Berliner Zeitung 01.02.2020
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
Westdeutsche im Osten: Sabine Rennefanz über Geschichte und Geschichten – Seite 8<br />
Heute mit<br />
Service und<br />
Immobilien<br />
8°/12°<br />
Schauerartiger Regen<br />
Wetter Seite 16<br />
AM WOCHENENDE<br />
www.berliner-zeitung.de<br />
Sonnabend/Sonntag,1./2. Februar 2020<br />
Nr.27HA-76. Jahrgang<br />
Auswärts/D*: 2.00 €<br />
Berlin/Brandenburg: 1.80 €<br />
Im Magazin:<br />
Die Legende lebt<br />
DieStil-Ikone Jenny Capitain ist zurück<br />
Seiten 2und 3<br />
Die wilden Jahre sind vorbei<br />
Heiner Lauterbach über das Großvatersein<br />
Seiten 4und 5<br />
Das letzte Geheimnis des Kalten Krieges<br />
DieToten vomDjatlow-Pass und der KGB<br />
Seite 7<br />
Die Geheimnisse<br />
der Stadttiere<br />
Piste des guten Gewissens<br />
Skifahrenistschön–aberistesökologischnochtragbar?InSüdtirolversuchtman,<br />
eine positive Antwort darauf zu finden. Die Winter-Reportage. Report Seiten 4und 5<br />
IMAGO IMAGES (2); DERK EHLERT<br />
Hertha spielt 0:0<br />
gegen Schalke<br />
SportSeite 22<br />
Berlin Seiten 10 und 11<br />
Ansteckende Unsicherheit<br />
Beim neuen Coronavirus geht es vor allem darum, seine schnelle Ausbreitung zu verhindern<br />
VonTorsten Harmsen<br />
Wie gefährlich ist das<br />
neue Coronavirus?<br />
Kann es mich treffen?<br />
Und warum ruft die<br />
Weltgesundheitsorganisation (WHO)<br />
eine„gesundheitliche Notlage voninternationaler<br />
Tragweite“ aus, während<br />
hierzulande Experten vor Panik<br />
warnen? Diese Fragen bewegen derzeit<br />
viele Menschen. Die Sorgen sind<br />
verständlich. Denn die Situation ist<br />
dramatisch. Doch zugleich kann der<br />
Einzelne sich entspannen. Wie lässt<br />
sich dieses Paradoxonbegründen?<br />
Zunächst zu den Zahlen. Weltweit<br />
sollen bisher fast 10 000 Menschen<br />
am neuartigen Coronavirus mit dem<br />
Namen 2019-nCoV erkrankt sein. Das<br />
sind deutlich mehr als bei der Krankheit<br />
Sars vor 17Jahren mit 8096 Erkrankten.<br />
Bisher hat das Virus in<br />
China 213 Menschenleben gefordert,<br />
wie das Robert-Koch-Institut (RKI)<br />
mitteilte. Außerhalb Chinas gibt es<br />
bisher 120 Infektionen in etwa 20<br />
Ländern und keine Toten. Deutschland<br />
verzeichnete bis Freitag sechs<br />
bestätigte Fälle.Fünf davon sind Mitarbeiter<br />
des oberbayerischen AutozulieferersWebasto,die<br />
sich direkt bei<br />
einer infizierten Kollegin aus China<br />
angesteckt hatten. Erstmals erkrankte<br />
auch das Kind eines Mitarbeiters,<br />
wie das bayerische Gesundheitsministerium<br />
mitteilte.<br />
Wie sich abzeichnet, ist das Virus<br />
offenbar sehr ansteckend, aber deutlich<br />
ungefährlicher als die ebenfalls<br />
durch Coronaviren ausgelösten<br />
Krankheiten Sars und Mers von<br />
2002/2003 und 2012. Es löst Fieber,<br />
Husten und Atemnot aus. In den<br />
meisten der bisher untersuchten<br />
Fälle traten auch Lungenentzündungen<br />
auf. Etwa zwei Prozent der<br />
nachgewiesenen Infizierten sind<br />
verstorben, wie der WHO-Experte<br />
Michael Ryan mitteilte.Vor allem betraf<br />
es ältere Menschen mit schweren<br />
Grunderkrankungen. Da die<br />
Zahl der Infizierten proportional rascher<br />
steige als die Zahl der Toten,<br />
könnte die Sterblichkeitsrate weiter<br />
sinken, so Ryan. BeiSars dagegen betrug<br />
sie 9,5 Prozent, bei Mers sogar<br />
34,5 Prozent. Viel gefährlicher ist Experten<br />
zufolge die saisonale Grippe.<br />
In Deutschland starben daran<br />
2017/18 etwa 25 100 Menschen.<br />
Nach wie vor halten Experten<br />
auch die Ansteckungsgefahr durch<br />
das neue Coronavirus außerhalb Chinas<br />
für äußerst gering. Dennoch beunruhigt<br />
die „Notlage“-Erklärung der<br />
WHO viele Menschen. Im Kern geht<br />
es dabei nicht um überzogene Maßnahmen,<br />
sondernumein koordiniertes<br />
Vorgehen, damit die Pandemie –<br />
also die weltweite Ausbreitung –<br />
rechtzeitig gestoppt wird. Die Chancen<br />
dafür sind heute ungleich größer<br />
als etwa bei der Spanischen Grippe<br />
von1918 bis 1920, die weltweit 50 Millionen<br />
Opfer forderte.<br />
Heute gelten beim Auftreten<br />
neuer Viren, die vonTieren auf Menschen<br />
überspringen und sich weltweit<br />
ausbreiten können, die Internationalen<br />
Gesundheitsvorschriften<br />
(IGV) der WHO, ein komplexes System<br />
von Regeln und Maßnahmen,<br />
die möglichst koordiniert in allen<br />
190 WHO-Mitgliedsländern umgesetzt<br />
werden sollen. Den Regeln zufolge<br />
werden zum Beispiel in<br />
Deutschland bei Verdachtsfällen<br />
ausgewählte Flughäfen angeflogen,<br />
die über Notfallpläne und ausreichend<br />
medizinisches Personal verfügen,<br />
um reagieren zu können: in<br />
Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am<br />
Main, München und Berlin. Mehrere<br />
Fluglinien weltweit setzten ihre<br />
Flüge nach China aus, darunter die<br />
Lufthansa, British Airways, Swiss<br />
und Austrian Airlines, Finnair und<br />
Air India. Flüge zwischen den USA<br />
und China wurden reduziert. Vietnam<br />
verhängte einen zeitweiligen<br />
Einreisestopp für chinesische Touristen.<br />
Italien rief den Notstand aus.<br />
Vor allem geht es auch darum,<br />
Länder mit weniger entwickelten<br />
Gesundheitssystemen zu unterstützen.<br />
Denn auch ein nicht ganz so gefährliches<br />
Virus kann Systeme stark<br />
belasten, wenn es sich rasant ausbreitet.<br />
Zugleich laufen weltweit mehrere<br />
Projekte, umeinen Impfstoff gegen<br />
2019-nCoV zu finden. Auch Forscher<br />
in Hamburg und Berlin sind daran<br />
beteiligt. Wie wichtig hier schnelle<br />
Erfolge sind, zeigte sich beim<br />
Schweinegrippevirus H1N1 von<br />
2009. Es verbreitete sich rasant auf<br />
der ganzen Welt. 18 000 Menschen<br />
starben. Experten teilten mit, dass<br />
innerhalb des ersten Jahres ein Drittel<br />
der Weltbevölkerung infiziert gewesen<br />
sei, doch nur wenige hätten<br />
Symptome gezeigt. Einen Impfstoff<br />
gab es nach fünf Monaten. Ein wesentlich<br />
gefährlicheres Virus hätte<br />
bis dahin Millionen Menschen töten<br />
können. (mit dpa, AFP)<br />
Unabhängigkeit ist das höchste<br />
Gut imJournalismus. Das Fundament,<br />
auf dem exzellente Berichterstattung<br />
entsteht. Deshalb stärkt<br />
die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> ihre Eigenständigkeit<br />
mit neuen Produktionsabläufen<br />
und neuen autarken technischen<br />
Systemen. Wir sind jetzt unabhängig<br />
von anderen Unternehmen und einzig<br />
unseren geschätzten Leserinnen<br />
und Lesern verpflichtet, um sie täglich<br />
mit Nachrichten und Analysen<br />
aus Berlin und derWelt zu versorgen.<br />
Dazu gehört auch die neue Präsentation<br />
unserer Inhalte auf allen digitalen<br />
Kanälen. Wir bieten rund um<br />
die Uhr ansieben Tagen der Woche<br />
unabhängigen Journalismus – auf<br />
unserer Website,imE-Paper,der App<br />
und unseren Social-Media-Kanälen.<br />
Ab heute gilt hier das Prinzip: Digital<br />
zuerst, denn dasInternetkennt keine<br />
In eigener Sache<br />
Digital zuerst<br />
Andruckzeit und keinen Redaktionsschluss.<br />
Die Zeit für Expertise, Einordnung<br />
und Recherche werden wir<br />
selbstverständlich trotzdem immer<br />
investieren, damit unsereLeser nicht<br />
nur schnell, sondernauchumfassend<br />
undtiefgründig informiertwerden.<br />
Und natürlich gibt es alle Informationen<br />
weiter wie gewohnt auch<br />
in gedruckter Form, inder <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Zeitung</strong>. Sie ist die Herzkammer unserer<br />
Transformation ins Digitale,<br />
ihre Redaktion ist der Garant für die<br />
Seriosität derBerichterstattung.<br />
Wir werden unsere Leser informieren,<br />
überraschen und unterhalten<br />
–und ihre Hinweise und Wünsche<br />
aufnehmen und umsetzen.<br />
Denn nur unserer Leserschaft sind<br />
wir verpflichtet.<br />
Herzlich, IhreRedaktion<br />
der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
Digitales Team: Julia Grass, Leiterin Content Development, und Matthias Thieme, der<br />
neue Digital-Chefredakteur.<br />
BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK<br />
<strong>Berliner</strong> Verlag GmbH, 11509 Berlin<br />
Redaktion: (030) 63 33 11-457 (Mo-Fr13-14 Uhr), Fax-499<br />
Leser-blz@berlinerverlag.com; Leser-Service: (030)23 27-77,<br />
Fax-76; www.berliner-zeitung.de/leserservice<br />
Anzeigen: (030) 23 27-50, Fax: -66 97;<br />
anzeigen@berlinerverlag.com<br />
Postvertriebsstück A6517<br />
Entgelt bezahlt<br />
4<br />
194050<br />
501801<br />
61005<br />
BEIKÖNIG OHNE ANZAHLUNG!<br />
Winterkompletträder geschenkt 1) &mind. 1.000€<br />
über Wert für Ihren Gebrauchten sichern 2) !<br />
Renault Clio-5-Türer<br />
Klima, Sound &Navi<br />
* Vollkasko-Versicherung<br />
nur 49 €mtl.<br />
99€ 3)<br />
monatliche Leasingrate<br />
Renault Clio Life TCe 75 Euro 6·56kW (76PS) ·Benzin ·Klimaanlage ·Audio System R&GO ·Navigationssystem<br />
·*zzgl. 799 €für Bereitstellungskosten ·mtl. Leasingrate: 99 € · Laufzeit: 60 Mon. /10Tkm/Jahr ·ein Angebot der König<br />
Leasing GmbH (10829 Berlin, Kolonnenstr. 31) · 1) Sie erhalten einen Satz Winterkompletträder geschenkt bei Kauf<br />
oder Leasing eines der beworbenen Modelle aus 2019 · 2) mind. 1.000 €über DAT für Ihr Altfahrzeug bei Inzahlungnahme<br />
ab Baujahr 2005. · 3) nur nur gültig für Privatkunden und einen Zeitraum von einem Jahr ·Versicherungsumfang:<br />
Kfz-Haftpflicht, VK(500 €SB) -inkl. TK (150 €SB) ·die Aktion gilt für Fahrer ab einem Alter von 25Jahren in Kooperation<br />
mit der Nürnberger Versicherung (Ostendstr. 100, 90334 Nürnberg) ·Abbildung zeigt Sonderausstattungen<br />
Gesamtverbrauch (l/100 km): innerorts 7,2; außerorts 4,7; kombiniert 5,6; CO2-Emissionen<br />
(g/km): kombiniert127 (Werte nachVO(EG)715/2007) · www.autohaus-koenig.de<br />
B-Charlottenburg, Sophie-Charlotten-Str.26030-301039860 · B-Köpenick, Wendenschloßstr.184030-6580220·B-Spandau,AmJuliusturm40-42030-3549230·B-Pankow<br />
GW Center,Schönerlinder Str.1030-51731340 · B-SteglitzGWCenter, Goerzallee117 <br />
030-88669770 · Gosen,Am Müggelpark 6 03362-883910 · Hoppegarten,Carenaallee3<br />
03342-426860 · Teltow, Oderstr. 55 03328-45700 · Zossen, Kleine Feldstr.<br />
1 03377204010 · Autohaus Gotthard König GmbH (Sitz: 10829 Berlin-Schöneberg,<br />
Kolonnenstr. 31 030-7895670) · über 50x in Deutschland
2 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Report<br />
„Trump<br />
ist erst der<br />
Anfang“<br />
Der israelische Autor Nadav Eyal<br />
erklärt in seinem Buch „Revolte“,<br />
warum Menschen so gern an Lügen<br />
glauben, weshalb die weltweite<br />
Zerstörung von Machtstrukturen<br />
Gefahr und Chance zugleich ist und<br />
welche Rolle Deutschland dabei<br />
spielen muss<br />
US-Präsident Donald Trump: Sein Amtsantritt erinnertNadavEyalandie politische Situation im Februar 1917, als der Zar in Russland gestürzt warund die Übergangsregierung die Tür für radikale Kräfte geöffnet habe.<br />
AFP/SAUL LOEB<br />
Nadav Eyal reist als Journalist<br />
um die Welt, und<br />
was er beobachtet, findet<br />
er mehr als besorgniserregend:<br />
UnsereWeltordnung zerfällt,<br />
das „Zeitalter der Verantwortung“<br />
ist vorüber, Menschen fühlen<br />
sich belogen, fürchten den sozialen<br />
Abstieg, populistische Hetzeverbreitet<br />
sich. „Trump ist erst der Anfang“,<br />
schreibt Eyal in seinem Buch „Revolte“,<br />
das am Freitag in Deutschland<br />
erschienen ist. Das Interview<br />
hat er ein paar Tage zuvor gegeben,<br />
in einem Café in TelAviv, woerzu<br />
Hause ist.<br />
Herr Eyal, warum haben SieIhr Buch<br />
„Revolte“ genannt?<br />
Wir versuchen, Worte zufinden<br />
für das,was in derWelt geschieht. Oft<br />
ist die Rede vom Zeitalter des Populismus<br />
oder der Unvereinbarkeit von<br />
Technologie und menschlicher Vernunft,<br />
mir ist das zu eng gefasst. Ich<br />
denke, wir beobachten einen weltweiten<br />
Aufstand gegen Machtstrukturen,<br />
nicht nur in Demokratien,<br />
sondern auch in totalitären Staaten.<br />
Revolte bedeutet, es geht mehr ums<br />
Zerstören als darum, neue Machtstrukturen<br />
zu bilden, und es handelt<br />
sich um eine führerlose Bewegung.<br />
Führerlos? Was ist mit Donald<br />
Trump?<br />
Ich denke, Trump repräsentiert<br />
eine Gruppe der Revolte, die Aufständischen.<br />
Diese Gruppe muss<br />
nicht unbedingt die Mehrheit sein,<br />
aber sie kann den Ausgang vonWahlen<br />
bestimmen.<br />
Wasist der Unterschied zur Revolution?<br />
Nach Trumps Wahl war immer<br />
wieder vom Oktober 1917 die Rede,<br />
aber mich erinnert eseher an Februar<br />
1917. Der Zar wurde gestürzt,<br />
es gab eine Übergangsregierung, die<br />
Tür für radikale Kräfte war offen, die<br />
Machthaber versuchten, auf der<br />
Welle zu reiten und Strukturen zu<br />
zerstören, ohne Alternativen anzubieten.<br />
Genau das macht Trump.<br />
Er zerstörteine Welt, in der er sehr erfolgreich<br />
war.<br />
Ja, das erinnert anShakespeare:<br />
EinMann, der in privaten Jets um die<br />
Welt fliegt, aber bei McDonald’s Burger<br />
isst, der seine Wolkenkratzer mit<br />
chinesischem Stahl gebaut hat und<br />
diesen Stahl nicht mehr ins Land<br />
lässt, der globale soziale Netzwerke<br />
wie Twitter nutzt und die Globalisierung<br />
abschaffen will.<br />
Sie beschreiben den Ablauf der Revolte<br />
in drei Akten. Welcher war der<br />
erste?<br />
Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg,<br />
das Zeitalter der Verantwortung.<br />
Das ist genau die Formulierung, die<br />
Israels Staatspräsident Reuven Rivlin<br />
in seiner Yad-Vashem-Rede benutzt<br />
hat.<br />
Ja, erhat sie von mir übernommen,<br />
sein Büro hat mich angerufen<br />
und gesagt: Wirzitieren IhrBuch mit<br />
dieser Formulierung: Zeitalter der<br />
Verantwortung. Als Rivlin jetzt nach<br />
Deutschland gereist ist, hat er mein<br />
Buch mitgenommen, um es Ihrem<br />
Bundespräsidenten zu geben.<br />
Wie sind Sie auf diese Formulierung<br />
gekommen?<br />
Ich habe versucht, diese Jahre<br />
nach dem Zweiten Weltkrieg zu verstehen,<br />
und fragte mich, was die<br />
Staatsführer damals ausgemacht<br />
hat. Ob Adenauer oder Mitterrand,<br />
ob Thatcher oder Ben-Gurion: Sie<br />
waren nicht unbedingt charismatische<br />
Führer, eher Beamte als große<br />
Redner, aber sie alle hatten zwei<br />
Kriege erlebt und agierten mit Verantwortung.<br />
Würden Sie den Vietnam-Krieg oder<br />
das Wettrüsten als verantwortungsvolle<br />
Politik bezeichnen?<br />
Es stimmt, man kann sagen: Wir<br />
standen damals an der Schwelle eines<br />
dritten Weltkrieges. Aber ich<br />
sage: Es gab keinen drittenWeltkrieg.<br />
Die gemeinsame Erinnerung an die<br />
Kriege hat sie zur Verantwortung gezwungen.<br />
Und damit meine ich<br />
nicht nur den Westen, sondernauch<br />
den Osten. Denken Sie nur an das<br />
Abkommen vonMontreal gegen den<br />
Gebrauch von FCKW. Wenige Jahre<br />
nachdemWissenschaftler die Gefahren<br />
von FCKW für die Ozonschicht<br />
festgestellt hatten, einigte sich die<br />
Welt darauf, FCKW nicht mehr zu<br />
benutzen. Es ging um rationale Argumente,<br />
Wissenschaft war wichtig.<br />
Und heute sagt Trump: Wenn ich in<br />
meinem Penthouse mein Haar einsprühe,zerstöreich<br />
damit die Atmosphäre?<br />
Das kann mir keiner erzählen!<br />
Aber viele Menschen glauben ihm<br />
und nicht der Wissenschaft. Wie<br />
konnte es zu diesem Vertrauensverlust<br />
kommen?<br />
Weil Menschen, die als glaubwürdig<br />
galten, viele Jahre lang gelogen<br />
haben. Politiker, Autoritäten, Journalisten.<br />
Undwir haben ein sehr einfaches<br />
Mittel, diese Lügen aufzudecken:<br />
das Internet.<br />
Inwiefern lügen Journalisten?<br />
Sielügen nicht mit Absicht, meistens<br />
zumindest. EinBeispiel: EinPolitiker<br />
hält eine Rede. Journalisten<br />
berichten, was daran neu und interessant<br />
ist, machen daraus einen Text<br />
und eine Schlagzeile. Andere aber<br />
haben eine ganz andere Wahrnehmung.<br />
Sie finden, der Politiker hat<br />
vielleicht am Ende etwas Schlimmes<br />
gesagt, aber am Anfang auch etwas<br />
Gutes. Die Journalisten aber greifen<br />
nur das eine heraus und reißen es<br />
aus dem Zusammenhang.<br />
Dinge auszulassen, wird als Lüge begriffen?<br />
Ja,oft. Sehen Siesich YouTube an.<br />
Man kann sich dort zwei Stunden<br />
lange Vorträge anhören, Nachrichtensendungen<br />
machen daraus 15<br />
Sekunden. Die Leute sagen aber, ich<br />
will die ganzen zwei Stunden sehen<br />
und nicht die Kurzfassung. Im Internet<br />
gibt es keine Begrenzung, und<br />
man muss nicht einmal dafür bezahlen.<br />
Nicht nur Journalisten verlieren an<br />
Glaubwürdigkeit, in Ihrem Buch erzählen<br />
Sie, wie schockiert Ihre Großmutter<br />
war, als sie herausfand, dass<br />
ZUR PERSON<br />
NadavEyal, 40, ist einer der bekanntesten Journalisten Israels. Er ist der internationale Chef-<br />
Korrespondent des TV Senders Reshet 13 und hat den SokolovAward erhalten. Er hat an der<br />
London School of Economics sowie an der HebrewUniversity Politik studiert, war Fellowin<br />
diversen Thinktanks wie dem Aspen Institut und der Brookings Institution.<br />
Sein Buch „Revolte. Der weltweite Aufstand gegendie Globalisierung“ ist ein Bestseller.<br />
Staatspräsident Reuven Rivlin schenkte bei seinem Deutschland-Besuch Bundespräsident<br />
Frank-Walter Steinmeier ein Exemplar mit einer Widmung vonEyal. In Deutschland ist das<br />
Buch gerade im Ullstein-Verlag erschienen. Der Journalist hat drei Kinder und lebt mit seiner<br />
Familie in TelAviv.<br />
der Waschmaschinenhändler ihres<br />
Vertrauens ihr nicht das günstigste<br />
Angebot machte.<br />
Ja, sie hatte mich zu ihm geschickt,<br />
und ich fand auf Google das<br />
gleiche Modell, für 200 Euro weniger.<br />
Für meine Großmutter brach eine<br />
Welt zusammen. Sie hat sich betrogen<br />
gefühlt. Ähnlich ist es mit Aussagen<br />
von Politikern. Früher mussten<br />
Menschen die <strong>Zeitung</strong> sehr gut lesen<br />
und Enzyklopädien studieren, um<br />
Fakten zu überprüfen. Heute<br />
braucht man nicht einmal die Tastatur.<br />
Man fragt Siri, und dann ist klar:<br />
DerFinanzminister hat gelogen.<br />
Aber das erklärt noch nicht, warum<br />
Menschen heutzutage Lügen so bereitwillig<br />
Glauben schenken.<br />
Hannah Ahrendt hat über totalitäre<br />
Regime sinngemäß gesagt:<br />
Wenn Menschen glauben, dass alles,<br />
was sie hören, Lügen sind, kann man<br />
ihnen die groteskesten Lügen erzählen.<br />
Sieglauben daran, weil sie überzeugt<br />
sind, dass doch sowieso überall<br />
gelogen wird.<br />
Wiegefährlich ist diese Entwicklung?<br />
Die Entschiedenheit, mit der<br />
Menschen einen rationalen Diskurs<br />
ablehnen, und der Hass, der sich<br />
daraus entwickelt, das ist sehr gefährlich.Wenn<br />
wir rassistischen oder<br />
fundamentalistischen Ansichten<br />
eher glauben als der Wissenschaft,<br />
wenn wir also Fortschritt ablehnen,<br />
heißt das,dass wir auf die Finsternis<br />
zusteuern. Nazideutschland ist ein<br />
Beispiel für eine Gesellschaft, die<br />
Fortschritt nur als Deckmantel benutzt<br />
hat. Wenn du an Technik<br />
glaubst, aber dabei humanistische<br />
Wertenicht respektierst, dann gibt es<br />
keinen wahren Fortschritt, sondern<br />
Rassismus und Barbarei.<br />
Waskönnen wir tun?<br />
Unsklarmachen, dass die Revolte<br />
gerechtfertigt ist, sie annehmen und<br />
fragen, was sie bedeutet, wie es dazu<br />
kommen konnte. Es ist die<br />
schlimmste Krise, die man sich vorstellen<br />
kann. Aber Leute davon überzeugen<br />
kann man nicht mit Herablassung<br />
und Schwarzmalerei, sondern<br />
nur, indem man Fragen beantwortet.<br />
Ichhabe keinen Zweifel, dass<br />
der Klimawandel stattfindet, aber<br />
seinen Leugnern muss man mit klaren,<br />
wissenschaftlichen Argumenten<br />
begegnen. Wenn man will, dass die<br />
Leute vernünftig sind, muss man<br />
auch vernünftig mit ihnen reden<br />
und nicht versuchen, sie ständig zu<br />
agitieren.<br />
Das heißt, mehr Fakten als Meinungen?<br />
Ja, vor allem aber mehr Antworten<br />
auf Fragen, die unausweichlich<br />
sind. Und wenn einem keine vernünftige<br />
Antwortauf eine Frage einfällt,<br />
sollte man das auch zugeben<br />
und sagen: Ichweiß die Antwortdarauf<br />
im Moment nicht.<br />
Einer der überraschendsten Sätze in<br />
Ihrem Buch ist: Trump ist erst der Anfang.<br />
Wiemeinen Siedas?<br />
Ich sage das nicht, um Leuten<br />
Angst einzujagen. Es ist einfach nur<br />
der Klang der Klaviatur. Wir hören<br />
nicht gut genug zu, wir verstehen<br />
nicht, was wirklich passiert. Weil wir<br />
immer nur darüber diskutieren, was<br />
gerade passiert. DieWelt fällt vonihrenRändernher<br />
nach innen auseinander.Wir<br />
aber sehen nur die Ränder<br />
und müssen neue Lösungen finden.<br />
Waskönnten das für Lösungen sein?<br />
Unsgeht es wie RomamEnde seiner<br />
Tage. Mangel an Philosophen<br />
gibt es nicht. Aber wie in Rom besteht<br />
das Problem darin, Krieger zu<br />
rekrutieren, und in einer Demokratie<br />
sind diese Krieger die Wähler. Menschen,<br />
die verantwortungsbewusste<br />
liberale Ideen unterstützen und bereit<br />
sind, den Preis dafür zu zahlen.<br />
Sie schreiben: Wir sollten uns immer<br />
daran erinnern, dass die größte Bedrohung<br />
der Menschheit Krieg ist.<br />
Steht uns ein Krieg bevor?<br />
Das weiß ich nicht. Aber in einer<br />
Welt, die über Kapazitäten verfügt,<br />
die Welt zu zerstören, müssen wir<br />
immer mit Krieg rechnen und uns<br />
daran erinnern, zu welchen Menschheitsverbrechen<br />
Kriege geführt haben.<br />
Auf diesem Bewusstsein wurde<br />
die EU gegründet. Daskann, bei aller<br />
Kritik, gar nicht genug geschätzt<br />
werden.<br />
Sie beschreiben Deutschland als „das<br />
wichtigste und stabilste Bollwerk der<br />
Demokratie“. So viel hänge derzeit<br />
von Deutschland ab, schreiben Sie.<br />
Sind Siesicher?<br />
Ich meine das nicht als Kompliment.<br />
Ich sage nicht, dass Deutschland<br />
alles richtig macht. Ichsage nur:<br />
Wenn Deutschland mit seiner<br />
schrecklichen Geschichte und seiner<br />
Ursachenforschung nicht in der<br />
Lage ist, Rassismus und Antisemitismus<br />
zu stoppen, dann kann man die<br />
Entwicklung auch woanders nicht<br />
aufhalten. Wenn Deutschland es<br />
nicht schafft, eine Million Flüchtlinge<br />
zu integrieren, wersonst in Europa<br />
würde es wagen? Wenn<br />
Deutschland den Niedergang der<br />
bürgerlichen Mitte nicht aufhalten<br />
kann, welche Industriemacht schafft<br />
es dann? Es ist die Ironie und gleichzeitig<br />
Hoffnung der Geschichte,dass<br />
ausgerechnet die Nation, die für das<br />
schlimmste Verbrechen der Neuzeit,<br />
die Schoah, verantwortlich ist, heute<br />
als wichtigste Stützeder Demokratie<br />
angesehen wird.<br />
Haben Sie jemals darüber nachgedacht,<br />
in die Politik zu wechseln?<br />
Nein, ich denke, die Möglichkeit,<br />
Menschen dazu zu bringen, ihre<br />
Schicksale zu erzählen, sollte ich<br />
weiter nutzen. Es ist wichtig, die Welt<br />
so zu beschreiben, wie sie ist, mitzuhelfen,<br />
ein neues Bewusstsein zu<br />
schaffen.<br />
Wiealt sind IhreKinder?<br />
Zwei, sechs und neun.<br />
Machen Sie sich Sorgen um ihre Zukunft?<br />
Um ihre persönliche Zukunft<br />
nicht, aber was die Zukunft unserer<br />
Welt betrifft, zwinge ich mich dazu,<br />
positiv zu sein. Wir müssen unseren<br />
Kindern indie Augen sehen und ihnen<br />
versprechen, dass wir gut auf sie<br />
aufpassen.<br />
DasInterviewführte Anja Reich.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 3· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Seite 3<br />
Liebe Leserinnen,<br />
liebe Leser,<br />
vor einigen Tagen erhielt ich einen handgeschriebenen<br />
Brief einer langjährigen Abonnentin.<br />
Siefreue sich, dass wir gemeinsam mit<br />
mutigen und engagierten Verlegern das vor<br />
vielen Jahren begonnene, anspruchsvolle<br />
Projekt der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> nun fortsetzen<br />
wollen. Ein Leser schrieb mir, erhabe versucht,<br />
andere <strong>Zeitung</strong>en als die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
zu lesen, sei dortjedoch nie recht glücklich<br />
geworden. Er werde nun, da die Zeichen<br />
auf Neuanfang stehen, zurückkehren.<br />
Beieinem Abendessen erzählte ich einem<br />
ehemaligen Bonner Beamten von unseren<br />
Plänen für die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>: Wir wollen<br />
auf Phrasen verzichten. Wir wollen schweigen,<br />
wenn es nichts zu sagen gibt. Wirwollen<br />
neutral und unvoreingenommen berichten.<br />
Wir wollen unsere Leser in die Lage versetzen,<br />
sich selbst ein Bild vonder Lage zu machen.<br />
„Wenn Ihrer Redaktion das gelingt“,<br />
sagte mein Gesprächspartner mit ermunterndem<br />
Kopfnicken, „dann werden Sieviele<br />
neue Leser gewinnen. Ichwerde Ihre <strong>Zeitung</strong><br />
lesen und werdeSie beimWort nehmen.“ Ich<br />
war erstaunt, dass man mit der simplen Beschreibung<br />
unseres Handwerks solch eine<br />
Reaktion auslösen kann.<br />
In seinem Buch „<strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin“<br />
schrieb der Historiker und <strong>Zeitung</strong>smacher<br />
Peter de Mendelssohn im Jahr 1959, die <strong>Berliner</strong><br />
seien seit jeher „die leidenschaftlichsten<br />
und unersättlichsten <strong>Zeitung</strong>sleser derWelt“.<br />
Mehrmals in 200 Jahren <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>sgeschichte<br />
waren alle Blätter der Stadt<br />
nach Kriegen komplett verschwunden. Doch<br />
bereits wenige Jahre später blühte in Berlin<br />
stets eine neue <strong>Zeitung</strong>slandschaft. Immer<br />
wieder fanden sich Enthusiasten, die die<br />
ausgestorbene Gattung belebten.<br />
Im März des Jahres 1813 hatten die Russen<br />
Berlin vonder französischen Fremdherrschaft<br />
befreit. Die Spenersche <strong>Zeitung</strong> lieferte,soPeter<br />
de Mendelssohn, Nachrichten<br />
über die Ereignisse erstmals nicht mehr „in<br />
Form von ‚Bauerngesprächen‘, sondern in<br />
klarer und sachlicher Berichterstattung“.<br />
Nach der Revolution von1848 brachen aus<br />
Süddeutschland Leopold Ullstein und aus<br />
Ostdeutschland Rudolf Mosse nach Berlin<br />
auf. Sienutzten die neue Technologie der <strong>Zeitung</strong>srotation<br />
und veränderten das Gesicht<br />
der Stadt. 1877 kauften sie vondem „mutigen<br />
und aufrechten Publizisten“ Dr. Peter Langmann<br />
die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>. Langmanns Geldgeber<br />
wollten in die in finanzielle Schwierigkeiten<br />
geratene <strong>Zeitung</strong> kein Geld mehr stecken.<br />
Das Blatt stand vor dem Bankrott. Ullstein<br />
rettete die <strong>Zeitung</strong>, die später den<br />
Namen BZ tragen sollte und im geteilten Berlin<br />
den BoulevarddesWestens unterhielt.<br />
EinNeuanfang<br />
In seiner ersten Einladung zu einem Abonnement<br />
schrieb der Verleger Ullstein im Januar<br />
1878: „Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> steht auf einem<br />
durchaus freisinnigen Standpunkt, unabhängig<br />
vonCliquen- und Parteienwesen.“<br />
Mit „beträchtlicher Courage“ legte sich die<br />
junge <strong>Zeitung</strong> mit der reaktionären Reichsregierung<br />
an und veröffentlichte im September<br />
1878 eine programmatische Erklärung,<br />
in der es hieß: „Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> will eine<br />
konstitutionelle Regierung, keinen Kanzler-<br />
Absolutismus. Sie verlangt, dass das deutsche<br />
Volk frei sei und nicht wie eine besiegte<br />
Nation behandelt werde.“<br />
Solch unerhörte Worte und Gedanken<br />
wollte die damalige Obrigkeit nicht zulassen,<br />
wie de Mendelssohn berichtet: „ImApril 1879<br />
wurde durch Befehl des Generalkommandos<br />
des Gardekorps den <strong>Berliner</strong> Truppen das Lesen<br />
und Halten aller liberalen <strong>Zeitung</strong>en verboten.“<br />
Bismarcks eiserne Faust traf die Redakteure<br />
auch persönlich schwer. Anlässlich<br />
ihres zehnjährigen Bestehens schrieb die <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Zeitung</strong> 1887:„UnsereRedakteurehaben<br />
monatelang mit persönlicher Freiheit gebüßt<br />
für das,was ihnen im überschäumenden Gefühl<br />
des Unmuts aus der Feder floss.“<br />
Mit dem Nationalsozialismus wurde die<br />
freie Presse mit einem Schlag abgeschafft.<br />
Jüdische Verleger wurden enteignet. Die<br />
Journalisten verloren ihre Jobs. Wem die<br />
Flucht nicht gelang, der wurde in den Vernichtungslagernermordet<br />
–Juden, Kommunisten,<br />
Christen, Freisinnige, Homosexuelle.<br />
Die moralische Kernschmelze raffte den<br />
Journalismus in Berlin vollständig hinweg.<br />
Doch nachdem sich 1945 alle Pamphlete<br />
und Propagandablätter der Nationalsozialisten<br />
im Rauch der amerikanischen Bomben<br />
und der sowjetischen Granaten aufgelöst hatten,<br />
gab es selbst in der geistigen Wüste einen<br />
Neuanfang: Die erste <strong>Zeitung</strong> nach der Kapitulation<br />
war die vonder sowjetischen Militärverwaltung<br />
herausgegebene „Tägliche Rundschau“.<br />
Sie diente vor allem der Veröffentlichung<br />
vonInformationen der Roten Armee.<br />
Am 21. Mai erschien die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
als erste echte Tageszeitung Berlins nach<br />
Tugend und Technologie<br />
Der Herausgeber der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> über die <strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin<br />
und die immer wieder überraschende Renaissance des Journalismus<br />
BLZ/PAULUS PONIZAK<br />
Matthias Thieme übernimmt als Chefredakteur<br />
die Verantwortung für den Digitalauftritt<br />
der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>.Der preisgekrönte<br />
Journalist, der seine Karriere bei<br />
der Frankfurter Rundschau begann, arbeitete<br />
unter anderem beim Wirtschaftsmagazin<br />
Capital und der FunkeMediengruppe.<br />
Zuletzt war er Chefredakteur der<br />
Frankfurter Neuen Presse.<br />
dem Krieg. Mendelssohn, später einer der<br />
Gründer des Tagesspiegel, schreibt, die <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Zeitung</strong> „war schon eher eine ,deutsche‘<br />
<strong>Zeitung</strong> und machte einen wesentlich ,berlinischeren‘<br />
Eindruck“ als das Mitteilungsblatt<br />
der Armee. Die ersten Redakteure der<br />
<strong>Zeitung</strong> waren Rudolf Herrnstadt und der<br />
aus Moskau zurückgekehrte Kommunist<br />
und ehemalige Schauspieler und Dramaturg<br />
der legendären <strong>Berliner</strong> Piscator-Bühne Fritz<br />
Erpenbeck. Siemussten die <strong>Zeitung</strong> „binnen<br />
drei Tagen auf die Beine stellen“, was wegen<br />
des Mangels von Telefonen, Post und Verkehrsmitteln<br />
eine kaum lösbare Aufgabe<br />
schien –und doch gelang.<br />
NEU IN DER BERLINER ZEITUNG<br />
SABETH STICKORTH<br />
Margarethe Gallersdörfer war<br />
nach ihrer Ausbildung an der<br />
Deutschen Journalistenschule München<br />
bislang vorallem als freie<br />
Journalistin für unterschiedliche<br />
Medienmarken in ganz Deutschland<br />
tätig.Bei der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
verantwortet sie künftig<br />
das Thema Bildung.<br />
VonMichael Maier<br />
EvaCorino hat zuletzt mit<br />
ihrem Sachbuch „Das<br />
Nacheinander-Prinzip –<br />
Vomgelasseneren Umgang<br />
mit Familie und Beruf“<br />
für Diskussionen gesorgt.<br />
Sie kommt zur <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Zeitung</strong> als Redakteurin<br />
für Familie und Leben.<br />
Diewestlichen Alliierten gründeten ebenfalls<br />
„ihre“ <strong>Zeitung</strong>en. Die britische Militärbehörde<br />
gab das Nachrichtenblatt Der<strong>Berliner</strong><br />
heraus,welches eine ganz neue Form der<br />
<strong>Zeitung</strong> nach Berlin brachte –die Boulevard-<br />
<strong>Zeitung</strong> mit vielen kleinen Meldungen. Auch<br />
diese <strong>Zeitung</strong> formulierte einen hohen Anspruch.<br />
In der ersten Ausgabe war zu lesen:<br />
„Es ist die Aufgabe dieser <strong>Zeitung</strong>, Nachrichten<br />
aus aller Welt und aus Berlin so umfassend<br />
wie nur möglich und in strengster Sachlichkeit<br />
zu bringen. Berichte und Kommentare<br />
werden getrennt gehalten, sodass der<br />
Leser in die Lage versetzt wird, sich sein eigenes<br />
Urteil zu bilden.“ Die <strong>Berliner</strong> waren, so<br />
IMAGO/VIADATA<br />
BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK<br />
PRIVAT<br />
Kai-Hinrich Renner ist einer<br />
der bekanntesten Medienjournalisten<br />
Deutschlands. Seine<br />
„Medienmacher“-Kolumne, in<br />
der er immer wieder Exklusives<br />
aus der deutschen Medienbranche<br />
berichtet, wird in der Branche<br />
gleichermaßen respektiert<br />
wie gefürchtet.<br />
de Mendelssohn, zunächst erstaunt, fanden<br />
jedoch bald Gefallen an der Idee, Berichte<br />
über die Welt in „sachlicher, ungeschminkter“<br />
Form zu erhalten. Später verloren die<br />
West-<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>en dieses hehre Ziel<br />
leider oft aus den Augen, weil sich die Journalisten<br />
in die Rhetorik des Kalten Krieges<br />
zwingen ließen.<br />
Als politisch geführte Bezirksparteizeitung<br />
der SED ist die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> mit<br />
freien Medien ohnehin nicht zu vergleichen.<br />
Wenn man die alten Ausgaben durchblättert,<br />
stehen interessante Kultur- und Lokalberichte<br />
neben der knallharten Verbreitung der<br />
Orthodoxie der Partei. Sprachlich arbeitete<br />
die <strong>Zeitung</strong> ziemlich präzise. Doch die formalen<br />
Fähigkeiten der Redakteure nutzten<br />
nicht den Bürgern, sonderndienten, weitgehend<br />
linientreu, den Interessen der Eliten.<br />
1989 öffnete sich die <strong>Zeitung</strong> erstaunlich<br />
früh und erfrischend orientierungslos dem<br />
Dialog mit der Opposition im Osten der<br />
Stadt. Die Redakteure bemühten sich um<br />
sachliche Berichte im damals typischen,<br />
nüchternen Stil der internationalen Nachrichtenagenturen.<br />
Nach der Wende wollte<br />
der frühere Spiegel-Chefredakteur Erich<br />
Böhme als Herausgeber „nicht wiedervereinigt<br />
werden“. 1996 hat sich die <strong>Zeitung</strong> unter<br />
dem damaligen Herausgeber Dieter Schröder,<br />
der von der Süddeutschen <strong>Zeitung</strong> gekommen<br />
war,als liberal-demokratische <strong>Zeitung</strong><br />
etabliertund diese Positionierung auch<br />
nie mehr aufgegeben.<br />
Heute steht die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>, wie die<br />
Blätter in aller Welt, vor ganz anderen Herausforderungen.<br />
Die aktuelle Krise der <strong>Zeitung</strong>en<br />
sei, so sagen viele,die Folge der technologischen<br />
Revolution durch das Internet.<br />
Dies betrifft auch die <strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin.<br />
Vorwenigen Tagen hat die altehrwürdige Ullstein-<strong>Zeitung</strong><br />
<strong>Berliner</strong> Morgenpost bekannt<br />
gegeben, all ihre wichtigen Verlagsbereiche<br />
aufzugeben. Die <strong>Zeitung</strong> ist, verlagstechnisch<br />
gesehen, nur noch ein Torso.Viele <strong>Zeitung</strong>en<br />
haben sich damit abgefunden, dass<br />
ihre Tage gezählt sind. Sie besingen ihren<br />
Niedergang in Klageliedern über das Internet<br />
und die neue Generation, die sich ihreInformationen<br />
anderswo besorgt.<br />
DasInternet ist jedoch keineswegs die Ursache<br />
der Krise.Der Grund dürfte eher darin<br />
liegen, dass uns Journalisten unsere wichtigste<br />
Aufgabe in der bunten Welt der Bilder<br />
und Video-Clips nicht mehr unverrückbar<br />
vor Augen steht, nämlich die sachliche und<br />
ungeschminkte Übermittlung von Nachrichten.<br />
Es ist unbestritten: Viele Journalistinnen<br />
und Journalisten leisten unter erschwerten<br />
Bedingungen Hervorragendes.<br />
Und doch spüren alle in der Branche<br />
beim Bick in den Spiegel ein grundsätzliches<br />
Unbehagen. Immer wieder erliegen wir den<br />
Verführungen der elektronischen Etablissements,<br />
in denen Sein und Schein verschwimmen.<br />
Wir lavieren zwischen Illusion<br />
und Realität. Wir lassen uns treiben von PR-<br />
Maschinen und politischen Interessen. Geschäftemacher<br />
und Netzwerker wollen den<br />
Rhythmus unserer Arbeit bestimmen.<br />
Vieles kennen wir Journalisten nicht aus<br />
eigener Anschauung, hinterfragen die uns<br />
mundgerecht servierten „Informationen“ zu<br />
wenig. Statt kritischer Distanz schließen wir<br />
„Deals“ mit Informanten. Mutmaßungen<br />
und Einflüsterungen treten an die Stelle von<br />
Nachfragen. Nicht selten wissen wir schon<br />
zu Beginn einer Recherche, welches Ergebnis<br />
wir gerne niederschreiben wollen.Wirgefallen<br />
uns im eigenen Jargon. Die anderen<br />
hören wir am liebsten dann, wenn sie unsere<br />
eigene Meinung bestätigen.<br />
Sachlich und ungeschminkt<br />
Das alles können wir ändern. Das Internet<br />
als neue Technologie kann uns dabei helfen.<br />
Es ist ein bisher nicht gekanntes Werkzeug<br />
für Recherche und Kommunikation. Es<br />
schafft neue Räume, umzulernen und Wissen<br />
weiterzugeben. Es ermöglicht die Kontrolle<br />
des Geschriebenen, weil viele Quellen<br />
zugänglich sind.<br />
Die alte <strong>Zeitung</strong>sstadt Berlin ist in den<br />
vergangenen Jahren zu einer Hochburg der<br />
Wissenschaften, der Kultur und der internationalen<br />
Gemeinschaften geworden. Eine<br />
Vielzahl junger Tech-Unternehmen hat sich<br />
angesiedelt. Für uns Journalisten bietet diese<br />
Vielfalt ungeahnte Möglichkeiten. Die Zuwendung<br />
an die Moderne versetzt unsere<br />
<strong>Zeitung</strong>en in die Lage, die Fülle an Informationen<br />
mit klassischem journalistischem<br />
Handwerkzuverarbeiten.Wienie zuvor können<br />
wir unseren Lesern sachliche, ungeschminkte<br />
Informationen liefern.<br />
Wirwerden in der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> im Internet<br />
und in der gedruckten Ausgabe in den<br />
kommenden Wochen neue Themen aufgreifen.<br />
Wir freuen uns, dass wir unsere Redaktion<br />
mit neuen Kräften verstärken können.<br />
Wirladen Sie, liebe Leserinnen und Leser<br />
ein, aktiv an der Neugestaltung mitzuwirken.<br />
Schreiben Sieuns,schicken SieunsWünsche<br />
und Hinweise. Kritisieren Sie uns und machen<br />
uns auf Lücken und Fehler aufmerksam.<br />
Unterstützen Sie unser Bemühen, unabhängig<br />
und unbestechlich zu berichten.<br />
Nach vielen Jahren der Zugehörigkeit zu<br />
großen Medien-Konzernen sind wir wieder<br />
ganz auf uns allein gestellt. Diese Unabhängigkeit<br />
ist wie frische Luft, die uns in unserem<br />
Denken und Schreiben inspirieren wird.<br />
Dieheutige <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> wurde vor75<br />
Jahren gegründet, kann sich aber auch auf<br />
große Vorbilder aus Revolutionszeiten und<br />
Aufklärung berufen. Wenn wir deren Tugenden<br />
mit den Möglichkeiten der neuen Technologien<br />
verbinden, haben wir unsere beste<br />
Zeit erst noch voruns.
4 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Report<br />
An den Anblick von<br />
Schneekanonen am<br />
Rand der Pisten hat man<br />
sich so gewöhnt, dass<br />
man sie kaum<br />
noch wahrnimmt. CAREZZA SKI<br />
Auf der Suche<br />
nach dem<br />
grünen Winter<br />
Nachhaltig Ski fahren –geht das ?Ein Besuch in<br />
Carezza, Südtirol, und der Versuch einer Antwort<br />
VonSusanne Lenz, Welschnofen<br />
Am Paulusberg im Erzgebirge mit<br />
der 200-Meter-Piste,auf der meine<br />
Kinder Ski fahren lernten, gingen<br />
die Schneekanonen an, sobald der<br />
Schlepplift abends den Betrieb einstellte.<br />
Klar, dachte ich, an manchen Stellen hatte<br />
schließlich schon am frühen Nachmittag das<br />
Gras herausgeguckt. In einem Winter halfen<br />
auch die Schneekanonen nur am ersten Tag,<br />
so kamen wir in das Suppenmuseum von<br />
Neudorf Sehmatal, tags darauf drehten wir<br />
Räucherkerzen. Vielleicht hat das Nachdenken<br />
damals angefangen. Undjetzt, nach zwei<br />
Dürresommern, den wöchentlichen „Fridays<br />
for Future“-Demonstrationen, nach<br />
den Klimagipfeln in Madrid und Davos, jetzt,<br />
in dieser Greta-Thunberg-Zeit, stellt sich<br />
eine grundsätzliche Frage: Fahren wir überhaupt<br />
noch? Oder gibt es einen Kompromiss<br />
zwischen der Verantwortung für die Umwelt<br />
und dem Glück, das es bedeutet, einen weißen<br />
Abhang hinunterzusausen?<br />
Unter dem Rosengarten<br />
Beider Suche nach einer Antwortstößt man<br />
auf einige Skigebiete,die vonsich sagen, dass<br />
sie Rücksicht auf das Klima nehmen, dass sie<br />
alles tun, um ihren CO 2 -Abdruck zu verringern,<br />
einige wenige sind sogar klimaneutral<br />
oder wollen es demnächst werden. Bloß was<br />
bedeutet das? Wir fahren nach Südtirol, in<br />
die Dolomiten, in ein kleines Skigebiet namens<br />
Carezza. „Sogrün ist der Winter“, heißt<br />
es auf der Webseite. Von einem „guten Gewissen“<br />
ist die Rede.<br />
Vom Bahnhof in Bozen aus, nach rund<br />
achtstündiger Zugfahrt, kommt man in einer<br />
guten halben Stunde hinauf nach Welschnofen.<br />
Das Skigebiet ist von der rund 2000<br />
Einwohner zählenden Ortschaft mit einer<br />
Gondel erreichbar. Direkt unter dem Rosengarten<br />
liegt es, einem Bergmassiv mit Postkartenqualität,<br />
dessen Felsen sich in der<br />
Abenddämmerung rot färben. Wenn man<br />
Glück hat wenigstens.Von der Kölner Hütte<br />
auf 2347 Meter blickt man auf das benachbarte<br />
Latemar-Massiv, man sieht die Marmolada,<br />
auf der ich als Kind gefahren bin,<br />
und an klaren Tagen in der Ferne die Gipfel<br />
der österreichischen Alpen.<br />
Es ist kein Wunder,dass die Unesco diese<br />
Gegend in den Dolomiten zum Weltnaturerbe<br />
erklärthat. Undesist kein Wunder,dass<br />
es Tourismus hier am Karerpass schon sehr<br />
lange gibt. Davon zeugt das Ende des 19.<br />
Jahrhunderts eröffnete Grand Hotel Karersee.<br />
Die Gästeliste von einst ist beeindruckend:<br />
Kaiserin Sissi nächtigte hier,Winston<br />
Churchill, Agatha Christie und Karl May.<br />
Zum Skilaufen werden sie nicht gekommen<br />
sein. Damals musste den Berg erst einmal<br />
hinaufsteigen, wer ihn hinunterfahren<br />
wollte. Die ersten Lifte wurden in den<br />
1950er-Jahren errichtet.<br />
MariaGufler ist in Carezza für das Marketing<br />
zuständig.Wirtreffen uns auf der Moseralm,<br />
das Hotel steht mitten im Skigebiet. Sie<br />
erzählt vom Warten auf die kalten Nächte,<br />
das jedes Jahr von Neuem beginne. Kalt bedeutet<br />
minus sieben Grad, mindestens.Ende<br />
November, spätestens Anfang Dezember ist<br />
es dann so weit. Das, was sie hier das „Kältefenster“<br />
nennen, ist da, und dann schneien<br />
sie in fünf Nächten das ganze Skigebiet ein.<br />
„Das passt dann bis zum Ende der Saison“,<br />
sagt Maria Gufler. Die endet dieses Jahr am<br />
22. März. Nachbeschneit wirdbis zu dem Tag<br />
höchstens punktuell.<br />
Hier am Karerpass fährt man auf Kunstschnee.Das<br />
ist mittlerweile die Norm in Südtirol.<br />
Aber auch in Deutschland und Österreich<br />
sind Naturschneegebiete in der Minderzahl,<br />
und in der Schweiz machen sie<br />
höchstens noch die Hälfte aus. Anden Anblick<br />
von Schneekanonen und Schneelanzen<br />
amRand der Pisten hat man sich so gewöhnt,<br />
dass man sie kaum noch wahrnimmt.<br />
Kunstschnee verlängert die Saison<br />
oder macht sie überhaupt erst möglich.<br />
Kunstschnee trotzt dem Wetter den Winter<br />
ab, den es von allein nicht mehr gibt, doch<br />
die Energie, die dabei verbraucht wird trägt<br />
zur Erderwärmung bei.<br />
Künstlichen Schnee kann man auch bei<br />
minus zwei Grad erzeugen, und wenn man<br />
dem Wasser, das in die Schneekanonen gepumpt<br />
wird, Bakterien zusetzt, sogar bei<br />
Plusgraden, was in der EU jedoch nicht erlaubt<br />
ist. Aber je kälter es ist, desto weniger<br />
Energie braucht man. Deshalb ist das Kältefenster<br />
so wichtig. MariaGufler erzählt, dass<br />
Carezza dem Südtiroler Klimaneutralitätsbündnis<br />
2022 beigetreten ist, also bis spätestens<br />
in zwei Jahren klimaneutral sein will.<br />
Undsie haben schon vorGreta Thunbergangefangen,<br />
Energie zu sparen, nicht nur bei<br />
der Beschneiung, die Lifte, die Schneekanonen,<br />
das alles wird mit regenerativem Strom<br />
betrieben. Dann muss Maria Gufler los. Ihr<br />
vier Jahrealter Sohn will in den Skikindergarten.<br />
Beim Energiesparen in Carezza hilft auch<br />
Hermann Psenner.Seine Arbeitszeit beginnt<br />
in dem Moment, in dem die Pisten schließen.<br />
Dann setzt er sich in den riesigen Pistenbully,von<br />
dem er sagt, dass er so viel koste<br />
wie ein kleines Haus,und präpariertdie Pisten.<br />
Fünf, sechs Stunden lang. In Gummer<br />
hat er einen Bauernhof, aber der ist klein,<br />
und er muss dazuverdienen. Als Erstes<br />
nimmt er sich an diesem Abend die Tschein<br />
vor.<br />
Mitdem Schild schiebt er den Schnee,die<br />
Fräse hinten zerhäckselt die großen Brocken,<br />
und macht dann die feinen Rillen in die<br />
Piste,die die Frühaufsteher unter den Skifahrern<br />
kennen. Aber sein wichtigstes Instrument<br />
ist der kleine Bildschirm rechts vom<br />
Fahrersitz, über den sich wie eine bunte<br />
Raupe eine Linie bewegt. Mittels Sonartechnik<br />
zeigt diese Linie an, wie hoch der Schnee<br />
an der Stelle ist, über die Hermann Psenner<br />
Carezza Dolomites-Geschäftsführer Florian Eisath<br />
(r.) und Schneimeister Valentin Pichler BLZ/SUSANNE LENZ<br />
„Es ist leicht, klimaneutralzuwerden.<br />
Manmuss<br />
nur die entsprechenden<br />
Ausgleichszahlungen<br />
leisten. Aber wir müssen<br />
es auch leben.“<br />
Florian Eisath,<br />
Geschäftsführer von Carezza Dolomites<br />
gerade fährt. Blau steht für hoch, manchmal<br />
über zwei Meter.„An der Stelle braucht man<br />
das auch, das ist ein Sonnenhang.“ Manchmal<br />
färbt sich die Linie grün oder gelb. Dort<br />
wo die Linie orange ist, liegen nur 30 Zentimeter.<br />
Aber auch orange ist in bestimmten<br />
Lagen sozusagen noch im grünen Bereich.<br />
Nurrote Stellen sollte es jetzt im Januar noch<br />
nicht geben.<br />
Wo Schnee fehlt, schiebt Hermann Psenner<br />
ihn hin. Weil die Skifahrer sich in der<br />
Mitte der Piste bewegen, drücken sie den<br />
Schnee nach außen. Er muss also wieder in<br />
die Mitte befördert werden. Früher war er<br />
eine Stunde länger unterwegs. Durch die<br />
Schneetiefenmessung hat sich die Fahrzeit<br />
reduziert und damit der Energieverbrauch.<br />
Jede Nacht sieht er Rehe über die Piste laufen,<br />
manchmal auch einen Hasen. Dass das<br />
Geräusch des Motors die Tiere stört, glaubt<br />
Hermann Psenner nicht. „Die haben sich<br />
längst daran gewöhnt.“<br />
Wenn man mit Hermann Psenner durch<br />
die Nacht fährt und erst recht, wenn man<br />
sich von Florian Eisath durch den Pumpenraum<br />
führen lässt, versteht man, dass die<br />
schöne Skilandschaft eine ziemlich technische<br />
Angelegenheit ist. Florian Eisath, 35<br />
Jahrealt, ist der Geschäftsführer vonCarezza<br />
Dolomites, bis vor kurzem war er Skirennläufer,vor<br />
zwei Jahren ist er sein letztes Weltcuprennen<br />
gefahren. „Ich bin mit Skiern an<br />
den Füßen aufgewachsen“, sagt er. Das Unternehmen<br />
hat sein Vater Georg aufgebaut.<br />
Der übernahm 2008 den Großteil der Anlagen,<br />
das Skigebiet war damals im Niedergang,<br />
die Lifte veraltet. Georg Eisath hatte<br />
1990 die Firma Technoalpin gegründet, die<br />
heute Weltmarktführer für Beschneiungsanlagen<br />
ist. DieSchneekanonen, mit denen sie<br />
den Paulusberg imErzgebirge beschneien,<br />
kommen auch vonEisaths einstiger Firma.<br />
Wahrscheinlich hätte Georg Eisath seine<br />
Anteile an der Firma nicht verkauft, hätte es<br />
nicht sentimentale Gründe gegeben, in das<br />
marode Gebiet am Karerpass zu investieren.<br />
Seine Frau kommt vonder Moseralm. „Ohne<br />
das Skigebiet hätte das Hotel nicht mehr<br />
funktioniert“, sagt Florian Eisath. Werweiß,<br />
ob es das Gebiet ohne Eisaths Engagement<br />
noch geben würde. Inden Alpen haben in<br />
den vergangenen Jahren mehr als 70 kleinere<br />
Skigebiete aufgegeben. Aber zurück in den<br />
Pumpenraum.<br />
Hier liegen vier Pumpen, blau, mit einer<br />
Anschlussleistung von400 Kilowatt. Hier stehen<br />
graue Sicherungskästen, groß wie<br />
Schränke, und auf einem kleinen Holztisch<br />
steht ein Computer, von dem aus Valentin<br />
Pichler jeden einzelnen der rund 200 Schneeerzeuger<br />
im Carezza-Gebiet ansteuern kann,<br />
so nennen sie hier die Kanonen und Lanzen<br />
entlang der Pisten.VomHandy geht das auch.<br />
Valentin Pichler ist der Schneimeister hier am<br />
Karerpass.Erkann bestimmen, ob der Schnee<br />
feucht ist oder trocken, die Menge natürlich,<br />
aber eine der Pumpen anzuwerfen, um eine<br />
einzelne Kanone arbeiten zu lassen –das vermeiden<br />
sie. Der Energieverbrauch wäre zu<br />
hoch, der Schnee zu teuer.Amliebsten arbeiten<br />
sie unter Volllast, das bedeutet, dass alle<br />
Schneeerzeuger, die an eine Pumpe angeschlossen<br />
sind, gleichzeitig laufen.<br />
Auf der Webseite mit dem Namen „Snow<br />
Manager“, die Valentin Pichler jetzt aufruft,<br />
kann man sehen, wie viele Kubikmeter<br />
Schnee ein jeder Erzeuger in der Saison produziert<br />
hat. Das ist ganz unterschiedlich, je<br />
nachdem an welchem Pistenabschnitt er<br />
steht, wie dortdie Abnutzung ist, ob die Lage<br />
dem Wind oder der Sonne ausgesetzt ist. Es<br />
soll nicht unnötig viel Schnee produziertwerden.<br />
Pichler lässt eine Pumpe anlaufen. Erst<br />
ertönt zur Warnung eine Sirene, die Pumpe<br />
klingt dann wie eine Flugzeugturbine.<br />
Künstlicher Schnee aus Wasser und Druck<br />
Den Energieverbrauch zu ermitteln, ist angesichts<br />
all der Variablen, die zu bedenken<br />
sind, nicht so leicht. Der Deutsche Skiverband<br />
hat vor einigen Jahren trotzdem versucht,<br />
eine Rechnung aufzumachen: Für die<br />
Beschneiung einer Fläche voneinem Hektar<br />
Pistenfläche mit 30 Zentimeter Schnee werden<br />
rund 20 000 Kilowattstunden Energie<br />
verbraucht. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt<br />
verbraucht etwa 4000 Kilowattstunden<br />
pro Jahr. Inden Alpen werden<br />
rund 70 000 Hektar beschneit.<br />
Aber es kommt immer auch auf die Temperaturen<br />
an, darauf, wie viel Naturschnee<br />
fällt. Ob das Skigebiet an Südhängen liegt,<br />
wie Carezza, oder nach Norden ausgerichtet<br />
ist. Dieses Jahr hatten sie in Carezza Glück.<br />
Im November ist so viel Schnee vomHimmel<br />
gefallen, dass sie ein Drittel weniger künstlichen<br />
Schnee produziert haben als in den<br />
Jahren davor.<br />
Künstlicher Schnee entsteht mithilfe von<br />
Wasser und Druck. DasWasser sammeln sie<br />
in einem künstlichen Speichersee, den der<br />
Vater anlegen ließ, nicht ohne dabei darauf<br />
zu achten, dass er sich mit Eigendruck füllen<br />
kann und auch ein Großteil der Schneeanlagen<br />
mit Eigendruck versorgt wird. Aber klar,<br />
sie haben rund 20 Kilometer unterirdische<br />
Leitungen verlegt, dafür die Hänge aufgegraben.<br />
Undsoein Speicherbecken füllt sich aus<br />
Bächen, aus Schmelzwasser. Dass das ein<br />
Eingriff in den Wasserhaushalt ist, liegt auf<br />
der Hand. Naturschützer üben heftige Kritik<br />
an diesen Speichern. Florian Eisath sagt,<br />
dass er eine Konzession hat.<br />
Siesparen Energie in Carezza, aber richtig<br />
klimafreundlich klingt das alles trotzdem<br />
nicht. Geht das überhaupt, nachhaltig Skifahren?<br />
„Im Prinzip ja, wenn Sie auf Naturschnee<br />
fahren und selber aufsteigen“, sagt<br />
Werner Bätzing, den wir in Bamberg errei-
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 5· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Report<br />
Das Skigebiet Carezza in<br />
denDolomiten. Gefahren<br />
wird auf Kunstschnee. Das<br />
ist mittlerweile die Norm<br />
in Südtirol. Auch in<br />
Deutschland und Österreich<br />
sind Naturschneegebiete<br />
in der Minderzahl, in<br />
der Schweiz machen sie<br />
höchstens noch die Hälfte<br />
aus. CAREZZA SKI/LAURIN MOSER<br />
Wien<br />
München<br />
Singen<br />
DEUTSCHLAND<br />
Salzburg<br />
Erschließung der<br />
Alpen durch Skigebiete<br />
Größe in Pistenkilometern<br />
Skigebiete<br />
1954<br />
(rund 105)<br />
2012<br />
(rund 600)<br />
SCHWEIZ<br />
Bern<br />
Zürich<br />
LIECHTENSTEIN<br />
Chur<br />
Vaduz<br />
Landeck<br />
Innsbruck<br />
Spittal<br />
ÖSTERREICH<br />
Graz<br />
Klagenfurt<br />
50 km<br />
6 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Politik<br />
NACHRICHTEN<br />
Schäuble fordertmehr<br />
Auslandseinsätze<br />
Bundestagspräsident Wolfgang<br />
Schäuble (CDU) hat für eine Ausweitung<br />
der deutschen Militäreinsätze<br />
plädiert. Deutschland könne sich<br />
nicht „wegducken“ und „alles den<br />
Franzosen und den Amerikanern<br />
überlassen“, sagte Schäuble den<br />
Blätternder Funke Mediengruppe<br />
sowie der französischen <strong>Zeitung</strong> Ouest-France.„DieLehreaus<br />
Auschwitz<br />
kann kein Argument dafür sein,<br />
dauerhaft kein Engagement zu übernehmen.“<br />
(AFP)<br />
Verkehrsexperten wollen<br />
härtere Strafen für Drängler<br />
Werauf der Straße drängelt, droht<br />
oder sich anderweitig aggressiv verhält,<br />
soll nach dem Willen des Verkehrsgerichtstags<br />
dafür künftig<br />
Punkte in Flensburgbekommen.<br />
DerExpertenkongress (VGT)empfahl<br />
am Freitag in Goslar die Einführung<br />
eines eigenen „punktebewehrten<br />
Bußgeldtatbestands“ für „aggressives<br />
Fahren“. Zudem sollten die<br />
Fahrerlaubnis-Behörden das Recht<br />
zur Einsicht in das Bundeszentralregister<br />
bekommen, forderten die<br />
Fachleute.Falls es dortAnhaltspunkte<br />
für ein hohes Aggressionspotenzial<br />
im Zusammenhang mit Autofahren<br />
gebe,soll eine Medizinisch-<br />
Psychologische Untersuchung für<br />
die Betroffenen angeordnet werden<br />
können. (dpa)<br />
Eklatantes Versagen der<br />
Behörden im Fall Lügde<br />
Dieersten Zeugenvernehmungen im<br />
Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer<br />
Landtags zum Kindesmissbrauch<br />
auf einem Campingplatz in<br />
Lügde haben eklatante Defizite im<br />
Umgang mit dem Fall offenbart. Demnach<br />
gab es gravierende Kommunikationsmängel<br />
zwischen Jugendamt<br />
und Familienhilfe und –trotz mehrererHinweise<br />
–kein geordnetes Frühwarnsystem<br />
über denVerdacht auf<br />
sexuellen Kindesmissbrauch auf dem<br />
Campingplatz in Lügde.Dorthatte es<br />
über viele Jahrehundertfache pädokriminelle<br />
Übergriffe auf zahlreiche<br />
Kinder gegeben. (dpa)<br />
Verkehrsprojekte sollen<br />
schneller realisiertwerden<br />
Wichtige Verkehrsprojekte in<br />
Deutschland sollen künftig schneller<br />
geplant und umgesetzt werden können.<br />
DerBundestag verabschiedete<br />
am Freitag ein entsprechendes Gesetz.<br />
So sollen 14 ausgewählteVorhaben<br />
auf der Schiene und bei Wasserstraßen<br />
statt vonBehörden künftig<br />
direkt vomBundestag per Gesetz genehmigt<br />
werden können. (dpa)<br />
Amazon glänzt zum<br />
Jahresabschluss<br />
Amazon<br />
Kurs in US-Dollar<br />
2000<br />
1500<br />
1000<br />
500<br />
30.10.19<br />
2044,7<br />
31.1.20<br />
BLZ/GALANTY; QUELLE: ONVISTA<br />
Einstarkes Weihnachtsgeschäft und<br />
florierende Cloud-Dienste haben<br />
Amazon einen glänzenden Jahresabschluss<br />
beschert. Im vierten Quartal<br />
2019 kletterte der Gewinn im Jahresvergleich<br />
um rund acht Prozent auf<br />
3,3 Milliarden US-Dollar (3,0 Mrd<br />
Euro). DieErlöse wuchsen um 21<br />
Prozent auf 87,4 Milliarden Dollar.<br />
DieZahlen überraschten die Analysten,<br />
die mit mehr Druck durch massiveInvestitionen<br />
in die Logistik gerechnet<br />
hatten. DieAktie setzte zum<br />
Höhenflug an. (dpa)<br />
Gut beraten? Das Verteidigungsministerium hat allein 155 Millionen Euro für Externe ausgegeben –innerhalb eines halben Jahres.<br />
548 Millionen für externe Berater<br />
Vorallem die Bundesministerien für Verteidigung,Inneres und Verkehrverzeichnen hohe Ausgaben<br />
Die Bundesregierung hat<br />
im vergangenen Jahr<br />
mehr als eine halbe Milliarde<br />
Euro für externe<br />
Berater ausgegeben. Nach Angaben<br />
des Finanzministeriums auf Anfrage<br />
der Linken haben das Kanzleramt<br />
und die 14 Bundesministerien zusammen<br />
mindestens 548,5 Millionen<br />
Euro in Sachverstand vonaußen<br />
investiert. Fünf Ressorts meldeten<br />
allerdings bisher nur die Zahlen für<br />
ein Halbjahr. Obwohl das Verteidigungsministerium<br />
dazu gehört, liegt<br />
es mit Ausgaben von154,9 Millionen<br />
Euro für externe Experten auf Platz<br />
eins der Berater-Rangliste. Dahinter<br />
folgen das Innenministerium mit<br />
152,4 Millionen Euro im gesamten<br />
Jahr 2019 und das Verkehrsministerium<br />
mit 110,6 Millionen.<br />
Das Kanzleramt (537 000 Euro,<br />
nur zweites Halbjahr), das Bildungsministerium<br />
(717 000 Euro) und das<br />
Justizministerium (2,4 Millionen<br />
Euro) benötigten nach jetzigem<br />
Stand dagegen am wenigsten zusätzliche<br />
Expertise. Finanz-Staatssekretärin<br />
Bettina Hagedorn weist aber<br />
darauf hin, dass es für externe „Beratungs-<br />
und Unterstützungsleistungen“<br />
keine einheitliche Definition in<br />
den einzelnen Ministerien gebe.<br />
Deshalb könne „nicht von einer ressortübergreifenden<br />
Vergleichbarkeit<br />
Meine Tochter ist 17 Jahrealt. Früher<br />
habe ich ihr die Welt erklärt. Jeden<br />
Tag beim Abendbrot und immer<br />
dann, wenn wir zusammen sitzen,<br />
geht es bei uns um das, was wir am<br />
Tagerlebt haben, was in derWelt und<br />
in der Politik passiert ist. Seit einiger<br />
Zeit erklärtsie mir ihreWelt. Ichhabe<br />
mich entschlossen, zuzuhören.<br />
TOCHTER: Warumdie Kerze? Feierst<br />
du schon wieder Weihnachten?<br />
MUTTER: Die hab ich für England angezündet.<br />
Ich finde den Ausstiegaus Europa echt<br />
traurig.<br />
Na, ich bin froh, dass es endlich<br />
durch ist. Dieser Brexit hat lange genug<br />
gedauert. Die sollen jetzt endlich<br />
gehen. Siehaben’s verkackt, jetzt<br />
müssen sie Konsequenzen tragen.<br />
Für mich ist die EU aber nicht nur irgendein<br />
Gebilde. Ich finde die Idee dahinter großartig.Außerdem<br />
ist England –Großbritannien –<br />
das Land, dem ich am allernächsten stehe.<br />
Das warschon so, als ich so alt war, wie du.<br />
Amerika warauch wichtig,aber eher,weil wir<br />
deren Imperialismus und Kriegsführung abgelehnt<br />
haben, die ganze Großmäuligkeit.<br />
Das warbei England anders.<br />
Ich sehe mich eher bei Frankreich.<br />
Aber es ist ja nicht so, dass England<br />
mit dem Austritt aus der Europäischen<br />
Union Europa verlässt. Die<br />
sind ja noch da. Siegehören zu unse-<br />
der Angaben ausgegangen werden“,<br />
heißt es in ihrer Antwort. Außerdem<br />
seien die Zahlen noch als vorläufig<br />
zu betrachten.<br />
Das Engagement von Unternehmensberatern<br />
und anderen Experten<br />
von außen durch die Bundesregierung<br />
ist hoch umstritten. Kritiker<br />
meinen, dass der Einkauf von Sachverstand<br />
zu teuer und angesichts der<br />
mehr als 20 000 Mitarbeiter in den<br />
Ministerien auch nicht zwingend<br />
notwendig sei. Zudem wird zugroßer<br />
Einfluss auf die Regierungsarbeit<br />
befürchtet. Befürworter versprechen<br />
sich dagegen einen Mehrwert durch<br />
den Blick vonaußen.<br />
Für frühere Jahre hatten die Ministerien<br />
noch deutlich geringere<br />
Beraterausgaben gemeldet als jetzt<br />
für 2019. Im Februar vergangenen<br />
Jahres hatte eine ähnliche Umfrage<br />
das Finanzministeriums ergeben,<br />
dass es zwischen 2014 und 2017 eine<br />
rer Kultur, die Geschichte verbindet<br />
uns.Die Insel wirdsich nicht auf einmal<br />
fortbewegen. Aber ich finde<br />
auch, Europa ist eine tolle Sache und<br />
es ist wirklich dämlich da auszusteigen.<br />
Mirtun alle Leute leid, die dagegen<br />
gestimmt haben, aber die Mehrheit<br />
war eben dafür. Wieso sollten<br />
wir also einen Staat in der EU haben<br />
und wirtschaftlich unterstützen, der<br />
so an diesem System zweifelt und<br />
auch gar keine Anstalten unternimmt,<br />
mitwirken zu wollen. Der<br />
hält uns eher auf. Jetzt sollen sie auch<br />
Generation Greta und ich<br />
Keine Träne<br />
für England<br />
deutliche Steigerung gab.2014 lagen<br />
die Beraterausgaben der Regierung<br />
danach noch bei 63 Millionen Euro,<br />
2015 waren es schon 105 Millionen,<br />
2016 stieg die Zahl auf 243 Millionen,<br />
und 2017 lag sie bei 248 Millionen<br />
Euro.Für 2018 lagen zum damaligen<br />
Zeitpunkt noch keine vollständigen<br />
„Man kann nur noch<br />
mit dem Kopf schütteln.“<br />
Matthias Höhn, Linke-Fraktion<br />
Zahlen vor.<br />
Linken-Politiker Matthias Höhn<br />
kritisiert die Höhe der Ausgaben.<br />
„Man kann nur noch mit dem Kopf<br />
schütteln“, sagt er. „Die Bundesregierung<br />
hat in den Ministerien Tausende<br />
kompetente Beamtinnen und<br />
Beamte.Zuallererst sind sie dafür da,<br />
die inhaltliche Arbeit für die Regierung<br />
zu leisten. Alles andere macht<br />
eine Regierung abhängig von privaten<br />
Firmen. Daswäreinakzeptabel.“<br />
FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes<br />
Strack-Zimmermann hat<br />
zwar grundsätzlich nichts gegen externe<br />
Berater einzuwenden, fügt<br />
VonJulia Haak<br />
die Konsequenzen tragen. Ich stelle<br />
mir vor, dass England jetzt erstmal<br />
alle Verträge neu schließen muss,<br />
neue Verbindungen knüpfen, denn<br />
die können ja fast nichts selbst produzieren,<br />
müssen ganz viel importieren.<br />
Da wird ihre Wirtschaft ordentlich<br />
drunter leiden und das<br />
finde ich dann auch verdient. Klingt<br />
vielleicht ein bisschen fies, aber so<br />
sehe ich es.Esist doch ein Geschenk,<br />
in die EU eintreten zu können. Ganz<br />
viele Staaten, vor allen Dingen im<br />
Osten, wollten da unbedingt rein.<br />
aber hinzu: „Wenn dies jedoch, gedeckt<br />
von der Führung des Ministeriums,<br />
unkontrolliert vonstatten<br />
geht und darüber hinaus Ausschreibungen<br />
gesetzeswidrig unter der<br />
Hand weitergegeben werden, ist das<br />
nicht hinzunehmen.“<br />
Damit spielt sie auf den Untersuchungsausschuss<br />
des Bundestags<br />
an, der zurzeit den Einsatz vonBeratern<br />
im Verteidigungsministerium<br />
untersucht. Es geht umVorwürfe von<br />
unkorrekter Auftragsvergabe bis hin<br />
zu Vetternwirtschaft. Mitte Februar<br />
wirddie frühereVerteidigungsministerin<br />
und jetzige EU-Kommissionspräsidentin<br />
Ursula von der Leyen<br />
vomAusschuss befragt.<br />
Verkehrsminister Andreas<br />
Scheuer (CSU) wurde wegen des<br />
Einsatzes von Beratern in Sachen<br />
Pkw-Maut kritisiert und gibt jetzt<br />
wieder hohe Summen für den Aufbau<br />
einer zentralen Autobahn-Verwaltung<br />
des Bundes aus.<br />
Alle drei Spitzenreiter der Berater-<br />
Rangliste –die Ministerien fürVerteidigung,<br />
Inneres undVerkehr –verteidigten<br />
den Einkauf externer Expertise<br />
am Freitag. Das Verteidigungsministerium<br />
verwies darauf, dass<br />
alleine 109 Millionen Euro auf den<br />
IT-Dienstleister BWI entfallen, der<br />
die 1200 Liegenschaften der Bundeswehr<br />
betreut. (dpa)<br />
Weil das ein Aufpäppelungsprogramm<br />
gewesen ist. England hat<br />
vielleicht viel zahlen müssen, aber es<br />
hat auch Vorteile für sie gehabt: Reisefreiheit,<br />
Güterfreiheit. Wenn man<br />
das wegwirft, hat man es auch irgendwie<br />
verdient.<br />
Ich bin sentimental –total kitschig: lese alles<br />
über die Königsfamilie, gucke „The Crown“<br />
auf Netflix, mir fehlt nur noch der Union Jack<br />
an derWand.<br />
Ich finde nicht, dass man Großbritannien<br />
bemitleiden sollte. Man<br />
sollte die verurteilen. Wie kann man<br />
nur so dämlich sein, dieses Geschenk<br />
EU wegzuwerfen. Da sehe<br />
ich auch nicht ein, denen Verträge<br />
hinterher zu tragen. Die sollen austreten<br />
und Punkt ist. Das fucked<br />
mich wirklich ab.Wie viel Energie für<br />
diesen Scheiß-Austritt draufgegangen<br />
ist und so viel Geld. Unddawird<br />
noch viel mehr reinfließen. Washaben<br />
die denn schon? Wasser und<br />
Schafe. Das Geld sollte man lieber<br />
ins Bildungssystem und in Infrastruktur<br />
in Ländern stecken, die es<br />
wirklich brauchen in der EU. Wer<br />
freiwillig geht, ist selbst schuld.<br />
Manche halten den Brexit für einen gewieften<br />
Schachzug, weil man alleine vielleicht<br />
wendiger und schneller ist. Nicht so viel Bürokratie.<br />
Nee, das ist eine Totalkatastrophe.<br />
DPA<br />
Aufgeheizte<br />
Stimmung am<br />
Big Ben<br />
Briten streiten weiter über<br />
das Für und Widerdes Brexit<br />
Das hier,das ist ein britischer Apfel!“,<br />
schreit ein Mann, der sich<br />
einen Union Jack um den Hals gebunden<br />
hat. Er steht am Freitag<br />
breitbeinig auf dem Platz vor dem<br />
Parlament in London und beißt krachend<br />
in die Frucht. Im Gebäude<br />
hinter ihm wurden in den vergangenen<br />
dreieinhalb Jahren unzählige<br />
Wortgefechte und Abstimmungsschlachten<br />
über den Brexit ausgetragen,<br />
begleitet meist von Protesten<br />
für und gegen den EU-Austritt. Am<br />
letzten Tagder EU-Mitgliedschaft ist<br />
es nicht anders: DieStimmung heizt<br />
sich immer weiter auf.<br />
„Der Brexit ist ein Desaster“,<br />
schimpft die gebürtige Italienerin Silvia<br />
Zamperini. Sie ist frustriert und<br />
wütend. „Früher war Großbritannien<br />
so ein offenes Land. Jetzt sind hier<br />
viele rassistisch, homophob und intolerant“,<br />
sagt die 51-Jährige, die<br />
schon seit 26 Jahren in England lebt.<br />
„Niemand zerrt mich aus der EU“,<br />
steht auf einem Pappschild, das sie<br />
sich um den Hals gehängt hat. Der<br />
Parliament Squareist schon tagsüber<br />
gefüllt mit vielen Menschen.<br />
Die 76-jährige Brenda Brooks ist<br />
dagegen froh über den Brexit: „Die<br />
EU will ein Superstaat werden“, sagt<br />
die Seniorin aus Devon imSüdwesten<br />
Englands. Sie hat bei der letzten<br />
Wahl Boris Johnsons Konservative<br />
Partei gewählt. Früher sei Europa<br />
wunderbar divers gewesen, doch die<br />
EU verschwende zu viel Geld und<br />
wolle alles vereinheitlichen. „Wir<br />
wollen unsereUnabhängigkeit.“<br />
Die Versammlung auf dem Platz<br />
vordem Parlament spiegelt die Stimmung<br />
im Land wider. Großbritannien<br />
ist noch immer zutiefst gespalten<br />
in der Brexit-Frage. Beim Referendum<br />
im Sommer 2016 hatten<br />
sich die Briten mit knapper Mehrheit<br />
(52 Prozent) für die Trennung von<br />
der Europäischen Union ausgesprochen.<br />
In den Landesteilen Schottland<br />
und Nordirland wollten die<br />
meisten lieber in der EU bleiben.<br />
Drei Millionen EU-Ausländer<br />
Inzwischen würde es den Brexit bei<br />
einem neuenVotumwohl nicht mehr<br />
geben, meint der Umfrage-GuruJohn<br />
Curtice von der Universität Strathclyde<br />
inGlasgow.53Prozent würden<br />
dagegen stimmen. Grund dafür sei<br />
aber nicht, dass Brexit-Befürworter<br />
ihre Meinung geändert hätten, sondern<br />
dass Nichtwähler von damals<br />
heute eher gegen als für den Brexit<br />
stimmen würden.<br />
Besonders betroffen von der Loslösung<br />
von der EU sind die mehr als<br />
drei Millionen EU-Ausländer in<br />
Großbritannien. Die größte Gruppe<br />
von ihnen sind mit großem Abstand<br />
die Polen. Auch schätzungsweise<br />
140 000 Deutsche leben in Großbritannien.<br />
Großbritannien will die Zahl<br />
der Einwanderer deutlich reduzieren<br />
und setzt vor allem auf hoch qualifizierte<br />
Arbeitskräfte. Die Regierung<br />
will ein Punktesystem nach australischem<br />
Vorbild für die Auswahl einführen.<br />
Arbeitslosigkeit, Mangel an<br />
Schulplätzen, überfüllte,marode Kliniken<br />
–vieles wurde den Ausländern<br />
angelastet. Etliche von ihnen fühlen<br />
sich im Königreich nicht mehr wohl.<br />
Ein Brexiteer begrüßt in London die angebliche<br />
neue Freiheit.<br />
AFP
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 7· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Wirtschaft<br />
Vonder Möglichkeit des guten Lebens<br />
Kann eine sozial-ökologische Transformation vom Sozialismus lernen? Zwei Generationen reden über Wege in eine Postwachstumsgesellschaft<br />
VonMaritta Tkalec<br />
Ein Neuer Mensch ist gefragt.<br />
Wieder einmal. Er<br />
wirdgebraucht, um die alte<br />
Welt zu überwinden, die<br />
wachstumsfixiert und krisenanfällig<br />
ist, einen zerstörerischen Klimawandel<br />
erzeugt, Ungerechtigkeit verschärft,<br />
Menschen krank macht –<br />
kurz: die Lebensgrundlagen zerstört.<br />
Wersonst als ein Neuer Mensch voller<br />
Einsicht in die Notwendigkeit<br />
sollte in der Lage sein, in aller Freiheit<br />
eineWelt jenseits vonWachstum<br />
und Naturausbeutung zu errichten?<br />
Die Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft<br />
formiertsich<br />
vorallem im jungen Akademikermilieu.<br />
Und sie trifft einen Punkt: Die<br />
Hochkonsumgesellschaft treibt die<br />
Welt in schwerste Konflikte. Man<br />
fragt sich: Wiekommen wir da raus?<br />
Zwei Vertreterinnen und ein Vertreter<br />
der Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft<br />
trafen am<br />
Donnerstagabend im Rohnstock-Erzählsalon<br />
in Prenzlauer Berg auf drei<br />
Vertreter einer Generation, die sich<br />
erstens mit der Suche nach dem<br />
Neuen Menschen auskennt und<br />
zweitens reichlich Transformationserfahrung<br />
hat. Die Akteure aus Zeiten<br />
der sozialistischen Planwirtschaft<br />
in der DDR stellen sich seit<br />
Jahren die Frage, was sie falsch gemacht<br />
haben, obwohl die Ideen<br />
doch gut und viele Instrumente<br />
sinnvoll waren. Und sie hoffen: Die<br />
Nächsten fechten es besser aus.<br />
Wenn man dazu beitragen kann, tut<br />
man es gerne.<br />
Diese Konstellation erwies sich<br />
als günstig für das Treffen zweier Milieus,<br />
die einander sonst nicht begegnen,<br />
wie Gastgeberin Katrin<br />
Rohnstock sagte. Neugier und Interesse<br />
aneinander waren dann groß.<br />
Jana Gebauer, 1971 in Stralsund<br />
geborene freie Unternehmensforscherin,<br />
richtete an die transformationserprobten<br />
Postsozialisten die<br />
Frage, umdie es ging: Wasist zu lernen<br />
aus dem Wandel in Ostdeutschland<br />
und Osteuropa? Gerrit von<br />
Jorck, 1986 in Kleve geborener Ökonom<br />
und Philosoph, ergänzte: Welche<br />
alternativen Bewegungen und<br />
Ansätze gab es in der Wendezeit?<br />
Warum setzte sich stattdessen die<br />
neoliberale Variante durch?<br />
Eckhard Netzmann, Jahrgang<br />
1938, Generaldirektor des VEB<br />
Schwermaschinenbaukombinat<br />
Magdeburg (SKET), erinnerte sich<br />
an den Neuen Menschen, wie er in<br />
der 1950er-Jahren gedacht war: gebildet,<br />
sich des Sinns seiner Arbeit<br />
bewusst, Kumpel, erfüllt von demokratisch-humanistischem<br />
Denken.<br />
Vorallem lag dem Wirtschaftsmann<br />
die Botschaft am Herzen: Ohne<br />
Staat, ohne gesamtgesellschaftliche<br />
Planung kommt auch eine neue Gesellschaft<br />
nicht aus. Die Arbeitsproduktivität<br />
darf nach seiner Ansicht<br />
auch in der Postwachstumsgesellschaft<br />
wachsen; die Frage sei, wie<br />
Ist es möglich, dass Menschen auf wachsenden Wohlstand verzichten? IMAGO STOCK&PEOPLE<br />
man das Erwirtschaftete verwendet<br />
und verteilt.<br />
Uwe Trostel, 1943 geboren, in der<br />
DDR u.a. in der Staatlichen Plankommission<br />
für Investitionen zuständig,<br />
Mitglied der Modrow-Regierung und<br />
der Treuhandanstalt, berichtete von<br />
seinen Beobachtungen aus der<br />
Transformationszeit in Russland: Ein<br />
großer Umbau brauche eine Kraft, die<br />
den Prozess organisiere–auf das Gemeinwohl<br />
orientiert und mit den<br />
Massen. Wieder: Staat und Planwirtschaft.<br />
Nach seiner Überzeugung haben<br />
die Kombinate in der DDR bewiesen,<br />
dass Volkseigentum funktioniert.<br />
Nicht der Profit, sondern das<br />
gesellschaftliche Bedürfnis müsse im<br />
Vordergrund stehen. Infrastruktur,<br />
Gesundheitswesen, soziale Betreuung<br />
müssten profitfrei sein.<br />
Der Sachse Alexander Schmejkal,<br />
geboren 1943, Ingenieur und ab 1972<br />
Vize-Bürgermeister von Prenzlauer<br />
Berg, stellt sich die unausweichliche<br />
Transformation als permanente Bewegung<br />
vor. Wachstum werde es<br />
weiter geben, im Falle der Arbeits-<br />
produktivität sieht er kolossale Zunahmen<br />
voraus, wenn sich Digitalisierung,<br />
Vollautomatisierung und<br />
Künstliche Intelligenz durchsetzen.<br />
Aber: „Was wird aus den Millionen<br />
frei werdenden Arbeitskräften?“ Generell<br />
brauche es ein differenziertes<br />
Wachstum: im Süden um der Gerechtigkeit<br />
willen stärker,auch in der<br />
heimischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft.<br />
In der Gesamtschau ist er<br />
überzeugt: „Der Mensch wird nur<br />
mit Negativwachstum überleben.“<br />
Doch wie soll das gehen, dass<br />
Menschen auf wachsenden Wohlstand<br />
verzichten oder gar den erreichten<br />
reduzieren? Hat nicht gerade<br />
die Transformation in der DDR<br />
bewiesen, dass Konsumhunger alle<br />
ökologisch-alternativen Ansätze<br />
über den Haufen wirft?<br />
Gerrit von Jorck antwortet mit<br />
wärmenden Worten: Man brauche<br />
ein neues Narrativ von sozial-ökologischer<br />
Lebensweise. Man könne die<br />
Bevölkerung ja mit der Idee vonZeitwohlstand<br />
locken. Jana Gebauer sieht<br />
Möglichkeiten, die Mehrheit zu erreichen,<br />
indem man die Frage „Was ist<br />
gutes Leben“ umfassend diskutiert,<br />
also im Sinne sozialer Gerechtigkeit,<br />
gesellschaftlicher Teilhabe, auskömmlichen<br />
Einkommens …<br />
Skeptisch blieben die jungen<br />
Leute gegenüber Staat und Planwirtschaft.<br />
Natürlich müsse man „Gegenmacht“<br />
bündeln, aber man diskutiere<br />
die Frage anders, eher anarchistisch,<br />
meinte Jana Gebauer.Gerrit<br />
von Jorck sprach von<br />
„Reserviertheit gegenüber dem Topdown-Ansatz“.<br />
Schließlich verliefen sich die sympathischen<br />
Utopien der Postsozialisten<br />
wie der Postwachstumsfreunde<br />
in Ratlosigkeit. Sagte Alexander<br />
Schmejkal, die Menschen müssten<br />
den Sinn des Wandels begreifen, und<br />
zwar global, und das werde ein langer<br />
evolutionärer Prozess sein. Reagierte<br />
Jana Gebauer: „Bis die Mehrheit<br />
so weit ist, wirdeszuspät sein!“<br />
Der Klimawandel! „Irgendwie muss<br />
es einen emanzipatorisch-demokratischen<br />
Weggeben!“ Irgendwie.<br />
Konkrete Beobachtungen trug Lilian<br />
Pungas bei, 1987 in Tallinn geboren,<br />
die Jüngste der Runde. Estland<br />
stand in der Transformationszeit im<br />
Rufdes eifrigsten Neoliberalismus.So<br />
sei das im Falle der ethnischen Esten<br />
gewesen, sagt Pungas.Die russischen<br />
Babuschkas hingegen pflegten in ihren<br />
Gärten ihr Erfahrungswissen,<br />
bauten wertschätzend gesundes Gemüse<br />
an,entfremdeten sich nicht von<br />
den Lebensmitteln, lebten in der Gemeinschaft.<br />
„Das ist weder altmodisch<br />
noch überholt“, findet die junge<br />
Frau, sondern sei „ein wirklich gutes<br />
Leben.“ Das wird vor allem bei jungen<br />
StadtbewohnernAnklang finden.<br />
Maritta Tkalec<br />
hörte mit Sympathie und<br />
Zweifeln zu.<br />
DAX-30 in Punkten<br />
1.11.19<br />
▼ 13014,75 (–1,08 %)<br />
Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar<br />
1.11.19<br />
Euro in US-Dollar<br />
1.11.19<br />
Stand der Daten: 31.01.2020 (16:45 Uhr)<br />
Alle Angaben ohne Gewähr<br />
31.1.20<br />
▼ 56,52 (–2,70 %)<br />
31.1.20<br />
▲ 1,1052 (+0,21 %)<br />
Quelle<br />
31.1.20<br />
Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro<br />
Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)<br />
Effektivzinsen in %für<br />
Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre<br />
Dr.Klein<br />
0800/8833880 0,61 0,66 0,78<br />
DTW-Immobilienfinanzierung<br />
0800/1155600 0,61 0,66 0,78<br />
Interhyp<br />
0800/200151515 0,61 0,66 0,78<br />
MKIB Online<br />
030/6408810 0,55 0,70 0,78<br />
PlanetHome<br />
089/76774188 0,61 0,66 0,78<br />
BBBank<br />
0721/1410 0,78 0,69 1,07<br />
ING<br />
069/50500109 0,83 0,75 0,93<br />
Deutsche Bank<br />
069/91010000 1,32 0,89 1,18<br />
Commerzbank<br />
069/98660966 1,16 0,93 1,33<br />
Postbank<br />
0228/55002010 1,40 1,01 1,34<br />
Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />
0331/898989 0,69 0,75 1,14<br />
Sparda-Bank Berlin<br />
030/42080420 0,71 0,87 1,35<br />
<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />
030/86986969 0,88 0,93 1,23<br />
<strong>Berliner</strong> Volksbank<br />
030/30363300 0,92 0,96 1,27<br />
PSD Berlin-Brandenburg<br />
psd-bb.de 0,96 1,06 1,51<br />
Mittelwert von 95 Banken 0,79 0,83 1,12<br />
Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;<br />
unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.<br />
ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit<br />
(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),<br />
Baudarlehen (Samstag).<br />
Quelle: FMH-Finanzberatung<br />
Keine neuen<br />
Streiks bei der<br />
Lufthansa<br />
Platzeck und Weise sollen<br />
Schlichter sein<br />
Passagiere der Lufthansa können<br />
aufatmen: Bei der Fluggesellschaft<br />
sind weitere Streiks des Kabinenpersonals<br />
vorerst nicht mehr<br />
möglich. Das Unternehmen hat mit<br />
der Kabinengewerkschaft Ufo ein<br />
umfassendes Schlichtungsabkommen<br />
vereinbartsamt einer Friedenspflicht<br />
bis zum Ende des Verfahrens,<br />
wie beide Seiten am Freitag gemeinsam<br />
mitteilten. Siesoll voneiner Mediation<br />
und einem außergerichtlichen<br />
Güteverfahren begleitet werden,<br />
um auch außertarifliche Streitigkeiten<br />
beilegen zu können.<br />
Der Vereinbarung waren drei<br />
Streikwellen mit zusammen rund<br />
2000 Flugausfällen und monatelange<br />
Verhandlungen zwischen den<br />
tief zerstrittenen Tarifparteien vorausgegangen.<br />
Eine Wende war erst<br />
mit dem Einstieg des neuen Lufthansa-Personalvorstands<br />
Michael<br />
Niggemann gelungen.<br />
DieSchlichtung soll nach dpa-Informationen<br />
von den bislang designierten<br />
Schlichtern Matthias Platzeck<br />
und Frank-Jürgen Weise geführt<br />
werden, die bereits an der langwierigen<br />
Anbahnung beteiligt waren.<br />
Mit dem Einstieg in die Schlichtung<br />
sind für die rund 22 000 Lufthansa-Flugbegleiter<br />
sofortige Verbesserungen<br />
verbunden. So werden<br />
die Stopover-Aufenthalte in Japan<br />
und Südkorea wieder verlängertund<br />
die Beschäftigten erhalten eine Sonderzahlung<br />
vonje1500 Euro.<br />
Neben Tarifthemen zu Arbeitsbedingungen,<br />
Renten und Entgelten<br />
haben die langen Auseinandersetzungen<br />
zwischen den streitenden<br />
Parteien einige Konflikte hinterlassen.<br />
Es geht unter anderem um persönliche<br />
Klagen der Lufthansa und<br />
damit verbundene Haftungsfragen<br />
gegen frühere und aktuelle Vorstände<br />
der Gewerkschaft. Auch war<br />
der frühere Ufo-Chef Baublies aus<br />
Lufthansa-Diensten entlassen worden.<br />
Lufthansa hatte im vergangenen<br />
Jahr die Tariffähigkeit von Ufo<br />
bezweifelt. (dpa)<br />
»STATT WINTERSCHLAF:<br />
BISZU45%FÖRDERUNG<br />
AUFDIE NEUE HEIZUNG<br />
SICHERN!«<br />
Jetztinformieren auf machts-effizient.de<br />
Kostenfreie Hotline: 0800 0115 000
8 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Meinung<br />
Kolumne<br />
Die Trauer des<br />
Westlers<br />
Sabine Rennefanz<br />
über ein bisher wenig erzähltes<br />
Kapitel der Einheit<br />
„Wandel kostet<br />
Kraft und Mut, er<br />
verlangt<br />
Improvisation<br />
und Kreativität.“<br />
Angela Merkel, Bundeskanzlerin<br />
Eine Kollegin vom öffentlichrechtlichen<br />
Rundfunk sagte,<br />
sie habe sich bei der Wohnungssuche<br />
in Frankfurt (Oder) als Westdeutsche<br />
diskriminiert gefühlt.<br />
Voneiner Vermieterin habe sie das<br />
Gefühl vermittelt bekommen, als<br />
Wessi nicht willkommen zu sein.<br />
Als sie sich um eine andere Wohnung<br />
bewarb, erzählte sie bei der<br />
ersten Besichtigung gleich von einer<br />
Tante in Leipzig. Da habe es geklappt.<br />
Mich erinnerte die Geschichte<br />
an eine Begegnung mit einem<br />
Mann vorwenigen Jahren im Regionalexpress<br />
von Frankfurt nach<br />
Berlin. Der Mann stammte aus<br />
Hamburg, arbeitete seit Jahren als<br />
Bibliothekar in Frankfurt (Oder),<br />
lebte aber in Berlin. Auf der Fahrt<br />
erzählte er davon, wie schwer er es<br />
an der Oder habe, er müsse<br />
schlechten Kaffee trinken, miese,<br />
faule und Stasi-verseuchte Kollegen<br />
ertragen. Er tat mir leid. Hinter<br />
der Verachtung steckte etwas anderes,<br />
eine Enttäuschung, eine<br />
Trauer. Verachtung ist eine Abwehrreaktion,<br />
man verachtet das,<br />
was man nicht versteht, nicht verstehen<br />
will oder kann. Ich fragte<br />
ihn, ob er mal überlegt hat, nach<br />
Frankfurt zu ziehen. „Niemals“,<br />
rutschte es ihm heraus.<br />
Viel wirdimdreißigsten Jahr seit<br />
der Einheit über die Enttäuschungen<br />
der Ostdeutschen geredet,<br />
doch die Enttäuschung der Westdeutschen,<br />
die in den Osten gegangen<br />
sind, gehörtunbedingt auch in<br />
die Geschichtsbücher.Von ihr hört<br />
man heute eher in kleineren Runden.<br />
Ichstieß auf einen etwas älteren<br />
Text des 2018 verstorbenen<br />
West-<strong>Berliner</strong> Schriftstellers Michael<br />
Rutschky über die neue Ost-<br />
Identität. „Wie erst jetzt die DDR<br />
entsteht“, heißt der Artikel, der<br />
1995 in der Zeitschrift Merkur erschienen<br />
ist. „Warum erklären wir<br />
dies neu entstehende Ostdeutschland<br />
nicht einfach zu einem Teil<br />
der Bundesrepublik?Warumsoll es<br />
eine DDR-Identität sein, die sich<br />
nachträglich als kulturelle Identität<br />
bildet, warum keine gesamtdeutsche?<br />
Weil diese Erfahrungs- und<br />
Erzählgemeinschaft sich selbst<br />
vom Westen abgrenzt“, schreibt<br />
Rutschky. Erlässt in seiner Erzählung<br />
einige Westler auftauchen, die<br />
sich in den Osten gewagt haben.<br />
Da ist der Hausbesetzer, der sich<br />
angewöhnt hat, „urst“ zu sagen<br />
und auf das „Gaucken“ schimpft.<br />
Da ist die Forscherin, die unter der<br />
Woche als Dozentin nach Dresden<br />
pendelt. Sie leidet dort unter dem<br />
schlechten Essen, hässlichen Filzlatschen<br />
und der Unterkunft im<br />
Wohnheim, das sich wie Knast anfühlt.<br />
Daraus spricht auch ein Gefühl<br />
der der Einsamkeit, der Trauer.<br />
Doch wird die Forscherin ausgegrenzt,<br />
wie Rutschky behauptet,<br />
oder grenzt sie sich selber aus?<br />
Anlässlich des 90. Geburtstags<br />
von Kurt Biedenkopf, dem legendären,<br />
aus Ludwigshafen stammenden,<br />
sächsischen Ministerpräsidenten,<br />
sagte Kanzlerin Angela<br />
Merkel in der vergangenen Woche:<br />
Wandel koste Kraft, Mut, verlange<br />
Improvisation und Kreativität.<br />
Bleibt dran, liebe Wessis.<br />
Zurück zur alten Größe!<br />
Eine Aktion gegen<br />
die Gleichgültigkeit<br />
Die„Nacht der Solidarität“ sollte<br />
–inmodifizierter und ständig<br />
zu verbessernder Form –dringend<br />
wiederholt werden. Unddas gerne<br />
öfter als einmal im Jahr. Die Idee<br />
nämlich ist vielversprechend. Sie<br />
greift den gesellschaftlichen<br />
Schwachpunkt an, der Wurzel für<br />
die fehlenden Daten zu Obdachlosigkeit<br />
ist: Wir sehen Obdachlose<br />
ständig, wollen aber nichts mit ihnen<br />
zu tun haben –und wissen deswegen<br />
nichts über sie.<br />
Unsere Gesellschaft diskriminiert<br />
und stigmatisiert Obdachlose<br />
konsequent. Gerade in Berlin, wo<br />
man so direkt wie in keiner anderen<br />
deutschen Stadt mit ihrer Notkonfrontiert<br />
wird, ist das noch größere<br />
Problem aber unsere Gleichgültigkeit.<br />
Liegt im Winter ein<br />
Obdachloser mit faulendenWunden<br />
in der Bahn,<br />
räumen Mitfahrer wegen<br />
seines Geruchs lieber<br />
schimpfend den gesamten<br />
Waggon, pressen sich<br />
in den nächsten – als<br />
VonAnnika Leister<br />
Annika<br />
Leister<br />
Brauchen wir eine neue Obdachlosen-Zählung?<br />
dass einer fragt, ob man<br />
helfen kann.<br />
Dabei können wir als<br />
Gesellschaft uns solidarisieren.<br />
Wir beweisen es zurzeit:<br />
Die„Fridays for Future“-Bewegung<br />
hat im Kampf gegen den Klimawandel<br />
Hunderttausende mobilisiert,<br />
sie verändert damit gerade<br />
Stil und Inhalte der Politik. Doch<br />
den Obdachlosen und Armen<br />
fehlte lange die Lobby inder Mitte<br />
der Gesellschaft.<br />
Diese Ausgangslage hat dafür<br />
gesorgt, dass die Politik mit Hilfsangeboten<br />
geizte –und mit ihren in<br />
Rathauszimmernerdachten Strategien<br />
oft kläglich scheiterte. Jetzt<br />
aber ist der Mittelstand bedroht, die<br />
Berichte über Familien, Rentner<br />
und Normalverdiener, die um ihre<br />
Wohnung bangen, reißen nicht ab.<br />
Mieten und Zwangsräumungen liegen<br />
auf einem so hohen Niveau,<br />
dass die Menschen spüren, dass tatsächlich<br />
der Satz gilt: Es kann jeden<br />
treffen. Das eröffnet zurzeit ein<br />
Fenster der Solidarität, politisch wie<br />
gesellschaftlich, gerade jetzt im<br />
Winter. Sozialsenatorin Elke Breitenbach<br />
hat es genutzt.<br />
Bei den Freiwilligen hat die<br />
„Nacht der Solidarität“ ohne Frage<br />
eine Wirkung erzielt. Sie haben<br />
sich eine Nacht in die Lage vonObdachlosen<br />
hineinversetzt, sind ihre<br />
Schlafstätten abgelaufen, sind mit<br />
ihnen ins Gespräch gekommen.<br />
Ein 75-jähriger pensionierter Arzt<br />
erzählte am Mittwoch in Britz<br />
schon vor Start der Zählung, dass<br />
ihn allein die Beschäftigung mit<br />
der Aktion und der Kritik daran<br />
dazu gebracht habe, sich zu ändern:<br />
Er spreche jetzt regelmäßig<br />
mit Obdachlosen, wolle oft spenden<br />
–und habe so zu seiner Überraschung<br />
schon häufiger die Erfahrung<br />
gemacht, dass sein Geld gar<br />
nicht gewollt sei, ein aufrichtiges<br />
Gespräch aber sehr wohl. Die Berichterstattung<br />
über solche Aktionen<br />
hat das Potenzial, auch die<br />
Wahrnehmung in der Öffentlichkeit<br />
zu verändern. Damit der Effekt<br />
nachhaltig ist, darf Breitenbach<br />
jetzt keinesfalls<br />
aufgeben.<br />
Außer Frage steht allerdings:<br />
Die Methodik<br />
der Obdachlosenzählung<br />
muss dringend verbessertwerden.<br />
Manche Obdachlose<br />
haben sich der<br />
Zählung bewusst entzogen<br />
und kritisierten das<br />
Konzept scharf. Es muss<br />
jetzt erfragt werden, wie systematisch<br />
und warum das passiert ist.<br />
Klar ist aber schon jetzt: DieZahlen<br />
sind nicht valide und dürfen keinesfalls<br />
für konkrete Bedarfsplanungen,<br />
zum Beispiel bei Notunterkünften<br />
herangezogen werden.<br />
Vermutlich wird sich das auch nie<br />
ändern.<br />
Die Aktion konzentrierte sich<br />
deswegen zu starkauf die quantitative<br />
Erhebung, die reine Zählung.<br />
Sie wurde mit 2600 Freiwilligen in<br />
nur drei Stunden absolviert.Wichtiger<br />
aber wäreeine qualitativeErhebung,<br />
bei der im Idealfall erfahrene<br />
Interviewer auch mehrere Stunden<br />
in das Gespräch mit einer Person<br />
investieren. Zu selten lässt sich die<br />
Politik hier von den Sozialwissenschaften<br />
beraten. Dann aber gäbe<br />
es eine Chance, tatsächlich zu erfahren:<br />
An welchen Orten schlafen<br />
diese Menschen? Und warum? Wo<br />
bräuchten sie eine Unterkunft, was<br />
muss sie ihnen bieten? Undvor allem:<br />
Welche Hilfsangebote bräuchten<br />
sie,umsich auf den Wegzurück<br />
in die Gesellschaft zu machen, einen<br />
Job und eine Wohnung zu finden<br />
und zu halten?<br />
BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI<br />
Die Freiwilligen<br />
konnten nur scheitern<br />
Die Nacht der Solidarität, die<br />
Nacht in der Berlins Obdachlose<br />
gezählt werden sollten, war<br />
ein Reinfall. Das Endergebnis ist<br />
noch nicht bekannt. Doch wie es<br />
aussieht, waren viele dieser Menschen<br />
in der Nacht zum Donnerstag<br />
wie vomErdboden verschluckt.<br />
Siehaben sich angeblich versteckt,<br />
weil sie sich nicht zählen lassen<br />
wollten. Und das stellt den Sinn<br />
und Zweck einer solchen Aktion<br />
massiv infrage.<br />
Es ist natürlich völlig richtig,<br />
Menschen ohne Wohnung zu helfen.<br />
Ein Rechts- und Wohlfahrtsstaat,<br />
einer der reichsten der Welt<br />
erst recht, kann und darf esnicht<br />
zulassen, dass Menschen erfrieren.<br />
Um das zu verhindern, muss er<br />
helfen und Angebote<br />
passgenau gestalten.<br />
Doch um passgenau<br />
helfen zu können, muss<br />
der Staat –oder im konkreten<br />
Fall das Land Berlin<br />
–eine Menge wissen:<br />
Wie viele Obdachlose<br />
halten sich überhaupt in<br />
der Stadt auf? Bisher gibt<br />
es nur Schätzungen mit<br />
großer Fehlertoleranz.<br />
Wieviele vonihnen sind krank, sitzen<br />
im Rollstuhl, haben Hunde?<br />
Wie viele von ihnen sind Frauen?<br />
Sie bedürfen eines besonderen<br />
Schutzes. Alles wichtige Informationen,<br />
um möglichst vielen ein<br />
würdiges Leben zu ermöglichen.<br />
All das sollte in der Nacht zu<br />
Donnerstag abgefragt werden.<br />
Doch jeder Hilfeversuch kann nur<br />
gelingen, wenn sich die Menschen<br />
auch helfen lassen.<br />
Mirtun die Leute auf der Straße<br />
leid. Ichkenne keine Obdachlosen,<br />
weiß nichts über sie über das hinaus,was<br />
ich höreund lese,was ich<br />
täglich sehe, auf dem Bürgersteig,<br />
unter Brücken, auf Bahnhöfen.<br />
Unddieses Bild ist vielfältig. Es gibt<br />
verfallene Gestalten, gezeichnet<br />
von Drogensucht und langer Armut.<br />
Aber es gibt auch Gruppen,<br />
die trinkend, schwatzend, ja sogar<br />
kochend auf dem Gehweg sitzen<br />
oder liegen. Es sieht so aus, als<br />
wollten sie das, als täten sie das<br />
freiwillig. Ich gebe kein Geld, weil<br />
ich sonst viel zu vielen Leuten Geld<br />
geben müsste. Aber ich gebe mir<br />
Mühe,mich nicht belästigt zu fühlen.<br />
Dasgelingt nicht immer.<br />
VonElmar Schütze<br />
Elmar<br />
Schütze<br />
Doch was an dem Dasein auf<br />
der Straße ist wirklich freiwillig?<br />
Wiegesagt: Ichweißnicht wirklich<br />
etwas über diese Leute.Und das ist<br />
einer der Gründe,warum ich in der<br />
Nacht nicht zählen war.Warum ich<br />
in meiner beheizten Wohnung geblieben<br />
bin.<br />
Ich habe deshalb kein schlechtes<br />
Gewissen. Aber ich bin froh darüber,<br />
dass es in Berlin mit seiner<br />
großen Sozialbranche so viele<br />
Menschen gibt, die sich besser auskennen<br />
als ich. Die professionell,<br />
kompetent, engagiert, und im besten<br />
Fall auch empathisch mit Obdachlosen<br />
arbeiten. Und die dafür<br />
leider viel zu oft schlecht bezahlt<br />
werden. Das ist für mich übrigens<br />
ein Grund, wirklich ein schlechtes<br />
Gewissen zu bekommen.<br />
Weil ich feststellen<br />
muss, wie gering wir<br />
diese wertvolle Arbeit<br />
schätzen. Ich hätte<br />
gerne,dasswir sie besser<br />
bezahlen.<br />
Diese Profis kennen<br />
sich mit ihren Leuten so<br />
gut aus, dass sie uns<br />
nach der gescheiterten<br />
Nacht erklären, warum<br />
sich viele Obdachlose eben nicht<br />
zählen lassen wollen. Dass die sich<br />
fürchteten vor einer Registrierung<br />
–auch wenn es darum gar nicht<br />
ging. Dass sie sich den Regeln in<br />
Unterkünften nicht unterwerfen<br />
wollten. Dass viele Angst hätten<br />
vor vielen Menschen wie ihnen<br />
selbst unter einem Dach, in einem<br />
Raum.<br />
Okay! Offensichtlich ist so eine<br />
gut gemeinte Zählung also nicht<br />
der Weg zumehr Erkenntnis. Erfolgreicher<br />
wäre essicher, esdie<br />
Profis machen zu lassen. Gut bezahlte<br />
Sozialarbeiter gehören auf<br />
die Straße,jeden Tag. Dann werden<br />
wirbald auch mehr wissen.<br />
Am meisten leid tut es mir bei<br />
dem Fehlschlag von Mittwochnacht<br />
um die 2600 Freiwilligen,<br />
die sich eine Winternacht um die<br />
Ohren geschlagen haben. Sie sind<br />
eben nicht in der beheizten Wohnung<br />
geblieben, sondern sind drei<br />
Stunden lang durch zugige Straßen<br />
gestapft, haben in unwirtlichen<br />
Ecken nach Leuten gesucht, die<br />
nicht gefunden werden wollten.<br />
Was für eine Verschwendung<br />
vonEngagement.<br />
AUSLESE<br />
Einsicht kommt<br />
beim Machen<br />
Der Untertitel lautet „Liebesbrief an<br />
England“. Keine Ahnung, ob Nele<br />
Pollatscheks Liebe erwidert wird. Aber<br />
ihre Liebeserklärung wirkt sehr ansteckend.<br />
Sie studierte in Oxford und Cambridge<br />
Literaturwissenschaft. Ihre Geschichten<br />
darüber sind eine Lust zu lesen.<br />
Siekam aus Deutschland und wusste,wie<br />
man Seminararbeiten zu schreiben hatte:<br />
90 Prozent Positionen<br />
der Sekundärliteratur<br />
nach den richtigen Verfahren<br />
zitiert, zehn Prozent<br />
zum Autor, um<br />
den es ging. Dazwischen<br />
Spurenelemente<br />
einer eigenen Position.<br />
Hätte sie so in England<br />
weitergemacht, sie<br />
wäregescheitert.<br />
Dort wurden wöchentlich<br />
kleine Arbeiten<br />
geschrieben, die<br />
Nele Pollatschek:<br />
Dear<br />
Oxbridge,<br />
Galiani, 240<br />
Seiten, 16 Euro.<br />
der Tutor sofort mit einem durchnahm.<br />
Sekundärliteratur spielte kaum eine Rolle.<br />
Stattdessen wurde verlangt, dass man<br />
jede Menge von den Autoren las, umdie<br />
es ging. Sie habe dort gelernt, schreibt<br />
Nele Pollatschek, dass man, wenn man<br />
dieses Verfahren intensiv trainierthat, innerhalb<br />
kürzester Zeit versteht, den Eindruck<br />
zu erwecken, sich bestens auszukennen.<br />
Rhetorik nennt man diese Kunst seit<br />
zweieinhalbtausend Jahren. Sie hat den<br />
Vorteil, lesbare Texte hervorzubringen.<br />
Werjede Woche einen Text schreibt, der<br />
wird, ist er nur ein wenig spielerisch begabt,<br />
ganz automatisch mal diese, mal<br />
jene Darstellungsweise ausprobieren.<br />
Nichts muss so bleiben, wie es ist. Alternativen<br />
sind immer möglich.<br />
Manliest Nele Pollatschek und begreift<br />
mit einem Mal, warum so viele britische<br />
Wissenschaftler so viel besser schreiben<br />
als der Durchschnitt der deutschen. In<br />
Oxbridge scheint man begriffen zu haben,<br />
dass erst der etwas versteht, der in der<br />
Lage ist, es anderen verständlich zu machen.<br />
Daswirddarum dortvom ersten Semester<br />
an trainiert. Diewissenschaftliche<br />
Arbeit wird wie Tennis oder Fußball oder<br />
vonmir aus auch wie Kricket vermittelt.<br />
Einsicht kommt beim Machen. In<br />
Deutschland aber scheint man der Ansicht<br />
anzuhängen, man solle mit dem Machen<br />
nicht anfangen, bevor man zur Einsicht<br />
gekommen ist. Ausder Falle kommt<br />
kaum jemand raus. Arno Widmann<br />
PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN<br />
Herausgeber: Dr.Michael Maier.<br />
Chefredakteur: Jochen Arntz (ViSdP).<br />
Mitglieder der Chefredaktion: Elmar Jehn, Margit J. Mayer,<br />
Matthias Thieme (verantwortlich Digital).<br />
Newsdesk-Chefs (Nachrichten/Politik/Wirtschaft):<br />
Tobias Miller,Michael Heun.<br />
Textchefin: Bettina Cosack.<br />
Newsroom-Manager: Jan Schmidt.<br />
Teams:<br />
Investigativ: Kai Schlieter.<br />
Kultur: Harry Nutt.<br />
Regio: Arno Schupp, Karim Mahmoud.<br />
Service: Klaus Kronsbein.<br />
Sport: Markus Lotter.<br />
Story: Christian Seidl.<br />
Meinungsseite: Christine Dankbar.<br />
Seite 3/Report:Bettina Cosack.<br />
Die für das jeweiligeRessortanerster Stelle Genannten sind<br />
verantwortliche Redakteure im Sinne des <strong>Berliner</strong> Pressegesetzes.<br />
Reporterin: Sabine Rennefanz.<br />
ArtDirektion: Annette Tiedge.<br />
Newsleader Regio: Stefan Henseke, Susanne Rost, Marcus Weingärtner.<br />
Newsleader Sport: Matthias Fritzsche, Christian Schwager.<br />
Autoren: Joachim Frank, Holger Schmale, Dieter Schröder,ArnoWidmann.<br />
Istanbul: Frank Nordhausen, Moskau: Stefan Scholl,<br />
Rom: Regina Kerner,<br />
TelAviv: Anja Reich, Washington: KarlDoemens.<br />
Redaktion: <strong>Berliner</strong> Newsroom GmbH, Berlin24 Digital GmbH,<br />
Geschäftsführung: Aljoscha Brell, Dr.Michael Maier<br />
Alte Jakobstraße 105, 10969 Berlin<br />
Lesertelefon: 030-63 33 11-457, E-Mail: leser-blz@berlinerverlag.com<br />
<strong>Berliner</strong> Verlag GmbH, Geschäftsführer:Holger Friedrich, Dr.Michael Maier.<br />
Postadresse 11509 Berlin. Besucher:Alte Jakobstraße 105,<br />
Telefon: (030) 23 27-9; Fax: (030) 23 27-55 33;<br />
Anzeigen: BVZ <strong>Berliner</strong> Medien GmbH, Dr.Michael Maier.<br />
Postfach 11 05 06, 10835 Berlin;<br />
Anzeigenannahme: (030) 23 27-50; Fax(030) 23 27-66 97<br />
Es gilt Anzeigenpreisliste Nr.30, gültig seit 1.1.2019.<br />
Druck: BVZ <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>sdruck GmbH,<br />
Geschäftsführer:Steffen Helmschrott, Dr.Michael Maier<br />
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin,<br />
Internet: www.berliner-zeitungsdruck.de<br />
Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> erscheint sechs Mal in der Woche. Bezugspreis monatlich<br />
45,90 €einschl. 7% Mehrwertsteuer,außerhalb vonBerlin und Brandenburg<br />
49,50 €; AboPlus, inklusiveStadtmagazin tip 54,19 €(nur in Berlin und<br />
Brandenburg). Bezugspreis des Studentenabonnements monatlich 27,60 €,<br />
außerhalb vonBerlin und Brandenburg 28,50 €. Das E-Paper kostet monatlich<br />
29,99 €einschl. 7% Mehrwertsteuer.Der Preis für Studenten beträgt<br />
monatlich 18,99 €.Im Falle höherer Gewalt und bei Arbeitskampf<br />
(Streik/Aussperrung) besteht kein Belieferungs- und<br />
Entschädigungsanspruch. Erfüllung und Gerichtsstand Berlin-Mitte.<br />
Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotomaterial<br />
wird keine Haftung übernommen.<br />
Die Auflageder <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> wird vonder unabhängigen Informationsgemeinschaft<br />
zur Feststellung der Verbreitung vonWerbeträgerngeprüft.<br />
Die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> ist die reichweitenstärkste Abonnementzeitung Berlins<br />
und erreicht laut Mediaanalyse 2019 in Berlin und<br />
Brandenburg täglich 267 000 Leser.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 9<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin<br />
Brandenburgs<br />
Landesregierung hat<br />
Zweifel am Tesla-Deal<br />
Seite 14<br />
In Gefahr –Ein Techno-Club muss schließen und die Szene bangt Seite 12<br />
VorGericht –Clanchef Arafat Abou-Chaker strebt nach einem milderen Urteil Seite 14<br />
Schöner<br />
Wohnen<br />
in Tegel<br />
Mit Neubauprojekten will der<br />
Senat den Wohnungsmarkt<br />
entlasten. In diesem und im<br />
nächsten Jahr wollen die<br />
landeseigenen Unternehmen<br />
stadtweit mit dem Bau von knapp<br />
20 000 Wohnungen beginnen.<br />
VonUlrich Paul<br />
Noch dient der Flughafen Tegel dem Luftverkehr,doch nach seiner Stilllegung sollen hier rund 5000 Wohnungen und ein Forschungs- und Industrieparkentstehen.<br />
IMAGO-IMAGES/JÜRGEN RITTER<br />
Der gerade vom Abgeordnetenhaus<br />
beschlossene<br />
Mietendeckel soll den<br />
Mietern in Berlin eine<br />
Atempause vor weiteren Mieterhöhungen<br />
verschaffen –zugleich soll<br />
aber der Neubau preiswerter Wohnungen<br />
vorangetrieben werden, um<br />
für Entlastung auf dem angespannten<br />
Wohnungsmarkt zu sorgen. Das<br />
bekräftigte Stadtentwicklungssenatorin<br />
Katrin Lompscher (Linke) am<br />
Freitag.<br />
Die von ihr als „wichtigster Partner“<br />
beim Neubau bezeichneten<br />
landeseigenen Unternehmen sind<br />
dabei im vergangenen Jahr zwar einen<br />
guten Schritt vorangekommen,<br />
werden die ehrgeizigen Ziele der Koalition<br />
für diese Legislaturperiode<br />
aber nicht erreichen. 30 000 Wohnungen<br />
sollten die sechs landeseigenen<br />
Unternehmen nämlich von2017<br />
bis 2021 fertigstellen. Nunwerden es<br />
nach derzeitigem Stand „sicher“<br />
aber nur 24 000 Wohnungen sein,<br />
wie Lompscher einräumte.<br />
5000 Wohnungen in TXL<br />
Immerhin zeichnet sich ein deutlicher<br />
Aufwärtstrend ab: Stellten die<br />
landeseigenen Unternehmen im<br />
Jahr 2016 noch lediglich 1377 Wohnungen<br />
fertig, waren es 2019 bereits<br />
4537 Wohnungen. „Die Fertigstellungszahlen<br />
haben sich somit in den<br />
letzten drei Jahren mehr als verdreifacht“,<br />
sagte Lompscher.Ein solcher<br />
Zuwachs innerhalb so kurzer Zeit<br />
zeuge von immensen Anstrengungen<br />
und großem Einsatz aller Beteiligten.<br />
„Dieses Niveau zu halten und<br />
zu verstetigen ist eine enorme gemeinsame<br />
Herausforderung“, sagte<br />
Lompscher. 11000 Wohnungen haben<br />
die sechs landeseigenen Vermieter<br />
laut Lompscher seit 2017 fertiggestellt.<br />
Fast 10 000 seien derzeit in Bau. In<br />
den Jahren 2020 und 2021 sei der<br />
Baustart für 19 720 Wohnungen geplant.<br />
Zwar kommt nicht jedes Projekt<br />
wie ursprünglich geplant zustande,doch<br />
hat sich die Zahl der geplanten<br />
städtischen Wohnungen in<br />
den vergangenen Jahren deutlich erhöht.<br />
Zu Beginn der Amtszeit der<br />
rot-rot-grünen Koalition seien<br />
320 Projekte mit etwa 36 000 landeseigenen<br />
Wohnungen in der Pipeline<br />
gewesen, resümierte Lompscher.<br />
Nun seien in 461 Projekten mehr als<br />
60 000 Wohnungen geplant.<br />
Wichtig ist der Bau von Wohnungen<br />
der städtischen Unternehmen,<br />
weil sie die Hälfte der Unterkünfte<br />
als Sozialwohnungen planen und die<br />
übrigen Wohnungen zu Mieten von<br />
derzeit durchschnittlich unter zehn<br />
Euro je Quadratmeter kalt anbieten.<br />
Damit gehören sie zu den Anbietern<br />
von vergleichsweise preiswertem<br />
Wohnraum. Neubauwohnungen auf<br />
dem freien Marktsind in der Regel in<br />
Berlin selten unter 12 bis 14 Euro je<br />
Quadratmeter kalt zu haben.<br />
Zu den größten Vorhaben, die in<br />
diesem Jahr fertiggestellt werden sollen,<br />
gehört ein Projekt der Howoge<br />
mit 264 Wohnungen an der Goeckestraße<br />
in Lichtenberg. Hier sollen die<br />
Arbeiten in diesen Tagen abgeschlossen<br />
werden. Die Wohnungsbaugesellschaft<br />
Mitte (WBM) will<br />
voraussichtlich bis Februar die Arbeiten<br />
für 192 Wohnungen in der<br />
Friedenstraße abschließen. Und die<br />
Degewo plant bis Juni die Fertigstellung<br />
von 255 Wohnungen an der<br />
Ludwig-Renn-Straße in Marzahn-<br />
Hellerdorf. Im selben Monat will die<br />
Gesobau den Bau von 334 Wohnungen<br />
an der Lion-Feuchtwanger-<br />
Straße und der Gädebuscher Straße<br />
abschließen. Die Gewobag plant, im<br />
Oktober 2020 etwa 360 Wohnungen<br />
in der Wasserstadt Spandau fertigzustellen.<br />
Und die Stadt und Land<br />
möchte bis November die Bauarbeiten<br />
für 382 Wohnungen im Gut Alt-<br />
Biesdorfabschließen.<br />
Das größte Wohnungsneubauprojekt<br />
in Berlin in den nächsten<br />
Jahren werde aber das Schumacher-<br />
Quartier auf dem Areal des Flughafen<br />
Tegel, sagte Lompscher.Nach Eröffnung<br />
des neuen Großflughafens<br />
BER in Schönefeld am 31. Oktober<br />
2020 soll TXL geschlossen werden –<br />
etwa 5000 Wohnungen sind dann<br />
auf dem ehemaligen Airport neben<br />
einem Forschungs- und Industriepark<br />
für Zukunftstechnologien geplant.<br />
Ein ökologisches Modellprojekt<br />
in Holzbauweise solle das Viertel<br />
werden, sagte Lompscher.<br />
Und wenn es nach ihr gehe,<br />
könnten dort auch noch mehr Wohnungen<br />
entstehen. Wieviele,ließ sie<br />
offen. Klar ist aber: Neben den städtischen<br />
Wohnungsunternehmen<br />
sollen in Tegel auch Genossenschaften<br />
und private Baugruppen zum<br />
Zuge kommen. AuchWohnungen für<br />
Studenten sollen dort entstehen. Ab<br />
Mai 2021 könne die Tegel Projekt<br />
GmbH das Gelände übernehmen, so<br />
Lompscher. Danach sollen möglichst<br />
rasch vorbereitende Baumaßnahmen<br />
beginnen. Auf den Buckower<br />
Feldern imSüden Neuköllns ist<br />
ein weiteres Stadtquartier geplant.<br />
Dort sollen etwa 900 Wohnungen<br />
entstehen. Neben der landeseigenen<br />
Wohnungsbaugesellschaft Stadt und<br />
Land, die den größten Teil der neuen<br />
Unterkünfte erstellen soll, will Berlin<br />
dortauch Genossenschaften am Bau<br />
beteiligen. Die Grundstücke sollen<br />
per Erbbaurecht zur Verfügung gestellt<br />
werden. Derzeit läuft das Vergabeverfahren.<br />
Von ursprünglich<br />
zwölf Bietern seien noch elf dabei,<br />
„Das Schumacher-Quartier wird das größte<br />
Wohnungsneubauvorhaben des Landes<br />
Berlin sein. UnserZiel ist es,mit dem Quartier<br />
Maßstäbe für den klimagerechten<br />
Wohnungsbau im 21. Jahrhundert zusetzen.“<br />
Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen<br />
sagte Lompscher. Eine Bietergemeinschaft<br />
hatte sich vor einigen<br />
Wochen sehr öffentlichkeitswirksam<br />
aus dem Verfahren zurückgezogen<br />
und dies mit den Auswirkungen des<br />
Mietendeckels begründet. Tatsächlich<br />
war aber gar nicht klar, obdiese<br />
Bieter überhaupt den Zuschlag erhalten<br />
würden. Die Entscheidung<br />
über die Grundstücksvergabe steht<br />
noch aus.<br />
Die Bebauung des Kreuzberger<br />
Dragonerareals ist ein weiteres<br />
neues Großprojekt. Dortsollen nach<br />
einem preisgekrönten städtebauli-<br />
chen Entwurfmehr als 500Wohnungen<br />
sowie Gewerbeflächen, Büros,<br />
eine Kita und eine Jugendfreizeiteinrichtung<br />
entstehen.<br />
Neben dem Neubau und dem Deckeln<br />
der Mietpreise gehört der Ankauf<br />
von Wohnungen aus Privatbesitz<br />
zur Wohnungspolitik der rot-rotgrünen<br />
Koalition –umstärker Einfluss<br />
auf den Markt zunehmen. Im<br />
vergangenen Jahr hat der Senat dabei<br />
11 856 Wohnungen erworben –<br />
„die mit Abstand höchste Ankaufszahl,<br />
die wir jemals hatten“, berichtete<br />
Lompscher am Freitag. Zusammen<br />
mit dem Neubau habe sich im<br />
vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungen<br />
in Landeshand um insgesamt<br />
16 400 erhöht. Mittlerweile besitzen<br />
die sechs landeseigenen Unternehmen<br />
damit 325 400 Wohnungen.<br />
Es waren allerdings nach der<br />
Wiedervereinigung einmal sehr viel<br />
mehr: mehr als 500 000, wie Lompscher<br />
sagte. Durch die Privatisierung,<br />
etwa den Verkauf der GSW mit<br />
etwa 65 000 Wohnungen, gingen<br />
viele Wohnungen aus Landesbesitz<br />
verloren –und damit der Einfluss auf<br />
die Mietpreisgestaltung. Ziel von<br />
SPD, Linken und Grünen ist es, den<br />
Einfluss zurückzugewinnen. Die<br />
Zahl der landeseigenen Wohnungen<br />
soll durch Ankauf und Neubau bis<br />
zum Ende der Legislaturperiode auf<br />
340 000 aufgestockt werden. „Vielleicht<br />
wird es noch ein bisschen<br />
mehr“, orakelte Lompscher am Freitagvormittag.<br />
Wenige Stunden später verkündete<br />
die Senatsverwaltung für Finanzen<br />
den Ankauf einer weiteren prominenten<br />
Wohnanlage. Die Gewobag<br />
übernimmt danach den sogenannten<br />
Block F-Nord an der<br />
Karl-Marx-Allee in Friedrichshain,<br />
der ehemaligen Prachtstraße aus der<br />
DDR-Zeit. Die Verkäuferin, die Predac-Gruppe,<br />
habe ein entsprechendes<br />
Angebot der Gewobag angenommen.<br />
Neben den bereits im November<br />
2019 erworbenen 679 Wohnungen<br />
der Blöcke C-Süd, C-Nord<br />
und D-Nord ander Karl-Marx-Allee<br />
würden damit weitere 151 Wohnungen<br />
für eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft<br />
gesichert, so<br />
die Finanzverwaltung.<br />
Die Wohnungen sollten ursprünglich<br />
an die Deutsche Wohnen<br />
veräußert werden. Doch dagegen<br />
gab es Proteste der Mieter. Sie befürchteten,<br />
dass sie durch steigende<br />
Mieten verdrängt werden. In Verhandlungen<br />
erreichte der Senat, die<br />
Wohnungen in Landesbesitz zu sichern.<br />
Für einen weiteren Block an<br />
derKarl-Marx-Allee mit 80 Wohnungen,<br />
der im Milieuschutzgebiet liegt,<br />
hatte der Bezirk Friedrichshain-<br />
Kreuzberg zuvor sein Vorkaufsrecht<br />
zugunsten der Wohnungsbaugesellschaft<br />
Mitte ausgeübt.<br />
Ankauf belastet Neubau nicht<br />
Finanzsenator Matthias Kollatz<br />
(SPD) erklärte am Freitag, dass der<br />
Neubau „das wichtigste Instrument<br />
zur Schaffung von Wohnraum“<br />
bleibe. Daneben dienten aber<br />
„punktuelle Ankäufe durch die städtischen<br />
Wohnungsbaugesellschaften<br />
dazu, Wohnungen vorzugsweise<br />
in ehemaligen Sozialwohnungsquartieren<br />
im Bestand zu halten<br />
oder –wie in diesem Fall –wieder in<br />
den öffentlichen Bestand zurückzuholen“.<br />
DieGewobag soll dieBewirtschaftung<br />
derWohnungen im Block<br />
F-Nord voraussichtlich zum 1. April<br />
2020 übernehmen.<br />
Stadtentwicklungssenatorin<br />
Lompscher widersprach amFreitag<br />
dem immer wieder vorgetragenen<br />
Argument, dass der Ankauf von<br />
Wohnungen zulasten des Neubaus<br />
gehe. Der Neubau werde dadurch<br />
„nicht beeinträchtigt“, sagte sie.<br />
Ulrich Paul<br />
freut sich auf die<br />
Nachnutzung in Tegel.
10 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin<br />
Harmsens Berlin<br />
Dinge (8):<br />
Eis<br />
Torsten Harmsen<br />
erzählt in loser Folgeüber<br />
den Wandel der Dinge<br />
im Leben.<br />
Meine Großeltern, die in Köpenick<br />
wohnten, besaßen lange<br />
Zeit keinen Kühlschrank, auch in den<br />
60er-Jahren noch nicht. Wasgekühlt<br />
werden musste, lag im Wandschrank<br />
unterm Fenster. Obzusätzlich eine<br />
Schale mit kühlendem EisimSchrank<br />
stand, weiß ich nicht mehr. Auch<br />
nicht, ob regelmäßig ein Eismann bei<br />
meinen Großelternvorbeikam.<br />
Mit Eismann ist hier nicht jener<br />
Mann mit dem Eiswagen gemeint,<br />
der mancherorts bimmelnd auf der<br />
Straße steht und Speiseeis anbietet –<br />
natürlich kann es auch eine Eisfrau<br />
sein. Damals bestand die Lieferung<br />
des an derTür klingelnden Eismanns<br />
aus einem normalen Eisblock, den<br />
man nicht essen sollte.Erdiente zur<br />
Kühlung der Lebensmittel in sogenannten<br />
Eisschränken – in Läden,<br />
Gaststätten und Wohnungen.<br />
Mit meiner Oma sah ich damals<br />
im Fernsehen einen witzigen Kurzfilm<br />
über einen solchen Eismann, der<br />
irgendwo einen Eisblock ausliefern<br />
sollte.Erschleppte ihn durch die Gegend.<br />
Während der Liefertour wurde<br />
der Block immer kleiner.Erfiel runter,<br />
polterte über Treppen, schlitterte<br />
über Straßen, zerbrach und schmolz.<br />
Am Ende klingelte der Eismann völlig<br />
kaputt an einer Wohnungstür. Eine<br />
Frau machte auf. Schuldbewusst<br />
zeigte der Mann die schäbigen Reste<br />
des Eisblocks.Die Frau bekam runde<br />
Augen und fragte:„Soo vieeel?“ Meine<br />
Omaund ich lachten.<br />
Hergestellt wurde das Eisinsogenannten<br />
Eisfabriken, etwa in der<br />
Luisenstadt in Mitte. Eshieß Stangeneis,weil<br />
die Blöcke bis zu anderthalb<br />
Meter lang waren. Die Milchfabrik<br />
Bolle kühlte damit ihre Milch<br />
auf den Transportwagen. Anfangs<br />
hatte man gar Natureis zum Kühlen<br />
genutzt. Es kam unter anderem aus<br />
einem Eiskeller in der Friedrichshagener<br />
Bölschestraße. Hier wurde Eis<br />
gelagert, das man im Winter auf dem<br />
Müggelsee gebrochen hatte.<br />
Irgendwann besaßen auch meine<br />
Großeltern einen Kühlschrank. Und<br />
Eis war nur noch Speiseeis. Oft ging<br />
ich in die „Eisdiele“ um die Ecke.<br />
„Kannste dir noch erinnern?“, fragt<br />
mein innerer <strong>Berliner</strong>.„Diemuschelförmigen<br />
Waffelschalen und die<br />
kleenen Plastelöffel?“ Ja, kann ich.<br />
Auf den Löffeln standen Namen,<br />
aber nie meiner. „Und erinnerste<br />
dich an dit Softeis? Dit isschnella<br />
wegjeloofen, als de löffeln konntest.<br />
Und die Waffelmuschel is durchweicht.<br />
Unddenn is dit inne Hand jeloofen.<br />
Undallet hat jeklebt!“<br />
Schöne Erinnerungen.<br />
Meine drei Lieblingseissorten waren<br />
und sind auch heute: Vanille,Vanille,Vanille,<br />
manchmal garniert mit<br />
Krokant, Nuss und Eierlikör. Meine<br />
Frau quittiert dies immer mit dem<br />
Ausruf: „Wie langweilig!“ Stimmt. Es<br />
kann langweilig sein, besonders,<br />
wenn man unter „gut“ in erster Linie<br />
„viel“ versteht. Als ich –Jahrzehnte<br />
waren vergangen –das erste Malnach<br />
Florenz reiste und an einem Stand ein<br />
Vanille-Eis in der Waffel bestellte,<br />
türmte mir der auf großen Umsatz erpichte<br />
Eismann kunstvoll acht Kugeln<br />
auf und grinste dabei. Es war<br />
kaum zu schaffen. DasEis lief schneller<br />
davon, als man lecken konnte.<br />
Unddazwischen musste man ja auch<br />
noch schimpfen: „Blöder Betrüger,<br />
Aasgeier! Armleuchter!“<br />
Heute wird imobercoolen Berlin<br />
getestet, was man alles noch so zu<br />
Eismachen kann. Es gibt die wildesten<br />
Eiskreationen mit Gurke, Fleisch,<br />
Ingwer, Malvenblüten, Roten Bohnen,<br />
Erdnüssen, Brezeln oder gar mit<br />
Aktivkohle, damit das Eis pechschwarz<br />
ist. „Der Mensch hat ehm<br />
’ne Scheibe“, sagt mein innerer <strong>Berliner</strong>.„Ickmach<br />
ooch ’n Eisladen uff.<br />
Da vakoof ick dann Eis mit Leberwurscht,<br />
Eisbein und Sauerkraut!“<br />
Abnehmer finden sich garantiert.<br />
Beliebt: Die roten Eichhörnchen werden zunehmend von grauen verdrängt.<br />
Der Himmel ist grau, der<br />
Alltag beschwerlich. Im<br />
Bahnhof Alexanderplatz<br />
stapfen Fahrgäste die<br />
Treppen zur Halle hoch –die meisten<br />
gebeugt und mit hängenden Mundwinkeln.<br />
Oben angekommen,<br />
weicht jedoch bei vielen die Anspannung.<br />
Da und dortleuchtet sogar ein<br />
Lächeln auf. Wasist passiert?<br />
Die größte Voliere der Stadt. Ein<br />
Mann mit grüner Wollmütze steht<br />
auf dem Bahnsteig für den Regionalverkehr.<br />
Derk Ehlert weiß, warum<br />
die Fahrgäste lächeln. „Es sind die<br />
Stare, die in der Halle leben“, sagt der<br />
Wildtierbeauftragte des Senats. Auf<br />
Fahrleitungen sitzend, füllen sie den<br />
mehr als 160 Meter langen Stahlbau<br />
mit ihren Geräuschen: leisem Zirpen,<br />
spöttelndem Keckern, lautem<br />
Rufen. Menschen gehen in die Knie<br />
und betrachten die Vögel, die den<br />
Bahnsteig entlang stolzieren. Sie<br />
werfen ihnen Krümel zu oder rupfen<br />
vom Sandwich, das sie sich für die<br />
Fahrtgekauft haben, Salat ab.Mit ihrem<br />
glänzenden Gefieder stechen<br />
die Stare die Tauben aus. Ein neues<br />
Phänomen sind sie hier nicht: Die<br />
ersten tauchten vor acht Jahren auf,<br />
sagt Ehlert. Auffällig sei aber, wie<br />
rasch die Zahl neuerdings steigt: „Es<br />
sind jetzt 100 bis 150. Dashätten wir<br />
uns früher nicht vorstellen können.“<br />
Höhle aus Stahl. „Es könnten <strong>Berliner</strong><br />
Vögel sein,“ sagt Katrin Koch<br />
vom Naturschutzbund (Nabu). Das<br />
EYEEM PREMIUM<br />
Kastanienwäldchen am Dom, nur einen<br />
Kurzstreckenflug entfernt, sei<br />
ein beliebter Treffpunkt für sie. Derk<br />
Ehlertsagt, möglich sei auch, dass es<br />
sich um Brandenburger Stare handelt,<br />
die im Bahnhof unter dem<br />
Fernsehturm überwintern. „Strategisch<br />
ist das ein guter Platz“, erklärt<br />
der 52-jährige Landschaftsplaner.<br />
Der Lärm stört sie nicht, die Helligkeit<br />
auch nicht, weil sie wenig Schlaf<br />
brauchen. „Die Vögel sehen die<br />
Bahnhofshalle als eine gigantische<br />
Höhle, in der sie Nahrung finden<br />
und in der sie es trocken haben.“<br />
Nicht jeder Mensch fühlt sich im<br />
Nahverkehr sicher,die Staredagegen<br />
schon. „Draußen auf dem Land treffen<br />
sie sich im Schilf, weil sie dort<br />
Ruhe haben vor Greifvögeln. Die<br />
Halle bietet den gleichen Schutz.“<br />
Vordem Wanderfalkenpaar, das am<br />
Roten Rothaus oder der Marienkirche<br />
brütet, und vordem Habicht, der<br />
nahe der Schwartzkopffstraße nistet.<br />
Fahren statt fliegen. Dersechstwichtigste<br />
Bahnhof Berlins wird täglich<br />
von 140 000 Fahrgästen genutzt. Pro<br />
Jahr halten Züge und S-Bahnen<br />
mehr als 300 000 Mal amAlexanderplatz.<br />
Manchen Menschen geht der<br />
Krach auf die Nerven, die Hektik.<br />
Stare empfinden diese Reizflut hingegen<br />
als anregend. „Ich habe einen<br />
Star gehört, der die Geräusche einer<br />
S-Bahn nachahmen konnte“, erzählt<br />
Ehlert. Und sind die Züge nicht ein<br />
prima Fortbewegungsmittel, das die<br />
Schwingen schont? Zwei Malhat Ehlertmiterlebt,<br />
dass Staremit ihm zusammen<br />
S-Bahn fuhren.„Sie trippelten<br />
durch denWagen, ohne auch nur<br />
ein Zeichen vonPanik zu zeigen.“ In<br />
einem Fall zückte er sein Mobiltelefon,<br />
um die kleinen Mitreisenden zu<br />
fotografieren. Er ärgertsich, dass die<br />
Aufnahmen nicht brauchbar waren.<br />
Alte Hasen promenieren. Derk Ehlert<br />
setzt sich auf eine Bank. EinStar setzt<br />
sich dazu. Sein glänzendes dunkles<br />
Federkleid wirkt stärker gesprenkelt<br />
als bei anderen Vögeln seiner Art.<br />
„Das ist ein altes Gefieder,das durch<br />
das Fliegen verschlissen wurde“, sagt<br />
Ehlert. „Die Farben sind Zeichen für<br />
Verschleiß. Im Spätsommer werden<br />
sie ein neues, dunkles Kleid bekommen.“<br />
Während bei Menschen verschlissene<br />
Klamotten allenfalls in<br />
der Punk-Szene Punkte bringen, sei<br />
das bei Staren anders: „Je verschlissener<br />
das Federkleid ist, desto erfahrener<br />
und begehrter sind die Männchen<br />
bei den Weibchen. Sie zeigen<br />
damit, wie toll sie sind. Alte Hasen.“<br />
Auf Pirsch<br />
im <strong>Berliner</strong><br />
Verkehr<br />
Stare fahren mit der S-Bahn, Wildschweine warten an<br />
der Ampel auf Grün, Füchse schreien neben einem<br />
Gleis –die Großstadt als Paradies für wilde Tiere<br />
VonPeter Neumann<br />
Fluchtpunkt Berlin. Neuist nicht nur,<br />
dass die Zahl der Stare imBahnhof<br />
Alexanderplatz gewachsen ist. Interessant<br />
findet Ehlert auch, dass diese<br />
Vogelart jetzt weitere <strong>Berliner</strong> Bahnstationen<br />
für sich entdeckt. „Sie werden<br />
vermehrt auch amOstbahnhof,<br />
am Bahnhof Friedrichstraße und am<br />
Hauptbahnhof gesichtet.“ Das hat<br />
zwei Seiten. Zum einen machen die<br />
sympathischen Tiere darauf aufmerksam,<br />
dass eine Millionenmetropole<br />
auch ein Lebensraum für<br />
viele andere Lebewesen ist –den es<br />
zu pflegen gilt, wie Katrin Koch vom<br />
Naturschutzbund mahnt. „Die Stare<br />
betreiben Öffentlichkeitsarbeit, eine<br />
überzeugende Werbung für die<br />
Stadtnatur.“ Zum anderen zeigt der<br />
Zuzug auch, wie ungastlich es auf<br />
dem Land geworden ist. In ausgeräumten<br />
Landschaften, auf Äckern,<br />
die mit Gift behandelt sind, finden<br />
auch Vögel immer weniger Nahrung.<br />
„Es gibt Arten, die betreiben richtiggehend<br />
Landflucht“, sagt Ehlert.<br />
„Zum Beispiel die Elster,umdie sich<br />
Vogelfreunde deutschlandweit Sorgen<br />
machen, weil der Bestandrapide<br />
abnimmt.“ Der Umzug nach Berlin<br />
gibt ihnen die Chance zu überleben.<br />
Die Neulinge aus dem Norden. Auch<br />
am Bahnhof Alexanderplatz haben<br />
die angestammten <strong>Berliner</strong> Vögel<br />
Konkurrenz bekommen: von Möwen,<br />
berichtet Ehlert. Früher tauchten<br />
sie nur im Sommer auf, doch seit<br />
sechs, sieben Jahren wählen immer<br />
mehr Steppen-, Silber-, Mittelmeersowie<br />
Sturmmöwen Berlin als ganzjährigen<br />
Wohnort und als Brutplatz.<br />
„Eigentlich leben sie an der Küste,<br />
aber dort finden sie immer weniger<br />
zu fressen. Das Meer ist vielerorts<br />
ausgeräumt, und Fischkutter, die<br />
Beifang ins Meer werfen, gibt es<br />
kaum noch.“ In Berlin finden Möwen<br />
ideale Bedingungen. Begrünte<br />
Flachdächer erinnern sie an Kiesinseln<br />
–ihr natürliches Brutumfeld. So<br />
brüten auf dem Einkaufszentrum<br />
Alexa rund 30 Paare, auf dem Cubix-<br />
Kino immerhin vier. Auf dem Bundeskanzleramt,<br />
ein paar Kilometer<br />
entfernt, haben sich 40 Möwenpaare<br />
niedergelassen. „In Berlin fühlen sie<br />
sich wohl. Hier gibt es genug Aas,<br />
Würmer, Maden für sie. Sie leben<br />
gernanVerkehrsknotenpunkten wie<br />
dem Alexanderplatz, weil dortviel zu<br />
fressen abfällt“, sagt der Tierexperte.<br />
Fliegt jemand mit zum Essen? So<br />
sieht Alltagsleben in der Metropole<br />
aus: Wenn der Hunger kommt, geht<br />
es mit Kollegen zum Lunch. Ähnlich<br />
ist es mit den Spatzen vom Zoologischen<br />
Garten. „Nirgendwo sonst in<br />
Europa brüten Haussperlinge inso<br />
großer Anzahl auf so kleinem Raum<br />
wie dort“, sagt Ehlert. Wo es viele<br />
Tiere gibt, fallen auch viele Hinterlassenschaften<br />
an, was wiederum Insekten<br />
anlockt, mit denen Spatzen<br />
ihre Jungen füttern. „Die Sperlinge<br />
sind vorallem auf die Blattlauslöwen<br />
aus,kleinegrünliche Insekten, diees<br />
früher zu Millionen gab, deren Zahl<br />
jetzt aber auch abnimmt.“ Doch<br />
wenn er nur sich zu ernähren hat,<br />
frisst der Haussperling alles Mögliche.<br />
„SelbstPommes frites“, sagt Ehlert.<br />
Und hier kommt der Bahnhof<br />
Zoo ins Spiel. Der Currywurststand<br />
wird von Fahrgästen gern besucht,<br />
bevor sie zur S-Bahn hoch- oder zur<br />
U9 hinuntergehen. Dort warten die<br />
Spatzenauf frittierte Kartoffeln.<br />
Verkehrsgünstig wohnen. Aber wo<br />
übernachten die vielen Stadttiere?<br />
Angstfrei: Wildschweine tauen sich auch auf große Straßen. IMAGO IMAGES Niedlich: Kaninchen im Tiergarten. Sie leben auch gernauf Verkehrsinseln, weil sie dortsicher vor Hunden sind. DPA/GREGOR FISCHER
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 11<br />
· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Berlin<br />
Zutraulich: Stare leben gernimBahnhof des <strong>Berliner</strong> Alexanderplatzes, weil sie dortimmer viel Futter ergatternkönnen. Und den Verkehrslärmfinden sie nicht etwastörend, sondernanregend. Ihre Zahl nimmt immer weiter zu.<br />
GERD ENGELSMANN<br />
Wo ziehen sie ihren Nachwuchs auf?<br />
DieAntwortmag paradoxwirken: Sie<br />
ziehen sich am liebsten dorthin zurück,<br />
wo viel los ist –zuden Hauptschlagadern<br />
des Verkehrs. Selbst in<br />
Ampelmasten und Straßenleuchten<br />
wurden schon Nistplätzevon Vögeln<br />
entdeckt, erzählt Katrin Koch.<br />
„Grundsätzlich ist es so, dass sich<br />
Wildtiere inBerlin oft in der Nähe<br />
von Straßen aufhalten“, sagt Ehlert.<br />
Ob es die Böschungen der A100 sind,<br />
die Ränder der A111, der Avus: „An<br />
fast jeder Ausfahrt ist ein Wildtier zu<br />
Hause. Wildschweine schlafen dort<br />
am Tage, Füchse haben dort ihren<br />
Bau.“ Immer wieder fallen Kaninchen<br />
auf, die Verkehrsinseln bevölkern.<br />
„Es sind großartige Lebensräume,<br />
woHunde sie nicht stören<br />
können“, weiß Ehlert. Für Wildtiere<br />
sind Hunde das größte Problem.<br />
Verkehrswege auch für Schweine.<br />
Das Begleitgrün der vielen Schienenstrecken<br />
in Berlin ist für Tiere<br />
auch eine prima Möglichkeit, unentdeckt<br />
von A nach B zu kommen.<br />
Zwar haben Fälltrupps im Auftrag<br />
der Bahn vielerorts Tabula rasa gemacht,<br />
damit bei Sturm keine<br />
Bäume mehr auf die Gleise fallen.<br />
Trotzdem: „Wildschweine bewegen<br />
sich gern entlang von Verkehrsachsen“,<br />
berichtet Ehlert. Sie traben die<br />
U1 entlang, die in Ruhleben durch<br />
dichtes Grün verläuft, oder folgen<br />
der S-Bahn in Pichelsberg. Andere<br />
laufen vom Grunewald entlang der<br />
Heerstraße nach Spandau. An vielen<br />
Böschungen vonBahnstrecken sieht<br />
man in halber Höhe Trampelpfade,<br />
sagt Ehlert. „Im Frühjahr kommen<br />
die Bachen gezielt dorthin, um zu frischen“<br />
– ihre Ferkel zu gebären.<br />
„Kein Hund, kein Jäger, und es sieht<br />
sie keiner. Dichtes Gebüsch. Meist<br />
gibt es zwar Lärm, das ist aber nicht<br />
entscheidend.“ Auch Schweine sind<br />
echte Metropolenbewohner. Übrigens<br />
nutzen auch Eidechsen die grünen<br />
Schneisen als Wanderkorridore,<br />
sagt Katrin Koch vomNabu Berlin.<br />
Autos als Nussknacker. Es ist vielen<br />
<strong>Berliner</strong> längst aufgefallen, aber<br />
Derk Ehlert beschäftigt sich trotzdem<br />
noch gern mit dem Thema.<br />
„Auch Nebelkrähen sind Stadtbewohner<br />
geworden, und sie nutzen<br />
den Straßenraum gezielt, um an<br />
Nahrung heranzukommen“, erzählt<br />
er.„Sielassen Nüsse und Eicheln auf<br />
die Fahrbahn fallen, die Autos dienen<br />
als Nussknacker.“ Besonders<br />
gernlauerndie schlauen Rabenvögel<br />
an Ampelkreuzungen. Denn dort<br />
können sie berechnen, wann sie auf<br />
die Straße hüpfen können, um die<br />
Leckereien gefahrlos aufzupicken.<br />
Siekennen die Rotzeiten, die je nach<br />
Kreuzung unterschiedlich sind, genau.<br />
„Wenn die Autos wieder anfahren,<br />
sind die Krähen wieder weg.“<br />
Wann wird es endlich grün? Straßen<br />
sind dennoch ein Problem –auch für<br />
Eichhörnchen oder Igel. „Straßen<br />
zerschneiden Lebensräume“, sagt<br />
Katrin Koch. Einige Hauptstadt-<br />
Tierehaben aber gelernt, damit umzugehen.<br />
„Ich finde es immer wieder<br />
erstaunlich, dass Wildschweine mit<br />
ihren Frischlingen Straßen oft nicht<br />
auf freier Strecke überqueren, sondern<br />
sich gezielt Kreuzungen dafür<br />
aussuchen“, sagt Ehlert. Gern auch<br />
Kreuzungen mit Ampeln. Wildschweine,<br />
Füchse, Marder wissen<br />
nicht, was Grün oder Rot bedeutet.<br />
Sie bekommen aber mit, dass an<br />
Ampelfurten immer wieder Autos<br />
halten. Sie sehen auch, dass dort<br />
Menschen die Fahrbahn überqueren.<br />
Hörend und sehend analysieren<br />
die Tieredie Lage.„Siemüssen es lernen.<br />
Weresnicht lernt, der stirbt.“<br />
Ungeniert beim Liebesspiel. Bevor<br />
kleine Tiere zur Welt kommen, müssen<br />
sich die großen näher kommen.<br />
Ein wesentlicher Unterschied zum<br />
Land ist aber, dass es in Berlin mehr<br />
potenzielle Zuschauer gibt. Vorkurzem<br />
bekam Ehlert einen Anruf vom<br />
S-Bahnhof Yorckstraße in Kreuzberg.<br />
Erschrocken berichtete der Anrufer,<br />
dass er jenseits des Gleises laut<br />
schreiende Tiere gesehen habe.<br />
„ZweiFüchse haben sich amVormittag<br />
verpaart, und die Fahrgäste sahen<br />
zu“, fasst Ehlert zusammen. In<br />
dieser Jahreszeit bekomme er häufig<br />
Hinweise dieser Art. Meist wüsste die<br />
Anrufer nicht, dass sie einem Liebesspiel<br />
zusehen –das bei Füchsen sehr<br />
lange dauern kann. In der Ranzzeit<br />
spielten männliche Tiere verrückt.<br />
Auf der Suche nach einer Fähe achten<br />
sie nicht auf ihre Umwelt: „Jetzt<br />
werden viele Füchse überfahren,<br />
weil sie nicht aufpassen“, sagt Ehlert.<br />
Ende in der Kadavergrube: Denn<br />
nicht immer klappt die Koexistenz<br />
zwischen Tieren und Verkehr.Sogibt<br />
es auch im Werk Berlin-Rummelsburgder<br />
Deutschen Bahn eine Kadavergrube,inder<br />
Mitarbeiter unangenehme<br />
Aufgaben übernehmen müssen.<br />
Dort werden die sterblichen<br />
Reste von Rehen, Wildschweinen<br />
und anderen Tieren, die Zügen in die<br />
Quere gekommen sind, den Bestimmungen<br />
gemäß entsorgt. Beim ICE<br />
sind die Kadaver meist aus der Bugklappe<br />
zu entfernen. Überreste finden<br />
sich aber auch in anderen Teilen<br />
von Schienenfahrzeugen wieder.<br />
Alle Beschäftigten sind gegen Hepatitis<br />
geimpft. Das Virus, das die Leberentzündung<br />
überträgt, kann je<br />
nach Typ unter anderem von Blut<br />
oder Schmutz übertragen werden.<br />
Kollision mit der S-Bahn: „Wildunfälle<br />
kommen auch bei uns vor“, sagt<br />
Maik Nachtigall, der bei der S-Bahn<br />
für die Fahrzeuge zuständig ist. Er<br />
spricht von vier oder fünf schweren<br />
Vorfällen proJahr.Schließlich führen<br />
lange Abschnitte durch Wälder, dort<br />
sei die Gefahr besonders groß.<br />
Hauptsächlich seien die Linien S2,<br />
S3,S5und S7 betroffen, ergänzt ein<br />
Bahnsprecher. Die offizielle Statistik<br />
enthält höhere Zahlen. Denn sie erfasst<br />
alle gefährlichen Ereignisse mit<br />
Tieren, die sich auf den Betrieb auswirken<br />
–etwa „Kollisionen mit Tieren,<br />
Tieraufprall, Tier im Gleis,Tier in<br />
Anlagen.“ Im vergangenen Jahr wurden<br />
bei der Bahn 83 Vorfälle dieser<br />
Art imGroßraum Berlin registriert,<br />
davon 50 bei der S-Bahn. 2018 waren<br />
es 97, davon 42 bei der S-Bahn. „Die<br />
hohe Anzahl an Vorkommnissen im<br />
Großraum Berlin ist der hohen Zugdichte<br />
und der Vielzahl vonBahnanlagen<br />
geschuldet“, so der Sprecher.<br />
Ein Bett im Schotter. In Berlin gibt es<br />
auch im Untergrund Verkehrswege –<br />
das freut viele Tiere. „Wenn ich eine<br />
Hausmaus wäre, würde ich mir als<br />
Lebensraum einen U-Bahnhof aussuchen,<br />
weil ich dortalles finde,was<br />
ich brauche“, sagt Ehlert. „ImSchotterbett<br />
bin ich geschützt, da kann ich<br />
mein Nest bauen. Die Nahrung bekomme<br />
ich zugeworfen. Selbst wenn<br />
nur jeder Tausendste Krümel fallen<br />
lässt, werdeich satt.Feindehabe ich<br />
hier unten nicht, in U-Bahnhöfen<br />
gibt es keine Greifvögel. An das Donnern<br />
und Quietschen der Bahnen<br />
kann ich mich gewöhnen.“ Andere<br />
Mäuse leben in Kabelschächten und<br />
anderen Hohlräumen unter den<br />
Bahnsteigen. „Zum Beispiel im U-<br />
Bahnhof <strong>Berliner</strong> Straße“, erzählt<br />
Ehlert. Wenn es abends ruhig wird,<br />
sehe man die Tiere geschickt durch<br />
die kleinen Öffnungen von Abdeckplatten<br />
schlüpfen. Anders als anderswo<br />
stoßen Mäuse in Berlin meist<br />
nicht auf Entsetzen, sondern auf<br />
freundliches Interesse. „Die Menschen<br />
in dieser Stadt ticken anders.<br />
Sieschauen den Mäusen gernzu.“<br />
Warten und zuschnappen. Für Ratten<br />
sind U-Bahn-Tunnel nicht so interessant,<br />
sagt der Wildtierbeauftragte<br />
des <strong>Berliner</strong> Senats.„Siesind eher in<br />
der Kanalisation oder an Baustellen<br />
zu finden. Hier am Alexanderplatz<br />
gibt es auch viele Ratten, die vor allem<br />
nachts aktiv werden. Wenn man<br />
im Frühling herkommt, sieht man ab<br />
23 Uhr auch den Fuchs hier stehen,<br />
der unter einem Bürocontainer der<br />
U5-Baustelle seinen Bauhat.“<br />
Tollwut? Gibt’s hier nicht. Auf dem<br />
Land sind Wildtiere Jäger, in der<br />
Stadt vor allem Sammler. Hier steuern<br />
feste Anlaufpunkte an und lauern<br />
dort, bis Nahrung auftaucht.<br />
Gern Ratten, vondenen fressen City-<br />
Füchse eine ganze Menge. Andere<br />
Füchse tauchen regelmäßig an Bus-<br />
Endhaltestellen am Stadtrand auf,<br />
weil Fahrgäste sie füttern –wovon<br />
Ehlertabrät.Manchmal springen sie<br />
sogar in den Bus. Die gut genährten<br />
<strong>Berliner</strong> Füchse sind gesund, weshalb<br />
sie älter werden als ihre Artgenossen<br />
auf dem Land: bis zu sieben<br />
Jahre. In Brandenburg sind 30 Prozent<br />
des Bestandes mit Fuchsbandwurm<br />
infiziert, in Berlin null Prozent.<br />
Hier gibt es auch keine Fuchstollwut,<br />
sagt Derk Ehlert. Manchmal<br />
kann Berlin auch ein Paradies sein.<br />
Peter Neumann<br />
fragt sich, welche Tierartals<br />
nächstes nach Berlin flieht.<br />
Hungrig: Spatzen auf einem Balkon. Am Bahnhof Zoo fressen sie auch Pommes.DPA/ZINKEN Recht selten: Ein Waschbär unterwegs in einem Parkhaus in der Innerstadt. DERK EHLERT Gesund: Die Füchse der Großstadt haben weder Tollwut noch Bandwürmer. IMAGO IMAGES
12 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin<br />
Abschiedstanz<br />
Die letzte Technonacht steht in der Griessmuehle in Neukölln an. Der Club muss schließen. Politiker fordern, dass der Senat die Clubszene besser schützt<br />
VonMechthild Henneke<br />
Im Technoclub Griessmuehle<br />
an der Sonnenallee 221 wird<br />
das Publikum am Wochenende<br />
zum letzten Mal inden Beats<br />
versinken: Die Veranstaltung „The<br />
last Cocktail –XXL“ beginnt Freitag,<br />
23.59 Uhr, und endet am Montag, 8<br />
Uhr. Damit ist in der einstigen Nudelfabrik<br />
in Neukölln nach acht Jahren<br />
Schluss mit den Partys, die auch<br />
international gepriesen wurden. Solche<br />
Orte, wodie Nacht das ganze<br />
Wochenende nicht zu Ende geht,<br />
sind ausschlaggebend für Berlins Ruf<br />
als coolste Partylocation der Welt –<br />
noch vorNew York oder London.<br />
Die Szene steht unter Druck<br />
Nicht gerade eine Schönheit, aber bei Techno-Fans sehr beliebt: der Club Griessmeuhle in Neukölln.<br />
Doch die Clubszene steht unter<br />
Druck. Sie siedelte sich – wie die<br />
Griessmuehle –oft auf verlassenen<br />
Industriegeländen an, um die sich<br />
nun die Investoren reißen. Büros<br />
oder Lofts sollen entstehen. Die<br />
Clubs, die oft als Provisorien begannen<br />
und sich dank der vielen Besucher<br />
etablierten, müssen schließen.<br />
So ergeht es auch der Griessmuehle.ZuEnde<br />
Januar hatte die Firma<br />
SImmo AG, eine Aktiengesellschaft<br />
der Österreichischen Sparkasse,<br />
dem Club gekündigt. Dank des Einsatzes<br />
von Bezirks- und Landespolitikern<br />
sowie der Clubcommission<br />
fand sich ein Kompromiss.Der Club<br />
kann bis zum letzten Tagfeiern und<br />
bis Mitte Februar in Ruhe räumen.<br />
Der Investor überlegt nach eigenen<br />
Angaben sogar, während der Bauphase<br />
einen temporären Ortfür den<br />
Clubbetrieb zu schaffen.<br />
„Wir werden voraussichtlich<br />
nächste Woche Gewissheit erhalten,<br />
wie das aussehen könnte“, sagt<br />
Griessmuehle-Sprecherin Michaela<br />
Krüger.Inden nächsten zwei Monaten<br />
wirdder Club seine Aktivitäten in<br />
den Polygon Club in Lichtenberg<br />
und die Alte Münze inMitte verlegen.<br />
Auch dabei halfen Politik und<br />
Clubcommission. Der Grünen-Abgeordnete<br />
Georg Kössler aus Neukölln<br />
setzte sich besonders ein. „Es<br />
ist total schade, wenn Clubs schließen.<br />
Wirhaben in Berlin eine besondere<br />
Szene mit vielen Nischen, wo<br />
tolle subkulturelle Experimente<br />
stattfinden können“, sagt er. Er<br />
stellte eine schriftliche Anfrage zur<br />
<strong>Berliner</strong> Clubszene, deren Antwort<br />
aus der Wirtschaftsverwaltung der<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> vorliegt.<br />
Demnach gibt es knapp 500 „Orte<br />
mit musikalischem Bezug“ im Clubkataster,einem<br />
Register,mit dem der<br />
Bestand vonClubs gesichertwerden<br />
SABINE GUDDATH<br />
soll und in dem sich die Betreiber<br />
selbst ein- und austragen. Nicht alle<br />
Orte sind täglich fürs Publikum offen,<br />
unter ihnen sind auch Theater,<br />
Galerien und Eventlocations. Seit<br />
2010 schlossen etwa 90 Orte. Inderselben<br />
Zeit wurden 77 Orte geöffnet.<br />
Häufiges Problem ist der Lärmschutz.<br />
Anwohner beschweren sich,<br />
auch wenn der Club vor der Wohnungen<br />
existierte.Der Senat richtete<br />
einen Lärmschutzfonds ein, aus<br />
dem 86 000 Euro an drei Clubs gingen.Weitere655<br />
000 Euro sind bewilligt.<br />
So bekam das Kreuzberger Gretchen<br />
75 000 Euro für Schallschutzmaßnahmen.<br />
Der Tresor erhält für<br />
62 000 Euro für eine fünf Meter hohe<br />
begrünte Schallschutzwand.<br />
Kössler wünscht sich zusätzlich<br />
mehr Aufmerksamkeit der Politik für<br />
Clubs. „Der Senat könnte eine externe<br />
Sitzung in einem <strong>Berliner</strong> Club<br />
abhalten.“ Laut Wirtschaftsverwaltung<br />
sei das „durchaus denkbar“.<br />
50 000 Unterschriften gesammelt<br />
Wichtiger ist ihm ein Antrag, den er<br />
mit den Koalitionspartnernvon SPD<br />
und Linker ins Abgeordnetenhaus<br />
einbringen will. Clubs sollen als Kulturorte<br />
anerkannt und im Baurecht<br />
bessergestellt werden – und der<br />
Lärmschutzfonds soll weitergeführt<br />
werden. „Es geht auch um Anerkennung<br />
der Clubs, die viel zu Berlin<br />
beitragen“, sagt Kössler.<br />
In der Griessmuehle wirdbald gepackt.<br />
Der Betreiber und die etwa<br />
100 Mitarbeiter wollen den Kampf<br />
für eine Rückkehr an die Sonnenallee<br />
oder um einen neuen Standort<br />
aber nicht aufgeben. Fast 50 000<br />
Leute haben eine Online-Petition<br />
unterzeichnet, die den Erhalt des<br />
Clubs und der ganzen Szene fordert.<br />
TRAUERANZEIGEN<br />
Wir nehmen Abschiedvon unserem Kollegen undMitarbeiter<br />
Tobias Fiebig<br />
Plötzlich und für uns alle unfassbar verstarb Herr Fiebig<br />
am 22. Januar durch einen tragischen Verkehrsunfall<br />
im Alter von nur 27 Jahren. Herr Fiebig war dreieinhalb<br />
Jahre lang für die <strong>Berliner</strong> Stadtreinigung als Straßenund<br />
Grünflächenreiniger im Einsatz. Wir sind zu tiefst<br />
betroffen und traurig.<br />
Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedanken sind<br />
bei seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden.<br />
Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat<br />
und die Beschäftigten<br />
Tief betroffen nehmen wir Abschied von<br />
Uwe Faist<br />
der am 25. Januar nach schwerer Krankheit im Alter<br />
von nur 58 Jahren verstarb. Mit ihm verlieren wir einen<br />
sehr beliebten und hilfsbereiten Kollegen, der mehr als<br />
20 Jahre bei der Straßenreinigung beschäftigt war,<br />
zuletzt als Kleinkehrmaschinenfahrer.Erwird uns<br />
sehr fehlen.<br />
Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedankensind<br />
bei seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden.<br />
Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat<br />
und die Beschäftigten<br />
Wir nehmen Abschied von unserem lieben<br />
Mann, Vater, Opa und Bruder<br />
Fred Schulze<br />
26.07.1950 –25.01.2020<br />
Blanka Schulze<br />
im Namen der Angehörigen<br />
Wasein Mensch anGutem<br />
in die Welt hinausgibt,<br />
geht nicht verloren.<br />
Albert Schweitzer<br />
Karola<br />
Schulz-Curdes<br />
*6.November 1935<br />
†13. Januar 2020<br />
Die stille Abschiednahme mit<br />
anschließender Urnenbeisetzung<br />
findet am Mittwoch,<br />
den 26. Februar 2020<br />
auf dem städtischen Friedhof,<br />
Baumschulenweg,<br />
Kiefholzstraße 222 –236,<br />
12437 Berlin statt.<br />
Die Beisetzung findet auf Wunsch des<br />
Verstorbenen im engsten Familienkreis statt.<br />
Traurig nehmen wir in Liebe und Dankbarkeit<br />
Abschied von meinem lieben Mann,<br />
unserem Vater und Opa<br />
Günter Zaplo<br />
Sportjournalist<br />
04. März 1933 13. Januar 2020<br />
Insterburg<br />
Bernau<br />
Das einzig Wichtige im Leben sind Spuren von Liebe,<br />
die wir hinterlassen, wenn wir weggehen. Albert Schweitzer<br />
Wir vermissen und trauern um<br />
Ina Knecht-Hoyer<br />
*28.1.1958 †8.1.2020<br />
In Liebe und Dankbarkeit<br />
Andreas<br />
Franziska<br />
Sophie<br />
Annegret<br />
und Familien<br />
Die Trauerfeier istamDienstag, dem25. Februar 2020, um 14.00 Uhr<br />
aufdem Friedhof Rahnsdorf,12589 Berlin,Fürstenwalder Allee93.<br />
Die anschließendeUrnenbeisetzungerfolgtimengsten Familienkreis und Freundeskreis.<br />
Wir möchten Siebitten, von BlumengebindenAbstand zu nehmen.<br />
Völligunerwartet wurdestDuaus unsererMitte gerissen.<br />
In Liebeund Dankbarkeitnehmenwir Abschied von<br />
Joachim Schmitz<br />
*01.05.1941 †13.01.2020<br />
BerufenerSachverständigerfür Kunstund Antiquitäten<br />
Wirvermissen Dich undwerden Dich immer im Herzen tragen.<br />
DieTrauerfeier findet statt am Freitag, dem14.02.2020um11.00Uhr,<br />
Hermann-Schumann-Str.2,16761 Henningsdorf.<br />
DieUrnenbeisetzung findet zu einemspäterenZeitpunkt im Familienkreis statt.<br />
Hildegard Schmitz,imNamenallerAngehörigen<br />
Wir sind vom gleichen Stoff<br />
aus dem die Träume sind<br />
und unser kurzes Leben<br />
ist eingebettet in einen langen Schlaf.<br />
(William Shakespeare)<br />
Dirk<br />
*1980 †2019<br />
Deine Kolleginnen und Kollegen<br />
Ausunserem Leben bist Du gegangen, in unserem Herzen bleibst Du.<br />
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von<br />
unserer Mama, Schwiegermama und Omi<br />
Ruth Apelt<br />
*11.01.1931 †27.12.2019<br />
Jahrelang geschrieben,<br />
oft geschieden,<br />
immer jung geblieben,<br />
doch auch ich muss jetzt<br />
für immer liegen.<br />
Klaus Degen<br />
*12.04.1933 †29.12.2019<br />
Nun ja, er war halt so.<br />
In stiller Trauer<br />
Familien Degen, Duwe<br />
und Hahn sowie Waltraud<br />
TOTER SUCHT<br />
ANGEHÖRIGEN<br />
Eine Viertelmillion<br />
Familien weiß nicht:<br />
ein Angehöriger<br />
wurde gefunden.<br />
Lassen Sie sich jetzt<br />
registrieren:<br />
www.graebersucheonline.de<br />
Christa, Olaf, Ilka, Tom und Adrian<br />
In tiefer Trauer und niemals vergessen von Deiner Familie<br />
HanneloreTimmlerund Ralf Apelt<br />
Angelika und Michael Drabinski<br />
Juliane Lambek mit Matthias<br />
Alexander Timmler<br />
Die Erinnerung ist das Fenster durch das wir Dich sehen können,<br />
wann immer wir wollen.<br />
Wir trauern um einenaußergewöhnlichen Menschen.<br />
In großer Liebeund Dankbarkeit nehmenwir Abschied von<br />
Die Trauerfeier findet am 21.02.2020 um 12.00 Uhr auf dem<br />
Friedhof Konrad-Wolf-Str. 33statt.<br />
Diplom-Ingenieur<br />
Dietrich Ludwig<br />
*27.12.1934 †23.01.2020<br />
In Liebe und Dankbarkeit im Namen aller Angehörigen<br />
Sigrid Ludwig<br />
Die Beerdigung findet am Montag, dem 10. Februar 2020, um 10.00 Uhr,<br />
auf dem Städt. Friedhof Pankow VII, Uhlandstraße 54<br />
in 13158 Berlin-Wilhelmsruh, statt.<br />
Prof. Dr. Ing.<br />
Gunter Eras<br />
30.Juni1928 –21. Januar 2020<br />
Deine Ehefrau Annemarie<br />
Deine Kinder Jürgen, Lutz und Konstanze<br />
und Deine große Familie<br />
BESTATTUNGEN<br />
Seit1882 in Baumschulenweg<br />
Kiefholzstrasse 249<br />
12437 Berlin<br />
– 5328335·532 82 08<br />
Hackenbergstrasse 20<br />
12489 Berlin<br />
– 6775443<br />
Traueranzeige<br />
Wir beraten Sie gern.<br />
Anzeigenannahme:<br />
( 030) 2327-50<br />
Volksbund Deutsche<br />
Kriegsgräberfürsorge e.V.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 13 *<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin<br />
Mietendeckel<br />
kommt vor<br />
Gericht<br />
Die Opposition legt Gesetz<br />
den obersten Richtern vor<br />
Einen Tagnach dem Parlamentsbeschluss<br />
für den Mietendeckel<br />
hat die Opposition ihren Plan vorgelegt,<br />
wie sie das Gesetz stoppen will.<br />
Die Fraktionen von CDU und FDP<br />
wollen noch vor der parlamentarischen<br />
Sommerpause mit einer Normenkontrollklage<br />
vor den Landesverfassungsgerichtshof<br />
ziehen. „Wir<br />
brauchen Rechtssicherheit für alle<br />
Beteiligten“, sagte CDU-Fraktionschef<br />
Burkhard Dregger. CDU und<br />
FDP halten das neue Gesetz für<br />
rechtswidrig.<br />
Am Freitag präsentierten Dregger<br />
und sein FDP-Kollege Sebastian<br />
Czaja jenen Juristen, der für sie das<br />
Verfahren führen soll: Foroud Shirvani,<br />
ein Verfassungsrechtler mit<br />
Schwerpunkt auf<br />
Eigentumsgrundrecht,<br />
geboren<br />
im iranischen<br />
Isfahan<br />
und Professor<br />
Foroud<br />
Shirvani<br />
ELMAR SCHÜTZE<br />
für öffentliches<br />
Recht der Uni<br />
Bonn. Er werde<br />
einen „sehr umfangreichen<br />
Schriftsatz“ erstellen,<br />
mit dem sich dann Berlins<br />
oberstes Gericht befassen muss.<br />
Shirvani hält den Mietendeckel<br />
für nicht verfassungsgemäß – und<br />
wiederholte die Argumente, mit denen<br />
CDU und FDP seit Monaten dagegen<br />
Sturm laufen: „Das Gesetz ist<br />
kompetenzwidrig.“ Berlin dürfe ins<br />
Mietpreisrecht nicht eingreifen, dies<br />
sei im Bürgerlichen Gesetzbuch abschließend<br />
geregelt.„Außerdem geht<br />
das Gesetz nicht konform mit der<br />
<strong>Berliner</strong> Verfassung“, sagt Shirvani.<br />
Die Festlegung von Mietobergrenzen<br />
verstoße gegen die Eigentumsgarantie,<br />
die vorgesehene Rückdatierung<br />
verstoße gegen den Vertrauensgrundschutz<br />
der Verfassung.<br />
Wie FDP-Fraktionschef Czaja erklärte,<br />
wolle die Bundestagsfraktion<br />
parallel eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht<br />
einbringen. Mit<br />
den dafür benötigten Kollegen der<br />
CDU/CSU –das Quorum beträgt ein<br />
Viertel –liefen Gespräche.<br />
Stadtentwicklungssenatorin Katrin<br />
Lompscher (Linke) gibt sich gelassen.<br />
„Ich bin ehrlich gesagt ganz<br />
froh, dass es schnell geht“, sagte sie<br />
am Freitag. „Zum Tagdes Inkrafttretens<br />
gilt das Gesetz“, so Lompscher.<br />
Aber erst das Bundesverfassungsgericht<br />
könne abschließend sagen, was<br />
gilt und was nicht. Siesei zuversichtlich,<br />
denn es sei „ein zweckmäßiges,<br />
zielgerichtetes und auch verhältnismäßiges<br />
Gesetz.“ (elm., ulp.)<br />
VomE-Roller ins Krankenhaus<br />
„Dekolonisiert euch!“<br />
Breites Bündnis für ein Fünf-Jahres-Projekt zu Berlins Vergangenheit als Hauptstadt eines Kolonialreichs<br />
VonPetraKohse<br />
Wie dekolonisiert man sich? Als<br />
Kind habe ich „Mohrenköpfe“<br />
gegessen, das Lied von den „Zehn<br />
kleinen Negerlein“ gesungen und<br />
bei den Großelternstanden afrikanische<br />
Holzbüsten im Regal. Meine Urgroßelternhatten<br />
einen Kolonialwarenladen<br />
am Dresdner Hauptbahnhof.<br />
Wiedekolonisiertman sich?<br />
Ohne Hilfe vermutlich gar nicht.<br />
Deswegen setzt die aktuell doppelte<br />
Dekolonisierungsoffensive inBerlin<br />
auf die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft.<br />
Punktuell durchaus<br />
zum Ärger der bisherigen Wissenschaft.<br />
Aber erstens sind die Kolonialhistoriker<br />
ja nicht ausgeschlossen<br />
und zweitens dürften die Intelligenz<br />
des Schwarms und die Sichtweise<br />
der Nachfahren von Kolonisierten<br />
gegen Selbstzufriedenheit, Fehler<br />
und blinde Flecken bei der Bearbeitung<br />
des Themas imprägnieren.<br />
Neben der„Entwicklung eines gesamtstädtischen<br />
Aufarbeitungs- und<br />
Erinnerungskonzepts zur Geschichte<br />
und zu den Folgen des Kolonialismus“,<br />
das neulich begonnen<br />
hat und sich mehr mit Strukturen<br />
befasst, startet jetzt eine auf fünf<br />
Jahre angelegte „Initiative für postkoloniales<br />
Erinnerninder Stadt“, die<br />
mit Ausstellungen, Festivals, Kunst<br />
sowie einer Web-Kartierung von kolonialen<br />
Orten deutlich machen will,<br />
dass Berlin sich dessen bewusst ist,<br />
einst Hauptstadt eines Kolonialreiches<br />
gewesen zu sein. Zwei Millionen<br />
Euro vonBerlin und eine Million<br />
Euro vomBund gibt es dafür.<br />
Ortstermin am Freitagvormittag<br />
in der Senatskulturverwaltung: Hortensia<br />
Völckers, die Direktorin der<br />
Kulturstiftung des Bundes, sitzt neben<br />
Kultursenator Klaus Lederer,daneben<br />
Tahir Della, der Sprecher der<br />
Initiative Schwarze Menschen in<br />
Deutschland, und auf der anderen<br />
Seite des Senators Paul Spies, Vorstand<br />
der Stiftung Stadtmuseum.<br />
Bund, Land, Stadtmuseum samt Bezirksmuseen<br />
und Zivilgesellschaft<br />
werden hier eng zusammenarbeiten,<br />
und Paul Spies war immer noch<br />
DPA/CHRISTOPH SÖDER<br />
Fahrer von E-Scootern erleiden bei schwereren Unfällen oft Armoder<br />
Handgelenksbrüche und Kopfverletzungen. AuchWunden am<br />
Fußgelenk durch ungeschicktes Antreten der Roller gehören zu typischen<br />
Folgen. Dasergab eine Auswertung vonUnfällen durch ein Ärzteteam<br />
der <strong>Berliner</strong> Uniklinik Charité, die am Freitag veröffentlicht<br />
wurde.Die Analyse bezogsich allerdings nur auf einen Monat, den Juli<br />
2019. In dieser Zeit behandelten die Ärzte 24 Nutzer.Die Patienten warenKinder,Frauen<br />
und Männer im Alter zwischen zwölf und 62 Jahren,<br />
so die Studie.Vier der 24 Patienten wiesen Schädel-Hirn-Traumata auf,<br />
teilte Martin Möckel mit. DerProfessor ist Ärztlicher Leiter der Notfallund<br />
Akutmedizin der Charité. Tausende E-Scooter sind in Berlin unterwegs.Die<br />
häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit, Verstöße gegen<br />
die Verkehrsregeln –aber auch eingeschränkte Verkehrstauglichkeit,<br />
also Alkohol.<br />
verblüfft darüber, einem Projekt zugestimmt<br />
zu haben, in dem das<br />
Stadtmuseum nur eine von vier<br />
Stimmen hat. Er lobte aber den bisherigen<br />
freundschaftlichen Umgang<br />
und versicherte,dass in seinem Haus<br />
wirklich alle Mitarbeiter der Idee gegenüber<br />
aufgeschlossen seien.<br />
Tahir Della äußerte sich erleichtert,<br />
dass das Thema Dekolonisierung<br />
endlich kein Randthema mehr<br />
sei. Außer seiner Initiativesind auch<br />
die Vereine Berlin Postkolonial und<br />
Each OneTeach Onesowie der <strong>Berliner</strong><br />
Entwicklungspolitische Ratschlag<br />
Partner. Ziel sei, den gesamten<br />
Stadtraum mit dem Projekt zu<br />
bespielen und das postkoloniale Erinnernzukunftsfähig<br />
zu verankern.<br />
Kultursenator Lederer sagte, dass<br />
es in der Gesellschaft durchaus eine<br />
„Schlussstrichmentalität“ bei diesem<br />
Thema gebe. Oder dass „uns umgekehrt<br />
die Ansicht unterstellt wird,<br />
dass der Kolonialismus an allen Problemen<br />
der Welt schuld sei“. Beides<br />
seien haltungsmäßige „Pappkameraden“,<br />
auf die einzuschlagen allzu billig<br />
sei. Darüber hinaus versicherte er,<br />
dass das postkoloniale Erinnernnicht<br />
zulasten der Aufarbeitung von NSund<br />
DDR-Zeit ginge. Im Gegenteil<br />
stelle der Senat auch für diese Bereiche<br />
zusätzliche Mittel bereit und zudem<br />
seien inhaltliche Verbindungen<br />
zu erwarten: „Möglicherweise kann<br />
uns die Aufarbeitung des Kolonialismus<br />
helfen, die Zeit derWeimarerRepublik<br />
und die Zeit der NS-Diktatur<br />
anders zu verstehen.“<br />
DieBetonungder Kontinuität von<br />
Geschichte ist auch Della wichtig.<br />
Der deutsche Kolonialismus habe<br />
sich nicht zwischen zwei Jahreszahlen<br />
ereignet. Insofern sei auch der<br />
Aufruf „Dekolonisiert euch!“ mehr<br />
eine Richtungsangabe.„Erst müssen<br />
wir feststellen, was genau stattgefunden<br />
hat. Und dann können wir anfangen,<br />
uns zu dekolonisieren.“<br />
PetraKohse<br />
hält jeden blinden Fleck<br />
füreinen Auftrag.<br />
NACHRICHTEN<br />
Noch immer 110 Tonnen<br />
Munition im Müggelsee<br />
Etwa 110 Tonnen Weltkriegsmunition<br />
liegen Schätzungen zufolge<br />
noch auf dem Grund des Müggelsees<br />
in Köpenick. Dasteilte der Senat auf<br />
eine Anfrage der Grünen mit. Das<br />
Wasser-und Schifffahrtsamt und der<br />
Kampfmittelbergungsdienst führe<br />
seit 2004 immer wieder Bergungen<br />
durch, zuletzt 2019 am Seebad Friedrichshagen.<br />
Bis2021 sollen Taucher<br />
weitereWeltkriegsbomben vordem<br />
JugenddorfamMüggelsee und dem<br />
Strandbad Müggelsee aus dem Wasser<br />
holen. Auswirkungen auf die Natur<br />
habe die Munition nicht. (dpa)<br />
Gericht entscheidet über<br />
Steffels Doktortitel-Klage<br />
Mitte des Jahres will sich das Verwaltungsgericht<br />
mit der Klage des CDU-<br />
Bundestagsabgeordneten Frank<br />
Steffel gegen den Entzug seines Doktortitels<br />
beschäftigen. Dasgab das<br />
Gericht bekannt. DerPolitiker klagt<br />
gegen die Freie Universität, die ihm<br />
voreinem Jahr den Doktor der Wirtschaftswissenschaften<br />
nach der Prüfung<br />
vonPlagiatsvorwürfen aberkannt<br />
hatte.Steffel argumentiertlaut<br />
Gericht, er habe keine Absicht zur<br />
Täuschung gehabt. DieArbeit enthalte<br />
keine so groben Fehler,dass<br />
dies eine Entziehung rechtfertigen<br />
würde. (dpa)<br />
Keine S-Bahnen zwischen<br />
Lichtenberg und Springpfuhl<br />
AufS-Bahn-Kunden im Osten der<br />
Stadt kommen erhebliche Einschränkungen<br />
zu. DasUnternehmen<br />
nutzt die Winterferien für Bauarbeiten<br />
in Biesdorf. VonMontag bis<br />
inklusiveSonntag fahren deshalb<br />
keine Züge zwischen Lichtenberg<br />
und Springpfuhl beziehungsweise<br />
Wuhletal, teilte die S-Bahn mit. Auf<br />
den übrigen Streckenabschnitten ist<br />
der Takt ausgedünnt. Betroffen sind<br />
die Linien S5, S7 und S75. DasUnternehmen<br />
setzt Busse ein und verweist<br />
Fahrgäste auf die U5. (dpa)<br />
Amazon verfilmt „Wir Kinder<br />
vom Bahnhof Zoo“<br />
Rund 5700 Drehtage hat es im vergangenen<br />
Jahr nach Schätzung des<br />
Medienboards in der Region gegeben.<br />
Diefür Filmförderung zuständige<br />
Institution schätzt dafür die<br />
Drehtage vonFilm- und Serienprojekten,<br />
die es selbst bezuschusst<br />
oder die ihm bekannt sind. Auch dieses<br />
Jahr wirdeifrig gedreht: Noch bis<br />
Mitte Februar werdedie Amazon-Serie„WirKinder<br />
vomBahnhof Zoo“ in<br />
der Hauptstadt gedreht. (dpa)<br />
AN- UND VERKÄUFE<br />
KAUFGESUCHE<br />
!! Achtung !! Profitieren Sie von unserer<br />
seriösen jahrelangen Erfahrung<br />
!! Pelze, Porzellan, Nähmaschinen,<br />
Schreibmaschinen,<br />
Teppiche, Bilder, Schallplatten,<br />
Puppen, Pfeifen, Briefmarken, Bücher,<br />
Römer Sammeltaschen,<br />
Wandteller, Trachten, Fingerhüte,<br />
Perücken, Tischwäsche, Antiquitäten<br />
Gobelin Bilder, Handtaschen,<br />
Bibeln, Musikinstrumente,Zinn,<br />
BuffetuhrenantikeKameras,<br />
military 2, Rollatoren, altes<br />
Spielzeug, Schmuck-Modeschmuck,<br />
auch defekt, u.v.m. --><br />
Durch unsere hohen Ankaufspreise<br />
werden fast alle Angebote<br />
auch angenommen. t 01 575/<br />
3897903 Berlin.Zahle Fair undBar<br />
Frau Mercedes sucht: Pelze, Teppiche,<br />
Puppen,Porzellan, Gemälde,<br />
Garderobe, Näh- und Scheibmaschinen,<br />
Modeschmuck, Uhren,<br />
Münzen, Zahngold und Gold<br />
aller Art, sowie alles aus Omas<br />
Zeiten. Zahle bar vor Ort unverbindlich<br />
mit 100%iger Diskretion.<br />
Seriöse Abstammung seit 1955.<br />
Mo.-So. t 0331 281 28 114 o.<br />
0157 92372204<br />
Suche Faltboot, auch reparaturbedürftig.<br />
Bitte alles anbieten.<br />
Tel.: 0173 /2057745.<br />
Alte Möbel u. Ölgemälde kauft GalerieLauterbach,<br />
425 10 16<br />
Kaufe Pelze, Abendmode, Handtaschen,<br />
Hüte, Möbel, Zinn,<br />
ganze Nachlässe, Geschirr,<br />
Puppen, Kristall, Bernstein,<br />
Teppiche, Gemälde, Schallplatten,<br />
Tonbandgeräte, Fotoapparate,<br />
Näh- u. Schreibmaschinen<br />
u.v.m. – Zahle faire Preise!<br />
t 0151 /42444 662<br />
!!!Achtung kaufe!!! Unkompliziert<br />
und fair, Pelze, Porzellan, Nähund<br />
Schreibmaschinen, Münzen,<br />
Silber- u. Goldschmuck,<br />
auch defekt, Bernstein, Wandteller,<br />
Puppen, Garderobe, Gobelinbilder<br />
u.v.m.! Seriöse Abwicklung,<br />
t 0163-831 30 31<br />
Kaufe Geige, Cello auch kaputt,<br />
ganze Sammlung, Leierkasten,<br />
Drehorgel, selbstspield. Musikinstrumente.<br />
T.: 015236366706<br />
Kaufe Ölgemälde, Münzen, Antiquität.Dr.<br />
Richter, 01705009959<br />
www.polnische-zaeune.de ausgewiesene<br />
MwSt. =dt. Garantie!!<br />
WIR HELFEN<br />
schädelhirnverletzten Menschen …<br />
…HELFENSIE mitIhrer Spende!<br />
Sparkasse KölnBonn<br />
BLZ 370 501 98 ·Kto-Nr. 3000 3800<br />
www.hannelore-kohl-stiftung.de<br />
BEKANNTMACHUNGEN<br />
Öffentliche Aufforderung<br />
In dem Nachlassverfahren der am<br />
27.05.1932 in Berlin geborenen und<br />
zwischen dem 01.08.2018 und dem<br />
15.08.2018 inBerlin Mitte verstorbenen,<br />
mit letztem gewöhnlichen Aufenthalt<br />
inLevetzowstraße 19c, 10555<br />
Berlin, Traute Käte Vera Goetze geb.<br />
Lemke konnten keine Erben ermittelt<br />
werden. Personen, denen Erbrechte<br />
am Nachlass zustehen, werden aufgefordert,<br />
diese innerhalb von 6Wochen<br />
seit Veröffentlichung beim<br />
Nachlassgericht geltend zu machen.<br />
Andernfalls wirdfiskalisches Erbrecht<br />
festgestellt werden. Der Wert des<br />
Nachlasses beträgt: 45.000,00EUR.<br />
Amtsgericht Mitte, 61 VI 1163/18<br />
Nöckler, Rechtspflegerin<br />
VERMISCHTES<br />
ab 49 €/m² Grat.-Katalog, vor<br />
Ort-Termine t (030) 6559003<br />
Griechenland-Segeln, 10.4-25.4.<br />
od. 8.5.-23.5., Segelerf. nicht erforderlich,<br />
t (0 61 72) 93 95 16<br />
DIENSTLEISTUNGEN<br />
zapf umzüge,61061, www.zapf.de<br />
Putzfrauen<br />
speziell für Senioren<br />
π<br />
Kostenloses Prospekt<br />
030/797 88 730<br />
Kassenabrechnung bei Pflegegrad<br />
Einkaufswelt.<br />
Anzeigenannahme:<br />
( 030) 2327-50<br />
Telefonische Anzeigenannahme: 030 2327-50<br />
BERLINER ADRESSEN<br />
Wirschenken Ihnen<br />
*Beim Kauf einesneuen Bades Armaturen *<br />
Gültig bis 29.02.2020<br />
Exakte Badplanung<br />
SaubereDemontage<br />
Eigene Monteure<br />
Ihrneues Badinzehn Tagen<br />
Festpreisgarantie<br />
Lebenslanger Kundendienst<br />
030 - 37 58 67 70<br />
NEU! Gratis Online-Badplaner<br />
Erfahren Sie mehr unter www.hornbad.de
14 * <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin/Brandenburg<br />
POLIZEIREPORT<br />
Autos angezündet.<br />
In der Nacht zum Freitag wurden in<br />
Wedding, Kreuzbergund Friedrichshain<br />
Fahrzeuge der FirmaThyssenkrupp<br />
angezündet. Gegen 2Uhr<br />
brannte in der Genter Straße ein geparkter<br />
Ford.15Minuten später ging<br />
in der Alexandrinenstraße erneut ein<br />
Ford in Flammen auf. 2.20 Uhrloderten<br />
in der Hübnerstraße dann Flammen<br />
aus einem Skoda. Verletzt<br />
wurde bei den Bränden niemand.<br />
DerStaatsschutz ermittelt. EinBekennerschreiben<br />
für die drei vorsätzlich<br />
gelegten Brände ist bislang nicht<br />
eingegangen.<br />
Zwei Räuber festgenommen.<br />
Polizisten des Abschnitts 44 haben<br />
am Donnerstagabend in Lankwitz<br />
zwei Räuber festgenommen. Zusammen<br />
mit einem Komplizen sollen die<br />
Männer im Alter von21und 22 JahrenimGemeindeparkeinen<br />
18-Jährigen<br />
sowie eine 22 Jahrealte Frau<br />
überfallen haben. DasPärchen war<br />
im Park unterwegs.Als sie dortaneiner<br />
Bank vorbeikamen, auf der zwei<br />
Männer saßen, standen diese auf. Einer<br />
vonihnen drückte den 18-Jährigen<br />
zu Boden. DerZweite verlangte<br />
das Handy sowie das Portemonnaie<br />
des Opfers.Dieses wollte er jedoch<br />
nicht herausgeben, woraufhin ihm<br />
Pfefferspray ins Gesicht gesprüht<br />
wurde.Die Räuber durchsuchten<br />
ihn und nahmen ihm die geforderten<br />
Dinge ab.Kurzdarauf kam ein<br />
dritter Täter hinzu und bedrohte die<br />
Frau mit einem Messer.Anschließend<br />
flüchtete das Trio mit der<br />
Beute.ZweiTäter wurden festgenommen.<br />
Derdritte entkam.<br />
Schüler volltrunken ins Krankenhaus.<br />
Fünf Jugendliche haben sich auf einer<br />
Veranstaltung im Gymnasium in<br />
der Kyritzer Straße in Hellersdorf<br />
krankenhausreif betrunken. Es warenfünf<br />
Fahrzeuge nötig, um die<br />
Schüler zu transportieren.<br />
Polizeiauto beschädigt.<br />
In Biesdorfendete die Flucht eines<br />
28-Jährigen vorder Polizei in der<br />
Nacht zum Freitag an einem Baum.<br />
Gegen 22.30 Uhrwar Polizeikräften<br />
des Abschnitts 64 ein Audi ohne<br />
Kennzeichen auf der Marzahner<br />
Chaussee aufgefallen. Als eine Streife<br />
den Fahrer anhalten wollte,gab dieser<br />
Gas. DieFlucht endete in der<br />
Sackgasse Völkinger Straße.Dort<br />
stieß der Audi gegen den Funkwagen.<br />
Der28-Jährige wurde festgenommen.<br />
(ls.)<br />
Milde für den Clan-Chef<br />
Arafat Abou-Chaker wehrt sich vor Gericht gegen eine Verurteilung. Er soll einen Hausmeister attackiert haben<br />
VonKatrin Bischoff<br />
Er kommt spät, vermutlich<br />
weil er durch die Sicherheitsschleuse<br />
des Kriminalgerichts<br />
Moabit musste,<br />
vor der sich immer lange Schlangen<br />
bilden. Weil die Taschen kontrolliert<br />
werden und jeder durch einen Metallscanner<br />
laufen muss, wie auf einem<br />
Flughafen. DerMann kommt in<br />
Begleitung seiner beiden Anwälte.<br />
Kameraleute warten auf ihn vor der<br />
geschlossenen Sicherheitstür, die<br />
zum Gerichtssaal führt.<br />
DerMann ist Arafat Abou-Chaker,<br />
der Chef eines bekannten arabischstämmigen<br />
Clans. Inder Öffentlichkeit<br />
machte er sich auch als einstiger<br />
Freund und Geschäftspartner des<br />
Rappers Bushido einen Namen. Es<br />
ist eine Freundschaft, die es schon<br />
lange nicht mehr gibt, die offenbar in<br />
herzliche Feindschaft umgeschlagen<br />
ist. Es ist eine Beziehung, die demnächst<br />
auch vor Gericht eine Rolle<br />
spielen könnte.<br />
Aber an diesem Freitag geht es<br />
nicht um Bushido, esgeht um ein<br />
Verfahren gegen den 43-jährigen<br />
Abou-Chaker wegen Bedrohung und<br />
Körperverletzung. Mutmaßliches<br />
Opfer des Clanchefs ist ein Hausmeister.<br />
Esist ein Berufungsverfahren,<br />
der zweite Prozess gegen Arafat<br />
Abou-Chaker zu diesen Vorwürfen.<br />
„Warum begrüßt mich niemand?“<br />
Voretwa einem Jahr war der Angeklagte<br />
vom Amtsgericht Tiergarten<br />
zu einer Haftstrafe von zehn Monaten<br />
verurteilt worden – ausgesetzt<br />
zur Bewährung. Erstmals erging damit<br />
ein Urteil gegen den Clanchef.<br />
Doch Arafat Abou-Chaker legte<br />
Berufung ein. Nunwirdder Fall noch<br />
einmal aufgerollt. Und da Abou-<br />
Chaker gegen das Urteil vorgegangen<br />
ist, darferwegen des Verbots der<br />
„Schlechterstellung“ nicht zu einer<br />
höheren Strafe verurteilt werden.<br />
Im März 2018 soll Arafat Abou-<br />
Chaker das Foyer eines Geschäftshauses<br />
in Charlottenburg betreten<br />
haben und einen Hausmeister mit<br />
den Worten angepöbelt haben: „Was<br />
ist los in Deutschland, warum begrüßt<br />
mich niemand?“ Der anwesende<br />
Hausmeister soll gegrüßt und<br />
Abou-Chaker aufgefordert haben,<br />
weiterzugehen. Der allerdings soll<br />
den Mann als „russischen Hurensohn“<br />
beschimpft haben.<br />
Im Gerichtssaal: Arafat Abou-Chaker mit Botschaft auf der Jacke.<br />
„Der Hausmeister und Herr Abou-Chaker<br />
haben sich schließlich entschuldigt,<br />
sich die Hand gegeben. Das war’s.“<br />
Vedat C., der Physiotherapeut konnte sich am Freitag kaum noch an etwas erinnern.<br />
Nur daran, dass die Streitenden in Frieden auseinandergingen.<br />
OLAF WAGNER<br />
Es kam zum Streit zwischen beiden,<br />
schließlich soll Abou-Chaker<br />
dem HauswartzweiFinger in die Augen<br />
gerammt und ihm mit einem<br />
Kopfstoß die Nase gebrochen haben.<br />
Abou-Chaker schweigt an diesem<br />
ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen.<br />
Der russischstämmige<br />
Hausmeister, der als erster Zeuge<br />
aussagt, gibt an, von Abou-Chaker<br />
beschimpft und geschlagen worden<br />
zu sein. Schließlich habe sich der<br />
Streit in die Praxis der Physiotherapie<br />
verlagert. Allerdings wird die Befragung<br />
des Hauswarts auf Anregung<br />
der Anwälte von Abou-Chaker wegen<br />
der schlechten Verständlichkeit<br />
des Zeugen unterbrochen. Sie soll<br />
am nächsten Prozesstag mit einem<br />
Dolmetscher weitergeführtwerden.<br />
Anklage im Fall Bushido<br />
Der damalige Physiotherapeut, der<br />
den Streit schlichten wollte,kann sich<br />
nunmehr kaum erinnern. Noch bei<br />
der Polizei hatte er zwar angegeben,<br />
er habe den Eindruck gehabt, Abou-<br />
Chaker habe provozieren wollen.<br />
UndSchläge durch den Hausmeister<br />
habe er nicht bemerkt. Im Prozess<br />
kann er sich daran nicht mehr entsinnen.<br />
Im Gegenteil, er spricht davon,<br />
dass es mit dem Hausmeister„immer<br />
wieder ein kleines Problem gegeben“,<br />
habe.Der 48-Jährige,der mittlerweile<br />
die Praxis nicht mehr betreibt, hat einen<br />
Anwalt als Zeugenbeistand zur<br />
Seite.Esläuft einVerfahren gegen ihn,<br />
bei dem es nach eigenen Worten zu<br />
Spannungen mit Abou-Chaker gekommen<br />
sei.<br />
Auf den Clanchef wartet indes<br />
neues Unheil. Voreinem Jahr, nach<br />
Verkündung des ersten Urteils in diesem<br />
Verfahren, war Abou-Chaker<br />
noch im Gerichtssaal festgenommen<br />
worden. 16 Nächte musste er im Gefängnis<br />
verbringen. Hintergrund warenmutmaßliche<br />
Taten zum Nachteil<br />
des Rappers Bushido, wie die Staatsanwaltschaft<br />
damals bekannt gab.<br />
Arafat Abou-Chaker soll demnach<br />
im Dezember 2017 versucht haben,<br />
vonBushido eine Abfindung für langjährige<br />
Geschäftsbeziehung zu erpressen.<br />
Dabei soll der Musiker eingesperrtworden<br />
sein. Es geht um versuchte<br />
schwere räuberische Erpressung,<br />
gefährliche Körperverletzung,<br />
Freiheitsberaubung und Beleidigung.<br />
Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile<br />
Anklage gegen Abou-Chaker<br />
und drei seiner Brüder erhoben.<br />
Minister:<br />
Tesla-Deal ist<br />
nicht sicher<br />
Steinbach: Firma muss alle<br />
Umweltauflage erfüllen<br />
VonJens Blankennagel, Potsdam<br />
Die Ansiedlung des US-Elektroautobauers<br />
Tesla in Grünheide<br />
(Oder-Spree) könnte durchaus noch<br />
scheitern –anden Anforderungen<br />
des Umweltschutzes. Das sagte<br />
Brandenburgs Wirtschaftsminister<br />
JörgSteinbach (SPD) in einem Interview<br />
mit dem Handelsblatt. „Die Antragsunterlagen<br />
für die Genehmigung<br />
müssen überzeugend darlegen,<br />
dass alle materiell-rechtlichen<br />
Umweltanforderungen eingehalten<br />
werden und ein hohes Schutzniveau<br />
für die Umwelt insgesamt sichergestellt<br />
ist. Andernfalls ist das Projekt<br />
nicht genehmigungsfähig.“<br />
Telsa will bei Grünheide für bis zu<br />
vier Milliarden Euro seine erste europäische<br />
„Gigafactory“ bauen. Dort<br />
sollen bis zu 9000 Jobs geschaffen<br />
werden und ab Juli 2021 die ersten<br />
Autos gebaut werden. Nach der vierten<br />
Ausbaustufe sollen dann jährlich<br />
500 000 Autos vom Band rollen. Das<br />
Genehmigungsverfahren läuft. Kritiker<br />
fürchten, dass der enorme Wasserverbrauch<br />
der Fabrik für massive<br />
Schäden sorgt. Das Areal befindet<br />
sich zur Hälfte in einem Trinkwasserschutzgebiet.<br />
Schon bald will<br />
Tesla 159 Hektar Kiefern roden, damit<br />
gebaut werden kann. Die Rodung<br />
muss vor Beginn der Vegetationsperiode<br />
Anfang Märzbeginnen.<br />
Nach Angaben des Ministers<br />
könne dies noch mal um zwei Wochen<br />
verlängert werden. „Das heißt:<br />
BisMitte Märzmuss die Rodung des<br />
Waldes spätestens erledigt sein“,<br />
sagte Steinbach. „Sonst würde sich<br />
das Projekt um voraussichtlich ein<br />
Dreivierteljahr verzögern. Das wäre<br />
dann eine Situation, in der ich deutlich<br />
skeptischer wäre, ob wir Tesla<br />
noch bei der Stange halten können.“<br />
Auf die Frage, obTesla noch abspringen<br />
könne,wenn die Regierung<br />
bremse, sagte er:„Man sollte nie nie<br />
sagen. Ichselber sage mir ständig: So<br />
sehr ich mich über die grundsätzliche<br />
Standortentscheidung gefreut<br />
habe, wirklich freue ich mich erst in<br />
dem Augenblick, wenn der erste von<br />
Tesla beauftragte Arbeiter tatsächlich<br />
einen Spaten in die Erde sticht,<br />
um eine Baugrube auszuheben.“<br />
8-Tage-Seniorenreisen<br />
FüralleReisen: FahrtimNichtraucherfernreisebus mit WC undGetränkeselfservice •7Hotelübernachtungen<br />
inkl. Halbpension •Begrüßung durch denSKAN-CLUB60plus-Betreuerund dieHoteldirektion<br />
•Willkommensgetränk/-schnaps •Reiseforum •Betreuungdurch dasSKAN-CLUB 60<br />
plus-Team •Kofferservice im Hotel (außer Kitzbühel) •WLAN<br />
lübeck –„königin“ der hanse<br />
Stadtrundgang Lübeck • Unterhaltungsabend • Kostenlose Nutzung<br />
der Hoteleinrichtungen wie z.B. des gesamten SPA-Bereiches u.v.m.<br />
AUSFLÜGE:Lübecker Bucht mit Scharbeutz, Travemünde &Timmendorfer<br />
Strand • Kiel, Kieler Bucht &Laboe • Rundfahrt<br />
Holsteinische Schweiz • Insel Fehmarn<br />
Termine 2020: 02.05., 30.05., 27.06., 25.07., 22.08., 19.09., 17.10.<br />
bad pyrmont –ihre „Aktiv-oase“<br />
Geführter Rundgang durch Bad Pyrmont • Besuch der Dunsthöhle •<br />
Eintritt in das Museum im Schloss •Trinkkuren mit den Bad Pyrmonter<br />
Heilquellen • 2 ×täglich Kurkonzert (außer mittwochs) • Benutzung<br />
des Solebades • Premium-Club-Card und vieles mehr ...<br />
Termine 2020: 26.04., 24.05., 21.06., 19.07., 16.08., 13.09., 11.10.<br />
grefrath –köln, düsseldorf,maastricht &lüttich<br />
Besuch des Niederrhein. Freilichtmuseums • Abendspaziergang u.v.m.<br />
AUSFLÜGE:Köln (Dom, Altstadt) inkl. Rheinschifffahrt bis Königswinter<br />
Düsseldorf (Altstadt, Königsallee, Rheinufer-Promenade)<br />
Maastricht (Holland) und Lüttich (Belgien)<br />
Termine 2020: 11.04. (Ostern), 09.05., 06.06., 04.07., 01.08.<br />
Tirol/kitzbühel – kaprun,chiemsee,Kaisergebirge,Ellmau ...<br />
Filmvorführung der SOKO-Kitzbühel-Folge, die im Hotel gedreht wurde •<br />
Kostenlose Nutzung des SPA-Bereiches • Gästekarte „RED CARD“ u.v.m.<br />
AUSFLÜGE: Chiemsee mit Schifffahrt • Hochgebirgsstauseen Kaprun<br />
• Kaisergebirge, Ellmau (Bergdoktor), Söll<br />
Termine 2020: 10.05., 07.06., 05.07., 02.08., 30.08., 27.09., 25.10.<br />
ab €635,–<br />
p. P. im Doppelzimmer<br />
Hotel Hanseatischer Hof<br />
Einzelzimmerzuschlag:<br />
€220,–<br />
ab €635,–<br />
p. P. im DZ, Hotel Fürstenhof<br />
EZ-Zuschlag: €160,–<br />
Preisnachlass bei Selbstanreise:<br />
€50,– p. P.!<br />
Kurtaxe wird vor Ort erhoben.<br />
ab €595,–<br />
p. P. im DZ/ZB<br />
PP-Hotel Grefrather Hof<br />
Kein<br />
Einzelzimmerzuschlag!<br />
ab €675,–<br />
p. P. im Doppelzimmer<br />
Q! Hotel Maria Theresia<br />
EZ-Zuschlag: €150,–<br />
Kurtaxe wird vor Ort erhoben.<br />
Kostenloses Kundenservicetelefon: 0800-123 19 19 (täglich 8–20 Uhr, auch sa/so)<br />
BUCHUNG UND BERATUNG BEI:<br />
DER Reisecenter TUI: Annenstr. 50, Tel.: 030-68 83 23 95 •<strong>Berliner</strong> Allee 47, Tel.: 030-9268292/92 37 41 74 DER Dt.<br />
Reisebüro: Bahnhofstr. 18, Tel.: 030-6 57 12 24 Reisebüro Steffen Kühn: Bahnhofstr. 45, Tel.: 030-65 07 08 77 Alltours<br />
Reisecenter: Greifswalder Str. 220, Tel.: 030-4 29 28 72 DER Deutsches Reisebüro: Koppenstr. 77, Tel.: 030-29 33 990<br />
Zustiege: Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf · Ostbahnhof/IC Hotel in Friedrichshain<br />
Veranstalter: SKAN-TOURS Touristik Int. GmbH ·Gehrenkamp 1·38550 Isenbüttel www.seniorenreisen.de<br />
Ihre Spende hilft unheilbar<br />
kranken Kindern!<br />
Bitte online spenden unter:<br />
www.kinderhospiz-bethel.de<br />
VERANSTALTUNGEN<br />
26.02.–08.03.2020<br />
TEMPODROM BERLIN<br />
Tic ke ts:<br />
www. holidayo nic e.de<br />
Am 01. 03 .20 um 13 :00 Uhr dabei, Gastst ars Sarah Lombardi und Joti Po lizoakis,<br />
Gewinner vo n D ancing o n I ce 2019 *<br />
B:<br />
KulturNews &Reeperbahnfestival präsentieren:<br />
HATARI<br />
verlegt !<br />
Europe will Crumble Tour 2020<br />
spec. guest: Cyper<br />
Mo.03.02. Einlass 18:30 Lido<br />
Kaltblut &Nicetry Magazin präsentiert:<br />
BROOKE CANDY<br />
Sexorcism Tour<br />
Di. 25.02. Einlass 19:00 Berghain<br />
JACK GARRATT<br />
AWork inProgress Tour<br />
Sa. 07.03. Einlass 19:00<br />
Silent Green/Kuppelsaal<br />
PITCHFORK MUSIC<br />
FESTIVAL<br />
lineup auf mct-agentur.com<br />
Fr.08.05. +Sa. 09.05.2020 Einlass 16:30<br />
Tempodrom<br />
Musikexpress, KulturNews &Radio Eins präsentieren:<br />
THOM YORKE<br />
Tomorrow’s Modern Boxes<br />
Mo.13.07. Einlass 18:00<br />
Max-Schmeling-Halle<br />
Infosunter www.mct-agentur.com<br />
tickets >www.tickets.de<br />
Ihr Logenplatz!<br />
Ihr Kulturkalender<br />
in der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
Anzeigenannahme:<br />
( 030) 2327-50
Journalismus von gestern in<br />
einer Stadt, inder sich alles<br />
um die Zukunft dreht?<br />
Gestalte mit uns die<br />
<strong>Berliner</strong> Medienmarke<br />
einer neuen Generation.<br />
REDAKTION<br />
•Digital Redakteure(m/w/d)<br />
mit Schwerpunkt<br />
›Wirtschaft und Verantwortung<br />
›Lernenund Arbeiten<br />
›Gesundheit und Ökologie<br />
›Zukunft und Technologie<br />
• Content-Manager(m/w/d)<br />
• Quality-Manager (m/w/d)<br />
• Volontär (m/w/d)<br />
VERLAG<br />
•Director Sales Digital (m/w/d)<br />
• Sales Manager (m/w/d)<br />
• Leitung Finanzen (m/w/d)<br />
• Buchhalter (m/w/d)<br />
• Assistenz der<br />
Geschäftsführung (m/w/d)<br />
• Manager<br />
Kundenkommunikation (m/w/d)<br />
• Manager Online-<br />
Marketing (m/w/d)<br />
TECHNOLOGIE<br />
•Data-Analyst (m/w/d)<br />
›R/Python<br />
›GAnalytics<br />
• Developer full stack (m/w/d)<br />
›Express.JS, reactJS, VueJS<br />
›Microservice ArcJava,JavaScript<br />
• UX/UI-Spezialisten (m/w/d)<br />
›HTML5,CSS3<br />
›Adobe, FluidUI<br />
Wir stehen für gegenseitige Wertschätzung, unabhängig von Geschlecht,<br />
Alter und Identität. Wir freuen uns über Bewerbungen, die Vielfalt<br />
zeigen –inLebensläufen, Weltanschauung und Fähigkeiten.<br />
Bewirb Dich jetzt: <strong>Berliner</strong>-<strong>Zeitung</strong>.de/Karriere<br />
Photo: Gettyimages/Yves Hartmer/EyeEm<br />
Für <strong>Berliner</strong>, von <strong>Berliner</strong>n.
16 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Leserbriefe<br />
So erreichen Sie uns<br />
PerPost<br />
Leserbriefe<br />
Alte Jakobstr.105,<br />
10969 Berlin<br />
Nachgespürt<br />
Die Stimme<br />
der Leser<br />
In den sozialen Medien<br />
facebook.com/berliner zeitung<br />
PerE-Mail<br />
leser-blz@berlinerverlag.com<br />
Am Telefon<br />
Mo–Fr13–14 Uhr<br />
(030) 63 33 11-457<br />
Wegen der großen Zahl der Zuschriften<br />
ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu<br />
beantworten oder abzudrucken.<br />
Die Redaktion behält sich das Recht<br />
sinnwahrender Kürzungen vor.<br />
Höhere Achtung für die<br />
unbezahlte Familienarbeit<br />
Meinung: „Ganztagsbetreuung rechnet<br />
sich“ von Christine Dankbar<br />
(21. Januar)<br />
Ich wundere mich immer wieder,<br />
wie schnell Menschen heute dabei<br />
sind, die Entscheidungen vergangener<br />
Generationen zu be- bzw. verurteilen,<br />
ohne deren Lebensumstände<br />
auch nur im Ansatz einschätzen<br />
können. Natürlich muss die Frau<br />
nicht Hausfrau sein; aber man muss<br />
es doch sein können dürfen, ohne<br />
dass man in die Ecke gestellt und<br />
verurteilt wird! Ichwar vor40Jahren<br />
auf jeden Fall dankbar, dass mein<br />
Mann so viel verdiente, dass ich<br />
selbst trotz der Ausbildung zur Chemotechnikerin<br />
nicht erwerbstätig<br />
sein musste. So konnte ich meine<br />
vier Kinder selbst zu verantwortungsvollen<br />
Menschen erziehen.<br />
Darüber hinaus hatte ich noch<br />
die Zeit und den Willen, gesellschaftlich<br />
notwendige unbezahlte Arbeit<br />
in der Kirche,als Schöffin und als Gebrechlichkeitspflegerin<br />
zu leisten.<br />
Auch heute ist leider Erziehungsarbeit<br />
in der Gesellschaft nicht anerkannt.<br />
Vielleicht braucht es in unsererGesellschaft<br />
eine höhereAchtung<br />
für die noch immer unbezahlte,aber<br />
dennoch eminent wichtige Familienarbeit.<br />
Ursel Wenzel,<br />
per E-Mail<br />
Wie Beagle im Labor gequält<br />
werden –unbeschreiblich<br />
Berlin: „Tiere für die Forschung“<br />
(30. Januar)<br />
Einfach grauenvoll. Ich versuche zu<br />
verstehen, was das für Menschen (?)<br />
sind, die derartige Quälereien vornehmen.<br />
Schreckliche Bilder im Internet<br />
zeigen, wie Beagle im Labor<br />
gequält werden – unbeschreiblich.<br />
Warum ist so etwas im 21. Jahrhundertnoch<br />
möglich, es gibt genügend<br />
andereWege? Aber die,die es ändern<br />
könnten interessiertesnicht.Warum<br />
auch? Es geht ihnen ja nicht an den<br />
Kragen und unsereSteuergelder sind<br />
auch regelmäßig auf ihren Konten.<br />
Angelika Krauß,<br />
Hohen Neuendorf<br />
Keine Hunde-Häufchen bitte!<br />
Gefühlt alle fünf Meter ein Haufen<br />
Facebook: „Das Geld liegt auf der Straße“ von Torsten Landsberg<br />
(29. Januar)<br />
Gefühlt alle fünf Meter ein Haufen, quasi vorjeder Autotüreund an jedem<br />
Kofferaum. Ab und zu werden die Haufen in eine Tüte gepackt und<br />
an ’nen Baum abgelegt. Joachim Wölfel<br />
Ichwar letztesWochenende inWien. Berlin sollte sich in Bezug auf Müll<br />
und Kippen auf den Straßen mal ein Beispiel an dieser Stadt nehmen.<br />
IMAGO/DEUTZMANN<br />
Dort steht gefühlt alle fünf Meter irgendeine Entsorgungsmöglichkeit.<br />
Habe noch nie eine so saubere(Innen)Stadt gesehen. Marvin Wagner<br />
Ichhabe seit 14 Jahren in Berlin Hunde,bin viel draußen, auch in unterschiedlichen<br />
Stadtteilen, Parks, Waldstücken. Das Ordnungsamt habe<br />
ich einmal getroffen –vor 14 Jahren auf dem Alex. Meinetwegen können<br />
sie die Strafen auf 1000 Euro hochsetzen, mich wirddas nie treffen.<br />
Aber so ohne jegliche Kontrolle ist es sinnfrei. Sandra Wenzel<br />
Die Spende eines Organs ist ein immens großes Geschenk<br />
Magazin: „Leben &Sterben: Mein Körper<br />
gehörtdir“ von Eric Wrede<br />
(25. Januar)<br />
Wenn Finanzwissenschaftler Ideen<br />
für medizinische und ethische Fragen<br />
entwickeln, geht es um Marktverhalten,<br />
Geben und Nehmen. Bei<br />
der Organspende geht es aber um<br />
anderes.Die Spende eines Organs ist<br />
ein immens großes Geschenk. Aufgrund<br />
dieser Tatsache muss die Organspende<br />
freiwillig sein und darf<br />
nicht den Gesetzen des Marktes unterworfen<br />
werden. Da es sich bei der<br />
Organspende um ein Geschenk handelt,<br />
kann ein Organ nicht eingefordert<br />
werden. Die moralische Keule<br />
schließlich, die sagt, dass Menschen<br />
sterben, weil nicht genug Organe zur<br />
Verfügung stehen, geht an der Situation<br />
vorbei: Die potenziellen Organempfänger<br />
sterben nicht an der<br />
Spendeunlust anderer, sondern an<br />
schwersten, mit dem Leben nicht zu<br />
vereinbarenden Krankheiten.<br />
Bernd Himstedt-Kämpfer,<br />
per E-Mail<br />
Wenn es ernst wird, will jeder ein Ersatzorgan.<br />
Mit der bisherigen Zustimmungslösung<br />
sterben in<br />
Deutschland jedes Jahr unnötig Tausende<br />
Menschen. Wenn es dabei<br />
bleibt, sollte man in Zukunft Organe<br />
nur noch an Menschen weitergeben,<br />
die nachweislich selbst einen Organspenderausweis<br />
haben.<br />
Karin Hoff, per E-Mail<br />
Ich frage mich: In welchem Land<br />
lebe ich eigentlich? Deutschland ist<br />
die unrühmliche Ausnahme in Europa,<br />
wo in fast allen LänderndieWiderspruchslösung<br />
gilt –und damit<br />
die Organspenden weitaus höher<br />
sind als in Deutschland. Hier steht<br />
das angebliche Selbstbestimmungsrecht<br />
über dem Leiden vieler<br />
schwerstkranker Menschen. Eine fadenscheinige<br />
Begründung – diese<br />
Selbstbestimmung würde durch die<br />
Widerspruchslösung ja nicht außer<br />
Kraft gesetzt. Es erschließt sich mir<br />
nicht, warum völlig intakte Organe,<br />
die viel Leid lindern und Leben retten<br />
könnten, mit dem Verstorbenen<br />
zusammen begraben bzw.verbrannt<br />
werden sollten. Ich weiß, wovon ich<br />
rede. Mein Sohn ist im Alter von 14<br />
Jahren verstorben. Ich habe keine<br />
Sekunde gezögert, seine Organe zu<br />
spenden. Sie hätten ihm nicht mehr<br />
helfen können, aber andere Menschen<br />
konnten dadurch leben. Ich<br />
habe seit Jahren einen Organspender-Ausweis.<br />
Helen Noack, per E-Mail<br />
Alsstellvertretender Referatsleiter in<br />
der <strong>Berliner</strong> Gesundheitsverwaltung<br />
war ich bis Ende 2000 für die Umsetzung<br />
und Einhaltung des Transplantationsgesetzes<br />
in den <strong>Berliner</strong> Krankenhäusern<br />
zuständig. Bereits zu<br />
meiner Zeit lag das Problem an der<br />
Bereitschaft des Personals bzw. der<br />
Transplantationsbeauftragten in<br />
den Kliniken, beim Erkennen eines<br />
potenziellen Organspenders das in<br />
jedem Fall erforderliche Gespräch<br />
mit den Angehörigen zu führen!<br />
Hans-Dieter Keicher,Großbeeren<br />
Das Grundgesetz regelt, dass die<br />
Würde unantastbar ist. Es gilt für alle<br />
Menschen unseres Landes. Jeder<br />
kann sich darauf berufen. DieKörper<br />
und die Organe der Menschen unterliegen<br />
ebenso dieser unantastbaren<br />
Würde. Offensichtlich hat die<br />
fortschreitende Privatisierung unseres<br />
Gesundheits- bzw. Krankheitssystems<br />
die Hemmschwelle der Moralgesenkt.<br />
Diese Entwicklung widerspricht<br />
den menschlichen Ansprüchen unserer<br />
Gesellschaft. Der Mensch darf<br />
niemals zur Kapitalvermehrung eines<br />
auf Maximalgewinn ausgerichteten<br />
Investmentswerden.<br />
Siegmar Unger,Hollstadt<br />
Ich bin entsetzt, 75 Jahre nach dem<br />
Ende der Nazidiktatur und 30 Jahre<br />
nach dem Untergang der DDR wieder<br />
einen solchen Übergriff auf das<br />
Selbstbestimmungsrecht und die<br />
Würde des Einzelnen in Form einer<br />
solchen Forderung zu lesen.<br />
Winfried Jaeckel, per E-Mail<br />
Susanne Dübber<br />
will wissen, was Sie denken.<br />
Abendzeit ist Lesezeit bei Familie<br />
Oestreich in Zeuthen. Dann<br />
schmökern die Eltern mit Isabella<br />
und Frederick fröhlich in der <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Zeitung</strong>. „So sieht es bei uns fast<br />
jeden Abend aus“, schreibt Jens Oestreich<br />
zu dem Foto unten.<br />
Nach dem Abendbrot, wenn<br />
Stulle,Käse und Wurst verputzt sind,<br />
legt Katrin Oestreich die <strong>Zeitung</strong> auf<br />
den Küchentisch. Die Kinder rutschen<br />
mit ran, aufmerksam studieren<br />
Kleine und Große zusammen<br />
alle Seiten. Katrin Oestreich: „Das ist<br />
für uns ein wichtiger Tagesabschnitt.“<br />
Über die Vorlieben der Kinder<br />
amüsiert sie sich ein bisschen,<br />
denn schließlich erzieht sie ihreKinder<br />
gleich und will sie nicht in Geschlechterrollen<br />
drängen. „Ganz erstaunlich<br />
finde ich, dass der erst<br />
dreijährige Frederick nur nach Fotos<br />
von Autos, Feuerwehr, Polizei und<br />
Baustellen schaut, während sich die<br />
Erstklässlerin Isabella für ganze<br />
Mutter Katrin Oestreich liest mit Isabella<br />
und Frederick die <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>. PRIVAT<br />
Texte interessiert und jetzt natürlich<br />
anfängt, zu buchstabieren.“<br />
Die Mutter ist Lehrerin an einem<br />
Gymnasium in Treptow-Köpenick.<br />
Auch dortvertritt sie die Auffassung:<br />
„<strong>Zeitung</strong> lesen gehört zum Leben!“<br />
Die Schule nimmt am Projekt<br />
„Spreewild“ der <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> teil.<br />
In ihrem Leistungskurs Geografie<br />
verpflichtete Katrin Oestreich alle<br />
Schülerinnen und Schüler zur <strong>Zeitung</strong>slektüre.<br />
„Anfangs war es<br />
schwierig, doch die Lesekompetenz<br />
wuchs mit der Zeit. Heute greifen<br />
alle interessiert nach dem Blatt, vertiefen<br />
sich gerne.“ ObWachstumsländer,<br />
öffentliche<br />
Raumplanung im Falle<br />
Tesla/Grünheide, Plastikverschiffung<br />
nach Malaysia –<br />
dass das alles mit ihrem Leben<br />
direkt zu tun hat, verstehen<br />
sie inzwischen. „Man<br />
lernt Hintergründe kennen<br />
vondem, was auf der Welt los<br />
ist, fühlt sich selbst kompetent.<br />
Alle erleben <strong>Zeitung</strong>lesen<br />
als Gewinn.“<br />
BLZ/REEG<br />
Biowetter:<br />
Bluthochdruck<br />
Kopfschmerzen<br />
Schlafstörungen<br />
Rheumaschmerzen<br />
Atemwegsbeschwerden<br />
Pollenflug:<br />
Hasel<br />
Erle<br />
Pappel<br />
Weide<br />
BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER<br />
Heute liegen die Temperaturen bei maximal 11bis 13 Grad. Dazu wechseln<br />
sich viele Wolken, etwas Sonne und schauerartiger Regen ab. Der<br />
Wind weht schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen. In der<br />
Nacht bestimmen mehr oder weniger dichte Schauerwolken den Himmel.<br />
Dabei machen die Tiefsttemperaturen bei 7bis 4Grad halt.<br />
Belastung<br />
mäßig<br />
mäßig<br />
mäßig<br />
mäßig<br />
mäßig<br />
keine<br />
keine<br />
keine<br />
keine<br />
Gefühlte Temperatur: maximal 12Grad.<br />
Wind: schwach aus Südwest.<br />
Wittenberge<br />
9°/13°<br />
Min./Max.<br />
des 24h-Tages<br />
Brandenburg BERLIN<br />
8°/13° 8°/12°<br />
Luckenwalde<br />
8°/11°<br />
Cottbus<br />
9°/13°<br />
Sonntag<br />
Montag<br />
Dienstag<br />
Regen Regen bedeckt<br />
6°/8° 6°/10° 2°/6°<br />
Prenzlau<br />
8°/13°<br />
Frankfurt<br />
(Oder)<br />
7°/11°<br />
Sehr milde Luft dominiert bei uns die Temperaturen. Ein Regenband reicht von<br />
Skandinavien bis zur Biskaya und überquert Mitteleuropa. Die Regenwolken<br />
haben für kurze Zeit mit starken bis stürmischen Böen etwas kühlere Meeresluft<br />
im Schlepptau. Frühlingshaft präsentiert sich die Iberische Halbinsel.<br />
Sylt<br />
6°/11°<br />
Hannover<br />
8°/13°<br />
Köln<br />
9°/11°<br />
Saarbrücken<br />
9°/12°<br />
Konstanz<br />
7°/12°<br />
Hamburg<br />
7°/11°<br />
Erfurt<br />
8°/11°<br />
Frankfurt/Main<br />
10°/12°<br />
Stuttgart<br />
8°/14°<br />
Rostock<br />
7°/13°<br />
Magdeburg<br />
8°/12°<br />
Nürnberg<br />
8°/13°<br />
München<br />
6°/15°<br />
Rügen<br />
7°/12°<br />
Dresden<br />
9°/15°<br />
Deutschland: Heute fällt teilweise<br />
Regen aus dichten Wolken. Die<br />
Höchstwerte betragen 11 bis<br />
15 Grad, die Tiefsttemperaturen<br />
10 bis 4Grad. Der Wind weht mitunter<br />
in Böen stürmisch aus Südwest.<br />
Morgen gibt es kaum Sonne, dafür<br />
viele Wolken und stellenweise<br />
Regen, und esstehen 7bis 14 Grad<br />
in Aussicht. Der Wind weht teilweise<br />
in Böen stürmisch aus Südwest.<br />
Schneehöhen:<br />
Thüringer Wald bis 40 cm<br />
Harz bis 40 cm<br />
Erzgebirge bis 30 cm<br />
Bayerische Alpen bis 220 cm<br />
Mondphasen: 02.02. 09.02. 15.02. 23.02.<br />
Sonnenaufgang: 07:49 Uhr Sonnenuntergang: 16:51 Uhr Mondaufgang: 10:52 Uhr Monduntergang: --:-- Uhr<br />
Lissabon<br />
18°<br />
Las Palmas<br />
23°<br />
Madrid<br />
18°<br />
Reykjavik<br />
-2°<br />
Dublin<br />
10°<br />
London<br />
12°<br />
Paris<br />
14°<br />
Bordeaux<br />
17°<br />
Palma<br />
19°<br />
Algier<br />
21°<br />
Nizza<br />
18°<br />
Trondheim<br />
4°<br />
Oslo<br />
7°<br />
Stockholm<br />
8°<br />
Kopenhagen<br />
10°<br />
Berlin<br />
12°<br />
Mailand<br />
10°<br />
Tunis<br />
18°<br />
Rom<br />
13°<br />
Warschau<br />
11°<br />
Wien<br />
15° Budapest<br />
13°<br />
Palermo<br />
19°<br />
Kiruna<br />
-13°<br />
Oulu<br />
-6°<br />
Dubrovnik<br />
16°<br />
Athen<br />
17°<br />
St. Petersburg<br />
1°<br />
Wilna<br />
7°<br />
Kiew<br />
5°<br />
Odessa<br />
9°<br />
Varna<br />
13°<br />
Istanbul<br />
11°<br />
Iraklio<br />
17°<br />
Archangelsk<br />
-28°<br />
Moskau<br />
1°<br />
Ankara<br />
4°<br />
Antalya<br />
19°<br />
Acapulco 33° bewölkt<br />
Bali 22° Gewitter<br />
Bangkok 33° heiter<br />
Barbados 27° heiter<br />
Buenos Aires 31° heiter<br />
Casablanca 22° heiter<br />
Chicago 3° bedeckt<br />
Dakar 30° sonnig<br />
Dubai 22° sonnig<br />
Hongkong 18° wolkig<br />
Jerusalem 7° bewölkt<br />
Johannesburg 35° heiter<br />
Kairo 18° sonnig<br />
Kapstadt 24° wolkig<br />
Los Angeles 25° sonnig<br />
Manila 29° wolkig<br />
Miami 26° Schauer<br />
Nairobi 23° Schauer<br />
Neu Delhi 20° sonnig<br />
New York 8° bedeckt<br />
Peking 5° wolkig<br />
Perth 29° sonnig<br />
Phuket 33° wolkig<br />
Rio de Janeiro 36° Gewitter<br />
San Francisco 16° wolkig<br />
Santo Domingo 28° heiter<br />
Seychellen 29° Schauer<br />
Singapur 34° Gewitter<br />
Sydney 39° sonnig<br />
Tokio 12° wolkig<br />
Toronto 2° wolkig
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 17<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin<br />
AM WOCHENENDE<br />
Kühle Schönheiten: Die Kamelien<br />
blühen im Botanischen Garten<br />
Schönes Wochenende Seite 19<br />
Kopf statt Hand: Das andere Training<br />
an der Tischtennisplatte<br />
Berlin bewegt sich Seite 20<br />
Fleischlose<br />
Burger<br />
Gefühlt müsste der<br />
Fleischkonsum schon<br />
länger abnehmen. Jahr<br />
für Jahr wächst die Zahl<br />
der Vegetarier und Veganer. Angeblich<br />
um 200 000, allein im letzten<br />
Jahr in Deutschland. Interessant ist<br />
jedoch, dass der Fleischkonsum seit<br />
gut zwanzig Jahren mehr oder weniger<br />
unverändert bleibt: 60 Kilogramm<br />
pro Kopf und Jahr. Zuletzt<br />
kletterte der Wert sogar wieder auf<br />
60,15 Kilogramm. Das wären pro<br />
Woche 1200 Gramm. Also gut zehn<br />
Mettbrötchen.<br />
Das ist –Tier- und Klimaschutz<br />
hin oder her –schlicht nicht gesund.<br />
Darum ist mein Vorsatz<br />
seit Jahresbeginn,<br />
tagsüber kein<br />
Fleisch zu essen.<br />
Diese Woche war ich<br />
im Lia’s Kitchen, einem<br />
veganen Imbiss<br />
mit rein pflanzlichen<br />
Burgern, an<br />
dem ich fast täglich<br />
vorbeikomme.<br />
Eigentlich gehöre<br />
ich nicht zur Zielgruppe<br />
dieses Ladens.<br />
Weder halte<br />
ich rein vegane Küche für besonders<br />
lebenswert, noch bin ich Burgerfan.<br />
Undfleischlose Gerichte findet man<br />
inzwischen auf allen guten Speisekarten.<br />
Doch meine Neugier siegte,<br />
weil dieser kleine Laden immer voll<br />
ist, und Gäste sogar Schlange stehen.<br />
Die erste Überraschung: Hinter<br />
dem Namen Lia verbirgt sich keine<br />
gepiercte vegane Köchin mit Tattoos,<br />
sonderndie Initialen vondreiFreunden.<br />
Sie heißen Lior, Itai und Alon<br />
und kommen aus TelAviv. Zusammen<br />
haben sie den Imbiss eröffnet,<br />
weil sie veganes Fast Food wollten,<br />
das bezahlbar und gesund ist und<br />
satt macht. In Berlin gab es ihrer<br />
Meinung nach zwar eine vegane<br />
Avantgarde und einige schicke Restaurants,<br />
doch keine vegane Alltagsküche<br />
wie in ihrer Heimatstadt.<br />
Die Einrichtung ist karg, aber<br />
funktional und die Speisekarte erfreulich<br />
übersichtlich. Es gibt fünf<br />
verschiedene Burger, dazu Süß- und<br />
normale Kartoffel-Pommes oder Coleslaw<br />
als mögliche Beilagen sowie<br />
zwei große Salatvariationen in<br />
Bowls.<br />
Die Burger-Patties sind interessant.<br />
Lia’s Kitchen setzt nicht auf<br />
Fleischersatzprodukte wie Beyond<br />
Meat, in dem pflanzliche Stoffe mit<br />
vielen Gewürzen und Aromen möglichst<br />
fleischähnlich gepresst werden.<br />
Der Laden geht selbstbewusst<br />
an die Sache ran, was mir gefällt: Der<br />
Smokey BBQ Mushroom Burger hat<br />
eine Frikadelle,die aus einem Portobello<br />
Champignon besteht. DerChili<br />
Bean Burger ist mit schwarzen Bohnen<br />
gemacht, ferner gibt es einen<br />
Quinoa Linsen-Burger und einen<br />
Chicken Cheeseburger aus Seitanstreifen<br />
mit veganem Mandelfeta.<br />
Ich nehme den Oyster Shiitake<br />
Mushroom Burger,weil man mit Pilzen<br />
meiner Meinung nach am besten<br />
das Umami hinbekommt, das für<br />
Fleisch so typisch ist. Der Burger ist<br />
riesig, ebenso die Portion handgeschnitzter<br />
Pommes,auf deren Schale<br />
grobes Meersalz ist und die ganz hervorragend<br />
schmecken. Wasden veganen<br />
Burger angeht, taste ich mich<br />
langsam heran: Das süßliche Hefe-<br />
Brötchen ist wie bei vielen Burgerläden<br />
vonder Bäckerei<br />
Bekarei eingekauft,<br />
die gute Qualität liefert.<br />
Tomaten- und<br />
Salatbelag scheinen<br />
mir aber geschmacklos<br />
und<br />
eher unachtsam<br />
ausgesucht. Gut gefallen<br />
mir die haus-<br />
AUFGETISCHT<br />
Tina Hüttl<br />
war im Lia’sKitchen.<br />
gemachten Soßen.<br />
Die vegane Mayo<br />
schmeckt problemlos<br />
auch ohne Ei,<br />
und die Senfsoße hat<br />
eine gute süßliche Schärfe. Doch<br />
nun zum Patty aus schwarzen Bohnen,<br />
Austern- und Shiitake Pilzen: Es<br />
hält nicht, was es optisch verspricht.<br />
Brataromen und Knusprigkeit fehlen<br />
völlig, es schmeckt zwar würzig, aber<br />
auch mehlig und ist zu kalt.<br />
Ich sehe ein, dass man einen veganen<br />
Burger am besten gar nicht<br />
erst mit dem Fleisch-Original vergleichen,<br />
sondern als etwas Eigenständiges<br />
sehen sollte. Doch dann<br />
esse ich lieber den Quinoasalat, den<br />
ein Freund von mir gewählt hat. Er<br />
schmeckt nussig, beerig und frisch.<br />
Und keine Angst, ich bin, was<br />
meine Vorsätze angeht, völlig normal.<br />
Sprichtmich ein Mittagsgericht<br />
mit Fleisch an, Sie erfahren als Erste<br />
davon. So erklären sich wohl auch<br />
die 60 Kilo.<br />
Lia’sKitchen,Kollwitzstraße 47,10405 Berlin.<br />
Täglich von12–21 Uhr<br />
Burger kosten6,90–8,90, Beilagen 3–4 und<br />
Bowls 7,90-8,90 Euro.<br />
Schwedter Str.<br />
Lia’s Kitchen<br />
Schönhauser Allee<br />
Kollwitzstr.<br />
Kollwitzplatz<br />
Senefelderplatz<br />
PRENZLAUER BERG<br />
Prenzlauer Allee<br />
BLZ/GALANTY<br />
Burgerläden gibt es in Berlin zuhauf,<br />
inzwischen auch vegetarische und vegane.<br />
Drei Israelis bringen nun mit Lia’sKitchen<br />
pflanzliche Patties nach Prenzlauer Berg<br />
Familienausflug<br />
Träumende<br />
Tiere<br />
VonBarbaraWeitzel<br />
Der Januar ist vorüber und noch<br />
immer stehen die Schlitten ungenutzt<br />
im Keller. Von Rodelpartien<br />
und Schneeballschlachten müssen<br />
die Kinder weiter träumen. Wie anders<br />
in Astrid Lindgrens Geschichte<br />
von Tomte Tummetott. Das ganze<br />
Buch liegt quasi unter einer Schneedecke.<br />
Hier träumen alle vom Sommer:<br />
die Schafe von Gras und Klee.<br />
DasPferdvom Traben über dieWiese.<br />
Undauch die Hühner wollen nur eines:<br />
Endlich wieder raus aus dem<br />
Träumt vom Sommer und freut sich auf die kleinen Gäste: Tomte Tummetott . SCHLOSSPLATZTHEATER<br />
Stall. Tomte Tummetott, der winzige<br />
steinalte Mann mit dem schneeweißen<br />
Bart und der roten Mütze, flüstert<br />
allen Wichtelworte ins Ohr: „Viele<br />
Winter und Sommer sah ich kommen<br />
und gehen, Geduld, Geduld ...“<br />
Er geht auch zu den schlafenden<br />
Kindern, doch bei ihnen bleibt er<br />
ganz still. Er möchte sie schließlich<br />
nicht wecken. Aber er weiß: „Alle<br />
Kinder wünschen sich, mich einmal<br />
zu sehen. Doch nachts, wenn ich<br />
komme, schlafen sie fest. Immer<br />
werden sie träumen von mir, doch<br />
wenn sie erwachen, bin ich schon<br />
fort.“ Die<strong>Berliner</strong> Kinder jedoch haben<br />
das Glück, den kleinen Mann zu<br />
erleben, nämlich im Schlossplatztheater.<br />
Dort ist das HOR Künstlerkollektiv<br />
mit dem Stück zu Gast –<br />
und bringt so den schönsten Lindgren-Winter<br />
in die Stadt.<br />
Tomte Tummetott Schlossplatztheater Alt-<br />
Köpenick 31.Saund So 16 Uhr,Eintritt<br />
10–17,50, erm. 6–13,10Euro. Ab 3Jahren
18 * <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Schönes Wochenende<br />
Lola &Farrati<br />
FUNDSTÜCKE<br />
von OlgaBobileva<br />
Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?<br />
Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de<br />
GARTENTRÄUME BERLIN/DANIELA INCORONATO<br />
OLGA BOBILEVA<br />
VonLola Knoblach<br />
Kettenöl und<br />
Rock ’n’ Roll<br />
Seit ein paar Tagen stimmt irgendetwas nicht. Farrati und<br />
ich haben eigentlich immer die gleiche Morgenroutine:<br />
Wenn mein Wecker klingelt, ist es noch dunkel, und nachdem<br />
ich ein kleines bisschen mit aller Kraft gegen den Weckton angeschlummerthabe,sehe<br />
ich ein, dass es nichts hilft und<br />
schlurfe schließlich schlaftrunken in Richtung Küche.<br />
DerFlur ist ohnehin nicht sonderlich geräumig und weil<br />
Farrati ausgerechnet hier schläft, steht es imWeg. Hier rempele<br />
ich es –stets aus Versehen –an, wovonwir dann beide ein kleines<br />
bisschen wacher werden. Während ich mir einen Kaffee<br />
mache und in der Küche herumklimpere, erreicht Farrati seine<br />
Betriebstemperatur,und es dauertnicht lang, bis das Geplapper<br />
losgeht. „Mach mich mal ab“, sagt es dann und deutet an<br />
sich herunter auf sein Schloss,ohne das es partout nicht einschlafen<br />
kann.<br />
Doch neuerdings ist Farrati träge und still am Morgen. Auf<br />
mein Gerempel grummelt es nur kurzund sagt dann nichts<br />
mehr.Eshat es nicht eilig, das Schloss loszuwerden und lässt<br />
missmutig die Kette hängen. Selbst, wenn wir unterwegs sind,<br />
ist Farrati ungewöhnlich langsam: Vorlauter Lethargie kommen<br />
wir kaum in einer Grünphase über die Kreuzung. Wirhaben<br />
auch mehrereTrekking-Rad-Fahrer mit Warnwesten nicht<br />
überholt.<br />
Ichmache mir echt Sorgen. „Bist du krank oder so? Tutdir<br />
was weh?“, frage ich, als wir an einer Ampel stehen. Es ist grau,<br />
der Himmel könnte aus dem gleichen Asphalt gemacht sein<br />
wie die Straße.Wenn ich nicht wüsste,wie spät es ist, würde ich<br />
denken, es dämmertund obwohl es nicht wirklich regnet,<br />
glänzt die Straße feucht. Farrati seufzt und starrtins Leere.<br />
„Hey,ich rede mit dir!“, sage ich und rüttele sanft am Lenker.<br />
Farrati dreht langsam das Vorderrad zur Seite: „Ach, ich weiß<br />
auch nicht …alles fühlt sich so schwer und sinnlos an.“<br />
Mirwar ja nicht klar,dass das bei Fahrrädernauch geht,<br />
aber die Diagnose liegt auf der Hand: „Duhast eine <strong>Berliner</strong>-<br />
Winter-Depression!“ –„Eine was?“<br />
„Das kriegen ganz viele! Diehalbe Stadt hat es! Eine<br />
bleierne Traurigkeit, die sich einschleicht, wenn die Lichterketten<br />
plötzlich fehlen. Wenn es nie richtig hell wirdund einem<br />
klar wird, was jetzt voreinem liegt: Februar –Februar ist<br />
die hässliche kleine Schwester vonNovember –November ist<br />
schon ätzend, aber Februar ist noch schlimmer!“<br />
Farrati guckt mich an:„Und was macht man dagegen?“ Ich<br />
zwinkere. „Na, Wellness! Wirlassen es uns gut gehen. WirhörenJudas<br />
Priest in Dauerschleife,und ich hole das Kettenpflegeset<br />
aus dem Keller.Wir gucken Urlaubsfotos an und gehen<br />
nicht vordie Tür.Na, wie klingt das?“ EinLächeln lässt<br />
sich erahnen. „Aber nur dieses eine Lied“ –„Klar! Nur,Breaking<br />
the Law‘.“<br />
Geschichten von Lola&Farrati gibt es auch bei 100,6FluxFM.<br />
Messe<br />
Die neuesten Trends für<br />
Beet und Balkon<br />
Die Tristesse des Winters drückt auf die Stimmung. Umso<br />
mehr sehnen wir den Frühling herbei, der noch Wochen<br />
auf sich warten lassen wird. Doch zumindest für ein paar Stunden<br />
kann man sich auf der Messe Gartenträume Berlin an sattem<br />
Grün, Modellgärten und bunten Blumen erfreuen. Mehr<br />
als 100 Aussteller präsentieren bei dem Event in der Station-<br />
Berlin die Gartentrends von2020: Ob neueste Entwicklungen,<br />
Outdoor-Technik, Gartenmöbel, besonderePflanzen und Blumenzwiebeln<br />
oder ausgefallene Gestaltungsideen –zusehen<br />
gibt es einiges.Und natürlich stehen die grünen Experten wie<br />
Garten- und Landschaftsbauer Ihnen Rede und Antwort und<br />
verraten zum Beispiel, wie nachhaltiges Gärtnernfunktioniert<br />
und wie SieIhrepersönlichen Gartenträume auf Terrasse oder<br />
Balkon verwirklichen können. Zusätzlich gibt es ein Bühnenprogramm<br />
mit Vorträgen und Workshops.<br />
GartenträumeBerlin Station-Berlin am Gleisdreieck, Luckenwalder Straße 4–6,<br />
Kreuzberg.Saund So 10–18 Uhr,Tickets ab 9Euro<br />
Eisbaden<br />
Wasserspaß für<br />
Hartgesottene<br />
Gerade in Zeiten von Erkältungen, Grippen und unberechenbaren<br />
Viren ist es wichtig, den Körper nicht nur mit<br />
vielen Vitaminen zu versorgen und Sport zutreiben, sondern<br />
etwas für die Stärkung des Immunsystems zu tun. Eine Möglichkeit<br />
ist das Eisbaden. Zugegeben, sich in eiskalte Fluten zu<br />
stürzen, kostet eine Menge Überwindung. Allerdings nehmen<br />
Mediziner an, dass Eisbaden tatsächlich das Immunsystem<br />
stärken kann und der Körper somit weniger anfällig für Infektionen<br />
ist. Weresmal ausprobieren möchte, ist bei den Ice<br />
Dippers Berlin herzlich willkommen. Sie treffen sich jeden<br />
Sonnabend um 10 UhramOstufer des Plötzensees.ZuBeginn<br />
und zur Einführung für Neulinge gibt es spezielle Atemübungen,<br />
um besser mit der Kälte des Wassers zurechtzukommen.<br />
Nach dem frostigen Bad gibt es Ingwertee und ein geselliges<br />
Beisammensein.<br />
Icedipping Plötzensee,Ostufer,Wedding,Sa10Uhr<br />
IMAGO/WESTEND61<br />
Shop<br />
Stempel-Paradies<br />
auf 270 Quadratmetern<br />
Wissen Sie noch, wie gerne Sie inKindheitstagen zu Stempeln<br />
griffen und welche Freude das Bestempeln von Papier<br />
oder Karten mit sich brachte? In Erinnerungen schwelgen<br />
und dabei viele tolle neue Möglichkeiten des Stempelns entdecken<br />
können Besucher in der StempelBar. Der älteste Motivstempel-<br />
und Scrapbooking-Laden im Zentrum Berlins bietet<br />
auf 270 QuadratmeternTausende Gummistempel, Clearstamps<br />
und Foamstempel, die in den Regalen schlummernund auf ihrenkreativen<br />
Einsatz warten. DieMotivereichen vonSprüchen,<br />
Glückwünschen, Tieren, Landschaften, Pflanzen bis Street Art<br />
undvielemmehr.ImAngebot ist zudem weiteres Zubehör wie<br />
Stempelkissen, Stanzschablonen, Embellishment wie Bändchen,<br />
Sticker oder Glitter sowie Papier und verschiedenste Stifte.<br />
Übrigens: An Sonnabenden finden im Geschäft regelmäßig<br />
Workshops statt, bei denen das Stempelschnitzen erlernt oder<br />
Karten gestaltet werden können.<br />
StempelBar WeimarerStraße 17,Charlottenburg.Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 10–14 Uhr<br />
Essen<br />
Eine kulinarische Reise<br />
nach Äthiopien<br />
Mit Messer und Gabel. So esse ich für gewöhnlich. Aber<br />
nicht beim letzten Restaurantbesuch. Im Bejte Ethiopia<br />
nämlich isst man –wie in Äthiopien üblich –mit der rechten<br />
Hand. Das Restaurant, 2000 eröffnet, bietet seinen Gästen in<br />
familiärem Ambiente die traditionellen Gerichte Äthiopiens.<br />
Auf der Karte findet man Vorspeisen wie Linsensuppe, als<br />
Hauptspeise werden Gerichte mit klangvollen Namen wie Yeberezilzl<br />
tibs –gebratenes Rindfleisch in Streifen geschnitten,<br />
mit Cayennepfefferpaste oder Currysoße, oder Ye-beg alcha<br />
wet –gekochtes Lammfleisch in milder äthiopischer Currysoße<br />
und Käse,serviert. Zu allen Gerichten wirddie Injera, ein<br />
säuerlicher Brotfladen, gereicht, mit der man Fleisch und Soße<br />
auftunkt. Eine weitere Besonderheit des Bejte Ethiopia: Allabendlich<br />
wird eine Kaffeezeremonie abgehalten, bei der der<br />
Kaffee frisch geröstet und zubereitet wird.<br />
Bejte Ethiopia Zietenstraße 8, Schöneberg.Mo–Fr 16–0 Uhr, Sa–So 14–2Uhr<br />
IMAGO/ACTION PICTURES<br />
WOHIN AM WOCHENENDE<br />
Die<br />
Leichtigkeit<br />
des Einkaufs<br />
Einst dienten die Markthallen<br />
der Stadt zur Notversorgung,<br />
heute sind sie Orte der<br />
Entschleunigung<br />
VonIda Luise Krenzlin<br />
Diese Markthalle wurde 2003 weit<br />
über die Grenzen Kreuzbergs<br />
hinaus bekannt – durch den Kult-<br />
Film „Herr Lehmann“. Zwar spielte<br />
gar keine Szene in der damals heruntergekommenen<br />
Halle, doch im<br />
Weltrestaurant Markthalle brummte<br />
das Kneipenleben. An den blanken<br />
Holztischen aß Herr Lehmann seinen<br />
Braten und verliebte sich in die<br />
schöne Köchin Katrin. DieLiebe ging<br />
zwar in die Brüche, aber die Markthalle<br />
Neun wurde zur Institution.<br />
Dievielen Stände ziehen auch internationales<br />
Publikum an. Buletten<br />
heißen hier „Berlin Beef Balls“, die es<br />
auch in den Geschmacksrichtungen<br />
Thailändisch und Mexikanisch gibt.<br />
Die Tofu-Tussis verkaufen ihren angesagten<br />
Bohnenquark, ein Händler<br />
aus der Uckermark Regionales, in<br />
der Kantine gibt es einen preiswerten<br />
Mittagstisch und am BBQ-Bistro<br />
wartet eine lange Schlange auf die<br />
begehrten Pulled-Pork-Sandwichs.<br />
Die Markthalle Neun in Kreuzberg wurde 1891 eröffnet. IMAGO IMAGES (3)<br />
Diese „überdachten Verkaufseinrichtungen“<br />
wurden einst wegen der<br />
katastrophalen Versorgungslage in<br />
Berlin gebaut. 1881 beschloss der<br />
Magistrat unter Beteiligung des Arztes<br />
Rudolf Virchow ein Markthallenkonzept.<br />
14 Hallen sollten die <strong>Berliner</strong><br />
versorgen. Die Markthalle Neun<br />
eröffnete 1891, die Marheineke-<br />
Markthalle 1892, die Ackerhalle in<br />
Mitte 1888, die Arminiushalle in Moabit<br />
1891. Sie alle sind erhalten geblieben<br />
und lohnen einen Besuch.<br />
In der Halle am Marheinekeplatz<br />
herrscht in den frühen Morgenstunden<br />
noch verschlafene Ruhe. Peu à<br />
peu schließen Händler ihre Stände<br />
auf, Ketten rasseln, Rollläden scheppern.<br />
Beim Bretonen gibt es schon<br />
einen Milchkaffee und gute Croissants.Auchdie<br />
Händler stärken sich<br />
hier schweigsam vor dem langen<br />
Markttag. Man kennt sich. Andere<br />
Gäste palavern, lesen <strong>Zeitung</strong> oder<br />
sind auf dem Sprung zur Arbeit.<br />
Nirgendwo sonst kann man so<br />
gut Menschen beobachten. Markthallen<br />
sind eine Art sozialer Kitt des<br />
Viertels, zudem vermitteln sie ein<br />
mediterranes Lebensgefühl. Alles<br />
geht schnell und trotzdem gibt es<br />
Leute, die Zeit haben. Wo trifft man<br />
sonst noch Tagediebe?<br />
Und wosonst hat man in einem<br />
schönen, lichtdurchfluteten Raum<br />
alles beieinander: den Metzger, die<br />
Käsetheke, Bäcker, italienische Spezialitäten,<br />
Pasta. Der Mittagstisch<br />
wird in den Markthallen geradezu<br />
gefeiert, und es herrscht die Qual der<br />
Wahl. Mit dem Fortschreiten der<br />
Uhrzeit wächst der Lärmpegel. Wein<br />
wirdausgeschenkt.<br />
Es ist schon eine andere Sache,<br />
seine Einkäufe in einer Markthalle zu<br />
erledigen und nicht in einem Supermarkt.<br />
Eine Markthalle ist wunderbar.<br />
Das Lebensgefühl wird sofort<br />
leicht – Entschleunigung und<br />
Klatsch aus dem Kiez inklusive.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 19<br />
·························································································································································································································································································<br />
Schönes Wochenende<br />
STADT, LAND, MENSCH<br />
Die<br />
pralle<br />
Pracht<br />
KOCHSTUNDE<br />
Rezept der Woche<br />
Spanischer Mandelkuchen<br />
Im Botanischen Garten in<br />
Dahlem wächst zurzeit ein<br />
Winter-Wunder heran,<br />
leuchtend bunte<br />
Kamelienblüten sind<br />
Stimmungsaufheller in der<br />
grauen Jahreszeit<br />
VonSusanne Dübber<br />
Leise klappert der Herr der<br />
Pflanzen mit seiner Gartenschere.<br />
Joseph Wyrwis kontrolliert<br />
gewissenhaft die<br />
Kamelien im Botanischen Garten<br />
Dahlem. Jetzt mitten im grauenWinter<br />
leuchten im Gewächshaus Nam<br />
großen Tropenhaus die ersten Blüten,<br />
einfarbig, gepunktet, gestreift, in<br />
Schattierungen von Rosa, Weiß, Rot<br />
und Lachsfarben. In den kommenden<br />
Wochen entfalten sich hier die<br />
Knospen von 70 verschiedene Kamelien.<br />
Die pralle verschwenderische<br />
Pracht währtbis Mai.<br />
DieBesucher raunen „Schau mal,<br />
wie schön“ oder juchzen kurz entzückt<br />
ein und auch mehrere„Oh!“. In<br />
der Saison schieben staunende Zuschauer<br />
dicht an dicht auf den beiden<br />
Gängen an den Seiten des kleinen<br />
Waldes vorbei. Der besteht aus<br />
30 fest angepflanzten bis zu zwei Metern<br />
hohen Kameliensträuchern.<br />
Dazu wechseln noch knapp 40 Kübel<br />
besuchsweise ein. Immer wenn sie<br />
sich hinter den Kulissen in Anwachshäusern<br />
aufgehübscht haben, holt<br />
sie Joseph Wyrwis in den großen<br />
Showroom vors Publikum.<br />
Dass die Pflanzen aus Ostasien<br />
wie dem südlichen China und Japan<br />
hier im kalten Europa pünktlich im<br />
Februar ihreschönsten Kleider anlegen,<br />
dafür sorgt der erfahrene Gärtner<br />
seit bald dreißig Jahren liebevoll.<br />
Ab Dezember regelt er behutsam die<br />
Heizung hoch. „Bei acht Grad fühlen<br />
sie sich pudelwohl und beginnen<br />
auszutreiben.“ Sehr viel höher aber<br />
darf die Temperatur nicht sein,<br />
warm mag sie es nicht, die kühle<br />
Schönheit. Wer wie Joseph Wyrwis<br />
weiß, was sie liebt, den belohnt die<br />
sensible Rose des Winters mit überreicher<br />
Formen- und Farbenvielfalt.<br />
Dann zieren wahre Blütenwolken,<br />
halb- und ganz gefüllt oder<br />
dachziegelartig aufgebaut, das eigentlich<br />
eher unscheinbare ernste<br />
Immergrün mit seinen ledrigen<br />
glänzenden dunklen Blättern. Fast<br />
Gärtner Joseph Wyrwis pflegt im Botanischen Garten Dahlem die Camellia japonica.<br />
schon von allem zu viel zeigt überschwänglich<br />
die säuglingskopf- bis<br />
tellergroße Blüte „Drama-Girl“<br />
(exakt der richtige Name ...) in<br />
Schock-Pink. Wie unscheinbar sittsam<br />
und bescheiden macht sich da<br />
die kleinste der Beautys, Camellia<br />
sinsenis, mit fingernagelgroßen<br />
weiß-rosa Blütchen. Schließlich<br />
muss sie nicht angeberisch mit Optik<br />
brüsten, hat sie doch viel mehr zu<br />
„Contessa Lavinia Maggi“ in Weiß mit pinkfarbenen Streifen<br />
bieten. Joseph Wyrwis: „Sie ist die<br />
Teepflanze, aus deren getrockneten<br />
Blätterndas Getränk gebraut wird.“<br />
Mit ihr sind alle Kamelien verwandt.<br />
Werhat diese Pracht nur erdacht?<br />
In Japan und China<br />
schmückte man sich bei Hofe mit<br />
ihr,sie ist heute noch Symbol für Eleganz<br />
und Harmonie. Die Briten entführten<br />
Camellia Anfang des<br />
18. Jahrhunderts aus Fernost. Sie<br />
MARKUS WÄCHTER<br />
MARKUS WÄCHTER<br />
war das perfekte Statussymbol der<br />
Reichen. Schließlich sind bei Frost<br />
geheizte Gewächshäuser, die richtige<br />
saureErdeund kalkfreies Regenwasser<br />
vonnöten, um die Pflanzegedeihen<br />
zu lassen. Daskostet!<br />
1753 taufte sie der schwedische<br />
Naturforscher Carl von Linné nach<br />
Georg Joseph Kamel. Der war ein<br />
mährischer Pater, Apotheker und<br />
Weltreisender. Mit seinem Namen<br />
eroberte Camellia den Adel und Herzen<br />
aller, die sie betrachten. Modeschöpferin<br />
Coco Chanel kürte die<br />
Kamelie im 20. Jahrhundert zum<br />
Markenzeichen ihres Imperiums,<br />
Alexandre Dumas schrieb den Weltbestseller<br />
„Kameliendame“.<br />
Joseph Wyrwis erklärtdas Winter-<br />
Wunder zärtlich: „Wenn es draußen<br />
noch grau und unangenehm ist,<br />
kann man mit ihr bereits den Frühling<br />
erleben. Sieist ein schöner Stimmungsaufheller.“<br />
Kamelienhaus im Botanischen Garten<br />
Dahlem Zwei Eingänge:Königin-Luise-Str. 6–8,<br />
14195 Berlin, oder unter den Eichen 5–10, 12203<br />
Berlin; 9bis 19 Uhr;6/3 Euro<br />
Wenn <strong>Zeitung</strong>en wie die New York Times oder The Independent<br />
das gleiche Kochbuch in ihre Best-of-Liste des<br />
Jahres 2019 aufnehmen, muss was dran sein. Meike Peters,<br />
Kölnerin und auf Englisch schreibende Foodbloggerin, gibt in<br />
„365. Jeden Tageinfach kochen und backen“ (Prestel, 30 Euro)<br />
eine handfeste, einladende Antwort auf die vor allem von<br />
Montag bis Freitag oft lästige Frage:Waskochen wir heute? 365<br />
Rezepte von überschaubarem Schwierigkeitsgrad, geordnet<br />
nach Monaten –mit Fleisch und ohne, süß und salzig, erklärt<br />
im zuvorkommenden Plauderton der Foodblogger, ohne den<br />
inzwischen kaum ein Kochbuch mehr auskommt. (pa.)<br />
Zutaten<br />
für 6–8 Personen<br />
350 ggemahlene Mandeln<br />
(oder Haselnüsse)<br />
2ELfrischer Blutorangenabrieb<br />
1ELgemahlener Zimt<br />
7Eier<br />
350 gZucker<br />
2ELfrisch gepresster Blutorangensaft<br />
Puderzucker<br />
Butter zum Einfetten<br />
Zubereitung<br />
Den Backofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.<br />
Eine 20-cm-Springform mit Butter einfetten. In einer großen<br />
Schüssel gemahlene Mandeln, Blutorangenabrieb und Zimt<br />
vermischen. In einer weiteren großen Schüssel mit dem Rührgerät<br />
(Quirlaufsatz) Eier und Zucker 1–2 Minuten luftig und<br />
cremig aufschlagen. DieMandel-Mischung und den Blutorangensaft<br />
behutsam unter die Eier-Mischung heben, bis der Teig<br />
glatt ist. DenTeig in die vorbereitete Form füllen und etwa 55<br />
Minuten im Ofen backen, bis der Kuchen goldbraun und fast<br />
fest ist. An einem Spieß, der mittig in den Kuchen gepikst wird,<br />
sollte kaum mehr etwas haften bleiben, aber die Kuchenmitte<br />
sollte noch schön saftig sein. Den Kuchen 10 Minuten in der<br />
Form abkühlen lassen, dann mit etwas Puderzucker bestreut<br />
servieren.<br />
PRESTEL<br />
Auch die Arminiushalle in Moabit<br />
ist solch ein wunderbarer Ort, der allerdings<br />
GENUSSORTE<br />
nicht ganz so bekannt ist<br />
wie die anderen.<br />
Bei schönem Wetter sind Märkte<br />
die Freiluft-Alternative. EinKlassiker<br />
Markthalle Neun,Eisenbahnstr.42/43,<br />
Wochenmarkt Sa 10–18 Uhr.<br />
ist der Schöneberger Winterfeldtmarkt.<br />
Regionale Lebensmittel treffen<br />
auf Feinkost. Obst und Gemüse,<br />
Käse undWurst,Wollsocken, Chiasamen,<br />
Gewürze aus Asien, Gurken<br />
MarheinekeMarkthalle, Marheinekeplatz<br />
15, Sa 8–18 Uhr.Auf dem Marheinekeplatz<br />
findet am Sonnabend und Sonntag einTrödelmarktstatt,<br />
jeweils bis 16 Uhr.<br />
aus dem Spreewald. Auch hier trifft<br />
man an den Markttagen die gleichen<br />
Händler. Esgibt Stände, Bistros, Imbissbuden.<br />
Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2–4,<br />
Sa 8–22 Uhr, Lebensmittel 10–18 Uhr.<br />
Auch am Kollwitzplatz und am Wochenmarkt am Winterfeldtplatz,<br />
Kreuzberger Südstern sind die Sa 8– 16 Uhr.<br />
Märkte am Sonnabend beliebte<br />
Treffpunkte. Manche Leute gehen<br />
mittags hin, um nur schnell einen<br />
Markt am Südstern, U-Bahnhof Südstern,<br />
Sonnabend 10 Uhr bis 16 Uhr.<br />
Sack Linda-Kartoffeln zu kaufen und<br />
kommt erst um 18 Uhr wieder nach<br />
Hause, weil sie Hinz und Kunz getroffen<br />
Markt am Kollwitzplatz, Knaack- und<br />
Wörtherstraße, Sa 9–16 Uhr.<br />
haben. Und der Weißwein-<br />
stand so verlockend war. Kaffee trinken oder lieber doch Mittag essen. In der Markthalle 9ist beides möglich. Die Freiluft-Alternative des Wochenendeinkaufs: der Kollwitzmarkt im Prenzlauer Berg.
20 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Berlin bewegt sich<br />
Reine Kopfsache<br />
Tischtennis mal ganz anders: Ein Student hat vor ein paar Jahren die Sportart Headis erfunden. Unsere Autorin hat es ausprobiert<br />
VonJulia Frese<br />
Die Brille hat unsere Autorin Julia Frese relativ rasch abgenommen –zugroß wardie Unfallgefahr.<br />
VOLKMAR OTTO<br />
Bevor ich mich zu meinem<br />
ersten Headis-Training<br />
aufmache, recherchiere<br />
ich erst einmal auf You-<br />
Tube.„Dasist im Prinzip Tischtennis<br />
mit dem Kopf“, so hat mir eine<br />
Freundin beschrieben, was mich erwartet.<br />
Sie hatte recht: Ich finde ein<br />
Video, in dem zwei Männer über<br />
eine Tischtennisplatte einen weißen<br />
Gummiball hin- und herköpfen. Immerhin<br />
ist der aber größer,als ich es<br />
vom Tischtennis kenne –vielleicht<br />
halb so groß wie ein Fußball. Am<br />
oberen Bildschirmrand stehen die<br />
Spielernamen „Headsinfarkt“ und<br />
„Lauchgesicht“. Dasjugendliche Publikum<br />
am Rand der Halle johlt und<br />
im Hintergrund schlenkert ein lässiger<br />
HipHop-Beat, während die Männer<br />
alles daransetzen, dass der Ball in<br />
der Luft bleibt: Sie gehen tief in die<br />
Hocke, werfen sich bäuchlings auf<br />
die Platte oder hechten seitwärts auf<br />
den Fußboden.<br />
In der Sporthalle im fünften Stock<br />
der Technischen Universität (TU)<br />
Berlin geht es deutlich ruhiger zu, als<br />
ich ankomme. Trainerin Nina Parzych<br />
ist gerade dabei, mit Ko-Trainer<br />
Georg eine Tischtennisplatte aufzustellen,<br />
während nach und nach die<br />
ersten Spieler eintrudeln. Es ist Freitagabend,<br />
eine eigentlich unübliche<br />
Zeit für einen Unisportkurs. „Das<br />
war leider das einzige Zeitfenster,<br />
das wir kriegen konnten“, sagt Nina<br />
Parzych. „Aber inzwischen haben<br />
sich alle dran gewöhnt und der Termin<br />
passt gut, um hinterher noch in<br />
die Kneipe zu gehen.“<br />
Die 34-Jährige, die als PR-Beraterinarbeitet<br />
und den Kurs ehrenamtlich<br />
leitet, wurde 2008 zur Kopfballerin,<br />
als sie nach einem Thema für<br />
ihre Abschlussarbeit in Soziologie<br />
suchte.„DerHeadis-Erfinder war damals<br />
Student in Kaiserslautern und<br />
ein guter Kumpel von mir“, erzählt<br />
sie. Eigentlich habe sie sich immer<br />
über seinen albern aussehenden<br />
Sportlustig gemacht. „Aber als ich es<br />
dann mal ausprobierthabe,kam ich<br />
schon bald nicht mehr davon los.“<br />
Metallteil statt Netz<br />
Während sie das sagt, richtet sie das<br />
Headisnetz in der Mitte der Tischtennisplatte<br />
auf, das eigentlich kein<br />
Netz ist, sondern ein steifes Metallteil.<br />
So eins wie man es vonTischtennisplatten<br />
auf Spielplätzen oder in<br />
Freibädern kennt. Darin besteht einer<br />
der wenigen Unterschiede zu<br />
den Tischtennisregeln: Der Headisball<br />
darfdas Netz berühren, also davon<br />
abprallen, ohne dass es Punktabzug<br />
gibt. Das Tolle an Headis sei,<br />
dass man es so schnell lerne, sagt<br />
Nina. Innerhalb von 20 Minuten<br />
habe sie den Dreh schon so weit<br />
rausgehabt, dass erste Ballwechsel<br />
zustande kamen. Ob mir das heute<br />
auch gelingt?<br />
Inzwischen stehen sechs Tischtennisplatten<br />
nebeneinander in der<br />
Halle, einige Teams köpfen schon<br />
munter hin und her. Ich lasse mir<br />
von Nina kurz die Regeln erklären<br />
und wir legen los.ImGegensatz zum<br />
Nachbar-Match ist das Tempo bei<br />
uns zunächst sehr gemächlich, genaugenommen<br />
stockt das Spiel nach<br />
jeder versuchten Ballannahme meinerseits.<br />
Allmählich aber bekomme<br />
ich dann doch ein Gefühl für den<br />
Berlin: Für Headis in Berlin ist die<br />
Technische Universität der einzigeAnbieter.<br />
Der Kurs findet dortfreitags von20bis<br />
21.30 Uhr in der Halle 4001 im Hauptgebäude,<br />
Straße des 17. Juni 135, statt.<br />
Die Teilnahme kostet pro Semester<br />
13 Euro für Studierende und 26 Euro für<br />
Externe.<br />
Headis-Ball. Nur meine Brille setze<br />
ich irgendwann lieber ab. Viele der<br />
Bälle fliegen so, dass ich die volle<br />
Stirnfläche brauche, umsie zurückzuspielen.<br />
Nina erzählt mir nebenbei, wie<br />
Headis zu einem Hochschulsport<br />
NUR AN HOCHSCHULEN<br />
Potsdam: Auch an der Universität Potsdam<br />
wird Headis gespielt. Montags jeweils von<br />
20.30 bis 22 Uhr kommen Anfänger und<br />
Fortgeschrittene des Kopfballtischtennis<br />
zusammen auf dem Campus in Golm, Karl-<br />
Liebknecht-Straße 24-25, Haus 11 in der<br />
Group Fitness-Halle. Die Kosten liegen dort<br />
zwischen 10 und 25 Euro pro Semester.<br />
Mit vollem Einsatz auf die Platte –Blick in den TU-Übungsraum.<br />
VOLKMAR OTTO<br />
wurde. 2006 wollte der damalige<br />
Saarbrücker Sportstudent René<br />
Wegner in einem Freibad mit seinen<br />
Freunden Fußball spielen. Weil der<br />
Fußballplatz aber belegt war,begann<br />
man, den Ball über eine freie Tischtennisplatte<br />
hin- und herzuköpfen.<br />
Aus der spontanen Wochenend-<br />
Freibad-Idee wurde bald sehr viel<br />
mehr: René entwickelte Kopfballtischtennis<br />
für sein Studium zu einer<br />
eigenen Sportart weiter und dachte<br />
sich zusätzlich ein Marketingkonzept<br />
aus.Der Name Headis sowie das<br />
dazugehörige Logo sind inzwischen<br />
geschützt und der Sport wird an<br />
mehr als 20 deutschen Universitäten<br />
angeboten. Auch international verbreitet<br />
sich der Ruf der Kopfballerei<br />
immer weiter: Mittlerweile finden<br />
Turniereinganz Europa sowie in den<br />
USA und China statt.<br />
Blaue Flecken vonder Platte<br />
Meine Headis-Kollegen an der TU<br />
Berlin sind an diesem Freitagabend<br />
etwa zur Hälfte Studenten, zur Hälfte<br />
stehen sie schon im Beruf, wie ich<br />
nach und nach herausfinde.Erst seit<br />
einem Semester dabei sind beispielsweise<br />
der 31-jährige Constantin<br />
und der 34-jährige Christoph.<br />
„Wir probieren gernneue Sportarten<br />
zusammen aus“, erklärt Constantin<br />
seine Motivation für den neuen<br />
Sport. „Ich spiele eigentlich Fußball,<br />
habe mir dabei aber vergangenes<br />
Jahr einen Kreuzbandriss geholt“,<br />
sagt Christoph. Das könne beim<br />
Headis ja nicht so leicht passieren.<br />
Schlimmstenfalls verpasst man sich<br />
an der Platte mal ein paar blaue Flecke.<br />
Während ich mich mit Christoph<br />
und Costantin unterhalte, ertönt<br />
neben uns ein ohrenbetäubendes<br />
Krachen.<br />
Dortspielt Georgund das mit vollem<br />
körperlichen und emotionalem<br />
Einsatz: Wenn ein Ball besonders ärgerlich<br />
danebengeht, rammt der 27-<br />
jährige Lehramtsstudent seine Hand<br />
seitlich auf die Tischtennisplatte.<br />
„Ich habe deswegen den Spielernamen<br />
‚Head Moses‘“, erklärt er mir<br />
kurze Zeit später. „Meine Mitspieler<br />
haben Angst, dass ich eines Tages<br />
doch mal die Tischtennisplatte<br />
spalte wie Moses das Meer.“ Ein lässig<br />
klingender Spielername, möglichst<br />
mit Anspielung auf das zum<br />
Spielen wichtigste Körperteil, gehört<br />
zur Headis-Kultur dazu.<br />
Der20-jährige David, Student des<br />
Wirtschafts- und Ingenieurswesens,<br />
sucht noch nach einem solchen Namen,<br />
wie er mir erzählt. Er spielt seit<br />
ungefähr zwei Jahren Headis,genaugenommen<br />
seit er mal ein Spiel bei<br />
Stefan Raabs „TVTotal“ gesehen hat.<br />
Ihm gefällt, dass sich die Sportart<br />
nicht so ernst nimmt: „Der Wettbewerbscharakter<br />
tritt beim Spielen<br />
ziemlich in den Hintergrund.“<br />
Nina hat inzwischen ein Match<br />
mit der Germanistikstudentin Vera<br />
begonnen. Die Stuttgarterin spielt<br />
seit sieben Jahren Headis und hat<br />
ihre Technik immer weiter verfeinert.<br />
Inzwischen hat sie schon manches<br />
Headis-Turnier gewonnen.<br />
Schließlich probiere ich auch<br />
noch einmal mein Kopfballglück.<br />
Besonders viele Ballwechsel kriege<br />
ich noch nicht zustande, aber immerhin<br />
trifft meine Stirn abund zu<br />
den weißen Gummiball. Georg<br />
macht mir Mut: „Bei den Turnieren<br />
haben wir immer eine Flasche Bier in<br />
Reichweite, damit geht es dann besser.“<br />
Apropos, dawar ja noch was.<br />
Genug gespielt, die Kneipe ruft. Vielleicht<br />
fällt mir beim Bier ja auch ein<br />
guter Spielername ein.<br />
Hechtköpfer &Stirn-Schmetterbälle<br />
Was man braucht<br />
Eine Tischtennisplatte mit stabilem<br />
Netz, einen Headisball und<br />
einen Mitspieler –das braucht man,<br />
um Kopf-Tischtennis zu spielen.<br />
Entsprechende Bälle und Netze verkauft<br />
Headis-Erfinder René Wegner<br />
in seinem Online-Shop, die dort erhältlichen<br />
Netze lassen sich auf jede<br />
handelsübliche Tischtennisplatte<br />
montieren. Allerdings findet man<br />
Tischtennisplatten mit stabilem<br />
Stahlnetz auch in jedem Park.<br />
Wer eine handelsübliche Tischtennisplatte<br />
in einer Halle benutzen<br />
möchte, sollte dafür nicht auf das<br />
billigste Modell ohne Bremse zurückgreifen,<br />
wie der Erfinder auf seiner<br />
Homepage empfiehlt. Dieses<br />
habe womöglich nicht genug Stabilität,<br />
wenn ein „ausgewachsener Mitteleuropäer<br />
mit vollem Einsatz einen<br />
Hechtköpfer auf der Platte zelebriert“.<br />
Welche Regeln gelten<br />
Wie beim Tischtennis darf der<br />
Ball einmal auf der Platte aufkommen,<br />
bevor er angenommen<br />
wird, anders als beim Tischtennis<br />
muss er es aber nicht. „Beim Headis<br />
dürfen auch Volleys angenommen<br />
werden“, wie Trainerin Nina Parzych<br />
erklärt.<br />
Der 100 Gramm schwere Headisball<br />
darf nur mit dem Kopf gespielt<br />
werden, das gilt auch bei der Angabe.<br />
Dafür darfallerdings jeder Körperteil<br />
die Tischtennisplatte berühren, es ist<br />
also auch erlaubt, mit den Füßen auf<br />
die Platte zu springen.<br />
Nach jedem gespielten Ball muss<br />
aber mindestens ein Körperteil den<br />
Boden berühren. Mit dieser Regel<br />
soll verhindert werden, dass ein<br />
Spieler beispielsweise einfach mit<br />
dem Oberkörper auf der Platte liegen<br />
bleibt und seinen Wegzum Ball damit<br />
deutlich verkürzt.<br />
IMAGO/ACTION PICTURES VOLKMAR OTTO IMAGO SPORTFOTODIENST<br />
Wer Headis spielt<br />
Headis wird anmehr als 20 Universitäten<br />
in Deutschland als<br />
Hochschulsport angeboten, in Kaiserslautern<br />
und Darmstadt auch als<br />
Vereinssport. Die meisten Spieler<br />
sind zwischen 20 und 35 Jahre alt<br />
und eine deutliche Mehrheit vonihnen<br />
ist männlich. Weltweit wird die<br />
Zahl der aktiven Headisspieler auf<br />
80 000 geschätzt. Durch Hochschulpartnerschaften<br />
ist Headis inzwischen<br />
auch in der Schweiz, Belgien,<br />
den Niederlanden, Tschechien, der<br />
Dominikanischen Republik, China,<br />
Japan und Australien bekannt geworden<br />
und wird andortigen Universitäten<br />
gespielt. In Deutschland<br />
hat die junge Sportartbesonders viel<br />
Zulauf bekommen, nachdem Stefan<br />
Raab sie 2015 in seiner Show „TVTotal“<br />
präsentierte. Esfinden seit einigen<br />
Jahren auch Welt- und Europameisterschaften<br />
statt.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 21<br />
·························································································································································································································································································<br />
Sport<br />
Nach<br />
der<br />
Watschn<br />
Skirennläufer Dreßen will in<br />
Garmisch wieder überzeugen<br />
Pünktlich zum einzigen Training<br />
vorder AbfahrtinGarmisch-Partenkirchen<br />
war das Wetter WM-reif.<br />
Nach Regen am Morgen und einer<br />
Woche voll Hoffen und Bangen um<br />
denWeltcup auf der Kandahar waren<br />
Sonne und blauer Himmel am Freitagmittag<br />
eine Belohnung für die<br />
Helfer und Organisatoren des wichtigsten<br />
deutschen Skirennens. Denn<br />
neben einer fairen, sicheren Abfahrt<br />
am Sonnabend und dem Riesenslalom<br />
am Sonntag geht es um einen<br />
guten Eindruck vor der Vergabeentscheidung<br />
für die Ski-WM 2025. Im<br />
Mai benennt der Weltverband den<br />
Gastgeber für die Titelkämpfe in fünf<br />
Jahren, neben Garmisch-Partenkirchen<br />
haben sich Crans-Montana in<br />
der Schweiz und Saalbach-Hinterglemm<br />
in Österreich beworben.<br />
Wie auf Touren-Skischuhen<br />
Trotz des sonnigen Wetters war Thomas<br />
Dreßen noch nicht glücklich.<br />
Klar, dass es am Freitag überhaupt<br />
einen Trainingslauf für die Kandahar-Abfahrt<br />
gegeben hatte, stand<br />
über allem. „Es war eine saubere<br />
Fahrt“, sagte Dreßen. Aber, fügte er<br />
mit Blick auf den Heimweltcup am<br />
Sonnabend (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport)<br />
an, „ich muss auf alle Fälle<br />
meine Skischuhe etwas früher eingraben.“<br />
Warum? „Das war, als<br />
würde ich mit Touren-Skischuhen<br />
fahren. Nicht so optimal.“<br />
Dreßen als Tourengeher auf dieser<br />
schwierigen Piste? Sicher kein Erfolgsrezept!<br />
Eine knappe Sekunde<br />
hatte der 26-Jährige Rückstand auf<br />
den Trainingsschnellsten Johan Clarey(Frankreich).<br />
Daswar ordentlich.<br />
„Das“, sagte Dreßen, „ist eine Männerabfahrt.“<br />
Die „Watschn“ auf der<br />
Streif hat der deutsche Vorzeigerennläufer<br />
offenkundig gut verkraftet.<br />
„Kitzbühel war ein Schuss in den<br />
Ofen“, sagte Dreßen trocken. Außerdem<br />
ist dieVorfreude auf seine Hausstrecke<br />
viel zu groß, um sich mit dem<br />
26. Platz am Hahnenkamm zu befassen:<br />
„Ich bin 20 Minuten weg von<br />
hier aufgewachsen, es kommen viele<br />
Leute zum Zuschauen. Ich freue<br />
mich extrem.“ Dreßen ist erholt angereist.<br />
„Ich habe die letzten Tage die<br />
Füße hochgelegt und ein paar regenerative<br />
Übungen gemacht“, sagte<br />
er.„Insgesamt bin ich topfit, das Knie<br />
passt auch.“ (dpa, sid)<br />
Caroline lockert die Hüften<br />
Dominic Thiem setzt sichgegen AlexZverev durchund trifft im Finaleder Australian Openauf Novak Djokovic<br />
VonDoris Henkel, Melbourne<br />
Eswar ein Ende wie aus dem<br />
Lehrbuch. Zweimal traf<br />
Dominic Thiem fast dieselbe<br />
Stelle des blauen Platzes,<br />
der Druck nahm zu, und dann<br />
platzierte er mit aller Finesse einen<br />
feinenVolleystopp.Eswar der Schlag<br />
zum Sieg in vier Sätzen gegen Alexander<br />
Zverev (3:6, 6:4, 7:6, 7:6), und<br />
er hatte dieses Spiel verdient gewonnen,<br />
weil er in den entscheidenden<br />
Momenten mutiger und aggressiver<br />
gespielt hatte. Doch auch für Zverev<br />
gab es nach der Premiere imHalbfinale<br />
positiveErkenntnisse:„Ich habe<br />
gutes Tennis gespielt“, fand er,„und<br />
seit der dritten Runde hab’ ich mich<br />
selbst gefunden auf dem Platz.“ Dass<br />
er nach dieser Selbstfindung ein gefährlicherer<br />
Gegner als je zuvor sein<br />
wird, ist ziemlich wahrscheinlich.<br />
Es war ein bewegter Abend in der<br />
Rod Laver Arena. Nach den ersten<br />
drei Spielen fielen ein paar Tropfen<br />
Regen, das Dach wurde geschlossen,<br />
der Rest fand in der Halle statt. Mitte<br />
des ersten Satzes wirkte der Österreicher<br />
müde; man konnte sich fragen,<br />
ob es eine Rolle spielen würde, dass<br />
er auf dem Wegindieses Halbfinale<br />
mehr als vier Stunden länger unterwegs<br />
gewesen war als Zverev, inerster<br />
Linie wegen des langen Viertelfinales<br />
gegen Rafael Nadal.<br />
Starke Aufschläge<br />
Hochklassiges Halbfinale: Alex Zverev(l.) unterliegt Dominic Thiem.<br />
ÜBERRASCHENDES FRAUEN-FINALE<br />
Plan: Mit ihrem Premieren-Titel bei den Australian<br />
Open will Garbiñe Muguruza ihre Rückkehr<br />
in die Weltspitze perfekt machen. In einem<br />
unerwarteten Endspiel trifft die 26-jährigeSpanierin<br />
am Sonnabend (09.30 Uhr<br />
MEZ/Eurosport) in Melbourne auf die 21-<br />
jährigeAmerikanerin Sofia Kenin. Für diese<br />
ist es das erste Grand-Slam-Finale.<br />
AFP/WILLIAM WEST<br />
Plot: 2016 hatte Muguruza die French Open<br />
gewonnen, ein Jahr später in Wimbledon ,bei<br />
den French Open 2018 stand sie im Halbfinale.<br />
Dann kam ein Bruch. In Melbourne<br />
zählt sie nicht zu den 32 gesetzten Spielerinnen.<br />
Die Rückkehr zur früheren spanischen<br />
Weltklassespielerin Conchita Martinez als<br />
Trainerin scheint ihr gut zu tun.<br />
Der Plot des ersten Satzes wurde zu<br />
Beginn des zweiten umgehend umgeschrieben.<br />
Thiem ging schnell mit<br />
einem Break in Führung und stellte<br />
die Weiche zum Gewinn dieses zweiten<br />
Durchgangs mit einem weiteren<br />
20 Minuten später. 1:1 nach Sätzen,<br />
also alles wieder vonvorn, dann gingen<br />
die Lichter auf einer Seite aus.Es<br />
dauerte zehn Minuten, bis die Sache<br />
repariert war, umkeine Unruhe aufkommen<br />
zu lassen, legte der Discjockey<br />
wieder mal Neil Diamonds Gassenhauer<br />
Sweet Caroline auf, und<br />
Caroline lockerte die Hüften des Österreichers.<br />
Thiem schaffte es wieder,<br />
Zverev den Aufschlag abzunehmen,<br />
obwohl der an diesem Abend<br />
wie schon während des gesamten<br />
Turniers extrem stark servierte und<br />
über 80 Prozent seiner ersten Aufschläge<br />
ins Feld brachte.<br />
Zverev glich Mitte des Satzes aus,<br />
und beim Stand von 5:4 hatte er die<br />
große Chance mit zwei Breakbällen,<br />
den Satz zu gewinnen. Doch beide<br />
wehrte Thiem mit grandiosen<br />
Schüssen ab, einmal mit der Vorhand,<br />
einmal mit der Rückhand; es<br />
war rückblickend betrachtet eine der<br />
wichtigsten Phasen der Partie. Starker<br />
Aufschlag schön und gut, meinte<br />
Zverev hinterher, aber er habe 14<br />
Breakbälle gehabt, und das sollte eigentlich<br />
genug sein. „In den entscheidenden<br />
Momenten hab’ ich<br />
einfach nichts mein Bestes gespielt,<br />
er dagegen schon. Daswar die Stelle,<br />
an der das Spiel irgendwie seinen<br />
Weggenommen hat.“ Miteinem zuckersüßen<br />
Halbvolleystopp ging Dominic<br />
Thiem im Tiebreak früh in<br />
Führung, er hielt sie bis zum Ende.<br />
Gute Chance gegen Djokovic<br />
Und was sich schon in den ersten<br />
drei Sätzen gezeigt hatte, das sah<br />
man auch im vierten: Obwohl Zverev<br />
mit seinen Aufschlagspielen starke<br />
Akzente setzte –Thiem sagte, essei<br />
fast unmöglich gewesen, den zu brechen<br />
–, hatte der Österreicher in den<br />
Grundlinien-Duellen die besseren,<br />
unberechenbareren Variationen. Die<br />
vonvielen bewunderte Rückhand als<br />
Slice, als Topspin mit extrem viel<br />
Drall oder wie seit einiger Zeit öfter<br />
mit etwas weniger Drall und dafür<br />
mit mehr Karacho gespielt, kombiniert<br />
mit der gefährlichen Vorhand.<br />
Wieder landeten sie im Tiebreak,<br />
und ausgerechnet in diesen Momenten<br />
leistete sich Zverev einen seiner<br />
insgesamt nur drei Doppelfehler –<br />
der Ball flog weit über die Aufschlaglinie<br />
hinaus, fast so weit wie ein<br />
Schmetterball später,und aus dieser<br />
Grube kam er nicht mehr heraus.<br />
Den ersten Matchball des Österreichers<br />
wehrte er mit seinem 16. Ass<br />
der Partie ab, doch beim zweiten<br />
packte Thiem noch mal eine Lieblingskombination<br />
aus.<br />
Nach drei Stunden und 42 Minuten<br />
endete Alexander Zverevs erstes<br />
Halbfinale in Melbourne, aber die<br />
Frage, was in ein paar Tagen von alldem<br />
übrig bleiben werde, beantwortete<br />
er mit einer Einschätzung, die er<br />
schon oft vorgetragen hatte. Inein<br />
paar Tagen werdeerdas Turnier vergessen<br />
haben, sowohl die guten als<br />
auch die schlechten Dinge, werde<br />
wieder beim Training sein und alles<br />
dafür tun, die nächsten Turniere zu<br />
gewinnen. Und wer nun das letzte<br />
Spiel der Australian Open gewinnt?<br />
Novak Djokovic, der seinen achten<br />
Titel will, oder Dominic Thiem? Zverevglaubt,<br />
der Freund aus Österreich<br />
habe eine Chance. „Er spielt das<br />
beste Tennis seines Lebens, und ich<br />
glaube, dass das gut genug ist; ich<br />
wünsche ihm nur das Beste.“<br />
Angst<br />
vor dem<br />
Virus<br />
Tokio dementiert Gerüchte<br />
um eine Olympia-Absage<br />
Trotz der Ausbreitung des Coronavirus’halten<br />
die Olympia-Macher<br />
vonTokio an den Sommerspielen<br />
fest und stemmen sich gegen Gerüchte<br />
um eine mögliche Absage.<br />
„Wir haben nie diskutiert, die Spiele<br />
abzusagen“, teilte das Organisationskomitee<br />
in Tokio am Freitag mit.<br />
Im Internet hatten zuvor entsprechende<br />
Gerüchte kursiert. Man<br />
werdeweiterhin mit dem Internationalen<br />
Olympischen Komitee (IOC)<br />
und relevanten Organisationen kooperieren<br />
und falls nötig, Gegenmaßnahmen<br />
überprüfen, hieß es<br />
weiter. „Vorbereitungen für Tokio<br />
2020 gehen wie geplant weiter“,<br />
teilte zudem das IOC mit. Die Sommerspiele<br />
sollen am 24. Juli eröffnet<br />
werden und bis zum 9. August dauern.<br />
Danach folgen vom 25. August<br />
bis 6. September die Paralympics.<br />
Japan hat derweil seine Maßnahmen<br />
weiter verstärkt, um eine Ausbreitung<br />
der Krankheit im eigenen<br />
Land zu verhindern. Bis Freitag belief<br />
sich die Zahl der bestätigten Fälle<br />
des neuen Erregers in Japan auf 17.<br />
In den meisten Fällen erfolgten die<br />
Infektionen jedoch in China. DasAußenministerium<br />
in Tokio gab am<br />
Freitag eine Reisewarnung für ganz<br />
China aus und forderte die eigene<br />
Bevölkerung auf, von nicht zwingend<br />
notwendigen Besuchen in<br />
China abzusehen.<br />
Zahlreiche Absagen<br />
Bezüglich der besonders stark betroffenen<br />
chinesischen Provinz Hubei<br />
mit der Hauptstadt Wuhan, wo<br />
der Erreger ausgebrochen war, gilt<br />
eine noch höhere Warnstufe. Hier<br />
wird den Japanern von allen Reisen<br />
abgeraten. Unterdessen holte Japan<br />
am Freitag per Flugzeug weitere seiner<br />
Landsleute aus Wuhan zurück.<br />
Tokios Gouverneurin Yuriko Koike<br />
hatte vor zwei Tagen erklärt: „Wir<br />
müssen das neue Coronavirus energisch<br />
angehen, um es einzudämmen<br />
oder wir werden es bereuen.“<br />
Wegen des Coronavirus’ wurden<br />
bereits Olympia-Qualifikationsturnieren<br />
der Fußballerinnen, Basketballerinnen<br />
und Boxer aus China<br />
verlegt. Weitere Sportereignisse wie<br />
die geplanten Ski-Weltcuprennen<br />
wurden abgesagt, die chinesische<br />
Fußball-Liga verschob ihren Saisonstart.<br />
(dpa)<br />
HERZENSWÜNSCHE<br />
PARTNERSCHAFTEN<br />
SIE SUCHT IHN<br />
DasLeben wieder zu zweit genießen!<br />
Junggebliebene ehem.<br />
Krankenschwester, 71/163, mit<br />
Herz u. Figur, alles auf dem<br />
rechten Fleck, mit viel Lebensfreude<br />
u. Humor wünscht<br />
ebensolchen Partner mit Herzensbildung<br />
u. weitem Horizont<br />
für ein spannendes Miteinander.<br />
Agt. 60 plus Tel. 89 04 94 51<br />
Biszum Sommer zu zweit? Bin eine<br />
flotte, man sagt attraktive,<br />
sportl. Bankkauffrau, 66/170.<br />
Fühle mich oft einsam, trotz guter<br />
Freunde, liebe Musik, Nordsee,<br />
Golf, Ski. Welcher Herr<br />
möchte mit mir das Leben genießen?<br />
Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
Blonde Witwe, Roswitha, 70+,<br />
sehr attraktiv, sehnt sich noch<br />
heute nach dem Trubel im Beruf,<br />
liebt Kurztrips, das Meer,<br />
gemütlich essen gehen, Fahradtouren,<br />
sich unterhalten …ein<br />
Partner an der Seite wäre das<br />
Größte. Agt. Neue Liebe:<br />
t 2815055<br />
Dipl.-Ökonomin, 72/160, eine<br />
schlanke, aufgeschlossene Witwe<br />
sucht Dich! Liebenswert,<br />
lustig, vielseitig mit Niveau für<br />
Dauerbeziehung. Liebe klass.<br />
Musik, Malerei, koche gern,<br />
fahre begeistert Rad. Agt. 60<br />
plus Tel. 89 04 94 51<br />
Fröhliche Sonja, 74, verw., flott,<br />
"Teilzeitengel" m. "himmlischen<br />
Fähigk.": lachen, verwöhnen,<br />
kochen, m. Pkw, su. ehrl. "Ihn".<br />
PS Harmonie t 030/239 701 63<br />
Hü. <strong>Berliner</strong>in! Beate, 66/164,<br />
schlanke Witwe mit gut verteilter<br />
Weiblichkeit, finanz. gut<br />
versorgt, gute Köchin u. Gärtnerin,<br />
wü. mir wieder Mann für<br />
die Liebe, das Leben u. die Zukunft.<br />
Harmonie<br />
t 0151/20126923<br />
Humorvoller, unternehmungslustiger<br />
Begleiter, maximal 70 Jahre,<br />
für meine Aktivitäten Konzerte,<br />
Ausstellungen, Reisen gesucht.<br />
Bin noch im Theaterbereich tätig.<br />
Freue mich über Ihre Zuschrift.<br />
o ZU4000047452 BLZ,<br />
PF, 11509 BLN<br />
Hobbygärtnerin! Elke, 72, 1,63,<br />
verw., häuslich, ehrlich, zärtlich,<br />
mö. nicht länger allein bleiben,<br />
welchem Mann geht’s auch<br />
so? PS Harmonie<br />
t 030/239 701 63<br />
Magst Dueinen kleinen Akzent?<br />
Natalie, 71, verw., vor 35 Jahren<br />
von St. Petersburg nach Berlin<br />
gekommen, gern würde sie einen<br />
Mann kennenlernen …<br />
Singlecontact: t 2823420<br />
Hab ich mit 76 hier eine Chance?<br />
Ursula, verw., achtet auf ihre<br />
Erscheinung, hat eine schöne<br />
Figur, ehrlich. Singlecontact<br />
Berlin: t 2823420<br />
Stella, 64, gebildet, zu früh allein,<br />
modisch u. anziehend. Habe Interesse<br />
für Garten, Sauna, bin<br />
ausgeglichen, su. Dich. Agt.<br />
Neue Liebe: t 2815055<br />
Sie (70/172, HSA, schl., sportl.,<br />
viels. Int.) sucht niveauv. Partner.<br />
BmB. o ZU4000051047<br />
BLZ, PF, 11509 BLN<br />
SIE, 75, kleine Ärztin, su. vitalen<br />
Mann, mit Ecken u. Kanten, für<br />
liebe Zweisamkeit. Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
Vielleicht verzaubert mein Lächeln<br />
ja Ihr Leben. Sehr jugendliche<br />
u. lebendig gebliebene,<br />
liebevolle, intelligente u. leidenschaftliche<br />
Lady, 65/160,<br />
su. Lebenspartner passenden<br />
Alters. Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
Beate, 63 J., etwas mollig, doch<br />
schöne Figur, seit längerer Zeit<br />
allein, ohne Altlasten, fleißig,<br />
romantisch, mit guten Kochkünsten,<br />
einem Herz voller Liebe,<br />
sucht Dich. Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
Christine, 50, berufstätig, dunkelhaarig<br />
und richtig hübsch,<br />
möchte nicht im Internet suchen,<br />
vermisst das "Wir"-Gefühl,<br />
sucht "Ihn", etwas sportlich<br />
und familiär. Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
Männer sind was Wunderbares!<br />
Juliane, 57, schlank, blond, arbeitet<br />
im med. Bereich, aufregende<br />
Frau, die gern lacht,<br />
staunt, mit anpackt, su. passenden<br />
"Ihn". Agt. Neue Liebe:<br />
t 2815055<br />
Möchte Dich gern ohne Internet<br />
finden! Bezaubernde brünette<br />
Frau, lebenslustig – su. Dich!<br />
Marlene, Mitte 50, interessanter<br />
Beruf, sportlich, unkompliziert<br />
… Agt. Neue Liebe:<br />
t 2815055<br />
Mit einem Lächeln fängt alles an!<br />
Solveig, 69, jung geblieben,<br />
verw., vertraut ihrem Herzen,<br />
mö. mit e. Mann durchs Leben<br />
gehen, vom Frühling träumen.<br />
Singlecontact: t 2823420<br />
Regina, 69 J., verw., Mädchenfrau<br />
mit natürl. Eleganz, allein ohne<br />
Anhang, su. Mann, gern auch älter,<br />
z. Wohlfühlen, mit Humor<br />
und Ehrlichkeit. Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
ER SUCHT SIE<br />
Galanter Jurist war in der Wirtschaft<br />
tätig, 82, verw., suche<br />
keine Frau, die nach 5Minuten<br />
über Krankheit spricht u. nach<br />
9 Minuten über Enkelkinder,<br />
sondern sich mit mir austauscht<br />
über Literatur, Politik,<br />
einen Theater- oder Museumsbesuch,<br />
aber auch Veranstaltungen<br />
wie die "Grüne Woche"<br />
gut findet. Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
Gern möchte ich noch ein Stück<br />
des Lebens mit einer gefühlvollen<br />
Frau gemeinsam gehen. Gebildeter,<br />
belesener Witwer, 77/<br />
183, in geordneten Verhältnissen<br />
lebend, aktiv mit heiterem<br />
Gemüt, gern Spaziergänge, gelegentlich<br />
wandern, gemeinsam<br />
reisen, Theater, Ausstellungen,<br />
fahre Rad u. Auto. Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
62/1,88, ein großer Akademiker<br />
mit Ausstrahlung u. Lebensstil,<br />
innerlich u. äußerlich jung geblieben,<br />
kann zupacken u. zuhören,<br />
Inter. Natur, Musik, Reisen,<br />
su. liebenswerte Partnerin.<br />
Glücksbote: t 27596611<br />
Dem Zufall auf die Sprünge helfen!<br />
Jürgen, 70/1,80, Akad., angen.<br />
Optik, su. Dich zum Kennenlernen<br />
u. Austauschen,<br />
denn: zu zweit ist älter werden<br />
schöner! Singlecontact:<br />
t 2823420<br />
Abt. "Jugend forscht", sucht liebe<br />
u. neugierige Dame, die gern<br />
reist, noch staunen kann, d. Leben<br />
liebt u. nicht allein sein mö.<br />
"Junger Mann", 70+, verw., humorv.,<br />
jünger wirkend, freut<br />
sich auf Ihren Anruf. PS Harmonie<br />
t 030/239 701 63<br />
Berlin-Fan möchte ins Glück starten!<br />
Frank, 65/1,89, Elektromeister,<br />
ang. Ä., kulturinteressiert,<br />
kompetent, pflegeleicht u.<br />
tolerant, su. Dich! Agt. Neue<br />
Liebe: t 2815055<br />
Bist Du die Frau, die mein Herz<br />
stiehlt? Hannes, 60/1,80, sieht<br />
gut aus, Feuerwehrmann, freut<br />
sich auf die Zeit mit e. Frau, die<br />
sich Partnerschaft wünscht.<br />
Agt. Neue Liebe: t 2815055<br />
Bitte keine Mails …einfach anrufen!<br />
Steffan, 53/1,82, Lehrausb.,<br />
sportl. Typ, angen. Ä., sympathisch<br />
u. vielseitig, mö. passende<br />
Partnerin kennenlernen.<br />
Agt. Neue Liebe: t 2815055<br />
DEM ZUFALL etwas nachhelfen!<br />
Birgit, 55, hübsche blonde Frau,<br />
neu i. Berlin, im öfftl. D. tätig,<br />
möchte nicht typisch Single<br />
werden. Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
Dr.i.R., 71 J., kann genauso gut kochen<br />
wie Auto fahren, ist handwerkl.<br />
begabt, kulturell eingestellt,<br />
su. jung gebl. Herzensfrau<br />
passenden Alters. Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
Natur- u. Kulturfreund, Thomas,<br />
77, verw., aktiv u. vital, mit Pkw,<br />
su. warmherzige, gern lachende<br />
Herzensfrau (ohne zusammen<br />
zu ziehen). Glücksbote:<br />
t 27596611<br />
Ostseefan, 63, sucht Sie, Tel.<br />
0176/53104209<br />
Er lässt Häuser u. Büros entstehen;<br />
selbst. Bau-Unternehmer,<br />
64, ein sehr geselliger, aufgeschlossener,<br />
unkomplizierter<br />
Mann, begeisteter Motorsportler.<br />
Der Platz an meiner Seite ist<br />
frei für Dich, eine natürliche<br />
Frau für eine spannende Zweisamkeit.<br />
Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
Dipl.-Ing., 80/186, ein gutgelaunter,<br />
aufgeschlossener Witwer,<br />
bodenständig u. solide, legt<br />
Wert auf eine Frau, die naturverbunden<br />
ist, Gartenliebhaberin,<br />
gebildet, keine Reisetante,<br />
eher ein gutes Buch liest, Ausstellungen<br />
besucht. Mein Hobby<br />
ist Technik, Basteln, Billard.<br />
Agt. 60 plus Tel. 89 04 94 51<br />
Facharzt, 67, ein Amerikafan, großer<br />
Liebhaber von Wassersport,<br />
Segeln, ein weltoffener,<br />
dem Leben zugewandter Mann<br />
mit romantischer Ader, spontan<br />
u. heiter, kulturinteressiert, su.<br />
gleichgesinnte Partnerin auf<br />
Augenhöhe. Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
Kavalier d. alten Schule Jürgen,<br />
75+, ein charm. Kaufm. i. R.,<br />
wohnt in e. schö. Umfeld, m.<br />
Pkw, wü. gern wieder Blumen<br />
schenken, Erlebn. teilen, Reisen,<br />
große u. kleine Ausflüge<br />
sind zusammen viel schöner/<br />
bei getr. Wohnungen. PS Harmonie<br />
t 030/239 701 63<br />
Andre, 54/1,86, e. richtig schicker<br />
lt. Angest., sportl. Figur, dunkles<br />
Haar, blaue Augen, hilfsbereit,<br />
ein Mann, der Dich versteht,<br />
hält viel von Gefühl u. Vertrauen,<br />
su. weibl. Wesen mit oder<br />
ohne Anhang für jetzt u. immer.<br />
Glücksbote: t 27596611<br />
Dipl.-Kaufmann, 66/192, selbständig,<br />
Witwer, sportl. elegant,<br />
gebildet, erfolgreich, humorvoll,<br />
sportl. begeisterter Segler,<br />
kulturell Klassik, Theater, Oper,<br />
su. für ein entspanntes Leben<br />
zu zweit eine Frau mit Niveau.<br />
Agt. 60 plus Tel. 89 04 94 51<br />
Gesuchtwird eine Frau, lebens- u.<br />
unternehmungsfreudig von Betriebswirt,<br />
73, bin im Sternzeichen<br />
Schütze, daher sehr reisefreudig,<br />
gern auf die Kanaren,<br />
würde auch mit Ihnen tanzen u.<br />
kochen. Agt. 60 plus<br />
Tel. 89 04 94 51<br />
Immer wenn man lächelt, stirbt<br />
irgendwo ein Problem! Glauben<br />
Sie nicht? Probieren Sie es aus!<br />
Viell. bringt unser Kennenlernen<br />
Sie z. Lächeln …Hans, 75,<br />
1.80, verw., Reise- u. Kulturliebh.,<br />
Pkw. PS Harmonie<br />
t 030/239 701 63<br />
Möchte das Alleinsein beenden!<br />
Wolfgang, 74, graumell., verw.,<br />
voller Lebenslust, stehe fin. gut<br />
da u. will wieder das Leben genießen.<br />
Suche symp. Frau, mit<br />
der ich viele schöne Jahre, die<br />
vor uns liegen, verbringen kann.<br />
Agt. Neue Liebe: t 2815055<br />
Die wilden Jahre sind vorbei! Aber<br />
ich habe viel Freude am Leben!<br />
Jürgen, 80, gepflegt u. vielseitig,<br />
lebt in guten Verhältnissen,<br />
verw., fährt Auto, mag Kultur,<br />
alles vorhanden, außer Du!<br />
Singlecontact: t 2823420<br />
Anzeigenannahme:<br />
( 030) 2327-50
22 * <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Sport<br />
Fokus<br />
auf<br />
Platz vier<br />
Die Eisbären unterliegen<br />
Straubing im Schlüsselspiel<br />
VonChristian Kattner<br />
Aufmunterung oder Durchhalteparole?<br />
Zwei Minuten vor dem<br />
Ende heizte die Hartmut-Nickel-<br />
Kurve die eigene Mannschaft noch<br />
einmal verbal auf, wollte letzten Einsatz<br />
sehen. Mehrfach hatten die Fans<br />
im Schlussdrittel den Torjubel auf<br />
den Lippen, doch direkt vor ihren<br />
Augen scheiterten die Eisbären Berlin<br />
ein ums andere Mal. Und dann<br />
waren sie knapp sechs Minuten vor<br />
dem Ende auch noch 1:2 in Rückstand<br />
geraten. Doch alle Unterstützung,<br />
alle Aufmunterung half nicht.<br />
Der Tabellenvierte unterlag dem<br />
Dritten.<br />
Pföderlsorgt für Führung<br />
Dabei schien der Formaufbau in<br />
Richtung Play-offs bei den Eisbären<br />
lange Zeit zu passen. Das Team von<br />
Trainer Serge Aubin zeigte sich im<br />
Duell mit den Straubingern aggressiv<br />
und über weite Strecken dominant.<br />
Gerade die Offensivreihe um<br />
James Sheppard, Marcel Noebels<br />
und Leo Pföderl ist seit Wochen in<br />
bestechender Form und stellte das<br />
erneut unter Beweis.War das Eisbären-Trio<br />
auf dem Eis, wurde es gefährlich.<br />
Und diese Offensivpower<br />
wurde bereits in der siebten Minuten<br />
belohnt. Am Ende einer Sequenz mit<br />
zahlreichen Torschüssen landete die<br />
Scheibe bei Leo Pföderl, der zur frühen<br />
Führung für die Gastgeber traf.<br />
Auch in der Folgezeit hatten die <strong>Berliner</strong><br />
das Geschehen im Griff. Besonders<br />
deutlich machte das ein Unterzahl-Spiel,<br />
in dem die Straubinger<br />
nicht wirklich in eine aussichtsreiche<br />
Angriffsformation kamen. „Unser<br />
Plan ist gut aufgegangen“, sagte<br />
Ryan McKiernan in der Pause.<br />
Und auch nach der Pause hatten<br />
die Eisbären die größeren Möglichkeiten.<br />
Wenn es in dieser Phase etwas<br />
zu kritisieren gab, war es die<br />
mangelnde Chancenverwertung.<br />
Mal landete der Puck nur am Pfosten,<br />
mal rutschte ein Spieler beim<br />
Schuss wegund mal hielt Straubings<br />
Torwart. So viel Chancenwucher<br />
wurde kurz vor Ende des zweiten<br />
Drittels bestraft. Vier Sekunden fehlten<br />
und die Zeitstrafe von Constantin<br />
Braun wäre abgelaufen, aber so<br />
traf Straubing 20 Sekunden vor der<br />
nächsten Pause in Überzahl durch<br />
Chase Balisy. Trotz guter Chancen<br />
sollte es im Schlussdrittel noch<br />
schlimmer kommen: Antoine<br />
Laganiéretrafzum 2:1 für Straubing.<br />
Das große Gewürge<br />
Hertha BSC enttäuscht beim 0:0 gegen Schalke 04. Auch Zugang Krzysztof Piatek kann noch nichts bewirken<br />
VonMichael Jahn<br />
Krzysztof Piatek hat mal<br />
ganz „Italien im Sturm erobert“.<br />
Befand zumindest<br />
die Gazzetta dello Sport,<br />
nachdem der Pole in der Spielzeit<br />
2018/19 in seinen ersten zehn Spielen<br />
für den Serie-A-Klub Sampdoria<br />
Genua stolze dreizehn Tore erzielt<br />
hatte. Damüsste es für den 24 Jahre<br />
alten Angreifer aus dem niederschlesischen<br />
Dzierzoniowdoch ein Leichtes<br />
sein, vielleicht nicht gleich ganz<br />
Deutschland, aber zumindest Berlin<br />
oder fürs Erste eben auch nur Charlottenburgzuerobern.<br />
Ob Piatek dazu in der Lage ist,<br />
lässt sich nach diesem eher frühlings-<br />
denn winterhaften Freitagabend<br />
im <strong>Berliner</strong> Olympiastadion<br />
freilich noch nicht in letzter Konsequenz<br />
sagen. Der 22-Millionen-<br />
Euro-plus-Boni-Mann kam beim 0:0<br />
gegen den FC Schalke zwar zu einem<br />
halbstündigen Einsatz, konnte aber<br />
seinem Ruf, ein Spezialist für das 1:0<br />
seiner Mannschaft zu sein, noch<br />
nicht gerecht werden. Was auch<br />
nicht verwundern kann, weil er a)<br />
doch erst mal die Strapazen des<br />
Transfers verarbeiten muss und b)<br />
und plötzlich Spieler in einer immer<br />
noch nicht funktionierenden Mannschaft<br />
ist. Immerhin konnte er bei einem<br />
Kopfball in der 73. Minute seine<br />
Torgefährlichkeit andeuten, wobei<br />
er womöglich doch besser dem hinter<br />
ihm positionierten Dedryck<br />
Boyata den Vortritt hätte lassen sollen.<br />
AufAbsicherung bedacht<br />
Womöglich darf Piatek schon am<br />
Dienstagabend von Beginn an ran,<br />
wenn die Hertha in der dritten<br />
Runde des DFB-Pokals in so einer Art<br />
Rückspiel bei Schalke 04 anzutreten<br />
hat. Doch drängt sich grundsätzlich<br />
schon die Frage auf, ob Klinsmann<br />
bereit ist, die taktische Marschroute<br />
im Sinne seines neuen Strafraumstürmers<br />
zu verändern. Auch gegen<br />
den FC Schalke war die Hertha nämlich<br />
erst mal auf Absicherung bedacht,<br />
ließ die Gäste agieren, was die<br />
allerdings aufgrund ihrer spielerischen<br />
Defizite nicht zu ihrem Vorteil<br />
nutzen konnten.<br />
Dieses Nicht-Wollen und Nicht-<br />
Können hatte in der ersten Hälfte ein<br />
unattraktives Gewürge zur Folge.<br />
Wasauch immer in die Tiefe gespielt<br />
wurde, verlor sich da wie dort inder<br />
gegnerischen Abwehrreihe. Flankenbälle<br />
landeten da, wo bei Leichtathletik-Wettkämpfen<br />
die Hochspringer<br />
in die dicke Matte plumpsen.<br />
Kaum einer wagte ein Dribbling,<br />
und wenn einer tatsächlich eine Ein-<br />
Willkommen in der Bundesliga: Herthas Piatek im Luftkampf mit Nastasic.<br />
Kommen: Hertha BSC hat den vierten Zugang<br />
in der Winter-Transferperiodeverpflichtet. In<br />
Matheus Cunha vonRBLeipzig nahmen die<br />
<strong>Berliner</strong> einenweiterenoffensiven Spieler unterVertrag.Der<br />
20-Jährigeunterschrieb einen<br />
Vertrag 2024. Zur Ablösesummemachten<br />
beideKlubs keine Angaben.Kolportiertwerden<br />
18 Millionen Euro plus Boni.<br />
CUNHA FÜR SELKE<br />
CITY-PRESS<br />
Gehen: Unterdessen hat in Davie Selkeein<br />
ehemaliger Leipziger die <strong>Berliner</strong> verlassen.<br />
Der 25 Jahre alte Stürmer wird zunächst an<br />
den Ligakonkurrenten Werder Bremen ausgeliehen.<br />
Sollte die Hanseaten in den kommenden<br />
beiden Spielzeiten nicht aus der Bundesligaabsteigen,<br />
besteht eine Kaufpflicht<br />
für Selke.<br />
zelaktion startete,wurde die sogleich<br />
durch ein Foul gestoppt. Und mal<br />
ehrlich, ist ein Torschuss eigentlich<br />
ein Torschuss,wenn ein Schuss –wie<br />
bei Marius Wolf in der 24. Minute –<br />
drei Meter am Torvorbeigeht? Von<br />
Torgefahr konnte letztlich nur einmal<br />
die Rede sein, nämlich als Schalkes<br />
Weston McKennie in der 45. Minute<br />
an der Strafraumgrenze frei<br />
zum Schuss kam, sein Schuss aber<br />
von Maxi Mittelstädt entschärft und<br />
von Keeper Rune Jarstein noch über<br />
die Querlatte gelenkt wurde.<br />
Nach etwas mehr als einer Stunde<br />
Spielzeit, nachdem Boyata mit einem<br />
dicken Patzer beim Rückspiel<br />
auf Jarstein fast den Rückstand verursacht<br />
hatte,waren Klinsmann und<br />
dessen Zuarbeiter auf der Hertha-<br />
Bank zu dem Schluss gekommen,<br />
dass nun doch ein Personalwechsel<br />
vonnöten war.ArneMaier,der in der<br />
Winterpause laut seinen Wechselwunsch<br />
kundgetan hatte, entledigte<br />
sich seines Trainingsanzugs,<br />
schlüpfte ins Trikot. Genauso wie Piatek,<br />
der kurzvor seinem Debüt von<br />
Klinsmann noch eine kurze Streicheleinheit<br />
und ein breites Grinsen<br />
mit auf den Wegbekam. Maier kam<br />
für Grujic, der sich in einem Kopfballduell<br />
eine Beule zugezogen<br />
hatte, ins Spiel, Piatek wiederum für<br />
Wolf, der auf dem rechten Flügel viel<br />
versuchte, aber genauso wie sein<br />
Pendant auf linken Seite,JavairoDilrosun,<br />
ohne Wirkung blieb.<br />
Keine klareStruktur<br />
Ein bisschen gefälliger und zielorientierter<br />
wurde das Spiel der Hertha<br />
in der Schlussphase. Doch auch in<br />
diesem Spielabschnitt war keine<br />
klare Struktur zu erkennen, eine<br />
Struktur, welche die Basis für Spielfluss<br />
ist, für ein Miteinander,das den<br />
Gegner in eine Verlegenheit bringt.<br />
Ein Sieg für die Hertha, den Maxi<br />
Mittelstädt in der Nachspielzeit mit<br />
einem Flachschuss nur knapp verfehlte,<br />
wäre auch deshalb vor 47863<br />
Zuschauer letztlich nicht verdient<br />
gewesen.<br />
Nurein paar Profis dürfen sich bei<br />
Hertha sicher sein, dass sie den hohen<br />
Ansprüchen des Übungsleiters<br />
genügen. Innenverteidiger Dedrych<br />
Boyata zählt offensichtlich dazu,<br />
aber nicht Niklas Stark, der sich nach<br />
seinem von Klinsmann gelobten<br />
Einsatz beim 2:1 in Wolfsburg doch<br />
wieder nur auf der Ersatzbank wiederfand.<br />
Dann noch Grujic, der<br />
kämpferische Santiago Ascacibar<br />
und vielleicht auch Dodi Lukebakio.<br />
DerRest kann froh sein, dass gestern<br />
um 18 Uhr, also zweieinhalb Stunden<br />
vorSpielbeginn dieWintertransferperiode<br />
endete.<br />
ZAHLEN<br />
Eishockey<br />
DEL, 42. Spieltag<br />
Eisbären Berlin -Straubing Tigers 1:2<br />
Nürnberg Ice Tigers -Bremerhaven 1:3<br />
Schwenningen- Düsseldorfer EG 1:2<br />
ERC Ingolstadt -Iserlohn Roosters 2:1 n. V.<br />
Krefeld Pinguine -Kölner Haie 8:2<br />
Grizzlys Wolfsburg -Adler Mannheim 4:2<br />
1. Red Bull München 42 149:106 90<br />
2. Adler Mannheim 42 148:106 85<br />
3. Straubing Tigers 42 143:105 81<br />
4. Pinguins Bremerhaven 42 129:118 72<br />
5. Eisbären Berlin 41 130:117 71<br />
6. Düsseldorfer EG 41 103: 94 65<br />
7. ERC Ingolstadt 42 131:127 65<br />
8. Grizzlys Wolfsburg 42 121:122 60<br />
9. Nürnberg Ice Tigers 42 118:131 60<br />
10. Augsburger Panther 41 112:122 56<br />
11. Kölner Haie 42 102:132 52<br />
12. Krefeld Pinguine 42 116:139 45<br />
13. Iserlohn Roosters 42 90:130 40<br />
14. Schwenninger Wild Wings 41 95:138 34<br />
Fussball<br />
Bundesliga, 20. Spieltag<br />
Hertha BSC -FCSchalke 0:0<br />
Dortmund -1.FCUnion Sa., 15.30<br />
Hoffenheim -Leverkusen Sa., 15.30<br />
Düsseldorf -Frankfurt Sa., 15.30<br />
Mainz -BayernMünchen Sa., 15.30<br />
Augsburg -Bremen Sa., 15.30<br />
Leipzig -M’gladbach Sa., 18.30<br />
1. FC Köln -SCFreiburg So., 15.30<br />
Paderborn-Wolfsburg So., 18.00<br />
1. RB Leipzig 19 51:23 40<br />
2. Bayern München 19 55:22 39<br />
3. Borussia Mönchengladbach 19 36:21 38<br />
4. Borussia Dortmund 19 51:28 36<br />
5. BayerLeverkusen 19 30:22 34<br />
6. Schalke04 20 31:26 34<br />
7. TSG Hoffenheim 19 29:30 30<br />
8. SC Freiburg 19 29:26 29<br />
9. Eintracht Frankfurt 19 31:30 24<br />
10. VfL Wolfsburg 19 20:23 24<br />
11. 1. FC Union 19 23:27 23<br />
12. FC Augsburg 19 31:38 23<br />
13. Hertha BSC 20 24:34 23<br />
14. 1. FC Köln 19 23:38 20<br />
15. FSV Mainz 05 19 27:44 18<br />
16. Werder Bremen 19 24:44 17<br />
17. SC Paderborn 19 23:40 15<br />
18. Fortuna Düsseldorf 19 18:40 15<br />
Zweite Liga, 20. Spieltag<br />
Jahn Regensburg -SpVgg Fürth 0:2 (0:2)<br />
ErzgebirgeAue -Arminia Bielefeld 0:0<br />
Hannover96-SVWehen Wiesbaden Sa., 13.00<br />
FC St. Pauli -VfB Stuttgart Sa., 13.00<br />
Karlsruher SC -Holstein Kiel Sa., 13.00<br />
1. FC Nürnberg -SVSandhausen So., 13.30<br />
1. FC Heidenheim -Dynamo Dresden So., 13.30<br />
Darmstadt 98 -VfL Osnabrück So., 13.30<br />
VfL Bochum -Hamburger SV Mo., 20.30<br />
Dritte Liga, 22. Spieltag<br />
Hallescher FC -Viktoria Köln 3:4 (0:1)<br />
SV Meppen -Chemnitzer FC Sa., 14.00<br />
Unterhaching -Uerdingen Sa., 14.00<br />
FC Ingolstadt -1.FCKaiserslautern Sa., 14.00<br />
Preußen Münster -MSV Duisburg Sa., 14.00<br />
Eintracht Braunschweig -CZJena Sa., 14.00<br />
FC Bayern II -Hansa Rostock Sa., 14.00<br />
Waldhof Mannheim -1.FCMagdeburg So., 13.00<br />
FSV Zwickau -1860 München So., 14.00<br />
SG Großaspach -Würzburger Kickers Mo., 19.00<br />
Sienna Miller<br />
Mein Traum von<br />
Joaquin Phoenix<br />
Morgen<br />
lesen!<br />
Wassie mit dem Schauspieler vor hat,und wie sehr sie ihre<br />
Tochter liebt,verrät der Filmstar (38) im KURIER-Interview<br />
Foto: AP<br />
AM<br />
SONNTAG<br />
Der vonhier
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 23<br />
·························································································································································································································································································<br />
Sport<br />
Der<br />
Statistik zum<br />
Trotz<br />
Leipzig-Coach Nagelsmann<br />
will kein Favorit sein<br />
Das Lob aus Mönchengladbach<br />
entlockte Julian Nagelsmann<br />
nur ein müdes Lächeln. Borussia-<br />
Sportdirektor Max Eberl hatte RB<br />
Leipzig vor dem Topspiel des Tabellendritten<br />
beim Spitzenreiter am<br />
Sonnabend (18.30 Uhr) erneut zum<br />
Favoriten im Meisterrennen erklärt.<br />
Doch der Trainer der Sachsen wehrte<br />
sich gegen diese Rolle –und wollte<br />
sie nicht einmal für das wegweisende<br />
Duell annehmen. „ImFußball<br />
mit so wenigen Toren kann doch jeder<br />
gegen jeden gewinnen“, sagte<br />
Nagelsmann, der beide Mannschaften<br />
auf Augenhöhe sieht: „Das ist ein<br />
Spitzenspiel, wir versuchen alles<br />
reinzuwerfen.“<br />
Für Leipzig und Gladbach geht es<br />
um viel. RB will nach dem Rückschlag<br />
in Frankfurt (0:2) und dem<br />
Wirbel um die Friseur-Affäre wieder<br />
punkten. Nach sieben Wochen an<br />
der Spitze droht der Verlust der Tabellenführung,<br />
sogar bei einem Remis<br />
könnte das Nagelsmann-Team<br />
vonRang eins verdrängt werden. Um<br />
das zu verhindern, hatte der 32 Jahre<br />
alte Fußballlehrer zuletzt die Zügel<br />
angezogen. Mit seiner Gipfelkreuz-<br />
Rede kritisierte er die Einstellung seiner<br />
Mannschaft, rüttelte die Profis<br />
damit wach. „Ich glaube, wenn man<br />
ganz ehrlich ist, hatte der Trainer<br />
recht“, sagte Torhüter Peter Gulacsi<br />
über Nagelsmanns Wutrede.<br />
Auswärtsschwache Borussen<br />
Eine passende Reaktion soll auf dem<br />
Platz folgen –und ist auch hinsichtlich<br />
der kommenden Aufgaben notwendig.<br />
BisEnde Februar tritt RB unter<br />
anderem noch bei Rekordmeister<br />
Bayern München und Schalke 04 an.<br />
Gegen Gladbach kann Leipzig die<br />
Grundlage für eine erfolgreiche<br />
Rückrunde legen. „Es ist einfach ein<br />
Anzeige<br />
1<br />
1.25<br />
Dortmund<br />
Union<br />
*Quotenänderung vorbehalten<br />
Suchtrisiken.glücksspielhilfe.de18+<br />
X<br />
6.00<br />
Jetzt wetten<br />
geiler Moment für uns in der Liga“,<br />
sagte Gulacsi: „Wir wollen unsere<br />
Auftritte in diesen Topspielen unbedingt<br />
verbessern.“<br />
Mönchengladbach, das mit einem<br />
Sieg an RB vorbeiziehen würde,<br />
will derweil vor allem seine Auswärtsbilanz<br />
verbessern. Zuletzt holten<br />
die Borussen nur einen Punkt<br />
aus vier Auftritten in der Fremde,<br />
verloren unter anderem bei Union<br />
Berlin (0:2) und dem VfL Wolfsburg<br />
(1:2). Will die Borussia den Traum<br />
vonder Champions League oder sogar<br />
mehr realisieren, muss auswärts<br />
besser gepunktet werden. „Für uns<br />
geht es darum, solche Spitzenspiele<br />
zu gewinnen, wenn wir oben dran<br />
bleiben wollen. Das ist für uns der<br />
nächste Schritt“, sagte Trainer Marco<br />
Rose.<br />
Für die Begegnung in Leipzig, wo<br />
Roses Frau Nikola und Tochter Maria<br />
noch immer leben, forderte Rose<br />
„maximale Überzeugung“. Dasgelte<br />
vor allem bei Ballbesitz. „Nur gegen<br />
den Ball wird man gegen Leipzig<br />
nicht erfolgreich sein. Du musste sie<br />
auch beschäftigen“, sagte Rose. Besonders<br />
vorTorjäger Timo Werner ist<br />
die Borussia gewarnt –imHinspiel<br />
(3:1) erzielte der Nationalspieler alle<br />
drei RB-Treffer.<br />
Wenig Hoffnung macht der Borussia<br />
aber die Statistik: In sieben<br />
Versuchen hat die Fohlenelf gegen<br />
Leipzig noch nie gewonnen. (sid)<br />
2<br />
9.50<br />
Ein Freund des ruhenden Balles: Christopher Trimmel.<br />
Ode an den Eckstoß<br />
Dank Christopher Trimmel hat der 1. FC Union ein Stilmittel, das den BVB in große Verlegenheit bringen kann<br />
VonMarkus Lotter<br />
Der Eckstoß oder Eckball,<br />
in England, aber auch in<br />
Österreich und der<br />
Schweiz „Corner“ genannt,<br />
ist neben dem Strafstoß und<br />
dem Freistoß die fraglos verfänglichste<br />
Übung für einen Fußballspieler.<br />
Sieht so einfach aus, birgt allerdings<br />
für den Schützen aufgrund der<br />
Komplexität der Schussbewegung<br />
(samt gern mal eingeschränktem<br />
Anlauf) und der Abhängigkeit vom<br />
richtigen Mitwirken der Mitspieler<br />
eine sehr große Gefahr sich zu blamieren.<br />
Zu kurz, zu lang, dann mal<br />
gerneine leichte Fangübung für den<br />
gegnerischen Torhüter, ach, es ist<br />
doch immer der Schütze, der bei einer<br />
uneffektiven Ausführung den<br />
Zorn der Zuschauer abbekommt –<br />
und beim nächsten Mal unter noch<br />
größerem Druck samt Ball zur Eckfahne<br />
marschiert. Schon Pierre Littbarski<br />
wusste: „Wer einen Eckball<br />
hinters Torhaut, ist die Oberpfeife,<br />
wertrifft, ist reif für die Nationalelf.“<br />
So kommt es nicht von ungefähr,<br />
dass Pep Guardiola während seiner<br />
Zeit beim FC Barcelona den Profis<br />
nahelegte, „el córner“ doch bitte<br />
kurz auszuführen. Mit der Begründung,<br />
dass seine doch eher kleingewachsenen<br />
Spieler beim Kopfballspiel<br />
ohnehin unterlegen wären und<br />
der Ball beim Eckstoß doch immer<br />
zu weit vom gegnerischen Torentfernt<br />
wäre, als dass dadurch zwangsläufig<br />
eine Tormöglichkeit hervorgerufen<br />
werden könnte.Zudem bannte<br />
der Katalane mit dieser Maßnahme<br />
auch das Risiko eines schnellen Gegenangriffs.<br />
Der Eckball, der übrigens schon<br />
im Oktober 1868 vonden visionären<br />
Urhebern der „Laws of the Sheffield<br />
Football Association“ in das Spiel<br />
eingeführt wurde, ist jedenfalls eine<br />
Sache für Spezialisten. Fritz Walter<br />
beispielsweise war so einer, auf Geheiß<br />
vonSepp Herberger,der sich in<br />
seiner im Jahr 1930 verfassten Diplomarbeit<br />
schon ausführlich mit<br />
dieser gernmal unterschätzten Standardsituation<br />
und dem sogenannten<br />
„Freisperren“ auseinandergesetzt<br />
hatte. Nicht wenige halten dieses<br />
Stilmittel für ein maßgebliches beim<br />
Gewinn des WM-Titels im Jahr 1954.<br />
Zwei vonsechs Torender Deutschen<br />
im Halbfinale gegen Österreich fielen<br />
im Anschluss an einen Eckball,<br />
genauso wie der 2:2-Ausgleichstreffer<br />
durch Helmut Rahn im Finale gegen<br />
die Ungarn. In seinem Buch<br />
„Mein Hobby: Tore schießen“ berichtete<br />
Rahn:„Corner Nummer eins<br />
war kurzgekommen, also kam –verabredungsgemäß<br />
–die zweite lang.“<br />
Was das alles mit der Auswärtspartie<br />
des 1. FC Union bei Borussia<br />
Dortmund zu tun hat? Nun, unsere<br />
Kollegen vom Institut für Spielana-<br />
„Wer einen Eckball hinters Torhaut,<br />
ist die Oberpfeife, wer trifft,<br />
ist reif für die Nationalelf.“<br />
Pierre Littbarski war beim Eckballschießen offensichtlich keine Oberpfeife.<br />
lyse haben in Vorbereitung auf das<br />
Spiel gezählt und die Zahlen dahingehend<br />
gedeutet, dass sich im<br />
grundsätzlich doch eher ungleichen<br />
Vergleich zwischen den beiden<br />
Mannschaften gerade bei den Eckbällen<br />
eine Chance für den Außenseiter<br />
aus Köpenick eröffnet. Einerseits<br />
hat das Team vonTrainer UrsFischer<br />
im Anschluss an einen Eckstoß<br />
von Christopher Trimmel bereits<br />
sechs Tore erzielt, während Borussia<br />
Dortmund fünf Gegentreffer nach<br />
Eckstößen hinnehmen musste.<br />
Ein attraktiver Ausweg<br />
EinProblem, das die Dortmunder<br />
schon in der Vorsaison (14 Gegentreffer<br />
nach Standardsituationen)<br />
beschäftigte und Keeper Roman<br />
Bürki da schon schier zur Verzweiflung<br />
trieb. „Ich sage da nichts mehr<br />
zu, das habe ich oft genug getan. Das<br />
müssen jetzt auch mal andereerkennen.<br />
Es ärgert mich, aber ich rege<br />
mich im Spiel nicht mehr auf. Dasist<br />
mir die Energie nicht wert“, wetterte<br />
der Schweizer im Frühjahr 2019.<br />
BVB-Trainer Lucien Favre, der bei<br />
der Verteidigung von gegnerischen<br />
Standardsituationen unverdrossen<br />
auf Raumdeckung setzt, scheint jedenfalls<br />
immer noch keine Idee für<br />
eine Lösung des Missstands gefunden<br />
zu haben.<br />
Mutmüsse seine Mannschaft haben,<br />
um in Dortmund bestehen zu<br />
können, hat unterdessen UrsFischer<br />
am Donnerstag im Hinblick auf die<br />
Partie im Westfalenstadion gesagt.<br />
Oder eben eine gute Idee wie beim<br />
3:1 im Hinspiel, als sich Trimmel in<br />
der 22. Minute zur Ausführung eines<br />
Eckstoßes begab, den Ball allerdings<br />
nicht in hohem Bogen direkt vors Tor<br />
schlug, sondern als flache Hereingabe<br />
Richtung Strafraumgrenze<br />
schickte. Marius Bülter stürmte wie<br />
im Training geübt herbei, vollendete<br />
mit seinem rechten Fuß zum 1:0 für<br />
die Eisernen. Fischer sagt: „Standards<br />
sind eine Waffe, einfacher<br />
kannst du nicht zu einem Torkommen.“<br />
Emre Can verzichtet bei seinem Wechsel nach Dortmund auf viel Geld, um die Chance auf eine EM-Teilnahme zu erhöhen<br />
Nationalspieler Emre Can will<br />
mit seinem Wechsel zu Fußball-Bundesligist<br />
Borussia Dortmund<br />
seine EM-Chance deutlich<br />
erhöhen und verzichtet dafür auf<br />
viel Geld. Nach übereinstimmenden<br />
Medien-Informationen leiht<br />
der BVB den Nationalspieler zunächst<br />
bis Saisonende vom italienischen<br />
Rekordmeister Juventus Turinaus,imAnschluss<br />
soll Caneinen<br />
Vierjahresvertrag erhalten. Die Ablösesumme<br />
dürfte rund 25 Millionen<br />
Euro betragen.<br />
Laut Bildzeitung soll der 26-Jährige<br />
künftig 8,5 Millionen Euro pro<br />
Saison verdienen, in Turin waren es<br />
angeblich rund 14 Millionen. Doch<br />
für den Mittelfeldspieler, der auch<br />
in einer Vierer- oder Dreierkette<br />
agieren kann, ist die sportliche Perspektive<br />
wichtiger. Bei Juve spielte<br />
der ehemalige Münchner und Leverkusener<br />
zuletzt keine Rolle mehr.<br />
Für die Champions League wurde er<br />
in dieser Saison überhaupt<br />
nicht gemeldet.<br />
Can sah offenbar seine<br />
EM-Teilnahme in Gefahr.<br />
Der BVB rüstet mit der<br />
Verpflichtung, die nach<br />
dem Medizincheck im<br />
Laufe des Freitags offiziell<br />
verkündet werden sollte,<br />
im spannenden Titelrennen<br />
noch einmal kräftig<br />
auf. Der Wechsel wird<br />
auch durch den Verkauf von Paco<br />
Alcácer an den FC Villarreal finanziert.<br />
Für das Spiel gegen den 1. FC<br />
Union am Sonnabend (15.30<br />
Uhr/Sky) spielt Canaber wohl noch<br />
DPA/ALESSANDRO DI MARCO<br />
keine Rolle in den Überlegungen<br />
vonTrainer Lucien Favre.<br />
Dafür hofft Wunderstürmer Erling<br />
Haaland nach seinen fünf Jokertoren<br />
in den ersten beiden<br />
Begegnungen auf seinen<br />
ersten Startelfeinsatz.<br />
„Erling ist in einer hervorragenden<br />
Verfassung“,<br />
sagte Sportdirektor Michael<br />
Zorc, der angesichts<br />
der Last-Minute-Transfers<br />
in den vergangenen Tagen<br />
Frust in Turin: ein beachtliches Programm<br />
hinter sich ge-<br />
Emre Can.<br />
bracht hat.<br />
Favreblieb beim Thema Haaland<br />
allerdings gewohnt zurückhaltend<br />
und ließ sich nicht in die Karten<br />
schauen. „Es ist möglich, wir werden<br />
sehen“, sagte der Schweizer<br />
IMAGO IMAGES/KOLBERT-PRESS<br />
über einen Einsatz vonHaaland von<br />
Beginn an.<br />
Haaland hofft natürlich darauf,<br />
in der Startformation zu stehen,<br />
auch wenn er die Rolle des Jokers<br />
aufgrund seines Trainingsrückstands<br />
zuletzt akzeptierte: „Wir verfolgen<br />
einen Plan, und das war die<br />
ganze Zeit über der Plan. Wenn ich<br />
auf der Bank sitze, bin ich nur noch<br />
motivierter zu liefern“, sagte der<br />
Norweger und untermauerte dies<br />
zuletzt eindrucksvoll.<br />
Bis auf Mittelfeldspieler Thomas<br />
Delaney stehen Favre gegen Union<br />
alle Spieler zur Verfügung. Die 1:3-<br />
Niederlage im Hinspiel ist dem<br />
BVB-Coach aber noch in „schlechter<br />
Erinnerung“. Diese soll sich<br />
nicht wiederholen, der BVB sinnt<br />
auf Revanche. (sid)<br />
NACHRICHTEN<br />
Füchse starten mit<br />
Problemen in die Rückrunde<br />
HANDBALL. Miteinigen Fragezeichen<br />
starten die Füchse Berlin in das<br />
neue Handballjahr.Zum einen plagen<br />
die <strong>Berliner</strong> vorder Partie am<br />
Sonntag gegen die HBWBalingen-<br />
Weilstetten (16 Uhr) einige Personalprobleme,zum<br />
anderen weiß niemand,<br />
wo das Team eine Woche<br />
nach der EM steht. Eines ist deshalb<br />
für Kapitän Hans Lindbergklar:„Wir<br />
müssen uns schnell wieder finden.“<br />
Denn das Programm im Februar mit<br />
acht Spielen hat es gleich in sich.<br />
„Das wirdverdammt schwer“, glaubt<br />
deshalb TrainerVelimir Petkovic.Nationalspieler<br />
Paul Drux stieg erst am<br />
Donnerstag wieder ins Training ein.<br />
Undobdie Keeper Silvio Heinevetter<br />
(Fieber) und Dejan Milosavjev (Rekonvaleszent)<br />
wieder mitmischen<br />
können, ist noch offen. Klar ist, dass<br />
Fabian Wiede noch mindestens bis<br />
Aprilausfallen wird, Rechtsaußen<br />
Mattias Zachrisson sogar bis Saisonende.<br />
Albas Basketballer wollen<br />
Platz zwei behaupten<br />
BASKETBALL. DieBasketballer von<br />
Alba Berlin geben der Enttäuschung<br />
nach der bitteren Heimniederlage in<br />
der Euroleague nur wenig Platz.<br />
„Auch wenn wir das Resultat nicht<br />
mögen, wir haben über die meiste<br />
Zeit sehr gut gespielt“, sagte Coach<br />
Aíto García Reneses nach dem 70:74<br />
gegen Fenerbahce Istanbul am Donnerstag<br />
und lenkte den Blick gleich<br />
auf das nächste Spiel am Sonntag<br />
beim viertplatzierten Verfolger EWE<br />
Baskets Oldenburg(18 Uhr). Im<br />
Kampf um Platz zwei will sich der<br />
derzeitige Dritte Alba keine Patzer<br />
erlauben. DasSpiel könnte noch<br />
weitereBedeutung erlangen, denn<br />
es ist auch die Generalprobe für das<br />
Pokalfinale am 16. Februar in Berlin.<br />
KSC verpflichtet ehemaligen<br />
Hertha-Profi Ben-Hatira<br />
FUSSBALL. Zweitligist Karlsruher SC<br />
hat Änis Ben-Hatiraverpflichtet. Der<br />
31 Jahrealte Mittelfeldspieler<br />
kommt vomungarischen Erstligisten<br />
Honved Budapest und unterschrieb<br />
einen Vertragbis Saisonende.Der<br />
gebürtige <strong>Berliner</strong> startete<br />
seine Profikarrierebeim Hamburger<br />
SV (2006 bis 2011). Bis2016 lief er anschließend<br />
für Hertha BSC auf, weiterekurze<br />
Stationen folgten bei Eintracht<br />
Frankfurtund Darmstadt 98.<br />
Volleys wollen Erfolgsserie<br />
in der Liga fortsetzen<br />
VOLLEYBALL. Derdeutsche Meister<br />
BR Volleys will das fast sichereAus in<br />
der Champions League mit einer<br />
weiter makellosen Bilanz in der Bundesliga<br />
verarbeiten. „Die Frustration<br />
danach war groß“, sagte Volleys-<br />
Trainer Cedric Enardzur 2:3-Niederlage<br />
gegen Fakel NowyUrengoi. Aber<br />
um die gute Ausgangsposition in der<br />
Hauptrunde der Bundesliga zu verteidigen,<br />
könne man sich nicht mit<br />
dem letzten Spiel aufhalten. So soll<br />
die Erfolgsserie von15Siegen in 15<br />
Spielen am Sonnabend (19.30 Uhr/<br />
sporttotal.tv) in der Partie beim TV<br />
Rottenburgnicht abreißen.<br />
Wasserballer erhalten Platz<br />
bei Qualifikations-Turnier<br />
WASSERBALL. Dasdeutsche Team<br />
erhält einen Platz für das Olympia-<br />
Qualifikationsturnier Ende Märzin<br />
Rotterdam. Wieder Weltverband<br />
Fina am Freitag bekanntgab,sind für<br />
das Zwölf-Nationen-Turnier vom22.<br />
bis zum 29. MärzAbsagen teilnahmeberechtigter<br />
Teams aus Afrika<br />
und Ozeanien eingegangen. Entgegen<br />
zwischenzeitlicher Verlautbarungen<br />
werden in den Niederlanden<br />
nur noch drei statt vier Olympiaplätzevergeben.<br />
DerWeg zu Olympia<br />
wirdsomit schwieriger.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 24<br />
·························································································································································································································································································<br />
Sport<br />
Go, West!<br />
Die San Francisco 49ers haben Jahre der Mittelmäßigkeit<br />
hinter sich. Jetzt sind sie im Super Bowl gegen die Kansas City<br />
Chiefs Favorit –und auf dem Wegzualter Stärke<br />
VonSebastian Moll, New York<br />
Fingerzeig: Das Team der 49ersbei der Rudelbildung namens Huddle. In Miami will es wieder zur Nummer eins der National Football League aufsteigen.<br />
GETTY IMAGES/CORAL GABLES<br />
Esgab eine Zeit, da war Playoff-Football<br />
ohne SanFrancisco<br />
undenkbar. Rund<br />
zwanzig Jahrelang, vonBeginn<br />
der 80er-Jahre bis 1998, waren<br />
die San Francisco 49ers eine Macht<br />
in der National Football League<br />
(NFL), fünf Titel haben sie in dieser<br />
Zeit angehäuft und Legenden wie Joe<br />
Montana und Jerry West hervorgebracht.<br />
Das Football-Team, das damals<br />
noch im Candlestick-Park mitten<br />
in der Stadt spielte,war der ganze<br />
Stolz vonSan Francisco.<br />
Vonden heutigen Fans der 49ers<br />
können sich nur noch die<br />
Älteren wehmütig an diese<br />
Zeit erinnern. Zwar haben<br />
es die Footballer aus Kalifornien<br />
2012 wieder einmal<br />
bis in den Super Bowl<br />
geschafft, den sie gegen die<br />
BaltimoreRavens verloren.<br />
Doch es war nur ein kleiner<br />
Hoffnungsschimmer.<br />
Über die meiste Zeit während<br />
der vergangenen<br />
zwanzig Jahre dümpelten die 49ers<br />
im Mittelmaß herum. Der Umzug in<br />
das seelenlose Levi’sStadium im SiliconValley<br />
im Jahr 2014 schien diesen<br />
Abstieg nur noch weiter zu zementieren.<br />
Doch seit diesem Jahr gibt es wieder<br />
Hoffnung, dass eines der großen<br />
Teams der NFL wieder zu alter Größe<br />
zurückfindet. Die 49ers stehen an<br />
diesem Sonntag gegen die Kansas<br />
City Chiefs im Super Bowl, und die<br />
Mannschaft wirkt nicht wie eine<br />
sportliche Eintagsfliege.„Es ist so,als<br />
ob ein alter Freund, der lange weg<br />
Der Headcoach:<br />
Kyle Shanahan.<br />
war, zurückgekehrt ist“, sagt NFL-<br />
TV-Moderator Chris Berman.<br />
Die 49ers waren die große Überraschungsmannschaft<br />
der Saison.<br />
Noch im vergangenen Jahr hatte sie<br />
eine katastrophale Bilanz von vier<br />
Siegen zu zwölf Niederlagen. In diesem<br />
Jahr drehten sie den Spieß um<br />
und gewannen 13-mal. Im Meisterschaftsspiel<br />
um die National Football<br />
Conference fegten sie souverän<br />
den Erzrivalen aus besseren Tagen,<br />
die Green BayPackers,vom Platz. Bei<br />
alldem sah die neue Formation von<br />
Head Coach Kyle Shanahan wie eine<br />
Mannschaft aus, die auf<br />
Jahre hinaus den Football<br />
an der Westküste prägen<br />
kann. Der Mix aus talentierten<br />
jungen Spielernwie<br />
denVerteidigernNick Bosa<br />
und RichardSherman, den<br />
GETTY IMAGES/SEAN HAFFEY<br />
Stadion: Gespielt wird im Hard Rock Stadium<br />
in Miami/Florida. Die Arena ist bereits<br />
zum sechsten Mal Schauplatz des Spektakels<br />
nach 1989, 1995, 1999, 2007 und<br />
2010. 65 000 Zuschauer passen hinein.<br />
Duell: Das Finale San Francisco gegenKansas<br />
City gabesnoch nie. Die Chiefs waren zuletzt<br />
vor50Jahren dabei (1970/Super Bowl<br />
IV) und schlugen bei ihrem bislang einzigen<br />
Titelgewinn die Minnesota Vikings (23:7).<br />
Die 49ers haben fünf Titel geholt, die Franchise<br />
kann mit den RekordsiegernPittsburgh<br />
Steelers und NewEngland Patriots (beide 6)<br />
gleichziehen.<br />
Farbenspiel: Beide Teams haben Rot als<br />
Hauptfarbe, die Chiefs werden sie als nominelles<br />
Heimteam tragen. Die 49ers schlüpfen<br />
in weiße Trikots und goldene Hosen.<br />
Deutscher: Mark Nzeocha, 30, aus Ansbach<br />
kann als dritter deutscher Profi nach Markus<br />
Koch (1988, 1992) und Sebastian Vollmer<br />
(2015, 2017) den Super Bowl gewinnen. Der<br />
Linebacker der 49ers kommt als Special Teamer<br />
zum Einsatz.<br />
Fernsehen: ProSieben sendet ab 22.45 Uhr,<br />
der Livestreamingdienst Dazn ab 23.45 Uhr.<br />
Es werden wieder gut 100 Millionen Fans in<br />
den USA vordem Fernseher sitzen.<br />
Werbung: Laut US-Werbefachzeitschrift Adweek<br />
kostet ein 30-Sekunden-Spot beim<br />
AUCH DAS NOCH<br />
Sender Fox 5,6 Millionen Dollar.US-Präsident<br />
Donald Trump und Michael Bloomberg,<br />
möglicher Herausforderer bei der Wahl im<br />
November,haben je 60 Sekunden gebucht.<br />
Show: Für die HalbzeitshowsorgeninMiami<br />
Gardens Jennifer Lopez und Shakira, für die<br />
US-Hymne vordem Spiel Demi Lovato.<br />
Essen: Laut National Chicken Council dürften<br />
die Amerikaner am Wochenende 1,4 Milliarden<br />
Chicken Wingsverdrücken. Einer Untersuchung<br />
des Meinungsforschungsinstituts<br />
YouGov zufolge sind die beliebtesten Speisen<br />
der Befragten Chips mit Dip vorChicken<br />
Wings, Pizza und Nachos.<br />
Trinken: Limonade macht das Rennen vor<br />
Bier,Eistee und Wein.Essollen 325,5 Millionen<br />
Gallonen Bier getrunkenwerden, mehr<br />
als 1,2 Milliarden Liter.<br />
Tickets: Die sind ab 4250 Dollar zu haben.<br />
Für den Bereich am Spielfeldrand nahe der<br />
Mittellinie sind 274 625 Dollar fällig.Ein Ticket<br />
für Super Bowl 1(1967) kostete sechs<br />
Dollar.Das Spielwar nichtausverkauft.<br />
Prämien: Jeder Profi des Siegerteams erhält<br />
eine Bonuszahlung von124 000Dollar<br />
(112 000Euro). Für die Verlierer gibt es<br />
62 000Dollar (56 000 Euro). DieSieger des<br />
Pro Bowl,Allstar-Game der NFL, bekamen<br />
70 000Dollar.Ein Erfolg im Pro Bowl ist also<br />
lukrativer als eine NiederlageimSuper Bowl.<br />
Running Backs Raheem<br />
Mostert und Matt Breida<br />
sowie dem besonnen<br />
Quarterback Jimmy Garoppolo<br />
ist ein Gerüst, das<br />
lange Zeit tragen wird.<br />
Die Wiedergeburt der 49ers passierte<br />
unterdessen nicht, wie es auf<br />
den ersten Blick erscheinen mag,<br />
über Nacht. Es ist bereits drei Jahre<br />
her, dass die Teamführung das Duo<br />
Kyle Shanahan und den neuen Manager<br />
John Lynch mit genau dem<br />
Auftrag anheuerte, die desolate<br />
Mannschaft neu aufzubauen.<br />
Lynch und Shanahan erhielten<br />
beide Sechsjahresverträge – ein<br />
enormes Risiko angesichts der Tatsache,dass<br />
beide in ihren neuen Jobs<br />
nur wenig Erfahrung hatten. Shanahan<br />
hatte vorher in Atlanta die Offensive<br />
koordiniert, als Cheftrainer<br />
hatte er noch nie fungiert. John<br />
Lynch, der ehemalige Strong Safety<br />
der Tampa Bay Buccanneers, hatte<br />
vor seinem Job inSan Francisco als<br />
TV-Kommentator gearbeitet. Doch<br />
die beiden hatten, wie man in den<br />
USA sagt, eine hervorragende Chemie.<br />
Innerhalb kürzester Zeit entwickelten<br />
sie eine gemeinsame Vision<br />
für die Zukunft der 49ers.<br />
Nach einer Saison hatten sie einen<br />
starken Kern aus jungen talentierten<br />
Spielern zusammengestellt,<br />
welche die 49ers auf dem<br />
Transfermarkt nicht allzu<br />
viel kosteten. Das fehlende<br />
Puzzleteil zu einer<br />
Siegmannschaft flog Shanahan<br />
und Lynch jedoch<br />
eher unverhofft in den<br />
Schoß. Weil Superstar Tom<br />
Brady beim Rekordmeister<br />
New England sich damit<br />
schwertat, einen ta-<br />
Der Quarterback:<br />
JimmyGaroppolo.<br />
lentierten Quarterback<br />
neben sich zu dulden, wurde sein<br />
Ersatzmann Garoppolo 2018 plötzlich<br />
zu unverhältnismäßig günstigen<br />
Konditionen verfügbar. Lynch<br />
und Shanahan schlugen zu.<br />
In dieser Saison ist Garoppolo<br />
erstmals unverletzt und bringt den<br />
beiden mutigen Investoren aus San<br />
Francisco reichlich Dividende. Der<br />
uneigennützige Verteiler stellt sich<br />
als genau der Richtige heraus, um<br />
die jungen schnellen Angreifer der<br />
49ers in Szene zu setzen.<br />
Dass die New England Patriots in<br />
der ersten Play-off-Runde ausschieden<br />
und TomBrady sich nun nach<br />
einem neuen Jobumsieht, verschafft<br />
den 49ers nun zweifellos ein gewisses<br />
MaßanGenugtuung, auch wenn<br />
sie es sich nicht anmerken lassen. Es<br />
ist ein Zeichen, dass sich die Kräfteverhältnisse<br />
im Football verschieben.<br />
Die Patriots-Ära ist vorbei, und<br />
im Westen gibt es berechtigte Hoffnung<br />
auf ein neues goldenes Zeitalter<br />
für SanFrancisco.<br />
So wie zu Zeiten des Joe Montana.<br />
Der ist hin- und hergerissen.<br />
„Ich werdeein Bier für jeden Touchdown<br />
trinken, den beide Teams erzielen“,<br />
sagt Montana, der<br />
für viele Experten der<br />
beste Quarterback in der<br />
Geschichte ist. Denn obwohl<br />
ihn Fans sofort mit<br />
den San Francisco 49ers<br />
und den vier Meistertiteln<br />
GETTY IMAGES/HARRY HOW<br />
verbinden, hat der 63-<br />
Jährige auch für die Kansas<br />
City Chiefs etwas übrig.<br />
Von1993 bis 1994 ließ<br />
er seine einzigartige Karriere<br />
inKansas ausklingen. Die Erfolge<br />
mit den 49ers überstrahlten jedoch<br />
lange Zeit die Leistungen seiner<br />
Nachfolger. Jimmy Garoppolo<br />
hat immerhin des Meisters Segen:<br />
„Quarterback zu sein, ist das<br />
Schlimmste, weil jeder auf ihn<br />
schaut“, sagt Montana. „Und hey,er<br />
macht genau das,was er soll.“<br />
Sebastian Moll<br />
erinnertanglorreiche Zeiten<br />
der 49ers.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 25 *<br />
·························································································································································································································································································<br />
Feuilleton<br />
Das fliegende Auge:<br />
Filme von Pavel Jurácek<br />
im Zeughaus-Kino<br />
Seite 28<br />
„Für Ambivalenzen ist nun mal die Literatur zuständig.“<br />
Kindheit in Armut und Gewalt: Christian Baron mit dem autobiografischen Buch „Ein Mann seiner Klasse“ Seiten 26 und 27<br />
Mit lachendem<br />
Ernst<br />
Der Schauspielerin Barbara Sukowa zum 70. Geburtstag<br />
VonArnoWidmann<br />
In ihren Rollen wirkt sie oft zerbrechlich, manchmal stur:Barbara Sukowa, 2016 auf dem Filmfestival in Locarno.<br />
IMAGO/PIER MARCO TACCA<br />
Barbara Sukowa wird am<br />
Sonntag 70 Jahre alt. Die<br />
Älteren hat sie lange begleitet.<br />
Seit sie 1980 in Rainer<br />
Werner Fassbinders Fernsehverfilmung<br />
von Alfred Döblins „Berlin<br />
Alexanderplatz“ –einer „Miniserie“<br />
würde man heute sagen –die Miezi<br />
spielte, war sie bekannt, und als sie<br />
im Jahr darauf gleich wieder einen<br />
Bundesfilmpreis bekam, für „Lola“,<br />
war sie eine der berühmtesten deutschen<br />
Schauspielerinnen. Ich hatte<br />
mich schon vorher in sie verliebt.<br />
1975 inszenierte Luc Bondy an<br />
den Städtischen Bühnen der Stadt<br />
Frankfurt eines der großartigen<br />
Stücke des französischen Rokoko-<br />
Dichters Pierre Carlet de Marivaux.<br />
„Die Unbeständigkeit der<br />
Liebe“ demonstriert und demontiert<br />
unsere Sehnsucht nach natürlicher<br />
Spontaneität, die selbst<br />
auch ein Ausdruck der Künstlichkeit<br />
unserer Gefühle ist.<br />
Barbara Sukowa war 25 und<br />
spielte Sylvia, das Mädchen vom<br />
Lande. Sie war hinreißend und wir<br />
alle, inklusive ihres Bühnenpartners<br />
Peter Franke, waren verliebt in sie.<br />
Sie war zart bis zur Zerbrechlichkeit<br />
und gleichzeitig starkknochig und<br />
stur. So verließ sie im Stück ihren<br />
Freund und wandte sich dem sie begehrenden<br />
Prinzen zu.<br />
Marivaux’ Stück von 1723 platzte<br />
hinein in das Frankfurt, in dem ein<br />
paar Tage zuvor nicht nur die Paulskirche<br />
von aufgebrachten Demonstranten<br />
besetzt worden war –die sich<br />
mit dem Widerstand gegen den spanischen<br />
Diktator Franco solidarisierten<br />
–, sondern auch die Wände im<br />
Foyerdes Schauspielhauses mit entsprechenden<br />
Parolen besprüht worden<br />
waren. Am 11. Oktober tagte der<br />
Club of Rome in Frankfurt.<br />
Dazu Demonstrationen gegen<br />
den Paragrafen 218 und andere, nahezu<br />
tägliche Aktionen der Frauenbewegung.<br />
In Familien, Wohngemeinschaften,<br />
Theatern und Büros<br />
wurden Beziehungen diskutiert und<br />
das Geflecht der Geschlechter immer<br />
wieder neu geknüpft. Dahinein<br />
platzte Marivaux’kühle Kunst: Computerspiele<br />
mit richtigen Menschen.<br />
Das ist die Welt, aus der Barbara Sukowa<br />
kam: als Kind ihrer Generation,<br />
als denkende Schauspielerin.<br />
Siekommt vomTheater.Vom modernsten<br />
Theater jener Jahre: von<br />
Bond und Bondy,von Peymann und<br />
Palitzsch. Sie spielte aber –man verzeihe<br />
mir das – auch unter Otto<br />
Schenk mit Helmut Lohner und Sascha<br />
Hehn. Sieeroberte alle Bühnen<br />
und jedes Publikum.<br />
Es war Rainer Werner Fassbinder,<br />
der sie zu einem deutschen Filmstar<br />
machte. InWahrheit war das keine<br />
Rolle für sie. Sie konnte spielen. Was<br />
hätte sie nicht spielen können? Aber<br />
im Leben war das nichts für sie.Dazu<br />
ist sie zu intelligent. Aber es gab in<br />
den 80er-Jahren kaum einen halb-<br />
Es war Rainer Werner Fassbinder, der sie zu<br />
einem deutschen Filmstar machte.<br />
In Wahrheit war das keine Rolle für sie.<br />
Sie konnte spielen. Was hätte sie<br />
nicht spielen können?<br />
wegs interessierten Kinobesucher,<br />
der sie nicht als Terroristin in Margarethe<br />
vonTrottas „Die bleierne Zeit“<br />
oder als „Rosa Luxemburg“ im Film<br />
derselben Regisseurin gesehen hat.<br />
Dennoch ließ sie nicht ab vom<br />
Theater. Sie spielte zum Beispiel in<br />
Giorgio Strehlers berühmter Inszenierung<br />
der „Dreigroschenoper“<br />
1986 im Pariser Théatre duChatelet<br />
Polly Peachum. Milva war die Seeräuber-Jenny.<br />
Diese Inszenierung nicht gesehen<br />
zu haben, gehört zuden schrecklichen<br />
Versäumnissen meines Theaterlebens.Ich<br />
habe leider auch nicht<br />
den Film gesehen, den sie mit ihrem<br />
Ehemann, dem amerikanischen<br />
Künstler Robert Longo gedreht hat.<br />
Er heißt „Vernetzt –Johnny Mnemonic“.<br />
Noch sträflicher scheint mir,<br />
dass ich niemals die Gelegenheit<br />
nutzte, die Horrorkomödie „Office<br />
Killer“ zu sehen, die sie zusammen<br />
mit Cindy Sherman drehte.<br />
Es hat keinen Sinn, die Filme aufzuzählen,<br />
die sie gedreht hat und die<br />
ich gesehen oder nicht gesehen<br />
habe. Aber nichts scheint mir falscher,als<br />
BarbaraSukowa als Schauspielerin<br />
des Neuen Deutschen<br />
Films der 80er-Jahre zubetrachten.<br />
Auch das ist nur eine Ecke, aus der<br />
sie kommt, in die sie nicht ungern<br />
immer wieder zurückgeht, von der<br />
sie aber auch immer wieder in ganz<br />
andereZonen aufbricht.<br />
Ende der 80er-Jahre zum Beispiel<br />
begann sie, als Sängerin aufzutreten.<br />
Schubertund Schumann,<br />
unter Abbado in Schönbergs<br />
Gurre-Liedern. Ihr erstes Album –<br />
sie war sechzig –kam 2010 heraus<br />
und wurde preisgekrönt.<br />
Sie scheint sich immer wieder<br />
neu zu erfinden. Ich bin gespannt,<br />
welches Abenteuer jetzt hinter der<br />
nächsten Ecke wartet. Zerbrechlich<br />
wirkt sie nicht mehr.Nach all diesen<br />
Erfolgen. Aber vielleicht war sie das<br />
auch als junge Frau nicht, und wir<br />
Betrachter projizierten etwas auf sie,<br />
was wir gerne sehen wollten.<br />
Wenn ich mir heute die alten Fotos<br />
ansehe, frappierten mich mehr<br />
ihre Nachdenklichkeit, ihr Ernst auf<br />
der glatten Stirn. Sie lachte gerne,<br />
aber sie mochte dabei nicht fotografiertwerden.<br />
Siewollte keine fröhlich<br />
in die Kamera grinsende Blondine<br />
sein. Diese Gefahr bestand zu keinem<br />
Zeitpunkt ihres Lebens.<br />
Wird Barbara Sukowa, die eben<br />
noch in Berlin weilte,ihren Geburtstag<br />
am Sonntag in Brooklyn mit ihrem<br />
Mann feiern, mit den Söhnen?<br />
Oder ist sie unterwegs zu neuen Unternehmungen,<br />
deren Ergebnisse<br />
wir erst in zwei, drei Jahren sehen<br />
werden? Alles Gute zum Geburtstag!<br />
Arno Widmann<br />
sah Barbara Sukowabereits<br />
1975 auf der Bühne.<br />
JEFF LYNNE’S ELO<br />
FROM OUT OFNOWHERE TOUR 2020<br />
27.9. Berlin -Mercedes-Benz Arena<br />
OUT NOW<br />
JEFFLYNNESELO.COM<br />
TICKETS: TICKETMASTER.DE · EVENTIM.DE
26 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Feuilleton<br />
SONNTAGSKRIMI<br />
Missbrauch<br />
des<br />
Missbrauchs<br />
VonFrank Junghänel<br />
Esgibt Einstiegsszenen, bei denen<br />
einem sofort klar ist, was gleich<br />
passieren wird. Ist zu Beginn eine<br />
glückliche Familie zu sehen, muss<br />
man davon ausgehen, dass ihr<br />
Schlimmes bevorsteht. So kommt es<br />
dann auch: Die sechsjährige Mia,<br />
Tochter vonKommissar Pawlak, wird<br />
entführt. Faber findet auf seinem<br />
Schreibtisch ein Foto des Mädchens.<br />
Er weiß, was das bedeutet. Dahinter<br />
kann nur Markus Graf stecken, der<br />
Mörder vonFabers Frau und Tochter.<br />
Zuletzt war er aus der Haft geflohen,<br />
um die Ermittler in Dortmund mit<br />
seinen kranken Psychospielchen zu<br />
tyrannisieren. Dieser finsteren Figur<br />
Graf verdankt sich Fabers Trauma,<br />
das er von Anfang an mit sich herumschleppt<br />
und nur mit Pharmaka<br />
halbwegs in den Griff bekommt.<br />
Schon wiederholt musste Markus<br />
Graf als erzählerischer Anker dienen,<br />
so auch diesmal, da er in einem besonders<br />
perfiden Fall die Strippen<br />
zieht. Eine junge Frau, offenbar ein<br />
früheres Missbrauchsopfer, hat ihren<br />
Peiniger getötet. Als die Polizei<br />
am Tatort eintrifft, hockt sie neben<br />
der Leiche und verlangt, mit Faber<br />
sprechen zu können. Es gibt keinen<br />
Hinweis auf ihreIdentität.<br />
Dasalles wirdsich aufklären, was<br />
aber diesen Dortmunder „Tatort“<br />
zumindest zweifelhaft macht, ist<br />
sein Umgang mit dem –man muss es<br />
leider so sagen –beliebten Thema<br />
Kindesmissbrauch. Immer wieder<br />
wird die verängstigte Mia, die über<br />
eine Pädophilen-Seite im Darknet<br />
versteigert werden soll, groß im Bild<br />
gezeigt. Dermehrfach preisgekrönte<br />
Regisseur Torsten C. Fischer zwingt<br />
den Zuschauer, ihr in die Augen zu<br />
sehen und sich vorzustellen, was ihr<br />
bevorsteht. Es ist eine Zumutung,<br />
die der Zuschauer nicht braucht, um<br />
die Widerwärtigkeit eines solchen<br />
Verbrechens zu begreifen. Schon<br />
weil man weiß, dass die kriminelle<br />
Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.<br />
Es gibt im Film eine Szene,inder ein<br />
Junge halb nackt und zitternd vor<br />
seinem Peiniger gerettet wird. Natürlich<br />
wird das alles sehr sensibel und<br />
sorgsam inszeniertworden sein. Das<br />
ist nicht die Frage. Kinder sollten<br />
auch vor einem dramaturgischem<br />
Missbrauch geschützt werden.<br />
Tatort–Monster So.,20.15Uhr,ARD<br />
Faber (Jörg Hartmann, r.)und sein Gegenspieler<br />
Graf (Florian Bartholomäi) WDR<br />
TOP 10<br />
Donnerstag,30. Januar<br />
1 Nord bei Nordwest ARD 6,97 22 %<br />
2 Tagesschau ARD 5,31 17 %<br />
3 Die verlorene ..., 5 ZDF 4,11 13 %<br />
4 Die verlorene ..., 6 ZDF 4,02 13 %<br />
5 heute-journal ZDF 3,97 15 %<br />
6 heute ZDF 3,88 15 %<br />
7 SokoStuttgart ZDF 3,75 18 %<br />
8 Wer weiß denn ...? ARD 3,71 18 %<br />
9 Notruf Hafenkante ZDF 3,55 12 %<br />
10 RTL aktuell RTL 3,48 15 %<br />
ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %<br />
Der Claassen-Verlag veranstaltet<br />
einen Abend<br />
für seinen neuen Autor.<br />
Eine <strong>Zeitung</strong>sseite wird<br />
herumgereicht. Sie ist so etwas wie<br />
die Geburtsurkunde des Buchs, um<br />
das es geht: „Ein Mann seiner<br />
Klasse“. Aufdem Bucheinband allerdings<br />
ist kein Mann zu sehen, das<br />
runde Schwarz-Weiß-Foto zeigt den<br />
Autor als Baby auf dem Arm einer<br />
sehr jungen Frau. Diese Spannung<br />
zwischen Bild und Titel ist bewusst<br />
gewählt, sagt Christian Baron, als wir<br />
uns am nächsten Tagzum Interview<br />
treffen. Seine Mutter hatte voneinem<br />
anderen Leben geträumt, sie schrieb<br />
Gedichte, las Bücher. Einen Beruf<br />
hatte sie aber nicht, sie lebte für die<br />
Familie. Neun Jahre war Christian<br />
Baronalt, als sie starb.<br />
Herr Baron, es klingt ja etwas unwahrscheinlich:<br />
Sie schrieben im<br />
Freitag zum Frauentag über Ihren<br />
Vater, der trank, der Ihre Mutter<br />
schlug, und nun, Ende Januar im Folgejahr,liegt<br />
Ihr Buch vor, das sozusagen<br />
die ganzeGeschichte erzählt.<br />
Aber so war es. Als der Text erschien,<br />
hat sich gleich die Agentin<br />
Franziska Günther gemeldet, die<br />
eine ziemlich genaueVorstellung davon<br />
hatte, was für ein Buch das sein<br />
sollte.Und mir hatten die sehr heftigen<br />
Reaktionen auf den Artikel auch<br />
gezeigt: Dieses Ich, von dem zu<br />
schreiben ich mich erst durchringen<br />
musste, kann offenbar andere interessieren.<br />
Haben Sie überlegt, ein Pseudonym<br />
zu verwenden?<br />
Nein. Die Figuren, die neben mir<br />
auftauchen, tragen nicht ihre richtigen<br />
Namen, das war mir und ihnen<br />
auch wichtig. Ich habe mit diesem<br />
Buch zwar keine politische Botschaft,<br />
das hat Literatur noch nie gut<br />
getan, aber natürlich soll es auch etwas<br />
über unsere Gesellschaft erzählen.<br />
Mich hinter einem Pseudonym<br />
zu verstecken, wäremir ein bisschen<br />
feige vorgekommen.<br />
Sie waren der Erste in Ihrer Familie,<br />
der über den Hauptschulabschluss<br />
hinausgekommen ist. UndSie haben<br />
sogar schon ein erstes Buch geschrieben:<br />
„Proleten, Pöbel, Parasiten.<br />
Warum die Linken die Arbeiter verachten“.<br />
Das ist ein politisches Sachbuch,<br />
das sich mit Problemen der Linken<br />
auseinandersetzt. Da habe ich zwar<br />
meine Sprechposition herausgestellt,<br />
aber mich nicht allzu sehr mit<br />
meiner Person beschäftigt. Als Journalist<br />
habe ich eigentlich gelernt, zu<br />
den Gegenständen, die mich besonders<br />
interessieren, eine professionelle<br />
Distanz zu halten. Dassind genau<br />
diese Themen: soziale Ungleichheit<br />
und Armut. Ein weiterer Punkt<br />
ist, dass während meines Studiums<br />
andere zumir sagten, sie seien auch<br />
Arbeiterkinder, ich hielt mich also<br />
für einen vonvielen.<br />
Wenn meine Kollegin Sabine Rennefanz<br />
sagt, warum sie lange gebraucht<br />
habe, ehe sie sich entschied, „ich“ zu<br />
sagen in Artikeln, erklärt sie es auch<br />
mit der Herkunft als ostdeutsches Arbeiterkind.<br />
Sie war längst eine anerkannte<br />
Journalistin und glaubte<br />
doch, ihreStimme zähle nicht.<br />
Ich merke es in größeren Gruppen,<br />
bei der Redaktionskonferenz,<br />
wenn alle für ihreThemen und Positionen<br />
kämpfen. Dann beobachte<br />
ich mich von außen, wie ich mich<br />
zurückhalte: Ich sehe, wie mich die<br />
anderen anschauen, weil die mich<br />
vielleicht für einen Hochstapler halten,<br />
der gar nicht dazugehört, nicht<br />
so gut ausgebildet wie die anderen,<br />
nicht so klug …Das ist ein ständiges<br />
Kuddelmuddel im Kopf.<br />
Sie sitzen da und beobachten sich.<br />
Das ist letztlich die Position, die Sie<br />
zum Erzählen eingenommen haben:<br />
Sieschauen vonsich aus und auf sich<br />
herab. Und Sie reisen zurück an die<br />
Orte Ihre Kindheit. Wie haben Sie Ihr<br />
literarisches Ichgefunden?<br />
Als ich überlegte, wie das aufgebaut<br />
und was drin sein muss,dastanden<br />
zuerst die Kapitelüberschriften,<br />
die Emotionen zugeordnet sind.<br />
Scham, Stolz, Angst, Liebe …<br />
Da war mir klar, das kann nicht<br />
noch eine soziologische Ebene haben,<br />
die das reflektiert. Didier Eribon<br />
schafft es zwar sehr gut, in„Rückkehr<br />
nach Reims“ zu erklären, was es mit<br />
Pierre Bourdieus Thesen zu tun hat,<br />
wenn die alte Arbeiterklasse zunehmend<br />
die Rechten wählt. Doch wenn<br />
ich von den Emotionen her denke,<br />
dann muss ich erzählen. Ich darf<br />
dann nicht zwischendurch in meine<br />
journalistische Rolle zurückfallen.<br />
Ichdachte beim Lesen nicht an Didier<br />
Eribon. Ich dachte an zwei andere<br />
französische Autoren: Edouard Louis<br />
und Annie Ernaux.<br />
Annie Ernaux ist für alle Menschen<br />
wichtig, die autofiktional<br />
schreiben. Auch wenn sie ein ganz<br />
anderes Verfahren anwendet. Siesagt<br />
explizit, sie dürfe nicht berührend<br />
schreiben über ein Leben, das der<br />
Notwendigkeit unterworfen war.Das<br />
ist natürlich ein literarischer Trick,<br />
weil einen dieses Nüchterne erst<br />
recht berührt. Mirwar es wichtig, eine<br />
Schreibweise zu finden, die auch denen<br />
zugänglich ist, um die es in diesem<br />
Buch geht. Und bei Edouard<br />
Louis ist so eine Entwicklung erkennbar.<br />
Vor fünf Jahren habe ich „Das<br />
Ende von Eddy“ gelesen. Er beginnt<br />
mit dem Satz: „An meine Kindheit<br />
habe ich keine einzige glückliche Erinnerung.“<br />
Ichwollte das Buch schon<br />
zuklappen, weil ich es unlauter fand.<br />
Dann habe ich gesehen, wie jung er<br />
war. Wenn ich mit Anfang, Mitte 20<br />
über meine Kindheit geschrieben<br />
hätte, wäre ich auch viel apodiktischer<br />
gewesen in meinem Urteil. Sein<br />
neues Buch, „Wer hat meinen Vater<br />
umgebracht“, hat mich mit ihm versöhnt,<br />
weil selten jemand so schön<br />
über seinenVater geschrieben hat.<br />
Über einen trinkenden, gewalttätigenVater<br />
schreibt seit Jahren auch der<br />
Brite John Burnside. Sein neuestes<br />
Buch „Von Liebe und Magie –IPut a<br />
Spell onYou“ ist voneinigen Songs getragen.<br />
Musik gibt es in Ihrem Buch<br />
auch, sie reicht von Queens „Bohemian<br />
Rhapsody“ über Dr. Albans<br />
„Sing Hallelujah“ bis zu „Heidschi<br />
Bumbeidschi“. Wiekam sie hinein?<br />
„Am Ende<br />
des Monats<br />
hatten wir<br />
manchmal<br />
nichts zu<br />
essen“<br />
Christian Baron erzählt in dem Buch „Ein Mann seiner<br />
Klasse“ vom Aufwachsen in Armut und Gewalt mitten in<br />
Deutschland. Er wünscht sich eine andere Perspektive und<br />
eine andere Sprache in den Debatten der Gegenwart<br />
PERSON & BUCH<br />
Christian Baron wurde 1985 in Kaiserslauterngeboren.<br />
Er studierte Politikwissenschaft,<br />
Soziologie und Germanistik in<br />
Trier.Nach Stationen bei der Lokalzeitung<br />
Die Rheinpfalz und vier Jahren beim<br />
Neuen Deutschland arbeitet er seit 2018<br />
als Redakteur bei der Wochenzeitung Der<br />
Freitag in Berlin.<br />
Das Buch: „Mochte mein Vater auch<br />
manchmal unser letztes Geld in irgendeiner<br />
Spelunkeversoffen, mochte er auch<br />
mehrmals meine Mutter blutig geprügelt<br />
haben: Ich wollte immer,dass er bleibt.<br />
Aber anders“, schreibt Christian Baron in<br />
„Ein Mann seiner Klasse“, Claassen,<br />
Berlin 2020. 288 S.,20Euro.<br />
Die Lesung: Mo, 17.2., 20 Uhr,Roter<br />
Salon, Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz<br />
Die war schon in meinem Kapitelplan<br />
enthalten. Ich habe gewusst,<br />
dass dieser Text eine Melodie<br />
braucht. Beim Schreiben habe ich<br />
diese Musik laufen lassen. Weil das<br />
ein Fenster in meine Kindheit ist. Ich<br />
habe dann vor meinem geistigen<br />
Auge sofortSzenen abrufbar.<br />
Auf dem Buch steht nicht „Roman“,<br />
ein Sachbuch ist es auch nicht.Wurde<br />
das im Verlag diskutiert?<br />
Ich bin sehr froh darüber, dass es<br />
keine solche Einordnung gibt. Wenn<br />
man unbedingt eine Bezeichnung<br />
haben will, kann man es autobiografische<br />
Erzählung nennen, was<br />
aber viel zu ungelenk klingt.<br />
Es hat keine Botschaft, könnte aber<br />
zu einer politischen Debatte beitragen.<br />
Die Autorin Daniela Dröscher<br />
veranstaltet eine Gesprächsreihe mit<br />
Schriftstellern „Let’s talk about class –<br />
Wege aus dem Klassenkrampf“.<br />
Da darfich im Juni auch auftreten.<br />
Offenbar ist es also ein wichtiges<br />
Thema dieser Zeit.<br />
Im deutschsprachigen Raum gibt<br />
es schon einige gute Sachbücher<br />
dazu.Wasaber fehlt, sind literarische<br />
Verarbeitungen, Erzählungen. Das<br />
ist eine riesige Lücke.Eswäreschön,<br />
wenn mehr Verlage sich auf die Suche<br />
nach Autorinnen und Autoren<br />
begeben, die Geschichten von ganz<br />
unten schreiben. In der Politik und in<br />
den sozialen Medien scharen sich<br />
jetzt alle um die sogenannten einfachen<br />
Leute und tun ihreMeinungen<br />
kund: Die einen sagen, die liberalen<br />
Eliten haben sie verraten und die<br />
Leute wählen AfD, weil sie damit etwas<br />
zeigen wollen. Dieanderen wollen<br />
mit denen nichts zu tun haben<br />
und sagen, alle AfD-Wähler sind Rassisten.<br />
Die Wahrheit liegt in der<br />
Mitte.Und für Ambivalenzen ist nun<br />
mal die Literatur zuständig.<br />
Washalten Sie von dem Begriff „abgehängt“?<br />
Weil ich selber Soziologie studiert<br />
habe,weiß ich, dass das eine analytische<br />
Kategorie ist. Ichweiß, dass diejenigen,<br />
die den Begriff verwenden,<br />
es meistens nicht negativ meinen.<br />
Trotzdem kann ich nicht verhehlen,<br />
dass es ein beleidigendes Moment<br />
hat. Noch schlimmer ist „die sozial<br />
Schwachen“ –der größte Quatsch eigentlich.<br />
Es sind selten die sozial,<br />
sondern inder Regel die finanziell<br />
Schwachen.Wenn man es richtig benennt,<br />
wird nicht gleich alles besser.<br />
Aber man könnte damit beginnen,<br />
dass man nicht wie im Zoo eine<br />
Menschengruppe begutachtet und<br />
sich über sie auslässt, ohne mit denen<br />
jemals gesprochen zu haben.<br />
Empathiefähigkeit lernen heißt:<br />
Menschen verstehen wollen.<br />
Ich finde es sehr zwiespältig, dass<br />
ausgerechnet die Wahlerfolge der AfD<br />
zur Beschäftigung mit den Menschen<br />
führten, denen es schlecht geht. Das<br />
sind ja nicht alles deren Wähler. Und<br />
es gibt wohlsituierte Leute, die diese<br />
Partei unterstützen.<br />
Zumindest wäre das jetzt auch<br />
mal ein Anlass, den Nichtwählern<br />
mehr Aufmerksamkeit zu schenken.<br />
Da denke ich vor allem an die Parteien<br />
links der Mitte,also SPD,Grüne<br />
und Linkspartei. Wenn bei einer<br />
Landtagswahl nur 50 Prozent zur<br />
Wahl gehen, bedeutet das noch<br />
lange nicht, dass die anderen 50 Prozent<br />
apathisch wären und an nichts<br />
mehr Interesse hätten.Wenn wir nun<br />
die Demokratie und das Klima retten<br />
wollen, dann brauchen wir diese anderen<br />
Menschen auch.<br />
Stolz ist bei Ihnen nicht nur eine Kapitelüberschrift.<br />
Es ist der Stolz des<br />
Vaters, der die Familie durchbringt,<br />
schon der Buchtitel kündet davon.<br />
Magauch der Stolz, dass diese Gesellschaft<br />
einem nichts gebracht hat,<br />
Leute davon abhalten, sich als Wähler<br />
an ihr zu beteiligen?<br />
Mein Vater hatte diesen Proletarierstolz,<br />
aber er war Nichtwähler.<br />
Er musste erleben, dass er mit seiner<br />
Hände Arbeit die Familie nicht<br />
allein ernähren kann. Das war sicher<br />
ein Grund für seinen Alkoholismus:<br />
dieser Frust, nach der<br />
Hauptschule zwar keine Ausbildung<br />
gemacht, aber einen wichtigen<br />
Beruf gefunden zu haben als<br />
Möbelträger, dann aber so wenig<br />
zu verdienen, dass bei uns manchmal<br />
der Strom abgestellt wurde<br />
und wir am Ende des Monats<br />
nichts zu essen hatten. Bis heute<br />
gibt es Menschen, die arbeiten und<br />
deshalb zu stolz sind, um dazu<br />
noch um Unterstützung zu bitten.<br />
Neun Prozent der Erwerbstätigen<br />
in Deutschland leben unterhalb<br />
der Armutsgrenze. Insofern könnte<br />
mein Vater auch eine Figur für die<br />
Jetztzeit sein.<br />
So lange liegt IhreGeschichte ja auch<br />
nicht zurück! Sie sind 1985 geboren<br />
und haben in einem der reichsten<br />
Länder der Welt bittere Armut erlebt.<br />
Zum Beispiel die Entscheidung zwischen<br />
Hunger und Schimmel. Und<br />
ich glaube, trotz der Obdachlosen in<br />
den U-Bahnen sind vielen Leuten<br />
diese krassen Unterschiede in unserer<br />
Gesellschaft nicht bewusst.<br />
Ich denke, das ist heute doch etwas<br />
anders.Wenn Hartz IVeine positiveWirkung<br />
hatte,dann ist es die,<br />
dass Armut sichtbarer geworden ist.<br />
Die Idee Fördern und Fordern besagt<br />
ja, dass In-Armut-Leben und<br />
Nicht-Arbeiten ein gesellschaftsschädigendes<br />
Verhalten sei. Deshalb<br />
musst du dich so ausziehen,<br />
deine Kontoauszüge vorlegen und<br />
jeden Job annehmen, sonst bekommst<br />
du deine Stütze nicht.<br />
Diese Gängelung, die über das Jobcenter-System<br />
eingeführt wurde,<br />
gab es in den 90er-Jahren so noch<br />
nicht. Wirkonnten uns da noch verstecken.<br />
Wir waren die Working<br />
Poor, wie man heute sagt, und haben<br />
uns abgeschottet.<br />
Ihr Vater lehnte es ab, umSozialhilfe<br />
zu bitten, um sich nicht in die Riege<br />
der „Kaffer und Kanacken“ einzureihen,<br />
die dem Staat auf der Tasche liegen,<br />
schreiben Sie. Wie stolz kann<br />
man sein, wenn man ganz unten ist?<br />
Wie esinallen gesellschaftlichen<br />
Milieus ist: Man findet immer jemanden,<br />
dem es noch schlechter<br />
geht. Meine Eltern haben zum Beispiel<br />
darauf geachtet, dass wir nicht<br />
in einen sogenannten sozialen
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 27<br />
·························································································································································································································································································<br />
Feuilleton<br />
NACHRICHTEN<br />
Grüttersstützt Berlinale<br />
nach NS-Aufdeckung<br />
Brennpunkt ziehen müssen. Die<br />
sind so aufgewachsen und wollten<br />
auf jeden Fall für immer da weg.<br />
Dann lieber mal ohne Strom...?<br />
... aber nicht mit einer schlimmen<br />
Adresse.<br />
Wenn SieWorking poor sagen, denke<br />
ich an Ken Loach, der gerade wieder<br />
einen Film mit solch einem Thema<br />
gedreht hat. „Sorry, We Missed You“<br />
erzählt voneinem Paketboten in prekärer<br />
Beschäftigung. Das Problem<br />
besteht europaweit. Kann man einen<br />
europäischen Ansatz finden?<br />
Eine europäische Sozialpolitik<br />
meinen Sie? Da bin ich sehr skeptisch.<br />
In den Industriestaaten wird<br />
die soziale Ungleichheit größer,<br />
doch auf Deklassierungserfahrungen<br />
reagieren Menschen leider selten<br />
progressiv. Am Ende kommt<br />
dann so etwas wie der Brexit heraus,<br />
der den objektiven Interessen vieler<br />
dieser Menschen widerspricht.<br />
Wenn überhaupt, dann müsste eine<br />
europäische Initiative, eine neue soziale<br />
Idee von einem starken Land<br />
ausgehen, wie es Deutschland noch<br />
immer ist. Oder vielleicht vonFrankreich<br />
–mal sehen, ob Macron mit<br />
seiner Rentenreformdurchkommt.<br />
Könnte es etwas bringen, wenn wir<br />
Journalisten stärker auf diese Ungleichheit<br />
schauen würden?<br />
Es sind komplizierte politische<br />
Prozesse,die in Gang kommen müssten,<br />
um die Gesellschaft zu verändern.<br />
Wenn es die Literatur und der<br />
Journalismus schaffen würden, mehr<br />
Empathie zu wecken, wäre das ein<br />
Anfang. Ich hoffe schon, dass mein<br />
Buch ein Baustein dafür ist. Es wirdja<br />
über Armut und Ungleichheit berichtet,<br />
nicht nur bei uns, dem linken<br />
Freitag, auch in der FAZ. DieThemen<br />
sind da, aber aus welcher Perspektive?<br />
Sie haben Ken Loach erwähnt –<br />
warum gibt man nicht mal einem<br />
DHL-Paketboten eine Kolumne? Da<br />
würde man direkte Einblicke erhalten.<br />
Ichglaube in dieser Hinsicht viel<br />
mehr an die Literatur, ans Geschichtenerzählen,<br />
als an die Politik.<br />
Sie sind nicht nur der Erste, der studierthat<br />
in Ihrer Familie, Siesind sogar<br />
Buchautor. Ihre Eltern sind schon<br />
gestorben, doch wie geht es Ihrem Bruder<br />
und anderenVerwandten damit?<br />
Ich bin so froh, dass die meisten<br />
Leute, deren Leben ich hier mit verarbeitet<br />
habe, von Anfang an dabei<br />
waren. Wir haben uns mehrfach getroffen<br />
und miteinander gesprochen.<br />
Undbevor das Manuskript ans<br />
Lektorat ging, hat jeder von mir die<br />
erste Fassung bekommen –darüber<br />
haben wir nochmal diskutiert.Wichtig<br />
ist meiner Familie,dass ich derjenige<br />
bin, der in der Öffentlichkeit<br />
steht und sie das nicht müssen.<br />
Kulturstaatsministerin Monika Grütters<br />
stärkt der Berlinale-Direktion<br />
nach NS-Vorwürfen gegen den früheren<br />
Chef der Filmfestspiele den<br />
Rücken. „Wenn diese für uns alle<br />
neuen Erkenntnisse sich erhärten<br />
sollten, ist es selbstverständlich, dass<br />
man den Namen Alfred Bauer im Zusammenhang<br />
mit der Berlinale so<br />
nicht mehr nutzt“, sagte die CDU-<br />
Politikerin. „Dann wirdeskünftig<br />
auch keinen nach Alfred Bauer benannten<br />
Preis mehr geben.“ Nach einem<br />
Bericht über die Vergangenheit<br />
des früheren Berlinale-Leiters hat<br />
das Filmfestival den nach ihm benannten<br />
Preis ausgesetzt. (dpa)<br />
Spannungen in Gedenkort<br />
für NS-Massaker in Lidice<br />
DieArbeit in der Gedenkstätte für<br />
das NS-Massaker im tschechischen<br />
Lidice wirdvon heftigen Spannungen<br />
überschattet. Nach dem erzwungenen<br />
Rücktritt der Leiterin<br />
Martina Lehmannova haben zehn<br />
Abteilungsleiter und Kuratoren aus<br />
Solidarität mit ihr ihren Hutgenommen.<br />
Dasbestätigte ein Sprecher der<br />
Gruppe am Freitag. In einem offenen<br />
Brief beklagten die Mitarbeiter anhaltenden<br />
Druck seitens des Kulturministers<br />
Lubomir Zaoralek und des<br />
kontroversen, kommunistisch dominierten<br />
Bundes der Freiheitskämpfer<br />
(CSBS). DieUnabhängigkeit<br />
wissenschaftlicher Forschung<br />
sei in Gefahr,warnten sie. (dpa)<br />
Architektur-Preis für<br />
James-Simon-Galerie<br />
Für den Neubau der James-Simon-<br />
Galerie auf der <strong>Berliner</strong> Museumsinsel<br />
erhält das Bürovon David Chipperfield<br />
den Preis des Deutschen Architektur-Museums<br />
(DAM) 2020. Es<br />
handele sich um einen neuen, gelungenen<br />
Stadtbaustein, der mit großer<br />
Sorgfalt ins Ensemble der Museumsinsel<br />
mit Bauwerken wie der Alten<br />
Nationalgalerie und dem Pergamonmuseum<br />
eingefügt worden sei,<br />
erklärte das Museum am Freitag in<br />
Frankfurt. DasBürodes britischen<br />
Architekten errang die Auszeichnung<br />
bereits im Jahr 2010 für den<br />
Wiederaufbau des Neuen Museums<br />
in Berlin am selben Ort. (dpa)<br />
Neubrandenburg legt<br />
überklebte DDR-Kunst frei<br />
„Wenn es die Literatur und der Journalismus schaffen würden, mehr Empathie zu wecken“, sagt Christian Baron, „wäre das ein Anfang.“<br />
BENJAMIN PRITZKULEIT<br />
Werden Sie inKaiserslautern lesen,<br />
wo das alles spielt?<br />
Ja, zwei Tage nach der Buchpremiere<br />
inder Volksbühne. Dakommen<br />
meine Tante und mein Bruder,<br />
sogar meine Grundschullehrerin.<br />
Sie schreiben, in Ihrer Familie hätte<br />
man bis heute kein entspanntes Verhältnis<br />
zum Alkohol. Da Sie sich so<br />
genau betrachtet haben: Gibt es Momente,<br />
da Sie fürchten, in Muster IhresVaters<br />
zu fallen? Oder depressiv zu<br />
werden wie die Mutter?<br />
Darüber mache ich mir durchaus<br />
Gedanken. Zwischen Alkoholismus<br />
und Depression kann der Übergang<br />
fließend sein. Ich habe während des<br />
Studiums öfter für Monate keinen<br />
Tropfen Alkohol angerührt, weil ich<br />
Angst hatte, nachdem ich beim Feiern<br />
betrunken war. Das wurde immer<br />
mit Unverständnis kommentiert.<br />
Nicht zu trinken ist unüblich in<br />
Deutschland. Mach dich mal locker,<br />
heißt es da schnell. Manchmal sage<br />
ich einfach, ich sei trockener Alkoholiker,dann<br />
ist Ruhe.<br />
DasGespräch führte Cornelia Geißler.<br />
Eine Faust hinter der Tapete: nach 29 Jahren<br />
wieder ans Licht gebracht. DPA/STEFAN SAUER<br />
In der Ex-DDR-Bezirksstadt Neubrandenburghat<br />
eine neue Etappe<br />
im Umgang mit DDR-Kunst begonnen.<br />
Eine Restauratorin begann am<br />
Donnerstag im Rathaus mit der<br />
Freilegung des zweiteiligen Bildes<br />
„Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“<br />
vonWolfram Schubert, das<br />
vor29Jahren überklebt worden<br />
war.„Wirkönnen heute viel offensiver<br />
mit solcher Kunst umgehen<br />
als gleich nach der Wende“, sagte<br />
Oberbürgermeister Silvio Witt<br />
(parteilos). Schuberthatte das<br />
Werk 1969 für den damaligen Rat<br />
des Bezirks geschaffen. „Heute<br />
würde ich das so nicht mehr malen“,<br />
sagte der 93-Jährige.„Wirhaben<br />
uns ja alle ein bisschen benutzt<br />
gefühlt.“ Schubertwar Vorsitzender<br />
des Bezirksverbands Bildender<br />
Künstler in Neubrandenburgund<br />
einer der einflussreichsten Künstler<br />
der DDR. (dpa)
28 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Tagestipp<br />
Max Goldt liest Max Goldt<br />
Empfehlung der Westfalenpost<br />
Eine der (Achtung, es folgt ein unzulässiger Superlativ) unanfechtbarsten<br />
Autoritäten des mit überlegter Wucht, stilistischer Reinheit und zutreffender<br />
Fiesheit hervorgebrachten Humors, ein herllich strapaziöses (Achtung,<br />
Modewort!) Multitalent, das außer in der Literatur in den Bereichen<br />
Boulevardkritik („Diese <strong>Zeitung</strong> ist ein Organ der Niedertracht.“) Musik (etwa<br />
„Ein Fußder Dame Anton“) und Witzbild („Katz und Goldt“) reüssierte,wird<br />
−das Lesepublikum hat längst erraten, um wenessich handelt −imSchlossparktheater<br />
erwartet: MaxGoldt,Träger unter anderem des Kleist-, des Hugo-<br />
Ball-Preises und des Göttinger Elchs.Was er lesen wird, können wir nicht sagen,<br />
aber wir zitieren gerndie Westfalenpost: „Nur wenig geht über die Texte<br />
von Max Goldt, höchstens die Lesung der Texte von Max Goldt durch Max<br />
Goldt. Besser geht’s nicht.“ Seien Siedabei! Ulrich Seidler<br />
Max Goldt liest…Sa,16Uhr,imSchlossparktheater, Karten unterT.: 7895667100 oder im Internet:<br />
schlossparktheater.eventim-inhouse.de<br />
BÜHNE<br />
Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)<br />
20.00: ganz billig* –*astudyintemperament<br />
20.00: Sonderbare Irre (SEE!)<br />
<strong>Berliner</strong> Compagnie (& 61 28 04 93)<br />
19.30: Die Weißen kommen. Ein Theaterstück über<br />
Afrika. Über uns.<br />
<strong>Berliner</strong> Ensemble (& 28 40 81 55)<br />
19.30: Baal<br />
20.00: Die Antigone des Sophokles<br />
<strong>Berliner</strong> Kriminal Theater (& 47 99 74 88)<br />
16.00, 20.00: Passagier 23<br />
Brotfabrik (& 471 40 01)<br />
20.00: Wasmach ich aus dem Leben<br />
Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)<br />
19.30: AMidsummer Night’sDream<br />
20.00 Tischlerei: Ein Geschäft mit Träumen<br />
Dock 11 (& 448 12 22)<br />
19.00: Das Neue steht undschweigt (Miranda<br />
Haejoung Kim Markgraf)<br />
ETI (& 278 53 01)<br />
20.00 Saal: Hyänenbrut oder dieSchmerzen derGier<br />
(Gastspiel Winternachtstraum e.V.)<br />
Funkhaus Berlin (& 12 08 54 16)<br />
18.30 Saal 1: Las CasasInvisibles (KDVDance<br />
Ensemble feat. Floating Points, Lotic and Raven)<br />
Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)<br />
19.30: Linie 1<br />
HAU3(&25 90 04 27)<br />
19.00: Don Quijote /Donkey Shot /Done Quiche<br />
Hot /Don Conquista /Don E. Coyote (Showcase Beat<br />
Le Mot)<br />
Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)<br />
19.00: Peng! Peng! Boateng!<br />
Kleines Theater (& 821 20 21)<br />
20.00: Törless<br />
Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)<br />
19.30: La traviata<br />
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater<br />
(& 88 59 11 88) 20.00: Ab jetzt<br />
Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)<br />
19.30: In My Room<br />
20.00 Container: Hamlet<br />
Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)<br />
20.00: Wolfskinder<br />
Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />
19.00 Glaspalast: Knüppel aus ‚m Sack /Rotkäppchen<br />
(HexenbergEnsemble)<br />
Philharmonie (& 25 48 83 01)<br />
19.00: Puccinis Suor Angelica –Faith to Face (Nico<br />
andthe Navigators)<br />
Radialsystem (& 288 78 85 88)<br />
17.30, 22.00: CTM Festival 2020 –Liminal: Inferno<br />
19.45: CTM Festival 2020 –Liminal: Drops and<br />
Seeds (Prumsodun Ok &NATYARASA und Ensemble<br />
KNM Berlin)<br />
Renaissance-Theater (& 312 42 02)<br />
20.00: Nein zumGeld<br />
Schaubude (& 423 43 14)<br />
20.00: queer papa queer(Kahmann &Scharpff)<br />
Schaubühne (& 89 00 23)<br />
19.30 Studio: He? She? Me!Free<br />
20.00: Orlando<br />
Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />
20.00: Ich bin nicht Mercury<br />
Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />
19.30: Balanchine |Forsythe |Siegal (Staatsballett<br />
Berlin)<br />
Theaterdiscounter (& 28 09 30 62)<br />
20.00: Wann hast du das letzten Mal auf der Spitze<br />
eines Eisberges Sex gehabt? (nomerMaids)<br />
Theaterforum Kreuzberg (& 70 07 17 10)<br />
20.00: Falling.(Gastspiel RobertJan Liethoff)<br />
Theater untermDach (& 902 95 38 17)<br />
20.00: Unterm Teppich. Der Krieg meine Elternund<br />
ich<br />
Vaganten Bühne (& 313 12 07)<br />
20.00: Afzals Tochter (The Who and the What)<br />
Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)<br />
19.003.Stock: Go BabyGo(P14 Jugendtheater)<br />
KABARETT/VARIETÉ<br />
Admiralspalast (& 22 50 70 00)<br />
15.00, 20.00: Ballet Revolución<br />
Arena Glashaus (& 533 20 30)<br />
19.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.<br />
BKA (& 202 20 07)<br />
20.00: ZombieBerlin<br />
23.30: Paillette geht immer (Jurassica Parka)<br />
Chamäleon (& 400 05 90)<br />
18.00, 21.30: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)<br />
Distel (& 204 47 04)<br />
17.00, 20.00: SkandalimSpreebezirk<br />
17.30, 19.30 Studio: Wirfeierndie Goldenen Zwanziger–der<br />
große Crash kommt erst zum Schluss!<br />
Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)<br />
15.30, 19.30: Vivid<br />
Kookaburra (& 48 62 31 86)<br />
20.00: Deutschland einig Katerland (Nils Heinrich)<br />
Mehringhof-Theater (& 691 50 99)<br />
20.00: DieExpertise war bedeutend höher (Fil)<br />
Palazzo (& 018 06 38 88 83)<br />
19.30: Family Affairs<br />
SONNABEND<br />
Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />
20.00: Der Tanz der Zuckerpflaumenfähre (Ursus &<br />
Nadeschkin)<br />
Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)<br />
19.00, 22.00: Die LiveShow<br />
Ratibortheater (& 618 61 99)<br />
16.30: Gurkeoder Banane (Die Gorillas)<br />
20.30: Das große 7(Die Gorillas)<br />
Stachelschweine (& 261 47 95)<br />
16.00, 20.00: Überall ist besser als nichts!<br />
StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)<br />
17.00, 20.30: Blue Man Group–The Show<br />
StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)<br />
15.00, 19.30: Mamma Mia! –Das Musical mitden<br />
Hits vonABBA<br />
Theater O-Tonart (& 37 44 78 12)<br />
20.00: Die Pagenpacken aus<br />
ufaFabrik (& 75 50 30)<br />
20.00: DieJahrespresseschau 2019 (Arnulf Rating)<br />
Wühlmäuse (& 30 67 30 11)<br />
20.00: Willkommen in Matzeknopien –ich mach’s<br />
jetzt selbst (Matze Knop)<br />
KLASSIK<br />
Elias-Kuppelsaal (& 44263)<br />
19.00: Ensembles Polysono, Ausder Tiefe der Zeit<br />
Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)<br />
20.00 Kl. Saal: Akademie für Alte Musik Berlin, Georg<br />
Kallweit (Violine), Xenia Löffler (Oboe), Werkevon<br />
Lully,Scarlatti, C.P.E. Bach, Telemann, Vivaldi u. a.<br />
20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Anastasia<br />
Kobekina (Violoncello), Ltg.Dmitrij Kitajenko,<br />
Prokofjew: „Romeound Julia“, Suite Nr.1und 2aus<br />
der Ballettmusik op. 64, Auszüge; Tschaikowsky:<br />
„Manfred-Sinfonie“ nach Byron h-Moll op. 58 u.a.<br />
Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt<br />
(& 81 70 47 26) 20.00: Musethica Streichkonzert<br />
mit Nachwuchsmusiker*innen<br />
Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)<br />
19.00: Naseer Shamma (Oud), Neue Oud-Kompositionen<br />
Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)<br />
16.00: Vida Kalojanova(Klaiver), Beethoven: Rondo<br />
C-Dur op. 51 Nr.1,Klaviersonate Nr.4Es-Dur op.<br />
7; Schubert:Impromptu op. posth. 142 Nr.1f-Moll,<br />
Klaviersonate A-Dur op. posth. 120<br />
Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />
15.00 Apollosaal:Mitglieder der Staatskapelle Berlin,<br />
Ltg.Laura Volkwein, PreußensHofmusik II, Werkevon<br />
Alessandro Scarlatti und John Stanley<br />
KINDER<br />
FEZ Berlin (& 530 71 -0)<br />
12.00: FEZ –Kinder und Familien: DasZauberschloss<br />
–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!<br />
Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)<br />
15.30 Musikclub: Orgel für„pfiffige“ Kinder,Eine<br />
Orgelstunde zum Zuhören und Mitmachen<br />
Schaubude (& 423 43 14)<br />
15.00:Die Schneekönigin, Theater Miamou, Erzähltheater<br />
mit Puppen (ab 5bis 9J.)<br />
Schlossplatztheater (& 651 65 16)<br />
16.00: Tomte Tummetott, Theater mitMusik (ab 3J.)<br />
LITERATUR/VORTRAG<br />
Renaissance-Theater (& 312 42 02)<br />
16.00 Bruckner-Foyer: Meine Sorgen möcht ich haben<br />
–Hans-Jürgen Schatz liest KurtTucholsky<br />
Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />
16.00: MaxGoldtliest...<br />
Z-Bar (& 28 38 91 21)<br />
20.30: FlamingoNights, Lesung und Konzertmit Nils<br />
ChristianDirk, Lutz Steinbrück, GaryFlanell<br />
KONZERT<br />
AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)<br />
19.00: Dir En Grey (Rock)<br />
Aufsturz (& 28 04 74 07)<br />
21.00: Ruf der Heimat<br />
Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)<br />
20.00: Mert<br />
Festsaal Kreuzberg (& 403 65 56 30)<br />
20.30: CTM 2020 –Kamaal Williams, Nakibembe<br />
Xyolophone troupe<br />
Huxleys Neue Welt (Hasenheide 107/108 )<br />
20.00: Monster Magnet<br />
Kiste (& 998 74 81)<br />
21.00: ManuLanvin &The Devil Blues<br />
Maze (& 55 51 84 54)<br />
20.30: Tristan Brusch solo<br />
Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)<br />
20.00: Silbermond<br />
Passionskirche (& 69 40 12 41)<br />
20.00: Dave Hause with TimHause<br />
Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)<br />
20.00: Axel Zwingenberger<br />
SO36 (& 61 40 13 06)<br />
20.00: The Busters,One For All<br />
TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)<br />
20.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...<br />
Velodrom (& 44 30 45)<br />
20.00: Sum 41<br />
VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)<br />
20.00: Howard Carpendale<br />
CHARLOTTENBURG<br />
Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) AStar Is BornSo11.00;<br />
Little Women 14.15, 17.15, 20.15<br />
Cinema Paris (✆ 881 31 19) Pavarotti (OmU) So 12.30;<br />
Les miserables 15.00, 20.30; Les miserables (OmU) 17.45<br />
Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Das geheime Leben der<br />
Bäume So 11.30; Little Women 14.00, 17.00, 20.00<br />
Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Jojo Rabbit (OmU) 16.00,<br />
21.00; Jojo Rabbit (OF) 13.30, 18.30; Miles Davis: Birth of<br />
the Cool (OmU) So 11.00; 1917 –Der Film (OmU) 20.30;<br />
Das geheime Leben der Bäume 15.20, Sa a. 13.00; Preview:<br />
Intrige: An Officer and a Spy (m. Filmgespräch) So<br />
11.00; Parasite 17.40; Aquarela (OmU) So 11.00; Ein verborgenes<br />
Leben 14.20, 20.00; Sorry We Missed You(OmU)<br />
17.40; 1917 –Der Film Sa 13.40, 16.20, 19.00, 21.40, So<br />
14.40, 17.20, 20.00; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao<br />
So 11.40; Aretha Franklin (OmU) So 11.00; Judy Sa<br />
13.30, 16.00, 18.40, So 15.20, 18.00; Judy (OmU) Sa<br />
21.15, So 20.40; Marianne &Leonard –Words of Love<br />
(OmU) So 13.00; Knives Out (OmU) 20.50; Knives Out (OF)<br />
18.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) So 12.00; Vom<br />
Gießen des Zitronenbaums 13.00, 15.20; Einsam zweisam<br />
16.30; Freies Land 13.40; Das Kapital im 21. Jahrhundert<br />
So 11.15; The Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00; Queen &<br />
Slim (OmU) 21.15<br />
Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Blues Brothers Sa 22.15; Nur<br />
die Füße tun mir leid –900 Kilometer JakobswegSo15.30;<br />
Pavarotti (OmU) Sa 15.00; The Peanut Butter Falcon Sa<br />
18.45; Das Vorspiel Sa17.00, 20.30, So 17.45, 20.15;<br />
Crescendo #makemusicnotwar Sa 20.00, So 16.45; The<br />
Irishman (OmU) So 18.45; Der kleine Rabe Socke3–Suche<br />
nach dem verlorenen Schatz 15.00; Milchkrieg in Dalsmynni<br />
Sa 22.15; Motherless Brooklyn Sa 17.15<br />
Kant Kino (✆ 319 98 66) Die fantastische Reise des Dr.<br />
Dolittle 13.20, 15.40, 18.20, 20.45; Der geheime Roman<br />
des Monsieur Pick So 11.00; Knives Out 20.30; Das Vorspiel<br />
18.00; Die Heinzels 14.00, 15.20; Ich war noch niemals in<br />
New York So11.15; Sorry We Missed You 15.50, 18.10,<br />
20.30; ARainy Day In New York 16.15; Die schönste Zeit<br />
unseres Lebens So 11.30; Spione Undercover 14.00; The<br />
Farewell So 11.00; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />
13.30; Lindenberg! 17.10, 20.00; Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl 20.00; Cunningham So 11.00; Der kleine Rabe<br />
Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz So 13.15;<br />
Knives Out 17.10; Das Vorspiel 15.00<br />
Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Atmos: Bad Boys for Life<br />
20.00, 23.05; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle<br />
14.10; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30; 3D,<br />
Atmos: Star Wars IX 16.45; 3D: Die fantastische Reise des<br />
Dr. Dolittle 17.40; Die Hochzeit 20.15, 23.10; Jumanji<br />
12.00, 14.45; Die Eiskönigin II 11.45, 14.20; 3D: Die fantastische<br />
Reise des Dr. Dolittle Sa 19.45, 22.30; Joker So<br />
22.50; Lindenberg! So 19.45; Das perfekte Geheimnis<br />
17.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle So 20.30,<br />
23.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.00; Die<br />
Hochzeit 17.30; Star Wars IX 11.50; Bad Boys for Life<br />
17.50; Die Hochzeit 12.15, 15.00; Jojo Rabbit 20.30,<br />
23.15; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.45, 20.20;<br />
Jojo Rabbit 17.45; Lindenberg! 14.30; Parasite 23.05;<br />
Knives Out Sa 16.30, 22.30, So 17.00, 20.00, 23.00; Lindenberg!<br />
Sa 19.30; Das perfekte Geheimnis So 12.00; Vier<br />
zauberhafte SchwesternSa11.45, 14.10, So 14.40<br />
FRIEDRICHSHAIN<br />
b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Bis dann, mein Sohn<br />
–Dijiu tian chang (OmU) So 11.00; Freies Land (DFmenglU)<br />
Sa 14.50; Lara (DFmenglU) So 15.30; Latte Igel und der<br />
magische Wasserstein 17.00; Der Leuchtturm (OmU)<br />
22.30; Lindenberg! 18.30; Die Sehnsucht der Schwestern<br />
Gusmao (OmU) Sa 11.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-<br />
Alarm Sa13.20, So 14.00; Les miserables (OmU) 20.45;<br />
2020 Oscar Nominated Short Films (OmenglU) Sa 14.15;<br />
Aquarela (OmU) Sa 11.00; The Farewell So 11.00; The Farewell<br />
(OmenglU) Sa16.00; Freies Land (DFmenglU) So<br />
22.00; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen<br />
Schatz Sa 12.45, So 12.40; Mystify –Michael Hutchence<br />
(OmU) So 16.00; Once Upon aTime in... Hollywood<br />
(OmU) Sa 22.00; Queen &Slim (OmU) 19.40; Systemsprenger<br />
(DFmenglU) 17.40; Weathering With You: Das Mädchen,<br />
das die Sonne berührte So 14.00; 2020 Oscar Nominated<br />
ShortFilms (OmU) So 13.40; ARainyDay In NewYork<br />
(OmU) Sa 15.10; Die Eiskönigin II 16.45; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte<br />
So 12.15; Joker (OmU) 22.30; Die<br />
Kunst der Nächstenliebe Sa 18.30; Die Kunst der Nächstenliebe<br />
(OmU) So 18.30; Motherless Brooklyn (OmU) Sa<br />
11.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) Sa 13.30; Parasite<br />
(OmenglU) So 20.15; Parasite (OmU) Sa 20.15; Das<br />
Vorspiel (OmU) So 15.05; Die Wache So 11.00<br />
Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl 16.00; Das geheime Leben der Bäume 12.00,<br />
14.00, 18.15; Joker (OmU) Sa 22.45; Lindenberg! 20.15;<br />
Parasite (OmU) So 22.45; Aretha Franklin (OmU) Sa 20.00,<br />
So 22.00; Der geheime Roman des Monsieur Pick (OmU) So<br />
20.00; Land des Honigs (OmU) 12.00; Midsommar –<br />
Director‘s Cut (OmU) Sa 21.45; Schönheit &Vergänglichkeit<br />
18.20; Systemsprenger 16.00; Und der Zukunft zugewandt<br />
13.45<br />
UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film So 17.10;<br />
IMAX: 1917 –Der Film 11.00, 14.00, 20.00, 23.00, Sa a.<br />
17.00; IMAX: 1917 –Der Film (OF) So 17.00; 3Engel für<br />
Charlie So 20.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.30;<br />
Bad Boys for Life 14.00, 16.50, 19.30, 19.50,22.30,Saa.<br />
17.00, 22.50; Bad Boys for Life (OF) So 22.40; Cats 11.20;<br />
Countdown Sa 20.55, 23.20, So 19.10, 22.00; Die Eiskönigin<br />
II 11.50, Sa a. 14.30, So a. 14.20; 3D: Die fantastische<br />
Reise des Dr. Dolittle 12.00, 14.30, 17.10, 19.50,<br />
22.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 11.30, 14.10,<br />
16.45, 20.10; Das geheime Leben der Bäume Sa 17.10, So<br />
17.00; The Grudge 23.00; Die Heinzels Sa 11.30, 13.50,<br />
16.00, So 12.10, 14.30, 16.40; Die Hochzeit 14.30, 17.20,<br />
20.15; Hustlers Sa 23.30, So 23.10; Jojo Rabbit 17.10,<br />
19.50, So a. 23.10; Jojo Rabbit (OF) Sa 18.15; Joker22.50;<br />
Jumanji 11.00, 13.50, 16.15, 19.10, Sa a. 23.10, So a.<br />
22.50; Kartoffelsalat 314.00, 17.30; Der kleine Rabe Sokke<br />
3–Suche nach dem verlorenen Schatz Sa 12.00, So<br />
11.40; Knives Out Sa 14.10, 19.40, 22.50, So13.50,<br />
19.30, 22.30; Knives Out (OF) 22.20; Latte Igel und der<br />
magischeWasserstein 12.00, 14.20; Lindenberg! 19.40,So<br />
a. 16.30; Little Women 14.20, Sa a. 16.30, 19.50, So a.<br />
16.45, 20.00; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa<br />
19.00; Das perfekte Geheimnis 22.45; Queen &Slim Sa<br />
22.40; Spione Undercover 11.20, 14.10; 3D: Star Wars IX<br />
22.45; Star Wars IX 16.20, 19.30; Thomas und seine Freunde:<br />
Große Welt! Große Abenteuer! 11.50; Vier zauberhafte<br />
Schwestern11.50; Die Wolf-Gäng 11.20, 13.50<br />
Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Das geheime Leben der<br />
Bäume 16.00, 18.00; Knives Out (OmU) 20.00; Der Leuchtturm(OmU)<br />
So 22.30; Parasite (OmU) Sa 22.30; Darkroom<br />
(DFmenglU) 22.15; Porträt einer jungen Frau in Flammen<br />
(OmU) So 18.00; Systemsprenger (OmenglU) Sa 18.00;<br />
VomGießen des Zitronenbaums (OmU) 16.00, 20.20; Why<br />
Don‘t YouJust Die! –Papa, sdokhni (OmU) 23.55<br />
HELLERSDORF<br />
CineStar (✆ 04 51/703 02 00) (Not) Perfect Man –<br />
Idealnyy muzhchina (OF) So 17.00; Bad Boys for Life 16.20,<br />
20.00, Sa a. 22.50; Die Eiskönigin II 11.20, 14.15, Sa a.<br />
16.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.00,<br />
13.50, 16.30, 19.20, Saa.22.20; Die Heinzels 11.15,<br />
13.40, 16.50; Die Hochzeit 13.50, 17.00, 19.30, Saa.<br />
22.40; JokerSa22.50; Jumanji 16.45, 19.30, Sa a. 23.00;<br />
Knives Out 19.45; Lindenberg! 19.50; Das perfekte Geheimnis<br />
11.00, Sa a. 22.30; Spione Undercover 11.15,<br />
14.00; 3D: Star Wars IX 19.40; Star Wars IX Sa 22.50; Vier<br />
zauberhafte Schwestern 11.30, 14.00; Die Wolf-Gäng<br />
11.40, 14.15, 17.10<br />
Kino Kiste (✆ 998 74 81) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl Sa 19.10, So 18.25; Cats Sa 13.20, So 20.30; 3D:<br />
Die Eiskönigin II Sa 15.15, So 16.35; Latte Igel und der<br />
magische Wasserstein So 13.00;Die schönsteZeitunseres<br />
Lebens Sa 17.05, So 14.30<br />
HOHENSCHÖNHAUSEN<br />
CineMotion (✆ 038 71/211 4109) 1917 –Der Film<br />
17.15, 20.00, Sa a. 22.50; Die Addams Family 12.40; Bad<br />
Boys for Life 17.00, 20.00, Sa a. 22.30; Countdown 17.45,<br />
20.10, Sa a. 22.30; Die Eiskönigin II 10.20, 12.10, 14.20;<br />
3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.10, 17.40,<br />
20.15, Sa a. 22.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />
12.00, 14.30, 19.50; Die Heinzels 10.30, 12.15, 14.40,<br />
16.50; Die Hochzeit 15.00, 17.10, 19.45, Saa.22.40;<br />
Jumanji 16.50; Der kleine Rabe Socke10.40;<br />
Knives Out Sa 22.20; Der König der Löwen 12.20; Latte Igel<br />
und der magische Wasserstein 12.45, 14.45; Lindenberg!<br />
19.40; Das perfekte Geheimnis 19.30; Pettersson und Findus<br />
10.50; 3D: Spione Undercover12.40; Spione Undercover<br />
14.45; 3D: Star Wars IX 16.45; Star Wars IX 19.50, Sa<br />
a. 22.20; Thomas und seine Freunde: Große Welt! Große<br />
Abenteuer! 10.20; Underwater –Esist erwacht Sa 23.00;<br />
Vier zauberhafte Schwestern 12.30, 14.50; Die Wolf-Gäng<br />
12.30, 14.50, 17.20; Zombieland 2: Doppelt hält besser Sa<br />
23.00<br />
KREUZBERG<br />
Babylon (✆ 61 60 96 93) A Jojo Rabbit (OmU) 16.50,<br />
21.40;SorryWe Missed You(OmU) 13.50, 19.20; B Mystify<br />
–Michael Hutchence (OmU) 16.10; Parasite (OmU) 14.00,<br />
18.30; Sorry We Missed You(OmU) 21.20<br />
fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Little Joe –Glück ist<br />
ein Geschäft (OmU) 15.30; Marriage Story (OmU) 12.45;<br />
Parasite (OmU) So 15.15; Die Sehnsucht der Schwestern<br />
Gusmao (OmU) Sa 15.15; Sorry We Missed You (OmU)<br />
17.45, 19.45, 21.45; Das Vorspiel 18.00; Les miserables<br />
(OmU) 13.00, 20.00, 22.15<br />
Moviemento (✆ 692 47 85) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl Sa 14.15; Darkroom Sa 10.15, 21.15, So 21.45; Darkroom<br />
(OmenglU) Sa 23.15; Die Kunst der Nächstenliebe<br />
Sa 19.00, So 10.30; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) So<br />
19.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa 16.45,<br />
So 14.45; Thomas und seine Freunde: Große Welt! Große<br />
Abenteuer! Sa 12.15, So 12.45; VomGießen des Zitronenbaums<br />
(OmU) So 17.15; Jojo Rabbit (OmU) 10.00, 12.30,<br />
15.00, 17.30, 20.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU)<br />
Sa 22.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 17.00, So<br />
16.30; Der kleine Rabe Socke3–Suchenach dem verlorenen<br />
Schatz Sa 10.15, So 10.00; Kinderfilm des Monats: Die<br />
kleinen Hexenjäger So 14.30;<br />
KINO<br />
Existierender Kafkaismus<br />
Claus Löser über das ebenso einflussreiche<br />
wie verborgene Lebenswerk<br />
des tschechischen Meisters Pavel Jurácek<br />
Vor zwei Jahren erinnerte bereits eine<br />
Hommage an den Regisseur, Autor und<br />
Dramaturgen Pavel Jurácek (1935–1989).<br />
Anlass waren damals der 50. Jahrestag<br />
der Niederschlagung des Prager Frühlings sowie<br />
die Veröffentlichung von Tagebüchern des Künstlers.<br />
Nun folgt eine umfangreiche, vom Tschechischen<br />
Zentrum und dem Nationalen Filmarchiv<br />
Tschechiens eingerichtete Werkschau im Zeughauskino.<br />
DaJurácek politisch bedingt selbst nur<br />
zweieinhalb Filme inszenieren konnte,umfasst die<br />
Retrospektive auch Arbeiten anderer Regisseure,<br />
die aber maßgeblich von<br />
ihm beeinflusst wurden,<br />
vorallem durch seine Drehbücher.<br />
Zu sehen sind<br />
sechs lange und vier kürzere<br />
Arbeiten, die zwischen<br />
1961 und 1970 entstanden<br />
sind. Jurácek war damals<br />
ungemein produktiv. Im<br />
Nachhinein scheint es, als<br />
hätte er die Begrenztheit<br />
seines Schaffensprozesses<br />
geahnt.<br />
Beklemmend dabei ist,<br />
dass er in seinen Stoffen wie<br />
kein anderer die Absurdität<br />
des Alltags beschrieb und<br />
erschreckend konsequent<br />
zu jenen machtpolitischen<br />
Exzessen zuspitzte, die ihn<br />
wenig später selbst erreichen<br />
sollten. Der inOberhausen<br />
mit dem Hauptpreis<br />
ausgezeichnete Kurzfilm<br />
„Joseph Kilian“ (1963)<br />
machte ihn international<br />
bekannt. Er inszenierte<br />
darin einen bürokratischen Albtraum um einen<br />
jungen Mann, der eine ausgeliehene Katzezurückbringen<br />
will und mit immer monströseren Verwicklungen<br />
konfrontiert wird. In der westlichen<br />
Wahrnehmung wurde diese Perspektiveals „kafkaesk“<br />
wahrgenommen, und damit etwas auf ihrestilistische<br />
Methode reduziert. Der Filmkritiker Jan<br />
Žalman, der die tschechoslowakische Neue Welle<br />
maßgeblich begleitet und geförderthat, wies schon<br />
1968 darauf hin, dass es in „Joseph Kilian“ eigentlich<br />
um ganz normale, das heißt eigene Erfahrungen<br />
geht. Jurácek selbst sprach seinem Film die vermeintliche<br />
„Eigenartigkeit“ ab,bezeichnete ihn als<br />
„äußerst traditionellen Streifen“. 1970 dreht er mit<br />
der Swift-Adaption „Prípad pro zacínajícího kata“<br />
(Ein Fall für den neuen Henker) sein letztes Werk –<br />
eine bittere Parabel auf den Realitätsverlust der<br />
Macht. Diese verzieh ihm seine Tollkühnheit nicht.<br />
PavelJurácek konnte nie wieder einen Film drehen.<br />
Auch imWesten nicht, wohin er 1977 emigriertwar,<br />
nachdem er als einziger Filmschaffender die<br />
„Charta 77“ unterzeichnet hatte.Kurzvor der Samtenen<br />
Revolution kehrte er desillusioniert nach<br />
Prag zurück. Hier ereilte ihn die letzte Pointe des<br />
real existierenden Kafkaismus: Manbot ihman, einen<br />
Lehrfilm für Fahrkartenkontrolleureimöffentlichen<br />
Nahverkehr zu drehen.<br />
Teil der aktuellen Retrospektive sind auch zwei<br />
Genrefilme,für die Jurácek die Drehbücher lieferte.<br />
DAS FLIEGENDE AUGE<br />
Im titelgebenden Raumschiff „Ikarie XB 1“ auf<br />
dem Wegzum Sternbild Alpha Centauri. DHM/ZEUGHAUS<br />
Die Kunst der Nächstenliebe Sa 14.45; Der Leuchtturm<br />
(OmU) Sa 21.45; Systemsprenger Sa 12.00, So 11.45; Vom<br />
Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa 19.30; Yung (OmenglU)<br />
So 21.30<br />
Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Der marktgerechte<br />
Mensch Sa 20.30, So 20.00<br />
Sputnik (✆ 694 11 47) 2020 Oscar Nominated ShortFilms<br />
(OF) So 19.15; Alles außer gewöhnlich So 15.00; The Farewell<br />
(OmU) Sa 20.00, So 21.00; Miles Davis: Birth of the<br />
Cool (OF) So 17.00; Parasite (OmU) Sa 22.00; Porträt einer<br />
jungenFrau in Flammen (OmU) Sa 15.30; Shaundas Schaf:<br />
Der Film: UFO-Alarm Sa 14.00, So 13.30; Systemsprenger<br />
Sa 17.45; WeatheringWithYou:Das Mädchen, das die Sonne<br />
berührte –Tenki no ko (OmU) So 11.00; Alles außer gewöhnlich<br />
–Hors normes (OmU) Sa 16.00; Als Hitler das rosa<br />
Kaninchen stahl Sa 14.00, So 11.00; Als Hitler das rosa<br />
Kaninchen stahl(OmenglU) So 19.15; Bis dann,mein Sohn<br />
–Dijiu tian chang (OmU) So 16.00; Judy (OmU) Sa 18.00;<br />
Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa 22.15, So<br />
21.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU) Sa<br />
20.00; Systemsprenger So 13.30; Kinobar im Sputnik<br />
Aretha Franklin (OmU) Sa 20.15;Der marktgerechte Mensch<br />
So 17.00; PJ Harvey –ADog Called Money(OmU) So 19.30;<br />
Swans–Where Does ABodyEnd? (OmU) So 21.30<br />
Yorck (✆ 78 91 32 40) Das geheime Leben der Bäume<br />
15.00; Little Women 17.20, 20.15; New Ein verborgenes<br />
Leben 16.00; Die Heinzels 14.15; Parasite 19.40, Sa a.<br />
22.30<br />
KÖPENICK<br />
Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Bad Boys for Life 20.30,<br />
So a. 17.30; Die Eiskönigin II 13.00, 15.00; 3D: Die fantastische<br />
Reise des Dr.Dolittle 17.30, 20.00; Die fantastische<br />
Reise des Dr. Dolittle 15.00, Soa.12.30; Die Heinzels<br />
14.00, 17.45, So a. 10.00, 12.00;<br />
Am bekanntesten dabei der Science-Fiction„Ikarie<br />
XB 1“, 1963 nach einem Roman vonStanislaw Lem<br />
unter der Regie von Pan-Tau-Schöpfer Jindrich<br />
Polák entstanden. Eine multinationale Crew macht<br />
sich im Jahr 2163, also genau 200 Jahre nach den<br />
Dreharbeiten, auf dem Wegzum Sternbild Alpha<br />
Centauri. Dortwerden terrestrische Lebensformen<br />
vermutet. Unterwegs muss eine ganze Reihe von<br />
Prüfungen durchlaufen werden –einerseits typische<br />
Space-Abenteuer, andererseits sehr irdische<br />
Verwicklungen zwischen den Teammitgliedern. In<br />
prägnantem Schwarz-Weiß in Totalvision fotografiert,<br />
wirkt die futuristische<br />
Odyssee bis heute erfrischend,<br />
nimmt dabei Elemente<br />
von Kubrick (launischer<br />
Bordcomputer) oder<br />
Tarkowski (Weltraumkoller)<br />
vorweg. Höhepunkte<br />
bilden die Bordpartys mit<br />
eigens kreierten Tänzen zu<br />
Elektro-Swing oder die<br />
Freizeitaktivitäten im Fitness-Center.<br />
Einen radikalen Gegenentwurf<br />
zudieser letztlich<br />
positiven Zukunftsvision<br />
bildet die 1967 von Jan<br />
Schmidt inszenierte Dystopie<br />
„Konec srpna vhotelu<br />
Ozon“ (Später August im<br />
Hotel Ozon) –die eigentliche<br />
Entdeckung der Retro.<br />
Neun Frauen streifen marodierend<br />
durch eine vom<br />
Dritten Weltkrieg verheerte<br />
Landschaft, als Anführerin<br />
der launisch-archaischen<br />
Amazonen eine ältere<br />
Dame,die sich noch an die Zeit vorder Katastrophe<br />
erinnert. Als die Gruppe in einem verfallenen Hotel<br />
auf einen Greis stößt und dort freundlich aufgenommen<br />
wird, kehrt etwas Besinnung zurück;<br />
doch nur für wenige Momente.DiesesWerk stellt in<br />
seiner kompromisslosen Düsternis eine Ungeheuerlichkeit<br />
dar. Selten wurde der verordnete Optimismus<br />
der volkseigenen Filmindustrien derart<br />
konsequent demontiert. Ein zusätzlicher, verstörender<br />
Subtext ergibt sich aus der Tatsache, dass<br />
die Aufnahmeninder Wüstung der einstigen Stadt<br />
Duppau im KreisKarlovy Vary erfolgten. Diespäter<br />
zur Einrichtung eines Truppenübungsplatzes planierten<br />
Ruinen dienten als Kulissen. In einer<br />
Schlüsselszene dringen die Frauen in eine Barockkirche<br />
ein. An einerWand prangt noch die deutsche<br />
Inschrift„Es istvollbracht!“ Sarkastischerließe sich<br />
dieWeltvon Morgen kaum kommentieren.<br />
Am Anfangwar DasWort WerkschauPavel Jurácek,Zeughauskino,<br />
noch biszum 18.Februar<br />
Ikarie XB 1 wirdam15. und 18.Februar gezeigt.<br />
Später August im Hotel Ozon läuftam11. Februar.<br />
Claus Löser<br />
ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.<br />
Er kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.<br />
Die Hochzeit 20.00, Sa a. 17.30; Kartoffelsalat 316.00,<br />
18.15, Sa a. 13.00; Knives Out 20.15; Latte Igel ..Sa 13.00,<br />
So 10.30; Lindenberg! 17.15, 20.15; Spione UndercoverSa<br />
13.00, So 10.15, 12.45; Vier zauberhafte Schwestern15.15,<br />
So a. 10.15, 12.30; Die Wolf-Gäng 15.30, So a. 10.45<br />
Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Crescendo #makemusicnotwar<br />
15.15; Das geheime Leben der Bäume So 20.30;<br />
Lindenberg! Sa 17.30, 20.15, So 15.15, 20.30; Little Women<br />
Sa 13.15, 16.00, 20.00, So13.00, 17.45, 20.15;<br />
Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Romys<br />
Salon Sa 13.15; Spione Undercover13.00, Sa a. 15.15, So<br />
a. 15.45; Systemsprenger Sa 23.00, So 18.00; DasVorspiel<br />
Sa 17.45, 22.45, So 13.00, 18.00<br />
MARZAHN<br />
UCIKinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) (Not) Perfect<br />
Man –Idealnyy muzhchina (OF) So 17.30; 1917 –Der Film<br />
17.10, 19.50, Sa a. 22.50; 1917 –Der Film (OF) So 20.00;<br />
Bad Boys for Life 17.00, 20.10, Sa a. 23.00; Die Eiskönigin<br />
II 11.45, 14.20; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />
15.00, 17.30, 20.00, Sa a. 22.40; Die fantastische Reise<br />
des Dr.Dolittle 12.30; The Grudge Sa23.00; Die Heinzels<br />
11.45, 16.45, Sa a. 14.15, Soa.14.30; Die Hochzeit<br />
14.00, 19.55, Sa a. 17.05, 22.45, So a. 17.00; Holop –<br />
Servant (OF) 11.30; 3D: Jumanji Sa 23.05; Jumanji 14.10,<br />
20.00; Kartoffelsalat 311.35, 14.30, Sa a. 17.00; Knives<br />
Out Sa 19.45; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />
11.50; Lindenberg! 17.15; Little Women 16.30, 19.45; Das<br />
perfekte Geheimnis 20.30; 3D: Star Wars IX Sa 22.50; Star<br />
Wars IX 14.10; Die Wolf-Gäng 11.40, 14.05<br />
MITTE<br />
Acud (✆ 44 35 94 98) But Beautiful –Nichts existiert unabhängig<br />
(OmU) Sa 16.30; Einsam zweisam So 21.00; Der<br />
kleine Rabe Socke315.00;
Lara (OmenglU) Sa 18.45; Parasite Sa 20.45, So 18.30;<br />
Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm So16.30; Checker<br />
Tobi und das Geheimnis unseres Planeten Sa 16.00; Cunningham<br />
(OmU) Sa17.00; Einsam zweisam Sa19.30;<br />
Gundermann Revier (OmenglU) So 17.45; Latte Igel und der<br />
magischeWasserstein So 16.00; MilchkrieginDalsmynni So<br />
19.30; Mystify –Michael Hutchence (OmU) Sa 21.45, So<br />
21.30<br />
Babylon (✆ 242 59 69) ARainyDay In NewYork(OmU) So<br />
19.30; Lubitschs Geliebte: Blaubarts achte Frau –<br />
Bluebeard‘s Eighth Wife (OmU) So 19.45; Babylon Orchester<br />
Berlin: Das Cabinet des Dr. Caligari (m. Live-Musikbegleitung)<br />
So 18.30; Lubitschs Geliebte: Die Ehe im Kreise<br />
–The Marriage Circle (OV; m. Live-Musikbegleitung) So<br />
18.00; Lubitschs Geliebte: Engel –Angel (OF) Sa 17.30;<br />
Fellini 100!: Fellinis Amarcord (OmenglU) Sa 19.30; Fellini<br />
100!: Fellinis Casanova –IlCasanova di Fellini (OmenglU)<br />
Sa 22.00; Fellini 100!: Fellinis Die Clowns –IClowns<br />
(OmenglU) So 13.15; Fellini 100!: Fellinis Die Nächte der<br />
Cabiria –Lenotti di Cabiria (OmenglU) Sa 17.15; CinemAperitivo:<br />
Fellinis La Strada –Das Lied der Straße (OmenglU;<br />
mit Gespräch)So16.00; Fellini 100!: Fellinis Orchesterprobe<br />
–Prova d‘orchestra (OmenglU) So 18.00; Fellini 100!:<br />
Fellinis Roma (OmenglU) Sa 22.00; Fellini 100!: Fellinis<br />
Schiff der Träume –Elanaveva(OmenglU) Sa 14.45; Fellini<br />
100!: Ginger und Fred –Ginger eFred (OmenglU) Sa<br />
19.30; Felsenstein: Hoffmanns Erzählungen (1970/2008)<br />
–Restaurierte Fassung Sa 15.00; Felsenstein: Jacques Offenbachs<br />
Ritter Blaubart So15.00; Lubitschs Geliebte:<br />
Kohlhiesls Töchter /Die Austernprinzessin (m. Live-Musikbegleitung)<br />
Sa 23.59; Lubitschs Geliebte: The Love Parade<br />
(OF) So 16.00; Lubitschs Geliebte: Die lustigeWitwe –The<br />
Merry Widow (OF) So 14.00; Felsenstein: Theater ist etwas<br />
Einmaliges –Erinnerungen an Walter Felsenstein So 14.00<br />
Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Fritzi –Eine<br />
Wendewundergeschichte Sa 12.45; Joker(OmU) Sa 18.15;<br />
Kinderfilm des Monats: Die kleinen Hexenjäger Sa 16.30;<br />
Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) Sa 10.45, So 10.00,<br />
14.30, 19.15; Queen &Slim (OmU) Sa 21.00, So 12.00,<br />
16.30, 21.30; Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa<br />
14.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte So 15.00;Joker<br />
(OmU) So 19.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) Sa<br />
14.15, 19.00;Der Leuchtturm(OmU) Sa 21.15, So 11.00;<br />
Queen &Slim (OmU) Sa 11.45, 16.15; Thomas und seine<br />
Freunde: Große Welt! Große Abenteuer! Sa 10.00, So<br />
13.15; Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) So 16.45;<br />
Yung (OmenglU) So 21.45<br />
CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) (Not) Perfect Man<br />
–Idealnyy muzhchina (OF) So17.00; 1917 –Der Film<br />
19.15, Sa a. 23.10, So a. 22.45; 1917 –Der Film (OF)<br />
17.20, Sa a. 20.15, So a. 19.50; 3Engel für Charlie Sa<br />
23.15; 3Engel für Charlie –Charlie‘s Angels (OF) So 23.15;<br />
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 11.30; Bad Boys for<br />
Life 16.40, 20.10, Sa a. 22.40, So a. 22.50; Bad Boys for<br />
Life (OF) 19.40, 22.20;CatsSo11.20; Cats (OF) Sa 11.20;<br />
Die Eiskönigin II 16.45, Sa a. 11.00, 14.00, So a. 11.15,<br />
13.50; Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 15.00; 3D: Die<br />
fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.20, 17.30, 20.10,<br />
23.00, Sa a. 14.20, So a. 14.10; Die Heinzels 16.00, Sa a.<br />
11.45, 14.00, So a. 12.10,14.30; Die Hochzeit 20.00, Sa<br />
a. 16.20, Soa.13.50, 17.10; Joker (OF) So 23.00; 3D:<br />
Jumanji Sa 17.00; Jumanji 11.45; Kartoffelsalat 311.20,<br />
14.40; Knives Out So 19.20; Knives Out (OF) Sa 19.20, So<br />
16.45, 19.30; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa<br />
11.10; Lindenberg! Sa 13.45, So 16.10; Metropolitan Opera<br />
in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Das perfekte Geheimnis<br />
Sa 17.10, So 18.15; Spione Undercover Sa13.30, So<br />
13.40; 3D: Star Wars IX 22.30; Star Wars IX 14.00; Star<br />
Wars IX –Star Wars: The Rise of Skywalker (OF) Sa 22.50, So<br />
21.15; Super Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte<br />
Schwestern 11.15; Weathering With You: Das Mädchen,das<br />
die Sonne berührte So 11.30; Die Wolf-Gäng Sa<br />
13.20, 15.40, So 11.00, 13.30<br />
Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) 1917 –Der Film (OmU)<br />
16.30, 19.00,Soa.12.00; Ein verborgenes Leben –AHidden<br />
Life (OmU) 21.15; Das Vorspiel (teilw.OmU) 14.45, So<br />
a. 10.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.30, So a.<br />
11.30; Lindenberg! 21.15; Miles Davis: Birth of the Cool<br />
(OmU) 14.00; Das Vorspiel (teilw.OmU) 19.00; Ein verborgenes<br />
Leben –AHidden Life (OmU) 14.00, So a. 10.30; Jojo<br />
Rabbit (OmU) 17.15, 19.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft<br />
(OmU) 21.45; Sorry We Missed You (OmU) 14.30,<br />
19.00, So a. 10.30; Les miserables (OmU) 16.45, 21.15,<br />
So a. 12.30; Jojo Rabbit (OmU) 22.15; Little Women (OmU)<br />
14.00, 16.45, 19.30, So a. 11.30<br />
International (✆ 24 75 60 11) Das geheime Leben der<br />
Bäume So 12.30; Jojo Rabbit (OmU) 21.00; Lindenberg!<br />
15.00; Little Women (OmU) 18.00<br />
Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Der Apfel ist ab Sa 21.00;<br />
Der Herr vom anderen Stern So16.00; Karbid und Sauerampfer<br />
So 18.00; Niemand wird lachen –Nikdo se nebude<br />
smat (OmenglU) Sa 19.00<br />
NEUKÖLLN<br />
Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) 1917<br />
–Der Film 16.50, 19.30; Baba Parasi (OmU) 19.45, Sa a.<br />
22.50; Bad Boysfor Life 16.30, 19.40, Sa a. 22.30; Countdown<br />
20.30, Sa a. 22.45; Countdown (OF) Sa 22.50; Die<br />
Eiskönigin II 12.00, 14.20, 17.15; Eltilerin Savasi (OmU)<br />
20.15, Sa a. 22.55; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />
12.00, 14.20, 16.45, 19.30, 19.55, Sa a. 22.15; Die<br />
fantastische Reise des Dr.Dolittle 15.00, 18.10; Die Heinzels<br />
12.00, 14.00, 16.05; Die Hochzeit 17.00, 19.55, Sa a.<br />
22.40; Jumanji 12.00, 14.10, 17.20; Der kleine Rabe Sokke<br />
3–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.00; Mucize<br />
Ask (OmU) Sa 22.30; Rafadan Tayfa 2: Göbeklitepe (OmU)<br />
12.30, 14.45, 17.10; Spione Undercover 12.00, 14.15;<br />
Türkler Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 19.45, Sa a. 22.35;<br />
Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 14.45; Die Wolf-Gäng<br />
12.00, 14.00, 17.00<br />
IL KINO (✆ 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl (DFmenglU) Sa 13.50, So 13.20; The Farewell<br />
(OmenglU) Sa 23.15; Der kleine Rabe Socke 3–Suche<br />
nach dem verlorenen Schatz Sa 12.30; Parasite (OmenglU)<br />
Sa 19.00, So 21.50; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao<br />
(OmU) So15.30; Vom Gießen des Zitronenbaums<br />
(OmU) Sa17.10, So 20.00; Les miserables (OmU) Sa<br />
21.20, So 18.00<br />
Neues Off (✆ 62 70 95 50) Der Leuchtturm(OF) So 22.30;<br />
Queen &Slim (OmU) 16.30, 19.30, Sa a. 22.30<br />
Passage (✆ 68 23 70 18) Cunningham (OmU) So 12.40;<br />
Little Women (OmU) 14.40, 17.30, 20.30; 1917 –Der Film<br />
(OmU) 15.00, 17.45, 20.30; Alkohol So 13.00; Knives Out<br />
21.00; Lindenberg! 15.20, 18.10; Miles Davis: Birth of the<br />
Cool (OmU) So13.00; Joker (OmU) 18.30, 21.00; Judy<br />
(OmU)16.00;Systemsprenger So 13.30<br />
Rollberg (✆ 62704645) Little Women (OF) 14.45, 17.45,<br />
20.45; National Theatre London: Fleabag (OF) So 20.00;<br />
Parasite (OmenglU) 17.20, 20.15; The Peanut Butter Falcon<br />
(OF) Sa 15.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen<br />
(OmenglU) So 14.30; 1917 –Der Film (OF) 14.15, 17.00,<br />
Sa a. 19.45, So a. 22.00;CreepyCrypt: The Grudge(OF) Sa<br />
22.30; The Farewell (OmenglU) 14.40; Les miserables<br />
(OmenglU) 17.00, 19.30, 22.00; Jojo Rabbit (OF) 16.30,<br />
19.00, 21.30<br />
UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) 1917 –Der<br />
Film 20.15, Sa a. 23.00, So a. 17.30; Bad Boys for Life<br />
16.40, 19.50, Sa a. 22.50; Die Eiskönigin II 11.50, 14.20;<br />
3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.50, 17.20, Sa<br />
a. 20.10,22.40, So a. 19.30; Diefantastische Reise des Dr.<br />
Dolittle 12.20; Die Heinzels 12.30, 17.10, Sa a. 15.05, So<br />
a. 14.30; Die Hochzeit 11.45, 16.30, 19.40, Sa a. 22.55;<br />
Jumanji 17.00; Kartoffelsalat 314.15, Sa a. 17.00; Der<br />
kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />
12.10; Knives Out 19.30; Das perfekte Geheimnis Sa<br />
22.30; Star Wars IX Sa 20.30, So 20.00; Super Bowl Live-<br />
Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte Schwestern14.30;<br />
Die Wolf-Gäng 12.00, 14.40<br />
Wolf (✆ 921 03 93 33) Der Atem –The Breath (OmenglU)<br />
So 19.00; The Farewell (OmenglU) 14.30; Flussfahrt mit<br />
Huhn 16.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa<br />
18.50; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)<br />
13.40; Sorry We Missed You(OmU) 16.40, 21.00; Die Tigerentenbande<br />
–Der Film 12.10; Vom Gießen des Zitronenbaums<br />
(OmU) 19.00; Les miserables (OmU) 12.00, Sa a.<br />
21.10, So a. 21.20<br />
PANKOW<br />
Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Die fantastische<br />
Reise des Dr. Dolittle 13.30, 15.50, 18.10, 20.15; Little<br />
Women 20.30; Pavarotti So 11.00; Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl So 11.00; Die Heinzels 13.40, 15.30; Lindenberg!<br />
17.20<br />
PRENZLAUER BERG<br />
FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Little Women<br />
14.30, 17.20, 20.15; Pavarotti So12.00; Das geheime<br />
Leben der Bäume 17.40, So a. 11.45; Die Heinzels 14.00,<br />
15.50; Parasite 20.00; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />
13.40, 16.00, 18.20, 21.15; Freies LandSo11.00; 1917<br />
–Der Film (OmU) 20.40; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />
Sa 14.40, So 13.40; Mystify –Michael Hutchence<br />
(OmU) So 12.15; Sorry We Missed You 16.40, 19.00; Ein<br />
verborgenes Leben Sa 19.45, So18.30; Knives Out Sa<br />
17.00, So 15.40; Spione Undercover Sa14.45, So 14.40;<br />
Les miserables So 11.30<br />
Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) 1917<br />
–Der Film (OmU) 16.45, 22.45, Sa a. 19.00, So a. 20.00;<br />
2020 Oscar Nominated Short Films (OmU) So 17.00,<br />
19.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 15.15, So<br />
14.00; Ein verborgenes Leben 21.45; Die Eiskönigin II<br />
11.30, 14.15; Euforia (OmU) Sa 20.00; Das geheime Leben<br />
der Bäume 11.30, Sa a. 17.15, So a. 18.45; Die Heinzels<br />
12.00, 14.15, So a. 16.30; Jojo Rabbit (OmU) 14.00,<br />
19.30; Jojo Rabbit (OF) 16.45, 22.30; Judy Sa14.00, So<br />
14.30; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen<br />
Schatz Sa14.15, So 11.45; Knives Out (OmU) Sa<br />
21.45, So 23.00; Der König der Löwen 11.45; Kuddelmuddel<br />
bei Pettersson und Findus So 12.15; Lindenberg! Sa<br />
21.45, So 20.00; Little Women 13.45; Little Women (OmU)<br />
19.30; Little Women (OF) Sa 16.30, So 17.00; Metropolitan<br />
Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Parasite 21.45; The<br />
Peanut Butter Falcon 16.30; Das perfekte Geheimnis Sa<br />
12.30, So 11.45; Queen &Slim (OmU) So 22.45; Shaun<br />
das Schaf: Der Film: UFO-AlarmSa12.00; SorryWe Missed<br />
You 19.15; Spione Undercover 12.00; Star Wars IX –Star<br />
Wars: The Rise of Skywalker (OmU) 22.45; Vier zauberhafte<br />
SchwesternSa11.30, So 14.00; VomGießen des Zitronenbaums<br />
So 16.15; Das Vorspiel 19.00; Die Wolf-Gäng 13.45;<br />
Les miserables Sa 16.15, 16.30, So 21.45<br />
Krokodil (✆ 44 04 92 98) (Not) Perfect Man –Idealnyy<br />
muzhchina (OF) So 17.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian<br />
chang (OmU) Sa14.45; Gundermann Revier Sa 19.30;<br />
Havelland. Fontane So 15.00; Schönheit &Vergänglichkeit<br />
Sa 18.00; Wasgewesen wäre So 18.45; WhyDon‘t YouJust<br />
Die! –Papa, sdokhni (OmU) Sa 21.15, So 20.15<br />
Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Bis dann, mein Sohn –Di<br />
jiu tian chang (OmU) So 17.00; Casablanca (OmU) Sa<br />
23.59; Darkroom Sa 20.00, So 22.30; Emil und die DetektiveSa14.00;<br />
Der Himmel über Berlin (OmenglU) Sa 15.15;<br />
Parasite (OmenglU) Sa 22.00; Quatsch und die NasenbärenbandeSo14.00;<br />
Schönheit &Vergänglichkeit (OmenglU)<br />
So 15.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)<br />
Sa 17.30, So 20.15<br />
UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 1917 –Der<br />
Film 17.05, 19.40, 22.30; 3Engel für Charlie 22.40; Als<br />
Hitler das rosa Kaninchen stahl 19.55; Bad Boys for Life<br />
17.00, 19.55, 22.40; Countdown 19.55, 22.30; Die Eiskönigin<br />
II 12.10, 14.40, 17.20; 3D: Die fantastische Reise des<br />
Dr.Dolittle 12.00, 14.20, 17.00, 19.45, 22.45; Die fantastische<br />
Reise des Dr.Dolittle 14.30; Das geheime Leben der<br />
Bäume 17.05; The Grudge 22.40; Die Heinzels 12.15,<br />
14.30, 16.50; Die Hochzeit 12.00, 16.45, 19.50; 3D: Jumanji<br />
So 17.00; Jumanji 14.15; Kartoffelsalat 314.40,<br />
17.00; Knives Out 19.50, 22.45; Latte Igel und der magische<br />
Wasserstein 14.30; Lindenberg! So 19.40; Little Women<br />
16.50, 19.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo!<br />
12.10; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm<br />
12.10; Spione Undercover 12.15; 3D: Star Wars IXSa<br />
22.45; Star Wars IX 14.15, 19.40; Thomas und seine Freunde<br />
12.10; Underwater –Esist erwacht 22.45; Vier zauberhafte<br />
Schwestern14.45; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.35<br />
Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) 2040 –Wir retten<br />
die Welt! So 18.00; Aretha Franklin (OmU) So 11.30;<br />
Königreich Arktis Sa 16.30; Nur die Füße tun mir leid –900<br />
Kilometer Jakobsweg So13.30; The Peanut Butter Falcon<br />
(OmU) Sa 21.00; PJ Harvey –ADog Called Money (OmU)<br />
Sa 19.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-AlarmSa16.30;<br />
Unsere Erde II So 16.00<br />
REINICKENDORF<br />
CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film Sa<br />
16.25, 19.40, 23.00, So 16.35, 19.35; Bad Boys for Life<br />
17.05, 20.10, 23.00; Countdown 23.15, Sa a. 20.25, So a.<br />
20.20; Die Eiskönigin II 11.30, 14.10, 16.55; 3D: Die fantastische<br />
Reise des Dr.Dolittle 11.40, 14.20, 17.10, 19.50,<br />
22.35; The Grudge 23.20; Die Heinzels 11.20, 13.30,<br />
15.40; Die Hochzeit 16.45, 19.35, 22.35,Saa.11.00, So<br />
a. 11.15, 14.10; Jojo Rabbit 20.00; Jojo Rabbit (OF) So<br />
20.15; Joker 23.00; 3D: Jumanji 22.50; Jumanji 13.55,<br />
17.15; Kartoffelsalat 314.10, Sa a. 18.00, So a. 17.50; Der<br />
kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />
Sa 11.45; Knives Out 16.55, 19.45; Latte Igel und der magische<br />
Wasserstein 11.55; Lindenberg! Sa 13.55, So<br />
16.25; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00;<br />
Das perfekte Geheimnis Sa 20.15; Spione Undercover<br />
11.05, 13.45; 3D: Star Wars IX So 19.30; Star Wars IX<br />
13.40, 22.55; Super Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier<br />
zauberhafte Schwestern 11.00; Weathering With You: Das<br />
Mädchen, das die Sonne berührte So 11.15; Die Wolf-Gäng<br />
12.05, 14.40<br />
SCHÖNEBERG<br />
Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Als<br />
Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, Sa a. 17.00, So a.<br />
20.00; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen<br />
Schatz 12.00; Lindenberg! Sa 20.00, So 17.00<br />
Cosima (✆ 85 07 58 02) Ich war noch niemals in NewYork<br />
15.30; Judy18.00, 20.15<br />
Odeon (✆ 78 70 40 19) Jojo Rabbit (OmU) 18.00; Little<br />
Women (OmU) 15.00, 20.30<br />
Xenon (✆ 78 00 15 30) Cunningham (OmU) So 18.00;<br />
Jonathan Agassi Saved My Life (OmU) So 20.15; Judy<br />
(OmU) Sa 20.15<br />
SPANDAU<br />
Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) 1917 –Der Film<br />
16.35, 19.50, Sa a. 22.45; Bad Boys for Life 16.50, 19.40,<br />
Sa a. 22.45; Die Eiskönigin II 10.00, 12.20, 14.05; 3D: Die<br />
fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.00, 20.15, Saa.<br />
22.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 10.00, 12.00,<br />
14.25; Die Heinzels 10.00, 12.15, 14.30; Die Hochzeit<br />
16.40, 19.30, Sa a. 22.40; Jumanji 17.15; Knives Out<br />
19.45; Spione Undercover 14.45; Star Wars IX Sa 22.20;<br />
Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.15; Die Wolf-Gäng<br />
10.00, 12.10, 14.25<br />
Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Als Hitler das<br />
rosa Kaninchen stahl Sa 13.45, 18.00, So13.30, 15.45;<br />
Aretha Franklin So 20.15; Der geheime Roman des Monsieur<br />
Pick Sa 16.00, So 11.30; Ich war noch niemals in New<br />
York Sa 11.15; JudySa20.15, So 18.00<br />
STEGLITZ<br />
Adria (✆ 01 80/505 07 11) Little Women 11.00, 14.00,<br />
17.00, 20.00<br />
Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) 1917 –Der<br />
Film 17.50, 20.00, 22.55; Bad Boys for Life 16.50, 20.00,<br />
23.00; Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, Sa a. 14.45, So a.<br />
14.25; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 10.00,<br />
12.20, 14.45, 17.20, 19.50, 22.35; Die fantastische Reise<br />
des Dr.Dolittle 14.15, 16.50; Das geheime Leben der Bäume<br />
Sa 17.00, So 17.05; Die Heinzels 10.00, 11.50, 13.45,<br />
15.45; Die Hochzeit 19.45, 22.40, Sa a. 17.05; Jojo Rabbit<br />
20.00, 22.45; Jumanji 16.50; Knives Out 19.30, 22.35, So<br />
a. 17.00; Latte Igel und der magische Wasserstein 12.15,<br />
So a. 10.00; Spione Undercover10.00, 14.30, Sa a. 12.30,<br />
So a. 12.00; Star Wars IX 20.45; Vier zauberhafte Schwestern<br />
10.00, 12.15, 14.30; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.10,<br />
14.25<br />
Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Als Hitler das rosa<br />
Kaninchen stahl So 18.00; Bad Boys for Life 20.30; Die<br />
Eiskönigin II 13.45, So a. 11.30; 3D: Die fantastische Reise<br />
des Dr.Dolittle 18.15, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.<br />
Dolittle 13.30, 15.45, So a. 11.15; Die Heinzels 15.45, So<br />
a. 11.15; Die Hochzeit 18.00, 20.30; Jumanji Sa 18.00;<br />
Knives Out 20.30; Lindenberg! 17.45; Spione Undercover<br />
13.30; Vier zauberhafte Schwestern 15.45; Die Wolf-Gäng<br />
13.30, 16.00, So a. 11.15<br />
TIERGARTEN<br />
Arsenal (✆ 26 95 51 00)Gaumont: Eine verheiratete Frau<br />
–Une femme mariÈe (OmenglU) Sa 19.00; Gaumont: Der<br />
Pakt mit dem Teufel –Labeaute du diable (OmenglU) So<br />
20.00; Gaumont: Weiße Margeriten –Elena et les hommes<br />
(OmenglU) So 18.00; Gaumont: Wir werden nicht zusammen<br />
alt –Nous ne vieillirons pas ensemble (OmenglU) Sa<br />
21.00; Magical HistoryTour: Gilda (OF) Sa 20.00; Magical<br />
HistoryTour: Die Liebenden vonPont-Neuf –Les amants du<br />
Pont-Neuf (OmU) So 19.30<br />
CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) (Not)<br />
Perfect Man So 17.30; 1917 –Der Film 19.30, 19.50,<br />
23.00, Sa a. 13.15, 14.50, 16.20, 22.45, So a. 16.30,<br />
22.40; Ajvar(OmU) So 17.00; Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl 16.45, 19.10, Sa a. 13.10; Bad Boys for Life 19.30,<br />
22.15, 22.50, Sa a. 16.10, 16.40, So a. 17.20; Countdown<br />
23.00, Sa a. 16.30, 19.40, So a. 17.30, 20.10; Die Eiskönigin<br />
II 13.50, Sa a. 13.00; 3D: Die fantastische Reise des<br />
Dr.Dolittle 13.30, 17.00, 20.15, 23.00, Sa a. 15.15, 17.20,<br />
So a. 14.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.00,<br />
Sa a. 16.30; Das geheime Leben der Bäume 17.10, So a.<br />
13.50; The Grudge22.45; Die Heinzels Sa 14.10, 16.15, So<br />
15.00, 16.30; Die Hochzeit 22.30, Saa.13.40, 16.45,<br />
19.15, So a. 13.30, 17.05, 20.00; Jak zostalem gangsterem:<br />
Historia prawdziwa –Wie ich ein Gangster wurde: Eine<br />
wahre Geschichte (OmU) So12.30; Jojo Rabbit 20.00,<br />
22.20, Sa a. 17.20, 19.30, So a. 13.30,16.20, 19.40; Joker<br />
Sa20.45, So 20.00; Judy Sa13.00; Jumanji 12.45,<br />
16.30, 20.00, 23.00; Kartoffelsalat 3Sa14.00, 18.00, So<br />
13.50, 17.15; Knives Out 16.45, 20.30, 22.45, So a.<br />
22.50; Lindenberg! 13.30, 19.00, Sa a. 16.30, Soa.<br />
16.45; Little Women 16.15, 19.40, 19.45, 22.30, Sa a.<br />
13.30, So a. 12.30; Parasite Sa 19.45, So 19.15; Das perfekte<br />
Geheimnis 19.45; Queen &Slim Sa 22.40, So 23.00;<br />
Spione UndercoverSa13.20; 3D: Star Wars IX 15.50, So a.<br />
20.20; Star Wars IX Sa 13.50, 19.20, 22.30, So 13.40,<br />
19.30,22.40; Underwater –Esist erwacht 23.00; Vier zauberhafte<br />
Schwestern14.30; Die Wolf-Gäng 14.10<br />
Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Jam (OmU) So 17.30;<br />
Once Upon aTime in... Hollywood (OF) Sa 18.30; Sneak<br />
Preview (OmU) So 19.30; Why Don‘t You Just Die! –Papa,<br />
sdokhni (OmU) So 22.00<br />
TREPTOW<br />
Astra (✆ 636 16 50) Bad Boys for Life 17.15, 20.00,<br />
22.30; Die Eiskönigin II Sa 12.30; 3D: Die fantastische Reise<br />
des Dr. Dolittle 17.30, 20.00, 22.30; Die fantastische<br />
Reise des Dr. Dolittle 10.00, 12.30, 15.00; Das geheime<br />
Leben der Bäume 15.00, 18.00, 20.15, 22.30; Die Heinzels<br />
10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Die Hochzeit 17.30, 20.00,<br />
22.30; Jumanji 18.00; Lindenberg! 20.30; Spione Undercover<br />
15.00, Sa a. 10.00; Vier zauberhafte Schwestern<br />
14.00, Sa a. 10.00, 12.15; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.00,<br />
16.00<br />
Casablanca (✆ 677 57 52) Charlie &Louise –Das doppelte<br />
Lottchen 13.30; JudySa20.30, So 15.30; Knives Out Sa<br />
18.00, So 20.30; Das perfekte Geheimnis Sa 15.30, So<br />
18.00<br />
CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) (Not)<br />
Perfect Man –Idealnyy muzhchina (OF) So 17.00; 1917 –<br />
Der Film 17.00, 20.10, Sa a. 22.50; 3Engel für Charlie Sa<br />
23.00; Bad Boys for Life 17.00, 20.00, Sa a. 22.45; Countdown<br />
20.20, Sa a. 23.10; Die Eiskönigin II 11.40, 14.20;<br />
3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30, 14.10,<br />
17.10, 20.00, Sa a. 22.45; The GrudgeSa23.05; Die Heinzels<br />
11.50, 14.15, 16.30; Die Hochzeit 14.10, 19.55, Sa a.<br />
17.00; JokerSa22.55; 3D: Jumanji 20.00; Jumanji 14.05,<br />
17.15, Sa a. 22.40; Kartoffelsalat 314.40, 17.20; Der kleine<br />
Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />
12.00; Knives Out 19.30; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />
11.55; Lindenberg! 17.10; Metropolitan Opera in<br />
HD: Porgy and Bess Sa 19.00; Das perfekte Geheimnis<br />
19.45; 3D: Spione Undercover 11.30; Spione Undercover<br />
14.20; 3D: Star Wars IX 11.30; Star Wars IX So 19.30; Thomas<br />
und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!<br />
11.45; Underwater –Esist erwacht Sa 23.00; Vier zauberhafte<br />
Schwestern14.15, So a. 16.50; Die Wolf-Gäng 12.00,<br />
14.45<br />
WEDDING<br />
Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) 1917 –Der Film<br />
16.40, 19.45, Sa a. 22.40; Bad Boys for Life 16.50, 20.00,<br />
Sa a. 23.00; Die Eiskönigin II 12.00, 14.15; Eltilerin Savasi<br />
(OmU) 20.15, Sa a. 22.45; 3D: Die fantastische Reise des<br />
Dr. Dolittle 12.00, 14.20, 16.45, 19.30, Saa.22.40; Die<br />
Hochzeit 16.50, 19.45; Jumanji 14.10; Rafadan Tayfa 2:<br />
Göbeklitepe (OmU) 12.00, 14.00, 16.00, 18.10; Spione<br />
Undercover12.00; Star Wars IX 17.00, Sa a. 22.50; Türkler<br />
Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 20.10, Sa a. 23.00; Vier zauberhafte<br />
Schwestern 12.00, 14.15; Die Wolf-Gäng 12.00,<br />
14.15<br />
City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Kinderfilm des<br />
Monats: Das doppelte Lottchen So 16.00; The Farewell Sa<br />
19.45, So 14.00; Miles Davis: Birth of the Cool Sa 17.30,<br />
So 18.00; Oscar-Fieber: Once Upon aTime in... Hollywood<br />
(OmU) So 20.15; Oscar-Fieber: Parasite (OmU) Sa 21.45;<br />
Wedding Sa 15.45<br />
WEISSENSEE<br />
BrotfabrikKino (✆ 471 40 01)Ander Bruchkante –Imker<br />
in Mecklenburg 19.30; But Beautiful –Nichts existiertunabhängig<br />
(OmU) Sa 16.00; Klavierstunden –Making the Grade<br />
(OmU) 18.00; Swans –Where Does ABody End? (OmU)<br />
21.45<br />
Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Die fantastische Reise des<br />
Dr. Dolittle Sa 11.00, 13.15, 15.30, 17.45, 20.00, So<br />
10.45, 13.00, 15.15, 17.30, 19.45; Die Eiskönigin II Sa<br />
12.15, So 11.45; JokerSo14.00; Der kleine Rabe Socke3<br />
–Suche nach dem verlorenen Schatz So 10.00; Lindenberg!<br />
Sa 17.00, 19.45, So 16.45, 19.30; Das perfekte Geheimnis<br />
Sa 14.30; Romys Salon Sa 10.00<br />
WILMERSDORF<br />
Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Als Hitler das rosa<br />
Kaninchen stahl Sa 15.30; HommageBernhard Sinkel: Der<br />
Mädchenkrieg (m. Gästen) So 15.30; Miles Davis: Birth of<br />
the Cool (OmU) 20.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-<br />
Alarm So13.30; Das Vorspiel 18.00; Jüdische Lebenswelten:<br />
Wirsind Juden aus Breslau (m. Gast) So 11.00<br />
Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Als Hitler das rosa Kaninchen<br />
stahl So 13.00; Crescendo #makemusicnotwar 15.30;<br />
Das geheime Leben der Bäume 18.00; Latte Igel und der<br />
magische Wasserstein Sa 13.15; Pavarotti So 11.00; Vom<br />
Gießen des Zitronenbaums 20.30<br />
ZEHLENDORF<br />
Bali (✆ 811 4678) But Beautiful –Nichts existiert unabhängig<br />
20.30; Ein Licht zwischen den Wolken 18.00; Latte<br />
Igel und der magische Wasserstein 16.00<br />
Capitol (✆ 831 6417) Das geheime Leben der Bäume<br />
15.00; Little Women 17.20, 20.15; Pavarotti So 12.15<br />
POTSDAM<br />
Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Die Addams<br />
Family 15.00; Bis dann, mein Sohn So 17.00; Burning Sa<br />
21.15; Gott existiert, ihrName ist Petrunya Sa 19.15; Porträt<br />
einer jungen Frau in Flammen Sa 17.00, So 20.15<br />
Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Als Hitler das rosa<br />
Kaninchen stahl 13.45; Ein verborgenes Leben Sa 20.15,<br />
So 19.30; Die Eiskönigin II So 14.45; Preview: Das freiwillige<br />
Jahr So 19.00; Das geheime Leben der Bäume Sa 18.30,<br />
So 9.45, 17.00; Die Heinzels Sa 14.00, 16.00, So 10.45,<br />
13.45; Ich bin Anastasia (mit Gästen) So 12.00; Jojo Rabbit<br />
Sa 15.00, 18.00, So 16.30, 20.45; Latte Igel und der magische<br />
Wasserstein Sa 13.45, So 14.30; Lindenberg! 18.00,<br />
20.45; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess (OmU) Sa<br />
19.00; Pavarotti So 11.35; Sorry We Missed You20.45, So<br />
a. 16.15; VomGießen des Zitronenbaums 15.45; Das Vorspiel<br />
Sa 16.15, So 10.00, 18.30<br />
UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) 1917 –Der<br />
Film 17.10, 20.15, Sa a. 23.00; 1917 –Der Film (OF) So<br />
20.00; Bad Boys for Life 16.50, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin<br />
II 11.00, 13.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle<br />
14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; Die fantastische<br />
Reise des Dr.Dolittle 11.00; Die Heinzels 11.10, 15.45, Sa<br />
a. 13.40, So a. 14.30; Die Hochzeit 11.00, 14.10, 16.40,<br />
19.50; 3D: Jumanji Sa 23.00; Jumanji 16.50; Kartoffelsalat<br />
311.15, 14.20, Sa a. 17.00, Soa.17.45; Knives Out<br />
23.00, Sa a. 19.50; Lindenberg! 19.40; Little Women<br />
16.30, 19.40; Das perfekte Geheimnis Sa 23.00; Shaun<br />
das Schaf: Der Film: UFO-Alarm11.15; 3D: Star Wars IX Sa<br />
20.15, So 20.00; Star Wars IX 13.45, Sa a. 23.00; Super<br />
Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte Schwestern<br />
11.15, Sa a. 14.15, So a. 13.30; Die Wolf-Gäng<br />
11.00, 14.00, Sa a. 17.45, So a. 17.10<br />
UMLAND<br />
ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die fantastische<br />
Reise des Dr. Dolittle Sa 14.00, 16.30, 19.30, So 12.00,<br />
14.30, 17.00, 20.00<br />
Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)<br />
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 20.00, So 17.00; Der<br />
kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />
15.00; Marianne &Leonard –Words of Love Sa 17.00, So<br />
20.00<br />
Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Bad Boys for Life<br />
20.30; Die Eiskönigin II 13.15; 3D: Die fantastische Reise<br />
des Dr.Dolittle 18.00, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.<br />
Dolittle 13.30, 15.45; Die Heinzels 15.30; Die Hochzeit<br />
17.45, 20.30; Lindenberg! 17.30; Vier zauberhafte Schwestern13.15;<br />
Die Wolf-Gäng 15.30<br />
Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28) Bad Boys<br />
for Life 18.00, 20.30, Sa a. 22.30; Die Eiskönigin II 14.15;<br />
3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 17.30, 19.45, Sa<br />
a. 22.50; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.30,<br />
15.00; The Grudge Sa23.10; Die Hochzeit 17.45, 20.15;<br />
Jumanji 15.15; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem<br />
verlorenen Schatz 10.45; Latte Igel und der magische Wasserstein<br />
10.15; Lindenberg! 17.00, 20.00; Pettersson und<br />
Findus 10.30; Spione Undercover 11.45; 3D: Star Wars IX<br />
Sa 22.15; Vier zauberhafte Schwestern 13.00; Die Wolf-<br />
Gäng 12.00, 14.00, 16.00<br />
Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) 2040 –Wir retten die<br />
Welt! So 13.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa<br />
18.15; Bad Boys for Life Sa 20.45, So 18.00; Die Hochzeit<br />
17.15, Sa a. 20.00, So a. 20.30; Jumanji So 11.30; Der<br />
kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz<br />
So 16.15; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa<br />
16.15, So 11.00; Spione Undercover15.00<br />
KINO<br />
SONNTAG<br />
Irgendwas bleibt<br />
S ie waren zur Stelle,als es im Popgeschäft fast schon als uncool galt, es als<br />
deutsche Band weiter mit schlechtem Englisch zu versuchen. Also<br />
suchten alle nach der perfekten Welle, aber selbst die, die sie besangen,<br />
konnten sich nicht lange auf ihr halten. Als Silbermond 1998 in Bautzen<br />
anfingen, waren sie zunächst eine Formation unter vielen, heute gelten<br />
sie als die einzige charakteristische populäre Band, die man vergleichsweise<br />
leicht an ihrem Sound erkennt und die sich für ihre Texte nicht<br />
schämen muss.Anbeidemhat Sängerin Stefanie Kloß großen Anteil. Vom<br />
sphärischen „Symphonie“, noch immer der größte Silbermond-Hit, hat<br />
man sich elegant gelöst und gelernt, mit „leichtem Gepäck“ zu reisen.<br />
Sehr geschickt haben Silbermond dabei ihre ostdeutsche Identität ins<br />
Spiel gebracht. Dass gänger Pop aus Bautzen kommen kann, war bis zur<br />
Gründung vonSilbermond nicht gerade eine Gewissheit. HarryNutt<br />
Silbermond, Sonnabend, 20 Uhr, Mercedes-Benz-Arena, Mercedes-Benz-Platz1<br />
Pop<br />
Auf Spurensuche in Wroclaw<br />
KARIN KAPER FILM<br />
Wirsind Juden aus Breslau<br />
D er Film zeichnet das Porträt<br />
einer Generation mit<br />
einem biografischen Abgrund.<br />
Sie waren jung, jüdisch und<br />
lebten in Breslau, der deutschen<br />
Stadt mit der drittgrößten<br />
jüdischen Gemeinde.<br />
Dann kam Hitler. Die Dokumentarfilmer<br />
befragen vierzehn<br />
in alle Welt verstreute<br />
Zeitzeugen und begleiten sie in<br />
ihre untergegangene Heimat,<br />
das heute zu Polen gehörende<br />
Wroclaw, wo es zarte Anzeichen<br />
wiederkehrenden jüdischen<br />
Lebens gibt. (BLZ)<br />
Sonntag,11Uhr,Bundesplatz-Kino<br />
Tagestipp<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 29 · ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
BÜHNE<br />
<strong>Berliner</strong> Ensemble (& 28 40 81 55)<br />
18.00: Baal; 18.00: DieAntigone des Sophokles<br />
<strong>Berliner</strong> Kriminal Theater (& 47 99 74 88)<br />
17.00: Todauf dem Nil<br />
Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)<br />
16.00: Les Huguenots<br />
Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)<br />
19.30: Glauben an die Möglichkeit der völligen<br />
Erneuerung der Welt<br />
Kleines Theater (& 821 20 21)<br />
18.00: Törless<br />
Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)<br />
18.00: DieZauberflöte<br />
Komödie (& 88 59 11 88) 18.00: Ab jetzt<br />
Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)<br />
18.00: In My Room; 19.00 Container: Hamlet<br />
Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)<br />
20.00: Wolfskinder<br />
Philharmonie (& 25 48 83 01)<br />
16.00: Puccinis Suor Angelica –Faith to Face (Nico<br />
andthe Navigators)<br />
Radialsystem (& 288 78 85 88)<br />
14.00, 19.45: CTM Festival 2020 –Liminal: Drops<br />
and Seeds (Prumsodun Ok &NATYARASA und Ensemble<br />
KNM Berlin)<br />
Renaissance-Theater (& 312 42 02)<br />
18.00: Nein zumGeld<br />
Schaubühne (& 89 00 23)<br />
19.30 Studio: He? She? Me!Free; 20.00: Orlando<br />
Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />
16.00: Ich bin nicht Mercury<br />
Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />
11.00: Einführungsmatinee: Der Rosenkavalier<br />
16.00: Falstaff<br />
Theater im Delphi (& 70 12 80 20)<br />
20.00: Odyssey: Dead Men Die (Opera Lab Berlin)<br />
Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)<br />
18.00: Unendlicher Spaß<br />
19.00 3. Stock: vengapoise –ibiza sky<br />
KABARETT/VARIETÉ<br />
Admiralspalast (& 22 50 70 00)<br />
14.00, 19.00: Ballet Revolución<br />
Arena Glashaus (& 533 20 30)<br />
18.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.<br />
Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)<br />
19.00: Irmgard Knef: Barrierefrei<br />
<strong>Berliner</strong> Schnauze –MundArt&Comedy Theater<br />
(& 017 95 34 66 96) 19.00: Dit Bestevons Janze<br />
(MargaBach)<br />
Chamäleon (& 400 05 90)<br />
18.00: Out of Chaos(Gravity &Other Myths)<br />
Distel (& 204 47 04)<br />
18.00Studio:Verdummungsverbot (Tilman Lucke)<br />
Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)<br />
15.30: Vivid<br />
Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />
18.00: Der Tanz der Zuckerpflaumenfähre (Ursus &<br />
Nadeschkin)<br />
Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)<br />
17.00: Die LiveShow<br />
Stachelschweine (& 261 47 95)<br />
18.00: Überall ist besser als nichts!<br />
StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)<br />
18.00: Blue Man Group–The Show<br />
StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)<br />
14.30, 19.00: Mamma Mia!<br />
ufaFabrik (& 75 50 30)<br />
19.00: Die Jahrespresseschau 2019(Arnulf Rating)<br />
Wühlmäuse (& 30 67 30 11)<br />
20.00: Willkommen in Matzeknopien –ich mach’s<br />
jetzt selbst (Matze Knop)<br />
Z-Bar (& 28 38 91 21)<br />
20.00: Adorable Idiots –English ComedyOpen Mic<br />
(HostedbyBrittni Bowering and Zackarias Branzell)<br />
KLASSIK<br />
Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)<br />
11.00 Kl. Saal: Alexandra Kehrle (Klarinette), Ernst-<br />
Martin Schmidt (Viola), Florian vonRadowitz (Klavier),<br />
Kammermusik-Matinee des Konzerthausorchesters,<br />
W.A. Mozart: Trio für Klavier,Klarinette und Viola<br />
Es-Dur „Kegelstatt-Trio“; Max Bruch: Acht Stücke für<br />
Klarinette, Viola und Klavier op. 83, Auswahl; Michael<br />
Vogt: „Marien-Trio“ zum Fest Mariä Lichtmess, UA;<br />
Jean Françaix: Trio für Klarinette, Viola und Klavier<br />
11.00, 15.00 Gr.Saal: Deutsches Filmorchester<br />
Babelsberg,Solist*innen: SvitlanaSlyvia, J. Warren<br />
Mitchell, Tetiana Gospodynchyk, Ki-Hyun Park,<br />
Ltg.Frank-Michael Erben, ConTakt Gala, Arien und<br />
Duette aus „Eugen Onegin“, „Die Regimentstochter“,<br />
„L’Italiana in Algeri“, „Turandot“, „MaskeinBlau“, „Der<br />
Bettelstudent“, „Nächte in Schanghai“ u. a.<br />
20.00 Kl. Saal: Akademie für Alte Musik Berlin, Georg<br />
Kallweit (Violine), Xenia Löffler (Oboe), Werkevon<br />
Lully,Scarlatti, C.P.E. Bach, Telemann, Vivaldi u. a.<br />
Königin-Luise-Kirche Waidmannslust<br />
(& 411 11 45)16.00: Vicky-Lou Timmer (Violine),<br />
Anna Tessa Timmer (Violoncello), U. Timmer (Klavier),<br />
Aufdem Pfad der Sinne, Ausstellungseröffnung<br />
vonKindernder Münchhausen-Grundschule mit<br />
Kammermusik<br />
Philharmonie (& 25 48 83 01)<br />
20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin,<br />
Damen des Rundfunkchors Berlin, Ltg.AndrewManze,<br />
Martin Helmchen (Klavier), Yeree Suh (Sopran),<br />
Widmann: „Con brio“, Konzertouvertüre für Orchester;<br />
Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr.3<br />
c-Moll op. 37; Vaughan Williams: Symphonie Nr.7<br />
Pierre BoulezSaal (& 47 99 74 11)<br />
16.00: Sir András Schiff (Klavier,Moderation),<br />
Einführung zum Wohltemperierten Klavier,Band II, in<br />
engl. Sprache<br />
Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)<br />
16.00: Vida Kalojanova (Klaiver), Beethoven: Rondo<br />
C-Dur op. 51 Nr.1,Klaviersonate Nr.4Es-Dur op.<br />
7; Schubert: Impromptu op. posth. 142 Nr.1f-Moll,<br />
Klaviersonate A-Dur op. posth. 120<br />
Schloss Köpenick (& 266 42 42 42)<br />
16.00 Aurorasaal: YasukoFuchs-Imanaga(Flöte),<br />
NaokoFukumoto (Klavier), Flötentöne, W.A. Mozart:<br />
Sonate für Flöte und Klavier;Lindpaintner/Küffner:<br />
Potpourie über „Die sizilianische Vesper“; I. Moscheles:<br />
Variationen für Flöte und Klavier u.a.<br />
Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)<br />
20.00 Apollosaal: Mitglieder derStaatskapelle Berlin,<br />
Ltg.Laura Volkwein, Preußens Hofmusik II, Werkevon<br />
Alessandro Scarlatti und John Stanley<br />
Villa Elisabeth (& 44 04 36 44)<br />
18.00: Viola Solo: Karen Lorenz, Yodfat Miron u. a.,<br />
Rama Gottfried: corporis fabrica (UA); Georg Katzer:<br />
Kette; EnnoPoppe: Filz –visuell-performatives Konzert<br />
KINDER<br />
Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)<br />
11.00 Zeltbühne: Ich mach dich gesund, sagte der<br />
Bär,Musikalische Erzählung (ab 3J.)<br />
15.00 Studio: Des Kaisers neue Kleider (ab 5J.)<br />
16.00: Ferdi und dieFeuerwehr (ab 4bis 8J.)<br />
Brotfabrik (& 471 40 01)<br />
11.00, 16.00: Der glückliche Hans, Erzähltheater mit<br />
Figuren (ab 4J.)<br />
FEZ Berlin (& 530 71 -0)<br />
12.00: FEZ –Kinder und Familien: Das Zauberschloss<br />
–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!<br />
Freizeitforum Marzahn (& 542 70 91)<br />
16.00: 6. Kinder-Saal-Winter:Rumpelstilzchen, FFM-<br />
Theaterensemble &Kinderballett Konfetti<br />
Grips Podewil (& 39 74 74 77)<br />
11.00: Vier sind hier (ab 2J.)<br />
Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)<br />
11.00: Derfuriose Küchenzirkus, Theater Coq Au Vin<br />
(ab 3bis 10 J.)<br />
Schaubude (& 423 43 14)<br />
15.00: Die Schneekönigin, Miamou (ab 5bis 9J.)<br />
Schlossplatztheater (& 651 65 16)<br />
16.00: Tomte Tummetott, Theater mit Musik (ab 3J.)<br />
Theater der kleinen Form (& 29 35 04 61)<br />
11.00, 16.00: Die Nachtigall, Evelyn Geller,farbiges<br />
Schattenspiel (ab 5bis 10 J.)<br />
Theater Mirakulum (& 449 08 20)<br />
16.00: Kasper rettet den kleinen Eisbär,Thomas<br />
Mierau, Puppentheater (ab 4bis 13 J.). Anm. erf.<br />
LITERATUR/VORTRAG<br />
BKA (& 202 20 07)<br />
20.00: Rotkäppchenraucht auf dem Balkon, Wladimir<br />
Kaminer,WladimirKaminer<br />
Brotfabrik (& 471 40 01)<br />
19.30: Die Erfindung des Rußn, Daniel Bayerstorfer<br />
und Tobias Roth, Lesung<br />
Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)<br />
20.00: Im Bett mit dem Westen, Franziska Troegner,<br />
Geschichtenaus „Permanent trendresistent“<br />
Theater im Palais (& 201 06 93)<br />
16.30: Gerade dadurch sind siemir lieb.Theodor<br />
Fontanes Frauen, Christine vonBrühl, Buchpremiere<br />
Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)<br />
20.00 Roter Salon:Reformbühne Heim &Welt–Zu<br />
Gast: KurtKrömer &Nils Heinrich, Autor/in: Zu Gast:<br />
KurtKrömer &Nils Heinrich<br />
KONZERT<br />
A-Trane (& 313 25 50)<br />
20.00: Clara HaberkampTrio, Homeless Clouds<br />
b-flat (& 283 31 23)<br />
21.00: TalYadin Quartett, special guest:Omri Abramov<br />
(sax), In &Out –Album Release<br />
Badehaus (& 95 59 27 76)<br />
19.00: Protect Ya Rap<br />
Columbiahalle (& 69 81 75 86)<br />
19.30: Melanie Martinez<br />
Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)<br />
20.00: Comethazine (Rap)<br />
Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)<br />
21.00: CTM 2020: Dan Deacon, support: BNNT<br />
Huxleys Neue Welt (& 301 06 80 88)<br />
20.00: Stereophonics<br />
Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)<br />
20.00: Samsas Traum<br />
Lido (& 69 56 68 40)<br />
20.00: Ride<br />
TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)<br />
19.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...<br />
VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)<br />
20.00: Howard Carpendale
30 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
TV-Programm am Sonnabend<br />
Tagesschau 24<br />
12.15 Dopen bis das Herz versagt? 13.00<br />
Nachrichten 13.15 Aristoteles Onassis 14.00<br />
Nachrichten 14.15 Wölfe 15.00 Nachrichten<br />
15.30 Plusminus 16.00 Nachrichten 16.30<br />
Weltbilder 17.00 Nachrichten 17.30 Monitor<br />
18.00 Nachrichten 18.30 Zapp 19.00<br />
Nachrichten 19.30 Australien im Feuer 20.00<br />
Tagesschau 20.15 Der Untergang der Wilhelm<br />
Gustloff 20.30 Fritz FreyimGespräch mit Heinz<br />
Schön (Überlebender der „Gustloff“) 21.00<br />
Tagesschau 21.02 Die verbotenen Wracks 21.32<br />
Mit dem Teddyauf der Flucht 22.15 Kontrolle auf<br />
See 23.15 Australien im Feuer 23.45<br />
Tagesschau vor20Jahren 0.00 Tagesthemen<br />
ONE<br />
5.45 Lindenstraße 6.15 Um Himmels Willen<br />
7.00 Brisant 7.40 Liebe am Fjord –Das Meer<br />
der Frauen. Liebesmelodram, D2011 9.10 Papa<br />
und die Braut aus Kuba. Komödie, D2016<br />
10.35 Der Liebhaber meiner Frau. Komödie, D<br />
2019 12.05 Brisant 12.45 extra 3 13.15<br />
Telespiele 13.55 Bezaubernde Jeannie 18.00<br />
Picknick mit Bären. Komödie, USA 2015 19.40<br />
Brisant 20.15 Das Verschwinden (2/4): Weil wir<br />
euch lieben. Krimireihe, D/CZ 2017 21.40<br />
Professor Love.Liebeskomödie, USA/GB 2014<br />
23.15 Rebellcomedy–Hoch ansteckend 23.45<br />
Der deutsche Michel 0.30 Doctor Who Classics<br />
2.00 Doctor Who 3.35 Bonusfamilie<br />
ZDF NEO<br />
7.15 (für HG) TerraX:Aufbruch ins All –mit<br />
Alexander Gerst 7.55 (für HG) TerraX:Faszination<br />
Erde –mit Dirk Steffens 9.25 (für HG) TerraX:<br />
Eine Erde –viele Welten 13.50 (für HG) TerraX:<br />
Fantastische Phänomene 15.20 (für HG) TerraX:<br />
Aufdie Größe kommt es an 16.50 Die<br />
glorreichen 10 18.20 Sketch History 18.45<br />
Dinner Date 19.30 (für HG) Nelson Müllers<br />
Lebensmittelreport 20.15 (für HG) Notting Hill.<br />
Komödie, GB/USA 1999 22.10 (für HG)<br />
November Man. Actionfilm, USA 2014 23.50 (für<br />
HG) No Escape –Renn um Dein Leben.<br />
Actionfilm, T/USA 2015 1.25 (für HG) November<br />
Man. Actionfilm, USA 2014<br />
ZDF INFO<br />
5.55 Brasilien unter Bolsonaro 6.25 (für HG)<br />
Zwischen Schalom und Salam 7.10 Kippa,<br />
Kirchen und Koran –Konfliktherd Jerusalem 7.40<br />
Ewiger Aufruhr 8.25 Der gespaltene Islam 9.10<br />
Iran –Zwischen Mullahs und Moderne 10.08<br />
heute Xpress 10.10 Teheran extrem –Subkultur<br />
im Gottesstaat 10.55 Mafia –Die Paten von<br />
Chicago 16.30 Das perfekte Verbrechen 17.15<br />
(für HG) Verräterische Spuren –Die Geschichte<br />
der Forensik 18.45 Skandal! Große Affären in<br />
Deutschland 19.30 ZDF-History 20.15 Mordakte<br />
Mittelalter 0.35 (für HG) Verräterische Spuren –<br />
Die Geschichte der Forensik 2.00 Charles<br />
Manson –Sektenführer und Massenmörder<br />
Radio<br />
KLASSIK<br />
15.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Klassik<br />
Nach Wunsch mit Anja Herzog /Telefonnummer<br />
für Hörerwünsche: 030 /30107010<br />
(Anrufbeantworter), ca. 114 Min.<br />
18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />
Kammermusik mit Dirk Hühner /Aufgenommen<br />
im rbb: Das Mariani Quartett spielt Fauré und<br />
Enescu, ca. 56 Min.<br />
19.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />
Oper Liveaus der Metropolitan Opera NewYork /<br />
/ GeorgeGershwin /„Porgyand Bess“, Oper in<br />
drei Akten /Libretto: Edwin DuBose Heyward mit<br />
Texten vonIra Gershwin /Bess –Angel Blue,<br />
Sopran /Clara –Golda Schultz, Sopran /Serena<br />
–Latonia Moore, Sopran u. a., ca. 240 Min.<br />
20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Das<br />
Konzert Ultraschall Berlin –Festival für neue<br />
Musik 2020 /Die Orchesterkonzerte, Teil 1/Teil<br />
2morgen um 20.04 Uhr,ca. 116 Min.<br />
HÖRSPIEL<br />
20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Hörspiel<br />
Hörspiel des Monats /Teure Schwalben /Von<br />
Irmgard Maenner /Regie: HeikeTauch/Mit: Irm<br />
Hermann, Julika Jenkins, Veronika Bachfischer,<br />
Sascha Nathan, Florian Lukas, Friedhelm Ptok,<br />
Markus Gertken, Judith Engel, Shelly Kupferberg<br />
/ Komposition: JankoHanushevsky /Produktion:<br />
Deutschlandfunk Kultur 2019. ca. 56 Min.<br />
MAGAZIN<br />
14.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />
Vollbild Das Filmmagazin, 90 Min.<br />
15.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Corso –<br />
Kunst &Pop Das Musikmagazin, ca. 55 Min.<br />
16.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />
Echtzeit Das Magazin für Lebensart, ca. 55 Min.<br />
16.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />
Forschung aktuell Computer und Kommunikation,<br />
ca. 30 Min.<br />
18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />
Feature Der,die oder das Gender? ca. 55 Min.<br />
JAZZ /BLUES<br />
19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) The<br />
Voice mit Lothar Jänichen /Carmen Bradford –<br />
sie hat einigeJahrzehnte Jazz-Geschichte<br />
miterlebt, und eines ihrer Vorbilder ist Ella<br />
Fitzgerald. ca. 30 Min.<br />
23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Late<br />
Night Jazz mit Ulf Drechsel /Jazzfest Berlin<br />
2019: Piano solo 1/Die Jazzfest-Konzerte im<br />
Haus der <strong>Berliner</strong> Festspiele eröffnete 2019 der<br />
amerikanische Pianist Brian Marsella. Er spielte<br />
sich durch die Geschichte der Piano-Musik von<br />
der Klassik über das Stride Piano, R&Bbis hin<br />
zum freien Jazz. ca. 56 Min.<br />
ARD<br />
8.10 (für HG) neuneinhalb 8.20 (für HG)<br />
neuneinhalb kompakt –Brexit 8.25 (für HG) Die<br />
Pfefferkörner 9.50 (für HG) Tagesschau 9.55 (für<br />
HG) Eisbär,Affe &Co. 11.30 (für HG) Quarks im<br />
Ersten 12.00 (für HG) Tagesschau 12.05 (für<br />
HG) Die Tierärzte 12.55 (für HG) Tagesschau<br />
13.00 (für HG) Die Hochzeit meiner Töchter.<br />
Komödie, D2006 14.30 (für HG) Mamas<br />
Flitterwochen. Familienfilm, D2008 16.00 (für<br />
HG) Wwie Wissen 16.30 (für HG) Weltspiegel-<br />
Reportage 17.00 (für HG) Tagesschau 17.10 (für<br />
HG) Brisant 17.47 (für HG) Das Wetter im Ersten<br />
17.50 (für HG) Tagesschau 18.00 (für HG)<br />
Sportschau. 3. Liga/2.Liga/Bundesliga 19.57<br />
Lotto am Samstag 20.00 (für HG) Tagesschau<br />
20.15 (für HG) Zum Glück gibt’s Schreiner<br />
Komödie, D2019. Einiges zu reparieren<br />
haben Thekla Carola Wied und Henriette<br />
Richter-Röhl als Mutter-Tochter-Gespann<br />
in dieser amüsanten Komödie von<br />
Neelesha Barthel.<br />
21.45 (für HG) Hausbau mit Hindernissen<br />
Komödie, D2017<br />
23.15 (für HG) Tagesthemen<br />
23.35 (für HG) Das Wort zum Sonntag<br />
23.40 (für HG) Maria Wern,Kripo Gotland:<br />
Es schlafe der Tod Krimireihe, S2011<br />
1.10 (für HG) Tagesschau<br />
RTL<br />
5.25 Der Blaulicht Report 5.45 Verdachtsfälle.<br />
Doku-Soap. Zur falschen Zeit am falschen Ort<br />
6.45 Verdachtsfälle. Doku-Soap. Frau holt<br />
Schicksal ihres vermissten Mannes und Sohnes<br />
nach 10 Jahren ein 7.45 Familien im Brennpunkt<br />
8.50 Familien im Brennpunkt 9.50 Der Blaulicht<br />
Report 10.55 Der Blaulicht Report 11.55 Der<br />
Blaulicht Report 12.50 Der Blaulicht Report<br />
13.45 Der Blaulicht Report. Reality-Soap 14.45<br />
Der Blaulicht Report. Reality-Soap 15.45 Der<br />
Blaulicht Report. Reality-Soap 16.45 Der<br />
Blaulicht Report. Reality-Soap 17.45 Best of ...!<br />
18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das<br />
Wetter 19.05 Life –Menschen, Momente,<br />
Geschichten. Infotainment<br />
20.15 Deutschland sucht den Superstar<br />
Castingshow. Chiara hat schon im<br />
vergangenen Jahr ihr Glück bei DSDS<br />
versucht, ist aber in den Recalls<br />
ausgeschieden. In diesem Jahr will sie<br />
endlich den Durchbruch schaffen.<br />
22.30 Take Me Out<br />
Dateshow<br />
23.35 Take Me Out<br />
Dateshow<br />
0.40 Deutschland sucht den Superstar<br />
Castingshow<br />
2.20 Take Me Out<br />
MDR<br />
14.00 (für HG) SportimOsten. Fußball 3. Liga,<br />
live 15.55 (für HG) MDR aktuell 16.00 (für HG)<br />
SportimOsten 18.00 (für HG) Heute im Osten<br />
–Reportage 18.15 (für HG) Unterwegs in<br />
Thüringen 18.45 (für HG) Glaubwürdig 18.50<br />
(für HG) Wetter für 3 18.54 (für HG) Unser<br />
Sandmännchen 19.00 Regionales 19.30 (für<br />
HG) MDR aktuell 19.50 (für HG) Quickie 20.15<br />
(für HG) Die Schlager-Hüttenparty des Jahres<br />
22.45 (für HG) MDR aktuell 22.50 (für HG)<br />
Katrin Weber 23.50 (für HG) Westernhagen –<br />
Das Pfefferminz-Experiment 1.20 (für HG) Brisant<br />
Bayern<br />
15.15 (für HG) Wirtshausmusikanten beim Hirzinger<br />
16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für HG)<br />
natur exclusiv 17.00 (für HG) Anna und die<br />
Haustiere 17.15 Blickpunkt Sport 17.45 (für HG)<br />
Zwischen Spessartund Karwendel 18.30 (für<br />
HG) Rundschau 19.00 (für HG) Gut zu wissen<br />
19.30 (für HG) Kunst +Krempel 20.00 (für HG)<br />
Tagesschau 20.15 (für HG) Ich Weiss Alles!<br />
23.25 (für HG) Rundschau Magazin 23.40 (für<br />
HG) Scheidung mit Hindernissen. Liebeskomödie,<br />
D2001 1.10 (für HG) Fannyund die geheimen<br />
Väter.Komödie, D2016<br />
Vox<br />
5.00 (für HG) Medical Detectives –Geheimnisse<br />
der Gerichtsmedizin 5.40 Criminal Intent 6.25<br />
Criminal Intent 7.10 Criminal Intent 8.05<br />
Criminal Intent 9.05 Criminal Intent 10.00<br />
Criminal Intent 10.55 Criminal Intent 11.50<br />
Shopping Queen 12.50 Shopping Queen 13.50<br />
Shopping Queen 14.50 Shopping Queen 15.50<br />
Shopping Queen 16.50 Der Hundeprofi 18.00<br />
hundkatzemaus 19.10 Harte Hunde –Ralf<br />
Seeger greift ein 20.15 Entgleist –Jugendliche<br />
im Ausnahmezustand 0.35 (für HG) Medical<br />
Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin<br />
Super RTL<br />
11.25 Die Tomund JerryShow 12.00 Barbie –<br />
Modezauber in Paris. Animationsfilm, USA 2010<br />
13.15 Barbie –Traumvilla-Abenteuer 13.45<br />
Friends –Freundinnen auf Mission 14.10 Super<br />
ToyClub 14.30 Tomund Jerry 15.00 Alvinnn!!!<br />
und die Chipmunks 17.10 Go Wild! 17.35 Voll<br />
zu spät! 18.00 Die Tomund JerryShow 18.30<br />
Woozle Goozle 19.00 Alvinnn!!! und die<br />
Chipmunks 19.30 Angelo! 20.15 (für HG)<br />
Brückenach Terabithia. Fantasyfilm, USA 2007<br />
22.05 Superstau. Komödie, D1991 23.40<br />
Comedytotal 0.15 Infomercials<br />
Sport1<br />
6.00 Teleshopping 9.15 Die PS Profis –Mehr<br />
Poweraus dem Pott 9.30 Normal 10.00<br />
Teleshopping 12.00 MassiveMoves–Gefährliche<br />
Schwertransporte 15.00 Volleyball.<br />
Bundesligader Männer:SVG Lüneburg –WWK<br />
Volleys Herrsching,live 17.00 StorageWars –Die<br />
Geschäftemacher.Doku-Soap. Smartes Spiel /<br />
Preistreiber /Schlechter Start/Der Schurke/<br />
Orientierungslos /Pechsträhne 20.00 SportQuiz<br />
23.00 Wasteland. Erotikfilm, USA 2012 0.45<br />
Teleshopping Nacht 1.00 SportClips<br />
TV-Tipps<br />
ARD, 20.15 UHR KOMÖDIE<br />
Zum Glück gibt’s Schreiner<br />
Die junge Anwältin Katharina (Henriette Richter-Röhl, l.)aus dem<br />
ländlichen Kleinpenning hat es aus eigener Kraft in München zu etwas<br />
gebracht. Nurdas Beziehungsleben lässtsich optimieren, denn dieattraktive<br />
Singlefrau hatallerhöchste Ansprüche: Selbst in der Weltstadt kommen –rein<br />
statistisch gesehen–nur zwölf Kandidaten infrage! Undvon denenwar bei<br />
den sorgfältig ausgewählten Onlinedates noch keiner dabei. DieMöglichkeit,<br />
dem Richtigen in ihrem Heimatortund durch Zufall zu begegnen,kämeder<br />
Wahlmünchnerin niemals in den Sinn. Als sich Katharina um ihre Mutter Johanna<br />
(TheklaCarola Wied) nach einem SturzimHaushalt kümmernmuss,<br />
engagiertsie Mike (Jochen Matschke) für den seniorengerechten Umbau<br />
ihres Elternhauses.Dass ihreMutter sofortGefallen an dem gut aussehenden<br />
Schreinermeister als potenziellen Schwiegersohn findet, ist eigentlichschon<br />
einAusschlusskriterium für Katharina ...Die Schauspielerin und Regisseurin<br />
Neelesha Barthelführte Regie bei dem unterhaltsamen Fernsehfilm.<br />
(D/2019)<br />
Foto: ARD Degeto/Hendrik Heiden<br />
Anzeige<br />
ZDF, 20.15 UHR KRIMIREIHE<br />
Ein starkes Team<br />
ARTE, 21.05 UHR DOKUMENTARFILM<br />
prisma<br />
TV-Magazin pris<br />
Leonardos geheimnisvolles Bildnis<br />
Dienstag<br />
neu!<br />
Auf einem abgelegenen Parkplatz<br />
wirddie Leicheeines Professors<br />
im Gebüsch gefunden. Linett(Stefanie<br />
Stappenbeck) undOtto beginnen<br />
ihreErmittlungen ohneZeugen und<br />
Anhaltspunkte.Was hatte er dort<br />
gewollt? Waszuerstnach Raubmord<br />
aussieht, entpuppt sich bald als Mord<br />
im Swinger-Milieu. Linett undOtto<br />
treffenauf eineMauer des Schweigens,<br />
denn niemand will an diesemAbend<br />
auf dem Parkplatz gewesensein. „Den<br />
Parkplatz bitte sauberhalten“ stehtauf<br />
dem Schild, aber jemand hat sich nicht<br />
drangehalten. Nachts gilt der Parkplatz<br />
als sehr spezieller Treffpunkt.<br />
(D/2020) Foto: ZDF/Katrin Knoke<br />
Ist das wahreSelbstporträt von Leonardo da Vinci jetzt gefunden? Im Jahr<br />
2009 wurde in einer Privatsammlung im süditalienischen Lucania zufällig<br />
ein kleines Gemälde auf Holz entdeckt. Es weist große Ähnlichkeit mit<br />
einem in den Uffizien in Florenz aufbewahrten vermeintlichen Selbstporträt<br />
des Renaissance-Malers auf. MehrereJahrelang untersuchten Experten das<br />
Gemälde –mit einem erstaunlichen Ergebnis.Dabei rekonstruieren sie auch<br />
das Leben des genialen Künstlers: DieForscher bauen beispielsweise das<br />
berühmte Spiegelkabinett nach, das der Maler wahrscheinlich für dieses<br />
Porträt nutzte. Eszeigt, wie sich Leonardo da Vinci im ausgehenden Quattrocento<br />
–der Frührenaissance –nach außen darstellen wollte.Indieser<br />
überaus kreativen Periode der italienischen Renaissance kämpften die Maler<br />
dafür,nicht mehr als Handwerker betrachtet, sondernals Künstler anerkannt<br />
zu werden, und behaupteten ihreschöpferische Einzigartigkeit. Bis heute<br />
fasziniertder Künstler und Wissenschaftler Leonardo da Vinci. Noch immer<br />
ranken sich viele Geheimnisse um ihn.<br />
(F, I/2015)<br />
ZDF<br />
7.00 (für HG) Mister Twister 7.50 (für HG) 1, 2<br />
oder 3 8.15 (für HG) Robin Hood 8.40 (für HG)<br />
Bibi und Tina. Zeichentrickserie. Der Birkenhof<br />
9.05 heute Xpress 9.10 (für HG) ZDF Sportextra.<br />
Eishockey /ca. 9.25 Ski Alpin /ca. 10.35<br />
Skispringen /ca. 11.00 Bob /ca. 11.20 Ski<br />
Alpin /ca. 12.30 Rodeln /ca. 12.55 Nordische<br />
Kombination /ca. 14.00 Bob /ca. 14.25<br />
Skicross /ca. 14.55 Nordische Kombination:<br />
10 km Langlauf /ca. 15.30 Bob /ca. 15.45<br />
Skispringen /ca. 16.10 Rodeln /ca. 16.15<br />
Skispringen 17.00 (für HG) heute Xpress 17.05<br />
(für HG) Länderspiegel 17.35 (für HG) plan b<br />
18.05 (für HG) SokoWien 19.00 (für HG) heute<br />
/Wetter 19.25 (für HG) Die Bergretter<br />
20.15 (für HG) Ein starkes Team: Parkplatz<br />
bitte sauber halten<br />
Krimireihe, D2020. Mit Stefanie<br />
Stappenbeck, Florian Martens. Der<br />
neueste Fall führtdas „starkeTeam“ ins<br />
Swinger-Milieu.<br />
21.45 (für HG) Der Kriminalist<br />
22.45 (für HG) heute journal<br />
23.00 (für HG) das aktuelle sportstudio<br />
0.25 heute Xpress<br />
0.30 (für HG) heute-show<br />
1.00 (für HG) Dawn of the Dead<br />
Horrorfilm, USA 2004<br />
Sat.1<br />
5.10 Die Dreisten Drei –Die ComedyWG5.30<br />
Genial daneben –das Quiz 6.20 Genial daneben<br />
–das Quiz 7.15 Genial daneben –das Quiz 8.15<br />
Genial daneben –das Quiz 9.10 Genial daneben<br />
–das Quiz 10.10 The Biggest Loser 12.30 Das<br />
große Promibacken 15.00 AufStreife –Die<br />
Spezialisten 16.00 AufStreife –Die Spezialisten<br />
16.59 So gesehen 17.00 AufStreife –Die<br />
Spezialisten /oder Sat.1 Bayern-Magazin 18.00<br />
AufStreife –Die Spezialisten 19.00 Grenzenlos<br />
–Die Welt entdecken. Gran Canaria ist eines der<br />
beliebtesten Touristenziele in Europa. Das liegt<br />
an den gastfreundlichen Menschen, dem milden<br />
Klima und den vielfältigen, spektakulären<br />
Naturlandschaften. 19.55 Sat.1 Nachrichten<br />
20.15 (für HG) Die Tribute von Panem –<br />
The Hunger Games<br />
Science-Fiction-Film, USA 2012. Panem,<br />
ein Land in der fernen Zukunft, ist<br />
Schauplatz einer grausamen Show, bei<br />
der auf Leben und Todgekämpft wird.<br />
23.15 (für HG) Constantine<br />
Comicadaption, USA 2005. Mit Keanu<br />
Reeves, Rachel Weisz<br />
1.30 Time Bomb<br />
Thriller,USA 2006. Mit David Arquette<br />
3.00 (für HG) Die etwas anderen Cops<br />
Actionkosmödie, USA 2010<br />
WDR<br />
13.00 Doc Esser 13.45 Unser Westen, Unsere<br />
Lieblingsrezepte 14.30 BjörnFreitag kocht<br />
grenzenlos köstlich 15.00 Grenzgeschichten<br />
15.45 Unsere Landschaften –Paradieseim<br />
Wandel 17.15 Einfach und köstlich 17.45<br />
Kochen mit Martina und Moritz 18.15 WestArt<br />
18.45 Aktuelle Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00<br />
Tagesschau 20.15 Hirschhausens Quiz des<br />
Menschen 21.45 Mitternachtsspitzen 22.45<br />
1LIVE Köln Comedy-Nacht XXL 2019 23.45 Bodo<br />
Wartke –Was, wenn doch? 1.00 Lob der Provinz<br />
–Kabarett aus der Region<br />
NDR<br />
11.30 (für HG) Hofgeschichten 12.00 (für HG)<br />
Als der Kaffee in den Norden kam 12.45 (für HG)<br />
Weltreisen 13.15 (für HG) Der Bismarck-Archipel<br />
14.00 (für HG) Sportclub live. 3. Liga: Eintracht<br />
Braunschweig –FCCarlZeiss Jena 16.00 (für<br />
HG) Hubertund Staller 16.45 (für HG)<br />
Spiekeroog ... mit Judith Rakers 17.30 (für HG)<br />
TimMälzer kocht! 18.00 (für HG) Nordtour<br />
18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00<br />
(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Ich Weiss<br />
Alles! Quizshow 23.30 (für HG) Der Tatortreiniger<br />
1.00 (für HG) Quizduell<br />
Kabel eins<br />
5.25 In Plain Sight 6.05 Watch Me 6.20<br />
Numb3rs 7.15 Numb3rs 8.05 Numb3rs 9.05<br />
DetectiveLaura Diamond 10.00 DetectiveLaura<br />
Diamond 10.55 (für HG) Castle 11.50 (für HG)<br />
Castle 12.45 (für HG) Castle 13.35 (für HG)<br />
Castle 14.30 (für HG) Castle 15.25 Navy CIS<br />
16.20 Kabel Eins News 16.35 Navy CIS 17.30<br />
Navy CIS 18.20 Navy CIS 19.15 Navy CIS 20.15<br />
MacGyver 21.15 MacGyver 22.10 (für HG)<br />
Lethal Weapon 23.05 (für HG) Lethal Weapon<br />
0.00 Hawaii Five-0 0.55 MacGyver 1.45<br />
MacGyver 2.25 (für HG) Lethal Weapon<br />
RTLZWEI<br />
5.25 X-Factor:Das Unfassbare 6.10 Infomercial<br />
8.10 Girls United –Alles oder Nichts. Komödie,<br />
USA 2006 10.10 Girls United –Gib alles!<br />
Komödie, USA 2009 12.15 Die Schnäppchenhäuser<br />
–Der Traum vomEigenheim: Wirziehen<br />
ein 13.15 Die Schnäppchenhäuser –Der Traum<br />
vomEigenheim 14.15 Hartz und herzlich –Tag<br />
für TagRostock 16.15 Hartz und herzlich –Tag<br />
für TagRostock 18.15 Hartz und herzlich 20.15<br />
Und täglich grüßt das Murmeltier.Komödie, USA<br />
1993 22.20 Last Action Hero. Actionkomödie,<br />
USA 1993 0.55 The Walking Dead<br />
Eurosport 1<br />
5.30 Tennis. Australian Open. Finale Juniorinnen,<br />
live 7.00 Tennis 8.00 Tennis 9.15 Matchball<br />
Becker 9.30 Tennis. Australian Open. Das Finale<br />
der Frauen, live 12.00 Matchball Becker 12.15<br />
Tennis. Australian Open. Finale Mixed-Doppel,<br />
live 14.00 Snooker.German Masters in Berlin.<br />
Halbfinale, live 17.30 Ski Alpin 18.30 Tennis<br />
19.50 Nachrichten 20.00 Snooker.German<br />
Masters in Berlin. Halbfinale, live 23.30<br />
Radsport: Vuelta aSan Juan 2020. 6. Etappe,<br />
live 0.30 Radsport 0.50 Nachrichten<br />
RBB<br />
5.10 zibb 6.10 Schloss Einstein. Jugendserie<br />
6.35 Schloss Einstein. Jugendserie 7.00 (für HG)<br />
Lindenstraße. Familienserie. Das Richtige 7.30<br />
(für HG) Sehen statt Hören 8.00 (für HG)<br />
Brandenburg aktuell 8.30 (für HG) Abendschau<br />
9.00 (für HG) VonMäusen und Lügen. Komödie,<br />
D2011 10.30 (für HG) Meine Mutter spielt<br />
verrückt. Komödie, D2019 12.00 (für HG)<br />
Verrückt nach Meer 12.50 (für HG) Verrückt nach<br />
Meer 13.40 (für HG) Rund um ... 17.25 (für HG)<br />
Unser Leben 17.55 (für HG) Unser Sandmännchen<br />
18.00 rbb UM6 18.28 rbb wetter 18.30<br />
rbbkultur –Das Magazin 19.00 Heimatjournal<br />
19.27 rbb wetter 19.30 (für HG) Abendschau /<br />
Brandenburg aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau<br />
20.15 (für HG) Berlin –Schicksalsjahre einer<br />
Stadt<br />
Das Jahr 1999 –Parlament und<br />
Regierung ziehen vonBonn nach Berlin in<br />
die Hauptstadt und ganz Berlin ist im<br />
Millenniums-Fieber.<br />
21.45 (für HG) rbb24<br />
22.00 (für HG) Der Zürich-Krimi: Borchert<br />
und die letzte Hoffnung<br />
Krimireihe, D2018<br />
23.30 (für HG) Eine offene Rechnung<br />
Thriller,USA/GB/H 2010<br />
1.15 Schnee in Rio<br />
ProSieben<br />
5.15 Last Man Standing 5.35 Mom 5.55 The<br />
Middle 6.35 (für HG) Twoand aHalf Men 8.00<br />
(für HG) The Big Bang Theory 9.20 Undateable<br />
10.15 Eine schrecklich nette Familie 11.10 The<br />
Middle. Comedyserie 11.36 Motzmobil 11.40<br />
The Middle. Comedyserie 12.05 Superstore.<br />
Comedyserie. Halloween /Wahltag 12.50 (für<br />
HG) Die Simpsons 15.35 (für HG) Twoand aHalf<br />
Men. Sitcom. Ein guter Schläfer /Ödipus /Wie<br />
Haare an feuchter Seife /Lasst die Hunde los! /<br />
Der alte Alan 18.00 Newstime 18.10 (für HG)<br />
Die Simpsons. Zeichentrickserie. Gleichung mit<br />
einem Unbekannten /Selig sind die Unwissenden<br />
19.05 Galileo. Lernen vonden Besten:<br />
Nahverkehr Shenzen<br />
20.15 Schlag den Star<br />
Spielshow. Zwei-Sterne-Koch Frank Rosin<br />
und Fußball-Legende Mario Basler treten<br />
in mehreren Runden im direkten Duell<br />
gegeneinander an. Elton führtdurch den<br />
Abend, Ron Ringguth kommentiert.<br />
0.10 Schlag den Star<br />
Spielshow. Global Gladiator vs. Bachelor.<br />
Mister Mallorca gegenMister Hamburg.<br />
Fitness-Fan vs. Fast-Fußball-Profi! Lucas<br />
Cordalis fordertPaul Jankeheraus.<br />
4.55 Mom<br />
Sitcom. Eine kulinarische Affäre<br />
Arte<br />
9.40 Die Waldretter 10.10 Zu Tisch 10.35 (für<br />
HG) Geheimnisvolle Eichhörnchen 11.20 (für HG)<br />
Leben im Kronendach 12.50 Stadt Land Kunst<br />
Spezial 13.30 (für HG) Aufbruch in die Neue Welt<br />
15.00 Lebensraum Riff 17.15 Arte Reportage<br />
18.10 Mit offenen Karten 18.20 (für HG) 360°<br />
–Geo Reportage 19.10 Arte Journal 19.30 (für<br />
HG) Männer der Wüste 20.15 (für HG) Abenteuer<br />
Karibik 21.05 Leonardos geheimnisvolles Bildnis.<br />
Doku-Film, F/I 2015 22.35 (für HG) Faszien –<br />
Geheimnisvolle Welt unter der Haut 23.30<br />
Philosophie 0.00 Square für Künstler<br />
3Sat<br />
15.00 Französische Gartenparadiese 15.30 (für<br />
HG) Schwedens Westküste 16.00 (für HG)<br />
Geheimtipp Helgeland 16.45 Finnlands blaue<br />
Seen 17.30 (für HG) Der Rekordbeobachter.<br />
Romanze, D2012 19.00 (für HG) heute 19.20<br />
Architekten des Klangs 20.00 (für HG)<br />
Tagesschau 20.15 Cristian Macelarudirigiert<br />
Mahler und Dvorák 21.40 Vollendeter Klang –<br />
Das Holz der Bogenmacher 22.30 Iconic Couples<br />
–Legendäre Paare 23.25 Iconic Couples –Legendäre<br />
Paare 0.15 (für HG) maischberger.die<br />
woche 1.30 lebensArt<br />
Phoenix<br />
10.00 Über Leben in Auschwitz 10.45<br />
Jahrhundertzeugen 11.30 Ein deutscher Held<br />
12.15 Mörder unter uns 13.00 phoenix vorort<br />
14.15 El Hierro 15.00 (für HG) Nordspanien in<br />
sieben Stunden 15.45 (für HG) Das Baskenland<br />
in Spanien 16.30 Mallorca 17.15 Mysterien des<br />
Mittelalters 19.30 Eisenbahn-Romantik 20.00<br />
(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Mysteriöse<br />
Kriminalfälle der DDR 21.45 (für HG) Prince<br />
Charles –Der ewigeThronfolger 22.30 (für HG)<br />
Prinzessin Margaret –Die royale Rebelllin 23.15<br />
Mata Hari 0.00 Im Schatten vonCasablanca<br />
Kika<br />
11.45 (für HG) Schmatzo –Der Koch-Kids-Club<br />
12.00 Ein Fall für TKKG 13.40 (für HG) Trio –<br />
Jagd nach dem heiligen Schrein. Abenteuerfilm,<br />
N/D 2017 14.55 (für HG) Die Regeln vonFloor<br />
15.25 (für HG) 41/2 Freunde 16.35 Dein<br />
großer Tag 17.00 (für HG) Timster 17.15 Marcus<br />
Level 17.55 Shaun das Schaf 18.15 Marinette<br />
18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50<br />
Unser Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und<br />
die starken Männer 19.25 (für HG) Checker<br />
Julian 19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika<br />
Live 20.10 Leider laut<br />
Dmax<br />
5.40 Swamp Brothers 6.00 Die Schatzsucher<br />
–Goldtaucher der Beringsee 6.50 Infomercial<br />
8.55 Warship 9.55 Infomercial 10.15 Die<br />
Zwangsvollstrecker 11.15 BaggageBattles<br />
12.15 ToyHunter 13.15 Goblin Works Garage<br />
14.15 Die Gebrauchtwagen-Profis 15.15 Cash<br />
für Chrom 16.15 Redwood Kings 17.15 Die<br />
Aquarium-Profis 18.15 Die Baumhaus-Profis<br />
19.15 Building Alaska 20.15 Steel Buddies<br />
22.15 Cash für Chrom 23.15 Der Geiger –Boss<br />
of Big Blocks 0.15 BodyCam 911
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 31<br />
· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
TV-Programm<br />
ARD<br />
9.30 (für HG) Die Sendung mit der Maus 10.00<br />
(für HG) Tagesschau 10.03 (für HG) Der Teufel<br />
mit den drei goldenen Haaren. Märchenfilm, D<br />
2013 11.00 (für HG) Das Wasser des Lebens.<br />
Fantasyfilm, D2017 12.00 (für HG) Tagesschau<br />
12.03 (für HG) Presseclub 12.45 (für HG)<br />
Europamagazin 13.15 (für HG) Tagesschau<br />
13.30 (für HG) Unter weißen Segeln –Odyssee<br />
der Herzen. Schiffsreihe, D2005 15.00 (für HG)<br />
Heiraten ist auch keine Lösung.Liebeskomödie, D<br />
2012 16.30 (für HG) Winterwelten 17.15 (für<br />
HG) Tagesschau 17.30 (für HG) Echtes Leben<br />
18.00 (für HG) Sportschau 18.30 (für HG)<br />
Bericht aus Berlin 18.49 Lotto 18.50 Lindenstraße<br />
19.20 Weltspiegel 20.00 (für HG) Tagesschau<br />
20.15 (für HG) Tatort: Monster<br />
Krimireihe, D2020. Mit Jörg Hartmann,<br />
Anna Schudt. Als die Polizei den Tatort<br />
erreicht, kauerteine jungeFrau direkt<br />
neben dem Opfer –offenbar handelt es<br />
sich um die Mörderin.<br />
21.45 (für HG) Anne Will<br />
Talkshow<br />
22.45 (für HG) Tagesthemen<br />
23.05 ttt –titel thesen temperamente<br />
23.35 (für HG) Der Moment der Wahrheit<br />
Biografie, USA 2015. Mit Cate Blanchett<br />
1.28 Tagesschau<br />
RTL<br />
5.10 Der Blaulicht Report 5.35 Familien im<br />
Brennpunkt 6.25 Familien im Brennpunkt 7.25<br />
Die Superhändler–4Räume, 1Deal 8.25 Die<br />
Superhändler –4Räume, 1Deal 9.30 Die<br />
Superhändler –4Räume, 1Deal 10.25<br />
UndercoverBoss 11.25 UndercoverBoss. Mario<br />
Pick, Geschäftsführer der „Welcome Hotel“-Kette,<br />
ist davonüberzeugt, dass es für ihn sehr wichtig<br />
ist, nah an den Mitarbeiternzusein. Deshalb<br />
lässt er sich undercoverinverschiedene Bereiche<br />
des Unternehmens einschleusen. 12.25<br />
Deutschland sucht den Superstar 14.30<br />
Deutschland sucht den Superstar 16.45 Explosiv<br />
–Weekend 17.45 Exclusiv –Weekend 18.45 RTL<br />
Aktuell 19.03 Wetter 19.05 Vermisst<br />
20.15 Alles auf Freundschaft –Die Mälzer &<br />
Sasha Show<br />
Spielshow. Freundschaft gewinnt: Tim<br />
Mälzer und Sasha sind Best Buddies und<br />
wollen das in ihrer neuen Live-Showunter<br />
Beweis stellen.<br />
23.10 Alles auf Freundschaft –Die Mälzer &<br />
Sasha Show<br />
2.00 Der Blaulicht Report<br />
7-Jährigeverschwindet spurlos vom<br />
Spielplatz /Unbekannter sperrt Pärchen<br />
in Sauna ein<br />
2.55 Der Blaulicht Report<br />
MDR<br />
16.20 (für HG) MDR aktuell 16.30 (für HG)<br />
SportimOsten 17.10 (für HG) In aller<br />
Freundschaft –Die jungen Ärzte 18.00 (für HG)<br />
MDR aktuell 18.05 (für HG) In aller Freundschaft<br />
18.50 (für HG) Wetter für 3 18.52 (für HG) Unser<br />
Sandmännchen 19.00 Regionales 19.30 (für<br />
HG) MDR aktuell 19.50 (für HG) Kripo live 20.15<br />
(für HG) Damals war’s 21.45 (für HG) MDR<br />
aktuell 22.05 (für HG) Sportschau 22.25 (für<br />
HG) MDR Zeitreise 22.55 (für HG) Waswurde<br />
aus der Volksbildung 23.40 Berlin Rebel High<br />
School. Dokumentarfilm, D2018 1.10 Kripo live<br />
Bayern<br />
14.00 (für HG) Gut zu wissen 14.30 (für HG)<br />
natur exclusiv 15.15 (für HG) Heimat der<br />
Rekorde 16.00 (für HG) Rundschau 16.15 (für<br />
HG) Unser Land 16.45 (für HG) Euroblick 17.15<br />
(für HG) Schuhbecks 17.45 Regionales 18.30<br />
(für HG) Rundschau 18.45 (für HG) freizeit<br />
19.15 (für HG) Unter unserem Himmel 20.00<br />
(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Komödienstadel<br />
21.45 Blickpunkt Sport 23.00 (für HG)<br />
Rundschau Sonntags-Magazin 23.15 (für HG)<br />
Schwaben helau –Die großen Knaller 0.00 (für<br />
HG) In der Höhle der Löwin. Komödie, D2003<br />
Vox<br />
5.30 Criminal Intent 6.15 Criminal Intent 7.05<br />
Criminal Intent 8.00 Criminal Intent 8.55<br />
Criminal Intent 9.50 Criminal Intent 10.45<br />
Criminal Intent 11.35 Criminal Intent 12.30<br />
Criminal Intent 13.20 Criminal Intent 14.15<br />
Bones –Die Knochenjägerin 15.10 Bones –Die<br />
Knochenjägerin 16.05 Bones –Die Knochenjägerin<br />
17.00 auto mobil #Das VoxAutomagazin<br />
18.10 Ab in die Ruine! 19.10 Hot oder Schrott<br />
–Die Allestester 20.15 Promi Shopping Queen<br />
23.25 Prominent! 0.05 (für HG) Medical<br />
Detectives –Geheimnisse der Gerichtsmedizin<br />
Super RTL<br />
11.25 Die Tomund JerryShow 12.00 (für HG)<br />
Einmal Mond und zurück. Animationsfilm, E2015<br />
13.25 Bugs Bunny&LooneyTunes 13.50 Barbie<br />
als Prinzessin der Tierinsel. Animationsfilm, USA<br />
2007 15.10 Barbie erklärt’s 15.25 Tomund<br />
Jerry 15.50 In einem Land vorunserer Zeit –Die<br />
große Flugschau. Zeichentrickfilm, USA 2006<br />
17.10 Go Wild! 17.35 Voll zu spät! 18.00 Die<br />
Tomund JerryShow 18.30 Woozle Goozle 19.00<br />
Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) Der<br />
Feind in meinem Bett. Psychothriller,USA 1991<br />
22.05 Cold Justice 0.00 Infomercials<br />
Sport1<br />
9.00 Hattrick Pur 9.30 BundesligaPur.20.<br />
Spieltag 11.00 Der Check24 Doppelpass Live<br />
13.30 BundesligaPur –Lunchtime 15.00<br />
Basketball. BBL: Brose Bamberg –Fraport<br />
Skyliners, live 16.55 Eishockey.DEL:. Eisbären<br />
Berlin –ERC Ingolstadt, live 19.30 Sky Sport<br />
News HD: Die 2. Bundesliga. 20. Spieltag 20.45<br />
Eishockey.NHL: Montreal Canadiens –Columbus<br />
Blue Jackets, live 22.30 Red Bull Ice Cross<br />
23.00 Porsche GT Magazin 23.30 Die PS Profis<br />
–Mehr Poweraus dem Pott 0.00 SportClips<br />
ZDF<br />
9.30 (für HG) Katholischer Gottesdienst 10.15<br />
ZDF Sportextra. Ski Alpin /ca. 11.05 Skispringen.<br />
Herren /ca. 11.30 Rodeln. Damen, 2. Lauf /ca.<br />
11.55 Viererbob /ca. 12.25 Nordische<br />
Kombination /ca. 13.00 Ski Alpin. Super-G<br />
Damen /ca. 13.25 Ski Alpin. Riesenslalom<br />
Herren, 2. Lauf /ca. 14.35 Nordische Kombination.<br />
15 km Langlauf /ca. 15.25 Skispringen.<br />
Damen /ca. 16.10 Rodeln. Team-Staffel /ca.<br />
16.20 Skispringen. Damen 17.00 (für HG) heute<br />
17.10 (für HG) ZDF Sportreportage 18.00 (für<br />
HG) ZDF.reportage 18.30 (für HG) TerraXpress<br />
19.00 (für HG) heute 19.10 (für HG) Berlin<br />
direkt 19.28 (für HG) Aktion Mensch Gewinner<br />
19.30 Faszination Erde –mit Dirk Steffens<br />
20.15 (für HG) Frühling –Liebe hinter<br />
geschlossenen Vorhängen<br />
Dramareihe, D2020. Mit Simone Thomalla.<br />
Ein Busunglück hält Frühling in Atem.<br />
Katja wird als Dorfhelferin zu Familie<br />
Steinmüller gerufen.<br />
21.45 (für HG) heute journal<br />
22.15 (für HG) Inspector Barnaby:<br />
Ein Mords-Zirkus<br />
Krimireihe,GB2018. Mit Neil Dudgeon<br />
23.45 ZDF-History<br />
Das Ende<br />
0.45 heute Xpress<br />
Sat.1<br />
6.00 Watch Me –Das Kinomagazin 6.20 Auf<br />
Streife 7.15 AufStreife 8.15 So gesehen –Talk<br />
am Sonntag 8.35 111 ultimativeSportskanonen!<br />
10.35 (für HG) Just Wright. Liebeskomödie,<br />
USA 2010 12.35 (für HG) Die Tribute vonPanem<br />
–The Hunger Games. Science-Fiction-Film, USA<br />
2012 15.15 (für HG) Fack Ju Göhte 2. Komödie,<br />
D2015. Zeki Müller ist urlaubsreif, denn frühes<br />
Aufstehen, Korrigieren vonKlassenarbeiten und<br />
nervigeTeenager sind überhaupt nicht sein Ding.<br />
Die vonRektorin Gerster vorgeschlagene<br />
Exkursion nach Thailand kommt also wie gerufen.<br />
Leider muss HerrMüller während des „Urlaubs“<br />
die Terror-Klasse 10b beaufsichtigen. 17.30 The<br />
Biggest Loser 19.55 Sat.1 Nachrichten<br />
20.15 (für HG) Abgang mit Stil<br />
Krimikomödie, USA 2017. Mit Alan Arkin.<br />
Als JoeHarding eine Zwangsvollstreckung<br />
ins Haus schneit, wird klar,dass der<br />
Pensionär vonseiner Bank übers Ohr<br />
gehauen wurde. Er will sich rächen.<br />
22.05 (für HG) Zwei vom alten Schlag<br />
Komödie,USA 2013. MitRobertDeNiro,<br />
Sylvester Stallone<br />
0.20 (für HG) Abgang mit Stil<br />
Krimikomödie, USA 2017. Mit Alan Arkin<br />
2.05 (für HG) Zwei vom alten Schlag<br />
Komödie,USA 2013. MitRobertDeNiro<br />
WDR<br />
8.30 Einfach und köstlich 9.00 Kochen mit<br />
Martina und Moritz 9.30 Hunde verstehen!<br />
10.15 WestArt 10.45 Kölner Treff 12.15 Geheimnis<br />
Paderborner Dom 13.00 Rentnercops 14.30<br />
Zwischen Gletschernund Fjorden 15.15<br />
Wunderschön! 16.45 Abenteuer Erde 18.15<br />
Tiere suchen ein Zuhause 19.10 Aktuelle Stunde<br />
19.30 Westpol 20.00 Tagesschau 20.15<br />
Wunderschön! 21.45 Sportschau 22.15 Nicht<br />
dein Ernst! 23.00 Zeiglers wunderbare Welt des<br />
Fußballs 23.30 Stars auf dem Klappstuhl –Das<br />
Karnevals-Special 0.15 „Die Hölle vonVettweiß“<br />
NDR<br />
11.30 (für HG) TimMälzer kocht! 12.00 (für HG)<br />
Im besten Alter.Familienfilm, D2011 13.25<br />
mareTV kompakt 13.45 (für HG) Die Ernährungs-<br />
Docs 14.30 (für HG) Der Blaue Planet 16.00<br />
Lieb &Teuer 16.30 Sass: So isst der Norden<br />
17.00 Bingo! 18.00 (für HG) Rund um den<br />
Michel 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales<br />
20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)<br />
Helgoland und Ameland mit Judith Rakers 21.45<br />
Sportschau 22.05 (für HG) Die NDR Quizshow<br />
22.50 (für HG) Sportclub 23.35 (für HG)<br />
Sportclub Story 0.05 (für HG) Quizduell<br />
Kabel eins<br />
6.15 Navy CIS 7.10 Navy CIS 8.05 Navy CIS<br />
9.05 Abenteuer Leben Spezial 11.10 Trucker<br />
Babes –400 PS in Frauenhand 13.05 Trucker<br />
Babes –400 PS in Frauenhand 14.55 Mein<br />
Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 16.00 Kabel<br />
Eins News 16.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />
Profi kommt 17.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />
Profi kommt 18.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />
Profi kommt 19.10 Mein Lokal, Dein Lokal –Der<br />
Profi kommt 20.15 Trucker Babes –400 PS in<br />
Frauenhand 22.15 Abenteuer Leben am Sonntag<br />
0.10 Trucker Babes –400 PS in Frauenhand<br />
RTLZWEI<br />
5.30 Und täglich grüßt das Murmeltier.Komödie,<br />
USA 1993 7.20 Infomercial 8.20 Infomercial<br />
9.20 X-Factor:Das Unfassbare 10.20 X-Factor:<br />
Das Unfassbare 11.15 Hartz und herzlich –Tag<br />
für TagRostock 13.15 Hartz und herzlich –Tag für<br />
TagRostock 15.15 Hartz und herzlich –Tag für<br />
TagRostock 17.15 Mein neuer Alter 18.15 Grip<br />
–Das Motormagazin 20.15 Wenn du stirbst, zieht<br />
dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie.<br />
Drama, USA 2017 22.05 Warm Bodies.<br />
Horrorkomödie, USA 2013 0.00 The Thing.<br />
Horrorfilm, USA/CDN 2011<br />
Eurosport 1<br />
5.00 Tennis 5.55 Tennis. Australian Open: Finale<br />
Männer-Doppel, live 8.05 Tennis. Australian<br />
Open: Halbfinale Männer 9.15 Matchball Becker<br />
9.30 Tennis. Australian Open: Das Finale der<br />
Männer,live 12.30 Matchball Becker 13.00<br />
Snooker 14.00 Snooker.German Mastersin<br />
Berlin: Finale, live 17.00 Radsport 18.30 Tennis<br />
19.50 Nachrichten 20.00 Snooker.German<br />
Masters in Berlin: Finale, live 23.00 Radsport.<br />
Vuelta aSan Juan 2020: 7. Etappe, live 0.30<br />
Radsport 0.50 Nachrichten 0.55 Tennis<br />
TV-Tipps<br />
SAT.1, 20.15 UHR KRIMIKOMÖDIE<br />
Abgang mit Stil<br />
Altersarmut und der Verlust der finanziellen Sicherheit ist eigentlich ein<br />
ernstes Thema. DieGeschichteumdie Rentner,die Zach Braff in seinem<br />
Film erzählt, ist glücklicherweise jedoch eine fiktive, sodass die betroffenen<br />
Herren zu einer unkonventionellen Methode der Geldbeschaffung greifen<br />
können: Albert(Alan Arkin, l.), Willie (Morgan Freeman, M.) und Joe(Michael<br />
Caine) sind eigentlich schon in Pension, ihr ehemaliger Arbeitgeber hat dennoch<br />
eine Hiobsbotschaft für sie: Siewurde aufgekauft, der neue Eigentümer<br />
sitzt im Ausland, und ihren Pensionsfonds wird esdeshalb bald nicht mehr<br />
geben. Damit droht Joesein Haus zu verlieren. Er kommt daraufhin auf die<br />
Idee, gemeinsam mit seinen beiden Freunden ein Geldinstitut zu überfallen<br />
und so seine Probleme zu lösen.<br />
(USA/2017)<br />
Foto: WARNER BROS<br />
ARD, 20.15 UHR KRIMIREIHE<br />
Tatort: Monster<br />
Infiktionalen Reihen ist es ein beliebtes<br />
Motiv,dass dem Protagonisten<br />
ein Erzfeind vor die Nase gesetzt wird,<br />
auf den er im Laufe der Geschichte<br />
immer wieder trifft. Mandenke nur an<br />
Sherlock Holmes und Professor Moriarty.ImDortmunder<br />
„Tatort“ ist das<br />
Markus Graf, der für den Todvon Kommissar<br />
Fabers Familie verantwortlich<br />
ist und im aktuellen Fall wieder eine<br />
wichtige Rolle spielt. Denn während<br />
einer Mordermittlungen muss sich<br />
Kommissar Pawlak (Rick Okon) um das<br />
Wohlergehen seiner Tochter sorgen,<br />
und wenig später taucht ein erster Hinweis<br />
auf, dass Graf zurückgekehrtist.<br />
(D/2020)<br />
Foto: WDR<br />
SUDOKU<br />
NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel<br />
4<br />
9 5 7<br />
7 3<br />
5 8 9<br />
8 1 7<br />
6 2<br />
7 2<br />
5 9 3<br />
6 4 8<br />
MitDIAGONALEN-schwer<br />
MIT –SCHWER<br />
5<br />
6 2 5<br />
7<br />
9<br />
4 1 2<br />
8 3<br />
4 6<br />
7 8<br />
4<br />
Auflösung<br />
AUFLÖSUNG<br />
vom VOM 31.1.2020<br />
mittel MITTEL<br />
1 4 8 6 7 5 9 3 2<br />
3 2 6 4 1 9 7 5 8<br />
5 7 9 3 8 2 6 1 4<br />
7 5 3 2 4 6 8 9 1<br />
6 9 1 5 3 8 4 2 7<br />
4 8 2 1 9 7 3 6 5<br />
8 1 4 9 2 3 5 7 6<br />
2 3 5 7 6 4 1 8 9<br />
9 6 7 8 5 1 2 4 3<br />
AUFLÖSUNG<br />
Auflösung<br />
VOM 31.1.2020<br />
vom 31.1.2020<br />
schwer<br />
SCHWER<br />
4 5 7 6 9 8 2 3 1<br />
1 6 8 4 3 2 5 7 9<br />
9 2 3 1 7 5 4 6 8<br />
2 1 6 7 5 3 8 9 4<br />
7 8 4 9 2 6 1 5 3<br />
5 3 9 8 4 1 6 2 7<br />
8 4 5 3 6 7 9 1 2<br />
3 9 2 5 1 4 7 8 6<br />
6 7 1 2 8 9 3 4 5<br />
RBB<br />
5.50 (für HG) Zwerg Nase. Märchenfilm, D2008<br />
7.20 (für HG) Brisant 8.00 (für HG) Brandenburg<br />
aktuell 8.30 (für HG) Abendschau 9.00 (für HG)<br />
Die Landärztin:Diagnose Tollwut. Arztreihe, D/A<br />
2006 10.30 (für HG) Nicht ohne Deine Liebe.<br />
Liebesmelodram, D2002 12.00 (für HG) Akte Ex<br />
12.45 (für HG) WaPo Bodensee 13.35<br />
Heimatjournal 14.00 (für HG) Zwei Pandababys<br />
in Berlin 14.45 (für HG) Berlin –Schicksalsjahre<br />
einerStadt 16.15 (für HG) In aller Freundschaft<br />
–die jungen Ärzte 17.05 (für HG) In aller<br />
Freundschaft 17.50 (für HG) Unser Sandmännchen<br />
18.00 rbb UM6 18.30 rbb Gartenzeit<br />
19.00 Täter –Opfer –Polizei 19.30 Abendschau<br />
/Brandenburg aktuell 20.00 Tagesschau<br />
20.15 (für HG) Gefragt –Gejagt<br />
In der Quizshowtritt ein Team vonvier<br />
Kandidatinnen und Kandidaten gegenein<br />
Superhirn, den „Jäger“, an. Wenn die<br />
Kandidaten gegenden Jäger gewinnen,<br />
rettensie sich und ihr Geld ins Finale.<br />
21.00 (für HG) Gefragt –Gejagt<br />
21.45 (für HG) rbb24<br />
22.00 Sportschau<br />
22.20 (für HG) Vernichtet<br />
23.20 Die Hälfte der Stadt<br />
Dokumentarfilm, D2015<br />
0.45 Chronik der Wende<br />
ProSieben<br />
5.15 Undateable 5.35 Undateable 5.55 (für HG)<br />
Twoand aHalf Men 6.15 (für HG) Twoand aHalf<br />
Men 6.45 (für HG) Twoand aHalf Men 7.10 (für<br />
HG) Twoand aHalf Men 7.40 (für HG) Twoand a<br />
Half Men 8.05 The Middle 8.35 The Middle 9.05<br />
Galileo 10.05 Galileo 11.10 Galileo 12.15 Big<br />
Stories –die außergewöhnlichsten Luxus-Ideen<br />
13.15 Big Stories –die krassestenKörper 14.10<br />
Big Stories –die erfolgreichsten Auswanderer<br />
15.05 Big Stories –die abgefahrensten<br />
Wohnmöglichkeiten 16.05 Big Stories –die<br />
schrägsten Typen 17.00 taff weekend 18.00<br />
Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons. Gott<br />
gegenLisa Simpson 18.40 (für HG) Die<br />
Simpsons. Homerun für die Liebe 19.05 Galileo<br />
20.15 (für HG) Baywatch<br />
Actionkomödie, USA 2017. Mit Dwayne<br />
„The Rock“ Johnson, Zac Efron. Mitch<br />
Buchannon und sein Team sind<br />
Rettungsschwimmer und somit die Stars<br />
am Strand vonEmerald Bay.<br />
22.45 (für HG) ran Football<br />
NFL Super Bowl 2020: San Francisco<br />
49ers –Kansas City Chiefs, live.<br />
Anpfiff: 0.30 Uhr<br />
4.30 Watch Me –das Kinomagazin<br />
4.35 Mike &Molly<br />
Sitcom. Werzutief gräbt<br />
Arte<br />
11.00 Vergessene Schätze des Mittelmeers<br />
11.30 VoxPop 12.05 (für HG) Australien 13.35<br />
Unsere Wälder 15.05 (für HG) Karambolage<br />
15.20 (für HG) Die großen Künstlerduelle 16.15<br />
Metropolis Spezial. Metropole Auschwitz 17.00<br />
(für HG) Zu Tisch 17.30 Beethovenbei der Folle<br />
Journée in Nantes 19.10 Arte Journal 19.30 (für<br />
HG) 360° 20.15 Das Fenster zum Hof. Thriller,<br />
USA 1954. Mit James Stewart, Grace Kelly 22.05<br />
Mr.und Mrs. Hitchcock 23.00 Beethovens<br />
Neunte.Dokumentarfilm, D2020 0.35<br />
Beethovens KlavierkonzertNr. 5mit B. Chamayou<br />
3Sat<br />
13.30 (für HG) Böhmen 14.15 Plitvice 15.00<br />
VonTriest nach Mailand 15.50 Oberitaliens<br />
vergessene Wasserwege 16.40 (für HG) Die<br />
Hindenburg.Historienfilm, USA 1974 18.30<br />
Internationale Note 19.00 (für HG) heute 19.10<br />
Arbeit 4.0 19.40 Schätze der Welt –Erbe der<br />
Menschheit 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15<br />
Pufpaffs HappyHour 21.00 (für HG) Nuhr im<br />
Ersten 21.45 (für HG) Bowfingers große Nummer.<br />
Komödie, USA 1999 23.15 (für HG) Erdbeben.<br />
Katastrophenfilm, USA 1974 1.10 (für HG)<br />
Central Park –Das Herz Manhattans<br />
Phoenix<br />
9.45 (für HG) Das Baskenland in Spanien 10.30<br />
Mallorca 11.15 augstein und blome 11.30<br />
phoenix persönlich 12.00 Presseclub 12.45<br />
Presseclub nachgefragt 13.00 wir müssenreden!<br />
14.00 Im Schatten vonCasablanca 15.15 200<br />
Tage für den Neubau der Welt 17.00 Die<br />
geheimen Mordermittler der DDR 17.45 Chicago<br />
18.30 (für HG) Prince Charles 19.15 (für HG)<br />
Prinzessin Margaret 20.00 (für HG) Tagesschau<br />
20.15 (für HG) Die Rückkehr bedrohter Tierarten<br />
22.30 (für HG) Wölfe 23.15 heute-show 23.45<br />
extra 3 0.30 augstein und blome<br />
Kika<br />
13.30 Matti und Sami und die drei größten<br />
Fehler des Universums. Jugendfilm, D/FIN 2018<br />
14.55 Sagenhaft 15.00 (für HG) Das Dschungelbuch<br />
15.35 (für HG) Tib&Tumtum 16.00 (für<br />
HG) Yakari 16.35 (für HG) Anna und die wilden<br />
Tiere 17.00 (für HG) 1, 2oder 3 17.25 Die<br />
Piraten vonnebenan 18.00 Shaun das Schaf<br />
18.15 Marinette 18.40 Wolkenkinder 18.47<br />
Baumhaus 18.50 Sandmännchen 19.00 Wickie<br />
und die starken Männer 19.25 Triff ... 19.50<br />
logo! 20.00 Erde an Zukunft 20.10 stark! 20.25<br />
Schau in meine Welt! 20.55 Bernd &Friends<br />
Dmax<br />
5.40 Swamp Brothers 6.00 Die Schatzsucher<br />
–Goldtaucherder Beringsee 6.55 Infomercial<br />
8.55 Outback Truckers 9.50 Infomercial 10.15<br />
Truck Rescue –Die Abschlepp-Profis 12.15 The<br />
Channel –Die Profis vomÄrmelkanal 13.15 Die<br />
Schatzsucher –Goldrausch in Alaska 17.15 Land<br />
RoverExperience Tour 2019 –KavangoZambezi<br />
18.15 Helden der Lüfte 19.15 A8 –Abenteuer<br />
Autobahn 20.15 Helden der Baustelle 22.15<br />
Fang des Lebens –Der gefährlichste JobAlaskas<br />
0.15 Helden der Baustelle<br />
Tagesschau 24<br />
10.15 Marktcheck 11.00 Nachrichten 11.15<br />
Wohnmobile 11.45 MDR Kultur –Das<br />
Filmmagazin 12.00 Nachrichten 12.15 Mex<br />
13.00 Nachrichten 13.15 Elektroautos 14.00<br />
Nachrichten 14.15 Presseclub 15.00 Nachrichten<br />
15.30 Europamagazin 16.00 Nachrichten<br />
16.30 Wwie Wissen 17.00 Nachrichten 17.30<br />
Panorama 3 18.00 Nachrichten 18.30 extra 3<br />
19.00 Nachrichten 19.30 7Tage... 20.00<br />
Tagesschau 20.15 Leben im Weltkulturerbe<br />
21.15 Tagesschau 21.17 Norddeutsche<br />
Wahrzeichen, die Sie kennen sollten 22.45<br />
Bericht aus Berlin 23.05 Tagesthemen 23.25<br />
Weltspiegel 0.05 Tagesthemen 0.25 Presseclub<br />
ONE<br />
7.45 Lindenstraße 8.15 Lindenstraße 8.45<br />
Lindenstraße 9.15 Lindenstraße 9.45 Telespiele<br />
10.30 Quarks 11.15 Agatha Christies Poirot<br />
12.05 Ihr letzterWillekannmich mal! Komödie,<br />
D2019 13.35 Alyssa und ihr Delphin. Drama,<br />
USA 2009 15.00 kinokino shortcuts 15.05<br />
Seriös –Das Serienquartett 15.50 Hartaber<br />
herzlich 16.35 Hartaber herzlich 17.25 Hart<br />
aber herzlich 18.10 Hartaber herzlich 18.55<br />
Hartaber herzlich 19.45 Lindenstraße 20.15 Nu<br />
eine Frau. Biografie,D2019 21.45 Tatort:<br />
Monster.Krimireihe, D2020 23.15 Lindenstraße<br />
23.45 Tatort: Monster.Krimireihe, D2020 1.15<br />
Professor Love.Liebeskomödie, USA/GB 2014<br />
ZDF NEO<br />
5.35 (für HG) Kielings wilde Welt 7.05 (für HG)<br />
Faszination Erde 8.35 (für HG) Expedition nach<br />
Atlantis 9.15 (für HG) Das Mysterium vonAngko<br />
10.00 (für HG) Superbauten 2 12.15 (für HG)<br />
Mythos Burg 13.40 (für HG) Der Wormser<br />
Wunderbau 14.25 (für HG) Ein TagimMittelalter<br />
15.10 (für HG) Ein TaginKöln 1629 15.55 Die<br />
glorreichen 10 16.40 Sketch History 17.05<br />
Death in Paradise 18.50 The Rookie 20.15 (für<br />
HG) Totengebet. Thriller,D2019 21.45 (für HG)<br />
Kommissar Marthaler –Engel des Todes. Krimina<br />
film, D2015 23.15 (für HG) Ein starkes Team:<br />
Die Frau im roten Kleid. Krimireihe,D2013 0.45<br />
(für HG) Totengebet. Thriller,D2019<br />
ZDF INFO<br />
13.00 Neuseeland –Rivalen der Urzeit 13.45<br />
Neuseeland –Rivalen der Urzeit 14.30 Leschs<br />
Kosmos 15.00 Leschs Kosmos 15.30 Leschs<br />
Kosmos 16.00 Extreme der Tiefsee 16.40 Big<br />
Pacific 17.25 Big Pacific 18.10 Big Pacific<br />
18.55 Big Pacific 19.40 (für HG) heute-show<br />
20.15 (für HG) TerraX:Sieben Kontinente –Ein<br />
Planet 20.55 (für HG) TerraX:Sieben Kontinente<br />
–Ein Planet 21.40 (für HG) TerraX:Sieben<br />
Kontinente–Ein Planet 22.25 (für HG) TerraX:<br />
Sieben Kontinente –Ein Planet 23.10 (für HG)<br />
TerraX:SiebenKontinente–Ein Planet 23.50<br />
(für HG) TerraX:Sieben Kontinente –Ein Planet<br />
0.35 TerraX:SiebenKontinente –Ein Planet<br />
Radio<br />
KLASSIK<br />
15.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />
Interpretationen Wege zu Beethoven(3/14):<br />
Der Kaiser ist tot, es lebe der Kaiser! Die<br />
Kantaten auf Joseph II. und Leopold II. Gast:<br />
Frank Schneider,Musikwissenschaftler /<br />
Moderation: Michael Dasche, ca. 115 Min.<br />
18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />
Musikland Brandenburg Romantische<br />
Orgelmusik und mehr aus der Friedenskirche<br />
Potsdam-Sanssouci, ca. 56 Min.<br />
20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />
Konzert RoyalNetherlands Navy Wind Band:<br />
Reinhold Glière /Nikolaj Rimskij-Korsakow /<br />
Sergej Prokofjew/John Adams /George<br />
Gershwin /Aaron Copland /Dmitrij Schostakowitsch,<br />
ca. 117 Min.<br />
HÖRSPIEL<br />
9.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />
Essay und Diskurs Restitution ist nicht genug:<br />
Entsammeln für mehr Gerechtigkeit in der<br />
Gegenwartskunst, ca. 30 Min.<br />
12.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />
Die Reportage Obdachlos mit Aloha: Hawaii und<br />
seine Wohnungslosen, ca. 30 Min.<br />
14.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />
Feature Gutes Klima in Teufels Küche: Climate<br />
Engineering,der andere Blick zum Himmel. Von<br />
Werner Cee und Bettina Obrecht, ca. 56 Min.<br />
20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)<br />
Hörspiel Das Opfer Helena. VonWolfgang<br />
Hildesheimer.Regie: GertWestphal, ca. 90 Min.<br />
MAGAZIN<br />
11.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />
Sonntagsspaziergang Ein Stückchen Nordkorea<br />
in Seoul /Ein architekturhistorischer Rundgang<br />
durch die Hauptstad Tadschikistans /Vom<br />
Hirtenmesser zum Luxusartikel: Die Messerschmiede<br />
vonLaguiole in Frankreich /„Süsse“<br />
Französin Suzette,ca. 90 Min.<br />
16.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />
Forschung aktuell Der größte Killer:Krebs in<br />
Entwicklungsländern,ca. 30 Min.<br />
17.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)<br />
Nachspiel An der Wiegeeines Galaktischen:<br />
Ronaldo-Verehrung auf Madeira. VonRegina<br />
Kusch, ca. 60 Min.<br />
JAZZ /BLUES<br />
15.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)<br />
Rock et cetera Das Magazin. Neues aus der<br />
Szene.AmMikrofon: Fabian Elsäßer,ca. 55 Min.<br />
23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)<br />
Late Night Jazz Jazz-Diskothek –Newsfrom Jazz<br />
&Blues. Mit Ulf Drechsel, ca. 56 Min.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 32<br />
·························································································································································································································································································<br />
Panorama<br />
LEUTE<br />
NACHRICHTEN<br />
Elon Musk (48) baut nicht nur Raketen,<br />
Elektroautos und Gigafabriken<br />
in Grünheide,hin und wieder findet<br />
er auch noch Zeit, ins Tonstudio zu<br />
gehen und Musik aufzunehmen. Seinen<br />
neuen Elektrodancesong „Don’t<br />
doubt ur vibe“ stellte er zunächst seinen<br />
31 Millionen Twitter-Followern<br />
vorund betonte,erhabe den (recht<br />
simplen und kaum erkennbaren)<br />
Text verfasst und auch selbst gesungen.<br />
Einige Kommentatoren fragten,<br />
ob vielleicht Grimes noch mal drüberschauen<br />
könnte –mit der kanadischen<br />
Sängerin soll der Unternehmer<br />
ja seit einiger Zeit liiertsein.<br />
Justin Bieber (25) verbindet Sport<br />
mit Spiritualität. AufInstagram kann<br />
man den kanadischen Popsänger<br />
am Eishockeyschläger erleben und<br />
muss konstatieren, dass er sich mit<br />
dem Spielgerät überraschend fluid<br />
bewegt. Weniger einleuchtend ist<br />
hingegen der Zusammenhang zum<br />
gesprochenen Wort.Während Bieber,nur<br />
mit einer Mützeund einer<br />
türkisfarbenen Sportshorts bekleidet,<br />
einen kleinen weißen Ball vor<br />
sich herschlägert, sagt er:„Wiralle<br />
haben unsereeigene,einzigartige<br />
Beziehung zu Gott. Jeder hat einen<br />
Zugang zu ihm.“ So weit, so bizarr.<br />
LindseyVonn (35) sollte der diesjährige<br />
Stargast vonBauunternehmer<br />
Richard„Mörtel“ Lugner (87) beim<br />
Wiener Opernball werden. Doch<br />
darauf hat die frühereSkirennläuferinoffenbar<br />
keine Lust mehr.Am<br />
Freitag twitterte die US-Amerikanerin,<br />
dass sie die Wiener<br />
Staatsoper nicht besuchen<br />
werde. „Ich hatte<br />
eine tolle Zeit in Österreich<br />
vergangene Woche<br />
und freue mich auf<br />
den nächsten Besuch“,<br />
so Vonn weiter.<br />
Lugner reagierte<br />
schmallippig: „Soll<br />
mir recht sein.“ Er<br />
hat bis zum 20. Februar<br />
Zeit, Ersatz zu<br />
finden. Kleiner Tipp:<br />
Dennächsten Gast<br />
vielleicht nicht mit einem<br />
Nacktfoto ankündigen.<br />
(avo.)<br />
Zum Abrauschen: Ihr<br />
Besuch wurde mit Nacktaufnahmen<br />
angekündigt. IMAGO IMAGES<br />
TIERE<br />
Zielgerichtet steuerte das Nashorndie<br />
49ers-Box an.<br />
DPA<br />
Fragt man das Nashorn, dann ist der<br />
Fall sonnenklar.Den Super Bowl am<br />
Sonntag zwischen den SanFrancisco<br />
49ers und den Kansas City Chiefs<br />
werden die 49ers für sich entscheiden.<br />
Im Safari-ParkLion Countryim<br />
sonnigen Florida fungierten die<br />
Dickhäuter als Orakel –wir kennen<br />
das ja schon vonFußball-Weltmeisterschaften<br />
und anderen sportlichen<br />
Großereignissen, dass das Tier als<br />
Glaskugel herhalten muss.InSachen<br />
American Football gibt es doppelte<br />
Vorhersage-Power:Auch im texanischen<br />
Fort WorthZoo ließ das 22<br />
Jahrealte Südliche SpitzmaulnashornTravis<br />
eine Kansas-City-Chiefs-<br />
Tonne links liegen und ging stattdessen<br />
auf das 49ers-Fass los. (avo.)<br />
Knollig,schwarz und sehr geruchsintensiv: Schwarze Trüffeln wachsen unter der Erde.<br />
Schnüff, schnüff, hurra!<br />
Trüffeln sind nur etwas für Superreiche und werden von Schweinen ausgegraben? Nicht in Südfrankreich<br />
VonBirgit Holzer,Grignan<br />
Hélice ist kein Schwein,<br />
sondern ein Australischer<br />
Schäferhund.<br />
Und das bricht auch<br />
schon mit dem ersten Vorurteil,<br />
nämlich jenem, dass Schweine<br />
die besten Begleiter für die Trüffeljagd<br />
sein sollen. Die Hündin<br />
Hélice, auf deutsch „Propeller“,<br />
macht ihreSache seit Jahren bestens,<br />
sagt ihr Frauchen Virginie<br />
Feraud-Simian. „Ziehen Sie mal<br />
einem Schwein eine Trüffel, die es<br />
ausgegraben hat, wieder aus<br />
dem Maul, bevor es diese selbst<br />
frisst.“ Hélice tut so etwas nicht,<br />
und aus gutem Grund: Für jeden<br />
schwarzenSchatz, den sie<br />
findet und brav abliefert, gibt<br />
es ein Lob und ein Leckerli<br />
vonihrer Chefin.<br />
EingroßesGlücksgefühl<br />
Während der Trüffelsaison von November<br />
bis Märzsucht das Gespann<br />
fast täglich in Feraud-Simians Eichengärten<br />
nach den „kleinen Diamanten<br />
der Erde“, wie sie sie nennt.<br />
Dasgehörtzur Tradition hier in Grignan,<br />
einem 1500-Einwohner-Städtchen<br />
im Südosten Frankreichs zwischenValence<br />
und Avignon, wo rund<br />
80 Prozent der Schwarzen Trüffeln<br />
des Landes wachsen: Die 44-Jährige<br />
führtden Hofihrer Familie in dritter<br />
Generation. Sie sammelt und verkauft<br />
Trüffeln, organisiert Ausflüge<br />
mit Besuchern, bekocht sie mit einfachen<br />
Rezepten auf Trüffel-Basis.<br />
Schon in der Antike entdeckte<br />
man in dieser Gegend den edlen<br />
Speisepilz, der aber im Mittelalter<br />
zunächst wieder verbannt wurde:<br />
Aufgrund ihrer teuflisch schwarzen<br />
Farbe und ungewissen Herkunft<br />
fürchtete man sich vor der Trüffel.<br />
Erst in der Renaissance, unter König<br />
Franz I., wurde sie rehabilitiert, kam<br />
auf den Tisch an seinem Hofund verbreitete<br />
sich wieder.<br />
Hélice ist aufgedreht und wirkt<br />
hoch motiviert, als an diesem sonnigen<br />
Wintertag die Suchelosgeht. Mit<br />
wedelndem Schwanz läuft sie unter<br />
den nebeneinander angeordneten<br />
Eichen herum, schnüffelt hier und<br />
markiertdortund plötzlich, wenn sie<br />
den Schatz unter der Erde wittert,<br />
beginnt sie wie elektrisiert mit ihren<br />
weißen Pfoten zu graben. „Wenn wir<br />
im Herbst zum ersten Mal wieder<br />
losgehen und diesen Duft wahrneh-<br />
50 km<br />
Trüffelarten: Bekannte Arten<br />
sind vorallem die<br />
Schwarze Perigord-Trüffel,<br />
die Weiße Albatrüffel sowie<br />
Sommer- und Wintertrüffeln.<br />
Größere Bedeutung haben<br />
Trüffeln seit der Antike–sie<br />
galten als Aphrodisiakum.<br />
Rennes<br />
SPANIEN<br />
men, empfinde ich ein großes<br />
Glücksgefühl – ich bin mir sicher,<br />
Hélice hat es auch“, sagt Virginie Feraud-Simian.<br />
Wichtig sei es, den Hund, der das<br />
spezielle Aroma auf zehn Meter Entfernung<br />
wahrnehmen kann, gut zu<br />
kennen und seine Gesten richtig zu<br />
interpretieren. Dass bei der Trüffel-<br />
Paris<br />
F R A N K R E I C H<br />
Grignan<br />
BELGIEN<br />
Lyon<br />
ANTIKES APHRODISIAKUM<br />
Schwein gehabt: In früheren<br />
Zeiten wurde mit Trüffelschweinen<br />
gesucht, heute<br />
passiertdas nur noch für<br />
Touristen. Schweine richten<br />
zu viel Schaden an den Wurzelspitzen<br />
an und fressen die<br />
Trüffeln gern selbst.<br />
SCHWEIZ<br />
Marseille<br />
Nizza<br />
Mittelmeer<br />
DEUTSCH-<br />
LAND<br />
ITALIEN<br />
Ziegenund Bären: Nach<br />
Deutschland kamen die ersten<br />
Trüffelhunde 1720 durch<br />
August den Starken. In Russland<br />
wurden früher auch Bären<br />
zur Trüffelsuche eingesetzt,<br />
auf Sardinien heute<br />
noch Ziegen.<br />
Gleich gibt’sein Leckerli: Virginie Feraud-Simian belohnt<br />
Hündin Hélice, wenn sie fündig geworden ist. BIRGIT HOLZER<br />
BLZ/ISABELLA GALANTY<br />
suche mit Schweinen gearbeitet<br />
wird, ist heute höchst selten.<br />
Es handelt sich um Pilze, die nur<br />
in der Symbiose mit Wirtsbäumen<br />
vorkommen. An den Feinwurzeln<br />
gehen Pilz und Baum eine Verbindung<br />
ein, die Mykorrhiza. Nicht bei<br />
allen Bäumen gelinge dies, so Feraud-Simian.<br />
Manche,die zehn oder<br />
IMAGO IMAGES<br />
20 Jahre lang Trüffeln abgaben, hören<br />
plötzlich damit auf. Entscheidend<br />
sei neben dem Kalkboden, den<br />
man hier findet, die geeignete Witterung<br />
mit viel Sonne,aber auch regelmäßigem<br />
Regen im Sommer.<br />
„Die Natur bleibt der Meister“,<br />
sagt Feraud-Simian. Der Klimawandel<br />
mit zunehmenden Phasen langer<br />
Trockenheit mache ihr deshalb Sorgen.<br />
Bis jetzt wirft jeder der fünf<br />
Hektar, die sie hier bewirtschaftet,<br />
im Jahr fünf bis sieben Kilo ab. Der<br />
Preis pro Kilo variiert zwischen 600<br />
und 1500 Euro, abhängig von der<br />
Jahreszeit und der Qualität der Trüffeln.<br />
So teuer, wie viele denken, sei<br />
das gar nicht: Pro Person und Mahlzeit<br />
reichen fünf bis zehn Gramm<br />
aus,die ein paar Euro kosten.<br />
Sternekoch ohne Scheu<br />
Den Menschen die Scheu vor der<br />
vermeintlich exklusiven Trüffel zu<br />
nehmen, das ist auch ein Anliegen<br />
des Sternekochs Julien Allano,der im<br />
Restaurant des Hotels Le Clair de la<br />
Plume inGrignan kocht –der Name<br />
spielt auf mit der Feder geschriebene<br />
Briefe an. Denn im nahe gelegenen<br />
Schloss des Ortes, der im Winter vor<br />
sich hin schlummert und im Sommer<br />
von vielen Tausend Menschen<br />
besucht wird, lebte im 17. Jahrhundert<br />
lange die Marquise de Sévigné,<br />
deren Briefe zum klassischen Kanon<br />
der französischen Literatur gehören.<br />
Sie ist der Stolz der Region –neben<br />
dem Lavendel und eben den<br />
Trüffeln, die Julien Allano während<br />
der Saison herauf- und herabdekliniert.<br />
Vorden Augen der Gäste reibt<br />
er ein wenig davon über die Champignon-Creme,<br />
würzt sein Kartoffel-<br />
Püree damit und dekoriertsogar das<br />
Schokoladen-Törtchen zum Dessert<br />
mit einer zarten Scheibe. „Es gibt<br />
kein vorgegebenes Menü, sondern<br />
ich koche,was der Gast wünscht. Als<br />
Erstes stelle ich ihm die verschiedenen<br />
Trüffelsorten im Angebot vor,<br />
lasse kosten und auswählen“, sagt<br />
der 37-Jährige. Sein Ziel: Die Trüffel<br />
allen zugänglich machen und als regionales<br />
Produkt vorstellen. Unddamit<br />
die Vorurteile rund um diesen<br />
rätselhaften, verbeult aussehenden<br />
schwarzenPilz bekämpfen.<br />
Birgit Holzer<br />
hat in der Drôme viel über<br />
die Delikatesse erfahren.<br />
Notstand ausgerufen: Feuer<br />
und Qualm bei Canberra<br />
In Australien ist die Brandkatastrophe<br />
nicht überstanden –das zeigte<br />
sich am Freitag in Canberra. Wegen<br />
eines riesigen Feuers riefen die Behörden<br />
für die Hauptstadt-Region<br />
den Notstand aus.Ineinem Nationalparkinder<br />
Nähe der 400 000-Einwohner-Stadt<br />
brennt es seit Montag.<br />
DieFlammen zerstörten rund 20 000<br />
Hektar.„DasFeuer könnte unberechenbar<br />
werden“, warnte der regionale<br />
Chefminister Andrew Bar. (dpa)<br />
Frühgeborenes nach<br />
Keiminfektion gestorben<br />
Am Westküstenklinikum in Heide<br />
(Schleswig-Holstein) ist ein Frühgeborenes<br />
gestorben, das mit einem<br />
Keim infiziertwar.„Wirmüssen davonausgehen,<br />
dass die Infektion mit<br />
dem Keim möglicherweise mit ursächlich<br />
für das Versterben des<br />
schon schwer kranken Kindes war“,<br />
erklärte am Freitag der Chefarzt der<br />
Kinderklinik, Thorsten Wygold. Das<br />
Kind sei bereits schwer geschädigt<br />
zur Welt gekommen und am Dienstag<br />
dreieinhalb Tage nach seiner Geburtgestorben.<br />
DerMagen-Darm-<br />
Keim sei in einer Blutkultur nachgewiesen<br />
worden. Insgesamt sei bei<br />
acht Frühgeborenen eine Besiedelung<br />
mit dem sogenannten Serratia-<br />
Keim nachgewiesen worden. (dpa)<br />
Förster aus Bayernist bester<br />
Hirschrufer des Landes<br />
Hirschrufer im Einsatz: Am Ende setzte<br />
sich Fabian Menzel (M.) durch.<br />
DPA<br />
DerFörster Fabian Menzel aus Bayernist<br />
Deutschlands bester Hirschrufer.Bei<br />
der europaweit größten<br />
Jagdmesse in Dortmund setzte sich<br />
der 40-Jährige am Freitag gegen elf<br />
weitereImitatoren durch. Beider alljährlichen<br />
Deutschen Meisterschaft<br />
der Hirschrufer –einem Publikumsmagneten<br />
–messen sich die Konkurrenten<br />
in drei Disziplinen und ahmen<br />
dabei etwa den „Schrei des Siegers<br />
nach dem Kampf“ nach. (dpa)<br />
Prinz Harry scheitertmit<br />
Beschwerde gegen <strong>Zeitung</strong><br />
Prinz Harryist mit einer Beschwerde<br />
gegen die Mail on Sunday beim britischen<br />
Presserat gescheitert. DasBlatt<br />
hatte Harryineinem Artikel vorgeworfen,<br />
seinen Instagram-Followern<br />
in einem Post mit BildernafrikanischerWildtiere„nichtdie<br />
ganzeGeschichte“<br />
erzählt zu haben. Der<br />
Prinz fühlte sich durch den Vorwurf<br />
im falschen Licht dargestellt. (dpa)<br />
Hinrichtungen in Indien<br />
erneut verschoben<br />
Einindisches Gericht hat am Freitag<br />
erneut die Hinrichtung vonvier Männernverschoben,<br />
die wegen der brutalen<br />
Gruppenvergewaltigung einer<br />
indischen Studentin in Neu-Delhi vor<br />
gut sieben Jahren zum Tode verurteilt<br />
wurden. Einer der Männer habe noch<br />
nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft,<br />
bei einem weiteren stehe noch die<br />
Antwortauf ein Gnadengesuch an<br />
den Präsidenten aus, hieß es. (AFP)
MAGAZIN<br />
Alles war ein<br />
Happening<br />
Jenny Capitain ist zurück in der<br />
Stadt: Model, Muse, Mode-Ikone.<br />
Ein Gespräch über Stil und<br />
Haltung in bewegten Zeiten<br />
SEITEN 2/3<br />
Maxim Leo<br />
wird 50 –und will<br />
ganz entspannt<br />
bleiben<br />
Seite 10<br />
Heiner für alle<br />
Ich &ich<br />
TodimUral<br />
Heiner Lauterbach über seine<br />
wilden Jahre –und sein neues Leben als<br />
klavierspielender Großvater<br />
SEITEN 4/5<br />
Wenn sich Autorin und Erzählerin<br />
vermengen: Ein Treffen mit der<br />
Schriftstellerin Violaine Huisman<br />
SEITE 6<br />
1959 starben neun russische<br />
Skiwanderer auf mysteriöse Weise.<br />
Nun scheint das Rätsel gelöst<br />
SEITE 7<br />
MICHAEL MANN PHOTOGRAPHY
2 1./2. FEBRUAR 2020<br />
Sie weiß noch genau, was sie damals in Paris<br />
trug: Ein zartes Strickkleid ihrer Freundin<br />
Claudia Skoda, hohe goldene Sandaletten<br />
und eine rote Windjacke aus den 50er-Jahren.<br />
Die hatte sie in Kreuzberg ineinem Secondhand-Laden<br />
entdeckt. Sieweiß aber nicht mehr,wo<br />
sie an jenem TagimJahr 1976 genau langging, als<br />
eine Frau in einem weißen Kittel auf sie zulief. Hinter<br />
ihr ein Mann mit dichten Haaren und dicker<br />
Brille.Den kenne ich irgendwoher,dachte sie.<br />
Der Mann hatte etwas Außergewöhnliches, etwas<br />
Auffallendes. Eswar Helmut Newton, der eine<br />
Assistentin gebeten hatte, dieser jungen Frau hinterherzurennen.<br />
Er stellte sich vor und sagte: Sie<br />
habe die schönsten Beine, die er jemals gesehen<br />
habe. Das ist 44 Jahre her. Jenny Capitain und der<br />
Starfotograf mit dem Hang zu exzentrischen Frauenporträts<br />
haben sich erst anderthalb Jahre später<br />
wieder getroffen.<br />
Siesitzt in einem Café am Olivaer Platz. Es ist ein<br />
betont linear eingerichtetes, derzeit angesagtes Lokal<br />
mit harten Holzbänken, in dem man an der<br />
Theke Vollkornbrot oder Ingwertee bestellen kann.<br />
In der Filiale in Prenzlauer Berg stehen die Menschen<br />
Schlange,umdortetwas zu kaufen. Hier sind<br />
es weniger,jedenfalls heute am späten Nachmittag.<br />
Im „Zeit für Brot“ sitzt die 69-Jährige gerne. Sie<br />
mag das Laugencroissant und bestellt sich dazu einen<br />
Cappuccino.Wir sitzen am Fenster.Jenny Capitain<br />
hat eine beruhigende Stimme, braune halblange<br />
Haare. Sie trägt einen lässigen Pullover, eine<br />
schmal geschnittene Hose. Der Vintage-Etro-Schal<br />
um ihren Hals sieht nach Lieblingsteil aus.<br />
Sieweiß, was sie tragen kann. Es ist ihr Job. Es fing<br />
mit Helmut Newton an, dessen Muse und Model sie<br />
viele Jahrewar.Und sie zogweiter,indie Städte der<br />
Mode –von Parisbis nach NewYork. Siearbeitete bei<br />
der französischen Elle, der amerikanischen Vogue<br />
unter Anna Wintour,kleidete Stars wie OprahWinfrey<br />
oder Michelle Pfeiffer ein und spürte früh, wer<br />
von den Designern es ganz nach oben schaffen<br />
würde. Bei Gaultier beispielsweise, der 1976 seine<br />
erste eigene Kollektion herausbrachte,wusste sie es.<br />
Undauch bei Helmut Lang, bei dessen ersten Shows<br />
in Parissie hinter der Bühne mithalf.<br />
In der internationalen Modeszene ist Jenny Capitain<br />
bekannt. Sie aber lächelt es runter. „Ich sehe<br />
mich nicht als Modeikone.“ Sie ist keine exaltierte<br />
Person oder eine vondenen, die sich aufführt, als sei<br />
sie jetzt ein VIP. Jenny Capitain wirkt sehr ausgeglichen.<br />
Kein Wunder,dass die Stars ihr vertrauen.<br />
Jenny Capitain ist vor einem halben Jahr nach<br />
Berlin gezogen, ihr erster Wohnsitz bleibt NewYork.<br />
Vorihrem Umzug gönnte sie sich noch eine Detox-<br />
Kur. Sieachtet auf sich. Ihre Ernährung ist ausgewogen,<br />
sie schwimmt fast täglich. In Berlin wohnt sie<br />
nun in einer minimalistisch eingerichteten Altbauwohnung.<br />
„Wenn ich den Wohnort wechsle, wird<br />
nicht alles mitgeschleppt“, sagt sie.<br />
Ihr reiche wenig. Ein Bett, ein Sofa, Regale mit<br />
Kunstbänden und natürlich die Fotografien. Drei<br />
hat sie, die Newton von ihr gemacht hat. Und was<br />
hat sie jetzt nach Berlin gezogen?„Ich mag die Stadt,<br />
ich habe hier viel erlebt. Berlin hat viele Seiten“, sagt<br />
sie.Nachdenklich rührtsie in ihrem Kaffee.Sie habe<br />
oft Schnitte in ihrem Leben machen müssen –schon<br />
der Karriere wegen. „Ich war sehr lange nicht mehr<br />
in Berlin. Ich bin damals nach Paris gegangen und<br />
nicht mehr zurückgekommen. Und danach, ab<br />
1984, ging es nach NewYork.“<br />
WENN SIE REDET, KLINGT LEICHT DER FRÄNKISCHE<br />
AKZENT aus ihrer Heimat Selb im Fichtelgebirge<br />
durch.„Ja, der geht nicht weg“, sagt sie.Die Familie –<br />
ihre geliebten Schwestern, ihre Neffen und deren<br />
Kinder –sei der Hauptgrund, dass sie wieder in<br />
Deutschland lebe.Weihnachten erst verbrachte sie<br />
mit der Familie. Anders als sonst für sie, die gar<br />
nichts schenken mag, weil sie das doof findet. Man<br />
habe doch eh alles. „Geschenke sind schwierig“,<br />
sagt sie.Wie haben Sieesgelöst? „Ich habe mich für<br />
Bücher entschieden.“ Unddas Fest, wie war es?„Für<br />
mich ganz ungewohnt, es ist anstrengend mit kleinen<br />
Kindern“, sagt sie und lächelt.<br />
Als Jenny Capitain 1969 nachWest-Berlin kam, in<br />
dieses geteilte Berlin mit dem Gefühl, man lebe auf<br />
einer Insel, wollte sie der kleinen Idylle Bayernsentfliehen.<br />
InWest-Berlin spürte sie noch den Krieg, die<br />
Geschichte der Stadt. Der Potsdamer Platz war ein<br />
Niemandsland zwischen Ost und West, auf ihm<br />
wehte imWinter oft ein eisigerWind. Daranerinnert<br />
sie sich besonders.<br />
„Ich wollte studieren, etwas mit angewandter<br />
Kunst und Fotografie an der Hochschule der<br />
Künste.“<br />
EinBekannter schleppt sie in eine Fabriketage an<br />
der Zossener Straße.Dortwohnt die Avantgarde.Capitain<br />
zieht in die WG,woalle dem Spießer-Mief die<br />
Stirnbieten. Es geht um Befreiung und unabhängig<br />
sein. Unkonventionell leben. Leben und arbeiten<br />
sollen bei ihnen kein Gegensatz sein. Es geht darum,<br />
eine Allianz aus Mode und Kunst zu schaffen. Ganz<br />
ungekünstelt, wild und unberechenbar. Der „kapitalistische“<br />
Markt interessiert sie nicht. Berlin-<br />
Kreuzbergist in jener Zeit grau und abgeranzt, überall<br />
bröckelt der Putz vonden Hauswänden. DieFabriketage,inder<br />
sie wohnen, kostet ein paar Mark im<br />
Monat, aber dafür funktioniertamWochenende die<br />
Heizung nicht. Eine ihrer Mitbewohnerin ist die Modedesignerin<br />
Claudia Skoda. Die kauft sich damals<br />
kurzerhand eine Strickmaschine,umBerlin und die<br />
Welt mit avantgardistischen Kleidern aus edlen,<br />
hauchdünnen Garnen zu bereichern. Sie wird eine<br />
der einflussreichsten und bekanntesten Strickdesignerinnen<br />
der Welt. Oder der Künstler Martin Kippenberger,der<br />
zeitweise in der„Fabrikneu“, so heißt<br />
die Etage,lebt. Ebenso wie Klaus Krüger,der Schlagzeuger<br />
bei Tangerine Dream und später bei Iggy Pop<br />
Unsere Frau<br />
in der<br />
Glamourwelt<br />
Jenny Capitain war Muse und Mitarbeiterin<br />
von Helmut Newton, als Moderedakteurin<br />
der US-Vogue stylte sie Superstars<br />
von Michelle Pfeiffer bis Oprah Winfrey.<br />
Jetzt wohnt sie wieder in Berlin<br />
VonAnne-Kattrin Palmer<br />
Mondän: JennyCapitain in einem Lurex-Metallic-Pullover ihrer Freundin Claudia Skoda Ende der 70er.<br />
„Die Chemie stimmte von Anfang an. Er wurde<br />
mein Mentor, erhatte eine ungeheure Präsenz. Er<br />
konnte unglaublich charmant, aber auch<br />
anstrengend sein. An manchen Tage rief er zigmal an.“<br />
Jenny Capitain über Helmut Newton<br />
PRIVAT<br />
war. Inder WG schlafen auch der Bildhauer Jürgen<br />
Skoda, der Mann von Claudia Skoda, sowie ReinhardBock,<br />
der unentwegt Super-8-Filme dreht.<br />
Wiesah ein Taginder WG aus?<br />
„Wir waren immer unterwegs,sind nachts um 24<br />
Uhrausgegangen, haben in Clubs und Bars gefeiert,<br />
morgens sind wir dann in Halensee schwimmen gegangen“,<br />
erinnertsie sich.<br />
Undtagsüber?<br />
„Erst einmal haben wir ausgeschlafen. Aber natürlich<br />
haben wir uns immer viel einfallen lassen.“<br />
Sielacht.<br />
ALS DIE STONES 1970 NACH BERLIN KOMMEN, ist<br />
sie mit ihren Freunden dabei. Das Konzert beginnt<br />
verspätet, weil es Radau gegeben hat.<br />
Das Skoda-Loft steht jedem offen. Viele kommen,<br />
einige bleiben, machen gemeinsame Projekte.<br />
„Es ging sehr locker und familiär zu“, sagt sie. Mit<br />
den„JungenWilden“ am Moritzplatz und den Gründerndes<br />
SO 36 sind sie befreundet.<br />
Iggy Popund David Bowie sind Gäste –vor allem<br />
wenn Claudia Skoda ihreModenschauen inszeniert.<br />
Bowie,der damals ein paar Jahrelang in Berlin lebt,<br />
trägt ihreSachen. Abends zieht man um die Häuser.<br />
Meistens geht es in den Dschungel, die Lieblingsdisco<br />
der Szene.<br />
1977 findet eine legendäre Modenschau in der<br />
Fabriketage statt. DerLaufsteg ist im Jahr zuvor von<br />
Kippenberger gestaltet worden –mit 1300 Fotos<br />
von Claudia und Jenny, ihren Freunden und sich<br />
selbst. Einen „fotografierten und geklebten und versiegelten<br />
Fußboden aus einer Woche Leben mit der<br />
Familie Skoda und Bekanntenkreis“, schrieb er später.Oberwusste,dass<br />
er damals etwas für die Nachwelt<br />
schuf, die das Werk erst nach seinem Todentdeckte?<br />
„Wir haben immer Polaroids gemacht“, erinnert<br />
sich Jenny Capitain an jene Tage mit Kippenberger<br />
und Co.Und an die Schauen. Betrachtet man Fotos,<br />
trägt Capitain bei einer unter anderem ein schillerndes<br />
blau, gelb-orange und lila gestreiftes Glitzerkleid<br />
aus hauchfeinem Garn. Ihre Models sollten<br />
nicht bloß hin- und herlaufen und dabei lächeln, erzählt<br />
Claudia Skoda später.ReinhardBock filmte die<br />
Spektakel. Es war die <strong>Berliner</strong> Version von Andy<br />
Warhols FactoryinNew York.<br />
Undwie ging es mit Helmut Newton weiter?<br />
Jenny Capitain:„Wir sind 1977 gemeinsam aus Parisfür<br />
eine Woche nach Berlin geflogen, um zu arbeiten.<br />
Er war ja hier geboren, musste 1938 vorden Nationalsozialisten<br />
fliehen. Ich habe ihm alle meine<br />
<strong>Berliner</strong> Freunde vorgestellt. Es hat ihn alles fasziniert.“<br />
Warummochten Sieeinander so?<br />
Jenny Capitain: „Die Chemie stimmte von Anfang<br />
an. Er wurde mein Mentor,erhatte eine ungeheure<br />
Präsenz. Er konnte unglaublich charmant,<br />
aber auch anstrengend sein. An manchen Tage rief<br />
er zigmal an.“<br />
In dieser Zeit zeigt sie Newton die Pension Florian,<br />
einst der legendäre„Salon Kitty“, ein Freudenhaus.<br />
Ein Etablissement, wo kitschige Kristalllüster<br />
von den Decken hängen, Damast-Steppdecken auf<br />
den Betten liegen und goldgerahmte Ölschinken<br />
mutmaßlich göttliche Szenen in den Wolken zeigen.<br />
Jenny Capitain steht in solch einem Zimmer.<br />
Nackt mit einem Gips am Bein und einer Gipshalskrause.<br />
Sie hält sich an ihrem Stock fest. Sie schaut<br />
mit ihren dunkel geschminkten Lippen stolz in den<br />
Raum. Es ist eine der bekanntesten Fotografien von<br />
Helmut Newton.<br />
Warumzeigte er Siemit Gips?Wardas inszeniert?<br />
„Das war kein Fake, ich hatte mir beim Tanzen<br />
das Kniegelenk ausgekugelt.“<br />
Haben Sieihm das damals nicht gesagt?<br />
„Doch, und er antwortete: Prima, das passt in<br />
meine Serie.“ (Zwei weitereFrauen lichtete er in Paris<br />
in Stütz-Korsetts ab,Anm. d. Redaktion.)<br />
Waresschwer,mit Newton zu arbeiten?<br />
„Erwar sehr präzise.Mich faszinierte immer sein<br />
Fokus, seine Konzentration bis ins Detail. In seinen<br />
Fotos geht es um Energie, eine bestimmte Körperspannung.<br />
Das reichte bis hin zur Haltung der<br />
Hände und Füße.“<br />
Es gibt eine Aufnahme von Newtons Frau June,<br />
die vor dem Bild von Jenny Capitain in der Pension<br />
Florian steht. June Newton wird dazu mit einem<br />
Satz zitiert, den sie oft über ihren Mann sagt: „Helmut<br />
Newton liebte die Frauen. Er hatte das Gefühl,<br />
sie beschützten ihn.“<br />
Capitains Wohnsitz war inzwischen Paris. „Alle<br />
sagten immer, ich sollte als Model arbeiten.“ Damals<br />
hieß das: Gehnach Paris, in die Metropole der<br />
Mode. Die Stadt von Coco Chanel, Christian Dior<br />
undYves Saint Laurent. Es ist die rebellische Jugendzeit<br />
der Prêt-à-porter, von Kenzo, Thierry Mugler<br />
und Gaultier.Dortläuft sie als Model über den Laufsteg.<br />
„Alles war aufregend. Manwollte jede Modenschau<br />
sehen, selbst ohne Einladung.“ Abends ging<br />
es weiter. „Man rauchte, man trank und amüsierte<br />
sich. Alles war ein Happening.“ Es gab aber auch Situationen,<br />
in denen sie gar nicht mehr wollte: „Bei<br />
einer Schau vonGaultier gab es ein gefährliches Gedränge<br />
vor der Tür. Dahat es mir gereicht und ich<br />
bin heimgegangen.“<br />
In Parisfängt Capitain auch an, als freiberufliche<br />
Modejournalistin zu arbeiten –für die Elle und die<br />
deutsche Vogue. 1984 zieht es sie ins Sportswear-<br />
Mekka NewYork. Erst arbeitet sie dortein paar Jahre<br />
lang als Stylistin für die amerikanische Elle, später<br />
ist sie im Mode-Olymp bei der US-Vogue angekommen.<br />
Dort, wo seit 1988 Anna Wintour Chefredakteurin<br />
ist. Wiewar es unter ihr zu arbeiten?<br />
„Ich bewundereAnna. Siesagte bei ihrer Einstellungsrede<br />
,You are only as good as the people you<br />
workwith.‘ Sieist eine Frau, die weiß was sie will und<br />
sagt, was sie denkt. Best of the best.“
1./2. FEBRUAR 2020 3<br />
Und wie hat sie all die Jahre indieser Haifisch-<br />
Branche überlebt?<br />
„Naja, man braucht viel Selbstvertrauen, Disziplin<br />
und Durchhaltevermögen. Und eine anständige<br />
Portion Talent schadet nicht.“<br />
„Das Gute ist: Inzwischen<br />
ist die Modewelt more accessible geworden,<br />
offen für jeden. Mode wird nicht mehr als<br />
etwas komisch Exotisches gesehen, sondern<br />
als ein selbstverständlicher Teil unserer<br />
Individualität. Sich modisch zu kleiden<br />
ist heute bezahlbar. Injeder Preisklasse<br />
gibt es tolle Sachen.“<br />
Jenny Capitain<br />
JennyCapitain in ihrem minimalistisch eingerichteten Wohnzimmer in Berlin. Ihr reichen<br />
Bücher,ein Bett und ein Sofa, sagt sie.<br />
MICHAEL MANN PHOTOGRAPHY<br />
EINMAL SOLLTE SIE MORGENS UM SIEBEN UHR eine<br />
Kollektion geliefert bekommen. Die Kleider für das<br />
Fotoshoot kamen nicht an, die Bestellung des Fahrers<br />
war von einer Kollegin „vergessen“ worden,<br />
wohl nicht ganz zufällig. „Seitdem habe ich meine<br />
Fahrdienst-Aufträge selber vergeben.“<br />
Inzwischen ist es fast 19 Uhr. Wir sitzen seit fast<br />
zweieinhalb Stunden in dem Café. Es ist eine richtige<br />
Reise geworden –mit vielen Haltestellen.<br />
Waswar Ihrliebstes Projekt?<br />
„Da gibt es zum Glück viele. Ganz früh war da<br />
eine Modestory inspiriert von Marlene Dietrich für<br />
die deutsche Vogue –mit Peter Lindbergh als Fotograf.<br />
Dann ein Werbefilm für Chanel mit Helmut<br />
Newton und Ridley Scott in Cap d’Antibes. Genau<br />
im Gedächtnis geblieben ist mir auch Michelle<br />
Pfeiffer, inMode inspiriert von alten Filmen, mit<br />
dem viel zu früh gestorbenen Fotografen Herb Ritts,<br />
für Vogue USA.“ Damals, eswar 1991, noch unüblich.<br />
Die Filmstars wollten noch nicht mit Mode in<br />
Verbindung gebracht werden. Fashion galt als<br />
schnöder Kommerz. Erst als Giorgio Armani die<br />
männliche Hollywood-Garde einkleidete, kamen<br />
die Stars auf den Geschmack und ließen sich in neuester<br />
Mode für die Covers ablichten. Und welche<br />
Highlights gab es noch? „Ein Covershoot<br />
mit Julianne<br />
Polaroid-Schnappschuss: JennyCapitain (links) mit<br />
Helmut Newton und der bekannten Modejournalistin<br />
und Schriftstellerin Laurence Benaïm. DAVE<br />
ULRIKE OTTINGER<br />
Warhols Factoryauf <strong>Berliner</strong>isch: Tabea Blumenschein<br />
(vorn) mit Claudia Skoda (links) und JennyCapitain.<br />
Moore von Peter Lindbergh für das amerikanische<br />
Harper’s Bazaar. Die Serie hieß ,Portrait of aLady’,<br />
inspiriert unter anderem von Gustav Klimt, Egon<br />
Schiele und Richard Prince. Nicht zu vergessen ein<br />
wochenlanges Shoot mit Oprah Winfrey auf ihrem<br />
Anwesen in Maui, für ihr Magazin ,O’ und ihr Kochbuch.<br />
Fotografierthat das RuvenAfanador.“<br />
Capitain stylt Oprah heute noch, fliegt dafür immer<br />
wieder nach NewYork. „Ich arbeite bei ihr viel<br />
mit Kaschmir und fließenden Stoffen.“<br />
Undwie ist es hierzulande um Mode bestellt?<br />
„Es ist ein Jil-Sander-Land und sehr sportlich.“<br />
Siefügt hinzu: „Das Gute ist: Inzwischen ist die Modewelt<br />
more accessible geworden, offen für jeden.<br />
Mode wirdnicht mehr als etwas komisch Exotisches<br />
gesehen, sondern als Teil unserer Individualität, in<br />
eigentlich allen Kulturbereichen. Sich modisch zu<br />
kleiden ist heute bezahlbar.Injeder Preisklasse gibt<br />
es tolle Sachen.“ Sieselbst kaufe in jeder Saison zwei<br />
oder drei Teile von Designern, „die ich unbedingt<br />
haben muss. Der Rest kommt aus meinem Kleiderschrank<br />
und mal was von Cos dazu. Undeigentlich<br />
bin ich auch auf der Suchenach neuen Modetalenten,<br />
gerade hier in Berlin“.<br />
Helmut Newtons „JennyCapitain, Pension Florian, Berlin 1977“. ©Helmut Newton Estate. Das Werk warbis zum 26. Januar 2020 in der großen Ausstellung „Helmut Newton.<br />
Private Property“ zu sehen, die im MODEM-Museum in Debrecen/Ungarngezeigt wurde. Des Weiteren ist geplant, es im Rahmen der großen Retrospektive „Helmut Newton. Legacy“,<br />
die am 31. Oktober 2020 in der <strong>Berliner</strong> Helmut-Newton-Stiftung eröffnen wird, auszustellen. Außerdem wird es Mitte Juli in der Fotoinstitution „Foto Nostrum“ in Barcelona<br />
gezeigt. Info: Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin, www.helmut-newton-foundation.org,Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr,Sa, So 11 –19Uhr,<br />
Do bis 20 Uhr,Eintritt 10 Euro, ermäßigt 5Euro<br />
HELMUT NEWTON ESTATE/COURTESY: HELMUT NEWTON STIFTUNG<br />
Anne-Kattrin Palmer<br />
wäre auch gerneinden 70er- und 80er-Jahren in<br />
Paris gewesen.
4 1./2. FEBRUAR 2020<br />
Für<br />
meine<br />
Kinder ist<br />
man<br />
schon<br />
mit 40<br />
steinalt<br />
DPA/CHRISTOPH SOEDER
1./2. FEBRUAR 2020 5<br />
Heiner Lauterbach ...<br />
... kam 1953 in Köln zur Welt. Nach der mittleren<br />
Reife besuchte er 1970 die Schauspielschule der<br />
Keller.Danach spielte er Theater in Köln, Würzburg<br />
und München.<br />
... spielte ab Mitte der 70er-Jahre in ersten Kinound<br />
TV-Filmen, unter anderem in drei Filmen der<br />
„Schulmädchen-Report“-Reihe, aber auch in der<br />
TV-Verfilmung von„Die Karthause vonParma“.<br />
1985 gelang ihm der Durchbruch mit Doris Dörries<br />
Filmkomödie „Männer“, in der er neben UweOchsenknecht<br />
die Hauptrolle spielte und für die er mit<br />
dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde.<br />
Heiner Lauterbach hat sich das exzessive Rauchen und Trinken<br />
abgewöhnt, und abends um elf ist Zapfenstreich. Wasist geschehen<br />
und vor allem: Wastut er stattdessen, um Spaß zu haben?<br />
Antwort: Er übt Klavier und verwöhnt seinen Enkel<br />
... gehört seitdem zu den meistgefragten deutschen<br />
Schauspielern. Er drehte unter anderem mit<br />
Dieter Wedel „Der Schattenmann“ (1986) und mit<br />
Helmut Dietl „Rossini –oder die mörderische Frage,<br />
wermit wemschläft“ (1997), war in der Dietrich-<br />
Schwanitz-Verfilmung „Der Campus“ (1998) zu sehen<br />
und als Axel Springer in „Der Verleger“ (2001).<br />
Als Synchronsprecher ist er u.a. die deutsche<br />
Stimme vonChristopher Walken, Jack Nicholson,<br />
John Malkovich, KevinCostner und Laurence Fishburne.<br />
... ist seit 2001 ist mit Viktoria Skaf verheiratet.<br />
Ausdieser Ehe stammen die beiden Kinder Maya<br />
undVito. Ausder Ehemit der Schauspielerin Katja<br />
Flint, mit der er von1995bis 2001 verheiratet war,<br />
hat er einen erwachsenen Sohn. Lauterbach lebt<br />
mit seiner Familie am Starnberger See.<br />
Interview: Markus Tschiedert<br />
Erkann fürchterlich fies sein, wie zuletzt<br />
in dem Thriller „Der Fall Collini“<br />
als hinterhältiger Anwalt. Er<br />
kann aber auch sehr lustig sein, wie<br />
als stressgeplagter Vater in „Wir sind die<br />
Hartmanns“. Man nimmt Heiner Lauterbach<br />
beide Typen ab, und in der Komödie<br />
„Enkel für Anfänger“, die am 6. Februar in die<br />
Kinos kommt, vereint er sie auf wunderbare<br />
Weise: In seiner Rolle als griesgrämiger Gerhard,<br />
der mit dem Leben schon abgeschlossen<br />
hat, lässt er sich als Leih-Opa engagieren,<br />
der bei Kindernganz weich wird.<br />
Lauterbach steht mit 66 Jahren selbst vor<br />
dem Rentnerdasein. Aber so recht will man<br />
das gar nicht glauben, wenn man ihm begegnet.<br />
Er trägt Jeans und Sportschuhe, seine<br />
Bewegungen wirken zackig, und an seinem<br />
drahtigen Körper scheint kein Grammzuviel<br />
zu sein. Dabei hat er in seinem Leben auch<br />
schon Phasen hinter sich gebracht, in denen<br />
er so richtig die Sau rausgelassen und das<br />
eine oder andere Glas zu viel getrunken hat.<br />
Damitist es aber vorbei. 2001 heiratete er die<br />
Frau, die ihn wieder auf die Spur brachte,<br />
Viktoria heißtsie,die beiden haben zwei Kinder<br />
miteinander. Aus der Ehe mit Katja Flint<br />
hatte er bereits einen Sohn, der heute erwachsen<br />
ist. Wie hat er das Leben gemeistert?Wir<br />
trafen ihnimHotel de Rome.<br />
Herr Lauterbach, ist 67 ist das neue 40?<br />
Ach, ich halte nichts von Sprüchen wie<br />
„Man ist so alt wie man sich fühlt“ und diesen<br />
ganzen Käse ...<br />
Die Frage bezog sich auf ein Zitat aus dem<br />
Film „Enkel für Anfänger“, in dem Sie mitspielen.<br />
Trotzdem, das Leben ist so, wie esist. Bedingt<br />
durch Dinge wie bessere Ernährung,<br />
mehr Möglichkeiten desSportsund den Umstand,<br />
dass wir so lange keinen Krieg mehr<br />
hatten, ist es tatsächlich so,dasswir etwas fitter<br />
im Alter sind. Auch durch die besseremedizinische<br />
Versorgung werden die Menschen<br />
älter. Ansonsten finde ich es gar nicht ausschlaggebend,<br />
wie alt man wird, sondernwelche<br />
Möglichkeiten einem bleiben. Wasnützt<br />
es, 120 zu werden und davon 40 Jahre krankheitsbedingt<br />
leiden zu müssen?<br />
Siesind jetzt 66 ...<br />
Je älter man wird, desto mehr wird man<br />
mit dem Alter konfrontiert. Für mich ist es<br />
aber ein ganz normaler Prozess, derzum Leben<br />
dazugehört. Insofern mache ich mir<br />
überhaupt keine Gedanken darüber. Esgibt<br />
gewiss spaßigere Dinge als Altwerden, aber<br />
die einzige Alternative wäre früher sterben,<br />
und das ist ja auch Scheiße. Insofern sollte<br />
man dankbar sein, in einem vernünftigen<br />
Zustand älter werden zu dürfen.<br />
Als Sie noch jung waren, dachten Sie bestimmt<br />
auch noch, alles über 60 ist uralt ...<br />
Das sehen junge Menschen von heute<br />
noch genauso.Für meine Kinder lebe ich eigentlich<br />
auch nicht mehr, wenn esdanach<br />
geht. Wenn die von steinalt reden, meinen<br />
sieschon 40-Jährige.<br />
Können Siegut mit Kindern?<br />
Mitmanchen kann ich sehr gut, mit anderen<br />
überhaupt nicht. Ich bin nicht generell<br />
ein Kinderfreund, ungezogene Kinder sind<br />
sogar ein Gräuel für mich. Aber ich mag nette<br />
und aufgeweckte Kinder.Ich selbst habe drei<br />
Kinder, und obwohl sie nicht in alle Kategorien<br />
passen, die ich gerade aufgezählt habe –<br />
die können ganz schön frech sein –liebe ich<br />
sie alle.Die sind für mich in Ordnung.<br />
Wiestreng sind oder waren Sieals Vater?<br />
Bei meinen beiden Kindern, die ich mit<br />
Viktoria habe, teilen wir uns das auf. Nach<br />
dem Prinzip Good Cop, Bad Cop. Das ist<br />
auch sinnvoll und fair. Ich achte wirklich<br />
darauf, dass ich nicht so ein Feierabend-<br />
Daddy bin, der nach Drehschluss nach<br />
Hause kommt und seinen Kinderndannalles<br />
erlaubt, während die Mutter die Rolle<br />
einnimmt, die permanent alles verbieten<br />
muss. Also die Erziehung teilen wir uns zu<br />
gleichen Teilen.Wenn ein Kind Stress mit einem<br />
von uns hat, ist der andere die Anlaufstation.<br />
Im letzten Sommer sind Sie zum ersten Mal<br />
Opageworden.Wiewerden Siesich der neuen<br />
Rolle nun tatsächlich stellen?<br />
Grundsätzlich finde ich Großeltern eine<br />
tolle Institution. In einem Familienverbund<br />
sind sie wichtig. Als ich nun selbst Großvater<br />
geworden bin, habe ich zu meinem Sohn gesagt,<br />
wie sehr ich mich freue,jetzt miteinem<br />
kleinen verwandten Kind zu tun zu haben,<br />
das ich nicht erziehen muss.<br />
Wiemeinen Siedas?<br />
Eigene Kinder zu haben, ist eine ambivalente<br />
Geschichte.Einerseits möchte man ihnen<br />
alles geben, schenken und erlauben,<br />
weil man sie liebt und sie glücklich sehen<br />
will. Andererseits tut man gut daran, sie zu<br />
erziehen, damit sie keineVollidioten werden.<br />
Insofern sagte ich zu meinem Sohn: „Oscar,<br />
darauf kannst du dich gefasst machen. Mein<br />
Enkelwirdnur verzogen, wenn er bei mir ist.<br />
Der hat rechts das Handy, links die Playstation,<br />
vorn guckt er Fernsehen und im Mund<br />
hat er Gummibärchen. Und wenn er anschließend<br />
wieder zu dir kommt, kannst du<br />
das Ganzeausbaden.<br />
Momentan gehen viele Teenager auf die<br />
Straße, um gegen Klimawandel zu demonstrieren.<br />
Sie fürchten um ihre Zukunft. Reden<br />
Siedarübermit Ihren Kindern?<br />
Als bei meiner 17-jährigen Tochter die<br />
Frage aufkam, ob sie bei „Fridays for Future“mitmachen<br />
darf, war meine Frau strikt<br />
dagegen. Schule blaumachen geht nicht. Da<br />
ist sie sehr pragmatisch. Ich habe gesagt:<br />
„Nein, da sind wir mal ausnahmsweise<br />
verschiedener Meinung. Ich finde das sehr<br />
gut und von mir hat sie die Erlaubnis, da<br />
mitzumachen.“ Ich finde es schlimm genug,<br />
dass Kinder die Erwachsenen darauf<br />
hinweisen müssen, dass auf unserem Planeten<br />
einiges im Argen liegt. Manmuss aber<br />
ebenso aufpassen, die Sache nicht zu übertreiben.<br />
Dasheißt?<br />
Wenn man sich beschimpfen und bespucken<br />
lassen muss, weil man irgendwo<br />
hinfliegt, finde ich das auch nicht passend.<br />
Es gibt natürlich auch Wissenschaftler, die<br />
behaupten, dass die Erderwärmung überhaupt<br />
nichts mit den Menschen zu tun hat.<br />
In Zyklen hat es so etwas immer wieder gegeben.<br />
Ich persönlich weiß es nicht, aber<br />
ich denke, eskann nicht schaden, so zu tun<br />
als wären wir schuld, um damit Dinge zu<br />
verbessern. Denn diese riesigen Müllteppiche<br />
inden Ozeanen hat es bestimmt nicht<br />
immer gegeben. Das größte Problem ist für<br />
mich aber die Überbevölkerung, die zieht<br />
alles andere nach sich. Komischerweise redetdarüber<br />
kaumjemand.<br />
Sind Sieeherein Pessimist oder ein Optimist?<br />
Barbara Schöneberger hat mich auch<br />
schon gefragt,obfür mich dasGlashalb leer<br />
oder halb voll ist. Ich habe geantwortet, für<br />
mich ist es ein halb gefülltes Wasserglas.<br />
Übertragenauf dieUmweltfrage findeich es<br />
bescheuert, das Problem zu negieren und zu<br />
ignorieren, wie es der amerikanische Oberbefehlshaber<br />
tut. Ich warne aber auch, eine<br />
Hysterie ausbrechen zu lassen. Meine Kinder<br />
muss ich dahingehend auch bremsen, wenn<br />
ich mit einer Zahnbürste ankomme, die immer<br />
noch nicht aus Holz ist.<br />
Welchen Rat geben SieIhren Kindern?<br />
Es gibt einen Spruch meiner Mutter, den<br />
ich damals nie wahrhaben wollte:„Junge,genieß<br />
dein Leben. Es geht so schnell vorbei.“<br />
Auf einmal ist man selber alt oder älter und<br />
findet sich in der Rolle wieder,dass man das<br />
seinen Kindernsagt.<br />
Haben Sie esmanchmal auch zu sehr genossen?<br />
Das ist etwas, worüber ich mir heute wenig<br />
Gedanken mache. Denn es ist passiert,<br />
und ich kann es sowieso nicht mehr revidieren.<br />
Also wenn ich das jetzt in der Retrospektivebetrachte,finde<br />
ich es ganz gut, dass ich<br />
heftig und intensiv gelebt habe.Man hätte es<br />
aber ein paar Jahreverkürzenkönnen.<br />
Wiemeinen Siedas?<br />
Es ist ja wie immer im Leben eine Frage<br />
von Timing. Zur richtigen Zeit das Richtige<br />
machen oder mit etwas aufzuhören, gelingt<br />
einem nicht immer. Wenn man ein Bein<br />
amputiert kriegt, ist es zu spät, mit dem<br />
Rauchen aufzuhören. Ich bin 1998 aufs<br />
Land gezogen. Das habe ich mir schon als<br />
junger Menschen gesagt und dann auch gemacht<br />
–nicht zu früh und auch nicht zu<br />
spät.<br />
Könnte man sagen, Sie haben noch mal die<br />
Kurvegekriegt?<br />
Klar,inden 70ernund 80ernwäredas unvorstellbar<br />
für mich gewesen, weil ich da<br />
noch viel nachts unterwegs war und gefeiert<br />
habe. ImLeben ist viel mit Zufall und Glück<br />
verbunden, und bei mir war es das Kennenlernen<br />
meiner Frau Viktoria. Die spielt da<br />
eine entscheidende Rolle.<br />
Sie sind froh, dass die wilden Zeiten irgendwann<br />
ein Ende gefunden haben?<br />
Dasweiß ich gar nicht. Ichkönnte das Gefühl<br />
gar nicht definieren, mit dem ich auf<br />
diese Zeit zurückblicke. Mit Wehmut ganz<br />
bestimmt nicht, aber auch nicht mit Freude.<br />
Ich sehe das verhältnismäßig neutral, weil<br />
ich auch diese ganzen Fotos von früher aus<br />
<strong>Zeitung</strong>en kenne. Für uns Schauspieler verläuft<br />
der Altersprozess sowieso ein bisschen<br />
anders.<br />
Wieso anders?<br />
Weil wir immer wieder mit alten Filmen<br />
und Fotos und damit auch mit der Vergangenheit<br />
konfrontiert werden. Wir hüpfen irgendwie<br />
zwischen den Zeiten. Wenn ich ein<br />
Foto vonmir in die Hand bekomme,auf dem<br />
man mich als 30-Jähriger in Badehose sieht,<br />
sage ich nicht, würde ich doch mal wieder so<br />
aussehen. Zumal ich immer noch viel Sport<br />
mache und mich über meinen Körper auch<br />
heute nicht beklagen kann.<br />
Siewirken tatsächlich nicht wie jemand kurz<br />
vorm Rentenalter.<br />
Vielleicht liegt es ja daran, dass ich gerade<br />
aus Kapstadt komme und ein bisschen<br />
Sonne abbekommen habe.Naja, persönlich<br />
habe ich mir schon vorgenommen, in Würde<br />
zu altern. Als ich jung war, sah ich in Diskotheken<br />
öfters ältere Männer, die dort regelmäßig<br />
verkehrten und wie ein Fremdkörper<br />
wirkten. Wenn es geht, möchte ich das lieber<br />
vermeiden. Gott sei Dank fällt mir das gar<br />
nicht schwer.Ich habe keine Lust mehr,mich<br />
diesen Bässen auszusetzen.<br />
Worauf habenSie denn noch Lust?<br />
Wir wohnen ja am Starnberger See, und<br />
ab und zu treffen Viktoria und ich uns in der<br />
Stadt mit Freunden und Bekannten zu einem<br />
gesellschaftlichen Essen. Wenn dann der<br />
eine oder andere nach 22Uhr noch sagt:<br />
„Komm, wir gehen noch ins Schumann’s<br />
oder ins P1, dann sind wir müde.Viktoria war<br />
ja noch nie so eine Partymaus.Und ich weiß<br />
dann auch, wir haben noch eine Stunde zu<br />
fahren. Um elfUhr zu Hausezusein, ist dann<br />
wunderbar. Wäre mir das nur früher schon<br />
so ergangen.<br />
Sie sollen auch mit Klavierspielen angefangen<br />
haben.<br />
Mit Klavierspielen hatte ich schon mal<br />
mit elf angefangen, dann aber wieder aufgehört.<br />
Darüber habe ich mich immer geärgert,<br />
auch weil ich dachte, dafür ist es sowieso<br />
schon zu spät. Aber jetzt kann ich sagen, es<br />
ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen.<br />
Reicht es schon für ein Konzert?<br />
Na ja, da müsste man mal Lang Lang befragen.<br />
Aber meine Frau ist begeistert. Ich<br />
spiele wirklich jeden Tag, und ich habe wirklich<br />
von Grund auf gelernt mit allen Noten,<br />
Intervallen und Theorien.<br />
Spielen Sieeher Jazz oder Klassik?<br />
Jazz ist eine Musikrichtung, die ich nicht<br />
besonders mag. Ich spiele Filmmusik von<br />
Ennio Morricone bis Nino Rota. Das macht<br />
großen Spaß.<br />
Würden Sie sagen, Sie ziehen Ihre Lebensfreude<br />
heute aus komplett anderen Dingen<br />
als früher?<br />
Mark Twain hat mal gesagt, wer mit dem<br />
Rauchen aufhört, ist kein Nichtraucher,sondernein<br />
Raucher,der nicht mehr raucht. Ich<br />
werde immer Raucher bleiben, obwohl ich<br />
seit 20 Jahren so gut wie nicht mehr rauche.<br />
Ichkann mir heute auch nicht mehr vorstellen,<br />
in einem Restaurant zu essen, in dem<br />
um dich herum pausenlos gequalmt wird.<br />
Obwohl ich selber starker Raucher war,finde<br />
ich es eine wunderbare Sache, dass inRestaurants<br />
nicht mehr geraucht werden darf.<br />
Warum haben Sie sich das Rauchen abgewöhnt?<br />
Mein Arzt sagte mir damals, dass meine<br />
Herzkranzgefäße zwar noch ganz gut aussehen,<br />
aber nun dennoch der Zeitpunkt gekommen<br />
wäre, mit dem Rauchen aufzuhören,<br />
um im Alter nicht nachhaltig am lebenslangen<br />
Rauchen zu leiden. DieZeiten haben<br />
sich sowieso geändert. Das sieht man auch<br />
an alten Filmen, wo bei jeder Gelegenheit<br />
eine Zigarette angesteckt wird. Nach dem<br />
Krieg hat man es echt krachen lassen, auch<br />
was so an Schnäpsen gesoffen wurde.Heute<br />
ist das anders, aber wir müssen nur sehen,<br />
dass wir nicht zu synthetisch werden.<br />
Washeißt dasfür Sie?<br />
Als ich mit dem exzessiven Trinken und<br />
Rauchen aufgehört habe, sagte ich mir, es<br />
muss trotzdem noch drin sein, dass ich mich<br />
im Urlaub mit einem guten Freund nachts mit<br />
einer Flasche Rotwein und einer Packung Zigaretten<br />
ans Meer setzen kann –ohne dass ich<br />
am nächsten Tag wieder zum Volljunkie<br />
werde. Ich hasse absolute Entscheidungen.<br />
Bitte nichts Dogmatisches. Ich finde es ganz<br />
schön, wenn man das kann, selbst wenn man<br />
nur dieVorstellung hat, man könnte es.<br />
Aber Siekönnen es ja …<br />
Ja, das ist auch schön so. Aber ich würde<br />
es trotzdem nicht empfehlen, wenn man<br />
schwerer Alkoholiker ist. Denn es gibt eine<br />
Art von Alkoholismus, die das verbietet. Das<br />
gilt auch fürs Rauchen. Til Schweiger zum<br />
Beispiel bewundertmich, dass ich ab und zu<br />
eine Zigarette rauchen kann und dann wieder<br />
aufhöre.<br />
Man könnte also sagen, Sie sind ein Genussmensch<br />
geblieben?<br />
Allerdings ein gebremster Genussmensch.<br />
Wie beim Weggehen habe ich irgendwann<br />
keine Lust mehr und sage beim Rauchen, jetzt<br />
nicht noch eine. Dahat mein Körper wohl<br />
eine eingebaute Bremse entwickelt. Hätte ich<br />
die mal schon in den 80er-Jahren gehabt.<br />
Markus Tschiedert möchte mit 66<br />
Jahren auch so fit sein wie Lauterbach.<br />
Weil das Leben ja erst anfängt.
6 1./2. FEBRUAR 2020<br />
Werweiß<br />
schon, was die<br />
Wahrheit ist?<br />
Mit einem Buch über ihre exzentrische Mutter,die Selbstmord<br />
beging, wurde Violaine Huisman bekannt –und zu einer<br />
gefeierten Vertreterin des so beliebten Genres der Autofiktion<br />
VonSarah Pepin<br />
„Das Schreiben darf keine Katharsis sein“: Violaine Huisman in Berlin.<br />
BERLINER ZEITUNG/MARKUS WÄCHTER<br />
Das milchige <strong>Berliner</strong> Winterlicht<br />
fällt Violaine Huisman sofortauf.<br />
Es ist ein sonniger Freitagnachmittag<br />
am Rosenthaler Platz, sie<br />
blinzelt in die Sonne, bemerkt die Schatten,<br />
die die Straßenlampen an die Wand gegenüber<br />
werfen. Sie ist etwas müde, amTag zuvorist<br />
sie aus NewYorkangereist, wo sie seit<br />
mehr als zwanzig Jahren lebt.<br />
Vergangenes Jahr erschien Huismans Debütroman<br />
„Die Entflohene“ auf Deutsch. Es<br />
war das erste Buch der bis dahin als Übersetzerin<br />
und Kuratorin arbeitenden Französin,<br />
in Frankreich hat es mehrere Literaturpreise<br />
gewonnen. Das Buch zeichnet ein sowohl<br />
zärtliches als auch erschütterndes Porträt einer<br />
exzentrischen, exzessiv liebenden Mutter,die<br />
Kette rauchte,Alkoholprobleme hatte<br />
und an einer bipolaren Erkrankung litt. Aus<br />
eher armen Verhältnissen kommend, findet<br />
sie sich in der Pariser Bourgeoisie wieder,erträgt<br />
die Affären ihres Ehemannes, dann<br />
nicht mehr,wirdmehrmals geschieden. Mal<br />
schlägt sie ihre Töchter, ein paar Minuten<br />
später werden sie wieder mit Küssen überhäuft.<br />
Eine Naturgewalt. All das ist auch Violaine<br />
Huismans eigene Geschichte, daraus,<br />
dass der Roman autobiografisch grundiert<br />
ist, macht sie kein Geheimnis.<br />
Das Genre der Autofiktion, dem man<br />
Huismans Roman zuordnen kann, findet seit<br />
einigen Jahren mit Autoren wie Rachel Cusk,<br />
Karl Ove Knausgård, Sheila Heti, Ben Lerner<br />
und Annie Ernaux große Beachtung. Das eigene<br />
Leben dient diesen Autoren als Vorlage,<br />
als Schablone, deren Ränder aber übermalt<br />
werden, sodass die Zeichnung sich verwandelt,<br />
in etwas, das über das gelebte Dasein<br />
hinausgeht.<br />
Der Begriff „Autofiktion“ wurde im Jahr<br />
1977 vom französischen Literaturkritiker<br />
und Schriftsteller SergeDoubrovsky im Hinblick<br />
auf sein eigenesWerk„Fils“ geprägt. Die<br />
genaue Definition dieser Form der fiktionalisierten<br />
Autobiografie bleibt aber –vor allem<br />
im Gegensatz zum autobiografischen Roman<br />
–etwas unklar.Der Essayist Philippe Vilain<br />
zum Beispiel sieht den entscheidenden<br />
Unterschied zwischen autobiografischem<br />
Roman und Autofiktion in einem Stilmittel:<br />
DerErzähler,der Teile des Buches in der ersten<br />
Person wiedergibt, und der Autor müssen<br />
den gleichen Namen tragen. Das ist eigentlich<br />
eine Kleinigkeit. Andere meinen,<br />
dass das Thematisieren des eigenen Schaffens<br />
die Autofiktion definiert, wiederum andere<br />
finden es bezeichnend, dass heute<br />
mehr Frauen als Männer in diesem Genre<br />
schreiben. Ist Autofiktion einfach nur ein<br />
neuer Marketing-Begriff für den autobiografischen<br />
Roman, den es seit dem 19. Jahrhundert<br />
gibt, damals mit Vertretern wie<br />
Charles Dickens, Louisa May Alcott und Leo<br />
Tolstoi?<br />
Für Violaine Huisman unterscheidet sich<br />
die Autofiktion vom autobiografischen Roman,<br />
da sie weniger eine Ansammlung von<br />
Erinnerungen als einVersuch ist,„das Leben,<br />
das an sich keinem Narrativ folgt, das chaotisch<br />
ist, in eine literarische Form zu bringen“.<br />
Violaine Huisman, die dunklen Haare<br />
zum Dutt gebunden, spricht langsam, nach<br />
Worten suchend, sie abwägend.<br />
Ihr Roman „Die Entflohene“ besteht aus<br />
drei Teilen, der erste ist aus der Perspektiveeiner<br />
Tochter-Erzählerin namens Violaine und<br />
ihrer Schwester erzählt, im zweiten wird das<br />
Leben der Mutterfigur Catherine nachgezeichnet,<br />
bevor sie Kinder hatte.Der letzteTeil<br />
erforscht die bodenloseTraurigkeit, die die Erzählerin<br />
erfasst, als die Mutter mit Anfang 60<br />
schließlich beschließt, aus dem Leben zu treten.<br />
Auch das passierte Violaine Huisman genau<br />
so,mehr als zehn Jahreist es her.<br />
Wenn man mit Violaine Huisman spricht,<br />
vermengt man sie und die Erzählerin unwillkürlich,<br />
ebenso wie ihreMutter und die Mutterfigur<br />
aus dem Buch. Wie nah das fiktive<br />
Ichander Autorin ist, zeigt auch die Entwicklungsgeschichte<br />
des Buchs. Mehrere Jahre<br />
nach dem Todihrer Mutter heiratete Huismans<br />
Schwester.Violaine wusste, dass es an<br />
ihr war, bei der Feier eine Rede zu halten –<br />
beim Versuch, Worte und einen Tonzufinden,<br />
um die gemeinsame Kindheit und das<br />
Verhältnis zur Mutter zu beschreiben, verfestigte<br />
sich die Idee für das Buch. „Nach der<br />
Rede habe ich sofort angefangen zu schreiben,<br />
mit einer klarenVision der Romanstruktur“,<br />
sagt sie.<br />
Was anihrem Buch besonders ins Auge<br />
fällt, ist, dass man darin keine Spur von Bitterkeit<br />
findet. Im Gegenteil: Ihre schonungslose<br />
Erzählung ist stellenweise sogar humorvoll.<br />
Ist die Arbeit am Selbsterlebten auch<br />
eine therapeutische? Nicht für Huisman.<br />
„Das Schreiben durfte für mich keine Katharsis<br />
sein. Es musste genug Distanz da<br />
sein, um nicht in den eigenen Emotionen zu<br />
ertrinken –das Bewusstsein für den Tonwar<br />
mir sehr wichtig.“ Die Psychoanalyse ging<br />
dem Schreiben des Buches voran, Huisman<br />
„Maman und meine<br />
Schwester hatten sich<br />
mordsmäßig lieb. Sie<br />
hätten sich gegenseitig<br />
umgebracht, um das zu<br />
beweisen.“<br />
Violaine Huisman in „Die Entflohene“<br />
sagt vonsich, sie habe schon vordem Schreiben<br />
mit ihrer Mutter Frieden geschlossen.<br />
Eine räumliche Distanz zu ihrer Familiengeschichte<br />
schuf sie bereits, als sie mit 19 Jahrennach<br />
NewYorkzog, ein Schritt, den sie im<br />
Nachhinein auch als eine ArtFlucht begreift.<br />
In „Die Entflohene“ schreibt sie: „Die<br />
Wahrheit eines Lebens ist immer nur Phantasie,jenachdem,<br />
wie man sie entwirft.“Was<br />
meint sie damit? „Die Fiktionalisierung befähigt<br />
einen dazu, eine Geschichte zu schreiben,<br />
ohne dass es die einzig richtige und<br />
wahre sein muss. Wer weiß schon, was die<br />
eine Wahrheit ist?“ Wenn man jemandem<br />
eine Geschichte aus dem eigenen Leben erzähle,<br />
sei das immer im Nachhinein, zum<br />
Zeitpunkt einer bestimmten psychologischen<br />
Verfassung, ans Publikum angepasst,<br />
und um die Wirkung wissend, die man erreichen<br />
will. So würde es zu einer „erzählten“<br />
Geschichte.<br />
Interessant ist trotzdem, wie angetan Publikum<br />
und Kritik gerade jetzt vondieser Mischung<br />
aus Realem und Fiktivem sind. Diese<br />
Literatur dockt offenbar an den Zeitgeist an.<br />
Einerseits leben wir in einer Gesellschaft, die<br />
das Ichund seine Geschichte immer mehr in<br />
den Mittelpunkt stellt. Wir haben eine Online-Parallelwelt<br />
samt Instagram und Selfies<br />
geschaffen, die den Teil in uns aktiviert, der<br />
sich gerne zeigt –aber auch jenen, der sich<br />
gerne mit anderen identifiziert. Wir betreiben<br />
und lieben Persönlichkeitskult, vielleicht<br />
mehr als je zuvor. Hinzu kommt ein<br />
Realitätsbegriff, der sich angesichts von alternativen<br />
Fakten und Fake News immer<br />
schwammiger anfühlt, obwohl er es objektiv<br />
nicht ist. DieWahrheit scheint einem im 21.<br />
Jahrhundertdurch die Hände zu gleiten, genau<br />
dann, wenn man glaubt, man habe sie<br />
erfasst. Wielässt sie sich (be-)schreiben?<br />
In all das fügt sich das Genre nahtlos ein.<br />
Letztlich spricht diese Artder Literatur auch<br />
einen gewissen Voyeurismus an, das für die<br />
Literatur eigentlich unwichtige Gedankenspiel:<br />
Hatdiese –sexuell, sozial oder emotional<br />
–explizite Szene nun tatsächlich so stattgefunden<br />
oder ist sie erfunden?<br />
Später am Tagsitzt Violaine Huisman an<br />
einem Tisch im Literaturhaus in Charlottenburg,<br />
der ausverkaufte Abend ist überschrieben<br />
mit „Autofiktion heute“. Neben ihr sitzt<br />
die Autorin Jackie Thomae,die ebenfalls Elemente<br />
ihrer Lebenswirklichkeit in ihren Roman<br />
„Brüder“ über zwei afrodeutsche Männer<br />
eingebaut hat. Doch, so wird hier gegen<br />
Ende der Diskussion klar,wäreesein Fehler,<br />
Autofiktion als reines Ich-Projekt zu begreifen.<br />
Letztendlich erzählen Thomae, Huisman,<br />
Rachel Cusk, Sheila Heti und andere<br />
von der Welt. Das persönliche Schicksal des<br />
Einzelnen spiegelt im besten Fall größereZusammenhänge<br />
wieder.Huismans Roman ist<br />
auch ein Roman über das Frau- und Muttersein<br />
im 20. Jahrhundert, über psychische<br />
Krankheit und soziale Mobilität.<br />
Wenn Huisman ihre Mutter nicht fiktionaliserthätte,wäresie<br />
wohl einfach eine psychisch<br />
kranke Frau geblieben. Doch so hebt<br />
Huisman sie aus der Stigmatisierung heraus,<br />
sie wirdsinnbildlich zu einer fast mythologischen<br />
Figur,die für so viel mehr steht. Es war<br />
für Violaine Huisman mitunter schwer, mit<br />
dieser Mutter aufzuwachsen, als Mensch<br />
und Tochter romantisiere sie das nicht, sagt<br />
sie.Aber durch ihr Buch wirddie Mutterfigur<br />
zum Archetyp: Wir Leser können lernen, sie<br />
zu verstehen, und ihr zu vergeben. Darin<br />
liegt letztendlich die freiheitsfördernde Kraft<br />
der Literatur.<br />
Wasesjedoch mit den realen Angehörigen<br />
um den Schreibenden herum macht,<br />
wenn jemand sich deren Geschichte aneignet<br />
und sie dabei vollends kenntlich macht,<br />
„dürfe man nicht unterschätzen“, sagt Violaine<br />
Huisman. Knausgårds Exfrau etwa, die<br />
auch bipolar ist, erlitt durch die Art und<br />
Weise,wie ihr damaliger Mann ihreEhe in einem<br />
Teil seines sechsbändigen Werks beschrieb,<br />
einen Nervenzusammenbruch und<br />
wies sich in die Psychiatrie ein. Und daist,<br />
weniger dramatisch und doch vielsagend,<br />
Violaine Huismans Schwester, die das Romanprojekt<br />
„zwar vollkommen unterstützte“,<br />
das Buch aber bisher nicht gelesen<br />
hat. Es sei zu schmerzvoll, die eigene Lebensgeschichte<br />
aus einer anderen Stimme<br />
zu lesen.<br />
Die interessanteste Pointe in der Verflechtung<br />
von Dasein und Erzählung liefert<br />
Huisman indessen am Ende des Abends.Als<br />
sie „Die Entflohene“ publizierte,begann ihr<br />
Vater, damals Ende 80, sein Gedächtnis zu<br />
verlieren. Er freute sich immer wieder erneut,<br />
dass seine Tochter ein Buch geschrieben<br />
hatte. Dann fing er an, erfundene Szenen<br />
aus „Die Entflohene“ zu glauben und<br />
sie zu erzählen, als ob sie wirklich passiert<br />
wären.<br />
Sarah Pepin liest als nächstes<br />
Huismans Buch „Rose Désert“, das in<br />
Frankreich schon erschienen ist.<br />
MEIN PLATZ<br />
VonJörg Niendorf (Text)<br />
und Benjamin Pritzkuleit (Fotos)<br />
CarlNickchen klettert<br />
in <strong>Berliner</strong> Bäume<br />
Wenn ich in einen Baum hinein klettere,<br />
ist das jedes Mal aufs Neue ein Kennenlernen.<br />
Ganz so, wie wenn man einen<br />
Menschen trifft. Dereine Baum ist einladend<br />
und hat eine große,offene Krone: Dasist der<br />
nette Typvon nebenan. Einanderer Baum ist<br />
vielleicht etwas zickig. Der nächste hat viel<br />
Totholz, er ist älter und benötigt Hilfe.Jehöher<br />
ich klettere, desto mehr erfahre ich über<br />
den Charakter.<br />
Meine Aufgabe ist oft, das abgestorbene<br />
Holz herauszusägen, damit es nicht zur Gefahr<br />
wird. Manchmal muss ein Baum komplett<br />
gefällt werden. Die Saison dafür geht<br />
noch bis Ende Februar, außerhalb der Fäll-<br />
Saison dürfen wir Fachleute das sonst nur<br />
mit Ausnahmegenehmigung. Aber eigentlich<br />
ist der Erhalt für mich dasWichtigste.Ich<br />
empfinde es als großes Glück, der Natur auf<br />
diesem Wegetwas zurückzugeben.<br />
Außerdem hat es etwas Meditatives. Hier<br />
bin ich gerade im Tiergarten. Regelmäßig<br />
habe ich mit den ganz alten Bäumen zu tun,<br />
mit denen, die noch aus der Zeit vor dem<br />
Zweiten Weltkrieg stammen. Im Tiergarten<br />
sind es nur noch ungefähr 100 Stück –Linden,<br />
Eichen, Buchen. Für sie gibt es einen<br />
speziellen Pflege- und Erhaltungsplan.<br />
Undwenn ich nicht in der Krone klettere,<br />
kümmereich mich am Boden um die Ernäh-<br />
rung des Baumes. Ich sehe zum Beispiel an<br />
den Blättern, wenn er zu wenig Nährstoffe<br />
aus den Wurzeln ziehen kann, weil der Boden<br />
zu mager geworden ist.<br />
In einem speziellen Verfahren lockere ich<br />
die Erde auf, so bekommt der Baum neue<br />
Kraft. Diese Bodenverbesserung wirdgerade<br />
zum Riesenthema –ich „lese“ ab jetzt nicht<br />
mehr nur den Baum, sondern auch die Erde<br />
darunter.<br />
Beruf: selbstständiger Baumpfleger;Alter:32; geboren in: Berlin-Köpenick; wohnt in: Köpenick; Zeit am Platz: jeden Tag<br />
BENJAMIN PRITZKULEIT
1./2. FEBRUAR 2020 7<br />
Der 1092 Meter hohe Berg Cholat<br />
Sjachl im nördlichen Ural ist ein<br />
verwunschener Berg. Jedenfalls<br />
aus Sicht der Mansen, einem in<br />
dieser Region verwurzelten finno-ugrischen<br />
Volk.Weil einer Legende zufolge dortinalten<br />
Zeiten neun Jäger getötet wurden, heißt der<br />
rund 1500 Kilometer östlich vonMoskau gelegene<br />
Cholat Sjachl in der Sprache der Mansen<br />
„Bergdes Todes“.<br />
Eine Gruppe von neun russischen Skiwanderern<br />
hatte sich vor 61Jahren von der<br />
alten Legende nicht abschrecken lassen. Am<br />
28. Januar 1959 starteten sie voneiner verlassenen<br />
Bergwerkssiedlung aus zu einer Tour<br />
durch die Wälder und Berge des nördlichen<br />
Ural. 350 Kilometer und der verwunschene<br />
Cholat Sjachl lagen vor der Gruppe, der sieben<br />
Männer und zwei Frauen im Alter von20<br />
bis 38 Jahren angehörten und die vom damals<br />
23-jährigen Funkingenieurstudenten<br />
Igor Djatlow angeführt wurde. Doch die Expedition<br />
endete in einer Katastrophe –alle<br />
neun Skiwanderer kamen am 1. Februar<br />
1959 ums Leben. Sie starben auf dem später<br />
nach dem Anführer der Gruppe benannten<br />
Djatlow-Pass, der hinaufführt zum Cholat<br />
Sjachl, dem „Bergdes Todes“.<br />
Bis heute sind die genauen Todesumstände<br />
und die Ursache der Tragödie ungeklärt.<br />
Dafür finden sich seit sechs Jahrzehnten<br />
alle möglichen Theorien dazu in Büchernund<br />
Filmen. Auch im Internet wirddas<br />
rätselhafte Geschehen bis heute heftig debattiert:<br />
Sind die jungen Leute vor einer Lawine<br />
geflohen oder von Kriminellen gejagt<br />
und ermordet worden? Wurden sie Opfer des<br />
legendären Schneemenschen Yeti oder gar<br />
vonAußerirdischen?<br />
BEI DEN SPEKULATIONEN SPIELEN unter anderem<br />
die Aussagen von Angehörigen eine<br />
Rolle,wonach die Haut der Verstorbenen tief<br />
gebräunt ausgesehen habe und die Haare<br />
komplett grau gewesen seien. Angeheizt<br />
werden die Diskussionen zudem durch seltsame<br />
Himmelserscheinungen über dem Gebiet<br />
des Cholat Sjachl in jener Zeit. Danach<br />
waren an unterschiedlichen Tagen hell<br />
leuchtende Kugeln gesichtet worden, die<br />
sich minutenlang am Himmel bewegten.<br />
Auch eine der Fotografien, die man in den<br />
unversehrten Kameras der Skiwanderer<br />
fand, scheint einen mysteriösen Lichtschein<br />
am ansonsten dunklen Himmel zu zeigen –<br />
es ist das verwackelte allerletzte Bild einer<br />
Reihe ansonsten scharfer und professionell<br />
durchkomponierter Fotos des 23-jährigen<br />
Georgi Kriwonischtschenko, die von unbeschwerten<br />
jungen Leuten in malerisch verschneiter<br />
Landschaft zeugen. Warumist dieses<br />
eine Bild so verunglückt, und was soll es<br />
uns sagen?<br />
Während es die einen als Beleg für die<br />
Ufo-Theorie werten, vermuten andere hinter<br />
den Lichtkugeln neu entwickelte Raketen,<br />
die damals von der sowjetischen Armee<br />
über dem dünn besiedelten Gebiet getestet<br />
wurden. Möglicherweise –soeine These –sei<br />
ein solcher Test misslungen und habe zum<br />
Todder neun Wanderer geführt.<br />
Die jüngste und in ihrer Beweisführung<br />
durchaus schlüssige Version stammt von einem<br />
unbekannten Autor,der sich das Pseudonym<br />
Alexej Rakitin gegeben hat. In seinem<br />
inzwischen auf Deutsch erschienenen Buch<br />
„Die Toten vom Djatlow-Pass“ beruft sich<br />
Rakitin unter anderem auf die Untersuchungsakten<br />
einer Expertenkommission,<br />
auf amerikanische Geheimdienstpapiere<br />
und Erkenntnisse des sowjetischen KGB. Anhand<br />
vieler vonihm präzise geschilderter Indizien<br />
entwirft der Autor ein Szenario, nach<br />
dem die neun Wanderer Opfer einer fehlgeschlagenen<br />
Geheimdienstoperation des<br />
KGBgeworden seien. Istdamit –sowie Rakitin<br />
es im Untertitel seines Buches verspricht<br />
–tatsächlich eines der letzten Geheimnisse<br />
des Kalten Krieges gelöst?<br />
Dasletzte Lächeln: Ljudmila Dubinina, Georgi Kriwonischtschenko, Nikolai Thibeaux-Brignolles und Rustem Slobodin (v.l.).<br />
Von der Tragödie am „Berg des Todes“<br />
hatte im Februar 1959 zunächst niemand etwas<br />
mitbekommen, war die Ankunft der aus<br />
fünf Studenten aus Jekaterinburg, zwei Bauleitern,<br />
einem Ingenieur und einem professionellen<br />
Wanderführer bestehende Gruppe<br />
in der Siedlung Wischai doch erst für den 14.<br />
Februar eingeplant. Als die Djatlow-Gruppe<br />
aber eineWocheüberfällig war,entschlossen<br />
sich die Behörden zu einer Suchexpedition.<br />
Am 26. Februar stieß man auf eine erste Spur<br />
–auf einem Pass zum Cholat Sjachl fand ein<br />
Suchtrupp das Zelt der Gruppe,dessen Plane<br />
an mehreren Stellen voninnen aufgeschlitzt<br />
war.ImInneren lagen Kleidung und Ausrüstungsgegenstände,<br />
auch das Expeditionstagebuch.<br />
Der letzte Eintrag darin stammte<br />
vom 31. Januar, demnach waren alle neun<br />
Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt gesund und<br />
bester Stimmung. Und doch muss sie irgendetwas<br />
aufgeschreckt und aus dem Zelt<br />
gejagt haben. Auf dem Tisch lag noch ein<br />
ausgepacktes StückSpeck, alssei gerade das<br />
Essen vorbereitet worden. Im Schnee vor<br />
dem Zelt steckten die Skier der Wanderer,die<br />
sich offenbar zu Fuß auf den Weggemacht<br />
hatten. Aber wohin?<br />
Weißer Tod<br />
Am 1. Februar 1959 kamen neun Skiwanderer im Ural auf mysteriöse<br />
Weiseums Leben. Nun sind geheime Akten über den Fall aufgetaucht.<br />
Wird das letzte Geheimis des Kalten Krieges endlich gelöst?<br />
FINNLAND<br />
St. Petersburg<br />
Moskau<br />
DOCH DIE ÜBERGABEAKTION am Berg CholatSjachl,<br />
so vermutet es Rakitin, seigescheitert.Möglicherweise<br />
hatten die CIA-Agenten<br />
Verdacht geschöpft. Sie zwangen die russischenSkiwanderer<br />
zunächst mit vorgehaltener<br />
Waffe dazu, inSchlafkleidung in die eiskalte<br />
Nachtdavonzulaufen –die Temperaturenbetrugen<br />
um minus30Grad.Weil dieAngreifer<br />
sichergehen wollten, dass keiner der<br />
jungen Leute überlebt, seien sie ihnen nach<br />
einiger Zeit gefolgt und hätten die durch die<br />
Kälte geschwächten Wanderer bis zur Bewusstlosigkeit<br />
zusammengeschlagen und<br />
sogar gefoltert–die schrecklichenVerletzungen<br />
der beiden zuletzt gefundenen Opfer<br />
weisen darauf hin.<br />
Ist damit das Rätsel um die Toten vom<br />
Djatlow-Pass geklärt? DieStaatsanwaltschaft<br />
der Ural-Region Swerdlowsk hat im vergangenen<br />
Jahr überraschend neue Ermittlungen<br />
in dem ungelösten Fall angekündigt. Allerdings<br />
würden nur natürliche Szenarien wie<br />
eine Lawine oder ein Wirbelsturm als Ursache<br />
der Tragödie geprüft, heißt es. Für viele<br />
Beobachter steht damit fest, dass dieBehörden<br />
die wahren Hintergründe der rätselhaftenVorgänge<br />
am Cholat Sjachl weiter vertuschenwollen.<br />
Djatlow-<br />
Pass<br />
Cholat Sjachl<br />
1097 m<br />
VonAndreas Förster<br />
Arktischer Ozean<br />
Djatlow-Pass<br />
RUSSLAND<br />
Ural<br />
Jekaterinburg<br />
KASACHSTAN<br />
BERLINER ZEITUNG/ISABELLA GALANTY<br />
Eine erste Antwort auf die Frage ergab<br />
sich am 27. Februar. Etwa anderthalb Kilometer<br />
vom Zelt entfernt, unter einer Zeder<br />
am Steilufer eines Baches, wurden zwei Leichen<br />
gefunden. Wenige Stunden später entdeckte<br />
ein SuchtruppamBerghang zwei weitere<br />
Tote – es waren der Expeditionsleiter<br />
DYATLOVPASS.COM<br />
Igor Djatlowund eine der beiden Frauen, die<br />
22-jährige Sinaida Kolmogorowa. Die Leichen<br />
wiesen Abschürfungen und Blutergüsseauf,<br />
keine trug Schuhe,zweiwaren nur<br />
mit Unterhosen bekleidet. Erst eine Woche<br />
später, am 5. März, wurde unter einer 15<br />
Zentimeter dicken Schneeschicht das fünfte<br />
Opfer gefunden, der 23-jährige Rustem Slobodin.<br />
Seine Leiche wies starke Kopfverletzungen<br />
auf –offenbar war der Mann mehrmals<br />
geschlagen worden, bevor er das Bewusstsein<br />
verlor und erfror.<br />
Anfang Mai schließlich gruben die Suchtrupps<br />
die restlichen vier Leichen aus dem<br />
Schnee aus.Sie fanden sie in einer Schlucht,<br />
keine 100 Meter von der Zeder entfernt, wo<br />
die ersten beiden Toten gefunden worden<br />
waren. Die drei Männer und eine Frau wiesen<br />
die rätselhaftesten Verletzungen auf: Der<br />
20-jährigen Ljudmila Dubinina, die man in<br />
knieender Position fand,waren mehrereRippen<br />
gebrochen sowie das Gesicht zerschlagen<br />
worden; auch fehlten ihr die Augäpfel<br />
und die Zunge. Ähnliche Verletzungen –bis<br />
auf die entfernte Zunge –wies auch der 38-<br />
jährige Semjon Solotarew auf, der von den<br />
Studenten hinzugezogene Wanderfüher, ein<br />
ortskundiger Profi, der die Tour zuvor etliche<br />
Male unversehrt absolviert hatte. Die anderen<br />
beiden Toten hatten hatten schwere<br />
Schädelverletzungen durch einen stumpfen<br />
Gegenstand erlitten.<br />
Mindestens ebenso mysteriös war, dass<br />
einige der am Djatlow-Pass sichergestellten<br />
Kleidungsstücke radioaktiv verseucht waren.<br />
Sie gehörten Georgi Kriwonischtschenko,<br />
dem Mann, der auch das mysteriöse Lichtkugel-Foto<br />
machte, und der als Ingenieur in<br />
der geheimen „Atomstadt“ Tscheljabinsk-40<br />
arbeitete, inder unter anderem waffenfähiges<br />
Plutonium gewonnen wurde. Dieser<br />
Umstand erklärt wohl auch, warum sich der<br />
KGB seinerzeit einschaltete und die Ermittlungen<br />
um die Toten vom Djatlow-Pass<br />
bremste. Auch wurde Kriwonischtschenko<br />
als Einziger aus der Gruppe in einem verlöteten<br />
Zinksarg begraben, und zwar auf einem<br />
zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossenen<br />
Friedhof in Swerdlowsk. Anders als bei den<br />
anderen Toten wurde zudem ein Öffnen des<br />
Sargszum Abschiednehmen durch die Familie<br />
ausdrücklich untersagt. Warum? Welches<br />
Geheimnis sollte das Opfer mit ins Grab nehmen?<br />
BuchautorRakitin vermutet,dass der tote<br />
Ingenieur aus der „Atomstadt“ vom KGB als<br />
Doppelagent geführt wurde. Ersollte demnach<br />
den Amerikanern die vermeintliche<br />
Probe eines U-Boot-Anstrichs auf Basis des<br />
radioaktiven Strontium-90 unterjubeln, den<br />
die Sowjets in Wahrheit gar nicht verwendeten.<br />
Manversprach sich davon, dass der Gegner<br />
Forschungs- und Entwicklungskapazitäten<br />
in eine nutzlose Operation stecken<br />
werde.<br />
Laut Rakitin habe der Ingenieur dazu vor<br />
Beginn der Wanderung vom KGB drei Kleidungsstücke<br />
erhalten, die mit Isotopenspuren<br />
des angeblichen Strontium-Anstrichs<br />
kontaminiert waren. Während der Skiwanderung<br />
durch den Ural sollte dann ein als<br />
Wanderergruppe getarntes CIA-Kommando<br />
„zufällig“ denWegder Djatlow-Gruppekreuzenund<br />
beidiese Gelegenheit die Kleidungsstücke<br />
in Empfang nehmen. Außer dem Ingenieur<br />
waren nur noch zwei weitere Angehörige<br />
der Gruppe als KGB-Agenten in die<br />
Operation eingeweiht: der Wanderführer Solotarew<br />
und der 24-jährige Alexander Kolewatow,<br />
die die Aktion absichern und dokumentieren<br />
sollten.<br />
Andreas Förster hofft darauf, dass die<br />
wahren Hintergründe der Tragödie endlich<br />
aufgeklärtwerden.<br />
LEBEN &STERBEN<br />
Heute: Sabine Kroh, Hebamme<br />
Ein Herz<br />
für Marie<br />
Oft werde ich gefragt, ob ich denn schon<br />
mal was Schlimmes erlebt hätte. Ich<br />
frage dann gern zurück, was denn mit<br />
„Schlimmes“ gemeint ist. Ja, ach so traurige<br />
Sachen, ob schon mal bei einer Geburt ein<br />
Baby gestorben ist oder so? Die Frage zeigt,<br />
mit wie viel Angst die Geburt eines Kindes<br />
besetzt ist. Es ist die natürliche Angst vor einem<br />
Ereignis, das unser gewohntes Leben<br />
völlig auf den Kopf stellt und das wir auch im<br />
21. Jahrhundert nicht bis ins letzte Detail<br />
kontrollieren können.<br />
Ich könnte hier einen Rückblick geben in<br />
die vergangenen 100 Jahre der Geburtshilfe.<br />
Allein aus den Stammbäumen unserer Familien<br />
geht deutlich hervor, dass es noch nicht<br />
so lange her ist, dass der Todeines Kindes<br />
während der Geburtnichts Ungewöhnliches<br />
war. Angst vor einer Geburt ist ein Zeichen<br />
von Respekt, Demut und Menschlichkeit.<br />
Nehmen kann ich diese Angst den Frauen<br />
nicht. Das wäre ungefähr so, als würde eine<br />
Stewardess einem Passagier mit Flugangst<br />
vertrauensvoll die Hand auf die Schulter legen<br />
und die sehr geringe Wahrscheinlichkeit<br />
eines Absturzesder Maschine referieren. Tuscheln<br />
die Flugbegleiter dann hinter vorgehaltener<br />
Hand, dass die Dame, die auf Sitz<br />
21C sitzt, Flugangst hat?<br />
Wir reden im Hebammenzimmer nicht<br />
darüber, obFrau Müller im Kreißsaal Nummer<br />
3Angst hat. Die Statistik der Sterbefälle<br />
von Babys bei einer Geburt inDeutschland<br />
oder der Hinweis auf die rapide Senkung der<br />
Mütter- und Säuglingssterblichkeit beruhigen<br />
genauso wenig wie der auf die Absturzwahrscheinlichkeit<br />
eines Flugzeugs. Frauen<br />
werden danach nicht hochmotiviert am<br />
Kreißsaal klingeln und mit einem fröhlichen<br />
Lächeln die Geburtmeistern.<br />
In all diesen Jahren hat mich die Geschichte<br />
der kleinen Marie sehr berührt. Sie<br />
wurde mit einem schweren Herzfehler geboren.<br />
DieElternwussten davon schon vorder<br />
Geburt und haben sich ganz bewusst trotzdem<br />
für dieses Baby entschieden. Die Prognose<br />
für dieses Kind des 21. Jahrhunderts<br />
war zuversichtlich.<br />
Als Marie dann endlich operiert wurde,<br />
war schnell klar,dass sie auf ein Spenderherz<br />
angewiesen sein würde. Die Organspende-<br />
Bereitschaft in unserer Gesellschaft ist allerdings<br />
sehr gering, auch weil das Thema gedanklich<br />
mit Geschichten vonGeld und Korruption<br />
verbunden wird. Immer wieder kursieren<br />
Fälle von Betrug im Zusammenhang<br />
mit der Organspende in den Medien. Das<br />
neue Gesetz des Gesundheitsministeriums<br />
bringt Menschen zumindest dazu, sich mit<br />
dem Thema auseinanderzusetzen. Eine groß<br />
angelegte Plakataktion auf den Straßen Berlins<br />
zum Thema Organspende-Ausweis,<br />
sticht nun jedem ins Auge.<br />
Da Marie auch noch eine sehr seltene<br />
Blutgruppe hatte, brauchte sie nicht nur die<br />
beste medizinische Versorgung, sondern<br />
einfach eine große Portion Glück. Wirwarteten<br />
jeden Tagauf ein Spenderherz und fühlten<br />
uns sehr grausam dabei –denn klar war,<br />
dass ein anderes Baby würde sterben müssen,<br />
damit Mariegeholfen wurde.<br />
Nach der Operation begann ich, Marie<br />
und ihre Eltern inder Klinik zu besuchen.<br />
Wir wurden Freunde. Ich sah Marie lachen<br />
und wachsen. Wir spielten und alberten mit<br />
ihr herum. Manchmal saßen wir einfach nur<br />
still an ihrem Bett. An ihrem ersten Geburtstag<br />
trugen wir bunte Mützen, und Luftschlangen<br />
rankten sich um ihr Bett.<br />
Marie starb nur wenige Tage danach. Sie<br />
hatte keine Kraft mehr, zuwarten. Eine Woche<br />
später wuschen wir sie, zogen ihr ein<br />
schönes Kleid an, kämmten ihre Haare und<br />
machten Zöpfe. Wir verabschiedeten uns<br />
vonMarie.<br />
Danach betranken wir uns gemeinsam in<br />
einer <strong>Berliner</strong> Eckkneipe. Wir redeten nicht<br />
über unsereGefühle,die das Jahr unddieser<br />
kleine Sarg in uns ausgelöst hatten. Mein<br />
Hebammen-Beruf hatte sowieso schon<br />
lange nichts mehr mit alldem zu tun. Hier<br />
war ich einfach nur Freundin und Beistand.<br />
Heute hat Marie drei Geschwister, das<br />
Bild ihrer großen Schwester steht auf dem<br />
Fensterbrett.<br />
So eine schlimme Geschichte, nein, die<br />
erzählt man nicht einfach so.<br />
Nächste Woche schreibt an dieser Stelle der Bestatter<br />
Eric Wrede.
8 1./2. FEBRUAR 2020<br />
FAMILIEN<br />
VonPeter Urban-Halle<br />
OLD SCHOOL<br />
VonChristoph Dallach<br />
Die Strafe Gottes<br />
Kurz vor Weihnachten geht Matthies, der<br />
mal den Hof übernehmen soll, Schlittschuh<br />
fahren. Als ihr Kaninchen der Festbraten<br />
werden soll, betet die zehnjährige<br />
JaszuGott, er möge doch lieber den älteren<br />
Bruder nehmen. Gott erhört sie, Matthies<br />
bricht ein und ertrinkt. Unddas Kaninchen<br />
ist gerettet, Heiligabend fällt aus. Eine frohe<br />
Botschaft enthält der Roman der jungen<br />
Holländerin Rijneveld (geboren 1991) also<br />
ganz und gar nicht. Aber er ist stark. Kompromisslos<br />
und unerbittlich schildert er<br />
ein Leben auf dem Lande, woden Menschen<br />
nichts geschenkt wird, wo diese sich<br />
aber auch selber nichts schenken. Jas und<br />
ihre beiden andern Geschwister befinden<br />
sich zwischen Kindheit und Erwachsensein,<br />
eine Phase, die sie nicht bewältigen<br />
können, weil auch die Eltern aneine Art<br />
Strafe Gottes glauben. Die Familie gehört<br />
der orthodox-calvinistischen Kirche an,<br />
deren Einfluss bis in den Alltag reicht –ein<br />
Merkmal fundamental gelebter monotheistischer<br />
Religionen. Damit zielt Marieke<br />
Lucas Rijnevelds Roman aber auch<br />
auf heutige moralistische Bewegungen, die<br />
uns überall ins Gewissen reden, weil sie<br />
überzeugt sind, die Wahrheit<br />
auf ihrer Seite zu haben.<br />
Unerwünschte Hilfe<br />
MariekeLucas Rijneveld:<br />
Wasman sät<br />
Roman.<br />
Ausdem Niederländischen<br />
vonHelgavan Beuningen.<br />
Suhrkamp, Berlin 2019.<br />
317 S.,22Euro.<br />
Sie ist gut katholisch, die wohlhabende Familie<br />
aus Bordeaux, lässt sich aber von<br />
Gott in nichts hineinreden. Die französische<br />
Bourgeoisie hat ihr eigenes Glaubensbekenntnis.<br />
Ihre bourgeoise Ausrichtung<br />
prägt nicht nur den Alltag, sonderndas Leben<br />
bis ins Alter.Umsoschlimmer,wenn ein<br />
Familienmitglied, Romain, das älteste von<br />
vier Kindern, zum obdachlosen Alkoholiker<br />
wird. Aus der Sicht von Vater, Mutter und<br />
den drei Geschwistern hören wir von einer<br />
Tragödie. Aber die Schweizerin Pascale<br />
Kramer (Jahrgang 1961) schildert nicht,<br />
sondern beschreibt, sie will erkennen,<br />
nicht gestalten, sie ist analytisch, nicht<br />
sinnlich. Kein Dialog lässt uns einmal<br />
durchatmen, ihre Sätze haben eine erstickende<br />
Informationsfülle; die Übersetzerin<br />
war nicht zu beneiden. Schade,denn ihr Ansatzpunkt<br />
ist interessant. Was Rijnevelds<br />
Bauernfamilie nämlich zu wenig hat, hat<br />
Kramers Bürgerfamilie zu viel: Die sture<br />
Liebe der Eltern und Geschwister überfordertRomain.<br />
Denn ist es nicht eine Liebe aus<br />
verletzter Eitelkeit? Ausgerechnet zur Geburt<br />
eines Enkelkinds erleidet Romain den x-ten<br />
Rückfall, er schmeißt seinen Jobund betrinkt<br />
sich. Doch die Mutter gibt<br />
den Glauben an den Sohn<br />
nicht auf. Aber unerwünschte<br />
Hilfe kann auch<br />
ein Übergriff sein.<br />
Pascale Kramer:<br />
Eine Familie<br />
Ausdem Französischenvon<br />
Andrea Spingler. Rotpunktverlag,<br />
Zürich 2019. 190 S.,22Euro.<br />
Die Idylle trügt: Der Krieg dringt auch ins abgelegenste Talund in die Seelen vor.<br />
Wurzel allen Übels<br />
Monika Helfer erzählt in ihrem Roman „Die Bagage“ von ihrer Familie<br />
Monika Helfer beginnt ihr Buch<br />
mit einem Bild, das sie langsam<br />
aufbaut wie eine Anleitung,<br />
es zu malen. Eine Frau<br />
hängt hintermHaus nahe einem hohen Berg<br />
Wäsche für eine Familie auf. Doch: „Die<br />
Wirklichkeit weht hinein in das Bild, kalt und<br />
ohne Erbarmen, sogar die Seife wirdknapp.“<br />
Monika Helfer, österreichische Schriftstellerin,<br />
Autorin zahlreicher Romane, Erzählbände<br />
und Kinderbücher, begibt sich in ihrem<br />
neuen Buch an den Anfang des zwanzigsten<br />
Jahrhunderts.<br />
Der Roman „Die Bagage“ nimmt die außergewöhnliche<br />
Schönheit einer Frau zum<br />
Ausgangspunkt. In einer Stadt wäre sie vielleicht<br />
kaum aufgefallen; „im hintersten Tal<br />
war es nicht günstig für eine Frau, schön zu<br />
sein“. Die Geschichte ist so wahr, wie sie erfunden<br />
ist. Monika Helfer schreibt als Ich,<br />
doch erzählt sie von der Zeit lange vor ihrer<br />
Geburt 1947 in Au im Bregenzerwald. Maria<br />
und Josef Moosbrugger sind ihreGroßeltern.<br />
Wenn es den Ersten Weltkrieg nicht gegeben<br />
hätte,wären sie vielleicht eine glückliche Familie<br />
geblieben.<br />
Als Josef zusammen mit drei anderen jungen<br />
Männern aus dem Dorf abgeordnet<br />
wurde, inden Krieg zu ziehen, hatte er seinem<br />
Freund und Geschäftspartner, dem<br />
Bürgermeister, aufgetragen, ein Auge auf<br />
seine Frau zu haben. Als Josef als einziger<br />
von den vier Männern aus dem Krieg zurückkam,<br />
wollte er nicht glauben, dass er das<br />
Kind, das seine Frau unter der Brust trug, in<br />
seinem Fronturlaub gezeugt hatte. Ein Gerücht,<br />
das ihm auf dem Heimweg entgegenwehte,<br />
nahm er für wahr. Erhat nie den Namen<br />
des Mädchens, das er nicht für sein<br />
Kind hielt, in den Mund genommen. Er hat<br />
es nicht mal angeschaut.<br />
Monika Helfer erzählt einerseits chronologisch,<br />
dazwischen aber mit großen Zeitsprüngen.<br />
„Josef liebte seine Frau. Er selber<br />
hat diesesWort nie gesagt. Es gab diesesWort<br />
VonCornelia Geißler<br />
Monika Helfer:Die Bagage<br />
Roman. Hanser,München 2020.<br />
160 S.,19Euro.<br />
in der Mundart nicht.“ So bizarr es einem<br />
auch vorkommen mag, an so etwas wie Vorsehung<br />
zu glauben, zumal ja schon die biblischen<br />
Namen des Elternpaars übertrieben<br />
wirken, so folgerichtig erscheint die Zerstörung<br />
der Familie.Wenn später die Schwester<br />
der Mutter berichtet, der Teufel habe dem<br />
Bürgermeister bestimmte Worte eingegeben,<br />
dann fügt sich das zu dem Gedanken,<br />
dass die unverschämte Schönheit Marias auf<br />
einem Fluch beruhe. Esist die Erzählweise<br />
vonMonika Helfer,die Vertrauen schafft.<br />
Zunächst lässt sich die Autorin ganz auf<br />
das patriarchale Leben ein, bei dem die Frau<br />
vom Mann abhängig ist und ohne den Ernährer<br />
hilflos. Alles Aufbegehren nützt<br />
nichts, wenn die Verhältnisse keinen Spielraum<br />
zum Handeln lassen.<br />
Helfer orientiert sich an dem, was ihre<br />
Tante ihr erzählte, mehr Quellen hat sie<br />
IMAGO<br />
nicht. Denn erst sehr spät interessierte sie<br />
sich für die Wurzel der Probleme ihrer Familie.<br />
Für die Anschauung nutzt sie Gemälde<br />
von Pieter Bruegel dem Älteren; seine Bauernbilder<br />
im Kunsthistorischen Museum<br />
Wien und das Bild über die Sprichwörter in<br />
der <strong>Berliner</strong> Gemäldegalerie. Da schließt<br />
sich der Kreis zum Anfang: Die Autorin<br />
möchte sich ein Bild machen.<br />
Schreibend versucht sie, Struktur in die<br />
Zeit zu bringen, Ursache und Folge zu sortieren:<br />
„Die Erinnerung muss als heilloses<br />
Durcheinander gesehen werden. Erst wenn<br />
man ein Drama draus macht, herrscht Ordnung.“<br />
Die Ordnung beginnt also bei dem<br />
vonJosef ungewollten Kind und führtdie Erzählerin<br />
bis zu den eigenen Kindern. Ihre<br />
Tochter Paula ist schon gestorben, „sie war<br />
die Lebhafteste unter uns allen, gleich lebhaft<br />
wie meine Großmutter“ –also wie Maria.<br />
An der Stelle,daHelfer vonihrer Tochter<br />
schreibt (Paula Köhlmeier starb 21-jährig bei<br />
einem Wanderunfall), sie in Beziehung zur<br />
Großmutter setzt und zur früh verstorbenen<br />
Mutter, schnürt sie das erzählerische Zentrum<br />
ihres Romans zusammen. Das erweist<br />
sich als bestechende formale Idee.<br />
EinDrittel des Buches ist um, der Leser ist<br />
in dessen örtliche, zeitliche und personale<br />
Verhältnisse eingeführt, nun breitet Helfer<br />
die ganze Geschichte aus. Nun ist es auch<br />
nicht mehr irritierend, wenn sie in den Zeiten<br />
springt. Anfang und Ende sind klar, jetzt<br />
können die einzelnen Stränge mal nebeneinanderliegen,<br />
mal sich kreuzen.<br />
Ob die Mutter der Erzählerin nun wirklich<br />
nicht Josefs Tochter war,ist nicht mehr wichtig.Wichtig<br />
ist, wie der Krieg ins abgelegenste<br />
Tal und in die Seelen vordrang. Josef war<br />
zwar körperlich unversehrt ins Dorf zurückgekommen,<br />
verändertwar er aber doch. Die<br />
Tante erzählt der Nichte,dass er kälter wirkte<br />
als zuvor. Das bringt das ganze Drama der<br />
zerstörten Familienidylle auf den Punkt: Sie<br />
habe „den Papa im Krieg verloren“.<br />
Landlust<br />
DasEinzige,worauf man sich bei BobDylan<br />
stets verlassen konnte, war seine Unberechenbarkeit.<br />
Als, zum Ende der 60er-Jahre<br />
hin, der Rock’n’Roll psychedelisch kunterbunt<br />
wurde und eine Generation beschloss,<br />
ihr Bewusstsein zu erweitern, machte sich<br />
HisBobness auf den Wegindie erzkonservative<br />
Country-Metropole Nashville. Dort arbeitete<br />
er an neuen Songs, für Alben wie<br />
„John Wesley Harding“ und „Nashville Skyline“.Wasletztlich<br />
gar nicht so überraschend<br />
war, weil Dylan bereits in jungen Jahren ein<br />
Herz für Countrygehabt hatte und nach seiner<br />
turbulenten „elektrischen“ Tour und<br />
dem mythenumrankten Motorradunfall seinen<br />
Platz im Musikuniversum frisch ausleuchten<br />
wollte. InJohnny Cash fand Dylan<br />
eine verwandte Seele; beide verband die<br />
Freude an Aufruhr und die Liebe für Tradition.<br />
Das Zusammentreffen der zwei<br />
Titanen, 1969 im Columbia Studio AinNashville,<br />
bietet seit einer Ewigkeit Stoff für Märchen<br />
und Legenden.Wasdie beiden dorteinspielten<br />
–eigene Songs und Traditionals –<br />
wurde nun für ein fabelhaftes Setaufpoliert,<br />
das wahlweise auf drei CDs oder drei Vinylplatten<br />
zu haben ist: 47 unveröffentlichte<br />
Songs, Überbleibsel der Sessions für Bob<br />
Dylans eigene Werke sowie die Songs mit<br />
dem „Man in<br />
Black“. Das beigefügte<br />
Booklet<br />
macht das Vergnügen<br />
perfekt.<br />
Meterweise Groove<br />
BobDylan:<br />
Travelin’ Thru<br />
SonyMusic<br />
Mehr als 500 Mal wurden The Meters gesamplet;<br />
Nachgewachsene Fans wie Run<br />
DMC, N.W.A., JDilla, ATribe Called Quest,<br />
2Pac, Public Enemy und selbstverständlich<br />
die Beastie Boys bauten Meters-Grooves in<br />
ihreHipHop-Tracks ein. DieSongs der Funk-<br />
Großmeister aus New Orleans liefen in<br />
Hollywood-Hits („Jackie Brown“), TV-Serien<br />
(„TheWire“) undVideospielen („Grand Theft<br />
Auto IV“). Dass diese Asse dennoch nie von<br />
einem ganz großen Publikum wahrgenommen<br />
wurden bleibt rätselhaft. Mitte der 60er-<br />
Jahre legten The Meters unter der Regie des<br />
Keyboarders und Sängers ArtNeville los und<br />
verzahnten Funk, Soul, Jazz und R&B zu<br />
einem elektrisierenden Sound. Im Studio<br />
halfen sie Kollegen wie Allen Toussaint und<br />
Dr. John auf die Sprünge, musizierten mit<br />
Paul McCartney und gingen mit den Rolling<br />
Stones auf Konzertreise.Art Neville,der später<br />
die Neville Brothers gründete, starb im<br />
Sommer letzten Jahres. Als Erinnerung an<br />
diese Virtuosen wurden nun die acht Studioalben<br />
sowie allerhand Singles, die sie zwischen<br />
1968 und 1977 einspielten, für ein Set<br />
mit sechs CDs renoviert. Wobei insbesondere<br />
ihre ersten zwei instrumentalen Alben<br />
eine echte Entdeckung sind. Der Klang ist<br />
durchweg wunderbar,das Büchlein dazu angemessen<br />
informativ.<br />
Ein Kästchen,<br />
das als Weltkulturerbe<br />
durchgeht.<br />
TheMeters:<br />
Gettin’ Funkier All The<br />
Time (6-CD-Set)<br />
Cherry Red/Rough Trade<br />
OL
1./2. FEBRUAR 2020 9<br />
Die 1955 in Berlin geborene Ruth<br />
Reinecke gehört seit 1979 zum<br />
Ensemble des Maxim-Gorki-<br />
Theaters. Andiesem Sonnabend<br />
spielt sie in ihrer letzten PremieredortHamlets<br />
Geist in Christian Weises Inszenierung<br />
des Shakespeare-Stücks.Ein paar Tage zuvor<br />
kam Ruth Reinecke in die Redaktion der <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Zeitung</strong>. Sienahm Platz auf einer Couch<br />
und sah hinaus ins Freie. Wir hatten sprechen<br />
wollen über vierzig JahreTheater an einer<br />
Bühne in zwei deutschen Staaten. Herausgekommen<br />
ist etwas ganz anderes.<br />
Sitzen Siegut so?<br />
Es ist sehr schön, hinausschauen zu können.<br />
Ich war heute wieder ein paar Stunden<br />
in einem dunklen Probenraum. DerGeist hat<br />
ja nicht so viele Auftritte.Man steht dann im<br />
Dunkeln und wartet. Je älter ich werde, desto<br />
mehr, merke ich, muss ich ans Licht. Womöglich<br />
habe ich, wenn man mein ganzes<br />
Theaterleben zusammenzählt, ein paar<br />
JahreimDunkeln verbracht.<br />
Man wird Schauspieler, umimRampenlicht<br />
zu stehen und verbringt dann sein Leben im<br />
Dunkeln?<br />
Man wird nicht Schauspieler, um im<br />
Rampenlicht zu stehen. Man schauspielert<br />
allerdings auch nicht für sich im Wohnzimmer,man<br />
macht das für eine Öffentlichkeit.<br />
Jetzt sind Siedabei, sich vonIhrem Publikum,<br />
Ihrer Öffentlichkeit zu verabschieden.<br />
Es ist ein großes Privileg, so in der Öffentlichkeit<br />
stehen zu dürfen. Ich war vor dem<br />
Gorkischon drei JahreinSchwerin gewesen.<br />
Mehr als 44 Jahre auf der Bühne! Ohne Unterbrechung.<br />
Ich habe sehr viel Glück gehabt.<br />
Als Sie nach Schwerin kamen, war das die<br />
große Zeit vonChristoph Schroth.<br />
Dort habe ich gelernt. Es war ein Dreispartenhaus.Wenn<br />
ich es betrat, spielten die<br />
Orchestermusiker sich ein, Sängerinnen und<br />
Sänger gurgelten ihre Tonleitern –sowurde<br />
ich empfangen. Ich liebte das. Die Schweriner<br />
mochten ihr Theater nicht. Unser Ehrgeiz<br />
war, sie zu knacken. Wir spielten nicht<br />
für eine vorhandene Öffentlichkeit. Wir eroberten<br />
uns eine. Das interessierte uns.<br />
Schauspielerin des Jahres zu werden, interessierte<br />
uns nicht.<br />
Interessierte es irgendjemanden in der DDR?<br />
DieDDR war ein Land, in dem Individualität<br />
verpönt, um nicht zu sagen verboten,<br />
war. Man floh in die Nischen der Privatheit.<br />
DieSonne kommt! Istdas nicht wunderbar?<br />
Es gab aber doch auch immer wieder Schauspieler<br />
und Schauspielerinnen, die sehr betont<br />
eigene Persönlichkeiten waren.<br />
Nun, es gibt unzählige Schauspieler, die<br />
sehr eigene Persönlichkeiten sind. Wer<br />
wirklich bekannt wirdoder Karrieremacht,<br />
das hängt von vielem anderen ab. Ein<br />
Schauspieler ist nicht unbedingt eine Person,<br />
die pausenlos in der Öffentlichkeit<br />
stehen will. Aber alle seine Personen und<br />
Figuren zeigen sich in der Öffentlichkeit.<br />
Und jede dieser Personen ist man selbst.<br />
Das ist unser Beruf. Wir spielen nicht nur<br />
Rollen, wir entwickeln uns mit ihnen. Wir<br />
spielen mit unserem Körper, unserem Gehirn,<br />
mit unseren Emotionen. Dasgeht immer<br />
zusammen.<br />
Sietun das vorunseren Augen.<br />
Der Zuschauer sieht auf uns und erlebt:<br />
Diekönnen im Spiel jemand anders sein und<br />
doch sie selbst bleiben. Wenn Schauspieler<br />
das können, kann er,der Zuschauer,das vielleicht<br />
auch? Dasist doch eine wichtige Erfahrung,<br />
ob man es sich bewusst macht oder<br />
nicht. Es gibt also eine Möglichkeit der<br />
Transformation im eigenen Leben.<br />
Als Geist zu<br />
verschwinden, ist doch<br />
nicht schlecht<br />
Seit 40 Jahren ist Ruth Reinecke Ensemblemitglied am<br />
Maxim-Gorki-Theater.Nun spielt sie dort zum letzten Mal:<br />
in einer Inszenierung von Shakespeares „Hamlet“<br />
„Je älter ich werde, desto mehr,merke ich, muss ich ans Licht“: Ruth Reineckebeim Redaktionsbesuch.<br />
Wovorman Angst hat?<br />
Wovon man träumt und albträumt und<br />
vieles andere. Die Leute sind zum Beispiel<br />
beeindruckt vonMarlene Kupfer.<br />
DerEhefrau und Mutter der Stasi-Mitarbeiter<br />
Hans und Falk Kupfer in der ARD-Fernsehserie<br />
„Weissensee“.<br />
Sie denken nicht: Toll, wie die Reinecke<br />
die Rolle spielt. Aber sie entdecken vielleicht<br />
die Züge ihrer Schwiegermutter oder denken<br />
womöglich: So sehr unterscheidet meine<br />
Ehe sich nicht vonder der Kupfers.Esist anregend<br />
für das eigene Leben. Der Betrachter<br />
bringt seine Lebenserfahrungen und Empfindungen<br />
ja mit.<br />
Undwird die Empfindungen auf diese Weise<br />
los?<br />
Vielleicht. Es sehen Millionen seit Jahrzehnten<br />
die Lindenstraße. Sie überprüfen<br />
ihre Empfindungen in gespielten Situationen,<br />
die ihren eigenen zum Verwechseln<br />
ähnlich sehen. Bei einer Hamburger Faust-<br />
Inszenierung vor vielen Jahren sollen Zuschauer<br />
nach der Gretchenszene gerufen haben:<br />
„Heiraten! Heiraten!“<br />
Interview: Arno Widmann<br />
So reagiertdie Öffentlichkeit.<br />
In der Ausbildung brüllte mich eine<br />
Schauspiellehrerin einmal an: „Die Schauspielerei<br />
ist ein öffentlicher Beruf! Begreife<br />
das endlich: ein öffentlicher Beruf!“<br />
Wasmeinte sie?<br />
Im Theater gehen Spieler und Publikum<br />
ein Verhältnis ein und das wird öffentlich<br />
und gemeinsam erlebt. Spielen findet nicht<br />
im Kopf statt.<br />
Alles muss an die Öffentlichkeit?<br />
An welche?Wasist die Öffentlichkeit eines<br />
Influencers in den digitalen Medien und was<br />
ist die Öffentlichkeit eines Schauspielers?<br />
Ein Influencer spielt nicht, er stellt sein<br />
Selbst aus. Indieser von ihm begehrten Öffentlichkeit<br />
glaubt er sich am besten verwirklichen<br />
zu können. EinSchauspieler zieht sich<br />
ein Kostüm an, geht, bevor er vor das Publikum<br />
tritt, noch einmal auf die Toilette und<br />
spielt dann mit allen anderen mit größter<br />
Konzentration zwei Stunden lang sein Spiel.<br />
Der Influencer tritt nicht vor ein Publikum,<br />
sondern vordie Kamera.<br />
MARKUS WÄCHTER/BERLINER ZEITUNG<br />
Er zielt auf ein unendlich viel größeres Publikum<br />
als der Schauspieler. Inzwischen soll<br />
es Sender geben, die berühmte Influencer in<br />
ihre Serien einbauen, um die Einschaltquoten<br />
zu erhöhen. Sie sind keine Schauspieler,<br />
aber sie haben die Öffentlichkeit. Davonwill<br />
man profitieren. Früher war das Theater der<br />
Ort, an dem sich Öffentlichkeit bildete.<br />
Heute stehen Theater eher am Rand der vielfältigen<br />
Möglichkeiten vonÖffentlichkeit.<br />
Gleichzeitig aber wird unsere Öffentlichkeit<br />
immer stärker theatralisiert. Die Bundeskanzlerin<br />
hat sich eine Geste als Markenzeichen<br />
zugelegt: die Raute.<br />
Politiker werden von den Medien verfolgt<br />
und suchen sie.Immer ist eine Kameraauf sie<br />
gerichtet. Also verhalten sie sich entsprechend.<br />
Wenn sie das nicht tun, freut sich die<br />
„heute-show“. Undwir auch. Dasist manchmal<br />
ganz gut für sie. Aber sie leben davon,<br />
ernst genommen zu werden. Also müssen sie<br />
sich auf ihreAuftritte vorbereiten. Sietrainieren<br />
das in Begriffen, Sätzen, Gesten. Das ist<br />
ein Problem. Denn wir wollen ihnen ja glauben<br />
können und nicht ihrer schauspielerischen<br />
Leistung auf den Leim gehen.<br />
Jeder Manager lässt sich heute für seine Auftritte<br />
coachen. EinBlitzkurs in Sachen Schauspielerei.<br />
Warum fühlen sie sich nicht aus sich<br />
selbst heraus in der Lage, diese kleinen<br />
Schritte an die Öffentlichkeit, die zu ihren<br />
Aufgaben gehören, zu bewältigen? Man<br />
coacht inzwischen ja auch Mitarbeiter, damit<br />
sie lernen, besser miteinander auszukommen,<br />
besser aufzutreten, lernen, ihreInteressen<br />
besser zu vertreten. Wasist das für<br />
eine Entwicklung, da ist doch etwas verloren<br />
gegangen. Oder gibt es keine Direktheit<br />
mehr im Umgang miteinander?<br />
Wasmeinen Sie?<br />
Wir leben in einer Gesellschaft der Einzelnen,<br />
die ganz individuell wahrgenommen<br />
werden wollen. Viele Menschen gehen<br />
davon aus, dass niemand das Recht<br />
hat, über sie hinwegzusehen. Sie wollen,<br />
dass man sich ihnen ganz individuell zuwendet.<br />
Öffentlichkeit ist nicht mehr etwas<br />
Gemeinsames da draußen, sondern jeder<br />
von uns fühlt sich heute als Teil von ihr.<br />
Wird er nicht wahrgenommen, fühlt er sich<br />
benachteiligt.<br />
Auch am Theater?<br />
Die Menge der Mitarbeiter von Management<br />
und Kommunikation im kleinen<br />
Gorki-Theater hat sich in den letzten Jahren<br />
vervielfältigt. Sie alle müssen miteinander<br />
kommunizieren, innerhalb des Hauses und<br />
natürlich hinein die Öffentlichkeit. Ich<br />
staunte nicht schlecht, als ich zum Beispiel<br />
feststellte, dass wir neun Dramaturgen, vier<br />
Gastdramaturgen plus Assistenten haben.<br />
Wiekommuniziertman? Kommt da wirklich<br />
eine transparente, für die gemeinsame Arbeit<br />
wirksame Kommunikation zustande?<br />
Und was kommt bei den Mitarbeitern und<br />
dem Ensemble an? Werden sie in ihren Belangen<br />
wirklich wahrgenommen?<br />
Werden sie?<br />
Ich höre oft den Satz: „Das war ein Kommunikationsproblem.“<br />
Dann wächst das ungute<br />
Gefühl, die Entscheidungen laufen eh<br />
ohne dich, du bist nicht beteiligt. Dann<br />
macht man halt „sein Ding“. Und sein Ding<br />
machen heißt doch, der Rest interessiert<br />
mich null. Das ist die Botschaft. Und genau<br />
das erschreckt mich. Das ist für mich symptomatisch<br />
für diese strauchelnde, zaudernde<br />
Gesellschaft. In der verzweifelten Suche<br />
nach einem Halt landet man bei sich<br />
selbst. Das andere, das Gegenüber, die Öffentlichkeit<br />
blendet man weg.<br />
Geht das Theater dagegen an oder ist es auch<br />
Ausdruck davon?<br />
Beides. Auch wenn man gegen seine Zeit<br />
angeht, man entkommt ihr nicht.<br />
1989 sah das anders aus.<br />
Damals gab es in der DDR die Kirchen<br />
und die Theater, die Öffentlichkeit schufen.<br />
<strong>Zeitung</strong>sredaktionen taten das nicht.<br />
Ihre letzte Premiere wird der Hamlet sein.<br />
Hamlets Geist werden Sie spielen. Warum<br />
nicht den Hamlet?<br />
Man hat mich nicht gefragt und ich wäre<br />
auch selbst nicht auf die Idee gekommen.<br />
Es gibt in der ganzen Republik wahrscheinlich<br />
keine Schauspielerin Ihres Bekanntheitsgrades,<br />
die seit 1979 an derselben<br />
Bühne ist. Statt ihr einen prächtigen Abgang<br />
zu verschaffen mit dem Hamlet, der<br />
immer wieder von großen Schauspielerinnen<br />
gespielt wurde, verschwinden Sie mit<br />
dem winzigen Text von Hamlets Geist aus<br />
Ihrem Theater.<br />
Als Geist zu verschwinden. ist doch nicht<br />
so schlecht und kommt der Realität von<br />
Theaterschauspielern recht nahe. Man ist<br />
dann einfach weg.<br />
RÜCKBLICK VON ARNO WIDMANN<br />
Hatschepsut, Vietnam<br />
und Black Maria<br />
1. Februar 1477 v. Chr.<br />
Hatschepsut: Am 29. Peret II. des ägyptischen<br />
Kalenders wirdHatschepsut neben ihremStiefsohn<br />
und Neffen Thutmosis III., für<br />
den sie schon zwei Jahredie Regentschaft geführt<br />
hat, zur Pharaonin des Neuen Reiches<br />
im Alten Ägypten gekrönt. Sie ist nicht die<br />
erste Pharaonin. Die letzte wird Kleopatra<br />
VII., die Frau Cäsars und Mark Antons, sein.<br />
Die berühmteste Aktion ihrer 21-jährigen<br />
Herrschaft ist eine Expedition ins südlich<br />
vonÄgypten gelegene Goldland Punt. IhrTotentempel<br />
in Theben gehört heute zu den<br />
größten Tourismusmagneten Ägyptens.<br />
Hatschepsut, vor knapp 3500 Jahren<br />
gekrönt.<br />
IMAGO STOCK&PEOPLE<br />
1. Februar 1893<br />
Black Maria: Auf dem Firmengelände der<br />
Edison Manufacturing Company in West<br />
Orange im US-Bundesstaat New Jersey wird<br />
das erste kommerzielle Filmstudio fertiggestellt.<br />
Das winzige Kinetographic Theater<br />
steht auf Rollen, denn sein Dach, das man<br />
öffnen und schließen kann, folgt der Sonne.<br />
Der Bau wird nach dem damals berühmtesten<br />
RennpferdBlack Mariagenannt. Es werden<br />
dortFilme gedreht, die nur selten länger<br />
als eine Minute dauern. Zunächst sind sie<br />
ausschließlich in Kinetoskopen zu sehen.<br />
Erst ab 1896 werden die Filme auch auf Leinwände<br />
projiziert und so vielen Zuschauern<br />
auf einmal zugänglich. Vergangenes Jahr erinnerte<br />
René Pollesch mit seinem Stück<br />
„Black Maria“ an das erste Filmstudio.<br />
1. Februar 1968<br />
Staatsgewalt: Im Vietnamkrieg tötet der Polizeichef<br />
von Saigon, Nguyen Ngoc Loan<br />
Das erste Filmstudio, zum Drehen<br />
von Kürzestfimen. IMAGO STOCK&PEOPLE<br />
(1931-1998) vor Reportern den festgenommenen<br />
Vietcong Nguyen Van Lém durch<br />
Kopfschuss. Eddie Adams (1933–2004) Foto<br />
dieser Exekution auf offener Straße wird zu<br />
einer der bekanntesten Aufnahmen des 20.<br />
Jahrhunderts.<br />
Und am 1. Februar 1990 in der<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
Planstelle Optimismus: Vor dem Ausschuss<br />
der Volkskammer zur Untersuchung von<br />
Amtsmissbrauch, Korruption und persönlicher<br />
Bereicherung musste sich gestern das<br />
ehemalige SED-Politbüromitglied Konrad<br />
Naumann äußern. Naumann wurde im November<br />
1985 aus Politbüro und ZK der SED<br />
ausgeschlossen sowie als Chef der <strong>Berliner</strong><br />
Bezirksleitung abgelöst. „Optimismus ausstrahlen<br />
war meine Planstelle“, sagte Naumann<br />
auf eine Frage, wie er sein damaliges<br />
Auftreten sehe. Optimismus zu behalten sei<br />
anstrengend gewesen, aber er habe nie bewusst<br />
die Unwahrheit gesagt.
10 1./2. FEBRUAR 2020<br />
Neue Heldin<br />
Ein Pop-Idol, wie man es noch nicht kannte:<br />
Billie Eilish macht viele Dinge anders –und ist<br />
wahrscheinlich genau deswegen so<br />
erfolgreich<br />
VonAndré Boße<br />
Bei Billie Eilish läuft’s.Bei denGrammyAwardshat sie alle vier Hauptpreise<br />
abgestaubt, das ist noch keiner Frau vorihr gelungen. IhrAlbum erreichte in<br />
DutzendenLändernPlatz eins,stand aber auch aufden Kritikerlisten ganz<br />
oben. AufInstagram folgen ihr mehr als 50 Millionen Leute,ihr Hit„bad guy“<br />
wurde auf YouTube fast 750 Millionen Malaufgerufen. Undgeradeerhielt sie den Auftrag,<br />
den neuen Bond-Song zu singen. Mehr geht nicht! Unddas mit18Jahren. Wasnoch bemer-<br />
kenswerter ist als die Rekordzahlen: DieAmerikanerinist kein Pop-Superstar wie jeder an-<br />
dere. Siesagt, was sie will. Ziehtsich an, wie sie will. Undsingt, wie und was sie will.„ „Billie<br />
Eilish ist dasVorbild, das ich mir gewünscht hätte“, schreibt die junge AutorinMagdalena<br />
Pulz im Onlinemagazin Jetzt.Weil sie starkund selbstbewusst ist, ohne dabei„sexy“ sein zu<br />
müssen. Billie Eilish definiertsich selbst. Dasmacht sienicht nur einzigartig, sondernn auch<br />
nicht kopierbar.Ein Blick auf den wahrscheinlich wichtigsten Popstar der Gegenwart.<br />
Die Haare<br />
Die Fashion-Expertin des Magazins Cosmopolitan hat wahrscheinlich<br />
einige schlaflose Nächte hinter sich, in denen sie darüber rätselte, welche natürliche<br />
Farbe wohl die Haare vonBillie Eilish haben. Sie fand Fotos mit platinweiß<br />
und platingrau gefärbten Haaren, mal zeigte sich die Künstlerin in Grau, mal in<br />
Algengrün.Esgab eine Phase mit diversen Blautönen und eine Periode in<br />
dunkelstemSchwarz. Aktuell färbt sie ihre Haare neongrün und schwarz, wobei vor<br />
einigen Wochen kurz Aufregung herrschte, weil sich Billie Eilish in einer Art<br />
Vokuhilazeigte. Ein Statement? Nö, ein Unfall, sagte sie. Jemand habe ihr beim<br />
Nachfärben ein paar Haare verbrannt. Nun ist es nicht so, dass sich Billie Eilish<br />
guten Stylistinnen verweigert, bei den Grammys war Mara<br />
Roszak für ihre Haare verantwortlich, und die sorgt regelmäßig für perfekte<br />
Frisuren auf den Titelbildernvon Vogue oder Elle. Billie Eilish nimmt diese<br />
Annehmlichkeiten gernemit.Abersie bildet sich nichts darauf ein.<br />
Übrigens, nach langem Suchen hat die Cosmopolitan-Autorin tatsächlich<br />
die natürliche Haarfarbe der Sängerin herausgefunden, auf einem<br />
alten Foto zeigt sie sich in ihrem Mädchenzimmer vorJustin-Bieber-Postern,<br />
die Haarfarbe: ein maximal unscheinbares Hellbraun.<br />
Die Fingernägel<br />
Die Kleidung<br />
Billie Eilish steht auf bunt, aber es gibt eine Konstante: die Übergröße. Dahinter steckt<br />
mehr als ein modischer Gag,ineiner Kampagne für das Modelabel Calvin Klein erklärte sie ihren<br />
Stil: „Warum ich diese Klamotten trage: Niemand kann sich eine Meinung bilden, weil niemand<br />
sieht, was darunter ist. Niemand kann sagen: ,Sie ist dünn/dick, sie ist nicht dünn/dick, sie hat<br />
einen flachen Arsch, sie hat einen dicken Arsch.‘ Niemand kann so etwas sagen, weil niemand etwas<br />
weiß.“ Mit dieser modischen Haltung reiht sich Billie Eilish in die Riegeder Musikerinnen an, die sich<br />
mit ihrer Kleidung bewusst den Bewertungskriterien der Öffentlichkeit entziehen. Der amerikanische<br />
R’n’B-Star Janelle Monáe zum Beispiel zeigt sich häufig in Anzügen oder Smokings, sie nennt es ihre<br />
„Arbeitskleidung“. Billie Eilish sieht es genauso –und findet mittlerweile viele Wege,ihre Ganzkörperanzügemaximal<br />
fantasievoll zu gestalten.<br />
Nagelstudios gelten nicht gerade alsfeministische Hotspots –umsointeressanter,dass<br />
sich Billie Eilish hier kunstvolle Extravaganzen erlaubt. Zur aktuellen giftgrünen<br />
Haarfärbung gehören grüne Krallen, bei den Grammy Awards waren die<br />
künstlichen Nägel zusätzlich mit Gucci-Logos verziert, passend zur Gucci-Jacke<br />
(natürlich in Übergröße). Aber Moment, Anti-Sexismus-Dress, Veganismus, Klimabewusstsein<br />
–und Gucci-Nails, wie passt das zusammen? Es passt, weil Billie<br />
Eilish es eben einfach so macht. Weil sie sich bei all dem Zauber und Zirkus um<br />
ihre Person treu bleibt. Wielangedas bei diesem Hype gelingt? Noch ist kein Ende<br />
abzusehen. Und das ist gut so, denn die 20er-Jahre brauchen einen Superstar wie<br />
Billie Eilish.<br />
Die Haltung<br />
Die Musik<br />
Weil es garnicht so einfach ist, die Musik vonBillie Eilish einzuordnen, hilft ein Hinweis darauf, wo man sie<br />
abseits der Streamingportale und Radiosender besonders zuverlässig hören kann: bei Netflix-Serien. Das<br />
Drama „Tote Mädchen lügen nicht“ scheint um ihre Songs herumgeschrieben zu sein, so häufig erklingen die<br />
Lieder an zentralen Stellen der Erzählung.Zuhören sind ihre Tracks auch bei „Veronica Mars“, „Riverdale“ oder<br />
„Pretty Little Liars“ –alles Serien, in denen jungeMenschen vordramatischen seelischen Herausforderungen<br />
stehen. Das Besondere an ihren Songs ist, dass sie vordunklen Abgründen spielen und dennoch puren Pop<br />
bieten: Das ist der Seelenschmerz vonThe Cure, kombiniertmit dem Pop-Gespür vonAriana Grande. Ihr Album<br />
trägt den cleveren Namen „WhenWe All FallAsleep,Where DoWe Go?“, eine simple Frage, über die man lange<br />
nachdenken kann. Ihre Songs schreibt sie grundsätzlich in Kleinbuchstaben, die Titel wirken wie Auszügeaus<br />
Textnachrichten: „all the good girls go to hell“, „you should see me in acrown“ oder „wish youwere gay“.<br />
FILMMAGIC/GREGG DEGUIRE<br />
In der Popwelt war der Kampf gegenden Klimawandel langeZeit kaum ein Thema, zu<br />
groß war bei vielen Musikerndas schlechte Gewissen, schließlich reisen sie in Flug-<br />
ihr Geld auf Festivals, bei denen Unmengen an Müll liegen<br />
zeugen undverdienen<br />
bleibt. DochBillie Eilish zeigte früh Haltung: Zusammen mit Hollywood-GrößeWoody<br />
Harrelson drehte sie am Rande ihres Auftritts bei der Show„SaturdayNight Live“<br />
einen Clip, der unmissverständlich klarmacht, worumeshiergeht: „Our house is on<br />
fire.“ Beim Aufzählen der Fakten blickt sie so ernst in die Kamera, dass niemand es<br />
wagen würde, ihr zu widersprechen. Dabei ist die Erderwärmung nicht ihr einziges<br />
Thema: In einem Clip der Kampagne „Seize The Awkward“ spricht sie offen über de-<br />
und Angstattacken. Sie trinkt keinen Alkohol, ernährtsichvegan –<br />
pressive Perioden<br />
und lädt ihre Fans dazu ein, es ihr gleichzutun. Sie verurteilt Sexismus in der Gesellin<br />
ihrer Branche, schimpft auf ihren Präsidenten und wählt dabei Worte,<br />
schaft und<br />
die ihre Fans verstehen: Als sie vorzweiJahren in Berlin im Lido spielte (lang ist’s<br />
her, heute ist keineArena groß genug) und sie das Publikum zum Hüpfen bringen<br />
wollte, motivierte sie die Leute mit folgendem Satz: „Tut so, als würde Trump unter<br />
euch liegen!“<br />
Leo<br />
Gutsch<br />
Ich schreibe diese Zeilen an meinem letzen<br />
Tag als 49 Jahre alter Mann. Mit letzter<br />
Tinte sozusagen. Wobei man das natürlich<br />
auch nicht dramatisieren darf. Ich finde, die<br />
Bedeutung des 50. Geburtstages wird meistens<br />
total übertrieben. Ichmeine,was ändert<br />
sich denn? Werde ich ein anderer Mensch<br />
sein, nur weil ich ein Jahr älter geworden bin?<br />
Istdas Alter nicht vorallem eine Frage der inneren<br />
Haltung?<br />
Nein, sagte meine Frau Catherine, die in<br />
letzter Zeit oft darauf hinweist, dass sie deutlich<br />
jünger sei als ich, nur weil sie erst Ende<br />
März ihren 50. Geburtstag feiert. „Aber sieh<br />
es positiv. Dumusst jetzt nicht mehr so tun,<br />
als wärst du noch jung.“ Vermutlich hat<br />
meine Frau ein Problem mit dem Älterwerden,<br />
das sie auf mich projiziert. Ichweiß, das<br />
ist seltsam, aber manche Menschen kommen<br />
mit so was einfach nicht klar. Dabei ist<br />
es doch nur eine Zahl, zugegeben eine recht<br />
hohe, recht runde Zahl. Aber ich habe gelesen,<br />
die Lebenszufriedenheit nehme mit 50<br />
rapide zu, sie sei sogar oft höher als mit 30.<br />
„Wenn man als Best-Ager das Alter nicht als<br />
Bedrohung sieht, dann lässt sich das Glück in<br />
ungeahnter Größe fühlen“, stand in einem<br />
Artikel mit der Überschrift „Silbernes Haar,<br />
goldene Zeit“.<br />
„Schwachsinn“, sagte mein Schwiegervater,<br />
der gerade 80 geworden ist. „Du musst<br />
nicht jeden Quatsch glauben, der in der <strong>Zeitung</strong><br />
steht. Sie nennen dich einen reifen<br />
Mann, was eine nette Umschreibung dafür<br />
ist, dass die besten Jahre definitiv hinter dir<br />
liegen.“ Vermutlich hat auch mein Schwiegervater<br />
ein Problem mit dem Älterwerden.<br />
Aber ich kann ihn verstehen, 80 ist schon<br />
echt alt!<br />
Dagegen klingt 50 ja geradezu jugendlich.<br />
Außerdem kann ich mein Leben jetzt noch<br />
aktiv gestalten. In der Apotheken-Umschau<br />
las ich, wermit 60 drei Stunden wöchentlich<br />
Ausdauer-Training betreibe, dessen körperliche<br />
Konstitution sei vergleichbar mit der eines<br />
untrainierten 30-Jährigen. Wenn ich das<br />
Neunundvierzig<br />
und ein bisschen<br />
VonMaxim Leo<br />
jetzt mal auf mich umrechne, dann lebe ich<br />
momentan im Körper eines 20-Jährigen.<br />
Und angenommen, ich trainiere nicht nur<br />
drei, sondern, sagen wir, sechs Stunden wöchentlich,<br />
dann komme ich doch quasi direkt<br />
wieder in die Pubertät. Was wiederum<br />
beweist, dass man eben doch immer nur so<br />
alt ist, wie man sich fühlt.<br />
„Wenn dieser Glaube ihnen gut tut, dann<br />
glauben sie das ruhig“, meinte mein Hautarzt<br />
letzte Woche. Kurz zuvor hatte er einen<br />
braunen Punkt an meiner Schläfe entdeckt.<br />
„Ein Schönheitsfleck?“, fragte ich. „Nein,<br />
eine Alterswarze, die wachsen jetzt wie Pfifferlinge<br />
nach dem Sommerregen.“ Dann<br />
hielt der Hautarzt einen kleinen Vortragüber<br />
die faszinierenden hormonellen Veränderungen,<br />
die in einem Mann vorgehen, wenn<br />
er 50 wird. Dersinkende Testosteron-Spiegel<br />
gestalte nicht nur den Sexualaktbeschwerlicher,<br />
ersorge auch dafür, dass sich Rücken<br />
und Po in eine dicht bewachsene Steppe verwandeln,<br />
in der die Alterswarzen wie kleine<br />
Findlinge aus dem Dickicht ragen. „Manchmal<br />
glaubt man, Gott sei ein Sadist“, sagte<br />
der Hautarzt seufzend.<br />
Man darf sich von sowas natürlich nicht<br />
verrückt machen lassen. Ichmeine,abwann<br />
ist man denn überhaupt alt? Da gehen doch<br />
die Meinungen auseinander. Inder Brigitte<br />
Woman las ich, man unterscheide mittlerweile<br />
zwischen „jungen Alten“ und „alten Alten“.<br />
Das finde ich interessant, weil sich ja<br />
dann schon die Frage stellt, ob ich als spritziger<br />
Junior-Alter nicht in der Summe viel juveniler<br />
bin als zum Beispiel ein früh gealterter<br />
Student?<br />
Wasich jetzt noch lernen muss ist, mein<br />
neues Alter auszusprechen. „Wie alt wirst du<br />
eigentlich?“, fragte mich neulich eine Freundin.<br />
Ich wollte antworten, aber ich konnte<br />
nicht, diese vermaledeite Zahl saß wie Kerzenwachs<br />
in meiner Kehle fest. Vielleicht<br />
sollte ich es schrittweise angehen, ich könnte<br />
ja erst mal sagen: „Hallo,mein Name ist Maxim.<br />
Ichbin 49. Undein bisschen.“
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite B1<br />
·························································································································································································································································································<br />
Service<br />
Mit über 50<br />
zum neuen Job<br />
Karriere, Seite B5<br />
Umweltfreundlichen SUV?<br />
Der Opel Grandland XHybrid<br />
Mobile Welten, Seite B8<br />
Der Pferdezüchter und<br />
professionelle Gardian<br />
Daniel Guillamon steigt<br />
auf sein weißes Camargue-Pferd,<br />
krempelt die Ärmel<br />
seines Hemdes hoch, zupft die Velourslederweste<br />
und den breitkrempigen<br />
Hut zurecht. Dann greift er<br />
den Trident, den Dreizack, mit der<br />
rechten und die Zügel mit der linken<br />
Hand. „Wir Stierhirten treiben die<br />
wilden Bullen in der Camargue zusammen,<br />
für die Zucht und für die<br />
Course Camarguaise, den traditionellen<br />
französischen Stierkampf.<br />
Dafür brauchen wir die mutigsten<br />
Pferde der Welt“, sagt der 59-Jährige<br />
lachend und reitet auf das platte<br />
Marschland rund um das Städtchen<br />
Arles hinaus.<br />
Die Schwemmlandebene im Süden<br />
Frankreichs misst fast 2000<br />
Quadratkilometer, umrahmt von<br />
den Orten Arles, Port St-Louis-du-<br />
Rhône und Aigues-Mortes – ein<br />
Unesco Biosphärenreservat. Hier,<br />
wo sich die kleine und die große<br />
Rhône ins Mittelmeer ergießen, leben<br />
rund 1000 Schimmel das ganze<br />
Jahr über halbwild in freier Natur.<br />
Baumhohe Schilfgürtel wechseln<br />
sich mit Salzsteppen, Sümpfen, Reisund<br />
Weinfeldernab. Libellen flattern<br />
durch die Luft. Graureiher hocken<br />
amWasser.Rosaflamingos staksen in<br />
den Etangs, den seichten Seen. In<br />
den Sommermonaten tummeln sich<br />
Touristen an den gewaltigen Dünen,<br />
spazieren durch Salinen und reiten<br />
an weiten Stränden entlang –ein Urlaubsparadies.<br />
Belastungserprobte Huftiere<br />
Dennoch würde es hier keine andere<br />
Pferderasse aushalten. Zu unwirtlich<br />
sind die herausfordernden<br />
Bedingungen: heiße Sommer mit<br />
bis zu 30 Grad Celsius, bitterkalte<br />
Winter, heftige Fallwinde wie der<br />
Mistral und Mückenscharen. Doch<br />
das Camargue-Pferd hat sich im<br />
Laufe der Geschichte angepasst.<br />
Seine Hufe sind hart, der Haut machen<br />
Mückenstiche nichts aus, das<br />
Winterfell wächst auf bis zu fünf<br />
Wilde Stars<br />
in weißem Gewand<br />
In der Französischen Camargue leben rund 1000 halbwilde, weiße Pferde.<br />
Ihre Zuverlässigkeit bei Ausritten durch die Sümpfe und ihr Mut gegenüber den<br />
dort beheimateten Stieren haben sie berühmt gemacht.<br />
Die strahlend weißen Pferde aus der Carmargue sind nicht nur wunderschön anzuschauen –Sie sind auch außerordentlich anpassungsfähig und stark.<br />
Zentimeter an. Zudem kann es unter<br />
Wasser die Sprossen von Schilf<br />
und Seggen grasen.<br />
Als die Camargue noch nicht<br />
landwirtschaftlich erschlossen war,<br />
streiften die Schimmel frei durch<br />
das Delta. Heute leben sie weitgehend<br />
unbehelligt auf riesigen, von<br />
Wasserkanälen und Holz umzäunten<br />
Pferdefarmen, den sogenannten<br />
Manaden. Mit klaren Eigentümern<br />
und gewissen Regeln. Jeder<br />
der fast hundert Manade-Pferdezüchter<br />
muss mindestens vier<br />
Zuchtstuten besitzen, um ein eigenes<br />
Brandzeichen zu erhalten. Dazu<br />
braucht er wenigstens 20 Hektar<br />
Freiland, ein Stück so groß wie 20<br />
VonMartina Katz<br />
Fußballfelder,auf dem die Tiereverweilen.<br />
DerNachwuchs,dessen Fell<br />
sich oft erst im Alter von sechs Jahren<br />
weiß färbt, muss hier zur Welt<br />
kommen, ganz ohne die Hilfe und<br />
das Zutun des Menschen. So hat es<br />
die Züchtervereinigung Association<br />
des Eleveurs de Cheveaux de Race<br />
Camargue schon 1967 festgelegt.<br />
IMAGO/MCPHOTO<br />
Zwar können heute auch Züchter,<br />
die weniger als vier Stuten besitzen<br />
oder die erforderliche Weidegröße<br />
nicht erfüllen, ein Brandzeichen erhalten,<br />
doch das hat Auswirkungen<br />
auf den Kaufpreis. „4000 Euro bekomme<br />
ich für ein erwachsenes Camargue-Pferd“,<br />
erzählt Manade-<br />
Züchter Daniel später.Vor 25 Jahren<br />
hängte der gelernte Zahntechniker<br />
seinen Job anden Nagel und widmete<br />
sich der hauptberuflichen<br />
Zucht. Doch bei durchschnittlich<br />
zwei Fohlen Nachwuchs pro Jahr ist<br />
ein Zubrot nötig. Daniel und seine<br />
Familie veranstalten deshalb regelmäßig<br />
Pferdeshows für die Touristen<br />
und bieten Reitausflüge an.<br />
In Aigues-Mortes, amwestlichen<br />
Zipfel der Camargue, kippt Léa Garnier<br />
Wasser aus einem Tank auf ihrer<br />
Pickup-Ladefläche in eine Tränke auf<br />
ihrer Manade. „Seit Jahren ist es das<br />
erste Mal, dass es fünf Monate nicht<br />
geregnet hat. Sogar das Marschland<br />
ist trocken. Ichmuss meinen Pferden<br />
jetztWasser bringen“, sagt die 31-jährige<br />
Züchterin. Eigentlich versorgen<br />
sich die genügsamen Camargue-<br />
Pferde auf ihren Feldernselbst.<br />
In diesem Jahr ist das anders.Da<br />
hilft es vielleicht ein bisschen, dass<br />
Léa und ihr Mann James Freunde<br />
der Pferdepsychologie sind, sich<br />
sowieso Zeit für die Tiere nehmen<br />
und den Zuchtstuten ein Jahr<br />
Pause gönnen. „Wenn wir die zehn<br />
Monate alten Fohlen vom Freiland<br />
zur Brandmarkung auf unsere<br />
Ranch holen, bekommen sie vorher<br />
eine Spritze. Das ist zwar nicht<br />
traditionell, aber den Tieren geht es<br />
besser“, sagt Léa und streicht einer<br />
Stute über den Kopf als plötzlich<br />
ein Kanonenschuss die Ruhe<br />
durchbricht.<br />
DerTradition verpflichtet<br />
Es ist der Startschuss für das neuntägige<br />
Opferfest in der Altstadt vonAigues-Mortes.Früher<br />
feierte man damit<br />
das Ende der Wein- und Salzernte.<br />
Die Gardians galoppierten<br />
durch die mittelalterlichen Gassen,<br />
geleiteten Stier für Stier in die Arena<br />
zur Course Camarguaise. Männer<br />
pfeifen und rufen, Schimmel wirbeln<br />
den Sand auf dem Asphalt auf.<br />
Abends wird gegessen und getanzt.<br />
Die Festlichkeiten sind ein schöner<br />
Abschluss auf dem jährlichen Festkalender<br />
der Camargue, inder noch<br />
heute die weißen Pferde die großen<br />
Stars sind.<br />
REISETIPP<br />
4NÄCHTE BLEIBEN,ABER NUR 3BEZAHLEN!<br />
So viel inklusive<br />
große Frühstücks- &Abendbuffets Innen-Pool mit Kinderbecken vielfältiges Freizeitprogramm, z. B. geführte Wanderungen<br />
tägliches Abendentertainment, z. B. Tanzabend Fitnessraum mit Kursprogramm<br />
Spielplatz Fußballfeld Spielwelt innen mit Bällebad und Rutsche hoteleigenes Kino mitVorstellungen für Groß &Klein<br />
Bastel- oder Märchenstunde Kinderdisco YOKI AHORN Kinderbuffet morgens und abends u.v.m.<br />
TIPP 20% Rabatt ab 3Nächten Aufenthalt vom 23.02.-03.04.2020!<br />
Tel. 03987 491216 ·www.ahorn-hotels.de/templin<br />
Seehotel Templin Betriebs GmbH &Co. KG ·AmLübbesee 1·17268 Templin<br />
ab p.P.<br />
EUR54<br />
im DZ<br />
pro Übernachtung &Halbpension<br />
mit 4=3 bei Aufenthalt bis<br />
22.02.2020<br />
Stichwort:<br />
Winter<br />
Weiterempfehlungsrate<br />
93 % HolidayCheck 24.01.2020<br />
Auf Anfrage und nach Verfügbarkeit.<br />
8/10-Tage-Seniorenreisen<br />
FüralleReisen: FahrtimNichtraucherfernreisebus mit WC undGetränkeselfservice •7Hotelübernachtungen<br />
in Zimmern m. Bad bzw. Dusche u. WC •Begrüßungdurch den SKAN-CLUB 60 plus-<br />
Betreuer unddie Hoteldirektion •Willkommensgetränk •Reiseforum •Betreuung durchdas SKAN-<br />
CLUB 60 plus-Team •KofferserviceimHotel am Reiseziel<br />
Gotha, Weimar, Eisenach, Erfurt… 8T.<br />
Galabuffet &Thüringer Spezialitätenbuffet (im Rahmen der HP)<br />
• Stadtführung Gotha (ab Anreise 26.04.) • Hallenbadnutzung u. v. m.<br />
Bis Rückreise 19.04.2020: Begleitung zum Schloss Friedenstein &<br />
Ausflug Eisenach mit Besuchsmöglichkeit der Wartburg<br />
Termine 2020: 08.03., 13.04. (7 Tage), 26.04., 24.05., 21.06.,<br />
19.07., 16.08., 13.09., 11.10.<br />
Bad Lauterberg –Aktiv den Harz erleben 8T.<br />
Kostenlose Nutzung von Hallenbad, Dampfbad, Sauna • Verschiedene<br />
Gymnastik- und Trainingsarten, Nordic Walking, Entspannung, Auqajogging,<br />
Venentraining, Yoga, Gedächtnistraining, etc. • WLAN u.v.m.<br />
Termine 2020: 13.04. (7 Tage), 26.04., 24.05., 21.06., 16.08.,<br />
13.09., 11.10.<br />
WEMDING –FRÄNKISCHES SEENLAND,AUGSBURG… 8T.<br />
1×Heinoabend • Kostenlose Nutzung der hoteleigenen Einrichtungen<br />
• WLAN u.v.m. AUSFLÜGE: Fränkisches Seenland mit Brombachsee inkl.<br />
Schifffahrt • Altmühltal mit Donaudurchbruch und Kloster Weltenburg<br />
• Augsburg –die Fuggerstadt<br />
Termine 2020: 17.05., 14.06., 12.07., 09.08., 06.09., 04.10.<br />
Italien –Toskana, Rom, Siena, Assisi… 10 T.<br />
ab €368,–<br />
p. P. im DZ, inkl. HP<br />
Hotel Gothaer Hof<br />
Kein EZ-Zuschlag!<br />
Nachlass b. SA.: €50,– p.P.!<br />
(ab Anreise 26.04.)<br />
Keine Parkgebühren!<br />
ab €625,–<br />
p. P. im DZ/ZB, inkl. VP<br />
Kneipp-Bund Hotel Heikenberg<br />
EZ-Zuschlag: €100,–<br />
Nachlass b. SA.: €50,– p.P.!<br />
Kurtaxe wird vor Ort erhoben.<br />
ab €675,–<br />
p. P. im DZ/ZB, inkl. HP<br />
Seebauer Hotel Gut Wildbad<br />
EZ-Zuschlag: €140,–<br />
Kurtaxe wird vor Ort erhoben.<br />
Hotel Miralaghi &<br />
Hotel President<br />
2Zwischenübernachtungen mit Frühstück und Abendessen AUSFLÜGE:<br />
p. P. im DZ/ZB, inkl. HP<br />
Rom mit Stadtführung • Vatikanstadt mit Petersdom • Siena • Assisi<br />
EZ-Zuschlag: €120,–<br />
Termine 2020: 07.03., 11.04., 09.05., 06.06., 04.07., 01.08., 29.08., 26.09. Kurtaxe wird vor Ort erhoben.<br />
Kostenloses Kundenservicetelefon: 0800-123 19 19 (täglich 8–20 Uhr, auch sa/so)<br />
BUCHUNG UND BERATUNG BEI:<br />
Berlin: DER Reisecenter TUI: Annenstr. 50, Tel.: 030-68 83 23 95/<strong>Berliner</strong> Allee 47, Tel.: 030-9 26 82 92/92 37 41 74<br />
DER Dt. Reisebüro: Bahnhofstr. 18, Tel.: 030-6 57 12 24 · RBSteffen Kühn: Bahnhofstr. 45, Tel.: 030-65 07 08 77<br />
Alltours Reisecenter: Greifswalder Str. 220, Tel.: 030-4 29 28 72 · DER Deutsches Reisebüro: Koppenstr. 77, Tel.:<br />
030-29 33 990 Oranienburg: Panda-Reisen: Bernauer Str. 100, Tel.: 03301- 81 97 20 Potsdam: DER Deutsches RB:<br />
Sterncenter/Shop 30, Tel.: 03 31-64 95 00 · DER Reisecenter TUI GmbH: Garnstr. 20, Tel.: 03 31-70 8128 · Reiseland:<br />
Im Sternencenter 4, Tel.: 03 31-62 62 080 Fürstenwalde: DER Deutsches RB: Rathausstr. 7,Tel.: 03361-7 11 16<br />
Zustiege: Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf · Ostbahnhof/IC Hotel in Friedrichshain<br />
Veranstalter: SKAN-TOURS Touristik Int. GmbH ·Gehrenkamp 1·38550 Isenbüttel www.seniorenreisen.de<br />
ab €656,–
B2 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Reise<br />
Der Karersee ist das Juwel schlechthin im Revier –diese Komposition aus Wasser,Wald und Felswand ist einfach unschlagbar.<br />
EKKEHART EICHLER<br />
Berge, Brillenschafe und Schwarze Löcher<br />
In Villnöss und im Eggental zeigen sich die Dolomiten von ihrer Schokoladenseite. Aber nicht nur deshalb lohnt der Besuch<br />
VonEkkehartEichler<br />
Ein Fluch hängt über Villnöss.<br />
Ein Fluch aus nassem<br />
Kleister, der im Tal<br />
klebt wie Kaugummi am<br />
Schuh. Auch beim dritten Anlauf<br />
bleiben die legendären Geislerspitzen<br />
ein Phantom. Vergnatzt grüble<br />
ich, ob sie vielleicht nur eine clevere<br />
Erfindung der Tourismusindustrie<br />
sind –worüber Wanderführer Günther<br />
Vettori herzlich lacht. Ein bisschen<br />
traurig aber ist auch er;<br />
schließlich hatte er für heute den<br />
Adolf-Munkel-Weg geplant. Benannt<br />
nach dem ersten Vorsitzenden<br />
der Dresdner Sektion des Deutschen<br />
Alpenvereins gilt dieser als einer<br />
der schönsten Wanderwege in<br />
den Dolomiten. Unterhalb der Geislernordwände,<br />
mit sagenhafter<br />
Pflanzenwelt und fantastischem<br />
Schauwert. Normalerweise.<br />
Auch bei Nebel ein Erlebnis<br />
Wir stiefeln trotzdem los. Über Stolperfallenwurzeln<br />
und durch Geisterkulissen<br />
stapfen wir hoch zur Geisleralm.<br />
Und werden bestens unterhalten.<br />
MitCharme und Humor,mit<br />
Geschichten und Sagen, mit Fakten<br />
und Mythen erweckt Günther die<br />
Welt der versteinerten Zauberwesen<br />
zum Leben und erzählt launig, was<br />
alles nicht zu sehen ist. Als wir nach<br />
drei Stunden oben ankommen, ist<br />
die Festplatte voll. Für das gleiche<br />
Gefühl im Bauch sorgt dann das Küchenteam,<br />
wobei jegliche Idee von<br />
Hüttenkost komplett über den Jordan<br />
geht –was auf der Geisleralm<br />
serviert wird, ist ohne Wenn und<br />
Aber Küche zum Zungenschnalzen.<br />
Günther bringt es auf den Punkt:<br />
„Wenn schon kein Spitzen-Panorama,<br />
dann wenigstens die Sonne<br />
auf dem Teller.“<br />
Berühmt ist das Villnösstal natürlich<br />
durch Reinhold Messner<br />
und seine Sturm-und-Drang-Kletterlehrjahre<br />
im Geislermassiv.<br />
Doch auch am Brillenschaf kommt<br />
man hier kaum vorbei. Südtirols älteste<br />
Schafrasse mit der markanten<br />
Ein Hochgenuss: der Rosengarten bei herbstlich-goldenem Wetter. EKKEHART EICHLER Die Geislerspitzen ragen mystisch aus den tief hängenden Wolken. EKKEHART EICHLER<br />
Zeichnung um die Augen genießt<br />
hohe Wertschätzung. Zum einen<br />
wegen der Wolle. Bei Naturwoll in<br />
Pardell zeigt Valentin Niederwolfsgruber,<br />
wie aus fluffigen Fasern<br />
hauchzarte Vliese entstehen. Auf<br />
einer 250 Jahre alten Maschine, die<br />
noch genauso robust läuft wie am<br />
ersten Tag. Im Traditionsbetrieb<br />
verarbeitet Valentin die feine weiche<br />
Wolle zu Decken, Kissen, Mützen,<br />
Handschuhen, Filzpantoffeln<br />
und Teppichen und schwört dabei<br />
nicht nur auf ihren natürlichen<br />
und ungefärbten Zustand, sondern<br />
auch auf ihre hautfreundliche und<br />
sogar entzündungshemmende<br />
Wirkung.<br />
Ebenso toll: das Fleisch. „Feinfaserig,<br />
butterweich und mild im Geschmack“<br />
schwärmt Koch und Gastronom<br />
Oskar Messner, „und sehr<br />
gesund durch Vitamine, Mineralstoffe<br />
und hochwertiges Eiweiß.“<br />
KeinWunder also,dass komplett verwertetes<br />
Brillenschaf im Restaurant<br />
„Pitzock“ die Hauptrolle spielt.<br />
Lamm-Schinken, Lamm-Kaminwurz,<br />
Lamm-Ragout, Lamm-Salami,<br />
Lamm-Züngerl, Lamm-Innereien,<br />
In Steinegg lässt sich bei jedem Wetter nach den Sternen greifen.<br />
EKKEHART EICHLER<br />
Lamm-Stelzen –all das bringt Messner<br />
auf den Tisch. AusLiebe zum Tier<br />
und Leidenschaft für seine Heimat<br />
Villnöss.<br />
Dem Slow Food Pionier ist es<br />
maßgeblich zu verdanken, dass die<br />
alte Haustierrasse wieder an Stellenwertund<br />
Bestand gewonnen hat.<br />
Mit seinem Verein „Furchetta“ entwickelte<br />
Messner vorüber zehn Jahren<br />
ein Gesamtkonzept, das langfristig<br />
das Überleben der Brillenschafe,<br />
aber auch das jener Bauern<br />
sichern soll, die sich ihrer verstärkt<br />
annehmen. Beim abendlichen Studium<br />
der Fakten auf dem Hotelbalkon<br />
verpasse ich dann fast dasWunder:<br />
Direkt vor der Nase und vollkommen<br />
lautlos kämpfen sich<br />
nackte Zacken durch Nebel und<br />
Nässe – die Geislerspitzen! Reichlich<br />
verschleiert zwar und weit entfernt<br />
von voller Schönheit, aber immerhin:<br />
Wasfür ein Anblick! Wasfür<br />
ein Glück!<br />
DerTag danach. Eine Autostunde<br />
südlich sieht die Welt im Eggental<br />
deutlich freundlicher aus. Per Gondel<br />
und Sessellift schweben wir erst<br />
über bunten Herbstwald und durchbrechen<br />
dann die Wolkendecke, an<br />
der die Sonne schon kräftig saugt.<br />
Frontal zieht König Laurins Rosengarten<br />
magnetisch alle Blicke auf<br />
sich, von rechts grüßt die gewaltige<br />
Zinnenwand des Latemar.Und oben<br />
an der Köhlerhütte reicht das Fabelpanorama<br />
sogar bis zum verzuckerten<br />
Ortler in der Ferne.<br />
Auch hier nimmt uns ein Trekking-Profi<br />
unter die Fittiche. Mit<br />
Wanderführer-Urgestein Ferdinand<br />
Pardeller kraxeln wir am Fuß<br />
des Rosengartens entlang, bei<br />
strahlendem Himmel und famoser<br />
Sicht. Allerdings: Die versprochene<br />
„gemütliche Familientour“ wächst<br />
sich aus zum Härtetest und bringt<br />
die Flachland-Flachzangen aus<br />
Berlin an körperliche Grenzen. Erholung<br />
und Belohnung gibt's später<br />
in der Ochsenhütte: Der Kaiserschmarrn<br />
ist erstklassig, der Blick<br />
auf Rosengarten und Rotwand<br />
Weltklasse.<br />
Der glänzendste Edelstein im Revier<br />
freilich dürfte gleich um die Ecke<br />
der Karersee sein. Das Bergsee-Juwel<br />
wird gespeist von unterirdischen<br />
Quellen der Latemar-Gruppe,die unmittelbar<br />
hinter ihm spitzzackig,<br />
scharfkantig und ausgesprochen fotogen<br />
aufragt. Seinen Smaragd-<br />
Schimmer verdankt er einem erbosten<br />
Hexenmeister, den einst eine<br />
holde Wasserjungfrau schnöde verschmähte.Worauf<br />
der gekränkte Wüterich<br />
Juwelen und Stücke vom Regenbogen<br />
in den Weiher warf. Welch<br />
schönes Märchen! Und absolut passend<br />
zum exquisiten Ambiente.<br />
EinGriff nach den Sternen<br />
Wemdas alles noch nicht reicht, der<br />
kann im Eggental sogar buchstäblich<br />
nach den Sternen greifen. Fürwahr<br />
ein himmlisches Vergnügen:<br />
In der Sternwarte Max Valier rückt<br />
man Saturn, Jupiter und Co mit diversen<br />
Teleskopen auf die astrale<br />
Pelle und erfährt nebenbei manches<br />
über Planeten, Monde, Weiße<br />
Zwerge, Rote Riesen und was das<br />
Weltall sonst noch so auf Lager hat<br />
an Exoten. AufReisen ins kosmische<br />
Universum gar geht es im hochmodernen<br />
Planetarium, wo der Sternenhimmel<br />
jederzeit hell und klar<br />
leuchtet –egal, was die Wetterfrösche<br />
für draußen prophezeien. Die<br />
Spritztour im Kosmos-Simulator<br />
führt unter anderem durch die<br />
Ringe des Saturns, zuschillernden<br />
Nebeln und schwarzen Löchern.<br />
Bestens geeignet für Kinder, durchaus<br />
aufregend aber auch für ältere<br />
Semester. Und ein nächstes Südtirol-Erlebnis<br />
mit nachhaltiger Wirkung.
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B3<br />
· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Reise<br />
Traumhaft<br />
entspannen auf<br />
der MS Amadea<br />
Exklusive Leserreise<br />
entlang der britischen Küste<br />
Haben Sie schon immer von einer<br />
Reise auf der MS Amadea<br />
geschwärmt? Sollte der Name nicht<br />
geläufig sein –besser bekannt ist das<br />
elegante Luxus-Kreuzfahrtschiff als<br />
„Traumschiff“ aus der gleichnamigen<br />
ZDF-Produktion.<br />
Die MSAmadea ist jedoch nicht<br />
nur Drehort bekannter Fernsehstars,<br />
sondern das Flaggschiff von Phoenix<br />
Reisen mit First-Class-Standard.<br />
Großzügige Bars, Salons und Unterhaltung<br />
auf acht Decks wie eine Bibliothek,<br />
ein edles Kaminzimmer,ein<br />
Kino und vieles mehr erwartet Sie.<br />
Inmitten vondiesem Luxus genießen<br />
Sie vom 05.06. –14.06.2020 eine<br />
malerische Rundreise entlang der<br />
englischen Küste. Entdecken Sie die<br />
Britischen Inseln in all ihrer Vielfalt<br />
direkt vomWasser aus und erkunden<br />
Sie tolle Ausflugsziele wie Portsmouth,<br />
London, Loch Ness oder das<br />
wunderschöne Dublin während eindrucksvoller<br />
Tagesausflüge.<br />
Während der Reise haben Sie zudem<br />
die Chance, hinter die Kulissen<br />
der beliebten Serie„Traumschiff“ zu<br />
schauen. Als besonderes Extraist die<br />
An- und Abreise von Berlin per Bus<br />
bereits inklusive.<br />
Gleichermaßen traumhaft entspannen<br />
Sie während einer klassischen<br />
Seereise über Island, nach<br />
Spitzbergen und Norwegen. Mehr<br />
Informationen unter: www.berlinerzeitung.de/leserreisen<br />
(tn)<br />
Info: 05.06. –14.06.2020, 9-tägigeKreuzfahrt<br />
ab Bremerhaveninkl.Anreise ab Berlin für nur<br />
1999 Euroinder DK (außen);29.06. –<br />
17.07.2020, Island -Spitzbergen -Norwegen<br />
Tel.: 030- 23 27 61 70 |E-Mail: leserreisen@berliner-zeitung.de<br />
Die perfekte Auszeit genießen auf der<br />
eleganten und luxuriösen MS Amadea<br />
PR<br />
Karge Landschaft –auf dem Streckenabschnitt von Daressalam nach Dodoma passiertder Zug nur wenig Grün.<br />
Planlos auf Schienen durch die Wüste<br />
In Tansania kann man im per Zug vom Indischen Ozean bis zum Victoriasee reisen –ein echtes Abenteuer<br />
VonJulian Hilgers<br />
Wer mit der Bahn durch<br />
Tansania reist, braucht<br />
viel Zeit –und das bereits,<br />
bevor es überhaupt<br />
losgeht.<br />
„Seien Sie zwei Stunden vor Abfahrt<br />
am Bahnhof“, empfiehlt der<br />
Schalterbeamte in Daressalam einen<br />
Tagvor der Abreise. Der Zug verlässt<br />
die Stadt dann mit knapp vier Stunden<br />
Verspätung – und das ist gar<br />
nicht schlecht, denn manchmal ist<br />
es sogar ein ganzer Tag.<br />
Fast zwei Tage auf Schienen<br />
Mindestens 40 Stunden soll die Fahrt<br />
von der Metropole am Indischen<br />
Ozean bis nach Mwanza am Victoriasee<br />
dauern. Siekostet rund 75 000<br />
Tansania-Schilling, das sind etwa<br />
29,40 Euro,inder ersten Klasse.<br />
VonLuxusabteil kann keine Rede<br />
sein: zwei abgenutzte Liegeflächen,<br />
ein kleines verrostetes Waschbecken,<br />
ein Ventilator. Ein Stock hält<br />
das Schiebefenster zusammen. Die<br />
sanitären Anlagen am Ende des Abteils<br />
beschränken sich auf ein Loch<br />
im Boden.<br />
Unter dem Abendhimmel rattert<br />
der Zug von der Küste ins Landesinnere.<br />
Für kleines Geld serviert ein<br />
Bahnmitarbeiter ein Abendessen:<br />
Reis mit Fleisch und Gemüse. Einfach,<br />
aber gar nicht schlecht.<br />
Entspannung und Schlaf zu finden,<br />
ist hingegen schwer. Der Zug<br />
rüttelt und schaukelt über die Gleise,<br />
es klappertunentwegt, auch nachts.<br />
Als die ersten Sonnenstrahlen<br />
durch den grauen Dieseldampf<br />
leuchten, streift der Zug eine karge<br />
Landschaft. Nach etwa 16 Stunden<br />
und 465 Kilometern erreicht der Zug<br />
die tansanische Hauptstadt Dodoma.<br />
Das Eisenbahnnetz in Tansania ist<br />
seit der Unabhängigkeit des Landes<br />
1961 geschrumpft. Das Zugsystem<br />
stammt noch aus der Kolonialzeit.<br />
Die Central Line nach Kigoma am<br />
Tanganyikasee bauten einst die<br />
Deutschen, die Northern Line nach<br />
Mwanza später die Briten. Mit Chinas<br />
Hilfe kam Ende der 1970er Jahre<br />
die Tazara-Bahn dazu. Sie führt<br />
durch einige Nationalparks im Süden<br />
Tansanias bis nach Sambia.<br />
In der Regel fahren die Züge zweimal<br />
in der Woche.Wann genau, wissen<br />
eigentlich nur die Beamten am<br />
Bahnhof. Sie verkaufen auch die<br />
Fahrkarten. Für viele Menschen in<br />
Tansania reicht das Geld nur für die<br />
dritte Klasse. Für sie ist der Zug eine<br />
gute Möglichkeit, ihre Heimat zu erreichen:<br />
Dörfer, die nur wenige<br />
Landkarten kennen.<br />
Im kleinen Ort Saranda verwandelt<br />
sich der Bahnhof in Sekundenschnelle<br />
in eine Freiluftkantine.Anwohner<br />
grillen Mishkaki (Fleischspieße),<br />
kochen Chipsi Mayai<br />
(Omelett mit Pommes) oder Reis<br />
mit Bohnen. Viele Passagiere sind<br />
vorbereitet: Mit Besteck und Dosen<br />
in den Händen stürzen sie in das<br />
Outdoor-Restaurant. Wernicht aussteigen<br />
will, wird auch am Fenster<br />
bedient.<br />
Auch die zweite Nacht im Zugverläuft<br />
eher unruhig. Gegen 2.00 Uhrerreicht<br />
der Zug Tabora. Zwei Stunden<br />
später geht es weiter. Das hat zwei<br />
Gründe: Zumeinen teilt sich der Zug<br />
hier auf. Ein Teil fährt nach Westen<br />
weiter nach Kigoma, der andereRichtung<br />
Norden nach Mwanza. DieWaggons<br />
müssen dafür aufwendig rangiert<br />
werden. Zum anderen aber hat<br />
eine hochschwangere Frau kurz vor<br />
Tabora ihr Kind zur Welt gebracht.<br />
„Ein Arzt musste in den Zug kommen,<br />
aber allen geht es gut“, klärteine<br />
Mitreisende am Morgen darauf auf.<br />
Zwischen Steppe und Stadt<br />
DPA<br />
Je näher der Zug Mwanza kommt,<br />
desto grüner wird die Landschaft.<br />
Baumwolle, Mais und Spinat wachsen<br />
auf den Feldern.<br />
Die Fahrt durch Tansania entschleunigt.<br />
Nach knapp 50 Stunden<br />
und gut 1200 Schienenkilometern<br />
hupt sich der Lokführer durch den<br />
Stadtverkehr vonMwanza. DieSonne<br />
steht tief über demVictoriasee. (dpa)<br />
NACHRICHTEN<br />
Winter verabschieden beim<br />
Biikebrennen an der Nordsee<br />
An der Nordsee und auf den Nordfriesischen<br />
Inseln brennen am 21.<br />
Februar wieder traditionell die Biikefeuer.Mit<br />
diesem Brauch vertreiben<br />
die Menschen der Region den Winter.Anrund<br />
50 Orten können Besucher<br />
dabei sein. Beliebte Touristenorte<br />
wie St.Peter-Ording feierndas<br />
mit großem Begleitprogramm. Die<br />
meisten Feuer –insgesamt 14 –werden<br />
auf Föhr brennen. (dpa)<br />
China-Reisende bekommen<br />
bei Absage Geld zurück<br />
Viele Reiseveranstalter haben Pauschalreisen<br />
nach China wegen des<br />
aktuellen Coronavirus abgesagt. Urlauber<br />
bekommen den gezahlten<br />
Reisepreis erstattet.„Es liegen außergewöhnliche<br />
Umstände vor“, erklärt<br />
die Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk<br />
vonder Kanzlei Karimi in<br />
Berlin. „Reisende bekommen ihr<br />
Geld zurück, aber keinen Schadenersatz<br />
wegen entgangener Urlaubsfreuden“,<br />
sagt die Juristin. (dpa)<br />
Drei neue Museen eröffnen<br />
in Nürnberg<br />
Nürnbergbaut sein Museums-Angebot<br />
aus.Ende 2020 eröffnet das Zukunftsmuseum<br />
am Pegnitzufer,das<br />
sich als Zweigstelle des Deutschen<br />
Museums der Raumfahrtund Robotik<br />
widmet. Außerdem wirddas Museum<br />
für Mobile Zeitgeschichte in<br />
Fischbach Oldtimer und historische<br />
Motorräder zeigen. Ab dem 30. Juni<br />
informiertdas Bibel Museum Bayern<br />
in der St-Lorenz-Kirche zur Heiligen<br />
Schrift. (dpa)<br />
Einreise ist trotz Brexit noch<br />
problemlos möglich<br />
Nach dem Brexit am 31. Januar gilt<br />
zunächst eine Übergangsphase.Sie<br />
betrifft auch Reisende,die in Großbritannien<br />
und Nordirland ihren Urlaub<br />
verbringen wollen oder das<br />
Land geschäftlich besuchen. An den<br />
Einreisebedingungen für das Vereinigte<br />
Königreich ändertsich deshalb<br />
mindestens bis zum Jahresende<br />
2020 nichts. (dpa)<br />
OSTSEE<br />
Ostseebad Insel Poel<br />
4****-Ferienhäuser • Tel.: 04473 1811<br />
www.poel.reisen<br />
RÜGEN<br />
Auszeit ander Ostsee<br />
in einem First-Class-Hotel<br />
muss nichtteuer sein!<br />
5Ü/HP als 3-Gang-Abendmenü<br />
im Feb. 2020 ab 335 €p.P./DZ<br />
im März 2020 ab360 €p.P./DZ<br />
im April 2020 ab 385 €p.P./DZ<br />
ausgenommen Feiertage<br />
Neptun Kühlungsborn Hotelbetriebs GmbH<br />
Strandstr. 37·18225 Kühlungsborn<br />
T. 03 82 93/63 0·F.038293/63-299<br />
www.neptun-hotel.de<br />
Winterimpressionen im Seebad Lubmin<br />
Ab 3ÜNimHotel Am Park, pro Person und Nacht 33,00 €<br />
inkl. Frühstück. Mit Halbpension, Fl. Sekt, tägl. Saunabesuch,<br />
1Candle-Light-Dinner 45,00 €p.P./Nacht<br />
Hotel „Am Park“, Jörg Seydel e. K.<br />
Villenstr. 15·17509 Lubmin<br />
www.hotelampark-lubmin.de ·Tel. 038354/22272<br />
URLAUB IN WARNEMÜNDE<br />
FeWo’s für2–3P. mitParkplatz im „Haus<br />
Seewind“,ab38€/Nacht,zuzügl.<br />
einmalig45€Reinigung<br />
Thomas Reckling,Poststr.8a,<br />
18119Warnemünde – 030/29678269,<br />
u 0172/197 29 42,www.HausSeewind.de<br />
März-AktioninBinzHaus Edelweiß<br />
3× Ü/HP 169,–€,5×Ü/HP235,– €<br />
7× Ü/HP 299,–€p.P.imDZ<br />
1Kindbis 10 Jahrefrei, 80 mzum Strand, LiftimHaus<br />
Margot u. Sigurd Bartuschat GbR, Lottumstr.27, 18609 Binz<br />
– 038393/2903, www.edelweiss-binz.de<br />
2Thermalpools +SPA 3000m²<br />
3Panoramarestaurants 5.+6.Etage<br />
mit perfektem Blick über die Ostsee<br />
1xÜ/Gourmet FR. ab 68€ p.P./DZ<br />
StartenSie erholt ins neue Jahr<br />
5xÜbern./Langschläferfrühstück,<br />
Abendschlemmerbuffet, Begr.-Cocktail<br />
31.1.- 24.4. ab 385 (nicht Ostern)<br />
24.4.- 17.5. ab 409 p.P./DZ<br />
17.5.- 26.6. ab 479 p.P./DZ<br />
26.6.- 13.9. ab 509 p.P./DZ<br />
14.-17.2.: 3=2 Valentinswochenende<br />
inkl.3xÜ/Fr.,Valentinspartyam15.2. im Arkona<br />
mittraumhafter Deko,Gala-&Dessertbuffet, Disco,<br />
Tanzband UC,Geschenkfür dieDamen ab 195p.P.<br />
Kinderbetreuung im eigenen Kinderhaus<br />
Hunde willkommen: 20-30€/Nacht<br />
viele weitereganzjährige Sonderarrangements<br />
nurdirekt buchbarunter:<br />
Hotel Arkona Dr.Hutter e.K.<br />
Strandpromenade62•Binz/Rügen<br />
www.rugard-strandhotel.de<br />
reservierung@rugard-strandhotel.de<br />
Telefon: 038393 -550<br />
MOSEL<br />
URLAUB IM ♥ DER MOSEL! z.B.<br />
3x HP 135 €/5x HP 225 €/7x HP316 €<br />
Reichhaltiges Frühstücks- und Abendbuffet<br />
André Faßbender,Zehnthausstr.8,56859 Bullay,Prosp. anf.<br />
Hotel Mosella, T. 06542/93780, www.hotel-mosella.de<br />
FRANKEN<br />
April /Oktober<br />
in die schöne Fränkische Schweiz<br />
Frühling-/Sommer-/Herbsturlaub<br />
in herrlicher Lage, direkt amWaldrand.<br />
Ü/F ab19,– €,HPab24,– €.<br />
Waldpension Funk-Seyschab<br />
Geschwand 103 ·91286 Obertrubach<br />
Tel./Fax: 09197/398 (Hausprospekt)<br />
USEDOM<br />
HARZ<br />
BODY&SOUL<br />
5Nächteab325 € -Anreise Sonntag*<br />
5Nächteab345 € -Anreise Mo.bis Sa.*<br />
gültig 02.01. -10.04. /13.04. –17.05. /23.10.–22.12.2020<br />
*Preis p.P.imDZSüdseiteinklusive:<br />
•Frühstücksbuffet •Genießer-HP •1Rückenmassage<br />
mit Aromaöl •1entspannende Fußmassage<br />
•Nutzung desSpa- und Saunabereiches<br />
&des örtl. Thermalbades •WLAN u.v.m.<br />
Hotel Kleine Strandburg·MST Hotel GmbH<br />
Dünenstr.11·17454 Zinnowitz ·038377 38 000<br />
info@kleine-strandburg.de ·www.kleine-strandburg.de<br />
Winter auf Usedom<br />
3, 4oder 7Ü/HP, jeden Abend 3-Gang-Menü, 1Besuch der<br />
Ostseetherme und Saunabenutzung.<br />
p.P. 3Nächte €155,00, 4Nächte €175,00, 7Nächte €285,00;<br />
Kinder bis 9,9 Jahre sind frei.<br />
SEEHOTEL BALTIC BANSIN ·DAVID DILLNER<br />
Bergstraße 7·17429 Seebad Bansin<br />
www.seehotel-baltic.kaiserbaeder.de ·Tel.: 03 83 78 ‒530<br />
Frühlingsangebot: 01.03.20 bis 09.04.20<br />
Hotel „Karl’s Burg“ mit Restaurant „Weiße Düne“<br />
5× ÜB DZ &F/Ü 300,00 €2Personen<br />
7× ÜB DZ &F/Ü 420,00 €2Personen<br />
1–3-Raum-FeWo, Hund möglich<br />
Hotel Karl’s Burg GmbH<br />
Strandstraße 4·17459 Kölpinsee<br />
– 038375-2360 ·www.kölpinsee.com<br />
HARZURLAUB in unserem Wellness-Paradies!<br />
Geschenkidee: 3Ü/HP ab 159,- €p.P.<br />
Hallenbad -Fitness -Natur pur<br />
Last Minute-Sparangebot: 7Ü/HP ab 299,- p.P./DZ<br />
Reisetermin nach Verfügbarkeit<br />
Inh.: K.H. Makowsky Am Kurhaus 3-5<br />
38685 Lautenthal/Oberharz - Tel. 05325-4115<br />
www.hotelberlinerbaer.com<br />
*Siehe unsere AGBs<br />
SACHSEN<br />
5%<br />
ZITTAUER GEBIRGE<br />
Wellnessoase.<br />
Wellness &Sporthotel<br />
"Harzer Land Allrode"<br />
"$+zer !"$))&+ !"',<br />
Winter-Hammer 33% Rabatt<br />
3Nächte buchen nur 2bezahlen<br />
16.02.-31.03. zwischen So.-Fr.<br />
inkl. HP nur 99,- €p.P. im DZ<br />
Zimmer mit DU./WC, Tel. Sat-TV, W-LAN<br />
4.500 qm Wellness Oase mit 2Schwimmb., Kegelbahn<br />
Wandern, Reiten, Fitnessstudio, Friseur, 1€Gasthaus<br />
Sparen Sie nicht am Urlaub,<br />
sparen Sie beim Preis!<br />
Neben etwaigen Frühbuchervorteilen<br />
erhalten sie von uns<br />
zusätzlich 5%<br />
auf fast alle bei uns gebuchten, von<br />
Ihnen durchgeführten Katalog-<br />
und Last-Minute-Reisen.<br />
IHR REISELÖWE<br />
Volksgartenstr.53-55, 04347 Leipzig<br />
T.:0341/234886-0 und 234886-11bis -20<br />
info@reiseloewe.de www.reiselöwe.de<br />
Winter im KO Jonsdorf - im historisch.<br />
urgemütlichen Gasthof m.hübschen Zimmern,<br />
Ski-&Wandergeb. direkt ab Haus,4 Ü/HP 199€/P.<br />
o. 7Ü/HP 350€/P. Gasthof„zur Dammschenke“<br />
Inhaber Steffen Herrling, Großschönauerstr. 65,<br />
02796 Jonsdorf, www.dammschenke.de oder<br />
info@dammschenke.de Telefon :035844-72777<br />
Anzeigenannahme: ( 030) 2327-50
B4 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Karriere<br />
Geschickt<br />
Steuern<br />
sparen<br />
Viele Arbeitszimmer lassen<br />
sich absetzen<br />
Einen Schreibtisch haben die<br />
meisten zu Hause. Und viele Beschäftigte<br />
nutzen ihn auch für den<br />
Job. Doch das Finanzamt erkennt einen<br />
häuslichen Arbeitsplatz nicht in<br />
jedem Fall an, erklärt die Bundessteuerberaterkammer.<br />
Wer das Arbeitszimmer<br />
steuerlich geltend machen<br />
will, muss daher klare Regeln<br />
beachten.<br />
Geltend gemacht werden kann<br />
ein Arbeitszimmer in den eigenen<br />
vierWänden nur,wenn für die berufliche<br />
Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz<br />
zur Verfügung steht. Dann dürfen<br />
Steuerpflichtige im Jahr bis zu<br />
1250 Euro als Betriebsausgaben<br />
oder Werbungskosten geltend machen.<br />
Dieser Betrag verdoppelt sich,<br />
wenn zwei Personen dasselbe Arbeitszimmer<br />
nutzen.<br />
Keine private Nutzung<br />
Als anderer Arbeitsplatz zählt grundsätzlich<br />
jeder Arbeitsplatz, der objektiv<br />
zur Erledigung büromäßiger<br />
Arbeiten geeignet ist. DerArbeitnehmer<br />
muss jederzeit auf einen Arbeitsplatz<br />
zugreifen können. Wenn<br />
im Fall von Poolarbeitsplätzen zum<br />
Beispiel für zehn Arbeitnehmer nur<br />
fünf Arbeitsplätzezur Verfügung stehen,<br />
fehlt ein anderer Arbeitsplatz.<br />
Damit das Finanzamt das häusliche<br />
Arbeitszimmer anerkennt, muss<br />
es außerdem vorwiegend für die berufliche<br />
Tätigkeit vorgesehen sein.<br />
Für private Zwecke darf esnur sehr<br />
eingeschränkt genutzt werden. Gibt<br />
es nur eine Arbeitsecke in einem<br />
Wohnraum, können die Aufwendungen<br />
auch nicht anteilig als Betriebsausgaben<br />
oder Werbungskosten<br />
berücksichtigt werden.<br />
Kosten für Einrichtung absetzbar<br />
Sind die Voraussetzungen erfüllt,<br />
können die Kosten für die Ausstattung<br />
–also zum Beispiel Teppiche,<br />
Vorhänge oder Lampen –involler<br />
Höhe abgesetzt werden. Gleiches gilt<br />
für die Aufwendungen für Arbeitsmittel<br />
wie Regal, Bürostuhl oder<br />
Schreibtisch. Ein Computer muss –<br />
je nach Kaufpreis –meist über mehrere<br />
Jahre abgeschrieben werden.<br />
Anteilig anerkannt werden auch<br />
Ausgaben für Miete, Wasser-, Energie-<br />
und Reinigungskosten ebenso<br />
wie für eine Renovierung, die Müllabfuhr<br />
und die Gebäudeversicherung.<br />
(dpa)<br />
Der Küchentisch reicht nicht als Arbeitsplatz<br />
zum absetzen.<br />
IMAGO/WESTEND61<br />
Im Medizinstudium überwiegen Frauen, an den Lehrstühlen der Unis oder in den Chefetagen der Kliniken sind sie aber deutlich weniger vertreten.<br />
Karrierehürden für Ärztinnen<br />
Inzwischen studieren mehr Frauen als Männer Medizin –trotzdem landen wenige auf Spitzenpositionen<br />
VonIngaDreyer<br />
Wer heutzutage einen<br />
Blick in die Hörsäle<br />
medizinischer Fakultäten<br />
wirft, wird tendenziell<br />
mehr Frauen sehen als<br />
Männer. Etwa zwei Drittel der Studierenden<br />
sind weiblich, wie Zahlen<br />
des Statistischen Bundesamts zeigen.<br />
Doch in den Chefetagen der<br />
Krankenhäuser oder an den Lehrstühlen<br />
der Universitäten sieht es<br />
anders aus.<br />
Ganz nach oben zu kommen,<br />
scheint für Frauen in der Medizin<br />
noch immer eher die Ausnahme als<br />
die Regel zu sein. Ein Problem ist<br />
vor allem die Vereinbarkeit von Berufund<br />
Familie.<br />
Nach dem Studium folgen in der<br />
Regel fünf oder sechs Jahre Weiterbildung<br />
zur Fachärztin. DieZeit verlängere<br />
sich prozentual, wenn man<br />
in Teilzeit arbeitet, sagt Christiane<br />
Groß, Präsidentin des Deutschen<br />
Ärztinnenbundes (DÄB). „Damit ist<br />
der Karriereknick bei Frauen mit<br />
Kindern schon vorprogrammiert.“<br />
Trotz Familie einen Fuß inder Tür<br />
zu behalten und nicht etwa bei Fortbildungen<br />
immer hinten anzustehen,<br />
ist oft eine große Herausforderung.<br />
Berufund Familie kaum vereinbar<br />
Die Geburt von Kindern sei häufig<br />
ein markanter Einschnitt, bestätigt<br />
Christine Kurmeyer, zentrale<br />
Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte<br />
der Charité in Berlin. „Es<br />
kommen viele Frauen mit Anfragen,<br />
die mit einer Schwangerschaft zu<br />
tun haben.“ Häufig gehe es um das<br />
Problem, dass befristete Verträge in<br />
der Forschung während des Mutterschutzes<br />
oder in der Elternzeit auslaufen.<br />
„Das ist eine drastische Benachteiligung<br />
von Frauen.“ Inzwischen<br />
sei deshalb an der Charité<br />
vereinbart worden, dass diese Zeiten<br />
auch später noch nachgeholt<br />
werden können.<br />
Kurmeyer rät Frauen in solchen<br />
Fällen, möglichst schriftlich einen<br />
übersichtlichen Zeitplan zu erstellen.<br />
Außerdem sei es wichtig, sich<br />
über Ausfallregelungen zu informieren<br />
und klar und deutlich zu formulieren,<br />
dass ein Verbleib in den<br />
Kommunikationsnetzwerken erwünscht<br />
ist.<br />
Man könne – je nachdem, wie<br />
das jeweils organisatorisch machbar<br />
ist –auch während der Elternzeit<br />
am Arbeitsplatz vorbeikommen.<br />
Wichtig sei, Kontakte zu pflegen<br />
und zu signalisieren, dass mit<br />
der Geburt des Kindes der Wunsch,<br />
Fachärztin zu werden, nicht verflogen<br />
ist.<br />
Universitätsmedizin ist zeitintensiv<br />
Eine Karriereinder Universitätsmedizin,<br />
die neben Lehre und Forschung<br />
auch die Krankenversorgung<br />
umfasst, sei mit einem besonders<br />
großen Zeitaufwand verbunden.<br />
„Da wird sehr viel mehr<br />
verlangt als in anderen Kliniken“,<br />
sagt Kurmeyer.<br />
Zwar seien zwei Drittel aller Studierenden<br />
in der Medizin weiblich,<br />
aber nur 13 Prozent der Lehrstühle<br />
an Universitäten von Frauen besetzt,<br />
kritisiertGroß. DieDÄB-Präsidentin<br />
fordert paritätisch besetzte<br />
Berufungskommissionen. „Wenn<br />
wir das schaffen, wären wir einen<br />
riesigen Schritt weiter.“<br />
Auch zwischen den Fachbereichen<br />
gebe es große Unterschiede,so<br />
Kurmeyer. „Was Rollenbilder angeht,<br />
haben Chirurgen eine andere<br />
Kultur als die Internisten. Das wirkt<br />
sich auf den Frauenteil in den unterschiedlichen<br />
Disziplinen aus.“<br />
Während niedergelassene Ärztinnen<br />
in der Regel selbstbestimmt<br />
und gleichberechtigt arbeiten, sei<br />
der Alltag in Kliniken noch von Rollenstereotypen<br />
geprägt.<br />
Traditionelle Rollenvorstellungen<br />
Bis vor hundert Jahren durften<br />
Frauen nicht als Ärztinnen, sondern<br />
ausschließlich in der Pflege arbeiten.<br />
„Es bleibt auch heute noch ein<br />
Rest der Vorstellung vom männlichen<br />
Halbgott in Weiß und der<br />
Krankenschwester als Dienerin für<br />
Gotteslohn“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.<br />
Da reicht es als<br />
Frau oft nicht aus, gute Arbeit zu<br />
leisten.<br />
Dabei sind die Benachteiligungen<br />
nicht automatisch Schikane.<br />
Weil der Arztberuf so lange männlich<br />
dominiert war, sind viele Probleme<br />
einfach strukturell angelegt.<br />
Zum Beispiel lässt sich Halbtagsarbeit<br />
häufig nicht mit den Dienstplänen<br />
an den Krankenhäusernvereinbaren.<br />
Auf40Stunden beschränkteVollzeitstellen<br />
wären schon ein Fortschritt,<br />
sagt Groß. Sie fordert eine<br />
Humanisierung der Arbeitswelt in<br />
der Medizin –für Männer wie für<br />
Frauen. Es gebe inzwischen auch<br />
viele junge Männer,für die auch aus<br />
zeitlichen Gründen keine Chefarztposition<br />
infrage komme.<br />
„Ich glaube, das ist nicht nur ein<br />
Problem von Frauen. Aber Frauen<br />
DPA<br />
sagen eher: Das tue ich mir nicht<br />
an“, so die Verbandspräsidentin. Sie<br />
fordert auch einen Ausbau der Kinderbetreuungsstätten<br />
an Kliniken –<br />
auch solche, die 24 Stunden geöffnet<br />
sind. „Denn welche Möglichkeiten<br />
hat man sonst, wenn das häusliche<br />
Kinderbetreuungssystem zusammenbricht<br />
und man Nachtdienst<br />
hat?“<br />
Um Gleichberechtigung zu erreichen,<br />
müssten Männer ermutigt<br />
werden, Elternzeit zu nehmen –und<br />
andererseits Frauen bestärkt werden,<br />
Führungspositionen zu besetzen,<br />
sagt Kurmeyer. Informelle<br />
Netzwerke spielten für die Karriere<br />
immer noch eine wichtige Rolle.<br />
„Aus diesen Kreisen sind Frauen oft<br />
ausgeschlossen, weil sie nicht ein<br />
Wochenende lang mit dem Chef segeln<br />
gehen können.“<br />
Aufdie Suche nach Gleichgesinnten<br />
Vernetzung sei deshalb wichtig –<br />
mit Männern wie mit Frauen. Vielerorts<br />
existieren eigene Mentorinnen-Programme,<br />
die junge Frauen<br />
unterstützen. So auch an der<br />
Charité. Engagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen<br />
werden ein Jahr<br />
lang –etwa durch ein Seminarprogramm<br />
–gezielt gefördertund dabei<br />
vonMentoren begleitet.<br />
„Der Effekt solcher Programme<br />
besteht vielfach auch darin, zu erkennen,<br />
dass es anderen Frauen in<br />
der Medizin ganz genauso geht“,<br />
sagt Christine Kurmeyer. Sie rät:<br />
„Begeben Sie sich aktiv auf die Suche<br />
nach Gleichgesinnten!“ Es sei<br />
für alle wichtig, sich auszutauschen<br />
–von der Studentin bis zur Professorin.<br />
„Als Einzelkämpferin funktioniertdas<br />
nicht.“ (dpa)<br />
NACHRICHTEN<br />
MINT-Orientierungssemester<br />
startet im April<br />
Irgendwas mit MINT soll es sein:Wer<br />
seine Studienwahl noch nicht näher<br />
eingrenzen kann oder möchte,der<br />
hat ab dem Sommersemester 2020<br />
an der Universität Stuttgartdie<br />
Chance auf ein Orientierungssemester.Dabei<br />
stellen Dozenten all jene<br />
Fachbereiche vor, die in die MINT-<br />
Kategorie fallen: Mathematik, Informatik,<br />
Natur-und Ingenieurwissenschaften.<br />
Darüber hinaus besuchen<br />
die Studierenden ein Semester lang<br />
ausgewählte,reguläreVorlesungen<br />
und bekommen eine Einführung in<br />
universitäreArbeitsweise.Gleichzeitig<br />
ist es möglich, in Kursen Wissenslücken<br />
in Mathematik, Informatik,<br />
Physik und Chemie zu schließen.<br />
DenAbschluss biete eine individuelle<br />
Studienberatung, so die Universität<br />
Stuttgart, die das Programm gemeinsam<br />
mit dem MINT-Kolleg Baden-Württemberganbietet.<br />
DasOrientierungssemester<br />
wirdesabsofort<br />
immer im Sommersemester geben.<br />
In diesem Jahr startet dieses am 6.<br />
April, die Vorlesungszeit endet am<br />
17. Juli. Eine Bewerbung ist bis zum<br />
1. Märzonline möglich. (dpa)<br />
Anzeige<br />
TERMINKALENDER<br />
Ausbildungsstart 10.02.2020: Fremdsprachenkorrespondent,<br />
Kaufmännische Assistenten für<br />
Fremdsprachen und Kaufleute für Büromanagement.<br />
GPB College gGmbH<br />
Beuthstraße 8|10117 Berlin<br />
www.gpb-college.de |Tel.: 030 /390481-0<br />
Bundespolizei senkt<br />
Anforderungen an Bewerber<br />
ZurBesetzung neu geschaffener<br />
Stellen hat die Bundespolizei laut einem<br />
Pressebericht ihreAnforderungen<br />
an Bewerber gesenkt. Wiedie<br />
<strong>Zeitung</strong>en der Funke Mediengruppen<br />
berichten, hob die Bundespolizeibei<br />
den Deutschtests für den<br />
mittleren Dienst die Fehlertoleranz<br />
im Diktat an. Auch seien beim Fitnesstest<br />
Weitsprung und Liegestützendurch<br />
einen Pendellauf ersetzt<br />
worden. Wiedie Funke-Blätter von<br />
der Bundespolizei erfuhren, gehen<br />
dortallein im laufenden Jahr 853 Beamte<br />
in den Ruhestand. Zugleich<br />
habe der Bundestag zusätzliche Stellen<br />
genehmigt. Brutto kämen bei der<br />
Bundespolizei im Haushaltsjahr<br />
2020 insgesamt 2150 Planstellen<br />
hinzu. (afp)<br />
KrankeMitarbeiter kosten<br />
62 Milliarden Euro<br />
Erkrankte Mitarbeiter kosten die Unternehmen<br />
in Deutschland nach einer<br />
Studie des arbeitgebernahen Instituts<br />
der deutschenWirtschaft (IW)<br />
immer mehr Geld. DieAusgaben der<br />
Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung<br />
im Krankheitsfall seien zwischen<br />
2010 und 2018 um mehr als 65 Prozent<br />
auf 61,8 Milliarden Euro im Jahr<br />
gestiegen, heißt es in einer am Montag<br />
veröffentlichten IW-Studie.„Nicht<br />
nur ein leicht erhöhter Krankenstand,<br />
sondernauch die günstige Beschäftigungsentwicklung<br />
sowie die jährlichen<br />
Lohnsteigerungen treiben die<br />
Kosten“, schreibt das IW. (dpa)<br />
29.02.20<br />
10-16 Uhr. Eintritt frei.<br />
MercureHotel MOA<br />
Berlin<br />
Ausbildung &Studium,<br />
Duales Studium, Praktika,<br />
Auslandsaufenthalte...<br />
Jetzt<br />
anmelden!<br />
CV-Check und<br />
Berufswahltest<br />
Fachvorträge rund<br />
um deine berufliche<br />
Orientierung
a<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B5<br />
· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Karriere<br />
Ältere, erfahrene Mitarbeiter sind meist eine wertvolle Bereicherung für ein Team –und sollten sich auch als solche verkaufen.<br />
IMAGO/WESTEND61<br />
Mit über 50 zum neuen Job<br />
Zu alt oder gerade alt genug? Auf welche Strategien Bewerber 50+ setzen sollten, um auch später im Berufsleben neue Karrierewege zu wagen<br />
VonMarie Wachsmuth<br />
Ende 2019 ist auch der letzte<br />
der geburtenstarken 60er-<br />
Jahrgänge 50 Jahre alt geworden:<br />
Reichlich erfahren<br />
und mit noch genügend Energie ausgestattet,<br />
um<br />
Großes zu bewegen.<br />
Ihr Nachteil<br />
war immer auch<br />
ihr Vorteil: „Wir<br />
sind viele.“ Was<br />
hat die Generation<br />
aus der<br />
Macht der großen<br />
Zahl ge-<br />
Buchautorin<br />
Katharina Starlay macht –und was<br />
kann noch kommen?<br />
Wie werden die Jahre über 50<br />
zu Erntejahren? Wie lässt sich das<br />
„Jungsein im Kopf“ stilistisch umsetzen?<br />
Katharina Starlay ist diesen Fragen<br />
in ihrem neuen Buch „Stilvoll älter<br />
werden – Erfolgreich über 50“<br />
nachgegangen. Sie richtet den<br />
Scheinwerfer auf eine starke Generation,<br />
welche digital schon verinnerlicht<br />
hat aber noch weiß, was analog<br />
ist. Auf Menschen die noch Stadtpläne<br />
lesen können und um die<br />
Kunst der zwischenmenschlichen<br />
Beziehungen wissen.<br />
PR<br />
Eine erfolgreiche Karriere mit über 50<br />
noch anzukurbeln ist nicht ganz so<br />
einfach.Weshalb gibt es so vieleVorurteile<br />
gegenüber älteren Bewerbern?<br />
Die Altersgrenze scheint in der DNA<br />
vieler Unternehmen, in ihrem<br />
„Mindset“ noch immer festgeschrieben<br />
zu sein. Undesdauert lange bis<br />
sich vorgefasste Meinungen auf der<br />
gesellschaftlichen Ebene ändern. Alt<br />
heißt gleich unproduktiv, ist aber<br />
eine Formel, die schon lange nicht<br />
mehr gilt, zumal Alter und Altern<br />
heute neu definiert werden müssen:<br />
Viele Menschen über 50 haben ein<br />
biologisches Alter, das einige Jahre<br />
darunter liegt.<br />
Profitieren am Ende nicht alle Mitarbeiter<br />
eines Unternehmens von der<br />
Berufs- und auch Lebenserfahrung<br />
dieser Bewerber?<br />
Das könnte so sein, wenn man es<br />
beidseitig zulässt. Einerseits ist da<br />
die Angst, ältere Bewerber könnten<br />
teuer sein und immer die Führung<br />
übernehmen wollen. Und tatsächlich<br />
halten ja auch manche fest an<br />
den Verdiensten und Statussymbolen<br />
früherer Berufsjahre und merken<br />
gar nicht, dass sich dieWelt seitdem<br />
gedreht hat. Andererseits bringen<br />
erfahrene Senior-Experten<br />
mehr Gelassenheit und Fokus mit,<br />
denn die Umwege kennen sie ja<br />
schon. Diversität ist auf das Alter<br />
bezogen notwendig, aber noch<br />
nicht marktüblich.<br />
Welche Hürden stellen sich den Bewerbern<br />
mit 50+?<br />
Sich über Online-Portale zu bewerben,<br />
bringt in dem Alter nicht viel,<br />
weil dahinter Algorithmen stehen,<br />
keine Menschen. Diebesten Vorteile<br />
des Älterwerdens wie Erfahrung, Erfolge<br />
und ein realistisches Selbstbild<br />
kommen am anderen Ende gar nicht<br />
an. Das kann nur gelingen, wenn<br />
man auf Persönlichkeit und persön-<br />
BUCHTIPP<br />
Katharina Starlay<br />
Stilvoll älter werden –Erfolgreich über 50<br />
Das Slimbook kombiniertStilwissen mit Zeitgeist und gibt Anregungen, wie man über 50 stilvoll<br />
erfolgreich sein kann.<br />
liche Kontakte setzt und sich an Personalabteilungen<br />
wendet, wo Bewerbungen<br />
noch von Menschen gesichtet<br />
werden. Das ist eher im Mittelstand<br />
oder in kleineren<br />
Unternehmen der Fall.<br />
Sieschreiben in Ihrem Ratgeber etwas<br />
über den Schlüssel einer erfolgreichen<br />
Bewerbung ...<br />
Das ist immer noch der Lebenslauf,<br />
der die ganze Fülle der Erfahrung<br />
zeigen sollte und zwar so, dass das<br />
Gegenüber diese erkennen kann.<br />
Die Darstellung sollte komprimiert<br />
sein und konkret auf Projektkompetenzen<br />
sowie bereichernde Lebenserfahrungen<br />
eingehen. Außerdem<br />
gehört ein aktuelles Foto dazu, keines<br />
aus der sprichwörtlichen Jugend.<br />
Als Türöffner am Anfang lohnt<br />
sich eine Zusammenfassung, welche<br />
die Qualifikation mit dem Bedarfder<br />
Firmaverbindet und klarmacht, was<br />
der Bewerber für dieses spezifische<br />
Unternehmen tun kann, um dessen<br />
Erfolg zu steigern.<br />
Welche weiteren Bewerbungsstrategien<br />
gibt es?<br />
Am Anfang steht die reife Selbstreflektion,<br />
die Klarheit über das schafft,<br />
was ich zu bieten habe. „Wie kann<br />
ich kommunizieren, was mich ausmacht?“<br />
Und: „Wie komme ich als<br />
Person an?“ sind Fragen, die am Beginn<br />
jeder Strategie, jeder Neuausrichtung<br />
stehen sollten. Das sind<br />
auch die ersten Fragen in der Stilberatung.<br />
Äußerlichkeiten spielen in der jetzigen<br />
Zeit so eine große Rolle wie noch<br />
nie, aber welches Erscheinungsbild<br />
sollten Bewerber mit 50+ mitbringen?<br />
Wir sind heute mit Mitte 50 so fit<br />
wie andere Generationen vor uns<br />
mit Mitte 40 waren. Wirkleiden uns<br />
auch jünger als früher. Eine zu<br />
große Identifikation mit der Generation<br />
der eigenen Kinder allerdings<br />
ist nicht vorteilhaft, denn gerade<br />
der Kontrast betont oftmals<br />
die Reife.Zwischen zu juvenilen Attributen<br />
und einem monochromen<br />
Look gibt es doch heute so viele<br />
Möglichkeiten, sich typgerecht<br />
und zeitgemäß zu kleiden –wenn<br />
man sich einmal damit befasst. Ein<br />
authentischer Look unterstützt außerdem<br />
dabei, ein Umfeld zu finden,<br />
das zu einem passt. Wobei<br />
Jeans und Sneakers eher eine Uniform<br />
der Neuzeit geworden sind<br />
und in vielen Fällen nicht authentisch<br />
wirken.<br />
Gibt es Anlaufstellen, die unterstützend<br />
bei der Bewerbung und auch<br />
beim Vorbereiten auf das Vorstellungsgespräch<br />
zur Seite stehen?<br />
Natürlich. Es gibt gute Karriereberater,<br />
Coaches und Stilcoaches,<br />
welche einen Blick auf den Menschen<br />
und den Markt haben. Unter<br />
den vielen Anbietern sollte man<br />
nur jemanden finden, dem man<br />
vertraut und das hat in erster Linie<br />
auch mit dessen Lebenslauf zu tun.<br />
Den sollte man sich immer anschauen,<br />
denn Kompetenz hat<br />
auch hier mit gelebter Erfahrung<br />
zu tun.<br />
KAUFMÄNNISCHE BERUFE<br />
ProImmobilia GmbH<br />
Maschmühlenweg 2<br />
37073 Göttingen<br />
0551/488799-227<br />
www.proim.de<br />
bewerbung@proim.de<br />
Alsbundesweit tätigesDienstleistungsunternehmen<br />
in der Immobilienbranche suchen wir ab sofort für<br />
unserZweigbüroinBerlin<br />
kaufmännische Angestellte als<br />
Objektbetreuer(m/w/d) in Vollzeit<br />
Dievollständige Stellenausschreibung findenSie unter:<br />
www.proim.de/unternehmen/karriere<br />
Wirfreuenuns auf IhreaussagekräftigenBewerbungsunterlagen,die<br />
Siebitte unter AngabeIhrer Gehaltsvorstellung<br />
und Ihres frühestmöglichenEintrittsdatums<br />
an diePersonalabteilung senden.<br />
»Stuzubi«<br />
Schüler<br />
Messe<br />
29.02.20<br />
Ausbildung&Studium<br />
10-16 Uhr. Eintrittfrei.<br />
markon-haus GmbH<br />
Wir bieten Ihnen<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
WOLLEN SIE TRAUMHAUS-ERFÜLLER<br />
WERDEN?<br />
... dann verkaufen Sie<br />
kreatives Arbeiten<br />
flexible Zeiteinteilung<br />
angenehmes Arbeitsumfeld<br />
attraktiven Verdienst<br />
... gern auch als Quereinsteiger.<br />
jetzt bewerben ... info@markon-haus.de<br />
▪ www.markon-haus.de<br />
▪ 15345 Altlandsberg<br />
Radebrück 13<br />
Polnischer Hersteller von Holzfenstern<br />
und Türen sucht für<br />
<strong>Berliner</strong> Außenstelle Vertriebsmitarbeiter/in<br />
in Festanstellung,<br />
Aufgabenbereich: Angebotslegung<br />
mit Fensterbau-Software,<br />
Kommunikation mit der Firmenzentrale<br />
in Polen, Akquisition,<br />
Kundenbetreuung, Reisetätigkeit;<br />
Voraussetzungen:<br />
deutsche Sprache verhandlungssicher<br />
in Wort und Schrift,<br />
gern gesehen Polnisch als Arbeitssprache,<br />
Berufsabschluß<br />
in Bauwesen /Handwerk, gern<br />
gesehen Computer-Kenntnisse<br />
(ProLogic, CAD, Office); Bewerbungen<br />
bis 29.02.2020 per Mail<br />
erbeten an<br />
stolarka@t-online.de, t (0170)<br />
7709010o.0048-66-5313360<br />
professionell Immobilien verwalten<br />
Sie sind<br />
Objektbuchhalter (m/w/d)<br />
im Bereich der Mieten- und WEG-Buchhaltung und suchen eine neue Herausforderung?<br />
Wir sind ein modernes Hausverwaltungsunternehmen und bieten Ihnen eigenverantwortliches<br />
Arbeiten, teamorientierte und kollegiale Arbeitsatmosphäre, Gleitzeit, Weiterbildung und einen<br />
sicheren Arbeitspatz in einem angenehmen Arbeitsumfeld. Berufserfahrung wäre von Vorteil.<br />
Sind Sie interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung.<br />
Objekt plus GmbH, Konrad-Wolf-Str. 60, 13055 Berlin, info@objektplus.com<br />
MercureHotel MOA<br />
Berlin<br />
Stephanstraße 41<br />
Karrierechancen.<br />
Anzeigenannahme:<br />
( 030) 2327-50
B6 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Bildung<br />
Komponisten für Wort und Bild<br />
Fotos bearbeiten, Webgrafiken erstellen, einen Onlineshop aufhübschen: Mediengestalter brauchen kreative Ideen und viel Verständnis für den Betrachter<br />
VonAnkeDankers<br />
Firmenwebsite, Instagram-<br />
Account, E-Mail-Newsletter<br />
oder Webshop: Kaum<br />
ein Unternehmen kommt<br />
heute ohne einen medialen Auftritt<br />
aus. Und genau da kommen Mediengestalter<br />
ins Spiel.<br />
Sinja Piecuch hat sich vor rund<br />
drei Jahren den Beruf zum Ziel gesetzt<br />
und ist heute Auszubildende im<br />
dritten Lehrjahr zur Mediengestalterin<br />
Print und Digital mit dem<br />
Schwerpunkt „Gestaltung und Technik“.<br />
Beiweb-netz, einer Lüneburger<br />
Online-Agentur, lernt sie etwa, Kunden<br />
mit Blick auf digitale und gedruckte<br />
Medienkonzepte zu beraten,<br />
grafische Inhalte zu erstellen<br />
und aufzubereiten.<br />
Immer neue Herausforderungen<br />
„Was mir an der Arbeit richtig gut gefällt,<br />
ist die Abwechslung“, sagt die<br />
26-Jährige. Eskämen ständig neue<br />
Kunden und somit auch neue Aufträge<br />
und Aufgaben. „So wird esselten<br />
langweilig, und den meisten<br />
Spaß habe ich, wenn ich viel zu tun<br />
habe und anspruchsvolle Aufgaben<br />
übernehmen darf.“<br />
Dabei war ihr beruflicher Weg<br />
zunächst ein ganz anderer:Sinja Piecuch<br />
war gerade in einer Ausbildung<br />
zur Heilerziehungspflegerin,<br />
als sie das erste Mal mit dem Beruf<br />
des Mediengestalters in Berührung<br />
kam. „Ich war bei der Lebenshilfe<br />
als Schulassistenz angestellt und<br />
habe gemeinsam mit dem Mädchen,<br />
das ich im Rahmen dieser Arbeit<br />
betreut habe, ein Praktikum in<br />
einer Grafikabteilung gemacht“, erinnertsie<br />
sich.<br />
DerFunke sprang über:„DieIdee,<br />
etwas Kreatives und vor allem Produktives<br />
zu machen, war es, was<br />
Sinja Piecuch lernt in ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin unter Anleitung von Kevin Nöst, wie sich Kundenwünsche optimal umsetzen lassen.<br />
mich letztendlich dazu bewegt hat,<br />
diesen Berufzuergreifen“, sagt sie.<br />
Kreativität gehörezueiner der wichtigsten<br />
Voraussetzungen, um im Beruf<br />
des Mediengestalters glücklich<br />
zu werden, findet Grafik-Designer<br />
und Ausbilder Kevin Nöst. Daneben<br />
braucht es Genauigkeit, Sorgfalt,<br />
Teamfähigkeit, Offenheit, technischesVerständnis,ein<br />
Gespür für Ästhetik<br />
und Begeisterungsfähigkeit.<br />
Die Gestalter müssen aber auch<br />
Bezüge herstellen und erschaffen<br />
können, sowohl logisch als auch ästhetisch,<br />
so der Ausbilder.„Als Mediengestalter<br />
sollte ich die Fähigkeit<br />
haben, Dinge zu hinterfragen. Wenn<br />
ich etwas gestalten soll, verfolgt das<br />
immer einen Zweck. Dafür muss ich<br />
die Prozesse,die beim Betrachter ablaufen,<br />
erkennen und verstehen“,<br />
führtNöst aus.<br />
Die privaten Interessen der Lehrlinge<br />
hält er hingegen für nebensächlich.<br />
Es müsse nicht immer das<br />
Kunst- oder Fotografie-Talent sein.<br />
Computerspieler kommen beispielsweise<br />
ebenso mit Mechaniken<br />
und Techniken in Berührung, die für<br />
Mediengestalter relevant sind. Auto-<br />
Schrauber hätten oft ein Verständnis<br />
dafür, wie komplexe Systeme einem<br />
DPA<br />
einfachen Aufbau folgen. „Das<br />
macht sie nicht zum Welt-Designer,<br />
aber es kann und wird aktiv auf das<br />
Skill-Konto einzahlen, wenn man<br />
mit den berühmten offenen Augen<br />
durch die Welt geht“, findet Nöst.<br />
Denn der Beruf des Mediengestalters<br />
meint viel mehr,als nur Grafiken<br />
zu erstellen. Auszubildende der<br />
Fachrichtung „Gestaltung und Technik“<br />
lernen Layouts für multimediale<br />
Inhalte zu erstellen, etwa für<br />
Online-Netzwerke oder Soziale Medien.<br />
Manche programmieren später<br />
vielleicht Webseiten, andere bearbeiten<br />
Fotos, produzieren dreidimensionale<br />
Grafikelemente oder gestalten<br />
Stempel und Schilder.<br />
Azubis können sich aber auch für die<br />
Schwerpunkte Beratung und Planung<br />
oder Konzeption und Visualisierung<br />
entscheiden. Erstere erstellen<br />
Kalkulationen für unterschiedliche<br />
Projekte. Sie formulieren Angebote,stimmen<br />
Entwürfe mit Kunden<br />
ab und übernehmen Personal- oder<br />
Terminplanungen.<br />
Mediengestalter im Bereich Konzeption<br />
und Visualisierung haben<br />
ihren Schwerpunkt in Entwicklung<br />
von Medienkonzepten für Zeitschriften,<br />
Broschüren oder Internetseiten.<br />
In enger Zusammenarbeit<br />
mit dem Kunden entwickeln und gestalten<br />
sie grafische Inhalte – und<br />
kümmern sich zum Teil um Kontrolle<br />
und Qualitätssicherung des<br />
Produkts.<br />
Eine bestimmte Schulbildung ist<br />
nicht vorgeschrieben. Laut Bundesagentur<br />
für Arbeit stellen die meisten<br />
Betriebe jedoch Auszubildende mit<br />
Hochschulreife ein. Die Ausbildungsvergütung<br />
unterscheidet sich<br />
je nach Arbeitgeber und Branche.<br />
DieArbeitsagentur gibt zur Orientierung<br />
eine monatliche Bruttovergütung<br />
zwischen rund 800 und 955<br />
Euro im ersten Lehrjahr an. Im dritten<br />
Lehrjahr bekommen Azubis zwischen<br />
930 und 1050 Euro.<br />
Früh Verantwortung übernehmen<br />
„Ich finde es toll, dass mir schon in<br />
der Ausbildung Verantwortung<br />
übertragen wird und ich schon an<br />
richtigen Kundenprojekten arbeiten<br />
darf“, sagt Sinja Piecuch. Besonders<br />
Aufträge, bei denen noch alles<br />
offen sei, empfindet die 26-Jährige<br />
als große Herausforderung. „Allerdings<br />
macht es auch Spaß, da in solchen<br />
Fällen noch mehr Kreativität<br />
gefragt ist.“<br />
Wer die Herausforderungen<br />
meistert, kann die nächsten Schritte<br />
auf der Karriereleiter machen. Sowohl<br />
kaufmännische Weiterbildungen,<br />
Technikerweiterbildungen und<br />
Meisterweiterbildungen kommen<br />
infrage. Aber auch manche Studienfächer<br />
bauen auf den Ausbildungsberuf<br />
auf.<br />
Für Sinja Piecuch steht fest: Ihr<br />
Berufsleben soll auch künftig von<br />
Abwechslung geprägt sein. „Ich<br />
würde deshalb gerne weiterhin in einer<br />
Agentur arbeiten, wo die Arbeitsaufträge<br />
und Kunden so stetig variieren.“<br />
(dpa)<br />
TECHNISCHE BERUFE<br />
Wir suchen für die Bauhütte am Standort Berlin<br />
Architekten (m/w/d)<br />
Weitere Informationen:<br />
www.vbv.baden-wuerttemberg.de/Karriere<br />
r. a. p.<br />
ryl &arnold<br />
planen &prüfen<br />
Architekt (m/w/d)/Bauingenieur (m/w/d) für die Gebäudeplanung<br />
Zur Verstärkung unseres Büros in der Stadt Brandenburg an der Havel und die Bearbeitung von<br />
anspruchsvollen Planungsaufgaben suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen<br />
Architekten (m/w/d)/Bauingenieur (m/w/d)<br />
Wir bieten:<br />
●abwechslungsreiche und anspruchsvolle Aufgaben<br />
●einen modernen Arbeitsplatz<br />
●regelmäßige Fortbildungsmöglichkeiten<br />
●leistungsgerechte Vergütung<br />
Wir freuen uns über Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen per Post oder E-Mail an die<br />
folgende Anschrift:<br />
r.a.p. ryl &arnold planen &prüfen Tel: (03381) 41 01 43<br />
Dr.-Ing. Andreas Arnold /Dipl.-Ing. Oliver Ryl E-Mail: andreas.arnold@rap-ing.de<br />
Neuendorfer Straße 90A<br />
oliver.ryl@rap-ing.de<br />
14770 Brandenburg a. d. Havel Internet: www.rap-ing.de<br />
Familiäres Team in Berlin Friedrichshain<br />
sucht Netzwerkingenieur/in,<br />
Netzwerktechniker/in<br />
mit Erfahrungen in der Administration<br />
von MS Netzwerken<br />
in Voll- oder Teilzeit. Erwartet<br />
werden Kenntnisse in der Verwaltung<br />
und Administration<br />
der Standard Microsoftprodukte<br />
wie MS Exchange, SQL,<br />
Windows Server usw., sowie<br />
der Erstellung von Scripten.<br />
Bitte senden Sie Ihre aussagefähige<br />
Bewerbung inklusive Gehaltsvorstellungen<br />
an REF Berlin<br />
GmbH, Frau Anja Birke:<br />
a.birke@ref-berlin.com<br />
t (030) 232 57 87 41 (9-15 Uhr)<br />
Wir suchen: Tiefbaufacharbeiter /<br />
Baumaschinisten / Rohrleger<br />
(m/w/d) Wir: Kalluba GmbH<br />
Herr Urbaniak; 0173 –639 94 05<br />
Mail: karlheinz.urbaniak@<br />
kallubagmbh.de<br />
GESUNDHEITSWESEN/WISSENSCHAFT<br />
Lust auf neue Perspektiven? Komm zu uns ins Team!<br />
GroßesMedizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Berlin sucht<br />
Medizinische Fachangestellte (m/w/d)<br />
Zur Verstärkung unserer Teams POLIKUM Fennpfuhl und POLIKUM Friedenau<br />
suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Vollzeit oder Teilzeit<br />
engagierte Medizinische Fachangestellte (m/w/d) für folgende Fachbereiche:<br />
+ Allgemeinmedizin + Diabetologie + Gastroenterologie<br />
+ Kardiologie + Kinderheilkunde + Neurologie<br />
+ Orthopädie + Pneumologie + Psychiatrie<br />
Erfahrungimjeweiligen Fachbereichwäre schön, istaberkeine Voraussetzung.<br />
Bewerbungen richten Sie bitte unter Angabe des gewünschten Standortes und der Referenznummer POLIKUM-2020<br />
an bewerbung@polikum.de oder POLIKUM Gruppe |Personalabteilung |Rummelsburger Str.13|10315 Berlin.<br />
Die Stephanus-Bildung gGmbH ist eine Tochtergesellschaft der<br />
Stephanus-Stiftung. Für unsere evangelische Stephanus-Schule, ein<br />
Förderzentrum für „Geistige Entwicklung“ in Berlin-Weißensee, suchen<br />
wir ab dem 01.08.2020 unbefristet und in Vollzeit eine/n<br />
Sonderschullehrer*in als Klassenleiter*in<br />
Für erste Fragen steht Ihnen unsere Schulleiterin Frau Schulz unter<br />
030 96 249 751 gern zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung<br />
an bewerbung@stephanus.org<br />
Weitere Infos unter www.stephanus.org<br />
Stephanus-Schule<br />
Förderzentrum Geistige Entwicklung<br />
Albertinenstraße 20 •13086 Berlin<br />
30€ kostet eine Ziege, die einer<br />
Familie mit Kindern zuverlässig Milch liefert.<br />
Ein Geschenk, das Leben verändert.<br />
WE CARE.<br />
Mehr nützliche Geschenkideen unter<br />
www.care.de/spendenshop<br />
CARE Deutschland Luxemburg e.V.<br />
Spendenkonto 44040<br />
Sparkasse KölnBonn<br />
BLZ 370 501 98<br />
www.care.de<br />
Karriere in der<br />
Hauptstadtregion<br />
www.berliner-jobmarkt.de<br />
DIENSTLEISTUNGEN/<br />
WEITERE BERUFE<br />
Reinigungskräfte (m/w/d)<br />
Für ein Krankenhaus in Berlin-<br />
Wilmersdorf suchen wir ab sofort<br />
Reinigungskräfte (m/w/d)<br />
für den Patienten- und den OP-<br />
Bereich. (5-Tage-Woche, Mo-<br />
So, auch feiertags, Arbeitszeit<br />
6-8 Std. täglich) Sie besitzen ein<br />
freundliches Naturell, sind zuverlässig<br />
und verantwortungsbewusst?<br />
Dann wartet eine<br />
spannende Aufgabe auf Sie! Wir<br />
bieten Ihnen faire Bezahlung<br />
nach Tarif und einen langfristig<br />
sicheren Arbeitsplatz sowie ein<br />
tolles Team, Wertschätzung<br />
und ein angenehmes Arbeitsklima.<br />
Bitte bewerben Sie sich telefonisch<br />
bei Frau Schult unter<br />
der Tel.-Nr. 030/82 72 12596<br />
5 Reinigungskräfte (m/w/d) für<br />
Reinigung einer Schule in Berlin-Waidmannslust<br />
gesucht.<br />
Arbeitszeiten Mo.-Fr. 3-4 Std.<br />
ab 16 Uhr, Entlohnung nach akt.<br />
Tarifvertrag. Gebäudedienste<br />
Schwarz-Weiss GmbH,<br />
Telefon 0172/39 41 580<br />
BerlinMobil sucht ab sofort für<br />
neue Aufträge Fahrer m/w/d<br />
(von Minijobbasis bis Festanstellung)<br />
für die Schüler- und<br />
Behindertenbeförderung für<br />
das gesamte Stadtgebiet Berlin.<br />
Arbeitstage: Mo. bis Fr. Wochenende<br />
generell frei. Bei Interesse<br />
bitte telefonisch unter<br />
030-422199-12 bewerben.<br />
Suchen freundlichen, einsatzbereiten<br />
Reisebusfahrer/in für<br />
internationalen Reiseverkehr.<br />
Lenz-Reisen Tel. 030-48637281<br />
oder info@lenz-reisen.de<br />
Serviceassistenten(m/w/d)<br />
Für ein <strong>Berliner</strong> Krankenhaus<br />
suchen wir ab sofort Serviceassistenten<br />
(m/w/d) auf geringfügiger<br />
Basis (450 €). Zu Ihren<br />
Aufgaben gehört Bestellaufnahme<br />
und Servieren von<br />
Abendessen, Betreuung und<br />
Versorgung der Patienten mit<br />
verschiedenen Artikeln (Wasser,<br />
<strong>Zeitung</strong>, etc.), Bestellen von<br />
Lebensmittelbeständen auf den<br />
Stationen, Hol- und Bringedienste.<br />
Wir bieten Ihnen ein<br />
tolles Team, Wertschätzung<br />
und ein angenehmes Arbeitsklima.<br />
Bitte bewerben Sie sich telefonisch<br />
bei Frau Schult unter<br />
der Tel.-Nr. 030/82 72 12596
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B7<br />
· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Mobile Welten<br />
Rückwärts<br />
aus der<br />
Einfahrt<br />
Bei Kollision droht<br />
oft die Alleinschuld<br />
Für Autofahrer ist es eine schwierige<br />
Situation: Auf der Straße<br />
rauscht der Verkehr vorbei, aber irgendwie<br />
muss man ja aus der Einfahrt<br />
rauskommen. Nur vorsichtig<br />
sein reicht dabei nicht immer.Denn<br />
auch wer sein Auto sehr vorsichtig<br />
aus einer Einfahrt rückwärts auf die<br />
Straße fährt, haftet bei einer Kollision<br />
im Zweifel allein. Daszeigt eine<br />
Entscheidung des Landgerichts Itzehoe<br />
(Az.: 6O336/17), auf die der<br />
ADAC hinweist. Fahrer sollten daher<br />
am Besten einen Einweiser um<br />
Hilfe bitten.<br />
Der Fall: Eine Autofahrerin<br />
wollte rückwärts aus der Ausfahrt<br />
ihres Grundstücks herausfahren.<br />
DieSicht war durch Bewuchs eingeschränkt.<br />
Langsam tastete sie sich<br />
aus der Einfahrt, als sich ein anderes<br />
Auto näherte,dessen Fahrerin nicht<br />
mehr bremsen konnte. Auf der<br />
Straße kam es zur Kollision –und<br />
beide Beteiligten forderten Schadenersatz.<br />
UnklareVerkehrsverhältnisse<br />
Die Fahrerin des auf der Straße fahrenden<br />
Autos meinte, sie sei im<br />
Rahmen der Verkehrsregeln unterwegs<br />
gewesen. Dassah die Frau, die<br />
aus ihrer Einfahrt herausrangiert<br />
war, anders. Sie argumentierte, ihr<br />
Auto habe bereits gestanden, als es<br />
krachte. Auch wenn die andere<br />
Dame Vorfahrt hatte, hätte sie nicht<br />
einfach in ihr Auto hineinfahren<br />
dürfen. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse<br />
an der Unfallstelle<br />
seien auch die –erlaubten –50Stundenkilometer<br />
zu schnell gewesen.<br />
Letztlich klagte die Frau, die aus<br />
der Ausfahrt herausgefahren war,<br />
weil die Versicherung ihrer Unfallgegnerin<br />
nicht zahlen wollte. Doch<br />
das Landgericht wies ihreKlage ab.<br />
BesondereSorgfalt ist gefordert<br />
Das Gericht begründete die Ablehnung<br />
so: Das Eigenverschulden der<br />
Klägerin sei derartig groß, dass sie<br />
keinen Schadenersatz fordern<br />
könne. Wer rückwärts fährt, müsse<br />
so sorgfältig sein, dass andere nicht<br />
gefährdet oder geschädigt werden.<br />
Bei schlechter Sicht müssen sich<br />
Autofahrer schlimmstenfalls einweisen<br />
lassen –gerade weil die Frau<br />
aus einer Einfahrt inden Fließverkehr<br />
einfädeln wollte, hätte sie<br />
umso sorgfältiger sein müssen.<br />
Anhaltspunkte dafür, dass die<br />
andere Fahrerin das Fahrzeugheck<br />
aus einiger Entfernung bereits hätte<br />
wahrnehmen können und somit<br />
„sehenden Auges“ in das Auto gefahren<br />
sei, gab es nicht. Auch das Argument,<br />
Tempo 50 sei unangepasst<br />
gewesen, wurde vom Gericht zurückgewiesen:<br />
So viel war dorteben<br />
erlaubt.<br />
Nach Einschätzung des Gerichts<br />
sei die Frau, die rückwärts aus der<br />
Einfahrt kam, somit allein verantwortlich<br />
für den Unfall. (dpa)<br />
Damit es zum SaisonstartimFrühjahr wieder so sportlich aussieht, sollten Biker in der Winterpause ihre Form und Beweglichkeit trainieren.<br />
Als Motorradfahrer fit durch den Winter<br />
Manche Biker halten zwischen November und März wie ihre Maschinen Winterruhe. Doch das ist nicht gut<br />
VonFabian Hoberg<br />
Viele Motorräder parken<br />
über denWinter eingemottet<br />
in der Garage. Ihre Besitzer<br />
jedoch sollten sich<br />
nicht ausruhen. Zumindest dann,<br />
wenn sie kommende Saison wieder<br />
zügig und sicher auf ihren Maschinen<br />
unterwegs sein wollen.<br />
„Motorradfahren stellt hohe Ansprüche<br />
an Geist und Körper. Deshalb<br />
ist es besser, wenn Fahrer auch<br />
im Winter in Form bleiben“, erklärt<br />
Michael Lenzen vom Bundesverband<br />
der Motorradfahrer (BVDM).<br />
Lenzen rät, während der kalten<br />
Jahreszeit regelmäßig Sport zutreiben.<br />
Mansollte die Ausdauer trainieren,<br />
aber auch einzelne Körperregionen<br />
festigen, sagt er. Dazu zählen<br />
unter anderem Nacken, Oberarme,<br />
Schultern, Handgelenke und Beine.<br />
Besonders die Ausdauer sei wichtig.<br />
Sie lässt sich etwa mit Joggen,<br />
Schwimmen, Rudern oder Radfahren<br />
verbessern. „Wer fitter ist, fährt<br />
konzentrierter, reaktionsschneller<br />
und damit sicherer. Motorradfahren<br />
ist ein komplexer sensomotorischer<br />
Vorgang“, erläutertLenzen. Eine aufrechte<br />
Körper- und Bauchhaltung<br />
macht das Fahren leichter.<br />
MitEigengewicht trainieren<br />
In der Winterpause Gewichte stemmen,<br />
ist nicht nötig. Die meisten<br />
Übungen lassen sich mit dem Eigengewicht<br />
absolvieren, zum Beispiel<br />
Sit-ups, Liegestütze oder Strecksprünge.<br />
„Wer nicht ins Fitnessstudio<br />
gehen will, kann die Übungen zu<br />
Hause auf dem Teppich erledigen“,<br />
sagt Lenzen. Mit dem Eigengewicht<br />
lässt sich gut trainieren und balancieren.<br />
Das steigert Kondition und<br />
Gleichgewichtsgefühl.<br />
Moderne Motorräder verlangen<br />
keine harten Zugkräfte für Bremse<br />
und Kupplung –und dadurch nicht<br />
Krafttraining mit Eigengewicht ist für Motorradfahrer genau das Richtige.<br />
DPA<br />
unbedingt starke Finger. Entsprechende<br />
Übungen seien heute jedenfalls<br />
weniger wichtig, findet Lenzen.<br />
Wer aber seine Finger und Hände<br />
stärken möchte, kann sich eine Fingerhantel<br />
besorgen, die es teilweise<br />
schon für weniger als zehn Euro zu<br />
kaufen gibt.<br />
Körperliche Fitness ist zwar ratsam,<br />
sollte für durchschnittliche Biker<br />
allerdings auch nicht überbewertet<br />
werden. Mattias Haasper<br />
vom Institut für Zweiradsicherheit<br />
(ifz) findet: „Das Motorrad ist immer<br />
noch ein gebräuchliches Verkehrsmittel,<br />
das sicher bewegt werden<br />
kann, ohne zur Gruppe der<br />
Leistungssportler zu gehören.“<br />
Doch Haasper stellt zugleich klar:<br />
Werkörperlich fit sei, komme generell<br />
im Alltag besser zurecht und damit<br />
auch auf dem Motorrad. Wer<br />
motorische Fähigkeiten trainiere<br />
und gesund sei, habe besonders in<br />
schwierigen Verkehrssituationen einen<br />
Vorteil, weil man oftmals<br />
schneller reagieren könne. „Außerdem<br />
fahren Sie länger und konzentrierter<br />
am Stück“, sagt Haasper.<br />
Weniger Trainierte stoßen dagegen<br />
schneller an ihreLeistungsgrenzen,<br />
Konzentration und Reaktionsvermögen<br />
sinken rascher.<br />
Wolfgang Sternbestätigt das.Motorradfahrer,die<br />
weniger fit sind und<br />
vergleichsweise wenige Kilometer<br />
im Jahr fahren, verkrampfen und erschrecken<br />
sich schneller als durchtrainierte,<br />
geübte Fahrer.„Wernicht<br />
die beste Kondition hat und unbeweglich<br />
ist, sollte im Winter Sport<br />
treiben“, sagt Stern, der freiberuflicher<br />
Verkehrstrainer und Verkehrspädagoge<br />
beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat<br />
(DVR) ist.<br />
Auf der Maschine sind Biker speziellen<br />
Belastungen ausgesetzt. Vor<br />
allem der Nacken- und der Halsbereich<br />
werden stark beansprucht,<br />
darum sollten Fahrer diese Regionen<br />
regelmäßig trainieren und dehnen.<br />
„Es geht weniger um Muskelaufbau,<br />
dafür mehr um Stretching“, so Stern.<br />
Denn mit einer entspannten Muskulatur<br />
sitzen Motorradfahrer entspannter<br />
auf ihrer Maschine und<br />
fahren flüssiger.<br />
Der Sportmediziner Klaus Dann<br />
sieht einen Unterschied zwischen<br />
Gelände- und Straßenmotorradfahrern.„Geländefahrer<br />
auf Motocross,<br />
Endurooder Trail sind fast das ganze<br />
Jahr unterwegs, die Straßenfahrer<br />
pausieren meist ein paar Monate“,<br />
sagt der Facharzt für Unfallchirurgie<br />
und Sporttraumatologie,der in Wien<br />
praktiziert.<br />
Damit die körperliche Fitness in<br />
der kalten Jahreszeit nicht leidet,<br />
empfiehlt auch der Arzt regelmäßiges<br />
Training. Das könnte langsames<br />
Trailfahren sein, um den Gleichgewichtssinn<br />
und die Grundtechniken<br />
des Motorradfahrens zu trainieren,<br />
aber auch Mountainbiking für die<br />
Grundlagenausdauer und zum Training<br />
der Bewegungsabläufe.<br />
Pilates-Übungen verbessern die<br />
Rumpfstabilität und trainieren Arme<br />
und Beine.Die Unterarmmuskulatur<br />
werde beim Straßenmotorradfahren<br />
besonders gefordert, erklärtDann.<br />
Egal, was man trainiert: Man<br />
sollte sich zuvor mindestens zehn<br />
Minuten aufwärmen, rät Michael<br />
Lenzen vom Motorradfahrer-Verband.<br />
Undwer gesundheitliche Probleme<br />
hat, klärt das Trainingsvorhaben<br />
lieber mit seinem Arzt ab.<br />
Auch den Geist fordern<br />
DPA<br />
Neben dem Körper sollte auch der<br />
Geist gefordert werden. Bei einem<br />
mentalen Training lässt sich beispielsweise<br />
die Lieblingsstrecke mit<br />
geschlossenen Augen nachfahren,<br />
Brems-, Schalt-, und Scheitelpunkte<br />
stellt man sich bildlich vor.<br />
Matthias Haasper vomifz hält die<br />
mentale Fitness für einen entscheidenden<br />
Punkt: „Das Durchdenken<br />
von Handlungsabläufen abends auf<br />
dem Sofa kann helfen, sicherer in<br />
kritischen Verkehrs- oder Extremsituationen<br />
zu werden.“ Aus der Winterpause<br />
starten Motorradfahrer<br />
dann lieber ganz entspannt: Bei der<br />
ersten Tour rät Verkehrstrainer Wolfgang<br />
Stern zum langsamen Fahren.<br />
So findet man wieder in den Rhythmus<br />
und macht sich mit der Maschine<br />
vertraut. (dpa)<br />
NACHRICHTEN<br />
Bei Sondersignalen muss<br />
sofortPlatz gemacht werden<br />
BeiRot über die Ampel ohne Strafe?<br />
Dasgeht, wenn sich vonhinten ein<br />
Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und<br />
Martinshornnähertund so der Weg<br />
freigemacht werden kann. Denn die<br />
Straße freimachen hat oberste Priorität<br />
bei einer Einsatzfahrtmit Sondersignal.<br />
WerHelfer und Retter blockiert,<br />
muss mit einem Bußgeld und<br />
Fahrverbot rechnen. (mid)<br />
Private Knöllchen sind ab<br />
sofortrechtswidrig<br />
Strafzettel, die vonprivaten Dienstleisternausgestellt<br />
werden, sind<br />
laut einem Urteil des Oberlandesgerichts<br />
FrankfurtamMain rechtswidrig.<br />
Allein 2018 seien mehr als<br />
700 000 Parkverstöße mit einem<br />
Sanktionswertvon mehr als zehn<br />
Millionen Euro geahndet worden.<br />
Betroffene können ihr Geld zurückfordern.<br />
Nötig sind dazu der Strafzettel<br />
selbst, das Aktenzeichen oder<br />
ein Überweisungsbeleg. (mid)<br />
AC Schnitzer verleiht BMW<br />
X3 Mnoch mehr Power<br />
90 PS mehr liefertdas Leistungsupdate<br />
der Edel-Tuner.<br />
PR<br />
AC Schnitzer hat sich jüngst den aktuellen<br />
BMW X3 Mvorgenommen.<br />
Dasvon Haus aus leistungsstarke<br />
SUV liefertinder AC-Version ganze<br />
600 PS. Einspezieller Federnsatz<br />
sorgt für eine Tieferlegung vonrund<br />
20 bis 25 Millimetern. Dazu gehört<br />
noch das Aerodynamik-Paket aus<br />
Frontsplitter und Dachheckflügel,<br />
um den Abtrieb an Vorder-und Hinterachse<br />
zu verbessern. (mid)<br />
Verbraucht Super E10<br />
wirklich mehr Sprit?<br />
Viele Autofahrer glauben, dass Super<br />
E10 einen höheren Verbrauch verursacht.<br />
Laut des Bundesverbands der<br />
deutschen Bioethanolwirtschaft<br />
(BDBe) sei das nicht nachweisbar.<br />
Rollenprüfstandtests mit fünf Autos<br />
verschiedener Fahrzeugklassen auf<br />
Grundlage des Messverfahrens<br />
WLTP hätten ergeben, dass der<br />
Mehrverbrauch nicht höher als 0,09<br />
Liter auf 100 Kilometer.Zudem<br />
zeigte sich, dass Super E10 die Stickoxidemissionen<br />
um rund 25 Prozent<br />
und den Feinstaubausstoß um 70<br />
Prozent verringere. (mid)<br />
Das Warten auf die<br />
Umweltprämie schadet<br />
DieErhöhung der Umwelt-Prämie<br />
lässt auf sich warten. Dassei schlecht<br />
fürs Autogeschäft, kritisiertder Zentralverband<br />
Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe<br />
e.V. (ZDK). Denn in Erwartung<br />
des höheren Bonus kaufe<br />
im Moment kaum jemand ein Elektroauto.<br />
(mid)<br />
KAUFGESUCHE<br />
Wir kaufen Wohnmobile +<br />
Wohnwagen, Tel. 03944-36160,<br />
www.wm-aw.de Fa.<br />
Werbeim Ausparkennicht alles einsehen<br />
kann, sollte Hilfe suchen. IMAGO/WESTEND61<br />
Automobil.<br />
Anzeigenannahme:<br />
( 030) 2327-50
B8 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Mobile Welten<br />
Mit der Kraft der drei Herzen<br />
Opel setzt jetzt auch den Grandland Xals Hybrid 4unter Strom<br />
VonSolveig Grewe<br />
Rund 180 000 Einheiten des<br />
Mittelklasse-SUV hat Opel<br />
seit 2017 in Europa verkauft.<br />
Jetzt gehört es zusammen<br />
mit dem Corsa-e, einer E-<br />
Version desVivaro und dem Mokka X-<br />
ezuden vier Modellen, die 2020 die<br />
Elektrifizierung der Flotte weiter voranschreiten<br />
lassen. Bis 2024 soll es<br />
vonjedem Opel-Modell eine elektrifizierteVariante<br />
geben.<br />
Sitzheizung, Klimaanlage? Nichts<br />
davon ist heute nötig, was den Verbrauch<br />
beeinträchtigen könnte. In<br />
unserem Grandland XHybrid 4arbeiten<br />
zwei Elektromotoren –einer mit<br />
113 PS an der Hinterachse, einer mit<br />
110 PS an der Vorderachse –und ein<br />
1,6-Liter-Turbo-Benziner im Team an<br />
einer Systemleistung von300 PS und<br />
einem kombinierten System-Drehmoment<br />
von520 Newtonmetern.<br />
Mitacht Gängen geht es voran<br />
Vorne übersetzt eine Achtgangautomatik<br />
die Kraft, hinten haben die Ingenieure<br />
den Elektromotor zusammen<br />
mit dem Differential in die Achse<br />
integriert. Das funktioniert wie ein<br />
automatisch zuschaltender Allradantrieb,<br />
weswegen dem Mittelklasse-<br />
SUV auch die Zahl 4imNamen gebührt.<br />
Nach dem StartamFlughafen Basel<br />
geht es mit voll geladener,13,2 kW<br />
fassender Lithium-Ionen-Batterie im<br />
standardmäßigen reinen E-Modus<br />
Erst, wenn man das gaspedal wirklich kräftig durchdrückt, steigt der 200 PS starke Benzinmotor hörbar ein. Ansonsten kann der Hybrid auch sehr leise agieren.<br />
los. Bis zu 59 Kilometer weit (nach<br />
WLTP) und 135 km/h schnell kommt<br />
man theoretisch lokal abgasfrei. Die<br />
optimale Kombination aus effizientem<br />
Kraftstoffverbrauch und guten<br />
Fahrleistungen ergibt sich im Hybrid-<br />
Modus, dem intelligenten Mix aus<br />
Verbrennungs- und Elektroantrieb.<br />
Für schnelle Steckenabschnitte darf<br />
es dann auch gerne mal der Sportmodus<br />
sein. Da sind bis zu 235 km/h in<br />
der Spitze drin. Den Spurt von 0auf<br />
100 km/h erledigt das SUV in 6,1 Sekunden.<br />
Im Allradmodus sorgt der<br />
elektrischer Antrieb auf beiden Achsen<br />
bei ungünstigeren Witterungsverhältnissen<br />
als heute für optimierte<br />
Traktion.<br />
Anders als bei einem reinen Elektroauto<br />
bleibt unsere Testfahrt zum<br />
knapp 1300 Meter hohen Feldberg<br />
im Schwarzwald frei von der Sorge,<br />
mit leerer Batterie irgendwo am Straßenrand<br />
liegen zu bleiben. Entspannt<br />
beobachten wir auf dem Display<br />
die über eine Taste mit einem<br />
Blitz abrufbaren Informationen über<br />
den Energieverbrauch, den Energiefluss<br />
sowie Lade-, Betriebs- und Verbrauchsstatistiken.<br />
Bei der Abfahrt<br />
vom Feldberg regeneriert das knapp<br />
1900 Kilo schwereSUV intensiv.Die<br />
beim Bremsen oder bei Geschwindigkeitsabnahme<br />
erzeugte Energie<br />
wird umgewandelt und genutzt, um<br />
die Batterie wieder aufzuladen. Per<br />
„e-Save“ lässt sich während der<br />
Fahrt genügend Energie bunkern,<br />
um zum Beispiel für emissionsfreie<br />
Zonen in Innenstädten gerüstet zu<br />
sein. Zieht man den Ganghebel nach<br />
hinten, kommt in „B“ der Rekuperationsmodus<br />
zum Zuge, bei dem das<br />
Bremspedal weitgehend entbehrlich<br />
wird.<br />
Der von Opel angegebene Verbrauch<br />
vonunter zwei Liternauf 100<br />
Kilometer lässt sich ohne Zweifel auf<br />
PR<br />
kurzenStrecken realisieren, wenn der<br />
Verbrenner kaum seine Finger ins<br />
Spiel bekommt. Zum Beispiel bei<br />
Fahrten vom Wohnort zum Arbeitsplatz<br />
und zurück. Bei unserer knapp<br />
200 Kilometer langen Teststrecke mit<br />
einem Mixaus Landstraße und Autobahn<br />
zeigte der Bordcomputer knapp<br />
über sechs Liter an.<br />
Schnelladen kann er nicht<br />
Um die jetzt natürlich leere Batterie<br />
wieder aufzuladen, muss man an der<br />
Haushaltssteckdose sieben Stunden<br />
Zeit investieren. Über eine 7,4 kW-<br />
Wallbox lässt sich der Akku schon in<br />
rund zwei Stunden vollständig aufladen.<br />
Schnellladestationen mit höherer<br />
Ladeleistung verträgt die Batterie<br />
überraschenderweise leider nicht.<br />
Der umweltfreundliche Allradler,<br />
der alle Kriterien für förderfähige<br />
Elektrofahrzeuge erfüllt, kostet ab<br />
51 165 Euro. Der komplette Umweltbonus<br />
reduziert die Anschaffungskosten<br />
auf 47 059 Euro. (mid)<br />
TechnischeDaten Opel Grandland XHybrid 4–<br />
Länge/Breite/Höhe: 4,47/1,90/1,60 Meter,Motor:VierzylinderBenziner,<br />
Hubraum: 1598 ccm,<br />
Leistung: 147 kW/200 PS bei 6000 U/min, max.<br />
Drehmoment:300 Nm bei 3000 U/min, Elektromotoren<br />
Leistung: 81,2 kW/110 PS (Front)/ 83<br />
kW/113 PS (Heck),Batterie:Lithium-Ionen, 13,2<br />
kWh, Kombinierte Systemleistung: 221 kW/300<br />
PS,0bis 100 km/h: 6,1 sec., Spitze: 235 km/h,<br />
Kraftstoffverbrauch (WLTP): 1,4-1,3 l/100 km,<br />
C02-Emissionen (WLTP): 32–29 g/km, Preis:<br />
51 165 Euro.<br />
Fürmich immo<br />
nurmit Traumbad.<br />
Ein Gruß ans Getriebe<br />
Wasgeht eigentlich beim Verschalten kaputt?<br />
Krrrch -ein knirschendes metallisches<br />
Geräusch durchbricht die<br />
gewohnten Klänge beim Schalten.<br />
Ein solcher Verschalter ist wohl<br />
schon fast jedem Autofahrer mal<br />
passiert. Doch wie gefährlich ist das?<br />
Geht dabei das Getriebe kaputt?<br />
Können Zahnräder abbrechen, oder<br />
nimmt das Fahrzeug sogar anderweitig<br />
Schaden?<br />
„Die wenigsten wissen, dass bei<br />
einem Verschalter nicht nur das Getriebe<br />
schwer in Mitleidenschaft gezogen<br />
werden kann. Im Extremfall<br />
kann sogar ein Motorschaden die<br />
Folge sein“, sagt Achmed Leser vom<br />
Tüv Thüringen.<br />
Die häufigste Ursache für die<br />
knirschenden Getriebegeräusche ist<br />
nach Lesers Erfahrung ein falsches<br />
Ein- oder Auskuppeln. Je nach<br />
Schwere des Fehlers werden die Getriebeteile<br />
dabei extremen Belastungen<br />
ausgesetzt. Bei häufigem Verschalten<br />
kann das zum vorzeitigen<br />
Verschleiß von Synchronringen,<br />
Dichtungen oder aber der Nadellager<br />
bis hin zur Schaltmuffe führen.<br />
Motorschäden können folgen<br />
Legen Autofahrer einen zu kleinen<br />
Gang beim Schalten ein, etwa beim<br />
versehentlichen Schalten vom vierten<br />
in den ersten Gang, gerät der Motor<br />
beim Einkuppeln in eine Überdrehzahl.<br />
Dabei werde die erhöhte<br />
Rolldrehzahl des Fahrzeugs aus dem<br />
hohen Gang mit voller Wucht auf<br />
den zu kleinen Gang übertragen.<br />
„Der Motor jault regelrecht auf, das<br />
Fahrzeug wird dabei stark abgebremst.<br />
Hier stoßen auch die herstellerseitigen<br />
Drehzahlbegrenzer an<br />
ihreGrenzen“, so Leser.<br />
Dieser starkerhöhte Drehzahlbereich<br />
schade jedoch nicht nur dem<br />
Getriebe, erkönne auch zu einem<br />
kapitalen Motorschaden führen.<br />
Denn im Inneren des Motors führt<br />
die extrem hohe Drehzahl dazu, dass<br />
sich die Kolben schneller bewegen,<br />
als die Ventile öffnen und schließen<br />
können. Wenn die Kolben mit Wucht<br />
gegen die Ventile schlagen, können<br />
diese verbogen werden oder gar den<br />
Kolben durchschlagen. Auch ein<br />
Ausknicken des Pleuels ist häufig die<br />
Folge.<br />
Alles gut bei Automatik?<br />
Doch nicht nur Fahrer von Autos<br />
mit manuellem Getriebe können<br />
teure Fehler machen: Mancher Automatik-Fahrer<br />
wechselt beim Rangieren<br />
gerne vorschnell von Fahrstufe<br />
DzuR,umrückwärts fahren<br />
zu können. Erfolgt der Fahrstufenwechsel<br />
noch bei rollendem Fahrzeug,<br />
wird die Automatik über Gebühr<br />
belastet. Auch solche Fehlbedienungen<br />
führen zwangsläufig zu<br />
einem erhöhten Verschleiß der Getriebekomponenten.<br />
Leser rät, mit Kupplung und Getriebe<br />
sorgsam umzugehen und alle<br />
Wartungsintervalle strikt einzuhalten.<br />
Denn: Jedes Verschalten erhöht<br />
den Verschleiß. (dpa)<br />
Finde dein perfektes Zuhause<br />
berliner-zeitung.immowelt.de<br />
Mit jedem Verschalten wird Schaden angerichtet.<br />
IMAGO/PANTHERMEDIA
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 B9<br />
· ·<br />
·······················································································································································································································································································<br />
Börse<br />
Tagesgeld Zins p.a. für Beträge<br />
Kundenkontakt ab 1€ 5.000€ 50.000€<br />
Renault Bank direkt */**<br />
renault-bank-direkt.de 0,45 0,45 0,45<br />
Advanzia **<br />
advanzia.com - 0,30 0,30<br />
Akbank<br />
akbank.de 0,26 0,26 0,26<br />
PSA Direktbank **<br />
psa-direktbank.de 0,25 0,25 0,25<br />
RaboDirect **<br />
rabodirect.de 0,25 0,25 0,25<br />
ING *<br />
ing.de 0,25 0,25 0,25<br />
Postbank<br />
postbank.de 0,01 0,01 0,01<br />
Santander<br />
santander.de 0,01 0,01 0,01<br />
Targobank<br />
targobank.de 0,01 0,01 0,01<br />
Commerzbank<br />
069/98660966 0,00 0,00 0,00<br />
<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />
030/86986969 0,01 0,01 0,01<br />
<strong>Berliner</strong> Volksbank<br />
030/30633300 0,001 0,001 0,001<br />
Mittelbrandenburgische Sparkasse (Online)<br />
mbsdirekt.de 0,001 0,001 0,001<br />
Sparda-Bank Berlin<br />
030/42080420 - 0,001 0,001<br />
BBBank<br />
bbbank.de 0,00 0,00 0,00<br />
Mittelwert von 85 Banken 0,08 0,08 0,07<br />
*Neukunden /Neuanlagen<br />
** Einlagensicherung 100.000 Euro<br />
Ratenkredite 10.000 Euro<br />
Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins<br />
Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.<br />
Deutsche Skatbank<br />
skatbank.de 2,89 2,89 2,89<br />
EthikBank<br />
ethikbank.de 2,95 2,95 2,95<br />
DKB Deutsche Kreditbank<br />
dkb.de 3,49 3,49 3,49<br />
SWK Bank<br />
couchkredit.de 3,49 3,49 3,49<br />
netbank<br />
netbank.de 3,59 3,59 3,59<br />
Commerzbank<br />
commerzbank.de 3,25 3,25 3,25<br />
ING<br />
ing.de 3,99 3,99 3,99<br />
Targobank<br />
targobank.de 3,75 3,75 3,75<br />
Postbank<br />
postbank.de 3,79 3,79 3,79<br />
Deutsche Bank<br />
deutsche-bank.de 3,89 3,89 3,89<br />
BBBank<br />
030 202480 1,98 1,98 1,98<br />
PSD Berlin-Brandenburg<br />
psd-bb.de 3,49 3,49 3,69<br />
Pax-Bank<br />
pax-bank.de 3,99 3,99 3,99<br />
ABK Allgemeine Beamten Bank *<br />
030/28535200 4,29 4,29 3,19<br />
Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />
0331/898989 8,99 8,99 8,99<br />
Mittelwert von 70 Banken 3,80 3,87 3,96<br />
*Konditionen gelten für Bedienstete im öffentlichen Dienst.<br />
Sparbriefe und<br />
langfristigeAnlagen 5.000 Euro<br />
Kundenkontakt 3Jahre 5Jahre 8Jahre<br />
Bigbank **<br />
bigbank.de 1,10 1,30 -<br />
Ziraat Bank<br />
ziraatbank.de 0,85 1,10 -<br />
Bank11<br />
bank11.de 0,80 1,10 -<br />
akf bank **<br />
akf.de 0,85 1,05 1,05<br />
Sberbank Direct **<br />
sberbankdirect.de 0,85 1,05 -<br />
Targobank<br />
targobank.de 0,45 0,65 -<br />
Santander<br />
santander.de 0,45 0,60 0,60<br />
ING<br />
ing.de 0,03 0,10 -<br />
Deutsche Bank<br />
deutsche-bank.de 0,01 0,01 0,01<br />
Postbank<br />
postbank.de - - -<br />
ISBANK<br />
isbank.de 0,75 0,95 -<br />
Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />
0331/898989 0,01 - 0,01<br />
PSD Berlin Brandenburg<br />
psd-bb.de - - -<br />
<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />
030/86986969 - - -<br />
Sparda-Bank Berlin<br />
030/42080420 - - -<br />
Mittelwert von 80 Banken 0,52 0,61 0,57<br />
** Einlagensicherung 100.000 Euro<br />
Festgeld für 5.000 Euro<br />
Kundenkontakt 3Mon. 6Mon. 12 Mon.<br />
Bigbank **<br />
bigbank.de 0,45 0,50 0,75<br />
Bank11<br />
bank11.de 0,40 0,50 0,50<br />
akf bank **<br />
akf24.de 0,20 0,45 0,60<br />
abcbank<br />
abcbank.de - 0,35 0,45<br />
Crédit Agricole **<br />
ca-consumerfinance.de 0,21 0,31 0,51<br />
Deutsche Bank<br />
deutsche-bank.de - 0,01 0,01<br />
Santander<br />
santander.de - 0,01 0,05<br />
Targobank<br />
targobank.de 0,00 0,00 0,10<br />
ING<br />
ing.de - - 0,01<br />
Commerzbank<br />
commerzbank.de - - -<br />
ISBANK<br />
isbank.de 0,25 0,35 0,40<br />
Mittelbrandenburgische Sparkasse<br />
mbs-potsdam.de - - 0,01<br />
Sparda-Bank Berlin<br />
sparda-b.de - - 0,002<br />
<strong>Berliner</strong> Sparkasse<br />
030/86986969 - - -<br />
PSD Berlin Brandenburg<br />
-psd-bb.de - - -<br />
Mittelwert von 80 Banken 0,15 0,16 0,24<br />
** Einlagensicherung 100.000 Euro<br />
Gewinner &Verlierer der <strong>Berliner</strong> Werte<br />
zurückfallende Werte<br />
in 4Wochen<br />
in 12 Monaten<br />
Verlierer Index<br />
in 4Wochen<br />
in 12 Monaten<br />
Investmentfonds<br />
Gewinner<br />
in 4Wochen<br />
in 12 Monaten<br />
aufholende Werte<br />
in 4Wochen<br />
in 12 Monaten<br />
Das Vier-Felder-Diagramm illustriert<br />
die Performance der in den <strong>Berliner</strong> Werten<br />
vertretenen Titel in zwei verschiedenen<br />
Zeiträumen. Die vertikale Achse zeigt die<br />
Veränderung in den vergangenen 12 Monaten,<br />
die horizontale Achse die Veränderung des<br />
vergangenen Monats. Die Aktien mit der<br />
relativ gesehen besten Performance befinden<br />
sich in dem Quadranten rechts oben, die<br />
Aktien mit der relativ gesehen schlechtesten<br />
Performance links unten. Die Grösse der<br />
Kreise, mit denen die Unternehmen dargestellt<br />
sind, richtet sich nach der Höhe der<br />
Marktkapitalisierung.<br />
AUSSCH. AUSG. RÜCKN. RÜCKN.<br />
30.01. 30.01. VORW.<br />
WWW.ALLIANZGLOBALINVESTORS.DE<br />
A.Ad.InGlA A 111,39 108,15 107,34<br />
Adifonds A A 137,13 130,60 133,78<br />
AdiverbaA A 179,42 170,88 173,41<br />
AdvFixedIncAEUR A 104,03 101,00 100,65<br />
Aktien Europa A A 99,36 94,63 96,77<br />
All Stratfds Ba A A 93,17 89,59 90,34<br />
BiotechnologieA A 181,15 172,52 175,24<br />
ConcentraA A 129,91 123,72 126,83<br />
CONVEST 21 VL A 68,45 65,19 66,25<br />
East. EuropeEqA* A1,96 104,38 99,41 99,41<br />
Emerging Europe A* A 350,23 350,23<br />
Eur Renten AE A 66,76 65,13 64,47<br />
Eur Renten KAE A 41,96 41,14 41,07<br />
Euro RentenfondsAT T 113,41 110,64 109,51<br />
EuropaVisionA A 28,91 27,53 28,06<br />
Europazins A A 59,15 57,43 57,22<br />
Flexi Rentenf.A A 97,64 94,34 94,68<br />
FondakA A 197,23 187,84 192,58<br />
Fondis A 97,13 92,50 93,97<br />
Fondra A 124,63 119,84 121,39<br />
Fonds Japan A A 65,26 62,15 63,83<br />
Fonds Schweiz A A 544,53 518,60 523,48<br />
Geldmkt SP AE A 46,49 46,49 46,49<br />
Gl. Intell. Cap.A* A0,31 117,22 111,64 111,64<br />
Global Eq.Divid A A 127,70 121,62 124,13<br />
Industria A A 112,96 107,58 108,76<br />
Informationst.A A 322,13 306,79 312,15<br />
Interglobal A A 403,92 384,69 390,99<br />
InternRentA A 51,89 50,38 49,96<br />
Kapital Plus A A 68,50 66,50 66,89<br />
Nebw.Deutschl.A A 350,24 333,56 338,08<br />
Nürnb.Eurold.A A 141,41 134,68 137,35<br />
Plusfonds A 172,36 164,15 166,53<br />
Rentenfonds A A 91,47 89,24 88,51<br />
RohstofffondsA A 65,35 62,24 64,45<br />
Thesaurus AT T 1057,82 1007,45 1031,98<br />
Trsy ShrtTrm+€A A 93,99 93,06 92,94<br />
US Equity C2* A0,20 70,92 70,92 70,92<br />
US LargeCap Gr.A A 112,11 106,77 107,22<br />
Verm.Deutschl.A A 197,22 187,83 191,74<br />
Verm.Europa A A 51,22 48,78 49,73<br />
Wachstum Eurol A A 138,54 131,94 134,91<br />
Wachstum Europa A A 142,20 135,43 139,10<br />
ALTE LEIPZIGER<br />
€uro ShortTerm A 43,64 43,21 43,18<br />
Aktien Deutschland A 123,25 117,38 119,44<br />
Trust €uro Renten A 48,51 47,10 46,97<br />
WWW.AMPEGA.DE<br />
Amp DivPlus Akt P A 146,48 139,50 139,43<br />
Amp GenderPlus Akt A 120,85 116,20 115,92<br />
Amp Global Renten A 18,60 17,93 17,83<br />
Amp Rendite Renten A 22,53 21,87 21,79<br />
BLACKROCK<br />
BGF EmeEurA2 EUR T 126,92 120,88 125,23<br />
Euro BondA2 T 32,26 30,72 30,52<br />
World EnergyA2 T 16,03 15,27 15,95<br />
World GoldA2 T 35,42 33,73 33,54<br />
BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT<br />
Euro M.T.Bd.* T 186,07 185,69<br />
Euro MM* T 207,40 207,41<br />
Euro S.T. Bd. Opp* T 122,33 122,22<br />
Euro ShortTermBd* T 113,60 113,50<br />
Europe Dividend* T 99,81 100,70<br />
Seasons Classic* T 107,24 108,30<br />
CREDIT SUISSE<br />
CS EF(L)S&MC Ger.B* T 3086,70 3086,70 3130,87<br />
CS EUROREAL* A 5,65 5,65<br />
WWW.DEKA.DE ITELEFON +49 69 7147-652<br />
Aktfds RheinEdit P A 57,11 54,26 55,40<br />
AriDeka CF A 76,95 73,10 74,39<br />
Berol.Ca.Chance A 59,15 57,43 57,66<br />
Berol.Ca.Premium A 74,79 72,26 72,87<br />
Berol.Ca.Sicherh. A 45,53 44,42 44,43<br />
Berol.Ca.Wachst. A 44,03 42,85 42,95<br />
BerolinaRent Deka A 41,38 39,93 40,00<br />
Deka Immob Europa A1,25 48,95 46,50 46,48<br />
Deka-Conv.Rent CF A 47,11 45,41 45,56<br />
Deka-Dtschl Akt Str A 113,43 108,03 110,86<br />
Deka-Europa Akt Str A 73,88 70,36 71,56<br />
DekaFonds CF A 118,96 113,02 115,67<br />
DekaLux-EuropaTF A 63,30 63,30 64,71<br />
DekaLux-PharmaT.TF A 323,66 323,66 329,11<br />
DekaLuxT-Akt Asien A 800,37 760,37 792,66<br />
DekaRent-Intern. CF A 21,23 20,61 20,51<br />
DekaSpezial CF A 419,32 404,16 411,51<br />
DekaStruk.Wachst. A 44,34 43,47 43,61<br />
DekaTresor A 89,40 87,22 87,11<br />
in den vergangenen 12 Monaten (%)<br />
schlechter als der DAX besser<br />
+120<br />
+100<br />
+80<br />
+60<br />
+40<br />
+20<br />
DIE BESTEN RENTENFONDS IM VERGLEICH<br />
PREIS PERFORMANCE IN %<br />
TITEL ISIN 30.01. 1M. 6 M. 1J. 3 J. 5J. LFD.KOSTEN %<br />
Universal Degussa Univ.Rent* DE0008490673 47,25 EUR 2,04 5,66 16,42 18,39 14,66 WWWWWWWWWWWWW 1,73<br />
Vontobel USD Bond BH(hd)* LU0035745552 368,24 USD 0,88 4,82 10,02 17,28 21,80 WWWWWWWWW 1,17<br />
DWS Global Hyb Bd LD DE0008490988 40,86 EUR 0,99 2,98 11,54 16,82 22,17 WWWWWW 0,83<br />
LeggM GF WA US HY Aa(D)* IE0034203152 79,57 USD 0,11 3,18 11,05 16,50 24,98 WWWWWWWWWWW 1,43<br />
SYZ AM Eurp Subord Bds R* LU1457568399 175,59 EUR 1,30 4,86 13,24 16,38 WWWWWWWW 1,10<br />
DWS Multi Cred USD LD LU1249492460 113,23 USD 1,41 4,31 12,13 15,98 WWWWWWWW 1,09<br />
LeggM GF WA US Cor+Bd At* IE00B19Z7Y58 166,47 USD 1,45 4,90 11,61 15,97 16,72 WWWWWWWWWWW 1,42<br />
Union Lux UniRenta Corp A* LU0039632921 101,05 EUR 2,84 6,08 18,26 15,35 25,25 WWWWWWWW 1,08<br />
Pictet GlobalBd. PUSD* LU0133805894 201,89 USD 1,12 2,46 7,83 15,19 12,78 WWWWWWW 0,93<br />
Ampega Zan.Gl.Cred AMI Ia* DE000A1J3AJ9 116,28 EUR 2,18 6,16 14,00 15,05 20,03 WWWWWW 0,78<br />
LBBW AM UnternAnleihEURoff* DE000A1144F1 111,05 EUR 0,23 1,15 11,13 14,97 WWWWWW 0,82<br />
LeggM GF WA EmMkt CorpBd At* IE00B3Q8Z253 114,33 USD 1,05 3,50 10,08 14,80 23,33 WWWWWWWWWWWWWW 1,89<br />
LeggM GF WA Asian Op At* IE00B2Q1FK59 231,44 EUR 2,77 4,37 14,28 14,71 17,21 WWWWWWWWWW 1,36<br />
Henderson Euro HY Bd A2 LU0828815570 158,04 EUR 0,35 3,01 9,69 14,62 29,65 WWWWWWWWW 1,17<br />
Pictet Asn Loc.Cur.Deb-P$ LU0255797556 166,86 USD 0,77 2,87 7,13 14,43 12,88 WWWWWWWWWWW 1,54<br />
Assenagon Crd SubDebt&CoCo P* LU0990656059 49,41 EUR 1,17 5,80 11,62 14,24 19,74 WWWWWWWWWWW 1,55<br />
Alle dargestellten Investmentfonds sind Teilnehmer am vwd funds service, sortiert nach 3-Jahresperformance,berechnet<br />
nach BVI Methode. Laufende Kosten %=Anteil der Verwaltungskosten eines Fonds, hoher Prozentsatz =hoher Kostenanteil.<br />
Erscheinungswöchentlich wechselnde Kategorien: Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Misch-, Immobilien- und wertgesicherte<br />
Fonds. Keine Anlageberatung und -empfehlung.<br />
Digit Kommunik TF A 85,64 85,64 87,58<br />
EuropaSelect CF A 76,30 73,54 74,88<br />
Keppler-EmMkts-Inv A 39,48 37,60 39,29<br />
Lingohr-Eurp-Sys A 71,73 68,31 70,03<br />
Lingohr-Systemat A 121,14 115,37 119,18<br />
Multirent-Invest A 36,19 35,14 35,25<br />
Naspa-Akt GlobTF 114,21 114,21 115,48<br />
PrivatDepot 3B A 31,40 31,40 31,60<br />
RenditDeka A 25,99 25,23 25,00<br />
Rntfds RheinEdit A 30,59 29,52 29,43<br />
StarCap-Corp Bd-Inv A 31,88 31,56 31,49<br />
Technologie CF A 48,91 47,14 48,01<br />
Weltzins-Invest P A 26,53 25,76 25,82<br />
WWW.DWS.DE ITELEFON +49 69 91 01 23 71<br />
Basler-Aktienf DWS A 72,40 69,14 71,08<br />
Basler-InternDWS A 122,92 117,38 118,60<br />
Basler-Rentenf DWS A 27,36 26,13 25,92<br />
Deut ESG Eurp Eq L T 84,24 81,19 83,29<br />
Deut.Inv.IMltCrLDH A 105,95 102,77 102,70<br />
Deut.Inv.IGlBdHCRC T 106,95 104,27 104,02<br />
Deut.Inv.IIAs.T.Di T 162,44 154,32 161,60<br />
DWS€UltSh FI6-12 T 67,98 67,98 67,97<br />
DWSAkkumula T 1390,96 1324,72 1353,89<br />
DWSAkt.Strat.D T 466,44 444,23 460,14<br />
DWSBalance T 119,67 115,07 115,94<br />
DWSBiotech T 242,82 231,25 235,24<br />
DWSConc GS&P Food A 383,47 365,20 372,22<br />
DWSCov Bond Fd LD A 56,73 55,34 55,17<br />
DWSD.Akt.O T 427,88 427,88 443,97<br />
DWSDefensiv T 119,64 116,15 116,29<br />
DWSDeutschland T 249,58 237,69 246,33<br />
DWSEUR Bds (Long) T 1979,12 1921,47 1906,35<br />
DWSEUR Reserve LC T 134,14 132,81 132,81<br />
DWSEurlStrRent LD A 33,64 32,81 32,74<br />
DWSEurop. Opp LD A 391,28 372,64 380,64<br />
DWSEurorenta A 60,41 58,65 58,23<br />
DWSEurovesta A 151,98 144,74 147,82<br />
DWSFinanTypO ND A 75,35 75,35 76,27<br />
DWSGM&MTypO A 55,40 55,40 57,63<br />
DWSGlb.SM Cap A 79,98 76,17 77,51<br />
DWSGlbl Growth A 151,64 144,42 147,22<br />
DWSHeal. CTypO T 295,76 295,76 301,41<br />
DWSInst. Money+ T14033,44 13894,49 13895,07<br />
DWSIntern.Rent.O T 136,72 136,72 135,33<br />
DWSInter-Renta LD A 14,86 14,43 14,33<br />
DWSInvesta A 184,41 175,63 182,09<br />
DWSOsteuropa T 716,25 682,14 706,47<br />
DWSTechn.TypO A 248,77 248,77 250,85<br />
DWSTelemedia OND A 184,71 184,71 188,54<br />
DWSTopAsien T 189,89 182,58 190,51<br />
DWSTop Dividen LD A 138,77 132,16 134,15<br />
DWSTop Europe A 163,80 157,50 161,35<br />
DWSTop Prtf Off T 79,17 75,40 76,65<br />
DWSTopWorld A 131,77 126,69 129,65<br />
DWSTRC Deutschl. T 182,37 173,68 179,00<br />
DWSUSDollar Res A 196,98 195,02 194,94<br />
DWSUSGrowth A 270,18 257,31 261,03<br />
DWSVermbf.I LD A 201,01 191,43 195,71<br />
DWSVermbf.R LD A 19,72 19,14 18,98<br />
DWSVors.AS(Dyn.) T 137,05 131,78 133,67<br />
DWSI GE LD A 204,59 194,36 200,98<br />
Global Hyb Bd LD A 42,09 40,86 40,89<br />
Gottlieb Daimler T 83,67 80,45 82,34<br />
grundb.europa RC A 41,60 39,62 39,63<br />
LatinAmerican Eq T 157,95 150,05 157,01<br />
Nomura Jp Grwth LC T 62,32 59,92 62,26<br />
Qi Eurozone Eq RC T 104,85 99,86 102,10<br />
Qi LowVol Europe NC T 300,80 300,80 305,15<br />
WWW.DJE.LU IINFO@DJE.LU<br />
DJE Real Estate P A 0,20 0,19 0,19<br />
DJE-Div&Sub I T 482,03 482,03 492,76<br />
DJE-Div&Sub P T 455,76 434,06 443,28<br />
DJE-Div&Sub XP A 280,99 280,99 287,21<br />
DJE-Europa I T 409,43 409,43 419,06<br />
DJE-Sht Term Bd I T 145,88 145,88 145,60<br />
0<br />
–20<br />
–40<br />
Eckert &Ziegler<br />
PSI Software<br />
Rocket Internet<br />
Hypoport<br />
Börsenwert (Aktienkurs multipliziert mit derAnzahl derAktien)<br />
in den vergangenen 4Wochen (%)<br />
schlechter besser als der DAX<br />
Zalando<br />
MBB<br />
Axel Springer<br />
First Sensor<br />
FIDELITY<br />
America EUR A 10,36 9,84 10,03<br />
Euro Balanced Fund A 19,42 18,76 18,89<br />
Euro Stoxx 50 Fund A 11,50 11,50 11,77<br />
European Growth A 17,70 16,82 17,20<br />
European Sm. Comp. A 62,48 59,36 60,51<br />
GermanyFund A 63,41 60,25 62,34<br />
International EUR A 59,62 56,65 57,74<br />
Nordic Fund A 1424,00 1353,00 1397,00<br />
Port.Sel.Gr.&Inc. A 28,85 27,87 28,26<br />
South Ea.As.USD A 10,35 9,84 10,28<br />
US Dollar Bond A 8,06 7,79 7,73<br />
WorldFund A 29,10 27,65 28,15<br />
WWW.FRANKLINTEMPLETON.DE ITELEFON 0800/0738002<br />
Growth.Inc.Ad* A 23,45 22,10 22,44<br />
TEM Asian SmCp.A a* T 58,25 55,19 56,26<br />
TEM Em.Mkts BdAd* A 5,61 5,44 5,45<br />
TEMGl.(Eur)Ad* A 22,80 21,60 21,87<br />
TEM Gl.Sm.Co.Ad* A 43,74 41,44 42,01<br />
TEM GlobalAd* A 37,68 35,70 36,28<br />
TEM Gr.(Eur)Aa* T 18,92 17,93 18,14<br />
TEM Gr.(Eur)Ad* A 18,85 17,86 18,08<br />
SERVICE@HANSAINVEST.DE<br />
HANSAeuropa A A 52,16 49,68 49,79<br />
HANSAinter.A A 20,97 20,26 20,09<br />
HANSArenta A 25,25 24,40 24,31<br />
HANSAzins A 24,65 24,40 24,39<br />
SI BestSelect T 152,24 144,99 146,71<br />
WWW.HAUCK-AUFHAEUSER.COM<br />
FFPB MTrend Dplus A 15,41 14,68 14,77<br />
FFPB RENDITE A 11,64 11,30 11,30<br />
Mu.In.Spezial OP R T 45,38 43,12 43,12<br />
WWW.DE.INVESCO.COM ITELEFON +49 69 29 807 0<br />
Greater China EqA T 70,32 66,80 69,96<br />
JANUS HENDERSON<br />
China FA2Acc USD T 20,70 21,64<br />
GlbTechologyA2 T 109,31 112,12<br />
Japanese Equity T 18,07 18,55<br />
Japanese S.CA2 T 61,71 63,71<br />
PanEuro Sm CoA2 T 53,47 54,71<br />
TELEFON +49 89 2867-2867<br />
EuroFlex* A 44,86 44,42 44,37<br />
EuroKapital* A 47,63 45,36 45,66<br />
EuroRentA* A 32,57 31,47 31,35<br />
ProInvest* A 199,51 190,01 193,40<br />
METZLER<br />
Akt Deutschl.AR* A 221,40 210,86 212,98<br />
Aktien Europa AR* A 141,26 134,53 135,83<br />
Wachstum Internat.* T 230,74 219,75 220,27<br />
Dax (–1,71% seit 4Wochen, +17,67% seit12Monaten)<br />
Westgrund<br />
Accentro Real Est.<br />
MagForce<br />
Beta Systems Software<br />
TLG Immobilien<br />
GSW Immobilien<br />
IVU TrafficTechn.<br />
Deag Dt. Entert. (+35,31% seit 4Wochen)<br />
Fernhwk. Neukölln<br />
<strong>Berliner</strong> Effektenges.<br />
Quirin Privatbank<br />
TradegateWertpapier.<br />
–10 –8 –6 –4 –2 0 +2 +4 +6 +8 +10<br />
Quelle: vwd/Deutsche Börse<br />
MONEGA<br />
ARIADActiveAll I* A 113,26 113,26 112,96<br />
IIV Mikrofinanz R* A 101,19 98,24 98,24<br />
LandertBond Opp I* A 51,00 51,00 50,98<br />
VM Sterntaler II* A 122,83 118,11 118,54<br />
WahreWerteFonds R* A 53,32 51,27 51,40<br />
ODDO BHF<br />
AlgoGlobal DRW-€* A 119,27 113,59 114,46<br />
Basis-Fonds I* T 138,83 138,83 138,75<br />
O.BHF AlgoEur DRW* A 119,86 114,15 115,53<br />
O.BHF FRA EFF* A 231,96 220,91 225,00<br />
O.BHF Green Bd CR* T 322,60 313,20 311,92<br />
WWW.PICTETFUNDS.COM<br />
Biotech HP € T 538,89 513,23 530,54<br />
Biotech PEUR T 730,81 696,01 718,95<br />
Clean EnergyP€ T 99,13 94,41 96,77<br />
Digital P T 381,36 363,20 374,01<br />
Em.Mrkts PEUR T 599,56 571,01 589,22<br />
EUR Bonds P* T 624,51 606,32 602,35<br />
EUR Bonds Pdy* A 362,27 351,72 349,42<br />
EUR Sh.Mid T.Bd. P* T 137,60 133,59 133,41<br />
Gl.Em.Debt-HP EUR* T 273,43 265,47 264,56<br />
Great.China PEUR T 587,57 559,59 595,41<br />
Health HP € T 228,08 217,22 221,58<br />
Health PEUR T 293,78 279,79 285,19<br />
Indian Eq. PEUR T 532,46 507,10 516,03<br />
Robotics PEUR T 186,49 177,61 185,10<br />
Robotics REUR T 180,95 172,33 179,62<br />
Russian Equ. PEUR T 85,38 81,31 83,18<br />
Sh.-Term M.Mkt P T 134,95 134,95 134,96<br />
Sh.-Term M.Mkt Pdy A 92,61 92,61 92,61<br />
Water P€ T 402,39 383,23 388,46<br />
SEB ASSET MANGAGEMENT<br />
SEB Conc. Biotech.* A 103,32 102,30 101,73<br />
SEB ImmoInvest A 3,04 2,89 2,89<br />
SEBTrdSys®Rent.I* A 56,61 56,32 56,15<br />
SEBTrdSys®Rent.II* A 58,30 56,33 56,16<br />
WWW.UNION-INVESTMENT.DE TELEFON+49 69 58998-6060<br />
Priv.Fonds:Flex.* A 102,44 102,44 102,94<br />
Priv.Fonds:FlexPro* A 130,78 130,78 131,68<br />
PrivFd:Konseq.* T 97,03 97,03 97,07<br />
PrivFd:Konseq.pro* T 115,64 115,64 115,91<br />
PrivFd:Kontr.* A 132,76 132,76 132,98<br />
PrivFd:Kontr.pro* A 156,96 156,96 157,70<br />
UniAbsoluterEnet-A* A 44,48 44,48 44,59<br />
UniAbsoluterErt.A* A 45,08 44,20 44,30<br />
UniDeutschland* T 225,93 217,24 221,79<br />
UniEuroAktien* A 80,36 76,53 77,57<br />
UniEuroRenta* A 68,90 66,89 66,73<br />
UniEuroSt.50A* A 57,26 55,06 55,83<br />
Unifavorit:Aktien* A 171,61 163,44 164,52<br />
UniFonds* A 59,29 56,47 57,23<br />
UniGlobal* A 271,30 258,38 259,89<br />
UniGlobal-net-* A 155,72 155,72 156,65<br />
UniImmo:Dt.* A 98,19 93,51 93,35<br />
UniImmo:Europa* A 57,06 54,34 54,29<br />
UniImmo:Global* A 53,31 50,77 50,74<br />
UniOpti4* A 97,94 97,94 97,93<br />
UniRak* A 139,45 135,39 136,21<br />
UniRak Konserva A* A 122,95 120,54 121,07<br />
UniStrat:Ausgew.* T 68,37 66,38 66,74<br />
UniStrat: Konserv.* T 73,52 71,38 71,54<br />
SONSTIGE FONDS<br />
Aberd.A.M. Degi Europa A0,16 0,76 0,72 0,72<br />
ACATIS Aktien Global A* T 384,02 365,73 369,86<br />
Commerz hausInvest A 44,67 42,54 42,52<br />
HSBC Global European Equity PD* A 39,97 39,97 40,36<br />
iii INTER ImmoProfil A 57,20 54,48 54,48<br />
INKA German Eq.* T 244,22 232,59 235,56<br />
La FrançaisVe-RI Equ. Europe A 92,47 88,07 89,65<br />
La FrançaisVeri M.Ass.Alloc A 150,91 143,72 143,89<br />
ÖkoworldÖkoVision Classic T 211,51 201,44 203,67<br />
Sarasin SIC Sar Sust PortBal€* A 216,19 209,89 210,72<br />
Universal Fiduka Univ.I* A 160,78 157,63 159,14<br />
WARBURG DirkMüllerPremAkti T 104,85 100,82 102,03<br />
WARBURG Multi-Asset Sel R T 79,88 76,08 76,20<br />
Investmentfonds nach Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)<br />
A: Ausschüttende Fonds zahlen die erwirtschafteten Ertrag als<br />
sogenannte Ausschüttung an die Anleger aus.<br />
T: Thesaurierende Fonds legen die erwirtschafteten Ertrag<br />
wieder an, das heißt sie behalten diese dauerhaft im Fondsvermögen.<br />
Somit erhöhen sie den Anteilwert.<br />
Ausg.: AusgabepreiseinesFondsanteils zum angegebenen Tag.<br />
Rückn.: Rücknahmepreis eines Fondsanteils zum angegebenen<br />
Tag.<br />
* Fondspreise etc. vomVortag oder letzt verfügbar.<br />
kursiv: wenn nicht in Euro notiert.<br />
Währungen<br />
1Euro = Sorten Ank. /Verk.<br />
Dänemark DKK 7,13 /7,89<br />
England GBP 0,81 /0,88<br />
Japan JPY 114,30 /128,44<br />
Polen PLN 3,83 /4,91<br />
Russland RUB 61,82 /78,43<br />
Schweden SEK 10,19 /11,34<br />
Schweiz CHF 1,03 /1,11<br />
Tschechien CZK 21,48 /27,89<br />
Ungarn HUF 285,70 /415,60<br />
USA USD 1,04 /1,17<br />
Metalle und Münzen<br />
30.01. (in €) Ankauf Verkauf<br />
Krügerrand (1 oz) 1402,5 1511,0<br />
Maple Leaf (1/2 oz) 701,0 777,7<br />
Maple Leaf (1/4 oz) 350,5 397,5<br />
Gold (1 kg) 45050,0 46998,0<br />
Silber (1 kg) 509,0 675,7<br />
Platin (100 g) 2771,0 3577,7<br />
(in €/100 kg) 31.12. 31.12.<br />
Blei in Kabeln 199,50 199,50<br />
Kupfer (DEL-Notiz) 518,62 549,85<br />
Messing MS 63/37 516,00 542,00<br />
Zinsen und Renditen<br />
10-j. Staatsanleihen<br />
30.01. +/–% 24.01.<br />
Australien 0,964 W -11,32 1,087<br />
Belgien -0,164 WWWW -65,66 -0,099<br />
Dänemark -0,392 WW -22,88 -0,319<br />
Deutschland -0,404 W -20,96 -0,334<br />
Frankreich -0,146 WWWWWW -87,18 -0,078<br />
Griechenland 1,142 W -12,62 1,307<br />
Großbritannien 0,558 W -3,13 0,576<br />
Italien 0,946 W -21,95 1,212<br />
Japan -0,060 WWWWWWWWW -140,64 -0,025<br />
Kanada 1,279 W -7,67 1,385<br />
Niederlande -0,308 WW -27,27 -0,242<br />
Österreich -0,230 WWWW -60,84 -0,143<br />
Portugal 0,253 WW -26,67 0,345<br />
Russland 6,260 +1,05 W 6,195<br />
Schweden -0,031 WWWWWWWWWW -150,82 0,061<br />
Schweiz -0,710 W -4,41 -0,680<br />
Spanien 0,271 W -21,22 0,344<br />
USA 1,556 W -8,23 1,695<br />
Sonstige 30.01. 24.01.<br />
REX 144,80 144,28<br />
Umlaufrendite -0,40 -0,33<br />
Ausländische Leitzinsen<br />
Konjunkturdaten<br />
Satz in %<br />
gültig ab<br />
Dänemark Diskontsatz 0,00 22.06.2017<br />
Großbritannien Repo Satz 0,75 02.08.2018<br />
Polen Diskontsatz 1,75 05.03.2015<br />
Rumänien Reference Rate 2,50 07.05.2018<br />
Schweden Pensionssatz 0,00 08.01.2020<br />
Tschechien Diskontsatz 1,00 03.05.2019<br />
Ungarn Base Rate 0,90 25.05.2016<br />
Norwegen Deposits Rate 1,50 19.09.2019<br />
Schweiz Leitzins -0,75 30.01.2020<br />
Australien Target-Cash Rate 0,75 01.10.2019<br />
Hongkong Prime Rate 2,00 31.10.2019<br />
Japan Diskontsatz -0,10 01.02.2016<br />
Kanada Overnight Rate 1,75 24.10.2018<br />
Südafrika Prime Rate 9,75 16.01.2020<br />
USA Diskontsatz* 3,00 21.01.2019<br />
USA Fed Funds Rate 1,75 30.10.2019<br />
BIP-Wachstum°<br />
Land letztes Prognose<br />
Deutschland 1,00 (09.19) 0,40 (02.20)<br />
Eurozone 1,20 (09.19) 1,10 (02.20)<br />
Frankreich 1,20 (09.19) 1,20 (02.20)<br />
Grossbritannien 1,10 (09.19) 1,00 (02.20)<br />
Italien 0,30 (09.19) 0,40 (02.20)<br />
Japan 0,20 (09.19) 0,60 (02.20)<br />
Schweiz 1,10 (09.19) 1,40 (02.20)<br />
USA 2,10 (09.19) 2,00 (02.20)<br />
Deutschland -2,60 (11.19) 4,90 (12.19)<br />
Eurozone -1,50 (11.19) 7,50 (11.19)<br />
Frankreich -0,20 (10.19) 8,40 (11.19)<br />
Grossbritannien -1,60 (11.19) 3,80 (10.19)<br />
Italien -0,60 (11.19) 9,70 (11.19)<br />
Japan -8,20 (12.19) 2,20 (11.19)<br />
Schweiz 8,60 (09.19) 2,30 (12.19)<br />
USA -1,00 (12.19) 3,50 (12.19)<br />
Inflation°°<br />
Land letztes Prognose<br />
Deutschland 1,50 (12.19) 1,20 (02.20)<br />
Eurozone 1,30 (12.19) 1,10 (02.20)<br />
Frankreich 1,40 (12.19) 1,20 (02.20)<br />
Grossbritannien 1,30 (12.19) 2,00 (02.20)<br />
Italien 0,50 (12.19) 0,60 (02.20)<br />
Japan 0,80 (12.19) 1,10 (02.20)<br />
Schweiz 0,20 (12.19) 0,40 (02.20)<br />
USA 2,30 (12.19) 2,20 (02.20)<br />
Industrie- Arbeits-<br />
Land produktion° losigkeit°°<br />
Detailhandels-<br />
Real-<br />
Land umsätze° zins°°<br />
Deutschland -0,20 (12.19) -1,83 (01.20)<br />
Eurozone -1,40 (11.19) -1,60 (01.20)<br />
Frankreich -0,80 (11.19) -1,48 (01.20)<br />
Grossbritannien 0,90 (12.19) -0,72 (01.20)<br />
Italien -2,50 (11.19) 0,71 (01.20)<br />
Japan 0,90 (12.19) -0,83 (01.20)<br />
Schweiz -1,70 (12.19) -0,88 (01.20)<br />
USA 1,30 (12.19) -0,60 (01.20)<br />
Angaben in Prozent, °Quartalszahlen auf Jahresbasis °° Monatszahlen<br />
auf Jahresbasis. Mitgeteilt vonStatec und weiteren Statistikämtern.<br />
Erläuterungen<br />
Metalle und Münzen: Degussa Goldhandel (Endkundenpreise);<br />
Währungen: Kurse aus Bankensicht, Quelle Deutsche<br />
Bank, Sortenkurse unterliegen regionalen Schwankungen.<br />
Tagesgeld, Ratenkredite, Festgeld, Sparbriefe und langfristige<br />
Anlagen =Quelle FinanzberatungMax Herbst<br />
Stand:30.01.20, 21.50 Uhr ME(S)Z<br />
Alle Angaben ohne Gewähr. Quelle
B10 <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020<br />
·························································································································································································································································································<br />
Rätsel<br />
1/0 RÄTSEL<br />
Es sind die Ziffern1und 0indas Gitter<br />
einzutragen. In jeder Zeile und Spalte<br />
müssen beide Ziffern gleich oft vorkommen.<br />
Senkrecht und waagerecht<br />
dürfen nicht mehr als zwei gleiche<br />
Ziffern nebeneinander stehen.<br />
WABE<br />
Dierichtigen Begriffe müssen im Uhrzeigersinn<br />
beginnend bei der Pfeilspitze<br />
in die einzelnen Wabenkästchen<br />
eingetragen werden.<br />
FUTOSHIKI<br />
In jede Zeile und jede Spalte müssen<br />
alle Zahlen von 1bis 6genau einmal<br />
eingetragen werden. Die Pfeile bedeuten,<br />
dass die Zahl an der Spitze<br />
des Pfeils kleiner ist als die Zahl an der<br />
offenen Seite.<br />
5<br />
3<br />
1<br />
Lösung vom<br />
25./26. Januar 2020<br />
Auflösung: Gesucht wurde AvaGardner. Geboren<br />
am 24. Dezember 1922 in Grabtown, gestorben am<br />
25. Januar 1990 in London.<br />
2<br />
4<br />
4 6<br />
Die<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> verlost diese Woche einen<br />
Jochen Schweizer Gutschein im Wert von<br />
80 Euro.Mit dem Gutschein können Siefrei<br />
durch die Erlebniswelt vonJochen Schweizer stöbernund<br />
IhrWunscherlebnis auswählen –beispielsweise<br />
ein entspanntes Dinner oder einen<br />
aufregenden Fallschirmsprung.<br />
Leserreisen-Magazin<br />
Jetzt<br />
kostenlos<br />
anfordern<br />
1<br />
LESERREISEN<br />
INFORMATIONENUNTER<br />
Neu:<br />
030–23 27 66 33<br />
Leserreisen- www.berliner-zeitung.de<br />
/leserreisen<br />
Magazin 2020<br />
Über 60ausgewählte<br />
Reisen!<br />
LESERREISEN<br />
P R E I S R Ä T S E L<br />
2 3 4 5 6 7 8<br />
Senden Siedas Lösungswort(bitte mit Anschrift und Telefonnummer) auf einer Postkarte an: <strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong><br />
Rätsel-Aktionen: KennwortPREISRÄTSEL am Samstag, Postfach 11 02 01,<br />
10832 Berlin oder per E-Mail an: raetsel@berliner-zeitung.de.<br />
Einsendeschluss ist der kommende Dienstag (Poststempel). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.<br />
Mitarbeiter des <strong>Berliner</strong> Verlages und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. DerRechtsweg istausgeschlossen.<br />
Gewinner werden telefonisch oder schriftlich benachrichtigt und an dieser Stelle bekannt gegeben.<br />
Lösung vom25./26.01.2020: ALBATROS Gewinnerin: Anett Linke, 12524 Berlin<br />
R A T E K R I M I<br />
Ruhestörung<br />
auf Schienen<br />
Hat man nicht mal am Wochenende<br />
seine Ruhe?“ Hauptkommissar Erwin<br />
Malgernopf verzog das Gesicht, als<br />
sich ein paar Reihen hinter ihm im<br />
Großraumabteil Geschrei erhob.<br />
„Mein Smartphone!“, gellte die<br />
Stimme einer jungen Frau. „Jemand hat<br />
es geklaut! Polizei!“<br />
Die Stimme war Malgernopf nicht<br />
unbekannt. Die zugehörige Dame hatte<br />
die vergangene Stunde damit verbracht,<br />
zu telefonieren –laut, ausdauernd und<br />
zu allem Überfluss mithilfe der Freisprecheinrichtung<br />
ihres Handys.Sowaren<br />
die umsitzenden Fahrgäste in den<br />
Genuss gekommen, nicht nur ihren Ansichten<br />
zur jüngsten Folge des„Dschungelcamps“<br />
sowie den sexuellen Unzulänglichkeiten<br />
ihres Ex zu lauschen, sondernzusätzlich<br />
auch den Erwiderungen<br />
ihrer nicht minder stimmgewaltigen Gesprächspartnerin<br />
Mandy. Dass sie sich<br />
in einer Ruhezone befand, wo die Verwendung<br />
von Mobiltelefonen untersagt<br />
war, scherte die Frau ebenso wenig wie<br />
die bösen Blicke und vereinzelten Kommentare,<br />
mitdenen dieMitreisenden sie<br />
bedachten. Ein Schaffner, bei dem man<br />
sich hätte beschweren können, war seit<br />
über einer Stunde nicht gesichtet worden.<br />
„Ich wurde bestohlen!“, plärrte die<br />
Frau weiter. „Jemand muss die Polizei<br />
rufen!“<br />
Malgernopf erhob sich und durchquerte<br />
den Wagen, bis auf einem Fensterplatz<br />
zu seiner Linken das vor Aufregung<br />
rot angelaufene Gesicht eines<br />
knapp zwanzigjährigen Mädchens mit<br />
blond gefärbtem Haar auftauchte. „Die<br />
Polizeiist schonda“,erklärte er.Das war<br />
zwar nicht ganz korrekt, da er sich nicht<br />
im Dienst befand, aber die Aussage verfehlte<br />
ihreWirkung nicht: Diejunge Frau<br />
verstummte – zumindest kurz –, und<br />
auch auf den benachbarten Sitzplätzen<br />
breitete sich gespannte Stille aus. „Was<br />
ist passiert?“, wollte der HK wissen.<br />
„Ich warauf der Toilette“, berichtete<br />
die Frau. „Als ich wiederkam und mein<br />
Handy aus der Handtasche nehmen<br />
wollte,umeine Textnachricht zu schreiben,<br />
war es weg.“<br />
„Textnachricht?“ Eine ältere Dame<br />
mit grauem Haar, die der Bestohlenen<br />
auf dem Vierersitz schräg gegenüber<br />
saß, schnaubte spöttisch. „Sie wollten<br />
Mandy zurückrufen und mit ihr weiter<br />
über Justins kleinen Schniepel herziehen.“<br />
Die Blondine starrte sie entgeistert<br />
an. Anscheinend war ihr nie in den Sinn<br />
gekommen, dass Menschen den Inhalt<br />
ihrer Telefongespräche verfolgenkönnten,<br />
wenn sie diese in aller Öffentlichkeit<br />
führte.<br />
Ein bärtiger Mann, der auf der rechten<br />
Seite des Ganges saß, bat Malgernopf:<br />
„Bitte beschaffen Sieihr dasTelefonnicht<br />
wieder! Ichwürde dieverbleibenden<br />
zwanzig Minuten Fahrt gern in<br />
Ruhe zubringen.“<br />
„Unverschämtheit“, entrüstete sich<br />
die Bestohlene,„Als obich so laut telefonieren<br />
würde!“<br />
„Laut ist gar kein Ausdruck“, meldete<br />
sich eine schwarzhaarige Mittfünfzigerin<br />
von einem Fensterplatz auf der<br />
rechten Gangseite zu Wort. „Sie haben<br />
so schrill in Ihr iPhone gebrüllt, dass<br />
man es noch drüben im Speisewagen<br />
gehörthaben dürfte.“<br />
„Immer mit der Ruhe.“ Malgernopf<br />
wandte sich an eine der drei Personen.<br />
„Bitte geben Sie der jungen Dame ihr<br />
Eigentum zurück. Ichbin überzeugt,für<br />
denRestder Strecke wird sieauf Telefonate<br />
in derRuhezoneverzichten.“<br />
Wenhatte derHKangesprochen?<br />
Mark Golloch<br />
Hamburg und die Elbphilharmonie<br />
LESERREISEN<br />
ab€ 729,-<br />
Preis p.P.imDZ<br />
22.06. -24.06.2020<br />
3-tägige Reise nach Hamburg inklusive<br />
Top-Konzert in der Elbphilharmonie<br />
Bahnreise ab/an Berlin •2xÜN/F im First-Class-Hotel Reichshof<br />
Curio by Hilton •Konzert mit Werken von Haydn und Tschaikowsky<br />
in der Elbphilharmonie (PK 3) •3-Gang-Menü im Restaurant<br />
Schifferbörse Hamburg •3-stündige Stadtrundfahrt<br />
INFOS UNDBUCHUNG UNTER<br />
06187-480 48 40<br />
www.berliner-zeitung.de<br />
/leserreisen<br />
LESERREISEN<br />
©Globalis Erlebnisreisen<br />
Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vom Reiseveranstalter.<br />
Reiseveranstalter (i. S. d. G.): Globalis Erlebnisreisen GmbH, Uferstrasse 24, 61137 Schöneck
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> |<strong>Berliner</strong> Kurier<br />
Immobilienwelten<br />
Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design<br />
Nr.5,Ausgabe 1./2.Februar 2020<br />
Bild: Gubi<br />
WIDERSPRÜCHLICHE MÖBELTRENDS<br />
Vintage, Industrial<br />
und New Nordic 04<br />
Kurz &Gut<br />
Mehr Sturm, Schnnee und Regen:<br />
Spezielle Klammern verhindern, dass<br />
sich Dachpfannen lösen<br />
Rechtsexperten<br />
Der alte Teppich soll ersetzt werden. Wer<br />
bezahlt das? Kommt darauf an, wer ihn<br />
verlegt hat, sagt der Rechtsanwalt<br />
Im Gespräch mit Christina Geib<br />
Wenn neu gebaut wird, sind die<br />
Nachbarn skeptisch. Die WBM beteiligt<br />
sie mit einer App an der Planung
Messe-Spezial<br />
2019<br />
Quelle: ©drubig-photo/fotolia<br />
www.<br />
OderSpreeBau<br />
Erkner |Stadthalle |08.+09.Februar |10-17 Uhr<br />
+++ Die regionale Messe für H AUS, ENERGIE & U MWELT für die Stadt<br />
Erkner, den Landkreis OderSpree und die östlichen <strong>Berliner</strong> Stadtbezirke +++<br />
regionale und überregionale Bau- und Handwerksunternehmen +++<br />
Informationen und Beratung zu allen Themen rund ums Bauen, Sanieren, Renovieren und<br />
Energie sparen +++ kostenfreie Kinderbetreuung +++ Messerestaurant +++<br />
kostenfreie Parkplätze<br />
+++ umfangreiches Besucherfachprogramm +++<br />
Samstag, 08. Februar<br />
10.30 Uhr Eröffnung der OderSpreeBau Erkner 2020<br />
11.00 Uhr Information zu Fördermittel "Neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“<br />
Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Sidow, Energieberater, Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.<br />
11.30 Uhr Wie komme ich zu einem realistischen Wert beim Kauf/Verkauf einer Immobilie?<br />
Dipl.-Jur. Piotr Zelazny, Immobiliensachverständiger, für den Verein Haus &Grund Erkner e.V.<br />
12.00 Uhr Was (fast) keine Versicherung absichert -<br />
oder worauf es bei einer Immobilienabsicherung wirklich ankommt.<br />
Rüdiger Singer, Hauptvertretung Feuersozietät Berlin-Brandenburg AG<br />
12.30 Uhr Hausangebote unter der Lupe<br />
Dipl.-Arch. Ludger Weidemüller, Bauherren-Schutzbund e.V.<br />
13.00 Uhr Krankmachende Schadstoffe im Neubau vermeiden –Der Weg in´s gesunde Haus (Firmenvortrag)<br />
Günter Beierke, Baubiologe IBN, Bau- GmbH Roth<br />
14.00 Uhr Förderprogramme Heizungsmodernisierung 2020:<br />
Heizkosten sparen -Umwelt entlasten -staatliche Förderung erhalten!(Firmenvortrag)<br />
Dipl.-Ing. Simone Munkelt, Gebietsverkaufsleiterin, SOLVIS GmbH<br />
14.30 Uhr Einbruchschutz zum Nachrüsten –einfach und sicher (Firmenvortrag)<br />
Dirk Hoffer, Geschäftsinhaber Bärlin Einbruchschutz GbR<br />
Sonntag, 09. Februar<br />
11.30 Uhr Förderprogramme Heizungsmodernisierung 2020:<br />
Heizkosten sparen -Umwelt entlasten -staatliche Förderung erhalten!(Firmenvortrag)<br />
Dipl.-Ing. Simone Munkelt, Gebietsverkaufsleiterin, SOLVIS GmbH<br />
12.00 Uhr Einbruchschutz zum Nachrüsten –einfach und sicher (Firmenvortrag)<br />
Dirk Hoffer, Geschäftsinhaber Bärlin Einbruchschutz GbR<br />
12.30 Uhr Worauf sollte der Bauherr bei der Finanzierung seiner Immobilie achten?<br />
Viola Zelazny-Nowak, Finanzberatung<br />
13.00 Uhr Information zu Fördermittel "Neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“<br />
Dipl.-Ing. Klaus-Dieter Sidow, Energieberater, Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.<br />
14.00 Uhr Krankmachende Schadstoffe im Neubau vermeiden –Der Weg in`s gesunde Haus (Firmenvortrag)<br />
Günter Beierke, Baubiologe IBN, Bau-GmbH Roth<br />
14.30 Uhr Solarenergie rund um die Uhr (Firmenvortrag)<br />
Tino Matheis, Privatkundenvertrieb, EWE VERTRIEB GmbH, Geschäftsregion Brandenburg/Rügen<br />
Das aktuelle Ausstellerverzeichnis finden Sie jederzeit unter<br />
www.OderSpreeBau.de<br />
Für weitergehende Informationen zu dieser und unseren weiteren Messen besuchen Sie uns<br />
auf www.Baumessen-Brandenburg.de oder auch unter 030 / 948 79 75 - 0.<br />
.de
Nr.5,Ausgabe 1./2. Februar 2020<br />
/ 3<br />
KURZ &GUT<br />
Mieter müssen Vermieter nur in<br />
Ausnahmefällen in die Wohnung lassen. Und<br />
mitbringen dürfen Vermieter nur Fachleute.<br />
Zum Beispiel Handwerker, Sachverständige –<br />
oder Mietinteressenten.<br />
AZ: (7 S8432/17)<br />
Editorial<br />
Nadine Kirsch<br />
und das Immo-Team<br />
MEIN NEUER NACHBAR, DER STREETART-KÜNSTLER<br />
Ich glaube, Banksy ist in meinem Haus eingezogen. Der Londoner<br />
Streetart-Künstler ist ja berühmt für Graffitis, die er in Nacht- und Nebelaktionen<br />
anbringt. Im Erdgeschoss haben wir seit kurzem drei dunkelgraue<br />
Dreiviertelkreise an der Wand, die absichtlich platziert aussehen.<br />
Könnte es sein, dass jemand unser Treppenhaus verschönern<br />
wollte? Ich bin vor elf Jahren ins Haus gekommen und meine Mutter<br />
meinte damals schon, dass das Treppenhaus dringend einen Anstrich<br />
benötigt. Ich sagte das der Mieterbetreuerin der Wohnungsbaugesellschaft,<br />
bei der ich meinen Mietvertrag unterschrieb. Sie versprach,<br />
dass es bald gemacht werde. Natürlich ist seitdem nichts passiert. Zu<br />
den grauen, schwarzen und braunen Flecken auf dem gelben Anstrich<br />
gesellten sich jedes Jahr neue graue, schwarze und braune Flecken. Bis<br />
es nun zu dieser markanten Veränderung kam, die aus einem leicht<br />
schmuddeligen Treppenhaus entweder ein Kunstwerk oder ein richtig<br />
dreckiges Treppenhaus macht. Ich fürchte, ich muss mich mit der<br />
zweiten Variante anfreunden. Banksy steht an keinem Klingelschild.<br />
Bild:epr/FriedrichOssenberg-Schule<br />
MIT SPEZIALKLAMMERN<br />
GEGEN FLIEGENDE DACHPFANNEN<br />
Heute kann es regnen, stürmen oder schneien –was sich als Glückwunschlied zu Geburtstagen etabliert<br />
hat, bewahrheitet sich mittlerweile auch klimatechnisch: Wetterextreme häufen sich immer<br />
mehr und nehmen an Stärke zu. Um das Eigenheim gegen Unwetter zu wappnen, ist eine gute<br />
Windsogsicherung wichtig. Lösen sich Dachpfannen durch starke Windböen, ist eine beschädigte<br />
Eindeckung nur das halbe Übel. Denn oftmals gehen mit den heftigen Böen auch Regen oder Schnee<br />
einher, die in Folge der Abdeckung ungehindert eindringen und im Inneren des Hauses Schäden an<br />
Sachwerten und Bausubstanz hinterlassen können. Viele Menschen nutzen den Platz unter dem<br />
Dach zur Lagerung von saisonaler Kleidung, Dokumenten oder Familienerbstücken. Werden diese<br />
Besitztümer Feuchtigkeit ungeschützt ausgesetzt, tragen sie oft bleibenden Schaden davon. Das Unternehmen<br />
Friedrich Ossenberg-Schule hat deshalb auf die Dachpfanne abgestimmte Sturmklammern<br />
entwickelt. Seit 2011 müssen laut der deutschen Fachregel und dem europäischen Eurocode<br />
Teilflächen von Steildächern in allen Windzonen mit Sturmklammern gesichert werden. Durch das<br />
Anbringen der mindestens korrosionsgeschützten Metall-Klammern werden die Dachpfannen auf<br />
den Trägerlatten fixiert, so dass sie selbst in stürmischen Zeiten sicher an Ort und Stelle bleiben.<br />
Zum Einsatz kommt die Windsogsicherung bei Steildächern mit einer Dachneigung von mehr als<br />
zehn Grad. Das lohnt sich, denn eine fachgerechte Sturmsicherung kostet erheblich weniger als die<br />
Regulierung eines tatsächlichen Schadenfalls.<br />
WILD WIE HOLZ:<br />
NEUE DESIGNMÖBEL AUS BELGIEN<br />
Impressum<br />
Macht Lustauf einen Besuch<br />
in der Strandbar: „Ink“.<br />
Bild:Wildspirit<br />
Frisch von der imm Cologne:neue Möbel von Wildspirit, darunter<br />
viele Outdoor-Stücke in Teakholz. Möbel des belgischen Labels<br />
Wildspirit findet man an renommierten Adressen rund um den<br />
Globus. Seien es die ersten Hotels am Platz, noble Restaurants<br />
oder exklusive Designerboutiquen. Klassikersinddie Kollektionen<br />
Moonlounger, Play, Ink oder Arch. Sie bereichern ihr Umfeld<br />
stets durch klares, zeitloses Design aus Vollhölzern und Leder.<br />
Verantwortlich für den Inhalt:<br />
<strong>Berliner</strong> Verlag GmbH<br />
Geschäftsführer: Dr.Michael Maier,<br />
Holger Friedrich<br />
Anzeigen:<br />
BVZ<strong>Berliner</strong> Medien GmbH<br />
Postfach 11 05 06 |10835 Berlin<br />
Geschäftsführer: Dr.Michael Maier<br />
Anzeigenannahme: (030) 23 27 50<br />
Es gilt die Preisliste „Immobilienwelten“ Nr.2vom<br />
01.01.2018 und im Weiteren die aktuelle Preisliste<br />
„BerlinKompakt Nr.11“ vom01.01.2018.<br />
Druck: BVZ<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong>sdruck<br />
GmbH,<br />
Am Wasserwerk 11, 10365 Berlin<br />
www.berliner-zeitungsdruck.de<br />
Geschäfsführer: SteffenHelmschrott<br />
Layout, Redaktion und Produktion:<br />
mdsCreativeBerlin GmbH<br />
AlteJakobstraße 105<br />
10969Berlin<br />
Klaus Bartels (verantwortlich),<br />
Nadine Kirsch<br />
(030) 23 27 67 12<br />
immobilien@mdscreative.berlin
4<br />
Bild: Hay<br />
Verspielt, gemütlich,<br />
herberCharme<br />
Vintage, Industrial und New Nordic:<br />
Wer sich heute einrichtet, kann<br />
frei zwischen widersprüchlichen<br />
Stilen wählen<br />
Bild:Pamon<br />
Ein Bauhaus-Blumenregal<br />
Mit der Kleidung, die wir tragen<br />
und der Art, wie wir<br />
unsere Wohnung einrichten,<br />
zeigen wir, wer wir sind und was uns<br />
gefällt. Die wechselnden Trends in<br />
den Läden übernehmen wir, wenn sie<br />
zu uns passen. Manche Trends etablieren<br />
sich auch und bleiben dauerhaft<br />
angesagt. Beim Interior Design haben<br />
das zum Beispiel Industrial und der<br />
skandinavische Stil geschafft. Auch<br />
Vintage-Möbel und -Accessoires sind<br />
nach wie vor beliebt. Wir zeigen, wie<br />
jeder sich die bewährten Trends in seine<br />
vier Wände holen kann.<br />
Viel Geld für Einrichtung. Die Deutschen<br />
machen es sich zuhause gerne<br />
schön –und sind bereit, dafür tief in<br />
die Tasche zu greifen. Nach Angaben<br />
der Statistikdatenbank Statista geben<br />
private Haushalte in der Bundesrepublik<br />
seit 2009 immer mehr Geld für<br />
Möbel aus. 2018 waren es knapp 44<br />
Milliarden Euro. Zu welchem Einrichtungstrend<br />
diese Möbel zählten,<br />
haben die Statistiker zwar nicht ermittelt.<br />
Die Wahrscheinlichkeit ist aber<br />
hoch, dasseinige Vintage-, Scandi-Style-<br />
und Industrial-Stücke dabei waren.<br />
Frühere Zweckbauten<br />
empfinden heute viele<br />
als besonders wohnlich.<br />
Historischer Fabrikcharme. Wereinmal<br />
eine historische Fabrikhalle besichtigt<br />
hat, kennt den Charme dieser weitläufigen<br />
Räume mit gemauerten Wänden.<br />
Was damals als Zweckbau errichtet<br />
wurde, empfinden heute viele als<br />
wohnlich –genauso wie Wände aus<br />
Beton. Einrichtung im Industrial-Stil<br />
ist von dieser Formensprache inspi-
Nr.5,Ausgabe 1./2.Februar 2020<br />
/ 5<br />
riert. Altes, Grobes trifft hier auf moderne<br />
Reduktion. „Der Industrial Wohnstil wirkt<br />
kühl, rau und ein wenig unfertig“, sagt Jörn<br />
Friedrichsen, Center-Manager von stilwerk<br />
Berlin. „Hier sind klare Gestaltungselemente<br />
und grobe, robuste Materialien gefragt.“<br />
Die Möbel und Accessoires bestehen häufig<br />
aus Metall. Oder aus Holz, das gerne alt<br />
sein oder zumindest so aussehen darf. Eine<br />
Wohnung im Industrial-Stil ist in gedeckten,<br />
aber vornehmlich warmen Farben gehalten:<br />
Braun- Beige- und Grautöne dominieren,<br />
starke Kontraste sind weniger zu sehen.<br />
Beton und Estrich:<br />
Auch der Fußboden<br />
darf grobsein.<br />
Naturgemäß im Loft. „Dieser Einrichtungsstil<br />
ist in den 2000er Jahren entstanden, als in<br />
den USA, aber auch in Europa alte Fabrikund<br />
Gewerbegebäude in Wohnräume umgewidmet<br />
wurden“, erklärt Britta Weißer.<br />
Die <strong>Berliner</strong> Innenarchitektin hat sich auf<br />
Yoga-Studios spezialisiert, richtet aber auch<br />
Privatwohnungen ein. In Loftwohnungen in<br />
ehemaligen Industriegebäuden hat der Industrial-Stil<br />
sein natürliches Zuhause. „Beim<br />
Industrial Style sind unverputzte, graue Wände<br />
und sichtbares Mauerwerk mit nackten<br />
Steinen angesagt“, erklärt Friedrichsen.<br />
„Auch der Fußboden darf grob sein.“<br />
Hier sei beispielsweise sichtbarer Estrich<br />
oder Beton eine gute Wahl.<br />
Mit Möbeln und Accessoires. Wernicht gerade<br />
in einem New Yorker Loft, sondern beispielsweise<br />
in einem Sechzigerjahre-Bau in<br />
Zehlendorf wohnt, muss seinen Industrial<br />
Dream nicht aufgeben. Wichtig ist die Auswahl<br />
passender Möbel und Accessoires –<br />
und die hat jeder in der Hand. „Die Möbel<br />
sind weder kunterbunt noch lackiert. Stattdessen<br />
stehen natürliche Werkstoffe im<br />
Mittelpunkt: Altholz, Beton oder Stahl“,<br />
erklärt Friedrichsen. Als Accessoires eignen<br />
sich etwa nackte Glühbirnen, (wenige) alte<br />
Gegenstände aus Holz wie Weinkisten oder<br />
Schwarz-Weiß-Fotos. „Als Kontrast zum<br />
rauen Charme wird der eine oder andere<br />
kräftige Farbtupfer ins Spiel gebracht. Das<br />
beweist Stilsicherheit und Modernität“, rät<br />
der Center-Manager von stilwerk weiter.<br />
Gemütlich, hell und einfach. Industrial ist<br />
etwas für Menschen, die rauen Charme<br />
mögen. Doch wo bleibt da die moderne<br />
Gemütlichkeit? Die muss man schon in einer<br />
anderen Stilwelt suchen. Wer esgerne<br />
schlicht schön, aber heimeliger hat, ist beim<br />
skandinavischen Stil gut aufgehoben. Er<br />
wird auch Scandi Style oder New Nordic genannt.<br />
„Der helle und freundliche skandinavische<br />
Stil gefällt einfach vielen Menschen“<br />
sagt Weißer. Erlasse sich zudem in vielen<br />
Wohnungen umsetzen. Die Einrichtung ist<br />
auch hier auf das Wesentliche reduziert: In einer<br />
typischen Wohnung im skandinavischen<br />
Stil steht nicht viel herum.<br />
Nordic hat den gewissen<br />
natürlichen Touch, den<br />
Industrial vermissen lässt.<br />
Mehr Natur. Die nordisch inspirierten Möbel<br />
und Accessoires sind vornehmlich aus<br />
Holz – vor allem aus hellen Hölzern wie<br />
Fichte, Birke oder Kiefer –gefertigt. Auch<br />
Metall, Leder, Wolle und Fell kommen häufig<br />
vor. Das sorgt für den gewissen natürlichen<br />
Touch, den Industrial vermissen lässt.<br />
Alles ist in hellen Farben gehalten: „Beim<br />
skandinavischen Stil dominieren helle Töne<br />
und Pastellfarben“, sagt Weißer. Eskönnen<br />
auch einzelne kräftig farbige Stücke zur Auflockerung<br />
dabei sein. „Eine New Nordic<br />
Einrichtung ist insgesamt aber hell gehalten.“<br />
Das habe auch damit zu tun, dass die<br />
Winter im Norden lang und dunkel sind.<br />
...<br />
Bild: FraaiBerlin (rechts), USM Haller(unten)<br />
Wo shoppen?<br />
Einen Blick riskieren –oder auch zwei<br />
In Berlin gibt es für jeden Stil jede Menge gute Einkaufs-Adressen. Wir stellen ein<br />
paar von ihnen vor.„Urban Industrial“ heißt ein Laden, der sich, wie der Name schon<br />
sagt, der Industrie-Ästhetik verschrieben hat. Die Adresse könnte nicht passender<br />
sein: Die 800 Quadratmeger großen Verkaufsräume befinden sich an der Wriezener<br />
Allee, in der Nähe des berühmten Clubs Berghain. Die Räume können auch für<br />
Veranstaltungen gemietet werden.<br />
WerimHerzen der Hauptstadt nordisch einkaufen gehen will, findet Nordic<br />
Urban in Mitte an der Hannah-Ahrendt-Straße. Das Sortiment skandinavischer<br />
Designprodukte ist breit gefächert: Möbel, Lampen und Accessoires für den<br />
privaten Wohnraum, Ferienwohnungen oder den Arbeitsplatz. Man kann auch<br />
eine Einrichtungsberatung buchen –das kostet pro Zimmer 100 Euro und für die<br />
komplette Wohnung oder das Haus 300 Euro. Das Geld erhält man bei einem Einkauf<br />
ab 1000 beziehungsweise 3000 Euro in Form eines Rabattes zurück.<br />
In der Karl-Marx-Allee findet Original in Berlin auf 1000 Quadratmetern Platz, um<br />
eine Auswahl an Möbeln, Designstücken, Lampen und Objekten im Midcentury-Stil<br />
zu präsentieren. Zu finden sind dort skandinavische, französische, italienische und<br />
amerikanische Klassiker von Paul McCobb, Charles &Ray Eames, George Nelson<br />
und Finn Juhl bis hin zu Charlotte Perriand, Gio Ponti und Marco Zanuso. Kunden<br />
können direkt vor die Eingangstür fahren, um ihre Fundstücke einzuladen. Die<br />
hauseigene Polsterei und Teppichwerkstatt erfüllt nach eigenen Angabe gerne auch<br />
ungewöhnliche Kundenwünsche.<br />
Weresetwas älter mag, wird bei Vintage Living in der Oranienstraße fündig. Dort<br />
gibt es Vintage- und Antikmöbel ab etwa anno 1910. Seit über 20 Jahren ist Peter<br />
Althammer dort leidenschaftlicher Schatzsucher und Möbel-Überlebensretter.(bäu)
6<br />
Nordic-Wohntextilien sind häufig mit auffälligen,<br />
grafischen Mustern verziert –und<br />
können damit trotz der gedeckten Farben<br />
ein Blickfang sein.<br />
Viele Nordic-Design-Klassiker<br />
stammen aus der Mitte<br />
des letzten Jahrhunderts.<br />
Bauhaus und Midcentury. Verspielt wird es<br />
mit Midcentury.Entstanden ist der Stil in den<br />
Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts, daher<br />
der Name.Aus dieser Zeit stammen auch viele<br />
Möbelklassikervon skandinavischen Designern,<br />
etwa der Egg Chairdes dänischen Designers<br />
und Architekten Arne Jacobsen und<br />
die Pendelleuchte Beehive, eine Schöpfung<br />
des finnischen Architekten und Designers<br />
Alvar Aalto. Sie werden heute noch hergestellt<br />
und haben skandinavisches Design weit<br />
über die Grenzen von Dänemark, Schweden,<br />
Norwegen und Finnland hinaus berühmt<br />
gemacht. Typsche Scandi-Style-Möbel sind<br />
einfach gestaltet, mit klaren Linen, ohne<br />
Schnörkel. Hier zeigt sich der Einfluss des<br />
Bauhauses, bei dem die Funktion eines Gegenstandes<br />
seine Form bestimmt. Bei Möbeln<br />
skandinavischen Designs finden sich oft auch<br />
Midcentury-Elemente. Typisch für Möbel sind<br />
kastige, aber auch rundeFormen mitschmalen,<br />
nach außenzeigendenMöbelfüßen.<br />
Möbel mit Geschichte. Ob skandinavisch, mit<br />
Industrie-Flair oder farbenfroh und romantisch<br />
–viele wünschen sich für ihre Wohnung<br />
Retro-Charme mit Vintage-Möbeln. „Als<br />
Vintage gelten Einrichtungsgegenstände, die<br />
tatsächlich alt sind“, erklärt Innenarchitektin<br />
Weißer. Der Begriff gilt für Möbel, die zwischen<br />
1920 und 1980 gebaut worden sind,<br />
etwa Bauhaus-Freischwinger-Stühle und<br />
Midcentury-Nierentische. Vor 1920 Hergestelles<br />
läuft unter dem Begriff Antiquität.<br />
Augen auf beim Vintage-Kauf. Vintage-Möbel<br />
bekommt man bei spezialisierten Händlern.<br />
Mit Glück findet man sie auch auf dem<br />
Flohmarkt –nicht immer in gutem Zustand.<br />
„Erbstücke oder Möbel vom Trödel kann<br />
man aufarbeiten lassen“, erklärt Weißer. Ein<br />
alter Sessel lasse sich beispielsweise neu polstern.<br />
„Das ist allerdings Handwerk und nicht<br />
ganz billig.“ Ein bisschen darf man den Möbeln<br />
ihr Alter aber auch ansehen: Leichte Gebrauchsspuren<br />
oder die typische Patina, die<br />
Vintage-Möbelsind<br />
tatsächlich alt: zwischen<br />
1920 und 1980 gebaut.<br />
sich auf alten Stücken bildet, sind bei einer<br />
Vintage-Einrichtung willkommen. Welche<br />
Accessoires zu Vintage passen, hängt davon<br />
ab, Möbel welchen Stils man gewählt hat.<br />
Gut sind Accessoires aus der gleichen Zeit.<br />
Grundsätzlich können alte Stücke wie Sammeltassen<br />
oder Leuchten eine gute Wahl sein.<br />
Die gibt es oft auf Flohmärkten. Auch (neue)<br />
Vasen oder Dekoration aus Glas können Vintage-Möbel<br />
ergänzen. Doch nicht alles, was<br />
so aussieht, ist alt. Auf alt gemachte Möbel<br />
seien nicht Vintage, betont Weißer. Hier<br />
spricht man vom Retro-Stil oder Vintage-Stil.<br />
Um echte Vintage-Schätze zu finden, braucht<br />
es Zeit und ein gutes Auge. Laien können auf<br />
alt gemachte Stücke oft schwer von echtem<br />
Vintage zu unterscheiden. Anhaltspunkte sind<br />
der Preis oder die Wertigkeit des Materials.<br />
Valerie Herberg<br />
Bilder:FraaiBerlin<br />
Die Pantone-Trendfarbe des Jahres ist<br />
Classic Blue, ein mittelblauer Ton. Er eignet<br />
sich perfekt, um etwas Farbe in eine<br />
skandinavisch eingerichtete Wohnung<br />
zu bringen, beispielsweise über Decken,<br />
Kissen oder Accessoires. Da die Farbe zeitlos<br />
ist, dürften die Wohntextilien und Deko-<br />
Gegenstände auch in den nächsten Jahren<br />
nicht aus der Mode kommen.<br />
Bild: USM Haller
Immobilienwelten Nr. 5, Ausgabe 1./2. Februar 2020 / 7<br />
.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
RECHT<br />
EXPERTEN ANTWORTEN<br />
Alte Auslegeware soll ersetzt werden. Wer bezahlt die Handwerker? Das<br />
hängt davon ab, wer den Teppich verlegt hat, sagt Rechtsanwalt Erik Reinke<br />
Bild:tredford<br />
§<br />
Ich bin Mieter und möchte die<br />
30 Jahre alte Teppichauslegeware<br />
erneuern lassen. Der Teppich wurde<br />
ganzflächig verklebt. Bauseitig sind<br />
asbestbelastete PVC-Platten verlegt –<br />
Sondermüll. Beim Wechsel des Teppichs<br />
werden viele PVC-Platten an der Unterseite<br />
der Auslegeware klebenbleiben,<br />
sodass vor dem Auslegen der neuen<br />
Ware eine Ausgleichsspachtelung des<br />
Bodens erfolgen muss. Kann ich die<br />
Rechnungen dem Vermieter schicken?<br />
Das hängt davon ab, ob der Teppichboden<br />
von Ihnen mitgemietet oder von Ihnen in<br />
die Wohnung eingebracht wurde. Ist der<br />
Teppich mitvermietet, müsste der Vermieter<br />
diesen erneuern und ist dann auch für den<br />
Bodenaustausch verantwortlich. Sie dürften<br />
dieses dann nur als Mängelbeseitigung nach<br />
Fristsetzung selbst durchführen und die Kosten<br />
ersetzt verlangen. Haben Sie den Teppich<br />
eingebracht und selbst verklebt, kann der<br />
Vermieter gegebenenfalls verlangen, dass<br />
dieser rückstandsfrei entfernt wird und Beschädigungen<br />
am Boden beseitigt werden.<br />
Hier kommt es aber auch darauf an, ob diese<br />
nicht sowieso beseitigt werden müssten<br />
§<br />
Ich wohne im Norden von Berlin<br />
in einem Einfamilienhaus. Hier ist<br />
ein Wohn- und Siedlungsgebiet. 2016<br />
wurde auf meinem Nachbargrundstück<br />
ein großer Carport (5 mal 7Meter) errichtet.<br />
Der wird nun nicht mehr für<br />
das Einstellen von Fahrzeugen genutzt.<br />
Er wurde zu einem Werkstattbereich<br />
umfunktioniert. An drei bis fünf Wochentagen<br />
wird dort gearbeitet, Lärm<br />
inklusive. Darf ein Carport als Werkstatt<br />
umgewidmet werden? Ist es in dieser<br />
Größe genehmigungspflichtig? Was<br />
kann ich tun, damit das aufhört?<br />
In Berlin benötigen Sie für einen Carport<br />
bis 30 Quadratmeter keine Baugenehmigung.<br />
Anderenfalls schon. Sind<br />
Sie als Nachbar betroffen und wird eine<br />
Genehmigung notwendig, können Sie<br />
Nachbarwiderspruch einlegen, wenn Sie<br />
in eigenen Rechten, zum Beispiel der Abstandsfläche,<br />
beeinträchtigt sind. Wird<br />
dieser Carport dann in der Nutzung geändert<br />
und als Werkstatt verwendet,<br />
benötigt der Nachbar eine Umnutzungsgenehmigung.<br />
Auch gegen diese ist der<br />
Widerspruch zulässig. Sollte ohne Genehmigung<br />
gebaut oder genutzt werden,<br />
können Sie dies der Baubehörde anzeigen<br />
und diese muss gegebenenfalls auch die<br />
illegale Nutzungen unterbinden.<br />
Erik Reinke ist Fachanwalt für<br />
Miet- und Wohnungseigentumsrecht<br />
www.hkm-law.de<br />
Haben Sie Fragen zum Miet- oder Wohneigentumsrecht? Senden Sie uns eine E-Mail an: immobilien@mdscreative.berlin<br />
OHV<br />
CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF<br />
In Charlottenburg-Wilmersdorf standen 2018<br />
insgesamt rund 14,63Millionen Quadratmeter<br />
Wohnfläche zur Verfügung. ProEinwohner<br />
betrug die Wohnfläche demnach<br />
46,2 Quadratmeter.<br />
OPR<br />
HVL<br />
Reinickendorf (Rd)<br />
Pankow (Pk)<br />
Weißensee<br />
(Ws)<br />
Hohenschönhausen<br />
(Hs)<br />
BAR<br />
In ganz Berlin gabes2018 insgesamt<br />
rund 142,75 Millionen Quadratmeter<br />
Wohnfläche.Damit hatte jeder<br />
Einwohner derHauptstadt im Schnitt<br />
39,2 Quadratmeter Wohnfläche<br />
zur Verfügung.<br />
Spandau<br />
(Sp)<br />
Wilmersdorf<br />
(Wd)<br />
Charlottenburg<br />
(Cb)<br />
Wedding<br />
(We)<br />
Tiergarten<br />
(Tg)<br />
Schöneberg<br />
(Sb)<br />
Prenzlauer<br />
Berg (PB)<br />
Mitte<br />
(Mi)<br />
Kreuzberg<br />
(Kb)<br />
Friedrichshain<br />
(Fh)<br />
Lichtenberg<br />
(Lb)<br />
Marzahn<br />
(Mz)<br />
Hellersdorf<br />
(Hd)<br />
MOL<br />
Zehlendorf<br />
(Zd)<br />
Steglitz<br />
(St)<br />
Tempelhof<br />
(Th)<br />
58595b<br />
Neukölln<br />
(Nk)<br />
Treptow<br />
(Tr)<br />
P<br />
Köpenick<br />
(Kö)<br />
LOS<br />
PM<br />
TF<br />
Quelle: Zahlen aus 2018,Amt für Statistik Berlin-Brandenburg<br />
LDS
Immobilienwelten Nr. 5, Ausgabe 1./2. Februar 2020 / 8<br />
.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
ABKÜRZUNGEN<br />
IMMOBILIENMARKT<br />
AB ............ Altbau<br />
Ausst. ..... Ausstattung<br />
Baugst. .. Baugrundstück<br />
Bd. ...........Bad/Bäder<br />
BEZ ..........Bezirk<br />
BK ............ Betriebskosten<br />
Bj..............Baujahr<br />
Blk. ......... Balkon<br />
bw ........... Brutto-Warmmiete<br />
DG ........... Dachgeschoss<br />
DHH ........Doppelhaushälfte<br />
EBK..........Einbauküche<br />
EFH.......... Einfamilienhaus<br />
ETW.........Eigentumswohnung<br />
F................Fahrstuhl<br />
GA............ Genossenschaftsanteile<br />
GFZ..........Geschossflächenzahl<br />
GEH ......... Gasetagenheizung<br />
GRZ ......... Grundflächenzahl<br />
Gst........... Grundstück<br />
Hb............Heutbesichtigung<br />
Hk............ Heizkosten<br />
k ............... Kaltmiete<br />
Kfz........... Autostellplatz<br />
Kt. ............ Kaution<br />
MFH ........ Mehrfamilienhaus<br />
MMK....... Monatsmiete(n),Kaution<br />
NB ............ Neubau<br />
nk .............Netto-Kaltmiete<br />
NK............ Nebenkosten<br />
OG ........... Obergeschoss<br />
Pk. ........... Parkettboden<br />
RH............ Reihenhaus<br />
ren. .........renoviert<br />
REG..........Region<br />
TG ............ Tiefgaragenstellplatz<br />
VB ............ Verhandlungsbasis<br />
VS ............Verhandlungssache<br />
w .............. Warmmiete<br />
WB...........Wannenbad<br />
WBS ........ Wohnberechtigungsschein<br />
WEH........ Wohneinheiten<br />
Whg. .......Wohnung<br />
ZH............ Zentralheizung<br />
LEGENDE<br />
Haus<br />
Dachgeschoss<br />
Immobilienwelten<br />
Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design<br />
<br />
* <br />
) <br />
Abkürzungen EnEV2014<br />
Artdes Energieausweises<br />
V ............... Verbrauchsausweis<br />
B ............... Bedarfsausweis<br />
kWh ........ Kilowattstunde<br />
Energieträger<br />
Ko ............ Koks,Braunkohle,Steinkohle<br />
Öl ............ Heizöl<br />
Gas .......... Erdgas, Flüssiggas<br />
FW ........... Fernwärmeaus Heizwerk<br />
oder KWK<br />
Hz ............ Brennholz, Holzpellets,<br />
Holzhackschnitzel<br />
E .............. Elektrische Energie<br />
(auch Wärmpumpe), Strommix<br />
Baujahr des Wohngebäudes<br />
Bj .............. Baujahr<br />
Energieeffizienzklasse des<br />
Wohngebäudes<br />
A+ bis H, zum Beispiel B<br />
MIETANGEBOTE<br />
LICHTENBERG<br />
Zi m² MIETE IN EUR BK/NK FREI AB Zi m² MIETE IN EUR BK/NK FREI AB<br />
3 72,91 583,28 218,7 sofort<br />
Wohnung mit WBS, Neubau, Erstbezug<br />
in Falkenberg,Henriette-Herz-<br />
Allee 11, 13057 Berlin, Aufzug, Fußbodenheizung,<br />
Balkon. Kaution<br />
1.749,84 €. (52,1 kWh/m²a, Kraft-<br />
Wärme-Koppl., fossil, Bj. 2019, B)<br />
E-Mail: falkenberg@gewobag.de,<br />
5 125,26 1.377,86 321,7 sofort<br />
EFHinFalkenberg, Am Dörferweg 6,<br />
13057 Berlin, Neubau imErstbez., 3<br />
Etagen u. Spitzbod., Terrasse, Garten,<br />
Bad, Gäste-WC. Kaution 4.133,58 €.<br />
(48 kWh/m²a, Kraft-Wärme-Kopplung,fossil,<br />
Bj.2019, A).Besichtigung?<br />
E-Mail an falkenberg@gewobag.de<br />
Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft<br />
Berlin,www.gewobag.de gesellschaftBerlin,<br />
Gewobag Wohnungsbau-Aktien-<br />
www.gewobag.de<br />
MARZAHN/HELLERSDORF<br />
Vorsicht bei Mietvertragsabschluß! Vorher zum BERLINER MIETERVEREIN E.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de<br />
Wir vermieten<br />
1- bis 4-Zimmer-Wohnungen<br />
inBerlin-Marzahn und<br />
Hohenschönhausen, abca.<br />
400,00 €Bruttowarmmiete. Gepflegte<br />
Anlagen in grüner, ruhiger,<br />
dennoch zentraler Umgebung.<br />
Einkaufen, Ärzte, Kitas,<br />
Schulen, öffentl. Verkehrsmittel<br />
etc. inunmittelbarer Nähe. Wir<br />
freuen uns auf ein persönliches<br />
Beratungsgesprächmit Ihnen.Informationen<br />
unter:<br />
www.fortuna-eg.de und<br />
Tel.: 030-93 6430. Angebote, die<br />
das Leben schöner machen,<br />
unter: www.kieznet.de<br />
Wir<br />
vermieten<br />
1- bis 4-Zimmer-Wohnungen<br />
inBerlin-Marzahn und<br />
Hohenschönhausen, abca.<br />
400,00 €Bruttowarmmiete. Gepflegte<br />
Anlagen in grüner, ruhiger,<br />
dennoch zentraler Umgebung.<br />
Einkaufen, Ärzte, Kitas,<br />
Schulen, öffentl. Verkehrsmittel<br />
etc. in unmittelbarer Nähe. Wir<br />
freuen uns auf ein persönliches<br />
Beratungsgesprächmit Ihnen.Informationen<br />
unter:<br />
www.fortuna-eg.de und<br />
Tel.: 030-93 6430. Angebote, die<br />
das Leben schöner machen,<br />
unter: www.kieznet.de<br />
Vermiete ab 01. März 2020 31/2<br />
Zi.-Whg., ca. 105 m², KM1.000,- €<br />
zzgl. BK, Nähe S-Bhf. Mahlsdorf,<br />
2 Bäder, Balkon, teilw. Fußbodenhzg.,<br />
sehr verkehrsgünstig<br />
gelegen, EBK, t 030 62927629<br />
BERLIN MITTE<br />
Zi m² MIETE IN EUR BK/NK FREI AB<br />
2 65,31 1.204,- inkl. sofort<br />
Quartier Mittenmang: Wowohnen<br />
absolut lebenswert ist.<br />
2-Zi.-Whg. im 1. OG. Großzügiger<br />
Wohn-/Koch-/Essbereich,<br />
moderne EBK, Duschbad, Balkon,<br />
Design-Fußbodenbelag, Videogegensprechanlage,<br />
Keller, Aufzug,<br />
Fahrradstellplätze, TG optional.<br />
B: 43,7 kWh/(m²∙a), Kl. A, Fernund<br />
Nahwärme/KWK, EnEV 2014,<br />
Bj. 2019. Infobüro: Lehrter Str.<br />
23. Termine n.V. sowie Sa./So.<br />
13 –17Uhr.<br />
www.mittenmang-mieten.de<br />
Tel.: +49 (30) 88 45 93-883<br />
PANKOW<br />
Zi m² MIETE IN EUR BK/NK FREI AB<br />
2 62,90 726,09 inkl. sofort<br />
Gemütliche 2-Zi.-Whg. für junge<br />
Paare! Karow, Am Hohen Feld 115,<br />
3. OG, Wohnzimmer mit Zugang<br />
zum schönen Balkon in Süd-Ost-<br />
Ausrichtung, rechteckig geschnittenes<br />
Schlafzimmer, offene Küche<br />
mit EBK, gefliestes Wannenbad,<br />
Flur mit Abstellbereich, V: 112<br />
kWh/(m²∙a), Klasse D, Bj. 1998,<br />
Fern-/Nahwärme, Supermärkte fußläufig<br />
zu erreichen, großzügig begrünte<br />
Außenanlagen sowie vielseitige<br />
Freizeit-, Sport- und Kulturangebote,<br />
gute Verkehrsanbindung<br />
zur City (S-Bahn u. Busse), WBS mit<br />
besonderem Wohnbedarf erforderlich,<br />
Vermietungsbüro: Achillesstr.<br />
55, allod HV, www.allod.de<br />
Tel.: +49 (30) 88 45 93-850<br />
2 75,62 826,69 inkl. sofort<br />
Geräumiger Wohntraum in<br />
grüner Umgebung! Karow, Busonistr.<br />
110, 2. OG, geräumiges<br />
Wohnzimmer mit Zugang zum<br />
hellen Wintergarten, quadratisch<br />
geschnittenes Schlafzimmer, offene<br />
Küche mit EBK, gefliestes<br />
Wannenbad, Flur mit Abstellnische,<br />
V: 97 kWh/(m²∙a), Klasse<br />
C, Bj. 1996, Fern-/Nahwärme,<br />
Supermärkte fußläufig zu erreichen,<br />
schön begrünte Außenanlagen<br />
sowie vielseitige Freizeit-,<br />
Sport- und Kulturangebote, gute<br />
Verkehrsanbindung zur City (S-<br />
Bahn u. Busse), Vermietungsbüro:<br />
Achillesstraße 55, allod HV,<br />
www.allod.de<br />
Tel.: +49 (30) 88 45 93-850<br />
STEGLITZ/ZEHLENDORF<br />
Vorsicht bei Mietvertragsabschluß! Vorher zum BERLINER MIETERVEREIN E.V. z 030 22 62 60; www.berliner-mieterverein.de<br />
MIETGESUCHE<br />
WOHNUNGEN<br />
1-2 Zimmer Wohnung, (auch WG)<br />
in Berlin ges. ab 01.03.2020 o.<br />
später,M, 24 Jahre, in Ausbild.<br />
,Vater (Uni-Prof) bürgt für<br />
Mietkosten. Tel. 07243 537373<br />
KAUFANGEBOTE<br />
BERLIN MITTE<br />
Zi m² PREIS IN EUR<br />
3 87,51 587.900,-<br />
Quartier Mittenmang: Hoher<br />
Wohnkomfort in zentraler<br />
Lage. 3-Zi.-Whg. im 1. OG. Offener<br />
Wohn-/Koch-/Essbereich,<br />
Fensterbad m. Wanne u.sep. Dusche,<br />
Gäste-Bad, HWR, Balkon,<br />
Parkett mit Fußbodenhzg., Videogegensprechanlage,<br />
Aufzug,<br />
Fahrradstellplätze, TG optional.<br />
Ausgestattet in der Designlinie<br />
Classic. Prov.-fr.! B: 64 kWh/<br />
(m²∙a), Kl. B, KWK/BHK, EnEV<br />
2016,Bj. 2019.Infobüro: Lehrter<br />
Str. 23. Termine n. V. sowie Fr.<br />
bis So. von 13 –17Uhr.<br />
www.mittenmang-wohnen.de<br />
Tel.: +49 (30) 880 94-445<br />
TREPTOW/KÖPENICK<br />
Zi m² PREIS IN EUR<br />
4 129,16 559.000,-<br />
Wohnen am Birkenwäldchen:<br />
Die perfekte Kulisse für eine<br />
Familienidylle. 4-Zi.-DH A.<br />
Großzügiger Wohn-/Koch-/Essbereich,<br />
Wannenbad m. Fenster<br />
u. sep. Dusche, Gäste-WC,<br />
Terrasse, Garten, 2AR, Design-<br />
Fußbodenbelag, Fußbodenhzg.,<br />
Pkw-Stellplatz. B: 66,00 kWh/<br />
(m²∙a), Kl. B, KWK fossil/BHK,<br />
EnEV14,Bj. 2019.Vertriebsbüro:<br />
Wegedornstr. 273, Termine nach<br />
Vereinbarung, E-Mail: wohnen@<br />
birkenwaeldchen-berlin.de.<br />
www.birkenwaeldchen-berlin.de<br />
Tel.: +49 (30) 7055019-13<br />
Oehmcke-<br />
Immobilien<br />
suchen Häuser, Grundstücke und Eigentumswohnungen<br />
in Berlin undim<br />
Umland t 6779980<br />
Friedrichshagen, Historisches<br />
Einfamilienhaus mit Remise u.<br />
Gewerbeteil, Bj. 1888, ca. 185 m²<br />
Wohn-/ Gewerbefl., 7Zi., 2Kü., 2<br />
Bäder, teilmod.(nur EG), Gaszentralheizung<br />
mit Ww- Erzeugung,<br />
Teilkeller,Gartenhaus,auf 745m²<br />
Grundstück in ruhiger Lage,<br />
Energieausweis wird nachgereicht,<br />
Kp685.000 €zzgl. Provision;<br />
www.Oehmcke- Immobilien.de,<br />
Sa-Ruf 10-14h<br />
t 030 6 77 99 80<br />
Lehnitz - großzügiges EFH, eBj.<br />
78, in gesuchter Lage, kernsaniert,<br />
5Zimmer, EBK, Wintergarten,<br />
2Bäder, Tiefgarage, Vollkeller,<br />
Energieausweis wird nachgeliefert,<br />
Kaufpreis 298.000 €<br />
zzgl. Provision; www.Oehmcke-<br />
Immobilien.de, Sa-Ruf 10-14h<br />
t 030677 99 80.<br />
BRANDENBURG<br />
Altlandsberg -<br />
markon-haus<br />
Firmensitz:<br />
Besuchen Sie uns. Wir beraten<br />
Sie gern. 15345 Altlandsberg OT<br />
Bruchmühle, Radebrück 13. Mo -<br />
Fr 11-18 Uhr und Sa/So 11-16<br />
Uhr, www.markon-haus.de,<br />
t 033439 919-39<br />
Einladung zur-<br />
Hausbesichtigung<br />
Stadthaus,<br />
153 m² Wfl., amSonntag,<br />
den 02.02.2020 von 11-15 Uhr in<br />
15366 Hoppegarten OT Hönow,<br />
Erikastr. 20. Überzeugen Sie sich<br />
selbst von der hervorragenden<br />
Bauqualität. www.markonhaus.de,<br />
t 0151 /235 45 901<br />
Fredersdorf-<br />
Vogelsdorf -<br />
Stadthaus, ca.<br />
107 m²Wohnfläche, zu besichtigen,<br />
BA,53kWh/m²a,Gas +Solar,<br />
Bj 2019, B, 15370Fredersdorf-Vogelsdorf,Lortzingstraße4,Mo-Fr<br />
15 -18Uhr und Sa/So11-16 Uhr,<br />
www.markon-haus.de,<br />
t 033439 919-39<br />
Teupitz - in äußerst reizvoller<br />
Waldrandlage,2.400 m² Anwesen<br />
mitzweiWohngebäudenimBungalowstil,<br />
70m²mit 2Zi., Küche,<br />
Bad, Wintergarten, Terrasse und<br />
100 m²mit 3Zi., Küche, Bad, Terrasse<br />
zus. Doppelcarport, auch<br />
ideales Baugrundstück, 30 m<br />
breit, Baufeld unbebaut, E-Ausweis:<br />
1. Gebäude: Bedarfsausweis,<br />
281,1 kWh/(m²*a), Kl. H,<br />
Gas, Bj. 1963, 2. Gebäude: Bedarfsausweis,<br />
259,5 kWh/(m²*a),<br />
Kl. H,Gas, Bj. 1974, KP 328.000 €<br />
zzgl. Provision; www.Oehmcke-<br />
Immobilien.de, Sa-Ruf 10-14h<br />
t (0 30) 6779980<br />
Ihre Spende hilft unheilbar<br />
kranken Kindern!<br />
Bitte online spenden unter:<br />
www.kinderhospiz-bethel.de
Immobilienwelten Nr. 5, Ausgabe 1./2. Februar 2020 / 9<br />
.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
Wirkönnen Lichtenberg,Karlshorst,Schöneweide,Treptow und Köpenick<br />
Wir vermitteln zu optimalen Höchstpreisen!<br />
x Wir haben mehr als 25 Jahre Markterfahrung<br />
x Wir beraten und bewerten ganz persönlich<br />
Tel. 030 61 28 44 64<br />
Lichtenberg, Treskowallee96<br />
Dipl.-Ing. Andreas Eberhardt<br />
Eberhardt-immobilien.de<br />
Treptow-Köpenick,Wilhelminenhofstr.23<br />
IMMOBILIENANGEBOTE<br />
Bauherrenbeispiel<br />
HÄUSER<br />
Einladung zur Hausbesichtigung<br />
am 02.02.2020 ▪ von 11.00 –15.00 Uhr<br />
Erikastraße 20 ▪ 15366 Hoppegarten OT Hönow<br />
www.markon-haus.de<br />
Oehmcke-<br />
Immobilien<br />
suchen Häuser & Grundstücke in<br />
Berlin und imUmland t 6779980<br />
Überzeugen Siesich selbst vonder<br />
hervorragenden Bauqualität.<br />
▪Stadthaus –152 m² Wohnfläche<br />
▪4großeZimmer ▪offeneKüche<br />
▪lichtdurchfluteterWohn-/Essbereich<br />
Haus zu verk. von PrivatanPrivat,<br />
EFH (1,5) in KWH-Zernsdorf, S-<br />
Bahn-Bereich, schnelle Autobahnanb.,<br />
134m² Wfl., 4Zi., 2Bäder,<br />
Kamin, 550m² GrdSt. mit Terrasse,<br />
Carport, gepfl. Garten, KP<br />
400.000 €. t (0171) 9528653<br />
Immobilienwelten<br />
Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design<br />
Kontakt: 0151 /23545901<br />
WIR BAUEN WOHN(T)RÄUME<br />
Bungalows<br />
BungalowUsedom<br />
ab 127m²Wfl.<br />
roth-massivhaus.de<br />
WE CARE ...<br />
denn jeder<br />
kann helfen!<br />
Werden Sie mit uns aktiv:<br />
www.care.de/mitarbeit.html<br />
Häuser<br />
Grundstücke<br />
Wohnungen<br />
GRUNDSTÜCKE<br />
Hohenschönhausen, Nähe S-<br />
Bhf., in sehr schöner, ruhiger<br />
Wohnlage, 456 m² Baugrundstück,<br />
zweigeschossig bebaubar<br />
nach B-Plan, alle Anschlüsse anliegend,<br />
Kaufpreis200.000 €zzgl.<br />
Provision; www.Oehmcke-Immobilien.de,<br />
Sa-Ruf 10- 14 Uhr<br />
t (0 30) 677 99 80<br />
IMMOBILIENGESUCHE<br />
EIGENTUMSWOHNUNGEN<br />
Wohnungen<br />
zum Kauf<br />
dringend<br />
gesucht<br />
zur Eigennutzung von solventen<br />
Käufern, ob groß oder klein, bitte<br />
allesanbieten. t (0 30) 56 54 54 54<br />
Bachmann Immobilien GmbH<br />
* ) <br />
Glänzende<br />
Perspektive<br />
Grünauer Str. 6<br />
12557 Berlin<br />
nahe Schloss Köpenick<br />
Immobilienwelten<br />
Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design<br />
Nutzen Sie diese Titelthemen für Ihre Werbung!<br />
08.02.2020: Was ist gute Wohn-Architektur?<br />
15.02.2020: Moderne Bauelemente für Neubau und Sanierung<br />
22.02.2020: Sonderthema –Wertanlage Immobilien<br />
29.02.2020: Sonderthema –Stadtentwicklung in Spandau<br />
MachtKrach.<br />
MachtHoffnung.<br />
Noch nichts Passendes dabei?<br />
Fordern Sie unseren Themenplan an!<br />
JETZT ANZEIGE SCHALTEN!<br />
Michael Groppel<br />
030 2327-6594<br />
Marcus Jürgens<br />
030 2327-5518<br />
Kontakt für Kleinanzeigen<br />
030 2327-50<br />
E-Mail<br />
immobilien@berlinerverlag.com<br />
Viele haben das ganze Jahr nicht<br />
genug zuessen. Spenden Sie Saatgut.<br />
brot-fuer-die-welt.de/ernaehrung
Immobilienwelten Nr. 5, Ausgabe 1./2. Februar 2020 / 10<br />
.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................<br />
IMMOBILIENGESUCHE<br />
HÄUSER<br />
Bis 750.000€<br />
Einfamilienhaus<br />
dringend<br />
gesucht<br />
Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54<br />
Bachmann Immobilien GmbH<br />
VerkaufIhrer Immobilie<br />
mitRund-um-Beratung!<br />
*KeineKosten für Verkäufer!<br />
030/55 15 67 03<br />
www.immozippel.de<br />
5Sterne Bewertung von Verkäufern!<br />
In Würde alt werden<br />
Ihre Spende hilft<br />
pflegebedürftigen alten Menschen<br />
www.senioren-bethel.de<br />
7<br />
Fragen kostet nichts!<br />
Planen Sie den Verkauf einer Immobilie?<br />
Dann sollten Sie nichts dem<br />
Zufall überlassen. Legen Sie die<br />
Vermarktung in erfahrene, vertrauenswürdige<br />
Hände. Ich ermittle Ihnen<br />
den höchst zu erzielenden Verkaufspreis<br />
und dies seit 25 Jahren.<br />
Probieren Sie es aus –kostenlos<br />
und unverbindlich. Bernd Hundt<br />
Immobilien -Ihr Partner in Berlin und<br />
im östlichen Randgebiet. Kontakt:<br />
Å 03362 -883830<br />
Bernd-Hundt-Immobilien.de<br />
OEHMCKE<br />
I mm o b i l i e n<br />
über 60 Jahre in Berlin<br />
sucht Ein- und<br />
Zweifamilienhäuser<br />
&Grundstücke<br />
Grünauer Str. 6,12557 Berlin-Köpenick<br />
030-6 779980<br />
www.Oehmcke-Immobilien.de<br />
Unsere Erfahrung istIhreSicherheit<br />
über 60 JahreinBerlin<br />
Immobilien<br />
OEHMCKE<br />
ANDERE<br />
IMMOBILIENGESUCHE<br />
Bis 400.000€<br />
Grundstück<br />
gesucht, auch mit Abrißhaus.<br />
Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54<br />
Bachmann Immobilien GmbH<br />
Immobilie<br />
verkaufen?<br />
Nur mit DEM<br />
Bachmann!<br />
Mo-So 8-22 t (0 30) 56 54 54 54<br />
Bachmann Immobilien GmbH<br />
Wenn Menschendurch große<br />
Katastrophen in Notgeraten,helfenwir.<br />
Gemeinsam,schnell undkoordiniert.<br />
Spendenkonto 10 20 30,Sozialbank Köln<br />
(BLZ 370205 00). Oder online:<br />
www.Aktion-Deutschland-Hilft.de<br />
Erholung<br />
purvon<br />
Anfang an!<br />
Kur- und Wellnessreisen<br />
Informationenunter:030 –2327 66 33<br />
www.berliner-zeitung.de/leserreisen<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Zeitung</strong> Leserreisen
11<br />
Bilder:form follows you<br />
PerApp konntenAnwohner schonvorher<br />
sehen, wiedas weiterentwickelteQuartier<br />
einmal aussieht. So lässt sich die Beteiligung<br />
vonAnwohnern an Bauprojektenund der Weiterentwicklung<br />
transparenter gestalten, hofft<br />
man bei der WBM.<br />
IM GESPRÄCH MIT<br />
CHRISTINA GEIB<br />
Wielässt sich die Beteiligung der Anwohnerschaft bei Neubauprojektenoder Weiterentwicklungen vonQuartieren verwirklichen? Die WBM<br />
Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH setzt auch auf digitale Lösungen. Geschäftsführerin Christina Geib erläutert, wasdahintersteckt<br />
Frau Geib, Sie haben für Ihr Projekt Osthafen<br />
stark auf Anwohnerbeteiligung gesetzt und dafür<br />
einigen Aufwand auf sich genommen. Warum?<br />
Unsere Wohnungsbestände und Grundstücke<br />
liegen vor allem in der dicht bebauten<br />
Innenstadt. Hier haben wir schon vor einigen<br />
Jahren gespürt, dass Anwohner zwar<br />
grundsätzlich für neuen Wohnraum sind,<br />
aber Vorbehalte gegen konkrete Bauvorhaben<br />
vor ihrer Tür haben. Beteiligung wird<br />
also immer wichtiger – gerade, wenn wir<br />
Quartiere weiterentwickeln wollen, wo bereits<br />
viele Menschen wohnen. Das Projekt<br />
am Osthafen war da in einem frühen Stadium.<br />
Wir sind auf die Mieter zugegangen und<br />
haben ein hohes Niveau der Mitgestaltung<br />
erreicht. Obwohl die dadurch nötigen Umplanungen<br />
auch Kosten verursachen, sind<br />
wir sehr zufrieden. Die Identifikation mit<br />
dem Quartier ist hoch. Bei der Realisierung<br />
geht es um das Wie –und nicht mehr das<br />
Ob, wie in anderen Fällen.<br />
Inwiefern gibt es bei einem solchen Verfahren<br />
unteschiedliche Interessen zwischen Anwohnunern<br />
und künftigen Mietern –und wie<br />
bringen Sie sie unter einen Hut?<br />
Das Zusammenzubringen ist unser großer<br />
Wunsch, aber auch schwierig. Meist kommen<br />
Bestandsmieter zu den Veranstaltungen,<br />
Bild:Nils Hasenau<br />
Christina Geib istseit April 2015 Mitglied der<br />
Geschäftsführung der WBM Wohnungsbaugesellschaft<br />
Berlin-Mitte mbH.<br />
seltener die Wohnungssuchenden. Am Osthafen<br />
haben wir mit dem Mieterbeirat einen<br />
guten Ansprechpartner.<br />
Das Herzstück der Partizipation war eine<br />
eigene App. Wie funktioniert sie und welche<br />
Erfahrungen haben Sie gemacht?<br />
Die App wurde von Architekten entwickelt,<br />
sie visualisiert die Planung in 3D und aus der<br />
persönlichen Perspektive der Betroffenen.<br />
So konnten die Mieter auch ohne fachliche<br />
Vorbildung ihre Interessen einbringen und<br />
mit uns auf Augenhöhe diskutieren, bevor<br />
die wesentlichen Entscheidungen getroffen<br />
waren. Das ermöglichte eine neue Qualität<br />
der Partizipation. Wir werden die App auch<br />
künftig einsetzen und weiterentwickeln.<br />
Warum ist die Beteiligung der Anwohner<br />
gerade bei der Weiterentwicklung bestehender<br />
Quartiere hilfreich?<br />
Wenn auf der grünen Wiese neu gebaut wird,<br />
gibt es weniger direkt Betroffene. Aber auch<br />
dort geht es inzwischen nicht mehr ohne Beteiligung.<br />
Wenn wir ein gewachsenes Quartier<br />
weiterbauen wollen, müssen wir natürlich<br />
die bereits dort Wohnenden einbeziehen.<br />
Neben den genehmigten Neubauten hatten Sie<br />
auch die Aufstockung einiger Gebäude angedacht.<br />
Wie könnte eine Visualisierungs-App<br />
hier eventuell die Entscheidungsprozesse<br />
weiter beschleunigen?<br />
Wir haben beides –neue Gebäude und Aufstockungen<br />
–mit der App visualisiert und<br />
mit den Anwohnern besprochen. Wir werden<br />
auch beides umsetzen. Um die Belastung<br />
so gering wie möglich zu halten, beginnen<br />
wir aber zunächst mit den Neubauten und<br />
werden die Aufstockungen gleichzeitig mit<br />
Modernisierungen im Bestand in einigen<br />
Jahren in Angriff nehmen.<br />
Das Interview führte Philip Aubreville