, die ihm helfen werden, erfolgreich

in die Zukunft zu gehen. Das Erste ist Moonwalk, die revolutionäre

neue Mischmaschine für Autolacke. So werden wir automatisierte

Bestellprozesse bei den Kunden einführen mit integriertem

Inventar und KPI. Einen komplett neuen und revolutionären Prozessmanager

mit allen denkbaren Möglichkeiten und trotzdem sehr einfach

zu bedienen. Für ein erfolgreiches Unternehmensmanagement

sind heute viel mehr Kenntnisse von den Betriebsentscheidern notwendig

als noch vor einigen Jahren. Neben rein fachlicher und technischer

Kompetenz müssen Unternehmer heute auch in den Bereichen

Betriebswirtschaft, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz,

Qualitätsmanagement und strategischer Geschäftsentwicklung

fit sein. Mit den MVP Business Solutions bietet PPG Switzerland

GmbH seinen Partnerbetrieben kompetente Lösungen und

individuelle Unterstützung rund um das eigene Unternehmen. Dabei

stehen immer die individuellen Gegebenheiten und Ziele der Partner

in Fokus. <

Erhöhen Sie die

Kundenzufriedenheit

2

3

CitNOW Workshop

schafft Vertrauen

durch Transparenz

AUTOINSIDE | Februar 2020


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Windschutzscheiben

Mit Scheibenreparatur

zum Erfolg

Chance für Garagisten: Seit dem vergangenen Jahr ist die Windschutzscheibenreparatur im Fahrersichtfeld erlaubt.

Darauf müssen sie achten. André Bissegger

vor für ein perfektes Reparaturergebnis», sagt

er. «Doch die modernen Reparaturgeräte unterstützen

einen dabei optimal.» Denkt man an

die teilweise notwendigen Kalibrierungsarbeiten

nach einem Scheibenaustausch, dann ist

das Reparieren sogar oftmals einfacher als

das Ersetzen.

Garagisten, die noch nicht selbst im Glasgeschäft

aktiv sind, können das Handwerk beispielsweise

in einem Clearcarrep-Kurs lernen,

rät Markus Peter. Clearcarrep ist ein Konzept

der ESA und der Betag und bietet generell eine

breite Palette an verschiedenen Kursen an

von der Kunststoffreparatur bis hin zu Kleinschadenreparatur.

Garagisten haben neu die Möglichkeit, selbst kleinere Reparaturen im Fahrersichtfeld durchzuführen.

Bis im vergangenen Jahr war die Windschutzscheibenreparatur

im Fahrersichtfeld grundsätzlich

verboten. Dann wurde jedoch der entsprechende

Artikel in der Verordnung über die

technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge

(VTS) revidiert und der Austausch der

Scheibe ist nicht mehr unter allen Umständen

zwingend. Der Grund: Die technischen Möglichkeiten

haben sich so weiterentwickelt,

dass Reparaturen heute qualitativ so gut durchgeführt

werden können, dass der ursprüngliche

Zustand praktisch wiederhergestelltwerden

kann.

Garagisten haben dadurch neu die Möglichkeit,

selbst kleinere Reparaturen im Fahrersichtfeld

durchzuführen. Ganz nach dem

Grundsatz: Reparatur statt Ersatz. Wie Markus

Peter, Leiter Technik & Umwelt beim AGVS, erklärt,

müssen jedoch einige Punkte beachtet

werden: «Die Reparatur muss technisch möglich

und die verzerrungsfreie Sicht danach gewährleistet

sein.» Dafür entscheidend sind das

Schadensbild und die Position auf der Scheibe.

Denn eine Reparatur ist nicht möglich,

wenn der Schaden grösser als ein «Zweifränkler»

ist oder er zu nahe an der Glaskante liegt.

Der Grund: In beiden Fällen ist die Gefahr zu

gross, dass die Scheibe reisst.

Eine Reparatur der Frontscheibe, die aus zwei

Lagen Glas und einer Folie dazwischen aufgebaut

ist, kommt zudem nur in Frage, wenn lediglich

die äussere Schicht beschädigt ist. Hält

man sich an diese Grundsätze, dann sind

Bedenken zur Sicherheit, weil die Scheibe eine

tragende Funktion einnimmt, fehl am Platz.

«Untersuchungen an fachmännisch reparierten

Frontscheiben haben gezeigt, dass die Festigkeit

nach der Reparatur praktisch wieder dem

Neuzustand entspricht», sagt Markus Peter.

«Das bei Reparaturen mit Druck injizierte und

danach ausgehärtete Harz verhindert, dass die

Scheibe an der reparierten Stelle reisst.»

Die Reparatur einer Frontscheibe geht laut

Markus Peter heute «fast wie von alleine».

Denn die Werkzeuge hätten eine grosse Entwicklung

durchgemacht. «Manuelles Geschick

und ein gutes Auge braucht es zwar nach wie

Eine andere Möglichkeit sind die Schulungen

von Glas Trösch. Die Trösch Autoglas Fachschulungen

richten sich an alle, die unter anderem

ihr Wissen über den Aus- und Einbau von

Windschutzscheiben oder die richtige Anwendung

der Klebestoffe und Vorbehandlungsmittel

auffrischen wollen. Auch die Steinschlagreparatur

ist ein Thema. <

Weitere Infos unter:

www.clearcarrep.ch

www.glastroesch.ch

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Axalta Coating Systems GmbH

axaltacs.ch

> Sea Glass: Axaltas Autofarbe des Jahres 2020 schlägt hohe Wellen

pd. Das moderne, schimmernde

Türkisblau setzt einen Trend

als frische, neue Farbe für alle

Fahrzeugtypen. Inspiriert von

den Wasserläufen und Ozeanen

der Natur besitzt Axaltas Sea

Glass eine schillernde Tiefe und

Farbintensität. Es ist eine Farbe,

die sich Verbraucher wünschen

und die den Autofahrern auf der

ganzen Welt ins Auge sticht.

Axaltas Globale Studie der

beliebtesten Autofarben 2019

berichtete, dass blaue Fahrzeuge

sieben Prozent des weltweiten

Marktanteils darstellen

und nach Weiss, Schwarz, Grau

und Silber an fünfter Stelle auf

der globalen Beliebtheitsskala

stehen. Mit einem Anteil von

10 % der lackierten Fahrzeuge

ist Blau in den Regionen

Nordamerika und Europa am

gefragtesten. Sea Glass ist aber

mehr als nur eine besonders

ansprechende Trendfarbe. Die

Formel besitzt reflektierende

Eigenschaften und kann daher

besonders gut von LIDAR-

Systemen (Light Detection and

Ranging) geortet werden.

«Der helle Perlmuttfarbton Sea

Glass wurde auch für die Ortung

mittels Radar (Radio Detection

and Ranging) konzipiert und

erfüllt damit die heutigen

Farbtrends für die autonomen

Fahrzeuge von morgen», erklärt

Nancy Lockhart, Global

Product Manager für Farbtöne

bei Axalta. «Die Durchlässigkeitseigenschaften

von Axaltas

Sea Glass, wie auch von vielen

anderen Farbtönen in unserem

umfassenden Farbportfolio,

unterstützen die gegenseitige

Erkennung von Fahrzeugen.»

Dan Benton, Axalta Marketing

Manager für Farbtöne, Nordamerika,

sagt: «Sea Glass hat

nun Marktreife erlangt. Die

Formulierungen dieser vielseitig

einsetzbaren Farbe sind weltweit

in unseren wasserbasierenden

Technologien erhältlich

und stehen für alle Kunden

Sea Glass besitzt eine schillernde Tiefe und Farbintensität.

bereit, die aktiv nach dem

nächsten Farbtrend Ausschau

halten.» Mit Axaltas branchenführenden

Marken, einschliesslich

Cromax, Standox und Spies

Hecker, können Lackierer Sea

Glass bei ihrem nächsten Projekt

unkompliziert und schnell

auftragen. <

Carauktion

carauktion.ch

> Margengenerierung bei Eintauschfahrzeugen mit Carauktion

pd. In Zeiten von Margenschwund

und des Kostendrucks

sind Optimierungen von bestehenden

Prozessen unausweichlich.

So zum Beispiel

beim Eintauschfahrzeug. Ein

alltäglicher Ablauf, welcher bei

vielen historisch gewachsen ist.

Dieser wurde, bedingt durch das

Tagesgeschäft, oft nie auf seine

Aktualität überprüft.

Carauktion bietet unter anderem Zugriff auf über 8000 professionelle Garagisten/Händler.

So ist die Einholung der berühmten

ein bis drei Offerten noch

heute weit verbreitet. Aufgrund

des fehlenden Wettbewerbes

fliesst bei diesem Prozess

jedoch die Marge direkt zum

Zwischenhändler anstatt

dass diese beim Eintauschpartner

bleibt. An dieser Stelle

unterstützt Carauktion als

neutraler Partner und grösster

B2B-Marktplatz die Garagisten

seit 15 Jahren gewinnbringend.

2004 aus den Bedürfnissen der

Automobilbranche gegründet,

führten stetige Weiterentwicklungen

zu 24 500 Fahrzeugen

im Jahr 2019. Demgegenüber

stehen über 8000 Garagisten

und Händler aus dem In- und

Ausland.

Zweimal wöchentlich treffen

Angebot und Nachfrage aufeinander

und sorgen somit für

marktgerechte Höchstpreise.

Ein Mehrwert, von dem der Eintauschpartner

direkt profitiert.

Zusammengefasst bietet

Carauktion:

• Zugriff auf über 8000 professionelle

Garagisten/Händler

davon 13 % direkt aus dem

Ausland.

• Markenneutralität und Unabhängigkeit.

• Kurze Standzeiten dank wöchentlich

zwei Auktionen.

• Einfache und schnelle

Bedienung.

• 15 Jahre Erfahrung im

Fahrzeug-Remarketing.

• Sorglospaket: Erweiterte

Dienstleistungen wie Expertise,

Erfassung und Inkasso

möglich.

Das Team von Carauktion

steht bei Fragen gerne zur

Verfügung. <

AUTOINSIDE | Februar 202045


OCCASIONEN & CARROSSERIE

Cromax

cromax.com/ch

> Erfolgreiche Zertifizierung der Five-Star-Partner

pd. Neun neue Mitglieder, die

2019 in der Schweiz dem Five-

Star-Netzwerk beigetreten

sind, wurden im Laufe des Jahres

im Auftrag der Swiss Safety

Center durch Xpert Center AG

geprüft und erhielten alle im

Dezember ihre Swiss-Safety-

Center-Zertifikate.

Neun neue Five-Star-Partner erhielten ihre Swiss-Safety-Center-Zertifikate.

Zu den neuen Zertifikatsbesitzern

gehören die Carrosserie Coray AG

(Laax), Fahrdynamic Automobile

AG (Gipf-Oberfrick), Auto Gobeli

& Co (Zweisimmen), Brülisauer

AG (Eggersriet), Garage Carrosserie

Centra AG (Gamsen) und

Carrosserie Ponticelli (Kappel). In

der Westschweiz freuen sich MV

Auto-Style Sàrl (Bulle), Carrosserie

Regamey SA (Chailly-sur-

Montreux) sowie Carrosserie

Christian Mettraux S. A. (Neyruz)

über die Auszeichnung.

Five Star setzt mit der Swiss

Safety Center AG auf eine

unabhängige Zertifizierungsstelle.

In Zusammenarbeit mit der

XpertCenter AG prüft diese die

Five-Star-Carrosseriebetriebe

im Hinblick auf die Einhaltung der

hohen Qualitätskriterien sowie

der zeitwertgerechten Reparaturmethoden,

die auch Versicherer,

Leasingunternehmen und Flottenbetreiber

(VLF) verlangen. Durch

seine strengen Auswahlkriterien

stellt Five Star sicher, dass nur

die besten Fachbetriebe, welche

zudem einen ausgezeichneten

Service für die Kunden bereitstellen,

Mitglieder des Netzwerkes

werden können.

Das nächste nationale Five-Star-

Treffen findet am 15. und 16. Mai

in Como, Italien, statt. Neben dem

Kennenlernen neuer Mitglieder

und dem Networking untereinander

stehen spannende Themen

wie das Feiern des Jubiläums «15

Jahre Five Star Schweiz», einen

starken Fokus auf das Thema VLF

und Teambuilding-Aktivitäten auf

dem Programm.

Five Star ist das europäische

Netzwerk führender professioneller

Cromax Reparaturwerkstätten.

Das Netzwerk unterstützt

Carrosserie- und Lackierfachbetriebe,

sich in einem stark umkämpften

Markt durch qualitativ

hochwertige Leistungen und ausgezeichneten

Kundenservice von

Wettbewerbern zu unterscheiden

und einen langfristigen geschäftlichen

Erfolg zu erzielen. <

PPG

ppg.com

> Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein grosser Schritt für die Carrosserie- und Lackbranche

pd. Grössere Effizienz, höhere

Prozesssicherheit, deutlich

mehr Effektivität: Mit der innovativen

Weltneuheit MoonWalk

geht PPG den nächsten Schritt

in Sachen Automatisierung: Das

automatisierte Farbmischsystem

bringt das entscheidende

Plus an Wirtschaftlichkeit auch

in kleineren und mittleren Carrosserie-

und Lackierbetrieben.

Jahre Entwicklungszeit hat der

Lackhersteller in MoonWalk

gesteckt und gemeinsam mit

Corob, einem italienischen

Experten für Pump- und Dosierungsanlagen,

eine automatisierte

Mischbank konzipiert, die

für frischen Wind in der Branche

und in der Werkstatt sorgt. <

Daniel Zollinger, Key Account

Manager, ist mehr als angetan

von der Neuheit aus dem Hause

PPG: «Bei der Entwicklung von

MoonWalk stand jederzeit die

bestmögliche Unterstützung

unserer Partnerbetriebe im Fokus.

Wir denken: Wir haben hier

ein innovatives Tool konzipiert,

das Carrosserie- und Lackierbetriebe

jeder Grösse in puncto

Effizienz und Prozesssicherheit

optimal voranbringt!» Drei

Mit dem automatisierten Farbmischsystem MoonWalk bringt PPG das entscheidende Plus

an Wirtschaftlichkeit auch in kleinere und mittlere Carrosserie- und Lackbetriebe.

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


TECHNIK & UMWELT

Wohnwagen mit E-Antrieb

Reichweitenthematik

innovativ angegangen

Camping liegt im Trend. Gleichzeitig forcieren viele Autohersteller den Elektroantrieb. Wird ein Wohnwagen von einem

batterieelektrisch angetriebenen Fahrzeug (BEV) gezogen, schmilzt die Reichweite des Gespanns je nach Topografie und

Masse des Anhängers rapid. Dethleffs hat sich der Quadratur des Kreises angenommen. Andreas Senger

einem 80 kWh-Lithium-Akku mit elektrischer

Energie versorgt. Kernstück der Entwicklung

ist die Messung der Zugkraft, die beispielsweise

auf 100 Kilogramm festgelegt werden kann.

Der Kraftsensor übermittelt der Leistungselektronik

die benötigte Antriebskraft der beiden

E-Motoren und steuert diese radindividuell

an. Damit lässt sich das Gespann auch

sicherer bewegen. Das gefürchtete Aufschaukeln

wird vollständig durch die Steuerung der

beiden Motoren und der damit eingeleiteten

Antriebs- oder Bremskräfte eliminiert. Auch

heikle Fahrmanöver werden durch die elektronische

Stabilitätskontrolle entschärft. Ein

nicht zu unterschätzender Sicherheitsgewinn.

Der deutsche Wohnwagen und Wohnmobilbauer Dethleffs entwickelt clever: Ein E-Antrieb für kommende

Wohnwagengenerationen sorgt dafür, dass den BEV nicht vorzeitig die «Strompuste» ausgeht.

Vorausschauend und mit vielen technischen

Entwicklungen ist die Caravan-Branche seit jeher

unterwegs. Dethleffs erweist sich aber als

richtiggehender Innovator: Der sich anbahnende

Trend für einen deutlichen Marktzuwachs

der BEV will Dethleffs nutzen, um den reisewilligen

«Stromfahrenden» die Möglichkeit zu

bieten, nicht alle 100 bis 150 Kilometer eine Ladestation

aufsuchen zu müssen.

Der Allgäuer Hersteller hat bereits 2018 einen

Prototypen vorgestellt. Unterdessen wurde

am Konzept gefeilt, weiterentwickelt und die

Komponenten geprüft und optimiert. Und in

diesem Frühjahr will Dethleffs aufzeigen, dass

die Technik funktioniert und reisetauglich ist.

Zwei 29 kW leistende Elektromotoren (90 kW

max. Leistung) sind im Prototypen-Wohnwagen

«e.home Coco» verbaut. Diese werden aus

Im Weiteren ist der Prototyp in der Lage, auch

ohne Zugfahrzeug manövriert zu werden. Er

kann mit einem mobilen Endgerät ferngesteuert

ein- oder ausgeparkt werden. Aufgrund

der radindividuellen E-Motoren sind

sogar 360-Grad-Drehungen im Stand möglich.

«Beim ‹e-home Coco› betreten wird absolutes

Neuland» erklärt Produktmanager Richard

Angerer und ergänzt: «Es gibt für dieses

Antriebskonzept eines Anhängers noch keine

vorgegebenen Sicherheitsnormen, an die

wir uns halten könnten, oder ein bestimmtes

Schema einer Testabfolge. Deshalb haben wir

uns an den Normen der Automobilindustrie

orientiert». Konkret bedeutet dies, dass das

komplette System redundant ausgeführt ist

und damit Ausfallsicherheit gewährt.

Im Frühjahr will Dethleffs den Beweis antreten,

dass der selbstgetriebene Anhänger funktioniert.

Auf einer Fahrt eines Prototyps wird

die Tauglichkeit des Konzeptes unter Beweis

gestellt. Ohne Nachladen der Akkus des Zugfahrzeuges

und des Wohnwagens soll das Gespann

die 420 Kilometer vom Firmensitz in

Isny über die Alpen bis an den Gardasee fahren

können. Übrigens: Nicht nur BEV-Besitzer

sind im Fokus von Dethleffs, sondern auch

Kleinwagenbesitzer. <

AUTOINSIDE | Februar 202047


FOKUS TECHNIK FOKUS

Der Wechsel vom NEFZ- zum WLTP-Zyklus sorgt für einen höheren Verbrauch und damit mehr CO 2

-Emissionen. Der neue Zyklus weist höhere Geschwindigkeitsanteile auf. Mittels

portablen Messeinrichtungen PEMS werden die Prüfstandwerte auf der Strasse verifiziert. Abschaltvorrichtungen können so nicht mehr eingesetzt werden. (Bild: Mercedes-Benz)

Die Zukunft des Dieselmotors

Bei Emissionen, Wirkungsgrad

und Reichweite unschlagbar

Das Jahr 2020 bringt für die Automobilimporteure eine herausfordernde Challenge: Wer anteilsmässig nicht genügend

sparsame Verbrenner, Hybride, Plug-in-Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge verkaufen kann, bezahlt eine hohe

CO 2

-Abgabe. Auch der Diesel bleibt wichtig. Andreas Senger

Die maximal erlaubten 95 g/km CO 2

-Ausstoss

der Flotte der abgesetzten Neuwagen ist eine

hohe Hürde. Zum Vergleich: 2019 lag der CO 2

-

Ausstoss im schweizerischen Mittel noch bei

schätzungsweise über 130 g/km, was einem

Benzinverbrauch von rund 6 Litern auf 100 Kilometer

entspricht. Der Dieselmotor trumpft

mit hohem Wirkungsgrad und damit haushälterischem

Umgang mit dem Treibstoff,

modernster Abgasnachbehandlung und viel

Drehmoment auf und wird auch in Zukunft

dank Innovation weiterhin wichtiger Antrieb

für Personen- und Nutzfahrzeuge bleiben.

Dieselmotoren wandeln mehr chemische Energie

des Treibstoffes in Wärmeenergie um.

Damit ist der Zylinderdruck durchschnittlich

höher als bei Ottomotoren. Seit Einführung

des Dreiwegekatalysators im Ottomotor

und des Oxidationskatalysators beim

Diesel sind die Schadstoffe Kohlenmonoxid

(CO) und Kohlenwasserstoffe (HC) kein Thema

mehr. Da der Dieselmotor mit Luftüberschuss

arbeitet, sind die beiden Emissionsanteile

sowieso nahezu bei Null und können bei

modernsten Fahrzeugen, welche die aktuellen

Euro-6-Temp-Norm erfüllen, am Auspuffendrohr

kaum mehr nachgewiesen werden.

Auch die Herausforderung Partikelemissionen

ist gelöst: Sowohl direkteinspritzende

Ottomotoren wie auch Dieseltriebwerke verfügen

über einen Partikelfilter. Weil der aufgeladene

Selbstzünder mit höheren Kompressions-

und Verbrennungsdrücken und

magererem Gemisch arbeitet als der Benziner,

entstehen systembedingt mehr Stickoxide

NO X

. Diese werden durch ein SCR-System

(selektive, katalytische Reduktion) und/oder

NO X

-Speicherkatalysatoren ebenfalls stark

reduziert. Um die Reduktion der NO X

-Emissionen

auf quasi Null zu drücken, hat Volkswagen

ein neues Doppeldosierungssystem

präsentiert (siehe Box). Durch zwei Dosierstellen

für das AdBlue und zwei SCR-Katalysatoren

emittiert der Selbstzünder die Stickoxide

lediglich noch an der Nachweisgrenze.

Eine interne (Ventilüberschneidung) und/oder

externe (mittels AGR-Ventil und/oder -kühler)

Abgasrückführung hilft zusätzlich.

Durch den etwas höheren Heizwert des Dieseltreibstoffes,

des höheren thermischen Wirkungsgrades

des Selbstzünders und der dros-

48

Februar 2020 | AUTOINSIDE


FOKUS TECHNIK

selfreien Ansaugluftzulieferung schlägt der

Diesel- den Ottomotor beim Verbrauch deutlich.

Weniger Verbrauch bedeutet proportional

weniger Kohlendioxid-Emissionen (CO 2

).

Doch warum setzen die Automobilhersteller

auf Teufel komm raus auf die aufwendigen

Hybrid- und Plug-in-Hybride sowie batterieelektrische

Fahrzeuge BEV, welche die Fahrzeugmasse

zusätzlich erhöhen? Kurz: Es geht

nicht primär um Wirkungsgrade und technisch

optimale Lösungen, sondern einzig darum,

auf dem Rollenprüfstand während des

WLTP-Zyklus einen grossen Anteil (Hybrid)

oder gänzlich (BEV) elektrisch fahren zu können.

Der Verbrauch der fossilen Energie kann

so drastisch gedrückt werden (bspw. 2,3-Tonnen-SUV

mit 1,7 l/100 km). Die elektrische

Energie wird mit 0 g/km CO 2

gewertet, obwohl

der europäische Strom-Mix weit davon

entfernt ist, CO 2

-frei oder -arm zu sein.

BEV eignen sich entsprechend vor allem in

leichten und damit kleinen Fahrzeugen für

Kurzstrecken. Allerdings ist es umwelttechnisch

auch nicht sinnvoll, dass sich der Automobilist

für die Kurzstrecke ein BEV zulegt

und für längere Distanzen zusätzlich ein grosses

Fahrzeug mit Verbrenner besitzt. Der CO 2

-

Vorteil wird so zunichtegemacht. Die CO 2

-

Emissionen für Produktion und Recycling

schlagen doppelt zu Buche.

Auch für Nutzfahrzeuge wird der Selbstzünder

noch lange der Antriebsfavorit bleiben.

Die Nutzlast ist bei keiner anderen Antriebsvariante

so hoch wie beim Dieselantrieb. Nur

für den Verteilerverkehr sind BEV sinnvoll,

da sie lokal emissionsfrei sind. Eine interessante

Alternative bei den Lastwagen ist zudem

Flüssiggas (LPG), Erdgas/Biogas (CNG)

oder Wasserstoff (H 2

). Wenn die CO 2

-Thematik

technisch konsequent angegangen würde,

müsste zudem das Angebot an synthetisch

hergestelltem Treibstoff hochgefahren

werden.

Der aus Überschussstrom durch Elektrolyse

aus Wasser hergestellte Wasserstoff kann

durch das Fischer Tropsche Verfahren (mit

CO 2

aus der Luft) zu HC-Verbindungen und

damit synthetischen, flüssigen Treibstoffen

umgewandelt werden. Sowohl Betankungsinfrastruktur

wie auch Fahrzeugtechnik könnten

weiterhin genutzt werden, die Mobilität

wäre CO 2

-neutral. Leider kostet aktuell der

Liter künstlich produzierter Dieseltreibstoff

ohne Steuern noch rund Fr. 2.20. <

Die CO 2

-Emissionen werden danach nach verkauften

Fahrzeugmodellen durchschnittlich

bestimmt. Wenn der Importeur also mehr

BEV verkaufen kann, sind hoch motorisierte

SUV im Modellmix nach wie vor möglich.

So funktioniert das Twindosing SCR-System

Konsequenterweise müssen insbesondere

europäische Automobilhersteller den Rückstand

auf die asiatischen Produzenten aufholen,

die bei den Antrieben zum Teil Jahre

Vorsprung haben. Dies bedingt, dass die Investitionen

und die Manpower weg von den

Verbrennungsmotoren hin zu den elektrifizierten

Antrieben geleitet werden. Dass gerade

im Autoland Deutschland zehntausende

Jobs gestrichen werden, ist eine weitere

Konsequenz. Einige europäische OEM haben

die Weiterentwicklung für Verbrenner teilweise

eingestellt.

Ob der Markt und damit die Kundinnen und

Kunden sich überproportional für die deutlich

teureren BEV entscheiden, wird sich

im Verlaufe des Jahres zeigen. Fakt ist: Die

Reichweitenthematik wird von den BEV-Befürwortern

kleingeredet. Längere Distanzen

sind mit einem BEV nur mühsam zurückzulegen,

da der «Tankstopp» auch an

einer Schnellladestation eine halbe Stunde

und mehr dauert. Der Dieselantrieb schlägt

auch in dieser Disziplin alle anderen Antriebsvarianten.

Die Energiedichte des fossilen

Treibstoffes Diesel ist derart hoch,

dass mit einem Personenwagen mit 60 Liter

Treibstofftank locker über 1200 km zurückgelegt

werden können. Das Tanken ist

innert Minutenfrist erledigt.

Mittels VTG-Abgasturbolader aufgeladene Dieselmotoren arbeiten konsequent mit Luftüberschuss.

Alle Rohemissionen werden mittels Filter oder Katalysator umgewandelt. Im Bild der neue 2.0-TDI-

Reihenvierzylinder des Volkswagenkonzerns mit 110 kW/150 PS und «Twindosing» für den Passat und

den neuen Golf 8.

se. Die Stickoxide galten nebst den Partikelemissionen

als Achillesferse des Dieselmotors.

Der motornah platzierte Oxidationsfilter fügt den

unverbrannten Dieseltreibstoffmolekülen (HC-Verbindungen)

und dem Kohlenmonoxid (CO durch

unvollständige Verbrennung) Sauerstoff (O 2

) zu. Die

HC verbrennen zu CO 2

und Wasser H 2

0 und sorgen

durch die Nachverbrennung für die Aufwärmung

des nachfolgenden Dieselpartikelfilters DPF und

des SCR-Katalysators. Der DPF filtert die Partikel

aus und sorgt durch Nachverbrennung für deren

Eliminierung. Der SCR-Katalysator reduziert durch

Beigabe von AdBlue (wässrige Harnstofflösung)

die NO X

zu N 2

und O 2

. Bisher war nur eine Dosierstelle

für das AdBlue und ein SCR-Katalysator

verbaut. Einige Hersteller installierten einen

passiven, zweiten SCR-Kat (Sperrkat), um das

Ammoniak (NH 3

), das in der Dosierstelle durch

Einspritzen des AdBlue und der Reaktion mit

Wasserdampf entsteht und beim ersten Kat nicht

für die Umwandlung verwendet wird, beim zweiten

einzusetzen. Somit wird sichergestellt, dass kein

Ammoniak aus dem Endrohr entweicht.

Volkswagen hat für den überarbeiteten 2.0-TDI

eine Doppeleindosierung entwickelt. Eine SCR-

Beschichtung im motornahen Dieselpartikelfilter

und ein nachgelagerter SCR-Kat sorgen mit

einer separaten AdBlue-Eindosierung für eine

effizientere Umwandung der NO X

zu N 2

. VW spricht

von einer zusätzlichen Reduktion von 80 Prozent

gegenüber dem Vorgängermotor. Der motornahe

SCR-Katalysator konvertiert bereits beim

Kaltstart, weil die erforderliche Temperatur von

220 bis 350°C rasch erreicht werden. Der zweite

Katalysator ist vor allem bei Vollastfahrten

zuständig, dass die NO X

-Reduktion sichergestellt

werden kann, da er weiter weg vom Motor platziert

ist und seine optimale Konvertierung bei hohen

Lastzuständen erfolgt.

AUTOINSIDE | Februar 202049


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ESA an der GIMS 2020 in Genf

pd. Die ESA, die bereits seit rund 90 Jahren

an der GIMS in Genf präsent ist, wird als Einkaufsorganisation

der schweizerischen Automobilbranche

auch an der GIMS 2020, an der

unzählige Branchenbeteiligte und Interessierte

zusammenkommen, teilnehmen.

Branchentreffpunkt: ESA

Mehrere tausend Gäste Mitinhaber, Kunden,

Partner, Lieferanten und Lernende mit

den Berufsschulen besuchten in den letzten

Jahren jeweils den ESA-Stand. Daran knüpft

die ESA im Jahr 2020 mit ihrem neuen Standkonzept

an. «Allzu viel wollen wir natürlich

noch nicht verraten. Nur so viel: Wir setzen

alles daran, dass sich unsere Gäste bei uns

willkommen und zu Hause fühlen», sagt

Matthias Krummen, Leiter Management Services

und Kommunikation bei der ESA, und

ergänzt: «Klar, dass wir als Genossenschaft

und Branchentreffpunkt das Wohlbefinden

unserer Gäste in den Fokus stellen.» Die Gäste

dürfen also auf den neuen ESA-Stand gespannt

sein.

Prominenter Standort

Der ESA-Stand, der sich in einem komplett

neuen Kleid präsentiert, befindet sich neu in

Halle 1, Stand 1220. Vom Haupteingang nur

eine Rolltreppe entfernt, ist der ESA-Stand

nebst Branchentreff- auch idealer Ausgangspunkt

für den Besuch der GIMS.

Knapp drei Monate vor der GIMS:

Die Vorfreude ist enorm

Die Rückmeldungen von Mitinhaberinnen

und Mitinhabern, Partnern und Lieferanten

zur erneuten Teilnahme der ESA an der GIMS

2020 sind sehr positiv. Als Genossenschaft

freut sich die ESA auf den persönlichen Austausch

mit ihren Mitinhaberinnen und Mitinhabern,

Kunden, Partnern, Lernenden und

Gästen in Genf.

ESA

Sich bei der ESA zu Hause

fühlen: an der GIMS 2020

Vom 5. bis 15. März 2020 wird die ESA an der GIMS (Geneva International Motor Show) teilnehmen. Neu wird die

Einkaufsorganisation mit ihrem Stand in der Halle 1 zu finden sein. Dazu lanciert die ESA ein neues Standkonzept in

einem neuen Kleid. Der ESA-Stand gilt seit Jahren als der Branchentreffpunkt und idealer Ort für gute Gespräche,

interessante Begegnungen und gute Stimmung.

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


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Reservieren Sie sich bereits heute den Termin

der GIMS 2020 und besuchen Sie Ihre ESA in

der Halle 1, Stand 1220. Ihre ESA freut sich

auf Sie!

ESA Ihre Einkaufsorganisation

Die bereits 1930 gegründete ESA, die Einkaufsorganisation

des Schweizerischen Automobil-

und Motorfahrzeuggewerbes, fördert

durch alle ihre Aktivitäten die wirtschaftliche

Leistungsfähigkeit ihrer Mitinhaber und Kunden.

Die ESA gehört als Genossenschaft über

7000 Genossenschaftern und Mitinhabern aus

dem Automobil- und Motorfahrzeuggewerbe.

An neun Standorten in der ganzen Schweiz

stehen über 580 Mitarbeitende, davon gut 62

Lernende, im Einsatz, um die Mitinhaber und

Kunden bis zu dreimal täglich mit dem Gewünschten

zu versorgen. Dazu bietet die ESA

in allen Angebotsbereichen vom Verbrauchsgüter-

bis zum Investitionsgüterbereich alles

aus einer Hand. Im Jahr 2018 hat die ESA einen

Umsatz von über 371,3 Mio. CHF erzielt. <

Weitere Infos unter:

www.esa.ch

AUTOINSIDE | Februar 202051


AUTO-SALON

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli im Gespräch.

AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli über die «Geneva International Motor Show» (GIMS)

«Wir sollten dieser Messe

Sorge tragen»

Die «Geneva International Motor Show» hat als mit Abstand grösster Schweizer Event zum Thema Auto und Mobilität für das

Autogewerbe eine sehr hohe Bedeutung. Davon ist AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli überzeugt. Er will deshalb möglichst

viele Garagisten dafür gewinnen, nach Genf zu kommen. Und er sagt, was die Mitglieder am AGVS-Stand in Genf erwartet.

Reinhard Kronenberg

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Herr Wernli, in der Tendenz stellen immer

weniger Marken an internationalen Messen

aus. Der Auto-Salon in Genf ist da nicht

ausgenommen. Damit fällt für viele Markenhändler

ein Grund weg, nach Genf zu kommen.

Warum soll ein Garagist trotzdem hin?

Urs Wernli, AGVS-Zentralpräsident: Weil

er einen Nutzen davon hat. Der Auto-Salon

erweitert den Horizont aller Besucher. Nirgends

wird in so konzentrierter Form so viel

Neues zum Auto und neu zur Mobilität

geboten wie an der GIMS. Für jeden, der sich

beruflich mit dem Thema Auto und der individuellen

Mobilität befasst, ist das eine perfekte

Gelegenheit, um sich über den aktuellen

Entwicklungsstand zu informieren.

Mitglieder als auch für ein breiteres Publikum

Informationen liefern werden: Autoberufe,

Energie, Sicherheit und Mobilität. Diese

«Informationsinseln» auf dem AGVS-Stand

werden unter anderem zusammen mit Partnern

realisiert, zum Beispiel dem Bundesamt

für Energie.

… aber etwas zu essen gibt es für Mitglieder

trotzdem noch?

Selbstverständlich, das ist keine Frage. Mehr

noch: Als Wertschätzung für unsere Mitglieder

und als Willkommensgruss von unserem

Stand bringen wir ein speziell gebrautes und

exklusives «AGVS Auto-Salon-Bier». Das darf

man nicht verpassen.

Radar- und

Kamerakalibrierung

der nächsten

Generation

Rein theoretisch könnte man das auch von

zu Hause aus im Internet machen …

Es geht ums Erleben, vergleichbar mit einer

Probefahrt. Die können Sie auch theoretisch

machen, aber nur in der Praxis erfahren Sie

das Auto in seiner ganzen Vielfalt.

Aber was soll der Markenhändler in Genf,

wenn seine Marke nicht mehr da ist?

Dann nimmt er sich einen Tag und schaut,

was die Konkurrenz macht. Diese Eindrücke

kann er später in vielen Verkaufsgesprächen

nutzen. Ausserdem geht es darum, sich zu

informieren, wie sich die Mobilität ganz generell

entwickelt. Der Garagist wird immer

mehr zum Mobilitätsdienstleister. Da hilft es,

zu wissen, wohin der Weg führt.

Die traditionelle Halle 7 für die Zulieferbranche

existiert nicht mehr. Für viele

Garagisten ist das ein weiterer Grund, nicht

mehr nach Genf zu gehen …

Der AGVS wie auch ich persönlich bedauern,

dass es die Halle 7 als Ausstellung nicht mehr

gibt. Für die Autobranche ist das ein herber

Verlust. Trotzdem stellen noch Firmen aus

der Zulieferbranche in Genf aus, die ESA zum

Beispiel. Es ist deshalb sehr wünschenswert,

wenn möglichst viele Garagisten diesen Ausstellern

die Referenz erweisen. Dies als Zeichen

der Solidarität. Zusammenhalten ist gerade

in der heutigen Zeit besonders wichtig

und als Zeichen nach innen wie nach aussen

nicht zu unterschätzen.

Sie sind Mitglied im Salon-Komitee. Sorgen

Sie sich nach dem überraschenden Abgang

von GIMS-Direktor Olivier Rihs um die Zukunft

des Genfer Auto-Salons?

Nein. Die strategische Ausrichtung, die der

Salon beschlossen hat, ist unabhängig von

einer einzelnen Person auch wenn Olivier

Rihs natürlich sehr viel zur neuen Ausrichtung

beigetragen hat. Ich bin überzeugt, dass

es zur Öffnung in Richtung Mobilität mittelfristig

gar keine Alternative gab. Der Auto-Salon

steht an der Schwelle zu einer digitalen

und erfolgreichen Zukunft. Wir müssen dieser

Messe grosse Sorge tragen. Sie ist für uns

alle und auch für die Schweiz sehr wichtig.

Welchen Stellenwert haben solche Messen

heute überhaupt noch?

Zunächst einmal ist der Auto-Salon mit Abstand

der grösste Schweizer Event zum Thema

Auto. Er ist damit auch und gerade für

unsere Branche und unser Gewerbe ausgesprochen

wichtig. Darüber hinaus hat Genf

auch als internationale Publikumsmesse nach

wie vor einen sehr hohen Stellenwert, der Salon

steht für Leidenschaft und Emotionen.

Ich bin sicher, dass solche Messen nicht nur

heute einen grossen Stellenwert haben, sondern

auch in Zukunft. Je digitaler die Welt

wird, desto grösser wird auch wieder das

Bedürfnis, an solchen Events ein Gemeinschaftserlebnis

zu haben. <

Laser mit Schlitten

zur Ausrichtung der

Kalibriertafel auf

die Längsachse des

Fahrzeugs

Drehrad zur

Feinausrichtung der

Kalibriertafel

Positionslaser zur

genauen Ausrichtung

zum Fahrzeug

Radaufnehmer für die Montage

der Messköpfe

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28. - 29.02.2020

Komplett neu gestaltet ist auch die Präsenz

des AGVS. Was erwartet das AGVS- Mitglied

am neuen Stand in Halle 2?

Der AGVS kommt mit einem neuen Standkonzept

nach Genf. Im Zentrum stehen vier

Themen, zu denen wir sowohl für unsere

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AUTOINSIDE | Februar 202053


AUTO-SALON

Garagisten-Umfrage

«Die Produkte anfassen»

«GIMS Tech», «GIMS Discovery» und «GIMS Vip Day»: Die diesjährige Ausgabe der Geneva International Motor Show

(GIMS) wartet gegenüber dem Vorjahr mit zahlreichen Neuerungen und Veränderungen auf. AUTOINSIDE hat sich unter

den Garagisten umgehört, ob sie Anfang März nach Genf reisen werden. André Bissegger

Werden Sie in diesem Jahr an den Auto-Salon in Genf reisen? Weshalb?

Sacha Heuberger, Auto Heuberger AG, Siebnen

und Lachen: «Ich gehe auch in diesem Jahr

an den Auto-Salon, um die neusten Modelle

und Trends zu sehen. In Genf kann ich das alles

konzentriert an einem Ort. Das Ende der Zulieferermesse

in Halle 7 finde ich allerdings etwas

schade. Für mich ist klar: Kommen immer

weniger Garagisten nach Genf, dann geht es immer

schneller, bis dem Salon das Aus droht.»

Nicolas Hauenstein, Garage Daniel Müller

AG, Baden: «Ich plane einen Besuch am Auto-

Salon, bin aber noch nicht sicher, ob es zeitlich

aufgeht. Ich gehe nach Genf, weil ich die Neuheiten

unserer Marke und der Konkurrenz-Marken

und die technischen Entwicklungen sehen

möchte. Es geht darum, Informationen zu sammeln.

Für mich ist wichtig, dass ich die Produkte

live sehen und anfassen kann.»

Hubert Waeber, AHG-Group und ESA-Verwaltungsrat,

Villars-sur-Glâne: «Ich gehe aus

verschiedenen Gründen an den Auto-Salon.

Einerseits möchte ich Kollegen treffen und die

Neuheiten sehen auch wenn es schade ist, dass

Opel nicht vor Ort sein wird. Ich besuche beispielsweise

auch gerne die Medienkonferenzen.

Andererseits bietet mir der Auto-Salon als ESA-

Verwaltungsrat die Möglichkeit, viele unserer

Kunden zu treffen. Man sieht nirgendwo sonst

in so kurzer Zeit so viele Kunden wie in Genf.»

David Schweizer, P. Schweizer AG, Liestal:

«Ich gehe nach Genf, um die spannenden neuen

Produkte und Marken zu sehen. Der Salon

bietet mir zudem die Möglichkeit, Leute, Partner,

Importeure und AGVS-Mitglieder zu treffen.

Das Aus der Zulieferermesse finde ich zwar

schade, für mich war sie aber nie der Hauptgrund

für meinen Besuch in Genf. Ich gehe primär

wegen der Autos.»

Stefan Neukomm, Garage Peter Iseli,

Wimmis: «Nein, ich besuche den Auto-Salon

nicht und zwar, weil es die Halle 7 nicht mehr

gibt. Die Zulieferermesse war für mich der

Hauptgrund, um nach Genf zu reisen.»

Beat Bossert, Dorfgarage Bossert AG, Hinwil:

«Ich gehe in diesem Jahr nochmals, aber

wahrscheinlich zum letzten Mal. Bis auf einmal

war ich in den vergangenen 40 Jahren immer

am Auto-Salon. Der Grund ist das Ende der

Zulieferermesse in Halle 7. Sie war für uns vor

allem auch eine Beziehungsmesse. Nun gibt es

das, was uns Garagisten verbunden hat, nicht

mehr. Zudem fehlen in Genf immer mehr Importeure.

Da sehe ich an der Auto Zürich Car

Show mehr Modelle. Der Nutzen ist für mich

daher nicht mehr da.»

Edwin Koller, Freihof Garage, Näfels: «Ich

fahre jedes Jahr sehr gerne an den Auto-Salon.

Als Verwaltungsrat der ESA ist es selbstverständlich,

dass ich in Genf vor Ort bin. Und

da meine Importeure Renault, Dacia und Mazda

weiterhin ausstellen, werde ich auch deren

Stände besuchen. Natürlich muss man nicht

zwingend in Genf sein, um Autos anzuschauen.

Aber der Salon ist auch ein Treffpunkt für

die Branche, um Kontakte zu knüpfen und auszubauen.

Nach der Umwandlung der Halle 7 in

die «GIMS-Discovery» wird es wohl weniger

Garagisten am Salon haben als in früheren Jahren.

Ich bin sehr gespannt auf das neue Konzept,

das sich in den nächsten Jahren aber sicher

noch weiterentwickeln wird.»

Luca Gratwohl, Garage Daniel Müller AG,

Baden: «Ich gehe an den Auto-Salon, wenn es

die Zeit zulässt. Ich komme von der Werkstattseite

her und möchte wissen, wohin die Reise

gerade auch in diesem Bereich geht. Ich bin der

Überzeugung, dass wenn man wissen will, was

läuft, dann muss man nach Genf reisen.»

Ivan Tam, Automobile Palü AG, Samedan:

«Aufgrund der weiten Anfahrt gehe ich nur alle

zwei Jahre nach Genf und war bereits vergangenes

Jahr am Auto-Salon. Ich bin mir aber auch

nicht sicher, ob ich in Zukunft wieder gehen werde.

Der Grund: Die Halle 7 war für mich wichtig

bezüglich Know-how und mit den Messerabatten

auch für den Einkauf. Jetzt rechnen sich Aufwand

und Ertrag für mich nicht mehr.»

54

Februar 2020 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

Interview mit Giorgio Feitknecht, CEO der ESA

Vorfreude auf den Salon und

Bedauern über die Absenz der

Mitbewerber

Jahrelang empfing die ESA am Auto-Salon ihre Genossenschafter, Kunden und Gäste auf der «Piazza» in Halle 7. Mit dem

Umzug in Halle 1 bricht für die ESA ein neues Zeitalter an. Im Interview mit AUTOINSIDE lässt sich CEO Giorgio Feitknecht

kaum in die Karten blicken. Klar ist eines: Die Gastlichkeit, die Netzwerkpflege und erfolgreiche Geschäfte stehen

auch 2020 im Zentrum des Salon-Auftritts der ESA. Und: Eine Hausmesse ist für Feitknecht kein Thema. Sandro Compagno

Herr Feitknecht, der Auto-Salon steht vor

der Tür. Mit welchen Gefühlen blicken Sie

nach Genf?

Giorgio Feitknecht, CEO der ESA: Ich blicke

mit sehr positiven Gefühlen nach Genf. Wir

freuen uns, am neuen Standort in der Halle 1

den ESA-Mitinhabern, Kunden, Mitgliedern des

Mechanixclub und den Mitarbeitenden, die hoffentlich

zahlreich nach Genf kommen werden,

unseren neuen Stand präsentieren zu können.

Wir freuen uns, als Treffpunkt der Garagenund

Carrosseriebranche unsere Besucher bei

uns zu empfangen.

Sie haben es erwähnt: Die ESA stellt an der

GIMS 2020 neu in Halle 1 aus. Wie sieht das

Ausstellungskonzept aus?

Nachdem wir mit dem Konzept «Piazza» sehr

erfolgreich unterwegs waren, freuen wir uns,

dieses Jahr unsere Besucher neu in der Halle 1

auf unserem Stand, der sich in einem völlig neuen

Kleid präsentieren wird, zu empfangen. Was

das Konzept alles enthält respektive wie der

Stand aussieht dazu wollen wir noch nichts

verraten. Klar ist aber, dass wir als Genossenschaft

und Branchentreffpunkt das Wohlbefinden

unserer Gäste in den Fokus stellen …

In Halle 1 befinden Sie sich anders als

bisher in Halle 7 in einem B2C-Umfeld.

Was ändert das am Auftritt der ESA?

Die ESA hat dieses Jahr, wie bereits in den vergangenen

Jahren, mit dem Stand als Branchentreffpunkt

an der GIMS das Ziel, ihren Besuchern

während der gesamten Salondauer eine

Plattform der Begegnung, des Austauschs und

der Information zu bieten. Unsere Gäste sollen

sich bei uns willkommen und zu Hause fühlen.

Und so hoffen wir, dass sie die grosse Wertschätzung,

die wir ihnen gegenüber empfinden,

wahrnehmen und spüren. Hinzu kommt: Vom

Haupteingang nur eine Rolltreppe entfernt, ist

der ESA-Stand idealer Ausgangspunkt für den

GIMS-Besuch.

Konkret: Welche Produkte und Dienstleistungen

wollen respektive dürfen Sie in

Genf zeigen?

Diese Frage möchte ich lieber nicht beantworten,

da dies ein Bestandteil des neuen Konzepts

ist, das wir nicht im Vorfeld präsentieren.

Sie sind der einzige grosse Zulieferer

am Auto-Salon. Bedauern Sie dies oder ist

das gar eine Chance für die ESA?

Wir haben es immer als sehr positiv empfunden,

dass unsere Mitbewerber ebenfalls in Genf

präsent waren. Dies erlaubte es den Garagisten

und Carrossiers, direkt vor Ort Produktvergleiche

zu machen und sich umfassend zu informieren.

Insofern bedauern wir natürlich, dass

im Jahr 2020 nur wenige andere Zulieferer in

Genf ausstellen werden. Wir erachten es als

Chance, Teil der GIMS, der wichtigsten Schweizer

Messe und der wichtigsten Automobilmesse

Europas, zu sein und somit die vielen interessierten

Branchenvertreter in Genf empfangen

und persönlich treffen zu können.

Erwarten Sie mehr oder weniger Besucher

am ESA-Stand?

Es ist schwierig, zu dieser Frage eine klare Aussage

zu machen, denn die Besucherzahl hängt

von verschiedenen Parametern ab. Ich bin überzeugt,

dass die GIMS mit den neuen Konzepten

«GIMS VIP Day», «GIMS-Tech» und «GIMS-Discovery»

Neuigkeiten anbietet, die für viele Besucher

von grossem Interesse sind.

Welche Ziele muss die ESA erreichen,

damit Sie am Abend des 15. März von einem

erfolgreichen Salon sprechen?

Wir wollen auch im 2020 der Branchentreffpunkt

und Ort für gute Gespräche, interessante

Begegnungen, gute Stimmung und attraktive

Geschäfte sein. Unsere Gäste sollen sich bei uns

wohl- und wie zu Hause fühlen. Wenn wir das

erreichen wir setzen alles daran und eine

Vielzahl von Besuchern dies mit Freude auch

bestätigt, werden wir von einem für die ESA erfolgreichen

Salon sprechen können.

Der neue und bereits wieder scheidende

GIMS-Direktor Olivier Rihs will den Salon in

eine digitale Zukunft führen und den Auto-

Salon zu einem Mobilitätssalon transformieren.

Was halten Sie von diesen Plänen?

Die durch die neue GIMS-Leitung eingeleiteten

Transformationsprozesse setzen ein klares Zeichen,

dass man sich mit dem wirtschaftlichen

und sozialen Wandel weiterentwickelt und den

Ausstellern und den Besuchern einen Mehrwert

bieten will. Neues und Innovatives ist immer

auch mit Risiken verbunden. Aber, wer

nichts wagt … In diesem Sinne bin ich positiv

gestimmt und wünsche der GIMS eine erfolgreiche

und positive Entwicklung. Dies ist nicht

nur für die GIMS und die Aussteller sehr wichtig,

sondern auch für den Wirtschaftsstandort

Schweiz sowie für unsere gesamte Branche.

Die ESA prägte mit ihrer ESA-Piazza während

Jahren die Halle 7. Nun findet dort die «GIMS

Discovery» mit dem Fokus auf alternative

Antriebe statt. Inwieweit sind alternative

Antriebstechnologien auch für die ESA

ein Thema?

Alternative Antriebstechnologien sind für die

56

Februar 2020 | AUTOINSIDE


AUTO-SALON

ganze Branche ein wichtiges Thema, also auch

für die ESA. Es gilt, sich mit diesen Herausforderungen

auseinanderzusetzen, ohne aber dabei

das Tagesgeschäft und in diesem Sinne die

Gegenwart zu vergessen.

von persönlichen Begegnungen mit anderen

Branchenteilnehmern möglich. Die ESA sowie

die GIMS-Organisation werden auch im 2020

alles daran setzen, dass die Besucherinnen und

Besucher dies auch so erleben. <

Was bieten Sie Ihren Mitinhabern und Kunden

auf dem Weg in eine Zukunft mit einer weit

grösseren Vielfalt an Antriebstechnologien

als heute? Wie unterstützt die ESA Ihre

Garagisten auf dem Weg in diese Zukunft?

Sie sagen es richtig: Die Vielfalt wird zunehmen.

In welchem Mix ist meines Erachtens noch sehr

umstritten und unklar. Aber auch die Autos der

Zukunft benötigen Reifen, werden gewartet

(die einen mehr, die anderen weniger), müssen

bei Schäden repariert werden und es braucht

in Zukunft umso mehr die kompetente Beratung

durch die Garagisten und Carrossiers. Als

Vollanbieterin für das Garagen- und Carrosseriegewerbe

ist die ESA mit ihren Produkten und

Dienstleistungen heute sehr gut aufgestellt.

Täglich arbeiten wir daran, unsere Mitinhaber

und Kunden bestmöglich zu bedienen, zu unterstützen

und somit unserem genossenschaftlichen

Auftrag «die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

der Mitinhaber zu fördern» auch in

Zukunft gerecht zu werden.

Zulieferer wie die SAG, Hostettler oder Rhiag

haben eigene Hausmessen respektive Fachevents

ins Leben gerufen. Plant die ESA in

Zukunft auch eine eigene Veranstaltung?

Die Haltung der ESA war und ist klar. Wir haben

uns zu jederzeit für eine Ausstellung in

Genf über die gesamte Salondauer ausgesprochen,

damit wir alle unsere Mitinhaber, Kunden,

Lieferanten und auch die Lernenden der

Branche im Rahmen des Mechanixclubs in

Genf begrüssen können. Professionalität, Grösse,

Angebotsvielfalt, Animationen, Neuigkeitscharakter

und ganz wichtig ein angenehmes

und sympathisches Ambiente: Das ist das,

was die Messebesucher im Allgemeinen erwarten.

Mit unserem Auftritt in Genf wollen wir

exakt das erreichen. Für die Leute aus der Branche

bietet die GIMS zudem eine grosse Varietät

an einem Ort. So sind unzählige Produkte

und Technologien in Genf zu bestaunen. Gleichzeitig

sind an der GIMS aber auch eine Vielzahl

Giorgio Feitknecht.

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1964

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AUTOINSIDE | Februar 202057


BILDUNG

Nachwuchsförderung

Erfolge feiern mit einem

Lehrbetriebsleitbild

Die Thomann Nutzfahrzeuge AG hat sich die Ausbildung von Lernenden auf die Fahne geschrieben. Das Familienunternehmen

mit Sitz in Chur hat dafür ein Lehrbetriebsleitbild realisiert, das den langfristigen Auftrag als Ausbildungsstätte

definiert. Geschäftsführer Luzi Thomann wünscht sich, dass das Beispiel Schule macht: «Wir können nur gewinnen, wenn

die ganze Branche mitanpackt.» Carla Stampfli

Gut ein Fünftel aller Mitarbeitenden der Thomann Nutzfahrzeuge AG sind Lernende.

In Lernende investieren lohnt sich. Das belegen

nicht nur die Zahlen der aktuellsten

Erhebung des Schweizerischen Observatoriums

für die Berufsbildung OBS EHB, wonach

der Nutzen meist die Kosten übertrifft.

Auch das Beispiel der Thomann Nutzfahrzeuge

AG mit den Standorten in Schmerikon,

Chur, Frauenfeld und Arbon zeigt, dass

es nachhaltig ist, sich für den Nachwuchs

zu engagieren.

Die Thomann Nutzfahrzeuge AG wurde

1995 als kleines Familienunternehmen gegründet.

Heute unterhält es fünf Niederlassungen

in der Ost- und Südostschweiz und

beschäftigt rund 200 Mitarbeitende gut

ein Fünftel davon sind Lernende. Und: Viele

von ihnen werden nach Abschluss weiterbeschäftigt.

«Wenn wir in Jugendliche investieren,

tun wir es nicht nur für uns, sondern

für die ganze Branche», sagt Geschäftsführer

Luzi Thomann. An geeignete Lernende

heranzukommen, sei schon immer schwierig

gewesen, erklärt er. «Doch leider hat sich

der Mangel an jungen Fachkräften in den

letzten Jahren stetig verschärft. Dem müssen

wir entgegenwirken.»

Aus diesem Grund hat die Thomann Nutzfahrzeuge

AG, die im Bereich Reparatur,

Wartung und Verkauf von LKW, Gewerbefahrzeugen

und Bussen tätig ist, ein Lehrbetriebsleitbild

erstellt. Das Dokument definiert

zum einen den langfristigen Auftrag

als Ausbildungsstätte, zum anderen gibt sie

der Belegschaft einen Rahmen für das tägliche

Handeln vor. Im Lehrbetriebsleitbild

ist unter anderem festgehalten, dass die

Firma eine «familiäre Kultur der Wertschätzung

und Gleichbehandlung über alle Stufen

lebt», eine «sichere gemeinsame Arbeitswelt

mit vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten

bietet» und darauf abzielt, den Weg mit

ihrem Nachwuchs «langfristig auch nach

der Ausbildungszeit und im Sinne aller Par-

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BILDUNG

Übrigens: Dem Fachkräftemangel will die

Thomann Nutzfahrzeuge AG nicht nur mit

ihrem Engagement für Lernende entgegenwirken,

sondern auch mit einer Berufslehre

für Erwachsene. Wer sich als Quereinsteiger

ausbilden möchte, muss mindestens 35

Jahre alt sein. Zur Auswahl stehen die Lehre

zum Automobil-Mechatroniker/-in oder

Automobil-Fachmann/-frau. Obwohl die

Ausbildung eines älteren Lehrlings teurer

ist, überwiegt die Idee, wonach Erwachsene

längere Zeit für das Familienunternehmen

tätig sind. Während sich derzeit seit August

2019 eine Person zum Automobil-Mechatroniker

ausbilden lässt, haben sich bereits

mehrere Interessenten für eine Erwachsenenlehre

ab Sommer 2020 gemeldet. <

«Dem Team werden je länger je mehr Sinn und Nutzen unseres Engagements für junge Fachkräfte bewusst», sagt

Geschäftsführer Luzi Thomann.

teien gewinnbringend fortzusetzen». Nicht

zuletzt ist im Leitbild das «entdeckende Lernen»

integriert, das sogenannte IPERKA-

Ausbildungsmodell.

Rund zwei Jahre nach Einführung des Lehrbetriebsleitbilds

zieht Luzi Thomann ein

positives Fazit: «Unsere Werte, Visionen

und Ziele, die im Dokument verankert sind,

haben sich im Alltag erfolgreich etabliert.

Dem Team werden je länger je mehr Sinn

und Nutzen unseres Engagements für junge

Fachkräfte bewusst.» Dass die Investition

greifbar Früchte trägt, beweist der Erfolg an

den Zürcher Berufsmeisterschaften im November

2019 (siehe Kasten).

Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt

sein, um die Nachwuchsförderung innerhalb

eines Betriebs zu verankern? Im

Fall der Thomann Nutzfahrzeuge AG, die

auch als «Top-Ausbildungsbetrieb» zertifiziert

ist, war eine Planungszeit von rund

einem halben Jahr notwendig. Für die Verantwortlichen

galt es unter anderem, eine

Standortbestimmung zu machen und Fragen

bezüglich Potenzial, Vorteile sowie Schwierigkeiten

eines Lehrbetriebsleitbilds zu klären.

Nach der Definitionsphase, in der auch

Ziele und künftige Massnahmen festgelegt

wurden, kamen die Ergebnisse auf Papier.

Nach und nach wurde das Lehrbetriebsleitbild

in allen fünf Niederlassungen eingeführt.

«Das Wichtigste ist, dass die oberste

Etage eines Unternehmens vom Engagement

überzeugt ist. Ebenso muss die Belegschaft

bereit sein, an einem Strick zu ziehen», erklärt

Luzi Thomann. Dafür müsse man die

Mitarbeitenden motivieren und Verständnis

für die künftige Stossrichtung schaffen.

Mit dem Lehrbetriebsleitbild möchte das

Familienunternehmen nicht nur neue Fachkräfte

rekrutieren, sondern auch sich selbst

in der Region als innovativer und qualifizierter

Lehrbetrieb mit Vorbildfunktion positionieren.

Luzi Thomann wünscht sich, dass

das Beispiel der Thomann Nutzfahrzeuge

AG Schule macht und andere Betriebe

zur Nachahmung inspiriert. Auch versucht

er als Mitglied des Vorstandes der AGVS-

Sektion St. Gallen aktiv, die Vorteile eines

Engagements für den Nachwuchs schmackhaft

zu machen. «Wir können nur gewinnen,

wenn die ganze Branche mitanpackt»,

ist der Geschäftsführer überzeugt.

Top-Platzierungen für

Thomann-Lernende

An den Zürcher Berufsmeisterschaften 2019

glänzten die Lernenden der Thomann Nutzfahrzeuge

mit herausragenden Leistungen:

Im Brain-Village der organisierenden

AGVS-Sektion Zürich bei der Zuliefermesse

Autotecnica belegten sie in der Kategorie

Automobil-Mechatroniker/-in die Ränge 1,

2, 4 und 7. Einen Doppelsieg gab es für die

Thomann-Lernenden Joel Wespe und Lagithan

Nagalingam. Und: Mit der Goldmedaille sicherte

sich Joel Wespe auch gleich die Qualifikation

für die nächsten SwissSkills-Ausscheidungen.

Auf den Rängen 4 und 7 folgten Gian Michel

und Rejan Büchel. Insgesamt massen sich 38

Lernende in drei Kategorien.

Volle Konzentration: Thomann-Lernender Lagithan

Nagalingam an den Zürcher Berufsmeisterschaften 2019.

Weitere Infos unter:

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BILDUNG

AGVS Business Academy

AGVS DIDAKTIKMODULE

Um am Puls der Zeit zu bleiben, ist der

regelmässige Besuch von Weiterbildungen

unumgänglich. Im Zuge der Reform der

technischen Grundbildungen, die mit den

ersten Lehrverhältnissen im Sommer 2018

starteten, wurden auch die Anforderungen

an die Berufsbildner aktualisiert. Der AGVS

hat diesbezüglich an zahlreichen regionalen

Informationsveranstaltungen bereits

informiert. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner,

die über keinen tertiären Abschluss

(Beispiel Automobildiagnostiker/-in mit eidg.

Fachausweis) verfügen, absolvieren bis Ende

2020 eine eintägige Weiterbildung in Form

des Didaktikmoduls AGVS. Entsprechend

Ihrer Bedürfnisse können Sie frei wählen,

welches branchenspezifische Didaktikmodul

Sie besuchen. Wir empfehlen den

freiwilligen Besuch weiterer Module. Die

Anforderungen an Berufsbildner finden Sie

unter www.autoberufe.ch/de/node/23600

«Junge Erwachsene führen und Krisen

überwinden»

> > 11. Februar 2020, Goldau

> > 20. März 2020, Mülenen

«Lernende selektieren»

> > 14. Februar 2020, St. Gallen

«Instrumente der neuen BiVo 2018 einsetzen»

> > 30. März 2020, St. Gallen

> > 20. April 2020, Bern

> > 21. April 2020, Horw

> > 5. Juni 2020, Winterthur

Weitere Daten und Orte werden laufend

online ergänzt.

UPSA MODULES DIDACTIQUES

« Sélectionner les personnes en

formation »

> > 24 avril 2020, Yverdon

Cours DAB+

En collaboration avec la branche suisse

de la radio, des experts en DAB+ de

SRG SSR et des experts automobiles en

DAB+, un cursus DAB+ a été développé.

Le potentiel commercial est très

important. On estime que près de 3.5

millions de véhicules devront changer

leur équipement dans un avenir proche.

Soyez de la partie et profitez de recettes

supplémentaires et de clients satisfaits !

Souhaitez-vous faire partie des premiers

spécialises de l’installation du DAB+.

> > 11 février 2020 à Fribourg

FEBRUAR

Dialog das neue Mitarbeitergespräch

Praxisorientierter Kurs für langjährige und

neue Führungsverantwortliche, die ihre

Mitarbeitergespräche effizienter und erfolg-

BAZ-SCHULUNG 2020

IN IHRER GEGEND

Geschätztes BAZ Mitglied

Jeder KOPAS muss alle zwei Jahre eine halbtägige Weiterbildung

in Bezug auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

besuchen. Für die ersten zwei Quartale 2020 können wir Ihnen

folgende ERFA- Tagungen in Ihrer Gegend anbieten:

LU: Do 27.02.20 bei Volvo Truck, Inwil LU

SG: Mi 04.03.20 beim AGVS Ausbildungszentrum, St. Gallen

SO: Di 12.05.20 bei ALFAG, Egerkingen

BE: Di 09.06.20 Mobilcity/AGVS, Bern-Wankdorf

Melden Sie sich gleich online an, die Teilnehmerzahl ist beschränkt,

die Kosten sind in der BAZ Jahresgebührt inbegriffen.

Kurs wird nur bei genügend Teilnehmern durchgeführt.

Nähere Informationen und Anmeldung www.safetyweb.ch

Rubrik Kurse / Anmeldung ERFA Tagung.

Sie erhalten ca. 10 Tage vor Kursbeginn eine definitive

Kurseinladung.

Freundliche Grüsse

Karl Baumann, Geschäftsleiter

Arjeta Sulejmani, Geschäftsstelle

Vormittag: ERFA F: Gefährliche Produkte in Ihrem Betrieb

Nachmittag: ERFA G: Persönliche Schutzausrüstung PSA NEU 2020

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des Auto- und Zweiradgewerbes (BAZ)

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60

Februar 2020 | AUTOINSIDE


BILDUNG

reicher gestalten wollen und bereit sind,

sich intensiv mit der wirksamen Mitarbeiterentwicklung

auseinander zu setzen.

> > 4. Februar 2020, Horw

Berufs- und Praxisbildnerschulung Kaufmann/-frau

EFZ (BiVo 2012)

> > 12. März 2020 Winterthur

> > 19. März 2020 Bern

JUNI

MwSt-Fortsetzungs- und Vertiefungskurs

> > 3. Juni 2020, Bern

> > 29. September 2020, Horw

Séminaire de gestion des occasions

Les participants apprennent comment

bien gérer leurs véhicules d’occasion. La

présentation, le processus de reprise et la

stratégie dynamique de prix en font partie.

> > 5 février 2020, Paudex

Das Google Basics Training für den Autohandel

Sie lernen, wie Sie Ihr Unternehmen

dort optimal präsentieren und mögliche

Marketingangebote wie Google Adwords

selbst steuern können.

> > 10. Februar 2020, St. Gallen

> > 27. April 2020, Horw

Bosch-Kurs KTS und ESI [tronic]

> > 12. Februar 2020, Bildungszentrum Bern

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MÄRZ

Meine Wirkung als Führungsverantwortliche/r

Von den Grundregeln der Kommunikation

über Ihre Rolle als Führungsperson. Aktuelle

Führungssituationen werden im Seminar besprochen

und Sie erhalten so die Gelegenheit,

gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

> > 3. März 2020, Bern

Elektro-Instruktion für Hochvolt-Systeme

in Elektro- und Hybridfahrzeugen

> > 11. und 12. März 2020, Bildungszentrum

Bern

> > 21. und 22. April 2020, AGVS St. Gallen

Weitere Ausbildungspartner online: www.

agvs-upsa.ch/de/berufsbildung/hochvoltzertifizierung

APRIL

Social Media im Autohaus. Facebook,

Instagram und Youtube. Keine Likes,

sondern Leads

Der Workshop zeigt neuartige Möglichkeiten

auf, wie Sie die verschiedenen Plattformen

für sich selber einsetzen können, um noch

erfolgreicher zu verkaufen.

> > 6. April 2020, St. Gallen

Lehrgang DAB+

In Zusammenarbeit mit der Schweizer-

Radiobranche, DAB+-Experten der SRG

sowie DAB+-Fahrzeug-Spezialisten wurde

ein DAB+ Lehrgang mit AGVS Kompetenzausweis

entwickelt. Das Marktpotenzial ist

erheblich. Die Schätzungen gehen von rund

3,5 Millionen Fahrzeugen aus, die in absehbarer

Zeit umgerüstet werden müssen. Sind

Sie dabei und profitieren Sie von Zusatzeinnahmen

und zufriedenen Kunden! Möchten

Sie zu den DAB+-Umrüstspezialisten mit

AGVS-Kompetenzausweis gehören?

> > 16. April 2020, Bern

> > 20. August 2020, Lenzburg

MAI

MwSt-Grundkurs

> > 26. Mai 2020, Bern

> > 23. September 2020, Horw

Die Kurse sind in der Kurssprache ausgeschrieben.

Les cours sont proposés dans la langue

correspondante. D’autres cours seront proposés

ultérieurement. Mise à jour sur agvs-upsa.ch.

Occasionsmanagement

Die Teilnehmer lernen, wie sie ihre

Occasionsfahrzeuge richtig bewirtschaften.

Dazu gehören unter anderem die

Präsentation, der Eintauschprozess und die

dynamische Preisstrategie.

> > 3. Juni 2020, St. Gallen

JULI

Facebook, Xing, Twitter et WhatsApp

dans la vente automobile

L’atelier montre de nouvelles possibilités

pour utiliser ces différentes plateformes afin

de vendre encore plus efficacement.

> > 6 juillet 2020, Yverdon

AUGUST

Basisseminar für Automobil-Verkaufsberater/in

> > Start August 2020, Bern

Automobil-Verkaufsberater/-in mit eidg.

Fachausweis

> > Start Lehrgang 26. August 2020, Bern

Diese und weitere interessante Themen

finden Sie online in der Business Academy.

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dans la Business Academy en ligne.

agvs-upsa.ch, Rubrik :

Berufsbildung/AGVS Business Academy

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Kostenlose Infoveranstaltung

18.02.2020, 19.00 - 20.30 Uhr

stfw.ch/ft | Tel. 052 260 28 01

AUTOINSIDE | Februar 202061


BILDUNG

Aktuelle regionale Veranstaltungen zur Aus- und

Weiterbildung im Automobilgewerbe

AARGAU

Automobildiagnostiker/in

Informationsabend:

Donnerstag, 5. März, 2020, 18 Uhr

Mittwoch, 6. Mai 2020, 18 Uhr

Start Lehrgang:

Mittwoch, 9. September 2020

Ort : Weiterbildungszentrum, Lenzburg

> > wbzlenzburg.ch

BERN

Automobil-Verkaufsberater/in

Ort: Mobilcity, Bern

> > agvs-upsa.ch

Automobildiagnostiker/in BP

Anmeldeschluss: 29. Mai 2020

Nächster Studienbeginn:

Mittwoch, 12. August 2020

Ort: GIBB

> > gibb.ch

Betriebswirt/in im Automobilgewerbe HFP

Anmeldeschluss: 28. Mai 2021

Nächster Studienbeginn:

Im August 2021

Ort: GIBB

> > gibb.ch

Werkstattkoordinator/in im

Automobilgewerbe

Nächster Studienbeginn:

Freitag, 14. August 2020

Ort: GIBB

> > gibb.ch

Kundendienstberater/in im

Automobilgewerbe

Nächster Studienbeginn:

Mittwoch, 3. Februar 2021

Ort: GIBB

> > gibb.ch

Höhere Berufsbildung im Automobilgewerbe

HFP, BP und Zertifikat

Informationsanlässe mit Dozierenden und

Vertretern des AGVS

Daten:

Dienstag, 3. März 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Ort: AGVS Berner Oberland,

Stationsstrasse 6, Mülenen

Dienstag, 10. März 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Ort: GIBB

Anmeldung: regula.saegesser@gibb.ch

CHUR / ZIEGELBRÜCKE

Automobildiagnostiker/in

Start Lehrgang: August 2020

ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur

> > ibw.ch

62

Februar 2020 | AUTOINSIDE


BILDUNG

HORW

Automobildiagnostiker/in und Automobil-

Werkstattkoordinator/in

Informationsveranstaltung zum Vorbereitungskurs

zur BP: Mittwoch,

12. Februar 2020, 18 Uhr

> > agvs-zs.ch

ST. GALLEN

Automobildiagnostiker/in

Neu mit Einführungstagen

Informationsabend: 20. Mai 2020, 19 Uhr

Start Lehrgang: August 2020

Ort: AGVS Ausbildungszentrum, St. Gallen

> > agvs-abz.ch

WINTERTHUR

Kundendienstberater/in im Automobilgewerbe

Informationsabend:

14. April 2020, 19 bis 20.30 Uhr

11. Juni 2020, 19 bis 20.30 Uhr

27. Oktober 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Start Lehrgang: 8. Januar 2021

Ort: STFW

> > stfw.ch/akb

Automobil-Verkaufsberater/in

Informationsabend:

18. Februar 2020, 19 bis 20.30 Uhr

14. April 2020, 19 bis 20.30 Uhr

11. Juni 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Start Lehrgang: 18. August 2020

Ort: STFW

> > stfw.ch/aavb

Betriebswirt/in im Automobilgewerbe

Start Lehrgang: 25. August 2021

Ort: STFW

> > stfw.ch/abwa

Automobildiagnostiker/in

Automobil-Werkstattkoordinator/in

Informationsabende:

Dienstag, 18. Februar 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Dienstag, 14. April 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Donnerstag, 11. Juni 2020, 19 bis 20.30 Uhr

Nächster Studienbeginn:

2./3. September 2020 (entweder Mittwoch

ganzer Tag oder Donnerstag ganzer Tag)

Ort: STFW

> > stfw.ch/ad und stfw.ch/adwo

ZÜRICH

Weiterbildung im Automobilgewerbe

Informationsabend:

Mittwoch, 25. März 2020, 18 Uhr

Ort: TBZ Zürich

> > tbz.ch

Betriebswirt/in im Automobilgewerbe

berufsbegleitend, Montag ganzer Tag

Nächster Studienbeginn: 17. August 2020

Ort: TBZ

> > tbz.ch

Automobil-Werkstattkoordinator/in mit

Zertifikat AGVS

berufsbegleitend, Montag, ganzer Tag

Nächster Studienbeginn: 21. September 2020

Ort: TBZ, Zürich

> > tbz.ch

PAUDEX

Diplôme fédéral de gestionnaire

d’entreprise de la branche automobile

Séance d’information

Lieu : Centre Patronal de Paudex

> > romandieformation.ch

Coordinateur d’atelier automobile

Lieu : Centre Patronal de Paudex

> > romandieformation.ch

YVERDON

Diagnosticien d’automobiles

Prochaine session : janvier 2021

Jour du cours, les mardi, jeudi et samedi

matin

Lieu : Centre de formation UPSA-VAUD,

Yverdon-les-Bains

> > formation.upsa-vd.ch

Aus den Sektionen

Für eine Publikation im AUTOINSIDE

melden Sie uns bitte Ihre Daten zu den

aktuellen Infoveranstaltungen und

Lehrgängen im Automobilgewerbe an

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Weiter bildungen erhalten

Sie unter agvs-upsa.ch/de/

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AUTOINSIDE | Februar 202063


HANDEL & AFTERSALES

Die «Autotechnik Days» finden in den Hallen

3 und 4 der Messe Luzern statt.

«Autotechnik Days»

Vier Premieren zur Premiere

H-Base 3.0, Autopro, «eGarage» und EuroDFT: An den «Autotechnik Days» der Hostettler Autotechnik AG von Ende Februar

kommen die Besucher in den Genuss von gleich vier Schweizer Premieren.

abi/pd. Die «Autotechnik Days» vom 28. und

29. Februar sind keine klassische Hausmesse,

sondern eine Fachveranstaltung. Dank

Podiumsgesprächen, Vorführungen und Workshops

erfahren die Besucherinnen und Besucher

einen Mehrwert. Sie tauchen ein in eine

Welt aus Wissensaustausch und Inspiration.

Dazu tragen auch die Schweizer Premieren

bei, die die Hostettler Autotechnik AG in der

Messe Luzern präsentieren wird. Eine ist die

Passthru-Diagnoselösung der Adis Technology

GmbH. Das deutsche Unternehmen bietet

mit dem «Euro5/6 Diagnose- und Flash-Tool»,

kurz EuroDFT, ein Universalwerkzeug zur

Diagnose und Programmierung von Euro5/6-

Fahrzeugen mit Original-Software des Herstellers

(OEM). Das System erlaubt die Diagnose

und Programmierung der gängigsten

Marken mit einem einzigen Werkzeug und

ist dank Hostettler erstmals in der Schweiz

zu sehen. Kurz: Das universal einsetzbare

System öffnet den freien Garagen das Tor zur

Herstellerwelt.

Das EuroDFT vereint die Software mehrerer

Fahrzeughersteller auf einem Laptop. Dieser

wird zusammen mit einem Passthru-Adapter

(EuroVCI) ausgeliefert, damit die standardisierten

OBD-Zugänge genutzt werden können. Auf

Wunsch kann auch mit den Herstelleradaptern

gearbeitet werden. Ein Vorteil: Durch eine speziell

entwickelte Software erlaubt das EuroDFT

den direkten Wechsel zwischen unterschiedlichen

Marken und Herstellern. Dabei erledigt

die Diagnoselösung erforderliche Anpassungen

selbstständig. Aktuell werden die Marken

64

Februar 2020 | AUTOINSIDE


HANDEL & AFTERSALES

Audi, BMW, Chevrolet (EU), Ford, Mercedes-

Benz, Mini, Opel/Vauxhall, Seat, Skoda, Smart,

Toyota und VW unterstützt.

Eine weitere Premiere betrifft H-Base 3.0, den

überarbeiteten Ersatzteilkatalog der Hostettler

Autotechnik AG. Dieser basiert auf der Technologie

von Topmotive, eines der meist genutzten

Teilekatalogsysteme in Europa. Topmotive,

das den Automotive Independent Aftermarket

(IAM) und die Zukunft der Informationssysteme

für über 600 000 Werkstätten, Händler und

Servicepoints seit über 25 Jahren mitgestaltet,

hat sich zum Ziel gesetzt, den Markt zu verändern.

Seine Lösung: Next, die erste Generation

selbstlernender Informationssysteme.

Die neue Generation des Ersatzteilkatalogs, der

über 100 000 Teile für mehr als 9000 unterschiedliche

Fahrzeugtypen umfasst, wurde um

Features wie die selbstlernende Fahrzeugakte,

die Erstellung des Kostenvoranschlags und

nützliche Reifenmodule ergänzt.

Die dritte Premiere ist das neue Werkstattkonzept

der Hostettler Autotechnik AG. Bei Autopro

kann sich der Garagist den Inhalt seines

Leistungspakets selber zusammenstellen.

Dazu kann er drei umfangreiche Leistungspakete

Technik, Marketing und Kommerzielles

mit weiteren Optionen wie einem Diagnose-Sorglos-Paket

oder einem Betriebscoach

kombinieren.

Das Technik-Modul steht für maximale Effizienz

und Kompetenz in der Werkstatt und

zwar im Tagesgeschäft, bei Problemfällen und

bei der Weiterbildung. Dies dank technischer

Aus- und Weiterbildung «à discretion», dem Informationssystem

h-Technik sowie der technischen

Hotline.

Das Marketing-Modul bietet den Garagisten

fixfertige Marketing-Konzepte. Dazu zählen

unter anderem Marketingpakete für die Kundengewinnung

und -bindung. Im Werbemittelshop

können zudem Drucksachen, Bekleidung

oder Werbegeschenke bestellt werden.

Die Werkzeuge des kommerziellen Moduls

unterstützen die Garagisten bei der Administration,

damit sich die Arbeit in der Werkstatt

auch auszahlt: Ein betriebswirtschaftliches

Nachschlagewerk, kommerzielle Schulungen,

Bonitätsprüfung und Inkasso-Lösung gehören

genauso in den Werkzeugkasten wie eine Mobilitätsversicherung.

Ebenfalls um ein Werkstattkonzept der Hostettler

Autotechnik AG handelt es sich bei

der «eGarage» das erste Werkstattkonzept

für Elektromobilität. Denn während die Hersteller

mit Hochdruck an der Elektromobilität

arbeiten, sind bei den Garagen viele Themen

noch ungelöst. Hier springt Hostettler ein: Ein

zentraler Baustein ist der Bereich Technik und

Training, in dem gemeinsam mit Autef und diversen

Erstausrüstern Grundlagenwissen aufgebaut

und die Wartung und Reparatur von

Elektrofahrzeugen trainiert wird. Ein weiterer

Schwerpunkt ist die Stärkung der Beratungskompetenz.

Das Konzept richtet sich an freie

Garagen, die neue Geschäftsmodelle im Bereich

der Elektromobilität suchen, und an Markenvertreter.

Diese finden Leistungsbausteine, die

das Angebot ihres Herstellers ergänzen.

An der Fachveranstaltung und mit den vier

Premieren zeigt Hostettler, dass nicht nur die

Teile, sondern auch die Logistik und das fachliche

Know-how wichtig sind. Das ist dank

den grossen Zulieferern auch für freie Garagisten

vorhanden.

Das gesamte Programm mit den Workshops,

Vorführungen und Podiumsgesprächen gibt es

online. Damit ist die Botschaft der «Autotechnik

Days» klar: Es gibt für Garagisten auch ein

Leben ohne Marke im Hintergrund. <

Weitere Infos unter:

autotechnikdays.ch

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AUTOINSIDE | Februar 202065


HANDEL & AFTERSALES

Fahrwerk-Optionen

Komfortabler statt straffer

Fahrwerkhersteller KW Automotive wartete Ende 2019 mit einer Neuheit auf, dem KW Gewindefahrwerk Variante 5.

Doch der deutsche Fahrwerksspezialist kann nicht nur sportlich und hart, sondern bietet auch Optionen, um mehr

Alltagskomfort zu ermöglichen. Jürg A. Stettler

Vor allem Motorsport-Fans und Sportfahrer

kennen die Vorzüge von KW-Fahrwerken,

die für präzise und schnelle Dämpfung ohne

Zeitverzögerung sorgen. So auch beim neusten

Produkt aus Fichtenberg (D): der nächsten

Generation der KW-Gewindefahrwerke,

der sogenannten Variante 5. Deren Dämpferventile

sind jeweils mit 14 exakten Klicks unabhängig

in den Low- und Highspeed-Dämpferkräften

der Druck- und Zugstufe je nach

Geschmack hinsichtlich mehr Fahrdynamik

oder gesteigertem Fahrkomfort abstimmbar.

Das sorgt dafür, dass die Dämpfer und Ventile

selbst bei geringen Federwegen, Lenkbewegungen

und minimalen Fahrbahnunebenheiten

direkt und sofort reagieren können. «In

exklusiven Fahrzeugen unserer Industriekunden

und auch im GT3-Motorsport setzen wir

auf diese technisch interessante Dämpfertechnologie.

So sind beispielsweise die in Serie geschalteten

Druck- und Zugstufenventile vom

Arbeitskolben getrennt», erläutert Peter Banz,

Geschäftsführer der KW Automotive (Schweiz)

AG. «Dadurch können wir bei der Dämpfung

völlig neue Wege gehen.»

Mit dem neuen Gewindefahrwerk kann auch

eine stufenlose Tieferlegung erreicht werden.

Die ausschliesslich für Sportwagen und Supersportwagen

entwickelte, vierfach leistungseinstellbare

Variante 5 des Gewindefahrwerks

für Achsgeometrien mit MacPherson-Federbeinen,

Doppelquerlenker- oder Mehrlenkerachsen

sowie Push-Rod-Radaufhängungen

wird in der Schweiz ab 9540 Franken angeboten.

Die Experten von KW Automotive (Schweiz) AG (v.l.): Peter Banz (Geschäftsführer), Celine Rätz und Benno Wigger.

Doch nicht nur für die Supersportler und Kunden,

die nach mehr Sportlichkeit und härteren

Fahrwerken suchen, hat KW Automotive Lösungen

auf Lager. Auch Fahrer und Fahrerinnen,

denen der sportliche Flitzer für den Alltag

dann doch zu hart und unkomfortabel unterwegs

ist, werden fündig. Das ist vielen Kunden

meist genauso wenig bewusst wie Garagisten,

deren Endkunden über die zu harte

Dämpfung eines Serienfahrzeugs klagen. Peter

Banz verrät: «Unsere KW-Street-Comfort-Gewindefahrwerke

verbinden Fahrdynamik mit

einem deutlichen Plus an Fahrkomfort gegenüber

herkömmlichen Sportfahrwerken. Auf

Wunsch können die Fahrerinnen und Fahrer

über die integrierte Zugstufeneinstellung das

Handling oder den Fahrkomfort individuell

straffer oder komfortabler einstellen.»

Für welche Modelle sind solche Komfortfahrwerke

erhältlich? Was sind die Vorteile?

Peter Banz: Das komfortable Street-Comfort-Fahrwerk

mit dezenter Tieferlegung garantiert

perfektes Niveau dank der Höheneinstellmöglichkeit

bei KW-Gewindefahrwerken.

Auf Wunsch können über die integrierte Zugstufeneinstellung

das Handling oder der Komfort

individuell gesteigert werden. Somit bietet

das KW-Street-Comfort-Fahrwerk den perfekten

Kompromiss aus Fahrdynamik und -komfort

und das für über 200 Fahrzeugmodelle.

Sind diese Fahrwerke auch mit Dämpferregelungen

kombinierbar?

Hier empfehlen wir Plug-&-Play-Gewindefahrwerke.

Mit den adaptiven Gewindefahrwerken

kann die Steuerung des Seriendämpfersystems

mit einer stufenlosen Tieferlegung

und der Fahrdynamik eines KW-Gewindefahrwerks

verbunden werden. Bei der Installation

werden die Serienfederbeine einfach gegen die

KW-Federbeine ersetzt und die adaptiven KW-

Dämpfer mit der Serien-Bordelektronik über

die Originalstecker des Fahrzeugs verbunden.

Zu hart abgestimmte Fahrwerke sind im Alltag

das eine, zu tief liegende Schnauzen für

Temposchwellen das andere. Gibt es auch

da Lösungen von KW Automotive?

Zahlreiche Supersportwagen verfügen durch

ihren tiefen Schwerpunkt über eine geringere

Bodenfreiheit. Um Temposchwellen oder steile

Auffahrten in Parkhäusern ohne Schwierigkeiten

problemlos überwinden zu können, haben

wir das KW-Hydraulic-Lift-System entwickelt.

Auf Knopfdruck hebt das HLS-System Fahrzeuge

um bis zu 45 Millimeter an und Hindernisse

können problemlos passiert werden. Es

ist nachrüstbar bei KW-Gewindefahrwerken

oder für das Originalfahrwerk je nach Fahrzeugtyp

und Anwendung.

Welche Neuerungen hat KW Automotive für

2020 noch auf Lager?

Die Neuheit ist die V5, alles andere kann noch

nicht kommuniziert werden. An der Messe in

Friedrichshafen Anfang Mai 2020 werden aber

weitere Innovationen vorgestellt. <

Weitere Infos unter:

www.kwsuspensions.ch

66

Februar 2020 | AUTOINSIDE


HANDEL & AFTERSALES

Im Gebäudekomplex «Helix» in Cham ist praktisch die

gesamte Verwaltung der Amag untergebracht.

Amag-Hauptsitz «Helix» in Cham

Eine neue Arbeitswelt

Die Amag hat ein neues Zuhause: Im topmodernen «Helix» in Cham ZG finden 950 Mitarbeitende des grössten

Auto-Importeurs der Schweiz eine neue Arbeitswelt vor. Sandro Compagno

Morten Hannesbo, CEO der Amag Group AG,

ist der Stolz anzusehen, als er eine Gruppe von

Journalisten durch den neuen Hauptsitz der

Amag führt: Arbeitsplätze für 950 Mitarbeitende,

ein hauseigenes Fitnesscenter, ein Personalrestaurant,

das bis zu 260 Mitarbeitende

gleichzeitig verpflegen kann, ein Verkehrskonzept,

das neben den Dienstwagen der Marken

Audi, Seat, Skoda und VW auch E-Bikes und

Fahrgemeinschaften fördert. Der grösste Vorteil

für Morten Hannesbo: «Wir haben praktisch

alle White-Collar-Leute in Cham an einem Ort.

Das heisst, dass wir für Meetings nicht mehr

ins Auto sitzen und an andere Standorte fahren

müssen.» Gebaut wurde der Gebäudekomplex

vom renommierten Immobilienunternehmen

Alfred Müller AG, die Amag ist in zwei der

vier Gebäudeteile eingemietet.

Der Umzug von Schinznach, Buchs ZH, Baden

und Zürich in die Innerschweiz verlief absolut

reibungslos. Hannesbo: «Bis auf einige Vorhänge,

die wir ändern mussten, und die Schirmständer,

die schlicht vergessen gingen. Aber

das war es dann auch schon.» Aussen ist «Helix»

ein imposanter Bürokomplex. Innen eröffnet

sich den Amag-Mitarbeitenden eine neue

Arbeitswelt. «Desk-Sharing» heisst das Prinzip

und bedeutet, dass der persönliche Arbeitsplatz,

der sich über Jahre unter Papierstapeln,

alten Notizbüchern, leeren Kaffeetassen und Erinnerungsfotos

gebogen hatte, der Vergangenheit

angehört. Wer Feierabend macht, räumt

seinen Pult und versorgt seine Unterlagen im

persönlichen Schliessfach.

Neben der Besichtigung des neuen Hauptsitzes

stand am Event «news@AMAG» auch ein Rückblick

auf das Jahr 2019 und der Ausblick auf die

nähere automobile Zukunft auf dem Programm:

«2019 war für die Amag-Gruppe ein sehr gutes

Jahr. Mit 29,4 Prozent Marktanteil konnten

unsere Marken wieder deutlich zulegen und die

neue Organisation bei Amag Retail, unseren

Garagenbetrieben, trägt erste Früchte», meinte

Morten Hannesbo. Die Amag startet topfit ins

Jahr ihres 75-jährigen Bestehens.

Ein Thema waren auch die Garagisten. Auf

die Frage eines Journalisten, wo die Händler

in Zeiten des Online-Verkaufs bleiben würden,

liess sich Hannesbo tief in die Karten blicken:

Seine Formel lautet «3-mal 30»: «30 Prozent

der Marge wird wegfallen. 30 Prozent vom Volumen

wird verschwinden, weil sich ein Drittel

des Handels ins Internet verschiebt. Und

mit der zunehmenden Elektrifizierung wird

die Arbeit in der Werkstatt um 30 Prozent abnehmen.»

Das bedeute nicht, dass der Handel

verschwinde, so Hannesbo: «Aber es wird Veränderungen

geben.»

Eine ganz einschneidende Veränderung gibt

es 2020 mit dem CO 2

-Zielwert von 95 Gramm

pro Kilometer. 2019 rechnet die Amag mit Lenkungsabgaben

von rund 30 Millionen Franken.

2020 werde es nicht weniger sein, so

Hannesbo: «Ab 2022 können wir den Grenzwert

schaffen.» Helfen sollen die vielen neuen

Elektrofahrzeuge, die der VW-Konzern in den

nächsten Jahren auf den Markt bringt (siehe

Seiten 16/17). Auch der Amag-Chef fährt mittlerweile

elektrisch, einen Audi e-tron. <

AUTOINSIDE | Februar 202067


HANDEL & AFTERSALES

Derendinger

«Der Garagist kauft bei uns

mehr als nur ein Produkt»

Seit 1. November ist Olivier Rey Markenchef von Derendinger. Der 45-Jährige im Interview über die ersten 100 Tage im Job,

über den Spirit von Derendinger, über Herausforderungen der Zukunft und darüber, wie ein grosser Zulieferer die Garagisten

auf dem Weg in diese Zukunft unterstützen kann. Sandro Compagno

Herr Rey, Sie sind seit Anfang November

Markenchef bei Derendinger. Wie haben

Sie die ersten 100 Tage in dieser neuen

Funktion erlebt?

Olivier Rey, Markenchef Derendinger: Wie

es oft ist in einem neuen Job: sehr viele Informationen,

sehr viele neue, positive Eindrücke.

Es war für mich interessant zu erfahren, wie

die Swiss Automotive Group und namentlich

Derendinger aufgestellt sind. Sehr beeindruckend

ist für mich die ganze Logistik mit über

370 000 lagergeführten Artikeln. Ein Vielfaches

an weiteren Artikeln können wir innert

24 Stunden via verschiedene Hersteller oder

Grosshändler beschaffen und ausliefern. Wir

führen also das breiteste Sortiment mit der

besten Verfügbarkeit. Und wenn wir schon

bei der Logistik sind: Der Auto-Store im Landeslager

in Niederbipp ist einfach unglaublich!

Ich habe in anderen Branchen zwar schon solche

voll automatisierten Lager gesehen, aber

nie in dieser Grösse. Eine faszinierende Infrastruktur


Ist dieser Auto-Store eigentlich das Ende

der Fahnenstange oder liesse er sich bei

Bedarf ausbauen?

Er ist modulartig aufgebaut und lässt sich ausbauen.

Neben der Logistik hat mich der Spirit

von Derendinger angenehm überrascht, wie

gut das Team eingespielt ist und dass auch in

unserer schnelllebigen Zeit sehr viele Mitarbeitende

schon lange Jahre für Derendinger arbeiten.

Ich wurde hier sehr gut aufgenommen.

Wie sah Ihr Programm in den letzten drei

Monaten aus?

Um die Organisation und die Menschen, die

für Derendinger arbeiten, kennenzulernen,

habe ich die einzelnen Regionen besucht. Derendinger

ist in fünf Regionen organisiert, mit

20 Hubs und 38 Filialen. Von diesen Filialen

werden täglich bis zu sieben Touren gefahren.

Auch das ist eine logistische Meisterleistung

und ein Alleinstellungsmerkmal von Derendinger.

Olivier Rey verantwortet seit November des letzten Jahres die Geschicke von Derendinger.

Sie waren zuvor bei verschiedenen Anbietern

von Elektrowerkzeugen tätig, zuletzt als

Marketingleiter bei Metabo Schweiz. Sehen

Sie Parallelen zwischen dem Handel mit

Elektrowerkzeug und Autoersatzteilen?

Das Set-up ist anders. Wir von Derendinger

sind Händler, Metabo ist ein Hersteller. Parallelen

gibt es im Bereich Logistik und Lagerhaltung.

Bei Metabo wie bei Derendinger

verfolgen die Kunden das Ziel, ihre Lagerkosten

möglichst tief zu halten, also möglichst

wenig Produkte an Lager zu halten.

Parallelen gibt es auch im Bereich Preis- und

68

Februar 2020 | AUTOINSIDE


HANDEL & AFTERSALES

Margendruck. Vor allem seit dem Euro-Crash

2015 hat dieser Druck nochmals markant zugenommen.

Zudem sorgt die Digitalisierung

dafür, dass die Vergleichbarkeit der Angebote

zunimmt. Einerseits innerhalb der Schweiz,

wo die Garagisten die Preise im Internet vergleichen

oftmals jedoch leider unabhängig

von Serviceleistungen oder Verfügbarkeit.

Andererseits aber auch mit dem Ausland:

Online findet man heute viele Produkte auch

in ausländischen Webshops.

Wie antworten Sie auf diese Konkurrenz

aus dem Ausland?

Wir positionieren uns anders. Der Kunde

kauft bei Derendinger nicht nur das Produkt.

Er erhält bei uns das ganze Paket, eine unschlagbare

Verfügbarkeit sowie den Support

und die technischen Schulungen. Das Thema

Support ist gerade für die Allrounder in

den Multimarkenbetrieben sehr nützlich.

Und: Niemand sonst liefert bis zu sieben Mal

täglich. Ein Fahrzeug kann heute für einen

Service- oder Reparaturauftrag nicht mehr

stundenlang einen Arbeitsplatz besetzen...

Autos müssen noch am selben Tag repariert

werden. Wer nur das Produkt kauft, der findet

es im Ausland oftmals günstiger. Aber

der ganze Service, den wir bieten können,

der fehlt dann.

Die SAG führt Technomag und Derendinger

mit eigenständigen Auftritten. Wo und wie

wollen Sie Derendinger positionieren?

Derendinger ist die starke Marke im mittleren

Preissegment. Der zuverlässige Partner

der Garagisten, der mit unschlagbarer Verfügbarkeit,

einem äusserst attraktiven Preis-/

Leistungsverhältnis, dem breitesten Sortiment

und knackigen Angeboten punktet.

Olivier Rey: «Auch in Zeiten der Digitalisierung wollen wir unsere traditionellen Derendinger-Werte beibehalten.»

Sie haben schon für eine Schweizer KMU

für 3D-CAD-Systemlösungen gearbeitet.

Wie schätzen Sie die künftige Rolle des

3D-Drucks im Aftermarket ein?

Mittlerweile lassen sich mit 3D-Druck serienreife

Teile fertigen. (Nimmt eine TV-Fernbedienung

in die Hand.) Das Kunststoffgehäuse

dieser Fernbedienung kann ich drucken und

es ist nicht nur optisch ansprechend, sondern

auch zum Gebrauch geeignet. In der Werkzeugbranche

kannten wir 3D-Druck schon

vor Jahren. Allerdings waren das lediglich

Muster oder Mockups, um zu zeigen, wie das

fertige Produkt aussehen würde. Mit diesem

Werkzeug arbeiten durfte man auf keinen

Fall, sonst wäre es einem um die Ohren geflogen.

Heute kann man mit modernen Kompositwerkstoffen

sehr widerstandsfähige und

funktionale Materialien drucken. Ich denke,

das Potenzial für den 3D-Druck besteht, aber

ich sehe es eher in Nischen. Beispielsweise

für seltene Ersatzteile für Oldtimer und andere

Raritäten.

Welches sind die aktuell grössten Herausforderungen

für Sie als Derendinger-Chef?

Es ist einerseits der bereits erwähnte Preisund

Margendruck. Mittels Differenzierung

und Zusatzleistungen wollen wir unseren

Kunden, den Garagisten, vermitteln, dass

ihnen die Zusammenarbeit mit Derendinger

einen Mehrwert beschert. Diesen Mehrwert

wollen wir nach aussen sichtbar machen. Das

funktioniert am besten über positive Erfahrungen.

Weiter wollen wir die Online-Präsenz

erweitern und auf unser Unternehmen

sowie unsere Partnerkonzepte aufmerksam

machen, denn Meinungsbildung und Kaufentscheide

geschehen immer mehr übers

Web. Und wir wollen auch in Zeiten der Digitalisierung

unsere traditionellen Derendinger-Werte

beibehalten.

Neue Antriebstechnologien, Einschränkungen

der Hersteller bei Diagnosedaten,

Fachkräftemangel: Die Schweizer Garagisten

sehen sich mit vielen Herausforderungen

konfrontiert. Was können Zulieferer

wie Derendinger hier beitragen?

Ganz einfach: Schulen, weiterbilden. Die Garagisten

passen sich seit 100 Jahren an neue

Technologien an und sie sind bereit, weiter

dazuzulernen. Aktuell sind unsere Hochvolt-Kurse

sehr gut besucht. Wir bieten auch

Schulungen und Zertifizierungen im Bereich

CNG/LNG und zu den Themen Kalibrierung

und Diagnostik an. Weiterbildung ist das A

und O.

Zum Schluss: Wie schalten Sie nach

einem stressigen Arbeitstag ab?

Mit meiner Familie, meinen beiden Kindern,

komme ich schnell auf andere Gedanken.

Dazu bewege ich mich viel, bin ein begeisterter

Skifahrer und im Sommer oft mit dem

Mountainbike unterwegs. <

Weitere Infos unter:

www.derendinger.ch

AUTOINSIDE | Februar 202069


BEZUGSQUELLENVERZEICHNIS

ANZEIGEN

Bezugsquellen für das Autogewerbe

Im AVGS-Bezugsquellenverzeichnis empfehlen

sich führende Zulieferbetriebe des

Schweizer Autogewerbes und präsentieren

ihre Dienstleistungen und Produkte. Crossmedial

und übersichtlich nach Produktkategorien

gegliedert. Elfmal im Jahr im AUTO-

INSIDE sowie parallel während des ganzen

Jahres auf agvs-upsa.ch finden Garagen

und betriebsinterne Fahrzeugwerkstätten

in der Schweiz hier vieles, was sie in ihrem

betrieblichen Alltag benötigen.

1. Werkstatteinrichtungen

2. Werkzeuge & Geräte

autotechnik.ch

5. Reifen, Räder & Fahrwerk

3. Autozubehör & Tuning

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4. Ersatz- & Verschleissteile

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Die technologische Entwicklung der Fahrzeuge

gestaltet die Aufgaben der Werkstätten

immer komplexer. Das macht die Rolle

der Zulieferer noch wichtiger als früher. Den

richtigen Partner an seiner Seite zu haben,

ist heute ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Im Bezugsquellenverzeichnis empfehlen sich

leistungsstarke Unternehmen als qualifizierte

Partner des Schweizer Autogewerbes.

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AUTOINSIDE | Februar 202071


GARAGENWELT

Motiondata Vector Gruppe

motiondata-vector.ch

> Die Motiondata Vector Gruppe als zuverlässiger IT-Ansprechpartner

pd. Die Motiondata Vector Immer komplexere IT-Systeme Die Kunden können sich auf ihr

Gruppe ist der flexible IT-Softwarelösungsanbieter

und eine Vielzahl an Produkten Kerngeschäft konzentrieren,

im Bereich machen es nahezu unmöglich, Motiondata Vector kümmert sich

Mobilität mit dem klaren Fokus die passenden Systeme auszuwählen.

um die individuell an jede Unter-

auf die Garagen-Branche. Die

Das kompetente nehmensgrösse angepasste

Dealer-Management-Systeme Beratungsteam hat es sich zur Infrastruktur-Lösung und berät

«Motiondata» und «CDP» sowie Aufgabe gemacht, die Kunden gerne vom Server über den

ein breites Webportfolio und bestmöglich zu unterstützen und einzelnen PC, dem geeigneten

viele nützliche Apps decken alle gemeinsam eine optimale Lösung Netzwerk- und WLAN bis hin

Bedürfnisse eines modernen für die Kunden zu erarbeiten. zu innovativen Sicherungs- und

Garagenbetriebs ab.

Sicherheitslösungen. Die Vorteile

liegen auf der Hand: Die

Kunden haben nur noch einen

Ansprechpartner und sparen

somit Zeit, Kosten und oftmals

auch Nerven. <

Motiondata Vector bietet aber

nicht nur die passende Software

für die Betriebe, sondern auch

die passende und kosteneffiziente

Hardware- und IT-Infrastruktur-Lösung.

Sie ist Teil eines

verlässlichen Partnernetzwerks,

bestehend aus führenden Herstellern,

und weiss genau, dass

eine optimale Infrastruktur die

Basis für eine fehlerfreie Softwareanwendung

ist.

Die Motiondata Vector Gruppe deckt mit ihren Produkten alle Bedürfnisse eines modernen Garagenbetriebes ab.

KW Automotive (Schweiz) AG

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> Fahrdynamischer Quantensprung durch die KW Variante 5

pd. Ein mit Variante 5 ausgerüsteter

Sportwagen fährt deutlich

harmonischer und direkter,

kompromissloser in der Fahrdynamik.

Gegenüber konventionellen

Sportfahrwerken in der

Erstausrüstung / im Aftermarket

setzt KW auf seine erfolgreiche

Motorsportfahrwerktechnologie

mit Verdrängerkolben

und modularen sowie in Serie

geschalteten Dämpferventilen.

Selbst bei geringen Federwegen,

Lenkbewegungen und

minimalen Fahrbahnunebenheiten

reagieren die Dämpfer und

Ventile direkt. «In exklusiven

Fahrzeugen unserer Industriekunden

und im GT3-Motorsport

setzen wir auf diese Dämpfertechnologie.

So sind die in

Serie geschalteten Druck- und

Zugstufenventile vom Arbeitskolben

getrennt», so KW Automotive

(Schweiz) AG Geschäftsführer

Peter Banz. «Dadurch

können wir bei der Dämpfung

völlig neue Wege gehen.»

Die Balancierung zwischen

Kolbendruck und Ventildruck

entfällt, wodurch die Dämpfer

viel sensibler und ohne spürbare

Zeitverzögerung ansprechen.

Jedes Fahrmanöver, Impulse

wie Abbremsen, Beschleunigen,

Lastwechsel, Bodenwellen

werden viel präziser gedämpft.

Die Verdrängerkolbendämpfer

stützen den Fahrzeugaufbau optimaler

als herkömmliche Dämpfer

so können auch niedrigere

Federraten genutzt werden.

Unharmonischem Fahrverhalten

oder gar dem Grip-Verlust durch

eine zu straffe Fahrwerkauslegung

wird durch die Variante

5 vorgebeugt. «Einfach gesagt,

schliesst sich mit dieser

Fahrwerktechnologie eine

gesteigerte Fahrdynamik und

Fahrkomfort nicht mehr aus», so

Peter Banz weiter. Zudem bietet

die Variante 5 die Freiheit, die in

Serie seitlich platzierten Ventile

für die Low- und Highspeedkräfte

der Druckstufen- sowie

Zugstufendämpfung mit jeweils

14 Klicks exakt einzustellen. <

KW setzt auf seine erfolgreiche Motorsportfahrwerktechnologie mit Verdrängerkolben

und modularen sowie in Serie geschalteten Dämpferventilen.

72

Februar 2020 | AUTOINSIDE


GARAGENWELT

GCS Schweiz AG

gcsag.ch

> Die Software von GCS Schweiz AG macht Garagen und Carrosserien fit für die Digitalisierung!

Mitarbeiter auf seinem mobilen

Gerät anzeigt, welche Arbeiten

am Fahrzeug gemacht werden

müssen und wann der geplante

Ablieferungstermin ist.

pd. Die papierlose Werkstatt ist

Wirklichkeit. Eine durchgängige

Produktpalette ist die Basis

für effizientes Arbeiten ohne

doppelte Datenerfassung und

Medienbrüche. Das Ergebnis

ist eine papierlose, digitale

Arbeitsweise von der Terminbuchung

über die Fahrzeugannahme

bis zur Werkstatt, der

Fahrzeugablieferung bis hin zur

Rechnungsstellung. Der Kunde

ist und bleibt im Fokus und wird

individueller bedient denn je.

Hat der Kunde den Termin

gebucht und bestätigt, kommt

er in die Werkstatt und wird

am Fahrzeug vom Kundendienst-Mitarbeiter

professionell

begrüsst. Der Auftrag wird

durchgesprochen und direkt

ergänzt. Der Kundendienst

markiert das Fahrzeug mit einem

QR-Code, der ab jetzt jedem

So kann nun jeder mit seinem

mobilen Gerät seine Aufgaben

einsehen und abarbeiten, Zusätze

erfassen und alles sauber

und schnell dokumentieren bis

zur Ablieferung.

• OBS, das Online-

Buchungs-System

• ETI EasyTimer, das

Werkstattbuch

• RM Ressourcenmanager:

Arbeiten zuteilen und Mietwagenplanung

• VCS / VIS, das Basis-System

für schnelles Arbeiten im Büro

• WB Werkstatt Board/Tafel:

einfach die Übersicht behalten

• MOW Mobile Worker für die

Werkstatt und den Kundendienst

• MAI Mobile Auftrags Info,

das komplette Auftragsdossier

überall im Zugriff

• TCS-Zeiterfassung zur Steigerung/Überwachung

der

Arbeitsleistung

• Cardata, das online Kundencenter

Fit für die Digitalisierung mit der Software von GCS Schweiz AG.

Mehr Aufträge mit weniger

Büropräsenz: GCS demonstriert

Interessierten gerne ihre

effizienten Lösungen. Jetzt für

den Fortschritt entscheiden

und sich von den Lösungen

überzeugen lassen! Weitere

Informationen gibt es bei:

GCS Schweiz AG, www.gcsag.ch,

Telefon 058 521 30 30. <

Autef GmbH

autef.ch

> Hochvolt-Training in Montreal jetzt anmelden!

pd. Die erste Studienreise der

Autef GmbH, Kurszentrum für

Autotechnik, aus Reiden LU an

die «École des métiers de l`équipement

motorisé de Montréal»

war ein durchschlagender

Erfolg. Nun folgen die zweite

und dritte Auflage.

Ziel der Kurse ist es, vom Knowhow

am nordamerikanischen

Markt zu profitieren. Im Zentrum

steht dieses Mal der Umgang

mit Hochvolt-Fahrzeugen,

namentlich geht es um folgende

Inhalte: Sicherheitsaspekte;

Komponenten und Komponententests;

Onbord-Diagnose mit

OEM-Tester und Multimarkentester;

Elektromaschinen, Arten,

Aufbau, Prüf- und Messarbeiten;

Hochvoltbatterien, Lade- und

Balancierungstechniken für die

Werkstatt; Fehlerverwaltung der

Batteriemanagementsysteme;

heizen, kühlen und klimatisieren

mit Wärmepumpen; Vernetzung

Hochvoltsysteme mit Fahrzeug;

praktische Vorgehensweisen

bei Isolationsfehlern, Fehlern in

Onbordladesystemen, in DC/DCoder

AC/DC-Wandlern etc.

Die Kurse dauern vier Tage zu

sieben Stunden. Der Unterricht

setzt sich je zur Hälfte aus Theorie-

und Praxisblöcken zusammen.

Als Übungsobjekte stehen

Fahrzeuge von GM, Toyota,

Nissan, Kia, Honda und Tesla

zur Verfügung.

Reisedaten sind 20. bis 28. Juni

(ab Genf, Kurssprache Französisch)

und 5. bis 13. September

(ab Zürich, Kurssprache Englisch,

mit Deutsch-Übersetzung). Beide

Exkursionen lassen sich mit einer

individuellen Verlängerung der

Aufenthaltsdauer kombinieren. <

Nach der ersten Studienreise nach Montreal folgt nun die zweite und dritte Auflage.

AUTOINSIDE | Februar 202073


UMFRAGE DES MONATS

DER ANTEIL DER VERKÄUFE VON

ALTERNATIVEN ANTRIEBEN LAG 2019

IN DER SCHWEIZ UND IM FÜRSTENTUM

LIECHTENSTEIN BEI 13,1 %.

HABEN SIE IHN SO HOCH ERWARTET?

So viele Fahrzeuge mit alternativem Antrieb waren

in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch

nie unterwegs wie 2019. Die Hälfte der Garagisten,

die an der Umfrage teilgenommen haben, ist davon

nicht überrascht. 10 Prozent hätten den Anteil sogar

noch höher erwartet. Für 40 Prozent sind hingegen

unerwartet viele Fahrzeuge mit alternativem Antrieb

unterwegs. (Stand: 21. Januar 2020)

Ja

40%

Nein

50%

Ich hätte ihn

noch höher

erwartet

10%

VORSCHAU AUTOINSIDE-AUSGABE 3 MÄRZ 2020

Die nächste Ausgabe erscheint am 3. März 2020 mit folgenden Schwerpunktthemen:

Die wichtigsten Entscheidungen der

BBK-Sitzung

Die Berufsbildungskommission (BBK) und nahe

Interessenverbände haben sich zur Diskussion

mit den Sektionen getroffen. AUTOINSIDE

informiert über die wichtigsten Neuigkeiten.

Die neusten Trends im Bereich

Reifen und Räder

Bald schon drängen die Kunden wieder in

die Garagen, um auf die Sommerpneus zu

wechseln. AUTOINSIDE zeigt die Trends des

Jahres 2020.

So wird der Auto-Salon 2020 von

Anfang März

Neues Konzept: Die Geneva International Motor

Show GIMS präsentiert sich in neuem Kleid.

Das können die Besucherinnen und Besucher in

Genf erwarten.

Das auflagenstärkste Fachmagazin für die Schweizer Garagisten

93. Jahrgang. 11 Ausgaben in deutscher und französischer Sprache.

WEMF-beglaubigte Auflage per September 2019: 12760 Exemplare, davon 9664 in Deutsch, 3096 in Französisch.

Herausgeber

Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS)

www.agvs-upsa.ch

Verlag

AUTOINSIDE

Wölflistrasse 5, Postfach 64, CH-3000 Bern 22

Telefon: +41 (0)31 307 15 15

verlag@agvs-upsa.ch, www.autoinside.ch

Administration und Aboverwaltung

Jahresabonnement

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Kontakt: Anina Zimmerli

Telefon: +41 (0)31 307 15 43

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Redaktionsteam: Sandro Compagno (sco,

Redaktionsleiter), Reinhard Kronenberg

(kro, Leiter Publizistik), Jürg A. Stettler

(jas, Leitender Redaktor Mobilität),

Sascha Rhyner (srh, Redaktor Mobilität),

André Bissegger (abi, Redaktor Mobilität),

Carla Stampfli (cst, Redaktorin Mobilität)

Jean-Philippe Pressl-Wenger (jppw,

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Senger (se, Spezialgebiet Technik), Bruno

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Februar 2020 | AUTOINSIDE


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