Landkreis Tübingen - ganz persönlich

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Weltoffen und heimatverbunden zugleich - diese Charaktereigenschaft zeichnet die Menschen im Landkreis Tübingen aus.

Lernen Sie 39 bekannte Persönlichkeiten aus einem ganz persönlichen Blickwinkel kennen, z. B. die Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard, Prof. Dr.
Hans Küng, Felix Huby, Dieter Thomas Kuhn, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin und
Claus Kleber. Die Autoren nehmen uns mit auf eine erlebnisreiche Reise durch den Landkreis Tübingen.

So erfahren wir u. a., warum Dieter Baumann sich auf den Graswegen rund um die Wurmlinger Kapelle an das Laufen in der afrikanischen Hochebene erinnert fühlt und wie Prof. Dr. Michael Bamberg lernte, dass bei den Schwaben der Fuß bis zur Hüfte reicht und das Angebot einer "Vespa" mit einer Einladung zu einer stärkenden Zwischenmahlzeit verbunden ist und keinesfalls das Bereitstellen eines italienischen Motorrollers bedeutet.

Der Landkreis Tübingen bietet Erlebnisvielfalt mit kulturreichen Städten, einzigartigen Landschaften zwischen Ammer, Neckar, dem Naturpark Schönbuch und Schwäbischer Alb. Für die hohe Lebensqualität spielen Bildungsangebote eine bedeutende Rolle, Impulse aus dem Umfeld der Universität Tübingen machen es Gründern leicht.

Die Schwaben sind liebenswert und herzlich - es macht Spaß zu lesen, was die Menschen und ihre Region prägt. Abgerundet wird diese besondere Liebeserklärung an den Landkreis Tübingen durch die eindrucksvollen Fotografien.

TÜBINGEN

LANDKREIS TÜBINGEN


Landkreis Tübingenganz persönlich


FRANKFURT

STRASSBURG

STUTTGART

FREIBURG i. Br.

Landkreis Tübingen

FRANKREICH

BASEL

SCHWEIZ

Dettenhausen

Neustetten

Ammerbuch

Tübingen

Kirchentellinsfurt

Kusterdingen

Starzach

Rottenburg

am Neckar

Hirrlingen

Bodelshausen

Dußlingen

Mössingen

Gomaringen

Nehren

Ofterdingen


LANDKREIS TÜBINGEN

ganz persönlich

Landkreis Tübingen

in Zusammenarbeit mit der

neomediaVerlag GmbH


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Impressum

Herausgeber

neomediaVerlag GmbH

In der Bredenau 24

28870 Fischerhude

Tel. 04293 68437-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

In Zusammenarbeit mit:

Landratsamt Tübingen

Wilhelm-Keil-Straße 50

72072 Tübingen

Tel. 07071 207-0

post@kreis-tuebingen.de

www.kreis-tuebingen.de

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion/Lektorat/Texte

Landratsamt Tübingen

Martina Guizetti

Raimund Weible

neomediaVerlag GmbH,

Günter Poggemann

Grafik/Layout

Kerstin Katemann

Projektakquise

Matthias Kurz

Bildnachweis

Manfred Grohe: Titel, Seiten 11 (rechts), 13, 19 (unten), 20, 21, 24,

25, 37, 39, 42, 45, 47, 48, 49, 60, 63, 65, 66, 67, 69, 70, 71, 73, 75,

93, 95, 96, 98, 99, 117, 118, 119, 120, 121, 130, 131, 133, 134, 137, 138,

139, 145, 149, 151 (unten), 153, 154, 155, 157, 159, 171, 176, 179, 189,

190, 191, 192, 201, 203, 205, 206, 207, 213, 217, 218, 221, 222, 223

Horst Haas: Seiten 26, 27, 28, 29, 32, 33, 50 (rechts), 51, 76, 77, 80,

81, 109, 110, 111, 112, 123, 124 (oben), 125, 126, 127 (links unten und

rechts), 140, 141, 160, 161, 164, 166 (links), 194, 195, 196, 224, 225

Ulrich Metz: Seiten 14, 24, 34, 46, 87, 90, 97, 100, 116, 129, 152,

172, 177, 188, 198, 212, 216, 220

Angelika Hammer: Seiten 17, 19 (oben), 41, 74, 86, 88, 103, 122,

146, 150, 151 (oben), 173, 175 (links), 178, 214, 219

Gerhard Hepper: Seiten 12, 16, 43, 147, 158, 174

Marlies Wagner: Seiten 128, 175 (rechts), 215

Carlotta Erler: Seite 157

Heinz Giringer: Seite 146/147

Diözese Rottenburg-Stuttgart/Felix Kästle: Seite 94

ERBE Elektromedizin GmbH: Seite 72

Fanny Fazii: Seite 62

Steffen Fuchs: Seite 40

Gemeinde Dußlingen: Seite 115

Imago images/Chai v. d. Laage: Seite 136

Martin Keidel: Seiten 166 (links), 167

Franziska Kraufmann: Seite 22

Hermann Kurz: Seiten 58, 59, 61

Rieke Penninger: Seite 200

Günter Poggemann: Seiten 23, 89

Rampant Pictures Ulm: Seite 124 (unten)

Corinna Spitzbarth: Seite 92

Bob Stewart: Seite 64

Stiftung Weltethos/Erich Sommer: Seite 170

Erich Tomschi: Seite 91

Markus Ulmer: Seiten 18, 144

Universität Tübingen/Ulrich Metz: Seite 68

Universitätsklinik Tübingen/Nils Dittbrenner: Seite 15

Universitätsklinik Tübingen/Verena Müller: Seiten 210 (links), 211

Verkehrsverein Tübingen/Herbert Schmid: Seite 199

Annette Wandel: Seite 38

Raimund Weible: Seite 132

ZDF/Klaus Weddig: Seite 148

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit nicht anders vermerkt,

von den jeweiligen Personen und Unternehmen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird teilweise auf die

gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen

verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten

gleichermaßen für alle Geschlechter.

Printed in Germany 2020

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen der Autoren Darstellungen

und Bilder der Firmen und Einrichtungen zugrunde, die

mit ihrer finanziellen Beteiligung das Erscheinen des Buches

ermöglicht haben.

Druck

BerlinDruck GmbH + Co. KG, 28832 Achim

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen National bibliographie; detaillierte Daten sind im

Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-88-8

Das Landkreisbuch „Landkreis Tübingenganz persönlich“ wird herausgegeben in einer Buchreihe der neomediaVerlag GmbH,

in der bisher folgende Bücher erschienen sind:

- Der Landkreis Ravensburg – ganz persönlich

- Der Ostalbkreis – ganz persönlich

- Das Coburger Land – ganz persönlich

- Landkreis Lörrach – ganz persönlich

- Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald – AugenBLICKE

- Kursbuch Zukunft – Landkreis Ravensburg

- Der Ortenaukreis – ganz persönlich

- Der Landkreis Schwäbisch Hall – ganz persönlich

- Landkreis Heidenheim – ganz persönlich

- Bottrop – meine Stadt

- Rhein-Pfalz-Kreis – rein persönlich

- Landkreis Göppingen – Überraschend.Persönlich.

- 200 Jahre – Landkreis Merzig-Wadern – ganz persönlich

- Rheingau-Taunus-Kreis – ganz persönlich

- Landkreis Aichach-Friedberg – ganz persönlich

- Landkreis Oberallgäu – ganz persönlich

- Hagen – ganz persönlich

- Der Landkreis Marburg-Biedenkopf – ganz persönlich

- Kreis Plön – ganz persönlich

- Der Landkreis Gifhorn – ganz persönlich

- Landkreis Vechta – Starke Argumente.Starke Persönlichkeiten.

- Landkreis Friesland – Faszination.Sehnsucht.Heimat

- Die Stadt Oldenburg – ganz persönlich

- Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald – Weggefährten

- Landkreis Dillingen an der Donau – ganz persönlich

- Landkreis Calw – ganz persönlich

- Kreis Coesfeld – ganz persönlich

- Landkreis Diepholz – ganz persönlich verbunden

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LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Inhalt

10 Ein lebenswerter und zukunftsfähiger Landkreis

Landrat Joachim Walter

32 Brauen mit Leidenschaft, Herz und Verstand

Baisinger BierManufaktur Familie Teufel GmbH

14 Ein Leben für die Krebsmedizin

Professor Dr. Michael Bamberg

34 Jeden Tag wachsen neue Themen nach

Sepp Buchegger

18 Auf Uhlands und Cheges Spuren

über den Spitzberg

Dieter Baumann

22 Mit dem Krawattenzügle in die Universitätsstadt

Professor Dr. Hermann Bausinger

26 Dem Sozialen Gedanken seit

Jahrhunderten verpflichtet

Altenhilfe Tübingen gGmbH

28 Lösungen für dezentrale Energiesysteme

weltweit

AVAT Automation GmbH

30 Der Kur, der Rehabilitation und der

Pflege verschrieben

Bad Sebastiansweiler GmbH

38 Die Vielfalt eröffnet große Chancen

Michael Bulander

40 Ein Urgeschichtler im Herzen Tübingens

Professor Nicholas Conard Ph. D.

44 Es ist schön, hier zu Hause zu sein

Professor Dr. Herta Däubler-Gmelin

46 In Tübingen und um Tübingen herum

Professor Dr. Helmut Digel

50 Türöffner zur dezentralen Energieerzeugung

BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH

52 Starker Partner für IT-Lösungen mit Zukunft

Bechtle IT-Systemhaus Rottenburg

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LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

54 Innovativ im Dienste der Gesundheit

Orthopädie Brillinger GmbH & Co. KG

56 Garant für nachhaltige chemische Lösungen

CHT Germany GmbH

58 Von der Liebe zur Kunst und der Natur

Professor Dr. Roland Doschka

62 Anders sein und doch dazugehören

Dietlinde Ellsässer

64 Leidenschaft für die Musikstadt Tübingen

Gudni A. Emilsson

68 Die konkrete Anschauung widerlegt Vorurteile

Professor Dr. Bernd Engler

72 Mein Tübingen

Erinnerungen aus 90 Jahren

Helmut Erbe

78 Partner der Mediziner,

dem Patienten verpflichtet

Erbe Elektromedizin GmbH

80 Rund um die Uhr für die Wasserversorger da

Eurofins Institut Jäger GmbH

82 Synergie aus Tradition und Fortschritt

EUTECT GmbH

84 Die Vielseitigkeit als großer Trumpf

Flammer Bauunternehmung GmbH & Co. KG

86 Über Umwege zum Traumberuf

Dr. Lisa Federle

90 Annäherung an Tübingen mit dem Kochlöffel

Ernst Fischer

94 Sülchen, ein Ort der Identifikation

Dr. Gebhard Fürst

76 Innovatives Zentrum der Zahnheilkunde

Zahnärztliches Versorgungszentrum Tübingen

GmbH & Cumdente GmbH

96 Das inspirierende Ambiente des Stifts

Elisabeth Hege

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LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

LANDKREIS TÜBINGEN

ganz persönlich

100 Leidenschaft für Kunst und Pädagogik

Klaus Herzer

120 Zu Fuß und mit dem Maico Champion

Dr. Inge Jens

104 Ein schwäbisches Unternehmen

mit italienischen Wurzeln

GARGIULO GmbH

106 Vom „Käpsele“ zum Innovator

Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH

123 Aus der Region für die ganze Welt

Klett Schokolade GmbH & Co. KG

124 Innovativ und sozial für ein

selbstbestimmtes Leben

Habila GmbH/Insiva GmbH

109 Planen und entwickeln für mehr Energieeffizienz

ebök Planung und Entwicklung GmbH

126 Ein Qualitätsprodukt in 2.000 Varianten

Parkett Herter GmbH & Co. KG

110 Schwäbisch zuverlässig und mit

hoher Kompetenz

Joma-Polytec GmbH

113 Hoher Einsatz für bezahlbaren Wohnraum

GWG – Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau

Tübingen mbH

114 Leben in einer begnadeten Landschaft

Thomas Hölsch

116 Ein Ziehen in der Herzgrube

Felix Huby

128 Vom Orinoco an den Neckar

Professor Dr. Bastian Kaiser

132 40 Jahre, die man nicht auswischen kann

Professor Dr. Walter Kasper

135 Mit höchster Präzision an die schweren Teile

Kuppler GmbH

136 Die Heimat und Herkunft nicht vergessen

Thilo Kehrer

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LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

140 Exzellente Beratung für jeden Mandanten

Kanzlei HSP Tübinger Steuerberatungsgesellschaft mbH

164 Präzision vereint mit hohem Qualitätsanspruch

Klett Metalltechnik GmbH

142 Das Potenzial der E-Zigarette rasch erkannt

inTaste EWWK GmbH

144 Faszinierende Einblicke in fremde Kulturen

Knut Kircher

148 Mit dem rostenden Renault auf Reportage

Dr. Claus Kleber

152 Nichts zieht mich weg aus Tübingen

Dieter Thomas Kuhn

156 Königsschießen an der Brunnenwand

Kim Kulig

160 Kompetente Hilfe für Menschen

mit Behinderung

KBF gGmbH

162 Multispezialist in fünfter Generation

Kemmler Baustoffe GmbH

166 Verwurzelt in der Region und nah

an den Menschen

Kreissparkasse Tübingen

168 Das Wohnungsunternehmen des

Landkreises Tübingen

Kreisbaugesellschaft Tübingen mbH

170 Die freie Luft Tübingens

Professor Dr. Hans Küng

172 Ein Leben für die Schwächsten der Gesellschaft

Schwester Carlagnese Nanino

176 Eine Lanze für guten regionalen Journalismus

Dr. Andreas Narr

180 Die Welt der Mode aus Bodelshausen

Marc Cain GmbH

182 Umbau, Ausbau und Sanierung aus einer Hand

Mey Generalbau GmbH

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LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

LANDKREIS TÜBINGEN

ganz persönlich

184 Familienverbunden, weltoffen und

der Wurzeln bewusst

Karl Rieker GmbH & Co. KG

186 Die Manufaktur der Bettenmacher

aus Mössingen

RÖWA Rössle & Wanner GmbH

188 Richtige Entscheidung zur richtigen Zeit

Stephan Neher

190 Wunderbares Leben in der Altstadt

Professor Dr. Christiane Nüsslein-Volhard

193 Auf Umwegen zum Zerspanungsspezialisten

wabra gmbh

194 Die perfekte Kernkompetenz

Gutbrod & Gutbrod GmbH & Co. KG

196 Daseinsvorsorge mit ökologischem Weitblick

Stadtwerke Tübingen GmbH

198 Unsere Stadt ist ein grünes Reallabor

Boris Palmer

204 Pony Lotte war die Lösung

Willi Rudolf

208 Engineering Kompetenz gestern, heute und morgen

Walter AG

210 Modernes Zentrum der Hochleistungsmedizin

Universitätsklinikum Tübingen

212 Vom Grenzgänger zum Kreisbürger

Dr. Eugen Schmid

216 Vom Privileg, im Kreis Tübingen zu leben

Klaus Tappeser

220 Tüftlergeist trifft auf Forschergeist

Annette Widmann-Mauz, MdB

224 Geballte Kompetenz bei der Beratung

VR Bank Tübingen eG

226 Hidden Champion im Gewerbegebiet Neckaraue

Walter Maschinenbau GmbH

228 Übersicht der PR-Bildbeiträge

200 Als Sauerländer in Schwaben: ein Schicksal

Dr. Peter Prange

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LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Landrat Joachim Walter

Ein lebenswerter und

zukunftsfähiger Landkreis

JOACHIM WALTER

geb. 1960 in Rottweil, verheiratet, vier Söhne / 1981 bis

1987 Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg /

1991 Rechtsanwalt in Freiburg / 1991 bis 1994 Amtsleiter

Bau- und Umweltamt und zeitweise auch Rechtsund

Ordnungsamt im Landratsamt Zollernalbkreis /

1994 bis 1996 Referent für Bau-, Ausländer- und Immissionsschutzrecht

im Regierungspräsidium Freiburg /

1996 bis 2003 Erster Landesbeamter und Dezernent für

Berufsschulwesen, Abfallwirtschaft, Bau und Umwelt,

Recht und Ordnung, Wasserwirtschaft und Veterinärwesen

im Landratsamt Zollernalbkreis / seit 2003

Landrat des Landkreises Tübingen / seit 2013 Präsident

des Landkreistages Baden-Württemberg / seit 2014

Vizepräsident des Deutschen Landkreistages

Liebe Leserin, lieber Leser,

willkommen im Landkreis Tübingen!

„ein Buch über den Landkreis Tübingen? Ja,

schön...“ Das mögen Sie vielleicht denken, wenn

Sie dieses Werk in Händen halten. Ja, es ist ein

Buch über den Landkreis Tübingen, aber nicht irgendeines.

Es ist ein sehr persönliches Buch. Ein

Buch, das im wahrsten Wortsinne tief blicken

lässt – sowohl in unsere Heimat, als auch in die

Menschen, die hier leben.

Insgesamt 39 bekannte Persönlichkeiten lassen

uns an ihrem ganz persönlichen Blick auf den

Landkreis teilhaben. Viele von ihnen haben eine

regelrechte Liebeserklärung an den Kreis verfasst!

Es macht Spaß, die Texte zu lesen und dabei

neue Eindrücke von unserer Region zu bekommen

– und die Autorinnen und Autoren einmal

aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen.

Darüber hinaus präsentieren sich in diesem

Buch 40 Unternehmen aus dem Kreisgebiet mit

spannenden Momenten ihrer Firmengeschichte,

interessanten Details über ihre Produkte und

Dienstleistungen und vielem mehr. Diese Beiträge

zeigen vor allem eines: Die enge Verbindung

zum Standort und die wirtschaftliche Stärke unserer

Region.

Und der Landrat? Hat er auch einen persönlichen

Blick auf „seinen“ Landkreis? Ich kann Ihnen

an dieser Stelle aus voller Überzeugung sa-

gen: Der Landkreis Tübingen ist „mein“ Landkreis.

Seine Menschen sind weltoffen und heimatverbunden

zugleich.

Seit 16 Jahren ist es mir vergönnt, hier Landrat

sein zu dürfen. Dass ich dieses schöne Amt

einmal innehaben würde, war mir nicht in die

Wiege gelegt. Es war auch keineswegs Teil meiner

langfristigen beruflichen Planungen. Gerüchte

kamen bei mir an, die so sowohl der

Stadt als auch dem Landkreis Tübingen anhingen:

„Der Stadtrat von Tübingen und der Tübinger

Kreistag sind so diskussionsfreudig, dagegen

ist die Knesset in Jerusalem eine reine Harmonieveranstaltung!“

Auch riet mir mein Vater

– in Tübingen geboren, aber dort nicht aufgewachsen

– davon ab, mich hier um das Amt des

Landrats zu bewerben. Als ich ihm meine Absicht

eröffnete, dies doch tun zu wollen, erklärte

er mir unumwunden: „Die Tübinger wählen

keinen Katholiken!“ Beides war so wenig richtig

wie die unausrottbare Falschbehauptung, der

Tübinger Wein sei ungenießbar: Die Tübinger

haben nun schon zum dritten Mal den Katholiken

Walter gewählt. Die Diskussionen im Kreistag

sind in der Tat sehr intensiv und tiefgründig

und sie fordern die Verwaltung, ihr Bestes zu

geben. Und das hat auch sein Gutes! Was den

Wein aus dem Kreis Tübingen angeht, so zeigen

mittlerweile viele Auszeichnungen, dass seine

Qualität in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen

ist.

10


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Den Kreis Tübingen mitzugestalten und weiterzuentwickeln,

ist mir Herausforderung und

Freude zugleich.

LANDRAT JOACHIM WALTER

Den Kreis Tübingen mitzugestalten und weiterzuentwickeln,

ist mir Herausforderung und Freude zugleich.

Lassen Sie mich näher erklären, warum das so

ist.

Das Gebiet des heutigen Landkreises Tübingen erstreckt

sich zwischen dem wald- und tälerreichen Naturpark

Schönbuch im Norden und der „blauen Mauer“

des Traufs der Schwäbischen Alb im Süden. Hier

haben die wichtigsten Flüsse – der von Westen kommende

Neckar, die jenseits der Kreisgrenze bei Herren-

berg entspringende Ammer und die vom Albrand herabfließende

Steinlach – das „Schichtstufenland“

durchbrochen und einen vielfältig strukturierten

Raum geschaffen, den die Oberamtsbeschreibung

1867 überschwänglich als „eine der reizendsten Partien“

des Landes beschrieb. Neben den Flusstälern prägen

Streuobstwiesen und bewaldete Höhenzüge den

Landkreis, vor allem der Schönbuch nördlich und der

Rammert südlich des Neckars. Besonders fasziniert

mich der Schönbuch, mit dem wir einen wunderbaren

Erholungsraum direkt vor unserer Haustür haben.

Das Vogelherd-Pferdchen – Symbol des

Landkreises Tübingen

Eine Bronzeplastik des Rottenburger Bildhauers

Ralf Ehmann empfängt die Besucher

am Eingang des Landratsamts Tübingen.

Die Figur ist eine Nachbildung des nur

4,8 Zentimeter großen Vogelherd-Pferdchens.

Im Original besteht die Miniatur aus

Mammut-Elfenbein. Gefunden wurde das

Pferdchen mit anderen Tierfiguren 1931 bei

einer Grabung des Tübinger Urgeschichtlers

Gustav Riek in der Vogelherdhöhle im

Lonetal bei Niederstotzingen. Das Pferdchen

wurde vor 35.000 Jahren von einem

Menschen der Aurignacien-Zeit geschnitzt

und zählt damit zu den ältesten Kunstwerken

der Menschheit. Die Höhlen und die

Eiszeitkunst sind 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe

erklärt worden. Das Pferdchen

gilt als Meisterstück aller Funde des Vogelherds:

Es zeigt einen Hengst in typischer

Imponierhaltung. Mit seinem gebogenen

Hals und seinen runden Formen wirkt es

ausgesprochen elegant und spiegelt eindrucksvoll

die handwerklichen Fähigkeiten

der frühen Menschen wider. Die Skulptur

ist am Körper entlang der Längsachse gebrochen

und nur im Halbrelief erhalten. Die

bläuliche Färbung kam durch eine Patina

aus Mangan und Brauneisen zustande. Das

Pferdchen gehört zu den wertvollsten Objekten

des Museums Schloss Hohentübingen

und wird dort in der Dauerausstellung

präsentiert. So wurde es auch zu einem

Symbol des Landkreises Tübingen.

Das Landratsamt in Tübingen

11


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Blick vom Schönbuchrand bei Ammerbuch-Pfäffingen zur Wurmlinger Kapelle

Die vielen engagierten Menschen

prägen unser Gemeinwesen in besonderem Maße.

Darauf dürfen wir stolz sein.

LANDRAT JOACHIM WALTER

Mit seinen 156 Quadratkilometern stellt er das

größte zusammenhängende Waldgebiet im Ballungsraum

Mittlerer Neckar dar. Das gesamte Gebiet steht

als erster Naturpark in Baden-Württemberg unter besonderem

Schutz. Neben seiner Erholungs- und

Schutzfunktion kommt dem Schönbuchwald mit seinem

wertvollen Holz eine nachhaltige Nutzfunktion

zu. Am Schönbuchtrauf bieten sich fantastische Aussichten

über die angrenzenden Täler von Neckar und

Ammer, das weite Gäu bis hin zur Traufkante der

12


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Schwäbischen Alb und bei guter Sicht bis zu den Erhebungen

des nahe gelegenen Schwarzwaldes.

Für unsere hohe Lebensqualität spielen Bildungsangebote

und Wirtschaft eine bedeutende Rolle. Ein breit

gefächertes Schulsystem mit vier hervorragend ausgestatteten

beruflichen Schulen in Trägerschaft des Landkreises,

Hochschulen und die Eberhard Karls Universität

sichern diesen wesentlichen Standortfaktor. Das Handwerk

hat bis heute einen hohen Stellenwert im Kreis;

Impulse aus dem Umfeld der Universität Tübingen führten

zur Gründung von innovativen Firmen.

Auch die vielfältigen kulturellen Veranstaltungen

tragen zur Attraktivität des Standorts bei. Unsere Vereine

und Organisationen leisten mit ihrem Angebot

einen herausragenden Beitrag zu unserer Lebensqualität.

Die vielen engagierten Menschen prägen unser

Gemeinwesen in besonderem Maße. Darauf dürfen

wir stolz sein.

unsere beruflichen Schulen, die wir mit dem Projekt

Industrie 4.0 zukunftsfähig machen wollen, sei es der

Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur mit unserem

größten Klimaschutzprojekt, der Regionalstadtbahn,

sei es die Weiterentwicklung unserer Wirtschaftsförderung

oder im sozialen Bereich die Stärkung von Integration

und Teilhabe – die Herausforderungen der

Zukunft stellen uns vor wichtige Aufgaben, die vor allem

eines zum Ziel haben: dass es sich im Landkreis

Tübingen weiterhin gut und gerne leben lässt.

Ich danke allen Autorinnen und Autoren sowie den

beteiligten Unternehmen für ihr Engagement, an diesem

Buch mitzuwirken und den Landkreis Tübingen

dadurch ganz neu erleben zu dürfen.

Ihnen allen wünsche ich viel Freude beim Lesen

und Entdecken!

Herzlichst, Ihr

All diese Faktoren machen unsere Heimat nicht

nur lebenswert, sondern vor allem auch zukunftsfähig.

Daran arbeiten Kreistag und Landkreisverwaltung

tatkräftig mit. Wir wollen in den kommenden Jahren

den Landkreis Tübingen weiter voranbringen; seien es

Joachim Walter

Landrat des Landkreises Tübingen

Die drei Großen Kreisstädte im Landkreis in Tübingen: Tübingen, Rottenburg und Mössingen

13


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

DIETER THOMAS KUHN

geb. 1965 in Tübingen, drei Schwestern

und zwei Brüder / Gesamtschule Tübingen

bis 1984, Ausbildung zum Masseur

und medizinischen Bademeister / bis 1993

Bademeister im Crona-Klinikum Tübingen /

1993 Start von Dieter Thomas Kuhn und

Band, kein Ende in Sicht

Dieter Thomas Kuhn

Nichts zieht mich weg

aus Tübingen

Der Sänger und Musiker Dieter Thomas Kuhn beschreibt seine enge Beziehung

zu seiner Heimatstadt, vor allem zum Französischen Viertel.

I

ch beginne mit einer Geschichte und einem Zitat

von Bertolt Brecht, der in jungen Jahren in der

Schule einen Aufsatz über das Thema „Was zieht

uns in die Berge?“ schreiben sollte. Alles, was ihm

dazu einfiel, war: „Die Seilbahn, nichts als die Seilbahn.“

Wenn man mich in meiner Jugend gefragt hätte,

was mich aus Tübingen herausbringen könnte, hätte

ich wahrscheinlich ähnlich geantwortet: „Ein Auto,

höchstens ein Auto.“

Ich erinnere mich an eine unbeschwerte Kindheit

und Jugend in Tübingen. 1965 bin ich in der Frauenklinik

Tübingen zur Welt gekommen als sechstes und

letztes Kind meiner Mutter Hildegard und meines Vaters

Helmut. Meine Mutter, eine geborene Preußin,

lernte meinen Vater im Landkreis Biberach Anfang der

Fünfzigerjahre kennen. Er stammt aus Ehingen an der

Donau. Bald verschlug es die beiden nach Tübingen, wo

sie die ersten Jahre in der Gartenstadt verbrachten und

dann mit den Kindern in die Weststadt zogen. 1971 waren

die ersten Häuser auf Waldhäuser-Ost fertig. Wir

zogen auf den Berg. Alles war neu und spannend für

uns Kinder. Der Wald war in Rufweite, das noch zu bebauende

Land war ein riesiger Abenteuerspielplatz.

Alles war schon da: ein Einkaufszentrum und die

brandneue Schule, die damals noch Gesamtschule

hieß, heute Geschwister-Scholl-Schule. Alles war zu

Fuß erreichbar und es fehlte an nichts. Wir wohnten

152


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

im fünften Stock eines Mehrparteienhauses, von dessen

Balkon man die ganze Stadt und die Schwäbische

Alb vor der Nase hatte. Ich erinnere mich, dass ich diesen

Ausblick immer gemocht habe.

Mit der neuen Freiheit meines ersten Mofas fing

ich an, Tübingen und seine Kneipenkultur zu genießen.

Man traf sich in der Stadt. Ich nehme hier mal vorweg,

dass ich nie an einem anderen Ort als Tübingen gelebt

habe und der Gedanke an einen Wechsel nur sehr kurz

in mir aufgeflackert ist. Das mag daran liegen, dass ich

in meiner Kindheit und Jugend nicht besonders viel

gereist bin und wir die Ferien vorwiegend zu Hause

auf unserer Obstwiese auf dem Steinenberg verbracht

oder höchstens mal eine Fahrt an den Bodensee unternommen

haben und sich somit mein Fernweh in Grenzen

hielt. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich auch nie

wirklich etwas vermisst.

Mit 18 und dem ersten Motorrad lernte ich es zu

lieben, die Schwäbische Alb zu erkunden, was mir bis

heute großes Vergnügen bereitet. Nachdem mir meine

Schwester ans Herz gelegt hatte, doch mit 19 Jahren

mal einen richtigen Beruf zu erlernen, ließ ich mich

zu einer Ausbildung als Masseur und medizinischer Bademeister

in Balingen hinreißen. Der Ausbildungsplatz

war jetzt auch nicht gerade das, was man in die Ferne

schweifen nennt. Immer noch zu Hause...

Bald merkte ich, dass mein Herz doch deutlich

schneller schlug, wenn es um Musik ging und nicht

um physiotherapeutische Weiterbildung. Musik und

Musik machen waren immer schon meine leidenschaftlichen

Hobbys, und so ergab es sich im direkten

Umfeld, dass man immer eine Band am Start hatte.

Mehr oder weniger professionell, jedoch leidenschaftlich.

Tübingen hatte in den Achtziger- und Neunzigerjahren

eine Vielzahl an guten Bands und guten Musikern.

Und ein Zufall und eine verrückte Idee sollten

mich auf eine Bahn katapultieren, die ich damals nicht

für möglich gehalten hätte. Und dieser Traum hat bis

heute Bestand.

Wir gründeten Dieter Thomas Kuhn und Band.

Wir, das heißt Philipp Feldtkeller und ich. Hinzugezogen

haben wir damals den jungen, aufstrebenden Musikmanager

Marc Oßwald, der an das Projekt in seiner

Entstehungsphase geglaubt hat. Erster Proberaum:

Hindenburgareal – ehemalige Kaserne der in Tübingen

stationierten französischen Soldaten. Die Soldaten

waren weg und wir krallten uns ein leerstehendes Ge-

Noch heute wohne ich im Französischen Viertel, in dem

ich seit dem Abriss unserer WG hängengeblieben bin.

Ich bin sozusagen ein Pionier des Französischen Viertels

und habe seine Entwicklung von der ersten Stunde an

mitbekommen und beobachtet.

DIETER THOMAS KUHN

Spielplatz im Französischen

Viertel von Tübingen

153


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Jedes Jahr im Dezember zieht das Tübinger

Schokoladenfestival Leute von nah und fern an

Natürlich wussten wir, dass die schöne Zeit irgendwann

enden würde, weil das Gebäude abgerissen und durch neuen

Wohnraum ersetzt werden würde. Aber bis dahin sollten noch

fünf Jahre ins Land gehen. Zwischenbilanz: Immer noch in Tübingen

und keine Notwendigkeit, die Stadt zu verlassen.

Aus unserer Idee, Schlager der 70er-Jahre zu spielen, entwickelte

sich eine fast ernstzunehmende Hysterie bundesweit.

Plötzlich waren wir gefragt wie bunte Hunde. Und so kam es,

dass ich zum ersten Mal in die weite Welt hinausfuhr – wenn

es auch erstmal nur Hamburg sein sollte. Viele andere Städte

folgten.

So, jetzt kommt’s!! Meine erste Begegnung mit Hamburg

muss mich so beeindruckt haben, dass ich doch tatsächlich

ernsthaft mit dem Gedanken gespielt habe, nach Hamburg zu

ziehen. Ich zog das sogar länger in Erwägung. Doch die Idee

war absurd, denn ich befand mich in dieser Zeit auf meinen

intensivsten Tourneen mit bis zu 170 Konzerten pro Jahr. Warum

sollte ich also einen Ortswechsel vornehmen, wenn ich sowieso

an keinem Ort dauerhaft war?

Alles war neu und spannend für uns Kinder. Der Wald

war in Rufweite, das noch zu bebauende Land war ein

riesiger Abenteuerspielplatz.

DIETER THOMAS KUHN

bäude, welches der Panzerfahrschule gedient hatte

und uns als Wohngemeinschaft. Eine große Kuh auf

dem Dach des Flachdachgebäudes war der Namensgeber:

„Q“. Eine nächtliche Anlaufstelle für Partys und

Feierwütige war geboren. Und auch der Übungsraum

für DTK.

Also: Umzug erstmal ad acta gelegt. Erfolg kann sich also

auch in einer Kleinstadt einstellen. Außerdem war zu spüren,

dass das Nachhausekommen sehr gut war. Vertraut. Stressfrei.

Als dann 2005 meine Tochter geboren wurde, war für mich

klar, dass es keinen besseren Platz gibt, um sie aufwachsen zu

sehen. Noch heute wohne ich im Französischen Viertel, in dem

ich seit dem Abriss unserer WG hängengeblieben bin. Ich bin

sozusagen ein Pionier des Französischen Viertels und habe seine

Entwicklung von der ersten Stunde an mitbekommen und

beobachtet. Alle, die mir wichtig sind, leben hier im Viertel

oder in anderen Teilen der Stadt: das Management, ein Teil der

Musiker. Es ist schön zu wissen, dass es anderen in meinem Leben

genauso ergeht wie mir und sie die Liebe zur Stadt, mit all

ihren Marotten und Befindlichkeiten, mit mir teilen.

154


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Kusterdingen mit der evangelischen Marienkirche, dem Schulzentrum und dem Wasserturm

155


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

KIM KULIG

geb. 1990 in Herrenberg, aufgewachsen

in Ammerbuch-Poltringen / Grundschule

Poltringen, Geschwister-Scholl-Schule

Tübingen, Abitur am Hamburger Gymnasium

Heidberg / 1998 bis 2001 Fußballspielerin

SV Poltringen, 2001 bis 2003

SV Unterjesingen, 2003 bis 2008 VfL

Sindelfingen, 2008 bis 2011 Hamburger

SV, 2011 bis 2015 1. FFC Frankfurt / 33-fache

Nationalspielerin, 2009 Europameisterin,

2010 U20-Weltmeisterin / 2018 Trainer-

A-Lizenz / seit Januar 2018 Cheftrainerin

1. FFC Frankfurt II

Kim Kulig

Königsschießen

an der Brunnenwand

Die Fußballtrainerin Kim Kulig schildert ihre Jugend in Poltringen

und ihre Entwicklung bis zur Nationalspielerin und Europameisterin.

T

Ü - KK 2011. Mit 18 Jahren fuhr ich mit einem

Mini mit Tübinger Kennzeichen durch Hamburg.

Ich hatte gerade den Führerschein gemacht,

spielte Fußball für den städtischen

Bundesligisten, den Hamburger SV – und das Kennzeichen

meines Flitzers war gut überlegt: Wo komme ich

her, wer bin ich und wo will ich hin?

Aber der Reihe nach. Geboren bin ich gar nicht im

Kreis Tübingen, sondern an dessen Rand, in Herrenberg.

Meine Eltern waren grade erst nach Poltringen

im Kreis Tübingen gezogen. Ich selbst bin aufgewachsen

im Kreis.

Poltringen ist ein Dorf, und für uns Kinder war es

eine Herausforderung. Es gab einen Kindergarten und

eine Grundschule. Bis heute gibt es in jedem Jahrgang

in der Poltringer Grundschule nur eine Klasse, Buchstaben

zur Unterteilung werden nicht gebraucht. Jeder

kennt und kannte jeden, schließlich saß man den

ganzen Vormittag zusammen in der Klasse. Und in den

Pausen wurde gekickt. Eigentlich ging ich seit der Kindergartenzeit,

mit vier oder fünf Jahren, zum Leichtathletiktraining

bei der LAV Tübingen. Bewegung war

einfach mein Ding. Meine Mutter war heilfroh, das

Kind verlor mit zunehmendem Auslauf seinen hippeligen

Schrecken und war plötzlich ein liebes und zufriedenes

Kind. Meine Schwester trainierte schon im

Verein, und ich beschäftigte mich mit dem Vierkampf.

Mit sieben Jahren nahm mich ein Freund aus der

Grundschule mit zum BMX-Training beim TSV Betzingen,

was einfach weit weg war für uns Kinder. Also sind

wir immer wieder zur alten Motorcross-Strecke in Altingen

in der Gemeinde Ammerbuch. Die Strecke hatte ihre

besten Tage schon hinter sich und war etwas verwittert

in meiner Erinnerung, aber sie erfüllte ihren Zweck.

156


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Was mich allerdings alles nicht vom Bolzen mit

den Jungs aus der Klasse abhalten konnte. Die Schulhof-Kickerei

war einfach das Beste und so etwas wie

die Lieblingsbeschäftigung geworden: Ich stelle mich

ganz geschickt an, war das einzige Mädchen, das mitspielen

durfte, und ich war nie die Letzte, die bei der

Mannschaftswahl ausgewählt wurde. Irgendwann

reichte die Bolzerei auf dem Schulhof dann nicht mehr

aus. Dort mussten wir mit Tennisbällen spielen, weil

die Lehrer Angst um die Fensterscheiben hatten, richtige

Fußbälle waren jedenfalls verboten.

Die Tübinger „Tigers“ bei einem Spiel in der Paul Horn-Arena

Da hatten wir ein Problem: Wir hatten zwar einen

Segelflugplatz in Poltringen, der bot (und bietet bis

heute) eine tolle Joggingrunde, aber das löste nicht

das Ballproblem. Den Abenteuerspielplatz mit dem

Basketballfeld, den Basketballkörben und den Handballtoren

gab es in Entringen. Wir mussten improvisieren

und erfinderisch sein: Zum Kicken sind wir dann

meist an den Brunnen in der Entringer Straße in Poltringen

– dort spielten wir mit einem richtigen Ball

„Königsschießen“. Das hatten wir uns selbst ausgedacht.

Einfach gesagt wurde der Ball von uns in einer

gewissen Reihenfolge flach an die Brunnenwand

gedonnert, wir schossen so unseren König aus und

nervten die Senioren, die sich den Platz eigentlich zum

Ausruhen ausgesucht hatten. Die Jungs zogen jedenfalls

irgendwann weiter ins richtige Fußballtraining,

und ich stand allein am Brunnen. Auch den Ball hatten

sie mitgenommen. So ging das doch nicht.

Die Schulhof-Kickerei war einfach das Beste und so etwas wie die

Lieblingsbeschäftigung geworden.

KIM KULIG

Wochen später klingelte der Trainer der F-Jugend

vom SV Poltringen an der Tür meiner Eltern, er müsse

mal reden wegen der Tochter. Die würde sich ordentlich

machen im Training, aber hätte ihm jetzt gebeichtet,

dass sie ohne Wissen der Eltern beim Training mitmachen

würde. Meine Eltern fielen aus allen Wolken.

Das mit dem Fußballtraining hätten sie nicht gewusst,

und es wäre ja auch schon alles ein bisschen viel: da

wären ja noch der Vierkampf und das BMX-Fahren.

Aber sie sei halt der beste Spieler, den er im Training

habe, warf der Trainer ein ...

Fußball kam ab jetzt an dritter Stelle. Und irgendwann

hatten BMX und Leichtathletik dann ausgespielt

– und zwar genau in der Reihenfolge. Den Ausschlag

gab ein Talentsichtungstag, ich hatte den zweiten

Platz belegt und durfte fortan beim DFB-Stützpunkttraining

dabei sein.

Zwei oder drei Jahre später spielte ich dann erstmals

in einer Mädchenmannschaft in Unterjesingen

unweit von Tübingen, hatte Stützpunkttraining erst in

Riederich bei Metzingen und danach in Rottenburg

Das Hofgut Schwärzloch zwischen

Tübingen und Unterjesingen

157


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Der Rest ist schnell erzählt. Ich schaffte es zur

Heim-WM ins deutsche Team, verletzte mich im Viertelfinale

gegen Japan – die erste einer Vielzahl von

schweren Verletzungen. Ich war zwar noch dabei,

spielte Nationalmannschaft und mittlerweile in Frankund

besuchte ab dem Alter von zehn Jahren die

Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen, eine Partnerschule

des Sports.

Sehr viel weiter hätte mein Schulweg für Kreisverhältnisse

nicht sein können. In unserem beschaulichen

kleinen Poltringen fuhr nichts außer einem Bus, der

aber jede halbe Stunde und bis Pfäffingen. Von dort

ging’s weiter mit der Ammertalbahn über Unterjesingen

bis zum Tübinger Hauptbahnhof. Ab hier wurde

es richtiggehend großstädtisch: vier Linien zur Auswahl.

Ziel Waldhäuser-Ost, der Stadtteil im Norden

von Tübingen.

Auf der Geschwister-Scholl-Schule war ich von

der fünften Klasse bis zur zwölften. Ich spielte erst

für die Mädels in Unterjesingen, später schleppte ich

die Trainingstasche nach der Schule wieder vorbei an

Poltringen nach Sindelfingen – ich spielte fünf Jahre

für den VfL, im Alter von 16 Jahren in der ersten

Mannschaft in der Zweiten Liga. Wir scheiterten

zweimal am Aufstieg in die Bundesliga, aber ich hatte

auf mich aufmerksam gemacht und wollte unbedingt

in der Ersten Liga Fußball spielen. Es hieß Ab-

schied nehmen von zu Hause, von der Familie, und es

ging nach Hamburg.

TÜ-KK 2011. Tübingen war meine Heimat, hier hatte

ich alles gelernt. Ich war eine der hoffnungsvollsten

Nachwuchsspielerinnen des Landes. Und die WM im

eigenen Land war mein Ziel.

Und es lief für mich in der Ferne – eigentlich ...

Dritter Platz bei der U20-WM in Chile 2008, Stammspielerin

als eine der Jüngsten. Nach diesem Turnier

nominierte mich die Nationaltrainerin Silvia Neid für

die A-Nationalmannschaft, im Februar 2009 das erste

Länderspiel in Bielefeld. Die Bielefelder Alm ist zwar

nicht zu vergleichen mit „Diebenga“, ist aber auch

wichtig für mich: Im August 2010 feierte ich hier mit

der deutschen U20 die Weltmeisterschaft, im Finale

schlugen wir Nigeria 2:0.

Die katholische St. Stephanus-Kirche

in Ammerbuch-Poltringen

Ich besuche meine Familie von Zeit zu Zeit,

Poltringen ist für mich Heimat – und immer

noch der Ort, um auszuruhen und Kraft zu

tanken. Dann fahre ich durch den Ort,

vorbei am Kindergarten und meinem

alten Schulhof.

KIM KULIG

158


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Ammerbuch-Reusten mit

dem Steinbruchsee

furt Bundesliga, aber schleppte mich mehr oder weniger

von Verletzung zu Verletzung – im Sommer 2015

war Schluss.

Und fing etwas Neues an. Ich bin heute Fußballtrainerin,

trainiere den Frankfurter Bundesliganachwuchs

in der Zweiten Liga. Meine Eltern und Geschwister

leben im Kreis Tübingen, ich aber arbeite

und lebe in Frankfurt am Main. Ich besuche meine

Familie von Zeit zu Zeit, Poltringen ist für mich Heimat

– und immer noch der Ort, um auszuruhen und Kraft

zu tanken. Dann fahre ich durch den Ort, vorbei am

Kindergarten und meinem alten Schulhof...

Es ist nicht die Sorge um irgendwelche Fensterscheiben,

es geht um Technikschulung: Ab und an lasse

ich meine Frankfurter Spielerinnen im Training fünf

gegen zwei spielen, und wie damals auf dem Schulhof

meiner Grundschule in Poltringen spielen wir mit

Tennisbällen.

159


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Schwester Carlagnese Nanino

Ein Leben für die

Schwächsten der Gesellschaft

Im Sinne ihres Ordensgründers Carlo Steeb entwickelte die Tübinger Ehrenbürgerin

Schwester Carlagnese Nanino die Konzeption für das erste Kinderhaus der Bundesrepublik.

SCHWESTER CARLAGNESE NANINO

geb. 1932 in Ettlingen als Tochter

deutsch-italienischer Eltern / Internatsbesuch

in Italien und Deutschland / 1950

Eintritt in den Orden der „Sorelle della

Misericordia” von Verona / 1957 Entsendung

nach Tübingen / 1960 bis 1967

Studium der Sozialpädagogik in Reutlingen,

Esslingen und Freiburg / 1987 Gründung

des Kinderhauses „Carlo Steeb” / 1996

Verleihung des Verdienstordens des Landes

Baden- Württemberg / seit 2013

Tübinger Ehrenbürgerin

W

ie wunderbar sind deine Werke, Herr,

mit Weisheit hast du sie alle geschaffen“

(Psalm 104, 24). Dieser Psalmvers

steht schon vom ersten Augenblick

meines Daseins über meinem Leben. Als Tochter

deutsch-italienischer Eltern wurde ich in Ettlingen im

Badischen geboren und bin zweisprachig aufgewachsen.

Als junge Schülerin kam ich in ein von Schwestern

geleitetes Internat in Udine. Ich war kein braves Kind.

Deshalb bekam ich in der Schule immer schlechte Noten

im Betragen. Bereits während meiner Grundschulzeit

in Deutschland beschrieb dies eine Lehrerin in

meinem Zeugnis so: „Ihr südländisches, lebhaftes

Temperament kommt immer wieder zum Durchbruch.

Die Schülerin kann auch lange Zeit hindurch sehr verträumt

sein und sich im Unterricht sehr teilnahmslos

zeigen.“

Und doch fühlte ich mich von Kindheit an zum

Religiösen hingezogen. Bis heute ist es für mich ein

Rätsel, dass Gott sich gerade mich aussuchte, eine

schwierige, lebhafte Schülerin, die laufend Strafarbeiten

bekam. Ich war hundertprozentig überzeugt davon,

dass Gott mich ruft. Ich konnte dem inneren

Drang einfach nicht widerstehen. Ich war verliebt in

Christus und bin es bis heute. Ich verstehe es nicht.

beeinflusst. Niemand hat mir dabei geholfen oder

mich beraten. Ich habe es auch immer verheimlicht,

denn keiner hätte mir geglaubt. Man hätte mich ausgelacht.

Damals wusste ich noch nicht, wohin und

wann ich gehen würde.

Ich war 17 Jahre alt, als mich eine italienische

Freundin zu Exerzitien beim Orden der „Sorelle della

Misericordia“ nach Verona mitnahm. Am Ende der

Exerzitien bat ich um ein Gespräch bei der Generaloberin.

Sie sah mich nur an und stellte mir keine Fragen,

sondern bot mir einfach ein Datum für meine

Aufnahme an. Natürlich habe ich sofort zugesagt. Da

ich noch nicht volljährig war, brauchte ich aber für die

Aufnahme ins Kloster die Unterschrift meines Vaters.

Die erschlich ich mir in einem für ihn ungünstigen

Augenblick. Ohne sich zu vergewissern, was auf dem

Papier stand, unterschrieb er die Einwilligung. Ich triumphierte

natürlich – und meine Mutter weinte.

Im Kloster durchschritt ich die verschiedenen Stationen:

Probandat, Postulat, Noviziat und Juniorat.

1954, mit 21 Jahren, legte ich meine erste Profess ab.

Als Postulantin wurde ich zeitweise an das Lehrerinnenseminar

des Ordens bei Padua geschickt und legte

dort die Examen ab. Ich träumte vom Lehrerberuf.

Bereits mit 16 Jahren stand mein Entschluss fest,

dass ich ins Kloster gehen wollte. Niemand hat mich

Und dann begann meine Geschichte mit Tübingen.

Eigentlich begann diese Geschichte bereits 1773

172


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

mit der Geburt des Johannes Heinrich Karl Steeb in

dieser Stadt. Sein Vater schickte ihn 1796 zur weiteren

Ausbildung nach Verona. Über Freunde fand er den

Weg zum katholischen Glauben. Er nannte sich nun

„Carlo“, studierte katholische Theologie, wurde Priester

und schließlich Gründer des Ordens der „Sorelle

della Misericordia di Verona“, der Schwestern der

Barmherzigkeit von Verona.

In den 50er-Jahren wurden seine Geschichte und

sein Wirken auch in Tübingen bekannt. Das veranlasste

die Diözese Rottenburg-Stuttgart, den Schwestern

in Verona die Übernahme eines Wohnheims für 70

studierende Flüchtlinge und Vertriebene in der Tübinger

Südstadt anzubieten. Ein Wagnis, denn die italienischen

Schwestern verfügten über keine Deutschkenntnisse.

Dafür aber über ein bewundernswertes

Gottvertrauen. Zusätzlich bauten die Schwestern

noch einen Kindergarten. Der Carlo-Steeb-Kindergarten

wurde 1954 von Bischof Carl Joseph Leiprecht

eingeweiht und bis 1958 an die Kirchengemeinde St.

Michael vermietetet.

deutsche Mütter ihre Kinder zu uns. Auch Kinder von

nichtkatholischen Müttern nahmen wir auf. Besonders

die berufstätigen ausländischen Frauen erwarteten

hier Verständnis für ihre Situation. Sie brauchten

eine Ganztagsbetreuung mit Mittagstisch für ihre Kinder.

Der deutsche Kindergarten mit seinen begrenzten

Öffnungszeiten am Vormittag und Nachmittag und

ohne Mittagstisch bereitete mir Unbehagen. Ich sah

in ihm eine elitäre Einrichtung. Also organisierten wir

eine Kinderbetreuung ab 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr und

Wir wollten Kinder verschiedenen Alters, mit unterschiedlichen

Bedürfnissen, aus Familien unterschiedlicher kultureller Herkunft und

mit unterschiedlichem sozialem Status in gemeinsamen Gruppen

zusammenleben lassen.

SCHWESTER CARLAGNESE NANINO

Da ich damals im Orden die einzige Schwester mit

Deutschkenntnissen war, wurde ich – ohne gefragt zu

werden – zur Ausbildung als Erzieherin und Hortnerin

zunächst nach Berlin geschickt. Ich hatte nicht die geringste

Ahnung von Kinderziehung, von Musik und

Werken. Mit der Aussicht, es nur für ein paar Monate

probieren zu müssen, wurde ich 1957 in der italienischen

Schwesterngemeinschaft im Carlo-Steeb-Heim

in der Tübinger Südstadt stationiert – und da bin ich

bis heute! Eine seit mehr als 60 Jahren andauernde

Probezeit!

Ohne jegliche Erfahrung musste ich sofort die Leitung

des Carlo-Steeb- Kindergartens mit über hundert

Kindern übernehmen. Das war etwas Neues in Tübingen

– italienische Ordensschwestern, die einen

deutschen Kindergarten leiten. Bei den ausländischen

Familien hat sich dies schnell herumgesprochen. Bald

brachten auch Studentinnen und alleinerziehende

173


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Ärmsten in der Gesellschaft, Menschen, die ihre Rechte

nicht selbst einfordern können, die in zerrütteten

und mittellosen Verhältnissen und oft auch ohne Bildung,

ohne Ansehen leben müssen. Es war für mich

selbstverständlich, dieses Charisma der „Misericordia“

unseres Ordens in unserer Einrichtung zu verwirklichen.

Wegkreuz bei Rottenburg-Hemmendorf

begannen zunächst in der Studentenküche für die Kinder

ein Mittagessen zu kochen. Es wurden immer

mehr Kinder, so mussten wir eigene Ganztags- und

Hortgruppen einrichten, getrennt vom normalen

Kindergarten.

Was heute selbstverständlich ist, musste ich mir

damals erkämpfen. Ich musste manche Kritik sowohl

von der Öffentlichkeit als auch von der Kirche einstecken,

denn die Berufstätigkeit von Frauen war nicht

selbstverständlich. Sie wurde damals als Vernachlässigung

der Kinderbetreuung gesehen, die auch Folgekosten

nach sich zog.

Um diesem Ziel noch mehr gerecht zu werden,

absolvierte ich neben meinen Leitungsaufgaben zwischen

1960 und 1967 ein mehrjähriges Studium der

Sozialpädagogik und Supervision an den Fachhochschulen

in Reutlingen, Esslingen und Freiburg. Meine

gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und Landratsamt

und wichtigen öffentlichen Stellen halfen mir

dann, die notwendigen Zuschüsse genehmigt zu bekommen.

Auch gelang es so leichter, mich über manche

strikte Regel für Kindereinrichtungen hinwegzusetzen,

um den Bedürfnissen von Familien entgegenzukommen.

Wir wollten Kinder verschiedenen Alters,

mit unterschiedlichen Bedürfnissen, aus Familien unterschiedlicher

kultureller Herkunft und mit unterschiedlichem

sozialem Status in gemeinsamen Gruppen

zusammenleben lassen. Mit unseren Mitarbeiterinnen

konnten wir viele Schwierigkeiten überwinden

und die Idee 1987 endlich realisieren. Ich musste unsere

neue Konzeption in unserer Fachzeitschrift „Welt

des Kindes” vorstellen. Es gab eine unglaubliche Resonanz

in der ganzen pädagogischen Fachwelt der

Bundesrepublik. Der Artikel hatte einen Stein ins Rollen

gebracht. Ein „Kinderhaus“ – das war der richtige

Name – findet man heute überall! Das freut mich.

In unserem Orden stehen das Charisma der „Misericordia“,

die Barmherzigkeit, im Mittelpunkt und damit

die Menschen, vor allem die Schwächsten, die

Und ich darf mich freuen an dem Guten, was

heute in den Kindereinrichtungen und auch im

Carlo-Steeb-Kinderhaus geleistet wird – ganz im Geiste

174


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

unseres Gründers Carlo Steeb, für den die Ärmsten der

Gesellschaft im Mittelpunkt standen. Meinen eigenen

Beitrag dazu sehe ich nicht als besondere persönliche

Leistung an. Ich habe nur meine Pflicht als „Sorella

della Misericordia“ getan. Und da ist eine geheimnisvolle

höhere Macht, die mich treibt und die mich bewegt.

Gott ist es, der mich bis heute geführt hat und

es immer noch tut. Auch wenn ich es für mich nicht

verstehe.

Ich lebe nun schon mehr als 60 Jahre in Tübingen

– ohne mein Zutun. Und doch liebe ich diese Stadt, in

welcher es wimmelt von jungen Leuten, Studenten,

jungen Familien mit vielen Kindern. Und dazwischen

die älteren Menschen.

Für mich steht Gott über allem. Ihm vertraue ich in

meinem täglichen Beten ganz persönlich die Stadt und den

Landkreis an. Er möge sie beschützen und segnen.

SCHWESTER CARLAGNESE NANINO

Es ist eine lebendige und unruhige Stadt mit

unaufhörlicher Bautätigkeit, um Wohnungen zu

schaffen für die Familien und für unsere neuen Flüchtlingsmitbürger,

und um Raum zu schaffen für das

Wohlbefinden aller Bürger. Ich liebe diese Stadt in ihrer

ganzen Bewegtheit. Sie kommt nicht zur Ruhe. Durch

all ihr Schaffen in vielen Teilen der Stadt entsteht lebenswerte

Zukunft für unsere junge Generation.

Dennoch bleibe ich im Herzen Italienerin. Immer

wieder zieht es mich über die Alpen. Meine Heimat ist

weder Deutschland noch Italien. Für mich steht Gott

über allem. Ihm vertraue ich in meinem täglichen Beten

ganz persönlich die Stadt und den Landkreis an. Er

möge sie beschützen und segnen.

Weidende Schafe am Albtrauf

und Rottenburger Marktplatz

mit Rathaus und Dom

175


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Tübingens Schokoladenseite: die Neckarfront mit Stiftskirche und Hölderlinturm

176


LANDKREIS TÜBINGEN – GANZ PERSÖNLICH

Übersicht der PR-Bildbeiträge

Wir danken den folgenden Unternehmen und Einrichtungen, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

Altenhilfe Tübingen gGmbH 26 - 27

www.altenhilfe-tuebingen.de

AVAT Automation GmbH 28 - 29

www.avat.de

Bad Sebastiansweiler GmbH 30 - 31

www.bad-sebastiansweiler.de

Baisinger BierManufaktur Familie Teufel GmbH 32 - 33

www.baisinger.de

BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH 50 - 51

www.baywa-re.com

www.solar-distribution.baywa-re.de

Bechtle IT-Systemhaus Rottenburg 52 - 53

www.bechtle.com

Orthopädie Brillinger GmbH & Co. KG 54 - 55

www.brillinger.de

CHT Germany GmbH 56 - 57

www.cht.com

Zahnärztliches Versorgungszentrum Tübingen

GmbH & Cumdente GmbH 76 - 77

www.zahnerhaltung.com/www.cumdente.com

ebök Planung und Entwicklung GmbH 109

www.eboek.de

Erbe Elektromedizin GmbH 78 - 79

www.erbe-med.com

Eurofins Institut Jäger GmbH 80 - 81

www.eurofins.de

EUTECT GmbH 82 - 83

www.eutect.de

Flammer Bauunternehmung GmbH & Co. KG 84 - 85

www.flammerbau.de

GARGIULO GmbH 104 - 105

www.gargiulo.de

Gutbrod & Gutbrod Gmbh & Co. KG 194 - 195

www.schlaich-gutbrod.de

GWG - Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau Tübingen mbH 113

www.gwg-tuebingen.de

Habila GmbH/Insiva GmbH 124 - 125

www.habila.de/www.insiva-gmbh.de

Parkett Herter GmbH & Co. KG 126 - 127

www.parkett-herter.de

Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH 106 - 108

www.phorn.de

Kanzlei HSP Tübinger Steuerberatungsgesellschaft mbH 140 - 141

www.kanzlei-hsp.de

inTaste EWWK GmbH 142 - 143

www.intaste.de

Joma-Polytec GmbH 110 - 112

www.joma-polytec.de

KBF gGmbH 160 - 161

www.kbf.de

Kemmler Baustoffe GmbH 162 - 163

www.kemmler.de

Klett Schokolade GmbH & Co. KG 123

www.klett-schoko.de

Klett Metalltechnik GmbH 164 - 165

www.klett-metalltechnik.de

Kreissparkasse Tübingen 166 - 167

www.ksk-tuebingen.de

Kreisbaugesellschaft Tübingen mbH 168 - 169

www.kreisbau.com

Kuppler GmbH 135

www.kuppler.com

Marc Cain GmbH 180 - 181

www.marc-cain.de

Mey Generalbau GmbH 182 - 183

www.meygeneralbau.de

Karl Rieker GmbH & Co. KG 184 - 185

www.karl-rieker.de

Rössle & Wanner GmbH 186 - 187

www.roewa.com

Stadtwerke Tübingen GmbH 196 - 197

www.swtue.de

Universitätsklinikum Tübingen 210 - 211

www.medizin.uni-tuebingen.de

VR Bank Tübingen eG 224 - 225

www.vr-tuebingen.de

wabra gmbh 193

www.wabra.net

Walter Maschinenbau GmbH 226 - 227

www.walter-machines.com

Walter AG 208 - 209

www.walter-tools.com

228

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