NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe September 2016

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur.

Nr. 14 | September November 16 | CHF 7.90

Natur erfahren

Smarte

Schwarzkittel

Natur bewahren

Igel im Garten

Natur erleben

Wandern mit den

ältesten Glarnern

Natur erfahren

Weissdorn ein

Herzstärkungsmittel

Natur erleben

Naturschätze im

Emmental

Natur bewahren

Fruchtiges

3­Gang­Apfelmenü


Gratis

Offline-Karten

im Wert vOn CHf 9.

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Gültig bis 5.10.2016.

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EDITORIAL

Impressum

NATURZYT 4. Jahrgang

Knaus Marketing- & Verlagsservice

Burgstrasse 11

8604 Volketswil

Redaktion

Telefon 043 542 72 91

redaktion@naturzyt.ch

Anzeigen

Michael Knaus

Telefon 043 542 72 91

michael.knaus@kmvs.ch

Freie und ständige Mitarbeiter

Virginia Knaus, Michael Knaus, Philippe

Elsener, Claudia Ebling, Daniel Fleuti,

Ernestine Astecker, Claudia Wartmann,

Tobias Ryser

Grafik & Produktion

Swissprinters Premedia, Zofingen

© Tobias Ryser

Herbstzauber

Titelbild

Fotolia

Druck / Korrektorat

Swissprinters AG, 4800 Zofingen

Abonnementspreise

4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2.5% MwSt.),

8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2.5% MwSt.).

Auslandabonnemente auf Anfrage.

Abonnementsdienst

Knaus Marketing & Verlagsservice

Burgstrasse 11, 8604 Volketswil

Telefon 043 542 72 91, abo@NATURZYT.ch

www.NATURZYT.ch/abonnieren

ISSN-Nummer 2296-2859

© Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

aus drücklicher Genehmigung des Verlages.

Das Magazin wird in der Schweiz auf 100%

Recycling papier gedruckt.

Liebe Leserin, lieber Leser

Dieser Sommer war ziemlich durchzogen.

Wir wurden mit warmen Sonnentagen

verwöhnt, um anschliessend

bei kalten Regentagen wieder zu frieren.

Das Wetter lässt sich nicht planen so

ist eben die Natur. Und so hoffen wir

auf einen goldenen Herbst, mit milden

und sonnigen Tagen, um den Zauber

des Herbstes geniessen zu können.

Die Natur bereitet sich langsam

darauf vor. Erste Anzeichen sind die

wunderschönen Laubbäume, welche

vom satten Grün in verschiedene

Gelb-, Rot- und Brauntöne wechseln.

Die Bäume lassen los, bereiten sich

auf kürzere und kältere Tage vor, auf

den Winter, um gestärkt im nächsten

Frühling wieder zu erblühen. Die Wildtiere

beginnen ebenfalls, sich auf die

kälteren Tage einzustellen. Die einen

sammeln den lebenswichtigen Wintervorrat,

andere fressen sich die nötigen

Polster an, um dann im Winterschlaf

davon zehren zu können. Und viele, die

mit Federn beglückt wurden, ziehen

in grossen Scharen gegen Süden, und

damit verlassen uns die morgendlichen,

stilvollen Singkonzerte langsam.

Der Herbst ist eine schöne und

bunte Jahreszeit. Vor allem in den

Misch wäldern, wo Tannen und Laubbäume

sich abwechseln. Ein wahres

Farben feuer werk. Am Waldrand entlang

spazieren, die mildere Herbstsonne

geniessen vielleicht ein Reh oder einen

Fuchs erspähen. Einen Vogelschwarm

beob achten, der gegen Süden fliegt. Ein

kurzes Rascheln einer Maus oder eines

Igels im Laub hören. Einfach hier in der

Natur sein, seine Gedanken vorbeiziehen

lassen und den Augenblick im Hier und

Jetzt wahrnehmen und geniessen.

Und wer einen eigenen Garten pflegen

darf, hilft vielleicht auch unseren wilden

Gartenfreunden, lässt den Laubhaufen

liegen und erfreut sich ob des Raschelns

des Igels, welcher diesen dankbar annimmt.

Übrigens berichten wir auf Seite

24 über den Igel im Garten lassen Sie

sich davon motivieren und inspirieren.

Und auch unsere gefiederten Freunde

freuen sich auf Körner zum Picken.

Einen genussvollen und naturnahen

Herbstzauber wünscht Ihnen

Ihr Michael Knaus

NATURZYT 3


Seite 16

Weissdorn ein

Herzstärkungsmittel

Seite 24

Igel im Garten

Seite 10

Smarte

Schwarzkittel

Inhalt

3 Editorial/Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

7 Wissenswertes

Isst die Kohlmeise Kohl? Warum bleiben die Spinnen

nicht in ihrem eigenen Netz kleben?

8 Entdeckt & Fair

3-D-Pop-up-Karten unterstützen Gehörlose.

Faire Ledertaschen aus Paraguay unterstützen

traditionelles Handwerk.

46 Zu guter Letzt

Leserbriefe Ein Gedicht zu Ehren der Wasseramsel,

Fleischrezepte und Chemtrails.

Natur erfahren

10 Smarte Schwarzkittel

Sie sind die heimlichen Herrscher des Unterholzes:

Die Wildschweine haben nach ihrer Fast-Ausrottung ein

eindrückliches Comeback gegeben. Nicht zur Freude aller.

Und sie sind tatsächlich auf dem Weg, nach dem Wald

auch Siedlungsgebiete, ja sogar Städte als Lebensraum

zu erobern. Bereits heute tummeln sich vor Zürich

mehrere Familienverbände.

16 Der Weissdorn ein Herzstärkungsmittel

Der Weissdorn, ein holziger Busch mit starken Ästen

und vielen Dornen, blüht herrlich weiss im April / Mai, und

seine Beeren leuchten rot. In der modernen Heilpflanzenkunde

ist er ein universelles Herzmittel. Eine Fülle an

klinischen Untersuchungen belegt die Wirksamkeit bei

verschiedenen Herz- und Kreislauferkrankungen.

4 NATURZYT


INHALT

Seite 42

Naturschätze im

Emmental

Seite 34

Wandern mit den

ältesten Glarnern

Natur bewahren

20 Tierisch gute Interviews

Teigeer Schnegel, ein stürmischer Liebhaber und

nachtaktiver, chilliger Schleimer, yo man im Gespräch

mit NATURZYT.

24 Claudias naturnaher Garten

Der Igel ist ein gern gesehener Gast im Garten. Damit

es ihm auch so richtig gefällt, braucht er Unterschlüpfe

und Nahrung. Beides findet er in einem naturnah und

vielfältig gestalteten Garten.

28 Fruchtiges Saisonrezept

NATURZYT präsentiert ein herzhaft, fruchtiges 3-Gang-

Saisonmenü. Vorspeise: Apfel-Kichererbsen-Suppe,

Hauptgang: Mostindien-Curry, Dessert: Apfel-Kokos-

Tartelletes. En Guete.

Natur erleben

30 Kraftorte: Naturenergie und ­spiritualität

Eine beseelte Natur ist dies überhaupt möglich? Und

wie könnte dies überhaupt wahrgenommen werden?

34 Wandern mit den ältesten Glarnern

Der Föhn und der Neid seien die ältesten Glarner.

Auf einer Wanderung durch den Freiberg Kärpf können

einem beide begegnen.

38 Naturwärts Wertvolle Riedwiesen

Das Ried oder Flachmoor zählt zu den artenreichsten

Lebensräumen in der Schweiz.

42 Naturschätze im Emmental

Man kennt den löchrigen Käse. NATURZYT zeigt

Ihnen die Naturschätze entlang der jungen Emme.

NATURZYT 5


SPINAS CIVIL VOICES

Natürliche Vielfalt.

Menschliche Einfalt.

Es dauert 500 Jahre, bis sich Plastikabfall zersetzt. Unsere Ozeane drohen zu

gigantischen Mülldeponien zu werden mit tödlichen Folgen für die Meeres bewohner.

Unterstützen Sie unsere Kampagne für saubere Meere: oceancare.org


WISSEN

Wissenswertes

WARUM BLEIBEN SPINNEN NICHT IN

IHREM EIGENEN NETZ KLEBEN?

Spinnennetze sind eine klebrige Angelegenheit

und tödliche Fallen für Mücken, Fliegen, Bienen,

selbst Libellen bleiben darin «kleben». Die Spinne

selbst aber läuft scheinbar leichtfüssig über

das Netz und verfängt sich nicht. Wie geht das?

Selbst wenn wir, was sehr unangenehm ist, in ein

Spinnennetz laufen, bleibt dieses an uns kleben.

Die Spinne kann mit ihren verschiedenen

Spinndrüsen auch unterschiedliche Fäden

erzeugen. Das heisst normale Fäden ohne «Klebstoff»

und die Klebrigen. Die Fäden, die wie

Speichen eines Rades verlaufen und bis zum

Rand führen sind klebstofffrei. Spinnt sie die

kreisförmig verlaufenden Fäden, werden die klebrigen

Fäden verwendet. Beobachtet man eine

Spinne in ihrem Netz, sieht man, dass sie sich

ausschliesslich auf den klebstoff freien Fäden

bewegt. Ihre acht Spinnenfüsse sind zudem mit

sehr feinen Härchen besetzt, diese sorgen dafür,

dass die Kontaktfläche sehr gering ist, und so

kann sie wie auf Zehenspitzen auch über die

klebrigen Fäden gehen. Diese Härchen sind aber

auch noch für anderes gut, denn an diesen perlt

der Kleber auch ab.

Kohlmeise­Männchen

mit dickem Bauchstrich.

ISST DIE KOHLMEISE KOHL?

Nein, die Kohlmeise hat auf ihrem Speiseplan

Insekten, Larven, Spinnen, Blattläuse, Sämereien

und Nüsse. Aber weshalb heisst dann die Kohlmeise

so? Es ist wegen der schwarzen Färbung

ihres Kopfes der Name hat also nichts mit dem

Kohl zu tun, sondern wird abgeleitet vom Wort

Kohle wie kohlenschwarz.

Die Kohlmeise ist auch die grösste Meisenart,

die bei uns lebt, und wird zwischen 13 und 15 cm

lang, wiegt aber lediglich ca. 20 g und wird

durchschnittlich 5 Jahre alt. Das Männchen kann

man gut vom Weibchen unterscheiden, denn

der Bauchstrich des Männchens ist breiter als

derjenige des Weibchens und zudem sind die

Farben des Weibchens etwas blasser, als die des

Männchens.

Die Kohlmeisen leben in Wäldern und Wiesen,

aber auch in Parks und unseren Gärten. Sie bleiben

auch im Winter bei uns und geniessen unsere

Futterstellen. Sie gehören zu den Höhlenbrütern

und nutzen daher gerne auch aufgehängte

Vogel nester, und es kann auch schon mal vorkommen,

dass sie sich in Briefkästen einnisten

und diesen gerne mit Moos, Wolle, Haaren und

Federn aus bauen.

Text Michael Knaus Fotos Virginia Knaus, Fotolia

NATURZYT 7


Entdeckt & Fair

3-D-Pop-up-Karten unterstützen Gehörlose

Die 3-D-Pop-up-Karten sind

eine poppige Alternative

zu den regulären Grusskarten

und eignen sich für

alle möglichen Gelegenheiten und

Anlässe. Wenn man sie etwas genauer

betrachtet, staunt man über diese

eindrückliche Kombination aus

maschineller sowie menschlicher

Präzision. In der Regel mithilfe

eines Lasers zugeschnitten, werden

die Einzelteile anschliessend in aufwendiger

Handarbeit zusammengesteckt,

auf das Innenblatt genäht

oder geklebt und in die Aussenkarte

eingepasst.

Die Karten werden von Gehörlosen

bei Deafcraft in Vietnam gefertigt.

Deafcraft 5 Colors wurde 2009 in Hanoi

gegründet und beschäftig zurzeit 23

gehörlose und zwei hörende Personen

zwischen 18 und 36 Jahren. Neben einer

fairen Entlöhnung setzt sich 5C auch

für die Alphabetisierung ein und

versucht Türen zu einfacheren

Anlehren zu öffnen.

Die Karten sind in diversen Sujets

bereits ab 9.90 Franken bei druViva

online (www.druviva.ch) oder im

Laden an der Witikonerstrasse 229

in Zürich-Witikon (Fr und Sa)

erhältlich.

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Siziliens Highlights 24.09. bis 01.10.16

Kalabrien 25.09. bis 02.10.16

Dodekanes (7 griechische Inseln) 27.09. bis 08.10.16

Kretas Osten 01.10. bis 08.10.16

Mallorca 08.10. bis 15.10.16

Kretas Süden 08.10. bis 15.10.16

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8 NATURZYT


KONSUM

Faire Ledertaschen aus Paraguay

Im Wallfahrtsort Caacupé im

Süden von Paraguay ist die

Verarbeitung von Leder ein

traditionelles Kunsthandwerk.

In den kleinen Familienbetrieben

werden auch Taschen für den Helvetas-

Fairshop hergestellt. Die Bestellungen

aus der Schweiz sind für diese Ateliers

wichtig, weil sich die Situation auf

dem Markt verändert hat: Die lokale

Bevölkerung kauft selber eher maschinell

hergestellte Billigware aus dem

Ausland als traditionelles, aber auch

teures Handwerk. Entwickelt werden

die Produkte in gegenseitiger Absprache.

Das Leder wird von lokalen

Gerbereien bezogen, die es unter

umweltfreundlichen Bedingungen

verarbeiten. Auf eine artgerechte

Haltung der Rinder wird grosser Wert

gelegt. Dank der Vorfinanzierung

der Bestellungen zu Fairtrade-Preisen

und der garantierten Abnahme der

Ware erhalten die Arbeiterfamilien

ein sicheres Einkommen.

Die Tasche «Maka» kostet

184 Franken und ist erhältlich im

Helvetas Fairshop in Zürich oder

unter www.fairshop.helvetas.ch.

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NATURZYT 9


Wildschweine sind

recht schmal gebaut und

können sich deshalb

zwischen den Bäumen des

Waldes gut bewegen.

Smarte

Schwarzkittel

Sie sind die heimlichen Herrscher des

Unterholzes: Wildschweine haben nach ihrer

Fast-Ausrottung ein eindrückliches Comeback

gegeben. Nicht zur Freude aller.

Nachbar ist

Wildschwein.»

Mit diesen

«Mein

saloppen Worten

lud Grün Stadt Zürich vor einigen

Jahren die Bevölkerung zu einem

Informationsabend ein. Tatsächlich

sind die Wildschweine auf bestem Weg,

nach dem Wald auch Siedlungsgebiete

und sogar Städte als Lebensraum zu

erobern. Bereits heute tummeln sich vor

den Toren der Stadt Zürich mehrere

Familienverbände, die vor allem in der

Dämmerung und nachts herumstreifen.

Im Jura und im schweizerischen Mittelland

haben sich die Wildschweine in

den letzten vierzig Jahren stark ausgebreitet,

nachdem sie Ende des

19. Jahrhunderts beinahe ausgerottet

waren.

RICHTIG SCHLAU

Wenig Freude über die Rückkehr des

sogenannten Schwarzwildes herrscht bei

den Landwirten. Denn die Tiere richten

auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen

und Äckern beträchtliche Schäden an:

Mit ihren hochempfindlichen Nasenscheiben

pflügen sich die Wildschweine

durch den Boden, um Pflanzensamen,

Würmer, Engerlinge oder Mäusenester

zu suchen. In ihrem angestammten

10 NATURZYT


NATURZYT 11

NATUR ERFAHREN


Mehrere Bachen und ihre

Frischlinge bilden eine Rotte.

Lebensraum, dem Wald, ist diese Art

der Nahrungssuche willkommen:

Mit ihrem Gewühle lockern sie den

Boden, öffnen ihn für keimende Samen

und durchmischen die oberste Schicht

aus Laub mit der darunterliegenden

Erde. In landwirtschaftlich genutzten

Flächen hingegen führt das Nahrungsverhalten

der Wildschweine zu umgegrabenen

Kartoffeläckern, zerstörten

Maisfeldern oder umgepflügten Wiesen.

Kein Wunder also, wird versucht, die

Bestände von Wildschweinen durch

Bejagung zu kontrollieren. Doch das ist

einfacher gesagt als getan. Wild schweine

sind nämlich äusserst intelligent. So

lassen sie etwa beim Wühlen in einem

Maisfeld die äussersten Halme am

Feldrand stehen, um sich zu tarnen.

Zudem verfügen sie über einen scharf

entwickelten Gehör- und Geruchssinn,

wodurch sie die Anwesenheit eines

Jägers selbst auf grosse Distanz wahrnehmen

können. Dank ihrem Langzeitgedächtnis

sind sie in der Lage, sich

an frühere unliebsame Begegnungen zu

erinnern. Dies alles macht es einem

Jäger nicht gerade einfach, die schlauen

Tiere zu erlegen. Es kommt vor, dass

ein Jäger vierzig (!) Mal ansitzen muss,

bis ihm ein Wildschwein vor die Flinte

l ä u ft .

Es ist nicht nur die Schläue, die das

Wildschwein zu einer faszinierenden

Tierart macht. Seine ganze Lebensweise

ist gekennzeichnet durch die Fähigkeit,

sich an verschiedenste Lebensräume

anzupassen. Als nachtaktives und flinkes

Tier besiedelt es vor allem Wälder, von

den nordischen Ländern über Mitteleuropa

bis weit nach Asien hinein. Als

guter Schwimmer mit isolierender

Fettschicht kann das Wildschwein sich

auch in Sumpfgebieten heimisch fühlen.

Als typischer Allesfresser verschmäht

es kaum eine Energiequelle, bestehe

diese nun aus Pilzen, Fallobst, Kräutern,

Jungtrieben, Mais, Kartoffeln, Würmern,

Schnecken, Engerlingen oder Nüssen,

deren Schalen es mit dem kräftigen

Gebiss aufknackt und ausspuckt. Einzig

gefrorener Boden, hoher Schnee oder

heisse Regionen ohne genügend Deckung

und Wasser setzen seiner Ausbreitung

Schranken.

SOZIAL UND GESELLIG

Wildschweine sind nicht nur schlau

und anpassungsfähig, sondern auch

sozial und gesellig. Die weiblichen Tiere

in der Jägersprache Bachen genannt

schliessen sich mit ihren Jungen zu einer

Rotte zusammen. Angeführt wird die

12 NATURZYT


Zur Begrüssung

wird beschnuppert.

Das Schlammbad dient

der Abkühlung

und der Körperpflege.

Gruppe meist vom ältesten und erfahrensten

Tier. Diese Leitbache verfügt

über wahre Führungsqualitäten:

Sie weiss, wann welche Futterplätze aufgesucht

werden sollen, wählt den Platz

für den Schlafkessel oder entscheidet, wo

die Rotte eine Strasse überqueren kann.

In diesem Matriarchat haben männliche

Tiere, die Keiler, keinen Platz. Sie streifen

als Einzelgänger durch den Wald und

schliessen sich nur zur Fortpflanzungszeit

im Spätherbst bis Winter der

Rotte an. Der Beginn der sogenannten

«Rauschzeit» wird von der Leitbache

bestimmt. Sie steckt mit ihrer Paarungsstimmung

die übrigen Bachen an,

die ihre Bereitschaft zur Paarung mit

Speichel und Sekreten an die Keiler

übermitteln. Diese lassen sich nicht zwei

Mal bitten und messen unter einander

ihre Kräfte, indem sie sich mit den

Schultern gegeneinander stemmen

oder im Kampf ihre langen Eckzähne

einsetzen. Denn nur der Stärkste

darf sich mit den Weibchen paaren.

Da die Weibchen einer Rotte praktisch

gleichzeitig paarungsbereit sind, werden

die Jungtiere innerhalb weniger Tage

geboren. Durch den Zusammenhalt

und die gegenseitige Fürsorge innerhalb

der Rotte steigen die Überlebens chancen

der Wildschweinbabys, die «Frischlinge»

genannt werden. Anfangs machen

die Mütter noch keinen Unterschied

zwischen ihren eigenen Jungtieren

und denen anderer Bachen. Dies ändert

sich erst nach zwei bis drei Wochen,

wenn sich unter den Frischlingen

allmählich eine Saugordnung herausbildet:

Jedes Jungtier erkämpft sich seine

eigene Zitze, die es gegen Brüder und

Schwestern verteidigt. Dies ist deshalb

von Bedeutung, weil die hinteren Zitzen

mehr Milch produzieren als die vorderen.

Die stärkeren Frischlinge sichern sich

also noch mehr Kraft nahrung. Von nun

an saugt jedes Jungtier nur noch bei

seiner Mutter, und zwar an seiner ganz

persönlichen Zitze.

PERFEKT BEKLEIDET

Das Fellkleid der Frischlinge unterscheidet

sich deutlich von dem der

erwachsenen Tiere: Es ist mittelbraun

mit gelblichen Streifen und Flecken

und bietet im dichten Unterholz eine

fast perfekte Tarnung. Da es noch sehr

weich ist, schützt es allerdings nicht

so gut gegen Feuchtigkeit und Kälte,

sodass Frischlinge bei feuchtkaltem

Wetter oft nicht überleben. Nach einigen

Monaten verschwindet die typische

Färbung, und den Jungtieren wächst ein

NATURZYT 13


Mit dem empfindlichen

Rüssel wird am Boden

nach Nahrung gesucht.

bräunliches Jugendfell. Das Fell der

erwachsenen Tiere ist im Sommer

kurz, sodass sie fast nackt wirken. Im

Winter hingegen wachsen die struppigen

Borsten in die Länge und wirken

dann wie ein Regenschutz, auf dem

Regen und Schnee abtropfen. Die

dichte, darunterliegende Unterwolle

schützt die Tiere vor Kälte.

Bei den Keilern sind

die Eckzähne (Hauer)

stark ausgeprägt.

Wildschweine wenden viel Zeit

auf für die Körperpflege. Besonders im

Sommer suhlen sie sich gerne in schlammigen

Tümpeln. Zum einen bringt

dieses Schlammbad Abkühlung, was

äusserst wichtig ist, da die Tiere nicht

über Schweissdrüsen verfügen und

deshalb nicht schwitzen können. Zum

andern schützt der Schlammpanzer

vor saugenden Insekten. Nach dem

Suhlen trocknet der Schlamm ein. Die

Wildschweine suchen sich in der Folge

einen Baum in der Nähe, an dem sie

sich reiben und so den eingetrockneten

Schlamm wegschaben können. So

werden sie auf elegante Weise allfällige

Parasiten los. Dieses Verhalten hat

in unserem Sprachgebrauch zum wenig

schmeichelhaften Ausdruck «Drecksau»

geführt. Sehr zu Unrecht, denn das

Suhlen im Schlamm dient ja der Körperpflege

auf eine Art, wie sie auch

in Wellness-Resorts angeboten wird.

DUMME DRECKSAU

Überhaupt meint es unsere Sprache

nicht eben gut mit schweinischem

Verhalten. «Schwein» wird im Zusammenhang

mit schmutzigen oder

gemeinen Menschen verwendet. Was

angesichts der Reinlichkeit von Wildschweinen

den Nagel nicht wirklich

auf den Kopf trifft. Und Hausschweine

stammen von den Wildschweinen ab

und tragen einen grossen Anteil von

deren Erbgut in sich. Die Reinlichkeit

bezieht sich übrigens nicht nur auf

die Körperpflege, sondern auch auf die

Nahrung. So haben Forscher im

Basler Zoo beobachtet, dass die Wildschweine

saubere Apfelhälften von

solchen unterscheiden können, an denen

Sand klebt. Die verschmutzten Apfelhälften

wurden nicht sofort gefressen,

sondern zum kleinen Bach getragen

und dort mit dem Rüssel hin und her

gedreht, bis die Äpfel vom Sand befreit

waren. Die Wildschweine legten also

so grossen Wert auf saubere Nahrung,

dass sie dem Impuls, sofort zu fressen,

widerstehen und warten konnten, bis

die Nahrung sauber war.

Der Ausdruck «dumme Sau»

ist auch nicht besonders zutreffend

angesichts der Lernfähigkeit und

des guten Gedächtnisses der Wildschweine.

«Dumme Sau» genannt zu

werden, kommt deshalb einem Kompliment

gleich. Nur in einer Redensart

ist das Wort «Schwein» positiv

besetzt: «Schwein haben» bedeutet

so viel wie «Glück haben».

Unsere Wälder haben Schwein.

Text Claudia Wartmann Fotos Fotolia

14 NATURZYT


Nachbar Wildschwein

Wildschweine sind

grundsätzlich sehr

scheue Tiere.

Tagsüber verstecken

sie sich im Dickicht und gehen erst

zur Dämmerungszeit auf Nahrungssuche.

Die Chance, einem Wildschwein

im Wald zu begegnen, ist

deshalb sehr gering. Trotzdem lassen

sich auf einem Waldspaziergang

Anzeichen für die Anwesenheit von

Wildschweinen erkennen.

• Suhle: Morastige Bodenvertiefungen

werden von den Wildschweinen

gerne zum Schlammbaden aufgesucht.

• Trittsiegel: Je nach Bodenbeschaffenheit

sind die Abdrücke der gepaarten

Hufe zu erkennen. Typisch für

Wildschweinspuren ist der Abdruck

der sogenannten Afterklauen.

• Umgegrabener Boden: Auf der

Suche nach Nahrung durchwühlen

Wildschweine den Boden.

Solche Stellen sind gut erkennbar.

• Malbäume: Bäume oder Baumstrunke

werden nach dem Schlammbad

benutzt, um den eingetrocknete

Schlamm abzureiben. Sie stehen

meist in der Nähe einer Suhle

und sind erkennbar durch Scheuerstellen

und den abgestreiften

Schlamm.

Auch wenn solche Anzeichen auf

die Anwesenheit von Wildschweinen

hinweisen, ist es nicht ganz einfach,

die Tiere in der Natur zu beobachten.

Deshalb sei der Besuch eines Tierparks

empfohlen, wo das Verhalten

der Tiere in aller Ruhe beobachtet

werden kann.

• Tierpark Langenberg in Langnau

am Albis (ZH): 365 Tage im

Jahr geöffnet, erreichbar mit der

S4 (Haltestelle Wildpark-Höfli)

• Natur- und Tierpark Goldau (SZ):

365 Tage im Jahr geöffnet, jeweils

ab 9.00 Uhr; 5 Minuten ab Bahnhof

Arth-Goldau. Täglich um 15.30 Uhr

findet eine kommentierte Fütterung

der Wildschweine durch die Tierpark-Ranger

statt. Während dieser

Fütterungen zeigt sich die Hierarchie

in der Rotte sehr deutlich.

Allfällige Fragen werden von den

Rangern gerne beantwortet.

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NATURZYT 15


Ernestines Kräuterapotheke

Der Weissdorn

ein Herzstärkungsmittel

In der modernen Heilpflanzenkunde ist der Weissdorn

ein universelles Herzmittel. Eine Fülle an klinischen

Untersuchungen belegt die Wirksamkeit bei verschiedenen

Herz- und Kreislauferkrankungen.

BEGEGNUNG MIT DEM WEISSDORN

IN DER NATUR

Der Weissdorn ist ein holziger Busch

mit stark verzweigten Ästen und vielen

Dornen. Wir finden ihn an Waldrändern,

Hecken, in lichten Laub- und Nadelwäldern

bis auf 1600 Meter Höhe. Mit

seinem fast undurchdringlichen Gestrüpp,

oft in Gesellschaft mit Schlehen, Berberitzen

oder Heckenrosen, bietet er Schutz,

wertvolle Nahrung und Nistplätze für

viele Tiere. Im April oder Mai erstrahlt

der Weissdorn in einer weissen Blütenpracht

und erfreut Spaziergänger und

Wanderer.

Der Heckenstrauch oder Baum

zählt zu den Rosengewächsen,

wird bis etwa 10 Meter hoch, ist in

ganz Europa zu finden und kann

bis 500 Jahre alt werden. Er ist einer

der ersten Frühlingsblüher. Im Unterschied

zum Schwarzdorn (Schlehe)

treibt der Weissdorn zuerst die Blätter

und dann die Blüten. Die Blätter sind

drei- bis fünflappig und glänzen an

der Oberfläche. Die schneeweissen

Blüten besitzen 5 Kronblätter und über

20 Staubgefässe mit rosaroten Staubbeuteln.

Im Herbst bilden sich leuchtend

rote Beeren, die mehlig und süss

schmecken.

Beim eingriffeligen Weissdorn

(Crataegus monogyna) findet man in

der reifen, roten Frucht nur einen

Kern. Der zweigriffelige Weissdorn

(Crataegus laevigata oder C. oxya-

16 NATURZYT


NATUR ERFAHREN

cantha) bildet zwei Griffel und daher

auch zwei Kerne in der Frucht aus.

ANBAU IM GARTEN

Es lohnt sich, den Weissdorn im eigenen

Garten anzulegen. Durch rigorose

Abholzung findet man ihn in der Natur

leider immer seltener. Früher fand

man den Weissdorn gern um Hof und

Scheune, so zog er als Hagedorn (aus

dem Germanischen «Haga»=Hecke)

eine Grenze um das Grundstück und

schenkte Schutz und Geborgenheit.

Der Weissdorn ist sehr anspruchslos.

Er kann durch Aussaat oder Ableger

gezogen werden.

ERNTE UND AUFBEWAHREN

Verwendet werden Blätter, Blüten und

Beeren. Blätter und Blüten werden

gleichzeitig geerntet, da zum Zeitpunkt

der Blüte der Wirkstoffgehalt am höchsten

ist. Die roten Beeren werden im

September oder Oktober gepflückt. Die

gesammelten Pflanzenteile an einem

warmen Ort trocknen und in gut schliessenden

Behältern aufbewahren. Die

Wirkstoffe nehmen rasch ab, daher

jedes Jahr neu sammeln. Blätter, Blüten

und Beeren werden zur Teeherstellung

verwendet. Aus den Beeren lassen sich

auch Mus und Wein herstellen.

GESCHICHTLICHES

Der Name Crataegus leitet sich vom

griechischen Wort für stark, fest ab.

Gemeint ist das harte, abwehrende und

schützende Holz des Stammes und der

Dornen. Aus dem festen Weissdornholz

wurden früher Spazier- und Wander stöcke

oder Werkzeugstiele hergestellt. Übrigens

soll das Holz der Spindel, an der sich

Dornröschen im gleichnamigen Märchen,

stach, aus Weissdorn gewesen sein.

Für die Germanen bedeutete der

Weissdornstrauch Geborgenheit, und

aus den kraftspendenden Beeren

kochten sie ein Mus oder assen sie roh.

Den Kelten war der Weissdorn ein

heiliger Baum, und wer ihn widerrechtlich

fällte, wurde bestraft.

WAS SAGEN DIE ALTEN KRÄUTER­

KUNDIGEN?

Im alten China und bei den Ureinwohnern

Amerikas wurde Weissdorn

zur Stärkung des Herzens eingesetzt.

Quercetanus, Arzt und Paracelsus-

Anhänger, stellte für seinen König

Heinrich IV, aus Weissdorn ein stärkendes

und erneuerndes Mittel her.

Mitte des 19. Jahrhunderts wendete der

irische Arzt Dr. Thomas Green den

NATURZYT 17


Weissdorn in der Homöopathie

In seinem Werk «Homöopathische Reimregeln» beschreibt

Dr. Ernst Gardemin die Anwendung von Weissdorn treffend:

Niemand sieht es dem Weissdorn an,

Was er alles leisten kann:

Wenn ein Mensch mit krankem

Herzen

Vor Beklemmung, Angst und

Schmerzen

Tag und Nacht verzweifelt klagt

Und am Leben fast verzagt

Nehm er voll Vertrauen nur

Ein paar Tropfen der Tinktur

Und sein Zustand, erst so kläglich,

Wird bald wieder ganz erträglich.

Es beruhigt auch das Herz

Und beseitigt Angst und Schmerz.

Und der Schlaf oft schwer gestört,

Binnen kurzem wiederkehrt.

Grad` bei solchen Herzanfällen,

Die den Kranken furchtbar quälen,

Merke dieses Mittel dir,

Als ein Lebenselixier!

WEISSDORN STÄRKT DAS HERZ

Weissdorn verbessert die Durchblutung

der Herzkranzgefässe, wodurch diese

Sauerstoff besser ausnutzen können. So

kann der Herzmuskel beständiger und

gleichmässiger arbeiten. Ausserdem

werden Beschwerden bei arteriosklerotischen

Verengungen gemindert. Krampfartige

Beklemmungsgefühle und Anfallsbereitschaft

für eine Herzenge (Angina

pectoris) können reduziert werden.

Eine Fülle von klinischen Untersuchungen

bestätigt die Wirksamkeit

des Weissdorns als Herzmittel insbesondere

bei chronischer Herzschwäche

(Herzinsuffizienz). Besonders bei älteren

Menschen mit altersbedingten Degenerationserscheinungen

des Herzens ist

Weissdorn ein wichtiges Heilmittel.

Aber auch bei gestressten und gehetzten

Menschen mit frühzeitigen Abnützungserscheinungen

ist Weissdorn eine

Arznei. Vorbeugend eingenommen, lässt

Weissdorn spätere Stadien von Herzerkrankungen

gar nicht erst auftreten.

WEISSDORN WIRKT REGULIEREND

AUF DEN BLUTDRUCK

Weissdorn entspannt die Gefässe,

wodurch der Gefässwiderstand gesenkt

und der Blutdruck reguliert wird.

Weissdorn wirkt regulierend auf hohen

und niedrigen Blutdruck.

Weissdorn sehr erfolgreich bei verschiedenen

Herzerkrankungen an.

WIRKSAME VIELFALT AN

INHALTSSTOFFEN

Weissdorn enthält in Blättern, Blüten

und Früchten eine bunte Vielfalt an

Inhaltsstoffen mit unterschiedlicher

Zusammensetzung: Flavonoide

(z.B. Quercetin, Hyperosid), Procyanidine,

Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren,

Triterpensäuren, Sterole, Mineralstoffe

(z.B. Kalzium, Kalium, Magnesium)

u.a. mit herzkräftigender, nervenstärkender,

beruhigender, krampflösender,

durchblutungsfördernder,

blutdruckregulierender Wirkung.

KUREN MIT WEISSDORN

Weissdorn entfaltet seine Wirkung

erst nach längerer Zeit. Er soll daher

langfristig (mindestens 3 Monate)

eingenommen werden.

Um einer Herzmuskelschwäche

vorzubeugen, soll Weissdorn nach Infektionskrankheiten

und Grippe eingesetzt

werden. Weissdorn sollte in jeder

Grippeteemischung enthalten sein.

WEISSDORN IN DER TRADITIONELLEN

CHINESISCHEN MEDIZIN

Die zugeordneten Organe sind Lunge

und Herz, Magen und Leber. Weissdorn

Tiere verdienen Fairness TIERFAIR

Unterstützen Sie uns dabei.

18 NATURZYT

TIERFAIR

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Konto-Nr.: 89-22401-6

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stärkt den mittleren Erwärmer, ist

wichtig für die Herzenergie und

wird bei Herzerkrankungen und

erhöhtem Cholesterinspiegel

angewendet.

Text Ernestine Astecker,

Apothekerin und Homöopathin

Fotos Ernestine Astecker, Fotolia

Quellen und weiterführende

Literatur U. Bühring, Alles über

Heilpflanzen. Ulmer. E. Gardemin,

Homöopathische Reimregeln,

Haug Verlag.

S. Hirsch & F. Grünberger,

Die Kräuter in meinem Garten.

Freya. A. Lingg, Das Heilpflanzen jahr,

Kosmos. W.D. Storl, Das Herz und

seine heilenden Pflanzen, AT Verlag.

R. Strassmann, Baumheilkunde,

AT Verlag. B. Vonarburg, Homöotanik

Bd. 1, Haug Verlag.

R.F. Weiss, V. Fintelmann, Lehrbuch

der Phytotherapie, Hippokrates.

Weissdorn in der Kräuterapotheke

WEISSDORN­ESSENZ

Ein Glas mit klein geschnittenen

Blättern und Blüten füllen und mit

etwa 40% Bio-Weinbrand bedecken.

3 bis 4 Wochen am Fensterbrett

stehen lassen, täglich schütteln,

danach in dunkle Tropfflaschen

abfüllen.

3 mal täglich 20 bis 25 Tropfen

ein nehmen.

WEISSDORN­LIKÖR

Eine Handvoll Weissdornbeeren,

2 TL Melissenblätter, 200 g braunen

Kandiszucker in 1 L Cognac ansetzen,

4 Wochen ziehen lassen, ab

und zu schwenken. In dunkle

Flaschen abseihen, kühl und dunkel

noch einige Wochen nachreifen

lassen.

Täglich 1 Likörglas zur Herzstärkung

einnehmen.

Kräuterkurse und Kräuterrundgänge mit Ernestine

Ernestine Astecker ist Apothekerin und Homöopathin und arbeitet in eigener

Gesundheitspraxis in Jonen AG. In Kräuterkursen und auf Kräuterrundgängen

gibt sie gerne ihre Begeisterung und ihr Wissen über Kräuter weiter. Die Teilnehme

rinnen und Teilnehmer lernen in den Kursen Heilkräuter, Wirkungen,

Anwendungsmöglichkeiten kennen und stellen unter fachlicher Anleitung selber

Kräuterprodukte her. So wird das theoretische Wissen gleich praktisch umgesetzt.

Nähere Informationen zum Kursangebot und über die nächsten Kurs-Termine

(im Kräuter-Workshop am 17. September 2016 wird in die Heilkraft der

Bäume eingetaucht und am 9. November 2016 in das Thema «Räuchern

mit ein hei mischen Pflanzen und Kräuterkraft in Wickeln und Auflagen»)

unter www.eastecker.ch, www.al-chemilla.ch oder Telefon 043 322 86 70.

WEISSDORN­TEE

1 TL Blüten und Blätter mit 1 Tasse

kochendem Wasser übergiessen,

zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen,

abgiessen. 3-mal täglich 1 Tasse trinken,

kurmässig über mehrere Wochen oder

Monate. Zur Kräftigung und Stärkung

des Herz-Kreislauf-Systems.

Weissdorn kann mit anderen Kräutern

wie Melisse, Baldrian oder Lavendel

gemischt werden. Einen Tee aus den

Beeren kurz aufkochen, 15 bis 20

Minuten ziehen lassen, abseihen. Ergibt

ein besonders stärkendes Getränk für

ältere Menschen.

Die Anwendung der angeführten

Rezepturen erfolgt auf eigene

Ver antwortung und ersetzt keinen

Arztbesuch. Eine Haftung

der Verfasserin bzw. der

Redaktion ist ausgeschlossen.

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NATURZYT 19


Tierisch gute Interviews

Interview mit

Teigeer Schnegel

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht.

Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8-

oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie

würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden?

20 NATURZYT


Eine spannende Idee sähen wir das ganze

einmal aus ihrer Sicht und erführen, was

sie uns alles zu sagen hätten. NATURZYT

hat sich deshalb entschlossen, neue Wege

aus zuprobieren und sich darüber Gedanken zu

machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und

wir sie einfach fragen könnten.

Franzosen haben Sie zum «Fressen» gerne,

den meisten Gärtnern sind Sie dafür ein «Dorn»

im Auge. Sie lieben «englisches» Wetter und

haben einfach die Ruhe weg. Wir könnten uns

manchmal sehr gut an ihnen ein Beispiel nehmen,

denn auch sie kommen immer ans Ziel, vielleicht

nicht zuerst, aber dafür immer zum für sie

richtigen Zeitpunkt und ganz entspannt unsere

Schnecken.

Beim Aufräumen nach einer Redaktions-Party

fanden wir unter einer Decke einen speziellen,

unerwarteten Neuankömmling, der sich genüsslich

über eine rausgefallene Rosine des Kuchens hermachte.

Es stellte sich heraus, dass unser neuester

Gast eine Schnecke war, und zwar eine ganz

spezielle. Neugierig geworden, beschlossen wir

spontan, ihn um ein Interview zu bitten. Also

setzten wir uns nochmals zu ihm und verschoben

die Aufräumarbeiten auf später.

Yo peace, man, was geht ab, man, ich bin Teigeer

und du?

HALLO TEIGEER, ICH BIN GINI VON NATURZYT

UND WIR WOLLTEN DICH GERNE UM EIN

KLEINES INTERVIEW BITTEN. WÄRE DAS FÜR

DICH OK?

Yo klar, Schnecke, voll okee man. Lass uns

ein bisschen chillen, und ich erzähl dir von mir.

Was willste denn wissen?

WIR HABEN NOCH NIE SO EINE NACKT­

SCHNECKE WIE DICH GESEHEN, ZU WELCHER

ART GEHÖRST DU DENN?

Yo, Zuckerschnecke, ich bin ja auch nicht irgend

so ne dahergelaufene Nacktschnecke, eh. Ich bin

was gaanz Besonderes, man. Ich bin nämlich ein

Schnegel. Yo, ein Tigerschnegel, um genau zu sein,

mein Rosinchen, gerafft?, eh.

EIN TIGERSCHNEGEL, SOWAS HAB ICH JA

NOCH NIE GEHÖRT, WO IST DENN DA

DER UNTERSCHIED ZUR NACKTSCHNECKE

AUSSER BEI DER ZEICHNUNG?

Eh Süssee, wir machen Party, wenn alle anderen

schlafen. Wir sind nämlich voll nachtaktiiiv, soweit

klaar, man.

ACH SO IST DAS. DANN SEID IHR IMMER NUR

NACHTS UNTERWEGS?

Yo, genau so isses, Zuckermäulchen.

WOVON LEBT IHR DENN EIGENTLICH, TEIGEER?

MÖGT IHR AUCH SALAT UND SO, WIE DIE

NACKTSCHNECKEN, DIE SCHRECKEN ALLER

GÄRTNER?

Oh man, Rosinchen, ne, man, wir mögen Piiiilze

und welke und abgestorbene Pflanzenteile,

eher selten frisches Grünzeugs. Is ja, als müsste

᾿n Kind Spinat essen ... Uääää.

SO SO, PILZE, HM, DAS ERKLÄRT JA EINIGES ;-D.

DANN ERNÄHRT IHR EUCH ALSO

REIN VEGETARISCH. SEHR VORBILDLICH.

Sorry, Sis, ich mag ja nur ungern dein Bild von

uns zerstören, aber wir sind Tiger und keine

Engelchen ... Wir essen durchaus auch Aas und

mögen auch, wie die Franzosen sagen, Escargot ...

NICHT IM ERNST, ODER? IHR FRESST EURES­

GLEICHEN? DANN SEID IHR JA GAR NICHT SO

PEACE, WIE WIR DACHTEN.

Hey chill mal wieder, Sister, wir töten nicht unseresgleichen,

sondern andere Nacktschnecken, und das

natürlich nicht einfach so aus Spass. Sondern um zu

überleben, gecheckt, man. Veggie is nicht alles, man.

JA, TUT MIR LEID, WIR SOLLTEN UNS KEIN

URTEIL ANMASSEN, WIR SIND SCHLIESSLICH

AUCH NICHT PERFEKT.

Eben Süsse, siehste, is doch alles voll easy, man.

Gibts noch mehr, daste wissen willst?

NATÜRLICH! WIR MÖCHTEN SO VIEL WIE

MÖGLICH VON EUCH WISSEN. WO LEBT

IHR DENN TAGSÜBER, WENN IHR JA NUR

NACHTS UNTERWEGS SEID?

Tagsüber schlafen wir im Sarg, wie Draculaaaaa ...

uaaaah, hi i hi. Ne, nur Spass, is klar oder, wir

suchen uns ne schönes Plätzchen, wo᾿s kühl und

dunkel is, und verpennen den Tag dann dort.

Noch was, Rosinchen?

KLAR DOCH, GIBT ES VIELE VON EUCH?

WOHER KOMMT IHR DENN URSPRÜNGLICH?

Yo man, eh, Zuckerschnecke, jetzt willstes aber

ganz genau wissen, eh. Also jetzt mal ganz ruhig

der Reihe nach, Schneckchen. Wir kommen

ursprünglich aus Süd- und Westeuropa, kommen

aber zwischenzeitlich in ganz Mitteleuropa vor.

Wir leben in Auen, Gärten, Parks, und in feuchten

Kellern kann man uns auch finden.

An einigen Orten gehören wir zu den gefährdeten

Arten. Wir sind also nicht übermässig viele.

Klar so weit?

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 21


Im Gespräch mit

NATURZYT

Teigeer Schnegel

liebt es zu essen

und zu chillen.

Ist nur nachts

aktiv und ein

stürmischer Liebhaber.

Wohnt

gerne an kühlen

feuchten und

dunklen Orten.

AHA, UND WIE VERMEHRT IHR EUCH? STIMMT

ES, DASS IHR EUCH SELBST BEFRUCHTET?

Nun, und wir sind echt ᾿n paar gaanz stürmische

Liebhaber. So richtige Teigeer halt, groaar. Mit

ca. anderthalb Jahren werden wir geschlechtsreif,

und wenn wir dann ne Schleimspur von ᾿nem

andren Tigerschnegel aufnehmen, gehen wir

ihr nach, bis wir ihn erreicht haben. Danach

verfolgen wir ihn mitunter stundenlang. Gut

Ding will schliesslich Weile haben, ne. Wenn

wir den richtigen Platz dann erreicht haben,

meist an einer senk rechten Wand, kriechen

wir im Kreis hintereinander her und sondern

dabei seeehr viel Schleim ab, während der Kreis

immer enger wird. Dann umschlingen wir uns

stürmisch und belecken und benagen uns gegenseitig.

Dabei scheiden wir so ᾿nen rötlich-gelben

Schleimfaden aus, an dem wir dann eng umschlungen

runterhängen. Fast so wie an ᾿nem

Bungeeseil, yo. Sieht echt spektakulär aus,

man. Die Kopulation dauert dann nur noch

so 15 bis 20 Minuten. Der Rest ist dann nur

noch Eiablage. Selbstbefruchtung kommt höchstens

in Gefangenschaft vor, is ja dann nur der

halbe Spass, man.

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WOW! DAS IST ABER SCHON SEHR SPEZIELL.

IST DIE EIABLAGE DANN GLEICH DANACH, UND

LEGT IHR VIELE EIER?

Eh take it easy, Rosinchen, das braucht seine Zeit.

Wir legen zweimal Eier. Einmal so im Juli/August

und das zweite Mal im nächsten Jahr, so um Juni/Juli

rum. Das sind dann so an die 100 bis 300, je nach

unserer Grösse und unserem Ernährungszustand.

Die schlüpfen dann nach so 19 bis 25 Tagen. Erst

sind se gaaanz blass und weiss, die coolen Streifen

kommen dann erst später, so nach ner Woche oder

so. Noch was, das de wissen willst, Zuckrmäulchen?

JA, EINE FRAGE HABEN WIR NOCH.

WIE ALT WERDET IHR EIGENTLICH?

Oh wir werden gut 2½ bis 3 Jahre alt, Süsse.

Cool, man, ne.

sinniert über die schönen Dinge des Lebens nach

und geniesst᾿s, wenn ihr ᾿n leckeres Kuchenkrümelchen

findet. Das Leben ist Love, Peace und Respect für

alle, man, eh. Yo, und falls du noch ᾿n Rosinchen

ausm Kuchen für mich übrig hast, nehm ich᾿s gerne

an, mein Zuckermäulchen.

WIR LASSEN DIE GERNE NOCH EIN STÜCKCHEN

VOM GUGELHOPF HIER. ES WAR UNS EINE

AUSGESPROCHENE FREUDE, MIT DIR ZU REDEN.

VIELEN DANK, DASS DU DIR DIE ZEIT GENOMMEN

HAST. HOFFENTLICH BIS BALD MAL WIEDER.

Hab ich doch voll gerne gemacht, man. War echt voll

chillig, mit euch abzuhängen. Träum schön von mir,

Rosinchen. Bis auf ein andermal.

NATUR BEWAHREN

TOLL, VIELEN DANK, LIEBER TEIGEER, DAS WAR

ALLES SEHR INTERESSANT. GIBT ES NOCH

ETWAS, WAS DU UNS GERNE SAGEN WÜRDEST

ODER WAS WIR FÜR DICH TUN KÖNNEN?

Yo, Respect, Rosinchen, ihr seid alle viel zu hastig,

das ist gar nicht cool, und eurer Gesundheit schadet᾿s

auch. Nehmt᾿s gelassen wie wir. Chillt mal und

Text Auszug aus «Ravensong Auch Tiere haben

eine Stimme» (in Arbeit) Illustration Virginia Knaus

Foto Virginia Knaus

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einfach und unterhaltsam. Es hilft, dem

Nachwuchs die Freude an der Natur auf

vergnügliche Weise bei- und mit positiven

Erlebnissen in Verbindung zu bringen.«

Martin Walker, buchmedia Magazin

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»Ein bisschen weniger spektakulär als die

Alpen, die mit Kitsch-Szenerie bluffen, aber

gerade deshalb bin ich ein Jura-Fan. Er ist

rauer, anders, eigenwillig und vom Massentourismus

verschont.«

Rahel Koerfgen, Schweiz am Sonntag

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Claudias naturnaher Garten

Igel im Garten

Liebe garten­ und naturbegeisterte Leserinnen und Leser,

der Igel ist uns von Kindsbeinen an aus Büchern und Filmen bekannt.

Denken wir nur an die originelle Fabel der Gebrüder Grimm, wo sich

Hase und Igel einen Wettlauf liefern, oder an die liebliche Geschichte

mit dem Maulwurf, der so manches Abenteuer mit dem Igel erlebt.

24 NATURZYT


Der Igel ist ein gern gesehener

Gast im Garten, wenn er

dann mal hindurch spaziert,

und es wäre schön, würde

er länger als nur für einen Spaziergang

bleiben. Damit es ihm gefällt, braucht

er Unterschlüpfe und Nahrung. Beides

findet er in einem naturnah und

vielfältig gestalteten Garten. Wann

immer man im Garten etwas für

Wildtiere tun will, ist es sinnvoll, sich

über ihre Gewohnheiten und Lebensformen

zu informieren.

UNTERSCHLÜPFE FÜR IGEL

Der Igel braucht für die unterschiedlichsten

Lebensphasen einen passenden

Unterschlupf. Für den Alltag,

da er dämmerungs- und nachtaktiv ist,

braucht er tagsüber einen ungestörten

Rückzugs- und Schlafplatz. Für die

Aufzucht der Jungen zwischen Juni

und September braucht er ein sicheres,

gut gepolstertes Nest und für den

Winterschlaf von November bis März

zusätzlich noch einen frostfreien und

trockenen Unterschlupf. Mögliche Plätze

findet er zum Beispiel unter einem

Ast- oder Ast-Laub-Haufen. Dazu legt

man an einem eher schattigen Ort

Spalt- oder anderes Holz in mehreren

Lagen so übereinander, dass ein gedeckter

Hohlraum von ca. 30×30×30cm

entsteht. Dabei soll der Hohlraum nicht

in einer Mulde liegen, wo sich Wasser

ansammeln könnte. Diese Höhle

wird mit einer sehr grossen Menge an

trockenem Laub zugedeckt und anschliessend

mit Ästen beschwert, damit

das Laub nicht fortfliegt. Je dicker die

Laubschicht, desto besser. Der Schlafplatz

soll ja wasserdicht und isolierend

sein. Den Haufen mit Plastikfolie

abzudecken, ist nicht nötig, wenn man

genügend Laub aufgeschichtet hat.

Wer es dennoch tun möchte, sollte

darauf achten, dass Luft zwischen

Laub und Plastik kommt, um das

Kondenswasser abfliessen zu lassen.

Der Igel kann sich nun durch das Laub

selber einen Gang erarbeiten, und er

wird den Hohlraum im Innern mit

trockenem Moos, Laub und anderen

weichen Materialien ausfüllen. Mit

etwas Glück wird der Haufen vom

Igel angenommen. So oder so ist der

Laubhaufen aber eine Bereicherung

für jeden Garten, denn es verkriechen

sich auch andere Tiere wie Insekten,

Würmer oder Blindschleichen gerne

in einem solchen Haufen.

Weitere Schlafplätze finden die

Igel in Hecken aus Sträuchern, deren

Äste bis auf den Boden gelangen. So

kann sich der Igel gut darunter verkriechen.

Achten Sie darauf, möglichst

einheimische Sträucher zu setzen,

damit Insekten und Vögel sich davon

ernähren können. Auch Holzstapel für

Brennholz sind, sofern sie Platz zum

Hineinkriechen haben, wunderbare

Tages- oder Winterplätze. Wenn das

Holz zum Heizen verwendet wird, sollte

es ja nicht nass werden, das dient auch

dem Igel. Und bitte nicht den ganzen

Haufen verheizen, sonst fehlt dem Igel

das Dach über dem Kopf.

Wer im Garten ein Gartenhäuschen

oder eine Werkzeugkiste besitzt, der

schafft ganz einfach einen Unterschlupf,

indem er das Ganze nicht direkt auf

den Boden stellt, sondern leicht erhöht

auf Platten. Natürlich kann man auch

selber ein Igelhaus bauen, dazu gibt es

gute Bauanleitungen im Internet, zum

Beispiel unter www.igelzentrum.ch.

NAHRUNG FÜR IGEL

Mit einem naturnahen Garten sorgen

wir für einen reich gedeckten Tisch für

unsere Igel. Denn mit Ast- und Steinhaufen,

Hecken und einer einheimischen

NATUR BEWAHREN

Claudias Veranstaltungstipp:

Am 8. und 22. September ist er wieder geöffnet, der Büchergarten mit seinen

über 130 Gartenbüchern, und zwar von 9 bis 11 Uhr. Danach ist Winterpause

bis im März. Kommen Sie vorbei, stöbern Sie in Gartenbüchern, Zeitschriften

oder Heften oder flanieren Sie durch den naturnahen Garten. Eine feine Tasse

Kaffee rundet den Besuch ab. Ich freue mich auf Sie! Mehr Infos unter

www.natur­im­garten.ch/veranstaltungen.php

NATURZYT 25


Bepflanzung locken wir die Beutetiere

des Igels in unsere Gärten. Der noch

junge Igel wird bis 6 Wochen nach der

Geburt von der Mutter gesäugt, aber

schon nach 3 bis 4 Wochen und mit nur

einem Gewicht von knapp 180 Gramm,

lernen sie, durch Versuch und Irrtum,

nach Fressbarem zu suchen.

Nach 6 Wochen sind die Jungen selbständig

und müssen sich bis zum Winter

ein Gewicht von mindestens 500 Gramm

anfuttern, um diesen gut zu überstehen.

Der Igel ist ein Fleischfresser,

genauer ein Insektenfresser. Allgemein

ist man der Meinung, der Igel sei ein

wunderbarer Schneckenfeind, doch

Schnecken machen nur etwa 10 Prozent

seiner Nahrung aus, und die grossen

spanischen Wegschnecken mag er

genauso wenig wie der Hobbygärtner.

Am liebsten frisst er Käfer, Raupen,

Regen- und Ohrwürmer sowie Tausendfüsser.

Er frisst saisonal, abhängig von

Jahreszeit, Niederschlag und Temperatur.

So sieht der Speiseplan im

Frühling eher Regenwürmer, Tausendfüsser

und Gehäuseschnecken vor,

im Sommer dann Käfer, Raupen und

Nackt schnecken. Bleibt der Regen

aus, sind es vor allem Insekten, an

denen sich der Igel gütlich tut. Der Igel,

auch wenn man ihn manchmal an

pflanzlichem Material fressen sieht, ist

ganz sicher kein Vegetarier. In einem

solchen Fall kann grosser Hunger die

Ursache sein. Sein Magen-Darm-Trakt

ist jedoch nicht für die Verwertung

von pflanzlichem Material gemacht.

Er ist viel kürzer, da das Verdauen

der tierischen Nahrung viel schneller

und einfacher geht als die Verdauung

der pflanzlichen Nahrung. Und

so kommt diese praktisch unverdaut

hinten wieder raus. Frisst der Igel

an einem Apfel, interessiert er sich

entweder für den Wurm im Apfel,

oder er kann der Süsse des Apfels

nicht widerstehen.

In einem Igelmagen gibt es Platz

für rund 30 Gramm Nahrung. Da er in

einer Nacht rund 50 bis 100 Gramm

Nahrung zu sich nimmt, muss er seinen

Magen zweimal füllen. Das geht nur

deshalb, weil nach rund 20 Stunden die

Überreste schon wieder ausgeschieden

werden.

GEFAHREN FÜR IGEL

Leider sind Igel auch im Garten vielen

Gefahren ausgesetzt. Fadenmäher,

Tellersensen und andere Mäher, auch

die Roboterrasenmäher, können

Igel lebensgefährlich verletzen oder

verstümmeln. Deshalb niemals ohne

vorherige Kontrolle unter Gebüsch

oder an Orten, an denen ein Igel seinen

Schlafplatz haben könnte, mit solchen

Geräten mähen. In am Boden liegenden

Netzen bleiben Igel hängen und

können sich selber nicht mehr daraus

befreien, sie verenden elendiglich. Mit

dem Einsatz von Schneckenkörnern,

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Wildobst und Beeren

sind Zierde und Nutzen zugleich und bereichern

auch Ihren Garten!

Führung zu diesem Thema am 17. September.

Weitere Informationen unter: dieerlebnisgaertnerei.ch

Ayurveda-Wochen

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„Tu Deinem Körper des Öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Freude hat, darin zu wohnen.“

„Tu Theresa Deinem von Avila, Körper spanische des Öfteren Mystikerin etwas Gutes, damit deine Seele Freude hat, darin zu wohnen.“

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26 NATURZYT


Der Igel hat Nestmaterial

gefunden und trägt

es in seiner Schnauze ...

... zum Wurzelstock,

wo er sein Quartier

einrichtet.

Insektiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln

werden Insekten und

andere Lebewesen, die die Nahrungsgrundlage

von Igeln bilden, vernichtet,

und vergiftete Nahrungsmittel mag

der Igel gar nicht gerne.

Igel können in Schächte, Gruben,

Pools oder in Gartenteiche fallen und

verenden, wenn keine Ausstiegshilfe

vorhanden ist. Wenn immer möglich

Schächte und Gruben abdecken.

Manchmal brauchen Igel medizinische

Hilfe. Wenn Sie einen solchen Igel

gefunden haben, bringen Sie ihn zu

einem Tierarzt oder in eine Igelstation.

In der Schweiz gibt es mehrere Igelstationen,

wo sich meist ehrenamtlich

arbeitende Menschen mit einem

grossen Herz für Igel für deren Wohl

einsetzen. Oft sind Igelstationen

oder Igelzentren auf finanzielle Hilfe

angewiesen und dankbar für grössere

und kleinere Spenden.

Tragen wir dem Igel Sorge, es ist

wünschenswert, dass auch zukünftige

Generationen den Igel nicht nur noch

aus Büchern und Filmen kennen,

sondern er auch weiterhin als

gern gesehener Gast durch unsere

G ä r t e ns t r e i ft .

Herzlich

Claudia Ebling

www.natur-im-garten.ch

Text/Fotos Claudia Ebling,

Fachfrau für naturnahen Garten- und

Landschaftsbau ZHAW

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Naturnahe Gartengestaltung

Pirmin Rohrer

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NATURZYT 27


Fruchtiges 3-Gang-Apfel-

APFEL­KICHERERBSEN­SUPPE

Zutaten (für 4 Personen)

200 g getrocknete Kichererbsen

350 g Äpfel, Braeburn oder Boskoop

1 Zwiebel

1 Chilischote

2 EL Olivenöl

2 TL Currypulver

ca. 8 dl Bouillon

Salz, Pfeffer

1 Bio­Zitrone

Zwiebelsprossen zum Garnieren

150 g Naturjoghurt, teilentrahmt

Kichererbsen in kaltem Wasser über Nacht

einweichen. Kichererbsen mit frischem

Wasser bedeckt während ca. 60 Minuten

weichkochen, abtropfen lassen.

Äpfel schälen, entkernen und in Stücke

schneiden. Zwiebel fein hacken. Chili

entkernen und fein hacken. Öl erhitzen.

Zwiebel und Chili darin andünsten, Currypulver

kurz mitdünsten. Kicher erbsen,

Äpfel und Bouillon zufügen, ca. 20 Minuten

köcheln. Suppe pürieren, evtl. mit etwas

Wasser verdünnen. Mit Salz, Pfeffer,

abgeriebener Zitronenschale und 1 EL

Zitronensaft abschmecken. In Suppenteller

verteilen, mit Zwiebelsprossen

und einem Klacks Joghurt servieren.

Tipp: Getrocknete Kichererbsen

mit 2 Dosen gekochten Kichererbsen

ersetzen.

Rezepte und Fotos in Kooperation mit Schweizer Obst verband. Mehr fruchtige Rezepte auf www.swissfruit.ch

unikat

« Am Freitag,

23. September 2016

ist Tag des Apfels!»

28 NATURZYT


NATURZYT kocht

Menü

MOSTINDIEN­CURRY

Zutaten (für 4 Personen)

200 g Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

ca. 2 cm Ingwerwurzel

400 g Boskoop­Äpfel

2 EL Rapsöl

1 EL mittelscharfe Currymischung

Salz, Pfeffer

300 g tiefgekühlte Erbsen

500 g geschnetzeltes

Bio­Schweinefleisch

Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer

schälen und fein hacken. Äpfel ungeschält

an einer groben Raffel reiben.

1 Esslöffel Öl in einer Pfanne erhitzen,

Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin

ca. 3 Minuten andünsten. Äpfel und

Currymischung zufügen, unter Rühren

weitere 2 Minuten dünsten.

Mit ca. 4 dl Wasser ablöschen, aufkochen

und zugedeckt 15 Minuten

köcheln. Sauce pürieren, mit Salz und

Pfeffer abschmecken.

Erbsen in die Sauce geben, 10 Minuten

köcheln. Fleisch leicht würzen, im

restlichen Öl anbraten und mit der Sauce

vermischen.

Reis dazu servieren.

APFEL­KOKOS­TARTELETTES

Zutaten für 8 Förmchen

von 10 cm Durchmesser

50 g Mehl

50 g Zucker

50 g Kokosflocken

50 g Butter

300 g Blätterteig

2 dl Kokosmilch

3 Eier

4 El Zucker

1 Limette oder Zitrone

500 g Äpfel

Puderzucker

Für die Streusel Mehl, Zucker, Kokosflocken

und Butter mit den Händen

verreiben, bis sich Streusel bilden. Kühl

stellen. Blätterteig auswallen. Rondellen

von ca. 12 cm Durchmesser ausstechen,

in die Förmchen legen. Teigboden

mit einer Gabel dicht einstechen. Kühl

stellen. Kokosmilch, Eier und Zucker gut

verrühren. Zitronen- / Limettenschale fein

abreiben. Zusammen mit 1 Esslöffel

Zitronen- / Limettensaft zum Kokosguss

geben. Äpfel schälen, vierteln und

Kerngehäuse entfernen. Viertel in dünne

Scheibchen schneiden. Mit dem Kokosguss

vermischen und in die Förmchen

verteilen. Mit Streusel bestreuen.

In der unteren Hälfte des 220 Grad

heissen Ofens 10 Minuten backen.

Weitere 1015 Minuten bei 180 Grad

backen.

Ausgekühlt mit Puderzucker

bestäuben.

NATURZYT 29


Schweizer Kraftorte

Naturenergie

und Naturspiritualität

Beseelte Natur ist dies überhaupt möglich?

Und wie könnte dies überhaupt wahr genommen

werden? Was lässt sich aus natur energetischer

Sicht dazu sagen? Heute nehme ich Sie mit auf

eine kurze Einführung in die Naturspiritualität.

Ein wunderschönes

Plätzchen beim

Trüb­ und Lutersee

ob Hospental am

Urschner Höhenweg.


Einst, als ich im Auftrag für

Kraftorttestungen unterwegs

war, führte der Weg am Lutersee

oberhalb Hospental vorbei.

Ein wunderschönes Plätzchen, überragt

von einer kraftvollen Felswand. Mein

Bedauern darüber ausdrückend, nicht

genügend Zeit zu haben, an diesem

wundersamen Ort zu verweilen, vernahm

ich in mir plötzlich eine Stimme ...

«Wir wissen um dein Tun und schätzen

dieses auch, geh du nur deinen Weg und

danke, dass du an uns gedacht hast.»

Alles nur Einbildung oder steckt doch

mehr dahinter? Immerhin, die Märchen

und Sagen sind voller sprechender

Bäume, Steine, Tiere. Sollte da also doch

etwas dran sein? Und lässt sich das

natur energetisch auch begründen?

ENERGIE WAHRNEHMEN

Vielleicht haben auch Sie, geneigter

Leser, geneigte Leserin, ähnliche Erfahrungen

gemacht, dass in der Natur

weit mehr ist, als unsere fünf rationalen

Sinne zu erkennen im Stande sind.

Ich kenne einige Menschen, die

mir glaubhaft beteuern, das «kleine

Volk» zu sehen, also Zwerge, Elfen,

den grünen Mann und mehr noch. Mir

selber ist dies bisher verwehrt, und

so nehme ich an, dass dies nicht sein

muss. Dennoch habe ich immer wieder

das Gefühl, wenn ich auf Waldwegen

unterwegs bin, nicht alleine zu sein,

dass da «welche» sind, die mich und

meinen Hund, den kleinen Herr Ivan,

beobachten.

So habe ich begonnen, den Dingen

mehr und mehr auf den Grund zu

gehen. Meine Tätigkeit als Naturenergetiker

bringt es mit sich, die vor

Ort herrschenden Kräfte etwas genauer

wahrzunehmen und zu beschreiben.

Dabei sind mir Pendel und Ruten

als Anzeigeinstrumente hilfreich. Sie

zeigen meine körpereigenen Reaktionen

auf das energetische Umfeld

quasi verstärkt an und ermöglichen

so, verschiedene energetische Aspekte

zu unterscheiden. Keine Zauberei

also, sondern Potenzial- und Qualitätsunterscheidungen

wie aufbauende

oder abbauende Plätze, festigende oder

zersetzende Eigenschaften. Sie kennen

das bestimmt; an gewissen Orten lässt

es sich sehr leichter gehen, an anderen

fühlen sich die Glieder bisweilen bleischwer

an. So können wir aufbauende

von abbauenden Plätzen unterscheiden.

Gebiete mit besonders viel Totholz

oder auffällig viel Geröll zeigen oftmals

ebenfalls auflösende Energiequalität

an. Vielleicht versuchen Sie, darauf zu

achten, wie sich der Platz anfühlt? Lädt

er zum Verweilen ein oder möchte man

doch lieber weiterziehen? Macht der

Ort einen belebten, beseelten Eindruck?

Oder schaut er eher unbelebt, fad aus?

Hier wird für die allermeisten die

Wahrnehmung bereits ihre Grenze finden.

Das Leben in einer technischen Zivilisation

bringt es mit sich, dass viele unserer

ureigensten Fähigkeiten verkümmern.

So lernen wir modernen Menschen

zwar viel, werden uns dennoch kaum

bewusst, wie die Dinge zusammenwirken,

und schon gar nicht, dass ihnen

auch «Geist» innewohnt. Das war

nicht immer so.

Die weisen Frauen und Männer

naturzentrierter Kulturen müssen um

das, was der Tiefenpsychologe und

Wildnisführer Bill Plotkin die «mehrals-menschliche

Welt» nennt, gewusst

haben. Ihre Kultplätze, zumindest

das, was wir heutigen Menschen dafür

halten, fanden sich an ganz besonderen

Orten in der Natur. Ob sie dort ihre

Höhle bei der Chute du Bièf

im kleinen Seitental des

Doubs, bei Vautenaivre JU

Ahnen und Götter verehrten, sie den

Bezug zu den feinstofflichen Naturwesen

fanden, wer wird das heute schon

so genau wissen? Immerhin erfuhr

Buddha Erleuchtung unter einem Baum,

und von den weisen Druiden ist überliefert,

dass sie ihre Zeit in heiligen Hainen

verbrachten. Und ist es ein Zufall, dass

die allermeisten Marienerscheinungen bei

Quellen stattfanden, wo der «Vorhang»

zur Anderswelt als durchlässiger gilt?

Was sich heute noch beobachten lässt,

ist, wie sich diese Plätze energetisch

deutlich von ihrer Umgebung abheben.

Manche davon nennen wir Kraftorte.

Anhand der vorherrschenden Energiequalitäten

lassen sie sich in Kraft-,

Heil- oder Kultplätze unterteilen. Alle

drei sind sie energetisch auffällig,

nicht alle zum längeren Verweilen geeignet.

Nicht jeder Platz, der als Kultplatz

anzeigt, muss auch ein solcher gewesen

sein, denn es könnte sein, dass

er lediglich das Potenzial dazu hat.

Was zu erkennen ist, sind die derzeit

vorherrschenden Aspekte.

BESEELTE PLÄTZE

Das ist ja alles gut und recht, werden

Sie jetzt vielleicht denken, aber wo um

Himmels willen finden sich solche

Plätze? Es gibt eine ganze Menge, und

NATURZYT 31


Ein beseeltes Kleinod mit Hirschfarn im Wald beim kleinen Schijen, ab

der Passhöhe der Ibergeregg gut erreichbar.

auch ich kenne längst nicht alle. Einige

möchte ich dennoch vorstellen.

Nahe des kleinen Jura-Dorfes

Undervelier findet sich eine alte Kulthöhle,

die heute der heiligen Kolumba

geweiht ist. Ein Pilgerort, wovon die

zahlreichen Devotionalien zeugen.

Archäologische Funde belegen, dass

die Höhle mit ihrer kleinen Karstquelle

bereits in Urzeiten genutzt wurde. Ein

Ort, um sich mit der grossen Urmutter

zu verbinden. Nicht immer fühlt sich

der Aufenthalt an diesem Ort wohl

an. All die Sorgen, welche die Besucher

hier abladen, hinterlassen ihre ener -

ge tische Spur.

Da wirkt die grosse halbkreisförmige

Höhle bei der Chute du Bièf

im kleinen Seitental des Doubs

weitaus ursprünglicher. Ob dieser Platz

je ein Kultplatz war, ist nicht bekannt.

In seiner heutigen Form hätte er alleweil

das Potenzial dazu gehabt.

Bleiben wir bei den christianisierten

Kultplätzen. Das Kirchlein Sankt Georgen

auf dem Georgenberg bei Berschis

ist ein wahres Kleinod. Der Platz, so

belegen archäologische Untersuchungen,

Jura Freiberge und mehr ...

Naturenergetik und -kommunikations-Workshop am 17./18. September 2016.

Zwei inspirierende und erholsame Tage im Gebiet der Freiberge. Kurze

Wanderungen im Wald, am Fluss und über Weiden bringen uns an wundersame

Orte und Plätze. Die in der Natur wirkenden Kräfte lassen sich nicht nur

wahr nehmen und spüren, oftmals sind ihre Auswirkungen auch von blossem

Auge erkennbar. Lassen Sie sich in diese faszinierende Welt voller Wildheit

entführen, und geniessen Sie all das, was diese Ihnen bieten kann.

Kosten inkl. Über nachtung / Frühstück exkl. Mahlzeiten im Hotel Café du Soleil,

Saignelegier CHF 350.00 pro Person.

Weitere Informationen und Anmeldung auf

www.naturenergetik.ch oder Telefon 078 745 09 95

wurde bereits im 4. Jahrtausend wie

auch während der späteren Eisenzeit

ab 400 v. Chr. und bis ins Mittelalter

genutzt. Auf der bergzugewandten Seite

des Hügels findet sich der «Unghüür

Brune», eine natürliche, vermutlich

aus einer Gletschermühle entstandene

Zisterne. Folgt man dem Weg am Hügel

weiter zur Lourdes-Kapelle, wird

man auf ein mit Eichen bewachsenes

Areal treffen. So liesse sich in etwa ein

druidischer Eichenhain vorstellen.

Beispielhaft für einen beseelten Platz

ist der Wald beim kleinen Schijen.

Er ist ab der Passhöhe der Ibergeregg

gut erreichbar, und der Besucher betritt

etwas abseits vom Weg eine wahrhaft

bezaubernde, urwüchsig wilde und

beseelte Natur. Mit etwas Glück wird

man bei einer der Steinklippen seinen

Platz finden, um hier zu verweilen, seine

Seele baumeln zu lassen und sich dem

Wesen des Ortes, dem Genius Loci,

voll und ganz hinzugeben. Um mit

Plotkin zu sprechen: naturzentriert

bedeutet, auch seelenzentriert zu sein.

An diesem zauberhaft mythisch

anmutenden Platz lässt sich dies aufs

Vortrefflichste vorstellen.

Ich wünsche Ihnen wundersame

und beglückende Begegnung mit dem

Wesen der Natur.

Herzlich,

Philippe Elsener, Naturenergetiker

Text / Foto Philippe Elsener

Grotte der

Heiligen Kolumba bei

Undervelier JU.


Mehr Naturerlebnisse auf

www.NATURZYT.ch

Die Natur im Herbst erleben

AM PIZOL DEM NEBEL ENTFLIEHEN

Am Beginn des St. Galler Rheintals

erhebt sich der Pizol zwischen Bad Ragaz

und Wangs bis zu 2844 Metern.

Geniessen Sie faszinierende Aussichten

entweder bis zum Bodensee oder

ansonsten auf das faszinierende Nebelmeer.

Die Pizol bahnen bieten eine

Vielzahl an Kombi- Angeboten. Verknüpfen

Sie eine tolle Wanderung

mit kulinarischen Erlebnissen oder mit

anschliessender Entspannung in der

36,5 Grad warmen Tamina Therme in

Bad Ragaz. So geniesst man den Herbst

im Heidiland. www.pizol.com

FORELLENSEE ZWEISIMMEN

Wer am idyllischen Forellensee die

Angel auswirft, hat gute Chancen, eine

Bioforelle zu fischen. Lachsforellen

und Bachsaiblingen bieten sich perfekte

Lebensräume mit idealen Temperaturen

aus ganzjährigen Quellzuflüssen und

natürlichen Unterschlüpfen. Erreichbar

ist das Ausflugserlebnis stündlich

mit dem RegioExpress Lötschberger.

Zu Fuss geht’s entlang des Burgenweges

(25 Min.), vorbei an malerischen

Simmentaler Bauernhäusern und

saftig grünen Wiesen.

www.loetschberger.ch/Forellensee

VIER­SEEN­HÖHENWANDERUNG

Die Wanderung verbindet Melchsee-

Frutt mit Engelberg und geht durch

eine fantastische Bergwelt, vorbei

an tiefblauen Bergseen. Der Titlis, die

alpine Flora und die atemberaubenden

Ausblicke auf die Obwaldner und

Berner Alpen sind weitere Highlights.

Die Route führt über ein Bergwanderweg

und verlangt eine gute Wanderausrüstung.

Die Wanderzeit beträgt

5 Stunden. Dank einem breiten Bergbahnen-Angebot

kann sie je nach

Tagesform beliebig verkürzt werden.

www.melchsee-frutt.ch

NATUR ERLEBEN

Die roten Quellen auf

der Alp Grimmi

(Foto: Peter Rothacher)

NATUR PUR AUF DEM KERENZERBERG

Hoch über dem glasklaren Walensee

bieten sich dem Erholungsuchenden

intakte Naturlandschaften, ein

herrlicher Panoramablick und eine

Vielzahl an Wandertouren an.

Bei der Bergstation befinden sich

das Bergrestaurant Habergschwänd

mit grosser Sonnenterrasse sowie

ein Kinderspielplatz mit Feuerstellen

und Gratisholz. Für Abenteurer bietet

sich eine Tour durch den Hochseil -

garten an oder eine rasante Abfahrt

mit dem Trotti.

Info: www.kerenzerbergbahn.ch,

T 043 888 53 02

RUNDWANDERUNGEN AM

DREIBÜNDENSTEIN

Die Wanderregion zwischen den drei

Gebieten Chur-Brambrüesch, Feldis

und Pradaschier ist geprägt von der

malerischen Hochebene rund um den

Dreibündenstein. Die abwechslungsreichen

Rundwanderungen bestechen

durch ein fantastisches 360°-Panorama

und ermöglichen unvergleichliche

Wandererlebnisse. In den Rundreise-

Tickets sind alle Bergbahnen und auch

die Rückreise mit dem ÖV inklusive

(auch buchbar via SBB-RailAway mit

vergünstigter Anreise). Weitere Infos:

www.dreibuendenstein.ch

KRAFTORT GRIMMIWASSER

NATÜRLICHER ENERGIESPENDER

IM NATURPARK DIEMTIGTAL

Auf der Panorama-Bergwanderung

gelangen wir zum Kraftort Grimmiwasser

mit seinem wilden Hochalpencharakter:

Kleine Bergseen, seltene

Alpenblumen und die eisenhaltigen

Quellen wirken als natürliche Energiespender.

Das rote Wasser der Eisenquellen

wurde Ende des 19. Jahrhunderts

zum damaligen Grand-Hotel Grimmialp

geleitet und hat heilende Wirkung.

Informationen zur vierstündigen

Wanderung:

www.diemtigtal.ch/grimmiwasser

NATURZYT 33


Ein lauschiger Platz: Der Stausee

Garichti mit der Mettmenalp.

Von dort geht's mit der Seilbahn

wieder talwärts.

Wandern mit

den ältesten Glarnern

Der Föhn und der Neid seien die ältesten Glarner.

Sagen die Glarner. Auf einer Wanderung durch den

Freiberg Kärpf, das älteste Wildschutzgebiet Europas,

können einem beide begegnen.

34 NATURZYT


Bergwärts: Am Sonnenhang dem

Chüebodensee entgegen. Zwischendurch

passiert man neugierige Rinder.

Mitten im Freiberg Kärpf:

Mit viel Glück entdeckt man beim Wildmadfurggeli Steinböcke.

Der älteste Glarner ist ein stürmischer Kerl.

Wer ihn kennen lernen will, besucht das

Glarnerland, wenn der Wetterbericht

starken Föhn ankündigt. Windspitzen

von 100 Stundenkilometern und mehr sind dann

keine Seltenheit, dazu zaubern die Wolken gewaltige

und bisweilen furchterregende Stimmungen an

den Himmel. So wie heute. Der Techniker der

Gondelbahn von Elm aufs Ämpächli beruhigt. Die

Bahn verkehre bis zu Windgeschwindigkeiten von

20 Metern pro Sekunde, das entspricht immerhin

Windstärke 8. Blase der Föhn heftiger, werde die

Fahrt unterbrochen. Unsere Gondel gelangt ohne

Unterbruch aufs Ämpächli, einem guten Ausgangspunkt

für Wanderungen im Freiberg Kärpf.

Der älteste Glarner reisst als Willkommensgruss

ein Loch in die Wolkendecke und lässt die Sonne

hindurchscheinen.

ZUM SCHUTZ VOR FEUERWAFFEN

Der Freiberg Kärpf ist, anders als der Name vermuten

lässt, kein Gipfel, sondern ein Wildschutzgebiet,

genauer gesagt ein Eidgenössisches Jagdbanngebiet.

Seit 1548 steht die 106 Quadratkilometer grosse

Fläche zwischen Linth- und Sernftal unter Schutz,

das entspricht einem Sechstel des Kantons Glarus.

Den Grundstein zum ältesten Wildschutzgebiet

Europas gelegt hatte Landammann Joachim Bäldi.

Das Wachstum der Bevölkerung, die Ausdehnung

der Alpweiden und das Aufkommen von Feuer waffen

machten ein Jagdverbot nötig, argumentierte er.

Die stark dezimierten Gämsen und Murmeltiere

sollten vor der Ausrottung bewahrt werden. Der

Steinbock war zu diesem Zeitpunkt ohnehin fast

verschwunden.

EIN BRAUTPAAR, ZWEI GÄMSEN

Vorbei war die Jagd im Freiberg Kärpf mit der Initiative

Bäldis nicht, dafür sorgte der Kanton mit Sonderbestimmungen.

Die amüsanteste ist wohl diejenige

der Hochzeitsgämsen. Jeder Landmann, der zwischen

Jakobi (25. Juli) und Martini (11. November) heiratete,

durfte für sein Festmahl im Kärpfgebiet zwei Gämsen

schiessen. Die Glarner zeigten sich heiratswillig:

Zwischen 1663 und 1777 landeten 6000 Tiere aus dem

Wildschutzgebiet in den Kochtöpfen, was den Kanton

zum Handeln bewog. Fortan mussten sich die Gesellschaften

mit einer Gämse begnügen, und 1792 schob

er auch dieser Ausnahmebewilligung den Riegel.

Weiterhin praktiziert wurde hingegen die Wilderei,

uns so erholte sich das Wild im Freiberg Kärpf erst

nach dem Zweiten Weltkrieg richtig. Heute erspäht

man mit etwas Glück Gämsen, Steinböcke, Hirsche,

Rehe oder Steinadler, und auch Birk- und Auerhühner

fassen wieder Fuss.

WO DIE BERGE KOPF STEHEN

Von unberührter Natur ist während der ersten halben

Wanderstunde noch wenig auszumachen. Der

Weg folgt der neusten Attraktion der Sportbahnen

Elm, dem Riesenwald, einem Erlebnisparcours

für Familien. Bei der grossen Feuerstelle angelangt,

heisst es endgültig die Wanderschuhe schnüren,

der lange Aufstieg zum Chüebodensee steht bevor.

NATURZYT 35


Fast wie im hohen Norden:

das seenreiche Hochplateau

Wildmad im Übergang

vom Sernf­ ins Niderental.

Kehre um Kehre windet sich der Weg in die Höhe,

vorbei an neugierigen Rindern und über den munter

plätschernden Bergbach. Die grösste Attraktion

aber zeigt sich auf der gegenüberliegenden Talseite:

die Tschingelhörner mit dem Martinsloch. Auffallend

ist die Linie, die sich durch die Felswand zieht.

Sie heisst Glarner Hauptüberschiebung und wurde

von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Das

Gestein oberhalb der Linie ist etwa zehnmal älter

als das darunterliegende, die Berge stehen, geologisch

gesehen, Kopf. Bei der Entstehung der Alpen

wurden nämlich in der Regel jüngere Gesteinsschichten

auf ältere geschoben. Die Glarner Hauptüberschiebung

ist auf einer Länge von 35 Kilometern

zu sehen. Sie zieht sich rund um den Piz Sardona

und umfasst ein Gebiet von 330 Quadrat kilometern

Grösse.

EIN PLATEAU VOLLER BERGSEEN

Besonders schön ist die Aussicht auf das Naturphänomen

beim Chüebodensee; der tiefblaue, von

einem Felskranz flankierte Bergsee lädt förmlich zur

Rast. Reich an Wasser ist auch der folgende Übergang

über die Wildmad. Grosse und kleine, runde und

langgezogene Tümpel und Seelein überziehen die

Hochebene. Wäre da nicht der Glärnisch, der sich

auf dem höchsten Punkt ins Blickfeld drängt, man

wähnte sich irgendwo im hohen Norden. Die Felsbastion

wird uns auf dem Abstieg zur Mettmenalp

mit ihrem tiefblauen Stausee Garichti begleiten.

Das vergletscherte Glärnischmassiv gehört,

ähnlich wie die Tschingelhörner, zu den Grössen

der Glarner Bergwelt nicht zuletzt wegen des

hell leuchtenden Schneefelds am Vrenelisgärtli,

das zwar nicht von der Wildmaad, dafür aber von

Zürich aus auszumachen ist. Bei guter Fernsicht,

zum Beispiel an Föhntagen.

MIT FÖHN UND NEID

Womit wir wieder beim ältesten Glarner wären.

Wer mit ihm durch den Freiberg Kärpf will,

muss sich auf einiges gefasst machen und in Kauf

nehmen, dass er ihn vielleicht zur Umkehr zwingt.

Mehr Genuss verspricht stabiles Herbstwetter,

wenn sich über dem Unterland Nebel ausbreitet

und die Bergspitzen zum Greifen nah sind. Unterwegs

ist man an solchen Tagen in Begleitung

eines anderen ältesten Glarners: dem Neid. Dem

der Daheim gebliebenen.

Text/Fotos Daniel Fleuti

Ein Bild von See: Der Chüebodensee ist wie geschaffen für eine

ausgiebige Rast.

Mit Wildout Naturerlebnisse durch den

Freiberg Kärpf

Die Tageswanderung durch den Freiberg Kärpf

kann man individuell unternehmen oder in der

Gruppe. Der Tourenveranstalter Wildout Naturerlebnisse

lädt im Herbst 2016 zur Entdeckung

des ältesten Wildschutzgebiets Europas. Die

Wanderung bietet keine speziellen technischen

Herausforderungen, die reine Wanderzeit

beträgt rund 4,5 Stunden. Unterwegs sind wir

in gemütlichem Tempo, sodass genügend

Zeit bleibt, um den Geschichten rund um den

Freiberg Kärpf zu lauschen und die wunderbare

Bergwelt zu geniessen.

Alle Informationen zur Wanderung und zu

weiteren Touren sind ersichtlich auf der Website

www.wildout.ch oder über

Telefon 052 558 38 92.

36 NATURZYT


Mehr Naturferien auf

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NATURZYT 37


Die exotisch anmutende

sibirische Schwertlilie

(Iris sibirica) ist eine Charakterpflanze

der wechselfeuchten

Sumpf wiesen und blüht oft in

dichten Horst beständen.

Naturwärts auf den Spuren der Natur

Wertvolle Riedwiesen

Wenn im Spätsommer die goldgelb verfärbte Riedvegetation

zurückgeschnitten und die getrocknete Mahd abgeführt wird, entstehen

Fragen nach Sinn und Zweck des alljährlich wiederkehrenden Pflegeeingriffs.

Würde man die artenreichen Lebensräume aber sich selbst

überlassen, verschwänden bald eine Menge der seltenen Riedpflanzen.

38 NATURZYT


Im Frühherbst werden

die Riedwiesen alljährlich

zurückgeschnitten und

die Mahd zum Trocknen

ausgelegt.

NATUR ERLEBEN

Eine Gruppe aus Moorbirken

schmückt die sommerliche

Riedwiese in der Moorlandschaft

Wetzikon/Hinwil.

NATURZYT 39


Der Hauhechel­Bläuling

(Polyommatus icarus)

besiedelt gerne

Feuchtstandorte wie

Hochstaudenflure und

Riedwiesen.

Einst bedeckten viele Feuchtgebiete

grosse Teile des

Schweizer Mittellands. Im

Verlaufe des 20. Jahrhunderts

schritt die Intensivierung der Landwirtschaft

rasch voran, und die ökonomische

Bedeutung der Ried flächen

nahm kontinuierlich ab. Viele Feuchtgebiete

wurden mit Hilfe von Drai nagen

entwässert und man begann, diese

in produktive Futterwiesen umzuwandeln.

So verschwanden in der Schweiz

im letzten Jahrhundert etwa 90 Prozent

der ehemaligen Feuchtgebiete.

Im Gegensatz zu einer intensiv

genutzten Futterwiese ist der Nährstoffgehalt

im Ried um ein Vielfaches

geringer. Dies hat zur Folge, dass sich

viele, teilweise seltene und langsam

wachsende Pflanzenarten entwickeln

können und nicht nur einige wenige

nährstoffliebende und schnell wachsende

Generalisten. So findet man

auf einem Quadrat von 5 × 5 Metern

oft bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten

und auf einer grösseren, zusammenhängenden

Riedfläche sogar über

400 verschiedene Pflanzenarten. Das

Ried oder Flachmoor zählt deshalb

auch zu den artenreichsten Lebensräumen

der Schweiz.

In der Regel werden die Riedwiesen

einmal pro Jahr im Spätsommer

(ab 1. September) geschnitten und

die anfallende Biomasse heraustransportiert,

damit die pflanzlichen

Nährstoffe nicht in den Boden gelangen.

Der späte Schnittzeitpunkt

ist deshalb so wichtig, weil auch

die spätblühenden Pflanzen noch vor

dem alljährlichen Schnitt versamen

und so ihr Überleben sichern können.

Überliesse man die Riedwiesen

sich selber, würden sie innerhalb

weniger Jahre stark verbuschen, und

viele der seltenen Pflanzenarten

verschwänden.

Text/Foto Tobias Ryser

NATURZYT Fotograf Tobias Ryser

Neben seiner selbständigen Tätigkeit

als Fotograf arbeitet Tobias Ryser

noch teilzeit als Ranger in einem

Schutz gebiet von nationaler Bedeutung.

Unter dem Workshoplabel «naturwaerts»

bietet er in Zusammenarbeit

mit einem befreundeten Fotografen

verschiedene Foto workshops im

Bereich Natur- und Landschaftsfotografie

an. Mehr Informationen

unter www.tobias-ryser.ch,

www.naturwaerts.ch

40 NATURZYT


Während der Zugmonate

rasten immer wieder

seltene Watvögel wie

dieser Alpenstrandläufer

(Calidris alpina) auf

überschwemmten Feuchtwiesen

und Uferbereichen.

NATUR ERLEBEN

Das einheimische kleine

Knabenkraut (Orchis morio)

blüht als eine der ersten

Orchideenarten bereits

ab März auf den trockeneren

Bereichen NATURZYT der Riedwiesen.

41


Die Emmequelle

entspringt irgendwo

zwischen Hohgant

und Augstmatthorn.

Natur erleben

Naturschätze entlang

der jungen Emme

Das Emmental ist ein Sehnsuchtsort. Und man kennt den löchrigen

Käse. Aber da gibt es noch unendlich viel mehr in dieser Gegend.

Wir stellen die schönsten Naturschätze entlang der jungen Emme vor.

42 NATURZYT


Das imposante Räbloch zwischen

Schangnau und Eggiwil.

Der markante Gipfel der Schrattenfluh, der Schibengütsch, mit verborgenem

Reduit aus dem Zweiten Weltkrieg.

Eine Quelle im klassischen Sinn

hat die Emme nicht vielmehr

sickert irgendwann aus sumpfigem

Gebiet zwischen Hohgant

und Augstmatthorn Wasser. Es lohnt sich,

auf Spurensuche zu gehen und einen

Versuch zu starten, dem Geheimnis der

Emmequelle auf den Grund zu kommen.

Ambitionierte Wanderer können sich

aber auch gleich den Hohgant oder

die Schrattenfluh zum Ziel setzen. Der

Hohgant wird auch «Krone des Emmentals»

genannt, er bildet einerseits den

Abschluss des oberen Emmentals und

ist zugleich Verbindung zum Berner

Oberland. Die Luftlinienentfernung

nach Interlaken beträgt nur zwölf

Kilometer. Das Hohgantmassiv besteht

aus einer sieben Kilometer langen Bergkette.

Die sechs Kilometer lange Schrattenfluh

wird im Süden durch das Tal der

Emme, im Norden durch den Hilferenpass

und im Osten durch das Tal der

Waldemme begrenzt.

Die Nordwestflanke der Schratten fluh

ist steil, Felsbänder und Bergweiden

wechseln sich ab. Nach Südosten fällt

der Kamm relativ sanft ab. Hier befinden

sich die ausgedehnten, meist vegetationslosen

Karrenfelder des Schrattenkalks

mit zahlreichen Höhlen. Die Schrattenfluh

ist eines der grössten zusammenhängenden

Karrenfelder der Schweiz.

Sie weist vier markante Gipfel auf: Der

augenfälligste ist der Schibengütsch

(2037 m ü. M.) an der Südwestecke.

Das darin verborgene Reduit aus dem

Zweiten Weltkrieg ist eine Besonderheit.

Der Aufstieg ab Kemmeriboden durch

die Militäranlage und durch den

Stollen ist nicht ausgeschildert, und der

Trampelpfad wird nicht unterhalten,

er ist sehr steil und sollte nur bei

absoluter Trockenheit benützt werden!

Wenn die Bedingungen aber passen,

ist die Aussicht aus dem ehemaligen

Militärbunker atemberaubend. Ein

markierter Weg führt auf den Gütsch

dieser umgeht aber das Reduit.

DIE MINERALQUELLE

Unten im Tal liegt, wie oben erwähnt,

der Kemmeriboden, der zur Gemeinde

Schangnau, die gut 36 Quadratkilometer

Fläche und knapp 900 Einwohner hat,

gehört. Bereits vor rund 225 Jahren wurde

die Mineralquelle im Kemmeribodenbad

genutzt. 1834 wurde das erste

Patent zum Bewirten von Gästen erteilt.

Die ganze Gebäudegruppe, samt

Umgebung, steht unter Heimatschutz.

Heute gehört das Kemmeribodenbad

zu den meistfrequentierten, bekanntesten

und besten Gastronomiebetrieben

im Emmental und dies nicht nur der

Meringues wegen. Mittlerweile fast so

berühmt wie die süssen Versuchungen

ist der Schangnauer Büffelmozzarella:

In den Achtzigerjahren importierten

einige mutige Schangnauer Bauern die

ersten Wasserbüffel aus Rumäninen.

Das genügsame Tier mit der fetthaltigen

Milch hatte es ihnen angetan. Mittlerweile

trifft man auf Schangnaus Weiden

öfter auf Wasserbüffelherden.

DAS ZAUBERHAFTE RÄBLOCH

Unterhalb Schangnau beginnt das imposante

Räbloch, eine Schlucht zwischen

Schangnau und Eggiwil, die unter

Gletschereis entstand. Noch in der letzten

Eiszeit war das Räbloch, im Gegensatz

zum übrigen Emmental, eisbedeckt.

Der Emmegletscher reichte bis zum

Nordende des Siehenplateaus (Eggiwil).

Während der Eiszeiten folgten Eisstrom

und Wasser natürlich den tektonisch

vorgegebenen Spalten und verbreiterten

und vertieften sie. Die wirklich schluchtartigen

Teile des Räblochs, das heisst

die tiefsten 40 bis 70 Meter, sind nach

heutigen Erkenntnissen unter dem

Gletschereis entstanden. Das Durchqueren

NATURZYT 43


Das Hochmoor

Steinmösli zeigt sich

besonders im Herbst

in seiner Farbenpracht.

der Schlucht ist gefährlich und sollte nur

mit einem kundigen Führer unternommen

werden. Die verheerenden Gewitter

vom Sommer 2014 haben die Schlucht

mit Tonnen von Material verstopft, was

zusätzliche Gefahren birgt, darum ist

die Schlucht zur Zeit offiziell gesperrt.

Zum Trost: Schon der Einstieg ins Räbloch

beim Räbeli unterhalb Schangnau

ist ein kleines Abenteuer und ungefährlich.

Dennoch lässt sich die Schönheit

dieser Schlucht schon dort erkennen.

EIN HOCHMOOR, DAS

SEINESGLEICHEN SUCHT

Über das Räbloch führt zudem eine

kleine Naturbrücke. Sie hat ihren

Ursprung in einem seitlichen Abspalten

und Abrutschen eines Nagelfluhpaketes,

welches schliesslich zwischen beiden

Mehr Information zum Emmental unter:

www.hogerland.ch

www.schangnau.ch

www.eggiwil.ch

Schluchtwänden eingeklemmt wurde.

Heute führt ein gut gesicherter Wanderweg

vom Naturschutzgebiet Steinmösli

(Parkplatz) bis zur Naturbrücke (ein

Weg ca. 20 Min.) und von dort weiter

Richtung Pfaffenmoos. Von der Naturbrücke

aus geniessen Sie einen einmaligen

Blick in die wilde Schlucht. Das

Steinmösli wiederum ist das wichtigste

Hochmoor des Oberemmentals. Rund

8 Hektaren gross und geschätzte 10 000

Jahre alt ist es, dieses Bijou zwischen

Eggiwil und Schangnau. Der anhaltende

Torfabbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts

setzte dem einmaligen Lebensraum stark

zu. Erst in den Neunzigerjahren wurde

der Torfabbau ganz eingestellt. Zum

Glück zeigte das Hochmoor eine erstaunliche

Regenerationsfähigkeit und

bewahrte eine reichhaltige Fauna und

Flora, sodass es weiterhin zu den

wichtigsten des Kantons Bern gehört.

2011 gelang es Pro Natura Bern, das

Hochmoor von privat zu erwerben.

Mit dem Erwerb und dem kantonalen

Schutz sind die Voraussetzungen geschaffen,

um das grösste zusammenhängende

Hochmoor des Emmentals

und eines der bedeutendsten des

Kantons Bern langfristig zu erhalten.

Ein Augenschein vor Ort lohnt sich!

Ganz besonders im Herbst. Da zeigt sich

das Moor in seiner ganzen Farbepracht.

Und apropos Farbenpracht: Wenn Sie

in dieser Gegend unterwegs sind, lohnt

es sich, die Eggiwiler Alp Rämisgummen

zu besuchen. Der Rämisgummen gilt als

eine der schönsten Alpen des Bernbiets.

Zwischen den Oberläufen von Emme und

Ilfis dehnt sie sich in 12001300 m ü. M.

auf einer Fläche von 130 Hektaren

aus und bietet Sömmerung für 220 Stück

Vieh. Anfang September wird am Sonntag

ein öffentlicher Chästeilet durchgeführt,

ein geselliger Anlass mit vielen

alp eigenen Produkten. Im Frühjahr, ab

Anfang April bis Anfang Mai, erstreckt

sich über das wunderschöne Weidegebiet

ein Teppich aus bunten Krokussen.

Mehr Natur ist fast nicht mehr

möglich.

Text/Fotos Verena Zürcher

44 NATURZYT


Hogerland Reiseführer für das Emmental

Das Emmental oder,

wie Liedermacher

Tinu Heiniger es einst

besang, das «Hogerland u

Chrachetal, Heimatland, Ämmital» ,

dieses mystische Wander- und Wunderland

im Herzen der Schweiz, gehört

zu den beliebtesten Sehnsuchtsorten.

Jeder dritte Schweizer hat seine

Wurzeln hier, im Tal der unbändigen

Emme.

Mit «Hogerland» erscheint erstmals

ein klassischer Reiseführer, der Auskunft

gibt, wie das Emmental am besten

erkundet werden kann. Verfasserin

ist Verena Zürcher, die Inhaberin des

Landverlags und Herausgeberin der

Zeitschrift «Lebenslust Emmental».

Mit «Hogerland Tourismus», einem

weiteren Standbein von Verena Zürcher,

soll ein nachhaltiger, ökologischer

Tourismus im Emmental gefördert

werden. Der Hogerland-Reiseführer

verschafft einen umfassenden Überblick,

zeigt bekannte Sehenswürdigkeiten

und verborgene Schätze

und ist mit vielen persönlichen Tipps

der Autorin angereichert. Mehr

Infos auch unter www.landverlag.ch,

www.hogerland.ch.

Verena Zürcher

Hogerland Reiseführer für

das Emmental, Landverlag

Broschur, 208 Seiten

mit über 200 Farbfotos

Fr. 24.90

ISBN 978-3-905980-31-8

Jetzt im schweizerischen

und deutschen Buchhandel

erhältlich.

Die besten Momente sind meist die unerwarteten.

Lassen Sie sich von der neuen Züspa überraschen.

Parallelmessen:

NATURZYT 45

23. 25.09.2016 23. 25.09.2016 29.09. 2.10.2016


Zu guter Letzt

Leserbriefe

EIN GEDICHT ZU EHREN DER WASSERAMSEL

Vielen Dank für die immer sehr gelungenen Hefte. In der aktuellen Ausgabe hat es

mir besonders der Artikel von Claudia Wartmann über die Wasser amseln angetan,

da ich diese Vögel bereits mehrmals an einem nahen Bachlauf beobachten konnte.

Ich habe nun versucht, ein Gedicht für die Wasseramseln zu schreiben:

«Die Wasseramsel hat’s nicht schwer, fliegt überm Wasser hin und her,

taucht zwischendurch ins kühle Nass, das macht ihr offensichtlich Spass,

natürlich holt sie so ihr Essen, das darf man dabei nicht vergessen.

Ihr Zwitschern ist nicht leicht zu hören, weil doch die lauten Bäche stören,

um diesen Nachteil auszutricksen, erfand sie kurzerhand das Knicksen,

damit Artgenossen sie verstehen, für uns ist’s schön, es anzusehen.»

Erick Stricker, Embrach

Erfolgreiche Wasseramsel mit

leckerer Nahrung im Schnabel.

(Foto: Daniel Kühler)

FLEISCHREZEPTE UND CHEMTRAILS

Ich freue mich immer wieder riesig

über euer Heft und finde es wirklich

ganz, ganz toll. Auch meine Beschenkten

finden es megamässig. Ich möchte einfach

zwei Sachen anmerken: Die Fleischrezepte

finde ich nicht gut. Dass immer

noch Fleisch gegessen wird, ist nun

mal so, aber dass ihr das auch noch

publiziert, passt nicht zu eurem Heft.

Es steht auch nix von Bioschweinefleisch

... und Schweinefleisch ist noch

eine der wirklich nicht grad gesunden

Sorten Fleisch ... (bei vielen Krankheiten

wird zu Verzicht auf Schweinefleisch

geraten). Dann zum Bild auf Seite 34 (im

Heft 13); da sind überall Chemtrails

drauf! Ein Foto ohne diese wäre schöner

(und natürlicher). Ich wünsche euch

weiterhin viel Erfolg und liebe Grüsse

GabriElla Hasler, Schalchen / ZH

WAS SIND CHEMTRAILS?

Der Begriff Chemtrails (Chemikalienstreifen)

bezeichnet eine seit den 1990er-

Jahren verbreitete Verschwörungstheorie.

Entsprechend dieser Darstellung sind

Kondensstreifen nicht nur auf kondensierte

Flugzeugabgase in grosser Höhe

zurückzuführen, sondern basieren

auf der willentlichen Ausbringung von

Chemikalien und Zusatzstoffen.

Chemtrails seien gegenüber normalen

Kondensstreifen langlebiger und flächiger

in der Ausbreitung. Als Hintergrund

werden unter anderem Geoengineering,

eine gezielte Bevölkerungsreduktion

oder militärische Zwecke behauptet.

Die Verschwörungstheorie ist spätestens

seit 1996 im Internet verbreitet.

(Auszug aus Wikipedia)

SCHREIBEN SIE UNS

Ob Zustimmung, Lob, Kritik oder Anregung: Sagen Sie uns Ihre Meinung zum

einen oder anderen Beitrag.

Redaktion NATURZYT. Vermerk Leserbriefe, Knaus Marketing & Verlagsservice,

Burgstrasse 11, 8604 Volketswil oder per Mail an: redaktion@naturzyt.ch

46 NATURZYT

Solche Kondensstreifen

am Himmel werden auch

C hemtrails genannt.


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