08.02.2020 Lindauer Bürgerzeitung

achja23

28 8. Februar 2020 · BZ Ausgabe KW 06/20

AUS DER REGION

Geschichtsträchtige Brücken und die „grüne Grenze“

BZ-Wandertipp: Auf dem Leiblachtalrundwanderweg

Unser heutiger Wandertipp führt

uns ins Tal der Leiblach. Vom

Lochersteg geht es auf dem

Leiblachtalrundwanderweg erst

nach Sigmarszell, dann über den

Zellersteg hinüber ins Vorarlbergische.

Über Bad Diezlings wandern

wir zurück zum Ausgangspunkt.

Die Anfahrt erfolgt über Oberhochsteg,

dann links abbiegend

in die Hangnach bis zum

Lochersteg. Eine Parkmöglichkeit

gibt es am Straßenrand.

Man kann natürlich auch mit

dem Stadtbus bis Oberhochsteg

fahren und dann zu Fuß

bis zum Lochersteg gehen. Der

zusätzliche Zeitaufwand beträgt

jeweils eine knappe halbe Stunde.

Auch mit dem Landbus,

Linie 12 (vom Berliner Platz Richtung

Scheidegg) ist die Anfahrt

möglich. Man steigt dazu in

Über Treppenstufen führt der

Leiblachtalrundwanderweg hinauf

ins Kirchdorf Sigmarszell.

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Bad Diezlings aus und wandert

in wenigen Minuten hinab

zum Lochersteg.

Bereits bei der Anfahrt bzw.

beim Herweg kommen wir an

einer Wohnbebauung vorbei.

Hier stand früher das berühmtberüchtigte

„Puszta Lo“, eine Mischung

aus Restaurant, Tanzcafé,

Disco und Varieté. Seine

Blütezeit erlebte das Haus in

den 1970er und 80er Jahren.

Wenn in den Kneipen auf der

Insel die Lichter ausgingen,

war das „Puszta Lo“ ein beliebter

Treffpunkt für Nachtschwärmer.

Lang ist es her...

Wir gehen vom Lochersteg,

der eine lange und wechselvolle

Geschichte erlebt hat, auf dem

Teersträßlein Richtung Norden.

Seit 1806 gibt es hier eine Brücke,

die mehrfach einen Neubau

erlebte. Am 30. April 1945 hat

man die Brücke gesprengt und

erst 1952 wieder aufgebaut.

Der Amtsschimmel wieherte damals

wohl auf beiden Seiten

kräftig. Der letzte Neubau erfolgte

2012.

Neben der Brücke befand

sich ein Zollwachthäuschen. Die

„Grenzer“ lauerten hier auf Zeitgenossen

mit nassen Hosenbeinen,

die zu Fuß die Leiblach

überquerten – mit Kaffee und

Zigaretten als Schmuggelware

im Gepäck.

In Hubers biegen wir rechts

auf den Leiblachtalrundwanderweg

ab. Vorbei an einigen

landwirtschaftlichen Anwesen,

darunter der Lern- und Erlebnisbauernhof

Karibu, geht es

jetzt fast immer idyllisch an

der Leiblach entlang. Nach

einer knappen halben Stunde

zweigt der Weg rechts ab. Auf

zahlreichen Treppenstufen

geht es auf die Höhe und weiter

ins Kirchdorf Sigmarszell.

Der Grenzfluss Leiblach lockte früher so manche Schmuggler mit Zigaretten und Kaffee im Gepäck an.

Der Zellersteg zwischen Sigmarszell und Hohenweiler entstand 2004 mit „grenzüberschreitender Finanzierung“

neu.

BZ-Fotos: WV

Dort steigen wir steil auf einem

Teersträßlein wieder hinab zur

Leiblach.

Auf dem Zellersteg geht es

über den Fluss und weiter hinüber

ins Ländle, um auf der

anderen Seite wieder hinauf zu

steigen. Bereits 1481 gab es hier

eine hölzerne Brücke, die als

Kirchweg und „Grüne Grenze“

von Hohenweiler nach Sigmarszell

diente. 1952 zerstörte

ein Hochwasser den Steg. 2004

entstand mit Unterstützung

der beiden Grenz-Gemeinden,

der beiden Länder und der EU

der neu gebaut Steg als Gehund

Radweg.

In einem munteren Auf und

Ab geht es weiter Richtung

Diezlings. Wir kommen am

Biotop und Weiher Koo vorbei.

Der im 18. Jahrhundert

künstlich angelegte Weiher

wurde aufgestaut, um aus dem

im Winter gefrorenen Weiher

Eis zu entnehmen. Das Eis diente

im Sommer dazu, Bier in den

vier Privatbrauereien in Hohenweiler,

in der Privatbrauerei

Reiner in Lochau und der

Brauerei Weberbeck in Bregenz

zu kühlen.

Über Diezlings geht es nach

Bad Diezlings mit dem gleichnamigen

Gasthaus. Hier hat

der französische Schriftsteller

Norbert Jacques 1920 den erfolgreichen

Roman „Dr. Mabuse,

der Spieler“ in nur 20

Tagen verfasst. Die Verfilmung

durch Regisseur Franz Lang

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BZ WANDERTIPP

verschaffte 1922 dem Bösewicht

Mabuse Weltruhm.

Von hier ist es nicht mehr

weit bis zum Ausgangspunkt.

WV

AUF EINEN BLICK

Tourdaten:

Leichte Wanderung.

Für Kinderwagen nicht geeignet!

Länge und Gehzeit:

Für die gut 7 km muss man rund

2 Stunden Gehzeit einrechnen.

Höhenunterschiede:

100 m

Mehr Fotos und eine Karte mit

dem Wanderweg finden Sie,

wenn Sie auf unserer Homepage

diesen Beitrag auf S. 28 der BZ-

Ausgabe 06/20 anklicken.

@ www.bz-lindau.de

Infos und die Karte zur Wanderung

erhalten Sie ebenfalls,

wenn Sie den folgenden QR-Code

mit Ihrem Smartphone/Tablet

scannen.

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