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Berliner Zeitung 01.02.2020

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Westdeutsche im Osten: Sabine Rennefanz über Geschichte und Geschichten – Seite 8<br />

Heute mit<br />

Service und<br />

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Schauerartiger Regen<br />

Wetter Seite 16<br />

AM WOCHENENDE<br />

www.berliner-zeitung.de<br />

Sonnabend/Sonntag,1./2. Februar 2020<br />

Nr.27HA-76. Jahrgang<br />

Auswärts/D*: 2.00 €<br />

Berlin/Brandenburg: 1.80 €<br />

Im Magazin:<br />

Die Legende lebt<br />

DieStil-Ikone Jenny Capitain ist zurück<br />

Seiten 2und 3<br />

Die wilden Jahre sind vorbei<br />

Heiner Lauterbach über das Großvatersein<br />

Seiten 4und 5<br />

Das letzte Geheimnis des Kalten Krieges<br />

DieToten vomDjatlow-Pass und der KGB<br />

Seite 7<br />

Die Geheimnisse<br />

der Stadttiere<br />

Piste des guten Gewissens<br />

Skifahrenistschön–aberistesökologischnochtragbar?InSüdtirolversuchtman,<br />

eine positive Antwort darauf zu finden. Die Winter-Reportage. Report Seiten 4und 5<br />

IMAGO IMAGES (2); DERK EHLERT<br />

Hertha spielt 0:0<br />

gegen Schalke<br />

SportSeite 22<br />

Berlin Seiten 10 und 11<br />

Ansteckende Unsicherheit<br />

Beim neuen Coronavirus geht es vor allem darum, seine schnelle Ausbreitung zu verhindern<br />

VonTorsten Harmsen<br />

Wie gefährlich ist das<br />

neue Coronavirus?<br />

Kann es mich treffen?<br />

Und warum ruft die<br />

Weltgesundheitsorganisation (WHO)<br />

eine„gesundheitliche Notlage voninternationaler<br />

Tragweite“ aus, während<br />

hierzulande Experten vor Panik<br />

warnen? Diese Fragen bewegen derzeit<br />

viele Menschen. Die Sorgen sind<br />

verständlich. Denn die Situation ist<br />

dramatisch. Doch zugleich kann der<br />

Einzelne sich entspannen. Wie lässt<br />

sich dieses Paradoxonbegründen?<br />

Zunächst zu den Zahlen. Weltweit<br />

sollen bisher fast 10 000 Menschen<br />

am neuartigen Coronavirus mit dem<br />

Namen 2019-nCoV erkrankt sein. Das<br />

sind deutlich mehr als bei der Krankheit<br />

Sars vor 17Jahren mit 8096 Erkrankten.<br />

Bisher hat das Virus in<br />

China 213 Menschenleben gefordert,<br />

wie das Robert-Koch-Institut (RKI)<br />

mitteilte. Außerhalb Chinas gibt es<br />

bisher 120 Infektionen in etwa 20<br />

Ländern und keine Toten. Deutschland<br />

verzeichnete bis Freitag sechs<br />

bestätigte Fälle.Fünf davon sind Mitarbeiter<br />

des oberbayerischen AutozulieferersWebasto,die<br />

sich direkt bei<br />

einer infizierten Kollegin aus China<br />

angesteckt hatten. Erstmals erkrankte<br />

auch das Kind eines Mitarbeiters,<br />

wie das bayerische Gesundheitsministerium<br />

mitteilte.<br />

Wie sich abzeichnet, ist das Virus<br />

offenbar sehr ansteckend, aber deutlich<br />

ungefährlicher als die ebenfalls<br />

durch Coronaviren ausgelösten<br />

Krankheiten Sars und Mers von<br />

2002/2003 und 2012. Es löst Fieber,<br />

Husten und Atemnot aus. In den<br />

meisten der bisher untersuchten<br />

Fälle traten auch Lungenentzündungen<br />

auf. Etwa zwei Prozent der<br />

nachgewiesenen Infizierten sind<br />

verstorben, wie der WHO-Experte<br />

Michael Ryan mitteilte.Vor allem betraf<br />

es ältere Menschen mit schweren<br />

Grunderkrankungen. Da die<br />

Zahl der Infizierten proportional rascher<br />

steige als die Zahl der Toten,<br />

könnte die Sterblichkeitsrate weiter<br />

sinken, so Ryan. BeiSars dagegen betrug<br />

sie 9,5 Prozent, bei Mers sogar<br />

34,5 Prozent. Viel gefährlicher ist Experten<br />

zufolge die saisonale Grippe.<br />

In Deutschland starben daran<br />

2017/18 etwa 25 100 Menschen.<br />

Nach wie vor halten Experten<br />

auch die Ansteckungsgefahr durch<br />

das neue Coronavirus außerhalb Chinas<br />

für äußerst gering. Dennoch beunruhigt<br />

die „Notlage“-Erklärung der<br />

WHO viele Menschen. Im Kern geht<br />

es dabei nicht um überzogene Maßnahmen,<br />

sondernumein koordiniertes<br />

Vorgehen, damit die Pandemie –<br />

also die weltweite Ausbreitung –<br />

rechtzeitig gestoppt wird. Die Chancen<br />

dafür sind heute ungleich größer<br />

als etwa bei der Spanischen Grippe<br />

von1918 bis 1920, die weltweit 50 Millionen<br />

Opfer forderte.<br />

Heute gelten beim Auftreten<br />

neuer Viren, die vonTieren auf Menschen<br />

überspringen und sich weltweit<br />

ausbreiten können, die Internationalen<br />

Gesundheitsvorschriften<br />

(IGV) der WHO, ein komplexes System<br />

von Regeln und Maßnahmen,<br />

die möglichst koordiniert in allen<br />

190 WHO-Mitgliedsländern umgesetzt<br />

werden sollen. Den Regeln zufolge<br />

werden zum Beispiel in<br />

Deutschland bei Verdachtsfällen<br />

ausgewählte Flughäfen angeflogen,<br />

die über Notfallpläne und ausreichend<br />

medizinisches Personal verfügen,<br />

um reagieren zu können: in<br />

Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am<br />

Main, München und Berlin. Mehrere<br />

Fluglinien weltweit setzten ihre<br />

Flüge nach China aus, darunter die<br />

Lufthansa, British Airways, Swiss<br />

und Austrian Airlines, Finnair und<br />

Air India. Flüge zwischen den USA<br />

und China wurden reduziert. Vietnam<br />

verhängte einen zeitweiligen<br />

Einreisestopp für chinesische Touristen.<br />

Italien rief den Notstand aus.<br />

Vor allem geht es auch darum,<br />

Länder mit weniger entwickelten<br />

Gesundheitssystemen zu unterstützen.<br />

Denn auch ein nicht ganz so gefährliches<br />

Virus kann Systeme stark<br />

belasten, wenn es sich rasant ausbreitet.<br />

Zugleich laufen weltweit mehrere<br />

Projekte, umeinen Impfstoff gegen<br />

2019-nCoV zu finden. Auch Forscher<br />

in Hamburg und Berlin sind daran<br />

beteiligt. Wie wichtig hier schnelle<br />

Erfolge sind, zeigte sich beim<br />

Schweinegrippevirus H1N1 von<br />

2009. Es verbreitete sich rasant auf<br />

der ganzen Welt. 18 000 Menschen<br />

starben. Experten teilten mit, dass<br />

innerhalb des ersten Jahres ein Drittel<br />

der Weltbevölkerung infiziert gewesen<br />

sei, doch nur wenige hätten<br />

Symptome gezeigt. Einen Impfstoff<br />

gab es nach fünf Monaten. Ein wesentlich<br />

gefährlicheres Virus hätte<br />

bis dahin Millionen Menschen töten<br />

können. (mit dpa, AFP)<br />

Unabhängigkeit ist das höchste<br />

Gut imJournalismus. Das Fundament,<br />

auf dem exzellente Berichterstattung<br />

entsteht. Deshalb stärkt<br />

die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> ihre Eigenständigkeit<br />

mit neuen Produktionsabläufen<br />

und neuen autarken technischen<br />

Systemen. Wir sind jetzt unabhängig<br />

von anderen Unternehmen und einzig<br />

unseren geschätzten Leserinnen<br />

und Lesern verpflichtet, um sie täglich<br />

mit Nachrichten und Analysen<br />

aus Berlin und derWelt zu versorgen.<br />

Dazu gehört auch die neue Präsentation<br />

unserer Inhalte auf allen digitalen<br />

Kanälen. Wir bieten rund um<br />

die Uhr ansieben Tagen der Woche<br />

unabhängigen Journalismus – auf<br />

unserer Website,imE-Paper,der App<br />

und unseren Social-Media-Kanälen.<br />

Ab heute gilt hier das Prinzip: Digital<br />

zuerst, denn dasInternetkennt keine<br />

In eigener Sache<br />

Digital zuerst<br />

Andruckzeit und keinen Redaktionsschluss.<br />

Die Zeit für Expertise, Einordnung<br />

und Recherche werden wir<br />

selbstverständlich trotzdem immer<br />

investieren, damit unsereLeser nicht<br />

nur schnell, sondernauchumfassend<br />

undtiefgründig informiertwerden.<br />

Und natürlich gibt es alle Informationen<br />

weiter wie gewohnt auch<br />

in gedruckter Form, inder <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Zeitung</strong>. Sie ist die Herzkammer unserer<br />

Transformation ins Digitale,<br />

ihre Redaktion ist der Garant für die<br />

Seriosität derBerichterstattung.<br />

Wir werden unsere Leser informieren,<br />

überraschen und unterhalten<br />

–und ihre Hinweise und Wünsche<br />

aufnehmen und umsetzen.<br />

Denn nur unserer Leserschaft sind<br />

wir verpflichtet.<br />

Herzlich, IhreRedaktion<br />

der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

Digitales Team: Julia Grass, Leiterin Content Development, und Matthias Thieme, der<br />

neue Digital-Chefredakteur.<br />

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK<br />

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2 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Report<br />

„Trump<br />

ist erst der<br />

Anfang“<br />

Der israelische Autor Nadav Eyal<br />

erklärt in seinem Buch „Revolte“,<br />

warum Menschen so gern an Lügen<br />

glauben, weshalb die weltweite<br />

Zerstörung von Machtstrukturen<br />

Gefahr und Chance zugleich ist und<br />

welche Rolle Deutschland dabei<br />

spielen muss<br />

US-Präsident Donald Trump: Sein Amtsantritt erinnertNadavEyalandie politische Situation im Februar 1917, als der Zar in Russland gestürzt warund die Übergangsregierung die Tür für radikale Kräfte geöffnet habe.<br />

AFP/SAUL LOEB<br />

Nadav Eyal reist als Journalist<br />

um die Welt, und<br />

was er beobachtet, findet<br />

er mehr als besorgniserregend:<br />

UnsereWeltordnung zerfällt,<br />

das „Zeitalter der Verantwortung“<br />

ist vorüber, Menschen fühlen<br />

sich belogen, fürchten den sozialen<br />

Abstieg, populistische Hetzeverbreitet<br />

sich. „Trump ist erst der Anfang“,<br />

schreibt Eyal in seinem Buch „Revolte“,<br />

das am Freitag in Deutschland<br />

erschienen ist. Das Interview<br />

hat er ein paar Tage zuvor gegeben,<br />

in einem Café in TelAviv, woerzu<br />

Hause ist.<br />

Herr Eyal, warum haben SieIhr Buch<br />

„Revolte“ genannt?<br />

Wir versuchen, Worte zufinden<br />

für das,was in derWelt geschieht. Oft<br />

ist die Rede vom Zeitalter des Populismus<br />

oder der Unvereinbarkeit von<br />

Technologie und menschlicher Vernunft,<br />

mir ist das zu eng gefasst. Ich<br />

denke, wir beobachten einen weltweiten<br />

Aufstand gegen Machtstrukturen,<br />

nicht nur in Demokratien,<br />

sondern auch in totalitären Staaten.<br />

Revolte bedeutet, es geht mehr ums<br />

Zerstören als darum, neue Machtstrukturen<br />

zu bilden, und es handelt<br />

sich um eine führerlose Bewegung.<br />

Führerlos? Was ist mit Donald<br />

Trump?<br />

Ich denke, Trump repräsentiert<br />

eine Gruppe der Revolte, die Aufständischen.<br />

Diese Gruppe muss<br />

nicht unbedingt die Mehrheit sein,<br />

aber sie kann den Ausgang vonWahlen<br />

bestimmen.<br />

Wasist der Unterschied zur Revolution?<br />

Nach Trumps Wahl war immer<br />

wieder vom Oktober 1917 die Rede,<br />

aber mich erinnert eseher an Februar<br />

1917. Der Zar wurde gestürzt,<br />

es gab eine Übergangsregierung, die<br />

Tür für radikale Kräfte war offen, die<br />

Machthaber versuchten, auf der<br />

Welle zu reiten und Strukturen zu<br />

zerstören, ohne Alternativen anzubieten.<br />

Genau das macht Trump.<br />

Er zerstörteine Welt, in der er sehr erfolgreich<br />

war.<br />

Ja, das erinnert anShakespeare:<br />

EinMann, der in privaten Jets um die<br />

Welt fliegt, aber bei McDonald’s Burger<br />

isst, der seine Wolkenkratzer mit<br />

chinesischem Stahl gebaut hat und<br />

diesen Stahl nicht mehr ins Land<br />

lässt, der globale soziale Netzwerke<br />

wie Twitter nutzt und die Globalisierung<br />

abschaffen will.<br />

Sie beschreiben den Ablauf der Revolte<br />

in drei Akten. Welcher war der<br />

erste?<br />

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg,<br />

das Zeitalter der Verantwortung.<br />

Das ist genau die Formulierung, die<br />

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin<br />

in seiner Yad-Vashem-Rede benutzt<br />

hat.<br />

Ja, erhat sie von mir übernommen,<br />

sein Büro hat mich angerufen<br />

und gesagt: Wirzitieren IhrBuch mit<br />

dieser Formulierung: Zeitalter der<br />

Verantwortung. Als Rivlin jetzt nach<br />

Deutschland gereist ist, hat er mein<br />

Buch mitgenommen, um es Ihrem<br />

Bundespräsidenten zu geben.<br />

Wie sind Sie auf diese Formulierung<br />

gekommen?<br />

Ich habe versucht, diese Jahre<br />

nach dem Zweiten Weltkrieg zu verstehen,<br />

und fragte mich, was die<br />

Staatsführer damals ausgemacht<br />

hat. Ob Adenauer oder Mitterrand,<br />

ob Thatcher oder Ben-Gurion: Sie<br />

waren nicht unbedingt charismatische<br />

Führer, eher Beamte als große<br />

Redner, aber sie alle hatten zwei<br />

Kriege erlebt und agierten mit Verantwortung.<br />

Würden Sie den Vietnam-Krieg oder<br />

das Wettrüsten als verantwortungsvolle<br />

Politik bezeichnen?<br />

Es stimmt, man kann sagen: Wir<br />

standen damals an der Schwelle eines<br />

dritten Weltkrieges. Aber ich<br />

sage: Es gab keinen drittenWeltkrieg.<br />

Die gemeinsame Erinnerung an die<br />

Kriege hat sie zur Verantwortung gezwungen.<br />

Und damit meine ich<br />

nicht nur den Westen, sondernauch<br />

den Osten. Denken Sie nur an das<br />

Abkommen vonMontreal gegen den<br />

Gebrauch von FCKW. Wenige Jahre<br />

nachdemWissenschaftler die Gefahren<br />

von FCKW für die Ozonschicht<br />

festgestellt hatten, einigte sich die<br />

Welt darauf, FCKW nicht mehr zu<br />

benutzen. Es ging um rationale Argumente,<br />

Wissenschaft war wichtig.<br />

Und heute sagt Trump: Wenn ich in<br />

meinem Penthouse mein Haar einsprühe,zerstöreich<br />

damit die Atmosphäre?<br />

Das kann mir keiner erzählen!<br />

Aber viele Menschen glauben ihm<br />

und nicht der Wissenschaft. Wie<br />

konnte es zu diesem Vertrauensverlust<br />

kommen?<br />

Weil Menschen, die als glaubwürdig<br />

galten, viele Jahre lang gelogen<br />

haben. Politiker, Autoritäten, Journalisten.<br />

Undwir haben ein sehr einfaches<br />

Mittel, diese Lügen aufzudecken:<br />

das Internet.<br />

Inwiefern lügen Journalisten?<br />

Sielügen nicht mit Absicht, meistens<br />

zumindest. EinBeispiel: EinPolitiker<br />

hält eine Rede. Journalisten<br />

berichten, was daran neu und interessant<br />

ist, machen daraus einen Text<br />

und eine Schlagzeile. Andere aber<br />

haben eine ganz andere Wahrnehmung.<br />

Sie finden, der Politiker hat<br />

vielleicht am Ende etwas Schlimmes<br />

gesagt, aber am Anfang auch etwas<br />

Gutes. Die Journalisten aber greifen<br />

nur das eine heraus und reißen es<br />

aus dem Zusammenhang.<br />

Dinge auszulassen, wird als Lüge begriffen?<br />

Ja,oft. Sehen Siesich YouTube an.<br />

Man kann sich dort zwei Stunden<br />

lange Vorträge anhören, Nachrichtensendungen<br />

machen daraus 15<br />

Sekunden. Die Leute sagen aber, ich<br />

will die ganzen zwei Stunden sehen<br />

und nicht die Kurzfassung. Im Internet<br />

gibt es keine Begrenzung, und<br />

man muss nicht einmal dafür bezahlen.<br />

Nicht nur Journalisten verlieren an<br />

Glaubwürdigkeit, in Ihrem Buch erzählen<br />

Sie, wie schockiert Ihre Großmutter<br />

war, als sie herausfand, dass<br />

ZUR PERSON<br />

NadavEyal, 40, ist einer der bekanntesten Journalisten Israels. Er ist der internationale Chef-<br />

Korrespondent des TV Senders Reshet 13 und hat den SokolovAward erhalten. Er hat an der<br />

London School of Economics sowie an der HebrewUniversity Politik studiert, war Fellowin<br />

diversen Thinktanks wie dem Aspen Institut und der Brookings Institution.<br />

Sein Buch „Revolte. Der weltweite Aufstand gegendie Globalisierung“ ist ein Bestseller.<br />

Staatspräsident Reuven Rivlin schenkte bei seinem Deutschland-Besuch Bundespräsident<br />

Frank-Walter Steinmeier ein Exemplar mit einer Widmung vonEyal. In Deutschland ist das<br />

Buch gerade im Ullstein-Verlag erschienen. Der Journalist hat drei Kinder und lebt mit seiner<br />

Familie in TelAviv.<br />

der Waschmaschinenhändler ihres<br />

Vertrauens ihr nicht das günstigste<br />

Angebot machte.<br />

Ja, sie hatte mich zu ihm geschickt,<br />

und ich fand auf Google das<br />

gleiche Modell, für 200 Euro weniger.<br />

Für meine Großmutter brach eine<br />

Welt zusammen. Sie hat sich betrogen<br />

gefühlt. Ähnlich ist es mit Aussagen<br />

von Politikern. Früher mussten<br />

Menschen die <strong>Zeitung</strong> sehr gut lesen<br />

und Enzyklopädien studieren, um<br />

Fakten zu überprüfen. Heute<br />

braucht man nicht einmal die Tastatur.<br />

Man fragt Siri, und dann ist klar:<br />

DerFinanzminister hat gelogen.<br />

Aber das erklärt noch nicht, warum<br />

Menschen heutzutage Lügen so bereitwillig<br />

Glauben schenken.<br />

Hannah Ahrendt hat über totalitäre<br />

Regime sinngemäß gesagt:<br />

Wenn Menschen glauben, dass alles,<br />

was sie hören, Lügen sind, kann man<br />

ihnen die groteskesten Lügen erzählen.<br />

Sieglauben daran, weil sie überzeugt<br />

sind, dass doch sowieso überall<br />

gelogen wird.<br />

Wiegefährlich ist diese Entwicklung?<br />

Die Entschiedenheit, mit der<br />

Menschen einen rationalen Diskurs<br />

ablehnen, und der Hass, der sich<br />

daraus entwickelt, das ist sehr gefährlich.Wenn<br />

wir rassistischen oder<br />

fundamentalistischen Ansichten<br />

eher glauben als der Wissenschaft,<br />

wenn wir also Fortschritt ablehnen,<br />

heißt das,dass wir auf die Finsternis<br />

zusteuern. Nazideutschland ist ein<br />

Beispiel für eine Gesellschaft, die<br />

Fortschritt nur als Deckmantel benutzt<br />

hat. Wenn du an Technik<br />

glaubst, aber dabei humanistische<br />

Wertenicht respektierst, dann gibt es<br />

keinen wahren Fortschritt, sondern<br />

Rassismus und Barbarei.<br />

Waskönnen wir tun?<br />

Unsklarmachen, dass die Revolte<br />

gerechtfertigt ist, sie annehmen und<br />

fragen, was sie bedeutet, wie es dazu<br />

kommen konnte. Es ist die<br />

schlimmste Krise, die man sich vorstellen<br />

kann. Aber Leute davon überzeugen<br />

kann man nicht mit Herablassung<br />

und Schwarzmalerei, sondern<br />

nur, indem man Fragen beantwortet.<br />

Ichhabe keinen Zweifel, dass<br />

der Klimawandel stattfindet, aber<br />

seinen Leugnern muss man mit klaren,<br />

wissenschaftlichen Argumenten<br />

begegnen. Wenn man will, dass die<br />

Leute vernünftig sind, muss man<br />

auch vernünftig mit ihnen reden<br />

und nicht versuchen, sie ständig zu<br />

agitieren.<br />

Das heißt, mehr Fakten als Meinungen?<br />

Ja, vor allem aber mehr Antworten<br />

auf Fragen, die unausweichlich<br />

sind. Und wenn einem keine vernünftige<br />

Antwortauf eine Frage einfällt,<br />

sollte man das auch zugeben<br />

und sagen: Ichweiß die Antwortdarauf<br />

im Moment nicht.<br />

Einer der überraschendsten Sätze in<br />

Ihrem Buch ist: Trump ist erst der Anfang.<br />

Wiemeinen Siedas?<br />

Ich sage das nicht, um Leuten<br />

Angst einzujagen. Es ist einfach nur<br />

der Klang der Klaviatur. Wir hören<br />

nicht gut genug zu, wir verstehen<br />

nicht, was wirklich passiert. Weil wir<br />

immer nur darüber diskutieren, was<br />

gerade passiert. DieWelt fällt vonihrenRändernher<br />

nach innen auseinander.Wir<br />

aber sehen nur die Ränder<br />

und müssen neue Lösungen finden.<br />

Waskönnten das für Lösungen sein?<br />

Unsgeht es wie RomamEnde seiner<br />

Tage. Mangel an Philosophen<br />

gibt es nicht. Aber wie in Rom besteht<br />

das Problem darin, Krieger zu<br />

rekrutieren, und in einer Demokratie<br />

sind diese Krieger die Wähler. Menschen,<br />

die verantwortungsbewusste<br />

liberale Ideen unterstützen und bereit<br />

sind, den Preis dafür zu zahlen.<br />

Sie schreiben: Wir sollten uns immer<br />

daran erinnern, dass die größte Bedrohung<br />

der Menschheit Krieg ist.<br />

Steht uns ein Krieg bevor?<br />

Das weiß ich nicht. Aber in einer<br />

Welt, die über Kapazitäten verfügt,<br />

die Welt zu zerstören, müssen wir<br />

immer mit Krieg rechnen und uns<br />

daran erinnern, zu welchen Menschheitsverbrechen<br />

Kriege geführt haben.<br />

Auf diesem Bewusstsein wurde<br />

die EU gegründet. Daskann, bei aller<br />

Kritik, gar nicht genug geschätzt<br />

werden.<br />

Sie beschreiben Deutschland als „das<br />

wichtigste und stabilste Bollwerk der<br />

Demokratie“. So viel hänge derzeit<br />

von Deutschland ab, schreiben Sie.<br />

Sind Siesicher?<br />

Ich meine das nicht als Kompliment.<br />

Ich sage nicht, dass Deutschland<br />

alles richtig macht. Ichsage nur:<br />

Wenn Deutschland mit seiner<br />

schrecklichen Geschichte und seiner<br />

Ursachenforschung nicht in der<br />

Lage ist, Rassismus und Antisemitismus<br />

zu stoppen, dann kann man die<br />

Entwicklung auch woanders nicht<br />

aufhalten. Wenn Deutschland es<br />

nicht schafft, eine Million Flüchtlinge<br />

zu integrieren, wersonst in Europa<br />

würde es wagen? Wenn<br />

Deutschland den Niedergang der<br />

bürgerlichen Mitte nicht aufhalten<br />

kann, welche Industriemacht schafft<br />

es dann? Es ist die Ironie und gleichzeitig<br />

Hoffnung der Geschichte,dass<br />

ausgerechnet die Nation, die für das<br />

schlimmste Verbrechen der Neuzeit,<br />

die Schoah, verantwortlich ist, heute<br />

als wichtigste Stützeder Demokratie<br />

angesehen wird.<br />

Haben Sie jemals darüber nachgedacht,<br />

in die Politik zu wechseln?<br />

Nein, ich denke, die Möglichkeit,<br />

Menschen dazu zu bringen, ihre<br />

Schicksale zu erzählen, sollte ich<br />

weiter nutzen. Es ist wichtig, die Welt<br />

so zu beschreiben, wie sie ist, mitzuhelfen,<br />

ein neues Bewusstsein zu<br />

schaffen.<br />

Wiealt sind IhreKinder?<br />

Zwei, sechs und neun.<br />

Machen Sie sich Sorgen um ihre Zukunft?<br />

Um ihre persönliche Zukunft<br />

nicht, aber was die Zukunft unserer<br />

Welt betrifft, zwinge ich mich dazu,<br />

positiv zu sein. Wir müssen unseren<br />

Kindern indie Augen sehen und ihnen<br />

versprechen, dass wir gut auf sie<br />

aufpassen.<br />

DasInterviewführte Anja Reich.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 3· ·<br />

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Seite 3<br />

Liebe Leserinnen,<br />

liebe Leser,<br />

vor einigen Tagen erhielt ich einen handgeschriebenen<br />

Brief einer langjährigen Abonnentin.<br />

Siefreue sich, dass wir gemeinsam mit<br />

mutigen und engagierten Verlegern das vor<br />

vielen Jahren begonnene, anspruchsvolle<br />

Projekt der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> nun fortsetzen<br />

wollen. Ein Leser schrieb mir, erhabe versucht,<br />

andere <strong>Zeitung</strong>en als die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

zu lesen, sei dortjedoch nie recht glücklich<br />

geworden. Er werde nun, da die Zeichen<br />

auf Neuanfang stehen, zurückkehren.<br />

Beieinem Abendessen erzählte ich einem<br />

ehemaligen Bonner Beamten von unseren<br />

Plänen für die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>: Wir wollen<br />

auf Phrasen verzichten. Wir wollen schweigen,<br />

wenn es nichts zu sagen gibt. Wirwollen<br />

neutral und unvoreingenommen berichten.<br />

Wir wollen unsere Leser in die Lage versetzen,<br />

sich selbst ein Bild vonder Lage zu machen.<br />

„Wenn Ihrer Redaktion das gelingt“,<br />

sagte mein Gesprächspartner mit ermunterndem<br />

Kopfnicken, „dann werden Sieviele<br />

neue Leser gewinnen. Ichwerde Ihre <strong>Zeitung</strong><br />

lesen und werdeSie beimWort nehmen.“ Ich<br />

war erstaunt, dass man mit der simplen Beschreibung<br />

unseres Handwerks solch eine<br />

Reaktion auslösen kann.<br />

In seinem Buch „<strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin“<br />

schrieb der Historiker und <strong>Zeitung</strong>smacher<br />

Peter de Mendelssohn im Jahr 1959, die <strong>Berliner</strong><br />

seien seit jeher „die leidenschaftlichsten<br />

und unersättlichsten <strong>Zeitung</strong>sleser derWelt“.<br />

Mehrmals in 200 Jahren <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>sgeschichte<br />

waren alle Blätter der Stadt<br />

nach Kriegen komplett verschwunden. Doch<br />

bereits wenige Jahre später blühte in Berlin<br />

stets eine neue <strong>Zeitung</strong>slandschaft. Immer<br />

wieder fanden sich Enthusiasten, die die<br />

ausgestorbene Gattung belebten.<br />

Im März des Jahres 1813 hatten die Russen<br />

Berlin vonder französischen Fremdherrschaft<br />

befreit. Die Spenersche <strong>Zeitung</strong> lieferte,soPeter<br />

de Mendelssohn, Nachrichten<br />

über die Ereignisse erstmals nicht mehr „in<br />

Form von ‚Bauerngesprächen‘, sondern in<br />

klarer und sachlicher Berichterstattung“.<br />

Nach der Revolution von1848 brachen aus<br />

Süddeutschland Leopold Ullstein und aus<br />

Ostdeutschland Rudolf Mosse nach Berlin<br />

auf. Sienutzten die neue Technologie der <strong>Zeitung</strong>srotation<br />

und veränderten das Gesicht<br />

der Stadt. 1877 kauften sie vondem „mutigen<br />

und aufrechten Publizisten“ Dr. Peter Langmann<br />

die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>. Langmanns Geldgeber<br />

wollten in die in finanzielle Schwierigkeiten<br />

geratene <strong>Zeitung</strong> kein Geld mehr stecken.<br />

Das Blatt stand vor dem Bankrott. Ullstein<br />

rettete die <strong>Zeitung</strong>, die später den<br />

Namen BZ tragen sollte und im geteilten Berlin<br />

den BoulevarddesWestens unterhielt.<br />

EinNeuanfang<br />

In seiner ersten Einladung zu einem Abonnement<br />

schrieb der Verleger Ullstein im Januar<br />

1878: „Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> steht auf einem<br />

durchaus freisinnigen Standpunkt, unabhängig<br />

vonCliquen- und Parteienwesen.“<br />

Mit „beträchtlicher Courage“ legte sich die<br />

junge <strong>Zeitung</strong> mit der reaktionären Reichsregierung<br />

an und veröffentlichte im September<br />

1878 eine programmatische Erklärung,<br />

in der es hieß: „Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> will eine<br />

konstitutionelle Regierung, keinen Kanzler-<br />

Absolutismus. Sie verlangt, dass das deutsche<br />

Volk frei sei und nicht wie eine besiegte<br />

Nation behandelt werde.“<br />

Solch unerhörte Worte und Gedanken<br />

wollte die damalige Obrigkeit nicht zulassen,<br />

wie de Mendelssohn berichtet: „ImApril 1879<br />

wurde durch Befehl des Generalkommandos<br />

des Gardekorps den <strong>Berliner</strong> Truppen das Lesen<br />

und Halten aller liberalen <strong>Zeitung</strong>en verboten.“<br />

Bismarcks eiserne Faust traf die Redakteure<br />

auch persönlich schwer. Anlässlich<br />

ihres zehnjährigen Bestehens schrieb die <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Zeitung</strong> 1887:„UnsereRedakteurehaben<br />

monatelang mit persönlicher Freiheit gebüßt<br />

für das,was ihnen im überschäumenden Gefühl<br />

des Unmuts aus der Feder floss.“<br />

Mit dem Nationalsozialismus wurde die<br />

freie Presse mit einem Schlag abgeschafft.<br />

Jüdische Verleger wurden enteignet. Die<br />

Journalisten verloren ihre Jobs. Wem die<br />

Flucht nicht gelang, der wurde in den Vernichtungslagernermordet<br />

–Juden, Kommunisten,<br />

Christen, Freisinnige, Homosexuelle.<br />

Die moralische Kernschmelze raffte den<br />

Journalismus in Berlin vollständig hinweg.<br />

Doch nachdem sich 1945 alle Pamphlete<br />

und Propagandablätter der Nationalsozialisten<br />

im Rauch der amerikanischen Bomben<br />

und der sowjetischen Granaten aufgelöst hatten,<br />

gab es selbst in der geistigen Wüste einen<br />

Neuanfang: Die erste <strong>Zeitung</strong> nach der Kapitulation<br />

war die vonder sowjetischen Militärverwaltung<br />

herausgegebene „Tägliche Rundschau“.<br />

Sie diente vor allem der Veröffentlichung<br />

vonInformationen der Roten Armee.<br />

Am 21. Mai erschien die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

als erste echte Tageszeitung Berlins nach<br />

Tugend und Technologie<br />

Der Herausgeber der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> über die <strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin<br />

und die immer wieder überraschende Renaissance des Journalismus<br />

BLZ/PAULUS PONIZAK<br />

Matthias Thieme übernimmt als Chefredakteur<br />

die Verantwortung für den Digitalauftritt<br />

der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>.Der preisgekrönte<br />

Journalist, der seine Karriere bei<br />

der Frankfurter Rundschau begann, arbeitete<br />

unter anderem beim Wirtschaftsmagazin<br />

Capital und der FunkeMediengruppe.<br />

Zuletzt war er Chefredakteur der<br />

Frankfurter Neuen Presse.<br />

dem Krieg. Mendelssohn, später einer der<br />

Gründer des Tagesspiegel, schreibt, die <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Zeitung</strong> „war schon eher eine ,deutsche‘<br />

<strong>Zeitung</strong> und machte einen wesentlich ,berlinischeren‘<br />

Eindruck“ als das Mitteilungsblatt<br />

der Armee. Die ersten Redakteure der<br />

<strong>Zeitung</strong> waren Rudolf Herrnstadt und der<br />

aus Moskau zurückgekehrte Kommunist<br />

und ehemalige Schauspieler und Dramaturg<br />

der legendären <strong>Berliner</strong> Piscator-Bühne Fritz<br />

Erpenbeck. Siemussten die <strong>Zeitung</strong> „binnen<br />

drei Tagen auf die Beine stellen“, was wegen<br />

des Mangels von Telefonen, Post und Verkehrsmitteln<br />

eine kaum lösbare Aufgabe<br />

schien –und doch gelang.<br />

NEU IN DER BERLINER ZEITUNG<br />

SABETH STICKORTH<br />

Margarethe Gallersdörfer war<br />

nach ihrer Ausbildung an der<br />

Deutschen Journalistenschule München<br />

bislang vorallem als freie<br />

Journalistin für unterschiedliche<br />

Medienmarken in ganz Deutschland<br />

tätig.Bei der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

verantwortet sie künftig<br />

das Thema Bildung.<br />

VonMichael Maier<br />

EvaCorino hat zuletzt mit<br />

ihrem Sachbuch „Das<br />

Nacheinander-Prinzip –<br />

Vomgelasseneren Umgang<br />

mit Familie und Beruf“<br />

für Diskussionen gesorgt.<br />

Sie kommt zur <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Zeitung</strong> als Redakteurin<br />

für Familie und Leben.<br />

Diewestlichen Alliierten gründeten ebenfalls<br />

„ihre“ <strong>Zeitung</strong>en. Die britische Militärbehörde<br />

gab das Nachrichtenblatt Der<strong>Berliner</strong><br />

heraus,welches eine ganz neue Form der<br />

<strong>Zeitung</strong> nach Berlin brachte –die Boulevard-<br />

<strong>Zeitung</strong> mit vielen kleinen Meldungen. Auch<br />

diese <strong>Zeitung</strong> formulierte einen hohen Anspruch.<br />

In der ersten Ausgabe war zu lesen:<br />

„Es ist die Aufgabe dieser <strong>Zeitung</strong>, Nachrichten<br />

aus aller Welt und aus Berlin so umfassend<br />

wie nur möglich und in strengster Sachlichkeit<br />

zu bringen. Berichte und Kommentare<br />

werden getrennt gehalten, sodass der<br />

Leser in die Lage versetzt wird, sich sein eigenes<br />

Urteil zu bilden.“ Die <strong>Berliner</strong> waren, so<br />

IMAGO/VIADATA<br />

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK<br />

PRIVAT<br />

Kai-Hinrich Renner ist einer<br />

der bekanntesten Medienjournalisten<br />

Deutschlands. Seine<br />

„Medienmacher“-Kolumne, in<br />

der er immer wieder Exklusives<br />

aus der deutschen Medienbranche<br />

berichtet, wird in der Branche<br />

gleichermaßen respektiert<br />

wie gefürchtet.<br />

de Mendelssohn, zunächst erstaunt, fanden<br />

jedoch bald Gefallen an der Idee, Berichte<br />

über die Welt in „sachlicher, ungeschminkter“<br />

Form zu erhalten. Später verloren die<br />

West-<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>en dieses hehre Ziel<br />

leider oft aus den Augen, weil sich die Journalisten<br />

in die Rhetorik des Kalten Krieges<br />

zwingen ließen.<br />

Als politisch geführte Bezirksparteizeitung<br />

der SED ist die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> mit<br />

freien Medien ohnehin nicht zu vergleichen.<br />

Wenn man die alten Ausgaben durchblättert,<br />

stehen interessante Kultur- und Lokalberichte<br />

neben der knallharten Verbreitung der<br />

Orthodoxie der Partei. Sprachlich arbeitete<br />

die <strong>Zeitung</strong> ziemlich präzise. Doch die formalen<br />

Fähigkeiten der Redakteure nutzten<br />

nicht den Bürgern, sonderndienten, weitgehend<br />

linientreu, den Interessen der Eliten.<br />

1989 öffnete sich die <strong>Zeitung</strong> erstaunlich<br />

früh und erfrischend orientierungslos dem<br />

Dialog mit der Opposition im Osten der<br />

Stadt. Die Redakteure bemühten sich um<br />

sachliche Berichte im damals typischen,<br />

nüchternen Stil der internationalen Nachrichtenagenturen.<br />

Nach der Wende wollte<br />

der frühere Spiegel-Chefredakteur Erich<br />

Böhme als Herausgeber „nicht wiedervereinigt<br />

werden“. 1996 hat sich die <strong>Zeitung</strong> unter<br />

dem damaligen Herausgeber Dieter Schröder,<br />

der von der Süddeutschen <strong>Zeitung</strong> gekommen<br />

war,als liberal-demokratische <strong>Zeitung</strong><br />

etabliertund diese Positionierung auch<br />

nie mehr aufgegeben.<br />

Heute steht die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>, wie die<br />

Blätter in aller Welt, vor ganz anderen Herausforderungen.<br />

Die aktuelle Krise der <strong>Zeitung</strong>en<br />

sei, so sagen viele,die Folge der technologischen<br />

Revolution durch das Internet.<br />

Dies betrifft auch die <strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin.<br />

Vorwenigen Tagen hat die altehrwürdige Ullstein-<strong>Zeitung</strong><br />

<strong>Berliner</strong> Morgenpost bekannt<br />

gegeben, all ihre wichtigen Verlagsbereiche<br />

aufzugeben. Die <strong>Zeitung</strong> ist, verlagstechnisch<br />

gesehen, nur noch ein Torso.Viele <strong>Zeitung</strong>en<br />

haben sich damit abgefunden, dass<br />

ihre Tage gezählt sind. Sie besingen ihren<br />

Niedergang in Klageliedern über das Internet<br />

und die neue Generation, die sich ihreInformationen<br />

anderswo besorgt.<br />

DasInternet ist jedoch keineswegs die Ursache<br />

der Krise.Der Grund dürfte eher darin<br />

liegen, dass uns Journalisten unsere wichtigste<br />

Aufgabe in der bunten Welt der Bilder<br />

und Video-Clips nicht mehr unverrückbar<br />

vor Augen steht, nämlich die sachliche und<br />

ungeschminkte Übermittlung von Nachrichten.<br />

Es ist unbestritten: Viele Journalistinnen<br />

und Journalisten leisten unter erschwerten<br />

Bedingungen Hervorragendes.<br />

Und doch spüren alle in der Branche<br />

beim Bick in den Spiegel ein grundsätzliches<br />

Unbehagen. Immer wieder erliegen wir den<br />

Verführungen der elektronischen Etablissements,<br />

in denen Sein und Schein verschwimmen.<br />

Wir lavieren zwischen Illusion<br />

und Realität. Wir lassen uns treiben von PR-<br />

Maschinen und politischen Interessen. Geschäftemacher<br />

und Netzwerker wollen den<br />

Rhythmus unserer Arbeit bestimmen.<br />

Vieles kennen wir Journalisten nicht aus<br />

eigener Anschauung, hinterfragen die uns<br />

mundgerecht servierten „Informationen“ zu<br />

wenig. Statt kritischer Distanz schließen wir<br />

„Deals“ mit Informanten. Mutmaßungen<br />

und Einflüsterungen treten an die Stelle von<br />

Nachfragen. Nicht selten wissen wir schon<br />

zu Beginn einer Recherche, welches Ergebnis<br />

wir gerne niederschreiben wollen.Wirgefallen<br />

uns im eigenen Jargon. Die anderen<br />

hören wir am liebsten dann, wenn sie unsere<br />

eigene Meinung bestätigen.<br />

Sachlich und ungeschminkt<br />

Das alles können wir ändern. Das Internet<br />

als neue Technologie kann uns dabei helfen.<br />

Es ist ein bisher nicht gekanntes Werkzeug<br />

für Recherche und Kommunikation. Es<br />

schafft neue Räume, umzulernen und Wissen<br />

weiterzugeben. Es ermöglicht die Kontrolle<br />

des Geschriebenen, weil viele Quellen<br />

zugänglich sind.<br />

Die alte <strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin ist in den<br />

vergangenen Jahren zu einer Hochburg der<br />

Wissenschaften, der Kultur und der internationalen<br />

Gemeinschaften geworden. Eine<br />

Vielzahl junger Tech-Unternehmen hat sich<br />

angesiedelt. Für uns Journalisten bietet diese<br />

Vielfalt ungeahnte Möglichkeiten. Die Zuwendung<br />

an die Moderne versetzt unsere<br />

<strong>Zeitung</strong>en in die Lage, die Fülle an Informationen<br />

mit klassischem journalistischem<br />

Handwerkzuverarbeiten.Wienie zuvor können<br />

wir unseren Lesern sachliche, ungeschminkte<br />

Informationen liefern.<br />

Wirwerden in der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> im Internet<br />

und in der gedruckten Ausgabe in den<br />

kommenden Wochen neue Themen aufgreifen.<br />

Wir freuen uns, dass wir unsere Redaktion<br />

mit neuen Kräften verstärken können.<br />

Wirladen Sie, liebe Leserinnen und Leser<br />

ein, aktiv an der Neugestaltung mitzuwirken.<br />

Schreiben Sieuns,schicken SieunsWünsche<br />

und Hinweise. Kritisieren Sie uns und machen<br />

uns auf Lücken und Fehler aufmerksam.<br />

Unterstützen Sie unser Bemühen, unabhängig<br />

und unbestechlich zu berichten.<br />

Nach vielen Jahren der Zugehörigkeit zu<br />

großen Medien-Konzernen sind wir wieder<br />

ganz auf uns allein gestellt. Diese Unabhängigkeit<br />

ist wie frische Luft, die uns in unserem<br />

Denken und Schreiben inspirieren wird.<br />

Dieheutige <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> wurde vor75<br />

Jahren gegründet, kann sich aber auch auf<br />

große Vorbilder aus Revolutionszeiten und<br />

Aufklärung berufen. Wenn wir deren Tugenden<br />

mit den Möglichkeiten der neuen Technologien<br />

verbinden, haben wir unsere beste<br />

Zeit erst noch voruns.


4 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

Report<br />

An den Anblick von<br />

Schneekanonen am<br />

Rand der Pisten hat man<br />

sich so gewöhnt, dass<br />

man sie kaum<br />

noch wahrnimmt. CAREZZA SKI<br />

Auf der Suche<br />

nach dem<br />

grünen Winter<br />

Nachhaltig Ski fahren –geht das ?Ein Besuch in<br />

Carezza, Südtirol, und der Versuch einer Antwort<br />

VonSusanne Lenz, Welschnofen<br />

Am Paulusberg im Erzgebirge mit<br />

der 200-Meter-Piste,auf der meine<br />

Kinder Ski fahren lernten, gingen<br />

die Schneekanonen an, sobald der<br />

Schlepplift abends den Betrieb einstellte.<br />

Klar, dachte ich, an manchen Stellen hatte<br />

schließlich schon am frühen Nachmittag das<br />

Gras herausgeguckt. In einem Winter halfen<br />

auch die Schneekanonen nur am ersten Tag,<br />

so kamen wir in das Suppenmuseum von<br />

Neudorf Sehmatal, tags darauf drehten wir<br />

Räucherkerzen. Vielleicht hat das Nachdenken<br />

damals angefangen. Undjetzt, nach zwei<br />

Dürresommern, den wöchentlichen „Fridays<br />

for Future“-Demonstrationen, nach<br />

den Klimagipfeln in Madrid und Davos, jetzt,<br />

in dieser Greta-Thunberg-Zeit, stellt sich<br />

eine grundsätzliche Frage: Fahren wir überhaupt<br />

noch? Oder gibt es einen Kompromiss<br />

zwischen der Verantwortung für die Umwelt<br />

und dem Glück, das es bedeutet, einen weißen<br />

Abhang hinunterzusausen?<br />

Unter dem Rosengarten<br />

Beider Suche nach einer Antwortstößt man<br />

auf einige Skigebiete,die vonsich sagen, dass<br />

sie Rücksicht auf das Klima nehmen, dass sie<br />

alles tun, um ihren CO 2 -Abdruck zu verringern,<br />

einige wenige sind sogar klimaneutral<br />

oder wollen es demnächst werden. Bloß was<br />

bedeutet das? Wir fahren nach Südtirol, in<br />

die Dolomiten, in ein kleines Skigebiet namens<br />

Carezza. „Sogrün ist der Winter“, heißt<br />

es auf der Webseite. Von einem „guten Gewissen“<br />

ist die Rede.<br />

Vom Bahnhof in Bozen aus, nach rund<br />

achtstündiger Zugfahrt, kommt man in einer<br />

guten halben Stunde hinauf nach Welschnofen.<br />

Das Skigebiet ist von der rund 2000<br />

Einwohner zählenden Ortschaft mit einer<br />

Gondel erreichbar. Direkt unter dem Rosengarten<br />

liegt es, einem Bergmassiv mit Postkartenqualität,<br />

dessen Felsen sich in der<br />

Abenddämmerung rot färben. Wenn man<br />

Glück hat wenigstens.Von der Kölner Hütte<br />

auf 2347 Meter blickt man auf das benachbarte<br />

Latemar-Massiv, man sieht die Marmolada,<br />

auf der ich als Kind gefahren bin,<br />

und an klaren Tagen in der Ferne die Gipfel<br />

der österreichischen Alpen.<br />

Es ist kein Wunder,dass die Unesco diese<br />

Gegend in den Dolomiten zum Weltnaturerbe<br />

erklärthat. Undesist kein Wunder,dass<br />

es Tourismus hier am Karerpass schon sehr<br />

lange gibt. Davon zeugt das Ende des 19.<br />

Jahrhunderts eröffnete Grand Hotel Karersee.<br />

Die Gästeliste von einst ist beeindruckend:<br />

Kaiserin Sissi nächtigte hier,Winston<br />

Churchill, Agatha Christie und Karl May.<br />

Zum Skilaufen werden sie nicht gekommen<br />

sein. Damals musste den Berg erst einmal<br />

hinaufsteigen, wer ihn hinunterfahren<br />

wollte. Die ersten Lifte wurden in den<br />

1950er-Jahren errichtet.<br />

MariaGufler ist in Carezza für das Marketing<br />

zuständig.Wirtreffen uns auf der Moseralm,<br />

das Hotel steht mitten im Skigebiet. Sie<br />

erzählt vom Warten auf die kalten Nächte,<br />

das jedes Jahr von Neuem beginne. Kalt bedeutet<br />

minus sieben Grad, mindestens.Ende<br />

November, spätestens Anfang Dezember ist<br />

es dann so weit. Das, was sie hier das „Kältefenster“<br />

nennen, ist da, und dann schneien<br />

sie in fünf Nächten das ganze Skigebiet ein.<br />

„Das passt dann bis zum Ende der Saison“,<br />

sagt Maria Gufler. Die endet dieses Jahr am<br />

22. März. Nachbeschneit wirdbis zu dem Tag<br />

höchstens punktuell.<br />

Hier am Karerpass fährt man auf Kunstschnee.Das<br />

ist mittlerweile die Norm in Südtirol.<br />

Aber auch in Deutschland und Österreich<br />

sind Naturschneegebiete in der Minderzahl,<br />

und in der Schweiz machen sie<br />

höchstens noch die Hälfte aus. Anden Anblick<br />

von Schneekanonen und Schneelanzen<br />

amRand der Pisten hat man sich so gewöhnt,<br />

dass man sie kaum noch wahrnimmt.<br />

Kunstschnee verlängert die Saison<br />

oder macht sie überhaupt erst möglich.<br />

Kunstschnee trotzt dem Wetter den Winter<br />

ab, den es von allein nicht mehr gibt, doch<br />

die Energie, die dabei verbraucht wird trägt<br />

zur Erderwärmung bei.<br />

Künstlichen Schnee kann man auch bei<br />

minus zwei Grad erzeugen, und wenn man<br />

dem Wasser, das in die Schneekanonen gepumpt<br />

wird, Bakterien zusetzt, sogar bei<br />

Plusgraden, was in der EU jedoch nicht erlaubt<br />

ist. Aber je kälter es ist, desto weniger<br />

Energie braucht man. Deshalb ist das Kältefenster<br />

so wichtig. MariaGufler erzählt, dass<br />

Carezza dem Südtiroler Klimaneutralitätsbündnis<br />

2022 beigetreten ist, also bis spätestens<br />

in zwei Jahren klimaneutral sein will.<br />

Undsie haben schon vorGreta Thunbergangefangen,<br />

Energie zu sparen, nicht nur bei<br />

der Beschneiung, die Lifte, die Schneekanonen,<br />

das alles wird mit regenerativem Strom<br />

betrieben. Dann muss Maria Gufler los. Ihr<br />

vier Jahrealter Sohn will in den Skikindergarten.<br />

Beim Energiesparen in Carezza hilft auch<br />

Hermann Psenner.Seine Arbeitszeit beginnt<br />

in dem Moment, in dem die Pisten schließen.<br />

Dann setzt er sich in den riesigen Pistenbully,von<br />

dem er sagt, dass er so viel koste<br />

wie ein kleines Haus,und präpariertdie Pisten.<br />

Fünf, sechs Stunden lang. In Gummer<br />

hat er einen Bauernhof, aber der ist klein,<br />

und er muss dazuverdienen. Als Erstes<br />

nimmt er sich an diesem Abend die Tschein<br />

vor.<br />

Mitdem Schild schiebt er den Schnee,die<br />

Fräse hinten zerhäckselt die großen Brocken,<br />

und macht dann die feinen Rillen in die<br />

Piste,die die Frühaufsteher unter den Skifahrern<br />

kennen. Aber sein wichtigstes Instrument<br />

ist der kleine Bildschirm rechts vom<br />

Fahrersitz, über den sich wie eine bunte<br />

Raupe eine Linie bewegt. Mittels Sonartechnik<br />

zeigt diese Linie an, wie hoch der Schnee<br />

an der Stelle ist, über die Hermann Psenner<br />

Carezza Dolomites-Geschäftsführer Florian Eisath<br />

(r.) und Schneimeister Valentin Pichler BLZ/SUSANNE LENZ<br />

„Es ist leicht, klimaneutralzuwerden.<br />

Manmuss<br />

nur die entsprechenden<br />

Ausgleichszahlungen<br />

leisten. Aber wir müssen<br />

es auch leben.“<br />

Florian Eisath,<br />

Geschäftsführer von Carezza Dolomites<br />

gerade fährt. Blau steht für hoch, manchmal<br />

über zwei Meter.„An der Stelle braucht man<br />

das auch, das ist ein Sonnenhang.“ Manchmal<br />

färbt sich die Linie grün oder gelb. Dort<br />

wo die Linie orange ist, liegen nur 30 Zentimeter.<br />

Aber auch orange ist in bestimmten<br />

Lagen sozusagen noch im grünen Bereich.<br />

Nurrote Stellen sollte es jetzt im Januar noch<br />

nicht geben.<br />

Wo Schnee fehlt, schiebt Hermann Psenner<br />

ihn hin. Weil die Skifahrer sich in der<br />

Mitte der Piste bewegen, drücken sie den<br />

Schnee nach außen. Er muss also wieder in<br />

die Mitte befördert werden. Früher war er<br />

eine Stunde länger unterwegs. Durch die<br />

Schneetiefenmessung hat sich die Fahrzeit<br />

reduziert und damit der Energieverbrauch.<br />

Jede Nacht sieht er Rehe über die Piste laufen,<br />

manchmal auch einen Hasen. Dass das<br />

Geräusch des Motors die Tiere stört, glaubt<br />

Hermann Psenner nicht. „Die haben sich<br />

längst daran gewöhnt.“<br />

Wenn man mit Hermann Psenner durch<br />

die Nacht fährt und erst recht, wenn man<br />

sich von Florian Eisath durch den Pumpenraum<br />

führen lässt, versteht man, dass die<br />

schöne Skilandschaft eine ziemlich technische<br />

Angelegenheit ist. Florian Eisath, 35<br />

Jahrealt, ist der Geschäftsführer vonCarezza<br />

Dolomites, bis vor kurzem war er Skirennläufer,vor<br />

zwei Jahren ist er sein letztes Weltcuprennen<br />

gefahren. „Ich bin mit Skiern an<br />

den Füßen aufgewachsen“, sagt er. Das Unternehmen<br />

hat sein Vater Georg aufgebaut.<br />

Der übernahm 2008 den Großteil der Anlagen,<br />

das Skigebiet war damals im Niedergang,<br />

die Lifte veraltet. Georg Eisath hatte<br />

1990 die Firma Technoalpin gegründet, die<br />

heute Weltmarktführer für Beschneiungsanlagen<br />

ist. DieSchneekanonen, mit denen sie<br />

den Paulusberg imErzgebirge beschneien,<br />

kommen auch vonEisaths einstiger Firma.<br />

Wahrscheinlich hätte Georg Eisath seine<br />

Anteile an der Firma nicht verkauft, hätte es<br />

nicht sentimentale Gründe gegeben, in das<br />

marode Gebiet am Karerpass zu investieren.<br />

Seine Frau kommt vonder Moseralm. „Ohne<br />

das Skigebiet hätte das Hotel nicht mehr<br />

funktioniert“, sagt Florian Eisath. Werweiß,<br />

ob es das Gebiet ohne Eisaths Engagement<br />

noch geben würde. Inden Alpen haben in<br />

den vergangenen Jahren mehr als 70 kleinere<br />

Skigebiete aufgegeben. Aber zurück in den<br />

Pumpenraum.<br />

Hier liegen vier Pumpen, blau, mit einer<br />

Anschlussleistung von400 Kilowatt. Hier stehen<br />

graue Sicherungskästen, groß wie<br />

Schränke, und auf einem kleinen Holztisch<br />

steht ein Computer, von dem aus Valentin<br />

Pichler jeden einzelnen der rund 200 Schneeerzeuger<br />

im Carezza-Gebiet ansteuern kann,<br />

so nennen sie hier die Kanonen und Lanzen<br />

entlang der Pisten.VomHandy geht das auch.<br />

Valentin Pichler ist der Schneimeister hier am<br />

Karerpass.Erkann bestimmen, ob der Schnee<br />

feucht ist oder trocken, die Menge natürlich,<br />

aber eine der Pumpen anzuwerfen, um eine<br />

einzelne Kanone arbeiten zu lassen –das vermeiden<br />

sie. Der Energieverbrauch wäre zu<br />

hoch, der Schnee zu teuer.Amliebsten arbeiten<br />

sie unter Volllast, das bedeutet, dass alle<br />

Schneeerzeuger, die an eine Pumpe angeschlossen<br />

sind, gleichzeitig laufen.<br />

Auf der Webseite mit dem Namen „Snow<br />

Manager“, die Valentin Pichler jetzt aufruft,<br />

kann man sehen, wie viele Kubikmeter<br />

Schnee ein jeder Erzeuger in der Saison produziert<br />

hat. Das ist ganz unterschiedlich, je<br />

nachdem an welchem Pistenabschnitt er<br />

steht, wie dortdie Abnutzung ist, ob die Lage<br />

dem Wind oder der Sonne ausgesetzt ist. Es<br />

soll nicht unnötig viel Schnee produziertwerden.<br />

Pichler lässt eine Pumpe anlaufen. Erst<br />

ertönt zur Warnung eine Sirene, die Pumpe<br />

klingt dann wie eine Flugzeugturbine.<br />

Künstlicher Schnee aus Wasser und Druck<br />

Den Energieverbrauch zu ermitteln, ist angesichts<br />

all der Variablen, die zu bedenken<br />

sind, nicht so leicht. Der Deutsche Skiverband<br />

hat vor einigen Jahren trotzdem versucht,<br />

eine Rechnung aufzumachen: Für die<br />

Beschneiung einer Fläche voneinem Hektar<br />

Pistenfläche mit 30 Zentimeter Schnee werden<br />

rund 20 000 Kilowattstunden Energie<br />

verbraucht. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt<br />

verbraucht etwa 4000 Kilowattstunden<br />

pro Jahr. Inden Alpen werden<br />

rund 70 000 Hektar beschneit.<br />

Aber es kommt immer auch auf die Temperaturen<br />

an, darauf, wie viel Naturschnee<br />

fällt. Ob das Skigebiet an Südhängen liegt,<br />

wie Carezza, oder nach Norden ausgerichtet<br />

ist. Dieses Jahr hatten sie in Carezza Glück.<br />

Im November ist so viel Schnee vomHimmel<br />

gefallen, dass sie ein Drittel weniger künstlichen<br />

Schnee produziert haben als in den<br />

Jahren davor.<br />

Künstlicher Schnee entsteht mithilfe von<br />

Wasser und Druck. DasWasser sammeln sie<br />

in einem künstlichen Speichersee, den der<br />

Vater anlegen ließ, nicht ohne dabei darauf<br />

zu achten, dass er sich mit Eigendruck füllen<br />

kann und auch ein Großteil der Schneeanlagen<br />

mit Eigendruck versorgt wird. Aber klar,<br />

sie haben rund 20 Kilometer unterirdische<br />

Leitungen verlegt, dafür die Hänge aufgegraben.<br />

Undsoein Speicherbecken füllt sich aus<br />

Bächen, aus Schmelzwasser. Dass das ein<br />

Eingriff in den Wasserhaushalt ist, liegt auf<br />

der Hand. Naturschützer üben heftige Kritik<br />

an diesen Speichern. Florian Eisath sagt,<br />

dass er eine Konzession hat.<br />

Siesparen Energie in Carezza, aber richtig<br />

klimafreundlich klingt das alles trotzdem<br />

nicht. Geht das überhaupt, nachhaltig Skifahren?<br />

„Im Prinzip ja, wenn Sie auf Naturschnee<br />

fahren und selber aufsteigen“, sagt<br />

Werner Bätzing, den wir in Bamberg errei-


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 5· ·<br />

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Report<br />

Das Skigebiet Carezza in<br />

denDolomiten. Gefahren<br />

wird auf Kunstschnee. Das<br />

ist mittlerweile die Norm<br />

in Südtirol. Auch in<br />

Deutschland und Österreich<br />

sind Naturschneegebiete<br />

in der Minderzahl, in<br />

der Schweiz machen sie<br />

höchstens noch die Hälfte<br />

aus. CAREZZA SKI/LAURIN MOSER<br />

Wien<br />

München<br />

Singen<br />

DEUTSCHLAND<br />

Salzburg<br />

Erschließung der<br />

Alpen durch Skigebiete<br />

Größe in Pistenkilometern<br />

Skigebiete<br />

1954<br />

(rund 105)<br />

2012<br />

(rund 600)<br />

SCHWEIZ<br />

Bern<br />

Zürich<br />

LIECHTENSTEIN<br />

Chur<br />

Vaduz<br />

Landeck<br />

Innsbruck<br />

Spittal<br />

ÖSTERREICH<br />

Graz<br />

Klagenfurt<br />

50 km<br />


6 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Politik<br />

NACHRICHTEN<br />

Schäuble fordertmehr<br />

Auslandseinsätze<br />

Bundestagspräsident Wolfgang<br />

Schäuble (CDU) hat für eine Ausweitung<br />

der deutschen Militäreinsätze<br />

plädiert. Deutschland könne sich<br />

nicht „wegducken“ und „alles den<br />

Franzosen und den Amerikanern<br />

überlassen“, sagte Schäuble den<br />

Blätternder Funke Mediengruppe<br />

sowie der französischen <strong>Zeitung</strong> Ouest-France.„DieLehreaus<br />

Auschwitz<br />

kann kein Argument dafür sein,<br />

dauerhaft kein Engagement zu übernehmen.“<br />

(AFP)<br />

Verkehrsexperten wollen<br />

härtere Strafen für Drängler<br />

Werauf der Straße drängelt, droht<br />

oder sich anderweitig aggressiv verhält,<br />

soll nach dem Willen des Verkehrsgerichtstags<br />

dafür künftig<br />

Punkte in Flensburgbekommen.<br />

DerExpertenkongress (VGT)empfahl<br />

am Freitag in Goslar die Einführung<br />

eines eigenen „punktebewehrten<br />

Bußgeldtatbestands“ für „aggressives<br />

Fahren“. Zudem sollten die<br />

Fahrerlaubnis-Behörden das Recht<br />

zur Einsicht in das Bundeszentralregister<br />

bekommen, forderten die<br />

Fachleute.Falls es dortAnhaltspunkte<br />

für ein hohes Aggressionspotenzial<br />

im Zusammenhang mit Autofahren<br />

gebe,soll eine Medizinisch-<br />

Psychologische Untersuchung für<br />

die Betroffenen angeordnet werden<br />

können. (dpa)<br />

Eklatantes Versagen der<br />

Behörden im Fall Lügde<br />

Dieersten Zeugenvernehmungen im<br />

Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer<br />

Landtags zum Kindesmissbrauch<br />

auf einem Campingplatz in<br />

Lügde haben eklatante Defizite im<br />

Umgang mit dem Fall offenbart. Demnach<br />

gab es gravierende Kommunikationsmängel<br />

zwischen Jugendamt<br />

und Familienhilfe und –trotz mehrererHinweise<br />

–kein geordnetes Frühwarnsystem<br />

über denVerdacht auf<br />

sexuellen Kindesmissbrauch auf dem<br />

Campingplatz in Lügde.Dorthatte es<br />

über viele Jahrehundertfache pädokriminelle<br />

Übergriffe auf zahlreiche<br />

Kinder gegeben. (dpa)<br />

Verkehrsprojekte sollen<br />

schneller realisiertwerden<br />

Wichtige Verkehrsprojekte in<br />

Deutschland sollen künftig schneller<br />

geplant und umgesetzt werden können.<br />

DerBundestag verabschiedete<br />

am Freitag ein entsprechendes Gesetz.<br />

So sollen 14 ausgewählteVorhaben<br />

auf der Schiene und bei Wasserstraßen<br />

statt vonBehörden künftig<br />

direkt vomBundestag per Gesetz genehmigt<br />

werden können. (dpa)<br />

Amazon glänzt zum<br />

Jahresabschluss<br />

Amazon<br />

Kurs in US-Dollar<br />

2000<br />

1500<br />

1000<br />

500<br />

30.10.19<br />

2044,7<br />

31.1.20<br />

BLZ/GALANTY; QUELLE: ONVISTA<br />

Einstarkes Weihnachtsgeschäft und<br />

florierende Cloud-Dienste haben<br />

Amazon einen glänzenden Jahresabschluss<br />

beschert. Im vierten Quartal<br />

2019 kletterte der Gewinn im Jahresvergleich<br />

um rund acht Prozent auf<br />

3,3 Milliarden US-Dollar (3,0 Mrd<br />

Euro). DieErlöse wuchsen um 21<br />

Prozent auf 87,4 Milliarden Dollar.<br />

DieZahlen überraschten die Analysten,<br />

die mit mehr Druck durch massiveInvestitionen<br />

in die Logistik gerechnet<br />

hatten. DieAktie setzte zum<br />

Höhenflug an. (dpa)<br />

Gut beraten? Das Verteidigungsministerium hat allein 155 Millionen Euro für Externe ausgegeben –innerhalb eines halben Jahres.<br />

548 Millionen für externe Berater<br />

Vorallem die Bundesministerien für Verteidigung,Inneres und Verkehrverzeichnen hohe Ausgaben<br />

Die Bundesregierung hat<br />

im vergangenen Jahr<br />

mehr als eine halbe Milliarde<br />

Euro für externe<br />

Berater ausgegeben. Nach Angaben<br />

des Finanzministeriums auf Anfrage<br />

der Linken haben das Kanzleramt<br />

und die 14 Bundesministerien zusammen<br />

mindestens 548,5 Millionen<br />

Euro in Sachverstand vonaußen<br />

investiert. Fünf Ressorts meldeten<br />

allerdings bisher nur die Zahlen für<br />

ein Halbjahr. Obwohl das Verteidigungsministerium<br />

dazu gehört, liegt<br />

es mit Ausgaben von154,9 Millionen<br />

Euro für externe Experten auf Platz<br />

eins der Berater-Rangliste. Dahinter<br />

folgen das Innenministerium mit<br />

152,4 Millionen Euro im gesamten<br />

Jahr 2019 und das Verkehrsministerium<br />

mit 110,6 Millionen.<br />

Das Kanzleramt (537 000 Euro,<br />

nur zweites Halbjahr), das Bildungsministerium<br />

(717 000 Euro) und das<br />

Justizministerium (2,4 Millionen<br />

Euro) benötigten nach jetzigem<br />

Stand dagegen am wenigsten zusätzliche<br />

Expertise. Finanz-Staatssekretärin<br />

Bettina Hagedorn weist aber<br />

darauf hin, dass es für externe „Beratungs-<br />

und Unterstützungsleistungen“<br />

keine einheitliche Definition in<br />

den einzelnen Ministerien gebe.<br />

Deshalb könne „nicht von einer ressortübergreifenden<br />

Vergleichbarkeit<br />

Meine Tochter ist 17 Jahrealt. Früher<br />

habe ich ihr die Welt erklärt. Jeden<br />

Tag beim Abendbrot und immer<br />

dann, wenn wir zusammen sitzen,<br />

geht es bei uns um das, was wir am<br />

Tagerlebt haben, was in derWelt und<br />

in der Politik passiert ist. Seit einiger<br />

Zeit erklärtsie mir ihreWelt. Ichhabe<br />

mich entschlossen, zuzuhören.<br />

TOCHTER: Warumdie Kerze? Feierst<br />

du schon wieder Weihnachten?<br />

MUTTER: Die hab ich für England angezündet.<br />

Ich finde den Ausstiegaus Europa echt<br />

traurig.<br />

Na, ich bin froh, dass es endlich<br />

durch ist. Dieser Brexit hat lange genug<br />

gedauert. Die sollen jetzt endlich<br />

gehen. Siehaben’s verkackt, jetzt<br />

müssen sie Konsequenzen tragen.<br />

Für mich ist die EU aber nicht nur irgendein<br />

Gebilde. Ich finde die Idee dahinter großartig.Außerdem<br />

ist England –Großbritannien –<br />

das Land, dem ich am allernächsten stehe.<br />

Das warschon so, als ich so alt war, wie du.<br />

Amerika warauch wichtig,aber eher,weil wir<br />

deren Imperialismus und Kriegsführung abgelehnt<br />

haben, die ganze Großmäuligkeit.<br />

Das warbei England anders.<br />

Ich sehe mich eher bei Frankreich.<br />

Aber es ist ja nicht so, dass England<br />

mit dem Austritt aus der Europäischen<br />

Union Europa verlässt. Die<br />

sind ja noch da. Siegehören zu unse-<br />

der Angaben ausgegangen werden“,<br />

heißt es in ihrer Antwort. Außerdem<br />

seien die Zahlen noch als vorläufig<br />

zu betrachten.<br />

Das Engagement von Unternehmensberatern<br />

und anderen Experten<br />

von außen durch die Bundesregierung<br />

ist hoch umstritten. Kritiker<br />

meinen, dass der Einkauf von Sachverstand<br />

zu teuer und angesichts der<br />

mehr als 20 000 Mitarbeiter in den<br />

Ministerien auch nicht zwingend<br />

notwendig sei. Zudem wird zugroßer<br />

Einfluss auf die Regierungsarbeit<br />

befürchtet. Befürworter versprechen<br />

sich dagegen einen Mehrwert durch<br />

den Blick vonaußen.<br />

Für frühere Jahre hatten die Ministerien<br />

noch deutlich geringere<br />

Beraterausgaben gemeldet als jetzt<br />

für 2019. Im Februar vergangenen<br />

Jahres hatte eine ähnliche Umfrage<br />

das Finanzministeriums ergeben,<br />

dass es zwischen 2014 und 2017 eine<br />

rer Kultur, die Geschichte verbindet<br />

uns.Die Insel wirdsich nicht auf einmal<br />

fortbewegen. Aber ich finde<br />

auch, Europa ist eine tolle Sache und<br />

es ist wirklich dämlich da auszusteigen.<br />

Mirtun alle Leute leid, die dagegen<br />

gestimmt haben, aber die Mehrheit<br />

war eben dafür. Wieso sollten<br />

wir also einen Staat in der EU haben<br />

und wirtschaftlich unterstützen, der<br />

so an diesem System zweifelt und<br />

auch gar keine Anstalten unternimmt,<br />

mitwirken zu wollen. Der<br />

hält uns eher auf. Jetzt sollen sie auch<br />

Generation Greta und ich<br />

Keine Träne<br />

für England<br />

deutliche Steigerung gab.2014 lagen<br />

die Beraterausgaben der Regierung<br />

danach noch bei 63 Millionen Euro,<br />

2015 waren es schon 105 Millionen,<br />

2016 stieg die Zahl auf 243 Millionen,<br />

und 2017 lag sie bei 248 Millionen<br />

Euro.Für 2018 lagen zum damaligen<br />

Zeitpunkt noch keine vollständigen<br />

„Man kann nur noch<br />

mit dem Kopf schütteln.“<br />

Matthias Höhn, Linke-Fraktion<br />

Zahlen vor.<br />

Linken-Politiker Matthias Höhn<br />

kritisiert die Höhe der Ausgaben.<br />

„Man kann nur noch mit dem Kopf<br />

schütteln“, sagt er. „Die Bundesregierung<br />

hat in den Ministerien Tausende<br />

kompetente Beamtinnen und<br />

Beamte.Zuallererst sind sie dafür da,<br />

die inhaltliche Arbeit für die Regierung<br />

zu leisten. Alles andere macht<br />

eine Regierung abhängig von privaten<br />

Firmen. Daswäreinakzeptabel.“<br />

FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes<br />

Strack-Zimmermann hat<br />

zwar grundsätzlich nichts gegen externe<br />

Berater einzuwenden, fügt<br />

VonJulia Haak<br />

die Konsequenzen tragen. Ich stelle<br />

mir vor, dass England jetzt erstmal<br />

alle Verträge neu schließen muss,<br />

neue Verbindungen knüpfen, denn<br />

die können ja fast nichts selbst produzieren,<br />

müssen ganz viel importieren.<br />

Da wird ihre Wirtschaft ordentlich<br />

drunter leiden und das<br />

finde ich dann auch verdient. Klingt<br />

vielleicht ein bisschen fies, aber so<br />

sehe ich es.Esist doch ein Geschenk,<br />

in die EU eintreten zu können. Ganz<br />

viele Staaten, vor allen Dingen im<br />

Osten, wollten da unbedingt rein.<br />

aber hinzu: „Wenn dies jedoch, gedeckt<br />

von der Führung des Ministeriums,<br />

unkontrolliert vonstatten<br />

geht und darüber hinaus Ausschreibungen<br />

gesetzeswidrig unter der<br />

Hand weitergegeben werden, ist das<br />

nicht hinzunehmen.“<br />

Damit spielt sie auf den Untersuchungsausschuss<br />

des Bundestags<br />

an, der zurzeit den Einsatz vonBeratern<br />

im Verteidigungsministerium<br />

untersucht. Es geht umVorwürfe von<br />

unkorrekter Auftragsvergabe bis hin<br />

zu Vetternwirtschaft. Mitte Februar<br />

wirddie frühereVerteidigungsministerin<br />

und jetzige EU-Kommissionspräsidentin<br />

Ursula von der Leyen<br />

vomAusschuss befragt.<br />

Verkehrsminister Andreas<br />

Scheuer (CSU) wurde wegen des<br />

Einsatzes von Beratern in Sachen<br />

Pkw-Maut kritisiert und gibt jetzt<br />

wieder hohe Summen für den Aufbau<br />

einer zentralen Autobahn-Verwaltung<br />

des Bundes aus.<br />

Alle drei Spitzenreiter der Berater-<br />

Rangliste –die Ministerien fürVerteidigung,<br />

Inneres undVerkehr –verteidigten<br />

den Einkauf externer Expertise<br />

am Freitag. Das Verteidigungsministerium<br />

verwies darauf, dass<br />

alleine 109 Millionen Euro auf den<br />

IT-Dienstleister BWI entfallen, der<br />

die 1200 Liegenschaften der Bundeswehr<br />

betreut. (dpa)<br />

Weil das ein Aufpäppelungsprogramm<br />

gewesen ist. England hat<br />

vielleicht viel zahlen müssen, aber es<br />

hat auch Vorteile für sie gehabt: Reisefreiheit,<br />

Güterfreiheit. Wenn man<br />

das wegwirft, hat man es auch irgendwie<br />

verdient.<br />

Ich bin sentimental –total kitschig: lese alles<br />

über die Königsfamilie, gucke „The Crown“<br />

auf Netflix, mir fehlt nur noch der Union Jack<br />

an derWand.<br />

Ich finde nicht, dass man Großbritannien<br />

bemitleiden sollte. Man<br />

sollte die verurteilen. Wie kann man<br />

nur so dämlich sein, dieses Geschenk<br />

EU wegzuwerfen. Da sehe<br />

ich auch nicht ein, denen Verträge<br />

hinterher zu tragen. Die sollen austreten<br />

und Punkt ist. Das fucked<br />

mich wirklich ab.Wie viel Energie für<br />

diesen Scheiß-Austritt draufgegangen<br />

ist und so viel Geld. Unddawird<br />

noch viel mehr reinfließen. Washaben<br />

die denn schon? Wasser und<br />

Schafe. Das Geld sollte man lieber<br />

ins Bildungssystem und in Infrastruktur<br />

in Ländern stecken, die es<br />

wirklich brauchen in der EU. Wer<br />

freiwillig geht, ist selbst schuld.<br />

Manche halten den Brexit für einen gewieften<br />

Schachzug, weil man alleine vielleicht<br />

wendiger und schneller ist. Nicht so viel Bürokratie.<br />

Nee, das ist eine Totalkatastrophe.<br />

DPA<br />

Aufgeheizte<br />

Stimmung am<br />

Big Ben<br />

Briten streiten weiter über<br />

das Für und Widerdes Brexit<br />

Das hier,das ist ein britischer Apfel!“,<br />

schreit ein Mann, der sich<br />

einen Union Jack um den Hals gebunden<br />

hat. Er steht am Freitag<br />

breitbeinig auf dem Platz vor dem<br />

Parlament in London und beißt krachend<br />

in die Frucht. Im Gebäude<br />

hinter ihm wurden in den vergangenen<br />

dreieinhalb Jahren unzählige<br />

Wortgefechte und Abstimmungsschlachten<br />

über den Brexit ausgetragen,<br />

begleitet meist von Protesten<br />

für und gegen den EU-Austritt. Am<br />

letzten Tagder EU-Mitgliedschaft ist<br />

es nicht anders: DieStimmung heizt<br />

sich immer weiter auf.<br />

„Der Brexit ist ein Desaster“,<br />

schimpft die gebürtige Italienerin Silvia<br />

Zamperini. Sie ist frustriert und<br />

wütend. „Früher war Großbritannien<br />

so ein offenes Land. Jetzt sind hier<br />

viele rassistisch, homophob und intolerant“,<br />

sagt die 51-Jährige, die<br />

schon seit 26 Jahren in England lebt.<br />

„Niemand zerrt mich aus der EU“,<br />

steht auf einem Pappschild, das sie<br />

sich um den Hals gehängt hat. Der<br />

Parliament Squareist schon tagsüber<br />

gefüllt mit vielen Menschen.<br />

Die 76-jährige Brenda Brooks ist<br />

dagegen froh über den Brexit: „Die<br />

EU will ein Superstaat werden“, sagt<br />

die Seniorin aus Devon imSüdwesten<br />

Englands. Sie hat bei der letzten<br />

Wahl Boris Johnsons Konservative<br />

Partei gewählt. Früher sei Europa<br />

wunderbar divers gewesen, doch die<br />

EU verschwende zu viel Geld und<br />

wolle alles vereinheitlichen. „Wir<br />

wollen unsereUnabhängigkeit.“<br />

Die Versammlung auf dem Platz<br />

vordem Parlament spiegelt die Stimmung<br />

im Land wider. Großbritannien<br />

ist noch immer zutiefst gespalten<br />

in der Brexit-Frage. Beim Referendum<br />

im Sommer 2016 hatten<br />

sich die Briten mit knapper Mehrheit<br />

(52 Prozent) für die Trennung von<br />

der Europäischen Union ausgesprochen.<br />

In den Landesteilen Schottland<br />

und Nordirland wollten die<br />

meisten lieber in der EU bleiben.<br />

Drei Millionen EU-Ausländer<br />

Inzwischen würde es den Brexit bei<br />

einem neuenVotumwohl nicht mehr<br />

geben, meint der Umfrage-GuruJohn<br />

Curtice von der Universität Strathclyde<br />

inGlasgow.53Prozent würden<br />

dagegen stimmen. Grund dafür sei<br />

aber nicht, dass Brexit-Befürworter<br />

ihre Meinung geändert hätten, sondern<br />

dass Nichtwähler von damals<br />

heute eher gegen als für den Brexit<br />

stimmen würden.<br />

Besonders betroffen von der Loslösung<br />

von der EU sind die mehr als<br />

drei Millionen EU-Ausländer in<br />

Großbritannien. Die größte Gruppe<br />

von ihnen sind mit großem Abstand<br />

die Polen. Auch schätzungsweise<br />

140 000 Deutsche leben in Großbritannien.<br />

Großbritannien will die Zahl<br />

der Einwanderer deutlich reduzieren<br />

und setzt vor allem auf hoch qualifizierte<br />

Arbeitskräfte. Die Regierung<br />

will ein Punktesystem nach australischem<br />

Vorbild für die Auswahl einführen.<br />

Arbeitslosigkeit, Mangel an<br />

Schulplätzen, überfüllte,marode Kliniken<br />

–vieles wurde den Ausländern<br />

angelastet. Etliche von ihnen fühlen<br />

sich im Königreich nicht mehr wohl.<br />

Ein Brexiteer begrüßt in London die angebliche<br />

neue Freiheit.<br />

AFP


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 7· ·<br />

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Wirtschaft<br />

Vonder Möglichkeit des guten Lebens<br />

Kann eine sozial-ökologische Transformation vom Sozialismus lernen? Zwei Generationen reden über Wege in eine Postwachstumsgesellschaft<br />

VonMaritta Tkalec<br />

Ein Neuer Mensch ist gefragt.<br />

Wieder einmal. Er<br />

wirdgebraucht, um die alte<br />

Welt zu überwinden, die<br />

wachstumsfixiert und krisenanfällig<br />

ist, einen zerstörerischen Klimawandel<br />

erzeugt, Ungerechtigkeit verschärft,<br />

Menschen krank macht –<br />

kurz: die Lebensgrundlagen zerstört.<br />

Wersonst als ein Neuer Mensch voller<br />

Einsicht in die Notwendigkeit<br />

sollte in der Lage sein, in aller Freiheit<br />

eineWelt jenseits vonWachstum<br />

und Naturausbeutung zu errichten?<br />

Die Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft<br />

formiertsich<br />

vorallem im jungen Akademikermilieu.<br />

Und sie trifft einen Punkt: Die<br />

Hochkonsumgesellschaft treibt die<br />

Welt in schwerste Konflikte. Man<br />

fragt sich: Wiekommen wir da raus?<br />

Zwei Vertreterinnen und ein Vertreter<br />

der Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft<br />

trafen am<br />

Donnerstagabend im Rohnstock-Erzählsalon<br />

in Prenzlauer Berg auf drei<br />

Vertreter einer Generation, die sich<br />

erstens mit der Suche nach dem<br />

Neuen Menschen auskennt und<br />

zweitens reichlich Transformationserfahrung<br />

hat. Die Akteure aus Zeiten<br />

der sozialistischen Planwirtschaft<br />

in der DDR stellen sich seit<br />

Jahren die Frage, was sie falsch gemacht<br />

haben, obwohl die Ideen<br />

doch gut und viele Instrumente<br />

sinnvoll waren. Und sie hoffen: Die<br />

Nächsten fechten es besser aus.<br />

Wenn man dazu beitragen kann, tut<br />

man es gerne.<br />

Diese Konstellation erwies sich<br />

als günstig für das Treffen zweier Milieus,<br />

die einander sonst nicht begegnen,<br />

wie Gastgeberin Katrin<br />

Rohnstock sagte. Neugier und Interesse<br />

aneinander waren dann groß.<br />

Jana Gebauer, 1971 in Stralsund<br />

geborene freie Unternehmensforscherin,<br />

richtete an die transformationserprobten<br />

Postsozialisten die<br />

Frage, umdie es ging: Wasist zu lernen<br />

aus dem Wandel in Ostdeutschland<br />

und Osteuropa? Gerrit von<br />

Jorck, 1986 in Kleve geborener Ökonom<br />

und Philosoph, ergänzte: Welche<br />

alternativen Bewegungen und<br />

Ansätze gab es in der Wendezeit?<br />

Warum setzte sich stattdessen die<br />

neoliberale Variante durch?<br />

Eckhard Netzmann, Jahrgang<br />

1938, Generaldirektor des VEB<br />

Schwermaschinenbaukombinat<br />

Magdeburg (SKET), erinnerte sich<br />

an den Neuen Menschen, wie er in<br />

der 1950er-Jahren gedacht war: gebildet,<br />

sich des Sinns seiner Arbeit<br />

bewusst, Kumpel, erfüllt von demokratisch-humanistischem<br />

Denken.<br />

Vorallem lag dem Wirtschaftsmann<br />

die Botschaft am Herzen: Ohne<br />

Staat, ohne gesamtgesellschaftliche<br />

Planung kommt auch eine neue Gesellschaft<br />

nicht aus. Die Arbeitsproduktivität<br />

darf nach seiner Ansicht<br />

auch in der Postwachstumsgesellschaft<br />

wachsen; die Frage sei, wie<br />

Ist es möglich, dass Menschen auf wachsenden Wohlstand verzichten? IMAGO STOCK&PEOPLE<br />

man das Erwirtschaftete verwendet<br />

und verteilt.<br />

Uwe Trostel, 1943 geboren, in der<br />

DDR u.a. in der Staatlichen Plankommission<br />

für Investitionen zuständig,<br />

Mitglied der Modrow-Regierung und<br />

der Treuhandanstalt, berichtete von<br />

seinen Beobachtungen aus der<br />

Transformationszeit in Russland: Ein<br />

großer Umbau brauche eine Kraft, die<br />

den Prozess organisiere–auf das Gemeinwohl<br />

orientiert und mit den<br />

Massen. Wieder: Staat und Planwirtschaft.<br />

Nach seiner Überzeugung haben<br />

die Kombinate in der DDR bewiesen,<br />

dass Volkseigentum funktioniert.<br />

Nicht der Profit, sondern das<br />

gesellschaftliche Bedürfnis müsse im<br />

Vordergrund stehen. Infrastruktur,<br />

Gesundheitswesen, soziale Betreuung<br />

müssten profitfrei sein.<br />

Der Sachse Alexander Schmejkal,<br />

geboren 1943, Ingenieur und ab 1972<br />

Vize-Bürgermeister von Prenzlauer<br />

Berg, stellt sich die unausweichliche<br />

Transformation als permanente Bewegung<br />

vor. Wachstum werde es<br />

weiter geben, im Falle der Arbeits-<br />

produktivität sieht er kolossale Zunahmen<br />

voraus, wenn sich Digitalisierung,<br />

Vollautomatisierung und<br />

Künstliche Intelligenz durchsetzen.<br />

Aber: „Was wird aus den Millionen<br />

frei werdenden Arbeitskräften?“ Generell<br />

brauche es ein differenziertes<br />

Wachstum: im Süden um der Gerechtigkeit<br />

willen stärker,auch in der<br />

heimischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft.<br />

In der Gesamtschau ist er<br />

überzeugt: „Der Mensch wird nur<br />

mit Negativwachstum überleben.“<br />

Doch wie soll das gehen, dass<br />

Menschen auf wachsenden Wohlstand<br />

verzichten oder gar den erreichten<br />

reduzieren? Hat nicht gerade<br />

die Transformation in der DDR<br />

bewiesen, dass Konsumhunger alle<br />

ökologisch-alternativen Ansätze<br />

über den Haufen wirft?<br />

Gerrit von Jorck antwortet mit<br />

wärmenden Worten: Man brauche<br />

ein neues Narrativ von sozial-ökologischer<br />

Lebensweise. Man könne die<br />

Bevölkerung ja mit der Idee vonZeitwohlstand<br />

locken. Jana Gebauer sieht<br />

Möglichkeiten, die Mehrheit zu erreichen,<br />

indem man die Frage „Was ist<br />

gutes Leben“ umfassend diskutiert,<br />

also im Sinne sozialer Gerechtigkeit,<br />

gesellschaftlicher Teilhabe, auskömmlichen<br />

Einkommens …<br />

Skeptisch blieben die jungen<br />

Leute gegenüber Staat und Planwirtschaft.<br />

Natürlich müsse man „Gegenmacht“<br />

bündeln, aber man diskutiere<br />

die Frage anders, eher anarchistisch,<br />

meinte Jana Gebauer.Gerrit<br />

von Jorck sprach von<br />

„Reserviertheit gegenüber dem Topdown-Ansatz“.<br />

Schließlich verliefen sich die sympathischen<br />

Utopien der Postsozialisten<br />

wie der Postwachstumsfreunde<br />

in Ratlosigkeit. Sagte Alexander<br />

Schmejkal, die Menschen müssten<br />

den Sinn des Wandels begreifen, und<br />

zwar global, und das werde ein langer<br />

evolutionärer Prozess sein. Reagierte<br />

Jana Gebauer: „Bis die Mehrheit<br />

so weit ist, wirdeszuspät sein!“<br />

Der Klimawandel! „Irgendwie muss<br />

es einen emanzipatorisch-demokratischen<br />

Weggeben!“ Irgendwie.<br />

Konkrete Beobachtungen trug Lilian<br />

Pungas bei, 1987 in Tallinn geboren,<br />

die Jüngste der Runde. Estland<br />

stand in der Transformationszeit im<br />

Rufdes eifrigsten Neoliberalismus.So<br />

sei das im Falle der ethnischen Esten<br />

gewesen, sagt Pungas.Die russischen<br />

Babuschkas hingegen pflegten in ihren<br />

Gärten ihr Erfahrungswissen,<br />

bauten wertschätzend gesundes Gemüse<br />

an,entfremdeten sich nicht von<br />

den Lebensmitteln, lebten in der Gemeinschaft.<br />

„Das ist weder altmodisch<br />

noch überholt“, findet die junge<br />

Frau, sondern sei „ein wirklich gutes<br />

Leben.“ Das wird vor allem bei jungen<br />

StadtbewohnernAnklang finden.<br />

Maritta Tkalec<br />

hörte mit Sympathie und<br />

Zweifeln zu.<br />

DAX-30 in Punkten<br />

1.11.19<br />

▼ 13014,75 (–1,08 %)<br />

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar<br />

1.11.19<br />

Euro in US-Dollar<br />

1.11.19<br />

Stand der Daten: 31.01.2020 (16:45 Uhr)<br />

Alle Angaben ohne Gewähr<br />

31.1.20<br />

▼ 56,52 (–2,70 %)<br />

31.1.20<br />

▲ 1,1052 (+0,21 %)<br />

Quelle<br />

31.1.20<br />

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro<br />

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)<br />

Effektivzinsen in %für<br />

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0800/8833880 0,61 0,66 0,78<br />

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0800/1155600 0,61 0,66 0,78<br />

Interhyp<br />

0800/200151515 0,61 0,66 0,78<br />

MKIB Online<br />

030/6408810 0,55 0,70 0,78<br />

PlanetHome<br />

089/76774188 0,61 0,66 0,78<br />

BBBank<br />

0721/1410 0,78 0,69 1,07<br />

ING<br />

069/50500109 0,83 0,75 0,93<br />

Deutsche Bank<br />

069/91010000 1,32 0,89 1,18<br />

Commerzbank<br />

069/98660966 1,16 0,93 1,33<br />

Postbank<br />

0228/55002010 1,40 1,01 1,34<br />

Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />

0331/898989 0,69 0,75 1,14<br />

Sparda-Bank Berlin<br />

030/42080420 0,71 0,87 1,35<br />

<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />

030/86986969 0,88 0,93 1,23<br />

<strong>Berliner</strong> Volksbank<br />

030/30363300 0,92 0,96 1,27<br />

PSD Berlin-Brandenburg<br />

psd-bb.de 0,96 1,06 1,51<br />

Mittelwert von 95 Banken 0,79 0,83 1,12<br />

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;<br />

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.<br />

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit<br />

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),<br />

Baudarlehen (Samstag).<br />

Quelle: FMH-Finanzberatung<br />

Keine neuen<br />

Streiks bei der<br />

Lufthansa<br />

Platzeck und Weise sollen<br />

Schlichter sein<br />

Passagiere der Lufthansa können<br />

aufatmen: Bei der Fluggesellschaft<br />

sind weitere Streiks des Kabinenpersonals<br />

vorerst nicht mehr<br />

möglich. Das Unternehmen hat mit<br />

der Kabinengewerkschaft Ufo ein<br />

umfassendes Schlichtungsabkommen<br />

vereinbartsamt einer Friedenspflicht<br />

bis zum Ende des Verfahrens,<br />

wie beide Seiten am Freitag gemeinsam<br />

mitteilten. Siesoll voneiner Mediation<br />

und einem außergerichtlichen<br />

Güteverfahren begleitet werden,<br />

um auch außertarifliche Streitigkeiten<br />

beilegen zu können.<br />

Der Vereinbarung waren drei<br />

Streikwellen mit zusammen rund<br />

2000 Flugausfällen und monatelange<br />

Verhandlungen zwischen den<br />

tief zerstrittenen Tarifparteien vorausgegangen.<br />

Eine Wende war erst<br />

mit dem Einstieg des neuen Lufthansa-Personalvorstands<br />

Michael<br />

Niggemann gelungen.<br />

DieSchlichtung soll nach dpa-Informationen<br />

von den bislang designierten<br />

Schlichtern Matthias Platzeck<br />

und Frank-Jürgen Weise geführt<br />

werden, die bereits an der langwierigen<br />

Anbahnung beteiligt waren.<br />

Mit dem Einstieg in die Schlichtung<br />

sind für die rund 22 000 Lufthansa-Flugbegleiter<br />

sofortige Verbesserungen<br />

verbunden. So werden<br />

die Stopover-Aufenthalte in Japan<br />

und Südkorea wieder verlängertund<br />

die Beschäftigten erhalten eine Sonderzahlung<br />

vonje1500 Euro.<br />

Neben Tarifthemen zu Arbeitsbedingungen,<br />

Renten und Entgelten<br />

haben die langen Auseinandersetzungen<br />

zwischen den streitenden<br />

Parteien einige Konflikte hinterlassen.<br />

Es geht unter anderem um persönliche<br />

Klagen der Lufthansa und<br />

damit verbundene Haftungsfragen<br />

gegen frühere und aktuelle Vorstände<br />

der Gewerkschaft. Auch war<br />

der frühere Ufo-Chef Baublies aus<br />

Lufthansa-Diensten entlassen worden.<br />

Lufthansa hatte im vergangenen<br />

Jahr die Tariffähigkeit von Ufo<br />

bezweifelt. (dpa)<br />

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8 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

Meinung<br />

Kolumne<br />

Die Trauer des<br />

Westlers<br />

Sabine Rennefanz<br />

über ein bisher wenig erzähltes<br />

Kapitel der Einheit<br />

„Wandel kostet<br />

Kraft und Mut, er<br />

verlangt<br />

Improvisation<br />

und Kreativität.“<br />

Angela Merkel, Bundeskanzlerin<br />

Eine Kollegin vom öffentlichrechtlichen<br />

Rundfunk sagte,<br />

sie habe sich bei der Wohnungssuche<br />

in Frankfurt (Oder) als Westdeutsche<br />

diskriminiert gefühlt.<br />

Voneiner Vermieterin habe sie das<br />

Gefühl vermittelt bekommen, als<br />

Wessi nicht willkommen zu sein.<br />

Als sie sich um eine andere Wohnung<br />

bewarb, erzählte sie bei der<br />

ersten Besichtigung gleich von einer<br />

Tante in Leipzig. Da habe es geklappt.<br />

Mich erinnerte die Geschichte<br />

an eine Begegnung mit einem<br />

Mann vorwenigen Jahren im Regionalexpress<br />

von Frankfurt nach<br />

Berlin. Der Mann stammte aus<br />

Hamburg, arbeitete seit Jahren als<br />

Bibliothekar in Frankfurt (Oder),<br />

lebte aber in Berlin. Auf der Fahrt<br />

erzählte er davon, wie schwer er es<br />

an der Oder habe, er müsse<br />

schlechten Kaffee trinken, miese,<br />

faule und Stasi-verseuchte Kollegen<br />

ertragen. Er tat mir leid. Hinter<br />

der Verachtung steckte etwas anderes,<br />

eine Enttäuschung, eine<br />

Trauer. Verachtung ist eine Abwehrreaktion,<br />

man verachtet das,<br />

was man nicht versteht, nicht verstehen<br />

will oder kann. Ich fragte<br />

ihn, ob er mal überlegt hat, nach<br />

Frankfurt zu ziehen. „Niemals“,<br />

rutschte es ihm heraus.<br />

Viel wirdimdreißigsten Jahr seit<br />

der Einheit über die Enttäuschungen<br />

der Ostdeutschen geredet,<br />

doch die Enttäuschung der Westdeutschen,<br />

die in den Osten gegangen<br />

sind, gehörtunbedingt auch in<br />

die Geschichtsbücher.Von ihr hört<br />

man heute eher in kleineren Runden.<br />

Ichstieß auf einen etwas älteren<br />

Text des 2018 verstorbenen<br />

West-<strong>Berliner</strong> Schriftstellers Michael<br />

Rutschky über die neue Ost-<br />

Identität. „Wie erst jetzt die DDR<br />

entsteht“, heißt der Artikel, der<br />

1995 in der Zeitschrift Merkur erschienen<br />

ist. „Warum erklären wir<br />

dies neu entstehende Ostdeutschland<br />

nicht einfach zu einem Teil<br />

der Bundesrepublik?Warumsoll es<br />

eine DDR-Identität sein, die sich<br />

nachträglich als kulturelle Identität<br />

bildet, warum keine gesamtdeutsche?<br />

Weil diese Erfahrungs- und<br />

Erzählgemeinschaft sich selbst<br />

vom Westen abgrenzt“, schreibt<br />

Rutschky. Erlässt in seiner Erzählung<br />

einige Westler auftauchen, die<br />

sich in den Osten gewagt haben.<br />

Da ist der Hausbesetzer, der sich<br />

angewöhnt hat, „urst“ zu sagen<br />

und auf das „Gaucken“ schimpft.<br />

Da ist die Forscherin, die unter der<br />

Woche als Dozentin nach Dresden<br />

pendelt. Sie leidet dort unter dem<br />

schlechten Essen, hässlichen Filzlatschen<br />

und der Unterkunft im<br />

Wohnheim, das sich wie Knast anfühlt.<br />

Daraus spricht auch ein Gefühl<br />

der der Einsamkeit, der Trauer.<br />

Doch wird die Forscherin ausgegrenzt,<br />

wie Rutschky behauptet,<br />

oder grenzt sie sich selber aus?<br />

Anlässlich des 90. Geburtstags<br />

von Kurt Biedenkopf, dem legendären,<br />

aus Ludwigshafen stammenden,<br />

sächsischen Ministerpräsidenten,<br />

sagte Kanzlerin Angela<br />

Merkel in der vergangenen Woche:<br />

Wandel koste Kraft, Mut, verlange<br />

Improvisation und Kreativität.<br />

Bleibt dran, liebe Wessis.<br />

Zurück zur alten Größe!<br />

Eine Aktion gegen<br />

die Gleichgültigkeit<br />

Die„Nacht der Solidarität“ sollte<br />

–inmodifizierter und ständig<br />

zu verbessernder Form –dringend<br />

wiederholt werden. Unddas gerne<br />

öfter als einmal im Jahr. Die Idee<br />

nämlich ist vielversprechend. Sie<br />

greift den gesellschaftlichen<br />

Schwachpunkt an, der Wurzel für<br />

die fehlenden Daten zu Obdachlosigkeit<br />

ist: Wir sehen Obdachlose<br />

ständig, wollen aber nichts mit ihnen<br />

zu tun haben –und wissen deswegen<br />

nichts über sie.<br />

Unsere Gesellschaft diskriminiert<br />

und stigmatisiert Obdachlose<br />

konsequent. Gerade in Berlin, wo<br />

man so direkt wie in keiner anderen<br />

deutschen Stadt mit ihrer Notkonfrontiert<br />

wird, ist das noch größere<br />

Problem aber unsere Gleichgültigkeit.<br />

Liegt im Winter ein<br />

Obdachloser mit faulendenWunden<br />

in der Bahn,<br />

räumen Mitfahrer wegen<br />

seines Geruchs lieber<br />

schimpfend den gesamten<br />

Waggon, pressen sich<br />

in den nächsten – als<br />

VonAnnika Leister<br />

Annika<br />

Leister<br />

Brauchen wir eine neue Obdachlosen-Zählung?<br />

dass einer fragt, ob man<br />

helfen kann.<br />

Dabei können wir als<br />

Gesellschaft uns solidarisieren.<br />

Wir beweisen es zurzeit:<br />

Die„Fridays for Future“-Bewegung<br />

hat im Kampf gegen den Klimawandel<br />

Hunderttausende mobilisiert,<br />

sie verändert damit gerade<br />

Stil und Inhalte der Politik. Doch<br />

den Obdachlosen und Armen<br />

fehlte lange die Lobby inder Mitte<br />

der Gesellschaft.<br />

Diese Ausgangslage hat dafür<br />

gesorgt, dass die Politik mit Hilfsangeboten<br />

geizte –und mit ihren in<br />

Rathauszimmernerdachten Strategien<br />

oft kläglich scheiterte. Jetzt<br />

aber ist der Mittelstand bedroht, die<br />

Berichte über Familien, Rentner<br />

und Normalverdiener, die um ihre<br />

Wohnung bangen, reißen nicht ab.<br />

Mieten und Zwangsräumungen liegen<br />

auf einem so hohen Niveau,<br />

dass die Menschen spüren, dass tatsächlich<br />

der Satz gilt: Es kann jeden<br />

treffen. Das eröffnet zurzeit ein<br />

Fenster der Solidarität, politisch wie<br />

gesellschaftlich, gerade jetzt im<br />

Winter. Sozialsenatorin Elke Breitenbach<br />

hat es genutzt.<br />

Bei den Freiwilligen hat die<br />

„Nacht der Solidarität“ ohne Frage<br />

eine Wirkung erzielt. Sie haben<br />

sich eine Nacht in die Lage vonObdachlosen<br />

hineinversetzt, sind ihre<br />

Schlafstätten abgelaufen, sind mit<br />

ihnen ins Gespräch gekommen.<br />

Ein 75-jähriger pensionierter Arzt<br />

erzählte am Mittwoch in Britz<br />

schon vor Start der Zählung, dass<br />

ihn allein die Beschäftigung mit<br />

der Aktion und der Kritik daran<br />

dazu gebracht habe, sich zu ändern:<br />

Er spreche jetzt regelmäßig<br />

mit Obdachlosen, wolle oft spenden<br />

–und habe so zu seiner Überraschung<br />

schon häufiger die Erfahrung<br />

gemacht, dass sein Geld gar<br />

nicht gewollt sei, ein aufrichtiges<br />

Gespräch aber sehr wohl. Die Berichterstattung<br />

über solche Aktionen<br />

hat das Potenzial, auch die<br />

Wahrnehmung in der Öffentlichkeit<br />

zu verändern. Damit der Effekt<br />

nachhaltig ist, darf Breitenbach<br />

jetzt keinesfalls<br />

aufgeben.<br />

Außer Frage steht allerdings:<br />

Die Methodik<br />

der Obdachlosenzählung<br />

muss dringend verbessertwerden.<br />

Manche Obdachlose<br />

haben sich der<br />

Zählung bewusst entzogen<br />

und kritisierten das<br />

Konzept scharf. Es muss<br />

jetzt erfragt werden, wie systematisch<br />

und warum das passiert ist.<br />

Klar ist aber schon jetzt: DieZahlen<br />

sind nicht valide und dürfen keinesfalls<br />

für konkrete Bedarfsplanungen,<br />

zum Beispiel bei Notunterkünften<br />

herangezogen werden.<br />

Vermutlich wird sich das auch nie<br />

ändern.<br />

Die Aktion konzentrierte sich<br />

deswegen zu starkauf die quantitative<br />

Erhebung, die reine Zählung.<br />

Sie wurde mit 2600 Freiwilligen in<br />

nur drei Stunden absolviert.Wichtiger<br />

aber wäreeine qualitativeErhebung,<br />

bei der im Idealfall erfahrene<br />

Interviewer auch mehrere Stunden<br />

in das Gespräch mit einer Person<br />

investieren. Zu selten lässt sich die<br />

Politik hier von den Sozialwissenschaften<br />

beraten. Dann aber gäbe<br />

es eine Chance, tatsächlich zu erfahren:<br />

An welchen Orten schlafen<br />

diese Menschen? Und warum? Wo<br />

bräuchten sie eine Unterkunft, was<br />

muss sie ihnen bieten? Undvor allem:<br />

Welche Hilfsangebote bräuchten<br />

sie,umsich auf den Wegzurück<br />

in die Gesellschaft zu machen, einen<br />

Job und eine Wohnung zu finden<br />

und zu halten?<br />

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI<br />

Die Freiwilligen<br />

konnten nur scheitern<br />

Die Nacht der Solidarität, die<br />

Nacht in der Berlins Obdachlose<br />

gezählt werden sollten, war<br />

ein Reinfall. Das Endergebnis ist<br />

noch nicht bekannt. Doch wie es<br />

aussieht, waren viele dieser Menschen<br />

in der Nacht zum Donnerstag<br />

wie vomErdboden verschluckt.<br />

Siehaben sich angeblich versteckt,<br />

weil sie sich nicht zählen lassen<br />

wollten. Und das stellt den Sinn<br />

und Zweck einer solchen Aktion<br />

massiv infrage.<br />

Es ist natürlich völlig richtig,<br />

Menschen ohne Wohnung zu helfen.<br />

Ein Rechts- und Wohlfahrtsstaat,<br />

einer der reichsten der Welt<br />

erst recht, kann und darf esnicht<br />

zulassen, dass Menschen erfrieren.<br />

Um das zu verhindern, muss er<br />

helfen und Angebote<br />

passgenau gestalten.<br />

Doch um passgenau<br />

helfen zu können, muss<br />

der Staat –oder im konkreten<br />

Fall das Land Berlin<br />

–eine Menge wissen:<br />

Wie viele Obdachlose<br />

halten sich überhaupt in<br />

der Stadt auf? Bisher gibt<br />

es nur Schätzungen mit<br />

großer Fehlertoleranz.<br />

Wieviele vonihnen sind krank, sitzen<br />

im Rollstuhl, haben Hunde?<br />

Wie viele von ihnen sind Frauen?<br />

Sie bedürfen eines besonderen<br />

Schutzes. Alles wichtige Informationen,<br />

um möglichst vielen ein<br />

würdiges Leben zu ermöglichen.<br />

All das sollte in der Nacht zu<br />

Donnerstag abgefragt werden.<br />

Doch jeder Hilfeversuch kann nur<br />

gelingen, wenn sich die Menschen<br />

auch helfen lassen.<br />

Mirtun die Leute auf der Straße<br />

leid. Ichkenne keine Obdachlosen,<br />

weiß nichts über sie über das hinaus,was<br />

ich höreund lese,was ich<br />

täglich sehe, auf dem Bürgersteig,<br />

unter Brücken, auf Bahnhöfen.<br />

Unddieses Bild ist vielfältig. Es gibt<br />

verfallene Gestalten, gezeichnet<br />

von Drogensucht und langer Armut.<br />

Aber es gibt auch Gruppen,<br />

die trinkend, schwatzend, ja sogar<br />

kochend auf dem Gehweg sitzen<br />

oder liegen. Es sieht so aus, als<br />

wollten sie das, als täten sie das<br />

freiwillig. Ich gebe kein Geld, weil<br />

ich sonst viel zu vielen Leuten Geld<br />

geben müsste. Aber ich gebe mir<br />

Mühe,mich nicht belästigt zu fühlen.<br />

Dasgelingt nicht immer.<br />

VonElmar Schütze<br />

Elmar<br />

Schütze<br />

Doch was an dem Dasein auf<br />

der Straße ist wirklich freiwillig?<br />

Wiegesagt: Ichweißnicht wirklich<br />

etwas über diese Leute.Und das ist<br />

einer der Gründe,warum ich in der<br />

Nacht nicht zählen war.Warum ich<br />

in meiner beheizten Wohnung geblieben<br />

bin.<br />

Ich habe deshalb kein schlechtes<br />

Gewissen. Aber ich bin froh darüber,<br />

dass es in Berlin mit seiner<br />

großen Sozialbranche so viele<br />

Menschen gibt, die sich besser auskennen<br />

als ich. Die professionell,<br />

kompetent, engagiert, und im besten<br />

Fall auch empathisch mit Obdachlosen<br />

arbeiten. Und die dafür<br />

leider viel zu oft schlecht bezahlt<br />

werden. Das ist für mich übrigens<br />

ein Grund, wirklich ein schlechtes<br />

Gewissen zu bekommen.<br />

Weil ich feststellen<br />

muss, wie gering wir<br />

diese wertvolle Arbeit<br />

schätzen. Ich hätte<br />

gerne,dasswir sie besser<br />

bezahlen.<br />

Diese Profis kennen<br />

sich mit ihren Leuten so<br />

gut aus, dass sie uns<br />

nach der gescheiterten<br />

Nacht erklären, warum<br />

sich viele Obdachlose eben nicht<br />

zählen lassen wollen. Dass die sich<br />

fürchteten vor einer Registrierung<br />

–auch wenn es darum gar nicht<br />

ging. Dass sie sich den Regeln in<br />

Unterkünften nicht unterwerfen<br />

wollten. Dass viele Angst hätten<br />

vor vielen Menschen wie ihnen<br />

selbst unter einem Dach, in einem<br />

Raum.<br />

Okay! Offensichtlich ist so eine<br />

gut gemeinte Zählung also nicht<br />

der Weg zumehr Erkenntnis. Erfolgreicher<br />

wäre essicher, esdie<br />

Profis machen zu lassen. Gut bezahlte<br />

Sozialarbeiter gehören auf<br />

die Straße,jeden Tag. Dann werden<br />

wirbald auch mehr wissen.<br />

Am meisten leid tut es mir bei<br />

dem Fehlschlag von Mittwochnacht<br />

um die 2600 Freiwilligen,<br />

die sich eine Winternacht um die<br />

Ohren geschlagen haben. Sie sind<br />

eben nicht in der beheizten Wohnung<br />

geblieben, sondern sind drei<br />

Stunden lang durch zugige Straßen<br />

gestapft, haben in unwirtlichen<br />

Ecken nach Leuten gesucht, die<br />

nicht gefunden werden wollten.<br />

Was für eine Verschwendung<br />

vonEngagement.<br />

AUSLESE<br />

Einsicht kommt<br />

beim Machen<br />

Der Untertitel lautet „Liebesbrief an<br />

England“. Keine Ahnung, ob Nele<br />

Pollatscheks Liebe erwidert wird. Aber<br />

ihre Liebeserklärung wirkt sehr ansteckend.<br />

Sie studierte in Oxford und Cambridge<br />

Literaturwissenschaft. Ihre Geschichten<br />

darüber sind eine Lust zu lesen.<br />

Siekam aus Deutschland und wusste,wie<br />

man Seminararbeiten zu schreiben hatte:<br />

90 Prozent Positionen<br />

der Sekundärliteratur<br />

nach den richtigen Verfahren<br />

zitiert, zehn Prozent<br />

zum Autor, um<br />

den es ging. Dazwischen<br />

Spurenelemente<br />

einer eigenen Position.<br />

Hätte sie so in England<br />

weitergemacht, sie<br />

wäregescheitert.<br />

Dort wurden wöchentlich<br />

kleine Arbeiten<br />

geschrieben, die<br />

Nele Pollatschek:<br />

Dear<br />

Oxbridge,<br />

Galiani, 240<br />

Seiten, 16 Euro.<br />

der Tutor sofort mit einem durchnahm.<br />

Sekundärliteratur spielte kaum eine Rolle.<br />

Stattdessen wurde verlangt, dass man<br />

jede Menge von den Autoren las, umdie<br />

es ging. Sie habe dort gelernt, schreibt<br />

Nele Pollatschek, dass man, wenn man<br />

dieses Verfahren intensiv trainierthat, innerhalb<br />

kürzester Zeit versteht, den Eindruck<br />

zu erwecken, sich bestens auszukennen.<br />

Rhetorik nennt man diese Kunst seit<br />

zweieinhalbtausend Jahren. Sie hat den<br />

Vorteil, lesbare Texte hervorzubringen.<br />

Werjede Woche einen Text schreibt, der<br />

wird, ist er nur ein wenig spielerisch begabt,<br />

ganz automatisch mal diese, mal<br />

jene Darstellungsweise ausprobieren.<br />

Nichts muss so bleiben, wie es ist. Alternativen<br />

sind immer möglich.<br />

Manliest Nele Pollatschek und begreift<br />

mit einem Mal, warum so viele britische<br />

Wissenschaftler so viel besser schreiben<br />

als der Durchschnitt der deutschen. In<br />

Oxbridge scheint man begriffen zu haben,<br />

dass erst der etwas versteht, der in der<br />

Lage ist, es anderen verständlich zu machen.<br />

Daswirddarum dortvom ersten Semester<br />

an trainiert. Diewissenschaftliche<br />

Arbeit wird wie Tennis oder Fußball oder<br />

vonmir aus auch wie Kricket vermittelt.<br />

Einsicht kommt beim Machen. In<br />

Deutschland aber scheint man der Ansicht<br />

anzuhängen, man solle mit dem Machen<br />

nicht anfangen, bevor man zur Einsicht<br />

gekommen ist. Ausder Falle kommt<br />

kaum jemand raus. Arno Widmann<br />

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN<br />

Herausgeber: Dr.Michael Maier.<br />

Chefredakteur: Jochen Arntz (ViSdP).<br />

Mitglieder der Chefredaktion: Elmar Jehn, Margit J. Mayer,<br />

Matthias Thieme (verantwortlich Digital).<br />

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Tobias Miller,Michael Heun.<br />

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Newsroom-Manager: Jan Schmidt.<br />

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Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.<br />

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Story: Christian Seidl.<br />

Meinungsseite: Christine Dankbar.<br />

Seite 3/Report:Bettina Cosack.<br />

Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind<br />

verantwortliche Redakteure im Sinne des <strong>Berliner</strong> Pressegesetzes.<br />

Reporterin: Sabine Rennefanz.<br />

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Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich<br />

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(Streik/Aussperrung) besteht kein Belieferungs- und<br />

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<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 9<br />

·························································································································································································································································································<br />

Berlin<br />

Brandenburgs<br />

Landesregierung hat<br />

Zweifel am Tesla-Deal<br />

Seite 14<br />

In Gefahr –Ein Techno-Club muss schließen und die Szene bangt Seite 12<br />

VorGericht –Clanchef Arafat Abou-Chaker strebt nach einem milderen Urteil Seite 14<br />

Schöner<br />

Wohnen<br />

in Tegel<br />

Mit Neubauprojekten will der<br />

Senat den Wohnungsmarkt<br />

entlasten. In diesem und im<br />

nächsten Jahr wollen die<br />

landeseigenen Unternehmen<br />

stadtweit mit dem Bau von knapp<br />

20 000 Wohnungen beginnen.<br />

VonUlrich Paul<br />

Noch dient der Flughafen Tegel dem Luftverkehr,doch nach seiner Stilllegung sollen hier rund 5000 Wohnungen und ein Forschungs- und Industrieparkentstehen.<br />

IMAGO-IMAGES/JÜRGEN RITTER<br />

Der gerade vom Abgeordnetenhaus<br />

beschlossene<br />

Mietendeckel soll den<br />

Mietern in Berlin eine<br />

Atempause vor weiteren Mieterhöhungen<br />

verschaffen –zugleich soll<br />

aber der Neubau preiswerter Wohnungen<br />

vorangetrieben werden, um<br />

für Entlastung auf dem angespannten<br />

Wohnungsmarkt zu sorgen. Das<br />

bekräftigte Stadtentwicklungssenatorin<br />

Katrin Lompscher (Linke) am<br />

Freitag.<br />

Die von ihr als „wichtigster Partner“<br />

beim Neubau bezeichneten<br />

landeseigenen Unternehmen sind<br />

dabei im vergangenen Jahr zwar einen<br />

guten Schritt vorangekommen,<br />

werden die ehrgeizigen Ziele der Koalition<br />

für diese Legislaturperiode<br />

aber nicht erreichen. 30 000 Wohnungen<br />

sollten die sechs landeseigenen<br />

Unternehmen nämlich von2017<br />

bis 2021 fertigstellen. Nunwerden es<br />

nach derzeitigem Stand „sicher“<br />

aber nur 24 000 Wohnungen sein,<br />

wie Lompscher einräumte.<br />

5000 Wohnungen in TXL<br />

Immerhin zeichnet sich ein deutlicher<br />

Aufwärtstrend ab: Stellten die<br />

landeseigenen Unternehmen im<br />

Jahr 2016 noch lediglich 1377 Wohnungen<br />

fertig, waren es 2019 bereits<br />

4537 Wohnungen. „Die Fertigstellungszahlen<br />

haben sich somit in den<br />

letzten drei Jahren mehr als verdreifacht“,<br />

sagte Lompscher.Ein solcher<br />

Zuwachs innerhalb so kurzer Zeit<br />

zeuge von immensen Anstrengungen<br />

und großem Einsatz aller Beteiligten.<br />

„Dieses Niveau zu halten und<br />

zu verstetigen ist eine enorme gemeinsame<br />

Herausforderung“, sagte<br />

Lompscher. 11000 Wohnungen haben<br />

die sechs landeseigenen Vermieter<br />

laut Lompscher seit 2017 fertiggestellt.<br />

Fast 10 000 seien derzeit in Bau. In<br />

den Jahren 2020 und 2021 sei der<br />

Baustart für 19 720 Wohnungen geplant.<br />

Zwar kommt nicht jedes Projekt<br />

wie ursprünglich geplant zustande,doch<br />

hat sich die Zahl der geplanten<br />

städtischen Wohnungen in<br />

den vergangenen Jahren deutlich erhöht.<br />

Zu Beginn der Amtszeit der<br />

rot-rot-grünen Koalition seien<br />

320 Projekte mit etwa 36 000 landeseigenen<br />

Wohnungen in der Pipeline<br />

gewesen, resümierte Lompscher.<br />

Nun seien in 461 Projekten mehr als<br />

60 000 Wohnungen geplant.<br />

Wichtig ist der Bau von Wohnungen<br />

der städtischen Unternehmen,<br />

weil sie die Hälfte der Unterkünfte<br />

als Sozialwohnungen planen und die<br />

übrigen Wohnungen zu Mieten von<br />

derzeit durchschnittlich unter zehn<br />

Euro je Quadratmeter kalt anbieten.<br />

Damit gehören sie zu den Anbietern<br />

von vergleichsweise preiswertem<br />

Wohnraum. Neubauwohnungen auf<br />

dem freien Marktsind in der Regel in<br />

Berlin selten unter 12 bis 14 Euro je<br />

Quadratmeter kalt zu haben.<br />

Zu den größten Vorhaben, die in<br />

diesem Jahr fertiggestellt werden sollen,<br />

gehört ein Projekt der Howoge<br />

mit 264 Wohnungen an der Goeckestraße<br />

in Lichtenberg. Hier sollen die<br />

Arbeiten in diesen Tagen abgeschlossen<br />

werden. Die Wohnungsbaugesellschaft<br />

Mitte (WBM) will<br />

voraussichtlich bis Februar die Arbeiten<br />

für 192 Wohnungen in der<br />

Friedenstraße abschließen. Und die<br />

Degewo plant bis Juni die Fertigstellung<br />

von 255 Wohnungen an der<br />

Ludwig-Renn-Straße in Marzahn-<br />

Hellerdorf. Im selben Monat will die<br />

Gesobau den Bau von 334 Wohnungen<br />

an der Lion-Feuchtwanger-<br />

Straße und der Gädebuscher Straße<br />

abschließen. Die Gewobag plant, im<br />

Oktober 2020 etwa 360 Wohnungen<br />

in der Wasserstadt Spandau fertigzustellen.<br />

Und die Stadt und Land<br />

möchte bis November die Bauarbeiten<br />

für 382 Wohnungen im Gut Alt-<br />

Biesdorfabschließen.<br />

Das größte Wohnungsneubauprojekt<br />

in Berlin in den nächsten<br />

Jahren werde aber das Schumacher-<br />

Quartier auf dem Areal des Flughafen<br />

Tegel, sagte Lompscher.Nach Eröffnung<br />

des neuen Großflughafens<br />

BER in Schönefeld am 31. Oktober<br />

2020 soll TXL geschlossen werden –<br />

etwa 5000 Wohnungen sind dann<br />

auf dem ehemaligen Airport neben<br />

einem Forschungs- und Industriepark<br />

für Zukunftstechnologien geplant.<br />

Ein ökologisches Modellprojekt<br />

in Holzbauweise solle das Viertel<br />

werden, sagte Lompscher.<br />

Und wenn es nach ihr gehe,<br />

könnten dort auch noch mehr Wohnungen<br />

entstehen. Wieviele,ließ sie<br />

offen. Klar ist aber: Neben den städtischen<br />

Wohnungsunternehmen<br />

sollen in Tegel auch Genossenschaften<br />

und private Baugruppen zum<br />

Zuge kommen. AuchWohnungen für<br />

Studenten sollen dort entstehen. Ab<br />

Mai 2021 könne die Tegel Projekt<br />

GmbH das Gelände übernehmen, so<br />

Lompscher. Danach sollen möglichst<br />

rasch vorbereitende Baumaßnahmen<br />

beginnen. Auf den Buckower<br />

Feldern imSüden Neuköllns ist<br />

ein weiteres Stadtquartier geplant.<br />

Dort sollen etwa 900 Wohnungen<br />

entstehen. Neben der landeseigenen<br />

Wohnungsbaugesellschaft Stadt und<br />

Land, die den größten Teil der neuen<br />

Unterkünfte erstellen soll, will Berlin<br />

dortauch Genossenschaften am Bau<br />

beteiligen. Die Grundstücke sollen<br />

per Erbbaurecht zur Verfügung gestellt<br />

werden. Derzeit läuft das Vergabeverfahren.<br />

Von ursprünglich<br />

zwölf Bietern seien noch elf dabei,<br />

„Das Schumacher-Quartier wird das größte<br />

Wohnungsneubauvorhaben des Landes<br />

Berlin sein. UnserZiel ist es,mit dem Quartier<br />

Maßstäbe für den klimagerechten<br />

Wohnungsbau im 21. Jahrhundert zusetzen.“<br />

Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen<br />

sagte Lompscher. Eine Bietergemeinschaft<br />

hatte sich vor einigen<br />

Wochen sehr öffentlichkeitswirksam<br />

aus dem Verfahren zurückgezogen<br />

und dies mit den Auswirkungen des<br />

Mietendeckels begründet. Tatsächlich<br />

war aber gar nicht klar, obdiese<br />

Bieter überhaupt den Zuschlag erhalten<br />

würden. Die Entscheidung<br />

über die Grundstücksvergabe steht<br />

noch aus.<br />

Die Bebauung des Kreuzberger<br />

Dragonerareals ist ein weiteres<br />

neues Großprojekt. Dortsollen nach<br />

einem preisgekrönten städtebauli-<br />

chen Entwurfmehr als 500Wohnungen<br />

sowie Gewerbeflächen, Büros,<br />

eine Kita und eine Jugendfreizeiteinrichtung<br />

entstehen.<br />

Neben dem Neubau und dem Deckeln<br />

der Mietpreise gehört der Ankauf<br />

von Wohnungen aus Privatbesitz<br />

zur Wohnungspolitik der rot-rotgrünen<br />

Koalition –umstärker Einfluss<br />

auf den Markt zunehmen. Im<br />

vergangenen Jahr hat der Senat dabei<br />

11 856 Wohnungen erworben –<br />

„die mit Abstand höchste Ankaufszahl,<br />

die wir jemals hatten“, berichtete<br />

Lompscher am Freitag. Zusammen<br />

mit dem Neubau habe sich im<br />

vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungen<br />

in Landeshand um insgesamt<br />

16 400 erhöht. Mittlerweile besitzen<br />

die sechs landeseigenen Unternehmen<br />

damit 325 400 Wohnungen.<br />

Es waren allerdings nach der<br />

Wiedervereinigung einmal sehr viel<br />

mehr: mehr als 500 000, wie Lompscher<br />

sagte. Durch die Privatisierung,<br />

etwa den Verkauf der GSW mit<br />

etwa 65 000 Wohnungen, gingen<br />

viele Wohnungen aus Landesbesitz<br />

verloren –und damit der Einfluss auf<br />

die Mietpreisgestaltung. Ziel von<br />

SPD, Linken und Grünen ist es, den<br />

Einfluss zurückzugewinnen. Die<br />

Zahl der landeseigenen Wohnungen<br />

soll durch Ankauf und Neubau bis<br />

zum Ende der Legislaturperiode auf<br />

340 000 aufgestockt werden. „Vielleicht<br />

wird es noch ein bisschen<br />

mehr“, orakelte Lompscher am Freitagvormittag.<br />

Wenige Stunden später verkündete<br />

die Senatsverwaltung für Finanzen<br />

den Ankauf einer weiteren prominenten<br />

Wohnanlage. Die Gewobag<br />

übernimmt danach den sogenannten<br />

Block F-Nord an der<br />

Karl-Marx-Allee in Friedrichshain,<br />

der ehemaligen Prachtstraße aus der<br />

DDR-Zeit. Die Verkäuferin, die Predac-Gruppe,<br />

habe ein entsprechendes<br />

Angebot der Gewobag angenommen.<br />

Neben den bereits im November<br />

2019 erworbenen 679 Wohnungen<br />

der Blöcke C-Süd, C-Nord<br />

und D-Nord ander Karl-Marx-Allee<br />

würden damit weitere 151 Wohnungen<br />

für eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft<br />

gesichert, so<br />

die Finanzverwaltung.<br />

Die Wohnungen sollten ursprünglich<br />

an die Deutsche Wohnen<br />

veräußert werden. Doch dagegen<br />

gab es Proteste der Mieter. Sie befürchteten,<br />

dass sie durch steigende<br />

Mieten verdrängt werden. In Verhandlungen<br />

erreichte der Senat, die<br />

Wohnungen in Landesbesitz zu sichern.<br />

Für einen weiteren Block an<br />

derKarl-Marx-Allee mit 80 Wohnungen,<br />

der im Milieuschutzgebiet liegt,<br />

hatte der Bezirk Friedrichshain-<br />

Kreuzberg zuvor sein Vorkaufsrecht<br />

zugunsten der Wohnungsbaugesellschaft<br />

Mitte ausgeübt.<br />

Ankauf belastet Neubau nicht<br />

Finanzsenator Matthias Kollatz<br />

(SPD) erklärte am Freitag, dass der<br />

Neubau „das wichtigste Instrument<br />

zur Schaffung von Wohnraum“<br />

bleibe. Daneben dienten aber<br />

„punktuelle Ankäufe durch die städtischen<br />

Wohnungsbaugesellschaften<br />

dazu, Wohnungen vorzugsweise<br />

in ehemaligen Sozialwohnungsquartieren<br />

im Bestand zu halten<br />

oder –wie in diesem Fall –wieder in<br />

den öffentlichen Bestand zurückzuholen“.<br />

DieGewobag soll dieBewirtschaftung<br />

derWohnungen im Block<br />

F-Nord voraussichtlich zum 1. April<br />

2020 übernehmen.<br />

Stadtentwicklungssenatorin<br />

Lompscher widersprach amFreitag<br />

dem immer wieder vorgetragenen<br />

Argument, dass der Ankauf von<br />

Wohnungen zulasten des Neubaus<br />

gehe. Der Neubau werde dadurch<br />

„nicht beeinträchtigt“, sagte sie.<br />

Ulrich Paul<br />

freut sich auf die<br />

Nachnutzung in Tegel.


10 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Berlin<br />

Harmsens Berlin<br />

Dinge (8):<br />

Eis<br />

Torsten Harmsen<br />

erzählt in loser Folgeüber<br />

den Wandel der Dinge<br />

im Leben.<br />

Meine Großeltern, die in Köpenick<br />

wohnten, besaßen lange<br />

Zeit keinen Kühlschrank, auch in den<br />

60er-Jahren noch nicht. Wasgekühlt<br />

werden musste, lag im Wandschrank<br />

unterm Fenster. Obzusätzlich eine<br />

Schale mit kühlendem EisimSchrank<br />

stand, weiß ich nicht mehr. Auch<br />

nicht, ob regelmäßig ein Eismann bei<br />

meinen Großelternvorbeikam.<br />

Mit Eismann ist hier nicht jener<br />

Mann mit dem Eiswagen gemeint,<br />

der mancherorts bimmelnd auf der<br />

Straße steht und Speiseeis anbietet –<br />

natürlich kann es auch eine Eisfrau<br />

sein. Damals bestand die Lieferung<br />

des an derTür klingelnden Eismanns<br />

aus einem normalen Eisblock, den<br />

man nicht essen sollte.Erdiente zur<br />

Kühlung der Lebensmittel in sogenannten<br />

Eisschränken – in Läden,<br />

Gaststätten und Wohnungen.<br />

Mit meiner Oma sah ich damals<br />

im Fernsehen einen witzigen Kurzfilm<br />

über einen solchen Eismann, der<br />

irgendwo einen Eisblock ausliefern<br />

sollte.Erschleppte ihn durch die Gegend.<br />

Während der Liefertour wurde<br />

der Block immer kleiner.Erfiel runter,<br />

polterte über Treppen, schlitterte<br />

über Straßen, zerbrach und schmolz.<br />

Am Ende klingelte der Eismann völlig<br />

kaputt an einer Wohnungstür. Eine<br />

Frau machte auf. Schuldbewusst<br />

zeigte der Mann die schäbigen Reste<br />

des Eisblocks.Die Frau bekam runde<br />

Augen und fragte:„Soo vieeel?“ Meine<br />

Omaund ich lachten.<br />

Hergestellt wurde das Eisinsogenannten<br />

Eisfabriken, etwa in der<br />

Luisenstadt in Mitte. Eshieß Stangeneis,weil<br />

die Blöcke bis zu anderthalb<br />

Meter lang waren. Die Milchfabrik<br />

Bolle kühlte damit ihre Milch<br />

auf den Transportwagen. Anfangs<br />

hatte man gar Natureis zum Kühlen<br />

genutzt. Es kam unter anderem aus<br />

einem Eiskeller in der Friedrichshagener<br />

Bölschestraße. Hier wurde Eis<br />

gelagert, das man im Winter auf dem<br />

Müggelsee gebrochen hatte.<br />

Irgendwann besaßen auch meine<br />

Großeltern einen Kühlschrank. Und<br />

Eis war nur noch Speiseeis. Oft ging<br />

ich in die „Eisdiele“ um die Ecke.<br />

„Kannste dir noch erinnern?“, fragt<br />

mein innerer <strong>Berliner</strong>.„Diemuschelförmigen<br />

Waffelschalen und die<br />

kleenen Plastelöffel?“ Ja, kann ich.<br />

Auf den Löffeln standen Namen,<br />

aber nie meiner. „Und erinnerste<br />

dich an dit Softeis? Dit isschnella<br />

wegjeloofen, als de löffeln konntest.<br />

Und die Waffelmuschel is durchweicht.<br />

Unddenn is dit inne Hand jeloofen.<br />

Undallet hat jeklebt!“<br />

Schöne Erinnerungen.<br />

Meine drei Lieblingseissorten waren<br />

und sind auch heute: Vanille,Vanille,Vanille,<br />

manchmal garniert mit<br />

Krokant, Nuss und Eierlikör. Meine<br />

Frau quittiert dies immer mit dem<br />

Ausruf: „Wie langweilig!“ Stimmt. Es<br />

kann langweilig sein, besonders,<br />

wenn man unter „gut“ in erster Linie<br />

„viel“ versteht. Als ich –Jahrzehnte<br />

waren vergangen –das erste Malnach<br />

Florenz reiste und an einem Stand ein<br />

Vanille-Eis in der Waffel bestellte,<br />

türmte mir der auf großen Umsatz erpichte<br />

Eismann kunstvoll acht Kugeln<br />

auf und grinste dabei. Es war<br />

kaum zu schaffen. DasEis lief schneller<br />

davon, als man lecken konnte.<br />

Unddazwischen musste man ja auch<br />

noch schimpfen: „Blöder Betrüger,<br />

Aasgeier! Armleuchter!“<br />

Heute wird imobercoolen Berlin<br />

getestet, was man alles noch so zu<br />

Eismachen kann. Es gibt die wildesten<br />

Eiskreationen mit Gurke, Fleisch,<br />

Ingwer, Malvenblüten, Roten Bohnen,<br />

Erdnüssen, Brezeln oder gar mit<br />

Aktivkohle, damit das Eis pechschwarz<br />

ist. „Der Mensch hat ehm<br />

’ne Scheibe“, sagt mein innerer <strong>Berliner</strong>.„Ickmach<br />

ooch ’n Eisladen uff.<br />

Da vakoof ick dann Eis mit Leberwurscht,<br />

Eisbein und Sauerkraut!“<br />

Abnehmer finden sich garantiert.<br />

Beliebt: Die roten Eichhörnchen werden zunehmend von grauen verdrängt.<br />

Der Himmel ist grau, der<br />

Alltag beschwerlich. Im<br />

Bahnhof Alexanderplatz<br />

stapfen Fahrgäste die<br />

Treppen zur Halle hoch –die meisten<br />

gebeugt und mit hängenden Mundwinkeln.<br />

Oben angekommen,<br />

weicht jedoch bei vielen die Anspannung.<br />

Da und dortleuchtet sogar ein<br />

Lächeln auf. Wasist passiert?<br />

Die größte Voliere der Stadt. Ein<br />

Mann mit grüner Wollmütze steht<br />

auf dem Bahnsteig für den Regionalverkehr.<br />

Derk Ehlert weiß, warum<br />

die Fahrgäste lächeln. „Es sind die<br />

Stare, die in der Halle leben“, sagt der<br />

Wildtierbeauftragte des Senats. Auf<br />

Fahrleitungen sitzend, füllen sie den<br />

mehr als 160 Meter langen Stahlbau<br />

mit ihren Geräuschen: leisem Zirpen,<br />

spöttelndem Keckern, lautem<br />

Rufen. Menschen gehen in die Knie<br />

und betrachten die Vögel, die den<br />

Bahnsteig entlang stolzieren. Sie<br />

werfen ihnen Krümel zu oder rupfen<br />

vom Sandwich, das sie sich für die<br />

Fahrtgekauft haben, Salat ab.Mit ihrem<br />

glänzenden Gefieder stechen<br />

die Stare die Tauben aus. Ein neues<br />

Phänomen sind sie hier nicht: Die<br />

ersten tauchten vor acht Jahren auf,<br />

sagt Ehlert. Auffällig sei aber, wie<br />

rasch die Zahl neuerdings steigt: „Es<br />

sind jetzt 100 bis 150. Dashätten wir<br />

uns früher nicht vorstellen können.“<br />

Höhle aus Stahl. „Es könnten <strong>Berliner</strong><br />

Vögel sein,“ sagt Katrin Koch<br />

vom Naturschutzbund (Nabu). Das<br />

EYEEM PREMIUM<br />

Kastanienwäldchen am Dom, nur einen<br />

Kurzstreckenflug entfernt, sei<br />

ein beliebter Treffpunkt für sie. Derk<br />

Ehlertsagt, möglich sei auch, dass es<br />

sich um Brandenburger Stare handelt,<br />

die im Bahnhof unter dem<br />

Fernsehturm überwintern. „Strategisch<br />

ist das ein guter Platz“, erklärt<br />

der 52-jährige Landschaftsplaner.<br />

Der Lärm stört sie nicht, die Helligkeit<br />

auch nicht, weil sie wenig Schlaf<br />

brauchen. „Die Vögel sehen die<br />

Bahnhofshalle als eine gigantische<br />

Höhle, in der sie Nahrung finden<br />

und in der sie es trocken haben.“<br />

Nicht jeder Mensch fühlt sich im<br />

Nahverkehr sicher,die Staredagegen<br />

schon. „Draußen auf dem Land treffen<br />

sie sich im Schilf, weil sie dort<br />

Ruhe haben vor Greifvögeln. Die<br />

Halle bietet den gleichen Schutz.“<br />

Vordem Wanderfalkenpaar, das am<br />

Roten Rothaus oder der Marienkirche<br />

brütet, und vordem Habicht, der<br />

nahe der Schwartzkopffstraße nistet.<br />

Fahren statt fliegen. Dersechstwichtigste<br />

Bahnhof Berlins wird täglich<br />

von 140 000 Fahrgästen genutzt. Pro<br />

Jahr halten Züge und S-Bahnen<br />

mehr als 300 000 Mal amAlexanderplatz.<br />

Manchen Menschen geht der<br />

Krach auf die Nerven, die Hektik.<br />

Stare empfinden diese Reizflut hingegen<br />

als anregend. „Ich habe einen<br />

Star gehört, der die Geräusche einer<br />

S-Bahn nachahmen konnte“, erzählt<br />

Ehlert. Und sind die Züge nicht ein<br />

prima Fortbewegungsmittel, das die<br />

Schwingen schont? Zwei Malhat Ehlertmiterlebt,<br />

dass Staremit ihm zusammen<br />

S-Bahn fuhren.„Sie trippelten<br />

durch denWagen, ohne auch nur<br />

ein Zeichen vonPanik zu zeigen.“ In<br />

einem Fall zückte er sein Mobiltelefon,<br />

um die kleinen Mitreisenden zu<br />

fotografieren. Er ärgertsich, dass die<br />

Aufnahmen nicht brauchbar waren.<br />

Alte Hasen promenieren. Derk Ehlert<br />

setzt sich auf eine Bank. EinStar setzt<br />

sich dazu. Sein glänzendes dunkles<br />

Federkleid wirkt stärker gesprenkelt<br />

als bei anderen Vögeln seiner Art.<br />

„Das ist ein altes Gefieder,das durch<br />

das Fliegen verschlissen wurde“, sagt<br />

Ehlert. „Die Farben sind Zeichen für<br />

Verschleiß. Im Spätsommer werden<br />

sie ein neues, dunkles Kleid bekommen.“<br />

Während bei Menschen verschlissene<br />

Klamotten allenfalls in<br />

der Punk-Szene Punkte bringen, sei<br />

das bei Staren anders: „Je verschlissener<br />

das Federkleid ist, desto erfahrener<br />

und begehrter sind die Männchen<br />

bei den Weibchen. Sie zeigen<br />

damit, wie toll sie sind. Alte Hasen.“<br />

Auf Pirsch<br />

im <strong>Berliner</strong><br />

Verkehr<br />

Stare fahren mit der S-Bahn, Wildschweine warten an<br />

der Ampel auf Grün, Füchse schreien neben einem<br />

Gleis –die Großstadt als Paradies für wilde Tiere<br />

VonPeter Neumann<br />

Fluchtpunkt Berlin. Neuist nicht nur,<br />

dass die Zahl der Stare imBahnhof<br />

Alexanderplatz gewachsen ist. Interessant<br />

findet Ehlert auch, dass diese<br />

Vogelart jetzt weitere <strong>Berliner</strong> Bahnstationen<br />

für sich entdeckt. „Sie werden<br />

vermehrt auch amOstbahnhof,<br />

am Bahnhof Friedrichstraße und am<br />

Hauptbahnhof gesichtet.“ Das hat<br />

zwei Seiten. Zum einen machen die<br />

sympathischen Tiere darauf aufmerksam,<br />

dass eine Millionenmetropole<br />

auch ein Lebensraum für<br />

viele andere Lebewesen ist –den es<br />

zu pflegen gilt, wie Katrin Koch vom<br />

Naturschutzbund mahnt. „Die Stare<br />

betreiben Öffentlichkeitsarbeit, eine<br />

überzeugende Werbung für die<br />

Stadtnatur.“ Zum anderen zeigt der<br />

Zuzug auch, wie ungastlich es auf<br />

dem Land geworden ist. In ausgeräumten<br />

Landschaften, auf Äckern,<br />

die mit Gift behandelt sind, finden<br />

auch Vögel immer weniger Nahrung.<br />

„Es gibt Arten, die betreiben richtiggehend<br />

Landflucht“, sagt Ehlert.<br />

„Zum Beispiel die Elster,umdie sich<br />

Vogelfreunde deutschlandweit Sorgen<br />

machen, weil der Bestandrapide<br />

abnimmt.“ Der Umzug nach Berlin<br />

gibt ihnen die Chance zu überleben.<br />

Die Neulinge aus dem Norden. Auch<br />

am Bahnhof Alexanderplatz haben<br />

die angestammten <strong>Berliner</strong> Vögel<br />

Konkurrenz bekommen: von Möwen,<br />

berichtet Ehlert. Früher tauchten<br />

sie nur im Sommer auf, doch seit<br />

sechs, sieben Jahren wählen immer<br />

mehr Steppen-, Silber-, Mittelmeersowie<br />

Sturmmöwen Berlin als ganzjährigen<br />

Wohnort und als Brutplatz.<br />

„Eigentlich leben sie an der Küste,<br />

aber dort finden sie immer weniger<br />

zu fressen. Das Meer ist vielerorts<br />

ausgeräumt, und Fischkutter, die<br />

Beifang ins Meer werfen, gibt es<br />

kaum noch.“ In Berlin finden Möwen<br />

ideale Bedingungen. Begrünte<br />

Flachdächer erinnern sie an Kiesinseln<br />

–ihr natürliches Brutumfeld. So<br />

brüten auf dem Einkaufszentrum<br />

Alexa rund 30 Paare, auf dem Cubix-<br />

Kino immerhin vier. Auf dem Bundeskanzleramt,<br />

ein paar Kilometer<br />

entfernt, haben sich 40 Möwenpaare<br />

niedergelassen. „In Berlin fühlen sie<br />

sich wohl. Hier gibt es genug Aas,<br />

Würmer, Maden für sie. Sie leben<br />

gernanVerkehrsknotenpunkten wie<br />

dem Alexanderplatz, weil dortviel zu<br />

fressen abfällt“, sagt der Tierexperte.<br />

Fliegt jemand mit zum Essen? So<br />

sieht Alltagsleben in der Metropole<br />

aus: Wenn der Hunger kommt, geht<br />

es mit Kollegen zum Lunch. Ähnlich<br />

ist es mit den Spatzen vom Zoologischen<br />

Garten. „Nirgendwo sonst in<br />

Europa brüten Haussperlinge inso<br />

großer Anzahl auf so kleinem Raum<br />

wie dort“, sagt Ehlert. Wo es viele<br />

Tiere gibt, fallen auch viele Hinterlassenschaften<br />

an, was wiederum Insekten<br />

anlockt, mit denen Spatzen<br />

ihre Jungen füttern. „Die Sperlinge<br />

sind vorallem auf die Blattlauslöwen<br />

aus,kleinegrünliche Insekten, diees<br />

früher zu Millionen gab, deren Zahl<br />

jetzt aber auch abnimmt.“ Doch<br />

wenn er nur sich zu ernähren hat,<br />

frisst der Haussperling alles Mögliche.<br />

„SelbstPommes frites“, sagt Ehlert.<br />

Und hier kommt der Bahnhof<br />

Zoo ins Spiel. Der Currywurststand<br />

wird von Fahrgästen gern besucht,<br />

bevor sie zur S-Bahn hoch- oder zur<br />

U9 hinuntergehen. Dort warten die<br />

Spatzenauf frittierte Kartoffeln.<br />

Verkehrsgünstig wohnen. Aber wo<br />

übernachten die vielen Stadttiere?<br />

Angstfrei: Wildschweine tauen sich auch auf große Straßen. IMAGO IMAGES Niedlich: Kaninchen im Tiergarten. Sie leben auch gernauf Verkehrsinseln, weil sie dortsicher vor Hunden sind. DPA/GREGOR FISCHER


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 11<br />

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Berlin<br />

Zutraulich: Stare leben gernimBahnhof des <strong>Berliner</strong> Alexanderplatzes, weil sie dortimmer viel Futter ergatternkönnen. Und den Verkehrslärmfinden sie nicht etwastörend, sondernanregend. Ihre Zahl nimmt immer weiter zu.<br />

GERD ENGELSMANN<br />

Wo ziehen sie ihren Nachwuchs auf?<br />

DieAntwortmag paradoxwirken: Sie<br />

ziehen sich am liebsten dorthin zurück,<br />

wo viel los ist –zuden Hauptschlagadern<br />

des Verkehrs. Selbst in<br />

Ampelmasten und Straßenleuchten<br />

wurden schon Nistplätzevon Vögeln<br />

entdeckt, erzählt Katrin Koch.<br />

„Grundsätzlich ist es so, dass sich<br />

Wildtiere inBerlin oft in der Nähe<br />

von Straßen aufhalten“, sagt Ehlert.<br />

Ob es die Böschungen der A100 sind,<br />

die Ränder der A111, der Avus: „An<br />

fast jeder Ausfahrt ist ein Wildtier zu<br />

Hause. Wildschweine schlafen dort<br />

am Tage, Füchse haben dort ihren<br />

Bau.“ Immer wieder fallen Kaninchen<br />

auf, die Verkehrsinseln bevölkern.<br />

„Es sind großartige Lebensräume,<br />

woHunde sie nicht stören<br />

können“, weiß Ehlert. Für Wildtiere<br />

sind Hunde das größte Problem.<br />

Verkehrswege auch für Schweine.<br />

Das Begleitgrün der vielen Schienenstrecken<br />

in Berlin ist für Tiere<br />

auch eine prima Möglichkeit, unentdeckt<br />

von A nach B zu kommen.<br />

Zwar haben Fälltrupps im Auftrag<br />

der Bahn vielerorts Tabula rasa gemacht,<br />

damit bei Sturm keine<br />

Bäume mehr auf die Gleise fallen.<br />

Trotzdem: „Wildschweine bewegen<br />

sich gern entlang von Verkehrsachsen“,<br />

berichtet Ehlert. Sie traben die<br />

U1 entlang, die in Ruhleben durch<br />

dichtes Grün verläuft, oder folgen<br />

der S-Bahn in Pichelsberg. Andere<br />

laufen vom Grunewald entlang der<br />

Heerstraße nach Spandau. An vielen<br />

Böschungen vonBahnstrecken sieht<br />

man in halber Höhe Trampelpfade,<br />

sagt Ehlert. „Im Frühjahr kommen<br />

die Bachen gezielt dorthin, um zu frischen“<br />

– ihre Ferkel zu gebären.<br />

„Kein Hund, kein Jäger, und es sieht<br />

sie keiner. Dichtes Gebüsch. Meist<br />

gibt es zwar Lärm, das ist aber nicht<br />

entscheidend.“ Auch Schweine sind<br />

echte Metropolenbewohner. Übrigens<br />

nutzen auch Eidechsen die grünen<br />

Schneisen als Wanderkorridore,<br />

sagt Katrin Koch vomNabu Berlin.<br />

Autos als Nussknacker. Es ist vielen<br />

<strong>Berliner</strong> längst aufgefallen, aber<br />

Derk Ehlert beschäftigt sich trotzdem<br />

noch gern mit dem Thema.<br />

„Auch Nebelkrähen sind Stadtbewohner<br />

geworden, und sie nutzen<br />

den Straßenraum gezielt, um an<br />

Nahrung heranzukommen“, erzählt<br />

er.„Sielassen Nüsse und Eicheln auf<br />

die Fahrbahn fallen, die Autos dienen<br />

als Nussknacker.“ Besonders<br />

gernlauerndie schlauen Rabenvögel<br />

an Ampelkreuzungen. Denn dort<br />

können sie berechnen, wann sie auf<br />

die Straße hüpfen können, um die<br />

Leckereien gefahrlos aufzupicken.<br />

Siekennen die Rotzeiten, die je nach<br />

Kreuzung unterschiedlich sind, genau.<br />

„Wenn die Autos wieder anfahren,<br />

sind die Krähen wieder weg.“<br />

Wann wird es endlich grün? Straßen<br />

sind dennoch ein Problem –auch für<br />

Eichhörnchen oder Igel. „Straßen<br />

zerschneiden Lebensräume“, sagt<br />

Katrin Koch. Einige Hauptstadt-<br />

Tierehaben aber gelernt, damit umzugehen.<br />

„Ich finde es immer wieder<br />

erstaunlich, dass Wildschweine mit<br />

ihren Frischlingen Straßen oft nicht<br />

auf freier Strecke überqueren, sondern<br />

sich gezielt Kreuzungen dafür<br />

aussuchen“, sagt Ehlert. Gern auch<br />

Kreuzungen mit Ampeln. Wildschweine,<br />

Füchse, Marder wissen<br />

nicht, was Grün oder Rot bedeutet.<br />

Sie bekommen aber mit, dass an<br />

Ampelfurten immer wieder Autos<br />

halten. Sie sehen auch, dass dort<br />

Menschen die Fahrbahn überqueren.<br />

Hörend und sehend analysieren<br />

die Tieredie Lage.„Siemüssen es lernen.<br />

Weresnicht lernt, der stirbt.“<br />

Ungeniert beim Liebesspiel. Bevor<br />

kleine Tiere zur Welt kommen, müssen<br />

sich die großen näher kommen.<br />

Ein wesentlicher Unterschied zum<br />

Land ist aber, dass es in Berlin mehr<br />

potenzielle Zuschauer gibt. Vorkurzem<br />

bekam Ehlert einen Anruf vom<br />

S-Bahnhof Yorckstraße in Kreuzberg.<br />

Erschrocken berichtete der Anrufer,<br />

dass er jenseits des Gleises laut<br />

schreiende Tiere gesehen habe.<br />

„ZweiFüchse haben sich amVormittag<br />

verpaart, und die Fahrgäste sahen<br />

zu“, fasst Ehlert zusammen. In<br />

dieser Jahreszeit bekomme er häufig<br />

Hinweise dieser Art. Meist wüsste die<br />

Anrufer nicht, dass sie einem Liebesspiel<br />

zusehen –das bei Füchsen sehr<br />

lange dauern kann. In der Ranzzeit<br />

spielten männliche Tiere verrückt.<br />

Auf der Suche nach einer Fähe achten<br />

sie nicht auf ihre Umwelt: „Jetzt<br />

werden viele Füchse überfahren,<br />

weil sie nicht aufpassen“, sagt Ehlert.<br />

Ende in der Kadavergrube: Denn<br />

nicht immer klappt die Koexistenz<br />

zwischen Tieren und Verkehr.Sogibt<br />

es auch im Werk Berlin-Rummelsburgder<br />

Deutschen Bahn eine Kadavergrube,inder<br />

Mitarbeiter unangenehme<br />

Aufgaben übernehmen müssen.<br />

Dort werden die sterblichen<br />

Reste von Rehen, Wildschweinen<br />

und anderen Tieren, die Zügen in die<br />

Quere gekommen sind, den Bestimmungen<br />

gemäß entsorgt. Beim ICE<br />

sind die Kadaver meist aus der Bugklappe<br />

zu entfernen. Überreste finden<br />

sich aber auch in anderen Teilen<br />

von Schienenfahrzeugen wieder.<br />

Alle Beschäftigten sind gegen Hepatitis<br />

geimpft. Das Virus, das die Leberentzündung<br />

überträgt, kann je<br />

nach Typ unter anderem von Blut<br />

oder Schmutz übertragen werden.<br />

Kollision mit der S-Bahn: „Wildunfälle<br />

kommen auch bei uns vor“, sagt<br />

Maik Nachtigall, der bei der S-Bahn<br />

für die Fahrzeuge zuständig ist. Er<br />

spricht von vier oder fünf schweren<br />

Vorfällen proJahr.Schließlich führen<br />

lange Abschnitte durch Wälder, dort<br />

sei die Gefahr besonders groß.<br />

Hauptsächlich seien die Linien S2,<br />

S3,S5und S7 betroffen, ergänzt ein<br />

Bahnsprecher. Die offizielle Statistik<br />

enthält höhere Zahlen. Denn sie erfasst<br />

alle gefährlichen Ereignisse mit<br />

Tieren, die sich auf den Betrieb auswirken<br />

–etwa „Kollisionen mit Tieren,<br />

Tieraufprall, Tier im Gleis,Tier in<br />

Anlagen.“ Im vergangenen Jahr wurden<br />

bei der Bahn 83 Vorfälle dieser<br />

Art imGroßraum Berlin registriert,<br />

davon 50 bei der S-Bahn. 2018 waren<br />

es 97, davon 42 bei der S-Bahn. „Die<br />

hohe Anzahl an Vorkommnissen im<br />

Großraum Berlin ist der hohen Zugdichte<br />

und der Vielzahl vonBahnanlagen<br />

geschuldet“, so der Sprecher.<br />

Ein Bett im Schotter. In Berlin gibt es<br />

auch im Untergrund Verkehrswege –<br />

das freut viele Tiere. „Wenn ich eine<br />

Hausmaus wäre, würde ich mir als<br />

Lebensraum einen U-Bahnhof aussuchen,<br />

weil ich dortalles finde,was<br />

ich brauche“, sagt Ehlert. „ImSchotterbett<br />

bin ich geschützt, da kann ich<br />

mein Nest bauen. Die Nahrung bekomme<br />

ich zugeworfen. Selbst wenn<br />

nur jeder Tausendste Krümel fallen<br />

lässt, werdeich satt.Feindehabe ich<br />

hier unten nicht, in U-Bahnhöfen<br />

gibt es keine Greifvögel. An das Donnern<br />

und Quietschen der Bahnen<br />

kann ich mich gewöhnen.“ Andere<br />

Mäuse leben in Kabelschächten und<br />

anderen Hohlräumen unter den<br />

Bahnsteigen. „Zum Beispiel im U-<br />

Bahnhof <strong>Berliner</strong> Straße“, erzählt<br />

Ehlert. Wenn es abends ruhig wird,<br />

sehe man die Tiere geschickt durch<br />

die kleinen Öffnungen von Abdeckplatten<br />

schlüpfen. Anders als anderswo<br />

stoßen Mäuse in Berlin meist<br />

nicht auf Entsetzen, sondern auf<br />

freundliches Interesse. „Die Menschen<br />

in dieser Stadt ticken anders.<br />

Sieschauen den Mäusen gernzu.“<br />

Warten und zuschnappen. Für Ratten<br />

sind U-Bahn-Tunnel nicht so interessant,<br />

sagt der Wildtierbeauftragte<br />

des <strong>Berliner</strong> Senats.„Siesind eher in<br />

der Kanalisation oder an Baustellen<br />

zu finden. Hier am Alexanderplatz<br />

gibt es auch viele Ratten, die vor allem<br />

nachts aktiv werden. Wenn man<br />

im Frühling herkommt, sieht man ab<br />

23 Uhr auch den Fuchs hier stehen,<br />

der unter einem Bürocontainer der<br />

U5-Baustelle seinen Bauhat.“<br />

Tollwut? Gibt’s hier nicht. Auf dem<br />

Land sind Wildtiere Jäger, in der<br />

Stadt vor allem Sammler. Hier steuern<br />

feste Anlaufpunkte an und lauern<br />

dort, bis Nahrung auftaucht.<br />

Gern Ratten, vondenen fressen City-<br />

Füchse eine ganze Menge. Andere<br />

Füchse tauchen regelmäßig an Bus-<br />

Endhaltestellen am Stadtrand auf,<br />

weil Fahrgäste sie füttern –wovon<br />

Ehlertabrät.Manchmal springen sie<br />

sogar in den Bus. Die gut genährten<br />

<strong>Berliner</strong> Füchse sind gesund, weshalb<br />

sie älter werden als ihre Artgenossen<br />

auf dem Land: bis zu sieben<br />

Jahre. In Brandenburg sind 30 Prozent<br />

des Bestandes mit Fuchsbandwurm<br />

infiziert, in Berlin null Prozent.<br />

Hier gibt es auch keine Fuchstollwut,<br />

sagt Derk Ehlert. Manchmal<br />

kann Berlin auch ein Paradies sein.<br />

Peter Neumann<br />

fragt sich, welche Tierartals<br />

nächstes nach Berlin flieht.<br />

Hungrig: Spatzen auf einem Balkon. Am Bahnhof Zoo fressen sie auch Pommes.DPA/ZINKEN Recht selten: Ein Waschbär unterwegs in einem Parkhaus in der Innerstadt. DERK EHLERT Gesund: Die Füchse der Großstadt haben weder Tollwut noch Bandwürmer. IMAGO IMAGES


12 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Berlin<br />

Abschiedstanz<br />

Die letzte Technonacht steht in der Griessmuehle in Neukölln an. Der Club muss schließen. Politiker fordern, dass der Senat die Clubszene besser schützt<br />

VonMechthild Henneke<br />

Im Technoclub Griessmuehle<br />

an der Sonnenallee 221 wird<br />

das Publikum am Wochenende<br />

zum letzten Mal inden Beats<br />

versinken: Die Veranstaltung „The<br />

last Cocktail –XXL“ beginnt Freitag,<br />

23.59 Uhr, und endet am Montag, 8<br />

Uhr. Damit ist in der einstigen Nudelfabrik<br />

in Neukölln nach acht Jahren<br />

Schluss mit den Partys, die auch<br />

international gepriesen wurden. Solche<br />

Orte, wodie Nacht das ganze<br />

Wochenende nicht zu Ende geht,<br />

sind ausschlaggebend für Berlins Ruf<br />

als coolste Partylocation der Welt –<br />

noch vorNew York oder London.<br />

Die Szene steht unter Druck<br />

Nicht gerade eine Schönheit, aber bei Techno-Fans sehr beliebt: der Club Griessmeuhle in Neukölln.<br />

Doch die Clubszene steht unter<br />

Druck. Sie siedelte sich – wie die<br />

Griessmuehle –oft auf verlassenen<br />

Industriegeländen an, um die sich<br />

nun die Investoren reißen. Büros<br />

oder Lofts sollen entstehen. Die<br />

Clubs, die oft als Provisorien begannen<br />

und sich dank der vielen Besucher<br />

etablierten, müssen schließen.<br />

So ergeht es auch der Griessmuehle.ZuEnde<br />

Januar hatte die Firma<br />

SImmo AG, eine Aktiengesellschaft<br />

der Österreichischen Sparkasse,<br />

dem Club gekündigt. Dank des Einsatzes<br />

von Bezirks- und Landespolitikern<br />

sowie der Clubcommission<br />

fand sich ein Kompromiss.Der Club<br />

kann bis zum letzten Tagfeiern und<br />

bis Mitte Februar in Ruhe räumen.<br />

Der Investor überlegt nach eigenen<br />

Angaben sogar, während der Bauphase<br />

einen temporären Ortfür den<br />

Clubbetrieb zu schaffen.<br />

„Wir werden voraussichtlich<br />

nächste Woche Gewissheit erhalten,<br />

wie das aussehen könnte“, sagt<br />

Griessmuehle-Sprecherin Michaela<br />

Krüger.Inden nächsten zwei Monaten<br />

wirdder Club seine Aktivitäten in<br />

den Polygon Club in Lichtenberg<br />

und die Alte Münze inMitte verlegen.<br />

Auch dabei halfen Politik und<br />

Clubcommission. Der Grünen-Abgeordnete<br />

Georg Kössler aus Neukölln<br />

setzte sich besonders ein. „Es<br />

ist total schade, wenn Clubs schließen.<br />

Wirhaben in Berlin eine besondere<br />

Szene mit vielen Nischen, wo<br />

tolle subkulturelle Experimente<br />

stattfinden können“, sagt er. Er<br />

stellte eine schriftliche Anfrage zur<br />

<strong>Berliner</strong> Clubszene, deren Antwort<br />

aus der Wirtschaftsverwaltung der<br />

<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> vorliegt.<br />

Demnach gibt es knapp 500 „Orte<br />

mit musikalischem Bezug“ im Clubkataster,einem<br />

Register,mit dem der<br />

Bestand vonClubs gesichertwerden<br />

SABINE GUDDATH<br />

soll und in dem sich die Betreiber<br />

selbst ein- und austragen. Nicht alle<br />

Orte sind täglich fürs Publikum offen,<br />

unter ihnen sind auch Theater,<br />

Galerien und Eventlocations. Seit<br />

2010 schlossen etwa 90 Orte. Inderselben<br />

Zeit wurden 77 Orte geöffnet.<br />

Häufiges Problem ist der Lärmschutz.<br />

Anwohner beschweren sich,<br />

auch wenn der Club vor der Wohnungen<br />

existierte.Der Senat richtete<br />

einen Lärmschutzfonds ein, aus<br />

dem 86 000 Euro an drei Clubs gingen.Weitere655<br />

000 Euro sind bewilligt.<br />

So bekam das Kreuzberger Gretchen<br />

75 000 Euro für Schallschutzmaßnahmen.<br />

Der Tresor erhält für<br />

62 000 Euro für eine fünf Meter hohe<br />

begrünte Schallschutzwand.<br />

Kössler wünscht sich zusätzlich<br />

mehr Aufmerksamkeit der Politik für<br />

Clubs. „Der Senat könnte eine externe<br />

Sitzung in einem <strong>Berliner</strong> Club<br />

abhalten.“ Laut Wirtschaftsverwaltung<br />

sei das „durchaus denkbar“.<br />

50 000 Unterschriften gesammelt<br />

Wichtiger ist ihm ein Antrag, den er<br />

mit den Koalitionspartnernvon SPD<br />

und Linker ins Abgeordnetenhaus<br />

einbringen will. Clubs sollen als Kulturorte<br />

anerkannt und im Baurecht<br />

bessergestellt werden – und der<br />

Lärmschutzfonds soll weitergeführt<br />

werden. „Es geht auch um Anerkennung<br />

der Clubs, die viel zu Berlin<br />

beitragen“, sagt Kössler.<br />

In der Griessmuehle wirdbald gepackt.<br />

Der Betreiber und die etwa<br />

100 Mitarbeiter wollen den Kampf<br />

für eine Rückkehr an die Sonnenallee<br />

oder um einen neuen Standort<br />

aber nicht aufgeben. Fast 50 000<br />

Leute haben eine Online-Petition<br />

unterzeichnet, die den Erhalt des<br />

Clubs und der ganzen Szene fordert.<br />

TRAUERANZEIGEN<br />

Wir nehmen Abschiedvon unserem Kollegen undMitarbeiter<br />

Tobias Fiebig<br />

Plötzlich und für uns alle unfassbar verstarb Herr Fiebig<br />

am 22. Januar durch einen tragischen Verkehrsunfall<br />

im Alter von nur 27 Jahren. Herr Fiebig war dreieinhalb<br />

Jahre lang für die <strong>Berliner</strong> Stadtreinigung als Straßenund<br />

Grünflächenreiniger im Einsatz. Wir sind zu tiefst<br />

betroffen und traurig.<br />

Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedanken sind<br />

bei seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden.<br />

Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat<br />

und die Beschäftigten<br />

Tief betroffen nehmen wir Abschied von<br />

Uwe Faist<br />

der am 25. Januar nach schwerer Krankheit im Alter<br />

von nur 58 Jahren verstarb. Mit ihm verlieren wir einen<br />

sehr beliebten und hilfsbereiten Kollegen, der mehr als<br />

20 Jahre bei der Straßenreinigung beschäftigt war,<br />

zuletzt als Kleinkehrmaschinenfahrer.Erwird uns<br />

sehr fehlen.<br />

Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedankensind<br />

bei seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden.<br />

Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat<br />

und die Beschäftigten<br />

Wir nehmen Abschied von unserem lieben<br />

Mann, Vater, Opa und Bruder<br />

Fred Schulze<br />

26.07.1950 –25.01.2020<br />

Blanka Schulze<br />

im Namen der Angehörigen<br />

Wasein Mensch anGutem<br />

in die Welt hinausgibt,<br />

geht nicht verloren.<br />

Albert Schweitzer<br />

Karola<br />

Schulz-Curdes<br />

*6.November 1935<br />

†13. Januar 2020<br />

Die stille Abschiednahme mit<br />

anschließender Urnenbeisetzung<br />

findet am Mittwoch,<br />

den 26. Februar 2020<br />

auf dem städtischen Friedhof,<br />

Baumschulenweg,<br />

Kiefholzstraße 222 –236,<br />

12437 Berlin statt.<br />

Die Beisetzung findet auf Wunsch des<br />

Verstorbenen im engsten Familienkreis statt.<br />

Traurig nehmen wir in Liebe und Dankbarkeit<br />

Abschied von meinem lieben Mann,<br />

unserem Vater und Opa<br />

Günter Zaplo<br />

Sportjournalist<br />

04. März 1933 13. Januar 2020<br />

Insterburg<br />

Bernau<br />

Das einzig Wichtige im Leben sind Spuren von Liebe,<br />

die wir hinterlassen, wenn wir weggehen. Albert Schweitzer<br />

Wir vermissen und trauern um<br />

Ina Knecht-Hoyer<br />

*28.1.1958 †8.1.2020<br />

In Liebe und Dankbarkeit<br />

Andreas<br />

Franziska<br />

Sophie<br />

Annegret<br />

und Familien<br />

Die Trauerfeier istamDienstag, dem25. Februar 2020, um 14.00 Uhr<br />

aufdem Friedhof Rahnsdorf,12589 Berlin,Fürstenwalder Allee93.<br />

Die anschließendeUrnenbeisetzungerfolgtimengsten Familienkreis und Freundeskreis.<br />

Wir möchten Siebitten, von BlumengebindenAbstand zu nehmen.<br />

Völligunerwartet wurdestDuaus unsererMitte gerissen.<br />

In Liebeund Dankbarkeitnehmenwir Abschied von<br />

Joachim Schmitz<br />

*01.05.1941 †13.01.2020<br />

BerufenerSachverständigerfür Kunstund Antiquitäten<br />

Wirvermissen Dich undwerden Dich immer im Herzen tragen.<br />

DieTrauerfeier findet statt am Freitag, dem14.02.2020um11.00Uhr,<br />

Hermann-Schumann-Str.2,16761 Henningsdorf.<br />

DieUrnenbeisetzung findet zu einemspäterenZeitpunkt im Familienkreis statt.<br />

Hildegard Schmitz,imNamenallerAngehörigen<br />

Wir sind vom gleichen Stoff<br />

aus dem die Träume sind<br />

und unser kurzes Leben<br />

ist eingebettet in einen langen Schlaf.<br />

(William Shakespeare)<br />

Dirk<br />

*1980 †2019<br />

Deine Kolleginnen und Kollegen<br />

Ausunserem Leben bist Du gegangen, in unserem Herzen bleibst Du.<br />

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von<br />

unserer Mama, Schwiegermama und Omi<br />

Ruth Apelt<br />

*11.01.1931 †27.12.2019<br />

Jahrelang geschrieben,<br />

oft geschieden,<br />

immer jung geblieben,<br />

doch auch ich muss jetzt<br />

für immer liegen.<br />

Klaus Degen<br />

*12.04.1933 †29.12.2019<br />

Nun ja, er war halt so.<br />

In stiller Trauer<br />

Familien Degen, Duwe<br />

und Hahn sowie Waltraud<br />

TOTER SUCHT<br />

ANGEHÖRIGEN<br />

Eine Viertelmillion<br />

Familien weiß nicht:<br />

ein Angehöriger<br />

wurde gefunden.<br />

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Christa, Olaf, Ilka, Tom und Adrian<br />

In tiefer Trauer und niemals vergessen von Deiner Familie<br />

HanneloreTimmlerund Ralf Apelt<br />

Angelika und Michael Drabinski<br />

Juliane Lambek mit Matthias<br />

Alexander Timmler<br />

Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können,<br />

wann immer wir wollen.<br />

Wir trauern um einenaußergewöhnlichen Menschen.<br />

In großer Liebeund Dankbarkeit nehmenwir Abschied von<br />

Die Trauerfeier findet am 21.02.2020 um 12.00 Uhr auf dem<br />

Friedhof Konrad-Wolf-Str. 33statt.<br />

Diplom-Ingenieur<br />

Dietrich Ludwig<br />

*27.12.1934 †23.01.2020<br />

In Liebe und Dankbarkeit im Namen aller Angehörigen<br />

Sigrid Ludwig<br />

Die Beerdigung findet am Montag, dem 10. Februar 2020, um 10.00 Uhr,<br />

auf dem Städt. Friedhof Pankow VII, Uhlandstraße 54<br />

in 13158 Berlin-Wilhelmsruh, statt.<br />

Prof. Dr. Ing.<br />

Gunter Eras<br />

30.Juni1928 –21. Januar 2020<br />

Deine Ehefrau Annemarie<br />

Deine Kinder Jürgen, Lutz und Konstanze<br />

und Deine große Familie<br />

BESTATTUNGEN<br />

Seit1882 in Baumschulenweg<br />

Kiefholzstrasse 249<br />

12437 Berlin<br />

– 5328335·532 82 08<br />

Hackenbergstrasse 20<br />

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<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 13 *<br />

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Berlin<br />

Mietendeckel<br />

kommt vor<br />

Gericht<br />

Die Opposition legt Gesetz<br />

den obersten Richtern vor<br />

Einen Tagnach dem Parlamentsbeschluss<br />

für den Mietendeckel<br />

hat die Opposition ihren Plan vorgelegt,<br />

wie sie das Gesetz stoppen will.<br />

Die Fraktionen von CDU und FDP<br />

wollen noch vor der parlamentarischen<br />

Sommerpause mit einer Normenkontrollklage<br />

vor den Landesverfassungsgerichtshof<br />

ziehen. „Wir<br />

brauchen Rechtssicherheit für alle<br />

Beteiligten“, sagte CDU-Fraktionschef<br />

Burkhard Dregger. CDU und<br />

FDP halten das neue Gesetz für<br />

rechtswidrig.<br />

Am Freitag präsentierten Dregger<br />

und sein FDP-Kollege Sebastian<br />

Czaja jenen Juristen, der für sie das<br />

Verfahren führen soll: Foroud Shirvani,<br />

ein Verfassungsrechtler mit<br />

Schwerpunkt auf<br />

Eigentumsgrundrecht,<br />

geboren<br />

im iranischen<br />

Isfahan<br />

und Professor<br />

Foroud<br />

Shirvani<br />

ELMAR SCHÜTZE<br />

für öffentliches<br />

Recht der Uni<br />

Bonn. Er werde<br />

einen „sehr umfangreichen<br />

Schriftsatz“ erstellen,<br />

mit dem sich dann Berlins<br />

oberstes Gericht befassen muss.<br />

Shirvani hält den Mietendeckel<br />

für nicht verfassungsgemäß – und<br />

wiederholte die Argumente, mit denen<br />

CDU und FDP seit Monaten dagegen<br />

Sturm laufen: „Das Gesetz ist<br />

kompetenzwidrig.“ Berlin dürfe ins<br />

Mietpreisrecht nicht eingreifen, dies<br />

sei im Bürgerlichen Gesetzbuch abschließend<br />

geregelt.„Außerdem geht<br />

das Gesetz nicht konform mit der<br />

<strong>Berliner</strong> Verfassung“, sagt Shirvani.<br />

Die Festlegung von Mietobergrenzen<br />

verstoße gegen die Eigentumsgarantie,<br />

die vorgesehene Rückdatierung<br />

verstoße gegen den Vertrauensgrundschutz<br />

der Verfassung.<br />

Wie FDP-Fraktionschef Czaja erklärte,<br />

wolle die Bundestagsfraktion<br />

parallel eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht<br />

einbringen. Mit<br />

den dafür benötigten Kollegen der<br />

CDU/CSU –das Quorum beträgt ein<br />

Viertel –liefen Gespräche.<br />

Stadtentwicklungssenatorin Katrin<br />

Lompscher (Linke) gibt sich gelassen.<br />

„Ich bin ehrlich gesagt ganz<br />

froh, dass es schnell geht“, sagte sie<br />

am Freitag. „Zum Tagdes Inkrafttretens<br />

gilt das Gesetz“, so Lompscher.<br />

Aber erst das Bundesverfassungsgericht<br />

könne abschließend sagen, was<br />

gilt und was nicht. Siesei zuversichtlich,<br />

denn es sei „ein zweckmäßiges,<br />

zielgerichtetes und auch verhältnismäßiges<br />

Gesetz.“ (elm., ulp.)<br />

VomE-Roller ins Krankenhaus<br />

„Dekolonisiert euch!“<br />

Breites Bündnis für ein Fünf-Jahres-Projekt zu Berlins Vergangenheit als Hauptstadt eines Kolonialreichs<br />

VonPetraKohse<br />

Wie dekolonisiert man sich? Als<br />

Kind habe ich „Mohrenköpfe“<br />

gegessen, das Lied von den „Zehn<br />

kleinen Negerlein“ gesungen und<br />

bei den Großelternstanden afrikanische<br />

Holzbüsten im Regal. Meine Urgroßelternhatten<br />

einen Kolonialwarenladen<br />

am Dresdner Hauptbahnhof.<br />

Wiedekolonisiertman sich?<br />

Ohne Hilfe vermutlich gar nicht.<br />

Deswegen setzt die aktuell doppelte<br />

Dekolonisierungsoffensive inBerlin<br />

auf die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft.<br />

Punktuell durchaus<br />

zum Ärger der bisherigen Wissenschaft.<br />

Aber erstens sind die Kolonialhistoriker<br />

ja nicht ausgeschlossen<br />

und zweitens dürften die Intelligenz<br />

des Schwarms und die Sichtweise<br />

der Nachfahren von Kolonisierten<br />

gegen Selbstzufriedenheit, Fehler<br />

und blinde Flecken bei der Bearbeitung<br />

des Themas imprägnieren.<br />

Neben der„Entwicklung eines gesamtstädtischen<br />

Aufarbeitungs- und<br />

Erinnerungskonzepts zur Geschichte<br />

und zu den Folgen des Kolonialismus“,<br />

das neulich begonnen<br />

hat und sich mehr mit Strukturen<br />

befasst, startet jetzt eine auf fünf<br />

Jahre angelegte „Initiative für postkoloniales<br />

Erinnerninder Stadt“, die<br />

mit Ausstellungen, Festivals, Kunst<br />

sowie einer Web-Kartierung von kolonialen<br />

Orten deutlich machen will,<br />

dass Berlin sich dessen bewusst ist,<br />

einst Hauptstadt eines Kolonialreiches<br />

gewesen zu sein. Zwei Millionen<br />

Euro vonBerlin und eine Million<br />

Euro vomBund gibt es dafür.<br />

Ortstermin am Freitagvormittag<br />

in der Senatskulturverwaltung: Hortensia<br />

Völckers, die Direktorin der<br />

Kulturstiftung des Bundes, sitzt neben<br />

Kultursenator Klaus Lederer,daneben<br />

Tahir Della, der Sprecher der<br />

Initiative Schwarze Menschen in<br />

Deutschland, und auf der anderen<br />

Seite des Senators Paul Spies, Vorstand<br />

der Stiftung Stadtmuseum.<br />

Bund, Land, Stadtmuseum samt Bezirksmuseen<br />

und Zivilgesellschaft<br />

werden hier eng zusammenarbeiten,<br />

und Paul Spies war immer noch<br />

DPA/CHRISTOPH SÖDER<br />

Fahrer von E-Scootern erleiden bei schwereren Unfällen oft Armoder<br />

Handgelenksbrüche und Kopfverletzungen. AuchWunden am<br />

Fußgelenk durch ungeschicktes Antreten der Roller gehören zu typischen<br />

Folgen. Dasergab eine Auswertung vonUnfällen durch ein Ärzteteam<br />

der <strong>Berliner</strong> Uniklinik Charité, die am Freitag veröffentlicht<br />

wurde.Die Analyse bezogsich allerdings nur auf einen Monat, den Juli<br />

2019. In dieser Zeit behandelten die Ärzte 24 Nutzer.Die Patienten warenKinder,Frauen<br />

und Männer im Alter zwischen zwölf und 62 Jahren,<br />

so die Studie.Vier der 24 Patienten wiesen Schädel-Hirn-Traumata auf,<br />

teilte Martin Möckel mit. DerProfessor ist Ärztlicher Leiter der Notfallund<br />

Akutmedizin der Charité. Tausende E-Scooter sind in Berlin unterwegs.Die<br />

häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit, Verstöße gegen<br />

die Verkehrsregeln –aber auch eingeschränkte Verkehrstauglichkeit,<br />

also Alkohol.<br />

verblüfft darüber, einem Projekt zugestimmt<br />

zu haben, in dem das<br />

Stadtmuseum nur eine von vier<br />

Stimmen hat. Er lobte aber den bisherigen<br />

freundschaftlichen Umgang<br />

und versicherte,dass in seinem Haus<br />

wirklich alle Mitarbeiter der Idee gegenüber<br />

aufgeschlossen seien.<br />

Tahir Della äußerte sich erleichtert,<br />

dass das Thema Dekolonisierung<br />

endlich kein Randthema mehr<br />

sei. Außer seiner Initiativesind auch<br />

die Vereine Berlin Postkolonial und<br />

Each OneTeach Onesowie der <strong>Berliner</strong><br />

Entwicklungspolitische Ratschlag<br />

Partner. Ziel sei, den gesamten<br />

Stadtraum mit dem Projekt zu<br />

bespielen und das postkoloniale Erinnernzukunftsfähig<br />

zu verankern.<br />

Kultursenator Lederer sagte, dass<br />

es in der Gesellschaft durchaus eine<br />

„Schlussstrichmentalität“ bei diesem<br />

Thema gebe. Oder dass „uns umgekehrt<br />

die Ansicht unterstellt wird,<br />

dass der Kolonialismus an allen Problemen<br />

der Welt schuld sei“. Beides<br />

seien haltungsmäßige „Pappkameraden“,<br />

auf die einzuschlagen allzu billig<br />

sei. Darüber hinaus versicherte er,<br />

dass das postkoloniale Erinnernnicht<br />

zulasten der Aufarbeitung von NSund<br />

DDR-Zeit ginge. Im Gegenteil<br />

stelle der Senat auch für diese Bereiche<br />

zusätzliche Mittel bereit und zudem<br />

seien inhaltliche Verbindungen<br />

zu erwarten: „Möglicherweise kann<br />

uns die Aufarbeitung des Kolonialismus<br />

helfen, die Zeit derWeimarerRepublik<br />

und die Zeit der NS-Diktatur<br />

anders zu verstehen.“<br />

DieBetonungder Kontinuität von<br />

Geschichte ist auch Della wichtig.<br />

Der deutsche Kolonialismus habe<br />

sich nicht zwischen zwei Jahreszahlen<br />

ereignet. Insofern sei auch der<br />

Aufruf „Dekolonisiert euch!“ mehr<br />

eine Richtungsangabe.„Erst müssen<br />

wir feststellen, was genau stattgefunden<br />

hat. Und dann können wir anfangen,<br />

uns zu dekolonisieren.“<br />

PetraKohse<br />

hält jeden blinden Fleck<br />

füreinen Auftrag.<br />

NACHRICHTEN<br />

Noch immer 110 Tonnen<br />

Munition im Müggelsee<br />

Etwa 110 Tonnen Weltkriegsmunition<br />

liegen Schätzungen zufolge<br />

noch auf dem Grund des Müggelsees<br />

in Köpenick. Dasteilte der Senat auf<br />

eine Anfrage der Grünen mit. Das<br />

Wasser-und Schifffahrtsamt und der<br />

Kampfmittelbergungsdienst führe<br />

seit 2004 immer wieder Bergungen<br />

durch, zuletzt 2019 am Seebad Friedrichshagen.<br />

Bis2021 sollen Taucher<br />

weitereWeltkriegsbomben vordem<br />

JugenddorfamMüggelsee und dem<br />

Strandbad Müggelsee aus dem Wasser<br />

holen. Auswirkungen auf die Natur<br />

habe die Munition nicht. (dpa)<br />

Gericht entscheidet über<br />

Steffels Doktortitel-Klage<br />

Mitte des Jahres will sich das Verwaltungsgericht<br />

mit der Klage des CDU-<br />

Bundestagsabgeordneten Frank<br />

Steffel gegen den Entzug seines Doktortitels<br />

beschäftigen. Dasgab das<br />

Gericht bekannt. DerPolitiker klagt<br />

gegen die Freie Universität, die ihm<br />

voreinem Jahr den Doktor der Wirtschaftswissenschaften<br />

nach der Prüfung<br />

vonPlagiatsvorwürfen aberkannt<br />

hatte.Steffel argumentiertlaut<br />

Gericht, er habe keine Absicht zur<br />

Täuschung gehabt. DieArbeit enthalte<br />

keine so groben Fehler,dass<br />

dies eine Entziehung rechtfertigen<br />

würde. (dpa)<br />

Keine S-Bahnen zwischen<br />

Lichtenberg und Springpfuhl<br />

AufS-Bahn-Kunden im Osten der<br />

Stadt kommen erhebliche Einschränkungen<br />

zu. DasUnternehmen<br />

nutzt die Winterferien für Bauarbeiten<br />

in Biesdorf. VonMontag bis<br />

inklusiveSonntag fahren deshalb<br />

keine Züge zwischen Lichtenberg<br />

und Springpfuhl beziehungsweise<br />

Wuhletal, teilte die S-Bahn mit. Auf<br />

den übrigen Streckenabschnitten ist<br />

der Takt ausgedünnt. Betroffen sind<br />

die Linien S5, S7 und S75. DasUnternehmen<br />

setzt Busse ein und verweist<br />

Fahrgäste auf die U5. (dpa)<br />

Amazon verfilmt „Wir Kinder<br />

vom Bahnhof Zoo“<br />

Rund 5700 Drehtage hat es im vergangenen<br />

Jahr nach Schätzung des<br />

Medienboards in der Region gegeben.<br />

Diefür Filmförderung zuständige<br />

Institution schätzt dafür die<br />

Drehtage vonFilm- und Serienprojekten,<br />

die es selbst bezuschusst<br />

oder die ihm bekannt sind. Auch dieses<br />

Jahr wirdeifrig gedreht: Noch bis<br />

Mitte Februar werdedie Amazon-Serie„WirKinder<br />

vomBahnhof Zoo“ in<br />

der Hauptstadt gedreht. (dpa)<br />

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zwischen dem 01.08.2018 und dem<br />

15.08.2018 inBerlin Mitte verstorbenen,<br />

mit letztem gewöhnlichen Aufenthalt<br />

inLevetzowstraße 19c, 10555<br />

Berlin, Traute Käte Vera Goetze geb.<br />

Lemke konnten keine Erben ermittelt<br />

werden. Personen, denen Erbrechte<br />

am Nachlass zustehen, werden aufgefordert,<br />

diese innerhalb von 6Wochen<br />

seit Veröffentlichung beim<br />

Nachlassgericht geltend zu machen.<br />

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14 * <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

Berlin/Brandenburg<br />

POLIZEIREPORT<br />

Autos angezündet.<br />

In der Nacht zum Freitag wurden in<br />

Wedding, Kreuzbergund Friedrichshain<br />

Fahrzeuge der FirmaThyssenkrupp<br />

angezündet. Gegen 2Uhr<br />

brannte in der Genter Straße ein geparkter<br />

Ford.15Minuten später ging<br />

in der Alexandrinenstraße erneut ein<br />

Ford in Flammen auf. 2.20 Uhrloderten<br />

in der Hübnerstraße dann Flammen<br />

aus einem Skoda. Verletzt<br />

wurde bei den Bränden niemand.<br />

DerStaatsschutz ermittelt. EinBekennerschreiben<br />

für die drei vorsätzlich<br />

gelegten Brände ist bislang nicht<br />

eingegangen.<br />

Zwei Räuber festgenommen.<br />

Polizisten des Abschnitts 44 haben<br />

am Donnerstagabend in Lankwitz<br />

zwei Räuber festgenommen. Zusammen<br />

mit einem Komplizen sollen die<br />

Männer im Alter von21und 22 JahrenimGemeindeparkeinen<br />

18-Jährigen<br />

sowie eine 22 Jahrealte Frau<br />

überfallen haben. DasPärchen war<br />

im Park unterwegs.Als sie dortaneiner<br />

Bank vorbeikamen, auf der zwei<br />

Männer saßen, standen diese auf. Einer<br />

vonihnen drückte den 18-Jährigen<br />

zu Boden. DerZweite verlangte<br />

das Handy sowie das Portemonnaie<br />

des Opfers.Dieses wollte er jedoch<br />

nicht herausgeben, woraufhin ihm<br />

Pfefferspray ins Gesicht gesprüht<br />

wurde.Die Räuber durchsuchten<br />

ihn und nahmen ihm die geforderten<br />

Dinge ab.Kurzdarauf kam ein<br />

dritter Täter hinzu und bedrohte die<br />

Frau mit einem Messer.Anschließend<br />

flüchtete das Trio mit der<br />

Beute.ZweiTäter wurden festgenommen.<br />

Derdritte entkam.<br />

Schüler volltrunken ins Krankenhaus.<br />

Fünf Jugendliche haben sich auf einer<br />

Veranstaltung im Gymnasium in<br />

der Kyritzer Straße in Hellersdorf<br />

krankenhausreif betrunken. Es warenfünf<br />

Fahrzeuge nötig, um die<br />

Schüler zu transportieren.<br />

Polizeiauto beschädigt.<br />

In Biesdorfendete die Flucht eines<br />

28-Jährigen vorder Polizei in der<br />

Nacht zum Freitag an einem Baum.<br />

Gegen 22.30 Uhrwar Polizeikräften<br />

des Abschnitts 64 ein Audi ohne<br />

Kennzeichen auf der Marzahner<br />

Chaussee aufgefallen. Als eine Streife<br />

den Fahrer anhalten wollte,gab dieser<br />

Gas. DieFlucht endete in der<br />

Sackgasse Völkinger Straße.Dort<br />

stieß der Audi gegen den Funkwagen.<br />

Der28-Jährige wurde festgenommen.<br />

(ls.)<br />

Milde für den Clan-Chef<br />

Arafat Abou-Chaker wehrt sich vor Gericht gegen eine Verurteilung. Er soll einen Hausmeister attackiert haben<br />

VonKatrin Bischoff<br />

Er kommt spät, vermutlich<br />

weil er durch die Sicherheitsschleuse<br />

des Kriminalgerichts<br />

Moabit musste,<br />

vor der sich immer lange Schlangen<br />

bilden. Weil die Taschen kontrolliert<br />

werden und jeder durch einen Metallscanner<br />

laufen muss, wie auf einem<br />

Flughafen. DerMann kommt in<br />

Begleitung seiner beiden Anwälte.<br />

Kameraleute warten auf ihn vor der<br />

geschlossenen Sicherheitstür, die<br />

zum Gerichtssaal führt.<br />

DerMann ist Arafat Abou-Chaker,<br />

der Chef eines bekannten arabischstämmigen<br />

Clans. Inder Öffentlichkeit<br />

machte er sich auch als einstiger<br />

Freund und Geschäftspartner des<br />

Rappers Bushido einen Namen. Es<br />

ist eine Freundschaft, die es schon<br />

lange nicht mehr gibt, die offenbar in<br />

herzliche Feindschaft umgeschlagen<br />

ist. Es ist eine Beziehung, die demnächst<br />

auch vor Gericht eine Rolle<br />

spielen könnte.<br />

Aber an diesem Freitag geht es<br />

nicht um Bushido, esgeht um ein<br />

Verfahren gegen den 43-jährigen<br />

Abou-Chaker wegen Bedrohung und<br />

Körperverletzung. Mutmaßliches<br />

Opfer des Clanchefs ist ein Hausmeister.<br />

Esist ein Berufungsverfahren,<br />

der zweite Prozess gegen Arafat<br />

Abou-Chaker zu diesen Vorwürfen.<br />

„Warum begrüßt mich niemand?“<br />

Voretwa einem Jahr war der Angeklagte<br />

vom Amtsgericht Tiergarten<br />

zu einer Haftstrafe von zehn Monaten<br />

verurteilt worden – ausgesetzt<br />

zur Bewährung. Erstmals erging damit<br />

ein Urteil gegen den Clanchef.<br />

Doch Arafat Abou-Chaker legte<br />

Berufung ein. Nunwirdder Fall noch<br />

einmal aufgerollt. Und da Abou-<br />

Chaker gegen das Urteil vorgegangen<br />

ist, darferwegen des Verbots der<br />

„Schlechterstellung“ nicht zu einer<br />

höheren Strafe verurteilt werden.<br />

Im März 2018 soll Arafat Abou-<br />

Chaker das Foyer eines Geschäftshauses<br />

in Charlottenburg betreten<br />

haben und einen Hausmeister mit<br />

den Worten angepöbelt haben: „Was<br />

ist los in Deutschland, warum begrüßt<br />

mich niemand?“ Der anwesende<br />

Hausmeister soll gegrüßt und<br />

Abou-Chaker aufgefordert haben,<br />

weiterzugehen. Der allerdings soll<br />

den Mann als „russischen Hurensohn“<br />

beschimpft haben.<br />

Im Gerichtssaal: Arafat Abou-Chaker mit Botschaft auf der Jacke.<br />

„Der Hausmeister und Herr Abou-Chaker<br />

haben sich schließlich entschuldigt,<br />

sich die Hand gegeben. Das war’s.“<br />

Vedat C., der Physiotherapeut konnte sich am Freitag kaum noch an etwas erinnern.<br />

Nur daran, dass die Streitenden in Frieden auseinandergingen.<br />

OLAF WAGNER<br />

Es kam zum Streit zwischen beiden,<br />

schließlich soll Abou-Chaker<br />

dem HauswartzweiFinger in die Augen<br />

gerammt und ihm mit einem<br />

Kopfstoß die Nase gebrochen haben.<br />

Abou-Chaker schweigt an diesem<br />

ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen.<br />

Der russischstämmige<br />

Hausmeister, der als erster Zeuge<br />

aussagt, gibt an, von Abou-Chaker<br />

beschimpft und geschlagen worden<br />

zu sein. Schließlich habe sich der<br />

Streit in die Praxis der Physiotherapie<br />

verlagert. Allerdings wird die Befragung<br />

des Hauswarts auf Anregung<br />

der Anwälte von Abou-Chaker wegen<br />

der schlechten Verständlichkeit<br />

des Zeugen unterbrochen. Sie soll<br />

am nächsten Prozesstag mit einem<br />

Dolmetscher weitergeführtwerden.<br />

Anklage im Fall Bushido<br />

Der damalige Physiotherapeut, der<br />

den Streit schlichten wollte,kann sich<br />

nunmehr kaum erinnern. Noch bei<br />

der Polizei hatte er zwar angegeben,<br />

er habe den Eindruck gehabt, Abou-<br />

Chaker habe provozieren wollen.<br />

UndSchläge durch den Hausmeister<br />

habe er nicht bemerkt. Im Prozess<br />

kann er sich daran nicht mehr entsinnen.<br />

Im Gegenteil, er spricht davon,<br />

dass es mit dem Hausmeister„immer<br />

wieder ein kleines Problem gegeben“,<br />

habe.Der 48-Jährige,der mittlerweile<br />

die Praxis nicht mehr betreibt, hat einen<br />

Anwalt als Zeugenbeistand zur<br />

Seite.Esläuft einVerfahren gegen ihn,<br />

bei dem es nach eigenen Worten zu<br />

Spannungen mit Abou-Chaker gekommen<br />

sei.<br />

Auf den Clanchef wartet indes<br />

neues Unheil. Voreinem Jahr, nach<br />

Verkündung des ersten Urteils in diesem<br />

Verfahren, war Abou-Chaker<br />

noch im Gerichtssaal festgenommen<br />

worden. 16 Nächte musste er im Gefängnis<br />

verbringen. Hintergrund warenmutmaßliche<br />

Taten zum Nachteil<br />

des Rappers Bushido, wie die Staatsanwaltschaft<br />

damals bekannt gab.<br />

Arafat Abou-Chaker soll demnach<br />

im Dezember 2017 versucht haben,<br />

vonBushido eine Abfindung für langjährige<br />

Geschäftsbeziehung zu erpressen.<br />

Dabei soll der Musiker eingesperrtworden<br />

sein. Es geht um versuchte<br />

schwere räuberische Erpressung,<br />

gefährliche Körperverletzung,<br />

Freiheitsberaubung und Beleidigung.<br />

Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile<br />

Anklage gegen Abou-Chaker<br />

und drei seiner Brüder erhoben.<br />

Minister:<br />

Tesla-Deal ist<br />

nicht sicher<br />

Steinbach: Firma muss alle<br />

Umweltauflage erfüllen<br />

VonJens Blankennagel, Potsdam<br />

Die Ansiedlung des US-Elektroautobauers<br />

Tesla in Grünheide<br />

(Oder-Spree) könnte durchaus noch<br />

scheitern –anden Anforderungen<br />

des Umweltschutzes. Das sagte<br />

Brandenburgs Wirtschaftsminister<br />

JörgSteinbach (SPD) in einem Interview<br />

mit dem Handelsblatt. „Die Antragsunterlagen<br />

für die Genehmigung<br />

müssen überzeugend darlegen,<br />

dass alle materiell-rechtlichen<br />

Umweltanforderungen eingehalten<br />

werden und ein hohes Schutzniveau<br />

für die Umwelt insgesamt sichergestellt<br />

ist. Andernfalls ist das Projekt<br />

nicht genehmigungsfähig.“<br />

Telsa will bei Grünheide für bis zu<br />

vier Milliarden Euro seine erste europäische<br />

„Gigafactory“ bauen. Dort<br />

sollen bis zu 9000 Jobs geschaffen<br />

werden und ab Juli 2021 die ersten<br />

Autos gebaut werden. Nach der vierten<br />

Ausbaustufe sollen dann jährlich<br />

500 000 Autos vom Band rollen. Das<br />

Genehmigungsverfahren läuft. Kritiker<br />

fürchten, dass der enorme Wasserverbrauch<br />

der Fabrik für massive<br />

Schäden sorgt. Das Areal befindet<br />

sich zur Hälfte in einem Trinkwasserschutzgebiet.<br />

Schon bald will<br />

Tesla 159 Hektar Kiefern roden, damit<br />

gebaut werden kann. Die Rodung<br />

muss vor Beginn der Vegetationsperiode<br />

Anfang Märzbeginnen.<br />

Nach Angaben des Ministers<br />

könne dies noch mal um zwei Wochen<br />

verlängert werden. „Das heißt:<br />

BisMitte Märzmuss die Rodung des<br />

Waldes spätestens erledigt sein“,<br />

sagte Steinbach. „Sonst würde sich<br />

das Projekt um voraussichtlich ein<br />

Dreivierteljahr verzögern. Das wäre<br />

dann eine Situation, in der ich deutlich<br />

skeptischer wäre, ob wir Tesla<br />

noch bei der Stange halten können.“<br />

Auf die Frage, obTesla noch abspringen<br />

könne,wenn die Regierung<br />

bremse, sagte er:„Man sollte nie nie<br />

sagen. Ichselber sage mir ständig: So<br />

sehr ich mich über die grundsätzliche<br />

Standortentscheidung gefreut<br />

habe, wirklich freue ich mich erst in<br />

dem Augenblick, wenn der erste von<br />

Tesla beauftragte Arbeiter tatsächlich<br />

einen Spaten in die Erde sticht,<br />

um eine Baugrube auszuheben.“<br />

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BROOKE CANDY<br />

Sexorcism Tour<br />

Di. 25.02. Einlass 19:00 Berghain<br />

JACK GARRATT<br />

AWork inProgress Tour<br />

Sa. 07.03. Einlass 19:00<br />

Silent Green/Kuppelsaal<br />

PITCHFORK MUSIC<br />

FESTIVAL<br />

lineup auf mct-agentur.com<br />

Fr.08.05. +Sa. 09.05.2020 Einlass 16:30<br />

Tempodrom<br />

Musikexpress, KulturNews &Radio Eins präsentieren:<br />

THOM YORKE<br />

Tomorrow’s Modern Boxes<br />

Mo.13.07. Einlass 18:00<br />

Max-Schmeling-Halle<br />

Infosunter www.mct-agentur.com<br />

tickets >www.tickets.de<br />

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in der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

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Journalismus von gestern in<br />

einer Stadt, inder sich alles<br />

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Alter und Identität. Wir freuen uns über Bewerbungen, die Vielfalt<br />

zeigen –inLebensläufen, Weltanschauung und Fähigkeiten.<br />

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Für <strong>Berliner</strong>, von <strong>Berliner</strong>n.


16 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Leserbriefe<br />

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Wegen der großen Zahl der Zuschriften<br />

ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu<br />

beantworten oder abzudrucken.<br />

Die Redaktion behält sich das Recht<br />

sinnwahrender Kürzungen vor.<br />

Höhere Achtung für die<br />

unbezahlte Familienarbeit<br />

Meinung: „Ganztagsbetreuung rechnet<br />

sich“ von Christine Dankbar<br />

(21. Januar)<br />

Ich wundere mich immer wieder,<br />

wie schnell Menschen heute dabei<br />

sind, die Entscheidungen vergangener<br />

Generationen zu be- bzw. verurteilen,<br />

ohne deren Lebensumstände<br />

auch nur im Ansatz einschätzen<br />

können. Natürlich muss die Frau<br />

nicht Hausfrau sein; aber man muss<br />

es doch sein können dürfen, ohne<br />

dass man in die Ecke gestellt und<br />

verurteilt wird! Ichwar vor40Jahren<br />

auf jeden Fall dankbar, dass mein<br />

Mann so viel verdiente, dass ich<br />

selbst trotz der Ausbildung zur Chemotechnikerin<br />

nicht erwerbstätig<br />

sein musste. So konnte ich meine<br />

vier Kinder selbst zu verantwortungsvollen<br />

Menschen erziehen.<br />

Darüber hinaus hatte ich noch<br />

die Zeit und den Willen, gesellschaftlich<br />

notwendige unbezahlte Arbeit<br />

in der Kirche,als Schöffin und als Gebrechlichkeitspflegerin<br />

zu leisten.<br />

Auch heute ist leider Erziehungsarbeit<br />

in der Gesellschaft nicht anerkannt.<br />

Vielleicht braucht es in unsererGesellschaft<br />

eine höhereAchtung<br />

für die noch immer unbezahlte,aber<br />

dennoch eminent wichtige Familienarbeit.<br />

Ursel Wenzel,<br />

per E-Mail<br />

Wie Beagle im Labor gequält<br />

werden –unbeschreiblich<br />

Berlin: „Tiere für die Forschung“<br />

(30. Januar)<br />

Einfach grauenvoll. Ich versuche zu<br />

verstehen, was das für Menschen (?)<br />

sind, die derartige Quälereien vornehmen.<br />

Schreckliche Bilder im Internet<br />

zeigen, wie Beagle im Labor<br />

gequält werden – unbeschreiblich.<br />

Warum ist so etwas im 21. Jahrhundertnoch<br />

möglich, es gibt genügend<br />

andereWege? Aber die,die es ändern<br />

könnten interessiertesnicht.Warum<br />

auch? Es geht ihnen ja nicht an den<br />

Kragen und unsereSteuergelder sind<br />

auch regelmäßig auf ihren Konten.<br />

Angelika Krauß,<br />

Hohen Neuendorf<br />

Keine Hunde-Häufchen bitte!<br />

Gefühlt alle fünf Meter ein Haufen<br />

Facebook: „Das Geld liegt auf der Straße“ von Torsten Landsberg<br />

(29. Januar)<br />

Gefühlt alle fünf Meter ein Haufen, quasi vorjeder Autotüreund an jedem<br />

Kofferaum. Ab und zu werden die Haufen in eine Tüte gepackt und<br />

an ’nen Baum abgelegt. Joachim Wölfel<br />

Ichwar letztesWochenende inWien. Berlin sollte sich in Bezug auf Müll<br />

und Kippen auf den Straßen mal ein Beispiel an dieser Stadt nehmen.<br />

IMAGO/DEUTZMANN<br />

Dort steht gefühlt alle fünf Meter irgendeine Entsorgungsmöglichkeit.<br />

Habe noch nie eine so saubere(Innen)Stadt gesehen. Marvin Wagner<br />

Ichhabe seit 14 Jahren in Berlin Hunde,bin viel draußen, auch in unterschiedlichen<br />

Stadtteilen, Parks, Waldstücken. Das Ordnungsamt habe<br />

ich einmal getroffen –vor 14 Jahren auf dem Alex. Meinetwegen können<br />

sie die Strafen auf 1000 Euro hochsetzen, mich wirddas nie treffen.<br />

Aber so ohne jegliche Kontrolle ist es sinnfrei. Sandra Wenzel<br />

Die Spende eines Organs ist ein immens großes Geschenk<br />

Magazin: „Leben &Sterben: Mein Körper<br />

gehörtdir“ von Eric Wrede<br />

(25. Januar)<br />

Wenn Finanzwissenschaftler Ideen<br />

für medizinische und ethische Fragen<br />

entwickeln, geht es um Marktverhalten,<br />

Geben und Nehmen. Bei<br />

der Organspende geht es aber um<br />

anderes.Die Spende eines Organs ist<br />

ein immens großes Geschenk. Aufgrund<br />

dieser Tatsache muss die Organspende<br />

freiwillig sein und darf<br />

nicht den Gesetzen des Marktes unterworfen<br />

werden. Da es sich bei der<br />

Organspende um ein Geschenk handelt,<br />

kann ein Organ nicht eingefordert<br />

werden. Die moralische Keule<br />

schließlich, die sagt, dass Menschen<br />

sterben, weil nicht genug Organe zur<br />

Verfügung stehen, geht an der Situation<br />

vorbei: Die potenziellen Organempfänger<br />

sterben nicht an der<br />

Spendeunlust anderer, sondern an<br />

schwersten, mit dem Leben nicht zu<br />

vereinbarenden Krankheiten.<br />

Bernd Himstedt-Kämpfer,<br />

per E-Mail<br />

Wenn es ernst wird, will jeder ein Ersatzorgan.<br />

Mit der bisherigen Zustimmungslösung<br />

sterben in<br />

Deutschland jedes Jahr unnötig Tausende<br />

Menschen. Wenn es dabei<br />

bleibt, sollte man in Zukunft Organe<br />

nur noch an Menschen weitergeben,<br />

die nachweislich selbst einen Organspenderausweis<br />

haben.<br />

Karin Hoff, per E-Mail<br />

Ich frage mich: In welchem Land<br />

lebe ich eigentlich? Deutschland ist<br />

die unrühmliche Ausnahme in Europa,<br />

wo in fast allen LänderndieWiderspruchslösung<br />

gilt –und damit<br />

die Organspenden weitaus höher<br />

sind als in Deutschland. Hier steht<br />

das angebliche Selbstbestimmungsrecht<br />

über dem Leiden vieler<br />

schwerstkranker Menschen. Eine fadenscheinige<br />

Begründung – diese<br />

Selbstbestimmung würde durch die<br />

Widerspruchslösung ja nicht außer<br />

Kraft gesetzt. Es erschließt sich mir<br />

nicht, warum völlig intakte Organe,<br />

die viel Leid lindern und Leben retten<br />

könnten, mit dem Verstorbenen<br />

zusammen begraben bzw.verbrannt<br />

werden sollten. Ich weiß, wovon ich<br />

rede. Mein Sohn ist im Alter von 14<br />

Jahren verstorben. Ich habe keine<br />

Sekunde gezögert, seine Organe zu<br />

spenden. Sie hätten ihm nicht mehr<br />

helfen können, aber andere Menschen<br />

konnten dadurch leben. Ich<br />

habe seit Jahren einen Organspender-Ausweis.<br />

Helen Noack, per E-Mail<br />

Alsstellvertretender Referatsleiter in<br />

der <strong>Berliner</strong> Gesundheitsverwaltung<br />

war ich bis Ende 2000 für die Umsetzung<br />

und Einhaltung des Transplantationsgesetzes<br />

in den <strong>Berliner</strong> Krankenhäusern<br />

zuständig. Bereits zu<br />

meiner Zeit lag das Problem an der<br />

Bereitschaft des Personals bzw. der<br />

Transplantationsbeauftragten in<br />

den Kliniken, beim Erkennen eines<br />

potenziellen Organspenders das in<br />

jedem Fall erforderliche Gespräch<br />

mit den Angehörigen zu führen!<br />

Hans-Dieter Keicher,Großbeeren<br />

Das Grundgesetz regelt, dass die<br />

Würde unantastbar ist. Es gilt für alle<br />

Menschen unseres Landes. Jeder<br />

kann sich darauf berufen. DieKörper<br />

und die Organe der Menschen unterliegen<br />

ebenso dieser unantastbaren<br />

Würde. Offensichtlich hat die<br />

fortschreitende Privatisierung unseres<br />

Gesundheits- bzw. Krankheitssystems<br />

die Hemmschwelle der Moralgesenkt.<br />

Diese Entwicklung widerspricht<br />

den menschlichen Ansprüchen unserer<br />

Gesellschaft. Der Mensch darf<br />

niemals zur Kapitalvermehrung eines<br />

auf Maximalgewinn ausgerichteten<br />

Investmentswerden.<br />

Siegmar Unger,Hollstadt<br />

Ich bin entsetzt, 75 Jahre nach dem<br />

Ende der Nazidiktatur und 30 Jahre<br />

nach dem Untergang der DDR wieder<br />

einen solchen Übergriff auf das<br />

Selbstbestimmungsrecht und die<br />

Würde des Einzelnen in Form einer<br />

solchen Forderung zu lesen.<br />

Winfried Jaeckel, per E-Mail<br />

Susanne Dübber<br />

will wissen, was Sie denken.<br />

Abendzeit ist Lesezeit bei Familie<br />

Oestreich in Zeuthen. Dann<br />

schmökern die Eltern mit Isabella<br />

und Frederick fröhlich in der <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Zeitung</strong>. „So sieht es bei uns fast<br />

jeden Abend aus“, schreibt Jens Oestreich<br />

zu dem Foto unten.<br />

Nach dem Abendbrot, wenn<br />

Stulle,Käse und Wurst verputzt sind,<br />

legt Katrin Oestreich die <strong>Zeitung</strong> auf<br />

den Küchentisch. Die Kinder rutschen<br />

mit ran, aufmerksam studieren<br />

Kleine und Große zusammen<br />

alle Seiten. Katrin Oestreich: „Das ist<br />

für uns ein wichtiger Tagesabschnitt.“<br />

Über die Vorlieben der Kinder<br />

amüsiert sie sich ein bisschen,<br />

denn schließlich erzieht sie ihreKinder<br />

gleich und will sie nicht in Geschlechterrollen<br />

drängen. „Ganz erstaunlich<br />

finde ich, dass der erst<br />

dreijährige Frederick nur nach Fotos<br />

von Autos, Feuerwehr, Polizei und<br />

Baustellen schaut, während sich die<br />

Erstklässlerin Isabella für ganze<br />

Mutter Katrin Oestreich liest mit Isabella<br />

und Frederick die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>. PRIVAT<br />

Texte interessiert und jetzt natürlich<br />

anfängt, zu buchstabieren.“<br />

Die Mutter ist Lehrerin an einem<br />

Gymnasium in Treptow-Köpenick.<br />

Auch dortvertritt sie die Auffassung:<br />

„<strong>Zeitung</strong> lesen gehört zum Leben!“<br />

Die Schule nimmt am Projekt<br />

„Spreewild“ der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> teil.<br />

In ihrem Leistungskurs Geografie<br />

verpflichtete Katrin Oestreich alle<br />

Schülerinnen und Schüler zur <strong>Zeitung</strong>slektüre.<br />

„Anfangs war es<br />

schwierig, doch die Lesekompetenz<br />

wuchs mit der Zeit. Heute greifen<br />

alle interessiert nach dem Blatt, vertiefen<br />

sich gerne.“ ObWachstumsländer,<br />

öffentliche<br />

Raumplanung im Falle<br />

Tesla/Grünheide, Plastikverschiffung<br />

nach Malaysia –<br />

dass das alles mit ihrem Leben<br />

direkt zu tun hat, verstehen<br />

sie inzwischen. „Man<br />

lernt Hintergründe kennen<br />

vondem, was auf der Welt los<br />

ist, fühlt sich selbst kompetent.<br />

Alle erleben <strong>Zeitung</strong>lesen<br />

als Gewinn.“<br />

BLZ/REEG<br />

Biowetter:<br />

Bluthochdruck<br />

Kopfschmerzen<br />

Schlafstörungen<br />

Rheumaschmerzen<br />

Atemwegsbeschwerden<br />

Pollenflug:<br />

Hasel<br />

Erle<br />

Pappel<br />

Weide<br />

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER<br />

Heute liegen die Temperaturen bei maximal 11bis 13 Grad. Dazu wechseln<br />

sich viele Wolken, etwas Sonne und schauerartiger Regen ab. Der<br />

Wind weht schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen. In der<br />

Nacht bestimmen mehr oder weniger dichte Schauerwolken den Himmel.<br />

Dabei machen die Tiefsttemperaturen bei 7bis 4Grad halt.<br />

Belastung<br />

mäßig<br />

mäßig<br />

mäßig<br />

mäßig<br />

mäßig<br />

keine<br />

keine<br />

keine<br />

keine<br />

Gefühlte Temperatur: maximal 12Grad.<br />

Wind: schwach aus Südwest.<br />

Wittenberge<br />

9°/13°<br />

Min./Max.<br />

des 24h-Tages<br />

Brandenburg BERLIN<br />

8°/13° 8°/12°<br />

Luckenwalde<br />

8°/11°<br />

Cottbus<br />

9°/13°<br />

Sonntag<br />

Montag<br />

Dienstag<br />

Regen Regen bedeckt<br />

6°/8° 6°/10° 2°/6°<br />

Prenzlau<br />

8°/13°<br />

Frankfurt<br />

(Oder)<br />

7°/11°<br />

Sehr milde Luft dominiert bei uns die Temperaturen. Ein Regenband reicht von<br />

Skandinavien bis zur Biskaya und überquert Mitteleuropa. Die Regenwolken<br />

haben für kurze Zeit mit starken bis stürmischen Böen etwas kühlere Meeresluft<br />

im Schlepptau. Frühlingshaft präsentiert sich die Iberische Halbinsel.<br />

Sylt<br />

6°/11°<br />

Hannover<br />

8°/13°<br />

Köln<br />

9°/11°<br />

Saarbrücken<br />

9°/12°<br />

Konstanz<br />

7°/12°<br />

Hamburg<br />

7°/11°<br />

Erfurt<br />

8°/11°<br />

Frankfurt/Main<br />

10°/12°<br />

Stuttgart<br />

8°/14°<br />

Rostock<br />

7°/13°<br />

Magdeburg<br />

8°/12°<br />

Nürnberg<br />

8°/13°<br />

München<br />

6°/15°<br />

Rügen<br />

7°/12°<br />

Dresden<br />

9°/15°<br />

Deutschland: Heute fällt teilweise<br />

Regen aus dichten Wolken. Die<br />

Höchstwerte betragen 11 bis<br />

15 Grad, die Tiefsttemperaturen<br />

10 bis 4Grad. Der Wind weht mitunter<br />

in Böen stürmisch aus Südwest.<br />

Morgen gibt es kaum Sonne, dafür<br />

viele Wolken und stellenweise<br />

Regen, und esstehen 7bis 14 Grad<br />

in Aussicht. Der Wind weht teilweise<br />

in Böen stürmisch aus Südwest.<br />

Schneehöhen:<br />

Thüringer Wald bis 40 cm<br />

Harz bis 40 cm<br />

Erzgebirge bis 30 cm<br />

Bayerische Alpen bis 220 cm<br />

Mondphasen: 02.02. 09.02. 15.02. 23.02.<br />

Sonnenaufgang: 07:49 Uhr Sonnenuntergang: 16:51 Uhr Mondaufgang: 10:52 Uhr Monduntergang: --:-- Uhr<br />

Lissabon<br />

18°<br />

Las Palmas<br />

23°<br />

Madrid<br />

18°<br />

Reykjavik<br />

-2°<br />

Dublin<br />

10°<br />

London<br />

12°<br />

Paris<br />

14°<br />

Bordeaux<br />

17°<br />

Palma<br />

19°<br />

Algier<br />

21°<br />

Nizza<br />

18°<br />

Trondheim<br />

4°<br />

Oslo<br />

7°<br />

Stockholm<br />

8°<br />

Kopenhagen<br />

10°<br />

Berlin<br />

12°<br />

Mailand<br />

10°<br />

Tunis<br />

18°<br />

Rom<br />

13°<br />

Warschau<br />

11°<br />

Wien<br />

15° Budapest<br />

13°<br />

Palermo<br />

19°<br />

Kiruna<br />

-13°<br />

Oulu<br />

-6°<br />

Dubrovnik<br />

16°<br />

Athen<br />

17°<br />

St. Petersburg<br />

1°<br />

Wilna<br />

7°<br />

Kiew<br />

5°<br />

Odessa<br />

9°<br />

Varna<br />

13°<br />

Istanbul<br />

11°<br />

Iraklio<br />

17°<br />

Archangelsk<br />

-28°<br />

Moskau<br />

1°<br />

Ankara<br />

4°<br />

Antalya<br />

19°<br />

Acapulco 33° bewölkt<br />

Bali 22° Gewitter<br />

Bangkok 33° heiter<br />

Barbados 27° heiter<br />

Buenos Aires 31° heiter<br />

Casablanca 22° heiter<br />

Chicago 3° bedeckt<br />

Dakar 30° sonnig<br />

Dubai 22° sonnig<br />

Hongkong 18° wolkig<br />

Jerusalem 7° bewölkt<br />

Johannesburg 35° heiter<br />

Kairo 18° sonnig<br />

Kapstadt 24° wolkig<br />

Los Angeles 25° sonnig<br />

Manila 29° wolkig<br />

Miami 26° Schauer<br />

Nairobi 23° Schauer<br />

Neu Delhi 20° sonnig<br />

New York 8° bedeckt<br />

Peking 5° wolkig<br />

Perth 29° sonnig<br />

Phuket 33° wolkig<br />

Rio de Janeiro 36° Gewitter<br />

San Francisco 16° wolkig<br />

Santo Domingo 28° heiter<br />

Seychellen 29° Schauer<br />

Singapur 34° Gewitter<br />

Sydney 39° sonnig<br />

Tokio 12° wolkig<br />

Toronto 2° wolkig


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 17<br />

·························································································································································································································································································<br />

Berlin<br />

AM WOCHENENDE<br />

Kühle Schönheiten: Die Kamelien<br />

blühen im Botanischen Garten<br />

Schönes Wochenende Seite 19<br />

Kopf statt Hand: Das andere Training<br />

an der Tischtennisplatte<br />

Berlin bewegt sich Seite 20<br />

Fleischlose<br />

Burger<br />

Gefühlt müsste der<br />

Fleischkonsum schon<br />

länger abnehmen. Jahr<br />

für Jahr wächst die Zahl<br />

der Vegetarier und Veganer. Angeblich<br />

um 200 000, allein im letzten<br />

Jahr in Deutschland. Interessant ist<br />

jedoch, dass der Fleischkonsum seit<br />

gut zwanzig Jahren mehr oder weniger<br />

unverändert bleibt: 60 Kilogramm<br />

pro Kopf und Jahr. Zuletzt<br />

kletterte der Wert sogar wieder auf<br />

60,15 Kilogramm. Das wären pro<br />

Woche 1200 Gramm. Also gut zehn<br />

Mettbrötchen.<br />

Das ist –Tier- und Klimaschutz<br />

hin oder her –schlicht nicht gesund.<br />

Darum ist mein Vorsatz<br />

seit Jahresbeginn,<br />

tagsüber kein<br />

Fleisch zu essen.<br />

Diese Woche war ich<br />

im Lia’s Kitchen, einem<br />

veganen Imbiss<br />

mit rein pflanzlichen<br />

Burgern, an<br />

dem ich fast täglich<br />

vorbeikomme.<br />

Eigentlich gehöre<br />

ich nicht zur Zielgruppe<br />

dieses Ladens.<br />

Weder halte<br />

ich rein vegane Küche für besonders<br />

lebenswert, noch bin ich Burgerfan.<br />

Undfleischlose Gerichte findet man<br />

inzwischen auf allen guten Speisekarten.<br />

Doch meine Neugier siegte,<br />

weil dieser kleine Laden immer voll<br />

ist, und Gäste sogar Schlange stehen.<br />

Die erste Überraschung: Hinter<br />

dem Namen Lia verbirgt sich keine<br />

gepiercte vegane Köchin mit Tattoos,<br />

sonderndie Initialen vondreiFreunden.<br />

Sie heißen Lior, Itai und Alon<br />

und kommen aus TelAviv. Zusammen<br />

haben sie den Imbiss eröffnet,<br />

weil sie veganes Fast Food wollten,<br />

das bezahlbar und gesund ist und<br />

satt macht. In Berlin gab es ihrer<br />

Meinung nach zwar eine vegane<br />

Avantgarde und einige schicke Restaurants,<br />

doch keine vegane Alltagsküche<br />

wie in ihrer Heimatstadt.<br />

Die Einrichtung ist karg, aber<br />

funktional und die Speisekarte erfreulich<br />

übersichtlich. Es gibt fünf<br />

verschiedene Burger, dazu Süß- und<br />

normale Kartoffel-Pommes oder Coleslaw<br />

als mögliche Beilagen sowie<br />

zwei große Salatvariationen in<br />

Bowls.<br />

Die Burger-Patties sind interessant.<br />

Lia’s Kitchen setzt nicht auf<br />

Fleischersatzprodukte wie Beyond<br />

Meat, in dem pflanzliche Stoffe mit<br />

vielen Gewürzen und Aromen möglichst<br />

fleischähnlich gepresst werden.<br />

Der Laden geht selbstbewusst<br />

an die Sache ran, was mir gefällt: Der<br />

Smokey BBQ Mushroom Burger hat<br />

eine Frikadelle,die aus einem Portobello<br />

Champignon besteht. DerChili<br />

Bean Burger ist mit schwarzen Bohnen<br />

gemacht, ferner gibt es einen<br />

Quinoa Linsen-Burger und einen<br />

Chicken Cheeseburger aus Seitanstreifen<br />

mit veganem Mandelfeta.<br />

Ich nehme den Oyster Shiitake<br />

Mushroom Burger,weil man mit Pilzen<br />

meiner Meinung nach am besten<br />

das Umami hinbekommt, das für<br />

Fleisch so typisch ist. Der Burger ist<br />

riesig, ebenso die Portion handgeschnitzter<br />

Pommes,auf deren Schale<br />

grobes Meersalz ist und die ganz hervorragend<br />

schmecken. Wasden veganen<br />

Burger angeht, taste ich mich<br />

langsam heran: Das süßliche Hefe-<br />

Brötchen ist wie bei vielen Burgerläden<br />

vonder Bäckerei<br />

Bekarei eingekauft,<br />

die gute Qualität liefert.<br />

Tomaten- und<br />

Salatbelag scheinen<br />

mir aber geschmacklos<br />

und<br />

eher unachtsam<br />

ausgesucht. Gut gefallen<br />

mir die haus-<br />

AUFGETISCHT<br />

Tina Hüttl<br />

war im Lia’sKitchen.<br />

gemachten Soßen.<br />

Die vegane Mayo<br />

schmeckt problemlos<br />

auch ohne Ei,<br />

und die Senfsoße hat<br />

eine gute süßliche Schärfe. Doch<br />

nun zum Patty aus schwarzen Bohnen,<br />

Austern- und Shiitake Pilzen: Es<br />

hält nicht, was es optisch verspricht.<br />

Brataromen und Knusprigkeit fehlen<br />

völlig, es schmeckt zwar würzig, aber<br />

auch mehlig und ist zu kalt.<br />

Ich sehe ein, dass man einen veganen<br />

Burger am besten gar nicht<br />

erst mit dem Fleisch-Original vergleichen,<br />

sondern als etwas Eigenständiges<br />

sehen sollte. Doch dann<br />

esse ich lieber den Quinoasalat, den<br />

ein Freund von mir gewählt hat. Er<br />

schmeckt nussig, beerig und frisch.<br />

Und keine Angst, ich bin, was<br />

meine Vorsätze angeht, völlig normal.<br />

Sprichtmich ein Mittagsgericht<br />

mit Fleisch an, Sie erfahren als Erste<br />

davon. So erklären sich wohl auch<br />

die 60 Kilo.<br />

Lia’sKitchen,Kollwitzstraße 47,10405 Berlin.<br />

Täglich von12–21 Uhr<br />

Burger kosten6,90–8,90, Beilagen 3–4 und<br />

Bowls 7,90-8,90 Euro.<br />

Schwedter Str.<br />

Lia’s Kitchen<br />

Schönhauser Allee<br />

Kollwitzstr.<br />

Kollwitzplatz<br />

Senefelderplatz<br />

PRENZLAUER BERG<br />

Prenzlauer Allee<br />

BLZ/GALANTY<br />

Burgerläden gibt es in Berlin zuhauf,<br />

inzwischen auch vegetarische und vegane.<br />

Drei Israelis bringen nun mit Lia’sKitchen<br />

pflanzliche Patties nach Prenzlauer Berg<br />

Familienausflug<br />

Träumende<br />

Tiere<br />

VonBarbaraWeitzel<br />

Der Januar ist vorüber und noch<br />

immer stehen die Schlitten ungenutzt<br />

im Keller. Von Rodelpartien<br />

und Schneeballschlachten müssen<br />

die Kinder weiter träumen. Wie anders<br />

in Astrid Lindgrens Geschichte<br />

von Tomte Tummetott. Das ganze<br />

Buch liegt quasi unter einer Schneedecke.<br />

Hier träumen alle vom Sommer:<br />

die Schafe von Gras und Klee.<br />

DasPferdvom Traben über dieWiese.<br />

Undauch die Hühner wollen nur eines:<br />

Endlich wieder raus aus dem<br />

Träumt vom Sommer und freut sich auf die kleinen Gäste: Tomte Tummetott . SCHLOSSPLATZTHEATER<br />

Stall. Tomte Tummetott, der winzige<br />

steinalte Mann mit dem schneeweißen<br />

Bart und der roten Mütze, flüstert<br />

allen Wichtelworte ins Ohr: „Viele<br />

Winter und Sommer sah ich kommen<br />

und gehen, Geduld, Geduld ...“<br />

Er geht auch zu den schlafenden<br />

Kindern, doch bei ihnen bleibt er<br />

ganz still. Er möchte sie schließlich<br />

nicht wecken. Aber er weiß: „Alle<br />

Kinder wünschen sich, mich einmal<br />

zu sehen. Doch nachts, wenn ich<br />

komme, schlafen sie fest. Immer<br />

werden sie träumen von mir, doch<br />

wenn sie erwachen, bin ich schon<br />

fort.“ Die<strong>Berliner</strong> Kinder jedoch haben<br />

das Glück, den kleinen Mann zu<br />

erleben, nämlich im Schlossplatztheater.<br />

Dort ist das HOR Künstlerkollektiv<br />

mit dem Stück zu Gast –<br />

und bringt so den schönsten Lindgren-Winter<br />

in die Stadt.<br />

Tomte Tummetott Schlossplatztheater Alt-<br />

Köpenick 31.Saund So 16 Uhr,Eintritt<br />

10–17,50, erm. 6–13,10Euro. Ab 3Jahren


18 * <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Schönes Wochenende<br />

Lola &Farrati<br />

FUNDSTÜCKE<br />

von OlgaBobileva<br />

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?<br />

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de<br />

GARTENTRÄUME BERLIN/DANIELA INCORONATO<br />

OLGA BOBILEVA<br />

VonLola Knoblach<br />

Kettenöl und<br />

Rock ’n’ Roll<br />

Seit ein paar Tagen stimmt irgendetwas nicht. Farrati und<br />

ich haben eigentlich immer die gleiche Morgenroutine:<br />

Wenn mein Wecker klingelt, ist es noch dunkel, und nachdem<br />

ich ein kleines bisschen mit aller Kraft gegen den Weckton angeschlummerthabe,sehe<br />

ich ein, dass es nichts hilft und<br />

schlurfe schließlich schlaftrunken in Richtung Küche.<br />

DerFlur ist ohnehin nicht sonderlich geräumig und weil<br />

Farrati ausgerechnet hier schläft, steht es imWeg. Hier rempele<br />

ich es –stets aus Versehen –an, wovonwir dann beide ein kleines<br />

bisschen wacher werden. Während ich mir einen Kaffee<br />

mache und in der Küche herumklimpere, erreicht Farrati seine<br />

Betriebstemperatur,und es dauertnicht lang, bis das Geplapper<br />

losgeht. „Mach mich mal ab“, sagt es dann und deutet an<br />

sich herunter auf sein Schloss,ohne das es partout nicht einschlafen<br />

kann.<br />

Doch neuerdings ist Farrati träge und still am Morgen. Auf<br />

mein Gerempel grummelt es nur kurzund sagt dann nichts<br />

mehr.Eshat es nicht eilig, das Schloss loszuwerden und lässt<br />

missmutig die Kette hängen. Selbst, wenn wir unterwegs sind,<br />

ist Farrati ungewöhnlich langsam: Vorlauter Lethargie kommen<br />

wir kaum in einer Grünphase über die Kreuzung. Wirhaben<br />

auch mehrereTrekking-Rad-Fahrer mit Warnwesten nicht<br />

überholt.<br />

Ichmache mir echt Sorgen. „Bist du krank oder so? Tutdir<br />

was weh?“, frage ich, als wir an einer Ampel stehen. Es ist grau,<br />

der Himmel könnte aus dem gleichen Asphalt gemacht sein<br />

wie die Straße.Wenn ich nicht wüsste,wie spät es ist, würde ich<br />

denken, es dämmertund obwohl es nicht wirklich regnet,<br />

glänzt die Straße feucht. Farrati seufzt und starrtins Leere.<br />

„Hey,ich rede mit dir!“, sage ich und rüttele sanft am Lenker.<br />

Farrati dreht langsam das Vorderrad zur Seite: „Ach, ich weiß<br />

auch nicht …alles fühlt sich so schwer und sinnlos an.“<br />

Mirwar ja nicht klar,dass das bei Fahrrädernauch geht,<br />

aber die Diagnose liegt auf der Hand: „Duhast eine <strong>Berliner</strong>-<br />

Winter-Depression!“ –„Eine was?“<br />

„Das kriegen ganz viele! Diehalbe Stadt hat es! Eine<br />

bleierne Traurigkeit, die sich einschleicht, wenn die Lichterketten<br />

plötzlich fehlen. Wenn es nie richtig hell wirdund einem<br />

klar wird, was jetzt voreinem liegt: Februar –Februar ist<br />

die hässliche kleine Schwester vonNovember –November ist<br />

schon ätzend, aber Februar ist noch schlimmer!“<br />

Farrati guckt mich an:„Und was macht man dagegen?“ Ich<br />

zwinkere. „Na, Wellness! Wirlassen es uns gut gehen. WirhörenJudas<br />

Priest in Dauerschleife,und ich hole das Kettenpflegeset<br />

aus dem Keller.Wir gucken Urlaubsfotos an und gehen<br />

nicht vordie Tür.Na, wie klingt das?“ EinLächeln lässt<br />

sich erahnen. „Aber nur dieses eine Lied“ –„Klar! Nur,Breaking<br />

the Law‘.“<br />

Geschichten von Lola&Farrati gibt es auch bei 100,6FluxFM.<br />

Messe<br />

Die neuesten Trends für<br />

Beet und Balkon<br />

Die Tristesse des Winters drückt auf die Stimmung. Umso<br />

mehr sehnen wir den Frühling herbei, der noch Wochen<br />

auf sich warten lassen wird. Doch zumindest für ein paar Stunden<br />

kann man sich auf der Messe Gartenträume Berlin an sattem<br />

Grün, Modellgärten und bunten Blumen erfreuen. Mehr<br />

als 100 Aussteller präsentieren bei dem Event in der Station-<br />

Berlin die Gartentrends von2020: Ob neueste Entwicklungen,<br />

Outdoor-Technik, Gartenmöbel, besonderePflanzen und Blumenzwiebeln<br />

oder ausgefallene Gestaltungsideen –zusehen<br />

gibt es einiges.Und natürlich stehen die grünen Experten wie<br />

Garten- und Landschaftsbauer Ihnen Rede und Antwort und<br />

verraten zum Beispiel, wie nachhaltiges Gärtnernfunktioniert<br />

und wie SieIhrepersönlichen Gartenträume auf Terrasse oder<br />

Balkon verwirklichen können. Zusätzlich gibt es ein Bühnenprogramm<br />

mit Vorträgen und Workshops.<br />

GartenträumeBerlin Station-Berlin am Gleisdreieck, Luckenwalder Straße 4–6,<br />

Kreuzberg.Saund So 10–18 Uhr,Tickets ab 9Euro<br />

Eisbaden<br />

Wasserspaß für<br />

Hartgesottene<br />

Gerade in Zeiten von Erkältungen, Grippen und unberechenbaren<br />

Viren ist es wichtig, den Körper nicht nur mit<br />

vielen Vitaminen zu versorgen und Sport zutreiben, sondern<br />

etwas für die Stärkung des Immunsystems zu tun. Eine Möglichkeit<br />

ist das Eisbaden. Zugegeben, sich in eiskalte Fluten zu<br />

stürzen, kostet eine Menge Überwindung. Allerdings nehmen<br />

Mediziner an, dass Eisbaden tatsächlich das Immunsystem<br />

stärken kann und der Körper somit weniger anfällig für Infektionen<br />

ist. Weresmal ausprobieren möchte, ist bei den Ice<br />

Dippers Berlin herzlich willkommen. Sie treffen sich jeden<br />

Sonnabend um 10 UhramOstufer des Plötzensees.ZuBeginn<br />

und zur Einführung für Neulinge gibt es spezielle Atemübungen,<br />

um besser mit der Kälte des Wassers zurechtzukommen.<br />

Nach dem frostigen Bad gibt es Ingwertee und ein geselliges<br />

Beisammensein.<br />

Icedipping Plötzensee,Ostufer,Wedding,Sa10Uhr<br />

IMAGO/WESTEND61<br />

Shop<br />

Stempel-Paradies<br />

auf 270 Quadratmetern<br />

Wissen Sie noch, wie gerne Sie inKindheitstagen zu Stempeln<br />

griffen und welche Freude das Bestempeln von Papier<br />

oder Karten mit sich brachte? In Erinnerungen schwelgen<br />

und dabei viele tolle neue Möglichkeiten des Stempelns entdecken<br />

können Besucher in der StempelBar. Der älteste Motivstempel-<br />

und Scrapbooking-Laden im Zentrum Berlins bietet<br />

auf 270 QuadratmeternTausende Gummistempel, Clearstamps<br />

und Foamstempel, die in den Regalen schlummernund auf ihrenkreativen<br />

Einsatz warten. DieMotivereichen vonSprüchen,<br />

Glückwünschen, Tieren, Landschaften, Pflanzen bis Street Art<br />

undvielemmehr.ImAngebot ist zudem weiteres Zubehör wie<br />

Stempelkissen, Stanzschablonen, Embellishment wie Bändchen,<br />

Sticker oder Glitter sowie Papier und verschiedenste Stifte.<br />

Übrigens: An Sonnabenden finden im Geschäft regelmäßig<br />

Workshops statt, bei denen das Stempelschnitzen erlernt oder<br />

Karten gestaltet werden können.<br />

StempelBar WeimarerStraße 17,Charlottenburg.Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 10–14 Uhr<br />

Essen<br />

Eine kulinarische Reise<br />

nach Äthiopien<br />

Mit Messer und Gabel. So esse ich für gewöhnlich. Aber<br />

nicht beim letzten Restaurantbesuch. Im Bejte Ethiopia<br />

nämlich isst man –wie in Äthiopien üblich –mit der rechten<br />

Hand. Das Restaurant, 2000 eröffnet, bietet seinen Gästen in<br />

familiärem Ambiente die traditionellen Gerichte Äthiopiens.<br />

Auf der Karte findet man Vorspeisen wie Linsensuppe, als<br />

Hauptspeise werden Gerichte mit klangvollen Namen wie Yeberezilzl<br />

tibs –gebratenes Rindfleisch in Streifen geschnitten,<br />

mit Cayennepfefferpaste oder Currysoße, oder Ye-beg alcha<br />

wet –gekochtes Lammfleisch in milder äthiopischer Currysoße<br />

und Käse,serviert. Zu allen Gerichten wirddie Injera, ein<br />

säuerlicher Brotfladen, gereicht, mit der man Fleisch und Soße<br />

auftunkt. Eine weitere Besonderheit des Bejte Ethiopia: Allabendlich<br />

wird eine Kaffeezeremonie abgehalten, bei der der<br />

Kaffee frisch geröstet und zubereitet wird.<br />

Bejte Ethiopia Zietenstraße 8, Schöneberg.Mo–Fr 16–0 Uhr, Sa–So 14–2Uhr<br />

IMAGO/ACTION PICTURES<br />

WOHIN AM WOCHENENDE<br />

Die<br />

Leichtigkeit<br />

des Einkaufs<br />

Einst dienten die Markthallen<br />

der Stadt zur Notversorgung,<br />

heute sind sie Orte der<br />

Entschleunigung<br />

VonIda Luise Krenzlin<br />

Diese Markthalle wurde 2003 weit<br />

über die Grenzen Kreuzbergs<br />

hinaus bekannt – durch den Kult-<br />

Film „Herr Lehmann“. Zwar spielte<br />

gar keine Szene in der damals heruntergekommenen<br />

Halle, doch im<br />

Weltrestaurant Markthalle brummte<br />

das Kneipenleben. An den blanken<br />

Holztischen aß Herr Lehmann seinen<br />

Braten und verliebte sich in die<br />

schöne Köchin Katrin. DieLiebe ging<br />

zwar in die Brüche, aber die Markthalle<br />

Neun wurde zur Institution.<br />

Dievielen Stände ziehen auch internationales<br />

Publikum an. Buletten<br />

heißen hier „Berlin Beef Balls“, die es<br />

auch in den Geschmacksrichtungen<br />

Thailändisch und Mexikanisch gibt.<br />

Die Tofu-Tussis verkaufen ihren angesagten<br />

Bohnenquark, ein Händler<br />

aus der Uckermark Regionales, in<br />

der Kantine gibt es einen preiswerten<br />

Mittagstisch und am BBQ-Bistro<br />

wartet eine lange Schlange auf die<br />

begehrten Pulled-Pork-Sandwichs.<br />

Die Markthalle Neun in Kreuzberg wurde 1891 eröffnet. IMAGO IMAGES (3)<br />

Diese „überdachten Verkaufseinrichtungen“<br />

wurden einst wegen der<br />

katastrophalen Versorgungslage in<br />

Berlin gebaut. 1881 beschloss der<br />

Magistrat unter Beteiligung des Arztes<br />

Rudolf Virchow ein Markthallenkonzept.<br />

14 Hallen sollten die <strong>Berliner</strong><br />

versorgen. Die Markthalle Neun<br />

eröffnete 1891, die Marheineke-<br />

Markthalle 1892, die Ackerhalle in<br />

Mitte 1888, die Arminiushalle in Moabit<br />

1891. Sie alle sind erhalten geblieben<br />

und lohnen einen Besuch.<br />

In der Halle am Marheinekeplatz<br />

herrscht in den frühen Morgenstunden<br />

noch verschlafene Ruhe. Peu à<br />

peu schließen Händler ihre Stände<br />

auf, Ketten rasseln, Rollläden scheppern.<br />

Beim Bretonen gibt es schon<br />

einen Milchkaffee und gute Croissants.Auchdie<br />

Händler stärken sich<br />

hier schweigsam vor dem langen<br />

Markttag. Man kennt sich. Andere<br />

Gäste palavern, lesen <strong>Zeitung</strong> oder<br />

sind auf dem Sprung zur Arbeit.<br />

Nirgendwo sonst kann man so<br />

gut Menschen beobachten. Markthallen<br />

sind eine Art sozialer Kitt des<br />

Viertels, zudem vermitteln sie ein<br />

mediterranes Lebensgefühl. Alles<br />

geht schnell und trotzdem gibt es<br />

Leute, die Zeit haben. Wo trifft man<br />

sonst noch Tagediebe?<br />

Und wosonst hat man in einem<br />

schönen, lichtdurchfluteten Raum<br />

alles beieinander: den Metzger, die<br />

Käsetheke, Bäcker, italienische Spezialitäten,<br />

Pasta. Der Mittagstisch<br />

wird in den Markthallen geradezu<br />

gefeiert, und es herrscht die Qual der<br />

Wahl. Mit dem Fortschreiten der<br />

Uhrzeit wächst der Lärmpegel. Wein<br />

wirdausgeschenkt.<br />

Es ist schon eine andere Sache,<br />

seine Einkäufe in einer Markthalle zu<br />

erledigen und nicht in einem Supermarkt.<br />

Eine Markthalle ist wunderbar.<br />

Das Lebensgefühl wird sofort<br />

leicht – Entschleunigung und<br />

Klatsch aus dem Kiez inklusive.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 19<br />

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Schönes Wochenende<br />

STADT, LAND, MENSCH<br />

Die<br />

pralle<br />

Pracht<br />

KOCHSTUNDE<br />

Rezept der Woche<br />

Spanischer Mandelkuchen<br />

Im Botanischen Garten in<br />

Dahlem wächst zurzeit ein<br />

Winter-Wunder heran,<br />

leuchtend bunte<br />

Kamelienblüten sind<br />

Stimmungsaufheller in der<br />

grauen Jahreszeit<br />

VonSusanne Dübber<br />

Leise klappert der Herr der<br />

Pflanzen mit seiner Gartenschere.<br />

Joseph Wyrwis kontrolliert<br />

gewissenhaft die<br />

Kamelien im Botanischen Garten<br />

Dahlem. Jetzt mitten im grauenWinter<br />

leuchten im Gewächshaus Nam<br />

großen Tropenhaus die ersten Blüten,<br />

einfarbig, gepunktet, gestreift, in<br />

Schattierungen von Rosa, Weiß, Rot<br />

und Lachsfarben. In den kommenden<br />

Wochen entfalten sich hier die<br />

Knospen von 70 verschiedene Kamelien.<br />

Die pralle verschwenderische<br />

Pracht währtbis Mai.<br />

DieBesucher raunen „Schau mal,<br />

wie schön“ oder juchzen kurz entzückt<br />

ein und auch mehrere„Oh!“. In<br />

der Saison schieben staunende Zuschauer<br />

dicht an dicht auf den beiden<br />

Gängen an den Seiten des kleinen<br />

Waldes vorbei. Der besteht aus<br />

30 fest angepflanzten bis zu zwei Metern<br />

hohen Kameliensträuchern.<br />

Dazu wechseln noch knapp 40 Kübel<br />

besuchsweise ein. Immer wenn sie<br />

sich hinter den Kulissen in Anwachshäusern<br />

aufgehübscht haben, holt<br />

sie Joseph Wyrwis in den großen<br />

Showroom vors Publikum.<br />

Dass die Pflanzen aus Ostasien<br />

wie dem südlichen China und Japan<br />

hier im kalten Europa pünktlich im<br />

Februar ihreschönsten Kleider anlegen,<br />

dafür sorgt der erfahrene Gärtner<br />

seit bald dreißig Jahren liebevoll.<br />

Ab Dezember regelt er behutsam die<br />

Heizung hoch. „Bei acht Grad fühlen<br />

sie sich pudelwohl und beginnen<br />

auszutreiben.“ Sehr viel höher aber<br />

darf die Temperatur nicht sein,<br />

warm mag sie es nicht, die kühle<br />

Schönheit. Wer wie Joseph Wyrwis<br />

weiß, was sie liebt, den belohnt die<br />

sensible Rose des Winters mit überreicher<br />

Formen- und Farbenvielfalt.<br />

Dann zieren wahre Blütenwolken,<br />

halb- und ganz gefüllt oder<br />

dachziegelartig aufgebaut, das eigentlich<br />

eher unscheinbare ernste<br />

Immergrün mit seinen ledrigen<br />

glänzenden dunklen Blättern. Fast<br />

Gärtner Joseph Wyrwis pflegt im Botanischen Garten Dahlem die Camellia japonica.<br />

schon von allem zu viel zeigt überschwänglich<br />

die säuglingskopf- bis<br />

tellergroße Blüte „Drama-Girl“<br />

(exakt der richtige Name ...) in<br />

Schock-Pink. Wie unscheinbar sittsam<br />

und bescheiden macht sich da<br />

die kleinste der Beautys, Camellia<br />

sinsenis, mit fingernagelgroßen<br />

weiß-rosa Blütchen. Schließlich<br />

muss sie nicht angeberisch mit Optik<br />

brüsten, hat sie doch viel mehr zu<br />

„Contessa Lavinia Maggi“ in Weiß mit pinkfarbenen Streifen<br />

bieten. Joseph Wyrwis: „Sie ist die<br />

Teepflanze, aus deren getrockneten<br />

Blätterndas Getränk gebraut wird.“<br />

Mit ihr sind alle Kamelien verwandt.<br />

Werhat diese Pracht nur erdacht?<br />

In Japan und China<br />

schmückte man sich bei Hofe mit<br />

ihr,sie ist heute noch Symbol für Eleganz<br />

und Harmonie. Die Briten entführten<br />

Camellia Anfang des<br />

18. Jahrhunderts aus Fernost. Sie<br />

MARKUS WÄCHTER<br />

MARKUS WÄCHTER<br />

war das perfekte Statussymbol der<br />

Reichen. Schließlich sind bei Frost<br />

geheizte Gewächshäuser, die richtige<br />

saureErdeund kalkfreies Regenwasser<br />

vonnöten, um die Pflanzegedeihen<br />

zu lassen. Daskostet!<br />

1753 taufte sie der schwedische<br />

Naturforscher Carl von Linné nach<br />

Georg Joseph Kamel. Der war ein<br />

mährischer Pater, Apotheker und<br />

Weltreisender. Mit seinem Namen<br />

eroberte Camellia den Adel und Herzen<br />

aller, die sie betrachten. Modeschöpferin<br />

Coco Chanel kürte die<br />

Kamelie im 20. Jahrhundert zum<br />

Markenzeichen ihres Imperiums,<br />

Alexandre Dumas schrieb den Weltbestseller<br />

„Kameliendame“.<br />

Joseph Wyrwis erklärtdas Winter-<br />

Wunder zärtlich: „Wenn es draußen<br />

noch grau und unangenehm ist,<br />

kann man mit ihr bereits den Frühling<br />

erleben. Sieist ein schöner Stimmungsaufheller.“<br />

Kamelienhaus im Botanischen Garten<br />

Dahlem Zwei Eingänge:Königin-Luise-Str. 6–8,<br />

14195 Berlin, oder unter den Eichen 5–10, 12203<br />

Berlin; 9bis 19 Uhr;6/3 Euro<br />

Wenn <strong>Zeitung</strong>en wie die New York Times oder The Independent<br />

das gleiche Kochbuch in ihre Best-of-Liste des<br />

Jahres 2019 aufnehmen, muss was dran sein. Meike Peters,<br />

Kölnerin und auf Englisch schreibende Foodbloggerin, gibt in<br />

„365. Jeden Tageinfach kochen und backen“ (Prestel, 30 Euro)<br />

eine handfeste, einladende Antwort auf die vor allem von<br />

Montag bis Freitag oft lästige Frage:Waskochen wir heute? 365<br />

Rezepte von überschaubarem Schwierigkeitsgrad, geordnet<br />

nach Monaten –mit Fleisch und ohne, süß und salzig, erklärt<br />

im zuvorkommenden Plauderton der Foodblogger, ohne den<br />

inzwischen kaum ein Kochbuch mehr auskommt. (pa.)<br />

Zutaten<br />

für 6–8 Personen<br />

350 ggemahlene Mandeln<br />

(oder Haselnüsse)<br />

2ELfrischer Blutorangenabrieb<br />

1ELgemahlener Zimt<br />

7Eier<br />

350 gZucker<br />

2ELfrisch gepresster Blutorangensaft<br />

Puderzucker<br />

Butter zum Einfetten<br />

Zubereitung<br />

Den Backofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.<br />

Eine 20-cm-Springform mit Butter einfetten. In einer großen<br />

Schüssel gemahlene Mandeln, Blutorangenabrieb und Zimt<br />

vermischen. In einer weiteren großen Schüssel mit dem Rührgerät<br />

(Quirlaufsatz) Eier und Zucker 1–2 Minuten luftig und<br />

cremig aufschlagen. DieMandel-Mischung und den Blutorangensaft<br />

behutsam unter die Eier-Mischung heben, bis der Teig<br />

glatt ist. DenTeig in die vorbereitete Form füllen und etwa 55<br />

Minuten im Ofen backen, bis der Kuchen goldbraun und fast<br />

fest ist. An einem Spieß, der mittig in den Kuchen gepikst wird,<br />

sollte kaum mehr etwas haften bleiben, aber die Kuchenmitte<br />

sollte noch schön saftig sein. Den Kuchen 10 Minuten in der<br />

Form abkühlen lassen, dann mit etwas Puderzucker bestreut<br />

servieren.<br />

PRESTEL<br />

Auch die Arminiushalle in Moabit<br />

ist solch ein wunderbarer Ort, der allerdings<br />

GENUSSORTE<br />

nicht ganz so bekannt ist<br />

wie die anderen.<br />

Bei schönem Wetter sind Märkte<br />

die Freiluft-Alternative. EinKlassiker<br />

Markthalle Neun,Eisenbahnstr.42/43,<br />

Wochenmarkt Sa 10–18 Uhr.<br />

ist der Schöneberger Winterfeldtmarkt.<br />

Regionale Lebensmittel treffen<br />

auf Feinkost. Obst und Gemüse,<br />

Käse undWurst,Wollsocken, Chiasamen,<br />

Gewürze aus Asien, Gurken<br />

MarheinekeMarkthalle, Marheinekeplatz<br />

15, Sa 8–18 Uhr.Auf dem Marheinekeplatz<br />

findet am Sonnabend und Sonntag einTrödelmarktstatt,<br />

jeweils bis 16 Uhr.<br />

aus dem Spreewald. Auch hier trifft<br />

man an den Markttagen die gleichen<br />

Händler. Esgibt Stände, Bistros, Imbissbuden.<br />

Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2–4,<br />

Sa 8–22 Uhr, Lebensmittel 10–18 Uhr.<br />

Auch am Kollwitzplatz und am Wochenmarkt am Winterfeldtplatz,<br />

Kreuzberger Südstern sind die Sa 8– 16 Uhr.<br />

Märkte am Sonnabend beliebte<br />

Treffpunkte. Manche Leute gehen<br />

mittags hin, um nur schnell einen<br />

Markt am Südstern, U-Bahnhof Südstern,<br />

Sonnabend 10 Uhr bis 16 Uhr.<br />

Sack Linda-Kartoffeln zu kaufen und<br />

kommt erst um 18 Uhr wieder nach<br />

Hause, weil sie Hinz und Kunz getroffen<br />

Markt am Kollwitzplatz, Knaack- und<br />

Wörtherstraße, Sa 9–16 Uhr.<br />

haben. Und der Weißwein-<br />

stand so verlockend war. Kaffee trinken oder lieber doch Mittag essen. In der Markthalle 9ist beides möglich. Die Freiluft-Alternative des Wochenendeinkaufs: der Kollwitzmarkt im Prenzlauer Berg.


20 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Berlin bewegt sich<br />

Reine Kopfsache<br />

Tischtennis mal ganz anders: Ein Student hat vor ein paar Jahren die Sportart Headis erfunden. Unsere Autorin hat es ausprobiert<br />

VonJulia Frese<br />

Die Brille hat unsere Autorin Julia Frese relativ rasch abgenommen –zugroß wardie Unfallgefahr.<br />

VOLKMAR OTTO<br />

Bevor ich mich zu meinem<br />

ersten Headis-Training<br />

aufmache, recherchiere<br />

ich erst einmal auf You-<br />

Tube.„Dasist im Prinzip Tischtennis<br />

mit dem Kopf“, so hat mir eine<br />

Freundin beschrieben, was mich erwartet.<br />

Sie hatte recht: Ich finde ein<br />

Video, in dem zwei Männer über<br />

eine Tischtennisplatte einen weißen<br />

Gummiball hin- und herköpfen. Immerhin<br />

ist der aber größer,als ich es<br />

vom Tischtennis kenne –vielleicht<br />

halb so groß wie ein Fußball. Am<br />

oberen Bildschirmrand stehen die<br />

Spielernamen „Headsinfarkt“ und<br />

„Lauchgesicht“. Dasjugendliche Publikum<br />

am Rand der Halle johlt und<br />

im Hintergrund schlenkert ein lässiger<br />

HipHop-Beat, während die Männer<br />

alles daransetzen, dass der Ball in<br />

der Luft bleibt: Sie gehen tief in die<br />

Hocke, werfen sich bäuchlings auf<br />

die Platte oder hechten seitwärts auf<br />

den Fußboden.<br />

In der Sporthalle im fünften Stock<br />

der Technischen Universität (TU)<br />

Berlin geht es deutlich ruhiger zu, als<br />

ich ankomme. Trainerin Nina Parzych<br />

ist gerade dabei, mit Ko-Trainer<br />

Georg eine Tischtennisplatte aufzustellen,<br />

während nach und nach die<br />

ersten Spieler eintrudeln. Es ist Freitagabend,<br />

eine eigentlich unübliche<br />

Zeit für einen Unisportkurs. „Das<br />

war leider das einzige Zeitfenster,<br />

das wir kriegen konnten“, sagt Nina<br />

Parzych. „Aber inzwischen haben<br />

sich alle dran gewöhnt und der Termin<br />

passt gut, um hinterher noch in<br />

die Kneipe zu gehen.“<br />

Die 34-Jährige, die als PR-Beraterinarbeitet<br />

und den Kurs ehrenamtlich<br />

leitet, wurde 2008 zur Kopfballerin,<br />

als sie nach einem Thema für<br />

ihre Abschlussarbeit in Soziologie<br />

suchte.„DerHeadis-Erfinder war damals<br />

Student in Kaiserslautern und<br />

ein guter Kumpel von mir“, erzählt<br />

sie. Eigentlich habe sie sich immer<br />

über seinen albern aussehenden<br />

Sportlustig gemacht. „Aber als ich es<br />

dann mal ausprobierthabe,kam ich<br />

schon bald nicht mehr davon los.“<br />

Metallteil statt Netz<br />

Während sie das sagt, richtet sie das<br />

Headisnetz in der Mitte der Tischtennisplatte<br />

auf, das eigentlich kein<br />

Netz ist, sondern ein steifes Metallteil.<br />

So eins wie man es vonTischtennisplatten<br />

auf Spielplätzen oder in<br />

Freibädern kennt. Darin besteht einer<br />

der wenigen Unterschiede zu<br />

den Tischtennisregeln: Der Headisball<br />

darfdas Netz berühren, also davon<br />

abprallen, ohne dass es Punktabzug<br />

gibt. Das Tolle an Headis sei,<br />

dass man es so schnell lerne, sagt<br />

Nina. Innerhalb von 20 Minuten<br />

habe sie den Dreh schon so weit<br />

rausgehabt, dass erste Ballwechsel<br />

zustande kamen. Ob mir das heute<br />

auch gelingt?<br />

Inzwischen stehen sechs Tischtennisplatten<br />

nebeneinander in der<br />

Halle, einige Teams köpfen schon<br />

munter hin und her. Ich lasse mir<br />

von Nina kurz die Regeln erklären<br />

und wir legen los.ImGegensatz zum<br />

Nachbar-Match ist das Tempo bei<br />

uns zunächst sehr gemächlich, genaugenommen<br />

stockt das Spiel nach<br />

jeder versuchten Ballannahme meinerseits.<br />

Allmählich aber bekomme<br />

ich dann doch ein Gefühl für den<br />

Berlin: Für Headis in Berlin ist die<br />

Technische Universität der einzigeAnbieter.<br />

Der Kurs findet dortfreitags von20bis<br />

21.30 Uhr in der Halle 4001 im Hauptgebäude,<br />

Straße des 17. Juni 135, statt.<br />

Die Teilnahme kostet pro Semester<br />

13 Euro für Studierende und 26 Euro für<br />

Externe.<br />

Headis-Ball. Nur meine Brille setze<br />

ich irgendwann lieber ab. Viele der<br />

Bälle fliegen so, dass ich die volle<br />

Stirnfläche brauche, umsie zurückzuspielen.<br />

Nina erzählt mir nebenbei, wie<br />

Headis zu einem Hochschulsport<br />

NUR AN HOCHSCHULEN<br />

Potsdam: Auch an der Universität Potsdam<br />

wird Headis gespielt. Montags jeweils von<br />

20.30 bis 22 Uhr kommen Anfänger und<br />

Fortgeschrittene des Kopfballtischtennis<br />

zusammen auf dem Campus in Golm, Karl-<br />

Liebknecht-Straße 24-25, Haus 11 in der<br />

Group Fitness-Halle. Die Kosten liegen dort<br />

zwischen 10 und 25 Euro pro Semester.<br />

Mit vollem Einsatz auf die Platte –Blick in den TU-Übungsraum.<br />

VOLKMAR OTTO<br />

wurde. 2006 wollte der damalige<br />

Saarbrücker Sportstudent René<br />

Wegner in einem Freibad mit seinen<br />

Freunden Fußball spielen. Weil der<br />

Fußballplatz aber belegt war,begann<br />

man, den Ball über eine freie Tischtennisplatte<br />

hin- und herzuköpfen.<br />

Aus der spontanen Wochenend-<br />

Freibad-Idee wurde bald sehr viel<br />

mehr: René entwickelte Kopfballtischtennis<br />

für sein Studium zu einer<br />

eigenen Sportart weiter und dachte<br />

sich zusätzlich ein Marketingkonzept<br />

aus.Der Name Headis sowie das<br />

dazugehörige Logo sind inzwischen<br />

geschützt und der Sport wird an<br />

mehr als 20 deutschen Universitäten<br />

angeboten. Auch international verbreitet<br />

sich der Ruf der Kopfballerei<br />

immer weiter: Mittlerweile finden<br />

Turniereinganz Europa sowie in den<br />

USA und China statt.<br />

Blaue Flecken vonder Platte<br />

Meine Headis-Kollegen an der TU<br />

Berlin sind an diesem Freitagabend<br />

etwa zur Hälfte Studenten, zur Hälfte<br />

stehen sie schon im Beruf, wie ich<br />

nach und nach herausfinde.Erst seit<br />

einem Semester dabei sind beispielsweise<br />

der 31-jährige Constantin<br />

und der 34-jährige Christoph.<br />

„Wir probieren gernneue Sportarten<br />

zusammen aus“, erklärt Constantin<br />

seine Motivation für den neuen<br />

Sport. „Ich spiele eigentlich Fußball,<br />

habe mir dabei aber vergangenes<br />

Jahr einen Kreuzbandriss geholt“,<br />

sagt Christoph. Das könne beim<br />

Headis ja nicht so leicht passieren.<br />

Schlimmstenfalls verpasst man sich<br />

an der Platte mal ein paar blaue Flecke.<br />

Während ich mich mit Christoph<br />

und Costantin unterhalte, ertönt<br />

neben uns ein ohrenbetäubendes<br />

Krachen.<br />

Dortspielt Georgund das mit vollem<br />

körperlichen und emotionalem<br />

Einsatz: Wenn ein Ball besonders ärgerlich<br />

danebengeht, rammt der 27-<br />

jährige Lehramtsstudent seine Hand<br />

seitlich auf die Tischtennisplatte.<br />

„Ich habe deswegen den Spielernamen<br />

‚Head Moses‘“, erklärt er mir<br />

kurze Zeit später. „Meine Mitspieler<br />

haben Angst, dass ich eines Tages<br />

doch mal die Tischtennisplatte<br />

spalte wie Moses das Meer.“ Ein lässig<br />

klingender Spielername, möglichst<br />

mit Anspielung auf das zum<br />

Spielen wichtigste Körperteil, gehört<br />

zur Headis-Kultur dazu.<br />

Der20-jährige David, Student des<br />

Wirtschafts- und Ingenieurswesens,<br />

sucht noch nach einem solchen Namen,<br />

wie er mir erzählt. Er spielt seit<br />

ungefähr zwei Jahren Headis,genaugenommen<br />

seit er mal ein Spiel bei<br />

Stefan Raabs „TVTotal“ gesehen hat.<br />

Ihm gefällt, dass sich die Sportart<br />

nicht so ernst nimmt: „Der Wettbewerbscharakter<br />

tritt beim Spielen<br />

ziemlich in den Hintergrund.“<br />

Nina hat inzwischen ein Match<br />

mit der Germanistikstudentin Vera<br />

begonnen. Die Stuttgarterin spielt<br />

seit sieben Jahren Headis und hat<br />

ihre Technik immer weiter verfeinert.<br />

Inzwischen hat sie schon manches<br />

Headis-Turnier gewonnen.<br />

Schließlich probiere ich auch<br />

noch einmal mein Kopfballglück.<br />

Besonders viele Ballwechsel kriege<br />

ich noch nicht zustande, aber immerhin<br />

trifft meine Stirn abund zu<br />

den weißen Gummiball. Georg<br />

macht mir Mut: „Bei den Turnieren<br />

haben wir immer eine Flasche Bier in<br />

Reichweite, damit geht es dann besser.“<br />

Apropos, dawar ja noch was.<br />

Genug gespielt, die Kneipe ruft. Vielleicht<br />

fällt mir beim Bier ja auch ein<br />

guter Spielername ein.<br />

Hechtköpfer &Stirn-Schmetterbälle<br />

Was man braucht<br />

Eine Tischtennisplatte mit stabilem<br />

Netz, einen Headisball und<br />

einen Mitspieler –das braucht man,<br />

um Kopf-Tischtennis zu spielen.<br />

Entsprechende Bälle und Netze verkauft<br />

Headis-Erfinder René Wegner<br />

in seinem Online-Shop, die dort erhältlichen<br />

Netze lassen sich auf jede<br />

handelsübliche Tischtennisplatte<br />

montieren. Allerdings findet man<br />

Tischtennisplatten mit stabilem<br />

Stahlnetz auch in jedem Park.<br />

Wer eine handelsübliche Tischtennisplatte<br />

in einer Halle benutzen<br />

möchte, sollte dafür nicht auf das<br />

billigste Modell ohne Bremse zurückgreifen,<br />

wie der Erfinder auf seiner<br />

Homepage empfiehlt. Dieses<br />

habe womöglich nicht genug Stabilität,<br />

wenn ein „ausgewachsener Mitteleuropäer<br />

mit vollem Einsatz einen<br />

Hechtköpfer auf der Platte zelebriert“.<br />

Welche Regeln gelten<br />

Wie beim Tischtennis darf der<br />

Ball einmal auf der Platte aufkommen,<br />

bevor er angenommen<br />

wird, anders als beim Tischtennis<br />

muss er es aber nicht. „Beim Headis<br />

dürfen auch Volleys angenommen<br />

werden“, wie Trainerin Nina Parzych<br />

erklärt.<br />

Der 100 Gramm schwere Headisball<br />

darf nur mit dem Kopf gespielt<br />

werden, das gilt auch bei der Angabe.<br />

Dafür darfallerdings jeder Körperteil<br />

die Tischtennisplatte berühren, es ist<br />

also auch erlaubt, mit den Füßen auf<br />

die Platte zu springen.<br />

Nach jedem gespielten Ball muss<br />

aber mindestens ein Körperteil den<br />

Boden berühren. Mit dieser Regel<br />

soll verhindert werden, dass ein<br />

Spieler beispielsweise einfach mit<br />

dem Oberkörper auf der Platte liegen<br />

bleibt und seinen Wegzum Ball damit<br />

deutlich verkürzt.<br />

IMAGO/ACTION PICTURES VOLKMAR OTTO IMAGO SPORTFOTODIENST<br />

Wer Headis spielt<br />

Headis wird anmehr als 20 Universitäten<br />

in Deutschland als<br />

Hochschulsport angeboten, in Kaiserslautern<br />

und Darmstadt auch als<br />

Vereinssport. Die meisten Spieler<br />

sind zwischen 20 und 35 Jahre alt<br />

und eine deutliche Mehrheit vonihnen<br />

ist männlich. Weltweit wird die<br />

Zahl der aktiven Headisspieler auf<br />

80 000 geschätzt. Durch Hochschulpartnerschaften<br />

ist Headis inzwischen<br />

auch in der Schweiz, Belgien,<br />

den Niederlanden, Tschechien, der<br />

Dominikanischen Republik, China,<br />

Japan und Australien bekannt geworden<br />

und wird andortigen Universitäten<br />

gespielt. In Deutschland<br />

hat die junge Sportartbesonders viel<br />

Zulauf bekommen, nachdem Stefan<br />

Raab sie 2015 in seiner Show „TVTotal“<br />

präsentierte. Esfinden seit einigen<br />

Jahren auch Welt- und Europameisterschaften<br />

statt.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 21<br />

·························································································································································································································································································<br />

Sport<br />

Nach<br />

der<br />

Watschn<br />

Skirennläufer Dreßen will in<br />

Garmisch wieder überzeugen<br />

Pünktlich zum einzigen Training<br />

vorder AbfahrtinGarmisch-Partenkirchen<br />

war das Wetter WM-reif.<br />

Nach Regen am Morgen und einer<br />

Woche voll Hoffen und Bangen um<br />

denWeltcup auf der Kandahar waren<br />

Sonne und blauer Himmel am Freitagmittag<br />

eine Belohnung für die<br />

Helfer und Organisatoren des wichtigsten<br />

deutschen Skirennens. Denn<br />

neben einer fairen, sicheren Abfahrt<br />

am Sonnabend und dem Riesenslalom<br />

am Sonntag geht es um einen<br />

guten Eindruck vor der Vergabeentscheidung<br />

für die Ski-WM 2025. Im<br />

Mai benennt der Weltverband den<br />

Gastgeber für die Titelkämpfe in fünf<br />

Jahren, neben Garmisch-Partenkirchen<br />

haben sich Crans-Montana in<br />

der Schweiz und Saalbach-Hinterglemm<br />

in Österreich beworben.<br />

Wie auf Touren-Skischuhen<br />

Trotz des sonnigen Wetters war Thomas<br />

Dreßen noch nicht glücklich.<br />

Klar, dass es am Freitag überhaupt<br />

einen Trainingslauf für die Kandahar-Abfahrt<br />

gegeben hatte, stand<br />

über allem. „Es war eine saubere<br />

Fahrt“, sagte Dreßen. Aber, fügte er<br />

mit Blick auf den Heimweltcup am<br />

Sonnabend (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport)<br />

an, „ich muss auf alle Fälle<br />

meine Skischuhe etwas früher eingraben.“<br />

Warum? „Das war, als<br />

würde ich mit Touren-Skischuhen<br />

fahren. Nicht so optimal.“<br />

Dreßen als Tourengeher auf dieser<br />

schwierigen Piste? Sicher kein Erfolgsrezept!<br />

Eine knappe Sekunde<br />

hatte der 26-Jährige Rückstand auf<br />

den Trainingsschnellsten Johan Clarey(Frankreich).<br />

Daswar ordentlich.<br />

„Das“, sagte Dreßen, „ist eine Männerabfahrt.“<br />

Die „Watschn“ auf der<br />

Streif hat der deutsche Vorzeigerennläufer<br />

offenkundig gut verkraftet.<br />

„Kitzbühel war ein Schuss in den<br />

Ofen“, sagte Dreßen trocken. Außerdem<br />

ist dieVorfreude auf seine Hausstrecke<br />

viel zu groß, um sich mit dem<br />

26. Platz am Hahnenkamm zu befassen:<br />

„Ich bin 20 Minuten weg von<br />

hier aufgewachsen, es kommen viele<br />

Leute zum Zuschauen. Ich freue<br />

mich extrem.“ Dreßen ist erholt angereist.<br />

„Ich habe die letzten Tage die<br />

Füße hochgelegt und ein paar regenerative<br />

Übungen gemacht“, sagte<br />

er.„Insgesamt bin ich topfit, das Knie<br />

passt auch.“ (dpa, sid)<br />

Caroline lockert die Hüften<br />

Dominic Thiem setzt sichgegen AlexZverev durchund trifft im Finaleder Australian Openauf Novak Djokovic<br />

VonDoris Henkel, Melbourne<br />

Eswar ein Ende wie aus dem<br />

Lehrbuch. Zweimal traf<br />

Dominic Thiem fast dieselbe<br />

Stelle des blauen Platzes,<br />

der Druck nahm zu, und dann<br />

platzierte er mit aller Finesse einen<br />

feinenVolleystopp.Eswar der Schlag<br />

zum Sieg in vier Sätzen gegen Alexander<br />

Zverev (3:6, 6:4, 7:6, 7:6), und<br />

er hatte dieses Spiel verdient gewonnen,<br />

weil er in den entscheidenden<br />

Momenten mutiger und aggressiver<br />

gespielt hatte. Doch auch für Zverev<br />

gab es nach der Premiere imHalbfinale<br />

positiveErkenntnisse:„Ich habe<br />

gutes Tennis gespielt“, fand er,„und<br />

seit der dritten Runde hab’ ich mich<br />

selbst gefunden auf dem Platz.“ Dass<br />

er nach dieser Selbstfindung ein gefährlicherer<br />

Gegner als je zuvor sein<br />

wird, ist ziemlich wahrscheinlich.<br />

Es war ein bewegter Abend in der<br />

Rod Laver Arena. Nach den ersten<br />

drei Spielen fielen ein paar Tropfen<br />

Regen, das Dach wurde geschlossen,<br />

der Rest fand in der Halle statt. Mitte<br />

des ersten Satzes wirkte der Österreicher<br />

müde; man konnte sich fragen,<br />

ob es eine Rolle spielen würde, dass<br />

er auf dem Wegindieses Halbfinale<br />

mehr als vier Stunden länger unterwegs<br />

gewesen war als Zverev, inerster<br />

Linie wegen des langen Viertelfinales<br />

gegen Rafael Nadal.<br />

Starke Aufschläge<br />

Hochklassiges Halbfinale: Alex Zverev(l.) unterliegt Dominic Thiem.<br />

ÜBERRASCHENDES FRAUEN-FINALE<br />

Plan: Mit ihrem Premieren-Titel bei den Australian<br />

Open will Garbiñe Muguruza ihre Rückkehr<br />

in die Weltspitze perfekt machen. In einem<br />

unerwarteten Endspiel trifft die 26-jährigeSpanierin<br />

am Sonnabend (09.30 Uhr<br />

MEZ/Eurosport) in Melbourne auf die 21-<br />

jährigeAmerikanerin Sofia Kenin. Für diese<br />

ist es das erste Grand-Slam-Finale.<br />

AFP/WILLIAM WEST<br />

Plot: 2016 hatte Muguruza die French Open<br />

gewonnen, ein Jahr später in Wimbledon ,bei<br />

den French Open 2018 stand sie im Halbfinale.<br />

Dann kam ein Bruch. In Melbourne<br />

zählt sie nicht zu den 32 gesetzten Spielerinnen.<br />

Die Rückkehr zur früheren spanischen<br />

Weltklassespielerin Conchita Martinez als<br />

Trainerin scheint ihr gut zu tun.<br />

Der Plot des ersten Satzes wurde zu<br />

Beginn des zweiten umgehend umgeschrieben.<br />

Thiem ging schnell mit<br />

einem Break in Führung und stellte<br />

die Weiche zum Gewinn dieses zweiten<br />

Durchgangs mit einem weiteren<br />

20 Minuten später. 1:1 nach Sätzen,<br />

also alles wieder vonvorn, dann gingen<br />

die Lichter auf einer Seite aus.Es<br />

dauerte zehn Minuten, bis die Sache<br />

repariert war, umkeine Unruhe aufkommen<br />

zu lassen, legte der Discjockey<br />

wieder mal Neil Diamonds Gassenhauer<br />

Sweet Caroline auf, und<br />

Caroline lockerte die Hüften des Österreichers.<br />

Thiem schaffte es wieder,<br />

Zverev den Aufschlag abzunehmen,<br />

obwohl der an diesem Abend<br />

wie schon während des gesamten<br />

Turniers extrem stark servierte und<br />

über 80 Prozent seiner ersten Aufschläge<br />

ins Feld brachte.<br />

Zverev glich Mitte des Satzes aus,<br />

und beim Stand von 5:4 hatte er die<br />

große Chance mit zwei Breakbällen,<br />

den Satz zu gewinnen. Doch beide<br />

wehrte Thiem mit grandiosen<br />

Schüssen ab, einmal mit der Vorhand,<br />

einmal mit der Rückhand; es<br />

war rückblickend betrachtet eine der<br />

wichtigsten Phasen der Partie. Starker<br />

Aufschlag schön und gut, meinte<br />

Zverev hinterher, aber er habe 14<br />

Breakbälle gehabt, und das sollte eigentlich<br />

genug sein. „In den entscheidenden<br />

Momenten hab’ ich<br />

einfach nichts mein Bestes gespielt,<br />

er dagegen schon. Daswar die Stelle,<br />

an der das Spiel irgendwie seinen<br />

Weggenommen hat.“ Miteinem zuckersüßen<br />

Halbvolleystopp ging Dominic<br />

Thiem im Tiebreak früh in<br />

Führung, er hielt sie bis zum Ende.<br />

Gute Chance gegen Djokovic<br />

Und was sich schon in den ersten<br />

drei Sätzen gezeigt hatte, das sah<br />

man auch im vierten: Obwohl Zverev<br />

mit seinen Aufschlagspielen starke<br />

Akzente setzte –Thiem sagte, essei<br />

fast unmöglich gewesen, den zu brechen<br />

–, hatte der Österreicher in den<br />

Grundlinien-Duellen die besseren,<br />

unberechenbareren Variationen. Die<br />

vonvielen bewunderte Rückhand als<br />

Slice, als Topspin mit extrem viel<br />

Drall oder wie seit einiger Zeit öfter<br />

mit etwas weniger Drall und dafür<br />

mit mehr Karacho gespielt, kombiniert<br />

mit der gefährlichen Vorhand.<br />

Wieder landeten sie im Tiebreak,<br />

und ausgerechnet in diesen Momenten<br />

leistete sich Zverev einen seiner<br />

insgesamt nur drei Doppelfehler –<br />

der Ball flog weit über die Aufschlaglinie<br />

hinaus, fast so weit wie ein<br />

Schmetterball später,und aus dieser<br />

Grube kam er nicht mehr heraus.<br />

Den ersten Matchball des Österreichers<br />

wehrte er mit seinem 16. Ass<br />

der Partie ab, doch beim zweiten<br />

packte Thiem noch mal eine Lieblingskombination<br />

aus.<br />

Nach drei Stunden und 42 Minuten<br />

endete Alexander Zverevs erstes<br />

Halbfinale in Melbourne, aber die<br />

Frage, was in ein paar Tagen von alldem<br />

übrig bleiben werde, beantwortete<br />

er mit einer Einschätzung, die er<br />

schon oft vorgetragen hatte. Inein<br />

paar Tagen werdeerdas Turnier vergessen<br />

haben, sowohl die guten als<br />

auch die schlechten Dinge, werde<br />

wieder beim Training sein und alles<br />

dafür tun, die nächsten Turniere zu<br />

gewinnen. Und wer nun das letzte<br />

Spiel der Australian Open gewinnt?<br />

Novak Djokovic, der seinen achten<br />

Titel will, oder Dominic Thiem? Zverevglaubt,<br />

der Freund aus Österreich<br />

habe eine Chance. „Er spielt das<br />

beste Tennis seines Lebens, und ich<br />

glaube, dass das gut genug ist; ich<br />

wünsche ihm nur das Beste.“<br />

Angst<br />

vor dem<br />

Virus<br />

Tokio dementiert Gerüchte<br />

um eine Olympia-Absage<br />

Trotz der Ausbreitung des Coronavirus’halten<br />

die Olympia-Macher<br />

vonTokio an den Sommerspielen<br />

fest und stemmen sich gegen Gerüchte<br />

um eine mögliche Absage.<br />

„Wir haben nie diskutiert, die Spiele<br />

abzusagen“, teilte das Organisationskomitee<br />

in Tokio am Freitag mit.<br />

Im Internet hatten zuvor entsprechende<br />

Gerüchte kursiert. Man<br />

werdeweiterhin mit dem Internationalen<br />

Olympischen Komitee (IOC)<br />

und relevanten Organisationen kooperieren<br />

und falls nötig, Gegenmaßnahmen<br />

überprüfen, hieß es<br />

weiter. „Vorbereitungen für Tokio<br />

2020 gehen wie geplant weiter“,<br />

teilte zudem das IOC mit. Die Sommerspiele<br />

sollen am 24. Juli eröffnet<br />

werden und bis zum 9. August dauern.<br />

Danach folgen vom 25. August<br />

bis 6. September die Paralympics.<br />

Japan hat derweil seine Maßnahmen<br />

weiter verstärkt, um eine Ausbreitung<br />

der Krankheit im eigenen<br />

Land zu verhindern. Bis Freitag belief<br />

sich die Zahl der bestätigten Fälle<br />

des neuen Erregers in Japan auf 17.<br />

In den meisten Fällen erfolgten die<br />

Infektionen jedoch in China. DasAußenministerium<br />

in Tokio gab am<br />

Freitag eine Reisewarnung für ganz<br />

China aus und forderte die eigene<br />

Bevölkerung auf, von nicht zwingend<br />

notwendigen Besuchen in<br />

China abzusehen.<br />

Zahlreiche Absagen<br />

Bezüglich der besonders stark betroffenen<br />

chinesischen Provinz Hubei<br />

mit der Hauptstadt Wuhan, wo<br />

der Erreger ausgebrochen war, gilt<br />

eine noch höhere Warnstufe. Hier<br />

wird den Japanern von allen Reisen<br />

abgeraten. Unterdessen holte Japan<br />

am Freitag per Flugzeug weitere seiner<br />

Landsleute aus Wuhan zurück.<br />

Tokios Gouverneurin Yuriko Koike<br />

hatte vor zwei Tagen erklärt: „Wir<br />

müssen das neue Coronavirus energisch<br />

angehen, um es einzudämmen<br />

oder wir werden es bereuen.“<br />

Wegen des Coronavirus’ wurden<br />

bereits Olympia-Qualifikationsturnieren<br />

der Fußballerinnen, Basketballerinnen<br />

und Boxer aus China<br />

verlegt. Weitere Sportereignisse wie<br />

die geplanten Ski-Weltcuprennen<br />

wurden abgesagt, die chinesische<br />

Fußball-Liga verschob ihren Saisonstart.<br />

(dpa)<br />

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der ich viele schöne Jahre, die<br />

vor uns liegen, verbringen kann.<br />

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Die wilden Jahre sind vorbei! Aber<br />

ich habe viel Freude am Leben!<br />

Jürgen, 80, gepflegt u. vielseitig,<br />

lebt in guten Verhältnissen,<br />

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22 * <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

Sport<br />

Fokus<br />

auf<br />

Platz vier<br />

Die Eisbären unterliegen<br />

Straubing im Schlüsselspiel<br />

VonChristian Kattner<br />

Aufmunterung oder Durchhalteparole?<br />

Zwei Minuten vor dem<br />

Ende heizte die Hartmut-Nickel-<br />

Kurve die eigene Mannschaft noch<br />

einmal verbal auf, wollte letzten Einsatz<br />

sehen. Mehrfach hatten die Fans<br />

im Schlussdrittel den Torjubel auf<br />

den Lippen, doch direkt vor ihren<br />

Augen scheiterten die Eisbären Berlin<br />

ein ums andere Mal. Und dann<br />

waren sie knapp sechs Minuten vor<br />

dem Ende auch noch 1:2 in Rückstand<br />

geraten. Doch alle Unterstützung,<br />

alle Aufmunterung half nicht.<br />

Der Tabellenvierte unterlag dem<br />

Dritten.<br />

Pföderlsorgt für Führung<br />

Dabei schien der Formaufbau in<br />

Richtung Play-offs bei den Eisbären<br />

lange Zeit zu passen. Das Team von<br />

Trainer Serge Aubin zeigte sich im<br />

Duell mit den Straubingern aggressiv<br />

und über weite Strecken dominant.<br />

Gerade die Offensivreihe um<br />

James Sheppard, Marcel Noebels<br />

und Leo Pföderl ist seit Wochen in<br />

bestechender Form und stellte das<br />

erneut unter Beweis.War das Eisbären-Trio<br />

auf dem Eis, wurde es gefährlich.<br />

Und diese Offensivpower<br />

wurde bereits in der siebten Minuten<br />

belohnt. Am Ende einer Sequenz mit<br />

zahlreichen Torschüssen landete die<br />

Scheibe bei Leo Pföderl, der zur frühen<br />

Führung für die Gastgeber traf.<br />

Auch in der Folgezeit hatten die <strong>Berliner</strong><br />

das Geschehen im Griff. Besonders<br />

deutlich machte das ein Unterzahl-Spiel,<br />

in dem die Straubinger<br />

nicht wirklich in eine aussichtsreiche<br />

Angriffsformation kamen. „Unser<br />

Plan ist gut aufgegangen“, sagte<br />

Ryan McKiernan in der Pause.<br />

Und auch nach der Pause hatten<br />

die Eisbären die größeren Möglichkeiten.<br />

Wenn es in dieser Phase etwas<br />

zu kritisieren gab, war es die<br />

mangelnde Chancenverwertung.<br />

Mal landete der Puck nur am Pfosten,<br />

mal rutschte ein Spieler beim<br />

Schuss wegund mal hielt Straubings<br />

Torwart. So viel Chancenwucher<br />

wurde kurz vor Ende des zweiten<br />

Drittels bestraft. Vier Sekunden fehlten<br />

und die Zeitstrafe von Constantin<br />

Braun wäre abgelaufen, aber so<br />

traf Straubing 20 Sekunden vor der<br />

nächsten Pause in Überzahl durch<br />

Chase Balisy. Trotz guter Chancen<br />

sollte es im Schlussdrittel noch<br />

schlimmer kommen: Antoine<br />

Laganiéretrafzum 2:1 für Straubing.<br />

Das große Gewürge<br />

Hertha BSC enttäuscht beim 0:0 gegen Schalke 04. Auch Zugang Krzysztof Piatek kann noch nichts bewirken<br />

VonMichael Jahn<br />

Krzysztof Piatek hat mal<br />

ganz „Italien im Sturm erobert“.<br />

Befand zumindest<br />

die Gazzetta dello Sport,<br />

nachdem der Pole in der Spielzeit<br />

2018/19 in seinen ersten zehn Spielen<br />

für den Serie-A-Klub Sampdoria<br />

Genua stolze dreizehn Tore erzielt<br />

hatte. Damüsste es für den 24 Jahre<br />

alten Angreifer aus dem niederschlesischen<br />

Dzierzoniowdoch ein Leichtes<br />

sein, vielleicht nicht gleich ganz<br />

Deutschland, aber zumindest Berlin<br />

oder fürs Erste eben auch nur Charlottenburgzuerobern.<br />

Ob Piatek dazu in der Lage ist,<br />

lässt sich nach diesem eher frühlings-<br />

denn winterhaften Freitagabend<br />

im <strong>Berliner</strong> Olympiastadion<br />

freilich noch nicht in letzter Konsequenz<br />

sagen. Der 22-Millionen-<br />

Euro-plus-Boni-Mann kam beim 0:0<br />

gegen den FC Schalke zwar zu einem<br />

halbstündigen Einsatz, konnte aber<br />

seinem Ruf, ein Spezialist für das 1:0<br />

seiner Mannschaft zu sein, noch<br />

nicht gerecht werden. Was auch<br />

nicht verwundern kann, weil er a)<br />

doch erst mal die Strapazen des<br />

Transfers verarbeiten muss und b)<br />

und plötzlich Spieler in einer immer<br />

noch nicht funktionierenden Mannschaft<br />

ist. Immerhin konnte er bei einem<br />

Kopfball in der 73. Minute seine<br />

Torgefährlichkeit andeuten, wobei<br />

er womöglich doch besser dem hinter<br />

ihm positionierten Dedryck<br />

Boyata den Vortritt hätte lassen sollen.<br />

AufAbsicherung bedacht<br />

Womöglich darf Piatek schon am<br />

Dienstagabend von Beginn an ran,<br />

wenn die Hertha in der dritten<br />

Runde des DFB-Pokals in so einer Art<br />

Rückspiel bei Schalke 04 anzutreten<br />

hat. Doch drängt sich grundsätzlich<br />

schon die Frage auf, ob Klinsmann<br />

bereit ist, die taktische Marschroute<br />

im Sinne seines neuen Strafraumstürmers<br />

zu verändern. Auch gegen<br />

den FC Schalke war die Hertha nämlich<br />

erst mal auf Absicherung bedacht,<br />

ließ die Gäste agieren, was die<br />

allerdings aufgrund ihrer spielerischen<br />

Defizite nicht zu ihrem Vorteil<br />

nutzen konnten.<br />

Dieses Nicht-Wollen und Nicht-<br />

Können hatte in der ersten Hälfte ein<br />

unattraktives Gewürge zur Folge.<br />

Wasauch immer in die Tiefe gespielt<br />

wurde, verlor sich da wie dort inder<br />

gegnerischen Abwehrreihe. Flankenbälle<br />

landeten da, wo bei Leichtathletik-Wettkämpfen<br />

die Hochspringer<br />

in die dicke Matte plumpsen.<br />

Kaum einer wagte ein Dribbling,<br />

und wenn einer tatsächlich eine Ein-<br />

Willkommen in der Bundesliga: Herthas Piatek im Luftkampf mit Nastasic.<br />

Kommen: Hertha BSC hat den vierten Zugang<br />

in der Winter-Transferperiodeverpflichtet. In<br />

Matheus Cunha vonRBLeipzig nahmen die<br />

<strong>Berliner</strong> einenweiterenoffensiven Spieler unterVertrag.Der<br />

20-Jährigeunterschrieb einen<br />

Vertrag 2024. Zur Ablösesummemachten<br />

beideKlubs keine Angaben.Kolportiertwerden<br />

18 Millionen Euro plus Boni.<br />

CUNHA FÜR SELKE<br />

CITY-PRESS<br />

Gehen: Unterdessen hat in Davie Selkeein<br />

ehemaliger Leipziger die <strong>Berliner</strong> verlassen.<br />

Der 25 Jahre alte Stürmer wird zunächst an<br />

den Ligakonkurrenten Werder Bremen ausgeliehen.<br />

Sollte die Hanseaten in den kommenden<br />

beiden Spielzeiten nicht aus der Bundesligaabsteigen,<br />

besteht eine Kaufpflicht<br />

für Selke.<br />

zelaktion startete,wurde die sogleich<br />

durch ein Foul gestoppt. Und mal<br />

ehrlich, ist ein Torschuss eigentlich<br />

ein Torschuss,wenn ein Schuss –wie<br />

bei Marius Wolf in der 24. Minute –<br />

drei Meter am Torvorbeigeht? Von<br />

Torgefahr konnte letztlich nur einmal<br />

die Rede sein, nämlich als Schalkes<br />

Weston McKennie in der 45. Minute<br />

an der Strafraumgrenze frei<br />

zum Schuss kam, sein Schuss aber<br />

von Maxi Mittelstädt entschärft und<br />

von Keeper Rune Jarstein noch über<br />

die Querlatte gelenkt wurde.<br />

Nach etwas mehr als einer Stunde<br />

Spielzeit, nachdem Boyata mit einem<br />

dicken Patzer beim Rückspiel<br />

auf Jarstein fast den Rückstand verursacht<br />

hatte,waren Klinsmann und<br />

dessen Zuarbeiter auf der Hertha-<br />

Bank zu dem Schluss gekommen,<br />

dass nun doch ein Personalwechsel<br />

vonnöten war.ArneMaier,der in der<br />

Winterpause laut seinen Wechselwunsch<br />

kundgetan hatte, entledigte<br />

sich seines Trainingsanzugs,<br />

schlüpfte ins Trikot. Genauso wie Piatek,<br />

der kurzvor seinem Debüt von<br />

Klinsmann noch eine kurze Streicheleinheit<br />

und ein breites Grinsen<br />

mit auf den Wegbekam. Maier kam<br />

für Grujic, der sich in einem Kopfballduell<br />

eine Beule zugezogen<br />

hatte, ins Spiel, Piatek wiederum für<br />

Wolf, der auf dem rechten Flügel viel<br />

versuchte, aber genauso wie sein<br />

Pendant auf linken Seite,JavairoDilrosun,<br />

ohne Wirkung blieb.<br />

Keine klareStruktur<br />

Ein bisschen gefälliger und zielorientierter<br />

wurde das Spiel der Hertha<br />

in der Schlussphase. Doch auch in<br />

diesem Spielabschnitt war keine<br />

klare Struktur zu erkennen, eine<br />

Struktur, welche die Basis für Spielfluss<br />

ist, für ein Miteinander,das den<br />

Gegner in eine Verlegenheit bringt.<br />

Ein Sieg für die Hertha, den Maxi<br />

Mittelstädt in der Nachspielzeit mit<br />

einem Flachschuss nur knapp verfehlte,<br />

wäre auch deshalb vor 47863<br />

Zuschauer letztlich nicht verdient<br />

gewesen.<br />

Nurein paar Profis dürfen sich bei<br />

Hertha sicher sein, dass sie den hohen<br />

Ansprüchen des Übungsleiters<br />

genügen. Innenverteidiger Dedrych<br />

Boyata zählt offensichtlich dazu,<br />

aber nicht Niklas Stark, der sich nach<br />

seinem von Klinsmann gelobten<br />

Einsatz beim 2:1 in Wolfsburg doch<br />

wieder nur auf der Ersatzbank wiederfand.<br />

Dann noch Grujic, der<br />

kämpferische Santiago Ascacibar<br />

und vielleicht auch Dodi Lukebakio.<br />

DerRest kann froh sein, dass gestern<br />

um 18 Uhr, also zweieinhalb Stunden<br />

vorSpielbeginn dieWintertransferperiode<br />

endete.<br />

ZAHLEN<br />

Eishockey<br />

DEL, 42. Spieltag<br />

Eisbären Berlin -Straubing Tigers 1:2<br />

Nürnberg Ice Tigers -Bremerhaven 1:3<br />

Schwenningen- Düsseldorfer EG 1:2<br />

ERC Ingolstadt -Iserlohn Roosters 2:1 n. V.<br />

Krefeld Pinguine -Kölner Haie 8:2<br />

Grizzlys Wolfsburg -Adler Mannheim 4:2<br />

1. Red Bull München 42 149:106 90<br />

2. Adler Mannheim 42 148:106 85<br />

3. Straubing Tigers 42 143:105 81<br />

4. Pinguins Bremerhaven 42 129:118 72<br />

5. Eisbären Berlin 41 130:117 71<br />

6. Düsseldorfer EG 41 103: 94 65<br />

7. ERC Ingolstadt 42 131:127 65<br />

8. Grizzlys Wolfsburg 42 121:122 60<br />

9. Nürnberg Ice Tigers 42 118:131 60<br />

10. Augsburger Panther 41 112:122 56<br />

11. Kölner Haie 42 102:132 52<br />

12. Krefeld Pinguine 42 116:139 45<br />

13. Iserlohn Roosters 42 90:130 40<br />

14. Schwenninger Wild Wings 41 95:138 34<br />

Fussball<br />

Bundesliga, 20. Spieltag<br />

Hertha BSC -FCSchalke 0:0<br />

Dortmund -1.FCUnion Sa., 15.30<br />

Hoffenheim -Leverkusen Sa., 15.30<br />

Düsseldorf -Frankfurt Sa., 15.30<br />

Mainz -BayernMünchen Sa., 15.30<br />

Augsburg -Bremen Sa., 15.30<br />

Leipzig -M’gladbach Sa., 18.30<br />

1. FC Köln -SCFreiburg So., 15.30<br />

Paderborn-Wolfsburg So., 18.00<br />

1. RB Leipzig 19 51:23 40<br />

2. Bayern München 19 55:22 39<br />

3. Borussia Mönchengladbach 19 36:21 38<br />

4. Borussia Dortmund 19 51:28 36<br />

5. BayerLeverkusen 19 30:22 34<br />

6. Schalke04 20 31:26 34<br />

7. TSG Hoffenheim 19 29:30 30<br />

8. SC Freiburg 19 29:26 29<br />

9. Eintracht Frankfurt 19 31:30 24<br />

10. VfL Wolfsburg 19 20:23 24<br />

11. 1. FC Union 19 23:27 23<br />

12. FC Augsburg 19 31:38 23<br />

13. Hertha BSC 20 24:34 23<br />

14. 1. FC Köln 19 23:38 20<br />

15. FSV Mainz 05 19 27:44 18<br />

16. Werder Bremen 19 24:44 17<br />

17. SC Paderborn 19 23:40 15<br />

18. Fortuna Düsseldorf 19 18:40 15<br />

Zweite Liga, 20. Spieltag<br />

Jahn Regensburg -SpVgg Fürth 0:2 (0:2)<br />

ErzgebirgeAue -Arminia Bielefeld 0:0<br />

Hannover96-SVWehen Wiesbaden Sa., 13.00<br />

FC St. Pauli -VfB Stuttgart Sa., 13.00<br />

Karlsruher SC -Holstein Kiel Sa., 13.00<br />

1. FC Nürnberg -SVSandhausen So., 13.30<br />

1. FC Heidenheim -Dynamo Dresden So., 13.30<br />

Darmstadt 98 -VfL Osnabrück So., 13.30<br />

VfL Bochum -Hamburger SV Mo., 20.30<br />

Dritte Liga, 22. Spieltag<br />

Hallescher FC -Viktoria Köln 3:4 (0:1)<br />

SV Meppen -Chemnitzer FC Sa., 14.00<br />

Unterhaching -Uerdingen Sa., 14.00<br />

FC Ingolstadt -1.FCKaiserslautern Sa., 14.00<br />

Preußen Münster -MSV Duisburg Sa., 14.00<br />

Eintracht Braunschweig -CZJena Sa., 14.00<br />

FC Bayern II -Hansa Rostock Sa., 14.00<br />

Waldhof Mannheim -1.FCMagdeburg So., 13.00<br />

FSV Zwickau -1860 München So., 14.00<br />

SG Großaspach -Würzburger Kickers Mo., 19.00<br />

Sienna Miller<br />

Mein Traum von<br />

Joaquin Phoenix<br />

Morgen<br />

lesen!<br />

Wassie mit dem Schauspieler vor hat,und wie sehr sie ihre<br />

Tochter liebt,verrät der Filmstar (38) im KURIER-Interview<br />

Foto: AP<br />

AM<br />

SONNTAG<br />

Der vonhier


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 23<br />

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Sport<br />

Der<br />

Statistik zum<br />

Trotz<br />

Leipzig-Coach Nagelsmann<br />

will kein Favorit sein<br />

Das Lob aus Mönchengladbach<br />

entlockte Julian Nagelsmann<br />

nur ein müdes Lächeln. Borussia-<br />

Sportdirektor Max Eberl hatte RB<br />

Leipzig vor dem Topspiel des Tabellendritten<br />

beim Spitzenreiter am<br />

Sonnabend (18.30 Uhr) erneut zum<br />

Favoriten im Meisterrennen erklärt.<br />

Doch der Trainer der Sachsen wehrte<br />

sich gegen diese Rolle –und wollte<br />

sie nicht einmal für das wegweisende<br />

Duell annehmen. „ImFußball<br />

mit so wenigen Toren kann doch jeder<br />

gegen jeden gewinnen“, sagte<br />

Nagelsmann, der beide Mannschaften<br />

auf Augenhöhe sieht: „Das ist ein<br />

Spitzenspiel, wir versuchen alles<br />

reinzuwerfen.“<br />

Für Leipzig und Gladbach geht es<br />

um viel. RB will nach dem Rückschlag<br />

in Frankfurt (0:2) und dem<br />

Wirbel um die Friseur-Affäre wieder<br />

punkten. Nach sieben Wochen an<br />

der Spitze droht der Verlust der Tabellenführung,<br />

sogar bei einem Remis<br />

könnte das Nagelsmann-Team<br />

vonRang eins verdrängt werden. Um<br />

das zu verhindern, hatte der 32 Jahre<br />

alte Fußballlehrer zuletzt die Zügel<br />

angezogen. Mit seiner Gipfelkreuz-<br />

Rede kritisierte er die Einstellung seiner<br />

Mannschaft, rüttelte die Profis<br />

damit wach. „Ich glaube, wenn man<br />

ganz ehrlich ist, hatte der Trainer<br />

recht“, sagte Torhüter Peter Gulacsi<br />

über Nagelsmanns Wutrede.<br />

Auswärtsschwache Borussen<br />

Eine passende Reaktion soll auf dem<br />

Platz folgen –und ist auch hinsichtlich<br />

der kommenden Aufgaben notwendig.<br />

BisEnde Februar tritt RB unter<br />

anderem noch bei Rekordmeister<br />

Bayern München und Schalke 04 an.<br />

Gegen Gladbach kann Leipzig die<br />

Grundlage für eine erfolgreiche<br />

Rückrunde legen. „Es ist einfach ein<br />

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geiler Moment für uns in der Liga“,<br />

sagte Gulacsi: „Wir wollen unsere<br />

Auftritte in diesen Topspielen unbedingt<br />

verbessern.“<br />

Mönchengladbach, das mit einem<br />

Sieg an RB vorbeiziehen würde,<br />

will derweil vor allem seine Auswärtsbilanz<br />

verbessern. Zuletzt holten<br />

die Borussen nur einen Punkt<br />

aus vier Auftritten in der Fremde,<br />

verloren unter anderem bei Union<br />

Berlin (0:2) und dem VfL Wolfsburg<br />

(1:2). Will die Borussia den Traum<br />

vonder Champions League oder sogar<br />

mehr realisieren, muss auswärts<br />

besser gepunktet werden. „Für uns<br />

geht es darum, solche Spitzenspiele<br />

zu gewinnen, wenn wir oben dran<br />

bleiben wollen. Das ist für uns der<br />

nächste Schritt“, sagte Trainer Marco<br />

Rose.<br />

Für die Begegnung in Leipzig, wo<br />

Roses Frau Nikola und Tochter Maria<br />

noch immer leben, forderte Rose<br />

„maximale Überzeugung“. Dasgelte<br />

vor allem bei Ballbesitz. „Nur gegen<br />

den Ball wird man gegen Leipzig<br />

nicht erfolgreich sein. Du musste sie<br />

auch beschäftigen“, sagte Rose. Besonders<br />

vorTorjäger Timo Werner ist<br />

die Borussia gewarnt –imHinspiel<br />

(3:1) erzielte der Nationalspieler alle<br />

drei RB-Treffer.<br />

Wenig Hoffnung macht der Borussia<br />

aber die Statistik: In sieben<br />

Versuchen hat die Fohlenelf gegen<br />

Leipzig noch nie gewonnen. (sid)<br />

2<br />

9.50<br />

Ein Freund des ruhenden Balles: Christopher Trimmel.<br />

Ode an den Eckstoß<br />

Dank Christopher Trimmel hat der 1. FC Union ein Stilmittel, das den BVB in große Verlegenheit bringen kann<br />

VonMarkus Lotter<br />

Der Eckstoß oder Eckball,<br />

in England, aber auch in<br />

Österreich und der<br />

Schweiz „Corner“ genannt,<br />

ist neben dem Strafstoß und<br />

dem Freistoß die fraglos verfänglichste<br />

Übung für einen Fußballspieler.<br />

Sieht so einfach aus, birgt allerdings<br />

für den Schützen aufgrund der<br />

Komplexität der Schussbewegung<br />

(samt gern mal eingeschränktem<br />

Anlauf) und der Abhängigkeit vom<br />

richtigen Mitwirken der Mitspieler<br />

eine sehr große Gefahr sich zu blamieren.<br />

Zu kurz, zu lang, dann mal<br />

gerneine leichte Fangübung für den<br />

gegnerischen Torhüter, ach, es ist<br />

doch immer der Schütze, der bei einer<br />

uneffektiven Ausführung den<br />

Zorn der Zuschauer abbekommt –<br />

und beim nächsten Mal unter noch<br />

größerem Druck samt Ball zur Eckfahne<br />

marschiert. Schon Pierre Littbarski<br />

wusste: „Wer einen Eckball<br />

hinters Torhaut, ist die Oberpfeife,<br />

wertrifft, ist reif für die Nationalelf.“<br />

So kommt es nicht von ungefähr,<br />

dass Pep Guardiola während seiner<br />

Zeit beim FC Barcelona den Profis<br />

nahelegte, „el córner“ doch bitte<br />

kurz auszuführen. Mit der Begründung,<br />

dass seine doch eher kleingewachsenen<br />

Spieler beim Kopfballspiel<br />

ohnehin unterlegen wären und<br />

der Ball beim Eckstoß doch immer<br />

zu weit vom gegnerischen Torentfernt<br />

wäre, als dass dadurch zwangsläufig<br />

eine Tormöglichkeit hervorgerufen<br />

werden könnte.Zudem bannte<br />

der Katalane mit dieser Maßnahme<br />

auch das Risiko eines schnellen Gegenangriffs.<br />

Der Eckball, der übrigens schon<br />

im Oktober 1868 vonden visionären<br />

Urhebern der „Laws of the Sheffield<br />

Football Association“ in das Spiel<br />

eingeführt wurde, ist jedenfalls eine<br />

Sache für Spezialisten. Fritz Walter<br />

beispielsweise war so einer, auf Geheiß<br />

vonSepp Herberger,der sich in<br />

seiner im Jahr 1930 verfassten Diplomarbeit<br />

schon ausführlich mit<br />

dieser gernmal unterschätzten Standardsituation<br />

und dem sogenannten<br />

„Freisperren“ auseinandergesetzt<br />

hatte. Nicht wenige halten dieses<br />

Stilmittel für ein maßgebliches beim<br />

Gewinn des WM-Titels im Jahr 1954.<br />

Zwei vonsechs Torender Deutschen<br />

im Halbfinale gegen Österreich fielen<br />

im Anschluss an einen Eckball,<br />

genauso wie der 2:2-Ausgleichstreffer<br />

durch Helmut Rahn im Finale gegen<br />

die Ungarn. In seinem Buch<br />

„Mein Hobby: Tore schießen“ berichtete<br />

Rahn:„Corner Nummer eins<br />

war kurzgekommen, also kam –verabredungsgemäß<br />

–die zweite lang.“<br />

Was das alles mit der Auswärtspartie<br />

des 1. FC Union bei Borussia<br />

Dortmund zu tun hat? Nun, unsere<br />

Kollegen vom Institut für Spielana-<br />

„Wer einen Eckball hinters Torhaut,<br />

ist die Oberpfeife, wer trifft,<br />

ist reif für die Nationalelf.“<br />

Pierre Littbarski war beim Eckballschießen offensichtlich keine Oberpfeife.<br />

lyse haben in Vorbereitung auf das<br />

Spiel gezählt und die Zahlen dahingehend<br />

gedeutet, dass sich im<br />

grundsätzlich doch eher ungleichen<br />

Vergleich zwischen den beiden<br />

Mannschaften gerade bei den Eckbällen<br />

eine Chance für den Außenseiter<br />

aus Köpenick eröffnet. Einerseits<br />

hat das Team vonTrainer UrsFischer<br />

im Anschluss an einen Eckstoß<br />

von Christopher Trimmel bereits<br />

sechs Tore erzielt, während Borussia<br />

Dortmund fünf Gegentreffer nach<br />

Eckstößen hinnehmen musste.<br />

Ein attraktiver Ausweg<br />

EinProblem, das die Dortmunder<br />

schon in der Vorsaison (14 Gegentreffer<br />

nach Standardsituationen)<br />

beschäftigte und Keeper Roman<br />

Bürki da schon schier zur Verzweiflung<br />

trieb. „Ich sage da nichts mehr<br />

zu, das habe ich oft genug getan. Das<br />

müssen jetzt auch mal andereerkennen.<br />

Es ärgert mich, aber ich rege<br />

mich im Spiel nicht mehr auf. Dasist<br />

mir die Energie nicht wert“, wetterte<br />

der Schweizer im Frühjahr 2019.<br />

BVB-Trainer Lucien Favre, der bei<br />

der Verteidigung von gegnerischen<br />

Standardsituationen unverdrossen<br />

auf Raumdeckung setzt, scheint jedenfalls<br />

immer noch keine Idee für<br />

eine Lösung des Missstands gefunden<br />

zu haben.<br />

Mutmüsse seine Mannschaft haben,<br />

um in Dortmund bestehen zu<br />

können, hat unterdessen UrsFischer<br />

am Donnerstag im Hinblick auf die<br />

Partie im Westfalenstadion gesagt.<br />

Oder eben eine gute Idee wie beim<br />

3:1 im Hinspiel, als sich Trimmel in<br />

der 22. Minute zur Ausführung eines<br />

Eckstoßes begab, den Ball allerdings<br />

nicht in hohem Bogen direkt vors Tor<br />

schlug, sondern als flache Hereingabe<br />

Richtung Strafraumgrenze<br />

schickte. Marius Bülter stürmte wie<br />

im Training geübt herbei, vollendete<br />

mit seinem rechten Fuß zum 1:0 für<br />

die Eisernen. Fischer sagt: „Standards<br />

sind eine Waffe, einfacher<br />

kannst du nicht zu einem Torkommen.“<br />

Emre Can verzichtet bei seinem Wechsel nach Dortmund auf viel Geld, um die Chance auf eine EM-Teilnahme zu erhöhen<br />

Nationalspieler Emre Can will<br />

mit seinem Wechsel zu Fußball-Bundesligist<br />

Borussia Dortmund<br />

seine EM-Chance deutlich<br />

erhöhen und verzichtet dafür auf<br />

viel Geld. Nach übereinstimmenden<br />

Medien-Informationen leiht<br />

der BVB den Nationalspieler zunächst<br />

bis Saisonende vom italienischen<br />

Rekordmeister Juventus Turinaus,imAnschluss<br />

soll Caneinen<br />

Vierjahresvertrag erhalten. Die Ablösesumme<br />

dürfte rund 25 Millionen<br />

Euro betragen.<br />

Laut Bildzeitung soll der 26-Jährige<br />

künftig 8,5 Millionen Euro pro<br />

Saison verdienen, in Turin waren es<br />

angeblich rund 14 Millionen. Doch<br />

für den Mittelfeldspieler, der auch<br />

in einer Vierer- oder Dreierkette<br />

agieren kann, ist die sportliche Perspektive<br />

wichtiger. Bei Juve spielte<br />

der ehemalige Münchner und Leverkusener<br />

zuletzt keine Rolle mehr.<br />

Für die Champions League wurde er<br />

in dieser Saison überhaupt<br />

nicht gemeldet.<br />

Can sah offenbar seine<br />

EM-Teilnahme in Gefahr.<br />

Der BVB rüstet mit der<br />

Verpflichtung, die nach<br />

dem Medizincheck im<br />

Laufe des Freitags offiziell<br />

verkündet werden sollte,<br />

im spannenden Titelrennen<br />

noch einmal kräftig<br />

auf. Der Wechsel wird<br />

auch durch den Verkauf von Paco<br />

Alcácer an den FC Villarreal finanziert.<br />

Für das Spiel gegen den 1. FC<br />

Union am Sonnabend (15.30<br />

Uhr/Sky) spielt Canaber wohl noch<br />

DPA/ALESSANDRO DI MARCO<br />

keine Rolle in den Überlegungen<br />

vonTrainer Lucien Favre.<br />

Dafür hofft Wunderstürmer Erling<br />

Haaland nach seinen fünf Jokertoren<br />

in den ersten beiden<br />

Begegnungen auf seinen<br />

ersten Startelfeinsatz.<br />

„Erling ist in einer hervorragenden<br />

Verfassung“,<br />

sagte Sportdirektor Michael<br />

Zorc, der angesichts<br />

der Last-Minute-Transfers<br />

in den vergangenen Tagen<br />

Frust in Turin: ein beachtliches Programm<br />

hinter sich ge-<br />

Emre Can.<br />

bracht hat.<br />

Favreblieb beim Thema Haaland<br />

allerdings gewohnt zurückhaltend<br />

und ließ sich nicht in die Karten<br />

schauen. „Es ist möglich, wir werden<br />

sehen“, sagte der Schweizer<br />

IMAGO IMAGES/KOLBERT-PRESS<br />

über einen Einsatz vonHaaland von<br />

Beginn an.<br />

Haaland hofft natürlich darauf,<br />

in der Startformation zu stehen,<br />

auch wenn er die Rolle des Jokers<br />

aufgrund seines Trainingsrückstands<br />

zuletzt akzeptierte: „Wir verfolgen<br />

einen Plan, und das war die<br />

ganze Zeit über der Plan. Wenn ich<br />

auf der Bank sitze, bin ich nur noch<br />

motivierter zu liefern“, sagte der<br />

Norweger und untermauerte dies<br />

zuletzt eindrucksvoll.<br />

Bis auf Mittelfeldspieler Thomas<br />

Delaney stehen Favre gegen Union<br />

alle Spieler zur Verfügung. Die 1:3-<br />

Niederlage im Hinspiel ist dem<br />

BVB-Coach aber noch in „schlechter<br />

Erinnerung“. Diese soll sich<br />

nicht wiederholen, der BVB sinnt<br />

auf Revanche. (sid)<br />

NACHRICHTEN<br />

Füchse starten mit<br />

Problemen in die Rückrunde<br />

HANDBALL. Miteinigen Fragezeichen<br />

starten die Füchse Berlin in das<br />

neue Handballjahr.Zum einen plagen<br />

die <strong>Berliner</strong> vorder Partie am<br />

Sonntag gegen die HBWBalingen-<br />

Weilstetten (16 Uhr) einige Personalprobleme,zum<br />

anderen weiß niemand,<br />

wo das Team eine Woche<br />

nach der EM steht. Eines ist deshalb<br />

für Kapitän Hans Lindbergklar:„Wir<br />

müssen uns schnell wieder finden.“<br />

Denn das Programm im Februar mit<br />

acht Spielen hat es gleich in sich.<br />

„Das wirdverdammt schwer“, glaubt<br />

deshalb TrainerVelimir Petkovic.Nationalspieler<br />

Paul Drux stieg erst am<br />

Donnerstag wieder ins Training ein.<br />

Undobdie Keeper Silvio Heinevetter<br />

(Fieber) und Dejan Milosavjev (Rekonvaleszent)<br />

wieder mitmischen<br />

können, ist noch offen. Klar ist, dass<br />

Fabian Wiede noch mindestens bis<br />

Aprilausfallen wird, Rechtsaußen<br />

Mattias Zachrisson sogar bis Saisonende.<br />

Albas Basketballer wollen<br />

Platz zwei behaupten<br />

BASKETBALL. DieBasketballer von<br />

Alba Berlin geben der Enttäuschung<br />

nach der bitteren Heimniederlage in<br />

der Euroleague nur wenig Platz.<br />

„Auch wenn wir das Resultat nicht<br />

mögen, wir haben über die meiste<br />

Zeit sehr gut gespielt“, sagte Coach<br />

Aíto García Reneses nach dem 70:74<br />

gegen Fenerbahce Istanbul am Donnerstag<br />

und lenkte den Blick gleich<br />

auf das nächste Spiel am Sonntag<br />

beim viertplatzierten Verfolger EWE<br />

Baskets Oldenburg(18 Uhr). Im<br />

Kampf um Platz zwei will sich der<br />

derzeitige Dritte Alba keine Patzer<br />

erlauben. DasSpiel könnte noch<br />

weitereBedeutung erlangen, denn<br />

es ist auch die Generalprobe für das<br />

Pokalfinale am 16. Februar in Berlin.<br />

KSC verpflichtet ehemaligen<br />

Hertha-Profi Ben-Hatira<br />

FUSSBALL. Zweitligist Karlsruher SC<br />

hat Änis Ben-Hatiraverpflichtet. Der<br />

31 Jahrealte Mittelfeldspieler<br />

kommt vomungarischen Erstligisten<br />

Honved Budapest und unterschrieb<br />

einen Vertragbis Saisonende.Der<br />

gebürtige <strong>Berliner</strong> startete<br />

seine Profikarrierebeim Hamburger<br />

SV (2006 bis 2011). Bis2016 lief er anschließend<br />

für Hertha BSC auf, weiterekurze<br />

Stationen folgten bei Eintracht<br />

Frankfurtund Darmstadt 98.<br />

Volleys wollen Erfolgsserie<br />

in der Liga fortsetzen<br />

VOLLEYBALL. Derdeutsche Meister<br />

BR Volleys will das fast sichereAus in<br />

der Champions League mit einer<br />

weiter makellosen Bilanz in der Bundesliga<br />

verarbeiten. „Die Frustration<br />

danach war groß“, sagte Volleys-<br />

Trainer Cedric Enardzur 2:3-Niederlage<br />

gegen Fakel NowyUrengoi. Aber<br />

um die gute Ausgangsposition in der<br />

Hauptrunde der Bundesliga zu verteidigen,<br />

könne man sich nicht mit<br />

dem letzten Spiel aufhalten. So soll<br />

die Erfolgsserie von15Siegen in 15<br />

Spielen am Sonnabend (19.30 Uhr/<br />

sporttotal.tv) in der Partie beim TV<br />

Rottenburgnicht abreißen.<br />

Wasserballer erhalten Platz<br />

bei Qualifikations-Turnier<br />

WASSERBALL. Dasdeutsche Team<br />

erhält einen Platz für das Olympia-<br />

Qualifikationsturnier Ende Märzin<br />

Rotterdam. Wieder Weltverband<br />

Fina am Freitag bekanntgab,sind für<br />

das Zwölf-Nationen-Turnier vom22.<br />

bis zum 29. MärzAbsagen teilnahmeberechtigter<br />

Teams aus Afrika<br />

und Ozeanien eingegangen. Entgegen<br />

zwischenzeitlicher Verlautbarungen<br />

werden in den Niederlanden<br />

nur noch drei statt vier Olympiaplätzevergeben.<br />

DerWeg zu Olympia<br />

wirdsomit schwieriger.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 24<br />

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Sport<br />

Go, West!<br />

Die San Francisco 49ers haben Jahre der Mittelmäßigkeit<br />

hinter sich. Jetzt sind sie im Super Bowl gegen die Kansas City<br />

Chiefs Favorit –und auf dem Wegzualter Stärke<br />

VonSebastian Moll, New York<br />

Fingerzeig: Das Team der 49ersbei der Rudelbildung namens Huddle. In Miami will es wieder zur Nummer eins der National Football League aufsteigen.<br />

GETTY IMAGES/CORAL GABLES<br />

Esgab eine Zeit, da war Playoff-Football<br />

ohne SanFrancisco<br />

undenkbar. Rund<br />

zwanzig Jahrelang, vonBeginn<br />

der 80er-Jahre bis 1998, waren<br />

die San Francisco 49ers eine Macht<br />

in der National Football League<br />

(NFL), fünf Titel haben sie in dieser<br />

Zeit angehäuft und Legenden wie Joe<br />

Montana und Jerry West hervorgebracht.<br />

Das Football-Team, das damals<br />

noch im Candlestick-Park mitten<br />

in der Stadt spielte,war der ganze<br />

Stolz vonSan Francisco.<br />

Vonden heutigen Fans der 49ers<br />

können sich nur noch die<br />

Älteren wehmütig an diese<br />

Zeit erinnern. Zwar haben<br />

es die Footballer aus Kalifornien<br />

2012 wieder einmal<br />

bis in den Super Bowl<br />

geschafft, den sie gegen die<br />

BaltimoreRavens verloren.<br />

Doch es war nur ein kleiner<br />

Hoffnungsschimmer.<br />

Über die meiste Zeit während<br />

der vergangenen<br />

zwanzig Jahre dümpelten die 49ers<br />

im Mittelmaß herum. Der Umzug in<br />

das seelenlose Levi’sStadium im SiliconValley<br />

im Jahr 2014 schien diesen<br />

Abstieg nur noch weiter zu zementieren.<br />

Doch seit diesem Jahr gibt es wieder<br />

Hoffnung, dass eines der großen<br />

Teams der NFL wieder zu alter Größe<br />

zurückfindet. Die 49ers stehen an<br />

diesem Sonntag gegen die Kansas<br />

City Chiefs im Super Bowl, und die<br />

Mannschaft wirkt nicht wie eine<br />

sportliche Eintagsfliege.„Es ist so,als<br />

ob ein alter Freund, der lange weg<br />

Der Headcoach:<br />

Kyle Shanahan.<br />

war, zurückgekehrt ist“, sagt NFL-<br />

TV-Moderator Chris Berman.<br />

Die 49ers waren die große Überraschungsmannschaft<br />

der Saison.<br />

Noch im vergangenen Jahr hatte sie<br />

eine katastrophale Bilanz von vier<br />

Siegen zu zwölf Niederlagen. In diesem<br />

Jahr drehten sie den Spieß um<br />

und gewannen 13-mal. Im Meisterschaftsspiel<br />

um die National Football<br />

Conference fegten sie souverän<br />

den Erzrivalen aus besseren Tagen,<br />

die Green BayPackers,vom Platz. Bei<br />

alldem sah die neue Formation von<br />

Head Coach Kyle Shanahan wie eine<br />

Mannschaft aus, die auf<br />

Jahre hinaus den Football<br />

an der Westküste prägen<br />

kann. Der Mix aus talentierten<br />

jungen Spielernwie<br />

denVerteidigernNick Bosa<br />

und RichardSherman, den<br />

GETTY IMAGES/SEAN HAFFEY<br />

Stadion: Gespielt wird im Hard Rock Stadium<br />

in Miami/Florida. Die Arena ist bereits<br />

zum sechsten Mal Schauplatz des Spektakels<br />

nach 1989, 1995, 1999, 2007 und<br />

2010. 65 000 Zuschauer passen hinein.<br />

Duell: Das Finale San Francisco gegenKansas<br />

City gabesnoch nie. Die Chiefs waren zuletzt<br />

vor50Jahren dabei (1970/Super Bowl<br />

IV) und schlugen bei ihrem bislang einzigen<br />

Titelgewinn die Minnesota Vikings (23:7).<br />

Die 49ers haben fünf Titel geholt, die Franchise<br />

kann mit den RekordsiegernPittsburgh<br />

Steelers und NewEngland Patriots (beide 6)<br />

gleichziehen.<br />

Farbenspiel: Beide Teams haben Rot als<br />

Hauptfarbe, die Chiefs werden sie als nominelles<br />

Heimteam tragen. Die 49ers schlüpfen<br />

in weiße Trikots und goldene Hosen.<br />

Deutscher: Mark Nzeocha, 30, aus Ansbach<br />

kann als dritter deutscher Profi nach Markus<br />

Koch (1988, 1992) und Sebastian Vollmer<br />

(2015, 2017) den Super Bowl gewinnen. Der<br />

Linebacker der 49ers kommt als Special Teamer<br />

zum Einsatz.<br />

Fernsehen: ProSieben sendet ab 22.45 Uhr,<br />

der Livestreamingdienst Dazn ab 23.45 Uhr.<br />

Es werden wieder gut 100 Millionen Fans in<br />

den USA vordem Fernseher sitzen.<br />

Werbung: Laut US-Werbefachzeitschrift Adweek<br />

kostet ein 30-Sekunden-Spot beim<br />

AUCH DAS NOCH<br />

Sender Fox 5,6 Millionen Dollar.US-Präsident<br />

Donald Trump und Michael Bloomberg,<br />

möglicher Herausforderer bei der Wahl im<br />

November,haben je 60 Sekunden gebucht.<br />

Show: Für die HalbzeitshowsorgeninMiami<br />

Gardens Jennifer Lopez und Shakira, für die<br />

US-Hymne vordem Spiel Demi Lovato.<br />

Essen: Laut National Chicken Council dürften<br />

die Amerikaner am Wochenende 1,4 Milliarden<br />

Chicken Wingsverdrücken. Einer Untersuchung<br />

des Meinungsforschungsinstituts<br />

YouGov zufolge sind die beliebtesten Speisen<br />

der Befragten Chips mit Dip vorChicken<br />

Wings, Pizza und Nachos.<br />

Trinken: Limonade macht das Rennen vor<br />

Bier,Eistee und Wein.Essollen 325,5 Millionen<br />

Gallonen Bier getrunkenwerden, mehr<br />

als 1,2 Milliarden Liter.<br />

Tickets: Die sind ab 4250 Dollar zu haben.<br />

Für den Bereich am Spielfeldrand nahe der<br />

Mittellinie sind 274 625 Dollar fällig.Ein Ticket<br />

für Super Bowl 1(1967) kostete sechs<br />

Dollar.Das Spielwar nichtausverkauft.<br />

Prämien: Jeder Profi des Siegerteams erhält<br />

eine Bonuszahlung von124 000Dollar<br />

(112 000Euro). Für die Verlierer gibt es<br />

62 000Dollar (56 000 Euro). DieSieger des<br />

Pro Bowl,Allstar-Game der NFL, bekamen<br />

70 000Dollar.Ein Erfolg im Pro Bowl ist also<br />

lukrativer als eine NiederlageimSuper Bowl.<br />

Running Backs Raheem<br />

Mostert und Matt Breida<br />

sowie dem besonnen<br />

Quarterback Jimmy Garoppolo<br />

ist ein Gerüst, das<br />

lange Zeit tragen wird.<br />

Die Wiedergeburt der 49ers passierte<br />

unterdessen nicht, wie es auf<br />

den ersten Blick erscheinen mag,<br />

über Nacht. Es ist bereits drei Jahre<br />

her, dass die Teamführung das Duo<br />

Kyle Shanahan und den neuen Manager<br />

John Lynch mit genau dem<br />

Auftrag anheuerte, die desolate<br />

Mannschaft neu aufzubauen.<br />

Lynch und Shanahan erhielten<br />

beide Sechsjahresverträge – ein<br />

enormes Risiko angesichts der Tatsache,dass<br />

beide in ihren neuen Jobs<br />

nur wenig Erfahrung hatten. Shanahan<br />

hatte vorher in Atlanta die Offensive<br />

koordiniert, als Cheftrainer<br />

hatte er noch nie fungiert. John<br />

Lynch, der ehemalige Strong Safety<br />

der Tampa Bay Buccanneers, hatte<br />

vor seinem Job inSan Francisco als<br />

TV-Kommentator gearbeitet. Doch<br />

die beiden hatten, wie man in den<br />

USA sagt, eine hervorragende Chemie.<br />

Innerhalb kürzester Zeit entwickelten<br />

sie eine gemeinsame Vision<br />

für die Zukunft der 49ers.<br />

Nach einer Saison hatten sie einen<br />

starken Kern aus jungen talentierten<br />

Spielern zusammengestellt,<br />

welche die 49ers auf dem<br />

Transfermarkt nicht allzu<br />

viel kosteten. Das fehlende<br />

Puzzleteil zu einer<br />

Siegmannschaft flog Shanahan<br />

und Lynch jedoch<br />

eher unverhofft in den<br />

Schoß. Weil Superstar Tom<br />

Brady beim Rekordmeister<br />

New England sich damit<br />

schwertat, einen ta-<br />

Der Quarterback:<br />

JimmyGaroppolo.<br />

lentierten Quarterback<br />

neben sich zu dulden, wurde sein<br />

Ersatzmann Garoppolo 2018 plötzlich<br />

zu unverhältnismäßig günstigen<br />

Konditionen verfügbar. Lynch<br />

und Shanahan schlugen zu.<br />

In dieser Saison ist Garoppolo<br />

erstmals unverletzt und bringt den<br />

beiden mutigen Investoren aus San<br />

Francisco reichlich Dividende. Der<br />

uneigennützige Verteiler stellt sich<br />

als genau der Richtige heraus, um<br />

die jungen schnellen Angreifer der<br />

49ers in Szene zu setzen.<br />

Dass die New England Patriots in<br />

der ersten Play-off-Runde ausschieden<br />

und TomBrady sich nun nach<br />

einem neuen Jobumsieht, verschafft<br />

den 49ers nun zweifellos ein gewisses<br />

MaßanGenugtuung, auch wenn<br />

sie es sich nicht anmerken lassen. Es<br />

ist ein Zeichen, dass sich die Kräfteverhältnisse<br />

im Football verschieben.<br />

Die Patriots-Ära ist vorbei, und<br />

im Westen gibt es berechtigte Hoffnung<br />

auf ein neues goldenes Zeitalter<br />

für SanFrancisco.<br />

So wie zu Zeiten des Joe Montana.<br />

Der ist hin- und hergerissen.<br />

„Ich werdeein Bier für jeden Touchdown<br />

trinken, den beide Teams erzielen“,<br />

sagt Montana, der<br />

für viele Experten der<br />

beste Quarterback in der<br />

Geschichte ist. Denn obwohl<br />

ihn Fans sofort mit<br />

den San Francisco 49ers<br />

und den vier Meistertiteln<br />

GETTY IMAGES/HARRY HOW<br />

verbinden, hat der 63-<br />

Jährige auch für die Kansas<br />

City Chiefs etwas übrig.<br />

Von1993 bis 1994 ließ<br />

er seine einzigartige Karriere<br />

inKansas ausklingen. Die Erfolge<br />

mit den 49ers überstrahlten jedoch<br />

lange Zeit die Leistungen seiner<br />

Nachfolger. Jimmy Garoppolo<br />

hat immerhin des Meisters Segen:<br />

„Quarterback zu sein, ist das<br />

Schlimmste, weil jeder auf ihn<br />

schaut“, sagt Montana. „Und hey,er<br />

macht genau das,was er soll.“<br />

Sebastian Moll<br />

erinnertanglorreiche Zeiten<br />

der 49ers.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 25 *<br />

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Feuilleton<br />

Das fliegende Auge:<br />

Filme von Pavel Jurácek<br />

im Zeughaus-Kino<br />

Seite 28<br />

„Für Ambivalenzen ist nun mal die Literatur zuständig.“<br />

Kindheit in Armut und Gewalt: Christian Baron mit dem autobiografischen Buch „Ein Mann seiner Klasse“ Seiten 26 und 27<br />

Mit lachendem<br />

Ernst<br />

Der Schauspielerin Barbara Sukowa zum 70. Geburtstag<br />

VonArnoWidmann<br />

In ihren Rollen wirkt sie oft zerbrechlich, manchmal stur:Barbara Sukowa, 2016 auf dem Filmfestival in Locarno.<br />

IMAGO/PIER MARCO TACCA<br />

Barbara Sukowa wird am<br />

Sonntag 70 Jahre alt. Die<br />

Älteren hat sie lange begleitet.<br />

Seit sie 1980 in Rainer<br />

Werner Fassbinders Fernsehverfilmung<br />

von Alfred Döblins „Berlin<br />

Alexanderplatz“ –einer „Miniserie“<br />

würde man heute sagen –die Miezi<br />

spielte, war sie bekannt, und als sie<br />

im Jahr darauf gleich wieder einen<br />

Bundesfilmpreis bekam, für „Lola“,<br />

war sie eine der berühmtesten deutschen<br />

Schauspielerinnen. Ich hatte<br />

mich schon vorher in sie verliebt.<br />

1975 inszenierte Luc Bondy an<br />

den Städtischen Bühnen der Stadt<br />

Frankfurt eines der großartigen<br />

Stücke des französischen Rokoko-<br />

Dichters Pierre Carlet de Marivaux.<br />

„Die Unbeständigkeit der<br />

Liebe“ demonstriert und demontiert<br />

unsere Sehnsucht nach natürlicher<br />

Spontaneität, die selbst<br />

auch ein Ausdruck der Künstlichkeit<br />

unserer Gefühle ist.<br />

Barbara Sukowa war 25 und<br />

spielte Sylvia, das Mädchen vom<br />

Lande. Sie war hinreißend und wir<br />

alle, inklusive ihres Bühnenpartners<br />

Peter Franke, waren verliebt in sie.<br />

Sie war zart bis zur Zerbrechlichkeit<br />

und gleichzeitig starkknochig und<br />

stur. So verließ sie im Stück ihren<br />

Freund und wandte sich dem sie begehrenden<br />

Prinzen zu.<br />

Marivaux’ Stück von 1723 platzte<br />

hinein in das Frankfurt, in dem ein<br />

paar Tage zuvor nicht nur die Paulskirche<br />

von aufgebrachten Demonstranten<br />

besetzt worden war –die sich<br />

mit dem Widerstand gegen den spanischen<br />

Diktator Franco solidarisierten<br />

–, sondern auch die Wände im<br />

Foyerdes Schauspielhauses mit entsprechenden<br />

Parolen besprüht worden<br />

waren. Am 11. Oktober tagte der<br />

Club of Rome in Frankfurt.<br />

Dazu Demonstrationen gegen<br />

den Paragrafen 218 und andere, nahezu<br />

tägliche Aktionen der Frauenbewegung.<br />

In Familien, Wohngemeinschaften,<br />

Theatern und Büros<br />

wurden Beziehungen diskutiert und<br />

das Geflecht der Geschlechter immer<br />

wieder neu geknüpft. Dahinein<br />

platzte Marivaux’kühle Kunst: Computerspiele<br />

mit richtigen Menschen.<br />

Das ist die Welt, aus der Barbara Sukowa<br />

kam: als Kind ihrer Generation,<br />

als denkende Schauspielerin.<br />

Siekommt vomTheater.Vom modernsten<br />

Theater jener Jahre: von<br />

Bond und Bondy,von Peymann und<br />

Palitzsch. Sie spielte aber –man verzeihe<br />

mir das – auch unter Otto<br />

Schenk mit Helmut Lohner und Sascha<br />

Hehn. Sieeroberte alle Bühnen<br />

und jedes Publikum.<br />

Es war Rainer Werner Fassbinder,<br />

der sie zu einem deutschen Filmstar<br />

machte. InWahrheit war das keine<br />

Rolle für sie. Sie konnte spielen. Was<br />

hätte sie nicht spielen können? Aber<br />

im Leben war das nichts für sie.Dazu<br />

ist sie zu intelligent. Aber es gab in<br />

den 80er-Jahren kaum einen halb-<br />

Es war Rainer Werner Fassbinder, der sie zu<br />

einem deutschen Filmstar machte.<br />

In Wahrheit war das keine Rolle für sie.<br />

Sie konnte spielen. Was hätte sie<br />

nicht spielen können?<br />

wegs interessierten Kinobesucher,<br />

der sie nicht als Terroristin in Margarethe<br />

vonTrottas „Die bleierne Zeit“<br />

oder als „Rosa Luxemburg“ im Film<br />

derselben Regisseurin gesehen hat.<br />

Dennoch ließ sie nicht ab vom<br />

Theater. Sie spielte zum Beispiel in<br />

Giorgio Strehlers berühmter Inszenierung<br />

der „Dreigroschenoper“<br />

1986 im Pariser Théatre duChatelet<br />

Polly Peachum. Milva war die Seeräuber-Jenny.<br />

Diese Inszenierung nicht gesehen<br />

zu haben, gehört zuden schrecklichen<br />

Versäumnissen meines Theaterlebens.Ich<br />

habe leider auch nicht<br />

den Film gesehen, den sie mit ihrem<br />

Ehemann, dem amerikanischen<br />

Künstler Robert Longo gedreht hat.<br />

Er heißt „Vernetzt –Johnny Mnemonic“.<br />

Noch sträflicher scheint mir,<br />

dass ich niemals die Gelegenheit<br />

nutzte, die Horrorkomödie „Office<br />

Killer“ zu sehen, die sie zusammen<br />

mit Cindy Sherman drehte.<br />

Es hat keinen Sinn, die Filme aufzuzählen,<br />

die sie gedreht hat und die<br />

ich gesehen oder nicht gesehen<br />

habe. Aber nichts scheint mir falscher,als<br />

BarbaraSukowa als Schauspielerin<br />

des Neuen Deutschen<br />

Films der 80er-Jahre zubetrachten.<br />

Auch das ist nur eine Ecke, aus der<br />

sie kommt, in die sie nicht ungern<br />

immer wieder zurückgeht, von der<br />

sie aber auch immer wieder in ganz<br />

andereZonen aufbricht.<br />

Ende der 80er-Jahre zum Beispiel<br />

begann sie, als Sängerin aufzutreten.<br />

Schubertund Schumann,<br />

unter Abbado in Schönbergs<br />

Gurre-Liedern. Ihr erstes Album –<br />

sie war sechzig –kam 2010 heraus<br />

und wurde preisgekrönt.<br />

Sie scheint sich immer wieder<br />

neu zu erfinden. Ich bin gespannt,<br />

welches Abenteuer jetzt hinter der<br />

nächsten Ecke wartet. Zerbrechlich<br />

wirkt sie nicht mehr.Nach all diesen<br />

Erfolgen. Aber vielleicht war sie das<br />

auch als junge Frau nicht, und wir<br />

Betrachter projizierten etwas auf sie,<br />

was wir gerne sehen wollten.<br />

Wenn ich mir heute die alten Fotos<br />

ansehe, frappierten mich mehr<br />

ihre Nachdenklichkeit, ihr Ernst auf<br />

der glatten Stirn. Sie lachte gerne,<br />

aber sie mochte dabei nicht fotografiertwerden.<br />

Siewollte keine fröhlich<br />

in die Kamera grinsende Blondine<br />

sein. Diese Gefahr bestand zu keinem<br />

Zeitpunkt ihres Lebens.<br />

Wird Barbara Sukowa, die eben<br />

noch in Berlin weilte,ihren Geburtstag<br />

am Sonntag in Brooklyn mit ihrem<br />

Mann feiern, mit den Söhnen?<br />

Oder ist sie unterwegs zu neuen Unternehmungen,<br />

deren Ergebnisse<br />

wir erst in zwei, drei Jahren sehen<br />

werden? Alles Gute zum Geburtstag!<br />

Arno Widmann<br />

sah Barbara Sukowabereits<br />

1975 auf der Bühne.<br />

JEFF LYNNE’S ELO<br />

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Feuilleton<br />

SONNTAGSKRIMI<br />

Missbrauch<br />

des<br />

Missbrauchs<br />

VonFrank Junghänel<br />

Esgibt Einstiegsszenen, bei denen<br />

einem sofort klar ist, was gleich<br />

passieren wird. Ist zu Beginn eine<br />

glückliche Familie zu sehen, muss<br />

man davon ausgehen, dass ihr<br />

Schlimmes bevorsteht. So kommt es<br />

dann auch: Die sechsjährige Mia,<br />

Tochter vonKommissar Pawlak, wird<br />

entführt. Faber findet auf seinem<br />

Schreibtisch ein Foto des Mädchens.<br />

Er weiß, was das bedeutet. Dahinter<br />

kann nur Markus Graf stecken, der<br />

Mörder vonFabers Frau und Tochter.<br />

Zuletzt war er aus der Haft geflohen,<br />

um die Ermittler in Dortmund mit<br />

seinen kranken Psychospielchen zu<br />

tyrannisieren. Dieser finsteren Figur<br />

Graf verdankt sich Fabers Trauma,<br />

das er von Anfang an mit sich herumschleppt<br />

und nur mit Pharmaka<br />

halbwegs in den Griff bekommt.<br />

Schon wiederholt musste Markus<br />

Graf als erzählerischer Anker dienen,<br />

so auch diesmal, da er in einem besonders<br />

perfiden Fall die Strippen<br />

zieht. Eine junge Frau, offenbar ein<br />

früheres Missbrauchsopfer, hat ihren<br />

Peiniger getötet. Als die Polizei<br />

am Tatort eintrifft, hockt sie neben<br />

der Leiche und verlangt, mit Faber<br />

sprechen zu können. Es gibt keinen<br />

Hinweis auf ihreIdentität.<br />

Dasalles wirdsich aufklären, was<br />

aber diesen Dortmunder „Tatort“<br />

zumindest zweifelhaft macht, ist<br />

sein Umgang mit dem –man muss es<br />

leider so sagen –beliebten Thema<br />

Kindesmissbrauch. Immer wieder<br />

wird die verängstigte Mia, die über<br />

eine Pädophilen-Seite im Darknet<br />

versteigert werden soll, groß im Bild<br />

gezeigt. Dermehrfach preisgekrönte<br />

Regisseur Torsten C. Fischer zwingt<br />

den Zuschauer, ihr in die Augen zu<br />

sehen und sich vorzustellen, was ihr<br />

bevorsteht. Es ist eine Zumutung,<br />

die der Zuschauer nicht braucht, um<br />

die Widerwärtigkeit eines solchen<br />

Verbrechens zu begreifen. Schon<br />

weil man weiß, dass die kriminelle<br />

Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.<br />

Es gibt im Film eine Szene,inder ein<br />

Junge halb nackt und zitternd vor<br />

seinem Peiniger gerettet wird. Natürlich<br />

wird das alles sehr sensibel und<br />

sorgsam inszeniertworden sein. Das<br />

ist nicht die Frage. Kinder sollten<br />

auch vor einem dramaturgischem<br />

Missbrauch geschützt werden.<br />

Tatort–Monster So.,20.15Uhr,ARD<br />

Faber (Jörg Hartmann, r.)und sein Gegenspieler<br />

Graf (Florian Bartholomäi) WDR<br />

TOP 10<br />

Donnerstag,30. Januar<br />

1 Nord bei Nordwest ARD 6,97 22 %<br />

2 Tagesschau ARD 5,31 17 %<br />

3 Die verlorene ..., 5 ZDF 4,11 13 %<br />

4 Die verlorene ..., 6 ZDF 4,02 13 %<br />

5 heute-journal ZDF 3,97 15 %<br />

6 heute ZDF 3,88 15 %<br />

7 SokoStuttgart ZDF 3,75 18 %<br />

8 Wer weiß denn ...? ARD 3,71 18 %<br />

9 Notruf Hafenkante ZDF 3,55 12 %<br />

10 RTL aktuell RTL 3,48 15 %<br />

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %<br />

Der Claassen-Verlag veranstaltet<br />

einen Abend<br />

für seinen neuen Autor.<br />

Eine <strong>Zeitung</strong>sseite wird<br />

herumgereicht. Sie ist so etwas wie<br />

die Geburtsurkunde des Buchs, um<br />

das es geht: „Ein Mann seiner<br />

Klasse“. Aufdem Bucheinband allerdings<br />

ist kein Mann zu sehen, das<br />

runde Schwarz-Weiß-Foto zeigt den<br />

Autor als Baby auf dem Arm einer<br />

sehr jungen Frau. Diese Spannung<br />

zwischen Bild und Titel ist bewusst<br />

gewählt, sagt Christian Baron, als wir<br />

uns am nächsten Tagzum Interview<br />

treffen. Seine Mutter hatte voneinem<br />

anderen Leben geträumt, sie schrieb<br />

Gedichte, las Bücher. Einen Beruf<br />

hatte sie aber nicht, sie lebte für die<br />

Familie. Neun Jahre war Christian<br />

Baronalt, als sie starb.<br />

Herr Baron, es klingt ja etwas unwahrscheinlich:<br />

Sie schrieben im<br />

Freitag zum Frauentag über Ihren<br />

Vater, der trank, der Ihre Mutter<br />

schlug, und nun, Ende Januar im Folgejahr,liegt<br />

Ihr Buch vor, das sozusagen<br />

die ganzeGeschichte erzählt.<br />

Aber so war es. Als der Text erschien,<br />

hat sich gleich die Agentin<br />

Franziska Günther gemeldet, die<br />

eine ziemlich genaueVorstellung davon<br />

hatte, was für ein Buch das sein<br />

sollte.Und mir hatten die sehr heftigen<br />

Reaktionen auf den Artikel auch<br />

gezeigt: Dieses Ich, von dem zu<br />

schreiben ich mich erst durchringen<br />

musste, kann offenbar andere interessieren.<br />

Haben Sie überlegt, ein Pseudonym<br />

zu verwenden?<br />

Nein. Die Figuren, die neben mir<br />

auftauchen, tragen nicht ihre richtigen<br />

Namen, das war mir und ihnen<br />

auch wichtig. Ich habe mit diesem<br />

Buch zwar keine politische Botschaft,<br />

das hat Literatur noch nie gut<br />

getan, aber natürlich soll es auch etwas<br />

über unsere Gesellschaft erzählen.<br />

Mich hinter einem Pseudonym<br />

zu verstecken, wäremir ein bisschen<br />

feige vorgekommen.<br />

Sie waren der Erste in Ihrer Familie,<br />

der über den Hauptschulabschluss<br />

hinausgekommen ist. UndSie haben<br />

sogar schon ein erstes Buch geschrieben:<br />

„Proleten, Pöbel, Parasiten.<br />

Warum die Linken die Arbeiter verachten“.<br />

Das ist ein politisches Sachbuch,<br />

das sich mit Problemen der Linken<br />

auseinandersetzt. Da habe ich zwar<br />

meine Sprechposition herausgestellt,<br />

aber mich nicht allzu sehr mit<br />

meiner Person beschäftigt. Als Journalist<br />

habe ich eigentlich gelernt, zu<br />

den Gegenständen, die mich besonders<br />

interessieren, eine professionelle<br />

Distanz zu halten. Dassind genau<br />

diese Themen: soziale Ungleichheit<br />

und Armut. Ein weiterer Punkt<br />

ist, dass während meines Studiums<br />

andere zumir sagten, sie seien auch<br />

Arbeiterkinder, ich hielt mich also<br />

für einen vonvielen.<br />

Wenn meine Kollegin Sabine Rennefanz<br />

sagt, warum sie lange gebraucht<br />

habe, ehe sie sich entschied, „ich“ zu<br />

sagen in Artikeln, erklärt sie es auch<br />

mit der Herkunft als ostdeutsches Arbeiterkind.<br />

Sie war längst eine anerkannte<br />

Journalistin und glaubte<br />

doch, ihreStimme zähle nicht.<br />

Ich merke es in größeren Gruppen,<br />

bei der Redaktionskonferenz,<br />

wenn alle für ihreThemen und Positionen<br />

kämpfen. Dann beobachte<br />

ich mich von außen, wie ich mich<br />

zurückhalte: Ich sehe, wie mich die<br />

anderen anschauen, weil die mich<br />

vielleicht für einen Hochstapler halten,<br />

der gar nicht dazugehört, nicht<br />

so gut ausgebildet wie die anderen,<br />

nicht so klug …Das ist ein ständiges<br />

Kuddelmuddel im Kopf.<br />

Sie sitzen da und beobachten sich.<br />

Das ist letztlich die Position, die Sie<br />

zum Erzählen eingenommen haben:<br />

Sieschauen vonsich aus und auf sich<br />

herab. Und Sie reisen zurück an die<br />

Orte Ihre Kindheit. Wie haben Sie Ihr<br />

literarisches Ichgefunden?<br />

Als ich überlegte, wie das aufgebaut<br />

und was drin sein muss,dastanden<br />

zuerst die Kapitelüberschriften,<br />

die Emotionen zugeordnet sind.<br />

Scham, Stolz, Angst, Liebe …<br />

Da war mir klar, das kann nicht<br />

noch eine soziologische Ebene haben,<br />

die das reflektiert. Didier Eribon<br />

schafft es zwar sehr gut, in„Rückkehr<br />

nach Reims“ zu erklären, was es mit<br />

Pierre Bourdieus Thesen zu tun hat,<br />

wenn die alte Arbeiterklasse zunehmend<br />

die Rechten wählt. Doch wenn<br />

ich von den Emotionen her denke,<br />

dann muss ich erzählen. Ich darf<br />

dann nicht zwischendurch in meine<br />

journalistische Rolle zurückfallen.<br />

Ichdachte beim Lesen nicht an Didier<br />

Eribon. Ich dachte an zwei andere<br />

französische Autoren: Edouard Louis<br />

und Annie Ernaux.<br />

Annie Ernaux ist für alle Menschen<br />

wichtig, die autofiktional<br />

schreiben. Auch wenn sie ein ganz<br />

anderes Verfahren anwendet. Siesagt<br />

explizit, sie dürfe nicht berührend<br />

schreiben über ein Leben, das der<br />

Notwendigkeit unterworfen war.Das<br />

ist natürlich ein literarischer Trick,<br />

weil einen dieses Nüchterne erst<br />

recht berührt. Mirwar es wichtig, eine<br />

Schreibweise zu finden, die auch denen<br />

zugänglich ist, um die es in diesem<br />

Buch geht. Und bei Edouard<br />

Louis ist so eine Entwicklung erkennbar.<br />

Vor fünf Jahren habe ich „Das<br />

Ende von Eddy“ gelesen. Er beginnt<br />

mit dem Satz: „An meine Kindheit<br />

habe ich keine einzige glückliche Erinnerung.“<br />

Ichwollte das Buch schon<br />

zuklappen, weil ich es unlauter fand.<br />

Dann habe ich gesehen, wie jung er<br />

war. Wenn ich mit Anfang, Mitte 20<br />

über meine Kindheit geschrieben<br />

hätte, wäre ich auch viel apodiktischer<br />

gewesen in meinem Urteil. Sein<br />

neues Buch, „Wer hat meinen Vater<br />

umgebracht“, hat mich mit ihm versöhnt,<br />

weil selten jemand so schön<br />

über seinenVater geschrieben hat.<br />

Über einen trinkenden, gewalttätigenVater<br />

schreibt seit Jahren auch der<br />

Brite John Burnside. Sein neuestes<br />

Buch „Von Liebe und Magie –IPut a<br />

Spell onYou“ ist voneinigen Songs getragen.<br />

Musik gibt es in Ihrem Buch<br />

auch, sie reicht von Queens „Bohemian<br />

Rhapsody“ über Dr. Albans<br />

„Sing Hallelujah“ bis zu „Heidschi<br />

Bumbeidschi“. Wiekam sie hinein?<br />

„Am Ende<br />

des Monats<br />

hatten wir<br />

manchmal<br />

nichts zu<br />

essen“<br />

Christian Baron erzählt in dem Buch „Ein Mann seiner<br />

Klasse“ vom Aufwachsen in Armut und Gewalt mitten in<br />

Deutschland. Er wünscht sich eine andere Perspektive und<br />

eine andere Sprache in den Debatten der Gegenwart<br />

PERSON & BUCH<br />

Christian Baron wurde 1985 in Kaiserslauterngeboren.<br />

Er studierte Politikwissenschaft,<br />

Soziologie und Germanistik in<br />

Trier.Nach Stationen bei der Lokalzeitung<br />

Die Rheinpfalz und vier Jahren beim<br />

Neuen Deutschland arbeitet er seit 2018<br />

als Redakteur bei der Wochenzeitung Der<br />

Freitag in Berlin.<br />

Das Buch: „Mochte mein Vater auch<br />

manchmal unser letztes Geld in irgendeiner<br />

Spelunkeversoffen, mochte er auch<br />

mehrmals meine Mutter blutig geprügelt<br />

haben: Ich wollte immer,dass er bleibt.<br />

Aber anders“, schreibt Christian Baron in<br />

„Ein Mann seiner Klasse“, Claassen,<br />

Berlin 2020. 288 S.,20Euro.<br />

Die Lesung: Mo, 17.2., 20 Uhr,Roter<br />

Salon, Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz<br />

Die war schon in meinem Kapitelplan<br />

enthalten. Ich habe gewusst,<br />

dass dieser Text eine Melodie<br />

braucht. Beim Schreiben habe ich<br />

diese Musik laufen lassen. Weil das<br />

ein Fenster in meine Kindheit ist. Ich<br />

habe dann vor meinem geistigen<br />

Auge sofortSzenen abrufbar.<br />

Auf dem Buch steht nicht „Roman“,<br />

ein Sachbuch ist es auch nicht.Wurde<br />

das im Verlag diskutiert?<br />

Ich bin sehr froh darüber, dass es<br />

keine solche Einordnung gibt. Wenn<br />

man unbedingt eine Bezeichnung<br />

haben will, kann man es autobiografische<br />

Erzählung nennen, was<br />

aber viel zu ungelenk klingt.<br />

Es hat keine Botschaft, könnte aber<br />

zu einer politischen Debatte beitragen.<br />

Die Autorin Daniela Dröscher<br />

veranstaltet eine Gesprächsreihe mit<br />

Schriftstellern „Let’s talk about class –<br />

Wege aus dem Klassenkrampf“.<br />

Da darfich im Juni auch auftreten.<br />

Offenbar ist es also ein wichtiges<br />

Thema dieser Zeit.<br />

Im deutschsprachigen Raum gibt<br />

es schon einige gute Sachbücher<br />

dazu.Wasaber fehlt, sind literarische<br />

Verarbeitungen, Erzählungen. Das<br />

ist eine riesige Lücke.Eswäreschön,<br />

wenn mehr Verlage sich auf die Suche<br />

nach Autorinnen und Autoren<br />

begeben, die Geschichten von ganz<br />

unten schreiben. In der Politik und in<br />

den sozialen Medien scharen sich<br />

jetzt alle um die sogenannten einfachen<br />

Leute und tun ihreMeinungen<br />

kund: Die einen sagen, die liberalen<br />

Eliten haben sie verraten und die<br />

Leute wählen AfD, weil sie damit etwas<br />

zeigen wollen. Dieanderen wollen<br />

mit denen nichts zu tun haben<br />

und sagen, alle AfD-Wähler sind Rassisten.<br />

Die Wahrheit liegt in der<br />

Mitte.Und für Ambivalenzen ist nun<br />

mal die Literatur zuständig.<br />

Washalten Sie von dem Begriff „abgehängt“?<br />

Weil ich selber Soziologie studiert<br />

habe,weiß ich, dass das eine analytische<br />

Kategorie ist. Ichweiß, dass diejenigen,<br />

die den Begriff verwenden,<br />

es meistens nicht negativ meinen.<br />

Trotzdem kann ich nicht verhehlen,<br />

dass es ein beleidigendes Moment<br />

hat. Noch schlimmer ist „die sozial<br />

Schwachen“ –der größte Quatsch eigentlich.<br />

Es sind selten die sozial,<br />

sondern inder Regel die finanziell<br />

Schwachen.Wenn man es richtig benennt,<br />

wird nicht gleich alles besser.<br />

Aber man könnte damit beginnen,<br />

dass man nicht wie im Zoo eine<br />

Menschengruppe begutachtet und<br />

sich über sie auslässt, ohne mit denen<br />

jemals gesprochen zu haben.<br />

Empathiefähigkeit lernen heißt:<br />

Menschen verstehen wollen.<br />

Ich finde es sehr zwiespältig, dass<br />

ausgerechnet die Wahlerfolge der AfD<br />

zur Beschäftigung mit den Menschen<br />

führten, denen es schlecht geht. Das<br />

sind ja nicht alles deren Wähler. Und<br />

es gibt wohlsituierte Leute, die diese<br />

Partei unterstützen.<br />

Zumindest wäre das jetzt auch<br />

mal ein Anlass, den Nichtwählern<br />

mehr Aufmerksamkeit zu schenken.<br />

Da denke ich vor allem an die Parteien<br />

links der Mitte,also SPD,Grüne<br />

und Linkspartei. Wenn bei einer<br />

Landtagswahl nur 50 Prozent zur<br />

Wahl gehen, bedeutet das noch<br />

lange nicht, dass die anderen 50 Prozent<br />

apathisch wären und an nichts<br />

mehr Interesse hätten.Wenn wir nun<br />

die Demokratie und das Klima retten<br />

wollen, dann brauchen wir diese anderen<br />

Menschen auch.<br />

Stolz ist bei Ihnen nicht nur eine Kapitelüberschrift.<br />

Es ist der Stolz des<br />

Vaters, der die Familie durchbringt,<br />

schon der Buchtitel kündet davon.<br />

Magauch der Stolz, dass diese Gesellschaft<br />

einem nichts gebracht hat,<br />

Leute davon abhalten, sich als Wähler<br />

an ihr zu beteiligen?<br />

Mein Vater hatte diesen Proletarierstolz,<br />

aber er war Nichtwähler.<br />

Er musste erleben, dass er mit seiner<br />

Hände Arbeit die Familie nicht<br />

allein ernähren kann. Das war sicher<br />

ein Grund für seinen Alkoholismus:<br />

dieser Frust, nach der<br />

Hauptschule zwar keine Ausbildung<br />

gemacht, aber einen wichtigen<br />

Beruf gefunden zu haben als<br />

Möbelträger, dann aber so wenig<br />

zu verdienen, dass bei uns manchmal<br />

der Strom abgestellt wurde<br />

und wir am Ende des Monats<br />

nichts zu essen hatten. Bis heute<br />

gibt es Menschen, die arbeiten und<br />

deshalb zu stolz sind, um dazu<br />

noch um Unterstützung zu bitten.<br />

Neun Prozent der Erwerbstätigen<br />

in Deutschland leben unterhalb<br />

der Armutsgrenze. Insofern könnte<br />

mein Vater auch eine Figur für die<br />

Jetztzeit sein.<br />

So lange liegt IhreGeschichte ja auch<br />

nicht zurück! Sie sind 1985 geboren<br />

und haben in einem der reichsten<br />

Länder der Welt bittere Armut erlebt.<br />

Zum Beispiel die Entscheidung zwischen<br />

Hunger und Schimmel. Und<br />

ich glaube, trotz der Obdachlosen in<br />

den U-Bahnen sind vielen Leuten<br />

diese krassen Unterschiede in unserer<br />

Gesellschaft nicht bewusst.<br />

Ich denke, das ist heute doch etwas<br />

anders.Wenn Hartz IVeine positiveWirkung<br />

hatte,dann ist es die,<br />

dass Armut sichtbarer geworden ist.<br />

Die Idee Fördern und Fordern besagt<br />

ja, dass In-Armut-Leben und<br />

Nicht-Arbeiten ein gesellschaftsschädigendes<br />

Verhalten sei. Deshalb<br />

musst du dich so ausziehen,<br />

deine Kontoauszüge vorlegen und<br />

jeden Job annehmen, sonst bekommst<br />

du deine Stütze nicht.<br />

Diese Gängelung, die über das Jobcenter-System<br />

eingeführt wurde,<br />

gab es in den 90er-Jahren so noch<br />

nicht. Wirkonnten uns da noch verstecken.<br />

Wir waren die Working<br />

Poor, wie man heute sagt, und haben<br />

uns abgeschottet.<br />

Ihr Vater lehnte es ab, umSozialhilfe<br />

zu bitten, um sich nicht in die Riege<br />

der „Kaffer und Kanacken“ einzureihen,<br />

die dem Staat auf der Tasche liegen,<br />

schreiben Sie. Wie stolz kann<br />

man sein, wenn man ganz unten ist?<br />

Wie esinallen gesellschaftlichen<br />

Milieus ist: Man findet immer jemanden,<br />

dem es noch schlechter<br />

geht. Meine Eltern haben zum Beispiel<br />

darauf geachtet, dass wir nicht<br />

in einen sogenannten sozialen


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 27<br />

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Feuilleton<br />

NACHRICHTEN<br />

Grüttersstützt Berlinale<br />

nach NS-Aufdeckung<br />

Brennpunkt ziehen müssen. Die<br />

sind so aufgewachsen und wollten<br />

auf jeden Fall für immer da weg.<br />

Dann lieber mal ohne Strom...?<br />

... aber nicht mit einer schlimmen<br />

Adresse.<br />

Wenn SieWorking poor sagen, denke<br />

ich an Ken Loach, der gerade wieder<br />

einen Film mit solch einem Thema<br />

gedreht hat. „Sorry, We Missed You“<br />

erzählt voneinem Paketboten in prekärer<br />

Beschäftigung. Das Problem<br />

besteht europaweit. Kann man einen<br />

europäischen Ansatz finden?<br />

Eine europäische Sozialpolitik<br />

meinen Sie? Da bin ich sehr skeptisch.<br />

In den Industriestaaten wird<br />

die soziale Ungleichheit größer,<br />

doch auf Deklassierungserfahrungen<br />

reagieren Menschen leider selten<br />

progressiv. Am Ende kommt<br />

dann so etwas wie der Brexit heraus,<br />

der den objektiven Interessen vieler<br />

dieser Menschen widerspricht.<br />

Wenn überhaupt, dann müsste eine<br />

europäische Initiative, eine neue soziale<br />

Idee von einem starken Land<br />

ausgehen, wie es Deutschland noch<br />

immer ist. Oder vielleicht vonFrankreich<br />

–mal sehen, ob Macron mit<br />

seiner Rentenreformdurchkommt.<br />

Könnte es etwas bringen, wenn wir<br />

Journalisten stärker auf diese Ungleichheit<br />

schauen würden?<br />

Es sind komplizierte politische<br />

Prozesse,die in Gang kommen müssten,<br />

um die Gesellschaft zu verändern.<br />

Wenn es die Literatur und der<br />

Journalismus schaffen würden, mehr<br />

Empathie zu wecken, wäre das ein<br />

Anfang. Ich hoffe schon, dass mein<br />

Buch ein Baustein dafür ist. Es wirdja<br />

über Armut und Ungleichheit berichtet,<br />

nicht nur bei uns, dem linken<br />

Freitag, auch in der FAZ. DieThemen<br />

sind da, aber aus welcher Perspektive?<br />

Sie haben Ken Loach erwähnt –<br />

warum gibt man nicht mal einem<br />

DHL-Paketboten eine Kolumne? Da<br />

würde man direkte Einblicke erhalten.<br />

Ichglaube in dieser Hinsicht viel<br />

mehr an die Literatur, ans Geschichtenerzählen,<br />

als an die Politik.<br />

Sie sind nicht nur der Erste, der studierthat<br />

in Ihrer Familie, Siesind sogar<br />

Buchautor. Ihre Eltern sind schon<br />

gestorben, doch wie geht es Ihrem Bruder<br />

und anderenVerwandten damit?<br />

Ich bin so froh, dass die meisten<br />

Leute, deren Leben ich hier mit verarbeitet<br />

habe, von Anfang an dabei<br />

waren. Wir haben uns mehrfach getroffen<br />

und miteinander gesprochen.<br />

Undbevor das Manuskript ans<br />

Lektorat ging, hat jeder von mir die<br />

erste Fassung bekommen –darüber<br />

haben wir nochmal diskutiert.Wichtig<br />

ist meiner Familie,dass ich derjenige<br />

bin, der in der Öffentlichkeit<br />

steht und sie das nicht müssen.<br />

Kulturstaatsministerin Monika Grütters<br />

stärkt der Berlinale-Direktion<br />

nach NS-Vorwürfen gegen den früheren<br />

Chef der Filmfestspiele den<br />

Rücken. „Wenn diese für uns alle<br />

neuen Erkenntnisse sich erhärten<br />

sollten, ist es selbstverständlich, dass<br />

man den Namen Alfred Bauer im Zusammenhang<br />

mit der Berlinale so<br />

nicht mehr nutzt“, sagte die CDU-<br />

Politikerin. „Dann wirdeskünftig<br />

auch keinen nach Alfred Bauer benannten<br />

Preis mehr geben.“ Nach einem<br />

Bericht über die Vergangenheit<br />

des früheren Berlinale-Leiters hat<br />

das Filmfestival den nach ihm benannten<br />

Preis ausgesetzt. (dpa)<br />

Spannungen in Gedenkort<br />

für NS-Massaker in Lidice<br />

DieArbeit in der Gedenkstätte für<br />

das NS-Massaker im tschechischen<br />

Lidice wirdvon heftigen Spannungen<br />

überschattet. Nach dem erzwungenen<br />

Rücktritt der Leiterin<br />

Martina Lehmannova haben zehn<br />

Abteilungsleiter und Kuratoren aus<br />

Solidarität mit ihr ihren Hutgenommen.<br />

Dasbestätigte ein Sprecher der<br />

Gruppe am Freitag. In einem offenen<br />

Brief beklagten die Mitarbeiter anhaltenden<br />

Druck seitens des Kulturministers<br />

Lubomir Zaoralek und des<br />

kontroversen, kommunistisch dominierten<br />

Bundes der Freiheitskämpfer<br />

(CSBS). DieUnabhängigkeit<br />

wissenschaftlicher Forschung<br />

sei in Gefahr,warnten sie. (dpa)<br />

Architektur-Preis für<br />

James-Simon-Galerie<br />

Für den Neubau der James-Simon-<br />

Galerie auf der <strong>Berliner</strong> Museumsinsel<br />

erhält das Bürovon David Chipperfield<br />

den Preis des Deutschen Architektur-Museums<br />

(DAM) 2020. Es<br />

handele sich um einen neuen, gelungenen<br />

Stadtbaustein, der mit großer<br />

Sorgfalt ins Ensemble der Museumsinsel<br />

mit Bauwerken wie der Alten<br />

Nationalgalerie und dem Pergamonmuseum<br />

eingefügt worden sei,<br />

erklärte das Museum am Freitag in<br />

Frankfurt. DasBürodes britischen<br />

Architekten errang die Auszeichnung<br />

bereits im Jahr 2010 für den<br />

Wiederaufbau des Neuen Museums<br />

in Berlin am selben Ort. (dpa)<br />

Neubrandenburg legt<br />

überklebte DDR-Kunst frei<br />

„Wenn es die Literatur und der Journalismus schaffen würden, mehr Empathie zu wecken“, sagt Christian Baron, „wäre das ein Anfang.“<br />

BENJAMIN PRITZKULEIT<br />

Werden Sie inKaiserslautern lesen,<br />

wo das alles spielt?<br />

Ja, zwei Tage nach der Buchpremiere<br />

inder Volksbühne. Dakommen<br />

meine Tante und mein Bruder,<br />

sogar meine Grundschullehrerin.<br />

Sie schreiben, in Ihrer Familie hätte<br />

man bis heute kein entspanntes Verhältnis<br />

zum Alkohol. Da Sie sich so<br />

genau betrachtet haben: Gibt es Momente,<br />

da Sie fürchten, in Muster IhresVaters<br />

zu fallen? Oder depressiv zu<br />

werden wie die Mutter?<br />

Darüber mache ich mir durchaus<br />

Gedanken. Zwischen Alkoholismus<br />

und Depression kann der Übergang<br />

fließend sein. Ich habe während des<br />

Studiums öfter für Monate keinen<br />

Tropfen Alkohol angerührt, weil ich<br />

Angst hatte, nachdem ich beim Feiern<br />

betrunken war. Das wurde immer<br />

mit Unverständnis kommentiert.<br />

Nicht zu trinken ist unüblich in<br />

Deutschland. Mach dich mal locker,<br />

heißt es da schnell. Manchmal sage<br />

ich einfach, ich sei trockener Alkoholiker,dann<br />

ist Ruhe.<br />

DasGespräch führte Cornelia Geißler.<br />

Eine Faust hinter der Tapete: nach 29 Jahren<br />

wieder ans Licht gebracht. DPA/STEFAN SAUER<br />

In der Ex-DDR-Bezirksstadt Neubrandenburghat<br />

eine neue Etappe<br />

im Umgang mit DDR-Kunst begonnen.<br />

Eine Restauratorin begann am<br />

Donnerstag im Rathaus mit der<br />

Freilegung des zweiteiligen Bildes<br />

„Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“<br />

vonWolfram Schubert, das<br />

vor29Jahren überklebt worden<br />

war.„Wirkönnen heute viel offensiver<br />

mit solcher Kunst umgehen<br />

als gleich nach der Wende“, sagte<br />

Oberbürgermeister Silvio Witt<br />

(parteilos). Schuberthatte das<br />

Werk 1969 für den damaligen Rat<br />

des Bezirks geschaffen. „Heute<br />

würde ich das so nicht mehr malen“,<br />

sagte der 93-Jährige.„Wirhaben<br />

uns ja alle ein bisschen benutzt<br />

gefühlt.“ Schubertwar Vorsitzender<br />

des Bezirksverbands Bildender<br />

Künstler in Neubrandenburgund<br />

einer der einflussreichsten Künstler<br />

der DDR. (dpa)


28 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

Tagestipp<br />

Max Goldt liest Max Goldt<br />

Empfehlung der Westfalenpost<br />

Eine der (Achtung, es folgt ein unzulässiger Superlativ) unanfechtbarsten<br />

Autoritäten des mit überlegter Wucht, stilistischer Reinheit und zutreffender<br />

Fiesheit hervorgebrachten Humors, ein herllich strapaziöses (Achtung,<br />

Modewort!) Multitalent, das außer in der Literatur in den Bereichen<br />

Boulevardkritik („Diese <strong>Zeitung</strong> ist ein Organ der Niedertracht.“) Musik (etwa<br />

„Ein Fußder Dame Anton“) und Witzbild („Katz und Goldt“) reüssierte,wird<br />

−das Lesepublikum hat längst erraten, um wenessich handelt −imSchlossparktheater<br />

erwartet: MaxGoldt,Träger unter anderem des Kleist-, des Hugo-<br />

Ball-Preises und des Göttinger Elchs.Was er lesen wird, können wir nicht sagen,<br />

aber wir zitieren gerndie Westfalenpost: „Nur wenig geht über die Texte<br />

von Max Goldt, höchstens die Lesung der Texte von Max Goldt durch Max<br />

Goldt. Besser geht’s nicht.“ Seien Siedabei! Ulrich Seidler<br />

Max Goldt liest…Sa,16Uhr,imSchlossparktheater, Karten unterT.: 7895667100 oder im Internet:<br />

schlossparktheater.eventim-inhouse.de<br />

BÜHNE<br />

Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)<br />

20.00: ganz billig* –*astudyintemperament<br />

20.00: Sonderbare Irre (SEE!)<br />

<strong>Berliner</strong> Compagnie (& 61 28 04 93)<br />

19.30: Die Weißen kommen. Ein Theaterstück über<br />

Afrika. Über uns.<br />

<strong>Berliner</strong> Ensemble (& 28 40 81 55)<br />

19.30: Baal<br />

20.00: Die Antigone des Sophokles<br />

<strong>Berliner</strong> Kriminal Theater (& 47 99 74 88)<br />

16.00, 20.00: Passagier 23<br />

Brotfabrik (& 471 40 01)<br />

20.00: Wasmach ich aus dem Leben<br />

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)<br />

19.30: AMidsummer Night’sDream<br />

20.00 Tischlerei: Ein Geschäft mit Träumen<br />

Dock 11 (& 448 12 22)<br />

19.00: Das Neue steht undschweigt (Miranda<br />

Haejoung Kim Markgraf)<br />

ETI (& 278 53 01)<br />

20.00 Saal: Hyänenbrut oder dieSchmerzen derGier<br />

(Gastspiel Winternachtstraum e.V.)<br />

Funkhaus Berlin (& 12 08 54 16)<br />

18.30 Saal 1: Las CasasInvisibles (KDVDance<br />

Ensemble feat. Floating Points, Lotic and Raven)<br />

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)<br />

19.30: Linie 1<br />

HAU3(&25 90 04 27)<br />

19.00: Don Quijote /Donkey Shot /Done Quiche<br />

Hot /Don Conquista /Don E. Coyote (Showcase Beat<br />

Le Mot)<br />

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)<br />

19.00: Peng! Peng! Boateng!<br />

Kleines Theater (& 821 20 21)<br />

20.00: Törless<br />

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)<br />

19.30: La traviata<br />

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater<br />

(& 88 59 11 88) 20.00: Ab jetzt<br />

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)<br />

19.30: In My Room<br />

20.00 Container: Hamlet<br />

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)<br />

20.00: Wolfskinder<br />

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />

19.00 Glaspalast: Knüppel aus ‚m Sack /Rotkäppchen<br />

(HexenbergEnsemble)<br />

Philharmonie (& 25 48 83 01)<br />

19.00: Puccinis Suor Angelica –Faith to Face (Nico<br />

andthe Navigators)<br />

Radialsystem (& 288 78 85 88)<br />

17.30, 22.00: CTM Festival 2020 –Liminal: Inferno<br />

19.45: CTM Festival 2020 –Liminal: Drops and<br />

Seeds (Prumsodun Ok &NATYARASA und Ensemble<br />

KNM Berlin)<br />

Renaissance-Theater (& 312 42 02)<br />

20.00: Nein zumGeld<br />

Schaubude (& 423 43 14)<br />

20.00: queer papa queer(Kahmann &Scharpff)<br />

Schaubühne (& 89 00 23)<br />

19.30 Studio: He? She? Me!Free<br />

20.00: Orlando<br />

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />

20.00: Ich bin nicht Mercury<br />

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />

19.30: Balanchine |Forsythe |Siegal (Staatsballett<br />

Berlin)<br />

Theaterdiscounter (& 28 09 30 62)<br />

20.00: Wann hast du das letzten Mal auf der Spitze<br />

eines Eisberges Sex gehabt? (nomerMaids)<br />

Theaterforum Kreuzberg (& 70 07 17 10)<br />

20.00: Falling.(Gastspiel RobertJan Liethoff)<br />

Theater untermDach (& 902 95 38 17)<br />

20.00: Unterm Teppich. Der Krieg meine Elternund<br />

ich<br />

Vaganten Bühne (& 313 12 07)<br />

20.00: Afzals Tochter (The Who and the What)<br />

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)<br />

19.003.Stock: Go BabyGo(P14 Jugendtheater)<br />

KABARETT/VARIETÉ<br />

Admiralspalast (& 22 50 70 00)<br />

15.00, 20.00: Ballet Revolución<br />

Arena Glashaus (& 533 20 30)<br />

19.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.<br />

BKA (& 202 20 07)<br />

20.00: ZombieBerlin<br />

23.30: Paillette geht immer (Jurassica Parka)<br />

Chamäleon (& 400 05 90)<br />

18.00, 21.30: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)<br />

Distel (& 204 47 04)<br />

17.00, 20.00: SkandalimSpreebezirk<br />

17.30, 19.30 Studio: Wirfeierndie Goldenen Zwanziger–der<br />

große Crash kommt erst zum Schluss!<br />

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)<br />

15.30, 19.30: Vivid<br />

Kookaburra (& 48 62 31 86)<br />

20.00: Deutschland einig Katerland (Nils Heinrich)<br />

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)<br />

20.00: DieExpertise war bedeutend höher (Fil)<br />

Palazzo (& 018 06 38 88 83)<br />

19.30: Family Affairs<br />

SONNABEND<br />

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />

20.00: Der Tanz der Zuckerpflaumenfähre (Ursus &<br />

Nadeschkin)<br />

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)<br />

19.00, 22.00: Die LiveShow<br />

Ratibortheater (& 618 61 99)<br />

16.30: Gurkeoder Banane (Die Gorillas)<br />

20.30: Das große 7(Die Gorillas)<br />

Stachelschweine (& 261 47 95)<br />

16.00, 20.00: Überall ist besser als nichts!<br />

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)<br />

17.00, 20.30: Blue Man Group–The Show<br />

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)<br />

15.00, 19.30: Mamma Mia! –Das Musical mitden<br />

Hits vonABBA<br />

Theater O-Tonart (& 37 44 78 12)<br />

20.00: Die Pagenpacken aus<br />

ufaFabrik (& 75 50 30)<br />

20.00: DieJahrespresseschau 2019 (Arnulf Rating)<br />

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)<br />

20.00: Willkommen in Matzeknopien –ich mach’s<br />

jetzt selbst (Matze Knop)<br />

KLASSIK<br />

Elias-Kuppelsaal (& 44263)<br />

19.00: Ensembles Polysono, Ausder Tiefe der Zeit<br />

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)<br />

20.00 Kl. Saal: Akademie für Alte Musik Berlin, Georg<br />

Kallweit (Violine), Xenia Löffler (Oboe), Werkevon<br />

Lully,Scarlatti, C.P.E. Bach, Telemann, Vivaldi u. a.<br />

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Anastasia<br />

Kobekina (Violoncello), Ltg.Dmitrij Kitajenko,<br />

Prokofjew: „Romeound Julia“, Suite Nr.1und 2aus<br />

der Ballettmusik op. 64, Auszüge; Tschaikowsky:<br />

„Manfred-Sinfonie“ nach Byron h-Moll op. 58 u.a.<br />

Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt<br />

(& 81 70 47 26) 20.00: Musethica Streichkonzert<br />

mit Nachwuchsmusiker*innen<br />

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)<br />

19.00: Naseer Shamma (Oud), Neue Oud-Kompositionen<br />

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)<br />

16.00: Vida Kalojanova(Klaiver), Beethoven: Rondo<br />

C-Dur op. 51 Nr.1,Klaviersonate Nr.4Es-Dur op.<br />

7; Schubert:Impromptu op. posth. 142 Nr.1f-Moll,<br />

Klaviersonate A-Dur op. posth. 120<br />

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />

15.00 Apollosaal:Mitglieder der Staatskapelle Berlin,<br />

Ltg.Laura Volkwein, PreußensHofmusik II, Werkevon<br />

Alessandro Scarlatti und John Stanley<br />

KINDER<br />

FEZ Berlin (& 530 71 -0)<br />

12.00: FEZ –Kinder und Familien: DasZauberschloss<br />

–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!<br />

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)<br />

15.30 Musikclub: Orgel für„pfiffige“ Kinder,Eine<br />

Orgelstunde zum Zuhören und Mitmachen<br />

Schaubude (& 423 43 14)<br />

15.00:Die Schneekönigin, Theater Miamou, Erzähltheater<br />

mit Puppen (ab 5bis 9J.)<br />

Schlossplatztheater (& 651 65 16)<br />

16.00: Tomte Tummetott, Theater mitMusik (ab 3J.)<br />

LITERATUR/VORTRAG<br />

Renaissance-Theater (& 312 42 02)<br />

16.00 Bruckner-Foyer: Meine Sorgen möcht ich haben<br />

–Hans-Jürgen Schatz liest KurtTucholsky<br />

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />

16.00: MaxGoldtliest...<br />

Z-Bar (& 28 38 91 21)<br />

20.30: FlamingoNights, Lesung und Konzertmit Nils<br />

ChristianDirk, Lutz Steinbrück, GaryFlanell<br />

KONZERT<br />

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)<br />

19.00: Dir En Grey (Rock)<br />

Aufsturz (& 28 04 74 07)<br />

21.00: Ruf der Heimat<br />

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)<br />

20.00: Mert<br />

Festsaal Kreuzberg (& 403 65 56 30)<br />

20.30: CTM 2020 –Kamaal Williams, Nakibembe<br />

Xyolophone troupe<br />

Huxleys Neue Welt (Hasenheide 107/108 )<br />

20.00: Monster Magnet<br />

Kiste (& 998 74 81)<br />

21.00: ManuLanvin &The Devil Blues<br />

Maze (& 55 51 84 54)<br />

20.30: Tristan Brusch solo<br />

Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)<br />

20.00: Silbermond<br />

Passionskirche (& 69 40 12 41)<br />

20.00: Dave Hause with TimHause<br />

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)<br />

20.00: Axel Zwingenberger<br />

SO36 (& 61 40 13 06)<br />

20.00: The Busters,One For All<br />

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)<br />

20.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...<br />

Velodrom (& 44 30 45)<br />

20.00: Sum 41<br />

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)<br />

20.00: Howard Carpendale<br />

CHARLOTTENBURG<br />

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) AStar Is BornSo11.00;<br />

Little Women 14.15, 17.15, 20.15<br />

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Pavarotti (OmU) So 12.30;<br />

Les miserables 15.00, 20.30; Les miserables (OmU) 17.45<br />

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Das geheime Leben der<br />

Bäume So 11.30; Little Women 14.00, 17.00, 20.00<br />

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Jojo Rabbit (OmU) 16.00,<br />

21.00; Jojo Rabbit (OF) 13.30, 18.30; Miles Davis: Birth of<br />

the Cool (OmU) So 11.00; 1917 –Der Film (OmU) 20.30;<br />

Das geheime Leben der Bäume 15.20, Sa a. 13.00; Preview:<br />

Intrige: An Officer and a Spy (m. Filmgespräch) So<br />

11.00; Parasite 17.40; Aquarela (OmU) So 11.00; Ein verborgenes<br />

Leben 14.20, 20.00; Sorry We Missed You(OmU)<br />

17.40; 1917 –Der Film Sa 13.40, 16.20, 19.00, 21.40, So<br />

14.40, 17.20, 20.00; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao<br />

So 11.40; Aretha Franklin (OmU) So 11.00; Judy Sa<br />

13.30, 16.00, 18.40, So 15.20, 18.00; Judy (OmU) Sa<br />

21.15, So 20.40; Marianne &Leonard –Words of Love<br />

(OmU) So 13.00; Knives Out (OmU) 20.50; Knives Out (OF)<br />

18.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) So 12.00; Vom<br />

Gießen des Zitronenbaums 13.00, 15.20; Einsam zweisam<br />

16.30; Freies Land 13.40; Das Kapital im 21. Jahrhundert<br />

So 11.15; The Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00; Queen &<br />

Slim (OmU) 21.15<br />

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Blues Brothers Sa 22.15; Nur<br />

die Füße tun mir leid –900 Kilometer JakobswegSo15.30;<br />

Pavarotti (OmU) Sa 15.00; The Peanut Butter Falcon Sa<br />

18.45; Das Vorspiel Sa17.00, 20.30, So 17.45, 20.15;<br />

Crescendo #makemusicnotwar Sa 20.00, So 16.45; The<br />

Irishman (OmU) So 18.45; Der kleine Rabe Socke3–Suche<br />

nach dem verlorenen Schatz 15.00; Milchkrieg in Dalsmynni<br />

Sa 22.15; Motherless Brooklyn Sa 17.15<br />

Kant Kino (✆ 319 98 66) Die fantastische Reise des Dr.<br />

Dolittle 13.20, 15.40, 18.20, 20.45; Der geheime Roman<br />

des Monsieur Pick So 11.00; Knives Out 20.30; Das Vorspiel<br />

18.00; Die Heinzels 14.00, 15.20; Ich war noch niemals in<br />

New York So11.15; Sorry We Missed You 15.50, 18.10,<br />

20.30; ARainy Day In New York 16.15; Die schönste Zeit<br />

unseres Lebens So 11.30; Spione Undercover 14.00; The<br />

Farewell So 11.00; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />

13.30; Lindenberg! 17.10, 20.00; Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl 20.00; Cunningham So 11.00; Der kleine Rabe<br />

Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz So 13.15;<br />

Knives Out 17.10; Das Vorspiel 15.00<br />

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Atmos: Bad Boys for Life<br />

20.00, 23.05; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle<br />

14.10; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30; 3D,<br />

Atmos: Star Wars IX 16.45; 3D: Die fantastische Reise des<br />

Dr. Dolittle 17.40; Die Hochzeit 20.15, 23.10; Jumanji<br />

12.00, 14.45; Die Eiskönigin II 11.45, 14.20; 3D: Die fantastische<br />

Reise des Dr. Dolittle Sa 19.45, 22.30; Joker So<br />

22.50; Lindenberg! So 19.45; Das perfekte Geheimnis<br />

17.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle So 20.30,<br />

23.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.00; Die<br />

Hochzeit 17.30; Star Wars IX 11.50; Bad Boys for Life<br />

17.50; Die Hochzeit 12.15, 15.00; Jojo Rabbit 20.30,<br />

23.15; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.45, 20.20;<br />

Jojo Rabbit 17.45; Lindenberg! 14.30; Parasite 23.05;<br />

Knives Out Sa 16.30, 22.30, So 17.00, 20.00, 23.00; Lindenberg!<br />

Sa 19.30; Das perfekte Geheimnis So 12.00; Vier<br />

zauberhafte SchwesternSa11.45, 14.10, So 14.40<br />

FRIEDRICHSHAIN<br />

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Bis dann, mein Sohn<br />

–Dijiu tian chang (OmU) So 11.00; Freies Land (DFmenglU)<br />

Sa 14.50; Lara (DFmenglU) So 15.30; Latte Igel und der<br />

magische Wasserstein 17.00; Der Leuchtturm (OmU)<br />

22.30; Lindenberg! 18.30; Die Sehnsucht der Schwestern<br />

Gusmao (OmU) Sa 11.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-<br />

Alarm Sa13.20, So 14.00; Les miserables (OmU) 20.45;<br />

2020 Oscar Nominated Short Films (OmenglU) Sa 14.15;<br />

Aquarela (OmU) Sa 11.00; The Farewell So 11.00; The Farewell<br />

(OmenglU) Sa16.00; Freies Land (DFmenglU) So<br />

22.00; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen<br />

Schatz Sa 12.45, So 12.40; Mystify –Michael Hutchence<br />

(OmU) So 16.00; Once Upon aTime in... Hollywood<br />

(OmU) Sa 22.00; Queen &Slim (OmU) 19.40; Systemsprenger<br />

(DFmenglU) 17.40; Weathering With You: Das Mädchen,<br />

das die Sonne berührte So 14.00; 2020 Oscar Nominated<br />

ShortFilms (OmU) So 13.40; ARainyDay In NewYork<br />

(OmU) Sa 15.10; Die Eiskönigin II 16.45; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte<br />

So 12.15; Joker (OmU) 22.30; Die<br />

Kunst der Nächstenliebe Sa 18.30; Die Kunst der Nächstenliebe<br />

(OmU) So 18.30; Motherless Brooklyn (OmU) Sa<br />

11.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) Sa 13.30; Parasite<br />

(OmenglU) So 20.15; Parasite (OmU) Sa 20.15; Das<br />

Vorspiel (OmU) So 15.05; Die Wache So 11.00<br />

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl 16.00; Das geheime Leben der Bäume 12.00,<br />

14.00, 18.15; Joker (OmU) Sa 22.45; Lindenberg! 20.15;<br />

Parasite (OmU) So 22.45; Aretha Franklin (OmU) Sa 20.00,<br />

So 22.00; Der geheime Roman des Monsieur Pick (OmU) So<br />

20.00; Land des Honigs (OmU) 12.00; Midsommar –<br />

Director‘s Cut (OmU) Sa 21.45; Schönheit &Vergänglichkeit<br />

18.20; Systemsprenger 16.00; Und der Zukunft zugewandt<br />

13.45<br />

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film So 17.10;<br />

IMAX: 1917 –Der Film 11.00, 14.00, 20.00, 23.00, Sa a.<br />

17.00; IMAX: 1917 –Der Film (OF) So 17.00; 3Engel für<br />

Charlie So 20.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.30;<br />

Bad Boys for Life 14.00, 16.50, 19.30, 19.50,22.30,Saa.<br />

17.00, 22.50; Bad Boys for Life (OF) So 22.40; Cats 11.20;<br />

Countdown Sa 20.55, 23.20, So 19.10, 22.00; Die Eiskönigin<br />

II 11.50, Sa a. 14.30, So a. 14.20; 3D: Die fantastische<br />

Reise des Dr. Dolittle 12.00, 14.30, 17.10, 19.50,<br />

22.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 11.30, 14.10,<br />

16.45, 20.10; Das geheime Leben der Bäume Sa 17.10, So<br />

17.00; The Grudge 23.00; Die Heinzels Sa 11.30, 13.50,<br />

16.00, So 12.10, 14.30, 16.40; Die Hochzeit 14.30, 17.20,<br />

20.15; Hustlers Sa 23.30, So 23.10; Jojo Rabbit 17.10,<br />

19.50, So a. 23.10; Jojo Rabbit (OF) Sa 18.15; Joker22.50;<br />

Jumanji 11.00, 13.50, 16.15, 19.10, Sa a. 23.10, So a.<br />

22.50; Kartoffelsalat 314.00, 17.30; Der kleine Rabe Sokke<br />

3–Suche nach dem verlorenen Schatz Sa 12.00, So<br />

11.40; Knives Out Sa 14.10, 19.40, 22.50, So13.50,<br />

19.30, 22.30; Knives Out (OF) 22.20; Latte Igel und der<br />

magischeWasserstein 12.00, 14.20; Lindenberg! 19.40,So<br />

a. 16.30; Little Women 14.20, Sa a. 16.30, 19.50, So a.<br />

16.45, 20.00; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa<br />

19.00; Das perfekte Geheimnis 22.45; Queen &Slim Sa<br />

22.40; Spione Undercover 11.20, 14.10; 3D: Star Wars IX<br />

22.45; Star Wars IX 16.20, 19.30; Thomas und seine Freunde:<br />

Große Welt! Große Abenteuer! 11.50; Vier zauberhafte<br />

Schwestern11.50; Die Wolf-Gäng 11.20, 13.50<br />

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Das geheime Leben der<br />

Bäume 16.00, 18.00; Knives Out (OmU) 20.00; Der Leuchtturm(OmU)<br />

So 22.30; Parasite (OmU) Sa 22.30; Darkroom<br />

(DFmenglU) 22.15; Porträt einer jungen Frau in Flammen<br />

(OmU) So 18.00; Systemsprenger (OmenglU) Sa 18.00;<br />

VomGießen des Zitronenbaums (OmU) 16.00, 20.20; Why<br />

Don‘t YouJust Die! –Papa, sdokhni (OmU) 23.55<br />

HELLERSDORF<br />

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) (Not) Perfect Man –<br />

Idealnyy muzhchina (OF) So 17.00; Bad Boys for Life 16.20,<br />

20.00, Sa a. 22.50; Die Eiskönigin II 11.20, 14.15, Sa a.<br />

16.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.00,<br />

13.50, 16.30, 19.20, Saa.22.20; Die Heinzels 11.15,<br />

13.40, 16.50; Die Hochzeit 13.50, 17.00, 19.30, Saa.<br />

22.40; JokerSa22.50; Jumanji 16.45, 19.30, Sa a. 23.00;<br />

Knives Out 19.45; Lindenberg! 19.50; Das perfekte Geheimnis<br />

11.00, Sa a. 22.30; Spione Undercover 11.15,<br />

14.00; 3D: Star Wars IX 19.40; Star Wars IX Sa 22.50; Vier<br />

zauberhafte Schwestern 11.30, 14.00; Die Wolf-Gäng<br />

11.40, 14.15, 17.10<br />

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl Sa 19.10, So 18.25; Cats Sa 13.20, So 20.30; 3D:<br />

Die Eiskönigin II Sa 15.15, So 16.35; Latte Igel und der<br />

magische Wasserstein So 13.00;Die schönsteZeitunseres<br />

Lebens Sa 17.05, So 14.30<br />

HOHENSCHÖNHAUSEN<br />

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) 1917 –Der Film<br />

17.15, 20.00, Sa a. 22.50; Die Addams Family 12.40; Bad<br />

Boys for Life 17.00, 20.00, Sa a. 22.30; Countdown 17.45,<br />

20.10, Sa a. 22.30; Die Eiskönigin II 10.20, 12.10, 14.20;<br />

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.10, 17.40,<br />

20.15, Sa a. 22.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />

12.00, 14.30, 19.50; Die Heinzels 10.30, 12.15, 14.40,<br />

16.50; Die Hochzeit 15.00, 17.10, 19.45, Saa.22.40;<br />

Jumanji 16.50; Der kleine Rabe Socke10.40;<br />

Knives Out Sa 22.20; Der König der Löwen 12.20; Latte Igel<br />

und der magische Wasserstein 12.45, 14.45; Lindenberg!<br />

19.40; Das perfekte Geheimnis 19.30; Pettersson und Findus<br />

10.50; 3D: Spione Undercover12.40; Spione Undercover<br />

14.45; 3D: Star Wars IX 16.45; Star Wars IX 19.50, Sa<br />

a. 22.20; Thomas und seine Freunde: Große Welt! Große<br />

Abenteuer! 10.20; Underwater –Esist erwacht Sa 23.00;<br />

Vier zauberhafte Schwestern 12.30, 14.50; Die Wolf-Gäng<br />

12.30, 14.50, 17.20; Zombieland 2: Doppelt hält besser Sa<br />

23.00<br />

KREUZBERG<br />

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Jojo Rabbit (OmU) 16.50,<br />

21.40;SorryWe Missed You(OmU) 13.50, 19.20; B Mystify<br />

–Michael Hutchence (OmU) 16.10; Parasite (OmU) 14.00,<br />

18.30; Sorry We Missed You(OmU) 21.20<br />

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Little Joe –Glück ist<br />

ein Geschäft (OmU) 15.30; Marriage Story (OmU) 12.45;<br />

Parasite (OmU) So 15.15; Die Sehnsucht der Schwestern<br />

Gusmao (OmU) Sa 15.15; Sorry We Missed You (OmU)<br />

17.45, 19.45, 21.45; Das Vorspiel 18.00; Les miserables<br />

(OmU) 13.00, 20.00, 22.15<br />

Moviemento (✆ 692 47 85) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl Sa 14.15; Darkroom Sa 10.15, 21.15, So 21.45; Darkroom<br />

(OmenglU) Sa 23.15; Die Kunst der Nächstenliebe<br />

Sa 19.00, So 10.30; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) So<br />

19.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa 16.45,<br />

So 14.45; Thomas und seine Freunde: Große Welt! Große<br />

Abenteuer! Sa 12.15, So 12.45; VomGießen des Zitronenbaums<br />

(OmU) So 17.15; Jojo Rabbit (OmU) 10.00, 12.30,<br />

15.00, 17.30, 20.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU)<br />

Sa 22.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 17.00, So<br />

16.30; Der kleine Rabe Socke3–Suchenach dem verlorenen<br />

Schatz Sa 10.15, So 10.00; Kinderfilm des Monats: Die<br />

kleinen Hexenjäger So 14.30;<br />

KINO<br />

Existierender Kafkaismus<br />

Claus Löser über das ebenso einflussreiche<br />

wie verborgene Lebenswerk<br />

des tschechischen Meisters Pavel Jurácek<br />

Vor zwei Jahren erinnerte bereits eine<br />

Hommage an den Regisseur, Autor und<br />

Dramaturgen Pavel Jurácek (1935–1989).<br />

Anlass waren damals der 50. Jahrestag<br />

der Niederschlagung des Prager Frühlings sowie<br />

die Veröffentlichung von Tagebüchern des Künstlers.<br />

Nun folgt eine umfangreiche, vom Tschechischen<br />

Zentrum und dem Nationalen Filmarchiv<br />

Tschechiens eingerichtete Werkschau im Zeughauskino.<br />

DaJurácek politisch bedingt selbst nur<br />

zweieinhalb Filme inszenieren konnte,umfasst die<br />

Retrospektive auch Arbeiten anderer Regisseure,<br />

die aber maßgeblich von<br />

ihm beeinflusst wurden,<br />

vorallem durch seine Drehbücher.<br />

Zu sehen sind<br />

sechs lange und vier kürzere<br />

Arbeiten, die zwischen<br />

1961 und 1970 entstanden<br />

sind. Jurácek war damals<br />

ungemein produktiv. Im<br />

Nachhinein scheint es, als<br />

hätte er die Begrenztheit<br />

seines Schaffensprozesses<br />

geahnt.<br />

Beklemmend dabei ist,<br />

dass er in seinen Stoffen wie<br />

kein anderer die Absurdität<br />

des Alltags beschrieb und<br />

erschreckend konsequent<br />

zu jenen machtpolitischen<br />

Exzessen zuspitzte, die ihn<br />

wenig später selbst erreichen<br />

sollten. Der inOberhausen<br />

mit dem Hauptpreis<br />

ausgezeichnete Kurzfilm<br />

„Joseph Kilian“ (1963)<br />

machte ihn international<br />

bekannt. Er inszenierte<br />

darin einen bürokratischen Albtraum um einen<br />

jungen Mann, der eine ausgeliehene Katzezurückbringen<br />

will und mit immer monströseren Verwicklungen<br />

konfrontiert wird. In der westlichen<br />

Wahrnehmung wurde diese Perspektiveals „kafkaesk“<br />

wahrgenommen, und damit etwas auf ihrestilistische<br />

Methode reduziert. Der Filmkritiker Jan<br />

Žalman, der die tschechoslowakische Neue Welle<br />

maßgeblich begleitet und geförderthat, wies schon<br />

1968 darauf hin, dass es in „Joseph Kilian“ eigentlich<br />

um ganz normale, das heißt eigene Erfahrungen<br />

geht. Jurácek selbst sprach seinem Film die vermeintliche<br />

„Eigenartigkeit“ ab,bezeichnete ihn als<br />

„äußerst traditionellen Streifen“. 1970 dreht er mit<br />

der Swift-Adaption „Prípad pro zacínajícího kata“<br />

(Ein Fall für den neuen Henker) sein letztes Werk –<br />

eine bittere Parabel auf den Realitätsverlust der<br />

Macht. Diese verzieh ihm seine Tollkühnheit nicht.<br />

PavelJurácek konnte nie wieder einen Film drehen.<br />

Auch imWesten nicht, wohin er 1977 emigriertwar,<br />

nachdem er als einziger Filmschaffender die<br />

„Charta 77“ unterzeichnet hatte.Kurzvor der Samtenen<br />

Revolution kehrte er desillusioniert nach<br />

Prag zurück. Hier ereilte ihn die letzte Pointe des<br />

real existierenden Kafkaismus: Manbot ihman, einen<br />

Lehrfilm für Fahrkartenkontrolleureimöffentlichen<br />

Nahverkehr zu drehen.<br />

Teil der aktuellen Retrospektive sind auch zwei<br />

Genrefilme,für die Jurácek die Drehbücher lieferte.<br />

DAS FLIEGENDE AUGE<br />

Im titelgebenden Raumschiff „Ikarie XB 1“ auf<br />

dem Wegzum Sternbild Alpha Centauri. DHM/ZEUGHAUS<br />

Die Kunst der Nächstenliebe Sa 14.45; Der Leuchtturm<br />

(OmU) Sa 21.45; Systemsprenger Sa 12.00, So 11.45; Vom<br />

Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa 19.30; Yung (OmenglU)<br />

So 21.30<br />

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Der marktgerechte<br />

Mensch Sa 20.30, So 20.00<br />

Sputnik (✆ 694 11 47) 2020 Oscar Nominated ShortFilms<br />

(OF) So 19.15; Alles außer gewöhnlich So 15.00; The Farewell<br />

(OmU) Sa 20.00, So 21.00; Miles Davis: Birth of the<br />

Cool (OF) So 17.00; Parasite (OmU) Sa 22.00; Porträt einer<br />

jungenFrau in Flammen (OmU) Sa 15.30; Shaundas Schaf:<br />

Der Film: UFO-Alarm Sa 14.00, So 13.30; Systemsprenger<br />

Sa 17.45; WeatheringWithYou:Das Mädchen, das die Sonne<br />

berührte –Tenki no ko (OmU) So 11.00; Alles außer gewöhnlich<br />

–Hors normes (OmU) Sa 16.00; Als Hitler das rosa<br />

Kaninchen stahl Sa 14.00, So 11.00; Als Hitler das rosa<br />

Kaninchen stahl(OmenglU) So 19.15; Bis dann,mein Sohn<br />

–Dijiu tian chang (OmU) So 16.00; Judy (OmU) Sa 18.00;<br />

Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa 22.15, So<br />

21.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU) Sa<br />

20.00; Systemsprenger So 13.30; Kinobar im Sputnik<br />

Aretha Franklin (OmU) Sa 20.15;Der marktgerechte Mensch<br />

So 17.00; PJ Harvey –ADog Called Money(OmU) So 19.30;<br />

Swans–Where Does ABodyEnd? (OmU) So 21.30<br />

Yorck (✆ 78 91 32 40) Das geheime Leben der Bäume<br />

15.00; Little Women 17.20, 20.15; New Ein verborgenes<br />

Leben 16.00; Die Heinzels 14.15; Parasite 19.40, Sa a.<br />

22.30<br />

KÖPENICK<br />

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Bad Boys for Life 20.30,<br />

So a. 17.30; Die Eiskönigin II 13.00, 15.00; 3D: Die fantastische<br />

Reise des Dr.Dolittle 17.30, 20.00; Die fantastische<br />

Reise des Dr. Dolittle 15.00, Soa.12.30; Die Heinzels<br />

14.00, 17.45, So a. 10.00, 12.00;<br />

Am bekanntesten dabei der Science-Fiction„Ikarie<br />

XB 1“, 1963 nach einem Roman vonStanislaw Lem<br />

unter der Regie von Pan-Tau-Schöpfer Jindrich<br />

Polák entstanden. Eine multinationale Crew macht<br />

sich im Jahr 2163, also genau 200 Jahre nach den<br />

Dreharbeiten, auf dem Wegzum Sternbild Alpha<br />

Centauri. Dortwerden terrestrische Lebensformen<br />

vermutet. Unterwegs muss eine ganze Reihe von<br />

Prüfungen durchlaufen werden –einerseits typische<br />

Space-Abenteuer, andererseits sehr irdische<br />

Verwicklungen zwischen den Teammitgliedern. In<br />

prägnantem Schwarz-Weiß in Totalvision fotografiert,<br />

wirkt die futuristische<br />

Odyssee bis heute erfrischend,<br />

nimmt dabei Elemente<br />

von Kubrick (launischer<br />

Bordcomputer) oder<br />

Tarkowski (Weltraumkoller)<br />

vorweg. Höhepunkte<br />

bilden die Bordpartys mit<br />

eigens kreierten Tänzen zu<br />

Elektro-Swing oder die<br />

Freizeitaktivitäten im Fitness-Center.<br />

Einen radikalen Gegenentwurf<br />

zudieser letztlich<br />

positiven Zukunftsvision<br />

bildet die 1967 von Jan<br />

Schmidt inszenierte Dystopie<br />

„Konec srpna vhotelu<br />

Ozon“ (Später August im<br />

Hotel Ozon) –die eigentliche<br />

Entdeckung der Retro.<br />

Neun Frauen streifen marodierend<br />

durch eine vom<br />

Dritten Weltkrieg verheerte<br />

Landschaft, als Anführerin<br />

der launisch-archaischen<br />

Amazonen eine ältere<br />

Dame,die sich noch an die Zeit vorder Katastrophe<br />

erinnert. Als die Gruppe in einem verfallenen Hotel<br />

auf einen Greis stößt und dort freundlich aufgenommen<br />

wird, kehrt etwas Besinnung zurück;<br />

doch nur für wenige Momente.DiesesWerk stellt in<br />

seiner kompromisslosen Düsternis eine Ungeheuerlichkeit<br />

dar. Selten wurde der verordnete Optimismus<br />

der volkseigenen Filmindustrien derart<br />

konsequent demontiert. Ein zusätzlicher, verstörender<br />

Subtext ergibt sich aus der Tatsache, dass<br />

die Aufnahmeninder Wüstung der einstigen Stadt<br />

Duppau im KreisKarlovy Vary erfolgten. Diespäter<br />

zur Einrichtung eines Truppenübungsplatzes planierten<br />

Ruinen dienten als Kulissen. In einer<br />

Schlüsselszene dringen die Frauen in eine Barockkirche<br />

ein. An einerWand prangt noch die deutsche<br />

Inschrift„Es istvollbracht!“ Sarkastischerließe sich<br />

dieWeltvon Morgen kaum kommentieren.<br />

Am Anfangwar DasWort WerkschauPavel Jurácek,Zeughauskino,<br />

noch biszum 18.Februar<br />

Ikarie XB 1 wirdam15. und 18.Februar gezeigt.<br />

Später August im Hotel Ozon läuftam11. Februar.<br />

Claus Löser<br />

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.<br />

Er kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.<br />

Die Hochzeit 20.00, Sa a. 17.30; Kartoffelsalat 316.00,<br />

18.15, Sa a. 13.00; Knives Out 20.15; Latte Igel ..Sa 13.00,<br />

So 10.30; Lindenberg! 17.15, 20.15; Spione UndercoverSa<br />

13.00, So 10.15, 12.45; Vier zauberhafte Schwestern15.15,<br />

So a. 10.15, 12.30; Die Wolf-Gäng 15.30, So a. 10.45<br />

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Crescendo #makemusicnotwar<br />

15.15; Das geheime Leben der Bäume So 20.30;<br />

Lindenberg! Sa 17.30, 20.15, So 15.15, 20.30; Little Women<br />

Sa 13.15, 16.00, 20.00, So13.00, 17.45, 20.15;<br />

Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Romys<br />

Salon Sa 13.15; Spione Undercover13.00, Sa a. 15.15, So<br />

a. 15.45; Systemsprenger Sa 23.00, So 18.00; DasVorspiel<br />

Sa 17.45, 22.45, So 13.00, 18.00<br />

MARZAHN<br />

UCIKinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) (Not) Perfect<br />

Man –Idealnyy muzhchina (OF) So 17.30; 1917 –Der Film<br />

17.10, 19.50, Sa a. 22.50; 1917 –Der Film (OF) So 20.00;<br />

Bad Boys for Life 17.00, 20.10, Sa a. 23.00; Die Eiskönigin<br />

II 11.45, 14.20; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />

15.00, 17.30, 20.00, Sa a. 22.40; Die fantastische Reise<br />

des Dr.Dolittle 12.30; The Grudge Sa23.00; Die Heinzels<br />

11.45, 16.45, Sa a. 14.15, Soa.14.30; Die Hochzeit<br />

14.00, 19.55, Sa a. 17.05, 22.45, So a. 17.00; Holop –<br />

Servant (OF) 11.30; 3D: Jumanji Sa 23.05; Jumanji 14.10,<br />

20.00; Kartoffelsalat 311.35, 14.30, Sa a. 17.00; Knives<br />

Out Sa 19.45; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />

11.50; Lindenberg! 17.15; Little Women 16.30, 19.45; Das<br />

perfekte Geheimnis 20.30; 3D: Star Wars IX Sa 22.50; Star<br />

Wars IX 14.10; Die Wolf-Gäng 11.40, 14.05<br />

MITTE<br />

Acud (✆ 44 35 94 98) But Beautiful –Nichts existiert unabhängig<br />

(OmU) Sa 16.30; Einsam zweisam So 21.00; Der<br />

kleine Rabe Socke315.00;


Lara (OmenglU) Sa 18.45; Parasite Sa 20.45, So 18.30;<br />

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm So16.30; Checker<br />

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten Sa 16.00; Cunningham<br />

(OmU) Sa17.00; Einsam zweisam Sa19.30;<br />

Gundermann Revier (OmenglU) So 17.45; Latte Igel und der<br />

magischeWasserstein So 16.00; MilchkrieginDalsmynni So<br />

19.30; Mystify –Michael Hutchence (OmU) Sa 21.45, So<br />

21.30<br />

Babylon (✆ 242 59 69) ARainyDay In NewYork(OmU) So<br />

19.30; Lubitschs Geliebte: Blaubarts achte Frau –<br />

Bluebeard‘s Eighth Wife (OmU) So 19.45; Babylon Orchester<br />

Berlin: Das Cabinet des Dr. Caligari (m. Live-Musikbegleitung)<br />

So 18.30; Lubitschs Geliebte: Die Ehe im Kreise<br />

–The Marriage Circle (OV; m. Live-Musikbegleitung) So<br />

18.00; Lubitschs Geliebte: Engel –Angel (OF) Sa 17.30;<br />

Fellini 100!: Fellinis Amarcord (OmenglU) Sa 19.30; Fellini<br />

100!: Fellinis Casanova –IlCasanova di Fellini (OmenglU)<br />

Sa 22.00; Fellini 100!: Fellinis Die Clowns –IClowns<br />

(OmenglU) So 13.15; Fellini 100!: Fellinis Die Nächte der<br />

Cabiria –Lenotti di Cabiria (OmenglU) Sa 17.15; CinemAperitivo:<br />

Fellinis La Strada –Das Lied der Straße (OmenglU;<br />

mit Gespräch)So16.00; Fellini 100!: Fellinis Orchesterprobe<br />

–Prova d‘orchestra (OmenglU) So 18.00; Fellini 100!:<br />

Fellinis Roma (OmenglU) Sa 22.00; Fellini 100!: Fellinis<br />

Schiff der Träume –Elanaveva(OmenglU) Sa 14.45; Fellini<br />

100!: Ginger und Fred –Ginger eFred (OmenglU) Sa<br />

19.30; Felsenstein: Hoffmanns Erzählungen (1970/2008)<br />

–Restaurierte Fassung Sa 15.00; Felsenstein: Jacques Offenbachs<br />

Ritter Blaubart So15.00; Lubitschs Geliebte:<br />

Kohlhiesls Töchter /Die Austernprinzessin (m. Live-Musikbegleitung)<br />

Sa 23.59; Lubitschs Geliebte: The Love Parade<br />

(OF) So 16.00; Lubitschs Geliebte: Die lustigeWitwe –The<br />

Merry Widow (OF) So 14.00; Felsenstein: Theater ist etwas<br />

Einmaliges –Erinnerungen an Walter Felsenstein So 14.00<br />

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Fritzi –Eine<br />

Wendewundergeschichte Sa 12.45; Joker(OmU) Sa 18.15;<br />

Kinderfilm des Monats: Die kleinen Hexenjäger Sa 16.30;<br />

Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) Sa 10.45, So 10.00,<br />

14.30, 19.15; Queen &Slim (OmU) Sa 21.00, So 12.00,<br />

16.30, 21.30; Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa<br />

14.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte So 15.00;Joker<br />

(OmU) So 19.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) Sa<br />

14.15, 19.00;Der Leuchtturm(OmU) Sa 21.15, So 11.00;<br />

Queen &Slim (OmU) Sa 11.45, 16.15; Thomas und seine<br />

Freunde: Große Welt! Große Abenteuer! Sa 10.00, So<br />

13.15; Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) So 16.45;<br />

Yung (OmenglU) So 21.45<br />

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) (Not) Perfect Man<br />

–Idealnyy muzhchina (OF) So17.00; 1917 –Der Film<br />

19.15, Sa a. 23.10, So a. 22.45; 1917 –Der Film (OF)<br />

17.20, Sa a. 20.15, So a. 19.50; 3Engel für Charlie Sa<br />

23.15; 3Engel für Charlie –Charlie‘s Angels (OF) So 23.15;<br />

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 11.30; Bad Boys for<br />

Life 16.40, 20.10, Sa a. 22.40, So a. 22.50; Bad Boys for<br />

Life (OF) 19.40, 22.20;CatsSo11.20; Cats (OF) Sa 11.20;<br />

Die Eiskönigin II 16.45, Sa a. 11.00, 14.00, So a. 11.15,<br />

13.50; Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 15.00; 3D: Die<br />

fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.20, 17.30, 20.10,<br />

23.00, Sa a. 14.20, So a. 14.10; Die Heinzels 16.00, Sa a.<br />

11.45, 14.00, So a. 12.10,14.30; Die Hochzeit 20.00, Sa<br />

a. 16.20, Soa.13.50, 17.10; Joker (OF) So 23.00; 3D:<br />

Jumanji Sa 17.00; Jumanji 11.45; Kartoffelsalat 311.20,<br />

14.40; Knives Out So 19.20; Knives Out (OF) Sa 19.20, So<br />

16.45, 19.30; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa<br />

11.10; Lindenberg! Sa 13.45, So 16.10; Metropolitan Opera<br />

in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Das perfekte Geheimnis<br />

Sa 17.10, So 18.15; Spione Undercover Sa13.30, So<br />

13.40; 3D: Star Wars IX 22.30; Star Wars IX 14.00; Star<br />

Wars IX –Star Wars: The Rise of Skywalker (OF) Sa 22.50, So<br />

21.15; Super Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte<br />

Schwestern 11.15; Weathering With You: Das Mädchen,das<br />

die Sonne berührte So 11.30; Die Wolf-Gäng Sa<br />

13.20, 15.40, So 11.00, 13.30<br />

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) 1917 –Der Film (OmU)<br />

16.30, 19.00,Soa.12.00; Ein verborgenes Leben –AHidden<br />

Life (OmU) 21.15; Das Vorspiel (teilw.OmU) 14.45, So<br />

a. 10.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.30, So a.<br />

11.30; Lindenberg! 21.15; Miles Davis: Birth of the Cool<br />

(OmU) 14.00; Das Vorspiel (teilw.OmU) 19.00; Ein verborgenes<br />

Leben –AHidden Life (OmU) 14.00, So a. 10.30; Jojo<br />

Rabbit (OmU) 17.15, 19.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft<br />

(OmU) 21.45; Sorry We Missed You (OmU) 14.30,<br />

19.00, So a. 10.30; Les miserables (OmU) 16.45, 21.15,<br />

So a. 12.30; Jojo Rabbit (OmU) 22.15; Little Women (OmU)<br />

14.00, 16.45, 19.30, So a. 11.30<br />

International (✆ 24 75 60 11) Das geheime Leben der<br />

Bäume So 12.30; Jojo Rabbit (OmU) 21.00; Lindenberg!<br />

15.00; Little Women (OmU) 18.00<br />

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Der Apfel ist ab Sa 21.00;<br />

Der Herr vom anderen Stern So16.00; Karbid und Sauerampfer<br />

So 18.00; Niemand wird lachen –Nikdo se nebude<br />

smat (OmenglU) Sa 19.00<br />

NEUKÖLLN<br />

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) 1917<br />

–Der Film 16.50, 19.30; Baba Parasi (OmU) 19.45, Sa a.<br />

22.50; Bad Boysfor Life 16.30, 19.40, Sa a. 22.30; Countdown<br />

20.30, Sa a. 22.45; Countdown (OF) Sa 22.50; Die<br />

Eiskönigin II 12.00, 14.20, 17.15; Eltilerin Savasi (OmU)<br />

20.15, Sa a. 22.55; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />

12.00, 14.20, 16.45, 19.30, 19.55, Sa a. 22.15; Die<br />

fantastische Reise des Dr.Dolittle 15.00, 18.10; Die Heinzels<br />

12.00, 14.00, 16.05; Die Hochzeit 17.00, 19.55, Sa a.<br />

22.40; Jumanji 12.00, 14.10, 17.20; Der kleine Rabe Sokke<br />

3–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.00; Mucize<br />

Ask (OmU) Sa 22.30; Rafadan Tayfa 2: Göbeklitepe (OmU)<br />

12.30, 14.45, 17.10; Spione Undercover 12.00, 14.15;<br />

Türkler Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 19.45, Sa a. 22.35;<br />

Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 14.45; Die Wolf-Gäng<br />

12.00, 14.00, 17.00<br />

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl (DFmenglU) Sa 13.50, So 13.20; The Farewell<br />

(OmenglU) Sa 23.15; Der kleine Rabe Socke 3–Suche<br />

nach dem verlorenen Schatz Sa 12.30; Parasite (OmenglU)<br />

Sa 19.00, So 21.50; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao<br />

(OmU) So15.30; Vom Gießen des Zitronenbaums<br />

(OmU) Sa17.10, So 20.00; Les miserables (OmU) Sa<br />

21.20, So 18.00<br />

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Der Leuchtturm(OF) So 22.30;<br />

Queen &Slim (OmU) 16.30, 19.30, Sa a. 22.30<br />

Passage (✆ 68 23 70 18) Cunningham (OmU) So 12.40;<br />

Little Women (OmU) 14.40, 17.30, 20.30; 1917 –Der Film<br />

(OmU) 15.00, 17.45, 20.30; Alkohol So 13.00; Knives Out<br />

21.00; Lindenberg! 15.20, 18.10; Miles Davis: Birth of the<br />

Cool (OmU) So13.00; Joker (OmU) 18.30, 21.00; Judy<br />

(OmU)16.00;Systemsprenger So 13.30<br />

Rollberg (✆ 62704645) Little Women (OF) 14.45, 17.45,<br />

20.45; National Theatre London: Fleabag (OF) So 20.00;<br />

Parasite (OmenglU) 17.20, 20.15; The Peanut Butter Falcon<br />

(OF) Sa 15.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen<br />

(OmenglU) So 14.30; 1917 –Der Film (OF) 14.15, 17.00,<br />

Sa a. 19.45, So a. 22.00;CreepyCrypt: The Grudge(OF) Sa<br />

22.30; The Farewell (OmenglU) 14.40; Les miserables<br />

(OmenglU) 17.00, 19.30, 22.00; Jojo Rabbit (OF) 16.30,<br />

19.00, 21.30<br />

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) 1917 –Der<br />

Film 20.15, Sa a. 23.00, So a. 17.30; Bad Boys for Life<br />

16.40, 19.50, Sa a. 22.50; Die Eiskönigin II 11.50, 14.20;<br />

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.50, 17.20, Sa<br />

a. 20.10,22.40, So a. 19.30; Diefantastische Reise des Dr.<br />

Dolittle 12.20; Die Heinzels 12.30, 17.10, Sa a. 15.05, So<br />

a. 14.30; Die Hochzeit 11.45, 16.30, 19.40, Sa a. 22.55;<br />

Jumanji 17.00; Kartoffelsalat 314.15, Sa a. 17.00; Der<br />

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />

12.10; Knives Out 19.30; Das perfekte Geheimnis Sa<br />

22.30; Star Wars IX Sa 20.30, So 20.00; Super Bowl Live-<br />

Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte Schwestern14.30;<br />

Die Wolf-Gäng 12.00, 14.40<br />

Wolf (✆ 921 03 93 33) Der Atem –The Breath (OmenglU)<br />

So 19.00; The Farewell (OmenglU) 14.30; Flussfahrt mit<br />

Huhn 16.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa<br />

18.50; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)<br />

13.40; Sorry We Missed You(OmU) 16.40, 21.00; Die Tigerentenbande<br />

–Der Film 12.10; Vom Gießen des Zitronenbaums<br />

(OmU) 19.00; Les miserables (OmU) 12.00, Sa a.<br />

21.10, So a. 21.20<br />

PANKOW<br />

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Die fantastische<br />

Reise des Dr. Dolittle 13.30, 15.50, 18.10, 20.15; Little<br />

Women 20.30; Pavarotti So 11.00; Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl So 11.00; Die Heinzels 13.40, 15.30; Lindenberg!<br />

17.20<br />

PRENZLAUER BERG<br />

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Little Women<br />

14.30, 17.20, 20.15; Pavarotti So12.00; Das geheime<br />

Leben der Bäume 17.40, So a. 11.45; Die Heinzels 14.00,<br />

15.50; Parasite 20.00; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />

13.40, 16.00, 18.20, 21.15; Freies LandSo11.00; 1917<br />

–Der Film (OmU) 20.40; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />

Sa 14.40, So 13.40; Mystify –Michael Hutchence<br />

(OmU) So 12.15; Sorry We Missed You 16.40, 19.00; Ein<br />

verborgenes Leben Sa 19.45, So18.30; Knives Out Sa<br />

17.00, So 15.40; Spione Undercover Sa14.45, So 14.40;<br />

Les miserables So 11.30<br />

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) 1917<br />

–Der Film (OmU) 16.45, 22.45, Sa a. 19.00, So a. 20.00;<br />

2020 Oscar Nominated Short Films (OmU) So 17.00,<br />

19.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 15.15, So<br />

14.00; Ein verborgenes Leben 21.45; Die Eiskönigin II<br />

11.30, 14.15; Euforia (OmU) Sa 20.00; Das geheime Leben<br />

der Bäume 11.30, Sa a. 17.15, So a. 18.45; Die Heinzels<br />

12.00, 14.15, So a. 16.30; Jojo Rabbit (OmU) 14.00,<br />

19.30; Jojo Rabbit (OF) 16.45, 22.30; Judy Sa14.00, So<br />

14.30; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen<br />

Schatz Sa14.15, So 11.45; Knives Out (OmU) Sa<br />

21.45, So 23.00; Der König der Löwen 11.45; Kuddelmuddel<br />

bei Pettersson und Findus So 12.15; Lindenberg! Sa<br />

21.45, So 20.00; Little Women 13.45; Little Women (OmU)<br />

19.30; Little Women (OF) Sa 16.30, So 17.00; Metropolitan<br />

Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Parasite 21.45; The<br />

Peanut Butter Falcon 16.30; Das perfekte Geheimnis Sa<br />

12.30, So 11.45; Queen &Slim (OmU) So 22.45; Shaun<br />

das Schaf: Der Film: UFO-AlarmSa12.00; SorryWe Missed<br />

You 19.15; Spione Undercover 12.00; Star Wars IX –Star<br />

Wars: The Rise of Skywalker (OmU) 22.45; Vier zauberhafte<br />

SchwesternSa11.30, So 14.00; VomGießen des Zitronenbaums<br />

So 16.15; Das Vorspiel 19.00; Die Wolf-Gäng 13.45;<br />

Les miserables Sa 16.15, 16.30, So 21.45<br />

Krokodil (✆ 44 04 92 98) (Not) Perfect Man –Idealnyy<br />

muzhchina (OF) So 17.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian<br />

chang (OmU) Sa14.45; Gundermann Revier Sa 19.30;<br />

Havelland. Fontane So 15.00; Schönheit &Vergänglichkeit<br />

Sa 18.00; Wasgewesen wäre So 18.45; WhyDon‘t YouJust<br />

Die! –Papa, sdokhni (OmU) Sa 21.15, So 20.15<br />

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Bis dann, mein Sohn –Di<br />

jiu tian chang (OmU) So 17.00; Casablanca (OmU) Sa<br />

23.59; Darkroom Sa 20.00, So 22.30; Emil und die DetektiveSa14.00;<br />

Der Himmel über Berlin (OmenglU) Sa 15.15;<br />

Parasite (OmenglU) Sa 22.00; Quatsch und die NasenbärenbandeSo14.00;<br />

Schönheit &Vergänglichkeit (OmenglU)<br />

So 15.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)<br />

Sa 17.30, So 20.15<br />

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 1917 –Der<br />

Film 17.05, 19.40, 22.30; 3Engel für Charlie 22.40; Als<br />

Hitler das rosa Kaninchen stahl 19.55; Bad Boys for Life<br />

17.00, 19.55, 22.40; Countdown 19.55, 22.30; Die Eiskönigin<br />

II 12.10, 14.40, 17.20; 3D: Die fantastische Reise des<br />

Dr.Dolittle 12.00, 14.20, 17.00, 19.45, 22.45; Die fantastische<br />

Reise des Dr.Dolittle 14.30; Das geheime Leben der<br />

Bäume 17.05; The Grudge 22.40; Die Heinzels 12.15,<br />

14.30, 16.50; Die Hochzeit 12.00, 16.45, 19.50; 3D: Jumanji<br />

So 17.00; Jumanji 14.15; Kartoffelsalat 314.40,<br />

17.00; Knives Out 19.50, 22.45; Latte Igel und der magische<br />

Wasserstein 14.30; Lindenberg! So 19.40; Little Women<br />

16.50, 19.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo!<br />

12.10; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm<br />

12.10; Spione Undercover 12.15; 3D: Star Wars IXSa<br />

22.45; Star Wars IX 14.15, 19.40; Thomas und seine Freunde<br />

12.10; Underwater –Esist erwacht 22.45; Vier zauberhafte<br />

Schwestern14.45; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.35<br />

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) 2040 –Wir retten<br />

die Welt! So 18.00; Aretha Franklin (OmU) So 11.30;<br />

Königreich Arktis Sa 16.30; Nur die Füße tun mir leid –900<br />

Kilometer Jakobsweg So13.30; The Peanut Butter Falcon<br />

(OmU) Sa 21.00; PJ Harvey –ADog Called Money (OmU)<br />

Sa 19.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-AlarmSa16.30;<br />

Unsere Erde II So 16.00<br />

REINICKENDORF<br />

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film Sa<br />

16.25, 19.40, 23.00, So 16.35, 19.35; Bad Boys for Life<br />

17.05, 20.10, 23.00; Countdown 23.15, Sa a. 20.25, So a.<br />

20.20; Die Eiskönigin II 11.30, 14.10, 16.55; 3D: Die fantastische<br />

Reise des Dr.Dolittle 11.40, 14.20, 17.10, 19.50,<br />

22.35; The Grudge 23.20; Die Heinzels 11.20, 13.30,<br />

15.40; Die Hochzeit 16.45, 19.35, 22.35,Saa.11.00, So<br />

a. 11.15, 14.10; Jojo Rabbit 20.00; Jojo Rabbit (OF) So<br />

20.15; Joker 23.00; 3D: Jumanji 22.50; Jumanji 13.55,<br />

17.15; Kartoffelsalat 314.10, Sa a. 18.00, So a. 17.50; Der<br />

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />

Sa 11.45; Knives Out 16.55, 19.45; Latte Igel und der magische<br />

Wasserstein 11.55; Lindenberg! Sa 13.55, So<br />

16.25; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00;<br />

Das perfekte Geheimnis Sa 20.15; Spione Undercover<br />

11.05, 13.45; 3D: Star Wars IX So 19.30; Star Wars IX<br />

13.40, 22.55; Super Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier<br />

zauberhafte Schwestern 11.00; Weathering With You: Das<br />

Mädchen, das die Sonne berührte So 11.15; Die Wolf-Gäng<br />

12.05, 14.40<br />

SCHÖNEBERG<br />

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Als<br />

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, Sa a. 17.00, So a.<br />

20.00; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen<br />

Schatz 12.00; Lindenberg! Sa 20.00, So 17.00<br />

Cosima (✆ 85 07 58 02) Ich war noch niemals in NewYork<br />

15.30; Judy18.00, 20.15<br />

Odeon (✆ 78 70 40 19) Jojo Rabbit (OmU) 18.00; Little<br />

Women (OmU) 15.00, 20.30<br />

Xenon (✆ 78 00 15 30) Cunningham (OmU) So 18.00;<br />

Jonathan Agassi Saved My Life (OmU) So 20.15; Judy<br />

(OmU) Sa 20.15<br />

SPANDAU<br />

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) 1917 –Der Film<br />

16.35, 19.50, Sa a. 22.45; Bad Boys for Life 16.50, 19.40,<br />

Sa a. 22.45; Die Eiskönigin II 10.00, 12.20, 14.05; 3D: Die<br />

fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.00, 20.15, Saa.<br />

22.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 10.00, 12.00,<br />

14.25; Die Heinzels 10.00, 12.15, 14.30; Die Hochzeit<br />

16.40, 19.30, Sa a. 22.40; Jumanji 17.15; Knives Out<br />

19.45; Spione Undercover 14.45; Star Wars IX Sa 22.20;<br />

Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.15; Die Wolf-Gäng<br />

10.00, 12.10, 14.25<br />

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Als Hitler das<br />

rosa Kaninchen stahl Sa 13.45, 18.00, So13.30, 15.45;<br />

Aretha Franklin So 20.15; Der geheime Roman des Monsieur<br />

Pick Sa 16.00, So 11.30; Ich war noch niemals in New<br />

York Sa 11.15; JudySa20.15, So 18.00<br />

STEGLITZ<br />

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Little Women 11.00, 14.00,<br />

17.00, 20.00<br />

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) 1917 –Der<br />

Film 17.50, 20.00, 22.55; Bad Boys for Life 16.50, 20.00,<br />

23.00; Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, Sa a. 14.45, So a.<br />

14.25; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 10.00,<br />

12.20, 14.45, 17.20, 19.50, 22.35; Die fantastische Reise<br />

des Dr.Dolittle 14.15, 16.50; Das geheime Leben der Bäume<br />

Sa 17.00, So 17.05; Die Heinzels 10.00, 11.50, 13.45,<br />

15.45; Die Hochzeit 19.45, 22.40, Sa a. 17.05; Jojo Rabbit<br />

20.00, 22.45; Jumanji 16.50; Knives Out 19.30, 22.35, So<br />

a. 17.00; Latte Igel und der magische Wasserstein 12.15,<br />

So a. 10.00; Spione Undercover10.00, 14.30, Sa a. 12.30,<br />

So a. 12.00; Star Wars IX 20.45; Vier zauberhafte Schwestern<br />

10.00, 12.15, 14.30; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.10,<br />

14.25<br />

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Als Hitler das rosa<br />

Kaninchen stahl So 18.00; Bad Boys for Life 20.30; Die<br />

Eiskönigin II 13.45, So a. 11.30; 3D: Die fantastische Reise<br />

des Dr.Dolittle 18.15, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.<br />

Dolittle 13.30, 15.45, So a. 11.15; Die Heinzels 15.45, So<br />

a. 11.15; Die Hochzeit 18.00, 20.30; Jumanji Sa 18.00;<br />

Knives Out 20.30; Lindenberg! 17.45; Spione Undercover<br />

13.30; Vier zauberhafte Schwestern 15.45; Die Wolf-Gäng<br />

13.30, 16.00, So a. 11.15<br />

TIERGARTEN<br />

Arsenal (✆ 26 95 51 00)Gaumont: Eine verheiratete Frau<br />

–Une femme mariÈe (OmenglU) Sa 19.00; Gaumont: Der<br />

Pakt mit dem Teufel –Labeaute du diable (OmenglU) So<br />

20.00; Gaumont: Weiße Margeriten –Elena et les hommes<br />

(OmenglU) So 18.00; Gaumont: Wir werden nicht zusammen<br />

alt –Nous ne vieillirons pas ensemble (OmenglU) Sa<br />

21.00; Magical HistoryTour: Gilda (OF) Sa 20.00; Magical<br />

HistoryTour: Die Liebenden vonPont-Neuf –Les amants du<br />

Pont-Neuf (OmU) So 19.30<br />

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) (Not)<br />

Perfect Man So 17.30; 1917 –Der Film 19.30, 19.50,<br />

23.00, Sa a. 13.15, 14.50, 16.20, 22.45, So a. 16.30,<br />

22.40; Ajvar(OmU) So 17.00; Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl 16.45, 19.10, Sa a. 13.10; Bad Boys for Life 19.30,<br />

22.15, 22.50, Sa a. 16.10, 16.40, So a. 17.20; Countdown<br />

23.00, Sa a. 16.30, 19.40, So a. 17.30, 20.10; Die Eiskönigin<br />

II 13.50, Sa a. 13.00; 3D: Die fantastische Reise des<br />

Dr.Dolittle 13.30, 17.00, 20.15, 23.00, Sa a. 15.15, 17.20,<br />

So a. 14.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.00,<br />

Sa a. 16.30; Das geheime Leben der Bäume 17.10, So a.<br />

13.50; The Grudge22.45; Die Heinzels Sa 14.10, 16.15, So<br />

15.00, 16.30; Die Hochzeit 22.30, Saa.13.40, 16.45,<br />

19.15, So a. 13.30, 17.05, 20.00; Jak zostalem gangsterem:<br />

Historia prawdziwa –Wie ich ein Gangster wurde: Eine<br />

wahre Geschichte (OmU) So12.30; Jojo Rabbit 20.00,<br />

22.20, Sa a. 17.20, 19.30, So a. 13.30,16.20, 19.40; Joker<br />

Sa20.45, So 20.00; Judy Sa13.00; Jumanji 12.45,<br />

16.30, 20.00, 23.00; Kartoffelsalat 3Sa14.00, 18.00, So<br />

13.50, 17.15; Knives Out 16.45, 20.30, 22.45, So a.<br />

22.50; Lindenberg! 13.30, 19.00, Sa a. 16.30, Soa.<br />

16.45; Little Women 16.15, 19.40, 19.45, 22.30, Sa a.<br />

13.30, So a. 12.30; Parasite Sa 19.45, So 19.15; Das perfekte<br />

Geheimnis 19.45; Queen &Slim Sa 22.40, So 23.00;<br />

Spione UndercoverSa13.20; 3D: Star Wars IX 15.50, So a.<br />

20.20; Star Wars IX Sa 13.50, 19.20, 22.30, So 13.40,<br />

19.30,22.40; Underwater –Esist erwacht 23.00; Vier zauberhafte<br />

Schwestern14.30; Die Wolf-Gäng 14.10<br />

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Jam (OmU) So 17.30;<br />

Once Upon aTime in... Hollywood (OF) Sa 18.30; Sneak<br />

Preview (OmU) So 19.30; Why Don‘t You Just Die! –Papa,<br />

sdokhni (OmU) So 22.00<br />

TREPTOW<br />

Astra (✆ 636 16 50) Bad Boys for Life 17.15, 20.00,<br />

22.30; Die Eiskönigin II Sa 12.30; 3D: Die fantastische Reise<br />

des Dr. Dolittle 17.30, 20.00, 22.30; Die fantastische<br />

Reise des Dr. Dolittle 10.00, 12.30, 15.00; Das geheime<br />

Leben der Bäume 15.00, 18.00, 20.15, 22.30; Die Heinzels<br />

10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Die Hochzeit 17.30, 20.00,<br />

22.30; Jumanji 18.00; Lindenberg! 20.30; Spione Undercover<br />

15.00, Sa a. 10.00; Vier zauberhafte Schwestern<br />

14.00, Sa a. 10.00, 12.15; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.00,<br />

16.00<br />

Casablanca (✆ 677 57 52) Charlie &Louise –Das doppelte<br />

Lottchen 13.30; JudySa20.30, So 15.30; Knives Out Sa<br />

18.00, So 20.30; Das perfekte Geheimnis Sa 15.30, So<br />

18.00<br />

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) (Not)<br />

Perfect Man –Idealnyy muzhchina (OF) So 17.00; 1917 –<br />

Der Film 17.00, 20.10, Sa a. 22.50; 3Engel für Charlie Sa<br />

23.00; Bad Boys for Life 17.00, 20.00, Sa a. 22.45; Countdown<br />

20.20, Sa a. 23.10; Die Eiskönigin II 11.40, 14.20;<br />

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30, 14.10,<br />

17.10, 20.00, Sa a. 22.45; The GrudgeSa23.05; Die Heinzels<br />

11.50, 14.15, 16.30; Die Hochzeit 14.10, 19.55, Sa a.<br />

17.00; JokerSa22.55; 3D: Jumanji 20.00; Jumanji 14.05,<br />

17.15, Sa a. 22.40; Kartoffelsalat 314.40, 17.20; Der kleine<br />

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />

12.00; Knives Out 19.30; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />

11.55; Lindenberg! 17.10; Metropolitan Opera in<br />

HD: Porgy and Bess Sa 19.00; Das perfekte Geheimnis<br />

19.45; 3D: Spione Undercover 11.30; Spione Undercover<br />

14.20; 3D: Star Wars IX 11.30; Star Wars IX So 19.30; Thomas<br />

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!<br />

11.45; Underwater –Esist erwacht Sa 23.00; Vier zauberhafte<br />

Schwestern14.15, So a. 16.50; Die Wolf-Gäng 12.00,<br />

14.45<br />

WEDDING<br />

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) 1917 –Der Film<br />

16.40, 19.45, Sa a. 22.40; Bad Boys for Life 16.50, 20.00,<br />

Sa a. 23.00; Die Eiskönigin II 12.00, 14.15; Eltilerin Savasi<br />

(OmU) 20.15, Sa a. 22.45; 3D: Die fantastische Reise des<br />

Dr. Dolittle 12.00, 14.20, 16.45, 19.30, Saa.22.40; Die<br />

Hochzeit 16.50, 19.45; Jumanji 14.10; Rafadan Tayfa 2:<br />

Göbeklitepe (OmU) 12.00, 14.00, 16.00, 18.10; Spione<br />

Undercover12.00; Star Wars IX 17.00, Sa a. 22.50; Türkler<br />

Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 20.10, Sa a. 23.00; Vier zauberhafte<br />

Schwestern 12.00, 14.15; Die Wolf-Gäng 12.00,<br />

14.15<br />

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Kinderfilm des<br />

Monats: Das doppelte Lottchen So 16.00; The Farewell Sa<br />

19.45, So 14.00; Miles Davis: Birth of the Cool Sa 17.30,<br />

So 18.00; Oscar-Fieber: Once Upon aTime in... Hollywood<br />

(OmU) So 20.15; Oscar-Fieber: Parasite (OmU) Sa 21.45;<br />

Wedding Sa 15.45<br />

WEISSENSEE<br />

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01)Ander Bruchkante –Imker<br />

in Mecklenburg 19.30; But Beautiful –Nichts existiertunabhängig<br />

(OmU) Sa 16.00; Klavierstunden –Making the Grade<br />

(OmU) 18.00; Swans –Where Does ABody End? (OmU)<br />

21.45<br />

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Die fantastische Reise des<br />

Dr. Dolittle Sa 11.00, 13.15, 15.30, 17.45, 20.00, So<br />

10.45, 13.00, 15.15, 17.30, 19.45; Die Eiskönigin II Sa<br />

12.15, So 11.45; JokerSo14.00; Der kleine Rabe Socke3<br />

–Suche nach dem verlorenen Schatz So 10.00; Lindenberg!<br />

Sa 17.00, 19.45, So 16.45, 19.30; Das perfekte Geheimnis<br />

Sa 14.30; Romys Salon Sa 10.00<br />

WILMERSDORF<br />

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Als Hitler das rosa<br />

Kaninchen stahl Sa 15.30; HommageBernhard Sinkel: Der<br />

Mädchenkrieg (m. Gästen) So 15.30; Miles Davis: Birth of<br />

the Cool (OmU) 20.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-<br />

Alarm So13.30; Das Vorspiel 18.00; Jüdische Lebenswelten:<br />

Wirsind Juden aus Breslau (m. Gast) So 11.00<br />

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />

stahl So 13.00; Crescendo #makemusicnotwar 15.30;<br />

Das geheime Leben der Bäume 18.00; Latte Igel und der<br />

magische Wasserstein Sa 13.15; Pavarotti So 11.00; Vom<br />

Gießen des Zitronenbaums 20.30<br />

ZEHLENDORF<br />

Bali (✆ 811 4678) But Beautiful –Nichts existiert unabhängig<br />

20.30; Ein Licht zwischen den Wolken 18.00; Latte<br />

Igel und der magische Wasserstein 16.00<br />

Capitol (✆ 831 6417) Das geheime Leben der Bäume<br />

15.00; Little Women 17.20, 20.15; Pavarotti So 12.15<br />

POTSDAM<br />

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Die Addams<br />

Family 15.00; Bis dann, mein Sohn So 17.00; Burning Sa<br />

21.15; Gott existiert, ihrName ist Petrunya Sa 19.15; Porträt<br />

einer jungen Frau in Flammen Sa 17.00, So 20.15<br />

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Als Hitler das rosa<br />

Kaninchen stahl 13.45; Ein verborgenes Leben Sa 20.15,<br />

So 19.30; Die Eiskönigin II So 14.45; Preview: Das freiwillige<br />

Jahr So 19.00; Das geheime Leben der Bäume Sa 18.30,<br />

So 9.45, 17.00; Die Heinzels Sa 14.00, 16.00, So 10.45,<br />

13.45; Ich bin Anastasia (mit Gästen) So 12.00; Jojo Rabbit<br />

Sa 15.00, 18.00, So 16.30, 20.45; Latte Igel und der magische<br />

Wasserstein Sa 13.45, So 14.30; Lindenberg! 18.00,<br />

20.45; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess (OmU) Sa<br />

19.00; Pavarotti So 11.35; Sorry We Missed You20.45, So<br />

a. 16.15; VomGießen des Zitronenbaums 15.45; Das Vorspiel<br />

Sa 16.15, So 10.00, 18.30<br />

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) 1917 –Der<br />

Film 17.10, 20.15, Sa a. 23.00; 1917 –Der Film (OF) So<br />

20.00; Bad Boys for Life 16.50, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin<br />

II 11.00, 13.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />

14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; Die fantastische<br />

Reise des Dr.Dolittle 11.00; Die Heinzels 11.10, 15.45, Sa<br />

a. 13.40, So a. 14.30; Die Hochzeit 11.00, 14.10, 16.40,<br />

19.50; 3D: Jumanji Sa 23.00; Jumanji 16.50; Kartoffelsalat<br />

311.15, 14.20, Sa a. 17.00, Soa.17.45; Knives Out<br />

23.00, Sa a. 19.50; Lindenberg! 19.40; Little Women<br />

16.30, 19.40; Das perfekte Geheimnis Sa 23.00; Shaun<br />

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm11.15; 3D: Star Wars IX Sa<br />

20.15, So 20.00; Star Wars IX 13.45, Sa a. 23.00; Super<br />

Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte Schwestern<br />

11.15, Sa a. 14.15, So a. 13.30; Die Wolf-Gäng<br />

11.00, 14.00, Sa a. 17.45, So a. 17.10<br />

UMLAND<br />

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die fantastische<br />

Reise des Dr. Dolittle Sa 14.00, 16.30, 19.30, So 12.00,<br />

14.30, 17.00, 20.00<br />

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)<br />

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 20.00, So 17.00; Der<br />

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />

15.00; Marianne &Leonard –Words of Love Sa 17.00, So<br />

20.00<br />

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Bad Boys for Life<br />

20.30; Die Eiskönigin II 13.15; 3D: Die fantastische Reise<br />

des Dr.Dolittle 18.00, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.<br />

Dolittle 13.30, 15.45; Die Heinzels 15.30; Die Hochzeit<br />

17.45, 20.30; Lindenberg! 17.30; Vier zauberhafte Schwestern13.15;<br />

Die Wolf-Gäng 15.30<br />

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28) Bad Boys<br />

for Life 18.00, 20.30, Sa a. 22.30; Die Eiskönigin II 14.15;<br />

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 17.30, 19.45, Sa<br />

a. 22.50; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.30,<br />

15.00; The Grudge Sa23.10; Die Hochzeit 17.45, 20.15;<br />

Jumanji 15.15; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem<br />

verlorenen Schatz 10.45; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />

10.15; Lindenberg! 17.00, 20.00; Pettersson und<br />

Findus 10.30; Spione Undercover 11.45; 3D: Star Wars IX<br />

Sa 22.15; Vier zauberhafte Schwestern 13.00; Die Wolf-<br />

Gäng 12.00, 14.00, 16.00<br />

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) 2040 –Wir retten die<br />

Welt! So 13.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa<br />

18.15; Bad Boys for Life Sa 20.45, So 18.00; Die Hochzeit<br />

17.15, Sa a. 20.00, So a. 20.30; Jumanji So 11.30; Der<br />

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />

So 16.15; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa<br />

16.15, So 11.00; Spione Undercover15.00<br />

KINO<br />

SONNTAG<br />

Irgendwas bleibt<br />

S ie waren zur Stelle,als es im Popgeschäft fast schon als uncool galt, es als<br />

deutsche Band weiter mit schlechtem Englisch zu versuchen. Also<br />

suchten alle nach der perfekten Welle, aber selbst die, die sie besangen,<br />

konnten sich nicht lange auf ihr halten. Als Silbermond 1998 in Bautzen<br />

anfingen, waren sie zunächst eine Formation unter vielen, heute gelten<br />

sie als die einzige charakteristische populäre Band, die man vergleichsweise<br />

leicht an ihrem Sound erkennt und die sich für ihre Texte nicht<br />

schämen muss.Anbeidemhat Sängerin Stefanie Kloß großen Anteil. Vom<br />

sphärischen „Symphonie“, noch immer der größte Silbermond-Hit, hat<br />

man sich elegant gelöst und gelernt, mit „leichtem Gepäck“ zu reisen.<br />

Sehr geschickt haben Silbermond dabei ihre ostdeutsche Identität ins<br />

Spiel gebracht. Dass gänger Pop aus Bautzen kommen kann, war bis zur<br />

Gründung vonSilbermond nicht gerade eine Gewissheit. HarryNutt<br />

Silbermond, Sonnabend, 20 Uhr, Mercedes-Benz-Arena, Mercedes-Benz-Platz1<br />

Pop<br />

Auf Spurensuche in Wroclaw<br />

KARIN KAPER FILM<br />

Wirsind Juden aus Breslau<br />

D er Film zeichnet das Porträt<br />

einer Generation mit<br />

einem biografischen Abgrund.<br />

Sie waren jung, jüdisch und<br />

lebten in Breslau, der deutschen<br />

Stadt mit der drittgrößten<br />

jüdischen Gemeinde.<br />

Dann kam Hitler. Die Dokumentarfilmer<br />

befragen vierzehn<br />

in alle Welt verstreute<br />

Zeitzeugen und begleiten sie in<br />

ihre untergegangene Heimat,<br />

das heute zu Polen gehörende<br />

Wroclaw, wo es zarte Anzeichen<br />

wiederkehrenden jüdischen<br />

Lebens gibt. (BLZ)<br />

Sonntag,11Uhr,Bundesplatz-Kino<br />

Tagestipp<br />

<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 29 · ·<br />

·······················································································································································································································································································<br />

BÜHNE<br />

<strong>Berliner</strong> Ensemble (& 28 40 81 55)<br />

18.00: Baal; 18.00: DieAntigone des Sophokles<br />

<strong>Berliner</strong> Kriminal Theater (& 47 99 74 88)<br />

17.00: Todauf dem Nil<br />

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)<br />

16.00: Les Huguenots<br />

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)<br />

19.30: Glauben an die Möglichkeit der völligen<br />

Erneuerung der Welt<br />

Kleines Theater (& 821 20 21)<br />

18.00: Törless<br />

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)<br />

18.00: DieZauberflöte<br />

Komödie (& 88 59 11 88) 18.00: Ab jetzt<br />

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)<br />

18.00: In My Room; 19.00 Container: Hamlet<br />

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)<br />

20.00: Wolfskinder<br />

Philharmonie (& 25 48 83 01)<br />

16.00: Puccinis Suor Angelica –Faith to Face (Nico<br />

andthe Navigators)<br />

Radialsystem (& 288 78 85 88)<br />

14.00, 19.45: CTM Festival 2020 –Liminal: Drops<br />

and Seeds (Prumsodun Ok &NATYARASA und Ensemble<br />

KNM Berlin)<br />

Renaissance-Theater (& 312 42 02)<br />

18.00: Nein zumGeld<br />

Schaubühne (& 89 00 23)<br />

19.30 Studio: He? She? Me!Free; 20.00: Orlando<br />

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />

16.00: Ich bin nicht Mercury<br />

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />

11.00: Einführungsmatinee: Der Rosenkavalier<br />

16.00: Falstaff<br />

Theater im Delphi (& 70 12 80 20)<br />

20.00: Odyssey: Dead Men Die (Opera Lab Berlin)<br />

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)<br />

18.00: Unendlicher Spaß<br />

19.00 3. Stock: vengapoise –ibiza sky<br />

KABARETT/VARIETÉ<br />

Admiralspalast (& 22 50 70 00)<br />

14.00, 19.00: Ballet Revolución<br />

Arena Glashaus (& 533 20 30)<br />

18.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.<br />

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)<br />

19.00: Irmgard Knef: Barrierefrei<br />

<strong>Berliner</strong> Schnauze –MundArt&Comedy Theater<br />

(& 017 95 34 66 96) 19.00: Dit Bestevons Janze<br />

(MargaBach)<br />

Chamäleon (& 400 05 90)<br />

18.00: Out of Chaos(Gravity &Other Myths)<br />

Distel (& 204 47 04)<br />

18.00Studio:Verdummungsverbot (Tilman Lucke)<br />

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)<br />

15.30: Vivid<br />

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />

18.00: Der Tanz der Zuckerpflaumenfähre (Ursus &<br />

Nadeschkin)<br />

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)<br />

17.00: Die LiveShow<br />

Stachelschweine (& 261 47 95)<br />

18.00: Überall ist besser als nichts!<br />

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)<br />

18.00: Blue Man Group–The Show<br />

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)<br />

14.30, 19.00: Mamma Mia!<br />

ufaFabrik (& 75 50 30)<br />

19.00: Die Jahrespresseschau 2019(Arnulf Rating)<br />

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)<br />

20.00: Willkommen in Matzeknopien –ich mach’s<br />

jetzt selbst (Matze Knop)<br />

Z-Bar (& 28 38 91 21)<br />

20.00: Adorable Idiots –English ComedyOpen Mic<br />

(HostedbyBrittni Bowering and Zackarias Branzell)<br />

KLASSIK<br />

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)<br />

11.00 Kl. Saal: Alexandra Kehrle (Klarinette), Ernst-<br />

Martin Schmidt (Viola), Florian vonRadowitz (Klavier),<br />

Kammermusik-Matinee des Konzerthausorchesters,<br />

W.A. Mozart: Trio für Klavier,Klarinette und Viola<br />

Es-Dur „Kegelstatt-Trio“; Max Bruch: Acht Stücke für<br />

Klarinette, Viola und Klavier op. 83, Auswahl; Michael<br />

Vogt: „Marien-Trio“ zum Fest Mariä Lichtmess, UA;<br />

Jean Françaix: Trio für Klarinette, Viola und Klavier<br />

11.00, 15.00 Gr.Saal: Deutsches Filmorchester<br />

Babelsberg,Solist*innen: SvitlanaSlyvia, J. Warren<br />

Mitchell, Tetiana Gospodynchyk, Ki-Hyun Park,<br />

Ltg.Frank-Michael Erben, ConTakt Gala, Arien und<br />

Duette aus „Eugen Onegin“, „Die Regimentstochter“,<br />

„L’Italiana in Algeri“, „Turandot“, „MaskeinBlau“, „Der<br />

Bettelstudent“, „Nächte in Schanghai“ u. a.<br />

20.00 Kl. Saal: Akademie für Alte Musik Berlin, Georg<br />

Kallweit (Violine), Xenia Löffler (Oboe), Werkevon<br />

Lully,Scarlatti, C.P.E. Bach, Telemann, Vivaldi u. a.<br />

Königin-Luise-Kirche Waidmannslust<br />

(& 411 11 45)16.00: Vicky-Lou Timmer (Violine),<br />

Anna Tessa Timmer (Violoncello), U. Timmer (Klavier),<br />

Aufdem Pfad der Sinne, Ausstellungseröffnung<br />

vonKindernder Münchhausen-Grundschule mit<br />

Kammermusik<br />

Philharmonie (& 25 48 83 01)<br />

20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin,<br />

Damen des Rundfunkchors Berlin, Ltg.AndrewManze,<br />

Martin Helmchen (Klavier), Yeree Suh (Sopran),<br />

Widmann: „Con brio“, Konzertouvertüre für Orchester;<br />

Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr.3<br />

c-Moll op. 37; Vaughan Williams: Symphonie Nr.7<br />

Pierre BoulezSaal (& 47 99 74 11)<br />

16.00: Sir András Schiff (Klavier,Moderation),<br />

Einführung zum Wohltemperierten Klavier,Band II, in<br />

engl. Sprache<br />

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)<br />

16.00: Vida Kalojanova (Klaiver), Beethoven: Rondo<br />

C-Dur op. 51 Nr.1,Klaviersonate Nr.4Es-Dur op.<br />

7; Schubert: Impromptu op. posth. 142 Nr.1f-Moll,<br />

Klaviersonate A-Dur op. posth. 120<br />

Schloss Köpenick (& 266 42 42 42)<br />

16.00 Aurorasaal: YasukoFuchs-Imanaga(Flöte),<br />

NaokoFukumoto (Klavier), Flötentöne, W.A. Mozart:<br />

Sonate für Flöte und Klavier;Lindpaintner/Küffner:<br />

Potpourie über „Die sizilianische Vesper“; I. Moscheles:<br />

Variationen für Flöte und Klavier u.a.<br />

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />

20.00 Apollosaal: Mitglieder derStaatskapelle Berlin,<br />

Ltg.Laura Volkwein, Preußens Hofmusik II, Werkevon<br />

Alessandro Scarlatti und John Stanley<br />

Villa Elisabeth (& 44 04 36 44)<br />

18.00: Viola Solo: Karen Lorenz, Yodfat Miron u. a.,<br />

Rama Gottfried: corporis fabrica (UA); Georg Katzer:<br />

Kette; EnnoPoppe: Filz –visuell-performatives Konzert<br />

KINDER<br />

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)<br />

11.00 Zeltbühne: Ich mach dich gesund, sagte der<br />

Bär,Musikalische Erzählung (ab 3J.)<br />

15.00 Studio: Des Kaisers neue Kleider (ab 5J.)<br />

16.00: Ferdi und dieFeuerwehr (ab 4bis 8J.)<br />

Brotfabrik (& 471 40 01)<br />

11.00, 16.00: Der glückliche Hans, Erzähltheater mit<br />

Figuren (ab 4J.)<br />

FEZ Berlin (& 530 71 -0)<br />

12.00: FEZ –Kinder und Familien: Das Zauberschloss<br />

–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!<br />

Freizeitforum Marzahn (& 542 70 91)<br />

16.00: 6. Kinder-Saal-Winter:Rumpelstilzchen, FFM-<br />

Theaterensemble &Kinderballett Konfetti<br />

Grips Podewil (& 39 74 74 77)<br />

11.00: Vier sind hier (ab 2J.)<br />

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />

11.00: Derfuriose Küchenzirkus, Theater Coq Au Vin<br />

(ab 3bis 10 J.)<br />

Schaubude (& 423 43 14)<br />

15.00: Die Schneekönigin, Miamou (ab 5bis 9J.)<br />

Schlossplatztheater (& 651 65 16)<br />

16.00: Tomte Tummetott, Theater mit Musik (ab 3J.)<br />

Theater der kleinen Form (& 29 35 04 61)<br />

11.00, 16.00: Die Nachtigall, Evelyn Geller,farbiges<br />

Schattenspiel (ab 5bis 10 J.)<br />

Theater Mirakulum (& 449 08 20)<br />

16.00: Kasper rettet den kleinen Eisbär,Thomas<br />

Mierau, Puppentheater (ab 4bis 13 J.). Anm. erf.<br />

LITERATUR/VORTRAG<br />

BKA (& 202 20 07)<br />

20.00: Rotkäppchenraucht auf dem Balkon, Wladimir<br />

Kaminer,WladimirKaminer<br />

Brotfabrik (& 471 40 01)<br />

19.30: Die Erfindung des Rußn, Daniel Bayerstorfer<br />

und Tobias Roth, Lesung<br />

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />

20.00: Im Bett mit dem Westen, Franziska Troegner,<br />

Geschichtenaus „Permanent trendresistent“<br />

Theater im Palais (& 201 06 93)<br />

16.30: Gerade dadurch sind siemir lieb.Theodor<br />

Fontanes Frauen, Christine vonBrühl, Buchpremiere<br />

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)<br />

20.00 Roter Salon:Reformbühne Heim &Welt–Zu<br />

Gast: KurtKrömer &Nils Heinrich, Autor/in: Zu Gast:<br />

KurtKrömer &Nils Heinrich<br />

KONZERT<br />

A-Trane (& 313 25 50)<br />

20.00: Clara HaberkampTrio, Homeless Clouds<br />

b-flat (& 283 31 23)<br />

21.00: TalYadin Quartett, special guest:Omri Abramov<br />

(sax), In &Out –Album Release<br />

Badehaus (& 95 59 27 76)<br />

19.00: Protect Ya Rap<br />

Columbiahalle (& 69 81 75 86)<br />

19.30: Melanie Martinez<br />

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)<br />

20.00: Comethazine (Rap)<br />

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)<br />

21.00: CTM 2020: Dan Deacon, support: BNNT<br />

Huxleys Neue Welt (& 301 06 80 88)<br />

20.00: Stereophonics<br />

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)<br />

20.00: Samsas Traum<br />

Lido (& 69 56 68 40)<br />

20.00: Ride<br />

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)<br />

19.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...<br />

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)<br />

20.00: Howard Carpendale


30 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

TV-Programm am Sonnabend<br />

Tagesschau 24<br />

12.15 Dopen bis das Herz versagt? 13.00<br />

Nachrichten 13.15 Aristoteles Onassis 14.00<br />

Nachrichten 14.15 Wölfe 15.00 Nachrichten<br />

15.30 Plusminus 16.00 Nachrichten 16.30<br />

Weltbilder 17.00 Nachrichten 17.30 Monitor<br />

18.00 Nachrichten 18.30 Zapp 19.00<br />

Nachrichten 19.30 Australien im Feuer 20.00<br />

Tagesschau 20.15 Der Untergang der Wilhelm<br />

Gustloff 20.30 Fritz FreyimGespräch mit Heinz<br />

Schön (Überlebender der „Gustloff“) 21.00<br />

Tagesschau 21.02 Die verbotenen Wracks 21.32<br />

Mit dem Teddyauf der Flucht 22.15 Kontrolle auf<br />

See 23.15 Australien im Feuer 23.45<br />

Tagesschau vor20Jahren 0.00 Tagesthemen<br />

ONE<br />

5.45 Lindenstraße 6.15 Um Himmels Willen<br />

7.00 Brisant 7.40 Liebe am Fjord –Das Meer<br />

der Frauen. Liebesmelodram, D2011 9.10 Papa<br />

und die Braut aus Kuba. Komödie, D2016<br />

10.35 Der Liebhaber meiner Frau. Komödie, D<br />

2019 12.05 Brisant 12.45 extra 3 13.15<br />

Telespiele 13.55 Bezaubernde Jeannie 18.00<br />

Picknick mit Bären. Komödie, USA 2015 19.40<br />

Brisant 20.15 Das Verschwinden (2/4): Weil wir<br />

euch lieben. Krimireihe, D/CZ 2017 21.40<br />

Professor Love.Liebeskomödie, USA/GB 2014<br />

23.15 Rebellcomedy–Hoch ansteckend 23.45<br />

Der deutsche Michel 0.30 Doctor Who Classics<br />

2.00 Doctor Who 3.35 Bonusfamilie<br />

ZDF NEO<br />

7.15 (für HG) TerraX:Aufbruch ins All –mit<br />

Alexander Gerst 7.55 (für HG) TerraX:Faszination<br />

Erde –mit Dirk Steffens 9.25 (für HG) TerraX:<br />

Eine Erde –viele Welten 13.50 (für HG) TerraX:<br />

Fantastische Phänomene 15.20 (für HG) TerraX:<br />

Aufdie Größe kommt es an 16.50 Die<br />

glorreichen 10 18.20 Sketch History 18.45<br />

Dinner Date 19.30 (für HG) Nelson Müllers<br />

Lebensmittelreport 20.15 (für HG) Notting Hill.<br />

Komödie, GB/USA 1999 22.10 (für HG)<br />

November Man. Actionfilm, USA 2014 23.50 (für<br />

HG) No Escape –Renn um Dein Leben.<br />

Actionfilm, T/USA 2015 1.25 (für HG) November<br />

Man. Actionfilm, USA 2014<br />

ZDF INFO<br />

5.55 Brasilien unter Bolsonaro 6.25 (für HG)<br />

Zwischen Schalom und Salam 7.10 Kippa,<br />

Kirchen und Koran –Konfliktherd Jerusalem 7.40<br />

Ewiger Aufruhr 8.25 Der gespaltene Islam 9.10<br />

Iran –Zwischen Mullahs und Moderne 10.08<br />

heute Xpress 10.10 Teheran extrem –Subkultur<br />

im Gottesstaat 10.55 Mafia –Die Paten von<br />

Chicago 16.30 Das perfekte Verbrechen 17.15<br />

(für HG) Verräterische Spuren –Die Geschichte<br />

der Forensik 18.45 Skandal! Große Affären in<br />

Deutschland 19.30 ZDF-History 20.15 Mordakte<br />

Mittelalter 0.35 (für HG) Verräterische Spuren –<br />

Die Geschichte der Forensik 2.00 Charles<br />

Manson –Sektenführer und Massenmörder<br />

Radio<br />

KLASSIK<br />

15.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Klassik<br />

Nach Wunsch mit Anja Herzog /Telefonnummer<br />

für Hörerwünsche: 030 /30107010<br />

(Anrufbeantworter), ca. 114 Min.<br />

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />

Kammermusik mit Dirk Hühner /Aufgenommen<br />

im rbb: Das Mariani Quartett spielt Fauré und<br />

Enescu, ca. 56 Min.<br />

19.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />

Oper Liveaus der Metropolitan Opera NewYork /<br />

/ GeorgeGershwin /„Porgyand Bess“, Oper in<br />

drei Akten /Libretto: Edwin DuBose Heyward mit<br />

Texten vonIra Gershwin /Bess –Angel Blue,<br />

Sopran /Clara –Golda Schultz, Sopran /Serena<br />

–Latonia Moore, Sopran u. a., ca. 240 Min.<br />

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Das<br />

Konzert Ultraschall Berlin –Festival für neue<br />

Musik 2020 /Die Orchesterkonzerte, Teil 1/Teil<br />

2morgen um 20.04 Uhr,ca. 116 Min.<br />

HÖRSPIEL<br />

20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Hörspiel<br />

Hörspiel des Monats /Teure Schwalben /Von<br />

Irmgard Maenner /Regie: HeikeTauch/Mit: Irm<br />

Hermann, Julika Jenkins, Veronika Bachfischer,<br />

Sascha Nathan, Florian Lukas, Friedhelm Ptok,<br />

Markus Gertken, Judith Engel, Shelly Kupferberg<br />

/ Komposition: JankoHanushevsky /Produktion:<br />

Deutschlandfunk Kultur 2019. ca. 56 Min.<br />

MAGAZIN<br />

14.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />

Vollbild Das Filmmagazin, 90 Min.<br />

15.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Corso –<br />

Kunst &Pop Das Musikmagazin, ca. 55 Min.<br />

16.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />

Echtzeit Das Magazin für Lebensart, ca. 55 Min.<br />

16.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />

Forschung aktuell Computer und Kommunikation,<br />

ca. 30 Min.<br />

18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />

Feature Der,die oder das Gender? ca. 55 Min.<br />

JAZZ /BLUES<br />

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) The<br />

Voice mit Lothar Jänichen /Carmen Bradford –<br />

sie hat einigeJahrzehnte Jazz-Geschichte<br />

miterlebt, und eines ihrer Vorbilder ist Ella<br />

Fitzgerald. ca. 30 Min.<br />

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Late<br />

Night Jazz mit Ulf Drechsel /Jazzfest Berlin<br />

2019: Piano solo 1/Die Jazzfest-Konzerte im<br />

Haus der <strong>Berliner</strong> Festspiele eröffnete 2019 der<br />

amerikanische Pianist Brian Marsella. Er spielte<br />

sich durch die Geschichte der Piano-Musik von<br />

der Klassik über das Stride Piano, R&Bbis hin<br />

zum freien Jazz. ca. 56 Min.<br />

ARD<br />

8.10 (für HG) neuneinhalb 8.20 (für HG)<br />

neuneinhalb kompakt –Brexit 8.25 (für HG) Die<br />

Pfefferkörner 9.50 (für HG) Tagesschau 9.55 (für<br />

HG) Eisbär,Affe &Co. 11.30 (für HG) Quarks im<br />

Ersten 12.00 (für HG) Tagesschau 12.05 (für<br />

HG) Die Tierärzte 12.55 (für HG) Tagesschau<br />

13.00 (für HG) Die Hochzeit meiner Töchter.<br />

Komödie, D2006 14.30 (für HG) Mamas<br />

Flitterwochen. Familienfilm, D2008 16.00 (für<br />

HG) Wwie Wissen 16.30 (für HG) Weltspiegel-<br />

Reportage 17.00 (für HG) Tagesschau 17.10 (für<br />

HG) Brisant 17.47 (für HG) Das Wetter im Ersten<br />

17.50 (für HG) Tagesschau 18.00 (für HG)<br />

Sportschau. 3. Liga/2.Liga/Bundesliga 19.57<br />

Lotto am Samstag 20.00 (für HG) Tagesschau<br />

20.15 (für HG) Zum Glück gibt’s Schreiner<br />

Komödie, D2019. Einiges zu reparieren<br />

haben Thekla Carola Wied und Henriette<br />

Richter-Röhl als Mutter-Tochter-Gespann<br />

in dieser amüsanten Komödie von<br />

Neelesha Barthel.<br />

21.45 (für HG) Hausbau mit Hindernissen<br />

Komödie, D2017<br />

23.15 (für HG) Tagesthemen<br />

23.35 (für HG) Das Wort zum Sonntag<br />

23.40 (für HG) Maria Wern,Kripo Gotland:<br />

Es schlafe der Tod Krimireihe, S2011<br />

1.10 (für HG) Tagesschau<br />

RTL<br />

5.25 Der Blaulicht Report 5.45 Verdachtsfälle.<br />

Doku-Soap. Zur falschen Zeit am falschen Ort<br />

6.45 Verdachtsfälle. Doku-Soap. Frau holt<br />

Schicksal ihres vermissten Mannes und Sohnes<br />

nach 10 Jahren ein 7.45 Familien im Brennpunkt<br />

8.50 Familien im Brennpunkt 9.50 Der Blaulicht<br />

Report 10.55 Der Blaulicht Report 11.55 Der<br />

Blaulicht Report 12.50 Der Blaulicht Report<br />

13.45 Der Blaulicht Report. Reality-Soap 14.45<br />

Der Blaulicht Report. Reality-Soap 15.45 Der<br />

Blaulicht Report. Reality-Soap 16.45 Der<br />

Blaulicht Report. Reality-Soap 17.45 Best of ...!<br />

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das<br />

Wetter 19.05 Life –Menschen, Momente,<br />

Geschichten. Infotainment<br />

20.15 Deutschland sucht den Superstar<br />

Castingshow. Chiara hat schon im<br />

vergangenen Jahr ihr Glück bei DSDS<br />

versucht, ist aber in den Recalls<br />

ausgeschieden. In diesem Jahr will sie<br />

endlich den Durchbruch schaffen.<br />

22.30 Take Me Out<br />

Dateshow<br />

23.35 Take Me Out<br />

Dateshow<br />

0.40 Deutschland sucht den Superstar<br />

Castingshow<br />

2.20 Take Me Out<br />

MDR<br />

14.00 (für HG) SportimOsten. Fußball 3. Liga,<br />

live 15.55 (für HG) MDR aktuell 16.00 (für HG)<br />

SportimOsten 18.00 (für HG) Heute im Osten<br />

–Reportage 18.15 (für HG) Unterwegs in<br />

Thüringen 18.45 (für HG) Glaubwürdig 18.50<br />

(für HG) Wetter für 3 18.54 (für HG) Unser<br />

Sandmännchen 19.00 Regionales 19.30 (für<br />

HG) MDR aktuell 19.50 (für HG) Quickie 20.15<br />

(für HG) Die Schlager-Hüttenparty des Jahres<br />

22.45 (für HG) MDR aktuell 22.50 (für HG)<br />

Katrin Weber 23.50 (für HG) Westernhagen –<br />

Das Pfefferminz-Experiment 1.20 (für HG) Brisant<br />

Bayern<br />

15.15 (für HG) Wirtshausmusikanten beim Hirzinger<br />

16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)<br />

natur exclusiv 17.00 (für HG) Anna und die<br />

Haustiere 17.15 Blickpunkt Sport 17.45 (für HG)<br />

Zwischen Spessartund Karwendel 18.30 (für<br />

HG) Rundschau 19.00 (für HG) Gut zu wissen<br />

19.30 (für HG) Kunst +Krempel 20.00 (für HG)<br />

Tagesschau 20.15 (für HG) Ich Weiss Alles!<br />

23.25 (für HG) Rundschau Magazin 23.40 (für<br />

HG) Scheidung mit Hindernissen. Liebeskomödie,<br />

D2001 1.10 (für HG) Fannyund die geheimen<br />

Väter.Komödie, D2016<br />

Vox<br />

5.00 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse<br />

der Gerichtsmedizin 5.40 Criminal Intent 6.25<br />

Criminal Intent 7.10 Criminal Intent 8.05<br />

Criminal Intent 9.05 Criminal Intent 10.00<br />

Criminal Intent 10.55 Criminal Intent 11.50<br />

Shopping Queen 12.50 Shopping Queen 13.50<br />

Shopping Queen 14.50 Shopping Queen 15.50<br />

Shopping Queen 16.50 Der Hundeprofi 18.00<br />

hundkatzemaus 19.10 Harte Hunde –Ralf<br />

Seeger greift ein 20.15 Entgleist –Jugendliche<br />

im Ausnahmezustand 0.35 (für HG) Medical<br />

Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin<br />

Super RTL<br />

11.25 Die Tomund JerryShow 12.00 Barbie –<br />

Modezauber in Paris. Animationsfilm, USA 2010<br />

13.15 Barbie –Traumvilla-Abenteuer 13.45<br />

Friends –Freundinnen auf Mission 14.10 Super<br />

ToyClub 14.30 Tomund Jerry 15.00 Alvinnn!!!<br />

und die Chipmunks 17.10 Go Wild! 17.35 Voll<br />

zu spät! 18.00 Die Tomund JerryShow 18.30<br />

Woozle Goozle 19.00 Alvinnn!!! und die<br />

Chipmunks 19.30 Angelo! 20.15 (für HG)<br />

Brückenach Terabithia. Fantasyfilm, USA 2007<br />

22.05 Superstau. Komödie, D1991 23.40<br />

Comedytotal 0.15 Infomercials<br />

Sport1<br />

6.00 Teleshopping 9.15 Die PS Profis –Mehr<br />

Poweraus dem Pott 9.30 Normal 10.00<br />

Teleshopping 12.00 MassiveMoves–Gefährliche<br />

Schwertransporte 15.00 Volleyball.<br />

Bundesligader Männer:SVG Lüneburg –WWK<br />

Volleys Herrsching,live 17.00 StorageWars –Die<br />

Geschäftemacher.Doku-Soap. Smartes Spiel /<br />

Preistreiber /Schlechter Start/Der Schurke/<br />

Orientierungslos /Pechsträhne 20.00 SportQuiz<br />

23.00 Wasteland. Erotikfilm, USA 2012 0.45<br />

Teleshopping Nacht 1.00 SportClips<br />

TV-Tipps<br />

ARD, 20.15 UHR KOMÖDIE<br />

Zum Glück gibt’s Schreiner<br />

Die junge Anwältin Katharina (Henriette Richter-Röhl, l.)aus dem<br />

ländlichen Kleinpenning hat es aus eigener Kraft in München zu etwas<br />

gebracht. Nurdas Beziehungsleben lässtsich optimieren, denn dieattraktive<br />

Singlefrau hatallerhöchste Ansprüche: Selbst in der Weltstadt kommen –rein<br />

statistisch gesehen–nur zwölf Kandidaten infrage! Undvon denenwar bei<br />

den sorgfältig ausgewählten Onlinedates noch keiner dabei. DieMöglichkeit,<br />

dem Richtigen in ihrem Heimatortund durch Zufall zu begegnen,kämeder<br />

Wahlmünchnerin niemals in den Sinn. Als sich Katharina um ihre Mutter Johanna<br />

(TheklaCarola Wied) nach einem SturzimHaushalt kümmernmuss,<br />

engagiertsie Mike (Jochen Matschke) für den seniorengerechten Umbau<br />

ihres Elternhauses.Dass ihreMutter sofortGefallen an dem gut aussehenden<br />

Schreinermeister als potenziellen Schwiegersohn findet, ist eigentlichschon<br />

einAusschlusskriterium für Katharina ...Die Schauspielerin und Regisseurin<br />

Neelesha Barthelführte Regie bei dem unterhaltsamen Fernsehfilm.<br />

(D/2019)<br />

Foto: ARD Degeto/Hendrik Heiden<br />

Anzeige<br />

ZDF, 20.15 UHR KRIMIREIHE<br />

Ein starkes Team<br />

ARTE, 21.05 UHR DOKUMENTARFILM<br />

prisma<br />

TV-Magazin pris<br />

Leonardos geheimnisvolles Bildnis<br />

Dienstag<br />

neu!<br />

Auf einem abgelegenen Parkplatz<br />

wirddie Leicheeines Professors<br />

im Gebüsch gefunden. Linett(Stefanie<br />

Stappenbeck) undOtto beginnen<br />

ihreErmittlungen ohneZeugen und<br />

Anhaltspunkte.Was hatte er dort<br />

gewollt? Waszuerstnach Raubmord<br />

aussieht, entpuppt sich bald als Mord<br />

im Swinger-Milieu. Linett undOtto<br />

treffenauf eineMauer des Schweigens,<br />

denn niemand will an diesemAbend<br />

auf dem Parkplatz gewesensein. „Den<br />

Parkplatz bitte sauberhalten“ stehtauf<br />

dem Schild, aber jemand hat sich nicht<br />

drangehalten. Nachts gilt der Parkplatz<br />

als sehr spezieller Treffpunkt.<br />

(D/2020) Foto: ZDF/Katrin Knoke<br />

Ist das wahreSelbstporträt von Leonardo da Vinci jetzt gefunden? Im Jahr<br />

2009 wurde in einer Privatsammlung im süditalienischen Lucania zufällig<br />

ein kleines Gemälde auf Holz entdeckt. Es weist große Ähnlichkeit mit<br />

einem in den Uffizien in Florenz aufbewahrten vermeintlichen Selbstporträt<br />

des Renaissance-Malers auf. MehrereJahrelang untersuchten Experten das<br />

Gemälde –mit einem erstaunlichen Ergebnis.Dabei rekonstruieren sie auch<br />

das Leben des genialen Künstlers: DieForscher bauen beispielsweise das<br />

berühmte Spiegelkabinett nach, das der Maler wahrscheinlich für dieses<br />

Porträt nutzte. Eszeigt, wie sich Leonardo da Vinci im ausgehenden Quattrocento<br />

–der Frührenaissance –nach außen darstellen wollte.Indieser<br />

überaus kreativen Periode der italienischen Renaissance kämpften die Maler<br />

dafür,nicht mehr als Handwerker betrachtet, sondernals Künstler anerkannt<br />

zu werden, und behaupteten ihreschöpferische Einzigartigkeit. Bis heute<br />

fasziniertder Künstler und Wissenschaftler Leonardo da Vinci. Noch immer<br />

ranken sich viele Geheimnisse um ihn.<br />

(F, I/2015)<br />

ZDF<br />

7.00 (für HG) Mister Twister 7.50 (für HG) 1, 2<br />

oder 3 8.15 (für HG) Robin Hood 8.40 (für HG)<br />

Bibi und Tina. Zeichentrickserie. Der Birkenhof<br />

9.05 heute Xpress 9.10 (für HG) ZDF Sportextra.<br />

Eishockey /ca. 9.25 Ski Alpin /ca. 10.35<br />

Skispringen /ca. 11.00 Bob /ca. 11.20 Ski<br />

Alpin /ca. 12.30 Rodeln /ca. 12.55 Nordische<br />

Kombination /ca. 14.00 Bob /ca. 14.25<br />

Skicross /ca. 14.55 Nordische Kombination:<br />

10 km Langlauf /ca. 15.30 Bob /ca. 15.45<br />

Skispringen /ca. 16.10 Rodeln /ca. 16.15<br />

Skispringen 17.00 (für HG) heute Xpress 17.05<br />

(für HG) Länderspiegel 17.35 (für HG) plan b<br />

18.05 (für HG) SokoWien 19.00 (für HG) heute<br />

/Wetter 19.25 (für HG) Die Bergretter<br />

20.15 (für HG) Ein starkes Team: Parkplatz<br />

bitte sauber halten<br />

Krimireihe, D2020. Mit Stefanie<br />

Stappenbeck, Florian Martens. Der<br />

neueste Fall führtdas „starkeTeam“ ins<br />

Swinger-Milieu.<br />

21.45 (für HG) Der Kriminalist<br />

22.45 (für HG) heute journal<br />

23.00 (für HG) das aktuelle sportstudio<br />

0.25 heute Xpress<br />

0.30 (für HG) heute-show<br />

1.00 (für HG) Dawn of the Dead<br />

Horrorfilm, USA 2004<br />

Sat.1<br />

5.10 Die Dreisten Drei –Die ComedyWG5.30<br />

Genial daneben –das Quiz 6.20 Genial daneben<br />

–das Quiz 7.15 Genial daneben –das Quiz 8.15<br />

Genial daneben –das Quiz 9.10 Genial daneben<br />

–das Quiz 10.10 The Biggest Loser 12.30 Das<br />

große Promibacken 15.00 AufStreife –Die<br />

Spezialisten 16.00 AufStreife –Die Spezialisten<br />

16.59 So gesehen 17.00 AufStreife –Die<br />

Spezialisten /oder Sat.1 Bayern-Magazin 18.00<br />

AufStreife –Die Spezialisten 19.00 Grenzenlos<br />

–Die Welt entdecken. Gran Canaria ist eines der<br />

beliebtesten Touristenziele in Europa. Das liegt<br />

an den gastfreundlichen Menschen, dem milden<br />

Klima und den vielfältigen, spektakulären<br />

Naturlandschaften. 19.55 Sat.1 Nachrichten<br />

20.15 (für HG) Die Tribute von Panem –<br />

The Hunger Games<br />

Science-Fiction-Film, USA 2012. Panem,<br />

ein Land in der fernen Zukunft, ist<br />

Schauplatz einer grausamen Show, bei<br />

der auf Leben und Todgekämpft wird.<br />

23.15 (für HG) Constantine<br />

Comicadaption, USA 2005. Mit Keanu<br />

Reeves, Rachel Weisz<br />

1.30 Time Bomb<br />

Thriller,USA 2006. Mit David Arquette<br />

3.00 (für HG) Die etwas anderen Cops<br />

Actionkosmödie, USA 2010<br />

WDR<br />

13.00 Doc Esser 13.45 Unser Westen, Unsere<br />

Lieblingsrezepte 14.30 BjörnFreitag kocht<br />

grenzenlos köstlich 15.00 Grenzgeschichten<br />

15.45 Unsere Landschaften –Paradieseim<br />

Wandel 17.15 Einfach und köstlich 17.45<br />

Kochen mit Martina und Moritz 18.15 WestArt<br />

18.45 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00<br />

Tagesschau 20.15 Hirschhausens Quiz des<br />

Menschen 21.45 Mitternachtsspitzen 22.45<br />

1LIVE Köln Comedy-Nacht XXL 2019 23.45 Bodo<br />

Wartke –Was, wenn doch? 1.00 Lob der Provinz<br />

–Kabarett aus der Region<br />

NDR<br />

11.30 (für HG) Hofgeschichten 12.00 (für HG)<br />

Als der Kaffee in den Norden kam 12.45 (für HG)<br />

Weltreisen 13.15 (für HG) Der Bismarck-Archipel<br />

14.00 (für HG) Sportclub live. 3. Liga: Eintracht<br />

Braunschweig –FCCarlZeiss Jena 16.00 (für<br />

HG) Hubertund Staller 16.45 (für HG)<br />

Spiekeroog ... mit Judith Rakers 17.30 (für HG)<br />

TimMälzer kocht! 18.00 (für HG) Nordtour<br />

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00<br />

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Ich Weiss<br />

Alles! Quizshow 23.30 (für HG) Der Tatortreiniger<br />

1.00 (für HG) Quizduell<br />

Kabel eins<br />

5.25 In Plain Sight 6.05 Watch Me 6.20<br />

Numb3rs 7.15 Numb3rs 8.05 Numb3rs 9.05<br />

DetectiveLaura Diamond 10.00 DetectiveLaura<br />

Diamond 10.55 (für HG) Castle 11.50 (für HG)<br />

Castle 12.45 (für HG) Castle 13.35 (für HG)<br />

Castle 14.30 (für HG) Castle 15.25 Navy CIS<br />

16.20 Kabel Eins News 16.35 Navy CIS 17.30<br />

Navy CIS 18.20 Navy CIS 19.15 Navy CIS 20.15<br />

MacGyver 21.15 MacGyver 22.10 (für HG)<br />

Lethal Weapon 23.05 (für HG) Lethal Weapon<br />

0.00 Hawaii Five-0 0.55 MacGyver 1.45<br />

MacGyver 2.25 (für HG) Lethal Weapon<br />

RTLZWEI<br />

5.25 X-Factor:Das Unfassbare 6.10 Infomercial<br />

8.10 Girls United –Alles oder Nichts. Komödie,<br />

USA 2006 10.10 Girls United –Gib alles!<br />

Komödie, USA 2009 12.15 Die Schnäppchenhäuser<br />

–Der Traum vomEigenheim: Wirziehen<br />

ein 13.15 Die Schnäppchenhäuser –Der Traum<br />

vomEigenheim 14.15 Hartz und herzlich –Tag<br />

für TagRostock 16.15 Hartz und herzlich –Tag<br />

für TagRostock 18.15 Hartz und herzlich 20.15<br />

Und täglich grüßt das Murmeltier.Komödie, USA<br />

1993 22.20 Last Action Hero. Actionkomödie,<br />

USA 1993 0.55 The Walking Dead<br />

Eurosport 1<br />

5.30 Tennis. Australian Open. Finale Juniorinnen,<br />

live 7.00 Tennis 8.00 Tennis 9.15 Matchball<br />

Becker 9.30 Tennis. Australian Open. Das Finale<br />

der Frauen, live 12.00 Matchball Becker 12.15<br />

Tennis. Australian Open. Finale Mixed-Doppel,<br />

live 14.00 Snooker.German Masters in Berlin.<br />

Halbfinale, live 17.30 Ski Alpin 18.30 Tennis<br />

19.50 Nachrichten 20.00 Snooker.German<br />

Masters in Berlin. Halbfinale, live 23.30<br />

Radsport: Vuelta aSan Juan 2020. 6. Etappe,<br />

live 0.30 Radsport 0.50 Nachrichten<br />

RBB<br />

5.10 zibb 6.10 Schloss Einstein. Jugendserie<br />

6.35 Schloss Einstein. Jugendserie 7.00 (für HG)<br />

Lindenstraße. Familienserie. Das Richtige 7.30<br />

(für HG) Sehen statt Hören 8.00 (für HG)<br />

Brandenburg aktuell 8.30 (für HG) Abendschau<br />

9.00 (für HG) VonMäusen und Lügen. Komödie,<br />

D2011 10.30 (für HG) Meine Mutter spielt<br />

verrückt. Komödie, D2019 12.00 (für HG)<br />

Verrückt nach Meer 12.50 (für HG) Verrückt nach<br />

Meer 13.40 (für HG) Rund um ... 17.25 (für HG)<br />

Unser Leben 17.55 (für HG) Unser Sandmännchen<br />

18.00 rbb UM6 18.28 rbb wetter 18.30<br />

rbbkultur –Das Magazin 19.00 Heimatjournal<br />

19.27 rbb wetter 19.30 (für HG) Abendschau /<br />

Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau<br />

20.15 (für HG) Berlin –Schicksalsjahre einer<br />

Stadt<br />

Das Jahr 1999 –Parlament und<br />

Regierung ziehen vonBonn nach Berlin in<br />

die Hauptstadt und ganz Berlin ist im<br />

Millenniums-Fieber.<br />

21.45 (für HG) rbb24<br />

22.00 (für HG) Der Zürich-Krimi: Borchert<br />

und die letzte Hoffnung<br />

Krimireihe, D2018<br />

23.30 (für HG) Eine offene Rechnung<br />

Thriller,USA/GB/H 2010<br />

1.15 Schnee in Rio<br />

ProSieben<br />

5.15 Last Man Standing 5.35 Mom 5.55 The<br />

Middle 6.35 (für HG) Twoand aHalf Men 8.00<br />

(für HG) The Big Bang Theory 9.20 Undateable<br />

10.15 Eine schrecklich nette Familie 11.10 The<br />

Middle. Comedyserie 11.36 Motzmobil 11.40<br />

The Middle. Comedyserie 12.05 Superstore.<br />

Comedyserie. Halloween /Wahltag 12.50 (für<br />

HG) Die Simpsons 15.35 (für HG) Twoand aHalf<br />

Men. Sitcom. Ein guter Schläfer /Ödipus /Wie<br />

Haare an feuchter Seife /Lasst die Hunde los! /<br />

Der alte Alan 18.00 Newstime 18.10 (für HG)<br />

Die Simpsons. Zeichentrickserie. Gleichung mit<br />

einem Unbekannten /Selig sind die Unwissenden<br />

19.05 Galileo. Lernen vonden Besten:<br />

Nahverkehr Shenzen<br />

20.15 Schlag den Star<br />

Spielshow. Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin<br />

und Fußball-Legende Mario Basler treten<br />

in mehreren Runden im direkten Duell<br />

gegeneinander an. Elton führtdurch den<br />

Abend, Ron Ringguth kommentiert.<br />

0.10 Schlag den Star<br />

Spielshow. Global Gladiator vs. Bachelor.<br />

Mister Mallorca gegenMister Hamburg.<br />

Fitness-Fan vs. Fast-Fußball-Profi! Lucas<br />

Cordalis fordertPaul Jankeheraus.<br />

4.55 Mom<br />

Sitcom. Eine kulinarische Affäre<br />

Arte<br />

9.40 Die Waldretter 10.10 Zu Tisch 10.35 (für<br />

HG) Geheimnisvolle Eichhörnchen 11.20 (für HG)<br />

Leben im Kronendach 12.50 Stadt Land Kunst<br />

Spezial 13.30 (für HG) Aufbruch in die Neue Welt<br />

15.00 Lebensraum Riff 17.15 Arte Reportage<br />

18.10 Mit offenen Karten 18.20 (für HG) 360°<br />

–Geo Reportage 19.10 Arte Journal 19.30 (für<br />

HG) Männer der Wüste 20.15 (für HG) Abenteuer<br />

Karibik 21.05 Leonardos geheimnisvolles Bildnis.<br />

Doku-Film, F/I 2015 22.35 (für HG) Faszien –<br />

Geheimnisvolle Welt unter der Haut 23.30<br />

Philosophie 0.00 Square für Künstler<br />

3Sat<br />

15.00 Französische Gartenparadiese 15.30 (für<br />

HG) Schwedens Westküste 16.00 (für HG)<br />

Geheimtipp Helgeland 16.45 Finnlands blaue<br />

Seen 17.30 (für HG) Der Rekordbeobachter.<br />

Romanze, D2012 19.00 (für HG) heute 19.20<br />

Architekten des Klangs 20.00 (für HG)<br />

Tagesschau 20.15 Cristian Macelarudirigiert<br />

Mahler und Dvorák 21.40 Vollendeter Klang –<br />

Das Holz der Bogenmacher 22.30 Iconic Couples<br />

–Legendäre Paare 23.25 Iconic Couples –Legendäre<br />

Paare 0.15 (für HG) maischberger.die<br />

woche 1.30 lebensArt<br />

Phoenix<br />

10.00 Über Leben in Auschwitz 10.45<br />

Jahrhundertzeugen 11.30 Ein deutscher Held<br />

12.15 Mörder unter uns 13.00 phoenix vorort<br />

14.15 El Hierro 15.00 (für HG) Nordspanien in<br />

sieben Stunden 15.45 (für HG) Das Baskenland<br />

in Spanien 16.30 Mallorca 17.15 Mysterien des<br />

Mittelalters 19.30 Eisenbahn-Romantik 20.00<br />

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Mysteriöse<br />

Kriminalfälle der DDR 21.45 (für HG) Prince<br />

Charles –Der ewigeThronfolger 22.30 (für HG)<br />

Prinzessin Margaret –Die royale Rebelllin 23.15<br />

Mata Hari 0.00 Im Schatten vonCasablanca<br />

Kika<br />

11.45 (für HG) Schmatzo –Der Koch-Kids-Club<br />

12.00 Ein Fall für TKKG 13.40 (für HG) Trio –<br />

Jagd nach dem heiligen Schrein. Abenteuerfilm,<br />

N/D 2017 14.55 (für HG) Die Regeln vonFloor<br />

15.25 (für HG) 41/2 Freunde 16.35 Dein<br />

großer Tag 17.00 (für HG) Timster 17.15 Marcus<br />

Level 17.55 Shaun das Schaf 18.15 Marinette<br />

18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50<br />

Unser Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und<br />

die starken Männer 19.25 (für HG) Checker<br />

Julian 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika<br />

Live 20.10 Leider laut<br />

Dmax<br />

5.40 Swamp Brothers 6.00 Die Schatzsucher<br />

–Goldtaucher der Beringsee 6.50 Infomercial<br />

8.55 Warship 9.55 Infomercial 10.15 Die<br />

Zwangsvollstrecker 11.15 BaggageBattles<br />

12.15 ToyHunter 13.15 Goblin Works Garage<br />

14.15 Die Gebrauchtwagen-Profis 15.15 Cash<br />

für Chrom 16.15 Redwood Kings 17.15 Die<br />

Aquarium-Profis 18.15 Die Baumhaus-Profis<br />

19.15 Building Alaska 20.15 Steel Buddies<br />

22.15 Cash für Chrom 23.15 Der Geiger –Boss<br />

of Big Blocks 0.15 BodyCam 911


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 31<br />

· ·<br />

·······················································································································································································································································································<br />

TV-Programm<br />

ARD<br />

9.30 (für HG) Die Sendung mit der Maus 10.00<br />

(für HG) Tagesschau 10.03 (für HG) Der Teufel<br />

mit den drei goldenen Haaren. Märchenfilm, D<br />

2013 11.00 (für HG) Das Wasser des Lebens.<br />

Fantasyfilm, D2017 12.00 (für HG) Tagesschau<br />

12.03 (für HG) Presseclub 12.45 (für HG)<br />

Europamagazin 13.15 (für HG) Tagesschau<br />

13.30 (für HG) Unter weißen Segeln –Odyssee<br />

der Herzen. Schiffsreihe, D2005 15.00 (für HG)<br />

Heiraten ist auch keine Lösung.Liebeskomödie, D<br />

2012 16.30 (für HG) Winterwelten 17.15 (für<br />

HG) Tagesschau 17.30 (für HG) Echtes Leben<br />

18.00 (für HG) Sportschau 18.30 (für HG)<br />

Bericht aus Berlin 18.49 Lotto 18.50 Lindenstraße<br />

19.20 Weltspiegel 20.00 (für HG) Tagesschau<br />

20.15 (für HG) Tatort: Monster<br />

Krimireihe, D2020. Mit Jörg Hartmann,<br />

Anna Schudt. Als die Polizei den Tatort<br />

erreicht, kauerteine jungeFrau direkt<br />

neben dem Opfer –offenbar handelt es<br />

sich um die Mörderin.<br />

21.45 (für HG) Anne Will<br />

Talkshow<br />

22.45 (für HG) Tagesthemen<br />

23.05 ttt –titel thesen temperamente<br />

23.35 (für HG) Der Moment der Wahrheit<br />

Biografie, USA 2015. Mit Cate Blanchett<br />

1.28 Tagesschau<br />

RTL<br />

5.10 Der Blaulicht Report 5.35 Familien im<br />

Brennpunkt 6.25 Familien im Brennpunkt 7.25<br />

Die Superhändler–4Räume, 1Deal 8.25 Die<br />

Superhändler –4Räume, 1Deal 9.30 Die<br />

Superhändler –4Räume, 1Deal 10.25<br />

UndercoverBoss 11.25 UndercoverBoss. Mario<br />

Pick, Geschäftsführer der „Welcome Hotel“-Kette,<br />

ist davonüberzeugt, dass es für ihn sehr wichtig<br />

ist, nah an den Mitarbeiternzusein. Deshalb<br />

lässt er sich undercoverinverschiedene Bereiche<br />

des Unternehmens einschleusen. 12.25<br />

Deutschland sucht den Superstar 14.30<br />

Deutschland sucht den Superstar 16.45 Explosiv<br />

–Weekend 17.45 Exclusiv –Weekend 18.45 RTL<br />

Aktuell 19.03 Wetter 19.05 Vermisst<br />

20.15 Alles auf Freundschaft –Die Mälzer &<br />

Sasha Show<br />

Spielshow. Freundschaft gewinnt: Tim<br />

Mälzer und Sasha sind Best Buddies und<br />

wollen das in ihrer neuen Live-Showunter<br />

Beweis stellen.<br />

23.10 Alles auf Freundschaft –Die Mälzer &<br />

Sasha Show<br />

2.00 Der Blaulicht Report<br />

7-Jährigeverschwindet spurlos vom<br />

Spielplatz /Unbekannter sperrt Pärchen<br />

in Sauna ein<br />

2.55 Der Blaulicht Report<br />

MDR<br />

16.20 (für HG) MDR aktuell 16.30 (für HG)<br />

SportimOsten 17.10 (für HG) In aller<br />

Freundschaft –Die jungen Ärzte 18.00 (für HG)<br />

MDR aktuell 18.05 (für HG) In aller Freundschaft<br />

18.50 (für HG) Wetter für 3 18.52 (für HG) Unser<br />

Sandmännchen 19.00 Regionales 19.30 (für<br />

HG) MDR aktuell 19.50 (für HG) Kripo live 20.15<br />

(für HG) Damals war’s 21.45 (für HG) MDR<br />

aktuell 22.05 (für HG) Sportschau 22.25 (für<br />

HG) MDR Zeitreise 22.55 (für HG) Waswurde<br />

aus der Volksbildung 23.40 Berlin Rebel High<br />

School. Dokumentarfilm, D2018 1.10 Kripo live<br />

Bayern<br />

14.00 (für HG) Gut zu wissen 14.30 (für HG)<br />

natur exclusiv 15.15 (für HG) Heimat der<br />

Rekorde 16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für<br />

HG) Unser Land 16.45 (für HG) Euroblick 17.15<br />

(für HG) Schuhbecks 17.45 Regionales 18.30<br />

(für HG) Rundschau 18.45 (für HG) freizeit<br />

19.15 (für HG) Unter unserem Himmel 20.00<br />

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Komödienstadel<br />

21.45 Blickpunkt Sport 23.00 (für HG)<br />

Rundschau Sonntags-Magazin 23.15 (für HG)<br />

Schwaben helau –Die großen Knaller 0.00 (für<br />

HG) In der Höhle der Löwin. Komödie, D2003<br />

Vox<br />

5.30 Criminal Intent 6.15 Criminal Intent 7.05<br />

Criminal Intent 8.00 Criminal Intent 8.55<br />

Criminal Intent 9.50 Criminal Intent 10.45<br />

Criminal Intent 11.35 Criminal Intent 12.30<br />

Criminal Intent 13.20 Criminal Intent 14.15<br />

Bones –Die Knochenjägerin 15.10 Bones –Die<br />

Knochenjägerin 16.05 Bones –Die Knochenjägerin<br />

17.00 auto mobil #Das VoxAutomagazin<br />

18.10 Ab in die Ruine! 19.10 Hot oder Schrott<br />

–Die Allestester 20.15 Promi Shopping Queen<br />

23.25 Prominent! 0.05 (für HG) Medical<br />

Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin<br />

Super RTL<br />

11.25 Die Tomund JerryShow 12.00 (für HG)<br />

Einmal Mond und zurück. Animationsfilm, E2015<br />

13.25 Bugs Bunny&LooneyTunes 13.50 Barbie<br />

als Prinzessin der Tierinsel. Animationsfilm, USA<br />

2007 15.10 Barbie erklärt’s 15.25 Tomund<br />

Jerry 15.50 In einem Land vorunserer Zeit –Die<br />

große Flugschau. Zeichentrickfilm, USA 2006<br />

17.10 Go Wild! 17.35 Voll zu spät! 18.00 Die<br />

Tomund JerryShow 18.30 Woozle Goozle 19.00<br />

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) Der<br />

Feind in meinem Bett. Psychothriller,USA 1991<br />

22.05 Cold Justice 0.00 Infomercials<br />

Sport1<br />

9.00 Hattrick Pur 9.30 BundesligaPur.20.<br />

Spieltag 11.00 Der Check24 Doppelpass Live<br />

13.30 BundesligaPur –Lunchtime 15.00<br />

Basketball. BBL: Brose Bamberg –Fraport<br />

Skyliners, live 16.55 Eishockey.DEL:. Eisbären<br />

Berlin –ERC Ingolstadt, live 19.30 Sky Sport<br />

News HD: Die 2. Bundesliga. 20. Spieltag 20.45<br />

Eishockey.NHL: Montreal Canadiens –Columbus<br />

Blue Jackets, live 22.30 Red Bull Ice Cross<br />

23.00 Porsche GT Magazin 23.30 Die PS Profis<br />

–Mehr Poweraus dem Pott 0.00 SportClips<br />

ZDF<br />

9.30 (für HG) Katholischer Gottesdienst 10.15<br />

ZDF Sportextra. Ski Alpin /ca. 11.05 Skispringen.<br />

Herren /ca. 11.30 Rodeln. Damen, 2. Lauf /ca.<br />

11.55 Viererbob /ca. 12.25 Nordische<br />

Kombination /ca. 13.00 Ski Alpin. Super-G<br />

Damen /ca. 13.25 Ski Alpin. Riesenslalom<br />

Herren, 2. Lauf /ca. 14.35 Nordische Kombination.<br />

15 km Langlauf /ca. 15.25 Skispringen.<br />

Damen /ca. 16.10 Rodeln. Team-Staffel /ca.<br />

16.20 Skispringen. Damen 17.00 (für HG) heute<br />

17.10 (für HG) ZDF Sportreportage 18.00 (für<br />

HG) ZDF.reportage 18.30 (für HG) TerraXpress<br />

19.00 (für HG) heute 19.10 (für HG) Berlin<br />

direkt 19.28 (für HG) Aktion Mensch Gewinner<br />

19.30 Faszination Erde –mit Dirk Steffens<br />

20.15 (für HG) Frühling –Liebe hinter<br />

geschlossenen Vorhängen<br />

Dramareihe, D2020. Mit Simone Thomalla.<br />

Ein Busunglück hält Frühling in Atem.<br />

Katja wird als Dorfhelferin zu Familie<br />

Steinmüller gerufen.<br />

21.45 (für HG) heute journal<br />

22.15 (für HG) Inspector Barnaby:<br />

Ein Mords-Zirkus<br />

Krimireihe,GB2018. Mit Neil Dudgeon<br />

23.45 ZDF-History<br />

Das Ende<br />

0.45 heute Xpress<br />

Sat.1<br />

6.00 Watch Me –Das Kinomagazin 6.20 Auf<br />

Streife 7.15 AufStreife 8.15 So gesehen –Talk<br />

am Sonntag 8.35 111 ultimativeSportskanonen!<br />

10.35 (für HG) Just Wright. Liebeskomödie,<br />

USA 2010 12.35 (für HG) Die Tribute vonPanem<br />

–The Hunger Games. Science-Fiction-Film, USA<br />

2012 15.15 (für HG) Fack Ju Göhte 2. Komödie,<br />

D2015. Zeki Müller ist urlaubsreif, denn frühes<br />

Aufstehen, Korrigieren vonKlassenarbeiten und<br />

nervigeTeenager sind überhaupt nicht sein Ding.<br />

Die vonRektorin Gerster vorgeschlagene<br />

Exkursion nach Thailand kommt also wie gerufen.<br />

Leider muss HerrMüller während des „Urlaubs“<br />

die Terror-Klasse 10b beaufsichtigen. 17.30 The<br />

Biggest Loser 19.55 Sat.1 Nachrichten<br />

20.15 (für HG) Abgang mit Stil<br />

Krimikomödie, USA 2017. Mit Alan Arkin.<br />

Als JoeHarding eine Zwangsvollstreckung<br />

ins Haus schneit, wird klar,dass der<br />

Pensionär vonseiner Bank übers Ohr<br />

gehauen wurde. Er will sich rächen.<br />

22.05 (für HG) Zwei vom alten Schlag<br />

Komödie,USA 2013. MitRobertDeNiro,<br />

Sylvester Stallone<br />

0.20 (für HG) Abgang mit Stil<br />

Krimikomödie, USA 2017. Mit Alan Arkin<br />

2.05 (für HG) Zwei vom alten Schlag<br />

Komödie,USA 2013. MitRobertDeNiro<br />

WDR<br />

8.30 Einfach und köstlich 9.00 Kochen mit<br />

Martina und Moritz 9.30 Hunde verstehen!<br />

10.15 WestArt 10.45 Kölner Treff 12.15 Geheimnis<br />

Paderborner Dom 13.00 Rentnercops 14.30<br />

Zwischen Gletschernund Fjorden 15.15<br />

Wunderschön! 16.45 Abenteuer Erde 18.15<br />

Tiere suchen ein Zuhause 19.10 Aktuelle Stunde<br />

19.30 Westpol 20.00 Tagesschau 20.15<br />

Wunderschön! 21.45 Sportschau 22.15 Nicht<br />

dein Ernst! 23.00 Zeiglers wunderbare Welt des<br />

Fußballs 23.30 Stars auf dem Klappstuhl –Das<br />

Karnevals-Special 0.15 „Die Hölle vonVettweiß“<br />

NDR<br />

11.30 (für HG) TimMälzer kocht! 12.00 (für HG)<br />

Im besten Alter.Familienfilm, D2011 13.25<br />

mareTV kompakt 13.45 (für HG) Die Ernährungs-<br />

Docs 14.30 (für HG) Der Blaue Planet 16.00<br />

Lieb &Teuer 16.30 Sass: So isst der Norden<br />

17.00 Bingo! 18.00 (für HG) Rund um den<br />

Michel 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales<br />

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)<br />

Helgoland und Ameland mit Judith Rakers 21.45<br />

Sportschau 22.05 (für HG) Die NDR Quizshow<br />

22.50 (für HG) Sportclub 23.35 (für HG)<br />

Sportclub Story 0.05 (für HG) Quizduell<br />

Kabel eins<br />

6.15 Navy CIS 7.10 Navy CIS 8.05 Navy CIS<br />

9.05 Abenteuer Leben Spezial 11.10 Trucker<br />

Babes –400 PS in Frauenhand 13.05 Trucker<br />

Babes –400 PS in Frauenhand 14.55 Mein<br />

Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 16.00 Kabel<br />

Eins News 16.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />

Profi kommt 17.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />

Profi kommt 18.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />

Profi kommt 19.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />

Profi kommt 20.15 Trucker Babes –400 PS in<br />

Frauenhand 22.15 Abenteuer Leben am Sonntag<br />

0.10 Trucker Babes –400 PS in Frauenhand<br />

RTLZWEI<br />

5.30 Und täglich grüßt das Murmeltier.Komödie,<br />

USA 1993 7.20 Infomercial 8.20 Infomercial<br />

9.20 X-Factor:Das Unfassbare 10.20 X-Factor:<br />

Das Unfassbare 11.15 Hartz und herzlich –Tag<br />

für TagRostock 13.15 Hartz und herzlich –Tag für<br />

TagRostock 15.15 Hartz und herzlich –Tag für<br />

TagRostock 17.15 Mein neuer Alter 18.15 Grip<br />

–Das Motormagazin 20.15 Wenn du stirbst, zieht<br />

dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie.<br />

Drama, USA 2017 22.05 Warm Bodies.<br />

Horrorkomödie, USA 2013 0.00 The Thing.<br />

Horrorfilm, USA/CDN 2011<br />

Eurosport 1<br />

5.00 Tennis 5.55 Tennis. Australian Open: Finale<br />

Männer-Doppel, live 8.05 Tennis. Australian<br />

Open: Halbfinale Männer 9.15 Matchball Becker<br />

9.30 Tennis. Australian Open: Das Finale der<br />

Männer,live 12.30 Matchball Becker 13.00<br />

Snooker 14.00 Snooker.German Mastersin<br />

Berlin: Finale, live 17.00 Radsport 18.30 Tennis<br />

19.50 Nachrichten 20.00 Snooker.German<br />

Masters in Berlin: Finale, live 23.00 Radsport.<br />

Vuelta aSan Juan 2020: 7. Etappe, live 0.30<br />

Radsport 0.50 Nachrichten 0.55 Tennis<br />

TV-Tipps<br />

SAT.1, 20.15 UHR KRIMIKOMÖDIE<br />

Abgang mit Stil<br />

Altersarmut und der Verlust der finanziellen Sicherheit ist eigentlich ein<br />

ernstes Thema. DieGeschichteumdie Rentner,die Zach Braff in seinem<br />

Film erzählt, ist glücklicherweise jedoch eine fiktive, sodass die betroffenen<br />

Herren zu einer unkonventionellen Methode der Geldbeschaffung greifen<br />

können: Albert(Alan Arkin, l.), Willie (Morgan Freeman, M.) und Joe(Michael<br />

Caine) sind eigentlich schon in Pension, ihr ehemaliger Arbeitgeber hat dennoch<br />

eine Hiobsbotschaft für sie: Siewurde aufgekauft, der neue Eigentümer<br />

sitzt im Ausland, und ihren Pensionsfonds wird esdeshalb bald nicht mehr<br />

geben. Damit droht Joesein Haus zu verlieren. Er kommt daraufhin auf die<br />

Idee, gemeinsam mit seinen beiden Freunden ein Geldinstitut zu überfallen<br />

und so seine Probleme zu lösen.<br />

(USA/2017)<br />

Foto: WARNER BROS<br />

ARD, 20.15 UHR KRIMIREIHE<br />

Tatort: Monster<br />

Infiktionalen Reihen ist es ein beliebtes<br />

Motiv,dass dem Protagonisten<br />

ein Erzfeind vor die Nase gesetzt wird,<br />

auf den er im Laufe der Geschichte<br />

immer wieder trifft. Mandenke nur an<br />

Sherlock Holmes und Professor Moriarty.ImDortmunder<br />

„Tatort“ ist das<br />

Markus Graf, der für den Todvon Kommissar<br />

Fabers Familie verantwortlich<br />

ist und im aktuellen Fall wieder eine<br />

wichtige Rolle spielt. Denn während<br />

einer Mordermittlungen muss sich<br />

Kommissar Pawlak (Rick Okon) um das<br />

Wohlergehen seiner Tochter sorgen,<br />

und wenig später taucht ein erster Hinweis<br />

auf, dass Graf zurückgekehrtist.<br />

(D/2020)<br />

Foto: WDR<br />

SUDOKU<br />

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel<br />

4<br />

9 5 7<br />

7 3<br />

5 8 9<br />

8 1 7<br />

6 2<br />

7 2<br />

5 9 3<br />

6 4 8<br />

MitDIAGONALEN-schwer<br />

MIT –SCHWER<br />

5<br />

6 2 5<br />

7<br />

9<br />

4 1 2<br />

8 3<br />

4 6<br />

7 8<br />

4<br />

Auflösung<br />

AUFLÖSUNG<br />

vom VOM 31.1.2020<br />

mittel MITTEL<br />

1 4 8 6 7 5 9 3 2<br />

3 2 6 4 1 9 7 5 8<br />

5 7 9 3 8 2 6 1 4<br />

7 5 3 2 4 6 8 9 1<br />

6 9 1 5 3 8 4 2 7<br />

4 8 2 1 9 7 3 6 5<br />

8 1 4 9 2 3 5 7 6<br />

2 3 5 7 6 4 1 8 9<br />

9 6 7 8 5 1 2 4 3<br />

AUFLÖSUNG<br />

Auflösung<br />

VOM 31.1.2020<br />

vom 31.1.2020<br />

schwer<br />

SCHWER<br />

4 5 7 6 9 8 2 3 1<br />

1 6 8 4 3 2 5 7 9<br />

9 2 3 1 7 5 4 6 8<br />

2 1 6 7 5 3 8 9 4<br />

7 8 4 9 2 6 1 5 3<br />

5 3 9 8 4 1 6 2 7<br />

8 4 5 3 6 7 9 1 2<br />

3 9 2 5 1 4 7 8 6<br />

6 7 1 2 8 9 3 4 5<br />

RBB<br />

5.50 (für HG) Zwerg Nase. Märchenfilm, D2008<br />

7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg<br />

aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)<br />

Die Landärztin:Diagnose Tollwut. Arztreihe, D/A<br />

2006 10.30 (für HG) Nicht ohne Deine Liebe.<br />

Liebesmelodram, D2002 12.00 (für HG) Akte Ex<br />

12.45 (für HG) WaPo Bodensee 13.35<br />

Heimatjournal 14.00 (für HG) Zwei Pandababys<br />

in Berlin 14.45 (für HG) Berlin –Schicksalsjahre<br />

einerStadt 16.15 (für HG) In aller Freundschaft<br />

–die jungen Ärzte 17.05 (für HG) In aller<br />

Freundschaft 17.50 (für HG) Unser Sandmännchen<br />

18.00 rbb UM6 18.30 rbb Gartenzeit<br />

19.00 Täter –Opfer –Polizei 19.30 Abendschau<br />

/Brandenburg aktuell 20.00 Tagesschau<br />

20.15 (für HG) Gefragt –Gejagt<br />

In der Quizshowtritt ein Team vonvier<br />

Kandidatinnen und Kandidaten gegenein<br />

Superhirn, den „Jäger“, an. Wenn die<br />

Kandidaten gegenden Jäger gewinnen,<br />

rettensie sich und ihr Geld ins Finale.<br />

21.00 (für HG) Gefragt –Gejagt<br />

21.45 (für HG) rbb24<br />

22.00 Sportschau<br />

22.20 (für HG) Vernichtet<br />

23.20 Die Hälfte der Stadt<br />

Dokumentarfilm, D2015<br />

0.45 Chronik der Wende<br />

ProSieben<br />

5.15 Undateable 5.35 Undateable 5.55 (für HG)<br />

Twoand aHalf Men 6.15 (für HG) Twoand aHalf<br />

Men 6.45 (für HG) Twoand aHalf Men 7.10 (für<br />

HG) Twoand aHalf Men 7.40 (für HG) Twoand a<br />

Half Men 8.05 The Middle 8.35 The Middle 9.05<br />

Galileo 10.05 Galileo 11.10 Galileo 12.15 Big<br />

Stories –die außergewöhnlichsten Luxus-Ideen<br />

13.15 Big Stories –die krassestenKörper 14.10<br />

Big Stories –die erfolgreichsten Auswanderer<br />

15.05 Big Stories –die abgefahrensten<br />

Wohnmöglichkeiten 16.05 Big Stories –die<br />

schrägsten Typen 17.00 taff weekend 18.00<br />

Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons. Gott<br />

gegenLisa Simpson 18.40 (für HG) Die<br />

Simpsons. Homerun für die Liebe 19.05 Galileo<br />

20.15 (für HG) Baywatch<br />

Actionkomödie, USA 2017. Mit Dwayne<br />

„The Rock“ Johnson, Zac Efron. Mitch<br />

Buchannon und sein Team sind<br />

Rettungsschwimmer und somit die Stars<br />

am Strand vonEmerald Bay.<br />

22.45 (für HG) ran Football<br />

NFL Super Bowl 2020: San Francisco<br />

49ers –Kansas City Chiefs, live.<br />

Anpfiff: 0.30 Uhr<br />

4.30 Watch Me –das Kinomagazin<br />

4.35 Mike &Molly<br />

Sitcom. Werzutief gräbt<br />

Arte<br />

11.00 Vergessene Schätze des Mittelmeers<br />

11.30 VoxPop 12.05 (für HG) Australien 13.35<br />

Unsere Wälder 15.05 (für HG) Karambolage<br />

15.20 (für HG) Die großen Künstlerduelle 16.15<br />

Metropolis Spezial. Metropole Auschwitz 17.00<br />

(für HG) Zu Tisch 17.30 Beethovenbei der Folle<br />

Journée in Nantes 19.10 Arte Journal 19.30 (für<br />

HG) 360° 20.15 Das Fenster zum Hof. Thriller,<br />

USA 1954. Mit James Stewart, Grace Kelly 22.05<br />

Mr.und Mrs. Hitchcock 23.00 Beethovens<br />

Neunte.Dokumentarfilm, D2020 0.35<br />

Beethovens KlavierkonzertNr. 5mit B. Chamayou<br />

3Sat<br />

13.30 (für HG) Böhmen 14.15 Plitvice 15.00<br />

VonTriest nach Mailand 15.50 Oberitaliens<br />

vergessene Wasserwege 16.40 (für HG) Die<br />

Hindenburg.Historienfilm, USA 1974 18.30<br />

Internationale Note 19.00 (für HG) heute 19.10<br />

Arbeit 4.0 19.40 Schätze der Welt –Erbe der<br />

Menschheit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15<br />

Pufpaffs HappyHour 21.00 (für HG) Nuhr im<br />

Ersten 21.45 (für HG) Bowfingers große Nummer.<br />

Komödie, USA 1999 23.15 (für HG) Erdbeben.<br />

Katastrophenfilm, USA 1974 1.10 (für HG)<br />

Central Park –Das Herz Manhattans<br />

Phoenix<br />

9.45 (für HG) Das Baskenland in Spanien 10.30<br />

Mallorca 11.15 augstein und blome 11.30<br />

phoenix persönlich 12.00 Presseclub 12.45<br />

Presseclub nachgefragt 13.00 wir müssenreden!<br />

14.00 Im Schatten vonCasablanca 15.15 200<br />

Tage für den Neubau der Welt 17.00 Die<br />

geheimen Mordermittler der DDR 17.45 Chicago<br />

18.30 (für HG) Prince Charles 19.15 (für HG)<br />

Prinzessin Margaret 20.00 (für HG) Tagesschau<br />

20.15 (für HG) Die Rückkehr bedrohter Tierarten<br />

22.30 (für HG) Wölfe 23.15 heute-show 23.45<br />

extra 3 0.30 augstein und blome<br />

Kika<br />

13.30 Matti und Sami und die drei größten<br />

Fehler des Universums. Jugendfilm, D/FIN 2018<br />

14.55 Sagenhaft 15.00 (für HG) Das Dschungelbuch<br />

15.35 (für HG) Tib&Tumtum 16.00 (für<br />

HG) Yakari 16.35 (für HG) Anna und die wilden<br />

Tiere 17.00 (für HG) 1, 2oder 3 17.25 Die<br />

Piraten vonnebenan 18.00 Shaun das Schaf<br />

18.15 Marinette 18.40 Wolkenkinder 18.47<br />

Baumhaus 18.50 Sandmännchen 19.00 Wickie<br />

und die starken Männer 19.25 Triff ... 19.50<br />

logo! 20.00 Erde an Zukunft 20.10 stark! 20.25<br />

Schau in meine Welt! 20.55 Bernd &Friends<br />

Dmax<br />

5.40 Swamp Brothers 6.00 Die Schatzsucher<br />

–Goldtaucherder Beringsee 6.55 Infomercial<br />

8.55 Outback Truckers 9.50 Infomercial 10.15<br />

Truck Rescue –Die Abschlepp-Profis 12.15 The<br />

Channel –Die Profis vomÄrmelkanal 13.15 Die<br />

Schatzsucher –Goldrausch in Alaska 17.15 Land<br />

RoverExperience Tour 2019 –KavangoZambezi<br />

18.15 Helden der Lüfte 19.15 A8 –Abenteuer<br />

Autobahn 20.15 Helden der Baustelle 22.15<br />

Fang des Lebens –Der gefährlichste JobAlaskas<br />

0.15 Helden der Baustelle<br />

Tagesschau 24<br />

10.15 Marktcheck 11.00 Nachrichten 11.15<br />

Wohnmobile 11.45 MDR Kultur –Das<br />

Filmmagazin 12.00 Nachrichten 12.15 Mex<br />

13.00 Nachrichten 13.15 Elektroautos 14.00<br />

Nachrichten 14.15 Presseclub 15.00 Nachrichten<br />

15.30 Europamagazin 16.00 Nachrichten<br />

16.30 Wwie Wissen 17.00 Nachrichten 17.30<br />

Panorama 3 18.00 Nachrichten 18.30 extra 3<br />

19.00 Nachrichten 19.30 7Tage... 20.00<br />

Tagesschau 20.15 Leben im Weltkulturerbe<br />

21.15 Tagesschau 21.17 Norddeutsche<br />

Wahrzeichen, die Sie kennen sollten 22.45<br />

Bericht aus Berlin 23.05 Tagesthemen 23.25<br />

Weltspiegel 0.05 Tagesthemen 0.25 Presseclub<br />

ONE<br />

7.45 Lindenstraße 8.15 Lindenstraße 8.45<br />

Lindenstraße 9.15 Lindenstraße 9.45 Telespiele<br />

10.30 Quarks 11.15 Agatha Christies Poirot<br />

12.05 Ihr letzterWillekannmich mal! Komödie,<br />

D2019 13.35 Alyssa und ihr Delphin. Drama,<br />

USA 2009 15.00 kinokino shortcuts 15.05<br />

Seriös –Das Serienquartett 15.50 Hartaber<br />

herzlich 16.35 Hartaber herzlich 17.25 Hart<br />

aber herzlich 18.10 Hartaber herzlich 18.55<br />

Hartaber herzlich 19.45 Lindenstraße 20.15 Nu<br />

eine Frau. Biografie,D2019 21.45 Tatort:<br />

Monster.Krimireihe, D2020 23.15 Lindenstraße<br />

23.45 Tatort: Monster.Krimireihe, D2020 1.15<br />

Professor Love.Liebeskomödie, USA/GB 2014<br />

ZDF NEO<br />

5.35 (für HG) Kielings wilde Welt 7.05 (für HG)<br />

Faszination Erde 8.35 (für HG) Expedition nach<br />

Atlantis 9.15 (für HG) Das Mysterium vonAngko<br />

10.00 (für HG) Superbauten 2 12.15 (für HG)<br />

Mythos Burg 13.40 (für HG) Der Wormser<br />

Wunderbau 14.25 (für HG) Ein TagimMittelalter<br />

15.10 (für HG) Ein TaginKöln 1629 15.55 Die<br />

glorreichen 10 16.40 Sketch History 17.05<br />

Death in Paradise 18.50 The Rookie 20.15 (für<br />

HG) Totengebet. Thriller,D2019 21.45 (für HG)<br />

Kommissar Marthaler –Engel des Todes. Krimina<br />

film, D2015 23.15 (für HG) Ein starkes Team:<br />

Die Frau im roten Kleid. Krimireihe,D2013 0.45<br />

(für HG) Totengebet. Thriller,D2019<br />

ZDF INFO<br />

13.00 Neuseeland –Rivalen der Urzeit 13.45<br />

Neuseeland –Rivalen der Urzeit 14.30 Leschs<br />

Kosmos 15.00 Leschs Kosmos 15.30 Leschs<br />

Kosmos 16.00 Extreme der Tiefsee 16.40 Big<br />

Pacific 17.25 Big Pacific 18.10 Big Pacific<br />

18.55 Big Pacific 19.40 (für HG) heute-show<br />

20.15 (für HG) TerraX:Sieben Kontinente –Ein<br />

Planet 20.55 (für HG) TerraX:Sieben Kontinente<br />

–Ein Planet 21.40 (für HG) TerraX:Sieben<br />

Kontinente–Ein Planet 22.25 (für HG) TerraX:<br />

Sieben Kontinente –Ein Planet 23.10 (für HG)<br />

TerraX:SiebenKontinente–Ein Planet 23.50<br />

(für HG) TerraX:Sieben Kontinente –Ein Planet<br />

0.35 TerraX:SiebenKontinente –Ein Planet<br />

Radio<br />

KLASSIK<br />

15.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />

Interpretationen Wege zu Beethoven(3/14):<br />

Der Kaiser ist tot, es lebe der Kaiser! Die<br />

Kantaten auf Joseph II. und Leopold II. Gast:<br />

Frank Schneider,Musikwissenschaftler /<br />

Moderation: Michael Dasche, ca. 115 Min.<br />

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />

Musikland Brandenburg Romantische<br />

Orgelmusik und mehr aus der Friedenskirche<br />

Potsdam-Sanssouci, ca. 56 Min.<br />

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />

Konzert RoyalNetherlands Navy Wind Band:<br />

Reinhold Glière /Nikolaj Rimskij-Korsakow /<br />

Sergej Prokofjew/John Adams /George<br />

Gershwin /Aaron Copland /Dmitrij Schostakowitsch,<br />

ca. 117 Min.<br />

HÖRSPIEL<br />

9.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />

Essay und Diskurs Restitution ist nicht genug:<br />

Entsammeln für mehr Gerechtigkeit in der<br />

Gegenwartskunst, ca. 30 Min.<br />

12.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />

Die Reportage Obdachlos mit Aloha: Hawaii und<br />

seine Wohnungslosen, ca. 30 Min.<br />

14.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />

Feature Gutes Klima in Teufels Küche: Climate<br />

Engineering,der andere Blick zum Himmel. Von<br />

Werner Cee und Bettina Obrecht, ca. 56 Min.<br />

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />

Hörspiel Das Opfer Helena. VonWolfgang<br />

Hildesheimer.Regie: GertWestphal, ca. 90 Min.<br />

MAGAZIN<br />

11.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />

Sonntagsspaziergang Ein Stückchen Nordkorea<br />

in Seoul /Ein architekturhistorischer Rundgang<br />

durch die Hauptstad Tadschikistans /Vom<br />

Hirtenmesser zum Luxusartikel: Die Messerschmiede<br />

vonLaguiole in Frankreich /„Süsse“<br />

Französin Suzette,ca. 90 Min.<br />

16.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />

Forschung aktuell Der größte Killer:Krebs in<br />

Entwicklungsländern,ca. 30 Min.<br />

17.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />

Nachspiel An der Wiegeeines Galaktischen:<br />

Ronaldo-Verehrung auf Madeira. VonRegina<br />

Kusch, ca. 60 Min.<br />

JAZZ /BLUES<br />

15.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />

Rock et cetera Das Magazin. Neues aus der<br />

Szene.AmMikrofon: Fabian Elsäßer,ca. 55 Min.<br />

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />

Late Night Jazz Jazz-Diskothek –Newsfrom Jazz<br />

&Blues. Mit Ulf Drechsel, ca. 56 Min.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 32<br />

·························································································································································································································································································<br />

Panorama<br />

LEUTE<br />

NACHRICHTEN<br />

Elon Musk (48) baut nicht nur Raketen,<br />

Elektroautos und Gigafabriken<br />

in Grünheide,hin und wieder findet<br />

er auch noch Zeit, ins Tonstudio zu<br />

gehen und Musik aufzunehmen. Seinen<br />

neuen Elektrodancesong „Don’t<br />

doubt ur vibe“ stellte er zunächst seinen<br />

31 Millionen Twitter-Followern<br />

vorund betonte,erhabe den (recht<br />

simplen und kaum erkennbaren)<br />

Text verfasst und auch selbst gesungen.<br />

Einige Kommentatoren fragten,<br />

ob vielleicht Grimes noch mal drüberschauen<br />

könnte –mit der kanadischen<br />

Sängerin soll der Unternehmer<br />

ja seit einiger Zeit liiertsein.<br />

Justin Bieber (25) verbindet Sport<br />

mit Spiritualität. AufInstagram kann<br />

man den kanadischen Popsänger<br />

am Eishockeyschläger erleben und<br />

muss konstatieren, dass er sich mit<br />

dem Spielgerät überraschend fluid<br />

bewegt. Weniger einleuchtend ist<br />

hingegen der Zusammenhang zum<br />

gesprochenen Wort.Während Bieber,nur<br />

mit einer Mützeund einer<br />

türkisfarbenen Sportshorts bekleidet,<br />

einen kleinen weißen Ball vor<br />

sich herschlägert, sagt er:„Wiralle<br />

haben unsereeigene,einzigartige<br />

Beziehung zu Gott. Jeder hat einen<br />

Zugang zu ihm.“ So weit, so bizarr.<br />

LindseyVonn (35) sollte der diesjährige<br />

Stargast vonBauunternehmer<br />

Richard„Mörtel“ Lugner (87) beim<br />

Wiener Opernball werden. Doch<br />

darauf hat die frühereSkirennläuferinoffenbar<br />

keine Lust mehr.Am<br />

Freitag twitterte die US-Amerikanerin,<br />

dass sie die Wiener<br />

Staatsoper nicht besuchen<br />

werde. „Ich hatte<br />

eine tolle Zeit in Österreich<br />

vergangene Woche<br />

und freue mich auf<br />

den nächsten Besuch“,<br />

so Vonn weiter.<br />

Lugner reagierte<br />

schmallippig: „Soll<br />

mir recht sein.“ Er<br />

hat bis zum 20. Februar<br />

Zeit, Ersatz zu<br />

finden. Kleiner Tipp:<br />

Dennächsten Gast<br />

vielleicht nicht mit einem<br />

Nacktfoto ankündigen.<br />

(avo.)<br />

Zum Abrauschen: Ihr<br />

Besuch wurde mit Nacktaufnahmen<br />

angekündigt. IMAGO IMAGES<br />

TIERE<br />

Zielgerichtet steuerte das Nashorndie<br />

49ers-Box an.<br />

DPA<br />

Fragt man das Nashorn, dann ist der<br />

Fall sonnenklar.Den Super Bowl am<br />

Sonntag zwischen den SanFrancisco<br />

49ers und den Kansas City Chiefs<br />

werden die 49ers für sich entscheiden.<br />

Im Safari-ParkLion Countryim<br />

sonnigen Florida fungierten die<br />

Dickhäuter als Orakel –wir kennen<br />

das ja schon vonFußball-Weltmeisterschaften<br />

und anderen sportlichen<br />

Großereignissen, dass das Tier als<br />

Glaskugel herhalten muss.InSachen<br />

American Football gibt es doppelte<br />

Vorhersage-Power:Auch im texanischen<br />

Fort WorthZoo ließ das 22<br />

Jahrealte Südliche SpitzmaulnashornTravis<br />

eine Kansas-City-Chiefs-<br />

Tonne links liegen und ging stattdessen<br />

auf das 49ers-Fass los. (avo.)<br />

Knollig,schwarz und sehr geruchsintensiv: Schwarze Trüffeln wachsen unter der Erde.<br />

Schnüff, schnüff, hurra!<br />

Trüffeln sind nur etwas für Superreiche und werden von Schweinen ausgegraben? Nicht in Südfrankreich<br />

VonBirgit Holzer,Grignan<br />

Hélice ist kein Schwein,<br />

sondern ein Australischer<br />

Schäferhund.<br />

Und das bricht auch<br />

schon mit dem ersten Vorurteil,<br />

nämlich jenem, dass Schweine<br />

die besten Begleiter für die Trüffeljagd<br />

sein sollen. Die Hündin<br />

Hélice, auf deutsch „Propeller“,<br />

macht ihreSache seit Jahren bestens,<br />

sagt ihr Frauchen Virginie<br />

Feraud-Simian. „Ziehen Sie mal<br />

einem Schwein eine Trüffel, die es<br />

ausgegraben hat, wieder aus<br />

dem Maul, bevor es diese selbst<br />

frisst.“ Hélice tut so etwas nicht,<br />

und aus gutem Grund: Für jeden<br />

schwarzenSchatz, den sie<br />

findet und brav abliefert, gibt<br />

es ein Lob und ein Leckerli<br />

vonihrer Chefin.<br />

EingroßesGlücksgefühl<br />

Während der Trüffelsaison von November<br />

bis Märzsucht das Gespann<br />

fast täglich in Feraud-Simians Eichengärten<br />

nach den „kleinen Diamanten<br />

der Erde“, wie sie sie nennt.<br />

Dasgehörtzur Tradition hier in Grignan,<br />

einem 1500-Einwohner-Städtchen<br />

im Südosten Frankreichs zwischenValence<br />

und Avignon, wo rund<br />

80 Prozent der Schwarzen Trüffeln<br />

des Landes wachsen: Die 44-Jährige<br />

führtden Hofihrer Familie in dritter<br />

Generation. Sie sammelt und verkauft<br />

Trüffeln, organisiert Ausflüge<br />

mit Besuchern, bekocht sie mit einfachen<br />

Rezepten auf Trüffel-Basis.<br />

Schon in der Antike entdeckte<br />

man in dieser Gegend den edlen<br />

Speisepilz, der aber im Mittelalter<br />

zunächst wieder verbannt wurde:<br />

Aufgrund ihrer teuflisch schwarzen<br />

Farbe und ungewissen Herkunft<br />

fürchtete man sich vor der Trüffel.<br />

Erst in der Renaissance, unter König<br />

Franz I., wurde sie rehabilitiert, kam<br />

auf den Tisch an seinem Hofund verbreitete<br />

sich wieder.<br />

Hélice ist aufgedreht und wirkt<br />

hoch motiviert, als an diesem sonnigen<br />

Wintertag die Suchelosgeht. Mit<br />

wedelndem Schwanz läuft sie unter<br />

den nebeneinander angeordneten<br />

Eichen herum, schnüffelt hier und<br />

markiertdortund plötzlich, wenn sie<br />

den Schatz unter der Erde wittert,<br />

beginnt sie wie elektrisiert mit ihren<br />

weißen Pfoten zu graben. „Wenn wir<br />

im Herbst zum ersten Mal wieder<br />

losgehen und diesen Duft wahrneh-<br />

50 km<br />

Trüffelarten: Bekannte Arten<br />

sind vorallem die<br />

Schwarze Perigord-Trüffel,<br />

die Weiße Albatrüffel sowie<br />

Sommer- und Wintertrüffeln.<br />

Größere Bedeutung haben<br />

Trüffeln seit der Antike–sie<br />

galten als Aphrodisiakum.<br />

Rennes<br />

SPANIEN<br />

men, empfinde ich ein großes<br />

Glücksgefühl – ich bin mir sicher,<br />

Hélice hat es auch“, sagt Virginie Feraud-Simian.<br />

Wichtig sei es, den Hund, der das<br />

spezielle Aroma auf zehn Meter Entfernung<br />

wahrnehmen kann, gut zu<br />

kennen und seine Gesten richtig zu<br />

interpretieren. Dass bei der Trüffel-<br />

Paris<br />

F R A N K R E I C H<br />

Grignan<br />

BELGIEN<br />

Lyon<br />

ANTIKES APHRODISIAKUM<br />

Schwein gehabt: In früheren<br />

Zeiten wurde mit Trüffelschweinen<br />

gesucht, heute<br />

passiertdas nur noch für<br />

Touristen. Schweine richten<br />

zu viel Schaden an den Wurzelspitzen<br />

an und fressen die<br />

Trüffeln gern selbst.<br />

SCHWEIZ<br />

Marseille<br />

Nizza<br />

Mittelmeer<br />

DEUTSCH-<br />

LAND<br />

ITALIEN<br />

Ziegenund Bären: Nach<br />

Deutschland kamen die ersten<br />

Trüffelhunde 1720 durch<br />

August den Starken. In Russland<br />

wurden früher auch Bären<br />

zur Trüffelsuche eingesetzt,<br />

auf Sardinien heute<br />

noch Ziegen.<br />

Gleich gibt’sein Leckerli: Virginie Feraud-Simian belohnt<br />

Hündin Hélice, wenn sie fündig geworden ist. BIRGIT HOLZER<br />

BLZ/ISABELLA GALANTY<br />

suche mit Schweinen gearbeitet<br />

wird, ist heute höchst selten.<br />

Es handelt sich um Pilze, die nur<br />

in der Symbiose mit Wirtsbäumen<br />

vorkommen. An den Feinwurzeln<br />

gehen Pilz und Baum eine Verbindung<br />

ein, die Mykorrhiza. Nicht bei<br />

allen Bäumen gelinge dies, so Feraud-Simian.<br />

Manche,die zehn oder<br />

IMAGO IMAGES<br />

20 Jahre lang Trüffeln abgaben, hören<br />

plötzlich damit auf. Entscheidend<br />

sei neben dem Kalkboden, den<br />

man hier findet, die geeignete Witterung<br />

mit viel Sonne,aber auch regelmäßigem<br />

Regen im Sommer.<br />

„Die Natur bleibt der Meister“,<br />

sagt Feraud-Simian. Der Klimawandel<br />

mit zunehmenden Phasen langer<br />

Trockenheit mache ihr deshalb Sorgen.<br />

Bis jetzt wirft jeder der fünf<br />

Hektar, die sie hier bewirtschaftet,<br />

im Jahr fünf bis sieben Kilo ab. Der<br />

Preis pro Kilo variiert zwischen 600<br />

und 1500 Euro, abhängig von der<br />

Jahreszeit und der Qualität der Trüffeln.<br />

So teuer, wie viele denken, sei<br />

das gar nicht: Pro Person und Mahlzeit<br />

reichen fünf bis zehn Gramm<br />

aus,die ein paar Euro kosten.<br />

Sternekoch ohne Scheu<br />

Den Menschen die Scheu vor der<br />

vermeintlich exklusiven Trüffel zu<br />

nehmen, das ist auch ein Anliegen<br />

des Sternekochs Julien Allano,der im<br />

Restaurant des Hotels Le Clair de la<br />

Plume inGrignan kocht –der Name<br />

spielt auf mit der Feder geschriebene<br />

Briefe an. Denn im nahe gelegenen<br />

Schloss des Ortes, der im Winter vor<br />

sich hin schlummert und im Sommer<br />

von vielen Tausend Menschen<br />

besucht wird, lebte im 17. Jahrhundert<br />

lange die Marquise de Sévigné,<br />

deren Briefe zum klassischen Kanon<br />

der französischen Literatur gehören.<br />

Sie ist der Stolz der Region –neben<br />

dem Lavendel und eben den<br />

Trüffeln, die Julien Allano während<br />

der Saison herauf- und herabdekliniert.<br />

Vorden Augen der Gäste reibt<br />

er ein wenig davon über die Champignon-Creme,<br />

würzt sein Kartoffel-<br />

Püree damit und dekoriertsogar das<br />

Schokoladen-Törtchen zum Dessert<br />

mit einer zarten Scheibe. „Es gibt<br />

kein vorgegebenes Menü, sondern<br />

ich koche,was der Gast wünscht. Als<br />

Erstes stelle ich ihm die verschiedenen<br />

Trüffelsorten im Angebot vor,<br />

lasse kosten und auswählen“, sagt<br />

der 37-Jährige. Sein Ziel: Die Trüffel<br />

allen zugänglich machen und als regionales<br />

Produkt vorstellen. Unddamit<br />

die Vorurteile rund um diesen<br />

rätselhaften, verbeult aussehenden<br />

schwarzenPilz bekämpfen.<br />

Birgit Holzer<br />

hat in der Drôme viel über<br />

die Delikatesse erfahren.<br />

Notstand ausgerufen: Feuer<br />

und Qualm bei Canberra<br />

In Australien ist die Brandkatastrophe<br />

nicht überstanden –das zeigte<br />

sich am Freitag in Canberra. Wegen<br />

eines riesigen Feuers riefen die Behörden<br />

für die Hauptstadt-Region<br />

den Notstand aus.Ineinem Nationalparkinder<br />

Nähe der 400 000-Einwohner-Stadt<br />

brennt es seit Montag.<br />

DieFlammen zerstörten rund 20 000<br />

Hektar.„DasFeuer könnte unberechenbar<br />

werden“, warnte der regionale<br />

Chefminister Andrew Bar. (dpa)<br />

Frühgeborenes nach<br />

Keiminfektion gestorben<br />

Am Westküstenklinikum in Heide<br />

(Schleswig-Holstein) ist ein Frühgeborenes<br />

gestorben, das mit einem<br />

Keim infiziertwar.„Wirmüssen davonausgehen,<br />

dass die Infektion mit<br />

dem Keim möglicherweise mit ursächlich<br />

für das Versterben des<br />

schon schwer kranken Kindes war“,<br />

erklärte am Freitag der Chefarzt der<br />

Kinderklinik, Thorsten Wygold. Das<br />

Kind sei bereits schwer geschädigt<br />

zur Welt gekommen und am Dienstag<br />

dreieinhalb Tage nach seiner Geburtgestorben.<br />

DerMagen-Darm-<br />

Keim sei in einer Blutkultur nachgewiesen<br />

worden. Insgesamt sei bei<br />

acht Frühgeborenen eine Besiedelung<br />

mit dem sogenannten Serratia-<br />

Keim nachgewiesen worden. (dpa)<br />

Förster aus Bayernist bester<br />

Hirschrufer des Landes<br />

Hirschrufer im Einsatz: Am Ende setzte<br />

sich Fabian Menzel (M.) durch.<br />

DPA<br />

DerFörster Fabian Menzel aus Bayernist<br />

Deutschlands bester Hirschrufer.Bei<br />

der europaweit größten<br />

Jagdmesse in Dortmund setzte sich<br />

der 40-Jährige am Freitag gegen elf<br />

weitereImitatoren durch. Beider alljährlichen<br />

Deutschen Meisterschaft<br />

der Hirschrufer –einem Publikumsmagneten<br />

–messen sich die Konkurrenten<br />

in drei Disziplinen und ahmen<br />

dabei etwa den „Schrei des Siegers<br />

nach dem Kampf“ nach. (dpa)<br />

Prinz Harry scheitertmit<br />

Beschwerde gegen <strong>Zeitung</strong><br />

Prinz Harryist mit einer Beschwerde<br />

gegen die Mail on Sunday beim britischen<br />

Presserat gescheitert. DasBlatt<br />

hatte Harryineinem Artikel vorgeworfen,<br />

seinen Instagram-Followern<br />

in einem Post mit BildernafrikanischerWildtiere„nichtdie<br />

ganzeGeschichte“<br />

erzählt zu haben. Der<br />

Prinz fühlte sich durch den Vorwurf<br />

im falschen Licht dargestellt. (dpa)<br />

Hinrichtungen in Indien<br />

erneut verschoben<br />

Einindisches Gericht hat am Freitag<br />

erneut die Hinrichtung vonvier Männernverschoben,<br />

die wegen der brutalen<br />

Gruppenvergewaltigung einer<br />

indischen Studentin in Neu-Delhi vor<br />

gut sieben Jahren zum Tode verurteilt<br />

wurden. Einer der Männer habe noch<br />

nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft,<br />

bei einem weiteren stehe noch die<br />

Antwortauf ein Gnadengesuch an<br />

den Präsidenten aus, hieß es. (AFP)


MAGAZIN<br />

Alles war ein<br />

Happening<br />

Jenny Capitain ist zurück in der<br />

Stadt: Model, Muse, Mode-Ikone.<br />

Ein Gespräch über Stil und<br />

Haltung in bewegten Zeiten<br />

SEITEN 2/3<br />

Maxim Leo<br />

wird 50 –und will<br />

ganz entspannt<br />

bleiben<br />

Seite 10<br />

Heiner für alle<br />

Ich &ich<br />

TodimUral<br />

Heiner Lauterbach über seine<br />

wilden Jahre –und sein neues Leben als<br />

klavierspielender Großvater<br />

SEITEN 4/5<br />

Wenn sich Autorin und Erzählerin<br />

vermengen: Ein Treffen mit der<br />

Schriftstellerin Violaine Huisman<br />

SEITE 6<br />

1959 starben neun russische<br />

Skiwanderer auf mysteriöse Weise.<br />

Nun scheint das Rätsel gelöst<br />

SEITE 7<br />

MICHAEL MANN PHOTOGRAPHY


2 1./2. FEBRUAR 2020<br />

Sie weiß noch genau, was sie damals in Paris<br />

trug: Ein zartes Strickkleid ihrer Freundin<br />

Claudia Skoda, hohe goldene Sandaletten<br />

und eine rote Windjacke aus den 50er-Jahren.<br />

Die hatte sie in Kreuzberg ineinem Secondhand-Laden<br />

entdeckt. Sieweiß aber nicht mehr,wo<br />

sie an jenem TagimJahr 1976 genau langging, als<br />

eine Frau in einem weißen Kittel auf sie zulief. Hinter<br />

ihr ein Mann mit dichten Haaren und dicker<br />

Brille.Den kenne ich irgendwoher,dachte sie.<br />

Der Mann hatte etwas Außergewöhnliches, etwas<br />

Auffallendes. Eswar Helmut Newton, der eine<br />

Assistentin gebeten hatte, dieser jungen Frau hinterherzurennen.<br />

Er stellte sich vor und sagte: Sie<br />

habe die schönsten Beine, die er jemals gesehen<br />

habe. Das ist 44 Jahre her. Jenny Capitain und der<br />

Starfotograf mit dem Hang zu exzentrischen Frauenporträts<br />

haben sich erst anderthalb Jahre später<br />

wieder getroffen.<br />

Siesitzt in einem Café am Olivaer Platz. Es ist ein<br />

betont linear eingerichtetes, derzeit angesagtes Lokal<br />

mit harten Holzbänken, in dem man an der<br />

Theke Vollkornbrot oder Ingwertee bestellen kann.<br />

In der Filiale in Prenzlauer Berg stehen die Menschen<br />

Schlange,umdortetwas zu kaufen. Hier sind<br />

es weniger,jedenfalls heute am späten Nachmittag.<br />

Im „Zeit für Brot“ sitzt die 69-Jährige gerne. Sie<br />

mag das Laugencroissant und bestellt sich dazu einen<br />

Cappuccino.Wir sitzen am Fenster.Jenny Capitain<br />

hat eine beruhigende Stimme, braune halblange<br />

Haare. Sie trägt einen lässigen Pullover, eine<br />

schmal geschnittene Hose. Der Vintage-Etro-Schal<br />

um ihren Hals sieht nach Lieblingsteil aus.<br />

Sieweiß, was sie tragen kann. Es ist ihr Job. Es fing<br />

mit Helmut Newton an, dessen Muse und Model sie<br />

viele Jahrewar.Und sie zogweiter,indie Städte der<br />

Mode –von Parisbis nach NewYork. Siearbeitete bei<br />

der französischen Elle, der amerikanischen Vogue<br />

unter Anna Wintour,kleidete Stars wie OprahWinfrey<br />

oder Michelle Pfeiffer ein und spürte früh, wer<br />

von den Designern es ganz nach oben schaffen<br />

würde. Bei Gaultier beispielsweise, der 1976 seine<br />

erste eigene Kollektion herausbrachte,wusste sie es.<br />

Undauch bei Helmut Lang, bei dessen ersten Shows<br />

in Parissie hinter der Bühne mithalf.<br />

In der internationalen Modeszene ist Jenny Capitain<br />

bekannt. Sie aber lächelt es runter. „Ich sehe<br />

mich nicht als Modeikone.“ Sie ist keine exaltierte<br />

Person oder eine vondenen, die sich aufführt, als sei<br />

sie jetzt ein VIP. Jenny Capitain wirkt sehr ausgeglichen.<br />

Kein Wunder,dass die Stars ihr vertrauen.<br />

Jenny Capitain ist vor einem halben Jahr nach<br />

Berlin gezogen, ihr erster Wohnsitz bleibt NewYork.<br />

Vorihrem Umzug gönnte sie sich noch eine Detox-<br />

Kur. Sieachtet auf sich. Ihre Ernährung ist ausgewogen,<br />

sie schwimmt fast täglich. In Berlin wohnt sie<br />

nun in einer minimalistisch eingerichteten Altbauwohnung.<br />

„Wenn ich den Wohnort wechsle, wird<br />

nicht alles mitgeschleppt“, sagt sie.<br />

Ihr reiche wenig. Ein Bett, ein Sofa, Regale mit<br />

Kunstbänden und natürlich die Fotografien. Drei<br />

hat sie, die Newton von ihr gemacht hat. Und was<br />

hat sie jetzt nach Berlin gezogen?„Ich mag die Stadt,<br />

ich habe hier viel erlebt. Berlin hat viele Seiten“, sagt<br />

sie.Nachdenklich rührtsie in ihrem Kaffee.Sie habe<br />

oft Schnitte in ihrem Leben machen müssen –schon<br />

der Karriere wegen. „Ich war sehr lange nicht mehr<br />

in Berlin. Ich bin damals nach Paris gegangen und<br />

nicht mehr zurückgekommen. Und danach, ab<br />

1984, ging es nach NewYork.“<br />

WENN SIE REDET, KLINGT LEICHT DER FRÄNKISCHE<br />

AKZENT aus ihrer Heimat Selb im Fichtelgebirge<br />

durch.„Ja, der geht nicht weg“, sagt sie.Die Familie –<br />

ihre geliebten Schwestern, ihre Neffen und deren<br />

Kinder –sei der Hauptgrund, dass sie wieder in<br />

Deutschland lebe.Weihnachten erst verbrachte sie<br />

mit der Familie. Anders als sonst für sie, die gar<br />

nichts schenken mag, weil sie das doof findet. Man<br />

habe doch eh alles. „Geschenke sind schwierig“,<br />

sagt sie.Wie haben Sieesgelöst? „Ich habe mich für<br />

Bücher entschieden.“ Unddas Fest, wie war es?„Für<br />

mich ganz ungewohnt, es ist anstrengend mit kleinen<br />

Kindern“, sagt sie und lächelt.<br />

Als Jenny Capitain 1969 nachWest-Berlin kam, in<br />

dieses geteilte Berlin mit dem Gefühl, man lebe auf<br />

einer Insel, wollte sie der kleinen Idylle Bayernsentfliehen.<br />

InWest-Berlin spürte sie noch den Krieg, die<br />

Geschichte der Stadt. Der Potsdamer Platz war ein<br />

Niemandsland zwischen Ost und West, auf ihm<br />

wehte imWinter oft ein eisigerWind. Daranerinnert<br />

sie sich besonders.<br />

„Ich wollte studieren, etwas mit angewandter<br />

Kunst und Fotografie an der Hochschule der<br />

Künste.“<br />

EinBekannter schleppt sie in eine Fabriketage an<br />

der Zossener Straße.Dortwohnt die Avantgarde.Capitain<br />

zieht in die WG,woalle dem Spießer-Mief die<br />

Stirnbieten. Es geht um Befreiung und unabhängig<br />

sein. Unkonventionell leben. Leben und arbeiten<br />

sollen bei ihnen kein Gegensatz sein. Es geht darum,<br />

eine Allianz aus Mode und Kunst zu schaffen. Ganz<br />

ungekünstelt, wild und unberechenbar. Der „kapitalistische“<br />

Markt interessiert sie nicht. Berlin-<br />

Kreuzbergist in jener Zeit grau und abgeranzt, überall<br />

bröckelt der Putz vonden Hauswänden. DieFabriketage,inder<br />

sie wohnen, kostet ein paar Mark im<br />

Monat, aber dafür funktioniertamWochenende die<br />

Heizung nicht. Eine ihrer Mitbewohnerin ist die Modedesignerin<br />

Claudia Skoda. Die kauft sich damals<br />

kurzerhand eine Strickmaschine,umBerlin und die<br />

Welt mit avantgardistischen Kleidern aus edlen,<br />

hauchdünnen Garnen zu bereichern. Sie wird eine<br />

der einflussreichsten und bekanntesten Strickdesignerinnen<br />

der Welt. Oder der Künstler Martin Kippenberger,der<br />

zeitweise in der„Fabrikneu“, so heißt<br />

die Etage,lebt. Ebenso wie Klaus Krüger,der Schlagzeuger<br />

bei Tangerine Dream und später bei Iggy Pop<br />

Unsere Frau<br />

in der<br />

Glamourwelt<br />

Jenny Capitain war Muse und Mitarbeiterin<br />

von Helmut Newton, als Moderedakteurin<br />

der US-Vogue stylte sie Superstars<br />

von Michelle Pfeiffer bis Oprah Winfrey.<br />

Jetzt wohnt sie wieder in Berlin<br />

VonAnne-Kattrin Palmer<br />

Mondän: JennyCapitain in einem Lurex-Metallic-Pullover ihrer Freundin Claudia Skoda Ende der 70er.<br />

„Die Chemie stimmte von Anfang an. Er wurde<br />

mein Mentor, erhatte eine ungeheure Präsenz. Er<br />

konnte unglaublich charmant, aber auch<br />

anstrengend sein. An manchen Tage rief er zigmal an.“<br />

Jenny Capitain über Helmut Newton<br />

PRIVAT<br />

war. Inder WG schlafen auch der Bildhauer Jürgen<br />

Skoda, der Mann von Claudia Skoda, sowie ReinhardBock,<br />

der unentwegt Super-8-Filme dreht.<br />

Wiesah ein Taginder WG aus?<br />

„Wir waren immer unterwegs,sind nachts um 24<br />

Uhrausgegangen, haben in Clubs und Bars gefeiert,<br />

morgens sind wir dann in Halensee schwimmen gegangen“,<br />

erinnertsie sich.<br />

Undtagsüber?<br />

„Erst einmal haben wir ausgeschlafen. Aber natürlich<br />

haben wir uns immer viel einfallen lassen.“<br />

Sielacht.<br />

ALS DIE STONES 1970 NACH BERLIN KOMMEN, ist<br />

sie mit ihren Freunden dabei. Das Konzert beginnt<br />

verspätet, weil es Radau gegeben hat.<br />

Das Skoda-Loft steht jedem offen. Viele kommen,<br />

einige bleiben, machen gemeinsame Projekte.<br />

„Es ging sehr locker und familiär zu“, sagt sie. Mit<br />

den„JungenWilden“ am Moritzplatz und den Gründerndes<br />

SO 36 sind sie befreundet.<br />

Iggy Popund David Bowie sind Gäste –vor allem<br />

wenn Claudia Skoda ihreModenschauen inszeniert.<br />

Bowie,der damals ein paar Jahrelang in Berlin lebt,<br />

trägt ihreSachen. Abends zieht man um die Häuser.<br />

Meistens geht es in den Dschungel, die Lieblingsdisco<br />

der Szene.<br />

1977 findet eine legendäre Modenschau in der<br />

Fabriketage statt. DerLaufsteg ist im Jahr zuvor von<br />

Kippenberger gestaltet worden –mit 1300 Fotos<br />

von Claudia und Jenny, ihren Freunden und sich<br />

selbst. Einen „fotografierten und geklebten und versiegelten<br />

Fußboden aus einer Woche Leben mit der<br />

Familie Skoda und Bekanntenkreis“, schrieb er später.Oberwusste,dass<br />

er damals etwas für die Nachwelt<br />

schuf, die das Werk erst nach seinem Todentdeckte?<br />

„Wir haben immer Polaroids gemacht“, erinnert<br />

sich Jenny Capitain an jene Tage mit Kippenberger<br />

und Co.Und an die Schauen. Betrachtet man Fotos,<br />

trägt Capitain bei einer unter anderem ein schillerndes<br />

blau, gelb-orange und lila gestreiftes Glitzerkleid<br />

aus hauchfeinem Garn. Ihre Models sollten<br />

nicht bloß hin- und herlaufen und dabei lächeln, erzählt<br />

Claudia Skoda später.ReinhardBock filmte die<br />

Spektakel. Es war die <strong>Berliner</strong> Version von Andy<br />

Warhols FactoryinNew York.<br />

Undwie ging es mit Helmut Newton weiter?<br />

Jenny Capitain:„Wir sind 1977 gemeinsam aus Parisfür<br />

eine Woche nach Berlin geflogen, um zu arbeiten.<br />

Er war ja hier geboren, musste 1938 vorden Nationalsozialisten<br />

fliehen. Ich habe ihm alle meine<br />

<strong>Berliner</strong> Freunde vorgestellt. Es hat ihn alles fasziniert.“<br />

Warummochten Sieeinander so?<br />

Jenny Capitain: „Die Chemie stimmte von Anfang<br />

an. Er wurde mein Mentor,erhatte eine ungeheure<br />

Präsenz. Er konnte unglaublich charmant,<br />

aber auch anstrengend sein. An manchen Tage rief<br />

er zigmal an.“<br />

In dieser Zeit zeigt sie Newton die Pension Florian,<br />

einst der legendäre„Salon Kitty“, ein Freudenhaus.<br />

Ein Etablissement, wo kitschige Kristalllüster<br />

von den Decken hängen, Damast-Steppdecken auf<br />

den Betten liegen und goldgerahmte Ölschinken<br />

mutmaßlich göttliche Szenen in den Wolken zeigen.<br />

Jenny Capitain steht in solch einem Zimmer.<br />

Nackt mit einem Gips am Bein und einer Gipshalskrause.<br />

Sie hält sich an ihrem Stock fest. Sie schaut<br />

mit ihren dunkel geschminkten Lippen stolz in den<br />

Raum. Es ist eine der bekanntesten Fotografien von<br />

Helmut Newton.<br />

Warumzeigte er Siemit Gips?Wardas inszeniert?<br />

„Das war kein Fake, ich hatte mir beim Tanzen<br />

das Kniegelenk ausgekugelt.“<br />

Haben Sieihm das damals nicht gesagt?<br />

„Doch, und er antwortete: Prima, das passt in<br />

meine Serie.“ (Zwei weitereFrauen lichtete er in Paris<br />

in Stütz-Korsetts ab,Anm. d. Redaktion.)<br />

Waresschwer,mit Newton zu arbeiten?<br />

„Erwar sehr präzise.Mich faszinierte immer sein<br />

Fokus, seine Konzentration bis ins Detail. In seinen<br />

Fotos geht es um Energie, eine bestimmte Körperspannung.<br />

Das reichte bis hin zur Haltung der<br />

Hände und Füße.“<br />

Es gibt eine Aufnahme von Newtons Frau June,<br />

die vor dem Bild von Jenny Capitain in der Pension<br />

Florian steht. June Newton wird dazu mit einem<br />

Satz zitiert, den sie oft über ihren Mann sagt: „Helmut<br />

Newton liebte die Frauen. Er hatte das Gefühl,<br />

sie beschützten ihn.“<br />

Capitains Wohnsitz war inzwischen Paris. „Alle<br />

sagten immer, ich sollte als Model arbeiten.“ Damals<br />

hieß das: Gehnach Paris, in die Metropole der<br />

Mode. Die Stadt von Coco Chanel, Christian Dior<br />

undYves Saint Laurent. Es ist die rebellische Jugendzeit<br />

der Prêt-à-porter, von Kenzo, Thierry Mugler<br />

und Gaultier.Dortläuft sie als Model über den Laufsteg.<br />

„Alles war aufregend. Manwollte jede Modenschau<br />

sehen, selbst ohne Einladung.“ Abends ging<br />

es weiter. „Man rauchte, man trank und amüsierte<br />

sich. Alles war ein Happening.“ Es gab aber auch Situationen,<br />

in denen sie gar nicht mehr wollte: „Bei<br />

einer Schau vonGaultier gab es ein gefährliches Gedränge<br />

vor der Tür. Dahat es mir gereicht und ich<br />

bin heimgegangen.“<br />

In Parisfängt Capitain auch an, als freiberufliche<br />

Modejournalistin zu arbeiten –für die Elle und die<br />

deutsche Vogue. 1984 zieht es sie ins Sportswear-<br />

Mekka NewYork. Erst arbeitet sie dortein paar Jahre<br />

lang als Stylistin für die amerikanische Elle, später<br />

ist sie im Mode-Olymp bei der US-Vogue angekommen.<br />

Dort, wo seit 1988 Anna Wintour Chefredakteurin<br />

ist. Wiewar es unter ihr zu arbeiten?<br />

„Ich bewundereAnna. Siesagte bei ihrer Einstellungsrede<br />

,You are only as good as the people you<br />

workwith.‘ Sieist eine Frau, die weiß was sie will und<br />

sagt, was sie denkt. Best of the best.“


1./2. FEBRUAR 2020 3<br />

Und wie hat sie all die Jahre indieser Haifisch-<br />

Branche überlebt?<br />

„Naja, man braucht viel Selbstvertrauen, Disziplin<br />

und Durchhaltevermögen. Und eine anständige<br />

Portion Talent schadet nicht.“<br />

„Das Gute ist: Inzwischen<br />

ist die Modewelt more accessible geworden,<br />

offen für jeden. Mode wird nicht mehr als<br />

etwas komisch Exotisches gesehen, sondern<br />

als ein selbstverständlicher Teil unserer<br />

Individualität. Sich modisch zu kleiden<br />

ist heute bezahlbar. Injeder Preisklasse<br />

gibt es tolle Sachen.“<br />

Jenny Capitain<br />

JennyCapitain in ihrem minimalistisch eingerichteten Wohnzimmer in Berlin. Ihr reichen<br />

Bücher,ein Bett und ein Sofa, sagt sie.<br />

MICHAEL MANN PHOTOGRAPHY<br />

EINMAL SOLLTE SIE MORGENS UM SIEBEN UHR eine<br />

Kollektion geliefert bekommen. Die Kleider für das<br />

Fotoshoot kamen nicht an, die Bestellung des Fahrers<br />

war von einer Kollegin „vergessen“ worden,<br />

wohl nicht ganz zufällig. „Seitdem habe ich meine<br />

Fahrdienst-Aufträge selber vergeben.“<br />

Inzwischen ist es fast 19 Uhr. Wir sitzen seit fast<br />

zweieinhalb Stunden in dem Café. Es ist eine richtige<br />

Reise geworden –mit vielen Haltestellen.<br />

Waswar Ihrliebstes Projekt?<br />

„Da gibt es zum Glück viele. Ganz früh war da<br />

eine Modestory inspiriert von Marlene Dietrich für<br />

die deutsche Vogue –mit Peter Lindbergh als Fotograf.<br />

Dann ein Werbefilm für Chanel mit Helmut<br />

Newton und Ridley Scott in Cap d’Antibes. Genau<br />

im Gedächtnis geblieben ist mir auch Michelle<br />

Pfeiffer, inMode inspiriert von alten Filmen, mit<br />

dem viel zu früh gestorbenen Fotografen Herb Ritts,<br />

für Vogue USA.“ Damals, eswar 1991, noch unüblich.<br />

Die Filmstars wollten noch nicht mit Mode in<br />

Verbindung gebracht werden. Fashion galt als<br />

schnöder Kommerz. Erst als Giorgio Armani die<br />

männliche Hollywood-Garde einkleidete, kamen<br />

die Stars auf den Geschmack und ließen sich in neuester<br />

Mode für die Covers ablichten. Und welche<br />

Highlights gab es noch? „Ein Covershoot<br />

mit Julianne<br />

Polaroid-Schnappschuss: JennyCapitain (links) mit<br />

Helmut Newton und der bekannten Modejournalistin<br />

und Schriftstellerin Laurence Benaïm. DAVE<br />

ULRIKE OTTINGER<br />

Warhols Factoryauf <strong>Berliner</strong>isch: Tabea Blumenschein<br />

(vorn) mit Claudia Skoda (links) und JennyCapitain.<br />

Moore von Peter Lindbergh für das amerikanische<br />

Harper’s Bazaar. Die Serie hieß ,Portrait of aLady’,<br />

inspiriert unter anderem von Gustav Klimt, Egon<br />

Schiele und Richard Prince. Nicht zu vergessen ein<br />

wochenlanges Shoot mit Oprah Winfrey auf ihrem<br />

Anwesen in Maui, für ihr Magazin ,O’ und ihr Kochbuch.<br />

Fotografierthat das RuvenAfanador.“<br />

Capitain stylt Oprah heute noch, fliegt dafür immer<br />

wieder nach NewYork. „Ich arbeite bei ihr viel<br />

mit Kaschmir und fließenden Stoffen.“<br />

Undwie ist es hierzulande um Mode bestellt?<br />

„Es ist ein Jil-Sander-Land und sehr sportlich.“<br />

Siefügt hinzu: „Das Gute ist: Inzwischen ist die Modewelt<br />

more accessible geworden, offen für jeden.<br />

Mode wirdnicht mehr als etwas komisch Exotisches<br />

gesehen, sondern als Teil unserer Individualität, in<br />

eigentlich allen Kulturbereichen. Sich modisch zu<br />

kleiden ist heute bezahlbar.Injeder Preisklasse gibt<br />

es tolle Sachen.“ Sieselbst kaufe in jeder Saison zwei<br />

oder drei Teile von Designern, „die ich unbedingt<br />

haben muss. Der Rest kommt aus meinem Kleiderschrank<br />

und mal was von Cos dazu. Undeigentlich<br />

bin ich auch auf der Suchenach neuen Modetalenten,<br />

gerade hier in Berlin“.<br />

Helmut Newtons „JennyCapitain, Pension Florian, Berlin 1977“. ©Helmut Newton Estate. Das Werk warbis zum 26. Januar 2020 in der großen Ausstellung „Helmut Newton.<br />

Private Property“ zu sehen, die im MODEM-Museum in Debrecen/Ungarngezeigt wurde. Des Weiteren ist geplant, es im Rahmen der großen Retrospektive „Helmut Newton. Legacy“,<br />

die am 31. Oktober 2020 in der <strong>Berliner</strong> Helmut-Newton-Stiftung eröffnen wird, auszustellen. Außerdem wird es Mitte Juli in der Fotoinstitution „Foto Nostrum“ in Barcelona<br />

gezeigt. Info: Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin, www.helmut-newton-foundation.org,Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr,Sa, So 11 –19Uhr,<br />

Do bis 20 Uhr,Eintritt 10 Euro, ermäßigt 5Euro<br />

HELMUT NEWTON ESTATE/COURTESY: HELMUT NEWTON STIFTUNG<br />

Anne-Kattrin Palmer<br />

wäre auch gerneinden 70er- und 80er-Jahren in<br />

Paris gewesen.


4 1./2. FEBRUAR 2020<br />

Für<br />

meine<br />

Kinder ist<br />

man<br />

schon<br />

mit 40<br />

steinalt<br />

DPA/CHRISTOPH SOEDER


1./2. FEBRUAR 2020 5<br />

Heiner Lauterbach ...<br />

... kam 1953 in Köln zur Welt. Nach der mittleren<br />

Reife besuchte er 1970 die Schauspielschule der<br />

Keller.Danach spielte er Theater in Köln, Würzburg<br />

und München.<br />

... spielte ab Mitte der 70er-Jahre in ersten Kinound<br />

TV-Filmen, unter anderem in drei Filmen der<br />

„Schulmädchen-Report“-Reihe, aber auch in der<br />

TV-Verfilmung von„Die Karthause vonParma“.<br />

1985 gelang ihm der Durchbruch mit Doris Dörries<br />

Filmkomödie „Männer“, in der er neben UweOchsenknecht<br />

die Hauptrolle spielte und für die er mit<br />

dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde.<br />

Heiner Lauterbach hat sich das exzessive Rauchen und Trinken<br />

abgewöhnt, und abends um elf ist Zapfenstreich. Wasist geschehen<br />

und vor allem: Wastut er stattdessen, um Spaß zu haben?<br />

Antwort: Er übt Klavier und verwöhnt seinen Enkel<br />

... gehört seitdem zu den meistgefragten deutschen<br />

Schauspielern. Er drehte unter anderem mit<br />

Dieter Wedel „Der Schattenmann“ (1986) und mit<br />

Helmut Dietl „Rossini –oder die mörderische Frage,<br />

wermit wemschläft“ (1997), war in der Dietrich-<br />

Schwanitz-Verfilmung „Der Campus“ (1998) zu sehen<br />

und als Axel Springer in „Der Verleger“ (2001).<br />

Als Synchronsprecher ist er u.a. die deutsche<br />

Stimme vonChristopher Walken, Jack Nicholson,<br />

John Malkovich, KevinCostner und Laurence Fishburne.<br />

... ist seit 2001 ist mit Viktoria Skaf verheiratet.<br />

Ausdieser Ehe stammen die beiden Kinder Maya<br />

undVito. Ausder Ehemit der Schauspielerin Katja<br />

Flint, mit der er von1995bis 2001 verheiratet war,<br />

hat er einen erwachsenen Sohn. Lauterbach lebt<br />

mit seiner Familie am Starnberger See.<br />

Interview: Markus Tschiedert<br />

Erkann fürchterlich fies sein, wie zuletzt<br />

in dem Thriller „Der Fall Collini“<br />

als hinterhältiger Anwalt. Er<br />

kann aber auch sehr lustig sein, wie<br />

als stressgeplagter Vater in „Wir sind die<br />

Hartmanns“. Man nimmt Heiner Lauterbach<br />

beide Typen ab, und in der Komödie<br />

„Enkel für Anfänger“, die am 6. Februar in die<br />

Kinos kommt, vereint er sie auf wunderbare<br />

Weise: In seiner Rolle als griesgrämiger Gerhard,<br />

der mit dem Leben schon abgeschlossen<br />

hat, lässt er sich als Leih-Opa engagieren,<br />

der bei Kindernganz weich wird.<br />

Lauterbach steht mit 66 Jahren selbst vor<br />

dem Rentnerdasein. Aber so recht will man<br />

das gar nicht glauben, wenn man ihm begegnet.<br />

Er trägt Jeans und Sportschuhe, seine<br />

Bewegungen wirken zackig, und an seinem<br />

drahtigen Körper scheint kein Grammzuviel<br />

zu sein. Dabei hat er in seinem Leben auch<br />

schon Phasen hinter sich gebracht, in denen<br />

er so richtig die Sau rausgelassen und das<br />

eine oder andere Glas zu viel getrunken hat.<br />

Damitist es aber vorbei. 2001 heiratete er die<br />

Frau, die ihn wieder auf die Spur brachte,<br />

Viktoria heißtsie,die beiden haben zwei Kinder<br />

miteinander. Aus der Ehe mit Katja Flint<br />

hatte er bereits einen Sohn, der heute erwachsen<br />

ist. Wie hat er das Leben gemeistert?Wir<br />

trafen ihnimHotel de Rome.<br />

Herr Lauterbach, ist 67 ist das neue 40?<br />

Ach, ich halte nichts von Sprüchen wie<br />

„Man ist so alt wie man sich fühlt“ und diesen<br />

ganzen Käse ...<br />

Die Frage bezog sich auf ein Zitat aus dem<br />

Film „Enkel für Anfänger“, in dem Sie mitspielen.<br />

Trotzdem, das Leben ist so, wie esist. Bedingt<br />

durch Dinge wie bessere Ernährung,<br />

mehr Möglichkeiten desSportsund den Umstand,<br />

dass wir so lange keinen Krieg mehr<br />

hatten, ist es tatsächlich so,dasswir etwas fitter<br />

im Alter sind. Auch durch die besseremedizinische<br />

Versorgung werden die Menschen<br />

älter. Ansonsten finde ich es gar nicht ausschlaggebend,<br />

wie alt man wird, sondernwelche<br />

Möglichkeiten einem bleiben. Wasnützt<br />

es, 120 zu werden und davon 40 Jahre krankheitsbedingt<br />

leiden zu müssen?<br />

Siesind jetzt 66 ...<br />

Je älter man wird, desto mehr wird man<br />

mit dem Alter konfrontiert. Für mich ist es<br />

aber ein ganz normaler Prozess, derzum Leben<br />

dazugehört. Insofern mache ich mir<br />

überhaupt keine Gedanken darüber. Esgibt<br />

gewiss spaßigere Dinge als Altwerden, aber<br />

die einzige Alternative wäre früher sterben,<br />

und das ist ja auch Scheiße. Insofern sollte<br />

man dankbar sein, in einem vernünftigen<br />

Zustand älter werden zu dürfen.<br />

Als Sie noch jung waren, dachten Sie bestimmt<br />

auch noch, alles über 60 ist uralt ...<br />

Das sehen junge Menschen von heute<br />

noch genauso.Für meine Kinder lebe ich eigentlich<br />

auch nicht mehr, wenn esdanach<br />

geht. Wenn die von steinalt reden, meinen<br />

sieschon 40-Jährige.<br />

Können Siegut mit Kindern?<br />

Mitmanchen kann ich sehr gut, mit anderen<br />

überhaupt nicht. Ich bin nicht generell<br />

ein Kinderfreund, ungezogene Kinder sind<br />

sogar ein Gräuel für mich. Aber ich mag nette<br />

und aufgeweckte Kinder.Ich selbst habe drei<br />

Kinder, und obwohl sie nicht in alle Kategorien<br />

passen, die ich gerade aufgezählt habe –<br />

die können ganz schön frech sein –liebe ich<br />

sie alle.Die sind für mich in Ordnung.<br />

Wiestreng sind oder waren Sieals Vater?<br />

Bei meinen beiden Kindern, die ich mit<br />

Viktoria habe, teilen wir uns das auf. Nach<br />

dem Prinzip Good Cop, Bad Cop. Das ist<br />

auch sinnvoll und fair. Ich achte wirklich<br />

darauf, dass ich nicht so ein Feierabend-<br />

Daddy bin, der nach Drehschluss nach<br />

Hause kommt und seinen Kinderndannalles<br />

erlaubt, während die Mutter die Rolle<br />

einnimmt, die permanent alles verbieten<br />

muss. Also die Erziehung teilen wir uns zu<br />

gleichen Teilen.Wenn ein Kind Stress mit einem<br />

von uns hat, ist der andere die Anlaufstation.<br />

Im letzten Sommer sind Sie zum ersten Mal<br />

Opageworden.Wiewerden Siesich der neuen<br />

Rolle nun tatsächlich stellen?<br />

Grundsätzlich finde ich Großeltern eine<br />

tolle Institution. In einem Familienverbund<br />

sind sie wichtig. Als ich nun selbst Großvater<br />

geworden bin, habe ich zu meinem Sohn gesagt,<br />

wie sehr ich mich freue,jetzt miteinem<br />

kleinen verwandten Kind zu tun zu haben,<br />

das ich nicht erziehen muss.<br />

Wiemeinen Siedas?<br />

Eigene Kinder zu haben, ist eine ambivalente<br />

Geschichte.Einerseits möchte man ihnen<br />

alles geben, schenken und erlauben,<br />

weil man sie liebt und sie glücklich sehen<br />

will. Andererseits tut man gut daran, sie zu<br />

erziehen, damit sie keineVollidioten werden.<br />

Insofern sagte ich zu meinem Sohn: „Oscar,<br />

darauf kannst du dich gefasst machen. Mein<br />

Enkelwirdnur verzogen, wenn er bei mir ist.<br />

Der hat rechts das Handy, links die Playstation,<br />

vorn guckt er Fernsehen und im Mund<br />

hat er Gummibärchen. Und wenn er anschließend<br />

wieder zu dir kommt, kannst du<br />

das Ganzeausbaden.<br />

Momentan gehen viele Teenager auf die<br />

Straße, um gegen Klimawandel zu demonstrieren.<br />

Sie fürchten um ihre Zukunft. Reden<br />

Siedarübermit Ihren Kindern?<br />

Als bei meiner 17-jährigen Tochter die<br />

Frage aufkam, ob sie bei „Fridays for Future“mitmachen<br />

darf, war meine Frau strikt<br />

dagegen. Schule blaumachen geht nicht. Da<br />

ist sie sehr pragmatisch. Ich habe gesagt:<br />

„Nein, da sind wir mal ausnahmsweise<br />

verschiedener Meinung. Ich finde das sehr<br />

gut und von mir hat sie die Erlaubnis, da<br />

mitzumachen.“ Ich finde es schlimm genug,<br />

dass Kinder die Erwachsenen darauf<br />

hinweisen müssen, dass auf unserem Planeten<br />

einiges im Argen liegt. Manmuss aber<br />

ebenso aufpassen, die Sache nicht zu übertreiben.<br />

Dasheißt?<br />

Wenn man sich beschimpfen und bespucken<br />

lassen muss, weil man irgendwo<br />

hinfliegt, finde ich das auch nicht passend.<br />

Es gibt natürlich auch Wissenschaftler, die<br />

behaupten, dass die Erderwärmung überhaupt<br />

nichts mit den Menschen zu tun hat.<br />

In Zyklen hat es so etwas immer wieder gegeben.<br />

Ich persönlich weiß es nicht, aber<br />

ich denke, eskann nicht schaden, so zu tun<br />

als wären wir schuld, um damit Dinge zu<br />

verbessern. Denn diese riesigen Müllteppiche<br />

inden Ozeanen hat es bestimmt nicht<br />

immer gegeben. Das größte Problem ist für<br />

mich aber die Überbevölkerung, die zieht<br />

alles andere nach sich. Komischerweise redetdarüber<br />

kaumjemand.<br />

Sind Sieeherein Pessimist oder ein Optimist?<br />

Barbara Schöneberger hat mich auch<br />

schon gefragt,obfür mich dasGlashalb leer<br />

oder halb voll ist. Ich habe geantwortet, für<br />

mich ist es ein halb gefülltes Wasserglas.<br />

Übertragenauf dieUmweltfrage findeich es<br />

bescheuert, das Problem zu negieren und zu<br />

ignorieren, wie es der amerikanische Oberbefehlshaber<br />

tut. Ich warne aber auch, eine<br />

Hysterie ausbrechen zu lassen. Meine Kinder<br />

muss ich dahingehend auch bremsen, wenn<br />

ich mit einer Zahnbürste ankomme, die immer<br />

noch nicht aus Holz ist.<br />

Welchen Rat geben SieIhren Kindern?<br />

Es gibt einen Spruch meiner Mutter, den<br />

ich damals nie wahrhaben wollte:„Junge,genieß<br />

dein Leben. Es geht so schnell vorbei.“<br />

Auf einmal ist man selber alt oder älter und<br />

findet sich in der Rolle wieder,dass man das<br />

seinen Kindernsagt.<br />

Haben Sie esmanchmal auch zu sehr genossen?<br />

Das ist etwas, worüber ich mir heute wenig<br />

Gedanken mache. Denn es ist passiert,<br />

und ich kann es sowieso nicht mehr revidieren.<br />

Also wenn ich das jetzt in der Retrospektivebetrachte,finde<br />

ich es ganz gut, dass ich<br />

heftig und intensiv gelebt habe.Man hätte es<br />

aber ein paar Jahreverkürzenkönnen.<br />

Wiemeinen Siedas?<br />

Es ist ja wie immer im Leben eine Frage<br />

von Timing. Zur richtigen Zeit das Richtige<br />

machen oder mit etwas aufzuhören, gelingt<br />

einem nicht immer. Wenn man ein Bein<br />

amputiert kriegt, ist es zu spät, mit dem<br />

Rauchen aufzuhören. Ich bin 1998 aufs<br />

Land gezogen. Das habe ich mir schon als<br />

junger Menschen gesagt und dann auch gemacht<br />

–nicht zu früh und auch nicht zu<br />

spät.<br />

Könnte man sagen, Sie haben noch mal die<br />

Kurvegekriegt?<br />

Klar,inden 70ernund 80ernwäredas unvorstellbar<br />

für mich gewesen, weil ich da<br />

noch viel nachts unterwegs war und gefeiert<br />

habe. ImLeben ist viel mit Zufall und Glück<br />

verbunden, und bei mir war es das Kennenlernen<br />

meiner Frau Viktoria. Die spielt da<br />

eine entscheidende Rolle.<br />

Sie sind froh, dass die wilden Zeiten irgendwann<br />

ein Ende gefunden haben?<br />

Dasweiß ich gar nicht. Ichkönnte das Gefühl<br />

gar nicht definieren, mit dem ich auf<br />

diese Zeit zurückblicke. Mit Wehmut ganz<br />

bestimmt nicht, aber auch nicht mit Freude.<br />

Ich sehe das verhältnismäßig neutral, weil<br />

ich auch diese ganzen Fotos von früher aus<br />

<strong>Zeitung</strong>en kenne. Für uns Schauspieler verläuft<br />

der Altersprozess sowieso ein bisschen<br />

anders.<br />

Wieso anders?<br />

Weil wir immer wieder mit alten Filmen<br />

und Fotos und damit auch mit der Vergangenheit<br />

konfrontiert werden. Wir hüpfen irgendwie<br />

zwischen den Zeiten. Wenn ich ein<br />

Foto vonmir in die Hand bekomme,auf dem<br />

man mich als 30-Jähriger in Badehose sieht,<br />

sage ich nicht, würde ich doch mal wieder so<br />

aussehen. Zumal ich immer noch viel Sport<br />

mache und mich über meinen Körper auch<br />

heute nicht beklagen kann.<br />

Siewirken tatsächlich nicht wie jemand kurz<br />

vorm Rentenalter.<br />

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich gerade<br />

aus Kapstadt komme und ein bisschen<br />

Sonne abbekommen habe.Naja, persönlich<br />

habe ich mir schon vorgenommen, in Würde<br />

zu altern. Als ich jung war, sah ich in Diskotheken<br />

öfters ältere Männer, die dort regelmäßig<br />

verkehrten und wie ein Fremdkörper<br />

wirkten. Wenn es geht, möchte ich das lieber<br />

vermeiden. Gott sei Dank fällt mir das gar<br />

nicht schwer.Ich habe keine Lust mehr,mich<br />

diesen Bässen auszusetzen.<br />

Worauf habenSie denn noch Lust?<br />

Wir wohnen ja am Starnberger See, und<br />

ab und zu treffen Viktoria und ich uns in der<br />

Stadt mit Freunden und Bekannten zu einem<br />

gesellschaftlichen Essen. Wenn dann der<br />

eine oder andere nach 22Uhr noch sagt:<br />

„Komm, wir gehen noch ins Schumann’s<br />

oder ins P1, dann sind wir müde.Viktoria war<br />

ja noch nie so eine Partymaus.Und ich weiß<br />

dann auch, wir haben noch eine Stunde zu<br />

fahren. Um elfUhr zu Hausezusein, ist dann<br />

wunderbar. Wäre mir das nur früher schon<br />

so ergangen.<br />

Sie sollen auch mit Klavierspielen angefangen<br />

haben.<br />

Mit Klavierspielen hatte ich schon mal<br />

mit elf angefangen, dann aber wieder aufgehört.<br />

Darüber habe ich mich immer geärgert,<br />

auch weil ich dachte, dafür ist es sowieso<br />

schon zu spät. Aber jetzt kann ich sagen, es<br />

ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen.<br />

Reicht es schon für ein Konzert?<br />

Na ja, da müsste man mal Lang Lang befragen.<br />

Aber meine Frau ist begeistert. Ich<br />

spiele wirklich jeden Tag, und ich habe wirklich<br />

von Grund auf gelernt mit allen Noten,<br />

Intervallen und Theorien.<br />

Spielen Sieeher Jazz oder Klassik?<br />

Jazz ist eine Musikrichtung, die ich nicht<br />

besonders mag. Ich spiele Filmmusik von<br />

Ennio Morricone bis Nino Rota. Das macht<br />

großen Spaß.<br />

Würden Sie sagen, Sie ziehen Ihre Lebensfreude<br />

heute aus komplett anderen Dingen<br />

als früher?<br />

Mark Twain hat mal gesagt, wer mit dem<br />

Rauchen aufhört, ist kein Nichtraucher,sondernein<br />

Raucher,der nicht mehr raucht. Ich<br />

werde immer Raucher bleiben, obwohl ich<br />

seit 20 Jahren so gut wie nicht mehr rauche.<br />

Ichkann mir heute auch nicht mehr vorstellen,<br />

in einem Restaurant zu essen, in dem<br />

um dich herum pausenlos gequalmt wird.<br />

Obwohl ich selber starker Raucher war,finde<br />

ich es eine wunderbare Sache, dass inRestaurants<br />

nicht mehr geraucht werden darf.<br />

Warum haben Sie sich das Rauchen abgewöhnt?<br />

Mein Arzt sagte mir damals, dass meine<br />

Herzkranzgefäße zwar noch ganz gut aussehen,<br />

aber nun dennoch der Zeitpunkt gekommen<br />

wäre, mit dem Rauchen aufzuhören,<br />

um im Alter nicht nachhaltig am lebenslangen<br />

Rauchen zu leiden. DieZeiten haben<br />

sich sowieso geändert. Das sieht man auch<br />

an alten Filmen, wo bei jeder Gelegenheit<br />

eine Zigarette angesteckt wird. Nach dem<br />

Krieg hat man es echt krachen lassen, auch<br />

was so an Schnäpsen gesoffen wurde.Heute<br />

ist das anders, aber wir müssen nur sehen,<br />

dass wir nicht zu synthetisch werden.<br />

Washeißt dasfür Sie?<br />

Als ich mit dem exzessiven Trinken und<br />

Rauchen aufgehört habe, sagte ich mir, es<br />

muss trotzdem noch drin sein, dass ich mich<br />

im Urlaub mit einem guten Freund nachts mit<br />

einer Flasche Rotwein und einer Packung Zigaretten<br />

ans Meer setzen kann –ohne dass ich<br />

am nächsten Tag wieder zum Volljunkie<br />

werde. Ich hasse absolute Entscheidungen.<br />

Bitte nichts Dogmatisches. Ich finde es ganz<br />

schön, wenn man das kann, selbst wenn man<br />

nur dieVorstellung hat, man könnte es.<br />

Aber Siekönnen es ja …<br />

Ja, das ist auch schön so. Aber ich würde<br />

es trotzdem nicht empfehlen, wenn man<br />

schwerer Alkoholiker ist. Denn es gibt eine<br />

Art von Alkoholismus, die das verbietet. Das<br />

gilt auch fürs Rauchen. Til Schweiger zum<br />

Beispiel bewundertmich, dass ich ab und zu<br />

eine Zigarette rauchen kann und dann wieder<br />

aufhöre.<br />

Man könnte also sagen, Sie sind ein Genussmensch<br />

geblieben?<br />

Allerdings ein gebremster Genussmensch.<br />

Wie beim Weggehen habe ich irgendwann<br />

keine Lust mehr und sage beim Rauchen, jetzt<br />

nicht noch eine. Dahat mein Körper wohl<br />

eine eingebaute Bremse entwickelt. Hätte ich<br />

die mal schon in den 80er-Jahren gehabt.<br />

Markus Tschiedert möchte mit 66<br />

Jahren auch so fit sein wie Lauterbach.<br />

Weil das Leben ja erst anfängt.


6 1./2. FEBRUAR 2020<br />

Werweiß<br />

schon, was die<br />

Wahrheit ist?<br />

Mit einem Buch über ihre exzentrische Mutter,die Selbstmord<br />

beging, wurde Violaine Huisman bekannt –und zu einer<br />

gefeierten Vertreterin des so beliebten Genres der Autofiktion<br />

VonSarah Pepin<br />

„Das Schreiben darf keine Katharsis sein“: Violaine Huisman in Berlin.<br />

BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER<br />

Das milchige <strong>Berliner</strong> Winterlicht<br />

fällt Violaine Huisman sofortauf.<br />

Es ist ein sonniger Freitagnachmittag<br />

am Rosenthaler Platz, sie<br />

blinzelt in die Sonne, bemerkt die Schatten,<br />

die die Straßenlampen an die Wand gegenüber<br />

werfen. Sie ist etwas müde, amTag zuvorist<br />

sie aus NewYorkangereist, wo sie seit<br />

mehr als zwanzig Jahren lebt.<br />

Vergangenes Jahr erschien Huismans Debütroman<br />

„Die Entflohene“ auf Deutsch. Es<br />

war das erste Buch der bis dahin als Übersetzerin<br />

und Kuratorin arbeitenden Französin,<br />

in Frankreich hat es mehrere Literaturpreise<br />

gewonnen. Das Buch zeichnet ein sowohl<br />

zärtliches als auch erschütterndes Porträt einer<br />

exzentrischen, exzessiv liebenden Mutter,die<br />

Kette rauchte,Alkoholprobleme hatte<br />

und an einer bipolaren Erkrankung litt. Aus<br />

eher armen Verhältnissen kommend, findet<br />

sie sich in der Pariser Bourgeoisie wieder,erträgt<br />

die Affären ihres Ehemannes, dann<br />

nicht mehr,wirdmehrmals geschieden. Mal<br />

schlägt sie ihre Töchter, ein paar Minuten<br />

später werden sie wieder mit Küssen überhäuft.<br />

Eine Naturgewalt. All das ist auch Violaine<br />

Huismans eigene Geschichte, daraus,<br />

dass der Roman autobiografisch grundiert<br />

ist, macht sie kein Geheimnis.<br />

Das Genre der Autofiktion, dem man<br />

Huismans Roman zuordnen kann, findet seit<br />

einigen Jahren mit Autoren wie Rachel Cusk,<br />

Karl Ove Knausgård, Sheila Heti, Ben Lerner<br />

und Annie Ernaux große Beachtung. Das eigene<br />

Leben dient diesen Autoren als Vorlage,<br />

als Schablone, deren Ränder aber übermalt<br />

werden, sodass die Zeichnung sich verwandelt,<br />

in etwas, das über das gelebte Dasein<br />

hinausgeht.<br />

Der Begriff „Autofiktion“ wurde im Jahr<br />

1977 vom französischen Literaturkritiker<br />

und Schriftsteller SergeDoubrovsky im Hinblick<br />

auf sein eigenesWerk„Fils“ geprägt. Die<br />

genaue Definition dieser Form der fiktionalisierten<br />

Autobiografie bleibt aber –vor allem<br />

im Gegensatz zum autobiografischen Roman<br />

–etwas unklar.Der Essayist Philippe Vilain<br />

zum Beispiel sieht den entscheidenden<br />

Unterschied zwischen autobiografischem<br />

Roman und Autofiktion in einem Stilmittel:<br />

DerErzähler,der Teile des Buches in der ersten<br />

Person wiedergibt, und der Autor müssen<br />

den gleichen Namen tragen. Das ist eigentlich<br />

eine Kleinigkeit. Andere meinen,<br />

dass das Thematisieren des eigenen Schaffens<br />

die Autofiktion definiert, wiederum andere<br />

finden es bezeichnend, dass heute<br />

mehr Frauen als Männer in diesem Genre<br />

schreiben. Ist Autofiktion einfach nur ein<br />

neuer Marketing-Begriff für den autobiografischen<br />

Roman, den es seit dem 19. Jahrhundert<br />

gibt, damals mit Vertretern wie<br />

Charles Dickens, Louisa May Alcott und Leo<br />

Tolstoi?<br />

Für Violaine Huisman unterscheidet sich<br />

die Autofiktion vom autobiografischen Roman,<br />

da sie weniger eine Ansammlung von<br />

Erinnerungen als einVersuch ist,„das Leben,<br />

das an sich keinem Narrativ folgt, das chaotisch<br />

ist, in eine literarische Form zu bringen“.<br />

Violaine Huisman, die dunklen Haare<br />

zum Dutt gebunden, spricht langsam, nach<br />

Worten suchend, sie abwägend.<br />

Ihr Roman „Die Entflohene“ besteht aus<br />

drei Teilen, der erste ist aus der Perspektiveeiner<br />

Tochter-Erzählerin namens Violaine und<br />

ihrer Schwester erzählt, im zweiten wird das<br />

Leben der Mutterfigur Catherine nachgezeichnet,<br />

bevor sie Kinder hatte.Der letzteTeil<br />

erforscht die bodenloseTraurigkeit, die die Erzählerin<br />

erfasst, als die Mutter mit Anfang 60<br />

schließlich beschließt, aus dem Leben zu treten.<br />

Auch das passierte Violaine Huisman genau<br />

so,mehr als zehn Jahreist es her.<br />

Wenn man mit Violaine Huisman spricht,<br />

vermengt man sie und die Erzählerin unwillkürlich,<br />

ebenso wie ihreMutter und die Mutterfigur<br />

aus dem Buch. Wie nah das fiktive<br />

Ichander Autorin ist, zeigt auch die Entwicklungsgeschichte<br />

des Buchs. Mehrere Jahre<br />

nach dem Todihrer Mutter heiratete Huismans<br />

Schwester.Violaine wusste, dass es an<br />

ihr war, bei der Feier eine Rede zu halten –<br />

beim Versuch, Worte und einen Tonzufinden,<br />

um die gemeinsame Kindheit und das<br />

Verhältnis zur Mutter zu beschreiben, verfestigte<br />

sich die Idee für das Buch. „Nach der<br />

Rede habe ich sofort angefangen zu schreiben,<br />

mit einer klarenVision der Romanstruktur“,<br />

sagt sie.<br />

Was anihrem Buch besonders ins Auge<br />

fällt, ist, dass man darin keine Spur von Bitterkeit<br />

findet. Im Gegenteil: Ihre schonungslose<br />

Erzählung ist stellenweise sogar humorvoll.<br />

Ist die Arbeit am Selbsterlebten auch<br />

eine therapeutische? Nicht für Huisman.<br />

„Das Schreiben durfte für mich keine Katharsis<br />

sein. Es musste genug Distanz da<br />

sein, um nicht in den eigenen Emotionen zu<br />

ertrinken –das Bewusstsein für den Tonwar<br />

mir sehr wichtig.“ Die Psychoanalyse ging<br />

dem Schreiben des Buches voran, Huisman<br />

„Maman und meine<br />

Schwester hatten sich<br />

mordsmäßig lieb. Sie<br />

hätten sich gegenseitig<br />

umgebracht, um das zu<br />

beweisen.“<br />

Violaine Huisman in „Die Entflohene“<br />

sagt vonsich, sie habe schon vordem Schreiben<br />

mit ihrer Mutter Frieden geschlossen.<br />

Eine räumliche Distanz zu ihrer Familiengeschichte<br />

schuf sie bereits, als sie mit 19 Jahrennach<br />

NewYorkzog, ein Schritt, den sie im<br />

Nachhinein auch als eine ArtFlucht begreift.<br />

In „Die Entflohene“ schreibt sie: „Die<br />

Wahrheit eines Lebens ist immer nur Phantasie,jenachdem,<br />

wie man sie entwirft.“Was<br />

meint sie damit? „Die Fiktionalisierung befähigt<br />

einen dazu, eine Geschichte zu schreiben,<br />

ohne dass es die einzig richtige und<br />

wahre sein muss. Wer weiß schon, was die<br />

eine Wahrheit ist?“ Wenn man jemandem<br />

eine Geschichte aus dem eigenen Leben erzähle,<br />

sei das immer im Nachhinein, zum<br />

Zeitpunkt einer bestimmten psychologischen<br />

Verfassung, ans Publikum angepasst,<br />

und um die Wirkung wissend, die man erreichen<br />

will. So würde es zu einer „erzählten“<br />

Geschichte.<br />

Interessant ist trotzdem, wie angetan Publikum<br />

und Kritik gerade jetzt vondieser Mischung<br />

aus Realem und Fiktivem sind. Diese<br />

Literatur dockt offenbar an den Zeitgeist an.<br />

Einerseits leben wir in einer Gesellschaft, die<br />

das Ichund seine Geschichte immer mehr in<br />

den Mittelpunkt stellt. Wir haben eine Online-Parallelwelt<br />

samt Instagram und Selfies<br />

geschaffen, die den Teil in uns aktiviert, der<br />

sich gerne zeigt –aber auch jenen, der sich<br />

gerne mit anderen identifiziert. Wir betreiben<br />

und lieben Persönlichkeitskult, vielleicht<br />

mehr als je zuvor. Hinzu kommt ein<br />

Realitätsbegriff, der sich angesichts von alternativen<br />

Fakten und Fake News immer<br />

schwammiger anfühlt, obwohl er es objektiv<br />

nicht ist. DieWahrheit scheint einem im 21.<br />

Jahrhundertdurch die Hände zu gleiten, genau<br />

dann, wenn man glaubt, man habe sie<br />

erfasst. Wielässt sie sich (be-)schreiben?<br />

In all das fügt sich das Genre nahtlos ein.<br />

Letztlich spricht diese Artder Literatur auch<br />

einen gewissen Voyeurismus an, das für die<br />

Literatur eigentlich unwichtige Gedankenspiel:<br />

Hatdiese –sexuell, sozial oder emotional<br />

–explizite Szene nun tatsächlich so stattgefunden<br />

oder ist sie erfunden?<br />

Später am Tagsitzt Violaine Huisman an<br />

einem Tisch im Literaturhaus in Charlottenburg,<br />

der ausverkaufte Abend ist überschrieben<br />

mit „Autofiktion heute“. Neben ihr sitzt<br />

die Autorin Jackie Thomae,die ebenfalls Elemente<br />

ihrer Lebenswirklichkeit in ihren Roman<br />

„Brüder“ über zwei afrodeutsche Männer<br />

eingebaut hat. Doch, so wird hier gegen<br />

Ende der Diskussion klar,wäreesein Fehler,<br />

Autofiktion als reines Ich-Projekt zu begreifen.<br />

Letztendlich erzählen Thomae, Huisman,<br />

Rachel Cusk, Sheila Heti und andere<br />

von der Welt. Das persönliche Schicksal des<br />

Einzelnen spiegelt im besten Fall größereZusammenhänge<br />

wieder.Huismans Roman ist<br />

auch ein Roman über das Frau- und Muttersein<br />

im 20. Jahrhundert, über psychische<br />

Krankheit und soziale Mobilität.<br />

Wenn Huisman ihre Mutter nicht fiktionaliserthätte,wäresie<br />

wohl einfach eine psychisch<br />

kranke Frau geblieben. Doch so hebt<br />

Huisman sie aus der Stigmatisierung heraus,<br />

sie wirdsinnbildlich zu einer fast mythologischen<br />

Figur,die für so viel mehr steht. Es war<br />

für Violaine Huisman mitunter schwer, mit<br />

dieser Mutter aufzuwachsen, als Mensch<br />

und Tochter romantisiere sie das nicht, sagt<br />

sie.Aber durch ihr Buch wirddie Mutterfigur<br />

zum Archetyp: Wir Leser können lernen, sie<br />

zu verstehen, und ihr zu vergeben. Darin<br />

liegt letztendlich die freiheitsfördernde Kraft<br />

der Literatur.<br />

Wasesjedoch mit den realen Angehörigen<br />

um den Schreibenden herum macht,<br />

wenn jemand sich deren Geschichte aneignet<br />

und sie dabei vollends kenntlich macht,<br />

„dürfe man nicht unterschätzen“, sagt Violaine<br />

Huisman. Knausgårds Exfrau etwa, die<br />

auch bipolar ist, erlitt durch die Art und<br />

Weise,wie ihr damaliger Mann ihreEhe in einem<br />

Teil seines sechsbändigen Werks beschrieb,<br />

einen Nervenzusammenbruch und<br />

wies sich in die Psychiatrie ein. Und daist,<br />

weniger dramatisch und doch vielsagend,<br />

Violaine Huismans Schwester, die das Romanprojekt<br />

„zwar vollkommen unterstützte“,<br />

das Buch aber bisher nicht gelesen<br />

hat. Es sei zu schmerzvoll, die eigene Lebensgeschichte<br />

aus einer anderen Stimme<br />

zu lesen.<br />

Die interessanteste Pointe in der Verflechtung<br />

von Dasein und Erzählung liefert<br />

Huisman indessen am Ende des Abends.Als<br />

sie „Die Entflohene“ publizierte,begann ihr<br />

Vater, damals Ende 80, sein Gedächtnis zu<br />

verlieren. Er freute sich immer wieder erneut,<br />

dass seine Tochter ein Buch geschrieben<br />

hatte. Dann fing er an, erfundene Szenen<br />

aus „Die Entflohene“ zu glauben und<br />

sie zu erzählen, als ob sie wirklich passiert<br />

wären.<br />

Sarah Pepin liest als nächstes<br />

Huismans Buch „Rose Désert“, das in<br />

Frankreich schon erschienen ist.<br />

MEIN PLATZ<br />

VonJörg Niendorf (Text)<br />

und Benjamin Pritzkuleit (Fotos)<br />

CarlNickchen klettert<br />

in <strong>Berliner</strong> Bäume<br />

Wenn ich in einen Baum hinein klettere,<br />

ist das jedes Mal aufs Neue ein Kennenlernen.<br />

Ganz so, wie wenn man einen<br />

Menschen trifft. Dereine Baum ist einladend<br />

und hat eine große,offene Krone: Dasist der<br />

nette Typvon nebenan. Einanderer Baum ist<br />

vielleicht etwas zickig. Der nächste hat viel<br />

Totholz, er ist älter und benötigt Hilfe.Jehöher<br />

ich klettere, desto mehr erfahre ich über<br />

den Charakter.<br />

Meine Aufgabe ist oft, das abgestorbene<br />

Holz herauszusägen, damit es nicht zur Gefahr<br />

wird. Manchmal muss ein Baum komplett<br />

gefällt werden. Die Saison dafür geht<br />

noch bis Ende Februar, außerhalb der Fäll-<br />

Saison dürfen wir Fachleute das sonst nur<br />

mit Ausnahmegenehmigung. Aber eigentlich<br />

ist der Erhalt für mich dasWichtigste.Ich<br />

empfinde es als großes Glück, der Natur auf<br />

diesem Wegetwas zurückzugeben.<br />

Außerdem hat es etwas Meditatives. Hier<br />

bin ich gerade im Tiergarten. Regelmäßig<br />

habe ich mit den ganz alten Bäumen zu tun,<br />

mit denen, die noch aus der Zeit vor dem<br />

Zweiten Weltkrieg stammen. Im Tiergarten<br />

sind es nur noch ungefähr 100 Stück –Linden,<br />

Eichen, Buchen. Für sie gibt es einen<br />

speziellen Pflege- und Erhaltungsplan.<br />

Undwenn ich nicht in der Krone klettere,<br />

kümmereich mich am Boden um die Ernäh-<br />

rung des Baumes. Ich sehe zum Beispiel an<br />

den Blättern, wenn er zu wenig Nährstoffe<br />

aus den Wurzeln ziehen kann, weil der Boden<br />

zu mager geworden ist.<br />

In einem speziellen Verfahren lockere ich<br />

die Erde auf, so bekommt der Baum neue<br />

Kraft. Diese Bodenverbesserung wirdgerade<br />

zum Riesenthema –ich „lese“ ab jetzt nicht<br />

mehr nur den Baum, sondern auch die Erde<br />

darunter.<br />

Beruf: selbstständiger Baumpfleger;Alter:32; geboren in: Berlin-Köpenick; wohnt in: Köpenick; Zeit am Platz: jeden Tag<br />

BENJAMIN PRITZKULEIT


1./2. FEBRUAR 2020 7<br />

Der 1092 Meter hohe Berg Cholat<br />

Sjachl im nördlichen Ural ist ein<br />

verwunschener Berg. Jedenfalls<br />

aus Sicht der Mansen, einem in<br />

dieser Region verwurzelten finno-ugrischen<br />

Volk.Weil einer Legende zufolge dortinalten<br />

Zeiten neun Jäger getötet wurden, heißt der<br />

rund 1500 Kilometer östlich vonMoskau gelegene<br />

Cholat Sjachl in der Sprache der Mansen<br />

„Bergdes Todes“.<br />

Eine Gruppe von neun russischen Skiwanderern<br />

hatte sich vor 61Jahren von der<br />

alten Legende nicht abschrecken lassen. Am<br />

28. Januar 1959 starteten sie voneiner verlassenen<br />

Bergwerkssiedlung aus zu einer Tour<br />

durch die Wälder und Berge des nördlichen<br />

Ural. 350 Kilometer und der verwunschene<br />

Cholat Sjachl lagen vor der Gruppe, der sieben<br />

Männer und zwei Frauen im Alter von20<br />

bis 38 Jahren angehörten und die vom damals<br />

23-jährigen Funkingenieurstudenten<br />

Igor Djatlow angeführt wurde. Doch die Expedition<br />

endete in einer Katastrophe –alle<br />

neun Skiwanderer kamen am 1. Februar<br />

1959 ums Leben. Sie starben auf dem später<br />

nach dem Anführer der Gruppe benannten<br />

Djatlow-Pass, der hinaufführt zum Cholat<br />

Sjachl, dem „Bergdes Todes“.<br />

Bis heute sind die genauen Todesumstände<br />

und die Ursache der Tragödie ungeklärt.<br />

Dafür finden sich seit sechs Jahrzehnten<br />

alle möglichen Theorien dazu in Büchernund<br />

Filmen. Auch im Internet wirddas<br />

rätselhafte Geschehen bis heute heftig debattiert:<br />

Sind die jungen Leute vor einer Lawine<br />

geflohen oder von Kriminellen gejagt<br />

und ermordet worden? Wurden sie Opfer des<br />

legendären Schneemenschen Yeti oder gar<br />

vonAußerirdischen?<br />

BEI DEN SPEKULATIONEN SPIELEN unter anderem<br />

die Aussagen von Angehörigen eine<br />

Rolle,wonach die Haut der Verstorbenen tief<br />

gebräunt ausgesehen habe und die Haare<br />

komplett grau gewesen seien. Angeheizt<br />

werden die Diskussionen zudem durch seltsame<br />

Himmelserscheinungen über dem Gebiet<br />

des Cholat Sjachl in jener Zeit. Danach<br />

waren an unterschiedlichen Tagen hell<br />

leuchtende Kugeln gesichtet worden, die<br />

sich minutenlang am Himmel bewegten.<br />

Auch eine der Fotografien, die man in den<br />

unversehrten Kameras der Skiwanderer<br />

fand, scheint einen mysteriösen Lichtschein<br />

am ansonsten dunklen Himmel zu zeigen –<br />

es ist das verwackelte allerletzte Bild einer<br />

Reihe ansonsten scharfer und professionell<br />

durchkomponierter Fotos des 23-jährigen<br />

Georgi Kriwonischtschenko, die von unbeschwerten<br />

jungen Leuten in malerisch verschneiter<br />

Landschaft zeugen. Warumist dieses<br />

eine Bild so verunglückt, und was soll es<br />

uns sagen?<br />

Während es die einen als Beleg für die<br />

Ufo-Theorie werten, vermuten andere hinter<br />

den Lichtkugeln neu entwickelte Raketen,<br />

die damals von der sowjetischen Armee<br />

über dem dünn besiedelten Gebiet getestet<br />

wurden. Möglicherweise –soeine These –sei<br />

ein solcher Test misslungen und habe zum<br />

Todder neun Wanderer geführt.<br />

Die jüngste und in ihrer Beweisführung<br />

durchaus schlüssige Version stammt von einem<br />

unbekannten Autor,der sich das Pseudonym<br />

Alexej Rakitin gegeben hat. In seinem<br />

inzwischen auf Deutsch erschienenen Buch<br />

„Die Toten vom Djatlow-Pass“ beruft sich<br />

Rakitin unter anderem auf die Untersuchungsakten<br />

einer Expertenkommission,<br />

auf amerikanische Geheimdienstpapiere<br />

und Erkenntnisse des sowjetischen KGB. Anhand<br />

vieler vonihm präzise geschilderter Indizien<br />

entwirft der Autor ein Szenario, nach<br />

dem die neun Wanderer Opfer einer fehlgeschlagenen<br />

Geheimdienstoperation des<br />

KGBgeworden seien. Istdamit –sowie Rakitin<br />

es im Untertitel seines Buches verspricht<br />

–tatsächlich eines der letzten Geheimnisse<br />

des Kalten Krieges gelöst?<br />

Dasletzte Lächeln: Ljudmila Dubinina, Georgi Kriwonischtschenko, Nikolai Thibeaux-Brignolles und Rustem Slobodin (v.l.).<br />

Von der Tragödie am „Berg des Todes“<br />

hatte im Februar 1959 zunächst niemand etwas<br />

mitbekommen, war die Ankunft der aus<br />

fünf Studenten aus Jekaterinburg, zwei Bauleitern,<br />

einem Ingenieur und einem professionellen<br />

Wanderführer bestehende Gruppe<br />

in der Siedlung Wischai doch erst für den 14.<br />

Februar eingeplant. Als die Djatlow-Gruppe<br />

aber eineWocheüberfällig war,entschlossen<br />

sich die Behörden zu einer Suchexpedition.<br />

Am 26. Februar stieß man auf eine erste Spur<br />

–auf einem Pass zum Cholat Sjachl fand ein<br />

Suchtrupp das Zelt der Gruppe,dessen Plane<br />

an mehreren Stellen voninnen aufgeschlitzt<br />

war.ImInneren lagen Kleidung und Ausrüstungsgegenstände,<br />

auch das Expeditionstagebuch.<br />

Der letzte Eintrag darin stammte<br />

vom 31. Januar, demnach waren alle neun<br />

Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt gesund und<br />

bester Stimmung. Und doch muss sie irgendetwas<br />

aufgeschreckt und aus dem Zelt<br />

gejagt haben. Auf dem Tisch lag noch ein<br />

ausgepacktes StückSpeck, alssei gerade das<br />

Essen vorbereitet worden. Im Schnee vor<br />

dem Zelt steckten die Skier der Wanderer,die<br />

sich offenbar zu Fuß auf den Weggemacht<br />

hatten. Aber wohin?<br />

Weißer Tod<br />

Am 1. Februar 1959 kamen neun Skiwanderer im Ural auf mysteriöse<br />

Weiseums Leben. Nun sind geheime Akten über den Fall aufgetaucht.<br />

Wird das letzte Geheimis des Kalten Krieges endlich gelöst?<br />

FINNLAND<br />

St. Petersburg<br />

Moskau<br />

DOCH DIE ÜBERGABEAKTION am Berg CholatSjachl,<br />

so vermutet es Rakitin, seigescheitert.Möglicherweise<br />

hatten die CIA-Agenten<br />

Verdacht geschöpft. Sie zwangen die russischenSkiwanderer<br />

zunächst mit vorgehaltener<br />

Waffe dazu, inSchlafkleidung in die eiskalte<br />

Nachtdavonzulaufen –die Temperaturenbetrugen<br />

um minus30Grad.Weil dieAngreifer<br />

sichergehen wollten, dass keiner der<br />

jungen Leute überlebt, seien sie ihnen nach<br />

einiger Zeit gefolgt und hätten die durch die<br />

Kälte geschwächten Wanderer bis zur Bewusstlosigkeit<br />

zusammengeschlagen und<br />

sogar gefoltert–die schrecklichenVerletzungen<br />

der beiden zuletzt gefundenen Opfer<br />

weisen darauf hin.<br />

Ist damit das Rätsel um die Toten vom<br />

Djatlow-Pass geklärt? DieStaatsanwaltschaft<br />

der Ural-Region Swerdlowsk hat im vergangenen<br />

Jahr überraschend neue Ermittlungen<br />

in dem ungelösten Fall angekündigt. Allerdings<br />

würden nur natürliche Szenarien wie<br />

eine Lawine oder ein Wirbelsturm als Ursache<br />

der Tragödie geprüft, heißt es. Für viele<br />

Beobachter steht damit fest, dass dieBehörden<br />

die wahren Hintergründe der rätselhaftenVorgänge<br />

am Cholat Sjachl weiter vertuschenwollen.<br />

Djatlow-<br />

Pass<br />

Cholat Sjachl<br />

1097 m<br />

VonAndreas Förster<br />

Arktischer Ozean<br />

Djatlow-Pass<br />

RUSSLAND<br />

Ural<br />

Jekaterinburg<br />

KASACHSTAN<br />

BERLINER ZEITUNG/ISABELLA GALANTY<br />

Eine erste Antwort auf die Frage ergab<br />

sich am 27. Februar. Etwa anderthalb Kilometer<br />

vom Zelt entfernt, unter einer Zeder<br />

am Steilufer eines Baches, wurden zwei Leichen<br />

gefunden. Wenige Stunden später entdeckte<br />

ein SuchtruppamBerghang zwei weitere<br />

Tote – es waren der Expeditionsleiter<br />

DYATLOVPASS.COM<br />

Igor Djatlowund eine der beiden Frauen, die<br />

22-jährige Sinaida Kolmogorowa. Die Leichen<br />

wiesen Abschürfungen und Blutergüsseauf,<br />

keine trug Schuhe,zweiwaren nur<br />

mit Unterhosen bekleidet. Erst eine Woche<br />

später, am 5. März, wurde unter einer 15<br />

Zentimeter dicken Schneeschicht das fünfte<br />

Opfer gefunden, der 23-jährige Rustem Slobodin.<br />

Seine Leiche wies starke Kopfverletzungen<br />

auf –offenbar war der Mann mehrmals<br />

geschlagen worden, bevor er das Bewusstsein<br />

verlor und erfror.<br />

Anfang Mai schließlich gruben die Suchtrupps<br />

die restlichen vier Leichen aus dem<br />

Schnee aus.Sie fanden sie in einer Schlucht,<br />

keine 100 Meter von der Zeder entfernt, wo<br />

die ersten beiden Toten gefunden worden<br />

waren. Die drei Männer und eine Frau wiesen<br />

die rätselhaftesten Verletzungen auf: Der<br />

20-jährigen Ljudmila Dubinina, die man in<br />

knieender Position fand,waren mehrereRippen<br />

gebrochen sowie das Gesicht zerschlagen<br />

worden; auch fehlten ihr die Augäpfel<br />

und die Zunge. Ähnliche Verletzungen –bis<br />

auf die entfernte Zunge –wies auch der 38-<br />

jährige Semjon Solotarew auf, der von den<br />

Studenten hinzugezogene Wanderfüher, ein<br />

ortskundiger Profi, der die Tour zuvor etliche<br />

Male unversehrt absolviert hatte. Die anderen<br />

beiden Toten hatten hatten schwere<br />

Schädelverletzungen durch einen stumpfen<br />

Gegenstand erlitten.<br />

Mindestens ebenso mysteriös war, dass<br />

einige der am Djatlow-Pass sichergestellten<br />

Kleidungsstücke radioaktiv verseucht waren.<br />

Sie gehörten Georgi Kriwonischtschenko,<br />

dem Mann, der auch das mysteriöse Lichtkugel-Foto<br />

machte, und der als Ingenieur in<br />

der geheimen „Atomstadt“ Tscheljabinsk-40<br />

arbeitete, inder unter anderem waffenfähiges<br />

Plutonium gewonnen wurde. Dieser<br />

Umstand erklärt wohl auch, warum sich der<br />

KGB seinerzeit einschaltete und die Ermittlungen<br />

um die Toten vom Djatlow-Pass<br />

bremste. Auch wurde Kriwonischtschenko<br />

als Einziger aus der Gruppe in einem verlöteten<br />

Zinksarg begraben, und zwar auf einem<br />

zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossenen<br />

Friedhof in Swerdlowsk. Anders als bei den<br />

anderen Toten wurde zudem ein Öffnen des<br />

Sargszum Abschiednehmen durch die Familie<br />

ausdrücklich untersagt. Warum? Welches<br />

Geheimnis sollte das Opfer mit ins Grab nehmen?<br />

BuchautorRakitin vermutet,dass der tote<br />

Ingenieur aus der „Atomstadt“ vom KGB als<br />

Doppelagent geführt wurde. Ersollte demnach<br />

den Amerikanern die vermeintliche<br />

Probe eines U-Boot-Anstrichs auf Basis des<br />

radioaktiven Strontium-90 unterjubeln, den<br />

die Sowjets in Wahrheit gar nicht verwendeten.<br />

Manversprach sich davon, dass der Gegner<br />

Forschungs- und Entwicklungskapazitäten<br />

in eine nutzlose Operation stecken<br />

werde.<br />

Laut Rakitin habe der Ingenieur dazu vor<br />

Beginn der Wanderung vom KGB drei Kleidungsstücke<br />

erhalten, die mit Isotopenspuren<br />

des angeblichen Strontium-Anstrichs<br />

kontaminiert waren. Während der Skiwanderung<br />

durch den Ural sollte dann ein als<br />

Wanderergruppe getarntes CIA-Kommando<br />

„zufällig“ denWegder Djatlow-Gruppekreuzenund<br />

beidiese Gelegenheit die Kleidungsstücke<br />

in Empfang nehmen. Außer dem Ingenieur<br />

waren nur noch zwei weitere Angehörige<br />

der Gruppe als KGB-Agenten in die<br />

Operation eingeweiht: der Wanderführer Solotarew<br />

und der 24-jährige Alexander Kolewatow,<br />

die die Aktion absichern und dokumentieren<br />

sollten.<br />

Andreas Förster hofft darauf, dass die<br />

wahren Hintergründe der Tragödie endlich<br />

aufgeklärtwerden.<br />

LEBEN &STERBEN<br />

Heute: Sabine Kroh, Hebamme<br />

Ein Herz<br />

für Marie<br />

Oft werde ich gefragt, ob ich denn schon<br />

mal was Schlimmes erlebt hätte. Ich<br />

frage dann gern zurück, was denn mit<br />

„Schlimmes“ gemeint ist. Ja, ach so traurige<br />

Sachen, ob schon mal bei einer Geburt ein<br />

Baby gestorben ist oder so? Die Frage zeigt,<br />

mit wie viel Angst die Geburt eines Kindes<br />

besetzt ist. Es ist die natürliche Angst vor einem<br />

Ereignis, das unser gewohntes Leben<br />

völlig auf den Kopf stellt und das wir auch im<br />

21. Jahrhundert nicht bis ins letzte Detail<br />

kontrollieren können.<br />

Ich könnte hier einen Rückblick geben in<br />

die vergangenen 100 Jahre der Geburtshilfe.<br />

Allein aus den Stammbäumen unserer Familien<br />

geht deutlich hervor, dass es noch nicht<br />

so lange her ist, dass der Todeines Kindes<br />

während der Geburtnichts Ungewöhnliches<br />

war. Angst vor einer Geburt ist ein Zeichen<br />

von Respekt, Demut und Menschlichkeit.<br />

Nehmen kann ich diese Angst den Frauen<br />

nicht. Das wäre ungefähr so, als würde eine<br />

Stewardess einem Passagier mit Flugangst<br />

vertrauensvoll die Hand auf die Schulter legen<br />

und die sehr geringe Wahrscheinlichkeit<br />

eines Absturzesder Maschine referieren. Tuscheln<br />

die Flugbegleiter dann hinter vorgehaltener<br />

Hand, dass die Dame, die auf Sitz<br />

21C sitzt, Flugangst hat?<br />

Wir reden im Hebammenzimmer nicht<br />

darüber, obFrau Müller im Kreißsaal Nummer<br />

3Angst hat. Die Statistik der Sterbefälle<br />

von Babys bei einer Geburt inDeutschland<br />

oder der Hinweis auf die rapide Senkung der<br />

Mütter- und Säuglingssterblichkeit beruhigen<br />

genauso wenig wie der auf die Absturzwahrscheinlichkeit<br />

eines Flugzeugs. Frauen<br />

werden danach nicht hochmotiviert am<br />

Kreißsaal klingeln und mit einem fröhlichen<br />

Lächeln die Geburtmeistern.<br />

In all diesen Jahren hat mich die Geschichte<br />

der kleinen Marie sehr berührt. Sie<br />

wurde mit einem schweren Herzfehler geboren.<br />

DieElternwussten davon schon vorder<br />

Geburt und haben sich ganz bewusst trotzdem<br />

für dieses Baby entschieden. Die Prognose<br />

für dieses Kind des 21. Jahrhunderts<br />

war zuversichtlich.<br />

Als Marie dann endlich operiert wurde,<br />

war schnell klar,dass sie auf ein Spenderherz<br />

angewiesen sein würde. Die Organspende-<br />

Bereitschaft in unserer Gesellschaft ist allerdings<br />

sehr gering, auch weil das Thema gedanklich<br />

mit Geschichten vonGeld und Korruption<br />

verbunden wird. Immer wieder kursieren<br />

Fälle von Betrug im Zusammenhang<br />

mit der Organspende in den Medien. Das<br />

neue Gesetz des Gesundheitsministeriums<br />

bringt Menschen zumindest dazu, sich mit<br />

dem Thema auseinanderzusetzen. Eine groß<br />

angelegte Plakataktion auf den Straßen Berlins<br />

zum Thema Organspende-Ausweis,<br />

sticht nun jedem ins Auge.<br />

Da Marie auch noch eine sehr seltene<br />

Blutgruppe hatte, brauchte sie nicht nur die<br />

beste medizinische Versorgung, sondern<br />

einfach eine große Portion Glück. Wirwarteten<br />

jeden Tagauf ein Spenderherz und fühlten<br />

uns sehr grausam dabei –denn klar war,<br />

dass ein anderes Baby würde sterben müssen,<br />

damit Mariegeholfen wurde.<br />

Nach der Operation begann ich, Marie<br />

und ihre Eltern inder Klinik zu besuchen.<br />

Wir wurden Freunde. Ich sah Marie lachen<br />

und wachsen. Wir spielten und alberten mit<br />

ihr herum. Manchmal saßen wir einfach nur<br />

still an ihrem Bett. An ihrem ersten Geburtstag<br />

trugen wir bunte Mützen, und Luftschlangen<br />

rankten sich um ihr Bett.<br />

Marie starb nur wenige Tage danach. Sie<br />

hatte keine Kraft mehr, zuwarten. Eine Woche<br />

später wuschen wir sie, zogen ihr ein<br />

schönes Kleid an, kämmten ihre Haare und<br />

machten Zöpfe. Wir verabschiedeten uns<br />

vonMarie.<br />

Danach betranken wir uns gemeinsam in<br />

einer <strong>Berliner</strong> Eckkneipe. Wir redeten nicht<br />

über unsereGefühle,die das Jahr unddieser<br />

kleine Sarg in uns ausgelöst hatten. Mein<br />

Hebammen-Beruf hatte sowieso schon<br />

lange nichts mehr mit alldem zu tun. Hier<br />

war ich einfach nur Freundin und Beistand.<br />

Heute hat Marie drei Geschwister, das<br />

Bild ihrer großen Schwester steht auf dem<br />

Fensterbrett.<br />

So eine schlimme Geschichte, nein, die<br />

erzählt man nicht einfach so.<br />

Nächste Woche schreibt an dieser Stelle der Bestatter<br />

Eric Wrede.


8 1./2. FEBRUAR 2020<br />

FAMILIEN<br />

VonPeter Urban-Halle<br />

OLD SCHOOL<br />

VonChristoph Dallach<br />

Die Strafe Gottes<br />

Kurz vor Weihnachten geht Matthies, der<br />

mal den Hof übernehmen soll, Schlittschuh<br />

fahren. Als ihr Kaninchen der Festbraten<br />

werden soll, betet die zehnjährige<br />

JaszuGott, er möge doch lieber den älteren<br />

Bruder nehmen. Gott erhört sie, Matthies<br />

bricht ein und ertrinkt. Unddas Kaninchen<br />

ist gerettet, Heiligabend fällt aus. Eine frohe<br />

Botschaft enthält der Roman der jungen<br />

Holländerin Rijneveld (geboren 1991) also<br />

ganz und gar nicht. Aber er ist stark. Kompromisslos<br />

und unerbittlich schildert er<br />

ein Leben auf dem Lande, woden Menschen<br />

nichts geschenkt wird, wo diese sich<br />

aber auch selber nichts schenken. Jas und<br />

ihre beiden andern Geschwister befinden<br />

sich zwischen Kindheit und Erwachsensein,<br />

eine Phase, die sie nicht bewältigen<br />

können, weil auch die Eltern aneine Art<br />

Strafe Gottes glauben. Die Familie gehört<br />

der orthodox-calvinistischen Kirche an,<br />

deren Einfluss bis in den Alltag reicht –ein<br />

Merkmal fundamental gelebter monotheistischer<br />

Religionen. Damit zielt Marieke<br />

Lucas Rijnevelds Roman aber auch<br />

auf heutige moralistische Bewegungen, die<br />

uns überall ins Gewissen reden, weil sie<br />

überzeugt sind, die Wahrheit<br />

auf ihrer Seite zu haben.<br />

Unerwünschte Hilfe<br />

MariekeLucas Rijneveld:<br />

Wasman sät<br />

Roman.<br />

Ausdem Niederländischen<br />

vonHelgavan Beuningen.<br />

Suhrkamp, Berlin 2019.<br />

317 S.,22Euro.<br />

Sie ist gut katholisch, die wohlhabende Familie<br />

aus Bordeaux, lässt sich aber von<br />

Gott in nichts hineinreden. Die französische<br />

Bourgeoisie hat ihr eigenes Glaubensbekenntnis.<br />

Ihre bourgeoise Ausrichtung<br />

prägt nicht nur den Alltag, sonderndas Leben<br />

bis ins Alter.Umsoschlimmer,wenn ein<br />

Familienmitglied, Romain, das älteste von<br />

vier Kindern, zum obdachlosen Alkoholiker<br />

wird. Aus der Sicht von Vater, Mutter und<br />

den drei Geschwistern hören wir von einer<br />

Tragödie. Aber die Schweizerin Pascale<br />

Kramer (Jahrgang 1961) schildert nicht,<br />

sondern beschreibt, sie will erkennen,<br />

nicht gestalten, sie ist analytisch, nicht<br />

sinnlich. Kein Dialog lässt uns einmal<br />

durchatmen, ihre Sätze haben eine erstickende<br />

Informationsfülle; die Übersetzerin<br />

war nicht zu beneiden. Schade,denn ihr Ansatzpunkt<br />

ist interessant. Was Rijnevelds<br />

Bauernfamilie nämlich zu wenig hat, hat<br />

Kramers Bürgerfamilie zu viel: Die sture<br />

Liebe der Eltern und Geschwister überfordertRomain.<br />

Denn ist es nicht eine Liebe aus<br />

verletzter Eitelkeit? Ausgerechnet zur Geburt<br />

eines Enkelkinds erleidet Romain den x-ten<br />

Rückfall, er schmeißt seinen Jobund betrinkt<br />

sich. Doch die Mutter gibt<br />

den Glauben an den Sohn<br />

nicht auf. Aber unerwünschte<br />

Hilfe kann auch<br />

ein Übergriff sein.<br />

Pascale Kramer:<br />

Eine Familie<br />

Ausdem Französischenvon<br />

Andrea Spingler. Rotpunktverlag,<br />

Zürich 2019. 190 S.,22Euro.<br />

Die Idylle trügt: Der Krieg dringt auch ins abgelegenste Talund in die Seelen vor.<br />

Wurzel allen Übels<br />

Monika Helfer erzählt in ihrem Roman „Die Bagage“ von ihrer Familie<br />

Monika Helfer beginnt ihr Buch<br />

mit einem Bild, das sie langsam<br />

aufbaut wie eine Anleitung,<br />

es zu malen. Eine Frau<br />

hängt hintermHaus nahe einem hohen Berg<br />

Wäsche für eine Familie auf. Doch: „Die<br />

Wirklichkeit weht hinein in das Bild, kalt und<br />

ohne Erbarmen, sogar die Seife wirdknapp.“<br />

Monika Helfer, österreichische Schriftstellerin,<br />

Autorin zahlreicher Romane, Erzählbände<br />

und Kinderbücher, begibt sich in ihrem<br />

neuen Buch an den Anfang des zwanzigsten<br />

Jahrhunderts.<br />

Der Roman „Die Bagage“ nimmt die außergewöhnliche<br />

Schönheit einer Frau zum<br />

Ausgangspunkt. In einer Stadt wäre sie vielleicht<br />

kaum aufgefallen; „im hintersten Tal<br />

war es nicht günstig für eine Frau, schön zu<br />

sein“. Die Geschichte ist so wahr, wie sie erfunden<br />

ist. Monika Helfer schreibt als Ich,<br />

doch erzählt sie von der Zeit lange vor ihrer<br />

Geburt 1947 in Au im Bregenzerwald. Maria<br />

und Josef Moosbrugger sind ihreGroßeltern.<br />

Wenn es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben<br />

hätte,wären sie vielleicht eine glückliche Familie<br />

geblieben.<br />

Als Josef zusammen mit drei anderen jungen<br />

Männern aus dem Dorf abgeordnet<br />

wurde, inden Krieg zu ziehen, hatte er seinem<br />

Freund und Geschäftspartner, dem<br />

Bürgermeister, aufgetragen, ein Auge auf<br />

seine Frau zu haben. Als Josef als einziger<br />

von den vier Männern aus dem Krieg zurückkam,<br />

wollte er nicht glauben, dass er das<br />

Kind, das seine Frau unter der Brust trug, in<br />

seinem Fronturlaub gezeugt hatte. Ein Gerücht,<br />

das ihm auf dem Heimweg entgegenwehte,<br />

nahm er für wahr. Erhat nie den Namen<br />

des Mädchens, das er nicht für sein<br />

Kind hielt, in den Mund genommen. Er hat<br />

es nicht mal angeschaut.<br />

Monika Helfer erzählt einerseits chronologisch,<br />

dazwischen aber mit großen Zeitsprüngen.<br />

„Josef liebte seine Frau. Er selber<br />

hat diesesWort nie gesagt. Es gab diesesWort<br />

VonCornelia Geißler<br />

Monika Helfer:Die Bagage<br />

Roman. Hanser,München 2020.<br />

160 S.,19Euro.<br />

in der Mundart nicht.“ So bizarr es einem<br />

auch vorkommen mag, an so etwas wie Vorsehung<br />

zu glauben, zumal ja schon die biblischen<br />

Namen des Elternpaars übertrieben<br />

wirken, so folgerichtig erscheint die Zerstörung<br />

der Familie.Wenn später die Schwester<br />

der Mutter berichtet, der Teufel habe dem<br />

Bürgermeister bestimmte Worte eingegeben,<br />

dann fügt sich das zu dem Gedanken,<br />

dass die unverschämte Schönheit Marias auf<br />

einem Fluch beruhe. Esist die Erzählweise<br />

vonMonika Helfer,die Vertrauen schafft.<br />

Zunächst lässt sich die Autorin ganz auf<br />

das patriarchale Leben ein, bei dem die Frau<br />

vom Mann abhängig ist und ohne den Ernährer<br />

hilflos. Alles Aufbegehren nützt<br />

nichts, wenn die Verhältnisse keinen Spielraum<br />

zum Handeln lassen.<br />

Helfer orientiert sich an dem, was ihre<br />

Tante ihr erzählte, mehr Quellen hat sie<br />

IMAGO<br />

nicht. Denn erst sehr spät interessierte sie<br />

sich für die Wurzel der Probleme ihrer Familie.<br />

Für die Anschauung nutzt sie Gemälde<br />

von Pieter Bruegel dem Älteren; seine Bauernbilder<br />

im Kunsthistorischen Museum<br />

Wien und das Bild über die Sprichwörter in<br />

der <strong>Berliner</strong> Gemäldegalerie. Da schließt<br />

sich der Kreis zum Anfang: Die Autorin<br />

möchte sich ein Bild machen.<br />

Schreibend versucht sie, Struktur in die<br />

Zeit zu bringen, Ursache und Folge zu sortieren:<br />

„Die Erinnerung muss als heilloses<br />

Durcheinander gesehen werden. Erst wenn<br />

man ein Drama draus macht, herrscht Ordnung.“<br />

Die Ordnung beginnt also bei dem<br />

vonJosef ungewollten Kind und führtdie Erzählerin<br />

bis zu den eigenen Kindern. Ihre<br />

Tochter Paula ist schon gestorben, „sie war<br />

die Lebhafteste unter uns allen, gleich lebhaft<br />

wie meine Großmutter“ –also wie Maria.<br />

An der Stelle,daHelfer vonihrer Tochter<br />

schreibt (Paula Köhlmeier starb 21-jährig bei<br />

einem Wanderunfall), sie in Beziehung zur<br />

Großmutter setzt und zur früh verstorbenen<br />

Mutter, schnürt sie das erzählerische Zentrum<br />

ihres Romans zusammen. Das erweist<br />

sich als bestechende formale Idee.<br />

EinDrittel des Buches ist um, der Leser ist<br />

in dessen örtliche, zeitliche und personale<br />

Verhältnisse eingeführt, nun breitet Helfer<br />

die ganze Geschichte aus. Nun ist es auch<br />

nicht mehr irritierend, wenn sie in den Zeiten<br />

springt. Anfang und Ende sind klar, jetzt<br />

können die einzelnen Stränge mal nebeneinanderliegen,<br />

mal sich kreuzen.<br />

Ob die Mutter der Erzählerin nun wirklich<br />

nicht Josefs Tochter war,ist nicht mehr wichtig.Wichtig<br />

ist, wie der Krieg ins abgelegenste<br />

Tal und in die Seelen vordrang. Josef war<br />

zwar körperlich unversehrt ins Dorf zurückgekommen,<br />

verändertwar er aber doch. Die<br />

Tante erzählt der Nichte,dass er kälter wirkte<br />

als zuvor. Das bringt das ganze Drama der<br />

zerstörten Familienidylle auf den Punkt: Sie<br />

habe „den Papa im Krieg verloren“.<br />

Landlust<br />

DasEinzige,worauf man sich bei BobDylan<br />

stets verlassen konnte, war seine Unberechenbarkeit.<br />

Als, zum Ende der 60er-Jahre<br />

hin, der Rock’n’Roll psychedelisch kunterbunt<br />

wurde und eine Generation beschloss,<br />

ihr Bewusstsein zu erweitern, machte sich<br />

HisBobness auf den Wegindie erzkonservative<br />

Country-Metropole Nashville. Dort arbeitete<br />

er an neuen Songs, für Alben wie<br />

„John Wesley Harding“ und „Nashville Skyline“.Wasletztlich<br />

gar nicht so überraschend<br />

war, weil Dylan bereits in jungen Jahren ein<br />

Herz für Countrygehabt hatte und nach seiner<br />

turbulenten „elektrischen“ Tour und<br />

dem mythenumrankten Motorradunfall seinen<br />

Platz im Musikuniversum frisch ausleuchten<br />

wollte. InJohnny Cash fand Dylan<br />

eine verwandte Seele; beide verband die<br />

Freude an Aufruhr und die Liebe für Tradition.<br />

Das Zusammentreffen der zwei<br />

Titanen, 1969 im Columbia Studio AinNashville,<br />

bietet seit einer Ewigkeit Stoff für Märchen<br />

und Legenden.Wasdie beiden dorteinspielten<br />

–eigene Songs und Traditionals –<br />

wurde nun für ein fabelhaftes Setaufpoliert,<br />

das wahlweise auf drei CDs oder drei Vinylplatten<br />

zu haben ist: 47 unveröffentlichte<br />

Songs, Überbleibsel der Sessions für Bob<br />

Dylans eigene Werke sowie die Songs mit<br />

dem „Man in<br />

Black“. Das beigefügte<br />

Booklet<br />

macht das Vergnügen<br />

perfekt.<br />

Meterweise Groove<br />

BobDylan:<br />

Travelin’ Thru<br />

SonyMusic<br />

Mehr als 500 Mal wurden The Meters gesamplet;<br />

Nachgewachsene Fans wie Run<br />

DMC, N.W.A., JDilla, ATribe Called Quest,<br />

2Pac, Public Enemy und selbstverständlich<br />

die Beastie Boys bauten Meters-Grooves in<br />

ihreHipHop-Tracks ein. DieSongs der Funk-<br />

Großmeister aus New Orleans liefen in<br />

Hollywood-Hits („Jackie Brown“), TV-Serien<br />

(„TheWire“) undVideospielen („Grand Theft<br />

Auto IV“). Dass diese Asse dennoch nie von<br />

einem ganz großen Publikum wahrgenommen<br />

wurden bleibt rätselhaft. Mitte der 60er-<br />

Jahre legten The Meters unter der Regie des<br />

Keyboarders und Sängers ArtNeville los und<br />

verzahnten Funk, Soul, Jazz und R&B zu<br />

einem elektrisierenden Sound. Im Studio<br />

halfen sie Kollegen wie Allen Toussaint und<br />

Dr. John auf die Sprünge, musizierten mit<br />

Paul McCartney und gingen mit den Rolling<br />

Stones auf Konzertreise.Art Neville,der später<br />

die Neville Brothers gründete, starb im<br />

Sommer letzten Jahres. Als Erinnerung an<br />

diese Virtuosen wurden nun die acht Studioalben<br />

sowie allerhand Singles, die sie zwischen<br />

1968 und 1977 einspielten, für ein Set<br />

mit sechs CDs renoviert. Wobei insbesondere<br />

ihre ersten zwei instrumentalen Alben<br />

eine echte Entdeckung sind. Der Klang ist<br />

durchweg wunderbar,das Büchlein dazu angemessen<br />

informativ.<br />

Ein Kästchen,<br />

das als Weltkulturerbe<br />

durchgeht.<br />

TheMeters:<br />

Gettin’ Funkier All The<br />

Time (6-CD-Set)<br />

Cherry Red/Rough Trade<br />

OL


1./2. FEBRUAR 2020 9<br />

Die 1955 in Berlin geborene Ruth<br />

Reinecke gehört seit 1979 zum<br />

Ensemble des Maxim-Gorki-<br />

Theaters. Andiesem Sonnabend<br />

spielt sie in ihrer letzten PremieredortHamlets<br />

Geist in Christian Weises Inszenierung<br />

des Shakespeare-Stücks.Ein paar Tage zuvor<br />

kam Ruth Reinecke in die Redaktion der <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Zeitung</strong>. Sienahm Platz auf einer Couch<br />

und sah hinaus ins Freie. Wir hatten sprechen<br />

wollen über vierzig JahreTheater an einer<br />

Bühne in zwei deutschen Staaten. Herausgekommen<br />

ist etwas ganz anderes.<br />

Sitzen Siegut so?<br />

Es ist sehr schön, hinausschauen zu können.<br />

Ich war heute wieder ein paar Stunden<br />

in einem dunklen Probenraum. DerGeist hat<br />

ja nicht so viele Auftritte.Man steht dann im<br />

Dunkeln und wartet. Je älter ich werde, desto<br />

mehr, merke ich, muss ich ans Licht. Womöglich<br />

habe ich, wenn man mein ganzes<br />

Theaterleben zusammenzählt, ein paar<br />

JahreimDunkeln verbracht.<br />

Man wird Schauspieler, umimRampenlicht<br />

zu stehen und verbringt dann sein Leben im<br />

Dunkeln?<br />

Man wird nicht Schauspieler, um im<br />

Rampenlicht zu stehen. Man schauspielert<br />

allerdings auch nicht für sich im Wohnzimmer,man<br />

macht das für eine Öffentlichkeit.<br />

Jetzt sind Siedabei, sich vonIhrem Publikum,<br />

Ihrer Öffentlichkeit zu verabschieden.<br />

Es ist ein großes Privileg, so in der Öffentlichkeit<br />

stehen zu dürfen. Ich war vor dem<br />

Gorkischon drei JahreinSchwerin gewesen.<br />

Mehr als 44 Jahre auf der Bühne! Ohne Unterbrechung.<br />

Ich habe sehr viel Glück gehabt.<br />

Als Sie nach Schwerin kamen, war das die<br />

große Zeit vonChristoph Schroth.<br />

Dort habe ich gelernt. Es war ein Dreispartenhaus.Wenn<br />

ich es betrat, spielten die<br />

Orchestermusiker sich ein, Sängerinnen und<br />

Sänger gurgelten ihre Tonleitern –sowurde<br />

ich empfangen. Ich liebte das. Die Schweriner<br />

mochten ihr Theater nicht. Unser Ehrgeiz<br />

war, sie zu knacken. Wir spielten nicht<br />

für eine vorhandene Öffentlichkeit. Wir eroberten<br />

uns eine. Das interessierte uns.<br />

Schauspielerin des Jahres zu werden, interessierte<br />

uns nicht.<br />

Interessierte es irgendjemanden in der DDR?<br />

DieDDR war ein Land, in dem Individualität<br />

verpönt, um nicht zu sagen verboten,<br />

war. Man floh in die Nischen der Privatheit.<br />

DieSonne kommt! Istdas nicht wunderbar?<br />

Es gab aber doch auch immer wieder Schauspieler<br />

und Schauspielerinnen, die sehr betont<br />

eigene Persönlichkeiten waren.<br />

Nun, es gibt unzählige Schauspieler, die<br />

sehr eigene Persönlichkeiten sind. Wer<br />

wirklich bekannt wirdoder Karrieremacht,<br />

das hängt von vielem anderen ab. Ein<br />

Schauspieler ist nicht unbedingt eine Person,<br />

die pausenlos in der Öffentlichkeit<br />

stehen will. Aber alle seine Personen und<br />

Figuren zeigen sich in der Öffentlichkeit.<br />

Und jede dieser Personen ist man selbst.<br />

Das ist unser Beruf. Wir spielen nicht nur<br />

Rollen, wir entwickeln uns mit ihnen. Wir<br />

spielen mit unserem Körper, unserem Gehirn,<br />

mit unseren Emotionen. Dasgeht immer<br />

zusammen.<br />

Sietun das vorunseren Augen.<br />

Der Zuschauer sieht auf uns und erlebt:<br />

Diekönnen im Spiel jemand anders sein und<br />

doch sie selbst bleiben. Wenn Schauspieler<br />

das können, kann er,der Zuschauer,das vielleicht<br />

auch? Dasist doch eine wichtige Erfahrung,<br />

ob man es sich bewusst macht oder<br />

nicht. Es gibt also eine Möglichkeit der<br />

Transformation im eigenen Leben.<br />

Als Geist zu<br />

verschwinden, ist doch<br />

nicht schlecht<br />

Seit 40 Jahren ist Ruth Reinecke Ensemblemitglied am<br />

Maxim-Gorki-Theater.Nun spielt sie dort zum letzten Mal:<br />

in einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“<br />

„Je älter ich werde, desto mehr,merke ich, muss ich ans Licht“: Ruth Reineckebeim Redaktionsbesuch.<br />

Wovorman Angst hat?<br />

Wovon man träumt und albträumt und<br />

vieles andere. Die Leute sind zum Beispiel<br />

beeindruckt vonMarlene Kupfer.<br />

DerEhefrau und Mutter der Stasi-Mitarbeiter<br />

Hans und Falk Kupfer in der ARD-Fernsehserie<br />

„Weissensee“.<br />

Sie denken nicht: Toll, wie die Reinecke<br />

die Rolle spielt. Aber sie entdecken vielleicht<br />

die Züge ihrer Schwiegermutter oder denken<br />

womöglich: So sehr unterscheidet meine<br />

Ehe sich nicht vonder der Kupfers.Esist anregend<br />

für das eigene Leben. Der Betrachter<br />

bringt seine Lebenserfahrungen und Empfindungen<br />

ja mit.<br />

Undwird die Empfindungen auf diese Weise<br />

los?<br />

Vielleicht. Es sehen Millionen seit Jahrzehnten<br />

die Lindenstraße. Sie überprüfen<br />

ihre Empfindungen in gespielten Situationen,<br />

die ihren eigenen zum Verwechseln<br />

ähnlich sehen. Bei einer Hamburger Faust-<br />

Inszenierung vor vielen Jahren sollen Zuschauer<br />

nach der Gretchenszene gerufen haben:<br />

„Heiraten! Heiraten!“<br />

Interview: Arno Widmann<br />

So reagiertdie Öffentlichkeit.<br />

In der Ausbildung brüllte mich eine<br />

Schauspiellehrerin einmal an: „Die Schauspielerei<br />

ist ein öffentlicher Beruf! Begreife<br />

das endlich: ein öffentlicher Beruf!“<br />

Wasmeinte sie?<br />

Im Theater gehen Spieler und Publikum<br />

ein Verhältnis ein und das wird öffentlich<br />

und gemeinsam erlebt. Spielen findet nicht<br />

im Kopf statt.<br />

Alles muss an die Öffentlichkeit?<br />

An welche?Wasist die Öffentlichkeit eines<br />

Influencers in den digitalen Medien und was<br />

ist die Öffentlichkeit eines Schauspielers?<br />

Ein Influencer spielt nicht, er stellt sein<br />

Selbst aus. Indieser von ihm begehrten Öffentlichkeit<br />

glaubt er sich am besten verwirklichen<br />

zu können. EinSchauspieler zieht sich<br />

ein Kostüm an, geht, bevor er vor das Publikum<br />

tritt, noch einmal auf die Toilette und<br />

spielt dann mit allen anderen mit größter<br />

Konzentration zwei Stunden lang sein Spiel.<br />

Der Influencer tritt nicht vor ein Publikum,<br />

sondern vordie Kamera.<br />

MARKUS WÄCHTER/BERLINER ZEITUNG<br />

Er zielt auf ein unendlich viel größeres Publikum<br />

als der Schauspieler. Inzwischen soll<br />

es Sender geben, die berühmte Influencer in<br />

ihre Serien einbauen, um die Einschaltquoten<br />

zu erhöhen. Sie sind keine Schauspieler,<br />

aber sie haben die Öffentlichkeit. Davonwill<br />

man profitieren. Früher war das Theater der<br />

Ort, an dem sich Öffentlichkeit bildete.<br />

Heute stehen Theater eher am Rand der vielfältigen<br />

Möglichkeiten vonÖffentlichkeit.<br />

Gleichzeitig aber wird unsere Öffentlichkeit<br />

immer stärker theatralisiert. Die Bundeskanzlerin<br />

hat sich eine Geste als Markenzeichen<br />

zugelegt: die Raute.<br />

Politiker werden von den Medien verfolgt<br />

und suchen sie.Immer ist eine Kameraauf sie<br />

gerichtet. Also verhalten sie sich entsprechend.<br />

Wenn sie das nicht tun, freut sich die<br />

„heute-show“. Undwir auch. Dasist manchmal<br />

ganz gut für sie. Aber sie leben davon,<br />

ernst genommen zu werden. Also müssen sie<br />

sich auf ihreAuftritte vorbereiten. Sietrainieren<br />

das in Begriffen, Sätzen, Gesten. Das ist<br />

ein Problem. Denn wir wollen ihnen ja glauben<br />

können und nicht ihrer schauspielerischen<br />

Leistung auf den Leim gehen.<br />

Jeder Manager lässt sich heute für seine Auftritte<br />

coachen. EinBlitzkurs in Sachen Schauspielerei.<br />

Warum fühlen sie sich nicht aus sich<br />

selbst heraus in der Lage, diese kleinen<br />

Schritte an die Öffentlichkeit, die zu ihren<br />

Aufgaben gehören, zu bewältigen? Man<br />

coacht inzwischen ja auch Mitarbeiter, damit<br />

sie lernen, besser miteinander auszukommen,<br />

besser aufzutreten, lernen, ihreInteressen<br />

besser zu vertreten. Wasist das für<br />

eine Entwicklung, da ist doch etwas verloren<br />

gegangen. Oder gibt es keine Direktheit<br />

mehr im Umgang miteinander?<br />

Wasmeinen Sie?<br />

Wir leben in einer Gesellschaft der Einzelnen,<br />

die ganz individuell wahrgenommen<br />

werden wollen. Viele Menschen gehen<br />

davon aus, dass niemand das Recht<br />

hat, über sie hinwegzusehen. Sie wollen,<br />

dass man sich ihnen ganz individuell zuwendet.<br />

Öffentlichkeit ist nicht mehr etwas<br />

Gemeinsames da draußen, sondern jeder<br />

von uns fühlt sich heute als Teil von ihr.<br />

Wird er nicht wahrgenommen, fühlt er sich<br />

benachteiligt.<br />

Auch am Theater?<br />

Die Menge der Mitarbeiter von Management<br />

und Kommunikation im kleinen<br />

Gorki-Theater hat sich in den letzten Jahren<br />

vervielfältigt. Sie alle müssen miteinander<br />

kommunizieren, innerhalb des Hauses und<br />

natürlich hinein die Öffentlichkeit. Ich<br />

staunte nicht schlecht, als ich zum Beispiel<br />

feststellte, dass wir neun Dramaturgen, vier<br />

Gastdramaturgen plus Assistenten haben.<br />

Wiekommuniziertman? Kommt da wirklich<br />

eine transparente, für die gemeinsame Arbeit<br />

wirksame Kommunikation zustande?<br />

Und was kommt bei den Mitarbeitern und<br />

dem Ensemble an? Werden sie in ihren Belangen<br />

wirklich wahrgenommen?<br />

Werden sie?<br />

Ich höre oft den Satz: „Das war ein Kommunikationsproblem.“<br />

Dann wächst das ungute<br />

Gefühl, die Entscheidungen laufen eh<br />

ohne dich, du bist nicht beteiligt. Dann<br />

macht man halt „sein Ding“. Und sein Ding<br />

machen heißt doch, der Rest interessiert<br />

mich null. Das ist die Botschaft. Und genau<br />

das erschreckt mich. Das ist für mich symptomatisch<br />

für diese strauchelnde, zaudernde<br />

Gesellschaft. In der verzweifelten Suche<br />

nach einem Halt landet man bei sich<br />

selbst. Das andere, das Gegenüber, die Öffentlichkeit<br />

blendet man weg.<br />

Geht das Theater dagegen an oder ist es auch<br />

Ausdruck davon?<br />

Beides. Auch wenn man gegen seine Zeit<br />

angeht, man entkommt ihr nicht.<br />

1989 sah das anders aus.<br />

Damals gab es in der DDR die Kirchen<br />

und die Theater, die Öffentlichkeit schufen.<br />

<strong>Zeitung</strong>sredaktionen taten das nicht.<br />

Ihre letzte Premiere wird der Hamlet sein.<br />

Hamlets Geist werden Sie spielen. Warum<br />

nicht den Hamlet?<br />

Man hat mich nicht gefragt und ich wäre<br />

auch selbst nicht auf die Idee gekommen.<br />

Es gibt in der ganzen Republik wahrscheinlich<br />

keine Schauspielerin Ihres Bekanntheitsgrades,<br />

die seit 1979 an derselben<br />

Bühne ist. Statt ihr einen prächtigen Abgang<br />

zu verschaffen mit dem Hamlet, der<br />

immer wieder von großen Schauspielerinnen<br />

gespielt wurde, verschwinden Sie mit<br />

dem winzigen Text von Hamlets Geist aus<br />

Ihrem Theater.<br />

Als Geist zu verschwinden. ist doch nicht<br />

so schlecht und kommt der Realität von<br />

Theaterschauspielern recht nahe. Man ist<br />

dann einfach weg.<br />

RÜCKBLICK VON ARNO WIDMANN<br />

Hatschepsut, Vietnam<br />

und Black Maria<br />

1. Februar 1477 v. Chr.<br />

Hatschepsut: Am 29. Peret II. des ägyptischen<br />

Kalenders wirdHatschepsut neben ihremStiefsohn<br />

und Neffen Thutmosis III., für<br />

den sie schon zwei Jahredie Regentschaft geführt<br />

hat, zur Pharaonin des Neuen Reiches<br />

im Alten Ägypten gekrönt. Sie ist nicht die<br />

erste Pharaonin. Die letzte wird Kleopatra<br />

VII., die Frau Cäsars und Mark Antons, sein.<br />

Die berühmteste Aktion ihrer 21-jährigen<br />

Herrschaft ist eine Expedition ins südlich<br />

vonÄgypten gelegene Goldland Punt. IhrTotentempel<br />

in Theben gehört heute zu den<br />

größten Tourismusmagneten Ägyptens.<br />

Hatschepsut, vor knapp 3500 Jahren<br />

gekrönt.<br />

IMAGO STOCK&PEOPLE<br />

1. Februar 1893<br />

Black Maria: Auf dem Firmengelände der<br />

Edison Manufacturing Company in West<br />

Orange im US-Bundesstaat New Jersey wird<br />

das erste kommerzielle Filmstudio fertiggestellt.<br />

Das winzige Kinetographic Theater<br />

steht auf Rollen, denn sein Dach, das man<br />

öffnen und schließen kann, folgt der Sonne.<br />

Der Bau wird nach dem damals berühmtesten<br />

RennpferdBlack Mariagenannt. Es werden<br />

dortFilme gedreht, die nur selten länger<br />

als eine Minute dauern. Zunächst sind sie<br />

ausschließlich in Kinetoskopen zu sehen.<br />

Erst ab 1896 werden die Filme auch auf Leinwände<br />

projiziert und so vielen Zuschauern<br />

auf einmal zugänglich. Vergangenes Jahr erinnerte<br />

René Pollesch mit seinem Stück<br />

„Black Maria“ an das erste Filmstudio.<br />

1. Februar 1968<br />

Staatsgewalt: Im Vietnamkrieg tötet der Polizeichef<br />

von Saigon, Nguyen Ngoc Loan<br />

Das erste Filmstudio, zum Drehen<br />

von Kürzestfimen. IMAGO STOCK&PEOPLE<br />

(1931-1998) vor Reportern den festgenommenen<br />

Vietcong Nguyen Van Lém durch<br />

Kopfschuss. Eddie Adams (1933–2004) Foto<br />

dieser Exekution auf offener Straße wird zu<br />

einer der bekanntesten Aufnahmen des 20.<br />

Jahrhunderts.<br />

Und am 1. Februar 1990 in der<br />

<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

Planstelle Optimismus: Vor dem Ausschuss<br />

der Volkskammer zur Untersuchung von<br />

Amtsmissbrauch, Korruption und persönlicher<br />

Bereicherung musste sich gestern das<br />

ehemalige SED-Politbüromitglied Konrad<br />

Naumann äußern. Naumann wurde im November<br />

1985 aus Politbüro und ZK der SED<br />

ausgeschlossen sowie als Chef der <strong>Berliner</strong><br />

Bezirksleitung abgelöst. „Optimismus ausstrahlen<br />

war meine Planstelle“, sagte Naumann<br />

auf eine Frage, wie er sein damaliges<br />

Auftreten sehe. Optimismus zu behalten sei<br />

anstrengend gewesen, aber er habe nie bewusst<br />

die Unwahrheit gesagt.


10 1./2. FEBRUAR 2020<br />

Neue Heldin<br />

Ein Pop-Idol, wie man es noch nicht kannte:<br />

Billie Eilish macht viele Dinge anders –und ist<br />

wahrscheinlich genau deswegen so<br />

erfolgreich<br />

VonAndré Boße<br />

Bei Billie Eilish läuft’s.Bei denGrammyAwardshat sie alle vier Hauptpreise<br />

abgestaubt, das ist noch keiner Frau vorihr gelungen. IhrAlbum erreichte in<br />

DutzendenLändernPlatz eins,stand aber auch aufden Kritikerlisten ganz<br />

oben. AufInstagram folgen ihr mehr als 50 Millionen Leute,ihr Hit„bad guy“<br />

wurde auf YouTube fast 750 Millionen Malaufgerufen. Undgeradeerhielt sie den Auftrag,<br />

den neuen Bond-Song zu singen. Mehr geht nicht! Unddas mit18Jahren. Wasnoch bemer-<br />

kenswerter ist als die Rekordzahlen: DieAmerikanerinist kein Pop-Superstar wie jeder an-<br />

dere. Siesagt, was sie will. Ziehtsich an, wie sie will. Undsingt, wie und was sie will.„ „Billie<br />

Eilish ist dasVorbild, das ich mir gewünscht hätte“, schreibt die junge AutorinMagdalena<br />

Pulz im Onlinemagazin Jetzt.Weil sie starkund selbstbewusst ist, ohne dabei„sexy“ sein zu<br />

müssen. Billie Eilish definiertsich selbst. Dasmacht sienicht nur einzigartig, sondernn auch<br />

nicht kopierbar.Ein Blick auf den wahrscheinlich wichtigsten Popstar der Gegenwart.<br />

Die Haare<br />

Die Fashion-Expertin des Magazins Cosmopolitan hat wahrscheinlich<br />

einige schlaflose Nächte hinter sich, in denen sie darüber rätselte, welche natürliche<br />

Farbe wohl die Haare vonBillie Eilish haben. Sie fand Fotos mit platinweiß<br />

und platingrau gefärbten Haaren, mal zeigte sich die Künstlerin in Grau, mal in<br />

Algengrün.Esgab eine Phase mit diversen Blautönen und eine Periode in<br />

dunkelstemSchwarz. Aktuell färbt sie ihre Haare neongrün und schwarz, wobei vor<br />

einigen Wochen kurz Aufregung herrschte, weil sich Billie Eilish in einer Art<br />

Vokuhilazeigte. Ein Statement? Nö, ein Unfall, sagte sie. Jemand habe ihr beim<br />

Nachfärben ein paar Haare verbrannt. Nun ist es nicht so, dass sich Billie Eilish<br />

guten Stylistinnen verweigert, bei den Grammys war Mara<br />

Roszak für ihre Haare verantwortlich, und die sorgt regelmäßig für perfekte<br />

Frisuren auf den Titelbildernvon Vogue oder Elle. Billie Eilish nimmt diese<br />

Annehmlichkeiten gernemit.Abersie bildet sich nichts darauf ein.<br />

Übrigens, nach langem Suchen hat die Cosmopolitan-Autorin tatsächlich<br />

die natürliche Haarfarbe der Sängerin herausgefunden, auf einem<br />

alten Foto zeigt sie sich in ihrem Mädchenzimmer vorJustin-Bieber-Postern,<br />

die Haarfarbe: ein maximal unscheinbares Hellbraun.<br />

Die Fingernägel<br />

Die Kleidung<br />

Billie Eilish steht auf bunt, aber es gibt eine Konstante: die Übergröße. Dahinter steckt<br />

mehr als ein modischer Gag,ineiner Kampagne für das Modelabel Calvin Klein erklärte sie ihren<br />

Stil: „Warum ich diese Klamotten trage: Niemand kann sich eine Meinung bilden, weil niemand<br />

sieht, was darunter ist. Niemand kann sagen: ,Sie ist dünn/dick, sie ist nicht dünn/dick, sie hat<br />

einen flachen Arsch, sie hat einen dicken Arsch.‘ Niemand kann so etwas sagen, weil niemand etwas<br />

weiß.“ Mit dieser modischen Haltung reiht sich Billie Eilish in die Riegeder Musikerinnen an, die sich<br />

mit ihrer Kleidung bewusst den Bewertungskriterien der Öffentlichkeit entziehen. Der amerikanische<br />

R’n’B-Star Janelle Monáe zum Beispiel zeigt sich häufig in Anzügen oder Smokings, sie nennt es ihre<br />

„Arbeitskleidung“. Billie Eilish sieht es genauso –und findet mittlerweile viele Wege,ihre Ganzkörperanzügemaximal<br />

fantasievoll zu gestalten.<br />

Nagelstudios gelten nicht gerade alsfeministische Hotspots –umsointeressanter,dass<br />

sich Billie Eilish hier kunstvolle Extravaganzen erlaubt. Zur aktuellen giftgrünen<br />

Haarfärbung gehören grüne Krallen, bei den Grammy Awards waren die<br />

künstlichen Nägel zusätzlich mit Gucci-Logos verziert, passend zur Gucci-Jacke<br />

(natürlich in Übergröße). Aber Moment, Anti-Sexismus-Dress, Veganismus, Klimabewusstsein<br />

–und Gucci-Nails, wie passt das zusammen? Es passt, weil Billie<br />

Eilish es eben einfach so macht. Weil sie sich bei all dem Zauber und Zirkus um<br />

ihre Person treu bleibt. Wielangedas bei diesem Hype gelingt? Noch ist kein Ende<br />

abzusehen. Und das ist gut so, denn die 20er-Jahre brauchen einen Superstar wie<br />

Billie Eilish.<br />

Die Haltung<br />

Die Musik<br />

Weil es garnicht so einfach ist, die Musik vonBillie Eilish einzuordnen, hilft ein Hinweis darauf, wo man sie<br />

abseits der Streamingportale und Radiosender besonders zuverlässig hören kann: bei Netflix-Serien. Das<br />

Drama „Tote Mädchen lügen nicht“ scheint um ihre Songs herumgeschrieben zu sein, so häufig erklingen die<br />

Lieder an zentralen Stellen der Erzählung.Zuhören sind ihre Tracks auch bei „Veronica Mars“, „Riverdale“ oder<br />

„Pretty Little Liars“ –alles Serien, in denen jungeMenschen vordramatischen seelischen Herausforderungen<br />

stehen. Das Besondere an ihren Songs ist, dass sie vordunklen Abgründen spielen und dennoch puren Pop<br />

bieten: Das ist der Seelenschmerz vonThe Cure, kombiniertmit dem Pop-Gespür vonAriana Grande. Ihr Album<br />

trägt den cleveren Namen „WhenWe All FallAsleep,Where DoWe Go?“, eine simple Frage, über die man lange<br />

nachdenken kann. Ihre Songs schreibt sie grundsätzlich in Kleinbuchstaben, die Titel wirken wie Auszügeaus<br />

Textnachrichten: „all the good girls go to hell“, „you should see me in acrown“ oder „wish youwere gay“.<br />

FILMMAGIC/GREGG DEGUIRE<br />

In der Popwelt war der Kampf gegenden Klimawandel langeZeit kaum ein Thema, zu<br />

groß war bei vielen Musikerndas schlechte Gewissen, schließlich reisen sie in Flug-<br />

ihr Geld auf Festivals, bei denen Unmengen an Müll liegen<br />

zeugen undverdienen<br />

bleibt. DochBillie Eilish zeigte früh Haltung: Zusammen mit Hollywood-GrößeWoody<br />

Harrelson drehte sie am Rande ihres Auftritts bei der Show„SaturdayNight Live“<br />

einen Clip, der unmissverständlich klarmacht, worumeshiergeht: „Our house is on<br />

fire.“ Beim Aufzählen der Fakten blickt sie so ernst in die Kamera, dass niemand es<br />

wagen würde, ihr zu widersprechen. Dabei ist die Erderwärmung nicht ihr einziges<br />

Thema: In einem Clip der Kampagne „Seize The Awkward“ spricht sie offen über de-<br />

und Angstattacken. Sie trinkt keinen Alkohol, ernährtsichvegan –<br />

pressive Perioden<br />

und lädt ihre Fans dazu ein, es ihr gleichzutun. Sie verurteilt Sexismus in der Gesellin<br />

ihrer Branche, schimpft auf ihren Präsidenten und wählt dabei Worte,<br />

schaft und<br />

die ihre Fans verstehen: Als sie vorzweiJahren in Berlin im Lido spielte (lang ist’s<br />

her, heute ist keineArena groß genug) und sie das Publikum zum Hüpfen bringen<br />

wollte, motivierte sie die Leute mit folgendem Satz: „Tut so, als würde Trump unter<br />

euch liegen!“<br />

Leo<br />

Gutsch<br />

Ich schreibe diese Zeilen an meinem letzen<br />

Tag als 49 Jahre alter Mann. Mit letzter<br />

Tinte sozusagen. Wobei man das natürlich<br />

auch nicht dramatisieren darf. Ich finde, die<br />

Bedeutung des 50. Geburtstages wird meistens<br />

total übertrieben. Ichmeine,was ändert<br />

sich denn? Werde ich ein anderer Mensch<br />

sein, nur weil ich ein Jahr älter geworden bin?<br />

Istdas Alter nicht vorallem eine Frage der inneren<br />

Haltung?<br />

Nein, sagte meine Frau Catherine, die in<br />

letzter Zeit oft darauf hinweist, dass sie deutlich<br />

jünger sei als ich, nur weil sie erst Ende<br />

März ihren 50. Geburtstag feiert. „Aber sieh<br />

es positiv. Dumusst jetzt nicht mehr so tun,<br />

als wärst du noch jung.“ Vermutlich hat<br />

meine Frau ein Problem mit dem Älterwerden,<br />

das sie auf mich projiziert. Ichweiß, das<br />

ist seltsam, aber manche Menschen kommen<br />

mit so was einfach nicht klar. Dabei ist<br />

es doch nur eine Zahl, zugegeben eine recht<br />

hohe, recht runde Zahl. Aber ich habe gelesen,<br />

die Lebenszufriedenheit nehme mit 50<br />

rapide zu, sie sei sogar oft höher als mit 30.<br />

„Wenn man als Best-Ager das Alter nicht als<br />

Bedrohung sieht, dann lässt sich das Glück in<br />

ungeahnter Größe fühlen“, stand in einem<br />

Artikel mit der Überschrift „Silbernes Haar,<br />

goldene Zeit“.<br />

„Schwachsinn“, sagte mein Schwiegervater,<br />

der gerade 80 geworden ist. „Du musst<br />

nicht jeden Quatsch glauben, der in der <strong>Zeitung</strong><br />

steht. Sie nennen dich einen reifen<br />

Mann, was eine nette Umschreibung dafür<br />

ist, dass die besten Jahre definitiv hinter dir<br />

liegen.“ Vermutlich hat auch mein Schwiegervater<br />

ein Problem mit dem Älterwerden.<br />

Aber ich kann ihn verstehen, 80 ist schon<br />

echt alt!<br />

Dagegen klingt 50 ja geradezu jugendlich.<br />

Außerdem kann ich mein Leben jetzt noch<br />

aktiv gestalten. In der Apotheken-Umschau<br />

las ich, wermit 60 drei Stunden wöchentlich<br />

Ausdauer-Training betreibe, dessen körperliche<br />

Konstitution sei vergleichbar mit der eines<br />

untrainierten 30-Jährigen. Wenn ich das<br />

Neunundvierzig<br />

und ein bisschen<br />

VonMaxim Leo<br />

jetzt mal auf mich umrechne, dann lebe ich<br />

momentan im Körper eines 20-Jährigen.<br />

Und angenommen, ich trainiere nicht nur<br />

drei, sondern, sagen wir, sechs Stunden wöchentlich,<br />

dann komme ich doch quasi direkt<br />

wieder in die Pubertät. Was wiederum<br />

beweist, dass man eben doch immer nur so<br />

alt ist, wie man sich fühlt.<br />

„Wenn dieser Glaube ihnen gut tut, dann<br />

glauben sie das ruhig“, meinte mein Hautarzt<br />

letzte Woche. Kurz zuvor hatte er einen<br />

braunen Punkt an meiner Schläfe entdeckt.<br />

„Ein Schönheitsfleck?“, fragte ich. „Nein,<br />

eine Alterswarze, die wachsen jetzt wie Pfifferlinge<br />

nach dem Sommerregen.“ Dann<br />

hielt der Hautarzt einen kleinen Vortragüber<br />

die faszinierenden hormonellen Veränderungen,<br />

die in einem Mann vorgehen, wenn<br />

er 50 wird. Dersinkende Testosteron-Spiegel<br />

gestalte nicht nur den Sexualaktbeschwerlicher,<br />

ersorge auch dafür, dass sich Rücken<br />

und Po in eine dicht bewachsene Steppe verwandeln,<br />

in der die Alterswarzen wie kleine<br />

Findlinge aus dem Dickicht ragen. „Manchmal<br />

glaubt man, Gott sei ein Sadist“, sagte<br />

der Hautarzt seufzend.<br />

Man darf sich von sowas natürlich nicht<br />

verrückt machen lassen. Ichmeine,abwann<br />

ist man denn überhaupt alt? Da gehen doch<br />

die Meinungen auseinander. Inder Brigitte<br />

Woman las ich, man unterscheide mittlerweile<br />

zwischen „jungen Alten“ und „alten Alten“.<br />

Das finde ich interessant, weil sich ja<br />

dann schon die Frage stellt, ob ich als spritziger<br />

Junior-Alter nicht in der Summe viel juveniler<br />

bin als zum Beispiel ein früh gealterter<br />

Student?<br />

Wasich jetzt noch lernen muss ist, mein<br />

neues Alter auszusprechen. „Wie alt wirst du<br />

eigentlich?“, fragte mich neulich eine Freundin.<br />

Ich wollte antworten, aber ich konnte<br />

nicht, diese vermaledeite Zahl saß wie Kerzenwachs<br />

in meiner Kehle fest. Vielleicht<br />

sollte ich es schrittweise angehen, ich könnte<br />

ja erst mal sagen: „Hallo,mein Name ist Maxim.<br />

Ichbin 49. Undein bisschen.“


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite B1<br />

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Service<br />

Mit über 50<br />

zum neuen Job<br />

Karriere, Seite B5<br />

Umweltfreundlichen SUV?<br />

Der Opel Grandland XHybrid<br />

Mobile Welten, Seite B8<br />

Der Pferdezüchter und<br />

professionelle Gardian<br />

Daniel Guillamon steigt<br />

auf sein weißes Camargue-Pferd,<br />

krempelt die Ärmel<br />

seines Hemdes hoch, zupft die Velourslederweste<br />

und den breitkrempigen<br />

Hut zurecht. Dann greift er<br />

den Trident, den Dreizack, mit der<br />

rechten und die Zügel mit der linken<br />

Hand. „Wir Stierhirten treiben die<br />

wilden Bullen in der Camargue zusammen,<br />

für die Zucht und für die<br />

Course Camarguaise, den traditionellen<br />

französischen Stierkampf.<br />

Dafür brauchen wir die mutigsten<br />

Pferde der Welt“, sagt der 59-Jährige<br />

lachend und reitet auf das platte<br />

Marschland rund um das Städtchen<br />

Arles hinaus.<br />

Die Schwemmlandebene im Süden<br />

Frankreichs misst fast 2000<br />

Quadratkilometer, umrahmt von<br />

den Orten Arles, Port St-Louis-du-<br />

Rhône und Aigues-Mortes – ein<br />

Unesco Biosphärenreservat. Hier,<br />

wo sich die kleine und die große<br />

Rhône ins Mittelmeer ergießen, leben<br />

rund 1000 Schimmel das ganze<br />

Jahr über halbwild in freier Natur.<br />

Baumhohe Schilfgürtel wechseln<br />

sich mit Salzsteppen, Sümpfen, Reisund<br />

Weinfeldernab. Libellen flattern<br />

durch die Luft. Graureiher hocken<br />

amWasser.Rosaflamingos staksen in<br />

den Etangs, den seichten Seen. In<br />

den Sommermonaten tummeln sich<br />

Touristen an den gewaltigen Dünen,<br />

spazieren durch Salinen und reiten<br />

an weiten Stränden entlang –ein Urlaubsparadies.<br />

Belastungserprobte Huftiere<br />

Dennoch würde es hier keine andere<br />

Pferderasse aushalten. Zu unwirtlich<br />

sind die herausfordernden<br />

Bedingungen: heiße Sommer mit<br />

bis zu 30 Grad Celsius, bitterkalte<br />

Winter, heftige Fallwinde wie der<br />

Mistral und Mückenscharen. Doch<br />

das Camargue-Pferd hat sich im<br />

Laufe der Geschichte angepasst.<br />

Seine Hufe sind hart, der Haut machen<br />

Mückenstiche nichts aus, das<br />

Winterfell wächst auf bis zu fünf<br />

Wilde Stars<br />

in weißem Gewand<br />

In der Französischen Camargue leben rund 1000 halbwilde, weiße Pferde.<br />

Ihre Zuverlässigkeit bei Ausritten durch die Sümpfe und ihr Mut gegenüber den<br />

dort beheimateten Stieren haben sie berühmt gemacht.<br />

Die strahlend weißen Pferde aus der Carmargue sind nicht nur wunderschön anzuschauen –Sie sind auch außerordentlich anpassungsfähig und stark.<br />

Zentimeter an. Zudem kann es unter<br />

Wasser die Sprossen von Schilf<br />

und Seggen grasen.<br />

Als die Camargue noch nicht<br />

landwirtschaftlich erschlossen war,<br />

streiften die Schimmel frei durch<br />

das Delta. Heute leben sie weitgehend<br />

unbehelligt auf riesigen, von<br />

Wasserkanälen und Holz umzäunten<br />

Pferdefarmen, den sogenannten<br />

Manaden. Mit klaren Eigentümern<br />

und gewissen Regeln. Jeder<br />

der fast hundert Manade-Pferdezüchter<br />

muss mindestens vier<br />

Zuchtstuten besitzen, um ein eigenes<br />

Brandzeichen zu erhalten. Dazu<br />

braucht er wenigstens 20 Hektar<br />

Freiland, ein Stück so groß wie 20<br />

VonMartina Katz<br />

Fußballfelder,auf dem die Tiereverweilen.<br />

DerNachwuchs,dessen Fell<br />

sich oft erst im Alter von sechs Jahren<br />

weiß färbt, muss hier zur Welt<br />

kommen, ganz ohne die Hilfe und<br />

das Zutun des Menschen. So hat es<br />

die Züchtervereinigung Association<br />

des Eleveurs de Cheveaux de Race<br />

Camargue schon 1967 festgelegt.<br />

IMAGO/MCPHOTO<br />

Zwar können heute auch Züchter,<br />

die weniger als vier Stuten besitzen<br />

oder die erforderliche Weidegröße<br />

nicht erfüllen, ein Brandzeichen erhalten,<br />

doch das hat Auswirkungen<br />

auf den Kaufpreis. „4000 Euro bekomme<br />

ich für ein erwachsenes Camargue-Pferd“,<br />

erzählt Manade-<br />

Züchter Daniel später.Vor 25 Jahren<br />

hängte der gelernte Zahntechniker<br />

seinen Job anden Nagel und widmete<br />

sich der hauptberuflichen<br />

Zucht. Doch bei durchschnittlich<br />

zwei Fohlen Nachwuchs pro Jahr ist<br />

ein Zubrot nötig. Daniel und seine<br />

Familie veranstalten deshalb regelmäßig<br />

Pferdeshows für die Touristen<br />

und bieten Reitausflüge an.<br />

In Aigues-Mortes, amwestlichen<br />

Zipfel der Camargue, kippt Léa Garnier<br />

Wasser aus einem Tank auf ihrer<br />

Pickup-Ladefläche in eine Tränke auf<br />

ihrer Manade. „Seit Jahren ist es das<br />

erste Mal, dass es fünf Monate nicht<br />

geregnet hat. Sogar das Marschland<br />

ist trocken. Ichmuss meinen Pferden<br />

jetztWasser bringen“, sagt die 31-jährige<br />

Züchterin. Eigentlich versorgen<br />

sich die genügsamen Camargue-<br />

Pferde auf ihren Feldernselbst.<br />

In diesem Jahr ist das anders.Da<br />

hilft es vielleicht ein bisschen, dass<br />

Léa und ihr Mann James Freunde<br />

der Pferdepsychologie sind, sich<br />

sowieso Zeit für die Tiere nehmen<br />

und den Zuchtstuten ein Jahr<br />

Pause gönnen. „Wenn wir die zehn<br />

Monate alten Fohlen vom Freiland<br />

zur Brandmarkung auf unsere<br />

Ranch holen, bekommen sie vorher<br />

eine Spritze. Das ist zwar nicht<br />

traditionell, aber den Tieren geht es<br />

besser“, sagt Léa und streicht einer<br />

Stute über den Kopf als plötzlich<br />

ein Kanonenschuss die Ruhe<br />

durchbricht.<br />

DerTradition verpflichtet<br />

Es ist der Startschuss für das neuntägige<br />

Opferfest in der Altstadt vonAigues-Mortes.Früher<br />

feierte man damit<br />

das Ende der Wein- und Salzernte.<br />

Die Gardians galoppierten<br />

durch die mittelalterlichen Gassen,<br />

geleiteten Stier für Stier in die Arena<br />

zur Course Camarguaise. Männer<br />

pfeifen und rufen, Schimmel wirbeln<br />

den Sand auf dem Asphalt auf.<br />

Abends wird gegessen und getanzt.<br />

Die Festlichkeiten sind ein schöner<br />

Abschluss auf dem jährlichen Festkalender<br />

der Camargue, inder noch<br />

heute die weißen Pferde die großen<br />

Stars sind.<br />

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19.07., 16.08., 13.09., 11.10.<br />

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Kostenloses Kundenservicetelefon: 0800-123 19 19 (täglich 8–20 Uhr, auch sa/so)<br />

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Berlin: DER Reisecenter TUI: Annenstr. 50, Tel.: 030-68 83 23 95/<strong>Berliner</strong> Allee 47, Tel.: 030-9 26 82 92/92 37 41 74<br />

DER Dt. Reisebüro: Bahnhofstr. 18, Tel.: 030-6 57 12 24 · RBSteffen Kühn: Bahnhofstr. 45, Tel.: 030-65 07 08 77<br />

Alltours Reisecenter: Greifswalder Str. 220, Tel.: 030-4 29 28 72 · DER Deutsches Reisebüro: Koppenstr. 77, Tel.:<br />

030-29 33 990 Oranienburg: Panda-Reisen: Bernauer Str. 100, Tel.: 03301- 81 97 20 Potsdam: DER Deutsches RB:<br />

Sterncenter/Shop 30, Tel.: 03 31-64 95 00 · DER Reisecenter TUI GmbH: Garnstr. 20, Tel.: 03 31-70 8128 · Reiseland:<br />

Im Sternencenter 4, Tel.: 03 31-62 62 080 Fürstenwalde: DER Deutsches RB: Rathausstr. 7,Tel.: 03361-7 11 16<br />

Zustiege: Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf · Ostbahnhof/IC Hotel in Friedrichshain<br />

Veranstalter: SKAN-TOURS Touristik Int. GmbH ·Gehrenkamp 1·38550 Isenbüttel www.seniorenreisen.de<br />

ab €656,–


B2 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Reise<br />

Der Karersee ist das Juwel schlechthin im Revier –diese Komposition aus Wasser,Wald und Felswand ist einfach unschlagbar.<br />

EKKEHART EICHLER<br />

Berge, Brillenschafe und Schwarze Löcher<br />

In Villnöss und im Eggental zeigen sich die Dolomiten von ihrer Schokoladenseite. Aber nicht nur deshalb lohnt der Besuch<br />

VonEkkehartEichler<br />

Ein Fluch hängt über Villnöss.<br />

Ein Fluch aus nassem<br />

Kleister, der im Tal<br />

klebt wie Kaugummi am<br />

Schuh. Auch beim dritten Anlauf<br />

bleiben die legendären Geislerspitzen<br />

ein Phantom. Vergnatzt grüble<br />

ich, ob sie vielleicht nur eine clevere<br />

Erfindung der Tourismusindustrie<br />

sind –worüber Wanderführer Günther<br />

Vettori herzlich lacht. Ein bisschen<br />

traurig aber ist auch er;<br />

schließlich hatte er für heute den<br />

Adolf-Munkel-Weg geplant. Benannt<br />

nach dem ersten Vorsitzenden<br />

der Dresdner Sektion des Deutschen<br />

Alpenvereins gilt dieser als einer<br />

der schönsten Wanderwege in<br />

den Dolomiten. Unterhalb der Geislernordwände,<br />

mit sagenhafter<br />

Pflanzenwelt und fantastischem<br />

Schauwert. Normalerweise.<br />

Auch bei Nebel ein Erlebnis<br />

Wir stiefeln trotzdem los. Über Stolperfallenwurzeln<br />

und durch Geisterkulissen<br />

stapfen wir hoch zur Geisleralm.<br />

Und werden bestens unterhalten.<br />

MitCharme und Humor,mit<br />

Geschichten und Sagen, mit Fakten<br />

und Mythen erweckt Günther die<br />

Welt der versteinerten Zauberwesen<br />

zum Leben und erzählt launig, was<br />

alles nicht zu sehen ist. Als wir nach<br />

drei Stunden oben ankommen, ist<br />

die Festplatte voll. Für das gleiche<br />

Gefühl im Bauch sorgt dann das Küchenteam,<br />

wobei jegliche Idee von<br />

Hüttenkost komplett über den Jordan<br />

geht –was auf der Geisleralm<br />

serviert wird, ist ohne Wenn und<br />

Aber Küche zum Zungenschnalzen.<br />

Günther bringt es auf den Punkt:<br />

„Wenn schon kein Spitzen-Panorama,<br />

dann wenigstens die Sonne<br />

auf dem Teller.“<br />

Berühmt ist das Villnösstal natürlich<br />

durch Reinhold Messner<br />

und seine Sturm-und-Drang-Kletterlehrjahre<br />

im Geislermassiv.<br />

Doch auch am Brillenschaf kommt<br />

man hier kaum vorbei. Südtirols älteste<br />

Schafrasse mit der markanten<br />

Ein Hochgenuss: der Rosengarten bei herbstlich-goldenem Wetter. EKKEHART EICHLER Die Geislerspitzen ragen mystisch aus den tief hängenden Wolken. EKKEHART EICHLER<br />

Zeichnung um die Augen genießt<br />

hohe Wertschätzung. Zum einen<br />

wegen der Wolle. Bei Naturwoll in<br />

Pardell zeigt Valentin Niederwolfsgruber,<br />

wie aus fluffigen Fasern<br />

hauchzarte Vliese entstehen. Auf<br />

einer 250 Jahre alten Maschine, die<br />

noch genauso robust läuft wie am<br />

ersten Tag. Im Traditionsbetrieb<br />

verarbeitet Valentin die feine weiche<br />

Wolle zu Decken, Kissen, Mützen,<br />

Handschuhen, Filzpantoffeln<br />

und Teppichen und schwört dabei<br />

nicht nur auf ihren natürlichen<br />

und ungefärbten Zustand, sondern<br />

auch auf ihre hautfreundliche und<br />

sogar entzündungshemmende<br />

Wirkung.<br />

Ebenso toll: das Fleisch. „Feinfaserig,<br />

butterweich und mild im Geschmack“<br />

schwärmt Koch und Gastronom<br />

Oskar Messner, „und sehr<br />

gesund durch Vitamine, Mineralstoffe<br />

und hochwertiges Eiweiß.“<br />

KeinWunder also,dass komplett verwertetes<br />

Brillenschaf im Restaurant<br />

„Pitzock“ die Hauptrolle spielt.<br />

Lamm-Schinken, Lamm-Kaminwurz,<br />

Lamm-Ragout, Lamm-Salami,<br />

Lamm-Züngerl, Lamm-Innereien,<br />

In Steinegg lässt sich bei jedem Wetter nach den Sternen greifen.<br />

EKKEHART EICHLER<br />

Lamm-Stelzen –all das bringt Messner<br />

auf den Tisch. AusLiebe zum Tier<br />

und Leidenschaft für seine Heimat<br />

Villnöss.<br />

Dem Slow Food Pionier ist es<br />

maßgeblich zu verdanken, dass die<br />

alte Haustierrasse wieder an Stellenwertund<br />

Bestand gewonnen hat.<br />

Mit seinem Verein „Furchetta“ entwickelte<br />

Messner vorüber zehn Jahren<br />

ein Gesamtkonzept, das langfristig<br />

das Überleben der Brillenschafe,<br />

aber auch das jener Bauern<br />

sichern soll, die sich ihrer verstärkt<br />

annehmen. Beim abendlichen Studium<br />

der Fakten auf dem Hotelbalkon<br />

verpasse ich dann fast dasWunder:<br />

Direkt vor der Nase und vollkommen<br />

lautlos kämpfen sich<br />

nackte Zacken durch Nebel und<br />

Nässe – die Geislerspitzen! Reichlich<br />

verschleiert zwar und weit entfernt<br />

von voller Schönheit, aber immerhin:<br />

Wasfür ein Anblick! Wasfür<br />

ein Glück!<br />

DerTag danach. Eine Autostunde<br />

südlich sieht die Welt im Eggental<br />

deutlich freundlicher aus. Per Gondel<br />

und Sessellift schweben wir erst<br />

über bunten Herbstwald und durchbrechen<br />

dann die Wolkendecke, an<br />

der die Sonne schon kräftig saugt.<br />

Frontal zieht König Laurins Rosengarten<br />

magnetisch alle Blicke auf<br />

sich, von rechts grüßt die gewaltige<br />

Zinnenwand des Latemar.Und oben<br />

an der Köhlerhütte reicht das Fabelpanorama<br />

sogar bis zum verzuckerten<br />

Ortler in der Ferne.<br />

Auch hier nimmt uns ein Trekking-Profi<br />

unter die Fittiche. Mit<br />

Wanderführer-Urgestein Ferdinand<br />

Pardeller kraxeln wir am Fuß<br />

des Rosengartens entlang, bei<br />

strahlendem Himmel und famoser<br />

Sicht. Allerdings: Die versprochene<br />

„gemütliche Familientour“ wächst<br />

sich aus zum Härtetest und bringt<br />

die Flachland-Flachzangen aus<br />

Berlin an körperliche Grenzen. Erholung<br />

und Belohnung gibt's später<br />

in der Ochsenhütte: Der Kaiserschmarrn<br />

ist erstklassig, der Blick<br />

auf Rosengarten und Rotwand<br />

Weltklasse.<br />

Der glänzendste Edelstein im Revier<br />

freilich dürfte gleich um die Ecke<br />

der Karersee sein. Das Bergsee-Juwel<br />

wird gespeist von unterirdischen<br />

Quellen der Latemar-Gruppe,die unmittelbar<br />

hinter ihm spitzzackig,<br />

scharfkantig und ausgesprochen fotogen<br />

aufragt. Seinen Smaragd-<br />

Schimmer verdankt er einem erbosten<br />

Hexenmeister, den einst eine<br />

holde Wasserjungfrau schnöde verschmähte.Worauf<br />

der gekränkte Wüterich<br />

Juwelen und Stücke vom Regenbogen<br />

in den Weiher warf. Welch<br />

schönes Märchen! Und absolut passend<br />

zum exquisiten Ambiente.<br />

EinGriff nach den Sternen<br />

Wemdas alles noch nicht reicht, der<br />

kann im Eggental sogar buchstäblich<br />

nach den Sternen greifen. Fürwahr<br />

ein himmlisches Vergnügen:<br />

In der Sternwarte Max Valier rückt<br />

man Saturn, Jupiter und Co mit diversen<br />

Teleskopen auf die astrale<br />

Pelle und erfährt nebenbei manches<br />

über Planeten, Monde, Weiße<br />

Zwerge, Rote Riesen und was das<br />

Weltall sonst noch so auf Lager hat<br />

an Exoten. AufReisen ins kosmische<br />

Universum gar geht es im hochmodernen<br />

Planetarium, wo der Sternenhimmel<br />

jederzeit hell und klar<br />

leuchtet –egal, was die Wetterfrösche<br />

für draußen prophezeien. Die<br />

Spritztour im Kosmos-Simulator<br />

führt unter anderem durch die<br />

Ringe des Saturns, zuschillernden<br />

Nebeln und schwarzen Löchern.<br />

Bestens geeignet für Kinder, durchaus<br />

aufregend aber auch für ältere<br />

Semester. Und ein nächstes Südtirol-Erlebnis<br />

mit nachhaltiger Wirkung.


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B3<br />

· ·<br />

·······················································································································································································································································································<br />

Reise<br />

Traumhaft<br />

entspannen auf<br />

der MS Amadea<br />

Exklusive Leserreise<br />

entlang der britischen Küste<br />

Haben Sie schon immer von einer<br />

Reise auf der MS Amadea<br />

geschwärmt? Sollte der Name nicht<br />

geläufig sein –besser bekannt ist das<br />

elegante Luxus-Kreuzfahrtschiff als<br />

„Traumschiff“ aus der gleichnamigen<br />

ZDF-Produktion.<br />

Die MSAmadea ist jedoch nicht<br />

nur Drehort bekannter Fernsehstars,<br />

sondern das Flaggschiff von Phoenix<br />

Reisen mit First-Class-Standard.<br />

Großzügige Bars, Salons und Unterhaltung<br />

auf acht Decks wie eine Bibliothek,<br />

ein edles Kaminzimmer,ein<br />

Kino und vieles mehr erwartet Sie.<br />

Inmitten vondiesem Luxus genießen<br />

Sie vom 05.06. –14.06.2020 eine<br />

malerische Rundreise entlang der<br />

englischen Küste. Entdecken Sie die<br />

Britischen Inseln in all ihrer Vielfalt<br />

direkt vomWasser aus und erkunden<br />

Sie tolle Ausflugsziele wie Portsmouth,<br />

London, Loch Ness oder das<br />

wunderschöne Dublin während eindrucksvoller<br />

Tagesausflüge.<br />

Während der Reise haben Sie zudem<br />

die Chance, hinter die Kulissen<br />

der beliebten Serie„Traumschiff“ zu<br />

schauen. Als besonderes Extraist die<br />

An- und Abreise von Berlin per Bus<br />

bereits inklusive.<br />

Gleichermaßen traumhaft entspannen<br />

Sie während einer klassischen<br />

Seereise über Island, nach<br />

Spitzbergen und Norwegen. Mehr<br />

Informationen unter: www.berlinerzeitung.de/leserreisen<br />

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Info: 05.06. –14.06.2020, 9-tägigeKreuzfahrt<br />

ab Bremerhaveninkl.Anreise ab Berlin für nur<br />

1999 Euroinder DK (außen);29.06. –<br />

17.07.2020, Island -Spitzbergen -Norwegen<br />

Tel.: 030- 23 27 61 70 |E-Mail: leserreisen@berliner-zeitung.de<br />

Die perfekte Auszeit genießen auf der<br />

eleganten und luxuriösen MS Amadea<br />

PR<br />

Karge Landschaft –auf dem Streckenabschnitt von Daressalam nach Dodoma passiertder Zug nur wenig Grün.<br />

Planlos auf Schienen durch die Wüste<br />

In Tansania kann man im per Zug vom Indischen Ozean bis zum Victoriasee reisen –ein echtes Abenteuer<br />

VonJulian Hilgers<br />

Wer mit der Bahn durch<br />

Tansania reist, braucht<br />

viel Zeit –und das bereits,<br />

bevor es überhaupt<br />

losgeht.<br />

„Seien Sie zwei Stunden vor Abfahrt<br />

am Bahnhof“, empfiehlt der<br />

Schalterbeamte in Daressalam einen<br />

Tagvor der Abreise. Der Zug verlässt<br />

die Stadt dann mit knapp vier Stunden<br />

Verspätung – und das ist gar<br />

nicht schlecht, denn manchmal ist<br />

es sogar ein ganzer Tag.<br />

Fast zwei Tage auf Schienen<br />

Mindestens 40 Stunden soll die Fahrt<br />

von der Metropole am Indischen<br />

Ozean bis nach Mwanza am Victoriasee<br />

dauern. Siekostet rund 75 000<br />

Tansania-Schilling, das sind etwa<br />

29,40 Euro,inder ersten Klasse.<br />

VonLuxusabteil kann keine Rede<br />

sein: zwei abgenutzte Liegeflächen,<br />

ein kleines verrostetes Waschbecken,<br />

ein Ventilator. Ein Stock hält<br />

das Schiebefenster zusammen. Die<br />

sanitären Anlagen am Ende des Abteils<br />

beschränken sich auf ein Loch<br />

im Boden.<br />

Unter dem Abendhimmel rattert<br />

der Zug von der Küste ins Landesinnere.<br />

Für kleines Geld serviert ein<br />

Bahnmitarbeiter ein Abendessen:<br />

Reis mit Fleisch und Gemüse. Einfach,<br />

aber gar nicht schlecht.<br />

Entspannung und Schlaf zu finden,<br />

ist hingegen schwer. Der Zug<br />

rüttelt und schaukelt über die Gleise,<br />

es klappertunentwegt, auch nachts.<br />

Als die ersten Sonnenstrahlen<br />

durch den grauen Dieseldampf<br />

leuchten, streift der Zug eine karge<br />

Landschaft. Nach etwa 16 Stunden<br />

und 465 Kilometern erreicht der Zug<br />

die tansanische Hauptstadt Dodoma.<br />

Das Eisenbahnnetz in Tansania ist<br />

seit der Unabhängigkeit des Landes<br />

1961 geschrumpft. Das Zugsystem<br />

stammt noch aus der Kolonialzeit.<br />

Die Central Line nach Kigoma am<br />

Tanganyikasee bauten einst die<br />

Deutschen, die Northern Line nach<br />

Mwanza später die Briten. Mit Chinas<br />

Hilfe kam Ende der 1970er Jahre<br />

die Tazara-Bahn dazu. Sie führt<br />

durch einige Nationalparks im Süden<br />

Tansanias bis nach Sambia.<br />

In der Regel fahren die Züge zweimal<br />

in der Woche.Wann genau, wissen<br />

eigentlich nur die Beamten am<br />

Bahnhof. Sie verkaufen auch die<br />

Fahrkarten. Für viele Menschen in<br />

Tansania reicht das Geld nur für die<br />

dritte Klasse. Für sie ist der Zug eine<br />

gute Möglichkeit, ihre Heimat zu erreichen:<br />

Dörfer, die nur wenige<br />

Landkarten kennen.<br />

Im kleinen Ort Saranda verwandelt<br />

sich der Bahnhof in Sekundenschnelle<br />

in eine Freiluftkantine.Anwohner<br />

grillen Mishkaki (Fleischspieße),<br />

kochen Chipsi Mayai<br />

(Omelett mit Pommes) oder Reis<br />

mit Bohnen. Viele Passagiere sind<br />

vorbereitet: Mit Besteck und Dosen<br />

in den Händen stürzen sie in das<br />

Outdoor-Restaurant. Wernicht aussteigen<br />

will, wird auch am Fenster<br />

bedient.<br />

Auch die zweite Nacht im Zugverläuft<br />

eher unruhig. Gegen 2.00 Uhrerreicht<br />

der Zug Tabora. Zwei Stunden<br />

später geht es weiter. Das hat zwei<br />

Gründe: Zumeinen teilt sich der Zug<br />

hier auf. Ein Teil fährt nach Westen<br />

weiter nach Kigoma, der andereRichtung<br />

Norden nach Mwanza. DieWaggons<br />

müssen dafür aufwendig rangiert<br />

werden. Zum anderen aber hat<br />

eine hochschwangere Frau kurz vor<br />

Tabora ihr Kind zur Welt gebracht.<br />

„Ein Arzt musste in den Zug kommen,<br />

aber allen geht es gut“, klärteine<br />

Mitreisende am Morgen darauf auf.<br />

Zwischen Steppe und Stadt<br />

DPA<br />

Je näher der Zug Mwanza kommt,<br />

desto grüner wird die Landschaft.<br />

Baumwolle, Mais und Spinat wachsen<br />

auf den Feldern.<br />

Die Fahrt durch Tansania entschleunigt.<br />

Nach knapp 50 Stunden<br />

und gut 1200 Schienenkilometern<br />

hupt sich der Lokführer durch den<br />

Stadtverkehr vonMwanza. DieSonne<br />

steht tief über demVictoriasee. (dpa)<br />

NACHRICHTEN<br />

Winter verabschieden beim<br />

Biikebrennen an der Nordsee<br />

An der Nordsee und auf den Nordfriesischen<br />

Inseln brennen am 21.<br />

Februar wieder traditionell die Biikefeuer.Mit<br />

diesem Brauch vertreiben<br />

die Menschen der Region den Winter.Anrund<br />

50 Orten können Besucher<br />

dabei sein. Beliebte Touristenorte<br />

wie St.Peter-Ording feierndas<br />

mit großem Begleitprogramm. Die<br />

meisten Feuer –insgesamt 14 –werden<br />

auf Föhr brennen. (dpa)<br />

China-Reisende bekommen<br />

bei Absage Geld zurück<br />

Viele Reiseveranstalter haben Pauschalreisen<br />

nach China wegen des<br />

aktuellen Coronavirus abgesagt. Urlauber<br />

bekommen den gezahlten<br />

Reisepreis erstattet.„Es liegen außergewöhnliche<br />

Umstände vor“, erklärt<br />

die Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk<br />

vonder Kanzlei Karimi in<br />

Berlin. „Reisende bekommen ihr<br />

Geld zurück, aber keinen Schadenersatz<br />

wegen entgangener Urlaubsfreuden“,<br />

sagt die Juristin. (dpa)<br />

Drei neue Museen eröffnen<br />

in Nürnberg<br />

Nürnbergbaut sein Museums-Angebot<br />

aus.Ende 2020 eröffnet das Zukunftsmuseum<br />

am Pegnitzufer,das<br />

sich als Zweigstelle des Deutschen<br />

Museums der Raumfahrtund Robotik<br />

widmet. Außerdem wirddas Museum<br />

für Mobile Zeitgeschichte in<br />

Fischbach Oldtimer und historische<br />

Motorräder zeigen. Ab dem 30. Juni<br />

informiertdas Bibel Museum Bayern<br />

in der St-Lorenz-Kirche zur Heiligen<br />

Schrift. (dpa)<br />

Einreise ist trotz Brexit noch<br />

problemlos möglich<br />

Nach dem Brexit am 31. Januar gilt<br />

zunächst eine Übergangsphase.Sie<br />

betrifft auch Reisende,die in Großbritannien<br />

und Nordirland ihren Urlaub<br />

verbringen wollen oder das<br />

Land geschäftlich besuchen. An den<br />

Einreisebedingungen für das Vereinigte<br />

Königreich ändertsich deshalb<br />

mindestens bis zum Jahresende<br />

2020 nichts. (dpa)<br />

OSTSEE<br />

Ostseebad Insel Poel<br />

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B4 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Karriere<br />

Geschickt<br />

Steuern<br />

sparen<br />

Viele Arbeitszimmer lassen<br />

sich absetzen<br />

Einen Schreibtisch haben die<br />

meisten zu Hause. Und viele Beschäftigte<br />

nutzen ihn auch für den<br />

Job. Doch das Finanzamt erkennt einen<br />

häuslichen Arbeitsplatz nicht in<br />

jedem Fall an, erklärt die Bundessteuerberaterkammer.<br />

Wer das Arbeitszimmer<br />

steuerlich geltend machen<br />

will, muss daher klare Regeln<br />

beachten.<br />

Geltend gemacht werden kann<br />

ein Arbeitszimmer in den eigenen<br />

vierWänden nur,wenn für die berufliche<br />

Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz<br />

zur Verfügung steht. Dann dürfen<br />

Steuerpflichtige im Jahr bis zu<br />

1250 Euro als Betriebsausgaben<br />

oder Werbungskosten geltend machen.<br />

Dieser Betrag verdoppelt sich,<br />

wenn zwei Personen dasselbe Arbeitszimmer<br />

nutzen.<br />

Keine private Nutzung<br />

Als anderer Arbeitsplatz zählt grundsätzlich<br />

jeder Arbeitsplatz, der objektiv<br />

zur Erledigung büromäßiger<br />

Arbeiten geeignet ist. DerArbeitnehmer<br />

muss jederzeit auf einen Arbeitsplatz<br />

zugreifen können. Wenn<br />

im Fall von Poolarbeitsplätzen zum<br />

Beispiel für zehn Arbeitnehmer nur<br />

fünf Arbeitsplätzezur Verfügung stehen,<br />

fehlt ein anderer Arbeitsplatz.<br />

Damit das Finanzamt das häusliche<br />

Arbeitszimmer anerkennt, muss<br />

es außerdem vorwiegend für die berufliche<br />

Tätigkeit vorgesehen sein.<br />

Für private Zwecke darf esnur sehr<br />

eingeschränkt genutzt werden. Gibt<br />

es nur eine Arbeitsecke in einem<br />

Wohnraum, können die Aufwendungen<br />

auch nicht anteilig als Betriebsausgaben<br />

oder Werbungskosten<br />

berücksichtigt werden.<br />

Kosten für Einrichtung absetzbar<br />

Sind die Voraussetzungen erfüllt,<br />

können die Kosten für die Ausstattung<br />

–also zum Beispiel Teppiche,<br />

Vorhänge oder Lampen –involler<br />

Höhe abgesetzt werden. Gleiches gilt<br />

für die Aufwendungen für Arbeitsmittel<br />

wie Regal, Bürostuhl oder<br />

Schreibtisch. Ein Computer muss –<br />

je nach Kaufpreis –meist über mehrere<br />

Jahre abgeschrieben werden.<br />

Anteilig anerkannt werden auch<br />

Ausgaben für Miete, Wasser-, Energie-<br />

und Reinigungskosten ebenso<br />

wie für eine Renovierung, die Müllabfuhr<br />

und die Gebäudeversicherung.<br />

(dpa)<br />

Der Küchentisch reicht nicht als Arbeitsplatz<br />

zum absetzen.<br />

IMAGO/WESTEND61<br />

Im Medizinstudium überwiegen Frauen, an den Lehrstühlen der Unis oder in den Chefetagen der Kliniken sind sie aber deutlich weniger vertreten.<br />

Karrierehürden für Ärztinnen<br />

Inzwischen studieren mehr Frauen als Männer Medizin –trotzdem landen wenige auf Spitzenpositionen<br />

VonIngaDreyer<br />

Wer heutzutage einen<br />

Blick in die Hörsäle<br />

medizinischer Fakultäten<br />

wirft, wird tendenziell<br />

mehr Frauen sehen als<br />

Männer. Etwa zwei Drittel der Studierenden<br />

sind weiblich, wie Zahlen<br />

des Statistischen Bundesamts zeigen.<br />

Doch in den Chefetagen der<br />

Krankenhäuser oder an den Lehrstühlen<br />

der Universitäten sieht es<br />

anders aus.<br />

Ganz nach oben zu kommen,<br />

scheint für Frauen in der Medizin<br />

noch immer eher die Ausnahme als<br />

die Regel zu sein. Ein Problem ist<br />

vor allem die Vereinbarkeit von Berufund<br />

Familie.<br />

Nach dem Studium folgen in der<br />

Regel fünf oder sechs Jahre Weiterbildung<br />

zur Fachärztin. DieZeit verlängere<br />

sich prozentual, wenn man<br />

in Teilzeit arbeitet, sagt Christiane<br />

Groß, Präsidentin des Deutschen<br />

Ärztinnenbundes (DÄB). „Damit ist<br />

der Karriereknick bei Frauen mit<br />

Kindern schon vorprogrammiert.“<br />

Trotz Familie einen Fuß inder Tür<br />

zu behalten und nicht etwa bei Fortbildungen<br />

immer hinten anzustehen,<br />

ist oft eine große Herausforderung.<br />

Berufund Familie kaum vereinbar<br />

Die Geburt von Kindern sei häufig<br />

ein markanter Einschnitt, bestätigt<br />

Christine Kurmeyer, zentrale<br />

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte<br />

der Charité in Berlin. „Es<br />

kommen viele Frauen mit Anfragen,<br />

die mit einer Schwangerschaft zu<br />

tun haben.“ Häufig gehe es um das<br />

Problem, dass befristete Verträge in<br />

der Forschung während des Mutterschutzes<br />

oder in der Elternzeit auslaufen.<br />

„Das ist eine drastische Benachteiligung<br />

von Frauen.“ Inzwischen<br />

sei deshalb an der Charité<br />

vereinbart worden, dass diese Zeiten<br />

auch später noch nachgeholt<br />

werden können.<br />

Kurmeyer rät Frauen in solchen<br />

Fällen, möglichst schriftlich einen<br />

übersichtlichen Zeitplan zu erstellen.<br />

Außerdem sei es wichtig, sich<br />

über Ausfallregelungen zu informieren<br />

und klar und deutlich zu formulieren,<br />

dass ein Verbleib in den<br />

Kommunikationsnetzwerken erwünscht<br />

ist.<br />

Man könne – je nachdem, wie<br />

das jeweils organisatorisch machbar<br />

ist –auch während der Elternzeit<br />

am Arbeitsplatz vorbeikommen.<br />

Wichtig sei, Kontakte zu pflegen<br />

und zu signalisieren, dass mit<br />

der Geburt des Kindes der Wunsch,<br />

Fachärztin zu werden, nicht verflogen<br />

ist.<br />

Universitätsmedizin ist zeitintensiv<br />

Eine Karriereinder Universitätsmedizin,<br />

die neben Lehre und Forschung<br />

auch die Krankenversorgung<br />

umfasst, sei mit einem besonders<br />

großen Zeitaufwand verbunden.<br />

„Da wird sehr viel mehr<br />

verlangt als in anderen Kliniken“,<br />

sagt Kurmeyer.<br />

Zwar seien zwei Drittel aller Studierenden<br />

in der Medizin weiblich,<br />

aber nur 13 Prozent der Lehrstühle<br />

an Universitäten von Frauen besetzt,<br />

kritisiertGroß. DieDÄB-Präsidentin<br />

fordert paritätisch besetzte<br />

Berufungskommissionen. „Wenn<br />

wir das schaffen, wären wir einen<br />

riesigen Schritt weiter.“<br />

Auch zwischen den Fachbereichen<br />

gebe es große Unterschiede,so<br />

Kurmeyer. „Was Rollenbilder angeht,<br />

haben Chirurgen eine andere<br />

Kultur als die Internisten. Das wirkt<br />

sich auf den Frauenteil in den unterschiedlichen<br />

Disziplinen aus.“<br />

Während niedergelassene Ärztinnen<br />

in der Regel selbstbestimmt<br />

und gleichberechtigt arbeiten, sei<br />

der Alltag in Kliniken noch von Rollenstereotypen<br />

geprägt.<br />

Traditionelle Rollenvorstellungen<br />

Bis vor hundert Jahren durften<br />

Frauen nicht als Ärztinnen, sondern<br />

ausschließlich in der Pflege arbeiten.<br />

„Es bleibt auch heute noch ein<br />

Rest der Vorstellung vom männlichen<br />

Halbgott in Weiß und der<br />

Krankenschwester als Dienerin für<br />

Gotteslohn“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.<br />

Da reicht es als<br />

Frau oft nicht aus, gute Arbeit zu<br />

leisten.<br />

Dabei sind die Benachteiligungen<br />

nicht automatisch Schikane.<br />

Weil der Arztberuf so lange männlich<br />

dominiert war, sind viele Probleme<br />

einfach strukturell angelegt.<br />

Zum Beispiel lässt sich Halbtagsarbeit<br />

häufig nicht mit den Dienstplänen<br />

an den Krankenhäusernvereinbaren.<br />

Auf40Stunden beschränkteVollzeitstellen<br />

wären schon ein Fortschritt,<br />

sagt Groß. Sie fordert eine<br />

Humanisierung der Arbeitswelt in<br />

der Medizin –für Männer wie für<br />

Frauen. Es gebe inzwischen auch<br />

viele junge Männer,für die auch aus<br />

zeitlichen Gründen keine Chefarztposition<br />

infrage komme.<br />

„Ich glaube, das ist nicht nur ein<br />

Problem von Frauen. Aber Frauen<br />

DPA<br />

sagen eher: Das tue ich mir nicht<br />

an“, so die Verbandspräsidentin. Sie<br />

fordert auch einen Ausbau der Kinderbetreuungsstätten<br />

an Kliniken –<br />

auch solche, die 24 Stunden geöffnet<br />

sind. „Denn welche Möglichkeiten<br />

hat man sonst, wenn das häusliche<br />

Kinderbetreuungssystem zusammenbricht<br />

und man Nachtdienst<br />

hat?“<br />

Um Gleichberechtigung zu erreichen,<br />

müssten Männer ermutigt<br />

werden, Elternzeit zu nehmen –und<br />

andererseits Frauen bestärkt werden,<br />

Führungspositionen zu besetzen,<br />

sagt Kurmeyer. Informelle<br />

Netzwerke spielten für die Karriere<br />

immer noch eine wichtige Rolle.<br />

„Aus diesen Kreisen sind Frauen oft<br />

ausgeschlossen, weil sie nicht ein<br />

Wochenende lang mit dem Chef segeln<br />

gehen können.“<br />

Aufdie Suche nach Gleichgesinnten<br />

Vernetzung sei deshalb wichtig –<br />

mit Männern wie mit Frauen. Vielerorts<br />

existieren eigene Mentorinnen-Programme,<br />

die junge Frauen<br />

unterstützen. So auch an der<br />

Charité. Engagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen<br />

werden ein Jahr<br />

lang –etwa durch ein Seminarprogramm<br />

–gezielt gefördertund dabei<br />

vonMentoren begleitet.<br />

„Der Effekt solcher Programme<br />

besteht vielfach auch darin, zu erkennen,<br />

dass es anderen Frauen in<br />

der Medizin ganz genauso geht“,<br />

sagt Christine Kurmeyer. Sie rät:<br />

„Begeben Sie sich aktiv auf die Suche<br />

nach Gleichgesinnten!“ Es sei<br />

für alle wichtig, sich auszutauschen<br />

–von der Studentin bis zur Professorin.<br />

„Als Einzelkämpferin funktioniertdas<br />

nicht.“ (dpa)<br />

NACHRICHTEN<br />

MINT-Orientierungssemester<br />

startet im April<br />

Irgendwas mit MINT soll es sein:Wer<br />

seine Studienwahl noch nicht näher<br />

eingrenzen kann oder möchte,der<br />

hat ab dem Sommersemester 2020<br />

an der Universität Stuttgartdie<br />

Chance auf ein Orientierungssemester.Dabei<br />

stellen Dozenten all jene<br />

Fachbereiche vor, die in die MINT-<br />

Kategorie fallen: Mathematik, Informatik,<br />

Natur-und Ingenieurwissenschaften.<br />

Darüber hinaus besuchen<br />

die Studierenden ein Semester lang<br />

ausgewählte,reguläreVorlesungen<br />

und bekommen eine Einführung in<br />

universitäreArbeitsweise.Gleichzeitig<br />

ist es möglich, in Kursen Wissenslücken<br />

in Mathematik, Informatik,<br />

Physik und Chemie zu schließen.<br />

DenAbschluss biete eine individuelle<br />

Studienberatung, so die Universität<br />

Stuttgart, die das Programm gemeinsam<br />

mit dem MINT-Kolleg Baden-Württemberganbietet.<br />

DasOrientierungssemester<br />

wirdesabsofort<br />

immer im Sommersemester geben.<br />

In diesem Jahr startet dieses am 6.<br />

April, die Vorlesungszeit endet am<br />

17. Juli. Eine Bewerbung ist bis zum<br />

1. Märzonline möglich. (dpa)<br />

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Bundespolizei senkt<br />

Anforderungen an Bewerber<br />

ZurBesetzung neu geschaffener<br />

Stellen hat die Bundespolizei laut einem<br />

Pressebericht ihreAnforderungen<br />

an Bewerber gesenkt. Wiedie<br />

<strong>Zeitung</strong>en der Funke Mediengruppen<br />

berichten, hob die Bundespolizeibei<br />

den Deutschtests für den<br />

mittleren Dienst die Fehlertoleranz<br />

im Diktat an. Auch seien beim Fitnesstest<br />

Weitsprung und Liegestützendurch<br />

einen Pendellauf ersetzt<br />

worden. Wiedie Funke-Blätter von<br />

der Bundespolizei erfuhren, gehen<br />

dortallein im laufenden Jahr 853 Beamte<br />

in den Ruhestand. Zugleich<br />

habe der Bundestag zusätzliche Stellen<br />

genehmigt. Brutto kämen bei der<br />

Bundespolizei im Haushaltsjahr<br />

2020 insgesamt 2150 Planstellen<br />

hinzu. (afp)<br />

KrankeMitarbeiter kosten<br />

62 Milliarden Euro<br />

Erkrankte Mitarbeiter kosten die Unternehmen<br />

in Deutschland nach einer<br />

Studie des arbeitgebernahen Instituts<br />

der deutschenWirtschaft (IW)<br />

immer mehr Geld. DieAusgaben der<br />

Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung<br />

im Krankheitsfall seien zwischen<br />

2010 und 2018 um mehr als 65 Prozent<br />

auf 61,8 Milliarden Euro im Jahr<br />

gestiegen, heißt es in einer am Montag<br />

veröffentlichten IW-Studie.„Nicht<br />

nur ein leicht erhöhter Krankenstand,<br />

sondernauch die günstige Beschäftigungsentwicklung<br />

sowie die jährlichen<br />

Lohnsteigerungen treiben die<br />

Kosten“, schreibt das IW. (dpa)<br />

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<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B5<br />

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Karriere<br />

Ältere, erfahrene Mitarbeiter sind meist eine wertvolle Bereicherung für ein Team –und sollten sich auch als solche verkaufen.<br />

IMAGO/WESTEND61<br />

Mit über 50 zum neuen Job<br />

Zu alt oder gerade alt genug? Auf welche Strategien Bewerber 50+ setzen sollten, um auch später im Berufsleben neue Karrierewege zu wagen<br />

VonMarie Wachsmuth<br />

Ende 2019 ist auch der letzte<br />

der geburtenstarken 60er-<br />

Jahrgänge 50 Jahre alt geworden:<br />

Reichlich erfahren<br />

und mit noch genügend Energie ausgestattet,<br />

um<br />

Großes zu bewegen.<br />

Ihr Nachteil<br />

war immer auch<br />

ihr Vorteil: „Wir<br />

sind viele.“ Was<br />

hat die Generation<br />

aus der<br />

Macht der großen<br />

Zahl ge-<br />

Buchautorin<br />

Katharina Starlay macht –und was<br />

kann noch kommen?<br />

Wie werden die Jahre über 50<br />

zu Erntejahren? Wie lässt sich das<br />

„Jungsein im Kopf“ stilistisch umsetzen?<br />

Katharina Starlay ist diesen Fragen<br />

in ihrem neuen Buch „Stilvoll älter<br />

werden – Erfolgreich über 50“<br />

nachgegangen. Sie richtet den<br />

Scheinwerfer auf eine starke Generation,<br />

welche digital schon verinnerlicht<br />

hat aber noch weiß, was analog<br />

ist. Auf Menschen die noch Stadtpläne<br />

lesen können und um die<br />

Kunst der zwischenmenschlichen<br />

Beziehungen wissen.<br />

PR<br />

Eine erfolgreiche Karriere mit über 50<br />

noch anzukurbeln ist nicht ganz so<br />

einfach.Weshalb gibt es so vieleVorurteile<br />

gegenüber älteren Bewerbern?<br />

Die Altersgrenze scheint in der DNA<br />

vieler Unternehmen, in ihrem<br />

„Mindset“ noch immer festgeschrieben<br />

zu sein. Undesdauert lange bis<br />

sich vorgefasste Meinungen auf der<br />

gesellschaftlichen Ebene ändern. Alt<br />

heißt gleich unproduktiv, ist aber<br />

eine Formel, die schon lange nicht<br />

mehr gilt, zumal Alter und Altern<br />

heute neu definiert werden müssen:<br />

Viele Menschen über 50 haben ein<br />

biologisches Alter, das einige Jahre<br />

darunter liegt.<br />

Profitieren am Ende nicht alle Mitarbeiter<br />

eines Unternehmens von der<br />

Berufs- und auch Lebenserfahrung<br />

dieser Bewerber?<br />

Das könnte so sein, wenn man es<br />

beidseitig zulässt. Einerseits ist da<br />

die Angst, ältere Bewerber könnten<br />

teuer sein und immer die Führung<br />

übernehmen wollen. Und tatsächlich<br />

halten ja auch manche fest an<br />

den Verdiensten und Statussymbolen<br />

früherer Berufsjahre und merken<br />

gar nicht, dass sich dieWelt seitdem<br />

gedreht hat. Andererseits bringen<br />

erfahrene Senior-Experten<br />

mehr Gelassenheit und Fokus mit,<br />

denn die Umwege kennen sie ja<br />

schon. Diversität ist auf das Alter<br />

bezogen notwendig, aber noch<br />

nicht marktüblich.<br />

Welche Hürden stellen sich den Bewerbern<br />

mit 50+?<br />

Sich über Online-Portale zu bewerben,<br />

bringt in dem Alter nicht viel,<br />

weil dahinter Algorithmen stehen,<br />

keine Menschen. Diebesten Vorteile<br />

des Älterwerdens wie Erfahrung, Erfolge<br />

und ein realistisches Selbstbild<br />

kommen am anderen Ende gar nicht<br />

an. Das kann nur gelingen, wenn<br />

man auf Persönlichkeit und persön-<br />

BUCHTIPP<br />

Katharina Starlay<br />

Stilvoll älter werden –Erfolgreich über 50<br />

Das Slimbook kombiniertStilwissen mit Zeitgeist und gibt Anregungen, wie man über 50 stilvoll<br />

erfolgreich sein kann.<br />

liche Kontakte setzt und sich an Personalabteilungen<br />

wendet, wo Bewerbungen<br />

noch von Menschen gesichtet<br />

werden. Das ist eher im Mittelstand<br />

oder in kleineren<br />

Unternehmen der Fall.<br />

Sieschreiben in Ihrem Ratgeber etwas<br />

über den Schlüssel einer erfolgreichen<br />

Bewerbung ...<br />

Das ist immer noch der Lebenslauf,<br />

der die ganze Fülle der Erfahrung<br />

zeigen sollte und zwar so, dass das<br />

Gegenüber diese erkennen kann.<br />

Die Darstellung sollte komprimiert<br />

sein und konkret auf Projektkompetenzen<br />

sowie bereichernde Lebenserfahrungen<br />

eingehen. Außerdem<br />

gehört ein aktuelles Foto dazu, keines<br />

aus der sprichwörtlichen Jugend.<br />

Als Türöffner am Anfang lohnt<br />

sich eine Zusammenfassung, welche<br />

die Qualifikation mit dem Bedarfder<br />

Firmaverbindet und klarmacht, was<br />

der Bewerber für dieses spezifische<br />

Unternehmen tun kann, um dessen<br />

Erfolg zu steigern.<br />

Welche weiteren Bewerbungsstrategien<br />

gibt es?<br />

Am Anfang steht die reife Selbstreflektion,<br />

die Klarheit über das schafft,<br />

was ich zu bieten habe. „Wie kann<br />

ich kommunizieren, was mich ausmacht?“<br />

Und: „Wie komme ich als<br />

Person an?“ sind Fragen, die am Beginn<br />

jeder Strategie, jeder Neuausrichtung<br />

stehen sollten. Das sind<br />

auch die ersten Fragen in der Stilberatung.<br />

Äußerlichkeiten spielen in der jetzigen<br />

Zeit so eine große Rolle wie noch<br />

nie, aber welches Erscheinungsbild<br />

sollten Bewerber mit 50+ mitbringen?<br />

Wir sind heute mit Mitte 50 so fit<br />

wie andere Generationen vor uns<br />

mit Mitte 40 waren. Wirkleiden uns<br />

auch jünger als früher. Eine zu<br />

große Identifikation mit der Generation<br />

der eigenen Kinder allerdings<br />

ist nicht vorteilhaft, denn gerade<br />

der Kontrast betont oftmals<br />

die Reife.Zwischen zu juvenilen Attributen<br />

und einem monochromen<br />

Look gibt es doch heute so viele<br />

Möglichkeiten, sich typgerecht<br />

und zeitgemäß zu kleiden –wenn<br />

man sich einmal damit befasst. Ein<br />

authentischer Look unterstützt außerdem<br />

dabei, ein Umfeld zu finden,<br />

das zu einem passt. Wobei<br />

Jeans und Sneakers eher eine Uniform<br />

der Neuzeit geworden sind<br />

und in vielen Fällen nicht authentisch<br />

wirken.<br />

Gibt es Anlaufstellen, die unterstützend<br />

bei der Bewerbung und auch<br />

beim Vorbereiten auf das Vorstellungsgespräch<br />

zur Seite stehen?<br />

Natürlich. Es gibt gute Karriereberater,<br />

Coaches und Stilcoaches,<br />

welche einen Blick auf den Menschen<br />

und den Markt haben. Unter<br />

den vielen Anbietern sollte man<br />

nur jemanden finden, dem man<br />

vertraut und das hat in erster Linie<br />

auch mit dessen Lebenslauf zu tun.<br />

Den sollte man sich immer anschauen,<br />

denn Kompetenz hat<br />

auch hier mit gelebter Erfahrung<br />

zu tun.<br />

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B6 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Bildung<br />

Komponisten für Wort und Bild<br />

Fotos bearbeiten, Webgrafiken erstellen, einen Onlineshop aufhübschen: Mediengestalter brauchen kreative Ideen und viel Verständnis für den Betrachter<br />

VonAnkeDankers<br />

Firmenwebsite, Instagram-<br />

Account, E-Mail-Newsletter<br />

oder Webshop: Kaum<br />

ein Unternehmen kommt<br />

heute ohne einen medialen Auftritt<br />

aus. Und genau da kommen Mediengestalter<br />

ins Spiel.<br />

Sinja Piecuch hat sich vor rund<br />

drei Jahren den Beruf zum Ziel gesetzt<br />

und ist heute Auszubildende im<br />

dritten Lehrjahr zur Mediengestalterin<br />

Print und Digital mit dem<br />

Schwerpunkt „Gestaltung und Technik“.<br />

Beiweb-netz, einer Lüneburger<br />

Online-Agentur, lernt sie etwa, Kunden<br />

mit Blick auf digitale und gedruckte<br />

Medienkonzepte zu beraten,<br />

grafische Inhalte zu erstellen<br />

und aufzubereiten.<br />

Immer neue Herausforderungen<br />

„Was mir an der Arbeit richtig gut gefällt,<br />

ist die Abwechslung“, sagt die<br />

26-Jährige. Eskämen ständig neue<br />

Kunden und somit auch neue Aufträge<br />

und Aufgaben. „So wird esselten<br />

langweilig, und den meisten<br />

Spaß habe ich, wenn ich viel zu tun<br />

habe und anspruchsvolle Aufgaben<br />

übernehmen darf.“<br />

Dabei war ihr beruflicher Weg<br />

zunächst ein ganz anderer:Sinja Piecuch<br />

war gerade in einer Ausbildung<br />

zur Heilerziehungspflegerin,<br />

als sie das erste Mal mit dem Beruf<br />

des Mediengestalters in Berührung<br />

kam. „Ich war bei der Lebenshilfe<br />

als Schulassistenz angestellt und<br />

habe gemeinsam mit dem Mädchen,<br />

das ich im Rahmen dieser Arbeit<br />

betreut habe, ein Praktikum in<br />

einer Grafikabteilung gemacht“, erinnertsie<br />

sich.<br />

DerFunke sprang über:„DieIdee,<br />

etwas Kreatives und vor allem Produktives<br />

zu machen, war es, was<br />

Sinja Piecuch lernt in ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin unter Anleitung von Kevin Nöst, wie sich Kundenwünsche optimal umsetzen lassen.<br />

mich letztendlich dazu bewegt hat,<br />

diesen Berufzuergreifen“, sagt sie.<br />

Kreativität gehörezueiner der wichtigsten<br />

Voraussetzungen, um im Beruf<br />

des Mediengestalters glücklich<br />

zu werden, findet Grafik-Designer<br />

und Ausbilder Kevin Nöst. Daneben<br />

braucht es Genauigkeit, Sorgfalt,<br />

Teamfähigkeit, Offenheit, technischesVerständnis,ein<br />

Gespür für Ästhetik<br />

und Begeisterungsfähigkeit.<br />

Die Gestalter müssen aber auch<br />

Bezüge herstellen und erschaffen<br />

können, sowohl logisch als auch ästhetisch,<br />

so der Ausbilder.„Als Mediengestalter<br />

sollte ich die Fähigkeit<br />

haben, Dinge zu hinterfragen. Wenn<br />

ich etwas gestalten soll, verfolgt das<br />

immer einen Zweck. Dafür muss ich<br />

die Prozesse,die beim Betrachter ablaufen,<br />

erkennen und verstehen“,<br />

führtNöst aus.<br />

Die privaten Interessen der Lehrlinge<br />

hält er hingegen für nebensächlich.<br />

Es müsse nicht immer das<br />

Kunst- oder Fotografie-Talent sein.<br />

Computerspieler kommen beispielsweise<br />

ebenso mit Mechaniken<br />

und Techniken in Berührung, die für<br />

Mediengestalter relevant sind. Auto-<br />

Schrauber hätten oft ein Verständnis<br />

dafür, wie komplexe Systeme einem<br />

DPA<br />

einfachen Aufbau folgen. „Das<br />

macht sie nicht zum Welt-Designer,<br />

aber es kann und wird aktiv auf das<br />

Skill-Konto einzahlen, wenn man<br />

mit den berühmten offenen Augen<br />

durch die Welt geht“, findet Nöst.<br />

Denn der Beruf des Mediengestalters<br />

meint viel mehr,als nur Grafiken<br />

zu erstellen. Auszubildende der<br />

Fachrichtung „Gestaltung und Technik“<br />

lernen Layouts für multimediale<br />

Inhalte zu erstellen, etwa für<br />

Online-Netzwerke oder Soziale Medien.<br />

Manche programmieren später<br />

vielleicht Webseiten, andere bearbeiten<br />

Fotos, produzieren dreidimensionale<br />

Grafikelemente oder gestalten<br />

Stempel und Schilder.<br />

Azubis können sich aber auch für die<br />

Schwerpunkte Beratung und Planung<br />

oder Konzeption und Visualisierung<br />

entscheiden. Erstere erstellen<br />

Kalkulationen für unterschiedliche<br />

Projekte. Sie formulieren Angebote,stimmen<br />

Entwürfe mit Kunden<br />

ab und übernehmen Personal- oder<br />

Terminplanungen.<br />

Mediengestalter im Bereich Konzeption<br />

und Visualisierung haben<br />

ihren Schwerpunkt in Entwicklung<br />

von Medienkonzepten für Zeitschriften,<br />

Broschüren oder Internetseiten.<br />

In enger Zusammenarbeit<br />

mit dem Kunden entwickeln und gestalten<br />

sie grafische Inhalte – und<br />

kümmern sich zum Teil um Kontrolle<br />

und Qualitätssicherung des<br />

Produkts.<br />

Eine bestimmte Schulbildung ist<br />

nicht vorgeschrieben. Laut Bundesagentur<br />

für Arbeit stellen die meisten<br />

Betriebe jedoch Auszubildende mit<br />

Hochschulreife ein. Die Ausbildungsvergütung<br />

unterscheidet sich<br />

je nach Arbeitgeber und Branche.<br />

DieArbeitsagentur gibt zur Orientierung<br />

eine monatliche Bruttovergütung<br />

zwischen rund 800 und 955<br />

Euro im ersten Lehrjahr an. Im dritten<br />

Lehrjahr bekommen Azubis zwischen<br />

930 und 1050 Euro.<br />

Früh Verantwortung übernehmen<br />

„Ich finde es toll, dass mir schon in<br />

der Ausbildung Verantwortung<br />

übertragen wird und ich schon an<br />

richtigen Kundenprojekten arbeiten<br />

darf“, sagt Sinja Piecuch. Besonders<br />

Aufträge, bei denen noch alles<br />

offen sei, empfindet die 26-Jährige<br />

als große Herausforderung. „Allerdings<br />

macht es auch Spaß, da in solchen<br />

Fällen noch mehr Kreativität<br />

gefragt ist.“<br />

Wer die Herausforderungen<br />

meistert, kann die nächsten Schritte<br />

auf der Karriereleiter machen. Sowohl<br />

kaufmännische Weiterbildungen,<br />

Technikerweiterbildungen und<br />

Meisterweiterbildungen kommen<br />

infrage. Aber auch manche Studienfächer<br />

bauen auf den Ausbildungsberuf<br />

auf.<br />

Für Sinja Piecuch steht fest: Ihr<br />

Berufsleben soll auch künftig von<br />

Abwechslung geprägt sein. „Ich<br />

würde deshalb gerne weiterhin in einer<br />

Agentur arbeiten, wo die Arbeitsaufträge<br />

und Kunden so stetig variieren.“<br />

(dpa)<br />

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<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B7<br />

· ·<br />

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Mobile Welten<br />

Rückwärts<br />

aus der<br />

Einfahrt<br />

Bei Kollision droht<br />

oft die Alleinschuld<br />

Für Autofahrer ist es eine schwierige<br />

Situation: Auf der Straße<br />

rauscht der Verkehr vorbei, aber irgendwie<br />

muss man ja aus der Einfahrt<br />

rauskommen. Nur vorsichtig<br />

sein reicht dabei nicht immer.Denn<br />

auch wer sein Auto sehr vorsichtig<br />

aus einer Einfahrt rückwärts auf die<br />

Straße fährt, haftet bei einer Kollision<br />

im Zweifel allein. Daszeigt eine<br />

Entscheidung des Landgerichts Itzehoe<br />

(Az.: 6O336/17), auf die der<br />

ADAC hinweist. Fahrer sollten daher<br />

am Besten einen Einweiser um<br />

Hilfe bitten.<br />

Der Fall: Eine Autofahrerin<br />

wollte rückwärts aus der Ausfahrt<br />

ihres Grundstücks herausfahren.<br />

DieSicht war durch Bewuchs eingeschränkt.<br />

Langsam tastete sie sich<br />

aus der Einfahrt, als sich ein anderes<br />

Auto näherte,dessen Fahrerin nicht<br />

mehr bremsen konnte. Auf der<br />

Straße kam es zur Kollision –und<br />

beide Beteiligten forderten Schadenersatz.<br />

UnklareVerkehrsverhältnisse<br />

Die Fahrerin des auf der Straße fahrenden<br />

Autos meinte, sie sei im<br />

Rahmen der Verkehrsregeln unterwegs<br />

gewesen. Dassah die Frau, die<br />

aus ihrer Einfahrt herausrangiert<br />

war, anders. Sie argumentierte, ihr<br />

Auto habe bereits gestanden, als es<br />

krachte. Auch wenn die andere<br />

Dame Vorfahrt hatte, hätte sie nicht<br />

einfach in ihr Auto hineinfahren<br />

dürfen. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse<br />

an der Unfallstelle<br />

seien auch die –erlaubten –50Stundenkilometer<br />

zu schnell gewesen.<br />

Letztlich klagte die Frau, die aus<br />

der Ausfahrt herausgefahren war,<br />

weil die Versicherung ihrer Unfallgegnerin<br />

nicht zahlen wollte. Doch<br />

das Landgericht wies ihreKlage ab.<br />

BesondereSorgfalt ist gefordert<br />

Das Gericht begründete die Ablehnung<br />

so: Das Eigenverschulden der<br />

Klägerin sei derartig groß, dass sie<br />

keinen Schadenersatz fordern<br />

könne. Wer rückwärts fährt, müsse<br />

so sorgfältig sein, dass andere nicht<br />

gefährdet oder geschädigt werden.<br />

Bei schlechter Sicht müssen sich<br />

Autofahrer schlimmstenfalls einweisen<br />

lassen –gerade weil die Frau<br />

aus einer Einfahrt inden Fließverkehr<br />

einfädeln wollte, hätte sie<br />

umso sorgfältiger sein müssen.<br />

Anhaltspunkte dafür, dass die<br />

andere Fahrerin das Fahrzeugheck<br />

aus einiger Entfernung bereits hätte<br />

wahrnehmen können und somit<br />

„sehenden Auges“ in das Auto gefahren<br />

sei, gab es nicht. Auch das Argument,<br />

Tempo 50 sei unangepasst<br />

gewesen, wurde vom Gericht zurückgewiesen:<br />

So viel war dorteben<br />

erlaubt.<br />

Nach Einschätzung des Gerichts<br />

sei die Frau, die rückwärts aus der<br />

Einfahrt kam, somit allein verantwortlich<br />

für den Unfall. (dpa)<br />

Damit es zum SaisonstartimFrühjahr wieder so sportlich aussieht, sollten Biker in der Winterpause ihre Form und Beweglichkeit trainieren.<br />

Als Motorradfahrer fit durch den Winter<br />

Manche Biker halten zwischen November und März wie ihre Maschinen Winterruhe. Doch das ist nicht gut<br />

VonFabian Hoberg<br />

Viele Motorräder parken<br />

über denWinter eingemottet<br />

in der Garage. Ihre Besitzer<br />

jedoch sollten sich<br />

nicht ausruhen. Zumindest dann,<br />

wenn sie kommende Saison wieder<br />

zügig und sicher auf ihren Maschinen<br />

unterwegs sein wollen.<br />

„Motorradfahren stellt hohe Ansprüche<br />

an Geist und Körper. Deshalb<br />

ist es besser, wenn Fahrer auch<br />

im Winter in Form bleiben“, erklärt<br />

Michael Lenzen vom Bundesverband<br />

der Motorradfahrer (BVDM).<br />

Lenzen rät, während der kalten<br />

Jahreszeit regelmäßig Sport zutreiben.<br />

Mansollte die Ausdauer trainieren,<br />

aber auch einzelne Körperregionen<br />

festigen, sagt er. Dazu zählen<br />

unter anderem Nacken, Oberarme,<br />

Schultern, Handgelenke und Beine.<br />

Besonders die Ausdauer sei wichtig.<br />

Sie lässt sich etwa mit Joggen,<br />

Schwimmen, Rudern oder Radfahren<br />

verbessern. „Wer fitter ist, fährt<br />

konzentrierter, reaktionsschneller<br />

und damit sicherer. Motorradfahren<br />

ist ein komplexer sensomotorischer<br />

Vorgang“, erläutertLenzen. Eine aufrechte<br />

Körper- und Bauchhaltung<br />

macht das Fahren leichter.<br />

MitEigengewicht trainieren<br />

In der Winterpause Gewichte stemmen,<br />

ist nicht nötig. Die meisten<br />

Übungen lassen sich mit dem Eigengewicht<br />

absolvieren, zum Beispiel<br />

Sit-ups, Liegestütze oder Strecksprünge.<br />

„Wer nicht ins Fitnessstudio<br />

gehen will, kann die Übungen zu<br />

Hause auf dem Teppich erledigen“,<br />

sagt Lenzen. Mit dem Eigengewicht<br />

lässt sich gut trainieren und balancieren.<br />

Das steigert Kondition und<br />

Gleichgewichtsgefühl.<br />

Moderne Motorräder verlangen<br />

keine harten Zugkräfte für Bremse<br />

und Kupplung –und dadurch nicht<br />

Krafttraining mit Eigengewicht ist für Motorradfahrer genau das Richtige.<br />

DPA<br />

unbedingt starke Finger. Entsprechende<br />

Übungen seien heute jedenfalls<br />

weniger wichtig, findet Lenzen.<br />

Wer aber seine Finger und Hände<br />

stärken möchte, kann sich eine Fingerhantel<br />

besorgen, die es teilweise<br />

schon für weniger als zehn Euro zu<br />

kaufen gibt.<br />

Körperliche Fitness ist zwar ratsam,<br />

sollte für durchschnittliche Biker<br />

allerdings auch nicht überbewertet<br />

werden. Mattias Haasper<br />

vom Institut für Zweiradsicherheit<br />

(ifz) findet: „Das Motorrad ist immer<br />

noch ein gebräuchliches Verkehrsmittel,<br />

das sicher bewegt werden<br />

kann, ohne zur Gruppe der<br />

Leistungssportler zu gehören.“<br />

Doch Haasper stellt zugleich klar:<br />

Werkörperlich fit sei, komme generell<br />

im Alltag besser zurecht und damit<br />

auch auf dem Motorrad. Wer<br />

motorische Fähigkeiten trainiere<br />

und gesund sei, habe besonders in<br />

schwierigen Verkehrssituationen einen<br />

Vorteil, weil man oftmals<br />

schneller reagieren könne. „Außerdem<br />

fahren Sie länger und konzentrierter<br />

am Stück“, sagt Haasper.<br />

Weniger Trainierte stoßen dagegen<br />

schneller an ihreLeistungsgrenzen,<br />

Konzentration und Reaktionsvermögen<br />

sinken rascher.<br />

Wolfgang Sternbestätigt das.Motorradfahrer,die<br />

weniger fit sind und<br />

vergleichsweise wenige Kilometer<br />

im Jahr fahren, verkrampfen und erschrecken<br />

sich schneller als durchtrainierte,<br />

geübte Fahrer.„Wernicht<br />

die beste Kondition hat und unbeweglich<br />

ist, sollte im Winter Sport<br />

treiben“, sagt Stern, der freiberuflicher<br />

Verkehrstrainer und Verkehrspädagoge<br />

beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat<br />

(DVR) ist.<br />

Auf der Maschine sind Biker speziellen<br />

Belastungen ausgesetzt. Vor<br />

allem der Nacken- und der Halsbereich<br />

werden stark beansprucht,<br />

darum sollten Fahrer diese Regionen<br />

regelmäßig trainieren und dehnen.<br />

„Es geht weniger um Muskelaufbau,<br />

dafür mehr um Stretching“, so Stern.<br />

Denn mit einer entspannten Muskulatur<br />

sitzen Motorradfahrer entspannter<br />

auf ihrer Maschine und<br />

fahren flüssiger.<br />

Der Sportmediziner Klaus Dann<br />

sieht einen Unterschied zwischen<br />

Gelände- und Straßenmotorradfahrern.„Geländefahrer<br />

auf Motocross,<br />

Endurooder Trail sind fast das ganze<br />

Jahr unterwegs, die Straßenfahrer<br />

pausieren meist ein paar Monate“,<br />

sagt der Facharzt für Unfallchirurgie<br />

und Sporttraumatologie,der in Wien<br />

praktiziert.<br />

Damit die körperliche Fitness in<br />

der kalten Jahreszeit nicht leidet,<br />

empfiehlt auch der Arzt regelmäßiges<br />

Training. Das könnte langsames<br />

Trailfahren sein, um den Gleichgewichtssinn<br />

und die Grundtechniken<br />

des Motorradfahrens zu trainieren,<br />

aber auch Mountainbiking für die<br />

Grundlagenausdauer und zum Training<br />

der Bewegungsabläufe.<br />

Pilates-Übungen verbessern die<br />

Rumpfstabilität und trainieren Arme<br />

und Beine.Die Unterarmmuskulatur<br />

werde beim Straßenmotorradfahren<br />

besonders gefordert, erklärtDann.<br />

Egal, was man trainiert: Man<br />

sollte sich zuvor mindestens zehn<br />

Minuten aufwärmen, rät Michael<br />

Lenzen vom Motorradfahrer-Verband.<br />

Undwer gesundheitliche Probleme<br />

hat, klärt das Trainingsvorhaben<br />

lieber mit seinem Arzt ab.<br />

Auch den Geist fordern<br />

DPA<br />

Neben dem Körper sollte auch der<br />

Geist gefordert werden. Bei einem<br />

mentalen Training lässt sich beispielsweise<br />

die Lieblingsstrecke mit<br />

geschlossenen Augen nachfahren,<br />

Brems-, Schalt-, und Scheitelpunkte<br />

stellt man sich bildlich vor.<br />

Matthias Haasper vomifz hält die<br />

mentale Fitness für einen entscheidenden<br />

Punkt: „Das Durchdenken<br />

von Handlungsabläufen abends auf<br />

dem Sofa kann helfen, sicherer in<br />

kritischen Verkehrs- oder Extremsituationen<br />

zu werden.“ Aus der Winterpause<br />

starten Motorradfahrer<br />

dann lieber ganz entspannt: Bei der<br />

ersten Tour rät Verkehrstrainer Wolfgang<br />

Stern zum langsamen Fahren.<br />

So findet man wieder in den Rhythmus<br />

und macht sich mit der Maschine<br />

vertraut. (dpa)<br />

NACHRICHTEN<br />

Bei Sondersignalen muss<br />

sofortPlatz gemacht werden<br />

BeiRot über die Ampel ohne Strafe?<br />

Dasgeht, wenn sich vonhinten ein<br />

Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und<br />

Martinshornnähertund so der Weg<br />

freigemacht werden kann. Denn die<br />

Straße freimachen hat oberste Priorität<br />

bei einer Einsatzfahrtmit Sondersignal.<br />

WerHelfer und Retter blockiert,<br />

muss mit einem Bußgeld und<br />

Fahrverbot rechnen. (mid)<br />

Private Knöllchen sind ab<br />

sofortrechtswidrig<br />

Strafzettel, die vonprivaten Dienstleisternausgestellt<br />

werden, sind<br />

laut einem Urteil des Oberlandesgerichts<br />

FrankfurtamMain rechtswidrig.<br />

Allein 2018 seien mehr als<br />

700 000 Parkverstöße mit einem<br />

Sanktionswertvon mehr als zehn<br />

Millionen Euro geahndet worden.<br />

Betroffene können ihr Geld zurückfordern.<br />

Nötig sind dazu der Strafzettel<br />

selbst, das Aktenzeichen oder<br />

ein Überweisungsbeleg. (mid)<br />

AC Schnitzer verleiht BMW<br />

X3 Mnoch mehr Power<br />

90 PS mehr liefertdas Leistungsupdate<br />

der Edel-Tuner.<br />

PR<br />

AC Schnitzer hat sich jüngst den aktuellen<br />

BMW X3 Mvorgenommen.<br />

Dasvon Haus aus leistungsstarke<br />

SUV liefertinder AC-Version ganze<br />

600 PS. Einspezieller Federnsatz<br />

sorgt für eine Tieferlegung vonrund<br />

20 bis 25 Millimetern. Dazu gehört<br />

noch das Aerodynamik-Paket aus<br />

Frontsplitter und Dachheckflügel,<br />

um den Abtrieb an Vorder-und Hinterachse<br />

zu verbessern. (mid)<br />

Verbraucht Super E10<br />

wirklich mehr Sprit?<br />

Viele Autofahrer glauben, dass Super<br />

E10 einen höheren Verbrauch verursacht.<br />

Laut des Bundesverbands der<br />

deutschen Bioethanolwirtschaft<br />

(BDBe) sei das nicht nachweisbar.<br />

Rollenprüfstandtests mit fünf Autos<br />

verschiedener Fahrzeugklassen auf<br />

Grundlage des Messverfahrens<br />

WLTP hätten ergeben, dass der<br />

Mehrverbrauch nicht höher als 0,09<br />

Liter auf 100 Kilometer.Zudem<br />

zeigte sich, dass Super E10 die Stickoxidemissionen<br />

um rund 25 Prozent<br />

und den Feinstaubausstoß um 70<br />

Prozent verringere. (mid)<br />

Das Warten auf die<br />

Umweltprämie schadet<br />

DieErhöhung der Umwelt-Prämie<br />

lässt auf sich warten. Dassei schlecht<br />

fürs Autogeschäft, kritisiertder Zentralverband<br />

Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe<br />

e.V. (ZDK). Denn in Erwartung<br />

des höheren Bonus kaufe<br />

im Moment kaum jemand ein Elektroauto.<br />

(mid)<br />

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B8 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

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Mobile Welten<br />

Mit der Kraft der drei Herzen<br />

Opel setzt jetzt auch den Grandland Xals Hybrid 4unter Strom<br />

VonSolveig Grewe<br />

Rund 180 000 Einheiten des<br />

Mittelklasse-SUV hat Opel<br />

seit 2017 in Europa verkauft.<br />

Jetzt gehört es zusammen<br />

mit dem Corsa-e, einer E-<br />

Version desVivaro und dem Mokka X-<br />

ezuden vier Modellen, die 2020 die<br />

Elektrifizierung der Flotte weiter voranschreiten<br />

lassen. Bis 2024 soll es<br />

vonjedem Opel-Modell eine elektrifizierteVariante<br />

geben.<br />

Sitzheizung, Klimaanlage? Nichts<br />

davon ist heute nötig, was den Verbrauch<br />

beeinträchtigen könnte. In<br />

unserem Grandland XHybrid 4arbeiten<br />

zwei Elektromotoren –einer mit<br />

113 PS an der Hinterachse, einer mit<br />

110 PS an der Vorderachse –und ein<br />

1,6-Liter-Turbo-Benziner im Team an<br />

einer Systemleistung von300 PS und<br />

einem kombinierten System-Drehmoment<br />

von520 Newtonmetern.<br />

Mitacht Gängen geht es voran<br />

Vorne übersetzt eine Achtgangautomatik<br />

die Kraft, hinten haben die Ingenieure<br />

den Elektromotor zusammen<br />

mit dem Differential in die Achse<br />

integriert. Das funktioniert wie ein<br />

automatisch zuschaltender Allradantrieb,<br />

weswegen dem Mittelklasse-<br />

SUV auch die Zahl 4imNamen gebührt.<br />

Nach dem StartamFlughafen Basel<br />

geht es mit voll geladener,13,2 kW<br />

fassender Lithium-Ionen-Batterie im<br />

standardmäßigen reinen E-Modus<br />

Erst, wenn man das gaspedal wirklich kräftig durchdrückt, steigt der 200 PS starke Benzinmotor hörbar ein. Ansonsten kann der Hybrid auch sehr leise agieren.<br />

los. Bis zu 59 Kilometer weit (nach<br />

WLTP) und 135 km/h schnell kommt<br />

man theoretisch lokal abgasfrei. Die<br />

optimale Kombination aus effizientem<br />

Kraftstoffverbrauch und guten<br />

Fahrleistungen ergibt sich im Hybrid-<br />

Modus, dem intelligenten Mix aus<br />

Verbrennungs- und Elektroantrieb.<br />

Für schnelle Steckenabschnitte darf<br />

es dann auch gerne mal der Sportmodus<br />

sein. Da sind bis zu 235 km/h in<br />

der Spitze drin. Den Spurt von 0auf<br />

100 km/h erledigt das SUV in 6,1 Sekunden.<br />

Im Allradmodus sorgt der<br />

elektrischer Antrieb auf beiden Achsen<br />

bei ungünstigeren Witterungsverhältnissen<br />

als heute für optimierte<br />

Traktion.<br />

Anders als bei einem reinen Elektroauto<br />

bleibt unsere Testfahrt zum<br />

knapp 1300 Meter hohen Feldberg<br />

im Schwarzwald frei von der Sorge,<br />

mit leerer Batterie irgendwo am Straßenrand<br />

liegen zu bleiben. Entspannt<br />

beobachten wir auf dem Display<br />

die über eine Taste mit einem<br />

Blitz abrufbaren Informationen über<br />

den Energieverbrauch, den Energiefluss<br />

sowie Lade-, Betriebs- und Verbrauchsstatistiken.<br />

Bei der Abfahrt<br />

vom Feldberg regeneriert das knapp<br />

1900 Kilo schwereSUV intensiv.Die<br />

beim Bremsen oder bei Geschwindigkeitsabnahme<br />

erzeugte Energie<br />

wird umgewandelt und genutzt, um<br />

die Batterie wieder aufzuladen. Per<br />

„e-Save“ lässt sich während der<br />

Fahrt genügend Energie bunkern,<br />

um zum Beispiel für emissionsfreie<br />

Zonen in Innenstädten gerüstet zu<br />

sein. Zieht man den Ganghebel nach<br />

hinten, kommt in „B“ der Rekuperationsmodus<br />

zum Zuge, bei dem das<br />

Bremspedal weitgehend entbehrlich<br />

wird.<br />

Der von Opel angegebene Verbrauch<br />

vonunter zwei Liternauf 100<br />

Kilometer lässt sich ohne Zweifel auf<br />

PR<br />

kurzenStrecken realisieren, wenn der<br />

Verbrenner kaum seine Finger ins<br />

Spiel bekommt. Zum Beispiel bei<br />

Fahrten vom Wohnort zum Arbeitsplatz<br />

und zurück. Bei unserer knapp<br />

200 Kilometer langen Teststrecke mit<br />

einem Mixaus Landstraße und Autobahn<br />

zeigte der Bordcomputer knapp<br />

über sechs Liter an.<br />

Schnelladen kann er nicht<br />

Um die jetzt natürlich leere Batterie<br />

wieder aufzuladen, muss man an der<br />

Haushaltssteckdose sieben Stunden<br />

Zeit investieren. Über eine 7,4 kW-<br />

Wallbox lässt sich der Akku schon in<br />

rund zwei Stunden vollständig aufladen.<br />

Schnellladestationen mit höherer<br />

Ladeleistung verträgt die Batterie<br />

überraschenderweise leider nicht.<br />

Der umweltfreundliche Allradler,<br />

der alle Kriterien für förderfähige<br />

Elektrofahrzeuge erfüllt, kostet ab<br />

51 165 Euro. Der komplette Umweltbonus<br />

reduziert die Anschaffungskosten<br />

auf 47 059 Euro. (mid)<br />

TechnischeDaten Opel Grandland XHybrid 4–<br />

Länge/Breite/Höhe: 4,47/1,90/1,60 Meter,Motor:VierzylinderBenziner,<br />

Hubraum: 1598 ccm,<br />

Leistung: 147 kW/200 PS bei 6000 U/min, max.<br />

Drehmoment:300 Nm bei 3000 U/min, Elektromotoren<br />

Leistung: 81,2 kW/110 PS (Front)/ 83<br />

kW/113 PS (Heck),Batterie:Lithium-Ionen, 13,2<br />

kWh, Kombinierte Systemleistung: 221 kW/300<br />

PS,0bis 100 km/h: 6,1 sec., Spitze: 235 km/h,<br />

Kraftstoffverbrauch (WLTP): 1,4-1,3 l/100 km,<br />

C02-Emissionen (WLTP): 32–29 g/km, Preis:<br />

51 165 Euro.<br />

Fürmich immo<br />

nurmit Traumbad.<br />

Ein Gruß ans Getriebe<br />

Wasgeht eigentlich beim Verschalten kaputt?<br />

Krrrch -ein knirschendes metallisches<br />

Geräusch durchbricht die<br />

gewohnten Klänge beim Schalten.<br />

Ein solcher Verschalter ist wohl<br />

schon fast jedem Autofahrer mal<br />

passiert. Doch wie gefährlich ist das?<br />

Geht dabei das Getriebe kaputt?<br />

Können Zahnräder abbrechen, oder<br />

nimmt das Fahrzeug sogar anderweitig<br />

Schaden?<br />

„Die wenigsten wissen, dass bei<br />

einem Verschalter nicht nur das Getriebe<br />

schwer in Mitleidenschaft gezogen<br />

werden kann. Im Extremfall<br />

kann sogar ein Motorschaden die<br />

Folge sein“, sagt Achmed Leser vom<br />

Tüv Thüringen.<br />

Die häufigste Ursache für die<br />

knirschenden Getriebegeräusche ist<br />

nach Lesers Erfahrung ein falsches<br />

Ein- oder Auskuppeln. Je nach<br />

Schwere des Fehlers werden die Getriebeteile<br />

dabei extremen Belastungen<br />

ausgesetzt. Bei häufigem Verschalten<br />

kann das zum vorzeitigen<br />

Verschleiß von Synchronringen,<br />

Dichtungen oder aber der Nadellager<br />

bis hin zur Schaltmuffe führen.<br />

Motorschäden können folgen<br />

Legen Autofahrer einen zu kleinen<br />

Gang beim Schalten ein, etwa beim<br />

versehentlichen Schalten vom vierten<br />

in den ersten Gang, gerät der Motor<br />

beim Einkuppeln in eine Überdrehzahl.<br />

Dabei werde die erhöhte<br />

Rolldrehzahl des Fahrzeugs aus dem<br />

hohen Gang mit voller Wucht auf<br />

den zu kleinen Gang übertragen.<br />

„Der Motor jault regelrecht auf, das<br />

Fahrzeug wird dabei stark abgebremst.<br />

Hier stoßen auch die herstellerseitigen<br />

Drehzahlbegrenzer an<br />

ihreGrenzen“, so Leser.<br />

Dieser starkerhöhte Drehzahlbereich<br />

schade jedoch nicht nur dem<br />

Getriebe, erkönne auch zu einem<br />

kapitalen Motorschaden führen.<br />

Denn im Inneren des Motors führt<br />

die extrem hohe Drehzahl dazu, dass<br />

sich die Kolben schneller bewegen,<br />

als die Ventile öffnen und schließen<br />

können. Wenn die Kolben mit Wucht<br />

gegen die Ventile schlagen, können<br />

diese verbogen werden oder gar den<br />

Kolben durchschlagen. Auch ein<br />

Ausknicken des Pleuels ist häufig die<br />

Folge.<br />

Alles gut bei Automatik?<br />

Doch nicht nur Fahrer von Autos<br />

mit manuellem Getriebe können<br />

teure Fehler machen: Mancher Automatik-Fahrer<br />

wechselt beim Rangieren<br />

gerne vorschnell von Fahrstufe<br />

DzuR,umrückwärts fahren<br />

zu können. Erfolgt der Fahrstufenwechsel<br />

noch bei rollendem Fahrzeug,<br />

wird die Automatik über Gebühr<br />

belastet. Auch solche Fehlbedienungen<br />

führen zwangsläufig zu<br />

einem erhöhten Verschleiß der Getriebekomponenten.<br />

Leser rät, mit Kupplung und Getriebe<br />

sorgsam umzugehen und alle<br />

Wartungsintervalle strikt einzuhalten.<br />

Denn: Jedes Verschalten erhöht<br />

den Verschleiß. (dpa)<br />

Finde dein perfektes Zuhause<br />

berliner-zeitung.immowelt.de<br />

Mit jedem Verschalten wird Schaden angerichtet.<br />

IMAGO/PANTHERMEDIA


<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B9<br />

· ·<br />

·······················································································································································································································································································<br />

Börse<br />

Tagesgeld Zins p.a. für Beträge<br />

Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€<br />

Renault Bank direkt */**<br />

renault-bank-direkt.de 0,45 0,45 0,45<br />

Advanzia **<br />

advanzia.com - 0,30 0,30<br />

Akbank<br />

akbank.de 0,26 0,26 0,26<br />

PSA Direktbank **<br />

psa-direktbank.de 0,25 0,25 0,25<br />

RaboDirect **<br />

rabodirect.de 0,25 0,25 0,25<br />

ING *<br />

ing.de 0,25 0,25 0,25<br />

Postbank<br />

postbank.de 0,01 0,01 0,01<br />

Santander<br />

santander.de 0,01 0,01 0,01<br />

Targobank<br />

targobank.de 0,01 0,01 0,01<br />

Commerzbank<br />

069/98660966 0,00 0,00 0,00<br />

<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />

030/86986969 0,01 0,01 0,01<br />

<strong>Berliner</strong> Volksbank<br />

030/30633300 0,001 0,001 0,001<br />

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)<br />

mbsdirekt.de 0,001 0,001 0,001<br />

Sparda-Bank Berlin<br />

030/42080420 - 0,001 0,001<br />

BBBank<br />

bbbank.de 0,00 0,00 0,00<br />

Mittelwert von 85 Banken 0,08 0,08 0,07<br />

*Neukunden /Neuanlagen<br />

** Einlagensicherung 100.000 Euro<br />

Ratenkredite 10.000 Euro<br />

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins<br />

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.<br />

Deutsche Skatbank<br />

skatbank.de 2,89 2,89 2,89<br />

EthikBank<br />

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95<br />

DKB Deutsche Kreditbank<br />

dkb.de 3,49 3,49 3,49<br />

SWK Bank<br />

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49<br />

netbank<br />

netbank.de 3,59 3,59 3,59<br />

Commerzbank<br />

commerzbank.de 3,25 3,25 3,25<br />

ING<br />

ing.de 3,99 3,99 3,99<br />

Targobank<br />

targobank.de 3,75 3,75 3,75<br />

Postbank<br />

postbank.de 3,79 3,79 3,79<br />

Deutsche Bank<br />

deutsche-bank.de 3,89 3,89 3,89<br />

BBBank<br />

030 202480 1,98 1,98 1,98<br />

PSD Berlin-Brandenburg<br />

psd-bb.de 3,49 3,49 3,69<br />

Pax-Bank<br />

pax-bank.de 3,99 3,99 3,99<br />

ABK Allgemeine Beamten Bank *<br />

030/28535200 4,29 4,29 3,19<br />

Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />

0331/898989 8,99 8,99 8,99<br />

Mittelwert von 70 Banken 3,80 3,87 3,96<br />

*Konditionen gelten für Bedienstete im öffentlichen Dienst.<br />

Sparbriefe und<br />

langfristigeAnlagen 5.000 Euro<br />

Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre<br />

Bigbank **<br />

bigbank.de 1,10 1,30 -<br />

Ziraat Bank<br />

ziraatbank.de 0,85 1,10 -<br />

Bank11<br />

bank11.de 0,80 1,10 -<br />

akf bank **<br />

akf.de 0,85 1,05 1,05<br />

Sberbank Direct **<br />

sberbankdirect.de 0,85 1,05 -<br />

Targobank<br />

targobank.de 0,45 0,65 -<br />

Santander<br />

santander.de 0,45 0,60 0,60<br />

ING<br />

ing.de 0,03 0,10 -<br />

Deutsche Bank<br />

deutsche-bank.de 0,01 0,01 0,01<br />

Postbank<br />

postbank.de - - -<br />

ISBANK<br />

isbank.de 0,75 0,95 -<br />

Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />

0331/898989 0,01 - 0,01<br />

PSD Berlin Brandenburg<br />

psd-bb.de - - -<br />

<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />

030/86986969 - - -<br />

Sparda-Bank Berlin<br />

030/42080420 - - -<br />

Mittelwert von 80 Banken 0,52 0,61 0,57<br />

** Einlagensicherung 100.000 Euro<br />

Festgeld für 5.000 Euro<br />

Kundenkontakt 3Mon. 6Mon. 12 Mon.<br />

Bigbank **<br />

bigbank.de 0,45 0,50 0,75<br />

Bank11<br />

bank11.de 0,40 0,50 0,50<br />

akf bank **<br />

akf24.de 0,20 0,45 0,60<br />

abcbank<br />

abcbank.de - 0,35 0,45<br />

Crédit Agricole **<br />

ca-consumerfinance.de 0,21 0,31 0,51<br />

Deutsche Bank<br />

deutsche-bank.de - 0,01 0,01<br />

Santander<br />

santander.de - 0,01 0,05<br />

Targobank<br />

targobank.de 0,00 0,00 0,10<br />

ING<br />

ing.de - - 0,01<br />

Commerzbank<br />

commerzbank.de - - -<br />

ISBANK<br />

isbank.de 0,25 0,35 0,40<br />

Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />

mbs-potsdam.de - - 0,01<br />

Sparda-Bank Berlin<br />

sparda-b.de - - 0,002<br />

<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />

030/86986969 - - -<br />

PSD Berlin Brandenburg<br />

-psd-bb.de - - -<br />

Mittelwert von 80 Banken 0,15 0,16 0,24<br />

** Einlagensicherung 100.000 Euro<br />

Gewinner &Verlierer der <strong>Berliner</strong> Werte<br />

zurückfallende Werte<br />

in 4Wochen<br />

in 12 Monaten<br />

Verlierer Index<br />

in 4Wochen<br />

in 12 Monaten<br />

Investmentfonds<br />

Gewinner<br />

in 4Wochen<br />

in 12 Monaten<br />

aufholende Werte<br />

in 4Wochen<br />

in 12 Monaten<br />

Das Vier-Felder-Diagramm illustriert<br />

die Performance der in den <strong>Berliner</strong> Werten<br />

vertretenen Titel in zwei verschiedenen<br />

Zeiträumen. Die vertikale Achse zeigt die<br />

Veränderung in den vergangenen 12 Monaten,<br />

die horizontale Achse die Veränderung des<br />

vergangenen Monats. Die Aktien mit der<br />

relativ gesehen besten Performance befinden<br />

sich in dem Quadranten rechts oben, die<br />

Aktien mit der relativ gesehen schlechtesten<br />

Performance links unten. Die Grösse der<br />

Kreise, mit denen die Unternehmen dargestellt<br />

sind, richtet sich nach der Höhe der<br />

Marktkapitalisierung.<br />

AUSSCH. AUSG. RÜCKN. RÜCKN.<br />

30.01. 30.01. VORW.<br />

WWW.ALLIANZGLOBALINVESTORS.DE<br />

A.Ad.InGlA A 111,39 108,15 107,34<br />

Adifonds A A 137,13 130,60 133,78<br />

AdiverbaA A 179,42 170,88 173,41<br />

AdvFixedIncAEUR A 104,03 101,00 100,65<br />

Aktien Europa A A 99,36 94,63 96,77<br />

All Stratfds Ba A A 93,17 89,59 90,34<br />

BiotechnologieA A 181,15 172,52 175,24<br />

ConcentraA A 129,91 123,72 126,83<br />

CONVEST 21 VL A 68,45 65,19 66,25<br />

East. EuropeEqA* A1,96 104,38 99,41 99,41<br />

Emerging Europe A* A 350,23 350,23<br />

Eur Renten AE A 66,76 65,13 64,47<br />

Eur Renten KAE A 41,96 41,14 41,07<br />

Euro RentenfondsAT T 113,41 110,64 109,51<br />

EuropaVisionA A 28,91 27,53 28,06<br />

Europazins A A 59,15 57,43 57,22<br />

Flexi Rentenf.A A 97,64 94,34 94,68<br />

FondakA A 197,23 187,84 192,58<br />

Fondis A 97,13 92,50 93,97<br />

Fondra A 124,63 119,84 121,39<br />

Fonds Japan A A 65,26 62,15 63,83<br />

Fonds Schweiz A A 544,53 518,60 523,48<br />

Geldmkt SP AE A 46,49 46,49 46,49<br />

Gl. Intell. Cap.A* A0,31 117,22 111,64 111,64<br />

Global Eq.Divid A A 127,70 121,62 124,13<br />

Industria A A 112,96 107,58 108,76<br />

Informationst.A A 322,13 306,79 312,15<br />

Interglobal A A 403,92 384,69 390,99<br />

InternRentA A 51,89 50,38 49,96<br />

Kapital Plus A A 68,50 66,50 66,89<br />

Nebw.Deutschl.A A 350,24 333,56 338,08<br />

Nürnb.Eurold.A A 141,41 134,68 137,35<br />

Plusfonds A 172,36 164,15 166,53<br />

Rentenfonds A A 91,47 89,24 88,51<br />

RohstofffondsA A 65,35 62,24 64,45<br />

Thesaurus AT T 1057,82 1007,45 1031,98<br />

Trsy ShrtTrm+€A A 93,99 93,06 92,94<br />

US Equity C2* A0,20 70,92 70,92 70,92<br />

US LargeCap Gr.A A 112,11 106,77 107,22<br />

Verm.Deutschl.A A 197,22 187,83 191,74<br />

Verm.Europa A A 51,22 48,78 49,73<br />

Wachstum Eurol A A 138,54 131,94 134,91<br />

Wachstum Europa A A 142,20 135,43 139,10<br />

ALTE LEIPZIGER<br />

€uro ShortTerm A 43,64 43,21 43,18<br />

Aktien Deutschland A 123,25 117,38 119,44<br />

Trust €uro Renten A 48,51 47,10 46,97<br />

WWW.AMPEGA.DE<br />

Amp DivPlus Akt P A 146,48 139,50 139,43<br />

Amp GenderPlus Akt A 120,85 116,20 115,92<br />

Amp Global Renten A 18,60 17,93 17,83<br />

Amp Rendite Renten A 22,53 21,87 21,79<br />

BLACKROCK<br />

BGF EmeEurA2 EUR T 126,92 120,88 125,23<br />

Euro BondA2 T 32,26 30,72 30,52<br />

World EnergyA2 T 16,03 15,27 15,95<br />

World GoldA2 T 35,42 33,73 33,54<br />

BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT<br />

Euro M.T.Bd.* T 186,07 185,69<br />

Euro MM* T 207,40 207,41<br />

Euro S.T. Bd. Opp* T 122,33 122,22<br />

Euro ShortTermBd* T 113,60 113,50<br />

Europe Dividend* T 99,81 100,70<br />

Seasons Classic* T 107,24 108,30<br />

CREDIT SUISSE<br />

CS EF(L)S&MC Ger.B* T 3086,70 3086,70 3130,87<br />

CS EUROREAL* A 5,65 5,65<br />

WWW.DEKA.DE ITELEFON +49 69 7147-652<br />

Aktfds RheinEdit P A 57,11 54,26 55,40<br />

AriDeka CF A 76,95 73,10 74,39<br />

Berol.Ca.Chance A 59,15 57,43 57,66<br />

Berol.Ca.Premium A 74,79 72,26 72,87<br />

Berol.Ca.Sicherh. A 45,53 44,42 44,43<br />

Berol.Ca.Wachst. A 44,03 42,85 42,95<br />

BerolinaRent Deka A 41,38 39,93 40,00<br />

Deka Immob Europa A1,25 48,95 46,50 46,48<br />

Deka-Conv.Rent CF A 47,11 45,41 45,56<br />

Deka-Dtschl Akt Str A 113,43 108,03 110,86<br />

Deka-Europa Akt Str A 73,88 70,36 71,56<br />

DekaFonds CF A 118,96 113,02 115,67<br />

DekaLux-EuropaTF A 63,30 63,30 64,71<br />

DekaLux-PharmaT.TF A 323,66 323,66 329,11<br />

DekaLuxT-Akt Asien A 800,37 760,37 792,66<br />

DekaRent-Intern. CF A 21,23 20,61 20,51<br />

DekaSpezial CF A 419,32 404,16 411,51<br />

DekaStruk.Wachst. A 44,34 43,47 43,61<br />

DekaTresor A 89,40 87,22 87,11<br />

in den vergangenen 12 Monaten (%)<br />

schlechter als der DAX besser<br />

+120<br />

+100<br />

+80<br />

+60<br />

+40<br />

+20<br />

DIE BESTEN RENTENFONDS IM VERGLEICH<br />

PREIS PERFORMANCE IN %<br />

TITEL ISIN 30.01. 1M. 6 M. 1J. 3 J. 5J. LFD.KOSTEN %<br />

Universal Degussa Univ.Rent* DE0008490673 47,25 EUR 2,04 5,66 16,42 18,39 14,66 WWWWWWWWWWWWW 1,73<br />

Vontobel USD Bond BH(hd)* LU0035745552 368,24 USD 0,88 4,82 10,02 17,28 21,80 WWWWWWWWW 1,17<br />

DWS Global Hyb Bd LD DE0008490988 40,86 EUR 0,99 2,98 11,54 16,82 22,17 WWWWWW 0,83<br />

LeggM GF WA US HY Aa(D)* IE0034203152 79,57 USD 0,11 3,18 11,05 16,50 24,98 WWWWWWWWWWW 1,43<br />

SYZ AM Eurp Subord Bds R* LU1457568399 175,59 EUR 1,30 4,86 13,24 16,38 WWWWWWWW 1,10<br />

DWS Multi Cred USD LD LU1249492460 113,23 USD 1,41 4,31 12,13 15,98 WWWWWWWW 1,09<br />

LeggM GF WA US Cor+Bd At* IE00B19Z7Y58 166,47 USD 1,45 4,90 11,61 15,97 16,72 WWWWWWWWWWW 1,42<br />

Union Lux UniRenta Corp A* LU0039632921 101,05 EUR 2,84 6,08 18,26 15,35 25,25 WWWWWWWW 1,08<br />

Pictet GlobalBd. PUSD* LU0133805894 201,89 USD 1,12 2,46 7,83 15,19 12,78 WWWWWWW 0,93<br />

Ampega Zan.Gl.Cred AMI Ia* DE000A1J3AJ9 116,28 EUR 2,18 6,16 14,00 15,05 20,03 WWWWWW 0,78<br />

LBBW AM UnternAnleihEURoff* DE000A1144F1 111,05 EUR 0,23 1,15 11,13 14,97 WWWWWW 0,82<br />

LeggM GF WA EmMkt CorpBd At* IE00B3Q8Z253 114,33 USD 1,05 3,50 10,08 14,80 23,33 WWWWWWWWWWWWWW 1,89<br />

LeggM GF WA Asian Op At* IE00B2Q1FK59 231,44 EUR 2,77 4,37 14,28 14,71 17,21 WWWWWWWWWW 1,36<br />

Henderson Euro HY Bd A2 LU0828815570 158,04 EUR 0,35 3,01 9,69 14,62 29,65 WWWWWWWWW 1,17<br />

Pictet Asn Loc.Cur.Deb-P$ LU0255797556 166,86 USD 0,77 2,87 7,13 14,43 12,88 WWWWWWWWWWW 1,54<br />

Assenagon Crd SubDebt&CoCo P* LU0990656059 49,41 EUR 1,17 5,80 11,62 14,24 19,74 WWWWWWWWWWW 1,55<br />

Alle dargestellten Investmentfonds sind Teilnehmer am vwd funds service, sortiert nach 3-Jahresperformance,berechnet<br />

nach BVI Methode. Laufende Kosten %=Anteil der Verwaltungskosten eines Fonds, hoher Prozentsatz =hoher Kostenanteil.<br />

Erscheinungswöchentlich wechselnde Kategorien: Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Misch-, Immobilien- und wertgesicherte<br />

Fonds. Keine Anlageberatung und -empfehlung.<br />

Digit Kommunik TF A 85,64 85,64 87,58<br />

EuropaSelect CF A 76,30 73,54 74,88<br />

Keppler-EmMkts-Inv A 39,48 37,60 39,29<br />

Lingohr-Eurp-Sys A 71,73 68,31 70,03<br />

Lingohr-Systemat A 121,14 115,37 119,18<br />

Multirent-Invest A 36,19 35,14 35,25<br />

Naspa-Akt GlobTF 114,21 114,21 115,48<br />

PrivatDepot 3B A 31,40 31,40 31,60<br />

RenditDeka A 25,99 25,23 25,00<br />

Rntfds RheinEdit A 30,59 29,52 29,43<br />

StarCap-Corp Bd-Inv A 31,88 31,56 31,49<br />

Technologie CF A 48,91 47,14 48,01<br />

Weltzins-Invest P A 26,53 25,76 25,82<br />

WWW.DWS.DE ITELEFON +49 69 91 01 23 71<br />

Basler-Aktienf DWS A 72,40 69,14 71,08<br />

Basler-InternDWS A 122,92 117,38 118,60<br />

Basler-Rentenf DWS A 27,36 26,13 25,92<br />

Deut ESG Eurp Eq L T 84,24 81,19 83,29<br />

Deut.Inv.IMltCrLDH A 105,95 102,77 102,70<br />

Deut.Inv.IGlBdHCRC T 106,95 104,27 104,02<br />

Deut.Inv.IIAs.T.Di T 162,44 154,32 161,60<br />

DWS€UltSh FI6-12 T 67,98 67,98 67,97<br />

DWSAkkumula T 1390,96 1324,72 1353,89<br />

DWSAkt.Strat.D T 466,44 444,23 460,14<br />

DWSBalance T 119,67 115,07 115,94<br />

DWSBiotech T 242,82 231,25 235,24<br />

DWSConc GS&P Food A 383,47 365,20 372,22<br />

DWSCov Bond Fd LD A 56,73 55,34 55,17<br />

DWSD.Akt.O T 427,88 427,88 443,97<br />

DWSDefensiv T 119,64 116,15 116,29<br />

DWSDeutschland T 249,58 237,69 246,33<br />

DWSEUR Bds (Long) T 1979,12 1921,47 1906,35<br />

DWSEUR Reserve LC T 134,14 132,81 132,81<br />

DWSEurlStrRent LD A 33,64 32,81 32,74<br />

DWSEurop. Opp LD A 391,28 372,64 380,64<br />

DWSEurorenta A 60,41 58,65 58,23<br />

DWSEurovesta A 151,98 144,74 147,82<br />

DWSFinanTypO ND A 75,35 75,35 76,27<br />

DWSGM&MTypO A 55,40 55,40 57,63<br />

DWSGlb.SM Cap A 79,98 76,17 77,51<br />

DWSGlbl Growth A 151,64 144,42 147,22<br />

DWSHeal. CTypO T 295,76 295,76 301,41<br />

DWSInst. Money+ T14033,44 13894,49 13895,07<br />

DWSIntern.Rent.O T 136,72 136,72 135,33<br />

DWSInter-Renta LD A 14,86 14,43 14,33<br />

DWSInvesta A 184,41 175,63 182,09<br />

DWSOsteuropa T 716,25 682,14 706,47<br />

DWSTechn.TypO A 248,77 248,77 250,85<br />

DWSTelemedia OND A 184,71 184,71 188,54<br />

DWSTopAsien T 189,89 182,58 190,51<br />

DWSTop Dividen LD A 138,77 132,16 134,15<br />

DWSTop Europe A 163,80 157,50 161,35<br />

DWSTop Prtf Off T 79,17 75,40 76,65<br />

DWSTopWorld A 131,77 126,69 129,65<br />

DWSTRC Deutschl. T 182,37 173,68 179,00<br />

DWSUSDollar Res A 196,98 195,02 194,94<br />

DWSUSGrowth A 270,18 257,31 261,03<br />

DWSVermbf.I LD A 201,01 191,43 195,71<br />

DWSVermbf.R LD A 19,72 19,14 18,98<br />

DWSVors.AS(Dyn.) T 137,05 131,78 133,67<br />

DWSI GE LD A 204,59 194,36 200,98<br />

Global Hyb Bd LD A 42,09 40,86 40,89<br />

Gottlieb Daimler T 83,67 80,45 82,34<br />

grundb.europa RC A 41,60 39,62 39,63<br />

LatinAmerican Eq T 157,95 150,05 157,01<br />

Nomura Jp Grwth LC T 62,32 59,92 62,26<br />

Qi Eurozone Eq RC T 104,85 99,86 102,10<br />

Qi LowVol Europe NC T 300,80 300,80 305,15<br />

WWW.DJE.LU IINFO@DJE.LU<br />

DJE Real Estate P A 0,20 0,19 0,19<br />

DJE-Div&Sub I T 482,03 482,03 492,76<br />

DJE-Div&Sub P T 455,76 434,06 443,28<br />

DJE-Div&Sub XP A 280,99 280,99 287,21<br />

DJE-Europa I T 409,43 409,43 419,06<br />

DJE-Sht Term Bd I T 145,88 145,88 145,60<br />

0<br />

–20<br />

–40<br />

Eckert &Ziegler<br />

PSI Software<br />

Rocket Internet<br />

Hypoport<br />

Börsenwert (Aktienkurs multipliziert mit derAnzahl derAktien)<br />

in den vergangenen 4Wochen (%)<br />

schlechter besser als der DAX<br />

Zalando<br />

MBB<br />

Axel Springer<br />

First Sensor<br />

FIDELITY<br />

America EUR A 10,36 9,84 10,03<br />

Euro Balanced Fund A 19,42 18,76 18,89<br />

Euro Stoxx 50 Fund A 11,50 11,50 11,77<br />

European Growth A 17,70 16,82 17,20<br />

European Sm. Comp. A 62,48 59,36 60,51<br />

GermanyFund A 63,41 60,25 62,34<br />

International EUR A 59,62 56,65 57,74<br />

Nordic Fund A 1424,00 1353,00 1397,00<br />

Port.Sel.Gr.&Inc. A 28,85 27,87 28,26<br />

South Ea.As.USD A 10,35 9,84 10,28<br />

US Dollar Bond A 8,06 7,79 7,73<br />

WorldFund A 29,10 27,65 28,15<br />

WWW.FRANKLINTEMPLETON.DE ITELEFON 0800/0738002<br />

Growth.Inc.Ad* A 23,45 22,10 22,44<br />

TEM Asian SmCp.A a* T 58,25 55,19 56,26<br />

TEM Em.Mkts BdAd* A 5,61 5,44 5,45<br />

TEMGl.(Eur)Ad* A 22,80 21,60 21,87<br />

TEM Gl.Sm.Co.Ad* A 43,74 41,44 42,01<br />

TEM GlobalAd* A 37,68 35,70 36,28<br />

TEM Gr.(Eur)Aa* T 18,92 17,93 18,14<br />

TEM Gr.(Eur)Ad* A 18,85 17,86 18,08<br />

SERVICE@HANSAINVEST.DE<br />

HANSAeuropa A A 52,16 49,68 49,79<br />

HANSAinter.A A 20,97 20,26 20,09<br />

HANSArenta A 25,25 24,40 24,31<br />

HANSAzins A 24,65 24,40 24,39<br />

SI BestSelect T 152,24 144,99 146,71<br />

WWW.HAUCK-AUFHAEUSER.COM<br />

FFPB MTrend Dplus A 15,41 14,68 14,77<br />

FFPB RENDITE A 11,64 11,30 11,30<br />

Mu.In.Spezial OP R T 45,38 43,12 43,12<br />

WWW.DE.INVESCO.COM ITELEFON +49 69 29 807 0<br />

Greater China EqA T 70,32 66,80 69,96<br />

JANUS HENDERSON<br />

China FA2Acc USD T 20,70 21,64<br />

GlbTechologyA2 T 109,31 112,12<br />

Japanese Equity T 18,07 18,55<br />

Japanese S.CA2 T 61,71 63,71<br />

PanEuro Sm CoA2 T 53,47 54,71<br />

TELEFON +49 89 2867-2867<br />

EuroFlex* A 44,86 44,42 44,37<br />

EuroKapital* A 47,63 45,36 45,66<br />

EuroRentA* A 32,57 31,47 31,35<br />

ProInvest* A 199,51 190,01 193,40<br />

METZLER<br />

Akt Deutschl.AR* A 221,40 210,86 212,98<br />

Aktien Europa AR* A 141,26 134,53 135,83<br />

Wachstum Internat.* T 230,74 219,75 220,27<br />

Dax (–1,71% seit 4Wochen, +17,67% seit12Monaten)<br />

Westgrund<br />

Accentro Real Est.<br />

MagForce<br />

Beta Systems Software<br />

TLG Immobilien<br />

GSW Immobilien<br />

IVU TrafficTechn.<br />

Deag Dt. Entert. (+35,31% seit 4Wochen)<br />

Fernhwk. Neukölln<br />

<strong>Berliner</strong> Effektenges.<br />

Quirin Privatbank<br />

TradegateWertpapier.<br />

–10 –8 –6 –4 –2 0 +2 +4 +6 +8 +10<br />

Quelle: vwd/Deutsche Börse<br />

MONEGA<br />

ARIADActiveAll I* A 113,26 113,26 112,96<br />

IIV Mikrofinanz R* A 101,19 98,24 98,24<br />

LandertBond Opp I* A 51,00 51,00 50,98<br />

VM Sterntaler II* A 122,83 118,11 118,54<br />

WahreWerteFonds R* A 53,32 51,27 51,40<br />

ODDO BHF<br />

AlgoGlobal DRW-€* A 119,27 113,59 114,46<br />

Basis-Fonds I* T 138,83 138,83 138,75<br />

O.BHF AlgoEur DRW* A 119,86 114,15 115,53<br />

O.BHF FRA EFF* A 231,96 220,91 225,00<br />

O.BHF Green Bd CR* T 322,60 313,20 311,92<br />

WWW.PICTETFUNDS.COM<br />

Biotech HP € T 538,89 513,23 530,54<br />

Biotech PEUR T 730,81 696,01 718,95<br />

Clean EnergyP€ T 99,13 94,41 96,77<br />

Digital P T 381,36 363,20 374,01<br />

Em.Mrkts PEUR T 599,56 571,01 589,22<br />

EUR Bonds P* T 624,51 606,32 602,35<br />

EUR Bonds Pdy* A 362,27 351,72 349,42<br />

EUR Sh.Mid T.Bd. P* T 137,60 133,59 133,41<br />

Gl.Em.Debt-HP EUR* T 273,43 265,47 264,56<br />

Great.China PEUR T 587,57 559,59 595,41<br />

Health HP € T 228,08 217,22 221,58<br />

Health PEUR T 293,78 279,79 285,19<br />

Indian Eq. PEUR T 532,46 507,10 516,03<br />

Robotics PEUR T 186,49 177,61 185,10<br />

Robotics REUR T 180,95 172,33 179,62<br />

Russian Equ. PEUR T 85,38 81,31 83,18<br />

Sh.-Term M.Mkt P T 134,95 134,95 134,96<br />

Sh.-Term M.Mkt Pdy A 92,61 92,61 92,61<br />

Water P€ T 402,39 383,23 388,46<br />

SEB ASSET MANGAGEMENT<br />

SEB Conc. Biotech.* A 103,32 102,30 101,73<br />

SEB ImmoInvest A 3,04 2,89 2,89<br />

SEBTrdSys®Rent.I* A 56,61 56,32 56,15<br />

SEBTrdSys®Rent.II* A 58,30 56,33 56,16<br />

WWW.UNION-INVESTMENT.DE TELEFON+49 69 58998-6060<br />

Priv.Fonds:Flex.* A 102,44 102,44 102,94<br />

Priv.Fonds:FlexPro* A 130,78 130,78 131,68<br />

PrivFd:Konseq.* T 97,03 97,03 97,07<br />

PrivFd:Konseq.pro* T 115,64 115,64 115,91<br />

PrivFd:Kontr.* A 132,76 132,76 132,98<br />

PrivFd:Kontr.pro* A 156,96 156,96 157,70<br />

UniAbsoluterEnet-A* A 44,48 44,48 44,59<br />

UniAbsoluterErt.A* A 45,08 44,20 44,30<br />

UniDeutschland* T 225,93 217,24 221,79<br />

UniEuroAktien* A 80,36 76,53 77,57<br />

UniEuroRenta* A 68,90 66,89 66,73<br />

UniEuroSt.50A* A 57,26 55,06 55,83<br />

Unifavorit:Aktien* A 171,61 163,44 164,52<br />

UniFonds* A 59,29 56,47 57,23<br />

UniGlobal* A 271,30 258,38 259,89<br />

UniGlobal-net-* A 155,72 155,72 156,65<br />

UniImmo:Dt.* A 98,19 93,51 93,35<br />

UniImmo:Europa* A 57,06 54,34 54,29<br />

UniImmo:Global* A 53,31 50,77 50,74<br />

UniOpti4* A 97,94 97,94 97,93<br />

UniRak* A 139,45 135,39 136,21<br />

UniRak Konserva A* A 122,95 120,54 121,07<br />

UniStrat:Ausgew.* T 68,37 66,38 66,74<br />

UniStrat: Konserv.* T 73,52 71,38 71,54<br />

SONSTIGE FONDS<br />

Aberd.A.M. Degi Europa A0,16 0,76 0,72 0,72<br />

ACATIS Aktien Global A* T 384,02 365,73 369,86<br />

Commerz hausInvest A 44,67 42,54 42,52<br />

HSBC Global European Equity PD* A 39,97 39,97 40,36<br />

iii INTER ImmoProfil A 57,20 54,48 54,48<br />

INKA German Eq.* T 244,22 232,59 235,56<br />

La FrançaisVe-RI Equ. Europe A 92,47 88,07 89,65<br />

La FrançaisVeri M.Ass.Alloc A 150,91 143,72 143,89<br />

ÖkoworldÖkoVision Classic T 211,51 201,44 203,67<br />

Sarasin SIC Sar Sust PortBal€* A 216,19 209,89 210,72<br />

Universal Fiduka Univ.I* A 160,78 157,63 159,14<br />

WARBURG DirkMüllerPremAkti T 104,85 100,82 102,03<br />

WARBURG Multi-Asset Sel R T 79,88 76,08 76,20<br />

Investmentfonds nach Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)<br />

A: Ausschüttende Fonds zahlen die erwirtschafteten Ertrag als<br />

sogenannte Ausschüttung an die Anleger aus.<br />

T: Thesaurierende Fonds legen die erwirtschafteten Ertrag<br />

wieder an, das heißt sie behalten diese dauerhaft im Fondsvermögen.<br />

Somit erhöhen sie den Anteilwert.<br />

Ausg.: AusgabepreiseinesFondsanteils zum angegebenen Tag.<br />

Rückn.: Rücknahmepreis eines Fondsanteils zum angegebenen<br />

Tag.<br />

* Fondspreise etc. vomVortag oder letzt verfügbar.<br />

kursiv: wenn nicht in Euro notiert.<br />

Währungen<br />

1Euro = Sorten Ank. /Verk.<br />

Dänemark DKK 7,13 /7,89<br />

England GBP 0,81 /0,88<br />

Japan JPY 114,30 /128,44<br />

Polen PLN 3,83 /4,91<br />

Russland RUB 61,82 /78,43<br />

Schweden SEK 10,19 /11,34<br />

Schweiz CHF 1,03 /1,11<br />

Tschechien CZK 21,48 /27,89<br />

Ungarn HUF 285,70 /415,60<br />

USA USD 1,04 /1,17<br />

Metalle und Münzen<br />

30.01. (in €) Ankauf Verkauf<br />

Krügerrand (1 oz) 1402,5 1511,0<br />

Maple Leaf (1/2 oz) 701,0 777,7<br />

Maple Leaf (1/4 oz) 350,5 397,5<br />

Gold (1 kg) 45050,0 46998,0<br />

Silber (1 kg) 509,0 675,7<br />

Platin (100 g) 2771,0 3577,7<br />

(in €/100 kg) 31.12. 31.12.<br />

Blei in Kabeln 199,50 199,50<br />

Kupfer (DEL-Notiz) 518,62 549,85<br />

Messing MS 63/37 516,00 542,00<br />

Zinsen und Renditen<br />

10-j. Staatsanleihen<br />

30.01. +/–% 24.01.<br />

Australien 0,964 W -11,32 1,087<br />

Belgien -0,164 WWWW -65,66 -0,099<br />

Dänemark -0,392 WW -22,88 -0,319<br />

Deutschland -0,404 W -20,96 -0,334<br />

Frankreich -0,146 WWWWWW -87,18 -0,078<br />

Griechenland 1,142 W -12,62 1,307<br />

Großbritannien 0,558 W -3,13 0,576<br />

Italien 0,946 W -21,95 1,212<br />

Japan -0,060 WWWWWWWWW -140,64 -0,025<br />

Kanada 1,279 W -7,67 1,385<br />

Niederlande -0,308 WW -27,27 -0,242<br />

Österreich -0,230 WWWW -60,84 -0,143<br />

Portugal 0,253 WW -26,67 0,345<br />

Russland 6,260 +1,05 W 6,195<br />

Schweden -0,031 WWWWWWWWWW -150,82 0,061<br />

Schweiz -0,710 W -4,41 -0,680<br />

Spanien 0,271 W -21,22 0,344<br />

USA 1,556 W -8,23 1,695<br />

Sonstige 30.01. 24.01.<br />

REX 144,80 144,28<br />

Umlaufrendite -0,40 -0,33<br />

Ausländische Leitzinsen<br />

Konjunkturdaten<br />

Satz in %<br />

gültig ab<br />

Dänemark Diskontsatz 0,00 22.06.2017<br />

Großbritannien Repo Satz 0,75 02.08.2018<br />

Polen Diskontsatz 1,75 05.03.2015<br />

Rumänien Reference Rate 2,50 07.05.2018<br />

Schweden Pensionssatz 0,00 08.01.2020<br />

Tschechien Diskontsatz 1,00 03.05.2019<br />

Ungarn Base Rate 0,90 25.05.2016<br />

Norwegen Deposits Rate 1,50 19.09.2019<br />

Schweiz Leitzins -0,75 30.01.2020<br />

Australien Target-Cash Rate 0,75 01.10.2019<br />

Hongkong Prime Rate 2,00 31.10.2019<br />

Japan Diskontsatz -0,10 01.02.2016<br />

Kanada Overnight Rate 1,75 24.10.2018<br />

Südafrika Prime Rate 9,75 16.01.2020<br />

USA Diskontsatz* 3,00 21.01.2019<br />

USA Fed Funds Rate 1,75 30.10.2019<br />

BIP-Wachstum°<br />

Land letztes Prognose<br />

Deutschland 1,00 (09.19) 0,40 (02.20)<br />

Eurozone 1,20 (09.19) 1,10 (02.20)<br />

Frankreich 1,20 (09.19) 1,20 (02.20)<br />

Grossbritannien 1,10 (09.19) 1,00 (02.20)<br />

Italien 0,30 (09.19) 0,40 (02.20)<br />

Japan 0,20 (09.19) 0,60 (02.20)<br />

Schweiz 1,10 (09.19) 1,40 (02.20)<br />

USA 2,10 (09.19) 2,00 (02.20)<br />

Deutschland -2,60 (11.19) 4,90 (12.19)<br />

Eurozone -1,50 (11.19) 7,50 (11.19)<br />

Frankreich -0,20 (10.19) 8,40 (11.19)<br />

Grossbritannien -1,60 (11.19) 3,80 (10.19)<br />

Italien -0,60 (11.19) 9,70 (11.19)<br />

Japan -8,20 (12.19) 2,20 (11.19)<br />

Schweiz 8,60 (09.19) 2,30 (12.19)<br />

USA -1,00 (12.19) 3,50 (12.19)<br />

Inflation°°<br />

Land letztes Prognose<br />

Deutschland 1,50 (12.19) 1,20 (02.20)<br />

Eurozone 1,30 (12.19) 1,10 (02.20)<br />

Frankreich 1,40 (12.19) 1,20 (02.20)<br />

Grossbritannien 1,30 (12.19) 2,00 (02.20)<br />

Italien 0,50 (12.19) 0,60 (02.20)<br />

Japan 0,80 (12.19) 1,10 (02.20)<br />

Schweiz 0,20 (12.19) 0,40 (02.20)<br />

USA 2,30 (12.19) 2,20 (02.20)<br />

Industrie- Arbeits-<br />

Land produktion° losigkeit°°<br />

Detailhandels-<br />

Real-<br />

Land umsätze° zins°°<br />

Deutschland -0,20 (12.19) -1,83 (01.20)<br />

Eurozone -1,40 (11.19) -1,60 (01.20)<br />

Frankreich -0,80 (11.19) -1,48 (01.20)<br />

Grossbritannien 0,90 (12.19) -0,72 (01.20)<br />

Italien -2,50 (11.19) 0,71 (01.20)<br />

Japan 0,90 (12.19) -0,83 (01.20)<br />

Schweiz -1,70 (12.19) -0,88 (01.20)<br />

USA 1,30 (12.19) -0,60 (01.20)<br />

Angaben in Prozent, °Quartalszahlen auf Jahresbasis °° Monatszahlen<br />

auf Jahresbasis. Mitgeteilt vonStatec und weiteren Statistikämtern.<br />

Erläuterungen<br />

Metalle und Münzen: Degussa Goldhandel (Endkundenpreise);<br />

Währungen: Kurse aus Bankensicht, Quelle Deutsche<br />

Bank, Sortenkurse unterliegen regionalen Schwankungen.<br />

Tagesgeld, Ratenkredite, Festgeld, Sparbriefe und langfristige<br />

Anlagen =Quelle FinanzberatungMax Herbst<br />

Stand:30.01.20, 21.50 Uhr ME(S)Z<br />

Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle


B10 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />

·························································································································································································································································································<br />

Rätsel<br />

1/0 RÄTSEL<br />

Es sind die Ziffern1und 0indas Gitter<br />

einzutragen. In jeder Zeile und Spalte<br />

müssen beide Ziffern gleich oft vorkommen.<br />

Senkrecht und waagerecht<br />

dürfen nicht mehr als zwei gleiche<br />

Ziffern nebeneinander stehen.<br />

WABE<br />

Dierichtigen Begriffe müssen im Uhrzeigersinn<br />

beginnend bei der Pfeilspitze<br />

in die einzelnen Wabenkästchen<br />

eingetragen werden.<br />

FUTOSHIKI<br />

In jede Zeile und jede Spalte müssen<br />

alle Zahlen von 1bis 6genau einmal<br />

eingetragen werden. Die Pfeile bedeuten,<br />

dass die Zahl an der Spitze<br />

des Pfeils kleiner ist als die Zahl an der<br />

offenen Seite.<br />

5<br />

3<br />

1<br />

Lösung vom<br />

25./26. Januar 2020<br />

Auflösung: Gesucht wurde AvaGardner. Geboren<br />

am 24. Dezember 1922 in Grabtown, gestorben am<br />

25. Januar 1990 in London.<br />

2<br />

4<br />

4 6<br />

Die<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> verlost diese Woche einen<br />

Jochen Schweizer Gutschein im Wert von<br />

80 Euro.Mit dem Gutschein können Siefrei<br />

durch die Erlebniswelt vonJochen Schweizer stöbernund<br />

IhrWunscherlebnis auswählen –beispielsweise<br />

ein entspanntes Dinner oder einen<br />

aufregenden Fallschirmsprung.<br />

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Senden Siedas Lösungswort(bitte mit Anschrift und Telefonnummer) auf einer Postkarte an: <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />

Rätsel-Aktionen: KennwortPREISRÄTSEL am Samstag, Postfach 11 02 01,<br />

10832 Berlin oder per E-Mail an: raetsel@berliner-zeitung.de.<br />

Einsendeschluss ist der kommende Dienstag (Poststempel). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.<br />

Mitarbeiter des <strong>Berliner</strong> Verlages und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. DerRechtsweg istausgeschlossen.<br />

Gewinner werden telefonisch oder schriftlich benachrichtigt und an dieser Stelle bekannt gegeben.<br />

Lösung vom25./26.01.2020: ALBATROS Gewinnerin: Anett Linke, 12524 Berlin<br />

R A T E K R I M I<br />

Ruhestörung<br />

auf Schienen<br />

Hat man nicht mal am Wochenende<br />

seine Ruhe?“ Hauptkommissar Erwin<br />

Malgernopf verzog das Gesicht, als<br />

sich ein paar Reihen hinter ihm im<br />

Großraumabteil Geschrei erhob.<br />

„Mein Smartphone!“, gellte die<br />

Stimme einer jungen Frau. „Jemand hat<br />

es geklaut! Polizei!“<br />

Die Stimme war Malgernopf nicht<br />

unbekannt. Die zugehörige Dame hatte<br />

die vergangene Stunde damit verbracht,<br />

zu telefonieren –laut, ausdauernd und<br />

zu allem Überfluss mithilfe der Freisprecheinrichtung<br />

ihres Handys.Sowaren<br />

die umsitzenden Fahrgäste in den<br />

Genuss gekommen, nicht nur ihren Ansichten<br />

zur jüngsten Folge des„Dschungelcamps“<br />

sowie den sexuellen Unzulänglichkeiten<br />

ihres Ex zu lauschen, sondernzusätzlich<br />

auch den Erwiderungen<br />

ihrer nicht minder stimmgewaltigen Gesprächspartnerin<br />

Mandy. Dass sie sich<br />

in einer Ruhezone befand, wo die Verwendung<br />

von Mobiltelefonen untersagt<br />

war, scherte die Frau ebenso wenig wie<br />

die bösen Blicke und vereinzelten Kommentare,<br />

mitdenen dieMitreisenden sie<br />

bedachten. Ein Schaffner, bei dem man<br />

sich hätte beschweren können, war seit<br />

über einer Stunde nicht gesichtet worden.<br />

„Ich wurde bestohlen!“, plärrte die<br />

Frau weiter. „Jemand muss die Polizei<br />

rufen!“<br />

Malgernopf erhob sich und durchquerte<br />

den Wagen, bis auf einem Fensterplatz<br />

zu seiner Linken das vor Aufregung<br />

rot angelaufene Gesicht eines<br />

knapp zwanzigjährigen Mädchens mit<br />

blond gefärbtem Haar auftauchte. „Die<br />

Polizeiist schonda“,erklärte er.Das war<br />

zwar nicht ganz korrekt, da er sich nicht<br />

im Dienst befand, aber die Aussage verfehlte<br />

ihreWirkung nicht: Diejunge Frau<br />

verstummte – zumindest kurz –, und<br />

auch auf den benachbarten Sitzplätzen<br />

breitete sich gespannte Stille aus. „Was<br />

ist passiert?“, wollte der HK wissen.<br />

„Ich warauf der Toilette“, berichtete<br />

die Frau. „Als ich wiederkam und mein<br />

Handy aus der Handtasche nehmen<br />

wollte,umeine Textnachricht zu schreiben,<br />

war es weg.“<br />

„Textnachricht?“ Eine ältere Dame<br />

mit grauem Haar, die der Bestohlenen<br />

auf dem Vierersitz schräg gegenüber<br />

saß, schnaubte spöttisch. „Sie wollten<br />

Mandy zurückrufen und mit ihr weiter<br />

über Justins kleinen Schniepel herziehen.“<br />

Die Blondine starrte sie entgeistert<br />

an. Anscheinend war ihr nie in den Sinn<br />

gekommen, dass Menschen den Inhalt<br />

ihrer Telefongespräche verfolgenkönnten,<br />

wenn sie diese in aller Öffentlichkeit<br />

führte.<br />

Ein bärtiger Mann, der auf der rechten<br />

Seite des Ganges saß, bat Malgernopf:<br />

„Bitte beschaffen Sieihr dasTelefonnicht<br />

wieder! Ichwürde dieverbleibenden<br />

zwanzig Minuten Fahrt gern in<br />

Ruhe zubringen.“<br />

„Unverschämtheit“, entrüstete sich<br />

die Bestohlene,„Als obich so laut telefonieren<br />

würde!“<br />

„Laut ist gar kein Ausdruck“, meldete<br />

sich eine schwarzhaarige Mittfünfzigerin<br />

von einem Fensterplatz auf der<br />

rechten Gangseite zu Wort. „Sie haben<br />

so schrill in Ihr iPhone gebrüllt, dass<br />

man es noch drüben im Speisewagen<br />

gehörthaben dürfte.“<br />

„Immer mit der Ruhe.“ Malgernopf<br />

wandte sich an eine der drei Personen.<br />

„Bitte geben Sie der jungen Dame ihr<br />

Eigentum zurück. Ichbin überzeugt,für<br />

denRestder Strecke wird sieauf Telefonate<br />

in derRuhezoneverzichten.“<br />

Wenhatte derHKangesprochen?<br />

Mark Golloch<br />

Hamburg und die Elbphilharmonie<br />

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<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> |<strong>Berliner</strong> Kurier<br />

Immobilienwelten<br />

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design<br />

Nr.5,Ausgabe 1./2.Februar 2020<br />

Bild: Gubi<br />

WIDERSPRÜCHLICHE MÖBELTRENDS<br />

Vintage, Industrial<br />

und New Nordic 04<br />

Kurz &Gut<br />

Mehr Sturm, Schnnee und Regen:<br />

Spezielle Klammern verhindern, dass<br />

sich Dachpfannen lösen<br />

Rechtsexperten<br />

Der alte Teppich soll ersetzt werden. Wer<br />

bezahlt das? Kommt darauf an, wer ihn<br />

verlegt hat, sagt der Rechtsanwalt<br />

Im Gespräch mit Christina Geib<br />

Wenn neu gebaut wird, sind die<br />

Nachbarn skeptisch. Die WBM beteiligt<br />

sie mit einer App an der Planung


Messe-Spezial<br />

2019<br />

Quelle: ©drubig-photo/fotolia<br />

www.<br />

OderSpreeBau<br />

Erkner |Stadthalle |08.+09.Februar |10-17 Uhr<br />

+++ Die regionale Messe für H AUS, ENERGIE & U MWELT für die Stadt<br />

Erkner, den Landkreis OderSpree und die östlichen <strong>Berliner</strong> Stadtbezirke +++<br />

regionale und überregionale Bau- und Handwerksunternehmen +++<br />

Informationen und Beratung zu allen Themen rund ums Bauen, Sanieren, Renovieren und<br />

Energie sparen +++ kostenfreie Kinderbetreuung +++ Messerestaurant +++<br />

kostenfreie Parkplätze<br />

+++ umfangreiches Besucherfachprogramm +++<br />

Samstag, 08. Februar<br />

10.30 Uhr Eröffnung der OderSpreeBau Erkner 2020<br />

11.00 Uhr Information zu Fördermittel "Neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“<br />

Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Sidow, Energieberater, Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.<br />

11.30 Uhr Wie komme ich zu einem realistischen Wert beim Kauf/Verkauf einer Immobilie?<br />

Dipl.-Jur. Piotr Zelazny, Immobiliensachverständiger, für den Verein Haus &Grund Erkner e.V.<br />

12.00 Uhr Was (fast) keine Versicherung absichert -<br />

oder worauf es bei einer Immobilienabsicherung wirklich ankommt.<br />

Rüdiger Singer, Hauptvertretung Feuersozietät Berlin-Brandenburg AG<br />

12.30 Uhr Hausangebote unter der Lupe<br />

Dipl.-Arch. Ludger Weidemüller, Bauherren-Schutzbund e.V.<br />

13.00 Uhr Krankmachende Schadstoffe im Neubau vermeiden –Der Weg in´s gesunde Haus (Firmenvortrag)<br />

Günter Beierke, Baubiologe IBN, Bau- GmbH Roth<br />

14.00 Uhr Förderprogramme Heizungsmodernisierung 2020:<br />

Heizkosten sparen -Umwelt entlasten -staatliche Förderung erhalten!(Firmenvortrag)<br />

Dipl.-Ing. Simone Munkelt, Gebietsverkaufsleiterin, SOLVIS GmbH<br />

14.30 Uhr Einbruchschutz zum Nachrüsten –einfach und sicher (Firmenvortrag)<br />

Dirk Hoffer, Geschäftsinhaber Bärlin Einbruchschutz GbR<br />

Sonntag, 09. Februar<br />

11.30 Uhr Förderprogramme Heizungsmodernisierung 2020:<br />

Heizkosten sparen -Umwelt entlasten -staatliche Förderung erhalten!(Firmenvortrag)<br />

Dipl.-Ing. Simone Munkelt, Gebietsverkaufsleiterin, SOLVIS GmbH<br />

12.00 Uhr Einbruchschutz zum Nachrüsten –einfach und sicher (Firmenvortrag)<br />

Dirk Hoffer, Geschäftsinhaber Bärlin Einbruchschutz GbR<br />

12.30 Uhr Worauf sollte der Bauherr bei der Finanzierung seiner Immobilie achten?<br />

Viola Zelazny-Nowak, Finanzberatung<br />

13.00 Uhr Information zu Fördermittel "Neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“<br />

Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Sidow, Energieberater, Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.<br />

14.00 Uhr Krankmachende Schadstoffe im Neubau vermeiden –Der Weg in`s gesunde Haus (Firmenvortrag)<br />

Günter Beierke, Baubiologe IBN, Bau-GmbH Roth<br />

14.30 Uhr Solarenergie rund um die Uhr (Firmenvortrag)<br />

Tino Matheis, Privatkundenvertrieb, EWE VERTRIEB GmbH, Geschäftsregion Brandenburg/Rügen<br />

Das aktuelle Ausstellerverzeichnis finden Sie jederzeit unter<br />

www.OderSpreeBau.de<br />

Für weitergehende Informationen zu dieser und unseren weiteren Messen besuchen Sie uns<br />

auf www.Baumessen-Brandenburg.de oder auch unter 030 / 948 79 75 - 0.<br />

.de


Nr.5,Ausgabe 1./2. Februar 2020<br />

/ 3<br />

KURZ &GUT<br />

Mieter müssen Vermieter nur in<br />

Ausnahmefällen in die Wohnung lassen. Und<br />

mitbringen dürfen Vermieter nur Fachleute.<br />

Zum Beispiel Handwerker, Sachverständige –<br />

oder Mietinteressenten.<br />

AZ: (7 S8432/17)<br />

Editorial<br />

Nadine Kirsch<br />

und das Immo-Team<br />

MEIN NEUER NACHBAR, DER STREETART-KÜNSTLER<br />

Ich glaube, Banksy ist in meinem Haus eingezogen. Der Londoner<br />

Streetart-Künstler ist ja berühmt für Graffitis, die er in Nacht- und Nebelaktionen<br />

anbringt. Im Erdgeschoss haben wir seit kurzem drei dunkelgraue<br />

Dreiviertelkreise an der Wand, die absichtlich platziert aussehen.<br />

Könnte es sein, dass jemand unser Treppenhaus verschönern<br />

wollte? Ich bin vor elf Jahren ins Haus gekommen und meine Mutter<br />

meinte damals schon, dass das Treppenhaus dringend einen Anstrich<br />

benötigt. Ich sagte das der Mieterbetreuerin der Wohnungsbaugesellschaft,<br />

bei der ich meinen Mietvertrag unterschrieb. Sie versprach,<br />

dass es bald gemacht werde. Natürlich ist seitdem nichts passiert. Zu<br />

den grauen, schwarzen und braunen Flecken auf dem gelben Anstrich<br />

gesellten sich jedes Jahr neue graue, schwarze und braune Flecken. Bis<br />

es nun zu dieser markanten Veränderung kam, die aus einem leicht<br />

schmuddeligen Treppenhaus entweder ein Kunstwerk oder ein richtig<br />

dreckiges Treppenhaus macht. Ich fürchte, ich muss mich mit der<br />

zweiten Variante anfreunden. Banksy steht an keinem Klingelschild.<br />

Bild:epr/FriedrichOssenberg-Schule<br />

MIT SPEZIALKLAMMERN<br />

GEGEN FLIEGENDE DACHPFANNEN<br />

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien –was sich als Glückwunschlied zu Geburtstagen etabliert<br />

hat, bewahrheitet sich mittlerweile auch klimatechnisch: Wetterextreme häufen sich immer<br />

mehr und nehmen an Stärke zu. Um das Eigenheim gegen Unwetter zu wappnen, ist eine gute<br />

Windsogsicherung wichtig. Lösen sich Dachpfannen durch starke Windböen, ist eine beschädigte<br />

Eindeckung nur das halbe Übel. Denn oftmals gehen mit den heftigen Böen auch Regen oder Schnee<br />

einher, die in Folge der Abdeckung ungehindert eindringen und im Inneren des Hauses Schäden an<br />

Sachwerten und Bausubstanz hinterlassen können. Viele Menschen nutzen den Platz unter dem<br />

Dach zur Lagerung von saisonaler Kleidung, Dokumenten oder Familienerbstücken. Werden diese<br />

Besitztümer Feuchtigkeit ungeschützt ausgesetzt, tragen sie oft bleibenden Schaden davon. Das Unternehmen<br />

Friedrich Ossenberg-Schule hat deshalb auf die Dachpfanne abgestimmte Sturmklammern<br />

entwickelt. Seit 2011 müssen laut der deutschen Fachregel und dem europäischen Eurocode<br />

Teilflächen von Steildächern in allen Windzonen mit Sturmklammern gesichert werden. Durch das<br />

Anbringen der mindestens korrosionsgeschützten Metall-Klammern werden die Dachpfannen auf<br />

den Trägerlatten fixiert, so dass sie selbst in stürmischen Zeiten sicher an Ort und Stelle bleiben.<br />

Zum Einsatz kommt die Windsogsicherung bei Steildächern mit einer Dachneigung von mehr als<br />

zehn Grad. Das lohnt sich, denn eine fachgerechte Sturmsicherung kostet erheblich weniger als die<br />

Regulierung eines tatsächlichen Schadenfalls.<br />

WILD WIE HOLZ:<br />

NEUE DESIGNMÖBEL AUS BELGIEN<br />

Impressum<br />

Macht Lustauf einen Besuch<br />

in der Strandbar: „Ink“.<br />

Bild:Wildspirit<br />

Frisch von der imm Cologne:neue Möbel von Wildspirit, darunter<br />

viele Outdoor-Stücke in Teakholz. Möbel des belgischen Labels<br />

Wildspirit findet man an renommierten Adressen rund um den<br />

Globus. Seien es die ersten Hotels am Platz, noble Restaurants<br />

oder exklusive Designerboutiquen. Klassikersinddie Kollektionen<br />

Moonlounger, Play, Ink oder Arch. Sie bereichern ihr Umfeld<br />

stets durch klares, zeitloses Design aus Vollhölzern und Leder.<br />

Verantwortlich für den Inhalt:<br />

<strong>Berliner</strong> Verlag GmbH<br />

Geschäftsführer: Dr.Michael Maier,<br />

Holger Friedrich<br />

Anzeigen:<br />

BVZ<strong>Berliner</strong> Medien GmbH<br />

Postfach 11 05 06 |10835 Berlin<br />

Geschäftsführer: Dr.Michael Maier<br />

Anzeigenannahme: (030) 23 27 50<br />

Es gilt die Preisliste „Immobilienwelten“ Nr.2vom<br />

01.01.2018 und im Weiteren die aktuelle Preisliste<br />

„BerlinKompakt Nr.11“ vom01.01.2018.<br />

Druck: BVZ<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>sdruck<br />

GmbH,<br />

Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin<br />

www.berliner-zeitungsdruck.de<br />

Geschäfsführer: SteffenHelmschrott<br />

Layout, Redaktion und Produktion:<br />

mdsCreativeBerlin GmbH<br />

AlteJakobstraße 105<br />

10969Berlin<br />

Klaus Bartels (verantwortlich),<br />

Nadine Kirsch<br />

(030) 23 27 67 12<br />

immobilien@mdscreative.berlin


4<br />

Bild: Hay<br />

Verspielt, gemütlich,<br />

herberCharme<br />

Vintage, Industrial und New Nordic:<br />

Wer sich heute einrichtet, kann<br />

frei zwischen widersprüchlichen<br />

Stilen wählen<br />

Bild:Pamon<br />

Ein Bauhaus-Blumenregal<br />

Mit der Kleidung, die wir tragen<br />

und der Art, wie wir<br />

unsere Wohnung einrichten,<br />

zeigen wir, wer wir sind und was uns<br />

gefällt. Die wechselnden Trends in<br />

den Läden übernehmen wir, wenn sie<br />

zu uns passen. Manche Trends etablieren<br />

sich auch und bleiben dauerhaft<br />

angesagt. Beim Interior Design haben<br />

das zum Beispiel Industrial und der<br />

skandinavische Stil geschafft. Auch<br />

Vintage-Möbel und -Accessoires sind<br />

nach wie vor beliebt. Wir zeigen, wie<br />

jeder sich die bewährten Trends in seine<br />

vier Wände holen kann.<br />

Viel Geld für Einrichtung. Die Deutschen<br />

machen es sich zuhause gerne<br />

schön –und sind bereit, dafür tief in<br />

die Tasche zu greifen. Nach Angaben<br />

der Statistikdatenbank Statista geben<br />

private Haushalte in der Bundesrepublik<br />

seit 2009 immer mehr Geld für<br />

Möbel aus. 2018 waren es knapp 44<br />

Milliarden Euro. Zu welchem Einrichtungstrend<br />

diese Möbel zählten,<br />

haben die Statistiker zwar nicht ermittelt.<br />

Die Wahrscheinlichkeit ist aber<br />

hoch, dasseinige Vintage-, Scandi-Style-<br />

und Industrial-Stücke dabei waren.<br />

Frühere Zweckbauten<br />

empfinden heute viele<br />

als besonders wohnlich.<br />

Historischer Fabrikcharme. Wereinmal<br />

eine historische Fabrikhalle besichtigt<br />

hat, kennt den Charme dieser weitläufigen<br />

Räume mit gemauerten Wänden.<br />

Was damals als Zweckbau errichtet<br />

wurde, empfinden heute viele als<br />

wohnlich –genauso wie Wände aus<br />

Beton. Einrichtung im Industrial-Stil<br />

ist von dieser Formensprache inspi-


Nr.5,Ausgabe 1./2.Februar 2020<br />

/ 5<br />

riert. Altes, Grobes trifft hier auf moderne<br />

Reduktion. „Der Industrial Wohnstil wirkt<br />

kühl, rau und ein wenig unfertig“, sagt Jörn<br />

Friedrichsen, Center-Manager von stilwerk<br />

Berlin. „Hier sind klare Gestaltungselemente<br />

und grobe, robuste Materialien gefragt.“<br />

Die Möbel und Accessoires bestehen häufig<br />

aus Metall. Oder aus Holz, das gerne alt<br />

sein oder zumindest so aussehen darf. Eine<br />

Wohnung im Industrial-Stil ist in gedeckten,<br />

aber vornehmlich warmen Farben gehalten:<br />

Braun- Beige- und Grautöne dominieren,<br />

starke Kontraste sind weniger zu sehen.<br />

Beton und Estrich:<br />

Auch der Fußboden<br />

darf grobsein.<br />

Naturgemäß im Loft. „Dieser Einrichtungsstil<br />

ist in den 2000er Jahren entstanden, als in<br />

den USA, aber auch in Europa alte Fabrikund<br />

Gewerbegebäude in Wohnräume umgewidmet<br />

wurden“, erklärt Britta Weißer.<br />

Die <strong>Berliner</strong> Innenarchitektin hat sich auf<br />

Yoga-Studios spezialisiert, richtet aber auch<br />

Privatwohnungen ein. In Loftwohnungen in<br />

ehemaligen Industriegebäuden hat der Industrial-Stil<br />

sein natürliches Zuhause. „Beim<br />

Industrial Style sind unverputzte, graue Wände<br />

und sichtbares Mauerwerk mit nackten<br />

Steinen angesagt“, erklärt Friedrichsen.<br />

„Auch der Fußboden darf grob sein.“<br />

Hier sei beispielsweise sichtbarer Estrich<br />

oder Beton eine gute Wahl.<br />

Mit Möbeln und Accessoires. Wernicht gerade<br />

in einem New Yorker Loft, sondern beispielsweise<br />

in einem Sechzigerjahre-Bau in<br />

Zehlendorf wohnt, muss seinen Industrial<br />

Dream nicht aufgeben. Wichtig ist die Auswahl<br />

passender Möbel und Accessoires –<br />

und die hat jeder in der Hand. „Die Möbel<br />

sind weder kunterbunt noch lackiert. Stattdessen<br />

stehen natürliche Werkstoffe im<br />

Mittelpunkt: Altholz, Beton oder Stahl“,<br />

erklärt Friedrichsen. Als Accessoires eignen<br />

sich etwa nackte Glühbirnen, (wenige) alte<br />

Gegenstände aus Holz wie Weinkisten oder<br />

Schwarz-Weiß-Fotos. „Als Kontrast zum<br />

rauen Charme wird der eine oder andere<br />

kräftige Farbtupfer ins Spiel gebracht. Das<br />

beweist Stilsicherheit und Modernität“, rät<br />

der Center-Manager von stilwerk weiter.<br />

Gemütlich, hell und einfach. Industrial ist<br />

etwas für Menschen, die rauen Charme<br />

mögen. Doch wo bleibt da die moderne<br />

Gemütlichkeit? Die muss man schon in einer<br />

anderen Stilwelt suchen. Wer esgerne<br />

schlicht schön, aber heimeliger hat, ist beim<br />

skandinavischen Stil gut aufgehoben. Er<br />

wird auch Scandi Style oder New Nordic genannt.<br />

„Der helle und freundliche skandinavische<br />

Stil gefällt einfach vielen Menschen“<br />

sagt Weißer. Erlasse sich zudem in vielen<br />

Wohnungen umsetzen. Die Einrichtung ist<br />

auch hier auf das Wesentliche reduziert: In einer<br />

typischen Wohnung im skandinavischen<br />

Stil steht nicht viel herum.<br />

Nordic hat den gewissen<br />

natürlichen Touch, den<br />

Industrial vermissen lässt.<br />

Mehr Natur. Die nordisch inspirierten Möbel<br />

und Accessoires sind vornehmlich aus<br />

Holz – vor allem aus hellen Hölzern wie<br />

Fichte, Birke oder Kiefer –gefertigt. Auch<br />

Metall, Leder, Wolle und Fell kommen häufig<br />

vor. Das sorgt für den gewissen natürlichen<br />

Touch, den Industrial vermissen lässt.<br />

Alles ist in hellen Farben gehalten: „Beim<br />

skandinavischen Stil dominieren helle Töne<br />

und Pastellfarben“, sagt Weißer. Eskönnen<br />

auch einzelne kräftig farbige Stücke zur Auflockerung<br />

dabei sein. „Eine New Nordic<br />

Einrichtung ist insgesamt aber hell gehalten.“<br />

Das habe auch damit zu tun, dass die<br />

Winter im Norden lang und dunkel sind.<br />

...<br />

Bild: FraaiBerlin (rechts), USM Haller(unten)<br />

Wo shoppen?<br />

Einen Blick riskieren –oder auch zwei<br />

In Berlin gibt es für jeden Stil jede Menge gute Einkaufs-Adressen. Wir stellen ein<br />

paar von ihnen vor.„Urban Industrial“ heißt ein Laden, der sich, wie der Name schon<br />

sagt, der Industrie-Ästhetik verschrieben hat. Die Adresse könnte nicht passender<br />

sein: Die 800 Quadratmeger großen Verkaufsräume befinden sich an der Wriezener<br />

Allee, in der Nähe des berühmten Clubs Berghain. Die Räume können auch für<br />

Veranstaltungen gemietet werden.<br />

WerimHerzen der Hauptstadt nordisch einkaufen gehen will, findet Nordic<br />

Urban in Mitte an der Hannah-Ahrendt-Straße. Das Sortiment skandinavischer<br />

Designprodukte ist breit gefächert: Möbel, Lampen und Accessoires für den<br />

privaten Wohnraum, Ferienwohnungen oder den Arbeitsplatz. Man kann auch<br />

eine Einrichtungsberatung buchen –das kostet pro Zimmer 100 Euro und für die<br />

komplette Wohnung oder das Haus 300 Euro. Das Geld erhält man bei einem Einkauf<br />

ab 1000 beziehungsweise 3000 Euro in Form eines Rabattes zurück.<br />

In der Karl-Marx-Allee findet Original in Berlin auf 1000 Quadratmetern Platz, um<br />

eine Auswahl an Möbeln, Designstücken, Lampen und Objekten im Midcentury-Stil<br />

zu präsentieren. Zu finden sind dort skandinavische, französische, italienische und<br />

amerikanische Klassiker von Paul McCobb, Charles &Ray Eames, George Nelson<br />

und Finn Juhl bis hin zu Charlotte Perriand, Gio Ponti und Marco Zanuso. Kunden<br />

können direkt vor die Eingangstür fahren, um ihre Fundstücke einzuladen. Die<br />

hauseigene Polsterei und Teppichwerkstatt erfüllt nach eigenen Angabe gerne auch<br />

ungewöhnliche Kundenwünsche.<br />

Weresetwas älter mag, wird bei Vintage Living in der Oranienstraße fündig. Dort<br />

gibt es Vintage- und Antikmöbel ab etwa anno 1910. Seit über 20 Jahren ist Peter<br />

Althammer dort leidenschaftlicher Schatzsucher und Möbel-Überlebensretter.(bäu)


6<br />

Nordic-Wohntextilien sind häufig mit auffälligen,<br />

grafischen Mustern verziert –und<br />

können damit trotz der gedeckten Farben<br />

ein Blickfang sein.<br />

Viele Nordic-Design-Klassiker<br />

stammen aus der Mitte<br />

des letzten Jahrhunderts.<br />

Bauhaus und Midcentury. Verspielt wird es<br />

mit Midcentury.Entstanden ist der Stil in den<br />

Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts, daher<br />

der Name.Aus dieser Zeit stammen auch viele<br />

Möbelklassikervon skandinavischen Designern,<br />

etwa der Egg Chairdes dänischen Designers<br />

und Architekten Arne Jacobsen und<br />

die Pendelleuchte Beehive, eine Schöpfung<br />

des finnischen Architekten und Designers<br />

Alvar Aalto. Sie werden heute noch hergestellt<br />

und haben skandinavisches Design weit<br />

über die Grenzen von Dänemark, Schweden,<br />

Norwegen und Finnland hinaus berühmt<br />

gemacht. Typsche Scandi-Style-Möbel sind<br />

einfach gestaltet, mit klaren Linen, ohne<br />

Schnörkel. Hier zeigt sich der Einfluss des<br />

Bauhauses, bei dem die Funktion eines Gegenstandes<br />

seine Form bestimmt. Bei Möbeln<br />

skandinavischen Designs finden sich oft auch<br />

Midcentury-Elemente. Typisch für Möbel sind<br />

kastige, aber auch rundeFormen mitschmalen,<br />

nach außenzeigendenMöbelfüßen.<br />

Möbel mit Geschichte. Ob skandinavisch, mit<br />

Industrie-Flair oder farbenfroh und romantisch<br />

–viele wünschen sich für ihre Wohnung<br />

Retro-Charme mit Vintage-Möbeln. „Als<br />

Vintage gelten Einrichtungsgegenstände, die<br />

tatsächlich alt sind“, erklärt Innenarchitektin<br />

Weißer. Der Begriff gilt für Möbel, die zwischen<br />

1920 und 1980 gebaut worden sind,<br />

etwa Bauhaus-Freischwinger-Stühle und<br />

Midcentury-Nierentische. Vor 1920 Hergestelles<br />

läuft unter dem Begriff Antiquität.<br />

Augen auf beim Vintage-Kauf. Vintage-Möbel<br />

bekommt man bei spezialisierten Händlern.<br />

Mit Glück findet man sie auch auf dem<br />

Flohmarkt –nicht immer in gutem Zustand.<br />

„Erbstücke oder Möbel vom Trödel kann<br />

man aufarbeiten lassen“, erklärt Weißer. Ein<br />

alter Sessel lasse sich beispielsweise neu polstern.<br />

„Das ist allerdings Handwerk und nicht<br />

ganz billig.“ Ein bisschen darf man den Möbeln<br />

ihr Alter aber auch ansehen: Leichte Gebrauchsspuren<br />

oder die typische Patina, die<br />

Vintage-Möbelsind<br />

tatsächlich alt: zwischen<br />

1920 und 1980 gebaut.<br />

sich auf alten Stücken bildet, sind bei einer<br />

Vintage-Einrichtung willkommen. Welche<br />

Accessoires zu Vintage passen, hängt davon<br />

ab, Möbel welchen Stils man gewählt hat.<br />

Gut sind Accessoires aus der gleichen Zeit.<br />

Grundsätzlich können alte Stücke wie Sammeltassen<br />

oder Leuchten eine gute Wahl sein.<br />

Die gibt es oft auf Flohmärkten. Auch (neue)<br />

Vasen oder Dekoration aus Glas können Vintage-Möbel<br />

ergänzen. Doch nicht alles, was<br />

so aussieht, ist alt. Auf alt gemachte Möbel<br />

seien nicht Vintage, betont Weißer. Hier<br />

spricht man vom Retro-Stil oder Vintage-Stil.<br />

Um echte Vintage-Schätze zu finden, braucht<br />

es Zeit und ein gutes Auge. Laien können auf<br />

alt gemachte Stücke oft schwer von echtem<br />

Vintage zu unterscheiden. Anhaltspunkte sind<br />

der Preis oder die Wertigkeit des Materials.<br />

Valerie Herberg<br />

Bilder:FraaiBerlin<br />

Die Pantone-Trendfarbe des Jahres ist<br />

Classic Blue, ein mittelblauer Ton. Er eignet<br />

sich perfekt, um etwas Farbe in eine<br />

skandinavisch eingerichtete Wohnung<br />

zu bringen, beispielsweise über Decken,<br />

Kissen oder Accessoires. Da die Farbe zeitlos<br />

ist, dürften die Wohntextilien und Deko-<br />

Gegenstände auch in den nächsten Jahren<br />

nicht aus der Mode kommen.<br />

Bild: USM Haller


Immobilienwelten Nr. 5, Ausgabe 1./2. Februar 2020 / 7<br />

.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

RECHT<br />

EXPERTEN ANTWORTEN<br />

Alte Auslegeware soll ersetzt werden. Wer bezahlt die Handwerker? Das<br />

hängt davon ab, wer den Teppich verlegt hat, sagt Rechtsanwalt Erik Reinke<br />

Bild:tredford<br />

§<br />

Ich bin Mieter und möchte die<br />

30 Jahre alte Teppichauslegeware<br />

erneuern lassen. Der Teppich wurde<br />

ganzflächig verklebt. Bauseitig sind<br />

asbestbelastete PVC-Platten verlegt –<br />

Sondermüll. Beim Wechsel des Teppichs<br />

werden viele PVC-Platten an der Unterseite<br />

der Auslegeware klebenbleiben,<br />

sodass vor dem Auslegen der neuen<br />

Ware eine Ausgleichsspachtelung des<br />

Bodens erfolgen muss. Kann ich die<br />

Rechnungen dem Vermieter schicken?<br />

Das hängt davon ab, ob der Teppichboden<br />

von Ihnen mitgemietet oder von Ihnen in<br />

die Wohnung eingebracht wurde. Ist der<br />

Teppich mitvermietet, müsste der Vermieter<br />

diesen erneuern und ist dann auch für den<br />

Bodenaustausch verantwortlich. Sie dürften<br />

dieses dann nur als Mängelbeseitigung nach<br />

Fristsetzung selbst durchführen und die Kosten<br />

ersetzt verlangen. Haben Sie den Teppich<br />

eingebracht und selbst verklebt, kann der<br />

Vermieter gegebenenfalls verlangen, dass<br />

dieser rückstandsfrei entfernt wird und Beschädigungen<br />

am Boden beseitigt werden.<br />

Hier kommt es aber auch darauf an, ob diese<br />

nicht sowieso beseitigt werden müssten<br />

§<br />

Ich wohne im Norden von Berlin<br />

in einem Einfamilienhaus. Hier ist<br />

ein Wohn- und Siedlungsgebiet. 2016<br />

wurde auf meinem Nachbargrundstück<br />

ein großer Carport (5 mal 7Meter) errichtet.<br />

Der wird nun nicht mehr für<br />

das Einstellen von Fahrzeugen genutzt.<br />

Er wurde zu einem Werkstattbereich<br />

umfunktioniert. An drei bis fünf Wochentagen<br />

wird dort gearbeitet, Lärm<br />

inklusive. Darf ein Carport als Werkstatt<br />

umgewidmet werden? Ist es in dieser<br />

Größe genehmigungspflichtig? Was<br />

kann ich tun, damit das aufhört?<br />

In Berlin benötigen Sie für einen Carport<br />

bis 30 Quadratmeter keine Baugenehmigung.<br />

Anderenfalls schon. Sind<br />

Sie als Nachbar betroffen und wird eine<br />

Genehmigung notwendig, können Sie<br />

Nachbarwiderspruch einlegen, wenn Sie<br />

in eigenen Rechten, zum Beispiel der Abstandsfläche,<br />

beeinträchtigt sind. Wird<br />

dieser Carport dann in der Nutzung geändert<br />

und als Werkstatt verwendet,<br />

benötigt der Nachbar eine Umnutzungsgenehmigung.<br />

Auch gegen diese ist der<br />

Widerspruch zulässig. Sollte ohne Genehmigung<br />

gebaut oder genutzt werden,<br />

können Sie dies der Baubehörde anzeigen<br />

und diese muss gegebenenfalls auch die<br />

illegale Nutzungen unterbinden.<br />

Erik Reinke ist Fachanwalt für<br />

Miet- und Wohnungseigentumsrecht<br />

www.hkm-law.de<br />

Haben Sie Fragen zum Miet- oder Wohneigentumsrecht? Senden Sie uns eine E-Mail an: immobilien@mdscreative.berlin<br />

OHV<br />

CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF<br />

In Charlottenburg-Wilmersdorf standen 2018<br />

insgesamt rund 14,63Millionen Quadratmeter<br />

Wohnfläche zur Verfügung. ProEinwohner<br />

betrug die Wohnfläche demnach<br />

46,2 Quadratmeter.<br />

OPR<br />

HVL<br />

Reinickendorf (Rd)<br />

Pankow (Pk)<br />

Weißensee<br />

(Ws)<br />

Hohenschönhausen<br />

(Hs)<br />

BAR<br />

In ganz Berlin gabes2018 insgesamt<br />

rund 142,75 Millionen Quadratmeter<br />

Wohnfläche.Damit hatte jeder<br />

Einwohner derHauptstadt im Schnitt<br />

39,2 Quadratmeter Wohnfläche<br />

zur Verfügung.<br />

Spandau<br />

(Sp)<br />

Wilmersdorf<br />

(Wd)<br />

Charlottenburg<br />

(Cb)<br />

Wedding<br />

(We)<br />

Tiergarten<br />

(Tg)<br />

Schöneberg<br />

(Sb)<br />

Prenzlauer<br />

Berg (PB)<br />

Mitte<br />

(Mi)<br />

Kreuzberg<br />

(Kb)<br />

Friedrichshain<br />

(Fh)<br />

Lichtenberg<br />

(Lb)<br />

Marzahn<br />

(Mz)<br />

Hellersdorf<br />

(Hd)<br />

MOL<br />

Zehlendorf<br />

(Zd)<br />

Steglitz<br />

(St)<br />

Tempelhof<br />

(Th)<br />

58595b<br />

Neukölln<br />

(Nk)<br />

Treptow<br />

(Tr)<br />

P<br />

Köpenick<br />

(Kö)<br />

LOS<br />

PM<br />

TF<br />

Quelle: Zahlen aus 2018,Amt für Statistik Berlin-Brandenburg<br />

LDS


Immobilienwelten Nr. 5, Ausgabe 1./2. Februar 2020 / 8<br />

.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />

ABKÜRZUNGEN<br />

IMMOBILIENMARKT<br />

AB ............ Altbau<br />

Ausst. ..... Ausstattung<br />

Baugst. .. Baugrundstück<br />

Bd. ...........Bad/Bäder<br />

BEZ ..........Bezirk<br />

BK ............ Betriebskosten<br />

Bj..............Baujahr<br />

Blk. ......... Balkon<br />

bw ........... Brutto-Warmmiete<br />

DG ........... Dachgeschoss<br />

DHH ........Doppelhaushälfte<br />

EBK..........Einbauküche<br />

EFH.......... Einfamilienhaus<br />

ETW.........Eigentumswohnung<br />

F................Fahrstuhl<br />

GA............ Genossenschaftsanteile<br />

GFZ..........Geschossflächenzahl<br />

GEH ......... Gasetagenheizung<br />

GRZ ......... Grundflächenzahl<br />

Gst........... Grundstück<br />

Hb............Heutbesichtigung<br />

Hk............ Heizkosten<br />

k ............... Kaltmiete<br />

Kfz........... Autostellplatz<br />

Kt. ............ Kaution<br />

MFH ........ Mehrfamilienhaus<br />

MMK....... Monatsmiete(n),Kaution<br />

NB ............ Neubau<br />

nk .............Netto-Kaltmiete<br />

NK............ Nebenkosten<br />

OG ........... Obergeschoss<br />

Pk. ........... Parkettboden<br />

RH............ Reihenhaus<br />

ren. .........renoviert<br />

REG..........Region<br />

TG ............ Tiefgaragenstellplatz<br />

VB ............ Verhandlungsbasis<br />

VS ............Verhandlungssache<br />

w .............. Warmmiete<br />

WB...........Wannenbad<br />

WBS ........ Wohnberechtigungsschein<br />

WEH........ Wohneinheiten<br />

Whg. .......Wohnung<br />

ZH............ Zentralheizung<br />

LEGENDE<br />

Haus<br />

Dachgeschoss<br />

Immobilienwelten<br />

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design<br />

<br />

* <br />

) <br />

Abkürzungen EnEV2014<br />

Artdes Energieausweises<br />

V ............... Verbrauchsausweis<br />

B ............... Bedarfsausweis<br />

kWh ........ Kilowattstunde<br />

Energieträger<br />

Ko ............ Koks,Braunkohle,Steinkohle<br />

Öl ............ Heizöl<br />

Gas .......... Erdgas, Flüssiggas<br />

FW ........... Fernwärmeaus Heizwerk<br />

oder KWK<br />

Hz ............ Brennholz, Holzpellets,<br />

Holzhackschnitzel<br />

E .............. Elektrische Energie<br />

(auch Wärmpumpe), Strommix<br />

Baujahr des Wohngebäudes<br />

Bj .............. Baujahr<br />

Energieeffizienzklasse des<br />

Wohngebäudes<br />

A+ bis H, zum Beispiel B<br />

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PerApp konntenAnwohner schonvorher<br />

sehen, wiedas weiterentwickelteQuartier<br />

einmal aussieht. So lässt sich die Beteiligung<br />

vonAnwohnern an Bauprojektenund der Weiterentwicklung<br />

transparenter gestalten, hofft<br />

man bei der WBM.<br />

IM GESPRÄCH MIT<br />

CHRISTINA GEIB<br />

Wielässt sich die Beteiligung der Anwohnerschaft bei Neubauprojektenoder Weiterentwicklungen vonQuartieren verwirklichen? Die WBM<br />

Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH setzt auch auf digitale Lösungen. Geschäftsführerin Christina Geib erläutert, wasdahintersteckt<br />

Frau Geib, Sie haben für Ihr Projekt Osthafen<br />

stark auf Anwohnerbeteiligung gesetzt und dafür<br />

einigen Aufwand auf sich genommen. Warum?<br />

Unsere Wohnungsbestände und Grundstücke<br />

liegen vor allem in der dicht bebauten<br />

Innenstadt. Hier haben wir schon vor einigen<br />

Jahren gespürt, dass Anwohner zwar<br />

grundsätzlich für neuen Wohnraum sind,<br />

aber Vorbehalte gegen konkrete Bauvorhaben<br />

vor ihrer Tür haben. Beteiligung wird<br />

also immer wichtiger – gerade, wenn wir<br />

Quartiere weiterentwickeln wollen, wo bereits<br />

viele Menschen wohnen. Das Projekt<br />

am Osthafen war da in einem frühen Stadium.<br />

Wir sind auf die Mieter zugegangen und<br />

haben ein hohes Niveau der Mitgestaltung<br />

erreicht. Obwohl die dadurch nötigen Umplanungen<br />

auch Kosten verursachen, sind<br />

wir sehr zufrieden. Die Identifikation mit<br />

dem Quartier ist hoch. Bei der Realisierung<br />

geht es um das Wie –und nicht mehr das<br />

Ob, wie in anderen Fällen.<br />

Inwiefern gibt es bei einem solchen Verfahren<br />

unteschiedliche Interessen zwischen Anwohnunern<br />

und künftigen Mietern –und wie<br />

bringen Sie sie unter einen Hut?<br />

Das Zusammenzubringen ist unser großer<br />

Wunsch, aber auch schwierig. Meist kommen<br />

Bestandsmieter zu den Veranstaltungen,<br />

Bild:Nils Hasenau<br />

Christina Geib istseit April 2015 Mitglied der<br />

Geschäftsführung der WBM Wohnungsbaugesellschaft<br />

Berlin-Mitte mbH.<br />

seltener die Wohnungssuchenden. Am Osthafen<br />

haben wir mit dem Mieterbeirat einen<br />

guten Ansprechpartner.<br />

Das Herzstück der Partizipation war eine<br />

eigene App. Wie funktioniert sie und welche<br />

Erfahrungen haben Sie gemacht?<br />

Die App wurde von Architekten entwickelt,<br />

sie visualisiert die Planung in 3D und aus der<br />

persönlichen Perspektive der Betroffenen.<br />

So konnten die Mieter auch ohne fachliche<br />

Vorbildung ihre Interessen einbringen und<br />

mit uns auf Augenhöhe diskutieren, bevor<br />

die wesentlichen Entscheidungen getroffen<br />

waren. Das ermöglichte eine neue Qualität<br />

der Partizipation. Wir werden die App auch<br />

künftig einsetzen und weiterentwickeln.<br />

Warum ist die Beteiligung der Anwohner<br />

gerade bei der Weiterentwicklung bestehender<br />

Quartiere hilfreich?<br />

Wenn auf der grünen Wiese neu gebaut wird,<br />

gibt es weniger direkt Betroffene. Aber auch<br />

dort geht es inzwischen nicht mehr ohne Beteiligung.<br />

Wenn wir ein gewachsenes Quartier<br />

weiterbauen wollen, müssen wir natürlich<br />

die bereits dort Wohnenden einbeziehen.<br />

Neben den genehmigten Neubauten hatten Sie<br />

auch die Aufstockung einiger Gebäude angedacht.<br />

Wie könnte eine Visualisierungs-App<br />

hier eventuell die Entscheidungsprozesse<br />

weiter beschleunigen?<br />

Wir haben beides –neue Gebäude und Aufstockungen<br />

–mit der App visualisiert und<br />

mit den Anwohnern besprochen. Wir werden<br />

auch beides umsetzen. Um die Belastung<br />

so gering wie möglich zu halten, beginnen<br />

wir aber zunächst mit den Neubauten und<br />

werden die Aufstockungen gleichzeitig mit<br />

Modernisierungen im Bestand in einigen<br />

Jahren in Angriff nehmen.<br />

Das Interview führte Philip Aubreville

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