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Aufwind 02/19

Die Themen dieser Ausgabe: Allergie: gut unterwegs durch die Pollensaison 2019 ● Allergisches Asthma: Pollen & Ozon – eine fatale Kombination ● Kinder & Nahrungsmittelallergien: Wissen gibt Sicherheit ● Experten-Interview: „Asthma darf den Alltag nicht belasten“

Die Themen dieser Ausgabe:
Allergie: gut unterwegs durch die Pollensaison 2019
● Allergisches Asthma: Pollen & Ozon – eine fatale Kombination
● Kinder & Nahrungsmittelallergien: Wissen gibt Sicherheit
● Experten-Interview: „Asthma darf den Alltag nicht belasten“

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Aufwind

Zeitschrift für Menschen mit Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen und Allergien

Nr. 2/2019

Allergie & Gefahren:

Ozon, Pollen & Nahrungsmittel

● Allergie: gut unterwegs durch die Pollensaison 2019

● Allergisches Asthma: Pollen & Ozon – eine fatale Kombination

● Kinder & Nahrungsmittelallergien: Wissen gibt Sicherheit

● Experten-Interview: „Asthma darf den Alltag nicht belasten“


Inhalt

4 Pollenallergie:

Gut unterwegs durch die Pollensaison 2019

6 Allergisches Asthma:

Pollen & Ozon: eine fatale Kombination

Die Österreichische Lungenunion

(ÖLU) ist eine bundesweit aktive

Selbsthilfegruppe für alle Menschen

mit Allergie, Asthma, COPD,

Lungenkrebs und Neurodermitis.

Die ÖLU ist ganzheitlich orientiert,

sie stützt und fördert die Mündigkeit

der Betroffenen. Sie gibt und vermittelt

Anleitung zur Selbsthilfe.

Sie strebt Partnerschaftsbewusstsein

an: der Arzt als Partner im Leben des

Patienten, aber auch der Patient als

Partner der Bemühungen des Arztes.

Das Ziel ist der informierte Patient

und die informierte Mitwelt. Nutzen

Sie die Angebote der „Österreichischen

Lungenunion“ und helfen Sie

mit, das öffentliche Bewusstsein in

Bezug auf den Stellenwert von Allergien

und Atemwegserkrankungen

zu erhöhen.

Beratungen nach telefonischer

Voranmeldung.

Österreichische Lungenunion

Obere Augartenstraße 26–28

1020 Wien

Tel. und Fax: 01/330 42 86

E-Mail: office@lungenunion.at

www.lungenunion.at

Wissenschaftlicher Beirat

Prim. Vetter, Prim. Aigner,

Prof. Frischer, Prof. Götz, Prim. Hartl,

OÄ Homeier, Prof. Horak, Prim.

Jamnig, Prof. Kummer, Prof. Pohl,

Prof. Riedler, Doz. Sator, Prof. Stingl,

Prof. Stögmann, Prim. Wurzinger

8 Nahrungsmittel-Allergie:

Kinder & Allergien – Wissen gibt Sicherheit

10 Experten-Interview:

„Asthma darf den Alltag nicht belasten“

12 Termine und Veranstaltungen

Impressum

Herausgeber:

Österreichische Lungenunion

Obere Augartenstraße 26–28, 1020 Wien

Telefon/Fax: (01) 330 42 86, E-Mail: office@lungenunion.at

www.lungenunion.at

Verlag & Redaktion:

Unlimited Media

Crisafulli & Stodulka Unlimited Media GmbH

Salierigasse 26/4, 1180 Wien

Kontakt:

Thomas Stodulka: 0699/11 08 92 73, stodulka@unlimitedmedia.at

unlimitedmedia.at

Redaktion: Thomas Stodulka, Eliana Crisafulli

Lektorat: Alexandra Lechner

Art Direktion & Layout und Produktion: Unlimited Media

Fotos: Unlimited Media, Österreichische Lungenunion, Pixabay

Druck: unlimitedprint.eu

Das Magazin Aufwind unterstützt die Aktivitäten der Österreichischen

Lungenunion.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung

verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung

für beide Geschlechter.

Partner & Sponsoren

2 Aufwind 2/19


®

Aktuelles

7. Mai 2019:

Welt-Asthma-Tag 2019

Der Welt-Asthma-Tag findet

jährlich am ersten Dienstag im

Mai statt und fällt heuer somit

auf den 7. Mai. Anlass für diesen

internationalen Aktionstag ist,

das Bewusstsein für chronische,

entzündliche Erkrankungen der

Atemwege zu schüren.

Ins Leben gerufen wurde der internationale

Welt-Asthma-Tag von der

internationalen Organisation Global

Initiative for Asthma (GINA). Das

erklärte Ziel von GINA ist, das Leben

von Menschen mit Asthma in

allen Teilen der Welt zu verbessern.

Jährlich wird daher ein Thema ausgewählt,

auf dem das Hauptaugenmerk

des Welt-Asthma-Tages liegt.

Gina stellt dazu Materialien und

Ressourcen rund um „World Asthma

Day“ zur Verfügung. Informationsmaterialien

werden zum Download

bereitgestellt sowie auch Aktivitäten

auf der ganzen Welt aufgelistet. Der

erste Welt-Asthma-Tag fand 1998

in mehr als 35 Ländern in Verbindung

mit dem ersten Welt-Asthma-

Treffen in Barcelona, Spanien statt.

Die Teilnahme hat mit jedem World

Asthma Day, der seitdem abgehalten

wird, zugenommen, und der Tag

ist zu einer der wichtigsten Veranstaltungen

zur Bewusstseinsbildung

und zur Aufklärung über Asthma in

der Welt geworden.

Infos: www.ginasthma.org

Neues Allergietagebuch:

Symptome digital erfassen

Das neue Allergietagebuch Mavia-Aria ermöglicht Symptome

der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) oder Asthmasymptome

sowie die Medikamenteneinnahme täglich zu erfassen. Dadurch

lässt sich ein längerfristiger Überblick über Symptome, Wirksamkeit

der Behandlung und wiederkehrende Muster erlangen.

Das Macvia-Aria Allergietagebuch ist

eine neue Gratis-App, die eine tägliche

Symptombewertung allergischer

Rhinitis oder Asthmasymptome

ermöglicht. Der Benutzer legt sein

Profil mit seinen Symptomen und

verwendeten Arzneimittel an und

gibt laufend seine diesbezüglichen

Symptome und Medikamenteinnahmen

ein. Die Ergebnisse werden

in anschaulichen Grafiken dargestellt,

sodass der Krankheitsverlauf

über eine längere Zeitspanne, in Tagen,

Monaten oder Jahren, abgelesen

werden kann. Dadurch kann die

Erkrankung besser kontrolliert, die

Symptome besser verstanden und

die Therapie verbessert werden. Die

App wurde von einem internationalen

Team weltweit führender Allergologen

entwickelt und steht ab sofort

gratis zum Downloaden bereit.

Aufwind 1/19

Kurz notiert

Rauchen & E-Zigarette:

Weniger attraktiv

für Jugendliche

Das Rauchverhalten einer Million

britischer Jugendlicher wurde im

Zeitraum zwischen 1998 und 2015

im Rahmen einer Studie erforscht.

In diesen Jahren sank der Anteil der

13- bis 15-Jährigen, die mindestens

einmal geraucht haben, von 60 auf

19 Prozent. Gleichfalls reduzierte

sich der Anteil der regelmäßigen

Raucher stark, nämlich von 19 auf 5

Prozent. Generell ist die Attraktivität

des Rauchens gesunken. Während

es im Jahr 2000 bei 70 Prozent der

Jugendlichen noch „in Ordnung war,

eine Zigarette zu probieren“, fanden

dies 2015 nur noch 27 Prozentder

Jugendlichen. Positiv war zudem,

das Ergebnis bezüglich E-Zigaretten.

Denn die Befürchtungen, dass die

süßlich aromatischen E-Zigaretten

bei den Jungen das Rauchen wieder

attraktiv machen, hat sich nicht bewahrheitet.

Studie: Hefepilz bringt

neue Erkenntnisse bei

Neurodermitis

Forscher der Universität Zürich haben

das Wechselspiel zwischen dem

Hefepilz Malassezia und dem Immunsystem

untersucht. Denn obwohl

diese normalerweise harmlosen

Malassezia-Pilze zu einer gesunden

Mikroflora der Haut gehören, können

sie dennoch für die Entstehung einer

atopischen Dermatitis (Neurodermitis)

verantwortlich sein. Allerdings

weisen die Ergebnisse auch darauf

hin, dass sich die atopische Dermatitis

möglicherweise mit therapeutischen

Antikörpern behandeln ließe,

wie das bereits bei Schuppenflechten

erfolgreich eingesetzt wird.

3


Pollen-Allergie

Gut unterwegs durch die

Pollensaison 2019

Foto: Katharina Bastl/www.pollenwarndienst.at

Der Österreichische Pollenwarndienst der MedUni Wien zählt 23 Mess -

stellen an denen laufend Pollen in der Luft eingefangen werden. Botaniker

und Analysten aus ganz Österreich werten kontinuierlich die Luftproben aus

und erstellen eine lokale Polleninformation. Über die zwei Webseiten

www.pollenwarndienst.at und www.polleninfo.org können sich Allergiker über

kurz- und mittelfristige Prognosen zur Pollenkonzentration sowie Informationen

zur aktuellen Pollensituation in Österreich und in Europa ein Bild machen,

was der Tages- oder Urlaubsplanung sehr dienlich ist. Doch nicht nur das: Mit

der Pollen-App können Betroffene mittlerweile ein personalisiertes Tagebuch

führen, das zusätzlich dazu beiträgt spezifische Informationen für die einzelenen

Regionen zu erfassen.

4 Aufwind 2/19


Auf pollenwarndienst.at ist das aktuelle

Allergierisiko und umfassende

Information das ganze Jahr abrufbar.

polleninfor.org erleichtert die Urlaubsplanung

in europäische Länder.

Mit der Pollen-App gut unterwegs

durch die Pollen-Saison.

Europaweit gibt es etwa 400 „aktive

Pollenfallen“, die allesamt mit

der Datenbank der European Aeroallergen

Network (EAN) in Wien vernetzt

sind. Wien ist somit die zentrale

Stelle für die aerobiologischen

Forscher und zudem federführend

in den meisten wichtigen aerobiologischen

EU-Projekten involviert.

Hinter den Webseiten pollenwarndienst.at

(für Österreich) und polleninfo.org

(für Europa) steht somit

eine wissenschaftlich tätige Institution

im Hintergrund, die Qualität

und Richtigkeit der Angaben gewährleistet.

„Wir beziehen in unsere

Prognosen immer mehrere

Quellen mit ein: Pollenmessungen

mit standardisierten und validierten

Messmethoden, Wetterdaten,

Luftqualitätsdaten, lokale phänologische

Informationen – also die

Beobachtung des Blühverhaltens

der Pflanzen –, Symptomdaten und

Vorhersagemodelle“, erklärt Mag. Dr.

Katharina Bastl. „Nur die Summe

aus all diesen Quellen kann aussagekräftige

Informationen liefern.“

Allergiker unterwegs

Anhand einer „Belastungskarte“

bzw. „Prognosekarte“ sind die einzelnen

Monate und Allergene über

das ganze Jahr in Österreich und

Europa abrufbar. Zusätzlich gibt es

einen Countdown bis zum Blühbeginn

der wichtigsten Pflanzen und

Saisonübersicht, Diagramme zur

grafischen Darstellung der Pollenbelastung,

ein Pollenlexikon und

Steckbriefe zu den wichtigsten allergenen

Pflanzen. Für Allergiker unterwegs

wurde die mobile Version

‐ die Pollen-App – entwickelt. Diese

begleitet inzwischen über 400.000

Allergiker in acht europäischen Ländern

durch die Pollensaison. Sie

bietet eine ganz persönliche Unterstützung

für den Umgang mit der

Allergie und ist zugeschnitten auf

die Bedürfnisse des Nutzers.

Öffnet man die App, wird das „Allergierisiko“

gleich am Startscreen in

Form einer klaren Grafik angezeigt.

Aufwind 2/19

Die User erhalten damit einen Überblick,

wie hoch die Belastung zu jeder

Stunde des Tages ist.

Individuelle Daten

Neu ist auch die Personalisierung

dieses Services. Nutzer, die

ihre Symptomdaten regelmäßig

(am besten täglich) in das Pollen-

Tagebuch eintragen, können jetzt ihr

ganz persönliches Allergierisiko abrufen.

Bisher wurde nur der Durchschnittswert

der allgemein empfundenen

Belastung angezeigt.

Diese Neuheit basiert auf einem experimentellen

System, mit welchem

erstmalig versucht wird, Symptomdaten

der Benutzer des Pollentagebuches

in Echtzeit auf einer Europakarte

darzustellen. Dies ermöglicht

einen sofortigen Überblick über die

Beschwerdeintensität am Heimatort,

der Region, dem Bundesland, in

ganz Österreich und darüber hinaus.

Die Daten kommen direkt von Pollenallergikern,

die das Pollentagebuch

nutzen (www.pollentagebuch.

at). Jedoch sind diese anonym.

D.h., es werden ausschließlich die

Daten, welche die Symptomstärke

betreffen verwendet und anonymisiert,

verschlüsselt, klassifiziert und

gebündelt übertragen. Somit ist es

ausgeschlossen, Rückschlüsse auf

einzelne Nutzer zu ziehen.

App optimierte Therapie

„Für den Arzt ist das Pollen-Tagebuch

eine sehr gute Unterstützung.

Der Patient kann die eingetragenen

Daten mit seinem Arzt teilen,“ erklärt

Katharina Bastl. „Daraus kann abgelesen

werden, wie die Beschwerden

mit dem regionalen Pollenflug

übereinstimmen, ob die Therapie

den erwünschten Effekt erzielt oder

ob die Therapie angepasst werden

sollte. Dies funktioniert auch über

einen langfristigen Beobachtungszeitraum.

Zu sehen, wie sich die

Beschwerden immer weiter verbessern,

kann zusätzlich die Motivation

der Patienten fördern, die Behandlung

durchzuhalten.“

5


Allergisches Asthma

Pollen & Ozon:

eine fatale Kombination

Nicht nur Pollen machen Allergikern das Leben schwer. Luftschadstoffe verstärken

zusätzlich allergische Erkrankungen. Belastungen durch Luftverunreinigungen

wie z.B. Feinstaub, Stickstoffdioxid oder Ozon beeinträchtigen

Allergiker und Asthmatiker stark. Insbesondere erhöhte Ozonkonzentration

belastet die ohnehin schon überreizten Atemwege. Wie eine neue Studie

sogar belegt: Bei Gräser- und Birkenpollenallergikern sind die Lungenbeschwerden

stärker je höher die Ozonbelastung ist. Pollen in Kombination

mit Ozon wirken somit definitiv noch stärker allergen. Naturgemäß fallen

aber die höchsten Ozonwerte mit intensiver Sonneneinstrahlung – und der

Pollensaison zusammen. Insofern sollten Allergiker und Asthmatiker sich

neben der Pollenwarnung auch mit spezifischen Informationen zu (Un)Wetter,

Blühverhalten der Pflanzen sowie zur Luftqualität auseinandersetzen.

Laut der Europäischen Umweltagentur

(EEA) sterben jedes Jahr

rund 7.500 Menschen in Österreich

vorzeitig aufgrund der Luftverschmutzung.

Im Rahmen

einer Studienkooperation der Forschungsgruppe

Aerobiologie und

Polleninformation an der MedUni

Wien und der Paracelsus Medizinische

Privatuniversität in Salzburg

wurde nun die Auswirkung von

Luftverschmutzung in Wien durch

Ozon, Stickstoff- und Schwefeldioxid

sowie Feinstaub auf Pollenallergikern

untersucht.

Allergiestudie: Ozon in der Luft

verstärkt Lungen-Symptome

„Vor allem Ozon scheint einen Einfluss

zu haben, wie sich besonders

bei Gräser- und Birkenpollenallergikern

zeigt – je höher die Ozonbelastung,

desto stärker sind vor allem

die Lungenbeschwerden“, stellte

Uwe E. Berger, Leiter des Österreichischen

Pollenwarndienstes der

MedUni Wien, erste Ergebnisse vor:

„Damit kann erklärt werden, warum

auch dann starke Beschwerden vorhanden

sind, obwohl sich nur relativ

wenig Pollen in der Luft befinden.“

Luftschadstoffe fördern einerseits

das Entstehen von Asthma – häufigste

Ursache für die Entstehung

von allergischem Asthma sind

Atemwegsallergien, wie die gegen

Baum- oder Gräserpollen.

Andererseits steigern sie Symptome

und verschlechtern die

Asthma erkrankung. Die Folgen:

mehr Bedarf an Medikamenten,

Verschlechterung der Lungenfunktion,

mehr Exazerbationen und

verstärkte Reaktion auf Allergene.

Daniel Doberer, Leiter der Asthma-

Ambulanz an der Klinischen Abteilung

für Pulmologie, MedUni Wien

erklärt: „Ozon kann aufgrund seiner

geringen Wasserlöslichkeit tief

in die Lungen eindringen und führt

zur Bildung von aggressiven Sauerstoffradikalen,

die das Atemwegsepithel

zerstören. Damit wird diese

schützende Schicht für Allergene

oder andere Luftschadstoffe durchlässiger.

Das geht so weit, dass bei

erhöhter Ozonkonzentration deutlich

mehr Patienten in den Notfall-

Ambulanzen landen.“ Schätzungen

zufolge werden weltweit bis zu 23

Millionen Notfallbehandlungen pro

Jahr durch Ozon verursacht.

Sommersmog & Gewitterasthma

„Von Mai bis September werden

meist die höchsten Ozonwerte gemessen

– genau dann, wenn Pollen

in der Luft sind. Zusätzlich wirken

sie gemeinsam mit Ozon noch stärker

allergen“, warnt OA Assoc. Prof.

Priv. Doz. Dipl.-Ing. Dr. Hans Petter

Hutter, Stv. Leiter der Abteilung für

Umwelthygiene- und Umweltmedizin,

MedUni Wien vor dem sogenannten

Sommersmog. Allergiker

und Asthmatiker sollten daher im

Sommer stets auf eine erhöhte

Ozonkonzentration vorbereitet sein,

denn eine intensive Sonneneinstrahlung

bringt gleichzeitig eine erhöhte

Ozonkonzentration.

Bei einem Gewitter kommen einige

Faktoren zusammen und das

ganz plötzlich: Es kommt zu einem

sprunghaften Anstieg der Pollenkonzentration

– Pollenkörner und

andere Partikel wie Feinstaub und

6 Aufwind 2/19


Schimmelsporen werden aus höheren

Luftschichten in Bodennähe

gedrückt, die Pollenkörner platzen

durch den Regen auf und setzen Allergene

frei. Dazu kommt Temperaturabfall,

hohe Luftfeuchtigkeit und

ein drastischer Anstieg an Ozon.

„Bei vielen Patienten verstärken

sich dadurch die Beschwerden. Das

sogenannte „Gewitter-Asthma“ ist

selten, kann aber mitunter verheerende

Folgen haben“, zeigt Daniel

Doberer auf. „Pollenallergiker sollten

daher vor allem im Sommer die

Gewitterprognose im Blick haben.

Durch die Nutzung von Wetter- und

Pollenwarndiensten können sie entsprechende

Vorkehrungen treffen.“

Zusammenhang: Pollenflug,

Luftgüte & Symptome

Um möglichst genau vorherzusagen,

wie es Allergikern während der Pollensaison

gehen wird, braucht es zum

reinen Pollenflug auch Informationen

zum Wetter, zum Blühverhalten der

Pflanzen sowie zur Luftqualität. „Wir

können mit der neuen Studie erstmals

zeigen, welche Parameter in

welchem Ausmaß zusammenspielen,

wenn Patienten Beschwerden

haben“, freut sich Uwe E. Berger. „Bis

dato gab es kein wissenschaftliches

Fundament, das einen derartigen

Zusammenhang auf molekularer

Ebene bewiesen hat. Mit den neuen

Studiendaten wurden erstmals die

Voraussetzungen für eine konkrete

Prognose geschaffen. Sobald die

Ergebenisse fertig ausgewertet sind

(voraussichtlich ab der Pollensaison

2020) wird dieses Wissen in die Services

des Pollenwarndienstes eingebarbeitet.

Insofern verlagert der Pollenwarndienst

seine Dienstleistungen

immer mehr von der reinen Pollenwarnung

hin zur individuellen Belastungsprognose.

Wichtige Grundlage

für die Forschung sowie für die Betroffenen

stellt das Pollen-Tagebuch

bzw. die Pollen-App der Med Uni

Wien dar (siehe auch Seite 4). Hier

können Allergiker ihre persönlichen

Allergie-Beschwerden anonymisiert

dokumentieren und zum Gesamtergebnis

beitragen.

Infos: www.pollentagebuch.at oder

pollenwarndienst.at

Aufwind 2/19

Grenzwerte für

Luftverschmutzung

Um eine Gesundheitsbelastung

zu verhindern bzw. zu minimieren,

wurden Grenzwerte für

die wichtigsten Schadstoffe

Feinstaub, Stickstoffdioxid,

Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid

und Blei im österreichischen

Immissionsschutzgesetz-Luft

(IG-L), in EU-Richtlinien bzw.

im Ozongesetz festgelegt. Sie

sind so berechnet, dass auch

Menschen mit Asthma, Ältere,

Schwangere und Kinder bis zu

einem gewissen Grad geschützt

sind. Das Umweltbundesamt

und die Luftgütenetze der Bundesländer

erstellen täglich einen

Luftgütebericht. Die Messwerte

werden in der Regel stündlich

aktualisiert und sind für jeden

abrufbar. Bei Gefahr oder im

Falle einer Überschreitung der

geltenden Grenzwerte werden

Warnungen ausgesprochen.

www.umweltbundesamt.at

7


Nahrungsmittel-Allergie

Kinder & Allergien:

Wissen gibt Sicherheit

Nahrungsmittel-Allergien standen im Fokus der heurigen Welt-Allergie-Woche,

die vom 7. bis 13. April stattfand. Da Kleinkinder und Kinder zunehmend davon

betroffen sind, wurde auf die Notwendigkeiten und Gefahren im Umgang mit

Allergien bei Kindern verstärkt eingegangen. Wichtige Bausteine der Therapie

sind, die exakte Diagnose gepaart mit einem umfangreichen Wissen und Verständnis

für die Zusammenhänge. Eine (klein)kindgerechte Form der Wissensvermittlung

ist erfolgsversprechend. Allerdings muss nicht nur das Kind sondern

das gesamte Umfeld gut informiert sein, um im Notfall richtig zu handeln. Bei

den Eltern angefangen, über alle betreuenden Personen bis hin zu den Gastgebern

einer Kinder-Geburtstagsparty. Denn bereits Spuren des Allergie-Auslösers,

der mitunter auch versteckt sein kann, können zu schweren Reaktionen führen.

Kindergeburtstage, das Essen in der Schule und viele alltägliche Situationen stellen eine große Herausforderungen für Kinder

mit Nahrungsmittelallergien dar. Umso wichtiger ist, dass Kinder ihre Krankheit und den Umgang damit verstehen.

8 Aufwind 2/19


Bis zu acht Prozent der Kinder leiden

an einer Allergie gegen bestimmte

Nahrungsmittel und die Tendenz ist

steigend. Hühnereier und Kuhmilch

sind es, die Säuglingsalter und bei

Kindern bis sechs Jahren vor allem

das Leben schwer machen. Jedoch

werden bis zum Schulalter diese

Nahrungsmittel meist wieder vertragen.

„Nahrungsmittel-Allergien

im Kindesalter nehmen weiter zu“,

bestätigt Kinderarzt OA Dr. Isidor

Huttegger, Leiter der Kinderallergie-

und Kinderlungenambulanz an

der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde

St. Johanns-Spital

in Salzburg. „Bei Schulkindern und

Jugendlichen sind vorwiegend Nüsse

sowie auch Samen, Fisch und

Meeresfrüchte für eine Nahrungsmittel-Allergie

verantwortlich. Diese

Allergien bleiben jedoch meist ein

Leben lang bestehen.“

Herausforderungen im Alltag

Für betroffene Kinder und deren

Eltern bedeutet die Allergie eine

tägliche Herausforderung: Ob das

Essen im Kindergarten, das Schulbuffet,

Restaurantbesuche oder

Kindergeburtstage – ständig gilt

es, potenziell enthaltene Allergene

zu identifizieren und zu vermeiden.

Denn bereits Spuren des

Allergie-Auslösers, der mitunter

auch versteckt sein kann, können

zu schweren Reaktionen führen.

Huttegger: „Die Beschwerden reichen

von starkem Juckreiz, Rötungen

und Nesselausschlag am

ganzen Körper, Übelkeit und Erbrechen,

starken Bauchschmerzen

und erschwerter Atmung bis hin zu

Die Welt-Allergie-Woche

Die Welt-Allergie-Woche ist eine

jährliche Initiative der World Allergy

Organization (WAO) in Zusammenarbeit

mit ihren Mitgliedsgesellschaften,

um auf allergische Erkrankungen

aufmerksam zu machen.

Mehr Infos unter www.worldallergy.

org/resources/world-allergy/2019

einem allergischen

Schock.“

In der Regel

treten die Beschwerden

innerhalb der

ersten 30 Minuten

nach

dem Verzehr

der allergenhaltigen

Speise auf.

Bewusstsein bringt

Verständnis

Aufgrund des Risikos einer allergischen

Notfallsituation sollten

sich betroffene Familien unbedingt

an einen allergologisch ausgebildeten

Facharzt wenden. Die Diagnose

einer Nahrungsmittel-Allergie ist

meist komplex und erfordert spezifisches

Wissen. „Es ist essenziell,

die Nahrungsmittel-Allergie präzise

zu diagnostizieren“, so Huttegger.

„Die Diagnose richtet sich nach Beschwerden

und einem entsprechenden

Allergietest. Bei Kindern mit

sehr hohem Risiko ist es manchmal

notwendig, einen Allergietest noch

vor Essen eines Nahrungsmittels

durchzuführen und dieses gegebenenfalls

unter ärztlicher Aufsicht

einzuführen, um eine schwere Reaktion

zu vermeiden.“

Aufwind 2/19

Vermeidungseffekt

Die wichtigste therapeutische Möglichkeit

ist, das Nahrungsmittel,

das allergische Reaktionen auslöst

komplett zu vermeiden, ohne dass

es dadurch zu Mangelerscheinungen

kommt. „Damit das bestmöglich

gelingt, ist eine Ernährungsberatung

durch geschulte Diätologen

notwendig“, rät der Kinderarzt. Neben

dem Weglassen der jeweiligen

Nahrungsmittel ist es essentiell,

betroffene Kinder, deren Eltern und

betreuenden Personen ausreichend

zu schulen sowie auch mit Notfall-Medikamenten

auszustatten.

„Dafür wurde eine spezielle Notfallschulung,

abgestimmt auch auf

Kinder ab acht Jahren, entwickelt“,

sagt Huttegger, der diese Schulungen

mitentwickelt hat. Die Notfallschulungen

werden in spezialisierten

Zentren angeboten.

Spielerischer Umgang

Kinder müssen ihre Allergie, deren

Auslöser und erste Warnzeichen

einer allergischen Reaktion

genau kennen und wissen, was zu

tun ist. Es ist auch wichtig, dass

sie verstehen, warum sie manche

Lebensmittel nicht essen dürfen.

Vor allem bei kleineren Kindern

ist es hilfreich, die Information in

Geschichten zu packen. Bilderbücher,

die mit einfühlsamen,

altersgerechten Texten und ansprechenden

Bildern das Thema

ansprechen, helfen den Kindern,

ihre Situation wahrzunehmen und

besser zu verstehen.

„Die roten Fünf – Das Bilderbuch zu

Nahrungsmittelallergien“ dient zum

Beispiel dem spielerischen Lernen

und ist schon für Kinder ab drei

Jahren gemacht.

„Die roten Fünf – Das Bilderbuch zu

Nahrungsmittelallergien“, Verlag edition

riedenburg, Verena Herleth, ISBN:

978-3-99082-009-4

9


Termine & Informationen

Wien

Diskussionsrunde-Patientenprobleme bei

Allergie,Asthma und COPD

Prim. Dr. Norbert Vetter

Termin: Mittwoch 15. Mai, 18.00 Uhr

Ort: Festsaal, Obere Augartenstraße 26 -

28, 1020 Wien

Medikamente und Anwendungen, richtige

Urlaubsplanung, Verhalten im Notfall,

Atemmuskeltraining u.v.m.

• Patientenschulung - COPD

Die Schulung beinhaltet u.a. Informationen

über Atmung und COPD, COPD-Medikamente,

Therapierichtlinien und deren Einsatz, Trockeninhalationen,

Sport und Reisen mit COPD,

Verhalten im Notfall u.v.m.

Dauer: 3 Einheiten zu je 2 h

Kosten: Mitglieder 90 €/Nichtmitglieder 115 €

Diese Schulungsveranstaltungen finden laufend

statt, bitte Termine bei der Lungenunion anfragen.

Anmeldung erforderlich!

Nordic Walking in Schönbrunn

Abhängig von der Wetterlage jeden Dienstag

um 9.00 Uhr (Dauer: 1 Stunde)

Treffpunkt: Eingang Hietzinger Tor (U4 Hietzing)

Telefonische Anmeldung erforderlich: 330 42

86

Die Teilnahme ist kostenlos. Stöcke werden

zum Probieren zur Verfügung gestellt.

Patientenschulungen

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist ein

umfangreiches Wissen ein wichtiger Bestandteil

eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes.

Es ermöglicht Ihnen aktiv an der Bewältigung

Ihrer Erkrankung mitzuwirken.

Die Lungenunion organisiert aus diesem Grund

regelmäßig Patientenschulungen zu verschiedenen

Themen:

• Patientenschulung – Allergie & Asthma

Die Schulung beinhaltet Kenntnisse über den

Umgang mit der Krankheit: u.a. Allergieauslöser,

Vermeidung von Allergenen, Allergie & Asthma-

Osttirol

Lungensportgruppe

Jeden Mittwoch um 16.00 Uhr

(Ausnahme Feiertage)

Ort: Therapieraum im BKH Lienz

Bitte um Voranmeldung: 0676/726 66 27

Vorarlberg

Lungenunionhock

Termin: 12. Juni 2019, 18.00 Uhr

Ort: Gasthaus „Helvetia“, Schmelzhütterstraße 39

6850 Dornbirn

Informationen über aktuelle Veranstaltungen:

Österreichische Lungenunion

1020 Wien, Obere Augartenstraße 26–28

Telefon/Fax: (01) 330 42 86

www.lungenunion.at

E-Mail: office@lungenunion.at

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