Berliner Zeitung 01.02.2020

BerlinerVerlagGmbH

Westdeutsche im Osten: Sabine Rennefanz über Geschichte und Geschichten – Seite 8

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Sonnabend/Sonntag,1./2. Februar 2020

Nr.27HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 2.00 €

Berlin/Brandenburg: 1.80 €

Im Magazin:

Die Legende lebt

DieStil-Ikone Jenny Capitain ist zurück

Seiten 2und 3

Die wilden Jahre sind vorbei

Heiner Lauterbach über das Großvatersein

Seiten 4und 5

Das letzte Geheimnis des Kalten Krieges

DieToten vomDjatlow-Pass und der KGB

Seite 7

Die Geheimnisse

der Stadttiere

Piste des guten Gewissens

Skifahrenistschön–aberistesökologischnochtragbar?InSüdtirolversuchtman,

eine positive Antwort darauf zu finden. Die Winter-Reportage. Report Seiten 4und 5

IMAGO IMAGES (2); DERK EHLERT

Hertha spielt 0:0

gegen Schalke

SportSeite 22

Berlin Seiten 10 und 11

Ansteckende Unsicherheit

Beim neuen Coronavirus geht es vor allem darum, seine schnelle Ausbreitung zu verhindern

VonTorsten Harmsen

Wie gefährlich ist das

neue Coronavirus?

Kann es mich treffen?

Und warum ruft die

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

eine„gesundheitliche Notlage voninternationaler

Tragweite“ aus, während

hierzulande Experten vor Panik

warnen? Diese Fragen bewegen derzeit

viele Menschen. Die Sorgen sind

verständlich. Denn die Situation ist

dramatisch. Doch zugleich kann der

Einzelne sich entspannen. Wie lässt

sich dieses Paradoxonbegründen?

Zunächst zu den Zahlen. Weltweit

sollen bisher fast 10 000 Menschen

am neuartigen Coronavirus mit dem

Namen 2019-nCoV erkrankt sein. Das

sind deutlich mehr als bei der Krankheit

Sars vor 17Jahren mit 8096 Erkrankten.

Bisher hat das Virus in

China 213 Menschenleben gefordert,

wie das Robert-Koch-Institut (RKI)

mitteilte. Außerhalb Chinas gibt es

bisher 120 Infektionen in etwa 20

Ländern und keine Toten. Deutschland

verzeichnete bis Freitag sechs

bestätigte Fälle.Fünf davon sind Mitarbeiter

des oberbayerischen AutozulieferersWebasto,die

sich direkt bei

einer infizierten Kollegin aus China

angesteckt hatten. Erstmals erkrankte

auch das Kind eines Mitarbeiters,

wie das bayerische Gesundheitsministerium

mitteilte.

Wie sich abzeichnet, ist das Virus

offenbar sehr ansteckend, aber deutlich

ungefährlicher als die ebenfalls

durch Coronaviren ausgelösten

Krankheiten Sars und Mers von

2002/2003 und 2012. Es löst Fieber,

Husten und Atemnot aus. In den

meisten der bisher untersuchten

Fälle traten auch Lungenentzündungen

auf. Etwa zwei Prozent der

nachgewiesenen Infizierten sind

verstorben, wie der WHO-Experte

Michael Ryan mitteilte.Vor allem betraf

es ältere Menschen mit schweren

Grunderkrankungen. Da die

Zahl der Infizierten proportional rascher

steige als die Zahl der Toten,

könnte die Sterblichkeitsrate weiter

sinken, so Ryan. BeiSars dagegen betrug

sie 9,5 Prozent, bei Mers sogar

34,5 Prozent. Viel gefährlicher ist Experten

zufolge die saisonale Grippe.

In Deutschland starben daran

2017/18 etwa 25 100 Menschen.

Nach wie vor halten Experten

auch die Ansteckungsgefahr durch

das neue Coronavirus außerhalb Chinas

für äußerst gering. Dennoch beunruhigt

die „Notlage“-Erklärung der

WHO viele Menschen. Im Kern geht

es dabei nicht um überzogene Maßnahmen,

sondernumein koordiniertes

Vorgehen, damit die Pandemie –

also die weltweite Ausbreitung –

rechtzeitig gestoppt wird. Die Chancen

dafür sind heute ungleich größer

als etwa bei der Spanischen Grippe

von1918 bis 1920, die weltweit 50 Millionen

Opfer forderte.

Heute gelten beim Auftreten

neuer Viren, die vonTieren auf Menschen

überspringen und sich weltweit

ausbreiten können, die Internationalen

Gesundheitsvorschriften

(IGV) der WHO, ein komplexes System

von Regeln und Maßnahmen,

die möglichst koordiniert in allen

190 WHO-Mitgliedsländern umgesetzt

werden sollen. Den Regeln zufolge

werden zum Beispiel in

Deutschland bei Verdachtsfällen

ausgewählte Flughäfen angeflogen,

die über Notfallpläne und ausreichend

medizinisches Personal verfügen,

um reagieren zu können: in

Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am

Main, München und Berlin. Mehrere

Fluglinien weltweit setzten ihre

Flüge nach China aus, darunter die

Lufthansa, British Airways, Swiss

und Austrian Airlines, Finnair und

Air India. Flüge zwischen den USA

und China wurden reduziert. Vietnam

verhängte einen zeitweiligen

Einreisestopp für chinesische Touristen.

Italien rief den Notstand aus.

Vor allem geht es auch darum,

Länder mit weniger entwickelten

Gesundheitssystemen zu unterstützen.

Denn auch ein nicht ganz so gefährliches

Virus kann Systeme stark

belasten, wenn es sich rasant ausbreitet.

Zugleich laufen weltweit mehrere

Projekte, umeinen Impfstoff gegen

2019-nCoV zu finden. Auch Forscher

in Hamburg und Berlin sind daran

beteiligt. Wie wichtig hier schnelle

Erfolge sind, zeigte sich beim

Schweinegrippevirus H1N1 von

2009. Es verbreitete sich rasant auf

der ganzen Welt. 18 000 Menschen

starben. Experten teilten mit, dass

innerhalb des ersten Jahres ein Drittel

der Weltbevölkerung infiziert gewesen

sei, doch nur wenige hätten

Symptome gezeigt. Einen Impfstoff

gab es nach fünf Monaten. Ein wesentlich

gefährlicheres Virus hätte

bis dahin Millionen Menschen töten

können. (mit dpa, AFP)

Unabhängigkeit ist das höchste

Gut imJournalismus. Das Fundament,

auf dem exzellente Berichterstattung

entsteht. Deshalb stärkt

die Berliner Zeitung ihre Eigenständigkeit

mit neuen Produktionsabläufen

und neuen autarken technischen

Systemen. Wir sind jetzt unabhängig

von anderen Unternehmen und einzig

unseren geschätzten Leserinnen

und Lesern verpflichtet, um sie täglich

mit Nachrichten und Analysen

aus Berlin und derWelt zu versorgen.

Dazu gehört auch die neue Präsentation

unserer Inhalte auf allen digitalen

Kanälen. Wir bieten rund um

die Uhr ansieben Tagen der Woche

unabhängigen Journalismus – auf

unserer Website,imE-Paper,der App

und unseren Social-Media-Kanälen.

Ab heute gilt hier das Prinzip: Digital

zuerst, denn dasInternetkennt keine

In eigener Sache

Digital zuerst

Andruckzeit und keinen Redaktionsschluss.

Die Zeit für Expertise, Einordnung

und Recherche werden wir

selbstverständlich trotzdem immer

investieren, damit unsereLeser nicht

nur schnell, sondernauchumfassend

undtiefgründig informiertwerden.

Und natürlich gibt es alle Informationen

weiter wie gewohnt auch

in gedruckter Form, inder Berliner

Zeitung. Sie ist die Herzkammer unserer

Transformation ins Digitale,

ihre Redaktion ist der Garant für die

Seriosität derBerichterstattung.

Wir werden unsere Leser informieren,

überraschen und unterhalten

–und ihre Hinweise und Wünsche

aufnehmen und umsetzen.

Denn nur unserer Leserschaft sind

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2 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Report

„Trump

ist erst der

Anfang“

Der israelische Autor Nadav Eyal

erklärt in seinem Buch „Revolte“,

warum Menschen so gern an Lügen

glauben, weshalb die weltweite

Zerstörung von Machtstrukturen

Gefahr und Chance zugleich ist und

welche Rolle Deutschland dabei

spielen muss

US-Präsident Donald Trump: Sein Amtsantritt erinnertNadavEyalandie politische Situation im Februar 1917, als der Zar in Russland gestürzt warund die Übergangsregierung die Tür für radikale Kräfte geöffnet habe.

AFP/SAUL LOEB

Nadav Eyal reist als Journalist

um die Welt, und

was er beobachtet, findet

er mehr als besorgniserregend:

UnsereWeltordnung zerfällt,

das „Zeitalter der Verantwortung“

ist vorüber, Menschen fühlen

sich belogen, fürchten den sozialen

Abstieg, populistische Hetzeverbreitet

sich. „Trump ist erst der Anfang“,

schreibt Eyal in seinem Buch „Revolte“,

das am Freitag in Deutschland

erschienen ist. Das Interview

hat er ein paar Tage zuvor gegeben,

in einem Café in TelAviv, woerzu

Hause ist.

Herr Eyal, warum haben SieIhr Buch

„Revolte“ genannt?

Wir versuchen, Worte zufinden

für das,was in derWelt geschieht. Oft

ist die Rede vom Zeitalter des Populismus

oder der Unvereinbarkeit von

Technologie und menschlicher Vernunft,

mir ist das zu eng gefasst. Ich

denke, wir beobachten einen weltweiten

Aufstand gegen Machtstrukturen,

nicht nur in Demokratien,

sondern auch in totalitären Staaten.

Revolte bedeutet, es geht mehr ums

Zerstören als darum, neue Machtstrukturen

zu bilden, und es handelt

sich um eine führerlose Bewegung.

Führerlos? Was ist mit Donald

Trump?

Ich denke, Trump repräsentiert

eine Gruppe der Revolte, die Aufständischen.

Diese Gruppe muss

nicht unbedingt die Mehrheit sein,

aber sie kann den Ausgang vonWahlen

bestimmen.

Wasist der Unterschied zur Revolution?

Nach Trumps Wahl war immer

wieder vom Oktober 1917 die Rede,

aber mich erinnert eseher an Februar

1917. Der Zar wurde gestürzt,

es gab eine Übergangsregierung, die

Tür für radikale Kräfte war offen, die

Machthaber versuchten, auf der

Welle zu reiten und Strukturen zu

zerstören, ohne Alternativen anzubieten.

Genau das macht Trump.

Er zerstörteine Welt, in der er sehr erfolgreich

war.

Ja, das erinnert anShakespeare:

EinMann, der in privaten Jets um die

Welt fliegt, aber bei McDonald’s Burger

isst, der seine Wolkenkratzer mit

chinesischem Stahl gebaut hat und

diesen Stahl nicht mehr ins Land

lässt, der globale soziale Netzwerke

wie Twitter nutzt und die Globalisierung

abschaffen will.

Sie beschreiben den Ablauf der Revolte

in drei Akten. Welcher war der

erste?

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg,

das Zeitalter der Verantwortung.

Das ist genau die Formulierung, die

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin

in seiner Yad-Vashem-Rede benutzt

hat.

Ja, erhat sie von mir übernommen,

sein Büro hat mich angerufen

und gesagt: Wirzitieren IhrBuch mit

dieser Formulierung: Zeitalter der

Verantwortung. Als Rivlin jetzt nach

Deutschland gereist ist, hat er mein

Buch mitgenommen, um es Ihrem

Bundespräsidenten zu geben.

Wie sind Sie auf diese Formulierung

gekommen?

Ich habe versucht, diese Jahre

nach dem Zweiten Weltkrieg zu verstehen,

und fragte mich, was die

Staatsführer damals ausgemacht

hat. Ob Adenauer oder Mitterrand,

ob Thatcher oder Ben-Gurion: Sie

waren nicht unbedingt charismatische

Führer, eher Beamte als große

Redner, aber sie alle hatten zwei

Kriege erlebt und agierten mit Verantwortung.

Würden Sie den Vietnam-Krieg oder

das Wettrüsten als verantwortungsvolle

Politik bezeichnen?

Es stimmt, man kann sagen: Wir

standen damals an der Schwelle eines

dritten Weltkrieges. Aber ich

sage: Es gab keinen drittenWeltkrieg.

Die gemeinsame Erinnerung an die

Kriege hat sie zur Verantwortung gezwungen.

Und damit meine ich

nicht nur den Westen, sondernauch

den Osten. Denken Sie nur an das

Abkommen vonMontreal gegen den

Gebrauch von FCKW. Wenige Jahre

nachdemWissenschaftler die Gefahren

von FCKW für die Ozonschicht

festgestellt hatten, einigte sich die

Welt darauf, FCKW nicht mehr zu

benutzen. Es ging um rationale Argumente,

Wissenschaft war wichtig.

Und heute sagt Trump: Wenn ich in

meinem Penthouse mein Haar einsprühe,zerstöreich

damit die Atmosphäre?

Das kann mir keiner erzählen!

Aber viele Menschen glauben ihm

und nicht der Wissenschaft. Wie

konnte es zu diesem Vertrauensverlust

kommen?

Weil Menschen, die als glaubwürdig

galten, viele Jahre lang gelogen

haben. Politiker, Autoritäten, Journalisten.

Undwir haben ein sehr einfaches

Mittel, diese Lügen aufzudecken:

das Internet.

Inwiefern lügen Journalisten?

Sielügen nicht mit Absicht, meistens

zumindest. EinBeispiel: EinPolitiker

hält eine Rede. Journalisten

berichten, was daran neu und interessant

ist, machen daraus einen Text

und eine Schlagzeile. Andere aber

haben eine ganz andere Wahrnehmung.

Sie finden, der Politiker hat

vielleicht am Ende etwas Schlimmes

gesagt, aber am Anfang auch etwas

Gutes. Die Journalisten aber greifen

nur das eine heraus und reißen es

aus dem Zusammenhang.

Dinge auszulassen, wird als Lüge begriffen?

Ja,oft. Sehen Siesich YouTube an.

Man kann sich dort zwei Stunden

lange Vorträge anhören, Nachrichtensendungen

machen daraus 15

Sekunden. Die Leute sagen aber, ich

will die ganzen zwei Stunden sehen

und nicht die Kurzfassung. Im Internet

gibt es keine Begrenzung, und

man muss nicht einmal dafür bezahlen.

Nicht nur Journalisten verlieren an

Glaubwürdigkeit, in Ihrem Buch erzählen

Sie, wie schockiert Ihre Großmutter

war, als sie herausfand, dass

ZUR PERSON

NadavEyal, 40, ist einer der bekanntesten Journalisten Israels. Er ist der internationale Chef-

Korrespondent des TV Senders Reshet 13 und hat den SokolovAward erhalten. Er hat an der

London School of Economics sowie an der HebrewUniversity Politik studiert, war Fellowin

diversen Thinktanks wie dem Aspen Institut und der Brookings Institution.

Sein Buch „Revolte. Der weltweite Aufstand gegendie Globalisierung“ ist ein Bestseller.

Staatspräsident Reuven Rivlin schenkte bei seinem Deutschland-Besuch Bundespräsident

Frank-Walter Steinmeier ein Exemplar mit einer Widmung vonEyal. In Deutschland ist das

Buch gerade im Ullstein-Verlag erschienen. Der Journalist hat drei Kinder und lebt mit seiner

Familie in TelAviv.

der Waschmaschinenhändler ihres

Vertrauens ihr nicht das günstigste

Angebot machte.

Ja, sie hatte mich zu ihm geschickt,

und ich fand auf Google das

gleiche Modell, für 200 Euro weniger.

Für meine Großmutter brach eine

Welt zusammen. Sie hat sich betrogen

gefühlt. Ähnlich ist es mit Aussagen

von Politikern. Früher mussten

Menschen die Zeitung sehr gut lesen

und Enzyklopädien studieren, um

Fakten zu überprüfen. Heute

braucht man nicht einmal die Tastatur.

Man fragt Siri, und dann ist klar:

DerFinanzminister hat gelogen.

Aber das erklärt noch nicht, warum

Menschen heutzutage Lügen so bereitwillig

Glauben schenken.

Hannah Ahrendt hat über totalitäre

Regime sinngemäß gesagt:

Wenn Menschen glauben, dass alles,

was sie hören, Lügen sind, kann man

ihnen die groteskesten Lügen erzählen.

Sieglauben daran, weil sie überzeugt

sind, dass doch sowieso überall

gelogen wird.

Wiegefährlich ist diese Entwicklung?

Die Entschiedenheit, mit der

Menschen einen rationalen Diskurs

ablehnen, und der Hass, der sich

daraus entwickelt, das ist sehr gefährlich.Wenn

wir rassistischen oder

fundamentalistischen Ansichten

eher glauben als der Wissenschaft,

wenn wir also Fortschritt ablehnen,

heißt das,dass wir auf die Finsternis

zusteuern. Nazideutschland ist ein

Beispiel für eine Gesellschaft, die

Fortschritt nur als Deckmantel benutzt

hat. Wenn du an Technik

glaubst, aber dabei humanistische

Wertenicht respektierst, dann gibt es

keinen wahren Fortschritt, sondern

Rassismus und Barbarei.

Waskönnen wir tun?

Unsklarmachen, dass die Revolte

gerechtfertigt ist, sie annehmen und

fragen, was sie bedeutet, wie es dazu

kommen konnte. Es ist die

schlimmste Krise, die man sich vorstellen

kann. Aber Leute davon überzeugen

kann man nicht mit Herablassung

und Schwarzmalerei, sondern

nur, indem man Fragen beantwortet.

Ichhabe keinen Zweifel, dass

der Klimawandel stattfindet, aber

seinen Leugnern muss man mit klaren,

wissenschaftlichen Argumenten

begegnen. Wenn man will, dass die

Leute vernünftig sind, muss man

auch vernünftig mit ihnen reden

und nicht versuchen, sie ständig zu

agitieren.

Das heißt, mehr Fakten als Meinungen?

Ja, vor allem aber mehr Antworten

auf Fragen, die unausweichlich

sind. Und wenn einem keine vernünftige

Antwortauf eine Frage einfällt,

sollte man das auch zugeben

und sagen: Ichweiß die Antwortdarauf

im Moment nicht.

Einer der überraschendsten Sätze in

Ihrem Buch ist: Trump ist erst der Anfang.

Wiemeinen Siedas?

Ich sage das nicht, um Leuten

Angst einzujagen. Es ist einfach nur

der Klang der Klaviatur. Wir hören

nicht gut genug zu, wir verstehen

nicht, was wirklich passiert. Weil wir

immer nur darüber diskutieren, was

gerade passiert. DieWelt fällt vonihrenRändernher

nach innen auseinander.Wir

aber sehen nur die Ränder

und müssen neue Lösungen finden.

Waskönnten das für Lösungen sein?

Unsgeht es wie RomamEnde seiner

Tage. Mangel an Philosophen

gibt es nicht. Aber wie in Rom besteht

das Problem darin, Krieger zu

rekrutieren, und in einer Demokratie

sind diese Krieger die Wähler. Menschen,

die verantwortungsbewusste

liberale Ideen unterstützen und bereit

sind, den Preis dafür zu zahlen.

Sie schreiben: Wir sollten uns immer

daran erinnern, dass die größte Bedrohung

der Menschheit Krieg ist.

Steht uns ein Krieg bevor?

Das weiß ich nicht. Aber in einer

Welt, die über Kapazitäten verfügt,

die Welt zu zerstören, müssen wir

immer mit Krieg rechnen und uns

daran erinnern, zu welchen Menschheitsverbrechen

Kriege geführt haben.

Auf diesem Bewusstsein wurde

die EU gegründet. Daskann, bei aller

Kritik, gar nicht genug geschätzt

werden.

Sie beschreiben Deutschland als „das

wichtigste und stabilste Bollwerk der

Demokratie“. So viel hänge derzeit

von Deutschland ab, schreiben Sie.

Sind Siesicher?

Ich meine das nicht als Kompliment.

Ich sage nicht, dass Deutschland

alles richtig macht. Ichsage nur:

Wenn Deutschland mit seiner

schrecklichen Geschichte und seiner

Ursachenforschung nicht in der

Lage ist, Rassismus und Antisemitismus

zu stoppen, dann kann man die

Entwicklung auch woanders nicht

aufhalten. Wenn Deutschland es

nicht schafft, eine Million Flüchtlinge

zu integrieren, wersonst in Europa

würde es wagen? Wenn

Deutschland den Niedergang der

bürgerlichen Mitte nicht aufhalten

kann, welche Industriemacht schafft

es dann? Es ist die Ironie und gleichzeitig

Hoffnung der Geschichte,dass

ausgerechnet die Nation, die für das

schlimmste Verbrechen der Neuzeit,

die Schoah, verantwortlich ist, heute

als wichtigste Stützeder Demokratie

angesehen wird.

Haben Sie jemals darüber nachgedacht,

in die Politik zu wechseln?

Nein, ich denke, die Möglichkeit,

Menschen dazu zu bringen, ihre

Schicksale zu erzählen, sollte ich

weiter nutzen. Es ist wichtig, die Welt

so zu beschreiben, wie sie ist, mitzuhelfen,

ein neues Bewusstsein zu

schaffen.

Wiealt sind IhreKinder?

Zwei, sechs und neun.

Machen Sie sich Sorgen um ihre Zukunft?

Um ihre persönliche Zukunft

nicht, aber was die Zukunft unserer

Welt betrifft, zwinge ich mich dazu,

positiv zu sein. Wir müssen unseren

Kindern indie Augen sehen und ihnen

versprechen, dass wir gut auf sie

aufpassen.

DasInterviewführte Anja Reich.


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 3· ·

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Seite 3

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

vor einigen Tagen erhielt ich einen handgeschriebenen

Brief einer langjährigen Abonnentin.

Siefreue sich, dass wir gemeinsam mit

mutigen und engagierten Verlegern das vor

vielen Jahren begonnene, anspruchsvolle

Projekt der Berliner Zeitung nun fortsetzen

wollen. Ein Leser schrieb mir, erhabe versucht,

andere Zeitungen als die Berliner Zeitung

zu lesen, sei dortjedoch nie recht glücklich

geworden. Er werde nun, da die Zeichen

auf Neuanfang stehen, zurückkehren.

Beieinem Abendessen erzählte ich einem

ehemaligen Bonner Beamten von unseren

Plänen für die Berliner Zeitung: Wir wollen

auf Phrasen verzichten. Wir wollen schweigen,

wenn es nichts zu sagen gibt. Wirwollen

neutral und unvoreingenommen berichten.

Wir wollen unsere Leser in die Lage versetzen,

sich selbst ein Bild vonder Lage zu machen.

„Wenn Ihrer Redaktion das gelingt“,

sagte mein Gesprächspartner mit ermunterndem

Kopfnicken, „dann werden Sieviele

neue Leser gewinnen. Ichwerde Ihre Zeitung

lesen und werdeSie beimWort nehmen.“ Ich

war erstaunt, dass man mit der simplen Beschreibung

unseres Handwerks solch eine

Reaktion auslösen kann.

In seinem Buch „Zeitungsstadt Berlin“

schrieb der Historiker und Zeitungsmacher

Peter de Mendelssohn im Jahr 1959, die Berliner

seien seit jeher „die leidenschaftlichsten

und unersättlichsten Zeitungsleser derWelt“.

Mehrmals in 200 Jahren Berliner Zeitungsgeschichte

waren alle Blätter der Stadt

nach Kriegen komplett verschwunden. Doch

bereits wenige Jahre später blühte in Berlin

stets eine neue Zeitungslandschaft. Immer

wieder fanden sich Enthusiasten, die die

ausgestorbene Gattung belebten.

Im März des Jahres 1813 hatten die Russen

Berlin vonder französischen Fremdherrschaft

befreit. Die Spenersche Zeitung lieferte,soPeter

de Mendelssohn, Nachrichten

über die Ereignisse erstmals nicht mehr „in

Form von ‚Bauerngesprächen‘, sondern in

klarer und sachlicher Berichterstattung“.

Nach der Revolution von1848 brachen aus

Süddeutschland Leopold Ullstein und aus

Ostdeutschland Rudolf Mosse nach Berlin

auf. Sienutzten die neue Technologie der Zeitungsrotation

und veränderten das Gesicht

der Stadt. 1877 kauften sie vondem „mutigen

und aufrechten Publizisten“ Dr. Peter Langmann

die Berliner Zeitung. Langmanns Geldgeber

wollten in die in finanzielle Schwierigkeiten

geratene Zeitung kein Geld mehr stecken.

Das Blatt stand vor dem Bankrott. Ullstein

rettete die Zeitung, die später den

Namen BZ tragen sollte und im geteilten Berlin

den BoulevarddesWestens unterhielt.

EinNeuanfang

In seiner ersten Einladung zu einem Abonnement

schrieb der Verleger Ullstein im Januar

1878: „Die Berliner Zeitung steht auf einem

durchaus freisinnigen Standpunkt, unabhängig

vonCliquen- und Parteienwesen.“

Mit „beträchtlicher Courage“ legte sich die

junge Zeitung mit der reaktionären Reichsregierung

an und veröffentlichte im September

1878 eine programmatische Erklärung,

in der es hieß: „Die Berliner Zeitung will eine

konstitutionelle Regierung, keinen Kanzler-

Absolutismus. Sie verlangt, dass das deutsche

Volk frei sei und nicht wie eine besiegte

Nation behandelt werde.“

Solch unerhörte Worte und Gedanken

wollte die damalige Obrigkeit nicht zulassen,

wie de Mendelssohn berichtet: „ImApril 1879

wurde durch Befehl des Generalkommandos

des Gardekorps den Berliner Truppen das Lesen

und Halten aller liberalen Zeitungen verboten.“

Bismarcks eiserne Faust traf die Redakteure

auch persönlich schwer. Anlässlich

ihres zehnjährigen Bestehens schrieb die Berliner

Zeitung 1887:„UnsereRedakteurehaben

monatelang mit persönlicher Freiheit gebüßt

für das,was ihnen im überschäumenden Gefühl

des Unmuts aus der Feder floss.“

Mit dem Nationalsozialismus wurde die

freie Presse mit einem Schlag abgeschafft.

Jüdische Verleger wurden enteignet. Die

Journalisten verloren ihre Jobs. Wem die

Flucht nicht gelang, der wurde in den Vernichtungslagernermordet

–Juden, Kommunisten,

Christen, Freisinnige, Homosexuelle.

Die moralische Kernschmelze raffte den

Journalismus in Berlin vollständig hinweg.

Doch nachdem sich 1945 alle Pamphlete

und Propagandablätter der Nationalsozialisten

im Rauch der amerikanischen Bomben

und der sowjetischen Granaten aufgelöst hatten,

gab es selbst in der geistigen Wüste einen

Neuanfang: Die erste Zeitung nach der Kapitulation

war die vonder sowjetischen Militärverwaltung

herausgegebene „Tägliche Rundschau“.

Sie diente vor allem der Veröffentlichung

vonInformationen der Roten Armee.

Am 21. Mai erschien die Berliner Zeitung

als erste echte Tageszeitung Berlins nach

Tugend und Technologie

Der Herausgeber der Berliner Zeitung über die Zeitungsstadt Berlin

und die immer wieder überraschende Renaissance des Journalismus

BLZ/PAULUS PONIZAK

Matthias Thieme übernimmt als Chefredakteur

die Verantwortung für den Digitalauftritt

der Berliner Zeitung.Der preisgekrönte

Journalist, der seine Karriere bei

der Frankfurter Rundschau begann, arbeitete

unter anderem beim Wirtschaftsmagazin

Capital und der FunkeMediengruppe.

Zuletzt war er Chefredakteur der

Frankfurter Neuen Presse.

dem Krieg. Mendelssohn, später einer der

Gründer des Tagesspiegel, schreibt, die Berliner

Zeitung „war schon eher eine ,deutsche‘

Zeitung und machte einen wesentlich ,berlinischeren‘

Eindruck“ als das Mitteilungsblatt

der Armee. Die ersten Redakteure der

Zeitung waren Rudolf Herrnstadt und der

aus Moskau zurückgekehrte Kommunist

und ehemalige Schauspieler und Dramaturg

der legendären Berliner Piscator-Bühne Fritz

Erpenbeck. Siemussten die Zeitung „binnen

drei Tagen auf die Beine stellen“, was wegen

des Mangels von Telefonen, Post und Verkehrsmitteln

eine kaum lösbare Aufgabe

schien –und doch gelang.

NEU IN DER BERLINER ZEITUNG

SABETH STICKORTH

Margarethe Gallersdörfer war

nach ihrer Ausbildung an der

Deutschen Journalistenschule München

bislang vorallem als freie

Journalistin für unterschiedliche

Medienmarken in ganz Deutschland

tätig.Bei der Berliner Zeitung

verantwortet sie künftig

das Thema Bildung.

VonMichael Maier

EvaCorino hat zuletzt mit

ihrem Sachbuch „Das

Nacheinander-Prinzip –

Vomgelasseneren Umgang

mit Familie und Beruf“

für Diskussionen gesorgt.

Sie kommt zur Berliner

Zeitung als Redakteurin

für Familie und Leben.

Diewestlichen Alliierten gründeten ebenfalls

„ihre“ Zeitungen. Die britische Militärbehörde

gab das Nachrichtenblatt DerBerliner

heraus,welches eine ganz neue Form der

Zeitung nach Berlin brachte –die Boulevard-

Zeitung mit vielen kleinen Meldungen. Auch

diese Zeitung formulierte einen hohen Anspruch.

In der ersten Ausgabe war zu lesen:

„Es ist die Aufgabe dieser Zeitung, Nachrichten

aus aller Welt und aus Berlin so umfassend

wie nur möglich und in strengster Sachlichkeit

zu bringen. Berichte und Kommentare

werden getrennt gehalten, sodass der

Leser in die Lage versetzt wird, sich sein eigenes

Urteil zu bilden.“ Die Berliner waren, so

IMAGO/VIADATA

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

PRIVAT

Kai-Hinrich Renner ist einer

der bekanntesten Medienjournalisten

Deutschlands. Seine

„Medienmacher“-Kolumne, in

der er immer wieder Exklusives

aus der deutschen Medienbranche

berichtet, wird in der Branche

gleichermaßen respektiert

wie gefürchtet.

de Mendelssohn, zunächst erstaunt, fanden

jedoch bald Gefallen an der Idee, Berichte

über die Welt in „sachlicher, ungeschminkter“

Form zu erhalten. Später verloren die

West-Berliner Zeitungen dieses hehre Ziel

leider oft aus den Augen, weil sich die Journalisten

in die Rhetorik des Kalten Krieges

zwingen ließen.

Als politisch geführte Bezirksparteizeitung

der SED ist die Berliner Zeitung mit

freien Medien ohnehin nicht zu vergleichen.

Wenn man die alten Ausgaben durchblättert,

stehen interessante Kultur- und Lokalberichte

neben der knallharten Verbreitung der

Orthodoxie der Partei. Sprachlich arbeitete

die Zeitung ziemlich präzise. Doch die formalen

Fähigkeiten der Redakteure nutzten

nicht den Bürgern, sonderndienten, weitgehend

linientreu, den Interessen der Eliten.

1989 öffnete sich die Zeitung erstaunlich

früh und erfrischend orientierungslos dem

Dialog mit der Opposition im Osten der

Stadt. Die Redakteure bemühten sich um

sachliche Berichte im damals typischen,

nüchternen Stil der internationalen Nachrichtenagenturen.

Nach der Wende wollte

der frühere Spiegel-Chefredakteur Erich

Böhme als Herausgeber „nicht wiedervereinigt

werden“. 1996 hat sich die Zeitung unter

dem damaligen Herausgeber Dieter Schröder,

der von der Süddeutschen Zeitung gekommen

war,als liberal-demokratische Zeitung

etabliertund diese Positionierung auch

nie mehr aufgegeben.

Heute steht die Berliner Zeitung, wie die

Blätter in aller Welt, vor ganz anderen Herausforderungen.

Die aktuelle Krise der Zeitungen

sei, so sagen viele,die Folge der technologischen

Revolution durch das Internet.

Dies betrifft auch die Zeitungsstadt Berlin.

Vorwenigen Tagen hat die altehrwürdige Ullstein-Zeitung

Berliner Morgenpost bekannt

gegeben, all ihre wichtigen Verlagsbereiche

aufzugeben. Die Zeitung ist, verlagstechnisch

gesehen, nur noch ein Torso.Viele Zeitungen

haben sich damit abgefunden, dass

ihre Tage gezählt sind. Sie besingen ihren

Niedergang in Klageliedern über das Internet

und die neue Generation, die sich ihreInformationen

anderswo besorgt.

DasInternet ist jedoch keineswegs die Ursache

der Krise.Der Grund dürfte eher darin

liegen, dass uns Journalisten unsere wichtigste

Aufgabe in der bunten Welt der Bilder

und Video-Clips nicht mehr unverrückbar

vor Augen steht, nämlich die sachliche und

ungeschminkte Übermittlung von Nachrichten.

Es ist unbestritten: Viele Journalistinnen

und Journalisten leisten unter erschwerten

Bedingungen Hervorragendes.

Und doch spüren alle in der Branche

beim Bick in den Spiegel ein grundsätzliches

Unbehagen. Immer wieder erliegen wir den

Verführungen der elektronischen Etablissements,

in denen Sein und Schein verschwimmen.

Wir lavieren zwischen Illusion

und Realität. Wir lassen uns treiben von PR-

Maschinen und politischen Interessen. Geschäftemacher

und Netzwerker wollen den

Rhythmus unserer Arbeit bestimmen.

Vieles kennen wir Journalisten nicht aus

eigener Anschauung, hinterfragen die uns

mundgerecht servierten „Informationen“ zu

wenig. Statt kritischer Distanz schließen wir

„Deals“ mit Informanten. Mutmaßungen

und Einflüsterungen treten an die Stelle von

Nachfragen. Nicht selten wissen wir schon

zu Beginn einer Recherche, welches Ergebnis

wir gerne niederschreiben wollen.Wirgefallen

uns im eigenen Jargon. Die anderen

hören wir am liebsten dann, wenn sie unsere

eigene Meinung bestätigen.

Sachlich und ungeschminkt

Das alles können wir ändern. Das Internet

als neue Technologie kann uns dabei helfen.

Es ist ein bisher nicht gekanntes Werkzeug

für Recherche und Kommunikation. Es

schafft neue Räume, umzulernen und Wissen

weiterzugeben. Es ermöglicht die Kontrolle

des Geschriebenen, weil viele Quellen

zugänglich sind.

Die alte Zeitungsstadt Berlin ist in den

vergangenen Jahren zu einer Hochburg der

Wissenschaften, der Kultur und der internationalen

Gemeinschaften geworden. Eine

Vielzahl junger Tech-Unternehmen hat sich

angesiedelt. Für uns Journalisten bietet diese

Vielfalt ungeahnte Möglichkeiten. Die Zuwendung

an die Moderne versetzt unsere

Zeitungen in die Lage, die Fülle an Informationen

mit klassischem journalistischem

Handwerkzuverarbeiten.Wienie zuvor können

wir unseren Lesern sachliche, ungeschminkte

Informationen liefern.

Wirwerden in der Berliner Zeitung im Internet

und in der gedruckten Ausgabe in den

kommenden Wochen neue Themen aufgreifen.

Wir freuen uns, dass wir unsere Redaktion

mit neuen Kräften verstärken können.

Wirladen Sie, liebe Leserinnen und Leser

ein, aktiv an der Neugestaltung mitzuwirken.

Schreiben Sieuns,schicken SieunsWünsche

und Hinweise. Kritisieren Sie uns und machen

uns auf Lücken und Fehler aufmerksam.

Unterstützen Sie unser Bemühen, unabhängig

und unbestechlich zu berichten.

Nach vielen Jahren der Zugehörigkeit zu

großen Medien-Konzernen sind wir wieder

ganz auf uns allein gestellt. Diese Unabhängigkeit

ist wie frische Luft, die uns in unserem

Denken und Schreiben inspirieren wird.

Dieheutige Berliner Zeitung wurde vor75

Jahren gegründet, kann sich aber auch auf

große Vorbilder aus Revolutionszeiten und

Aufklärung berufen. Wenn wir deren Tugenden

mit den Möglichkeiten der neuen Technologien

verbinden, haben wir unsere beste

Zeit erst noch voruns.


4 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Report

An den Anblick von

Schneekanonen am

Rand der Pisten hat man

sich so gewöhnt, dass

man sie kaum

noch wahrnimmt. CAREZZA SKI

Auf der Suche

nach dem

grünen Winter

Nachhaltig Ski fahren –geht das ?Ein Besuch in

Carezza, Südtirol, und der Versuch einer Antwort

VonSusanne Lenz, Welschnofen

Am Paulusberg im Erzgebirge mit

der 200-Meter-Piste,auf der meine

Kinder Ski fahren lernten, gingen

die Schneekanonen an, sobald der

Schlepplift abends den Betrieb einstellte.

Klar, dachte ich, an manchen Stellen hatte

schließlich schon am frühen Nachmittag das

Gras herausgeguckt. In einem Winter halfen

auch die Schneekanonen nur am ersten Tag,

so kamen wir in das Suppenmuseum von

Neudorf Sehmatal, tags darauf drehten wir

Räucherkerzen. Vielleicht hat das Nachdenken

damals angefangen. Undjetzt, nach zwei

Dürresommern, den wöchentlichen „Fridays

for Future“-Demonstrationen, nach

den Klimagipfeln in Madrid und Davos, jetzt,

in dieser Greta-Thunberg-Zeit, stellt sich

eine grundsätzliche Frage: Fahren wir überhaupt

noch? Oder gibt es einen Kompromiss

zwischen der Verantwortung für die Umwelt

und dem Glück, das es bedeutet, einen weißen

Abhang hinunterzusausen?

Unter dem Rosengarten

Beider Suche nach einer Antwortstößt man

auf einige Skigebiete,die vonsich sagen, dass

sie Rücksicht auf das Klima nehmen, dass sie

alles tun, um ihren CO 2 -Abdruck zu verringern,

einige wenige sind sogar klimaneutral

oder wollen es demnächst werden. Bloß was

bedeutet das? Wir fahren nach Südtirol, in

die Dolomiten, in ein kleines Skigebiet namens

Carezza. „Sogrün ist der Winter“, heißt

es auf der Webseite. Von einem „guten Gewissen“

ist die Rede.

Vom Bahnhof in Bozen aus, nach rund

achtstündiger Zugfahrt, kommt man in einer

guten halben Stunde hinauf nach Welschnofen.

Das Skigebiet ist von der rund 2000

Einwohner zählenden Ortschaft mit einer

Gondel erreichbar. Direkt unter dem Rosengarten

liegt es, einem Bergmassiv mit Postkartenqualität,

dessen Felsen sich in der

Abenddämmerung rot färben. Wenn man

Glück hat wenigstens.Von der Kölner Hütte

auf 2347 Meter blickt man auf das benachbarte

Latemar-Massiv, man sieht die Marmolada,

auf der ich als Kind gefahren bin,

und an klaren Tagen in der Ferne die Gipfel

der österreichischen Alpen.

Es ist kein Wunder,dass die Unesco diese

Gegend in den Dolomiten zum Weltnaturerbe

erklärthat. Undesist kein Wunder,dass

es Tourismus hier am Karerpass schon sehr

lange gibt. Davon zeugt das Ende des 19.

Jahrhunderts eröffnete Grand Hotel Karersee.

Die Gästeliste von einst ist beeindruckend:

Kaiserin Sissi nächtigte hier,Winston

Churchill, Agatha Christie und Karl May.

Zum Skilaufen werden sie nicht gekommen

sein. Damals musste den Berg erst einmal

hinaufsteigen, wer ihn hinunterfahren

wollte. Die ersten Lifte wurden in den

1950er-Jahren errichtet.

MariaGufler ist in Carezza für das Marketing

zuständig.Wirtreffen uns auf der Moseralm,

das Hotel steht mitten im Skigebiet. Sie

erzählt vom Warten auf die kalten Nächte,

das jedes Jahr von Neuem beginne. Kalt bedeutet

minus sieben Grad, mindestens.Ende

November, spätestens Anfang Dezember ist

es dann so weit. Das, was sie hier das „Kältefenster“

nennen, ist da, und dann schneien

sie in fünf Nächten das ganze Skigebiet ein.

„Das passt dann bis zum Ende der Saison“,

sagt Maria Gufler. Die endet dieses Jahr am

22. März. Nachbeschneit wirdbis zu dem Tag

höchstens punktuell.

Hier am Karerpass fährt man auf Kunstschnee.Das

ist mittlerweile die Norm in Südtirol.

Aber auch in Deutschland und Österreich

sind Naturschneegebiete in der Minderzahl,

und in der Schweiz machen sie

höchstens noch die Hälfte aus. Anden Anblick

von Schneekanonen und Schneelanzen

amRand der Pisten hat man sich so gewöhnt,

dass man sie kaum noch wahrnimmt.

Kunstschnee verlängert die Saison

oder macht sie überhaupt erst möglich.

Kunstschnee trotzt dem Wetter den Winter

ab, den es von allein nicht mehr gibt, doch

die Energie, die dabei verbraucht wird trägt

zur Erderwärmung bei.

Künstlichen Schnee kann man auch bei

minus zwei Grad erzeugen, und wenn man

dem Wasser, das in die Schneekanonen gepumpt

wird, Bakterien zusetzt, sogar bei

Plusgraden, was in der EU jedoch nicht erlaubt

ist. Aber je kälter es ist, desto weniger

Energie braucht man. Deshalb ist das Kältefenster

so wichtig. MariaGufler erzählt, dass

Carezza dem Südtiroler Klimaneutralitätsbündnis

2022 beigetreten ist, also bis spätestens

in zwei Jahren klimaneutral sein will.

Undsie haben schon vorGreta Thunbergangefangen,

Energie zu sparen, nicht nur bei

der Beschneiung, die Lifte, die Schneekanonen,

das alles wird mit regenerativem Strom

betrieben. Dann muss Maria Gufler los. Ihr

vier Jahrealter Sohn will in den Skikindergarten.

Beim Energiesparen in Carezza hilft auch

Hermann Psenner.Seine Arbeitszeit beginnt

in dem Moment, in dem die Pisten schließen.

Dann setzt er sich in den riesigen Pistenbully,von

dem er sagt, dass er so viel koste

wie ein kleines Haus,und präpariertdie Pisten.

Fünf, sechs Stunden lang. In Gummer

hat er einen Bauernhof, aber der ist klein,

und er muss dazuverdienen. Als Erstes

nimmt er sich an diesem Abend die Tschein

vor.

Mitdem Schild schiebt er den Schnee,die

Fräse hinten zerhäckselt die großen Brocken,

und macht dann die feinen Rillen in die

Piste,die die Frühaufsteher unter den Skifahrern

kennen. Aber sein wichtigstes Instrument

ist der kleine Bildschirm rechts vom

Fahrersitz, über den sich wie eine bunte

Raupe eine Linie bewegt. Mittels Sonartechnik

zeigt diese Linie an, wie hoch der Schnee

an der Stelle ist, über die Hermann Psenner

Carezza Dolomites-Geschäftsführer Florian Eisath

(r.) und Schneimeister Valentin Pichler BLZ/SUSANNE LENZ

„Es ist leicht, klimaneutralzuwerden.

Manmuss

nur die entsprechenden

Ausgleichszahlungen

leisten. Aber wir müssen

es auch leben.“

Florian Eisath,

Geschäftsführer von Carezza Dolomites

gerade fährt. Blau steht für hoch, manchmal

über zwei Meter.„An der Stelle braucht man

das auch, das ist ein Sonnenhang.“ Manchmal

färbt sich die Linie grün oder gelb. Dort

wo die Linie orange ist, liegen nur 30 Zentimeter.

Aber auch orange ist in bestimmten

Lagen sozusagen noch im grünen Bereich.

Nurrote Stellen sollte es jetzt im Januar noch

nicht geben.

Wo Schnee fehlt, schiebt Hermann Psenner

ihn hin. Weil die Skifahrer sich in der

Mitte der Piste bewegen, drücken sie den

Schnee nach außen. Er muss also wieder in

die Mitte befördert werden. Früher war er

eine Stunde länger unterwegs. Durch die

Schneetiefenmessung hat sich die Fahrzeit

reduziert und damit der Energieverbrauch.

Jede Nacht sieht er Rehe über die Piste laufen,

manchmal auch einen Hasen. Dass das

Geräusch des Motors die Tiere stört, glaubt

Hermann Psenner nicht. „Die haben sich

längst daran gewöhnt.“

Wenn man mit Hermann Psenner durch

die Nacht fährt und erst recht, wenn man

sich von Florian Eisath durch den Pumpenraum

führen lässt, versteht man, dass die

schöne Skilandschaft eine ziemlich technische

Angelegenheit ist. Florian Eisath, 35

Jahrealt, ist der Geschäftsführer vonCarezza

Dolomites, bis vor kurzem war er Skirennläufer,vor

zwei Jahren ist er sein letztes Weltcuprennen

gefahren. „Ich bin mit Skiern an

den Füßen aufgewachsen“, sagt er. Das Unternehmen

hat sein Vater Georg aufgebaut.

Der übernahm 2008 den Großteil der Anlagen,

das Skigebiet war damals im Niedergang,

die Lifte veraltet. Georg Eisath hatte

1990 die Firma Technoalpin gegründet, die

heute Weltmarktführer für Beschneiungsanlagen

ist. DieSchneekanonen, mit denen sie

den Paulusberg imErzgebirge beschneien,

kommen auch vonEisaths einstiger Firma.

Wahrscheinlich hätte Georg Eisath seine

Anteile an der Firma nicht verkauft, hätte es

nicht sentimentale Gründe gegeben, in das

marode Gebiet am Karerpass zu investieren.

Seine Frau kommt vonder Moseralm. „Ohne

das Skigebiet hätte das Hotel nicht mehr

funktioniert“, sagt Florian Eisath. Werweiß,

ob es das Gebiet ohne Eisaths Engagement

noch geben würde. Inden Alpen haben in

den vergangenen Jahren mehr als 70 kleinere

Skigebiete aufgegeben. Aber zurück in den

Pumpenraum.

Hier liegen vier Pumpen, blau, mit einer

Anschlussleistung von400 Kilowatt. Hier stehen

graue Sicherungskästen, groß wie

Schränke, und auf einem kleinen Holztisch

steht ein Computer, von dem aus Valentin

Pichler jeden einzelnen der rund 200 Schneeerzeuger

im Carezza-Gebiet ansteuern kann,

so nennen sie hier die Kanonen und Lanzen

entlang der Pisten.VomHandy geht das auch.

Valentin Pichler ist der Schneimeister hier am

Karerpass.Erkann bestimmen, ob der Schnee

feucht ist oder trocken, die Menge natürlich,

aber eine der Pumpen anzuwerfen, um eine

einzelne Kanone arbeiten zu lassen –das vermeiden

sie. Der Energieverbrauch wäre zu

hoch, der Schnee zu teuer.Amliebsten arbeiten

sie unter Volllast, das bedeutet, dass alle

Schneeerzeuger, die an eine Pumpe angeschlossen

sind, gleichzeitig laufen.

Auf der Webseite mit dem Namen „Snow

Manager“, die Valentin Pichler jetzt aufruft,

kann man sehen, wie viele Kubikmeter

Schnee ein jeder Erzeuger in der Saison produziert

hat. Das ist ganz unterschiedlich, je

nachdem an welchem Pistenabschnitt er

steht, wie dortdie Abnutzung ist, ob die Lage

dem Wind oder der Sonne ausgesetzt ist. Es

soll nicht unnötig viel Schnee produziertwerden.

Pichler lässt eine Pumpe anlaufen. Erst

ertönt zur Warnung eine Sirene, die Pumpe

klingt dann wie eine Flugzeugturbine.

Künstlicher Schnee aus Wasser und Druck

Den Energieverbrauch zu ermitteln, ist angesichts

all der Variablen, die zu bedenken

sind, nicht so leicht. Der Deutsche Skiverband

hat vor einigen Jahren trotzdem versucht,

eine Rechnung aufzumachen: Für die

Beschneiung einer Fläche voneinem Hektar

Pistenfläche mit 30 Zentimeter Schnee werden

rund 20 000 Kilowattstunden Energie

verbraucht. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt

verbraucht etwa 4000 Kilowattstunden

pro Jahr. Inden Alpen werden

rund 70 000 Hektar beschneit.

Aber es kommt immer auch auf die Temperaturen

an, darauf, wie viel Naturschnee

fällt. Ob das Skigebiet an Südhängen liegt,

wie Carezza, oder nach Norden ausgerichtet

ist. Dieses Jahr hatten sie in Carezza Glück.

Im November ist so viel Schnee vomHimmel

gefallen, dass sie ein Drittel weniger künstlichen

Schnee produziert haben als in den

Jahren davor.

Künstlicher Schnee entsteht mithilfe von

Wasser und Druck. DasWasser sammeln sie

in einem künstlichen Speichersee, den der

Vater anlegen ließ, nicht ohne dabei darauf

zu achten, dass er sich mit Eigendruck füllen

kann und auch ein Großteil der Schneeanlagen

mit Eigendruck versorgt wird. Aber klar,

sie haben rund 20 Kilometer unterirdische

Leitungen verlegt, dafür die Hänge aufgegraben.

Undsoein Speicherbecken füllt sich aus

Bächen, aus Schmelzwasser. Dass das ein

Eingriff in den Wasserhaushalt ist, liegt auf

der Hand. Naturschützer üben heftige Kritik

an diesen Speichern. Florian Eisath sagt,

dass er eine Konzession hat.

Siesparen Energie in Carezza, aber richtig

klimafreundlich klingt das alles trotzdem

nicht. Geht das überhaupt, nachhaltig Skifahren?

„Im Prinzip ja, wenn Sie auf Naturschnee

fahren und selber aufsteigen“, sagt

Werner Bätzing, den wir in Bamberg errei-


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 5· ·

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Report

Das Skigebiet Carezza in

denDolomiten. Gefahren

wird auf Kunstschnee. Das

ist mittlerweile die Norm

in Südtirol. Auch in

Deutschland und Österreich

sind Naturschneegebiete

in der Minderzahl, in

der Schweiz machen sie

höchstens noch die Hälfte

aus. CAREZZA SKI/LAURIN MOSER

Wien

München

Singen

DEUTSCHLAND

Salzburg

Erschließung der

Alpen durch Skigebiete

Größe in Pistenkilometern

Skigebiete

1954

(rund 105)

2012

(rund 600)

SCHWEIZ

Bern

Zürich

LIECHTENSTEIN

Chur

Vaduz

Landeck

Innsbruck

Spittal

ÖSTERREICH

Graz

Klagenfurt

50 km


6 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Schäuble fordertmehr

Auslandseinsätze

Bundestagspräsident Wolfgang

Schäuble (CDU) hat für eine Ausweitung

der deutschen Militäreinsätze

plädiert. Deutschland könne sich

nicht „wegducken“ und „alles den

Franzosen und den Amerikanern

überlassen“, sagte Schäuble den

Blätternder Funke Mediengruppe

sowie der französischen Zeitung Ouest-France.„DieLehreaus

Auschwitz

kann kein Argument dafür sein,

dauerhaft kein Engagement zu übernehmen.“

(AFP)

Verkehrsexperten wollen

härtere Strafen für Drängler

Werauf der Straße drängelt, droht

oder sich anderweitig aggressiv verhält,

soll nach dem Willen des Verkehrsgerichtstags

dafür künftig

Punkte in Flensburgbekommen.

DerExpertenkongress (VGT)empfahl

am Freitag in Goslar die Einführung

eines eigenen „punktebewehrten

Bußgeldtatbestands“ für „aggressives

Fahren“. Zudem sollten die

Fahrerlaubnis-Behörden das Recht

zur Einsicht in das Bundeszentralregister

bekommen, forderten die

Fachleute.Falls es dortAnhaltspunkte

für ein hohes Aggressionspotenzial

im Zusammenhang mit Autofahren

gebe,soll eine Medizinisch-

Psychologische Untersuchung für

die Betroffenen angeordnet werden

können. (dpa)

Eklatantes Versagen der

Behörden im Fall Lügde

Dieersten Zeugenvernehmungen im

Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer

Landtags zum Kindesmissbrauch

auf einem Campingplatz in

Lügde haben eklatante Defizite im

Umgang mit dem Fall offenbart. Demnach

gab es gravierende Kommunikationsmängel

zwischen Jugendamt

und Familienhilfe und –trotz mehrererHinweise

–kein geordnetes Frühwarnsystem

über denVerdacht auf

sexuellen Kindesmissbrauch auf dem

Campingplatz in Lügde.Dorthatte es

über viele Jahrehundertfache pädokriminelle

Übergriffe auf zahlreiche

Kinder gegeben. (dpa)

Verkehrsprojekte sollen

schneller realisiertwerden

Wichtige Verkehrsprojekte in

Deutschland sollen künftig schneller

geplant und umgesetzt werden können.

DerBundestag verabschiedete

am Freitag ein entsprechendes Gesetz.

So sollen 14 ausgewählteVorhaben

auf der Schiene und bei Wasserstraßen

statt vonBehörden künftig

direkt vomBundestag per Gesetz genehmigt

werden können. (dpa)

Amazon glänzt zum

Jahresabschluss

Amazon

Kurs in US-Dollar

2000

1500

1000

500

30.10.19

2044,7

31.1.20

BLZ/GALANTY; QUELLE: ONVISTA

Einstarkes Weihnachtsgeschäft und

florierende Cloud-Dienste haben

Amazon einen glänzenden Jahresabschluss

beschert. Im vierten Quartal

2019 kletterte der Gewinn im Jahresvergleich

um rund acht Prozent auf

3,3 Milliarden US-Dollar (3,0 Mrd

Euro). DieErlöse wuchsen um 21

Prozent auf 87,4 Milliarden Dollar.

DieZahlen überraschten die Analysten,

die mit mehr Druck durch massiveInvestitionen

in die Logistik gerechnet

hatten. DieAktie setzte zum

Höhenflug an. (dpa)

Gut beraten? Das Verteidigungsministerium hat allein 155 Millionen Euro für Externe ausgegeben –innerhalb eines halben Jahres.

548 Millionen für externe Berater

Vorallem die Bundesministerien für Verteidigung,Inneres und Verkehrverzeichnen hohe Ausgaben

Die Bundesregierung hat

im vergangenen Jahr

mehr als eine halbe Milliarde

Euro für externe

Berater ausgegeben. Nach Angaben

des Finanzministeriums auf Anfrage

der Linken haben das Kanzleramt

und die 14 Bundesministerien zusammen

mindestens 548,5 Millionen

Euro in Sachverstand vonaußen

investiert. Fünf Ressorts meldeten

allerdings bisher nur die Zahlen für

ein Halbjahr. Obwohl das Verteidigungsministerium

dazu gehört, liegt

es mit Ausgaben von154,9 Millionen

Euro für externe Experten auf Platz

eins der Berater-Rangliste. Dahinter

folgen das Innenministerium mit

152,4 Millionen Euro im gesamten

Jahr 2019 und das Verkehrsministerium

mit 110,6 Millionen.

Das Kanzleramt (537 000 Euro,

nur zweites Halbjahr), das Bildungsministerium

(717 000 Euro) und das

Justizministerium (2,4 Millionen

Euro) benötigten nach jetzigem

Stand dagegen am wenigsten zusätzliche

Expertise. Finanz-Staatssekretärin

Bettina Hagedorn weist aber

darauf hin, dass es für externe „Beratungs-

und Unterstützungsleistungen“

keine einheitliche Definition in

den einzelnen Ministerien gebe.

Deshalb könne „nicht von einer ressortübergreifenden

Vergleichbarkeit

Meine Tochter ist 17 Jahrealt. Früher

habe ich ihr die Welt erklärt. Jeden

Tag beim Abendbrot und immer

dann, wenn wir zusammen sitzen,

geht es bei uns um das, was wir am

Tagerlebt haben, was in derWelt und

in der Politik passiert ist. Seit einiger

Zeit erklärtsie mir ihreWelt. Ichhabe

mich entschlossen, zuzuhören.

TOCHTER: Warumdie Kerze? Feierst

du schon wieder Weihnachten?

MUTTER: Die hab ich für England angezündet.

Ich finde den Ausstiegaus Europa echt

traurig.

Na, ich bin froh, dass es endlich

durch ist. Dieser Brexit hat lange genug

gedauert. Die sollen jetzt endlich

gehen. Siehaben’s verkackt, jetzt

müssen sie Konsequenzen tragen.

Für mich ist die EU aber nicht nur irgendein

Gebilde. Ich finde die Idee dahinter großartig.Außerdem

ist England –Großbritannien –

das Land, dem ich am allernächsten stehe.

Das warschon so, als ich so alt war, wie du.

Amerika warauch wichtig,aber eher,weil wir

deren Imperialismus und Kriegsführung abgelehnt

haben, die ganze Großmäuligkeit.

Das warbei England anders.

Ich sehe mich eher bei Frankreich.

Aber es ist ja nicht so, dass England

mit dem Austritt aus der Europäischen

Union Europa verlässt. Die

sind ja noch da. Siegehören zu unse-

der Angaben ausgegangen werden“,

heißt es in ihrer Antwort. Außerdem

seien die Zahlen noch als vorläufig

zu betrachten.

Das Engagement von Unternehmensberatern

und anderen Experten

von außen durch die Bundesregierung

ist hoch umstritten. Kritiker

meinen, dass der Einkauf von Sachverstand

zu teuer und angesichts der

mehr als 20 000 Mitarbeiter in den

Ministerien auch nicht zwingend

notwendig sei. Zudem wird zugroßer

Einfluss auf die Regierungsarbeit

befürchtet. Befürworter versprechen

sich dagegen einen Mehrwert durch

den Blick vonaußen.

Für frühere Jahre hatten die Ministerien

noch deutlich geringere

Beraterausgaben gemeldet als jetzt

für 2019. Im Februar vergangenen

Jahres hatte eine ähnliche Umfrage

das Finanzministeriums ergeben,

dass es zwischen 2014 und 2017 eine

rer Kultur, die Geschichte verbindet

uns.Die Insel wirdsich nicht auf einmal

fortbewegen. Aber ich finde

auch, Europa ist eine tolle Sache und

es ist wirklich dämlich da auszusteigen.

Mirtun alle Leute leid, die dagegen

gestimmt haben, aber die Mehrheit

war eben dafür. Wieso sollten

wir also einen Staat in der EU haben

und wirtschaftlich unterstützen, der

so an diesem System zweifelt und

auch gar keine Anstalten unternimmt,

mitwirken zu wollen. Der

hält uns eher auf. Jetzt sollen sie auch

Generation Greta und ich

Keine Träne

für England

deutliche Steigerung gab.2014 lagen

die Beraterausgaben der Regierung

danach noch bei 63 Millionen Euro,

2015 waren es schon 105 Millionen,

2016 stieg die Zahl auf 243 Millionen,

und 2017 lag sie bei 248 Millionen

Euro.Für 2018 lagen zum damaligen

Zeitpunkt noch keine vollständigen

„Man kann nur noch

mit dem Kopf schütteln.“

Matthias Höhn, Linke-Fraktion

Zahlen vor.

Linken-Politiker Matthias Höhn

kritisiert die Höhe der Ausgaben.

„Man kann nur noch mit dem Kopf

schütteln“, sagt er. „Die Bundesregierung

hat in den Ministerien Tausende

kompetente Beamtinnen und

Beamte.Zuallererst sind sie dafür da,

die inhaltliche Arbeit für die Regierung

zu leisten. Alles andere macht

eine Regierung abhängig von privaten

Firmen. Daswäreinakzeptabel.“

FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes

Strack-Zimmermann hat

zwar grundsätzlich nichts gegen externe

Berater einzuwenden, fügt

VonJulia Haak

die Konsequenzen tragen. Ich stelle

mir vor, dass England jetzt erstmal

alle Verträge neu schließen muss,

neue Verbindungen knüpfen, denn

die können ja fast nichts selbst produzieren,

müssen ganz viel importieren.

Da wird ihre Wirtschaft ordentlich

drunter leiden und das

finde ich dann auch verdient. Klingt

vielleicht ein bisschen fies, aber so

sehe ich es.Esist doch ein Geschenk,

in die EU eintreten zu können. Ganz

viele Staaten, vor allen Dingen im

Osten, wollten da unbedingt rein.

aber hinzu: „Wenn dies jedoch, gedeckt

von der Führung des Ministeriums,

unkontrolliert vonstatten

geht und darüber hinaus Ausschreibungen

gesetzeswidrig unter der

Hand weitergegeben werden, ist das

nicht hinzunehmen.“

Damit spielt sie auf den Untersuchungsausschuss

des Bundestags

an, der zurzeit den Einsatz vonBeratern

im Verteidigungsministerium

untersucht. Es geht umVorwürfe von

unkorrekter Auftragsvergabe bis hin

zu Vetternwirtschaft. Mitte Februar

wirddie frühereVerteidigungsministerin

und jetzige EU-Kommissionspräsidentin

Ursula von der Leyen

vomAusschuss befragt.

Verkehrsminister Andreas

Scheuer (CSU) wurde wegen des

Einsatzes von Beratern in Sachen

Pkw-Maut kritisiert und gibt jetzt

wieder hohe Summen für den Aufbau

einer zentralen Autobahn-Verwaltung

des Bundes aus.

Alle drei Spitzenreiter der Berater-

Rangliste –die Ministerien fürVerteidigung,

Inneres undVerkehr –verteidigten

den Einkauf externer Expertise

am Freitag. Das Verteidigungsministerium

verwies darauf, dass

alleine 109 Millionen Euro auf den

IT-Dienstleister BWI entfallen, der

die 1200 Liegenschaften der Bundeswehr

betreut. (dpa)

Weil das ein Aufpäppelungsprogramm

gewesen ist. England hat

vielleicht viel zahlen müssen, aber es

hat auch Vorteile für sie gehabt: Reisefreiheit,

Güterfreiheit. Wenn man

das wegwirft, hat man es auch irgendwie

verdient.

Ich bin sentimental –total kitschig: lese alles

über die Königsfamilie, gucke „The Crown“

auf Netflix, mir fehlt nur noch der Union Jack

an derWand.

Ich finde nicht, dass man Großbritannien

bemitleiden sollte. Man

sollte die verurteilen. Wie kann man

nur so dämlich sein, dieses Geschenk

EU wegzuwerfen. Da sehe

ich auch nicht ein, denen Verträge

hinterher zu tragen. Die sollen austreten

und Punkt ist. Das fucked

mich wirklich ab.Wie viel Energie für

diesen Scheiß-Austritt draufgegangen

ist und so viel Geld. Unddawird

noch viel mehr reinfließen. Washaben

die denn schon? Wasser und

Schafe. Das Geld sollte man lieber

ins Bildungssystem und in Infrastruktur

in Ländern stecken, die es

wirklich brauchen in der EU. Wer

freiwillig geht, ist selbst schuld.

Manche halten den Brexit für einen gewieften

Schachzug, weil man alleine vielleicht

wendiger und schneller ist. Nicht so viel Bürokratie.

Nee, das ist eine Totalkatastrophe.

DPA

Aufgeheizte

Stimmung am

Big Ben

Briten streiten weiter über

das Für und Widerdes Brexit

Das hier,das ist ein britischer Apfel!“,

schreit ein Mann, der sich

einen Union Jack um den Hals gebunden

hat. Er steht am Freitag

breitbeinig auf dem Platz vor dem

Parlament in London und beißt krachend

in die Frucht. Im Gebäude

hinter ihm wurden in den vergangenen

dreieinhalb Jahren unzählige

Wortgefechte und Abstimmungsschlachten

über den Brexit ausgetragen,

begleitet meist von Protesten

für und gegen den EU-Austritt. Am

letzten Tagder EU-Mitgliedschaft ist

es nicht anders: DieStimmung heizt

sich immer weiter auf.

„Der Brexit ist ein Desaster“,

schimpft die gebürtige Italienerin Silvia

Zamperini. Sie ist frustriert und

wütend. „Früher war Großbritannien

so ein offenes Land. Jetzt sind hier

viele rassistisch, homophob und intolerant“,

sagt die 51-Jährige, die

schon seit 26 Jahren in England lebt.

„Niemand zerrt mich aus der EU“,

steht auf einem Pappschild, das sie

sich um den Hals gehängt hat. Der

Parliament Squareist schon tagsüber

gefüllt mit vielen Menschen.

Die 76-jährige Brenda Brooks ist

dagegen froh über den Brexit: „Die

EU will ein Superstaat werden“, sagt

die Seniorin aus Devon imSüdwesten

Englands. Sie hat bei der letzten

Wahl Boris Johnsons Konservative

Partei gewählt. Früher sei Europa

wunderbar divers gewesen, doch die

EU verschwende zu viel Geld und

wolle alles vereinheitlichen. „Wir

wollen unsereUnabhängigkeit.“

Die Versammlung auf dem Platz

vordem Parlament spiegelt die Stimmung

im Land wider. Großbritannien

ist noch immer zutiefst gespalten

in der Brexit-Frage. Beim Referendum

im Sommer 2016 hatten

sich die Briten mit knapper Mehrheit

(52 Prozent) für die Trennung von

der Europäischen Union ausgesprochen.

In den Landesteilen Schottland

und Nordirland wollten die

meisten lieber in der EU bleiben.

Drei Millionen EU-Ausländer

Inzwischen würde es den Brexit bei

einem neuenVotumwohl nicht mehr

geben, meint der Umfrage-GuruJohn

Curtice von der Universität Strathclyde

inGlasgow.53Prozent würden

dagegen stimmen. Grund dafür sei

aber nicht, dass Brexit-Befürworter

ihre Meinung geändert hätten, sondern

dass Nichtwähler von damals

heute eher gegen als für den Brexit

stimmen würden.

Besonders betroffen von der Loslösung

von der EU sind die mehr als

drei Millionen EU-Ausländer in

Großbritannien. Die größte Gruppe

von ihnen sind mit großem Abstand

die Polen. Auch schätzungsweise

140 000 Deutsche leben in Großbritannien.

Großbritannien will die Zahl

der Einwanderer deutlich reduzieren

und setzt vor allem auf hoch qualifizierte

Arbeitskräfte. Die Regierung

will ein Punktesystem nach australischem

Vorbild für die Auswahl einführen.

Arbeitslosigkeit, Mangel an

Schulplätzen, überfüllte,marode Kliniken

–vieles wurde den Ausländern

angelastet. Etliche von ihnen fühlen

sich im Königreich nicht mehr wohl.

Ein Brexiteer begrüßt in London die angebliche

neue Freiheit.

AFP


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 7· ·

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Wirtschaft

Vonder Möglichkeit des guten Lebens

Kann eine sozial-ökologische Transformation vom Sozialismus lernen? Zwei Generationen reden über Wege in eine Postwachstumsgesellschaft

VonMaritta Tkalec

Ein Neuer Mensch ist gefragt.

Wieder einmal. Er

wirdgebraucht, um die alte

Welt zu überwinden, die

wachstumsfixiert und krisenanfällig

ist, einen zerstörerischen Klimawandel

erzeugt, Ungerechtigkeit verschärft,

Menschen krank macht –

kurz: die Lebensgrundlagen zerstört.

Wersonst als ein Neuer Mensch voller

Einsicht in die Notwendigkeit

sollte in der Lage sein, in aller Freiheit

eineWelt jenseits vonWachstum

und Naturausbeutung zu errichten?

Die Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft

formiertsich

vorallem im jungen Akademikermilieu.

Und sie trifft einen Punkt: Die

Hochkonsumgesellschaft treibt die

Welt in schwerste Konflikte. Man

fragt sich: Wiekommen wir da raus?

Zwei Vertreterinnen und ein Vertreter

der Bewegung für eine Postwachstumsgesellschaft

trafen am

Donnerstagabend im Rohnstock-Erzählsalon

in Prenzlauer Berg auf drei

Vertreter einer Generation, die sich

erstens mit der Suche nach dem

Neuen Menschen auskennt und

zweitens reichlich Transformationserfahrung

hat. Die Akteure aus Zeiten

der sozialistischen Planwirtschaft

in der DDR stellen sich seit

Jahren die Frage, was sie falsch gemacht

haben, obwohl die Ideen

doch gut und viele Instrumente

sinnvoll waren. Und sie hoffen: Die

Nächsten fechten es besser aus.

Wenn man dazu beitragen kann, tut

man es gerne.

Diese Konstellation erwies sich

als günstig für das Treffen zweier Milieus,

die einander sonst nicht begegnen,

wie Gastgeberin Katrin

Rohnstock sagte. Neugier und Interesse

aneinander waren dann groß.

Jana Gebauer, 1971 in Stralsund

geborene freie Unternehmensforscherin,

richtete an die transformationserprobten

Postsozialisten die

Frage, umdie es ging: Wasist zu lernen

aus dem Wandel in Ostdeutschland

und Osteuropa? Gerrit von

Jorck, 1986 in Kleve geborener Ökonom

und Philosoph, ergänzte: Welche

alternativen Bewegungen und

Ansätze gab es in der Wendezeit?

Warum setzte sich stattdessen die

neoliberale Variante durch?

Eckhard Netzmann, Jahrgang

1938, Generaldirektor des VEB

Schwermaschinenbaukombinat

Magdeburg (SKET), erinnerte sich

an den Neuen Menschen, wie er in

der 1950er-Jahren gedacht war: gebildet,

sich des Sinns seiner Arbeit

bewusst, Kumpel, erfüllt von demokratisch-humanistischem

Denken.

Vorallem lag dem Wirtschaftsmann

die Botschaft am Herzen: Ohne

Staat, ohne gesamtgesellschaftliche

Planung kommt auch eine neue Gesellschaft

nicht aus. Die Arbeitsproduktivität

darf nach seiner Ansicht

auch in der Postwachstumsgesellschaft

wachsen; die Frage sei, wie

Ist es möglich, dass Menschen auf wachsenden Wohlstand verzichten? IMAGO STOCK&PEOPLE

man das Erwirtschaftete verwendet

und verteilt.

Uwe Trostel, 1943 geboren, in der

DDR u.a. in der Staatlichen Plankommission

für Investitionen zuständig,

Mitglied der Modrow-Regierung und

der Treuhandanstalt, berichtete von

seinen Beobachtungen aus der

Transformationszeit in Russland: Ein

großer Umbau brauche eine Kraft, die

den Prozess organisiere–auf das Gemeinwohl

orientiert und mit den

Massen. Wieder: Staat und Planwirtschaft.

Nach seiner Überzeugung haben

die Kombinate in der DDR bewiesen,

dass Volkseigentum funktioniert.

Nicht der Profit, sondern das

gesellschaftliche Bedürfnis müsse im

Vordergrund stehen. Infrastruktur,

Gesundheitswesen, soziale Betreuung

müssten profitfrei sein.

Der Sachse Alexander Schmejkal,

geboren 1943, Ingenieur und ab 1972

Vize-Bürgermeister von Prenzlauer

Berg, stellt sich die unausweichliche

Transformation als permanente Bewegung

vor. Wachstum werde es

weiter geben, im Falle der Arbeits-

produktivität sieht er kolossale Zunahmen

voraus, wenn sich Digitalisierung,

Vollautomatisierung und

Künstliche Intelligenz durchsetzen.

Aber: „Was wird aus den Millionen

frei werdenden Arbeitskräften?“ Generell

brauche es ein differenziertes

Wachstum: im Süden um der Gerechtigkeit

willen stärker,auch in der

heimischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft.

In der Gesamtschau ist er

überzeugt: „Der Mensch wird nur

mit Negativwachstum überleben.“

Doch wie soll das gehen, dass

Menschen auf wachsenden Wohlstand

verzichten oder gar den erreichten

reduzieren? Hat nicht gerade

die Transformation in der DDR

bewiesen, dass Konsumhunger alle

ökologisch-alternativen Ansätze

über den Haufen wirft?

Gerrit von Jorck antwortet mit

wärmenden Worten: Man brauche

ein neues Narrativ von sozial-ökologischer

Lebensweise. Man könne die

Bevölkerung ja mit der Idee vonZeitwohlstand

locken. Jana Gebauer sieht

Möglichkeiten, die Mehrheit zu erreichen,

indem man die Frage „Was ist

gutes Leben“ umfassend diskutiert,

also im Sinne sozialer Gerechtigkeit,

gesellschaftlicher Teilhabe, auskömmlichen

Einkommens …

Skeptisch blieben die jungen

Leute gegenüber Staat und Planwirtschaft.

Natürlich müsse man „Gegenmacht“

bündeln, aber man diskutiere

die Frage anders, eher anarchistisch,

meinte Jana Gebauer.Gerrit

von Jorck sprach von

„Reserviertheit gegenüber dem Topdown-Ansatz“.

Schließlich verliefen sich die sympathischen

Utopien der Postsozialisten

wie der Postwachstumsfreunde

in Ratlosigkeit. Sagte Alexander

Schmejkal, die Menschen müssten

den Sinn des Wandels begreifen, und

zwar global, und das werde ein langer

evolutionärer Prozess sein. Reagierte

Jana Gebauer: „Bis die Mehrheit

so weit ist, wirdeszuspät sein!“

Der Klimawandel! „Irgendwie muss

es einen emanzipatorisch-demokratischen

Weggeben!“ Irgendwie.

Konkrete Beobachtungen trug Lilian

Pungas bei, 1987 in Tallinn geboren,

die Jüngste der Runde. Estland

stand in der Transformationszeit im

Rufdes eifrigsten Neoliberalismus.So

sei das im Falle der ethnischen Esten

gewesen, sagt Pungas.Die russischen

Babuschkas hingegen pflegten in ihren

Gärten ihr Erfahrungswissen,

bauten wertschätzend gesundes Gemüse

an,entfremdeten sich nicht von

den Lebensmitteln, lebten in der Gemeinschaft.

„Das ist weder altmodisch

noch überholt“, findet die junge

Frau, sondern sei „ein wirklich gutes

Leben.“ Das wird vor allem bei jungen

StadtbewohnernAnklang finden.

Maritta Tkalec

hörte mit Sympathie und

Zweifeln zu.

DAX-30 in Punkten

1.11.19

▼ 13014,75 (–1,08 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

1.11.19

Euro in US-Dollar

1.11.19

Stand der Daten: 31.01.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

31.1.20

▼ 56,52 (–2,70 %)

31.1.20

▲ 1,1052 (+0,21 %)

Quelle

31.1.20

Baudarlehen Kaufpreis 250.000 Euro

Darlehen 175.000 Euro (70 %Finanz./Tilgung 2%)

Effektivzinsen in %für

Kundenkontakt 5Jahre 10 Jahre 15 Jahre

Dr.Klein

0800/8833880 0,61 0,66 0,78

DTW-Immobilienfinanzierung

0800/1155600 0,61 0,66 0,78

Interhyp

0800/200151515 0,61 0,66 0,78

MKIB Online

030/6408810 0,55 0,70 0,78

PlanetHome

089/76774188 0,61 0,66 0,78

BBBank

0721/1410 0,78 0,69 1,07

ING

069/50500109 0,83 0,75 0,93

Deutsche Bank

069/91010000 1,32 0,89 1,18

Commerzbank

069/98660966 1,16 0,93 1,33

Postbank

0228/55002010 1,40 1,01 1,34

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 0,69 0,75 1,14

Sparda-Bank Berlin

030/42080420 0,71 0,87 1,35

Berliner Sparkasse

030/86986969 0,88 0,93 1,23

Berliner Volksbank

030/30363300 0,92 0,96 1,27

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 0,96 1,06 1,51

Mittelwert von 95 Banken 0,79 0,83 1,12

Der Effektivzins beinhaltet Kosten der Grundschuldeintragung;

unveränderter Zinssatz nach Zinsbindung.

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung

Keine neuen

Streiks bei der

Lufthansa

Platzeck und Weise sollen

Schlichter sein

Passagiere der Lufthansa können

aufatmen: Bei der Fluggesellschaft

sind weitere Streiks des Kabinenpersonals

vorerst nicht mehr

möglich. Das Unternehmen hat mit

der Kabinengewerkschaft Ufo ein

umfassendes Schlichtungsabkommen

vereinbartsamt einer Friedenspflicht

bis zum Ende des Verfahrens,

wie beide Seiten am Freitag gemeinsam

mitteilten. Siesoll voneiner Mediation

und einem außergerichtlichen

Güteverfahren begleitet werden,

um auch außertarifliche Streitigkeiten

beilegen zu können.

Der Vereinbarung waren drei

Streikwellen mit zusammen rund

2000 Flugausfällen und monatelange

Verhandlungen zwischen den

tief zerstrittenen Tarifparteien vorausgegangen.

Eine Wende war erst

mit dem Einstieg des neuen Lufthansa-Personalvorstands

Michael

Niggemann gelungen.

DieSchlichtung soll nach dpa-Informationen

von den bislang designierten

Schlichtern Matthias Platzeck

und Frank-Jürgen Weise geführt

werden, die bereits an der langwierigen

Anbahnung beteiligt waren.

Mit dem Einstieg in die Schlichtung

sind für die rund 22 000 Lufthansa-Flugbegleiter

sofortige Verbesserungen

verbunden. So werden

die Stopover-Aufenthalte in Japan

und Südkorea wieder verlängertund

die Beschäftigten erhalten eine Sonderzahlung

vonje1500 Euro.

Neben Tarifthemen zu Arbeitsbedingungen,

Renten und Entgelten

haben die langen Auseinandersetzungen

zwischen den streitenden

Parteien einige Konflikte hinterlassen.

Es geht unter anderem um persönliche

Klagen der Lufthansa und

damit verbundene Haftungsfragen

gegen frühere und aktuelle Vorstände

der Gewerkschaft. Auch war

der frühere Ufo-Chef Baublies aus

Lufthansa-Diensten entlassen worden.

Lufthansa hatte im vergangenen

Jahr die Tariffähigkeit von Ufo

bezweifelt. (dpa)

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8 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Meinung

Kolumne

Die Trauer des

Westlers

Sabine Rennefanz

über ein bisher wenig erzähltes

Kapitel der Einheit

„Wandel kostet

Kraft und Mut, er

verlangt

Improvisation

und Kreativität.“

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Eine Kollegin vom öffentlichrechtlichen

Rundfunk sagte,

sie habe sich bei der Wohnungssuche

in Frankfurt (Oder) als Westdeutsche

diskriminiert gefühlt.

Voneiner Vermieterin habe sie das

Gefühl vermittelt bekommen, als

Wessi nicht willkommen zu sein.

Als sie sich um eine andere Wohnung

bewarb, erzählte sie bei der

ersten Besichtigung gleich von einer

Tante in Leipzig. Da habe es geklappt.

Mich erinnerte die Geschichte

an eine Begegnung mit einem

Mann vorwenigen Jahren im Regionalexpress

von Frankfurt nach

Berlin. Der Mann stammte aus

Hamburg, arbeitete seit Jahren als

Bibliothekar in Frankfurt (Oder),

lebte aber in Berlin. Auf der Fahrt

erzählte er davon, wie schwer er es

an der Oder habe, er müsse

schlechten Kaffee trinken, miese,

faule und Stasi-verseuchte Kollegen

ertragen. Er tat mir leid. Hinter

der Verachtung steckte etwas anderes,

eine Enttäuschung, eine

Trauer. Verachtung ist eine Abwehrreaktion,

man verachtet das,

was man nicht versteht, nicht verstehen

will oder kann. Ich fragte

ihn, ob er mal überlegt hat, nach

Frankfurt zu ziehen. „Niemals“,

rutschte es ihm heraus.

Viel wirdimdreißigsten Jahr seit

der Einheit über die Enttäuschungen

der Ostdeutschen geredet,

doch die Enttäuschung der Westdeutschen,

die in den Osten gegangen

sind, gehörtunbedingt auch in

die Geschichtsbücher.Von ihr hört

man heute eher in kleineren Runden.

Ichstieß auf einen etwas älteren

Text des 2018 verstorbenen

West-Berliner Schriftstellers Michael

Rutschky über die neue Ost-

Identität. „Wie erst jetzt die DDR

entsteht“, heißt der Artikel, der

1995 in der Zeitschrift Merkur erschienen

ist. „Warum erklären wir

dies neu entstehende Ostdeutschland

nicht einfach zu einem Teil

der Bundesrepublik?Warumsoll es

eine DDR-Identität sein, die sich

nachträglich als kulturelle Identität

bildet, warum keine gesamtdeutsche?

Weil diese Erfahrungs- und

Erzählgemeinschaft sich selbst

vom Westen abgrenzt“, schreibt

Rutschky. Erlässt in seiner Erzählung

einige Westler auftauchen, die

sich in den Osten gewagt haben.

Da ist der Hausbesetzer, der sich

angewöhnt hat, „urst“ zu sagen

und auf das „Gaucken“ schimpft.

Da ist die Forscherin, die unter der

Woche als Dozentin nach Dresden

pendelt. Sie leidet dort unter dem

schlechten Essen, hässlichen Filzlatschen

und der Unterkunft im

Wohnheim, das sich wie Knast anfühlt.

Daraus spricht auch ein Gefühl

der der Einsamkeit, der Trauer.

Doch wird die Forscherin ausgegrenzt,

wie Rutschky behauptet,

oder grenzt sie sich selber aus?

Anlässlich des 90. Geburtstags

von Kurt Biedenkopf, dem legendären,

aus Ludwigshafen stammenden,

sächsischen Ministerpräsidenten,

sagte Kanzlerin Angela

Merkel in der vergangenen Woche:

Wandel koste Kraft, Mut, verlange

Improvisation und Kreativität.

Bleibt dran, liebe Wessis.

Zurück zur alten Größe!

Eine Aktion gegen

die Gleichgültigkeit

Die„Nacht der Solidarität“ sollte

–inmodifizierter und ständig

zu verbessernder Form –dringend

wiederholt werden. Unddas gerne

öfter als einmal im Jahr. Die Idee

nämlich ist vielversprechend. Sie

greift den gesellschaftlichen

Schwachpunkt an, der Wurzel für

die fehlenden Daten zu Obdachlosigkeit

ist: Wir sehen Obdachlose

ständig, wollen aber nichts mit ihnen

zu tun haben –und wissen deswegen

nichts über sie.

Unsere Gesellschaft diskriminiert

und stigmatisiert Obdachlose

konsequent. Gerade in Berlin, wo

man so direkt wie in keiner anderen

deutschen Stadt mit ihrer Notkonfrontiert

wird, ist das noch größere

Problem aber unsere Gleichgültigkeit.

Liegt im Winter ein

Obdachloser mit faulendenWunden

in der Bahn,

räumen Mitfahrer wegen

seines Geruchs lieber

schimpfend den gesamten

Waggon, pressen sich

in den nächsten – als

VonAnnika Leister

Annika

Leister

Brauchen wir eine neue Obdachlosen-Zählung?

dass einer fragt, ob man

helfen kann.

Dabei können wir als

Gesellschaft uns solidarisieren.

Wir beweisen es zurzeit:

Die„Fridays for Future“-Bewegung

hat im Kampf gegen den Klimawandel

Hunderttausende mobilisiert,

sie verändert damit gerade

Stil und Inhalte der Politik. Doch

den Obdachlosen und Armen

fehlte lange die Lobby inder Mitte

der Gesellschaft.

Diese Ausgangslage hat dafür

gesorgt, dass die Politik mit Hilfsangeboten

geizte –und mit ihren in

Rathauszimmernerdachten Strategien

oft kläglich scheiterte. Jetzt

aber ist der Mittelstand bedroht, die

Berichte über Familien, Rentner

und Normalverdiener, die um ihre

Wohnung bangen, reißen nicht ab.

Mieten und Zwangsräumungen liegen

auf einem so hohen Niveau,

dass die Menschen spüren, dass tatsächlich

der Satz gilt: Es kann jeden

treffen. Das eröffnet zurzeit ein

Fenster der Solidarität, politisch wie

gesellschaftlich, gerade jetzt im

Winter. Sozialsenatorin Elke Breitenbach

hat es genutzt.

Bei den Freiwilligen hat die

„Nacht der Solidarität“ ohne Frage

eine Wirkung erzielt. Sie haben

sich eine Nacht in die Lage vonObdachlosen

hineinversetzt, sind ihre

Schlafstätten abgelaufen, sind mit

ihnen ins Gespräch gekommen.

Ein 75-jähriger pensionierter Arzt

erzählte am Mittwoch in Britz

schon vor Start der Zählung, dass

ihn allein die Beschäftigung mit

der Aktion und der Kritik daran

dazu gebracht habe, sich zu ändern:

Er spreche jetzt regelmäßig

mit Obdachlosen, wolle oft spenden

–und habe so zu seiner Überraschung

schon häufiger die Erfahrung

gemacht, dass sein Geld gar

nicht gewollt sei, ein aufrichtiges

Gespräch aber sehr wohl. Die Berichterstattung

über solche Aktionen

hat das Potenzial, auch die

Wahrnehmung in der Öffentlichkeit

zu verändern. Damit der Effekt

nachhaltig ist, darf Breitenbach

jetzt keinesfalls

aufgeben.

Außer Frage steht allerdings:

Die Methodik

der Obdachlosenzählung

muss dringend verbessertwerden.

Manche Obdachlose

haben sich der

Zählung bewusst entzogen

und kritisierten das

Konzept scharf. Es muss

jetzt erfragt werden, wie systematisch

und warum das passiert ist.

Klar ist aber schon jetzt: DieZahlen

sind nicht valide und dürfen keinesfalls

für konkrete Bedarfsplanungen,

zum Beispiel bei Notunterkünften

herangezogen werden.

Vermutlich wird sich das auch nie

ändern.

Die Aktion konzentrierte sich

deswegen zu starkauf die quantitative

Erhebung, die reine Zählung.

Sie wurde mit 2600 Freiwilligen in

nur drei Stunden absolviert.Wichtiger

aber wäreeine qualitativeErhebung,

bei der im Idealfall erfahrene

Interviewer auch mehrere Stunden

in das Gespräch mit einer Person

investieren. Zu selten lässt sich die

Politik hier von den Sozialwissenschaften

beraten. Dann aber gäbe

es eine Chance, tatsächlich zu erfahren:

An welchen Orten schlafen

diese Menschen? Und warum? Wo

bräuchten sie eine Unterkunft, was

muss sie ihnen bieten? Undvor allem:

Welche Hilfsangebote bräuchten

sie,umsich auf den Wegzurück

in die Gesellschaft zu machen, einen

Job und eine Wohnung zu finden

und zu halten?

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

Die Freiwilligen

konnten nur scheitern

Die Nacht der Solidarität, die

Nacht in der Berlins Obdachlose

gezählt werden sollten, war

ein Reinfall. Das Endergebnis ist

noch nicht bekannt. Doch wie es

aussieht, waren viele dieser Menschen

in der Nacht zum Donnerstag

wie vomErdboden verschluckt.

Siehaben sich angeblich versteckt,

weil sie sich nicht zählen lassen

wollten. Und das stellt den Sinn

und Zweck einer solchen Aktion

massiv infrage.

Es ist natürlich völlig richtig,

Menschen ohne Wohnung zu helfen.

Ein Rechts- und Wohlfahrtsstaat,

einer der reichsten der Welt

erst recht, kann und darf esnicht

zulassen, dass Menschen erfrieren.

Um das zu verhindern, muss er

helfen und Angebote

passgenau gestalten.

Doch um passgenau

helfen zu können, muss

der Staat –oder im konkreten

Fall das Land Berlin

–eine Menge wissen:

Wie viele Obdachlose

halten sich überhaupt in

der Stadt auf? Bisher gibt

es nur Schätzungen mit

großer Fehlertoleranz.

Wieviele vonihnen sind krank, sitzen

im Rollstuhl, haben Hunde?

Wie viele von ihnen sind Frauen?

Sie bedürfen eines besonderen

Schutzes. Alles wichtige Informationen,

um möglichst vielen ein

würdiges Leben zu ermöglichen.

All das sollte in der Nacht zu

Donnerstag abgefragt werden.

Doch jeder Hilfeversuch kann nur

gelingen, wenn sich die Menschen

auch helfen lassen.

Mirtun die Leute auf der Straße

leid. Ichkenne keine Obdachlosen,

weiß nichts über sie über das hinaus,was

ich höreund lese,was ich

täglich sehe, auf dem Bürgersteig,

unter Brücken, auf Bahnhöfen.

Unddieses Bild ist vielfältig. Es gibt

verfallene Gestalten, gezeichnet

von Drogensucht und langer Armut.

Aber es gibt auch Gruppen,

die trinkend, schwatzend, ja sogar

kochend auf dem Gehweg sitzen

oder liegen. Es sieht so aus, als

wollten sie das, als täten sie das

freiwillig. Ich gebe kein Geld, weil

ich sonst viel zu vielen Leuten Geld

geben müsste. Aber ich gebe mir

Mühe,mich nicht belästigt zu fühlen.

Dasgelingt nicht immer.

VonElmar Schütze

Elmar

Schütze

Doch was an dem Dasein auf

der Straße ist wirklich freiwillig?

Wiegesagt: Ichweißnicht wirklich

etwas über diese Leute.Und das ist

einer der Gründe,warum ich in der

Nacht nicht zählen war.Warum ich

in meiner beheizten Wohnung geblieben

bin.

Ich habe deshalb kein schlechtes

Gewissen. Aber ich bin froh darüber,

dass es in Berlin mit seiner

großen Sozialbranche so viele

Menschen gibt, die sich besser auskennen

als ich. Die professionell,

kompetent, engagiert, und im besten

Fall auch empathisch mit Obdachlosen

arbeiten. Und die dafür

leider viel zu oft schlecht bezahlt

werden. Das ist für mich übrigens

ein Grund, wirklich ein schlechtes

Gewissen zu bekommen.

Weil ich feststellen

muss, wie gering wir

diese wertvolle Arbeit

schätzen. Ich hätte

gerne,dasswir sie besser

bezahlen.

Diese Profis kennen

sich mit ihren Leuten so

gut aus, dass sie uns

nach der gescheiterten

Nacht erklären, warum

sich viele Obdachlose eben nicht

zählen lassen wollen. Dass die sich

fürchteten vor einer Registrierung

–auch wenn es darum gar nicht

ging. Dass sie sich den Regeln in

Unterkünften nicht unterwerfen

wollten. Dass viele Angst hätten

vor vielen Menschen wie ihnen

selbst unter einem Dach, in einem

Raum.

Okay! Offensichtlich ist so eine

gut gemeinte Zählung also nicht

der Weg zumehr Erkenntnis. Erfolgreicher

wäre essicher, esdie

Profis machen zu lassen. Gut bezahlte

Sozialarbeiter gehören auf

die Straße,jeden Tag. Dann werden

wirbald auch mehr wissen.

Am meisten leid tut es mir bei

dem Fehlschlag von Mittwochnacht

um die 2600 Freiwilligen,

die sich eine Winternacht um die

Ohren geschlagen haben. Sie sind

eben nicht in der beheizten Wohnung

geblieben, sondern sind drei

Stunden lang durch zugige Straßen

gestapft, haben in unwirtlichen

Ecken nach Leuten gesucht, die

nicht gefunden werden wollten.

Was für eine Verschwendung

vonEngagement.

AUSLESE

Einsicht kommt

beim Machen

Der Untertitel lautet „Liebesbrief an

England“. Keine Ahnung, ob Nele

Pollatscheks Liebe erwidert wird. Aber

ihre Liebeserklärung wirkt sehr ansteckend.

Sie studierte in Oxford und Cambridge

Literaturwissenschaft. Ihre Geschichten

darüber sind eine Lust zu lesen.

Siekam aus Deutschland und wusste,wie

man Seminararbeiten zu schreiben hatte:

90 Prozent Positionen

der Sekundärliteratur

nach den richtigen Verfahren

zitiert, zehn Prozent

zum Autor, um

den es ging. Dazwischen

Spurenelemente

einer eigenen Position.

Hätte sie so in England

weitergemacht, sie

wäregescheitert.

Dort wurden wöchentlich

kleine Arbeiten

geschrieben, die

Nele Pollatschek:

Dear

Oxbridge,

Galiani, 240

Seiten, 16 Euro.

der Tutor sofort mit einem durchnahm.

Sekundärliteratur spielte kaum eine Rolle.

Stattdessen wurde verlangt, dass man

jede Menge von den Autoren las, umdie

es ging. Sie habe dort gelernt, schreibt

Nele Pollatschek, dass man, wenn man

dieses Verfahren intensiv trainierthat, innerhalb

kürzester Zeit versteht, den Eindruck

zu erwecken, sich bestens auszukennen.

Rhetorik nennt man diese Kunst seit

zweieinhalbtausend Jahren. Sie hat den

Vorteil, lesbare Texte hervorzubringen.

Werjede Woche einen Text schreibt, der

wird, ist er nur ein wenig spielerisch begabt,

ganz automatisch mal diese, mal

jene Darstellungsweise ausprobieren.

Nichts muss so bleiben, wie es ist. Alternativen

sind immer möglich.

Manliest Nele Pollatschek und begreift

mit einem Mal, warum so viele britische

Wissenschaftler so viel besser schreiben

als der Durchschnitt der deutschen. In

Oxbridge scheint man begriffen zu haben,

dass erst der etwas versteht, der in der

Lage ist, es anderen verständlich zu machen.

Daswirddarum dortvom ersten Semester

an trainiert. Diewissenschaftliche

Arbeit wird wie Tennis oder Fußball oder

vonmir aus auch wie Kricket vermittelt.

Einsicht kommt beim Machen. In

Deutschland aber scheint man der Ansicht

anzuhängen, man solle mit dem Machen

nicht anfangen, bevor man zur Einsicht

gekommen ist. Ausder Falle kommt

kaum jemand raus. Arno Widmann

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

Herausgeber: Dr.Michael Maier.

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Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 9

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Berlin

Brandenburgs

Landesregierung hat

Zweifel am Tesla-Deal

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In Gefahr –Ein Techno-Club muss schließen und die Szene bangt Seite 12

VorGericht –Clanchef Arafat Abou-Chaker strebt nach einem milderen Urteil Seite 14

Schöner

Wohnen

in Tegel

Mit Neubauprojekten will der

Senat den Wohnungsmarkt

entlasten. In diesem und im

nächsten Jahr wollen die

landeseigenen Unternehmen

stadtweit mit dem Bau von knapp

20 000 Wohnungen beginnen.

VonUlrich Paul

Noch dient der Flughafen Tegel dem Luftverkehr,doch nach seiner Stilllegung sollen hier rund 5000 Wohnungen und ein Forschungs- und Industrieparkentstehen.

IMAGO-IMAGES/JÜRGEN RITTER

Der gerade vom Abgeordnetenhaus

beschlossene

Mietendeckel soll den

Mietern in Berlin eine

Atempause vor weiteren Mieterhöhungen

verschaffen –zugleich soll

aber der Neubau preiswerter Wohnungen

vorangetrieben werden, um

für Entlastung auf dem angespannten

Wohnungsmarkt zu sorgen. Das

bekräftigte Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher (Linke) am

Freitag.

Die von ihr als „wichtigster Partner“

beim Neubau bezeichneten

landeseigenen Unternehmen sind

dabei im vergangenen Jahr zwar einen

guten Schritt vorangekommen,

werden die ehrgeizigen Ziele der Koalition

für diese Legislaturperiode

aber nicht erreichen. 30 000 Wohnungen

sollten die sechs landeseigenen

Unternehmen nämlich von2017

bis 2021 fertigstellen. Nunwerden es

nach derzeitigem Stand „sicher“

aber nur 24 000 Wohnungen sein,

wie Lompscher einräumte.

5000 Wohnungen in TXL

Immerhin zeichnet sich ein deutlicher

Aufwärtstrend ab: Stellten die

landeseigenen Unternehmen im

Jahr 2016 noch lediglich 1377 Wohnungen

fertig, waren es 2019 bereits

4537 Wohnungen. „Die Fertigstellungszahlen

haben sich somit in den

letzten drei Jahren mehr als verdreifacht“,

sagte Lompscher.Ein solcher

Zuwachs innerhalb so kurzer Zeit

zeuge von immensen Anstrengungen

und großem Einsatz aller Beteiligten.

„Dieses Niveau zu halten und

zu verstetigen ist eine enorme gemeinsame

Herausforderung“, sagte

Lompscher. 11000 Wohnungen haben

die sechs landeseigenen Vermieter

laut Lompscher seit 2017 fertiggestellt.

Fast 10 000 seien derzeit in Bau. In

den Jahren 2020 und 2021 sei der

Baustart für 19 720 Wohnungen geplant.

Zwar kommt nicht jedes Projekt

wie ursprünglich geplant zustande,doch

hat sich die Zahl der geplanten

städtischen Wohnungen in

den vergangenen Jahren deutlich erhöht.

Zu Beginn der Amtszeit der

rot-rot-grünen Koalition seien

320 Projekte mit etwa 36 000 landeseigenen

Wohnungen in der Pipeline

gewesen, resümierte Lompscher.

Nun seien in 461 Projekten mehr als

60 000 Wohnungen geplant.

Wichtig ist der Bau von Wohnungen

der städtischen Unternehmen,

weil sie die Hälfte der Unterkünfte

als Sozialwohnungen planen und die

übrigen Wohnungen zu Mieten von

derzeit durchschnittlich unter zehn

Euro je Quadratmeter kalt anbieten.

Damit gehören sie zu den Anbietern

von vergleichsweise preiswertem

Wohnraum. Neubauwohnungen auf

dem freien Marktsind in der Regel in

Berlin selten unter 12 bis 14 Euro je

Quadratmeter kalt zu haben.

Zu den größten Vorhaben, die in

diesem Jahr fertiggestellt werden sollen,

gehört ein Projekt der Howoge

mit 264 Wohnungen an der Goeckestraße

in Lichtenberg. Hier sollen die

Arbeiten in diesen Tagen abgeschlossen

werden. Die Wohnungsbaugesellschaft

Mitte (WBM) will

voraussichtlich bis Februar die Arbeiten

für 192 Wohnungen in der

Friedenstraße abschließen. Und die

Degewo plant bis Juni die Fertigstellung

von 255 Wohnungen an der

Ludwig-Renn-Straße in Marzahn-

Hellerdorf. Im selben Monat will die

Gesobau den Bau von 334 Wohnungen

an der Lion-Feuchtwanger-

Straße und der Gädebuscher Straße

abschließen. Die Gewobag plant, im

Oktober 2020 etwa 360 Wohnungen

in der Wasserstadt Spandau fertigzustellen.

Und die Stadt und Land

möchte bis November die Bauarbeiten

für 382 Wohnungen im Gut Alt-

Biesdorfabschließen.

Das größte Wohnungsneubauprojekt

in Berlin in den nächsten

Jahren werde aber das Schumacher-

Quartier auf dem Areal des Flughafen

Tegel, sagte Lompscher.Nach Eröffnung

des neuen Großflughafens

BER in Schönefeld am 31. Oktober

2020 soll TXL geschlossen werden –

etwa 5000 Wohnungen sind dann

auf dem ehemaligen Airport neben

einem Forschungs- und Industriepark

für Zukunftstechnologien geplant.

Ein ökologisches Modellprojekt

in Holzbauweise solle das Viertel

werden, sagte Lompscher.

Und wenn es nach ihr gehe,

könnten dort auch noch mehr Wohnungen

entstehen. Wieviele,ließ sie

offen. Klar ist aber: Neben den städtischen

Wohnungsunternehmen

sollen in Tegel auch Genossenschaften

und private Baugruppen zum

Zuge kommen. AuchWohnungen für

Studenten sollen dort entstehen. Ab

Mai 2021 könne die Tegel Projekt

GmbH das Gelände übernehmen, so

Lompscher. Danach sollen möglichst

rasch vorbereitende Baumaßnahmen

beginnen. Auf den Buckower

Feldern imSüden Neuköllns ist

ein weiteres Stadtquartier geplant.

Dort sollen etwa 900 Wohnungen

entstehen. Neben der landeseigenen

Wohnungsbaugesellschaft Stadt und

Land, die den größten Teil der neuen

Unterkünfte erstellen soll, will Berlin

dortauch Genossenschaften am Bau

beteiligen. Die Grundstücke sollen

per Erbbaurecht zur Verfügung gestellt

werden. Derzeit läuft das Vergabeverfahren.

Von ursprünglich

zwölf Bietern seien noch elf dabei,

„Das Schumacher-Quartier wird das größte

Wohnungsneubauvorhaben des Landes

Berlin sein. UnserZiel ist es,mit dem Quartier

Maßstäbe für den klimagerechten

Wohnungsbau im 21. Jahrhundert zusetzen.“

Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen

sagte Lompscher. Eine Bietergemeinschaft

hatte sich vor einigen

Wochen sehr öffentlichkeitswirksam

aus dem Verfahren zurückgezogen

und dies mit den Auswirkungen des

Mietendeckels begründet. Tatsächlich

war aber gar nicht klar, obdiese

Bieter überhaupt den Zuschlag erhalten

würden. Die Entscheidung

über die Grundstücksvergabe steht

noch aus.

Die Bebauung des Kreuzberger

Dragonerareals ist ein weiteres

neues Großprojekt. Dortsollen nach

einem preisgekrönten städtebauli-

chen Entwurfmehr als 500Wohnungen

sowie Gewerbeflächen, Büros,

eine Kita und eine Jugendfreizeiteinrichtung

entstehen.

Neben dem Neubau und dem Deckeln

der Mietpreise gehört der Ankauf

von Wohnungen aus Privatbesitz

zur Wohnungspolitik der rot-rotgrünen

Koalition –umstärker Einfluss

auf den Markt zunehmen. Im

vergangenen Jahr hat der Senat dabei

11 856 Wohnungen erworben –

„die mit Abstand höchste Ankaufszahl,

die wir jemals hatten“, berichtete

Lompscher am Freitag. Zusammen

mit dem Neubau habe sich im

vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungen

in Landeshand um insgesamt

16 400 erhöht. Mittlerweile besitzen

die sechs landeseigenen Unternehmen

damit 325 400 Wohnungen.

Es waren allerdings nach der

Wiedervereinigung einmal sehr viel

mehr: mehr als 500 000, wie Lompscher

sagte. Durch die Privatisierung,

etwa den Verkauf der GSW mit

etwa 65 000 Wohnungen, gingen

viele Wohnungen aus Landesbesitz

verloren –und damit der Einfluss auf

die Mietpreisgestaltung. Ziel von

SPD, Linken und Grünen ist es, den

Einfluss zurückzugewinnen. Die

Zahl der landeseigenen Wohnungen

soll durch Ankauf und Neubau bis

zum Ende der Legislaturperiode auf

340 000 aufgestockt werden. „Vielleicht

wird es noch ein bisschen

mehr“, orakelte Lompscher am Freitagvormittag.

Wenige Stunden später verkündete

die Senatsverwaltung für Finanzen

den Ankauf einer weiteren prominenten

Wohnanlage. Die Gewobag

übernimmt danach den sogenannten

Block F-Nord an der

Karl-Marx-Allee in Friedrichshain,

der ehemaligen Prachtstraße aus der

DDR-Zeit. Die Verkäuferin, die Predac-Gruppe,

habe ein entsprechendes

Angebot der Gewobag angenommen.

Neben den bereits im November

2019 erworbenen 679 Wohnungen

der Blöcke C-Süd, C-Nord

und D-Nord ander Karl-Marx-Allee

würden damit weitere 151 Wohnungen

für eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft

gesichert, so

die Finanzverwaltung.

Die Wohnungen sollten ursprünglich

an die Deutsche Wohnen

veräußert werden. Doch dagegen

gab es Proteste der Mieter. Sie befürchteten,

dass sie durch steigende

Mieten verdrängt werden. In Verhandlungen

erreichte der Senat, die

Wohnungen in Landesbesitz zu sichern.

Für einen weiteren Block an

derKarl-Marx-Allee mit 80 Wohnungen,

der im Milieuschutzgebiet liegt,

hatte der Bezirk Friedrichshain-

Kreuzberg zuvor sein Vorkaufsrecht

zugunsten der Wohnungsbaugesellschaft

Mitte ausgeübt.

Ankauf belastet Neubau nicht

Finanzsenator Matthias Kollatz

(SPD) erklärte am Freitag, dass der

Neubau „das wichtigste Instrument

zur Schaffung von Wohnraum“

bleibe. Daneben dienten aber

„punktuelle Ankäufe durch die städtischen

Wohnungsbaugesellschaften

dazu, Wohnungen vorzugsweise

in ehemaligen Sozialwohnungsquartieren

im Bestand zu halten

oder –wie in diesem Fall –wieder in

den öffentlichen Bestand zurückzuholen“.

DieGewobag soll dieBewirtschaftung

derWohnungen im Block

F-Nord voraussichtlich zum 1. April

2020 übernehmen.

Stadtentwicklungssenatorin

Lompscher widersprach amFreitag

dem immer wieder vorgetragenen

Argument, dass der Ankauf von

Wohnungen zulasten des Neubaus

gehe. Der Neubau werde dadurch

„nicht beeinträchtigt“, sagte sie.

Ulrich Paul

freut sich auf die

Nachnutzung in Tegel.


10 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Berlin

Harmsens Berlin

Dinge (8):

Eis

Torsten Harmsen

erzählt in loser Folgeüber

den Wandel der Dinge

im Leben.

Meine Großeltern, die in Köpenick

wohnten, besaßen lange

Zeit keinen Kühlschrank, auch in den

60er-Jahren noch nicht. Wasgekühlt

werden musste, lag im Wandschrank

unterm Fenster. Obzusätzlich eine

Schale mit kühlendem EisimSchrank

stand, weiß ich nicht mehr. Auch

nicht, ob regelmäßig ein Eismann bei

meinen Großelternvorbeikam.

Mit Eismann ist hier nicht jener

Mann mit dem Eiswagen gemeint,

der mancherorts bimmelnd auf der

Straße steht und Speiseeis anbietet –

natürlich kann es auch eine Eisfrau

sein. Damals bestand die Lieferung

des an derTür klingelnden Eismanns

aus einem normalen Eisblock, den

man nicht essen sollte.Erdiente zur

Kühlung der Lebensmittel in sogenannten

Eisschränken – in Läden,

Gaststätten und Wohnungen.

Mit meiner Oma sah ich damals

im Fernsehen einen witzigen Kurzfilm

über einen solchen Eismann, der

irgendwo einen Eisblock ausliefern

sollte.Erschleppte ihn durch die Gegend.

Während der Liefertour wurde

der Block immer kleiner.Erfiel runter,

polterte über Treppen, schlitterte

über Straßen, zerbrach und schmolz.

Am Ende klingelte der Eismann völlig

kaputt an einer Wohnungstür. Eine

Frau machte auf. Schuldbewusst

zeigte der Mann die schäbigen Reste

des Eisblocks.Die Frau bekam runde

Augen und fragte:„Soo vieeel?“ Meine

Omaund ich lachten.

Hergestellt wurde das Eisinsogenannten

Eisfabriken, etwa in der

Luisenstadt in Mitte. Eshieß Stangeneis,weil

die Blöcke bis zu anderthalb

Meter lang waren. Die Milchfabrik

Bolle kühlte damit ihre Milch

auf den Transportwagen. Anfangs

hatte man gar Natureis zum Kühlen

genutzt. Es kam unter anderem aus

einem Eiskeller in der Friedrichshagener

Bölschestraße. Hier wurde Eis

gelagert, das man im Winter auf dem

Müggelsee gebrochen hatte.

Irgendwann besaßen auch meine

Großeltern einen Kühlschrank. Und

Eis war nur noch Speiseeis. Oft ging

ich in die „Eisdiele“ um die Ecke.

„Kannste dir noch erinnern?“, fragt

mein innerer Berliner.„Diemuschelförmigen

Waffelschalen und die

kleenen Plastelöffel?“ Ja, kann ich.

Auf den Löffeln standen Namen,

aber nie meiner. „Und erinnerste

dich an dit Softeis? Dit isschnella

wegjeloofen, als de löffeln konntest.

Und die Waffelmuschel is durchweicht.

Unddenn is dit inne Hand jeloofen.

Undallet hat jeklebt!“

Schöne Erinnerungen.

Meine drei Lieblingseissorten waren

und sind auch heute: Vanille,Vanille,Vanille,

manchmal garniert mit

Krokant, Nuss und Eierlikör. Meine

Frau quittiert dies immer mit dem

Ausruf: „Wie langweilig!“ Stimmt. Es

kann langweilig sein, besonders,

wenn man unter „gut“ in erster Linie

„viel“ versteht. Als ich –Jahrzehnte

waren vergangen –das erste Malnach

Florenz reiste und an einem Stand ein

Vanille-Eis in der Waffel bestellte,

türmte mir der auf großen Umsatz erpichte

Eismann kunstvoll acht Kugeln

auf und grinste dabei. Es war

kaum zu schaffen. DasEis lief schneller

davon, als man lecken konnte.

Unddazwischen musste man ja auch

noch schimpfen: „Blöder Betrüger,

Aasgeier! Armleuchter!“

Heute wird imobercoolen Berlin

getestet, was man alles noch so zu

Eismachen kann. Es gibt die wildesten

Eiskreationen mit Gurke, Fleisch,

Ingwer, Malvenblüten, Roten Bohnen,

Erdnüssen, Brezeln oder gar mit

Aktivkohle, damit das Eis pechschwarz

ist. „Der Mensch hat ehm

’ne Scheibe“, sagt mein innerer Berliner.„Ickmach

ooch ’n Eisladen uff.

Da vakoof ick dann Eis mit Leberwurscht,

Eisbein und Sauerkraut!“

Abnehmer finden sich garantiert.

Beliebt: Die roten Eichhörnchen werden zunehmend von grauen verdrängt.

Der Himmel ist grau, der

Alltag beschwerlich. Im

Bahnhof Alexanderplatz

stapfen Fahrgäste die

Treppen zur Halle hoch –die meisten

gebeugt und mit hängenden Mundwinkeln.

Oben angekommen,

weicht jedoch bei vielen die Anspannung.

Da und dortleuchtet sogar ein

Lächeln auf. Wasist passiert?

Die größte Voliere der Stadt. Ein

Mann mit grüner Wollmütze steht

auf dem Bahnsteig für den Regionalverkehr.

Derk Ehlert weiß, warum

die Fahrgäste lächeln. „Es sind die

Stare, die in der Halle leben“, sagt der

Wildtierbeauftragte des Senats. Auf

Fahrleitungen sitzend, füllen sie den

mehr als 160 Meter langen Stahlbau

mit ihren Geräuschen: leisem Zirpen,

spöttelndem Keckern, lautem

Rufen. Menschen gehen in die Knie

und betrachten die Vögel, die den

Bahnsteig entlang stolzieren. Sie

werfen ihnen Krümel zu oder rupfen

vom Sandwich, das sie sich für die

Fahrtgekauft haben, Salat ab.Mit ihrem

glänzenden Gefieder stechen

die Stare die Tauben aus. Ein neues

Phänomen sind sie hier nicht: Die

ersten tauchten vor acht Jahren auf,

sagt Ehlert. Auffällig sei aber, wie

rasch die Zahl neuerdings steigt: „Es

sind jetzt 100 bis 150. Dashätten wir

uns früher nicht vorstellen können.“

Höhle aus Stahl. „Es könnten Berliner

Vögel sein,“ sagt Katrin Koch

vom Naturschutzbund (Nabu). Das

EYEEM PREMIUM

Kastanienwäldchen am Dom, nur einen

Kurzstreckenflug entfernt, sei

ein beliebter Treffpunkt für sie. Derk

Ehlertsagt, möglich sei auch, dass es

sich um Brandenburger Stare handelt,

die im Bahnhof unter dem

Fernsehturm überwintern. „Strategisch

ist das ein guter Platz“, erklärt

der 52-jährige Landschaftsplaner.

Der Lärm stört sie nicht, die Helligkeit

auch nicht, weil sie wenig Schlaf

brauchen. „Die Vögel sehen die

Bahnhofshalle als eine gigantische

Höhle, in der sie Nahrung finden

und in der sie es trocken haben.“

Nicht jeder Mensch fühlt sich im

Nahverkehr sicher,die Staredagegen

schon. „Draußen auf dem Land treffen

sie sich im Schilf, weil sie dort

Ruhe haben vor Greifvögeln. Die

Halle bietet den gleichen Schutz.“

Vordem Wanderfalkenpaar, das am

Roten Rothaus oder der Marienkirche

brütet, und vordem Habicht, der

nahe der Schwartzkopffstraße nistet.

Fahren statt fliegen. Dersechstwichtigste

Bahnhof Berlins wird täglich

von 140 000 Fahrgästen genutzt. Pro

Jahr halten Züge und S-Bahnen

mehr als 300 000 Mal amAlexanderplatz.

Manchen Menschen geht der

Krach auf die Nerven, die Hektik.

Stare empfinden diese Reizflut hingegen

als anregend. „Ich habe einen

Star gehört, der die Geräusche einer

S-Bahn nachahmen konnte“, erzählt

Ehlert. Und sind die Züge nicht ein

prima Fortbewegungsmittel, das die

Schwingen schont? Zwei Malhat Ehlertmiterlebt,

dass Staremit ihm zusammen

S-Bahn fuhren.„Sie trippelten

durch denWagen, ohne auch nur

ein Zeichen vonPanik zu zeigen.“ In

einem Fall zückte er sein Mobiltelefon,

um die kleinen Mitreisenden zu

fotografieren. Er ärgertsich, dass die

Aufnahmen nicht brauchbar waren.

Alte Hasen promenieren. Derk Ehlert

setzt sich auf eine Bank. EinStar setzt

sich dazu. Sein glänzendes dunkles

Federkleid wirkt stärker gesprenkelt

als bei anderen Vögeln seiner Art.

„Das ist ein altes Gefieder,das durch

das Fliegen verschlissen wurde“, sagt

Ehlert. „Die Farben sind Zeichen für

Verschleiß. Im Spätsommer werden

sie ein neues, dunkles Kleid bekommen.“

Während bei Menschen verschlissene

Klamotten allenfalls in

der Punk-Szene Punkte bringen, sei

das bei Staren anders: „Je verschlissener

das Federkleid ist, desto erfahrener

und begehrter sind die Männchen

bei den Weibchen. Sie zeigen

damit, wie toll sie sind. Alte Hasen.“

Auf Pirsch

im Berliner

Verkehr

Stare fahren mit der S-Bahn, Wildschweine warten an

der Ampel auf Grün, Füchse schreien neben einem

Gleis –die Großstadt als Paradies für wilde Tiere

VonPeter Neumann

Fluchtpunkt Berlin. Neuist nicht nur,

dass die Zahl der Stare imBahnhof

Alexanderplatz gewachsen ist. Interessant

findet Ehlert auch, dass diese

Vogelart jetzt weitere Berliner Bahnstationen

für sich entdeckt. „Sie werden

vermehrt auch amOstbahnhof,

am Bahnhof Friedrichstraße und am

Hauptbahnhof gesichtet.“ Das hat

zwei Seiten. Zum einen machen die

sympathischen Tiere darauf aufmerksam,

dass eine Millionenmetropole

auch ein Lebensraum für

viele andere Lebewesen ist –den es

zu pflegen gilt, wie Katrin Koch vom

Naturschutzbund mahnt. „Die Stare

betreiben Öffentlichkeitsarbeit, eine

überzeugende Werbung für die

Stadtnatur.“ Zum anderen zeigt der

Zuzug auch, wie ungastlich es auf

dem Land geworden ist. In ausgeräumten

Landschaften, auf Äckern,

die mit Gift behandelt sind, finden

auch Vögel immer weniger Nahrung.

„Es gibt Arten, die betreiben richtiggehend

Landflucht“, sagt Ehlert.

„Zum Beispiel die Elster,umdie sich

Vogelfreunde deutschlandweit Sorgen

machen, weil der Bestandrapide

abnimmt.“ Der Umzug nach Berlin

gibt ihnen die Chance zu überleben.

Die Neulinge aus dem Norden. Auch

am Bahnhof Alexanderplatz haben

die angestammten Berliner Vögel

Konkurrenz bekommen: von Möwen,

berichtet Ehlert. Früher tauchten

sie nur im Sommer auf, doch seit

sechs, sieben Jahren wählen immer

mehr Steppen-, Silber-, Mittelmeersowie

Sturmmöwen Berlin als ganzjährigen

Wohnort und als Brutplatz.

„Eigentlich leben sie an der Küste,

aber dort finden sie immer weniger

zu fressen. Das Meer ist vielerorts

ausgeräumt, und Fischkutter, die

Beifang ins Meer werfen, gibt es

kaum noch.“ In Berlin finden Möwen

ideale Bedingungen. Begrünte

Flachdächer erinnern sie an Kiesinseln

–ihr natürliches Brutumfeld. So

brüten auf dem Einkaufszentrum

Alexa rund 30 Paare, auf dem Cubix-

Kino immerhin vier. Auf dem Bundeskanzleramt,

ein paar Kilometer

entfernt, haben sich 40 Möwenpaare

niedergelassen. „In Berlin fühlen sie

sich wohl. Hier gibt es genug Aas,

Würmer, Maden für sie. Sie leben

gernanVerkehrsknotenpunkten wie

dem Alexanderplatz, weil dortviel zu

fressen abfällt“, sagt der Tierexperte.

Fliegt jemand mit zum Essen? So

sieht Alltagsleben in der Metropole

aus: Wenn der Hunger kommt, geht

es mit Kollegen zum Lunch. Ähnlich

ist es mit den Spatzen vom Zoologischen

Garten. „Nirgendwo sonst in

Europa brüten Haussperlinge inso

großer Anzahl auf so kleinem Raum

wie dort“, sagt Ehlert. Wo es viele

Tiere gibt, fallen auch viele Hinterlassenschaften

an, was wiederum Insekten

anlockt, mit denen Spatzen

ihre Jungen füttern. „Die Sperlinge

sind vorallem auf die Blattlauslöwen

aus,kleinegrünliche Insekten, diees

früher zu Millionen gab, deren Zahl

jetzt aber auch abnimmt.“ Doch

wenn er nur sich zu ernähren hat,

frisst der Haussperling alles Mögliche.

„SelbstPommes frites“, sagt Ehlert.

Und hier kommt der Bahnhof

Zoo ins Spiel. Der Currywurststand

wird von Fahrgästen gern besucht,

bevor sie zur S-Bahn hoch- oder zur

U9 hinuntergehen. Dort warten die

Spatzenauf frittierte Kartoffeln.

Verkehrsgünstig wohnen. Aber wo

übernachten die vielen Stadttiere?

Angstfrei: Wildschweine tauen sich auch auf große Straßen. IMAGO IMAGES Niedlich: Kaninchen im Tiergarten. Sie leben auch gernauf Verkehrsinseln, weil sie dortsicher vor Hunden sind. DPA/GREGOR FISCHER


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 11

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Berlin

Zutraulich: Stare leben gernimBahnhof des Berliner Alexanderplatzes, weil sie dortimmer viel Futter ergatternkönnen. Und den Verkehrslärmfinden sie nicht etwastörend, sondernanregend. Ihre Zahl nimmt immer weiter zu.

GERD ENGELSMANN

Wo ziehen sie ihren Nachwuchs auf?

DieAntwortmag paradoxwirken: Sie

ziehen sich am liebsten dorthin zurück,

wo viel los ist –zuden Hauptschlagadern

des Verkehrs. Selbst in

Ampelmasten und Straßenleuchten

wurden schon Nistplätzevon Vögeln

entdeckt, erzählt Katrin Koch.

„Grundsätzlich ist es so, dass sich

Wildtiere inBerlin oft in der Nähe

von Straßen aufhalten“, sagt Ehlert.

Ob es die Böschungen der A100 sind,

die Ränder der A111, der Avus: „An

fast jeder Ausfahrt ist ein Wildtier zu

Hause. Wildschweine schlafen dort

am Tage, Füchse haben dort ihren

Bau.“ Immer wieder fallen Kaninchen

auf, die Verkehrsinseln bevölkern.

„Es sind großartige Lebensräume,

woHunde sie nicht stören

können“, weiß Ehlert. Für Wildtiere

sind Hunde das größte Problem.

Verkehrswege auch für Schweine.

Das Begleitgrün der vielen Schienenstrecken

in Berlin ist für Tiere

auch eine prima Möglichkeit, unentdeckt

von A nach B zu kommen.

Zwar haben Fälltrupps im Auftrag

der Bahn vielerorts Tabula rasa gemacht,

damit bei Sturm keine

Bäume mehr auf die Gleise fallen.

Trotzdem: „Wildschweine bewegen

sich gern entlang von Verkehrsachsen“,

berichtet Ehlert. Sie traben die

U1 entlang, die in Ruhleben durch

dichtes Grün verläuft, oder folgen

der S-Bahn in Pichelsberg. Andere

laufen vom Grunewald entlang der

Heerstraße nach Spandau. An vielen

Böschungen vonBahnstrecken sieht

man in halber Höhe Trampelpfade,

sagt Ehlert. „Im Frühjahr kommen

die Bachen gezielt dorthin, um zu frischen“

– ihre Ferkel zu gebären.

„Kein Hund, kein Jäger, und es sieht

sie keiner. Dichtes Gebüsch. Meist

gibt es zwar Lärm, das ist aber nicht

entscheidend.“ Auch Schweine sind

echte Metropolenbewohner. Übrigens

nutzen auch Eidechsen die grünen

Schneisen als Wanderkorridore,

sagt Katrin Koch vomNabu Berlin.

Autos als Nussknacker. Es ist vielen

Berliner längst aufgefallen, aber

Derk Ehlert beschäftigt sich trotzdem

noch gern mit dem Thema.

„Auch Nebelkrähen sind Stadtbewohner

geworden, und sie nutzen

den Straßenraum gezielt, um an

Nahrung heranzukommen“, erzählt

er.„Sielassen Nüsse und Eicheln auf

die Fahrbahn fallen, die Autos dienen

als Nussknacker.“ Besonders

gernlauerndie schlauen Rabenvögel

an Ampelkreuzungen. Denn dort

können sie berechnen, wann sie auf

die Straße hüpfen können, um die

Leckereien gefahrlos aufzupicken.

Siekennen die Rotzeiten, die je nach

Kreuzung unterschiedlich sind, genau.

„Wenn die Autos wieder anfahren,

sind die Krähen wieder weg.“

Wann wird es endlich grün? Straßen

sind dennoch ein Problem –auch für

Eichhörnchen oder Igel. „Straßen

zerschneiden Lebensräume“, sagt

Katrin Koch. Einige Hauptstadt-

Tierehaben aber gelernt, damit umzugehen.

„Ich finde es immer wieder

erstaunlich, dass Wildschweine mit

ihren Frischlingen Straßen oft nicht

auf freier Strecke überqueren, sondern

sich gezielt Kreuzungen dafür

aussuchen“, sagt Ehlert. Gern auch

Kreuzungen mit Ampeln. Wildschweine,

Füchse, Marder wissen

nicht, was Grün oder Rot bedeutet.

Sie bekommen aber mit, dass an

Ampelfurten immer wieder Autos

halten. Sie sehen auch, dass dort

Menschen die Fahrbahn überqueren.

Hörend und sehend analysieren

die Tieredie Lage.„Siemüssen es lernen.

Weresnicht lernt, der stirbt.“

Ungeniert beim Liebesspiel. Bevor

kleine Tiere zur Welt kommen, müssen

sich die großen näher kommen.

Ein wesentlicher Unterschied zum

Land ist aber, dass es in Berlin mehr

potenzielle Zuschauer gibt. Vorkurzem

bekam Ehlert einen Anruf vom

S-Bahnhof Yorckstraße in Kreuzberg.

Erschrocken berichtete der Anrufer,

dass er jenseits des Gleises laut

schreiende Tiere gesehen habe.

„ZweiFüchse haben sich amVormittag

verpaart, und die Fahrgäste sahen

zu“, fasst Ehlert zusammen. In

dieser Jahreszeit bekomme er häufig

Hinweise dieser Art. Meist wüsste die

Anrufer nicht, dass sie einem Liebesspiel

zusehen –das bei Füchsen sehr

lange dauern kann. In der Ranzzeit

spielten männliche Tiere verrückt.

Auf der Suche nach einer Fähe achten

sie nicht auf ihre Umwelt: „Jetzt

werden viele Füchse überfahren,

weil sie nicht aufpassen“, sagt Ehlert.

Ende in der Kadavergrube: Denn

nicht immer klappt die Koexistenz

zwischen Tieren und Verkehr.Sogibt

es auch im Werk Berlin-Rummelsburgder

Deutschen Bahn eine Kadavergrube,inder

Mitarbeiter unangenehme

Aufgaben übernehmen müssen.

Dort werden die sterblichen

Reste von Rehen, Wildschweinen

und anderen Tieren, die Zügen in die

Quere gekommen sind, den Bestimmungen

gemäß entsorgt. Beim ICE

sind die Kadaver meist aus der Bugklappe

zu entfernen. Überreste finden

sich aber auch in anderen Teilen

von Schienenfahrzeugen wieder.

Alle Beschäftigten sind gegen Hepatitis

geimpft. Das Virus, das die Leberentzündung

überträgt, kann je

nach Typ unter anderem von Blut

oder Schmutz übertragen werden.

Kollision mit der S-Bahn: „Wildunfälle

kommen auch bei uns vor“, sagt

Maik Nachtigall, der bei der S-Bahn

für die Fahrzeuge zuständig ist. Er

spricht von vier oder fünf schweren

Vorfällen proJahr.Schließlich führen

lange Abschnitte durch Wälder, dort

sei die Gefahr besonders groß.

Hauptsächlich seien die Linien S2,

S3,S5und S7 betroffen, ergänzt ein

Bahnsprecher. Die offizielle Statistik

enthält höhere Zahlen. Denn sie erfasst

alle gefährlichen Ereignisse mit

Tieren, die sich auf den Betrieb auswirken

–etwa „Kollisionen mit Tieren,

Tieraufprall, Tier im Gleis,Tier in

Anlagen.“ Im vergangenen Jahr wurden

bei der Bahn 83 Vorfälle dieser

Art imGroßraum Berlin registriert,

davon 50 bei der S-Bahn. 2018 waren

es 97, davon 42 bei der S-Bahn. „Die

hohe Anzahl an Vorkommnissen im

Großraum Berlin ist der hohen Zugdichte

und der Vielzahl vonBahnanlagen

geschuldet“, so der Sprecher.

Ein Bett im Schotter. In Berlin gibt es

auch im Untergrund Verkehrswege –

das freut viele Tiere. „Wenn ich eine

Hausmaus wäre, würde ich mir als

Lebensraum einen U-Bahnhof aussuchen,

weil ich dortalles finde,was

ich brauche“, sagt Ehlert. „ImSchotterbett

bin ich geschützt, da kann ich

mein Nest bauen. Die Nahrung bekomme

ich zugeworfen. Selbst wenn

nur jeder Tausendste Krümel fallen

lässt, werdeich satt.Feindehabe ich

hier unten nicht, in U-Bahnhöfen

gibt es keine Greifvögel. An das Donnern

und Quietschen der Bahnen

kann ich mich gewöhnen.“ Andere

Mäuse leben in Kabelschächten und

anderen Hohlräumen unter den

Bahnsteigen. „Zum Beispiel im U-

Bahnhof Berliner Straße“, erzählt

Ehlert. Wenn es abends ruhig wird,

sehe man die Tiere geschickt durch

die kleinen Öffnungen von Abdeckplatten

schlüpfen. Anders als anderswo

stoßen Mäuse in Berlin meist

nicht auf Entsetzen, sondern auf

freundliches Interesse. „Die Menschen

in dieser Stadt ticken anders.

Sieschauen den Mäusen gernzu.“

Warten und zuschnappen. Für Ratten

sind U-Bahn-Tunnel nicht so interessant,

sagt der Wildtierbeauftragte

des Berliner Senats.„Siesind eher in

der Kanalisation oder an Baustellen

zu finden. Hier am Alexanderplatz

gibt es auch viele Ratten, die vor allem

nachts aktiv werden. Wenn man

im Frühling herkommt, sieht man ab

23 Uhr auch den Fuchs hier stehen,

der unter einem Bürocontainer der

U5-Baustelle seinen Bauhat.“

Tollwut? Gibt’s hier nicht. Auf dem

Land sind Wildtiere Jäger, in der

Stadt vor allem Sammler. Hier steuern

feste Anlaufpunkte an und lauern

dort, bis Nahrung auftaucht.

Gern Ratten, vondenen fressen City-

Füchse eine ganze Menge. Andere

Füchse tauchen regelmäßig an Bus-

Endhaltestellen am Stadtrand auf,

weil Fahrgäste sie füttern –wovon

Ehlertabrät.Manchmal springen sie

sogar in den Bus. Die gut genährten

Berliner Füchse sind gesund, weshalb

sie älter werden als ihre Artgenossen

auf dem Land: bis zu sieben

Jahre. In Brandenburg sind 30 Prozent

des Bestandes mit Fuchsbandwurm

infiziert, in Berlin null Prozent.

Hier gibt es auch keine Fuchstollwut,

sagt Derk Ehlert. Manchmal

kann Berlin auch ein Paradies sein.

Peter Neumann

fragt sich, welche Tierartals

nächstes nach Berlin flieht.

Hungrig: Spatzen auf einem Balkon. Am Bahnhof Zoo fressen sie auch Pommes.DPA/ZINKEN Recht selten: Ein Waschbär unterwegs in einem Parkhaus in der Innerstadt. DERK EHLERT Gesund: Die Füchse der Großstadt haben weder Tollwut noch Bandwürmer. IMAGO IMAGES


12 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Berlin

Abschiedstanz

Die letzte Technonacht steht in der Griessmuehle in Neukölln an. Der Club muss schließen. Politiker fordern, dass der Senat die Clubszene besser schützt

VonMechthild Henneke

Im Technoclub Griessmuehle

an der Sonnenallee 221 wird

das Publikum am Wochenende

zum letzten Mal inden Beats

versinken: Die Veranstaltung „The

last Cocktail –XXL“ beginnt Freitag,

23.59 Uhr, und endet am Montag, 8

Uhr. Damit ist in der einstigen Nudelfabrik

in Neukölln nach acht Jahren

Schluss mit den Partys, die auch

international gepriesen wurden. Solche

Orte, wodie Nacht das ganze

Wochenende nicht zu Ende geht,

sind ausschlaggebend für Berlins Ruf

als coolste Partylocation der Welt –

noch vorNew York oder London.

Die Szene steht unter Druck

Nicht gerade eine Schönheit, aber bei Techno-Fans sehr beliebt: der Club Griessmeuhle in Neukölln.

Doch die Clubszene steht unter

Druck. Sie siedelte sich – wie die

Griessmuehle –oft auf verlassenen

Industriegeländen an, um die sich

nun die Investoren reißen. Büros

oder Lofts sollen entstehen. Die

Clubs, die oft als Provisorien begannen

und sich dank der vielen Besucher

etablierten, müssen schließen.

So ergeht es auch der Griessmuehle.ZuEnde

Januar hatte die Firma

SImmo AG, eine Aktiengesellschaft

der Österreichischen Sparkasse,

dem Club gekündigt. Dank des Einsatzes

von Bezirks- und Landespolitikern

sowie der Clubcommission

fand sich ein Kompromiss.Der Club

kann bis zum letzten Tagfeiern und

bis Mitte Februar in Ruhe räumen.

Der Investor überlegt nach eigenen

Angaben sogar, während der Bauphase

einen temporären Ortfür den

Clubbetrieb zu schaffen.

„Wir werden voraussichtlich

nächste Woche Gewissheit erhalten,

wie das aussehen könnte“, sagt

Griessmuehle-Sprecherin Michaela

Krüger.Inden nächsten zwei Monaten

wirdder Club seine Aktivitäten in

den Polygon Club in Lichtenberg

und die Alte Münze inMitte verlegen.

Auch dabei halfen Politik und

Clubcommission. Der Grünen-Abgeordnete

Georg Kössler aus Neukölln

setzte sich besonders ein. „Es

ist total schade, wenn Clubs schließen.

Wirhaben in Berlin eine besondere

Szene mit vielen Nischen, wo

tolle subkulturelle Experimente

stattfinden können“, sagt er. Er

stellte eine schriftliche Anfrage zur

Berliner Clubszene, deren Antwort

aus der Wirtschaftsverwaltung der

Berliner Zeitung vorliegt.

Demnach gibt es knapp 500 „Orte

mit musikalischem Bezug“ im Clubkataster,einem

Register,mit dem der

Bestand vonClubs gesichertwerden

SABINE GUDDATH

soll und in dem sich die Betreiber

selbst ein- und austragen. Nicht alle

Orte sind täglich fürs Publikum offen,

unter ihnen sind auch Theater,

Galerien und Eventlocations. Seit

2010 schlossen etwa 90 Orte. Inderselben

Zeit wurden 77 Orte geöffnet.

Häufiges Problem ist der Lärmschutz.

Anwohner beschweren sich,

auch wenn der Club vor der Wohnungen

existierte.Der Senat richtete

einen Lärmschutzfonds ein, aus

dem 86 000 Euro an drei Clubs gingen.Weitere655

000 Euro sind bewilligt.

So bekam das Kreuzberger Gretchen

75 000 Euro für Schallschutzmaßnahmen.

Der Tresor erhält für

62 000 Euro für eine fünf Meter hohe

begrünte Schallschutzwand.

Kössler wünscht sich zusätzlich

mehr Aufmerksamkeit der Politik für

Clubs. „Der Senat könnte eine externe

Sitzung in einem Berliner Club

abhalten.“ Laut Wirtschaftsverwaltung

sei das „durchaus denkbar“.

50 000 Unterschriften gesammelt

Wichtiger ist ihm ein Antrag, den er

mit den Koalitionspartnernvon SPD

und Linker ins Abgeordnetenhaus

einbringen will. Clubs sollen als Kulturorte

anerkannt und im Baurecht

bessergestellt werden – und der

Lärmschutzfonds soll weitergeführt

werden. „Es geht auch um Anerkennung

der Clubs, die viel zu Berlin

beitragen“, sagt Kössler.

In der Griessmuehle wirdbald gepackt.

Der Betreiber und die etwa

100 Mitarbeiter wollen den Kampf

für eine Rückkehr an die Sonnenallee

oder um einen neuen Standort

aber nicht aufgeben. Fast 50 000

Leute haben eine Online-Petition

unterzeichnet, die den Erhalt des

Clubs und der ganzen Szene fordert.

TRAUERANZEIGEN

Wir nehmen Abschiedvon unserem Kollegen undMitarbeiter

Tobias Fiebig

Plötzlich und für uns alle unfassbar verstarb Herr Fiebig

am 22. Januar durch einen tragischen Verkehrsunfall

im Alter von nur 27 Jahren. Herr Fiebig war dreieinhalb

Jahre lang für die Berliner Stadtreinigung als Straßenund

Grünflächenreiniger im Einsatz. Wir sind zu tiefst

betroffen und traurig.

Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedanken sind

bei seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden.

Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat

und die Beschäftigten

Tief betroffen nehmen wir Abschied von

Uwe Faist

der am 25. Januar nach schwerer Krankheit im Alter

von nur 58 Jahren verstarb. Mit ihm verlieren wir einen

sehr beliebten und hilfsbereiten Kollegen, der mehr als

20 Jahre bei der Straßenreinigung beschäftigt war,

zuletzt als Kleinkehrmaschinenfahrer.Erwird uns

sehr fehlen.

Unser aufrichtiges Mitgefühl und unsere Gedankensind

bei seiner Familie, seinen Angehörigen und Freunden.

Der Vorstand, der Gesamtpersonalrat

und die Beschäftigten

Wir nehmen Abschied von unserem lieben

Mann, Vater, Opa und Bruder

Fred Schulze

26.07.1950 –25.01.2020

Blanka Schulze

im Namen der Angehörigen

Wasein Mensch anGutem

in die Welt hinausgibt,

geht nicht verloren.

Albert Schweitzer

Karola

Schulz-Curdes

*6.November 1935

†13. Januar 2020

Die stille Abschiednahme mit

anschließender Urnenbeisetzung

findet am Mittwoch,

den 26. Februar 2020

auf dem städtischen Friedhof,

Baumschulenweg,

Kiefholzstraße 222 –236,

12437 Berlin statt.

Die Beisetzung findet auf Wunsch des

Verstorbenen im engsten Familienkreis statt.

Traurig nehmen wir in Liebe und Dankbarkeit

Abschied von meinem lieben Mann,

unserem Vater und Opa

Günter Zaplo

Sportjournalist

04. März 1933 13. Januar 2020

Insterburg

Bernau

Das einzig Wichtige im Leben sind Spuren von Liebe,

die wir hinterlassen, wenn wir weggehen. Albert Schweitzer

Wir vermissen und trauern um

Ina Knecht-Hoyer

*28.1.1958 †8.1.2020

In Liebe und Dankbarkeit

Andreas

Franziska

Sophie

Annegret

und Familien

Die Trauerfeier istamDienstag, dem25. Februar 2020, um 14.00 Uhr

aufdem Friedhof Rahnsdorf,12589 Berlin,Fürstenwalder Allee93.

Die anschließendeUrnenbeisetzungerfolgtimengsten Familienkreis und Freundeskreis.

Wir möchten Siebitten, von BlumengebindenAbstand zu nehmen.

Völligunerwartet wurdestDuaus unsererMitte gerissen.

In Liebeund Dankbarkeitnehmenwir Abschied von

Joachim Schmitz

*01.05.1941 †13.01.2020

BerufenerSachverständigerfür Kunstund Antiquitäten

Wirvermissen Dich undwerden Dich immer im Herzen tragen.

DieTrauerfeier findet statt am Freitag, dem14.02.2020um11.00Uhr,

Hermann-Schumann-Str.2,16761 Henningsdorf.

DieUrnenbeisetzung findet zu einemspäterenZeitpunkt im Familienkreis statt.

Hildegard Schmitz,imNamenallerAngehörigen

Wir sind vom gleichen Stoff

aus dem die Träume sind

und unser kurzes Leben

ist eingebettet in einen langen Schlaf.

(William Shakespeare)

Dirk

*1980 †2019

Deine Kolleginnen und Kollegen

Ausunserem Leben bist Du gegangen, in unserem Herzen bleibst Du.

In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied von

unserer Mama, Schwiegermama und Omi

Ruth Apelt

*11.01.1931 †27.12.2019

Jahrelang geschrieben,

oft geschieden,

immer jung geblieben,

doch auch ich muss jetzt

für immer liegen.

Klaus Degen

*12.04.1933 †29.12.2019

Nun ja, er war halt so.

In stiller Trauer

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Die Trauerfeier findet am 21.02.2020 um 12.00 Uhr auf dem

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*27.12.1934 †23.01.2020

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Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 13 *

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Berlin

Mietendeckel

kommt vor

Gericht

Die Opposition legt Gesetz

den obersten Richtern vor

Einen Tagnach dem Parlamentsbeschluss

für den Mietendeckel

hat die Opposition ihren Plan vorgelegt,

wie sie das Gesetz stoppen will.

Die Fraktionen von CDU und FDP

wollen noch vor der parlamentarischen

Sommerpause mit einer Normenkontrollklage

vor den Landesverfassungsgerichtshof

ziehen. „Wir

brauchen Rechtssicherheit für alle

Beteiligten“, sagte CDU-Fraktionschef

Burkhard Dregger. CDU und

FDP halten das neue Gesetz für

rechtswidrig.

Am Freitag präsentierten Dregger

und sein FDP-Kollege Sebastian

Czaja jenen Juristen, der für sie das

Verfahren führen soll: Foroud Shirvani,

ein Verfassungsrechtler mit

Schwerpunkt auf

Eigentumsgrundrecht,

geboren

im iranischen

Isfahan

und Professor

Foroud

Shirvani

ELMAR SCHÜTZE

für öffentliches

Recht der Uni

Bonn. Er werde

einen „sehr umfangreichen

Schriftsatz“ erstellen,

mit dem sich dann Berlins

oberstes Gericht befassen muss.

Shirvani hält den Mietendeckel

für nicht verfassungsgemäß – und

wiederholte die Argumente, mit denen

CDU und FDP seit Monaten dagegen

Sturm laufen: „Das Gesetz ist

kompetenzwidrig.“ Berlin dürfe ins

Mietpreisrecht nicht eingreifen, dies

sei im Bürgerlichen Gesetzbuch abschließend

geregelt.„Außerdem geht

das Gesetz nicht konform mit der

Berliner Verfassung“, sagt Shirvani.

Die Festlegung von Mietobergrenzen

verstoße gegen die Eigentumsgarantie,

die vorgesehene Rückdatierung

verstoße gegen den Vertrauensgrundschutz

der Verfassung.

Wie FDP-Fraktionschef Czaja erklärte,

wolle die Bundestagsfraktion

parallel eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht

einbringen. Mit

den dafür benötigten Kollegen der

CDU/CSU –das Quorum beträgt ein

Viertel –liefen Gespräche.

Stadtentwicklungssenatorin Katrin

Lompscher (Linke) gibt sich gelassen.

„Ich bin ehrlich gesagt ganz

froh, dass es schnell geht“, sagte sie

am Freitag. „Zum Tagdes Inkrafttretens

gilt das Gesetz“, so Lompscher.

Aber erst das Bundesverfassungsgericht

könne abschließend sagen, was

gilt und was nicht. Siesei zuversichtlich,

denn es sei „ein zweckmäßiges,

zielgerichtetes und auch verhältnismäßiges

Gesetz.“ (elm., ulp.)

VomE-Roller ins Krankenhaus

„Dekolonisiert euch!“

Breites Bündnis für ein Fünf-Jahres-Projekt zu Berlins Vergangenheit als Hauptstadt eines Kolonialreichs

VonPetraKohse

Wie dekolonisiert man sich? Als

Kind habe ich „Mohrenköpfe“

gegessen, das Lied von den „Zehn

kleinen Negerlein“ gesungen und

bei den Großelternstanden afrikanische

Holzbüsten im Regal. Meine Urgroßelternhatten

einen Kolonialwarenladen

am Dresdner Hauptbahnhof.

Wiedekolonisiertman sich?

Ohne Hilfe vermutlich gar nicht.

Deswegen setzt die aktuell doppelte

Dekolonisierungsoffensive inBerlin

auf die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft.

Punktuell durchaus

zum Ärger der bisherigen Wissenschaft.

Aber erstens sind die Kolonialhistoriker

ja nicht ausgeschlossen

und zweitens dürften die Intelligenz

des Schwarms und die Sichtweise

der Nachfahren von Kolonisierten

gegen Selbstzufriedenheit, Fehler

und blinde Flecken bei der Bearbeitung

des Themas imprägnieren.

Neben der„Entwicklung eines gesamtstädtischen

Aufarbeitungs- und

Erinnerungskonzepts zur Geschichte

und zu den Folgen des Kolonialismus“,

das neulich begonnen

hat und sich mehr mit Strukturen

befasst, startet jetzt eine auf fünf

Jahre angelegte „Initiative für postkoloniales

Erinnerninder Stadt“, die

mit Ausstellungen, Festivals, Kunst

sowie einer Web-Kartierung von kolonialen

Orten deutlich machen will,

dass Berlin sich dessen bewusst ist,

einst Hauptstadt eines Kolonialreiches

gewesen zu sein. Zwei Millionen

Euro vonBerlin und eine Million

Euro vomBund gibt es dafür.

Ortstermin am Freitagvormittag

in der Senatskulturverwaltung: Hortensia

Völckers, die Direktorin der

Kulturstiftung des Bundes, sitzt neben

Kultursenator Klaus Lederer,daneben

Tahir Della, der Sprecher der

Initiative Schwarze Menschen in

Deutschland, und auf der anderen

Seite des Senators Paul Spies, Vorstand

der Stiftung Stadtmuseum.

Bund, Land, Stadtmuseum samt Bezirksmuseen

und Zivilgesellschaft

werden hier eng zusammenarbeiten,

und Paul Spies war immer noch

DPA/CHRISTOPH SÖDER

Fahrer von E-Scootern erleiden bei schwereren Unfällen oft Armoder

Handgelenksbrüche und Kopfverletzungen. AuchWunden am

Fußgelenk durch ungeschicktes Antreten der Roller gehören zu typischen

Folgen. Dasergab eine Auswertung vonUnfällen durch ein Ärzteteam

der Berliner Uniklinik Charité, die am Freitag veröffentlicht

wurde.Die Analyse bezogsich allerdings nur auf einen Monat, den Juli

2019. In dieser Zeit behandelten die Ärzte 24 Nutzer.Die Patienten warenKinder,Frauen

und Männer im Alter zwischen zwölf und 62 Jahren,

so die Studie.Vier der 24 Patienten wiesen Schädel-Hirn-Traumata auf,

teilte Martin Möckel mit. DerProfessor ist Ärztlicher Leiter der Notfallund

Akutmedizin der Charité. Tausende E-Scooter sind in Berlin unterwegs.Die

häufigsten Unfallursachen sind Unachtsamkeit, Verstöße gegen

die Verkehrsregeln –aber auch eingeschränkte Verkehrstauglichkeit,

also Alkohol.

verblüfft darüber, einem Projekt zugestimmt

zu haben, in dem das

Stadtmuseum nur eine von vier

Stimmen hat. Er lobte aber den bisherigen

freundschaftlichen Umgang

und versicherte,dass in seinem Haus

wirklich alle Mitarbeiter der Idee gegenüber

aufgeschlossen seien.

Tahir Della äußerte sich erleichtert,

dass das Thema Dekolonisierung

endlich kein Randthema mehr

sei. Außer seiner Initiativesind auch

die Vereine Berlin Postkolonial und

Each OneTeach Onesowie der Berliner

Entwicklungspolitische Ratschlag

Partner. Ziel sei, den gesamten

Stadtraum mit dem Projekt zu

bespielen und das postkoloniale Erinnernzukunftsfähig

zu verankern.

Kultursenator Lederer sagte, dass

es in der Gesellschaft durchaus eine

„Schlussstrichmentalität“ bei diesem

Thema gebe. Oder dass „uns umgekehrt

die Ansicht unterstellt wird,

dass der Kolonialismus an allen Problemen

der Welt schuld sei“. Beides

seien haltungsmäßige „Pappkameraden“,

auf die einzuschlagen allzu billig

sei. Darüber hinaus versicherte er,

dass das postkoloniale Erinnernnicht

zulasten der Aufarbeitung von NSund

DDR-Zeit ginge. Im Gegenteil

stelle der Senat auch für diese Bereiche

zusätzliche Mittel bereit und zudem

seien inhaltliche Verbindungen

zu erwarten: „Möglicherweise kann

uns die Aufarbeitung des Kolonialismus

helfen, die Zeit derWeimarerRepublik

und die Zeit der NS-Diktatur

anders zu verstehen.“

DieBetonungder Kontinuität von

Geschichte ist auch Della wichtig.

Der deutsche Kolonialismus habe

sich nicht zwischen zwei Jahreszahlen

ereignet. Insofern sei auch der

Aufruf „Dekolonisiert euch!“ mehr

eine Richtungsangabe.„Erst müssen

wir feststellen, was genau stattgefunden

hat. Und dann können wir anfangen,

uns zu dekolonisieren.“

PetraKohse

hält jeden blinden Fleck

füreinen Auftrag.

NACHRICHTEN

Noch immer 110 Tonnen

Munition im Müggelsee

Etwa 110 Tonnen Weltkriegsmunition

liegen Schätzungen zufolge

noch auf dem Grund des Müggelsees

in Köpenick. Dasteilte der Senat auf

eine Anfrage der Grünen mit. Das

Wasser-und Schifffahrtsamt und der

Kampfmittelbergungsdienst führe

seit 2004 immer wieder Bergungen

durch, zuletzt 2019 am Seebad Friedrichshagen.

Bis2021 sollen Taucher

weitereWeltkriegsbomben vordem

JugenddorfamMüggelsee und dem

Strandbad Müggelsee aus dem Wasser

holen. Auswirkungen auf die Natur

habe die Munition nicht. (dpa)

Gericht entscheidet über

Steffels Doktortitel-Klage

Mitte des Jahres will sich das Verwaltungsgericht

mit der Klage des CDU-

Bundestagsabgeordneten Frank

Steffel gegen den Entzug seines Doktortitels

beschäftigen. Dasgab das

Gericht bekannt. DerPolitiker klagt

gegen die Freie Universität, die ihm

voreinem Jahr den Doktor der Wirtschaftswissenschaften

nach der Prüfung

vonPlagiatsvorwürfen aberkannt

hatte.Steffel argumentiertlaut

Gericht, er habe keine Absicht zur

Täuschung gehabt. DieArbeit enthalte

keine so groben Fehler,dass

dies eine Entziehung rechtfertigen

würde. (dpa)

Keine S-Bahnen zwischen

Lichtenberg und Springpfuhl

AufS-Bahn-Kunden im Osten der

Stadt kommen erhebliche Einschränkungen

zu. DasUnternehmen

nutzt die Winterferien für Bauarbeiten

in Biesdorf. VonMontag bis

inklusiveSonntag fahren deshalb

keine Züge zwischen Lichtenberg

und Springpfuhl beziehungsweise

Wuhletal, teilte die S-Bahn mit. Auf

den übrigen Streckenabschnitten ist

der Takt ausgedünnt. Betroffen sind

die Linien S5, S7 und S75. DasUnternehmen

setzt Busse ein und verweist

Fahrgäste auf die U5. (dpa)

Amazon verfilmt „Wir Kinder

vom Bahnhof Zoo“

Rund 5700 Drehtage hat es im vergangenen

Jahr nach Schätzung des

Medienboards in der Region gegeben.

Diefür Filmförderung zuständige

Institution schätzt dafür die

Drehtage vonFilm- und Serienprojekten,

die es selbst bezuschusst

oder die ihm bekannt sind. Auch dieses

Jahr wirdeifrig gedreht: Noch bis

Mitte Februar werdedie Amazon-Serie„WirKinder

vomBahnhof Zoo“ in

der Hauptstadt gedreht. (dpa)

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14 * Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Berlin/Brandenburg

POLIZEIREPORT

Autos angezündet.

In der Nacht zum Freitag wurden in

Wedding, Kreuzbergund Friedrichshain

Fahrzeuge der FirmaThyssenkrupp

angezündet. Gegen 2Uhr

brannte in der Genter Straße ein geparkter

Ford.15Minuten später ging

in der Alexandrinenstraße erneut ein

Ford in Flammen auf. 2.20 Uhrloderten

in der Hübnerstraße dann Flammen

aus einem Skoda. Verletzt

wurde bei den Bränden niemand.

DerStaatsschutz ermittelt. EinBekennerschreiben

für die drei vorsätzlich

gelegten Brände ist bislang nicht

eingegangen.

Zwei Räuber festgenommen.

Polizisten des Abschnitts 44 haben

am Donnerstagabend in Lankwitz

zwei Räuber festgenommen. Zusammen

mit einem Komplizen sollen die

Männer im Alter von21und 22 JahrenimGemeindeparkeinen

18-Jährigen

sowie eine 22 Jahrealte Frau

überfallen haben. DasPärchen war

im Park unterwegs.Als sie dortaneiner

Bank vorbeikamen, auf der zwei

Männer saßen, standen diese auf. Einer

vonihnen drückte den 18-Jährigen

zu Boden. DerZweite verlangte

das Handy sowie das Portemonnaie

des Opfers.Dieses wollte er jedoch

nicht herausgeben, woraufhin ihm

Pfefferspray ins Gesicht gesprüht

wurde.Die Räuber durchsuchten

ihn und nahmen ihm die geforderten

Dinge ab.Kurzdarauf kam ein

dritter Täter hinzu und bedrohte die

Frau mit einem Messer.Anschließend

flüchtete das Trio mit der

Beute.ZweiTäter wurden festgenommen.

Derdritte entkam.

Schüler volltrunken ins Krankenhaus.

Fünf Jugendliche haben sich auf einer

Veranstaltung im Gymnasium in

der Kyritzer Straße in Hellersdorf

krankenhausreif betrunken. Es warenfünf

Fahrzeuge nötig, um die

Schüler zu transportieren.

Polizeiauto beschädigt.

In Biesdorfendete die Flucht eines

28-Jährigen vorder Polizei in der

Nacht zum Freitag an einem Baum.

Gegen 22.30 Uhrwar Polizeikräften

des Abschnitts 64 ein Audi ohne

Kennzeichen auf der Marzahner

Chaussee aufgefallen. Als eine Streife

den Fahrer anhalten wollte,gab dieser

Gas. DieFlucht endete in der

Sackgasse Völkinger Straße.Dort

stieß der Audi gegen den Funkwagen.

Der28-Jährige wurde festgenommen.

(ls.)

Milde für den Clan-Chef

Arafat Abou-Chaker wehrt sich vor Gericht gegen eine Verurteilung. Er soll einen Hausmeister attackiert haben

VonKatrin Bischoff

Er kommt spät, vermutlich

weil er durch die Sicherheitsschleuse

des Kriminalgerichts

Moabit musste,

vor der sich immer lange Schlangen

bilden. Weil die Taschen kontrolliert

werden und jeder durch einen Metallscanner

laufen muss, wie auf einem

Flughafen. DerMann kommt in

Begleitung seiner beiden Anwälte.

Kameraleute warten auf ihn vor der

geschlossenen Sicherheitstür, die

zum Gerichtssaal führt.

DerMann ist Arafat Abou-Chaker,

der Chef eines bekannten arabischstämmigen

Clans. Inder Öffentlichkeit

machte er sich auch als einstiger

Freund und Geschäftspartner des

Rappers Bushido einen Namen. Es

ist eine Freundschaft, die es schon

lange nicht mehr gibt, die offenbar in

herzliche Feindschaft umgeschlagen

ist. Es ist eine Beziehung, die demnächst

auch vor Gericht eine Rolle

spielen könnte.

Aber an diesem Freitag geht es

nicht um Bushido, esgeht um ein

Verfahren gegen den 43-jährigen

Abou-Chaker wegen Bedrohung und

Körperverletzung. Mutmaßliches

Opfer des Clanchefs ist ein Hausmeister.

Esist ein Berufungsverfahren,

der zweite Prozess gegen Arafat

Abou-Chaker zu diesen Vorwürfen.

„Warum begrüßt mich niemand?“

Voretwa einem Jahr war der Angeklagte

vom Amtsgericht Tiergarten

zu einer Haftstrafe von zehn Monaten

verurteilt worden – ausgesetzt

zur Bewährung. Erstmals erging damit

ein Urteil gegen den Clanchef.

Doch Arafat Abou-Chaker legte

Berufung ein. Nunwirdder Fall noch

einmal aufgerollt. Und da Abou-

Chaker gegen das Urteil vorgegangen

ist, darferwegen des Verbots der

„Schlechterstellung“ nicht zu einer

höheren Strafe verurteilt werden.

Im März 2018 soll Arafat Abou-

Chaker das Foyer eines Geschäftshauses

in Charlottenburg betreten

haben und einen Hausmeister mit

den Worten angepöbelt haben: „Was

ist los in Deutschland, warum begrüßt

mich niemand?“ Der anwesende

Hausmeister soll gegrüßt und

Abou-Chaker aufgefordert haben,

weiterzugehen. Der allerdings soll

den Mann als „russischen Hurensohn“

beschimpft haben.

Im Gerichtssaal: Arafat Abou-Chaker mit Botschaft auf der Jacke.

„Der Hausmeister und Herr Abou-Chaker

haben sich schließlich entschuldigt,

sich die Hand gegeben. Das war’s.“

Vedat C., der Physiotherapeut konnte sich am Freitag kaum noch an etwas erinnern.

Nur daran, dass die Streitenden in Frieden auseinandergingen.

OLAF WAGNER

Es kam zum Streit zwischen beiden,

schließlich soll Abou-Chaker

dem HauswartzweiFinger in die Augen

gerammt und ihm mit einem

Kopfstoß die Nase gebrochen haben.

Abou-Chaker schweigt an diesem

ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen.

Der russischstämmige

Hausmeister, der als erster Zeuge

aussagt, gibt an, von Abou-Chaker

beschimpft und geschlagen worden

zu sein. Schließlich habe sich der

Streit in die Praxis der Physiotherapie

verlagert. Allerdings wird die Befragung

des Hauswarts auf Anregung

der Anwälte von Abou-Chaker wegen

der schlechten Verständlichkeit

des Zeugen unterbrochen. Sie soll

am nächsten Prozesstag mit einem

Dolmetscher weitergeführtwerden.

Anklage im Fall Bushido

Der damalige Physiotherapeut, der

den Streit schlichten wollte,kann sich

nunmehr kaum erinnern. Noch bei

der Polizei hatte er zwar angegeben,

er habe den Eindruck gehabt, Abou-

Chaker habe provozieren wollen.

UndSchläge durch den Hausmeister

habe er nicht bemerkt. Im Prozess

kann er sich daran nicht mehr entsinnen.

Im Gegenteil, er spricht davon,

dass es mit dem Hausmeister„immer

wieder ein kleines Problem gegeben“,

habe.Der 48-Jährige,der mittlerweile

die Praxis nicht mehr betreibt, hat einen

Anwalt als Zeugenbeistand zur

Seite.Esläuft einVerfahren gegen ihn,

bei dem es nach eigenen Worten zu

Spannungen mit Abou-Chaker gekommen

sei.

Auf den Clanchef wartet indes

neues Unheil. Voreinem Jahr, nach

Verkündung des ersten Urteils in diesem

Verfahren, war Abou-Chaker

noch im Gerichtssaal festgenommen

worden. 16 Nächte musste er im Gefängnis

verbringen. Hintergrund warenmutmaßliche

Taten zum Nachteil

des Rappers Bushido, wie die Staatsanwaltschaft

damals bekannt gab.

Arafat Abou-Chaker soll demnach

im Dezember 2017 versucht haben,

vonBushido eine Abfindung für langjährige

Geschäftsbeziehung zu erpressen.

Dabei soll der Musiker eingesperrtworden

sein. Es geht um versuchte

schwere räuberische Erpressung,

gefährliche Körperverletzung,

Freiheitsberaubung und Beleidigung.

Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile

Anklage gegen Abou-Chaker

und drei seiner Brüder erhoben.

Minister:

Tesla-Deal ist

nicht sicher

Steinbach: Firma muss alle

Umweltauflage erfüllen

VonJens Blankennagel, Potsdam

Die Ansiedlung des US-Elektroautobauers

Tesla in Grünheide

(Oder-Spree) könnte durchaus noch

scheitern –anden Anforderungen

des Umweltschutzes. Das sagte

Brandenburgs Wirtschaftsminister

JörgSteinbach (SPD) in einem Interview

mit dem Handelsblatt. „Die Antragsunterlagen

für die Genehmigung

müssen überzeugend darlegen,

dass alle materiell-rechtlichen

Umweltanforderungen eingehalten

werden und ein hohes Schutzniveau

für die Umwelt insgesamt sichergestellt

ist. Andernfalls ist das Projekt

nicht genehmigungsfähig.“

Telsa will bei Grünheide für bis zu

vier Milliarden Euro seine erste europäische

„Gigafactory“ bauen. Dort

sollen bis zu 9000 Jobs geschaffen

werden und ab Juli 2021 die ersten

Autos gebaut werden. Nach der vierten

Ausbaustufe sollen dann jährlich

500 000 Autos vom Band rollen. Das

Genehmigungsverfahren läuft. Kritiker

fürchten, dass der enorme Wasserverbrauch

der Fabrik für massive

Schäden sorgt. Das Areal befindet

sich zur Hälfte in einem Trinkwasserschutzgebiet.

Schon bald will

Tesla 159 Hektar Kiefern roden, damit

gebaut werden kann. Die Rodung

muss vor Beginn der Vegetationsperiode

Anfang Märzbeginnen.

Nach Angaben des Ministers

könne dies noch mal um zwei Wochen

verlängert werden. „Das heißt:

BisMitte Märzmuss die Rodung des

Waldes spätestens erledigt sein“,

sagte Steinbach. „Sonst würde sich

das Projekt um voraussichtlich ein

Dreivierteljahr verzögern. Das wäre

dann eine Situation, in der ich deutlich

skeptischer wäre, ob wir Tesla

noch bei der Stange halten können.“

Auf die Frage, obTesla noch abspringen

könne,wenn die Regierung

bremse, sagte er:„Man sollte nie nie

sagen. Ichselber sage mir ständig: So

sehr ich mich über die grundsätzliche

Standortentscheidung gefreut

habe, wirklich freue ich mich erst in

dem Augenblick, wenn der erste von

Tesla beauftragte Arbeiter tatsächlich

einen Spaten in die Erde sticht,

um eine Baugrube auszuheben.“

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16 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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sinnwahrender Kürzungen vor.

Höhere Achtung für die

unbezahlte Familienarbeit

Meinung: „Ganztagsbetreuung rechnet

sich“ von Christine Dankbar

(21. Januar)

Ich wundere mich immer wieder,

wie schnell Menschen heute dabei

sind, die Entscheidungen vergangener

Generationen zu be- bzw. verurteilen,

ohne deren Lebensumstände

auch nur im Ansatz einschätzen

können. Natürlich muss die Frau

nicht Hausfrau sein; aber man muss

es doch sein können dürfen, ohne

dass man in die Ecke gestellt und

verurteilt wird! Ichwar vor40Jahren

auf jeden Fall dankbar, dass mein

Mann so viel verdiente, dass ich

selbst trotz der Ausbildung zur Chemotechnikerin

nicht erwerbstätig

sein musste. So konnte ich meine

vier Kinder selbst zu verantwortungsvollen

Menschen erziehen.

Darüber hinaus hatte ich noch

die Zeit und den Willen, gesellschaftlich

notwendige unbezahlte Arbeit

in der Kirche,als Schöffin und als Gebrechlichkeitspflegerin

zu leisten.

Auch heute ist leider Erziehungsarbeit

in der Gesellschaft nicht anerkannt.

Vielleicht braucht es in unsererGesellschaft

eine höhereAchtung

für die noch immer unbezahlte,aber

dennoch eminent wichtige Familienarbeit.

Ursel Wenzel,

per E-Mail

Wie Beagle im Labor gequält

werden –unbeschreiblich

Berlin: „Tiere für die Forschung“

(30. Januar)

Einfach grauenvoll. Ich versuche zu

verstehen, was das für Menschen (?)

sind, die derartige Quälereien vornehmen.

Schreckliche Bilder im Internet

zeigen, wie Beagle im Labor

gequält werden – unbeschreiblich.

Warum ist so etwas im 21. Jahrhundertnoch

möglich, es gibt genügend

andereWege? Aber die,die es ändern

könnten interessiertesnicht.Warum

auch? Es geht ihnen ja nicht an den

Kragen und unsereSteuergelder sind

auch regelmäßig auf ihren Konten.

Angelika Krauß,

Hohen Neuendorf

Keine Hunde-Häufchen bitte!

Gefühlt alle fünf Meter ein Haufen

Facebook: „Das Geld liegt auf der Straße“ von Torsten Landsberg

(29. Januar)

Gefühlt alle fünf Meter ein Haufen, quasi vorjeder Autotüreund an jedem

Kofferaum. Ab und zu werden die Haufen in eine Tüte gepackt und

an ’nen Baum abgelegt. Joachim Wölfel

Ichwar letztesWochenende inWien. Berlin sollte sich in Bezug auf Müll

und Kippen auf den Straßen mal ein Beispiel an dieser Stadt nehmen.

IMAGO/DEUTZMANN

Dort steht gefühlt alle fünf Meter irgendeine Entsorgungsmöglichkeit.

Habe noch nie eine so saubere(Innen)Stadt gesehen. Marvin Wagner

Ichhabe seit 14 Jahren in Berlin Hunde,bin viel draußen, auch in unterschiedlichen

Stadtteilen, Parks, Waldstücken. Das Ordnungsamt habe

ich einmal getroffen –vor 14 Jahren auf dem Alex. Meinetwegen können

sie die Strafen auf 1000 Euro hochsetzen, mich wirddas nie treffen.

Aber so ohne jegliche Kontrolle ist es sinnfrei. Sandra Wenzel

Die Spende eines Organs ist ein immens großes Geschenk

Magazin: „Leben &Sterben: Mein Körper

gehörtdir“ von Eric Wrede

(25. Januar)

Wenn Finanzwissenschaftler Ideen

für medizinische und ethische Fragen

entwickeln, geht es um Marktverhalten,

Geben und Nehmen. Bei

der Organspende geht es aber um

anderes.Die Spende eines Organs ist

ein immens großes Geschenk. Aufgrund

dieser Tatsache muss die Organspende

freiwillig sein und darf

nicht den Gesetzen des Marktes unterworfen

werden. Da es sich bei der

Organspende um ein Geschenk handelt,

kann ein Organ nicht eingefordert

werden. Die moralische Keule

schließlich, die sagt, dass Menschen

sterben, weil nicht genug Organe zur

Verfügung stehen, geht an der Situation

vorbei: Die potenziellen Organempfänger

sterben nicht an der

Spendeunlust anderer, sondern an

schwersten, mit dem Leben nicht zu

vereinbarenden Krankheiten.

Bernd Himstedt-Kämpfer,

per E-Mail

Wenn es ernst wird, will jeder ein Ersatzorgan.

Mit der bisherigen Zustimmungslösung

sterben in

Deutschland jedes Jahr unnötig Tausende

Menschen. Wenn es dabei

bleibt, sollte man in Zukunft Organe

nur noch an Menschen weitergeben,

die nachweislich selbst einen Organspenderausweis

haben.

Karin Hoff, per E-Mail

Ich frage mich: In welchem Land

lebe ich eigentlich? Deutschland ist

die unrühmliche Ausnahme in Europa,

wo in fast allen LänderndieWiderspruchslösung

gilt –und damit

die Organspenden weitaus höher

sind als in Deutschland. Hier steht

das angebliche Selbstbestimmungsrecht

über dem Leiden vieler

schwerstkranker Menschen. Eine fadenscheinige

Begründung – diese

Selbstbestimmung würde durch die

Widerspruchslösung ja nicht außer

Kraft gesetzt. Es erschließt sich mir

nicht, warum völlig intakte Organe,

die viel Leid lindern und Leben retten

könnten, mit dem Verstorbenen

zusammen begraben bzw.verbrannt

werden sollten. Ich weiß, wovon ich

rede. Mein Sohn ist im Alter von 14

Jahren verstorben. Ich habe keine

Sekunde gezögert, seine Organe zu

spenden. Sie hätten ihm nicht mehr

helfen können, aber andere Menschen

konnten dadurch leben. Ich

habe seit Jahren einen Organspender-Ausweis.

Helen Noack, per E-Mail

Alsstellvertretender Referatsleiter in

der Berliner Gesundheitsverwaltung

war ich bis Ende 2000 für die Umsetzung

und Einhaltung des Transplantationsgesetzes

in den Berliner Krankenhäusern

zuständig. Bereits zu

meiner Zeit lag das Problem an der

Bereitschaft des Personals bzw. der

Transplantationsbeauftragten in

den Kliniken, beim Erkennen eines

potenziellen Organspenders das in

jedem Fall erforderliche Gespräch

mit den Angehörigen zu führen!

Hans-Dieter Keicher,Großbeeren

Das Grundgesetz regelt, dass die

Würde unantastbar ist. Es gilt für alle

Menschen unseres Landes. Jeder

kann sich darauf berufen. DieKörper

und die Organe der Menschen unterliegen

ebenso dieser unantastbaren

Würde. Offensichtlich hat die

fortschreitende Privatisierung unseres

Gesundheits- bzw. Krankheitssystems

die Hemmschwelle der Moralgesenkt.

Diese Entwicklung widerspricht

den menschlichen Ansprüchen unserer

Gesellschaft. Der Mensch darf

niemals zur Kapitalvermehrung eines

auf Maximalgewinn ausgerichteten

Investmentswerden.

Siegmar Unger,Hollstadt

Ich bin entsetzt, 75 Jahre nach dem

Ende der Nazidiktatur und 30 Jahre

nach dem Untergang der DDR wieder

einen solchen Übergriff auf das

Selbstbestimmungsrecht und die

Würde des Einzelnen in Form einer

solchen Forderung zu lesen.

Winfried Jaeckel, per E-Mail

Susanne Dübber

will wissen, was Sie denken.

Abendzeit ist Lesezeit bei Familie

Oestreich in Zeuthen. Dann

schmökern die Eltern mit Isabella

und Frederick fröhlich in der Berliner

Zeitung. „So sieht es bei uns fast

jeden Abend aus“, schreibt Jens Oestreich

zu dem Foto unten.

Nach dem Abendbrot, wenn

Stulle,Käse und Wurst verputzt sind,

legt Katrin Oestreich die Zeitung auf

den Küchentisch. Die Kinder rutschen

mit ran, aufmerksam studieren

Kleine und Große zusammen

alle Seiten. Katrin Oestreich: „Das ist

für uns ein wichtiger Tagesabschnitt.“

Über die Vorlieben der Kinder

amüsiert sie sich ein bisschen,

denn schließlich erzieht sie ihreKinder

gleich und will sie nicht in Geschlechterrollen

drängen. „Ganz erstaunlich

finde ich, dass der erst

dreijährige Frederick nur nach Fotos

von Autos, Feuerwehr, Polizei und

Baustellen schaut, während sich die

Erstklässlerin Isabella für ganze

Mutter Katrin Oestreich liest mit Isabella

und Frederick die Berliner Zeitung. PRIVAT

Texte interessiert und jetzt natürlich

anfängt, zu buchstabieren.“

Die Mutter ist Lehrerin an einem

Gymnasium in Treptow-Köpenick.

Auch dortvertritt sie die Auffassung:

Zeitung lesen gehört zum Leben!“

Die Schule nimmt am Projekt

„Spreewild“ der Berliner Zeitung teil.

In ihrem Leistungskurs Geografie

verpflichtete Katrin Oestreich alle

Schülerinnen und Schüler zur Zeitungslektüre.

„Anfangs war es

schwierig, doch die Lesekompetenz

wuchs mit der Zeit. Heute greifen

alle interessiert nach dem Blatt, vertiefen

sich gerne.“ ObWachstumsländer,

öffentliche

Raumplanung im Falle

Tesla/Grünheide, Plastikverschiffung

nach Malaysia –

dass das alles mit ihrem Leben

direkt zu tun hat, verstehen

sie inzwischen. „Man

lernt Hintergründe kennen

vondem, was auf der Welt los

ist, fühlt sich selbst kompetent.

Alle erleben Zeitunglesen

als Gewinn.“

BLZ/REEG

Biowetter:

Bluthochdruck

Kopfschmerzen

Schlafstörungen

Rheumaschmerzen

Atemwegsbeschwerden

Pollenflug:

Hasel

Erle

Pappel

Weide

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute liegen die Temperaturen bei maximal 11bis 13 Grad. Dazu wechseln

sich viele Wolken, etwas Sonne und schauerartiger Regen ab. Der

Wind weht schwach bis mäßig aus südwestlichen Richtungen. In der

Nacht bestimmen mehr oder weniger dichte Schauerwolken den Himmel.

Dabei machen die Tiefsttemperaturen bei 7bis 4Grad halt.

Belastung

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

keine

keine

keine

keine

Gefühlte Temperatur: maximal 12Grad.

Wind: schwach aus Südwest.

Wittenberge

9°/13°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

8°/13° 8°/12°

Luckenwalde

8°/11°

Cottbus

9°/13°

Sonntag

Montag

Dienstag

Regen Regen bedeckt

6°/8° 6°/10° 2°/6°

Prenzlau

8°/13°

Frankfurt

(Oder)

7°/11°

Sehr milde Luft dominiert bei uns die Temperaturen. Ein Regenband reicht von

Skandinavien bis zur Biskaya und überquert Mitteleuropa. Die Regenwolken

haben für kurze Zeit mit starken bis stürmischen Böen etwas kühlere Meeresluft

im Schlepptau. Frühlingshaft präsentiert sich die Iberische Halbinsel.

Sylt

6°/11°

Hannover

8°/13°

Köln

9°/11°

Saarbrücken

9°/12°

Konstanz

7°/12°

Hamburg

7°/11°

Erfurt

8°/11°

Frankfurt/Main

10°/12°

Stuttgart

8°/14°

Rostock

7°/13°

Magdeburg

8°/12°

Nürnberg

8°/13°

München

6°/15°

Rügen

7°/12°

Dresden

9°/15°

Deutschland: Heute fällt teilweise

Regen aus dichten Wolken. Die

Höchstwerte betragen 11 bis

15 Grad, die Tiefsttemperaturen

10 bis 4Grad. Der Wind weht mitunter

in Böen stürmisch aus Südwest.

Morgen gibt es kaum Sonne, dafür

viele Wolken und stellenweise

Regen, und esstehen 7bis 14 Grad

in Aussicht. Der Wind weht teilweise

in Böen stürmisch aus Südwest.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 40 cm

Harz bis 40 cm

Erzgebirge bis 30 cm

Bayerische Alpen bis 220 cm

Mondphasen: 02.02. 09.02. 15.02. 23.02.

Sonnenaufgang: 07:49 Uhr Sonnenuntergang: 16:51 Uhr Mondaufgang: 10:52 Uhr Monduntergang: --:-- Uhr

Lissabon

18°

Las Palmas

23°

Madrid

18°

Reykjavik

-2°

Dublin

10°

London

12°

Paris

14°

Bordeaux

17°

Palma

19°

Algier

21°

Nizza

18°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen

10°

Berlin

12°

Mailand

10°

Tunis

18°

Rom

13°

Warschau

11°

Wien

15° Budapest

13°

Palermo

19°

Kiruna

-13°

Oulu

-6°

Dubrovnik

16°

Athen

17°

St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna

13°

Istanbul

11°

Iraklio

17°

Archangelsk

-28°

Moskau


Ankara


Antalya

19°

Acapulco 33° bewölkt

Bali 22° Gewitter

Bangkok 33° heiter

Barbados 27° heiter

Buenos Aires 31° heiter

Casablanca 22° heiter

Chicago 3° bedeckt

Dakar 30° sonnig

Dubai 22° sonnig

Hongkong 18° wolkig

Jerusalem 7° bewölkt

Johannesburg 35° heiter

Kairo 18° sonnig

Kapstadt 24° wolkig

Los Angeles 25° sonnig

Manila 29° wolkig

Miami 26° Schauer

Nairobi 23° Schauer

Neu Delhi 20° sonnig

New York 8° bedeckt

Peking 5° wolkig

Perth 29° sonnig

Phuket 33° wolkig

Rio de Janeiro 36° Gewitter

San Francisco 16° wolkig

Santo Domingo 28° heiter

Seychellen 29° Schauer

Singapur 34° Gewitter

Sydney 39° sonnig

Tokio 12° wolkig

Toronto 2° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 17

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Berlin

AM WOCHENENDE

Kühle Schönheiten: Die Kamelien

blühen im Botanischen Garten

Schönes Wochenende Seite 19

Kopf statt Hand: Das andere Training

an der Tischtennisplatte

Berlin bewegt sich Seite 20

Fleischlose

Burger

Gefühlt müsste der

Fleischkonsum schon

länger abnehmen. Jahr

für Jahr wächst die Zahl

der Vegetarier und Veganer. Angeblich

um 200 000, allein im letzten

Jahr in Deutschland. Interessant ist

jedoch, dass der Fleischkonsum seit

gut zwanzig Jahren mehr oder weniger

unverändert bleibt: 60 Kilogramm

pro Kopf und Jahr. Zuletzt

kletterte der Wert sogar wieder auf

60,15 Kilogramm. Das wären pro

Woche 1200 Gramm. Also gut zehn

Mettbrötchen.

Das ist –Tier- und Klimaschutz

hin oder her –schlicht nicht gesund.

Darum ist mein Vorsatz

seit Jahresbeginn,

tagsüber kein

Fleisch zu essen.

Diese Woche war ich

im Lia’s Kitchen, einem

veganen Imbiss

mit rein pflanzlichen

Burgern, an

dem ich fast täglich

vorbeikomme.

Eigentlich gehöre

ich nicht zur Zielgruppe

dieses Ladens.

Weder halte

ich rein vegane Küche für besonders

lebenswert, noch bin ich Burgerfan.

Undfleischlose Gerichte findet man

inzwischen auf allen guten Speisekarten.

Doch meine Neugier siegte,

weil dieser kleine Laden immer voll

ist, und Gäste sogar Schlange stehen.

Die erste Überraschung: Hinter

dem Namen Lia verbirgt sich keine

gepiercte vegane Köchin mit Tattoos,

sonderndie Initialen vondreiFreunden.

Sie heißen Lior, Itai und Alon

und kommen aus TelAviv. Zusammen

haben sie den Imbiss eröffnet,

weil sie veganes Fast Food wollten,

das bezahlbar und gesund ist und

satt macht. In Berlin gab es ihrer

Meinung nach zwar eine vegane

Avantgarde und einige schicke Restaurants,

doch keine vegane Alltagsküche

wie in ihrer Heimatstadt.

Die Einrichtung ist karg, aber

funktional und die Speisekarte erfreulich

übersichtlich. Es gibt fünf

verschiedene Burger, dazu Süß- und

normale Kartoffel-Pommes oder Coleslaw

als mögliche Beilagen sowie

zwei große Salatvariationen in

Bowls.

Die Burger-Patties sind interessant.

Lia’s Kitchen setzt nicht auf

Fleischersatzprodukte wie Beyond

Meat, in dem pflanzliche Stoffe mit

vielen Gewürzen und Aromen möglichst

fleischähnlich gepresst werden.

Der Laden geht selbstbewusst

an die Sache ran, was mir gefällt: Der

Smokey BBQ Mushroom Burger hat

eine Frikadelle,die aus einem Portobello

Champignon besteht. DerChili

Bean Burger ist mit schwarzen Bohnen

gemacht, ferner gibt es einen

Quinoa Linsen-Burger und einen

Chicken Cheeseburger aus Seitanstreifen

mit veganem Mandelfeta.

Ich nehme den Oyster Shiitake

Mushroom Burger,weil man mit Pilzen

meiner Meinung nach am besten

das Umami hinbekommt, das für

Fleisch so typisch ist. Der Burger ist

riesig, ebenso die Portion handgeschnitzter

Pommes,auf deren Schale

grobes Meersalz ist und die ganz hervorragend

schmecken. Wasden veganen

Burger angeht, taste ich mich

langsam heran: Das süßliche Hefe-

Brötchen ist wie bei vielen Burgerläden

vonder Bäckerei

Bekarei eingekauft,

die gute Qualität liefert.

Tomaten- und

Salatbelag scheinen

mir aber geschmacklos

und

eher unachtsam

ausgesucht. Gut gefallen

mir die haus-

AUFGETISCHT

Tina Hüttl

war im Lia’sKitchen.

gemachten Soßen.

Die vegane Mayo

schmeckt problemlos

auch ohne Ei,

und die Senfsoße hat

eine gute süßliche Schärfe. Doch

nun zum Patty aus schwarzen Bohnen,

Austern- und Shiitake Pilzen: Es

hält nicht, was es optisch verspricht.

Brataromen und Knusprigkeit fehlen

völlig, es schmeckt zwar würzig, aber

auch mehlig und ist zu kalt.

Ich sehe ein, dass man einen veganen

Burger am besten gar nicht

erst mit dem Fleisch-Original vergleichen,

sondern als etwas Eigenständiges

sehen sollte. Doch dann

esse ich lieber den Quinoasalat, den

ein Freund von mir gewählt hat. Er

schmeckt nussig, beerig und frisch.

Und keine Angst, ich bin, was

meine Vorsätze angeht, völlig normal.

Sprichtmich ein Mittagsgericht

mit Fleisch an, Sie erfahren als Erste

davon. So erklären sich wohl auch

die 60 Kilo.

Lia’sKitchen,Kollwitzstraße 47,10405 Berlin.

Täglich von12–21 Uhr

Burger kosten6,90–8,90, Beilagen 3–4 und

Bowls 7,90-8,90 Euro.

Schwedter Str.

Lia’s Kitchen

Schönhauser Allee

Kollwitzstr.

Kollwitzplatz

Senefelderplatz

PRENZLAUER BERG

Prenzlauer Allee

BLZ/GALANTY

Burgerläden gibt es in Berlin zuhauf,

inzwischen auch vegetarische und vegane.

Drei Israelis bringen nun mit Lia’sKitchen

pflanzliche Patties nach Prenzlauer Berg

Familienausflug

Träumende

Tiere

VonBarbaraWeitzel

Der Januar ist vorüber und noch

immer stehen die Schlitten ungenutzt

im Keller. Von Rodelpartien

und Schneeballschlachten müssen

die Kinder weiter träumen. Wie anders

in Astrid Lindgrens Geschichte

von Tomte Tummetott. Das ganze

Buch liegt quasi unter einer Schneedecke.

Hier träumen alle vom Sommer:

die Schafe von Gras und Klee.

DasPferdvom Traben über dieWiese.

Undauch die Hühner wollen nur eines:

Endlich wieder raus aus dem

Träumt vom Sommer und freut sich auf die kleinen Gäste: Tomte Tummetott . SCHLOSSPLATZTHEATER

Stall. Tomte Tummetott, der winzige

steinalte Mann mit dem schneeweißen

Bart und der roten Mütze, flüstert

allen Wichtelworte ins Ohr: „Viele

Winter und Sommer sah ich kommen

und gehen, Geduld, Geduld ...“

Er geht auch zu den schlafenden

Kindern, doch bei ihnen bleibt er

ganz still. Er möchte sie schließlich

nicht wecken. Aber er weiß: „Alle

Kinder wünschen sich, mich einmal

zu sehen. Doch nachts, wenn ich

komme, schlafen sie fest. Immer

werden sie träumen von mir, doch

wenn sie erwachen, bin ich schon

fort.“ DieBerliner Kinder jedoch haben

das Glück, den kleinen Mann zu

erleben, nämlich im Schlossplatztheater.

Dort ist das HOR Künstlerkollektiv

mit dem Stück zu Gast –

und bringt so den schönsten Lindgren-Winter

in die Stadt.

Tomte Tummetott Schlossplatztheater Alt-

Köpenick 31.Saund So 16 Uhr,Eintritt

10–17,50, erm. 6–13,10Euro. Ab 3Jahren


18 * Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Schönes Wochenende

Lola &Farrati

FUNDSTÜCKE

von OlgaBobileva

Haben Sie auchetwas Neues in derStadtentdeckt?

Bitte schreiben Sie uns an: berlin.fundstuecke@dumont.de

GARTENTRÄUME BERLIN/DANIELA INCORONATO

OLGA BOBILEVA

VonLola Knoblach

Kettenöl und

Rock ’n’ Roll

Seit ein paar Tagen stimmt irgendetwas nicht. Farrati und

ich haben eigentlich immer die gleiche Morgenroutine:

Wenn mein Wecker klingelt, ist es noch dunkel, und nachdem

ich ein kleines bisschen mit aller Kraft gegen den Weckton angeschlummerthabe,sehe

ich ein, dass es nichts hilft und

schlurfe schließlich schlaftrunken in Richtung Küche.

DerFlur ist ohnehin nicht sonderlich geräumig und weil

Farrati ausgerechnet hier schläft, steht es imWeg. Hier rempele

ich es –stets aus Versehen –an, wovonwir dann beide ein kleines

bisschen wacher werden. Während ich mir einen Kaffee

mache und in der Küche herumklimpere, erreicht Farrati seine

Betriebstemperatur,und es dauertnicht lang, bis das Geplapper

losgeht. „Mach mich mal ab“, sagt es dann und deutet an

sich herunter auf sein Schloss,ohne das es partout nicht einschlafen

kann.

Doch neuerdings ist Farrati träge und still am Morgen. Auf

mein Gerempel grummelt es nur kurzund sagt dann nichts

mehr.Eshat es nicht eilig, das Schloss loszuwerden und lässt

missmutig die Kette hängen. Selbst, wenn wir unterwegs sind,

ist Farrati ungewöhnlich langsam: Vorlauter Lethargie kommen

wir kaum in einer Grünphase über die Kreuzung. Wirhaben

auch mehrereTrekking-Rad-Fahrer mit Warnwesten nicht

überholt.

Ichmache mir echt Sorgen. „Bist du krank oder so? Tutdir

was weh?“, frage ich, als wir an einer Ampel stehen. Es ist grau,

der Himmel könnte aus dem gleichen Asphalt gemacht sein

wie die Straße.Wenn ich nicht wüsste,wie spät es ist, würde ich

denken, es dämmertund obwohl es nicht wirklich regnet,

glänzt die Straße feucht. Farrati seufzt und starrtins Leere.

„Hey,ich rede mit dir!“, sage ich und rüttele sanft am Lenker.

Farrati dreht langsam das Vorderrad zur Seite: „Ach, ich weiß

auch nicht …alles fühlt sich so schwer und sinnlos an.“

Mirwar ja nicht klar,dass das bei Fahrrädernauch geht,

aber die Diagnose liegt auf der Hand: „Duhast eine Berliner-

Winter-Depression!“ –„Eine was?“

„Das kriegen ganz viele! Diehalbe Stadt hat es! Eine

bleierne Traurigkeit, die sich einschleicht, wenn die Lichterketten

plötzlich fehlen. Wenn es nie richtig hell wirdund einem

klar wird, was jetzt voreinem liegt: Februar –Februar ist

die hässliche kleine Schwester vonNovember –November ist

schon ätzend, aber Februar ist noch schlimmer!“

Farrati guckt mich an:„Und was macht man dagegen?“ Ich

zwinkere. „Na, Wellness! Wirlassen es uns gut gehen. WirhörenJudas

Priest in Dauerschleife,und ich hole das Kettenpflegeset

aus dem Keller.Wir gucken Urlaubsfotos an und gehen

nicht vordie Tür.Na, wie klingt das?“ EinLächeln lässt

sich erahnen. „Aber nur dieses eine Lied“ –„Klar! Nur,Breaking

the Law‘.“

Geschichten von Lola&Farrati gibt es auch bei 100,6FluxFM.

Messe

Die neuesten Trends für

Beet und Balkon

Die Tristesse des Winters drückt auf die Stimmung. Umso

mehr sehnen wir den Frühling herbei, der noch Wochen

auf sich warten lassen wird. Doch zumindest für ein paar Stunden

kann man sich auf der Messe Gartenträume Berlin an sattem

Grün, Modellgärten und bunten Blumen erfreuen. Mehr

als 100 Aussteller präsentieren bei dem Event in der Station-

Berlin die Gartentrends von2020: Ob neueste Entwicklungen,

Outdoor-Technik, Gartenmöbel, besonderePflanzen und Blumenzwiebeln

oder ausgefallene Gestaltungsideen –zusehen

gibt es einiges.Und natürlich stehen die grünen Experten wie

Garten- und Landschaftsbauer Ihnen Rede und Antwort und

verraten zum Beispiel, wie nachhaltiges Gärtnernfunktioniert

und wie SieIhrepersönlichen Gartenträume auf Terrasse oder

Balkon verwirklichen können. Zusätzlich gibt es ein Bühnenprogramm

mit Vorträgen und Workshops.

GartenträumeBerlin Station-Berlin am Gleisdreieck, Luckenwalder Straße 4–6,

Kreuzberg.Saund So 10–18 Uhr,Tickets ab 9Euro

Eisbaden

Wasserspaß für

Hartgesottene

Gerade in Zeiten von Erkältungen, Grippen und unberechenbaren

Viren ist es wichtig, den Körper nicht nur mit

vielen Vitaminen zu versorgen und Sport zutreiben, sondern

etwas für die Stärkung des Immunsystems zu tun. Eine Möglichkeit

ist das Eisbaden. Zugegeben, sich in eiskalte Fluten zu

stürzen, kostet eine Menge Überwindung. Allerdings nehmen

Mediziner an, dass Eisbaden tatsächlich das Immunsystem

stärken kann und der Körper somit weniger anfällig für Infektionen

ist. Weresmal ausprobieren möchte, ist bei den Ice

Dippers Berlin herzlich willkommen. Sie treffen sich jeden

Sonnabend um 10 UhramOstufer des Plötzensees.ZuBeginn

und zur Einführung für Neulinge gibt es spezielle Atemübungen,

um besser mit der Kälte des Wassers zurechtzukommen.

Nach dem frostigen Bad gibt es Ingwertee und ein geselliges

Beisammensein.

Icedipping Plötzensee,Ostufer,Wedding,Sa10Uhr

IMAGO/WESTEND61

Shop

Stempel-Paradies

auf 270 Quadratmetern

Wissen Sie noch, wie gerne Sie inKindheitstagen zu Stempeln

griffen und welche Freude das Bestempeln von Papier

oder Karten mit sich brachte? In Erinnerungen schwelgen

und dabei viele tolle neue Möglichkeiten des Stempelns entdecken

können Besucher in der StempelBar. Der älteste Motivstempel-

und Scrapbooking-Laden im Zentrum Berlins bietet

auf 270 QuadratmeternTausende Gummistempel, Clearstamps

und Foamstempel, die in den Regalen schlummernund auf ihrenkreativen

Einsatz warten. DieMotivereichen vonSprüchen,

Glückwünschen, Tieren, Landschaften, Pflanzen bis Street Art

undvielemmehr.ImAngebot ist zudem weiteres Zubehör wie

Stempelkissen, Stanzschablonen, Embellishment wie Bändchen,

Sticker oder Glitter sowie Papier und verschiedenste Stifte.

Übrigens: An Sonnabenden finden im Geschäft regelmäßig

Workshops statt, bei denen das Stempelschnitzen erlernt oder

Karten gestaltet werden können.

StempelBar WeimarerStraße 17,Charlottenburg.Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 10–14 Uhr

Essen

Eine kulinarische Reise

nach Äthiopien

Mit Messer und Gabel. So esse ich für gewöhnlich. Aber

nicht beim letzten Restaurantbesuch. Im Bejte Ethiopia

nämlich isst man –wie in Äthiopien üblich –mit der rechten

Hand. Das Restaurant, 2000 eröffnet, bietet seinen Gästen in

familiärem Ambiente die traditionellen Gerichte Äthiopiens.

Auf der Karte findet man Vorspeisen wie Linsensuppe, als

Hauptspeise werden Gerichte mit klangvollen Namen wie Yeberezilzl

tibs –gebratenes Rindfleisch in Streifen geschnitten,

mit Cayennepfefferpaste oder Currysoße, oder Ye-beg alcha

wet –gekochtes Lammfleisch in milder äthiopischer Currysoße

und Käse,serviert. Zu allen Gerichten wirddie Injera, ein

säuerlicher Brotfladen, gereicht, mit der man Fleisch und Soße

auftunkt. Eine weitere Besonderheit des Bejte Ethiopia: Allabendlich

wird eine Kaffeezeremonie abgehalten, bei der der

Kaffee frisch geröstet und zubereitet wird.

Bejte Ethiopia Zietenstraße 8, Schöneberg.Mo–Fr 16–0 Uhr, Sa–So 14–2Uhr

IMAGO/ACTION PICTURES

WOHIN AM WOCHENENDE

Die

Leichtigkeit

des Einkaufs

Einst dienten die Markthallen

der Stadt zur Notversorgung,

heute sind sie Orte der

Entschleunigung

VonIda Luise Krenzlin

Diese Markthalle wurde 2003 weit

über die Grenzen Kreuzbergs

hinaus bekannt – durch den Kult-

Film „Herr Lehmann“. Zwar spielte

gar keine Szene in der damals heruntergekommenen

Halle, doch im

Weltrestaurant Markthalle brummte

das Kneipenleben. An den blanken

Holztischen aß Herr Lehmann seinen

Braten und verliebte sich in die

schöne Köchin Katrin. DieLiebe ging

zwar in die Brüche, aber die Markthalle

Neun wurde zur Institution.

Dievielen Stände ziehen auch internationales

Publikum an. Buletten

heißen hier „Berlin Beef Balls“, die es

auch in den Geschmacksrichtungen

Thailändisch und Mexikanisch gibt.

Die Tofu-Tussis verkaufen ihren angesagten

Bohnenquark, ein Händler

aus der Uckermark Regionales, in

der Kantine gibt es einen preiswerten

Mittagstisch und am BBQ-Bistro

wartet eine lange Schlange auf die

begehrten Pulled-Pork-Sandwichs.

Die Markthalle Neun in Kreuzberg wurde 1891 eröffnet. IMAGO IMAGES (3)

Diese „überdachten Verkaufseinrichtungen“

wurden einst wegen der

katastrophalen Versorgungslage in

Berlin gebaut. 1881 beschloss der

Magistrat unter Beteiligung des Arztes

Rudolf Virchow ein Markthallenkonzept.

14 Hallen sollten die Berliner

versorgen. Die Markthalle Neun

eröffnete 1891, die Marheineke-

Markthalle 1892, die Ackerhalle in

Mitte 1888, die Arminiushalle in Moabit

1891. Sie alle sind erhalten geblieben

und lohnen einen Besuch.

In der Halle am Marheinekeplatz

herrscht in den frühen Morgenstunden

noch verschlafene Ruhe. Peu à

peu schließen Händler ihre Stände

auf, Ketten rasseln, Rollläden scheppern.

Beim Bretonen gibt es schon

einen Milchkaffee und gute Croissants.Auchdie

Händler stärken sich

hier schweigsam vor dem langen

Markttag. Man kennt sich. Andere

Gäste palavern, lesen Zeitung oder

sind auf dem Sprung zur Arbeit.

Nirgendwo sonst kann man so

gut Menschen beobachten. Markthallen

sind eine Art sozialer Kitt des

Viertels, zudem vermitteln sie ein

mediterranes Lebensgefühl. Alles

geht schnell und trotzdem gibt es

Leute, die Zeit haben. Wo trifft man

sonst noch Tagediebe?

Und wosonst hat man in einem

schönen, lichtdurchfluteten Raum

alles beieinander: den Metzger, die

Käsetheke, Bäcker, italienische Spezialitäten,

Pasta. Der Mittagstisch

wird in den Markthallen geradezu

gefeiert, und es herrscht die Qual der

Wahl. Mit dem Fortschreiten der

Uhrzeit wächst der Lärmpegel. Wein

wirdausgeschenkt.

Es ist schon eine andere Sache,

seine Einkäufe in einer Markthalle zu

erledigen und nicht in einem Supermarkt.

Eine Markthalle ist wunderbar.

Das Lebensgefühl wird sofort

leicht – Entschleunigung und

Klatsch aus dem Kiez inklusive.


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 19

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Schönes Wochenende

STADT, LAND, MENSCH

Die

pralle

Pracht

KOCHSTUNDE

Rezept der Woche

Spanischer Mandelkuchen

Im Botanischen Garten in

Dahlem wächst zurzeit ein

Winter-Wunder heran,

leuchtend bunte

Kamelienblüten sind

Stimmungsaufheller in der

grauen Jahreszeit

VonSusanne Dübber

Leise klappert der Herr der

Pflanzen mit seiner Gartenschere.

Joseph Wyrwis kontrolliert

gewissenhaft die

Kamelien im Botanischen Garten

Dahlem. Jetzt mitten im grauenWinter

leuchten im Gewächshaus Nam

großen Tropenhaus die ersten Blüten,

einfarbig, gepunktet, gestreift, in

Schattierungen von Rosa, Weiß, Rot

und Lachsfarben. In den kommenden

Wochen entfalten sich hier die

Knospen von 70 verschiedene Kamelien.

Die pralle verschwenderische

Pracht währtbis Mai.

DieBesucher raunen „Schau mal,

wie schön“ oder juchzen kurz entzückt

ein und auch mehrere„Oh!“. In

der Saison schieben staunende Zuschauer

dicht an dicht auf den beiden

Gängen an den Seiten des kleinen

Waldes vorbei. Der besteht aus

30 fest angepflanzten bis zu zwei Metern

hohen Kameliensträuchern.

Dazu wechseln noch knapp 40 Kübel

besuchsweise ein. Immer wenn sie

sich hinter den Kulissen in Anwachshäusern

aufgehübscht haben, holt

sie Joseph Wyrwis in den großen

Showroom vors Publikum.

Dass die Pflanzen aus Ostasien

wie dem südlichen China und Japan

hier im kalten Europa pünktlich im

Februar ihreschönsten Kleider anlegen,

dafür sorgt der erfahrene Gärtner

seit bald dreißig Jahren liebevoll.

Ab Dezember regelt er behutsam die

Heizung hoch. „Bei acht Grad fühlen

sie sich pudelwohl und beginnen

auszutreiben.“ Sehr viel höher aber

darf die Temperatur nicht sein,

warm mag sie es nicht, die kühle

Schönheit. Wer wie Joseph Wyrwis

weiß, was sie liebt, den belohnt die

sensible Rose des Winters mit überreicher

Formen- und Farbenvielfalt.

Dann zieren wahre Blütenwolken,

halb- und ganz gefüllt oder

dachziegelartig aufgebaut, das eigentlich

eher unscheinbare ernste

Immergrün mit seinen ledrigen

glänzenden dunklen Blättern. Fast

Gärtner Joseph Wyrwis pflegt im Botanischen Garten Dahlem die Camellia japonica.

schon von allem zu viel zeigt überschwänglich

die säuglingskopf- bis

tellergroße Blüte „Drama-Girl“

(exakt der richtige Name ...) in

Schock-Pink. Wie unscheinbar sittsam

und bescheiden macht sich da

die kleinste der Beautys, Camellia

sinsenis, mit fingernagelgroßen

weiß-rosa Blütchen. Schließlich

muss sie nicht angeberisch mit Optik

brüsten, hat sie doch viel mehr zu

„Contessa Lavinia Maggi“ in Weiß mit pinkfarbenen Streifen

bieten. Joseph Wyrwis: „Sie ist die

Teepflanze, aus deren getrockneten

Blätterndas Getränk gebraut wird.“

Mit ihr sind alle Kamelien verwandt.

Werhat diese Pracht nur erdacht?

In Japan und China

schmückte man sich bei Hofe mit

ihr,sie ist heute noch Symbol für Eleganz

und Harmonie. Die Briten entführten

Camellia Anfang des

18. Jahrhunderts aus Fernost. Sie

MARKUS WÄCHTER

MARKUS WÄCHTER

war das perfekte Statussymbol der

Reichen. Schließlich sind bei Frost

geheizte Gewächshäuser, die richtige

saureErdeund kalkfreies Regenwasser

vonnöten, um die Pflanzegedeihen

zu lassen. Daskostet!

1753 taufte sie der schwedische

Naturforscher Carl von Linné nach

Georg Joseph Kamel. Der war ein

mährischer Pater, Apotheker und

Weltreisender. Mit seinem Namen

eroberte Camellia den Adel und Herzen

aller, die sie betrachten. Modeschöpferin

Coco Chanel kürte die

Kamelie im 20. Jahrhundert zum

Markenzeichen ihres Imperiums,

Alexandre Dumas schrieb den Weltbestseller

„Kameliendame“.

Joseph Wyrwis erklärtdas Winter-

Wunder zärtlich: „Wenn es draußen

noch grau und unangenehm ist,

kann man mit ihr bereits den Frühling

erleben. Sieist ein schöner Stimmungsaufheller.“

Kamelienhaus im Botanischen Garten

Dahlem Zwei Eingänge:Königin-Luise-Str. 6–8,

14195 Berlin, oder unter den Eichen 5–10, 12203

Berlin; 9bis 19 Uhr;6/3 Euro

Wenn Zeitungen wie die New York Times oder The Independent

das gleiche Kochbuch in ihre Best-of-Liste des

Jahres 2019 aufnehmen, muss was dran sein. Meike Peters,

Kölnerin und auf Englisch schreibende Foodbloggerin, gibt in

„365. Jeden Tageinfach kochen und backen“ (Prestel, 30 Euro)

eine handfeste, einladende Antwort auf die vor allem von

Montag bis Freitag oft lästige Frage:Waskochen wir heute? 365

Rezepte von überschaubarem Schwierigkeitsgrad, geordnet

nach Monaten –mit Fleisch und ohne, süß und salzig, erklärt

im zuvorkommenden Plauderton der Foodblogger, ohne den

inzwischen kaum ein Kochbuch mehr auskommt. (pa.)

Zutaten

für 6–8 Personen

350 ggemahlene Mandeln

(oder Haselnüsse)

2ELfrischer Blutorangenabrieb

1ELgemahlener Zimt

7Eier

350 gZucker

2ELfrisch gepresster Blutorangensaft

Puderzucker

Butter zum Einfetten

Zubereitung

Den Backofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.

Eine 20-cm-Springform mit Butter einfetten. In einer großen

Schüssel gemahlene Mandeln, Blutorangenabrieb und Zimt

vermischen. In einer weiteren großen Schüssel mit dem Rührgerät

(Quirlaufsatz) Eier und Zucker 1–2 Minuten luftig und

cremig aufschlagen. DieMandel-Mischung und den Blutorangensaft

behutsam unter die Eier-Mischung heben, bis der Teig

glatt ist. DenTeig in die vorbereitete Form füllen und etwa 55

Minuten im Ofen backen, bis der Kuchen goldbraun und fast

fest ist. An einem Spieß, der mittig in den Kuchen gepikst wird,

sollte kaum mehr etwas haften bleiben, aber die Kuchenmitte

sollte noch schön saftig sein. Den Kuchen 10 Minuten in der

Form abkühlen lassen, dann mit etwas Puderzucker bestreut

servieren.

PRESTEL

Auch die Arminiushalle in Moabit

ist solch ein wunderbarer Ort, der allerdings

GENUSSORTE

nicht ganz so bekannt ist

wie die anderen.

Bei schönem Wetter sind Märkte

die Freiluft-Alternative. EinKlassiker

Markthalle Neun,Eisenbahnstr.42/43,

Wochenmarkt Sa 10–18 Uhr.

ist der Schöneberger Winterfeldtmarkt.

Regionale Lebensmittel treffen

auf Feinkost. Obst und Gemüse,

Käse undWurst,Wollsocken, Chiasamen,

Gewürze aus Asien, Gurken

MarheinekeMarkthalle, Marheinekeplatz

15, Sa 8–18 Uhr.Auf dem Marheinekeplatz

findet am Sonnabend und Sonntag einTrödelmarktstatt,

jeweils bis 16 Uhr.

aus dem Spreewald. Auch hier trifft

man an den Markttagen die gleichen

Händler. Esgibt Stände, Bistros, Imbissbuden.

Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2–4,

Sa 8–22 Uhr, Lebensmittel 10–18 Uhr.

Auch am Kollwitzplatz und am Wochenmarkt am Winterfeldtplatz,

Kreuzberger Südstern sind die Sa 8– 16 Uhr.

Märkte am Sonnabend beliebte

Treffpunkte. Manche Leute gehen

mittags hin, um nur schnell einen

Markt am Südstern, U-Bahnhof Südstern,

Sonnabend 10 Uhr bis 16 Uhr.

Sack Linda-Kartoffeln zu kaufen und

kommt erst um 18 Uhr wieder nach

Hause, weil sie Hinz und Kunz getroffen

Markt am Kollwitzplatz, Knaack- und

Wörtherstraße, Sa 9–16 Uhr.

haben. Und der Weißwein-

stand so verlockend war. Kaffee trinken oder lieber doch Mittag essen. In der Markthalle 9ist beides möglich. Die Freiluft-Alternative des Wochenendeinkaufs: der Kollwitzmarkt im Prenzlauer Berg.


20 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Berlin bewegt sich

Reine Kopfsache

Tischtennis mal ganz anders: Ein Student hat vor ein paar Jahren die Sportart Headis erfunden. Unsere Autorin hat es ausprobiert

VonJulia Frese

Die Brille hat unsere Autorin Julia Frese relativ rasch abgenommen –zugroß wardie Unfallgefahr.

VOLKMAR OTTO

Bevor ich mich zu meinem

ersten Headis-Training

aufmache, recherchiere

ich erst einmal auf You-

Tube.„Dasist im Prinzip Tischtennis

mit dem Kopf“, so hat mir eine

Freundin beschrieben, was mich erwartet.

Sie hatte recht: Ich finde ein

Video, in dem zwei Männer über

eine Tischtennisplatte einen weißen

Gummiball hin- und herköpfen. Immerhin

ist der aber größer,als ich es

vom Tischtennis kenne –vielleicht

halb so groß wie ein Fußball. Am

oberen Bildschirmrand stehen die

Spielernamen „Headsinfarkt“ und

„Lauchgesicht“. Dasjugendliche Publikum

am Rand der Halle johlt und

im Hintergrund schlenkert ein lässiger

HipHop-Beat, während die Männer

alles daransetzen, dass der Ball in

der Luft bleibt: Sie gehen tief in die

Hocke, werfen sich bäuchlings auf

die Platte oder hechten seitwärts auf

den Fußboden.

In der Sporthalle im fünften Stock

der Technischen Universität (TU)

Berlin geht es deutlich ruhiger zu, als

ich ankomme. Trainerin Nina Parzych

ist gerade dabei, mit Ko-Trainer

Georg eine Tischtennisplatte aufzustellen,

während nach und nach die

ersten Spieler eintrudeln. Es ist Freitagabend,

eine eigentlich unübliche

Zeit für einen Unisportkurs. „Das

war leider das einzige Zeitfenster,

das wir kriegen konnten“, sagt Nina

Parzych. „Aber inzwischen haben

sich alle dran gewöhnt und der Termin

passt gut, um hinterher noch in

die Kneipe zu gehen.“

Die 34-Jährige, die als PR-Beraterinarbeitet

und den Kurs ehrenamtlich

leitet, wurde 2008 zur Kopfballerin,

als sie nach einem Thema für

ihre Abschlussarbeit in Soziologie

suchte.„DerHeadis-Erfinder war damals

Student in Kaiserslautern und

ein guter Kumpel von mir“, erzählt

sie. Eigentlich habe sie sich immer

über seinen albern aussehenden

Sportlustig gemacht. „Aber als ich es

dann mal ausprobierthabe,kam ich

schon bald nicht mehr davon los.“

Metallteil statt Netz

Während sie das sagt, richtet sie das

Headisnetz in der Mitte der Tischtennisplatte

auf, das eigentlich kein

Netz ist, sondern ein steifes Metallteil.

So eins wie man es vonTischtennisplatten

auf Spielplätzen oder in

Freibädern kennt. Darin besteht einer

der wenigen Unterschiede zu

den Tischtennisregeln: Der Headisball

darfdas Netz berühren, also davon

abprallen, ohne dass es Punktabzug

gibt. Das Tolle an Headis sei,

dass man es so schnell lerne, sagt

Nina. Innerhalb von 20 Minuten

habe sie den Dreh schon so weit

rausgehabt, dass erste Ballwechsel

zustande kamen. Ob mir das heute

auch gelingt?

Inzwischen stehen sechs Tischtennisplatten

nebeneinander in der

Halle, einige Teams köpfen schon

munter hin und her. Ich lasse mir

von Nina kurz die Regeln erklären

und wir legen los.ImGegensatz zum

Nachbar-Match ist das Tempo bei

uns zunächst sehr gemächlich, genaugenommen

stockt das Spiel nach

jeder versuchten Ballannahme meinerseits.

Allmählich aber bekomme

ich dann doch ein Gefühl für den

Berlin: Für Headis in Berlin ist die

Technische Universität der einzigeAnbieter.

Der Kurs findet dortfreitags von20bis

21.30 Uhr in der Halle 4001 im Hauptgebäude,

Straße des 17. Juni 135, statt.

Die Teilnahme kostet pro Semester

13 Euro für Studierende und 26 Euro für

Externe.

Headis-Ball. Nur meine Brille setze

ich irgendwann lieber ab. Viele der

Bälle fliegen so, dass ich die volle

Stirnfläche brauche, umsie zurückzuspielen.

Nina erzählt mir nebenbei, wie

Headis zu einem Hochschulsport

NUR AN HOCHSCHULEN

Potsdam: Auch an der Universität Potsdam

wird Headis gespielt. Montags jeweils von

20.30 bis 22 Uhr kommen Anfänger und

Fortgeschrittene des Kopfballtischtennis

zusammen auf dem Campus in Golm, Karl-

Liebknecht-Straße 24-25, Haus 11 in der

Group Fitness-Halle. Die Kosten liegen dort

zwischen 10 und 25 Euro pro Semester.

Mit vollem Einsatz auf die Platte –Blick in den TU-Übungsraum.

VOLKMAR OTTO

wurde. 2006 wollte der damalige

Saarbrücker Sportstudent René

Wegner in einem Freibad mit seinen

Freunden Fußball spielen. Weil der

Fußballplatz aber belegt war,begann

man, den Ball über eine freie Tischtennisplatte

hin- und herzuköpfen.

Aus der spontanen Wochenend-

Freibad-Idee wurde bald sehr viel

mehr: René entwickelte Kopfballtischtennis

für sein Studium zu einer

eigenen Sportart weiter und dachte

sich zusätzlich ein Marketingkonzept

aus.Der Name Headis sowie das

dazugehörige Logo sind inzwischen

geschützt und der Sport wird an

mehr als 20 deutschen Universitäten

angeboten. Auch international verbreitet

sich der Ruf der Kopfballerei

immer weiter: Mittlerweile finden

Turniereinganz Europa sowie in den

USA und China statt.

Blaue Flecken vonder Platte

Meine Headis-Kollegen an der TU

Berlin sind an diesem Freitagabend

etwa zur Hälfte Studenten, zur Hälfte

stehen sie schon im Beruf, wie ich

nach und nach herausfinde.Erst seit

einem Semester dabei sind beispielsweise

der 31-jährige Constantin

und der 34-jährige Christoph.

„Wir probieren gernneue Sportarten

zusammen aus“, erklärt Constantin

seine Motivation für den neuen

Sport. „Ich spiele eigentlich Fußball,

habe mir dabei aber vergangenes

Jahr einen Kreuzbandriss geholt“,

sagt Christoph. Das könne beim

Headis ja nicht so leicht passieren.

Schlimmstenfalls verpasst man sich

an der Platte mal ein paar blaue Flecke.

Während ich mich mit Christoph

und Costantin unterhalte, ertönt

neben uns ein ohrenbetäubendes

Krachen.

Dortspielt Georgund das mit vollem

körperlichen und emotionalem

Einsatz: Wenn ein Ball besonders ärgerlich

danebengeht, rammt der 27-

jährige Lehramtsstudent seine Hand

seitlich auf die Tischtennisplatte.

„Ich habe deswegen den Spielernamen

‚Head Moses‘“, erklärt er mir

kurze Zeit später. „Meine Mitspieler

haben Angst, dass ich eines Tages

doch mal die Tischtennisplatte

spalte wie Moses das Meer.“ Ein lässig

klingender Spielername, möglichst

mit Anspielung auf das zum

Spielen wichtigste Körperteil, gehört

zur Headis-Kultur dazu.

Der20-jährige David, Student des

Wirtschafts- und Ingenieurswesens,

sucht noch nach einem solchen Namen,

wie er mir erzählt. Er spielt seit

ungefähr zwei Jahren Headis,genaugenommen

seit er mal ein Spiel bei

Stefan Raabs „TVTotal“ gesehen hat.

Ihm gefällt, dass sich die Sportart

nicht so ernst nimmt: „Der Wettbewerbscharakter

tritt beim Spielen

ziemlich in den Hintergrund.“

Nina hat inzwischen ein Match

mit der Germanistikstudentin Vera

begonnen. Die Stuttgarterin spielt

seit sieben Jahren Headis und hat

ihre Technik immer weiter verfeinert.

Inzwischen hat sie schon manches

Headis-Turnier gewonnen.

Schließlich probiere ich auch

noch einmal mein Kopfballglück.

Besonders viele Ballwechsel kriege

ich noch nicht zustande, aber immerhin

trifft meine Stirn abund zu

den weißen Gummiball. Georg

macht mir Mut: „Bei den Turnieren

haben wir immer eine Flasche Bier in

Reichweite, damit geht es dann besser.“

Apropos, dawar ja noch was.

Genug gespielt, die Kneipe ruft. Vielleicht

fällt mir beim Bier ja auch ein

guter Spielername ein.

Hechtköpfer &Stirn-Schmetterbälle

Was man braucht

Eine Tischtennisplatte mit stabilem

Netz, einen Headisball und

einen Mitspieler –das braucht man,

um Kopf-Tischtennis zu spielen.

Entsprechende Bälle und Netze verkauft

Headis-Erfinder René Wegner

in seinem Online-Shop, die dort erhältlichen

Netze lassen sich auf jede

handelsübliche Tischtennisplatte

montieren. Allerdings findet man

Tischtennisplatten mit stabilem

Stahlnetz auch in jedem Park.

Wer eine handelsübliche Tischtennisplatte

in einer Halle benutzen

möchte, sollte dafür nicht auf das

billigste Modell ohne Bremse zurückgreifen,

wie der Erfinder auf seiner

Homepage empfiehlt. Dieses

habe womöglich nicht genug Stabilität,

wenn ein „ausgewachsener Mitteleuropäer

mit vollem Einsatz einen

Hechtköpfer auf der Platte zelebriert“.

Welche Regeln gelten

Wie beim Tischtennis darf der

Ball einmal auf der Platte aufkommen,

bevor er angenommen

wird, anders als beim Tischtennis

muss er es aber nicht. „Beim Headis

dürfen auch Volleys angenommen

werden“, wie Trainerin Nina Parzych

erklärt.

Der 100 Gramm schwere Headisball

darf nur mit dem Kopf gespielt

werden, das gilt auch bei der Angabe.

Dafür darfallerdings jeder Körperteil

die Tischtennisplatte berühren, es ist

also auch erlaubt, mit den Füßen auf

die Platte zu springen.

Nach jedem gespielten Ball muss

aber mindestens ein Körperteil den

Boden berühren. Mit dieser Regel

soll verhindert werden, dass ein

Spieler beispielsweise einfach mit

dem Oberkörper auf der Platte liegen

bleibt und seinen Wegzum Ball damit

deutlich verkürzt.

IMAGO/ACTION PICTURES VOLKMAR OTTO IMAGO SPORTFOTODIENST

Wer Headis spielt

Headis wird anmehr als 20 Universitäten

in Deutschland als

Hochschulsport angeboten, in Kaiserslautern

und Darmstadt auch als

Vereinssport. Die meisten Spieler

sind zwischen 20 und 35 Jahre alt

und eine deutliche Mehrheit vonihnen

ist männlich. Weltweit wird die

Zahl der aktiven Headisspieler auf

80 000 geschätzt. Durch Hochschulpartnerschaften

ist Headis inzwischen

auch in der Schweiz, Belgien,

den Niederlanden, Tschechien, der

Dominikanischen Republik, China,

Japan und Australien bekannt geworden

und wird andortigen Universitäten

gespielt. In Deutschland

hat die junge Sportartbesonders viel

Zulauf bekommen, nachdem Stefan

Raab sie 2015 in seiner Show „TVTotal“

präsentierte. Esfinden seit einigen

Jahren auch Welt- und Europameisterschaften

statt.


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 21

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Sport

Nach

der

Watschn

Skirennläufer Dreßen will in

Garmisch wieder überzeugen

Pünktlich zum einzigen Training

vorder AbfahrtinGarmisch-Partenkirchen

war das Wetter WM-reif.

Nach Regen am Morgen und einer

Woche voll Hoffen und Bangen um

denWeltcup auf der Kandahar waren

Sonne und blauer Himmel am Freitagmittag

eine Belohnung für die

Helfer und Organisatoren des wichtigsten

deutschen Skirennens. Denn

neben einer fairen, sicheren Abfahrt

am Sonnabend und dem Riesenslalom

am Sonntag geht es um einen

guten Eindruck vor der Vergabeentscheidung

für die Ski-WM 2025. Im

Mai benennt der Weltverband den

Gastgeber für die Titelkämpfe in fünf

Jahren, neben Garmisch-Partenkirchen

haben sich Crans-Montana in

der Schweiz und Saalbach-Hinterglemm

in Österreich beworben.

Wie auf Touren-Skischuhen

Trotz des sonnigen Wetters war Thomas

Dreßen noch nicht glücklich.

Klar, dass es am Freitag überhaupt

einen Trainingslauf für die Kandahar-Abfahrt

gegeben hatte, stand

über allem. „Es war eine saubere

Fahrt“, sagte Dreßen. Aber, fügte er

mit Blick auf den Heimweltcup am

Sonnabend (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport)

an, „ich muss auf alle Fälle

meine Skischuhe etwas früher eingraben.“

Warum? „Das war, als

würde ich mit Touren-Skischuhen

fahren. Nicht so optimal.“

Dreßen als Tourengeher auf dieser

schwierigen Piste? Sicher kein Erfolgsrezept!

Eine knappe Sekunde

hatte der 26-Jährige Rückstand auf

den Trainingsschnellsten Johan Clarey(Frankreich).

Daswar ordentlich.

„Das“, sagte Dreßen, „ist eine Männerabfahrt.“

Die „Watschn“ auf der

Streif hat der deutsche Vorzeigerennläufer

offenkundig gut verkraftet.

„Kitzbühel war ein Schuss in den

Ofen“, sagte Dreßen trocken. Außerdem

ist dieVorfreude auf seine Hausstrecke

viel zu groß, um sich mit dem

26. Platz am Hahnenkamm zu befassen:

„Ich bin 20 Minuten weg von

hier aufgewachsen, es kommen viele

Leute zum Zuschauen. Ich freue

mich extrem.“ Dreßen ist erholt angereist.

„Ich habe die letzten Tage die

Füße hochgelegt und ein paar regenerative

Übungen gemacht“, sagte

er.„Insgesamt bin ich topfit, das Knie

passt auch.“ (dpa, sid)

Caroline lockert die Hüften

Dominic Thiem setzt sichgegen AlexZverev durchund trifft im Finaleder Australian Openauf Novak Djokovic

VonDoris Henkel, Melbourne

Eswar ein Ende wie aus dem

Lehrbuch. Zweimal traf

Dominic Thiem fast dieselbe

Stelle des blauen Platzes,

der Druck nahm zu, und dann

platzierte er mit aller Finesse einen

feinenVolleystopp.Eswar der Schlag

zum Sieg in vier Sätzen gegen Alexander

Zverev (3:6, 6:4, 7:6, 7:6), und

er hatte dieses Spiel verdient gewonnen,

weil er in den entscheidenden

Momenten mutiger und aggressiver

gespielt hatte. Doch auch für Zverev

gab es nach der Premiere imHalbfinale

positiveErkenntnisse:„Ich habe

gutes Tennis gespielt“, fand er,„und

seit der dritten Runde hab’ ich mich

selbst gefunden auf dem Platz.“ Dass

er nach dieser Selbstfindung ein gefährlicherer

Gegner als je zuvor sein

wird, ist ziemlich wahrscheinlich.

Es war ein bewegter Abend in der

Rod Laver Arena. Nach den ersten

drei Spielen fielen ein paar Tropfen

Regen, das Dach wurde geschlossen,

der Rest fand in der Halle statt. Mitte

des ersten Satzes wirkte der Österreicher

müde; man konnte sich fragen,

ob es eine Rolle spielen würde, dass

er auf dem Wegindieses Halbfinale

mehr als vier Stunden länger unterwegs

gewesen war als Zverev, inerster

Linie wegen des langen Viertelfinales

gegen Rafael Nadal.

Starke Aufschläge

Hochklassiges Halbfinale: Alex Zverev(l.) unterliegt Dominic Thiem.

ÜBERRASCHENDES FRAUEN-FINALE

Plan: Mit ihrem Premieren-Titel bei den Australian

Open will Garbiñe Muguruza ihre Rückkehr

in die Weltspitze perfekt machen. In einem

unerwarteten Endspiel trifft die 26-jährigeSpanierin

am Sonnabend (09.30 Uhr

MEZ/Eurosport) in Melbourne auf die 21-

jährigeAmerikanerin Sofia Kenin. Für diese

ist es das erste Grand-Slam-Finale.

AFP/WILLIAM WEST

Plot: 2016 hatte Muguruza die French Open

gewonnen, ein Jahr später in Wimbledon ,bei

den French Open 2018 stand sie im Halbfinale.

Dann kam ein Bruch. In Melbourne

zählt sie nicht zu den 32 gesetzten Spielerinnen.

Die Rückkehr zur früheren spanischen

Weltklassespielerin Conchita Martinez als

Trainerin scheint ihr gut zu tun.

Der Plot des ersten Satzes wurde zu

Beginn des zweiten umgehend umgeschrieben.

Thiem ging schnell mit

einem Break in Führung und stellte

die Weiche zum Gewinn dieses zweiten

Durchgangs mit einem weiteren

20 Minuten später. 1:1 nach Sätzen,

also alles wieder vonvorn, dann gingen

die Lichter auf einer Seite aus.Es

dauerte zehn Minuten, bis die Sache

repariert war, umkeine Unruhe aufkommen

zu lassen, legte der Discjockey

wieder mal Neil Diamonds Gassenhauer

Sweet Caroline auf, und

Caroline lockerte die Hüften des Österreichers.

Thiem schaffte es wieder,

Zverev den Aufschlag abzunehmen,

obwohl der an diesem Abend

wie schon während des gesamten

Turniers extrem stark servierte und

über 80 Prozent seiner ersten Aufschläge

ins Feld brachte.

Zverev glich Mitte des Satzes aus,

und beim Stand von 5:4 hatte er die

große Chance mit zwei Breakbällen,

den Satz zu gewinnen. Doch beide

wehrte Thiem mit grandiosen

Schüssen ab, einmal mit der Vorhand,

einmal mit der Rückhand; es

war rückblickend betrachtet eine der

wichtigsten Phasen der Partie. Starker

Aufschlag schön und gut, meinte

Zverev hinterher, aber er habe 14

Breakbälle gehabt, und das sollte eigentlich

genug sein. „In den entscheidenden

Momenten hab’ ich

einfach nichts mein Bestes gespielt,

er dagegen schon. Daswar die Stelle,

an der das Spiel irgendwie seinen

Weggenommen hat.“ Miteinem zuckersüßen

Halbvolleystopp ging Dominic

Thiem im Tiebreak früh in

Führung, er hielt sie bis zum Ende.

Gute Chance gegen Djokovic

Und was sich schon in den ersten

drei Sätzen gezeigt hatte, das sah

man auch im vierten: Obwohl Zverev

mit seinen Aufschlagspielen starke

Akzente setzte –Thiem sagte, essei

fast unmöglich gewesen, den zu brechen

–, hatte der Österreicher in den

Grundlinien-Duellen die besseren,

unberechenbareren Variationen. Die

vonvielen bewunderte Rückhand als

Slice, als Topspin mit extrem viel

Drall oder wie seit einiger Zeit öfter

mit etwas weniger Drall und dafür

mit mehr Karacho gespielt, kombiniert

mit der gefährlichen Vorhand.

Wieder landeten sie im Tiebreak,

und ausgerechnet in diesen Momenten

leistete sich Zverev einen seiner

insgesamt nur drei Doppelfehler –

der Ball flog weit über die Aufschlaglinie

hinaus, fast so weit wie ein

Schmetterball später,und aus dieser

Grube kam er nicht mehr heraus.

Den ersten Matchball des Österreichers

wehrte er mit seinem 16. Ass

der Partie ab, doch beim zweiten

packte Thiem noch mal eine Lieblingskombination

aus.

Nach drei Stunden und 42 Minuten

endete Alexander Zverevs erstes

Halbfinale in Melbourne, aber die

Frage, was in ein paar Tagen von alldem

übrig bleiben werde, beantwortete

er mit einer Einschätzung, die er

schon oft vorgetragen hatte. Inein

paar Tagen werdeerdas Turnier vergessen

haben, sowohl die guten als

auch die schlechten Dinge, werde

wieder beim Training sein und alles

dafür tun, die nächsten Turniere zu

gewinnen. Und wer nun das letzte

Spiel der Australian Open gewinnt?

Novak Djokovic, der seinen achten

Titel will, oder Dominic Thiem? Zverevglaubt,

der Freund aus Österreich

habe eine Chance. „Er spielt das

beste Tennis seines Lebens, und ich

glaube, dass das gut genug ist; ich

wünsche ihm nur das Beste.“

Angst

vor dem

Virus

Tokio dementiert Gerüchte

um eine Olympia-Absage

Trotz der Ausbreitung des Coronavirus’halten

die Olympia-Macher

vonTokio an den Sommerspielen

fest und stemmen sich gegen Gerüchte

um eine mögliche Absage.

„Wir haben nie diskutiert, die Spiele

abzusagen“, teilte das Organisationskomitee

in Tokio am Freitag mit.

Im Internet hatten zuvor entsprechende

Gerüchte kursiert. Man

werdeweiterhin mit dem Internationalen

Olympischen Komitee (IOC)

und relevanten Organisationen kooperieren

und falls nötig, Gegenmaßnahmen

überprüfen, hieß es

weiter. „Vorbereitungen für Tokio

2020 gehen wie geplant weiter“,

teilte zudem das IOC mit. Die Sommerspiele

sollen am 24. Juli eröffnet

werden und bis zum 9. August dauern.

Danach folgen vom 25. August

bis 6. September die Paralympics.

Japan hat derweil seine Maßnahmen

weiter verstärkt, um eine Ausbreitung

der Krankheit im eigenen

Land zu verhindern. Bis Freitag belief

sich die Zahl der bestätigten Fälle

des neuen Erregers in Japan auf 17.

In den meisten Fällen erfolgten die

Infektionen jedoch in China. DasAußenministerium

in Tokio gab am

Freitag eine Reisewarnung für ganz

China aus und forderte die eigene

Bevölkerung auf, von nicht zwingend

notwendigen Besuchen in

China abzusehen.

Zahlreiche Absagen

Bezüglich der besonders stark betroffenen

chinesischen Provinz Hubei

mit der Hauptstadt Wuhan, wo

der Erreger ausgebrochen war, gilt

eine noch höhere Warnstufe. Hier

wird den Japanern von allen Reisen

abgeraten. Unterdessen holte Japan

am Freitag per Flugzeug weitere seiner

Landsleute aus Wuhan zurück.

Tokios Gouverneurin Yuriko Koike

hatte vor zwei Tagen erklärt: „Wir

müssen das neue Coronavirus energisch

angehen, um es einzudämmen

oder wir werden es bereuen.“

Wegen des Coronavirus’ wurden

bereits Olympia-Qualifikationsturnieren

der Fußballerinnen, Basketballerinnen

und Boxer aus China

verlegt. Weitere Sportereignisse wie

die geplanten Ski-Weltcuprennen

wurden abgesagt, die chinesische

Fußball-Liga verschob ihren Saisonstart.

(dpa)

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22 * Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Sport

Fokus

auf

Platz vier

Die Eisbären unterliegen

Straubing im Schlüsselspiel

VonChristian Kattner

Aufmunterung oder Durchhalteparole?

Zwei Minuten vor dem

Ende heizte die Hartmut-Nickel-

Kurve die eigene Mannschaft noch

einmal verbal auf, wollte letzten Einsatz

sehen. Mehrfach hatten die Fans

im Schlussdrittel den Torjubel auf

den Lippen, doch direkt vor ihren

Augen scheiterten die Eisbären Berlin

ein ums andere Mal. Und dann

waren sie knapp sechs Minuten vor

dem Ende auch noch 1:2 in Rückstand

geraten. Doch alle Unterstützung,

alle Aufmunterung half nicht.

Der Tabellenvierte unterlag dem

Dritten.

Pföderlsorgt für Führung

Dabei schien der Formaufbau in

Richtung Play-offs bei den Eisbären

lange Zeit zu passen. Das Team von

Trainer Serge Aubin zeigte sich im

Duell mit den Straubingern aggressiv

und über weite Strecken dominant.

Gerade die Offensivreihe um

James Sheppard, Marcel Noebels

und Leo Pföderl ist seit Wochen in

bestechender Form und stellte das

erneut unter Beweis.War das Eisbären-Trio

auf dem Eis, wurde es gefährlich.

Und diese Offensivpower

wurde bereits in der siebten Minuten

belohnt. Am Ende einer Sequenz mit

zahlreichen Torschüssen landete die

Scheibe bei Leo Pföderl, der zur frühen

Führung für die Gastgeber traf.

Auch in der Folgezeit hatten die Berliner

das Geschehen im Griff. Besonders

deutlich machte das ein Unterzahl-Spiel,

in dem die Straubinger

nicht wirklich in eine aussichtsreiche

Angriffsformation kamen. „Unser

Plan ist gut aufgegangen“, sagte

Ryan McKiernan in der Pause.

Und auch nach der Pause hatten

die Eisbären die größeren Möglichkeiten.

Wenn es in dieser Phase etwas

zu kritisieren gab, war es die

mangelnde Chancenverwertung.

Mal landete der Puck nur am Pfosten,

mal rutschte ein Spieler beim

Schuss wegund mal hielt Straubings

Torwart. So viel Chancenwucher

wurde kurz vor Ende des zweiten

Drittels bestraft. Vier Sekunden fehlten

und die Zeitstrafe von Constantin

Braun wäre abgelaufen, aber so

traf Straubing 20 Sekunden vor der

nächsten Pause in Überzahl durch

Chase Balisy. Trotz guter Chancen

sollte es im Schlussdrittel noch

schlimmer kommen: Antoine

Laganiéretrafzum 2:1 für Straubing.

Das große Gewürge

Hertha BSC enttäuscht beim 0:0 gegen Schalke 04. Auch Zugang Krzysztof Piatek kann noch nichts bewirken

VonMichael Jahn

Krzysztof Piatek hat mal

ganz „Italien im Sturm erobert“.

Befand zumindest

die Gazzetta dello Sport,

nachdem der Pole in der Spielzeit

2018/19 in seinen ersten zehn Spielen

für den Serie-A-Klub Sampdoria

Genua stolze dreizehn Tore erzielt

hatte. Damüsste es für den 24 Jahre

alten Angreifer aus dem niederschlesischen

Dzierzoniowdoch ein Leichtes

sein, vielleicht nicht gleich ganz

Deutschland, aber zumindest Berlin

oder fürs Erste eben auch nur Charlottenburgzuerobern.

Ob Piatek dazu in der Lage ist,

lässt sich nach diesem eher frühlings-

denn winterhaften Freitagabend

im Berliner Olympiastadion

freilich noch nicht in letzter Konsequenz

sagen. Der 22-Millionen-

Euro-plus-Boni-Mann kam beim 0:0

gegen den FC Schalke zwar zu einem

halbstündigen Einsatz, konnte aber

seinem Ruf, ein Spezialist für das 1:0

seiner Mannschaft zu sein, noch

nicht gerecht werden. Was auch

nicht verwundern kann, weil er a)

doch erst mal die Strapazen des

Transfers verarbeiten muss und b)

und plötzlich Spieler in einer immer

noch nicht funktionierenden Mannschaft

ist. Immerhin konnte er bei einem

Kopfball in der 73. Minute seine

Torgefährlichkeit andeuten, wobei

er womöglich doch besser dem hinter

ihm positionierten Dedryck

Boyata den Vortritt hätte lassen sollen.

AufAbsicherung bedacht

Womöglich darf Piatek schon am

Dienstagabend von Beginn an ran,

wenn die Hertha in der dritten

Runde des DFB-Pokals in so einer Art

Rückspiel bei Schalke 04 anzutreten

hat. Doch drängt sich grundsätzlich

schon die Frage auf, ob Klinsmann

bereit ist, die taktische Marschroute

im Sinne seines neuen Strafraumstürmers

zu verändern. Auch gegen

den FC Schalke war die Hertha nämlich

erst mal auf Absicherung bedacht,

ließ die Gäste agieren, was die

allerdings aufgrund ihrer spielerischen

Defizite nicht zu ihrem Vorteil

nutzen konnten.

Dieses Nicht-Wollen und Nicht-

Können hatte in der ersten Hälfte ein

unattraktives Gewürge zur Folge.

Wasauch immer in die Tiefe gespielt

wurde, verlor sich da wie dort inder

gegnerischen Abwehrreihe. Flankenbälle

landeten da, wo bei Leichtathletik-Wettkämpfen

die Hochspringer

in die dicke Matte plumpsen.

Kaum einer wagte ein Dribbling,

und wenn einer tatsächlich eine Ein-

Willkommen in der Bundesliga: Herthas Piatek im Luftkampf mit Nastasic.

Kommen: Hertha BSC hat den vierten Zugang

in der Winter-Transferperiodeverpflichtet. In

Matheus Cunha vonRBLeipzig nahmen die

Berliner einenweiterenoffensiven Spieler unterVertrag.Der

20-Jährigeunterschrieb einen

Vertrag 2024. Zur Ablösesummemachten

beideKlubs keine Angaben.Kolportiertwerden

18 Millionen Euro plus Boni.

CUNHA FÜR SELKE

CITY-PRESS

Gehen: Unterdessen hat in Davie Selkeein

ehemaliger Leipziger die Berliner verlassen.

Der 25 Jahre alte Stürmer wird zunächst an

den Ligakonkurrenten Werder Bremen ausgeliehen.

Sollte die Hanseaten in den kommenden

beiden Spielzeiten nicht aus der Bundesligaabsteigen,

besteht eine Kaufpflicht

für Selke.

zelaktion startete,wurde die sogleich

durch ein Foul gestoppt. Und mal

ehrlich, ist ein Torschuss eigentlich

ein Torschuss,wenn ein Schuss –wie

bei Marius Wolf in der 24. Minute –

drei Meter am Torvorbeigeht? Von

Torgefahr konnte letztlich nur einmal

die Rede sein, nämlich als Schalkes

Weston McKennie in der 45. Minute

an der Strafraumgrenze frei

zum Schuss kam, sein Schuss aber

von Maxi Mittelstädt entschärft und

von Keeper Rune Jarstein noch über

die Querlatte gelenkt wurde.

Nach etwas mehr als einer Stunde

Spielzeit, nachdem Boyata mit einem

dicken Patzer beim Rückspiel

auf Jarstein fast den Rückstand verursacht

hatte,waren Klinsmann und

dessen Zuarbeiter auf der Hertha-

Bank zu dem Schluss gekommen,

dass nun doch ein Personalwechsel

vonnöten war.ArneMaier,der in der

Winterpause laut seinen Wechselwunsch

kundgetan hatte, entledigte

sich seines Trainingsanzugs,

schlüpfte ins Trikot. Genauso wie Piatek,

der kurzvor seinem Debüt von

Klinsmann noch eine kurze Streicheleinheit

und ein breites Grinsen

mit auf den Wegbekam. Maier kam

für Grujic, der sich in einem Kopfballduell

eine Beule zugezogen

hatte, ins Spiel, Piatek wiederum für

Wolf, der auf dem rechten Flügel viel

versuchte, aber genauso wie sein

Pendant auf linken Seite,JavairoDilrosun,

ohne Wirkung blieb.

Keine klareStruktur

Ein bisschen gefälliger und zielorientierter

wurde das Spiel der Hertha

in der Schlussphase. Doch auch in

diesem Spielabschnitt war keine

klare Struktur zu erkennen, eine

Struktur, welche die Basis für Spielfluss

ist, für ein Miteinander,das den

Gegner in eine Verlegenheit bringt.

Ein Sieg für die Hertha, den Maxi

Mittelstädt in der Nachspielzeit mit

einem Flachschuss nur knapp verfehlte,

wäre auch deshalb vor 47863

Zuschauer letztlich nicht verdient

gewesen.

Nurein paar Profis dürfen sich bei

Hertha sicher sein, dass sie den hohen

Ansprüchen des Übungsleiters

genügen. Innenverteidiger Dedrych

Boyata zählt offensichtlich dazu,

aber nicht Niklas Stark, der sich nach

seinem von Klinsmann gelobten

Einsatz beim 2:1 in Wolfsburg doch

wieder nur auf der Ersatzbank wiederfand.

Dann noch Grujic, der

kämpferische Santiago Ascacibar

und vielleicht auch Dodi Lukebakio.

DerRest kann froh sein, dass gestern

um 18 Uhr, also zweieinhalb Stunden

vorSpielbeginn dieWintertransferperiode

endete.

ZAHLEN

Eishockey

DEL, 42. Spieltag

Eisbären Berlin -Straubing Tigers 1:2

Nürnberg Ice Tigers -Bremerhaven 1:3

Schwenningen- Düsseldorfer EG 1:2

ERC Ingolstadt -Iserlohn Roosters 2:1 n. V.

Krefeld Pinguine -Kölner Haie 8:2

Grizzlys Wolfsburg -Adler Mannheim 4:2

1. Red Bull München 42 149:106 90

2. Adler Mannheim 42 148:106 85

3. Straubing Tigers 42 143:105 81

4. Pinguins Bremerhaven 42 129:118 72

5. Eisbären Berlin 41 130:117 71

6. Düsseldorfer EG 41 103: 94 65

7. ERC Ingolstadt 42 131:127 65

8. Grizzlys Wolfsburg 42 121:122 60

9. Nürnberg Ice Tigers 42 118:131 60

10. Augsburger Panther 41 112:122 56

11. Kölner Haie 42 102:132 52

12. Krefeld Pinguine 42 116:139 45

13. Iserlohn Roosters 42 90:130 40

14. Schwenninger Wild Wings 41 95:138 34

Fussball

Bundesliga, 20. Spieltag

Hertha BSC -FCSchalke 0:0

Dortmund -1.FCUnion Sa., 15.30

Hoffenheim -Leverkusen Sa., 15.30

Düsseldorf -Frankfurt Sa., 15.30

Mainz -BayernMünchen Sa., 15.30

Augsburg -Bremen Sa., 15.30

Leipzig -M’gladbach Sa., 18.30

1. FC Köln -SCFreiburg So., 15.30

Paderborn-Wolfsburg So., 18.00

1. RB Leipzig 19 51:23 40

2. Bayern München 19 55:22 39

3. Borussia Mönchengladbach 19 36:21 38

4. Borussia Dortmund 19 51:28 36

5. BayerLeverkusen 19 30:22 34

6. Schalke04 20 31:26 34

7. TSG Hoffenheim 19 29:30 30

8. SC Freiburg 19 29:26 29

9. Eintracht Frankfurt 19 31:30 24

10. VfL Wolfsburg 19 20:23 24

11. 1. FC Union 19 23:27 23

12. FC Augsburg 19 31:38 23

13. Hertha BSC 20 24:34 23

14. 1. FC Köln 19 23:38 20

15. FSV Mainz 05 19 27:44 18

16. Werder Bremen 19 24:44 17

17. SC Paderborn 19 23:40 15

18. Fortuna Düsseldorf 19 18:40 15

Zweite Liga, 20. Spieltag

Jahn Regensburg -SpVgg Fürth 0:2 (0:2)

ErzgebirgeAue -Arminia Bielefeld 0:0

Hannover96-SVWehen Wiesbaden Sa., 13.00

FC St. Pauli -VfB Stuttgart Sa., 13.00

Karlsruher SC -Holstein Kiel Sa., 13.00

1. FC Nürnberg -SVSandhausen So., 13.30

1. FC Heidenheim -Dynamo Dresden So., 13.30

Darmstadt 98 -VfL Osnabrück So., 13.30

VfL Bochum -Hamburger SV Mo., 20.30

Dritte Liga, 22. Spieltag

Hallescher FC -Viktoria Köln 3:4 (0:1)

SV Meppen -Chemnitzer FC Sa., 14.00

Unterhaching -Uerdingen Sa., 14.00

FC Ingolstadt -1.FCKaiserslautern Sa., 14.00

Preußen Münster -MSV Duisburg Sa., 14.00

Eintracht Braunschweig -CZJena Sa., 14.00

FC Bayern II -Hansa Rostock Sa., 14.00

Waldhof Mannheim -1.FCMagdeburg So., 13.00

FSV Zwickau -1860 München So., 14.00

SG Großaspach -Würzburger Kickers Mo., 19.00

Sienna Miller

Mein Traum von

Joaquin Phoenix

Morgen

lesen!

Wassie mit dem Schauspieler vor hat,und wie sehr sie ihre

Tochter liebt,verrät der Filmstar (38) im KURIER-Interview

Foto: AP

AM

SONNTAG

Der vonhier


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 23

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Sport

Der

Statistik zum

Trotz

Leipzig-Coach Nagelsmann

will kein Favorit sein

Das Lob aus Mönchengladbach

entlockte Julian Nagelsmann

nur ein müdes Lächeln. Borussia-

Sportdirektor Max Eberl hatte RB

Leipzig vor dem Topspiel des Tabellendritten

beim Spitzenreiter am

Sonnabend (18.30 Uhr) erneut zum

Favoriten im Meisterrennen erklärt.

Doch der Trainer der Sachsen wehrte

sich gegen diese Rolle –und wollte

sie nicht einmal für das wegweisende

Duell annehmen. „ImFußball

mit so wenigen Toren kann doch jeder

gegen jeden gewinnen“, sagte

Nagelsmann, der beide Mannschaften

auf Augenhöhe sieht: „Das ist ein

Spitzenspiel, wir versuchen alles

reinzuwerfen.“

Für Leipzig und Gladbach geht es

um viel. RB will nach dem Rückschlag

in Frankfurt (0:2) und dem

Wirbel um die Friseur-Affäre wieder

punkten. Nach sieben Wochen an

der Spitze droht der Verlust der Tabellenführung,

sogar bei einem Remis

könnte das Nagelsmann-Team

vonRang eins verdrängt werden. Um

das zu verhindern, hatte der 32 Jahre

alte Fußballlehrer zuletzt die Zügel

angezogen. Mit seiner Gipfelkreuz-

Rede kritisierte er die Einstellung seiner

Mannschaft, rüttelte die Profis

damit wach. „Ich glaube, wenn man

ganz ehrlich ist, hatte der Trainer

recht“, sagte Torhüter Peter Gulacsi

über Nagelsmanns Wutrede.

Auswärtsschwache Borussen

Eine passende Reaktion soll auf dem

Platz folgen –und ist auch hinsichtlich

der kommenden Aufgaben notwendig.

BisEnde Februar tritt RB unter

anderem noch bei Rekordmeister

Bayern München und Schalke 04 an.

Gegen Gladbach kann Leipzig die

Grundlage für eine erfolgreiche

Rückrunde legen. „Es ist einfach ein

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geiler Moment für uns in der Liga“,

sagte Gulacsi: „Wir wollen unsere

Auftritte in diesen Topspielen unbedingt

verbessern.“

Mönchengladbach, das mit einem

Sieg an RB vorbeiziehen würde,

will derweil vor allem seine Auswärtsbilanz

verbessern. Zuletzt holten

die Borussen nur einen Punkt

aus vier Auftritten in der Fremde,

verloren unter anderem bei Union

Berlin (0:2) und dem VfL Wolfsburg

(1:2). Will die Borussia den Traum

vonder Champions League oder sogar

mehr realisieren, muss auswärts

besser gepunktet werden. „Für uns

geht es darum, solche Spitzenspiele

zu gewinnen, wenn wir oben dran

bleiben wollen. Das ist für uns der

nächste Schritt“, sagte Trainer Marco

Rose.

Für die Begegnung in Leipzig, wo

Roses Frau Nikola und Tochter Maria

noch immer leben, forderte Rose

„maximale Überzeugung“. Dasgelte

vor allem bei Ballbesitz. „Nur gegen

den Ball wird man gegen Leipzig

nicht erfolgreich sein. Du musste sie

auch beschäftigen“, sagte Rose. Besonders

vorTorjäger Timo Werner ist

die Borussia gewarnt –imHinspiel

(3:1) erzielte der Nationalspieler alle

drei RB-Treffer.

Wenig Hoffnung macht der Borussia

aber die Statistik: In sieben

Versuchen hat die Fohlenelf gegen

Leipzig noch nie gewonnen. (sid)

2

9.50

Ein Freund des ruhenden Balles: Christopher Trimmel.

Ode an den Eckstoß

Dank Christopher Trimmel hat der 1. FC Union ein Stilmittel, das den BVB in große Verlegenheit bringen kann

VonMarkus Lotter

Der Eckstoß oder Eckball,

in England, aber auch in

Österreich und der

Schweiz „Corner“ genannt,

ist neben dem Strafstoß und

dem Freistoß die fraglos verfänglichste

Übung für einen Fußballspieler.

Sieht so einfach aus, birgt allerdings

für den Schützen aufgrund der

Komplexität der Schussbewegung

(samt gern mal eingeschränktem

Anlauf) und der Abhängigkeit vom

richtigen Mitwirken der Mitspieler

eine sehr große Gefahr sich zu blamieren.

Zu kurz, zu lang, dann mal

gerneine leichte Fangübung für den

gegnerischen Torhüter, ach, es ist

doch immer der Schütze, der bei einer

uneffektiven Ausführung den

Zorn der Zuschauer abbekommt –

und beim nächsten Mal unter noch

größerem Druck samt Ball zur Eckfahne

marschiert. Schon Pierre Littbarski

wusste: „Wer einen Eckball

hinters Torhaut, ist die Oberpfeife,

wertrifft, ist reif für die Nationalelf.“

So kommt es nicht von ungefähr,

dass Pep Guardiola während seiner

Zeit beim FC Barcelona den Profis

nahelegte, „el córner“ doch bitte

kurz auszuführen. Mit der Begründung,

dass seine doch eher kleingewachsenen

Spieler beim Kopfballspiel

ohnehin unterlegen wären und

der Ball beim Eckstoß doch immer

zu weit vom gegnerischen Torentfernt

wäre, als dass dadurch zwangsläufig

eine Tormöglichkeit hervorgerufen

werden könnte.Zudem bannte

der Katalane mit dieser Maßnahme

auch das Risiko eines schnellen Gegenangriffs.

Der Eckball, der übrigens schon

im Oktober 1868 vonden visionären

Urhebern der „Laws of the Sheffield

Football Association“ in das Spiel

eingeführt wurde, ist jedenfalls eine

Sache für Spezialisten. Fritz Walter

beispielsweise war so einer, auf Geheiß

vonSepp Herberger,der sich in

seiner im Jahr 1930 verfassten Diplomarbeit

schon ausführlich mit

dieser gernmal unterschätzten Standardsituation

und dem sogenannten

„Freisperren“ auseinandergesetzt

hatte. Nicht wenige halten dieses

Stilmittel für ein maßgebliches beim

Gewinn des WM-Titels im Jahr 1954.

Zwei vonsechs Torender Deutschen

im Halbfinale gegen Österreich fielen

im Anschluss an einen Eckball,

genauso wie der 2:2-Ausgleichstreffer

durch Helmut Rahn im Finale gegen

die Ungarn. In seinem Buch

„Mein Hobby: Tore schießen“ berichtete

Rahn:„Corner Nummer eins

war kurzgekommen, also kam –verabredungsgemäß

–die zweite lang.“

Was das alles mit der Auswärtspartie

des 1. FC Union bei Borussia

Dortmund zu tun hat? Nun, unsere

Kollegen vom Institut für Spielana-

„Wer einen Eckball hinters Torhaut,

ist die Oberpfeife, wer trifft,

ist reif für die Nationalelf.“

Pierre Littbarski war beim Eckballschießen offensichtlich keine Oberpfeife.

lyse haben in Vorbereitung auf das

Spiel gezählt und die Zahlen dahingehend

gedeutet, dass sich im

grundsätzlich doch eher ungleichen

Vergleich zwischen den beiden

Mannschaften gerade bei den Eckbällen

eine Chance für den Außenseiter

aus Köpenick eröffnet. Einerseits

hat das Team vonTrainer UrsFischer

im Anschluss an einen Eckstoß

von Christopher Trimmel bereits

sechs Tore erzielt, während Borussia

Dortmund fünf Gegentreffer nach

Eckstößen hinnehmen musste.

Ein attraktiver Ausweg

EinProblem, das die Dortmunder

schon in der Vorsaison (14 Gegentreffer

nach Standardsituationen)

beschäftigte und Keeper Roman

Bürki da schon schier zur Verzweiflung

trieb. „Ich sage da nichts mehr

zu, das habe ich oft genug getan. Das

müssen jetzt auch mal andereerkennen.

Es ärgert mich, aber ich rege

mich im Spiel nicht mehr auf. Dasist

mir die Energie nicht wert“, wetterte

der Schweizer im Frühjahr 2019.

BVB-Trainer Lucien Favre, der bei

der Verteidigung von gegnerischen

Standardsituationen unverdrossen

auf Raumdeckung setzt, scheint jedenfalls

immer noch keine Idee für

eine Lösung des Missstands gefunden

zu haben.

Mutmüsse seine Mannschaft haben,

um in Dortmund bestehen zu

können, hat unterdessen UrsFischer

am Donnerstag im Hinblick auf die

Partie im Westfalenstadion gesagt.

Oder eben eine gute Idee wie beim

3:1 im Hinspiel, als sich Trimmel in

der 22. Minute zur Ausführung eines

Eckstoßes begab, den Ball allerdings

nicht in hohem Bogen direkt vors Tor

schlug, sondern als flache Hereingabe

Richtung Strafraumgrenze

schickte. Marius Bülter stürmte wie

im Training geübt herbei, vollendete

mit seinem rechten Fuß zum 1:0 für

die Eisernen. Fischer sagt: „Standards

sind eine Waffe, einfacher

kannst du nicht zu einem Torkommen.“

Emre Can verzichtet bei seinem Wechsel nach Dortmund auf viel Geld, um die Chance auf eine EM-Teilnahme zu erhöhen

Nationalspieler Emre Can will

mit seinem Wechsel zu Fußball-Bundesligist

Borussia Dortmund

seine EM-Chance deutlich

erhöhen und verzichtet dafür auf

viel Geld. Nach übereinstimmenden

Medien-Informationen leiht

der BVB den Nationalspieler zunächst

bis Saisonende vom italienischen

Rekordmeister Juventus Turinaus,imAnschluss

soll Caneinen

Vierjahresvertrag erhalten. Die Ablösesumme

dürfte rund 25 Millionen

Euro betragen.

Laut Bildzeitung soll der 26-Jährige

künftig 8,5 Millionen Euro pro

Saison verdienen, in Turin waren es

angeblich rund 14 Millionen. Doch

für den Mittelfeldspieler, der auch

in einer Vierer- oder Dreierkette

agieren kann, ist die sportliche Perspektive

wichtiger. Bei Juve spielte

der ehemalige Münchner und Leverkusener

zuletzt keine Rolle mehr.

Für die Champions League wurde er

in dieser Saison überhaupt

nicht gemeldet.

Can sah offenbar seine

EM-Teilnahme in Gefahr.

Der BVB rüstet mit der

Verpflichtung, die nach

dem Medizincheck im

Laufe des Freitags offiziell

verkündet werden sollte,

im spannenden Titelrennen

noch einmal kräftig

auf. Der Wechsel wird

auch durch den Verkauf von Paco

Alcácer an den FC Villarreal finanziert.

Für das Spiel gegen den 1. FC

Union am Sonnabend (15.30

Uhr/Sky) spielt Canaber wohl noch

DPA/ALESSANDRO DI MARCO

keine Rolle in den Überlegungen

vonTrainer Lucien Favre.

Dafür hofft Wunderstürmer Erling

Haaland nach seinen fünf Jokertoren

in den ersten beiden

Begegnungen auf seinen

ersten Startelfeinsatz.

„Erling ist in einer hervorragenden

Verfassung“,

sagte Sportdirektor Michael

Zorc, der angesichts

der Last-Minute-Transfers

in den vergangenen Tagen

Frust in Turin: ein beachtliches Programm

hinter sich ge-

Emre Can.

bracht hat.

Favreblieb beim Thema Haaland

allerdings gewohnt zurückhaltend

und ließ sich nicht in die Karten

schauen. „Es ist möglich, wir werden

sehen“, sagte der Schweizer

IMAGO IMAGES/KOLBERT-PRESS

über einen Einsatz vonHaaland von

Beginn an.

Haaland hofft natürlich darauf,

in der Startformation zu stehen,

auch wenn er die Rolle des Jokers

aufgrund seines Trainingsrückstands

zuletzt akzeptierte: „Wir verfolgen

einen Plan, und das war die

ganze Zeit über der Plan. Wenn ich

auf der Bank sitze, bin ich nur noch

motivierter zu liefern“, sagte der

Norweger und untermauerte dies

zuletzt eindrucksvoll.

Bis auf Mittelfeldspieler Thomas

Delaney stehen Favre gegen Union

alle Spieler zur Verfügung. Die 1:3-

Niederlage im Hinspiel ist dem

BVB-Coach aber noch in „schlechter

Erinnerung“. Diese soll sich

nicht wiederholen, der BVB sinnt

auf Revanche. (sid)

NACHRICHTEN

Füchse starten mit

Problemen in die Rückrunde

HANDBALL. Miteinigen Fragezeichen

starten die Füchse Berlin in das

neue Handballjahr.Zum einen plagen

die Berliner vorder Partie am

Sonntag gegen die HBWBalingen-

Weilstetten (16 Uhr) einige Personalprobleme,zum

anderen weiß niemand,

wo das Team eine Woche

nach der EM steht. Eines ist deshalb

für Kapitän Hans Lindbergklar:„Wir

müssen uns schnell wieder finden.“

Denn das Programm im Februar mit

acht Spielen hat es gleich in sich.

„Das wirdverdammt schwer“, glaubt

deshalb TrainerVelimir Petkovic.Nationalspieler

Paul Drux stieg erst am

Donnerstag wieder ins Training ein.

Undobdie Keeper Silvio Heinevetter

(Fieber) und Dejan Milosavjev (Rekonvaleszent)

wieder mitmischen

können, ist noch offen. Klar ist, dass

Fabian Wiede noch mindestens bis

Aprilausfallen wird, Rechtsaußen

Mattias Zachrisson sogar bis Saisonende.

Albas Basketballer wollen

Platz zwei behaupten

BASKETBALL. DieBasketballer von

Alba Berlin geben der Enttäuschung

nach der bitteren Heimniederlage in

der Euroleague nur wenig Platz.

„Auch wenn wir das Resultat nicht

mögen, wir haben über die meiste

Zeit sehr gut gespielt“, sagte Coach

Aíto García Reneses nach dem 70:74

gegen Fenerbahce Istanbul am Donnerstag

und lenkte den Blick gleich

auf das nächste Spiel am Sonntag

beim viertplatzierten Verfolger EWE

Baskets Oldenburg(18 Uhr). Im

Kampf um Platz zwei will sich der

derzeitige Dritte Alba keine Patzer

erlauben. DasSpiel könnte noch

weitereBedeutung erlangen, denn

es ist auch die Generalprobe für das

Pokalfinale am 16. Februar in Berlin.

KSC verpflichtet ehemaligen

Hertha-Profi Ben-Hatira

FUSSBALL. Zweitligist Karlsruher SC

hat Änis Ben-Hatiraverpflichtet. Der

31 Jahrealte Mittelfeldspieler

kommt vomungarischen Erstligisten

Honved Budapest und unterschrieb

einen Vertragbis Saisonende.Der

gebürtige Berliner startete

seine Profikarrierebeim Hamburger

SV (2006 bis 2011). Bis2016 lief er anschließend

für Hertha BSC auf, weiterekurze

Stationen folgten bei Eintracht

Frankfurtund Darmstadt 98.

Volleys wollen Erfolgsserie

in der Liga fortsetzen

VOLLEYBALL. Derdeutsche Meister

BR Volleys will das fast sichereAus in

der Champions League mit einer

weiter makellosen Bilanz in der Bundesliga

verarbeiten. „Die Frustration

danach war groß“, sagte Volleys-

Trainer Cedric Enardzur 2:3-Niederlage

gegen Fakel NowyUrengoi. Aber

um die gute Ausgangsposition in der

Hauptrunde der Bundesliga zu verteidigen,

könne man sich nicht mit

dem letzten Spiel aufhalten. So soll

die Erfolgsserie von15Siegen in 15

Spielen am Sonnabend (19.30 Uhr/

sporttotal.tv) in der Partie beim TV

Rottenburgnicht abreißen.

Wasserballer erhalten Platz

bei Qualifikations-Turnier

WASSERBALL. Dasdeutsche Team

erhält einen Platz für das Olympia-

Qualifikationsturnier Ende Märzin

Rotterdam. Wieder Weltverband

Fina am Freitag bekanntgab,sind für

das Zwölf-Nationen-Turnier vom22.

bis zum 29. MärzAbsagen teilnahmeberechtigter

Teams aus Afrika

und Ozeanien eingegangen. Entgegen

zwischenzeitlicher Verlautbarungen

werden in den Niederlanden

nur noch drei statt vier Olympiaplätzevergeben.

DerWeg zu Olympia

wirdsomit schwieriger.


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 24

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Sport

Go, West!

Die San Francisco 49ers haben Jahre der Mittelmäßigkeit

hinter sich. Jetzt sind sie im Super Bowl gegen die Kansas City

Chiefs Favorit –und auf dem Wegzualter Stärke

VonSebastian Moll, New York

Fingerzeig: Das Team der 49ersbei der Rudelbildung namens Huddle. In Miami will es wieder zur Nummer eins der National Football League aufsteigen.

GETTY IMAGES/CORAL GABLES

Esgab eine Zeit, da war Playoff-Football

ohne SanFrancisco

undenkbar. Rund

zwanzig Jahrelang, vonBeginn

der 80er-Jahre bis 1998, waren

die San Francisco 49ers eine Macht

in der National Football League

(NFL), fünf Titel haben sie in dieser

Zeit angehäuft und Legenden wie Joe

Montana und Jerry West hervorgebracht.

Das Football-Team, das damals

noch im Candlestick-Park mitten

in der Stadt spielte,war der ganze

Stolz vonSan Francisco.

Vonden heutigen Fans der 49ers

können sich nur noch die

Älteren wehmütig an diese

Zeit erinnern. Zwar haben

es die Footballer aus Kalifornien

2012 wieder einmal

bis in den Super Bowl

geschafft, den sie gegen die

BaltimoreRavens verloren.

Doch es war nur ein kleiner

Hoffnungsschimmer.

Über die meiste Zeit während

der vergangenen

zwanzig Jahre dümpelten die 49ers

im Mittelmaß herum. Der Umzug in

das seelenlose Levi’sStadium im SiliconValley

im Jahr 2014 schien diesen

Abstieg nur noch weiter zu zementieren.

Doch seit diesem Jahr gibt es wieder

Hoffnung, dass eines der großen

Teams der NFL wieder zu alter Größe

zurückfindet. Die 49ers stehen an

diesem Sonntag gegen die Kansas

City Chiefs im Super Bowl, und die

Mannschaft wirkt nicht wie eine

sportliche Eintagsfliege.„Es ist so,als

ob ein alter Freund, der lange weg

Der Headcoach:

Kyle Shanahan.

war, zurückgekehrt ist“, sagt NFL-

TV-Moderator Chris Berman.

Die 49ers waren die große Überraschungsmannschaft

der Saison.

Noch im vergangenen Jahr hatte sie

eine katastrophale Bilanz von vier

Siegen zu zwölf Niederlagen. In diesem

Jahr drehten sie den Spieß um

und gewannen 13-mal. Im Meisterschaftsspiel

um die National Football

Conference fegten sie souverän

den Erzrivalen aus besseren Tagen,

die Green BayPackers,vom Platz. Bei

alldem sah die neue Formation von

Head Coach Kyle Shanahan wie eine

Mannschaft aus, die auf

Jahre hinaus den Football

an der Westküste prägen

kann. Der Mix aus talentierten

jungen Spielernwie

denVerteidigernNick Bosa

und RichardSherman, den

GETTY IMAGES/SEAN HAFFEY

Stadion: Gespielt wird im Hard Rock Stadium

in Miami/Florida. Die Arena ist bereits

zum sechsten Mal Schauplatz des Spektakels

nach 1989, 1995, 1999, 2007 und

2010. 65 000 Zuschauer passen hinein.

Duell: Das Finale San Francisco gegenKansas

City gabesnoch nie. Die Chiefs waren zuletzt

vor50Jahren dabei (1970/Super Bowl

IV) und schlugen bei ihrem bislang einzigen

Titelgewinn die Minnesota Vikings (23:7).

Die 49ers haben fünf Titel geholt, die Franchise

kann mit den RekordsiegernPittsburgh

Steelers und NewEngland Patriots (beide 6)

gleichziehen.

Farbenspiel: Beide Teams haben Rot als

Hauptfarbe, die Chiefs werden sie als nominelles

Heimteam tragen. Die 49ers schlüpfen

in weiße Trikots und goldene Hosen.

Deutscher: Mark Nzeocha, 30, aus Ansbach

kann als dritter deutscher Profi nach Markus

Koch (1988, 1992) und Sebastian Vollmer

(2015, 2017) den Super Bowl gewinnen. Der

Linebacker der 49ers kommt als Special Teamer

zum Einsatz.

Fernsehen: ProSieben sendet ab 22.45 Uhr,

der Livestreamingdienst Dazn ab 23.45 Uhr.

Es werden wieder gut 100 Millionen Fans in

den USA vordem Fernseher sitzen.

Werbung: Laut US-Werbefachzeitschrift Adweek

kostet ein 30-Sekunden-Spot beim

AUCH DAS NOCH

Sender Fox 5,6 Millionen Dollar.US-Präsident

Donald Trump und Michael Bloomberg,

möglicher Herausforderer bei der Wahl im

November,haben je 60 Sekunden gebucht.

Show: Für die HalbzeitshowsorgeninMiami

Gardens Jennifer Lopez und Shakira, für die

US-Hymne vordem Spiel Demi Lovato.

Essen: Laut National Chicken Council dürften

die Amerikaner am Wochenende 1,4 Milliarden

Chicken Wingsverdrücken. Einer Untersuchung

des Meinungsforschungsinstituts

YouGov zufolge sind die beliebtesten Speisen

der Befragten Chips mit Dip vorChicken

Wings, Pizza und Nachos.

Trinken: Limonade macht das Rennen vor

Bier,Eistee und Wein.Essollen 325,5 Millionen

Gallonen Bier getrunkenwerden, mehr

als 1,2 Milliarden Liter.

Tickets: Die sind ab 4250 Dollar zu haben.

Für den Bereich am Spielfeldrand nahe der

Mittellinie sind 274 625 Dollar fällig.Ein Ticket

für Super Bowl 1(1967) kostete sechs

Dollar.Das Spielwar nichtausverkauft.

Prämien: Jeder Profi des Siegerteams erhält

eine Bonuszahlung von124 000Dollar

(112 000Euro). Für die Verlierer gibt es

62 000Dollar (56 000 Euro). DieSieger des

Pro Bowl,Allstar-Game der NFL, bekamen

70 000Dollar.Ein Erfolg im Pro Bowl ist also

lukrativer als eine NiederlageimSuper Bowl.

Running Backs Raheem

Mostert und Matt Breida

sowie dem besonnen

Quarterback Jimmy Garoppolo

ist ein Gerüst, das

lange Zeit tragen wird.

Die Wiedergeburt der 49ers passierte

unterdessen nicht, wie es auf

den ersten Blick erscheinen mag,

über Nacht. Es ist bereits drei Jahre

her, dass die Teamführung das Duo

Kyle Shanahan und den neuen Manager

John Lynch mit genau dem

Auftrag anheuerte, die desolate

Mannschaft neu aufzubauen.

Lynch und Shanahan erhielten

beide Sechsjahresverträge – ein

enormes Risiko angesichts der Tatsache,dass

beide in ihren neuen Jobs

nur wenig Erfahrung hatten. Shanahan

hatte vorher in Atlanta die Offensive

koordiniert, als Cheftrainer

hatte er noch nie fungiert. John

Lynch, der ehemalige Strong Safety

der Tampa Bay Buccanneers, hatte

vor seinem Job inSan Francisco als

TV-Kommentator gearbeitet. Doch

die beiden hatten, wie man in den

USA sagt, eine hervorragende Chemie.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelten

sie eine gemeinsame Vision

für die Zukunft der 49ers.

Nach einer Saison hatten sie einen

starken Kern aus jungen talentierten

Spielern zusammengestellt,

welche die 49ers auf dem

Transfermarkt nicht allzu

viel kosteten. Das fehlende

Puzzleteil zu einer

Siegmannschaft flog Shanahan

und Lynch jedoch

eher unverhofft in den

Schoß. Weil Superstar Tom

Brady beim Rekordmeister

New England sich damit

schwertat, einen ta-

Der Quarterback:

JimmyGaroppolo.

lentierten Quarterback

neben sich zu dulden, wurde sein

Ersatzmann Garoppolo 2018 plötzlich

zu unverhältnismäßig günstigen

Konditionen verfügbar. Lynch

und Shanahan schlugen zu.

In dieser Saison ist Garoppolo

erstmals unverletzt und bringt den

beiden mutigen Investoren aus San

Francisco reichlich Dividende. Der

uneigennützige Verteiler stellt sich

als genau der Richtige heraus, um

die jungen schnellen Angreifer der

49ers in Szene zu setzen.

Dass die New England Patriots in

der ersten Play-off-Runde ausschieden

und TomBrady sich nun nach

einem neuen Jobumsieht, verschafft

den 49ers nun zweifellos ein gewisses

MaßanGenugtuung, auch wenn

sie es sich nicht anmerken lassen. Es

ist ein Zeichen, dass sich die Kräfteverhältnisse

im Football verschieben.

Die Patriots-Ära ist vorbei, und

im Westen gibt es berechtigte Hoffnung

auf ein neues goldenes Zeitalter

für SanFrancisco.

So wie zu Zeiten des Joe Montana.

Der ist hin- und hergerissen.

„Ich werdeein Bier für jeden Touchdown

trinken, den beide Teams erzielen“,

sagt Montana, der

für viele Experten der

beste Quarterback in der

Geschichte ist. Denn obwohl

ihn Fans sofort mit

den San Francisco 49ers

und den vier Meistertiteln

GETTY IMAGES/HARRY HOW

verbinden, hat der 63-

Jährige auch für die Kansas

City Chiefs etwas übrig.

Von1993 bis 1994 ließ

er seine einzigartige Karriere

inKansas ausklingen. Die Erfolge

mit den 49ers überstrahlten jedoch

lange Zeit die Leistungen seiner

Nachfolger. Jimmy Garoppolo

hat immerhin des Meisters Segen:

„Quarterback zu sein, ist das

Schlimmste, weil jeder auf ihn

schaut“, sagt Montana. „Und hey,er

macht genau das,was er soll.“

Sebastian Moll

erinnertanglorreiche Zeiten

der 49ers.


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 – S eite 25 *

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Feuilleton

Das fliegende Auge:

Filme von Pavel Jurácek

im Zeughaus-Kino

Seite 28

„Für Ambivalenzen ist nun mal die Literatur zuständig.“

Kindheit in Armut und Gewalt: Christian Baron mit dem autobiografischen Buch „Ein Mann seiner Klasse“ Seiten 26 und 27

Mit lachendem

Ernst

Der Schauspielerin Barbara Sukowa zum 70. Geburtstag

VonArnoWidmann

In ihren Rollen wirkt sie oft zerbrechlich, manchmal stur:Barbara Sukowa, 2016 auf dem Filmfestival in Locarno.

IMAGO/PIER MARCO TACCA

Barbara Sukowa wird am

Sonntag 70 Jahre alt. Die

Älteren hat sie lange begleitet.

Seit sie 1980 in Rainer

Werner Fassbinders Fernsehverfilmung

von Alfred Döblins „Berlin

Alexanderplatz“ –einer „Miniserie“

würde man heute sagen –die Miezi

spielte, war sie bekannt, und als sie

im Jahr darauf gleich wieder einen

Bundesfilmpreis bekam, für „Lola“,

war sie eine der berühmtesten deutschen

Schauspielerinnen. Ich hatte

mich schon vorher in sie verliebt.

1975 inszenierte Luc Bondy an

den Städtischen Bühnen der Stadt

Frankfurt eines der großartigen

Stücke des französischen Rokoko-

Dichters Pierre Carlet de Marivaux.

„Die Unbeständigkeit der

Liebe“ demonstriert und demontiert

unsere Sehnsucht nach natürlicher

Spontaneität, die selbst

auch ein Ausdruck der Künstlichkeit

unserer Gefühle ist.

Barbara Sukowa war 25 und

spielte Sylvia, das Mädchen vom

Lande. Sie war hinreißend und wir

alle, inklusive ihres Bühnenpartners

Peter Franke, waren verliebt in sie.

Sie war zart bis zur Zerbrechlichkeit

und gleichzeitig starkknochig und

stur. So verließ sie im Stück ihren

Freund und wandte sich dem sie begehrenden

Prinzen zu.

Marivaux’ Stück von 1723 platzte

hinein in das Frankfurt, in dem ein

paar Tage zuvor nicht nur die Paulskirche

von aufgebrachten Demonstranten

besetzt worden war –die sich

mit dem Widerstand gegen den spanischen

Diktator Franco solidarisierten

–, sondern auch die Wände im

Foyerdes Schauspielhauses mit entsprechenden

Parolen besprüht worden

waren. Am 11. Oktober tagte der

Club of Rome in Frankfurt.

Dazu Demonstrationen gegen

den Paragrafen 218 und andere, nahezu

tägliche Aktionen der Frauenbewegung.

In Familien, Wohngemeinschaften,

Theatern und Büros

wurden Beziehungen diskutiert und

das Geflecht der Geschlechter immer

wieder neu geknüpft. Dahinein

platzte Marivaux’kühle Kunst: Computerspiele

mit richtigen Menschen.

Das ist die Welt, aus der Barbara Sukowa

kam: als Kind ihrer Generation,

als denkende Schauspielerin.

Siekommt vomTheater.Vom modernsten

Theater jener Jahre: von

Bond und Bondy,von Peymann und

Palitzsch. Sie spielte aber –man verzeihe

mir das – auch unter Otto

Schenk mit Helmut Lohner und Sascha

Hehn. Sieeroberte alle Bühnen

und jedes Publikum.

Es war Rainer Werner Fassbinder,

der sie zu einem deutschen Filmstar

machte. InWahrheit war das keine

Rolle für sie. Sie konnte spielen. Was

hätte sie nicht spielen können? Aber

im Leben war das nichts für sie.Dazu

ist sie zu intelligent. Aber es gab in

den 80er-Jahren kaum einen halb-

Es war Rainer Werner Fassbinder, der sie zu

einem deutschen Filmstar machte.

In Wahrheit war das keine Rolle für sie.

Sie konnte spielen. Was hätte sie

nicht spielen können?

wegs interessierten Kinobesucher,

der sie nicht als Terroristin in Margarethe

vonTrottas „Die bleierne Zeit“

oder als „Rosa Luxemburg“ im Film

derselben Regisseurin gesehen hat.

Dennoch ließ sie nicht ab vom

Theater. Sie spielte zum Beispiel in

Giorgio Strehlers berühmter Inszenierung

der „Dreigroschenoper“

1986 im Pariser Théatre duChatelet

Polly Peachum. Milva war die Seeräuber-Jenny.

Diese Inszenierung nicht gesehen

zu haben, gehört zuden schrecklichen

Versäumnissen meines Theaterlebens.Ich

habe leider auch nicht

den Film gesehen, den sie mit ihrem

Ehemann, dem amerikanischen

Künstler Robert Longo gedreht hat.

Er heißt „Vernetzt –Johnny Mnemonic“.

Noch sträflicher scheint mir,

dass ich niemals die Gelegenheit

nutzte, die Horrorkomödie „Office

Killer“ zu sehen, die sie zusammen

mit Cindy Sherman drehte.

Es hat keinen Sinn, die Filme aufzuzählen,

die sie gedreht hat und die

ich gesehen oder nicht gesehen

habe. Aber nichts scheint mir falscher,als

BarbaraSukowa als Schauspielerin

des Neuen Deutschen

Films der 80er-Jahre zubetrachten.

Auch das ist nur eine Ecke, aus der

sie kommt, in die sie nicht ungern

immer wieder zurückgeht, von der

sie aber auch immer wieder in ganz

andereZonen aufbricht.

Ende der 80er-Jahre zum Beispiel

begann sie, als Sängerin aufzutreten.

Schubertund Schumann,

unter Abbado in Schönbergs

Gurre-Liedern. Ihr erstes Album –

sie war sechzig –kam 2010 heraus

und wurde preisgekrönt.

Sie scheint sich immer wieder

neu zu erfinden. Ich bin gespannt,

welches Abenteuer jetzt hinter der

nächsten Ecke wartet. Zerbrechlich

wirkt sie nicht mehr.Nach all diesen

Erfolgen. Aber vielleicht war sie das

auch als junge Frau nicht, und wir

Betrachter projizierten etwas auf sie,

was wir gerne sehen wollten.

Wenn ich mir heute die alten Fotos

ansehe, frappierten mich mehr

ihre Nachdenklichkeit, ihr Ernst auf

der glatten Stirn. Sie lachte gerne,

aber sie mochte dabei nicht fotografiertwerden.

Siewollte keine fröhlich

in die Kamera grinsende Blondine

sein. Diese Gefahr bestand zu keinem

Zeitpunkt ihres Lebens.

Wird Barbara Sukowa, die eben

noch in Berlin weilte,ihren Geburtstag

am Sonntag in Brooklyn mit ihrem

Mann feiern, mit den Söhnen?

Oder ist sie unterwegs zu neuen Unternehmungen,

deren Ergebnisse

wir erst in zwei, drei Jahren sehen

werden? Alles Gute zum Geburtstag!

Arno Widmann

sah Barbara Sukowabereits

1975 auf der Bühne.

JEFF LYNNE’S ELO

FROM OUT OFNOWHERE TOUR 2020

27.9. Berlin -Mercedes-Benz Arena

OUT NOW

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26 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Feuilleton

SONNTAGSKRIMI

Missbrauch

des

Missbrauchs

VonFrank Junghänel

Esgibt Einstiegsszenen, bei denen

einem sofort klar ist, was gleich

passieren wird. Ist zu Beginn eine

glückliche Familie zu sehen, muss

man davon ausgehen, dass ihr

Schlimmes bevorsteht. So kommt es

dann auch: Die sechsjährige Mia,

Tochter vonKommissar Pawlak, wird

entführt. Faber findet auf seinem

Schreibtisch ein Foto des Mädchens.

Er weiß, was das bedeutet. Dahinter

kann nur Markus Graf stecken, der

Mörder vonFabers Frau und Tochter.

Zuletzt war er aus der Haft geflohen,

um die Ermittler in Dortmund mit

seinen kranken Psychospielchen zu

tyrannisieren. Dieser finsteren Figur

Graf verdankt sich Fabers Trauma,

das er von Anfang an mit sich herumschleppt

und nur mit Pharmaka

halbwegs in den Griff bekommt.

Schon wiederholt musste Markus

Graf als erzählerischer Anker dienen,

so auch diesmal, da er in einem besonders

perfiden Fall die Strippen

zieht. Eine junge Frau, offenbar ein

früheres Missbrauchsopfer, hat ihren

Peiniger getötet. Als die Polizei

am Tatort eintrifft, hockt sie neben

der Leiche und verlangt, mit Faber

sprechen zu können. Es gibt keinen

Hinweis auf ihreIdentität.

Dasalles wirdsich aufklären, was

aber diesen Dortmunder „Tatort“

zumindest zweifelhaft macht, ist

sein Umgang mit dem –man muss es

leider so sagen –beliebten Thema

Kindesmissbrauch. Immer wieder

wird die verängstigte Mia, die über

eine Pädophilen-Seite im Darknet

versteigert werden soll, groß im Bild

gezeigt. Dermehrfach preisgekrönte

Regisseur Torsten C. Fischer zwingt

den Zuschauer, ihr in die Augen zu

sehen und sich vorzustellen, was ihr

bevorsteht. Es ist eine Zumutung,

die der Zuschauer nicht braucht, um

die Widerwärtigkeit eines solchen

Verbrechens zu begreifen. Schon

weil man weiß, dass die kriminelle

Wirklichkeit noch viel schlimmer ist.

Es gibt im Film eine Szene,inder ein

Junge halb nackt und zitternd vor

seinem Peiniger gerettet wird. Natürlich

wird das alles sehr sensibel und

sorgsam inszeniertworden sein. Das

ist nicht die Frage. Kinder sollten

auch vor einem dramaturgischem

Missbrauch geschützt werden.

Tatort–Monster So.,20.15Uhr,ARD

Faber (Jörg Hartmann, r.)und sein Gegenspieler

Graf (Florian Bartholomäi) WDR

TOP 10

Donnerstag,30. Januar

1 Nord bei Nordwest ARD 6,97 22 %

2 Tagesschau ARD 5,31 17 %

3 Die verlorene ..., 5 ZDF 4,11 13 %

4 Die verlorene ..., 6 ZDF 4,02 13 %

5 heute-journal ZDF 3,97 15 %

6 heute ZDF 3,88 15 %

7 SokoStuttgart ZDF 3,75 18 %

8 Wer weiß denn ...? ARD 3,71 18 %

9 Notruf Hafenkante ZDF 3,55 12 %

10 RTL aktuell RTL 3,48 15 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %

Der Claassen-Verlag veranstaltet

einen Abend

für seinen neuen Autor.

Eine Zeitungsseite wird

herumgereicht. Sie ist so etwas wie

die Geburtsurkunde des Buchs, um

das es geht: „Ein Mann seiner

Klasse“. Aufdem Bucheinband allerdings

ist kein Mann zu sehen, das

runde Schwarz-Weiß-Foto zeigt den

Autor als Baby auf dem Arm einer

sehr jungen Frau. Diese Spannung

zwischen Bild und Titel ist bewusst

gewählt, sagt Christian Baron, als wir

uns am nächsten Tagzum Interview

treffen. Seine Mutter hatte voneinem

anderen Leben geträumt, sie schrieb

Gedichte, las Bücher. Einen Beruf

hatte sie aber nicht, sie lebte für die

Familie. Neun Jahre war Christian

Baronalt, als sie starb.

Herr Baron, es klingt ja etwas unwahrscheinlich:

Sie schrieben im

Freitag zum Frauentag über Ihren

Vater, der trank, der Ihre Mutter

schlug, und nun, Ende Januar im Folgejahr,liegt

Ihr Buch vor, das sozusagen

die ganzeGeschichte erzählt.

Aber so war es. Als der Text erschien,

hat sich gleich die Agentin

Franziska Günther gemeldet, die

eine ziemlich genaueVorstellung davon

hatte, was für ein Buch das sein

sollte.Und mir hatten die sehr heftigen

Reaktionen auf den Artikel auch

gezeigt: Dieses Ich, von dem zu

schreiben ich mich erst durchringen

musste, kann offenbar andere interessieren.

Haben Sie überlegt, ein Pseudonym

zu verwenden?

Nein. Die Figuren, die neben mir

auftauchen, tragen nicht ihre richtigen

Namen, das war mir und ihnen

auch wichtig. Ich habe mit diesem

Buch zwar keine politische Botschaft,

das hat Literatur noch nie gut

getan, aber natürlich soll es auch etwas

über unsere Gesellschaft erzählen.

Mich hinter einem Pseudonym

zu verstecken, wäremir ein bisschen

feige vorgekommen.

Sie waren der Erste in Ihrer Familie,

der über den Hauptschulabschluss

hinausgekommen ist. UndSie haben

sogar schon ein erstes Buch geschrieben:

„Proleten, Pöbel, Parasiten.

Warum die Linken die Arbeiter verachten“.

Das ist ein politisches Sachbuch,

das sich mit Problemen der Linken

auseinandersetzt. Da habe ich zwar

meine Sprechposition herausgestellt,

aber mich nicht allzu sehr mit

meiner Person beschäftigt. Als Journalist

habe ich eigentlich gelernt, zu

den Gegenständen, die mich besonders

interessieren, eine professionelle

Distanz zu halten. Dassind genau

diese Themen: soziale Ungleichheit

und Armut. Ein weiterer Punkt

ist, dass während meines Studiums

andere zumir sagten, sie seien auch

Arbeiterkinder, ich hielt mich also

für einen vonvielen.

Wenn meine Kollegin Sabine Rennefanz

sagt, warum sie lange gebraucht

habe, ehe sie sich entschied, „ich“ zu

sagen in Artikeln, erklärt sie es auch

mit der Herkunft als ostdeutsches Arbeiterkind.

Sie war längst eine anerkannte

Journalistin und glaubte

doch, ihreStimme zähle nicht.

Ich merke es in größeren Gruppen,

bei der Redaktionskonferenz,

wenn alle für ihreThemen und Positionen

kämpfen. Dann beobachte

ich mich von außen, wie ich mich

zurückhalte: Ich sehe, wie mich die

anderen anschauen, weil die mich

vielleicht für einen Hochstapler halten,

der gar nicht dazugehört, nicht

so gut ausgebildet wie die anderen,

nicht so klug …Das ist ein ständiges

Kuddelmuddel im Kopf.

Sie sitzen da und beobachten sich.

Das ist letztlich die Position, die Sie

zum Erzählen eingenommen haben:

Sieschauen vonsich aus und auf sich

herab. Und Sie reisen zurück an die

Orte Ihre Kindheit. Wie haben Sie Ihr

literarisches Ichgefunden?

Als ich überlegte, wie das aufgebaut

und was drin sein muss,dastanden

zuerst die Kapitelüberschriften,

die Emotionen zugeordnet sind.

Scham, Stolz, Angst, Liebe …

Da war mir klar, das kann nicht

noch eine soziologische Ebene haben,

die das reflektiert. Didier Eribon

schafft es zwar sehr gut, in„Rückkehr

nach Reims“ zu erklären, was es mit

Pierre Bourdieus Thesen zu tun hat,

wenn die alte Arbeiterklasse zunehmend

die Rechten wählt. Doch wenn

ich von den Emotionen her denke,

dann muss ich erzählen. Ich darf

dann nicht zwischendurch in meine

journalistische Rolle zurückfallen.

Ichdachte beim Lesen nicht an Didier

Eribon. Ich dachte an zwei andere

französische Autoren: Edouard Louis

und Annie Ernaux.

Annie Ernaux ist für alle Menschen

wichtig, die autofiktional

schreiben. Auch wenn sie ein ganz

anderes Verfahren anwendet. Siesagt

explizit, sie dürfe nicht berührend

schreiben über ein Leben, das der

Notwendigkeit unterworfen war.Das

ist natürlich ein literarischer Trick,

weil einen dieses Nüchterne erst

recht berührt. Mirwar es wichtig, eine

Schreibweise zu finden, die auch denen

zugänglich ist, um die es in diesem

Buch geht. Und bei Edouard

Louis ist so eine Entwicklung erkennbar.

Vor fünf Jahren habe ich „Das

Ende von Eddy“ gelesen. Er beginnt

mit dem Satz: „An meine Kindheit

habe ich keine einzige glückliche Erinnerung.“

Ichwollte das Buch schon

zuklappen, weil ich es unlauter fand.

Dann habe ich gesehen, wie jung er

war. Wenn ich mit Anfang, Mitte 20

über meine Kindheit geschrieben

hätte, wäre ich auch viel apodiktischer

gewesen in meinem Urteil. Sein

neues Buch, „Wer hat meinen Vater

umgebracht“, hat mich mit ihm versöhnt,

weil selten jemand so schön

über seinenVater geschrieben hat.

Über einen trinkenden, gewalttätigenVater

schreibt seit Jahren auch der

Brite John Burnside. Sein neuestes

Buch „Von Liebe und Magie –IPut a

Spell onYou“ ist voneinigen Songs getragen.

Musik gibt es in Ihrem Buch

auch, sie reicht von Queens „Bohemian

Rhapsody“ über Dr. Albans

„Sing Hallelujah“ bis zu „Heidschi

Bumbeidschi“. Wiekam sie hinein?

„Am Ende

des Monats

hatten wir

manchmal

nichts zu

essen“

Christian Baron erzählt in dem Buch „Ein Mann seiner

Klasse“ vom Aufwachsen in Armut und Gewalt mitten in

Deutschland. Er wünscht sich eine andere Perspektive und

eine andere Sprache in den Debatten der Gegenwart

PERSON & BUCH

Christian Baron wurde 1985 in Kaiserslauterngeboren.

Er studierte Politikwissenschaft,

Soziologie und Germanistik in

Trier.Nach Stationen bei der Lokalzeitung

Die Rheinpfalz und vier Jahren beim

Neuen Deutschland arbeitet er seit 2018

als Redakteur bei der Wochenzeitung Der

Freitag in Berlin.

Das Buch: „Mochte mein Vater auch

manchmal unser letztes Geld in irgendeiner

Spelunkeversoffen, mochte er auch

mehrmals meine Mutter blutig geprügelt

haben: Ich wollte immer,dass er bleibt.

Aber anders“, schreibt Christian Baron in

„Ein Mann seiner Klasse“, Claassen,

Berlin 2020. 288 S.,20Euro.

Die Lesung: Mo, 17.2., 20 Uhr,Roter

Salon, Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz

Die war schon in meinem Kapitelplan

enthalten. Ich habe gewusst,

dass dieser Text eine Melodie

braucht. Beim Schreiben habe ich

diese Musik laufen lassen. Weil das

ein Fenster in meine Kindheit ist. Ich

habe dann vor meinem geistigen

Auge sofortSzenen abrufbar.

Auf dem Buch steht nicht „Roman“,

ein Sachbuch ist es auch nicht.Wurde

das im Verlag diskutiert?

Ich bin sehr froh darüber, dass es

keine solche Einordnung gibt. Wenn

man unbedingt eine Bezeichnung

haben will, kann man es autobiografische

Erzählung nennen, was

aber viel zu ungelenk klingt.

Es hat keine Botschaft, könnte aber

zu einer politischen Debatte beitragen.

Die Autorin Daniela Dröscher

veranstaltet eine Gesprächsreihe mit

Schriftstellern „Let’s talk about class –

Wege aus dem Klassenkrampf“.

Da darfich im Juni auch auftreten.

Offenbar ist es also ein wichtiges

Thema dieser Zeit.

Im deutschsprachigen Raum gibt

es schon einige gute Sachbücher

dazu.Wasaber fehlt, sind literarische

Verarbeitungen, Erzählungen. Das

ist eine riesige Lücke.Eswäreschön,

wenn mehr Verlage sich auf die Suche

nach Autorinnen und Autoren

begeben, die Geschichten von ganz

unten schreiben. In der Politik und in

den sozialen Medien scharen sich

jetzt alle um die sogenannten einfachen

Leute und tun ihreMeinungen

kund: Die einen sagen, die liberalen

Eliten haben sie verraten und die

Leute wählen AfD, weil sie damit etwas

zeigen wollen. Dieanderen wollen

mit denen nichts zu tun haben

und sagen, alle AfD-Wähler sind Rassisten.

Die Wahrheit liegt in der

Mitte.Und für Ambivalenzen ist nun

mal die Literatur zuständig.

Washalten Sie von dem Begriff „abgehängt“?

Weil ich selber Soziologie studiert

habe,weiß ich, dass das eine analytische

Kategorie ist. Ichweiß, dass diejenigen,

die den Begriff verwenden,

es meistens nicht negativ meinen.

Trotzdem kann ich nicht verhehlen,

dass es ein beleidigendes Moment

hat. Noch schlimmer ist „die sozial

Schwachen“ –der größte Quatsch eigentlich.

Es sind selten die sozial,

sondern inder Regel die finanziell

Schwachen.Wenn man es richtig benennt,

wird nicht gleich alles besser.

Aber man könnte damit beginnen,

dass man nicht wie im Zoo eine

Menschengruppe begutachtet und

sich über sie auslässt, ohne mit denen

jemals gesprochen zu haben.

Empathiefähigkeit lernen heißt:

Menschen verstehen wollen.

Ich finde es sehr zwiespältig, dass

ausgerechnet die Wahlerfolge der AfD

zur Beschäftigung mit den Menschen

führten, denen es schlecht geht. Das

sind ja nicht alles deren Wähler. Und

es gibt wohlsituierte Leute, die diese

Partei unterstützen.

Zumindest wäre das jetzt auch

mal ein Anlass, den Nichtwählern

mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Da denke ich vor allem an die Parteien

links der Mitte,also SPD,Grüne

und Linkspartei. Wenn bei einer

Landtagswahl nur 50 Prozent zur

Wahl gehen, bedeutet das noch

lange nicht, dass die anderen 50 Prozent

apathisch wären und an nichts

mehr Interesse hätten.Wenn wir nun

die Demokratie und das Klima retten

wollen, dann brauchen wir diese anderen

Menschen auch.

Stolz ist bei Ihnen nicht nur eine Kapitelüberschrift.

Es ist der Stolz des

Vaters, der die Familie durchbringt,

schon der Buchtitel kündet davon.

Magauch der Stolz, dass diese Gesellschaft

einem nichts gebracht hat,

Leute davon abhalten, sich als Wähler

an ihr zu beteiligen?

Mein Vater hatte diesen Proletarierstolz,

aber er war Nichtwähler.

Er musste erleben, dass er mit seiner

Hände Arbeit die Familie nicht

allein ernähren kann. Das war sicher

ein Grund für seinen Alkoholismus:

dieser Frust, nach der

Hauptschule zwar keine Ausbildung

gemacht, aber einen wichtigen

Beruf gefunden zu haben als

Möbelträger, dann aber so wenig

zu verdienen, dass bei uns manchmal

der Strom abgestellt wurde

und wir am Ende des Monats

nichts zu essen hatten. Bis heute

gibt es Menschen, die arbeiten und

deshalb zu stolz sind, um dazu

noch um Unterstützung zu bitten.

Neun Prozent der Erwerbstätigen

in Deutschland leben unterhalb

der Armutsgrenze. Insofern könnte

mein Vater auch eine Figur für die

Jetztzeit sein.

So lange liegt IhreGeschichte ja auch

nicht zurück! Sie sind 1985 geboren

und haben in einem der reichsten

Länder der Welt bittere Armut erlebt.

Zum Beispiel die Entscheidung zwischen

Hunger und Schimmel. Und

ich glaube, trotz der Obdachlosen in

den U-Bahnen sind vielen Leuten

diese krassen Unterschiede in unserer

Gesellschaft nicht bewusst.

Ich denke, das ist heute doch etwas

anders.Wenn Hartz IVeine positiveWirkung

hatte,dann ist es die,

dass Armut sichtbarer geworden ist.

Die Idee Fördern und Fordern besagt

ja, dass In-Armut-Leben und

Nicht-Arbeiten ein gesellschaftsschädigendes

Verhalten sei. Deshalb

musst du dich so ausziehen,

deine Kontoauszüge vorlegen und

jeden Job annehmen, sonst bekommst

du deine Stütze nicht.

Diese Gängelung, die über das Jobcenter-System

eingeführt wurde,

gab es in den 90er-Jahren so noch

nicht. Wirkonnten uns da noch verstecken.

Wir waren die Working

Poor, wie man heute sagt, und haben

uns abgeschottet.

Ihr Vater lehnte es ab, umSozialhilfe

zu bitten, um sich nicht in die Riege

der „Kaffer und Kanacken“ einzureihen,

die dem Staat auf der Tasche liegen,

schreiben Sie. Wie stolz kann

man sein, wenn man ganz unten ist?

Wie esinallen gesellschaftlichen

Milieus ist: Man findet immer jemanden,

dem es noch schlechter

geht. Meine Eltern haben zum Beispiel

darauf geachtet, dass wir nicht

in einen sogenannten sozialen


Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 27

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Feuilleton

NACHRICHTEN

Grüttersstützt Berlinale

nach NS-Aufdeckung

Brennpunkt ziehen müssen. Die

sind so aufgewachsen und wollten

auf jeden Fall für immer da weg.

Dann lieber mal ohne Strom...?

... aber nicht mit einer schlimmen

Adresse.

Wenn SieWorking poor sagen, denke

ich an Ken Loach, der gerade wieder

einen Film mit solch einem Thema

gedreht hat. „Sorry, We Missed You“

erzählt voneinem Paketboten in prekärer

Beschäftigung. Das Problem

besteht europaweit. Kann man einen

europäischen Ansatz finden?

Eine europäische Sozialpolitik

meinen Sie? Da bin ich sehr skeptisch.

In den Industriestaaten wird

die soziale Ungleichheit größer,

doch auf Deklassierungserfahrungen

reagieren Menschen leider selten

progressiv. Am Ende kommt

dann so etwas wie der Brexit heraus,

der den objektiven Interessen vieler

dieser Menschen widerspricht.

Wenn überhaupt, dann müsste eine

europäische Initiative, eine neue soziale

Idee von einem starken Land

ausgehen, wie es Deutschland noch

immer ist. Oder vielleicht vonFrankreich

–mal sehen, ob Macron mit

seiner Rentenreformdurchkommt.

Könnte es etwas bringen, wenn wir

Journalisten stärker auf diese Ungleichheit

schauen würden?

Es sind komplizierte politische

Prozesse,die in Gang kommen müssten,

um die Gesellschaft zu verändern.

Wenn es die Literatur und der

Journalismus schaffen würden, mehr

Empathie zu wecken, wäre das ein

Anfang. Ich hoffe schon, dass mein

Buch ein Baustein dafür ist. Es wirdja

über Armut und Ungleichheit berichtet,

nicht nur bei uns, dem linken

Freitag, auch in der FAZ. DieThemen

sind da, aber aus welcher Perspektive?

Sie haben Ken Loach erwähnt –

warum gibt man nicht mal einem

DHL-Paketboten eine Kolumne? Da

würde man direkte Einblicke erhalten.

Ichglaube in dieser Hinsicht viel

mehr an die Literatur, ans Geschichtenerzählen,

als an die Politik.

Sie sind nicht nur der Erste, der studierthat

in Ihrer Familie, Siesind sogar

Buchautor. Ihre Eltern sind schon

gestorben, doch wie geht es Ihrem Bruder

und anderenVerwandten damit?

Ich bin so froh, dass die meisten

Leute, deren Leben ich hier mit verarbeitet

habe, von Anfang an dabei

waren. Wir haben uns mehrfach getroffen

und miteinander gesprochen.

Undbevor das Manuskript ans

Lektorat ging, hat jeder von mir die

erste Fassung bekommen –darüber

haben wir nochmal diskutiert.Wichtig

ist meiner Familie,dass ich derjenige

bin, der in der Öffentlichkeit

steht und sie das nicht müssen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters

stärkt der Berlinale-Direktion

nach NS-Vorwürfen gegen den früheren

Chef der Filmfestspiele den

Rücken. „Wenn diese für uns alle

neuen Erkenntnisse sich erhärten

sollten, ist es selbstverständlich, dass

man den Namen Alfred Bauer im Zusammenhang

mit der Berlinale so

nicht mehr nutzt“, sagte die CDU-

Politikerin. „Dann wirdeskünftig

auch keinen nach Alfred Bauer benannten

Preis mehr geben.“ Nach einem

Bericht über die Vergangenheit

des früheren Berlinale-Leiters hat

das Filmfestival den nach ihm benannten

Preis ausgesetzt. (dpa)

Spannungen in Gedenkort

für NS-Massaker in Lidice

DieArbeit in der Gedenkstätte für

das NS-Massaker im tschechischen

Lidice wirdvon heftigen Spannungen

überschattet. Nach dem erzwungenen

Rücktritt der Leiterin

Martina Lehmannova haben zehn

Abteilungsleiter und Kuratoren aus

Solidarität mit ihr ihren Hutgenommen.

Dasbestätigte ein Sprecher der

Gruppe am Freitag. In einem offenen

Brief beklagten die Mitarbeiter anhaltenden

Druck seitens des Kulturministers

Lubomir Zaoralek und des

kontroversen, kommunistisch dominierten

Bundes der Freiheitskämpfer

(CSBS). DieUnabhängigkeit

wissenschaftlicher Forschung

sei in Gefahr,warnten sie. (dpa)

Architektur-Preis für

James-Simon-Galerie

Für den Neubau der James-Simon-

Galerie auf der Berliner Museumsinsel

erhält das Bürovon David Chipperfield

den Preis des Deutschen Architektur-Museums

(DAM) 2020. Es

handele sich um einen neuen, gelungenen

Stadtbaustein, der mit großer

Sorgfalt ins Ensemble der Museumsinsel

mit Bauwerken wie der Alten

Nationalgalerie und dem Pergamonmuseum

eingefügt worden sei,

erklärte das Museum am Freitag in

Frankfurt. DasBürodes britischen

Architekten errang die Auszeichnung

bereits im Jahr 2010 für den

Wiederaufbau des Neuen Museums

in Berlin am selben Ort. (dpa)

Neubrandenburg legt

überklebte DDR-Kunst frei

„Wenn es die Literatur und der Journalismus schaffen würden, mehr Empathie zu wecken“, sagt Christian Baron, „wäre das ein Anfang.“

BENJAMIN PRITZKULEIT

Werden Sie inKaiserslautern lesen,

wo das alles spielt?

Ja, zwei Tage nach der Buchpremiere

inder Volksbühne. Dakommen

meine Tante und mein Bruder,

sogar meine Grundschullehrerin.

Sie schreiben, in Ihrer Familie hätte

man bis heute kein entspanntes Verhältnis

zum Alkohol. Da Sie sich so

genau betrachtet haben: Gibt es Momente,

da Sie fürchten, in Muster IhresVaters

zu fallen? Oder depressiv zu

werden wie die Mutter?

Darüber mache ich mir durchaus

Gedanken. Zwischen Alkoholismus

und Depression kann der Übergang

fließend sein. Ich habe während des

Studiums öfter für Monate keinen

Tropfen Alkohol angerührt, weil ich

Angst hatte, nachdem ich beim Feiern

betrunken war. Das wurde immer

mit Unverständnis kommentiert.

Nicht zu trinken ist unüblich in

Deutschland. Mach dich mal locker,

heißt es da schnell. Manchmal sage

ich einfach, ich sei trockener Alkoholiker,dann

ist Ruhe.

DasGespräch führte Cornelia Geißler.

Eine Faust hinter der Tapete: nach 29 Jahren

wieder ans Licht gebracht. DPA/STEFAN SAUER

In der Ex-DDR-Bezirksstadt Neubrandenburghat

eine neue Etappe

im Umgang mit DDR-Kunst begonnen.

Eine Restauratorin begann am

Donnerstag im Rathaus mit der

Freilegung des zweiteiligen Bildes

„Kampf und Sieg der Arbeiterklasse“

vonWolfram Schubert, das

vor29Jahren überklebt worden

war.„Wirkönnen heute viel offensiver

mit solcher Kunst umgehen

als gleich nach der Wende“, sagte

Oberbürgermeister Silvio Witt

(parteilos). Schuberthatte das

Werk 1969 für den damaligen Rat

des Bezirks geschaffen. „Heute

würde ich das so nicht mehr malen“,

sagte der 93-Jährige.„Wirhaben

uns ja alle ein bisschen benutzt

gefühlt.“ Schubertwar Vorsitzender

des Bezirksverbands Bildender

Künstler in Neubrandenburgund

einer der einflussreichsten Künstler

der DDR. (dpa)


28 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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Tagestipp

Max Goldt liest Max Goldt

Empfehlung der Westfalenpost

Eine der (Achtung, es folgt ein unzulässiger Superlativ) unanfechtbarsten

Autoritäten des mit überlegter Wucht, stilistischer Reinheit und zutreffender

Fiesheit hervorgebrachten Humors, ein herllich strapaziöses (Achtung,

Modewort!) Multitalent, das außer in der Literatur in den Bereichen

Boulevardkritik („Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht.“) Musik (etwa

„Ein Fußder Dame Anton“) und Witzbild („Katz und Goldt“) reüssierte,wird

−das Lesepublikum hat längst erraten, um wenessich handelt −imSchlossparktheater

erwartet: MaxGoldt,Träger unter anderem des Kleist-, des Hugo-

Ball-Preises und des Göttinger Elchs.Was er lesen wird, können wir nicht sagen,

aber wir zitieren gerndie Westfalenpost: „Nur wenig geht über die Texte

von Max Goldt, höchstens die Lesung der Texte von Max Goldt durch Max

Goldt. Besser geht’s nicht.“ Seien Siedabei! Ulrich Seidler

Max Goldt liest…Sa,16Uhr,imSchlossparktheater, Karten unterT.: 7895667100 oder im Internet:

schlossparktheater.eventim-inhouse.de

BÜHNE

Ballhaus Ost (& 44 03 91 68)

20.00: ganz billig* –*astudyintemperament

20.00: Sonderbare Irre (SEE!)

Berliner Compagnie (& 61 28 04 93)

19.30: Die Weißen kommen. Ein Theaterstück über

Afrika. Über uns.

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

19.30: Baal

20.00: Die Antigone des Sophokles

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

16.00, 20.00: Passagier 23

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Wasmach ich aus dem Leben

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

19.30: AMidsummer Night’sDream

20.00 Tischlerei: Ein Geschäft mit Träumen

Dock 11 (& 448 12 22)

19.00: Das Neue steht undschweigt (Miranda

Haejoung Kim Markgraf)

ETI (& 278 53 01)

20.00 Saal: Hyänenbrut oder dieSchmerzen derGier

(Gastspiel Winternachtstraum e.V.)

Funkhaus Berlin (& 12 08 54 16)

18.30 Saal 1: Las CasasInvisibles (KDVDance

Ensemble feat. Floating Points, Lotic and Raven)

Grips Hansaplatz (& 39 74 74 77)

19.30: Linie 1

HAU3(&25 90 04 27)

19.00: Don Quijote /Donkey Shot /Done Quiche

Hot /Don Conquista /Don E. Coyote (Showcase Beat

Le Mot)

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

19.00: Peng! Peng! Boateng!

Kleines Theater (& 821 20 21)

20.00: Törless

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

19.30: La traviata

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Ab jetzt

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: In My Room

20.00 Container: Hamlet

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Wolfskinder

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

19.00 Glaspalast: Knüppel aus ‚m Sack /Rotkäppchen

(HexenbergEnsemble)

Philharmonie (& 25 48 83 01)

19.00: Puccinis Suor Angelica –Faith to Face (Nico

andthe Navigators)

Radialsystem (& 288 78 85 88)

17.30, 22.00: CTM Festival 2020 –Liminal: Inferno

19.45: CTM Festival 2020 –Liminal: Drops and

Seeds (Prumsodun Ok &NATYARASA und Ensemble

KNM Berlin)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Nein zumGeld

Schaubude (& 423 43 14)

20.00: queer papa queer(Kahmann &Scharpff)

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Studio: He? She? Me!Free

20.00: Orlando

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Ich bin nicht Mercury

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

19.30: Balanchine |Forsythe |Siegal (Staatsballett

Berlin)

Theaterdiscounter (& 28 09 30 62)

20.00: Wann hast du das letzten Mal auf der Spitze

eines Eisberges Sex gehabt? (nomerMaids)

Theaterforum Kreuzberg (& 70 07 17 10)

20.00: Falling.(Gastspiel RobertJan Liethoff)

Theater untermDach (& 902 95 38 17)

20.00: Unterm Teppich. Der Krieg meine Elternund

ich

Vaganten Bühne (& 313 12 07)

20.00: Afzals Tochter (The Who and the What)

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.003.Stock: Go BabyGo(P14 Jugendtheater)

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

15.00, 20.00: Ballet Revolución

Arena Glashaus (& 533 20 30)

19.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.

BKA (& 202 20 07)

20.00: ZombieBerlin

23.30: Paillette geht immer (Jurassica Parka)

Chamäleon (& 400 05 90)

18.00, 21.30: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

17.00, 20.00: SkandalimSpreebezirk

17.30, 19.30 Studio: Wirfeierndie Goldenen Zwanziger–der

große Crash kommt erst zum Schluss!

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30, 19.30: Vivid

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: Deutschland einig Katerland (Nils Heinrich)

Mehringhof-Theater (& 691 50 99)

20.00: DieExpertise war bedeutend höher (Fil)

Palazzo (& 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

SONNABEND

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Der Tanz der Zuckerpflaumenfähre (Ursus &

Nadeschkin)

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

19.00, 22.00: Die LiveShow

Ratibortheater (& 618 61 99)

16.30: Gurkeoder Banane (Die Gorillas)

20.30: Das große 7(Die Gorillas)

Stachelschweine (& 261 47 95)

16.00, 20.00: Überall ist besser als nichts!

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group–The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

15.00, 19.30: Mamma Mia! –Das Musical mitden

Hits vonABBA

Theater O-Tonart (& 37 44 78 12)

20.00: Die Pagenpacken aus

ufaFabrik (& 75 50 30)

20.00: DieJahrespresseschau 2019 (Arnulf Rating)

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Willkommen in Matzeknopien –ich mach’s

jetzt selbst (Matze Knop)

KLASSIK

Elias-Kuppelsaal (& 44263)

19.00: Ensembles Polysono, Ausder Tiefe der Zeit

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

20.00 Kl. Saal: Akademie für Alte Musik Berlin, Georg

Kallweit (Violine), Xenia Löffler (Oboe), Werkevon

Lully,Scarlatti, C.P.E. Bach, Telemann, Vivaldi u. a.

20.00 Gr.Saal: Konzerthausorchester Berlin, Anastasia

Kobekina (Violoncello), Ltg.Dmitrij Kitajenko,

Prokofjew: „Romeound Julia“, Suite Nr.1und 2aus

der Ballettmusik op. 64, Auszüge; Tschaikowsky:

„Manfred-Sinfonie“ nach Byron h-Moll op. 58 u.a.

Mendelssohn-Remise am Gendarmenmarkt

(& 81 70 47 26) 20.00: Musethica Streichkonzert

mit Nachwuchsmusiker*innen

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.00: Naseer Shamma (Oud), Neue Oud-Kompositionen

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)

16.00: Vida Kalojanova(Klaiver), Beethoven: Rondo

C-Dur op. 51 Nr.1,Klaviersonate Nr.4Es-Dur op.

7; Schubert:Impromptu op. posth. 142 Nr.1f-Moll,

Klaviersonate A-Dur op. posth. 120

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

15.00 Apollosaal:Mitglieder der Staatskapelle Berlin,

Ltg.Laura Volkwein, PreußensHofmusik II, Werkevon

Alessandro Scarlatti und John Stanley

KINDER

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

12.00: FEZ –Kinder und Familien: DasZauberschloss

–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

15.30 Musikclub: Orgel für„pfiffige“ Kinder,Eine

Orgelstunde zum Zuhören und Mitmachen

Schaubude (& 423 43 14)

15.00:Die Schneekönigin, Theater Miamou, Erzähltheater

mit Puppen (ab 5bis 9J.)

Schlossplatztheater (& 651 65 16)

16.00: Tomte Tummetott, Theater mitMusik (ab 3J.)

LITERATUR/VORTRAG

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

16.00 Bruckner-Foyer: Meine Sorgen möcht ich haben

–Hans-Jürgen Schatz liest KurtTucholsky

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

16.00: MaxGoldtliest...

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.30: FlamingoNights, Lesung und Konzertmit Nils

ChristianDirk, Lutz Steinbrück, GaryFlanell

KONZERT

AstraKulturhaus (& 69 56 68 40)

19.00: Dir En Grey (Rock)

Aufsturz (& 28 04 74 07)

21.00: Ruf der Heimat

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Mert

Festsaal Kreuzberg (& 403 65 56 30)

20.30: CTM 2020 –Kamaal Williams, Nakibembe

Xyolophone troupe

Huxleys Neue Welt (Hasenheide 107/108 )

20.00: Monster Magnet

Kiste (& 998 74 81)

21.00: ManuLanvin &The Devil Blues

Maze (& 55 51 84 54)

20.30: Tristan Brusch solo

Mercedes-Benz Arena (& 20 60 70 88 99)

20.00: Silbermond

Passionskirche (& 69 40 12 41)

20.00: Dave Hause with TimHause

Philharmonie/Kammermusiksaal (& 25 48 81 32)

20.00: Axel Zwingenberger

SO36 (& 61 40 13 06)

20.00: The Busters,One For All

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

20.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...

Velodrom (& 44 30 45)

20.00: Sum 41

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)

20.00: Howard Carpendale

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) AStar Is BornSo11.00;

Little Women 14.15, 17.15, 20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Pavarotti (OmU) So 12.30;

Les miserables 15.00, 20.30; Les miserables (OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Das geheime Leben der

Bäume So 11.30; Little Women 14.00, 17.00, 20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Jojo Rabbit (OmU) 16.00,

21.00; Jojo Rabbit (OF) 13.30, 18.30; Miles Davis: Birth of

the Cool (OmU) So 11.00; 1917 –Der Film (OmU) 20.30;

Das geheime Leben der Bäume 15.20, Sa a. 13.00; Preview:

Intrige: An Officer and a Spy (m. Filmgespräch) So

11.00; Parasite 17.40; Aquarela (OmU) So 11.00; Ein verborgenes

Leben 14.20, 20.00; Sorry We Missed You(OmU)

17.40; 1917 –Der Film Sa 13.40, 16.20, 19.00, 21.40, So

14.40, 17.20, 20.00; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

So 11.40; Aretha Franklin (OmU) So 11.00; Judy Sa

13.30, 16.00, 18.40, So 15.20, 18.00; Judy (OmU) Sa

21.15, So 20.40; Marianne &Leonard –Words of Love

(OmU) So 13.00; Knives Out (OmU) 20.50; Knives Out (OF)

18.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) So 12.00; Vom

Gießen des Zitronenbaums 13.00, 15.20; Einsam zweisam

16.30; Freies Land 13.40; Das Kapital im 21. Jahrhundert

So 11.15; The Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00; Queen &

Slim (OmU) 21.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Blues Brothers Sa 22.15; Nur

die Füße tun mir leid –900 Kilometer JakobswegSo15.30;

Pavarotti (OmU) Sa 15.00; The Peanut Butter Falcon Sa

18.45; Das Vorspiel Sa17.00, 20.30, So 17.45, 20.15;

Crescendo #makemusicnotwar Sa 20.00, So 16.45; The

Irishman (OmU) So 18.45; Der kleine Rabe Socke3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 15.00; Milchkrieg in Dalsmynni

Sa 22.15; Motherless Brooklyn Sa 17.15

Kant Kino (✆ 319 98 66) Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 13.20, 15.40, 18.20, 20.45; Der geheime Roman

des Monsieur Pick So 11.00; Knives Out 20.30; Das Vorspiel

18.00; Die Heinzels 14.00, 15.20; Ich war noch niemals in

New York So11.15; Sorry We Missed You 15.50, 18.10,

20.30; ARainy Day In New York 16.15; Die schönste Zeit

unseres Lebens So 11.30; Spione Undercover 14.00; The

Farewell So 11.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

13.30; Lindenberg! 17.10, 20.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.00; Cunningham So 11.00; Der kleine Rabe

Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz So 13.15;

Knives Out 17.10; Das Vorspiel 15.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Atmos: Bad Boys for Life

20.00, 23.05; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.10; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30; 3D,

Atmos: Star Wars IX 16.45; 3D: Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 17.40; Die Hochzeit 20.15, 23.10; Jumanji

12.00, 14.45; Die Eiskönigin II 11.45, 14.20; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle Sa 19.45, 22.30; Joker So

22.50; Lindenberg! So 19.45; Das perfekte Geheimnis

17.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle So 20.30,

23.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.00; Die

Hochzeit 17.30; Star Wars IX 11.50; Bad Boys for Life

17.50; Die Hochzeit 12.15, 15.00; Jojo Rabbit 20.30,

23.15; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.45, 20.20;

Jojo Rabbit 17.45; Lindenberg! 14.30; Parasite 23.05;

Knives Out Sa 16.30, 22.30, So 17.00, 20.00, 23.00; Lindenberg!

Sa 19.30; Das perfekte Geheimnis So 12.00; Vier

zauberhafte SchwesternSa11.45, 14.10, So 14.40

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Bis dann, mein Sohn

–Dijiu tian chang (OmU) So 11.00; Freies Land (DFmenglU)

Sa 14.50; Lara (DFmenglU) So 15.30; Latte Igel und der

magische Wasserstein 17.00; Der Leuchtturm (OmU)

22.30; Lindenberg! 18.30; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao (OmU) Sa 11.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm Sa13.20, So 14.00; Les miserables (OmU) 20.45;

2020 Oscar Nominated Short Films (OmenglU) Sa 14.15;

Aquarela (OmU) Sa 11.00; The Farewell So 11.00; The Farewell

(OmenglU) Sa16.00; Freies Land (DFmenglU) So

22.00; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen

Schatz Sa 12.45, So 12.40; Mystify –Michael Hutchence

(OmU) So 16.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) Sa 22.00; Queen &Slim (OmU) 19.40; Systemsprenger

(DFmenglU) 17.40; Weathering With You: Das Mädchen,

das die Sonne berührte So 14.00; 2020 Oscar Nominated

ShortFilms (OmU) So 13.40; ARainyDay In NewYork

(OmU) Sa 15.10; Die Eiskönigin II 16.45; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte

So 12.15; Joker (OmU) 22.30; Die

Kunst der Nächstenliebe Sa 18.30; Die Kunst der Nächstenliebe

(OmU) So 18.30; Motherless Brooklyn (OmU) Sa

11.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) Sa 13.30; Parasite

(OmenglU) So 20.15; Parasite (OmU) Sa 20.15; Das

Vorspiel (OmU) So 15.05; Die Wache So 11.00

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 16.00; Das geheime Leben der Bäume 12.00,

14.00, 18.15; Joker (OmU) Sa 22.45; Lindenberg! 20.15;

Parasite (OmU) So 22.45; Aretha Franklin (OmU) Sa 20.00,

So 22.00; Der geheime Roman des Monsieur Pick (OmU) So

20.00; Land des Honigs (OmU) 12.00; Midsommar –

Director‘s Cut (OmU) Sa 21.45; Schönheit &Vergänglichkeit

18.20; Systemsprenger 16.00; Und der Zukunft zugewandt

13.45

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film So 17.10;

IMAX: 1917 –Der Film 11.00, 14.00, 20.00, 23.00, Sa a.

17.00; IMAX: 1917 –Der Film (OF) So 17.00; 3Engel für

Charlie So 20.10; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.30;

Bad Boys for Life 14.00, 16.50, 19.30, 19.50,22.30,Saa.

17.00, 22.50; Bad Boys for Life (OF) So 22.40; Cats 11.20;

Countdown Sa 20.55, 23.20, So 19.10, 22.00; Die Eiskönigin

II 11.50, Sa a. 14.30, So a. 14.20; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.00, 14.30, 17.10, 19.50,

22.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 11.30, 14.10,

16.45, 20.10; Das geheime Leben der Bäume Sa 17.10, So

17.00; The Grudge 23.00; Die Heinzels Sa 11.30, 13.50,

16.00, So 12.10, 14.30, 16.40; Die Hochzeit 14.30, 17.20,

20.15; Hustlers Sa 23.30, So 23.10; Jojo Rabbit 17.10,

19.50, So a. 23.10; Jojo Rabbit (OF) Sa 18.15; Joker22.50;

Jumanji 11.00, 13.50, 16.15, 19.10, Sa a. 23.10, So a.

22.50; Kartoffelsalat 314.00, 17.30; Der kleine Rabe Sokke

3–Suche nach dem verlorenen Schatz Sa 12.00, So

11.40; Knives Out Sa 14.10, 19.40, 22.50, So13.50,

19.30, 22.30; Knives Out (OF) 22.20; Latte Igel und der

magischeWasserstein 12.00, 14.20; Lindenberg! 19.40,So

a. 16.30; Little Women 14.20, Sa a. 16.30, 19.50, So a.

16.45, 20.00; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa

19.00; Das perfekte Geheimnis 22.45; Queen &Slim Sa

22.40; Spione Undercover 11.20, 14.10; 3D: Star Wars IX

22.45; Star Wars IX 16.20, 19.30; Thomas und seine Freunde:

Große Welt! Große Abenteuer! 11.50; Vier zauberhafte

Schwestern11.50; Die Wolf-Gäng 11.20, 13.50

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Das geheime Leben der

Bäume 16.00, 18.00; Knives Out (OmU) 20.00; Der Leuchtturm(OmU)

So 22.30; Parasite (OmU) Sa 22.30; Darkroom

(DFmenglU) 22.15; Porträt einer jungen Frau in Flammen

(OmU) So 18.00; Systemsprenger (OmenglU) Sa 18.00;

VomGießen des Zitronenbaums (OmU) 16.00, 20.20; Why

Don‘t YouJust Die! –Papa, sdokhni (OmU) 23.55

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) (Not) Perfect Man –

Idealnyy muzhchina (OF) So 17.00; Bad Boys for Life 16.20,

20.00, Sa a. 22.50; Die Eiskönigin II 11.20, 14.15, Sa a.

16.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.00,

13.50, 16.30, 19.20, Saa.22.20; Die Heinzels 11.15,

13.40, 16.50; Die Hochzeit 13.50, 17.00, 19.30, Saa.

22.40; JokerSa22.50; Jumanji 16.45, 19.30, Sa a. 23.00;

Knives Out 19.45; Lindenberg! 19.50; Das perfekte Geheimnis

11.00, Sa a. 22.30; Spione Undercover 11.15,

14.00; 3D: Star Wars IX 19.40; Star Wars IX Sa 22.50; Vier

zauberhafte Schwestern 11.30, 14.00; Die Wolf-Gäng

11.40, 14.15, 17.10

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl Sa 19.10, So 18.25; Cats Sa 13.20, So 20.30; 3D:

Die Eiskönigin II Sa 15.15, So 16.35; Latte Igel und der

magische Wasserstein So 13.00;Die schönsteZeitunseres

Lebens Sa 17.05, So 14.30

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) 1917 –Der Film

17.15, 20.00, Sa a. 22.50; Die Addams Family 12.40; Bad

Boys for Life 17.00, 20.00, Sa a. 22.30; Countdown 17.45,

20.10, Sa a. 22.30; Die Eiskönigin II 10.20, 12.10, 14.20;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.10, 17.40,

20.15, Sa a. 22.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

12.00, 14.30, 19.50; Die Heinzels 10.30, 12.15, 14.40,

16.50; Die Hochzeit 15.00, 17.10, 19.45, Saa.22.40;

Jumanji 16.50; Der kleine Rabe Socke10.40;

Knives Out Sa 22.20; Der König der Löwen 12.20; Latte Igel

und der magische Wasserstein 12.45, 14.45; Lindenberg!

19.40; Das perfekte Geheimnis 19.30; Pettersson und Findus

10.50; 3D: Spione Undercover12.40; Spione Undercover

14.45; 3D: Star Wars IX 16.45; Star Wars IX 19.50, Sa

a. 22.20; Thomas und seine Freunde: Große Welt! Große

Abenteuer! 10.20; Underwater –Esist erwacht Sa 23.00;

Vier zauberhafte Schwestern 12.30, 14.50; Die Wolf-Gäng

12.30, 14.50, 17.20; Zombieland 2: Doppelt hält besser Sa

23.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Jojo Rabbit (OmU) 16.50,

21.40;SorryWe Missed You(OmU) 13.50, 19.20; B Mystify

–Michael Hutchence (OmU) 16.10; Parasite (OmU) 14.00,

18.30; Sorry We Missed You(OmU) 21.20

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Little Joe –Glück ist

ein Geschäft (OmU) 15.30; Marriage Story (OmU) 12.45;

Parasite (OmU) So 15.15; Die Sehnsucht der Schwestern

Gusmao (OmU) Sa 15.15; Sorry We Missed You (OmU)

17.45, 19.45, 21.45; Das Vorspiel 18.00; Les miserables

(OmU) 13.00, 20.00, 22.15

Moviemento (✆ 692 47 85) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl Sa 14.15; Darkroom Sa 10.15, 21.15, So 21.45; Darkroom

(OmenglU) Sa 23.15; Die Kunst der Nächstenliebe

Sa 19.00, So 10.30; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) So

19.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa 16.45,

So 14.45; Thomas und seine Freunde: Große Welt! Große

Abenteuer! Sa 12.15, So 12.45; VomGießen des Zitronenbaums

(OmU) So 17.15; Jojo Rabbit (OmU) 10.00, 12.30,

15.00, 17.30, 20.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU)

Sa 22.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 17.00, So

16.30; Der kleine Rabe Socke3–Suchenach dem verlorenen

Schatz Sa 10.15, So 10.00; Kinderfilm des Monats: Die

kleinen Hexenjäger So 14.30;

KINO

Existierender Kafkaismus

Claus Löser über das ebenso einflussreiche

wie verborgene Lebenswerk

des tschechischen Meisters Pavel Jurácek

Vor zwei Jahren erinnerte bereits eine

Hommage an den Regisseur, Autor und

Dramaturgen Pavel Jurácek (1935–1989).

Anlass waren damals der 50. Jahrestag

der Niederschlagung des Prager Frühlings sowie

die Veröffentlichung von Tagebüchern des Künstlers.

Nun folgt eine umfangreiche, vom Tschechischen

Zentrum und dem Nationalen Filmarchiv

Tschechiens eingerichtete Werkschau im Zeughauskino.

DaJurácek politisch bedingt selbst nur

zweieinhalb Filme inszenieren konnte,umfasst die

Retrospektive auch Arbeiten anderer Regisseure,

die aber maßgeblich von

ihm beeinflusst wurden,

vorallem durch seine Drehbücher.

Zu sehen sind

sechs lange und vier kürzere

Arbeiten, die zwischen

1961 und 1970 entstanden

sind. Jurácek war damals

ungemein produktiv. Im

Nachhinein scheint es, als

hätte er die Begrenztheit

seines Schaffensprozesses

geahnt.

Beklemmend dabei ist,

dass er in seinen Stoffen wie

kein anderer die Absurdität

des Alltags beschrieb und

erschreckend konsequent

zu jenen machtpolitischen

Exzessen zuspitzte, die ihn

wenig später selbst erreichen

sollten. Der inOberhausen

mit dem Hauptpreis

ausgezeichnete Kurzfilm

„Joseph Kilian“ (1963)

machte ihn international

bekannt. Er inszenierte

darin einen bürokratischen Albtraum um einen

jungen Mann, der eine ausgeliehene Katzezurückbringen

will und mit immer monströseren Verwicklungen

konfrontiert wird. In der westlichen

Wahrnehmung wurde diese Perspektiveals „kafkaesk“

wahrgenommen, und damit etwas auf ihrestilistische

Methode reduziert. Der Filmkritiker Jan

Žalman, der die tschechoslowakische Neue Welle

maßgeblich begleitet und geförderthat, wies schon

1968 darauf hin, dass es in „Joseph Kilian“ eigentlich

um ganz normale, das heißt eigene Erfahrungen

geht. Jurácek selbst sprach seinem Film die vermeintliche

„Eigenartigkeit“ ab,bezeichnete ihn als

„äußerst traditionellen Streifen“. 1970 dreht er mit

der Swift-Adaption „Prípad pro zacínajícího kata“

(Ein Fall für den neuen Henker) sein letztes Werk –

eine bittere Parabel auf den Realitätsverlust der

Macht. Diese verzieh ihm seine Tollkühnheit nicht.

PavelJurácek konnte nie wieder einen Film drehen.

Auch imWesten nicht, wohin er 1977 emigriertwar,

nachdem er als einziger Filmschaffender die

„Charta 77“ unterzeichnet hatte.Kurzvor der Samtenen

Revolution kehrte er desillusioniert nach

Prag zurück. Hier ereilte ihn die letzte Pointe des

real existierenden Kafkaismus: Manbot ihman, einen

Lehrfilm für Fahrkartenkontrolleureimöffentlichen

Nahverkehr zu drehen.

Teil der aktuellen Retrospektive sind auch zwei

Genrefilme,für die Jurácek die Drehbücher lieferte.

DAS FLIEGENDE AUGE

Im titelgebenden Raumschiff „Ikarie XB 1“ auf

dem Wegzum Sternbild Alpha Centauri. DHM/ZEUGHAUS

Die Kunst der Nächstenliebe Sa 14.45; Der Leuchtturm

(OmU) Sa 21.45; Systemsprenger Sa 12.00, So 11.45; Vom

Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa 19.30; Yung (OmenglU)

So 21.30

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Der marktgerechte

Mensch Sa 20.30, So 20.00

Sputnik (✆ 694 11 47) 2020 Oscar Nominated ShortFilms

(OF) So 19.15; Alles außer gewöhnlich So 15.00; The Farewell

(OmU) Sa 20.00, So 21.00; Miles Davis: Birth of the

Cool (OF) So 17.00; Parasite (OmU) Sa 22.00; Porträt einer

jungenFrau in Flammen (OmU) Sa 15.30; Shaundas Schaf:

Der Film: UFO-Alarm Sa 14.00, So 13.30; Systemsprenger

Sa 17.45; WeatheringWithYou:Das Mädchen, das die Sonne

berührte –Tenki no ko (OmU) So 11.00; Alles außer gewöhnlich

–Hors normes (OmU) Sa 16.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl Sa 14.00, So 11.00; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl(OmenglU) So 19.15; Bis dann,mein Sohn

–Dijiu tian chang (OmU) So 16.00; Judy (OmU) Sa 18.00;

Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa 22.15, So

21.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU) Sa

20.00; Systemsprenger So 13.30; Kinobar im Sputnik

Aretha Franklin (OmU) Sa 20.15;Der marktgerechte Mensch

So 17.00; PJ Harvey –ADog Called Money(OmU) So 19.30;

Swans–Where Does ABodyEnd? (OmU) So 21.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Das geheime Leben der Bäume

15.00; Little Women 17.20, 20.15; New Ein verborgenes

Leben 16.00; Die Heinzels 14.15; Parasite 19.40, Sa a.

22.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) Bad Boys for Life 20.30,

So a. 17.30; Die Eiskönigin II 13.00, 15.00; 3D: Die fantastische

Reise des Dr.Dolittle 17.30, 20.00; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 15.00, Soa.12.30; Die Heinzels

14.00, 17.45, So a. 10.00, 12.00;

Am bekanntesten dabei der Science-Fiction„Ikarie

XB 1“, 1963 nach einem Roman vonStanislaw Lem

unter der Regie von Pan-Tau-Schöpfer Jindrich

Polák entstanden. Eine multinationale Crew macht

sich im Jahr 2163, also genau 200 Jahre nach den

Dreharbeiten, auf dem Wegzum Sternbild Alpha

Centauri. Dortwerden terrestrische Lebensformen

vermutet. Unterwegs muss eine ganze Reihe von

Prüfungen durchlaufen werden –einerseits typische

Space-Abenteuer, andererseits sehr irdische

Verwicklungen zwischen den Teammitgliedern. In

prägnantem Schwarz-Weiß in Totalvision fotografiert,

wirkt die futuristische

Odyssee bis heute erfrischend,

nimmt dabei Elemente

von Kubrick (launischer

Bordcomputer) oder

Tarkowski (Weltraumkoller)

vorweg. Höhepunkte

bilden die Bordpartys mit

eigens kreierten Tänzen zu

Elektro-Swing oder die

Freizeitaktivitäten im Fitness-Center.

Einen radikalen Gegenentwurf

zudieser letztlich

positiven Zukunftsvision

bildet die 1967 von Jan

Schmidt inszenierte Dystopie

„Konec srpna vhotelu

Ozon“ (Später August im

Hotel Ozon) –die eigentliche

Entdeckung der Retro.

Neun Frauen streifen marodierend

durch eine vom

Dritten Weltkrieg verheerte

Landschaft, als Anführerin

der launisch-archaischen

Amazonen eine ältere

Dame,die sich noch an die Zeit vorder Katastrophe

erinnert. Als die Gruppe in einem verfallenen Hotel

auf einen Greis stößt und dort freundlich aufgenommen

wird, kehrt etwas Besinnung zurück;

doch nur für wenige Momente.DiesesWerk stellt in

seiner kompromisslosen Düsternis eine Ungeheuerlichkeit

dar. Selten wurde der verordnete Optimismus

der volkseigenen Filmindustrien derart

konsequent demontiert. Ein zusätzlicher, verstörender

Subtext ergibt sich aus der Tatsache, dass

die Aufnahmeninder Wüstung der einstigen Stadt

Duppau im KreisKarlovy Vary erfolgten. Diespäter

zur Einrichtung eines Truppenübungsplatzes planierten

Ruinen dienten als Kulissen. In einer

Schlüsselszene dringen die Frauen in eine Barockkirche

ein. An einerWand prangt noch die deutsche

Inschrift„Es istvollbracht!“ Sarkastischerließe sich

dieWeltvon Morgen kaum kommentieren.

Am Anfangwar DasWort WerkschauPavel Jurácek,Zeughauskino,

noch biszum 18.Februar

Ikarie XB 1 wirdam15. und 18.Februar gezeigt.

Später August im Hotel Ozon läuftam11. Februar.

Claus Löser

ist Filmhistoriker,Kritiker und Kinoliebhaber.

Er kuratiertdas Filmprogramm in der Brotfabrik.

Die Hochzeit 20.00, Sa a. 17.30; Kartoffelsalat 316.00,

18.15, Sa a. 13.00; Knives Out 20.15; Latte Igel ..Sa 13.00,

So 10.30; Lindenberg! 17.15, 20.15; Spione UndercoverSa

13.00, So 10.15, 12.45; Vier zauberhafte Schwestern15.15,

So a. 10.15, 12.30; Die Wolf-Gäng 15.30, So a. 10.45

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) Crescendo #makemusicnotwar

15.15; Das geheime Leben der Bäume So 20.30;

Lindenberg! Sa 17.30, 20.15, So 15.15, 20.30; Little Women

Sa 13.15, 16.00, 20.00, So13.00, 17.45, 20.15;

Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Romys

Salon Sa 13.15; Spione Undercover13.00, Sa a. 15.15, So

a. 15.45; Systemsprenger Sa 23.00, So 18.00; DasVorspiel

Sa 17.45, 22.45, So 13.00, 18.00

MARZAHN

UCIKinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60) (Not) Perfect

Man –Idealnyy muzhchina (OF) So 17.30; 1917 –Der Film

17.10, 19.50, Sa a. 22.50; 1917 –Der Film (OF) So 20.00;

Bad Boys for Life 17.00, 20.10, Sa a. 23.00; Die Eiskönigin

II 11.45, 14.20; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

15.00, 17.30, 20.00, Sa a. 22.40; Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 12.30; The Grudge Sa23.00; Die Heinzels

11.45, 16.45, Sa a. 14.15, Soa.14.30; Die Hochzeit

14.00, 19.55, Sa a. 17.05, 22.45, So a. 17.00; Holop –

Servant (OF) 11.30; 3D: Jumanji Sa 23.05; Jumanji 14.10,

20.00; Kartoffelsalat 311.35, 14.30, Sa a. 17.00; Knives

Out Sa 19.45; Latte Igel und der magische Wasserstein

11.50; Lindenberg! 17.15; Little Women 16.30, 19.45; Das

perfekte Geheimnis 20.30; 3D: Star Wars IX Sa 22.50; Star

Wars IX 14.10; Die Wolf-Gäng 11.40, 14.05

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

(OmU) Sa 16.30; Einsam zweisam So 21.00; Der

kleine Rabe Socke315.00;


Lara (OmenglU) Sa 18.45; Parasite Sa 20.45, So 18.30;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm So16.30; Checker

Tobi und das Geheimnis unseres Planeten Sa 16.00; Cunningham

(OmU) Sa17.00; Einsam zweisam Sa19.30;

Gundermann Revier (OmenglU) So 17.45; Latte Igel und der

magischeWasserstein So 16.00; MilchkrieginDalsmynni So

19.30; Mystify –Michael Hutchence (OmU) Sa 21.45, So

21.30

Babylon (✆ 242 59 69) ARainyDay In NewYork(OmU) So

19.30; Lubitschs Geliebte: Blaubarts achte Frau –

Bluebeard‘s Eighth Wife (OmU) So 19.45; Babylon Orchester

Berlin: Das Cabinet des Dr. Caligari (m. Live-Musikbegleitung)

So 18.30; Lubitschs Geliebte: Die Ehe im Kreise

–The Marriage Circle (OV; m. Live-Musikbegleitung) So

18.00; Lubitschs Geliebte: Engel –Angel (OF) Sa 17.30;

Fellini 100!: Fellinis Amarcord (OmenglU) Sa 19.30; Fellini

100!: Fellinis Casanova –IlCasanova di Fellini (OmenglU)

Sa 22.00; Fellini 100!: Fellinis Die Clowns –IClowns

(OmenglU) So 13.15; Fellini 100!: Fellinis Die Nächte der

Cabiria –Lenotti di Cabiria (OmenglU) Sa 17.15; CinemAperitivo:

Fellinis La Strada –Das Lied der Straße (OmenglU;

mit Gespräch)So16.00; Fellini 100!: Fellinis Orchesterprobe

–Prova d‘orchestra (OmenglU) So 18.00; Fellini 100!:

Fellinis Roma (OmenglU) Sa 22.00; Fellini 100!: Fellinis

Schiff der Träume –Elanaveva(OmenglU) Sa 14.45; Fellini

100!: Ginger und Fred –Ginger eFred (OmenglU) Sa

19.30; Felsenstein: Hoffmanns Erzählungen (1970/2008)

–Restaurierte Fassung Sa 15.00; Felsenstein: Jacques Offenbachs

Ritter Blaubart So15.00; Lubitschs Geliebte:

Kohlhiesls Töchter /Die Austernprinzessin (m. Live-Musikbegleitung)

Sa 23.59; Lubitschs Geliebte: The Love Parade

(OF) So 16.00; Lubitschs Geliebte: Die lustigeWitwe –The

Merry Widow (OF) So 14.00; Felsenstein: Theater ist etwas

Einmaliges –Erinnerungen an Walter Felsenstein So 14.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Fritzi –Eine

Wendewundergeschichte Sa 12.45; Joker(OmU) Sa 18.15;

Kinderfilm des Monats: Die kleinen Hexenjäger Sa 16.30;

Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) Sa 10.45, So 10.00,

14.30, 19.15; Queen &Slim (OmU) Sa 21.00, So 12.00,

16.30, 21.30; Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) Sa

14.30; Fritzi –Eine Wendewundergeschichte So 15.00;Joker

(OmU) So 19.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) Sa

14.15, 19.00;Der Leuchtturm(OmU) Sa 21.15, So 11.00;

Queen &Slim (OmU) Sa 11.45, 16.15; Thomas und seine

Freunde: Große Welt! Große Abenteuer! Sa 10.00, So

13.15; Vom Gießen des Zitronenbaums (OmU) So 16.45;

Yung (OmenglU) So 21.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) (Not) Perfect Man

–Idealnyy muzhchina (OF) So17.00; 1917 –Der Film

19.15, Sa a. 23.10, So a. 22.45; 1917 –Der Film (OF)

17.20, Sa a. 20.15, So a. 19.50; 3Engel für Charlie Sa

23.15; 3Engel für Charlie –Charlie‘s Angels (OF) So 23.15;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 11.30; Bad Boys for

Life 16.40, 20.10, Sa a. 22.40, So a. 22.50; Bad Boys for

Life (OF) 19.40, 22.20;CatsSo11.20; Cats (OF) Sa 11.20;

Die Eiskönigin II 16.45, Sa a. 11.00, 14.00, So a. 11.15,

13.50; Die Eiskönigin II–Frozen 2(OF) 15.00; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.20, 17.30, 20.10,

23.00, Sa a. 14.20, So a. 14.10; Die Heinzels 16.00, Sa a.

11.45, 14.00, So a. 12.10,14.30; Die Hochzeit 20.00, Sa

a. 16.20, Soa.13.50, 17.10; Joker (OF) So 23.00; 3D:

Jumanji Sa 17.00; Jumanji 11.45; Kartoffelsalat 311.20,

14.40; Knives Out So 19.20; Knives Out (OF) Sa 19.20, So

16.45, 19.30; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa

11.10; Lindenberg! Sa 13.45, So 16.10; Metropolitan Opera

in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Das perfekte Geheimnis

Sa 17.10, So 18.15; Spione Undercover Sa13.30, So

13.40; 3D: Star Wars IX 22.30; Star Wars IX 14.00; Star

Wars IX –Star Wars: The Rise of Skywalker (OF) Sa 22.50, So

21.15; Super Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte

Schwestern 11.15; Weathering With You: Das Mädchen,das

die Sonne berührte So 11.30; Die Wolf-Gäng Sa

13.20, 15.40, So 11.00, 13.30

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) 1917 –Der Film (OmU)

16.30, 19.00,Soa.12.00; Ein verborgenes Leben –AHidden

Life (OmU) 21.15; Das Vorspiel (teilw.OmU) 14.45, So

a. 10.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.30, So a.

11.30; Lindenberg! 21.15; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 14.00; Das Vorspiel (teilw.OmU) 19.00; Ein verborgenes

Leben –AHidden Life (OmU) 14.00, So a. 10.30; Jojo

Rabbit (OmU) 17.15, 19.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft

(OmU) 21.45; Sorry We Missed You (OmU) 14.30,

19.00, So a. 10.30; Les miserables (OmU) 16.45, 21.15,

So a. 12.30; Jojo Rabbit (OmU) 22.15; Little Women (OmU)

14.00, 16.45, 19.30, So a. 11.30

International (✆ 24 75 60 11) Das geheime Leben der

Bäume So 12.30; Jojo Rabbit (OmU) 21.00; Lindenberg!

15.00; Little Women (OmU) 18.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Der Apfel ist ab Sa 21.00;

Der Herr vom anderen Stern So16.00; Karbid und Sauerampfer

So 18.00; Niemand wird lachen –Nikdo se nebude

smat (OmenglU) Sa 19.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44) 1917

–Der Film 16.50, 19.30; Baba Parasi (OmU) 19.45, Sa a.

22.50; Bad Boysfor Life 16.30, 19.40, Sa a. 22.30; Countdown

20.30, Sa a. 22.45; Countdown (OF) Sa 22.50; Die

Eiskönigin II 12.00, 14.20, 17.15; Eltilerin Savasi (OmU)

20.15, Sa a. 22.55; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

12.00, 14.20, 16.45, 19.30, 19.55, Sa a. 22.15; Die

fantastische Reise des Dr.Dolittle 15.00, 18.10; Die Heinzels

12.00, 14.00, 16.05; Die Hochzeit 17.00, 19.55, Sa a.

22.40; Jumanji 12.00, 14.10, 17.20; Der kleine Rabe Sokke

3–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.00; Mucize

Ask (OmU) Sa 22.30; Rafadan Tayfa 2: Göbeklitepe (OmU)

12.30, 14.45, 17.10; Spione Undercover 12.00, 14.15;

Türkler Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 19.45, Sa a. 22.35;

Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 14.45; Die Wolf-Gäng

12.00, 14.00, 17.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (DFmenglU) Sa 13.50, So 13.20; The Farewell

(OmenglU) Sa 23.15; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz Sa 12.30; Parasite (OmenglU)

Sa 19.00, So 21.50; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(OmU) So15.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) Sa17.10, So 20.00; Les miserables (OmU) Sa

21.20, So 18.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Der Leuchtturm(OF) So 22.30;

Queen &Slim (OmU) 16.30, 19.30, Sa a. 22.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Cunningham (OmU) So 12.40;

Little Women (OmU) 14.40, 17.30, 20.30; 1917 –Der Film

(OmU) 15.00, 17.45, 20.30; Alkohol So 13.00; Knives Out

21.00; Lindenberg! 15.20, 18.10; Miles Davis: Birth of the

Cool (OmU) So13.00; Joker (OmU) 18.30, 21.00; Judy

(OmU)16.00;Systemsprenger So 13.30

Rollberg (✆ 62704645) Little Women (OF) 14.45, 17.45,

20.45; National Theatre London: Fleabag (OF) So 20.00;

Parasite (OmenglU) 17.20, 20.15; The Peanut Butter Falcon

(OF) Sa 15.00; Porträt einer jungen Frau in Flammen

(OmenglU) So 14.30; 1917 –Der Film (OF) 14.15, 17.00,

Sa a. 19.45, So a. 22.00;CreepyCrypt: The Grudge(OF) Sa

22.30; The Farewell (OmenglU) 14.40; Les miserables

(OmenglU) 17.00, 19.30, 22.00; Jojo Rabbit (OF) 16.30,

19.00, 21.30

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) 1917 –Der

Film 20.15, Sa a. 23.00, So a. 17.30; Bad Boys for Life

16.40, 19.50, Sa a. 22.50; Die Eiskönigin II 11.50, 14.20;

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.50, 17.20, Sa

a. 20.10,22.40, So a. 19.30; Diefantastische Reise des Dr.

Dolittle 12.20; Die Heinzels 12.30, 17.10, Sa a. 15.05, So

a. 14.30; Die Hochzeit 11.45, 16.30, 19.40, Sa a. 22.55;

Jumanji 17.00; Kartoffelsalat 314.15, Sa a. 17.00; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

12.10; Knives Out 19.30; Das perfekte Geheimnis Sa

22.30; Star Wars IX Sa 20.30, So 20.00; Super Bowl Live-

Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte Schwestern14.30;

Die Wolf-Gäng 12.00, 14.40

Wolf (✆ 921 03 93 33) Der Atem –The Breath (OmenglU)

So 19.00; The Farewell (OmenglU) 14.30; Flussfahrt mit

Huhn 16.30; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) Sa

18.50; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)

13.40; Sorry We Missed You(OmU) 16.40, 21.00; Die Tigerentenbande

–Der Film 12.10; Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) 19.00; Les miserables (OmU) 12.00, Sa a.

21.10, So a. 21.20

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 13.30, 15.50, 18.10, 20.15; Little

Women 20.30; Pavarotti So 11.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl So 11.00; Die Heinzels 13.40, 15.30; Lindenberg!

17.20

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Little Women

14.30, 17.20, 20.15; Pavarotti So12.00; Das geheime

Leben der Bäume 17.40, So a. 11.45; Die Heinzels 14.00,

15.50; Parasite 20.00; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

13.40, 16.00, 18.20, 21.15; Freies LandSo11.00; 1917

–Der Film (OmU) 20.40; Latte Igel und der magische Wasserstein

Sa 14.40, So 13.40; Mystify –Michael Hutchence

(OmU) So 12.15; Sorry We Missed You 16.40, 19.00; Ein

verborgenes Leben Sa 19.45, So18.30; Knives Out Sa

17.00, So 15.40; Spione Undercover Sa14.45, So 14.40;

Les miserables So 11.30

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00) 1917

–Der Film (OmU) 16.45, 22.45, Sa a. 19.00, So a. 20.00;

2020 Oscar Nominated Short Films (OmU) So 17.00,

19.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 15.15, So

14.00; Ein verborgenes Leben 21.45; Die Eiskönigin II

11.30, 14.15; Euforia (OmU) Sa 20.00; Das geheime Leben

der Bäume 11.30, Sa a. 17.15, So a. 18.45; Die Heinzels

12.00, 14.15, So a. 16.30; Jojo Rabbit (OmU) 14.00,

19.30; Jojo Rabbit (OF) 16.45, 22.30; Judy Sa14.00, So

14.30; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen

Schatz Sa14.15, So 11.45; Knives Out (OmU) Sa

21.45, So 23.00; Der König der Löwen 11.45; Kuddelmuddel

bei Pettersson und Findus So 12.15; Lindenberg! Sa

21.45, So 20.00; Little Women 13.45; Little Women (OmU)

19.30; Little Women (OF) Sa 16.30, So 17.00; Metropolitan

Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00; Parasite 21.45; The

Peanut Butter Falcon 16.30; Das perfekte Geheimnis Sa

12.30, So 11.45; Queen &Slim (OmU) So 22.45; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-AlarmSa12.00; SorryWe Missed

You 19.15; Spione Undercover 12.00; Star Wars IX –Star

Wars: The Rise of Skywalker (OmU) 22.45; Vier zauberhafte

SchwesternSa11.30, So 14.00; VomGießen des Zitronenbaums

So 16.15; Das Vorspiel 19.00; Die Wolf-Gäng 13.45;

Les miserables Sa 16.15, 16.30, So 21.45

Krokodil (✆ 44 04 92 98) (Not) Perfect Man –Idealnyy

muzhchina (OF) So 17.00; Bis dann, mein Sohn –Dijiu tian

chang (OmU) Sa14.45; Gundermann Revier Sa 19.30;

Havelland. Fontane So 15.00; Schönheit &Vergänglichkeit

Sa 18.00; Wasgewesen wäre So 18.45; WhyDon‘t YouJust

Die! –Papa, sdokhni (OmU) Sa 21.15, So 20.15

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Bis dann, mein Sohn –Di

jiu tian chang (OmU) So 17.00; Casablanca (OmU) Sa

23.59; Darkroom Sa 20.00, So 22.30; Emil und die DetektiveSa14.00;

Der Himmel über Berlin (OmenglU) Sa 15.15;

Parasite (OmenglU) Sa 22.00; Quatsch und die NasenbärenbandeSo14.00;

Schönheit &Vergänglichkeit (OmenglU)

So 15.30; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao (OmU)

Sa 17.30, So 20.15

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 1917 –Der

Film 17.05, 19.40, 22.30; 3Engel für Charlie 22.40; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 19.55; Bad Boys for Life

17.00, 19.55, 22.40; Countdown 19.55, 22.30; Die Eiskönigin

II 12.10, 14.40, 17.20; 3D: Die fantastische Reise des

Dr.Dolittle 12.00, 14.20, 17.00, 19.45, 22.45; Die fantastische

Reise des Dr.Dolittle 14.30; Das geheime Leben der

Bäume 17.05; The Grudge 22.40; Die Heinzels 12.15,

14.30, 16.50; Die Hochzeit 12.00, 16.45, 19.50; 3D: Jumanji

So 17.00; Jumanji 14.15; Kartoffelsalat 314.40,

17.00; Knives Out 19.50, 22.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 14.30; Lindenberg! So 19.40; Little Women

16.50, 19.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingomit Flamingo!

12.10; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm

12.10; Spione Undercover 12.15; 3D: Star Wars IXSa

22.45; Star Wars IX 14.15, 19.40; Thomas und seine Freunde

12.10; Underwater –Esist erwacht 22.45; Vier zauberhafte

Schwestern14.45; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.35

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) 2040 –Wir retten

die Welt! So 18.00; Aretha Franklin (OmU) So 11.30;

Königreich Arktis Sa 16.30; Nur die Füße tun mir leid –900

Kilometer Jakobsweg So13.30; The Peanut Butter Falcon

(OmU) Sa 21.00; PJ Harvey –ADog Called Money (OmU)

Sa 19.00; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-AlarmSa16.30;

Unsere Erde II So 16.00

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film Sa

16.25, 19.40, 23.00, So 16.35, 19.35; Bad Boys for Life

17.05, 20.10, 23.00; Countdown 23.15, Sa a. 20.25, So a.

20.20; Die Eiskönigin II 11.30, 14.10, 16.55; 3D: Die fantastische

Reise des Dr.Dolittle 11.40, 14.20, 17.10, 19.50,

22.35; The Grudge 23.20; Die Heinzels 11.20, 13.30,

15.40; Die Hochzeit 16.45, 19.35, 22.35,Saa.11.00, So

a. 11.15, 14.10; Jojo Rabbit 20.00; Jojo Rabbit (OF) So

20.15; Joker 23.00; 3D: Jumanji 22.50; Jumanji 13.55,

17.15; Kartoffelsalat 314.10, Sa a. 18.00, So a. 17.50; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

Sa 11.45; Knives Out 16.55, 19.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 11.55; Lindenberg! Sa 13.55, So

16.25; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess Sa 19.00;

Das perfekte Geheimnis Sa 20.15; Spione Undercover

11.05, 13.45; 3D: Star Wars IX So 19.30; Star Wars IX

13.40, 22.55; Super Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier

zauberhafte Schwestern 11.00; Weathering With You: Das

Mädchen, das die Sonne berührte So 11.15; Die Wolf-Gäng

12.05, 14.40

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, Sa a. 17.00, So a.

20.00; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 12.00; Lindenberg! Sa 20.00, So 17.00

Cosima (✆ 85 07 58 02) Ich war noch niemals in NewYork

15.30; Judy18.00, 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Jojo Rabbit (OmU) 18.00; Little

Women (OmU) 15.00, 20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) Cunningham (OmU) So 18.00;

Jonathan Agassi Saved My Life (OmU) So 20.15; Judy

(OmU) Sa 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 02 11) 1917 –Der Film

16.35, 19.50, Sa a. 22.45; Bad Boys for Life 16.50, 19.40,

Sa a. 22.45; Die Eiskönigin II 10.00, 12.20, 14.05; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.00, 20.15, Saa.

22.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 10.00, 12.00,

14.25; Die Heinzels 10.00, 12.15, 14.30; Die Hochzeit

16.40, 19.30, Sa a. 22.40; Jumanji 17.15; Knives Out

19.45; Spione Undercover 14.45; Star Wars IX Sa 22.20;

Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.15; Die Wolf-Gäng

10.00, 12.10, 14.25

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl Sa 13.45, 18.00, So13.30, 15.45;

Aretha Franklin So 20.15; Der geheime Roman des Monsieur

Pick Sa 16.00, So 11.30; Ich war noch niemals in New

York Sa 11.15; JudySa20.15, So 18.00

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Little Women 11.00, 14.00,

17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) 1917 –Der

Film 17.50, 20.00, 22.55; Bad Boys for Life 16.50, 20.00,

23.00; Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, Sa a. 14.45, So a.

14.25; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 10.00,

12.20, 14.45, 17.20, 19.50, 22.35; Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 14.15, 16.50; Das geheime Leben der Bäume

Sa 17.00, So 17.05; Die Heinzels 10.00, 11.50, 13.45,

15.45; Die Hochzeit 19.45, 22.40, Sa a. 17.05; Jojo Rabbit

20.00, 22.45; Jumanji 16.50; Knives Out 19.30, 22.35, So

a. 17.00; Latte Igel und der magische Wasserstein 12.15,

So a. 10.00; Spione Undercover10.00, 14.30, Sa a. 12.30,

So a. 12.00; Star Wars IX 20.45; Vier zauberhafte Schwestern

10.00, 12.15, 14.30; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.10,

14.25

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl So 18.00; Bad Boys for Life 20.30; Die

Eiskönigin II 13.45, So a. 11.30; 3D: Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 18.15, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 13.30, 15.45, So a. 11.15; Die Heinzels 15.45, So

a. 11.15; Die Hochzeit 18.00, 20.30; Jumanji Sa 18.00;

Knives Out 20.30; Lindenberg! 17.45; Spione Undercover

13.30; Vier zauberhafte Schwestern 15.45; Die Wolf-Gäng

13.30, 16.00, So a. 11.15

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00)Gaumont: Eine verheiratete Frau

–Une femme mariÈe (OmenglU) Sa 19.00; Gaumont: Der

Pakt mit dem Teufel –Labeaute du diable (OmenglU) So

20.00; Gaumont: Weiße Margeriten –Elena et les hommes

(OmenglU) So 18.00; Gaumont: Wir werden nicht zusammen

alt –Nous ne vieillirons pas ensemble (OmenglU) Sa

21.00; Magical HistoryTour: Gilda (OF) Sa 20.00; Magical

HistoryTour: Die Liebenden vonPont-Neuf –Les amants du

Pont-Neuf (OmU) So 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69) (Not)

Perfect Man So 17.30; 1917 –Der Film 19.30, 19.50,

23.00, Sa a. 13.15, 14.50, 16.20, 22.45, So a. 16.30,

22.40; Ajvar(OmU) So 17.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 16.45, 19.10, Sa a. 13.10; Bad Boys for Life 19.30,

22.15, 22.50, Sa a. 16.10, 16.40, So a. 17.20; Countdown

23.00, Sa a. 16.30, 19.40, So a. 17.30, 20.10; Die Eiskönigin

II 13.50, Sa a. 13.00; 3D: Die fantastische Reise des

Dr.Dolittle 13.30, 17.00, 20.15, 23.00, Sa a. 15.15, 17.20,

So a. 14.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.00,

Sa a. 16.30; Das geheime Leben der Bäume 17.10, So a.

13.50; The Grudge22.45; Die Heinzels Sa 14.10, 16.15, So

15.00, 16.30; Die Hochzeit 22.30, Saa.13.40, 16.45,

19.15, So a. 13.30, 17.05, 20.00; Jak zostalem gangsterem:

Historia prawdziwa –Wie ich ein Gangster wurde: Eine

wahre Geschichte (OmU) So12.30; Jojo Rabbit 20.00,

22.20, Sa a. 17.20, 19.30, So a. 13.30,16.20, 19.40; Joker

Sa20.45, So 20.00; Judy Sa13.00; Jumanji 12.45,

16.30, 20.00, 23.00; Kartoffelsalat 3Sa14.00, 18.00, So

13.50, 17.15; Knives Out 16.45, 20.30, 22.45, So a.

22.50; Lindenberg! 13.30, 19.00, Sa a. 16.30, Soa.

16.45; Little Women 16.15, 19.40, 19.45, 22.30, Sa a.

13.30, So a. 12.30; Parasite Sa 19.45, So 19.15; Das perfekte

Geheimnis 19.45; Queen &Slim Sa 22.40, So 23.00;

Spione UndercoverSa13.20; 3D: Star Wars IX 15.50, So a.

20.20; Star Wars IX Sa 13.50, 19.20, 22.30, So 13.40,

19.30,22.40; Underwater –Esist erwacht 23.00; Vier zauberhafte

Schwestern14.30; Die Wolf-Gäng 14.10

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) Jam (OmU) So 17.30;

Once Upon aTime in... Hollywood (OF) Sa 18.30; Sneak

Preview (OmU) So 19.30; Why Don‘t You Just Die! –Papa,

sdokhni (OmU) So 22.00

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Bad Boys for Life 17.15, 20.00,

22.30; Die Eiskönigin II Sa 12.30; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 17.30, 20.00, 22.30; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 10.00, 12.30, 15.00; Das geheime

Leben der Bäume 15.00, 18.00, 20.15, 22.30; Die Heinzels

10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Die Hochzeit 17.30, 20.00,

22.30; Jumanji 18.00; Lindenberg! 20.30; Spione Undercover

15.00, Sa a. 10.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.00, Sa a. 10.00, 12.15; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.00,

16.00

Casablanca (✆ 677 57 52) Charlie &Louise –Das doppelte

Lottchen 13.30; JudySa20.30, So 15.30; Knives Out Sa

18.00, So 20.30; Das perfekte Geheimnis Sa 15.30, So

18.00

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00) (Not)

Perfect Man –Idealnyy muzhchina (OF) So 17.00; 1917 –

Der Film 17.00, 20.10, Sa a. 22.50; 3Engel für Charlie Sa

23.00; Bad Boys for Life 17.00, 20.00, Sa a. 22.45; Countdown

20.20, Sa a. 23.10; Die Eiskönigin II 11.40, 14.20;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30, 14.10,

17.10, 20.00, Sa a. 22.45; The GrudgeSa23.05; Die Heinzels

11.50, 14.15, 16.30; Die Hochzeit 14.10, 19.55, Sa a.

17.00; JokerSa22.55; 3D: Jumanji 20.00; Jumanji 14.05,

17.15, Sa a. 22.40; Kartoffelsalat 314.40, 17.20; Der kleine

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

12.00; Knives Out 19.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

11.55; Lindenberg! 17.10; Metropolitan Opera in

HD: Porgy and Bess Sa 19.00; Das perfekte Geheimnis

19.45; 3D: Spione Undercover 11.30; Spione Undercover

14.20; 3D: Star Wars IX 11.30; Star Wars IX So 19.30; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

11.45; Underwater –Esist erwacht Sa 23.00; Vier zauberhafte

Schwestern14.15, So a. 16.50; Die Wolf-Gäng 12.00,

14.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) 1917 –Der Film

16.40, 19.45, Sa a. 22.40; Bad Boys for Life 16.50, 20.00,

Sa a. 23.00; Die Eiskönigin II 12.00, 14.15; Eltilerin Savasi

(OmU) 20.15, Sa a. 22.45; 3D: Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 12.00, 14.20, 16.45, 19.30, Saa.22.40; Die

Hochzeit 16.50, 19.45; Jumanji 14.10; Rafadan Tayfa 2:

Göbeklitepe (OmU) 12.00, 14.00, 16.00, 18.10; Spione

Undercover12.00; Star Wars IX 17.00, Sa a. 22.50; Türkler

Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 20.10, Sa a. 23.00; Vier zauberhafte

Schwestern 12.00, 14.15; Die Wolf-Gäng 12.00,

14.15

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Kinderfilm des

Monats: Das doppelte Lottchen So 16.00; The Farewell Sa

19.45, So 14.00; Miles Davis: Birth of the Cool Sa 17.30,

So 18.00; Oscar-Fieber: Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) So 20.15; Oscar-Fieber: Parasite (OmU) Sa 21.45;

Wedding Sa 15.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01)Ander Bruchkante –Imker

in Mecklenburg 19.30; But Beautiful –Nichts existiertunabhängig

(OmU) Sa 16.00; Klavierstunden –Making the Grade

(OmU) 18.00; Swans –Where Does ABody End? (OmU)

21.45

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle Sa 11.00, 13.15, 15.30, 17.45, 20.00, So

10.45, 13.00, 15.15, 17.30, 19.45; Die Eiskönigin II Sa

12.15, So 11.45; JokerSo14.00; Der kleine Rabe Socke3

–Suche nach dem verlorenen Schatz So 10.00; Lindenberg!

Sa 17.00, 19.45, So 16.45, 19.30; Das perfekte Geheimnis

Sa 14.30; Romys Salon Sa 10.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl Sa 15.30; HommageBernhard Sinkel: Der

Mädchenkrieg (m. Gästen) So 15.30; Miles Davis: Birth of

the Cool (OmU) 20.30; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm So13.30; Das Vorspiel 18.00; Jüdische Lebenswelten:

Wirsind Juden aus Breslau (m. Gast) So 11.00

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl So 13.00; Crescendo #makemusicnotwar 15.30;

Das geheime Leben der Bäume 18.00; Latte Igel und der

magische Wasserstein Sa 13.15; Pavarotti So 11.00; Vom

Gießen des Zitronenbaums 20.30

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) But Beautiful –Nichts existiert unabhängig

20.30; Ein Licht zwischen den Wolken 18.00; Latte

Igel und der magische Wasserstein 16.00

Capitol (✆ 831 6417) Das geheime Leben der Bäume

15.00; Little Women 17.20, 20.15; Pavarotti So 12.15

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Die Addams

Family 15.00; Bis dann, mein Sohn So 17.00; Burning Sa

21.15; Gott existiert, ihrName ist Petrunya Sa 19.15; Porträt

einer jungen Frau in Flammen Sa 17.00, So 20.15

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 13.45; Ein verborgenes Leben Sa 20.15,

So 19.30; Die Eiskönigin II So 14.45; Preview: Das freiwillige

Jahr So 19.00; Das geheime Leben der Bäume Sa 18.30,

So 9.45, 17.00; Die Heinzels Sa 14.00, 16.00, So 10.45,

13.45; Ich bin Anastasia (mit Gästen) So 12.00; Jojo Rabbit

Sa 15.00, 18.00, So 16.30, 20.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein Sa 13.45, So 14.30; Lindenberg! 18.00,

20.45; Metropolitan Opera in HD: Porgyand Bess (OmU) Sa

19.00; Pavarotti So 11.35; Sorry We Missed You20.45, So

a. 16.15; VomGießen des Zitronenbaums 15.45; Das Vorspiel

Sa 16.15, So 10.00, 18.30

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) 1917 –Der

Film 17.10, 20.15, Sa a. 23.00; 1917 –Der Film (OF) So

20.00; Bad Boys for Life 16.50, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin

II 11.00, 13.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

14.00, 17.00, 20.00, Sa a. 23.00; Die fantastische

Reise des Dr.Dolittle 11.00; Die Heinzels 11.10, 15.45, Sa

a. 13.40, So a. 14.30; Die Hochzeit 11.00, 14.10, 16.40,

19.50; 3D: Jumanji Sa 23.00; Jumanji 16.50; Kartoffelsalat

311.15, 14.20, Sa a. 17.00, Soa.17.45; Knives Out

23.00, Sa a. 19.50; Lindenberg! 19.40; Little Women

16.30, 19.40; Das perfekte Geheimnis Sa 23.00; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm11.15; 3D: Star Wars IX Sa

20.15, So 20.00; Star Wars IX 13.45, Sa a. 23.00; Super

Bowl Live-Übertragung So 22.40; Vier zauberhafte Schwestern

11.15, Sa a. 14.15, So a. 13.30; Die Wolf-Gäng

11.00, 14.00, Sa a. 17.45, So a. 17.10

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle Sa 14.00, 16.30, 19.30, So 12.00,

14.30, 17.00, 20.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa 20.00, So 17.00; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

15.00; Marianne &Leonard –Words of Love Sa 17.00, So

20.00

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Bad Boys for Life

20.30; Die Eiskönigin II 13.15; 3D: Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 18.00, 20.30; Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 13.30, 15.45; Die Heinzels 15.30; Die Hochzeit

17.45, 20.30; Lindenberg! 17.30; Vier zauberhafte Schwestern13.15;

Die Wolf-Gäng 15.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 48 28) Bad Boys

for Life 18.00, 20.30, Sa a. 22.30; Die Eiskönigin II 14.15;

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 17.30, 19.45, Sa

a. 22.50; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.30,

15.00; The Grudge Sa23.10; Die Hochzeit 17.45, 20.15;

Jumanji 15.15; Der kleine Rabe Socke3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 10.45; Latte Igel und der magische Wasserstein

10.15; Lindenberg! 17.00, 20.00; Pettersson und

Findus 10.30; Spione Undercover 11.45; 3D: Star Wars IX

Sa 22.15; Vier zauberhafte Schwestern 13.00; Die Wolf-

Gäng 12.00, 14.00, 16.00

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) 2040 –Wir retten die

Welt! So 13.00; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl Sa

18.15; Bad Boys for Life Sa 20.45, So 18.00; Die Hochzeit

17.15, Sa a. 20.00, So a. 20.30; Jumanji So 11.30; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen Schatz

So 16.15; Latte Igel und der magische Wasserstein Sa

16.15, So 11.00; Spione Undercover15.00

KINO

SONNTAG

Irgendwas bleibt

S ie waren zur Stelle,als es im Popgeschäft fast schon als uncool galt, es als

deutsche Band weiter mit schlechtem Englisch zu versuchen. Also

suchten alle nach der perfekten Welle, aber selbst die, die sie besangen,

konnten sich nicht lange auf ihr halten. Als Silbermond 1998 in Bautzen

anfingen, waren sie zunächst eine Formation unter vielen, heute gelten

sie als die einzige charakteristische populäre Band, die man vergleichsweise

leicht an ihrem Sound erkennt und die sich für ihre Texte nicht

schämen muss.Anbeidemhat Sängerin Stefanie Kloß großen Anteil. Vom

sphärischen „Symphonie“, noch immer der größte Silbermond-Hit, hat

man sich elegant gelöst und gelernt, mit „leichtem Gepäck“ zu reisen.

Sehr geschickt haben Silbermond dabei ihre ostdeutsche Identität ins

Spiel gebracht. Dass gänger Pop aus Bautzen kommen kann, war bis zur

Gründung vonSilbermond nicht gerade eine Gewissheit. HarryNutt

Silbermond, Sonnabend, 20 Uhr, Mercedes-Benz-Arena, Mercedes-Benz-Platz1

Pop

Auf Spurensuche in Wroclaw

KARIN KAPER FILM

Wirsind Juden aus Breslau

D er Film zeichnet das Porträt

einer Generation mit

einem biografischen Abgrund.

Sie waren jung, jüdisch und

lebten in Breslau, der deutschen

Stadt mit der drittgrößten

jüdischen Gemeinde.

Dann kam Hitler. Die Dokumentarfilmer

befragen vierzehn

in alle Welt verstreute

Zeitzeugen und begleiten sie in

ihre untergegangene Heimat,

das heute zu Polen gehörende

Wroclaw, wo es zarte Anzeichen

wiederkehrenden jüdischen

Lebens gibt. (BLZ)

Sonntag,11Uhr,Bundesplatz-Kino

Tagestipp

Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020 29 · ·

·······················································································································································································································································································

BÜHNE

Berliner Ensemble (& 28 40 81 55)

18.00: Baal; 18.00: DieAntigone des Sophokles

Berliner Kriminal Theater (& 47 99 74 88)

17.00: Todauf dem Nil

Deutsche Oper Berlin (& 34 38 43 43)

16.00: Les Huguenots

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

19.30: Glauben an die Möglichkeit der völligen

Erneuerung der Welt

Kleines Theater (& 821 20 21)

18.00: Törless

Komische Oper Berlin (& 47 99 74 00)

18.00: DieZauberflöte

Komödie (& 88 59 11 88) 18.00: Ab jetzt

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

18.00: In My Room; 19.00 Container: Hamlet

Neuköllner Oper (& 68 89 07 77)

20.00: Wolfskinder

Philharmonie (& 25 48 83 01)

16.00: Puccinis Suor Angelica –Faith to Face (Nico

andthe Navigators)

Radialsystem (& 288 78 85 88)

14.00, 19.45: CTM Festival 2020 –Liminal: Drops

and Seeds (Prumsodun Ok &NATYARASA und Ensemble

KNM Berlin)

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

18.00: Nein zumGeld

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Studio: He? She? Me!Free; 20.00: Orlando

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

16.00: Ich bin nicht Mercury

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

11.00: Einführungsmatinee: Der Rosenkavalier

16.00: Falstaff

Theater im Delphi (& 70 12 80 20)

20.00: Odyssey: Dead Men Die (Opera Lab Berlin)

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

18.00: Unendlicher Spaß

19.00 3. Stock: vengapoise –ibiza sky

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

14.00, 19.00: Ballet Revolución

Arena Glashaus (& 533 20 30)

18.30: Caveman –Dusammeln, ich jagen!. Anm. erf.

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

19.00: Irmgard Knef: Barrierefrei

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(& 017 95 34 66 96) 19.00: Dit Bestevons Janze

(MargaBach)

Chamäleon (& 400 05 90)

18.00: Out of Chaos(Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

18.00Studio:Verdummungsverbot (Tilman Lucke)

Friedrichstadt-Palast (& 23 26 23 26)

15.30: Vivid

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

18.00: Der Tanz der Zuckerpflaumenfähre (Ursus &

Nadeschkin)

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

17.00: Die LiveShow

Stachelschweine (& 261 47 95)

18.00: Überall ist besser als nichts!

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

18.00: Blue Man Group–The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

14.30, 19.00: Mamma Mia!

ufaFabrik (& 75 50 30)

19.00: Die Jahrespresseschau 2019(Arnulf Rating)

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Willkommen in Matzeknopien –ich mach’s

jetzt selbst (Matze Knop)

Z-Bar (& 28 38 91 21)

20.00: Adorable Idiots –English ComedyOpen Mic

(HostedbyBrittni Bowering and Zackarias Branzell)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

11.00 Kl. Saal: Alexandra Kehrle (Klarinette), Ernst-

Martin Schmidt (Viola), Florian vonRadowitz (Klavier),

Kammermusik-Matinee des Konzerthausorchesters,

W.A. Mozart: Trio für Klavier,Klarinette und Viola

Es-Dur „Kegelstatt-Trio“; Max Bruch: Acht Stücke für

Klarinette, Viola und Klavier op. 83, Auswahl; Michael

Vogt: „Marien-Trio“ zum Fest Mariä Lichtmess, UA;

Jean Françaix: Trio für Klarinette, Viola und Klavier

11.00, 15.00 Gr.Saal: Deutsches Filmorchester

Babelsberg,Solist*innen: SvitlanaSlyvia, J. Warren

Mitchell, Tetiana Gospodynchyk, Ki-Hyun Park,

Ltg.Frank-Michael Erben, ConTakt Gala, Arien und

Duette aus „Eugen Onegin“, „Die Regimentstochter“,

„L’Italiana in Algeri“, „Turandot“, „MaskeinBlau“, „Der

Bettelstudent“, „Nächte in Schanghai“ u. a.

20.00 Kl. Saal: Akademie für Alte Musik Berlin, Georg

Kallweit (Violine), Xenia Löffler (Oboe), Werkevon

Lully,Scarlatti, C.P.E. Bach, Telemann, Vivaldi u. a.

Königin-Luise-Kirche Waidmannslust

(& 411 11 45)16.00: Vicky-Lou Timmer (Violine),

Anna Tessa Timmer (Violoncello), U. Timmer (Klavier),

Aufdem Pfad der Sinne, Ausstellungseröffnung

vonKindernder Münchhausen-Grundschule mit

Kammermusik

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Deutsches Symphonie-Orchester Berlin,

Damen des Rundfunkchors Berlin, Ltg.AndrewManze,

Martin Helmchen (Klavier), Yeree Suh (Sopran),

Widmann: „Con brio“, Konzertouvertüre für Orchester;

Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr.3

c-Moll op. 37; Vaughan Williams: Symphonie Nr.7

Pierre BoulezSaal (& 47 99 74 11)

16.00: Sir András Schiff (Klavier,Moderation),

Einführung zum Wohltemperierten Klavier,Band II, in

engl. Sprache

Schloss Glienicke (& 80 58 67 50)

16.00: Vida Kalojanova (Klaiver), Beethoven: Rondo

C-Dur op. 51 Nr.1,Klaviersonate Nr.4Es-Dur op.

7; Schubert: Impromptu op. posth. 142 Nr.1f-Moll,

Klaviersonate A-Dur op. posth. 120

Schloss Köpenick (& 266 42 42 42)

16.00 Aurorasaal: YasukoFuchs-Imanaga(Flöte),

NaokoFukumoto (Klavier), Flötentöne, W.A. Mozart:

Sonate für Flöte und Klavier;Lindpaintner/Küffner:

Potpourie über „Die sizilianische Vesper“; I. Moscheles:

Variationen für Flöte und Klavier u.a.

Staatsoper Unter den Linden (& 20 35 45 55)

20.00 Apollosaal: Mitglieder derStaatskapelle Berlin,

Ltg.Laura Volkwein, Preußens Hofmusik II, Werkevon

Alessandro Scarlatti und John Stanley

Villa Elisabeth (& 44 04 36 44)

18.00: Viola Solo: Karen Lorenz, Yodfat Miron u. a.,

Rama Gottfried: corporis fabrica (UA); Georg Katzer:

Kette; EnnoPoppe: Filz –visuell-performatives Konzert

KINDER

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

11.00 Zeltbühne: Ich mach dich gesund, sagte der

Bär,Musikalische Erzählung (ab 3J.)

15.00 Studio: Des Kaisers neue Kleider (ab 5J.)

16.00: Ferdi und dieFeuerwehr (ab 4bis 8J.)

Brotfabrik (& 471 40 01)

11.00, 16.00: Der glückliche Hans, Erzähltheater mit

Figuren (ab 4J.)

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

12.00: FEZ –Kinder und Familien: Das Zauberschloss

–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!

Freizeitforum Marzahn (& 542 70 91)

16.00: 6. Kinder-Saal-Winter:Rumpelstilzchen, FFM-

Theaterensemble &Kinderballett Konfetti

Grips Podewil (& 39 74 74 77)

11.00: Vier sind hier (ab 2J.)

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

11.00: Derfuriose Küchenzirkus, Theater Coq Au Vin

(ab 3bis 10 J.)

Schaubude (& 423 43 14)

15.00: Die Schneekönigin, Miamou (ab 5bis 9J.)

Schlossplatztheater (& 651 65 16)

16.00: Tomte Tummetott, Theater mit Musik (ab 3J.)

Theater der kleinen Form (& 29 35 04 61)

11.00, 16.00: Die Nachtigall, Evelyn Geller,farbiges

Schattenspiel (ab 5bis 10 J.)

Theater Mirakulum (& 449 08 20)

16.00: Kasper rettet den kleinen Eisbär,Thomas

Mierau, Puppentheater (ab 4bis 13 J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

BKA (& 202 20 07)

20.00: Rotkäppchenraucht auf dem Balkon, Wladimir

Kaminer,WladimirKaminer

Brotfabrik (& 471 40 01)

19.30: Die Erfindung des Rußn, Daniel Bayerstorfer

und Tobias Roth, Lesung

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Im Bett mit dem Westen, Franziska Troegner,

Geschichtenaus „Permanent trendresistent“

Theater im Palais (& 201 06 93)

16.30: Gerade dadurch sind siemir lieb.Theodor

Fontanes Frauen, Christine vonBrühl, Buchpremiere

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

20.00 Roter Salon:Reformbühne Heim &Welt–Zu

Gast: KurtKrömer &Nils Heinrich, Autor/in: Zu Gast:

KurtKrömer &Nils Heinrich

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

20.00: Clara HaberkampTrio, Homeless Clouds

b-flat (& 283 31 23)

21.00: TalYadin Quartett, special guest:Omri Abramov

(sax), In &Out –Album Release

Badehaus (& 95 59 27 76)

19.00: Protect Ya Rap

Columbiahalle (& 69 81 75 86)

19.30: Melanie Martinez

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Comethazine (Rap)

Heimathafen Neukölln (& 56 82 13 33)

21.00: CTM 2020: Dan Deacon, support: BNNT

Huxleys Neue Welt (& 301 06 80 88)

20.00: Stereophonics

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00: Samsas Traum

Lido (& 69 56 68 40)

20.00: Ride

TIPI am Kanzleramt (& 39 06 65 50)

19.00: Gitte Haenning &Band, Still crazy ...

VertiMusic Hall (& 20 60 70 88 11)

20.00: Howard Carpendale


30 Berliner Zeitung · N ummer 27 · 1 ./2. Februar 2020

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TV-Programm am Sonnabend

Tagesschau 24

12.15 Dopen bis das Herz versagt? 13.00

Nachrichten 13.15 Aristoteles Onassis 14.00

Nachrichten 14.15 Wölfe 15.00 Nachrichten

15.30 Plusminus 16.00 Nachrichten 16.30

Weltbilder 17.00 Nachrichten 17.30 Monitor

18.00 Nachrichten 18.30 Zapp 19.00

Nachrichten 19.30 Australien im Feuer 20.00

Tagesschau 20.15 Der Untergang der Wilhelm

Gustloff 20.30 Fritz FreyimGespräch mit Heinz

Schön (Überlebender der „Gustloff“) 21.00

Tagesschau 21.02 Die verbotenen Wracks 21.32

Mit dem Teddyauf der Flucht 22.15 Kontrolle auf

See 23.15 Australien im Feuer 23.45

Tagesschau vor20Jahren 0.00 Tagesthemen

ONE

5.45 Lindenstraße 6.15 Um Himmels Willen

7.00 Brisant 7.40 Liebe am Fjord –Das Meer

der Frauen. Liebesmelodram, D2011 9.10 Papa

und die Braut aus Kuba. Komödie, D2016

10.35 Der Liebhaber meiner Frau. Komödie, D

2019 12.05 Brisant 12.45 extra 3 13.15

Telespiele 13.55 Bezaubernde Jeannie 18.00

Picknick mit Bären. Komödie, USA 2015 19.40

Brisant 20.15 Das Verschwinden (2/4): Weil wir

euch lieben. Krimireihe, D/CZ 2017 21.40

Professor Love.Liebeskomödie, USA/GB 2014

23.15 Rebellcomedy–Hoch ansteckend 23.45

Der deutsche Michel 0.30 Doctor Who Classics

2.00 Doctor Who 3.35 Bonusfamilie

ZDF NEO

7.15 (für HG) TerraX:Aufbruch ins All –mit

Alexander Gerst 7.55 (für HG) TerraX:Faszination

Erde –mit Dirk Steffens 9.25 (für HG) TerraX:

Eine Erde –viele Welten 13.50 (für HG) TerraX:

Fantastische Phänomene 15.20 (für HG) TerraX:

Aufdie Größe kommt es an 16.50 Die

glorreichen 10 18.20 Sketch History 18.45

Dinner Date 19.30 (für HG) Nelson Müllers

Lebensmittelreport 20.15 (für HG) Notting Hill.

Komödie, GB/USA 1999 22.10 (für HG)

November Man. Actionfilm, USA 2014 23.50 (für

HG) No Escape –Renn um Dein Leben.

Actionfilm, T/USA 2015 1.25 (für HG) November

Man. Actionfilm, USA 2014

ZDF INFO

5.55 Brasilien unter Bolsonaro 6.25 (für HG)

Zwischen Schalom und Salam 7.10 Kippa,

Kirchen und Koran –Konfliktherd Jerusalem 7.40

Ewiger Aufruhr 8.25 Der gespaltene Islam 9.10

Iran –Zwischen Mullahs und Moderne 10.08

heute Xpress 10.10 Teheran extrem –Subkultur

im Gottesstaat 10.55 Mafia –Die Paten von

Chicago 16.30 Das perfekte Verbrechen 17.15

(für HG) Verräterische Spuren –Die Geschichte

der Forensik 18.45 Skandal! Große Affären in

Deutschland 19.30 ZDF-History 20.15 Mordakte

Mittelalter 0.35 (für HG) Verräterische Spuren –

Die Geschichte der Forensik 2.00 Charles

Manson –Sektenführer und Massenmörder

Radio

KLASSIK

15.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Klassik

Nach Wunsch mit Anja Herzog /Telefonnummer

für Hörerwünsche: 030 /30107010

(Anrufbeantworter), ca. 114 Min.

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kammermusik mit Dirk Hühner /Aufgenommen

im rbb: Das Mariani Quartett spielt Fauré und

Enescu, ca. 56 Min.

19.00 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Oper Liveaus der Metropolitan Opera NewYork /

/ GeorgeGershwin /„Porgyand Bess“, Oper in

drei Akten /Libretto: Edwin DuBose Heyward mit

Texten vonIra Gershwin /Bess –Angel Blue,

Sopran /Clara –Golda Schultz, Sopran /Serena

–Latonia Moore, Sopran u. a., ca. 240 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Das

Konzert Ultraschall Berlin –Festival für neue

Musik 2020 /Die Orchesterkonzerte, Teil 1/Teil

2morgen um 20.04 Uhr,ca. 116 Min.

HÖRSPIEL

20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Hörspiel

Hörspiel des Monats /Teure Schwalben /Von

Irmgard Maenner /Regie: HeikeTauch/Mit: Irm

Hermann, Julika Jenkins, Veronika Bachfischer,

Sascha Nathan, Florian Lukas, Friedhelm Ptok,

Markus Gertken, Judith Engel, Shelly Kupferberg

/ Komposition: JankoHanushevsky /Produktion:

Deutschlandfunk Kultur 2019. ca. 56 Min.

MAGAZIN

14.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Vollbild Das Filmmagazin, 90 Min.

15.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz) Corso –

Kunst &Pop Das Musikmagazin, ca. 55 Min.

16.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Echtzeit Das Magazin für Lebensart, ca. 55 Min.

16.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Forschung aktuell Computer und Kommunikation,

ca. 30 Min.

18.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Feature Der,die oder das Gender? ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) The

Voice mit Lothar Jänichen /Carmen Bradford –

sie hat einigeJahrzehnte Jazz-Geschichte

miterlebt, und eines ihrer Vorbilder ist Ella

Fitzgerald. ca. 30 Min.

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz) Late

Night Jazz mit Ulf Drechsel /Jazzfest Berlin

2019: Piano solo 1/Die Jazzfest-Konzerte im

Haus der Berliner Festspiele eröffnete 2019 der

amerikanische Pianist Brian Marsella. Er spielte

sich durch die Geschichte der Piano-Musik von

der Klassik über das Stride Piano, R&Bb