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Unterschutzstellungen - Land Tirol

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Unterschutzstellungen Verandavorbau und zwei Holzbalkone im zweiten Obergeschoss geprägt. Sie entsprechen in der Gestaltung dem Balkon der Südfront und verbinden Risalit und Eckerker zu einer Galeriearchitektur. Der Verandabau ist im Erdgeschoss durch Rundbogenöffnungen, im ersten Obergeschoss durch hochrechteckige Fensterbänder und im zweiten Obergeschoss durch eine nunmehr verglaste Veranda mit toskanischen Ecksäulen gestaltet. Der Risalit wird durch ein zartes Profilgesims zwischen erstem und zweitem Obergeschoss zusätzlich strukturiert. Die Mauerflächen rechts und links des Risalits sind durch je eine Achse (Erdgeschoss und erstes Obergeschoss) gestaltet. Die Gliederung der zweigeschossigen Ostfassade erfolgt durch einen zweiachsigen Mittelrisalit sowie einen eingeschossigen und einachsigen Vorbau mit vorgelagerter Terrasse im rechten Fassadenteil. Die nach Norden orientierte Eingangsfassade mit zentralem Treppenhausrisalit ist unregelmäßig vierachsig angelegt. Bedingt durch die Hanglage liegt das Kellergeschoss unterhalb der Bodenlinie. Die einflügelige Rahmenfüllungstür aus Holz mit geschweiftem schmiedeeisenvergittertem Fenster wird durch eine sechsgeteilte Oberlichte in Rechteckform überfangen. Die Innenerschließung des Gebäudes erfolgt über ein Treppenhaus im Treppenrisalit der nördlichen Gebäudehälfte. Die zweiläufige Holztreppe zeigt gedrechselte Brüstungsgeländer mit hölzernem Handlauf und viereckige Treppensäulen mit ornamental gestaltetem (Blütenform) Abschluss. In den Hauptgeschossen liegt je eine Wohneinheit, erschlossen über hölzerne zweiflügelige Wohnungstüren mit Oberlichte und herzförmigen Ornamentbändern im Türstock. Im Südwest- Raum des ersten Obergeschosses ist noch die bayrische Stube aus der Erbauungszeit mit originalem Riemenboden erhalten. Der Raum ist mit einer bemalten Wandtäfelung fast völlig ausgekleidet und besitzt eine bemalte Felderdecke mit Ornamentleiste. Die originale, im gleichen Stil gemalte Füllungstüre mit Erbauungsdatum (19 C M B 05) wird raumseitig von einem profilierten Gesims überfangen. Als weitere wandfeste Einrichtungsgegenstände in der Stube sind ein Wandschränkchen, eine fast umlaufende Bank, ein Klapptischchen, eine Ofenbank (der Kachelofen wurde in altem Stil erneuert) und eine Innsbruck, Leopoldstraße Nr. 2, ehem. Tiroler Autohaus Linser, Zust. 2005 Foto: Frick, BDA Innsbruck Couch zu nennen. Weiters haben sich noch eine Kredenz, ein Schrank und eine Tischgruppe mit fünf Stühlen erhalten. Eine Besonderheit ist, dass sich die originale Garteneinfriedung an der Nordseite, der Ostseite und teilweise an der Südseite erhalten hat. Der Garten wird von der Nord- bzw. Südseite durch überdachte Gartenportale erschlossen, deren Walmdächer mit Biberschwanzziegeln gedeckt sind. Die originellen, durchbrochenen, mit Nägeln gestalteten Rundbogentüren zeigen im Mittelfeld jeweils eine Jugendstilmaske. Die in Stufen ansteigende Gartenmauer, die von einem Sockelkranz mit kugelbekrönten Steinverdachungen abgeschlossen wird, betont den Ansitzcharakter der Villa. In die Gartenmauer ist weiters eine verdachte Segmentbogennische mit Ochsenauge (Nordseite) und ein gemauertes Gartenhäuschen mit Zeltdach (Nordwest-Ecke) integriert. Innsbruck, Leopoldstraße Nr. 2, ehem. Tiroler Autohaus Linser Das ehem. Tiroler Autohaus Linser wurde 1955/56 vom Innsbrucker Architekten Hubert Sterzinger (geb. 1916) errichtet. Das an die Südseite des bereits unter Denkmalschutz stehenden so genannten Winklerhauses direkt 45 angebaute Gebäude liegt in unmittelbarer Nähe der Triumphpforte am nördlichen Ende des Stadtteils Wilten. Obwohl Geschäftsbauten naturgemäß einer starken Veränderung unterworfen sind, hat sich das ehem. Tiroler Autohaus Linser bis zum heutigen Tag unverändert erhalten. Hubert Sterzinger nimmt mit der Gestaltung seines Baus Bezug auf das ehemals gegenüberliegende „Café Greif“, den ersten realisierten Nachkriegsauftrag Lois Welzenbachers aus dem Jahre 1949 (1976 abgerissen). Die Grundstruktur des zweigeschossigen, unterkellerten Gebäudes besteht aus einem annähernd quadratischen Grundriss mit abgerundeten Ecken an der Nordwest- und Südostseite. Die straßenseitig gelegenen Fassadenseiten prägt eine klare Gliederung mit Stahlbetondecken, verputzten Attika- und Gesimszonen und Glasflächen. Die Sachlichkeit des Baus wird durch die Wahl der Materialien akzentuiert: Beton und Stahl als Trägermaterial, Glasfronten an der Süd- und Ostseite, Glasbausteine an der Rundung der Nordwestseite zur Belichtung des Stiegenaufganges und Kupfer am Flachdach und den Gesimsabdeckungen. Die Konstruktion der Fensterflächen mit ihren dünnen Eisenprofilen zeugt von einem hohen gestalterischen

Unterschutzstellungen Niveau, das sich auch an vielen anderen Details ablesen lässt. Während die Rundung des Obergeschosses aus geraden Fenstersegmenten besteht, kamen im Erdgeschoss gerundete Fensterscheiben zur Anwendung. Die Fenster des Obergeschosses sind zur Belüftung teilweise mit Kippfunktion ausgestattet. Die Fensterflächen an der Ost- und Südseite ermöglichen eine gute Sicht von außen auf die Innenräume des als Geschäftslokal konzipierten Gebäudes. Eine großzügige Raumaufteilung mit je einer Halle in Erdund Obergeschoss, die durch reversible Wände in kleinere Räumlichkeiten unterteilt werden können, ermöglicht eine variable Nutzung innerhalb des Geschäftsbetriebes. Eine gewundene, der Rundung der Nordwest-Ecke folgende Treppe mit dem puristischen, der Zeit der 50er Jahre entsprechenden Eisengeländer verbindet Erd- und Obergeschoss. Der originale Grundrissplan aus dem Jahre 1955 zeigt den Einbau eines Büros in der nach Süden weitergeführten Rundung des Stiegenaufganges, das in seinen Außenmaßen heute noch im Raum ersichtlich ist. Schlanke Rundstützen stehen als Trägerelemente in den offenen Hallen des Keller-, Erd- und Obergeschosses. Die subtile Innen- und Außengestaltung und die gestalterischen Details machen das Gebäude, das sich sowohl im Äußeren als auch im Inneren unverändert erhalten hat, zu einem typischen und singulären Dokument eines Geschäftsneubaus der 50er Jahre. Innsbruck, Sonnenburgstraße Nr. 14 (Außenerscheinung, Foyer, Stiegenhaus) Das herrschaftliche, die Südwestecke des Sonnenburger Platzes einnehmende barockisierende Zinspalais „Ansitz Sonnenburg“ wurde 1901/02 von Baumeister Josef Retter für Max Piazzi errichtet. Über trapezförmigem Grundriss umfasst das Gebäude an den Straßen- bzw. Platzfassaden 2 : 5 : 1 Achsen. Die drei mittleren der Hauptfront sind unter einem geschweiften Segmentbogengiebel mit einer Mansarde zusammengefasst. Die mittlere Portalachse wird durch einen Breiterker betont, der im dritten Obergeschoss als Ädikulabau mit volutenbekrönten Pilastern und durch eine Aufsatzkartusche mit gesprengtem Dreiecksgiebel ausgebildet und mit einem seicht vorgeschweiften Balusterbalkon ausgestattet ist. Innsbruck, Sonnenburgstraße Nr. 14, Zust. 2005 Foto: Neumann, BDA Innsbruck Volutenkonsolen und geschwungene Sockel tragen Erker und Balkon. Die Kanten des genuteten Erkers und Risalits werden von gebänderten Pilastern, die Hauskanten von glatten Lisenen eingefasst. Das rustizierte Erdgeschoss wirkt als Gebäudesockel (beide Achsen rechts des Eingangs als Zugang und Auslage eines Geschäfts gestaltet); die beiden Hauptgeschosse werden von einer gesimsgesäumten Brüstungszone und hohem Gebälk, dessen Abschlussgesims das durchgehende Brüstungsgesims des dritten Obergeschosses bildet, zusammengefasst. Das oberste Geschoss ist galerieartig mit Rundbogenöffnungen, die den Erdgeschossöffnungen entsprechen, sowie besonders reicher Ausstattung ausgebildet: Verdoppelte ionische Pilaster mit Rahmenfeldern flankieren die Fenster, die durch ein hohes Blattvolutengebälk verbunden sind. Über den Risalitpilastern dienen entsprechende Gebälkstücke als Ansatz des Mansardengiebels. Die Portalachse weist weitere aufwändige Gestaltungselemente auf: Stuckgirlanden verzieren die obere Portalrahmung und ein Keilstein in der Art einer Volutenkartusche trägt auf vergoldetem Grund die Jahreszahl 1902. Engelsköpfe und Blütengirlanden schmücken die Erkerkonsolen. In der ersten Brüstung befindet sich ein Voluten-Lambrequinmotiv, in der zweiten eine Volutenkartusche mit der Inschrift „Ansitz Sonnenburg“, flankiert von den Schwingen an den Kanten 46 sitzender Adler. Die Fenster beiderseits des Erkers sind in den Fensterbekrönungen abweichend von den übrigen Achsen gestaltet, um ihre Zugehörigkeit zum Mittelrisalit zu betonen. Die äußeren Risalitpilaster sind mit engelskopfgeschmückten Volutenkartuschen ausgezeichnet. Die segmentbogigen Bekrönungen der Rundbogenfenster des obersten Geschosses finden am Erker ihren Abschluss in einem Dreiecksgiebel mit eingeschriebener Kartusche, an den seitlichen Fenstern durch stuckierte Adler. Das Giebelfeld ist mit Jugendstilbäumchen gefüllt und mit zwei Fenstern geöffnet, die in Anlehnung an Biforien mit geohrten Rahmungen gestaltet sind. Die zweiflügelige, felderverzierte Haustüre verfügt über qualitätvolle ornamental geschwungene Schmiedeeisengitter in den Füllungen und der Lünette. Das spiegelgewölbte Foyer ist mit Rahmenfeldern, girlandenstuckierter Randzone in Jugendstildekor und Mittelrosette ausgestattet. Eine zweiarmige Marmortreppe mit ornamentiertem Eisengeländer führt zu den Geschossen, an denen jeweils zwei Wohnungseingänge liegen. Diese originalen, aufwändig gestalteten Holzwohnungseingänge mit einem verzierten Mittelpilaster weisen vor den großen Glasöffnungen und den Oberlichten Gitter ähnlich jenen des Eingangs auf. Der „Ansitz Sonnenburg“ (Sonnenburgstraße 14) ist mit seinem qualitätvollen, stark plastischen, barockisierenden Stuckdekor auch heute noch das dominierende Haus am Platz. Gerade da die übrigen Häuser am Platz in ihrer architektonischen Detailgestaltung deutlich gegenüber dem Ansitz Sonnenburg abfallen bzw. bereits durch Um- und Ausbauten nachteilig verändert wurden, kommt dem Objekt Sonnenburgstraße 14 wichtiger Dokumentcharakter für die Höhe der historistischen Baukunst in Innsbruck zu. Leutasch, Kapelle Unterlochlehen Die östlich der Leutascher Fraktion Unterlochlehen gelegene, aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts stammende Kapelle ist ein architektonisch schlichter, annähernd quadratischer Bau mit dreiseitigem Chorschluss, Satteldach und hölzernem Dachreiter. Das Innere der Kapelle wird durch ein Rundbogenportal erschlossen, das von zwei ebenfalls rundbogig geschlossenen Fensterchen flan-

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