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Mitteldeutsche Wirtschaft Ausgabe 2/2020

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Das Mitgliedermagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020

Schwerpunkt: Kleinunternehmen

Meister im Multitasking

Wie Kleinunternehmer alles im Griff

behalten - plus Tipps für erfolgreiche

Gründung und Entwicklung (S. 26)

„Den Stecker nicht herausziehen!“

Wie sich IHK und Handwerkskammer

auf ihrem Neujahrsempfang für

Versorgungssicherheit einsetzen (S. 6)

Zuwanderung als Chance

Wie Firmen ausländische

Fachkräfte gewinnen

können (S. 11)

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editorial

Lassen Sie uns mal machen!

Diese Überschrift könnte das Motto nicht nur für dieses Editorial,

sondern für die gesamten kommenden 20er Jahre sein. Und zwar

in mehrfacher Hinsicht:

1. Nur Mut!

Unternehmer sind die Triebkraft der Wirtschaft. Wirtschaftlich

auf eigenen Beinen zu stehen, erfordert Mut – jeden Tag Neues

zu wagen ebenso. Noch mehr unternehmerischer Mut täte sicher

gut. Mehr Unternehmer braucht das Land! Allerdings wagen immer

weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die

Zahl der jährlichen Neugründungen hat sich im vergangenen

Jahrzehnt nahezu halbiert. Zugleich wird es für die Gründer der

1990er Jahre immer schwerer, einen Nachfolger zu finden.

Die Zurückhaltung ist verständlich. Rund drei Viertel der neu gegründeten Unternehmen

überstehen die ersten fünf Jahre nicht. Der Rucksack an Schwierigkeiten, den Starter

schultern müssen, ist unnötig schwer. Abhilfe schaffen könnte der eine oder andere

Kniff, den wir im vorliegenden Heft aufzeigen.

Prof. Dr. Steffen Keitel, Präsident der

Industrie- und Handelskammer

Halle-Dessau und Prof. Dr. Thomas

Brockmeier, Hauptgeschäftsführer

2. Für die Freiheit

Vorschriften, Abgaben und auch das oft negative öffentliche Meinungsbild engen die

unternehmerischen Freiheiten immer weiter ein. Dabei waren es doch maßgeblich Sie,

die Unternehmerinnen und Unternehmer unserer Region, die mit Ihren Betrieben die

Wirtschaft hierzulande in den vergangenen 30 Jahren erfolgreich aufgebaut haben.

So manche Vorschrift von heute hätte den Gründergeist wohl auch damals schon

vertrieben … „Lassen Sie uns mal machen!“ rufen wir deshalb in Ihrem Namen Politik,

Verwaltung und Gesellschaft zu. Denn das hat in der Geschichte bisher immer besser

funktioniert als jede staatlich gelenkte Wirtschaft.

3. Mit starker Stimme

Sie haben ein Recht darauf, dass diese Tatsache nicht in Vergessenheit gerät. Ihre Interessen

sollen mit der Kraft des Arguments eingebracht werden – auch darauf haben Sie

ein Recht! Beispiel Braunkohleausstieg: Natürlich wird diese Region ihren Beitrag zum

CO 2

-Abbau leisten – nach der De-Industrialisierung der vormaligen DDR-Wirtschaft

übrigens schon zum zweiten Mal. Aber wir machen uns für eine Perspektive mit sicherer

und bezahlbarer Energie für die Region ebenso stark wie für die strukturelle Weiterentwicklung

unserer Wirtschaft.

Das muss immer wieder gesagt werden. Lassen Sie uns mal machen!

Prof. Dr. Steffen Keitel

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Die „Mitteldeutsche Wirtschaft“ ist das

Magazin der IHK Halle-Dessau. Wir

informieren hier über Themen, die aus

Sicht der IHK für die Wirtschaft unserer

Region relevant oder für Sie als

Unternehmerin und Unternehmer

nützlich sein könnten. Als IHK-Mitglied

erhalten Sie das Heft regelmäßig.

Wie gefällt Ihnen die neue

Mitteldeutsche Wirtschaft“?

Auf Ihre Rückmeldung unter

miwi@halle.ihk.de sind wir gespannt.

Dort können Sie uns übrigens auch

mitteilen, wenn Sie das Magazin

zukünftig nicht in der gedruckten

Version, sondern nur online unter

https://miwi.halle.ihk.de/

lesen möchten.

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 1


26

Meister im Multitasking

Praxistipps für Kleinunternehmer

6

„Ausbau Ost“

Neujahrsempfang von IHK und Handwerkskammer:

Der Bundeswirtschaftsminister

zu Besuch in Halle (Saale)

Inhalt

februar 2020

1 EDITORIAL

4 BLICK ins land

48 veranstaltungen

50 BÖRSEN

52 Wir für sie

54 BESCHLÜSSE

56 IMPRESSUM

IHK-Service schnell gefunden:

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Querverweis im Inhalt

WIRTSCHAFT

& REGION

6

Was – Wann – Wo

Neujahrsempfang von IHK und Handwerkskammer

– und weitere Nachrichten

10

Zahlen – Daten – Fakten

Lage gut, Ausblick pessimistisch:

Die Konjunktur in Sachsen-Anhalt

11

Fachkräfte

Zuwanderung als Chance

Top-Ausbildungsbetrieb aus Köthen

24

Branchenfokus

Wissenswertes zur Dienstleistungswirtschaft

schwerpunkt:

Meister im Multitasking

26

Musicals zum Dessert

Vom Start-up zum Millionenprojekt

Hilfe für Einzelkämpfer

100 Tipps für Kleinunternehmer

Wo unterstützt der Steuerberater

Umsatz verdreifacht,

Arbeitsplätze geschaffen

Acht Dinge, die sich 2020 ändern

2

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


11

Zuwanderung als Chance

Ausländische Fachkräfte gewinnen

41

Neue Regelungen

für Ausbildungsbetriebe

WIRTSCHAFT

& ENGAGEMENT

35

Ausschüsse und Arbeitskreise

Aktuelle Themen aus den Gremien:

Regeln für wassergefährdende Stoffe

Kundenzufriedenheit im Tourismus

Maklerkosten-Splitting

37

Interessenvertretung

Neue Regeln beim Immobilienverkauf

38

Vollversammlung

Netzwerk IHK-Ehrenamt:

Stephanie Brauer engagiert sich in der

Vollversammlung

WIRTSCHAFT

& PRAXISWISSEN

40

Recht

Rechtsprechungssplitter

Neue Regelungen für Ausbildungsbetriebe

Weiterbildungspflicht für Versicherungsvermittler

und -berater

„Rückvermeisterung“ – Was bedeutet sie für

IHK-Unternehmen?

45

Energie und Umwelt

Neue Onlinedatenbank

46

Finanzierung und Förderung

Mehr Geld für Forschung in Unternehmen

Zuschüsse für innovative Produkte

38

Netzwerk IHK-Ehrenamt: Stephanie Brauer

engagiert sich in der Vollversammlung

46

Mehr Geld für Forschung

Personalausgaben steuerlich

fördern lassen

Die Mitteldeutsche Wirtschaft im Web:

https://miwi.halle.ihk.de/

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 3


lick ins land

4

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Glück gehabt!

Beim Neujahrsempfang von IHK und Handwerkskammer in der Georg-Friedrich-Händel-

Halle in Halle (Saale) mischten sich die Schornsteinfegermeister Jens Malcherczyk, Lars

Hermann und Frank Hampe (v. l. n. r.) unter die 650 Gäste aus Wirtschaft,

Politik und Gesellschaft. Sie waren als Glücksbringer engagiert. Somit dürfte 2020 für

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der die Industrie- hallesche und Gastronomin Handelskammer Christina Halle-Dessau Lich (l.) ein 02/2020 besonders glückliches Jahr werden! 5


WIRTSCHAFT & REGION

was – wann – wo

„Den Stecker nicht wieder herausziehen!“

Hochrangiger Besuch beim dritten gemeinsamen

Neujahrsempfang von Handwerkskammer

und IHK Ende Januar: Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier diskutierte mit

Unternehmerinnen und Unternehmern, wie

der „Ausbau Ost“ nach dem Braunkohleausstieg

weitergehen kann.

Die beiden Präsidenten Prof. Dr. Steffen Keitel

von der IHK und Thomas Keindorf von der

Handwerkskammer machten deutlich, wie

wichtig eine sichere und bezahlbare Energieversorgung

für die Unternehmen der Region

ist: Mit dem Ende der Braunkohleverstromung

drohe Berlin, „vielen unserer Industriebetrieben

den Stecker herauszuziehen“,

warnte der IHK-Präsident. Wenn die Lücke

zwischen der gesicherten Leistung aus Windund

Sonnenenergie und der erforderlichen

Grundlast nicht geschlossen wird, dann

könnten die Lichter in der Zukunft bei „kalter

Dunkelflaute“ öfter einmal ausgehen. Da

wurde es finster im Saal – allerdings zunächst

einmal nur für eine Einlage.

einzusetzen. Das Gesetz, mit dem die vom

Kohleausstieg betroffenen Reviere gefördert

werden sollen, befindet sich im Bundestag.

Die IHK tritt dafür ein, vor allem die Unternehmen

in den betroffenen Revieren stark zu machen

– damit diese neue Arbeitsplätze schaffen

können. „Wenn wir ehrlich sind, dann

leistet das ‚Strukturstärkungsgesetz‘ in seiner

bisherigen Form leider keinen nennenswerten

Beitrag“, hob der IHK-Präsident hervor.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:

„Wir wollen nicht Umwelt- und Klimaschutz

um jeden Preis – koste es, was es wolle!“

Beim Blick ins Jahr 2040 leuchteten die

beiden Präsidenten ihre Rednerpulte mit

Grubenlampen aus.

Bessere Unternehmensförderung unverzichtbar

Als das Licht wieder anging, ermutigten die

beiden Präsidenten den Bundeswirtschaftsminister,

sich für eine echte Unternehmensförderung

im sogenannten Strukturstärkungsgesetz

Festredner Bundesminister Altmaier versicherte

der Region seine Unterstützung. Den

rund 650 Gästen im Saal aus Politik, Wirtschaft,

Wissenschaft und Verwaltung rief er

zu: „Wir haben nicht nur die energiewirtschaftliche

Sicht der Dinge im Blick, sondern

gestalten den Umbauprozess in den betroffenen

Kohleregionen aktiv und zukunftsgerichtet

mit. Keiner wird zurückgelassen: Wir sichern

die Beschäftigten über das Instrument

des Anpassungsgeldes zusätzlich ab und stellen

hierfür bis zu 4,8 Milliarden Euro zur Verfügung.“

Die beiden Präsidenten gaben dem

Bundesminister mit auf den Rückweg nach

Berlin: „Wir nehmen Sie beim Wort!“

IHK-Präsident Prof. Dr. Steffen Keitel (l.) und Bundesminister

Peter Altmaier (Mitte) zollten Ministerpräsident

Dr. Reiner Haseloff ihren Respekt: Der sachsen-anhaltische

Regierungschef hatte sich vehement und erfolgreich dafür

eingesetzt, das Kraftwerk in Schkopau nicht vorzeitig

abzuschalten.

IHK Halle-Dessau

Leiterin Büro Präsident

und Hauptgeschäftsführer

Cordula Henke

Tel. 0345 2126-245

chenke@halle.ihk.de

6

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & REGION

Sachsen-Anhalts

Ernährungswirtschaft

punktet in

Berlin

Smoothies aus gefriergetrockneten Früchten,

alkoholfreier Wein oder blaues Bier aus Algen

– Sachsen-Anhalt ist Vorreiter, was innovative,

gesunde und nachhaltige Nahrungsmittel

betrifft. Das zeigte sich einmal mehr auf der

Grünen Woche in Berlin (17. bis 26. Januar

2020). 102 Aussteller aus dem Ernährungsgewerbe

und dem Tourismus beteiligten sich an

der weltgrößten Verbrauchermesse. Mit vielen

Neuentwicklungen wolle Sachsen-Anhalt zeigen,

dass seine Produkte „qualitativ spitze,

aber auch innovativ“ sind, sagte Umweltministerin

Prof. Dr. Claudia Dalbert (Grüne), die

gleich zwei Bio-Regionalpreise übergeben

konnte: an das Unternehmen Hülsenreich für

seine gerösteten Kichererbsen und an NutriPur

für seine veganen Frucht-Softies. Dalbert betonte

auch die Bedeutung des Ernährungsgewerbes

für das Land. Rund 22.500 Menschen

arbeiten demnach in der Branche, die laut Statistischem

Landesamt 2018 rund 7,5 Millionen

Euro Umsatz erzielte – etwa 18 Prozent des

Gesamtumsatzes im Verarbeitenden Gewerbe.

Drei Fragen an…

Hans Albrecht Zieger, im Vorstand des Netzwerks Ernährungswirtschaft

Sachsen-Anhalt und Aussteller auf der Grünen Woche

Auf der Grünen Woche

waren zahlreiche Verbraucher

und Fachbesucher

vertreten – wie

kamen die Produkte

made in Sachsen-Anhalt

denn an?

Hans Albrecht Zieger:

Ausgesprochen gut! International,

aber auch

bei Besuchern aus Berlin

und dem Umland.

Man merkt, die Verbraucher

setzen sich verstärkt mit gesunder und

bewusster Ernährung auseinander. Außerdem

haben sie Interesse an neuen Produkten.

Die Grüne Woche ist daher ideal, um

Neuheiten vorzustellen.

Die Exportzahlen der Ernährungswirtschaft

im Land haben sich positiv entwickelt –

woran liegt das?

Zieger: Zum einen an der guten Qualität

der Produkte, zum anderen an dem hohen

Grad an Lebensmittelsicherheit, den unsere

Produzenten aufgrund der eingeführten

Standards bieten. Dies erzeugt

internationale Nachfrage,

wodurch wir in der

Lage sind neue, auch preislich

attraktivere Märkte zu

erschließen.

Wie wollen die Betriebe

international noch stärker

durchstarten?

Zieger: Dafür ist es erforderlich,

mit guten Präsentationskonzepten

auf den

führenden Lebensmittelmessen der Zielmärkte

aufzutreten. Dazu braucht es aber

auch die notwendige Unterstützung von

Landesseite, denn diese Maßnahmen sind

mit erheblichen Kosten verbunden. Gleichzeitig

sind wir Hersteller auf möglichst

niedrige Handelsbarrieren und weitestgehend

offene Märkte angewiesen. Die aktuellen

politischen Tendenzen laufen jedoch

eher in eine andere Richtung. Hier wünschen

wir uns mehr Dialog und eine Entspannung

der wirtschaftspolitischen Entwicklung.

Innovativ, gesund und

nachhaltig produziert:

auf der Grünen Woche

zeigten die sachsenanhaltischen

Hersteller,

dass sie auch international

in der ersten Liga mitspielen.

Beim Besuch von

Wirtschaftsminister

Prof. Armin Willingmann

erläuterten ihm die ausstellenden

Firmen ihre

Exportstrategien: Während

einige mit neuen Produkten

ihre Märkte erweitern,

richten andere die Verpackungen

und Produktnamen

ihrer Verkaufsschlager

für den Export neu

aus. In jedem Fall zähle

„made in Germany“

weiterhin als herausragendes

Qualitätssiegel.

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 7


WIRTSCHAFT & REGION

IHK gibt Orientierung

zu Gewerbemieten

Der mittlere Wert für Büromieten liegt im

Landkreis Anhalt-Bitterfeld bei einem

Quadratmeterpreis von 5,48 Euro ohne

Nebenkosten. Für Einzelhandelsflächen

hingegen beträgt der Zentralwert 6,19

Euro pro Quadratmeter. Für Dessau-Roßlau

gelten entsprechend 5,10 Euro bzw.

5,78 Euro, für den Salzlandkreis 5,40

Euro bzw. 7,00 Euro und für den Landkreis

Wittenberg 8,51 Euro bzw. 6,54 Euro.

Dies ist ein Ergebnis des Orientierungsrahmens

für Gewerbemieten, den die IHK

jetzt neu aufgelegt hat.

Der kostenfreie Orientierungsrahmen für

Gewerbemieten steht unter www.halle.ihk.de,

Dok.-Nr. 4496752 zum Abruf bereit.

Leichter gründen

Vom Geschäftsmodell über den Businessplan

bis zur Finanzierung: Die bundesweite „Gründerplattform“

ebnet den Weg zum eigenen

Unternehmen. Ab sofort sind die Gründungsberatungen

und Fördermittelinformationen

sowie die Veranstaltungshinweise der IHK

Halle-Dessau Teil dieses kostenfreien Onlineangebots

von Bundeswirtschaftsministerium

und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Als

regionaler Partner der Plattform steht die IHK

ratsuchenden Gründern zudem mit vielfältigem

Expertenwissen zur Seite. Letztlich sollen

so mehr Jungunternehmer den Schritt in die

Selbstständigkeit wagen. Denn laut IHK hat

sich die Zahl der Neugründungen im südlichen

Sachsen-Anhalt zwischen 2009 und

2019 jährlich von 7.800 auf 4.600 reduziert.

Welche Herausforderungen die Gründerinnen

und Gründer speziell in und um Halle (Saale)

zu bewältigen haben, zeigt auch die Gründerstudie

2019 „Metropolregion Halle“ der Commerzbank:

So finanzieren vier von fünf hiesigen

Gründern ihr Start-up allein. Knapp die

Hälfte startet mit weniger als 20.000 Euro.

Bürokratie ist demnach die größte Hürde bei

der Gründung – und Fachkräftemangel das

größte Hindernis bei der Weiterentwicklung

der Firma. Trotz Startschwierigkeiten: Knapp

zwei Drittel aller Gründer in Halle (Saale) würden

sich noch einmal selbstständig machen.

https://gruenderplattform.de

Innovative Ideen gesucht

Quelle: Metropolregion Halle, Gründerstudie 2019

Bereits am 11. März endet die Anmeldefrist

für den IQ Innovationspreis Mitteldeutschland

2020. Gefragt sind neuartige

Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen

aus den Clustern Automotive, Chemie/

Kunststoffe, Energie/Umwelt/Solarwirtschaft,

Informationstechnologie und Life

Sciences. Wer Innovationen für biologisch

abbaubare Kunststoffe zur Produktreife

geführt hat, kann sich bis zum 30. April

2020 für den internationalen BIOPOLY-

MER Innovation Award 2020 bewerben.

Berufsorientierung auf Augenhöhe: Die IHK-Azubis (Bildmitte) beraten bei

der Messe „Chance“ in Halle (Saale) im Januar Gleichaltrige.

www.iq-mitteldeutschland.de

www.polykum.de/biopolymer-award

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 9


WIRTSCHAFT & REGION

Zahlen Daten Fakten

Lage gut – Ausblick pessimistisch

Immer zu Jahresbeginn legt die Landesarbeitsgemeinschaft

der beiden sachsenanhaltischen

Industrie- und Handelskammern

ihren gemeinsamen Konjunkturbericht

vor. Botschaft diesmal: Der Abwärtstrend, der

schon 2018 begonnen hatte, setzte sich im

vergangenen Jahr fort. Ende 2019 war die

Stimmung der sachsen-anhaltischen Unternehmen

in der IHK-Konjunkturumfrage so

trübe wie schon lange nicht mehr. Fünfjahrestief!

Der Geschäftsklimaindex ist auf den niedrigsten

Wert seit 2015 gefallen. Hier wird gegeneinander

gerechnet, wie die rund 900 befragten

Unternehmen im Land ihr aktuelles


Die Wirtschaft im Land hat im

vergangenen Jahr konjunkturell

weiter an Fahrt verloren. Eine

Aufhellung ist auch 2020 nicht zu

erwarten. Zu groß erscheinen die

anstehenden Herausforderungen:

Braunkohleausstieg,

Veränderungen in der

Automobilzulieferindustrie,

globale politische Spannungen

und der bevorstehende Brexit.“

Klaus Olbricht

Präsident der IHK Magdeburg

Geschäft und ihre Zukunftsaussichten einschätzen.

Dabei ist die Lagebewertung gar nicht so

schlecht. Der Bau brummt weiter. Und der

sachsen-anhaltische Handel bewertete sein

Geschäftsjahr 2019 als solide gut. Auch die

Verkehrs- und Logistikunternehmen meldeten

zuletzt gute Geschäfte.

Was allerdings auf die Stimmung drückt, ist

die Perspektive. Deutlich wird das etwa in der

Saisonbereinigter Geschäftsklimaindex

der Gesamtwirtschaft

40

30

20

10

0

-10

-20

2009 2011 2013 2015 2017 2019

2010 2012 2014 2016 2018

Quelle: eigene Berechnungen

Dienstleistungswirtschaft: Die Lage wurde

2019 in dieser Branche meist besser bewertet

als 2018. Aber nach den Geschäftsaussichten

für die kommenden Monate gefragt, überwiegt

der Pessimismus klar. Vor allem Dienstleister,

die für andere Unternehmen tätig

werden, spüren die Verunsicherung, die beispielsweise

auch bei den Industrieunternehmen

auf die Stimmung drückt.

Übrigens war das Bruttoinlandsprodukt

Sachsen-Anhalts im 1. Halbjahr 2019 noch

leicht gestiegen – preisbereinigt um 0,6 Prozent.

Die IHK-Konjunkturexperten rechnen

allerdings nicht damit, dass sich dieser Trend

fortsetzt, sondern dass das Wachstum angesichts

der rückläufigen Entwicklung weiter

sinken wird.


Der Arbeits- und Fachkräftemangel

ist das größte Risiko

für die Entwicklung unserer

Mitgliedsunternehmen.

Das kommende Fachkräfteeinwanderungsgesetz

eröffnet

neue Chancen. Damit wir aber

im Wettbewerb um die klugen

Köpfe bestehen, brauchen wir

im Land transparente und

einheitliche Prüfverfahren.

Und natürlich müssen wir

ausländische Fachkräfte von der

Attraktivität des Standorts

überzeugen.“

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident der IHK Halle-Dessau

IHK Halle-Dessau

Standortpolitik

Danny Bieräugel

Tel. 0345 2126-236

dbieraeuge@halle.ihk.de

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


FACHKRÄFTE

Zuwanderung als Chance

Ausländische Fachkräfte gewinnen: Viele heimische Unternehmen können ihren

Personalbedarf längst nicht mehr decken. Die gezielte Einwanderung von

ausländischen Fachkräften könnte hier Abhilfe schaffen. Rechtsgrundlage ist das

Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März 2020 in Kraft tritt.

Um dem Mangel an Fachkräften künftig zu

begegnen, werden Unternehmen neben bekannten

und oft bereits ausgeschöpften Rekrutierungskanälen

verstärkt auf die Zuwanderung

aus dem Ausland setzen müssen. Zugang

zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten Arbeits-

oben: Samer Alghanim (26) kam Ende 2014 als

Bürgerkriegsflüchtling aus Syrien nach Deutschland.

Zunächst bei der IHK Halle-Dessau als Praktikant beschäftigt,

lernt er heute bereits im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf

des Kaufmanns für Büromanagement.

und Fachkräfte dabei im Zuge einer Anerkennung

der im Heimatland erworbenen Bildungsabschlüsse

oder aber indem jungen

Menschen eine Ausbildung mit Jobperspektive

in Deutschland ermöglicht wird.

Erleichterungen für Unternehmen

Hier soll ein von der Bundesregierung 2019

initiiertes Paket an Gesetzen zu Asylrecht, Abschiebungen

und Einwanderung den Weg

bereiten. Mit diesem sogenannten Migrationspaket

wurden insgesamt neun Gesetze

und eine Verordnung verabschiedet, welche

die Beschäftigung und Ausbildung Geflüchteter

sowie die Einstellung ausländischer Fachkräfte

aus einem Drittstaat, also außerhalb

der EU, betreffen. Obwohl sich die Gesetze auf

ganz unterschiedliche Aspekte beziehen, zielen

sie alle hauptsächlich darauf ab, Erleichterungen

für Unternehmen zu schaffen.

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 11


WIRTSCHAFT & REGION

So werden unter anderem Lücken in der

Förderung für Geflüchtete in Ausbildung

und Beschäftigung geschlossen, aber

auch neue Regelungen für die Ausbildungsduldung

erlassen. Daneben soll

das ab März 2020 in Kraft tretende

Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Einreisebestimmungen

für qualifizierte Arbeitskräfte

aus dem Nicht-EU-Ausland

erleichtern.

„Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz

- und was Sie dazu wissen

sollten“ - IHK-Veranstaltung am

18. Februar 2020 in Lutherstadt

Wittenberg

Die IHK Halle-Dessau unterstützt diese

neuen Möglichkeiten, qualifizierte

Beschäftigte aus dem Ausland für die

Erfordernisse hiesiger Unternehmen

zu finden und ihnen den Weg nach

Sachsen-Anhalt zu ebnen. 2020 bietet

sie mehrere Veranstaltungen zum

Thema „Finden und Binden von ausländischen

Fachkräften“ an – die

nächste am 18. Februar in Lutherstadt

Wittenberg. Vor dem Hintergrund

des Gesetzespakets werden

Unternehmen hier Wege aufgezeigt,

wie sie vorgehen können und was sie

bei der Einstellung von Zugewanderten

zu beachten haben.

Anzeige

Weitere Informationen unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 157133423

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz –

die wesentlichen Eckpunkte

Einheitlicher Fachkräftebegriff

Als Fachkraft gelten Personen aus Ländern

außerhalb der EU, die folgende Kriterien erfüllen:

• eine in Deutschland qualifizierte Berufsausbildung

oder

• eine mit einer inländischen qualifizierten

Berufsausbildung gleichwertige ausländische

Berufsqualifikation oder

• einen deutschen, einen anerkannten ausländischen

oder einen einem deutschen

Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen

Hochschulabschluss

Wegfall der Vorrangprüfung

Für Fachkräfte mit anerkannter Berufsqualifikation

und einem konkreten Arbeitsplatzangebot

entfällt die Vorrangprüfung – das heißt,

der Arbeitgeber muss nicht mehr nachweisen,

dass er keinen passenden Deutschen und

auch keinen EU-Bürger für die Arbeitsstelle

gefunden hat. Die Vorrangprüfung gilt jedoch

weiter für den Zugang zur Berufsausbildung.

Wegfall der Positivliste

Des Weiteren entfällt die Begrenzung auf sogenannte

Engpassberufe. Somit muss der

anerkannte Beruf der Fachkraft nicht mehr

auf einer „Positivliste“ der Bundesagentur für

Arbeit stehen.

Erweiterte Beschäftigungsmöglichkeiten

Künftig werden auch die Beschäftigungsmöglichkeiten

erweitert. So muss die qualifizierte

Beschäftigung in Deutschland nicht

mehr genau der Qualifikation entsprechen,

sondern kann artverwandt sein (beispielsweise

kann eine Bäckerin auch als Konditorin

arbeiten).

Qualifizierungsmaßnahmen

Verbesserungen gibt es auch bei der Durchführung

von Qualifizierungsmaßnahmen in

Deutschland. Bei Vorliegen eines geprüften

ausländischen Abschlusses lassen sich Anerkennungsverfahren

zum Beispiel im Rahmen

von Vermittlungsabsprachen der Bundesagentur

für Arbeit vollständig im Inland

durchführen.

Beschleunigte Verfahren

Ferner können durch gebündelte Zuständigkeiten

bei zentralen Ausländerbehörden und

beschleunigte Verfahren für Fachkräfte die

Prozesse verkürzt und vereinfacht werden.

IHK Halle-Dessau

International

Katalin Stolzki

Tel. 0345 2126-234

kstolzki@halle.ihk.de

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & REGION

Wenn ein konkretes Arbeitsplatzangebot, eine

vollanerkannte Berufsqualifikation und, soweit

erforderlich, die Zustimmung der Bundesagentur

für Arbeit vorliegt, können Fachkräfte

in allen Berufen, zu denen sie ihre

Qualifikation befähigt, arbeiten. Darüber hinaus

gibt es Ausnahmen – ein Auszug*:

Voraussetzungen

auf einen Blick

• Fachkräfte ab 45 Jahren benötigen

für eine Einreise zur Beschäftigung

ein Gehalt von mindestens 55 Prozent

der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze

in der allgemeinen Rentenversicherung

(2020: 3.795 Euro brutto/

Monat) oder eine angemessene Altersvorsorge.

Somit soll ein Zuzug in

die Sozialsysteme verhindert werden.

• Personen mit einer anerkannten Berufsqualifikation

können ohne Arbeitsplatz

einreisen und sechs Monate

nach einer Arbeit suchen. Voraussetzung

hierfür ist, dass sie über deutsche

Sprachkenntnisse verfügen und

ihren Lebensunterhalt sichern können.

Eine Probebeschäftigung von zehn

Stunden pro Woche ist zulässig.

• Fachkräfte mit ausgeprägten berufspraktischen

Kenntnissen (IT-Berufe)

erhalten auch ohne formale Qualifikation

einen Aufenthaltstitel.

Voraussetzung hierfür ist unter anderem,

dass sie in den letzten sieben

Jahren mindestens drei Jahre einschlägige

Berufserfahrung gesammelt

haben und das Gehalt mindestens 60

Prozent der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze

in der allgemeinen

Rentenversicherung beträgt.

Die ausführlichen Regelungen sind zu finden unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr.: 4683720

Was müssen Unternehmen beachten?

Fragen an Kerstin Majewski,

Ausländerbeauftragte der Agentur für Arbeit Halle:

Ab März 2020 greift das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz

– was bedeutet dies

für Unternehmen?

Kerstin Majewski: Schon heute haben Arbeitgeber

Schwierigkeiten, für bestimmte

Qualifikationen, Regionen und Branchen qualifizierte

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

zu finden. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz

(FKEG) soll daher eine gezielte und

erhöhte Zuwanderung von qualifizierten

Fachkräften aus Drittstaaten gewährleisten –

insbesondere durch eine weitere Öffnung des

deutschen Arbeitsmarktes und Erleichterungen

im Anerkennungs- und Visaverfahren.


Das Gesetz regelt ausschließlich

den Zuzug von Fachkräften und

berührt nicht die Regelungen zur

Einreise ungelernter- oder

geringqualifizierter Personen aus

Drittstaaten in den deutschen

Arbeitsmarkt.“

Wie unterstützt die Agentur für Arbeit Unternehmen

bei der Gewinnung von ausländischen

Fachkräften konkret?

Majewski: Die Agentur für Arbeit Halle unterstützt

als kompetenter Beratungspartner

zu Themen der Fachkräftesicherung. Dazu

können Arbeitgeber jederzeit eine Beratung

beim Ansprechpartner/-in im gemeinsamen

Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit

Halle und des Jobcenters Halle (Saale) in Anspruch

nehmen. Zusätzlich bieten wir kostenfrei

Themenabende rund um diese Fragen

an. Die Bundesagentur prüft zudem bei der

Umsetzung des FKEG die Einhaltung der

Lohn-und Arbeitsbedingungen.

Was müssen Unternehmen bei der Einstellung

von zugewanderten Fachkräften beachten?

Majewski: Der Arbeitgeber muss unter anderem

prüfen, ob der potenzielle Mitarbeiter

die beabsichtigte Beschäftigung auch ausüben

darf. Zudem hat er eine Kopie des Aufenthaltstitels

aufzubewahren. Ab 1. März

2020 sind Unternehmen auch verpflichtet,

die Ausländerbehörde innerhalb einer Frist

von vier Wochen zu informieren, wenn die

Beschäftigung vorzeitig beendet wird.

Es soll demnächst eine zentrale Servicestelle

für die Berufsanerkennung geben. Was hat

es damit auf sich?

Majewski: Die Servicestelle ergänzt bestehende

Beratungsangebote. Sie agiert im Sinne

eines „Second-Level-Supports“. Erstinformationen

werden wie bisher etwa über die

Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“

gegeben. Die Servicestelle leitet ausländische

Fachkräfte durch das Anerkennungsverfahren

und entlastet zuständige Stellen, unterstützt

Personen bei der Orientierung am Arbeitsmarkt

und der Wahl einer Region in

Deutschland.

Agentur für Arbeit Halle

Kerstin Majewski

Beauftragte für Chancengleichheit

am Arbeitsmarkt (BCA)

Stabsstelle der Vorsitzenden der Geschäftsführung

Schopenhauerstraße 2

06114 Halle (Saale)

Tel. 0345 5249-1426

www.arbeitsagentur.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 13


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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & REGION

Mitarbeiter aus Vietnam?

Beim Thema Fachkräfte aus dem Ausland steht immer wieder auch das

südostasiatische Vietnam im Fokus – ein Land mit junger Bevölkerung und

historisch engen Verflechtungen zu Deutschland. Eine Delegationsreise ebnete

den Weg für weitere Kooperationen.

Der vietnamesische Staat steht dem deutschen

Werben um Fachkräfte offen gegenüber. Verspricht

er sich damit doch die Qualifizierung

eines Teils seiner jungen Menschen, von denen

noch heute etwa die Hälfte jedes Jahr ohne

Ausbildung in den lokalen Arbeitsmarkt drängt.

Ein Umstand, der bereits zahlreiche Initiativen

von deutscher Seite auf den Plan gerufen hat,

um jungen Vietnamesen in Deutschland eine

Ausbildung zu ermöglichen – zumeist in Gastronomie

und Pflege, jedoch auch in gewerblichen

Berufen. So gibt es etwa eine Initiative

des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes

Sachsen-Anhalt zur Ausbildung vietnamesischer

Jugendlicher in Berufen rund um Hotellerie

und Gastronomie.

Delegationsreise der regionalen

Wirtschaft

Gründe genug für Wirtschaftsminister Prof.

Armin Willingmann, das Thema näher in den

Blick zu nehmen. Gemeinsam mit Vertretern

aller gewerblichen Kammern des Landes sowie

von Unternehmen und Hochschulen informierte

er sich im Rahmen einer Delegationsreise

im November letzten Jahres zum

Stand deutsch-vietnamesischer Fachkräfteaktivitäten.

Azubis auch für deutschen Markt

Die Delegation besuchte Berufsbildungseinrichtungen

und Universitäten im Großraum

Ho-Chi-Minh-Stadt sowie in der südlichen

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Prof. Armin Willingmann (l.)

unterhält sich mit dem Rektor des Berufsbildungszentrums Lilama 2, Nguyen Khan Cuong (2. v. r.).

Provinz Binh Dinh. Höhepunkt bildete die Unterzeichnung

eines „Memorandum of Understanding“

zur Unterstützung eines neu in Ho-

Chi-Minh-Stadt zu schaffenden Bildungscampus

Deutschland. Hier sollen junge

Vietnamesen nach deutschen Berufsbildungsstandards

ausgebildet werden – sowohl für

den Fachkräftebedarf in Vietnam als auch für

den deutschen Arbeitsmarkt. Planungen gehen

von jährlich circa 600 Absolventen ab 2025

aus (etwa zwei Drittel davon für einen Einsatz

in Deutschland). Sachsen-Anhalt will hier mit

seinem Expertenwissen an Berufsschulen und

Hochschulen mitwirken und unterstützen.

Kooperation hat Potenzial

Deutlich wurde, dass Vietnam in der Berufsausbildung

Partner sein möchte und kann.

Jedoch ist kurzfristig, durch das

bislang nur wenig ausgebaute

Berufsbildungssystem, kaum ein

signifikanter Transfer fertig ausgebildeter

Fachkräfte zu erwarten.

Die Kooperation mit Vietnam

wird den deutschen Fachkräfteengpass

allein nicht beseitigen

können. Sie hat aber das Potenzial,

ein entscheidender Faktor bei

dessen Bekämpfung zu sein.

IHK Halle-Dessau

International

Ralph Seydel

Tel. 0345 2126-284

rseydel@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 15


WIRTSCHAFT & REGION

„Nicht mehr

Anlaufstellen für Unternehmen

– eine Auswahl

Zentrum für Migration und Arbeitsmarkt:

Das Zentrum für Migration und

Arbeitsmarkt (ZEMIGRA) ist eine landesweite

Informationsstelle zu Fragen

rund um das Thema Arbeitsmarktintegration

von zugewanderten Menschen.

Die Angebote richten sich an Unternehmen,

ehrenamtlich Engagierte, regionale

und kommunale Akteure sowie

Verwaltungsmitarbeitende im Land

Sachsen-Anhalt, die im Kontext Migration

und Arbeitsmarkt tätig sind.

www.zemigra.sachsen-anhalt.de

Make it in Germany: Auf dem Portal

der Bundesregierung erhalten Arbeitgeber

Informationen, welche Möglichkeiten

es gibt, ausländische Fachkräfte zu

gewinnen. In Praxisbeispielen berichten

Unternehmen über ihre Erfahrungen.

Unterstützt wird „Make it in Germany“

durch ein persönliches Beratungsangebot:

die Hotline „Arbeiten und Leben in

Deutschland“ und einen Chat Service.

www.make-it-in-germany.com

KAUSA-Servicestelle/JOBSTARTERplus-Projekte:

Die KAUSA-Servicestelle

Sachsen-Anhalt Süd unterstützt kleine

und mittelständische Unternehmen

(KMU) – darunter solche, die von Migrantinnen

und Migranten geführt werden

– sowie Migrantinnen und Migranten,

um deren Anteil an der dualen

Ausbildung zu erhöhen.

Die JOBSTARTERplus-Projekte, gefördert

vom Bundesministerium für Bildung

und Forschung, unterstützen mit konkreten

Dienstleistungen KMU in allen

Fragen der Berufsausbildung.

www.ihkbiz.de/projekte/747-kausa.html

wegzudenken!“

Auch die MuR-Stahlbau GmbH in Naumburg ist dringend

auf Fachkräfte angewiesen. Ohne die Migranten

hätte Geschäftsführer Thomas Ratzka ein Problem …


Vor rund zweieinhalb Jahren

haben wir uns zum ersten Mal

damit auseinandergesetzt.

Mittlerweile beschäftigen wir

jeweils zwei Iraker und Syrer sowie

einen Mitarbeiter aus Indien. Dazu

haben wir einen Auszubildenden

zum Konstruktionsmechaniker aus

Eritrea. Die Leute sind bei uns

nicht mehr wegzudenken.“

Thomas Ratzka

Geschäftsführer der MuR-Stahlbau GmbH

Die MuR-Stahlbau GmbH mit Sitz in Naumburg

(Saale) plant, berechnet und konstruiert

unter anderem Stahlmasten und Zubehör für

unterschiedliche Kunden. Dabei ist das Unternehmen

auf gut ausgebildete Mitarbeiter

angewiesen.

Unterstützung erhalten

Unterstützung bei der Fachkräftesuche hat

sich der aktuell 80 Arbeitnehmer zählende

Betrieb vor allem bei Bildungsträgern gesucht.

„Mit denen steht und fällt alles. Denn

die Bildungsträger, in unserem Fall der Internationale

Bund in Naumburg, selektieren

nach Eignung und vermitteln. Dann bieten

wir ein Praktikum an und entscheiden, ob

der Bewerber bei uns bleiben darf“, erklärt

der Geschäftsführer.

Doch so einfach wie es sich vielleicht anhört,

war und ist es dann doch nicht. Denn die

sprachliche Hürde sei, gerade wenn es um

Arbeitsschutz gehe, nicht immer klein. „Besondere

Anleitungen und Einweisungen in

die Arbeitsabläufe haben uns Geld gekostet.

Aber das wird ja in den ersten Monaten von

der Agentur für Arbeit gefördert“, rät Ratzka,

sich auch hier Hilfe zu suchen.

Offenheit ist das A und O

Generell müsse man Vorurteile außen vor

lassen. Denn auch für behinderte Menschen

hat sich das Naumburger Unternehmen geöffnet.

Seit Jahren gebe es eine gute Zusammenarbeit

mit der Behindertenwerkstatt

der Caritas in Osterfeld und mittlerweile ist

auch ein gehörloser Mitarbeiter angestellt

worden.

„Man muss sich, auch auf die Ausländer,

einlassen und mit den verschiedenen Kulturen

umgehen können. Das kann man dann

auch nicht immer so gut mit der deutschen

Kultur vergleichen. Aber generell fordern wir

von ihnen genauso 100 Prozent Leistung,

wie von den deutschen Kollegen“, so Ratzka.

Und nur aufgrund des Fachkräftemangels

müsse man doch niemanden zwangsweise

behalten.

MuR-Stahlbau GmbH

Dechantengrund 1

06618 Naumburg (Saale)

Tel. 03445 78300

www.mur-stahlbau.de

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Geschäftsführer Thomas Ratzka

mit seinem irakischen Mitarbeiter Zaher Issaie

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 an einem Schweißgerät 17


WIRTSCHAFT & REGION

Glücksgriff mit Softwareentwicklern

aus Iran und Serbien

Die Software beim Ultraschallsensorik-Spezialisten SONOTEC kommt

nicht von der Stange. Sie wird entwickelt. Im vorigen Jahr konnte das hallesche

Unternehmen die Softwareentwickler Alireza Doagooei aus dem Iran

und Dragan Balaneskovic aus Serbien einstellen.

Mit gegenwärtig über 170 Mitarbeitern hat

sich SONOTEC als Spezialist in der Ultraschallmesstechnik

am Markt etabliert. Wegen

der stetig wachsenden Anforderungen an die

Software der SONOTEC-Geräte und deren

Programmierung hatte das Unternehmen im

November 2018 eine Jobausschreibung für

Softwareentwickler veröffentlicht, in der ersten

Bewerbungsphase jedoch keinen geeigneten

deutschen Kandidaten identifiziert. „Als

über Netzwerke bzw. Eigeninitiative die Bewerbungen

des Iraners Alireza Doagooei, der

bereits in Deutschland lebte und arbeitete,

und des damals noch in seiner Heimat Serbien

tätigen Dragan Balaneskovic bei uns ein-

Alireza Doagooei (vorn) und

Dragan Balaneskovic sind Software-

Entwickler bei Sonotec.

gingen, sahen wir unsere Anforderungen

dahingegen zum Großteil erfüllt“, rekapituliert

Witte.

Unterstützung auch von der IHK

Weil er und seine Kollegin bis dato keinerlei

Erfahrungen mit der Einstellung und Beschäftigung

von Nicht-EU-Ausländern hatten, wurde

ein Fragenkatalog aufgestellt, was konkret

bei der Einstellung von solchen Arbeitnehmern

und vor einem Vertragsabschluss zu beachten

ist und welche Anträge und Dokumente unbedingt

einzureichen sind. „Von der Agentur für

Arbeit, dem Bundesamt für Migration und

Flüchtlinge sowie von der IHK erhielten wir

dazu umfassende Informationen. So erfuhren

wir, dass für unsere beiden Kandidaten sowohl

ein Aufenthaltstitel als auch eine Arbeitserlaubnis

vorliegen muss“, schildert Witte.


Wir sind sehr froh,

dass wir diese

beiden Kollegen unter Vertrag

nehmen konnten!“

Markus Witte

Personalleiter bei Sonotec

Antragsverfahren unkompliziert

„Damit Alireza Doagooei bei der Ausländerbehörde

in Halle (Saale) sowie Dragan Balaneskovic

bei der deutschen Botschaft in Serbien

die erforderlichen Genehmigungen beantragen

konnten, haben wir ihnen eine verbindliche

Einstellungszusage respektive einen bereits

unterschriftsreifen Arbeitsvertrag

ausgestellt“, erläutert er. Das eigentliche Antragsverfahren

sei dann „unkompliziert und

mit gerade einmal vier Wochen Dauer erfreulich

kurz abgelaufen“, so Witte. Während Dragan

Balaneskovic sich aktuell um die Verlängerung

seines zunächst bis Ende März 2020

befristeten Visums kümmert, besitzt sein Kollege

Alireza Doagooei bereits laufende Genehmigungen

bis August 2021. Daneben steht für

die beiden Nicht-EU-Beschäftigen perspektivisch

auch an, sich um den Erhalt der sogenannten

Blauen Karte EU zu bemühen. Diese

ermöglicht als Sonderrichtlinie für Hochqualifizierte

eine längere Aufenthaltsdauerdauer.

SONOTEC GmbH

Nauendorfer Straße 2

06112 Halle (Saale)

Tel. 0345 133 17-0

www.sonotec.de

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


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WIRTSCHAFT & REGION

Auf die Sportsachen

der Azubis aufgepasst

Was zeichnet einen Top-Ausbildungsbetrieb aus? Zum Beispiel der familiäre

Kontakt. Das zeigt das Beispiel der Hans Abel GmbH & Co. KG.

Das Betonwerk in Köthen nimmt die Ausbildung ernst. Die Geschäftsführerin

Sabine Hohmann-Abel berichtet.

Im Jahr 1925 als Zimmerei in Köthen gegründet,

hat sich die Hans Abel GmbH & Co. KG zu

einem mittlerweile 80 Mitarbeiter zählenden

Unternehmen entwickelt, das Betonbauteile

anfertigt. Schon früh hat der Betrieb junge

Menschen ausgebildet. Auch Sabine Hohmann-Abel

engagiert sich sehr für die Lehrlinge

im kaufmännischen und gewerblichen

Bereich.

Frühzeitige Berufsorientierung

„Um an die Jugendlichen heranzutreten, nehmen

wir an Messen zur Berufsfindung und

an Tagen der offenen Tür in Schulen teil. Da

wir ein kleines Unternehmen sind, beschränken

wir uns auf die regionale Suche“, erklärt

Hohmann-Abel. Außerdem pflegt der Betrieb

einen engen Kontakt zu Schulen und bietet

Werksführungen an. Zur Berufsfindung können

interessierte Schüler dann ein Praktikum

absolvieren. Längere Praktika in den Sommerferien

werden sogar vergütet. „Selbst

wenn einem Praktikanten der Beruf nicht zusagt,

wird er seinen Freunden davon erzählen.

Dann bewirbt sich vielleicht jemand anders

bei uns“, so die Geschäftsführerin.

Nic Weinert absolviert bei der

Hans Abel GmbH & Co. KG Betonwerk

Köthen im ersten Lehrjahr

seine Ausbildung zum Betonfertigbauer.

Übertarifliche Bezahlung

Wer dann seine Ausbildung im Betonwerk

absolviert, profitiert zum einen von der Bezahlung,

die leicht über dem branchenüblichen

Tarif liegt. Zum anderen genießen die

Lehrlinge weitere finanzielle Vorteile: Da die

Berufsschule im etwa 70 Kilometer entfernten

Eilenburg im Blockunterricht stattfindet,

zahlt der Betrieb die Kosten im Internat. Dadurch

sollen die Auszubildenden finanziell

entlastet werden und ausreichend Zeit haben,

sich auf ihre Prüfungen vorzubereiten.

Denn wer einen bestimmten Notendurchschnitt

auf seinem Zeugnis erzielt, erhält einen

monatlichen Bonus von 50 bis 150 Euro.

Allgemeines Engagement wird mit zusätzlichen

Wertgutscheinen von bis zu 44 Euro pro

Monat honoriert.

Familiäres Umfeld

Doch nicht nur finanziell werden die Auszubildenden

gut umsorgt. „Wir leisten auch viel

Erziehungsarbeit“, erklärt Candy Emmer, Assistentin

der Geschäftsführung und Ausbilderin

im kaufmännischen Bereich. „Es gibt

Azubis, die in der Berufsschule ihre Sportsachen

vergessen, dadurch nicht an den Leistungskontrollen

teilnehmen können und ihren

Notendurchschnitt ruinieren. Wir weisen

unsere Lehrlinge auch auf solche Kleinigkeiten

hin“, fügt sie mit einem Schmunzeln hinzu.

Inzwischen absolvieren auch vier Flüchtlinge

von insgesamt 11 Azubis ihre Aus-

bildung im Betonwerk Abel, die etwas mehr

Betreuung brauchen. So begleiten die Mitarbeiter

die jungen Leute auf Ämter und zu

Botschaften. Aufgrund der flachen Hierarchien

im Familienunternehmen sei das alles

kein Problem.


Heutzutage muss man sichtbar

sein, um gefunden zu werden.

Vielleicht gibt die Auszeichnung

als „Top-Ausbildungsbetrieb“

dem ein oder anderen Schüler

den letzten Ruck, sich bei uns

zu bewerben.“

Sabine Hohmann-Abel

Geschäftsführerin der Hans Abel GmbH & Co. KG

Betonwerk Köthen

Hans Abel GmbH & Co. KG

Betonwerk Köthen

Prosigker Kreisstraße 1

06366 Köthen

Tel. 03496 5089-0

www.abel-beton.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 21


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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 23


WIRTSCHAFT & REGION

BRANCHEnfokus

Hätten Sie’s gewusst?

Die Dienstleistungswirtschaft im südlichen Sachsen-Anhalt ist ein

Wirtschaftsfaktor, der leicht übersehen werden kann. Viele Einzelkämpfer,

die zum Teil im Nebenerwerb die unterschiedlichsten Aufgaben beackern,

prägen das Bild – oder besser: das Mosaik. Ein Marktüberblick.

Eine starke Branche

Rund 20.000 Dienstleistungsbetriebe haben laut Unternehmensregister*

ihren Sitz im IHK-Bezirk Halle-Dessau.

Insgesamt sind in Sachsen-Anhalt 37.376 Dienstleister

aktiv – das sind 46 Prozent aller gelisteten Unternehmen.

* Erfasst werden Firmen mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten oder

einem steuerbaren Umsatz von mindestens 17.500 Euro pro Jahr. In Segmenten

wie Gesundheit oder Erziehung werden nur Teilbereiche der jeweiligen

Branche abgebildet.

Vielfältig aufgestellt

Der Kernbereich der Dienstleistungswirtschaft – ohne die

Unternehmen aus Handel, Verkehr und Gastgewerbe –

umfasst über 550 Einzelbranchen, etwa Finanz- und Versicherungen,

Grundstück- und Wohnungswesen, Information

und Kommunikation, Hausmeisterdienste, Werbung

und Marktforschung oder Unternehmensberatungen.

Mit 23 Prozent konzentrieren sich dabei die meisten

Dienstleistungsbetriebe in Sachsen-Anhalt im Bereich

freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen.

Dazu gehören Werbung und Marktforschung,

Architektur- und Ingenieurbüros, Wirtschaftsprüfung,

Steuerberatung sowie Rechtsanwälte. Ihre

Büros haben sie oft in den kreisfreien Städten und Landkreisen

mit hoher Gewerbedichte. Mit einem Anteil von

28 Prozent sind sie am stärksten in Halle (Saale) vertreten.

Die Wirtschaftskraft vor Ort, die sich auch in der

Kaufkraft widerspiegelt, ist hier ein wesentlicher Indikator.

Eine weitere große Gruppe erbringt Dienstleistungen

im Gesundheits- und Sozialwesen (20 Prozent).

Dieses Segment umfasst Krankenhäuser, Ärzte, Pflegedienste,

Kindergärten sowie Altenheime und beschäftigt

auch die meisten Erwerbstätigen.

Prognostizierte Kaufkraft

im IHK-Bezirk nach Kreisen 2019 (pro Kopf)

IHK-Bezirk Halle-Dessau

20.476 E

Quelle: Michael Bauer Research GmbH, basierend

auf Statistischem Bundesamt

Überwiegend klein

88 Prozent der Betriebe, die in Sachsen-Anhalt Dienstleistungen

für Unternehmen oder Privathaushalte erbringen,

haben zwischen null und neun Beschäftigte.

Weniger als ein Prozent haben 250 und mehr Beschäftigte.

Wenn es um Kunst, Unterhaltung oder Erholung

geht, sind besonders viele Kleinunternehmen auf dem

Markt. Aber auch bei der Finanz- und Versicherungs-

Saalekreis.........................................................................................21.648 E

Stadt Dessau-Roßlau.................................................................. 21.119 E

Burgenlandkreis........................................................................... 20.805 E

Landkreis Wittenberg................................................................. 20.696 E

Landkreis Anhalt-Bitterfeld..................................................... 20.054 E

Stadt Halle (Saale)....................................................................... 19.982 E

Salzlandkreis.................................................................................. 19.794 E

Landkreis Mansfeld-Südharz.................................................. 19.575 E

IHK Halle-Dessau

Standortpolitik

Danny Bieräugel

Tel. 0345 2126-236

dbieraeuge@halle.ihk.de

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


dienstleistung ist der Anteil der Klein- und Kleinstunternehmen

vergleichsweise hoch.

Conny Tuchscherer aus dem Seegebiet Mansfelder Land hatte sich 2017 im

Nebenerwerb mit Fotoarbeiten und Grafikdesign selbstständig gemacht.

Seit 2018 ist sie nun hauptberuflich tätig.

Anders ist es übrigens in der Gruppe Erziehung und Unterricht.

Mit fünf Prozent der Unternehmen ist dieser

Bereich in Sachsen-Anhalt prozentual relativ klein, weist

aber im Durchschnitt die größten Betriebe im Dienstleistungsgewerbe

auf: Hier haben mehr als ein Drittel der

Betriebe zehn und mehr Beschäftigte.

Viele „Freizeit“-Unternehmer

Laut aktuellem IHK-Dienstleistungsreport arbeitet gut jeder

dritte Dienstleister im Nebenerwerb. Im IHK-Bezirk sind

dabei einige Bereiche besonders stark vertreten: kreative,

künstlerische und unterhaltende Tätigkeiten, Werbung und

Marktforschung sowie Informations- und Versicherungsdienstleistungen.

Vor allem Studenten und Arbeitnehmer

nutzen hier die Chance auf Zusatzeinkünfte.

Keine großen Jahresumsätze

Laut IHK-Dienstleistungsreport macht fast die Hälfte

(44 Prozent) der Vollzeit-Dienstleistungsunternehmen im

IHK-Bezirk weniger als 50.000 Euro Jahresumsatz. Etwa

ein Viertel liegen über 250.000 Euro.

Anteil der Kleinunternehmen

in Sachsen-Anhalt 2017 (0 bis 9 Beschäftigte nach Branchengruppen)

Kunst, Unterhaltung und Erholung.....................................................................95 %

Grundstücks- und Wohnungswesen..................................................................94 %

Erbringung von Finanz- und Versicherungsleistungen..............................93 %

Freiberufliche, wiss. u. techn. Dienstleistungen.............................................93 %

Information und Kommunikation........................................................................88 %

Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen ......................................................83 %

Gesundheits- und Sozialwesen.............................................................................80 %

Erziehung und Unterricht........................................................................................65 %

Dienstleistungswirtschaft gesamt.......................................................................88 %

Gesamtwirtschaft........................................................................................................85 %

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt; eigene Berechnungen

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 25


Schwerpunkt Kleinunternehmer – meister im Multitasking

Musicals zum Dessert

Mit ihrem Bühnenshow-Format hat die ehemalige Musicaldarstellerin

Katja Wiesigkstrauch aus Raguhn ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt.


Nach einer dreijährigen Musical-Ausbildung an der Stage

School Hamburg wollte sich die heute 31-Jährige von unregelmäßigen

Rollenangeboten emanzipieren und ging

2014 mit ihrer Idee „Musical Night meets Dinner“ an den

Start. „Das schafft eine klassische Win-Win-Situation: Ich

habe regelmäßig Auftritte; Restaurants und Hotels steigern

Auslastung und Umsatz“, erläutert sie.

Kunden gewinnen

Nachdem sich Wiesigkstrauch im Bekanntenkreis zu Basics

einer Unternehmensgründung informiert hatte und

von ihren Eltern mit einem kleinen Startkapital versehen

worden war, ging es darum bekannt zu werden und Kunden

zu gewinnen. „Die Frage war, wie ich ohne großes

Budget wirkungsvoll nach außen kommuniziere. Ich habe

Gründerin Katja Wiesigkstrauch mit ihrem

Bühnenkollegen Martin Lorenz bei einer ihrer Shows

im Heidehotel Lubast

mich also bei Hotels und Restaurants etwa im Dreieck

Bernburg – Wittenberg – Leipzig vorgestellt und die Gastronomen

quasi als Multiplikatoren für die Kundenansprache

und unsere gemeinsam aufgesetzten Veranstaltungsangebote

genutzt – ein Ansatz, der nach und nach Früchte

trug“, rekapituliert Wiesigkstrauch. Als die ersten „Musical

Night meets Dinner“-Abende erfolgreich über die

Bühne gegangen waren und die Zahl der Auftritte dank

einsetzender Mundpropaganda plus intensivierter Social-

Media-Aktivitäten rasch wuchs, steckte die Gründerin die

Erlöse in qualitatives Wachstum: „So habe ich hochwertige

Werbebanner angeschafft und in möglichst opulente

Kostüme investiert: Je näher sich die Gäste am Original-

Musical fühlen, desto öfter kommen sie wieder.“

Partnerschaften zentral

Ein wesentlicher Entwicklungsschritt sei die Kooperation

mit dem Ticket-Systemanbieter Reservix gewesen. „Nicht

wenige scheuen den Aufwand, zum Kartenkauf

extra ins Hotel oder Restaurant zu müssen.

Über meinen Webshop lässt sich jetzt

alles bequem von zu Hause erledigen“, betont

Wiesigkstrauch. Seit Beginn von zentraler Bedeutung

ist zudem der von ihr konsequent

gelebte Netzwerk-Gedanke. „Ich habe befreundete

Musical-Darsteller, die als Freelancer

mit mir die Show gestalten, und –

ebenfalls in freier Mitarbeiterschaft – einen

eigenen Techniker.“ Um das Unternehmen

erfolgreich zu etablieren, verfeinerte Katja

Wiesigkstrauch zudem die saisonale Planung.

„Ein erster Lerneffekt war, dass die Leute spätestens

nach einem Jahr eine komplett neue

Show sehen wollen – dem wir Rechnung tragen.

Und: Während ich im Sommerhalbjahr

bei Hochzeiten oder Firmenevents auftrete,

packe ich meine ,Musical Night meets Dinner’

hauptsächlich in die Zeit zwischen Ende September

und April. In der Nebensaison springen

gerade die Hoteliers besonders gut auf

solcherlei Angebote mit Magnetwirkung an.“

Ein erster

Lerneffekt war,

dass die Leute

spätestens

nach einem

Jahr eine

komplett neue

Show sehen

wollen.“

Katja Wiesigkstrauch

Musical Night meets Dinner

Musical Night meets

Dinner

Katja Wiesigkstrauch

Priorauer Straße 51

06779 Raguhn-Jeßnitz

OT Raguhn

Tel. 0178 6932344

www.musicalnightmeetsdinner.com

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Schwerpunkt Kleinunternehmer – meister im Multitasking

Vom Start-up zum Millionenprojekt

2016 als Zwei-Personen-Betrieb gestartet, beschäftigen Romy Meyer

und Vico Acker von der Kamillus GmbH mittlerweile 68 Mitarbeiter.

Das Konzept ihres mobilen Pflegedienstes haben sie sukzessive ausgebaut.

Mit einem mobilen Pflegedienst und dem innovativen

Konzept „ambulant geführter Wohngruppen“, waren

Romy Meyer und Vico Acker 2016 in die Selbstständigkeit

gestartet. Rasch wuchs die Zahl der Mitarbeiter von zehn

auf 35 (die „Mitteldeutsche Wirtschaft“ berichtete). Heute

hat Kamillus 68 Beschäftigte. „Wir haben im Mai 2018

im nah gelegenen Riestedt zwei weitere ambulant geführte

WGs mit insgesamt 24 Plätzen eingerichtet“, schildert

Vico Acker den Entwicklungsschritt, der mit jeder

Menge Herausforderungen verbunden war. Und Romy

Meyer ergänzt: „Zunächst brauchten wir auf einen Schlag

20 Mitarbeiter mehr – die wir allerdings zügig fanden. Es

hat sich offenbar herumgesprochen, dass wir uns um

eine besonders familienfreundliche Dienstplanung bemühen,

zudem die Möglichkeit zum wohnortnahen Arbeiten

bieten.“

Administrative Abläufe angepasst

Damit einhergehend wurden auch die administrativen

Abläufe im Unternehmen angepasst – so etwa eine

mittlere Führungsebene mit zwei stellvertretenden Pfle-

gedienstleitungen,

zwei Standortverantwortlichen

sowie einem

Fahrdienstleiter

eingezogen, die sich

jetzt eigenverantwortlich

um Tourenund

Dienstplanung

kümmern. „Uns Gesellschaftern

bietet

das Entlastung und

mehr Zeit, uns mit

strategischen Themen

wie Struktur, PR

und Weiterbildung

zu befassen, erläutert

Meyer. Zudem

habe das Unternehmen

seine Buchhaltung personell aufgestockt und eine

komplett neue EDV eingeführt und last but not least

wurde, begleitet von intensiver Beratung durch die IHK-

Geschäftsstelle Sangerhausen, die Umwandlung der früheren

GbR in eine oHG und nunmehr GmbH vorgenommen

– und damit der kommende Entwicklungsschritt

vorbereitet:

Neues Finanzierungsvorhaben

„Wir haben das Areal des ehemaligen Schachtkindergartens

in Sangerhausen erworben und werden dort in den

nächsten zwei Jahren 23 seniorengerecht eingerichtete

Wohneinheiten für betreutes Wohnen schaffen“, blickt

Romy Meyer voraus. Und Vico Acker ergänzt: „Im Zusammenwirken

mit einem bei Kamillus neu eingetretenen

Gesellschafter wollen wir an diesem Standort auch eine

Großküche errichten, die sich auf Kinder- und Seniorenverpflegung

spezialisiert.“ Insgesamt umfasst das

Schachtkindergarten-Projekt ein Finanzierungsvolumen

von 4,7 Millionen Euro – eine Zahl, die die beiden mittlerweile

gestandenen Unternehmer nicht (mehr) schreckt.

Die beiden Gründer Vico

Acker und Romy Meyer

stehen in einem der

liebevoll eingerichteten

Räume an ihrem

inzwischen zweiten

Unternehmensstandort in

Riestedt.


Zunächst

brauchten wir

auf einen

Schlag 20

Mitarbeiter

mehr .“

Romy Meyer

Gründerin Kamillus GmbH

Kamillus GmbH

Darrweg 4,

06526 Sangerhausen

Tel. 03464 5441890

www.kamillus-sgh.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 27


Schwerpunkt Kleinunternehmer – meister im Multitasking

Hilfe für Einzelkämpfer

Die meisten Dienstleister, Händler und Gastronomen im IHK-Bezirk

Halle-Dessau sind kleine Betriebe mit wenigen Mitarbeitern, etwa 32.000 davon

sogar Solounternehmer. Diese „Einzelkämpfer“ stehen vor besonderen

Herausforderungen. Die „Mitteldeutsche Wirtschaft“ gibt Hilfestellung für

den Unternehmeralltag.

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Schwerpunkt Kleinunternehmer – meister im Multitasking

Besondere Herausforderungen

Kleinunternehmer sind in der Regel Unternehmer aus

Leidenschaft, die für ihre Idee brennen. Sie sind experimentierfreudig

und stark aufgaben- und imageorientiert.

Ihren Unternehmeralltag bewältigen sie meist alleine,

teilweise mit Hilfe von Angestellten oder der Familie. Sie

kümmern sich um neue Kunden, arbeiten Aufträge ab,

quälen sich durch den Behörden- und Gesetzesdschungel

und stemmen die Kosten und Abgabenlast. Immer begleitet

von Gedanken wie: „Reicht es diesen Monat noch?“,

„Kann ich die Familie künftig auch versorgen?“, „Bloß

nicht krank werden!“, „Was macht die Konkurrenz?“, „Wie

behalte ich meine Ziele im Auge?“

Gründe für Geschäftsaufgabe

Beispielsweise geben über 77 Prozent aller Gründer im

Dienstleistungsbereich ihr Unternehmen in den ersten

fünf Jahren wieder auf, 57 Prozent davon in den ersten

drei Jahren – dies geht aus Untersuchungen der IHK hervor.

Die Gründe dafür sind vielseitig. Sie reichen von wirtschaftlichen

oder persönlichen Gründen bis hin zu einem

Branchen-, Standort- oder Inhaberwechsel.

Grund für die Beendigung

der Selbstständigkeit

25%

Unwirtschaftlichkeit

32%

Persönliche Gründe

Die meisten Abbrüche erfolgen

aus persönlichen Gründen,

ohne wirtschafttichen Zwang.

Die IHK berät

Familie oder Freunde sind oft müde, sich die täglichen

Sorgen aus der Firma anzuhören oder können diese nur

schwer nachvollziehen. Konstruktive Expertenhilfe auf

Augenhöhe zeigt, welche konkreten Wege in einer

schwierigen Situation möglich sind: Welche praktischen

Hinweise helfen unmittelbar? Wie haben andere Unternehmer

die Herausforderungen erfolgreich gemeistert?

Von welchen Impulsen aus anderen Branchen kann ich

profitieren? Die IHK gibt schnell und unkompliziert einen

Überblick. Die Fachberater stehen mit Rat und Tat für alle

Fragen zur Verfügung:

Einfach Wunschtermin vereinbaren –

per E-Mail: start@halle.ihk.de oder unter

Telefon 0345 2126- …

Branchenspezifische oder

betriebswirtschaftliche Fragen -262

Erfinderberatung -265

Finanzierungsaspekte -272

18%

Besserer Job

4%

Anderer Grund

Quelle: KfW-Gründungsmonitor

2%

Insolvenz

20%

Befristet angelegt

Krisenbewältigung -272

Orientierung im Tagesgeschäft -262

Rechtliche Auskünfte,

etwa im Arbeits-, Gewerbe-, Handelsund

Gesellschaftsrecht -226

IHK Halle-Dessau

Starthilfe und

Unternehmensförderung

Clemens Winkel

Tel. 0345 2126-273

cwinkel@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 29


Schwerpunkt KleinunternehmeR – meister im Multitasking

100 Tipps für Kleinunternehmer

Die IHK hat 100 praktische Tipps für Kleinunternehmer zusammengestellt, um den Alltag effektiv zu meistern.

Die „Mitteldeutsche Wirtschaft“ präsentiert ein Best Of*.

Überleben und wachsen

Auftragsspitzen bewältigen:

7 Alternativen

für Vollzeitbeschäftigte:

Nr. 14400

SUCHEN UND FINDEN

Lästige Preisdiskussionen

vermeiden:

Nr. 4666542

Mehr Flexibilität erreichen –

Warum 5 Konten sinnvoll sind:

Nr. 624136

Die hier aufgeführten

Praxistipps finden

interessierte Unternehmer

jeweils auf der IHK-Homepage

unter www.halle.ihk.de,

indem sie die entsprechende

Nummer ins Suchfeld

eingeben.

*Die komplette Linksammlung

gibt es unter

www.halle.ihk.de,

Dok.-Nr. 3820438.

Wer liefert was –

Produkte und Lieferanten finden.

Mit Anbietern verbinden:

www.wlw.de

Zum passenden Förderprogramm

gelangen:

www.foerderdatenbank.de

Kostenfreie Musterverträge

downloaden – von AGB

bis Unternehmenskauf:

www.frankfurt.ihk.de

Marketing

ABC erfolgreicher

Flyer-Erstellung:

Nr. 624396

Alle Kundensinne

bewusst nutzen:

Nr. 4049042

Ohne „Zwangs-Duzen“ mehr

Umsatz:

Nr. 4398728

So werden Unternehmen wirtschaftlicher:

> konkrete Ziele festlegen mit Umsetzungsplan

> klaren Kundenfokus bestimmen

> Mitbewerber suchen und vergleichen

> Kostenüberblick behalten

Ausführliche Tipps dazu im Beitrag

„Elf Schritte zum Unternehmer-Glück“,

Dok.-Nr. 3801204

30

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Schwerpunkt KleinunternehmeR – meister im Multitasking

Zwei Marketingtipps zum Frühlingsanfang

Der Wechsel der Jahreszeit lässt sich gut für eine Werbeaktion

– zum Beispiel ein Gewinnspiel – nutzen. Optimal

ist der langersehnte Frühlingsbeginn am 20. März.

So können Händler beispielsweise ein Gewinnspiel mit

der Frage starten: „Schätzen Sie die Temperatur! Wie

warm wird es am 1. Frühlingstag?“. Alle Teilnehmer, die

richtig getippt haben, erhalten einen Sonnenschirm

oder einen anderen passenden Preis, je nach Branche

und Zielgruppe.

Die Umstellung auf die Sommerzeit am 29. März 2020

erzeugt am ersten Tag der Arbeitswoche immer großen

Katzenjammer. Warum das Thema nicht einmal für eine

Werbeaktion nutzen – nach dem Motto: „Ich schenke Ihnen

die verlorene Stunde!“ So könnte ein Sonnenstudio

seinen Kunden einen Gutschein über eine Gratisstunde

schenken oder ein Serviceunternehmen eine einstündige

kostenlose Erstberatung anbieten.

Wichtige Veranstaltungen im Frühjahr

5. März: „Nachfolge regional“: Expertensprechtag

in Halle (Saale), Dok.-Nr. 157131643

19. März: Fachthementag „Datenschutz“ in

Halle (Saale), Dok.-Nr. 157132269

24. März: Attraktive Arbeitgeber durch Digitalisierung?!

in Halle (Saale), Dok.-Nr. 157132343

26. März: Branchentreff Hausmeisterdienste in

Halle (Saale), Dok.-Nr. 15774717

16. März: Preise clever gestalten – Fehler vermeiden,

mehr verkaufen in Halle (Saale), Dok.-Nr.

15773148

11. Mai: Workshop Handelsvertreter in Halle

(Saale), Dok.-Nr. 157133386

12. Mai: Workshop Handelsvertreter in Dessau-

Roßlau, Dok.-Nr. 157133387

11. Juni: Branchentreff wirtschaftliche Dienstleister

in Halle (Saale), Dok.-Nr. 15773610

Multifunktionale Überlastung erfolgreich bewältigen

Aufträge hereinholen, mit Kunden verhandeln, Arbeitsabläufe

organisieren, das Team führen und Rechnungen

schreiben – Inhaber von kleinen und mittleren Unternehmen

müssen die gesamte Palette an Führungsaufgaben

allein bewältigen. Und dafür haben sie noch nicht einmal

acht Stunden am Tag Zeit. Denn sie müssen in aller Regel

gemeinsam mit ihrem Team an der Umsetzung von Kundenaufträgen

arbeiten. Das nennt man „multifunktionale

Überlastung“.

Wie sich diese erfolgreich bewältigen lässt, erfahren interessierte

Unternehmer unter ihk-praxiswissen.de – gefüllt

mit Hintergrundwissen und erläuternden Filmbeiträgen.

ihk-praxiswissen.de

Expertenhilfe kompakt

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 31


Schwerpunkt KleinunternehmeR – meister im Multitasking

Was können Kleinunternehmer

von ihrem Steuerberater erwarten?

Steuerliche Beratung und Betreuung mit Zahlungsterminüberwachung

gegenüber Finanzamt und Sozialversicherungsträgern,

Hinweise zu Steuersparmöglichkeiten;

oft ist der Steuerberater dabei eine wichtige

Vertrauensperson, teils auch über unternehmerische

Belange hinaus

Finanzbuchführung mit digitaler Vernetzung: Alle

Belege bleiben bei dem Unternehmer

Lohnbuchführung mit Nachweisen für Finanzamt

und Sozialversicherungsträger

Gewinnermittlungen und Erklärungen, zum Beispiel

Erstellen von Handels- und Steuerbilanzen, sämtlicher

Steuererklärungen, Einheitswerterklärungen für die

Bewertung der Grundstücke

Betriebsprüfungen, Vertretung vor dem Finanzamt,

Sozialversicherungsträger und Zoll

Rechtsbehelfe, Vertretung im Einspruchsverfahren bei

Finanzämtern, Steuerstraf- und Bußgeldverfahren

… und was nicht?

keine Entscheidungen zu Unternehmensführung und

Investitionen

keine rechtliche Beratung oder Vertretung, ausschließlich

Steuer- und Sozialversicherungsrecht

kein Entwurf von Verträgen oder Testamenten

i.d.R. keine Beratung, Antragsstellung und Abrechnung

öffentlicher Fördermittel

i.d.R. keine Erstellung von finanzierungsfähigen

Businessplänen beziehungsweise Unternehmenskonzepten

Kleinschmidt & Partner

Steuerberater mbB

Wolf-Dieter Kleinschmidt

Steuerberater und Rechtsbeistand,

Mitglied der

Rechtsanwaltskammer

Braunschweig

Breite Straße 88–90

06406 Bernburg (Saale)

Tel. 03471 354 354

www.kleinschmidt-steuerberatung.de

Zu den Leistungen wie

Antragstellung öffentlicher

Fördermittel oder Erstellen

von finanzierungsfähigen

Businessplänen berät die

IHK im ersten Schritt.

IHK Halle-Dessau

Starthilfe und

Unternehmensförderung

Jörg Prochner

Tel. 0345 2126-433

jprochner@halle.ihk.de

32

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Schwerpunkt KleinunternehmeR – meister im Multitasking

Umsatz verdreifacht, Arbeitsplätze

geschaffen

Wie es gelingen kann, zwei kleine Betriebe erfolgreich zu übernehmen und

weiterzuentwickeln, zeigt sich am Beispiel des Unternehmerpaars

Michael Raschke und Diana Winter aus Weißenfels. Das Erfolgsrezept:

ein langer Atem.

Raschke führt seit 2016 den „Essen-auf-Rädern“-Dienst

von Peter Buller, seine Freundin übernahm den Pflegedienst

von Bullers Frau Brunhilde im gleichen Gebäude.

„Das Haus haben wir dann gleich mitgekauft – das ist mit

der Rampe, der Behindertentoilette und dem Mehrzweckraum

ideal für diese Zwecke“, sagt Raschke.

Den Schritt in die Selbstständigkeit haben er und seine

Freundin bisher nicht bereut. Auch wenn sehr viel zu tun

ist. „Wir haben jeweils kaum mal einen Tag mit weniger

als 14, 15 Stunden Arbeit und uns erst im vergangenen

Jahr 14 Tage Urlaub gegönnt. Aber solange uns das Ganze

Spaß macht, ist das völlig in Ordnung“, meint der Unternehmer.

Umsatz verdreifacht

Und der Spaß kommt durch den Erfolg: Mit einer gehörigen

Portion Engagement und neuen Ideen konnte Raschke

den Umsatz des Unternehmens mittlerweile verdreifachen.

Während vor allem Senioren dem Essen-auf-Rädern-Aspekt

treu geblieben sind, hat der Weißenfelser das

Angebot im Catering-Bereich stark erweitert. „Ich biete

unter dem Motto ‚Wir organisieren, Sie feiern‘ den kompletten

Service an. Neben dem Essen liefern wir auch das

Geschirr, Zelte und Unterhaltung, wenn das gewünscht

wird“, erzählt Raschke.

Zeit und Geld investiert

Doch bis er soweit war, musste der Kleinunternehmer viel

Zeit und Geld investieren. „Das war teilweise regelrechtes

Klinkenputzen. Ich bin zu Unternehmen gegangen und

habe meinen Flyer dagelassen. Im Cateringbereich ging es

vor allem um die Qualität. Wenn die Gäste zufrieden wa-

Nach der Unternehmensübernahme hat

„Essen auf Rädern“-Geschäftsführer

Michael Raschke sein Angebot im

Catering-Bereich stark erweitert.

ren, haben sie gern meine Visitenkarten mitgenommen“,

erklärt der 48-Jährige. Unterstützung gab es am Anfang

auch durch die IHK. Der Weißenfelser Geschäftsstellenleiter

Tobias Voigt lieferte eine entsprechende Einschätzung

und zusammen mit den guten Bilanzen seines Vorgängers

war es dann für Michael Raschke kein Problem, Geld von

den Banken zu bekommen.

18 Arbeitsplätze geschaffen

Bei seiner Freundin Diana Winter war es ein bisschen einfacher,

weil sie einen sehr großen Kundenstamm eines der

ersten Pflegedienste in Weißenfels übernehmen konnte.

Den hat die 52-Jährige aber mittlerweile verdoppelt. Insgesamt

haben beide 18 Arbeitsplätze geschaffen. Winter

beschäftigt zehn Pflegekräfte, Raschke hat fünf Angestellte

vor allem in der Küche und drei Fahrer zur Aushilfe.

Essen auf Rädern

Michael Raschke

Röntgenweg 2

06667 Weißenfels

Tel. 03443 23 83 31

www.essenaufraedernwsf.de


Es läuft gut, ja.

Aber das ist

noch lange kein

Grund, sich

darauf auszuruhen.

Die

Konkurrenz

schläft ja

nicht.“

Michael Raschke

Geschäftsführer

„Essen auf Rädern“

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 33


Schwerpunkt KleinunternehmeR – meister im Multitasking

Acht Dinge, die sich 2020

für Kleinunternehmer ändern

1 6

Höhere Kleinunternehmergrenze

Als Kleinunternehmer nach Umsatzsteuergesetz

galt bisher, wer im Vorjahr weniger als 17.500 Euro und

im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000

Euro Umsatz erzielt. Die Vorjahresgrenze wurde auf

22.000 Euro angehoben.

2

Gesetzlicher Mindestlohn steigt

Seit Januar 2020 müssen Arbeitgeber mindestens

9,35 Euro brutto pro Stunde zahlen (bisher 9,19 Euro).

Zudem steigen etliche Branchenmindestlöhne. Die Änderung

gilt ebenfalls bei der Beschäftigung von Studenten,

sofern es sich nicht um bestimmte Praktika handelt.

3

Kurzfristig Beschäftigte: Höhere Grenze für

Pauschalbesteuerung

Arbeitgeber dürfen jetzt bei kurzfristig Beschäftigten

eine pauschale Lohnsteuer von 25 Prozent ansetzen,

wenn der durchschnittliche Arbeitslohn pro Arbeitstag

120 Euro nicht übersteigt. Zuvor lag der Grenzbetrag bei

72 Euro.

4

Verschärfte Meldepflichten im Transparenzregister

Unternehmen (jurist. Personen des Privatrechts, eingetragene

Personengesellschaften) müssen, sofern sie nach

dem Geldwäschegesetz zur Meldung verpflichtet sind,

neben Angaben zu den wirtschaftlichen Berechtigten sowie

Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses nun

zum Beispiel auch die Staatsangehörigkeit benennen –

ansonsten drohen Bußgelder. Der Kreis der Verpflichteten

wurde erweitert. Außerdem ist das Register jetzt öffentlich

auch ohne Nachweis eines berechtigten Interesses

einsehbar.

5

Neue Kassenpflichten: immer mit Bon

Nach den verschärften Vorgaben des Kassengesetzes

für Gastronomen, Hotels, Einzelhändler und andere

bargeldintensive Betriebe müssen Kunden jetzt immer

einen Kassenbeleg erhalten, in Papierform oder elektronisch.

Die Registrierkassen sind mit zertifizierten technischen

Sicherheitseinrichtungen auszustatten. (Die „Mitteldeutsche

Wirtschaft“ berichtete.)

Mehr Fairness im Onlinehandel

Mitte Juli 2020 wird die Platform-to-Business-

Verordnung (P2B-Verordnung) in der EU verpflichtend.

Sie zwingt Onlineplattformen wie Amazon oder Check24,

AGBs klar verständlich zu verfassen, leicht verfügbar zu

halten und zu erklären, wann und warum der Zugang für

Händler gesperrt werden kann. Sie müssen die Rankingkriterien

offenlegen, nach denen Produkte und Dienstleistungen

in der Ergebnisliste erscheinen. Nicht zuletzt

müssen sie informieren, wenn eine bezahlte Einflussnahme

darauf möglich ist.

7

Gewerbesteuerbefreiung für Betreiber von

Photovoltaikanlagen

Gilt für Solaranlagen bis zu einer installierten Leistung

von zehn kW. Damit entfällt zugleich die IHK-Mitgliedschaft.

8

Kürzerer Zugriff auf Datenverarbeitungssysteme

für steuerliche Zwecke

Bisher musste der Zugriff auf ein altes DV-System zehn

Jahre aufrechterhalten werden. Jetzt genügt es, wenn der

Steuerpflichtige fünf Jahre nach einem Systemwechsel

oder einer Datenauslagerung einen maschinell lesbaren

und auswertbaren Datenträger mit den gespeicherten

Steuerunterlagen vorhält.

Einen ausführlichen

Überblick über diese

und weitere Neuerungen

erhalten interessierte

Unternehmer bei der IHK.

Einfach eine E-Mail mit

dem Betreff „Steuerinfo“

an start@halle.ihk.de

senden.

IHK Halle-Dessau

Starthilfe und

Unternehmensförderung

Clemens Winkel

Tel. 0345 2126-273

cwinkel@halle.ihk.de

34

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & enGAGEMENT

ausschüsse und arbeitskreise

Neue Regeln für

wassergefährdende Stoffe

Ein Gesetzentwurf bringt Neuerungen beim Umgang mit wassergefährdenden

Stoffen. Der IHK-Arbeitskreis (AK) Betrieblicher Umweltschutz begrüßt die

vorgesehenen Änderungen – allerdings gehen sie ihm noch nicht weit genug.

Mittels zahlreicher Klarstellungen und aktualisierter

Bezüge soll die neue „Änderungsverordnung

über Anlagen zum Umgang mit

wassergefährdenden Stoffen“ (AwSV) Widersprüche

in der 2017 in Kraft getretenen Verordnung

beseitigen. Zudem nimmt sie Konkretisierungen

vor. Von den insgesamt 47

Änderungen sind die Abgrenzung der Biogasanlagen

von Jauche-, Gülle- und Silageanlagen

(JGS), die Ergänzung der Anforderungen

an Umschlagsanlagen sowie neu aufgenommene

Anforderungen an die Löschwasserrückhaltung

hervorzuheben.

Die Neuerungen gelten etwa

für Biogasanlagen.

Für JGS- und Biogasanlagen werden die Begriffsbestimmungen

konkretisiert. So handelt

es sich künftig auch dann um eine JGS-Lageranlage,

wenn die gelagerte oder abgefüllte

Jauche, Gülle oder der Festmist einer Biogasanlage

zugeführt werden. Lageranlagen

für Gärsubstrate und -reste gelten dagegen

grundsätzlich als Biogasanlagen.

Zu Schwierigkeiten führt bislang die Anforderung,

dass Umschlagsflächen für flüssige wassergefährdende

Stoffe flüssigkeitsundurchlässig

sein müssen. In der Praxis gab es Ausnahmen

für bestimmte Gruppen wie Einzelhändler.

Künftig sollen pauschal Flächen ausgenommen

werden, wenn: weniger als 50 Tonnen

wassergefährdende Stoffe pro

Jahr umgeschlagen werden,

nicht mehr als ein Kubikmeter

pro Woche oder nicht mehr als

50 Mal im Jahr umgeschlagen

wird. Die Begriffsbestimmung

für das Umschlagen bleibt dagegen

unverändert.

Neuregelung zur Löschwasserrückhaltung

Die wesentlichste Änderung

ist der neue Paragraf 20 mit

Anlage 2a zur Löschwasserrückhaltung.

Bisher wird lediglich

auf die anerkannten

Regeln der Technik verwiesen.

Künftig werden generelle Ausnahmetatbestände

definiert. Darunter fallen beispielsweise

Heizölverbraucheranlagen, Anlagen mit

doppelwandigen Behältern aus Stahl, Anlagen

bis zu einer Masse wassergefährdender

Stoffe von fünf Tonnen oder Anlagen mit einer

Erddeckung von mindestens 0,5 Metern.

Für alle anderen Anlagen ist das notwendige

Rückhaltevolumen des anfallenden Löschund

Niederschlagswassers nach vorgegebenen

Verfahren zu ermitteln. Eine wichtige

Einflussgröße ist die Brandfläche.

Für den AK Betrieblicher Umweltschutz bleiben

Fragen offen. So ist der Begriff „Brandfläche“

neu und muss für die jeweiligen Anlagen

bestimmt werden. Die Anmerkungen

des AK fließen in die Stellungnahme des

Deutschen Industrie- und Handelskammertags

zum Gesetzentwurf ein.

Informationen erhalten interessierte

Unternehmer unter www.halle.ihk.de,

Dok.-Nr. 4666002.

IHK Halle-Dessau

Innovation und Umwelt

Andreas Scholtyssek

Tel. 0345 2126-203

ascholtyss@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 35


WIRTSCHAFT & enGAGEMENT

ausschüsse und arbeitskreise

Kundenzufriedenheit steigern,

Landesimage verbessern

Die sachsen-anhaltische Tourismuswirtschaft kann ihre Qualität noch heben.

Unabhängige Untersuchungen zeigen, dass die Kundenzufriedenheit bei den

Besuchern unseres Landes unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Nicht zuletzt

deshalb hat der IHK-Tourismusausschuss das Thema „Qualitätsaufbau und

-sicherung“ zu seinem Schwerpunkt gemacht.

Die Menge der Qualitätssiegel und -zertifikate

ist auch in Sachsen-Anhalt kaum überschaubar

– vielfältig und mitunter sehr speziell

zeigen sich deren Zielgruppen,

Prüfobjekte und Prüfkriterien. Einstimmige

Erkenntnis des IHK-Tourismusausschusses:

Oberstes Ziel jeglicher Qualitätsmaßnahmen

und Zertifizierungen ist es, Kundenerwartungen

zu erfüllen. Letztlich muss jedes Unternehmen

selbst entscheiden, welches Siegel

oder welche Zertifizierung in der Außendarstellung

sinnvoll ist.

3. Bestandsaufnahme: Siegel und Zertifikate …

Für das Urteil von Gästen und Besuchern ist

vor allem wichtig, wie attraktiv die jeweiligen

Reiseregionen sind. Alle Maßnahmen in den

einzelnen Betrieben, Qualität zu sichern und

zu steigern, erfordern daher eine ergänzende

Arbeit am Image Sachsen-Anhalts.

Um die Gästezufriedenheit im sachsen-anhaltischen

Tourismus grundlegend zu analysieren,

sind breitere Ansätze notwendig und

hilfreich. Das gilt etwa für Untersuchungen,

die sich auf Zufriedenheitswerte verweilender

Gäste stützen. Sie machen deutlich, wie

TOP 4 – Ausschussschwerpunktthema

Starthilfe und Unternehmensförderung

Destinationen insgesamt bewertet werden –

und für Sachsen-Anhalt als Reiseland zeigen

sie: Nachholbedarf.

Vier von fünf Gästen sind zufrieden

Der sogenannte TrustScore etwa fasst die

Gästebewertungen für Unterkunftsbetriebe

auf rund 250 Onlineplattformen zu einem

Gesamtwert zusammen. Maximal 100 Punkte

können dabei erreicht werden. Sachsen-Anhalt

lag 2018 mit 81,9 Punkten knapp hinter

dem Bundes- als auch dem ostdeutschen

Durchschnitt zurück (83,5 und 83,0 Punkte).

Während die Harzregion mit 83,4 Punkten

noch vergleichsweise gut abschnitt, lagen

etwa Anhalt-Wittenberg (80,8) und Halle,

Saale-Unstrut (79,9) zurück. Fazit: Nur vier

von fünf Gästen sind zufrieden.

Woran dies liegen könnte, darüber gibt

das „Sparkassen-Tourismusbarometer“ Auskunft

– auch hier sind 100 Punkte das Maximum.

Lage und Service werden dabei mit

jeweils mehr als 90 Punkten sehr gut bewertet.

Abstriche machen die Gäste beim Preis,

Sitzung IHK-Tourismusausschuss am 20. November 2019 10

Nur eine kleine Auswahl der

im Gastgewerbe „gängigen“

Qualitätssiegel und

-zertifikate

36

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & enGAGEMENT

den Zimmern und dem WLAN-Angebot. Im

deutschlandweiten Vergleich der Bewertungskategorien

fällt indes auf, dass in Sachsen-Anhalt

fast alle Kategorien schlechter

beurteilt werden als im Bundesdurchschnitt.

Tourismusbarometer

Sachsen-Anhalt 2018

100

90,0

74,7

70,0

Maximale Punktzahl

Lage und Service

Preis

Zimmer

45,5

WLAN-Angebot

Interessenvertretung

Quelle: Sparkassen-Tourismusbarometer

Maklerkosten-Splitting: Neue Regeln

beim Immobilienverkauf

Eine Imagekampagne für das Land

Die Diskussion im Tourismusausschuss machte

deutlich, dass hier zwei Baustellen zu bearbeiten

sind. Die Kundenerwartungen zu

erfüllen, wird Aufgabe jedes einzelnen Unternehmens

sein. Allerdings dürften alle Einzelinitiativen

nutzlos bleiben, wenn Sachsen-

Anhalt nicht zugleich sein Image verbessert.

Die IHK wird deshalb weiter darauf dringen,

dass die zuständigen Institutionen im Land

gemeinsam an einer übergreifenden Imagekampagne

arbeiten: Staatskanzlei, Wirtschaftsministerium,

Investitions- und Marketinggesellschaft

und der Landestourismusverband.

Die Kampagne sollte dann auch in

den „Masterplan Tourismus“ aufgenommen

werden, der aktuell angepasst wird.

Und der Tourismusausschuss bleibt am Thema

dran …

IHK Halle-Dessau

Starthilfe und Unternehmensförderung

Antje Bauer

Tel. 0345 2126-262

abauer@halle.ihk.de

Geteiltes Leid ist halbes Leid, dachte sich

wohl das Bundesministerium der Justiz und

für Verbraucherschutz – und stellte einen

Gesetzentwurf „über die Verteilung der

Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen

über Wohnungen und Einfamilienhäuser“

vor. Bislang liegt die Höhe dieser

Provision im marktwirtschaftlichen Ermessen

der Beteiligten. Üblich sind zwischen

drei und sieben Prozent des Kaufpreises. Die

Aufteilung wird regional unterschiedlich

gehandhabt, meist zahlt der Käufer. Nun soll

eine bundeseinheitliche Regelung diese Freizügigkeit

des Wettbewerbs beschränken –

und die Maklercourtage generell zwischen

Verkäufer und Käufer aufgeteilt werden.

Einschränkung der Vertragsfreiheit?

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) kritisiert das Gesetzvorhaben

als Eingriff in die Vertragsfreiheit – wie auch

die IHK Halle-Dessau, die sich wie andere

IHKn bundesweit in die Stellungnahme des

DIHK eingebracht hat. Laut DIHK sehe der

aktuelle Referentenentwurf zwar kein „Bestellerprinzip“

(wer den Makler bestellt, bezahlt

die Zeche) und auch keinen „Provisi-

onsdeckel“ vor, trotzdem sei die Branche in

zwei gegensätzliche Positionen gespalten.

Entgegengesetzte Standpunkte

Die eine Seite halte nach DIHK-Angaben eine

gesetzliche Regulierung der Maklerprovision

für „nicht sachgerecht“ und befürchte Einschränkungen

in der Berufsausübung für

Immobilienmakler – speziell in Ballungsräumen

mit hoher Nachfrage und geringer Zahlungsbereitschaft

der Verkäufer. So prognostiziere

der Referentenentwurf Umsatzrückgänge

um rund 96 Millionen Euro pro Jahr

für die Makler. Die Verschiebung der Kosten

im Umfang von 634 Millionen Euro zulasten

der Verkäufer bedeute einen Eingriff in den

Marktprozess. Die andere Seite betrachte die

Aufteilung des Vermittlungsentgelts allerdings

als fair, so der DIHK. Im Sommer 2020

soll das Gesetz in Kraft treten.

IHK Halle-Dessau

Standortpolitik

Hendrik Senkbeil

Tel. 0345 2126-255

hsenkbeil@halle.ihk.de

IHK Halle-Dessau

Starthilfe und

Unternehmensförderung

Clemens Winkel

Tel. 0345 2126-273

cwinkel@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 37


WIRTSCHAFT & enGAGEMENT

Vollversammlung

Netzwerk IHK-Ehrenamt

Stephanie Brauer ist Geschäftsführerin der Salamander Productions GmbH

in Köthen. Mit ihrer Firma will sie neue Wege in der Kommunikation beschreiten,

sich auf die Themen Umwelt und Humanität konzentrieren. 2018 wurde die

Jungunternehmerin in die IHK-Vollversammlung gewählt.

Was hat Sie als Gründerin bewogen, sogleich

für die IHK-Vollversammlung zu kandidieren?

Stephanie Brauer: Ich habe als Medienproduzentin

lange im Ausland gelebt und gearbeitet.

Nach meiner Rückkehr in die Heimat

habe ich ein solches ehrenamtliches Engagement

als gute Möglichkeit betrachtet, mich in

der Region zu vernetzen: Zum einen erhoffe

ich mir, zügig wieder ein Gefühl dafür zu bekommen,

wie die Dinge, gerade wirtschaftlich-politisch,

hierzulande laufen, zum anderen

möchte ich mich ganz gezielt mit meinen

beruflichen und interkulturellen Erfahrungen

in dieses Gremium einbringen.

Wie meinen Sie das konkret?

Brauer: Gerade weil ich so viel gereist bin,

habe ich einen Vergleich, wie sich andere Regionen

als attraktive Standorte präsentieren

und wie sie es schaffen, Leute anzuziehen. Da

haben wir hier noch Potenzial:


Wir sind mehr als Luther

und Bauhaus. Und: Wir haben

eine gute Grundunterstützung

für Unternehmer, Stichwort

Förderprogramme.“

Wenn aber Köthen einen Gewerbesteuerhebesatz

von 436 Prozent hat – wo ist da der

Anreiz, sich hier anzusiedeln, gerade wenn

man, wie ich, ein im Grunde nicht an einen

bestimmten Ort gebundenes Business betreibt?

Wie bringen Sie die ehrenamtliche Arbeit im

Unternehmensalltag unter?

Brauer: Da ich viel im Zug sitze, kann ich

während dieser Zeit die mit meinem IHK-Engagement

in Zusammenhang stehenden Unterlagen

durcharbeiten. Weil ich bei den Vollversammlungsterminen

nicht immer persönlich

anwesend sein kann, bin ich gewiss auch

eine Treiberin in Sachen Digitalisierung (lacht).

Ich freue mich, dass inzwischen sämtliche

Dokumente auch online verfügbar sind.

Mit Ihrem Unternehmen wollen Sie neue

Wege in der Kommunikation beschreiten –

was versprechen Sie sich diesbezüglich von

der IHK im Allgemeinen und der Vollversammlung

im Besonderen?

Brauer: Ich sehe da eine Wechselbeziehung:

Wenn sich Kommunikation viel stärker auf die

von einer Firma oder Institution vertretenen

und authentisch gelebten Werte als aufs „Produkt“

konzentriert, bindet man Menschen

deutlich intensiver und nachhaltiger an sich.

Deswegen haben konkrete Ansätze wie etwa

der, die IHK-Hauptgeschäftsstelle zu einem

komplett ökologischen Gebäude zu machen

oder jener, den IHK-Mitgliedern mehr greifbare

Plattformen zu persönlichem Austausch zu

bieten, meine Sympathie – und tatkräftige

Unterstützung!

Ihre Startphase in der Vollversammlung

ist um – wie fällt Ihre Kosten-Nutzen-

Bilanz aus?

Brauer: Ich habe ein viel besseres Gespür für

die IHK-Abläufe und die mitunter langsam

mahlenden „Mühlen“ von Politik und wirtschaftlicher

Selbstverwaltung bekommen. Auf

dieser Basis möchte ich mich künftig noch

stärker inhaltlich einbringen.

Die Fragen stellte Andreas Löffler.

Salamander Productions GmbH

Stephanie Brauer

Merzien, Neue Str. 18

06369 Köthen (Anhalt)

info@salpro.media

https://salamander-productions.com

38

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Stephanie Brauer will sich auch zukünftig in der

IHK-Vollversammlung dafür engagieren,

den Unternehmensstandort im südlichen Sachsen-Anhalt

noch attraktiver zu machen.

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 39


WIRTSCHAFT & praxiswissen

recht

OLG Naumburg:

Bestimmte DSGVO-Verstöße durch

Mitbewerber abmahnbar

Nach wie vor ist umstritten, ob Verstöße gegen

die DSGVO abgemahnt werden können.

Nachdem das Landgericht Magdeburg diese

Frage verneint hat, kam das Oberlandesgericht

(OLG) Naumburg im Berufungsverfahren

nun zu einem anderen Ergebnis (Urteil

OLG Düsseldorf: Grundpreisangabe auch bei Nahrungsergänzungsmitteln

in Kapselform

Müssen bei Nahrungsergänzungsmitteln in

Kapselform Grundpreise angegeben werden?

Nein, urteilte zuletzt das Oberlandesgericht

(OLG) Celle. Das OLG Düsseldorf (Urteil vom

15. August 2019, Az.: 15 U 55/19) hat diese

Frage nun anders entschieden. Es handle sich

vom 7. November 2019, Az.: 9 U 6/19). Hintergrund

ist die Frage, ob es sich bei den Vorschriften

der DSGVO um Marktverhaltensregeln

handelt und inwiefern die DSGVO die

Durchsetzung dieser Rechte abschließend

regelt. Nach Auffassung des OLG muss dies

jeweils im Einzelfall geprüft werden. Stellt

danach die konkrete Regelung der DSGVO,

gegen die verstoßen wurde, eine solche

Marktverhaltensregel dar, steht einer Abmahnung

auch durch Konkurrenten nichts im

Weg. Im betreffenden Fall ging es um den

Vertrieb von apothekenpflichtigen Medikamenten

eines Apothekers über Amazon.

Ausführliche Aussagen bzw.

der Wortlaut des Urteils

unter www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 4645782

um Produkte, die nach Gewicht angeboten

werden. Ein Händler hatte über seinen Onlineshop

Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform

angeboten, ohne den Grundpreis

anzugeben. Dabei handelte es sich um Aminosäure-Produkte,

die als Kapseln zu je 30

Stück in einer Verpackung verkauft wurden.

Das OLG Düsseldorf entschied, dass der Beklagte

gegen § 2 Abs. 1 PreisangabenV verstoßen

habe, indem er keinen Grundpreis

angegeben hat.

Immobilienmakler: Werbung

mit „provisionsfrei“ ist unzulässig

Wie das Oberlandesgericht Brandenburg

entschieden hat, stellt es eine wettbewerbswidrige

Werbung mit Selbstverständlichkeiten

dar, wenn für die Vermittlung

von Mietwohnungen mit einer Provisionsfreiheit

geworben wird (Urteil vom

22. Oktober 2019, Az.: 6 U 54/18). Das Urteil

erging gegen einen Plattformbetreiber,

der mit den Aussagen „Null-Provision-

Marktplatz für provisionsfreie Immobilien“,

„Deutschlands größter Markplatz für

provisionsfreie Immobilien“ u. ä. geworben

hatte.

Ausführliche Aussagen bzw.

der Wortlaut des Urteils

unter www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 4655474

Markenrecht: „Aceto Balsamico

di Modena“ schützt

nicht „aceto“ und „balsamico“

Die Bezeichnung „Aceto Balsamico di Modena“

ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung.

Der Europäische Gerichtshof

(EuGH) hat entschieden, dass von diesem

Schutz nicht auch die Begriffe „aceto“ und

„balsamico“ erfasst sind (Urteil vom 4. Dezember

2019, Rs. C-432/18). Der Schutz

erstrecke sich nicht auf einzelne Begriffe,

die für sich genommen keinen geografischen

Bezug haben.

Ausführliche Aussagen bzw.

der Wortlaut des Urteils

unter www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 4655486

Ausführliche Aussagen bzw.

der Wortlaut des Urteils

unter www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 4654528

IHK Halle-Dessau

Recht und Fair Play

Dr. Ute Jähner

Tel. 0345 2126-226

ujaehner@halle.ihk.de

40

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & praxiswissen

Neue Regelungen

für Ausbildungsbetriebe

Mehr Attraktivität, Flexibilität, internationale Anschlussfähigkeit und

eine Entlastung des Ehrenamtes in der Beruflichen Bildung – das sind wichtige

Ziele, die mit dem modernisierten Berufsbildungsgesetz (BBiG) erreicht

werden sollen. Die neuen Regelungen sind zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Die „Mitteldeutsche Wirtschaft“ stellt die wichtigsten vor.

Mindestausbildungsvergütung

Die neue Mindestausbildungsvergütung gilt

erstmals für Ausbildungsverhältnisse mit Vertragsabschluss

ab 1. Januar 2020. Die Höhe ist

geregelt bis zum Jahr 2023 und passt sich ab

2024 jährlich an die durchschnittliche Entwicklung

aller Ausbildungsvergütungen an.

Die Ausbildungsvergütung hängt davon ab, in

welchem Kalenderjahr die Ausbildung beginnt.

Wenn Arbeitgeber tarifgebunden sind,

gilt die tariflich festgesetzte Höhe der Ausbildungsvergütung.

Tarifverträge haben Vorrang

vor der Mindestausbildungsvergütung. Ist der

Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden, darf

er den branchenüblichen Tarif um höchstens

20 Prozent unterschreiten, jedoch nicht die

Mindestausbildungsvergütung. Die Höhe der

Vergütung berechnet sich jeweils auf Basis

des Jahres, in dem die Ausbildung begonnen

wurde – mit gesetzlich festgelegten Steigerungssätzen.

Für 2020 gelten folgende Sätze:

Beginn der Ausbildung 2020

(01.01.-31.12.2020)

1. Ausbildungsjahr

515 E

2. Ausbildungsjahr

515 E +18 % 608 E

3. Ausbildungsjahr

515 E +35% 695 E

4. Ausbildungsjahr

515 E +40% 721 E

Teilzeitberufsausbildung jetzt für alle

Jeder Azubi kann seit dem 1. Januar 2020 den

betrieblichen Teil seiner Ausbildung in Teilzeit

absolvieren. Anders als bislang muss hierfür

kein besonderer Grund mehr nachgewiesen

werden. Zu beachten ist, dass die Einbeziehung

der Berufsschulzeiten in das Teilzeitmodell

stets zwischen Betrieb, Auszubildenden

und Berufsschule abgestimmt werden muss.

Freistellung vom Berufsschulunterricht

vor und nach der Berufsschule

Erwachsene Azubis werden Jugendlichen bei

der Freistellung für Berufsschul- und Prüfungszeiten

gleichgestellt. Beginnt der Berufsschulunterricht

vor 9 Uhr, so darf ein

volljähriger Azubis zukünftig nicht mehr vorher

in seinem Ausbildungsbetrieb beschäftigt

werden.

Sowohl jugendliche als auch volljährige Azubis

sind vom Ausbildungsunternehmen freizustellen:

• für die Teilnahme am Berufsschulunterricht

• an einem Berufsschultag mit mehr als fünf

Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten,

einmal in der Woche

• in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen

Blockunterricht von mindestens 25

Stunden an mindestens fünf Tagen

• an dem Arbeitstag unmittelbar vor dem

Tag der schriftlichen Abschlussprüfung

Berufe durchlässiger

Bei aufeinander aufbauenden Ausbildungsberufen

mit gestreckter Abschlussprüfung ist es

künftig möglich, dass Azubis, welche die Abschlussprüfung

eines drei- oder dreieinhalbjährigen

Ausbildungsberufs nicht bestanden

haben, auf Antrag den Abschluss des zweijährigen

Ausbildungsberufs erwerben können.

Dafür müssen sie im ersten Teil der Abschlussprüfung

mindestens ausreichende Leistungen

erreicht haben. Zudem werden Azubis vom

ersten Teil der Abschluss- oder Zwischenprüfung

eines drei- oder dreieinhalbjährigen

Ausbildungsberufes befreit, wenn sie die Abschlussprüfung

des zweijährigen Berufes bestanden

haben. Beide Varianten setzen voraus,

dass die jeweiligen Ausbildungsordnungen

die Durchlässigkeit ausdrücklich vorsehen.

Bestehende Ausbildungsordnungen müssen

daher noch angepasst werden, bevor die neuen

Regelungen greifen können.

In den kommenden Ausgaben berichtet die

Mitteldeutsche Wirtschaft“ an dieser Stelle

über Änderungen im Bereich Fortbildungen

sowie im Prüfungswesen.

IHK Halle-Dessau

Aus- und Weiterbildung

Dr. Simone Danek

Tel. 0345 2126-346

sdanek@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 41


WIRTSCHAFT & praxiswissen

Weiterbildungspflicht für

Versicherungsvermittler und -berater

Die Versicherungsbranche hat seit dem Jahr 2018 eine normierte Weiterbildungsverpflichtung

in der Gewerbeordnung (GewO).

Aufgrund langwieriger Regelungsakte des

Gesetzgebers in der ergänzenden Versicherungsvermittlerverordnung

(VersVermV) war

die Rechtsanwendung lange als durchaus wirr

zu bezeichnen. Diese Unklarheiten sind beseitigt.

Für die Praxis bedeutet dies Folgendes:

Rechtsgrundlagen

Rechtsgrundlagen sind § 34d Abs. 9 S. 2

GewO i.V.m. § 7 VersVermV*.

Sinn und Zweck

Sinn und Zweck der Weiterbildung ist es, die

Fachkompetenz sowie die personale Kompetenz

des Vermittlers aufrechtzuerhalten. Im

Vordergrund steht hierbei der Kundennutzen.

Wer ist zur Weiterbildung verpflichtet?

Die Weiterbildungsverpflichtung gilt für Vertreter,

Makler, Berater mit jeweils eigener Erlaubnis,

für gebundene Vermittler und für alle

unmittelbar bei der Vermittlung mitwirkende

beschäftigte Personen. Auch Inhaber einer

sogenannten Schubladenerlaubnis (gewerblich

nicht aktive Erlaubnisinhaber ohne Registrierung)

unterliegen der Pflicht.

Zuständigkeiten

Als Erlaubnis- und Registerbehörden sind

grundsätzlich die IHKn für die Kontrolle der

Pflichteinhaltung zuständig. Eine Ausnahme

gilt für die gebundenen Versicherungsvermittler:

Hier obliegt die Kontrolle dem haftungsgebenden

Versicherungsunternehmen.

Ähnliches gilt für die produktakzessorischen

Vermittler. Diese unterfallen zwar nicht der

hier besprochen Weiterbildungspflicht. Sie

müssen sich aber nach § 48 VAG fortbilden,

was wiederum ihr jeweiliges Versicherungsunternehmen

sicherstellen muss.

Die Weiterbildung

Die Weiterbildung umfasst 15 Stunden im

Kalenderjahr; darüber hinausgehende Stunden

sind möglich, können aber nicht auf/für

das nächste Kalenderjahr übertragen/angerechnet

werden.

Inhalte des aufrechtzuerhaltenden Fachwissens

regelt Anlage 1 der VersVermV, Mindestanforderungen

an die Qualität regelt

Anlage 3.

Die Weiterbildungsformate sind vielfältig, wie

z.B. Präsenzform, Selbststudium mit nachweisbarer

Lernerfolgskontrolle, betriebliche

Maßnahmen, E-Learning oder eine Kombination

aus verschiedenen Formaten.

Anerkannt wird auch eine neu erworbene Berufsqualifikation

nach § 5 VersVermV.

Ausnahmen

Ausnahmen oder eine verkürzte Stundenanzahl

sind im Gesetz oder der Verordnung

nicht vorgesehen. Es kann aber Konstellationen

geben, bei denen die Weiterbildungspflichtigen

aus diversen Gründen während

des laufenden Kalenderjahres ihrer Weiterbildungspflicht

nicht oder nicht vollständig

nachkommen konnten. Hier ist jeder Einzelfall

individuell zu prüfen.

Durch Weiterbildung sollen Versicherungsvermittler und

-berater ihre Kompetenzen aufrechterhalten.

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & praxiswissen

Delegation der Weiterbildungspflicht

In bestimmten gesetzlich geregelten Fällen,

kann die Weiterbildung ggfs. delegiert (§ 34d

Abs. 9 Satz 4 GewO) werden.

Nähere Details dazu finden sich unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 4306280.

Doppelte Weiterbildungspflicht

Es besteht keine „doppelte“ Weiterbildungspflicht

im Umfang von 30 Stunden für Personen,

die sowohl weiterbildungspflichtige

Beschäftigte als auch weiterbildungspflichtige

Aufsichtspersonen im Rahmen der Delegation

nach § 34d Abs. 9 Satz 4 GewO sind.

Es bleibt in diesen Fällen bei einem Weiterbildungsumfang

von 15 Stunden.

Nachweise und Unterlagen

Die von der Weiterbildungspflicht Betroffenen

haben die Unterlagen und Nachweise

darüber fünf Jahre auf einem dauerhaften

Datenträger aufzubewahren

Kontrolle der Weiterbildungsverpflichtung

Soweit die IHKn zuständig sind, kommen diese

für eine Kontrolle der Weiterbildungsverpflichtung

auf die Gewerbetreibenden zu. Die

Überprüfung liegt im Ermessen der IHKn. Das

heißt, Unterlagen oder sonstige Dokumentationen

der Weiterbildung sind nicht unaufgefordert

an die IHK zu übersenden.

Rechtsfolgen bei Verstoß

Verstöße gegen die Weiterbildungsverpflichtung

als solche sowie gegen die Dokumentation

der Weiterbildung oder die Aufbewahrungspflicht

dazu und gegen die

Aufforderung der IHK i.R.d. gesetzlichen

Kontrollen sind ordnungswidrig und mit

Bußgeldern bewehrt. Sie können sich zudem

letztlich auf die gewerberechtliche Zuverlässigkeit

durchschlagen und den Widerruf der

Erlaubnis zur Folge haben.

Die vollständige VersVermV ist zu finden unter

www.gesetze-im-internet.de/versvermv_2018/

* Weitere Informationen unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 4306280

IHK Halle-Dessau

Recht und Fair Play

Ass. jur. Christiane Loertzer

Tel. 0345 2126-305

cloertzer@halle.ihk.de

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 43


WIRTSCHAFT & praxiswissen

„Rückvermeisterung“ –

Was bedeutet sie für IHK-Unternehmen?

Mit der Novelle der Handwerksordnung 2004

kam für zahlreiche Berufe das Ende der Meisterpflicht.

Als zulassungsfreie Handwerke

konnten sie selbstständig ausgeübt werden.

Nun hat die Bundesregierung beschlossen,

zwölf dieser Berufe wieder dem Meistervorbehalt

zu unterwerfen. Das Gesetz soll Anfang

2020 in Kraft treten.

Wieder meisterpflichtig:

Behälter- und Apparatebauer

Betonstein- und Terrazzohersteller

Böttcher

Drechsler und Holzspielzeugmacher

Estrichleger

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger

Glasveredler

Orgel- und Harmoniumbauer

Parkettleger

Raumausstatter

Rollladen- und Sonnenschutztechniker

Schilder- und Lichtreklamehersteller

IHK-Betriebe betroffen

Die Gesetzesänderung betrifft IHK-Unternehmen,

wenn sie eine dieser Tätigkeiten neben

ihren Handels- oder Dienstleistungsaktivitäten

ausführen. Wer also einen Fliesenhandel

betreibt und zudem -verlegung anbietet, war

bisher oft nicht bei der Handwerkskammer

eingetragen – sofern der Handel die umsatzstärkere

Tätigkeit darstellte. Gleiches gilt zum

Beispiel für Werbeagenturen, die Lichtreklameschilder

selbst herstellen.

Bestandsschutz, aber…

Laut Gesetzentwurf für die „Rückvermeisterung“

dürfen betroffene Firmen ihre handwerklichen

Tätigkeiten weiterhin im Nebenbetrieb

ausüben. Allerdings müssen sie innerhalb

eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes

die Eintragung in die Handwerksrolle

beantragen. Ausgenommen ist nur, wer die

handwerkliche Tätigkeit als „unerheblichen

handwerklichen Nebenbetrieb“ ausübt.

Unerheblicher handwerklicher Nebenbetrieb

...

... setzt einen Hauptbetrieb voraus, der den

Schwerpunkt der Tätigkeit darstellt. Hauptund

Nebenbetrieb müssen fachlich, organisatorisch

und wirtschaftlich verbunden sein. Als

unerheblich gilt der Nebenbetrieb nur, wenn

er die Arbeitszeit eines ohne Hilfskräfte Vollzeit

arbeitenden Betriebs des jeweiligen Handwerkszweigs

im Jahr nicht überschreitet (ca.

1664 Stunden). Das betrifft auch Ein-Personen-Unternehmen.

Ansonsten sind handwerkliche

Nebenbetriebe grundsätzlich in der

Handwerksrolle einzutragen.

Für die Eintragung in die Handwerksrolle ist

keine meisterliche Qualifikation nötig. Die Betriebe

müssen lediglich nachweisen, dass sie

bereits vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung

handwerkliche Tätigkeiten ausgeführt

haben. Dies kann durch die Gewerbeanmeldung

oder Rechnungen erfolgen. Allerdings

ist damit die zusätzliche Mitgliedschaft bei

der Handwerkskammer inklusive Beitragspflicht

verbunden. Zudem fallen für die Eintragung

Gebühren an.

Vorsicht: Wegfall Bestandsschutz

Ändert sich später die personelle Zusammensetzung

der Unternehmensleitung, ist innerhalb

von sechs Monaten die notwendige

handwerkliche Qualifikation – ein Meister! –

nachzuweisen. Betroffene IHK-Unternehmen,

die neben ihrem Handels- oder Dienstleistungsschwerpunkt

handwerkliche Leistungen

erbringen, können das weitere Vorgehen mit

ihrer IHK besprechen.

Beitragspflicht bei der IHK besteht für

gemischt-gewerbliche Unternehmen, wenn

der Gewerbebetrieb einen in kaufmännischer

Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb

erfordert und der Umsatz des nichthandwerklichen/-handwerksähnlichen

Bereichs über 130.000 Euro/Jahr liegt.

IHK Halle-Dessau

Starthilfe und Unternehmensförderung

Clemens Winkel

Tel. 0345 2126-273

cwinkel@halle.ihk.de

Daniel Loeschke

Tel. 0345 2126-267

dloeschke@halle.ihk.de

44

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & praxiswissen

Energie und Umwelt

Neue Onlinedatenbank

für die Umwelt- und Energiebranche

Mit dem IHK ecoFinder bieten die Industrieund

Handelskammern (IHKn) Unternehmen

der Umwelt- und Energiebranche eine neue

Internetplattform. Das Portal ist eine Weiterentwicklung

der Datenbank IHK-UMFIS und

führt diesen erfolgreichen Service fort: Modern

und nutzerfreundlich gibt der IHK eco-

Finder einen bundesweiten Überblick über

Dienstleistungsunternehmen, Berater, Hersteller

und Händler in der Umwelt- und Energiebranche

und ihr Leistungsspektrum.

Unter www.ihk-ecofinder.de können

Unternehmen der Umwelt- und

Energiebranche kostenlos ihr Leistungsprofil

darstellen und so neue Geschäftskontakte

und Kooperationen anbahnen.

Welche Unternehmen können sich eintragen?

Im IHK ecoFinder können sich Unternehmen

präsentieren, die Produkte oder Dienstleistungen

u. a. in folgenden Bereichen anbieten:

• Abfallverwertung und -entsorgung,

• Energie- und Ressourceneffizienz bzw.

erneuerbare Energien,

• Umwelt- und Energiemanagement,

• Umwelt- und Energietechnik,

• Umweltschutz

Dienstleistungsunternehmen, Berater sowie

Hersteller und Händler der Umwelt- und

Energiebranche können ihr Leistungsprofil

kostenlos einstellen.

Welche Vorteile bietet der IHK ecoFinder?

Der IHK ecoFinder dient dazu, direkt mit potenziellen

Kunden und Partnern im In- und

Ausland in Kontakt zu treten. Das Portal ist

eine nutzerfreundliche, barrierefreie und sichere

Webanwendung. Sie lässt sich sowohl

mit mobilen Endgeräten wie Smartphones

und Tablets als auch vom PC aus nutzen. Eingetragene

Unternehmen profitieren von einer

komfortablen Datenpflege und den Werbemaßnahmen,

mit denen die IHKn das Onlineportal

vermarkten.

Wie kann ein Unternehmen sein Leistungsprofil

veröffentlichen?

Unternehmen können ihre Daten selbst online

unter www.ihk-ecofinder.de erfassen. Hierbei

wird der Nutzer intuitiv durch den Anmeldeprozess

geleitet - von der Eingabe der Unternehmensdaten

bis hin zur detaillierten Erfassung

des Leistungsprofils. Die Eintragungen

werden durch die regionale IHK qualitätsgesichert.

Mithilfe eines eigenen Benutzerzugangs

haben die eingetragenen

Unternehmen die

Möglichkeit, jederzeit selbst ihre

Daten zu pflegen und somit aktuell

zu halten.

IHK Halle-Dessau

Innovation und Umwelt

Silvana Theis

Tel. 0345 2126-263

stheis@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 45


WIRTSCHAFT & praxiswissen

FINANZIERUNG

Mehr Geld für Forschung

in Unternehmen

Erstmals können sich alle steuerpflichtigen Unternehmen in Deutschland

Personalausgaben in der Forschung und Entwicklung (FuE) steuerlich fördern

lassen. Dies betrifft sowohl die Grundlagenforschung als auch die industrielle

Forschung sowie die experimentelle Entwicklung.

Die Bemessungsgrundlage für die neue Forschungszulage

sind die im Wirtschaftsjahr

entstandenen förderfähigen Aufwendungen

bis maximal zwei Millionen Euro. Die Forschungszulage

beträgt 25 Prozent der Personalausgaben,

höchstens 500.000 Euro. Bei einer

Auftragsforschung erhält der Auftraggeber

die Förderung. Die förderfähigen Aufwendungen

liegen hier bei 60 Prozent des an den Auftragnehmer

gezahlten Entgelts. Der Auftragnehmer

muss jedoch seinen Sitz in der EU

haben oder in einem Staat, für den das Ab-

Leichtbaumaterialien beispielsweise für die

Automobilbranche werden am Fraunhofer IMWS

entwickelt und optimiert. Solche Kooperationen

werden nun steuerlich gefördert.

kommen über den Europäischen Wirtschaftsraum

gilt. Neben eigenbetrieblicher und Auftragsforschung

sind ebenfalls FuE-Vorhaben

in Kooperation mit anderen Unternehmen

oder Forschungseinrichtungen begünstigt.

Förderfähige Aufwendungen in einem

FuE-Vorhaben sind:

dem Lohnsteuerabzug unterliegende Arbeitslöhne

für Arbeitnehmer, die in begünstigten

FuE-Vorhaben mitwirken sowie Ausgaben des

Arbeitgebers für die Zukunftssicherung des

Arbeitnehmers; Eigenleistungen eines Einzelunternehmers,

dabei maximal 40 Arbeitsstunden

pro Woche à 40 Euro. Insgesamt darf die

Summe aller staatlichen Beihilfen für ein FuE-

Vorhaben pro Unternehmen 15 Millionen Euro

nicht überschreiten. Kumulierungen bzw.

Doppelförderung sind ausgeschlossen.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Der Antrag auf die Forschungszulage wird

nach Ablauf des Wirtschaftsjahres, in dem die

jeweiligen Aufwendungen entstanden sind,

beim zuständigen Finanzamt gestellt. Grundlage

ist eine Bescheinigung zur Förderfähigkeit

des FuE-Vorhabens. Diese lässt sich vorab

oder während eines FuE-Vorhabens beantragen,

um den Rechtsanspruch zu klären. Die

bescheinigende Stelle ist allerdings noch nicht

festgelegt, da die Zustimmung des Bundesrates

zur Regelung des Bescheinigungsverfahren

noch offen ist (Stand: 8. Januar 2020). Die

Forschungszulage wird im Übrigen vollständig

auf die Einkommens- oder Körperschaftsteuer

angerechnet. Nach den Vorgaben der

EU-Kommission bekommt bei Kapitalgesellschaften

das Unternehmen die Förderung

direkt, bei Personengesellschaften erhalten es

die Gesellschafter.

IHK Halle-Dessau

Innovation und Umwelt

Dr. Sophie Kühling

Tel. 0345 2126-265

skuehling@halle.ihk.de

46

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


WIRTSCHAFT & praxiswissen

Zuschüsse für innovative Produkte

und Verfahren

Innovationspotenziale ausschöpfen, Wettbewerbsfähigkeit sichern, Wirtschaftskraft

stärken. Mit dem Landesförderprogramm Forschung und Entwicklung unterstützt

die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) Einzelprojekte, Gemeinschaftsprojekte

mehrerer Unternehmen sowie Verbundprojekte von Unternehmen und Hochschulen

in den Bereichen industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung.

Fördergegenstand

• Einzel-, Gemeinschafts- und Verbundprojekte

• innovative technologieorientierte Projekte

(Produkte/Verfahren) mit Bezug zu Leitmärkten

der Regionalen Innovationsstrategie 2014

bis 2020

• industrielle Forschung und experimentelle

Entwicklung

• Prozess- und Organisationsinnovationen

• Förderfähig sind Ausgaben für:

- Personal, Instrumente und Ausrüstungen,

Leistungen Dritter, sonstige Betriebsausgaben

- Bezuschussung bei kleinen und mittleren

Unternehmen (KMU) für die Anmeldung von

Patenten u. a. gewerblichen Schutzrechten für

Projektergebnisse

• Große Unternehmen: Nachweis einer signifikanten

Erweiterung des Projektgegenstandes

und/oder einer signifikanten Zunahme

der Gesamtausgaben für Projektgegenstand

und/oder signifikante Beschleunigung des

Abschlusses des betreffenden Projektgegenstandes

durch Förderung

Antragsberechtigung

• Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft

(Positivliste des Koordinierungsrahmens, Förderausschluss

von Branchen siehe landesspezifische

Regelungen zur GRW)

• Forschungseinrichtungen

• Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt

als Mitantragsteller im Rahmen von Verbundprojekten

• Anmeldung von Patenten u. a. gewerblichen

Schutzrechten im Rahmen des geförderten

Projektes: Zuschuss in Höhe von bis zu

50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, max.

25 TEUR pro (Teil-)Projekt

Antragstellung

• Antragstellung erfolgt vor Maßnahmenbeginn

bei der IB

Sonstiges

• Einreichung einer Projektskizze zum geplanten

Vorhaben vor Antragstellung (auch

für Verbundprojekte möglich)

• nach Entscheidung über Förderwürdigkeit

Einreichung der Anträge möglich

Fördervoraussetzungen

• Betriebsstätte und überwiegende Projektdurchführung

in Sachsen-Anhalt

• qualifiziertes Gutachten zur Prüfung des

innovativen Gehalts des Projektes kann von

der IB verlangt oder selbst eingeholt werden

• Verbundprojekte: mind. ein KMU, wissenschaftlicher

Anteil 10 bis 40 Prozent des Projektumfangs,

mind. 60 Prozent des unternehmerischen

Anteils durch KMU

• Gemeinschaftsprojekte: mind. ein KMU,

max. 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben

pro Unternehmen

Förderhöhe

• Zuwendung als Projektförderung in Form

einer Anteilsfinanzierung (Zuschuss)

• industrielle Forschung und experimentelle

Entwicklung: Zuschuss in Höhe von bis zu

500 TEUR pro (Teil-)Projekt und Zuwendungsempfänger;

für Vorhaben mit Prototypen, Pilotlinien

oder Pilotprojekte: Zuschuss in Höhe

von bis zu max. drei Mio. EUR

• Basisbeihilfeintensität: industrielle Forschung

50 Prozent, experimentelle Entwicklung

25 Prozent; Erhöhung auf max. 80 Prozent

der förderfähigen Ausgaben möglich

• Prozess- und Organisationsinnovationen: Zuschuss

in Höhe von bis zu 50 Prozent für KMU,

bis zu 15 Prozent für große Unternehmen

Mehr Informationen:

www.ib-sachsen-anhalt.de | Unternehmen |

Innovativ sein: Forschung und Entwicklung ab 2018

Ansprechpartner: IB-Förderberater 0800 5600757

(kostenfreie Hotline)

IHK Halle-Dessau

Innovation und Umwelt

Dr. Sophie Kühling

Tel. 0345 2126-265

skuehling@halle.ihk.de

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 47


VeranstaltungEn

Anhalt-Bitterfeld

18. Februar 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Bitterfeld-Wolfen, OT Wolfen, Andresenstr.

1a, 06766 Bitterfeld-Wolfen, Tel. 03493 37570

3. März 2020

Nachfolge regional: Praxistipps zur Unternehmensnachfolge

IHK Kontaktbüro Bitterfeld-Wolfen, OT Wolfen, Andresenstraße

1 a, 06766 Bitterfeld-Wolfen, Tel. 0345 2126-452

17. März 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Bitterfeld-Wolfen, Andresenstr. 1a,

06766 Bitterfeld-Wolfen, Tel. 03493 37570

Burgenlandkreis

11. Februar 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Weißenfels, Markt 6, 06667 Weißenfels,

Tel. 03443 4325-31

12. Februar 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Naumburg, Bahnhofstraße 48, Zimmer

204 (2. Etage), 06618 Naumburg, Tel. 03445 732958

26. Februar 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Naumburg, Bahnhofstraße 48, Zimmer

204 (2. Etage), 06618 Naumburg, Tel. 03445 732958

10. März 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Weißenfels, Markt 6, 06667 Weißenfels,

Tel. 03443 4325-31

24. März 2020

IHK vor Ort: Erfolgreich international verkaufen

IHK-Geschäftsstelle Weißenfels, Markt 6, 06667 Weißenfels,

Tel. 03443 4325-31

25. März 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Naumburg, Bahnhofstraße 48, Zimmer

204 (2. Etage), 06618 Naumburg, Tel. 03445 732958

Dessau-Roßlau

13. Februar 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Dessau, Lange Gasse 3,

06844 Dessau-Roßlau, Tel. 0340 26011-0

12. März 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Geschäftsstelle Dessau, Lange Gasse 3, 06844

Dessau-Roßlau, Tel. 0340 26011-0

17. März 2020

Business Roundtable „Herausforderung China meistern“

Golf-Park Dessau, Junkerstraße 52, 06847 Dessau-Roßlau,

Tel. 0345 2126-284

17. März 2020

IHK vor Ort: Erfolgreich international verkaufen

IHK-Geschäftsstelle Dessau, Lange Gasse 3,

06844 Dessau-Roßlau, Tel. 0340 26011-0

Halle (Saale) / Saalekreis

13. Februar 2020

Nachfolge regional: Planung, Risiken und Bewertung

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-452

19. Februar 2020

Beratung zum Schutz geistigen Eigentums

TGZ I, Weinbergweg 23, 06120 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-265

22. Februar 2020

Jobmesse

HALLE MESSE, Messestraße 10, 06116 Halle (Saale)

25. Februar 2020

Wirtschaftsstammtisch Russland

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-284

27. Februar 2020

Tax-Compliance

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-223

4. März 2020

Tag der Versicherungswirtschaft

Globana-Hotel, Frankfurter Str. 4, 04435 Schkeuditz,

Tel. 0345 2126-362

5. März 2020

„Nachfolge regional“: Expertensprechtag

IHK Halle-Dessau, ServiceCenter, Franckestraße 5, 06110

Halle (Saale), Tel. 0345 2126-452

10. März 2020

Alles Entscheidende zur Selbstständigkeit in 90 Minuten

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-216

16. März 2020

Umweltrecht aktuell

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-203

18. März 2020

Seminar: Aus- und Einfuhr von Ersatzteilen und Zubehör

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-282

18. März 2020

Beratung zum Schutz geistigen Eigentums

TGZ I, Weinbergweg 23, 06120 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-265

19. März 2020

Fachthementag „Datenschutz“

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel.: 0345 2126-223

20. bis 22. März 2020

SaaleBau

HALLE MESSE, Messestraße 10, 06116 Halle (Saale)

24. März 2020

Attraktive Arbeitgeber durch Digitalisierung?!

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-272

26. März 2020

Branchentreff privater Hausmeisterdienste

IHK Halle-Dessau, Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale),

Tel. 0345 2126-273

Magdeburg

25. Februar 2020

Vergabe von freiberuflichen Leistungen unter

Beachtung der aktuellen EuGH-Rechtsprechung

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes

Sachsen-Anhalt, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg,

Tel. 0391 6230-446

3. März 2020

E-Vergabe - aktuelle Entwicklung, Probleme aller Art

und Rechtsprechung

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes

Sachsen-Anhalt, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg,

Tel. 0391 6230-446

24. März 2020

Vergaberecht für Fördermittelempfänger

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes

Sachsen-Anhalt, Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg,

Tel. 0391 6230-446

Mansfeld-Südharz

18. Februar 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK-Geschäftsstelle Sangerhausen, Ewald-Gnau-Str. 1 b,

06526 Sangerhausen, Tel. 03464 260959-10

26. Februar 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK-Kontaktbüro Eisleben, Vicariatsgasse 4,

06295 Lutherstadt Eisleben, Tel. 03464 260959-10

10. März 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK-Geschäftsstelle Sangerhausen, Ewald-Gnau-Str. 1 b,

06526 Sangerhausen, Tel. 03464 260959-10

12. März 2020

Preisverleihung „Unternehmergeist Mansfeld-Südharz“

für das Jahr 2019

Spengler-Museum Sangerhausen, Bahnhofstraße 33,

06526 Sangerhausen, Tel. 03464 260959-11

18. März 2020

IHK-Start-Tag für Gründer

IHK-Kontaktbüro Eisleben, Vicariatsgasse 4,

06295 Lutherstadt Eisleben, Tel. 03464 260959-10

Salzlandkreis

4. März 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Bernburg, Schlossstraße 11, 06406

Bernburg, Tel. 03471 659-505

Wittenberg

18. Februar 2020

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Stiftung der LEUCOREA Wittenberg, Collegienstraße 62,

06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel. 03491 670121

27. Februar 2020

IHK-Beratungstag für Unternehmer und Gründer

IHK-Kontaktbüro Wittenberg, Lutherstraße 56,

06886 Lutherstadt Wittenberg, Tel. 03491 670121

24. März 2020

Jessener UnternehmerDIALOG „Aktuelles zum

Arbeitsrecht“

Volksbank Elsterland eG, Baderhag 6, 06917 Jessen,

Nähere Informationen

zu den Veranstaltungen unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 1953

48

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


VeranstaltungEn

25. Februar 2020, 17 Uhr in Halle (Saale)

Wirtschaftsstammtisch Russland

Trotz Herausforderungen im Russlandgeschäft

sehen die Absatzchancen für eine Vielzahl

deutscher Produkte positiv aus.

Beim nächsten Wirtschaftsstammtisch der

IHK können Unternehmer, die in Russland

aktiv sind, über ihre Erfahrungen sprechen.

Darüber hinaus berichtet Dagmar Lorenz, Expertin

für Recht und Steuern in Russland,

zum aktuellen russischen Wirtschaftsrecht

und beantwortet Fragen. Um Anmeldung zur

kostenlosen Veranstaltung wird gebeten.

Mehr unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr. 157132947

19. März 2020, 9 bis 14.30 Uhr

in Halle (Saale)

Fachthementag „Datenschutz“

Der Datenschutz und die Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO) waren zwei der

juristischen Top-Themen, die Unternehmen

in den letzten beiden Jahren besonders beansprucht

haben. Bei einem Fachthementag

bietet die IHK hierzu ein Update und geht

auf aktuelle Entwicklungen ein. Neben einem

Zwischenfazit zur DSGVO erfahren die

Teilnehmer vor allem Wissenswertes zum

Verarbeitungsverzeichnis, zur Auftragsdatenverarbeitung

und zum Bußgeldkonzept.

In einem Vortrag über den Datenschutz im

Arbeitsrecht geht es insbesondere darum,

wie sich Personaldaten rechtssicher erheben,

speichern und nutzen lassen.

Mehr unter

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr.: 157132269

18. Februar 2020, 18 bis 21 Uhr in Halle (Saale)

Marktpotenziale in Nigeria nutzen

Welche Chancen der westafrikanische Staat

Nigeria deutschen Unternehmen bietet und

wie sich dort erfolgreich Geschäfte machen

Kap Verde

Westsahara

Gambia

Senegal

Sierra Leone

Mauretanien

Guinea

Liberia

Guinea-

Bissau

Elfenbeinküste

Marokko

Mali

Burkina

Faso

Ghana

1. Togo

2. Benin

3. São Tomé und Príncipe

4. Äquatorialguinea

5. Rwanda

6. Burundi

7. Malawi

8. Swasiland

9. Lesotho

Algerien

1. 2.

Niger

Nigeria

3.

Tunesien

Kamerun

4.

Gabun

Libyen

Rep.

Kongo

Tschad

Zentralafrik.

Republik

Angola

Namibia

Sudan

Südsudan

Demokratische

5.

Republik

Kongo 6.

Botswana

Südafrika

Sambia

Simbabwe

9.

8.

Uganda

Tansania

7.

Eritrea

Äthiopien

Kenia

Mosambik

Dschibuti

Somalia

Komoren

Madagaskar

Seychellen

lassen – darum geht es beim zweiten Mitteldeutschen

Unternehmerstammtisch Afrika.

Yussuf Tuggar, nigerianischer Botschafter in

Deutschland, informiert im lockeren

Austausch über den Markt,

dort bereits tätige Unternehmen

berichten über ihre Er-

Ägypten

fahrungen und eine mehrköpfige

Wirtschaftsdelegat

i o n a u s

Nigeria stellt

deutsch-nigerianische

Investitionsvorhaben

im Infrastrukturbereich

vor.

Der Stammtisch

ist die erste Veranstaltung

aus

der Reihe „Afrika

im Fokus – Kooperation als Zukunftschance“

der IHK Halle-Dessau in Kooperation mit dem

EZ-Scout für die Bundesländer Sachsen-Anhalt

und Thüringen. 2020 finden weitere Veranstaltungen

zum Thema in Halle (Saale)

statt:

April 2020

Auftaktveranstaltung „Afrika im Fokus“: Geschäftsmöglichkeiten

in Nord-, Süd-, West- und Ostafrika

13. Mai 2020

Förder- und Finanzierungsinstrumente für Geschäfte und

Investitionen in Afrika

Juni 2020

Delegationsreise nach Marokko und Senegal

23. September 2020

„Doing Business in Afrika“ – Praxistipps für Geschäftsreisen

nach Afrika

November 2020

Unternehmerstammtisch Afrika

Mehr unter:

www.halle.ihk.de, Dok.-Nr.: 157133359

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 49


BÖRSEN

IHK-Recyclingbörse

Hinweis: Interessenten werden gebeten, über

die Internetseite www.ihk-recyclingboerse.de

direkt Kontakt zu den Inserenten der nachfolgenden

Angebote/Nachfragen aufzunehmen.

Kontakt:

Silvana Theis, Telefon: 0345 2126-263, stheis@halle.ihk.de.

Unternehmen sucht europaweit Metallschlamm,

Metallpulver, Metallstaub, Filterstäube,

Filterkuchen, Walzzunder, Schleifschlamm,

Strahlmittel zur Aufbereitung.

(HAL-N-6180-3)

Gewerbeflächenbörse

Kontakt:

Elisabeth Günther, Tel. 0345 2126-266, eguenther@halle.ihk.de

Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen

wir keine Haftung!

Weitere Informationen unter www.halle.ihk.

de (Dok.-Nr. 2504)

06385 Aken (Elbe): Unternehmer vermietet/

-pachtet/-kauft Gewerbefläche ca. 1.000 m²

(Lager 150 m², Geschäftsfläche 350 m², Restfläche

650 m², 2 Außenterrassen, ausreichend

Parkplätze); direkt am Elbufer bzw. am Elbradweg

R2 und Europaweg R1; Bj. 1996, Modernisierung

2016; aus-/umbau- und erweiterungsfähig,

nicht teilbar; Flüssiggas; ehemalige Nutzung:

Gasthaus (brauereifrei, fester eingearbeiteter

Personalstamm vorhanden, Bereitschaft

einer Bank zur Finanzierung bei Übernahme);

geeignet für DL-Branche. (GB-1338)

Unternehmensbörse

„nexxt-change“

Die Unternehmensbörse dient einerseits dem

Ziel, Unternehmen auf der Suche nach einem

geeigneten Nachfolger oder aktiven Teilhaber

behilflich zu sein und andererseits, den Existenzgründern

die Suche nach einem Unternehmen

für eine Übernahme zu erleichtern.

Kontakt:

Susann Sommer, Tel. 0345 2126-452, Fax: 0345 212644-452,

ssommer@halle.ihk.de

Erfolgreicher Elektroinstallationsbetrieb im

Raum Bernburg-Halle-Magdeburg zu verkaufen.

(157414)

Handelsunternehmen für Kinderprodukte

mit besonderem Design sucht einen Nachfolger.

(157412)

Gut gebuchtes Gasthaus in der Dübener Heide

steht zum Verkauf. (157411)

Kooperationsangebote

aus der Datenbank des Enterprise

Europe Networks (EEN)

Interessenten finden diese und weitere Kooperationsangebote

unter http://een-sachsen-anhalt.de/dienstleistungen/partnersuche.html

Ansprechpartnerin:

Katharina Berger, Tel. 0391/5693-342,

berger@magdeburg.ihk.de

Silikonformen – Lieferanten gesucht: Ein

junges belgisches Unternehmen ist spezialisiert

auf die Entwicklung und Produktion von

modernen und minimalistischen Vasen, Töpfen

und anderen Wohnaccessoires. Dazu

gießt das Unternehmen Jesmonit, einen wasserbasierten

Verbundwerkstoff, in selbst hergestellte

Silikonformen. Aufgrund der gestiegenen

Nachfrage und der nur begrenzten

Produktionskapazitäten sucht das Unternehmen

im Rahmen eines Herstellungsvertrages

einen Produktionspartner im Ausland.

(EG0919 BE01)

Schlauchverpackungen für Flüssigkeiten

– Vertriebspartner und Auftraggeber gesucht:

Ein kleines polnisches Unternehmen,

das sich auf die Herstellung von Schlauchverpackungen

für Flüssigkeiten wie Lebensmittel

und chemische Produkte spezialisiert

hat, bietet seine Produktionsmöglichkeiten

an und sucht nach Distributoren. Die Schläuche,

die einen Zapfhahn beinhalten, sind aus

hochwertigen Materialien gefertigt und eignen

sich für die Lagerung von Waren wie:

Saft, Wasser, Lebensmittel, chemische Substanzen

und Alkohol. Alle Verpackungen haben

eine Bescheinigung für den Kontakt mit

Lebensmitteln. Das Unternehmen ist an einer

Zusammenarbeit auf der Grundlage der Vertriebsdienstleistungen

und Produktionsverträge

interessiert. (EG0919 PL02)

Elektrische Schalttafeln und Metallwerke

– Vertriebspartner und Auftraggeber

gesucht: Ein bulgarisches Unternehmen,

das im Bereich der Energietechnik tätig ist,

stellt Geräte der Nieder- und Mittelspannung,

Elektroinstallationen und verschiedene

Arten von Schaltanlagen her und bietet

auch Metallbearbeitung an. Das Unternehmen

sucht Partner für Vertrieb und Herstellung

für eine langfristige Zusammenarbeit.

(EG0919 BG02)

Automatisierte Probenahme von Stoffen

– Vertriebspartner gesucht: Ein finnisches

Unternehmen bietet eine neue Lösung für

die automatisierte Probenahme von Biomasse,

Zellstoffen, Konzentraten oder Agrofood.

Die neuartige Technologie ist innovativ und

vollautomatisch und ermöglicht die Entnahme

repräsentativer Proben aus dem LKW

oder Bahnwagen vor dem Entladen. Es eignet

sich für verschiedene Arten von festen

und zerkleinerten Materialien. Gesucht werden

Vertriebspartner oder Handelsvertreter.

(EG0919 FI01)

Naturkosmetik aus nativem Olivenöl und

Hanföl – Vertriebspartner gesucht: Das

Start-up aus Apulien (Süditalien) legt Wert

auf Gesundheit und Wohlbefinden und

möchte den Gedanken einer nachhaltigen

Welt verbreiten. Das Unternehmen produziert

Naturkosmetik (Seifen, Körperlotionen, Öle,

Cremes) mit geringer Umweltbelastung nach

den Prinzipien der Öko-Kosmetik. Die Hauptzutaten

sind: natives Olivenöl extra, Eselsmilch,

Hanföl und Yerba Mate. Es werden

neue Händler gesucht. (EG0919 IT02)

50

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


BÖRSEN

Chemische Hygiene- und Kaffeeprodukte

– Vertrieb angeboten: Das in Großbritannien

ansässige Unternehmen liefert derzeit landesweit

chemische Hygiene- und Kaffeeprodukte

für den Hotel- und Freizeitsektor in Großbritannien.

Das Unternehmen bietet eine Vertriebsvereinbarung

für ausländische Hersteller/

Lieferanten an, die ähnliche Produkte auf dem

britischen Markt etablieren möchten. Das Unternehmen

ist bestrebt, sein Produktportfolio

bei hauptsächlich Verbrauchs- und Einwegprodukten

sowohl für bestehende als auch für

neue Kunden über eine Vertriebsvereinbarung

mit Partnern aus Europa und darüber hinaus

zu erweitern, die Marktanteile in Großbritannien

gewinnen wollen. (EG0919 UK01)

Unternehmensberatung, Marketing, Vertriebsunterstützung

– Auftraggeber gesucht:

Das britische Unternehmen verfügt

über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Handel

mit Lebensmitteln, Öl, Dünger, Tierfutter und

Solar-Energie-Produkten und möchte Unternehmen,

die im Rahmen einer Exklusivitätsvereinbarung

in neue Märkte expandieren

wollen, einen Handelsvertretervertrag anbieten.

Das britische Unternehmen kann auch

umfangreiche Marketingunterstützung in

den folgenden Bereichen anbieten: Merchandising

und Promotion, Aktivitäten und in der

Entwicklung neuer Produkte, im Design, in

der Verpackung und in der technischen Produktentwicklung.

(EG0919 UK04)

Passive isotherme Wärmematte – Joint-

Venture- oder Lizenzvereinbarung gesucht:

Das britische Spezialunternehmen hat eine

isotherme Wärmematte für die Herstellung

von Kühlregalen für Supermarktvitrinen entwickelt.

Der Vorteil der Wärmematte besteht

darin, dass sie ein passives Gerät ist, da sie keine

externe Energie benötigt, um zu funktionieren,

und eine konstante Oberflächentemperatur

von bis zu 1°C über ihre Oberfläche bietet,

indem sie einfach entweder einer Heiz- oder

Kühlquelle ausgesetzt wird. Aufgrund dieser

neuartigen Funktionalität ist sie ideal für den

Einsatz in Situationen, in denen eine schnelle,

effiziente und stabile Temperaturregelung erforderlich

ist.(EG0919 UK09)

Anti-Spastik-Handorthese – Partner für

Vertrieb und Joint Venture gesucht: Ein

ungarisches Start-up-Unternehmen im Bereich

Medizintechnologie entwickelt eine

aktive Anti-Spastik-Handorthese. Sie ersetzt

die fehlende Entlastungsfunktion der Finger

bei denen, die unter spastischen Lähmungen

der Hand leiden. Ein erster Prototyp wurde

bereits getestet. Die erste Produktfreigabe

wird für Mitte 2020 erwartet. Gesucht werden

Handelsvertreter, Händler oder Joint

Venture Partner. (EG0919 HU02)

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 51


wir für Sie

Die IHK Halle-Dessau

auf einen Blick

Präsidium

Präsident

Prof. Dr. Steffen Keitel

Vizepräsidenten

Konrad Dormeier, Matthias Gabler, Dr. Christof Günther,

Jens-Uwe Jahnke, Daniel König, Kerstin Kühne, Maik Pinnig,

Michael Pirl, Thies Schröder, Jörg Schlichting, Michael Schrodke,

Elke Simon-Kuch

Ausschuss für Finanzdienstleistungen

Handelsausschuss

Tourismusausschuss

Berufsbildungsausschuss

Vollversammlung

66 Mitglieder

Sachverständigenausschuss

Verkehrsausschuss

Ausschuss für Industrie, Agrar- und Baugewerbe

Standortpolitik

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Kommissarischer Leiter

Sekretariat

Bianka Meyer

Grundsatzfragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik

Hendrik Senkbeil, Danny Bieräugel

Arbeitsmarktpolitik, Konjunktur, Statistik

Danny Bieräugel, Daniel Moritz

Regionalpolitik, Gesundheits-, Kreativund

Immobilienwirtschaft

Hendrik Senkbeil

Wirtschaftsjunioren

Danny Bieräugel

Starthilfe und Unternehmensförderung

Antje Bauer

Geschäftsführerin

Sekretariat

Claudia Roschk, Laura Lennicke

Mittelstands-, Handels- und Tourismuspolitik

Antje Bauer

Existenzgründung

Jana Bieräugel, Jörg Prochner

Unternehmenssicherung, -nachfolge und -finanzierung

Achim Schaarschmidt

Handel

Daniel Loeschke

Tourismus, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft

Daniela Wiesner

Dienstleistungswirtschaft

Clemens Winkel

ServiceCenter

Jörg Prochner (Leiter), Jana Bieräugel, Max Kuschfeld,

Andre Markovic, Susann Sommer,

Anne Wasilewski-Brumme

Stand: 1. Dezember 2019

Aus- und Weiterbildung

Hauptgeschäftsstelle

Halle (Saale)

Dr. Simone Danek

Geschäftsführerin

Sekretariat

Kim Vanessa Sokol

Bildungspolitik

Dr. Simone Danek

Bildungsaktivitäten, -organisation

Dr. Sylvia Voigt, Jana Krüper

Ausbildung

Björn Bosse

Gewerbliche und kaufmännische Abschlussprüfungen

Roswitha Boy, Katharina Engel, Nadine Kaiser,

Melissa Olschak, Theresa Rößler, Mike Romonath,

Liane Waldmann, Matthias Weißbarth

Aus- und Weiterbildungsberater

Berit Credo (Sangerhausen), Dominique Dietze (Weißenfels),

Kathrin Lorisch (Dessau), Cornelia Rasch (Saalekreis),

Matthias Schwarze (Halle), Julia Wünsch (Bitterfeld-

Wolfen)

Fortbildungsprüfung/Sachkunde

Sabine Krüger

Fortbildung

Kornelia Hufenreuter, Franziska Otto, Manuela Schröter

Fach-/Sachkunde

Frauke Lindner, Eileen Zarski

Projekt „ValiKom Transfer“

Dr. Kathrin Rheinländer

Projekt „Kammerkoordinierung Zukunftschance

Assistierte Ausbildung“

Simone Henschel

Haus der kleinen Forscher/Begabtenförderung

Kathrin Olejnik

Innovation und Umwelt

International

Birgit Stodtko

Geschäftsführerin

Sekretariat

Jenny Regeer

Messen

Anja Klepzig

Außenwirtschaftspolitik

Birgit Stodtko

Außenwirtschafts- und Zollrecht,

Außenwirtschaftsdokumente, Carnets

Diana Hofmann, Anja Klepzig

Asien, Russland, Ost- und Südeuropa

Ralph Seydel

EU, EU-Projekte, EFTA, Lateinamerika

Michael Drescher

Afrika, Australien, MENA-Region, Nordamerika

Katalin Stolzki

EZ-Scout

Katy Schröder

Reinhard Schröter

Stellv. Hauptgeschäftsführer

Sekretariat, Börsen

Elisabeth Günther

Industrie-, Energie-, Umwelt- und Verkehrspolitik

Reinhard Schröter

Energie- und Umweltförderung, Umweltmanagement

Silvana Theis

Industrie, Energie

Franziska Böckelmann (Stellvertretende Geschäftsführerin)

Innovation, Forschung und Entwicklung,

Technologietransfer

Dr. Sophie Kühling

Umwelt, Raumordnung

Andreas Scholtyssek

Verkehr/Fachkunde

Alf Rost

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Hauptgeschäftsführer

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

Stellv. Hauptgeschäftsführer

Reinhard Schröter

Hauptgeschäftsführung

Leiterin Büro Präsident und Hauptgeschäftsführer

Cordula Henke

Sekretariat

Stefanie Glaw, Stefanie Neumärker

Kooperationszentrum „Energiesicherheit“

Dr. Uwe Schrader

Öffentlichkeitsarbeit

Markus Rettich (Leiter/Pressesprecher)

Nadine Behrendt, Lisa Marschner, Isabel Reimann,

Vanessa Schneider

Arbeitskreis Außenwirtschaft

Arbeitskreis Innovation und Technologietransfer

Arbeitskreis Bildung

Arbeitskreis IHK-Finanzen

und -Liegenschaften

Recht und Fair Play

Arbeitskreis Energiepolitik

Arbeitskreis Betrieblicher Umweltschutz

Dr. Ute Jähner

Geschäftsführerin

Sekretariat

Vanessa Schneider, Andrea Dietrich

Rechtspolitik

Dr. Ute Jähner

Wettbewerbsrecht, Steuerrecht

Dr. Ute Jähner

Berufsrecht Finanzdienstleister, Gewerberecht, Datenschutz,

Außergerichtliche Streitbeilegung

Christiane Loertzer

Sachverständigenwesen, Handels- und Gesellschaftsrecht,

Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Handelsregister/Firmenrecht

Heike Sommer

Handelsregister/Firmenrecht (Sachbearbeitung), Ausländerangelegenheiten

Petra Scheibe

Versicherungsvermittler und Finanzdienstleister

(Sachbearbeitung)

Karin Sandig

Zentrale Dienste

Dr. Markus Reinhardt

Geschäftsführer

Sekretariat

Lisa Sophie Schmidt

Finanzen, QMB, Personal, Syndikus

Dr. Markus Reinhardt

Personal

Oliver Schmidt

Organisationsrecht, Datenschutzbeauftragter

Jens Hoffmann

Organisation, Archiv, Bibliothek

Christoph Renftle, Jonas Meyer, Heimo Hauser

EDV

Bettina Schonert (Leiterin), Jörg Grabowsky, Martin Zieschang

Rechnungswesen/Controlling

Jens Hoffmann (Leiter), Nadine Haufe, Undine Heinrich,

Daniela Jobs, Nadine Kupfer

Mitgliederdaten/Beiträge

Matthias Mohr (Leiter), Thomas Arentz, Martin Backhaus,

Mandy Donath, Sabine Schröder, Marko Schubert,

Frank Volkmar, Eileen Warzecha, Elisabeth Wirl,

Renate Wolff, Matthias Wulf

Innere Dienste

Stefan Andrick, Uwe Aschenbach, René Brunner,

Daniel Moritz, Martina Wolf, Matthias Reschauer

(Fuhrpark/Kraftfahrer)

Geschäftsstellen

und

Kontaktbüros

Geschäftsstelle Sangerhausen

Frank Lehmann

Geschäftsstellenleiter, QMB

Ewald-Gnau-Straße 1 b, 06526 Sangerhausen

Tel.: 03464 260959-0, Fax: 03464 26095919

Michael Axt, Norman Böttcher

Kontaktbüro Eisleben

Vicariatsgasse 4, 06295 Lutherstadt Eisleben

Tel.: 03475 6678186, Fax: 03464 26095919

Michael Axt

Geschäftsstelle Dessau

Sven Horn

Geschäftsstellenleiter

Lange Gasse 3, 06844 Dessau-Roßlau

Tel.: 0340 26011-0, Fax: 0340 260114421

Birgit Enkerts, Sibylle Lohmann, Viola Wagner

Kontaktbüro Bitterfeld-Wolfen

Andresenstraße 1a, 06766 Bitterfeld-Wolfen

Tel.: 03493 3757-0, Fax: 03493 37574424

Andreas Baer, Birgit Enkerts, Katja Schneider

Kontaktbüro Bernburg

Schloßstraße 11, 06406 Bernburg (Saale)

Tel.: 03471 659505, Fax: 0340 260114424

Sibylle Lohmann

Kontaktbüro Wittenberg

Lutherstraße 56, 06886 Lutherstadt Wittenberg

Tel.: 03491 670121, Fax: 03493 37574424

Andreas Baer

Geschäftsstelle Weißenfels

Tobias Voigt

Geschäftsstellenleiter

Markt 6, 06667 Weißenfels

Tel.: 03443 4325-0, Fax: 03443 432544-10

Tina Jahr, Sylvia Strößner, Matthias Walther

Kontaktbüro Naumburg

Bahnhofstr. 48, 06618 Naumburg (Saale)

Tel.: 03445 732958, Fax: 03443 432544-10

Matthias Walther

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 53


eschlüsse

Beschlüsse der IHK-Vollversammlung

Ausbildungsregelung über die Berufsausbildung zum Fachpraktiker/zur

Fachpraktikerin für Lebensmitteltechnik – Aufhebungsbeschluss

Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau hebt aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses

vom 15. Oktober 2019 als zuständige Stelle nach § 66 Absatz 1 BBiG

in Verbindung mit § 79 Absatz 4 BBiG vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), zuletzt geändert

durch § 24 des Gesetzes vom 20. Dezember 2011, die Ausbildungsregelung für die Berufsausbildung

von behinderten Menschen zum Fachpraktiker/zur Fachpraktikerin für Lebensmitteltechnik

auf.

Der vorstehende, vom Berufsbildungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Halle-

Dessau am 15. Oktober 2019 beschlossene, Beschluss wird hiermit ausgefertigt.

Halle (Saale), 26. November 2019

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

gez.

Prof. Dr. Steffen Keitel

Präsident

Prof. Dr. Thomas Brockmeier

hauptgeschäftsführer

Bekanntmachung gemäß § 22 Abs.2 der Sachverständigenordnung

der IHK (SVO)

Der von der IHK Halle-Dessau öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Ernst

Wolfgang Schulz aus Halle (Saale) erklärte gegenüber der IHK, dass er ab dem 1. Januar 2020

nicht mehr als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für „Baumaschinen und

Maschinen sowie Anlagen der Fördertechnik, Schäden und Bewertung“ tätig sein möchte.

Damit ist gemäß § 22 Abs.1 a) SVO seine öffentliche Bestellung zum 31. Dezember 2019

erloschen.

Nachruf auf das ehemalige Mitglied der IHK-Vollversammlung:

Zum Tod von Regina Gröger (1950–2019)

Die IHK Halle-Dessau trauert um Frau Regina Gröger, die sich lange Jahre

ehrenamtlich in der IHK-Vollversammlung engagiert hat. Am 8. April

1950 in Dessau geboren, war sie eine Unternehmerin der ersten Stunde.

1990 hatte sie mit der SAGA GmbH einen Getränkegroßhandel gegründet,

deren Geschäftsführerin sie bis Oktober 2019 war und der von ihrem

Sohn fortgeführt wird. In der Stadt Dessau-Roßlau war Regina Gröger

aber vor allem als Gastronomin bekannt: Ob im Ratskeller, im Kornhaus

oder im Brauhaus, das sie aus einer Ruine heraus saniert und dessen

Biermarke sie weitergeführt hat – sie hinterließ ihre persönliche Handschrift

und trug mit dazu bei, dass sich die Restaurants zu Vorzeigeobjekten

der Dessauer Gastronomieszene entwickelten.

Mit Herzblut für Dessau rief Regina Gröger 2003 den Verein zur Förderung

der Stadtkultur ins Leben und war jahrelang dessen hochengagierte

Vorsitzende. Der Verein organisiert seit 2004 das alljährliche Leopoldsfest

als historisches Stadtfest in der Tradition des „Alten Dessauers“.

Vielfältig ehrenamtlich engagiert setzte sich die Unternehmerin von 1996

bis 2004 auch in der IHK-Vollversammlung sowie im IHK-Handelsausschuss

für die Belange der regionalen Wirtschaft ein. Stets im Blick hatte

sie dabei die Bedürfnisse der Kunden, denen sich auch der Handel anpassen

musste, was Frau Gröger mit ihren Unternehmen gelungen ist.

Bis zu ihrer Erkrankung im Juni 2019 hat Regina Gröger weiterhin als

Unternehmerin gearbeitet. Wie ihre Familie mitteilte, ist sie am 5. Dezember

2019 im Alter von 69 Jahren in Dessau-Roßlau verstorben. Unser

tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen. Wir sind sehr traurig und trauern

mit ihnen. Regina Gröger war Unternehmerin mit Leib und Seele. Die

regionale Wirtschaft verliert mit ihr eine ihrer engagiertesten Vertreterinnen.

Die IHK Halle-Dessau wird Frau Regina Gröger stets ein ehrendes

Andenken bewahren.

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Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020 55


zu guter letzt

3.898 neue Ausbildungsverträge hat die

IHK im vergangenen Jahr registriert. Das sind 3,3 Prozent mehr

als 2018. Nachdem die Einträge zwei Jahre in Folge rückläufig

waren, haben sich damit wieder mehr Nachwuchskräfte für eine

kaufmännische oder gewerblich-technische Lehre entschieden.

Zuwächse verzeichneten unter anderem Ausbildungsberufe

wie Eisenbahner im Betriebsdienst, Mechatroniker, Fachinformatiker,

Köche und Immobilienkaufleute.

Vorschau Die nächste Ausgabe erscheint am 14. März 2020.

Impressum

Mitteldeutsche Wirtschaft – Mitgliedermagazin der

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

30. Jahrgang Nr. 1/2020

Herausgeber

Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau

Franckestraße 5, 06110 Halle (Saale)

Postfach 200 754, 06008 Halle (Saale)

www.halle.ihk.de, info@halle.ihk.de

Tel. 0345 2126-0, Fax 0345 2126-105

Redaktion

Isabel Reimann (verantw.), Tel. 0345 2126-202,

Fax 0345 212644-202, ireimann@halle.ihk.de

Markus Rettich (Leitung), Tel. 0345 2126-204

Redaktionelle Mitarbeit: Cathrin Günzel

Externe Autoren dieser Ausgabe: Andreas Löffler (S. 18, 26,

27, 38), Matthias Voss (S. 17, 33) Nicole Kirbach (S. 21),

Wolf-Dieter Kleinschmidt (S. 32), Annette Karstedt-Meierrieks

– DIHK (S. 44)

Die Beiträge externer Autoren geben die Meinung des Autors,

jedoch nicht unbedingt die Ansicht der IHK wieder.

Erscheinungsweise: 10 Mal im Jahr

Erscheinungstermin: 14. Februar 2020

Jahrgang 2020

Anzeigen und Verlag

Prüfer Medienmarketing Endriß & Rosenberger GmbH

Jägerweg 1, 76532 Baden-Baden

Tel. 0361 5668194, Fax 0361 5668196

Anzeigenservice: Andrea Albecker

Anzeigenleitung: Achim Hartkopf

medienmarketing@pruefer.com, www.pruefer.com

Zurzeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 25

gültig ab Januar 2020

Layoutkonzept

Jo Schaller & Angela Schubert

Mühlpforte 2, 06108 Halle (Saale)

Druck und buchbinderische Verarbeitung

Druckhaus Schütze GmbH

Fiete-Schulze-Straße 13a, 06116 Halle (Saale)

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Vertrieb

Mitteldeutsche Zeitungszustell-Gesellschaft mbH

Delitzscher Straße 65, 06112 Halle (Saale)

Tel. 0345 565-2411, Fax 0345 565-2412

Unser Schwerpunkt im März:

Digitalisierung in der Kundenansprache

Berufsorientierung:

Wie Betriebe über Projekte

und Praxislerntage Schüler

als zukünftige Fachkräfte

gewinnen können.

Kooperationen mit Afrika:

Welche Möglichkeiten der

Zusammenarbeit das Land

Nigeria für exportierende

Unternehmen aus Sachsen-

Anhalt bietet.

Umweltmanagement:

Warum sich die LEUNA-

Harze GmbH seit 20 Jahren

EMAS-zertifizieren lässt.

Wie gefällt Ihnen die neue „Mitteldeutsche Wirtschaft“?

Auf Ihre Rückmeldung unter miwi@halle.ihk.de sind wir gespannt. Dort können Sie

uns auch mitteilen, wenn Sie das Magazin zukünftig nicht in der gedruckten Version,

sondern nur online unter https://miwi.halle.ihk.de/ lesen möchten.

Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen

Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Die Zeitschrift

ist offizielles Organ der IHK Halle-Dessau und wird Kammerzugehörigen

im Rahmen ihrer Mitgliedschaft ohne besondere

Bezugsgebühren zugestellt. Für andere Bezieher beträgt das

jährliche Abonnement 20,00 Euro. Das Einzelheft kostet Euro

2,00 Euro. Nachdruck nur mit Quellenangabe. Für den Nachdruck

signierter Beiträge ist die Genehmigung des Verfassers

erforderlich. Vervielfältigungen für den innerbetrieblichen

Gebrauch sind gestattet. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen.

Abbildungen

Afrika_ii-graphics _stock.adobe.com: S. 49 (unten); Agentur

für Arbeit Halle: S. 13, AMG: S. 7 (unten); Andreas Löffler:

S. 3 (r. oben); 18, 25, 26, 27, 39; Angelov_stock.adobe.com:

S. 44; beeboys _stock.adobe.com: S. 12; DIHK: S. 45; Dirk

Mahler: S. 10 (l.); fineart-collection_stock.adobe.com:

S. 35; Fraunhofer IMWS/Sven Döring: S. 3 (r. unten), 46;

harbucks_stock.adobe.com: S. 37; IHK Halle-Dessau: S. 3

(l. oben), 8, 11, 15; Kleinschmidt & Partner Steuerberater mbB:

S. 32 (oben); Matthias Voss: S. 17, 33; Michael Luz

(Zeichnungen, Cover, S. 2 (r.), S. 31 (Foto im Screenshot),

28–32; MQ-Illustrations_stock.adobe.com: S. 3 (l. unten);

Nicole Kirbach: S. 20; Pykodelbi_stock.adobe.com:

S. 49 (oben); H_Ko/shutterstock.com: S. 42; Song_about_

summer_stock.adobe.com: S. 40 (oben); Uwe Köhn: S. 2 (l.),

4/5, 6, 10 (oben); WavebreakMediaMicro_stock.adobe.com:

S. 56 (unten); Winzervereinigung Freyburg-Unstrut eG:

S. 7 (oben); womue_stock.adobe.com: S. 40 (unten)

56

Mitteldeutsche Wirtschaft Das Wirtschaftsmagazin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau 02/2020


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Anzeigenschluss für die April-Ausgabe

10. März 2020

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Steuerberatung/Wirtschaftsprüfung

01_2020 Ploeger 16.01.2020 17:35 Uhr Seite 1

Wirtschaftsprüfung/Unternehmensberatung

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