NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe Juni 2017

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur.

Nr. 17 | Juni August 17 | CHF 7.90

Natur erfahren

Der Fischotter

kehrt zurück

Natur erleben

Sommer

in den Bergen

Natur bewahren

Faszinierende

Wildbienen

Natur bewahren

Fruchtige und genussvolle

Sommerdesserts

Natur erleben

Tamangur ein Stück

vom Paradies

Natur erleben

Im Schein des

Mondes


Noé Hürlimann,

Bio-Nachwuchsbauer

aus Damphreux.

Für die Liebe zur Natur.

Naturaplan steht für echten und natürlichen Genuss. Denn jedes Naturaplan-Produkt ist wie ein Kuss von

Mutter Natur. Als Bio-Pioniere lancierten wir 1993 die erste Bio-Marke des Schweizer Detailhandels. Heute

bietet Naturaplan das grösste Bio-Sortiment der Schweiz. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Dafür

stehen wir zusammen mit den nächsten Generationen von Bio-Bauern. Für die Liebe zur Natur.

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EDITORIAL

Impressum

NATURZYT 5. Jahrgang

Knaus Marketing- & Verlagsservice

Sonnhalde 37

8602 Wangen

Redaktion

Telefon 043 542 72 91

redaktion@naturzyt.ch

Anzeigen

Michael Knaus

Telefon 043 542 72 91

michael.knaus@kmvs.ch

Freie und ständige Mitarbeiter

Virginia Knaus, Michael Knaus, Philippe

Elsener, Claudia Ebling, Daniel Fleuti,

Ernestine Astecker, Claudia Wartmann,

Tobias Ryser, Deborah Millett

Grafik & Produktion

Martina Roth

Bildbearbeitung

Heinz Weber

Weshalb Wildbienen unterstützen?

Titelbild

wildBee.ch

Korrektorat

Christoph Meyer, Basel

Druck

Swissprinters AG, 4800 Zofingen

Abonnementspreise

4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2.5% MwSt.),

8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2.5% MwSt.).

Auslandabonnemente auf Anfrage.

Abonnementsdienst

Knaus Marketing & Verlagsservice

Sonnhalde 37, 8602 Wangen

Telefon 043 542 72 91, abo@NATURZYT.ch

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ISSN-Nummer 2296-2859

© Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

aus drücklicher Genehmigung des Verlages.

Das Magazin wird in der Schweiz auf

100% Recycling papier gedruckt.

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Grundgedanke von NATURZYT ist es,

den Menschen unsere Natur näherzubringen

und mit ihr wieder mehr im Einklang

zu leben. Wir wollen aber auch

aufklären und Denkanstösse liefern, wie

jeder Einzelne von uns seinen Beitrag

leisten kann.

Erinnern Sie sich noch, als Sie

vor 20 Jahren mit dem Auto von Zürich

nach Bern gefahren sind. Wie viele

tote Insekten mussten Sie von der Wind -

schutz scheibe kratzen! Und heute?

Viele von unseren Wildbestäubern

sind akut vom Aussterben bedroht, und

wenn wir so weitermachen, wird es in

6 10 Jahren keine mehr geben. Es ist

höchste Zeit, umzudenken und gemeinsam

mit WildBee, welche alles tun, diese

wichtige Spezies zu retten, aktiv zu werden.

Unsere Wildbienen brauchen dringend

mehr Lebensraum, keine toten Steingärten,

grünen Wüsten und pestizid- und herbizidverseuchten

Landschaften. Auch brauchen

sie dringend mehr Nahrung, einheimische

Blumen, Büsche und Sträucher, die viele

Pollen liefern, keine gefüllten Blüten und

pollenlosen, verkümmerten Pflanzen.

Ausserdem brauchen sie dringend

mehr Nistplätze, keine teuren, vorgefüllten

Bienenhotels, welche nur 2 von ca. 620

Arten welche in der Schweiz leben, unterstützen,

sondern auf ihre Bedürfnisse

zugeschnittene Nistplätze wie Marktstängel,

Sandplätze (75 Prozent der Wildbienen-

Arten sind Erdnister), Totholz etc. Auf

der Seite von WildBee.ch und in dieser

NATURZYT auf Seite 30 bis 35 finden

Sie viele nützliche Informationen darüber.

Ihren Kaffee, Ihren Tee oder Ihre

Schokolade zum Frühstück können Sie

künftig vergessen. Ein Biss in den saftigen

Apfel, Beeren und Nüsse, davon können

wir unseren Enkeln nur noch erzählen,

denn das alles wird mit den Wildbestäubern

aussterben. Wir müssen JETZT handeln

und jeder Einzelne von uns kann

etwas dafür tun. Kaufen Sie Bio, verzichten

Sie auf Herbizide, Pestizide und Co. im

Garten. Lassen Sie Ihren Garten, Ihren

Balkon, Ihre Terrasse etwas «verwildern»

und schaffen Sie damit Lebensräume.

WildBee.ch setzt sich mit viel Herzblut

und Enthusiasmus für unsere Kleinsten

ein. NATURZYT unterstützt dieses Projekt

mit 20 Prozent der Abo-Einnahmen.Helfen

Sie mit. Jedes Abo zählt, jede direkte

Spende bei wildbee.ch hilft.

Herzlichst

Ihre Virginia Knaus

NATURZYT 3


Seite 10

Der Fischotter

kehrt zurück

Seite 40

Tamangur ein Stück

vom Paradies

Inhalt

3 Editorial/Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

7 Wissenswertes

Heulen Wölfe wirklich den Mond an?

Haben Spinnen Knochen?

8 Entdeckt & Fair

Bestickte Havaianas aus Brasilien helfen Kindern

und schaffen Heimarbeit für Frauen. Kaffee, welcher

den Regenwald schützt.

62 Zu guter Letzt

Spannende Naturerlebnisse am Bodensee im neuen

Buch von Ambroise Marchand und Ingo Seehafer

Natur erfahren

10 Die heimliche Rückeroberung

der Fischotter kehrt zurück

Sie kehren langsam zurück. Nachdem die Fischotter in

der Schweiz jahrelang als ausgerottet galten, mehren sich

nun die Anzeichen für die natürliche Wiederansiedlung

des scheuen Wassermarders.

16 Majoran und Dost Heilkräuter aus der Küche

Majoran und Dost sind zwei klassische Gewürzkräuter

in der Küche. In der Naturheilkunde werden sie als

Heil pflanzen bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen

und Krämpfen sowie bei Husten zur Schleimlösung

eingesetzt.

19 Majoran und Dost in der Kräuterapotheke

Dost-Bad und -Kissen, Majoran-Tee und Schnupfensalbe

4 NATURZYT


INHALT

Seite 44

Sommer in den

Bergen

Seite 30

Faszinierende

Wildbienen

Seite 54

Im Schein des Mondes

Natur bewahren

20 Tierisch gute Interviews

Shintoku-san liebt Insekten und Würmer und

gibt sich die Ehre im Gespräch mit NATURZYT.

23 Claudias naturnaher Garten

Warum ein Naturteich im Garten nicht einfach nur

eine Wasserstelle ist, sondern verzaubert.

28 Fruchtige Sommerdesserts

NATURZYT präsentiert drei fruchtige Erdbeer-

Desserts. Erdbeer-Tiramisu, Erdbeer-Traum und

Erdbeer-Zitronen-Torte. En Guete.

30 Faszinierende Wildbienen

Die wunderbare Bienen-Vielfalt in der Schweiz

begeistert. Doch bereits ist jede zweite Art bedroht.

Natur erleben

36 Kraftorte im Sommer

Wundervolle Orte und Plätze voller Vitalität in der Natur.

40 Tamangur ein Stück vom Paradies

Der God Tamangur ist der höchstgelegene Arvenwald

in Europa und liegt im Unterengadin.

44 Sommer in den Bergen

Vier Schweizer Bergregionen laden ein, den Sommer

in schönster Natur zu erleben.

54 Im Schein des Mondes

Der Mond im landschaftlichen Kontext mit Tobias Ryser.

58 Naturerlebnisse, die Spuren hinterlassen

Sommererlebnisse für die ganze Familie im Kleinwalsertal.

NATURZYT 5


Halten Sie Ihre Gedanken fest...

Sie schreiben und gestalten

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WISSEN

Wissenswertes

HEULEN WÖLFE WIRKLICH DEN MOND AN?

Viele meinen heute noch, dass die Wölfe

den Mond anheulen würden. Dem ist aber

nicht so. Das Heulen ist zusammen mit

einer Reihe von anderen Lauten ein fester

Bestandteil der Kommunikation des Wolfes.

So auch während der Paarungszeit, welche

im Februar und März stattfindet. Wahrscheinlich

kommt der Irrglaube daher, dass

Wölfe in der Dämmerung vermehrt heulen.

Und im Februar und März sind die Bäume

zudem auch noch kahl, und bei mondhellen

Nächten hat der Mensch eine bessere Sicht.

So wurde früher fälschlicherweise angenommen,

der Wolf heule den Mond an.

Und dieser Glaube hält bis heute an. Die

Wölfe können das Heulen bis auf eine Entfernung

von 15 Kilometern hören. Wolfswelpen

sind bereits in der Lage ab einem

Alter von vier Wochen zu «heulen». Dieses

Heulen dient bereits der Herstellung des

ersten Kontakts zur Familie zudem erlernen

die Jungtiere so bereits den Heuldialekt

ihres Rudels, welcher sich je nach Region

und Gattung unterscheidet.

HABEN SPINNEN KNOCHEN?

Nein, Spinnen haben keine Knochen, aber ein

Skelett. Ob ein Tier gross wie ein Elefant ist

oder eben klein wie eine Spinne geblieben ist,

hängt mit der Art des Stützsystems zusammen.

Die einen Tiere (Wirbeltiere) stützen sich im

Innern ihres Körpers auf Knochen ab, also

auf ein Innenskelett. Die anderen tragen eine

feste Rüstung mit sich (wirbellose Tiere).

Dieses äussere Gerüst gibt diesen Halt, und

man nennt dies Aussenskelett. Beide Skelette

sind so gestaltet, dass sich die Gliedmassen

bewegen können.

Spinnen stützen sich über einen Chitinpanzer,

der den ganzen Körper umgibt. Dort,

wo Gelenke sind, ist dieser Panzer durchbrochen

und mit beweglichen Membranen

verbunden. Die Knochen wachsen mit wie

beim Menschen, der Panzer jedoch bleibt

starr. Und irgendwann wird der feste Panzer

zu klein, und dann müssen sie sich davon

trennen, sprich, sie müssen sich häuten, damit

sie weiterwachsen können bis zur endgültigen

Grösse. Dies trifft auch bei den Spinnen zu.

Dass dieses Aussenskelett desto schwerer ist,

je grösser ein Tier ist, erklärt, weshalb wirbellose

Tiere klein sind. Deshalb sind Spinnen

auch eher klein, denn es macht keinen Sinn,

ab einer gewissen Grösse noch weiter zu

wachsen, weil das Skelett mehr behindern

als nützen würde.

Text Michael Knaus Fotos Fotolia, Virginia Knaus

NATURZYT 7


Entdeckt & Fair

Kaffeegenuss für den Regenwald

In den Bergregenwäldern der Provinz

Kaffa, im Südwesten Äthiopiens,

liegt der Ursprung des Arabica-

Kaffees. Noch heute wachsen dort

wilde Kaffeepflanzen in unzähligen Varie -

täten. Doch dieser genetische Naturschatz

ist durch die zunehmende Abholzung

des Waldes in Gefahr. Dem wirkt das

Wildkaffeeprojekt von Original Food

entgegen. Mit dem Sammeln und dem

Verkauf des Wildkaffees erhalten die

Bauernfamilien ein Einkommen aus

der schonenden Nutzung des Waldes.

So kann der Regenwald mit seinem

Wildkaffeebestand erhalten und können

die Lebensbedingungen der lokalen

Bevölkerung dauerhaft verbessert werden.

Heute leben über 6000 Bauernfamilien

vom Wildkaffee,

und über 60 000 Menschen in Kaffa

profitieren vom Projekt.

Die Bauern pflücken die reifen Kaffeekirschen

sorgfältig von Hand und trocknen

sie natürlich an der Sonne. Dank

der Sonnentrocknung behält der Kaffee

seinen charakteristischen Geschmack,

und die beschränkten Wasserressourcen

werden geschont. Der Rohkaffee gelangt

anschliessend über Hamburg nach Kriens

in die Kaffa-Werkstatt von Original Food.

Dort werden die wilden Bohnen nach

traditionellem Handwerk in kleinen

Chargen langsam geröstet. So entsteht

ein besonders gut verträglicher Kaffee mit

einzigartig intensivem Aroma.

Kaffa-Wildkaffee gibt es als Mediumoder

Espresso-Röstung in Bio-Geschäften,

Reformhäusern oder bei

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CHF 9.60 / Medium CHF 9.40.

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8 NATURZYT


KONSUM

Bestickte Havaianas aus Brasilien

Havaianas sind eigentlich

«nur» brasilianische

Flipflops aus Kautschuk,

welche es fast überall gibt.

Wenn diese Havaianas jedoch durch

die Hände der Frauen gehen, welche

für den Verein Recanto Esperança

arbeiten, entstehen Kunstwerke,

welche sich von den normalen Modellen

deutlich abheben. Passend zur

jeweiligen Grundfarbe der Sohle

wird der Riemen mit verschiedensten

Perlen, Knöpfen und anderen Materialien

bestickt.

Der gemeinnützige Verein

Recanto Esperança arbeitet seit 2004

in einem Armenviertel im brasilianischen

Curitiba. Dort werden diverse

Aktivitäten für Kinder (Basteln,

Theater, Musik etc.), Floorball (sportliche

Aktivitäten für Jugendliche)

sowie verschiedene Kurse für Erwachsene

angeboten. Frauen, welche in

diesen Kursen ihre Fähigkeiten und

Talente entdecken, bietet der Verein

anschliessend die Möglichkeit, mit

dem Besticken von Havaianas einen

Nebenverdienst in Heimarbeit zu

erwirtschaften.

Havaianas sind in verschiedenen

Modellen um CHF 35.90 bei druViva

online (www.druviva.ch) oder im Laden

an der Witikonerstrasse 229 in Zürich-

Witikon (Fr und Sa) erhältlich.

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NATURZYT 9


Die heimliche

Rückeroberung

Sie kehren langsam zurück: Nachdem die

Fisch otter in der Schweiz jahrelang als ausgerottet

galten, mehren sich nun die Anzeichen für

die natürliche Wiederansiedlung des scheuen

Wassermarders.

In seiner Erzählung «Die Rückeroberung»

beschreibt Franz

Hohler, wie die Natur sich die

Stadt Zürich zurückerobert:

Ein Adler lässt sich auf einer Fernsehantenne

nieder, ein riesiges Rudel

Hirsche trabt durch die Strassen, und

Wölfe versetzen die Bevölkerung in

Angst und Schrecken. Nicht ganz

so krass, dafür aber in der Realität,

findet im Moment in aller Heimlichkeit

tatsächlich eine Rückeroberung

statt: Der Fischotter kehrt langsam

in die Schweiz zurück.

OPFER VON GESETZ UND PLASTIK

Vor rund 130 Jahren lebten Fischotter

auch Wassermarder genannt an fast

allen Gewässern in der Schweiz. Doch

als Fischfresser wurden die Tiere als

«fischereischädlich» eingestuft und

sollten deshalb ausgerottet werden.

Eine Änderung des Fischereigesetzes

sorgte 1888 für die nötige gesetzliche

Grund lage. In der Folge wurden Kurse

zur Fischotterjagd angeboten, staatliche

Fischotterjäger eingesetzt und für das

Erlegen von Fischottern wurden Prämien

ausbezahlt. Nachdem die jährlichen

Jagdstrecken immer drastischer zurückgegangen

waren, erreichten Naturschützer

1952, dass der Fischotter unter

Schutz gestellt wurde. Doch es war

bereits zu spät: 1989 galt der Fischotter

in der Schweiz als ausgestorben. Die

jahrelange Verfolgung war wohl nicht

10 NATURZYT


NATURZYT 11

NATUR ERFAHREN


Das Wasser ist sein Element

auch wenn junge Fischotter

das am Anfang nicht immer

einsehen wollen.

die einzige Ursache für das Aussterben

des Fischotters in der Schweiz. Auch

die Belastung der Gewässer durch

polychlorierte Biphenyle (PCB) war

mitverantwortlich. PCB sind chemische

Verbindungen, die in Plastik vorkommen

und sich in der Nahrungskette ansammeln.

So waren die Fische mit

tausendfach zu hohen Werten belastet.

Nochmals tausendfach höhere Konzentrationen

wurden beim Fischotter

festgestellt. Dies führte dazu, dass die

Weibchen unfruchtbar wurden. Ein

weiterer Faktor für das Aussterben der

Tierart dürfte im Verlust ihres Lebensraums

zu suchen sein, denn durch

das Verbauen von Fliessgewässern, das

Trockenlegen von Feuchtgebieten und

den Bau von Wasserkraftwerken wurde

dem Fischotter die Lebensgrundlage

entzogen.

IM TRÜBEN FISCHEN

Fischotter fühlen sich am wohlsten in

sauberen, fischreichen Gewässern.

Ob es sich dabei um einen See, einen

Fluss, einen Bach oder ein Sumpfgebiet

handelt, ist nicht ausschlaggebend.

Wichtig ist, dass genügend Nahrung

vorhanden ist und sie gut erreichbar

ist. So bevorzugen Fischotter vor allem

Flüsse und Bäche, denn hier können

sie die Fische in ihren Verstecken gut

aufstöbern und verfolgen. In Seen

hingegen können die Fische ins tiefe

Wasser fliehen, wohin der Fischotter

ihnen nicht folgen kann. In den Seen

jagen die Fischotter deshalb vor allem

in den Flachwasserzonen.

Mit seinem stromlinienförmigen

und beweglichen Körper ist der Fischotter

optimal an die Unterwasserjagd

angepasst. Der dicke und muskulöse

Schwanz dient sowohl dem Antrieb

als auch als Ruder. Um zu beschleunigen,

führt der Fischotter vertikale, wellenförmige

Bewegungen mit dem Vorderkörper

aus, ähnlich wie Delfine. Die

Pfoten sind mit Schwimmhäuten ausgerüstet.

Schwimmt ein Fischotter an

der Wasseroberfläche, ist nur die obere

Hälfte seines Kopfs sichtbar. Nase,

Ohren und Augen befinden sich alle

auf gleicher Höhe. So kann der Fischotter

gleichzeitig, sehen, hören und

riechen, ohne seinen Kopf weit aus dem

Wasser heben zu müssen. Taucht das

Tier, schliessen sich Ohren und Nase

hermetisch ab. Die Augen bleiben

geöffnet, denn in klarem Wasser kann

der Fischotter dank einer Krümmung

der Augenlinse gut sehen. In der Nacht

oder in trübem Wasser verlässt sich der

Fischotter nicht mehr auf seine Augen,

12 NATURZYT


Nase, Augen und Ohren in einer Linie

knapp über der Wasseroberfläche

so kann der Fischotter hören, sehen

und riechen, ohne den Kopf weit

aus dem Wasser heben zu müssen.

NATUR ERFAHREN

Nomen est omen: Fische

sind die Hauptnahrung des

Fischotters.

sondern auf seine empfindlichen Tasthaare.

Mit diesen kann er die Vibrationen

wahrnehmen, die ein fliehender Fisch

verursacht, und kann ihn so aufspüren.

Obwohl der Fischotter sieben Minuten

lang unter Wasser bleiben kann, dauern

seine Tauchgänge meist nur wenige

Sekunden. Drei bis fünf Stunden täglich

verbringt er so auf der Jagd. Trotz ihres

Namens leben Fischotter nicht von Fisch

allein: Auf dem Speisezettel können durchaus

auch Amphibien, Krebse, Vögel,

Reptilien und kleine Säugetiere stehen.

Hauptsache, Aufwand und Ertrag stehen

in einem guten Verhältnis zueinander.

WASSERSCHEUE FISCHJÄGER

Der Lebensraum des Wassermarders

sollte nicht nur sauber und fischreich sein,

sondern auch Rückzugsmöglichkeiten

bieten. Dazu gehören etwa Sträucher,

Bäume, Wurzeln, Röhricht oder dicht

bewachsene Ufer. Hier findet der Fischotter

gut geschützte Schlaf- und Ruheplätze.

Manchmal nutzt er auch einen

ufernahen Fuchs- oder Dachsbau. Der

Fischotter ist durchaus in der Lage, einen

eigenen Bau zu graben. Diesen legt er

in einer Uferböschung an, und zwar so,

dass sich der Eingang unter der Wasseroberfläche

befindet. Ein Luftschacht

führt frische Luft in die Schlafkammer,

die immer schön trocken bleibt, da

sie über der Hochwassergrenze liegt.

Im Bau kommen auch die zwei bis drei

Jungen zur Welt, die bei ihrer Geburt

noch blind sind und kaum schwerer als

eine Tafel Schokolade. Im Alter von etwa

zehn Wochen dürfen sie den Bau zum

ersten Mal verlassen und Bekanntschaft

schliessen mit dem Wasser. Allerdings

verlaufen die ersten Begegnungen mit dem

kühlen Nass nicht immer reibungslos.

So gibt es Jungtiere, die wasserscheu

sind und von der Mutter ins Wasser gezerrt

werden müssen, worauf sie immer

wieder versuchen, ans Ufer zurückzuschwimmen.

Doch selbst dann, wenn

die Jungtiere sich ans Wasser gewöhnt

haben, sind für sie die Anfänge des

Fischotterlebens nicht ganz einfach:

Ihr flauschiges Fell ist derart voller Luft,

dass es den Kleinen schwerfällt zu tauchen,

da sie wie Bojen an die Wasseroberfläche

getrieben werden.

HAARIGER NEOPRENANZUG

Das Fell, das anfänglich etwas hinderlich

erscheint, ist für den Fischotter aber

überlebenswichtig. Es ist nämlich so

wasserdicht wie ein Neoprenanzug.

Dafür sorgt ein dichtes Geflecht aus

Haaren, die miteinander verzahnt sind.

NATURZYT 13


Das dichte Fell des Fischotters isoliert hervorragend gegen Wasser und Kälte.

Die Dichte der Haarpracht erscheint

fast unglaublich: 50 000 Haare

pro Quadratzentimeter, wohlgemerkt!

Die äusseren Haare sind ölig und

wasserabweisend, die seidenweiche

Unterwolle wärmt dank isolierenden

Luftkammern zwischen den Härchen.

Dank dieser wirkungsvollen Isolation

gegen Nässe und Kälte kann sich der

Fischotter stundenlang im Wasser

aufhalten, ohne nass zu werden oder zu

frieren. Ja, selbst im tiefsten Winter

bleibt er aktiv und kann im eisigkalten

Wasser auf die Jagd gehen. Kein Wunder,

wurden die wasserabweisenden und

wärmenden Otterfelle im 19. Jahrhundert

sehr geschätzt als Mützen oder Kragen

auf Mänteln.

Doch die Zeiten, in denen der

Wassermarder verfolgt wurde, sind

glücklicherweise vorbei. Die Anzeichen

für eine selbstständige Rückkehr des

Fischotters in die Schweiz mehren

sich. Von der österreichischen Steiermark

oder dem französischen Savoyen,

wo sich die Fischotterpopulationen

erholen und ausbreiten, ist es ein

Katzensprung in die Schweiz. Erste

Vorboten einer natürlichen Wiederbesiedlung

wurden 2009 festgestellt,

als ein Fischotter von einer Videokamera

festgehalten wurde, welche die

Fisch treppe im Bündner Kraftwerk

Reichenau überwachte. Seither wurden

Fischotter bei Genf, im bündnerischen

Domleschg, in der oberen Leventina

und in der Aare bei Bern nachgewiesen.

Bei Bern konnte durch ein Netz

von Kamerafallen, die dem Bibermonitoring

dienen, sogar zweimal

ein Wurf von Jungtieren festgestellt

werden. Es scheint, dass die Fischotter

in der Schweiz wieder Bedingungen

vorfinden, die ihnen das Überleben

ermöglichen: Die PCB-Werte sind

gesunken und die Gewässer sauberer,

was den Fischen und damit auch den

Fischottern zugutekommt. Allerdings

liegen erst Einzelbeobachtungen vor,

bis zu einer stabilen Fischotterpopulation

in der Schweiz ist es noch

ein weiter Weg. Aber wer weiss, vielleicht

muss Franz Hohler in einigen

Jahren seine Erzählung erweitern

und beschreiben, wie Fischotter

munter am Zürcher Limmatquai

auf- und abtauchen oder im Berner

Marzilibad mit den Badenden um

die Wette schwimmen…

Text Claudia Wartmann Fotos Fotolia

Der Körper des Fischotters

ist optimal an die Unterwasserjagd

angepasst. (Zooaufnahme).

14 NATURZYT


Fischotter beobachten

Einen wildlebenden Fischotter

leibhaftig zu sehen, ist sehr

schwierig. Selbst Forscher

bekommen die scheuen Tiere

nur selten zu Gesicht. Denn Fischotter

lassen sich kaum blicken, sie leben

sehr heimlich, verstecken sich tagsüber

und gehen in der Dämmerung auf

die Jagd unter Wasser. Nachweise für

die Anwesenheit von Fischottern

gelingen deshalb meist nicht durch

Beobachtung, sondern durch Spuren.

Das deutlichste Anzeichen ist der

Kot: Er ist meist schwarz, kann Gräte,

Fischschuppen oder kleine Knochen

enthalten und ist häufig auf Steinen

oder unter Brücken zu finden. Andere

Spuren wie Trittsiegel oder sogenannte

«Ottersteigen» (Stellen, an denen die

Tiere zum Wasser gehen

oder herauskommen) sind

eher selten zu entdecken.

Trotzdem ist es möglich, in

der Schweiz Fischotter zu beobachten,

zum Teil sogar unter

Wasser. Folgende Zoos und Tierparks

halten die Tiere in natur -

nahen Gehegen:

• Zoo Zürich

• Wildnispark Zürich, Sihlwald

• Tierpark Dählhölzli Bern

• Natur- und Tierpark Goldau

• Gemeinde Männedorf

Die Stiftung Pro Lutra setzt sich

für den Fischotter in der Schweiz

ein, indem sie die Situation in der

Schweiz ermittelt, wissenschaftliche

Studien zu Lebensraumbedingungen

unterstützt und Massnahmen prüft,

welche eine Rückkehr des Fischotters

ermöglichen könnten. Auf

der Website www.prolutra.ch finden

sich spannende Infos zur Biologie

sowie Neuigkeiten über aktuelle

Nachweise von Fischottern.

Naturzyt | deutsch | ProClima | Format 210 x 145 mm | DU: 04.11.2016 | Ersch.: 28.11.2016

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NATURZYT 15


Blühender Dost

Ernestines Kräuterapotheke

Majoran und Dost

Heilkräuter aus der Küche

Majoran und Dost sind zwei klassische Gewürzkräuter

in der Küche. In der Naturheilkunde werden sie als Heilpflanzen

bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und

Krämpfen sowie bei Husten zur Schleimlösung eingesetzt.

16 NATURZYT


BEGEGNUNG IN DER NATUR

Majoran und Dost sind sich in ihrem

Aussehen wie auch in ihrer Wirkung sehr

ähnlich, und trotzdem passen sie irgendwie

nicht zueinander. Beide Pflanzen

werden häufig verwechselt, da das Wort

«Oregano» oft als Überbegriff für einen

bestimmten Geschmackstypus verwendet

wird. Dost, mit der botanischen Bezeichnung

«Origanum vulgare», wird auch

«Wilder Majoran» oder «Oregano» genannt.

Das Wort «Dost» kommt aus dem

Althochdeutschen «dosto, toste» und

bedeutet «buschartig wachsende Pflanze».

Majoran, mit dem botanischen Namen

«Origanum majorana», wird auch

«Gartenmajoran» oder «Echter Majoran»

genannt. Majoran und Dost zählen wie

Thymian, Rosmarin, Salbei oder Melisse

zur Familie der Lippenblütler.

Beide Kräuter stammen aus Vorderasien

und haben sich rasch im Mittelmeergebiet

ausgebreitet. Den Dost finden wir

wild auch in der Schweiz auf trockenen

Böden an sonnigen und warmen Plätzen,

etwa Wald- und Wegrändern, sowie auf

mageren Wiesen. Das Kraut ist behaart

und im oberen Teil verzweigt. An den

Zweig enden stehen viele rosarote Blüten

büschelförmig angeordnet. Im Sommer

entfaltet der Oregano ein herrliches

Blütenfest für Bienen, Schmetterlinge

und Kräuterliebhaber. Majoran kommt

wild nicht vor, da ihm das winterliche

Klima zu hart ist.

ANBAU IM GARTEN

Dost kann man mit Samen selber ziehen,

oder wer es lieber einfach mag, holt sich

aus einer guten Gärtnerei Jungpflanzen.

Dost ist eine robuste Pflanze und kommt

dort, wo er sich wohlfühlt, immer wieder.

Er bevorzugt einen trockenen und warmen

Standort. Majoran ist nicht frostresistent

und muss jedes Jahr neu gesät werden,

am besten an einem windgeschützten und

sonnigen Platz ab der frostfreien Zeit

im Mai.

ERNTE UND AUFBEWAHREN

Blätter und junge Triebspitzen von

Majoran und Dost können während des

ganzen Sommers gepflückt werden.

Zur Bevorratung wird der Dost während

der Blütezeit handhoch abgeschnitten,

gebündelt und aufgehängt im Schatten

getrocknet. Der getrocknete Dost kann

sowohl als Gewürz wie auch als Tee für

die Winterzeit verwendet werden. Der

Majoran wird, kurz bevor sich die Blütenknospen

öffnen, geerntet. Das Kraut behält

getrocknet seine starke Würzkraft.

GESCHMACK UND WÜRZE

Oregano schmeckt scharf-würzig und

pfeffrig mit einer bitter-herben Note.

Die Würzkraft des Dostes ist abhängig

von den Klimabedingungen und Boden -

verhältnissen. Oregano aus dem sonnigen

Süden ist viel aromatischer als seine

Verwandten im kühlen Norden. Majoran

hat ein für ihn typisches kräftig-würziges

Aroma, feiner als Oregano, mit einer

zarten süssen Note.

WAS SAGEN DIE ALTEN

KRÄUTERHEILKUNDIGEN?

Der griechische Arzt Hippokrates nutzte

Oregano vor 2500 Jahren als Antiseptikum

bei Verletzungen und bei schlecht heilenden

Wunden. Er schätzte das Kraut ausserdem

bei Erkrankungen der Atemwege

sowie bei Magen-Darm-Beschwerden.

Auch in den antiken Mittelmeerkulturen

war Dost bekannt und vielfältig im Gebrauch.

Majoran wurde schon bei den

antiken Römern und Griechen als Gartenkraut

angebaut. Im Mittelalter gelangte

er vermutlich in unsere Klostergärten. Der

Kräutervater Hieronymus Bock empfahl

im 16. Jh. «Maieron safft inn die Ohren

gethan / benimmt das Sausen. … Maieron

im Mund gehalten lindert das Zanwehe.»

REICH AN ÄTHERISCHEN ÖLEN

Majoran und Dost sind reich an ätherischen

Ölen und enthalten ausserdem

Gerb- und Bitterstoffe sowie Flavonoide.

Die Wirkstoffzusammensetzung beider

Kräuter unterscheidet sich nicht nur

in den Bestandteilen der ätherischen Öle.

Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen

hilft der Pflanze, sich gegen Bakterien,

Viren, Pilze oder andere krankheitserregende

Parasiten und Insekten

zu wehren. Die in den Kräutern ent -

haltenen ätherischen Öle stärken auch

unser Immunsystem. Beide Kräuter

wirken verdauungsfördernd, krampflösend,

blähungswidrig und nervenstärkend.

Aufgrund ihrer keimtötenden

und schleimlösenden Wirkung werden

Majoran und Dost auch bei Erkältungen

eingesetzt.

MAJORAN UND DOST HELFEN BEI

VERDAUUNGSBESCHWERDEN

Durch ihre krampflösenden und ver -

dauungsfördernden Wirkungen werden

beide Kräuter bei Verdauungsbeschwerden

mit Blähungen oder Krämpfen eingesetzt.

Ausserdem zur Appetitförderung

und Verbesserung der Gallenproduktion.

MAJORAN BEI PILZINFEKTIONEN

Durch seine antimikrobiellen Eigenschaften

ist Majoran in der Frauen-

Naturheilkunde als antibakterielle und

pilzfeindliche Heilpflanze hochgeschätzt.

Pilze wie Candida albicans werden in

ihrem Wachstum gehemmt. Majoran

kommt bei bakteriellen Scheideninfektionen

sowie bei Pilzinfektionen kurmässig

zum Einsatz. Ausserdem lindert

Majoran eine schmerzhafte Menstruation.

MAJORAN UND DOST IN DER TRADI-

TIONELLEN CHINESISCHEN MEDIZIN

Majoran erwärmt Milz, Magen und

Gebärmutter und bewegt das Blut. Er

leitet Feuchtigkeit und Schleim aus

dem Kopf und der Lunge. Dost kräftigt

das Magen-Qi, löst Qi-Stauungen im

mittleren Erwärmer und vertreibt Kälte

und Feuchtigkeit. Die zugeordneten

Organe sind Lunge, Milz, Magen und

Leber. Dost wird bei Beschwerden

des Verdauungstraktes, Erkrankungen

der Atemwege, bei Schwindel und

rheu matischen Beschwerden eingesetzt.

MAJORAN UND DOST IN DER KÜCHE

Der Dost oder Oregano ist das klassische

Pizzagewürz. Ausserdem passt er zu Tomaten,

Käse, herzhaften Aufläufen oder

südländischen Gemüsen und ist unverzichtbar

in Dressings, Dips und Sossen.

NATUR ERFAHREN

NATURZYT 17


DOST-ESSIG UND DOST-ÖL

Ganze Zweige mit einem guten Weinessig

übergiessen, einige Wochen ziehen

lassen. Der Geschmack wird mit der

Zeit intensiver. Für die Herstellung

eines Dost-Öls nimmt man bevorzugt

geschmacksneutrales Öl von Sonnenblumen

oder Raps, am besten in

biologischer Qualität. Das aromatische

Dost-Öl (geht auch mit Majoran)

ist übrigens auch zum Einreiben geeignet

und hilft bei Bauchkrämpfen,

verschleimtem Husten und Muskelverspannungen.

Frischer oder getrockneter Majoran

passt als Gewürz zu deftigen Eintöpfen,

Gänsebraten oder Kartoffelgerichten,

überall dort, wo etwas leichter verdaulich

gemacht werden soll. Majoran

wurde bereits im Mittelalter als Gewürz

für Würste verwendet, daher stammt

der Volksname Wurstkraut. Majoran

lässt sich in der Küche gut mischen mit

Thymian, Basilikum und Beifuss.

Text Ernestine Astecker

Fotos Fotolia, Ernestine Astecker

Quellen und weiterführende Literatur:

Dr. Bh. B. Aggarwal, Heilende Gewürze.

U. Bühring, Alles über Heilpflanzen.

M.- L. Kreuter, Mein Kräuterbuch.

S. Loncar, S. Topolovec, M. Kocevar

Fetah, N. Bacac, Eine Prise Gesundheit.

M. Madejsky, Lexikon der Frauenkräuter.

K. Oberbeil, Kräuter & Gewürze

als Medizin.

Kräuterkurse und Kräuterrundgänge mit Ernestine

Ernestine Astecker ist Apothekerin, Homöopathin und Innerwise ® Coach und arbeitet

in eigener Gesundheitspraxis in Jonen AG. In Kräuterkursen und auf Kräuter -

rund gängen gibt sie gerne ihre Begeisterung für und ihr Wissen über Kräuter weiter.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen in den Kursen Heilkräuter, Wirkungen

und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten kennen und stellen unter fachlicher

Anleitung selber Kräuterprodukte her. So wird das theoretische Wissen gleich

praktisch umgesetzt. Ein Kräuterrundgang im wunderschönen Jonental findet am

Samstag, 26. August 2017, statt.

Nähere Informationen zum Kursangebot und über weitere Termine unter

www.eastecker.ch, www.al-chemilla.ch oder Telefon 043 322 86 70

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Majoran und Dost in der Kräuterapotheke

DOST-BAD BEI CHRONISCHEM

HUSTEN

100 g Dost mit 1 l Wasser kurz aufkochen,

abseihen und dem Vollbad zugeben.

Ein Dost-Bad ist hilfreich besonders bei

chronischem Husten und Bronchitis.

Die äus ser liche Anwendung des Vollbades

unterstützt die innere Anwendung, wenn

Dost als Tee getrunken wird.

MAJORAN-TEE

2 TL frischen oder getrockneten Majoran

mit ¼ L kochendem Wasser übergiessen

und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen,

abseihen. Morgens und abends je 1 Tasse

trinken. Den Tee nimmt man bei leichten

Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen

und Appetitlosigkeit. Ausserdem bei

verschleimten Atemwegen und Husten.

Der Tee kann durch seine desinfizierende

Wirkung auch zum Gurgeln bei Mundschleimhautentzündungen

und Zahnfleischbluten

angewendet werden. Für

Säuglinge und Kleinkinder ist Majoran-

Tee ungeeignet.

Äusserlich kann Majoran-Tee als

kräftigendes und bei Haarausfall hilfreiches

Haartonikum eingesetzt werden.

MAJORAN-SCHNUPFENSALBE

1 TL getrockneten Majoran in einer Porzellanschüssel

zerstossen und mit 1 TL

Weingeist (70 %) übergiessen. Diesen

Ansatz einige Stunden zugedeckt ziehen

lassen und anschliessend 1 TL ungesalzene

gute Butter dazugeben. Die Schüssel

im Wasserbad erhitzen und rühren, bis

alle Zutaten gut gemischt sind. Durch ein

Baumwolltuch abseihen und in ein kleines

Salbendöschen abfüllen, abkühlen lassen.

Kühl aufbewahren. Immer nur kleine

Portionen herstellen, da Butter leicht

ranzig wird. Mit der duftenden Majoran-

Salbe die verstopfte Nase innen und

aussen einreiben. Die Majoran-Salbe wirkt

lindernd und lösend. Sie hilft übrigens

auch bei Bauchweh, wenn der

Bauch sanft damit eingerieben

wird. Als Schnupfen salbe sollte

sie vorsichtshalber bei Säuglingen

und Kleinkindern nicht eingesetzt

werden.

DOST-KISSEN FÜR EINEN

ENTSPANNTEN SCHLAF

Getrockneten Dost in ein Baumwollstoffkissen

(20×20 cm) einfüllen. Neben dem

Kopfkissen platziert verhilft es zu einem

entspannten und guten Schlaf. Ein kleineres

Kissen (10×10 cm) ist ideal auch für

Kinder bei Bauchweh, Zahn- oder Ohrenschmerzen,

Husten oder in unruhigen

Nächten. Das Kraut entspannt, lindert

Schmerzen und Krämpfe.

Die Anwendung der angeführten Rezepturen

erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt

keinen Arztbesuch. Eine Haftung der Ver fas serin

bzw. der Redaktion ist ausgeschlossen.

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Tierisch gute Interviews

Interview mit

Shintoku-san

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht.

Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8-

oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie

würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden?

20 NATURZYT


Eine spannende Idee sähen wir das ganze

einmal aus ihrer Sicht und erführen, was

sie uns alles zu sagen hätten. NATURZYT

hat sich deshalb entschlossen, neue Wege

aus zuprobieren und sich darüber Gedanken zu

machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und

wir sie einfach fragen könnten.

Die einen mögen Sie lieber auf dem Teller, die

anderen beobachten Sie gerne in ihrem natürlichen

Lebensraum. Sie sind bunt und glitzernd oder

aber schlammbraun und unscheinbar. Zuzusehen,

wie sie sich elegant und geschmeidig hin- und herbewegen,

bringt uns in einen Zustand innerer Ruhe

und Harmonie. Für Fans werden sie zum kostbaren

Sammlerstück, und für manchen Sportler werden

sie durch ihre Intelligenz und Stärke zur Knacknuss

unsere wundervollen Karpfen.

Ab und zu ziehen wir uns in den kleinen schönen

Park in der Nähe unserer Redaktion zurück.

Einfach, um den Kopf durch zu lüften und etwas

in der Natur zu sein, und vielleicht, um dort am

Teich einen kleinen Mittagssnack zu essen, bevor

es zurück zur Arbeit geht. Als wir wieder mal

so dasassen, bemerkte einer von uns plötzlich einen

grossen Schatten unter der Wasseroberfläche.

Und tatsächlich, da schwamm putzmunter ein

wunderschöner grosser Koi zwischen den Seerosen

hindurch direkt auf uns zu. Den hatte wohl jemand

«in die Freiheit» entlassen … Also nutzen wir

die Gelegenheit gleich, mit unserem unerwarteten

Gast ein Gespräch zu führen.

Guten Tag, mein Name ist Shintoku-san und ich

bin neu in diesem Teich.

GUTEN TAG SHINTOKU-SAN. WIE KOMMT

DENN EIN SO SCHÖNER GROSSER KOI WIE DU

IN DEN PARKTEICH?

Naja, wahrscheinlich haben meine Vorbesitzer

mich nicht so schön gefunden. Ich bin ja auch nur

ein einfacher blassgelber Koi. Kein spezielles,

teures Sammler-Tier. Deshalb haben sie mich wohl

hier untergebracht.

ICH FINDE DICH WUNDERSCHÖN. ABER KANNST

DU DENN ÜBERHAUPT ÜBERLEBEN HIER?

HIER WERDEN DIE FISCHE JA NICHT GEFÜTTERT.

Natürlich, das ist kein Problem, wir ernähren uns

ja von Pflanzen, Insekten und Würmern. Davon

finde ich hier mehr als genug. Ausserdem ist so

ein Teich genau der richtige Ort für einen Karpfenartigen

wie mich. Wir mögen stehende oder

ruhig fliessende Gewässer wie Naturteiche oder

Baggerseen. Und für die Winterruhe ist er auch

tief genug.

WINTERRUHE?

Ja, wenn die Teichtemperatur unter 10 Grad fällt,

verlangsamen wir unseren Stoffwechsel und

halten Winterruhe, bis es wieder warm genug ist.

Dafür brauchen wir aber einen Teich, der mindestens

1,3 Meter tief ist, damit er nicht bis unten

zufriert.

ACH SO, DANN IST DAS JA TOLL SO. ABER

FÜHLST DU DICH DENN NICHT EINSAM?

ICH HABE NOCH KEINEN ANDEREN KOI HIER

GESEHEN.

Ich habe noch nicht den ganzen Teich abgeschwommen.

Er ist ja recht gross und hat viele

Wasserpflanzen und Verstecke. Aber bis jetzt

habe ich noch keinen anderen Koi gesehen.

Ich hoffe, ich finde noch einen oder wenigstens

einen anderen Fisch, mit dem ich zusammen

schwimmen kann. Weisst du, wir sind sehr soziale

Tiere und leben gerne im Verband.

DAVON HABE ICH AUCH SCHON GEHÖRT.

WIE IST DENN DAS: VERTRÄGST DU DICH

DENN MIT JEDEM FISCH?

Also, am liebsten habe ich natürlich schon, wenn

wir Karpfen unter uns sind. Es muss nicht

unbedingt immer Koi mit Koi schwimmen,

Spiegelkarpfen, Schuppen- oder Zeilkarpfen

oder eine andere Karpfenart ist auch okay.

Aber grundsätzlich verstehen wir uns mit allen

grösseren Fischen gut, solange es keine Raubfische

sind.

DANN ESST IHR WIRKLICH KEINE ANDEREN

FISCHE?

Nein, eigentlich nicht, das heisst, manchmal kann

es sein, dass ein ganz grosses Karpfenexemplar

kleinere Fische verspeist. Aber das ist wirklich

eher selten der Fall.

WIE GROSS KANN DENN SO EIN KOI ODER

KARPFEN WERDEN?

Also, wir können ganz schön gross werden. Wenn

wir genügend Platz haben, werden wir schon mal

bis 1 Meter lang und bis zu 24 Kilogramm schwer.

Richtige Wildkarpfen können noch grösser werden.

Nämlich bis zu 120 Zentimeter und bis zu 40 Kilo

schwer. Das sind dann echte Brummer.

WOW, DAS IST ABER WIRKLICH RIESIG. DANN

BIST DU JA NOCH EIN KLEINER FISCH UND

WAHRSCHEINLICH AUCH NOCH SEHR JUNG.

WIE ALT KÖNNEN KOIS DENN WERDEN?

Ja, ich bin erst so ca. 45 Zentimeter lang und

circa 4 Jahre alt. Aber wir können bis zu 60 Jahre

alt werden, wenn wir einen schönen Lebensplatz

in einem idealen Teich haben.

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 21


ALSO, HIER HAST DU WOHL EINEN IDEALEN

TEICH, UM SO RICHTIG GROSS ZU WERDEN.

HIER KÖNNTEST DU SOGAR EINE GROSS-

FAMILIE GRÜNDEN, FALLS DU EINE PARTNERIN

FINDEST. WIE IST DAS DENN EIGENTLICH

BEI EUCH MIT DER FORTPFLANZUNG? ES GIBT

JA FISCHE, DIE LEBEND GEBÄREN, UND

SOLCHE, DIE LAICHEN. WIE IST DAS BEI KOIS?

Unsere Weibchen laichen. Wir treiben sie im Laichspiel,

damit synchronisieren wir unsere Laichbereitschaft.

Dann legt das Weibchen die Eier ab, und wir

befruchten sie danach mit unserem Samen. Das

sind dann so circa 400 000 bis 500 000 Eier pro Mal.

Und nach 4 Tagen schlüpfen dann die kleinen

Kois. Normale Karpfen können je nach Alter bis zu

1,5 Millionen Eier legen, und die Kleinen schlüpfen

dann nach 3 bis 8 Tagen.

Im Gespräch mit NATURZYT

Shintoku-san ist ein blassgelber Koi, ein ca. 45 Zentimeter langer

Jungspund von einem Karpfenartigen und Träger von stattlichen

Barteln. Seine Leibspeise sind Insekten und Würmer.

MEINE GÜTE, DANN IST DER TEICH ABER

GANZ SCHNELL ÜBERBEVÖLKERT.

Nein, nein. Das regelt die Natur schon selber. Da

wir keine Brutpflege ausüben, werden natürlich

viele unserer Kleinen von anderen Tieren gefressen.

Zum Beispiel von Kormoran, Reiher, Storch, anderen

Fischen oder Schildkröten. Die Gefahren sind in

einem so grossen Teich nicht zu unterschätzen. Und

auch vor Krankheiten sind wir nicht gefeit. Wenn

wir uns verletzen, kann es schon mal zu einer Verpilzung

der Haut kommen, welche uns sogar das

Leben kosten kann.

KOIS GEHÖREN JA ZU DEN KARPFENARTIGEN

UND SIND BEI SAMMLERN SEHR BELIEBT.

KOMMEN KOIS WIRKLICH AUS JAPAN?

Naja, Fakt ist, dass wir schon seit 1870 in Japan als

Statussymbol gehalten wurden. Aber wahrscheinlich

kommen die unifarbenen Brokatkarpfen ursprünglich

aus dem Iran und wurden ehemals als Insektenfresser

und Speisefisch eingeführt.

DASS KARPFEN GEGESSEN WERDEN, IST JA

NOCH VIELERORTS SO, ABER KOIS? DAS KÄME

MIR SCHON KOMISCH VOR. WAHRSCHEINLICH,

WEIL IHR SO SCHÖN BUNT SEID. ABER DIE

NORMALEN KARPFEN TUN MIR AUCH LEID.

Das gehört zur Natur des Menschen. Ich finde es viel

schlimmer, dass es Sportfischer gibt, welche sich

einen Spass daraus machen, ihre Kräfte und Geschicklichkeit

mit grossen alten Karpfen zu messen. Weisst

du, wir Karpfen sind nämlich sehr schlau, und die

grossen alten Karpfen sind auch sehr stark. Das Ganze

ist einfach ein wahnsinniger Stress für diese Fische, aber

wenigstens lassen sie sie danach wieder frei.

JA, SOWAS KANN ICH AUCH NICHT VERSTEHEN.

GIBT ES NOCH ETWAS, DASS DU UNS GERNE

SAGEN MÖCHTEST?

Es wäre sehr schön, wenn ihr Menschen erst gut

darüber nachdenkt, bevor ihr euch ein Tier anschafft.

Viele von uns können viele Jahre leben, wenn wir

richtig und gut versorgt werden. Wir empfinden

Schmerz und Trauer genauso wie ihr, und wir lieben

und kennen unseren Menschen wie jedes andere

«Haus»-Tier. Wir sind abhängig von euch und euch

auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Das gilt

besonders für uns Fische. Es gibt kaum ein anderes

«Haus»-Tier, welches so auf seinen Menschen

angewiesen ist. Wenn wir falsch oder schlecht

gehalten werden, leiden wir und müssen vielleicht

sogar unter qualvollen Bedingungen langsam

sterben. Wir können aber auch zu Invasoren werden,

wenn ihr uns einfach so in irgendeinem Tümpel

«in die Freiheit» entlässt, und damit die einheimische

Flora und Fauna bedrohen. Ausserdem kommen

die meisten Zuchtfische aus fast sterilen Bedingungen

und haben kaum Überlebenschancen. Also bitte

denkt daran, informiert euch, und seid euch bewusst,

was da auf euch an Arbeit zukommt, bevor ihr in den

Zoohandel rennt und einfach ein Aquarium kauft.

DAS WERDEN WIR UNS ZU HERZEN NEHMEN.

VIELEN DANK FÜR DAS AUFSCHLUSSREICHE

GESPRÄCH. ES WAR UNS EINE FREUDE.

Das war es, und es würde mich freuen, wenn ihr

mich noch oft besuchen würdet. Vielleicht habe ich

bis dahin ja einen Kumpel gefunden.

Text, Foto, Illustration Virginia Knaus

22 NATURZYT


NATUR BEWAHREN

Claudias naturnaher Garten

Zauber Naturteich

Liebe garten- und naturbegeisterte Leserinnen und Leser, Wasser übt

seit Jahrhunderten eine grosse Faszination auf die Menschen aus. Mit Wasser

assoziieren wir Leben, Urlaub, Feng-Shui, Wellness, Baden, Natürlichkeit und

vieles mehr. Warum also holen wir uns nicht auch eine Wasserstelle in Form

eines Naturteiches in den Garten?

NATURZYT 23


Erdkrötengerangel

zur Paarungszeit.

Ein Bergmolch

geniesst die Sonne

am Naturteich.

Viele Gedanken sollten

uns vor der Anschaffung

beschäftigen. Gedanken

zur Art der Wasserstelle,

Beschaffenheit, Grösse, Lage,

Be pflanzung, Nutzung, Abdichtung,

Pflege, zu Kosten und zu den Teichbewohnern.

Vielleicht schlagen Sie

jetzt gleich die Hände über dem

Kopf zusammen ob so vieler Überlegungen.

Doch es lohnt sich, ist

der Aufwand doch relativ gross und

das Ergebnis hoffentlich langlebig.

In diesem Artikel liegt der Fokus

ausschliesslich auf dem Naturteich.

GRÖSSE UND LAGE

Generell kann man sagen, dass ein

Naturteich umso pflegeleichter ist, je

grösser er ist, denn die biologischen

und chemischen Prozesse laufen

stabiler ab als in kleinen Teichen. Eine

Tiefe von mindestens einem Meter

ver hindert, dass der Teich in strengen

Wintern zufriert und im Wasser

lebende Tiere ersticken oder erfrieren

oder der Teich sich im Sommer zu

stark erwärmt und das Algenwachstum

überproportional ansteigen

lässt. Wegen des Risikos der starken

Erwärmung ist es auch gut, wenn der

Teich nur ein paar Stunden pro Tag

von der Sonne voll beschienen wird.

Legen Sie den Teich an der tiefsten Stelle

im Garten an, so fügt er sich optimal

ins Gartenbild.

ABDICHTUNG

Lassen Sie sich diesbezüglich von

einem Fachmann oder einer Fachfrau

beraten, denn die Abdichtung ist

eine sehr komplexe Angelegenheit.

Es gibt Teichstabilisierungen nur

mit Kalk, ganz ohne Folie, es gibt

PVC-Folien und Kautschukfolien.

PVC-Folie ist viel günstiger als Kautschuk,

dagegen sprechen die kürzere

Lebensdauer und die problematische

Entsorgung. Alle Abdichtungen haben

ihre Vor- und Nachteile.

BEPFLANZUNG/GESTALTUNG

Im und um den Teich gibt es verschiedene

Zonen mit der entsprechenden

Bepflanzung. Wir wählen bewusst nur

einheimische Pflanzen. Anschliessend

an die Gartenzone, die den Teich umgibt,

kommt die Feuchtzone mit einem

ständig feuchten Boden. Pflanzen,

die diesen Standort lieben, sind Blutweiderich,

Primeln und Gräser. Die anschliessende

Sumpfzone, deren Wasserstand

höchstens 10 Zentimeter beträgt,

beherbergt die Sumpfpflanzen, unter

anderem Sumpfdotterblume, Wollgras,

Schwertlilien und Sumpfvergissmeinnicht.

Hier können auch Igel und andere

durstige Nichtschwimmer gefahrlos

trinken. Die Pflanzen der Flachwasserzone

stehen dann schon dauerhaft im

Wasser, geht diese Zone doch bis 40 Zentimeter

in die Tiefe. Hier können Tannenwedel,

Schwanenblume und Pfeilkraut

gedeihen. In der Seerosenzone, der letzten

und tiefsten Wasserzone, wird noch unterteilt

in Schwimmblattpflanzen (Seerosen,

Teichrose, Schwimmendes Laichkraut,

Froschbiss), Unterwasserpflanzen

(Tausendblatt, glänzendes Laichkraut,

Hornblatt, Wasserhahnenfuss) und

Schwimmpflanzen (Kleine Wasserlinse,

Fieberklee, Krebsschere, Achtung kann

wuchern). Siehe Tabelle rechts.

Ein Drittel der Wasserfläche sollte

frei von Pflanzen sein, mindestens ein

Viertel der Pflanzen sollte Unterwasserpflanzen

sein. Sie tragen wesentlich zu

einem guten Teichklima bei.

Ich rate Ihnen davon ab, in den Gartenteich

Schilf, Rohrkolben ausser Typha

24 NATURZYT


NATUR BEWAHREN

minima, Ästigen Igelkolben, Schachtelhalm,

Sumpfbinse und die gelbe Schwertlilie

zu setzen. Bei all den Pflanzen

handelt es sich bei guten Bedingungen

um starke Wucherer.

Um den Naturteich noch zusätzlich

aufzuwerten, können Totholz

in Form von grossen Wurzeln oder

Steinblöcke als wichtige Rückzugsmöglichkeiten

für Teichtiere ein -

gebracht werden.

LEBEWESEN

Bereits kurz nach Anlegen eines

Teiches erscheinen die ersten Lebewesen.

Damit wird der Naturteich

definitiv zum Naturerlebnisraum.

Vielleicht haben Sie einen Sitzplatz

oder eine Gartenbank eingeplant,

um in aller Ruhe das bunte Treiben

am Teich zu beobachten.

Die ersten Arten, die den Teich

besiedeln, sind Wasserläufer und

Libellen. Doch bald schon tummeln

sich Wasserflöhe, Rückenschwimmer,

Köcherlarven, Eintagesfliegenlarven,

Molche, Frösche und Kröten am und

im Teich. Vielleicht haben Sie Glück,

und sogar die Ringelnatter zeigt sich.

Je naturnaher das Umland gestaltet ist,

Übersicht einsetzbarer einheimischer Wasserpflanzen:

Zone Wassertiefe Pflanzenname

deutsch

Feuchtzone 0 cm 10 cm Blutweiderich

/ Sumpfzone

Mädesüss

Wasserdost

Bachnelkenwurz

Wiesenknöterich

Sumpfdotterblume

Sumpfbinse

Wollgras

Sibirische Schwertlilie

Sumpfvergissmeinnicht

Flachwasser Max. 40 cm Tannenwedel

Gemeiner Froschlöffel

Pfeilkraut

Kalmus

Schwanenblume

Seerosenzone

> 40 cm

Schwimmblattp

fl a n z e n

Unterwasserp

fl a n z e n

Schwimmp

fl a n z e n

Seerosen

Teichrose

Schwimmendes Laichkraut

Froschbiss

Ähriges Tausendblatt

Raues Hornblatt

Wasserhahnenfuss

Kleine Wasserlinse

Fieberklee

Pflanzenname

lateinisch

Lythrum salicaria

Filipendula ulmaria

Eupatorium cannabinum

Geum rivale

Polygonum bistorta

Caltha palustris

Eleocharis palustris

Eriophorum latifolium

Iris sibirica

Myosotis scorpioides

Hippuris vulgaris

Alisma plantago-aquatica

Sagittaria sagittifolia

Acorus calamus

Butomus umbellatus

Nymphaea alba

Nuphar lutea

Potamogeton natans

Hydrocharis morsus-ranae

Myriophyllum spicatum

Ceratophyllum demersum

Ranunculus aquatilis

Lemna minor

Menyanthes trifoliata

NATURZYT 25


Der Köcher der Köcherfliegenlarve ist eigentlich das Haus der Larve, selbst gebaut

aus eigenem Sekret und pflanzlichem Material sowie Steinchen aus dem Teich.

desto grösser die Wahrscheinlichkeit,

sie zu sehen.

Auf Fische sollte im naturnahen

Teich verzichtet werden. Fische sind sehr

gefrässig und vertilgen die Eier und

Larven unserer Teichbewohner. Zudem

reichern sie mit ihrem Kot die Nährstoffe

im Teich an, was zu verstärktem

Algenwachstum führt. Freuen Sie

sich über die unzähligen und vielseitigen

Teichlebewesen, es gibt so viele

zu entdecken. Und: Libellenlarven,

Köcher- und Eintagesfliegenlarven

sowie Käfer im Teich zeugen von

einer guten Wasserqualität. Tummeln

sich jedoch Würmer darin, dann ist

dies ein Hinweis auf eine starke Verschmutzung.

Dieses Problem findet

man vor allem in Bächen und Weihern

in der Land(wirt)schaft.

PFLEGE

Mit einer teilweisen Beschattung des

Teiches haben Sie sich schon viel

Arbeit erspart, vorausgesetzt, das Laub

der Sträucher fliegt im Herbst nicht

in den Teich. Sollte dennoch ein

erhöhtes Algenwachstum auftreten,

die Algen abfischen und ein paar

Stunden oder Tage am Teichrand

liegen lassen, damit allfällige mitgefangene

Wassertiere zurück in den

Teich krabbeln können. Denken Sie

daran, ein gewisses Algenwachstum

ist normal und gehört dazu. Ist der

Boden nicht zu nährstoffreich, hält

sich die Algenbildung in Grenzen.

Zwischen Ende September und Anfang

November können Sie abgesunkenes

Material vom Teichboden entfernen, die

Tiere haben sich dann noch nicht für

den Winter an den Teichgrund zurückgezogen.

Auch dieses Material eine

gewisse Zeit am Teichrand liegen lassen.

Erledigen Sie diese Arbeiten von Hand,

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ein Teichsauger saugt rücksichtslos

alles ein und spuckt es bestimmt nicht

mehr aus.

Im Frühling schneiden Sie abge storbene

Gräser oder Pflanzenteile knapp über

der Wasseroberfläche zurück.

Haben Sie ein Auge auf die Verlandung

Ihres Teiches. Stark wachsende Pflanzen

müssen Sie immer wieder zurück schneiden

oder manchmal sogar ausgraben. Vorbeugend

kann man wuchernde Pflanzen

auch in Töpfe setzen.

Um in Ihrem Teich immer genügend

Wasser zu haben, empfiehlt es sich, wenn

möglich, natUrban

Regenwasser von Dächern

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in den Teich zu leiten. Nach längeren

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Trockenperioden Alte Kappelerstrasse sollten 4 jedoch die ersten

paar Liter Wasser 8926 Uerzlikon des Daches abgeleitet

werden, info@naturban.ch da sie zu viel Staub und

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beinhalten, die allesamt direkt

in den Teich gelangen und so zu einem

Nährstoffeintrag führen würden. Auch

empfiehlt es sich, den Teich nicht mit

Trinkwasser aufzufüllen (ausser natürlich

das allererste Mal), denn Trinkwasser

ist dazu zu kostbar, zu teuer und

je nach Kalk- und anderem Mineralgehalt

zu nährstoffreich.

Trotz den vielen erforderlichen

Überlegungen und ein paar Pflegemassnahmen,

die sich aber durchaus im

Rahmen halten, ist der Naturteich ein

faszinierender Lebensraum, den Sie, nachdem

Sie ihn einmal im Garten angelegt

haben, nicht mehr hergeben würden.

Ein Lebensraum, an dem sich herrlich

entspannen und beobachten lässt.

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Claudia Ebling

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Text/Fotos Claudia Ebling,

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Langacker 21 21 5405 5405 Baden-Dättwil

PLANUNG

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Gantrischweg Gantrischweg 4

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naturnaher Gartenbau

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Telefon 044 382 22 84 info@gartenundholz.ch

Naturnahe Pflege und Gestaltung

von Gärten ist unsere Kompetenz.

NATURZYT 27


Fruchtige und genussvolle

ERDBEERTRAUM

Zutaten (für 4 Personen)

Erdbeermousse:

100 g Erdbeeren

30 g Zucker

1 EL Kirsch

30 g Mascarpone

1 dl Vollrahm

1½ Bl Gelatine

Tulipe:

27 g Butter

20 g Zucker

5 g Vanillezucker

1 St Eiweiss

32 g Mehl

Erdbeerensalat:

100 g Erdbeeren

10 g Zucker

8 St Pfefferminzblätter

1 EL Grand Marnier

Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

40 g Mangowürfel

Erdbeeren waschen, rüsten, vierteln, mit Zucker und Kirsch

marinieren. Gelatine im kalten Wasser einweichen. Rahm schlagen.

Erdbeeren pürieren, durch Sieb streichen, mit Mascarpone und

Rahm vermischen. Gelatine aus pressen und mit wenig Wasser

vorsichtig zergehen lassen. Unter die Masse rühren und kühl

stellen.

Die Butter weich rühren und den Zucker und Vanillezucker

beigeben. Das Eiweiss beigeben und gut mischen.

Mehl dazusieben, kurz glatt rühren, kühl stellen. Rondellen

auf Backpapier streichen und bei 180°C backen.

Erdbeeren waschen, rüsten, in Scheiben schneiden.

Mit der halben fein geschnittenen Minze, Zucker, Pfeffer

und Grand Marnier marinieren.

Nachher mit der Minze und den Mango würfeln ausgarnieren.

Rezepte und Fotos in Kooperation mit Schweizer Obstverband. Mehr fruchtige Rezepte auf www.swissfruit.ch

unikat

«Für eine herzhafte,

gesunde Ernährung»

28 NATURZYT


NATURZYT kocht

Sommerdesserts

ERDBEER-TIRAMISU

Zutaten (für 4 Personen)

250 g Mascarpone

2 Eier

100 g Puderzucker

100 g Schlagrahm

100 g Löffelbiskuits

400 g frische Erdbeeren

50 g Zucker

20 cl Grand Marnier

3 St Gelatineblätter

Wenig löslicher Kaffee

Erdbeeren waschen, rüsten. Die Hälfte mit dem

Zucker fein pürieren. Mit dem Grand Marnier

parfümieren. Die andere Hälfte in Würfel schneiden.

Unter die Mascarpone-Masse ziehen.

Gelatine im kalten Wasser quellen lassen. In einer

Schüssel über dem heissen Wasserbad auflösen.

Eier trennen. Das Eiweiss steif schlagen.

Löffelbiskuits mit dem Kaffee vortränken.

Eigelb und Puderzucker gut rühren und mit dem

Mascarpone mischen. Mit Handrührgerät gut

schlagen. Schlagrahm und Eischnee darunterziehen.

Ein wenig von der Masse in eine Form füllen.

Mit Löffelbiskuits bedecken. Nochmals von

der Masse auf die Löffelbiskuits geben. Mit den

restlichen Löffelbiskuits belegen. Den Rest

der Masse gut darauf verteilen und kühl stellen.

ERDBEER-ZITRONEN-TORTE

Zutaten für eine Springform

von 2426 Durchmesser

2 Blätterteige, rund ausgewallt

75 g Puderzucker

12 EL Zitronensaft

125 g Johannisbeergelee

750 g Erdbeeren

5 dl Rahm

75 g Zucker

2 Beutel Rahmhalter

1 Zitrone, nur

abgeriebene Schale

Blätterteige in der Grösse der ge öffneten Springform

zuschneiden. Eine Rondelle vor dem Backen in 8 Kuchenstücke

schneiden. Beide Rondellen mit einem zweiten

Blech beschweren und im 220 Grad heissen Ofen (evtl.

nacheinander) ca. 12 Minuten hellbraun backen.

Puderzucker mit Zitronensaft zu einer dickflüssigen Glasur

verrühren. Die noch heissen Kuchenstücke zuerst mit

2 Esslöffel Johannisbeergelee, dann mit Glasur bestreichen.

Für die Garnitur 8 Erdbeeren beiseite legen. Restliche

Erdbeeren halbieren, mit restlichem Johannisbeergelee

vermischen. Auf dem Teigboden verteilen. Springformrand

um den Teigboden schliessen. Rahm mit Zucker

und Rahmhalter steif schlagen. Zitronenschale zufügen.

3 Esslöffel für die Garnitur in einen Spritzbeutel füllen.

Übrigen Rahm auf die Erdbeeren streichen. 1 Stunde

kühl stellen. Glasierte Teigstücke auf die Torte legen, mit

Rahm und Erdbeeren garnieren.

NATURZYT 29


Faszinierende

Wildbienen

Die wunderbare Bienen-Vielfalt der Schweiz

mit über 600 Arten begeistert doch

bereits ist jede zweite Art stark bedroht:

Die verletzliche Welt der Wildbienen braucht

dringend mehr Schutz.

Bienen? Die Honigbiene kennen

wir natürlich alle und vor

allem die «kleine Biene Maja».

Hummeln? Ja, die kennen wir

natürlich auch, die pelzigen Brummer

sind sehr beliebt! Noch viel zu wenig

bekannt ist, dass es in der Schweiz noch

über 600 weitere faszinierende Bienenarten

gibt. Sie haben ganz unterschiedliche

Lebensweisen, Nistplätze und

Vorlieben! Viele sind ganz klein,

unscheinbar und werden leicht übersehen.

Doch ihre Leistung für Umwelt,

Gesellschaft und Wirtschaft ist enorm:

Sie erbringen zusammen mit weiteren

Wildbestäubern zwei Drittel der

Bestäubungsleistung bei Kultur- und

Wildpflanzen. Ohne sie würde unsere

Lebensqualität ganz anders aussehen:

Auf dem Teller hätten wir weniger

gesunde, vitaminreiche Früchte, Gemüse,

Beeren und Kräuter etc. Die Welt wäre

weniger bunt, viele Farben im Garten

würden fehlen, weil 80 Prozent der

Blütenpflanzen auf die Bestäuber

angewiesen sind.

WILDBIENEN BEWAHREN

So wie Kanarienvögel in den Kohle gruben

warnten, geben uns die Bienen Auskunft

über den Zustand der Biodiversität. Aus -

gerechnet so kleine Tiere Insekten, die

oft zu Unrecht gering geschätzt werden

haben enormen Einfluss darauf, wie

unsere Zukunft aussehen wird. Bestäuber

sind nicht optional ihr Überleben ist

mit unserem eigenen verknüpft.

Schützen können wir jedoch nur,

was wir auch kennen. Heute ist bereits

jede zweite Wildbienen-Art bedroht,

Tendenz stark steigend. Gleichzeitig

warnen Wissenschaftler auf der ganzen

Welt, dass sie einen enormen Artenschwund

bei Insekten feststellen. Als

eine der ersten Arten wird es die Wildbienen

treffen, weil sie besonders hohe

Anforderungen an ihren Lebensraum

stellen. Damit sie erfolgreich bestäuben

können, brauchen sie geeigneten Lebens-

Hummeln sind mit ihrer

Vibrationsbestäubung

besonders wichtige Bestäuberinnen

von vielen Obst-,

Beeren- und Gemüsesorten.

30 NATURZYT


NATURZYT 31

NATUR ERLEBEN


Viele Wildbienen-Arten sind

klein und erst noch unscheinbar

doch bei genauerer

Betrachtung von atemberaubender

Schönheit.

raum: viele Blüten als Nahrung, Baumaterial

für ihre Nester und einen Nistplatz

an gut besonnter Lage, und all

dies in der Nähe voneinander, da der

Flugradius vieler Arten sich auf wenige

hundert Meter beschränkt.

Einen geeigneten Nistplatz zu finden,

ist immer schwieriger geworden: Pestizide

schwächen oder töten sie gar, immer

weniger Blumen blühen, Kleinstrukturen

müssen gepützelten Gärten und versiegelten

Flächen weichen.

WILDBIENEN ERFAHREN

Wo man jedoch natürliche Lebensräume

schafft, wertvolle Bienenweiden pflanzt

und Nistplätze anbietet, finden sie sich

erstaunlich schnell ein und erfreuen uns

mit einem Erfolgserlebnis! Dankbar

werden Nistmöglichkeiten bezogen: in

offenen Bodenflächen (75% der Arten

sind Erdnister), Abbruchkanten, morschem

Holz, stehenden Markstängeln,

Schneckenhäuschen, Mauerspalten etc.

«Bis 2022 könnten viele

Insekten und Wildbienen

ausgestorben sein.»

Resolution von 77 Wissenschaftlern

an der Hymenopterologentagung 2016

in Stuttgart.

Oder es werden freistehende Nester

gebaut aus Mörtel oder Harz. Wer genau

hinschaut, entdeckt eine unglaublich

faszinierende Welt voller Schönheit und

Staunen.

WILDBIENEN ERLEBEN

Sobald sich Wildbienen mit etwas Sonne

aufwärmen können, starten sie los in

den Tag. Einige Arten sind winzig klein,

kaum grösser als ein Reiskorn, andere

haben die Grösse eines Fünflibers, und

wir hören sie oft, bevor wir sie sehen.

Wo immer sich Blüten mit einem

attraktiven Angebot an Pollen und

Nektar befinden, sind auch ihre Blumenkinder

nicht weit. Hier lassen sie sich gut

beobachten, wenn sie einen Moment

einkehren, um Nektar zu trinken oder eine

Pause zu machen.

Es summt und brummt bei ihrem

Flug von Blüte zu Blüte. Die Männchen

stärken sich mit Nektar, die Weibchen

sammeln fleissig Pollen als Nahrung für

ihren Nachwuchs.

ENTWICKLUNG IN DEN BRUTZELLEN

In ihrem Nest ist ein Gang bereit,

die Brutzelle ist angelegt, nun wird der

Pollen gesammelt und angehäuft.

Geschickt werden Blüten umklammert,

um mit dem Rüssel tief in die

Blüte einzutauchen und zum süssen

Nektar zu gelangen. Mit akrobatischem

Geschick positionieren sich Weibchen

unter den Staubbeuteln, schaben den

Pollen je nach Art an Bauchbürste oder

BIENENWEIDEN

Mit dem

Anpflanzen dieser

Pflanzen auf dem

Balkon und im

Garten können

Sie Wildbienen

wirkungsvoll

helfen:

Taubnesseln

Lungenkraut

Flockenblumen

Hornklee

Esparsette

Wilder Senf

Glockenblumen

Natterkopf

Hufeisenklee

Aufrechter Ziest

Wollziest

Reseda

Wegwarte

Rainfarn

Wilde Karde

alle Disteln

Schafgarbe

Skabiosen

Dost

Efeu

etc.

32 NATURZYT


Wildbienen-Projekt auf

www.NATURZYT.ch/

wildbienen-schützen

BESTÄUBER: ERSTAUNLICHE VIELFALT AN GRÖSSEN, FORMEN UND FARBEN

Eine kleine Auswahl aus über 600 Bienenarten der Schweiz

Honigbiene

Weiden-Sandbiene

Gehörnte Mauerbiene

NATUR ERLEBEN

Blauschwarze Holzbiene

Dunkle Erdhummel

Goldene Schneckenhaus-Mauerbiene

Wald-Schenkelbiene

Natterkopf-Mauerbiene

Wespenbiene

Garten-Wollbiene

Maskenbiene

Gelbbinden-Furchenbiene

Blutbiene

Garten-Blattschneiderbiene

Efeu-Seidenbiene

NATURZYT 33


PORTRÄT EINER BEDROHTEN ART

UND WIE SIE HELFEN KÖNNEN

Beine, klopfen ihn gut an und fliegen

weiter …

In ihrem Nest werden sie den Pollen

wieder abstreifen und so mit jedem

Flug mehr ansammeln. Sobald die Menge

für einen Nachkommen reicht, wird ein

Ei darauf gelegt und die Brutzelle sicher

verschlossen. In der Zelle geschützt, wird

aus dem Ei eine Larve, die den Pollen

isst und immer grösser wird. Dann

entwickelt sie sich zu einer Puppe und

dann zur fertigen Biene.

Bei den meisten Solitärbienen dauert

es dann fast ein Jahr, bis sie schlüpfen.

Sie werden wieder aktiv, wenn ihre

Lieblingsblumen blühen, und legen dann

innerhalb von nur etwa sechs Wochen

die Nester für die nächste Generation

an. Kein Wunder also, dass sie es so

eilig haben!

DEN MOMENT GENIESSEN

Man muss den kurzen Moment geniessen,

den sie uns für eine Beobachtung

schenken. Wer sich Zeit nehmen kann

zum Hinsitzen und Sichumschauen,

wird staunen, wie viel Aktivität statt -

findet, die wir sonst gar nicht mitbekommen

… Manche Wildbienen machen

eine verdiente Pause und wärmen sich

an der Sonne auf, putzen ausgiebig

die Antennen und Zungen und nehmen

dann ihre Arbeit wieder auf …

Manchen Arten begegnet man immer

wieder, andere sind selten, und es ist

ein Glücksfall, sie antreffen zu können.

Jeder Moment ist für eine neue Überraschung

gut …

Schnell sind sie und meist sehr scheu

und oft unscheinbar. Doch ist der Blick

für die Wildbienen gewonnen, öffnet sich

eine fantastische Welt.

AUSGESPROCHEN FRIEDLICH

Vor Wildbienen braucht man keine

Angst zu haben, auch Kinder können

sie von ganz nahe beobachten.

Nur die Weibchen haben einen

Stachel, setzen ihn aber nur bei Lebensgefahr

ein und weichen wo immer möglich

aus. Wildbienen greifen Menschen

niemals von sich aus an, brauchen keine

Vorräte oder ein grosses Volk zu verteidigen.

Deshalb sind sie ausgesprochen

friedfertig. Sie sind auch an unseren

Süssigkeiten nicht interessiert und

belästigen uns nie.

ZUKUNFT FÜR WILDBIENEN?

Im kommenden Frühling starten

die Wildbienen wieder von Neuem

hoffentlich.

Text Deborah Millett

Fotos wildBee.ch

Wildbienen brauchen enorme

Pollenmengen als Nahrung für

ihre Nachkommen: Diese

winzige Schmalbiene gönnt

sich eine Verschnaufpause.

Knautien-Sandbiene

Andrena hattorfiana

Rote-Liste-Status: 3, gefährdet

Flugzeit: Juni bis August

Erkennungsmerkmal dieser Art:

Die Knautien-Sandbiene ist mit 13 bis

15 Millimetern ungewöhnlich gross.

Am Hinterleib hat sie gut sichtbare rote

Stellen. Auffällig ist auch der rosa Pollen

an ihren Hinterbeinen, da sie ausschliesslich

an Witwenblumen Pollen sammelt.

Sie ist auf diese Pflanzenfamilie streng

spezialisiert.

Gefährdung:

Durch häufiges Mähen, Düngen und

Mulchen werden Knautien in ihrem

Bestand stark zurückgedrängt. Für jede

Brutzelle benötigt die Krautien-Sandbiene

etwa 5 Blütenköpfe, um genügend

Pollen sammeln zu können.

Fördermöglichkeit:

Pflanzen Sie grosse Blütenstände der

schönen Feld-Witwenblume (Knautia

arvensis), die von Mai bis September

blüht. Sie ist auch auf Fettwiesen eine

bienenfreundliche Ergänzung. Als

Nistplatz sind wenig bewachsene, offene

Bodenstellen an gut besonnter Lage

beliebt, wo sie ihre Nester in den Boden

hineingraben kann.

Der Flugradius der Knautien-Sandbiene

beträgt nur 130 Meter, deshalb

sollten Blütenstände und Nistplätze

möglichst nahe beieinanderliegen.

Mit diesen Fördermöglichkeiten helfen

Sie sogar noch einer weiteren Bienenart,

der Kuckucksbiene der Knautien-

Sandbiene: Die Rote Wespenbiene

(Nomada armata) ist wie ihre Wirtin

eine gefährdete Art (Rote-Liste- Status 3).

Knautien werden auch von vielen

weiteren Wildbienen-Arten gerne

besucht und sind eine beliebte Nektarund

Pollenquelle.

34 NATURZYT


Wildbienen entdecken

Hier können Sie auf Entdeckungsreise zu den Bestäubern gehen:

• Wildbienen-Schaugarten in Leutwil

Erlebnistage (10.6., 12.8. und 9.9.) mit Kinderprogramm:

www.wildbee.ch/wildbienen-garten-leutwil

• Wildbienen-Kalender im Papiliorama, Kerzers

Arten nach Monaten entdecken, Blick ins Hummelnest

www.papiliorama.ch/erleben/wild-seeland

Dies und das zu Wildbienen

BASTEL-BAUSATZ

WILDBIENEN-HÄUSCHEN

Ganz viel Bastelspass bietet diese

Wildbienen-Nisthilfe, die in ein bis

zwei Stunden ganz einfach gebastelt

werden kann und sorgfältig verarbeitete

Nistmaterialien mit verschiedenen

Durchmessern enthält für die

lehrreiche Beobachtung von verschiedenen

hohlraumbewohnenden

Wildbienen-Arten.

www.wildbee.ch/kinder

WILDBIENEN-

PFLANZZIEGEL

Eine Neuentwicklung sind die

saisonalen Pflanziegel mit je zehn

wertvollen Bienenweiden. Jeder Ziegel

kann ganz einfach mit sechs Spatenstichen

als Initialbepflanzung eingesetzt

werden. www.sellana-shop.ch/

ERLEBNIS-POSTER

WILDBIENEN ENTDECKEN

Im Poster finden sich anschauliche

Informationen, Anregungen und

Tipps, Einblicke in die Nistplätze und

Brutzellen. Es ist ein hilfreicher

Begleiter für Entdeckungsreisen und

alle, die Wildbienen fördern möchten.

www.wildBee.ch/shop

NATURZYT 35


Schweizer Kraftorte

Besondere Bergahornbäume

bei

Métairie des Plânes

Kraftorte im Sommer

Die Sommerzeit nicht immer entspricht sie unserer

Vorstellung von Sommer. Aber ist das ein Grund zu Hause

zu bleiben und sich all die wundervollen Orte und Plätze

in der von Vitalität sprühenden Natur entgehen zu lassen?

36 NATURZYT


Ist der Schnee erst einmal geschmolzen,

laden viele wundersame Plätze

in den Bergen zum Wohlfühlen

und Geniessen ein. Sei es in den

Alpen, dem eigentlichen Kraftzentrum

Europas, sei es in den Mittelgebirgen

wie dem Jura. Der Aufenthalt in der

Frische der Wälder und Höhen ist an

heissen Tagen eine Wohltat. Wo Berge

sich erheben, sind höhere naturenergetische

Werte nicht nur test-, sondern

auch spürbar.

Sicher haben auch Sie Ihre Favoriten,

wo sie sich in Gedanken hingezogen

fühlen. Meine persönlichen Favoriten

sind der Schweizer Jura, das Land zwischen

Oberalp-, Gotthard- und Furkapass

und ein weiteres, erst einmal ganz

unspektakuläres. Diese erwähne ich

stellvertretend für viele andere Orte die

Sie, werte Leser und Leserinnen,

aus Ihrem eigenen Erleben kennen.

AUF DEM CHASSERAL

Das Hochplateau der jurassischen Freiberge

mag ich seit meiner frühesten

Kindheit. Die Streifzüge mit meinem

Grossvater durch Wälder und über

Weiden hinaus auf schroffe Felsformationen

mit atemberaubender Aussicht

haben mich geprägt. Dazu gehört auch

der Aufstieg zum Chasseral. Eine spektakuläre

Route führt ab Saint-Imier oder

Villeret durch die Combe Grède, wo auch

die Gämse lebt. Auf dem Chasseral

angekommen, eröffnet sich einem eine

überwältigende Aussicht übers Seeland

und hinaus zu den Berner Alpen. Bei

klarer Sicht sind auch Mont-Blanc,

Matterhorn und die Zentralschweizer

Alpen zu erkennen. Auf der anderen

Seite schweift der Blick über die hinteren

Juraketten, die Franches-Montagnes

(Freiberge) und die Franche-Comté (Freigrafschaft).

Ein Platz für Freidenker und

Freikirchler. Höfe und Dörfer stehen

meist weit auseinander. Hat man sich erst

einmal sattgesehen, wird man sich der

Qualität des Ortes hingeben können:

auf dem breiten Bergrücken stehen, tief

durchatmen, sich ins Spannungsfeld

der Kräfte der Erde und der Kräfte des

Himmels stellen und beide willkommen

heissen. Ideale Plätze dafür finden sich

entlang der Krete. Auf dem Rückweg

rund um l’Elgasse (La Corne) wird die

Métairie des Plânes erreicht. Besondere

Beachtung verdienen die grossartigen

Bergahornbäume, ein gleich am Weg

gelegener ganz besonders.

DIE KRAFT DES URSERENTALS

Eine ganz andere Landschaft ist das

Urserental mit Andermatt, Hospental

und Rehalp. Durch die Schöllenenschlucht

vom Unterland abgeschnitten, war es einst

nur aus Ost, Süd oder West erreichbar.

Die älteste Kirche von Andermatt zeugt

davon, dass erst Rätoromanen hier

siedelten. Im Urserental treffen Wege aus

jeder Himmelsrichtung aufeinander,

Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen.

Verkehrswege, Tunnels, Hochspannungsleitungen,

militärische Anlagen, Stauseen

sie alle prägen das naturenergetische

Geschehen in der Region. Diverse Testungen

an verschiedenen Orten zeigen denn

auch unterschiedliche Werte an. Einerseits

lassen sich über das gesamte Gebiet

starke aufbauende naturenergetische

Werte erkennen, anderseits finden wir

diese an einigen Plätzen von negativen

Aspekten etwas beeinträchtigt. Die auf

die Zivilisation fast zwangsläufig folgende

Missachtung einer sensiblen Natur

widerspiegelt sich in den negativ anzeigenden

energetischen Aspekten. Lassen

Sie sich dennoch nicht davon abhalten,

dieses grossartige Tal mit all seinen

wundersamen Orten in all seinen Richtungen

zu durchstreifen. Eine hohe

Grundschwingung im Bereich eines Vielfachen

eines Kraftplatzes im Tiefland

erwartet Sie auf dem Urschner Höhenweg

vom Tiefenbach über Lochberg

nach Hospental. Ebenso vom Oberalppass

zur Fellilücke und weiter zum

Grossboden oder auf der anderen Talseite

hinauf zum Pazolastock und über

die Unteralp zurück nach Andermatt.

Mein alternder kleiner Herr Ivan jedenfalls

erscheint mir um Jahre jünger,

wenn er sich in dieser auf festem Granit

aufbauenden Landschaft bewegen kann.

Auch mir fällt das Gehen auf diesem

Boden deutlich leichter. All diese Wanderungen

mögen auf den ersten Blick

anstrengend erscheinen, sind es jedoch

weit weniger als erwartet. Dabei geht

es weniger darum, sich an einem Kraftplatz

länger aufzuhalten, sondern

vielmehr darum, die Kraft der Gegend

als Ganzes aufzunehmen. Eine Kuriosität

möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

der alte Galgen am Waldweg kurz vor

Hospental. Er steht auf einem starken

Kraftplatz, die Testung weist darauf hin,

dass darunter ein Hohlraum ist. Bei Kraftplätzen

zeigt der Aspekt «Hohlraum»

häufiger an. Ein Hohlraum kann auch

als Resonanzkörper verstanden werden.

NATUR ERLEBEN

Blick zur Fellilücke auf dem

Weg zum Grossboden

NATURZYT 37


Ein Platz für

Freidenker und

Freikirchler bei

der Combe Grède

und Chasseral

IN WELLEN AUF DEN BUECHBERG

Einer der Favoriten, der gerne vergessen

geht, ist jener gleich vor der eigenen Haustür.

In meinem Fall ist das der Buechberg

mit dem Steinigen Tisch bei Thal. Vom

Bodensee her steigt das Appenzeller

Vorland in Wellen an. Die erste ragt bei

Niedrigwasserstand des Bodensees vor

Staad als Sandsteinrippe aus dem Wasser.

Auf der zweiten, der Seelaffen, zeigt

sich bereits eine kleine mauerähnliche

Sandsteinkrete. Die dritte ist der Buechberg.

573 Stufen führen hinauf zum

Steinigen Tisch mit seinem beliebten

Ausflugsrestaurant und schöner Aussicht.

Mit seinen 525 Metern Höhe überragt

er den Bodensee um etwa 150 Meter.

Entlang des Gratweges pflanzten die

Bauern einst Eichen und trieben ihre

Schweine zur Eichelsuche. Geblieben

sind die über dem abfallenden Felsband

hangelnden knorrigen Eichen. Hier

lässt sich gut beobachten, wie der steil

abfallende Fels an seiner oberen Grenze

eine starke Reizzone schafft. Darauf

weisen die Wuchsformen der Bäume

und das kräftig wachsende Efeu hin.

Unterhalb des Felsbandes wächst, vor

dem kalten Nordwind geschützt, der

Buechberger Wein. Ich liebe es, dem

Buechberg entlangzugehen. Auf der

einen Seite die freie Sicht über die

Weite des Bodensees, hinunter bis nach

Konstanz und der Überlinger Arm,

hinauf bis nach Lindau und Bregenz

mit dem Pfänder. Auf der anderen Seite

geht der Blick in den Bregenzerwald,

das untere Rheintal und das Appenzeller

Vorland. Eine durch und durch

schöne und harmonische, man möchte

fast schon sagen: Seelen-Landschaft.

Damit werter Leser, werte Leserin,

möchte ich die Artikelserie über

die Kraftorte abschliessen. Führer und

Hinweise auf spezielle Plätze im Land

gibt es reichlich, sowohl in Buchform

als auch im Internet. Wenn es mir

gelungen ist, Sie zu motivieren, sich

auf den Weg zum Erspüren der unterschiedlichen

Aspekte der Naturkräfte

zu machen, dann freut mich das umso

mehr. Für mich selber merke ich, wie

ein ganz anderer Kraftplatz mehr und

mehr an Bedeutung gewinnt: unser

Gemüse- und Blumengarten vor dem

Haus. Hier lässt sich mit Mutter Erde

interagieren. Sie wiederum lässt mich am

Wunder des Lebens teilhaben und

zeigt mir, wie aus einem zart spriessenden

und verletzlichen kleinen Etwas

ein kraft- und geschmackvolles Gemüse

wird. Ein wahrhaft einzigartiger Kraftplatz,

Tag für Tag.

Ich wünsche Ihnen von Herzen

viele beglückende und wundersame

Begegnungen mit dem Wesen der Natur,

Ihr Philippe Elsener

Text / Foto Philippe Elsener

38 NATURZYT

Vom Buechberg hat man

freie Sicht über die Weite

des Bodensees


Die Natur im Frühling erleben

Mehr Naturerlebnisse auch

auf www.NATURZYT.ch

RHEIN-REBEN-ROUTE

Geniessen Sie das Heute und erfahren

Sie Spannendes über das Gestern

es erwarten Sie Römer, Kelten und

Fahrmänner. Beobachten Sie seltene

Tier arten am «Alt Rhy» und lassen

Sie an den schönsten Picknick-Orten

die Füsse baumeln. Ein Streifzug

entlang kühlem Nass mit idyllischen

Bade möglichkeiten wartet auf Sie!

Mehr Informationen zu dieser

und weiteren vielfältigen Routen

im Naturpark Schaffhausen finden

Sie auf

www.natourpark.ch!

MIT DEM LAMA DURCH DIE

TOGGENBURGER NATUR

Ein unvergessliches Erlebnis in Begleitung

von Lamas die herrliche

Bergwelt bewundern. Ob als dreistündige

Kurztour, Halbtagestour oder

den ganzen Tag nur zu zweit oder als

Gruppe. Selbst für behinderte Menschen

sind spezielle Wanderungen möglich.

Alle Touren inkl. Verpflegung ab

CHF 45. p.P. Anmeldung unter: Lama-

Trekking Toggenburg, Frau Bernadette

Bislin, Sägenboden 563, 9658 Wildhaus,

T 071 999 10 73, N 079 403 43 46,

www.bislin-lama-trekking.ch

AARESCHLUCHT MYSTISCH,

DUNKEL, KOSTBAR

In Zehntausenden von Jahren hat die

Aare im Haslital durch die Kalkfelsen

einen Lauf erodiert und eine 1,4 Kilometer

lange, bis zu 200 Meter tiefe Schlucht

geschaffen. Geniessen Sie an heissen

Sommertagen die natürliche Abkühlung.

Die Aareschlucht bietet bei jedem

Wetter ein eindrückliches Spektakel.

Vor über 125 Jahren wurde das Juwel

für Gäste erschlossen, lassen auch Sie

sich, wie vor vielen Jahren Goethe,

von den Kräften der Natur berühren.

www.aareschlucht.ch

NATUR ERLEBEN

Natur- und Wanderferien

HOTEL POST IN BIVIO WANDER-

FERIEN IM SCHÖNEN PARC ELA

Die Wanderungen führen über historische

Passübergänge, den geologischen

Wanderpfad entlang, zu

Hochmooren und Flachmooren bis

hin zur Wasserscheide Europas

und dies in einer einmaligen Flora

und Fauna. Vor einem schmackhaften

Abendessen geniessen Sie zur Entspannung

Sauna und Dampfbad.

Geführte Wanderpauschalen,

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Mehr unter www.hotelpostbivio.ch

oder T 081 659 10 00

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Lassen Sie es sich nach einem erlebnisreichen

Tag in der Natur gut gehen und

geniessen Sie die Vorzüge eines 4-Sterne-

Wellnesshotels direkt im Wanderparadies

Stoos. Hoch über dem Vierwaldstättersee

auf 1300 m ü. M. finden Naturfreunde

und Geniesser ihre persönliche

Oase der Erholung. Mit der «Active

Days»-Pauschale ist für alles gesorgt.

2 Nächte inkl. HP, Bergbahntickets,

Wellness und Spa ab CHF 310.00 pro

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www.hotel-stoos.ch, T 041 817 44 44

FAMILIENURLAUB IM EINKLANG

MIT DER NATUR

Ferien in der Walserstuba im Kleinwalser

tal bedeutet Erholung und Erlebnis

für jede Generation. Ihre Gastgeberfamilie

Riezler bietet Ihnen ein familiäres

Ambiente, neu renovierte Zimmer

mit herrlichem Blick in die Berge, eine

Sauna und eine ausgezeichnete saisonale

Küche mit biologischen Lebensmitteln

aus der Region.

Tipp: Mit der inkludierten Walsercard

fahren Sie kostenlos mit allen Bergbahnen

und Buslinien im Kleinwalsertal!

Infos www.walserstuba.at

NATURZYT 39


Tamangur ein

Stück vom Paradies

Der God Tamangur im Unterengadin ist der höchstgelegene

Arvenwald Europas und Symbol der Rätoromanen im Kampf

um das Überleben ihrer Sprache. Für den Wanderer sind die knorrigen

Baumgestalten ein traumhaftes Ziel.

40 NATURZYT


Im Aufstieg zum

Pass da Costainas,

die einzig nennenswerte

Steigung

des Tages.

Blumenpracht am Wegrand auf dem Pass da Costainas.

Die Clemgia begleitet

den

Wanderer auf

dem langen Weg

nach S-charl.

est tü amo qua? Tü bös-ch da

Tamangur. Il vent t’ha sdarlossà.

E tegn nun hast ninglur. Eu sun

«Di’m

e stun e nu bandun. Eu nu dun loc,

poust vaira. N’ha vis e sa cha minch’inviern fa lö a

prümavaira.» «Sag mir bist du noch da, du Baum von

Tamangur? Der Wind hat dich zerzaust, und nirgends

find’st du Halt. Ich bin und steh und weiche nicht,

ich hab’s erlebt und weiss. Ich geb nicht nach wirst

seh’n: Noch jeder Winter macht' dem Frühling Platz.»

Der Song «Il bös-ch rumantsch der romanische

Baum» ist weit mehr als eine Liebeserklärung des

Liedermachers Linard Bardill an den God Tamangur,

Europas höchstgelegenen zusammenhängenden

Arvenwald. Der Text, der auf ein Gedicht von

Madlaina Stuppan zurückgeht, verkörpert den Kampf

der Rätoromanen ums Überleben ihrer Sprache

und Kultur. Und wer könnte diesen Kampf besser

symbolisieren als der God Tamangur? Der Wald

steht für Stärke, Hartnäckigkeit und Überlebens wille.

Er trotzt Wind und Wetter und arrangiert sich

mit den extremen Temperaturschwankungen,

die zuhinterst im Unterengadiner Val S-charl auf

2200 Metern herrschen: Im Sommer wird es

angenehm warm, im Winter nicht selten minus

dreissig Grad und kälter.

BIS ZU 800 JAHRE ALT

Und so stehen sie da, die knorrigen Baumgestalten von

Tamangur; knorrig, zerzaust, struppig und vom Wetter

gezeichnet, in stoischer Ruhe, als ginge sie der Lauf

des Lebens nichts an. Einige zählen 800 Jahrringe und

mehr, andere haben den Lebenskreis vor langer Zeit

geschlossen und dienen der Waldgemeinschaft als

Totholz, das sich wegen seines hohen Säuregehalts und

des trockenen Klimas nur sehr langsam zersetzt. Kein

Wunder, verzaubert der God Tamangur Musiker,

Schriftsteller, Fotografen und Künstler und unzählige

Wanderer auf ihrem Weg vom Val Müstair ins

Val S-charl. Der höchstgelegene Arvenwald Europas

kann nämlich nur zu Fuss besucht werden.

Ausgangspunkt ist entweder der Ofenpass oder

das kleine Dorf Lü. Wir entscheiden uns für Lü, wie

der God Tamangur ein Unikat. Auf einer Sonnenterrasse

auf 1920 Metern gelegen, gehört es zu den

höchsten ganzjährig bewohnten Ortschaften Europas.

Ein spätmittelalterliches Kirchlein, ein altes Gasthaus

und eine Handvoll verzierter Engadinerhäuser

prägen das Dorfbild, dazu gesellt sich das Alpine

Astrovillage, das Zentrum für Himmelsbeobachtungen

NATURZYT 41


Die bis zu 800 Jahre alten Arven im God Tamangur können nur zu Fuss

besucht werden.

und -fotografie. Es profitiert davon, dass in Lü

Licht verschmutzungen kein Thema sind. Zudem

sorgt das trockene Klima für manch wolkenlose

Nacht.

EINE SCHICKSALHAFTE NACHT

Wir erfreuen uns bei Tag am blauen Himmel und

ziehen los Richtung Alp Champatsch. Kurz nach Lü

fällt uns ein einzelnes, freistehendes Haus auf. Es

ist alles, was von Lü Daint nach dem Lawinenwinter

Tipps & Infos

An- und Rückreise: Mit dem Zug nach Zernez, dann mit dem Postauto

via Ofenpass und Fuldera nach Lü. Zurück ab S-charl mit dem Postauto

nach Scuol-Tarasp, wo die Rhätische Bahn wartet. Das Auto parkiert

man am besten in Zernez und fährt mit dem öffentlichen Verkehr weiter.

Wanderroute: Lü Alp Champatsch Pass da Costainas Alp Astras

God Tamangur Tamangur Dadora Plan d'Immez S-charl.

Anforderungen: Die Bergwanderung ist technisch einfach und eignet

sich auch für Familien mit berggängigen Kindern. Die Route ist

zur Hauptsaison rege begangen und im Sommer auch bei Bikern

beliebt. Im Tamangur-Arvenwald sind die Wanderer indes unter sich.

Auf dem Pass da Costainas sowie vor S-charl weiden Mutterkühe.

Die Wanderung dauert, ohne Pausen, rund 4,5 Stunden.

Einkehr: In Lü, auf der Alp Champatsch und in S-charl. Auf der

Alp Astras werden Getränke und Käse verkauft.

Karten: Swisstopo-Wanderkarte 1:50 000 Blatt Nationalpark (459T);

Swisstopo-Landeskarte 1:25 000 Blätter S-charl (1219) und

Sta. Maria (1239).

Literatur und Musik: Leta Semadeni, Tamangur, Roman, erschienen

im Rotpunktverlag Zürich. Linard Bardill, CD Tamangur, www.bardill.ch.

Begleitete Wanderung: Der Tourenveranstalter Wildout Naturerlebnisse

bietet im Herbst und Winter im Val Müstair geführte

Wanderungen und Schneeschuhtouren an. Die Touren eignen sich

für jedermann, unterwegs sind wir in kleinen Gruppen. Die Daten

sowie weitere Angebote für Wanderungen und Naturerlebnisse

in der Schweiz sind ersichtlich unter www.wildout.ch. Infos gibt es

auch unter Telefon 052 366 11 84.

1951 übriggeblieben ist. Am 21. Januar donnerten

gewaltige Schneemassen zu Tal, vier Menschen

und viele Tiere fanden den Tod. Eine Gedenktafel

erinnert an die schicksalhafte Nacht. Irgendwie

schauert uns, wie wir kurz darauf in den Lärchenwald

eintauchen und den Blick schweifen lassen, über

die steilen Hänge in die Tiefe und die Felsen in die

Höhe. Schön, weitet sich auf der Alp Champatsch

die Landschaft wieder und sind Sonne und Aussicht

zurück.

Von der gegenüberliegenden Talseite lacht uns

der Münstertaler Hausberg Piz Daint entgegen, mit

seinen 2968 Metern Höhe ein zäher Wanderbrocken.

Unser Aufstieg zum Pass da Costainas ist moderater,

wenn auch die Schweisstropfen reichlich fliessen.

Abwechslung spenden die unzähligen Blumen am

Wegrand: blaue, rosarote, gelbe, weisse, kleine, grosse,

frische und welke. Man könnte Stunden damit verbringen,

sie zu bewundern und ihre Namen zu

bestimmen. Wir begnügen uns mit ihrer Schönheit

und stehen bald auf dem breiten Pass. Vor uns öffnet

sich ein reizendes Tal. Moore säumen seinen Grund,

über den ein Wildbach munter mäandriert, ein Kranz

dunkler Berge säumt seine Ränder, eine Herde Mutterkühe

baut die Blumenpracht genüsslich ab. In der

Ferne ist der God Tamangur auszumachen, unser

Arven-Märchenwald. Gut, gibt es vorher noch eine

Zwischenstation: Die Sennin auf der Alp Astras preist

frische Buttermilch und «reifen Bergkäse» an.

VOM TANNENHÄHER AUFGESCHRECKT

Bei den Tamangur-Arven liesse sich der Rest des

Tages verbummeln. Manch eine spendet einen

lauschigen Picknickplatz, wo man die Ruhe geniessen,

sich von den Baumgestalten verzaubern und

vom Tannenhäher erschrecken lassen kann. Ein Blick

auf die Karte bereitet der Bummelei ein Ende

S-charl ist noch weit. Doch der Weg lohnt sich. Er

schlängelt sich zwischen den Arven hindurch, die in

Tamangur ihren Lebensraum selbst bestimmen.

Der Wald ist geschützt, auf eine Bewirtschaftung

wird verzichtet. Das bekommt ihm gut. Trotz des

hohen Alters erfreut sich der God Tamangur hoher

Vitalität und Dynamik.

Vital und dynamisch ist auch unsere Begleitung

für den Rest der Tour. Der Wildbach von vorhin,

die Clemgia, ist zurück. Schäumend und lautstark

eilt sie S-charl entgegen, wo auch wir hinwollen.

Einmal mehr ist die Landschaft wundervoll, und wie

wir kurz vor dem Ziel die Füsse im Wasser kühlen,

ist das Glück nahezu perfekt. Fehlen nur noch Kaffee

und Kuchen. Beides gibt es in S-charl. Ein uriges Dorf,

das viel zu erzählen weiss aus der Zeit des Bergbaus.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Text / Foto Daniel Fleuti

42 NATURZYT


Mehr Naturerlebnisse auch

auf www.NATURZYT.ch

Die Natur im Berner Oberland erleben

BEATENBERG

SONNIGES WANDERPARADIES

Hoch über dem Thunersee mit Blick auf

Eiger, Mönch und Jungfrau liegt eine der

beliebtesten Wanderrouten der Schweiz.

Die Panoramawanderung vom Niederhorn

nach Beatenberg überzeugt vor

allem durch ihre phänomenale Aussicht.

Man kann sich kaum sattsehen an der

majestätischen Gebirgskette von Eiger,

Mönch und Jungfrau, die zum Greifen nah

scheint. Auf 120 Kilometern Wanderwegen

entdecken Sie «top view in pure

nature». Beatenberg Tourismus,

T 033 841 18 18, beatenberg.ch

BEATENBERG

WILDBEOBACHTUNGEN

AM NIEDERHORN

Auge in Auge mit dem Steinbock. Ausgerüstet

mit einem Feldstecher begeben Sie

sich mit dem Wildtierspezialisten auf die

Pirsch und beobachten die Steinböcke

und Gämsen am Niederhorn. Sie sind ca.

5h in unwegsamem Gelände unterwegs.

Da Sie sich mit den ersten Sonnenstrahlen

auf den Weg machen, wird eine Übernachtung

im Berghaus empfohlen. Juni September,

jeden Do., Start ab Bergstation

Niederhorn um 7.00 Uhr. Niederhornbahn

AG, T 033 841 08 41, niederhorn.ch

BRIENZ

SCHNITZLERWEG AXALP

Rund 100 geschnitzte Holzfiguren warten

darauf, auf diesem gut ausgebauten

Wanderweg entdeckt zu werden. Jedes

Jahr im Juli erschaffen Bildhauer und

Bildhauerinnen aus der Region neue

Skulpturen. Nach einer rund einstündigen

Wanderung erreichen Sie das idyllische

Hinterburgseeli. Die wunderschöne

Alpenlandschaft lädt zum Verweilen

und Grillieren ein, bevor es dann

gestärkt zum Ausgangspunkt Axalp

zurückgeht. Brienz Tourismus,

T 033 952 80 80, schnitzlerweg-axalp.ch

NATUR ERLEBEN

FISCHEN AUF DEM BRIENZERSEE

BRIENZ

In Brienz gibt es nicht nur schöne Plätze

am Ufer, sondern auch auf dem See!

Geniessen Sie einen gemütlichen Abend

mit fantastischer Kulisse beim Fischen

mit fachkundiger Begleitung. Sobald

ein geeigneter Platz gefunden ist, heisst es

raus mit der Angelrute und geduldig

abwarten. Die gefangenen Fische dürfen

Sie selbstverständlich behalten. Juni bis

Oktober, jeden Mittwoch um 18.00 Uhr,

Reservation bis Dienstag, 18.00 Uhr,

Brienz Tourismus, T 033 952 80 80,

brienz-tourismus.ch

SPIEZ WASSERERLEBNIS

AUF DEM KANUWEG THUNERSEE

Die Sonne scheint und das Kribbeln

vom Badespass rückt näher. Also nichts

wie los! Picknick einpacken, Badehose

nicht vergessen und das idyllische

Thunerseeufer aus der Wasserperspektive

erkunden. Das Kanu wird am Standort

Ihrer Wahl entgegengenommen, und

Sie geniessen einen erlebnisreichen

Ausflug am, auf und im See. Am Abend

kann das Kanu an einer beliebigen

Vermietstation abgegeben werden.

Spiez Marketing AG, T 033 655 90 00,

kanuwegthunersee.ch

NATURPARK DIEMTIGTAL

«IM LEBENSRAUM DER ALPENTIERE»

Zum Jahresthema «Zurück zur Natur»

bietet der Naturpark Diemtigtal spannende

Exkursionen. Ganz nebenbei tanken

Sie in der ursprünglichen Umgebung Kraft

und lernen unsere lokalen Spezialitäten

kennen. Auf der Alpentier exkursion

folgen Sie dem einheimischen Wild

und lernen unter fachkundiger Leitung,

Spuren zu lesen. Mit etwas Glück beobachten

Sie Steinböcke, Gämsen und

Adler. 11.7. / 26.8. Tourismus & Naturpark

Diemtigtal, T 033 681 26 06,

diemtigtal.ch/exkursionen

NATURZYT 43


NATURZYT Ferien-Special

Sommer in


Fotos: Tobias Ryser

Vier Schweizer Bergregionen

laden ein, einen schönen

Sommer in schönster Natur

zu erleben und zu geniessen.

Im Safiental in einzigartiger Naturlandschaft

in die imposante Rheinschlucht

eintauchen und eine fantas tische Artenvielfalt

entdecken (S. 4647). Im Glarnerland

in einem der steilsten Alpentäler

nicht nur den Höhenunterschied erfahren,

sondern auch verschiedene Natur erlebnisse

(S. 4849). Eine Wanderung rund um

die Walenstöcke, begleitet von steilen

Felswänden und flachen Gipfel plateaus,

geniessen (S. 5051). Oder im Naturpark

Ela und in der Ferienregion Savognin-

Bivio-Albula den grössten Naturspielplatz

der Schweiz erleben (S. 5253).

Mehr darüber auf den folgenden Seiten

und bald schöne Ferien geniessen.

den Bergen

NATURZYT 45


NATURJUWEL SAFIENTAL RHEINSCHLUCHT

WOHLTUEND AUTHENTISCH

In die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft

mit der imposanten Rheinschlucht eintauchen

und eine fantastische Artenvielfalt entdecken

das ist Natur und Erholung pur!

Bereits die Anreise ins Safiental

ist ein Erlebnis. Die Strasse

schlängelt sich hoch über dem

Vorderrhein der Felswand

entlang und gibt einmalige Blicke auf

die Rheinschlucht frei. In Versam dem

Tor zum Safiental beginnt die Reise ins

25 Kilometer lange, wildromantische Tal,

welches Teil des Naturpark Beverin ist.

Vergessen Sie den Alltag, und nehmen Sie

sich Zeit, die einmalige Natur in Ruhe

zu entdecken.

AUF DEN SPUREN DER WALSER

WANDERN

Das Safiental überrascht mit einer

vielseitigen und intakten Natur- und

Kulturlandschaft, insbesondere mit

den für Walsersiedlungen typischen

Weilern, welche alle noch ganzjährig

bewohnt werden. Braungebrannte

Walserhäuser setzen kontrastreiche

Punkte in dem von der Land- und

Alpwirtschaft geprägten Tal.

Auf alten Schul- und Kirchwegen,

welche die Siedlungen einst miteinander

verbanden, sowie auf Säumerpfaden und

historischen Passübergängen lässt sich

das Safiental wunderbar erwandern.

Auf dem Walserweg Safiental von der

Rheinschlucht bis nach Thalkirch lernen

Sie viele kleine Juwelen kennen und

tauchen ein in die Walserkultur von einst

und heute.

IMPOSANTE RHEINSCHLUCHT

Die imposante Rheinschlucht, welche

im Norden das Safiental abschliesst,

gehört mit ihren zerklüfteten Felswänden,

Kiesinseln und Auenwäldern zu den

grossartigsten und vielfältigsten Landschaften

der Alpen. Ihre Geschichte hat

vor Jahrtausenden mit dem gewaltigen

Flimser Bergsturz begonnen. Im Laufe

der Zeit bahnte sich der Rhein seinen Weg

durch die Bergsturzmassen und formte

die 14 Kilometer lange Rheinschlucht

mit ihren 300 Meter hohen Felswänden.

Die Schlucht ist Heimat einer grossartigen

Vielfalt an Pflanzen und Tieren, darunter

viele geschützte Arten wie zum Bespiel

die Orchidee Frauenschuh oder der

Flussregenpfeiffer.

Die Rheinschlucht lässt sich wunderbar

zu Fuss erkunden. Wer es etwas

abenteuerlicher mag, erlebt die Kraft des

Wassers auf einer Riverrafting- oder

Kajakfahrt. Wunderbar ist aber auch das

süsse Nichtstun am Ufer des Flusses.

Beispielswiese als Rast auf einer gemütlichen

Wanderung durch die Rheinschlucht

zwischen den beiden Dörfern Versam und

Valendas. In Valendas säumen prächtige

46 NATURZYT


Einmalige Kulturlandschaft

mit wunderbaren

Ausblicken.

Die viel besuchte

Kirche in Tenna liegt

am Walserweg.

Faszinierende Rheinschlucht

bei Versam.

Patrizierhäuser die Strassen und lassen auf

eine ruhmreiche Vergangenheit schliessen.

Dank der vielen historischen Zeitzeugen

und der umsichtigen Dorfentwicklung

in den vergangenen Jahren besitzt Valendas

heute ein Ortsbild von nationaler Bedeutung.

Gleich drei Gebäude wurden erst

kürzlich für die nachhaltige Sanierung und

Renovation mit einem Preis ausgezeichnet.

Tipp: Im faszinaturRaum in Valendas

entdecken Sie zusammen mit der Nixe

vom Brunnenstock des grössten Holzbrunnens

Europas die Lebensräume und

deren Artenvielfalt von der Rheinschlucht

bis zum Safierberg und können sich für

Ihren Ausflugstag inspirieren lassen.

Text/Fotos Naturpark Beverin

Frank Brüderli und Safiental Tourismus

Auszug aus dem Veranstaltungskalender

Natur

• Wildbeobachtung mit einem einheimischen Jäger (jeweils letzter Freitag

im Juni, Juli und August)

• Murmeltierbeobachtung mit dem Wildhüter (am Freitag im Juli und August)

• Herdenschutz-Exkursion auf die Alp Scalutta/Bruschg, wo das

Alpteam über die Schafsömmerung mit Herdenschutzhunden informiert

(6. August)

Kultur

• Freilichtspiel «Die Henkersmahlzeit zu Valendas» (14. 17. Juni / 21. 24. Juni)

• Openair Safiental (14. 16. Juli)

• Historische Dorfführung Valendas

(am Donnerstag oder Samstag im Juli, August und Oktober)

• Dorf- und Kirchenführung Tenna (am Montag im Juli, August und Oktober)

• Sagenhafte Wanderung Einheimische erzählen unterwegs

im Safier Dialekt die mündlich überlieferten Sagen

(verschiedene Termine im Juli, August und Oktober)

Daten und Detailinformationen finden Sie unter www.safiental.ch

NATURZYT 47


NATURERLEBNISSE IM GLARNERLAND

DIE GLARNER LANDSCHAFT RUFT

Das Glarnerland ist eines der steilsten Alpentäler. Grosse Höhenunterschiede

komponieren ein umwerfendes Landschaftsbild. Mit

dem Tödi (3614 m ü. M.) steht der höchste Berg der Ostschweiz im

Glarnerland. Der Talboden liegt am tiefsten Punkt auf 410 m ü. M.

Von Aeugsten zu den Fessis

Seelein im UNESCO-Welterbe

Tektonikarena Sardona.

Wie eindrücklich die

Glarner Alpen sind,

zeigt die «Glarner

Hauptüberschiebung»:

Über eine Distanz von 35 Kilometern

liegt altes Gestein auf jüngeren Schichten.

Seit 2008 gehört das Phänomen, das Geologen

den Schlüssel zur Entstehung der

Alpen finden liess, unter dem Namen

Tektonikarena Sardona zum UNESCO-

Welterbe. Das Glarnerland lässt sich

in vier unterschiedlichen und doch zusammengehörigen

Regionen erleben.

Braunwald erklärte sich als eine

der ersten Tourismusdestinationen der

Schweiz autofrei. Eine der steilsten Standseilbahnen

der Welt erschliesst die Ruhe-

Oase ab Linthal. Vier Wanderrouten

sind auf Kinder unterschiedlichen Alters

zugeschnitten. Der Zwerg-Bartli- Erlebnisweg,

der Tierli-Parcours und der Spieleund

Erlebnisweg sprechen Kinder und

Familien an. Die Wasserforscherreise

zum Ober blegisee vermittelt auch

Grösseren lehrreiches Wissen. In und um

Braunwald locken Restaurants sowie

Feuer- und Picknickstellen.

Tipp: Die beiden Gourmetwanderungen

«Wald & Fels» und «Berg & Sicht»

verbinden Natur- mit Kulinarikgenuss

in Braunwald. Die 8 bzw. 4,3 Kilometer

langen Wanderungen führen von Beiz zu

Beiz vorbei an rauschenden Berg bächen,

Alpweiden und Wäldern.

Elm widmet seinen Riesenwald

thematisch dem Welterbe Sardona.

Dan Wiener verfasste dafür fünf Kinder -

geschichten rund um das Martinsloch

und den Riesen Martin. Zur Ferienregion

zählt auch Europas ältestes

Wildschutzgebiet: Im Freiberg Kärpf

spielt auch die neuste Reise des Duftbuch-Renners

Geissbock Charly.

Im Sommer sind hier begleitete Wildtier

beobachtungen im Angebot. Beim

Einstieg ins Kärpfgebiet auf Mettmen

befinden sich ein Berghotel und ein

Natur freundehaus.

Tipp: Die Tschinglenbahn bringt

Naturfreunde besonders nah ans Martinsloch.

Auf Tschinglen eröffnet sich eine

wildromantische Alpenflora. Bei Matt

locken die Weissenberge mit zahlreichen

Wander- und Bikerouten. Die Sonnenterrasse

ist mit der Luftseilbahn Matt

Weis senberge erreichbar.

Glarus trägt urbane Züge. Ein Brand

zerstörte die kleinste Hauptstadt 1861

fast vollständig. In Rekordzeit erstand

sie im Schachbrettmuster neu. In der

Kulisse aus Architektur des 19. Jahrhunderts

und mächtigen Bergen sind

thematische Stadtfüh rungen buchbar.

Westlich der Stadt schmiegt sich der

Klöntalersee in eine wild- romantische

Landschaft. Im Klöntal, auf dem

Weg zum oder vom Pragelpass, laden

zwei Zeltplätze und fünf Gasthäuser

zum Einkehren oder Übernachten ein.

48 NATURZYT


Idylle pur am

Klöntalersee

bei Glarus.

Talalpsee am

Geo-Phänomene-Weg auf

dem Kerenzerberg.

Tipp: Aus Ennenda entschwebt die

Aeugstenbahn steil hinauf zur Aeugstenalp.

Die heimelige Auegstenhütte liegt

zehn Gehminuten von der Bergstation

entfernt. Hier beginnen das Welterbe

Sardona und die Wanderung zu den

bezaubernden Fessis Seelein.

Glarus Nord kennzeichnet der Kerenzerberg

hoch über dem Walensee. In drei

Seminarhotels werden an Tagungen und

Seminaren Ideen von morgen entwickelt.

Die DenkWerkstatt bietet eine breite Aktivitäten-Palette

ausserhalb des Seminaralltags

mitten in der ursprünglichen

Glarner Landschaft an. Die Kerenzerbergbahnen

befördern Gäste zum Schabziger-

Höhenweg, zur Trotti-Abfahrt zum idyllischen

Talalpsee oder zum Geo-Phänomene-Weg.

Tipp: Die mittlere Nüenalp ist ab

Filzbach mit der Sesselbahn zum Habergschwänd

erreichbar. Nebst Erlebniskäsen,

Säumen und Kuhmelken lädt die junge

Älplerfamilie zum Alpalltag mit Kühen,

Rindern, Kälbern, Ziegen, Schweinen,

Pferden sowie Maultier Luna, Pony, Esel,

Hund und Katze ein.

18 MAL GRATIS INS

GLARNERLAND REISEN

So beginnt die Ferienvorfreude schon bei

der Anreise: Buchen Sie eines von 18 Übernachtungsangeboten

und Ihr Gastgeber

schenkt Ihnen die An- und Rückreise mit

dem öffentlichen Verkehr in Ihre Glarner

Ferienregion. Das Gratis-ÖV-Angebot

gilt für Aufenthalte ab zwei Übernachtungen

in einem der folgenden Betriebe.

Glarus Nord und Kerenzerberg:

Hotel Kerenzerberg, Seminarhotel

Lihn, linth-arena sgu, Seminar- und

Erlebnishotel Römerturm

Glarus und Klöntal: Hotel Stadthof,

Hotel Rhodannenberg

Elm Ferienregion: B&B Speichenhoschet,

Berghotel Bischofalp, Berg -

gasthaus Edelwyss, Ferienhaus Gfell,

Gasthaus Segnes, Hotel Elmer

Braunwald-Klausenpass: Adrenalin

Backpackers Hostel, Märchenhotel Bellevue,

Hotel Cristal, Chalet Führli, Chalet

Träumli, Waldhaus Braunwald.

Fotos Kanton Glarus, Samuel Trümpy

Photography/UNESCO-Welterbe

Tektonikarena Sardona, Thomas Kessler

So einfach geht’s:

Auf glarnerland.ch «ÖV-Anreise

geschenkt» die gewünschte Region

anklicken, Unterkunft aussuchen,

mit dem Buchungscode «ÖV geschenkt»

Ferien buchen und sicher

ankommen. Information und

Buchung: Tel. +41 55 610 21 25,

info@glarnerland.ch

NATURZYT 49


Hinweis zur Wanderung

Die Walenstöcke-Umrundung ist eine anspruchsvolle Wanderung mit Schwierigkeitsgrad

T4 auf der Wanderskala. Aufgrund der Schneefelder ist gutes Schuhwerk

zwingend. Es werden eine sehr gute Kondition und Trittsicherheit vorausgesetzt. Die

Umrundung kann frühestens ab Juli begangen werden (je nach Schneeverhältnissen).

Die Brunni-Bahnen und das Hotel Engelberg bieten die Wanderung als attraktives

Package mit ortskundiger Wanderbegleitung und zwei Übernachtungen mit Halbpension

ab CHF 321. pro Person (Zuschläge für Kleingruppen unter 4 Personen) an.

Mehr Information unter www.brunni.ch oder T 041 639 60 60.

RUND UM DIE WALENSTÖCKE

Geprägt von steilen Felswänden und flachen Gipfelplateaus,

sind die Walenstöcke nur mit Kletterausrüstung zu bezwingende

Berggipfel im Herzen der Schweiz. Eindrücklich ist deren

Umrundung in unberührter und geschützter Gebirgslandschaft.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden

die wildlebenden Huftiere in der

Schweiz dermassen stark gejagt, dass

Rothirsch und Steinbock in der

Schweiz als vollständig ausgerottet galten.

Damit sich die Wildtierbestände erholen

und die ausgerotteten Tiere wieder angesiedelt

werden konnten, wurden Ende

des 19. Jahrhunderts eidgenössische Jagdbanngebiete

geschaffen. Das Jagen war in

diesen Gebieten fortan verboten. Heute

haben die Jagdbanngebiete den Charakter

eines Naturparks. Zwei dieser geschützten

Zonen liegen rund um die Walenstöcke.

Eine eindrückliche Wanderung führt

mitten durch die atemberaubenden

Faunaschutzgebiete.

Seit 1952 erschliesst eine Luftseilbahn

die sonnige Terrasse «Brunni» oberhalb

von Engelberg. Die heute hochmoderne

Luftseilbahn bietet Platz für 65 Personen

und ermöglicht es, gleich zu Beginn die

Kräfte für die Wanderung zu schonen und

600 Höhenmeter bequem zu überwinden.

Der Sessellift RistisBrunnihütte kann

weitere 230 Höhenmeter abnehmen. Die

Nutzung der Transportanlagen will gut

überlegt sein, denn die Umrundung der

Walenstöcke ist ein anstrengendes Unterfangen:

Die Wanderzeit für die 25 Kilometer

lange Strecke beträgt 8,5 Stunden, und

es werden je 1435 Höhenmeter auf- und

abgestiegen. Die Wanderung kann alternativ

auch als gemütliche Zweitagestour

gemacht werden, sechs Übernachtungsmöglichkeiten

gibt es entlang der Tour.

MÄCHTIGE DREITAUSENDER

Im Sommer befördert die Luftseilbahn

EngelbergRistis bereits um 7.30 Uhr

die ersten Wandervögel hinauf auf 1605 m.

Am liebsten würde man beim Anblick

des Engelberger Bergpanoramas mit den

mächtigen 3000ern innehalten und auf

der Sonnenterrasse des Berglodge Restaurants

Ristis einkehren, doch die Berge

rufen, und in der morgendlichen Frische

tragen einem die Füsse den sanften

Anstieg zur Rigidalalp wie von selbst hinauf.

Es zeigt sich, dass die Verlockungen

auf der Umrundung gross sind, denn

auch beim Älplerbeizli Rigidal, nur

30 Minuten weiter, könnte man es sich

gut gehen lassen. Doch nach einem

spritzigen Aufstieg taucht man ins

eidgenössische Jagdbanngebiet ein.

Rechts öffnet sich der Blick in die Tiefe:

«Ende der Welt» heisst es dort unten.

Angesichts der hohen Felswände rund

um den Talkessel scheint dort unten

50 NATURZYT


Der Bannalpsee (1586 m)

von zwei Luftseilbahnen

erschlossen.

aus der Froschperspektive tatsächlich

die Welt zu Ende zu sein. Hier oben

hingegen eröffnet sich eine neue Welt

mit einem Hochplateau und dem ersten

Etappenziel am Horizont: der Rugghubelhütte

SAC auf 2290 m ü. M. «Das sind

höchstens noch 20 Minuten», denkt man

bei sich, doch die Rugghubelhütte wird

immer grösser, und man kommt ihr

irgendwie nicht näher. Als Opfer einer

optischen Täuschung freut man sich

dann nach insgesamt 2,5 Stunden Aufstieg

besonders über die erste grosse Pause der

Umrundung. Hüttenwart Chrigel Menon

und sein Team sorgen für das leibliche

Wohl, während man den drolligen

Murmeltieren rund um die Hütte zusehen

kann. Auch Gämsen und Steinböcke sind

mit einem geübten Auge zu erblicken,

Jagdbanngebiet sei Dank.

Der Härzlisee (1860 m)

ein Kneipppfad führt

rundherum.

HÖRNER ODER STÖCKE

Von der Terrasse der Rugghubelhütte

lassen sich die Gebirgsformationen studieren,

welche der guten Thermik wegen

von Bartgeiern und Gleitschirmfliegern

gleichermassen für Streckenflüge geschätzt

werden. Die meisten Gipfel sind oben flach.

Es sind daher keine «Hörner», sondern

«Stöcke». Denn Formationen mit flachen

Gipfelplateaus und wenig ausgeprägten

Hauptgipfeln lauten auf Stock: Rigidalstock

(übrigens eine spannende Klettersteigtour),

Ruchstock, Laucherenstock

und, fast wie geköpft, der Grosse Sättelistock.

Ausnahmen bestätigen die Regel,

denn wenn der Blick weiter Richtung

Osten schweift, erfasst er eine rote Pyramide,

wie sie die Ägypter nicht besser

hätten bauen können: Der Engelberg Rotstock

(2818 m ü. M.). Wenn man noch

1,5 Stunden für einen steilen Auf- und

Abstieg anhängen würde, hätte man einen

phänomenalen Rundblick in die Urner

Alpen. Für die Ein-Tages-Tour ist dies

jedoch zu viel, und daher geht es nur aufs

Rot Grätli (2559 m ü. M.), hinter welchem

sich auch im Hochsommer noch grosse

Schneefelder verstecken. Eine schnelle

Rutschpartie erleichtert den Abstieg.

Nun führt ein leichtes Auf und Ab durch

schöne Alpwiesen, bis man von der Bannalper

Schonegg (2250 m ü. M.) weit unten

den idyllischen Bannalpsee erblickt. Dort

biegen wir in den Walenpfad ein, eine der

schönsten Höhenwanderungen der Schweiz.

Bereits beim Walegg (1951 m ü. M.) weiss

man auch warum: Die Sicht hinunter ins

tief in die Berge eindringende Engelbergertal,

zum kleinen Stanserhorn und zum

Vierwaldstättersee ist ehrfurchtgebietend.

Entlang des Walenpfads gibt es fast

stündlich Einkehrmöglichkeiten in urchige

Alpbeizli. Durch einen Hochgebirgswald

erreicht man Rosenbold (1865 m ü. M.),

wo man wieder die gleichen majestätischen

Berge wie zu Beginn der Tour erblickt.

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Berglodge

Restaurant Ristis. Seit August 2016

kann man dort übrigens in einem der

7 Zimmer mit insgesamt 41 Betten übernachten.

Text Thomas Küng

Foto Brunni-Bahnen Engelberg

Die Rugghubelhütte

SAC (2290 m) häufig über

der Nebelobergrenze.

Ausblick von der

Bannalper Schonegg (2250 m)

auf den Bannalpsee.

Altschnee im Aufstieg

zum Rotgrätli (2559 m).


Ort: Alp Flix, Savognin

(Fotograf: Lorenz A. Fischer)

SAVOGNIN BIVIO ALBULA:

DER GRÖSSTE NATURSPIELPLATZ DER SCHWEIZ

In Graubünden von Tiefencastel her Richtung Julierpass kommend,

öffnet sich bei Savognin das wunderschöne Tal Surses. Hier, mitten

im Naturpark Ela, beginnt Ihr Urlaub mit der ganzen Familie. In der

Ferienregion Savognin Bivio Albula finden Sie natur- und kultur reichen

Urlaub. Beim Wandern, Biken, Baden und Spielen entdecken kleine

und grosse Gäste die alpine Umgebung.

ERFORSCHEN, WANDERN UND BIKEN

Eine Schatzinsel der Artenvielfalt finden

Sie auf der Alp Flix. Diese eindrückliche

Moorlandschaft wartet darauf, erforscht

zu werden. Auf einem Rundparcours

erkunden Kinder und Erwachsene zusammen

mit Professor Fix und einem

Forscher-Kit selber die heimische Flora

und Fauna. Ausgerüstet mit Becherlupe,

Bauset für ein Wasserrad und einem

Forschertagebuch findet jeder Entdecker

bestimmt Spannendes.

Die Ferienregion Savognin Bivio

Albula bietet auch Wandertouren für

jeden Geschmack. 400 Kilometer markierte

Wanderrouten, eingebettet in einmalige

Naturkulisse, entführen Sie in

das Wanderparadies Surses. Begeben Sie

sich auf originelle Themenwanderungen

oder entdecken Sie den Naturpark Ela

durch eine geführte Wanderung. Mit der

Ela Card sind die Fahrten mit den Bergbahnen

Savognin sowie sämtliche fahrplanmässigen

Postauto-Kurse zwischen

SaloufSavogninBivio kostenlos. Wenn

Sie sich im Bike-Sattel wohler fühlen als zu

Fuss, finden Sie in der Region, was Sie

suchen: raue Bergketten, steile Schluchten

und hügelige Bergwiesen, die es zu

entdecken gilt, und das auf mehr als

240 Kilometern signalisierten Bikerouten.

Besonders für Familien stehen verschiedenste

Bikerouten und spezielle

Angebote zur Verfügung, sodass die

Kinder spielerisch die Technik erlernen

können. Nach einem Tag zu Fuss oder

im Sattel bietet der Badesee Lai Barnagn

die verdiente Abkühlung.

GRÖSSTER NATURPARK DER

SCHWEIZ

Der Parc Ela liegt in einer vielseitigen

Landschaft um die Alpenpässe Albula,

Julier und Septimer und ist der grösste

Naturpark der Schweiz. Er bietet ursprüngliche

Natur, intakte Dörfer und gelebte

Kultur in den drei Sprachen Romanisch,

Italienisch und Deutsch. Gemeinsam

arbeiten die Naturparkgemeinden daran,

die regionale Wirtschaft zu stärken, die

Natur und Landschaft zu schützen und

das kulturelle Erbe zu bewahren.

Was gibt es Schöneres als einen

Spaziergang oder eine Wanderung

durch den Bergwald? Natur pur, frische

Luft, kühler Schatten, Erholung für

Körper und Geist. Der Wald im Parc Ela

prägt die Landschaft des Naturparks

und bietet vielen Tieren und Pflanzen

Lebensraum. Er schützt auch vor Naturgefahren

und liefert den Rohstoff Holz.

Erkunden Sie die schönsten Bergwälder

im Naturpark, und erfahren Sie mehr

über Artenvielfalt und Bewirtschaftung

des Bergwalds oder die Verarbeitung des

Holzes aus unseren Wäldern. Anhand

der Bergwald-Wundertüte können die

Geheimnisse des Bergwaldes spielerisch

ergründet werden. Als Unterstützung

hilft der Steinadler Evla den kleinen und

grösseren Entdeckern, den Naturpark

Ela zu beobachten und dabei zu lernen,

wie die Pflanzen und Tiere im Gebirge

leben. Und das Beste ist: Mit der

Bergwald- Wundertüte kann auch der

Wald zu Hause aus neuen Blickwinkeln

entdeckt werden.

Text/Fotos

© Savognin Tourismus im Surses

52 NATURZYT


ADVERTORIAL

Mountainbiken oberhalb von Savognin (Fotograf: Mattias Nutt)

Parc Ela Wanderpauschale

Entdecken Sie die unberührte Natur des

Parc Ela. Die Ferienregion Savognin Bivio

Albula liegt mitten im grössten Schweizer

Naturpark.

Leistungen:

• 3 Übernachtungen in einem 3***-Hotel

inkl. Frühstücksbuffet

• Ela Card mit kostenloser Benutzung

der Bergbahnen sowie des Postautos

• Wanderkarte Parc Ela 1:50 000

• Satg da Marenda der Lunchsack

für Ihre Wanderung

• 1 Eintritt pro Person und Aufenthalt

für das Bad Alvaneu

Gültigkeit: 01.07.2017 bis 22.10.2017,

Preis pro Person ab CHF 192.

Informationen und Buchung:

www.savognin.ch/angebote

Turba und Tschepp kostenlose Kinder-App

Turba und Tschepp sind Zwillinge aus Savognin.

Dort oben in den Bündner Bergen erleben

die beiden ganz viele Abenteuer: Turba geht am

liebsten mit ihrer Bergwald- Wunder tüte wandern. Ihr Bruder Tschepp

planscht gerne im Lai Barnagn. Willst du mehr über die beiden erfahren?

Lade jetzt die kostenlose Kinder-App von Turba und Tschepp herunter!

Es warten lustige Spiele, spannende Geschichten und eine riesengrosse

Erlebniskarte auf dich.

www.savognin.ch/turba-und-tschepp

Savognin Tourismus im Surses

Stradung 42, 7460 Savognin

Tel. +41 81 659 16 16

ferien@savognin.ch, www.savognin.ch

NATURZYT 53


Naturwärts auf den Spuren der Natur

Im Schein des Mondes

Schon als kleiner Junge hat mich der Mond fasziniert, und

ich fragte mich manchmal, wie es dort oben wohl ausschauen

mag. Der «Mann im Mond» regte meine Fantasie immer wieder

aufs Neue an.

Vollmond am Hirzel.


NATUR ERLEBEN

Oben:

Vollmond am Ankenballen.

Rechts:

Vollmondaufgang Rapperswil.

Als Fotograf bin ich auch

heute noch vom hellen

Himmelskörper fasziniert

und versuche mich gelegentlich

in der Mondfotografie. Dabei möchte

ich nicht nur den Mond isoliert foto grafieren,

sondern ihn in einem landschaftlichen

Kontext zeigen. Mit etwas Planung

lassen sich so besonders verträumte

Landschaftsbilder erzeugen.

Ihr Tobias Ryser

Text / Foto Tobias Ryser

NATURZYT 55


Vollmondaufgang

Tschingelhörner.

Der Autor

Tobias Ryser arbeitet neben seiner Tätigkeit als Ranger

in einem Auenschutzgebiet von nationaler Bedeutung

als selbstständiger Fotograf mit Schwerpunkt Naturund

Landschaftsfotografie. Der begeisterte Alpinist

unternimmt mehrtägige Fototouren im Gebirge und

übernachtet dabei leidenschaftlich gern inmitten der

wilden Bergwelt. Auf der Suche nach dem perfekten

Moment legt er grossen Wert auf eine ästhetische

Bildkomposition und atemberaubendes Licht.

Mehr Informationen unter:

www.tobias-ryser.ch, www.naturwaerts.ch

56 NATURZYT


NATUR ERLEBEN

Vollmond am

Finsteraarhorn.

NATURZYT 57


Familie Meier im Kleinwalsertal

Naturerlebnisse,

die Spuren hinterlassen

Mit offenen Augen und Ohren durch den Wald streifen, mit den Kräuterkobolden

die Köstlichkeiten in der Natur suchen, Wildtiere und -pflanzen hautnah

erleben, das sind Sommererlebnisse, die unter die Haut gehen.

58 NATURZYT


Zusammen mit einer Kräuterexpertin

erfahren, was am Wegrand wächst.

(Foto Oliver Farys)

Marlies die kleine Wiesenelfe pirscht

sich am Wildnistag ganz leise an.

(Foto Oliver Farys)

Eine naturnahe und

zauberhafte Bergwelt

am Widderstein.

(Foto Dominik Berchtold)

Das Vorarlberger Kleinwalsertal

bringt uns durch viel Natur,

Begegnungen mit Menschen,

Tieren und Pflanzen zum

Staunen. Es sind Erlebnisse, die bei unserer

7-jährigen Marlies und dem 12-jährigen

Martin Spuren hinterlassen haben

und an die wir uns auch nach Jahren

gemeinsam erinnern werden.

AUF UNVERGESSLICHER

TUCHFÜHLUNG

Marlies hat als kleine Wiesenelfe geheimnisvolle

und seltene Plätze gesehen, gelernt,

Spuren zu lesen und sich anzupirschen.

Martin ist immer noch stolz auf seinen

selbstgebastelten Pfeil und Bogen und

dass er gelernt hat, ohne Feuerzeug und

Streichholz ein Lagerfeuer zu machen.

Mit allen Sinnen haben sie am Wildnistag

die Natur entdeckt und auch etwas

«gedreckelt».

Als Kräuterkobolde haben die beiden

von einer Kräuterexpertin erfahren, welche

Pflanzen essbar sind, welche Heilkräuter

direkt am Wegesrand wachsen, und bei der

Herstellung von Kräutersalz, Ölen, Balsam

etc. mitgeholfen, und sie durften natürlich

davon etwas mitnehmen. Deshalb landen

nun auch z. B. Löwenzahn und Gänseblümchen

bei uns auf dem Salatteller.

Marlies ist immer noch fasziniert

vom Ausflug auf die Alpe Bärgunt, wo die

Hüttenwirtin Sabine Einblicke in das

Leben auf der Alp von heute und damals

gab und erzählte, wie Tiere und Menschen

in den Bergen von der Erde ernährt werden.

Nun weiss sie auch, wie die Milch ins

Glas kommt und wie Käse und Joghurt

entstehen.

Martin strahlt heute noch, wenn er

über das Aufsteigen und Abseilen aus luftiger

Höhe im Naturklettergarten erzählt,

vom Ritt auf dem Flying Fox oder seinem

seinem Klettersteig-Schnupperkurs.

Eine unvergessliche Tuchfühlung

mit der Natur, zusammen mit «Burmi»,

dem Murmeltier weil diese im Walsertal

«Burmenta» heissen, bekam er diesen

Namen und steht als Maskottchen hinter

den «Burmis Abenteuerferien», an welche

Marlies und Martin noch lange denken

werden.

EINSTEIGER ODER AUFSTEIGER?

Auch uns hat das Kleinwalsertal mit

seiner harmonischen Naturlandschaft

NATURZYT 59


Romantisch und für

Frühaufsteher Sonnenaufgang

am Grünhorn.

Lauschiger Bach in märchenhaftem Wald.

(Foto Oliver Farys)

NATURERLEBNISSE IM KLEINWALSERTAL

und den saften Übergängen über

drei Höhenlagen zwischen 1086 und

2536 Metern verzaubert. Es ist mit

über 185 Kilometer naturbelassenen,

markierten Wanderwegen ein Eldorado

für Wanderer in einer zauberhaften

Bergewelt. Wir waren zwar eher in den

über 40 gemütlichen Hütten, Sennalpen

und Bergrestaurants anzutreffen oder

in den schönen Wäldern und Wiesen

am Naturgeniessen.

Tipp: Mit den sieben Berg- und

Sesselbahnen, welche zwischen Mai

und November fahren, ist der Aufstieg

natürlich viel angenehmer. Auch

der Walserbus fährt im Tal, mit der

Gästekarte gratis, an verschiedene

Ausgangspunkte.

Burmis Abenteuerferien für Familien

Freiheit, Natur, Abenteuer und Wildnis das sind Burmis Abenteuerferien für Kinder

von 6 bis 12 Jahren. In den Ferienzeiten vom 5. Juni bis 10. September und von

2. Oktober bis 3. November wartet jeden Tag eine andere Aktivität auf die kleinen

Forscher und Entdecker.

Grenzenlos Wandern-Angebote

Ab Euro 122 pro Person für drei Übernachtungen mit Frühstück inkl. unbeschränkte

Nutzung sämtlicher Sommerbergbahnen.

Mehr Informationen sowie Angebote und vieles mehr unter

Kleinwalsertal Tourismus eGen, A-Hirschegg/Vorarlberg, T 0043 5517 51140

oder www.kleinwalsertal.com

REGIONALEN PRODUKTEN

AUF DER SPUR

Vom ehemaligen Haubenkoch Herbert

Edlinger haben wir bei einem gemeinsamen

Streifzug durch die Genussregion

erfahren, wie und wo regionale Spezialitäten

ihren Ursprung haben, und bei

einem gemeinsamen Picknick erzählte

er uns, weshalb die Genusswirte und die

Genusshütten sich auf Wild und Rind

spezialisiert haben. Er meinte voller

Stolz, die Berge, die Natur, die kleinbäuerlichen

Strukturen all das schmeckte

man im Kleinwalsertal. Das Gemüse

wächst hier noch ohne Gentechnik, das

Vieh lebt im Sommer auf der Alp, und

das gesunde Gebirgsklima macht sich in

jedem Bissen bemerkbar. Authentisch,

regional und saisonal. So muss das

Essen einer Region sein, wenn sie wie

das Kleinwalsertal als GenussRegion

ausgezeichnet werden will.

Naturerlebnisse, die Spuren hinterlassen

haben und vielleicht bald wieder

hinterlassen werden. Ihre Familie Meier.

Text Michael Knaus Fotos Oliver Farys,

Dominik Berchtold

60 NATURZYT


Bio-Naturhotel Chesa Valisa**** Almhof Rupp**** Haller’s Posthotel****

Auszeit auf 1200 m Höhe.

Saftige Bergwiesen, paradiesisch

für Bergwanderer, modernes

Ambiente und vieles mehr.

4 Übernachtungen, Bio-Vital-

Pension (vegan möglich),

Aktivprogramm, Anti-Stress-

Massage, Alpin Spa mit Außenpool,

Saunen, viel Platz zum die

Seele baumeln lassen - Bergbahnticket

inklusive € 498,- p.P.

Erleben Sie die Bergwelt der Alpen,

lassen Sie sich von den regionalen

Köstlichkeiten verwöhnen

und genießen Sie unbeschreibliche

Ausblicke. In unserem

Hotel können Sie Ihren Urlaub in

vollen Zügen genießen und das in

Bestlage direkt an der

Bergbahn! 4 Übernachtungen

inkl. ¾ Pension, Bergbahnticket

inklusive ab € 380,- p.P.

Wandern, biken oder einfach nur

entspannen und die freien Tage

nach Lust und Laune genießen.

Im Restaurant genießen Sie

vitale Küche für die Sinne,

frisch zubereitet und serviert in

stimmungsvollem Ambiente.

3 Übernachtungen im Zimmer

Gehrenspitz inkl. ¾ Genusspension

und Bergbahnticket

inklusive ab € 225,- p.P.

www.naturhotel.at

Tel.: +43 (0)5517-54140

www.almhof-rupp.at

Tel.: +43 (0)5517-5004

www.posthotel.cc

Tel.: +43 (0)5517-30123

Natur-Lebens-Hotel

Oswalda Hus****

Natur und Leben verbinden,

die Ferien genießen und im

Bio-Hotel natürlich und ausgewogen

speisen. Wir verknüpfen

Urlaub, Leben und Ausgleich

in einem familiären Hotel.

Genießen Sie den Bergsommer

im Kleinwalsertal bei 3 Nächten

im DZ mit HP inkl. bioenergetischer

Massage und Bergbahnticket

inklusive ab € 276,- p.P.

Hotel Jagdhof****

Das Hotel besticht durch

seine ungezwungene Gemütlichkeit

und alpenländische

Atmosphäre, 2 Saunen,

Dampfbad, Massage, Kosmetik

und Friseur laden zur wohligen

Entspannung ein. Bergsommer

vom 16.07 bis 17.09.2017

7 Nächte mit ¾ Verwöhnpension

und Bergbahnticket inklusive

ab € 679,- p.P.,

Kinder bis 9,9 Jahre gratis.

Genuss- & Aktivhotel

Sonnenburg****

Die unmittelbare Nähe zur

Natur, die mehrfach ausgezeichnete

Küche sowie neue

Aufenthalts- und Spa-Bereiche

machen das familiengeführte

Haus in sonniger

Aussichtslage zum idealen Ziel

für Ihren genussvollen Aktivurlaub.

4 Nächte Midweek

inklusive HP, 4-Gang-Abendmenü,

Spa, Bus und Bergbahnticket

inkl. ab € 293,- p.P.

www.oswalda-hus.at

Tel.: +43 (0)5517-5929

www.jagdhof-kleinwalsertal.at

Tel.: +43 (0)5517-5603

www.genuss-aktivhotel.at

Tel.: +43 (0)5517-5251


Zu guter Letzt

Buchtipp

Im nordwestlichen Teil des Bodensees

liegen der Überlinger See und

der Untersee. Spannende Naturerlebnisse

sind dort garantiert!

Die Bezeichnung Bodensee, mit

536 km² nach dem Plattensee und dem

Genfersee flächenmässig der dritt grösste

See Europas, steht eigentlich für zwei

Seen (den Obersee und den Untersee)

und einem diese Seen verbindenden

Fluss abschnitt des Rheins, nämlich den

Seerhein. Annähernd zwei Millionen

Menschen leben am und um den See

herum und jährlich kommen noch

einmal so viele Touristen dorthin. Dies

ist einer der Gründe, weswegen es nur

noch sehr wenige unbebaute Uferbereiche

gibt. Ohne die grossen Schutzgebiete

wie z. B. das Wollmatinger

Ried wären heute wohl keine grösseren

Schilfgebiete mehr vorhanden. In

einige der schönsten Schutzgebiete mit

den spektakulärsten Blicken auf den

Bodensee entführt Sie der Naturführer

«Hotspots Europas: Der Bodensee».

Wegen der riesigen Fläche sowohl

des Sees, als auch des Umlandes

beschreibt der Naturführer alle sehenswerten

Gebiete innerhalb einer gedachten

Raute mit den Eckpunkten Überlingen,

Konstanz, Stein am Rhein und Bodman-

Ludwigshafen. Es erwarten Sie spektakuläre

Ausblicke auf den Bodensee, einsame

Wälder mit blühenden Schwertlilien

oder die Brunft kapitaler Damhirsche

und vieles mehr.

DER BODENSEE NATURERLEBNISSE ZWISCHEN ÜBERLINGER SEE UND

UNTERSEE

Hotspots Europas Band 8, VerlagsKG Wolf

1.Auflage 2017, 128 Seiten, 160 Farb.-Abb., 0 SW-Abb.

ISBN: 978-3-89432-263-2

Preis 22.00 CHF

(Vorbestellungen ab sofort möglich per E-Mail an ambroisemarchand@yahoo.fr)

Sieben Wanderungen für Naturfreunde, Ornithologen, Naturfotografen, Familien

und Kinder und eine Velotour für die aktiven Naturliebhaber, die besonders für

Familien mit Kindern geeignet ist.

Zudem gibt es zahlreiche Fototipps, Hinweise auf Plätze, an denen garantiert Tiere zu

beobachten sind, und die besten Zeiten, um sich an blühenden Pflanzen zu erfreuen.

62 NATURZYT


Jedes Abo hilft …

NATURZYT abonnieren

und gleichzeitig

Wildbienen schützen:

4 Ausgaben für nur CHF 29.50

Den Talon finden Sie auf der

Rückseite der Zeitschrift.

Wildbienen schützen

jede Wildbiene zählt, jedes Abo hilft!

Wildbienen und weitere Wildbestäuber sind

von zentraler Bedeutung für unser Ökosystem und die

Nahrungsmittelsicherheit.

Der Verlag NATURZYT möchte ein Zeichen setzen und hat beschlossen, sich für ein speziell

ausgewähltes Projekt zu engagieren. Aus der Vielzahl der möglichen Projekte hat sich NATURZYT für

den Schutz und die Erhaltung von Wildbienen entschieden.

JEDE WILDBIENE ZÄHLT ...

NATURZYT unterstützt mit einem Teil der Aboerlöse die folgenden Mass nahmen des Projektes

«Wildbienen schützen»:

• den Wildbienen-Garten von wildBee in Leutwil Lebensraum mit einer Fläche von 1500 m 2

(kann besucht werden)

• Förderung von vielen Arten von Wildbienen und weiteren Wild bestäubern durch gezielte Strukturen im

Wildbienengarten, die zum Nach ahmen inspirieren

• Öffentlichkeitsarbeit und Beratung

• Erlebnis-Besuche an Schulen und bei Kindergruppen

• Erlebnis-Tage mit Führungen im Wildbienen-Schaugarten

• Anleitungen und Infofi lme zur Förderung von wildbienenfreundlichen Lebens räumen

ÜBER WILDBEE.CH

wildBee.ch ist seit 2011

eine gemeinnützige

Organisation und setzt sich

mit grossem Engagement, gut

vernetzt, ehrenamtlich und ohne

finanzielle Interessen für den

Schutz der Wildbienen und ihrer

Lebensräume ein.

Mehr Information unter:

www.wildbee.ch

facebook: wildBee.ch

Twitter: @wildBee.ch

Möchten Sie die Arbeit von

Wildbee mit einer Spende

direkt unterstützen?

Spendenkonto PC 85-631032-5

IBAN CH27 0900 0000 8563 1032 5,

BIC/SWIFT: POFICHBEXXX

wildBee.ch, 5725 Leutwil

NATURZYT 63


JEDE WILDBIENE ZÄHLT!

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20% des Abo-Preises fliessen direkt

ins Projekt «Wildbienen schützen» von

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Details zum Engagement finden Sie

auf Seite 47

Sie unterstützen unsere Wildbienen.

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nach Hause geliefert.

Keine Kündigungsfristen, Abo-Erneuerung

erfolgt durch Zahlung der Abo-Rechnung.

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Oder per Telefon 043 542 72 91 oder unter www.NATURZYT.ch/abonnieren

NATURZYT MIT LIEBE UND VERSTÄNDNIS FÜR UNSERE NATUR GEMACHT.

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