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BOHMANN, ROSWITHA (DE)

„Nach den Theorien Albert Einsteins wird die „vierte Dimension“ durch die Zeit definiert und der

4-dimensionale-Raum als „Raumzeit“ bezeichnet. Mehrdimensionale „Hyperräume“ sind in unserer

gewohnten Welterfahrung schwer zu verstehen. Zur Verdeutlichung von Räumen mit mehr als drei

Dimensionen wird die gängige Raumerfahrung um zusätzliche Dimensionen erweitert.

Meine dreidimensionalen, z. T. raumfüllenden, Objekte sind in sich verschränkt, gefaltet oder gewellt,

mit Löchern oder Durchbrüchen versehen oder greifen mit Tentakel ähnlichen Fortsätzen in

den Raum. Dadurch ist der skulpturale Raum bereits ausgefüllt.

Von einem Elektromotor in langsame Drehbewegung versetzt, ergibt sich für den Betrachter ein

immer wieder veränderter Eindruck des Objekts in Raum und Zeit.

„Arme“ Materialien, die ansonsten z.T. im Müll entsorgt werden würden, werden durch klassische

handwerkliche Verarbeitung, Stricken, Häkeln, Knüpfen oder Weben, zu einem Vlies voller optischer

und haptischer Erfahrungen.

So entstehen beispielsweise aus ausgedienten Magnetbändern, Geschenkbändern, zerschnittenen

Müllbeuteln oder Rettungsdecken unterschiedliche Texturen, Strukturen, Flächen und Formen.

Diese dienen dann als „Haut“ für Objekte, die ambivalent wahrnehmbar sind: farbenfrohes Objekt

für die Augen, deutbare Form als fantastisches Alien oder noch nicht entdecktes Tiefseewesen oder

auch sozio-philosophisch als Menetekel der durch den Menschen ignorant verursachten Umweltverschmutzung.“

gruwo | Strickarbeit aus Kunststoffbändern | ca. 140 x 80 x 35 cm | 2020

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