Berliner Zeitung 06.02.2020

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Die neue Familien-Seite der Berliner Zeitung –jetzt jeden Donnerstag – Seite14

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DFB-Pokal: Union zieht

ins Viertelfinale ein

Sport Seite 23

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Trumps Selbstlob und

Nancy Pelosis Rache

Politik Seite 6

Donnerstag,6.Februar 2020 Nr.31HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Brussigs neuer Roman:

„Die Verwandelten“

Feuilleton Seite 15

Rassismus im Fußball

Hass,

nicht zum

Aushalten

VonPaul Linke

Bevor es nach Liebe klang, hörte

Ojokojo Torunarigha den Hass.

All die Beleidigungen, immer wieder

Affenlaute im Stadion. So war das Anfang

der Neunziger, als Torunarigha

für den Chemnitzer FC spielte,Zweite

Liga, als erster afrikanischer Profi im

gerade erst gewendeten Fußball-Osten.

In dem Buch „Ich werde rennen

wie ein Schwarzer, um zu leben wie

ein Weißer“ sagt

er: „Aber weil es

eben auch Liebe

gab, von den

Leuten imVerein,

von Fans, die

mich feierten

und meinen Namen

sangen,

Jordan Torunarigha, habe ich den

Innenverteidiger Hass ausgehalten.

Ich wollte

vonHertha BSC

nicht zurück

nach Nigeria.“ Ojokojo Torunarigha

blieb sechzehn JahreinChemnitz.

Erst 2006 zogermit seiner Familie

nach Spandau, wurde Jugendtrainer

bei Hertha BSC. Sohn Jordan war damals

neun Jahrealt und bekam einen

Platz im Nachwuchsleistungszentrum

des Vereins, mit dem er am

Dienstag im Pokalachtelfinale auf

Schalke spielte. Als Innenverteidiger,

als deutscher Jugendnationalspieler

und als ein Mensch, der nicht dazu

neigt, die Dinge auszuhalten.

Es wurde zu einer Reise in die Vergangenheit.

Und mehr noch eine

Mahnung, dass der Stadionrassismus

die Neunziger überdauerthat. DieAffenlaute

sind immer noch da. Vielleicht

waren sie leiser und seltener

zuletzt –und etwas,das man im Amateurfußball

verortete.Aber doch nicht

in der Bundesliga! Doch nicht auf

Schalke, wogerade eine Aktionswoche

unter dem Hashtag #stehauf

läuft; aufstehen gegen„jede Form von

Ausgrenzung und Diskriminierung“.

Das Engagement ehrt den Klub.

Aber nicht den Klubchef Clemens

Tönnies,der ja immer noch nicht versteht,

warum man ihm Rassismus

vorwirft. Die Reaktionen auf dessen

Afrikatheorien vomvergangenen August

haben ihn hartgetroffen, sagte er

zwei Tage vor der Aktionswoche.

Seine Einsicht: „Nicht, weil ich etwas

Falsches gesagt habe,sondernweil es

falsch aufgefasst wurde.“ Der Hashtag

#TönniesRaus trendet.

Als er die Affenlaute hörte, hatte

JordanTorunarigha, 22,Tränen in den

Augen. Er wollte den Rasen verlassen,

ließ sich aber überreden weiterzumachen,

auch von einem Gegenspieler.

Dann, in der Nachspielzeit, nach einem

üblen Foul an der Seitenauslinie,

entlud sich Torunarighas Wut aneinem

Wasserkasten. Weil er seine Gefühle

nicht kontrollieren konnte, sah

er die Rote Karte. Voneinem Schiedsrichter,der

zuvor vonHerthas Manager

Michael Preetz gebeten wurde,

„unseren Spieler zu schützen“.

Ein paar Minuten später fiel der

Siegtreffer für Schalke.Und nach dem

Spiel begann die Debatte, warum es

sein kann, dass die Liebe zum Spiel so

viel Hass beinhaltet. SportSeite 23

Handschlag nach der Wahl: Thomas Kemmerich von der FDP (l.) und BjörnHöckevon der AfD.

VonChristine Dankbar

Es dauert Stunden, bevor

CDU-Generalsekretär Paul

Ziemiak vordie Presse tritt,

um eine Stellungnahme

seiner Partei zu dem Wahl-Desaster

in Thüringen abzugeben. Doch die

lässt dann an Deutlichkeit nichts zu

wünschen übrig. „Die FDP hat mit

dem Feuer gespielt und hat heute

Thüringen politisch und unser ganzes

Land in Brand gesetzt“, sagt er.

Dies sei umso schlimmer, weil „offensichtlich

auch Abgeordnete der

CDU Thüringen in Kauf genommen

haben, dass durch ihre Stimmabgabe

ein neuer Ministerpräsident

auch mit den Stimmen vonNazis wie

Herrn Höcke gewählt werden

konnte.“ Neuwahlen, so Ziemiak,

wären nun das Beste.

Zu diesem Zeitpunkt ist Thomas

Kemmerich von der FDP bereits seit

einigen Stunden als Ministerpräsident

von Thüringen vereidigt. Der

54-Jährige war mit seiner Partei bei

der Landtagswahl im Oktober nur

knapp über die Fünf-Prozent-Hürde

gerutscht. Dass er im dritten Wahlgang

für das Amt des Ministerpräsidenten

kandidieren wollte, war bekannt.

Dass er dann auch tatsächlich

gewählt werden würde, sorgt am

Mittwochmittag für eine politische

Schockwelle in Deutschland. Denn

Kemmerich ist der erste Ministerpräsident,

der mit Stimmen der AfD

ins Amt kam. Genauer gesagt: Mit

den Stimmen der AfD vonBjörnHöcke,

dem Rechtsaußen der rechten

Partei.

Undwährend Neu-Ministerpräsident

Kemmerich eher erschreckt als

erfreut wirkt, hat es bei Höcke den

Anschein, dass er sich diebisch über

den Coup seiner Fraktion freut. Die

hatte ihren eigenen Kandidaten

Tabubruch in Thüringen

Erstmals verhilft

die AfD einem

Ministerpräsidenten

ins Amt: Thomas

Kemmerich von der

FDP ist neuer

Regierungschef in

Erfurt

beim dritten Wahlgang komplett

durchfallen lassen und ihreStimmen

dem FDP-Mann gegeben.

DerFraktionsvorsitzende der AfD

im Bundestag, Alexander Gauland,

erklärt dazu am Nachmittag, seine

Parteifreunde hätten sich klug entschieden.

Dereigene Kandidaten sei

dabei „ein Opfer im Sinne der gemeinsamen

Sache“ gewesen.

Bereits kurz nach Kemmerichs

Wahl kommt es im Thüringer Landtag

zu einem ersten Eklat. Die Landesvorsitzende

der Linken, Susanne

Hennig-Wellsow, wirft ihm bei der

Gratulationsrunde der Fraktionsvorsitzenden

den Blumenstrauß vordie

Füße. Als Kemmerich seine erste

Rede hält, wirderimmer wieder von

Zwischenrufen unterbrochen.

Dem Fernsehsender n-tv erklärt

er in einem ersten Interview, dass er

bereits zahlreiche Drohungen erhalten

habe. Erappelliere analle, die

aufgeputschte Stimmung zu beruhigen.

Seine Wahl, sei „frei und geheim“

gewesen. Gleichzeitig erklärt

er, keinesfalls mit der AfD zusammenarbeiten

zu wollen: „Sie haben

einen Anti-Höcke gewählt.“ Er sei

bei der Wahl angetreten, damit die

„demokratische Mitte“ einen Kandidaten

habe. Erwolle sich nun der

Aufgabe stellen und eine Regierung

„Es ist jetzt auch an dem gewählten Ministerpräsidenten,

für sich die Entscheidung zu

treffen, ob er ein Ministerpräsident von

Höckes Gnaden bleiben will oder nicht.“

Annegret Kramp-Karrenbauer,

CDU-Parteivorsitzende

bilden. Wie und mit wem ist angesichts

der Mehrheitsverhältnisse im

Thüringer Landtag unklar. Selbst

wenn er die Unterstützung von

CDU, Grünen und SPD erhielte,

stünde er noch immer einer Minderheitsregierung

vor.

FDP-Parteichef Christian Lindner

zieht Neuwahlen daher ebenfalls

in Betracht. Er erklärt, dass das

Votum der AfD für die FDP völlig

überraschend gekommen sei, da sie

rein taktisch gehandelt habe. „Es

gibt keine Basis für eine Zusammenarbeit

mit der AfD“, bekräftigt

er, appelliert aber an Union, SPD

und Grüne, das Gesprächsangebot

des neuen Ministerpräsidenten anzunehmen.

Der stellvertretende

Vorsitzende der Bundestagsfraktion,

Alexander Graf Lambsdorff,

schlug den Rücktritt Kemmerichs

und eine rasche Neuwahl vor. Der

stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende

Wolfgang Kubicki sprach zuvor

von einem großen Erfolg. Dass

die Wahl mit Stimmen der AfD zustandegekommen

sei, sollte „nicht

diskreditiert“ werden.

Unklar ist, wie sich die Entwicklung

in Thüringen auf die Zusammenarbeit

in der großen Koalition

auswirkt. DieSPD hat nach der Wahl

scharfe Kritik vor allem an der CDU

DPA

geübt, und ihr Wahltaktik vorgeworfen.

SPD-Chefin Saskia Esken sagt,

Es gebe „dringende Fragen an die

CDU“, die zügig im Koalitionsausschuss

geklärt werden müssten. Die

Parteispitzen von Union und SPD

wollen am Sonnabend in dem Gremium

über Konsequenzen beraten.

Der parlamentarische Geschäftsführer

der SPD, Carsten Schneider,

reagiert entsetzt: „Die CDU und die

FDP in Thüringen haben mit der Höcke-AfD

paktiert. Sie haben zugelassen,

dass die AfD zum Steigbügelhalter

wird. Diese geheime Absprache

ist ein Skandal.“ SPD-Generalsekretär

Lars Klingbeil spricht von einem

Tiefpunkt in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete

Eva Högl schreibt

auf Twitter: „Unfassbar. Was für ein

Tabu-Bruch. CDU und FDP, schämt

ihr euch nicht?“

DieCDU-Bundesvorsitzende Annegret

Kramp-Karrenbauer erklärt,

die Landtags-CDU habe gegen die

„Empfehlungen, Forderungen und

Bitten“ der Bundespartei gehandelt.

Sie sehe keine stabile Grundlage für

den jetzt gewählten Ministerpräsidenten,

man müsse darüber reden,

„ob neueWahlen nicht der sauberste

Wegaus dieser Situation sind“. Ablehnend

reagiert Bayerns Ministerpräsident

Markus Söder. Die CSU-

Politikerin und Staatsministerin Dorothee

Bär gratuliertKemmerich auf

Twitter zunächst herzlich, löschte

diesen Tweet aber später, weil er

missverständlich wirken könne.

Am Abend haben deutschlandweit

Tausende Menschen gegen die

Wahl Kemmerichs protestiert. Sie

kamen in mehreren Thüringer Städten

und unter anderem auch in Berlin,

Hamburg, Köln, Leipzig, Düsseldorfund

München zusammen.

Erstes Baby mit

Coronavirus

infiziert

In China steigen die Zahlen

wieder schneller an

InChina ist ein gerade mal 30 Stunden

altes Baby mit dem neuen Coronavirus

infiziert worden. Das berichteten

chinesische Behörden am

Mittwoch. DerSäugling ist damit der

jüngste Mensch, bei dem das neuartige

Virus 2019-nCoV nachgewiesen

wurde. Insgesamt sei die Zahl der

nachgewiesenen Infektionen und

Toten schneller gestiegen als in den

Tagen zuvor, so die Behörden. Bis

Mittwoch kletterte die Zahl der Patienten

innerhalb eines Tages um

3887 auf 24 324. Die Zahl der Toten

stieg auf mindestens 490.

Für acht deutsche Passagiere auf

dem Kreuzfahrtschiff „Diamond

Princess“, das vor Yokohama in Japan

vor Anker liegt, gab es Entwarnung.

Zwar wurden zehn Virusfälle

unter Passagieren entdeckt, aber

Deutsche waren nicht darunter.

Bundesgesundheitsminister Jens

Spahn (CDU) rechnet damit, dass

die Zahl der Infektionen durch das

neue Coronavirus weiter steigen

wird. „Der Höhepunkt ist noch nicht

erreicht. In China nicht, was die Infektionszahlen

und die Entwicklung

angeht und damit auch für die Welt

und für Deutschland nicht“, sagte

Spahn am Mittwoch.

Beim allerersten Todesopfer des

neuartigen Coronavirus habe es sich

um einen über 60-jährigen Mann gehandelt,

der schon vor der Infektion

bei schlechter Gesundheit war, wie

die chinesischen Behörden inzwischen

mitteilten.

Bisher seien 80Prozent der Todesopfer

mindestens 60 Jahrealt gewesen.

75 Prozent hätten an Vorerkrankungen

gelitten. Die Sterblichkeitsrate

liege bei 2,1 Prozent, deutlich

niedriger als bei der

Sars-Epidemie vor17Jahren.

Forscher haben inzwischen bei

einigen in der Münchner Klinik

Schwabing betreuten Patienten infektiöse

VireninNasen-und Rachenraum

gefunden, obwohl sie nur geringe

Symptome aufwiesen.

Dies seien „deutliche Hinweise

für eine Übertragbarkeit des Virus

bereits bei milder oder beginnender

Erkältungssymptomatik“, schreiben

die Virologen in einer Mitteilung der

Charité, die an den Untersuchungen

beteiligt ist. (BLZ/dpa)

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2* Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Tagesthema

Politisches Erdbeben

Der Chef einer Fünf-Prozent-Partei wird in Thüringen Ministerpräsident –mithilfe der AfD.

Die politische Situation im Freistaat ist verfahren. Überraschungsregierungschef Kemmerich muss nun ein Kabinett bilden.

Proteste

„Schämt

euch“-Rufe

für die FDP

VonMargarethe Gallersdörfer

Nur wenige Stunden nachdem

der FDP-Politiker Thomas

Kemmerich mit den Stimmen der

AfD zum Ministerpräsidenten

Thüringens gewählt worden war,

versammelten sich am Mittwoch

vor der Bundesparteizentrale der

FDP in der Reinhardstraße etwa

tausend Menschen zu einer Protestkundgebung.

Diegrößtenteils

jungen Demoteilnehmer skandierte

Sprüche wie „Wer hat uns

verraten? Freie Demokraten“ und

„Ganz Berlin hasst die FDP“. Auch

„Fünf Prozent, was denkt ihr, wer

ihr seid?“ war in Bezug auf das

niedrige Wahlergebnis der Thüringer

FDP zu hören. Unter anderem

hatten Landes- und Bezirksverbände

von SPD, Grünen und

Linken zur Teilnahme aufgerufen.

Pfiffe, Buh- und „Schämt euch“-

Rufe wurden laut, wann immer in

der Parteizentrale ein Licht anging

oder sich jemand aus dem

Fenster beugte.

„Wir sind gekommen, um zu

zeigen, dass man mit Faschisten

nicht kooperieren kann“, sagte

die 27-jährige Julia Bornkessel.

„Meine Familie kommt aus Thüringen,

und ein Teil von ihnen ist

rechts“, sagte Sarah Rüdiger, 23

Jahre alt. „Mir ist es wichtig Gesicht

zu zeigen, weil die Demokratie

endet, sobald Demokraten

nachgeben.“ Auf Schildern warnten

viele Demonstrierende mit

Blick auf den Aufstieg der Nationalsozialisten

vor einer Wiederholung

der Geschichte. Auch das

Zitat, mit dem FDP-Parteichef

Christian Lindner 2017 die Sondierungen

zu einer Jamaika-Koalition

hatte platzen lassen –„Es ist

besser, nicht zu regieren, als

falsch zu regieren“ –kam in verschiedenen

Varianten zu Ehren.

Ein Demonstrant vor der FDP-Parteizentrale

in Berlin.

AFP

Der Schock ist vielen Abgeordneten

im Thüringer

Landtag anzusehen:

Auch Thomas Kemmerich

selbst, der FDP-Landeschef, der

plötzlich Ministerpräsident ist, wirkt

zunächst konsterniertund ratlos,als

das Ergebnis der Ministerpräsidentenwahl

verkündet wird. Der54-Jährige

wurde am Mittwoch vonden Abgeordneten

des Parlaments in Erfurt

überraschend zum Regierungschef

gewählt –auch mit Stimmen der AfD

von Landeschef Björn Höcke. Der

bisherige Amtsinhaber Bodo Ramelow(Linke)

unterlag in der geheimen

Abstimmung.

Fünf Jahrelang war die FDP überhaupt

nicht im Parlament vertreten,

schaffte den Einzug bei der Landtagswahl

im Herbst mit nur 73 Stimmen

über der Fünf-Prozent-Hürde.

Kemmerich scheint kurz zuzögern,

als Landtagspräsidentin Birgit Keller

ihn fragt, ob er die Wahl annehme,

stimmt dann aber zu.

Gebrochene Versprechen

Die politische Situation in Thüringen

ist seit der Landtagswahl Ende

Oktober ohnehin kompliziert. Sie

dürfte nun kaum einfacher werden.

Ramelows früheres Regierungsbündnis

von Linke, SPD und Grüne

hat im Parlament mit 42 Sitzen keine

Mehrheit, seine geplante Bildung einer

Minderheitsregierung ist gescheitert.

Dagegen kommen AfD,

CDU und FDP zusammen auf 48

Sitze, was für eine Mehrheit reichen

würde. Allerdings hatten Christdemokraten

und Liberale eine Zusammenarbeit

mir der AfD kategorisch

ausgeschlossen –eigentlich.

Thüringens CDU-Landesparteiund

Fraktionsvorsitzender Mike

Mohring forderte nach der Wahl

Kemmerich auf, sich klar von der

AfD abzugrenzen. „Jetzt erwarten

wir,dass Thomas Kemmerich als neu

gewählter Ministerpräsident dem

Land ganz klar erklärt, dass er für

eine Zusammenarbeit mit der AfD

nicht zur Verfügung steht.“ Das tat

Kemmerich kurze Zeit später dann

auch.

„Die Brandmauern gegenüber

der AfD bleiben bestehen“, sagte

Kemmerich. Es werde weder eine

Koalition mit der AfD noch ein Angebot

für eine Zusammenarbeit geben.

„Ich bin Anti-AfD, ich bin Anti-Höcke.“

Die Brandmauer gebe es aber

auch gegenüber der Linken.

Der frisch gewählte Ministerpräsident

muss nun ein Kabinett aufstellen.

Die Ernennung und Vereidigung

der Minister wurde am Mittwoch

abgesagt. Wiegeht es nun weiter

in Thüringen? Drei denkbare

Szenarien:

Thomas Kemmerich könnte eine

sogenannte Simbabwe-Minderheitsregierung

bilden. Die Simbabwe-Koalition

– benannt nach

den Farben der Flagge des afrikani-

Nur Verlierer in

Thüringen

VonStefan Hantzschmann, Erfurt

Bodo Ramelow (Linke) bei der Wahl des neuen Ministerpräsidenten im Landtag.

Sitzverteilung im Landtag in Thüringen

Grüne 5 FDP 5

SPD 8 CDU 21

Linke 29

90

Sitze

DPA

AfD 22

BLZ/GALANTY; QUELLE: LANDESWAHLLEITER, AFP

schen Landes, Schwarz, Gelb, Rot

und Grün –wurde nach der Landtagswahl

schon einmal versucht

und war gescheitert. Es wäre ein

Bündnis aus CDU, FDP, SPD und

Grünen. Sozialdemokraten und

Grüne entschieden sich früh und

klar,lieber mit den Linken weiterzumachen.

Auch diesmal gilt eine solche

Minderheitskoalition als sehr

unwahrscheinlich. Grüne und SPD

winkten nach derWahl Kemmerichs

unmissverständlich ab. „Wir werden

keinerlei Kabinettsangebote

von Herrn Kemmerich annehmen“,

sagte SPD-Fraktionschef Matthias

Hey. Er schloss aus,dass die Thüringer

Sozialdemokraten mit einem

Ministerpräsidenten, der mit AfD-

Stimmen gewählt wurde, zusammenarbeiten

werden. Die Grünen

kündigten an, in die Opposition zu

gehen.

Neuwahlen unwahrscheinlich

Eine weitere Option wäre: Kemmerich

wagt eine Minderheitsregierung

von CDU und FDP. Die FDP wäre in

dieser Konstellation der Mini-Partner.Sie

hat nur fünf Abgeordnete im

Landtag, die CDU kommt auf 21.

Dennoch: Eine solche Minderheitsregierung

ist zumindest denkbar,

weil CDU und FDP gernzusammenarbeiten

wollen. Bleiben SPD,Grüne

und Linke bei ihrem „Nein“ zu einer

Zusammenarbeit mit Kemmerich,

könnte eine solche Regierung nur

Mehrheiten zusammen mit der AfD

finden.

ZumDritten bleibt noch die Möglichkeit,

entweder die Vertrauensfrage

zu stellen oder gleich Neuwahlenauszurufen.

Einsolch klarer Neuanfang

scheint in Thüringen bislang

eher unwahrscheinlich zu sein, und

das obwohl die politische Situation

überaus schwierig, um nicht zu sagen:

verfahren ist. Zumindest ist die

Gefahr für alle beteiligten Akteure,

aus der Wahl als Verlierer hervorzugehen,

rechthoch–dieBlamage liegt

nahe. Doch gelte es, eine hohe

Hürde zu nehmen: Für Neuwahlen

wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig.

Dann wären immerhin noch

Neuwahlen nach einer erfolglosen

Vertrauensfrage und anschließend

gescheiterter Wahl eines neuen Ministerpräsidenten

denkbar. „Er

würde die Vertrauensfrage stellen,

dann gibt es eine Abstimmung, und

dann müssten die Abgeordneten

ihm das Vertrauen aussprechen“,

sagte der Erfurter Politologe André

Brodocz. Um das Vertrauenzuerhalten,

wäreeine absolute Mehrheit nötig–also

46 Stimmen.

Die Vertrauensfrage müsste

Kemmerich selbst stellen. Sollte das

Vertrauen nicht ausgesprochen

werden, hätte der Landtag drei Wochen

Zeit, einen neuen Ministerpräsidenten

zu wählen. Sollte dies in

dieser Frist nicht gelingen, gäbe es

Neuwahlen. (dpa)

Ministerpräsident

Kemmerichs

langer Wegan

dieSpitze

Die Wahl von Thomas Kemmerich,

der die kleinste Oppositionspartei

im Thüringer

Landtag anführt, hat historische

Dimensionen, denn bislang gab

es mit Reinhold Maier erst einen

gewählten FDP-Ministerpräsidenten.

Maier war von 1945 bis 1952

der erste Regierungschef von

Württemberg-Baden,

wo die Liberalen

damals allerdings

noch

DVPhießen.

Kemmerich,

der in

der Vergangenheit

eine

Zusammenarbeit

mit der

IMAGO IMAGES

Gewählt: Thomas

Kemmerich.

AfD strikt ausgeschlossen hatte,

führte die Thüringer FDP bei der

Landtagswahl im Oktober zurück

ins Parlament –wenn auch mit

denkbar knappem Ergebnis. Die

Partei erhielt 73 Stimmen mehr

als für die Überwindung der Fünf-

Prozent-Hürde nötig gewesen

wäre. Der 54-Jährige ist seit 2015

Landeschef der Freidemokraten

und steht auch an der Spitze der

fünfköpfigen Landtagsfraktion.

Von2017 bis 2019 war er Mitglied

im Bundestag.

Der gebürtige Aachener absolvierte

parallel zu seinem Jurastudium,

das er mit dem Ersten

Staatsexamen beendete, eine

kaufmännische Lehre im Großund

Einzelhandel. Nach der

Wende baute sich der Katholik

eine Existenz in Erfurt auf. Er

machte sich zunächst als Unternehmensberater

selbstständig.

Anfang der 1990er-Jahre übernahm

er mehrere Friseurläden

und gründete eine Filialkette.2013

erfüllte er die Forderungder Erfurter

Staatsanwaltschaft, 30 000

Euro für gemeinnützige Zwecke zu

zahlen. Die Juristen hatte gegen

ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung

ermittelt.

Auch in der Erfurter Stadtpolitik

mischt Kemmerich schon seit

Jahren mit. 2009 führte er die FDP

zurück in den Stadtrat, 2012 kandidierte

er – erfolglos – bei der

Oberbürgermeisterwahl in der

Landeshauptstadt. Seit 2011 ist

Kemmerich zudem Bundeschef

der FDP-Mittelstandsvereinigung.

Er ist verheiratet und Vater

vonsechs Kindern. (dpa)

Biowetter:

Bluthochdruck

Kopfschmerzen

Schlafstörungen

Rheumaschmerzen

Atemwegsbeschwerden

Pollenflug:

Hasel

Erle

Pappel

Weide

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute machen die Höchsttemperaturen bei 4bis 8Grad halt. Dazu ist der

Himmel mit dichten Wolken bedeckt. Der Wind weht schwach bis mäßig

aus westlichen Richtungen. In der Nacht nehmen vielerortsdichte Wolken

überhand. Nur örtlich zeigen sich die Sterne. Die Tiefstwerte machen bei

3bis 0Grad halt.

Belastung

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

schwach

keine

keine

Gefühlte Temperatur: maximal 1Grad.

Wind: schwach aus West.

Wittenberge

2°/6°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

1°/5° 1°/5°

Luckenwalde

-1°/4°

Freitag

Sonnabend

Sonntag

bedeckt sonnig wolkig

4°/6° 1°/9° 4°/11°

Prenzlau

1°/8°

Cottbus

0°/4°

Frankfurt

(Oder)

1°/5°

Hoher Luftdruck reicht von Südwesteuropa und dem Ärmelkanal bis zum nördlichen

Balkan. Oft scheint die Sonne, doch gebietsweise halten sich auch dichte

Wolken oder Nebelfelder. Zwischen Griechenland, der Türkei und dem Schwarzmeerraum

bleibt esnoch unbeständig mit kräftigen Regen- und Schneeschauern.

Köln

0°/8°

Sylt

2°/7°

Saarbrücken

-1°/8°

Hannover

1°/5°

Konstanz

-1°/6°

Hamburg

2°/8°

Erfurt

-1°/5°

Frankfurt/Main

-1°/7°

Stuttgart

0°/7°

Rostock

3°/8°

Magdeburg

2°/6°

Nürnberg

-3°/7°

München

-4°/7°

Rügen

3°/8°

Dresden

1°/3°

Deutschland: Heute wechseln sich

Sonnenstrahlen und gebietsweise

durchziehende dichtere Wolkenfelder

miteinander ab. Dabei werden im Tagesverlauf

3bis 8Grad erreicht,

nachts kühlt es dann auf 4bis minus

3Grad ab. Der Wind weht schwach

aus West. Morgen gibt es vielfach

Sonnenschein, aber auch einige Wolken,

und die Temperaturen klettern

auf 4bis 10 Grad. Der Wind weht nur

schwach aus Ost.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 35 cm

Harz bis 25 cm

Erzgebirge bis 35 cm

Bayerische Alpen bis 260 cm

Mondphasen: 09.02. 15.02. 23.02. 02.03.

Sonnenaufgang: 07:41 Uhr Sonnenuntergang: 17:00 Uhr Mondaufgang: 13:30 Uhr Monduntergang: 05:41 Uhr

Lissabon

17°

Las Palmas

22°

Madrid

14°

Reykjavik


Dublin


London

10°

Paris


Bordeaux

12°

Palma

17°

Algier

21°

Nizza

14°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

10°

Tunis

14°

Rom

12°

Warschau


Wien

7° Budapest


Palermo


Kiruna

-13°

Oulu

-8°

Dubrovnik

11°

Athen


St. Petersburg


Wilna


Kiew


Odessa


Varna


Istanbul

10°

Iraklio

12°

Archangelsk

-11°

Moskau

-1°

Ankara


Antalya

16°

Acapulco 33° heiter

Bali 25° Gewitter

Bangkok 33° heiter

Barbados 28° Schauer

Buenos Aires 36° Gewitter

Casablanca 24° heiter

Chicago 0° Schnee

Dakar 30° sonnig

Dubai 22° sonnig

Hongkong 19° bewölkt

Jerusalem 16° sonnig

Johannesburg 32° wolkig

Kairo 21° sonnig

Kapstadt 22° heiter

Los Angeles 15° sonnig

Manila 31° bewölkt

Miami 28° bewölkt

Nairobi 27° wolkig

Neu Delhi 20° sonnig

New York 13° Regen

Peking -3° bedeckt

Perth 32° sonnig

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 25° Schauer

San Francisco 14° sonnig

Santo Domingo 28° heiter

Seychellen 29° wolkig

Singapur 34° wolkig

Sydney 25° Schauer

Tokio 6° wolkig

Toronto -1° Schnee


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 3· ·

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Seite 3

Perfekt ausgestattet: Wenn Christian Y. Schmidt zu seinen Spaziergängen durch Peking aufbricht, überlässt er nichts dem Zufall.

CHRISTIAN Y. SCHMIDT

Am Sonntag hat es geschneit. Das

fehlte noch. Sonst gibt es in Peking

praktisch nie Schnee imWinter.Nur

in diesem vertrackten Jahr schneit

es jetzt schon das vierte Mal. Dabei hatte vor

ein paar Tagen bereits eine Elster begonnen,

in dem Baum vormeinem Fenster ihr Nest zu

bauen. Sie war damit früh dran, und machte

Hoffnung auf einen baldigen Frühling. Letztlich

ist auch das Coronavirus ja nichts weiter

als ein Grippeerreger. Und Grippewellen enden

nun mal, wenn es wärmer wird. Doch damit

ist es wohl erst mal Essig.

Auch die Zahlen sehen nicht rosig aus.Die

nationale Gesundheitskommission meldet

am 2. Februar, um6.24 Uhr morgens, 13831

mit dem Coronavirus Infizierte und 304 Tote.

Das ist bei den Infizierten ein ziemlicher

Sprung. DieZahl hat sich in nur einemTagnahezu

verdoppelt. Dabei gab mir gesternnicht

nur die Elster das Gefühl, dass es langsam

wieder aufwärts geht. Bei meinem täglichen

Spaziergang auf den Straßen Pekings waren

wieder deutlich mehr Menschen unterwegs.

Eine erste kleine Bäckerei hatte wieder geöffnet

und auch einige Restaurants.DreiPenner

betranken sich wie gewohnt mit Sorghum-

Schnaps und eine Frau spielte auf dem Bürgersteig

Squash gegen eine Hauswand. Ein

Bild, fast wie in Friedenszeiten, wären da

nicht die an die Schaufenster geklebten Flyer

mit denVerhaltensregeln im Seuchenfall. Und

natürlich die Menschen mit den Masken.

Wasman alles lernt

Fast jeder trägt sie. Inden U-Bahnen ist das

inzwischen sogar Pflicht, auf der Straße –anders

als in der Provinz Hubei und inzwischen

auch in Guangdong –noch nicht. Ich trage

auf meinen Spaziergängen auch eine –und

zwar die gute 3M 9502VT, die nur fünf Prozent

aller in der Luft umherschwirrenden

Partikel durchlässt. Auf der Straße ist die

Maske aber eigentlich nicht so wichtig, vorausgesetzt,

man lässt zu anderen Passanten

einen Abstand von 1,5 Metern. Aber sie verhindert

eben auch, dass man sich selbst

ständig an Mund und Nase berührtund sich

auf diese Weise infiziert. Der Mensch fasst

sich etwa fünfundzwanzig Malinder Stunde

unwillkürlich im Gesicht; so was lernt man

während einer Seuche. Und in Räumen mit

vielen Leuten sollte man auf jeden Fall eine

Schutzmaske tragen.

Vielleicht noch wichtiger sind die Handschuhe.

Unterwegs ist man hin- und wieder

doch gezwungen, Türklinken oder Fahrstuhlknöpfe

zu berühren, die als besonders große

Infektionsquellen gelten. Ichtrage außerdem

ein zur Mütze gebundenes Magic Headband

und eine Brille.Die sollte man auch aufsetzen,

wenn man nicht kurzsichtig ist, denn auch

über die Augen kann man sich anstecken. Ich

habe eine fette Sonnenbrille gewählt.

Ein interessanter Nebenaspekt ist, dass

durch eine solche Vermummung die allgegenwärtige

Überwachung unterlaufen

wird: Die iPhone-Gesichtserkennung etwa

gestaltet sich schwierig. Auch die Hochgeschwindigkeitszüge

kann hierzulande nur

noch besteigen, wer am Bahnsteigzugang

Peking mit Maske

Unser Autor wohnt seit 15 Jahren in China. Wielebt es sich dort in Zeiten der

Coronaseuche? Geschichten aus einem Alltag mit Schutzhandschuhen und

Fieberthermometer,zwischen Sorge und Gelassenheit

sein Gesicht scannen lässt. Da gerade auf

Bahnhöfen die Ansteckungsgefahr sehr hoch

ist, kommen sich hier zwangsläufig Seuchenbekämpfung

und Überwachung in die Quere.

Meine Spaziergänge durch die Stadt unternehme

ich, weil ich mich nicht auf die Informationen

im Netz verlassen will. Ich

nutze sie aber natürlich auch zum Einkaufen.

Die Regale in den Supermärkten sind

weiterhin gut gefüllt. Nur aneinem Taggab

es in unserem WuMart einen Gemüse-Engpass.

ImSupermarkt stellt sich ein ganz anderes

Problem, das in den diversen Seuchen-

Katastrophenfilmen, die ich bisher gesehen

habe, niemals aufgetaucht ist: Mit den behandschuhten

Fingern lassen sich die Plastiktüten,

die man von der Rolle abreißt, um

darin Obst oder Gemüse zu verstauen, extrem

schwer öffnen. Fünf Minuten lang versuche

ich, zwei Zwiebeln in die Tüte zu packen.

Schließlich gebe ich auf und lege die

Zwiebeln lose auf die Waage an der Kasse.

Könnte bitte ein Regisseur diese Szene in einen

der nächsten Seuchenfilme einbauen?

Desinfektionsmittel allerdings gehen

langsam aus,und Atemschutzmasken waren

eine Woche lang nicht zu bekommen. Inzwischen

kann sich jeder unter der Vorlage seines

Personalausweises drei blaue OP-Masken

in der Apotheke abholen, das Stück für

umgerechnet 15 Eurocent, alle drei Tage.

Sämtliche öffentlichen Veranstaltungen sind

abgeblasen. Museen, Theater und Schulen

bleiben geschlossen. Kinopremieren sind

verschoben. Auch die Standesämter sind zumindest

zurzeit dicht, was eine Rekordanzahl

vonPaaren nervös werden lässt, die unbedingt

am 20.2.2020 heiraten wollen.

Die großen Wohnanlagen, in denen die

meisten Pekinger wohnen, sind inzwischen

für Nichtbewohner geschlossen. Wer als

Fremder dennoch hineinwill, muss sich von

einem Bewohner abholen lassen. Dabei wird

am Eingang die Körpertemperatur an der

Stirngemessen, mit futuristisch anmutenden

Fiebermesspistolen. DieMessung wirdinzwischen

auch an jedem U-Bahn-Zugang vorgenommen.

Die Pistolen scheinen allerdings

nicht besonders präzise zu sein. Als ich vorein

paar Tagen den Office Tower betrat, in dem

das Büromeiner Frau liegt, maß der Mann an

VonChristian Y. Schmidt, Peking

der Rezeption bei mir sagenhafte 33,3 Grad.

Eher unwahrscheinlich, dass eine solche an

Unterkühlung grenzende Untertemperatur

korrekt ist, aber vielleicht bin ja inzwischen

tatsächlich schon so etwas wie ein Zombie.

Äußerlich ist die Stimmung in der Stadt

ziemlich gelassen. Im Internet sieht es anders

aus.Hier tobt die Schlacht zwischen denen,

die der Regierung schwere Versäumnisse

besonders in der Anfangsphase der

Seuche vorwerfen und auch jetzt noch meinen,

hinters Licht geführt zuwerden, und

denen, die hinter der Epidemie eine Verschwörung

der USA gegen China wittern.

Auch meine Frau und ich verbringen den

halben Tagvor dem Rechner. Dabei sind es

weniger die Meldungen aus der Seuchenprovinz

Hubei und ihrer Hauptstadt Wuhan, die

Museen, Theater und

Schulen sind geschlossen,

Kinopremieren

wurden verschoben.

Auch die Standesämter

bleiben dicht.

uns deprimieren. Immer klarer wird, dass es

sich bei den Coronaviren eigentlich nur um

Keime handelt, die zwar hochansteckend

sind, aber letztlich nicht extrem gefährlich.

Im Moment liegt jedenfalls die Mortalitätsrate

nur etwa doppelt so hoch wie bei einer

normalen Grippewelle; und es sterben

hauptsächlich alte Menschen mitVorerkrankungen,

ebenfalls wie bei einer normalen

Grippeepidemie.Das ist tragisch, aber längst

keine apokalyptische Pandemie.

Umso empörender sind für uns die völlig

absurden und überzogenen Reaktionen im

Ausland. Eine Fluggesellschaft nach der anderen

stellt ihre Flüge von und nach China

ein, und ein Land nach dem anderen macht

die Grenzen für Menschen aus China dicht.

Auch die Meldungen zu rassistischen Übergriffen

und Ausgrenzungen in aller Welt gegen

Menschen mit asiatischem Aussehen

häufen sich. Gleichzeitig erreichen mich täglich

gut gemeinte Tipps von Freunden in

Deutschland, die mir empfehlen, mich bitte

schleunigst nach Deutschland abzusetzen.

Das werde ich sicher nicht tun, jedenfalls

nicht im Moment. Bereits vor dem Bekanntwerden

der ersten Coronavirus-Fälle hatte ich

einen Flug für Mitte Februar nach Berlin gebucht,

um meinen –mir jetzt plötzlich visionär

erscheinenden –Kurzroman „Der kleine

Herr Tod“ zu promoten. So lange harre ich

hier aus. Außerdem sind meine chinesische

Frau und meine SchwiegerelterninPeking.

In der Zwischenzeit vertreiben wir uns die

Zeit mit Seuchenspaziergängen, dem Durchputzen

der Wohnung und Binge-Watching

von Seuchenfilmen wie „Contagion“ (ganz

okay), „Outbreak“ (geht so) oder „World War

Z“ (Schrott). Diegehen alle gut aus.Auch ich

bin weiter optimistisch, dass wir die Seuche

bald überstanden haben werden.

Einen Tagspäter gerät mein Optimismus

ins Wanken. Die Zahlen aus Hubei zeigen,

dass sich das Virus inPeking nicht mehr in

Schach halten lässt. Ichglaube,dass wir hier

demnächst mit Hunderttausend Infizierten

rechnen müssen, wenn nicht mehr, denkt

man an den Schneeballeffekt, der sich inzwischen

deutlich abbildet. Auch dass sich das

Virus weitgehend auf Hubei eindämmen

lässt, halten einige Experten für fraglich. Das

heißt, letztlich ist mit mehreren Tausend Toten

zu rechnen. Doch selbst das ist keine

apokalyptische Katastrophe, sondern das,

was eine starke Grippewelle auch anrichtet,

ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

Schlecht ist allerdings,dass das VirusimMoment

noch hochansteckend ist.

Die neuen Seuchenzahlen in der South

China Morning Post bieten auch Anlass zur

Sorge. Inzwischen gibt es weltweit mehr als

24 000 Infizierte. Auch die Zahl der Toten ist

wieder gestiegen. Beruhigend wirkt höchstens

die Tatsache, dass sich das Virus offenbar

weiter peinlich genau an die inzwischen

etablierte Mortalitätsrate hält.

Die Maßnahmen zur Virus-Eindämmung

werden indes kreativer: Neben den Knöpfen

in unserem Fahrstuhl ist ein Spender mit Papiertüchern

angebracht. Solche Installationen

sind jetzt in allen Fahrstühlen Pekings

Pflicht. Mit einem Zellstofftuch soll man den

Fahrstuhlknopf drücken und das Tuch anschließend

in einem Papierkorb entsorgen. So

soll verhindertwerden, dass das Virusmit der

Fingerspitze weitergetragen wird. Mich persönlich

kümmert das wenig: Ich trage weiter

meine Handschuhe,die nach der Rückkehr in

dieWohnung gewaschen werden.

Mirfällt ein, dass Islamisten die Nachricht

verbreiten, das Coronavirus sei die Strafe Allahs

für die Unterdrückung des islamistischen

Fundamentalismus in China. Richtig

schlecht sähe es in Peking aus, wenn Allah

das Gemüse knapp werden ließe. Doch das

stapelt sich vor dem kleinen Laden neben

der „Great Leap“-Micro-Brewery. Daneben

sitzt ein Paar auf einer kleinen Mauer. Beide

haben die Gesichtsmasken heruntergezogen

und beißen in dasselbe Stück Melone, sie

vonder einen, er vonder anderen Seite.

DerInternethandel boomt

JD.Com, einer der großen chinesischen Internethändler,

wirbt mit „virusfreier Zustellung“.

Mit diesem Versprechen kommen sie

sogar auf den Uni-Campus, auf dem meine

Schwiegereltern wohnen. Ansonsten dürfen

die Expresszusteller nicht mehr in dieWohnanlagen.

Trotzdem boomt jetzt in ganz China

das Internetgeschäft. Meine Frau bestellt für

meine Schwiegereltern Lebensmittel: palettenweise

Eier und mehrereKilo Mehl. Dastut

sie, weil sich die beiden über 80-Jährigen

selbst eine Quarantäne auferlegt haben. In

den nächsten vierzehn Tagen sollen wir sie

nicht besuchen. Der Grund: Sie sind am

Sonnabend aus Guangzhou zurückgekommen,

der Hauptstadt der Provinz Guangdong,

die an Hongkong grenzt. Dortsind die

Infektionszahlen höher. Das Flugzeug, mit

dem sie nach Peking flogen, war nur halb besetzt,

und kein Passagier –kein einziger –

nahm die Maske ab, als auf dem Vier-Stunden-Flug

der Imbiss serviert wurde.Wir halten

die völlige Quarantäne zwar für übertrieben,

aber wenn sich meine Schwiegermutter

etwas in den Kopf gesetzt hat, kann man sowieso

nichts machen.

Für Chinas Wirtschaft bedeutet die Coronaepidemie

bereits jetzt einen schweren

Schlag. Verwaltungsleute erzählen hinter vorgehaltener

Hand, dass es bis zu zwei Jahren

dauernkönnte,bis sich der Tourismus-, Konferenz-

oder wahlweise Sportveranstaltungssektor

wieder völlig erholt hat. Dassei schließlich

bei Sars auch so gewesen. Unddiese Epidemie

hier ist deutlich größer.

So weit im Voraus plane ich nicht. Ich

habe aber gerade mit meinem Bruder vereinbart,

dass die Premierenlesung von „Der

kleine Herr Tod“ am 25. März auf jeden Fall

stattfinden wird, selbst wenn ich dann nicht

mehr nach Berlin fliegen kann. Für diesen

Fall soll die Lesung per YouTube auf einer

Leinwand gestreamt werden, und ich werde

von Peking aus zugeschaltet. Voraussetzung

ist natürlich, dass mich das Virus vorher

nicht erwischt.


4* Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

SPD fordertvon Union

Klarheit über Grundrente

DieSPD setzt darauf, dass die Grundrente

nach der Zusage vonBundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) trotz

desWiderstandes in der Union wie

geplant kommt. SPD-Generalsekretär

Lars Klingbeil erklärte am Mittwoch

in Berlin, er verlasse sich darauf,„dass

dasWort der Kanzlerin und

der CDU-Spitzegilt“. DieGrundrente

werdekommen.„Sehr viele Rentnerinnen

und Rentner warten darauf.“

Klingbeil bezogsich insbesondereauf

Wortmeldungen vonUnionsfraktionsvizeCarsten

Linnemann (CDU),

der die vonder großen Koalition geplante

Grundrente infrage gestellt

hatte.Inder Union wirdabweichend

vonden bisherigen Plänen eineVermögensprüfung

verlangt, zudem gibt

es Kritik wegen der ungeklärten Finanzierung.

(AFP)

Merz gibt Posten bei

Blackrock auf

Friedrich Merz gibt Ende Märzseinen

Posten als Aufsichtsratsvorsitzender

vonBlackrock auf. DerfrühereUnionsfraktionschef

sagte der

Deutschen Presse-Agentur:„Ich

habe mich entschieden, meine Tätigkeit

als Aufsichtsratsvorsitzender

vonBlackrock in Deutschland zum

Ende des ersten Quartals zu beenden.

Es war mir eine Freude und

große Ehre, das Unternehmen in

Deutschland über die vergangenen

vier Jahrezubegleiten.“ Er wolle

seine „Zeit nun nutzen, die CDU

noch stärker bei ihrer Erneuerung zu

unterstützen und mich weiter politisch

einzubringen“. Deutschland

und Europa stünden zu Beginn des

neuen Jahrzehnts vorgroßen Herausforderungen.

(dpa)

Erzbischof Gänswein muss

sich neue Aufgaben suchen

Erzbischof Georg Gänswein ist ein enger

Vertrauter von Papst Bendedikt. IMAGO IMAGES

Nach der Affäreumeine Buchveröffentlichung

des abgedankten Papstes

Benedikt muss sich dessen Privatsekretär

GeorgGänswein im

Dienst vonPapst Franziskus umorientieren.

Derdeutsche Kurienerzbischof

sei nicht vomAmt als Präfekt

des Päpstlichen Hauses suspendiert

worden, sagte Vatikansprecher Matteo

Bruni am Mittwoch. Es habe aber

eine „gewöhnliche Umverteilung

verschiedener Pflichten und Funktionen

des Präfekten des Päpstlichen

Hauses gegeben“. Um welche neuen

Aufgaben es sich handelt, gab der

Vatikan nicht bekannt. (dpa)

Rumänien steht vor

Neuwahlen

Drei Monate nach ihrem Amtsantritt

ist die bürgerliche Regierung

vonMinisterpräsident Ludovic Orban

vomParlament abgewählt worden.

Für den Misstrauensantrag der

Sozialdemokratischen Partei (PSD)

und der Ungarn-Partei UDMR

stimmten am Mittwoch 261 Abgeordnete

und Senatoren und 139 dagegen.

Dies könnte zu vorgezogenen

Parlamentswahlen führen –allerdings

nur,wenn zwei weiterePersonalvorschläge

für einen anderen

Regierungschef im Parlament

scheitern. Dienächste reguläreParlamentswahl

wäreindiesem Herbst

fällig. (dpa)

Die Angeklagte mit ihrem Anwalt an einem früheren Prozesstag

IS-Terroristin verlangt neue Verteidiger

Oberlandesgericht in München muss entscheiden, ob der Prozess von vorne beginnen wird

VonAndreas Förster

Der erste Prozess gegen

eine deutsche IS-Kämpferin

könnte nach zehn

Monaten Verhandlungsdauer

platzen. Am heutigen Donnerstag

entscheidet der Staatsschutzsenat

des Münchner Oberlandesgerichts

über den Antrag der Angeklagten

JenniferW. auf Entpflichtung ihrer

beiden Verteidiger. Folgt das Gericht

dem Antrag, muss der Prozess neu

angesetzt werden.

Nicht öffentliche Akten

Die Situation erinnert nur auf den

ersten Blick an das Münchner NSU-

Verfahren, in dem die Rechtsterroristin

Beate Zschäpe mehrmals versucht

hatte, ihre Pflichtverteidiger wegen

angeblichen Vertrauensverlustes loszuwerden.

DenKonflikt im IS-Prozess

dagegen hat die anklagende Bundesanwaltschaft

mit heraufbeschworen,

indem sie die Verteidiger vonJennifer

W. wegen eines vermeintlichen

Rechtsverstoßes angezeigt hat. Der

Grund: Diebeiden Verteidiger hatten

in der öffentlichen Verhandlung in

München Auszüge eines Zeugenvernehmungsprotokolls

wiedergegeben,

das in einem nicht öffentlichen

Prozess in Düsseldorf verlesen worden

war.Das aber ist verboten.

DerFall ist diffizil, weil W.sVerteidiger

zugleich auch der Rechtsbeistand

einer in Düsseldorf angeklagten

IS-Kämpferin sind. In beiden

Prozessen geht es unter anderem um

den Strafvorwurf der Sklaverei. Die

in München und Düsseldorfvor Gericht

stehenden IS-Kämpferinnen

sollen laut Anklageschrift jesidische

Frauen als Sklavinnen gehalten haben.

Nun gibt es aber in beiden Verfahren

widersprüchliche Aussagen

der betroffenen Jesidinnen: In ersten

Vernehmungen nach ihrer Befreiung

hatten sie noch ausgesagt, die ausländischen

Frauen der IS-Kämpfer

hätten sich ihnen gegenüber anständiger

verhalten als deren syrische

und irakische Ehemänner.Bei Befragungen

in Deutschland änderten sie

jedoch ihreDarstellung und belasteten

die Angeklagten: Nun sollen die

Frauen ihreMänner zu unmenschlichen

Handlungen angestiftet haben.

Mit ihren Zitaten aus den widersprüchlichen

Zeugenvernehmungen

beider Verfahren wollen W.sVerteidiger

möglicherweise insinuieren,

dass sich die Jesidinnen der Bundesanwaltschaft

verpflichtet fühlen

könnten, ihre Aussagen an die Anklage

anzupassen.

Nun muss aber erst einmal die

Münchner Generalstaatsanwaltschaft

den Vorwurf eines Rechtsverstoßes

überprüfen. Denn das IS-Verfahren

in Düsseldorfwirdunter Ausschluss

der Öffentlichkeit geführt, da

die Angeklagte zum Zeitpunkt der

von ihr mutmaßlich begangenen

„Die Angeschuldigte ließ ihren Ehemann

gewähren und unternahm nichts zur

Rettung des Mädchens.“

Vorwurf der Bundesstaatsanwaltschaft in der Anklageschrift gegen Jennifer W.

Straftaten noch minderjährig war.

Die Verteidiger argumentieren jedoch,

dass sie sich das Einverständnis

der Düsseldorfer Angeklagten

hatten geben lassen, bevor sie in

München Passagen aus den in ihrem

Prozess verlesenen Vernehmungsprotokollen

zitierten. Ob das reicht,

um die Anzeige der Bundesanwaltschaft

abzuwehren, ist fraglich.

Solange das aber nicht geklärtist,

fürchten die Anwälte, dass sie ihre

Münchner Mandantin nicht so gut

verteidigen können, wie es nötig

wäre. Daher hatten die Verteidiger

bereits vergangeneWoche selbst ihre

Die Luft wird sauberer

Entpflichtung beantragt mit der Begründung,

sie könnten unter den Bedingungen

eines laufenden Ermittlungsverfahrens

nicht weiter auf die

Ungereimtheiten in den beiden IS-

Prozessen eingehen. Das Gericht

wies den Antrag zurück.

Widersprüche der Mutter

Deshalb hat nun Jennifer W. die Entpflichtung

ihrer Verteidiger beantragt.

Durchdie Ermittlungen sei der

Handlungsspielraum ihrer Anwälte

massiv eingeschränkt, was sich zu

Lasten ihrer Verteidigung auswirke,

argumentiertsie.Sie müsse befürchten,

dass sich ihre Anwälte „als eingeschränkt

und eingeschüchtert sehen“.

Folgt der 8. Strafsenat dieser

Argumentation, muss der Münchner

Prozess mit neuen Verteidigern von

vorn beginnen.

Jennifer W. wird neben Mitgliedschaft

in einer ausländischen terroristischen

Vereinigung, Verstoß gegen

das Kriegswaffenkontrollgesetz

und Sklaverei auch Mord durch Unterlassen

vorgeworfen. Die 29-Jährige

soll an einem heißen Sommertag

im Jahre 2015 nicht eingegriffen

haben, als ihr damaliger Mann die

fünfjährige Tochter der als Sklavin

gehaltenen Jesidin im Hof ihres

Grundstücks ankettete und verdursten

ließ. Vor Gericht hatte sich die

Mutter des Kindes jedoch in Widersprüche

verwickelt, weshalb der

Mordvorwurf kaum zu halten sein

wird.

Durch die schrittweise Abkehr von der Kohleverstromung sinkt der Kohledioxid-Ausstoß in Europa

Die schrittweise Abkehr von

Kohle hat den Ausstoß von Klimagasen

aus europäischen Kraftwerken

2019 um zwölf Prozent gedrückt

–sostark wie seit fast 30 Jahren

nicht mehr. Dies geht aus einer

am Mittwoch veröffentlichten Studie

der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende

hervor. Die entscheidenden

Hebel waren demnach der Europäische

Emissionshandel und der

Anstieg des Kohlendioxid-Preises

auf rund 25 Euro je Tonne.

Strenge Klimaziele

Die Stromerzeugung aus Stein- und

Braunkohle habe 2019 wegen der

höheren CO 2 -Kosten um fast ein

Viertel unter dem Wert des Vorjahrs

gelegen, hieß es in der Studie. Der

wegfallende Kohlestrom sei je zur

Hälfte durch Stromaus Gaskraftwerken

und aus erneuerbaren Energien

wie Sonne oder Wind ersetzt worden.

Der Ökostromanteil stieg demnach

europaweit um 1,8 Prozent auf

KohlekraftwerkMehrum im Landkreis Peine

DPA

klärte Dave Jones von der Londoner

Organisation Sandbag, die an der

Studie beteiligt war. Anders als in

Deutschland beschleunigte sich EUweit

der Zubau vonWindrädernund

Solaranlagen. Diese lieferten 2019

DPA/PETER KNEFFEL

34,6 Prozent, Stromaus Gaskraftwerken

sogar um zwölf Prozent.

„Europa legt weltweit eine einzigartige

Geschwindigkeit bei der Ablösung

von Kohlestrom durch Windund

Solarenergie an den Tag“, ererstmals

EU-weit deutlich mehr

Strom als Kohlekraftwerke. Das

Tempo müsse allerdings weiter steigen,

erklärten die Autoren.

Der Emissionshandel funktioniert

so: Kraftwerke und Fabriken

brauchen Verschmutzungsrechte für

jede Tonne CO 2 ,die sie in die Luft

blasen. Die Gesamtmenge dieser

Zertifikate sinkt Jahr für Jahr entsprechend

den Klimazielen. Werden

die Zertifikate knapper, steigt ihr

Preis. Stromerzeugung mit viel Kohlendioxid

wie bei der Kohle wird so

teurer und der Umstieg auf Alternativen

lohnend. Eine Reformhatte zuletzt

die Zertifikatemenge verringert

und den Preis hochgetrieben.

Für die geplante Erhöhung der

Klimaziele für 2030 sollten die Zertifikate

schneller verringertwerden als

bisher vorgesehen, sagte Matthias

Buck, Leiter Europäische Energiepolitik

bei der Agora. Bisher seien immer

noch zu viele Verschmutzungsrechte

auf dem Markt. (dpa)

Theater

in der

Semperoper

St.-Georgs-Orden wird

Al-Sisi wieder aberkannt

VonSimona Block

Eine skandalöse Ehrung, brüskierte

Partner, Absagen Prominenter:Der

Dresdner Semperopernball

2020 ist in aller Munde, aber

ganz anders als gedacht. DieMacher,

ein privater Verein um den umtriebigen

Kulturmanager Hans-Joachim

Frey, bemühen sich seit Tagen um

Schadensbegrenzung. Die Preisverleihung

im Vorfeld an Ägyptens Präsident

Abdel Fattah al-Sisi, der gegen

Kritiker und Oppositionelle hartvorgeht,

überschattet die 15. Auflage am

Freitag (7. Februar). Nun zieht Frey

die Notbremse, um das Ballprogramm

zu retten.

Mit der Übergabe des St.-Georgs-

Ordens trotz vielfacher Kritik vor anderthalbWochen

in Kairohat Freyden

Bogen überspannt, Partner und Akteure

der Ballnacht in die Bredouille

gebracht und den Event zum Politikum

gemacht. Während Zuschauerraum

und Bühne von Dresdens berühmtem

Opernhaus zum Ballsaal

und die Ränge zu Logen umgebaut

werden, sind die Macher mit der Schadensbegrenzung

beschäftigt.

Noch nach der Rückkehr vom Nil

hat Frey die Auszeichnung trotzig

verteidigt, der Verein habe damit

„Kulturbrücken bauen“ wollen. Kurz

vordem Kultur-Event aber musste er

sich dem anhaltenden Druck beugen:

Al-Sisi wird der Orden wieder

aberkannt –nach neun Tagen. Dem

voraus ging am Dienstag ein Treffen

mit Rocksänger Peter Maffay, dem

die Entschuldigung des Ballvereins

nicht reichte.

Obwohl Al-Sisi nicht in der Semperoper

tanzen sollte,war der öffentliche

Druck diesmal größer. Der Semperoper-Intendant

erklärte seine ausdrückliche

Missbilligung und betonte,

dass das Haus „als führende Kulturinstitution

stets Stellung für Frieden, Toleranz

und Menschenrechte bezieht“,

der Oberbürgermeister prüfte kritisch

seine Ballteilnahme, auch Medienpartner

distanzierten sich, Moderator

und Schlagersänger Roland Kaiser gar

„mit allergrößtem Nachdruck“. Die

Vergabe des Ballordens an Al-Sisi „widerspricht

allem, wofür ich als Künstler

und als Mensch stehe“, schrieb er

auf Facebook.

MehrereAbsagen

„Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers

zeigte sich wie Kaiser „irritiert“

und löste ihren Vertrag als Co-Moderatorin;

auch Stadt, Oper und MDR

kündigten mit Blick auf die Zukunft

Konsequenzen an. Freystreute Asche

auf sein Haupt: „Die Verleihung war

ein Fehler.“ Die„Irritationen“ würden

vonHerzenbedauert, man wolle über

das Selbstverständnis als Kulturbotschafter

nachdenken. Die Wogen

aber glätteten sich nicht. Auch Mareile

Höppner, die aus dem Hut gezauberte

neue Dame für den Abend

an der Seite vonKaiser,machte einen

Rückzieher,weil sie nach eigenen Angaben

angefeindet und bedroht

wurde. Die Absagen von SAP-Gründer

Dietmar Hopp als Preisträger und

Fußballmanager UliHoeneß als Laudator

läuteten das Ende für den St.-

Georgs-Orden ein –zumindest für die

Jubiläumsausgabe.

Die 15. Ausgabe des Semperopernballs

soll am Freitag stattfinden.

DPA


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 5· ·

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Politik

Neue Vorwürfe gegen den Türkischen Roten Halbmond

Die Hilfsorganisation soll von Geschäftsleuten „bedingte Spenden“ erhalten haben. Damit wurden offenbar Einkommensteuerzahlungen umgangen

VonFrank Nordhausen

Der Spendenskandal um

den Türkischen Roten

Halbmond ist größer als

bisher bekannt, wie

neue Informationen aus der Türkei

und den USA belegen. Die Affäre

betrifft indirekt die Bundesrepublik

Deutschland, da sie der Hilfsorganisation

25 Millionen Euro zum Bau

von Notunterkünften für Binnenflüchtlinge

in der syrischen Provinz

Idlib zugesagt hat, wie das Auswärtige

Amt am vergangenen Freitag

mitteilte. Bisher hat die Bundesregierung

nicht erklärt, wie sie sicherstellen

will, dass die Hilfsgelder

auch die vorgesehenen Empfänger

erreichen.

Freunde Erdogans

In dem Skandal geht es um Steuerhinterziehung

zugunsten von Firmen

und Stiftungen aus dem persönlichen

Umfeld des türkischen

Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan

mithilfe des Roten Halbmonds.

DaSpenden an den Roten

Halbmond in der Türkei steuerfrei

sind, lassen sich als Spende deklarierte

Geldflüsse steuersparend am

Finanzamt vorbeischleusen. Wie

das türkische Nachrichtenportal

Gazetta9 vergangene Woche enthüllte,

wurde eine Spende von acht

Millionen Dollar des zweitgrößten

türkischen Erdgasversorgers Baskentgaz

Ende 2017 vomRoten Halbmond

entgegengenommen und an

fundamentalistische Stiftungen aus

dem Umfeld der islamischen Regierungspartei

AKP Erdogans oder seiner

Familie weitergereicht. Für den

Transfer benutzte der Rote Halbmond

die wegen sexuellen Missbrauchs

Dutzender Kinder berüchtigte

islamische Ensar-Stiftung, die

der Erdogan-Familie nahesteht. Dadurch

entgingen dem türkischen

Staat rund zwei Milionen Dollar

Steuergelder.

Einfluss der Gülen-Bewegung

Der Rote Halbmond räumte den

Vorgang ein, verteidigte sich aber

mit dem Argument, es habe sich um

„bedingte Spenden“ gehandelt, was

bedeute, dass sie legal an andere

Empfänger weitergeleitet werden

könnten – eine rechtliche Grauzone.

Der Empfänger war in diesem

Fall die vorsechs Jahren gegründete

Turken-Stiftung, in deren Vorstand

die Erdogan-Tochter Esra Albayrak

sitzt. Turken will mit dem Geld angeblich

ein 21-stöckiges Wohnheim

für in den USA lebende türkische

Kinder und Studenten im NewYorker

Stadtteil Manhattan errichten.

Der humanitäre Zweck, so erklärte

die Ensar-Stiftung, bestehe darin,

die Kinder und Jugendlichen vor

schädlichen Einflüssen der verfemten

islamischen Gülen-Bewegung

zu schützen.

Wie die türkische Nachrichtenwebseite

Diken am Dienstag meldete,

erhielt der Rote Halbmond offenbar

neben der bisher bekannten

Spende der Firma Baskentgaz, die

Der Türkische Rote Halbmond hilft auch im von der Türkeibesetzten Nordsyrien.

GETTY

der Holding eines Erdogan-Schulfreunds

gehört, zwischen 2015 und

2019 von fünf Geschäftsleuten und

elf Unternehmen eine Summe von

bis zu 16 Millionen Euro als „bedingte

Spende“, die es den Spendernermöglichte,Einkommensteuerzahlungen

zu umgehen. Damit

wurden laut Diken Studentenwohnheime

und Schulen gebaut

und Studienstipendien vergeben –

man darfannehmen, in einem konservativ-islamisch

geprägten Umfeld.

Mitden an den Roten Halbmond

geflossenen Steuergeldern werde

nun offenbar ein Luxusgebäude in

New York errichtet, kommentierte

die oppositionelle Zeitung Sözcü.

Laut türkischen Medien beschuldigten

Oppositionspolitiker die

Firma Baskentgaz, den Roten Halbmond

für eine komplexes Steuerhinterziehungsoperation

benutzt

zu haben und bezeichneten die

Überweisung großer Summen an

mit der Regierung verbundene Stiftungen

als Korruption, um staatliche

Gegenleistungen zu erreichen.

Wolkenkratzer in NewYork

Der Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu

von der sozialdemokratischen

CHP forderte am Dienstag

den Rücktritt der Führung des Roten

Halbmonds. „Sie bauen einen

Wolkenkratzer in Manhattan“, sagte

er.„Angeblich sollen dortStudenten

unterkommen. Werden die Studenten

dortschlafen oder werden regierungsnahe

Leute aus dem Präsidentenpalast

dort ihre Zukunft sichern?“

DieVorsitzende der oppositionellen

Guten Partei, Meral

Aksener, erklärte: „Der türkische

Rote Halbmond, der eine 150-jährige

Geschichte hat, ist zu einer Interessengruppe

geworden, die Geld

an regierungsnahe Personen fließen

lässt.“

Keine Belege

Der US-Repräsentant der CHP,Yurter

Özcan, hatte zuvor in einem

Rundbrief geschrieben, die Baskentgaz-Spende

sei entgegen den

gesetzlichen Vorschriften beim US-

Finanzamt Internal Revenue Service

nicht registriert worden. Tatsächlich

seien keinerlei Belege vorhanden,

dass die angebliche

Spende den finalen Empfänger Turken-Stiftung

überhaupt erreicht

habe.

„In Wahrheit hat Turken zwischen

Juni 2017 und Juni 2018 insgesamt

nur 1,5 Millionen US-Dollar

Spenden erhalten. Somit ist klar,

dass die Behauptung des türkischen

Roten Halbmonds, 7,9 Millionen

US-Dollar an die Turken-Stiftung

transferiertzuhaben, schlicht nicht

stimmt“, schreibt Özcan. „Es stellt

sich die Frage: Was ist mit dieser

Spende wirklich passiert?“

Bisher hat der Rote Halbmond

diese Frage nicht beantwortet. „Alle

Hinweise im Puzzle um den türkischen

Roten Halbmond weisen auf

die Erdogan-Familie hin“, konstatierte

die oppositionelle NachrichtenplattformArtiGercek.

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6* Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Politik/Wirtschaft

Päckchen und

Pakete werden

wieder billiger

Post muss Preiserhöhung

zurücknehmen

Auf Druck der Bundesnetzagentur

wirddie Deutsche Post ihrekürzliche

Preiserhöhung für Pakete zurücknehmen.

Die Behörde hatte die

Preise als zu hoch beanstandet und

ein offizielles Verfahren eingeleitet.

Die Preise sollen zum 1. Mai wieder

gesenkt werden. Dasteilte das Unternehmen

am Mittwoch mit.„Wenn wir

dasVerfahren zu Ende geführthätten,

hätte es noch Jahre gedauert, bis wir

eine Entscheidung bekommen hätten“,

sagte ein Sprecher.„Selbst wenn

wir das inhaltlich anders bewerten,

sollten wir nicht unnötig Zeit und

Kosten investieren.“

Die Post hatte ihre Preise für Privatkunden

zum Jahreswechsel erhöht.

Die Begründung: Die Kosten

für Personal und Transportseien gestiegen.

Bei den unterschiedlichen

Arten vonPaketen fiel die Anhebung

verschieden aus.Ein bis zu zwei Kilo

schweres,mittelgroßes Päckchen innerhalb

Deutschlands kostet in der

Filiale nun 4,79 Euro,zuvor waren es

4,50 Euro.DerVersand eines 10-Kilo-

Pakets verteuerte sich um einen

Euro auf 10,49 Euro. Im Durchschnitt

stiegen die Preise um drei

Prozent. Günstiger kommt weg, wer

seine Pakete online frankiert. Zuletzt

hatte der Konzernseine Paketgebühren2017

angehoben.

Die Bundesnetzagentur hält diese

neuen Preise für zu hoch. Die Regulierungsbehörde

vermutet, dass sie

die tatsächlich anfallenden Kosten

überschreiten. Mit ihrer marktbeherrschenden

Stellung könne die

Post diese Preise deshalb im Sinne

des Wettbewerbs nicht verlangen. Im

Paketbereich hat der Bonner Konzern

einen Marktanteil von rund 70 Prozent.

DieRegulierungsbehörde leitete

deshalb ein offizielles Verfahren gegen

die Post ein. Dieses sei nun „gegenstandslos“

und werde eingestellt,

sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Ab Anfang Mai sollen für Päckchen

und Pakete die gleichen Preise

gelten wie zuvor. Das Datum erklärt

sich laut Post dadurch, dass IT-Systeme

und Kundeninformationen

wieder auf die alten Beträge angepasst

werden müssten. DiePost muss

somit mittelfristig auf die Mehreinnahmen

durch Pakete von privaten

Kunden verzichten. Wann und wie

die nächste Preiserhöhung ansteht,

bleibt bis auf Weiteres unklar. „Aber

natürlich werden wir irgendwann die

Preise auch wieder erhöhen müssen“,

sagte der Post-Sprecher. (dpa)

Zerrissen

Donald Trump inszeniert sich bei der Rede zur Lage der Nation als Retter.Senat schmettert Impeachment ab

VonThomas Spang,Washington

Gemächlich schreitet der

Präsident auf das Podium

im Kongress, von dem er

gleich seine Rede zur

Lage der Nation halten wird. Er genießt

den Jubel seiner Partei, die ihn

an diesem Mittwoch nach einem Impeachment-Prozess

ohne Zeugen

und Beweismaterial im Senat mit ihrer

Mehrheit freisprechen wird. Donald

Trump fühlt sich bei der dritten

„State of the Union“-Rede seiner

Amtszeit obenauf. Und obendrein

durfte er schon voraussetzen, was

dann am Mittwoch tatsächlich hegschah:

Der Senat sprach ihn im

Amtsenthebungsverfahren vonallen

Anklagepunkten frei. Wie erwartet

kam nicht die nötige Zweidrittelmehrheit

zustande, umTrump für

Machtmissbrauch oder die Behinderung

von Kongress-Ermittlungen zu

verurteilen.

So konnte Trump auftrumpfen: In

seiner Vorstellung hat er den bei seiner

Amtseinführung beklagten Niedergang

Amerikas beendet und das

Land in kürzester Zeit einer neuen,

strahlenden Zukunft entgegengeführt.

So steht es über der 80 Minuten

langen Rede zum Auftakt des

Wahljahres: „The Great American

Comeback“– „Die großartige amerikanische

Wiederkehr“.

Verächtliche Ignoranz

Zu Beginn überreicht der Präsident,

wie im Protokoll vorgesehen, die Redetexte

an Vizepräsident Mike Pence

und die Sprecherin des Repräsentantenhauses,

die Demokratin

Nancy Pelosi. Diese nimmt die

Mappe an und streckt ihm höflich

die Hand entgegen. Trump ignoriert

sie verächtlich und wendet sich den

Abgeordneten aus dem Repräsentantenhaus

und dem Senat zu. Ein

Affront gegen die Speakerin, die

Gastgeberin des Präsidenten im

Kongress ist und diesen formal einladen

muss, die rituelle „State of the

Union“ zu halten.

Der Ton war gesetzt. Trump enttäuschte

nicht. Er hielt eine Rede, in

der er nach übereinstimmender Ansicht

vonAnalysten nicht einmal den

Versuch unternahm, Gemeinsamkeiten

mit den Demokraten zu suchen.

Die saßen grimmig und versteinert

auf ihren Plätzen, als der

Präsident verkündete, „die Lage der

Nation ist stärker als jemals zuvor“.

Stärker, größer, besser. Esmangelte

nicht an Übertreibungen.

Trump beschwor eine boomende

Wirtschaft, mit Rekordbeschäftigung,

brummenden Fabriken und

Und dann zerreißt sie seine Rede: Nancy Pelosi und Donald Trump im Kongress.

Pete Buttigieg

ist 38, Kriegsveteran

und Ex-

Bürgermeister.

DEMOKRATEN IM PRÄSIDENTSCHAFTSRENNEN

Bernie Sanders

ist 78. Der linke

Senator galt als

Favorit in Iowa.

Vorwahl der Demokraten in Iowa

Wer wird Präsidentschaftskandidat?

26,8% 25,2%

Elizabeth Warren,70,

Senatorin,

war mal Jura-

Professorin.

18,4%

Iowa

JoeBiden,77,

früherer Vizepräsident

und

Mitte-Politiker.

15,4%

Amy Klobuchar,

59, gilt als Vertreterin

der politischen

Mitte.

Stand: 71 %der

Wahlbezirke ausgezählt

12,6%

Pete Buttigieg Bernie Sanders Elizabeth Warren Joe Biden Amy Klobuchar

BLZ/GALANTY; QUELLE: CNN, DPA

DDP

AP(3); GETTY IMAGES (2)

steigenden Löhnen. Alles dank seiner

Steuerreform und den Handelskonflikten

um NAFTA und China.

Die Republikaner riss es von den

Stühlen. „Vier weitere Jahre“ skandierten

sie,als Trump den (imaginären)

Bau seiner „langen, großen und

sehr starken Mauer“ an der Südgrenze

beschwor, den Umgang mit

Flüchtlingen und Einwanderernverteidigte,

seine restriktive Abtreibungspolitik

anpries und vor einer

„sozialistischen Übernahme“ des

Gesundheitssystems warnte.

„In nur drei kurzen Jahren haben

wir die Mentalität des amerikanischen

Niedergangs zerschlagen“,

plusterte sich Trump auf. Und fügte

hinzu, „wir werden niemals jemals

dahin zurückkehren“. So spricht einer,

der seiner Wiederwahl im November

entgegensieht. Grund für

Optimismus bescherte ihm Gallup:

Am Vorabend seines Freispruchs kamen

die besten Umfrageergebnisse

seiner Amtszeit. 49 Prozent der Amerikaner

sind zufrieden mit seiner Arbeit.

DieDemokraten bereiteten ihm

mit dem Auszähldesaster bei den

Vorwahlen in Iowaeine Steilvorlage.

DerKongress als Kulisse

Inzwischen gibt es zwar Zahlen, die

den jungen Ex-Bürgermeister aus Indiana,

Pete Buttigieg, und Senator

Bernie Sanders vorn, Elizabeth Warren

knapp dahinter und Joe Biden

weit abgeschlagen auf dem vierten

Platz sehen. Einvollständiges Ergebnis

liegt noch immer nicht vor. Egal,

werbei den Demokraten das Rennen

macht, der Herausforderer Trumps

wird es schwer haben, sich gegen

den faktenbefreiten Selbst-Inszenierer

zubehaupten. Wie ruchlos sich

Trumpüberalle Regeln hinwegsetzt,

demonstrierte er,als er den Kongress

zur Kulisse machte, dem ultrakonservativen

Talker Rush Limbaugh,

bei dem kürzlich Lungenkrebs diagnostiziert

worden war, die Freiheits-Medaille

zu verleihen, die

höchste Auszeichnung der USA, die

eigentlich verdienten Persönlichkeiten

im Weißen Haus verliehen wird.

In seiner vomTeleprompter abgelesenen

Rede ergriff Trump nicht

eine einzige neue Initiative. Außenpolitik

geriet zur Nebensache. Unerwähnt

blieben unangenehme Wahrheiten

wie die Spaltung des Landes,

die massiven Probleme im Gesundheits-

und Bildungswesen, die bröckelnde

Infrastruktur, die Klimakrise.

AmEnde der Rede schlug die

Stunde von Nancy Pelosi. Sie zerriss

hinter dem Präsidenten genüsslich

dessen Rede-Manuskript. Seite für

Seite,vor laufender Kamera.

DAX-30 in Punkten

6.11.19

BÖRSE

▲ 13456,99 (+1,32 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

6.11.19

Euro in US-Dollar

6.11.19

Stand der Daten: 05.02.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

5.2.20

▲ 56,20 (+4,40 %)

5.2.20

▼ 1,1023 (–0,23 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 05.02. zum Vortag

5.2.20

CompuGroup Med. 68,25 +12,62 WWWWWWWWWWW

Infineon NA

22,39 +11,20 WWWWWWWWWW

Software 34,18 +9,38 WWWWWWWW

Qiagen 31,98 +5,02 WWWWW

Bechtle 143,00 +4,00 WWWW

Lufthansa vNA 15,10 +3,96 WWWW

Verlierer

aus DAX und MDAX vom 05.02. zum Vortag

Telefonica Deutschl. 2,59 WWWWW –5,65

MTU Aero Engines 269,30 WWW –2,74

Varta 76,80 WWW –2,17

Alstria Office 17,77 WWW –2,04

LEG Immobilien 110,00 WW –1,21

Airbus 136,60 WW –0,93

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 05.02. ±% z. 04.02.

Euro Stoxx 50 (EU) +1,12

3814/3125 3773,91

CAC 40(FR) +0,87

6110/4946 5986,47

S&P UK (UK) +0,63

1562/1415 1508,76

RTS (RU) +0,98

1652/1152 1562,38

IBEX (ES) +1,53

9714/8409 9709,10

Dow Jones (US) +0,83

29374/24681 29047,64

Bovespa (BR) +0,80

119593/89409 117347,48

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Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 7· ·

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Wirtschaft

Gestörtes Klima bei Siemens

Nicht nur Klimaaktivisten, auch einige Aktionäre beklagen Managementfehler bei der Hauptversammlung des Industriekonzerns

VonThomas Magenheim, München

An einer Stelle wird eseng

für Siemens-Aktionäre.

Klimaaktivisten liegen eng

gedrängt am Boden. „Eure

Erde, eure Zukunft“, skandieren sie.

Andere halten Plakate hoch. „Stoppt

die größte Kohlemine der Welt“,

steht auf einem, „Australien brennt“

auf anderen. Siemens geht das an,

weil der Konzernfür die Mine in Australien

Signaltechnik für den zugehörigen

Kohlezug liefert.

Die meisten Anteilseigner sind

wenig beeindruckt. „Ihr solltet besser

in die Schule gehen“, rät ein älterer

Herr den rund 300 meist jugendlichen

Demonstranten. Auf ein angebotenes

Gespräch über den

„Brandbeschleuniger Siemens“ lässt

er sich nicht ein. Draußen vor der

Olympiahalle als Veranstaltungsort

Greenpeace-Protest an der Siemens-Zentrale in München.

DPA/PETER KNEFFEL

der Hauptversammlung bleiben die

Welten getrennt. Drinnen sieht es

zunächst kaum anders aus.

Es sei grotesk, dass Siemens zur

Zielscheibe von Klimaprotesten geworden

ist, sagt Konzernchef JoeKaeser.

Immerhin habe Siemens als erster

Industriekonzern der Welt schon

vorfünf Jahren verkündet, bis 2030 in

den eigenen Werken weltweit klimaneutral

fertigen zu wollen und die

Emissionen des Klimakillers Kohlendioxid

seit 2014 halbiert. Allerdings

hat der KonzernEnde 2019 auch den

Vertrag für die Kohlemine in Australien

an Land gezogen. Das sehen

nicht nur Klimaaktivisten kritisch.

Nachhaltigkeit zu predigen und

dann einen im negativen Sinn klimarelevanten

Vertrag zu unterschreiben,

passt nicht zusammen, findet

eine Aktionärsschützerin gleich als

erste Rednerin. „Das bringt einen erheblichen

Reputationsschaden, Sie

haben unnötig gepatzt“, bescheinigt

sie Kaeser.Indiesem Stil geht es weiter.

Eine Liste von mehr als 50 Rednern

signalisiert einigen Gesprächsbedarf.

„Klimawandel hat auch am

Kapitalmarkt einen immer höheren

Stellenwert“, redet ein Fondsmanager

dem Siemens-Management ins

Gewissen. DenVertrag für die Kohlemine

zu unterzeichnen, sei ein Fehler

gewesen. Nachdem der aber unseligerweise

geschlossen worden ist,

wäreesein weiterer Fehler gewesen,

ihn wieder zu kündigen. Zumindest

darin sind sich Management und

das Gros der Aktionäre einig. Klimaaktivisten

sehen das anders.

„Siemens muss aus dem Vertrag

aussteigen und notfalls auch eine

Vertragsstrafe zahlen“, findet Lara

Eckstein von der Bürgerbewegung

Campact. Weil Siemens dabei einen

Vertrag mit unlimitierter Haftung

unterzeichnet hat, könnten sich

diese Strafen auf Milliarden aufsummieren,

hält Kaeser entgegen. Dann

schlägt er versöhnliche Töne an.

„Als eine der wahrscheinlich letzten

Management-Generationen

können wir noch rechtzeitig für eine

Wende in der Klimafrage sorgen“,

sagt Kaeser im Stil eines Klimaretters

und kündigt Taten an. Eine Milliarde

Euro werde Siemens bis 2025 in Klimaschutztechnik

stecken.

DieZahlen, die Kaeser vorBeginn

der Hauptversammlung für das erste

Geschäftsquartal vorgelegt hatte,

glänzten nicht. Er selbst sagte, das

Geschäftsjahr habe „etwas verhalten“

begonnen. Dass der Gewinn mit

rund 1,1 Milliarden Euro in etwa auf

Vorjahresniveau blieb, hat der Konzern

unter anderem einer deutlich

niedrigeren Steuerlast zu verdanken.

Rekordzahlen für

Disneys Streamingdienst

Schnelleres Wachstum als bei Netflix in der Startphase

Disney hat mit seinem neuen Online-Videodienst

einen Turbostart

hingelegt. Der erst seit kurzem

verfügbare Streaming-Service Disney+

hatte zu Wochenbeginn bereits

28,6 Millionen Kunden, wie der Unterhaltungsriese

am Dienstag nach

US-Börsenschluss mitteilte. Das

Wachstum habe „sogar unsere

höchsten Erwartungen übertroffen“,

sagte Konzernchef Bob Iger in einer

Konferenzschalte nach der Präsentation

der jüngsten Geschäftsbilanz.

Ab MärzinDeutschland

Disney+ hatte in den USA am 12. November

Premieregefeiertund ist bislang

nur in fünf Ländern empfangbar.InDeutschland

und anderen europäischen

Ländern (Frankreich, Irland,

Italien, Österreich, Schweiz,

Spanien und Großbritannien) soll

der neue Service am 24. Märzanden

Start gehen. Mit dem Angebot will

der Hollywood-Gigant Walt Disney

dem Streaming-Marktführer Netflix

Druck machen, der der klassischen

Kabel-TV- und Entertainment-Industrie

in den vergangenen Jahren

sehr viele Kunden abgejagt hatte.Bis

2025 erwartet der Konzern 100 Millionen

Abonnenten. „In Anbetracht

der fulminanten bisherigen Zahlen

eine jetzt schon konservative Rechnung“,

schreibt die Webseite DerAktionär.

Zum Vergleich: Netflix

knackte die 100-Millionen-Grenze

im Jahr 2017 –sieben Jahrenach dem

internationalen Start, bei Disney wäreneskaum

mehr als fünf Jahre.

Dass der Auftakt von Disney+ so

erfolgreich verlief, liegt an beliebten

Produktionen wie der „Star Wars“-

Serie„The Mandalorian“, aber auch

daran, dass der Streamingdienst das

Angebot von Netflix preislich bislang

erheblich unterbietet. In

Deutschland soll Disney+ monatlich

6,99 Euro kosten oder 69,99

Euro im Jahr. Auch andere finanzstarke

Konzerne wie der iPhone-

Hersteller Apple greifen neuerdings

Mitdem Film „The Mandalorian“ sorgte

Disney+ bereits für Aufsehen. GETTY/E. RODRIGUEZ

mit günstigeren Angeboten im

Streaming-Markt an.

Dass der neue Geschäftszweig bei

Disney dermaßen boomt, hat allerdings

seinen Preis.Sosorgten die hohen

Kosten für den Ausbau des

Streaming-Geschäfts im jüngsten

Quartal für einen Gewinneinbruch

bei Disney. Inden drei Monaten bis

Ende Dezember fiel das Nettoergebnis

aus dem fortgeführten Geschäft

verglichen mit dem Vorjahreswert

um 23 Prozent auf 2,1 Milliarden

Dollar (1,9 Mrd Euro), wie der Konzern

mitteilte. Der Umsatz stieg indes

um gut ein Drittel auf 20,9 Milliarden

Dollar.

ZumVergleich: Netflix gewann im

jüngsten Quartal weltweit 8,8 Millionen

neue Kunden hinzu. Ende 2019

brachte das Unternehmen es auf gut

167 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

Davon ist Disney zwar

noch weit entfernt, doch Netflix ist

auch schon seit mehr als zehn Jahren

im Geschäft und in über 190 Ländern

weltweit vertreten. Anders als

Disney brauchte der Streaming-Pionier

Jahre, um 28 Millionen Kunden

zu erreichen. Die Konkurrenz hat es

nun leichter, dadas Fernsehen im

Internet inzwischen bei vielen Menschen

zum Alltag gehört.

Debatten um ARD und ZDF

Und genau diese Entwicklung spüren

auch die öffentlich-rechtlichen

Sender in Deutschland. DieFamilien

treffen sich nicht mehr ganz selbstverständlich

nach dem Abendessen

im Wohnzimmer zum Fernsehgucken.

Das führt dazu, dass viele Beitragszahler

immer seltener das Angebot

vonARD und ZDF nutzen.

Im Gespräch ist trotzdem eine

moderate Erhöhung des Rundfunkbeitrags

von bisher 17,50 Euro auf

18,36 Euro, den Vorschlag hatte die

Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs

der Rundfunkanstalten

(KEF) im Herbst berechnet. Zu der

Zeit hatte der ARD-Vorsitzende Ulrich

Wilhelm bereits angekündigt,

dass bei den Sendern weiter gespart

werden müsse.

Der ARD-Programmdirektor Volker

Herres ergänzte: „Die nächste

Beitragsperiode wird – egal wie es

ausgeht –janicht so sein, dass es

Manna vom Himmel regnet, sondern

so, dass wir alle unter sehr

knappen Rahmenbedingungen

trotzdem zukunftsfähig bleiben

müssen.“ In dieser Woche kündigte

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin

von Mecklenburg-Vorpommern,

bei der Verabschiedung

des NDR-Indentanten Lutz Marmor

in Hamburg an: „Es wird indiesem

Jahr eine Grundsatzdebatte über

den Beitrag geben.“ (dpa/BLZ)

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Meinung

Mietendeckel

ZITAT

Rücksicht auf

die Vermieter

Ulrich Paul

wundertsich über die Regelung zur

Absenkung überhöhter Mieten.

Nein, die Zahlen, die das Internetportal

Immoscout 24 jetzt zu den Mietangeboten

für Berlin vorgelegt hat, sind

nicht wirklich überraschend. Viele Vermieter

in Berlin verlangen noch vor dem

Inkrafttreten des Mietendeckels bei der

Neuvermietung einer Wohnung eine

Miete, die deutlich über den künftigen

Oberwerten liegt. DieVermieter verhalten

sich damit so, wie sie sich schon immer

verhalten haben. Sie nutzen die sich bietenden

Spielräume,umihreForderungen

durchzusetzen.

Im Fall des Mietendeckels ist dies völlig

legal. Denn mit dem Deckel werden zunächst

nur die Mieten in laufenden Mietverträgen

auf das am 18. Juni 2019 wirksam

vereinbarte Preisniveau eingefroren.

Für all jene Mietverträge, die erst zwischen

dem 18. Juni 2019 und dem Inkrafttreten

des Mietendeckels abgeschlossen

werden, wird die dabei vereinbarte Miete

eingefroren. Nur wenn diese die neuen

Mietoberwerte ummehr als 20 Prozent

überschreitet, besteht für Mieter die Möglichkeit,

eine Absenkung zu verlangen.

Nein, nicht auf die Oberwerte, sondern

auf die Oberwerte plus 20 Prozent. Denn

das ist die Grenze, die nicht überschritten

werden darf. Wirksam wird die Absenkung

allerdings erst neun Monate nach

dem Inkrafttreten des Gesetzes. Solange

kann der Vermieter eine überhöhte Miete

kassieren. Dass es eine solche Frist gibt,

mutet schon kurios an. Denn eigentlich

sollte man annehmen, dass eine Miete,

die absehbar als überhöht eingestuft wird,

sofort reduziert werden kann. Dass der

Mietendeckel dies –neben anderen Ausnahmen,

die es noch ins Gesetz geschafft

haben –nicht vorsieht, beweist vor allem

eins: dass auf die Vermieter noch immer

Rücksicht genommen wird.

Siemens

Der Umbau

muss kommen

Thomas Magenheim

ist der Meinung,dass der Konzern

die Klimaziele ernst nehmen sollte.

Vor kurzem noch konnte Siemens sich

ohne großen Widerspruch als grüner

Vorzeigekonzern inszenieren. Massive

Proteste vonKlimaaktivisten haben das in

Rekordzeit geändert und den Konzern

zum Klimakiller abgestempelt. Ausgerechnet

Siemens mit seiner oft strom- und damit

energiesparenden Technologie, mit

dem grünen Windkraftgeschäft, mit einem

Konzernchef Joe Kaeser, der versprochen

hat, alle Fabriken bis 2030 klimaneutral zu

machen. Aber es gibt auch ein anderes Siemens,

eines, das Kohlekraftwerke ausrüstet,

auf Gas als Brückentechnologie setzt

und eines,das einer neuen riesigen Kohlemine

in Australien Technik zuliefert. In der

Finanzwelt dagegen haben sich einige zu

echtenVorreiterngemacht.

Die Assekuranzriesen Allianz und Munich

Re versichern Kohleindustrien nicht

mehr. Sie investieren als große Kapitalanleger

auch nicht mehr in Kohle. 60Konzernehaben

Geschäfte mit dem indischen

Adani-Konzern, der die Kohlemine in Australien

baut, im Gegensatz zu Siemens abgelehnt.

Nun ist es für Finanzkonzerne

und Investoren einfacher, sich radikalem

Kampf gegen den Klimawandel zu verschreiben,

als für einen Konzern wie Siemens,der

traditionell in großem Stil Turbinen

für Kohle- und Gaskraftwerke baut

oder wartet und so Laufzeiten verlängert.

Wahr ist aber auch, dass speziell das

Geschäftsmodell der künftigen Siemens

Energy teils klimaschädlich ist. Legitim ist

es zudem, Kaeser beim Thema Nachhaltigkeit

beim Wort zu nehmen und einen

Zeitplan zum Umbau des Siemens-Portfolios

zur Energieerzeugung zu verlangen.

MitKlimaaktivisten ins Gespräch zu kommen,

könnte wirklich helfen. Dazu müssen

aber beide Seiten wollen.

Erfurter Trümmerlandschaft und der einzige Gewinner

Vor der Wahl in Erfurt gab es so ein

Gefühl, wie man es in den vergangenen

Jahren öfter hatte, vor dem

Brexit-Referendum, vorder letzten

USA-Wahl: dass etwas passieren könnte,was

es so noch nicht gab und was laut allen Vorhersagen

nicht passieren sollte.Nicht passieren

dürfte. Und dann kam der Brexit, und

dann Donald Trump als Präsident, und viele

waren entsetzt. Jetzt kann sich Thüringen

einreihen. Thüringen ist mit 2,2 Millionen

Einwohnernkleiner als Berlin, und trotzdem

erschüttertdiese Wahl jetzt das ganzeLand.

DieBrandmauerngegenüber der AfD bleiben

bestehen, das hat der neue Ministerpräsident

Thomas Kemmerich (FDP) in seiner ersten

Rede im Thüringer Landtag gesagt. Dasist

der neue Ministerpräsident, der nur mit den

Stimmen der völkischen, rechtsextremen AfD

vonBjörnHöcke gewählt werden konnte.Das

ist ein Tabubruch, etwas,was es so nach 1990

noch nicht gab.Wenn das die Brandmauer ist,

von der Kemmerich redet, dann ist sie ziemlich

löcherig. Unddann darf man sich nicht

wundern, wenn es demnächst dann doch Zusammenarbeit

mit der AfD geben wird, allen

Beteuerungen zum Trotz. Beteuerungen gab

es ja auch vorder Wahl, vomThüringer CDU-

Chef Mike Mohring und auch von Kemmerich,

dass man jede Art der Zusammenarbeit

mit der AfD ablehnt. Jetztweiß man, was diese

Beteuerungen wert sind.

Interessant ist eigentlich, dass jetzt alle

entsetzt und schockiertsind. Denn es hatte ja

genug Warnzeichen gegeben. DerCDU-Vize-

Fraktionschef im Thüringer Landtag hatte

nach der Wahl gleich eine Koalition mit der

AfD ins Spiel gebracht. Wie inanderen ostdeutschen

Landesverbänden gibt es viele,die

eine Annäherung an die AfD wünschen. Die

AfD ist gerade in ländlichen Gebieten stark,

Es gibt Meldungen, die man mehrmals

liest, weil man dem Inhalt der Nachricht

misstraut. Oder weil man annimmt, man

habe ein Adjektiv übersehen. Jedenfalls ging

es mir so, als ich in gleich mehreren Zeitungen

las, nun setze sich nach jahrzehntelangem

Mauern auch der ADAC für Tempo 130

auf deutschen Autobahnen ein.

Schließlich ist meine persönliche Auseinandersetzung

mit dem Dinosaurierclub für

das Automobilwesen inzwischen dreißig

Jahreher.Unter dem Motto „ADACade“ warendamals

Günter Grass,René Böll, ich und

eine Handvoll Mitglieder mit einer kleinen

Anzeige in der Frankfurter Rundschau öffentlichkeitswirksam

aus dem schier allmächtigen

Autolobby-Verein ausgetreten.

Hunderte weitere Mobilisten schlossen sich

uns an –wir hatten um eine Kopie der Kündigung

der Mitgliedschaft gebeten.

Unmittelbarer Anlass für unsere Kampagne

war ein Sturmder Entrüstung des ADAC,

als Bürgermeister Walter Momper mit dem

Berliner Senat für ein Teilstück der Avus eine

Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo

100 beschloss. Das heftige Pro und Contra

der folgenden Debatte wurde in einem Taschenbuch

des Göttinger Steidl-Verlages

ausführlich dokumentiert. Im Klappentext

des Bändchens heißt es: „Seit Jahrzehnten

gebärdet sich der ADACals Lobbyder uneingeschränkten

Autogesellschaft. Unter dem

Motto ‚Freie Fahrt für freie Bürger‘ im Zweifelsfall

für immer mehr Straßen, mehr Autos,

mehr PS und gegen Tempolimit und alterna-

Thüringen

Alle waren

gewarnt

Sabine Rennefanz

erinnertandie Wortevor der Wahl und die fatale Gleichsetzung

vonAfD und Linker im Osten durch die bürgerlichen Parteien.

KOLUMNE

Neues

aus dem

Tempodrom

Klaus Staeck

Grafiker und Verleger

tive Verkehrskonzepte. ADAC ade –das ist

zum Abschiedsgruß geworden an einem

umweltzerstörenden und überholten Autofetischismus.“

Vor sechs Jahren berichtete

die Süddeutsche Zeitung, dass derVerein das

Steidl-Buch unmittelbar nach Erscheinen

vomMarkt gekauft habe.Ineinem Abteil der

Tiefgarage des damaligen Münchner ADAC-

Hauses habe man einen Container mit Hunderten

Exemplaren gefunden.

BERLINER ZEITUNG/HEIKO SAKURAI

viele CDU-Funktionäre fürchten um ihre

Jobs. Und doch hatten offenbar viele geglaubt,

dass sich am Ende in der CDU genügend

Leute finden würden, die im dritten

Wahlgang Ramelow unterstützen. Aus Verantwortungsbewusstsein

in Zeiten des erstarkenden

Rechtsextremismus. Oder Sorge um

die Demokratie. Esgab ja Zeiten, da verband

man diese Wertedurchaus mit Konservativen

und Liberalen. Aber nein. Sie haben es nicht

getan. Warum? Aus Karrieregeilheit?Weil der

Wahlverlierer Mohring jetzt doch noch auf ein

Pöstchen im Kabinett hoffen darf?

Oder ist es einfach der alte Linkenhass,

der durchkommt, der schon in den Neunzigerjahren

im Ostendazu führte,dass rechtsextreme

Tendenzen übersehen und verschwiegen

wurden, der bei der Ost-CDU und

Ost-FDP dann doch dazu führt, dass man

sich der völkischen, rechtsextremen AfD eines

Björn Höcke näher fühlt als der Linken

des evangelischen, westdeutschen Gewerkschafters

Ramelow.

Die bundespolitisch befürwortete Gleichsetzung

vonLinker und AfD hat dazu geführt,

dass es keine Annäherung zur Linken gab,obwohl

sich viele Wähler eine solche Koalition

wünschten und auch der ehemalige Bundespräsident

JoachimGaucksich dafür einsetzte.

Ein Mann, der nun wahrlich kein PDS-Verharmloser

ist. Der Linkenhass lebt, das hörte

man beim Thüringer CDU-Bundestagsabgeordneten

Tankred Schipanski, der im

Deutschlandfunk von extremen, radikalen,

dunklen, Stasi-verseuchten Verbindungen

schwadronierte, die angeblich hinter Ramelow

einen kommunistischen Umsturz planten.Wieblind

muss mansein, um so zu reden

unddie eigentliche Gefahr zu verkennen?

DieKonservativen und Liberalen in Erfurt

stellen sich damit jetzt auch ganz offen gegen

die Beschlüsse ihrer Bundesparteien.

Und damit brechen jetzt Konflikte auf, die

Bundes-CDU und Bundes FDP-immer kleinhalten

wollten. Weil sie nicht wissen wollten,

was im Osten politisch los ist.

Es gibt auf Bundesebene Beschlüsse, dass

man zur Linken und zur AfD den gleichen Abstand

hält –diese absurde Gleichsetzung hat

nun dazu geführt, dass die Kräfte, die in der

CDU für eine Öffnung zur Linken waren, sich

nicht durchsetzen konnten. Annegret Kramp-

Karrenbauer hat sich für ein Kooperationsverbot

mit der AfD eingesetzt. Dass sich die CDU

Thüringen nun darüber hinwegsetzt, setzt

auch sie unter Zugzwang. Eigentlich müssten

sie und Christian Lindner die Landesverbände

vonCDU und FDP ausschließen.

Der mehr als 100 Jahre alte ADAC ist bis

heute nach dem Deutschen Olympischen

Sportbund der mitgliederstärkste und damit

auch politisch mächtigste Verein der Bundesrepublik.

Noch immer glauben zu viele Bundesbürger,

sie liefen Gefahr, imFalle einer

Panne im weiten Land verhungern und verdursten

zu müssen, wären da nicht die „Gelben

Engel“ als Helfer in der Not. Auch deshalb

verfolge ich die gegenwärtige Debatte um ein

Tempolimit –obwohl inzwischen ohne eigenes

Auto –mit besonderer Aufmerksamkeit.

Verbunden mit der Freude,dasssich hin und

wieder doch etwas bewegt in diesem unserem

Lande. Selbst das Manager Magazin, linker

Tendenzen unverdächtig, widmete sechs

Jahre nach dem Erscheinen unserer Schrift

dem Club eine Titelgeschichte mit der Überschrift

„Moloch ADAC. Die zweifelhaften Geschäfte

des Automobilclubs.“

Dabei ist noch gar nichts entschieden.

Immerhin besteht laut Umfrage inzwischen

auch eine Mehrheit der Bevölkerung auf einem

Limit. Aber ausgerechnet Verkehrsminister

Andreas Scheuer –ohnehin nicht die

hellste Zündkerze im Regierungsmotor –will

per Fallrückzieher den Autoclub auf dem

neuen Wegausbremsen. Es geht wieder einmal

um die Freiheit zur Raserei, die er gefährdet

sieht. Und seine CSU setzte mit der

Internetkampagne im AfD-Design „Tempolimit?

NEIN Danke! Mach mit –Gemeinsam

gegenTempolimit“ letzten Sonntag noch einen

drauf: Rückwärtsgang im Kreisverkehr.

Gute Fahrt, Vati!

„Wie macht man das,

wenn man ein berufstätiger

Mensch ist, der hin und

wieder irgendwo hin

muss?“

Armin Rohde, Schauspieler, feiert die

Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg als „Lichtgestalt“

und überhaupt als Vorbild für uns alle, will aber auf

Flugreisen zu Dreharbeiten nicht verzichten, um seinen

engen Terminkalender einzuhalten.

AUSLESE

Donald Trump

hat einmal recht

Die glücklosen US-Demokraten sind

das Thema vieler Kommentare am

Mittwoch. „Eine größere Blamage hat die

amerikanische Demokratie schon lange

nicht mehr erlebt“, schreibt die liberale

slowakische Tageszeitung Sme zum Vorwahlen-Desaster.

„Die Unfähigkeit, nach

einer vernünftigen Zeit das zuverlässige

Ergebnis der Wahlen herauszubekommen,

ist vielleicht noch in Äquatorialafrika

verständlich, aber doch nicht im

Bundesstaat Iowa.“ „Die Vorwahlen ...

hätten für die Demokraten nicht schlechter

beginnen können“, meint auch die

spanische Zeitung El Mundo.„Man muss

daran erinnern, dass die Stimmenauszählung

in Iowa schon 2016 sehr umstritten

war, als beim sehr knappen Sieg von Hillary

Clinton über Bernie Sanders von Betrug

die Rede war. Die Demokraten machen

es (US-Präsident Donald) Trump

derzeit sehr einfach. Dieser wirdnach den

Umfragen ohne Probleme die Wiederwahl

schaffen.“

„Grund zur Freude hat nur einer: Donald

Trump“, ist auch die Meinung der

WienerTageszeitung DerStandard:„Seine

Herausforderer haben sich vor aller Augen

bis auf die Knochen blamiert, sie bleiben

gespalten und reiben sich ... eher aneinander

als an ihm. Wenn der Präsident

nun poltert, die Demokraten könnten es

einfach nicht, sie seien nicht einmal imstande,

einen Herausforderer zu küren,

muss man ihm wohl oder übel ganz einfach

rechtgeben.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATT DER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 – S eite 9

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Berlin

Der Taxikonkurrenz

Berlkönig droht

offenbar das Aus

Seite12

Autofreie Innenstadt: Wäre das Fahrverbot überhaupt erlaubt? Seite 11

Mietendeckel: Werden die Vorgaben des Gesetzes umgangen? Seite 12

Döner statt Nudelsuppe

Die Berliner meiden derzeit die Chinesen: In den Restaurants, aber auch in den Verkehrsmitteln. Viele Chinesen sorgen sich um ihre Verwandten in der Heimat

VonMechthild Henneke

HerrYang sitzt im hinteren

Teil seines Geschäfts

„Chinas Kultur“ in Schöneberg

auf einem alten

Stuhl und hofft, dass die Corona-

Krise bald vorüber ist. „Anders als

anderebin ich ein bisschen optimistisch“,

sagt er.Der 65-Jährige hat vor

allem einen Wunsch: dass seine Frau

bald nach Berlin zurückkehrt. Sie

flog zum chinesischen Neujahrsfest

zu ihren Eltern nach Peking. Jeden

TagtelefoniertJianming Yang mit ihr

–und es geht allen gut. „Sie bleibt zu

Hause.Das Essen bestellen sie bei einem

Lieferdienst“, sagt er.AmSonntag

in zehn Tagen will sie wieder ins

Flugzeug steigen. Ob das klappt?

Beleidigungen in der U-Bahn

Warten auf Gäste, die nicht kommen: Ying Wong,Geschäftsführerin des Restaurants „Aroma“ in Charlottenburg.

Etwa 12 500 Chinesen leben in Berlin

und sorgen sich um ihre Familien in

der Heimat, besonders, wenn die in

Ballungszentren wohnen. In Peking

kam das Leben –wie in der am meisten

betroffenen Provinz Hubei –fast

völlig zum Erliegen. „Wenn die Menschen

sich draußen bewegen möchten,

können sie das nur in den Grenzen

ihren Wohnanlagen“, sagt Ladenbesitzer

Jianfei Da aus Charlottenburg.

Auch Da hält engen Kontakt

zur Familie in Peking, meist über den

in China beliebten Messengerdienst

WeChat. Er sei mit seinem Geschäft

vonder Krise nicht betroffen, sagt er,

die Kunden kämen nach wie vor.

Ganz anders ist es in den vielen

asiatischen Restaurants an der Kant-

Straße in Charlottenburg. Sie reihen

sich dicht an dicht, und bei den Chinesen

fällt auf: Dort, wo sonst kaum

ein Tisch zu bekommen ist, herrscht

nun wenig Betrieb. „Die Deutschen

gehen jetzt lieber einen Döner essen“,

sagtYingWong bitter.Sie ist Geschäftsführerin

im „Aroma“. In dem

großen Restaurant ist zur Mittagszeit

gerade mal ein einziger Tisch besetzt.

Wongs Geschäft lebt nicht nur

von den Berlinern, sondern auch

von Chinesen und chinesischen Besuchsgruppen.

„Und die kommen

jetzt nicht mehr rein nach Deutschland,

weil es keine Flüge gibt.“ Auch

eine Kellnerin im beliebten Lokal

„Tian Fu“erzählt, dass seit einer Woche

gähnende Leereherrsche.

Der Umsatzausfall macht den

Gastronomen zu schaffen. Wielange

können sie ohne Gäste durchhalten?

Eine Antwort auf die Frage gibt es

nicht. Neben den Sorgen um die Einkünfte

kommt es immer wieder zu

unangenehmen und diskriminierenden

Situationen beim Wegdurch

die Stadt. Wong erzählt, dass eine

Frau sie im Bus angeschaut habe

und gesagt habe: „Alle Chinesen haben

den Virus.“ Dann setzte sie sich

vonihr weg. „Was soll das?“, sagt sie.

„Ich bin in Deutschland zu Hause.“

In der Mensa der Technischen

Universität erzählen die indonesischen

Studenten Liliana und Eric,

dass sie an einem Imbiss ausgelacht

wurden. „Drei Jungen riefen Corona

und lachten laut.“ Der Elektronikstudent

Luong aus Vietnam erzählt

von einem Freund, von dem alle in

der U-Bahn abrückten, weil er einen

Mundschutz trug. „Ich würde auch

gerneinen Mundschutz tragen, aber

ich traue mich nicht“, sagt Luong.

Tong, eine chinesische Studentin

der visuellen Kommunikation ärgert

sich über das aktuelle Titelblatt des

Spiegel. „Mit ,Made in China’ wird

THOMAS UHLEMANN

suggeriert, dass der Virus inChina

hergestellt wurde“, sagt sie. Die

Nachricht, dass Unbekannte am vergangenen

Freitag eine Chinesin in

Berlin geschlagen und zu Boden gerissen

haben, beschäftigt sie.„Dieser

Rassismus gegen uns macht keinen

Spaß“, sagt sie vorsichtig.

Die Botschaft protestiert nun

auch öffentlich.„Wir haben gesehen,

dass es in Deutschland einzelne Medien

und Medienvertreter gibt, die

sich zwar Objektivität und Rationalität

auf die Fahne geschrieben haben,

dennoch aber nicht davor zurückschrecken,

rassistische Äußerungen

zu veröffentlichen, und ausländerfeindliche,

insbesondere gegen

China gerichtete diskriminatorische

Tendenzen zu dulden oder sogar

weiter anzufachen.“ Die Botschaft

habe beim Auswärtigen Amt interveniert

und fordert Maßnahmen, um

die Rechte und die Würde der chinesischen

Bürger zu gewährleisten.

JuttaWollenweber vonder Gesellschaft

für Deutsch-Chinesische

Freundschaft sagt zur Angst der

Deutschen vor Corona: „Es darf

keine Paranoia ausbrechen.“

Eine gute Nachricht erhielten am

Mittwoch jene Chinesen, die mit Besuchsvisum

in Berlin sind. Das Landesamt

für Einwanderung hat beschlossen,

dass das 90 Tage gültige

Besuchervisum verlängert werden

kann. Normalerweise ist dies ausgeschlossen.

Nach Ansicht des Amtes

handelt es sich bei der Corona„um

höhere Gewalt“, sagte ein Sprecher

der Innenverwaltung. Bei der Verzögerung

der Rückkehr chinesischer

Touristen erfolge eine gebührenfreie

Verlängerung für maximal 90 Tage.

Nachricht der Hoffnung aus China

So lange soll die Krise aber nicht

dauern, hofft Herr Yang. Der Ladenbesitzer

sagt: „Es gibt ein chinesisches

Sprichwort: Der Himmel hat

manchmal dunkle Wolken.“ Er

meint: Es kommen oft unerwartet

schlechte Zeiten, die der Mensch

überstehen muss. Plötzlich klingelt

sein Telefon. Sein Bruder ruft an. Er

liegt gemütlich in Peking im Sessel

und gibt gähnend die neusten Corona-Zahlen

durch: „10 000 Infizierte,

mehr als 400 Tote und mehr

als 600 Genesene.“ Herr Yang strahlt:

„Zum ersten Malist die Zahl der Genesenen

größer als die der Toten.“

Freiheit leben.

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10 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 10

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·

Berlin

Förderung für Langhansstraße

Das Gebiet Langhansstraße

soll in die Städtebauförderung

des Bundes

aufgenommen werden. Das

hat der Senat beschlossen.

Die Auftaktveranstaltung für

die gesetzlich vorgeschriebene

Bürgerbeteiligung ist

für Dienstag, 11.Februar, geplant.

Siebeginnt um 17 Uhr

in der Aula der Heinz-

Brandt-Schule, Langhans-

Weißensee

straße 120. Dabei werden

Vertreter des Stadtentwicklungsamtes,

der Senatsverwaltung

für Stadtentwicklung

und Wohnen sowie des

zuständigen Planungsbüros

über die vorbereitenden Untersuchungen

informieren

sowie Anregungen der Anwohner,

Gewerbetreibenden

und lokalen Akteure aufnehmen.

(mw.)

Grundstein für Campus gelegt

Mit der Grundsteinlegung

für das Gebäude

B6 nimmt das Projekt „Am

Oktogon – Campus für Gewerbe

und Technologie“ in

der Hermann-Dorner-Allee

weiter Gestalt an. Das fünfstöckige

Gebäude mit einer

Mietfläche von 1 900 Quadratmetern

ist der achte Neubau

auf dem hier entstehenden

Technologie-Campus.

Adlershof

Rund 30 000 Quadratmeter

sind nach Angaben des Bauhherren

jetzt vermietet. Das

Gebäude B6 entsteht auf der

Westseite,auf der Büroräume

mit 55 000 Quadratmetern

Platz gebaut werden sollen.

Insgesamt sind 17 Neubauten

und ein Bestandsgebäude mit

einer Bruttogrundfläche von

85 000 Quadratmetern geplant.

(ylla.)

Seit zwei Jahren sichernSpanngurte

den Pfeiler. STEFAN BARTYLLA

Mitte

Säule mit Gürtel

Tagtäglich

beobachten

Tausende Autofahrer

diese seltsame Konstruktion

am Eckpfeiler des Geschäftshauses

an der Leipziger-

Ecke Wilhelmstraße. Ein

BVG-Bus hatte die Säule im

Herbst 2017 gerammt. Seither

halten Spanngurte die

Verkleidung zusammen. In

Kürze soll der Pfeiler tatsächlich

repariertwerden. (ylla.)

Ein Stadtplatz als Treffpunkt

Derzeit stehen im Auguste-Viktoria-Kiez

zwei Bauvorhaben im Fokus,

die mit Fördermitteln aus

dem Senatsprogramm „Soziale

Stadt“ unterstützt werden:

In einer gemeinsamen

Initiative der Segenskirchgemeinde

und der Wohnungsbaugesellschaft

soll der

Stadtplatz Quäkersiedlung

entstehen, um als Treffpunkt

Reinickendorf

den Nachbarschaftsgeist zu

fördern. Noch in diesem Jahr

soll der Bau–zusammen mit

dem Neubau der Kirche –beginnen.

Das Gesamtvolumen

der Fördermaßnahme

liegt bei rund 700 000 Euro.

Außerdem werden die Klixarena

mit dem Bolzplatz von

Grundauf renoviertsowie im

Umfeld altersgerechtes

Spielgerät aufgestellt. (nm.)

Charlottenburg-Wilmersdorf

Den Bezirk per Box entdecken

Die Stadtbibliothek Charlottenburg-Wilmersdorf

bietet zwei neue Medienboxen

zum Thema „Charlottenburg-Wilmersdorf


Bezirksgeschichte ins Klassenzimmer,Schulklassen

ins

Bezirksmuseum“ an. DieBoxen

enthalten je 20 Bücher

und Hefte sowie eine DVDzu

Geschichte, Kunst und Kultur,

zum Erkunden und Ent-

decken im Bezirk, außerdem

ein Puzzlespiel mit Motiven

aus dem Museum Charlottenburg-Wilmersdorf

inder

Villa Oppenheim. Die Boxen

stehen ab sofort inder Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek,

Brandenburgische Straße 2,

und in der Ingeborg-Bachmann-Bibliothek,

Nehringstraße

10, zum Ausleihen für

Lehrer bereit. (kr.)

Werbung unter falscher Flagge

INDYMEDIA

Eine linksradikale Gruppe, die sich

„Bundesamt für Veralberung“ nennt,

hat in der Innenstadt gefälschte Plakate

des Bundesamts für Verfassungsschutz

aufgehängt. Anlass war der internationale

Polizeikongress, der am Dienstag und

Mittwoch in Berlin stattfand. Auf den Plakaten

wirdvorgeblich um Personal geworben,

das „willkürliche Gewalt“ und „Rassimus“

schützen möchte. Auf der Plattform

Indymedia war von 35Postern die Rede,

die an Werbeflächen der Firma WallDecaux

gehängt wurden. Das Unternehmen

entfernte die Plakate am Mittwoch.

Ohne Rampe in den Bus

Zwar ist das Einstiegsbord

nur sechs Zentimeter höher

als bislang üblich, doch

genau dieser kleine Unterschied

macht eine Staakener

Bushaltestelle zu einer kleinen

Revolution: In der vergangenen

Woche ist an der

Obstallee Berlins erster barrierefreier

Busstopp eingeweiht

worden. Klapprampen

haben hier ausgedient. (nm.)

Spandau

Mit dem Rollstuhl barrierefrei in

den Bus.

BEZIRKSAMT SPANDAU

Die „Waschküche“ an der

Feldstraße 10 soll sich in

den kommenden Monaten

zu einem Kulturort imBrunnenviertel

entwickeln. Noch

steht sie dem Kiez aber nicht

im vollen Umfang zur Verfügung.

DerGrund: ein fehlender

Notausgang. Kleinere

Veranstaltungen und Ausstellungen

sind aber schon

jetzt möglich. Bis zum 9. Fe-

Gesundbrunnen

Neuer Kulturort

bruar können Besucher täglich

zwischen 16 und 20 Uhr

die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs

zum „Joanes

Preis“ für soziale Stadtraumgestaltung

in der Alten

Waschküche einsehen. Gegenstand

des Wettbewerbs

waren Ackerstraße und

Ackerplatz. Das Gewinnerkonzept

soll in diesem Frühjahr

umgesetzt werden. (kr.)

Performance: Bridge Markland

ist eine Künstlerin, die gerndie

Grenzen zwischen Tanz, Cabaretund

Puppentheater überschreitet.

Dasbeweist sie wieder

vom13. bis 15. Februar,jeweils

um 20 Uhr, auf der Bühne

der Brotfabrik, Caligariplatz 1.

In ihrem Stück„ratten in the

box“ übersetzt sie Hauptmanns

Tragikomödie„Die Ratten“ für

die Generation Popmusik.

TERMINE

Diskussion: Wasder Mietendeckel

für Marzahn und Hellersdorfbedeutet

und wie er vor

Ortumgesetzt wird, können

Interessierte mit der Senatorin

für Stadtentwicklung und

Wohnen, Katrin Lompscher

(Die Linke), am 10. Februar,

um 18.30 Uhr, diskutieren. Veranstaltungsortist

die Geschäftsstelle

der Linken an der

Henny-Porten-Straße 10–12.

Kneipenquiz:Die Hauptstadt

vonItalien? DasLieblingsgetränk

der Yetis? Solche und andereFragen

erwarten alle Besucher

beim interaktiven Kneipenquiz

im Theater „Verlängertes

Wohnzimmer“, Frankfurter

Allee 91, am 12. Februar,

ab 19.30 Uhr. DerEintritt kostet

zwei Euro,die Gewinner bekommen

den Pott. Eine Anmeldung

ist nicht nötig.

Die Berliner Zeitung berichtet aus den BezirkeninZusammenarbeit mit dem Berliner Abendblatt.

Jelbi-Station eröffnet

Die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) haben ihre

fünfte Jelbi-Station eröffnet.

Diesmal können sich

Anwohner, Beschäftigte

und Besucher der Ullsteinstraße

über das neue Mobilitätsangebot

freuen. Ab

sofort können hier Fahrräder,

Motorroller, Tretroller

sowie flexible Carsharing-Autos

via Jelbi-App

Tempelhof

gebucht und genutzt werden.

Die neue Station befindet

sich an der Ullsteinstraße

138, direkt vor dem

denkmalgeschützten Ullsteinhaus.

Ein besonderer Clou an

dieser Station ist die solarbetriebene

smarte Sitzbank,

mit der Nutzer kostenlos

das Internet der BVG

nutzen können. (sara.)

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Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 11

· ·

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Eine Stadt ohne Autos –das wünschen sich manche Grüne. Der Senat möchte in Zukunft nur noch Elektro-Pkw erlauben.

DPA/RIEDL

Streit um benzinfreie Zone

Berlin will Pkw mit Verbrennungsmotoren aussperren. Aber wäre das erlaubt?

03

VonPeter Neumann

Zehn Jahre noch, dann soll

die Berliner Innenstadt für

Autos mit Verbrennungsmotoren

gesperrt werden.

So sieht es das Konzept vor, mit dem

Umweltsenatorin Regine Günther

(Grüne) der Klimanotlage in Berlin

begegnen will. Doch wäreeine „Zero

Emission Zone“ angesichts der jetzigen

Rechtslage überhaupt zulässig?

Daran gibt es Zweifel –auch bei einem

Verband, der sonst meist nichts

gegen die Grünen-Politik einwendet.

„Abdem Jahr 2030 sollen Pkw mit

Verbrennungsmotoren auf fossiler

Basis in der Umweltzone möglichst

ausgeschlossen werden, 2035 soll die

Ausweitung auf das Gebiet der Gesamtstadt

erfolgen“, so steht es in

Günthers Vorlage für den Senat.

Doch beim Bund für Umwelt und

Naturschutz Deutschland, kurz

BUND, heißt es: „Aus unserem Arbeitskreis

Recht habe ich die Antwortbekommen,

dass es dafür keine

Rechtsgrundlage gibt.“ Das teilte

BUND-Sprecher Daniel Jahn mit.

CDU-Politiker radikaler als Grüne

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club

(ADAC), kein Freund des

BUND,sieht es genauso.„Es gibt unserer

Ansicht nach keine rechtliche

Grundlage,die einen Ausschluss von

Verbrennern rechtfertigen würde“,

sagte SandraHass vomADACBerlin-

Brandenburg. Derzeit dürften Fahrverbote

nur in bestimmten Fällen

festgesetzt werden, um bei der Luftreinhaltung

konkrete Ziele zu erreichen.

Dasergebe sich aus einem Urteil

des Bundesverwaltungsgerichts

vom27. Februar 2018.

„Demnach sind Fahrverbote für

Dieselfahrzeuge bis einschließlich

Euro 5zulässig, wenn kein ‚milderes‘

Mittel mehr zur Verfügung steht, um

die Luftreinhalteziele einzuhalten“,

so der ADAC. Unter Berufung auf das

Urteil entschied das Verwaltungsgericht

Berlin am 9. Oktober 2018, dass

an acht Straßenabschnitten in Berlin

ein solches Durchfahrverbot anzuordnen

ist. Dort werde der zulässige

Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm

Stickstoffdioxid pro Kubikmeter

Luft überschritten, alle sonstigen

Maßnahmen reichten nicht aus.

Stets sei ein Fahrverbot gründlich

abzuwägen, und es dürfe nur als

letztes Mittel angeordnet werden.

Deshalb wies das Berliner Gericht

den Wunsch der Umwelthilfe zurück,

das Verbot auf das gesamte Gebiet

innerhalb der Ringbahn auszuweiten.

Nur 2,9 Kilometer Straße

sind für Diesel bis Euro 5tabu. Dagegen

sahen Konzepte der früheren Senatoren

Volker Hassemer und Herwig

Haase (CDU) vor, „schmutzige“

Autos aus dem gesamten Zentrum

auszusperren. Ihre Pläne von 1992

und 1994 waren radikaler als das,

was der rot-rot-grüne Senat umsetzt.

Das Fazit des ADAC: Das angekündigte

flächendeckende Verbot

für alle Benziner und Diesel-Pkw

wäre nach der jetzigen Rechtslage

unzulässig, weil es „in keiner Weise

als verhältnismäßig“ bewertet werden

könne. „Ein Fahrverbot muss

immer im direkten Zusammenhang

mit den erhobenen Messdaten der

Luftqualität stehen, und wir können

im Moment nicht vorhersagen, wie

sich die Luftqualität in den kommenden

zehn Jahren entwickelt.“

DasMinisterium hat eine Idee

Ausgerechnet das Bundesverkehrsministerium,

das vom CSU-Politiker

Andreas Scheuer geleitet wird, bringt

einen möglichen Ansatzpunkt für

eine Änderung der Rechtslage in die

Debatte ein. „Umweltzonen werden

auf Grund eines Luftreinhalteplans

angeordnet“, hieß es unter Verweis

auf den Paragrafen 40 des Bundes-

Immissionsschutzgesetzes.Wenn ein

solcher Plan dies vorsehe,könnte die

zuständige Behörde den Straßenverkehr

„beschränken oder verbieten“.

Stets gelte aber der Grundsatz der

Verhältnismäßigkeit, so Experten.

Die Senatsverwaltung kann noch

nicht mitteilen, ob und wie die

Rechtslage anzupassen wäre. „Die

Angelegenheit wird derzeit noch geprüft“,

sagte Günthers Sprecher Jan

Thomsen. „Sie ist nicht nur per se

komplex, sondern auch durch umfangreiche

Rechtsprechung und europarechtliche

Aspekte geprägt.

Wann ein Ergebnis vorliegen wird,

können wir derzeit nicht sagen.“

Spanner filmt in Festival-Duschen

Die Veranstalter der „Fusion“ raten den Opfern, Anzeige zu erstatten

VonPhilippe Debionne

Bei dem linksalternativen Musikfestival

„Fusion“ auf einem ehemaligen

Militärflugplatz im mecklenburgischen

Lärz nahe der Müritz

ist es zu sexuellen Übergriffen in

noch unbekanntem Ausmaß gekommen.

Wie die Veranstalter aus Berlin

nun mitteilten, wurden „Menschen

in den Duschen gefilmt und vier Videos

(…) auf der pornografischen

PlattformxHamster online gestellt“.

Die Videos waren öffentlich einsehbar.

Mittlerweile sind sie auf der

betroffenen Seite zwar gelöscht. Ob

sie dennoch weiterhin in den Weiten

des Internets kursieren, ist unklar.

„Die Kamerawar offenbar so platziert,

dass die Körper der gefilmten

Menschen vom Schulterbereich abwärts

erkennbar waren, und es gab

mehrereNahaufnahmen vonweiblichen

Körperteilen“, teilen die Veranstalter

mit. „Gesichter oder Köpfe

waren vordergründig nicht zu erkennen.“

DieAufnahmen seien vermutlich

aus einer abgestellten Tasche

heraus aufgenommen worden. Man

Der Spanner filmte offenbar aus einer in

den Duschen abgestellten Tasche. GETTY

habe „umgehend Strafanzeige erstattet“.

Daraufhin seien die Videos

„innerhalb von 24 Stunden von

xHamster aus diesem Profil gelöscht“

worden.

Man sei „erschüttert und fassungslos

darüber, dass diese Form

von sexualisierter Gewalt an Orten

stattfindet, in denen wir Antisexismus

und Gewaltfreiheit als Grundkonsens

verstehen“, so die Veranstalter.

Zur Fusion kommen jährlich

bis zu 70 000 Besucher.

In diesem Zusammenhang wird

nun zu klären sein, ob das traditionell

eher angespannte Verhältnis der

linksgerichteten Macher und Besucher

der Fusion zur Polizei neu überdacht

werden muss. Das Festival

2019 hätte fast nicht stattgefunden,

weil die Polizei gefordert hatte, erstmals

auf dem Festivalgelände eine

Wache einzurichten und „anlasslose

Streifen“ durchzuführen. Dashatten

Politiker der Linken und der Grünen

scharf kritisiert. Schließlich wurde

das Festival doch erlaubt –ohne Polizeiauf

dem Gelände.

Beiden Festivalmachernheißt es,

noch sei„unklar,welche Konsequenzenwir

aus diesen Vorfällen ziehen“.

Das würden erst die Diskussionen

der kommenden Wochen ergeben.

Allerdings sei klar: „Diese Form von

psychischem Missbrauch sollte unbedingt

zur Anzeige gebracht werden.“

Man versuche nun, den Täter

zu identifizieren und lasse prüfen,

wie und ob gegen ihn strafrechtlich

vorgegangen werden kann.

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Berlin/Brandenburg

NACHRICHTEN

Ikea eröffnet im Spätsommer

zwei kleinere Läden

DerMöbelhändler Ikea kommt

schneller als bislang bekannt mit einem

neuen Ladenkonzept nach Berlin.

In Pankowund in Potsdam sollen

bis zum Spätsommer zwei kleine Läden

entstehen, vonIkea „Planungsstudio“

genannt. Daskündigte das

Unternehmen am Mittwoch in Hofheim

bei Frankfurtan. DieGeschäfte

sollen nur über eine Fläche vonje

500 bis 1000 Quadratmeter verfügen

und nicht das volle Sortiment zeigen,

sonderndie Kunden bei der Planung

etwa vonKüchen oder Wandschränken

unterstützen. In beiden Läden

zusammen will Ikea bis zu 40 Mitarbeiter

beschäftigen. Bislang hatte

der Händler als Umsetzungszeitpunkt

für das neue Konzept das Jahr

2021 genannt. DerMöbelhändler

betreibt in Berlin bereits vier große

Einrichtungshäuser. (dpa)

Polizei fahndet nach

mutmaßlichem Sextäter

EinMann soll in

Reinickendorf

eine 16-Jährige

verfolgt und sexuell

motiviert

angegriffen haben.

DerVorfall,

den die Polizei

am Mittwoch

publik machte,ereignete sich bereits

am 1. September vergangenen

Jahres.Mit Fotos sucht die Polizei

nun nach dem mutmaßlichen Täter.

DerMann soll den Teenager am U-

Bahnhof Paracelsus-Bad angesprochen

und anschließend verfolgt

und angegriffen zu haben, teilte die

Polizei mit. DieJugendliche wehrte

sich gegen den Angreifer und schrie

um Hilfe,daraufhin flüchtete der

Täter. (dpa)

POLIZEI

GEWINNZAHLEN

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Neue Verträge, teure Verträge

Bevor der Mietendeckel kommt, fordern viele Eigentümer für freie Wohnungen mehr,als künftig erlaubt ist

VonUlrich Paul

Wenn der Mietendeckel

kommt, gelten neue

Mietobergrenzen für

Wohnungen in Berlin.

Doch noch vordem Inkrafttreten der

neuen Regelung verlangen viele Vermieter

für freie Wohnungen deutlich

mehr Geld, als ihnen künftig zustehen

soll. Dasgeht aus einer Untersuchung

des Internetportals Immoscout

24 hervor, die am Mittwoch

veröffentlicht wurde. Der Berliner

Mieterverein rät zur Wachsamkeit.

DieMieten vonknapp 95 Prozent

aller in Berlin von Anfang 2019 bis

Mitte Januar 2020 angebotenen

Wohnungen lagen laut Immoscout

über den zukünftig geltenden Oberwerten.

Im Schnitt überschritten die

Angebote der Vermieter die Mietobergrenzen

um 5,92 Euro pro Quadratmeter.

Im Ortsteil Mitte lagen

laut Immoscout die Mieten von so

gut wie allen angebotenen Wohnungen

über den Oberwerten des Preisdeckels

–zum Stichtag am 23. Januar

2020 waren es laut dem Portal sogar

100 Prozent.

Mitte am teuersten

Immobilienwelten

Magazin für Immobilien, Wohnen, Bauen und Design

Lesen Sie am 08.02.2020 in Ihrer Zeitung:

Bauen für Menschen – Gute Wohn-Architektur

Kurz und gut – Neues rund um den Immobiliensektor

Das geplante Gesetz: Mit

dem Mietendeckel sollen die

Mieten für fünf Jahre weitgehend

eingefroren werden.

Maßgeblich in laufenden

Verträgen soll die Miete sein,

die am 18. Juni 2019 wirksam

vereinbartwar.

Rechtsexperten antworten – Ihre Leserfragen zu Miete und Eigentum

Lesen Sie am 15.02.2020:

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Das Instrument: Eingeführt

werden Mietobergrenzen, die

je nach Ausstattung und

Bezugsfertigkeit zwischen

3,92 und 9,80 Euro je Quadratmeter

liegen. Je nach

Lageund Ausstattung sind

Zu- und Abschlägemöglich.

GETTY IMAGES

Die Absenkung: Liegt eine

Miete mehr als 20 Prozent

über dem Oberwert, gilt sie

als überhöht. Der Mieter

kann die Absenkung verlangen.

Diese Regelung tritt allerdings

erst neun Monate

nach dem Gesetz in Kraft.

Die Mietobergrenzen bewegen sich

im Mietendeckel zwischen 3,92 und

9,80 Euro je Quadratmeter, wobei es

noch verschiedene Zuschläge oder

Abschläge geben kann. DieDifferenz

zwischen künftigen Obergrenzen

und Mietangeboten war laut Immoscout

zum Stichtag 23. Januar mit

durchschnittlich 11,61 Euro pro

Quadratmeter bei den ausgewerteten

Offerten in Mitte am größten.

Kreuzberg folgt mit einer Differenz

von 9,34 Euro je Quadratmeter, danach

Prenzlauer Berg mit 8,79 Euro

je Quadratmeter und der Ortsteil

Grunewald mit 8,23 Euro je Quadratmeter.

Die geringsten Differenzen

zwischen der zukünftig zulässigen

Miete und der verlangten Miete gibt

es der Untersuchung zufolge in Buckow

mit 1,83 Euro je Quadratmeter

und in Marzahn mit 1,40 Euro je

Quadratmeter.

„Die massive Überschreitung der

Mietobergrenzen des Mietendeckels

in den Immoscout-Angeboten kurz

vor Inkrafttreten des Mietendeckels

überrascht uns nicht“, sagt Reiner

Wild, Geschäftsführer des Berliner

Mietervereins (BMV). „Denn rechtlich

können diese hohen Mietabschlüsse

heute und bis zu neun Monaten

nach Inkrafttreten des Gesetzes

nur durch die Mietpreisbremse

abgefangen werden.“ Der Grund:

Zwar werden die Mieten in laufenden

Mietverhältnissen durch den

Mietendeckel auf dem Niveau vom

18. Juni 2019 festgeschrieben. Anders

verhält es sich jedoch bei Mietvertragsabschlüssen.

Hier gilt: In allen

Verträgen, die bis zum Inkrafttreten

des Mietendeckels abgeschlossen

werden, wird die dabei

vereinbarte Miete eingefroren –

selbst wenn diese über der künftigen

Obergrenzeliegt. DerMieter hat erst

neun Monate später,wenn die Regelung

zur Absenkung überhöhter

Mieten in Kraft tritt, die Möglichkeit,

die überhöhte Miete zu verringern –

wenn die Miete mehr als 20 Prozent

über dem Oberwert liegt.

Mietpreisbremse als Ausweg

Einzige Möglichkeit, um vor Ablauf

der neun Monate gegen überzogene

Forderungen beim Abschluss neuer

Verträge vorzugehen, ist die Mietpreisbremse.Hier

gilt: DerVermieter

darf die ortsübliche Miete um

höchstens zehn Prozent überschreiten.

Liegt die vereinbarte Miete darüber,muss

der Mieter dies „rügen“.

Möglicher Nebeneffekt: Auf diese

Weise sichernsich Mieter zumindest

die Ansprüche aus der Mietpreisbremse,

falls der Mietendeckel vom

Bundesverfassungsgericht verworfen

wird, so BMV-Chef Reiner Wild.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

kommentierte die Immoscout-Zahlen

mit den Worten:

„Sie zeigen, wie angespannt der Berliner

Wohnungsmarkt ist und wie

schwierig es für Menschen mit kleinen

und mittleren Einkommen ist,

eine leistbareWohnung zu finden.“

WasImmoscout ebenfalls festgestellt

hat: Das Angebot an Mietwohnungen

hat sich innerhalb eines Jahres

umzirka 18 Prozent verringert.

Gleichzeitig gibt es bei Offerten für

Eigentumswohnungen ein Plus –

von 40 Prozent bei unvermieteten

Eigentumswohnungen und von 25

Prozent bei vermieteten. Mieter geraten

dadurch unter Druck. Um das

zu verhindern, fordertder Senat vom

Bund, Umwandlungen von Miet- in

Eigentumswohnungen

stärker einzuschränken.

gesetzlich

Gegen gefälschte Noten

Potsdamer Institut kooperiert mit elf Unis gegen Betrüger

VonJens Blankennagel, Potsdam

Die gefälschten Lebensläufe oder

Zeugnisse von Betrügern stellen

weltweit ein wachsendes Problem

dar. Gerade bei Hochschulabschlüssen.

Immer wieder werden

Fälle öffentlich, bei denen sich zum

Beispiel Krankenpfleger als Ärzte

ausgeben und sogar operieren. Für

Schlagzeilen sorgte 2014 auch der

Fall eines Flughafenplaners am BER

in Schönefeld (Dahme-Spreewald),

der gar kein Ingenieur war, sondern

nur Technischer Zeichner.

Initiativeging mit vonPotsdam aus

Das Hauptproblem ist: In Zeiten der

digitalen Technologien sind Zeugnisse

oder Lebensläufe noch viel

leichter zu manipulieren als früher.

Das haben einige Hochschulen erkannt

und wollen nun international

mit einer gemeinsamen Vereinigung

namens Digital Credentials Consortium

(DCC) dagegen vorgehen. Die

Initiativedafür ging aus vomPotsdamer

Hasso Plattner Institut (HPI),

der TU München und dem MIT,also

dem Massachusetts Institute of

Technology in den USA.

„Im Rahmen des Projekts gibt es

zwei Arbeitsgruppen“, sagte HPI-

Sprecherin Christiane Rosenbach

der Berliner Zeitung. Eine Gruppe

kümmere sich um die technologische

Seite,die andereumdie Sicherheit.

„Wir sind in beiden Arbeitsgruppen

vertreten, allerdings liegt

unser Fokus auf dem technischen

Bereich.“ Da können die Experten

aus Potsdam ihre Expertise insbesondere

imBereich dezentrale Systeme

und Netzwerke einbringen.

Im Digital Credentials Consortium

haben sich zwölf international

führende Unis zusammengeschlossen,

um einen neuen Standard zu

entwickeln, der einen sicheren und

zuverlässigen Austausch sowie die

Überprüfung akademischer Leistungsnachweise

ermöglicht. Ziel ist

es dabei, gemeinsam eine globale Infrastruktur

für digitale akademische

Leistungsnachweise aufzubauen.

Das Ziel des Konsortiums ist es,

dass es überprüfbare digitale akademische

Zeugnisse gibt. Dafür soll

eine „vertrauenswürdige, verteilte

und gemeinsam genutzte Infrastruktur“

aufgebaut werden. Diese soll

dann zum allgemein anerkannten

Standard werden für das Ausstellen,

Speichern, Anzeigen und Überprüfen

von digitalen akademischen

Zeugnissen. Zuerst soll dieser Standard

inder akademischen Welt genutzt

werden, langfristig aber für

sämtliche Bildungsnachweise und

Zeugnisse.

Berlkönig

droht schon

bald das Aus

SPD will kein Steuergeld

für Taxi-Konkurrenz

VonPeter Neumann

Seit September 2018 fährt der

Berlkönig – ein Mittelding zwischen

Sammeltaxi und Rufbus –

durch die östliche Innenstadt. Doch

Ende April 2020 droht dem Mobilitätsangebot

das Aus, teilten die Berliner

Verkehrsbetriebe (BVG) mit. Der

Vertrag mit ViaVan sei auf maximal

zwei Jahrebefristet. Um das Angebot

weiterführen zu können, müsste das

Land Berlin das Angebot bestellen

und bezahlen –ansonsten werde es

„unwiderruflich“ enden, heißt es

warnend in einem Schreiben an die

Verkehrspolitiker der rot-rot-grünen

Koalition. Spätestens Ende 2019

hätte die BVGeine sogenannte „Vergabeabsichtsinformation“

bekannt

geben müssen. Doch die dafür erforderliche

Absichtserklärung vom

Land Berlin traf bis heute nicht ein.

Dabei sei der Berlkönig ein Erfolg,

so die BVG. Bislang wurden mehr als

1,4 Millionen Fahrten absolviert, die

mittlerweile 185 Limousinen werden

in mehr als der Hälfte der Fälle von

zwei oder mehr Fahrgästen genutzt.

Die App wurde mehr als 333 000mal

geladen, mehr als 200 000 Menschen

haben sich als Kunden registriert.

DerenBewertungen seien zu 97 Prozent

gut oder sehr gut, hieß es.

Gern würde die BVG den Berlkönig

mit ihrem Partner ViaVan weiterführen

und das Gebiet ausweiten.

Zunächst nach Weißensee, Lichtenberg,

Friedrichsfelde, Karlshorst,

Schöneweide sowie Plänterwald,

dann Richtung Westen –innerhalb

des westlichen S-Bahn-Rings plus

Wedding/Sprengelkiez, Eichkamp

und Friedenau. Ziel sei es,den Fahrdienst

in ganz Berlin anzubieten.

1800 neue Arbeitsplätze

Vonden 761 Fahrzeugen, die erforderlich

wären, würden 74 barrierefrei

sein. 1800 Vollzeit-Arbeitsplätze

würden geschaffen –zuden attraktiven

Bedingungen des Tarifvertrags

Nahverkehr, der auch für Busfahrer

gilt. DieZahl der Kilometer,die jährlich

mit Autos in Berlin zurückgelegt

werden, würde um mehr als 7,5 Millionen

sinken, lautet ein weiteres Argument.

11 000 Tonnen Kohlendioxid

und 27 000 Kilo Stickoxide würden

die Luft nicht belasten. EinBerlkönig

legt im Schnitt zehnmal so viel

Kilometer zurück wie ein Privatauto.

Doch für ein flächendeckendes

Angebot wären Zuschüsse des

Landes erforderlich, die schrittweise

steigen –auf 44 Millionen Euro im

Jahr 2024. „Wir sind dagegen, dass

das Taxigewerbe mit Steuergeldern

kaputt gemacht wird“, sagte der

SPD-Verkehrspolitiker Tino Schopf.

Der Berlkönig trage nicht dazu bei,

dass es in Berlin weniger Lärm und

weniger Stau gibt, sagte der PankowerAbgeordnete.„Underkannibalisiertden

Nahverkehr und das Taxi“ –

indem er Fahrgäste abwirbt. Bestenfalls

in den Außenbezirken gäbe es

eine Daseinsberechtigung für ihn.

Am 13. Februar kommen die rotrot-grünen

Verkehrspolitiker mit

Vertretern der BVG zusammen. „Wir

wollen erst einmal weitere Informationen

gewinnen“, so Schopf. „Wir

werden keine Entscheidung treffen.“

Werfährtsospät durch Nacht und Wind?

Einer von 185 Berlkönigen. DAIMLER AG


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14 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Familie

Ausbrechen wollen sie, ausbrechen

aus ihrer wattierten

Welt, ihre anhänglichen

Eltern einmal abschütteln

und sich ganz allein durchschlagen.

Ja, auch sie träumen von

einem anderen Leben; aber anders

als die Hippies in den 70er-Jahren

sind die Abiturienten, die man vielleicht

die „Gappies“ nennen könnte,

nur Aussteiger auf Zeit.

Emil zum Beispiel. Er hat als

Deutscher mit seinen Elternein paar

JahreinBrasilien gewohnt. In einem

Viertel von Rio de Janeiro, wo es

Springbrunnen gab, die in gepflegten

Gärten vor sich hinplätscherten.

Dass Brasilien ein Land der eskalierenden

Gewalt ist, das wusste er nur

aus der Zeitung. Doch nach dem Abi

wollte er das andere Brasilien kennenlernen.

Deshalb bewarb er sich

bei der Freiwilligenorganisation

„weltwärts“ und zog für ein Jahr in

eine der ärmsten Favelas von Sao

Paulo. Dort hat er sich um Straßenkinder

gekümmert. Er hat mit ihnen

Fußball gespielt, Hausaufgaben gemacht

und vonDeutschland erzählt.

„Ich habe viel mehr vonden Kindern

gelernt als die Kinder von mir“, sagt

Emil. „Ich habe gesehen, wie wenig

man braucht, um zu leben, aber

auch, wie wichtig es ist, zu teilen.“

Wenn Emil abends in sein Wohnheim

kam, kochte er sich Nudeln

und wusch seine Wäsche. Bisher

hatte das seine Mama für ihn gemacht.

Emil war glücklich, diese

Dinge jetzt selbst zu übernehmen.

Zu seinen Elternhat er ein gutes Verhältnis;

gerade deshalb versuchte er,

sich so selten wie möglich zu melden.

Wenn er nicht zu müde war,

lernte er bis Mitternacht Portugiesisch

oder ging ins Internet, um sich

die Webseiten von verschiedenen

Universitäten anzusehen. Damals

hatte Emil noch keine Ahnung, was

er studieren sollte und brauchte Zeit,

um nachzudenken.

Wunsch nach Entschleunigung

DenWunsch nach Entschleunigung

der eigenen Bildungsbiografie teilt

Emil mit vielen jungen Leuten.„Gap

Year“ heißt das Zauberwort dieser

Generation, denn es beschwörtund

bändigt all ihre Nöte, Ambitionen

und Sehnsüchte. Bei einer repräsentativen

Umfrage des Trendence-

Instituts unter 21 000 Schülern

wollten nur 44 Prozent direkt nach

dem Abitur ein Studium aufnehmen.

56 Prozent planten zunächst

ein Jahr Pause, die große Mehrheit

vonihnen im Ausland.

Zugegeben, dieWahl des Studienfachs

ist von einer gewissen existenziellen

Tragweite. Aber warum fällt

sie den Abiturienten heute so ungeheuer

schwer? Ein wichtiger Grund

ist natürlich G8, die Verkürzung der

Gymnasialzeit: DerStoff muss in weniger

Zeit gebüffelt werden. Der Unterricht

reicht bis tief hinein in die

Nachmittage, für ein außerschulisches

Leben bleibt kaum noch Atem.

Außerdem sind die Schüler einfach

jünger und fühlen sich mit ihren

siebzehn Jahren oft nicht reif für den

Schritt an die Universität.

Früher haben die Eltern oft die

Ausbildung ihrer Kinder bestimmt.

Heute verfolgen sie lieber einen individualistischen

Ansatz, und als Sohn

oder Tochter ist man sozusagen dazu

verurteilt, frei zu sein. Hinzu kommt

die Vielfalt der Möglichkeiten, die oft

eine lähmendeWirkung hat. Allein in

Deutschland werden 10 000 grundständige

Studiengänge angeboten.

Die

Generation

Gap

Immer mehr junge Erwachsene

nehmen nach dem Abitur eine

Auszeit. Wastreibt sie dazu und

was fangen sie mit dem

geschenkten Jahr an?

VonEva Corino

Aber welcher ist der richtige? DieExplosion

der Optionen steigert die

Angst, sich falsch zu entscheiden, die

Gier, alles auf einmal zu wollen, und

erschwert, sich mit einer einzigen

Studienrichtung zufriedenzugeben.

Mitdem Wohlstand wachsen die Ansprüche:

Das Studium muss hinführen

zueinem Job, in dem man gut

verdient, sich selbst verwirklicht –

und außerdem ganz nebenbei noch

die Welt rettet. Hier zeigten sich der

flammende Idealismus der Bewegung

„Fridays for Future“, aber auch

eine mächtige Prägung durch die

Konsumgesellschaft.

Viele Elternder deutschen Mittelschicht

sind nach dem Pisa-Schock

in eine Art Bildungspanik verfallen,

ständig besorgt, dass die eigenen

Kinder nicht gerüstet sein könnten

für den internationalen Arbeitsmarkt.

Die heutigen Abiturienten

haben also ein überdeutliches Bewusstsein

dafür,dass sie in eine gute

Ausbildung investieren, Fremdsprachen

beherrschen und über interkulturelle

Erfahrungen verfügen

sollten. Diesen Auftrag haben sie

verinnerlicht und deshalb denken

sie selbst bei den wildesten Gap-

Year-Projekten daran, wie das hinterher

wohl auf ihrem Lebenslauf

aussieht.

Die Idee eines Lückenjahres ist

nicht neu. Schon seit der Renaissance

existiert die Tradition der

„Grand Tour“, einer Bildungsreise

für die Söhne des europäischen

Adels und des gehobenen Bürgertums

durch Südeuropa oder ins Heilige

Land. Sie sollte der Erziehung

der Zöglinge den letzten Schliff geben,

Wissen und Sprachkenntnis

vertiefen, für neue Eindrücke und

wohl auch für das Erlangen einer gewissen

erotischen Erfahrung sorgen.

Zugleich ahnen die jungen Menschen,

dass es eine Befreiung sein könnte, selbst

einmal zu dienen, sich im Dienst einer

größeren Gemeinschaft als nützlich und

kompetent zu erleben.

BERLINER ZEITUNG/SABINE HECHER

Nur wenige konnten sich so etwas

leisten. Heute ist die Grand Tour für

immer größere Teile der deutschen

Mittelschicht in Reichweite. Eine erstaunliche

Entwicklung, die unseren

Wohlstand sichtbar macht und das

bereits erreichte Ausmaß der Globalisierung.

Neu ist, dass inzwischen

auch junge Frauen die Chance haben,

so ihren Horizont zu erweitern.

Sie gehen als Au-pair nach Kanada,

machen work &travel inAustralien,

unternehmen eine Rucksackreise

nach China.

Während diese Varianten der

Grand Tour vorwiegend der Selbstoptimierung

dienen, hat das freiwillige

soziale Jahr auch den Impuls des

Helfenwollens. Ich kenne junge Erwachsene,die

sich um Waisenkinder

in Tansania kümmern, um Schwerbehinderte

im Libanon und um

Flüchtlinge auf Sizilien.

Sogar der Staat engagiert sich,

wenn das Gap Year mit sozialer Arbeit

kombiniert wird. Der Freiwilligendienst

„weltwärts“ wirdzum Beispiel

vom Bundesministerium für

Entwicklung finanziert. Seit Gründung

im Jahr 2008 sind bald

40 000 Freiwillige ausgeschwärmt,

um anderen und natürlich auch sich

selbst bei der Entwicklung zu helfen.

Manche spotten, das sei doch nichts

weiter als ein „Egotrip ins Elend“.

Gutausgebildete Helfer könnten viel

mehr ausrichten als Leute,die frisch

von der Schule kommen. Aber eine

groß angelegte Evaluierung von

„weltwärts“ zeigt, dass die Abiturienten

durchaus Sinnvolles leisten können

und wertvolle Einsichten in ihre

Heimatländer zurücktragen.

Doch weder Grand Tour noch soziales

Jahr garantieren eine Klärung

in der anstehenden Studienfachund

Berufsfrage. Man muss nicht

wie die Tochter eines befreundeten

Architekten-Paares auf einem Gipfel

des Himalaja das Aha-Erlebnis

haben: Ich werde Umwelttechnik

studieren! Manchmal kommt die

Erleuchtung, meistens nicht.

Unddann stehen die Backpacker

nach einem Jahr wieder am Berliner

Flughafen, vonden erleichterten Eltern

in Empfang genommen, und

wissen immer noch nicht, was sie

studieren wollen. Oft reicht es nicht,

irgendwo im Abseits über das richtige

Studienfach zu grübeln. Man

braucht Informationen, Gespräche

mit Menschen, die sich auskennen.

Wenn man nicht weiß, ob man

nun Geschichte oder VWL studieren

will, dann sollte man beides ausprobieren.

Eine soziale Arbeit ist gut,

hilft da aber nicht unbedingt weiter.

Es sei denn, es gibt einen direkten

Zusammenhang – zum Beispiel,

wenn eine junge Frau durch Care-

Arbeit in einem Kinderheim herausfindet,

dass sie gerne Sonderpädagogik

studieren würde.

Nicht alle, die den Mut zur Lücke

haben, gehen auf Reisen. Manche

bleiben auch einfach zu Hause und

genießen nach dem Turbo-Abi das

Nichtstun. Doch Vorsicht! Das

Couch-Potato-Dasein mit Zeit im

Überfluss und Tagen ohne Plan,

Struktur und sinnvolle Aufgaben hat

seine Tücken. Daszeigt das Buch der

19-jährigen Olga Rogler mit dem

sprechenden Titel „Jetzt chill ich erst

mal und dann mach ich NICHTS.“

Dort beschreibt sie ihr Gap Year im

Elternhaus, und wie sie ihre Planlosigkeit

zunächst genießt, dann aber

in eine kleine Depression verfällt

spät aufsteht und nächtelang Netflix-Serien

sieht.

Glücklich als Couch-Potato?

Für die Elternvon Olga ist dieser Zustand

bisweilen schwer auszuhalten.

Sollen sie ihreTochter in Ruhe lassen

oder ihr helfen, etwas Vernünftiges

zu organisieren? Sollen sie ihr gar einen

Ausbildungsweg diktieren, damit

sie die Chance hat zu rebellieren?

DieGeneration Gapist eine behütete

und ja, vielleicht auch etwas verwöhnte

Generation. Sie darf seit

frühster Kindheit mitdiskutieren, hat

eine beeindruckende Selbstständigkeit

des Denkens und Meinens ausgebildet,

ist aber eher hilflos im praktischen

Handeln. Selten haben die

jungen Leute Weisungen empfangen,

selten zu Hausemitgeholfen. Eigentlich

fanden sie nichts dabei, sich

vonihren Elternbis ins späte Teenie-

Alter bedienen zu lassen.

Zugleich ahnen sie, dass es eine

Befreiung sein könnte,selbst einmal

zu dienen, sich im Dienst einer größeren

Gemeinschaft als nützlich und

kompetent zu erleben. Denn im Gefolge

vonG8kam nicht nur eine Verkürzung,

sondern auch eine Verflachung

von Schule. Die sorgt dafür,

dass unsere Kinder es nach dem Abi

erst einmal gründlich satthaben,

Fertig-Wissen in sich hineinzustopfen.

Sie hungern danach, als ganze

Menschen gefordertzusein.

Nichts wünschen sie sich sehnlicher,

als sich einmal durchschlagen

zu dürfen in einem entlegenen Winkel

dieser Erde,wodie Tentakeln der

elterlichen Zuwendung sie nicht erreichen.

Lassen wir sie ziehen!

EvaCorino

muss ihren ältesten Sohn

auch bald ziehen lassen.

Von nun an wirdesinder Berliner

Zeitung jeden Donnerstag eine

Familienseite geben, Denn die moderne

Familie ist ein Ortder Regeneration

und der Revolution, der Verheißung

und der Verhandlung. Das

Verhältnis von Mann und Frau, Elternund

Kindern, Familie und Beruf

wird neu ausgelotet. Die traditionellen

Muster lösen sich auf. Familie

wird zur individuellen Erfindungsaufgabe.

Ich sehe überall, wie die jungen

Paare sich die Köpfe heißreden: Wie

wollen wir leben? Und bei aller

Liebe, wie können wir die Fürsorge-

Arbeit gerechter aufteilen? Wieviel

Zeit und Präsenz brauchen unsere

Kinder? Kann ich als Mutter ein feministisches

Selbstverständnis haben

und trotzdem ein paar Jahre zu

Hause bleiben? Und wie können Eltern

und Großeltern einander helfen,

obwohl sie in weit entfernten

Städten wohnen?

Ja,das Bedürfnis nach Diskussion

ist groß, nach Austausch. Diese Seite

ist der Versuch, darauf zu antworten.

Modernes Familienleben hat viele

Facetten. Hier soll es um Kindheit

gehen, um Bildung, Partnerschaft,

Vereinbarkeit, Altern und auch um

Lebensfreude. Lang genug ging es

immer nur um die Strapazen derVereinbarkeit,

das Kind als Bremsklotz

der Karriere. Höchste Zeit, hin und

Editorial

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

wieder mal an das Glück zu denken,

das es bedeutet, Kinder aufwachsen

zu sehen. Zu meiner Person: Mein

Buch „Das Nacheinander-Prinzip“

über die mutige Rückkehr in den Beruf

nach Familienphasen hat eine

lebhafte Debatte ausgelöst. Bei der

Arbeit an diesem Buch und den Erfahrungen,

die ich als Mutter von

vier Kindern inDeutschland, Amerika

und Belgien sammeln durfte,

habe ich viel nachgedacht über das,

was Familien heute umtreibt. Als

junge Kulturjournalistin kam ich

einst zur Berliner Zeitung, in einer

Zeit des Aufbruchs.Nach 211 Monaten„Elternzeit“

kehreich nun zurück

und freue mich über die neue Aufgabe,eine

Familienseite für die Berliner

Zeitung zu gestalten.

Urbaner Familienjournalismus

aus Berlin handelt von einem überaus

lebendigen Mikrokosmos. Wir

wollen die Vielfalt der Lebensformen

einfangen. Wastut sich in den Kleinund

Großfamilien, wie finden Alleinerziehende

ihreWahlverwandtschaften?

Wie fühlt es sich an, als Ex-Pat-

Familie nach Berlin zu ziehen?

In der Familienkolumne, die in

Zukunft an dieser Stelle erscheint,

werden auf humorvolle Weise Alltagserfahrungen

geschildert: Feste,

Gewohntheiten, Geschwisterstreit,

Gespräche mit Kindern, der gemeinsame

Gang durch die Jahreszeiten ...

Außerdem wollen wir uns größerenThemen

verschreiben, die in Artikelserien

erforscht werden. Nach

den Abenteuern derGeneration Gap

beschäftigen wir uns mit der Zukunft

der Schule. Welche der Berliner

Schulen sind gut und innovativ? Und

wie können wir klug in die Bildung

der jungen Generation investieren?

Im Sommer widmen wir uns dem

schönen Thema „Reisen, Lesen und

Entdecken mit Kindern“, im Herbst

den Tücken der Medienerziehung:

Was tun, wenn der Sohn die halbe

Nacht„Fortnite“ spielt und die Tochter

auf „Germany’s next Topmodel“

hinfiebert? Sie sehen, die Themen

werden uns nicht ausgehen. Lesen

Siemit!

Herzlich, IhreEva Corino


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 – S eite 15

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Feuilleton

Die Filmseite:

„Das freiwilligeJahr“

und weitere Kinostarts

Seite 18

„Der Ostbär wirkt gemütlicher.“

Michael Busch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Berliner Wappentiere in der geteilten Stadt Seite 16

Tellkamp

Der Skandal

vorm Skandal

Cornelia Geißler

wartet geduldig auf die

„Turm“-Fortsetzung

Bisher war es doch so: Etwas Unpassendes

passiert, dann folgt

der Skandal. Derzeit gerät die diese

Aufregungsanordnung durcheinander.

Esgeht um ein Buch, das noch

nicht erschienen ist, um den neuen

Roman vonUwe Tellkamp.

Auch wir haben es in der Berliner

Zeitung vergangene Woche für nötig

gehalten, eine dpa-Meldung zu veröffentlichen,

derzufolge das Buch im

Frühjahr 2021 herauskommt. Eine so

langfristige Vorankündigung ist eher

unüblich; normalerweise befassen

Journalisten sich mit bereits erhältlichen

Titeln. Uwe Tellkamp erhielt

2008 den Deutschen Buchpreis für

den Roman „Der Turm“, seither erschienen

kürzere Texte. Man wartet

auf „Lava“, die seit langem annoncierte

Fortsetzung der Dresdner Geschichte,

aus deren Manuskript der

Autor gelegentlich schon las.

Uwe Tellkamp ist vor einiger Zeit

mit einem anderen Thema öffentlich

aufgetreten – mit rechtspopulistischen

Thesen zur Asylpolitik. In

mehreren Artikeln bringen die Zeitungen

DieWelt und Welt am Sonntag

Tellkamps politische Ansichten

nun mit der Mutmaßung zusammen,

das Erscheinen des Romans

würde aus diesem Grund verzögert.

Von einer „Tellkamp-Debatte“ ist

dort die Rede. Doch aus dem Suhrkamp-Verlag

heißt es, das Buch sei

noch nicht fertig. Der Autor selbst,

von der Süddeutschen Zeitung befragt,

verweist an seinen Verlag.

Gut möglich, dass die Aufregung

von heute dem Verkauf des Buches

im kommenden Jahr nutzt. Aber

dem Schriftsteller Uwe Tellkamp

schadet der „Debatten“-Vorlauf nur.

Diejenigen, die seine Meinungen teilen,

werden das Buch auf Stellen hin

absuchen, die diese Haltung stützen.

Diejenigen, die seine Position fragwürdig

finden, werden überprüfen,

in welcher literarischen Form sie in

sein Schreiben Eingang gefunden

hat. Die Frage, obTellkamps Roman

als Roman etwas taugt, tritt hinter

den politischen Beiklang zurück. Es

geht dann nur noch um den Skandal.

Das maximal Unvorstellbare

In seinem Roman „Die Verwandelten“ lässt Thomas Brussig Jugendliche zu Tieren werden

VonPetraKohse

Thomas Brussig ist ein Geschichtenerzähler.

Jeirrer,

desto besser. Und dabei

rechnet er eigentlich immer

nur eins und eins zusammen

und dann noch ein bisschen hoch.

Bekannt wurde der 56-Jährige mit

dem satirischen Entwicklungsroman

„Helden wie wir“ (1995), in dem

der Protagonist im November 1989

den letzten Anstoß zur Grenzöffnung

an der Bornholmer Straße gibt,

indem er den Polizisten mit der Entblößung

seines nach einer Operation

übergroßen Gliedes schockiert.

In dem Roman „Das gibts in keinem

Russenfilm“, zwanzig Jahre später,

macht Brussig sich selbst zum komischen

Protagonisten und lässt dafür

einfach die Mauer stehen.

Dazwischen schrieb der diplomierte

Film- und Fernsehdramaturg

mindestens das Drehbuch zu Leander

Haußmanns „Sonnenallee“

(1999) und das Libretto zum Lindenberg-Musical

„Hinterm Horizont“

(2011). Er ist ein Fachmann für die

Vermischung von Frechheit, Aberwitz

und Sentiment, für die herzzerreißende

Durchschaubarkeit und

Lächerlichkeit der menschlichen Begierden.

Insbesondere, wenn es um

Deutsch-Deutsches geht.

In naher Zukunft

So könnten Brussigs Helden nach ihrer Verwandlung aussehen.

In seinem neuen Roman wendet er

sich dem Tierreich zu. Gewissermaßen.

Aufdem Covervon„DieVerwandelten“

ist ein Waschbärschwanz zu

sehen, und tatsächlich geht es darum,

dass sich zwei 16-jährige Jugendliche

in Mecklenburg inWaschbären verwandelt

haben. Die Geschichte darf

hier natürlich nicht erzählt werden,

aber sie spielt in naher Zukunft,

bleibt immer erstaunlich und hat so

viele Farben wie Beteiligte.

Brussig ist ein stimmliches Multitalent,

ein echter Puppenspieler,der

mit der gleichen kriminellen Energie

hinter die Larve des ehrgeizigen

Mecklenburger Bürgermeisters

springt wie hinter die der Intendantin

eines westlichen Privatsenders

und beider Gedankenwelten in wenigen

Sätzen dreidimensional skizziert.

Das Dreidimensionale scheint

Brussigs Spezialität zu sein. Dass er

hineinkriecht und voninnen erzählt,

wo andere, vielleicht Juli Zehin„Unterleuten“,

Ähnliches sehen, aber es

nur vonaußen schraffieren.

„Die Verwandelten“ ist ein wunderbar

tänzelnder Gesellschaftsroman,

der austeilt, ohne zu denunzieren;

kaum eine Figur, vom schwäbischen

Witzereißer bis zur mecklenburgischen

Frickeljournalistin, bleibt

dabei ohne Geschichte.Jeder reagiert

auf das Unerhörte gemäß den eigenen

Sehnsüchten und schreibt den

GETTY

anderen dabei nicht nur von einem

Zimmer zum nächsten eine Whats-

App-Nachricht, sondern auch über

den Doppelschreibtisch hinweg.

Etwas hemdsärmelig ist, wie ungerührt

die Jugendlichen ihre Verwandlung

hinnehmen und im Zentrum

des brausenden Geschehens

eine schwer vorstellbare Coolness

performen. Aber vielleicht wäre das

Gegenteil noch falscher gewesen –

wer kriecht als Erwachsener literarisch

schon ungestraft in eine jugendliche

Psyche –, und in Zeiten

des Virtuellen und des Rollenspiels

ist die Verwandlung in einen Waschbären

vielleicht tatsächlich nur ein

weiterer Wunsch, der erfüllt werden

konnte und jetzt stehen sie da, warten

auf die eine Challenge,die sie auf

das wiederum nächste Level hebt.

Die Challenge kommt in Form

der Medienwirklichkeit, aus dem

Schnürboden schwebt sogar Ed

Sheeran herab, ganz großes Geld

wird verdient und wieder verloren,

eine Jugendliebe zerbricht, eine Altersliebe

bahnt sich an, und eine

scheue Beobachterin schiebt sich

erst ins Bild, wenn es, zumindest für

einen der Beteiligten, zu spät ist.

Haltung statt Halt

„Die Verwandelten“ rechnet durch,

wie wir auf das maximal Unvorstellbare

reagieren könnten oder auch

schon reagieren. Wie wir nach einer

kurzen Schockstarre die Welle fixieren

und unsere Badehosen festhalten,

damit wir auch nach der nächsten

Dusche nicht nackt dastehen,

sondern gut aussehen: so als wüssten

wir, was zu tun ist. Haltung statt

Halt, Wirkung statt Wirksamkeit und

immer ein Spruch statt eines Gesprächs.

Wer bei diesem Buch als

Letzter an den Klimawandel denkt,

hat gewonnen.

Schließlich gehören Waschbären,

die zwar niedlich, aber eine Plage

sind, zu einer Tierart, die nicht erfolgreich

bejagt werden kann, weil

sie auf Bestandsbedrohung mit der

vermehrten Geburt von Weibchen

reagiert. Wasalso tun, wenn die Natur

sagt: Fuck you!? Aber die metaphorische

Ebene forciert Brussig

nicht, wenn er sie denn überhaupt

intendiert hat. Das Wichtigste ist,

dass diese Geschichte rollt, und sie

rollt so gut in die Gegenwart hinein

und wieder heraus, dass man zwischendurch

sogar googelt, ob es

diese oder jene Person vielleicht

wirklich gibt. EinFamilienbuch übrigens.

Ab zwölf würde ich sagen.

Nach oben ohne Grenze.

Thomas Brussig:Die Verwandelten. Wallstein,

Göttingen 2020, 326 S.,20Euro

Buchpremiere 27.2., 20 Uhr, Pfefferberg -Theater,Schönhauser

Allee 176, Tel. 939358555

NACHRICHTEN

Spanischer Filmregisseur

José Cuerda gestorben

Derspanische Filmregisseur,Drehbuchautor

und Produzent José Luis

Cuerda ist tot. Cuerda starb am

Dienstag im Alter von72Jahren in

seiner Wohnung in Madrid, wie Angehörige

nach ersten Medienberichten

bestätigten. Zu den berühmtesten

Filmen vonCuerda gehörten „La

Lengua de las Mariposas“ (Die

Zunge der Schmetterlinge,1999)

und „Los Girasoles ciegos“ (Die blinden

Sonnenblumen, 2008), der im

In-und Auslandvielfach ausgezeichnet

wurde und 2009 ins Rennen um

den Oscarinder Kategorie „Bester

nicht-englischsprachiger Film“ ging.

DerMann aus Albacete galt in Spanien

als Pionier und Meister der surrealistischen

Komödie. (dpa)

Regisseur und Produzent

Gene Reynolds gestorben

DerUS-Regisseur und Produzent

Gene Reynolds ist im Alter von96

Jahren gestorben, wie der Verband

der Hollywood-RegisseureinLos

Angeles mitteilte.Berühmtheit erlangte

Reynolds durch die Serie

„MASH“, die sich auf tragikomische

Weise mit dem Korea-Krieg auseinandersetzte.Der

1923 in Cleveland

geborene Reynolds begann seine

FilmkarriereimAlter vonzehn Jahrenals

Kinderdarsteller.Später war

Reynolds einer der Macher der Sitcom

„MASH“, die von1972 bis 1983

im US-Fernsehen ausgestrahlt

wurde.Dreiseiner sechs Emmy-Auszeichnungen

bekam Reynolds für

„MASH“. Insgesamt war er für 24

Emmys nominiert. (dpa)

Dresdner Albertinum erhält

Leihgabe aus den USA

DasDresdner Albertinum erhält das

Porträt „Adele im Hamsterpelz“ von

Oskar Zwintscher (1870–1916) aus

den USA. Im Zuge eines Forschungsprojekts

zu dem Künstler konnte

dessen Besitzer,der Sammler Jack

Dalton, für eine längerfristige Leihgabe

gewonnen werden, wie die

Staatlichen Kunstsammlungen

(SKD) am Mittwoch mitteilten. Das

1914 entstandene Bild vonZwintschers

Gattin ist ab Sonnabend im

Klingersaal zu sehen. (dpa)

UNTERM

Strich

Damenbesuch

Du bist, was du

riechst

VonThilo Bock

Das Telefon klingelt. Eigentlich schlafe

ich noch. Würde nicht das Telefon klingeln.

Es ist gerade mal neun und Jackson ist

dran. Waswill der denn so früh? Im Gegensatz

zu meinem ältesten Kumpel betrachte

ich mich ja als gesellschaftlich gefestigt.

Wenn der mich so mitten in der Nacht anruft,

muss echt was Arges vorgefallen sein.

„Kannst du mir Geschirr leihen?“, fragt er.

„Seit wann brauchst du Geschirr?“, frage ich

zurück. „Sind dir die Pizzakartons durchgeweicht?“

Darauf geht Jackson nicht weiter

ein. Ganz aufgeregt ist er. Ererwartet nämlich

Damenbesuch. „Ich hab dir doch von

Saskia erzählt.“

In der Tat. Underwollte allen Ernstes mit

ihr in eine Karaokebar.Wovon ich ihm abraten

musste. Beim ersten Date schlimm singenden

Leuten zuhören zu müssen, von denen

einer noch was vonihr will und zu allen

Überfluss einen Song wie „I am what Iam“

zum Besten gibt …Keine vernünftige Frau

steht auf so was.

Während ich das denke, hat Jackson weitergeredet.

Ich kriege gerade so mit, wie er

sagt, das „Dirty Dancing“-Duett habe Saskia

weichgemacht. Weshalb sie am Abend zum

Candle-Light-Dinner zu ihm käme.Erhat sie

tatsächlich zu sich eingeladen! Interessanter

Plan. Jacksons kann vieles nicht, kochen

kann er noch weniger. Und –sogibt er zu –

das würde er wirklich lieber überspringen.

ELISABETH BRINKMEIER

Trotzdem sollte der Tisch gedeckt sein, damit

Saskia zumindest glaubt, er hätte was vorbereitet.

Und hat auch einen Trick parat: den

wohldosierten Einsatz von Raumspray. Seit

Jahren arbeiteten Backshops und andereLäden

mit olfaktorischen Surrogaten. Potenzielle

Kunden riechen vonWeitem bereits,was

verkauft wird und wollen das unbedingt haben.

Allerdings,soJackson, käme der Geruch

gar nicht von den Waren, sondern aus dem

Duftspender neben der Theke.

„In deiner Bude mieft es jetzt wie beim

Brezelaufbäcker am Hauptbahnhof?“, frage

ich nach. „Unter anderem, ja“, sagt er.„Dazu

eine mediterrane Kräuternote, unterstützt

von dezentem Bratenduft und leichtem Karamellaroma.

Zum Nachtisch gibt’s nämlich

Crème brulée.“

„Ach, Nachtischgibt es?“ Ichbin verwirrt.

Doch nein, auch dieser Duft ist künstlich.

Wasaber, wenn Saskia im Laufe der Nacht

hungrig wird?„Soll vorkommen“, gebe ich zu

bedenken. „Dann bestellen wir halt Pizza“,

sagt Jackson. „Ist sowieso das Essen, was ich

am besten kann. Also bestellen.“ Was nur,

wenn sie lieber vom Braten und dem frisch

gebackenen Brot kosten mag? Jackson gibt

zu, dass ihm dieses Problem einiges Kopfweh

bereitet habe. Und dann sei er auf das

Geruchsset Wohnungsbrand gestoßen. Echt

Wahnsinn, was es so alles gibt in diesem Internet!

Er müsse lediglich auf die Fernbedienung

des Duftspenders drücken und schnell

in die Küche pesen, ein paar Malfluchen und

mit irgendwas klappern.

„Und wie kriegst du den Brandgeruch

wieder aus dem Zimmer?“, frage ich skeptisch.

„So richtig erotisch ist das ja nicht.“

Jackson ist vorbereitet, dank dem Raumduft

Blumenwiese.„Nur das Geschirr fehlt eben.

Kann ich es nachher bei dir abholen?“

„Klar“, sage ich. „Wenn’s dafür keinen

künstlichen Duft gibt.“ –„Den gibt’s durchaus“,

sagt Jackson. „Aber eher für Shops, die

vorgeben, Keramik aus eigener Produktion

zu verticken. Unddas wärekontraproduktiv.

Am Ende will Saskia mit mir noch töpfern,

statt in die Kiste!“


16 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Feuilleton

Spaß

an hybrider

Unterhaltung

Wühlmäuse: Bodo Wartke

beweist „Wandelmut“

Mit

eiserner

Hand

Ein Klavierabend mit

Beatrice Rana

VonTorsten Wahl

Er sehe zwar aus wie Edward

Snowden oder der erwachsene

Harry Potter, kokettiert erinseinem

Startlied „Sind Sie nicht?“ Erkannt

wird eraber längst als Bodo Wartke,

der Klavierkabarettist. Der Mann,

der mal im kleinen Scheinbar-

Varieté begann, tritt inzwischen viermal

hintereinander ausverkauft bei

denWühlmäusen auf, demnächst im

Admiralspalast. „Wandelmut“ heißt

sein neues Programm –und neu ist

erstmal, dass sich seine familiäre Situation

geändert hat. Spätestens als

er die Zeilen „Der sabbert, ja“ mit

„Sabbatjahr“ kombiniert, ist allen

klar,dass es um seinen Sohn geht.

In einem Medley aus früheren

Hits spielt er vor, wie sich Begriffe,

wie sich der Duft oder Berührungen

wandeln, wenn man sie nicht mehr

auf eine Frau, sondernauf ein Kleinkind

bezieht. Doch in der neuen

Rolle als Vater wendet sich Bodo

Wartke nicht etwa ins pur Private –

ganz im Gegenteil. Statt neckische

Beziehungsdramen wie „Ja, Schatz“,

sein Millionenhit auf Youtube, singt

er heute ein halbes Dutzend elegische

Balladen über die bedrohte

Welt, die zunächst pathetisch klingen

mögen, aber einen doch seltsam

aufrütteln –vielleicht gerade weil sie

von einem kommen, der ansonsten

mit Albernheiten und Schüttelreimen

auffällt und „Sauna“ mit „sau

nah“ kombiniert.

Mal verteidigt er energisch den

„Hambacher Wald“, dann rechnet er

mit Fundamentalisten, Nationalisten

und Gangster-Rappern ab. „Das

Land, in dem ich leben will“ ist eine

Nationalhymne ganz eigener Art,

weil er ein Land besingt, das bei Unrecht

laut wird –und bei Nationalstolz

ganz still. Mitunter verbindet

Der Klavier-Kabarettist Bodo Wartke ist

jetzt auch Vater.

SVEN A. HAGOLANI

Bodo Wartke sogar das Kinderlied

mit globalen Botschaften. So wie er

in „Pusten! Aua! Weg!“ die Schmerzen

des Kindes einfach wegblasen

kann, sinniert erdarüber, auch die

Probleme der Welt mit Pusten lösen

zu können. An musikalischen und

textlichen Hybriden hat Bodo

Wartke überhaupt seinen Spaß.

Mozarts „Kleine Nachtmusik“

trägt er als Boogie vor, Beethovens

„Für Elise“ bekommt einen Text. Aus

Helene Fischers „Atemlos“ macht er

einen „Gangsterschlager“ mit einem

Text im Stile des Gangsta-Rap –eine

Szene, ander sich der Wortakrobat

und Schnellsinger Wartke ohnehin

gern reibt. So parodiert erLeute wie

Haftbefehl, Kollegah, Farid Bang

oder Bushido, den er in eine „rosa

Glitzerfee“ verwandelt, und führtderenBehauptung,

sie würden nur Rollen

spielen, ad absurdum – eine

leichte Aufgabe voreinem Publikum,

das die vorgeführten Interpreten ohnehin

nicht kennt. Er selbst geht

deutlich spielerischer und origineller

mit der deutschen Sprache um.

Aus dem „Helter Skelter“ der Beatles

wird „Hält-das-Geld-da?“ und aus

Michael Jacksons „Bad“ schließlich

der Rausschmeißer „ZuBett“.

Bodo Wartke:Wandelmut 6. und 7. 2., 20 Uhr,

bei den Wühlmäusen

Doppelt gemoppelt

Teilungsbedingt gab es etliche Berliner Institutionen in zweifacher Ausführung –selbst die Wappentiere

VonMichael Busch

Der Ostbär hat auf jeden

Fall die längere Zunge.

Sie ist dünn und lang

und sehr rot. Er züngelt,

als wollte er wie ein Frosch Insekten

fangen. Ist der Bär ein verkleideter

Frosch? Wenn es um seine Größe,

seine Bedeutung geht, ist Berlin besonders

nah am Wasser gebaut.

Flüsse, Seen, Kanäle und Gewässer

machen einen großen Teil seiner

Stadtfläche aus. Der Frosch wäre als

Wappentier nicht unangebracht, er

würde die Stadt vor Eintagsfliegen

schützen. Biszur Wiedervereinigung

gibt es einen Ostbären und einen

Westbären auf den jeweiligen Stadtwappen.

Der Ostbär hat, wie gesagt eine

längere Zunge, wirkt insgesamt gedrungener,

dafür wirken seine Tatzen

zierlicher als die des Westkollegen.

Der wiederum kommt im

Rumpf schlanker daher, hat als Zitat

des lebenden Tieres einen Schwanzstummel

und dickere Arme. Die

Krallen leuchten blutgefärbt, das

aufgerissene Maul mit der kleineren

Zunge ist von scharfen Zähnen gefasst.

Wie er auf seinem silbernen

oder weißen Schild steht, hat er was

von einem Karatekämpfer, der Ostberliner

Bär ist mehr ein Zirkusjongleur,

erwirkt gemütlicher. „Probiers

mal mit Gemütlichkeit“, singt Balu,

der Über-Bär im Dschungelbuch.

„Dit is Berlin“, schrie HenryHübchen

immer in „Pension Schöller“,

der ersten Berlin-Komödie der Castorf-Volksbühne.

Dieses Berlin war

eine kuschlige Blase,bis es mehr und

VonHarry Nutt

Bahnwärter Thiel“ – aufmerksame

Teilnehmer am Deutschunterricht

erinnern sich – ist eine

Novelle vonGerhartHauptmann aus

dem Jahr 1887, in der das Leben eines

redlichen und arbeitsamen

Mannes nach dem Todseiner Frau

aus den Fugen gerät.

Zum obligatorischen Schulstoff

wurde Gerhart Hauptmanns Geschichte

nicht zuletzt deshalb, weil

er in dem kurzen Prosastück nicht

gerade mit gesellschaftspolitischen

Symbolen geizt. Das Wärterhäuschen

steht gewissermaßen für gefestigte

sozialeVerhältnisse,die vonden

vorbeirasenden Eisenbahnen auf

dramatische Weise erschüttert werden.

Thiels Sohn findet schließlich

den Tod, und der brave Bahnwärter

gleitet hinüber in eine schwere psychische

Erkrankung.

mehr in internationale Fahrwasser

geriet und massenhaft Touristen anlockte,armesexy

Partystadt.

Längst sind die Maskottchen-Bärenaus

dem Zwinger am Märkischen

Museum verschwunden, er behaust

jetzt eine Kunstgalerie. Dabei ist der

martialische Westbär mit seinen

blutroten Krallen erst seit 1954 im

Einsatz, der Ostbär dagegen stammt

noch von 1934 und hat sich aus einem

viel zotteligeren Bären von

1924, der Babylon-Berlin-Zeit, herausstilisiert.

Ihm

wurden die Krallen

gestutzt.

Ost- und Westbär

traten zum

ersten Mal auf einer

Postkarte gemeinsam

in Erscheinung,

die die

Initiative „Weltkulturerbe

Doppeltes

Berlin“ bewarb.

Dieses von

Architekten um Arno Brandlhuber

initiierte Kunstprojekt war Teil einer

Ausstellung über Architektur und

Ideologie mit dem Titel „Between

Walls und Windows“, 2012 am Haus

der Kulturen derWelt.„Das Doppelte

Berlin“ versammelte unter der

These,dass es,bedingt durch die Teilung,

zwei Berlins gibt und damit

viele Kultur und Verwaltungsbauten

in zweifacher Ausfertigung, unfreiwillige

Paarkonstruktionen.

Ziel des augenzwinkernden Projektes

war es,das Doppelte Berlin auf

die Liste der Unesco-Weltkulturerbestätten

zu hieven. So wurde die

Kongresshalle am Alexanderplatz,

jener visionär Das-Runde-Muss-Ins-

Eckige Bauder schwebenden Flügelarchitektur

der Schwangeren Auster

am Tiergarten gegenübergestellt, die

Volksbühnen Ost und West, die großen

Bibliotheken, Universitäten,

Opernhäuser, Springer-Hochhaus

und Hochhäuser der Fischerinsel,

Funkturm, Fernsehturm, Hansaviertel

und Stalinallee, ein verspieltes

Berlin-Memory aus architektonischen

Pärchenbildungen.

Aber nicht nur.Inder Ausstellung

konnte man per

Video die Bim-

Pelzträger müssen draußen bleiben

Der Münchner Klub Bahnwärter Thiel setzt ein exklusionspolitisches Zeichen

„Bahnwärter Thiel“ ist stets auch

als Kritik an der zerstörerischen

Kräften der alle Lebensbereiche erfassenden

Industrialisierung des

späten 19. Jahrhunderts aufgefasst

worden. Der artige Bahnwärter

vermag weder sich

noch seinen Sohn vor seiner

dominanten zweiten

Frau zu schützen, und als

diese auch noch in sein

Der Ostbär (rechts) mit der

etwas längeren Zunge geht

auf das Jahr 1934 zurück. Er

nahm die Formen eines zehn

Jahre älteren Vorgängersauf.

Der Westbär (links) mit den

roten Krallen stammt von

1954 und ist heute das

Wappentier für ganz Berlin.

tur miteinander verbindet und für

jedermann erlebbar macht.“ Das

Bahnwärter Thiel ist ein Club im Stil

des „industrial chic“. Gondeln, ausrangierte

U-Bahnen und kunstvoll

bemalte Seecontainer –

Berliner mögen sich, wenn

sie dabei an das RAW-Gelände

denken, eine Vorstellung

davon machen.

Gesteigerte medienöffentliche

Aufmerksamkeit

hat das Bahnwärter Thiel

nun aber mit einer sym-

Schön, im „Thiel“

aber verboten

ARCHIV

CORBIS RF STILLS

bolpolitischen Entscheidung

erlangt, die weit hineinreicht

in die Sphären

von Mode, Lebenswelt und Politik

und Schluss macht mit dem Prinzip

sozialer Egalität.

Pelzträger müssen ab sofortdraußen

bleiben, die Betreiber verstehen

ihrVerdikt ausdrücklich im Sinne des

Tierwohls. Man wolle ein Zeichen

melbahnen im

Britzer Garten

und in der Wuhlheide

vergleichen,

die sich in

ihrer Gartenzwerghaftigkeit

aufs Niedlichste

ergänzten.

Interessant

war auch ein Video,

das die Zebras in Zoo und Tierpark

beobachtete, ein Hinweis darauf,

dass es jenseits der Architektur

auch lebendige,kulturelle Dopplungen

in der Stadt gab. Und überraschende

Unterschiede,wie die Farbe

des Grases in Ost und West, einerseits

leuchtend, andererseits eben

nicht.

Jenseits der Ideologie der Architekturen

ist die Baugeschichte des

geteilten Berlin weitaus komplexer,

dialogisch mehr als dialektisch. Wie

viel wurde vomZuckerbäckerstil der

Karl-Marx-Allee geschrieben und die

kühle Moderne der internationalen

Stararchitekten im Hansaviertel dagegengestellt,

Aufmarschgebiet gegen

Schlafstadt. Tatsächlich widerlegte

bereits der dritte Bauabschnitt

der Karl-Marx-Allee die These mit eigenen

Stil-Ikonen der kalten Moderne,

den Kinos International und

Kosmos, Café Moskau, Hotel Berolina,

die ihrerseits stilistisch eine Art

Ost-Hansaviertel bilden.

Und auch die beiden Bärenburschen

sind sich doch sehr ähnlich.

Wasdie Wappen unterscheidet, sind

eher die Aufsätze auf den Wappenschildern,

die auf der erwähnten

Postkarte fehlen. Im Westen ist das

eine fünfblätterige Laubkrone deren

Stirnreif als Mauerwerk mit einem

geschlossenen Torinder Mitte ausgestattet

ist. Der ältere Entwurf, der

in der DDR verwendet wurde, trägt

fünf stilisierte Wehrtürme als Krone,

die den Bebauungsplan für den Alexanderplatz

mit den Hochhäusern

vorwegzunehmen scheint. Für das

wiedervereinte Berlin wurde 1990

der jüngereWestbär übernommen.

Wappen repräsentieren das

Selbstbild der Stadt. Lange Zeit hat

sich der Bär das Wappen mit den

flatternden Adlern Preußens und

Brandenburgs teilen müssen, bis es

sich ausgeflattert hatte, die Adler

Federnließen und der Bär ihnen die

Zunge rausstrecken konnte als Alleinstellungsmerkmal

einer Stadt,

die sich ihrer selbst immer wieder

vergewissern muss. Klaus Wowereits

bunte Buddy Bären geben davonein

beredtes Bild.

Michael Busch istExperimentalfilm-Regisseur

und Musiker.Erverantwortetdie Bewegtbildspartedes

Projektes Modell Berlin.

Wärterhäuschen eindringt,

driftet die Geschichte,

deren Anlass für

Hauptmann ein historisches

Bahnunglück an der

Strecke von Erkner nach

Fürstenwalde war,langsam, aber bestimmt

in die Katastrophe ab.

In München dient der Titel von

Hauptmanns Novelle seit einiger

Zeit als Name für ein Kulturprojekt

im örtlichen Schlachthofviertel, das

laut Selbstauskunft „Kunst und Kulsetzen,

sagt Betreiber Daniel Hahn,

der sich insgesamt für mehr Nachhaltigkeit

in der Gastronomie starkmacht.

So bietet das Bahnwärter

Thiel keine Plastikstrohhalme an,

ferner befindet sich ein Urban-Gardening-Projekt

auf dem Areal.

Hinsichtlich der Durchsetzung

des Pelzverbots gibt man sich kompromisslos.

Weil Pelz-Imitate kaum

von echten Pelzen zu unterscheiden

sind, schon gar nicht im Einlassgedränge,

wird die Spezies der Pelzträger

ganz grundsätzlich abgewiesen.

So nachvollziehbar diese kulturelle

Exklusionspraxis in modischer

Hinsicht sein mag, wirft sie doch die

Frage auf, wie man einem inflationär

gesteigerten Bedürfnis nach Ausschluss

und Regeln künftig begegnen

soll. Ganz wie sein literarisches

Vorbild jedenfalls scheint das Bahnwärter

Thiel symbolpolitisch stark

übercodiert.

VonClemens Haustein

InItalien ist das Singen Sache der

Sänger. Unter den Pianisten hingegen

herrscht im Gegensatz dazu

ein Kultus der ingenieurhaften Klarheit,

der Leuchtstärke, die so grell

sein kann, dass es schmerzt –und

der technischen Perfektion. So

spielte die kühle Maria Tipo ebenso

wie der Klangfarbensucher Aldo Ciccolini

oder –ins Aristokratische gewendet

– Arturo Benedetti

Michelangeli. Dass sich Maurizio

Pollini davon als großer Beethoven-

Interpret abhebt, scheint als Ausnahme

die Regel zu bestätigen.

Auch Beatrice Rana, 27 Jahre alt

und in Apulien aufgewachsen,

kommt aus dieser Pianistentradition,

die dem örtlichen Klima einen

zuweilen eisig kristallinen Musizierstil

gegenüberstellt. Schon auf ihrer

Debüt-CD von 2016 wurde allerdings

deutlich, dass ihr ebenso die

melodische Wärme liegt. VomDirigenten

Antonio Pappano an die

Hand genommen gelang mit dem

Orchestra Santa Cecilia eine feine

Aufnahme von Tschaikowskys b-

Moll-Klavierkonzert, schlank und

geschwind in der Anmutung und

doch voll Gefühl.

Hingabe an das Melodische zelebrierte

Beatrice Rana auch am

Dienstag im Kammermusiksaal der

Philharmonie, ihr zweiter Berliner

Auftritt, nachdem sie vordreiJahren

bereits beim Berliner Klavierfestival

gastiert hatte. In romantischer Intensität

gibt sie die verzierte Instrumentalarie

im zweiten Satz des „Italienischen

Konzertes“ vonBach wieder,großist

der Ton, die Grenzezum

Knalligen nicht weit. Ähnlich ist der

Eindruck bei Robert Schumanns

„Konzert ohne Orchester“ op. 14

(später 3. Klaviersonate genannt),

Temperament mit Anmut: die Pianistin

Beatrice Rana.

PARLOPHONE RECORDS LTD

das die italienische Pianistin mit gewaltigem

Temperament und eisiger

Selbstbeherrschung zugleich spielt.

Und doch bleibt man ratlos, welche

Empfindung etwa dem Thema des 2.

Satzes mit seinen nachfolgendenVariationen

zugrunde liegen könnte:

ein Trauermarsch zwar,der in seiner

Schwere hier aber kaum nachempfunden

ist.

Rundherum wurde es ziemlich

laut. Wasnicht bedeutet, dass Rana

das Gegenteil des äußersten Pianissimo

nicht kennen würde. Sie setzt

es aber selten ein. Stattdessen: eiserner

Zugriff schon gleich zu Beginn

des „Italienischen Konzertes“, bei

dem sich der Schwung bald in forciertem

Staccato-Gehakele auflöst.

Das dient nicht einmal der Klarheit,

Nebenstimme um Nebenstimme

geht im aufgepeitschten Tönemeer

verloren. Noch perkussiver wird es

im zweiten Teil mit dem dritten Heft

der „Iberia“-Impressionen von Isaac

Albéniz und Igor Strawinskys „Petruschka“-Bearbeitung

für Klavier.

Rana spielt das mit rhythmischer Sicherheit

und enormem technischen

Vermögen (selten hört man die Oktav-Ketten

der rechten Hand bei

„Petruschka“ geläufiger), die scharfe

Lautstärke und die Farbarmut ermüden

aber,der Auftritt droht ins Sportiveabzugleiten.


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 17

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Feuilleton

Martialisch und vieldeutig –eine Szene aus dem Laibach-Musical „Wir sind das Volk“.

LAIBACH &VALNOIR

Lasst die Toten singen

Die slowenische Gruppe Laibach vertont Heiner Müller im HAU: „Wir sind das Volk“. Eine spekulative Einführung

VonTobi Müller

Laibach tragen ihr frühstes

künstlerisches Mittel seit

ihrer Gründung vor 40Jahren

imNamen, nämlich die

Provokation. Denn zuletzt waren es

die Nazis, die Ljubljana Laibach

nannten. In Jugoslawien war der

Name natürlich verpönt, im heutigen

Slowenien hat sich daran nichts

geändert. Laibach gelten vielleicht

auch deshalb als wichtigster Einfluss

auf die deutschen Feuerwerksrocker

Rammstein. Doch Laibach waren oft

die besten Deuter ihrer selbst: Sie

seien „Rammstein für Erwachsene“,

während Rammstein „Laibach für

Kinder“ aufführten.

Als Anja Quickertvon der Internationalen

Heiner-Müller-Gesellschaft

mir von ihrer Idee erzählt hatte, Laibach

mit Heiner Müller in ein„Musical“

zu zwingen, schaute ich verblüfft

aus derWäsche.Wie immer bei

sofort einleuchtenden Ideen fragt

man sich, warum noch niemand davordarauf

gekommen war.Denn die

Liaison passt fast zu gut. Zu verwandt

sind ihre Themen, ihr Drängen,

das Gespräch mit den Toten

nicht ruhen zu lassen. Immer wieder

zu horchen, wo die Gespenster der

Vergangenheit weiter spuken, wo

das Verdrängte von unsauber beerdigten

Nationen und zu schnell vergessenen

Biografien sein Ärmchen

aus der Erde streckt wie das eigensinnige

Kind in der Sammlung der

Gebrüder Grimm.

Aber dieser Titel: „Wir sind das

Volk –Ein Musical“. Der Schlachtruf

der besoffenen Wende, der es hier

bestimmt an den Kragen geht! Dem

Osten wird inder Kunst Gerechtigkeit

widerfahren! Oder nicht? Mit

solchen Rachegelüsten, seien sie

noch so halbherzig ironisiert, lässt

sich bei Laibach kein Staat machen.

Das Wort Volk kommt gar nicht vor

an diesem Abend. Und wenn Laibach

eines vermieden haben wie

Heiner Müller rauchfreie Bars, dann

sind es eindeutige Botschaften an

das richtige Leben. Kunst im Vollzug

des Guten: nicht ihr Ding. Schließlich

wussten beide, was die Sehnsucht

der Eindeutigkeit mit der

Kunst anrichtet: Müller konnte in

den 60er-Jahren nicht mehr in der

DDR arbeiten, Laibach wurden im

Jugoslawien der Achtziger verboten.

Damals war es der Staat, der Mehrdeutigkeit

nicht aushielt. Heute fordern

gesellschaftliche Bewegungen

in ihrem Sinn erbauende Kunst.

Doch im Hebbel am Ufer wird

man kaum einen gesinnungsgemütlichen

Abend sehen. Zum einen war

die Verbindung von Heiner Müller

und Musik und Theater immer dann

fruchtbar,wenn Text und Musik und

Performance nicht miteinander kuschelten,

sondern ihre Autonomie

behielten.

Nicht aus Desinteresse, im Gegenteil,

aus Respekt vor dem Text.

Zum Beispiel bei RobertWilson, der

1986 in Hamburg Müllers „Hamletmaschine“

eine eigene Partitur aus

formalisierten Gesten und klassischer

Musik zur Seite stellte.

Im HAU vertonen Laibach zum

einen Texte von Müller, und zwar

nicht mit dem kleinen Besteck:

Schlagzeug, zwei Perkussionisten

Wenn die Band Laibach eines

vermieden hat wie Heiner Müller

rauchfreie Bars, dann sind es

eindeutige Botschaften an das richtige Leben.

Kunst im Vollzug des Guten:

nicht ihr Ding.

der Band The Stroj, Streicher vom

slowenischen Symphonieorchester,

Gitarre, Klavier, Laptop und mehr.

Und die beiden Schauspielerinnen

Agnes Mann und Susanne Sachsse

werden andere Texte sprechen. Bei

aller handwerklichen Kompetenz

auf der Bühne: Der Horror wären

schöne Lieder von Laibach mit Texten

Heiner Müllers.

Vonden Laibach-Gründern steht

niemand mehr auf der Bühne, auch

wenn Milan Fras und Ivan Novak

schon lange zum Kern gehören. Aber

wovon eigentlich? Laibach war stets

mindestens so sehr eine Band wie

ein Brand, eine Marke, wie man es

kapitalistisch sagen könnte.Oder ein

Kollektiv,wenn man es eher sozialistisch

fassen möchte und das Konzept

stärker gewichtet als die Namen.

Band, Brand, Marke, Kollektiv:

Dasbeschreibt nicht nur die Arbeitsform

von Laibach, sondern führt direkt

in die ideologische oder,jenach

Position des Betrachters, ideologiekritische

Ästhetik der Gruppe.

Denn Laibach gibt keine Ruhe

und forciertÄhnlichkeiten zwischen

scheinbaren Gegensätzen wie Kapitalismus

und Kommunismus, Demokratie

und Diktatur, Freiheitsversprechen

und struktureller Gewalt.

Laibach spart nichts aus und verwirrt

dabei die Fronten. Das Volk

zum Beispiel, das sind nicht einfach

die andern, Tumben, Grölenden.

Um es mit einem Zwischenspiel aus

Müllers „Zement“ zu deuten: Du

blickst dich selbst an, wenn du deinen

Feind suchst.„Der Hass des Ausländers

auf die Gemeinschaft“,

schrieb Müller und meinte sich

selbst als Geflüchteter, sei „grenzenlos.

Ermündet in den Wunsch, aufgenommen

zu werden in die gehasste

Gemeinschaft.“

Heute übernimmt Popoft eine andere

Funktion, er hinkt den gesellschaftlichen

Diskussionen hinterher

und versucht, die richtigen Knöpfe zu

drücken. Laibach kommen aus andernZeiten.

Siefingen an mit Systemvergleichen

im Kalten Krieg. Nach

dem Zusammenbruch des Ostens

befragten sie die Scheinliberalität des

Westens,oder nahmen solche Fragen

sogar vorweg, als sieWestklassiker der

Popmoderne wie die Beatles grimmig

coverten. Undvielleicht sind sie nun

in einer Phase,inder die Kunst selbst

in den Vordergrund rückt: als Verfahren,

ins Offene zu kommen und das

Unvorgesehene zu kalkulieren. Ihre

Konzerte in Nordkorea 2015 waren

noch einmal ein Versuch, den Kontrollverlust

zur Praxis zu erheben. Es

ist ein Kontrollverlust über Erzählungen,

die wir manchmal als zu Ende erzählt

erachten, aber die immerzu ihre

Hand aus dem Grab strecken.

Tobi Müller hält eine Einführung zu Laibachund

Theater am 9. und am 10. Februar,19Uhr,HAU.

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18 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Film

DVD-TIPP

Untergang

an der Elbe

Jan Rybkowskis

„Die unvergessene Nacht“

über das Inferno von Dresden

VonRalf Schenk

Dresden, 13. Februar 1945. Ein

polnischer KZ-Häftling flieht

von einem Transport, irrt durch die

Straßen, hungrig, erschöpft, einsam.

Er erfährtkleine Gesten der Menschlichkeit:

Eine Wirtin schiebt ihm Kuchen

zu, eine Prostituierte gibt ihm

Brot und Wurst. Kinder feiern Fasching.

Damen in Pelzmänteln besuchen

ein Barockkonzert. Bisdie Sirenen

ertönen, feindliche Geschwader

heranziehen und sich das Gesicht eines

melancholischen Zirkusclowns

im Dunkel verliert.

„Die unvergessene Nacht“ beschreibt

das Inferno der Zerstörung.

Der Himmel voller Leuchtbomben.

Das Pfeifen der Granaten. Todund

Verderben. Die brennende deutsche

Stadt, rekonstruiert ineinem polnischen

Spielfilm. JanRybkowski, einst

selbst als sogenannter Fremdarbeiter

in Dresden, dreht ihn im Geist der

SchwarzenSerie: eine Studie derVerlorenheit,

das Individuum im Strudel

des Untergangs.

„Die unvergessene Nacht“ entsteht

mit technischer Hilfe der Defa,

Hunderte Dresdner wirken an den

Massenszenen mit. Im DDR-Kino

läuft der Film dann nicht, vermutlich

stören sich die Zensoren an seinem

Existenzialismus, den expressiven

Schwarz-Weiß-Motiven, die als formalistisch

abgestempelt werden.

DasFernsehen zeigt ihn Jahrespäter

unter seinem übersetzten Originaltitel

„Heute Nacht stirbt eine Stadt“.

Am Ende steht ein biblisches

Bild: die Überfahrt über den

Fluss, ins Leben,

in den

Tod. Die Zukunft

liegt im

Nirgendwo.

NEU IM KINO

Die unvergessene

Nacht Polen 1961

R: Jan Rybkowski, 75

Min, 16,99 Euro

ENKEL FÜR ANFÄNGER Deutschland

2019. Regie: Wolfgang Groos. Die

Rentner Karin, Gerhardund Philippa

kennen sich von früher. Karin lebt

mit ihrem Mann Harald zusammen.

Der interessiert sich aber vorrangig

für seine Eisenbahn und den Rasenmäher-Roboter.

Gerhards Partner

und sein Hund sind gerade verstorben.

Philippa genießt das Rentnerdasein

in ihrer befreiten Art ambesten.

Sie bringt die anderen beiden

auf die Idee, sich als ehrenamtliche

Omas und Opas zu melden. In seiner

Komödie „Enkel für Anfänger“

nimmt sich der Regisseur Wolfgang

Groos eines gesellschaftlichen Themas

an, das gar nicht so lustig ist.

Hinter den Gags und Dialogen verbirgt

sich ein Film über Einsamkeit.

In den Hauptrollen sind MarenKroymann,

Barbara Sukowa und Heiner

Lauterbach zu sehen.

BUNTENLAND Deutchland 2019. Regie:

Marc Pierschel. Als Milchbauer

versorgt Jan Gerdes auf seinem Hof

dreißig Kühe und verkauft Biomilch

und Käse.Doch er hadertmit seinem

Gewissen, als er seine Kühe bei sinkender

Milchleistung an den

Schlachthof verkaufen muss. Nach

Burn-out und Scheidung trifft er den

Entschluss, seinen Hof aufzugeben.

An dem Tag als alle Kühe zum

Schlachthof gebracht werden sollen,

fehlt der Platz für die letzten zwölf

Tiere. Es ist die Geburtsstunde von

HofButenland. Dokumentarfilm.

Hoffnungslos überfordert

In ihrem Film „Das freiwillige Jahr“ beschäftigen sich Ulrich Köhler und Henner Winckler mit den

komplizierten Freiheiten der Generation Maybe

VonKarsten Munt

Jette (Maj-Britt Klenke) kann sich nicht entscheiden.

In der Falle

GRANDFILM

Jette (Maj-Britt Klenke) beginnt

ein freiwilliges soziales Jahr in

Costa Rica. Alles ist vorbereitet.

Der Flug ist gebucht und sie,

zusammen mit ihrem Vater Urs (Sebastian

Rudolph), auf dem Wegzum

Flughafen. Nurdie Entscheidung, ob

sie dieses Jahr wirklich antreten

möchte, hat Jette noch nicht getroffen.

Genauer gesagt: noch nicht endgültig.

Ihren Freund Mario (Thomas

Schubert) –zudiesem Zeitpunkt vorübergehend

ihr Ex-Freund –will sie

nicht zurücklassen und die Heimat

eigentlich auch nicht. So wird aus

der Fahrt zum Flughafen innerhalb

weniger Minuten ein kleines Familiendrama.

Während sich Jette bei einem

Zwischenstopp spontan mit

Mario versöhnt, prügelt Urs auf die

Wohnungstür seines Bruders ein,

der Jettes Kamera rausgeben soll,

aber einfach nicht aufwachen will.

Nach dem langen Hinund Herist

Urs schließlich der Einzige, der den

Flughafen betritt. Jette und Mario

nehmen, zunächst ausVersehen und

dann in voller Absicht, die falsche

Ausfahrt. Sie holen ihr Essen am

Drive-in, haben SeximAuto und planen

ihre Flucht nach Venedig. Das

Abenteuer wird jedoch, genau wie

das freiwillige Jahr und das Refugium

von Papas Auto, amnächsten Morgen

aufgegeben. Jette und ihr Vater

stehen wieder am Anfang. Er zeigt

Verständnis. Sie zeigt Reue. Beide

bleiben hoffnungslos überfordert.

„Das freiwillige Jahr“ ist zugleich

Familiengeschichte und Generationenporträt.

Wie bereits in Ulrich

Köhlers Debütfilm „Bungalow“, der

zeigt wie ein junger Mann dem liberalen

Weltbild der Elternmit schlichter

Untätigkeit begegnet, handelt

auch seine neuester,gemeinsam mit

Henner Winckler gedrehter Film von

einem Generationenkonflikt, der

nicht offen ausgetragen wird. Ursist

als moderner, verständnisvoller Vater

weder Feind- noch Vorbild für

seine Tochter.Ihreabsolute Unfähigkeit

sich zu entscheiden, sich festzulegen,

ihrem Leben eine Richtung zu

geben, scheint eben auch dadurch

begünstigt, dass es keine Reibungsfläche

im Elternhaus gibt. Ursist das

Vorzeigeexemplar des gutbürgerlichen

Deutschlands. Ein von der

Stadt ins Dorf gezogener Arzt, der

seiner Tochter ein soziales Jahr in

Mittelamerika ermöglicht und

gleichzeitig einen Flüchtling bei sich

unterbringt. EinMann, der auf seine

Worteauch Taten folgen lässt.

Eine Tugend, die jedoch nicht

übertragbar ist. Schon gar nicht auf

die Generation Maybe, die befreit

ist von den staatlich auferlegten

Zwängen eines Wehr- oder Zivildienstes.

Für Urs sind die Freiheit,

die seine Tochter nun genießt, und

ihre Unfähigkeit mit ihr umzugehen,

eine Aufforderung, sie mit den

eigenen Entscheidungen zu lenken.

Langsam offenbart der Film, dass

die Möglichkeiten, die der Vater seiner

Tochter bieten möchte, primär

Ausdruck seiner eigenen Unzufriedenheit

sind. Sein Leben, das an einem

Ortgestrandet ist, den er offensichtlich

zu umschiffen gedacht

hatte, soll nun durch die Tochter

noch einmal abenteuerlich neu gelebt

werden. Im Angesicht dieser

Tatsache erscheint das freiwillige

Jahr gar nicht mehr so freiwillig.

Ein Umstand, den Köhler und

Winckler in ihrem so schlicht inszenierten

wie komplex angelegten

Film zwischen dem privaten und

dem gesellschaftlichen Raum, zwischen

Tragik und Komik ansiedeln.

Jette und Urswerden dabei zum Abbild

einer gesamtdeutschen, bürgerlichen

Realität, was dem Film mitunter

etwas Schematisches gibt. Und

doch integriert das Regieduo viele

der symbolisch aufgeladenen Gesten

geschickt in kleine, intime Alltagsmomente.

Etwa wenn der Vater

mit dem Laptop am Küchentisch die

nächstbesten Reisemöglichkeiten

vorliest, bis Jette ihn mit dem Dröhnen

des Pürierstabs zum Schweigen

bringt, ihm aber kurz darauf doch

hilft, sich durch die Suchmaske der

Webseite zu wühlen. Ob Jette wirklich

fliegen möchte, weiß zu diesem

Zeitpunkt keiner von den beiden.

Aber vielleicht ist ihre Entscheidung

diesmal tatsächlich freiwillig.

DasfreiwilligeJahr Deutschland2019. Regie

und Buch: Ulrich Köhler, Henner Winckler;Darsteller:Maj-BrittKlenke,

Sebastian Rudolph,Thomas

Schubert, Katrin Röver,u.a.; 86 Min.; Farbe.

FSK:ohne Angabe

Brian Kirks „21 Bridges“ folgt als ein Polizeifilm großen Vorbildern –bleibt aber insgesamt zu vage

VonThomas Klein

Nachspiel eines nächtlichen

Überfalls: Vorund in einem italienischen

Lokal in Brooklyn liegen

tote Polizisten. Die beiden Schützen

sind mit einigen Dutzend Kilo Kokain

aus dem Restaurantkeller auf

der Flucht. Derfür denTatortzuständige

Polizei-Captain McKenna (J.K.

Simmons) ist bestürzt vondem Blutbad,

aber auch erleichtert, dass

Kommissar Andre Davis (Chadwick

Boseman) die Ermittlungen leitet.

Davis kommt aus einer Familie von

Polizisten, er gilt entgegen all seinen

Beteuerungen als schießwütig; ganz

unverblümt appelliert McKenna an

den Kollegen, die beiden Täter nicht

lebendig zu stellen. Das FBI, vertreten

durch zwei unsympathische Anzugträger,

ist auch schon vor Ort,

jenseits der Stadtgrenzewäreder Fall

ihreSache.

Doch die Spur der Flüchtigen

führt ins NewYorker Zentrum: Davis,imEinsatz

mit der Drogenfahnderin

Frankie Burns (Sienna Miller),

lässt kurzerhand alle 21 Brücken,

die Manhattan mit den Außenbezirken

verbinden, sperren,

ebenso Tunnel und Zugverbindungen.

Die Täter sitzen in der Falle,

ein Großaufgebot der Polizei soll

sie aufspüren, die Jagd beginnt.

Davis (Chadwick Boseman) und Burns (Sienna Miller)

CONCORDE FILMVERLEIH

tiven und der Ästhetik vergangener

Zeiten: ein stetig komplizierter werdender

Fall, ein einfallsreicher wie

eiserner Ermittler, schmuddelige

Seitenstraßen, Neonlicht, ein Sumpf

aus Verbrechen und Korruption. Das

erinnertandie Hochzeit der Polizeifilme

in den Neunzigerjahren, an

„L.A. Confidential“, „Im Vorhof der

Hölle“ oder „Cop Land“, an Ferraras

„Bad Lieutenant“, Lumets „Tödliche

Fragen“ und immer wieder an Michael

Manns düstern schillerndes

Meisterwerk „Heat“.

Doch den starken Vorbildern

steht mit „21 Bridges“ ein doch nur

Auf„21 Bridges“ war beachtliches

Interesse gerichtet: Würde Hauptdarsteller

Chadwik Boseman, als

„Black Panther“ erster schwarzer

Superhelden-Superstar,sich jenseits

des Comic-Kinos beweisen können?

Würde die erste,umfassend mit chinesischem

Geld finanzierte Produktion

der Brüder Anthony und Joe

Russo, ihrerseits erfolgsverwöhnte

Regisseure zweier „Captain America“-Filme

und eines epischen

„Avengers“-Zweiteilers, ein frischer,

realistischer Thriller werden?

Unerwartet altmodisch folgt nun

„21 Bridges“ immer wieder den Moepigonaler

Film mit wackliger Prämisse

und sehr vagen Ambitionen

gegenüber. Seltsam schwammig oszillierterzwischen

kühlem, nüchternen

Thrill und Actionshow, will mal

ernst und nüchtern sein und dann

doch auch mit choreografierten, blutigen

Schauwerten auftrumpfen; nur

eine mit Handkamera gefilmte Verfolgung

durch eine leere Keller-Küche

ist dabei wirklich spektakulär.

Man erkennt hier zwar Chadwick

Bosemans einnehmende Mischung

aus grimmiger Entschlossenheit und

lässigem Charme, aber er bleibt

spürbar, fast schmerzhaft unterfordert,

wie das ganze, eigentlich hervorragende

Ensemble.

Ein entgleister Einsatz. Am Ende

bleiben nur zwei Dinge in Erinnerung:

Einige wirklich originelle, gelungene

Bilder von New York bei

Nacht und Stephan James,der als einer

der beiden Kriminellen auf der

Flucht „21 Bridges“ immer wieder

eine nervöse Energie und emotionale

Haftung gibt, die dem Film

sonst leider völlig fehlen.

21 Bridges USA, China 2019. Regie: Brian Kirk,

Drehbuch: Adam Mervis &MatthewMichael Carnahan,

Kamera: Paul Cameron,Schnitt:Tim Murrell,

Darsteller:ChadwickBoseman, Sienna Miller,Taylor

Kitsch, Stephan James, J. K. Simmons

u.a.; Farbe, 100 Minuten. FSK: ab 16 Jahren

Horror

in der

Hütte

Der etwas andere

Familienfilm „The Lodge“

VonMichael Kienzl

Den GeschwisternAidan und Mia

geht es wie vielen Trennungskindern:

Weil sie nicht akzeptieren

wollen, dass ihreFamilie zerbrochen

ist, sperren sie sich gegen einen Neuanfang.

Doch dasTrauma sitzt bei ihnen

besonders tief. Nachdem derVater

sich für ein Leben mit der jüngeren

Grace entschieden hat, nahm

sich die Mutter das Leben. Mit der

neuen Freundin, der sie die Schuld an

dieser Tragödie geben, müssen sie

nun die Feiertage in einer abgelegenen

Ferienhütte verbringen. DieVersöhnungsversuche

vonGrace werden

dabei so vehement abgeblockt, dass

selbst vor loderndem Kaminfeuer

noch eisige Stimmung herrscht.

In ihrem englischsprachigen Debütfilm

„The Lodge“ setzen die österreichischen

Regisseure Veronika

Franz und SeverinFiala auf ein ähnliches

Horrorszenario wie in ihrem

Überraschungserfolg „Ich seh, Ich

seh“. Erneut wird eine Behausung

zum lebensbedrohlichen Gefängnis

und die Familie zur Keimzelle des

Grauens. Wie die Kinder trägt auch

Grace tiefe seelische Narben in sich.

Ihr Vater war der Anführer eines fanatischen

christlichen Kults, bei

dem sich –bis auf Grace –alle Mitglieder

das Leben genommen haben.

Äußerlich scheint die junge

Frau mittlerweile völlig normal zu

sein, aber kaum fühlt sie sich unbeobachtet,

schiebt sie sich mit zitternden

Händen Tabletten in den Mund.

„The Lodge“ schafft eine unheimliche

und angespannte Situation, bei

der sich nicht mehr genau sagen

lässt, was Wirklichkeit und was Einbildung

ist. Als Grace aufwacht, ist

nicht nur der Strom ausgefallen,

auch alle technischen Geräte sowie

ihre Medikamente sind verschwunden.

In dieser lebensgefährlichen

Lage stellt sich die Frage,obdas Trio

längst erfroren und in eine Art Fegefeuer

geraten ist oder doch alles nur

ein böser Streich der Kinder ist.

Allerdings klingt dieses Szenario

vielversprechender als es letztlich ist.

Ein ganz normaler Horrorfilm will

„The Lodge“ mit seinen kühlen Bildern

und der trägen Erzählweise

nicht sein. Aber auch sonst wissen

Franz und Fiala mit ihrem Stoff für ein

Kammerspiel nur wenig anzufangen.

Weil man schon früh ahnt, was sich

hinter dem Geheimnis verbirgt, muss

man sich die meiste Zeit damit begnügen,

der immer labileren Grace

dabei zuzusehen, wie sie unter den

extremen Bedingungen vonihrerVergangenheit

eingeholt wird.

Deren Darstellerin Riley Keough

strahlt zwar eine angemessene Unruhe

aus, aber ihre Figur ist so skizzenhaft

gezeichnet, dass man ihrem

psychischen Verfall nur distanziert

zusieht. Da hilft es dann auch nicht

mehr, dass der Film mit einem brutalen

und nihilistischen Finale wieder

an Intensität gewinnt. Die Frau,

um dies es geht, ist einem zu diesem

Zeitpunkt schon herzlich egal.

TheLodge GB,USA, Kanada 2019. Regie: Severin

Fiala,Veronika Franz. Darsteller: RileyKeough,

Richard Armitage, AliciaSilverstone u.a.; 113 Minuten,

Farbe. FSK: ab 16 Jahre

Grace (RileyKeough) wird von ihrer Vergangenheit

verfolgt.

SQUAREONE


DieZukunbeginnthier

Messe Ausbildung &Karriere

14. &15. Februar 2020

9–16 Uhr

Cafe Moskau

Karl-Marx-Allee 34

10178 Berlin

Eintritt

kostenlos.

BERLIN

MESSEN


20 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

·························································································································································································································································································

Kinoprogramm

KINOPROGRAMM VOM 6. FEBRUAR

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Little Women 14.30,

17.20, 20.15

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Intrige: An Officer and a

Spy 14.30, 20.30; Intrige: AnOfficer and aSpy (OmU)

17.30

DelphiFilmpalast (✆ 3121026) Little Women 14.00,

17.00, 20.00

Delphi LUX (✆ 322 93 10 40) Ein verborgenes Leben

14.00, 20.00; Sorry We Missed You (OmU) 17.40; 1917

–Der Film (OmU) 21.00; Filmreihe #2030: 3Tage inQuiberon

(OmenglU) 18.00; Das geheime Leben der Bäume

15.20; Parasite 17.40; Jojo Rabbit (OmU) 15.30, 21.00;

1917 –Der Film 13.40, 16.20,19.00, 21.40;Judy13.30,

18.30; Judy (OmU) 16.00; Knives Out (OmU) 21.00; Knives

Out (OF) 22.00; Les miserables 14.30, 19.30; Les

miserables (OmU) 17.00; Einsam zweisam 16.30; The

Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00; Queen &Slim (OmU)

21.15; Vom Gießen des Zitronenbaums 14.15

Filmkunst 66 (✆ 882 1753) Congo Murder 22.15;

Crescendo #makemusicnotwar 17.45; Das Vorspiel

20.15; Kamikaze 1989 (OmenglU) 22.30; Parasite

20.00; The Peanut Butter Falcon 18.00

Kant Kino (✆ 319 98 66) Enkel für Anfänger 15.30,

18.00, 20.30; Der kleine Rabe Socke 313.20; Die Heinzels

14.00; Sorry We Missed You 15.50, 18.10, 20.30;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 15.15, 20.00; Der

geheime Roman des Monsieur Pick 17.45; Lindenberg!

17.00, 20.00; Spione Undercover 14.45; Knives Out

15.15, 20.15; Latte Igel und der magische Wasserstein

13.15; DasVorspiel 18.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Atmos: Birds of Prey

17.00, 19.45, 22.30; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.30; 3D,Atmos: Star Wars IX 11.20; Bad Boys for

Life 17.00, 20.00, 23.00; Jumanji 11.30, 14.15; Die Eiskönigin

II 11.45; Enkel für Anfänger 14.20; Die Hochzeit

20.10; Joker 23.00; 3D: Star Wars IX16.50; 21 Bridges

23.00; Enkel für Anfänger 17.50, 20.20; Das perfekte

Geheimnis 12.10, 15.00; 3D: Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 14.00, 16.30, 19.00; Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 11.30; Jojo Rabbit 21.30; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 11.40; Die Eiskönigin II 14.15; Die

Hochzeit 16.45; Lindenberg! 19.30; Parasite 22.40; 21

Bridges 19.45; Enkel für Anfänger 11.20; Die Hochzeit

14.00; Knives Out 16.45, 22.15

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) 2040 –Wir retten

die Welt! (OmU) 13.00; Knives Out (OmU) 19.45; Die

Kunst der Nächstenliebe (OmU) 14.30; Latte Igel und der

magische Wasserstein 16.15; Miles Davis (OmU) 11.00;

Once Upon aTime in...Hollywood (OmU)22.00; Varda par

Agnes (OmU) 17.45; In Search (OmU) 12.45; Jeannette

(OmU) 11.00; Joker (OmU) 22.45; Lindenberg! 14.30;

Queen &Slim (OmU) 20.30; Systemsprenger(DFmenglU)

16.45; Les miserables 18.45; ARainy Day In New York

(OmU) 15.10; Einsam zweisam (OmU) 11.00; Die Eiskönigin

II –Frozen 2(OmU) 16.45; The Farewell (OmenglU)

18.30; The Lodge (OmU) 22.30; Motherless Brooklyn

12.45; Parasite (OmenglU) 20.15

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 16.00; Das geheime Leben der Bäume

14.00, 18.15; Intrige: An Officer and aSpy (OmU) 20.15;

Lindenberg! 22.45; Der geheime Roman des Monsieur

Pick (OmU) 14.00; Midsommar –Director‘s Cut (OmU)

22.00; Systemsprenger 16.00; Das Vorspiel 20.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 – Der Film

17.00, 20.00, 23.00; 21 Bridges 20.10, 23.15; Bad

Boys for Life 14.00, 16.45, 19.30, 22.30; Birds of Prey

17.15, 19.45, 22.30; Birds ofPrey (OF) 18.10; IMAX:

Birds of Prey 14.00, 17.00, 20.00, 23.00; Countdown

20.50; Midnight Movie: Dark Gods 23.00; Die Eiskönigin

II 14.30; Enkel für Anfänger 14.10, 17.30, 20.10,22.45;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.00, 16.40,

19.30, 22.10; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.10, 16.50; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle–The

Voyage of Doctor Dolittle (OF) 17.10; The Grudge 23.10;

Die Heinzels 13.50, 16.00; Die Hochzeit 14.30, 17.20,

20.15; Jojo Rabbit 17.10, 19.50; Joker 22.40; Jumanji

13.50, 16.15, 19.10; Kartoffelsalat 315.00; Knives Out

14.10, 19.40; Knives Out (OF) 22.50; Lindenberg! 19.50;

Little Women 14.20, 16.45, 20.00; The Lodge 22.10;

SneakPreview22.30; Spione Undercover14.20; 3D: Star

Wars IX 22.50; Star Wars IX 16.50; Die Wolf-Gäng 13.50

Zukunft (✆ 01 76/57 86 10 79) Das geheime Leben

der Bäume 18.00; Knives Out (OmU) 20.00; The Lodge

(OmU) 22.30; Congo Murder (OmU) 20.20; Porträt einer

jungen Frau inFlammen (OmU) 22.45; Systemsprenger

(OmenglU) 18.00

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) Bad Boys for Life

19.50, 22.55; Birds ofPrey 13.50, 17.15,20.15, 23.00;

Die Eiskönigin II 14.10, 16.45; Enkel für Anfänger 14.15,

17.00, 19.40; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

16.45, 22.55; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.00, 20.00; Die Heinzels 14.00; Die Hochzeit 17.00,

20.00; Joker22.50; Jumanji 16.30, 19.45, 22.45;Knives

Out 23.00; Lindenberg! 16.20; 3D: Star Wars IX 19.20;

Star Wars IX 22.45; Vier zauberhafte Schwestern 13.50;

Die Wolf-Gäng 14.10

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Als Hitlerdas rosa Kaninchen

stahl 19.00; Cats 13.30; Judy 16.55; Latte Igel und der

magischeWasserstein 15.25

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) 1917 –Der Film

18.00; 21 Bridges 19.40, 22.50; Die Addams Family

12.30; Bad Boys for Life 17.00, 20.00, 22.30;

Birds of Prey 14.30, 17.20, 20.00, 22.45; Countdown

20.20, 22.40; Die Eiskönigin II 10.20, 12.10, 14.20;

Enkel für Anfänger 15.10, 17.10,19.50; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 17.20; Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 12.15, 14.50,20.30; Die Heinzels 10.30,

12.15,14.40; Die Hochzeit 17.00, 19.50; Jumanji16.50,

22.40; Der kleine Rabe Socke 10.30; Knives Out 22.15;

Der König der Löwen 12.00; Latte Igel und der magische

Wasserstein 12.50, 15.00; Lindenberg! 17.15; Das perfekteGeheimnis

19.40; SpioneUndercover12.40, 14.45;

3D: Star Wars IX 16.40; Star Wars IX 19.45, 22.20; Thomas

und seine Freunde 10.20; Underwater 23.00; Vier

zauberhafte Schwestern 12.20, 14.40; Die Wolf-Gäng

12.30,15.00; Zombieland 223.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A SorryWeMissed You(OmU)

16.20, 19.30, 21.50; B Jojo Rabbit(OmU)17.00, 21.30;

Parasite (OmU) 18.40

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) Das freiwillige

Jahr (OmenglU) 19.00; Sorry We Missed You (OmU)

17.00,20.00,22.00; Varda par Agnes (OmU) 17.30; Les

miserables (OmU) 20.45

Moviemento (✆ 692 47 85) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 13.30, 16.00; Darkroom (OmenglU) 23.30;

Systemsprenger 18.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) 21.15; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 22.30;

Jojo Rabbit (OmU) 10.00, 12.30, 15.00, 17.30, 20.00;

Der Leuchtturm(OmU)21.30;Little Joe(OmU) 16.30;The

Lodge (OmU) 14.00, 19.00; Quatsch und die Nasenbärenbande

10.30

Regenbogen Kino (✆ 69 57 95 17) Messer im Herz

–Uncouteau dans le coeur (OmU) 19.30; The Wild Boys

–Les garcons sauvages (OmU) 21.30

Sputnik (✆ 694 11 47) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (OmenglU) 18.30; PJ Harvey (OmU) 23.00; Shaun

das Schaf 15.00; Das Vorspiel (OmenglU) 20.45; Les

miserables (OmU) 16.30; 2020 Oscar Nominated Short

Films (OF) 16.30; The Farewell (OmU) 19.45; Little Joe

(OmU)21.45; Dermarktgerechte Mensch 15.00; Das Vorspiel

(OmenglU) 18.00; Kinobar imSputnik Schönheit &

Vergänglichkeit 18.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Das geheime Leben der Bäume

15.00; Little Women 17.20, 20.15; New Ein verborgenes

Leben 19.40; Die Heinzels 15.00; Parasite 16.45,22.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Die Addams Family

10.00; Bad Boys for Life 20.15; Birds of Prey 18.00,

20.30; Die Eiskönigin II10.00, 12.45, 15.00; 3D: Die

fantastische Reise des Dr.Dolittle 17.30, 20.00; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 13.15, 15.30; Die Heinzels

12.00, 14.00, 15.45; Die Hochzeit 17.45, 20.00;

Kartoffelsalat 313.00; Knives Out 17.15, 20.15; Latte

Igel und der magische Wasserstein 10.00; Lindenberg!

17.00;Spione Undercover10.00, 12.30;Vier zauberhafte

Schwestern 10.00, 15.15; Die Wolf-Gäng 14.45

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) 1917 –Der Film

13.00,17.30; Congo Murder 20.30; Experiment Sozialismus

13.00; Intrige: An Officer and aSpy 15.00, 20.00;

Lindenberg! 17.45; Little Women 17.30, 20.15; Nur die

Füße tun mir leid –900 Kilometer Jakobsweg 13.15; Romys

Salon 15.30; Die Wolf-Gäng 15.30

MARZAHN

UCI Kinowelt amEastgate (✆ 93 03 02 60) (Not)

Perfect Man (OF) 11.30; 1917 –Der Film 19.50, 22.50;

Bad Boys for Life 16.45, 19.45, 22.50; Birds of Prey

14.15, 17.15, 20.00, 23.00; Midnight Movie: Dark Gods

23.00; Die Eiskönigin II 11.45, 14.20; Enkel fürAnfänger

11.45, 14.30, 17.15, 20.30, 23.10; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 20.00, 22.45; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.10, 14.45, 17.30; Die Heinzels

11.45,14.05, 16.30; Die Hochzeit 17.00, 19.55; Jumanji

14.00; Kartoffelsalat 312.00; Knives Out 19.45; Latte

Igel und der magische Wasserstein 11.50; Lindenberg!

17.20; Little Women 16.45,19.50; Das perfekte Geheimnis

23.00; 3D: Star Wars IX 22.50; Star Wars IX 14.10;

Die Wolf-Gäng 11.40, 14.05

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Einsam zweisam 18.30; Der kleine

RabeSocke 317.00; Parasite 20.45; In Search (OmU)

18.00; Mystify (OmU) 21.45; Das Vorspiel 19.45

Babylon (✆ 242 5969) Fellini 100!: Fellinis Amarcord

(OmenglU) 19.30; Joker (OmU) 22.30; Judy (OmU)

17.00; Kill MeToday, Tomorrow I‘m Sick! 20.00; Lubitschs

Geliebte: Die lustigeWitwe (OF) 22.00; IndoGerman Film:

Malang (OmenglU) 19.15; Miles Davis 17.45; Lubitschs

Geliebte: Ninotschka (OF) 17.15; Parasite 22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Fritzi

13.00; Der Leuchtturm (OmU) 22.15; Queen &Slim

(OmU) 16.45, 19.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) 14.45; Joker (OmU) 12.00, 19.00; The Lodge

(OmU) 16.30, 21.45; Thomas und seine Freunde 10.15;

Yung (OmenglU) 14.30

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der

Film 19.15, 23.00; 1917 –Der Film (OF) 17.10, 19.30;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.50; Bad Boys for

Life 16.30, 20.00, 22.40; Bad Boys for Life (OF) 22.10;

Birds of Prey 13.50, 16.50, 20.15, 22.50; Birds of Prey

(OF) 11.00, 17.20, 19.45, 23.10; Countdown 22.00;

Die Eiskönigin II 11.30, 14.30; Die Eiskönigin II–Frozen

2(OF) 14.00; Enkel für Anfänger 11.15, 14.00, 16.40,

19.20; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 16.45,

20.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.00,

14.15; Die Heinzels 11.00, 13.00, 15.10; Die Hochzeit

17.30, 20.20; Joker 23.15; 3D: Jumanji 17.10; Jumanji

11.45; Knives Out (OF) 20.10; Lindenberg! 14.30;

Auf der Flucht durch den Busch: Tjostolv Moland (Tobias Santelmann)

Congo Murder

Die beiden Norweger Joshua

French und Tjostolv Moland

überqueren die Grenze zum

Ostkongo, um ein Abenteuer

zu erleben. Bald sind sie auf

der Flucht –ihr Fahrer wurde

tot aufgefunden. Sie werden

festgenommen und in Kisangani

ins Gefägnis gesteckt. Der

The Lodge 23.15; Das perfekte Geheimnis 17.15; Spione

Undercover 11.40; StarWars IX 22.30; Star Wars IX –Star

Wars: The Rise of Skywalker (OF) 14.10; Die Wolf-Gäng

11.15, 14.40

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) 1917 –Der Film

(OmU) 19.00; Butenland 17.00; Ein verborgenes Leben

(OmU) 21.15; Das Vorspiel (teilw.OmU) 14.45; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 14.00; Birds of Prey (OmU)

19.15, 21.30; Lindenberg! 16.30; Ein verborgenes Leben

(OmU) 14.00; Premiere: Das freiwillige Jahr (mit Gästen)

20.00; Jojo Rabbit (OmU) 17.15; Das freiwillige Jahr

14.45, 21.15; Sorry We Missed You (OmU) 19.00; Les

miserables (OmU) 16.45; Jojo Rabbit (OmU) 22.15; Little

Women (OmU) 14.00,16.45,19.30

International (✆ 24 75 60 11) Jojo Rabbit (OmU)

22.00; Little Women (OmU) 16.00,19.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Wiederentdeckt: Besondere

Kennzeichen: keine 18.30; Karbid und Sauerampfer

21.00

NEUKÖLLN

Cineplex Neukölln Arcaden (✆ 01 80/505 06 44)

1917 –Der Film 16.50, 19.30; 21Bridges 22.30; Ask

TesadüfleriSever2(OmU) 16.50, 19.45, 22.40;Baba Parasi

(OmU)17.00; Bad Boys forLife16.30, 19.45, 22.20;

Birds of Prey 17.05, 20.00, 22.50; Birds of Prey (OF)

19.50, 22.45; Countdown 19.30, 22.55; Die Eiskönigin

II 12.15, 14.20, 16.45; Eltilerin Savasi (OmU) 20.15,

22.45; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 14.20,

19.45, 22.30; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

12.00, 14.45,17.20; Die Heinzels 12.00,14.15,16.10;

Jumanji 12.00, 14.00, 16.45; Der kleine Rabe Socke 3

12.00; Rafadan Tayfa 2(OmU) 11.55, 14.00, 18.05; Spione

Undercover 12.00, 14.15; Türkler Geliyor –Adelatin

Kilici (OmU) 19.45, 22.30; Vier zauberhafte Schwestern

12.00, 14.40; DieWolf-Gäng 12.00,14.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (DFmenglU) 15.00; Land des Honigs (OmenglU)

23.30; Parasite (OmenglU) 10.30, 21.00; Das Vorspiel

(DFmenglU) 17.10; Les miserables (OmU) 13.00,19.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Birds of Prey (OF) 22.30;

Queen &Slim (OmU) 16.30,19.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Little Women (OmU) 15.00,

18.00, 21.00; 1917 –Der Film (OmU) 14.45, 17.20,

20.00,22.30; Intrige: An Officer and aSpy 14.50, 17.40,

20.30; Joker (OmU) 16.15, 18.45, 21.20

REAL FICTION

Vorwurf lautet Spionage und

Mord. Ausgangspunkt für eine

diplomatische Krise.Auf Tatsachen

basierendes Politdrama

um zwei Norweger, die im

Kongo zum Tode verurteilt

werden. Mit dem norwegischen

Filmpreis Amanda gekürt.

(BLZ)

Rollberg (✆ 62 70 46 45) Birds of Prey (OF) 16.00,

18.30, 21.00; Little Women (OF) 17.30, 20.30;The Lodge

22.50; Parasite (OmenglU) 17.10, 20.00; 1917 –Der

Film (OF) 16.40, 19.00; Jojo Rabbit (OF) 16.30, 21.40;

Les miserables (OmenglU) 19.30, 22.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34) 1917

–Der Film 19.30; Bad Boys for Life 16.40, 20.30,22.30;

Birds of Prey 16.50, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin II

11.45, 14.10; Enkel für Anfänger 14.30, 17.20, 20.10;

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 20.20,22.50;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.20, 15.00,

17.30; Die Heinzels 12.35, 14.50; Die Hochzeit 17.00,

19.50; Jumanji 17.10; Kartoffelsalat 312.10; Der kleine

Rabe Socke 312.25; Knives Out 22.40; Das perfekte Geheimnis

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 14.40; Die

Wolf-Gäng 12.00, 14.20

Wolf (✆ 921 03 93 33) Flussfahrt mit Huhn 16.30; Das

freiwillige Jahr (OmenglU) 19.00; Little Joe (OmU) 16.40;

Sorry We Missed You (OmU) 21.10; Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) 19.00; Les miserables (OmU) 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Das geheime

Leben der Bäume 15.15; Die Heinzels 13.30; Little

Women 17.30, 20.30; Enkel für Anfänger 15.50, 18.10,

20.30; Spione Undercover 13.40

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Little Women

14.30, 17.20, 20.15; Parasite 20.00; Spione Undercover

14.45; Ein verborgenes Leben 14.30, 18.00; Little Women

(OmU) 21.30; 1917 –Der Film (OmU) 20.40; Das

geheime Leben der Bäume 16.00; Die Heinzels 14.15;

Sorry We Missed You 18.20; Intrige: AnOfficer and aSpy

14.30, 17.00,20.30; Intrige: An Officer and aSpy (OmU)

17.30

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film (OmU) 17.15, 20.00, 22.50; Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 15.00; Birds of Prey (OmU)

20.15; Birds of Prey(OF)17.30, 23.00;Butenland 17.45;

Ein verborgenes Leben 19.00;Die EisköniginII14.30; Enkelfür

Anfänger14.15, 17.00, 19.00;Das geheimeLeben

der Bäume 17.00; Die Heinzels 14.30; Intrige: AnOfficer

and aSpy 19.30; Jojo Rabbit (OmU) 14.50, 20.00; Jojo

Rabbit (OF) 16.30, 22.40; Knives Out 14.00; Knives Out

(OmU) 22.40; Lindenberg! 19.30; Little Women 14.15;

Little Women (OmU) 19.40; Little Women (OF) 16.40;

Parasite 21.30; Queen &Slim (OmU) 22.30; Star Wars

IX –Star Wars: The Rise of Skywalker (OmU) 22.30; Das

Vorspiel 16.40; Die Wolf-Gäng 14.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) FreiesLand 21.15; Gott existiert,

ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ e

Petrunija (OmU) 19.30; Swimmingpool am Golan –Eine

deutsche Familiengeschichte (teilw.OmU) 18.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 1917 –

Der Film 16.50, 19.50,22.40; 21 Bridges 19.50, 22.35;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.20; Bad Boys for

Life 17.00, 19.40, 22.35; Birds of Prey 14.20, 17.00,

20.00, 22.45; Countdown 22.40; Midnight Movie: Dark

Gods 22.45; Die Eiskönigin II 12.10, 14.35; Enkel für

Anfänger 14.35, 17.05, 19.40, 22.30; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 19.45; Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 12.10,14.35,17.05; Das geheime Leben

der Bäume 17.20; Die Heinzels 12.15,14.30, 17.10; Die

Hochzeit 16.55, 19.40; Jumanji 14.25; Kartoffelsalat 3

12.05; Knives Out 19.35, 22.40; Latte Igel und der magische

Wasserstein 12.15; Little Women 16.45, 19.45;

The Lodge 22.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 12.15; Sneak Preview 22.45; Spione Undercover

12.10; Star Wars IX 14.15, 19.35; Systemsprenger

16.50; Thomas und seine Freunde 12.15;Vier zauberhafte

Schwestern 14.30; Die Wolf-Gäng 12.05, 14.25

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Into the

Wild 20.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.00; The Peanut Butter Falcon 18.00; Shaun das Schaf

16.00

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der Film

19.20, 22.20; 21 Bridges 19.50, 22.30; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 11.00; Bad Boys for Life 16.10,

19.40, 22.45; Birds of Prey 11.50, 14.40,17.30, 20.15,

23.00; Countdown 18.10, 20.35, 23.15; Die Eiskönigin

II 11.00, 13.30; Enkel für Anfänger 14.00,16.40,19.30,

22.15; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 17.00,

19.15; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.40,

14.15; The Grudge 23.00; Die Heinzels 11.20, 13.30,

15.50; Die Hochzeit 16.50, 20.00; Jojo Rabbit 17.10;

Joker 22.50; Jumanji 16.20; Kartoffelsalat 3 11.50;

Knives Out 19.35; Latte Igel und der magische Wasserstein

11.25; Lindenberg! 13.40; Das perfekte Geheimnis

16.30; SpioneUndercover13.50; 3D: Star Wars IX 22.00;

Vier zauberhafte Schwestern11.20,14.30;Die Wolf-Gäng

11.10, 13.45

SCHÖNEBERG

Cinema am Walther-Schreiber-Platz (✆ 852 3004) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00; Jojo Rabbit 17.00;

Lindenberg! 20.00

Cosima (✆ 85 07 58 02)Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 20.15; Judy 18.00

Odeon (✆ 78 70 40 19) Little Women (OmU) 14.30,

17.30, 20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) 2020 Oscar Nominated Short

Films (OmU; LiveAction) 18.00; Judy (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) 1917 –

Der Film 19.40, 22.40; Bad Boys for Life 16.40, 19.45,

22.45; Birds of Prey 17.20, 20.15, 23.00; Die Eiskönigin

II 10.00, 12.00, 14.15; 3D: Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 19.30; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

10.00, 12.30, 14.50,17.10; Die Heinzels 10.00, 12.20,

14.30; Die Hochzeit 16.50, 19.45;Jumanji 16.35; Knives

Out 22.35;SpioneUndercover10.00, 14.30;StarWarsIX

22.10; Vier zauberhafteSchwestern12.15;Die Wolf-Gäng

10.00, 12.10, 14.20

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 13.45, 18.00; Der geheime

Roman des Monsieur Pick 16.00; Judy 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/5050711) Little Women 14.00, 17.00,

20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20) 1917

–Der Film 17.50, 19.45, 22.45; Bad Boys for Life 20.00,

23.00; Birds of Prey 17.00, 20.00, 22.45; Birds of Prey

(OF) 22.45; Die Eiskönigin II 10.00, 12.15, 14.25; Enkel

für Anfänger 14.25, 17.00, 19.50; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 20.00; Die fantastische Reise des

Dr.Dolittle 10.00,12.20,14.45, 17.20; Das geheime Lebender

Bäume 16.45; Die Heinzels 10.00,12.00,14.00,

15.55; Die Hochzeit 19.45; Jumanji 16.50; Knives Out

17.00, 20.45, 22.35; Latte Igel und der magische Wasserstein

10.00, 12.15; Spione Undercover 10.00, 12.00,

14.30; Star Wars IX 22.25; Vier zauberhafte Schwestern

10.00,12.15, 14.30;Die Wolf-Gäng 10.00, 12.10,14.25

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Birds of Prey

18.00, 20.30; Die Eiskönigin II 12.00; 3D: Die fantastische

Reise des Dr.Dolittle 12.00, 18.15;Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 10.00, 14.00, 16.00; Die Heinzels

10.00, 14.00; Die Hochzeit 18.00, 20.30; Der kleine

Rabe Socke 310.00, 14.00; Knives Out 20.30; Lindenberg!

17.45; Sneak Preview 20.15; Spione Undercover

12.00,15.45; Vier zauberhafte Schwestern12.00, 16.00;

Die Wolf-Gäng 10.00, 14.00, 15.45

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Gaumont: Mein Vater, das

Kind –Legarcu (OmU) 19.00; Gaumont: Die Qual vordem

Ende –Lagueule ouverte (OmenglU) 21.00; Baskische

Regisseurinnen: Irrintziaren Oihartzunak (u.a.; m.Gästen)

19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 806969)

1917 –Der Film 13.15, 16.30, 19.30, 19.50, 22.40,

23.00; 21 Bridges 17.35, 19.40, 22.20; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 16.45; Bad Boys for Life 13.45,

17.00, 19.20, 22.10, 22.20; Birds of Prey 13.40, 16.30,

17.00, 19.00, 20.15, 22.30, 23.00; Countdown 17.10,

19.40, 23.00; Die Eiskönigin II 14.00;

Enkel für Anfänger 14.00, 16.50, 20.15, 23.00; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 16.00, 20.15, 23.00;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 13.00, 16.30; Das

geheime Leben der Bäume 16.50; Die Heinzels 13.30;

Die Hochzeit 13.40, 16.00, 19.10; Jojo Rabbit 19.15,

20.00, 22.45;Joker 19.30;Jumanji 12.45,13.25, 16.15,

23.00; Kartoffelsalat 314.00; Knives Out 16.45, 20.30,

23.00; Lindenberg! 16.20; Little Women 13.30, 16.15,

16.50, 19.20, 19.40, 22.40; The Lodge 20.00, 23.00;

Parasite 19.45; Das perfekte Geheimnis 16.30; Queen &

Slim 22.40; Spione Undercover 13.00; 3D: Star Wars IX

15.50,19.40; Star Wars IX 13.45, 22.15; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00

Filmrauschpalast (✆ 394 43 44) LittleWomen (OmU)

19.00; Once Upon aTime in... Hollywood (OmU) 21.30

TREPTOW

Astra (✆ 636 16 50) Bad Boys for Life 20.00, 22.30;

Birds of Prey 17.45, 20.15, 22.30; Die Eiskönigin II

12.30; Enkel für Anfänger 16.00, 18.00, 20.15, 22.30;

3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle 20.00, 22.30;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 10.00, 12.30,

15.00, 17.30; Das geheime Leben der Bäume 16.00,

18.00; Die Heinzels 10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Die

Hochzeit 17.30, 20.00, 22.30; Jumanji 15.00; Spione

Undercover 10.00; Vier zauberhafte Schwestern 10.00,

12.00,14.00; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.00, 14.00

Casablanca (✆ 677 57 52) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 18.00; Once Upon aTime in... Hollywood

20.30;The Peanut Butter Falcon 16.00

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film 20.10, 22.50; 21Bridges 19.50, 23.00;

Bad Boys for Life 17.00, 20.00, 22.45; Birds of Prey

14.30, 17.20, 20.10, 23.00; Countdown 20.10, 22.55;

Die Eiskönigin II 11.30, 14.20; Enkel fürAnfänger 14.10,

16.55, 19.40; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

17.10; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.55,

14.30, 20.15; The Grudge 23.05; Die Heinzels 11.50,

14.15, 16.30; Die Hochzeit 17.00, 19.50; Joker 22.55;

3D: Jumanji 22.40; Jumanji 14.05, 17.15; Der kleine

Rabe Socke 312.00; Knives Out 19.30; Latte Igel und

der magischeWasserstein 11.55; Lindenberg! 16.35; 3D:

Spione Undercover 11.30; Spione Undercover 14.10; 3D:

Star Wars IX 11.30; Star Wars IX 16.45; Thomas und seine

Freunde 11.45; Underwater 23.00; Vier zauberhafte

Schwestern 14.05; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 0311) 1917 –Der

Film 16.50, 19.45; Ask Tesadüfleri Sever 2–Liebe ist nur

ein Zufall (OmU) 19.30, 22.20; Bad Boys for Life 16.50,

19.50, 22.50; Birds of Prey16.50, 20.00, 22.45; Birdsof

Prey (OF) 22.45; Die Eiskönigin II 12.00, 14.15; Eltilerin

Savasi (OmU) 19.30; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 19.45, 22.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

10.00, 12.30, 14.50, 17.10; Jumanji 14.20; Rafadan

Tayfa 2:Göbeklitepe (OmU) 12.00, 14.00, 17.15;

Spione Undercover 12.00; Star Wars IX16.00; Türkler

Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 22.15; Vier zauberhafte

Schwestern 12.00, 14.25; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.15

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Final Girls

Film Fest: The DeeperYou Dig (OF) 20.00; Final Girls Film

Fest: Kurzfilmprogramm (Social Ills) 18.00; Final Girls

Film Fest: Kurzfilmprogramm (Graveyard Shift) 22.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01) Der Atem –The Breath

(teilw.OmU) 22.00; Varda par Agnes (OmU) 20.00;Verrat

–Förräderi (OmenglU; m. Vorfilm) 18.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) DieEiskönigin II 14.45;

Der kleine Rabe Socke 3 13.00; Lindenberg! 17.00,

19.45; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.00,

13.15,15.30, 17.45, 20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Miles Davis(OmU)

15.30; Das Vorspiel 18.00; Les miserables (OmU) 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Das geheime Leben

der Bäume 18.00; Little Women 15.15, 20.00; Die Wolf-

Gäng 13.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 46 78) Becoming Animal 20.30; Dicktatorship

–Macho Made in Italy 18.00; Dora und die goldene

Stadt 16.00

Capitol (✆ 831 64 17) Little Women 14.30, 17.30,

20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Lemonade

(OmU) 19.30; Workshop mit Filmbeispielen 16.00,

17.30

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Butenland

18.45; Ein verborgenes Leben 20.30; Enkel für Anfänger

16.30,18.45; Das freiwillige Jahr 18.30; Das geheime Leben

der Bäume 21.00; Die Heinzels14.15,16.15; Ich bin

Anastasia 14.15; Jojo Rabbit 18.15, 20.45; Lindenberg!

16.10, 20.45; Sorry We Missed You 14.00; Das Vorspiel

16.15; Die Wolf-Gäng 14.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70) 1917

–Der Film 17.10,20.15, 23.00; Bad Boys for Life 17.00,

20.00,23.00; Birds of Prey 13.50, 16.30, 20.00,23.00;

Die Eiskönigin II 11.00,13.50; Enkel für Anfänger 14.00,

17.30, 20.15; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

11.00, 14.15, 16.45, 19.30, 23.00; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 11.00, 14.00; Die Heinzels 11.00,

13.30, 15.30; Die Hochzeit 17.00, 20.00; 3D: Jumanji

23.00; Jumanji 16.40; Kartoffelsalat 311.15; Knives Out

23.00; Lindenberg! 19.40; Little Women 16.50, 19.50;

Das perfekte Geheimnis 23.00; Shaun das Schaf 11.15;

Star Wars IX 13.40, 22.50; Vier zauberhafte Schwestern

11.15; Die Wolf-Gäng 11.10, 14.10

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Kulturkalender

AUSSTELLUNGEN 6. BIS 12. FEBRUAR

LESUNGEN 6. BIS 12. FEBRUAR

MUSEEN

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✆ 266 42 42 42; Di–So/Feiert. 10–18, Do 10–20 Uhr:

Kunstdes 19. Jahrhunderts; KampfumSichtbarkeit.

Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919 (bis

8.3.20)

ALTES MUSEUM - Am Lustgarten, Mitte;

✆ 266 42 42 42; Di–So/Feiert. 10–18,Do10–20 Uhr:

Starke Typen. Griechische Porträts der Antike (bis

27.9.20); AntikeWelten. Griechen,Etrusker und Römer

BERLINISCHE GALERIE - Alte Jakobstr. 124-128,

Kreuzberg; ✆ 78 90 26 00; Mi–Mo 10–18 Uhr: Kunst

in Berlin 1880–1980 Sammlungspräsentation (bis

27.7.20); Bettina Pousttchi Fotografie, Skulptur und

Architektur (bis 6.4.20); „LS“ und „S“ Beate Gütschow

(bis 30.3.20); Gartenparade Atelierlebalto Gärten für

die Berlinische Galerie

BODE-MUSEUM - Am Kupfergraben 1, Mitte;

✆ 266 42 42 42; Di–So/Feiert. 10–18,Do10–20Uhr:

Bronzen wie Tiere Heide Dobberkau und ihre Tierwelten

(bis 18.10.20); Perlentausch: Wissen,Welten,Werte

temporäre Intervention (bis 19.4.20); Münzkabinett;

Museum für Byzantinische Kunst; Skulpturensammlung

BRÖHAN-MUSEUM - Schlossstr.1a, Charlottenburg;

✆ 32 69 06 00; Di–So/Feiert. 10–18 Uhr: Nordic

Design.DieAntwortaufs Bauhaus (bis 1.3.20); Blackbox

#8: Abschied und Anfang.Ostdeutsche Porträts

1989-1990 Stefan Moses Fotografie (bis 19.4.20)

BRÜCKE-MUSEUM - Bussardsteig 9, Dahlem;

✆ 831 20 29; Mi–Mo 11–17 Uhr: Unzertrennlich:

Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler (bis 15.3.20)

DDR MUSEUM BERLIN - Karl-Liebknecht-Str.1,Mitte;

✆ 847 12 37 31; tgl. 10–20, Sa10–22 Uhr;

24./31.12.: 10–16 Uhr: Geschichte zum Anfassen

originale Exponate,interaktive Multimediaanwendungen

(bis 27.7.20); Letztes Jahr DDR –Aufbruch ins Ungewisse

(bis 13.4.20)

DEUTSCHE KINEMATHEK –MUSEUM FÜR FILM UND

FERNSEHEN - Potsdamer Str. 2, Tiergarten;

✆ 300 90 30; Mi–Mo/Feiert. 10–18, Do 10–20 Uhr:

Fokus Fernsehen: Leben, sterben, Hochzeit feiern

Die „Lindenstraße“ in der Mediathek Fernsehen (bis

23.3.20); Brandspuren –Filmplakate aus dem Salzstock

(bis 31.5.20); 120 Jahre Deutsche Filmgeschichte

und Fernsehgeschichte in West und Ost (bis

27.7.20); Du musst Caligari werden! Das virtuelle

Kabinett historische Modelle, Zeichnungen u. a. (bis

20.4.20)

DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM - Unter den

Linden 2,Mitte; ✆ 20 30 40; tgl.10–18 Uhr: Deportiert

nach Auschwitz –Sheindi Ehrenwalds Aufzeichnungen;

Wilhelm und Alexander von Humboldt (bis

19.4.20); Die Armbrust –Schrecken und Schönheit

(bis 8.3.20)

DEUTSCHES TECHNIKMUSEUM - Trebbiner Str. 9,

Kreuzberg; ✆ 90 25 40; Di–Fr 9–17.30, Sa/So/Feiert.

10–18 Uhr: Die Mathematik des Planeten Erde Multimediale

+interaktiveExponate; Der erste Computer

Konrad Zuse und der Beginn des Computerzeitalters;

Elektropolis Berlin Nachrichtentechnik: Telegraphie,

Telefon, Rundfunk und Fernsehen

GEMÄLDEGALERIE KULTURFORUM - Matthäikirchplatz,

Tiergarten; ✆ 266 42 42 42; Di–Fr 10–18, Do

10–20, Sa/So/Feiert. 11–18 Uhr: Das Leben Raffaels

–Zwölf Radierungen von Johannes Riepenhausen

(bis 26.4.20); The Last Judgement Sculpture Anthony

Caro (bis 12.7.20); Zu Mantegna und Bellini: Kunsttechnologie

und Restaurierung; Raffael in Berlin. Die

Madonnen der Gemäldegalerie (bis 26.4.20); Europäische

Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert

Bruegel, Dürer, Rembrandt u. a.; Virtuose Varianten

aus der Werkstatt Gerard ter Borchs Sonderpräsentation

in der Gemäldegalerie Berlin (bis 29.2.20)

GEORG KOLBE MUSEUM - Sensburger Allee 25, Charlottenburg;

✆ 304 21 44: herman de vries –How

green is the grass? tgl. 10-18Uhr (bis 3.5.20)

HAMBURGER BAHNHOF /MUSEUM FÜR GEGEN-

WART BERLIN - Invalidenstr. 50-51, Tiergarten;

✆ 39 78 34 11; Di–Fr 10–18, Do 10–20, Sa/So/

Feiert. 11–18 Uhr: Preis der Nationalgalerie 2019

Pauline Curnier Jardin, Simon Fujiwara, Flaka Haliti,

Katja NovitskovaGruppenausstellung der Nominierten

(bis 16.2.20); Bergama Stereo. Musikwerke bildender

Künstler Cevdet Erek. Architektur- und Soundinstallation

(bis 8.3.20); The Voice Before the Law Lawrence

Abu Hamdan audiovisuelleund installative Arbeiten

(bis 29.3.20); Zeit für Fragmente Werke aus der

Sammlung Marx und der Sammlung der Nationalgalerie

(bis 4.10.20); Die Sammlungen. The Collections.

Les Collections

JÜDISCHES MUSEUM - Lindenstr. 9-14, Kreuzberg;

✆ 25 99 33 00; tgl. 10–20 Uhr: This Place Wendy

Ewald, Martin Kollar,Josef Koudelka, Jungjin Lee, Gilles

Peress u. a. Fotoausstellung (bis 19.4.20); Awie Jüdisch.

In 22 Buchstaben durch die Gegenwart (bis

19.4.20)

KUNSTGEWERBEMUSEUM TIERGARTEN - Matthäikirchpl.

4/6, Tiergarten; ✆ 266 29 02; Di–Fr 10–18,

Sa/So/Feiert. 11–18 Uhr: Design Lab #5: Times of

Waste –Was übrig bleibt (bis 22.3.20); Rokokowelten

Neupräsentation der Porzellan- und Fayencesammlung

KÄTHE-KOLLWITZ-MUSEUM - Fasanenstr. 24, Wilmersdorf;

✆ 882 52 10; tgl.11–18 Uhr: Käthe Kollwitz

und das Elend der Großstadt /Käthe KollwitzMutter

und Kind (bis 3.5.20); Mehr als ein Leben. Dauerausstellung

des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin Käthe

Kollwitz Grafik, Plastik

MUSEUM BERGGRUEN - Schlossstr. 1,Charlottenburg;

✆ 32 69 58 15; Di–Fr 10–18, Sa/So/Feiert.

11–18 Uhr: Picasso/Scheibitz (bis 1.3.20); Picasso

und seine Zeit Klassische Moderne –Picasso, Giacometti

und Matisse

MUSEUM EUROPÄISCHER KULTUREN - Arnimallee

25, Dahlem; ✆ 266 42 42 42; Di–Fr 10–17, Sa/So/

Feiert. 11–18 Uhr: Kulturkontakte. Leben in Europa;

Fast Fashion –Slow Fashion (bis 2.8.20); comiXconnection

Comic-Szene Südosteuropas (bis 29.3.20)

MUSEUM FÜR FOTOGRAFIE /HELMUT NEWTON STIF-

TUNG - Jebensstr.2,Charlottenburg; ✆ 266 42 42 42;

Di–So/Feiert. 11–19, Do 11–20 Uhr: Blue Skies, Red

Panic –Die 50er Jahre in Europa. Ein fotografischer

Rückblick (bis 23.2.20); Helmut Newton’s Private

Property; Ludwig Windstosser (bis 23.2.20); Body

Performance Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez &

Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo u.a.(bis

10.5.20)

MUSEUM FÜR NATURKUNDE - Invalidenstr.43, Mitte;

✆ 889 14 0- 85 91; Di–Fr 9.30–18, Sa/So/Feiert.

10–18 Uhr: Humboldt-Intervention:„Ein langdauernder

Werth“ –Alexander von Humboldts Mineral- und

Gesteinssammlungen (bis 29.2.20); Evolution in Aktion

Dauerausstellung

NEUESMUSEUM - Bodestr.1-3, Mitte; ✆ 266 42 42 42;

tgl./Feiert. 10–18, Do 10–20 Uhr: Die Krone von

Kertsch. Schätze ausEuropasFrühzeit (bis 25.9.22);

Berlins größteGrabung Forschungsareal Biesdorf (bis

19.4.20)

PERGAMONMUSEUM - Bodestr. 1-3, Mitte;

✆ 266 42 42 42; tgl./Feiert. 10–18, Do 10–20 Uhr:

Der Babel-Bibel-Streit (bis28.3.20); Traum und Trauma.

Wiedereröffnung der Teppichsäle (bis 27.7.20);

Kalligraph des Königs –Da’ud al-Hossaini (bis

3.5.20)

ANDERE ORTE

AKADEMIE DER KÜNSTE HANSEATENWEG - Hanseatenweg

10,Tiergarten; ✆ 200572000; Di–So11–19

Uhr: Käthe-Kollwitz-Preis 2020: Weiter im Text Timm

Ulrichs (bis 1.3.20); Di–So 11–19 Uhr: JungeAkademie

(bis 23.2.20)

C/O BERLIN - Hardenbergstr.22-24, Charlottenburg;

✆ 284 44 16 62; tgl. 11–20 Uhr: Love, Ren Hang (bis

29.2.20); Christopher Williams (bis 8.3.20); C/O

Berlin Talent Award Sylvain Couzinet–Jacques (bis

29.2.20)

GROPIUS BAU - Niederkirchnerstr. 7,Kreuzberg; ✆

25 48 60; Mi–Mo/Feiert. 10–19 Uhr: Six Songs, Swirling

Gracefully in the Taut Air Akinbode Akinbiyi Fotografie

(bis 17.5.20)

HAUS DER KULTURENDERWELT - John-Foster-Dulles-

Allee 10, Tiergarten; ✆ 39 78 71 75; Mi–Mo 12–19,

Do 12–22 Uhr; 30.1.: 11–22 Uhr,31.1.–2.2.: 11–20

Uhr: transmediale 2020 –End to End: The Eternal

Network (bis 1.3.20)

KUNSTRAUM KREUZBERG/BETHANIEN - Mariannenpl.

2, Kreuzberg; ✆ 902 98 14 55; tgl. 10–22 Uhr;ab

3.2.: So–Mi 10–20, Do–Sa 10–22 Uhr: CTM 2020:

Interstitial Spaces (bis 15.3.20)

„Brüder (Kain +Abel)“, 1983, Öl/Lw. CFA/W. BÜTTNER /VG BILDKUNST BONN 2010 (2)

Ein politisch

motivierter Realismus

Die Galerie CFAzeigt Bilder des Hamburger

Maler-Originals Werner Büttner

VonIngeborg Ruthe

Manche nennen Werner Büttner auch den Hamburger Kippenberger,

wohl wegen der rabiaten, tabulosen Bildsprache,wegen

der Drastik des Geschehens.Der früh gestorbene„Eulenspiegel“

Martin Kippenberger war sein Freund. Undder Maler

AlbertOehlen ist es bis heute,von Anfang an. Diebeiden gingen

1979, nach der verrückten West-Berliner Zeit, zusammen nach

Hamburg. Dortist Büttner inzwischen als Original vonder Alster

bekannt und zudem Professor an der Hanseatischen Kunstakademie.

Als Maler ist er Autodidakt. Er hat in den Siebzigern in

West-Berlin zunächst Jura studiert, schmiss aber hin und gründete

da zusammen mit Albert Oehlen die „Liga zur Bekämpfung

des widersprüchlichen Verhaltens“ und 1980 die spektakuläre

Vereinigung „Samenbank für DDR-Flüchtlinge“, zusammen mit

GeorgHerold.

Die Ateliergemeinschaft

mit Oehlen war der Humus

für rasch und heftig gemalte

große, Bilder mit dickem

Farbauftrag. Büttner

wählte brauntoniges Kolor,

anders als damals die „Jungen

Wilden“, die „Boysvom

Moritzplatz“ um Rainer

Fetting mit ihren grellen

Farben. Büttners Malerei

und die Collagen von 1979

bis 2019 füllen jetzt die Galeriewände

vonCFA,und in

den Arbeiten von damals

wie heute liest man den

programmatischen und exemplarischen

Charakter,

Werner Büttner:„Selbstbildnis im

Kino“, 1981,Öl/Lw.

die Lust am Provozieren,

den Willen, mithilfe der

Kunst die Welt ein wenig besser erklären zu können. Seine Bilder

beziehen sich auf die gesellschaftliche Sphäre, damals auf die Situation

in der Frontstadt Berlin, auf die deutsche Teilung, auf die

unaufgearbeitete deutsche Geschichte und die neue Spießigkeit

der BRD und heute auf die aus den Fugen geratene Welt. Büttner,

Jahrgang 1954, war als Kind mit den Elternaus Jena in denWesten

geflohen. Mit seinem politisch motivierten Realismus ärgerte er

den der Abstraktion huldigenden Kunstbetrieb.Aber der war ihm

schon immer ziemlich egal.

ContemporaryFineArts(CFA),Grolmanstr.32/33. Bis 29. Februar,Di–Sa 10–18 Uhr

DONNERSTAG, 6. FEBRUAR

HANNE LIPPARD „Syzygy“ (2016),PerformativeLesung,

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart Berlin,

18.30, ✆ 39 78 34 11, Invalidenstr.50-51,Tiergarten

SARAH BOSETTI, DANIEL HOTH, KARSTEN LAMPE, JAN

VON IMICH, AIDIN HALIMI Couchpoetos –die lauschigste

LesebühneBerlins!, Lovelite, 20.30, Haasestr.

1, Friedrichshain

CHRISTINAMOHR,ANNEOTTO, JULIANESTREICH UND

LINUS VOLKMANN Grether-Salon: KRAWALLE &LIEBE,

Lesung,Pop,Theorie und Gespräch, Mod.: Kerstin und

Sandra Grether,LiteraturforumimBrecht-Haus,20.00,

✆ 282 20 03, Chausseestr.125, Mitte

MARIE-LUISE SCHWARZ-SCHILLING Kampfplatz Liebe

–Wie viel Gleichberechtigung verträgt die Partnerschaft?,

Lesung und Diskussion, Café Tasso, 20.00,

✆ 48 62 47 08, Frankfurter Allee 11, Friedrichshain

KONZEPT*FEUERPUDEL Anonyme Lesebühne mit Live-

Illustrationen, Brotfabrik, 20.00, ✆ 471 40 01, Caligaripl.

1, Weißensee

SAHARA B.,GEIGERZÄHLER, DER PAPST &SEIN POR-

SCHE &SPECIAL GUESTS Kopfstand Musikalische

Lesung Nr. 45, Supamolly, 20.00, ✆ 29 00 72 94,

Jessnerstr.41, Friedrichshain

MARIANNE SUHR Schnee über Rossoschka. Eine Spurensuche,Buchhändlerkeller,20.30,

✆ 55 14 93 58,

Carmerstr.1,Charlottenburg

WOLFGANG ULLRICH Selfies. Digitale Bildkulturen,

Buchvorstellung, Haus am Waldsee, 19.30,

✆ 801 89 35, Argentinische Allee 30, Zehlendorf

FREITAG, 7.FEBRUAR

FRANKIE HI-NRG MC „Ich mache mein Ding“–„Faccio

la mia cosa“, Buchvorstellung (in italienischer Sprache),

Italienisches Kulturinstitut, 18.00, ✆ 26 99 41 -0,

Hildebrandstr.2,Tiergarten

CREATIVE WRITING GROUP Lesen und Diskutieren

eigener Texte (englisch/deutsch), Buchhändlerkeller,

19.00, ✆ 55 14 93 58, Carmerstr.1,Charlottenburg

BETTINA HITZER Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte

des 20. Jahrhunderts, Buchvorstellung und Gespräch

,Urania, 20.00, ✆ 218 90 91,An der Urania 17, Schöneberg

CHRISTIAN DIETERLE Romeo und Julia auf dem Dorfe,

musikalische Lesung mit Gedichten vonGottfriedKeller,

vertont von H.Wolf, J. Brahms, O. Schoeck, H. Pfitzner

u. a., Vaganten Bühne, 20.00, ✆ 313 12 07, Kantstr.

12a, Charlottenburg

HANNES SONNTAG Solange esnoch geht, Autorenlesung

& Klaviermusik, Schwartzsche Villa, 19.30,

✆ 902 99 22 12, Grunewaldstr.55, Steglitz

SAMSTAG, 8.FEBRUAR

BERLINER STUDIERENDE Berliner Kaleidoskop –Eine

Winterlesung,Z-Bar,20.00, ✆ 28 38 91 21, Bergstr.

2, Mitte

KATHRIN PASSIG, KAI WEYAND UND PHILIPP WEISS

Geschichten vonder allgemeinen Undurchschaubarkeit,

szenische Lesung mit Musik,Volksbühne Berlin, 20.00,

✆ 24 06 57 77, Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte

SONNTAG, 9.FEBRUAR

HANS DUSCHKE, HORST EVERS, SUSANNE RIEDEL,

HINARK HUSEN,ANDREAS SCHEFFLERUND JÜRGEN

WITTE Der Frühschoppen: »Donald Duck Dich!», Schlot,

13.00, ✆ 448 21 60, Invalidenstr.117, Mitte

KALLESLAM –U20 Special, Mod.: Ortwin Bader-Iskraut,

Kulturhaus Karlshorst, 19.00, ✆ 475 94 06 10, Treskowallee

112, Karlshorst

LAUSCHERLOUNGE Das tapfere Schneiderlein, Kinder-

Livehörspiel, ufaFabrik, 15.00, ✆ 75 50 30,Viktoriastr.

10-18, Tempelhof

SARAH BOSETTI Ich habnichts gegenFrauen,du Schlampe!,

Pfefferberg Theater,20.00, ✆ 939 35 85 55, Schönhauser

Allee 176, Prenzlauer Berg

MICHAEL LEESE Märchenfrühstück im Beduinenzelt,

Restaurant eßkultur in den Museen Dahlem, 11.00,

✆ 68 08 93 44,Takustr.38/40, Dahlem

REFORMBÜHNE HEIM &WELT –ZuGast: Sarah

Schmidt&Frollein,Volksbühne, 20.00, ✆ 24 06 57 77,

Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte

MONTAG, 10. FEBRUAR

AUTORENFORUM Lesen –Zuhören –Diskutieren, Vorlesen

unveröffentlichterTexte,SchwartzscheVilla,20.00,

✆ 902 99 22 12, Grunewaldstr.55, Steglitz

MARGARITA TSOMOU UND MATTHIAS WARSTAT

Brecht-Tage 2020. Brecht und das Theater der Intervention:

Brechts Texte zur Intervention, Lesen und kommentieren.

Mod.: Christian Rakow, Literaturforum im

Brecht-Haus, 20.00, ✆ 282 20 03, Chausseestr.125,

Mitte

TRISTAN GARCIA Das Siebte, Buchvorstellung,Mod.:

Odile Kennel,Literaturhaus Berlin,19.30,✆ 887 28 60,

Fasanenstr.23, Charlottenburg

MARC-UWE KLING, JULIUS FISCHER, SEBASTIAN

LEHMANN, MAIK MARTSCHINKOWSKY u.a.Lesedüne,

mit Musik von Boris the Beast, SO36, 19.00,

✆ 61 40 13 06, Oranienstr.190, Kreuzberg

FRANCESCA MELANDRÍ Literaturrunde: „Alle, außer

mir“, Lesung und Diskussion, Begine, 19.00,

✆ 215 14 14, Potsdamer Str.139, Schöneberg

SCHALL &RAUCH SLAM PoetrySlam Schattenwand,

Kulturfabrik Moabit, 19.30, ✆ 397 50 56, Lehrter Str.

35, Tiergarten

RICHARD BURGER Wortservierungen: Else Lasker-

Schüler zum Einhundertfünfzigsten,Literaturhaus Berlin,

21.00, ✆ 887 28 60, Fasanenstr.23, Charlottenburg

DIENSTAG, 11. FEBRUAR

GABRIEL BERGER Allein gegen die DDR-Diktatur,

Autorenlesung, Schwartzsche Villa, 19.00,

✆ 902 99 22 12, Grunewaldstr.55, Steglitz

HANNELORE KLEMP Alt bin ich, aber weise? –vergnügliche

Geschichten aus ihrem Leben., Königin-Luise-

Kirche Waidmannslust, 19.00, ✆ 411 11 45,Bondickstr.76,

Waidmannslust

ALAN DOAN MINH Kinderbuchklassiker in der Jurte,

Vorlesestunde, Amerika-Gedenkbibliothek, 17.00,

✆ 90 22 60, Blücherpl. 1, Kreuzberg

BOV BJERG Literatur: „Serpentinen“, Buchpremiere.

Moderation: Insa Wilke, Palais in der Kulturbrauerei,

20.00, ✆ 405 04 73 10, Schönhauser Allee 36-39,

Prenzlauer Berg

ROBERT RAUH Literaturlive: Wandern wie Fontane –

Fontanes Ruppiner Land, Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek,

19.00,✆ 5556719,FrankfurterAllee 149,Lichtenberg

LSD –LIEBE STATTDROGEN Lesebühne, Schokoladen

Mitte, 19.00, ✆ 282 65 27, Ackerstr.169-170, Mitte

ANTJE RÁVIK STRUBEL, PIEKE BIERMAN,

JOSEPHINEAPRAKU Lucia Berlin „Abend im Paradies“

&Fran Ross „Oreo“, Buchvorstellung, Literaturhaus

Berlin, 19.30, ✆ 887 28 60, Fasanenstr.23, Charlottenburg

PEACE, LOVE &POETRY –die Satire des modernen

Dichterwettstreits!, frannz, 20.30, ✆ 726 27 93 33,

Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg

KÜBRA GÜMÜSAY Sprache und Sein, Buchpräsentation,

Maxim Gorki Theater,20.00, ✆ 20 22 11 15,Am

Festungsgraben 2, Mitte

REYHAN SAHIN Yalla, Feminismus!, Buchvorstellung,

Fahimi, 19.00, Skalitzer Str.133, Kreuzberg

MITTWOCH, 12. FEBRUAR

ORTWIN BADER-ISKRAUT,SAMSON, JESKOHABERT,

YO-PA Kiezpoeten Slam Show, lesebühne poetryslam,

Mastul, 20.00, Liebenwalder Str.33, Wedding

ARIS FIORETOS NellyB.s Herz, in Lesung und Gespräch,

Moderation: WiebkePorombka, Literarisches Colloquium

Berlin, 19.30, ✆ 816 99 60, Am Sandwerder 5,

Wannsee

PETERJAMIN Ohne jede Spur –wahre Geschichten von

vermissten Menschen, Lesung &Gespräch, Nicolaische

Buchhandlung,19.30, ✆ /8 52 40 05, Rheinstr.65,

Friedenau

ROLANDBORGARDS UND MICHAEL KLEEBERG Tiere,

Buchvorstellung, Mod.: Asmus Trautsch, Literaturhaus

Berlin, 19.30, ✆ 887 28 60, Fasanenstr.23, Charlottenburg

LÜÜL Und ich folgemeiner Spur,Multimediale Lesung,

ufaFabrik, 20.00, ✆ 75 50 30,Viktoriastr.10-18,Tempelhof

KONZERTE 6. BIS 12. FEBRUAR

DONNERSTAG,6.FEBRUAR

HAUS DES RUNDFUNKS

Kl. Sendesaal: 20 Uhr Liza Lim: The heart’s ear;

Sarah Nemtsov: …beredtes Schweigen; John Cage:

Living Room Music; HK Gruber:Frankenstein!! –Landesjugendensemble

Neue Musik Berlin, Ltg.Jobst

Liebrecht, HK Gruber (Chansonnier)

PIERRE BOULEZ SAAL

19.30 Uhr Johann Sebastian Bach: Das wohltemperierte

Klavier,Band II –Sir András Schiff (Klavier)

FREITAG,7.FEBRUAR

ST.MARIENKIRCHE BERLIN

19 Uhr Poulenc: „Quatre motets pour un temps de

pénitence“; Sephardische Volkslieder;Fauré:Requiem

d-Moll u.a. –Hochschulchor &Orchester der HfM

Hanns Eisler Berlin, Consortium Musicum Berlin, Ltg.

Ohad Stolarz, Prof. Justin Doyle u. a.

GETHSEMANEKIRCHE

20 Uhr Wagner:Vorspiel und „Isoldes Liebestod“ aus

„Tristan und Isolde“; Brahms: „Ein deutsches Requiem“

für Soli, Chor und Orchester op. 45 –Humboldts

Philharmonischer Chor &Humboldts Studentische

Philharmonie, Anne Bretschneider (Sopran), Günter

Papendell (Bariton), Ltg.Constantin Alex

PHILHARMONIE

KMS: 20 Uhr „Ayres and Songs“ des englischen

Barocks –Lucile Richardot (Mezzosopran), Sébastien

Daucé (Orgel) und das Ensemble Correspondances

SONNABEND,8.FEBRUAR

KOMISCHE OPER

Probebühne 1: 23 Uhr Nachtkonzert3Paris –Moskau!:

Streichquartette vonRavel,Schostakowitsch

und Strawinsky –Ansgard Dörsam, Stefan Adam

(Violine), Anton Loginov(Viola) u. a.

PIERRE BOULEZ SAAL

19 Uhr Beethoven: Sonate G-Dur op. 31/1, Sonate

d-Moll op. 31/2 „Der Sturm“, Sonate Es-Dur op.

31/3, Sonate C-Dur op. 53 „Waldstein-Sonate“ –Daniel

Barenboim (Klavier)

SCHLOSS GLIENICKE

16 Uhr Bach: Goldbergvariationen, Aria mit 30 Veränderungen

in der Fassung für Streichtrio –Gideon-

Klein-Trio des RSB

PHILHARMONIE

KMS: 20 Uhr Glinka: Ouvertüre zur Oper „Ruslan und

Ljudmilla“; Arutjunjan: Konzertfür Trompete und

Orchester;Rachmaninow: Vocalise op. 34 Nr.14;

Glasunow: Rêverie Des-Dur op. 24; Peter Tschaikowsky:

Symphonie Nr.6h-Moll op. 74 „Pathétique“ –

Sinfonie Orchester Berlin, Ltg.StanleyDodds, Andre

Schoch (Trompete), Stefan de LevalJezierski (Horn)

KONZERTHAUS BERLIN

Kl. Saal: 20 Uhr Streichquartette vonLudwig van

Beethoven–Vogler-Quartett

SONNTAG,9.FEBRUAR

KÜHLHAUS BERLIN

18 Uhr Buxtehude: Sonata aus „Gott hilf mir“, Sinfonia

aus „Fürwahr er trug unsere Krankheit“; Raskatov:

„Paradise lost?“ für Bläsernonett; Adams: „Become

River“; Schumann: Sinfonie Nr.3„Rheinische“ –

Become River:ensemble reflektor,Ltg.Martjin Dendievel

KONZERTHAUS BERLIN

Werner-Otto-Saal: 20 Uhr Fabián Panisello: „Les rois

mages“, Musiktheater,dt. EA –ensemble unitedberlin

SCHLOSS GLIENICKE

16 Uhr Bach: Goldbergvariationen, Aria mit 30 Veränderungen

in der Fassung für Streichtrio –Gideon-

Klein-Trio

PHILHARMONIE

KMS: 16 Uhr Sonntagskonzert Nr. 2: Kontraste –musikalische

Begegnungen zwischen gestern und heute:

Kompositionen von FannyHensel, W. A. Mozart, B.

Britten, Piotr Moss und K. Borsuk –Vokalensemble

Acanto, Frauenchor Spandau, Studentenensemble

der UdK

KMS: 20 Uhr Sergej Prokofjew: Sinfonietta A-Dur op.

5; Zoltán Kodály: Marosszéker Tänze; Jean Sibelius:

Symphonie Nr.3C-Dur op. 52 –Junge Kammerphilharmonie

Berlin, Ltg.Justin Doyle

20 Uhr Mendelssohn Bartholdy: Die erste Walpurgisnacht

op. 60; Poulenc: Gloria; Bruckner: Symphonie

Nr.6A-Dur –Sinfonieorchester und Großer Chor des

Collegium Musicum, Solist*innen, Ltg.Donka Miteva

PIERRE BOULEZ SAAL

18 Uhr Barber: „The Crucifixion“ aus „Hermit Songs“

op. 29; Bacri: „All Through Eternity“ aus „Three Love

Songs“ op. 96,„Alamar“ aus „Melodías de la

melancolía“ op. 119a; Fauré: „Au bord de l’eau“ op.

8/1 u. a. –Patricia Petibon (Sopran), Susan Manoff

(Klavier)

MONTAG,10. FEBRUAR

KONZERTHAUS BERLIN

14 Uhr Espresso-Konzert

STAATSOPER UNTER DEN LINDEN

Apollosaal: 20 Uhr Werke von Duparc, Strauss,

Sergej Rachmaninow –Liedrecital Elsa Dreisig

PHILHARMONIE

KMS: 20 Uhr Maki Ishii: Thirteen Drums; Kalevi Aho:

Sieidi; John Psathas: One StudyOne Summary;

Martin Grubinger sen.: Prismatic Final Suite –Martin

Grubinger &Friends (Percussionensemble)

DIENSTAG,11. FEBRUAR

KONZERTHAUS BERLIN

Werner-Otto-Saal: 20 Uhr Building Bridges: Beethoven:

Zehn Variationen über das Duett „La stessa, la

stessissima“ von Salieri B-Dur; Busoni: Sonatina

seconda; C. P. E. Bach: Sonate A-Dur; Brahms: Vier

Balladen op. 10 –Chiara Opalio (Klavier)

DEUTSCHE OPER

Foyer: 20Uhr Rossini: Kantate „Giovanna d’Arco“;

Menotti: „Canti della Iontananza“ u. a. –Lieder und

Dichter: Italia –Matthew Newlin, Jacqueline Stucker,

Karis Tucker und John Parr,Lesung: Daniela Danz

PHILHARMONIE

Foyer: 13Uhr Lunchkonzert

KMS: 17 Uhr Stipendiat*innen der Karajan-Akademie

der Berliner Philharmoniker Carte blanche

STAATSOPER UNTER DEN LINDEN

Apollosaal: 20 Uhr KammerkonzertV:Werke von

Strauss, Schubert, Schumann –Yunna Weber (Violine),

Joost Keizer (Viola), Aleisha Verner (Violoncello),

Alina Shalamova (Klavier)

MITTWOCH, 12. FEBRUAR

PHILHARMONIE

20 Uhr Strawinsky: Symphonie in drei Sätzen; Zimmermann:

„Alagoana. Caprichos Brasileiros“, Ballettsuite;

Sergej Rachmaninow: Symphonische Tänze op.

45 –Berliner Philharmoniker,Ltg.Kirill Petrenko

PIERRE BOULEZ SAAL

19.30 Uhr Boulez Ensemble XXIII, Ltg.Zubin Mehta,

Mojca Erdmann (Sopran)


22 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

·························································································································································································································································································

Kulturkalender

BÜHNEN 6. BIS 12. FEBRUAR

THEATER

VonDoris Meierhenrich

Jung und

divers

Premieren im DT und HAU

Wenn man mit der DT-Dramaturgin

Birgit Lengers spricht,

ist das immer so, als schicke sie mit

jedem Satz ein Extrapaket Lebensfreude

mit. Ist esein Wunder, wenn

sich diese Energie auch in den Arbeiten

des „Jungen DT“ spiegelt, das sie

seit zehn Jahren leitet? In jedem Fall

lieferndie jungen DTler mittlerweile

Theaterabende, die zum Vitalsten,

auch Erstaunlichsten gehören, was

man in dem Traditionshaus sehen

kann. Das Besondere daran ist, wie

sehr man in den Projekten immer

den charakterbildenden Kern des

Theaters selbst zutage treten sieht.

Wie man spürt, dass sich im Austausch

zwischen den Regieteams

und den Spielbegeisterten zwischen

12 und 20 Jahren etwas alle Betreffendes,

absolut Wichtiges ereignet

und wie sehr die Jugendlichen in den

selbst erarbeiteten Rollen und Spielweisen

über sich hinaus wachsen.

Zum 10. Geburtstag nun wollen

gleich zwei Premieren diese schöne

Selbsterneuerungskraft des Theaters

zeigen. Bevor mit den „Räubern“

eine „Schiller-Überschreibung“ die

Kammerspiele unsicher macht,

kommt am Sonntag das Erfolgsstück

„ConcordFloral“ des 31-jährigen Kanadiers

Jordan Tannahill in die Box.

Im DT heißt die Strichfassung

„Das Gewächshaus“, was aufs Gleiche

hinaus kommt, denn beides

meint ein schrottreifes Glashaus am

Rande einer Vorstadtsiedlung, in

dem eine Gruppe Jugendlicher nicht

nur ihren Freiheitsort findet, sondern

auch einen gespenstischen

Schmelztiegel für eigene Machtspiele

und pubertäreEifersuchtsdramen,

die –wer hätte es gedacht –den

Erwachsenen gar nicht so fern sind.

Und noch eines könnten beide

Abende zeigen, nämlich dass sich

die jungen Ensembles schon viel diverser,

gesellschaftsnäher zusammen

setzen, als so manches Groß-

Ensemble.

Unddamit sind wir schon mitten

im Sprung über die S-Bahntrasse

hinaus Richtung Hallesches Ufer ins

HAU2, wo mit Anta Helena Reckes

Münchner Gastspiel „Die Kränkung

der Menschheit“ ein weiterer heißer

Tipp aufwartet. Der großspurige Titel

stammt aus einer Schrift Sigmund

Freuds, mit der er selbst seine zweifellos

einschneidende Entdeckung

des triebgesteuerten Unterbewussten

historisch einsortiert. Recke nun

lässt das Unterbewusste, woesist,

und nimmt sich Freuds Begriff „der

Menschheit“ vor und bevölkert sie

mit sehr anderen Wesen, als den libidonösen,

weißen Männern, die

Freud damit meinte.Was das mit unseren

freudianischen Blicken macht,

kann man ab heute prüfen, bevor es

zum Theatertreffen wiederkehrt.

DieKränkung der Menschheit HAU26.2., 19

Uhr,8.2. 17 und 20.30 Uhr,9.2., 17 Uhr,

Tel: 25900427

Das Gewächshaus DT Box, 9., 10.,14.2., 19 Uhr

Die Räuber Kammerspiele, „11.2.,19Uhr,

14.2., 18.30 Uhr,Tel:28441225

DEUTSCHES THEATER

THEATER

ADMIRALSPALAST r(47 99 74 99),

Friedrichstr.101-102

ATZE –MUSIKTHEATER r

(81 79 91 88), Luxemburger Str.20

BALLHAUS NAUNYNSTRASSE

(75 45 37 25), Naunynstr.27

BALLHAUS OST (47 99 74 74),

Pappelallee 15

BERLINER ENSEMBLE r(28 40 81 55),

Bertolt-Brecht-Platz 1

BERLINER KRIMINAL THEATER r

(47 99 74 88), Palisadenstr.48

BROTFABRIK r(471 40 02),

Caligariplatz 1

DEUTSCHE OPER BERLIN r

(34 38 43 43), Bismarckstr.35

DEUTSCHES THEATER r(28 44 12 25),

Schumannstr.13a

DT-KAMMERSPIELE/BOX &BAR r

(28 44 12 25), Schumannstr.13a

DOCK 11 (448 12 22),

Kastanienallee 79

GRIPS THEATER r(39 74 74 77),

Altonaer Str.22

GRIPS MITTE IM PODEWIL r

(39 74 74 77), Klosterstr.68

HAU 1r(25 90 04 27),

Stresemannstr.29

HAU 2r(25 90 04 27),

Hallesches Ufer 32

HEIMATHAFEN NEUKÖLLN r

(56 82 13 33), Karl-Marx-Str.141

KLEINES THEATER (821 20 21),

Südwestkorso 64

KOMISCHE OPER BERLIN (47 99 74 00),

Behrenstr.55-57

KOMÖDIE AM KU-DAMM IM SCHILLER

THEATER r(88 59 11 88), Bismarckstr.110

MAXIM GORKI THEATER/STUDIO r

(20 22 11 15), Am Festungsgraben 2

NEUKÖLLNER OPER r(68 89 07 77),

Karl-Marx-Str.131-133

PFEFFERBERG THEATER (93 93 58 555),

Schönhauser Allee 176

RADIALSYSTEM (288 78 85 88),

Holzmarktstr.33

RATIBORTHEATER (618 61 99),

Cuvrystr.20

RENAISSANCE-THEATER

(312 42 02), Hardenbergstr.6

SCHAUBUDE r(423 43 14),

Greifswalder Str.81-84

SCHAUBÜHNE r(89 00 23),

Kurfürstendamm 153

SCHLOSSPARKTHEATER (78 95 66 71 00),

Schloßstr.48

SOPHIENSAELE (283 52 66),

Sophienstr.18

STAATSOPER UNTER DEN LINDEN r

(20 35 45 55), Unter den Linden 7

TEMPODROM (69 53 38 85),

Möckernstr.10

THEATERANDER PARKAUE r

(55 77 52 52), Parkaue 29

THEATER DER KLEINEN FORM

(29 35 04 61), Gubener Str.45

THEATERDISCOUNTER (28 09 30 62),

Klosterstr.44

THEATERTHIKWA (61 202620),

Fidicinstr.40

THEATER UNTERM DACH

(902 95 38 17), Danziger Str.101

VAGANTENBÜHNE r(312 45 29),

Kantstr.12a

VOLKSBÜHNE r(24 06 57 77),

R.-Luxemburg-Platz

MUSICAL/REVUE/KABARETT

BAR JEDER VERNUNFT r(883 15 82),

Schaperstr.24

BKA-THEATER r(202 20 07),

Mehringdamm 34

BÜHNENRAUSCH (44 67 32 64),

Erich-Weinert-Str.27

CHAMÄLEON THEATER (4000 59 0),

Rosenthaler Str.40/41

DISTEL r(204 47 04),

Friedrichstr.101

ESTREL SHOWTHEATER r

(68 31 68 31), Sonnenallee 225

FRIEDRICHSTADT-PALAST r

(23 26 23 26), Friedrichstr.107

KOOKABURRA (48 62 31 86),

Schönhauser Allee 184

MEHRINGHOF-THEATER r(691 50 99),

Gneisenaustr.2a

QUATSCH COMEDY CLUB

(47 99 74 13), Friedrichstr.107

SCHEINBAR VARIETÉ (784 55 39),

Monumentenstr.9

STACHELSCHWEINE (261 47 95),

Tauentzienstr.9-10

STAGE BLUEMAX THEATER BERLIN

(01805/44 44), Marlene-Dietrich-Pl. 4

STAGETHEATER DES WESTENS r

(01805/44 44), Kantstr.12

STAGETHEATER AM POTSD.PLATZ r

(01805/44 44), Marlene-Dietrich-Pl. 1

TIPI AM KANZLERAMT r

(39 06 65 50), Große Querallee

UFA FABRIK r(75 50 30),

Viktoriastr. 10-18

Donnerstag,6.2. Freitag,7.2. Sonnabend, 8. 2. Sonntag,9.2. Montag,10. 2. Dienstag, 11. 2. Mittwoch, 12. 2.

Stomp

20.00

Darüber spricht man nicht 10.00

Ronja Räubertochter 10.30

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Einblicke 18.00, 19.30

Die Blechtrommel 20.00

keine Vorstellung

Konzept*Feuerpudel. Anonyme Lesebühne

mit Live-Illustrationen 20.00

AMidsummer Night’s Dream

19.30

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Laura war hier

10.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Die Kränkungen der Menschheit

19.00

Daniel Norgren

21.00

keine Vorstellung

Jim Knopf und Lukas der

Lokomotivführer 11.00, 18.00

Ab jetzt

20.00

keine Vorstellung

Wolfskinder

20.00

Gevatter Tod/Rapunzel

(Hexenberg Ensemble) 19.00

Narziss und Echo

(David Marton /Road Opera) 20.00

keine Vorstellung

Extrawurst

20.00

¡Ver-rückt!

10.00

Der kaukasische Kreidekreis

19.30

Ich bin nicht Mercury

20.00

Flush (Sheena McGrandles)

20.00

Falstaff

19.30

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Oz, Oz,Oz! (W)Rap The Wizard!

20.00

Verlorene Könige

20.00

Michael Kohlhaas

20.00

Technobodies 19.00 Don’t beevil

19.30 Benvolio +Mercutio 20.00

Irmgard Knef: Barrierefrei

20.00

Die Rockstars der Oper

(The Cast –die Opernband) 20.00

Impro-Überra(u)schungs-Show

20.00

Out of Chaos

(Gravity &Other Myths) 20.00

Eins auf die Presse 19.30

Weltretten für Anfänger 20.00

Thank you for the music –Die

ABBA Story 20.00

Vivid

19.30

Gnadenlos 2 (JohnnyArmstrong)

20.00

Die Live Show

20.00

Open StageVarieté

(Andrea Baccomo, Mod.) 20.00

Viel Tunnel am Ende des Lichts

20.00

Blue Man Group –The Show

20.00

Mamma Mia! –Das Musical mit

den Hits vonABBA 19.30

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Die Expertise war bedeutend höher

(Fil) 20.00 Tante Polly 20.00

Stomp

20.00

Darüber spricht man nicht 10.00

Razzz for Kids 11.00

Unrestricted Contact (Grupo Oito)

20.00

Ambient 1: Theatre for Airports

(Hyperion) 20.00

Die Dreigroschenoper 19.30

Auf der Straße 20.00

Die Mausefalle

20.00

Die Ratten (Amateurtheater Die

Unverdrossenen) 20.00

Die Entführung aus dem Serail

19.30

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Petra

19.00

Laura war hier

10.00

Egotrip (Kinderklub Rakete Jetzt!)

18.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Beziehungskiste 19.00

The Teskey Brothers, Wilsn 21.00

keine Vorstellung

Rigoletto

19.30

Ab jetzt

20.00

In My Room

19.30

Wolfskinder

20.00

Body Play

(Chaim Gebber-Open Scene) 20.00

Narziss und Echo

(David Marton /Road Opera) 20.00

Gute Wahl (Die Gorillas)

20.30

Extrawurst

20.00

Schlemihl (Max Howitz)

20.00

status quo 20.00

Amphitryon 20.30

Ich bin nicht Mercury

20.00

Flush (Sheena McGrandles)

20.00

Balanchine |Forsythe |Siegal

(Staatsballett Berlin) 19.30

Wer bremst, verliert! 20.00

Night of the Dance 20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Oz, Oz, Oz! (W)Rap The Wizard!

20.00

Verlorene Könige

20.00

Romeo und Julia auf dem Dorfe

(Christian Dieterle) 20.00

Eine Odyssee 19.00

Hongkong-Proteste19.00

Irmgard Knef: Barrierefrei

20.00

Die Rockstars der Oper

(The Cast –die Opernband) 20.00

Improvisiertes Theater 20.00

Late Night Impro: Intimacy 23.00

Out of Chaos

(Gravity &Other Myths) 20.00

Verdummungsverbot 19.30

Weltretten für Anfänger 20.00

Thank you for the music –Die

ABBA Story 20.00

Vivid

19.30

Ich kann alles erklären. Es ist

nicht,wie es aussieht. 20.00

Die Live Show 20.00

Hot Shot (Mod.: Osan Yaran) 23.00

Open Stage Varieté

(Andrea Baccomo, Mod.) 20.00

Viel Tunnel am Ende des Lichts

20.00

Blue Man Group –The Show

20.00

Mamma Mia! –Das Musical mit

den Hits vonABBA 19.30

Elvis –Das Musical

20.00

Am achtenTag schuf Gott die

Boygroup (Altar Boyz) 20.00

Die Expertise war bedeutend höher

20.00 Fauler Zauber 20.00

Stomp

16.00, 20.00

Teddybär tanzt 15.00

Ronja Räubertochter 16.00

Unrestricted Contact (Grupo Oito)

20.00

Ambient 1: Theatre for Airports

(Hyperion) 20.00

Die Dreigroschenoper 19.30

Auf der Straße 20.00

keine Vorstellung

Die Ratten (Amateurtheater Die

Unverdrossenen) 20.00

Die Zauberflöte

19.30

Cry Baby

19.30

Ode

20.00

Petra

19.00

Laura war hier

16.00

Egotrip (Kinderklub Rakete Jetzt!)

18.00

Wir sind dasVolk –ein Musical

20.00

Die Kränkungen der Menschheit

20.30

Beziehungskiste

19.00

Jacke wie Hose

20.00

Frühlingsstürme 19.30

Nachtkonzert 323.00

Ab jetzt

20.00

Die Nacht von Lissabon 19.30

Hamlet 20.00

Wolfskinder

20.00

Aschenbrödel /Rapunzel 17.00,

19.00 Open Stage 20.00

Narziss und Echo

(David Marton /Road Opera) 20.00

Gurke oder Banane (Die Gorillas)

16.30 Das große 7 20.30

Halpern &Johnson 16.00

Extrawurst 20.00

Aschenputtel 15.00

Schlemihl 20.00

Amphitryon 20.00

status quo 20.30

Berliner Zeitensprünge 16.00

Ich bin nicht Mercury 20.00

Flush (Sheena McGrandles)

20.00

Führung 14.00, 16.00

Medea 19.30

Schneekönigin on Ice

(Russian Circus On Ice) 19.00

Haus der Zeit

10.00

Hans die Wanze

11.00, 16.00

Paradoxien. Denken. Üben. #2

20.00

Oz, Oz, Oz! (W)Rap The Wizard!

20.00

Dreck

20.00

Michael Kohlhaas

20.00

legende 19.30 Geschichten von

der Undurchschaubarkeit 20.00

Irmgard Knef: Barrierefrei

20.00

Die Rockstars der Oper 20.00

Geisterstunde (Der Tod) 23.59

Schnitzeljagd –ein Impro-Krimi

(Tante EDMAs ImproLounge) 20.00

Out of Chaos (Gravity &Other

Myths) 18.00, 21.30

Weltretten für Anfänger 17.00,

20.00 Hauptquartier 19.30

Thank you for the music –Die

ABBA Story 20.00

Vivid

15.30, 19.30

Ich kann alles erklären. Es ist

nicht, wie es aussieht. 20.00

Die Live Show

19.00, 22.00

Open StageVarieté

(Andrea Baccomo, Mod.) 20.00

Überall ist besser als nichts!

16.00, 20.00

Blue Man Group –The Show

17.00, 20.30

Mamma Mia! –Das Musical mit

den Hits vonABBA 15.00, 19.30

Elvis –Das Musical

20.00

Am achtenTag schuf Gott die

Boygroup (Altar Boyz) 20.00

Fauler Zauber 20.00 Gwennyn

20.00 TamTam 20.00

Stomp

15.00, 19.00

Darüber spricht man nicht 15.00

Steffi und der Schneemann 16.00

Unrestricted Contact (Grupo Oito)

19.00

Irmgard Knef: Barrierefrei

19.00

Schatz your Maus!

(Willy Nachdenklich) 20.00

Improvisiertes Theater (Raketos)

19.00

Out of Chaos

(Gravity &Other Myths) 18.00

Erst mal durchatmen!

(Gastspiel Frieda Braun) 18.00

Thank you for the music –Die

ABBA Story 17.00

Vivid 15.30 Glauben an die Möglichkeit

der Erneuerung derWelt 19.30

Humor Erectus –Open Stage

19.00

Die Live Show

17.00

Wenn zwei sich einen teilen

20.00

Viel Tunnel am Ende des Lichts

18.00

Blue Man Group –The Show

18.00

Mamma Mia! –Das Musical mit

den Hits von ABBA 14.30, 19.00

The Rocket Man –Die Elton John

Story (Jimmy Love) 19.00

keine Vorstellung

Lauscherlounge: Tapfere Schneiderlein

15.00 Fauler Zauber 19.00

Where Are We Now (Sven Ratzke)

20.00

Theatersport Berlin: Das Match

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Skandal im Spreebezirk

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Viel Tunnel am Ende des Lichts

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Where Are We Now (Sven Ratzke)

20.00

Out of Chaos

(Gravity &Other Myths) 20.00

Skandal im Spreebezirk

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Ab jetzt

18.00

Wolfskinder

20.00

Unrestricted Contact (Grupo Oito)

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Vivid

19.30

How to become aBerliner in one

hour? (Karsten Kaie) 20.00

Strictly Stand Up –The English

Comedy Night 20.00

keine Vorstellung

Viel Tunnel am Ende des Lichts

20.00

Blue Man Group –The Show

20.00

Kaoshüter (Anna Mateur &The

Beuys) 20.00 (P)

Out of Chaos

(Gravity &Other Myths) 20.00

Die Ding-Show 19.30

Skandal im Spreebezirk 20.00

Stars inConcert: Special

Moviestars 20.00

keine Vorstellung

Alice auf Anfang (Alice Köfer)

20.00

Strictly Stand Up–The English

Comedy Night 20.00

Open StageVarieté

(Rick van Nöten, Mod.) 20.00

Viel Tunnel am Ende des Lichts

20.00

Blue Man Group –The Show

20.00

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Ab jetzt

20.00

keine Vorstellung

Die Unerhörte Musik

20.00

keine Vorstellung

Mamma Mia! –Das Musical mit

den Hits von ABBA 19.30

Nornu –Die Show (Schwarzblond &

Die Rossi Dance Company) 20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Auf der Straße 18.00

Die Dreigroschenoper 18.00

Inspektor Campbells letzter Fall

17.00

Anna und die Wut

11.00, 16.00

Wer sagt dir was? 15.00

Les Huguenots 16.00

(Life on earth can be sweet)

Donna 19.00

Das Gewächshaus 19.00 (P)

Hasta laWestler, Baby! 19.30

Petra

19.00

keine Vorstellung

Egotrip (Kinderklub Rakete Jetzt!)

16.00

Wir sind dasVolk –ein Musical

20.00

Die Kränkungen der Menschheit

17.00

keine Vorstellung

Jacke wie Hose

18.00

Die Zauberflöte

18.00

Die Nacht von Lissabon

18.00

Der große Siegfried &Joy Familienzauber!

15.00 Literatur Live 20.00

Narziss und Echo

(David Marton /Road Opera) 20.00

Othello

20.00

keine Vorstellung

Die Ratten (Amateurtheater Die

Unverdrossenen) 20.00

(Life on earth can be sweet)

Donna 19.30

keine Vorstellung

Der Mörder ist immer der Gärtner

20.00

Die Ratten (Amateurtheater Die

Unverdrossenen) 20.00

Don Quijote

20.00

Felix Krull –Stunde der

Hochstapler 20.00

Der Tatortreiniger

20.00

keine Vorstellung

Ausser sich 19.00

4.48 Psychose 19.30

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Ab jetzt

20.00

Wolfskinder

20.00

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Extrawurst

16.00

Aschenputtel (Kaufmann &Co.)

15.00

status quo 19.00 Der kaukasische

Kreidekreis 19.30 Amphitryon 20.00

Ich bin nicht Mercury 16.00

Der letzte Raucher 20.00

Flush (Sheena McGrandles)

20.00

Führung 12.00, 14.00

Der Rosenkavalier 17.00 (P)

Happy Chinese New Year –

Gemeinsam nicht einsam 16.00

keine Vorstellung

Gordon und Tapir

(Nicole Gospodarek) 11.00, 16.00

Das Gewächshaus (Junges DT)

19.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Wir sind das Volk –ein Musical

20.00

keine Vorstellung

11 Freunde

19.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

status quo

19.00

Die Räuber (Junges DT) (P)

19.00

Anton macht’s klar

10.00

Extrawurst

20.00

Das kleine Blau und das kleine

Gelb (Theater KaroAcht) 10.00

status quo 19.00

März 19.30

Persona 19.30

Frei-Boxen 20.00

Anton macht’s klar

10.00

Ick &Berlin (Die Gorillas)

20.30

Extrawurst

20.00

Das kleine Blau und das kleine

Gelb (Theater Karo Acht) 10.00

März 19.30

Peer Gynt 20.30 (P)

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Liedrecital Elsa Dreisig

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Bubble Jam (Rimini Protokoll)

9.00, 18.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Kammerkonzert V

20.00

Liam Gallagher

20.00

Zinnober in der grauen Stadt

(United Puppets) 10.00

Bubble Jam (Rimini Protokoll)

9.00, 18.00

keine Vorstellung

Creation (Pictures for Dorian)

(Gob Squad) 19.00

13. Science Slam

20.00

Medea

19.30

Bibi &Tina

17.00

Zinnober in der grauen Stadt

(United Puppets) 10.00

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Dreck

20.00

Menschen im Hotel

18.00

Unendlicher Spaß 18.00

Reformbühne Heim &Welt 20.00

Efterklang

20.00

Darüber spricht man nicht

10.00

Die Entführung aus dem Serail

19.30

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Hamlet

20.00

Let's Swing (Gunther Emmerlich &

die Dresden Bigband) 20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

School ofDisobedience12.00,

15.00 Ryley Walker solo 20.00

The Comedian Harmonists

20.00

Lieder und Dichter

20.00

keine Vorstellung

keine Vorstellung

Ich bin nicht Mercury

20.00

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Darüber spricht man nicht 10.00

Steffi und der Schneemann 10.30

Jugend ohne Gott 19.30

Sprache und Sein 20.00

keine Vorstellung

Hiob

20.00

Das Theater der Kinos

18.00

Oonagh

20.00

keine Vorstellung

Miss Daisy und ihr Chauffeur

20.00

La traviata

19.30

keine Vorstellung keine Vorstellung keine Vorstellung

Darüber spricht man nicht 10.00

Ben liebt Anna 10.30

Third Generation –Next

Generation 19.30

Ich bin nicht Mercury

20.00

Oz, Oz, Oz! (W)Rap The Wizard!

20.00

Die Ewigkeit im Dazwischen

20.00

Hiob

20.00

Lievalleen 20.00

Tangonacht 20.30

Dann isses halt so

(Stefan Danziger) 20.00

Berliner Impro-Stammtisch mit

Podiumsdiskussion 19.30

Neues aus QualityLand

(Marc-Uwe Kling) 20.00

Mamma Mia! –Das Musical mit

den Hits von ABBA 18.30

Nornu –Die Show (Schwarzblond &

DieRossi Dance Company) 20.00

Der kleine Drache Kokosnuss 16.30

Und ich folge meiner Spur 20.00


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 – S eite 23 *

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Sport

DFB-Pokal

Hertha rückt

zusammen

Michael Jahn

sieht positiveSignale nach

einem frustrierendenAbend.

Als nach 120 Minuten das Pokal-

Drama zwischen Schalke 04 und

Hertha BSC nach einem 3:2-Sieg für

Schalke abgepfiffen wurde, war den

Protagonisten nicht nach Statements

zur sportlichen Situation zumute.Esging

zuvorderst um die rassistischen

Beleidigungen gegenüber

dem Berliner Abwehrhünen Jordan

Torunarigha, wegen der der Kontrollausschuss

des Deutsche Fußball-Bunds

nun ermittelt. Vondenen

Schiedsrichter Harm Osmers erst

verspätet erfahren haben soll.

Torunarigha, 22, war während des

Spiels mit Affenlauten von den Tribünen

bedacht worden. Eine Mischung

aus Rassismus und Dummheit,

sie erklärt die Emotionen, die

Torunarigha zeigte, als er in der Verlängerung

gefoult wurde, als er mit

einer Getränkekiste warf, was eine

Gelb-Rote Karte zur Folge hatte. Der

Platzverweis war wahrscheinlich

nicht spielentscheidend, schwächte

aber Herthas Team sehr,das immerhin

19 Minuten der Nachspielzeit

mit zehn Profis auskommen musste.

Diese Niederlage,die vermeidbar

war, könnte aber Hertha durchaus

emotional gestärkt haben, weil das

Team um Torunarigha noch enger

zusammenrückte.

Die ewige Sehnsucht

Trainer Jürgen Klinsmann bleibt in

diesem Jahr nur die Rolle des Kiebitzes,

wenn am 23. Mai imBerliner

Olympiastadion das Finale im DFB-

Pokal über die Bühne geht. Vorallem

sein Vor-Vorgänger als Cheftrainer

von Hertha BSC, der Ungar Pal Dardai,

hatte sich in seiner viereinhalb

Jahrelangen Amtszeit das große Ziel

gesetzt, im eigenen „Wohnzimmer“

endlich einmal mit seiner Mannschaft

im Endspiel auf dem Rasen zu

stehen. Bekanntlich vergeblich.

Fakt ist: Selten hat eine Mannschaft

von Hertha BSC in den zurückliegenden

Wochen so viel richtig

gemacht wie beim Pokal-Krimi auf

Schalke, allerdings, und das ist die

Krux, nur 75 Minuten lang. Klinsmann

brachte gegenüber dem 0:0

gegen Schalke in der Liga vorfünf Tagen

fünf neue Profis ins Spiel, ließ

das kampfstarke Team im 3-5-2-System

antreten. Einkompaktes Mittelfeld

stoppte lange die Schalker Angriffe.

Und vorn wirbelten zwei

Sturmspitzen, die zuvor noch nie zusammenspielt

hatten: Pascal Köpke

und der 23-Millionen-Euro-Mann

Krzysztof Piatek, der noch vor einer

Woche für den AC Mailand am Ball

war. Das Team stand kompakt,

spielte giftig und endlich auch mutig

nach vorn. Der Masterplan schien

aufzugehen, denn beide Angreifer

trafen und Hertha beherrschte das

Duell –bis dann die Schlussviertelstunde

anbrach. Individuelle Fehler

(Rune Jarstein, Maximilian Mittelstädt)

und nun äußerst kampfstarke

Schalker Gastgeber brachten die

Wende.

Hertha muss sich jetzt kräftig

schütteln, kann sich nach dem Pokal-Aus

ganz darauf konzentrieren,

endgültig dem Tabellenkeller in der

Bundesliga zu entfliehen. Wenn die

Mannschaft am Sonnabend im

Olympiastadion gegen Mainz über

90 Minuten die Leistung abruft, die

sie im Pokal leider nur 75 Minuten

zeigen konnte,sollten drei Punkte in

Berlin bleiben und der Sprung ins

Mittelfeld der Tabelle gelingen. Das

ist −bei allem menschlichen Drama

−imMoment aus sportlicher Sicht

noch wichtiger als das Erreichen des

Viertelfinals im Pokal. Seite 1

TorwartRafał Gikiewicz greift ein: Der 1. FC Union hat gegen den SV Verl mehr Mühe als gedacht.

Maloche zwischen Mondkratern

Der 1. FC Union zieht mit einem mühsamenSieggegenVerl erstmals seit 19 Jahren ins Pokal-Viertelfinale ein

VonMathias Bunkus

Es gehört zum schlechten

Stil im Profifußball, als Auswärtsmannschaft

über den

Rasen des Gastgebers zu

meckern. Die Devise der Spieler des

1. FC Union ist deshalb in der Vergangenheit

stets gewesen: Nicht nörgeln,

schließlich muss auch der jeweilige

Gegner auf dem vermeintlichen

Acker kicken. So beschwerte

sich auch am Mittwochabend im

Nachklang des DFB-Pokal-Achtelfinalspiels

beim Viertligisten SC Verl

keiner der Köpenicker Kicker über

die vereinzelt mondkratergroßen

Löcher im Geläuf, auch wenn die offensichtlich

dazu beitrugen, dass es

dem Bundesligisten erst in der 86.

Minute gelang, in Person vonRobert

Andrich das entscheidende Tor

zum1:0 (0:0)-Erfolg zu erzielen. Für

die Eisernen ist es der erste Einzug

ins Pokal-Viertelfinale seit 19 Jahren.

Unions Trainer Urs Fischer überraschte

vor dem Spiel mit einer Aufstellung,

die, anders als angenommen,

keinerlei personelle Rotation

aufwies.Keine Spur vonder„zweiten

Garde“ − der Schweizer vertraute

demTeam, auf das er sich auch in der

Liga stets verlassen konnte. Michael

Parensen rückte in der Dreierkette

für Neven Subotic in die Partie, Anthony

Ujah ersetzte den in Dortmund

glücklosen Yunus Malli.

Der DFB ermittelt

Nach den rassistischen Beleidigungen gegen Herthas Jordan Torunarigha beginnt die Aufarbeitung

Geschäftsführer Michael Preetz

von Hertha BSC hat Schiedsrichter

Harm Osmers aufgrund rassistischer

Beleidigungen gegen Verteidiger

Jordan Torunarigha um

Schutz für den Berliner Spieler gebeten.

Er habe vorder Verlängerung im

DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC

Schalke 04 zunächst mitTorunarigha

gesprochen und dann den Vierten

Offiziellen Sven Waschitzki und Referee

Osmers über diesen Vorfall informiert„mit

der Bitte versehen, unseren

Spieler zu schützen“, sagte

Preetz am Mittwoch in einer Mitteilung

auf der Internetseite des Vereins.

„Wir verurteilen jegliche Form

von Rassismus auf das Schärfste!

Rassistische Beleidigungen sind in

jedem Stadion ebenso wie in jeder

anderen Situation des Lebens zu verurteilen“,

sagte Preetz. „Uns alle hat

dieser Vorfall sehr getroffen und wir

stehen geschlossen hinter unserem

Spieler.“

Empfehlungen der Fifa

Die Bedeutung des Fußballs müsse

noch stärker genutzt werden, um

Rassismus und Diskriminierung aus

der Gesellschaft zu verbannen, betonte

der Manager. Erbedankte sich

bei den Verantwortlichen des Revier-

„Wir haben

’Karo einfach’

gespielt.“

Die Intention war offensichtlich:

Den Unionern war die Schwere der

Aufgabe beim Regionalligisten vollends

bewusst. Keiner sollte behaupten,

dass Trainer Urs Fischer und

sein Team dieses Achtelfinalspiel

nicht Ernst nehmen würden. Der

Schweizer hatte deshalb schon unter

der Woche klargestellt: „Ich habe immer

gesagt, dass es einem Profifußballer

möglich sein sollte, auch mal

eine englische Woche mit drei Spielen

in acht Tagen schadlos zu überstehen.“

Doch wer obdes namhaften Personals

ein Fußballfeuerwerk vonSeiten

der Eisernen erwartete, wurde

(selber Schuld!) auch diesmal enttäuscht.

Denn die Unioner zeigten

wenig Initiative, schon früh in der

Partie für klare Verhältnisse zu sorgen

und ließen stattdessen den Gastgebern

überraschend viel Platz, um

ins Spiel zu finden. Nach 16 Minuten

prüfte Stürmer Zlatko Janjic erstmals

Unions TorwartRafal Gikiewicz.

Drei Minuten später machte sich

dann erstmal sder vermaledeite Rasen

in der Verler Sportclub Arena bemerkbar.

Sebastian Andersson erar-

Robert Andrich Siegtorschütze des 1. FC Union im Pokalspiel

gegen den SC Verl

über die taktische Herangehensweise des Bundesligisten

gegen den Viertligisten

beitete sich halbrechts den Ball und

kam frei zu Schuss,der weil die Kugel

mächtig holperte, donnerte der

Schwedische Nationalspieler sie,

statt aufs Tor, in den westfälischen

Abendhimmel.

Besser machte es da der auffällige

Christian Gentner, der drei Minuten

vor der Pause vom Strafraumrand

knapp übers Torschoss. Von einem

Dreiklassenunterschied war bis dahin

herzlich wenig zu bemerken.

klubs „für die besonnene Reaktion“

nach der 2:3-Niederlage. „Nur gemeinsam

werden wir diesem Problem

Herr werden.“

Der Kontrollausschuss des Deutschen

Fußball-Bundes hat inzwischen

Ermittlungen eingeleitet. Hertha

BSC und Torunarigha wurden zu

einer Stellungnahme aufgefordert,

wie der DFB am Mittwoch bestätigte.

Eine Empfehlung des Weltverbandes

Fifa sieht unter anderem vor, die Zuschauer

via Durchsageaufzufordern,

diskriminierende Beleidigungen zu

unterlassen. Osmers habe aber in

der Verlängerung keine weiteren

Vorfälle wahrgenommen, sagte Peter

CITY PRESS

Was natürlich vornehmlich an

den schwierigen Platzverhältnissen

lag, wohl aber auch an einer gewissen

Planlosigkeit der Eisernen, denen

kein rechtes Mittel einfallen

wollte,offensiv echte Akzente zu setzen.

Was wiederum, in Anbetracht

der individuellen Qualität des Gegners,

einigermaßen befremdlich

war.

Das einzige Erfolgsrezept blieben

daher auch im zweiten Durchgang

Schüsse aus der Distanz. Zwei Minuten

nach der Pause prüfte erneut

GentnerVerls TorwartRobin Brüseke

mit einem Volleyschuss, inder 59.

Minute versuchte es der Mittelfeldspieler

erneut vom Strafraumrand,

doch den flatternden Ball konnte

Brüsekeauch diesmal parieren.

Eine ähnliche Herangehensweise

wählte der eingewechselte Marius

Bülter,der zweimal knapp neben das

Torschoss (64., 65.) und so erstmals

in der Partie über mehrere Minuten

für etwas Druck sorgte. Die Verler

Spieler waren zu diesem Zeitpunkt

schon merklich an der Grenzezur Erschöpfung

angelangt, stemmten

sich aber weiter tapfer gegen das

drohende Gegentor.

Das gelang Robert Andrich

schließlich auch erst vier Minuten

vor dem Schlusspfiff. Natürlich mit

einem satten Schuss aus der Distanz.

Mehr war andiesem Abend und auf

diesem Rasennicht drin.

Sippel, der beim DFB im Team Elite-

Schiedsrichter arbeitet.

Auch die umstrittene Rote Karte

für Schalke-Trainer David Wagner

beschäftigt den DFB weiter. „Wir

werden die Verhängung der Roten

Karte überprüfen und vor allem danach

überprüfen, ob es sich um eine

offensichtliche Fehlentscheidung

des Schiedsrichters handelt“, sagte

Anton Nachreiner, Vorsitzender des

DFB-Kontrollausschusses, dem Onlineportal

des Senders Sport1. Platzverweise

werden nachträglich allerdings

nur bei einem ganz offensichtlichen

Irrtum des Referees zurückgenommen.

(dpa)

Löcher

in der

Deckung

RB Leipzig ist vor dem Spiel

gegen Bayern aus der Spur

VonFrank Hellmann,Frankfurt

Dayot Upamecano war nur noch

frustriert. Kurz vor Schluss, als

sich das Pokal-Aus für RB Leipzig im

Achtelfinale bei Eintracht Frankfurt

(1:3) längst andeutete,spielte der Innenverteidiger

einen begleiteten

Pass ins Seitenaus. Enttäuscht

schwang er ohne Ball das Schussbein

durch –wie es Kicker im American

Football probeweise tun. Der21-

Jährige wirkt überspielt. „Wir können

ihm keine Pause geben“, sagte

Trainer Julian Nagelsmann, „demnach

muss er da durch.“

Den32-Jährigen ärgertdie Schaffenskrise

vor dem Topspiel beim FC

Bayern am Sonntag (18 Uhr). Sein

Team ist nach drei sieglosen Spielen

aus der Spur geraten, hat in der Liga

die Tabellenführung verloren und als

Vorjahresfinalist den Pokal verspielt.

Gegen Frankfurt hatte Nagelsmann

für seine Mannschaft keinen Plan,

der aufging. Zum sechsten Mal in

Folge gerieten die Sachsen in einem

Pflichtspiel in Rückstand. Strukturelle

Probleme negierte Nagelsmann

nicht, wollte die weitereAnalyse aber

mit den Profis angehen.

Bayern im Hütter-Stil?

Er scheint froh zu sein, dass sich am

Wochenende die Ausgangslage ändert.

„München wird etwas anderes,

weil die Bayern nicht so tief wie

Frankfurtstehen werden. DieBayern

spielen eher weniger auf Konter. Es

sei denn, Hansi Flick überrascht

mich so wie AdiHütter.“Der Kollege

hatte mit einem flexibel interpretierten

4-3-3-System die Ausrichtung

geändert, um das Pressing zu umgehen.

Letztlich profitierte die Eintracht

aber davon, dass das Leipziger

Deckungszentrum löchrig ist.

Wegen der Langzeitausfälle von

Willi Orban und Ibrahima Konaté

verteidigt Upamecano derzeit entweder

mit Lukas Klostermann oder

Marcel Halstenberg –beide sind eigentlich

auf der Außenbahn stärker.

Halstenberg unterlief das Handspiel

vordem vonAndré Silvaverwandelten

Strafstoß zum 0:1 (17.), Upamecano

spielte den Fehlpass vor dem

0:2 vonFilip Kostic (51.).

Leipzig wirkt hinten nicht stabil

und vorne nicht konsequent. „Uns

hat im letzten Drittel die Effektivität

gefehlt“, gab StürmerYussuf Poulsen

zu. Timo Werner kam zu spät, um in

der Offensivenoch für die Wende zu

sorgen. Dass Nagelsmann auf seine

schnellste Waffe bei den Bayern

nicht erneut verzichtet, steht fest.

Immerhin: Neuerwerbung Dani

Olmo erzielte nach seiner Einwechslung

nicht zufällig das einzige Tor

(68.). Der technisch hochbegabte

Spanier, 21, im Winter für 20 Millionen

Euro Basisablöse von Dinamo

Zagreb geholt, legte einen sehr zielgerichteten

Auftritt hin, der RB in

diesem Jahr noch helfen könnte.

Und das, obwohl das Getränk des Sponsorsjaangeblich

Flügel verleiht: Leipzigs

Christopher Nkunku.

DPA/ARNE DEDERT


24 * Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Sport

Der Franzose

im

Dänen

Fuchs Johan Koch sucht

seine Life-Work-Balance

VonCarolin Paul

Johan Koch lag auf dem Boden und

krümmte sich vor Schmerzen.

Während das Publikum noch seinen

Tor-Erfolg in der Bundesliga-Partie

gegen die HBW Balingen-Weilstetten

feierte, hatte der Füchse-Spieler

zurücklaufend einen fiesen Schlag

im Rippenbereich einstecken müssen

und rang auf dem Parkett nach

Luft.Wenngleich der Kreisläufer eine

gewisse Härte durchaus gewohnt ist,

dieser Kontakt kam selbst für ihn unerwartet.

Dementsprechend argwöhnisch

war sein Blick in Richtung

der gegnerischen Bank, als er sich

wieder aufgerappelt hatte.

Die anwesenden Zuschauer

durchzog ein kurzer Schock. Zu oft

hatten die Berliner in letzter Zeit verletzungsbedingte

Ausfälle kompensieren

müssen und bei dem aktuellen

Pensum wird jeder Mann gebraucht.

Mitdem Spiel heute in Ludwigshafen

und der EHF-Begegnung

am Sonntag bei PAUC Aix en Provence

(beide 19 Uhr) haben die

Füchse drei Spiele in acht Tagen zu

absolvieren, und wie schon gegen

Balingen fehlen Kochs Pendant am

Kreis Mijajlo Marsenic sowie Dejan

Milosavljev, Simon Ernst, Mattias

Zachrisson und Fabian Wiede.

Auszeit mit Carlos

Für den 29-Jährigen bedeutet das

momentan eine höhere Verantwortung

in der Abwehr und im Angriff

sowie vor allem mehr Einsatzzeit.

Eine Aufgabe, die Koch gerne annimmt.

„Ich spiele ja Handball, um

auf dem Feld zu sein und nicht nur,

um zu trainieren“, erklärt der Däne,

„es ist nicht das erste Mal, dass ich

am Kreis allein bin und auch jetzt

werde ich diese Rolle wieder versuchen

zu erfüllen.“ Die körperliche

Füchse-Profi Johan Koch ist nur schwer

aufzuhalten.

BERND KÖNIG

Belastung kann er diesbezüglich natürlich

nicht verneinen, viel mehr

Wert misst der Däne allerdings den

Reisestrapazen und der mentalen

Anstrengung zu. Umso wichtiger sei

es,zwischen den Spielen abzuschalten

und sich mit mehr als nur Handball

zu beschäftigen. Für Koch bietet

sich dafür bei schönen Wetter beispielsweise

eine Runde über den

hiesigen Golfplatz an oder ein Spaziergang

mit Hund Carlos.

„Ich versuche so gut wie möglich

Berlin zu erleben. Das geniale hier

ist, dass es Kultur für alle Klassen und

Typen gibt“, sagt der studierte Sportmanager

und gelernte Bankkaufmann,„aber

Kunst undWein –das ist

meine Mischung.“ Aufden Besuch in

der Galerie folgt im besten Fall ein

französisches Essen gepaart mit einem

Pinot Noir. Dalässt es sich der

Handball-Profi, im Rahmen seiner

sportlichen Tätigkeit versteht sich,

gut gehen. Mittlerweile hat er sogar

in ein dänisches Weingut investiert–

weil man eben nie weiß, wie lange

man wo als Athlet aktiv sein kann.

Kochs Vertrag bei den Füchsen

gilt bis 2021. Wenn er jedoch weiter

mit seiner Durchsetzungskraft am

Kreis und einer fast fehlerfreien

Wurfquote überzeugt, sollte weiteren

kulturellen und sportlichen

Streifzügen nichts im Wege stehen.

Aufmarsch der Kapitäne: Ludwig Müller betritt mit Bayern-Profi Franz Beckenbauer den Rasen des Berliner Olympiastadions. IMAGO IMAGES (2)

Als Luggi den Medizinball schlug

Hertha will ein Big-City-Club sein. Große Träume gab es schon früher –und klamme Kassen. Eine Chronik

VonMichael Jahn

Hertha BSC war im Januar

2020 Weltspitze. Das ist

kein Witz. 77 Millionen

Euro investierte der Klub

in der Winterpause für vier neue Profis,mehr

als jeder andereVerein weltweit.

Einer, der solche Großeinkäufe

seiner Hertha gern erlebt hätte, war

der 88-jährig im Dezember 2010 verstorbene

Wolfgang Holst. Das Bundesliga-Urgestein,

bei Hertha Obmann,

Manager, Präsident und bis

zuletzt die graue Eminenz desVereins

lotste in den 60ern, 70ern und 80ern

mehr als 100 Spieler nach Berlin. Das

glich oft einem Kraftakt. Neben dem

Gastronomen (Holst am Zoo) waren

bisher nur die Manager Dieter Hoeneß

und Michael Preetz so aktiv auf

dem Spielermarkt wie Holst, dessen

Überredungskünste in Verhandlungen

legendär sind.

Der ganz große Unterschied zwischen

den Transferaktivitäten eines

Michael Preetz und eines Wolfgang

Holst: Holst hatte nie genügend Geld

zur Verfügung, musste oft tricksen

und ignorierte ab und anVerbote wie

bei der Zahlung überhöhter Handgelder

in den Gründerjahren der

Liga. Dennoch gelangen ihm spektakuläre

Verpflichtungen, Tops und

auch Flops. Ehe ein Michael Preetz

mit Millionen arbeiten konnte, ging

es bei Herthas Spielerkäufen bescheidener

aber auch spannend zu.

Risikoreich, doch sehr erfolgreich

war Holsts Deal mit dem beliebten

Nationalspieler Ludwig„Luggi“ Müller,der

Anfang der 70er in Mönchengladbach

spielte. Holst suchte einen

Abwehrchef und lockte Müller mit

allerleiVersprechungen. Derwar wegen

eines Schien- und Wadenbeinbruchs

zehn Monate ausgefallen.

Holst ließ Müller nach Berlin einfliegen.

Trainer „Fiffi“ Kronsbein, der oft

in Feldwebel-Manier regierte,unterzogden

Spieler einem Leistungstest.

Dermusste unter anderem 20 Medizinbälle

in Serieschlagen.

Holst zahlte 60 000 Mark Ablöse

und ein Handgeld von 70000 Mark

an Müller, der danach 97 Bundesligaspiele

in Serie für Hertha bestritt

und zehnmal per Elfmeter traf. Als

Müller sein letztes Spiel für Hertha

absolvierte, standen die Fans im

Olympiastadion minutenlang auf

den Tribünen, feierten ihn.

Ein ähnlicher Coup schwebte

Holst 1982/83 vor, als er Rainer Bonhof

vom 1.FCKöln nach Berlin lotsen

wollte. Der hatte in einem Europacup-Spiel

der Kölner gegen den AS

Rom eine leichte Verletzung erlitten,

fühlte sich aber fit für einen Wechsel.

Holst verhandelte, für 420 000 Mark

Ablöse kam Bonhof zur Hertha.

Doch in einem Auswärtsspiel in Düsseldorferlitt

er auf eisigem Rasen einen

Adduktorenabriss. Nach nur

sechs Einsätzen wurde Bonhof

Sportinvalide.Hertha stieg ab.

Um zu illustrieren, um welche

Summen es in den 1970er-Jahren

ging, zwei Beispiele aus der Ära

Holst: 1974 scheiterte ein Wechsel

vonOttmar Hitzfeld, damals Spieler

beim FC Basel, nach Berlin. Die Ablöse

von 400 000 Mark war zu hoch,

Hertha wieder mal klamm. 1975

Real Madrid kann kommen

Albas Basketballer sind mit Europas Elite auf Augenhöhe

aber holte Holst den bulligen Torjäger

Erwin Kostedde von den Offenbacher

Kickers für 650 000 Mark zur

Hertha.

Oder nach dem Fall der Mauer

im November 1989: Hertha war in

die Erste Liga aufgestiegen und

musste sich für die Saison 1990/91

verstärken. Manager Horst Wolter

ignorierte DDR-Nationalspieler, die

wie die BFC-Spieler Andreas Thom,

Thomas Doll oder Frank Rohde ab

und an im Olympiastadion auf der

Tribüne saßen.Wolter setzte auf den

„Dieter Hoeneß und Aufsichtsratschef

Robert Schwan hatten den Deal ohne das

Wissen der anderen Aufsichtsräte eingefädelt,

was später zu Krach führte.“

Heinz Warneke erinnert sich an seine Zeit als Hertha-Aufsichtsrat, den Transfer von

Bryan Roy und das Finanzgebaren der Klubführung Ende der Neunzigerjahre.

Atio Garcia Reneses macht nach

Spielen keine großen Worte,

übertreibt es nicht mit Gesten. Nach

dem 102:96-Sieg bei Armani Mailand

sagte der Trainer der Basketballer von

Alba Berlin: „Wir wussten, dass es

sehr schwer werden würde, dajedes

Spiel in der Euroleague schwer ist.“

Und: In der Bundesliga, im BBL-Pokal

und der Euroleague zu spielen, mit all

den Reisen, sei sehr schwierig.„Daher

freue ich mich sehr über die Fortschritte,

die alle meine Spieler machen.“

Nunist es nicht irgendein Sieg,

irgendein Fortschritt, wenn ein deutschesTeam

in Mailand gewinnt, beim

Achten und Play-off-Kandidaten der

Euroleague. Manager Marco Baldi

war daher sehr stolz. „Wir waren in

dieser Saison fast immer auf Augenhöhe,aber

außer Lob blieb oft nichts

hängen. Deshalb hat dem Team das

richtig gut getan“, sagte der Geschäftsführer.Lange

erfreuen können

sich die Berliner aber nicht. Bereits an

diesem Donnerstag wartet in der

Arena am Ostbahnhof das Spitzenteam

Real Madrid (20 Uhr). Für Baldi

ist der spanische Meister„das Maßaller

Dinge“, Alba Außenseiter. (BLZ)

14-maligen Nationalspieler Uwe

Rahn. Deutschlands Fußballer des

Jahres 1987, Torschützenkönig mit

24 Treffern, ließ Hertha in neue finanzielle

Dimension vorstoßen.

Zum ersten Mal wurde die Millionengrenzeüberschritten,

Rahn kostete

1,7 Millionen Mark, die an den

1. FC Köln gingen. Doch er war über

den Zenit seiner Karriere, oft verletzt

und schoss in 21 Einsätzen lediglich

fünf Tore. Hertha stieg mal

wieder ab.

Erst 1997 wurde Rahn als teuerster

Hertha-Spieler vom Holländer

Bryan Roy abgelöst. Manager Hoeneß

zahlte 3,15 Millionen Mark an

Nottingham Forest. Der brillante

Techniker wurde in Berlin nie heimisch,

zeigte selten sein großes Können.

In neue Sphären drang Hertha

dann im Dezember 1999 vor. Hoeneß

holte den Brasilianer Alex Alves

vonCruzeiroBelo Horizonte.Ablöse:

15,2 Millionen Mark!Der langjährige

Aufsichtsrat Heinz Warneke, von

1972 bis 1974 auch Hertha-Präsident,

erinnert sich: „Dieter Hoeneß

und Aufsichtsratschef Robert

Schwan hatten den Deal ohne das

Wissen der anderen Aufsichtsräte

eingefädelt, was später zu Krach

führte. Das viele Geld auszugeben,

war aber vertretbar, da wir in der

Champions League spielten.“

Alves beschäftigte gegnerische

Abwehrreihen und die Berliner Medien,

die viele verrückte Geschichten

über den extrovertierten Mann bekamen.

2000 schoss er das Tordes

Jahres, einen Treffer aus 52 Metern

Entfernung erzielt. Alves starb im

November 2012 mit 37 Jahren an einer

Knochenmarkserkrankung.

2001 gelang Hoeneß ein Coup,als

er den Brasilianer Marcelinho für 14

Millionen Mark verpflichtete. Der

gilt bis heute als einer der besten

Hertha-Spieler überhaupt. Die Bilanz

vonHoeneß: Er holte 106 Profis

für insgesamt 75,3 Millionen Euro

nach Berlin. Einmal schaffte es Hertha

unter seiner Ägide in die Champions

League, siebenmal gelang die

Qualifikation für den Uefa-Cup.

Beinahe eine Ewigkeit, bis 2017,

blieb Alves an der Spitze der teuersten

Hertha-Spieler, ehe Preetz den

Stürmer Davie Selke für acht Millionen

Euro von RBLeipzig kaufte. Es

folgte die Transfer-Offensivevom Januar

2020 mit Hilfe der Millionen

von Investor Lars Windhorst. Am

Dienstag im Pokalspiel in Gelsenkirchen

kam der 23-Millionen-Euro-

Mann Krzysztof Piatek, Herthas teuerster

Angreifer aller Zeiten, erstmals

von Beginn an zum Einsatz. Er

schoss sein erstesTorfür Berlin –und

schied mit den Berlinernaus.

Jetzt beginnt die Reiserei

Den BR Volleys gelingt der 17. Sieg im 17. Ligaspiel

Bundesliga-Volleyball ist in der

Berliner Schmelinghalle erst wieder

am 15. März zusehen. Zuvor reisen

die BR Volleys durch Europa: von

Lüneburg nach Ljubljana, zum DVV-

Pokalfinale nach Mannheim, von

dort direkt nach Kemerowo inSibirien.

Auch wegen der langen Heimspielpause

von 39 Tagen war der

Mannschaft vonTrainer Cedric Enard

am Mittwochabend daran gelegen,

ihren Fans im Ligaspiel gegen Herrsching

in bester Erinnerung zu bleiben

–und nebenbei auch ungeschlagen.

Beides gelang.Wobei die Berliner

beim 3:0 (25:20, 25:15, 25:23) vor

3479 Zuschauern inden ersten zwei

Sätzen elf, zwölf Punkte in Führung

lagen, Herrsching glückte kein einziger

Blockpunkt. Berliner Unkonzentriertheit

sorgte für Ergebniskosmetik.

Aber es ist nur ein kleiner Schritt von

der Leichtigkeit zum Schlendrian. Im

dritten Satz lag Berlin hinten, weshalb

Enardseinen Stift verärgertzuBoden

pfefferte.Ben Patch sorgte beim 23:22

dann für die erste Berliner Führung,

Cody Kessel verwandelte den Matchball.

Sieg 17 in Spiel 17 war geschafft.

Jetzt beginnt die Reiserei. (kah.)

NACHRICHTEN

Ab 2021 findet ein zweites

Istaf Indoor statt

LEICHTATHLETIK. Einen Tagnach

dem Beinahe-Weltrekordvon Stabhochsprung-Europameister

Armand

Duplantis (Schweden) hat das

Leichtathletik-Meeting in Düsseldorfeine

Aufwertung erhalten. Am

31. Januar 2021 wirddie Veranstaltung

neben dem StammortBerlin (5.

Februar) als zweites Istaf Indoor ausgetragen.

Dies gaben die OrganisatorenamMittwoch

bekannt.

Berliner Segler sind wegen

Coronavirus isoliert

SEGELN. Zwei 470er-Segler aus Berlin

sind bei einem Trainingsaufenthalt

im Leistungszentrum der chinesischen

Stadt Haikou vonden Folgen

der schnellen Coronavirus-Ausbreitung

betroffen. Der19Jahrealte

Steuermann Daniel Göttlich und

sein gleichaltriger Vorschoter Linus

Klasen dürfen ihr Wohngebäude seit

gut zwei Wochen nur mit Mundschutz

und ausschließlich zum Segeln

verlassen.

Wasserfreunde Spandau

überraschen bei Szolnoki

WASSERBALL. Rekordmeister Spandau

04 hat am Mittwochabend überraschend

das Champions-League-

Spiel bei Szolnoki VSK gewonnen.

DieBerliner feierten am 8. Spieltag

der Gruppe Adurch das 8:7 (2:3, 2:2,

3:2, 1:0) bei Ungarns Spitzenteam einen

wichtigen Sieg. BeiSpandau

überragte Keeper Laszlo Baksa. Vier

Minuten vorSchlus erzielte Maurice

Jüngling in Überzahl das 8:7.

CarlZeiss Jena trennt sich

von Trainer Schmitt

FUSSBALL. Drittligist FC Carl Zeiss

Jena hat sich nach nur vier Monaten

vonTrainer Rico Schmitt getrennt.

Einen Grund nannte der Club in seiner

Mitteilung nicht. Zuletzt hatte es

jedoch Berichte über atmosphärische

Störungen zwischen Schmitt

und der Mannschaft gegeben. Der

bisherige Assistenzcoach René

Klingbeil übernimmt interimsweise.

ZAHLEN

Fußball

DFB-Pokal, Achtelfinale

BayerLeverkusen -VfB Stuttgart 2:1 (0:0)

SC Verl -1.FCUnion 0:1 (0:0)

FC Bayern -TSG Hoffenheim 4:3 (3:1)

1. FC Saarbrücken -Karlsruher SC

Eintracht Frankfurt-RBLeipzig 3:1

1. FC K’lautern-Fort. Düsseldorf 2:5

FC Schalke04-Hertha BSC

3:2 n.V.

Werder Bremen -Bor.Dortmund 3:2

Handball

BundesligaMänner

RN Löwen−Melsungen Do., 19.00

Magdeburg −Hannover Do., 19.00

Bergischer HC −Flensburg Do., 19.00

Balingen−Lemgo Do., 19.00

Ludwigshafen-Fr.−Füchse Do., 19.00

HSG Nordhorn−HSG Wetzlar So., 13.30

THW Kiel −Erlangen So., 16.00

Minden −Göppingen So., 16.00

Stuttgart−Leipzig So., 16.00

1 THW Kiel 21 630: 545 34: 8

2 Flensburg 21 560: 488 32:10

3 Hannover 21 611: 569 31:11

4 Magdeburg 21 613: 557 30:12

5 Füchse 21 609: 557 30:12

6 RN Löwen 20 566: 524 28:12

7 Melsungen 20 558: 538 25:15

8 HSG Wetzlar 21 584: 581 22:20

9 Leipzig 21 577: 580 22:20

10 Bergischer HC 21 562: 570 17:25

11 Erlangen 21 553: 576 16:26

12 Lemgo 21 575: 603 16:26

13 Göppingen 19 479: 499 15:23

14 Balingen 21 581: 631 15:27

15 Minden 20 527: 552 13:27

16 Stuttgart 20 517: 573 12:28

17 Ludwigsh.-Fr. 21 489: 534 12:30

18 HSG Nordhorn 21 490: 604 2:40


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 25

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ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

beantworten oder abzudrucken.

Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Mit gemeinschaftsstiftender

Road Map Tesla anpacken

Brandenburg: „Tesla lädt Anwohner zu

Infonachmittag“ von SilkeNauschütz

(5. Februar)

Mit Geduld ist das ja schön und gut.

Das ist aber kein zielführender Ansatz.

Statt dem paternalistischen Appell

wäreesangebracht, ein öffentliches

Verständigungsformat aufzulegen

„Wir entwickeln Brandenburg

gemeinsam in Grünheide.“ So

könnte man mit denen, die sich –

hoffnungsfroh oder beunruhigt –betroffen

fühlen, ausloten, was aus diesem

Projekt möglichst Positives für

die eigene Region werden kann. Gemeinsam

ließe sich das mit einer gemeinschaftsstiftenden

Road Map

anpacken. Statt Regierungs- und Investoren-Audienzen

für die BürgerInnen.

Klaus Brake, Berlin-Wilmersdorf

Wenn die Fördermittel des Landes

Brandenburg erst mal verbraucht

sind, wird Tesla genauso verschwinden

wie Cargolifter und wie sie alle

hießen. Macht euch doch nichts vor,

ihr wisst doch alle, wie der Hase

läuft. Denkt ihr,die machen den Unterschied?

Ichglaube nicht.

Bonnie Schwarzkatz, Facebook

Bremsen, diskutieren, kritisieren

und streiten, bis der Zug abgefahren

ist und Deutschland zurückbleibt.

Wie beim Bildungswesen, bei der E-

Mobilität, bei der Digitalisierung in

der Verwaltung und beim Ausbau

der digitalen Infrastruktur (Internet

und Funknetze).

Torben Bonde Lauridsen, Facebook

Erst sind alle gegen Atomkraft (zu gefährlich),

dann gegen Kohlekraft (zu

klimaschädlich), dann gegen Windkraftausbau

(hässlich, Schattenwurf,

Infraschall), dann gegen Verbrennungsmotoren

(klimaschädlich)

und jetzt auch noch gegen die Ansiedlung

einer Fabrik für Elektroautos?

Am besten klettern wir in

Deutschland zurück auf die Bäume.

Svenja Frerichs, Facebook

Na klar, das hätte mich auch massiv

gewundert, wenn man ein Werk,das

Arbeit und Zukunft in den Bereich

Berlin bringt, einfach so genehmigt.

Das klappt doch hier niemals. In

Deutschland stellt man sich gerne

ein Bein. Und dann das Jammern

nicht vergessen. Es ist ein Elend.

Brigitte Meiners, Facebook

Autos sind halt doch das Wichtigste

in Deutschland, noch wichtiger als

die eigene Existenz.

Doreen Tietz, Facebook

Gegen fünf Uhr mindestens

14 bis 25 geparkte Autos

Berlin: „BVGnimmt hundertAutos an

den Haken“ von Peter Neumann

(29. Januar)

Daswirdauch Zeit. Alleine die Dreistigkeit:

In Lankwitz zählt man schon

gegen fünf Uhrmindestens 14 bis 25

geparkte Autos. Sorichtig nach dem

Motto „und jetzt erst recht!“ Es sollte

auch nicht nur im Haltestellbereich

abgeschleppt werden.

AmyRothenburg,per E-Mail

Das Fernsehballett der DDR 1982 in der Sonnabendabendshow „Ein Kessel Buntes“.

Ein Stück Identität der Ostdeutschen

Facebook: „DDR-Tanzensemble: Deutsches Fernsehballett wird Ende

2021 aufgelöst“

(2. Februar)

Ich finde es wirklich großartig, dass sie sich so lange behaupten

konnten und schade darum, dass wieder ein Stück Identität der

Ostdeutschen verloren geht. Sirkka Neumann

DasPublikum stirbt einfach weg. Meine Elternund mich interessiertes

ebenso wenig wie andereinmeinem Alter oder dem meiner Kinder.Ich

gucke eben gern„Criminal Minds“ und ähnlich gute Serien und Filme.

Über 60 Jahre dasselbe zu bringen und vom Publikum denselben Geschmack

zu erwarten, ist eh der baldige Tod. Shiva Braunschweig

Kohleausstieg –die akute Krise ist da

Politik: „Kampf gegen die Kohle“

(3. Februar)

Das Kohleausstiegsgesetz ist zum

Verzweifeln. Acht Mitglieder der

Kohlekommission haben resigniert,

sehen den Kohlekompromiss als

aufgekündigt an und vermissen bei

der Bundesregierung einen Fahrplan

für die Steigerung erneuerbarer

Energien im Stromsektor. Warum

verbrennen wir 20 weitere Jahre

Kohle,wenn wir uns damit das Wasser

abgraben und noch mehr die

Erdüberhitzung ankurbeln? Weil die

Kohle nicht schnell durch andere

Energien ersetzt werden kann? Nun,

in Krisen- und Kriegszeiten musste

man immer mit weniger Energie

auskommen. Viele wollen aber nicht

wahrhaben, dass die akute Krise da

ist, nachdem es schon lange einen

Krieg gibt: den gegen die Natur, bei

dem wir Menschen den Kürzeren

ziehen. Noch wird bei uns so viel

Energie für nicht Lebensnotwendiges

aufgewendet, wird soviel Überflüssiges

produziert.

Verena Walter,Berlin-Schöneberg

Ich bin sehr frustriert über die Entscheidung

der Bundesregierung zu

Kohlefrage, bzw. zur Frage nach unserer

Zukunft angesichts der angespannten

Umweltproblematik. Ich

bin Bürgerin eines der reichsten,

(und scheinbar) demokratischsten

Länder der Erde und möchte es nicht

hinnehmen, dass die meisten Kohlekraftwerke

erst zwischen 2029 und

2038 abgeschaltet werden.

ElkeLehnst, per E-Mail

Eigentlich müsste es „Kohleausstiegsbremsegesetz“

heißen. Ich

hatte gehofft, dass die Bundesregierung

durch die Einsetzung der Kohlekommission

das Engagement der

Zivilgesellschaft in ihre Entscheidungsfindung

mit einbezieht. Stattdessen

wird der aufwendig erarbeitete

Kompromiss der Kommission

durch das Kohleausstiegsgesetz zugunsten

der Interessen der ProfiteureamKohlegeschäft

(RWE, LEAG,

MIBRAG) über Bord geworfen.

Insbesondere Herr Altmaier hat

es im gleichen Zugunter der Richtlinienkompetenz

der Kanzlerin über

Jahre geschafft, den Fortschritt bei

der Entwicklung der erneuerbaren

Energien weitgehend abzuwürgen.

Deutschland landet bei dieser Umweltpolitik

aktuell auf den hinteren

Rängen in Europa.

Fazit: Die Anstrengungen der Zivilgesellschaft

für eine Klimawende

müssen wohl noch deutlich verstärkt

werden, wenn die bisherigen Aktionen

von Hunderttausenden Bürgerinnen

und Bürgernbei der Bundesregierung

bisher nur auf diese Resonanz

gestoßen ist.

Bodo Viebahn, Berlin-Zehlendorf

Selbstverständlich wäreesbesser gewesen,

man hätte das KraftwerkDatteln

4nie gebaut. Aber nun steht es

mal da. Ob es in Betrieb geht oder

nicht, hat bei den weltweiten CO 2 -

und HG-Emissionen keine Bedeutung.

Wohl aber die investierte Arbeit,

das verbrauchte Material und

das investierte Geld in Deutschland.

Es ist in diesem Einzelfall nicht vernünftig,

den Abriss zu fordern, weil

die BürgerInnen in NRW und darüber

hinaus die Zeche dafür bezahlen

müssten.

Rolf Dombrowsky, Dortmund

Ichbin sehr beeindruckt vonden Initiativen

der Jugendlichen zum Kohleausstieg

und für eine saubere Zukunft.

Ichbin traurig über das Ergebnis

der Kohleausstiegsverhandlungen.

20 Jahre soll es dauern, bis das

letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet

wird. Dasist wirklich sehr „weitsichtig“,

aber für die Umwelt verantwortungslos.

Eswär gut, auf die Jugend

zu hören. Wasgibt es nun noch für

Argumente, ein Elektroauto zu kaufen?

Es ist schließlich egal, ob ich den

fossilen Brennstoff direkt im Auto

Die DDR hatte hervorragende Ballett-Ensembles und ebenso grandiose

Choreografen. Es ist kaum noch was von übrig geblieben.

Schade,alles unwiederbringlich weg.

Elly VonHohenberg

Sehr bedauerlich, ich habe sie immer gerne gesehen. Ebenso wie ich

die großen Samstagabendshows vermisse.Gesine Bernotat

Seien wir mal ehrlich, die Zeit großer Samstagabendfernsehshows, in

denen solche Acts auftreten könnten –inder Form,wie sie es taten, als

sie gegründet wurden –sind vorbei. Ramona Trenkler

verbrenne oder mit Strom fahre, der

aus fossilen Energieträgern erzeugt

wird. Schade,dass es nicht mehr Engagement

bei Politikern und Parteien

für eine saubere Zukunft gibt.

Es ist dies nur die Fortsetzung bekannter

Mechanismen.

Klaus Amberger,Berlin-Mahlsdorf

Der Mensch an sich ist krank oder

einfach nur dumm! Anders kann ich

es mir nicht erklären.Warumwerden

wegen einiger Tonnen Braunkohle

funktionierende Ökosysteme und

ganze Siedlungen plattgemacht?

Warum wird inZeiten der Klimaerwärmung,

dem Ausstieg aus der

Atomenergie, der Verringerung des

CO 2 -Ausstoßes auf diesen überaus

dreckigen Brennstoff zurückgegriffen?

Wir erleben gerade die Auswirkungen

unseres jahrzehntelangen,

hemmungslosen Energieverbrauchs!Wiralle

stöhnen, wir alle erkennen

die Folgen: Sommer werden

immer wärmer, Pflanzen vertrocknen,

Waldbrände wüten, Talsperren

sind leer. Trotzdem ist es wichtiger,

dass es Großkonzernen ein paar weitere

Jahre gut geht. Natürlich muss

auch unser aller Energieverbrauch

sinken. So wie bisher kann es nicht

weitergehen, denn letztlich bleibt

die Umwelt auf der Strecke.

Achim Bothmann, Nordstemmen

Ich beziehe bereits seit 18 Jahren

mein Warmwasser umweltfreundlich

von der Solarthermie-Dachanlage,

inden Monaten Mai bis September

ausschließlich. Für Küche,

Bad, Waschmaschine und Heizung.

Nach wenigen Jahren hatte sich die

Investition bereits durch Strom- und

Heizöleinsparung amortisiert. Das

hätte sich Vattenfall mal anschauen

können. Aber man freut sich natürlich

über jegliche Einsicht. Da besteht

vielleicht auch für den baldigen

Kohleausstieg noch Hoffnung?

Günter Warnecke,

Berlin-Zehlendorf

DPA

Nicht im Rahmen einer

demokratischenDiskussion

Berlin: „Wir müssen Schloss und Palast

erklären“, von Maritta Tkalec

(31. Januar)

Herr Dorgerloh hält es für notwendig,

etwas miteinander auszuhandeln

und nach langen Diskussionen

demokratisch zu entscheiden. Doch

er stellt auch fest, dass die Verantwortlichen

in seiner Stiftung festgestellt

haben, dass es aus funktionalen,

technischen und konzeptionellen

Gründen nicht möglich ist, die

Gläserne Blume im Schlossneubau

wieder aufzustellen. Diese Entscheidung

fand eben nicht im Rahmen einer

demokratischen Diskussion

statt, sondern wurde, öffentlich

nicht nachvollziehbar, von wenigen

Entscheidungsträgerngetroffen. Die

öffentliche Diskussion fand erst

nach Bekanntwerden dieser Entscheidung

statt und ist, wie man aus

der Fragestellung des Interviewers

ersieht, nicht beendet. So wird daraus

kein Ort für kulturelle Vielfalt

und Demokratie.

Klaus Ewert, per E-Mail

Verbannung der Gläsernen

Blume aus dem Schloss

Der Abriss des Palastes der Republik

erinnert mich in beschämender

Weise an das hasserfüllte Kultur-Banausentum,

das Walter Ulbricht mit

dem Abriss des Berliner Schlosses an

den Taglegte. Nur erscheint der Abriss

des Palastes der Republik noch

peinlicher, weil er in einem demokratischen

Staat durchgeführt

wurde. Dem schließt sich die Verbannung

der originalen Gläsernen

Blume aus dem neuen Schloss nahtlos

an. Deshalb fordere ich nachdrücklich

die Aufstellung der originalen

Gläsernen Blume im Berliner

Schloss,umdieWürde des Ortes und

seiner Geschichte zu bewahren.

Joachim Bohm, per E-Mail

Die EU, dieser alte, zahnlose

und schwerfällige Tiger

Seite 3: „Neue Zeitrechnung“ von Axel

Veiel

(3. Februar)

UK hat die EU verlassen, diesen alten,

zahnlosen und schwerfälligen

Tiger,der nicht einmal diese unsägliche

Zeitumstellerei beenden konnte.

Boris Johnson kam, sah und siegte

auf Etappen: „Get Brexit done, good

luck UK!“

Riggi Schwarz,

Büchenbach

Bedrohung geht von denen

aus, die KI anwenden

Netzwerk: „Der ewige Zweifel“ von Adrian

Lobe

(21. Januar)

Bei Künstlicher Intelligenz (KI) wird

immer das Bild des Emotionalen bemüht,

jemand, der Angst vor Robotern

hat. Aber bei allen Techniken

geht die potenzielle Bedrohung von

denen aus, die sie anwenden oder

beherrschen. Nicht der Algorithmus

ist böse, sondern sein Anwender,

wenn mit ihm Ungleichheit und Ungerechtigkeit

und soziale Gleichgültigkeit

zugunsten von Gewinnmaximierung

betrieben werden. Die

Sorge–nicht die Angst –gilt einer digitalisierungshörigen

Politik, die ihren

Mangel an Sachkompetenz mit

Willfährigkeit ausgleicht und auf ihre

gut geschulten Berater hört. Demgilt

die Verunsicherung, die Sie konstatieren,

dass es keine Instanz gibt, die

die technologischen Eigendynamiken

marktbeherrschender Konzerne

auf Augenhöhe begleitet und notfalls

beschränkt zum Nutzen der Gesellschaft,

der Individuen, der Schwachen.

Bei der Elektrifizierung stellte

sich die Frage nach dem Nutzen für

den Einzelnen weniger als bei der

Digitalisierung oder dem Einsatz

von künstlicher Intelligenz. Es gab

bei allen Stufen des „Fortschritts“

auch Verlierer des Wandels, aber die

Dimensionen haben sich derart verändert,

wodurch Menschen ihr Auskommen

erwirtschaften können,

und wodurch die Gewinne erzielt

werden, da kann eine Politik nicht

zusehen und darauf hoffen, dass es

der Marktschon richten wird.

Petra Viek,

per E-Mail

Der Einsatz von Landminen

ist einfach unmenschlich

Politik: „US-Militär setzt künftig wieder

Landminen ein“

(3. Februar)

Die Meldung über die Ankündigung

der USA-Regierung, wieder Landminen

einzusetzen, hat mich zutiefst

erschüttert. Der Einsatz von Landminen

ist verbrecherisch und unmenschlich.

Bei meinen Besuchen

in den FlüchtlingslagerninderWestsahara

habe ich selbst die Folgen

dieser furchtbaren Waffe gesehen.

Noch immer lauern imSand der Saharaentlang

des Sandwalles,der die

befreiten vonden marokkanisch besetzten

Gebieten der Westsahara

trennt, die Überbleibsel des Westsaharakonfliktes,

Artillerieblindgänger

und vorallem Landminen.

Hirten mit ihren Tierherden und

Kinder sind heute die unschuldigen

Opfer. Landminen gehören für immer

aus den Arsenalen aller Armeen

verbannt!

Rolf Schneider,

Berlin-Treptow

Politiker,die aktiv handeln,

sich nicht wegducken

Titel: „FalkoLiecke–ein Politiker in

Gefahr“ von Lutz Schnedelbach

(3. Februar)

So einen mutigen Politiker muss

man unterstützen und schützen!

Man findet sie nicht sehr oft: Politiker,

die nicht nur verbal Flagge zeigen,

sondern aktiv handeln, gegen

Missstände vorgehen, sich nicht

wegducken, offen und praktisch gegen

Kriminelle vorgehen. Sie haben

unsereSympathie verdient und sollten

beispielgebend sein.

Marion Tobias,

per E-Mail


26 Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020

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Wissenschaft

Viele Bären werden zum Winter müde und ziehen sich zur Ruhe zurück.

IMAGO IMAGES/STRUSSFOTO

Dauerliegen ohne Muskelschwund

VieleBären halten Winterschlaf. Erstaunlich ist, wie fit siedanach sind. Erkenntnisse über ihre Körpervorgänge sollen künftigen Therapien bei Menschen dienen

VonKerstin Viering

Dieser braunhaarige Patient

würde wohl jedem

Hausarzt die Schweißperlen

auf die Stirn treiben.

Denn einen ungesünderen Lebensstil

kann mansich kaum vorstellen.

Nicht nur, dass der Kerl sich im

Herbst ein massives Übergewicht angefressen

hat. Nein, er hat auch noch

alle sportlichen Aktivitäten eingestellt

und sich monatelang auf die faule

Haut gelegt. Herz-Kreislauf-Probleme,

Muskel- und Knochenschwund,

Diabetes, wund gelegene

Stellen –die Liste der dadurch drohenden

Leiden ist lang. Doch nichts

dergleichen passiert. Nach ein paar

Wochen wird der Patient wieder aufstehen,

sich ein wenig strecken und

problemlos wieder in die Gänge kommen.

Deutlich schlanker und topfit.

So wie es Generationen vonBraunbären

vor ihm getan haben, wenn sie

aus demWinterschlaf erwachten.

„Der Winterschlaf der Bären ist

medizinisch gesehen ein hochinteressantes

Forschungsthema“, sagt

Thomas Ruf, der sich an der Veterinärmedizinischen

Universität Wien

mit den Geheimnissen der saisonalen

Auszeit beschäftigt. Allerdings

sind die zottigen Raubtierenicht bereit,

ihre Erfolgsrezepte so einfach

preiszugeben. In ihrem Körper laufen

sehr komplexe Vorgänge ab, die

sie vorden negativen Folgen des Zunehmens

und Faulenzens schützen.

Erst allmählich kommen Forscher

dahinter,wie das alles funktioniert.

Ein Team um Michael Gotthardt

vom Max-Delbrück-Centrum für

MolekulareMedizin (MDC) in Berlin

und Douaa Mugahid von der Harvard

Medical School in Boston interessiert

sich etwa dafür, wie Bären

ihre Muskeln unbeschadet über den

Winter bringen. Bei Menschen wäre

daran gar nicht zu denken. Wer

schon einmal ein paar Wochen im

Krankenhaus liegen oder einen

Gipsverband tragen musste, weiß,

dass Muskeln rasch an Masse und

Volumen verlieren. Nach drei Monaten

Bettruhe kann schon die Hälfte

ihrer Kraft verloren sein. Das lässt

sich nur durch mühsames Aufbautraining

wieder rückgängig machen.

DenGenen auf der Spur

LANGSAMER HERZSCHLAG UND GEWICHTSVERLUST

Schläfer. Je weiter südlich

ein Bär lebt, umso seltener

hält er in der Regel echten

Winterschlaf. Das hängt

auch mit dem Nahrungsangebot

zusammen. Manche

Tiere im Norden Skandinaviens

ziehen sich für bis zu sieben

Monate in eine Höhle

oder einen Bau zurück.

Reserven. Wenn sie in den

Winterschlafgehen,verzichtenBraunbären

nicht nur auf

Futter und Wasser,sie geben

auch kaum Kot oderUrinab.

Monatelang zehren sie ausschließlich

vonihren Fettreserven.

Die Männchenmagern

dabei um mindestens

20 Prozentab.

Energiesparen. Bei denWeibchen,

die imWinter ihre JungenzurWelt

bringen, kann der

Gewichtsverlust bis zu 40 Prozentbetragen.

Um Energie zu

sparen, schlägtdas Herz der

schlafendenTiere nur noch

zehn- statt 75-malpro Minute,

dazwischen setzt es für bis zu

20 Sekunden ganz aus.

„Muskelschwund ist beim Menschen

ein echtes Problem“, sagt

Douaa Mugahid „Und wir sind noch

immer nicht sonderlich gut darin,

ihm vorzubeugen.“ Wie das besser

geht, wollen sie und ihre Kollegen

von Grizzlybären lernen. Sie haben

die Aktivitäten der Muskelzellen der

vierbeinigen Nordamerikaner zu

verschiedenen Jahreszeiten untersucht.

„Wir wollten ermitteln, welche

Gene und Proteine während und

außerhalb desWinterschlafs hochreguliert

oder heruntergefahren werden“,

sagt Michael Gotthardt.

Bei diesen Untersuchungen sind

die Forscher auf Proteine gestoßen,

die den Aminosäurestoffwechsel

stark beeinflussen. Sie sorgen dafür,

dass die Muskelzellen während des

Winterschlafs größere Mengen bestimmter

nicht essentieller Aminosäuren

enthalten. Tatsächlich können

diese Substanzen im Labor auch

isolierte Muskelzellen zum Wachsen

bringen. Sie einfach als Pulver oder

Tabletten einzunehmen, genügt allerdings

nicht. In klinischen Studien

konnten solche Präparate den Muskelschwund

bei älteren oder bettlägerigen

Patienten jedenfalls nicht

verhindern. „Offenbar ist es wichtig,

dass der Muskel diese Aminosäuren

selbst produziert“, sagt Michael

Gotthardt. „Ansonsten gelangen sie

womöglich nicht an die Orte, andenen

sie gebraucht werden.“

Gesucht wird also ein Wirkstoff,

der in den Muskeln gezielt die Herstellung

dieser wichtigen Substanzen

ankurbelt. Um den zu finden,

muss man aber erst einmal die genauen

Produktionswege der Aminosäuren

kennen. Also haben die Forscher

als Nächstes untersucht, welche

Gene bei Grizzlys, bettlägerigen

Menschen und Mäusen unterschiedlich

reguliert werden. Einige

davon hat das Team inzwischen als

mögliche Kandidaten für eine Muskelschwundbehandlung

im Visier.

Dazu gehören Gene, die am Glucose-

und Aminosäurestoffwechsel

beteiligt sind, aber auch ein Gen, das

mit der inneren Uhr zutun hat. An

Mäusen will das Team nun testen,

was passiert, wenn man diese Gene

ausschaltet. „Als Angriffspunkte für

eine Therapie eignen sie sich natürlich

nur dann, wenn das keine oder

nur wenige Nebenwirkungen hat“,

sagt Michael Gotthardt.

Doch auch andere Nebenwirkungen

des untätigen Herumliegens haben

die Bären offenbar bestens im

Griff. So können sie ganz ohne Medikamente

und Kompressionsstrümpfe

verhindern, dass sich in ihren Adern

tückische Blutgerinnsel bilden. Dazu

verändernsie die Eigenschaften ihrer

Blutplättchen, die im Winter längst

nicht so klebrig sind wie zu anderen

Jahreszeiten. Dadurch können sie

zwar Wunden nicht mehr so rasch

verschließen, aber eben auch keine

Thrombosen bilden.

Ein weiteres Erfolgsrezept hat mit

dem Hormon Insulin zu tun, das in

der Bauchspeicheldrüse gebildet

wirdund den Blutzuckerspiegel reguliert.

Bei Menschen mit Übergewicht

besteht die Gefahr,dass ihreZellen irgendwann

nicht mehr so empfindlich

auf Insulin reagieren wie normalerweise.

Solch eine Resistenz kann

zu einer weit verbreiteten Zivilisationskrankheit

führen. Werunter Diabetes

vomTyp 2leidet, kann durch einen

dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel

eine ganze Palette von gesundheitlichen

Probleme bekommen.

Reise zum Mars

Bären dagegen haben offenbar einen

raffinierten Weggefunden, um das zu

umgehen. Bevorsie sich zum Winterschlaf

zurückziehen, nehmen sie

zwar massiv zu. Doch anders als bei

Menschen mit Diabetes-Risiko zirkulieren

in ihrem Blut dann weniger

freie Fettsäuren. Ihre Zellen werden

empfindlicher für Insulin. Im Winter

entwickeln sie zwar auch eine Resistenz

dagegen, zu Diabetikernwerden

sie aber trotzdem nicht. Denn im

nächsten Sommer fahren sie die

Empfindlichkeit ihrer Zellen einfach

wieder hoch. Auch diesen Trick würden

Mediziner sehr gernnachahmen.

Doch bisher weiß niemand so genau,

wie das funktioniert. Das Gleiche gilt

auch für die bärigen Rezepte gegen

Osteoporose oder die Folgen einer

gedrosselten Nierenfunktion.

Auch Raumfahrtspezialisten interessieren

sich für die Bären. „Die

Europäische Weltraumagentur ESA

sieht Bären als vielversprechende

Modelltiere, an denen man denWinterschlaf

und seine mögliche Übertragung

auf den Menschen erforschen

kann“, sagt Thomas Ruf. Die

weite Reise zum Mars könnten die

menschlichen Teilnehmer womöglich

am besten überstehen, wenn sie

sich unterwegs ebenfalls in eine Art

Winterschlaf versetzen lassen. Wie

man das in der Praxis bewerkstelligen

könnte,ist allerdings unklar.

Den Körper bis in die Nähe des

Gefrierpunktes abzukühlen, wie es

Igel und andere kleine Winterschläfer

tun, hält der Wiener Forscher jedenfalls

für keine gute Idee. Das sei

sehr gefährlich und könne zum

Herzstillstand führen. „Wie man an

den Bären sieht, ist das aber auch

nicht unbedingt nötig“, sagt Thomas

Ruf. Denn die großen Raubtiere

drosseln zwar ihren Stoffwechsel

ebenso massiv wie andere Winterschläfer.IhreKörpertemperatur

aber

halten sie dabei auf mehr als 30

Grad. Bis Astronauten auch nur

daran denken können, sich das zum

Vorbild zu nehmen, wird allerdings

noch viel Zeit vergehen.

Charité weist Coronavirus auch bei geringen Symptomen nach

Erreger kann übertragen werden, wenn kaum Krankheitszeichen vorliegen. Mit einem Risikomonitor beobachten Forscher zugleich die weltweite Verbreitung

Seit Wochen forschen Wissenschaftler

intensiv nach den Ansteckungswegen

des neuen Coronavirus

2019-nCoV,das sich vonChina

aus in derWelt verbreitet. Nunliefern

Forscher der Berliner Charité mit

Kollegen anderer Institute neue Erkenntnisse,

was die Übertragbarkeit

des Virusbetrifft. Beieinigen der Patienten

wurden infektiöse Viren in

Nasen- und Rachenraum gefunden,

obwohl sie nur geringe Symptome

aufwiesen. Dasberichtet die Charité

in einer Mitteilung. Das Institut für

Virologie der Charité und das Institut

für Mikrobiologie der Bundeswehr

unterstützen seit dem Auftreten des

ersten deutschen Krankheitsfalls die

Diagnostik der neuen Virusinfektion,

wie es aus der Charité heißt.

Beide Laboreüberprüften unabhängig

voneinander die Virusausscheidungen

bei den in der München-Klinik

Schwabing betreuten Patienten.

Die neuen Beobachtungen seien

„deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit

des Virus bereits bei milder

oder beginnender Erkältungssymptomatik“,

schreiben die Virologen.

Die Patienten hatten lediglich

Symptome wie Halsschmerzen, Nasennebenhöhlen-Beschwerden

und

ein leichtes Krankheitsgefühl ohne

Fieber. Zugleich hätten die Labore

Hinweise gefunden, dass sich das

neuartige Virus bei den betroffenen

Patienten unabhängig vonder Lunge

auch im Nasen-Rachen-Raum und

imVerdauungstrakt vermehre.

Miteinem Risikomonitor verfolgt

derweil der Physiker und Komplexitätsforscher

Dirk Brockmann von

der Humboldt-Universität (HU) Berlin,

auf welchenWegen sich dasVirus

ausbreitet und welches Risiko be-

steht, dass das Coronavirus vonPassagieren

nach Deutschland importiert

wird. Der Ausgangspunkt dafür

ist die Verbreitung des Virus über

Flugverbindungen nach Wuhan in

China, dem Ursprungsgebiet des Coronavirus.

Anhand dieser lasse sich

die relative Verteilung des Ansteckungsrisikos

weltweit berechnen,

heißt es in einer Mitteilung der HU.

„Je direkter die Verbindung, desto

größer die Wahrscheinlichkeit einer

Ausbreitung der Infektion.“ Erfasst

wurden 4000 Flughäfen mit mehr

als 25 000 Verbindungen.

Aus einer Übersicht geht hervor,

dass das „relative Importrisiko“ für

Thailand, Japan und Südkorea am

höchsten ist. Deutschland steht an

18. Stelle, zwischen Indien und den

Arabischen Emiraten. „Für den speziellen

Wuhan-Fall ist der Flughafen

Charles De Gaulle in Frankreich ein

wichtiges Drehkreuz“, sagt Dirk

Brockmann, der als Professor am Institut

für Biologie der HU komplexe

Systeme erforscht. „Daher ist auch

das Importrisiko des Virusfür Frankreich

höher als beispielsweise für Indonesien

oder die Philippinen, obwohl

sie näher an China gelegen

sind“, erklärt Brockmann. Er warnt

zugleich davor, die Risiken außerhalb

des Kontexts zu sehen. „Risiken

werden oft verzerrt wahrgenommen“,

sagt er.„Eine normale Grippe

klingt nicht so schlimm, aber 2017

gab es in Deutschland 25 000 Grippetote.“

Geringe Risiken würden oft

überschätzt, große Risiken unterschätzt.

Es sei wichtig, rationale Entscheidungen

zu treffen. (BLZ)

DerRisikomonitor findetsich im Internet unter:

rocs.hu-berlin.de/corona


Berliner Zeitung · N ummer 31 · D onnerstag, 6. Februar 2020 27

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 19.45 (für HG) Wissen voracht 19.50 (für

HG) Wetter 19.55 Börse 20.00 Tagesschau

20.15 (für HG) Nord bei Nordwest –

In eigener Sache

Krimireihe, D2020. Mit HennyReents.

Nachdem eine Frau leblos im Meer

gefunden wurde, stößt Lona Vogt in der

Wohnung der Toten auf den Mörder.

21.45 (für HG) Kontraste

22.15 (für HG) Tagesthemen

22.45 (für HG) Nuhr im Ersten

Zu Gast: Lisa Eckhart, Alfred Dorfer,

Florian Schroeder,Torsten Sträter

23.30 (für HG) Kroymann

0.00 (für HG) Nachtmagazin

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Die

Superhändler:Lieblingsdeals 17.00 Herz über

Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns 18.00 Explosiv

–Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das Starmagazin

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt. Daily Soap 19.40

(für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily Soap

20.15 (für HG) Der Lehrer

Comedyserie. Washat mich verraten, der

Rollstuhl? Rollstuhlfahrerin Marie möchte

sein wie alle anderen auch, fernab von

Sonderbehandlungen und Mitleid, das ihr

permanent entgegenfliegt.

21.15 (für HG) Sekretärinnen

Sitcom. Toast für die Welt

21.45 (für HG) Schwester,Schwester

22.15 (für HG) Sekretärinnen

23.10 (für HG) Schwester,Schwester

23.35 (für HG) Beste Schwestern

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

MDR

15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG)

MDR um 4 17.45 (für HG) MDR aktuell 18.05

(für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Unser Sandmännchen 19.00

Regionales 19.30 (für HG) MDR aktuell 19.50

(für HG) Die Waldklinik 20.15 (für HG)

Lebensretter 21.00 (für HG) Hauptsache gesund

21.45 (für HG) MDR aktuell 22.05 (für HG)

artour 22.35 (für HG) Dement –aber noch da!

23.03 MDR aktuell 23.05 (für HG) Claudia

Michelsen –ein Theaterkind 23.35 Fröhlich lesen

0.18 MDR aktuell 0.20 (für HG) Lebensretter

Bayern

12.40 (für HG) Alles Klara 13.30 Polizeiinspektion

1 14.00 Polettos Kochschule 14.45 (für HG)

Gefragt –Gejagt 15.30 (für HG) Schnittgut 16.00

(für HG) Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern

17.30 Regionales 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG) Rundschau 19.00 (für HG)

mehr/wert 19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) quer

21.00 Schleichfernsehen 21.45 (für HG)

Rundschau Magazin 22.00 Ringlstetter 22.45

(für HG) Das Institut 23.15 (für HG) Babylon

Berlin 0.45 Startrampe

Vox

5.15 CSI: NY 6.00 Bones –Die Knochenjägerin

6.55 CSI: Vegas 8.50 Verklag mich doch!10.50

VoxNachrichten 10.55 Mein Kind, dein Kind

12.00 Shopping Queen 13.00 Zwischen Tüll und

Tränen 14.00 Mein Kind, dein Kind 15.00

Shopping Queen 16.00 Salonfähig –Wer macht

schöner? 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00

First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das

perfekte Dinner 20.15 (für HG) Arrival.

Science-Fiction-Film, USA 2016 22.35 (für HG)

Safe –Todsicher.Actionfilm, USA 2012 0.15 Vox

Nachrichten 0.35 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

9.40 Thomas &seine Freunde 10.05 PawPatrol

10.30 Sammy 11.00 Die Dschungelhelden

11.25 Grizzy &die Lemminge 11.50 Go Wild!

12.15 Trolls 12.45 Friends 13.05 Sally

Bollywood 13.35 Angelo! 14.00 Die Tomund

JerryShow 14.25 Voll zu spät! 14.45 Dragons

15.15 Scooby-Doo! 15.40 Alvinnn!!! 16.15 Mr.

Magoo 16.40 Dennis &Fletscher 17.10 Go

Wild! 17.35 Voll zu spät! 18.00 Die Tomund

JerryShow 18.30 Woozle Goozle 19.00

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) CSI:

Miami 23.55 30 Rock 0.25 Infomercials

Sport1

5.45 SportClips 6.00 Teleshopping 15.30 Cajun

Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana 16.00 Cajun

Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana 16.30 Storage

Wars –Die Geschäftemacher.Doku-Soap.

Geldsegen 17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher.Doku-Soap.

VorGericht 17.30 Fußball.

DFB-Pokal Pur.Achtelfinale 19.00 Fußball.

DFB-Pokal Analyse. Achtelfinale, live 20.15 Darts.

Unibet Premier League of Darts. 1. Abend,

Aberdeen, live 0.00 SportClips 0.30 SportClips

0.35 SportClips 0.45 Teleshopping Nacht

ZDF

5.15 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoStuttgart 19.00 (für HG)

heute 19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG)

Notruf Hafenkante. Krimiserie. Entgleisung

20.15 (für HG) Der Bergdoktor: Zeit des

Erwachens

Arztreihe, A/D 2020. Mit Hans Sigl, Heiko

Ruprecht. MaikeSchlüter,Pilotin des

Ellmauer Bergretter-Teams, erleidet einen

Schwächeanfall.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 (für HG) Maybrit Illner

Talkshow

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 (für HG) Line of Duty

1.45 (für HG) Line of Duty

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap. Ein Imbisstand steht in

Flammen und muss vonden Spezialisten

gelöscht werden. Hat der Besitzer einen Fehler

gemacht? /Nach einer wilden Partyist einer

jungen Frau tagelang schwindelig. 17.00 Klinik

am Südring –Die Familienhelfer 17.30 Klinik am

Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00

AufStreife –Die Spezialisten 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Man lernt nie aus

Komödie,USA 2015. MitAnne Hathaway,

RobertDeNiro. Der Rentner Ben langweilt

sich und beschließt, ein Praktikum im

Online-Modeunternehmen der legendären

Jules Ostin zu machen.

22.50 (für HG) Das Schwergewicht

Komödie,USA 2012. MitKevin James,

Salma Hayek

0.55 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Route 66

1.35 (für HG) Criminal Minds

Krimiserie.Hexenjagd

WDR

9.55 Westpol: Eins zu eins 10.25 Regionales

10.55 Planet Wissen 11.55 Nashorn, Zebra &

Co. 12.45 WDR aktuell 13.05 Elefant, Tiger&

Co. 13.55 Aufgepasst, der Profi kommt! 14.25

Um Himmels Willen 16.00 WDR aktuell 16.15

Hier und heute 18.00 WDR aktuell /Lokalzeit

18.15 Servicezeit 18.45 Aktuelle Stunde 19.30

Regionales 20.00 Tagesschau 20.15 (für HG)

Tatort: Schmale Schultern. Krimireihe, D2009

21.45 WDR aktuell 22.10 Frau tv 22.40 Die

Wunden der Ermittler 23.25 (für HG) Elle. Thriller,

F/D/B 2016 1.35 Erlebnisreisen

NDR

13.10 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG)

die nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

16.00 (für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Typisch!

18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) mareTV

21.45 (für HG) NDR Info 22.00 (für HG) Donna

Leon –Endlich mein. Krimireihe, D2018 23.30

(für HG) Dampfnudelblues. Ein Eberhoferkrimi.

Krimikomödie, D2013 1.00 (für HG) extra 3

Kabel eins

5.55 (für HG) Castle 6.45 (für HG) The Mentalist

7.40 (für HG) Navy CIS: L.A. 8.35 Navy CIS 9.30

Blue Bloods 11.15 Numb3rs –Die Logik des

Verbrechens 12.10 (für HG) Castle 13.05 (für

HG) Castle 14.00 (für HG) The Mentalist 14.55

(für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 Kabel Eins News

16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich

17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt

18.55 Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns

drum 20.15 Rosins Fettkampf –Lecker schlank

mit Frank 22.30 K1 Magazin 23.30 Trucker

Babes 1.25 Kabel Eins Late News

RTLZWEI

5.20 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 PrivatdetektiveimEinsatz

7.00 Die Straßencops Süd –Jugend

im Visier 8.00 Frauentausch 10.00

Frauentausch 12.00 Frauentausch 14.00 Die

Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben 15.00

Die Reimanns –Ein außergewöhnliches Leben

16.00 Hartz und herzlich –Tag für TagRostock

18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht

20.15 Hartes Deutschland –Leben im

Brennpunkt 22.15 Sex Secrets –Das macht

Deutschland an! 23.15 Hartes Deutschland –

Leben im Brennpunkt 1.15 Teenager in Not

Eurosport 1

8.30 Shredding Monsters 9.30 Leichtathletik.

PSD Bank Meeting 2020 in Düsseldorf 11.00

Tennis. Australian Open: Das Finale der Frauen

12.00 Tennis. Australian Open: Das Finale der

Männer 13.00 Snooker 13.55 Snooker.World

Grand Prix in Cheltenham: 2. Runde, live 18.00

Skispringen. Einzelspringen (HS137) 19.00

Nachrichten 19.05 Snooker 19.55 Snooker.

WorldGrand Prix in Cheltenham: Viertelfinale, live

23.00 Nachrichten 23.05 Ski Alpin 0.00

Radsport. Tour de Langkawi 2020: 1. Etappe

TV-Tipps

ARTE, 22.45 UHR THRILLER

Die Vierhändige

Ich werdeimmer auf dich aufpassen.“ EinVersprechen, das Jessica als

kleines Mädchen ihrer jüngeren Schwester Sophie (Frida-Lovisa Hamann)

gibt, nachdem sie bei einem tragischen Gewaltverbrechen ihreEltern verloren

haben. 20 Jahrespäter ist aus dem Versprechen eine Obsession geworden,

und Jessica kontrolliertSophie auf Schritt und Tritt. Aber die will sich

losreißen und mit der Vergangenheit abschließen. Als Jessica plötzlich bei

einem Autounfall ums Leben kommt, hat Sophie endlich die Möglichkeit,

ihren Traum zu verfolgen und Pianistin zu werden. Doch das Versprechen

ihrer Schwester verfolgt Sophie über deren Todhinaus und wird für sie ein

wahr gewordener Alptraum. Denn kann man sich von jemandem lösen, der

ein Teil von einem geworden ist?

(D/2016)

Foto: SWR

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LESERREISEN

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM5.2.2020

2020

mittel MITTEL

2 6 5 4 7 8 9 3 1

9 4 7 3 6 1 8 2 5

1 8 3 5 9 2 6 4 7

5 1 9 7 4 3 2 8 6

8 7 4 6 2 5 1 9 3

3 2 6 1 8 9 5 7 4

4 5 2 9 3 6 7 1 8

7 9 1 8 5 4 3 6 2

6 3 8 2 1 7 4 5 9

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM XX. 2. 2020

vom 5.2.2020

schwer

SCHWER

6 4 3 5 1 2 7 8 9

1 2 5 9 8 7 6 4 3

9 8 7 6 3 4 1 5 2

5 3 2 8 9 6 4 1 7

7 1 9 4 5 3 2 6 8

8 6 4 2 7 1 9 3 5

4 5 8 7 6 9 3 2 1

2 7 1 3 4 5 8 9 6

3 9 6 1 2 8 5 7 4

RBB

5.05 (für HG) Berlin erwacht –Winter 5.30

Eisbär,Affe &Co. 6.20 zibb 7.20 (für HG) Brisant

8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG) Sturm

der Liebe 12.10 (für HG) Hauptstadtrevier 13.00

rbb24 13.10 (für HG) Verrückt nach Meer 14.00

(für HG) Tiere bis unters Dach 14.30 (für HG)

Glück auf Brasilianisch. Komödie, D2011 16.00

(für HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt–Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.05 Eisbär,Affe &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.00 rbb

wetter 18.02 rbb UM6 18.27 zibb 19.27 rbb

wetter 19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Abendshow

Ingmar Stadelmann wirft in seiner

wöchentlichenSendung ein satirischen

Blick auf die Neuigkeiten aus der

Hauptstadt. Das Satiremagazin deckt

vielfältigeThemen ab.

21.00 Das große Kleinkunstfestival 2019

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Polizeiruf 110: Fremde im

Spiegel Krimireihe, D2010

23.30 Talk aus Berlin

0.00 (für HG) Foxcatcher

Drama,USA 2014. Mit Steve Carell

ProSieben

5.15 Mom. Sitcom. BabyBlues 5.35 The Middle.

Comedyserie 6.15 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 7.40 (für HG) The Big Bang Theory.

Sitcom 9.00 (für HG) HowIMet Your Mother.

Sitcom 10.50 Mike&Molly.Sitcom. Ursache und

Wirkung 11.15 Fresh Off the Boat. Sitcom.

Gruseliger als Stephen King 11.40 Last Man

Standing.Comedyserie. Völkerball 12.10 2Broke

Girls. Sitcom. Aufder Bowlingbahn 12.35 Mom.

Sitcom 13.25 (für HG) Twoand aHalf Men.

Sitcom 14.45 The Middle. Comedyserie. Der

Stinkstiefel/DerLiebeskampf 15.40 (für HG)

The Big Bang Theory. Sitcom 17.00 taff 18.00

Newstime 18.10 (für HG) Die Simpsons. Kunst

am Stiel /Beste Freunde 19.05 Galileo

20.15 (für HG) Germany’s next Topmodel –

by Heidi Klum

Für die Kandidaten geht es in der zweiten

Folgenach Costa Rica. An der Seite eines

männlichen Models müssen sie als

Dschungel-Schönheitenposieren.

22.30 red.

Infotainment

23.30 Big Stories –Verrückte Jobs

0.25 (für HG) Germany’s next Topmodel –

by Heidi Klum

2.10 Big Stories –Verrückte Jobs

2.55 ProSieben Spätnachrichten

Arte

7.05 Arte Journal Junior 7.15 360° 8.00

Geheimnis Teutoburger Wald 8.45 Stadt Land

Kunst 9.35 Geheimbünde 12.15 Re: 12.50 Arte

Journal 13.05 Stadt Land Kunst 13.45 Das

letzte Problem. Kriminalfilm, A2019 15.30

Medizin in fernen Ländern 16.00 Aufden Spuren

der Cheops-Pyramide 16.55 (für HG) Xenius

17.20 Rituale der Welt 17.50 Amur –Asiens

Amazonas 19.20 Arte Journal 19.40 (für HG) Re:

20.15 Bad Banks. Start der 2. Staffel mit drei

Episoden 22.45 (für HG) Die Vierhändige. Thriller,

D2016 0.15 (für HG) Bad Banks

3Sat

5.25 Namib –Zauber der Wüste 6.20 Kulturzeit

7.00 nano 7.30 Alpenpanorama 9.00 (für HG)

ZIB 9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 (für HG)

Nachtcafé 11.45 Böhmen –Land der hundert

Teiche 12.30 Eco 13.00 (für HG) ZIB 13.20 (für

HG) Kielings wildes Afrika 14.05 (für HG) Eine

Erde –viele Welten 18.30 nano 19.00 (für HG)

heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 Alles außer gewöhnlich 21.00

scobel 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 Der Vater

meiner besten Freundin. Komödie, F2014 0.05

10 vor100.35 #SRF global 1.05 Rundschau

Phoenix

12.00 phoenix vorort 12.45 Bundeswehr am

Limit 13.30 Unsere Welt in Zukunft 14.00

phoenix vorort 14.45 Unsere Welt in Zukunft

16.00 Wo leben Familien am besten? 16.45

Wohnen. Mieten. Abzocken. 17.30 phoenix der

tag 18.00 RisikoLawinen 18.30 (für HG)

Russlands versteckte Paradiese 19.15 (für HG)

St. Petersburg 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) Die Müllers und das Hohe Haus 21.00

(für HG) Die Grünen und die Macht 21.45 (für

HG) heute journal 22.15 Phoenix Runde 23.00

phoenix der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

12.55 Mirette ermittelt 13.15 (für HG) 41/2

Freunde 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10

Schloss Einstein –Erfurt 15.00 Du bist Style!

15.25 (für HG) Max &Maestro 15.50 Die

Abenteuerdes jungenMarco Polo 16.40

SimsalaGrimm 17.30 (für HG) Der kleine Prinz

17.55 Shaun das Schaf 18.15 Marinette e

18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus 18.50

Unser Sandmännchen 19.00 (für HG) Wickie und

die starken Männer 19.25 (für HG) Löwenzahn

19.50 (für HG) logo! 20.00 (für HG) Kika Live

20.10 Die Jungs-WG 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

BaggageBattles 9.50 Infomercial 10.15 House

Hunters 10.45 Haus gesucht in Alaska 11.15

Deutschland 24/7 12.15 SteelBuddies 13.15

Railroad Alaska 14.15 Die Schatzsucher –Goldrausch

in Alaska 16.15 Border Control 17.15

Steel Buddies 18.15 Asphalt-Cowboys 19.15 A2

–AbenteuerAutobahn 20.15 Asphalt-Cowboys

21.15 Outback Truckers 22.15 Helden der Lüfte

23.10 DMAX News 23.15 Mysterienvon oben

0.10 DMAX News 0.15 OutbackTruckers

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Marktcheck 10.00 Tagesschau-Nachrichten

10.15 Das Geschäft mit kranken Pferden

11.00 Tagesschau-Nachrichten 13.00

ZDF-Mittagsmagazin 14.00 Tagesschau-Nachrichten

19.15 AristotelesOnassis 20.00

Tagesschau 20.15 Goldgrube Bauland –Das

große Geschäft mit Grund und Boden 21.00

Tagesschau 21.02 Sechs Tage Eiszeit –Der

Katastrophenwinter 1978/79 22.30 Erst mal Ab

–Und dann? 23.00 Tagesthemen 23.30

Kontraste 0.00 Exakt 0.30 Weltbilder 1.00

Nachtmagazin 1.20 Zapp 1.50 Extra

ONE

9.05 Brisant 9.45 Bezaubernde Jeannie 10.05

Bezaubernde Jeannie 10.30 Lindenstraße 11.00

Familie Dr.Kleist 11.50 Sturmder Liebe 12.35

Sturmder Liebe 13.25 Um Himmels Willen

14.10 Die Inselärztin –Die Mutprobe. Arztreihe, D

2020 15.40 Familie Dr.Kleist 16.30 Bezaubern

de Jeannie 16.55 Bezaubernde Jeannie 17.20

Lindenstraße 17.50 Hartaber herzlich 18.40

Sturmder Liebe 19.25 Sturmder Liebe 20.15

extra 3 20.45 Die Florian Schroeder Satireshow

21.30 Rebellcomedy 22.00 Little Britain 22.25