Jahresbericht 2019

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Jahresbericht DVS

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DVS

Jahresbericht 2019

Dienststelle

Volksschulbildung

volksschulbildung.lu.ch


2 DVS | Jahresbericht 2019 | Inhaltsverzeichnis

Impressum

Herausgeberin

Dienststelle Volksschulbildung

Kanton Luzern

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www.volksschulbildung.lu.ch

Januar 2020

900941

Inhaltsverzeichnis

Die Highlights im 2019 3

Kennzahlen 4

Zentrale Dienste 5

Abteilung Schulbetrieb I 6

Abteilung Schulbetrieb II 7

Abteilung Schulunterstützung 8

Abteilung Schulaufsicht 9

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Hohenrain 10

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim 11

Heilpädagogische Schule HPS Luzern 12

Heilpädagogische Schule HPS Sursee 12

Heilpädagogische Schule HPS Willisau 13

Schulangebote Asyl 13

Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen FFS 14


3 DVS | Jahresbericht 2019 | Die Arbeitsschwerpunkte 2019

Die Highlights im 2019

Viele kleinere und mehrere grosse Vorhaben prägten die Arbeit

der Dienststelle Volksschulbildung im 2019. Die meisten konnten

zeitgerecht und planmässig bearbeitet werden. Ich gehe einleitend

auf vier grössere Themen ein, welche mehrere Abteilungen bzw.

die ganze Dienststelle betroffen haben. Anschliessend präsentieren

wir Ihnen – geschätzte Leserinnen und Leser – viele interessante

Informationen über die Arbeitsschwerpunkte der verschiedenen

Abteilungen und Schulen.

DIGITALE LEHRMITTEL

Vor einem Jahr konnte ich Ihnen die erste Plattform mit Unterrichtseinheiten

zu Luzerner Themen vorstellen (www.entdecke.lu.ch). Die

aktuell 18 Unterrichtseinheiten über Geschichte und Kultur des

Kantons Luzern werden bereits intensiv genutzt. Deshalb freuen wir

uns sehr, dass wir den Lehrpersonen auf Beginn des Schuljahres

2019/20 auch die zweite Plattform mit Unterrichtseinheiten zu

MINT-Themen des 2. und 3. Zyklus zur Verfügung stellen konnten

(www.mint-erleben.lu.ch). Im Laufe des Schuljahres werden weitere

Unterrichtseinheiten auf beiden Plattformen veröffentlicht. Zudem

wird unter dem Titel «musik.lu.ch» bereits an der dritten Plattform

gearbeitet. Die Entwicklung dieser digitalen Lehrmittel stellt eine sehr

gute Form der Umsetzung der kantonalen Digitalisierungsstrategie

dar. Sie wird in den nächsten Jahren weitergeführt und intensiviert.

SCHULADMINISTRATIONSSOFTWARE

Nach langen Vorarbeiten und mehreren Verzögerungen konnte im

Sommer 2018 das Projekt «Schuladministrationssoftware» offiziell

gestartet werden. Im Rahmen eines paritätisch von der DVS und

dem Verband Luzerner Gemeinden geführten Projektes sind seither

wesentliche Meilensteine erfolgreich erreicht worden. So konnten

2019 die ersten sechs Pilotschulen mit der Erprobung der neuen

Software starten. Neben den Basismodulen wurden auch zwei

weitere wichtige Ergänzungsmodule entwickelt: Die Module zu

den Tagesstrukturen und den Musikschulen liegen nun vor und

werden getestet. Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, soll ab

Frühjahr 2020 die Einführung in den weiteren Schulen erfolgen.

Die notwendige Rollout-Planung liegt vor und wurde den Schulleitungen

bereits kommuniziert.

AUFGABEN- UND FINANZREFORM 18

Ein Kernelement der Aufgaben- und Finanzreform 18 bilden die

Volksschulen. Neben der neuen Finanzierungsformel für die Regelschulen

(50:50) sind auch die Musikschulen stark betroffen von

diesem Reformvorhaben. Die Vorbereitung der Umsetzung erforderte

umfangreiche Arbeiten in verschiedenen Bereichen unserer

Dienststelle. So wurden für die Kontrolle der Betriebskosten der

Volksschule und die Berechnung der Pro Kopf-Beiträge neue Prozesse

definiert und programmiert. Bei den Musikschulen erfolgte

die Planung der Übernahme der Personaldaten in Zusammenarbeit

mit der Dienststelle Personal. Zu bestimmen waren auch die neue

Lösung für die Pensionskasse sowie Anstellungsfragen für die

Musikschulleitungen. Aufgrund des aktuellen Bearbeitungsstandes,

gehe ich davon aus, dass die Umsetzung der Arbeiten zeitgerecht

auf Beginn des Schuljahres 2020/21 möglich sein wird.

Charles Vincent, Leiter Dienststelle Volksschulbildung

ERFOLGREICHES EFQM-ASSESSMENT

Die kontinuierlichen Arbeiten im Bereich der Qualitätssicherung

und -entwicklung sind der Dienststellenleitung und der gesamten

Geschäftsleitung ein grosses Anliegen, denn ein qualitativ

gutes Unterstützungsangebot für die Luzerner Volksschulen ist nur

möglich, wenn dieses regelmässig evaluiert und weiterentwickelt

wird. So wurden die Ergebnisse der alle drei Jahre durchgeführten

Kunden- und Personalbefragungen intensiv ausgewertet und

in Verbesserungsmassnahmen umgesetzt. Das erstmals über die

gesamte Dienststelle durchgeführte EFQM-Assessment bestätigte

den hohen Stand des Qualitätsmanagements und wurde mit

dem Prädikat «4 star» ausgezeichnet. Diese Bestätigung freut die

Verantwortlichen der Dienststelle sehr.

Zum Schluss möchte ich einen dreifachen Dank aussprechen:

Erstens danke ich allen Mitarbeitenden der Dienststelle für das

grosse Engagement und ihren täglichen motivierten Einsatz für ihre

Aufgabe. Zweitens danke ich den Partnern in den Behörden und

Schulen für die gute Zusammenarbeit im letzten Jahr, welche die

Erreichung der hohen Ziele erst ermöglichte. Und drittens danke

ich Ihnen allen, welche in irgendeiner Form die Volksschulbildung

im Kanton Luzern unterstützen und so deren kindgerechte und

zeitgemässe Ausgestaltung ermöglichen.

Dr. Charles Vincent

Leiter Dienststelle Volksschulbildung


4 DVS | Jahresbericht 2019 | Kennzahlen

Im 2019 besuchen erneut mehr Kinder den Kindergarten, die Basisstufe und die Primarschule.

Kennzahlen

STELLENPLAN

Die Bildungsverwaltung der Dienststelle Volksschulbildung verfügte

im Jahr 2019 über 51.4 Vollzeitstellen. Der Stellenetat bei den

Heilpädagogischen Schulen und Zentren, bei der Fachstelle Früherziehung

und Sinnesbehinderung sowie bei den Schulangeboten

Asyl beträgt 438.3 Vollzeitstellen.

KOSTEN DER LUZERNER VOLKSSCHULE 2019

Der Rechnungsabschluss 2019 liegt noch nicht vor, deshalb hier die

Zahlen aus dem Vorjahr: Im Jahr 2018 kosteten die Regelschulen

(Betriebskosten der Gemeinden) 638 MCHF. Davon finanzierte

der Kanton 25 %. Die Sonderschulung kostete 97 MCHF und wird

von Kanton und Gemeinden je zur Hälfte finanziert.

STECKBRIEF VOLKSSCHULE SCHULJAHR 2019/20

Regelschule

Anzahl Lernende Anzahl Lehrpersonen *) Anzahl Vollzeitstellen

Kindergarten 6'406 755 370

Basisstufe 1'694 249 126

Primarschule 23'280 2'845 1'572

Sekundarschule 9'252 1'319 814

IF/DaZ 1'647 517

Total 40'632 6'815 3'399

*) Die Lehrpersonen können auf mehreren Stufen und in mehreren Funktionen tätig sein. Sekundarschullehrpersonen sind inkl. Fachlehrpersonen

und Lehrpersonen einer Timeoutklasse aufgeführt. Die Angaben zu den Lehrpersonen beinhalten auch die Kleinstpensen (< 15 %).

Sonderschulung

Anzahl Lernende

Separative Sonderschulung 838

Integrative Sonderschulung 597

Total 1‘435


5 DVS | Jahresbericht 2019 | Zentrale Dienste

Grosse Freude bei den mit den Anerkennungspreisen ausgezeichneten Schulen.

Zentrale Dienste

VERLEIHUNG ANERKENNUNGSPREISE

Zum neunten Mal wurden am 15. März 2019 Anerkennungspreise

zur Förderung von innovativen und fortschrittlichen Volksschulen verliehen.

Mit der Verleihung der Anerkennungspreise wird alle zwei

Jahre das spezielle Engagement von Schulleitungen, Lehrpersonen

und Lernenden honoriert. Zudem soll das Qualitätsdenken gefördert

werden. Preise wurden diesmal vergeben für «Besondere nachhaltige

Leistungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung» (Schule

Schenkon: Konzept Altersgemischtes Lernen) und für «Schulprojekte»

(Zentrumsschulhäuser Kriens: KiZ – Kultur im Zentrum, Primarschule

Hitzkirch: Schulfamilien, Schule Nebikon: Literatur auf der Spur).

Zwei Schulen erhielten einen Spezialpreis des Fördervereins Luzerner

Volksschulen (Schulhäuser Gasshof & Matt Luzern: Galileo

Junior, Psychomotorik Stadt Luzern: Mutige Mädchen).

EVALUATION DER INTEGRATIVEN FÖRDERUNG

UND DER INTEGRATIVEN SONDERSCHULUNG

Im Schuljahr 2018/19 wurde die Umsetzung der integrativen

Förderung (IF) und der integrativen Sonderschulung (IS) im Kanton

Luzern durch die Universität Zürich und die Pädagogische

Hochschule Zürich überprüft. An der Befragung nahmen 2543

Lehrpersonen, Schulleitungen, Bildungskommissionspräsidien und

Erziehungsberechtigte von Kindern mit IS teil. Ein differenzierter

Bericht wurde der DVS Ende 2019 übergeben.

IN STICHWORTEN

––

Rechnungswesen

Rund 10‘800 Rechnungen wurden verarbeitet und bezahlt,

4‘400 Rechnungen wurden an Kunden verschickt.

––

Website

www.volksschulbildung.lu.ch wurde 304‘340 mal besucht,

durchschnittlich 834 mal pro Tag.

––

Veranstaltungen

• DVS-Veranstaltungsreihe zu pädagogischen Brennpunkten:

• 3 Anlässe, 450 Teilnehmende

• Infomarkt für Bildungskommissionen: 133 Teilnehmende

• Seminar Flexible Pensionierung: 46 Teilnehmende

• Feier für pensionierte Personen im Schuldienst:

• 175 pensionierte Mitarbeitende

––

Behörden- und Schulleitungskonferenzen

• 545 Teilnehmende

– – Weiterbildungen von der DVS unterstützt

• 14 MAS-Abschlüsse (4 MAS Schulmanagement,

• 10 MAS IF)

• 12 DAS Schulleitungs-Abschlüsse

• 76 CAS-Abschlüsse (4 CAS Unterrichts- und Schul-

• entwicklung, 65 CAS-Module des MAS IF, 7 CAS

• Medien und Informatik für Lehrpersonen)

• 18 absolvierte Praxisgruppenmodule zum MAS IF

• 31 absolvierte Langzeitweiterbildungen «Seitenwechsel»


6 DVS | Jahresbericht 2019 | Abteilung Schulbetrieb I

Tüfteln, forschen, ausprobieren im Atelier für Robotik, das im Rahmen der Förderung von Hochbegabten angeboten wird.

Abteilung Schulbetrieb I

DIGITALISIERUNG: NEUER BEREICH

«MEDIEN UND INFORMATIK»

Seit Schuljahr 2018/19 gibt es in der Abteilung Schulbetrieb I den

neuen Bereich «Medien und Informatik». Der Bereich mit insgesamt

vier Mitarbeitenden hat sich im vergangenen Jahr konstituiert und

es wurden diverse Koordinations- und Beratungsaufgaben übernommen.

Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit dem Zentrum

Medienbildung und Informatik (Zembi) der Pädagogischen Hochschule

Luzern, welches vor allem die pädagogische Fachberatung

der Schulen übernimmt.

ATELIERS FÜR HOCHBEGABTE

Die Ateliers für Hochbegabte starteten zu Beginn des Schuljahres

2019/20 und sind auf grosses Interesse gestossen. Hochbegabte

Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Primarklasse haben die

Möglichkeit, am Dienstag- und/oder Donnerstagnachmittag in

Luzern oder Sursee ein Atelier zu besuchen, in welchem sie zusätzlich

gefördert werden. Rund 130 Kinder besuchen die Ateliers

mit Themen wie Chinesisch, Robotik, Programmieren, Denksport,

Tüftelwerk, Philosophieren und Kunst. Viele Lernende sind auf einer

Warteliste. Zurzeit werden die Ateliers ausgewertet und für das

nächste Schuljahr weiterentwickelt.

SCHULDIENSTE: EINFÜHRUNG QM

Das Qualitätsmanagement (QM) der Volksschulen Luzern hat zum

Ziel, die Schul- und Unterrichtsqualität zu sichern und eine kontinuierliche

Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Der Orientierungsrahmen Schulqualität beschreibt, was die Dienststellt

Volksschulbildung unter guter Schul- und Unterrichtsqualität

versteht. Die Qualitätsansprüche für die Schuldienste wurden nun

in einem Zusatzdokument zum Orientierungsrahmen definiert.

AKTIONSPROGRAMM PSYCHISCHE GESUNDHEIT

Nach zwölf Jahren wurde das Projekt «rundum fit» per Ende

Schuljahr 2018/19 abgeschlossen. Das Anschlussprojekt «Psychische

Gesundheit» ist gestartet. Die Dienststelle Volksschulbildung

unterstützt Schulen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen

und bietet diverse Unterrichtsangebote an.

UNTERRICHTSANGEBOTE

Im Schuljahr 2018/19 konnten die Schulen von insgesamt 24

Angeboten aus unterschiedlichen Themenbereichen profitieren. Die

Partnerinstitutionen der Dienststelle Volksschulbildung konnten mit

knapp tausend Klassen in den Bereichen Soziales und Gesundheit,

Gewaltprävention, Geschichte, Natur, Technik, Sprachen

und Kultur arbeiten.

Die spannenden Angebote tragen dazu bei, dass sich die Schulen,

resp. die Schülerinnen und Schüler, auch mit ausserschulischen

Themen beschäftigen, welche die überfachlichen Kompetenzen

fördern.

DURCHGEFÜHRTE TAGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN

––

DVS-Frühlingstagung – Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter 110 Teilnehmende

––

Tag der Musikschulen 62 Teilnehmende

––

Tagesstrukturen «Kinder gut begleiten» 130 Teilnehmende

––

Konferenz Tagesstrukturen 48 Teilnehmende

––

Lehrplan 21: Infoveranstaltung zu Beurteilungsfragen 90 Teilnehmende

––

Medien und Informatik: Infoveranstaltung für technische Betreuer/-innen 100 Teilnehmende

––

Tagung Gesundheitsförderung 77 Teilnehmende

––

Dankesanlass Seniorinnen und Senioren im Klassenzimmer (SiK) 148 Personen


7 DVS | Jahresbericht 2019 | Abteilung Schulbetrieb II

Handwerklich und gestalterisch tätig sein hat für viele Lernende mit kognitiven Defiziten eine besondere Bedeutung.

Abteilung Schulbetrieb II

ENTWICKLUNG DER SONDERSCHULZAHLEN

Die Sonderschulquote hat im aktuellen Schuljahr minimal zugenommen

und liegt bei 3.4 %. Die Zunahme ist vor allem auf den

Bereich Verhalten zurückzuführen, in welchem die Zahlen in der

integrativen und separativen Sonderschulung leicht angestiegen

sind. Insgesamt hat die integrative Schulform weiter zugenommen.

Knapp 42 % aller Lernenden mit Sonderschulbedarf werden

integrativ geschult. Die Nachfrage nach internen Sonderschulplätzen

ist so stark zurückgegangen, dass im Bereich Verhalten

in einer Institution das Internat geschlossen werden musste.

Die Abnahme betrifft auch den Bereich geistige Behinderung.

In den Heilpädagogischen Zentren werden deshalb weniger

Wohngruppen geführt.

LERNENDE MIT AUTISMUS-SPEKTRUM-STÖRUNGEN

Die Zunahme der Lernenden mit einer Autismus-Diagnose war

Anlass zur Schaffung des Fachdienstes Autismus (FDA). Er gehört

zur Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen. Die

Fachpersonen des FDA bieten den Regelschulen, welche ein Kind

mit Autismus-Diagnose schulen, behinderungsspezifische Beratung

und Unterstützung an. Zudem ist der Dienst für die fachliche

Begleitung der integrativen Sonderschulung zuständig.

FÖRDERPLANUNG NACH ICF

Die Einführung des Förderplanprozesses nach ICF (international

classification of functioning, disability and health) konnte sowohl

in der integrativen als auch in der separativen Sonderschulung

abgeschlossen werden. Im Bereich geistige Behinderung wird nun

mit einheitlichen Instrumenten gearbeitet, die sich am aktuellen

Stand des Fachwissens orientieren.

FACHDIENST FÜR SONDERSCHUL ABKLÄRUNGEN

Der Fachdienst für Sonderschulabklärungen hat im letzten Schuljahr

257 Kinder und Jugendliche abgeklärt. Das sind knapp

3 % oder 7 Anmeldungen mehr als im Vorjahr. Die Anmeldezahlen

im Vergleich zum Vorjahr:

2017/18 2018/19

Sprache 113 124

Körper und Sinn 92 100

Verhalten (private Regelschulen/ Intensivbedarf) 45 34

In 226 Fällen (90.40 % aller Abklärungen) wurde eine Sonderschulmassnahme

empfohlen.

INTEGRATIVE SONDERSCHULUNG (IS)

BEREICH GEISTIGE BEHINDERUNG

Seit Schuljahr 2019/20 werden alle Lehrpersonen der Integration

(IS-Lehrpersonen) im Bereich geistige Behinderung von den Regelschulen

angestellt. Gleichzeitig wird die behinderungsspezifische

fachliche Begleitung der IS-Lehrpersonen und Schulleitungen nun

vom Fachdienst Integrative Sonderschulung (FDI) sichergestellt.

Die Fachverantwortlichen IS geistige Behinderung erfüllen – neu

als kantonaler Fachdienst – den gleichen Auftrag wie bisher die

Schulleitungen IS der heilpädagogischen Schulen und Zentren.

Der FDI ist ebenfalls Teil der Fachstelle für Früherziehung und

Sinnesbehinderungen.


8 DVS | Jahresbericht 2019 | Abteilung Schulunterstützung

Sechs Schulen erhielten im Herbst 2019 das Label «Schule mit besonderem Profil».

Abteilung Schulunterstützung

SCHULBERATUNG

Die Angebote der Schulberatung werden von Jahr zu Jahr mehr

genutzt. Der Schwerpunkt verschiebt sich von den Einzelberatungen

zu den Teamberatungen, was der Entwicklung der Zusammenarbeit

in den Schulen entspricht. Teams verantworten den Unterricht

gemeinsam und reflektieren ihre Arbeit vermehrt professionell in

einer externen Supervision. Weiter ist die Nachfrage nach schulinternen

Schulungen zu den Themen «neue Autorität», «Gesundheit»,

«Zusammenarbeit», «Elternarbeit» und «Krisenintervention» stark

angestiegen.

SCHULENTWICKLUNG

Die Prozessbegleitung bei 38 Schulen bei der Einführung des Lehrplans

21 konnte im vergangenen Jahr mehrheitlich abgeschlossen

werden. Das neue Programm «Schulen mit besonderem Profil»

ermöglicht es den einzelnen Schulen, ihr individuelles pädagogisches

Profil auszugestalten, dafür Unterstützung zu bekommen

und ein Label zu erwerben. Aktuell werden 13 Schulen in den

Themenbereichen Partizipation, Umwelt, Sport, Kultur, innovative

Lernformen begleitet. Sechs Schulen wurden 2019 mit dem Label

ausgezeichnet, sieben Schulen werden im Förderprogramm auf

dem Weg zum Label unterstützt.

Im Projekt «Sozialraumorientierte Schule» wurden sechs Schulen

weiter darin begleitet, sich mit ausserschulischen Akteuren systematisch

zu vernetzen.

Im Netzwerk «Luzerner Schulen» profitieren 808 Lehrpersonen,

Schulleitungen und weiteres Schulpersonal in 43 Teilnetzwerken

vom gegenseitigen Austausch zu verschiedensten pädagogischen

Themen.

Die diesjährige DVS-Herbsttagung «Innovativ und kreativ unterwegs

– Gestaltungsfreiräume erkennen und aktiv nutzen» wurde

von 90 Schulleitungen, Lehr- und Fachpersonen sowie Mitgliedern

von Bildungsbehörden besucht.

In einer DVS-internen Arbeitsgruppe wurden die Schulentwicklungsziele

2035 der Volksschulbildung erarbeitet. Diese werden nun mit

den Partnern der Luzerner Volksschule diskutiert und anschliessend

für die Umsetzung ab dem Schuljahr 2023/24 vorbereitet.

SCHULEVALUATION

Im Kalenderjahr 2019 wurden 32 Schulen evaluiert. Zwei Drittel

aller Schulen haben sich für eine vertiefte Evaluation des Qualitätsbereichs

«Arbeitszufriedenheit der Lehrpersonen» entschieden. Die

Ergebnisse zeigen: Die Lehrpersonen fühlen sich an ihrer Schule

und in ihrem Team mehrheitlich wohl. Allerdings erlebt ein Teil

das Verhältnis zwischen beruflicher Belastung und Befriedigung

nicht als ausgewogen. Einige Schulen haben entsprechende Ziele

daraus abgeleitet.

Die Schulleitungen, Bildungskommissionen und Lehrpersonen attestieren

der Schulevaluation eine hohe Professionalität. Die externe

Schulevaluation leistet aus deren Sicht einen wichtigen Beitrag zum

schulischen Qualitätsmanagement. Im «Wirkungsbericht über die

externe Schulevaluation» zuhanden des Kantonsrats wird diesbezüglich

umfassend Rechenschaft abgelegt und aufgezeigt, dass

die externe Schulevaluation im Kanton Luzern an den Schulen

nachweislich Wirkung entfaltet. Der eingeschlagene Weg soll im

4. Zyklus ab dem Schuljahr 2021/22 mit leichten Anpassungen

fortgeführt werden.

KENNZAHLEN SCHULBERATUNG

2016 2017 2018 2019

Einzelberatungen 276 324 348 317

Teamberatungen 109 109 119 132

Unterstützung bei Notfällen 12 15 15 38

Workshops 29 34 59 147


9 DVS | Jahresbericht 2019 | Abteilung Schulaufsicht

Im Gespräch bleiben, sich austauschen und diskutieren beeinflusst die Arbeitsqualität wesentlich.

Abteilung Schulaufsicht

ÜBERPRÜFUNG KANTONALER BESTIMMUNGEN

Im Schuljahr 2018/19 überprüfte die Schulaufsicht unter anderem

die Einhaltung der kantonalen Bestimmungen zum Schwimmunterricht

gemäss Lehrplan 21, zu Stellvertretungsregelungen, Entlastungslektionen

für Klassenlehrpersonen und zum Einsatz von

Klassenassistenzen bei integrativer Sonderschulung. Die Ergebnisse

sind im Bericht der Schulaufsicht 2018/19 auf der Website

der Dienststelle Volksschulbildung zu finden (www.volksschulbildung.lu.ch).

Der Bericht bildet nur einen Teil des Aufsichtshandelns

ab. Die Schulaufsicht arbeitet punktuell. Sie interveniert

auftragsgemäss bei begründeten Hinweisen auf Regelverstösse

und überprüft proaktiv ausgewählte Bereiche.

BETRIEBSKOSTEN VOLKSSCHULE

Im Zuge der Aufgaben- und Finanzreform 18 steigen für den Kanton

Luzern die budgetwirksamen Ausgaben im Bereich Volksschule

durch die Veränderung im Finanzierungsverhältnis stark an. Bisher

leistete der Kanton 25 Prozent an die Kosten der Volksschule. Neu

teilen sich Kanton und Gemeinden die Kosten hälftig zu je 50

Prozent. Die Erfahrungen aus Überprüfungen von Betriebskosten

der Volksschule weisen auf die Notwendigkeit hin, die Aufsicht

in diesem Bereich zu verstärken.

PRIVATSCHULEN/PRIVATUNTERRICHT

Mit 650 Lernenden (1.6 %) hat die Anzahl Lernender an Privatschulen

im Kanton Luzern erneut zugenommen (Vorjahr 595).

Zwei Privatschulen sind auf Beginn des Schuljahres 2019/20

eröffnet worden, eine hat den Schulbetrieb während dem Schuljahr

2018/19 eingestellt. Aktuell gibt es im Kanton Luzern 16 aktive

Privatschulen und Privatkindergärten für die obligatorische Schulzeit.

Für Privatunterricht wurden 15 neue Bewilligungen ausgestellt

(Vorjahr 16). Die Anzahl privat unterrichteter Lernender hat von 63

auf 71 erneut zugenommen (+13 %). Gesamthaft werden aber nur

0.2 % der Lernenden privat unterrichtet.

STANDORTGESPRÄCHE

Die Schulaufsicht führt mit den Führungsverantwortlichen der Schulen

etwa drei Jahre nach der externen Evaluation ein Standortgespräch.

Dabei überprüft sie die Umsetzung der Entwicklungsziele

aus der externen Schulevaluation, klärt Auffälligkeiten bezüglich

Missachtung kantonaler Bestimmungen sowie Aufsichtsanzeigenund

Beschwerden.

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN 2019

Aufsichtsthemen (von der Geschäftsleitung DVS festgelegt) 6

Überprüfte Schulen: Regelschulen (Gemeinden) 82

Sonderschulen 12

Privatschulen 14

Interventionen aufgrund nicht eingehaltener kantonaler Bestimmungen

(ohne Interventionen im Rahmen von Zielvereinbarungen nach der externen Evaluation)

69

Aufsichtsanzeigen, Aufsichtsbeschwerden von Erziehungsberechtigten 7

Zielvorgaben (bei besonderen Feststellungen/oder unzureichender Praxis durch die externe Evaluation) 2

Standortgespräche 28


10 DVS | Jahresbericht 2019 | Heilpädagogisches Zentrum HPZ Hohenrain

Das Lichterfest im November macht die dunkle Jahreszeit etwas heller.

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Hohenrain

Der stetige Wandel macht auch vor dem Heilpädagogischen

Zentrum Hohenrain (HPZH) nicht halt. Eine seiner Aufgaben ist

es, den Blick nach aussen zu richten, den Wandel zu erkennen

und auf ihn angemessen zu reagieren. Das HPZH erachtet den

Wandel als Chance und nimmt ihn als Basis für die Weiterentwicklung.

WEITERBILDUNGEN SCHAFFEN SICHERHEIT

Ein wichtiges Element der Weiterentwicklung besteht darin, die

Mitarbeitenden zu befähigen und sie in der Arbeit mit den

Kindern und Jugendlichen zu stärken. Das verschafft Sicherheit.

Die Befähigung beinhaltet unter anderem das Aneignen von

Fachwissen. Dafür bietet das HPZH interne Weiterbildungen

an. Gegenwärtig ist Social Media eine anspruchsvolle Aufgabe

für die Institution. Das HPZH hat festgestellt, dass unter diesem

Aspekt das bestehende Konzept «Umgang mit Sexualität und

Freundschaft» zu überdenken und neu zu schreiben ist. Dies

gilt auch für das Konzept der Gewaltprävention. Zum Thema

«Umgang mit Sexualität und Freundschaft» wurden, neben der

Weiterbildung für die Mitarbeitenden, auch die Eltern zu einem

Informationsabend eingeladen. Sie hatten dabei Gelegenheit,

einer externen Fachperson Fragen zu stellen und sich beraten

zu lassen.

Das Gewaltpräventionskonzept wird in der Überarbeitung unter

anderem die Abgrenzung von angemessenem Verhalten zu verletzendem

Verhalten aufzeigen. Die Thematik ist auch bei der

Weiterbildung der Mitarbeitenden ein zentrales Thema. Entsprechend

viel Zeit wird dafür eingeräumt.

ELTERNKONTAKTE BEIM LICHTERFEST

Bereits zum dritten Mal fand am 21. November 2019 das

Lichterfest im HPZH statt. Bei diesem Fest steht in der dunklen

Jahreszeit das Licht im Zentrum. Licht spielt in vielen Kulturen und

Religionen eine wichtige Rolle, kennt man doch auf der ganzen

Welt Bräuche und Traditionen zum Licht. Die Arbeitsgruppe

«erfolgreiche Zusammenarbeit mit Migrantenfamilien» organisiert

diesen Anlass jeweils und bat die Eltern der Schülerinnen und

Schüler, eine kulinarische Spezialität aus ihrem Herkunftsland mitzubringen.

Alle Schulklassen, vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe,

hatten seit den Herbstferien vielfältige Lampen und Laternen

gebastelt sowie Lichter gestaltet. Rund 400 Eltern und Familienangehörige

folgten der Einladung und bewunderten gemeinsam

mit den Mitarbeitenden des HPZH den Lichterumzug, der von

Musikerinnen und Musikern begleitet wurde. Anschliessend bot

das Zusammensein bei Tee und Spezialitäten Gelegenheit zur

Begegnung und zum Austausch. Zufriedene Gesichter und die

fröhliche Stimmung zeigten, dass das zur Tradition gewordene

Lichterfest von allen Beteiligten sehr geschätzt wird.

Lernende (Stand Dezember 2019)

Separative Sonderschulung

198

– davon geistig behindert

87

– davon sprachbehindert

111

Davon im Internat 59


11 DVS | Jahresbericht 2019 | Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim

Bild des Künstlers B. Abgottspon. Er ist einer von mehr als zehn künstlerisch tätigen Bewohnerinnen und Bewohnern des HPZ Schüpfheim.

Heilpädagogisches Zentrum HPZ Schüpfheim

BEREICH KINDER UND JUGENDLICHE

Die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern, den Bewohnerinnen

und Bewohnern, das Wahrnehmen ihrer Anliegen und

die Achtsamkeit für ihr Wohlergehen können nur durch grosses

Sorge tragen zu den persönlichen Ressourcen aller Mitarbeitenden

am HPZ Schüpfheim geleistet werden. Mit diesem Bewusstsein

wurde der Schwerpunkt 2019 im Fachbereich Schule vor allem

auf die Entlastung durch Transparenz und die institutionalisierte

Zusammenarbeit gelegt.

IMPLEMENTIERUNG STEUERGRUPPE

Mit der neuen Schulleitung gewann die 2018 gegründete Steuergruppe

an Bedeutung. Die Delegierten des Schulteams – je

eine Person jeder Stufe und Berufsgruppe – unterstützten die

neue Schulleiterin in der Planung des Schuljahres 2019/20 beim

Zusammentragen aller wichtigen Anliegen aus dem Schulbereich

und im Erstellen einer neuen Mehrjahresplanung für die nächsten

fünf Jahre. Mit viel Engagement und kritischem Interesse tragen die

verschiedenen Personen und ihre Sichtweisen auch in Zukunft bei

zu einer breit abgestützten Zusammenarbeit aller Mitarbeitenden

im Fachbereich Schule.

ZUSAMMENARBEIT INNERHALB DES SCHULTEAMS

Nicht nur die Aufgabe der Steuergruppe und ihre Rolle für den

Fachbereich Schule am HPZ Schüpfheim wurden im letzten Jahr

geklärt, auch alle anderen Zeitgefässe wurden genauer definiert.

So wurde eine Zusammenstellung aller Sitzungen, Ämtchen und

weiterer Aufgaben gemacht und der Jahresarbeitszeit einer Lehrperson

in den vier Arbeitsbereichen «Klasse, Lernende, Schule und

Lehrperson» gegenübergestellt. Mit der für alle Lehrerinnen und

Therapeutinnen verpflichtenden Führung einer Arbeitszeiterfassung

wird eine Grundlage für weitere datenbasierte Anpassungen und

Entflechtungen geschaffen.

BEREICH ERWACHSENE

Bei den vielfältigen Alltagsaktivitäten der Erwachsenen wird die

Mit- und Selbstbestimmung grossgeschrieben. In den Ateliers

des HPZ Schüpfheim wird neben anderen Arbeiten auch Kunst

gemacht. Derzeit sind über zehn Bewohnerinnen und Bewohner

gestalterisch tätig. Sie werden von Mitarbeitenden mit entsprechenden

Ausbildungen begleitet und unterstützt. So entstanden

über die Jahre immer wieder bemerkenswerte Objekte, Bilder und

Karten. Die Werke werden nicht nur am jährlichen Frühlingsfest

ausgestellt, sondern auch an diversen Ausstellungen und zum Teil

zusammen mit andern Kunstschaffenden präsentiert.

KUNSTAUSSTELLUNGEN 2019

April: Jugendkulturtag Biosphäre Entlebuch, Adlersaal, Schüpfheim

The Phrontistery, Luzern

Mai: Werkausstellung, Entlebucherhaus, Schüpfheim

Ausstellung am Frühlingsfest Sunnebüel, Schüpfheim

Juli – September: Raviolibar, Luzern

September: Preisverleihung für Texte, Bielefeld DE

(Jahreskalender 2020: diewortfinder.org)

Dezember: Restaurant Brünig (Caritas), Luzern

Lernende (Schuljahr 2019/20)

Separative Sonderschulung 44

Davon im Internat 24

Erwachsene 39


12 DVS | Jahresbericht 2019 | Heilpädagogische Schule HPS Luzern & HPS Sursee

Spass und Freude beim wöchentlichen Einsatz auf dem Bauernhof.

Heilpädagogische Schule HPS Luzern

Drei wichtige Themen haben dieses Kalenderjahr geprägt: Die

HPS Luzern nahm im Herbst 2018 an der Nationalfondstudie

zum Thema «Peereinfluss bei Kindern und Jugendlichen mit einer

geistigen Behinderung» teil. Dazu wurden im Herbst 2018 und

Frühling 2019 zwei Erhebungen durchgeführt. Erste Ergebnisse

der Studie werden im Herbst 2020 vorliegen. Aktuell besuchen

70 % männliche und 30 % weibliche Lernende die HPS. Davon

sind 60 % Schweizer und 40 % Ausländer.

Wie gehen wir mit neu eintretenden Schülerinnen und Schülern

um, die zunehmend komplexere Behinderungsbilder aufweisen

und in vielerlei Hinsicht eine 1:1 Betreuung erfordern? Mit internen

Weiterbildungen versucht die HPS Luzern, dieses Thema

aktiv anzugehen und sich auf die veränderte Zusammensetzung

der Lernenden einzustellen. Dies erfordert eine Anpassung der

Orientierungsziele und intensive Elternarbeit.

Mehrere Krisen von Lernenden haben die HPS viel Kraft und

Energie gekostet. In engagierter interner Zusammenarbeit und

durch das Beiziehen von externen Fachleuten konnten Lösungen

gefunden werden, die wieder Stabilität und Kontinuität in den

Schulalltag und in die Zusammenarbeit aller Beteiligten brachten.

Lernende (Schuljahr 2019/20)

Basisstufe 5

Primarstufe 40

Sekundarstufe und ÜBA 14

Sonderpädagogisches Brückenangebot 10

Heilpädagogische Schule HPS Sursee

Im Januar 2019 fand ein weiteres Forum für Interessierte aus

Bildung, Politik und Wirtschaft statt. Es stand unter dem Motto

«Die Sonderschulung im Jahr 2030». Das Publikum hörte den

Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmern aus der DVS, der

Stiftung Brändi, dem Kantonsrat, der integrativen Sonderschulung

und aus dem Elternrat interessiert zu. Diese wiederum

versuchten, die nicht immer einfachen und bisweilen etwas

provokativen Fragen des Rektors zu beantworten.

Die Umbauarbeiten am Gebäude der Nachbarschule sind

endlich vorbei. Die Lärmbelastung im vergangenen Jahr war

massiv. Nun gilt es noch, die Umgebung zu gestalten. Auch

für die Kinder und Jugendlichen der HPS braucht es attraktive

Angebote.

TAGESSTRUKTUREN MIT NEUEM KONZEPT

Die stetig steigende Zahl der Kinder, welche die Angebote der

Tagesstrukturen in Anspruch nehmen, machte deren Neugestaltung

notwendig. Die Spurgruppe überarbeitete das Konzept.

Eine Sozialpädagogin hat nun die Leitung der Tagesstrukturen

übernommen und koordiniert die Einsätze der Mitarbeiterinnen,

garantiert die Einhaltung des Konzepts und überprüft laufend

die Programme der einzelnen Kinder.

Lernende (Schuljahr 2019/20)

Basisstufe 18

Primarstufe 13

Sekundarstufe 18


13 DVS | Jahresbericht 2019 | Heilpädagogische Schule HPS Willisau & Schulangebote Asyl (SAA)

Berufskompetenzen erwerben und gleichzeitig die Persönlichkeit stärken.

Heilpädagogische Schule HPS Willisau

«Gegenseitiges Vertrauen bildet die Grundlage unseres Wirkens»

so lautet der Leitsatz, auf dem auch das Schulmotto WUR-

ZELN-WACHSEN-WIRKEN basiert.

ELTERN SIND WICHTIGE PARTNER

Gesellschaftliche Veränderungen stellen an die Eltern der Lernenden

besondere Herausforderungen. Ihrer Einbindung wird denn

auch eine hohe Wichtigkeit beigemessen, um die bestmögliche

Entwicklung der Lernenden zu gewährleisten. Die HPS Willisau

pflegt verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern und

hält diese konzeptionell fest. Im Herbst hat sich die Schule mit dem

Thema für das Label «Schule mit besonderem Profil» beworben.

KOMPETENZZENTRUM FÜR INTEGRATION

Auf Beginn des Schuljahres wurde die Organisation der integrativen

Sonderschulung (IS) im Kanton Luzern angepasst. Die HPS

Willisau steht der IS jedoch weiterhin als Kompetenzzentrum zur

Verfügung. Es werden Hospitationsmöglichkeiten, Fachberatungen

(z.B. unterstützte Kommunikation) und Weiterbildungen angeboten.

Die Berufswahlfachperson begleitet den Berufsfindungsprozess

der IS-Lernenden unterstützend, insbesondere die Vermittlung von

Arbeitseinsätzen. Mit den Berufskompetenzen Textil, Werken und

Hauswirtschaft bietet die HPS ein Modell an zur Stärkung der

Persönlichkeit und Selbstständigkeit. Das Training zum Erwerb

der überfachlichen Kompetenzen wie Ausdauer, Verlässlichkeit

usw. befähigt die Lernenden, gestärkt und selbstbewusst aufzutreten.

Es bildet die Grundlage für einen gelingenden Übertritt

ins Berufsleben. Über 30 Betriebe bieten den Jugendlichen der

HPS Willisau Arbeitseinsätze an.

Anzahl Lernende

Basisstufe 23

Primarstufe 29

Sekundarstufe 18

Überbrückungsjahre 5

Schulangebote Asyl

Das Jahr 2019 war erneut von strukturellen Anpassungen geprägt.

So wurde infolge der Schliessung des Asylzentrums Geuensee die

dortige Basisstufe per Ende April geschlossen. Das neue Schuljahr

im August startete aufgrund rückläufiger Zahlen bei den 16- bis

18-jährigen Jugendlichen mit zwei von bisher drei Anschlussklassen.

Im November wechselten junge Erwachsene von einem externen

Schulangebot an die Schulangebote Asyl in die neu eröffnete

Übergangsklasse.

Zum Lehrplan der Anschlussklassen gehört die Berufsorientierung als

Vorbereitung auf die berufliche Integration in der Schweiz. Sie beinhaltet

die Heranführung an das Schweizer Bildungssystem sowie

das Kennenlernen verschiedener Berufe im Unterricht – verbunden

mit Betriebsbesichtigungen und Besuchen. Im September nutzten

die Klassen die Gelegenheit, im Rahmen des Anlasses Dynamo

Sempachersee je eine Berufsinsel nach Wahl zu besuchen. So

lernten die Jugendlichen Berufe in den Bereichen Bau, Genuss,

Gesundheit sowie Natur und Holz kennen.

Im Schuljahr 2018/19 besuchten 220 Lernende, deren Verweildauer

zwischen 3 Wochen und einem ganzen Schuljahr variierte,

die Schulangebote Asyl.

Schüler/innen davon MNA* davon Ü16** Nationalitäten

August 2018 130 38 38 14

Juli 2019 93 28 40 13

90 Eintritte / 127 Austritte *MNA = Mineurs non accompagnés, unbegleitete minderjährige Asylsuchende **Ü16 = Über 16jährige Jugendliche


14 DVS | Jahresbericht 2019 | Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen (FFS)

Bunt geschminkte, strahlende Kinder am Spielfest 50 Jahre Heilpädagogischer Früherziehungsdienst Kanton Luzern.

Fachstelle für Früherziehung

und Sinnesbehinderungen FFS

2019 feierte der Heilpädagogische Früherziehungsdienst (HFD)

sein 50-jähriges Jubiläum. Verschiedene Aktivitäten gaben Einblick

in die Arbeit des HFD und zeigten dessen erfolgreiche Entwicklung

in den vergangenen fünf Jahrzehnten auf. Mit dem Jubiläumsanlass

Ende Oktober fand das Jubiläumsjahr einen feierlichen Abschluss.

NEUER FACHDIENST FÜR INTEGRATIVE

SONDERSCHULUNG

Neben dem HFD-Jubiläum hat der Aufbau eines neuen Fachdienstes

das Jahr der Fachstelle für Früherziehung und Sinnesbehinderungen

geprägt. Mit der Neuorganisation der integrativen

Sonderschulung im Bereich der geistigen Behinderung wurde

im Sommer der Fachdienst für Integrative Sonderschulung (FDI)

eröffnet. Über 150 IS-Lehrpersonen von insgesamt 250 Lernenden

in den Regelschulen werden durch die vier Fachverantwortlichen

des FDI fachlich begleitet und unterstützt. Der deutliche Anstieg

von sonderpädagogischen Leistungen für Kinder und Jugendliche

in allen Fachbereichen stellte die Fachdienste und den HFD vor

grosse Herausforderungen. Überall galt es spezielle Szenarien

zu entwickeln, um mit den bestehenden personellen Ressourcen

die kontinuierliche Zunahme der Fallzahlen zu bewältigen. Wann

immer möglich werden die Anfragen und Neuaufnahmen ohne

allzu lange Wartezeiten bearbeitet, damit den Kindern, ihren

Familien und den Lehrpersonen schnell fachspezifische Unterstützung

zukommt.

MEHR KINDER MIT DIAGNOSE ASS

Die Zunahme von Kindern mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung

(ASS) erforderte bereits nach dem ersten Betriebsjahr eine

personelle Erweiterung des Fachdienstes Autismus. Neben dem

Beratungsangebot von Schule und Familie können auch Kleinkinder

mit ASS dank intensiver spezifischer Förderung ihre Entwicklungsmöglichkeiten

sowie ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten

verbessern. Im Rahmen der Heilpädagogischen Früherziehung

ist geplant, die positiven Ergebnisse zur Wirksamkeit von intensiven

Frühinterventionsmethoden bei frühkindlichem Autismus mit

zusätzlichen Pensen umzusetzen. Ein Konzept für eine Pilotphase

wurde ausgearbeitet und soll 2020 im HFD umgesetzt werden.

HEILPÄDAGOGISCHER

FRÜHERZIEHUNGSDIENST (HFD)

HFD Kinder total Neuanmeldungen

2019 726 254

2018 690 241

2017 680 257

2016 640 247

AUDIOPÄDAGOGISCHER DIENST (APD)

APD Kanton LU Ausserkantonale Total

2019/20 140 116 256

2018/19 121 102 223

2017/18 123 107 230

2016/17 131 100 231

(neu: Stand 31. Dezember)

VISIOPÄDAGOGISCHER DIENST (VPD)

VPD HFE B&U/IS* Total

2019/20 31 85 116

2018/19 21 55 76

2017/18 7 23 30

*) Beratung und Unterstützung/Integrative Sonderschulung

(neu: Stand 31. Dezember)

FACHDIENST AUTISMUS (FDA)

FDA B&U IS Total

2019/20 23 31 54


Bildungs- und Kulturdepartement

Dienststelle Volksschulbildung

Kellerstrasse 10

6002 Luzern

www.volksschulbildung.lu.ch

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