2020-02-09 Bayreuther Sonntagszeitung

inbayreuth

Die neue Bayreuther Sonntagszeitung vom 09.02.2020 steht online! Viel Vergnügen beim Lesen und allseits einen schönen Sonntag!

6 9. Februar 2020 Boulevard Bayreuther Sonntagszeitung

Gedanken zur Woche

Schritt –Atemzug –Besenstrich: von Pfarrer im Ruhestand Wolfgang Burkholz,

langjähriger Pfarrer in der Epiphaniaskirche Laineck

Eines meiner Lieblingsbücher

ist „Momo“ von Michael

Ende. In diesem Buch

stecken viele Lebensweisheiten,

die einem leicht und

spielerisch vermittelt werden.

Meist stehen Personen

für diese Lebensweisheiten,

wie z.B. der Straßenkehrer

Beppo.

Ganz früh am Morgen, wenn

die Stadt noch schläft, beginnt

er seine Arbeit. Und er tut sie

gern, denn er weiß, dass seine

Arbeit eine sehr notwendige

Arbeit ist. Wenn er so seine

Straßen kehrt, tut er es langsam,

aber stetig: Bei jedem

Schritt einen Atemzug und bei

jedem Atemzug einen Besenstrich.

Schritt – Atemzug –

Besenstrich.

Wenn er manchmal mit

Momo redet, dann erklärt er

schon mal: „Siehst Du, Momo,

es ist so: Manchmal hat man

eine sehr lange Straße vor

sich. Man denkt, die ist so

schrecklich lang, das kann

man niemals schaffen. Und

dann fängt man an, sich zu beeilen.

Und man eilt sich immer

mehr. Und man hat den Eindruck,

es wird einfach nicht

weniger. Man kriegt es mit der

Angst, und zum Schluss ist

man ganz außer Puste und

kann nicht mehr. Und die Straße

liegt immer noch vor einem.

So darf man es nicht machen.“

Und der Straßenkehrer-Philosoph

fährt fort: „Man darf nie

an die ganze Straße auf einmal

denken, verstehst Du? Man

muss nur an den nächsten

Schritt denken, an den nächsten

Atemzug, an den nächsten

Besenstrich. Und immer wieder

nur an den nächsten.

Dann macht es Freude; dann

macht man seine Sache gut.

Und auf einmal merkt man,

dass man Schritt für Schritt die

ganze Straße gemacht hat.

Man hat gar nicht gemerkt wie,

und man ist nicht außer Puste.

Das ist wichtig, so soll es

sein.“

Beppo, dieser einfache Mann,

ein großer Philosoph. Kein

Studierter, kein Akademiker.

Aber er hat in seiner schlichten

Art viel erkannt von dem, was

im Leben wichtig ist.

Wir kennen das doch:

Manchmal beginnen wir eine

Aufgabe nicht, weil sie uns

riesengroß und unüberschaubar

erscheint. Wir praktizieren

dann die Schieberitis, das Verschieben,

weil uns das Erfolgserlebnis

so ferne scheint.

„Jetzt fang doch endlich

mal an“, mahnt die genervte

Ehefrau. „Vor einem halben

Jahr wolltest Du schon den

Keller aufräumen.“ „Ja, Du

hast ja recht“, seufzt der Gatte,

der sich gedrängt fühlt. Und er

weiß innerlich, dass wohl noch

einige Zeit vergehen wird, bis

er die Kurve kriegt.

Hier und heute anfangen, Step

by Step, und nicht auf die ganze

Straße schauen. Nicht die

Vergangenheit beschwören

und nicht total fokussiert in die

Zukunft spechten. Heute findet

unser Leben statt. Heute.

Hier. Anfangen. Wie Beppo.

„Machen Sie aus einer großen

Aufgabe mehrere kleine

und erledigen Sie diese Schritt

für Schritt. Und fangen Sie

heute an“, rät uns der Motivationstrainer.

Und er hat ja recht.

Woher er das weiß? Vielleicht

hat er bei Beppo studiert, auf

der Straße des Lebens.

Ein vielbeschäftigter

Freund erzählte mir neulich:

„Es gibt Tage, an denen ich

das Gefühl habe, nicht hinter

her zu kommen mit dem, was

von mir gefordert wird: zu viele

Termine und Verpflichtungen

auf der Arbeit, zu viel, was ich

sonst noch erledigen möchte

oder muss, und meistens

kommt ausgerechnet dann

noch etwas Saublödes dazwischen,

womit ich nicht gerechnet

habe. Zunehmender

Stress macht sich breit, richtige

Burnout-Gefühle. Ich denke,

ich bin zu langsam, ich

schaff das alles nicht, ich

komm nicht hinter her. Ich fühle

mich wie auf der Flucht und

am Ende des Tages liege ich

dann unruhig im Bett und

kann nicht schlafen.“ Wen

wundert´s!

Patentrezepte für gelingendes

Leben gibt es nicht, aber es

Pfarrer i.R. Wolfgang Burkholz,

langjähriger Pfarrer

in der Epiphaniaskirche

Laineck, mittlerweile auch

musikalisch unterwegs mit

der Gruppe KARISMA.

kann lohnend sein, von Beppo,

dem Straßenkehrer, zulernen.

Gott befohlen, und eine gute

Woche!

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Foto: Dörfler

Dieses und viele weitere Tiere

werden im Bayreuther Tierheim

vermittelt.

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Telefon 0921/62634

www.tierheim-bayreuth.de

Die Klinikum Bayreuth GmbH

wünscht allen Neugeborenen

ein wunderschönes Leben

und viel Gesundheit.

Im Bayreuther Klinikum kamen in der vergangenen Woche insgesamt 29 Babys

zur Welt. Unser Bild zeigt (von links): Liam Michael Schürkamp (04.02.) mit Hebammenschülerin

Sarah Mokowsky sowie Simon Arnold (04.02.) mit Gesundheits- und

Kinderpflegerin Anika Zapf. Den Neugeborenen und den Kindern, die beim Fototermin

bereits zu Hause waren, auf diesem Wege alles Gute!

Foto:Dörfler

Impressum

Verlag und Herausgeber:

SaGa Medien &Vertrieb OHG

Richard-Wagner-Straße 36, 95444 Bayreuth

09 21 /162 72 80-40

09 21 /162 72 80-60

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www.inbayreuth.de

Geschäftsführung:

Gabriele Munzert, Martin Munzert

Anzeigenberatung:

Martin Munzert (verantw.),Thomas Hacker,

Stefanie Hoffmann

anzeigen@inbayreuth.de

Redaktion:

Gabriele Munzert(verantw.), Roland Schmidt,

MirkoSträsser,Wolfgang Munzert, Jessica Mohr

redaktion@inbayreuth.de

Druck:

Druckzentrum DerneueTag

Franz-Zebisch-Str.5,92637Weiden OT Brandweiher

Auflage:

42.469 Exemplare(ADAII/2019)

Zustellung:

SaGa Medien &Vertrieb OHG

Martin Munzert (verantwortlich)

vertrieb@inbayreuth.de

Es gelten die AGBfür Anzeigen und andereWerbemittelinZeitungen

und Zeitschriftenaus der Preisliste

Nr.1der SaGa Medien &VertriebOHG vom1.1.2020.

Anzeigen und -entwürfe sind verlagsrechtlich

geschützt.Nachdruck,Vervielfältigung und

elektronische Speicherung nur mit Zustimmung

desVerlags.

Auflagenkontrolle durchWirtschaftsprüfer nach den

Richtlinien des BVDA

Zu einer Anzeigenseite der

SPD in der BTSZ am 26. Januar

erreichte uns folgende Stellungnahme:

Die Stadtratsfraktion der Bayreuther

Gemeinschaft sieht mit

Sorge, dass die Stadtratsfraktion

der SPD nicht vor Unwahrheiten

zurückschreckt.

Zum Hintergrund: Beim

Neujahrsempfang der SPD auf

dem Herzogkeller ist unter anderem

ein Chor der Hochschule

für evangelische Kirchenmusik

aufgetreten. Über diesen Auftritt

war die Hochschulleitung nicht

informiert und hat – nachdem

sie davon in der Zeitung gelesen

hat, von sich aus –unter anderem

die Oberbürgermeisterin

darüber informiert und klargestellt,

dass die Hochschule sich

politisch neutral verhalte und

vom Auftritt des Chores keine

Kenntnis hatte. Damit hätte der

Vorgang erledigt sein können.

Die Stadtratsfraktion der

SPD jedoch hat in der Folge eine

Anzeige in der BTSZ geschaltet,

in der sie unter anderem

schreibt: ,,Kein feiner Zug: BG

und Oberbürgermeisterin üben

hinter den Kulissen Druck aus.“

Und zudem wurde dort formuliert:

,,Publikum und Organisatoren

freuten sich über den gelun-

Leserbrief

genen gesanglichen Beitrag –

nur eine nicht: Brigitte Merk-Erbe.

Als Kuratoriumsmitglied der

Hochschule machte sie ihren

Einfluss geltend und beschwerte

sich beim Rektor der Hochschule.“

Dies ist falsch: Brigitte Merk-

Erbe hat keinerlei Druck ausgeübt,

nicht sie ist auf die Hochschulleitung

zugegangen, sondern

die Hochschulleitung auf

die Oberbürgermeisterin.

Die Fraktion der Bayreuther

Gemeinschaft hatte gehofft,

dass, nachdem die Hochschulleitung

am 27. Januar eine entsprechende

Klarstellung, die

durch die Oberbürgermeisterin

an alle Fraktionsvorsitzenden

weitergeleitet worden ist, versandt

hat, zumindest eine Art

Entschuldigung der SPD-Fraktion

erfolgt. Bisher ist nicht erkennbar,

dass die SPD-Fraktion

die von ihr in die Welt gesetzte

unwahre Aussage korrigieren

oder sich entschuldigen will.

Das gleiche Muster findet sich

in der gleichen Anzeigenseite

unter der Überschrift „Zippel

darf nicht mitsingen“. Ein Stadtratschor

besteht aus Stadträten,

also singen Stadträte und nicht

OB-Kandidaten.

Stephan Müller (BG-Fraktionsvorsitzender),

Karsten

Schieseck (BG-Stadtrat).

Elf Tage Festivalprogramm

„Bayreuth Baroque“ hat vom 3. bis 11. September Premiere

BAYREUTH. Elf Tage

lückenloses Festivalprogramm

verspricht

„Bayreuth Baroque“ vom 3.

bis 11. September.

Der Schwerpunkt der Konzerte

liegt auf der Wiederentdeckung

in nachbarocker Zeit

kaum gespielter Bühnenwerke.

2020 stehen Nicola Porporas

„Carlo il Calvo“ und

Leonardo Vincis „Gismondo,

Re di Polonia“ auf dem Programm.

An den opernfreien Abenden

gibt es Spitzenkonzerte

an wechselnden Orten. Ein

Höhepunkt ist das Gala-Konzert

von Joyce di Donato und

Il Pomo d’oro am 6. September.Zuden

Ausführenden gehören

Barockstars wie Julia

Lezhneva, Franco Fagioli und

Jordi Savall sowie die Barockensembles

wie Il Pomo

d’oro unter Maxim Emelyanychev,

Accademia Bizantina

unter Ottavio Dantone sowie

Armonia Atenea unter Georg

Petrou.

Am 3. September eröffnet

Porporas „Carlo il Calvo“ das

von Max Emanuel Cencic

Die Macher des Festivals „Bayreuth Baroque“ (von links):

Geschäftsführer Clemens Lukas, Max Emanuel Cencic und

Georg Lang.

Foto: Jessica Mohr

kuratierte Festival. Der Clou

der 1738 uraufgeführten Opera

seria liegt darin, dass der

Titelheld ein nur wenige Verse

singendes Kind ist. Folgeaufführungen

sind am 5. und 8.

September.

Die zweite Opera seria,

Vincis „Gismondo, Re di Polonia“,

beendet mit Aufführungen

am 11. und 13. September

das Opernfestival.

Die Altistin Delphine Galou

gestaltet am 4. September

einen Konzertabend mit der

Accademia Bizantina unter

Ottavio Dantone. Außerhalb

des Markgräflichen Opernhauses

finden die Konzerte

von Romina Basso (Mezzosopran),

Simon Pappas (Violoncello)

und Markellos Chryssicos

(Cembalo) am 9. September

in der Schlosskirche Bayreuth

und von Weltstar Jordi

Savall mit „Hesperion XXI“ am

10. September in der Stadtkirche

Bayreuth statt.

Arien von Johann Adolf

Hasse stehen am 12. September

auf dem Programm

von Mezzosopranistin Vivica

Genaux und der „Lautten

Compagney“ unter Wolfgang

Katschner. Der Kartenvorverkauf

hat begonnen. jm

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