NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe September 2014

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur

Nr. 6 | September bis November 2014 | CHF 7.90

Herbstliche Wanderflüge

Wohnungswechsel bei

den Fledermäusen

Natur erfahren im Aargau

Auf Entdeckungsreise

im Jurapark Aargau

Auf den Spuren der Natur

Wunderland Waadtland

Herbstwanderung

Im Land des Absinth

am Abgrund

Ernestines Kräuterapotheke

Die Engelwurz

ein Lebenselixier

Schweizer Kraftorte

Kraftvolle

Wasserwelten


Unsere Baubiologen

schuften täglich für nichts:

Keine Luftschadstoffe. Kein Elektrosmog.

Keine allergieauslösenden

Baumaterialien.

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EDITORIAL

Respektlos!

Liebe Leserin, Lieber Leser

Ist es nicht wunderschön in unserer Natur? Das

Sommerwetter war schön, Ausflüge in und durch die

Natur waren ein Genuss. Die vielfältige Flora und

Fauna zeigte sich in ihrer Sommerpracht. Auch wird

uns der Herbst noch farbenfrohe Tage in unserer

schönen Natur bescheren. Geniessen wir diese mit

Bedacht und Verstand, bevor die Natur in den

Winterschlaf geht.

Konsumwert der Natur

Die Natur bringt uns Erholung, stellt uns vielfältige

Nahrungsmittel zur Verfügung und viele sehen die

Natur achtlos als

Konsumgut. Das

traurige Beispiel des

Open-Air Frauenfeld

zeigt dieses Bild bei

den jugendlichen

Teilnehmern deutlich.

Fun und Action in der

Natur günstige

Konsumartikel.

Weshalb soll man ein

Zelt aus dem Discountmarkt

von unter

100 Franken überhaupt

reinigen. Lassen wir es

liegen, zerstören wir

es der Veranstalter

hat dann zu schauen, wie er mit dem Müll fertig wird.

Auch am See ein ähnliches Bild. Pet-Flaschen,

Bierdosen und vieles mehr liegt im Gebüsch, am

Wegrand zwei Meter weiter vorne ein leerer

Achtlos weggeworfener Müll am Wegrand

respektlos nicht nur gegenüber der Natur.

Abfalleimer der Gemeinde. Ein herrliches Panorama

an der Küstenstrasse am Meer, ein traumhafter

Sonnenuntergang was will man mehr? Einblick

neben die Schutzmauer vor der Klippe ein Abfallberg

aus Dosen und anderen unschönen Dingen,

achtlos ins Grüne geworfen. Unser Wald spendet

angenehme Frische und Kühle im Sommer und gute

Verstecke für Hundekot-Säcke und anderen Abfall.

Geht dich einen Scheiss an!

Fragt man höflich nach, weshalb so respektlos alles

weggeworfen wird, wenn doch weiter vorne ein

Abfallkübel steht, ist die nette Antwort oft, «geht

dich einen Scheiss an». Wir hätten früher eine

geknallt bekommen heute hast du aber gleich eine

Klage wegen Körperverletzung

am Hals.

Oder «weiss auch

nicht» aber noch besser

finde ich die Antwort

«es gibt die Reinigungstrupps,

für das sind die

schliesslich da».

Also geniesse die

Natur, den Dreck kann

jemand anderer wegräumen,

aber wehe, ein

Vogel «kackt» auf mein

frisch gewaschenes

Auto, dann wird

gelästert und gemozt.

Wieso eigentlich,

solange wir die Natur respektlos behandeln, weshalb

sollte sie uns respektvoll behandeln?

Ihr Michael Knaus

Impressum

NATURZYT 2. Jahrgang. Verlag, Herausgeber Knaus Marketing- & Verlagsservice, Burgstrasse 11, 8604 Volketswil Redaktion Telefon 043 542 72 91,

redaktion@naturzyt.ch Anzeigen Michael Knaus, michael.knaus@kmvs.ch Freie und ständige Mitarbeiter Virginia Knaus, Michael Knaus, Philippe Elsener,

Claudia Ebling, Daniel Fleuti, Ernestine Astecker, Claudia Wartmann Grafik & Produktion Swissprinters Premedia, Zofingen Titelbild Virginia Knaus

Korrektorat Swissprinters Premedia, Zofingen Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen Abonnementspreise 1 Jahr mit 4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2,5%

MwSt.), 2 Jahre mit 8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2,5% MwSt.). Auslandabonnemente auf Anfrage. Bestellung unter www.NATURZYT.ch/ abonnieren,

via E-Mail abo@ naturzyt.ch, per Telefon 043 542 72 91 oder per Post an: Knaus Marketing-& Verlagsservice, NATURZYT, Burgstrasse 11, 8604 Volketswil.

ISSN- Nummer 2296-2859 © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Magazin wird

in der Schweiz auf 100% Recyclingpapier gedruckt.

NATURZYT 3


12 Natur erfahren

im Aargau

18 Wohnungswechsel bei

den Fleder mäusen

38 Die Engelwurz

ein Lebenselixier

46 Wunderland

Waadtland

Inhalt

3 Editorial

Solange wir die Natur respektlos behandeln,

weshalb sollte sie uns respektieren?

3 Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

6 Fotosession mit Mister Eichelhäher

Ein scheuer Vogel gibt NATURZYT die Ehre.

8 Wissenswertes

Sind Blindschleichen wirklich blind? Nistet sich der

Ohrenmüggler in unseren Ohren ein?

10 Entdeckt & Fair

Die Solarlampe im Einmachglas. Plastikmüll aus dem

Meer wird zur Verpackung.

62 NATURZYT-Quiz

Gewinnen Sie eine Solaranlage für den Balkon.

Natur erfahren

12 Natur erfahren im Aargau

Weitläufige Buchenwälder und lauschige Bäche, in

welchen sich seltene Dohlen- und Steinkrebse tummeln,

zahlreiche lichte Föhrenwälder mit graziösen Orchideen,

artenreiche Trockenwiesen und von der Natur zurückeroberte

Steinbrüche bieten wertvolle Lebensräume für

Pflanzen und Tiere.

18 Wohnungswechsel bei den Fledermäusen

Während sich die einen Fledermausarten auf den Wegzug

ins Winterquartier Richtung Alpen vorbereiten, treffen

andere nun in Scharen aus Nordosteuropa bei uns in der

Schweiz ein. Doch vor dem grossen Winterschlaf geht

noch so richtig die Post ab. Bei den Fledermäusen ist im

Herbst Paarungszeit und die Männchen legen sich noch

einmal mächtig ins Zeug.

4 NATURZYT


INHALT

30 Pärke bewahren die

Artenvielfalt

54 Mystische Majestäten

geheime Naturgemächer

Natur bewahren

22 Tierisch gute Interviews

Adrenalin-Junkie, Spring-ins-Feld und betörender

Spinnendale-Tänzer Edgar Spiderman im Gespräch

mit NATURZYT.

26 Claudias naturnaher Garten

Totholz ist lebendes Holz! Totholz ist eigentlich ein

Sammelbegriff für abgestorbene Bäume oder Teile davon.

Totholz ist ein wichtiges Element im natürlichen Kreislauf

und darf im naturnahen Garten nicht fehlen.

30 Pärke bewahren die Artenvielfalt

Seit dem 1. Dezember 2007 sind in der Schweiz die

rechtlichen Grundlagen zur Schaffung von Pärken von

nationaler Bedeutung in Kraft. Unterteilt werden die

Pärke in die Kategorien Nationalpark, Regionaler Naturpark

oder Naturerlebnispark. Was ist der Unterschied?

Was unternimmt ein regionaler Naturpark zur Erhaltung

der Artenvielfalt?

Natur erleben

34 Wasserwelten

In unserer Serie über die Schweizer Kraftorte nehmen

wir Sie mit in die Taminaschlucht und zum «Le Bief de

Vautenaivre» bei Goumois.

38 Ernestines Kräuterapotheke

Die Engelwurz Lebenselixier und kraftvolle Schutzpflanze

unserer Ahnen.

42 Im Land des Absinth am Abgrund

Ein Schritt. Noch ein Schritt und unter mir breitet sich ein

gewaltiger Felsenkessel aus.

46 Wunderland Waadtland

Schroffe Alpgipfel und mystische Juralandschaften.

NATURZYT auf Entdeckungsreise im Waadtland.

54 Mystische Majestäten geheime Naturgemächer

Das Elbsandsteingebirge in Ostdeutschland.

58 Farbenprächtig der Herbst in der Schweiz

5 NATURZYT-Naturtipps für den Herbst.

NATURZYT 5


6 NATURZYT


Fotosession mit

Mister Eichelhäher

Der Eichelhäher (Garrulus

glandarius) ist ein Singvogel

aus der Familie der Rabenvögel.

Mit seinem rätschenden

Ruf fällt der prächtig gefärbte Vogel

fast das ganze Jahr über auf. Mit einem

Gewicht von etwas 170 g ist der Eichelhäher

mit 3335 cm knapp taubengross.

Als scheuer Vogel ist er äusserst aufmerksam,

doch für NATURZYT hat er

eine Ausnahme gemacht und sich für

eine ausgiebige Fotosession zur Verfügung

gestellt. Er nimmt überwiegend

pflanzliche Nahrung zu sich. Im Herbst

transportiert er in seinem Kehlsack bis

zu zehn Eicheln gleichzeitig und

vergräbt diese als Wintervorrat im

Boden. Dank ihres ausgezeichneten

Gedächtnisses finden sie die meisten

auch unter hohen Schneedecken wieder.

Auf diese Weise sorgen die Eichelhäher

für die Verbreitung der Samen und

haben daher auch ihren Namen.

NATURZYT 7


WISSEN

Wissenswertes

SIND BLINDSCHLEICHEN WIRKLICH BLIND?

Blindschleichen sind nicht blind, sie haben sogar

ziemlich gute Augen. Mit diesen und ihrem ausgezeichneten

Geruchsinn spüren sie Insekten, die sich

langsam bewegen, auf. Auch gerne dabei sind

Spinnen, Regenwürmer und Schnecken. Die meiste

Zeit verbringt die Blindschleiche in einem Versteck

und gräbt sich gerne in weichem Untergrund ein.

Doch woher kommt der Name? Wissenschaftlich

spricht man bei der Blindschleiche von Anguis

fragilis was «zerbrechliche Schlange» bedeutet.

Obwohl die Blindschleiche keine Schlange ist,

sondern zu den Arten der Echsen gehört. «Zerbrechlich»

kommt daher, weil sie wie die Echsen, sich bei

Gefahr ihres Schwanzes entledigen kann. Dieser

verfügt nicht nur über mehrere Sollbruchstellen,

sondern bewegt sich auch noch eine Zeitlang

selbstständig weiter. Damit lenkt sie ihre Feinde ab.

Dies ist aber noch keine Erklärung für den

Namen. Im Althochdeutschen hiess die Blindschleiche

«Plitslicho», was so viel bedeutet wie «blendender

Schleicher». Denn wenn sich die Blindschleiche in

der Sonne bewegt, dann leuchten ihre glatten

Schuppen und manch Betrachter wird «geblendet»

und weil sie langsam «schleicht» ist daraus der

heutige bekannte Name entstanden. Viele denken,

dass aufgrund ihres Glanzes die Blindschleiche

glitschig und feucht ist, doch ihre Haut fühlt sich

trocken an. Unter optimalen Lebensbedingungen

können Blindschleichen bis zu 50 Jahre alt werden

und eine Länge von bis zu 50 Zentimetern erlangen.

Doch meistens werden sie von uns Menschen

erschlagen, weil ihre Schlangenähnlichkeit uns

Angst macht. Schade eigentlich.

NISTET SICH DER OHRENMÜGGLER IN

UNSEREN OHREN EIN?

Panik, ein Ohrenmüggler (Ohrenwurm) im Schlafzimmer.

Der muss unbedingt raus, der nistet sich

sonst in meinen Ohren ein… Zugegeben auch ich

habe diese Geschichten immer wieder gehört und

zwar so oft, dass der Glaube daran tief verankert ist.

Doch stimmt das überhaupt? Natürlich nicht.

Früher wurden die Tiere pulverisiert als Medizin

gegen Ohrkrankheiten und Taubheit verabreicht.

Wahrscheinlich ist daraus auch der Glaube und die

Geschichten entstanden, dass die Ohrenmüggler sich

in unseren Ohren einnisten würden. Weil die Tiere

mit ihren Zangen auch noch so gefährlich aussehen,

welche diese nur bei der Jagd auf kleine Insekten

einsetzen und zur Verteidigung nutzen, kann man

sich gut vorstellen, wie die kleinen Tiere sich in

unseren Ohren einnisten und Schaden anrichten

könnten. Aber Ohrenmüggler oder Ohrenwürmer

sind für uns Menschen vollkommen ungefährlich.

Die Ohrenmüggler ernähren sich von Pflanzenteilen,

einige Arten sind auch gute Räuber und jagen

Insekten. Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv und

halten sich tagsüber unter Steinen oder anderen

Verstecken auf. Einige Arten der Ohrenwürmer

fressen zum Beispiel auch Blattläuse oder Schmetterlingsraupen

sind also gute Nützlinge. Aber auch

Schädlinge, wenn er weiche Pflanzenteile anfrisst,

wie die Blüten. Harte Schalen oder Fruchthäute kann

er aber nicht öffnen, so kann er Trauben oder Äpfel

nur nutzen, wenn bereits Schadstellen vorhanden

sind und ist für diese nicht verantwortlich. Eine

weitere Beruhigung, denn unsere Ohren sind damit

auch zu hart für ihn.

8 NATURZYT


ADVERTORIAL

Die Weleda Körperöle:

Das Kostbarste aus der Natur

Tag für Tag schützt unsere

Haut den Körper vor äusseren

Einflüssen und zahlreichen

unterschiedlichsten Reizen.

Danken wir ihr doch mit einer

zarten Hülle, die sie wärmt, schützt und

pflegt. Die Weleda Körperöle aus fein

abgestimmten Pflanzenölen und

Pflanzenauszügen unterstützen die

verschiedensten Bedürfnisse und helfen

der Haut den täglichen Ansprüchen

gerecht zu werden.

Gesund und strahlend wirkt das

Hautbild, wenn seine äussere Schicht im

Gleichgewicht ist. Unsere Haut ist

natürlicherweise umgeben von einem

wasserabweisenden Lipidfilm, der

Feuchtigkeit binden kann und die

physikalische Barrierefunktion der

Hautoberfläche intakt hält. Um die

natürliche Balance und die Schutzfunktion

zu erhalten, benötigt die Haut

besonders sorgfältige Pflege. Natürliche

Pflanzenöle sind mit dem Lipidmantel

des Menschen verwandt: Sie sind reich

an wertvollen Vitalstoffen und fördern

die aufbauenden Lebensprozesse und

die natürliche Regeneration der Haut.

Womit könnte man die Haut also besser

pflegen als mit Substanzen, die

ihr vertraut sind?

Aber nicht nur die kostbaren

Wirkstoffe machen die Weleda

Körperöle so einzigartig. Die feinen

und sorgfältig komponierten Duftnoten

wirken auf Stimmungen und

Gefühle und verstärken mit ihrem

spezifischen Charakter den gewünschten

Effekt der Öle.

Das Granatapfel Regenerations-Öl:

regt die Zellerneuerung an und

wirkt antioxidativ.

Das Sanddorn Pflegeöl: unterstützt

den natürlichen Wärmeprozess,

indem es den Körper in einen hauchzarten

Schutz einhüllt.

Das Wildrosenöl: pflegt die Haut

intensiv und bewahrt sie vor Feuchtigkeitsverlust.

Das Arnika Massageöl: kräftigt die

Haut und hält sie elastisch.

Das Citrus Erfrischungsöl: macht

die Haut geschmeidig und schützt sie

vor Feuchtigkeitsverlust.

Das Lavendel Entspannungsöl:

verhindert ein Austrocknen der

Haut und macht sie samtweich und

geschmeidig.

Das Birken Cellulite-Öl: fördert das

Gleichgewicht der Haut besonders bei

Neigung zu Cellulite.

Seit mehr als 90 Jahren hat sich

Weleda zu einem renommierten

Experten auf dem Gebiet pflegender

Körperöle und Funktionsölen entwickelt.

Alle Weleda Körperöle sind frei

von synthetischen Duft-, Farb- und

Konservierungsstoffen und Rohstoffen

auf Mineralölbasis.

WELEDA-TIPPS KLEINE

AUSZEIT MIT GROSSEM

EFFEKT

Tipp 1: Nach dem Baden oder

Duschen hauchzart auf die noch

feuchte Haut aufgetragen, ziehen

die Körperöle rasch ein und

werden von der Haut gut aufgenommen.

Das Besondere: Sie

bilden keinen Film auf der Haut.

So kann sie atmen und sich auf

natürliche Weise regenerieren.

Tipp 2: Ein paar Tropfen des

Weleda Lavendel Entspannungs-Öl

vor dem Schlafengehen auf das

Kopfkissen tröpfeln und entspannt

und beruhigt die Nacht geniessen.

Tipp 3: Eine wärmende Massage

vor und nach dem Sport mit dem

Weleda Arnika-Massageöl fördert

die Durch blutung, lockert die

Muskulatur und schützt so vor

unangenehmem Muskelkater.

Masseure und Sportler schätzen

das Arnika-Massageöl als ideales

Hautfunktions- und Massageöl.

NATURZYT 9


Entdeckt & Fair

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Sonnenglas Die Solarlampe im Einmachglas

Solarzellen auf dem Deckel laden

tagsüber einen Akku auf,

der Nachts die Energie für die

Lampe bietet. Das Ganze ist in

einem transparenten Einmachglas

verpackt, das auch dekoriert werden

kann.

Das Sonnenglas ist in diversen

Situationen nicht nur nützlich, sondern

auch dekorativ. Ob auf dem Balkon,

der Dachterrasse oder im Garten, die

Solarlampe gibt Licht, wo der Stromanschluss

fehlt. 1 Stunde Sonneneinstrahlung

ergibt 1 Stunde Licht.

Das Sonnenglas ist ein echtes

Fair-Trade-Produkt aus Südafrika:

Es wurde entwickelt als vollwertige

Lichtquelle für Menschen in Gebieten

ohne Stromversorgung und hat bisher

über 55 Vollzeit-Arbeitsplätze für

zuvor arbeitslose Männer und Frauen

aus Alexandra und Soweto geschaffen.

In Südafrika hat sich das Sonnenglas

mittlerweile zum richtigen Kultprodukt

entwickelt. Es spart Energie, schont

die Umwelt und macht Spass.

Das Sonnenglas ist erhältlich bei

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Die nächste Ausgabe ab 2. Dezember am Kiosk.

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10 NATURZYT


KONSUM

Plastikmüll aus dem Meer wird zu

hochwertiger Verpackung

Jährlich verenden eine Million

Seevögel, 100 000 Haie, Schildkröten,

Delfine und Wale,

weil sie Plastik wie Nahrung zu

sich genommen haben. Weniger

Plastikmüll in Meeren würde sich nicht

nur positiv auf die Tierwelt der Ozeane

auswirken, sondern auch zur Reduktion

von Mikroplastik in Nahrungsmitteln

und Trinkwasser beitragen.

Ecover und Held eco leisten Pionierarbeit

beim Aufbau einer systematischen

Säuberung der Meere und lanciert

nun die erste Flasche mit recyceltem

Plastikmüll aus dem Ozean, dem

sogenannten «Ocean Plastic». Der neu

designte Flaschenkörper besteht

ausschliesslich aus recyceltem Plastik,

davon stammen zehn Prozent aus dem

Meer.

Die Entwicklung dieser Flasche stellt

einen Meilenstein in der Nachhaltigkeitsforschung

dar und ist zunächst als

umfangreicher Testlauf angelegt.

Die Herstellungsprozesse sollen jedoch

weiter ausgebaut werden, um in den

kommenden Jahren noch mehr Plastikmüll

aus den Meeren nutzen zu können.

In diesem Jahr verwendet Ecover eine

Tonne Plastikmüll aus dem Meer, im

kommenden Jahr sollen es bereits drei

Tonnen sein.

Das Plastik wird in Zusammenarbeit

mit dem europäischen Projekt «Waste

Free Oceans» gesammelt, welches

sich für eine sichere und faire Müllsammlung

in den Meeren einsetzt.

Mehr zu den Held-Produkten

unter www.held-clean.ch oder im

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NATURZYT 11


Blick von der Wasserflue

(Foto: Renato Bagattini)

12 NATURZYT


NATUR ERFAHREN

Auf Entdeckungsreise im Jurapark Aargau

Natur erfahren

im Aargau

NATURZYT 13


Der Aargauer Jura erhebt sich als grüner Rücken zwischen den

Agglomerationen am Jurasüdrand, Basel und Zürich. Eine vielfältige

Landschaft öffnet sich, die totz ihrer Nähe zu dichtbesiedelten

Gebieten einzigartige Lebensräume bietet.

Im Jurapark Aargau entfaltet sich

die Natur: Weitläufige Buchenwälder,

lauschige Bäche, in

welchen sich seltene Dohlen- und

Steinkrebse tummeln, zahlreiche lichte

Föhrenwälder mit graziösen Orchideen,

artenreiche Trockenwiesen und von

der Natur zurückeroberte Steinbrüche

bieten wertvolle Lebensräume für

Pflanzen und Tiere.

LEBENSRAUM FÖHRENWALD

In den lichten Föhrenwäldern, durch

deren Lücken viel Sonnenlicht zum

Boden dringt, gedeihen zahlreiche

Orchideen und andere Pflanzenarten.

Neben einem grossen Orchideenreichtum

wachsen dort vor allem Gräser,

insbesondere das Pfeifengras.

Auf dem Pfeifengras, das in lichten

Föhrenwäldern wächst, entwickeln sich

die Raupen des seltenen Gelbringfalters.

Nördlich der Alpen ist dieser anspruchsvolle

Schmetterling selten und

nur lückenhaft verbreitet. Er meidet

dichte Wälder ebenso wie offene,

baumlose Wiesen und ist somit völlig

auf die lichten Pfeifengras-Föhrenwälder

angewiesen. Auch sonst ist der

Gelbringfalter selten zu sehen: Die

kleinen Naturjuwelen leben gerade

einmal anderthalb Monate als Schmetterling.

Besonders wertvoll sind die lichten

Föhrenwälder auch für kalkliebende

Orchideenarten wie Hummel- und

Wespenragwurz, deren Blüten Insekten

nachahmen und sich von Bienenmännchen

im Paarungsrausch bestäuben

lassen. Eine der schönsten und

bekanntesten Orchideen, der Frauenschuh,

tritt ebenfalls hier auf.

LEBENSRAUM TROCKENWIESEN

Artenreiche Trockenwiesen sind

wichtige Naturwerte im Jurapark

Aargau. Auf den trockenen und

mageren Böden können sich seltenere,

konkurrenzschwache Pflanzen

etablieren. Niedrige, lockerwüchsige

Magerwiesen bieten vielen Kräutern

und Gräsern sowie seltenen Orchideen

einen Lebensraum, unter anderem

Bocks-Riemenzungen, Spitzorchis und

verschiedenen Ragwurzen sowie

Nahrung für eine Vielzahl von Schmetterlingen,

Heuschrecken und Wildbienen.

Höherwüchsige Magerwiesen

in der Nähe von Hecken und Waldrändern

sind ebenfalls wertvoll: Neben

Feldhasen und Füchsen beherbergen

sie eine grosse Fülle von Grossinsekten,

auf welche Fledermäuse und Neuntöter

angewiesen sind.

LEBENSRAUM GRUBEN

In der Abenddämmerung kann zwischen

Frühling und Spätsommer im

Jurapark Aargau vielerorts ein flötender,

glockenartiger Ruf gehört werden.

Dieser stammt von den in Erdhöhlen

und unter Steinen verborgenen Geburtshelferkröten,

im Volksmund ihres Rufs

wegen auch «Glögglifrösche» genannt.

Der gefährdete Glögglifrosch lebt

im Jurapark Aargau und war 2013

sogar Tier des Jahres. (Foto: Dave

Augustin)

14 NATURZYT


Mit Unterstützung des Parks

wurden zwischen 2009 und 2012

insgesamt 23 neue Laichgewässer

angelegt und die umliegenden Landlebensräume

aufgewertet. Die Schwerpunktgebiete

liegen zwischen Herz nach

und Oberhof, Linn und Zeihen und in

Wegenstetten. Zudem wurde die

Strihengrube in Densbüren aufgewertet.

Besonnte, vegetationsarme Weiher

bieten vielen seltenen Amphibien

einen Lebensraum, so auch der Gelbbauchunke,

der Kreuzkröte oder dem

Grasfrosch. In den kargen, sandigen

Uferzonen wachsen gefährdete

Pionierpflanzen wie die Sicheldolde,

das Kleine Tausendgüldenkraut oder

der Acker-Wachtelweizen. Ebenso

in Gruben heimisch sind die wärmeliebenden

Blauflügelige Ödlandschrecke

und die vom Aussterben bedrohte

Blau flügelige Sandschrecke.

Hummelragwurz eine

kalkliebende Orchideenart.

Der Gelbringfalter, ein kleines Naturjuwel, lebt gerade einmal anderthalb

Monate als Schmetterling. (Foto: Manfred Lüthy)

ACHTUNG, PILZ!

Ein invasiver Hautpilz verbreitet sich

über die ganze Erdkugel und befällt

nahezu alle Amphibienarten. Wer in

denselben Gummistiefeln von Feuchtgebiet

zu Feuchtgebiet stapft, kann

den Pilz versehentlich mit sich herumschleppen.

Deshalb: Gummistiefel nach

jedem Ausflug an einen Teich oder

Weiher vollständig trocknen lassen. Das

tötet die Pilzsporen ab.

LEBENSRAUM

HOCHSTAMM OBSTGÄRTEN

Hochstammbäume, insbesondere

Kirschbäume, prägen das Gesicht des

Aargauer Juras. Im Gegensatz zu

kurzlebigen Niederstämmen beherbergen

die knorrigen Riesen ganze Ökosysteme

mit einer grossen Artenvielfalt: Flechten,

Moose, Insekten, Spinnen, Vögel

und Fledermäuse leben auf und von

den Obstbäumen oder der umgebenden

Wiese.

Zum Beispiel ist der Gartenrotschwanz,

der einen Grossteil seiner

Nahrung am Boden erbeutet, auf

blumenreiche, lückig bewachsene

Obstwiesen angewiesen, die ein gutes

Nahrungsangebot für seine Beuteinsekten

aufweisen. Die Grosse Hufeisennase

(Fledermausart) ist ebenso auf insektenreiche

Wiesen an gewiesen. Sie erbeutet

vor allem Falter, Schnaken und Blatthornkäfer

in einem Umkreis von

5 Kilometern um ihre Wochenstube,

meist ein grosser Dachstock mit

Stauhitze. In der Schweiz verbleiben nur

noch drei Wochenstuben: eine im

Wallis, eine in Graubünden und eine im

Jurapark (Wegenstetten).

Jeder alte Obstbaum ist ein eigenes

kleines Ökosystem voller Flechten,

Moose, Schnecken, Insekten und

Spinnen. Dieser Mikrokosmos dient als

Nahrungsgrundlage für Vögel wie

Gold ammer, Feldsperling und Grauschnäpper.

In den Wiesen zwischen den

Bäumen finden Finken, Amseln und

Drosseln ein reichhaltiges Buffet von

Samen und wirbellosen Tieren.

NATUR ERFAHREN

NATURZYT 15


Die Linner Linde ist

rund 800 Jahre alt.

Auf dem Fricktaler

Chriesiwäg ist gut

Kirschen essen.

Der Park-Perimeter des

Jurapark wird im Norden

aus dem Tafeljura und

im Süden aus den letzten

Ausläufern des Kettenjuras gebildet.

Treten im Tafeljura typische Tafelflächen,

schroffe Felskanten, Gehängeschutt

und Risse auf, finden sich im

Kettenjura vermehrt Überschiebungen,

Sackungen, Rutschungen und Dolinen.

Die Zusammenhänge zwischen Landschaft

und Geologie können vielerorts

im Jurapark Aargau unmittelbar erlebt

werden. In den Gesteinsschichten des

Juras treten bemerkenswerte Versteinerungen

aus der Zeit des Urmeers Tethys

auf. In den Sedimenten des untiefen

Meerwassers finden sich auch Schichten

aus Eisenoolith, die nirgends in der

Schweiz so dick sind wie im Jurapark.

Der Abbau von Erz um die Dörfer

Herznach und Wölflinswil hat eine

lan ge Tradition und dementsprechend

viele Stollen hinterlassen. Das ehemalige

Bergwerk in Herznach beheimatet

eine Ausstellung zur Bergwerksgeschichte,

zur Geologie des Juras und

seiner Fossilien (jeweils 1. So im Monat

von April bis Oktober, 13 17 Uhr

oder auf Anfrage geöffnet). Bei schönem

Wetter fährt auch die Stollenbahn.

AUF DEN SPUREN DER ZEIT

Seit der Trias-Zeit vor 245 Millionen

Jahren haben Meeresüberflutungen,

Gebirgsfaltungen und Erosion die

Land schaft des Kettenjuras geprägt und

immer wieder umgeformt. Auf dem

Geo-Wanderweg Küttigen Staffelegg

können auf einer einfachen Wanderung

und mit Hilfe von Informationstafeln

die wichtigsten Stationen der Kettenjura-Entstehung

und Wissenswertes

über Gesteine und Fossilien erlebt und

erfahren werden. Ein kleiner Rastplatz

mit Grillgelegenheit beim Gips-Aufschluss

«Stägelimatt» lädt zum Verweilen

ein. Der Geo-Wanderweg Küttigen

Staffelegg startet bei der Bushaltestelle

Küttigen, Giebel (Bus 135) und hat eine

Länge von ca. 2,5 km.

Auf dem Evolutionspfad von

Zeiningen bis Zuzgen erlebt man die

Entstehungsgeschichte des Menschen

hautnah. Der Pfad beginnt beim Hotel

Eden im Park, Rheinfelden (Langroute

ab Urknall, 14 km, ca. 4 Stunden) oder

16 NATURZYT


an der Postautostation Zeiningen Post

(Kurzroute ab der Entstehung unseres

Sonnensystems, 4,5 km, ca. 1,5 Stunden)

und endet mit dem Auftreten des

modernen Menschen im Nachbardorf

Zuzgen.

KULTUR, NATUR UND WALD

Auf dem Natur- und Kulturweg Linn,

dessen Start- und Endpunkt die

riesige Linner Linde ist, einer der

ältesten Bäume im Aargau, werden auf

insgesamt vierzehn informativen Tafeln

das Ortsbild von Linn (Ort von nationaler

Bedeutung) und die umliegende

Natur und Landschaft präsentiert.

Von Linn geht’s durch Obsthaine und

offene Kulturlandschaften hinunter

ins wilde Sagenmülital, wo im Sommer

zwei Dutzend verschiedene Orchideenarten

bestaunt werden können.

Schliesslich führt der Weg über Felder

und Wiesen wieder zurück zur Linde.

Je nach Gangart werden für die 4 km

Strecke zwischen 1 2 Stunden benötigt.

Als kleiner Umweg auf dem Wanderweg

von Schupfart nach Gipf-Oberfrick

führt der Waldlehrpfad Schupfart

über einen lauschigen Waldweg.

Anhand von Infotafeln lernen Wissbegierige

das Ökosystem des Waldes näher

kennen. Zudem werden 34 Strauch- und

Baumarten entlang des Weges beschrieben.

Start und Ende ab Wanderweg

SchupfartGipf-Oberfrick, 10 Min.

ab Bushaltestelle Schupfart, Dorf. Die

Weglänge ist ca. 1 km.

HOCHSTÄMMER UND CHRIESI

Über fünfeinhalb Kilometer führt der

«Fricktaler Chriesiwäg» durch die

wunderschöne Landschaft des Fricktals,

vermittelt Wissenswertes zum Kirschenanbau

und zeigt unter anderem traditionelle,

naturnah bewirtschaftete

Hochstammbestände, die zahlreichen

Tieren einen Lebensraum bieten

z.B. dem seltenen Gartenrotschwanz

Wissenswertes

Eingebettet zwischen Aare und Rhein liegt die vielseitige Hügellandschaft

des Juraparks Aargau. Er ist mit dem Label «Regionaler Naturpark von

nationaler Bedeutung» ausgezeichnet.

Mit einem Jurapark-Landschaftsführer die nahe Natur erkunden. Zum Beispiel

mit einer Exkursion auf dem Waldlehrpfad, auf einem Glögglifrosch-Gartenrundgang,

in die Welt der Bienen, auf den Rübliacker oder an der Bachexkursion in

die faszinierende Natur eintauchen. Der Jurapark bietet verschiedene Exkursionen

mit fixen Terminen im Jahresprogramm oder auf Anfrage für Gruppen

für pauschal CHF 200 mit persönlichem Landschaftsführer an. Ein Naturerlebnis,

welches sich lohnt. Mehr Information unter www.jurapark-aargau.ch

oder Telefon 062 877 15 04.

Kontakt und weitere Informationen

Jurapark Aargau

Linn 51

5225 Bözberg

Telefon 062 877 15 04

info@jurapark-aargau.ch

www.jurapark-aargau.ch

und der Zauneidechse. Während

der Saison darf direkt von den markierten

Bäumen genascht werden. Start und

Ziel ist die Postautohaltestelle Gipf-

Oberfrick, Brücke. Die familienfreundliche

Wanderung dauert 2 Stunden

(reine Wanderzeit). Auf halber Wegstrecke

geniesst man einen einmaligen

Ausblick übers Fricktal und eine Grillstelle

(mit WC) lädt zum Verweilen ein.

NATURPERLEN IM AARGAU

Das Naturwaldreservat Tierstein berg

HombergHorn: Auf seiner Fläche wird

50 Jahre lang kein Baum gefällt es

sei denn, er gefährde Erholungssuchende.

Die Waldeigentümer verzichten

zugunsten einer natürlichen Waldentwicklung

auf die Holznutzung. Damit

lassen sie der Natur ihren freien Lauf

und leisten einen wichtigen Beitrag

zur Biodiversität im Wald. Ausgangspunkte

für Wanderungen sind Gipf-

Oberfrick, Wittnau, Schupfart oder

Wegenstetten.

Vom Aussichtspunkt Wasserflue

eröffnet sich ein herr licher Blick über

das Mittelland, die Alpen, den Jura und

den Schwarzwald. Tipp: Nicht nur den

Blick in die Ferne schweifen lassen, denn

im Som mer tummeln sich zahlreiche

hübsch gemusterte Mauereidechsen auf

den Felsen. Ausgangspunkte

für Wanderungen sind Bänkerjoch,

Saal höhe, Staffelegg, Küttigen.

Text: Michael Knaus

Fotos: Jurapark Aargau

NATURZYT 17


Herbstliche Wanderflüge quer durch Europa

Jetzt ist saisonaler Wohnungswechsel

bei den Fledermäusen

Die heimlichen Untermieterinnen sind plötzlich ausgezogen.

Den ganzen Sommer über waren die typischen Spuren auf

Fenstersims und Balkon unübersehbar: «Chegeli», kleine Kotkrümel.

Sie haben verraten, wo sich die Winzlinge tagsüber versteckten.

Hinter Wandverschalungen, unter Schindeln, in Rollladenkästen und

verkrochen unter Dachziegeln oder Flachdächern.

Jetzt im September sind nun alle

Jungtiere flügge und selbstständig

genug für einen Wohnungswechsel.

Während sich die einen Fledermausarten

auf den Wegzug

ins Winterquartier Richtung Alpen

vorbereiten, treffen andere nun in

Scharen aus Nord osteuropa bei uns in

der Schweiz ein, um hier im Mittelland

zu über wintern. Doch vor dem grossen

Schlaf geht nochmals so richtig die Post

ab: Bei den Fledermäusen ist im Herbst

Paarungszeit! Die Männchen legen sich

mächtig ins Zeug, um den Weibchen

mit Showflügen und Balzgesängen

zu imponieren. An lauen Septemberabenden

lassen sich Fledermäuse darum

in der Dämmerung zu Dutzenden

beobachten, besonders eindrücklich

an See- und Flussufern, am Waldrand

oder im Schein der Strassenlampen.

DIE Fledermaus gibt es nicht. In der

Schweiz kennt man 30 Arten, was einem

Drittel der einheimischen wildlebenden

Säugetierarten entspricht. Und so

unterschiedlich wie sie aussehen, so

ver schieden sind ihre Lebensraum‐

18 NATURZYT


ansprüche, ihre saisonale Präsenz und

eben auch ihr Paarungsverhalten.

Im Siedlungsraum fallen hauptsächlich

die Zwergfledermäuse (Pipistrellus

pipistrellus) auf. Sie gebären versteckt in

Spalten an Gebäudefassaden im Juni

und Juli Junge. Oft sind es in einer

sol chen Wochenstube 50 und mehr

er wachsene Tiere, ausschliesslich

Weibchen, denn männliche Zwergfledermäuse

leben den Sommer über

solitär. Jede Mutter, selber kaum

so gross wie eine Walnuss, bringt meist

nur einen einzigen, etwa bienengrossen

Sprössling zur Welt. Sie baut ihm

kein Nest und trägt auch kein Futter

ein, sondern säugt ihn tagsüber im

engen Versteck. Dort hält er sich selber

mit Fuss- und Daumenkrallen fest,

wenn seine Mutter zur nächtlichen Jagd

ausfliegt. Nach vier bis sechs Wochen

ist das Junge ebenso gross wie die Mutter

und flügge und frisst nun selbstständig

Insekten. Kurz nach Sonnenuntergang

fliegen Zwergfledermäuse zur Jagd aus.

Oft sieht man sie ums Haus und an den

Strassenlampen herumflattern. Sie

jagen aber auch an Waldrändern und an

Gewässerufern nach Mücken, Fliegen,

Schnaken und Faltern. Pro Nacht frisst

eine Zwergfledermaus gut und gerne

2000 Kleininsekten, was rund der Hälfte

ihres eigenen Körpergewichts entspricht.

Zwergfledermäuse besiedeln

erfolg reich das ganze Mittelland und

die Alpentäler und sind die im Siedlungsraum

am häufigsten zu beobachtende

Fledermausart. Im Herbst

scheinen sie Richtung Alpen zu

ziehen und werden von den paarungsbereiten

Männchen erwartet. In den

Voralpen gibt es kaum einen Gaden, um

den nicht ein Zwergfledermausmännchen

nimmermüde im Showflug balzend

seine Runden drehen würde. Immer

wieder fliegt es lockend eine Spalte in der

Fassade an, um den vorbeiziehenden

Weibchen anzuzeigen, dass es hier seit

Wochen ein «Hochzeitsquartier» gegen

alle anderen rivalisierenden Männchen

verteidigt.

IMMIGRANTEN AUS DEM

NORDOSTEN

Doch im Herbst wird unser Land

auch attraktiv für Fledermausarten,

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus). Eine Fledermausmutter

zieht jährlich nur einen Säugling gross.

Die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) ist auch ein Winzling

und nur gerade 8 Gramm schwer.

welche ihre Jungen in Nordosteuropa

aufgezogen haben. Zu ihnen gehört

die Rauhautfledermaus (Pipistrellus

nathusii). Auch sie ist ein Winzling mit

einer Flügelspannweite bis 24 cm und

einem Gewicht von rund 8 Gramm. Die

Jungenaufzucht findet mehrheitlich

im Nordosten Europas statt, etwa im

Baltikum, in Weissrussland und

in Ostdeutschland. Im Spätsommer

beginnen die Wanderflüge über Hunderte

von Kilometern nach Südwesten,

oft auch mit Ziel Schweiz. Hier ist

die Rauhautfledermaus darum hauptsächlich

Wintergast. Zu Tausenden

entfliegen diese kleinen Säugetiere so

alljährlich dem bitterkalten Winterwetter

im Nordosten Europas. Fledermäuse

halten einen Winterschlaf, weil

in der kalten Jahreszeit nicht genü gend

Beuteinsekten verfügbar sind. Die

herbstlichen Wanderflüge aus dem

Nordosten in die Wintereinstandsgebiete

im Südwesten ermöglichen den

Tieren einen Winterschlaf in Gebieten,

in denen sie signifikant weniger

Frost nächte zu überdauern haben, als sie

das in ihren Geburtsregionen müssten.

So sparen sie Energie und erhöhen ihre

Überlebenswahrscheinlichkeit, denn in

jeder Frostnacht müssten sie übermässig

viel vom im Herbst angefressenen

Reservefett in Körperwärme umsetzen,

um nicht vollkommen auszukühlen.

NATUR ERFAHREN

NATURZYT 19


Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii). Aus Nordosteuropa kommend

überwintern Rauhautfledermäuse gerne in Brennholzstapeln.

Grosser Abendsegler (Nyctalus noctula). Seine Baumhöhle ist sein Hochzeitquartier,

in das er Weibchen mit Balzrufen lockt.

Rauhautfledermäuse balzen zwar

auch im Showflug, aber lieber versteckt

vom «Hochzeitsquartier» aus, das

dann später auch gleich als Winterquartier

dienen kann. Sie überwintern gerne

in Brennholzstapeln. An besonnten

und vom Wind geschützten Hausfassaden

kann man Brennholzstapel speziell

für Rauhautfledermäuse aufschichten

und über den Winter stehen lassen.

Eine Miniaturbeige von zwei Dutzend

Cheminéeholzscheitern genügt bereits

als Quartier und wird gerne besiedelt.

Sogar auf Terrassen im siebten Stockwerk

wurden Rauhautfledermäuse im

Winter schlafend zwischen Cheminéeholzscheitern

aufgefunden.

LOCKRUFE AUS DER BAUMHÖHLE

Ein «Riese» unter den im Herbst

balzenden und hier in der Schweiz

überwinternden Fledermausarten

ist der Grosse Abendsegler (Nyctalus

noctula). Er ist nicht nur eine der

grössten, sondern auch eine der am

schnellsten fliegenden Fledermausarten

und fliegt kurz nach Sonnenuntergang,

also sehr früh in der Dämmerung aus.

Wegen seiner schmalen Flügel, und weil

er hoch am Himmel, oft über Baumwipfelhöhe

fliegt, wird er auch gerne mit

Schwalben oder Spyren (Mauerseglern)

verwechselt.

Abendsegler sind oft «Nachmieter»

in Spechthöhlen, denn sie können selber

keine Baumstämme aushöhlen. Sie sind

also abhängig vom Vorkommen verschiedener

Spechtarten und diese

ihrerseits von einem reichlichen Ange bot

an stehendem Alt- und Totholz d.h.

Bäume älter als 120 Jahre im Wald, in

Parkanlagen und Alleen. Notwendig

wären rund 40 solcher Spechthöhlenbäume

pro 10 ha Wald. Bevorzugte

Wälder sind Laubwälder mit guter

Durch mischung, was die Artenzusammensetzung

und die Altersstruktur

anbelangt. Und bevorzugte Baumarten

sind Eiche, Wildkirsche und Buche.

Monotone Nadelholzbestände oder

Wälder mit einheitlicher Altersstruktur

sind für diese Fledermausart qualitativ

ungenügend.

Abendsegler werden rund ein

Dutzend Jahre alt und die weiblichen

Grossen Abendsegler migrieren

alljährlich zwischen Sommer- und

Wintereinstandsgebieten hin und her.

Sie ziehen ihr Junges im Sommer

mehrheitlich in Nordosteuropa auf und

treffen ab September wieder hier bei

uns ein, um sich zu paaren und zu

über wintern. Doch die Männchen

verbleiben mehrheitlich in der Schweiz.

Im August und September, vor dem

Eintreffen der Weibchen, bezieht jedes

geschlechtsreife Männchen ein

«Hochzeitsquartier», in der Regel eine

Baumhöhle, selten eine Fassadenspalte.

Es verteidigt diese gegen andere

Männchen. In der Dämmerung beginnt

es, aus dem Baumhöhlenloch herausschauend,

mit lauten Balzrufen die

vor beifliegenden Weibchen auf sich

aufmerksam zu machen. Es ist eine

eigentliche «Bräutigamschau», denn es

sind die Weibchen, welche sich nun

die Männchen auswählen. Wahlkriterium

ist die Fitness des Männchens,

d.h. seine Fähigkeit, die Baumhöhle

erfolgreich gegen Rivalen zu verteidigen.

Erfolgreiche Männchen locken pro

Nacht ein Harem von fünf oder sieben

Weibchen ins «Hochzeitsquartier».

Die Weibchen verpaaren sich aber mit

mehreren von ihnen auserwählten

Männchen. So «sammeln» sie ein ganzes

Set von Samen erfolgreicher Männchen.

Und sie speichern diese Samen die

ganze Winterschlafzeit über im Uterus.

Erst im kommenden Frühjahr kommt

es dann zur Befruchtung durch den

überlebensfähigsten Samen und dann

fliegen die trächtigen Weibchen wieder

nach Nordosteuropa, um dort in diesen

weiten und insektenreichen Landschaften

ihr Junges aufzuziehen.

Text/Fotos: Hans-Peter B. Stutz

20 NATURZYT


Fledermausschutz

in der Schweiz

Um viele der 30 einheimischen Fledermausarten

ist es schlecht bestellt.

Ihnen fehlen in der intensiv genutzten

Agrarlandschaft die Beuteinsekten.

Die im Rahmen von Meliorationen

eliminierten Sümpfe, Weiher, Flussaltläufe

und Auenwälder produzierten

einst grosse Biomassen an Insektenarten

deren Larven sich im Wasser entwickelten

und diese bildeten über die

ganze Saison hinweg eine verlässliche

Nahrungsgrundlage für viele Fledermausarten.

Wegen der intensiven und

monotonen Bewirtschaftung der

Landschaft durch die Land- und Forstwirtschaft

sind auch grosse Arten

von Nachtfaltern, Schwärmern und

Käfern selten geworden. Kommt hinzu,

dass viele Fledermausarten darauf

spezialisiert sind, strukturgebunden

in dunklen und ruhigen Lebensräumen

Beute zu suchen. Ihnen zerschneidet

ein immer dichteres Strassennetz die

Lebensräume und die zunehmende

Lichtverschmutzung lässt für sie ganze

Landschaftsräume unnutzbar werden.

Die «Wohnungsnot» macht den

Fledermäusen zusätzlich zu schaffen:

Es fehlt an stehendem Totholz mit

Unterschlupfmöglichkeiten im Wald

und in den einst ausgedehnten Hochstammobstgärten.

Und die heutige

Grosses Mausohr (Myotis myotis). Einst in fast jedem Kirchendachstock

heimisch und heute selten und gefährdet.

energiebewusste Bauweise mit hermetisch

abgedichteter Gebäudehülle wie

auch der Ausbau der Dachstöcke zu

Wohnzwecken bietet den im Siedlungsraum

einst häufigen Fledermausarten

kaum mehr Unterschlupfmöglichkeiten.

Fazit: Der Hälfte der einheimischen

Fledermausarten geht es schlecht. Auf

der Roten Liste sind dann auch drei

Arten als «vom Aussterben bedroht» und

ein Dutzend weitere als «stark gefährdet»

oder «gefährdet» aufgeführt.

Seit 30 Jahren kümmern sich der

Bund und die Kantone intensiv um die

Förderung der Fledermäuse. Kantonale

Fledermausschutz-Beauftragte und

rund 500 ausgebildete ehrenamtliche

Lokale Fledermausschützende setzen

den bundesrechtlichen Schutz der

Fledermäuse vor Ort um. Kompetenzzentrum

und Drehscheibe der fledermauskundlichen

Information ist die

Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse

in der Schweiz, welche dank der

Unterstützung durch ihre Gönnerinnen

und Gönner und den Zürcher Tierschutz

auch eine Notpflege-Station für

Fledermausfindlinge im Zoo Zürich

betreiben kann.

Spenden sind herzlich willkommen:

PC-Konto: 80-7223-1,

IBAN: CH71 0900 0000 8000 7223 1

KONTAKT UND MEHR

INFORMATIONEN

Stiftung Fledermausschutz,

Zürichbergstr. 221, 8044 Zürich,

Telefon 044 254 26 80,

www.fledermausschutz.ch

Kleine Hufeisennase (Rhinolophus

hipposideros). Im Mittelland

ausgestorben und in den Alpentälern

stark gefährdet.

Braunes Langohr (Plecotus auritus).

Würde mit Riesenohren Falter flattern

hören, doch findet man heute kaum

mehr welche und die Art ist gefährdet.

NATURZYT 21


22 NATURZYT

Illustration von Sandra Huguenin,

www.kunstdiebewegt.ch


Tierisch gute

Interviews

NATUR BEWAHREN

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch sehen wir die Dinge immer nur aus unserer Sicht. Wie

aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8- oder

111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken und wie würden

sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden? Eine spannende Idee

sähen wir das Ganze einmal aus ihrer Sicht und erführen,

was sie uns alles zu sagen hätten. NATURZYT hat sich deshalb

entschlossen, neue Wege auszuprobieren und sich darüber

Gedanken zu machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und

wir sie einfach fragen könnten.

Von tödlich giftig bis absolut harmlos.

Dicht behaart oder fast nackt. Winzig

klein oder riesengross. Sie spalten die

Meinungen der Menschen. Die einen

lieben sie, halten sie sogar als Haustiere die

anderen ekeln sich. Einige fürchten sich sogar

vor ihnen dem Albtraum aus Jeremias Gotthelfs

Buch den Spinnen.

Da sitzen wir am Schreibtisch, redigieren die

Texte, wählen optimale Bilder aus und auf einmal

springt etwas über den Tisch. Was war das? Da,

mitten in der Bildauswahl für die neue NATURZYT

sitzt etwas Schwarzes. Eine Fliege denke ich, aber

nein es ist eine Spinne 8 Augen schauen mich an,

sieht im ersten Moment komisch aus. Bei näherer

Betrachtung, nach dem ersten Schreck, ein faszinierendes

Tier. Was soll man sagen … Ach ja, ein

Hinweis fürs nächste Interview. Also Block raus,

Kamera an.

Hallo, mein Name ist Edgar Spiderman und ich

vertrete meine Spezies im heutigen Interview.

Heute können wir hoffentlich mit ein paar Vor urteilen

uns gegenüber aufräumen.

Hallo, lieber Edgar, es ist schön, dass du mit

uns dieses Interview führen willst. Wir haben

ein paar Fragen vorbereitet, die hoffentlich

dabei helfen, dass wir Menschen euch auch

mal mit etwas anderen Augen sehen.

NATURZYT 23


Ja, das wäre auch unser Wunsch. Was möchtet ihr

denn gerne über uns erfahren?

Zuerst möchten wir natürlich gerne mehr

über dich wissen. Zu welcher Gattung gehörst

du und was sind denn die Spezialitäten

deiner Gattung?

Ich bin eine sogenannte

Zebra-Springspinne

und gehöre zur Gattung

der Webspinnen. Wir

sind die am meisten

vertretene Art in dieser

Gattung.

Was sind denn die

auffälligsten Merkmale,

die euch von

anderen Spinnentieren

unterscheiden?

Du meinst sowas wie,

weshalb wir die coolsten

und lustigsten Spinnen

aller Arten sind, richtig?

Genau, sowas in der

Richtung.

Dann schau mir in die

Augen kleines … nicht in

alle 8, sondern nur in die

beiden vorne am Kopf.

Wie du siehst, sind die

beiden vorne am Kopf

viel grösser als die

anderen 6. Das ist so,

weil wir in diesen Augen

Im Gespräch mit NATURZYT

Edgar Spiderman als humorvoller Springspinnen-Mann

in der NATURZYT-Redaktion und

spontan bereit für unser Interview. Erfolgreicher

Lauerjäger, Adrenalin-Junkie, Spring-ins-

Feld und betörender Spinnendale-Tänzer lässt

er die Spinnenfrauen-Herzen höher schlagen.

Die Bildauswahl war mit ihm nicht ganz einfach

aber wir konnten uns am Schluss doch noch

einigen. Danke Edgar.

Glaskörper haben und somit nicht nur die bestaussehendsten

Spinnen sind, sondern auch die, die am

besten sehen können. Mit diesen Augen können wir

nicht nur betören, sondern wir erkennen auch unsere

Beute, Feinde und hübsche Spinnenmädchen auf

eine Distanz von bis zu 30 cm.

Das ist wirklich cool.

Und mit lustigsten

Spinnen meinst

du doch sicher, weil

ihr so lustig in der

Gegend herumspringt

oder?

Nein, wir sind die

lustigsten, weil wir so

viel Humor haben. Wir

pflegen nicht einfach so

in der Gegend herumzuspringen.

Wir lauern

auf Beute, pirschen uns

strategisch heran und

wenn wir nahe genug

sind, dann springen wir

sie an und erlegen sie. Da

wir so gut sehen, sind wir

die einzigen Spinnen, die

auch tote Beute erkennen

können. Die müssen wir

dann auch nicht mehr

anspringen.

Spinnt ihr eigentlich

auch Fangnetze?

Nein, das ist bei unserer

Technik nicht nötig.

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24 NATURZYT


urzyt

ärz

urzyt

ni

Dann habt ihr also gar keine Spinnenseide?

Natürlich haben wir Spinnenseide. Wir sind

schliesslich auch Spinnen. Nur weben wir keine

Netze damit, um Beute zu fangen, sondern wir

brauchen sie, um Ei-Kokons herzustellen oder als

Sicherungsseil, wenn wir wie Akrobaten von Blatt zu

Blatt springen oder uns wie Bunge-Jumper nach

unten auf Beute stürzen. Falls wir unser Ziel mal

verfehlen, was sehr selten vorkommt, können wir

uns immer wieder hoch ziehen und an den Ausgangspunkt

zurückkehren.

fussend neues wagen

Du hast vorhin mal hübsche Spinnen mädchen

erwähnt. Bei uns nennt man Frauen, die einen

Männerverschleiss haben, Schwarze Witwen,

natUrban

weil diese ja bekanntlich ihre Freier nach der

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Paarung fressen. Wie ist das eigentlich bei

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Es ist schon speziell bei uns. Da wir eigentlich alles,

was kleiner als wir ist, als Beute betrachten, laufen

wir Männchen immer Gefahr, gefressen oder

zumindest verletzt zu werden, da unsere Weibchen

meist grösser als wir sind. Aber dafür haben wir

ja spezielle Tänze und andere Merkmale, wie zum

Beispiel schöne, schillernde, farbige Haare, die wir

benutzen, um unsere Weibchen milde zu stimmen

und zu beruhigen. Man muss halt ein Frauen-Versteher

sein, dann verliert man vielleicht höchstens

mal ein Bein und nicht gleich sein Leben.

Na, da bin ich aber froh, dass ich ein Mensch

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bin, wobei; Pirmin Rohrer ich wär ja dann ein Weibchen …

Spass Alte Kappelerstrasse beiseite, 4 gibt es noch irgendetwas,

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etwas, das du uns Menschen als Ratschlag

eurer Rasse mit auf den Weg geben möchtest?

Ich möchte euch gerne sagen, dass Schönheit immer

im Auge des Betrachters liegt. Also bitte, schaut uns

mal ganz genau an und ekelt euch nicht vor uns.

Weshalb solltet ihr uns also fürchten, ihr seid viel

grösser als wir und könntet uns mit Leichtigkeit

zerquetschen, deshalb gehen wir euch aus dem Weg,

so gut es eben geht. Wir halten eure Umgebung so

gut wie möglich mücken- und fliegenfrei auf ganz

biologische Weise. Wir können gut zusammenleben,

wenn wir uns gegenseitig respektieren und uns

Raum geben. Also versuchen wir’s doch einfach mal

miteinander.

Vielen lieben Dank Edgar für dieses tolle,

fröhliche Gespräch. Es hat uns riesig Spass

gemacht und wir wünschen dir alles Gute für

die Zukunft.

Danke, auch ich fand es sehr schön, mit euch zu

plaudern, und ich wünsche euch viel Erfolg für die

Zukunft. Tanzt, lacht, seid fröhlich und geniesst

das Leben jede Sekunde.

Text Auszug aus «Ravensong Auch Tiere haben

eine Stimme» (in Arbeit)

flirten und zwinkern

Foto Virginia Knaus

Illustration Sandra Huguenin, kunstdiebewegt.ch

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NATURZYT 25


Tote Bäume sind

voller Leben.

26 NATURZYT


Claudias naturnaher Garten

Totholz ist

lebendes Holz!

Liebe garten- und naturbegeisterte Leserinnen und Leser

Dieser Titel mag bei einigen von Ihnen für Verwirrung sorgen, für

diejenigen aber, die sich bereits mit Totholz auseinandergesetzt

haben, ist klar, was damit gemeint ist.

NATUR BEWAHREN

Totholz ist eigentlich ein

Sammelbegriff für abgestorbene

Bäume oder Teile

davon. Totholz ist ein wichtiges

Element im natürlichen Kreislauf

und darf in einem naturnahen Garten

nicht vergessen werden. Wer sich einmal

vertieft mit Totholz auseinandergesetzt

hat, kommt nicht mehr davon los.

Totholz wird unterschieden in

stehendes, sogenanntes Trockenholz,

und liegendes, sogenanntes Morschholz,

das mit dem Erdboden in Berührung

kommt.

Deshalb, liebe Leserin, lieber Leser,

widme ich diesen Artikel dem Totholz,

das nicht tot, sondern voller Leben

ist, und ich hoffe, dass Sie nach dem

Lesen ein völlig anderes Verständnis

haben und die Faszination für diesen

Lebensraum nicht nur verstehen,

sondern im Garten auch umsetzen.

TOTE BÄUME SIND VOLLER LEBEN

Überlässt man einen Baum seinem

natürlichen Lebenszyklus und wird er

nicht gefällt, so stirbt er irgendwann,

zuerst teilweise, dann als Ganzes, ab.

Diese Phase ist der letzte Abschnitt im

natürlichen Lebenszyklus und gehört

zu einem geschlossenen Kreislauf.

Doch noch ist dies nicht das Ende, denn

nun wird das tote oder kranke Holz

buchstäblich von Leben überrannt:

Tausende von verschiedenen Arten

besiedeln nun dieses Holz und nutzen

es als Lebensraum: Pilze, Käfer und ihre

Larven, Fliegen, Wildbienen, Ameisen,

Vögel und Säugetiere. Die einen

ernähren sich vom toten Holz (Pilze),

die anderen legen darin ihre Eier

ab (Wildbienen, andere Insekten) und

wieder andere ernähren sich von

den Eiern, Larven und adulten Tieren

(Vögel, Igel, Mäuse und andere Säugetiere).

WALDNUTZUNG UND TOTHOLZ

Holz ist ein Wirtschaftszweig, und

damit wurde die Waldnutzung in einem

Ausmass intensiviert, in dem der Baum

nicht mehr eines natürlichen Todes

stirbt und auch der letzte Rest Holz im

Wald weggeräumt und in der Heizung

verschwindet. Nichts wird mehr auf

dem Waldboden liegengelassen. Damit

wird nicht nur vielen Tierarten (unter

anderem vielen Nützlingen wie dem

Marienkäfer, der Florfliege, dem Igel

und vielen mehr) der Lebensraum

genommen, sondern dem Wald werden

auch wertvolle Nährstoffe entzogen.

Längst haben wir uns leider an den

Anblick aufgeräumter Wälder gewöhnt,

und sollte doch einmal Rest- oder

Totholz herumliegen, ist das Argument

der unschönen Optik schnell zur Stelle.

Hier ist Aufklärung dringend notwendig.

Denn Ordnung ist ein vom Menschen

künstlich geschaffener Wert und

hat mit der Natur und ihrer biologischen

Vielfalt herzlich wenig zu tun.

Und was im Wald als störend empfunden

wird, das wird noch weniger im

Garten geduldet. Schade, denn gerade

im Garten ist Totholz ein wichtiger

Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht

und zur Artenvielfalt. Wissenschaftler

gehen davon aus, dass rund

5000 Arten auf den Lebensraum Totholz

angewiesen sind.

TOTHOLZ IM GARTEN

Im nun folgenden Abschnitt möchte ich

Ihnen ein paar Ideen liefern, wie Sie

Totholz im Garten verwenden können.

Die Liste ist natürlich nicht vollständig,

der Fantasie sind fast keine Grenzen

gesetzt. Haben Sie aber zu wenig eigenes

Schnittholz im Garten, so gehen Sie bitte

nicht einfach in den Wald und holen sich

im grossen Stil herumliegendes Holz.

Dieses ist nämlich dort, wo es steht oder

liegt, bestens aufgehoben. Fragen Sie

stattdessen den Förster oder private

Waldbesitzer, die wissen meist, wo Holz

und Wurzelstücke gehäckselt werden

sollen und die somit für wenig Geld zu

haben sind. Auch können Sie Landwirte

NATURZYT 27


Holzstapel

Alte oder tote Bäume

Holzbeige

Ein Zaun aus Totholz

28 NATURZYT


fragen, die gerade Obst bäume fällen

oder selber Schwemmholz sammeln.

Natürlich ist Totholz umso wertvoller,

je naturnaher der Garten auch

sonst gestaltet ist, denn ein solcher

Garten weist in der Regel eine wesentlich

höhere Artenvielfalt auf. Und je

mehr private Gärten naturnah gestaltet

sind, desto besser funktioniert die

Vernetzung der naturnahen Lebensräume.

Diese Vernetzung erlaubt es den

verschiedenen Tier- und Pflanzenarten

zu wandern und sich auszubreiten.

Denken Sie immer daran, dass Totholz,

ob stehend oder liegend, für eine

grosse Artenvielfalt von Nutzen ist. Egal

ob Sie das Holz an feuchten, schattigen

Stellen hinlegen, wo es schneller

vermodert oder an sonnigen, trockenen,

es wird von den entsprechenden

Tierarten besiedelt. Laubholz wie Eiche,

Buche oder Obstbaum ist artenreicher

als Nadelholz, dicke Äste sind wertvoller

als dünne, aber schliesslich ist es

die Abwechslung, die am meisten

Nutzen bringt.

WURZELSTÖCKE

Wurzelstöcke sehen sehr dekorativ aus

und lassen sich an den unterschiedlichsten

Orten im Garten platzieren. Sie

dienen Eidechsen und Schmetterlingen

als Sonnenplatz, und die Wurzelhohlräume

werden von den verschiedensten

Tierarten als Versteck genutzt.

ZAUN AUS TOTHOLZ

Ein Zaun kann auf zwei verschiedene

Arten hergestellt werden: der einfache

Zaun, geflochten als Weidenzaun, oder

der gefüllte. Dazu werden im Abstand

von etwa 1m dicke Pfähle genügend tief

in den Boden geschlagen, entsprechend

der gewünschten Höhe und Länge des

Zauns. Die Pfähle sollten unbedingt

unbehandelt und wenn möglich

berindet sein. Je nach gewünschter

Breite des Zaunes werden nun parallel

zur ersten Reihe weitere Pfähle jeweils

versetzt in die Lücken der ersten Reihe

geschlagen. Der Raum zwischen den

beiden Pfahlreihen wird nun mit Ästen,

Zweigen, Schilfhalmen und sonstigem

Material gefüllt. Zwischendurch werden

die Zweige niedergetreten, damit das

ganze Material verdichtet und stabiler

wird. Alternativ kann der Zaun auch

wie auf dem Foto mit Armierungsgitter

hergestellt und mit Weidenästen gefüllt

werden. Mit der Zeit verrottet das Holz

und man schichtet einfach wieder neues

oben drauf. Vor dem Zaun kann man

auch noch ein Wildstaudenbeet anlegen,

das sieht sehr schön aus und bietet den

im Totholz lebenden Insekten direkt vor

der «Haustüre» ein reiches Nahrungsangebot.

HOLZSTAPEL

Ein Holzstapel ist ganz einfach anzulegen:

Schichten Sie einfach Äste, die Sie

nicht mehr brauchen, auf einen Haufen,

fertig. Empfinden Sie einen solchen

Haufen als störend, dann legen Sie ihn

hinter Büschen an. Von Zeit zu Zeit

wieder neues Material auflegen,

ansonsten aber in Ruhe lassen.

HOLZBEIGE

Kunstvoll aufgeschichtete Holzbeigen

aus Scheiten, die eigentlich als Brennholz

gedacht waren, sind eine ästhetische

Variante für einen Totholzhaufen.

Bitte dann aber das Holz auf keinen Fall

mehr verbrennen!

SCHNITZELWEG SCHNITZELPLATZ

Heben Sie einen Platz oder einen Weg

30 cm tief aus und füllen Sie ihn mit

gemischten Laubholz-Schnitzeln auf.

Die Schnitzel verrotten mit der Zeit und

bieten vielen Insekten einen Lebensraum.

Ab und zu, wenn sich der Boden

abzusenken beginnt, einfach neue

Schnitzel darauf verteilen.

ALTE ODER TOTE BÄUME

Wenn alte oder tote Bäume oder

abgestorbene Äste kein Sicherheitsrisiko

darstellen, dann lassen Sie sie unbedingt

stehen. Solche Bäume oder Äste aus

optischen Gründen zu entfernen ist alles

andere als ökologisch sinnvoll. Wie Sie

zu Beginn dem Artikel entnehmen

konnten, können solche Bäume noch

viele Jahre einen grossen ökologischen

Beitrag leisten.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen

und gutes Gelingen bei Ihrem Totholzprojekt.

Herzlich Claudia Ebling

www.natur-im-garten.ch

Text/Fotos Claudia Ebling

NATUR BEWAHREN

Wurzelstöcke

Claudias Totholz-Tipp

In der Herbst-Winterzeit schneiden die meisten Landwirte und Privatpersonen

ihre Obstbäume und ihre Sträucher. Die meisten lassen das Schnittgut häckseln

oder führen es ab in eine Kompostieranlage. Auch können Sie bei Stauwehren

nach Schwemmholz fragen, insbesondere nach Hochwasser. Das ist eine gute

Gelegenheit zu Ästen zu kommen und, wenn Sie noch gar kein Totholz im

Garten haben, mit einem Asthaufen zu starten. Kröten, Igel und viele andere

Tiere nutzen den Haufen, um sich darin zu verstecken, oder wenn er gross

genug ist, sogar darin zu überwintern.

NATURZYT 29


Artenreiche Blumenwiese in Schwenden, einem Bergdorf auf 1200 Meter über Meer im Naturpark Diemtigtal. Im

Hintergrund drei alte Diemtigtaler Bauernhäuser. (Foto: Beat Straubhaar)

Pärke bewahren

die Artenvielfalt

Seit dem 1. Dezember 2007 sind in der Schweiz die rechtlichen

Grundlagen zur Schaffung von Pärken von nationaler Bedeutung in Kraft.

Unterteilt werden die Pärke in die Kategorien Nationalpark, Regionaler

Naturpark oder Naturerlebnispark. Was ist der Unterschied? Und was unternimmt

ein regionaler Naturpark zur Erhaltung der Artenvielfalt?

30 NATURZYT


Zu den wichtigsten Werten

eines Parks gehören vielfältige

Wälder und Gewässer, seltene

Lebensräume wie Moore,

Auen und Trockenwiesen sowie einzig ­

artige, schöne Landschaften wie die

Jurahöhen im Jurapark Aargau oder die

Gletscher im Parc Adula (GR). Die

Umgebungszonen von Nationalpärken

und den Regionalen Naturpärken

verfügen zudem über gepflegte Kulturlandschaften

mit intakten Siedlungen

und wertvollen Kulturgütern wie das

UNESCO-Welterbe Kloster St. Johann

in der Biosfera Val Müstair (GR).

Die Schweizer Pärke bieten den

Besucherinnen und Besuchern echte

Naturerlebnisse, faszinierende Geschichten

und den Genuss regionaler

Spezialitäten. In den Kernzonen der

Nationalpärke und der Naturerlebnispärke

allerdings ist der Zutritt für

Besucher(innen) nicht oder nur auf klar

bezeichneten Wegen möglich. Hier

darf sich die Natur frei und dynamisch

ohne Störungen durch die Menschen

entfalten.

In den Umgebungs- und Übergangszonen

der Pärke sowie in den Naturpärken

ist ein respektvoller Umgang mit

den Lebensräumen, der Flora und der

Fauna angesagt. Damit diese unbe zahlbaren

Werte der Natur auch den künf ­

tigen Generationen erhalten bleiben.

die Kernzone vor negativen Einflüssen

ab. Der bereits 100-jährige Schweizerische

Nationalpark untersteht einem eigenen

Gesetz. Sein Parkgebiet ist eines der

bestgeschützten Wildnisgebiete der

Alpen.

REGIONALER NATURPARK

Ein Regionaler Naturpark ist ein länd ­

liches Gebiet, das sich durch vielfältige

Landschaften, eine reiche Biodiversität

und einzigartige Kulturgüter wie die

Rhätische Bahn im Parc Ela auszeichnet.

Diese Werte sollen erhalten und gefördert,

aber auch für eine nachhaltige

Entwicklung der Region genutzt werden.

NATURERLEBNISPARK

Ein Naturerlebnispark ist in eine Kernund

eine Übergangszone unterteilt.

Ein Reptilien habitat im Naturpark Thal, mit lichten Wäldern.

(Foto: Stefan Dummermuth)

NATUR BEWAHREN

NATIONALPARK, REGIONALER

NATURPARK ODER NATUR­

ERLEBNISPARK?

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU)

zeichnet Pärke, die die Anforderungen

des Bundes erfüllen, mit dem Parklabel

für die Dauer von zehn Jahren aus.

Die Einteilung erfolgt in drei Kategorien:

Nationalpärke, Regionale Naturpärke

und Naturerlebnispärke.

NATIONALPARK

Ein Nationalpark besteht aus einer

Kern- und einer Umgebungszone.

In der Kernzone kann sich die Natur

in unberührten Lebensräumen frei

entfalten. Menschliche Aktivitäten sind

stark beschränkt. Die Umgebungszone

umfasst Dörfer mit ihren naturnah

bewirtschafteten Kulturlandschaften

und ihrem touristisch und forstwirtschaftlich

genutzten Gebiet; sie schirmt

Fakten und Zahlen

Sechzehn Pärke befinden sich in der Betriebsphase:

der Schweizerische Nationalpark (seit 1914),

die Unesco-Biosphäre Entlebuch (seit 2008),

der Wildnispark Zürich-Sihlwald und der Naturpark Thal (seit 2009),

die Biosfera Val Müstair (seit 2010),

die Naturpärke Binntal, Chasseral, Diemtigtal, Ela, Gantrisch, Jurapark

Aargau und Gruyère Pays-d’Enhaut (seit 2011)

sowie Beverin, Doubs, Jura vaudois und Pfyn-Finges (seit 2012)

Vier weitere Parkprojekte (Nationalparkkandidaten Adula und Locarnese

sowie Naturpark Neckertal und Naturpark Schaffhausen) haben mit

der Errichtung begonnen und führen das Label «Kandidat». Weitere 3 bis

7 Projekte befinden sich in der Abklärung.

Drei Pärke fallen auf die Kategorie «Nationalpark», einer auf Naturerlebnispark,

die übrigen 16 auf die Kategorie «Regionaler Naturpark».

Fläche

Die 20 Pärke in Betrieb oder in Errichtung belegen insgesamt 632 603 Hektar

bzw. 6325 Quadratkilometer. Dies entspricht 15.32% der Fläche der Schweiz.

NATURZYT 31


Die Mauereidechse fühlt sich wohl in den lichten Wäldern

des Naturparks Thal. (Foto: Stefan Dummermuth)

In der Kernzone bietet er der einheimischen

Tier- und Pflanzenwelt unberührte

Lebensräume. Die Übergangszone

dient als Puffer für die Kernzone.

Sie eröffnet vielfältige Bildungs-, Erleb nisund

Erholungsmöglichkeiten und leistet

so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung

der Lebensqualität der städtischen

Bevölkerung. Ein Naturerlebnispark

ist höchstens 20 Kilometer vom

Zentrum einer Agglomeration entfernt

und mit öffentlichen Verkehrsmitteln

gut erreichbar. Zurzeit trägt dieses Label

nur der Wildnispark Zürich.

REGIONALE NATURPÄRKE

FÖRDERN DIE ARTENVIELFALT

Aktuell gibt es in der Schweiz 16 Regionale

Naturpärke (siehe Box Seite 31),

welche sich für Natur, Kultur und

Wirtschaft der Region einsetzen. Wie

sieht der Einsatz für die Natur genau

aus? NATURZYT fragte beim Naturpark

Thal im Kanton Solothurn nach.

Der Naturpark Thal setzt sich dafür

ein, dass die Lebensräume bedrohter

Tiere und Pflanzen erhalten und

aufgewertet und langfristig gesichert

werden. Wald, Weide und Weiher sind

das Zuhause für viele Ar ten, etwa

für die Aspisviper, die Heidelerche

oder die Geburtshelferkröte.

«Im Artenschutz gibt es keine

Generalrezepte», sagt Stefan Dummermuth,

Repti lienbeauftragter Kanton

Solothurn bei der Koordinationsstelle

für Amphi bi en- und Reptilienschutz in

der Schweiz (KARCH). Management in

der Natur ist heute nötig, um die

Arten vielfalt zu erhalten. Der Naturpark

Thal hat zusammen mit Partnern

(örtliche Natuschutzvereine, Pro Natura

Solothurn, KARCH, Vogelschutzverband

Kan ton Solothurn sowie kantonalen

Fachstellen) so genannte Zielarten

festgelegt, die es besonders zu schützen

und zu stärken gilt. Beispiele davon sind:

das Gelbstielige Bärtchenmoos, die Birken-Schwarznapfflechte,

der

Felsen-Bauernsenf, die Gekerbte

Jura-Haarschnecke oder die Heide lerche.

Zu ihrem Schutz und für weitere

seltene Pflanzen und Tiere läuft

eine mehrjährige Planung. Der Naturpark

Thal hat Massnahmen eingeleitet,

wie man die Räume Wald, Weide

und Weiher für bedrohte Tiere und

Pflanzen aufwerten kann.

IM WALD GEHT ES VOR ALLEM

UM LICHT UND WÄRME

Gemeinsam mit den Forstbetrieben

bringt der Naturpark Thal mehr Licht

in den Thaler Wald. An geeigneten

Standorten wird der Wald durch Holzschlag

aufgelichtet. Davon profitieren

Tier- und Pflanzenarten, die auf

Sonnenlicht und Wärme angewiesen

sind, wie etwa der Gelbringfalter

und seine Raupe, die Aspisviper oder

die Grenobler Nelke. Sie alle stehen

auf der Roten Liste der in der Schweiz

vom Aussterben bedrohten Arten.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts

herrschten für diese Arten vielerorts

ideale Lebensbedingungen, weil

der Wald durch die Menschen intensiv

genutzt wurde: als Lieferant für

Brennholz und als Weidegebiet zum

Beispiel für Ziegen. Schon lange lohnt

sich die Nutzung der steilen, schlecht

zugänglichen und ertragsarmen Wälder

nicht mehr. Wird aber kein Holz mehr

geschlagen, wachsen die Bäume

ungehindert. Das Kronendach wird

dichter und es fällt immer weniger Licht

auf den Waldboden. So verschwinden

die Licht bedürftigen Arten im Wald.

Der Naturpark Thal will diese Entwicklung

stoppen. Dazu werden im ganzen

Parkgebiet geeignete Waldstücke

ausgesucht, in denen sich eine Aufwertung

lohnt. Ausschlaggebend sind

dabei folgende Fragen: Wie viele Arten

sind noch vorhanden? Wie stark sind

sie gefährdet? Mit welchen Massnahmen

kann der Lebensraum erhalten und

aufgewertet werden? Lohnt sich der

Ein griff? Ist der Waldeigentümer

einverstanden? Die Thaler Forstbetriebe

führen im Wald die Arbeiten durch, der

Naturpark Thal finanziert die Eingriffe

grösstenteils. Manche Arbeiten sind von

externen Geldgebern bezahlt, etwa

engagiert sich der Fonds Landschaft

Schweiz FLS im Naturpark Thal.

Ausserdem finden in den Parkgemeinden

sogenannte «Tage der Natur» statt,

an denen die Bevölkerung mithilft,

Wald, Weide und Weiher zu pflegen.

Hans-Peter Rusterholz ist Biologe der

Uni Basel und erklärt, weshalb diese

Arbeiten nützen:

«Die Schmetterlingsfauna,

Orchi deen und Lilien reagieren sofort

auf solche Eingriffe. Ihre Anzahl

nimmt danach rasch zu.» Bei andern

Arten dauert es drei bis fünf Jahre,

bis man eine Veränderung des Bestandes

feststellt. Diese Erkenntnis

stärkt die Hoffnung, dass man in Thal

in weni gen Jahren Veränderungen

beobachten kann.

32 NATURZYT


AUF WEIDEN GEHT ES UM OFFEN­

HEIT UND STRUKTURVIELFALT

In den Jahren 2009 bis 2012 richtete

der Naturpark Thal bei der Artenförderung

auf Weiden das Augenmerk

auf die Heidelerche. Auf der Herbetswiler

Allmend und im Gebiet Hinter

Fluh Aedermannsdorf wurden für die

Heidelerche Weiden aufgewertet.

Die Heidelerche bewohnt mehr oder

weniger offene, eher trockene und

mit nur lückiger Vegetation versehene

Landschaften. Sie ist eine Charakterart

der Juraweiden. Ihr schöner und

auffallender, flötender Gesang «Lululu»,

welcher meistens länger als eine Minute

andauert, ertönt sogar nachts.

AN UND IN WEIHERN GEHT ES UM

GENÜGEND LICHT UND BLEIBENDES

WASSER

Auch die Geburtshelferkröte gehört zu

den bedrohten Tierarten in der Schweiz.

Ihr Bestand nimmt sehr schnell ab.

Hauptgrund ist der rasche und massive

Verlust von Lebensräumen. Dem will

der Naturpark Thal entgegenwirken. Bis

2015 sollen mehrere Weiher geschaffen

oder aufgewertet werden.

Ein aktuelles Objekt ist der Rütiweiher

in Laupersdorf. Hier ist der Bau

von vier zusammenhängenden Weihern

geplant. Das Grundstück gehört

mehreren Umweltschutzorganisationen.

«Das erlaubt uns, dieses Areal grosszügig

für die Amphibien einzurichten.

Welche schliesslich kommen, wissen wir

nicht. Wir wollen einfach die Struktur

für die Zuwanderung und Vermehrung

schaffen», sagt Peter Geissbühler,

Am phibienbeauftragter für den Kanton

Solothurn bei der KARCH.

In der Nähe von Balsthal haben

die KARCH-Vertreter Peter Geissbühler

und Stefan Dummermuth unzählige

Amphibienarten gesichtet, darunter die

Geburtshelferkröte, der Fadenmolch

und der Feuersalamander. Reptilien sind

ebenfalls mit vielen Arten vertreten.

Auch hier sind Arbeiten für diese Tiere

vorgesehen. «Dem Naturpark Thal

sind diese Arbeiten sehr wichtig. Wir

setzen gezielt Geld, Wissen und

Arbeitskraft ein, um Arten und Lebensräume

im Parkgebiet zu schützen», sagt

Richard Bolli, Leiter Naturpark Thal.

Text Michael Knaus, Sandra von

Ballmoos Fotos Stefan Dummermuth

NATUR BEWAHREN

Naturpark

Unser Tal, dein Park.

Willkommen im Naturpark

Das Diemtigtal ist eine 16 Kilometer lange

landschaftliche Oase, ausgezeichnet mit

dem «Wakkerpreis» sowie dem Gütesiegel

«Familien willkommen» und gilt seit

November 2011 als «Landschaft von nationaler

Bedeutung».

Kraftort Grimmiwasser

Der Kraftort Grimmiwasser ist eine hochgelegene

Alp (1840 m.ü.M) am Talabschluss

des Diemtigtals.

Auf dem Panorama-Bergweg Grimmiwasser,

zwischen den Alpen «Erbs Grimmi»

und «Uelis Grimmi», wird der eigentliche

Kraftort mit dem wilden Hochalpencharakter

durchquert. Kleine Bergseen, seltene

Alpenblumen und die eisenhaltigen Quellen

wirken wie natürliche Energiespender.

Das rote Wasser der Eisenquellen wurde

Ende des 19. Jahrhunderts zum damaligen

Grand-Hotel Grimmialp hinuntergeleitet

und hatte heilende Wirkung.

Diemtigtal Tourismus ¦ CH-3753 Oey

Tel. +41 (0)33 681 26 06

info@diemtigtal.ch www.diemtigtal.ch

Quelle Rotwasser

Kraftort Grimmiwasser

NATURZYT 33


Schweizer Kraftorte

Wasserwelten

Ich erinnere mich, es war ein verregneter Tag, ein Tag an

dem man eigentlich gar nicht aus dem Haus gehen mag.

Dennoch, es zog mich hinaus und ich wurde an einen wundersamen

Ort geführt, wild, kraftvoll, spritzig und erfrischend …

H

eute nehme ich Sie an zwei

Orte mit, deren Besuch

bei gutem Wetter lohnenswert

ist, die aber erst an

regnerischen Tagen ihre ganze Kraft

und Ausstrahlung entfalten. Der eine

im Osten unseres Landes ist besser bekannt

die Taminaschlucht, der andere

im Westen und kaum bekannt Le Bief

de Vautenaivre bei Goumois. Kommen

Sie mit, machen wir uns auf zu den

Elementen Wasser und Stein.

Unsere erste Reise beginnt in Bad

Ragaz und führt dem Lauf der Tamina

entlang hinauf zum alten Bad Pfäffers

und weiter hinein in die Taminaschlucht

zur warmen Paracelsusquelle.

Die Tamina entspringt zuhinterst im

Calfeisental, unterhalb des Piz Sardona.

Kraftvoll fliesst sie zu Tal und dementsprechend

faszinierend ist es, ihrem

Lauf zu folgen und immer wieder auf

Unerwartetes und Faszinierendes

zu treffen. Das graue, fast dickflüssig

anmutende Wasser rauscht über Stufen,

wirbelt um grosse Steine ein faszinierendes

Schauspiel. Wie aus dem Nichts

stehen zwei grosse Steinbrocken wie versteinerte

Wächter am Weg. Ob sie einst

den Zugang zur Schlucht bewachten?

Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf

und folgen Sie Ihren inneren Bildern

und Gefühlen.

Vielleicht wird Ihnen auffallen, dass

es sich in der Mitte der Strasse trotz

der leichten Steigung überraschend leicht

34 NATURZYT


gehen lässt. Wie fühlt es sich an, wenn

Sie am Rand der Strasse gehen? Spüren

Sie den Unterschied? Nach ein paar

hundert Metern führt der Weg über eine

Betonbrücke wie fühlen Sie sich auf

dieser? Beim Wechseln von der Brücke

auf die Naturstrasse fühlte es sich für

mich an, als wäre ich angeschubst

worden.

WAS FÜR EIN HERRLICHES

SCHAUSPIEL

An Regentagen wie diesem fällt und

spritzt das Wasser über Schroffen und

Felsen, sammelt sich am Strassenrand

zu Rinnsalen. Was für ein herrliches

Schauspiel, am liebsten würde man

darin rumplanschen, wie wir’s als

Kinder taten. All dieses Plätschern und

Rauschen erfrischt nicht nur die Sinne,

es ist auch eine Wohltat für die Seele.

Beim Schwattenfall gut die halbe

Weglänge zum Eingang der Schlucht ist

geschafft spendet ein Brunnen warmes

Wasser der Paracelsusquelle. Die

passende Gelegenheit eine kurze Rast

einzulegen.

Der Weg zum alten Bad Pfäffers

gestaltet sich abwechslungsreich.

Für den aufmerksamen Beobachter

zeigen sich immer wieder energetische

Phänomene: schwungvoll verlaufende

Schiefergesteinsschichten, verzwirbelter

Baumwuchs mit Elfenauge, markante

Felspartien, Bäche, die zu Tale stürzen,

keiner wie der andere. Bald schon

wird das alte Bad Pfäffers mit seinem

imposanten barocken Badehaus

zwischen dem Laub der Bäume

erkennbar.

Trotz des nassen Wetters sind

wir an diesem Ort kaum allein. Die

Taminaschlucht ist ein beliebter

Ausflugsort und viele Besucher fahren

mit dem Postauto bis zum Badehaus.

Etwas oberhalb der Brücke ist ein

passender Platz sich zu sammeln und

mit dem Ort zu verbinden. Dieser Platz

ist ein kraftvoller Ort.

DAS WETTER PASST PERFEKT

Hinein in die Schlucht. Das Wetter passt

perfekt, kurze Regenschauer wechseln

sich mit sonnigen Abschnitten ab,

ideales Wetter für einen energiegeladenen

Besuch. Eintauchen in den Schoss

von Mutter Erde, in eine wilde Wasser-

Wächter-Steine auf dem Weg in die Taminaschlucht?

Taminaschlucht Wasser und Stein ziehen uns in ihren Bann.

und Steinwelt. Geben Sie sich hin und

lassen Sie sich von den hier wirkenden

Naturkräften durchströmen. Atmen

Sie tief durch und geniessen Sie jeden

Augenblick. Wie mag die Tamina hier

unten einst getobt haben, bevor sie

von Menschenhand mit den beiden

Stauseen, dem Gigerwald- und dem

Mapaggsee gezähmt wurde?

Mochte sie sich noch so wild

gebärden, nichts konnte die Menschen

Gruss & Dank!

Kein Ort in der Natur ist unbeseelt. Daher begrüssen wir den Ort (und

sein Wesen) beim Betreten und bedanken uns für die uns gewährte Gastfreundschaft.

Beim Verlassen des Ortes verabschieden wir uns mit Gruss

und Dank, genauso, wie wir es unter uns auch tun.

Mehr Infos zu den beschriebenen Plätzen:

Tamina altes Bad Pfäffers, www.heidiland.ch

Goumois Bief de Vautenaivre, www.juratourisme.ch

zurückhalten, sich an Seilen hängend

zum Grund der Schlucht zur Heil

versprechenden warmen Quelle zu

begeben. Später wurde das Wasser

in naturgerechten Holzrohren aus der

Schlucht zum weitaus besser zugänglichen

Badehaus geführt. Paracelsus,

der grosse Naturforscher, Philosoph und

Arzt hat hier als erster Badarzt gewirkt,

daher der Name der Quelle. Die

Schlucht vereinigt das, was wir in der

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 35


Die Schönheit des frei

fliessenden Doubs

Natur als das Weibliche betrachten;

das Dunkle, das Wasser, die Frische,

die Lebenskraft, das Reinigende, das

Zentrierende, das Weiche. Letzteres

lässt sich wunderbar an den formschön

ausgewaschenen Wänden der Schlucht

erkennen.

SPÜREN, WO ES LEICHTER GEHT

Das Spiel fallender Tropfen und das

Dunkel erhellende Sonnenstrahlen

schaffen eine ganz spezielle Stimmung.

Die warme Paracelsusquelle im Berg

ist durch einen Stollen erreichbar.

Am Eingang das Bildstöcklein mit der

heiligen Barbara mit Turm, Schutzpatronin

der Mineure, und nach

alpin- keltischer Tradition jene der drei

Bethen, welche am Ende des Lebens

zurück in die Anderswelt führt.

Hin- und Rückwege haben etwas

Faszinierendes an sich: Obschon man

beide Male an denselben Orten vorbei

kommt, nehmen wir sie doch unterschiedlich

wahr. Dies gilt auch für den

Weg zurück nach Bad Ragaz.

Versuchen Sie erneut zu spüren, wo

es sich leichter gehen lässt in der Mitte

der Naturstrasse oder an ihren Rändern?

Jetzt werden Sie in der Mitte einen

leichten Widerstand spüren, während

es sich an den Rändern auffällig leicht

gehen lässt.

Die Erklärung ist eine einfache:

In der Strasse verläuft die Leitung, in

der das Thermalwasser nach Bad Ragaz

zu den Badeeinrichtungen geführt wird.

Gehen Sie gegen die Strömung, werden

Sie die Levitationskraft wahrnehmen.

Diese macht sich als Leichtigkeit beim

Gehen bemerkbar. Gehen Sie mit der

Strömung, kommt Ihnen die Levitationskraft

entgegen. Jetzt nehmen Sie diese

als leichten Widerstand wahr. Diese

Kraft beobachtete der begnadete

Naturforscher Viktor Schauberger, als

die Forelle über den Wasserfall sprang.

Sonne und Regen am Fluss ein faszinierendes Schauspiel.

CHUTE DU BIEF DE VAUTENAIVRE

Für den zweiten Kraftort, den ich Ihnen

vorstellen möchte, begeben wir uns in

die Freiberge, genauer nach Goumois an

den Doubs, mystischer Grenzfluss an der

36 NATURZYT


Landesgrenze zu Frankreich. Die Talsohle

liegt knappe 500 m tiefer als das

Hochplateau bei Saignelégier; dementsprechend

ist das Klima hier deutlich

wärmer und feuchter als oben: Auffällig

bemooste Bäume am Ufer des Doubs,

die Hänge tiefgrün bewaldet, voller

Moose und von verschiedensten Farnen

fast urwaldartig überwachsen. Dann der

Wegweiser zum Wasserfall. Hirschzungenfarne

und üppiges Grün begleiten

uns Erinnerungen an Spielbergs

Jurassic Parc steigen auf. Der Eindruck

verstärkt sich noch, als der Pfad sich

zwischen dick mit Moos überzogenen

Bäumen im Wald zu verlieren scheint.

Dann ein Felsband, trutzig, so als wollte

es sagen: Überleg dir gut, ob du weiter

eindringen willst. Nun, wir wollen.

Das Ziel ist fast erreicht, noch ein paar

Schritte dem schroffen Kalkstein entlang

und … Als wäre die Zeit um Jahrtausende

zurückgedreht ein Gefühl, eben eine

Terra inkognita entdeckt zu haben,

macht sich breit.

Ein wundersamer Ort, um sich

dem Wesen der Natur hinzugeben,

Mutter Erde zu spüren. Die Höhle wirkt

als Resonanzkörper und begünstigt

die Wahrnehmung.

Hier lässt sich gut Innehalten,

Entschleunigen, Meditieren und sich

Den Naturkräften auf der Spur

Ganz bewusst kein Führer, dafür Ansporn sich selber auf den Weg zu machen,

sich zu öffnen für das Unerwartete, Überraschende, ob am Wasser, bei den

Steinen und Bäumen, im Ballungsraum oder in der unberührten Natur. Die

Kapitel:

Kräfte in der Natur

Reizvolle Orte Orte, die reizen

Kraftplätze erschaffen

«der pfad» ein Naturenergieweg

Was uns Sagen erzählen

Naturgerechtes Verhalten

Wahrnehmen und Verstehen

Urzeitliche Stimmung im vermoosten Wald.

Philippe Elsener, Den Naturkräften auf der Spur, Hardcover, gebunden,

176 Seiten, durchgehend farbig bebildert. ISBN 978-3-03781-057-6, Fr. 34.90

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

Mehr zu Philipp Elsener

Philippe Elsener ist Naturenergetiker und Buchautor und wohnt in Thal SG.

Er beobachtet seit Jahren die Beziehungen zwischen Mensch und Ort, Ort im

Sinne von Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Sein besonderes Augenmerk gilt

der Signatur der Dinge, dem ihnen innewohnenden Wesen. Als Mitglied des

Vereins für Radiästhesie St. Gallen, des Österreichischen Verbandes für

Radiästhesie und Geobiologie, der Schweizerischen Akademie für Burnout­

Prophylaxe und des Naturkräfte-Rundwegs «der pfad» bringt er sein Wissen

ein. Er bietet verschiedene Naturenergie-Workshops und Erlebnistage an.

Mehr unter www.naturenergetik.ch

dem Wesen der Natur hingeben. Die

Energiewerte sind wunderbar. Gönnen

Sie sich die Zeit am Ort zu verweilen,

ihn auf sich einwirken zu lassen. Ein Ort

mit Kultplatz-Potential. Ob er das in

alten Zeiten jemals war, wer weiss?

Kinder haben Höhlenmalerei betrieben,

wie Zeichnungen unschwer erkennen

lassen. Besucher haben Steinmännchen

aufgebaut spielerische Kommunikation

mit den Kräften der Natur. Hier

lässt sich geerdete Naturspiritualität

wunderbar erleben und jegliches

Zeitgefühl verlieren.

Sollte sich irgendwann dann doch

noch ein Hungergefühl bemerkbar

machen und Sie wieder an die Wirklichkeit

physischen Daseins erinnern,

empfehle ich Ihnen, sich die kulinarische

Spezialität der Region nicht

entgehen zu lassen: «La Truite du

Doubs» die frische Forelle natürlich

aus regionaler Zucht. Mein Favorit:

Die wunderschön am Fluss, in einer

mystisch anmutenden Umgebung

gelegene einstige Mühle, das Gasthaus

von Le Theusseret.

Das nächste Mal nehme ich Sie mit

zu alpinen Kraftplätzen.

Bis bald und geniessen Sie mit

Freude die farbigen Herbsttage.

Herzlich Philippe Elsener,

Naturenergetiker

Text/Fotos Philippe Elsener

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 37


Ernestines Kräuterapotheke

Die Engelwurz Lebens elixier

und kraftvolle Schutzpflanze

unserer Ahnen

Die Engelwurz wurde in Pestzeiten aufgrund ihrer vielfältigen

Wirkung zur Bekämpfung der Pest eingesetzt. Heute nutzt die

moderne Phytotherapie die Engelwurz als Tonikum, bei Verdauungsstörungen

und Atemwegserkrankungen sowie als Antiseptikum.

Ihre mannshohe und imposante Erscheinung vermittelt ein Gefühl

von Kraft, Geborgenheit und Schutz.

38 NATURZYT


Alten Legenden zu Folge

erschien in Pestzeiten ein

Erzengel einem Einsiedler

und hat diesen in grösster

Not auf die Heilkraft der Pflanze

aufmerksam gemacht. Er war von der

Pest befallen und wurde auf wundersame

Weise geheilt. Diese Geschichte soll

der Engelwurz ihren Namen gegeben

haben. Der botanische Name der echten

Engelwurz Angelica archangelica

stammt aus dem Lateinischen Angelus,

was Engel heisst.

NATUR ERLEBEN

VIELE NAMEN VIELFÄLTIGE

WIRKUNG

Die Engelwurz hat viele Namen

Brust-, Luft-, Erzengel-, Heilig-Geist-,

Theriakwurzel, Heiligenbitter, sie

deuten auf die vielfältige Anwendung

der Engelwurz hin. Im Mittelalter

wurde sie bei der Bekämpfung der Pest

eingesetzt. Auch bei Paracelsus finden

wir einen Hinweis auf das Pestkraut. Sie

war hochgeschätzt wegen ihrer wirkungsvollen

und verschiedenartigen

heilenden Eigenschaften gegen schwere

Krankheiten. Als Amulett getragen,

sollte sie bösen Zauber abwenden. In der

modernen Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)

wird Engelwurz als vielseitig

verwendbares Tonikum, bei Verdauungsstörungen,

Atemwegsinfektionen

und als Antiseptikum verwendet.

Die Heimat der Engelwurz ist der hohe

Norden, wo sie nicht nur als Heilmittel

verwendet wurde, sondern auch als

Nahrungsmittel von Bedeutung war. Bei

uns wächst die Engelwurz an feuchten,

schattigen Standorten, in Wiesen, an

Bachufern oder Waldlichtungen. Die

echte Engelwurz kommt in der Natur

sehr selten vor. Sie lässt sich jedoch im

Kräutergarten aus den Samen ziehen.

Eine Blütendolde kurz vor dem Erwachen mit weissen oder grünlichen Blüten.

Engelwurz in der Kräuterapotheke

Engelwurztee

1 TL geschnittene Wurzel mit 1 Tasse kaltem Wasser ansetzen, zum Sieden

erhitzen, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abgiessen. 4 Wochen lang 2 bis 3

Tassen täglich eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken. Der Tee schmeckt

bitter, und dieses «Bitter» macht genau die Wirkung aus! Ein geflügeltes Wort

sagt: «Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund».

Engelwurztinktur

Getrocknete oder frische Wurzel klein schneiden, und in einem Schraubglas mit

hochprozentigem Kornschnaps auffüllen. An einem hellen Ort stehen lassen,

täglich schwenken und nach 2 Wochen abfiltrieren. In eine dunkle Flasche

abfüllen und kühl lagern. 3 x täglich 5 bis 10 Tropfen mit etwas Wasser vor oder

nach dem Essen einnehmen. Bei körperlichen und psychischen Schwächezuständen,

als Tonikum zur Stärkung der Nerven, bei Magen-Darm-Krämpfen, Völlegefühl,

Blähungen oder zur Auswurfförderung bei Atemwegserkrankungen.

Kräuterkurse und Kräuterrundgänge mit Ernestine

Ernestine Astecker ist Apothekerin und Homöopathin und arbeitet in eigener

Gesundheitspraxis in Jonen/AG. In Kräuterkursen und auf Kräuterrundgängen

gibt sie gerne ihre Begeisterung und ihr Wissen über Kräuter weiter. Nähere

Informationen unter www.eastecker.ch oder Telefon 043 322 86 70.

NATURZYT 39


In unseren Gegenden finden wir die

Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris).

Aus ihrer rübenartigen Wurzel wächst

ein gerillter, runder Stängel, der oft

rötlich überlaufen ist. Daran entfalten

sich aus bauchigen Blattscheiden lang

gestielte, 2- bis 3-fach gefiederte

Blätter. An der bis zu 2 m hohen

Pflanze zeigen sich im Juli und August

Blütenschirme (Blütendolden) mit

weissen oder grünlichen Blüten. Die

Engelwurz gehört zur Familie der

Doldenblütler wie Liebstöckel, Dill,

Kümmel, Fenchel, Wiesenkerbel und

darf nicht mit giftigen Pflanzen dieser

Familie wie Schierling, Riesenbärenklau

oder Kälberkropf verwechselt werden.

Zu Heilzwecken werden die

Wurzeln der echten Engelwurz und

der Wald- Engelwurz verwendet.

Die Wirkung der Wald-Engelwurz

ist etwas geringer, der Geschmack

der Wurzel bitterer.

WURZELN ERNTEN UND

AUFBEWAHREN

Wer Engelwurz sammelt, sollte beachten,

dass empfindliche Menschen bei

Berührung mit dieser Pflanze, insbesondere

mit den Blättern, allergisch

reagieren können.

Die Wurzeln werden nach dem

ersten Jahr im Frühling, bevor die

Stängel austreiben, geerntet. Die Wurzel

wird vorsichtig gesäubert, in kleine

Stücke geschnitten, rasch getrocknet

und aromageschützt aufbewahrt.

STÄRKT DAS IMMUNSYSTEM

UND DIE NERVEN

Als aromatische Bitterpflanze stärkt

Engelwurz das Immunsystem und wirkt

allgemein kräftigend. Sie durchwärmt

den ganzen Körper und stärkt das Herz.

Erschöpfte Menschen bekommen mehr

Antriebskraft und überreizte Menschen

können besser entspannen. Engelwurz

ist ein wichtiges Stärkungsmittel in

Zeiten grosser Belastung oder nach

einer langen Krankheit. Aufgrund ihrer

antiseptischen Wirkung steigert

Engelwurz in Grippezeiten die Abwehr

und hilft ausserdem bei immer wiederkehrenden

Infekten.

BESTANDTEIL VON

LEBENSELIXIEREN

Die Engelwurz ist Bestandteil von

verdauungsunterstützenden und

entgiftenden Gesundheits- und Lebenselixieren,

wie dem Schwedenbitter oder

dem Kartäuserlikör. Engelwurz fördert

die Produktion der Verdauungssäfte, so

wird schweres Essen besser verdaut und

Blähungen entgegengewirkt.

BRUSTWURZ HEILSAM

BEI ERKÄLTUNGEN

Ein anderer Name für Engelwurz ist

Brustwurz. Tee und Tinktur der

Kraftvolle Produkte, die natürlich keine

Spuren hinterlassen

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Brustwurz sind auch für alle Brust- und

Bronchialbeschwerden heilsam. Sie

stärkt das Lungengewebe und wirkt

schleimlösend sowie auswurffördernd

bei chronischem Husten.

In der chinesischen Medizin kennt

man den Zusammenhang zwischen

Atemwegserkrankungen und Verdauungsstörungen.

BOTSCHAFT DER ENGELWURZ

Bei der Begegnung in der Natur sind wir

von der erhabenen und vor Kraft

strotzenden Erscheinung beeindruckt.

Ihre lichtvolle Ausstrahlung vermittelt

ein Gefühl von Geborgenheit, Schutz

und Mut.

Text/Fotos Ernestine Astecker,

Apothekerin und Homöopathin

An der bis 2 Meter hohen

Pflanze zeigen sich im Juli und

August die Blütenschirme.

NATUR ERLEBEN

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«Wenn es um eine natürliche und

gesunde Ernährung geht …»

«… schneiden Schweizer Äpfel

sehr gut ab.»

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Vom Rand des Felskessels Creux du Van

schweift der Blick über das Valée des

Ponts hinaus in die Weite.

Im Land des Absinth

am Abgrund

Ein Gefühl wie fliegen kommt auf, wenn man der Krete des

Creux du Van entlangwandert, dem gewaltigen Felskessel im

Neuenburger Jura. Eine Tour durch das älteste Naturschutzgebiet

der Schweiz bietet aber mehr als spektakuläre Tief- und Weitblicke:

Begegnungen mit Steinböcken, Gämsen und Falken zum Beispiel.

Und einen unvergesslichen Sonnenauf- und -untergang.

42 NATURZYT


und auf den «Sentier des 14 Contours» einbiegen,

den Weg der 14 Haarnadelkurven.

Hart am Abgrund: Der Creux du Van bietet

zahl lose spektakuläre Aussichtsplätze über

der Steilwand.

WO DIE GRÜNE FEE ZU HAUSE IST

Schmal und steil führt er über die waldigen Abhänge

des Creux du Van in die Höhe, Kehre um Kehre, mit

guter Sicht ins Val de Travers. Bekannt geworden ist

dieses durch seine Asphaltminen, das Uhrenhandwerk

und die Grüne Fee: Absinth. Die wermuthaltige

Spirituose wird noch heute in zahlreichen Brennereien

im Tal hergestellt und erlebt seit einigen Jahren

eine Renaissance. 1910 wurden Herstellung und

Genuss von Absinth in der Schweiz per Volksabstimmung

verboten, nachdem bestimmte Inhaltsstoffe als

Auslöser für einen Familienmord verantwortlich

gemacht worden waren. Das Verbot hielt sich bis

2005, seither wird Absinth wieder legal hergestellt.

Mit dem Degustieren sollte man aber warten bis zum

NATUR ERLEBEN

Ein Schritt. Noch ein Schritt. Und dann

vorsichtig beuge ich mich nach vorn, wage

einen Blick über den Wiesenrand und

staune. Vor und vor allem unter mir breitet

sich ein gewaltiger Felsenkessel aus. 500 Meter geht

es jäh hinunter, zuerst über 160 Meter hohe, senkrechte

Kalkwände, dann über steilen Tannen- und

Buchenwald. Der Creux du Van im Herzen des Val

de Travers ist eine gewaltige, nahezu halbrunde

Naturarena, von deren Rand man einen beklemmenden

Blick in die Tiefe und einen befreienden in die

Weite erlebt, weit über den Neuenburger- und

Bielersee hinaus bis zu den Alpen. Beeindruckend

sind auch die Ausmasse: Der Creux du Van ist einen

Kilometer breit und vier lang, das bedeutet eine

Stunde Wandern am Abgrund, je nach Wahl des

Weges näher oder weiter weg vom luftigen Nichts.

Wandern am Abgrund im letzten Abendlicht: Der Weg verläuft

zwischen der Mauer des Friedens und den Steilwänden.

NOIRAIGUE DAS TOR ZU DEN

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Bevor es soweit ist, heisst es aufsteigen. Der Ausgangspunkt

zur Tour, Noiraigue, liegt 700 Höhenmeter

weiter unten ein schmuckes Dorf, das an

schönen Wochenenden aus allen Nähten platzt. Hier

startet nicht nur die beliebte Wanderung zum Creux

du Van, sondern auch der Weg durch die Areuseschlucht,

einem weiteren touristischen Höhepunkt

des Neuenburger Jura. Also ziehen wir mit vielen

anderen los und erreichen auf breiten Waldwegen

Les Oeuillons, wo der eigentliche Aufstieg zum

Felsenkessel beginnt. Wer noch einer Stärkung

bedarf, ist in der lauschigen Schenke des Bauernhofs

bestens bedient. Ansonsten heisst es tief durchatmen

Logenplatz über dem Felsenkessel. Mit etwas Glück entdeckt

man in den Steilwänden Steinböcke und Gämsen.

NATURZYT 43


Wiesenkante hinaus ins Nichts zu treten. Ein

Streifen Land ist zwischen Mauer und Felsenkante

des Creux du Van übrig geblieben, breit genug für

den Wanderweg den Steilwänden entlang. Wem das

zu kribbelig ist, der bleibt einfach auf der anderen

Seite der Mauer.

Gelungener Abschluss: Wer die Tour in Champ-du-Moulin beendet,

nimmt noch einen kleinen Teil der Areuseschlucht mit, zum

Beispiel den Pont de Brot.

Schluss der Tour, sicherer Tritt ist gefragt am Creux

du Van.

AN DER MAUER DES FRIEDENS

Gut eine Stunde nach dem Start in Les Oeuillons ist

die 14. Haarnadelkurve geschafft. Ins Blickfeld

rücken eine blumenübersäte Wiese, eine Mutterkuhherde

und ein typischer Jurabauernhof. Auffallend

ist einzig die Trockensteinmauer, welche die Wiese

begrenzt. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg

in Fronarbeit von Menschen aus aller Welt erbaut,

heisst deshalb Mauer des Friedens und schützt

Mensch und Tier davor, ahnungslos über die

Gemeinsam den Felsenkessel entdecken

Der Creux du Van ist ein Naturerlebnis der Extraklasse. Genauso

spannend sind aber die Geschichten, die hinter dem Creux du Van

und der Region Val de Travers stecken. Auf einer geführten Tour

von Wildout Naturerlebnisse erfährt man viel über die Flora und

Fauna sowie über die Entstehung des ersten geschützten Gebiets

der Schweiz. Natürlich gehört zum Programm auch eine Übernachtung

auf der Ferme du Soliat, einem typischen Jurabauernhof

gleich hinter der Krete des Felsenkessels. Hier isst und schläft man

in uriger Umgebung, und es ist nicht weit bis zum Rand des Creux

du Van, wo sich frühmorgens ein zauberhafter Sonnenaufgang

erleben lässt.

DER SCHWEIZ ÄLTESTES NATURSCHUTZGEBIET

Den Mut zusammenzunehmen lohnt sich nicht nur

der Aussicht und Tiefblicke wegen. In den steilen

Hängen und dichten Wäldern leben Falken, Hirsche,

Gämsen und Steinböcke, zudem wurden in den

70er- Jahren zwei Luchspaare ausgesetzt. Sie alle

fühlen sich am Creux du Van pudelwohl, denn das

älteste Naturschutzgebiet der Schweiz ist zugleich

Jagdbanngebiet. Dessen Gründung geht auf den Club

Jurassien zurück, einen Verein namhafter Neuenburger,

der 1870 am Creux du Van 24,5 Hektaren Land

erwarb und unter Schutz stellte. Das Gebiet ist

mittlerweile auf 25 Quadratkilometer angewachsen

und steht unter der Schirmherrschaft von Bund und

Kanton.

Tagsüber ist den Tieren meist zu viel Betrieb, sie

ziehen sich zurück. Abends und frühmorgens jedoch

lassen sie sich aus nächster Nähe beobachten. Das

spricht für eine Übernachtung in einem der drei

Berggasthäuser, allesamt Bauernhöfe mit urigen

Zimmern und Massenlagern. Und noch etwas lohnt

die Zweitagestour: der Sonnenuntergang und der

Sonnenaufgang über dem Creux du Van. Beide sind,

gutes Wetter vorausgesetzt, märchenhaft.

VOM FELSENKESSEL IN DIE SCHLUCHT

Der Rückweg ins Tal steht dem Aufstieg in nichts

nach. Er ist anfangs steil und rutschig, später breit

und gemütlich. Bei der Ferme Robert mit ihrem

kleinen Informationszentrum zum Naturschutzgebiet

könnte man direkt nach Noiraigue zurückkehren.

Spannender ist aber das Kontrastprogramm

zum Felsenkessel: die Areuseschlucht. Auf dem Weg

nach Champ-du-Moulin erwarten uns eine enge

Klus, zwei schwindelerregende Brücken und tosende

Wasserfälle. Und zum Abschluss das historische

Restaurant «La Truite» mit seinen Fischspezialitäten

und mit Blick auf den Creux du Van.

Text / Fotos Daniel Fleuti

Die Tour mit Wildout Naturerlebnisse wird Ende Mai / Anfang Juni

2015 durchgeführt. Nähere Informationen dazu gibt es ab November

2014 auf www.wildout.ch

44 NATURZYT


Durch die Natur mit unseren Vorfahren

«Stonehenge im Säuliamt»

Steinreihe auf dem Homberg

im Säuliamt.

NATUR ERLEBEN

Leicht hängt der Nebel über der schönen Säuliamter Natur

bei unserer Rundwanderung von Affoltern am Albis, via Grüt,

Homberg, Herferswil nach Mettmenstetten.

Im Gebiet Grüt und Homberg fallen

uns rätselhafte Steine auf und eine

Gruppe, die sich interessiert um

die Steine versammelt. Wir hören

zu und erfahren, dass es sich hier um

Steine handelt, von denen der schwerste

etwa drei Tonnen wiegt, und die vor

mehr als 3000 Jahren aufgestellt

wurden. Weshalb? Das weiss niemand

so genau.

Hans Wiesner, welcher die Exkur sion

leitet, erzählt uns, dass die Gegend rund

um Mettmenstetten voll ist von solchen

Steinreihen, Steinkreisen und bearbeiteten

Einzelsteinen. Die einen haben ein

Loch, durch das die Sonne bei der

Sommersonnenwende scheint. Andere

bilden Gestirne ab und wurden vielleicht

für kultische Zwecke benutzt. Da uns

unsere Vorfahren keine lesbaren Zeichen

oder Inschriften hinterliessen, erzählt

er uns, stehen wir bezüglich Sinn und

Bedeutung dieser Zeitzeugen vor einem

Rätsel und sind weitgehend auf Vermutungen

angewiesen. Als gesichert gilt

aber die astronomische Ausrichtung.

Man geht im Weiteren davon aus, dass

einige Steinreihen entlang von unterirdischen

Energielinien entstanden sind.

Die Gruppe um Hans Wiesner zieht

beeindruckt weiter durch die Kulturgeschichte

unserer Vorfahren im Säuliamt

Wandernachmittag «Stonehenge im Säuliamt».

und wir sind etwas reicher an Erfahrung

und wissen, eine nächste Wanderung

durch Natur und Geschichte im

Säuliamt werden wir mit Hans Wiesner

unternehmen, um mehr über die

Stonehenge im Säuliamt zu erfahren.

Text Michael Knaus Foto Imbach Reisen

Auf einer dreistündigen Wanderung führt der Imbach-Geschäftsführer, Hans

Wiesner zu spannenden Zeugen der Geschichte und Natur in seiner Heimat, im

Knonaueramt, in welcher er seit 30 Jahren lebt und wandert.

Datum: Samstag, 8. November 2014

Treffpunkt: 13.30 Uhr am Bahnhof Affoltern am Albis.

Wanderung ca. 8 km auf Wanderwegen und kurzen weglosen Abschnitten.

Höhendifferenz: + 200 m / 200 m

Preis pro Teilnehmer 50 Franken, inklusive Zvieri in einem Landgasthof.

Anmeldung bei Imbach Reisen AG, Luzern. Telefon 041 418 00 00 oder

www.imbach.ch

NATURZYT 45


Auf den Spuren der Natur, Sagen und Mythen

Wunderland

Waadtland

Eingebettet in eine intakte

Natur bezaubert das Waadtland

mit sonnenverwöhnten

Reb bergen, imposanten

alpinen Gletscherwelten und der wilden

Schönheit des Juras mit seinen

schier unend lichen Wäldern, Hochebenen

und idyllischen Seelandschaften.

NATURZYT nimmt Sie mit auf eine

Streiftour durch die Waadtländer Alpen

und den Jura.

WAADTLÄNDER JURA UND ALPEN

Die Westschweizer Sonnenstube lockt

mit herrlichen Naturlandschaften

und atemberaubenden Panoramen. Für

Wanderfreunde ist das Waadtland

schlicht ein Paradies. Was für ein herrliches

Gefühl ist es doch, nach einem

steilen Aufstieg auf einen Alpgipfel die

grandiose Rundsicht zu geniessen.

Wem die alpinen Felswände zu schroff

und die Gletscherwelt zu unwirtlich

erscheinen, den zieht es wohl eher in

den mystisch-schönen Jura mit seinen

wildromantischen Tälern und den

weiten Wäldern, die an den hohen

Norden erinnern.

LES DIABLERETS EIN ALPDORF

ZU FÜSSEN DES GLETSCHERS

Idyllisch im Herzen der Waadtländer

Alpen, am Fusse eines imposanten Gletschers

gelegen, hat sich Les Diablerets

seinen urtümlichen Charakter als

traditionsreiches Bergdorf bewahrt.

Der Ort in den Teufelsbergen, wie das

Diablerets-Massiv zu Deutsch heisst,

ist ein alpines Naturparadies mit klaren

Bergseen und blühenden Alpwiesen,

wo man schon mal auf Gämsen, Steinböcke

oder Murmeltiere treffen kann.

Auf Höhen von 1200 bis 3200 Metern

werden Wanderer wie auch Alpinisten

und Kletterer immer wieder mit

46 NATURZYT


Das Waadtland ist ein Wunderland,

geprägt von schroffen Alpgipfeln

und mystischen Juralandschaften

(Foto: Sémio Stéphane de Trey)

NATUR ERLEBEN

spektakulären Ausblicken für ihre

körperliche Anstrengung belohnt. Und

wer ganz hoch hinaus will, unternimmt

eine Tour auf den gut ausgeschilderten

Wanderwegen von Glacier 3000 und

geniesst die grossartige Fernsicht vom

Gletscher.

VALLÉE DE JOUX

EINE GEHEIMNIS UMWOBENE IDYLLE

Gesäumt von Seen und grünen Weiden

ist das unberührte Vallée de Joux ein

wahres Juwel und Wanderparadies.

Der Risoud-Wald bildet die natürliche

Grenze zu Frankreich und ist dank

seiner grossen Biodiversität und der

Vielfalt seiner Fauna einzigartig. Hier

gedeihen unzählige schattenspendende

Bäume und erfreuen Spaziergänger,

die mit etwas Glück Auerhühner,

Kragenhühner oder Luchse beobachten

können. Dem Wald mit seinem

dichten Unterholz und den spärlichen

Lichtungen mutet etwas Unheimliches

an nicht umsonst erzählte man sich

hier einst Geschichten über Bären,

Wölfe, Schmuggler und Räuber. Aber

auch die Gegend von Vallorbe ist

sagenumwoben. Eine Karstquelle der

Orbe hat hier Tropf steinhöhlen

entstehen lassen, die zu den schönsten

Europas gehören.

ÜBER STOCK UND STEIN UND EIS

Wer den Erlebnispfad «Eis und Wasser»

unter die Füsse nimmt, begibt sich quasi

auf eine Reise zum Ursprung des

Lebens. Vom Glacier 3000 aus führt

der Weg über Schneefelder vorbei am

Tsanfleurongletscher, einem der

kleinsten Gletscher der Schweiz. Dessen

Schmelzwasser trägt zur Entstehung

idyllischer Natur bei. Weiter geht’s

vorbei an Seen und Gebirgsbächen bis

zum Sanetschpass. Bei der Quelle der

Saane sprudelt Wasser aus dem Boden,

das dereinst in der Nordsee sein

Zuhause findet.

NATURZYT 47


ALPENPFLANZEN AUS

DER GANZEN WELT

Seit über 100 Jahren verschreiben sich die

Waadtländer Alpengärten bereits dem

Schutz von Bergpflanzen aus der ganzen

Welt. Der botanische Alpen garten in

Pont de Nant liegt im Naturschutzgebiet

«La Thomasia» und beherbergt an die

3000 Pflanzenarten. Dazu zählen nebst

heimischen Gewächsen auch Blumen aus

dem Himalaya, den Rocky Mountains,

aus Neuseeland und der Arktis. 800

Meter höher werden auf einem Bergmassiv

im Alpengarten «La Rambertia»

gegen 1000 Arten alpiner Pflanzen

kultiviert.

BEGEGNUNG MIT STEINBOCK

UND ADLER

Was in den Alpengärten die Pflanzen,

sind im Naturschutzgebiet «La Pierreuse»

die Begegnungen geduldiger Besucher

mit Steinböcken, Gämsen, Murmeltieren,

Luchsen und Königsadlern. Zusammen

mit der pflanzlichen und geologischen

Vielfalt machen die seltenen Tiere

die Faszination des Naturparks «Gruyère

Pays-d’Enhaut» aus. Die typische

Voralpen landschaft ist eine unvergleichliche

Wanderidylle. Für Feinschmecker

wartet in den Alphütten zudem ein

Lecker bissen: Von den Weiden von «La

Pierreuse» stammt der AOC-Käse

L’Etivaz.

WISSENSCHAFT UND

ERLEBNIS ZUGLEICH

Auch im Jura kommt dem Schutz der

Flora besondere Bedeutung zu. Auf

den 200 Hektaren des Arboretums von

Aubonne werden nicht weniger als

4000 Bäume und Sträucher aus allen

Kontinenten kultiviert. Im Obstgarten

werden zudem alte, heute aufgegebene

Obstsorten bewahrt. Die Pflanzen

im Arboretum sind Gegenstand

wissenschaftlicher Untersuchungen,

bilden aber auch eine Erlebniswelt

für die Besucher. Kinder beispielsweise

freuen sich, mit Fred dem Biber auf

einer Rallye den Wald zu erkunden.

Eine unvergessliche Wanderidylle in einer pflanzlichen und

geologischen Vielfalt. (Foto: OTV)

Das Naturreservat «Grande Cariçaie» ist das grösste

Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz. (Foto: Benoît Renevey)

ALTE BÄUME UND FLINKE FISCHE

Der 1,2 Kilometer lange Lehrpfad «Bois

des Ages» führt durch eine wunderbare

Waldlandschaft von Prangnis zum

Genfersee hinab. Zahlreiche Informationstafeln

weihen die Passanten in die

Geheimnisse des Waldes ein. Über rund

7 Kilometer führt der «Forellenpfad»

entlang der Boiron von Morges nach

St-Prex. Auf diesem Lernspaziergang

stehen nicht Bäume, sondern Fische im

Fokus. Jungen und junggebliebenen

Entdeckern bietet sich die Gelegenheit,

die tierischen Bewohner und das

Ökosystem des feuchten Seeufergebiets

kennenzulernen.

ARTENREICHE UFERLANDSCHAFT

Das Naturreservat «Grande Cariçaie»

ist das grösste zusammenhängende

Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz und

beherbergt etwa einen Viertel der Flora

und Fauna des Landes. Dieses Schutzgebiet

der Rast- und Brutplätze von

Zugvögeln ist im Rahmen der Juragewässerkorrektion

entstanden und

geniesst Anerkennung weit über die

Grenzen hinaus. Die Landschaft

präsentiert sich dem Spaziergänger

wie ein langer Schal aus Sumpfgebieten,

gesäumt von Uferwäldern und

herrlichen Auen.

48 NATURZYT


Die Grotten von Vallorbe sollen von Feen

bewohnt sein. (Foto: Claude Jaccard)

NATUR ERLEBEN

Sagen und Mythen

Rund 730 000 Menschen bewohnen das Waadtland und eine Hand voll Feen. In den Alpen

wacht eine Fee über ihre Juwelen, die sie vor langer Zeit noch in Gestalt einer edlen Dame

im Lac de Chavonnes vor Plünderern versteckte. Im Jura verstecken die Feen in den Grotten

von Vallorbe etwas ganz anderes: ihre Füsse. Zwei Sagen aus dem Waadtland.

In den Alpen wacht eine Fee über ihre

Juwelen, die sie vor langer Zeit noch in

Gestalt einer edlen Dame im Lac de

Chavonnes vor Plünderern versteckte.

Im Jura verstecken die Feen in den

Grotten von Vallorbe etwas ganz

anderes: ihre Füsse. Zwei Sagen aus dem

Waadtland.

Als im 17. Jahrhundert eine Invasion

von Wallisern drohte, gingen die

Alphirten von Les Diablerets zur edlen

Dame Isabeau und warnten sie vor den

Plünderern. Isabeau nahm ihren

Schmuck und flüchtete in den Wald.

Ihre Juwelen versteckte sie auf dem

Grund des Chavonnes-Sees. Weil die

Dame so schön war, machten die

Waldgeister sie zu einer Fee. Heute noch

wacht die unsterbliche Isabeau über

ihren Schatz im sogenannten Smaragdsee.

Das von ihr zum Leben erweckte

Seemonster beisst alle, die den Schmuck

zu stehlen versuchen. Wer bei Vollmond

geduldig hinschaut, kann am Ufer des

Sees Isabeau entdecken, wie sie ihre funkelnden

Juwelen bewacht.

DAS GEHEIMNIS DER FEENFÜSSE

Als der kühne und angeberische

Eisenarbeiter Donat hörte, dass die

Grotten von Vallorbe von Feen bewohnt

seien, machte er sich zu den Höhlen auf.

Müde dort angekommen, legte er sich

hin und schlief ein. Als er erwachte,

erblickte er eine Fee. «Du gefällst mir»,

sprach sie. «Willst du bei mir bleiben?»

Der junge Mann würde jeden Tag ein

Goldstück und eine Perle bekommen,

unter der Bedingung, dass er die Fee

niemals in ihren Gemächern aufsuche.

Bald jedoch war Donats Neugier so

gross, dass er in den Raum schlich, wo

die Fee ruhte. Unter deren Kleid

bemerkte er ihre hässlichen Krähenfüsse.

Wütend vertrieb die Fee den

ungebetenen Gast und legte ihm nahe,

nichts zu verraten. Donat aber erzählte

in der Schmiede von seiner Entdeckung

und erntete nur Spott. Als Beweis zog er

die Goldstücke und Perlen aus seiner

Tasche. Zum Vorschein kamen verwelkte

Herbstblätter und Wacholderbeeren.

Gedemütigt ging Donat fort und ward

nie mehr gesehen.

Sind im Chavonnes-See Juwelen

versteckt (Foto: Villars Tourisme)

NATURZYT 49


Das Waadtland und die Schweiz im Herbst erleben

Foto: CIO/Lydie Nesvadba

MOUDON, CHARME EINER

HISTORISCHEN STADT

Moudon liegt in einer wunderschönen

Lage im Herzen der waadtländischen

Natur, welche zahlreiche Möglichkeiten

für Ausflüge zu dem Jorat-Plateau

und dem Broye-Tal bietet. Malerische

Weiler beleben diese hauptsächlich

land wirtschaftliche Umgebung und

bieten Panoramaausblicke auf die

Alpen. Unzählige Wasserläufe haben

im Laufe der Zeit das Gestein,

die Gletscher töpfen, Talmulden und

Molassefelsen geformt. Mehr Info

unter www.moudon.ch

AUSFLUGSPARADIES GLACIER 3000

Glacier 3000 ist ein Ausflugs- und

Wanderparadies im Sommer! Auf 3000

Metern warten ein atemberaubendes

Panorama mit Aussicht auf 24 Viertausender

sowie spannende Aktivitäten

in einer faszinierenden Gletscherwelt.

Eine Fahrt mit der höchstgelegenen

Rodelbahn der Welt sorgt für ein

spannendes Erlebnis und Nervenkitzel.

Mit über 75 km vielfältigen Bergwanderwegen

und alpinen Routen sowie einem

Klettersteig bietet Glacier 3000 für

jeden Gast das Passende. Mehr Info

unter www.glacier3000.ch.

OLYMPIA ERLEBEN

Das Olympische Museum und seine

Museumsgestaltung auf über 3000 m 2

laden Sie zu einer unglaublich lebendigen

Reise durch das olympische

Universum ein. Der olympische Park

verbindet Natur, Kunst und Sport auf

einzigartige Weise. Der Park ist in

majestätische Natur eingebettet und

bietet eine wunderschöne Aussicht auf

den See. Mit seinem zeitgemässen

Design, schlägt das TOM-Café verspielt

einen Bogen zum Sport und schafft eine

fröhliche und lockere Atmosphäre.

www.olympic.org/museum

WILDE BEEREN UND RÖHRENDE

HIRSCHE

Tauchen Sie ein in die farbenprächtige

Landschaft am Grossen Aletsch gletscher

und erleben Sie die Welt der Wildbeeren

und ihre kulinarische Bedeutung

oder die röhrenden Hirsche im Aletschwald.

Ob geführte Wanderung,

der Besuch der Ausstellungen, ein

genussvoller Aufenthalt im Tee-Salon

oder eine Übernachtung in der historischen

Villa Cassel: das Pro Natura

Zentrum Aletsch macht Ihnen den

Herbst zum unvergess lichen Erlebnis:

www.pronatura-aletsch.ch

HERBST AM ZUGERSEE

Die Zugersee-Schifffahrt sorgt für

erfrischende Momente und grosse

Erlebnisse. Und dies immer kombiniert

mit feinen Köstlichkeiten auf den

Schiffen. Im September stehen kulinarische

Abendfahrten mit Buffets à

discrétion zu den Themen «Mediterranes

Italien» und «Bayerischer Biergarten»

auf dem Speiseplan. Frühstücksgenüsse

gibt es täglich. Und wer es etwas ausgelassener

mag, auf den warten noch

einige Musikfahrten in dieser Schiffsaison.

Alle Angebote und Fahrplan

unter www.zugersee-schifffahrt.ch

WANDERFRÜHSTÜCK IN FRUTIGEN

Der Herbst lockt mit seinen Farben

und der Oeschinensee verzaubert mit

seiner stahlblauen Oberfläche und

den nahen Berggipfeln. Ob Sie nun

gemütlich von der Bergstation zum See

wandern oder eine anspruchsvolle

Tour machen; das leckere Frühstück von

Di bis So ab 8.45 Uhr serviert Ihnen das

Tropenhaus Frutigen. Nur einen

Zwischenstopp entfernt, können Sie

sich bei uns für Ihre Tour stärken und

auch gleich das Gondelticket dazu

erwerben. Mehr Informationen unter

www.tropenhaus-frutigen.ch

50 NATURZYT


Genuss

(Foto Olivier Buhagiar)

Eine Frau sitzt auf der mit Reben eingefassten lauschigen

Terrasse eines kleinen Restaurants an der Waadtländer

Riviera. Ihr Blick schweift über den Genfersee und zu ihrem

Begleiter. Dann widmet sie sich der Geschmackssymphonie

auf ihrem Teller. Ihre leicht geschlossenen Augen verraten,

dass sie es geniesst. Kein Wunder, denn ihre Waadtländer

Heimat hat einen ausgezeichneten Ruf als Feinschmeckerkanton.

Dank der unvergleichlichen Dichte an Wirtshäusern

mit Auszeichnung. Und dank Spezialitäten, wie den berühmten

Saucissons oder dem Vacherin Mont-d‘Or. Dass die Frau

sachte mit ihren Füssen im Takt wippt, ist ein weiteres

Zeichen ihrer Freude, der Gaumenfreude. Aussergewöhnlich

ist ihre Leichtfüssigkeit indes nicht. Als Waadtländerin hat

sie den Rhythmus quasi im Blut. Das ganze Jahr hindurch ist

ihr Zuhause Austragungsort unzähliger Musikfeste. Mit

Weltruf. Das Montreux Jazz Festival, das Paléo Festival in

Nyon, die Opern in Avenches und noch viele mehr.

IM WEIN LIEGT DAS ERBE

Mit einem Glas Weisswein stösst die Frau mit ihrem Gegenüber

auf die Zweisamkeit an der Mittagssonne des Genfersees

an. Beim Geniessen eines fruchtigen Schlucks schweift ihr

Blick in die Ferne. Am Horizont reifen die Trauben auf den

Terrassen des Lavaux zu Spitzenweinen. Dieses UNESCO­

Welterbe ist nur eines von sechs AOC-Gebieten, die das

Waadtland zum zweitgrössten und vielfältigsten Weinproduzenten

der Schweiz machen. Die Zeit vergeht. Der letzte

Bissen der Tarte à la raisinée, einer weiteren Waadtländer

Delikatesse, ist verzehrt. Die Frau blickt auf ihre Uhr. Zeit zu

gehen? Nein. Sie wirkt nicht gestresst, vielmehr stolz. Stolz

auf den schmucken Zeitmesser um ihr Handgelenk, der in der

Wiege der Schweizer Uhrmacherkunst, im Waadtländer Jura

gefertigt wurde. Zum krönenden Abschluss gönnt sich die

Frau einen Kaffee, ihr Vis-à-Vis einen Bitter des Diablerets.

Beide geniessen abermals das unvergleichliche Panorama.

Wussten Sie,

… dass die 2007 zum UNESCO-Welterbe gekürten

Weinberg-Terrassen des Lavaux bereits im

12. Jahrhundert von Mönchen kultiviert wurden?

… dass im Waadtland mit der 3000 Hektar umfassenden

Grande Cariçaie das grösste Schweizer Seeuferfeuchtgebiet

beheimatet ist?

… dass der gefrorene Lac de Joux im Winter jeweils

zu einer der grössten Natureisbahnen von ganz

Europa zählt?

… dass der Waadtländer Jura mit rund 440 Loipen-

Kilometern zu einem der ausgedehntesten

Langlaufgebiete Mitteleuropas gehört?

… dass das Waadtland mit 96 Restaurants mehr

im Restaurantführer «GaultMillau» vertreten ist

als sämtliche anderen Kantone?

... dass sich mit dem «Maison d’Ailleurs» Europas

einziges Science-Fiction-Museum in Yverdon- les-

Bains befindet?

… dass am Tulpenfest in Morges, welches jeden Frühling

im Parc de l’indépendence stattfindet, nicht weniger

als 100 000 Tulpen blühen?

… dass das Waadtland unter anderem schon folgende

Berühmtheiten beherbergte: Kaiserin Sisi, Charlie

Chaplin, Audrey Hepburn und natürlich Freddie

Mercury?

Mehr Informationen über das Waadtland unter

www.genferseegebiet.ch

www.grande-caricaie.ch

www.myvalleedejoux.ch

www.ailleurs.ch

www.morges-tourisme.ch

Text / Fotos Ursula Krebs, Waadtland Tourismus

NATURZYT 51


Natur- und Wanderferien in

OBERGOMS: DEN HERBST ERWANDERN

Warme Tage und kühle Nächte: mein Mein Pauschalangebot für 3 Nächte

Herbst im Obergoms! Die Alpweiden im Landhaus in Münster: CHF 333.

färben sich rot, die Wälder ziehen ihr inklusive Halbpension, 2 Lunchpaketen

goldenes Kleid an und die Berge

und vielem mehr. Jetzt buchen jeweils

schmücken sich schon mit dem ersten von Sonntag bis Mittwoch noch bis

Weiss. Herrlich so eine Wanderung, Ende Oktober: Telefon 027 973 22 73

herrlich so ein paar Tage Erholung! www.landhaus-obergoms.ch

DISENTIS: DER NÄCHSTE

WINTER KOMMT BALD!

Unser Hotel liegt direkt an den Bergbahnen

ins Skigebiet Disentis3000.

Wir bieten traditionelles Ambiente,

bodenständige Küche, kleine Wellnessanlage,

grosszügige Zimmer mit DU/

WC/TV, Telefon, Balkon und herrlichem

Bergblick. Gemütliche Restaurants und

Kaminstube laden zum Verweilen ein.

Kostenfreier Parkplatz! Unser Highlight:

4 Nächte / 5 Tage / inkl. Frühstück,

Abendessen, Skipass 4 Tage ab

CHF 550.00 Kinderermässigung im

Zimmer der Eltern! Informationen:

www.hotel-baur.ch

BELLWALD: ANDERS…

Eigentlich ist unser Betrieb einer wie

alle andern: an einem der wunderschönsten

Fleckchen Erde gelegen; ein

Ort zum Verweilen und Geniessen;

mit einem Team, das Sie nach Strich

und Faden verwöhnt; mit einer Küche,

die Sie in solcher Raffinesse hier kaum

erwarten würden. Und trotzdem sind

wir vielleicht doch ein bisschen anders

als alle andern… Entdeckerangebot:

2 Nächte inkl. Gourmethalbpension

zum halben Preis. Mehr Infos auf

www.alte-gasse.ch. Saison vom 1. Juni

bis 19. Oktober 2014.

HOTEL SCHLOSS SONNENBURG,

SÜDTIROL

Sie erleben Hotel-Komfort, behutsam

und liebevoll in uralte Klostermauern

integriert. Im luxuriösen Sonnenburg­

Spa mit seinen romanischen Gewölben

und gotischen Fresken spüren Sie die

Kraft purer Meditation. Sie geniessen

Ruhe und Sonne auf Terrassen und in

den Gärten mit Infinitypool der weitläufigen

Burganlage. Zu Ihren Füssen

liegt das Pustertal mit grandiosen Ausblicken

bis in die Dolomiten. Viel gelobt

ist die Gourmetküche und die herzliche

Gastfreundschaft. www.sonnenburg.com

FAMILIENFERIEN IN DER TIROLER

ZUGSPITZARENA

Berwang ist der höchstgelegene Ort der

Tiroler Zugspitzarena. Familien können

hier gemeinsam die Natur erleben.

Das grosszügige Hotelareal des 4-Sterne­

Hotels Kaiserhof ist umgeben von

duftenden Bergwiesen und saftig

grünen Almen. Eine perfekte Kombination

aus Ruhe und Erholung sowie

Sport und Wellness. Während die

Kleinen professionell betreut werden,

können Mama und Papa ein bisschen

Zeit ganz für sich allein geniessen.

Mehr unter www.kaiserhof.at

52 NATURZYT


Rezepte Spezialitäten aus dem Waadtland

MALAKOFF

von Jean-Claude Daglia, Café Restaurant l’Union Bursins

Zutaten (4 Personen)

400 g Jurakäse oder halbrezenter Greyerzer, 200 g Mehl, 3 dl La Côte Weisswein,

1,5 dl Milch, 3 Eier, 1 EL Öl, Salz

Zubereitung

Käse in daumengrosse Stäbchen schneiden und danach mehrere Stunden im Weisswein

marinieren lassen. Mehl, Eier und Milch zu einer glatten Masse vermischen. Eine Prise

Salz und etwas Öl beigeben. Käse aus dem Wein entfernen, mit Mehl bestreuen und

dann aus giebig im Teig rollen und zu Kugeln formen. Bei 180 °C im Öl frittieren, bis die

Krapfen knusprig braun sind. Malakoffs auf Haushaltpapier abtropfen lassen. Warm mit

einem schmackhaften grünen Salat servieren.

(FOTO: OTV)

PAPET VAUDOIS (4 6 PERSONEN)

Rezept von www.charcuterie-vaudoise.ch

Zutaten

Je nach Grösse 2 4 Saucisses aux choux, 1 kg Lauch, 600 g Kartoffeln,

2 kleine Zwiebeln, 1 EL Kochbutter / Fett, 2 dl Weisswein, 1 dl Bouillon,

2 dl Milch, Salz, Pfeffer, Muskat

(FOTO: OTV)

Zubereitung

Lauch waschen und in Stücke von 4 cm schneiden. Zwiebeln hacken, in einer

Bratpfanne in Butter dünsten und Lauch beifügen. Mit Salz und Pfeffer würzen,

mit Wein und Bouillon ablöschen, zugedeckt während 10 Minuten kochen.

Kartoffeln und Würste beifügen und langsam während 15 bis 20 Minuten ziehen

lassen. In dieser Zeit in einer kleinen Pfanne restliche Butter und Mehl dünsten,

mit Milch und 3 dl Flüssigkeit aus der Pfanne ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und

Muskat würzen. 10 Minuten kochen lassen und dem Gericht beigeben. Gemüse

auf vorgewärmter Servierplatte anrichten. Würste anstechen, um das Fett

auslaufen zu lassen, danach ringförmig auf Platte anordnen.

VACHERIN MONT-D’OR AOC IM BACKOFEN

Rezept von www.genferseegebiet.ch

Zutaten

1 Vacherin Mont-d’Or AOC, 12 Knoblauchzehen,

1 dl trockener Weisswein, Pfeffer

Zubereitung

Den Käse mit Alufolie umwickeln. Danach wie einen Kuchenteig mit der Gabel

einstechen und nach Belieben 1 bis 2 Knoblauchzehen in den Laib stecken.

Mit trockenem Weisswein übergiessen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 C°

während 25 Minuten backen. Etwas Pfeffer aus der Mühle darübergeben und

löffelweise

über geschwellte Kartoffeln servieren. Der Vacherin Mont-d’Or aus dem Ofen

kann natürlich auch wie ein Fondue mit Brot genossen werden.

(FOTO: CLAUDE JACCARD)

NATURZYT 53


Elbsandsteingebirge

Mystische Majestäten und

geheime Gemächer der Natur

Wahrhaft würdevoll steht er da. Die Ostseite in das zarte

Orange des Sonnenaufgangs getaucht, umspielt von den Resten

des Morgennebels. Die Elbe macht einen respektvollen Bogen

um die imposante Erscheinung. Untertänig ducken sich die wenigen

Häuschen in seiner Nähe und setzen pittoreske Kontrapunkte zu

seiner herrschaftlichen Präsenz.

Wer das Glück hat, den

Lilienstein so zu erleben

früh am Morgen, von

der Festung Königstein

aus , versteht sofort, warum er

das Wahrzeichen des Nationalparks

Sächsische Schweiz ist. Er ist nicht nur

einer der markantesten Berge der

Region, sondern auch einer der schönsten.

Und er hat alles, was ein Tafelberg

haben muss: ein Gipfelplateau flach wie

ein Tisch, fast senkrechte Steilhänge

und einen breiten, bewaldeten Sockel

aus Bruchgestein.

Der Lilienstein steht auch für

die geglückte Wiederansiedlung bereits

ausgestorbener Tierarten in der Nationalparkregion.

In den 1990er-Jahren

wurden hier über siebzig junge Wanderfalken

ausgewildert. Einige blieben

im Elbsandsteingebirge, das mit seiner

zer klüfteten Felsenwelt viele ideale

Brutreviere bietet. Heute leben in der

Sächsischen und Böhmischen Schweiz

wieder 30 Wanderfalkenpaare mit ihrem

Nachwuchs.

MAJESTÄTISCHE TAFELBERGE

Wie Monumente für die Ewigkeit ragen

der Lilienstein, der Königstein oder

der Pfaffenstein aus der Landschaft. Ihre

zerschundenen Silhouetten erinnern

daran, dass diese Landschaft noch

54 NATURZYT


immer in Bewegung ist. In einigen

Millionen Jahren wird auch der letzte

steinerne Rest des kreidezeitlichen

Meeres verschwunden sein. Der Mensch

wird dann nur eine Episode und das

heutige Elbsandsteingebirge nur eine

Momentaufnahme eines malerischen

Zerfalls gewesen sein.

Die Bastei ist ein ausgezeichneter

Ort, um den Status quo dieses Naturkunstwerkes

im Wandel zu betrachten.

Der atemberaubende Ausblick und seine

gute Erreichbarkeit haben das Felsmassiv

einst zur Keimzelle für den Tourismus

in der Region gemacht. Erst kamen

die Maler der Romantik mit ihren

Skizzenbüchern und Staffeleien, dann

der Rest der Welt. In der Hochsaison

sind das einige tausend Besucher pro

Tag. Zum Glück gibt es noch zahlreiche

weitere, ebenso eindrucksvolle, aber

weniger frequentierte Aussichtspunkte.

Zum Beispiel den Brand, auch «Balkon

der Sächsischen Schweiz» genannt,

317 Meter über dem Meeresspiegel,

unweit des Städtchens Hohnstein im

Norden des Elbsandsteingebirges

oder für die Betrachtung vom Süden

her den Grossen Zschirnstein, die

mit 561 Metern über Meer höchste

Erhebung der Sächsischen Schweiz.

Beinahe alles Felsige, was man in der

Region gesehen haben muss, hat

man von diesen beiden Punkten aus im

Blick. Weitere gute Alternativen sind

die Waitzdorfer Höhe bei Waitzdorf, der

sogenannte Kuhstall eine Höhle mit

Aussicht südlich von Lichtenhain oder

die Schrammsteinkette nahe Bad

Schandau.

GEHEIME GEMÄCHER GRÜNDE,

SCHLUCHTEN, TÄLER

Die Berge und Aussichtspunkte sind

beeindruckend, keine Frage. Kenner

empfehlen jedoch vor allem das andere

Extrem des Höhenprofils der Region für

besonders spektakuläre Naturerlebnisse:

die Täler und Schluchten. Die dunklen,

kühlen, oft von schroffen, üppig begrünten

Felswänden umstandenen Gründe

mit ihren klaren Bachläufen wurden in

der Vorstellungswelt der Einheimischen

in vormoderner Zeit gern mit Nixen,

Kobolden, Geistern und Dämonen

bevölkert. Und selbst als abgeklärter

Mensch des digitalen Zeitalters kann

Die Basteibrücke im Herbst ein ausgezeichneter Ort, um das Naturwerk

im Wandel zu betrachten. (Foto: Frank Richter)

Das Uttewalder Tor hier stossen wir in die geheimen Gemächer der

Natur vor. (Foto: Rene Gaens)

man sich der Mystik dieser Orte,

an denen bis heute Pflanzen der Eiszeit

überdauert haben, nicht entziehen.

Das erlebt man zum Beispiel im

Amselgrund, der südlich von Rathewalde

als romantische Felsenschlucht beginnt,

und am Amselsee, kurz vor Rathen,

endet. Wer hier wandert, wird begleitet

vom wandlungsfähigen Grünbach, der

sich mal schmal, mal breit, mal langsam,

mal schnell fliessend zeigt, dann

zwischen den Felsen verschwindet um

wenig später als der grösste Wasserfall

weit und breit wieder aufzutauchen.

GEHEIMNISVOLLE MELANCHOLIE

Als Motiv entdeckt und mit einem

Namen versehen wurde das Elbsandsteingebirge

von den Künstlern der

Romantik. Hofmaler Alexander Thiele

hält 1726 eine Ansicht der Festung

Königstein fest. 40 Jahre später zieht es

die Schweizer Maler Adrian Zingg und

Anton Graff in die Gegend, von deren

Schönheit sie sofort ergriffen werden.

Ihnen verdankt die Region ihre Bezeichnung

«Sächsische Schweiz», da sie sich

an ihre Heimat erinnert fühlen. Die

Reisenotizen und Ansichten inspirieren

weitere Künstler. So entstehen im Laufe

der Jahre unzählige Kupferstiche,

Ölgemälde und Aquarelle. Auch Dichter

folgen dem Ruf der Natur und Komponisten

beginnen, die Melodie der

Landschaft zu suchen. Hans Christian

Andersen begeistert sich für die

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 55


Der Kuhstall eine Höhle mit

Ausblick. (Foto: Frank Richter)

Imposanter Blick auf den Lilienstein (links) und die Festung Königstein.

(Foto: Frank Exss)

«geheimnisvolle Melancholie» des

Felsenreichs. Richard Wagner lässt sich

hier für den «Lohengrin» inspirieren

und Carl Maria von Webers Librettist

zur Wolfsschluchtszene im »Freischütz».

Später dann auch Mary Shelley, seit

ihrem «Frankenstein» eine der bekanntesten

britischen Schriftstellerinnen

ihrer Zeit.

So haben die Künstler malend,

dichtend und komponierend das Elbsandsteingebirge

weltberühmt gemacht.

Heute führen 112 zauberhafte Wanderkilometer

als «Malerweg» zu ihren

Lieblingsorten. Prämiert als «Schönster

Wanderweg Deutschlands» führt der

Rundweg in acht Tagesetappen zu den

schönsten Punkten in der Sächsischen

Schweiz. Bereits auf der ersten Wanderetappe

kommt man durch den Uttewalder

Grund. Es ist ein besonders geheimnisvoller

Ort. Reizvoll ist vor allem der

Einstieg bei Uttewalde. Fast meint man,

den Eingang zu einem verwunschenen

Märchenreich gefunden zu haben.

Oder in Mary Shelleys Worten: «Wir

stossen in die geheimen Gemächer der

Natur vor, von ihr ausgeschmückt in

der wildesten Launenhaftigkeit.»

Text Sebastian Thiel, Michael Knaus

Fotos Frank Exss, Frank Richter,

Rene Gaens

Das Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge bestehend aus Sächsischer Schweiz und Böhmischer

Schweiz ist eine der spektakulärsten Naturlandschaften Europas. Tafelberge

faszinieren weltweit und sind Raritäten, da für die Entstehung bestimmte

geologische Faktoren zusammenkommen müssen. Über 140 Millionen Jahre

dauert es von den zarten Anfängen bis zur heutigen Pracht: Sedimente lagern

sich auf dem Grund des damals noch die Region bedeckenden Meeres ab,

werden zu Stein. Die so entstandene, mehrere hundert Meter dicke Sandsteinplatte

wird gehoben und zerbricht. Wind und Wetter lassen die bizarren

Fels formationen entstehen. Die Elbe gräbt sich etwa 300 Meter tief in den

Sandsteinsockel ein. Härtere Bereiche bleiben dabei als Tafelberge stehen.

Mehrere Dutzend Tafelberge mit Höhen bis 730 Meter prägen die Silhouette

des Elbsandsteingebirges.

Welche Tafelberge man kennen sollte

Die mit etwa 730 Metern höchste Erhebung ist der Děčínský Sněžník (Hoher

Schneeberg) in der Böhmischen Schweiz. Der Grosse Zschirnstein (561 Meter)

ist der höchste Tafelberg der Sächsischen Schweiz. Der Königstein trägt die

gleichnamige, weit sichtbare, einst uneinnehmbare Festung. Der Pfaffenstein,

bekannt für seine Felsnadel «Barbarine» ist ein Muss. Seine zerklüftete Form

lässt ihn wie eine eigene, wildromantische Landschaft wirken. Meist führen gut

ausgebaute Wanderwege bis zum Gipfel. Das Elbsandsteingebirge befindet

sich in Ostdeutschland, in Sachsen, südwestlich von Dresden.

Mehr Informationen

Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.

Bahnhofstrasse 21, 01796 Pirna, Deutschland

Telefon 0049 3501 47 01 47

info@saechsische-schweiz.de

www.saechsische-schweiz.de

56 NATURZYT


Abonnieren Sie jetzt

NATURZYT für sich

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Nr. 5 | Juni bis August 2014 | CHF 7.90 Belebte Schweiz.

Aus Liebe zur Natur

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Herbstliche Wanderflüge

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den Feldermäusen

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Auf Entdeckungsreise im grössten Naturpark der Schweiz

Im Herzen von Graubünden

durch die Natur

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Der Sommerflieder

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Nachhaltige Grillzeit

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Orte mit erhöhter

natürlicher Energie

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Natur erfahren im Aargau

Auf Entdeckungsreise

im Jurapark Aargau

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am Abgrund

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NATURZYT Mit Liebe und Verständnis für unsere

Natur gemacht. Jetzt abonnieren mit untenstehendem

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NATURZYT 57


NATURZYT Naturtipps

Farbenprächtig!

Die Schweiz im Herbst.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Natur zeigt sich noch

einmal in ihrer schönsten Farbenpracht. Rot-braun schimmernd

zeigen sich die herbstlichen Wälder. Die Wiesen blühen ein letztes Mal

auf, bevor sie sich für den Winterschlaf bereit machen. Ein eindrückliches

Naturschauspiel bietet uns die Natur im Herbst.

Aussicht auf dem Panoramarundweg

auf der Höhe Meielisalp.

58 NATURZYT


Der fröhliche Gesang der

Vögel verstummt und ganze

Schwärme ziehen gegen

Süden. Die Tiere sieht man

emsig auf der Futtersuche. Die Tage

werden kürzer, die Winde etwas stärker.

Ein herrliches Schauspiel von tanzenden

Blättern im Wald beginnt. Die Natur

wird gemächlicher, bereitet sich vor und

entspannt. Geniessen wir diese schöne

Jahreszeit in der Natur, bevor die Tage

kälter werden.

PANORAMA-RUNDWEG THUNERSEE

Rund um den Thunersee entsteht mit

sanft in die Landschaft eingebetteten,

sechs Hängebrücken über die Cholerenschlucht,

Kellischlucht, Riderbachschlucht,

Guntenbachschlucht, über den

Chrutbachgraben und Spissigraben

der Panoramarundweg mit insgesamt

56 km. Der Weg führt durch eine

wunderschöne Landschaft mit Sicht auf

ein atemberaubendes Alpenpanorama

vor dem tiefblauen Thunersee. Bereits

eröffnet sind die Panoramabrücke in

Sigriswil mit einer Spannweite von

340 m und einer Höhe von 180 m über

Grund, die Überquerung hin und

zurück kostet CHF 8.00. Die Panoramabrücke

Leissigen über den Spissibach

wurde als erste Fussgängerhängebrücke

eröffnet. Mehr Informationen unter

www.brueckenweg.ch.

Tipp: Der Panoramaweg in Leissigen

führt am Restaurant Meielisalp vorbei,

eine Einkehr zur Stärkung kann die

NATURZYT-Redaktion nur empfehlen.

Ursprüngliche Schluchten, Seen und Wasserfälle im Naturpark Doubs.

NATUR ERLEBEN

AUF DEN SPUREN DES DOUBS

Ursprüngliche Schluchten, Seen und

Wasserfälle im Naturpark Doubs.

Auf einer Strecke von 40 Kilometern

bildet der Doubs eine natürliche Grenze

zwischen der Schweiz und Frankreich.

Ein besonderes Naturschauspiel bietet

sich unterhalb von Les Brents, wo sich

Wasser zwischen steilen Felswänden zu

einem stillen, grünblau schimmernden

See staut, bevor es beim Saut-du-Doubs

schäumend in die Tiefe stürzt. Ein

Fussweg führt von der Bootsanlegestelle

bis zum Wasserfall. Von dort zieht der

Doubs weiter durch wilde Schluchten

und durch das geteilte Dorf Goumois

bis zum Clos-du-Doubs, wo er in einer

Schleife nach Frankreich weiterfliesst.

Der Wildpark Roggenhausen schönster Hirschpark der Schweiz.

Mehr Informationen unter Telefon

032 420 46 70, www.parcdoubs.ch.

SCHÖNSTER HIRSCHPARK

Im Wildpark Roggenhausen tummeln

sich Hirsche, Mufflons, Wildschweine

und seltene Haustierarten. Im grossen

Gehege mit Wald und offenem Land

zeigen sich die schönsten Hirsche der

Schweiz. Auf dem Naturlehrpfad erfährt

man mehr über den Gesteinsuntergrund

und die darauf wachsende Pflanzendecke.

Auf den Hangwiesen im Süden des Tälis

finden sich rund 50 hochstämmige

Apfel-, Birn-, Zwetschgen-, Kirsch- und

Pflaumenbäume. Der Wildpark Roggenhausen

ist westlich der Stadt Aarau

angesiedelt. Der Zugang ist kostenlos

und das ganze Jahr möglich. Ein

Spielplatz direkt beim Restaurant laden

Gross und Klein zum Verweilen ein.

Mehr Informationen unter Telefon

062 822 34 05, www.roggenhausen.ch

NATURZYT 59


Ab in die Natur

mit dem Cabrio.

Tipp: Mit Bus und Bahn in die

Natur. SBB RailAway bieten

interessante Kombi-Angebote zu

ermässigten Preisen an. Die

Angebote sind online unter sbb.ch/

online-kaufen, am Bahnhof sowie

beim Rail Service (0900 300 300,

CHF 1.19/Min. vom Schweizer

Festnetz) erhältlich. Auch GA-

Kunden erhalten eine Ermässigung

auf die Zusatzleistungen, wenn

das Billett vorher online oder am

Bahnschalter gelöst wird.

MIT DEM CABRIO DIREKT IN DIE

NATUR AM STANSERHORN

Das Stanserhorn im Herzen der Schweiz

ist der ideale Wanderberg in schönster

Natur. Schon die Fahrt auf das Stanserhorn

ist ein Naturerlebnis der anderen

Art, denn bei der Bergfahrt mit der

Cabrio-Bahn schwebt man unter freiem

Himmel, wie ein Adler im Wind,

zur Bergstation. Auf dem Stanserhorn

erfährt man von 16 naturerfahrenen

Rangern, die täglich von 10 bis 16 Uhr

unterwegs sind, viel über die Flora und

Fauna. Diese wissen, wo die Gämsen

grasen, die Adler ihre Kreise ziehen und

wo die schönsten Blumen blühen.

Auch kennen sie sagenumwobene

Geschichten und Anekdoten. Übrigens

wird man im Bergrestaurant Rondorama

nicht nur kulinarisch verwöhnt,

zum Beispiel mit Älplermagronen,

sondern hat im Dreh restaurant auch

einen herrlichen Rundblick auf ein 100

Kilometer umfassendes Alpen panorama

und zehn Schweizer Seen. Mehr

Informationen unter Telefon 041 618 80

40, www.cabrio.ch

einen der Ausgangspunkte und kann

eine längere oder kürzere Wanderung

unternehmen. Ein gut erreichbarer

Ausgangspunkt ist die Seilbahn

Eggberge (Bergstation 1445 m), deren

Talstation in der Nähe des Flüeler

Hauptbahnhofs ist. Vom Hünderegg

(1814 m) geniesst man die gesamte Urner

Alpenwelt. Ein Stück weiter liegt die

Ruogig-Bergstation (1730 m). Eine gute

halbe Stunde später gelangt man zum

Biel (1720 m) und von hier geht es

Richtung Klausenpass weiter bis zur

Luftseilbahn Ratzi (1520 m). Einige

heimelige Bergrestaurants laden zu

einem gemütlichen Abstecher ein.

Mehr Informationen unter Telefon

041 870 15 49, www.schaechentalerhoehenweg.ch.

SCHÄCHENTALER HÖHENWEG

EIN NATURPARADIES

Auf dem Schächentaler Höhenweg wird

man mit einer fantastischen Landschaft,

majestätischen Bergen und einer eindrücklichen

Blumen- und Pflanzenwelt

belohnt. Dank den vier Seilbahnen

(Eggberge, Ruogig-Fleschsee, Biel-

Kinzig und Ratzi) erreicht man schnell

Wunderschöner Ausblick auf dem

Schächentaler Höhenweg.

60 NATURZYT


Einzigartige

Aussichten.

z.B. auf der Tyrolienne,

beim rodeln oder im

Adventure Park auf dem

Monte Tamaro im Tessin.

sbb.ch/berge

ZUG- Und

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MIT

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* Kombi-Angebot «Monte Tamaro», gültig vom 5. April bis 2. November 2014,

mit 20% Ermässigung auf die Zugfahrt nach Rivera-Bironico sowie

auf die Gondelbahnfahrt auf die Alpe Foppa (einfach oder retour).

NATURZYT 61


?

QUIZ

NATURZYT-QUIZ

Mitmachen und eines von vier ADE!geranium

im Gesamtwert von CHF 3360 gewinnen.

FRAGE 1

Wo liegt der Jurapark?

im Jura

in England

im Aargau

FRAGE 2

Wer zieht gerade um?

NATURZYT

die Fledermäuse

der Hausmeister

FRAGE 3

Wer ist ein lustiger

SpringinsFeld?

Hans

Edgar

Fränzi

Vorname

Strasse/Nr.

PLZ/Ort

Telefon

?

?

Mitmachen ist ganz einfach, beantworten Sie uns einfach

nachfolgende Fragen

FRAGE 4

Welcher Fluss fliesst durch die

Taminaschlucht?

Rhein

Tamina

Sihl

FRAGE 5

Was ist ein Malakoff?

ein Wodka

ein Käsegericht

ein Nachname

?

FRAGE 6

Wo liegt das Elbsandsteingebirge?

in Graubünden

in Ostdeutschland

in Frankreich

Name

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Ihre Meinung zum aktuellen NATURZYT interessiert uns (Lob, Kritik etc.).

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Gewinnen Sie ein

ADE!geranium2 mit

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ADE!geranium ist eine fixfertige

Solaranlage, die mit wenigen

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genauso wie die Geranien. Mehr

Infos unter www.adegeranium.ch

oder Telefon 031 55 202 55.

NATURZYT verlost unter allen

Teilnehmenden mit richtigen

Antworten vier ADE!geranium2

mit Strommeter. Das NATURZYT-

Quiz erscheint in jeder Ausgabe

2014. Je Ausgabe wird ein

ADE!geranium2 verlost.

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?

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Herzlichen Glückwunsch

dem Gewinner des NATURZYT-

Quiz Juni 2014

Arthur Schelbert, Brunnen

Senden Sie den ausgefüllten Fragebogen bis zum 7. November 2014

für das NATURZYT-Quiz 3 per Post an: Knaus Marketing- & Verlagsservice

NATURZYT, Burgstrasse 11, 8604 Volketswil

Oder nehmen Sie online teil unter www.NATURZYT.ch/quiz

Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist

ausgeschlossen. Die Gewinner werden im Magazin und auf

www.NATURZYT.ch/quiz aufgeführt.

Auflösung Quiz Juni

Frage 1: ca. 2 Minuten

Frage 2: Parc Ela

Frage 3: Sommerflieder

Frage 4: Nationalpark

Frage 5: Hinterrugg

Frage 6: Ein Käfer

62 NATURZYT


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Das Magazin für naturbewusstes und nachhaltiges Leben in der Schweiz.

Herbstliche Wanderflüge

Wohnungswechsel bei

den Feldermäusen

Naturpark Thal

Stille Natur,

lebendiges Thal

Auf den Spuren der Natur

Naturklang im

Toggenburg

Natur erfahren im Aargau

Auf Entdeckungsreise

im Jurapark Aargau

Energie

Sonnenenergie

macht Schule

Biosphäre Entlebuch

Trockene Karst- und

blumige Moorlandschaften

Wie Blinde die Natur erleben

Es ist Frühling

und ich bin blind

Der Biber

Der neue Schweizer

Burgherr

Biodiversität

Biodiversität im

Siedlungsraum

Der Braunbrustigel

Heimischer

Sympathieträger

Auf Entdeckungsreise im grössten Naturpark der Schweiz

Im Herzen von Graubünden

durch die Natur

Naturnaher Garten

Der Sommerflieder

ein invasiver Neophyt

Nachhaltig geniessen

Nachhaltige Grillzeit

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Schweizer Kraftorte

Orte mit erhöhter

natürlicher Energie

Auf den Spuren der Natur

Wunderland Waadtland

Herbstwanderung

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am Abgrund

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Wandern und Geniessen. Über unsere tierischen Freunde in der Natur, über die Natur ums Haus und in der Kräuterküche

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