NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe Juni 2015

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur.

Nr. 9 | Juni August 15 | CHF 7.90

Natur erleben

Sommer-Träume

in der Natur

Natur bewahren

Interview mit

Rupert Rammler

Natur erfahren

Meister der

Anpassung

Natur erleben

Naturferien

in Graubünden

Natur erfahren

Frauenmantel

kraftvolle Medizin

Natur erleben

Das Wesen der

Steine


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EDITORIAL

Impressum

NATURZYT 3. Jahrgang

Knaus Marketing- & Verlagsservice

Burgstrasse 11

8604 Volketswil

Redaktion

Telefon 043 542 72 91

redaktion@naturzyt.ch

Anzeigen

Michael Knaus

Telefon 043 542 72 91

michael.knaus@kmvs.ch

Freie und ständige Mitarbeiter

Virginia Knaus, Michael Knaus, Philippe

Elsener, Claudia Ebling, Daniel Fleuti,

Ernestine Astecker, Claudia Wartmann

Grafik & Produktion

Swissprinters Premedia, Zofingen

Völlig normal

Titelbild

Fotolia

Druck / Korrektorat

Swissprinters AG, 4800 Zofingen

Abonnementspreise

4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2.5% MwSt.),

8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2.5% MwSt.).

Auslandabonnemente auf Anfrage.

Abonnementsdienst

Knaus Marketing & Verlagsservice

Burgstrasse 11, 8604 Volketswil

Telefon 043 542 72 91, abo@NATURZYT.ch

www.NATURZYT.ch/abonnieren

ISSN-Nummer 2296-2859

© Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

aus drücklicher Genehmigung des Verlages.

Das Magazin wird in der Schweiz auf 100%

Recycling papier gedruckt.

Liebe Leserin, lieber Leser

In der heutigen Zeit stehen wir stetig

unter Druck und Stress. Kein Wunder,

erfahren immer mehr Menschen,

was Burnout, Herzinfarkt oder Hirnschlag

bedeutet. Solche Diagnosen

sind in der heutigen Gesellschaft

«völlig normal».

Unser Körper und Geist reagiert

irgendwann er teilt uns mit jetzt ist

GENUG und ich brems dich aus.

Plötzlich ist alles anders das

gewohnte Funktionieren funktioniert

nicht mehr. Schliesslich muss man jetzt

was ändern, Abstand von Druck und

Stress nehmen, wenn man noch ein

bisschen das Leben geniessen möchte.

Man beginnt nachzudenken, muss

man wirklich alles haben? Das neuste

Auto, Eigenheim, laufend die tollsten

neusten Sachen und mich dafür in

Raten mit Druck und Stress, langsam

zu Grunde richten? Ja, solange man

gesund ist, ist das völlig normal

jeder in unserer Gesellschaft funktioniert

so. Doch nach dem ersten

Burnout, Herzinfarkt oder Hirnschlag,

welchen man einigermassen überlebt,

beginnt man darüber nachzudenken.

Es ist wie eine zweite Chance.

Es wird einem plötzlich bewusst:

Jeder Tag kann der letzte sein. Was

brauche ich wirklich. Macht das Materielle

wirklich glücklich? Zufrieden? Oder

brauche ich nur einfach ein Dach über

dem Kopf, genug zu essen auf dem

Tisch und Kleider zum Tragen. Wäre

weniger mehr?

Sind wir nicht reich, wenn wir mitten

in der Woche, an einem sonnigen Tag

einen Spaziergang in die Natur machen

können. Den Bienen und Schmetterlingen

beim Herumfliegen zuzusehen und

die Vielfalt der Natur zu bewundern. Das

macht uns glücklich und zufrieden.

Die Frage ist einfach was ist völlig

normal? Der Druck der Gesellschaft

nach immer mehr und alle haben gleich

zu funktionieren bis zum «Umfallen».

Oder mitten am Tag am Waldrand zu

sitzen und den Bienen zuzuschauen?

Was ist also völlig normal?

Herzinfarkt, Burnout, Hirnschlag

oder das Leben zu geniessen?

Ihr Michael Knaus

NATURZYT 3


Seite 10

Meister der Anpassung

Seite 20

Interview mit

Rupert Rammler

Inhalt

3 Editorial/Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

7 Wissenswertes

Das Eichhörnchen es folgt uns, klettert an uns hoch

oder wartet sogar vor unserer Haustüre. Was will es?

Die Ringelnatter ist keine Giftschlange, wirkt bei

Gefahr aber wie eine Kobra. Hat sie wirklich kein Gift?

8 Entdeckt & Fair

Flips aus fairem Handel für die bevorstehenden

Sommerferien. Taschen aus alten Reifenschläuchen.

46 Zu guter Letzt

Mauswiesel und Hermelin im Nationalpark

Natur erfahren

10 Meister der Anpassung

In Fabeln, Märchen und Liedern gelten Füchse als

listig und schlau. Korrekter wäre wohl: anpassungsfähig.

Denn Füchse sind nicht wählerisch und finden sich

überall zurecht. Auch in dichtbesiedelten Städten finden

sie ein Schlaraffenland und einen attraktiven Lebensraum

vor. Deshalb ziehen viele Füchse vom Land in die Stadt.

16 Ernestines Kräuterapotheke

Der Frauenmantel wird seit alters her in der Volksmedizin

bei vielen Frauenbeschwerden angewendet:

bei schmerzhafter Menstruation, zur Stillung bei starken

Perioden blutungen, bei Unterleibsentzündungen, zur

Steigerung der Fruchtbarkeit und Unterstützung bei der

Schwangerschaft. Der Frauenmantel eine kraftvolle

Medizin.

4 NATURZYT


INHALT

Seite 30

Das Wesen der Steine

Seite 38

Sommer-Träume

Seite 42

Naturferien Graubünden

Natur bewahren

20 Tierisch gute Interviews

Er wohnt in einer geschützten Mulde am Feldrand.

Als echter Oberrammler ist er vor allem nacht- und

dämmerungsaktiv und hat schon manches Frauenherz

erobert. Rupert Rammler im Gespräch mit NATURZYT.

24 Claudias naturnaher Garten

Im naturnahen Garten finden Wildbienen einen

grosszügig gedeckten Tisch mit auserwählten Blütenpflanzen.

Claudia Ebling weiss, was Wildbienen lieben.

28 Naturgenuss Sommerzeit Beerenzeit

Schweizer Beeren sind feldfrisch, farbig fruchtig und

verführerisch. Der gesunde Geschmack des Sommers.

Mit Schweizer Beeren lassen sich auch erfrischende

Sommer-Desserts zaubern.

Natur erleben

30 Das Wesen der Steine

Steine, grosse, kleine, runde, spitze… von klein an sind

uns diese so vertraut, dass wir ihnen kaum Beachtung

schenken, es sein denn, sie wären Edelsteine.

34 Wo die Berge kopfstehen

Auf einer Wanderung durch die Tektonikarena Sardona

kommt man der Entstehung von Gebirgen auf die Spur.

38 Sommer-Träume

Malerischer Oeschinensee, die Seerenbachfälle und

Rinquelle, der grösste Fichtenurwald Europas.

42 Naturferien in Graubünden

Kristallklares Wasser, erfrischende Bergwälder

Sommerferien in Graubünden

NATURZYT 5


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6 NATURZYT


WISSEN

Wissenswertes

WENN UNS EICHHÖRNCHEN VERFOLGEN!

Eichhörnchen sind eher scheue Tiere und meistens

sehen wir sie nur kurz und schon sind sie im Baum

verschwunden. Umso erstaunlicher ist es, wenn vor

allem junge Eichhörnchen, uns Menschen folgen, an

uns hochklettern oder sogar vor der Haustür sitzen

und warten. Was wollen die scheuen Tiere, wenn

sie so anhänglich sind? Ganz einfach sie sind krank

oder hilflos und suchen unsere Hilfe. Dies ist ein

einzig artiges Phänomen in der Tierwelt und die

genauen Gründe dafür sind unbekannt. Auf jeden

Fall sollte man bei Auffinden eines Jungtieres, dieses

am besten in einem Kleidungsstück einwickeln und

mit nach Hause nehmen. Dort angekommen, sollte

man eine Wärmflasche mit warmem Wasser füllen

und in eine Schachtel legen und mit einer leichten

Decke kann man dem Eichhörnchen ein kleines Nest

bauen. Die Schachtel kommt nachher am besten

mit einem durchlöcherten Deckel an einen ruhigen

Ort. Aber auf keinen Fall sollte man das Eichhörnchen

selber aufziehen wollen. Denn Eichhörnchenjunge

wachsen immer in Gruppen auf und sind

deshalb in Fachhänden, wie einer Wildtierstation,

besser aufgehoben.

Zum Beispiel gibt Hilfestellung die

Eichhörnchenstation Buttwil, T. 056 664 68 84

oder www.eichhoernchenstation.

HAT DIE RINGELNATTER GIFTDRÜSEN?

Die Ringelnatter ist keine Giftschlange und für

uns Menschen völlig harmlos und ungefährlich.

Aber hat sie Giftdrüsen? Ja, sie verfügen über eine

Giftdrüse, die jedoch nur ein schwaches und für

den Menschen ungefähr liches Gift absondern kann.

Das Gift ist im Speichel des Tieres und kann

lediglich kleine Beutetiere lähmen, wobei vermutet

wird, dass es primär der Vorverdauung dient. Im

Unterschied zu echten Giftschlangen besitzt sie keine

Giftzähne und Giftkanäle. Deshalb wird das Gift

bei einem Biss mit Speichel verdünnt, sodass

keine Giftwirkung für Mensch oder Haustier besteht.

Ringelnattern sind sehr scheue und nicht

wehrhafte Tiere, besitzen aber viele Feinde. Werden

sie gestört, ergreifen sie sofort die Flucht und ziehen

sich ins dichte Gestrüpp zurück. Sind sie jedoch

an einer Flucht verhindert, nehmen sie die Angriffsstellung

an, welche sehr stark, der einer Kobra

ähnelt. Dabei zischen sie laut und führen Scheinbisse

aus. Echte Bisse sind sehr selten und ungefährlich.

Ergreift man aber eine Ringelnatter, entleert

sie ihre Analdrüsen was dann fürchterlich stinkt.

Und reicht das noch nicht aus, stellt sie sich tot

lässt die Zunge aus dem Maul hängen und verdreht

sich. In extremen Fällen lässt sie sogar Speichel

mit Blut aus dem Maul tropfen und täuscht so dem

Gegner vor, er hätte ein tote, verweste Beute vor

sich.

Text Michael Knaus Fotos Fotolia

NATURZYT 7


Entdeckt & Fair

ETHLETIC Fair Flips aus Fairem Handel

Die steigenden Temperaturen

und die bevorstehenden

Sommerferien machen

wieder Lust auf leichtes

Schuhwerk! Für den Gang in die Badi

oder an den Strand sind die bunten

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Wahl. Die Flip Flops werden in

Pakistan unter fairen Bedingungen

aus Bio-Baumwolle und FSC-zertifiziertem

Naturkautschuk hergestellt. Der

Produzent Talon Sports bezahlt seinen

Arbeitern nicht nur korrekte Löhne

und grosszügige Sozialleistungen. Mit

der Fairtrade­

Prämie, die den

Unternehmen

zusätzlich bezahlt wird,

werden verschiedene Projekte

finanziert. Über die Verwendung des

Geldes entscheidet die Gemeinschaft.

Bei Talon sind dies die Gesundheitsversorgung

der Ange stellten und deren

Familienangehörigen. Ein weiterer Teil

fliesst in einen Fonds für Kleindarlehen,

mit dessen Hilfe sich Familien eine

Existenz, und damit ihre Unabhängigkeit,

aufbauen können.

Die Fair Flips sind ab CHF 34.00

über den HELVETAS FAIRSHOP

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8 NATURZYT

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Arbeitsverhältnisse und

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sind gebrauchte Reifenschläuche von

Lastwagen, Bussen, Autos und Motorrädern.

Diese werden bei regionalen

Garagen und Schrottplätzen rund um

die Produktion in El Salvador eingesammelt

und so vor dem Verbrennen

bewahrt. Das Kautschukmaterial wird

mit hochwertigem Leder aus einer

lokalen Gerberei kombiniert.

Durch die unterschiedliche Beschaffenheit

der Oberfläche des Rohmaterials

wird jedes Schreif Produkt zum unverwechselbaren

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man noch die ursprüngliche Form

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NATURZYT 9


Meister

der Anpassung

In Fabeln, Märchen und Liedern gelten

Füchse als listig und schlau. Korrekter wäre

wohl: anpassungsfähig. Denn Füchse sind

nicht wählerisch und finden sich überall zurecht.

Auch in dicht besiedelten Städten.

Es ist Frühsommer. Für Familie

Fuchs bedeutet dies: Zügeltermin!

Der alte Bau wird für

die rasch wachsenden Welpen

zu eng oder ist durch den Kot der

Jungen stark verschmutzt. Die Fuchsfamilie

ver lässt deshalb ihren Bau und

zieht in ein Getreidefeld oder in ein

anderes Versteck um, von wo aus die

Wege zu Mäusewiesen und Obstgärten

kürzer sind.

Die Welpen werden im März oder

April in einem Bau geboren, den die

Füchsin gegraben hat. Wo der Boden

zum Graben zu fest ist, nutzt die

Fähe auch gerne einen verlassenen

oder gar bewohnten Dachsbau als

Untermieterin. Den Geburtskessel

polstert die werdende Fuchsmutter

mit weichen Bauchhaaren, die sie

sich ausreisst, um die geschwollenen

Zitzen freizulegen. Die vier bis sieben

Welpen sind bei der Geburt blind,

taub, dunkel behaart und kaum

schwerer als eine Tafel Schokolade.

Sie sind in den ersten Lebenswochen

nicht fähig, ihre Körpertemperatur

zu regeln. Die Fähe muss sie deshalb

mit ihrem Flankenfell ständig warm

halten. Da sie in dieser Zeit nicht auf

Nahrungssuche gehen kann, versorgt

der Rüde die Fähe mit Nahrung.

10 NATURZYT


NATURZYT 11

NATUR ERFAHREN


xxxxxxxxxxx

Füchse sind

ausgesprochen neugierig.

(Foto: Anna-Dora Sartorio, Diemtigtal)

DER FUCHS IST KEIN EINZELGÄNGER

Die jungen Füchse wachsen schnell.

Nach etwa einem Monat dürfen

sie erstmals an die Oberfläche, um

die nähere Umgebung des Baus zu

erkunden. Hier tollen sie ausgelassen

und noch etwas ungelenk herum,

schleichen sich gegenseitig an, kämpfen

miteinander und bereiten sich so

spielend auf den Ernst des Lebens vor.

Manchmal bringen die Elterntiere

«Spielsachen» zum Bau, vorzugsweise

Schuhe oder Gartenhandschuhe, die

sie auf ihren Streifzügen gefunden

haben. Auf diesen «Spielsachen» kauen

die Sprösslinge genüsslich herum

oder benutzen sie, um die Technik des

Beutefangens zu üben. Im Alter von

drei bis vier Monaten sind die Jungfüchse

bereits in der Lage, selbstständig

Nahrung zu finden. Die Familie bleibt

aber noch zusammen bis zum Herbst,

dann gehen die Jungen ihre eigenen

Wege und suchen sich ein neues Revier.

Einige hingegen bleiben im elterlichen

Wohngebiet und helfen im nächsten

Frühling bei der Aufzucht der Jungen.

Denn der Fuchs ist keineswegs ein

Einzelgänger, wie früher vermutet

wurde: Füchse leben meist in Familienverbänden.

Wie gross die Familiengruppe

ist, hängt davon ab, wie viel Nahrung

im Lebensraum vorhanden ist und

ob genügend Baue und Unterschlupfe

verfügbar sind.

Wählerisch sind die Rotfüchse

weder beim Lebensraum noch bei der

Nahrung: Sie finden sich in den unterschiedlichsten

Lebensräumen zurecht,

von der arktischen Tundra bis zu

den Wüsten Nordafrikas, in Küstengebieten

ebenso wie im Gebirge, im

12 NATURZYT


NATUR ERFAHREN

Junge Füchse wachsen schnell,

nach einem Monat dürfen

sie erstmals den Bau verlassen.

Füchse leben meist in Familienverbänden. (Foto: Claudia Wartmann)

Wald genauso wie in Städten. Wo immer

der Fuchs zuhause ist er passt sich

den Gegebenheiten an. In Küstengebieten

ernährt er sich von angeschwemmten

Fischen oder plündert die Nester

der brütenden Küstenvögel; in land ­

wirtschaft lichen Gebieten fängt er vor

allem Wühlmäuse, die er mit dem

typischen «Mäusesprung» anhechtet;

im Frühling und Sommer frisst er

häufig Laufkäfer, im Herbst Beeren und

Fallobst; Regenwürmer dienen ganzjährig

als hochwertige Eiweisslieferanten.

Kurz: Dem Fuchs schmeckt einfach

alles, was gerade verfügbar und einfach

zu erbeuten ist.

DIE STADT IST

EIN SCHLARAFFENLAND

Es kann also kaum verwundern, dass

der Fuchs die Stadt als attraktiven

Lebensraum entdeckt hat, denn hier

findet er ein wahres Schlaraffenland

vor herumliegende Essensreste,

an den Strassenrand gestellte Kehrichtsäcke,

Küchenabfälle auf Komposthaufen,

Fressnäpfe mit Katzenfutter

und dergleichen mehr. Das Integrierte

Fuchsprojekt, das sich mit dem

Phänomen von Füchsen im Siedlungsraum

befasste, wollte es genauer

wissen und untersuchte den Mageninhalt

aller in der Stadt Zürich tot

aufgefundenen oder von Wildhütern

erlegten Füchse. Die Liste der so

nachge wiesenen Nahrungsreste ist

lang und eindrücklich. Am häufigsten

hatten die Füchse Obst und Beeren

aus Gärten gefressen, vor allem Äpfel

und Kirschen. Einen fast ebenso grossen

Anteil hatten Fleisch- und Knochenreste

wie Wurst, Fisch, Pouletknochen

oder Speckschwarten. Rüstabfälle

wie Rüebli- und Kartoffelschalen sowie

Speisereste wie Teigwaren, Rösti oder

Käse wurden in den Mägen ebenfalls

häufig gefunden. Zwar standen auf dem

Menüplan der Stadtfüchse durchaus

auch Mäuse, Vögel, Insekten oder Regenwürmer,

jedoch längst nicht in dem

Ausmass wie bei den Verwandten auf

dem Land.

Stadtfüchse und Landfüchse unterscheiden

sich nicht nur in ihrem

Speiseplan, sondern auch im Verhalten.

Füchse in ländlichen Gebieten sind

ausgesprochen scheu und meiden die

Nähe von Menschen. Stadtfüchse

hingegen haben sich an Wohnsiedlungen,

Verkehr, Lärm und die Gegenwart des

Menschen gewöhnt. Doch auch sie

brauchen Orte, an denen sie tagsüber

ungestört schlafen oder im Frühling

die Jungen zur Welt bringen können.

Bei der Wahl des Schlafplatzes zeigt

sich wiederum die meisterhafte Anpassungs

fähigkeit des Fuchses: Selbst in

lebhaften und dichtbesiedelten Städten

findet er überraschend viele Orte, an

die er sich zurückziehen und den

Tag verschlafen kann, zum Beispiel

Park anlagen, Friedhofareale, Industriebrachen,

Lagerschuppen, Stachel gestrüpp

in Badeanstalten, ja selbst begrünte

Verkehrsinseln, die vom lebhaften

Autoverkehr umbrandet werden. Als

Kinderstube begehrt sind Hohlräume

unter Gartenhäuschen, zum Beispiel

in Schrebergärten.

VOM LAND ZUR STADT

Wie aber kamen die scheuen Landfüchse

dazu, in die von Menschen dichtbesiedelten

Städte vorzudringen, sich

also gleichsam in die Höhle des Löwen

zu begeben? In den 1970er-Jahren

breitete sich eine Tollwutepidemie in

der Schweiz aus und raffte einen grossen

Teil der Füchse dahin. Mit einem

immensen Aufwand wurden daraufhin

NATURZYT 13


Der Fuchs fühlt sich auch im städtischen Gebiet zu Hause.

(Foto: Claudia Kistler, swild.ch)

Impfköder ausgebracht, um die Füchse

gegen die Tollwut zu impfen. Mit Erfolg:

Die Zahl der Tollwutfälle bei Wildtieren

nahm stetig ab, seit 1999 gilt die Schweiz

als tollwutfrei. Die Fuchsbestände

erholten sich rasch, sodass sich immer

mehr Jungfüchse auf die Suche nach

freien Territorien machten. Die Forscher

des Integrierten Fuchsprojekts vermuten,

dass einige wenige mutige Pioniere,

die bereits in stadtnahen Gebieten gelebt

hatten, sich nun in die Wohnsiedlungen

der Städte vorwagten. Hier fanden sie

Nahrung im Überfluss und ungestörte

Schlafplätze einen idealen Lebensraum

also. Die in der Stadt geborenen

Jungfüchse wuchsen in nächster Nähe

von Menschen, Autos und Siedlungen

auf. Für sie war die Stadt ein vertrauter

Lebensraum, in dem sie sich gut

zurechtfinden konnten.

Machen sich junge Stadtfüchse

im Herbst oder Winter auf die Suche

nach einem eigenen Revier, bleiben

sie vorzugsweise im städtischen Raum,

denn hier kennen sie sich aus. Die

jungen Landfüchse verhalten sich ganz

ähnlich: Auch sie bleiben ihrem

angestammten und vertrauten Lebensraum

treu. So wird die Grenze zwischen

ländlichen Gebieten und Siedlungsraum

zu einer unsichtbaren Trennlinie

zwischen Stadt­ und Landfüchsen.

Allerdings gibt es auch «Pendler», Füchse

nämlich, die den Tag im stadtnahen

Wald verbringen und nachts in den

Gärten der ruhigen Aussenquartiere

nach Futter suchen.

Füchse sind beileibe nicht die

einzigen Wildtiere, die den urbanen

Raum für sich entdeckt haben:

Igel, Steinmarder, Wanderfalken oder

Graureiher finden hier alles, was sie

zum Überleben brauchen. Im Jahr 2003

hielt sich sogar ein Luchs in der Stadt

Zürich auf, vor einem Jahr wurde in

Schlieren ein Jungwolf von der S­Bahn

überfahren. Als der Schriftsteller

Franz Hohler 1982 «Die Rückeroberung»

veröffentlichte, schien seine Erzählung

von Hirschen, Wölfen, Bären und

Stein adlern, die die Stadt Zürich

zurückerobern, eine reine Fiktion zu

sein. Inzwischen hat die Realität

Franz Hohlers fiktive Geschichte

zumindest teilweise eingeholt. Denn

die Natur macht vor den Grenzen

der Stadt nicht einfach halt. Und das

ist gut so.

Text Claudia Wartmann

xxxxxxxxxx

Erwischt? Der typische

Mäusesprung des Fuchses

(Foto: Ambroise Marchand)

14 NATURZYT


Fuchs und Mensch

Auch Füchse, die in der Stadt

leben, sind und bleiben

Wildtiere. Sie sollten deshalb

auch als solche behandelt

und respektiert werden. Damit das

Zusammenleben von Fuchs und Mensch

im besiedelten Raum konfliktfrei möglich

ist, gilt es einige Verhaltens regeln zu

beachten:

• Füchse nicht füttern! Füchse, die

gefüttert werden, verlieren ihre

natürliche Scheu und können dreist

werden oder auch mal zuschnappen.

• Füchse nicht zu zähmen oder zu

streicheln versuchen.

• Vorwitzige Füchse aus dem Garten

oder von der Grillparty verscheuchen,

zum Beispiel mit lauten Geräuschen

oder einem Wasserschlauch.

• Falls ein bereitgestellter Abfallsack

aufgerissen wird, die Säcke in Zukunft

erst am Morgen des Abfuhrtags

auf die Strasse stellen.

• Keine Futterteller für Haustiere

ins Freie stellen.

• Schuhe oder Gartenhandschuhe

nachts nicht draussen liegenlassen.

• Beim Beobachten von Füchsen

Distanz wahren.

• Füchse und ihre Jungen am Bau

nicht stören.

Füchse können vom Kleinen Fuchsband

wurm befallen sein. Die Gefahr für

den Menschen, sich mit diesem Parasiten

zu infizieren, ist sehr gering. Als Vorsichtsmassnahmen

empfiehlt es sich:

• Fuchskot im Garten mithilfe eines

umgestülpten Platiksacks einzusammeln

und der Kehrichtabfuhr

mitzugeben (nicht auf den Kompost

werfen!).

• Mausende Hunde regelmässig gegen

Fuchsbandwurm zu behandeln.

• Rohgemüse und Früchte immer

gründlich zu waschen.

Hier finden Sie weitere Infos

zum Umgang mit Siedlungsfüchsen:

www.fuchsratgeber.ch

Begleiten Sie den Stadtfuchs Zor

auf einer nächtlichen Wanderung:

www.zor.ch

Ratgeberbroschüre und Unterrichtshilfen:

www.swild.ch > Angebote

Noch mehr spannende Details aus

dem Leben der Stadtfüchse: Sandra Gloor,

Fabio Bontadina, Daniel Hegglin:

«Stadtfüchse ein Wildtier erobert den

Siedlungsraum», Haupt­Verlag 2006.

NATUR ERFAHREN

ADVERTORIAL

Die Königstour im Alpstein

Drei Bergketten, 84 Kilo meter, 5166 Höhenmeter kurz, über Stock und

Stein wandern: Das ist die Königstour im Alpstein. Unterwegs locken

zahl reiche Attraktionen wie die welt berühmten Wildkirchlihöhlen. Eine Tour, die

viele schöne Pano ramen und Einblicke in das Appenzeller Brauchtum gewährt.

Die Wandertour ist nicht nur

für die sehr ambitionierten

«Laufsportler» geeignet,

sondern auch für gemütlichere

Wanderer: Direkt am Weg bieten 27

Berggasthäuser Einkehrmöglich keiten.

Die meisten Gasthäuser sorgen zudem

mit heimeligen Zimmern für erholsame

Nächte. So kann die Strecke individuell

geplant und eingeteilt werden und,

sofern gewünscht, können auch

Abschnitte ausgelassen oder mit einer

der sechs Bergbahnen überbrückt

werden.

VON EREMITEN UND KAPUZINERN

Unterhalb der Ebenalp (1644 m ü.M.)

befinden sich die weltberühmten Wildkirchlihöhlen

mit dem ehemaligen

Eremitenhaus. In der Folge von archäologischen

Grabungen, die eine grosse

Zahl von Höhlenbären­Skeletten und

Werkzeugen aus der Altsteinzeit zu Tage

brachten, erlangte dieser Ort Weltruhm.

Im Frühjahr 2015 ist die Wild kirchlihöhle

sanft saniert worden mit dem

Ziel, das Wildkirchli als bedeutendes

Kultur­ und Naturdenkmal aufzuwerten.

Vom Wildkirchli schlängelt sich der

Weg weiter zum berühmten Berggasthaus

Äscher. www.ebenalp.ch

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Appenzellerland Tourismus AI,

Tel. 071 788 96 41, info@appenzell.ch,

www.appenzell.ch/koenigstour

Ein Highlight entlang der Königstour

im Alpstein: Die weltberühmten

Wildkirchlihöhlen.

NATURZYT 15


Ernestines Kräuterapotheke

Frauenmantel

kraftvolle Medizin

Der Frauenmantel wird seit alters her in der Volksmedizin bei vielen

Frauen beschwerden angewendet: bei schmerzhafter Menstruation,

zur Stillung von zu starken Periodenblutungen, bei Unterleibsentzündungen,

zur Steigerung der Fruchtbarkeit, als Unterstützung während der Schwangerschaft

und nach der Geburt, bei Wechseljahresproblemen.

Betrachten wir das Frauenmänteli

so beeindrucken die gefalteten

oder gefächerten

Blätter, die sich wie ein Mantel

schützend und umhüllend ausbreiten

und eine Grenze nach aussen ziehen.

SCHUTZMANTEL FÜR DIE FRAU

Der Frauenmantel hat viele Namen:

Mutterkraut, Marienmantel, Lieb

Frauen Kraut, Venusmantel, Sonnen ­

tau, Taurose, Alchemillenkraut,

Milchkraut, Frauentrost, Aller Fraue

Heil und viele mehr. Volksnamen geben

wertvolle Hinweise auf die Verwendung

von Pflanzen. Mutterkraut deutet auf

die Gebärmutter hin. Marienmantel

und Venusmantel lassen die schützende

Kraft durch die weibliche Macht

erkennen.

LANGE TRADITION ALS

VIELSEITIGE FRAUENHEILPFLANZE

Im Mittelalter war der Frauenmantel

ein wichtiges Wundmittel bei Hautund

Schleimhauterkrankungen, Unterleibs

beschwerden oder Durchfall.

Pfarrer Künzle schreibt über den

Frauenmantel: «Viele Frauenoperationen

könnten bei frühzeitiger und kurmässiger

Anwendung dieses Heilkrautes

vermieden werden.»

Woher hatten die alten Kräuterkundigen

die Erkenntnisse über die Heil ­

anzeigen der Pflanzen, bevor es die

moderne medizinische Forschung gab?

Sie nahmen die Pflanzen mit all ihren

Sinnen wahr, lasen aus den Zeichen

der Natur und kommunizierten mit

den Pflanzen. Zeichen oder Signaturen

der Pflanze wie Gestalt, Farbe, Form,

Standort, Blattstruktur, Geruch,

Wachstum sind von Bedeutung, um

das Wesen einer Pflanze zu erfassen.

VIELE WIRKSTOFFE UND

KRAFTVOLLE WIRKUNGEN

Der Frauenmantel enthält eine Mischung

aus vielen Wirkstoffen, wobei deren

Zusammenwirken für das gesamte

Wirkpotenzial dieser Heilpflanze von

Bedeutung ist. Neben Gerbstoffen,

finden sich Bitterstoffe, Carotinoide,

Flavonoide, Cumarine, Phytosterine,

Pflanzensäuren, Leukocyanidine,

ätherische Öle, Spuren von Salicylsäure,

Mineralstoffe wie Kalzium,

Kalium, Magnesium, Eisen und Kieselsäure.

Die wissenschaftliche Forschung

hat sich dem Frauenmantel bis jetzt

16 NATURZYT


ENTZÜNDUNGSHEMMENDE

WIRKUNG

Durch die enthaltenen Gerbstoffe

wirkt der Frauenmantel wundheilungsfördernd

und entzündungshemmend.

Schmerz und Juckreiz werden gelindert.

Durch die zusammenziehende Wirkung

der Gerbstoffe wird das Haut­ und

Schleimhautgewebe verdichtet und

so vor dem Eindringen von Bakterien,

Viren und Pilzen geschützt.

Frauenmantel kann äusserlich

als Tee zu Sitzbädern bei Juckreiz im

Scheidenbereich oder bei Ausfluss

angewendet werden. Bei Brustdrüsenentzündung

ist eine Auflage hilfreich.

NATUR ERFAHREN

kaum gewidmet, vielleicht deswegen,

weil sich ein einzelner Wirkstoff nicht

gewinnbringend vermarkten lässt oder

die entsprechenden Methoden zur

Erforschung seiner Wirkstoffe noch

nicht entwickelt sind? Vermutlich lässt

sich die heilbringende Wirkung des

Frauenmantels auch nicht auf (einzelne)

Wirkstoffe reduzieren. Jedoch wurden

einige der bekannten Heilanwendungen

aus der Erfahrungsmedizin durch

wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt.

FRAUENMANTEL HILFT BEI

SCHMERZHAFTER MENSTRUATION

Frauenmantel wirkt krampflösend bei

schmerzhafter Periodenblutung.

Frauenmanteltropfen oder ­tee sind

ins besondere hilfreich bei Menstruationskrämpfen

in der Pubertät oder nach

Absetzen der Pille. Bei zu starker

Menstruationsblutung wirkt Frauenmantel

«blut stillend», wobei er den

Blutfluss nicht unterdrückt, sondern

regulierend wirkt.

REGULIERENDE WIRKUNG

AUF DIE HORMONE

Frauenmantel wirkt stimulierend

auf die Gelbkörperhormone und

wird bei Zyklusunregelmässigkeiten

ein gesetzt. Die hormonregulierende

Wirkung ist auch bei Wechseljahresbeschwerden

von Nutzen.

STÄRKT DIE GEBÄRMUTTER

Frauenmantel hat eine bindegewebsstärkende

Wirkung. Das erschlaffte

Bindegewebe wird gekräftigt und

eine Gebärmuttersenkung gelindert.

FRAUENMANTEL IN DER NATUR

Das Frauenmänteli finden wir auf

saftigen Wiesen und Kuhweiden, am

Wegrand, in lichten Wäldern, in

den Bergen bis auf über 2000 m Höhe.

Die botanische Bezeichnung

Alchemilla xanthochlora weist auf

die Verwendung in der Alchimie hin.

Xantho heisst gelb und chlora

grünlich, was die grüngelben Blüten

zum Ausdruck bringen. Eine frühere

Bezeichnung ist Alchemilla vulgaris

(= gewöhnlich, einfach). Der gewöhnliche

Frauenmantel hat viele verschiedene

Arten, die sich je nach

Standort unterscheiden. Die rundlich

bis nierenförmigen Blätter bestehen

aus 5 bis 9 halbkreisförmigen bis

dreieckigen Lappen und sind an der

Unterseite behaart. In der Jugend

sind die Blätter gefaltet. Der gezähnte

Blattrand kann als Hinweis auf die

Zugehörigkeit zur edlen Familie

der Rosengewächse gesehen werden.

Die eher bescheidene Erscheinung

des Frauenmänteli lässt auf den ersten

Blick nicht die Verwandtschaft zur

Rose vermuten.

Die zarten und unauffälligen gelblichen

Blüten haben jedoch eine

Besonderheit. Die Pflanze kann sich

ohne Bestäubung fortpflanzen und aus

der Mutterpflanze identische Töchter

bilden. In der botanischen Fachsprache

heisst diese Art der Fortpflanzung

«Parthenogenese» (griech. Jungfernzeugung).

In den Schweizer Bergen wächst

der Silbermantel, eine Schwester des

Frauenmantels. Er wird ebenso in der

Heilkunde angewendet. Die Blätter des

NATURZYT 17


« Alle Wiesen und Matten, alle Berge

und Hügel sind Apotheken» Paracelsus

Silbermäntelis sind tiefer eingeschnitten

und glänzen auf der Unterseite silbrig.

Der Silbermantel, eine Schwester

des Frauenmantels.

HIMMELSWASSER UND TAUROSE

An den Blattzähnen des Frauenmantels

befinden sich kleine Spaltöffnungen, aus

denen bei feuchter Witterung Wasser

ausgeschieden wird, das sich im Laufe

des Tages, wenn der übrige Morgentau

bereits verdunstet ist, in der schossförmigen

Blattmitte sammelt. Wie Edelsteine

glitzern diese Wassertropfen dem

Betrachter entgegen. Dieser Vorgang

heisst Guttation. Für die Alchimisten

und Kräuterkundigen in früheren Zeiten

waren diese Wassertropfen etwas Besonderes.

Auf der Suche nach dem Stein der

Weisen waren die Alchimisten bemüht,

Lebenselixiere herzustellen, die Krankheit

in Gesundheit verwandeln und das

Leben verlängern. Fasziniert vom Guttationswasser

des Frauenmantels nannten

sie es «Himmelswasser» und gaben dieser

edlen Pflanze den Namen «Alchemilla».

Die Pflanze nimmt das Wasser aus dem

Boden auf, filtert es und gibt es anschliessend

wieder an den Himmel ab.

FRAUENMANTEL IM GARTEN

Der Frauenmantel gehört in jeden

Kräutergarten. Er liebt einen sonnigen

Standort und braucht feuchten, humösen

Boden. Die Vermehrung erfolgt durch

Teilung der Wurzelstöcke. Wann wird der

Frauenmantel geerntet? An sonnigen

Tagen, nachdem der Morgentau verdunstet

ist, werden die grünen Blätter und

Blüten ohne Stiel gesammelt und an

einem schattigen, luftigen Ort getrocknet.

Einst haben Kräuterfrauen die Pflanzen

im Einklang mit Sonne und Mond gesammelt

und meist mitsamt den Wurzeln

gegraben. Auch der Frauenmantel wurde

früher mit der Wurzel ausgegraben,

daher heisst die Pflanze auch Jungfernwurz.

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Foto: Beat Müller, Schaffhausen

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Frauenmantel in der Kräuterapotheke

FRAUENMANTELTEE

1 TL frisches oder getrocknetes Frauenmantelkraut

pro Tasse mit heissem Wasser

übergiessen, 7 bis 10 Minuten ziehen

lassen, abgiessen. Pfarrer Künzle lobte

den Frauenmantel: «Allen werdenden

Müttern ist Frauenmanteltee zu

empfehlen, da er selbst unter schwierigen

Umständen eine leichte Geburt und ein

gesundes Kind bringt.» 6 Wochen

vor der Geburt 1 bis 2 × täglich 1 Tasse

trinken. Diese Teekur stärkt die weiblichen

Beckenorgane, sorgt für eine leichte

Geburt und wirkt allgemein regulierend

auf den gesamten Körper.

FRAUENMANTELTROPFEN

Blühendes Frauenmantelkraut zerkleinert

locker zu zwei Drittel in ein sauberes

Glas geben, mit gutem Kornbrand füllen,

sodass alle Pflanzenteile mit Alkohol

bedeckt sind. Das Glas verschlossen an

einem kühlen Ort 4 Wochen stehen lassen,

regelmässig schütteln. Nach dieser Zeit

die Tropfen filtrieren und in ein

braunes Fläschchen abfüllen, beschriften,

kühl und dunkel aufbewahren.

Bei schmerz hafter Menstruation am

besten einige Tage vor Beginn der

Periode mit der Einnahme beginnen.

3 × täglich 10 bis 15 Tropfen in etwas

Wasser einnehmen.

Text Ernestine Astecker, Apothekerin

und Homöopathin Foto Fotolia

Literatur E. Brooke, Kräuter helfen

heilen, H. Fischer, Frauenheilpflanzen,

M. Madejsky, Alchemilla

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Ernestine Astecker ist Apothekerin und Homöopathin und arbeitet in eigener

Gesundheitspraxis in Jonen AG. In Kräuterkursen und auf Kräuterrundgängen gibt

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NATURZYT 19


20 NATURZYT


Tierisch gute Interviews

Interview mit

Rupert Rammler

NATUR BEWAHREN

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht.

Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8-

oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie

würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden?

Eine spannende Idee sähen wir das ganze

einmal aus ihrer Sicht und erführen, was

sie uns alles zu sagen hätten. NATURZYT

hat sich deshalb entschlossen, neue Wege

aus zuprobieren und sich darüber Gedanken zu

machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und

wir sie einfach fragen könnten.

Er malt die Eier an Ostern bunt an, ist Bambis

bester Freund und oje, oje zu spät, zu spät, ich

bin schon viel zu spät ... ach nein; das war ja das

Kaninchen aus Alice im Wunderland, aber wir

meinen ja den Hasen, genauer gesagt den Feldhasen.

Hallo, mein Name ist Rupert, Rupert Rammler,

der bin ich, und ich erzähl euch heut mal, was bei

uns Hasen so läuft.

HALLO, LIEBER RUPERT, VIELEN DANK, DASS DU

UNS EINEN EINBLICK IN EUER LEBEN GIBST.

Das mach ich gerne, Süsse. Was möchtest du denn

alles wissen?

DU BIST ABER EIN SCHELM, SEID IHR HASEN

ALLE SO DRAUFGÄNGERISCH?

Nur wenn uns ein Weibchen gefällt in der

Paarungszeit ansonsten sind wir Einzelgänger

und machen unser eigenes Ding.

SO SO. WANN IST DENN BEI EUCH PAARUNGS-

ZEIT UND WIE VERHALTET IHR EUCH BZW.

WIE BEKOMMT IHR DENN DIE WEIBCHEN RUM?

MIT EUREM CHARME?

Natürlich nicht! Unsere Mädels stehen auf echte

Kerle. Welche Frau steht nicht darauf, wenn sich

die Männer um sie prügeln in der Paarungszeit. Die

nebenbei bemerkt von Januar bis Oktober dauert.

MEINE GÜTE; WIE SOLLEN WIR UNS DENN

SO EINE PRÜGELEI VORSTELLEN?

Na ganz einfach. Erst jagen wir uns ein bisschen rum

und dann, Rupert gegen Klitschko. Wir boxen.

Gaaanz einfach. Der, der gewinnt, kriegt die Häsin.

OKAY. UND DANN WIE IST DAS DENN BEI EUCH,

BLEIBT IHR AUCH EIN LEBEN LANG ZUSAMMEN?

Gott bewahre, welch eine romantische Vorstellung,

nein, nein. Nur solange es Spass gemacht hat

und dann geht jeder wieder seiner Wege. Schon

vergessen, wir sind eigentlich Einzelgänger!

UH SORRY, HÄTTE JA SEIN KÖNNEN. WIE IST

DAS DENN MIT DEM NACHWUCHS. ÜBERNEHMT

IHR WENIGSTENS VATERPFLICHTEN?

Tut mir leid, Süsse, aber ich muss dich schon wieder

enttäuschen. Wir tun nix dergleichen.

Die Häsin bekommt so ca. 3 bis 4 Mal im Jahr

NATURZYT 21


zwischen 1 bis 5, in Ausnahmefällen auch mal

6 Junge. Die wiegen etwa 100150 g und kommen

nach ca. 42 Tagen, sehend und mit Haaren zur

Welt. Es sind wie alle Hasenartigen Nestflüchter.

HM, NESTFLÜCHTER WAS HEISST DENN

DAS GENAU?

Du weisst nicht gerade viel über uns oder?

Naja, macht nix, ich sag‘s dir. Nestflüchter bedeutet,

die Junghasen leben allein. Das heisst aber nicht,

dass sie verlassen sind, die Häsin kommt etwa 2-mal

am Tag vorbei und säugt die Kleinen, bis sie selbstständig

fressen. Also, bitte nicht einfach aufsammeln,

wenn Ihr mal nen kleinen Hasen alleine im Feld

hocken seht. Die Mama kommt schon früh genug

wieder.

TOLLE STRATEGIE, SO WIE EIN OPOSSUM,

DAS SICH TOT STELLT?

Ne, nicht ganz. In der allerletzten Sekunde ergreifen

wir dann schon noch die Flucht. Dann sausen wir

mit bis zu 70 Sachen übers Feld.

DAS IST ABER SEHR SCHNELL. UND WIE IST

DAS MIT DEM HAKEN SCHLAGEN?

IST DAS TATSÄCHLICH SO ODER NUR SO

NE REDEWENDUNG?

Wir können durchaus Haken schlagen, aber

nicht in dem Speed. Ausserdem können wir bis

zu 2 m hoch springen wenn‘s nötig ist.

WOW, ES IST WIRKLICH BEEINDRUCKEND,

WAS IHR ALLES SO DRAUFHABT. LIEGT

DIE SPRUNGKRAFT AN EUREN RIESIGEN

HINTERFÜSSEN?

Vielleicht, die sind ja auch ganz schön gross.

Können bis zu 18,5 cm lang werden.

GANZ SCHÖN GROSS. ABER IHR SEID JA

AUCH SONST DIE GRÖSSTEN UNTER

DEN HASENARTIGEN. WIE GROSS WERDET

IHR DENN ETWA?

Wir können 4070 cm gross werden und

wiegen bis zu 6,5 kg und mit unseren bis zu

13 cm langen Ohren können wir auch alles

ganz fantastisch hören.

Hast du noch andere Fragen, Süsse?

Im Gespräch mit NATURZYT

Rupert Rammler wohnt in einer geschützten Mulde am Feldrand,

gleich hinter der grossen Linde. Als echter Oberrammler ist er

vor allem nacht- und dämmerungsaktiv. Mit seiner harten Rechten

gegen Klitschko hat er schon manches Frauenherz erobert. Als

Einzelgänger liebt er jedoch seine Freiheit, wie auch die frischen

Löwenzahnblätter.

IST DAS DENN NICHT FURCHTBAR GEFÄHRLICH,

DIE KLEINEN SO ALLEINE ZU LASSEN. IHR

HABT DOCH SICHER VIELE NATÜRLICHE FEINDE?

Keine Angst, wir sind Gefahr gewohnt. Und

klar haben wir einige natürliche Feinde, wie den

Fuchs oder Greifvögel. Aber das hat doch jeder,

oder?

DA HAST DU WOHL RECHT. ABER WIE KÖNNT

IHR EUCH DENN SCHÜTZEN, WIE ÜBERLEBEN?

Machst dir wohl Sorgen Süsse. Brauchst dir aber

keine Gedanken zu machen. Wenn Gefahr

droht drücken wir uns gaaaanz reglos und tief

in eine Mulde.

WIE DU GESAGT HAST, HABT IHR JA EINIGE

NATÜRLICHE FEINDE. WIE ALT KÖNNT IHR

DA DENN WERDEN? UND WIE ALT BIST DU?

Na, in freier Wildbahn können wir schon mal

12 bis 13 Jahre alt werden, aber viele sterben

schon im ersten Jahr. Da kommt es ganz darauf

an, wie gut man sich durchboxt ...

Und ich bin schon ein strammer 3-Jähriger!

Im besten Rammler-Alter also.

DANN HAST DU JA HOFFENTLICH NOCH

VIELE JAHRE VOR DIR. EUCH FELDHASEN

SIEHT MAN EHER SELTEN. WESHALB IST

DAS SO?

Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir hauptsächlich

dämmerungs- und nachtaktiv sind.

Nur im Spätwinter und im Frühjahr sieht man

uns auch mal tagsüber. Ausserdem macht Ihr

Menschen uns das Leben nicht gerade einfacher.

WIE DÜRFEN WIR DENN DAS VERSTEHEN?

Na, ganz einfach. Ihr ackert mit Maschinen rum,

mäht alles kurz, haut die Sträucher kurz und

klein, überdüngt alles und nehmt uns somit viele

Futter pflanzen und auch gute Verstecke weg, die

wir zum Überleben brauchen.

22 NATURZYT


Naturpark

Unser Tal, dein Park.

DAS TUT UNS ABER SEHR LEID. WAS KÖNNEN

WIR TUN, UM EUCH ZU HELFEN?

Da wir absolute Pflanzenfresser sind, wäre es schön,

wenn Ihr die Ränder der Felder einfach stehen

lassen könntet und dort für mehr Pflanzenvielfalt

sorgen würdet. Das wäre für uns mehr Abwechslung

im Speiseplan und eure Augen könnten sich an der

Vielfalt der verschiedenen blühenden Wildblumen

auch erfreuen. Ausserdem fänden wir es toll, wenn

Ihr nicht alles so zurechtstutzen würdet. Lasst doch

für uns auch mal ein Gestrüpp stehen. Das gibt für

uns und für viele kleine Vögel bessere und sicherere

Verstecke. Und für euch weniger Arbeit und schönen

Vogelgesang. Wir brauchen nicht viel zum Leben,

aber das wäre schon was Tolles.

WIR WERDEN GERNE TUN, WAS WIR DAZU

BEITRAGEN KÖNNEN. SCHLIESSLICH GEHT ES

JA UM UNSEREN «OSTERHASEN» NICHT WAHR?

Ach Süsse, das ist auch so ne Erfindung von

euch Menschen. Die werde ich nie ganz verstehen,

ist zwar ne nette, aber eins kann ich dir gleich

ganz klar sagen; mit Eier anmalen hab ich nix

am Hut.

DAS WÜRDEN WIR AUCH NIE VON DIR

ERWARTEN. GIBT ES SONST NOCH IRGEND

ETWAS, DAS DU UNS MENSCHEN GERNE

SAGEN WÜRDEST?

Nö, eigentlich hab ich schon alles gesagt, was nötig

ist. Hast du noch Fragen Süsse?

Schwingerweg Springenboden

Eröffnung Feuerstelle Schwingerweg Springenboden

vom Sonntag, 19. Juli 2015

Der Themenweg über die Schweizer Nationalsportart, das

Schwingen, wird um eine Familienattraktion erweitert. Ab

Sommer 2015 steht den Besuchern beim Posten 8, oberhalb

«Satteli» ca. auf halber Weglänge, eine Feuerstelle mit Unterstand

zur Verfügung. Dieser Standort bietet eine herrliche

Aussicht und für Kinder viele interessante Spielmöglichkeiten

in der Natur.

NATUR BEWAHREN

MOMENTAN KEINE MEHR. WIR MÖCHTEN DIR

VON HERZEN FÜR DAS TOLLE INTERVIEW

DANKEN, ES HAT UNS VIEL SPASS GEMACHT.

Das ist doch gern geschehen. Ich hab gerne

gezeigt, was für aussergewöhnliche Wesen

wir sind, und hoffe, wir unterhalten uns mal

wieder.

DAS WERDEN WIR BESTIMMT TUN.

Die Feuerstelle wird am

Sonntag, 19. Juli 2015 ab

11.00 Uhr offiziell eingeweiht.

Der Schwingerkönig Kilian

Wenger und die amtierende

Schwingerkönigin Margrit

Vetter werden an diesem Tag

die «Erste Wurst» auf dem

Grill brutzeln. Dieser Event

ist öffentlich, für genügend

Feuerholz wird gesorgt.

Auch im 2015 wird der Wettbewerb,

der sich aus Fragen

der elf Themenpostentafeln

zusammenstellt, wieder angeboten.

Am Schluss der

Saison wird aus den Talons

mit den richtigen Antworten

ein Essensgutschein für CHF

100. ausgelost.

Text Auszug aus «Ravensong Auch Tiere haben

eine Stimme» (in Arbeit) Illustration Virginia Knaus

Foto Anna-Dora Sartorio, Diemtigtal

Tourismus & Naturpark Diemtigtal

CH-3753 Oey

+41 (0)33 681 26 06

www.diemtigtal.ch

NATURZYT 23


Claudias naturnaher Garten

(Wildbienenstreich 2. Akt)

Wildbienenfreundliche

Blütenpflanzen

Liebe garten- und naturbegeisterte Leserinnen und Leser, die Natur

und damit auch die Wildbienen sind nun, bei Erscheinen dieser NATURZYT-

Ausgabe, in Hochform. Das ist die richtige Gelegenheit, die Nahrung der

Wildbienen genauer unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls Lücken in

unseren Gartenbeeten mit wildbienenfreundlichen Blütenpflanzen zu füllen.

24 NATURZYT


Im 1. Beitrag habe ich geschrieben,

dass Wildbienen auf drei Ressourcen

angewiesen sind: geeignete

Nistplätze, Baumaterial für ihre

Brutzellen und Nahrung. Alle drei

Ressourcen sollten vorteilhafterweise

in einem Umkreis von ca. 300 m liegen,

damit die Wildbienen nicht zu weit

fliegen müssen. Dies würde sich sonst

negativ auf die Zahl der Brutzellen

auswirken.

Wenn wir den Wildbienen Nistplätze,

ob künstliche oder natürliche,

zur Verfügung stellen, sollten wir

auch gewährleisten, dass sie und ihre

Nachkommen in Nistplatznähe etwas

zu essen haben. Die Nahrung der

Wildbienen besteht während ihres

ganzen Lebenszyklus aus Blütenprodukten.

Als adulte Tiere saugen

sie vor allem Nektar und fressen wenig

Pollen. Für die Brut sammeln die

Weibchen vor allem den eiweissreichen

Pollen und etwas Nektar.

Wildbienen sind in Bezug auf die

Nahrung wählerisch. Ungefähr 50 %

der in Mitteleuropa vorkommenden

Arten sind Spezialisten, das heisst, sie

sammeln Pollen in der Regel nur

auf einer einzigen Pflanzengattung

oder ­familie. Die restlichen 50 %

sind, obwohl nicht mehr unbedingt

Spezialisten, immer noch wählerisch.

Die meisten Wildbienen­Weibchen

sammeln den Pollen mithilfe ihrer

Vorderbeine. Damit der Pollen beim

Transport in die Brutzellen nicht

runterfällt, schieben sie die Pollenkörner

zu ihren Hinterbeinen, an

denen sogenannte Haarbürsten angelegt

sind. In diesen Haarbürsten bleibt

dann der Pollen kleben.

Wir tun gut daran, im Garten oder

auf der Terrasse eine möglichst grosse

Vielfalt an einheimischen Pflanzen

anzubieten. Denn je artenreicher das

Pflanzenangebot ist, desto grösser ist

auch die Artenvielfalt der Wildbienen.

Dabei spielt nicht nur die Qualität,

sondern auch die Quantität der Pflanzen

eine Rolle. Für eine einzige Brutzelle

braucht eine Mörtelbiene den Pollenbedarf

von 1140 Blüten der Esparsette.

Das entspricht ca. 4,3 Pflanzen. Bei

mehreren Brutzellen (z.B. 12) sind

das schon 51,6 Pflanzen. Nicht berücksichtigt

in dieser Berechnung sind

andere Bienen, die diese Pflanze

nutzen. Setzen Sie deshalb immer

gleich mehrere Pflanzen der gleichen

Art.

Nektargenuss

gibt volle Pollensäcke

bei den Bienen.

NATUR BEWAHREN

Claudias Veranstaltungstipp:

Im August/September findet erneut eine Veranstaltung bei mir im Garten

zum Thema «Wildbienenfreundliche Pflanzen und ihre Verwendung im Garten»

statt. Nähere Infos und genaues Datum auf

www.natur-im-garten.ch/veranstaltungen.php

NATURZYT 25


Eine fleissige Pollensammlerin

auf einem Krokus.

WICHTIGE PFLANZENFAMILIEN

In der Schweiz gibt es weit über 100

Pflanzenfamilien. Einige der wichtigsten

Familien mit je einem Vertreter

finden Sie in der unten aufgeführten

Liste, die jedoch bei weitem nicht

vollständig ist. Für Interessierte weise

ich an diesem Punkt gerne auf das

äusserst wertvolle Buch von Paul

Westrich «Wildbienen die anderen

Bienen» hin, in dem sich seitenweise

Pflanzenlisten für Garten und Balkon

befinden.

• Doldengewächse (Wilde Möhre)

• Korbblütler (Flockenblumen)

• Raublattgewächse

(Gewöhnlicher Natternkopf)

• Kreuzblütler (Gewöhnliche Nachtviole)

• Glockenblumen (Knäuelblättrige

Glockenblume)

• Kardengewächse (Witwenblumen)

• Hülsenfrüchtler (Kleearten)

• Kürbisgewächs (Zaunrübe)

• Lippenblütler (Ziest)

Hildegard

von Bingen

oder Franziska

von Gossau

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und Therapeutinnen kennen

sich aus.

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26 NATURZYT


urzyt

3

• Hahnenfussgewächse (Eisenhut)

• Rosengewächse (Himbeeren)

• Braunwurzgewächse (Ehrenpreis)

• Weidengewächse (Purpurweide)

• Primelgewächse (Gilbweiderich)

• Malvengewächs (Wilde Malve)

• Wegerichgewächs (Spitzwegerich)

Für die Pflanzenwahl in Garten und

auf Balkon sollten wir uns wenn immer

möglich auf die einheimischen Pflanzen

konzentrieren, weil die Wildbienen sich

an diejenigen Nahrungspflanzen

angepasst haben, die bei uns wachsen.

Entscheiden Sie sich für die Wildform

und verzichten Sie auf Zuchtformen, die

oft so verändert sind, dass sie von

keinem Nutzen mehr sind für unsere

Insekten (gefüllte Blüten, veränderte

Blütenform natUrban usw.).

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finden Sie einige Vorschläge für typische

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• Hecken: Weiden, Wildrosen, Weissdorn,

Berberitze, Ginster, Blasenstrauch,

Feldahorn, Himbeeren, Brombeeren,

Johannisbeersträucher, …

• Kletterpflanzen: Weisse und Zweihäusige

Zaunrübe, Efeu, Plattererbsen, …

• Wiesen: Wiesen-Schafgarbe, Günsel,

Kartäusernelke, Glockenblumen,

Kerbel, Wiesen-Ferkelkraut, Gewöhnlicher

Hornklee, Saat-Luzerne,

Wiesenflockenblume, Saat-Esparsette,

Kleine Brunelle, Kronwicken,

Feld-Thymian, …

• Wildstauden für Beete: Feld-Steinquendel,

Kugelköpfiger Lauch, Grosse

Sterndolde, Wirbeldost, Lerchensporn,

Roter Fingerhut, Storchenschnabel,

Gem. Sonnenröschen,

Johanniskraut, Wilde Mondviole,

Traubenhyazinthen, Lungenkraut,

Muskatellersalbei, Blaustern,

scharfer Mauerpfeffer, Aufrechter

Ziest, Wolliger Ziest, Gamander,

Salbei blättriger Gamander, …

• Feuchtstandorte: Eisenhut, Pfennigkraut,

Sumpf-Ziest, ...

• Ruderalflächen: Acker-Hundskamille,

Acker-Glockenblume, Wegwarte,

Wilde Karde, Goldlack, Taubnessel,

Malven, Echter Honigklee, Mohn,

Gelbe Reseda, Rainfarn, Strahlenkamille,

...

Mit einem solchen Futterangebot

und einem strukturreichen Garten

werden auch bei Ihnen bald viele

verschiedene Wildbienen-Arten in

den Garten ziehen. Freuen Sie sich auf

spannende Beobachtungen.

Herzlich

Claudia Ebling

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Text Claudia Ebling

Fotos wildbee und Claudia Ebling

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NATURZYT 27


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Der gesunde Geschmack

des Sommers

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fruchtig und verführerisch. Sie bereichern das heimische Früchtesortiment

von Mai bis Oktober.

In den Verkaufsregalen warten feldfrisch gepflückte

Schweizer Beeren darauf, vernascht zu werden. Die

Königin unter den Beeren ist und bleibt die Erdbeere.

Sie streichelt nicht nur den Gaumen, sie stärkt auch

Geist und Körper. Doch auch die Himbeere, Heidelbeere,

Brombeere, Johannisbeere oder wie sie alle

heissen, haben viel zu bieten.

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Wer einmal begonnen hat, von den verführerischen

Früchtchen zu naschen, kann kaum mehr aufhören.

Das ist auch gut so. Schweizer Beeren sind der Inbegriff

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Schweizer Beeren lassen sich so vielfältig geniessen wie

kaum eine andere Fruchtsorte. Ob als feine Fruchtcreme,

auf Kuchen, in einem herrlichen Glacedessert

oder einfach pur in den Mund: Schweizer Beeren

schmecken einfach köstlich und bringen Abwechslung

in den sommerlichen Speiseplan. Beeren eignen sich

zudem als ideale Zwischenverpflegung am Arbeitsplatz.

Schweizer Beeren heben sich punkto Frische von

weither transportierter ausländischer Konkurrenz

ab. Wer Wert auf vollen Geschmack, kurze Transportwege

und umweltfreundliche Produktion legt, kauft

Schweizer Beeren. Die Umwelt wird es Ihnen danken.

DIE FARBE TÄUSCHT

Beerenobst muss reif gepflückt werden, der Geschmack

entwickelt sich nach der Ernte nicht mehr weiter.

Die Farbe ist dabei nicht immer ein verlässliches

Reifezeichen. Reife Erdbeeren, aber auch Johannisund

Stachelbeeren sind je nach Sorte sehr unterschiedlich

gefärbt, von hell­ bis dunkelrot. Dunkle

Brombeeren sehen oft schon reif aus, bevor sie

es sind. Richtig süss sind Brombeeren erst, wenn

sie sich leicht vom Fruchtzapfen lösen.

Text/Fotos NATURZYT in Kooperation

mit Schweizer Obstverband

28 NATURZYT


Verführerische Sommer-Desserts mit Schweizer Beeren

Erdbeerparfait

Zutaten für 4 Personen

400 g Erdbeeren

1 Stk. Eigelb

62 g Zucker

2 dl Vollrahm

20 g Couverture dunkel

½ Stk. Chili

Zubereitung:

Einen Teil der Erdbeeren mixen. Den anderen Teil in Stücke schneiden. Form

mit Folie auslegen. Couverture über dem Wasserbad schmelzen. Chilli in Stücke

schneiden. Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Rahm steif schlagen. Erdbeerpüree

unter die Zucker- und Ei-Masse ziehen. Alles mischen und in die Form

abfüllen. Gefrieren. Das Parfait aus der Form nehmen. Schneiden und anrichten.

Himbeer-Kokosglace

Zutaten für 4 Personen

2,5 dl Kokosmilch

100 g weisse Schokolade

50 g Zucker

500 g Himbeeren

12 cm Ingwer

1 Limette

2 EL Puderzucker

ein paar Pfefferminzblätter

Beeren-Cocktail mit Vanillesabayon

Zutaten für 4 Personen

150 g Johannisbeeren

100 g Erdbeeren

150 g Himbeeren

100 g Heidelbeeren

1 Vanillestängel

Zubereitung:

Kokosmilch erwärmen. Schokolade in Stücke brechen. Mit dem Zucker zur

Kokosmilch geben. Rühren bis die Schokolade geschmolzen ist. 100 g Himbeeren

beiseite legen. Restliche Himbeeren mit 23 Esslöffeln Wasser pürieren und

durch ein Sieb streichen. Ingwer fein reiben. Beides unter die Kokosmilch rühren.

Die Masse in die Glacemaschine* geben und gefrieren lassen. Limettenschale

fein abreiben. 2 Esslöffel Limettensaft auspressen. Schale, Saft und Puderzucker

mischen. Himbeeren beigeben und 30 Minuten marinieren.

Mit einem Glaceportionierer Kugeln abstechen. Auf Gläser oder Teller verteilen,

marinierte Himbeeren dazulegen. Mit Pfefferminzblättern garnieren.

* Ohne Glacemaschine, die Masse im Tiefkühler gefrieren lassen.

Dabei ab und zu mit einer Gabel gut durchrühren.

1,2 dl Milch, teilentrahmt

3 Eigelb

20 g Zucker oder ½ TL flüssiger

Süssstoff oder 12 Tropfen Stevia*

etwas abgeriebene Orangenschale

Zubereitung:

Johannisbeeren von den Rispen streifen. Erdbeeren in Scheiben schneiden. Alle

Beeren mischen und auf 4 Gläser verteilen. Vanillestängel längs aufschneiden,

Samen auskratzen. Milch mit Vanillestängel und -samen aufkochen. 30 Minuten

ziehen lassen. Milch durch ein Sieb in eine kleine Schüssel giessen. Eigelb, Zucker

(Süssstoff oder Stevia) und Orangenschale beigeben. Schüssel über ein leicht

siedendes Wasserbad hängen. Mit den Schwingbesen des Handrührgerätes ca. 5

Minuten schaumig rühren. Sofort über die Beeren giessen und warm servieren.

* Je nach Produkt kann die Menge differieren.

Tipp: Weitere Rezepte aus Schweizer Früchten unter: www.swissfruit.ch

NATURZYT 29


Schweizer Kraftorte

Das Wesen der Steine

geheimnis- und kraftvoll

Steine, grosse, kleine, runde, spitze... von klein an sind uns diese

so vertraut, dass wir ihnen kaum Beachtung schenken, es sei denn,

sie wären Edelsteine. Dennoch steckt auch im scheinbar gewöhnlichsten

Stein weit mehr, als wir uns erträumen lassen.

30 NATURZYT


Über die ganze Welt verteilt

finden wir Zeugnisse prähistorischer

Steinaufstellungen,

von denen wir heute

lediglich vermuten können, wozu diese

dienten. Noch Jahrtausende nach ihrem

Bau beeindrucken uns diese und ziehen

uns in ihren Bann. Inzwischen ist auch

vieles zu geordnet stehenden Steinen

gesagt worden: Himmelsobservatorien,

Tempelplätze, Grabmäler, Heil­, Kultund

Opferplätze und mehr. Aber stimmt

das auch? Muss, was auf den ersten Blick

gleich ausschaut, gleich dasselbe sein?

Machen wir uns also auf den Weg, das

Wesen der Steine zu erspüren.

DER HANDSCHMEICHLER

Einzelne, im Bach schön geformte Steine

sind an sich schon eine Betrachtung wert,

sei es deren Form, Maserung, Farbe oder

Struktur. Finden Sie einen ausdrucksstarken

knapp handtellergrossen Stein

und halten Sie diesen zwischen Ihren

Händen. Lassen Sie Ihren Gedanken

und Gefühlen freien Lauf, beobachten

Sie, was passiert. Kann es sein, dass ein

Stein zu einem spricht, Gefühle, Bilder,

Gedanken aufsteigen lässt? Es kann!

Eine spannende Erfahrung kann auch

sein, einen liegenden länglichen Stein

zu stellen. Kaum steht dieser, werden

wir ihn ganz anders wahrnehmen.

Mit diesen einfachen Experimenten

lässt sich nach und nach ein Gefühl für

die Bedeutung prähistorisch aufgestellter

Steine entwickeln.

ERRATIKER

Wir begegnen ihnen überall dort, wo

die eiszeitlichen Gletscher diese zurückliessen,

bis weit ins Schweizerische

Mittelland hinaus. Die Benennung als

Teufelsstein, Kindlistein oder auch

Hexenstein zeigt, dass schon in alten

Zeiten sich die Menschen zu diesen hingezogen

fühlten, was nicht immer im

Sinne der Kirche war. Dabei gibt es verschiedene

bauliche Zeugen, wo solche

Steine in Gotteshäuser integriert wurden.

Die beeindruckendsten Exemplare allerdings

finden wir im Raum der Voralpen,

so auch bei Morschach. Hier sind es

Granitfindlinge, die aufgrund ihrer

mineralischen Zusammensetzung und

Grösse hohe energetische Werte anzeigen.

Bekannt ist der Druidenstein im

Gelände des Golfplatzes, einem liegenden

Erratiker. Weitaus beeindruckender

ist allerdings der auf einer Kuppe aufrecht

stehende Erratiker beim Hänibüel. Mag

glauben wer will, dass dieser Stein vom

Gletscher hochkant abgesetzt wurde.

Hier treffen Energielinien aufeinander, die

zeigen, dass der Stein auch geomantisch

passend in der Landschaft steht. Inmitten

einer eingezäunten Viehweide ist er nur

bedingt zugänglich. Daher empfehle ich

für den Besuch eine Zeit ausserhalb des

Weidgangs zu wählen und sich zuvor

mit dem Landwirt abzusprechen.

Wo immer in der Welt wir unterwegs

sind, immer wieder werden wir

faszinierenden Steinen begegnen. Einige

davon möchten wir am liebsten mit ­

nehmen, ohne einen Gedanken darüber

zu verlieren, dass der Stein vielleicht

genau zu diesem Ort gehört? Warum

fragen wir den Stein nicht einfach, ob

er denn mit uns mitkommen oder an

seinem Platz bleiben möchte? Mal wird

er mitkommen wollen, mal wieder nicht.

Lassen Sie sich überraschen!

Anders als bei den bisher vorgestellten

natürlichen Kraftplätzen

wenden wir uns nun von Menschenhand

erschaffenen zu.

Erratiker bei

Hänibüel, Morschach.

DIE KRAFT DER STEINREIHEN

Dass eins und eins zwei ergibt, lernen

wir in der Schule. Doch was passiert,

wenn wir die Addition mit Steinen aufbauen?

Es entsteht ein Alignement, eine

Steinreihe. Stellen wir uns an das eine

Ende einer Steinreihe, werden wir

unschwer die durch die Wiederholung

potenzierte Energie spüren können. So

auch bei den nach der Juragewässerkorrektur

1878 entdeckten Menhiren

(bretonisch maen­hir = langer Stein) bei

Yverdon. Dabei ist es nicht notwendig

zu verstehen, weshalb diese Steine gesetzt

wurden. Wir können deren Wirkung

auch so spüren. Zwischen den Menhiren

finden sich Stellen, da mag es einem fast

schwindlig werden und der Körper beginnt

sich wie von Geisterhand spürbar

in eine andere Richtung zu drehen. In

der Anlage selbst stehen die grösseren

Steine teils in Gruppen beieinander.

Ein lohnendes Ausflugsziel mit vielerlei

Möglichkeiten, energetisch unterschiedliche

Plätze wahrzunehmen.

STEINMÄNNCHEN

Haben Sie sich auch schon gefragt, was

Menschen bewegen mag, Steine im

perfekten Gleichgewicht aufeinander zu

schichten? Wer's schon mal probiert

hat, wird es immer wieder tun und gar

eine Leidenschaft dafür entwickeln.

Die Faszination ist ungebrochen. Dieses

Tun schenkt tiefe Befriedigung, wirkt

meditativ und inspirierend. Und

wir schaffen uns damit auch gleich

einen starken Kraftplatz. Beim Halten

der Hand über dem Steinmännchen,

weist uns ein feines Kribbeln darauf hin,

dass sich hier etwas tut. Wir können

auch mehrere Steinmännchen zu einer

Gruppe aufbauen und anschliessend

beobachten, wie diese energetisch zu

einander in Beziehung gehen; wir

spüren genau, wenn wir zwischen zwei

Steinmännchen stehen.

Auf dem Basegglakamm im Pizolgebiet,

einem alten Kult­ und historisch

belegten Pilgerplatz, gibt es eine Menge

davon. Wer den Fünf­Seen­Weg im Pizol

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 31


Steinmännchen auf dem Basegglakamm

im Pizolgebiet.

Nach der Juragewässerkorrektur entdeckte Menhire bei Yverdon-Clendy.

geht, wird den Ort nicht verpassen.

Was heute meist aus Spass an der Sache

gemacht wird, hat in früheren Zeiten

durchaus tiefere Bedeutung gehabt: Im

hohen Norden als Schutz vor Trollen,

in Bergregionen als Wegmarkierungen,

an Flüssen und Seen als Hinweis auf

Untiefen usw.

STEINKREISE

Wo immer Steine in einer Ordnung aufgebaut

werden, da passiert energetisch

etwas. So auch beim Cromlech, der kreisförmigen

Steinsetzung. Bekannt sind

jene auf den britischen Inseln, weniger

bekannt die auf dem vorarlbergischen

Bürserberg. Es gibt welche, die astronomischen

Phänomenen zugeordnet werden

können, bei anderen ist deren Zweck noch

nicht erkannt worden. Es gibt aber auch

neu erbaute Steinkreise, deren naturener

getische Eigenschaften ebenso spürbar

sind, so in der Region Sattel­Hochstuckli

auf dem Naturenergie­ Rund weg

«der pfad». Natürlich lässt sich auch zu

Hause im Garten ein kleiner und dennoch

wirkungsvoller Steinkreis bauen. Damit

ein Kreis erkennbar wird, sollten es

mindestens fünf Steine sein. Mit einer

ungeraden Anzahl Steinen wird dieser

anders wirken als einer mit einer

geraden. Stehen acht Steine im Kreis

und werden diese nach den Himmelsrichtungen

ausgelegt, ergibt sich

die Konfiguration des indianischen

Medizinrads. Jede Richtung im

Medizin rad steht für ein spezifisches

Lebensthema.

Natürlich lässt sich auch mit

Min ia tur steinkreisen experimentieren,

die lediglich aus 58 cm grossen Steinen

bestehen. Werden Pendel oder Rute

hinzugenommen, zeigen sich weitere

energetische Phänomene, wie die

wechselnde Polarität von einem Stein

zum andern.

Das nächste Mal gibt es Ausflugstipps

zu ganz speziellen Orten der Kraft.

Den Naturkräften auf der Spur!

Vom Montag, 29. 6. bis Freitag, 3. 7. 2015 gemeinsam mit

Philippe Elsener im Trafoier Tal die Kräfte der Natur aufspüren:

1. Tag Die Kraft der Landschaft

2. Tag Die Kraft des Wassers

3. Tag Die Kraft der Steine

4. Tag Die Kraft der Berge

5. Tag Die Kraft der Form

Herzlich,

Philippe Elsener, Naturenergetiker

Text / Foto Philippe Elsener

Inkl. 4 Übernachtungen mit Halbpension

im Hotel Bella-Vista, Trafoi, Südtirol ab Euro 544.

Anmeldung und mehr Informationen unter

www.naturenergetik.ch, info@naturenergetik.ch

oder Telefon 078 745 09 95

32 NATURZYT


Natur- und Wanderferien

WILDE SCHÖNHEIT

Während sich in den Wintermonaten

der Klöntalersee in ein spektakuläres

Natureisfeld verwandelt, durchflutet die

Sonne dem See entlang das Glärnischmassiv

mit Licht. Dann entpuppt

sich das Klöntal als Bade-, Wander-,

Velo- und Mountainbike-Paradies.

Mitten in dieser spektakulären Landschaft

liegt das Hotel Rhodannenberg.

Auf der Terrasse finden bis zu

150 Gäste Platz. Im Freien gibt’s

auch eine gemütliche Lounge

und einen nach neusten Standards

eingerichteten Kinderspielplatz.

www.rhodannenberg.ch

www.kloental.com

T +41 55 650 16 00

ALPENHOTEL FLEURS DE ZERMATT

Das Alpenhotel Fleurs de Zermatt

widmet sich den seltenen Alpenblumen

rund um Zermatt. Das «Fleurs» erhält

seinen Charme durch Verwendung

von einheimischen Materialien. Die

heimelige Bar sowie die gemütliche

Leselounge laden zum Verweilen ein.

In der grossen Wellnessanlage können

Sie die Seele baumeln lassen und

sich bei einer Massage entspannen.

Profitieren Sie von unseren «Fleurstagen»:

3 Übernachtungen inkl.

Zermatt-Peak-Pass ab CHF 528. !

www.fleursdezermatt.ch

NATUR ERLEBEN

SEMINAR- UND

WELLNESSHOTEL STOOS

Das Hotel liegt auf dem autofreien

Hochplateau mit Rundblick auf Vierwaldstättersee,

Mittelland, Urner

Alpen und Mythen. Mit der Zubringerbahn

gelangt man in 7 Minuten auf

den Stoos. Die 78 Designzimmer sind

mit Queen und King Size Betten ausgestattet.

Der 1100 m 2 grosse Spabereich

bildet eine Oase der Entspannung.

Ein Schlummertrunk an der Cheminée-

Bar rundet einen erlebnisreichen

Tag auf dem Stoos ab. Von Zürich in

40 Minuten erreichbar.

www.hotel-stoos.ch, T 041 817 44 44

KLEINWALSERTAL:

HOTEL GENUSSGASTHOF

SONNENBURG

Sportlich aktiv Natur erleben

Abenteuer finden: biken, wandern,

klettern, canyoning oder einfach vom

Liegestuhl aus die ruhige, sonnige

Aussichtslage geniessen. In natürlichen

Materialien wohnen und regionale

Spezialitäten erleben. Einfach und

geradlinig, das ist Urlaub im familiengeführten

Genussgasthof Sonnenburg.

Wollen Sie wissen, wo Ihr Körper

gerade steht? Finden Sie es mit einer

Lebensfeuermessung heraus.

www.genussgasthof.at, T 0043 5517 5251

SEE- UND SEMINARHOTEL

FLORAALPINA

Wo im Herzen der Schweiz Palmen

wachsen, wo Ihnen der Vierwaldstättersee

zu Füssen liegt und die Rigi den

Rücken stärkt, steht in einer fantastisch

angelegten Parklandschaft das See- und

Seminarhotel FloraAlpina in Vitznau.

Die 57 individuell eingerichteten

Zimmer sowie ein Wohlfühlpark mit

beheiztem Swimmingpool, Aussenwhirlpool,

Outdoor-Sauna und

Bade bottichen sowie die grosse Aussichtsterrasse

lassen keine Wünsche offen.

Mehr unter www.FloraAlpina.ch,

T 041 399 70 70

NATURZYT 33


Am Plattenseeli empfiehlt sich eine Pause,

bevor es steil auf den Heidelpass geht.

Wo die Berge

kopfstehen

Auf einer Wanderung durch das UNESCO-Welterbe

Tektonik arena Sardona kommt man der Entstehung

von Gebirgen auf die Spur und dem Bartgeier, der im

wilden Calfeisental zu Hause ist.

34 NATURZYT


Eindrückliches Schauspiel: Im Felsenkessel Batöni

auf dem Weg nach Weiss tannen stürzen drei

Wasserfälle zu Tal.

Die Glarner Hauptüberschiebung ist an

der deutlichen Linie im Gelände auszumachen.

Wandern in den Bergen gehört zu

den liebsten Freizeitaktivitäten der

Schweizerinnen und Schweizer,

keine Frage. Doch haben Sie sich

auch schon überlegt, wie unsere Berge entstanden

sind, welche Prozesse beteiligt waren und welche Kräfte

gewirkt haben? Wer diesen Fragen auf den Grund

gehen möchte, findet im Grenzgebiet der Kantone

Glarus, St. Gallen und Graubünden Antworten. Die

Landschaft um den 3056 Meter hohen Piz Sardona

gleicht einem aufgeschlagenen Geologiebuch. Die

Entstehung von Gebirgen ist nirgendwo anders auf

der Welt so deutlich zu sehen und einfach nachzuvollziehen

wie hier. Die UNESCO hat deshalb das

330 Quadratkilometer grosse Gebiet unter dem Namen

Tektonikarena Sardona zum Welterbe erklärt.

DER ERDGESCHICHTE AUF DER SPUR

Nun, es braucht ein wenig Basiswissen in Geologie,

um der Tektonikarena ihre Geheimnisse zu entlocken.

Die Alpen sind das Resultat der Kollision zwischen

Afrikanischer und Eurasischer Kontinentalplatte.

Während etwa hundert Millionen Jahren wurden

mächtige Gesteinsschichten übereinander geschoben,

die Berge sind gewachsen. Jüngere Schichten kamen

in der Regel über ältere zu liegen.

Nicht so in der Tektonikarena Sardona. Während

der Alpenbildung wurden hier 300 Millionen Jahre

alte, dunkle Verrucano­Gesteine über zehnmal

jüngere, helle Flyschgesteine geschoben. Die Berge

stehen gewissermassen kopf. Der Prozess vollzog sich

entlang der Glarner Hauptüberschiebung, einer

Wer im Calfeisental den Blick in die Höhe richtet,

entdeckt mit Glück die Bartgeier.

schar fen Linie, die in der Tektonikarena über 35 Kilometer

deutlich sichtbar ist. Sie gibt Einblick in Abläufe,

die einst tief im Erdinneren unter hohen Drucken und

Temperaturen stattgefunden haben und dem mensch ­

lichen Auge in der Regel verborgen sind.

Die Glarner Hauptüberschiebung ist nicht der

einzige Zeuge der Gebirgsentstehung in der Tektonikarena.

Das Gebiet ist voll sogenannter Geotope,

Fenster zur Erdgeschichte. Einzigartig ist aber auch

die Landschaft rund um den Piz Sardona. Hoch­

NATURZYT 35


Stimmungsvoller Sonnenaufgang

auf der Sardonahütte.

moore, Seen, Wildbäche, Schluchten, Schwemmebenen

und eine reiche Tier­ und Pflanzenwelt

begegnen einem auf Schritt Tritt. In dieser urwüchsigen

Ecke der Schweiz zu wandern ist purer Genuss,

egal ob man an Geologie interessiert ist oder nicht.

BEI DEN WALSERN ZU BESUCH

Wer genug Zeit mitbringt, wagt sich an den Sardona­

Welterbe­Weg, der in sechs anstrengenden und

eindrücklichen Etappen quer durch die Tektonikarena

führt, von Filzbach am Walensee nach Flims.

Für eine Wochenendtour pickt man einfach ein

Teilstück heraus, zum Beispiel den Abschnitt von

der Sardonahütte nach Weisstannen. Er bringt

einem nicht nur den stolzen Piz Sardona und die

Glarner Hauptüberschiebung näher, sondern macht

auch bekannt mit dem Calfeisental, einem Juwel

von Bergtal und einem Leckerbissen für Naturund

Wildnisfreunde.

Die Tektonikarena Sardona erleben

Das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona und das Calfeisental

kann man auf einer geführten Wanderung entdecken. Der Tourenveranstalter

Wildout Naturerlebnisse organisiert eine zweitägige

Wanderung durch das Calfeisental zur Sardonahütte und weiter

auf dem Welterbeweg nach Weisstannen. Geführt wird die Tour

von Wanderleiter Daniel Fleuti und Wildnispädagogin Andrea Kippe.

Unterwegs gibt es viele Informationen zur Tektonikarena, zu den

Bartgeiern im Calfeisental sowie zu den Wölfen, die ebenfalls im

Gebiet leben. Das Wochenende kostet 320 Franken pro Person und

beinhaltet zwei geführte Wanderungen sowie die Übernachtung

mit Halbpension in der Sardonahütte.

Anmelden kann man sich bei Wildout Naturerlebnisse über

die Website www.wildout.ch oder über Telefon 052 558 38 92.

Auf der Website sind die Daten für 2015 sowie alle weiteren

Informationen zur Tour ersichtlich.

Eindrucksvoll ist schon der Zustieg zur Sardonahütte

am ersten Tag. Los geht’s am Staudamm

Gigerwald, Endstation für das Postauto aus Bad

Ragaz. Auf den letzten Metern Fahrt hat sich

das Tal merklich verengt, der Stausee, der sich vor

uns ausbreitet, ist zwischen steil abfallenden Felswänden

regelrecht eingeklemmt. Für die Naturstrasse,

die uns in einer knappen Wanderstunde

nach Sankt Martin bringt, bleibt kaum Platz.

Die Siedlung ist kein Zeuge der Erdgeschichte,

sondern der Walser, die das Calfeisental zwischen

1300 und 1650 bewohnten. Sankt Martin war

das Zentrum: eine Handvoll sonnengebräunter

Walserhäuser, eine kleine Kirche und ein

Wirtshaus, wo man heute mit Selbstgemachtem

verwöhnt wird.

MIT DEM BARTGEIER IN DIE HÖHE

Abenteuerlustige wählen für den Weiterweg den

verschlungenen Pfad auf der rechten Talseite,

Gemütlichwanderer halten sich an die Alpstrasse.

Bei der Alp Sardona treffen sie sich wieder, zum

Schlussaufstieg zur Sardonahütte. Sie ist ein Hort

einfacher Gemütlichkeit auf einer Aussichtskanzel

über dem Tal. Wer Glück hat, erspäht in den Lüften

den Bartgeier. Im Calfeisental sind zwischen 2010

und 2014 ein Dutzend der imposanten Aasfresser

ausgewildert worden. Die letzten beiden Junggeier,

Noel­Leya und Schils, haben Schlagzeilen gemacht.

Noel­Leya fand zu wenig Futter und wurde Ende

2014 wieder eingefangen. Im Tierpark Goldau kam

das junge Männchen zu neuen Kräften, Anfang

April konnte Noel­Leya im Oberalpgebiet ein zweites

Mal in die Freiheit entlassen werden.

In die Freiheit der Berge rund um den Piz Sardona

geht es auch für uns am nächsten Morgen und

zwar früh. Weisstannen ist sechs Wanderstunden

entfernt. Der Weg ist einmal mehr ein Traum,

er führt uns über unzählige Bäche, Hochebenen und

Moore zum lauschigen Plattenseeli und über den

steilen Heidelpass ins Weisstannental, die markante

Linie der Glarner Hauptüberschiebung stets im

Blick. Ein letzter Höhepunkt ist der Felsenkessel

Batöni. Drei Wasserfälle stürzen hier ins Tal, unser

Wanderweg schlängelt in spektakulärer Linienführung

in die Tiefe. Das Weisstannental war vor langer

Zeit ebenfalls Schauplatz einer Wildtieraussetzung.

1911 wurde der Grundstein zur Schweizer Steinbockpopulation

gelegt. Heute scheint es den Tieren prächtig

zu gehen. Es ist fast unmöglich, ihnen unterwegs

nicht zu begegnen.

Text / Foto Daniel Fleuti

36 NATURZYT


Die Natur im Sommer erleben

KLEINWALSERTAL:

BACHBETT STATT IPAD

Die Natur mit allen Sinnen erleben, Spuren

lesen und Tiere beobachten, Feuer machen

und an Wildbächen spielen. Familienferien

im Kleinwalsertal sind abwechslungsreich

und einmalig. Für die Ferienzeiten

hat das Kleinwalsertal mit «Burmis

Abenteuerferien» ein viel seitiges Programm

zusammengestellt. Erfahrene

Bergführer sorgen für die sportliche

Action, während es mit ausgebildeten

Wildnis-Pädagogen zum Entdecken

kleiner und grosser Naturwunder geht.

www.kleinwalsertal.com

MIT DEM LAMA

DURCH DIE TOGGENBURGER NATUR

Ein unvergessliches Erlebnis in Begleitung

von Lamas die herrliche Bergwelt

bewundern. Ob als 3-stündige Kurztour,

Halbtagestour oder den ganzen Tag

nur zu zweit oder als Gruppe. Selbst

für behinderte Menschen sind spezielle

Wanderungen möglich. Alle Touren

inkl. Verpflegung ab CHF 45. p.P.

Anmeldung unter: Lama­ Trekking

Toggenburg, Frau Bernadette Bislin,

Sägenboden 563, 9658 Wildhaus,

Tel. 071 999 10 73, N 079 403 43 46,

www.bislin-lama-trekking.ch.

SOMMER AM ZUGERSEE

Die Zugersee Schifffahrt kombiniert erfrischende

Momente mit feinen Köstlichkeiten

auf den Schiffen. Im Juni stehen

kulinarische Abendfahrten mit Buffets

à discrétion zum Thema «wildes

Skandinavien» und «heisses Spanien»

auf dem Speiseplan. Frühstücksgenüsse

gibt es täglich. Auf den Nachmittags­

Rundfahrten am Wochenende kommen

Sie in den Genuss verschiedener Crêpes-

Variationen sowie feinsten Kuchen- und

Tortenkreationen.

Angebote und Fahrplan unter

www.zugersee-schifffahrt.ch

NATUR ERLEBEN

EINMALIGE AUSSICHTEN

Die Uetlibergbahn S10 fährt Sie von

Zürich HB direkt auf den Uetliberg.

Über den Albisgrat-Höhenweg

wandern Sie in rund zwei Stunden bis

zur Felsenegg, von wo Sie die Felseneggbahn

innert fünf Minuten ins Tal nach

Adliswil bringt. Vom Bahnhof Adliswil

gelangen Sie mit der Sihltalbahn S4

wieder bequem nach Zürich HB. Nebst

verschiedenen Einkehrmöglichkeiten

bietet der Rundweg einmalige Aussichten

auf die Stadt, die Alpen und

den Zürichsee.

www.szu.ch/albistageskarte

«DAS WETTER.

SONNE, BLITZ UND WOLKENBRUCH»

Die neue Ausstellung im Forum Schweizer

Geschichte in Schwyz macht Wetterphänomene

sinnlich erlebbar, erklärt

was Wetter ist und wie es entsteht. Entstanden

in Zusammenarbeit mit dem

Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie

MeteoSchweiz zeigt die Schau

zudem, wann die ersten Messgeräte erfunden

wurden, was an den Bauernregeln

dran ist und was Klimaforscher über

die längerfristige Entwicklung des Wetters

sagen. Weitere Informationen unter:

www.wetter.forumschwyz.ch

DIE AARESCHLUCHT DAS

NATURWUNDER IN MEIRINGEN

Die Aareschlucht bietet ein spannendes

Ausflugsziel im Berner Oberland für

Familien, Wanderer und Entdeckerinnen.

Noch heute erkunden Sie die 1,4 km

lange und bis zu 200 Meter tiefe

Schlucht auf sicheren, nach alter

T radi tion errichteten Stegen. Das Naturspektakel

bietet bei jedem Wetter

wunderbare Einblicke. Der Kinderspielplatz

direkt neben der lauschigen

Terrasse beim Westeingang lädt

zum Spielen und Verweilen ein.

www.aareschlucht.ch

NATURZYT 37


38 NATURZYT


Auf den Spuren der Natur

Sommer-

Träume

Der Oeschinensee bei Kandersteg

gilt als Juwel unter den Bergseen.

(Foto: Yvonne Müller)

In den tieferen Lagen hat uns der

Frühling bereits schon verwöhnt

nun langsam kehrt dieser auch

in den höheren Lagen ein.

Prächtige Wiesen, grüne und saftige

Sträucher und Bäume sind zu bewundern.

Tosende Wasserfälle und tiefblau

funkelnde Bergseen sind zu entdecken.

Ein Sommer in den Schweizer Bergen ist

ein Traum ein Naturtraum.

MALERISCHER OESCHINENSEE

Der Oeschinensee bei Kandersteg liegt

im UNESCO­Welterbe Schweizer Alpen

Jungfrau­Aletsch und gilt als Juwel

unter den Bergseen. Von der Bergstation

der Gondelbahn Oeschinensee führt ein

gemütlicher Spaziergang (ca. 20 Minuten)

zum See. Wasserratten erkunden den

Oeschinensee am besten auf einem Ruderoder

Fischerboot. Tempoliebhaber

erfreuen sich an der 750 Meter langen

Sommerrodelbahn bei der Bergstation

der Gondelbahn. Und Wanderer geniessen

das atemberaubende Panorama

auf den See und das Blüemlisalpmassiv

auf einer Rundwanderung zum

Aussichts punkt Heuberg. Der Weg ist

Teilstück der bekannten Passwanderung

zum Hohtürli und der Blüemlisalphütte.

Mehr Informationen unter

www.loetschberger.ch/oeschinensee

DICKSTE ROTTANNE DER WELT

IM CALFEISENTAL

Eine spezielle Wanderung inmitten

einer faszinierenden Bergwelt führt

zur dicksten Rottanne der Welt. Auf

1580 Metern steht mit einer Höhe von

33 Metern und einem Durchmesser

von 1,84 Metern die Weltrekordhalterin.

Um sie umfassen zu können, sind vier

Männer notwendig. Sitzen oder lehnen

Sie mit dem Rücken an die 300­jährige

Fichte. Was spüren Sie? Die Energien,

die Sie aufnehmen, sind sehr intensiv,

die Energiequalität ist auf­ und abbauend,

was dazu beiträgt, unseren

Organis mus ins Gleichgewicht zu bringen.

Sie sind hier an einem Heilplatz. Die

Route des Staunens im Calfeisental ist

gut 8,4 km lang und führt von St. Martin

über Stockboden Schwamm

Malanse r alp Schwamm zurück nach

St. Martin (alternativ über Ober­ und

Untersäss zur Sardonaalp und weiter

zum Hexenbüel, via Tüfwald nach

St. Martin). Mehr Informationen unter

www.heidiland.com, T 081 300 40 20.

NATURSCHUTZGEBIET HUDELMOOS

Das Naturschutzgebiet Hudelmoos liegt

drei Kilometer südlich von Amriswil

(zwischen Amriswil und Bischofszell),

in einer von einem Arm des Rheingletschers

ausgehobelten Mulde, und

wird von einem schönen Waldstreifen

umgeben. Dank den einzelnen Pfaden,

die in das ca. 30 Hektaren grosse Gebiet

führen, lässt sich das Hochmoor von

nationaler Bedeutung direkt erleben.

Das prächtige Naherholungsgebiet

beherbergt eine reichhaltige, zum Teil

recht seltene Tier­ und Pflanzenwelt,

so wurden 1992 von ProNatura über

40 Vögel, 210 Schmetterlinge (inkl.

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 39


Ursprünglicher

und grösster

Fichtenurwald Europas.

(Foto: Andreas Heinzer)

Der Wanderweg «Lötschberger-

Südrampe» mit atemberaubender

Aussicht auf das Rhonetal.

(Foto: Matthias Pfammatter)

Mit beinahe 600 m Höhendifferenz

sind die Seerenbachfälle einer

der höchsten Wasserfälle Europas.

(Foto: Amden & Weesen Tourismus)

Nachtfalter), 29 Libellen, 348 Gefässpflanzen,

98 Moose (davon 15 Torfmoose),

298 Pilze dokumentiert.

Mehr Informationen unter

www.pronatura­tg.ch/hudelmoos

SEERENBACHFÄLLE UND RINQUELLE

Mit beinahe 600 m Höhendifferenz

bilden die Seerenbachfälle einen

der höchsten Wasserfälle Europas.

Gleichzeitig gilt die mittlere Stufe mit

einer Fallhöhe von 305 m als einer

Tipp: Mit Bus und Bahn in die Natur. SBB RailAway bieten interessante Kombi-

Angebote zu ermässigten Preisen an. Die Angebote sind online unter sbb.ch/

online-kaufen, am Bahnhof sowie beim Rail Service (0900 300 300, CHF 1.19/Min.

vom Schweizer Festnetz) erhältlich. Auch GA-Kunden erhalten eine Ermässigung

auf die Zusatzleistungen, wenn das Billett vorher online oder am Bahnschalter

gelöst wird.

der höchsten frei fallenden Wasserfälle

der Schweiz. Unmittelbar unterhalb

der Prallzone der Seerenbach­Kaskade

tritt auch die Rinquelle ans Tageslicht

und fällt über eine 45 m hohe Felswand

in den Seerenbach. Von der Schiffs station

Betlis führt ein Waldweg via Strahlegg,

Vorderbetlis zu den Seerenbachfällen.

Der Weg mit einem Auf­/Abstieg von

160 m ist 2 km lang und dauert zirka

eine halbe Stunde.

Mehr Informationen unter

www.amden­weesen.ch,

T 058 228 28 30.

40 NATURZYT


NATUR ERLEBEN

GRÖSSTER FICHTENURWALD

EUROPAS

Der Bödmerenwald im Kanton Schwyz

liegt am Ende des Muotathals Richtung

Pragelpass. Der etwa 450 Hektar grosse

Bödmerenwald ist der grösste echte Fichten

urwald der Alpen von Europa. Der

Kernbereich des Bödmerenwaldes von

rund 150 ha besteht primär aus unberührtem

Fichtenurwald. Umgeben

wird dieser Kernbereich von ca. 200 ha

zwar forstlich und alpwirtschaftlich

genutzten, aber noch sehr naturnahen

Wäldern. 70 ha des Kerngebietes sind

als Reservat geschützt. Die ältesten

Bäume des Waldes sind mehr als 500

Jahre alt. Spezielle Urwald­Exkursionen

werden von der Erlebniswelt Muotathal

unter www.erlebniswelt.ch,

T 041 830 28 45 angeboten.

WANDERKLASSIKER

«LÖTSCHBERGER-SÜDRAMPE»

Der Wanderweg «Lötschberger­Südrampe»

führt auf der Sonnenseite des

Rhonetals von Hohtenn über Ausserberg

nach Brig. Der Wanderklassiker entlang

der über 100­jährigen Bahnstrecke

fasziniert Wanderer jeden Alters mit

dem lebhaften Wechselspiel zwischen

alpiner und mediterraner Vegetation,

wasserführenden Suonen, der atemberaubenden

Aussicht auf das Rhonetal und

spektakulären Bauten, wie das bekannte

Luogelkin­Viadukt. Dank der stündlichen

Bedienung der Bahnstationen durch den

RegioExpress Lötschberger kann der

insgesamt 26 Kilometer lange Weg nach

Lust und Laune als Ganzes oder nur in

Teilstücken bewandert werden. Weitere

Infos und kostenlose Wanderkarte unter

www.loetschberger.ch/suedrampe

Text Michael Knaus

NATURZYT 41


Naturferien in

Graubünden

Kristallklares Wasser am Tomasee bei Disentis Sedrun und eine Wanderung

durch den Savogniner Bergwald im wunderschönen Surses.

Beide haben gemeinsam: Natur pur und Erholung für Körper, Geist und Seele.

42 NATURZYT


Einzigartig in seiner Schönheit der Tomasee, die Quelle des Rheins.

(Foto: Sedrun Disentis Tourismus)

Im Sommer über grüne Alpwiesen

wandern, an schattigen Erlenwäldchen

rasten und auf einer der

zahl reichen Wandertouren in

der Ferienregion Disentis Sedrun den

Duft der Alpenkräuter und -blumen

am Wegesrand geniessen.

In der gesamten Region fährt man

übrigens von Juni bis Oktober ab einer

Übernachtung bequem und kostenlos

zwischen Disentis und dem Oberalp

mit der Matterhorn Gotthard Bahn

und der Gondelbahn von Disentis nach

Caischavedra zu den verschiedenen

Ausgangspunkten. Ein spezielles und

emis sions freies Abenteuer ist die umweltfreundliche

Fahrt mit einem Tesla

Roaster, welcher für CHF 400 für einen

ganzen Tag gemietet werden kann. Eine

unvergessliche Fahrt in diesem Cabrio

in einmaliger Bergwelt ist garantiert.

Das Wasser, das aus dem See

abfliesst, gräbt sich durch eine enge

Rinne und fliesst als munteres

Bächlein hinunter ins Tal. Wie fühlt

sich wohl der Rheinanwohner in

der Schweiz, Deutschland und den

Niederlanden, wenn er mit einem

Schritt dieses Bergbächlein Rhein

überqueren kann, welches er nur als

breites und träge dahinfliessendes

Gewässer kennt?

Doch hier in Sedrun ist er noch

jung und unverbraucht, quirlig und

unbekümmert. Das Wasser des Tomasees

ist klar und rein und hat sogar

Trinkwasser qualität. Der Besuch des

Tomasees ist ein besonderes Erlebnis.

Während der Zeit des Bergfrühlings,

von Juni bis Anfang Juli, findet man

zahlreiche seltene Blumen arten.

Im Hochsommer kann man sogar ein

erfrischendes Bad wagen und im August

verwandeln sich die satt grünen Matten

am westlichen Ende des Sees in weisse

Teppiche aus Wollgras. Die Steinblöcke

rund um den See eignen sich hervorragend

als Pick nick plätze und sind bei den

Kindern als Kletterübungsobjekte sehr

beliebt. Die Wiesenhänge sind bewohnt

von Murmeltieren, welche sich mit

einem lauten Pfiff bemerkbar machen,

wenn man ihnen zu nahe kommt.

Wandertipp: Oberalppass PazolastockRheinquelle

Tomasee. Bei dieser

landschaftlich beeindruckenden

Tour zur Rheinquelle beträgt die Gehzeit

5 Stunden im Gegensatz zu den

2,5 Stunden auf der gängigen Route.

Übrigens mit der kostenlosen Wanderund

Bike-App können sämtliche Routen

in Grau bünden auf dem Mobiltelefon

angeschaut werden.

Mehr www.disentis-sedrun.ch/apps

GOLDWASCHEN AM JUNGEN RHEIN

Etwas weiter unten im Rhein wurden

schon zahlreiche Goldnuggets gefunden

und auch heute kann man sein Glück

beim Goldwaschen versuchen. Ausgerüstet

mit Klapp schaufel, Sieb und

Waschpfanne, zeigen Experten, wo

die besten Plätze sind und wie mit

der richtigen Technik die verstecken

Schätze gefunden werden.

NATUR ERLEBEN

DIE RHEINQUELLE LAI DA TUMA

Das Highlight in Disentis Sedrun, neben

einem Besuch des Benediktiner klosters

Disentis, ist die Urquelle des Rheins.

Einzigartig in seiner Schönheit

und Magie liegt der Tomasee ein gebettet

in einer Mulde am Fusse des

Piz Badus. Dieser knapp 200 Schritt

breite und 400 Schritt lange See

ist das Becken, aus welchem der Rhein

entspringt, deshalb wird der See auch

als «Wiege des Rheins» bezeichnet.

Von hier legt der Rhein über 1230 km

zurück, bis er bei Rotterdam in die

Nordsee mündet.

Das Glück beim Goldwaschen versuchen. (Foto: Sedrun Disentis Tourismus)

NATURZYT 43


Alp Flix eine eindrückliche

Moorlandschaft.

(Foto: Savognin Tourismus)

Mit der Bergwald-Wundertüte

die Geheimnisse

des Bergwaldes lüften.

(Foto: Lorenz A. Fischer)

DER WALD IM ZENTRUM

Im 2015 steht der Bergwald im Zentrum

von Angeboten und Veranstaltungen rund

um den Parc Ela. Die schönsten Bergwälder

im Naturpark erkunden mehr

über deren Artenvielfalt und Bewirtschaftung

des Bergwalds oder auch die

Verarbeitung des Holzes aus den Wäldern

erfahren. Mit der Bergwald­ Wunder tüte

können die Geheimnisse des Bergwaldes

spielerisch ergründet werden. Als Unter ­

stützung hilft der Steinadler Evla, den

kleinen und grösseren Entdeckern, den

Naturpark Ela zu beobachten und dabei

zu lernen, wie die Pflanzen und Tiere

im Gebirge leben. Ein Erlebnis für die

ganze Familie. Und das Beste ist:

die Bergwald­Wundertüte eignet sich

auch, um den Wald zuhause aus neuen

Blickwinkeln zu entdecken.

SCHATZINSEL DER ARTENVIELFALT

Eine Schatzinsel der Artenvielfalt ist

die Alp Flix. Diese eindrückliche Moorlandschaft

bezaubert durch die Fett­ und

Trockenwiesen, welche sich mit Bergwald,

Hoch­ und Flachmooren sowie Bergseen

in ein vielseitiges Mosaik verzahnen.

Diese Schatzinsel der Artenvielfalt wartet

darauf, erforscht zu werden. Auf einem

Rundparcours erkunden Kinder und

Erwachsene zusammen mit Professor

Flix und einem Forscher­Kit selber die

heimische Flora und Fauna. Ausgerüstet

mit Becherlupe, Bauset für ein Wasserrad

und einem Forschertagebuch findet

jeder Entdecker bestimmt Spannendes.

Savognin Bivio Albula: Unterwegs im Parc Ela

Von Tiefencastel her Richtung Julierpass

kommend, öffnet sich bei Savognin

das wunderschöne Tal Surses. Hier,

mitten im familienfreundlichen Parc

Ela, beginnen Naturferien in der

Ferienregion Savognin Bivio Albula.

GRÖSSTER SCHWEIZER NATURPARK

Der Parc Ela liegt in einer vielseitigen

Landschaft um die Alpenpässe

Albula, Julier und Septimer und ist

der grösste Naturpark der Schweiz. Er

bietet ursprüng liche Natur, intakte

Dörfer und gelebte Kultur in den drei

Sprachen Romanisch, Italienisch und

Deutsch. Gemeinsam arbeiten

die Naturparkgemeinden daran, die

regionale Wirtschaft zu stärken, die

Natur und Landschaft zu schützen

und das kulturelle Erbe zu bewahren.

Was gibt es Schöneres als einen

Spaziergang oder eine Wanderung

durch den Bergwald. Natur pur,

frische Luft, kühler Schatten, Erholung

für Körper und Geist. Der Wald im

Parc Ela prägt die Landschaft des

Naturparks und bietet vielen Tieren

und Pflanzen Lebensraum. Er schützt

auch vor Natur gefahren und liefert

den Rohstoff Holz.

WANDERN IN SCHÖNSTER NATUR

Über 400 km bestens markierte Wanderrouten,

eingebettet in einmaliger Naturkulisse,

oder originelle Themenwanderungen

durch schöne Bergwiesen, raue

Bergketten und steile Schluchten, sowie

geführte Wande rungen lassen das

Wanderherz höher schlagen. Tipp: Mit

der Ela Card sind alle Fahrten mit

den Bergbahnen Savognin sowie sämtliche

fahrplanmässige Postauto­Kurse

zwischen Salouf­ Savognin­Bivio kostenlos.

Die Ela Card bekommt jeder Gast

ab einer Übernachtung geschenkt.

Text/Fotos NATURZYT in Zusammenarbeit

mit Sedrun Disentis Tourismus /

Savognin Tourismus im Surses

44 NATURZYT


Disentis Sedrun:

Ferien an der Rheinquelle

In der Ferienregion Disentis Sedrun erwartet Sie nicht nur Wasser,

Berge und der Sommerhimmel: 350 km markierte Wanderwege von

der einfachen Familienwanderung bis zur anspruchsvollen Bergtour führen

über blühende Alpenweiden. Ein besonderes Highlight ist die Wanderung

zum Tomasee der Quelle des Rheins.

FEST IM SATTEL MIT GENUSS

Über 150 km Mountainbikerouten entlang der Alpenpässe

lassen das «Biker-Herz» höher schlagen.

Und freundliche Gastgeber mit regio nalen Köstlichkeiten

vom urchigen Bergbeizli über das Bündnerstübli

bis zum Gilde-Restaurant erwarten Sie.

FREIE FAHRT INKLUSIVE

Neu geniesst man ab einer Übernachtung von

Juni bis Oktober freie Fahrt mit der Matterhorn

Gotthard Bahn zwischen Disentis und dem

Oberalp und der Gondelbahn von Disentis

nach Caischavedra. Mehr freie Fahrt unter

www.disentis-sedrun.ch/inclusive. Oder ganz

speziell mit einem rasanten Fahrspass ohne

Emissionen mit einem Tesla Roaster durch die

Natur für CHF 400 pro Tag.

Mehr unter www.disentis-sedrun.ch/tesla.

HIER LIEGEN SIE RICHTIG

Vom einfachen Bed & Breakfast, über

traditionelle Hotels bis hin zu exklusiven

Ferienwohnungen jeder nach seinem

Geschmack. In den verschiedenen

Bars und Pubs trifft man Einheimische

und knüpft Freundschaften und erfährt

den einen oder anderen Geheimtipp.

Mehr Hotels unter

www.disentis-sedrun.ch/hotels

INFOS UND BUCHUNG

Sedrun Disentis Tourismus

Via Alpsu 64a, CH-7188 Sedrun

T 081 920 40 30

info@disentis-sedrun.ch

www.disentis-sedrun.ch

Savognin Bivio Albula:

Naturferien im Parc Ela

Tipp: Parc Ela Wanderpauschale ab CHF 222

für 3 Übernachtungen inkl. Frühstücksbuffet,

Wanderkarte, Lunchsack und Ela Card.

Buchbar vom 27. 6. bis 18. 10. 2015.

www.savognin.ch/angebote

Die Ferienregion Savognin Bivio Albula liegt mitten im grössten

Schweizer Naturpark (548 km 2 ) und ist bekannt als «Family Destination».

Hier erwarten Sie verschiedene Naturattraktionen für Gross und Klein.

rechtzeitig zum Jubiläumsjahr ab Juni. Den

Spielplan fi ndet man unter: www.origen.ch

oder Telefon 081 637 16 81

ERFORSCHEN DER ALP FLIX

Auf einem Rundparcours, ausgerüstet mit

Beckerlupe, Bauset für ein Wasserrad und

einem Forschertagebuch geht es mit Professor

Flix und dem Forscher-Kit für die ganze

Familie in die heimische Flora und Fauna.

WANDERN IN SAVOGNIN

Auf über 400 km markierten Wanderrouten

die einmalige Naturkulisse auf eigene

Faust oder auf einer Themenwanderung

oder geführten Tour durch den Naturpark

geniessen. Mit der Ela Card fahren Sie

mit allen Berg bahnen in Savognin und

dem Postauto kostenlos.

MIT DEM BIKE UNTERWEGS

Auf über 240 km signalisierten Bikerouten im

Sattel durch die Natur. Besonders für Familien

stehen spezielle Angebote und Routen zur

Verfügung.

ORIGEN FESTIVAL CULTURAL

Ein besonderer Tipp für Kulturinteressierte ist

das Origen Festival Cultural, welches dieses

Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert. Das

2015 widmet sich dem Thema «EXODUS» und

erzählt vom Reisen, Fliehen, von der Suche

nach Geborgenheit, dem Verlust der Heimat,

der Sehnsucht nach dem Paradies. Die

Scheune von Sontga Crousch öffnet ihre Tore,

ANGEBOTE FÜR FAMILIEN

UND NATURFREUNDE

Die Ferien-Region mit dem Gütesiegel «Family

Destination» bietet zahlreiche familienfreundliche

Hotels und Ferienwohnungen an. Weitere

Informationen und Angebote zum Parc Ela,

dem Forscher-Kit, den Wanderwegen, Biketouren

und zu Origen unter www.savognin.ch/

angebote

INFOS UND BUCHUNG

Savognin Tourismus im Surses

Stradung 42, CH-7460 Savognin

T 081 659 16 16

ferien@savognin.ch

www.savognin.ch

NATURZYT 45


Zwei Junge Hermeline im Sommerkleid

(Foto: SNP, Claudio Irniger)

Zu guter Letzt

Kleine Tiere grosse Jäger:

Mauswiesel und Hermelin

Ist im Engadin wieder einmal ein

Bär als grösstes in der Schweiz

lebendes Raubtier unterwegs,

gehen die Emotionen hoch. Zum

kleinsten Raubtier der Welt hingegen,

dem Mauswiesel, das ganzjährig bei

uns lebt, fällt den meisten Personen

gar nichts ein. Freilich hätte das

Mini raubtier bequem in einer Hosentasche

Platz, unterschätzen sollte man

es deswegen jedoch auf keinen Fall.

SPEZIALISIERT AUF MÄUSE

Mauswiesel und Hermeline sind

typische Nahrungsspezialisten. So

gehören Scher­, Schnee­, Feld­ und

Erdmäuse zu ihrer Lieblingsbeute.

Dabei kann es vorkommen, dass im

Falle des Mauswiesels das Beutetier

grösser ist als der Jäger selbst. Oft

jagen sie Mäuse direkt in den Mauslöchern

oder im Winter unter der

Schneedecke. Kein Wunder also, dass

kaum jemand die flinken Raubtiere

zu Gesicht bekommt. Damit der Energienachschub

gewährleistet ist, müssen die

Kleinsäuger alle paar Stunden fressen.

So vertilgen sie zur Freude der Landwirtschaft

ein bis zwei Mäuse pro Tag.

Sie müssen täglich etwa ein Drittel

des Körpergewichtes an Nahrung

aufnehmen. Die Spezialisierung auf

Mäuse hat einen direkten Einfluss

auf die Wieselbestände: Gibt es wenige

Mäuse, schrumpft auch die Wieselpopulation

und umgekehrt.

LERNE DIE FLINKEN JÄGER IM NATIONALPARKZENTRUM KENNEN

Die neue Sonderausstellung «Mauswiesel & Hermelin Kleine Tiere grosse Jäger»

verschafft einen umfassenden Zugang zu zwei äusserst heimlich lebenden

Raubtieren, die auch im Engadin noch durchaus anzutreffen sind. Sie öffnet den

Besuchenden die Tür in die Welt von Mauswiesel und Hermelin, informiert

profund über Wissenswertes, Erstaunliches und Kurioses.

Die Ausstellung im Schweizerischen Nationalpark im Besucherzentrum in Zernez

dauert noch bis 15. Februar 2016. Die Öffnungszeiten und weitere Informationen

finden Sie unter: www.nationalpark.ch oder unter Telefon 081 851 41 41

Tipp: Im Rahmen der Vortragsreihe NATURAMA wird Dr. Jürg Paul Müller

am 23. September 2015 den Vortrag «Klein, aber oho!» halten und

anlässlich des Tages der offenen Naturzentren bietet der SNP am Samstag,

12. September 2015, um 11.00, 14.00 und 15.30 Uhr öffentliche Führungen

durch die Ausstellung an.

46 NATURZYT


Renault ZOE

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1,6 l/100 km), Energieeffizienz-Kategorie A, Katalogpreis Fr. 26 150. (exkl. Wallbox) abzüglich Euro-Bonus Fr. 4000. = Fr. 22 150.. Durchschnittliche CO 2

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der Schweiz verkauften Neuwagen 144 g/km. 0,9% Leasing: Nominalzinssatz 0,9% (0,9% effektiver Jahreszins), Vertrag von 1236 Mt., Restschuldversicherung inklusive,

obligatorischer Restwert entsprechend der RCI-Tabelle. Beispiel: ZOE Life Q210, Fr. 22 900. abzüglich Euro-Bonus Fr. 4000. = Fr. 18 900., Anzahlung Fr. 3798., Restwert

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NATURZYT 47

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