NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe Dezember 2018

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur.

Nr. 23 Dezember 18 Februar 19 | CHF 7.90

Natur erfahren

Der Rotmilan

startet durch

Natur bewahren

Auch Insekten

halten Winterschlaf

Natur erleben

Winter in

den Bergen

Natur erfahren

Beifuss mächtiges

Frauenkraut

Natur bewahren

Winterruhe bei

den Wildbienen

Natur erleben

In den Freiburger

Voralpen


Schweizer

Gemüse

gemuese.ch

Verband Schweizer Gemüseproduzenten


EDITORIAL

Impressum

NATURZYT 6. Jahrgang

Knaus Marketing- & Verlagsservice

Sonnhalde 37

8602 Wangen

Redaktion

Telefon 043 542 72 91

redaktion@naturzyt.ch

Anzeigen

Michael Knaus

Telefon 043 542 72 91

michael.knaus@kmvs.ch

Freie und ständige Mitarbeiter

Virginia Knaus, Michael Knaus, Daniel

Fleuti, Ernestine Astecker, Tobias Ryser,

Deborah Millet, Helen Weiss, Christian

Suter, Beni Herzog

Grafik & Produktion

Martina Roth

Bildbearbeitung

Heinz Weber

Loslassen

Titelbild

fotolia

Korrektorat

Christoph Meyer, Basel

Druck

AVD GOLDACH AG, 9403 Goldach

Abonnementspreise

4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2.5% MwSt.),

8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2.5% MwSt.).

Auslandabonnemente auf Anfrage.

Abonnementsdienst

Knaus Marketing & Verlagsservice

Sonnhalde 37, 8602 Wangen

Telefon 043 542 72 91, abo@NATURZYT.ch

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ISSN-Nummer 2296-2859

© Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

aus drücklicher Genehmigung des Verlages.

Das Magazin wird in der Schweiz auf

100% Recycling papier gedruckt.

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Natur macht es uns vor, jedes Jahr

im Herbst lässt sie los. Die Bäume lassen

ihre Blätter los, um Kraft zu sparen, sich

zu sammeln, um im nächsten Jahr erneut

und mit voller Kraft zu treiben. Blüten und

Blätter erstrahlen im neuen Glanz.

Auch für NATURZYT heisst es

loszulassen. Je stärker wir Druck aufsetzen,

uns verkrampfen und Angst

haben, dass die Anzeigenumsätze

massiv schrumpfen, je stärker werden

sie dies auch. Je massiver wir alles versuchen,

um Gönner und Abonnenten

zu gewinnen, damit NATURZYT weiterleben

kann, desto schwieriger wird es.

Loslassen ja, wenn das so einfach

wäre. Man will Bestehendes halten,

ausbauen und schützen. So wurde uns

das in die Wiege gelegt. Wir können fast

nicht anders. Wenn etwas Gutes auf

einmal nicht mehr läuft, es am Markt

schwierig wird, dann sollte man loslassen.

Aber wir machen genau das Gegenteil

wir kämpfen, wir verkrampfen und das

kann eigentlich nicht funktionieren.

Schauen wir auf die Bäume diese

lassen die Blätter im Herbst los. Es

kommt nun eine kalte und ungemütliche

Zeit, und es wäre sinnlos, die Blätter

weiter zu versorgen und unnötig Energie

zu verschwenden. Das würde zu viel

Kraft kosten. Die Schneelast wäre mit

Blättern auch viel grösser, Äste würden

unter der Last brechen. Die Bäume

würden sich also mehr schaden, wenn

sie am Bekannten festhalten würden.

Aber genau deshalb, weil sie einfach

loslassen, erfolgt im nächsten Frühling

das Wunder des erneuten Austreibens

der Blätter und auch Blüten.

Vielleicht sollten wir es ihnen gleichtun.

Nicht krampfhaft alles festhalten, was wir

kennen. Den Mut haben loszulassen,

auch wenn es ungewohnt ist und gegen

unsere gelernte Überzeugung läuft:

«Gerade erst jetzt recht Gas geben und

alles Menschenmögliche unternehmen.»

Vielleicht erdrückt uns die Last, wir

brauchen zu viel Energie und Kraft

vielleicht zerbrechen wir daran. Hat

das Sinn?

Ich wünsche Ihnen diese Kraft, auch

mir und NATURZYT, einfach loszulassen

und zu vertrauen, dass es gut kommt.

Geniessen Sie die schöne und besinnliche

Adventszeit im Kreise Ihrer Familie und

Freunde und lassen Sie los erwarten

Sie einfach freudig, was das neue Jahr

Gutes bringen wird, ohne Druck, ohne

Vorsatz, einfach so.

Herzlichst Ihr

Michael Knaus

NATURZYT 3


Seite 12

Der Rotmilan

startet durch

Seite 28

Auch Insekten halten

Winterschlaf

Seite 46

Winter in den Bergen

Inhalt

3 Editorial/Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

7 Wissenswertes

Ist der Zimmermann eine Spinne?

Weshalb zittert die grosse Zitterspinne?

8 Bastel-Tipp

Weihnachtliche Haselnuss-Serviettenringe

10 Entdeckt & Fair

Recycling-Vogelfutterhaus; Seifen, die unterstützen.

62 Zu guter Letzt

Waldführer für Neugierige

Natur erfahren

12 Der Rotmilan startet durch

Gross, auffällig rostrot gefärbt gleitet er bedächtig über

die Wohnquartiere den Blick immer nach unten.

Der Rotmilan, vor 50 Jahren eine seltene Erscheinung,

ist bei uns zu einem gewohnten Anblick am Himmel

geworden.

20 Beifuss mächtiges Frauenheilkraut

Die Ärzte der Antike lobten den Beifuss bereits als

Frauenheilmittel, um die Fruchtbarkeit zu stärken,

die Geburt zu erleichtern, und bei der Menstruation.

22 Beifuss in der Kräuterapotheke

Der Beifuss-Tee, Beifuss als natürliche Mottenabwehr,

die Räuchermischung zur Raumklärung und das

Beifuss-Öl selber herstellen und anwenden.

4 NATURZYT


Seite 40

In den Freiburger

Voralpen

INHALT

Seite 56

Faszination

Gletscherhöhlen

Natur bewahren

24 Tierisch gute Interviews

Ein kühner Entdecker und Springinsfeld. Spielt

gerne mit den Kumpels und isst am liebsten

Gras. Olaf Mueneli im Gespräch mit NATURZYT.

28 Auch Insekten halten Winterschlaf

Wenn die Natur im Frühling erwacht, sind sie nicht weit.

Die Nützlinge und Schädlinge erwachen aus dem Schlaf.

34 Leckeres 3-Gang-Birnen-Menü

Linsensuppe mit Birnencrôutons, Lachsforelle mit

Birnen-Lauch-Gemüse, Ingwerbirnen mit Pastinakencreme

36 Winterruhe

Was tun Wildbienen eigentlich im Winter? Durch die

faszinierende Vielfalt ist das sehr unterschiedlich.

Natur erleben

40 In den Freiburger Voralpen

Eine Schneeschuhtour zum Weltkriegs-Chalet mit

bester Sicht auf die markige Gastlosen-Bergkette mit

dem Grossmutterloch.

46 Winter in den Bergen

In den tiefen Lagen hängen die Nebelfelder, oben

in den Bergen tiefblauer Himmel mit schneebedeckten

Wäldern, Wiesen und Bergen. Mit Respekt für die

Natur durch die schlafende Winterlandschaft streifen.

NATURZYT nimmt Sie mit auf Entdeckungsreise.

56 Naturwärts Faszination Gletscherhöhle

Naturwärts mit unserem Fotografen Tobias Ryser

zu den unwirklichen, tiefblauen und aus uraltem Eis

entstandenen Gletscherhöhlen.

NATURZYT 5


Bewährte homöopathische Akutmittel

Das sind die Top Fünf der homöopathischen Einzelmittel: Arnica,

Apis, Belladonna, Nux vomica und Rhus toxicodendron. Sie sind

aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, weil sie besonders in akuten

Fällen sehr gut helfen können und frei von Nebenwirkungen sind.

ARNICA ZUR SCHNELLEREN

REGENERATION

Die bekannteste homöopathische

Akut-Arznei ist Arnica: Die Pflanze

wird auch Bergwohlverleih

genannt, da früher Bergsteiger

diese Pflanze eingenommen

haben, wenn sie nach grossen

Anstrengungen körperlich erschöpft

waren. Arnica wirkt

als homöopathische Erste-

Hilfe-Medizin bei Sportverletzungen,

bei Prellungen,

Quetschungen und Geweberissen.

Bei Blut ergüssen oder

Schürfwunden werden die

Schmerzen ebenso gelindert wie

bei einer Gehirnerschütterung oder

bei einem Schleudertrauma.

APIS BEI SCHWELLUNGEN VON HAUT

UND SCHLEIMHAUT

Bei Insektenstichen hilft das aus Bienengift hergestellte

Apis: Wer möglichst direkt nach einem Stich von Wespe,

Mücke, Bremse oder Biene (auch nach Quallen-Kontakt)

Globuli zu sich nimmt, wird das Anschwellen der Haut,

das unangenehme Brennen und Jucken eindämmen

können. Apis lässt sich auch bei klassischen Entzündungen

der Haut und der Schleimhäute einsetzen, wie

etwa bei Wundinfektionen, Nesselsucht oder Blasenentzündungen.

Zudem wirkt Apis bei Angina und

Halsschmerzen sowie bei allergischen Reaktionen.

BELLADONNA GEGEN INFEKTE UND FIEBER

Vor allem im Anfangsstadium sind akute Entzündungen

ein sicherer Fall für Belladonna. Aus der eigentlich

giftigen Tollkirsche gewonnen, hilft sie als homöopathisches

Arzneimittel bei allen plötzlich und heftig

auftretenden Infekten wie Mittelohr- oder Mandelentzündung,

Bronchitis und Erkältungen. Typische

Symptome wie pochende (Kopf- oder Zahn-)Schmerzen,

hohes Fieber und geschwollene Lymphknoten wird

Belladonna lindern. Zum Einsatz kommen kann Belladonna

auch bei Sonnenbrand sowie bei einer Bindehautentzündung.

Die Besserung tritt bereits innert weniger

Minuten ein.

NUX VOMICA FÜR EINEN GESUNDEN

MAGEN-DARM-TRAKT

Nux vomica ist ein richtiges Katermittel nach zu viel

Essen, Trinken, Rauchen, Stress, nach jedem Exzess

oder zu wenig Schlaf. Die Samen des mehr als 20 Meter

hohen Tropenbaumes können den gesamten Magen-

Darm-Trakt besänftigen, die Schleimhaut bei Sodbrennen

beruhigen und bei einem nervösen Magen

und stressbedingter Übelkeit helfen. Ausserdem

können Narkosefolgen wie Übelkeit, Kopfschmerzen

und Kreislaufprobleme oder Beschwerden als Nebenwirkung

eines Medikaments sehr gut damit behandelt

werden. Nux vomica wirkt aber auch bei Erkältungen,

Kopf- und Zahnschmerzen.

RHUS TOXICODENDRON GEGEN

MUSKEL- UND GELENKSCHMERZEN

Aus den Blättern des in Nordamerika heimischen

Giftsumach wird eine homöopathische Arznei produziert,

die besonders auf angegriffene Muskulatur und

überlastete Gelenke wirkt. Schmerzen, wie sie für

Rheuma, Neuralgien, Gelenksteifigkeit, aber auch bei

Muskelkater nach zu viel Sport typisch sind, kann

Rhus toxicodendron lindern. Oft treten die Symptome

bei feuchtkaltem Wetter und kaltem Wind auf, respektive

die Schmerzen verstärken sich dadurch. Bewährt

ist das Mittel auch bei Fieberblasen.

Text/Foto Urs Tiefenauer

Erhältlich in

Apotheken

und Drogerien.

6 NATURZYT


Wissenswertes

WISSEN

IST DER ZIMMERMANN EINE SPINNE?

Der Zimmermann, wie wir ihn in der Schweiz

nennen, ist keine Spinne. Er gehört wohl zu

den Spinnentieren, nicht aber zu den Spinnen.

Erstens hat der Zimmermann zum Beispiel keinen

zweigeteilten Körper, wie für Spinnen üblich,

und er kann auch keine Seide produzieren, sprich

Netze bauen. Denn er hat keine Spinndrüsen

und auch keine Giftdrüsen. Einzig Drüsen, mit

denen er eine Art stinkende Substanz zur Verteidigung

produzieren kann. Die Zimmermänner

leben mehrheitlich in der Bodenschicht und

ernähren sich haupt sächlich von kleinen Gliederfüsslern

und toten Insekten. Sie grasen im lockeren

Streu des Laub waldes, in Wiesen, Hecken,

Gärten etc. abgestorbene Pflanzenteile ab. Die

wenig wehrhaften Zimmermänner schützen

sich gegen Feinde auch, indem sie sich tot stellen.

Sie können im Notfall sogar ein vom Gegner

gefasstes Laufbein abwerfen. Und mit ihren auf

dem Rücken platzierten «Stinkdrüsen» können sie

bei einem Angriff von Insekten oder Spinnen ein

Wehrsekret ausstossen, das auch bei stärkerem

Druck auf den Körper austritt. Es ist leichtflüchtig

oder flüssig und meist stark riechend, aber vor

allem je nach Konzentration betäubend bis tödlich.

Das führt dazu, dass die recht zierlichen Tiere

mit den langen Beinen auch schon mal grössere

Spinnen oder Insekten erlegen können.

Bild: Zimmermann

Bild: Zitterspinne

WESHALB ZITTERT DIE GROSSE ZITTERSPINNE?

In den Kellern und in ruhigen Ecken in der Wohnung

treffen wir die zart anmutende Spinne häufig in

ihrem Netz an. Kommt man ihr zu Nahe und stört

sie, beginnt sie heftig hin- und herzuschwingen sie

zittert. Dadurch verschwinden die Umrisse, und der

potenzielle Räuber wird in der Beutefanghandlung

gestört und lässt von ihr ab. Von ihrem Zittern hat sie

auch ihren Namen. Für uns Menschen ist sie nicht

nur ungefährlich, sondern ganz im Gegenteil sehr

nützlich durch das Vertilgen von lästigen Insekten.

Sie kann bis 3 Jahre alt werden. Der Körper ist mit

sieben bis zehn Millimetern relativ klein, dafür können

die charakterstarken Beine bis fünf Zentimeter lang

werden. Ihr Netz erscheint relativ unstrukturiert

und besteht aus zahllosen kreuz und quer gewebten

Fäden, die eine Netzdecke bilden. In diesem Netz

sitzt die Spinne mit dem Bauch nach oben. Die Beute

wird blitzschnell mithilfe ihrer langen Hinterbeine

eingewickelt, indem sie die Fäden aus den Spinnwarzen

zieht und diese über die Beute wirft. Anschliessend

wird die Beute ein Stück herangezogen und in Rotation

versetzt und dabei eingesponnen.

Vielfach wird die Zitterspinne auch mit dem

Zimmermann verwechselt. Im Gegensatz zu diesem

kann die Zitterspinne nicht nur «zittern», sondern

auch Netze spinnen und besitzt den für Spinnen

typischen zweigeteilten Körper.

Text Michael Knaus Fotos Fotolia

NATURZYT 7


Bastel-Tipp

Weihnachtliche

Haselnuss-Serviettenringe

8 NATURZYT


So machen wir’s

Diesen Herbst wurden wir

reichlich mit vielen herrlichen

Leckereien aus der

Natur beschenkt. Frische

und knackige Äpfel, Birnen und Beeren.

Ebenso Unmengen von Baum- und

Haselnüssen konnten wir auf unseren

schönen und milden Herbst-Spaziergängen

durch Wald und Wiesen finden.

Wegen des sehr heissen Sommers sind

die Nüsse, wie alle anderen Früchte,

dieses Jahr sehr klein gewachsen, und

aus ihnen lassen sich schöne weih -

nacht liche Tischdekorationen basteln.

So zum Beispiel glitzernde Serviettenringe

für die festliche Tafel. Lassen

Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, es sind

keine Grenzen gesetzt. Ob farbig mit

verschiedenen Bändern oder mit Glitter,

auch schöne Zierringe für die Tischdekoration

oder den Weihnachtsbaum

sind möglich. Deshalb lassen Sie sich

inspirieren und von Ihrer vorweihnachtlichen

Stimmung treiben.

Wir wünschen Ihnen viel Spass

beim Basteln Ihrer einzigartigen

Nussdekorationen und eine stimmungsvolle,

glitzernde Weihnachtszeit.

Euer NATURZYT-DIY Team

Virginia Knaus

Schritt für Schritt

MATERIALLISTE:

• Haselnüsse (können auch kleine

Baumnüsse oder Ähnliches sein)

• Altes Laken oder Zeitung als

Unterlage

• Marmeladenglas-Deckel

evtl. in verschiedenen Grössen

• Heissleimpistole und Leim

• Goldene, silberne und kupferfarbene

Acrylfarbe

• Schwamm

• Wasser und Lappen zum

Pinselwaschen und -trocknen

• Glitter

• Schere

2

• Band (ich habe hier silberfarbenens

Bastband genommen)

• Perlen (ich habe farblich passende

Acrylperlen verwendet)

Schritt 1:

Haselnüsse rundum in Deckel von

Twist-off-Gläsern legen. Das können

auch verschiedene Grössen sein,

da die Ringe auch als Tischdeko

hübsch aussehen. Anschliessend

mit Heissleim Nuss an Nuss kleben

und gut auskühlen lassen.

1

3

Text/Fotos Virginia Knaus

Schritt 2:

Nach dem Auskühlen des Leims mit

Acrylfarbe bemalen (Gold, Silber,

Kupfer oder jede andere Farbe, die

gefällt) und dann gleich mit Glitter

bestreuen, damit er hält. Danach

gut trocknen lassen (geht mit Acrylfarbe

ganz fix)

Tipp: Wenn Sie die Farbe mit einem

Schwamm auftupfen, sieht man

noch die Nussschale unter der Farbe,

das gibt einen schönen natürlichen

Effekt.

Schritt 3:

Danach nur noch mit einem dekorativen

Band umwickeln, Masche

machen, kleine Perlen dranhängen,

verknüpfen, abschneiden fertig.

Dazu können Sie jedes beliebige

Band verwenden ob mit oder

ohne Perlenbesatz ist ganz

persönliche Geschmackssache.

NATURZYT 9


Entdeckt & Fair

Seifen von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung

Sie sind bunt oder transparent, uni,

mit Bild, Logo oder Text, rund,

oval, rechteckig oder quadratisch,

duftend oder dezent. Zur Aufmunterung

mit Smileys. Zu Weihnachten

mit Tannenbaum und persönlich beschreibbarer

Grusskarte. In verschiedensten

weiteren Kombi nationen zu allen

möglichen Ereig nissen.

In der Psychiatrie Baselland produzieren

Menschen mit psychischer

Beeinträchtigung diese speziellen

Seifen. Diese Menschen erhalten dort

Unterstützung in Form von Integrationshilfe,

einer An stellung und einem

begleiteten Arbeits verhältnis.

Zusammen mit Fachleuten entwickeln

und produzieren

sie hochwertige Seifen, Grusskarten

sowie Verpackungen. Neben

(ausser)gewöhnlichen Farben und

Formen werden auf Wunsch auch

individua lisierte Seifen mit eingelegtem

Foto oder Logo hergestellt.

Eine Auswahl der Seifenprodukte,

zum Beispiel «Rosen-Seifen», 3er-Set

zu CHF 9.50, oder die «Seifenkarte»

für CHF 7.50 und vieles mehr sind bei

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(Di Sa) erhältlich.

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Mehr dazu auf Seite 63 und 64.


Vogelfutterhaus aus reinem Recycling-Material

Aus den Resten von Einwegpaletten

von verschiedenen

Speditions firmen sind die

Holzelemente, welche in den

geschützten Werkstätten der Stiftung

Arbeitsheim Wangen in Wangen bei

Dübendorf von Menschen mit Beeinträchtigung

zugeschnitten und zusammengeschraubt

werden.

Die Weiden für das Dach werden

aus gespaltenen Weiden hergestellt

und mit Bienenwachs verklebt, damit

bietet es einen natürlichen Schutz für

Futter und Vögel. Die Stiftung für

Wirtschaft & Ökologie in Dübendorf,

welche wilde Stockweidenbepflanzungen

pflegt und regelmässig zurückschneidet,

liefert dazu die Weiden. Aus diesen

Weiden werden verschiedene Körbe

im Arbeitsheim gefertigt, und

aus den Weidenresten werden

das Dach und der «Landeplatz»

für die Vögel gefertigt.

Das Vogelfutterhaus in

der Grösse 25 cm x 27 cm,

welches zu 100 Prozent im Arbeitsheim

gefertigt wird, ist im

Shop des Arbeitsheims Wangen

an der Hegnaustrasse 58

in Wangen bei Dübendorf

oder unter www.arbeitsheim.ch

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Der Rotmilan

startet durch

Noch vor 50 Jahren eine seltene Erscheinung,

ist der Rotmilan bei uns zu einem gewohnten

Anblick am Himmel geworden. Sein Brutbestand

hat sich in der Schweiz deutlich vergrössert. Damit

hebt er sich vom allgemeinen Trend des Artenschwunds

ab.

Der grosse, auffällig rostrot

gefärbte Greifvogel gleitet

bedächtig über die Wohnquartiere

Blick immer

nach unten. Manchmal scheint es, als

wolle er jeden Strassenzug, jeden Garten

ausspähen. Hält er Ausschau nach einer

unvorsichtigen, sich sonnenden Eidechse

oder hat er es auf einen überfahrenen

Singvogel abgesehen? In der Tat ist der

Rotmilan zu einem gewohnten Anblick

geworden auch im Siedlungsgebiet. Das

war nicht immer so. Ältere Ornithologen

und Vogelbeobachter berichten oft, dass

der Rotmilan vor 50 Jahren noch zu den

seltenen Beobachtungen zählte.

Ein Blick in den Historischen Brutvogelatlas

der Vogelwarte bestätigt diese

Entwicklung. In den 50er-Jahren des

letzten Jahrhunderts brüteten gerade mal

90 Rotmilan-Paare in der Schweiz. Sie

waren damals nur im zentralen Mittelland

etwa zwischen Bern und Schaffhausen

vertreten. In den folgenden Jahrzehnten

war nicht nur eine Steigerung

der Brutbestände, sondern auch eine

gebietsmässige Ausbreitung des Rotmilans

feststellbar. Die neusten Erhebungen für

den im November 2018 erscheinenden

«Brutvogelatlas 2013-2016» zeigen, dass

der Rotmilan heute das ganze Mittelland

und Voralpengebiet zwischen Bodensee

und Genf nahezu lückenlos besetzt.

Zudem hat er sich auch in die Alpentäler

ausgebreitet. Den Brutbestand schätzt

man zwischenzeitlich auf maximal

3500 Paare. Einzig im Tessin sowie in den

Walliser und Bündner Südtälern fehlt

er als Brutvogel vollständig. Ein Rotmilan

am Luganersee wäre somit während

der Brutzeit noch immer eine seltene

Beobachtung.

12 NATURZYT


NATURZYT 13

NATUR ERFAHREN


Zwei Rotmilane ducken

sich vor einer überfliegenden

Rabenkrähe.

Rotmilane jagen

gerne auf frisch

gepflügten Äckern.

Grosse Greifvögel

wie der Rotmilan

werden immer wieder

von Krähen belästigt.

ERFREULICHE

BESTANDSENTWICKLUNG

Der Rotmilan schwimmt resp. fliegt damit

gegen den Strom. Während viele Vogelarten

in den letzten Jahrzehnten teilweise

drastische Bestandseinbrüche erlitten,

scheint es dem Rotmilan zumindest in

der Schweiz richtig gut zu gehen. Doch

was sind die Gründe für diese untypische

Entwicklung? Zur Klärung dieser Frage

lancierte die Schweizerische Vogelwarte

ein Forschungsprojekt. Einige Faktoren

sind indessen schon bekannt. Teilweise

profitiert der Rotmilan von Veränderungen

in seinem Umfeld, welche andere Vogelarten

in Bedrängnis bringen. Zwei Beispiele:

Während die immer häufigere

und frühere Mahd für wiesenbrütende

Arten ein Gefährdungspotenzial darstellt,

verbessert dies für den Rotmilan den

14 NATURZYT


NATUR ERFAHREN

Zugriff auf Beutetiere wie Mäuse, Käfer

und Würmer, die zu seiner Lieblingsnahrung

gehören. Die stetige Zunahme

des Strassenverkehrs fordert immer mehr

Opfer unter Wildtieren und Vögeln

als Aasfresser profitieren der Rotmilan

und andere Greifvögel davon. Sie gehen

jedoch beim Einsammeln der überfahrenen

Tiere ein hohes Risiko ein, selber

unter die Räder zu kommen.

VERÄNDERTES ZUGVERHALTEN

Auch die Klimaveränderung trägt indirekt

zum Schutz des Rotmilans bei. Früher

war der Rotmilan als Zugvogel bekannt.

Als Kurzstreckenzieher verbrachte er

den Winter vorwiegend in Spanien. Für

die nördlichen Populationen gilt dies

heute noch. Seit die Winter bei uns milder

geworden sind, bleiben viele von ihnen

hier und beziehen nachts gemeinsame

Schlafplätze auf Bäumen. Ziehende Vögel

setzen sich einem erhöhten Risiko aus,

viele sterben unterwegs vor Hunger und

Erschöpfung resp. im Kugelhagel von

Vogeljägern. Entscheidender Faktor, ob

eine Vogelart wegzieht oder im Brutgebiet

bleibt, ist die Verfügbarkeit von Nahrung

im Winter. Vogelarten oder einzelne

Populationen ändern ihr Zugverhalten

über Generationen hinweg, wenn sich die

äusseren Bedingungen verändern. Beim

Rotmilan hat man herausgefunden, dass

er das Zugverhalten sogar in seinem

Lebenszyklus ändert. So ziehen 90 Prozent

der Jungvögel im ersten Herbst in den

Süden, während ältere Vögel meist im

Brut gebiet ausharren. In milden Wintern

findet der Rotmilan genügend Nahrung

in Form von Mäusen, Würmern und

Aas. Ist der Boden jedoch über längere

Zeit schneebedeckt und gefroren, wird

es eng für die Greifvögel. Dann tritt

oft der Mensch als «Helfer in der Not»

in Aktion. Traditionellerweise werden

hierzulande für die Greifvögel meist von

Privat personen an verschiedenen Orten

Schlachtabfälle ausgelegt. Das zieht

auch Mäusebussarde und Rabenvögel

an, die sich mit den Rotmilanen um das

Futter streiten.

AUF KOLLISIONSKURS MIT

WINDKRAFTANLAGEN

Eine Besonderheit des Rotmilans ist sein

relativ kleines Verbreitungsgebiet. Es

beschränkt sich im Wesentlichen auf

Zentral-, West- und Südwesteuropa. Der

Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt

in Deutschland, wo über die Hälfte des

NATURZYT 15


In der Schweiz werden

Greifvögel in harten

Wintern oft mit Schlachtabfällen

gefüttert.

weltweit auf maximal 29 000 Brutpaare

geschätzten Bestands brütet. Daneben

gibt es grössere Brutvogelbestände in

Frankreich, Spanien, Italien, Grossbritannien

und der Schweiz.

Doch ausgerechnet in Deutschland

droht dem Rotmilan Gefahr. Nach den

ebenfalls in den letzten Jahrzehnten

erfolgten erfreulichen Bestandsausweitungen

ist nun eine Umkehr des Trends

feststellbar. Die Ursache liegt einerseits

in der Intensivierung der Landwirtschaft

in den neuen Bundesländern mit starker

Förderung des Maisanbaus. Mais- und

Getreideanbau verhindern jedoch für

die gerne über offene Äcker und Wiesen

jagenden Rotmilane den Zugriff auf ihre

Beutetiere. Andererseits spielt der massive

Ausbau der Windenergienutzung dem

Rotmilan böse mit. Er teilt dieses Schicksal

mit dem Mäusebussard, der jedoch in

weit grösserer Zahl vorkommt, wie auch

mit selteneren Greifvögeln wie Weihen

und Schreiadler.

Längst ist der Rotmilan in Deutschland

zu einem Symboltier für den Kampf

von Vogelschützern gegen den schrankenlosen

Ausbau von Windkraftanlagen

geworden. Erst in jüngerer Zeit wurden

konkrete Untersuchungen über die Zahl

von «Schlagopfern» von Windkraftrotoren

durchgeführt. Zwar liegen die

Opferzahlen beispielsweise bei Stockenten

und Ringeltauben noch weit

höher, jedoch ist die Auswirkung auf

die Populationen bei den Greifvögeln

viel gravierender. Die erstgenannten

Arten gehören nämlich zu den «schnellen

Brütern», d.h., sie erzeugen jährlich

16 NATURZYT


Ein Rotmilan mit einer

Eidechse in den Fängen

schleppt dürres Gras

als «Beifang» mit.

NATUR ERFAHREN

eine grosse Zahl von Nachkommen

und können damit auch plötzlich

auftretende Verluste besser kompensieren.

Greifvögel jedoch stehen an

der Spitze der Nahrungskette und

haben kaum natürliche Feinde.

Sie haben eine andere Strategie der

Familien planung: späte Geschlechtsreife

und wenige Junge pro Jahr.

Dies macht sie empfindlicher gegenüber

künstlichen, von Menschen

verursachten Bedrohungen. Die heute

bekannten Opferzahlen, kombiniert

mit der langsamen Fortpflanzungsrate

und dem geplanten weiteren Ausbau

der Windkraft, ergeben ein relativ düsteres

Bild für die Zukunft der genannten

Greifvögel. Ohne zusätzliche Schutzmassnahmen

dürften im Jahr 2040

sowohl Rotmilan als auch Mäusebussard

in Deutschland deutlich tiefere

Bestands zahlen aufweisen als heute.

Es sei denn, sie lernen künftig, die

Gefahren dieser Anlagen besser

einzuschätzen. Hierbei sind jedoch

Greife deutlich träger als etwa die

schlauen Rabenvögel. Diese Erkenntnis

ist schmerzhaft für Menschen, welche

die Energiewende und den Ausbau der

erneuerbaren Energien befürworten,

sich aber auch Sorgen machen um den

Fortbestand der Arten. Insbesondere

in der Schweiz, wo der Windenergieausbau

noch in den Anfängen steckt,

ist eine sorgfältige Interessenabwägung

angezeigt.

Text/Fotos Beni Herzog

NATURZYT 17


Der Jungvogel ist an

der helleren Unterseite

erkennbar.

Der Rotmilan (Milvus milvus) …

… gehört zu den schönsten einheimi -

schen Greifvögeln. Sein farbenprächtiges

Federkleid kommt bei Sonnenlicht

besonders zur Geltung, die rostrote

Färbung sticht sofort ins Auge. Die

hellen Partien an den Flügelunterseiten

bezeichnet man als «weisse Fenster».

Sein Kopf ist hellgrau und weist eine

feine dunkle Längsstrichelung auf.

Vogelkalender 2019

Der Autor und Tierfotograf Beni Herzog

gibt seit 2011 jedes Jahr einen Wandkalender

A3 unter dem Titel «Vögel im

Jahreskreis» heraus. Er zeigt charakteristische,

jeweils zur Jahreszeit passende

Vogelbilder. Für Interessierte gibt es auch

die «Storys zu den Bildern». Der Preis

beträgt CHF 30. zuzügl. CHF 10.

Versand kosten.

Zu bestellen bei herzog@yetnet.ch (unter

Angabe der vollständigen Adresse) oder unter

www.benifoto.ch ➔ Persönlich ➔ Kontakt

Das helle Auge erkennt man meist

nur mit dem Fernglas. Er ist nach dem

Bartgeier und Steinadler der drittgrösste

in der Schweiz brütende Greifvogel

mit einer Flügelspannweite von

140 bis 170 Zentimetern.

Der Schwanz des Rotmilans ist

tief gekerbt, daher kommt der Name

«Gabelschwanz». Früher bezeichnete

man den Milan auch als «Gabelweihe».

Rotmilane steuern kaum mit den

Flügeln, sondern setzen ihren Gabelschwanz

ein, den sie bei Änderung der

Flugrichtung seitlich abkippen.

Der Speisezettel der Rotmilane ist

vielseitig, sie ernähren sich von Kleinsäugern

wie Mäusen, Kleinvögeln,

Würmern, Insekten und Aas. Ab und

zu packen sie auch Fische, Amphibien

und Reptilien. Wenn ein Landwirt

ein Feld pflügt, kann man manchmal

Milane, Mäusebussarde, Möwen und

oft auch Störche beobachten, wie sie

hinter dem Pflug herschreiten und in

der umgewälzten Erde nach Nahrung

suchen, ein herrliches Spektakel!

Der Rotmilan ist wie viele grosse

Greifvögel ein Gleitflieger. Er nutzt

geschickt die Thermik, um lange Zeit

ohne Flügelschlag über die Landschaft

zu segeln. Zur Brutzeit vollführen die

Paare richtige Kunstflüge und äussern

häufig ein wieherndes Trillern. Pro Jahr

ziehen sie höchstens eine Brut auf. Der

Horst wird auf einem kräftigen Baum

18 NATURZYT


Die Zeitschrift von BirdLife Schweiz

für junge Naturfreunde

Nr. 4 / Dezember 2017

10 bis 30 Meter über dem Boden gebaut.

Das Weibchen legt zwischen Ende März

und Mitte April meist zwei Eier und

benötigt rund 34 Tage zum Ausbrüten.

Nach dem Schlüpfen füttert das Männchen

die ganze Familie, während das

Weibchen die kleinen Nestlinge noch

hudert. Später schafft auch das Weibchen

Nahrung herbei. Die Sterblichkeitsrate

ist wie bei allen Jungvögeln gross,

der Rotmilan kann aber über 20 Jahre

alt werden.

Ein naher Verwandter des Rotmilans

ist der Schwarzmilan. Er ist ein echter

Zugvogel, denn er überwintert im südlichen

Afrika und kommt nur zur Brutzeit

zurück nach Europa.

NATUR ERFAHREN

Ein naher Verwandter

des Rotmilans ist

der Schwarzmilan.

ornis

Vögel Natur Umwelt 3/Juni 2016

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Zeitschrift des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz

ornis

Zeitschrift von BirdLife Schweiz

Faszinierende

Antarktis

125 Einsätze für

die Zürcher Natur

Fledermäuse

im Siedlungsraum

Vögel Natur Umwelt 1/Februar 2018

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Ernestines Kräuterapotheke

Beifuss mächtiges

Frauenheilkraut

Bereits die Ärzte der Antike lobten Beifuss als Frauenheilmittel,

um Unregelmässigkeiten bei der Menstruation zu regulieren, die Fruchtbarkeit

zu stärken, die Geburt zu erleichtern und die Nachgeburt zu fördern.


BEGEGNUNG IN DER NATUR

Beifuss wächst in Europa, Asien und

Nordamerika. Man findet ihn an Wegund

Feldrändern, auf Schutthalden und

in der Ufervegetation. Der Beifuss bildet

mit seinen stark verästelten Stängeln

einen stattlichen, bis zu 1,50 Meter

hohen Busch von wilder Schönheit. Die

Stängel sind weich behaart und rötlich

überlaufen. Die gefiederten Blätter sind

oben dunkelgrün und unten weissfilzig.

An den Stängelspitzen sitzen zahlreiche

kleine, gelb oder rotbraun gefärbte

Blüten. Die Pflanze schmeckt süsslich

bis bitter würzig.

Beifuss trägt den botanischen Namen

Artemisia vulgaris und ist in der Familie

der Korbblütengewächse (Asteraceae)

zu Hause. Der Gattungsname Artemisia

bezieht sich auf die griechische Göttin

Artemis (Geburtshelferin). Der Beiname

«vulgaris» bedeutet einfach. Beifuss ist

ein Verwandter des Wermuts (Artemisia

absinthium), der Eberraute (Artemisia

abrotanum) und des Estragons

(Artemisia dracunculus). Beifuss kann

mit Wermut verwechselt werden. Die

Blätter des Wermut sind beiderseits

silbrig-weiss behaart, Blattstiel und Stängel

sind nicht rötlich gefärbt. Wermut riecht

stark aromatisch und schmeckt sehr

bitter.

BEIFUSS IM GARTEN UND

AUF DEM BALKON

Die Staude ist recht anspruchslos. Sie

bevorzugt einen trockenen, sonnigen

Platz im Garten und liebt kalkhaltige

Erde, Sand und Kies. Sie können das

Kraut selbst aussäen oder eine Jungpflanze

beim Gärtner beziehen.

Ausgesät wird von April bis Juni in

Schalen. Beifuss ist ein Lichtkeimer,

daher nur andrücken, nicht bedecken.

Jungpflanzen im Abstand von 30 bis

40 Zentimeter setzen. Im nächsten Jahr

wachsen rund um die Mutterpflanze

kleine Beifusspflänzchen, da er sich

leicht selber aussät. Ältere Pflanzen

kann man durch Teilung des Wurzelstockes

vermehren. Beifuss ist eine robuste

Pflanze und braucht keinen Winterschutz.

Er eignet sich auch als Balkonpflanze,

da Beifuss gut in Töpfchen

gedeiht. Werden die Zweige zu Blütebeginn

(meist im Juni) abgeschnitten,

so treibt die Pflanze wieder frisches

Grün und verspricht bei viel Sonne

und regelmässigem Giessen eine zweite

Ernte.

ERNTE UND AUFBEWAHREN

Für die Hausapotheke werden die obersten

Triebspitzen mit Blättern und Blütenknospen

geerntet, im Halbschatten getrocknet

und lichtgeschützt aufbewahrt.

Je mehr die Blüte fortschreitet, desto

stärker entwickeln sich die bitteren

Anteile.

GESCHICHTE UND MYTHOLOGIE

Beifuss wurde bereits in der Antike als

«Mutter aller Pflanzen» hochgeschätzt.

Bei Persern und Griechen war Beifuss

der Göttin Artemis geweiht. Artemis

wurde als grosse Muttergöttin verehrt,

die bei Geburten um Hilfe angerufen

wurde. Die alten Römer legten sich

Beifussblätter in die Sandalen, um die

Füsse vor Übermüdung zu schützen.

Den Kelten galt es als magisches Kraut,

sie gürteten sich damit für den Tanz

der Sommersonnenwende. Am Ende des

Festes warf man den Sonnwendgürtel

ins Feuer und mit ihm alles Schlechte,

was man loswerden wollte. Alte Namen

des Beifusses wie Sonnwendkraut oder

Johannisgürtel verweisen auf diesen

uralten Brauch. Andere Volksnamen

sind Wilder Wermut, Schosswurz,

Jungfrauenkraut oder Mugwurz (vom

Keltischen = wärmen, kräftigen),

Machtwurz. Beifuss ist auch Bestandteil

des Kräuterbüschel, das an Mariä

Himmelfahrt der Maria zur Segnung

dargebracht wird.

WAS SAGEN DIE

ALTEN KRÄUTERKUNDIGEN?

Bereits die Ärzte der Antike wie Hippokrates,

Dioskurides und Galenos lobten

Beifuss als Frauenheilmittel. Es wurde

verwendet, um Unregelmässigkeiten

bei der Menstruation zu regulieren,

die Fruchtbarkeit zu stärken, die Geburt

zu erleichtern und die Nachgeburt zu

fördern. Hildegard von Bingen (11. Jh.)

pries den Beifuss als Heilmittel gegen

Magenverstimmungen: «Der Beifuss

ist sehr warm und sein Saft ist sehr nützlich,

und wenn er gekocht wird und in

Mus gegessen wird, heilt er kranke

Einge weide und erwärmt den kranken

Magen …». Die Ärzte Hufeland und

Rademacher setzten Beifuss im 19. Jh.

zur Behandlung der Epilepsie ein.

In neuerer Zeit gibt es dazu Berichte

von Dr. Schulz und Dr. Bohn.

MÄCHTIGES FRAUENHEILKRAUT

Beifuss fördert die Menstruationsblutung

und hilft bei ausbleibender oder zu

schwacher Menstruation. Gleichzeitig

wirkt er krampflösend und wird bei

schmerzhafter Periode eingesetzt. Hilfreich

ist Beifuss auch bei allen Erkrankungen

der Unterleibsorgane, die durch

Einwirkung von Kälte entstanden sind.

Hier wird der Tee innerlich getrunken

und äusserlich als Fussbad angewendet.

Uralt ist der Gebrauch des Beifuss- Kissens

für einen gesunden Schlaf.

MOXAKRAUT IN DER

CHINESISCHEN MEDIZIN (TCM)

Beifuss ist in der Chinesischen Medizin

eine hochgeschätzte Heilpflanze. Seine

thermische Qualität ist warm und

trocken, er hat die Kraft zu erwärmen.

Das getrocknete Kraut wird zu Stangen

(Moxazigarren) gepresst, die über

Akupunkturpunkte gesetzt und angezündet

werden. Die Hitze dringt tief

in den Körper ein, breitet sich über

die Meridiane aus und wirkt entkrampfend

und entspannend. Kälte

und Feuchtigkeit werden ausgetrieben,

die Bewegung von Qi (Energie) reguliert.

Das hilft bei Kopfschmerzen,

Krämpfen in der Magengegend und

Kreuzschmerzen.

Der einjährige Beifuss (Artemisia

annua) wurde in China als 2000 Jahre

altes Heilmittel zur Behandlung von

Malaria wiederentdeckt.

NATURZYT 21


Beifuss

in der Kräuterapotheke

Typisch für den Beifuss sind der

rötlich überlaufene Stängel,

die gefiederten, an der Unterseite

weissfilzig behaarten Blätter.

BEIFUSS-TEE

1 TL geschnittenes Beifusskraut mit ¼ l

kochendem Wasser übergiessen, max.

5 Minuten ziehen lassen. Beifusstee

schmeckt bitter, nicht süssen! Bis zu 3 x

täglich 1 Tasse trinken. Kein Dauer gebrauch!

In der Volksmedizin wurde

Beifusstee bei starken Magen-Darm- Störungen

mit Koliken, Durchfällen, Leberund

Gallenbeschwerden ange wen det. Ausserdem

bei nervös bedingten Beschwerden,

da er beruhigend auf das Nervensystem

wirkt. Äusserlich kann Beifuss tee als

wärmendes Fussbad eingesetzt werden.

BEIFUSS IN DER HOMÖOPATHIE

Die Urtinktur wird aus der frischen

Wurzel hergestellt. Artemisia eignet

sich besonders bei epileptischen Krampfanfällen,

ausgelöst durch Schreck oder

andere heftige Erregungen. Des Weiteren

wird er eingesetzt bei Schlafwandeln,

Katalepsie (Verharren in starrer Körperhaltung)

und Hysterie.

ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN

Beifuss darf nicht in der Schwangerschaft

und Stillzeit angewendet werden.

Allergiker sollten Beifuss nur mit Vorsicht

einsetzen.

RÄUCHERN MIT BEIFUSS

Artemisia ist eine alte Schutz-, Heil- und

Zauberpflanze und hat eine lange Räuchertradition.

Er wird gebraucht bei Schutzund

Reinigungsräucherungen. Zur

Kräuterkurse und Kräuterrundgänge

mit Ernestine

Ernestine Astecker ist Apothekerin, Homöopathin

und Innerwise ® Coach und arbeitet

in eigener Gesundheitspraxis in Hedingen ZH.

In Kräuterkursen und auf Kräuterrundgängen

gibt sie gerne ihre Begeisterung und ihr

Wissen über Kräuter weiter.

Nähere Informationen zum Kursangebot

unter www.eastecker.ch

oder Telefon 043 322 86 70.

Winter- und Sommersonnenwende

sowie während der Raunächte ist eine

Beifuss-Räucherung unverzichtbar.

Der bittersüsse, würzige Duft wirkt

wärmend, entspannend und beruhigend

auf die Nerven.

BEIFUSS IN DER KRÄUTERKÜCHE

Als beliebtes Küchengewürz fehlte

Beifuss früher bei keinem fetten

Gericht. Traditionell gehörte es insbesondere

zum Gänsebraten. Beifuss

hilft dem Magen, das schwere und

fettige Essen besser zu verdauen. Er

wird frisch oder getrocknet verwendet.

Die ganz jungen Triebe und Blätter

sind wenig bitter und eignen sich als

frische Zutat für Salate. Getrocknet

als Würze auch für Kartoffelsuppe,

Kohlgerichte, Fleisch und Pilze. Tipp:

Aus getrocknetem Beifuss, Rosmarin

und Thymian lässt sich ein herrliches

Kräutergewürz herstellen, insbesondere

für fette Speisen.

Text / Fotos Ernestine Astecker

Quellen und weiterführende Literatur:

Fischer-Rizzi, S., Medizin der Erde.

Kauderer, R., Handbuch der heimischen

Räucherpflanzen. Madejsky M.,

Lexikon der Frauenkräuter.

Tornieporth, G., Der Hildegard-Garten.

Vornarburg, B., Homöotanik, Bd. 2.

NATÜRLICHE MOTTENABWEHR

Beifuss vertreibt Motten, daher wurden

früher Beifusszweige in Schränke und

Truhen gelegt. Einzeln oder gemischt mit

einem anderen Kraut wie Lavendel, Waldmeister,

Honigklee, Minze lassen sich

duftende Kräuterkissen kreieren, die

Motten abwehren und gleichzeitig der

Wäsche einen frischen Duft verleihen.

RÄUCHERMISCHUNG ZUR

RAUMKLÄRUNG

Die Atmosphäre in Räumen mit Räucherungen

zu klären und reinigen, wird seit

Jahrtausenden durchgeführt. Eine bedrückende,

dumpfe Atmosphäre lässt sich

durch Räuchern in behagliche Wohlfühlenergie

verwandeln. Kräuter wie Beifuss,

Wacholder, Salbei (aus dem Garten),

Engelwurz und Fichtenharz sind besonders

geeignet. Wacholder und Salbei sind stark

reinigend, Wacholder zusätzlich desinfizierend.

Fichtenharz führt alte Wunden

zum Heilen. Engelwurz wirkt schützend

und lichtbringend. Und so geht’s: In eine

Räucherschale Sand geben, Räucherkohle

darauf legen, diese entzünden. Ist die

Räucherkohle gut durchgeglüht, legen Sie

die Räuchermischung darauf und beginnen

mit dem Räucherritual. Nach dem Räuchern

gut lüften. Diese Räucherung kann

auch bei Wohnungswechsel durchgeführt

werden.

Die Anwendung der angeführten Rezepturen

erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt

keinen Arztbesuch. Eine Haftung der Ver fas serin

bzw. der Redaktion ist ausgeschlossen.

22 NATURZYT


Herstellung

von Beifuss-Öl

NATUR ERFAHREN

Zutaten: frischer Beifuss mit Blättern und

Blüten, kalt gepresstes Olivenöl, Schraubglas,

Schneidebrett, Wiegemesser.

Zubereitung: Blätter und Blüten klein

schneiden, in das Schraubglas geben,

mit Olivenöl auffüllen und verschliessen.

Dabei darauf achten, dass alle Pflanzenteile

mit Öl bedeckt sind. 2 bis 3 Wochen an

einem warmen, hellen Ort ziehen lassen,

regelmässig schütteln. Dann abseihen

und in eine dunkle Flasche füllen.

Beschriften.

Haltbarkeit ca. ein halbes Jahr.

Anwendung: Zum Einreiben für müde,

geschwollene Füsse, bei Muskelkater

und Verspannungen, insbesondere nach

langen Wanderungen oder Reisen.

NATURZYT 23


Tierisch gute Interviews

Interview mit Olaf

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht.

Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8-

oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie

würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden?

24 NATURZYT


Muneli

Eine spannende Idee sähen wir das

ganze einmal aus ihrer Sicht und erführen,

was sie uns alles zu sagen

hätten. Naturzyt hat sich deshalb

entschlossen, neue Wege aus zuprobieren und

sich darüber Gedanken zu machen, was wäre,

wenn sie wie wir sprächen und wir sie einfach

fragen könnten.

Schon seit 10 000 Jahren vom Menschen

domestiziert. Seine Gesamtmasse auf der Erde ist

fast doppelt so hoch wie unsere. Es wird als

Massenvieh zur Fleisch- und Milchgewinnung

missbraucht mal gut, mal miserabel gehalten

oder als Hilfe beim Tragen schwerer Lasten und

der Bearbeitung des Landwirtschaftslandes

geschätzt. Gehörnt oder auch nicht, mancherorts

sogar als heilig verehrt, in einem Zug

mit Dummheit genannt, zum Werbeträger von

Schokolade oder Milch gemacht ja, das geht

doch auf keine Kuhhaut. Danke dass es dich

gibt, geliebtes Hausrind.

AN EINEM MILDEN, JEDOCH ETWAS TRÜBEN

ABEND SPAZIERTEN MEINE KLEINE SCHWES-

TER UND ICH AN EINER VIEHWEIDE VORBEI.

DIE DORT FRIEDLICH GRASENDEN KÜHE

GABEN EIN HÜBSCHES BILD AB, UND WIR

SAHEN MIT FREUDE, DASS ES EINE HERDE

MIT MUTTER KUHHALTUNG WAR. PLÖTZLICH

KAM FORSCHEN SCHRITTES EIN KLEINER

HÜBSCHER JUNGSTIER AUF UNS ZU. SEINE

AUGEN UND OHREN WAREN VOLLER

NEUGIER AUF UNS GERICHTET. DAS SCHRIE

FÖRMLICH NACH EINEM INTERVIEW. ALSO

NIX WIE LOS UND FRAGEN STELLEN.

Hallo, ich heisse Olaf.

HALLO OLAF, ICH HABE SELTEN EINEN SO

SCHÖNEN JUNGSTIER WIE DICH GESEHEN.

DU BIST IN MEINEN AUGEN EINFACH

PERFEKT UND HAST EINE GANZ LIEBE AUS-

STRAHLUNG.

Boah, danke vielmals, so etwas Liebes hat noch

nie jemand zu mir gesagt.

IST DENN DER BAUER NICHT LIEB ZU DIR?

Doch, doch, aber er hat halt nicht so viel Zeit

für uns, weil er noch so viel andere Arbeit

machen muss. Aber wir dürfen immer raus zum

Grasessen, das mag ich sehr. Wieso fragst du?

NAJA, ES SIND EBEN NICHT ALLE MENSCHEN

NETT MIT TIEREN, VOR ALLEM NICHT MIT

NUTZTIEREN. ABER DA IHR MIT EUREN

MÜTTERN AUF DER WEIDE SEID, HAB ICH

SCHON GEDACHT, DASS ES EUCH HIER

GUT GEHT. IST DEINE MAMA AUCH HIER?

Ja, meine Mama ist dort hinten.

FÜRCHTEST DU DICH DENN NICHT? DU

BIST ZIEMLICH WEIT WEG VON DEINER

MAMA.

Nein, wieso? Da ist ja ein Zaun und ich kann

ganz schnell rennen. Ausserdem bin ich

schon gross und stark und gehe gerne auf

Entdeckungsreise.

WIE ALT BIST DU DENN?

Ich bin schon 7 Monate alt.

DAS IST EIN WUNDERBARES ALTER.

EIN JUNGRIND ALSO. WAS MACHST DU

DENN DEN GANZEN TAG SO UND MÜSST

IHR AM ABEND IN DEN STALL ZURÜCK?

Oh, ich esse ganz viel Gras, springe mit meinen

Freunden auf der Weide herum, esse wieder

ganz viel Gras, gehe mit meiner Mama schmusen,

trinke ganz viel Wasser, schlafe etwas, esse

wieder Gras, sage allen Hallo, die am Zaun

vor beikommen, springe wieder mit meinen

Freunden herum, esse wieder Gras, trinke

etwas und gehe die Welt entdecken. Im Sommer,

als es noch schön warm war, durften wir

nachts oft draussen bleiben. Jetzt gehen wir

aber Abends zurück in den Stall.

DANN IST DEIN TAG JA VOLL AUSGEFÜLLT.

WUSSTEST DU, DASS HAUSRINDER BEIM

WIEDERKÄUEN ÜBER 30 000 KAUBEWEGUNGEN

AM TAG MACHEN UND DASS IHR DABEI

BIS ZU 150 LITER SPEICHEL PRODUZIERT?

DESHALB MÜSST IHR AUCH GANZ VIEL

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 25


TRINKEN, VOR ALLEM AN HEISSEN TAGEN,

DA BRAUCHT IHR SCHON MAL UM DIE

180 LITER WASSER.

Ist das denn viel?

VERGLICHEN MIT UNS MENSCHEN SCHON,

JA. ABER IHR SEID JA AUCH VIEL GRÖSSER.

Ja mein Papa ist ein ganz Grosser und meine

Mama ist auch eine der Grösseren der Herde.

DANN IST DEIN PAPA SICHERLICH EIN STATT-

LICHER BULLE. DIE WERDEN SO 1000 BIS

1200 KILOGRAMM SCHWER. IST ER MIT EUCH

AUF DER WEIDE?

Nein, leider nicht. Ich würde gerne mal mit ihm

spielen. Er ist mein grosses Vorbild.

Im Gespräch mit NATURZYT

Olaf Muneli will mal Zuchtbulle werden. Ist ein kühner Entdecker

und Springinsfeld. Spielt gerne mit seinen Kumpels und isst

am liebsten Gras.

DAS WÄRE VIELLEICHT GEFÄHRLICH. ICH

BIN SICHER, DEIN BAUER WEISS SCHON,

WESHALB ER NICHT MIT EUCH AUF DER

WEIDE SEIN DARF. WEISST DU EIGENTLICH,

WESHALB DU AUF DER WELT BIST?

Mama hat gesagt, dass immer mal wieder

Kühe von hier weggehen. Manche nach einem

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halben Jahr, manche später, und sie kommen

nicht wieder. Ich dachte, sie ziehen vielleicht

woanders hin, aber Mama sagte mir, dass sie

dort, wo sie hingehen, totgemacht werden und

danach von den Menschen gegessen werden.

Aber das geht nicht allen so.

DAS IST ABER TRAURIG. UND WAS

DENKST DU DARÜBER?

Naja, wir haben hier ein schönes Leben,

bekommen gutes Futter und haben’s sauber.

Aber wir sind auch sehr viele und es hat

nicht für alle Platz. Auch sind nicht alle

gleich stark und gleich gesund. Der Bauer

weiss diese Dinge sicher und deshalb bringt

er dann halt manchmal einige von uns weg.

Und wenn sie schon totgemacht werden, ist

es doch gut, wenn sie von den Menschen noch

gebraucht werden können.

DAS IST ABER EINE SEHR GROSSZÜGIGE

EINSTELLUNG. SCHLIESSLICH KÖNNEN

HAUSRINDER BIS ZU 20 JAHRE ALT WERDEN.

Ist das alt?

JA, DAFÜR, DASS DIE MEISTEN MILCH-

KÜHE NUR 5 BIS 8 JAHRE ALT WERDEN,

UND MANCHES RIND NICHT MEHR

ALS 2 JAHRE, VON DEN KÄLBERN GAR

NICHT ZU REDEN, IST DAS SEHR ALT.

Dann lebe ich ja noch voll lange. Ich will nämlich

mal Zuchtstier werden wie mein Papa.

SO SCHÖN, WIE DU BIST, UND SO WOHL-

PROPORTIONIERT, KÖNNTEST DU DAS

GLATT WERDEN. AUF JEDEN FALL WÜNSCHE

ICH DIR EIN LANGES UND GLÜCKLICHES

SORGENFREIES LEBEN UND DASS SICH DEINE

WÜNSCHE ERFÜLLEN MÖGEN. ES WÜRDE

MICH FREUEN, WENN DU IRGENDWANN

IN 20 JAHREN AN UNSER GESPRÄCH ZURÜCK-

DENKST UND DU AUF DEINEM HOF DAS

GNADENBROT BEKOMMST. ICH DANKE DIR

FÜR UNSER GESPRÄCH, LIEBER OLAF.

Ich danke dir auch, es war nett, mit dir zu reden.

Text, Foto, Illustration Virginia Knaus

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Natur im Garten

Auch Insekten

halten Winterschlaf

Viele Schädlinge, die im Frühjahr scheinbar

aus dem Nichts auftauchen, überstehen

den Winter als winzige Eier oder Larven. Jedes

Insekt hat seine eigene Überwinterungsstrategie

und lässt sich mit geeigneten Massnahmen

bereits während der kalten Jahreszeit

gut in Schach halten.

Jeder Gartenbesitzer kennt das

Phänomen im Frühling: Kaum

herrschen wärmere Temperaturen

und brechen die Knospen auf,

bedecken bereits ganze Kolonien

von Läusen die frischen Blättchen, und

die Setzlinge werden über Nacht von

Schnecken kahl gefressen. Woher all

die Tierchen kommen, die sich an den

Lieblingspflanzen gütlich tun, bleibt

meist ein Rätsel. Beschäftigt man sich

jedoch etwas mit dem Lebenszyklus

der Insekten, wird schnell klar, dass

28 NATURZYT


sie wahre Überlebenskünstler sind.

Grundsätzlich können alle bei uns

heimischen und an die hiesigen Klimaverhältnisse

angepassten Insekten

den Winter problemlos überstehen.

Je nach Art sind Insekten als Ei,

Larve oder im adulten Stadium auch

gegen tiefe Temperaturen widerstandsfähig.

Allerdings vertragen

sie nass kaltes Wetter über längere

Zeit schlecht. Pilze machen dann

den Tierchen zu schaffen, ein starker

Befall kann sie sogar abtöten.

Direkte Massnahmen im frühen

Frühling können helfen, schädliche

Insekten im Garten im Schach zu halten.

Dabei sollten jedoch nie die hilfreichen

Nützlinge vergessen gehen, die ebenfalls

überwintern und die geschützt

werden sollten. Der Begriff «Schädling»

existiert im naturnahen Gartenbau

eigentlich nicht. Vielmehr sollte man

von Nahrungskonkurrenten sprechen.

Denn in der Natur sind alle Insekten

auf ihre Weise nützlich, wichtig ist vor

allem, dass das Gleichgewicht stimmt

und nicht gestört wird.

GARTEN IM WINTER BEOBACHTEN

Das ständige Wechselspiel der Räuber-

Beute-Beziehung in der Natur erfordert

von den Gärtnerinnen und Gärtnern

Beobachtungsgabe und manchmal viel

Geduld. Wir sollten uns über die

ersten Läuse im Frühling freuen, denn

dadurch sind Nützlinge wie Marienkäfer

und Florfliegen versorgt und

können ihre Population aufbauen. Damit

die weniger erwünschten Insekten

nicht überhandnehmen, ist es deshalb

neben direkten Massnahmen gegen

Nahrungskonkurrenten genauso

wichtig, Nützlinge in den Garten zu

locken. Durch das Kultivieren oder bereits

nur Tolerieren gewisser, meist einheimischer

Pflanzenarten können Nützlinge

nachhaltig gefördert werden. In

einem naturnahen Garten geht es vor

allem darum, das Gleichgewicht zu finden.

Zwar herrscht im Winter meist Ruhe

abgesehen von den Aktivitäten der

Wühlmäuse , doch das Leben der Natur

sollte man trotz allem im Auge behalten.

Es ist wichtig, den Garten auch in den

kalten Monaten zu beobachten und allfällige

Eigelege oder Larven von Insekten

gezielt einzusammeln. Auf chemische

Pflanzenschutzmittel sollte man hingegen

im naturnahen Garten gänzlich verzichten

dadurch bringt man das ökologische

Gleichgewicht durcheinander

und schadet auch der eigenen Gesundheit.

Folgende Massnahmen können

bereits jetzt gegen Nahrungskonkurrenten

eingesetzt werden:

SCHNECKEN

Schnecken überwintern als Eier oder

Tiere im Boden. Sie sind zwittrig, jedes

Tier kann also Eier legen. Sie vermehren

sich jedoch nur dann übermässig, wenn

die Lebensbedingungen für sie stimmen.

Die Gartenweg- und Ackerschnecken

verbringen im Gegensatz zu ihren grösseren

Verwandten den Hochsommer

verborgen in der Erde und werden mit

zunehmender Feuchtigkeit im Herbst

wieder aktiv. Sie fressen selbst bei

Temperaturen um den Gefrierpunkt,

also auch im Winter. Da diese Schnecken

nicht sehr mobil und relativ standorttreu

sind, kann man sie leicht entfernen.

Legt man ausgepresste Orangenhälften

aus, nutzen Gartenweg- und

Ackerschnecken diese gerne als

Unterschlupf und lassen sich so gut

einsammeln. Schneckeneier überstehen

den Winter meist im Kompost oder

unter der Erdoberfläche. Die Eier sind

weisslich bis durchsichtig, glänzend und

rund. Im Frühjahr können zudem

Bretter ausgelegt werden, um die jungen

wie adulten Tiere besser einsammeln

zu können. Die ruhige Zeit während des

Winters kann zudem genutzt werden,

um einen Schneckenzaun zu installieren.

BLATTLÄUSE

Blattläuse sind wahre Vermehrungsspezialisten:

Die kalte Jahreszeit

verbringen sie im Eistadium. Die Läuse,

die im Frühling schlüpfen, sowie ihre

Nachkommen sind in der Lage, das

ganze Jahr hindurch ohne Befruchtung

lebende Jungtiere zu gebären. Ende des

Jahrs bilden sich wieder Geschlechtstiere,

welche Eier ablegen. Die Vermehrung

ist rasant, denn Jungläuse können

im Sommer bereits im Alter von 10 bis

14 Tagen Junge zur Welt bringen. Bevor

die Nützlinge genügend aktiv werden,

ist die Population der Läuse meist bereits

sehr gross. Als Blattlaus-Liebhaber sind

Marienkäfer und deren Larven bekannt:

Sie können ab Ende April auf stark befallenen

Pflanzen ausgesetzt werden.

Die Marienkäfer-Larven dürfen erst ab

einer bestimmten Grösse auf die Blattläuse

angesetzt werden, da sie sich sonst

nicht gegen die Ameisen zur Wehr

setzen können, welche die Blattlauskolonien

pflegen und schützen. Bietet

der Standort ihnen genug Nahrung

und ideale Bedingungen, sind Marienkäfer

relativ standorttreu. Die Eiablagen

an den Trieben schwarze, glänzende

Kügelchen bei den Rosenläusen können

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bereits im Winter von den Pflanzen abgestreift

werden. Neben Marienkäfern

gehören auch Schwebe- und Florfliegen

sowie Ohrwürmer und Schlupfwespen

zu den natürlichen Gegenspielern der

Blattläuse.

SCHILD- UND WOLLLÄUSE

Diese Läuse schützen sich im Gegensatz

zu Blattläusen mit einem Schild aus

wachsartigen oder wolligen Ausscheidungen

vor Feinden und ungünstigen

Witterungseinflüssen. Deshalb stellt

ihre Bekämpfung meist eine Herausforderung

dar. Beim Befall von Obst -

gehölzen, Beeren und Reben ist eine

Austriebsspritzung im Januar oder

Februar, bevor die Blätter treiben, zu

empfehlen. Jedoch nur bei sehr starkem

Befall: Mit der Winterspritzung auf

paraffinölhaltiger Basis verschliesst man

den Läusen und somit den unter dem

Schild liegenden Eiern die Atemöffnungen.

Doch auch Nützlinge ersticken. Eine

andere Alternative gibt es kaum. Befallen

Schild- oder Wollläuse Zimmerpflanzen,

können der Australische Marienkäfer

und seine Larven eingesetzt werden.

Sie können jedoch nur in geschlossenen

Räumen ausgesetzt werden, da sie Temperaturen

von 22 bis 30 Grad Celsius

benötigen und die Gefahr besteht, dass

die Käfer wegfliegen. Der Australische

Marienkäfer kann jedoch im Gegensatz

zu seinem asiatischen Verwandten

nicht zu einer invasiven Art werden, da

er in unseren Breitengraden draussen

nicht überwintern kann.

WEISSE FLIEGE MOTTENSCHILDLAUS

Jene Arten der Weissen Fliege, die sich

vor allem an Kohlgewächsen gütlich tun,

überwintern als adulte Tiere und sind

so lange aktiv, wie sie Nahrung finden

können. Deshalb ist es wichtig, alle Kohlpflanzen

im Garten bis Ende Januar

zu ernten und auszureissen. Ohne

Nahrung sterben die saugenden Läst-

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Mehr dazu auf Seite 63 und 64.


t

18

Ihre Wirtspflanzen sind, wie der Name

schon sagt, Zwiebelgewächse wie Lauch,

Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebeln.

Die Lauchminierfliege macht zwei

Generationen pro Jahr: Die ersten Fliegen

schlüpfen im Frühjahr und stechen

die Pflanzen an der Blattspitze an, wobei

kleine silbrige Frasspunkte entstehen.

Mit dem Legestachel werden die Eier

Wollläuse bilden als Schutz weisse, flockige Wachs ausscheidungen, unter in die Blätter abgelegt, und die daraus

denen sich die eigentliche Laus versteckt.

schlüpfenden Larven minieren das Laub.

Nach drei Wochen verpuppen sich

Fantasie die Maden beflügelt

in der Pflanze, und im Herbst

gelassen werden, sodass alles durchfrieren

kann. In ganzjährig

schlüpft dann die zweite Generation.

Schöpferisches

genutzten Der Lebenszyklus beginnt von Neuem,

Gewächshäusern oder Wintergärten die Puppen überwintern in der Pflanze.

können im Winter Encarsia-Schlupfwespen

eingesetzt werden. Die Nütz-

sollte der Lauch bis Ende Februar geerntet

Um die Ausbreitung zu unterbrechen,

linge sind auf eine Temperatur von min- werden. Zudem können die Larven auch

destens 18 Grad Celsius angewiesen. in den geernteten und zum Trocknen

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linge bald. Auch das Gewächshaus wird

gerne als Winterquartier benutzt, wo

sich die Weisse Fliege durch die ganze

kalte Jahreszeit fleissig vermehren

kann. Wenn möglich sollte deshalb

das Gewächshaus bis spätestens Ende

Februar natUrban

komplett ausgeräumt sein.

Hygiene steht bei der Dezimierung der

Weissen Fliegen an erster Stelle. Das

Gewächshaus sollte vor der weiteren

Benutzung im Frühling offen stehen

LAUCHMINIERFLIEGE

In den letzten Jahren hat sich die Lauchminierfliege

sehr stark ausgebreitet.

aufgehängten Zwiebeln überwintern und

bei genügend warmen Temperaturen

ausfliegen. Deshalb ist eine genaue

Kontrolle während der Ernte wichtig:

NATUR BEWAHREN

Gleichheit tröstet

Vielfalt nährt

t

18

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von Gärten ist unsere Kompetenz.


Marienkäfer und Läuse:

Marienkäfer tun sich gerne

an Blattläusen gütlich

und vertilgen bis zu 100

der Schädlinge pro Tag.

Die Maden sind mit ihren vier Millimetern

Grösse und durch ihre gelb-braune

Färbung gut zu erkennen. Um den Befall

zu reduzieren, können bei der Pflanzung

von Zwiebelgewächsen im Frühling über

die Beete ausgebreitete Insektenschutznetze

helfen. Bei den Zwiebeln sollte man

die Netze bis Ende Mai auf dem Beet

lassen, beim Lauch von Mitte Juli bis zum

ersten Frost.

MADEN VON DICKMAULRÜSSLER,

JUNIKÄFER UND MAIKÄFER

Der nachtaktive Dickmaulrüsslerkäfer

hinterlässt an hartlaubigen Pflanzen wie

Rhododendron, Rosen und Kirsch lorbeer

halbrunde Frassspuren. Viel grössere

Schäden richten jedoch seine Larven an,

die als Engerlinge im Boden überwintern

und an den Wurzeln nagen. Die Dickmaulrüssler-Larven

haben eine Grösse von

etwa 1,2 Zentimetern und sind an ihrem

braunen Kopf zu erkennen. Beim Umgraben

des Beets im Frühling oder bei

der Neubepflanzung von Balkonkistli

und Töpfen sollten die Engerlinge

unbedingt entfernt werden. Um jedoch

wirklich alle Larven zu erwischen,

empfiehlt sich die Ausbringung von

Nematoden von Ende April bis Anfang

Juni. Nematoden sind kleine Fadenwürmer

und suchen im Boden aktiv

nach Dickmaulrüsslerlarven.

Auch die Engerlinge des Mai- und

Junikäfers können durch den Wurzelfrass

während des Winters in Wiesen und

Rasen sowie an Beeren-, Obst- und

Gemüsekulturen grossen Schaden verursachen.

Gegen Maikäferlarven kann

im März der Engerlingspilz «Beauveria»

ausgebracht werden. Der Pilz wird auf

Gerstenkörnern kultiviert und befällt,

wenn er in den Boden eingearbeitet

wird, nur Maikäferlarven. Vorsicht:

Bei «Engerlingen» im Kompost handelt

es sich meist um die Larven des Rosen -

käfers, die sich auf dem Rücken fortbewegen.

Sie gelten als Nützlinge.

NAHRUNG FÜR NÜTZLINGE

Grundsätzlich gilt es beim naturnahen

Gärtnern immer zu berücksichtigen,

dass in der Natur alle Insekten auf ihre

Weise nützlich sind. Die Natur verfügt

über ein gut funktionierendes Ökosystem.

Ein starkes Auftreten von Schädlingen

und Krankheiten an Pflanzen kann

deshalb oft auch auf einen Mangel oder

Überschuss mehrerer Faktoren zurückgeführt

werden. Geeignetes Klima, Standort,

Fruchtwechsel, Sortenwahl, bestmögliche

Aussaat- und Pflanzzeit sowie ausgewogene

Bewässerung und Düngung

bieten die Grundlagen für ein gesundes

Wachstum unter optimalen Bedingungen.

Ein Eingreifen ins ökologische Gleichgewicht

sollte sich deshalb nur auf Notfälle

beschränken, andernfalls muss die Pflanzenwahl

im Garten überdacht werden.

Neben gezüchteten Rosen und Ziergehölzen

sollten stets auch einheimische

oder sogar standortheimische Pflanzen im

Garten Platz haben. Indem sie Insekten

32 NATURZYT


Wilder Mix statt akkurate

Langeweile: Im naturnahen

Garten dürfen im Beet

Gemüse und Blumen gemischt

werden.

NATUR BEWAHREN

Im Garten sollte man Unterschlüpfe

wie Gras- und Asthaufen

für Blindschleichen, Kröten

und Frösche lassen.

Nahrung, Fortpflanzungsmöglichkeiten

und Unterschlupf bieten, erhöhen sie die

natürliche Vielfalt und somit die Stabilität

des Ökosystems «Garten». Doch Nützlinge

können nicht nur mit einheimischen

Pflanzen wie Flocken blume, Dost und

Pfaffenhütchen in den Garten gelockt

werden. Besonders attraktiv sind auch

Wiesenblumen mit offenem Blütenbau

wie die Schaf garbe oder die Margerite,

da deren Pollen und Nektar auch von

kurzrüssligen Schwebe fliegen aufgenommen

werden können.

EIFRIGE HELFER

Den Nützlingen zuliebe sollte zudem

in jedem Garten die traditionelle

Trennung zwischen Blumenrabatte

und Gemüsebeet aufgegeben werden.

Heil- und Gewürzkräuter, Klatschmohn

und Ringelblumen sehen zwischen

Salatköpfen und Lauchstängeln nicht

nur schön aus, sondern locken die

Nützlinge auch ins Gemüsebeet. Eine

abwechslungsreiche Gestaltung erhöht

den ökologischen Wert eines Gartens.

Einheimische Heckensträucher sorgen

während des ganzen Vegetationsjahrs

für Nektar und Pollen.

Auch kleine Aufmerksamkeiten

anderer Art wissen Nützlinge zu

schätzen. Beim Räumen des Gartens

sollte man Unterschlüpfe wie Grasund

Asthaufen für Blindschleichen,

Kröten und Frösche lassen. Diese Tiere

sind zwar sehr ortstreu, verlassen

jedoch den Garten, wenn die Lebensbedingungen

für sie nicht ideal sind.

Insekten überwintern zudem gerne

auf Hochstammbäumen, an begrünten

Hauswänden, in alten Schuppen oder

ungeheizten Estrichen. Besonders

wertvoll sind ebenfalls Trockensteinmauern,

Lesesteinhaufen oder Mulchmaterial

wie Laub. Auch Vögel sind

im Biogarten gern gesehene Gäste: Sie

nutzen im Winter gesäuberte Nistkästen

und picken zum Dank eifrig Insekten

aus Rinden ritzen und Knospen.

Von einer Winterfütterung ist jedoch

abzuraten: Wenn, dann sollte man

nur die Meisen mit Meisen knödeln

in den Garten locken, denn sonst

werden sie von anderen Vogel arten

verjagt.

Text Helen Weiss Fotos Fotolia

NATURZYT 33


Leckeres 3-Gang-Birnen-

Vorspeise:

LINSENSUPPE

MIT BIRNENCRÔUTONS

Zutaten (für 4 Personen)

1 Zwiebel

200 g Knollensellerie

1 EL Rapsöl

8 dl Gemüsebouillon

150 g rote Linsen

12 EL scharfer Senf

Salz, Pfeffer

400 g Birnen

1 TL Bratbutter

2 Zweige Dill oder Petersilie

Zwiebel fein hacken. Sellerie

schälen und in ca. 1 cm grosse

Würfel schneiden. Rapsöl in

einer Pfanne leicht erhitzen.

Zwiebel und Sellerie im Öl

2 Minuten dünsten. Bouillon

zufügen. Linsen unter kaltem

Wasser spülen. In die Pfanne

geben, aufkochen und in etwa

15 Minuten weich köcheln.

Suppe pürieren, mit Senf, Salz

und Pfeffer abschmecken.

Birnen schälen, entkernen

und in 1 cm grosse Würfel

schneiden. Butter in einer

Brat pfanne erhitzen, Birnenwürfel

12 Minuten bei guter

Hitze braten.

Suppe mit Birnenwürfeln

anrichten und mit Dill

oder Petersilie garnieren.

Rezepte und Fotos in Kooperation mit Schweizer Obst verband. Mehr fruchtige Rezepte auf www.swissfruit.ch

unikat

« Saftige

Schweizer Birnen.

Natürlich frisch

und gesund»

34 NATURZYT


NATURZYT kocht

Menü

Hauptgang:

LACHSFORELLE MIT SCHARFEM

BIRNEN-LAUCH-GEMÜSE

Zutaten (für 4 Personen)

140 g Parboiled Reis

12 rote Peperoncini

1 daumengrosses Stück Ingwer

500 g Lauch

400 g Birnen

2 TL Zitronensaft

50 g Cashewnüsse

2 EL Olivenöl

1 dl Orangensaft

1 dl Gemüsebouillon

2 EL Sojasauce

500 g Lachsforellenfilets

Salz, Pfeffer

Reis nach Packungsangabe

zubereiten. Peperoncini je nach

Schärfe entkernen und in Ringe

schneiden. Ingwer schälen

und fein hacken. Lauch in dünne

Rädchen schneiden. Birnen

schälen, entkernen, in Schnitze

schneiden und mit Zitronensaft

beträufeln.

Cashewnüsse in einer Bratpfanne

ohne Fett leicht anrösten, aus

der Pfanne nehmen.

Peperoncini und Ingwer in 1 Esslöffel

Öl anbraten. Lauch und

Birnen zufügen und kurz mitbraten.

Mit Orangensaft und Bouillon

ab löschen, 57 Minuten köcheln.

Mit Sojasauce würzen. Fischfilets

mit Salz und Pfeffer würzen.

Im restlichen Öl auf jeder Seite

ca. 2 Minuten bei mittlerer Hitze

braten.

Dessert:

INGWERBIRNEN

MIT PASTINAKENCREME

Zutaten (für 4 Personen)

250 g Pastinaken

1 Sternanis

1/4 TL Zimt

1/4 TL Kardamom

20 g Zucker oder

½ TL flüssiger Süssstoff

450 g Birnen

12 cm frischer Ingwer

1 EL Zitronensaft

180 g Naturejoghurt, teil entrahmt

10 g Pistazien, gehackt

Pastinaken schälen, in 1 cm grosse

Würfel schneiden. Mit 2 dl Wasser,

Sternanis, Zimt, Kardamom und

Zucker aufkochen. Zugedeckt

ca. 10 Minuten köcheln, bis die

Pastinaken sehr weich sind.

Sternanis entfernen. Pastinaken

mit etwa der Hälfte des Suds

pürieren. Auskühlen lassen.

Birnen schälen, halbieren und

Kerngehäuse entfernen. In

Scheiben schneiden, dabei am

Stielansatz nicht ganz durchschneiden.

Ingwer fein reiben.

Birnen, Ingwer, Zitronensaft

und 2,5 dl Wasser aufkochen.

510 Minuten köcheln. Birnen

im Sud auskühlen lassen.

Joghurt mit Pastinakenpüree

mischen und mit den Birnen

anrichten.

Mit Pistazien bestreuen.

NATURZYT 35


Wildbienen schützen

Winterruhe

Was tun Wildbienen eigentlich im Winter?

Durch die faszinierende Vielfalt ist das sehr unterschiedlich.

36 NATURZYT


Wildbienen-Projekt auf

www.NATURZYT.ch/

wildbienen-schützen

Inzwischen ist es draussen still

geworden. Das Brummen und

Summen hat meist aufgehört.

Doch was tun Wildbienen jetzt?

Bei warmen Temperaturen ist es gut

möglich, noch eine Hummel-Jungkönigin

zu sehen. Sie sind tiefen Temperaturen

am besten angepasst, und wenn es noch

Nektarquellen hat, kann man sie mit

etwas Glück sogar beobachten, wie sie

sich daran stärken. Ein kleines Polster

hilft über den Winter.

Doch die meisten Hummelköniginnen

haben sich längst ein gemütliches Winterquartier

gesucht meist ein unterirdisches,

kleines Loch in der Erde, das ihnen

für die nächsten Monate Schutz bietet.

Und dieser ist auch nötig, denn nur eine

von zehn Hummelköniginnen überlebt

den Winter.

Witterungseinflüsse, extreme Temperaturen

oder Überschwemmungen,

Krankheiten oder natürliche Feinde gehören

zu den grössten Gefahren. Doch

meist sind sie als heimische Wildtiere

bestens angepasst, sogar bei Minustemperaturen.

Deshalb sollten künstliche

Nisthilfen auch immer im Freien verbleiben.

In beheizten Räumen würden

die Bewohner zu früh schlüpfen und

verhungern.

Fertig entwickelt überwintern beispielsweise

auch die Blauschwarzen

Holzbienen. Sie sind schon im Herbst

geschlüpft, konnten vielleicht sogar noch

ihre Eltern kennenlernen und haben

sich dann ein schützendes Nest gesucht,

oft im Morschholz dem eigenen Nistplatz

dann im kommenden Jahr.

Doch die meisten solitär lebenden

Wildbienen-Arten befinden sich bereits

in der Winterruhe. Sie haben als Larven

Pollen und Nektar gefressen und überwintern

nun als Ruhelarve oder bereits

als Puppe. Die letzten Entwicklungsstadien

absolvieren sie nach dem Winter.

Gerade bei Nistern in Stängeln ist es besonders

wichtig, dass sie stehen bleiben

können, bis die Bewohner geschlüpft

sind, und oft werden sie sogar von der

Frühe Wildbienen-Arten

haben oft einen

besonders flauschigen

Pelz, der sie wärmt.

nächsten Generation nochmals verwendet.

Das Reinigen von Nistplätzen,

das «Pflegen» oder ähnliches ist nicht

nötig.

Sobald es Ende Februar oder Anfang

März warm genug ist, startet dann

die nächste Saison jedes Jahr wie ein

kleines Wunder!

Text Deborah Millett

Fotos wildBee.ch

Illustrationen soio.ch

NATUR ERLEBEN

Die Hummel-Jungkönigin hat sich ein

schützendes Winterquartier (meist

unterirdisch) gesucht.

Markstängel- und

hohlraumbewohnende

Arten sind gut geschützt

in Stängeln, Mauerspalten,

Fensterritzen

etc. und nagen sich

im kommenden Jahr

ins Freie …

Das geschützte und gut getarnte

Nest in einem Schneckenhäuschen.

Gut gestärkt mit Pollen und Nektar

überwintern viele Arten als Ruhelarve

oder als Puppe, geschützt

in einem Kokon.

Die Blauschwarze Holzbiene die

grösste Art der Schweiz ist im

Herbst geschlüpft und überwintert

an einem geschützten Ort.

Bei Honigbienen die nicht zu den Wildbienen

gehören wärmt ein Teil des

Volks die Königin bis im Frühling und

braucht dafür Honig als Wintervorrat.

NATURZYT 37


ENTDECKUNGSREISEN 2019

ZU DEN BESTÄUBERN:

Projekt Wildbienen schützen: Jedes Abo hilft!

Seit März 2017 unterstützt NATURZYT mit 20 Prozent des

Abo-Erlöses das Projekt «Wildbienen schützen». Bis jetzt

wurden CHF 5941.10 an wildBee.ch überwiesen. Mit diesen

Fördermitteln konnten Schulbesuche durchgeführt, Führungen

und Beratungen rund um Öffentlichkeits- und Sensibilierungsarbeit

ermöglicht und die Arbeit an einem neuen Film

aufgenommen werden.

Möchten Sie die Arbeit von wildBee mit einer Spende

direkt unterstützen?

Spendenkonto IBAN CH27 0900 0000 8563 1032 5,

wildBee.ch, 5725 Leutwil Herzlichen Dank!

• Wildbienen-Schaugarten

in Leutwil (AG)

Monatliche Erlebnistage:

30. März, 6. April, 4. Mai, 1. Juni,

3. August und 7. September 2019,

jeweils von 13 bis 17 Uhr.

www.wildbee.ch/

wildbienen-garten-leutwil

• Wildbienen-Kalender

im Papiliorama, Kerzers (FR)

Arten nach Monaten entdecken,

Blick ins Hummelnest

www.papiliorama.ch/

erleben/wild-seeland

Blumenzwiebeln:

im Herbst vergraben,

im Frühling geniessen

Schneeglöckchen, Krokus, Blausterne,

Wildtulpen, Traubenhyazinthen & Co

bieten schon früh in der Wildbienensaison

willkommene Nahrung. Wer im Herbst

Blumenzwiebeln (bitte nur aus Bio-Produktion)

vergräbt, kann sich im Frühling

über ein Blütenmeer freuen und dankbare

Bestäuber.

WILDBIENEN-PFLANZZIEGEL

«FRÜHBLÜHER»

mit saisonal 10 besonders wertvollen,

einheimischen Bienenweiden: Jeder

Ziegel kann ganz einfach mit 6 Spatenstichen

als Initialbepflanzung eingesetzt

werden: www.sellana-shop.ch oder direkt

beziehen im neuen «Gärtnerei- Lade»

(täglich, mit Wildbienengarten)

in Schafisheim: http://d-labhart.ch/

NEUES BUCH

VON PAUL WESTRICH

Nachdem seine Standardwerke längst

vergriffen sind, hat der Wildbienenspezialist

sein langersehntes neues

Buch herausgegeben, «Die Wildbienen

Deutschlands». Ein tolles Weihnachtsgeschenk

für Wildbienenfreunde und

alle, die es werden sollen:

824 Seiten, 1700 Farbfotos, erschienen

im Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart,

ISBN: 978-3-8186-0123-2

www.wildbienen.info

38 NATURZYT


Wildbienen-Porträt und wie Sie helfen können

Die Senf-Blauschillersandbiene

(Andrena agilissima) ist eine besonders

hübsche und auffällige Wildbienen-Art.

Ihr Pelz ist schneeweiss am Kopf, am

Ende des Rückens und des Hinterteils

und auch an den Hinterbeinen.

Beim Blütenbesuch werden die dunklen

Flügel oft senkrecht nach oben

gestreckt.

Sie ist als gute Bestäuberin auch

in der Landwirtschaft und im Nutzgarten

von Bedeutung und steigert

den Ertrag bei Kreuzblütlern.

Die spannende Wildbiene wurde

gerade zur «Wildbiene des Jahres 2019»

gewählt (wildbienenkataster.de).

Typischer Nahrungs- und Nistplatz

mit trockenen, gut besonnten Steilwänden

hier nisten verschiedene

Wildbienen-Arten gerne.

Kreuzblütler vor einer Sandsteilwand:

Nahrung und Nistplatz.

Lebensraum:

Sie mag Ackerränder, Ruderalflächen,

Weinberge, Kies- und Sandgruben und

findet sich auch im Siedlungsbereich

ein. Sie hat einen für Wildbienen ungewöhnlichen

Flugradius von bis zu

einem Kilometer. Sie nistet in selbstgegrabenen

Nestern in Bodenanrissen,

Steilhängen oder Steilwänden aus

Sand, Lehm oder Löss. Eine Besonderheit

ist ihre kommunale Nistweise,

das heisst, mehrere Weibchen leben im

selben Nest (meist Schwestern). Sie

überwintern als voll entwickelte Bienen.

Gefährdung:

Diese Art ist in der Schweiz stark bedroht

(Stufe 2), insbesondere durch den

Verlust ihrer Nahrung durch den Wegfall

von Ackersenf und anderen Kreuzblütlern

in den Land wirtschaftsflächen,

auch durch den Einsatz von Unkrautbekämpfungs

mitteln.

Ebenfalls setzt ihr der Verlust ihres

Lebensraums zu, die ausgeräumte

Landschaft, verdichtete Ackerränder,

Begradigung von Steilkanten etc.

Vergiftung durch Pestizide in der

Landwirtschaft etc. setzt sie zusätzlich

unter Druck. Deshalb kommt sie

nur noch selten und vereinzelt vor.

Originalgrösse:

Flugzeit:

13 15 mm

FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT

Nahrung:

Die Senf-Blauschillersandbiene ist, wie

der Name schon verrät, eine Spezialistin.

Sie sammelt nur an Kreuzblütern wie

Barbarakraut, Rauke, Raps und vor allem

an Acker-Senf. So sind die Weibchen auch

gut am stets gelben Pollen an ihren

Beinen zu erkennen.

Fördermöglichkeit:

Unterstützen Sie bitte wo immer möglich

eine biologische, umweltschonende

Landwirtschaft und kaufen Sie biologisch

produzierte Lebensmittel und

Pflanzen. Verzichten Sie auf Gifte in

Haus und Garten.

Schaffen Sie unbewachsene Steilwände

an gut besonnter Lage und

halten Sie diese von Bewuchs frei.

Bieten Sie dieser Wildbienen-Art

Kreuzblütler an wie Senf, Hederich,

Ölrettich, Barbarakraut, Speiserübe,

Raps etc. und tolerieren Sie «Unkraut».

Kuckucksbienen:

Mit der Förderung dieser Art wird

auch ihre Kuckucksbiene, die Senf-

Wespenbiene (Nomada melathoracica),

gefördert, die ebenfalls bedroht ist

(Stufe 2).

Text Deborah Millett

Fotos Albert Krebs, ETH Zürich

NATURZYT 39


Zwei eigenwillige Gebilde in

den Freiburger Voralpen:

die Gast losen-Bergkette und

davor das Weltkriegs-Chalet

Grossmutterloch und

Weltkriegs-Chalet

Im Zweiten Weltkrieg lässt ein Major in den Freiburger Voralpen

ein Ausbildungszentrum bauen. Heute ist das Soldatenhaus ein

beliebtes Ausflugsziel mit bester Sicht auf die markige Gastlosen-Bergkette

mit ihrem Grossmutterloch.

40 NATURZYT


Ihren Beinamen «Dolomiten der Schweiz» haben die Gastlosen verdient.

NATUR ERLEBEN

Auf was für Ideen der Mensch in

Krisenzeiten kommt! 1943, mitten

im Zweiten Weltkrieg, bemerkt

Major Paul Wolf erhebliche Lücken

im alpinen Training seiner Truppe. Also fasst

der Kommandant der Gebirgsjäger den Bau eines

Ausbildungszentrums für die Freiburger Soldaten

ins Auge, die das Gebiet zwischen Jaunpass und

Schwarzsee sichern. Die Idee trägt schnell Früchte:

Eine Stiftung wird gegründet, ein Bauplatz gefunden,

der Kanton Freiburg spricht 10 000 Franken

Subvention, dann macht man sich ans Werk.

Am Fuss der Gastlosen, auf 1752 Meter über Meer,

sollen alpine Truppen Ausbildungen absolvieren

und zivile Bergsteiger ein Dach über dem Kopf

vorfinden, am liebsten Offiziere, Unteroffiziere

und Soldaten. Am 23. September 1945 der Krieg

ist seit einigen Tagen zu Ende feiert man im

«Chalet du Régiment» Eröffnung.

WIE DIE DOLOMITEN

Das Zentrum steht unter einem schlechten Stern.

Die Auslastung ist dürftig, Modernisierungen und

Unterhalt gehen ins Geld, zudem setzten die Launen

der Natur dem Bau zu. Aufgeben? Die Stiftung

Freiburger Soldatenhaus denkt nicht daran. Stattdessen

wandelt sie das Ausbildungszentrum Schritt

für Schritt zum gemütlichen Berggasthaus im

Antlitz der Gastlosen, die Armee zieht aus.

Die Gastlosen sind ein eigenwilliges Gebilde. Die

15 Kilometer lange Bergkette besteht aus 61 Gipfeln

und mehreren Pässen, alle fein säuberlich nebeneinander

aufgereiht, einem gigantischen, senkrecht

stehenden Kamm ähnlich. 200 bis 400 Meter hoch

sind die Kalkzähne, was ihnen den Übernamen

«Saanenländer Dolomiten» eingetragen hat. Dort

nämlich sind sie zu Hause, zwischen dem Berner

Oberländer Saanenland und dem freiburgischen

Jaun.

«DIE KALTE» WIE WAHR

Im kleinen, abgelegenen Dorf Jaun hat man den

Wert von Gastlosen und Soldatenhaus, wie das

Chalet du Régiment heute heisst, längst entdeckt.

Das Gebiet ist im Sommer mit Bergwegen erschlossen,

im Winter führt ein Schneeschuhtrail zum stattlichen

Chalet. Der Sessellift, der uns zum Ausgangspunkt

auf dem Musersbergli bringt, heisst natürlich

Gastlosen-Express. Frühmorgens halten die

Gastlosen die Sonne versteckt, also kommen

wir nach zügiger Fahrt gut durchgefroren oben

an. Schön wäre jetzt eine heisse Schokolade.

Fehl anzeige, das Bergbeizli schlummert noch.

NATURZYT 41


Die erste halbe Stunde teilt man die Bergwelt mit

Schlittlern und Winterwanderern. Auf breiter Piste

stapfen wir zum Gustiweidli, das die Touristiker zum

Panoramaplatz erkoren haben. Die Aussicht darf sich

sehen lassen. Auf der gegenüberliegenden Talseite hat

die Sonne die Bergspitzen ins schönste Licht getaucht,

weit unten bahnt sich der Jaunbach einen Weg durch

die Enge. Sein Name bedeutet «die Kalte», und die

ist weitreichend. Kalt und schattig ist es am Fuss der

Gastlosen, was die Dramatik zusätzlich steigert.

Tipps & Infos

Schneeschuhtour: Musersbergli Gustiweidli Stillwasserwald

Soldatenhaus / Chalet du Soldat Abstecher zu Punkt 1804 Soldatenhaus

/ Chalet du Soldat Unter Sattel Gross Rüggli Jaun.

Varianten: Den Abstecher zu Punkt 1804 auslassen spart eine halbe

Stunde. Ist der Schneeschuhtrail geöffnet, auf diesem nach Jaun

absteigen. Der Trail zweigt kurz vor Gross Rüggli rechts ab und führt

etwas abenteuerlich durch Wald und Tobel.

Anforderungen: Technisch ist die Tour einfach. Einzig der Abstecher zu

Punkt 1804 erfordert etwas Vorsicht, die Hänge links und rechts des Grats

sind steil. Die reine Wanderzeit beträgt 4,5 Stunden.

Fuchs und Hase: Keine Wildruhezonen in der Nähe.

Orientierung: In der Regel einfach. Die Tour ist signalisiert, zum Teil

aber spärlich.

Ausrüstung: Nebst Schneeschuhen gehören eine Lawinenausrüstung

und eine Karte zum Bestandteil einer Schneeschuhtour.

Das Lawinenbulletin ist unter www.slf.ch abrufbar.

Einkehrmöglichkeiten: In Jaun, auf dem Musersbergli und an den

Wochenenden im Soldatenhaus.

Anreise: Mit dem Zug nach Bulle, mit dem Bus nach Jaun Kappelboden,

mit dem Sessellift aufs Musersbergli (ab Mitte März Wochenendbetrieb).

Zurück ab Jaun Dorf auf gleichem Weg.

Karten: Swisstopo-Landeskarte 1:25 000, Blatt Boltigen (1226);

Schnee- und Skitourenkarte 1:50 000, Blatt Gantrisch (253S).

Geführt unterwegs: Der Tourenveranstalter Wildout Naturerlebnisse

bietet in der Schweiz geführte Wanderungen und Schneeschuhtouren an.

Die Touren eignen sich für jedermann, unterwegs sind wir in kleinen

Gruppen. Die Daten sowie weitere Angebote für Wanderungen und

Naturerlebnisse sind ersichtlich unter www.wildout.ch.

Infos gibt es auch unter Telefon 052 366 11 84.

Nach dem Panoramaplatz präsentiert sich die

Bergkette erstmals in ihrer ganzen Schönheit. In

den folgenden eineinhalb Stunden werden wir den

Spitzen richtig nahe kommen. Nach einem kurzen,

steilen Abstieg zweigt unser Trail links ab in den

Stillwasserwald. Der Name könnte nicht treffender

sein. Still und geheimnisvoll ist es hier; jedes Mal,

wenn die Bäume die Sicht freigeben, sind die Zähne

der Gastlosen grösser geworden. Wer genau hinschaut,

entdeckt in der scheinbar geschlossenen Felswand

ein Loch, das Grossmutterloch. Der Teufel soll seine

Grossmutter an den Gastlosen zerschmettert haben,

weiss die Sage. Zwischen Dezember und Februar blitzt

die Sonne für kurze Zeit durch die Öffnung. Uns bleibt

das Schauspiel vergönnt, heute guckt die Sonne erst

kurz vor dem Soldatenhaus hinter den Bergen hervor.

NAMENLOSER BALKON ZU DEN GASTLOSEN

Der Ort, den Major Paul Wolf für sein Ausbildungszentrum

ausgesucht hat, ist einzigartig. Nicht nur

fallen einem die Felswände der Gastlosen fast auf den

Kopf. Vor uns breitet sich die Welt des Petit Mont aus,

flankiert von Wandfluh, Dent de Ruth und Hochmatt.

Dass das Soldatenhaus im Winter unter der Woche

geschlossen ist, stört kaum. Die grosse Sonnenterrasse

hat man dann fast für sich. Vor dem Picknick aber will

der namenlose Hügel hinter dem Chalet bestiegen

sein. Vom Punkt 1804 überblickt man die Gastlosen-

Szenerie wie von einem Balkon.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Zurück

geht’s auf überschneiter Alpstrasse nach Unter Sattel,

wo wir auf den Schlittelweg treffen. Wenig später

könnten wir auf einen Schneeschuhtrail abzweigen.

Doch der ist mit Tücken gespickt. Die Tobel im Wald

sind steil, der Pfad bisweilen schmal und exponiert.

Wem der Sinn nach gemütlichem Auslaufen steht, bleibt

dem Schlittelweg bis nach Jaun treu. Das Dorf ist das

dritte Unikat des Tages. Jaun ist der einzige deutschsprachige

Ort im Bezirk Gruyère, was einen speziellen

Dialekt hervorgebracht hat. Man darf sich nicht

wundern, wenn es im Restaurant zwar deutsch tönt,

man aber trotzdem kein Wort versteht.

Text / Fotos Daniel Fleuti

Vom namenlosen Hügel

hinter dem Soldatenhaus

hat man den besten Blick

auf die Gastlosen.


Mehr Naturerlebnisse auch

auf www.NATURZYT.ch

Die Natur im Winter erleben

WINTERMÄRCHEN BRAUNWALD

Das autofreie Braunwald verwandelt sich

im Winter in eine Märchenlandschaft mit

viel Ruhe für Erholungssuchende. Die

Panoramawanderung mit sagenhaften

Ausblicken auf das Glarner Bergpanorama

bietet die Gelegenheit, Braunwald mit

allen Sinnen zu erleben. Unterwegs laden

heimelige Berggasthäuser zum Verweilen

ein und verwöhnen die Gäste auf ihren

gemütlichen Sonnenterrassen. Aufgepasst!

Ab zwei Übernachtungen offerieren ausge -

wählte Gastgeber die Hin- und Rückreise

mit dem ÖV.

www.braunwald.ch

IDYLLISCHE WINTERWANDERUNGEN IN GRÄCHEN

Grächen verzaubert die kleinen Gäste tausendern, sind für jede Generation

zu Prinzessinnen und Prinzen, während zu empfehlen. Insgesamt sind in der

sich die Erwachsenen königlich erholen. Umgebung von Grächen 38 Kilometer

Kurzum: der ideale Ferienort für Familien Winterwanderwege und 23 Kilometer

in drei Generationen. Die romantischen Schneeschuhtrails präpariert.

Winterwanderungen und Schneeschuhtrails,

umgeben von mehreren Vier-

Weitere Informationen unter

www.graechen.ch

NATUR ERLEBEN

HIMMLISCHE HELFER

Mit der Ausstellung «Heilige Retter

in der Not» zeigt das Forum Schweizer

Geschichte in Schwyz bis am 10. 3. 2019

ausdrucksstarke Heiligenfiguren mit

ihren spannenden Geschichten. Seit

Jahrhunderten helfen Heilige in allen

Lebenslagen. Sie sind Fürbitter bei

Gott und bieten Schutz vor Unwetter,

Krankheit, Krieg und Hungersnot.

Als besondere Highlights werden der

älteste Palmesel der Schweiz, der Palmesel

von Steinen von 1055, sowie die

Madonna von Raron von 1150 gezeigt.

www.forumschwyz.ch

WEISSER GEHT’S NICHT

Die Weissenberge im Glarnerland sind

ein Paradies für Schneeschuhwanderungen

und Skitouren. Ab der Bergstation führt

ein gemütlicher Wanderweg zu zwei Berggasthäusern.

Ein romantischer Geheimtipp

ist Nachtschlitteln bei Vollmond.

In klaren Nächten leuchtet die schneebedeckte

Berglandschaft in strahlendem

Weiss. 21 Glarner Gastgeber schenken

ihren Gästen die ÖV-An- und Rückreise,

wenn sie zwei Nächte buchen

darunter auch zwei Unterkünfte auf den

Weissenbergen.

www.glarnerland.ch

SCHNEESCHUHTOUR

EIGER-NORDWAND

Erlebe die Faszination der Eiger-Nordwand

aus nächster Nähe! Bei dieser geführten

Schneeschuhtour wandert ihr mit eurem

Schweizer Bergführer der eindrücklichen,

1800 Meter hohen Wand entlang. Die Tour

führt durch das UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch

und besticht durch ihre einzig -

artige alpine Schönheit. Die Marsch zeit

der Wanderung beträgt ca. 3 Stunden.

Buchbar bei grindelwaldSPORTS

Tel. +41 33 854 12 80,

info@grindelwaldsports.ch,

www.grindelwaldsports.ch

NATURZYT 43


Sicherer Spass auf Schneeschuhen

Was gibt es Schöneres, als auf Schneeschuhen durch die

verschneite Bergwelt zu stapfen? Ein paar Dinge gilt es aber

zu beachten, will man sein Glück auskosten und unversehrt

zurück kehren. Ein Kinderspiel, wie einem die Werbung suggeriert,

ist Schneeschuhlaufen nämlich nicht.

Grundsätzlich ist man auf Schneeschuhen

im freien und ungesicherten Gelände

unterwegs, und da lauern ein paar Gefahren:

Lawinen, schlechtes Wetter, Verirren,

Erschöpfung. Diese Gefahren lassen sich zwar nicht

eliminieren, sie sind aber mit seriöser Vorbereitung

und einem den Verhältnissen angepassten Verhalten

in den Griff zu bekommen.

Die grösste Herausforderung ist die Lawinengefahr.

Mal ist sie höher, mal gering, aber solange

Schnee liegt, ist sie vorhanden. Sie richtig einzuschätzen,

benötigt Erfahrung und Wissen, das man

in einem Lawinenkurs erwirbt. Mit auf Schneeschuhtour

kommt stets eine Lawinenausrüstung, bestehend

aus Lawinen ver schüt teten- Suchgerät (LVS), Schaufel

und Sonde. Es sei denn, die gesamte Route verlaufe

durch flaches oder kupiertes Gelände, das heisst,

kein Hang hat eine grössere Neigung als 25 Grad

und es befinden sich keine steileren Hänge in der

Nähe, von denen Rutsche abgehen könnten. Vorsicht

angebracht ist bei markierten Schneeschuhtrails.

Sie sind nur dann sicher, wenn sie steile Hänge meiden

oder regelmässig kontrolliert und bei Lawinengefahr

gesperrt werden. Bevor man einen Trail begeht,

sollte man sich beim Betreiber erkundigen, wie es

um die Sicherheit steht. Die Konsultation des

Lawinenbulletins unter www.slf.ch ist in jedem Fall

eine Selbstverständlichkeit. Es gibt Auskunft über

die aktuelle Lawinengefahr und erwähnt, in welcher

Region welche Hänge und Höhenlagen besonders

gefährdet sind.

BEI BEDARF TOUR ANPASSEN ODER UMKEHREN

Die zweite Knacknuss ist das Wetter. Herrscht eitel

Sonnenschein, ist alles in Butter. Ziehen mit einem Mal

Nebel, Wind und Schneeschauer ins Land, was in

den Bergen schnell vonstattengehen kann, geht es

ans Lebendige. Die Sicht wird schlecht, Konturen verschwinden,

die Temperatur sinkt, der Wind kühlt

einen aus. Warme Kleidung und Tee gehören deshalb

immer mit auf Tour. Ratsam ist es auch, den Wetterbericht

am Morgen vor dem Aufbruch zu studieren

und bei Bedarf die Route anzupassen.

Orientierung heisst die nächste Komponente.

Markierungen gibt es im Winter keine, die Zeichen

der Sommerwanderwege sind meist schneebedeckt.

Zur Orientierung dienen eine Karte im Massstab

1:25 000, ein Kompass und ein Höhenmesser. Die Tour

wird zu Hause seriös vorbereitet, damit man unterwegs

stets weiss, wo man ist und wohin man will. Sehr

hilfreich ist ein GPS-Gerät mit zum Voraus programmierter

Route. Reservebatterien nicht vergessen, in

der Kälte sind die Energieträger rasch leer. Zurückhaltung

angezeigt ist bei vorhandenen Spuren: Man

weiss nie, wohin sie führen. Hat man die Orientierung

verloren, kehrt man um.

PINKFARBENE STANGEN WEISEN DEN WEG

Anders ist es bei markierten Trails. Pinkfarbene Stangen

helfen, auf dem Weg zu bleiben; haben die Betreiber

nicht gespart, weisen genügend Stangen auch bei

schlechter Sicht zuverlässig durch die Winterwelt.

Aber eben: Bei Nebel und Schneetreiben sieht man


asch die eigene Hand vor den Augen nicht mehr. Die

Landschaft versinkt im Weiss und die Stangen sind nicht

mehr auszumachen. Eine Karte oder ein GPS-Gerät

helfen dann aus der Klemme. Ansonsten ist Warten

auf bessere Sicht sicherer, als blindlings herumzuirren.

Erschöpfung ist der letzte Punkt. Schneeschuhlaufen

ist anstrengend, besonders bei schwerem Schnee

und wenn man selber eine Spur legen muss. Besser, man

plant eine kürzere Tour und geniesst diese, als dass

man sich übernimmt. Einplanen sollte man immer

etwas Reserve. «Zwischenfälle» wie Umwege, Weg suche

oder Wetterumstürze steckt man so besser weg.

Wer sich eine Tour alleine nicht zutraut oder wer

keine Lust hat auf all die Vorbereitungen und Herausforderungen,

der schliesst sich einer geführten Schneeschuh

wanderung an und teilt in einer kleinen Gruppe

mit Gleichgesinnten den Wintergenuss.

Text / Fotos Daniel Fleuti

NATUR ERLEBEN

Schneeschuh- und Skitourenkarten

Für Ihre schönsten Tourenerlebnisse

wohin

wissen

swisstopo

Foto: Carole Etienne, Fribourg

Schweizerische Eidgenossenschaft

Confédération suisse

Confederazione Svizzera

Confederaziun svizra

Bundesamt für Landestopografie swisstopo

www.swisstopo.ch

Schweizer Alpen-Club SAC

Club Alpin Suisse

Club Alpino Svizzero

Club Alpin Svizzer


Winter in den

Sicht vom Passwang im

solothurnischen Jura

zwischen Mümliswil und

Reigoldswil.

NATURZYT Ferien-Special

46 NATURZYT


Davoser See bei Nacht

In den tieferen Lagen hängen die

Nebelfelder es zieht uns hoch

in die Sonne. Das tiefe Blau des

Himmels sehen, die schneebedeckten

Wälder, Wiesen und Berge

erleben. Mit Respekt vor der schlafenden

Natur im Winter durch die Landschaft

streifen den Wildtieren in dieser

nahrungsarmen Zeit die Ruhe gönnen

und auf den vorgegebenen Routen

und Pisten bleiben.

NATURZYT nimmt Sie mit auf

Entdeckungsreise und auf Seite 54

geht es mit abwechslungsreichen

Winter angeboten durch das Lötschberger-Land.

Bergen


WINTERMÄRCHEN

ROTENBODENRIFFELBERG

Zermatter Winteraussicht pur ist hier

angesagt. Der Winterwanderweg führt

am Riffelhorn vorbei in die gleissende

Sonne der atemberaubenden Gornergrat-

Aussicht. Ein Wintermärchen mit Blick

in die Weite. Es beginnt auf Rotenboden.

Der Winterwanderweg führt links weg.

Die Schlaufe Richtung Riffelhorn ist der

Auftakt zum grossen Erlebnis. Je nach

Tageszeit wirft das Riffelhorn im Winter

schon blaue, kalte Schatten. So ist für kurze

Zeit zu spüren, wie viel die Sonne wärmt

und wie unwirtlich kalt es im Schatten

sein kann. Doch gleich darauf geht man

wieder an der Sonne und kommt auf eine

kleine Anhöhe. Der totale Wow- Effekt.

Denn hier ist der Blick auf das Matterhorn

unbeschreiblich schön, das

Wolkenspiel am kalten Winterhimmel

abwechslungsreich. In lockeren Kehren

geht es hinunter bis zum Riffelberg. Wer

Kinder dabei hat, kann sie auch gut auf

einem Schlitten mitziehen. Dauer ca. 1

Stunde. Leichte Wanderung auf 2,6 km.

Mehr Informationen unter

www.zermatt.ch, T 027 966 81 00

ROTENFLUE DIE GROSSEN

MYTHEN ALS BEGLEITER

Einen so grossen Begleiter hat man nicht

alle Tage. 1898 Meter ragt der Grosse

Mythen in den Himmel. Nach der

Bergstation der Rotenfluebahn geniesst

man schon früh den Panoramablick

von der Aussichtskanzel mit dem

stattlichen Mythen im Vordergrund.

Auf dem Rückweg lenkt der Blick

immer wieder zu seinen Kalkfelsen und

schweift über das Panorama im Tal: vom

Lauerzersee bis zum Vierwaldstättersee.

Und vor der Talfahrt empfiehlt sich

ein Besuch im Restaurant Gipfelstubli,

welches nicht nur mit selbstgebackenen

Kuchen oder Torten bezaubert, sondern

auch mit einem wunderbaren Ausblick

in die Schwyzer und Glarner Alpen.

Mehr Informationen unter

www.mythenregion.ch, T 041 819 70 00

WINTERWANDERUNG AM FUSSE

DES CHASSERAL

Am Fuss des Chasseral, dessen Gipfel

auf 1607 m ü. M. liegt, bietet diese

angenehme winterliche Rundwanderung

zwischen Nods und L’ Aiguillon inmitten

48 NATURZYT


Rotenflue: Wandern mit

den grossen Mythen

NATUR ERLEBEN

Der Zermatter Riffelsee

im Winter

(Foto: Leander Wenger)

Winterwanderung

am Chasseral

(Foto: Parc Regional Chasseral)

traumhafter Natur einen herrlichen

Ausblick auf die Hochebene und einen

Teil der Alpen.

Ab dem Parkplatz der Route de

Chasseral schlägt diese Winterwanderung

die Richtung nach L’Aiguillon

ein. Sie folgt einem für die Region

Berner Jura typischen Waldweg, der

an Fichten, Buchen und Haselnusssträuchern

vorbeiführt.

Der zweite Teil der Wanderung

steigt zwischen dem Chasseral-Massiv

und dem Mont-Sujet ab, im Herzen

der Weidelandschaft Prés Vaillons.

Mit etwas Glück trifft man unterwegs

auf Rehe oder Hasen, von denen es in

der Umgebung des Chasseral relativ

viele gibt. Die scheuen Tiere sind

jedoch auch blitzschnell wieder verschwunden!

Nach einigen Kilometern

Abstieg kommt man erneut an einer

kleinen bewaldeten Weide vorbei.

Anschliessend lichtet sich diese und

gibt den Blick auf das Dorf Nods

und an klaren Tagen auf die Alpenkette

in der Ferne frei.

Zur Information: Verpflegungsmöglichkeiten

findet man in Nods.

Im Restaurant La Pierre Grise kann

man eine familiäre Küche sowie einen

wunderschönen Blick auf die Alpen

geniessen. Feinschmecker kommen

in der Fromagerie de Nods, die kösliche

regionale Spezialitäten mit

Gütesiegel anbietet, auf ihre Kosten.

Mehr Informationen unter

www.jurabernois.ch

T 032 494 53 43

AUSSICHTSPUNKT CHAPF

IDYLLISCH VERSCHNEIT

Von Arvenbüel führt ein traumhafter Winterspaziergang

zum Aussichtspunkt Chapf.

In zirka 20 Minuten geht’s gemüt lich zwischen

verschneiten Hängen und mit Blick

auf die Ammler Bergwelt zum spektakulären

Chapf auf 1288 m ü. M. Eindrücklich

ist sie, die Aussicht auf den fast senkrecht

unterhalb liegenden tiefblauen Walensee

je nach Wetter auch aufs Nebelmeer.

Und darüber leuchten die verschneiten

Glarner Gipfel, vom majestätischen

Mürtschenstock bis hin zum Leistkamm,

dem höchsten Ammler Berg, in der Sonne.

Ebenso gewährt der Chapf einen Blick auf

die Halbinsel Betlis mit der Burgruine

Strahlegg. Mehr Informationen unter

www.amden-weesen.ch, T 058 228 28 30

NATURZYT 49


ROTHENTHURM: STILLES

HOCHMOOR IM WINTERKLEID

Weniger als eine Stunde vom atemlosen

Stadtleben in Luzern und Zürich entfernt

wohnen Ruhe und Stille. Im voralpinen

Hochtal zwischen Einsiedeln und Schwyz

liegt die Moorlandschaft Rothenthurm

ein einmaliges Schutzgebiet für Tiere und

Pflanzen. Auf rund 930 Metern wärmt die

Sonne im Winter oft Herz und Wangen

der Spaziergänger, während der Nebel das

Flachland ins Grau tunkt. Das flache Gelände

stellt keine Anforderungen an die

Kondition und lässt kilometerweit den Blick

ungestört über die Weite der winterlichen

Natur schweifen. Mehr Informationen

unter www.rothenthurm-tourismus.ch,

T 041 838 00 66

PANORAMARUNDWEG ROSENBODEN

Hoch hinaus ins Wintererlebnis. Ab

Unterwasser geht es zuerst mit der

Standseilbahn nach Illtios und von dort

mit der Luftseilbahn auf den Chäserrugg.

Hier oben führt ein flacher und

gut präparierter Winterwanderweg

zu den Rosenböden mit einer atemberaubenden

Aussicht auf sechs

Länder und 500 Gipfel. Schöne Schneeverwehungen,

zu Kegeln verwirbelter

Karst, filigrane Schneewechten und

Eiskristalle hat der Wind hier oben

aus dem Schnee gebildet. Und beim

Blick zurück sieht man das prächtige

Gipfel gebäude von Herzog & de Meuron,

das Alpensteinmassiv, den Walensee

und die Innerschweizer Alpen. Hier

oben geniesst man einfach das traumhafte

Panorama bei der leichten

Wanderung von rund 3 Kilometern,

bei nur 60 Metern Höhendifferenz.

Im Restaurant erwartet uns von 9.00

bis 16.00 Uhr eine von lokalen Spezialitäten

geprägte Küche.

Mehr Informationen unter

www.toggenburg.org

T 071 999 99 11

EUROPAS ÄLTESTE LÄRCHEN

AUF DER ALP BALAVAUX

Ein einzigartiges Naturschauspiel:

die ältesten Lärchen Europas. Der

Bestand auf der Alp Balavaux umfasst

rund 250 Bäume, der mächtigste

davon ist gut 800 Jahre alt mit einem

50 NATURZYT


Hoch hinaus auf dem Panoramarundweg

Rosenboden

Alp Balavaux ein einzig -

artiges Naturschauspiel

(Foto Arnaud Delhez)

Das Hochmoor Rothenthurm

im Winterkleid

Die grösste Moorlandschaft

der Schweiz Langis-Glaubenberg

(Foto Martin Meier)

Durch messer von über drei Metern.

Der Weg führt direkt durch diesen

gewaltigen, zauberhaften Wald. Ausgangspunkt

ist die Bergstation

Tracouet. In leichtem Abstieg verläuft

der gepfadete Weg in der Flanke des

Dent de Nendaz zur Alp Balavaux. Am

Weg liegt das Bergrestaurant Cabane

de Balavaux. Von hier aus lohnt es

sich einen Abstecher nach Prarion auf

den Plan du Fou zu machen, um die

faszinierende Aussicht zu geniessen.

Die Rückkehr zur Gondelbahn-Bergstation

Tracouet erfolgt auf gleicher

Route.

Mehr Informationen unter

www.wallis.ch

T 027 327 35 90

MOORLANDSCHAFT

LANGISGLAUBENBERG

Die Moorlandschaft Langis-Glaubenberg

verwandelt sich bei Schnee in ein herrliches

Winterparadies für Winterwanderer und

Schneeschuhläufer. Den Besucher erwartet

eine einmalige, unberührte Natur mit

schneebedeckten Tannen. Das Hochplateau

mit den lichten Nadelwäldern in

Kombination mit der Ruhe und Abgeschiedenheit

hat etwas Skandinavisches.

Besonders idyllisch ist das Sewenseeli,

welches nur mit Schneeschuhen oder

Tourenskiern erreichbar ist. Der Glaubenbergpass

(1543 m ü.M.) ist ein kleiner

Passübergang von Sarnen (OW) nach

Entlebuch (LU), und unmittelbar vor

der Passhöhe liegt die grösste Moorlandschaft

der Schweiz. Mehr Informationen

unter www.obwalden-tourismus.ch,

T 041 666 50 40.

SAFIENTALRHEINSCHLUCHT

WILD ROMANTISCHES WINTER-

MÄRCHEN

Im Safiental liegen Wiesen, Wälder und

Berge unter einer dicken Schneedecke. In

der wildromantischen Landschaft, den tief

verschneiten Hängen scheint die Zeit stillzustehen.

Wer im hintersten Teil des

Safientals unterwegs ist (Wanderroute

ThalkirchTurrahus Z’Hinderst ca. 4 km),

vergisst die Alltagshektik und taucht in

ein wildromatisches Wintermärchen ein.

Mehr Informationen unter

T 081 630 60 16, www.safiental.ch.

NATURZYT 51


Rundwanderung

Sparenmoos

ob Zweisimmen.

SPARENMOOS-RUNDWANDERUNG

Der aussichtsreiche und einfache Panoramarundweg

führt über die hügelige

Moorlandschaft Sparenmoos. Das sonnenverwöhnte

Hochplateau oberhalb

von Zweisimmen bezaubert mit einem

Ausblick auf die Berner Alpen, das

Simmental und das Saanenland.

Das Sparenmoos (1640 m ü. M) befindet

sich auf einem Hochplateau oberhalb

des Dorfes Zweisimmen. Schneeschuhläufer

finden in diesem sonnigen

Hochmoorgebiet eine ruhige und unberührte

Hügellandschaft vor.

Der signalisierte Schneeschuhtrail

Sparenmoos besticht mit herrlichem Bergpanorama

und geringen Höhendifferenzen.

Der Rundweg startet direkt

beim Parkplatz vom Berghaus Sparenmoos

und führt zuerst flach durch eine

schneereiche Geländemulde in nordöstliche

Richtung. Auf halbem Weg

zur Site Alp wird der Ausblick ins

Simmental und zu den Niedersimmentaler

Voralpen frei. Leicht abfallend

gelangt man hinunter zu den Alphütten

der Site Alp. Danach wendet der Trail

und führt nun über den flachen Grat

hinauf ins Gebiet Tolmoos.

Vorbei an der verschneiten Tolmoos-

Hütte erreicht man den höchsten Punkt

des Trails. Hier stösst man auf den Winterwanderweg

und die Loipe, welche von

der Schiltenegg zurück ins Sparenmoos

führen. Über den Winterwanderweg

oder parallel dazu im Pulverschnee führt

der Trail zurück zum Ausgangspunkt.

Die Wanderzeit beträgt 2 Stunden und

die Fahrt zurück nach Zweisimmen kann

rasant mit dem Schlitten gemacht werden.

Mehr Informationen unter

www.gstaad.ch, T 033 748 81 81

RUNDWANDERUNG

GLAUBENBIELENPASS

Im Winter, wenn die Panoramastrasse

auf dem Glaubenbielenpass gesperrt

ist, erlebt man hier Natur pur. Der Blick

auf die Rothorn-Kette und die Spuren

von Wildtieren im Schnee lassen einen

den Alltag vergessen. Die sportliche

Wanderung startet im Dorf Sörenberg,

wo es gemächlich vom Dorfzentrum

hinauf bis zum letzten Wohnhaus geht.

Ab hier taucht der Weg immer mehr

in die Natur ein, und es folgen auch zwei

steilere Wegstücke, bevor das Plateau

Schwendeli/Totmoos erreicht wird. Auf

dieser Strecke sind immer noch die

Ausmasse des Bergsturzes bei Sörenberg

zu erkennen. Auf der verschneiten

Panoramastrasse gelangt man via Emmenwald

hinunter nach Sörenberg zur Talstation

der Luftseilbahn Brienzer Rothorn.

Hier lohnt sich ein Abstecher auf

den «höchsten Luzerner». Das Brienzer

Rothorn (2350 m ü. M.) bietet eine

Rundumsicht auf 693 Berggipfel. Die

Wanderung dauert knapp 3½ Stunden

für die knapp 10 Kilometer.

Tipp: Im Winter fahren Fussgänger für

nur 10 Franken auf das Brienzer Rothorn

und zurück.

Mehr Information unter

www.biosphaere.ch.

Text Michael Knaus

Auf dem Glaubenbielenpass

erlebt man die Natur pur

(Foto: Roger Lustenberger, mothernature)

52 NATURZYT


Voralpen-Express auf dem Weissenbachviadukt

In vier Tagen 444 Brücken erleben

Eine Bahnfahrt der aussergewöhnlichen Art

durch die schönsten Regionen der Schweiz mit

der 4-Tages-Rundreise Brücken HOCH444

Reiseroute: Wohnort St.Gallen Luzern Locarno/Ascona Montreux

Ihre Ferienreise beginnt mit der individuellen Anreise in der Metropole St.Gallen.

Im Voralpen-Express 1. Klasse-Panoramawagen erleben Sie kurz nach Verlassen des

Bahnhofs den ersten Höhepunkt: das Sitterviadukt, die mit 99 Metern höchste

Eisenbahnbrücke der Schweiz. Es ist zudem bis heute der am weitesten gespannte

Träger einer schweizerischen Eisenbahnbrücke. Wenige Kilometer später folgt

bereits das 282 m lange und 64 m hohe Weissenbachviadukt. Über den 650 m

langen Seedamm bei Rapperswil und das Hochmoor von Rothenthurm erreichen

Sie das Tagesziel Luzern mit der bekannten Kapellbrücke.

Am zweiten Tag passieren Sie nicht nur mehr als 220 Brücken, sondern auch über

50 Tunnels. Beim Anstieg zum Gotthard überqueren Sie kurz nach Amsteg die

Intschireussbrücke mit 77 m Höhe. Nach den Kehrschlaufen bei Wassen und dem

Gotthardtunnel mit 15 km Länge passieren Sie abermals zwei Kehrtunnels. Nach

der atemberaubenden Magadino-Ebene erreichen Sie Locarno. Das Hotel für die

heutige Übernachtung befindet sich hier oder wahlweise in Ascona.

Die Centovalli-Bahn − im Tessin liebevoll «Centovallina» und in Italien «Vigezzina»

genannt − ist die direkteste und faszinierendste Verbindung auf der Achse zwischen

dem Lago Maggiore und der Westschweiz. Über schwindelerregende Viadukte,

an tiefen Schluchten und tosenden Wasserfällen vorbei, durch helle Kastanienwälder

und fruchtbare Rebberge, durch Tunnel und enge Kurven führt Sie die fast 60 km

lange Schmalspurstrecke über 83 Brücken am dritten Tag nach Domodossola. Ein

Cappuccino in einem Strassencafé im historischen Zentrum lohnt sich auf jeden

Fall. Gestärkt führt der Weg über die Simplon-Linie zum Simplontunnel, mit 19.8 km

der längste Tunnel dieser Reise. Mit bis zu 160 km/h erreichen Sie ab Brig im Nu

Montreux an der mediterranen Waadtländer Riviera.

Angaben zum Angebot

drei Übernachtungen in der

ge wählten Kategorie inkl.

Frühstück

individuelle Bahnfahrt (2. Klasse)

ab dem Wohnort innerhalb der

Schweiz nach St.Gallen

Fahrt St.Gallen − Luzern im

Voralpen- Express, 1. Klasse

(kostenloses Upgrade)

Fahrt Luzern − Locarno, 1. Klasse

Fahrt mit Centovalli-Bahn

Locarno − Domodossola, 2. Klasse

Fahrt Domodossola − Brig −

Montreux, 2. Klasse

individuelle Rückreise (2. Klasse)

Montreux − Wohnort innerhalb

der Schweiz

pro Buchung einen kostenlosen

Swiss Coupon Pass im Wert von

CHF 49.−

Nähere Angaben zum Angebot ab CHF 485.− (Basis Halbtax, 2. Klasse) erhalten

Sie in den SOB-Bahnreisezentren, per Telefon unter 058 580 78 71 oder unter

www.voralpen-express.ch/pauschalangebote.


ABWECHSLUNGSREICHES WINTER ANGEBOT

IM LÖTSCHBERGER-LAND

Mit seinen charmanten Orten und einsamen Tälern ist das Lötschberger-Land

der BLS ein beliebtes Ausflugsziel für Winter-Aktivitäten in der Natur.

Der RegioExpress Lötschberger bringt Sie in die schönsten Regionen im

Berner Oberland, Oberwallis und Piemont.

Kandersteg im Berner Oberland

ist der ideale Ausgangsort für

verschiedenste Winterak tivitäten.

Besonders beliebt ist

die Destination bei allen Langlauf-Begeisterten.

Auf den rund 55 Loipen kilo metern

finden sowohl Einsteiger wie auch geübte

Athleten die passende Strecke. Inmitten

der herrlichen Berglandschaft verlaufen

die Loipen über abwechslungs reiche

Ebenen, entlang der Kander, durch den

Oeschiwald oder über die Höh. Ob auf

der kürzesten Runde von drei Kilometern

oder auf der 14 Kilometer langen Panorama

loipe, die Landschaft ist imposant

und sorgt für ein stimmungsvolles

Ambiente. Die Loipen werden täglich

frisch präpariert und lassen sich alle als

Rundkurs befahren. Wer tagsüber keine

Zeit für sein Hobby findet, kann dies

auf der Nachtloipe nachholen. Die sechs

Kilometer lange Strecke startet beim Hotel

des Alpes und ist täglich von 17.30 bis

21.00 Uhr beleuchtet. Mehr Informationen

unter: bls.ch/kandersteg

SCHMUCKES WINTERSPORTGEBIET

Oberhalb von Kandersteg, mit einer

Luftseilbahn erreichbar, liegt Sunnbüel.

Ein aussichtsreiches Hochplateau und

Klein od für alle Wintersportliebhaber.

Hier startet beispielsweise die hochalpine

Winterwanderung zur Bergstation

der Gemmibahn. Der Wanderweg ist

auch ohne Schneeschuhe gut begehbar.

Eine Pause im Berghotel Schwarenbach,

etwa auf halber Strecke gelegen, sollte

unbedingt eingeplant werden. Wer

lieber mit Schneeschuhen unterwegs ist,

kann die Winterlandschaft auf dem

Sunnbüel auf zwei verschiedenen Trails

erkunden. Eine leichte Rundwanderung,

die eine eindrückliche Fernsicht ins

Gasterntal und auf Kandersteg bietet,

führt während einer Stunde von der

Bergstation Sunnbüel zum Aussichtspunkt

«Stock» und durch das «Wintertäli»

zurück zum Ausgangspunkt.

Der zweite ausgeschilderte Trail mit

mittlerem Schwierigkeitsgrad startet

ebenfalls bei der Bergstation und führt

hinunter auf die Spittelmatte, vorbei

an einer Alphütte und wieder zurück.

Die Region SunnbüelGemmi gilt auch

als bekanntes Skitouren gebiet. Wer

ganz klassisch dem alpinen Skisport

frönen will, findet auf den breiten,

übersichtlichen Pisten ideale Bedingungen.

Gerade bei Familien ist

das ruhige, überschaubare Skigebiet

mit seinen leichten bis mittelschweren

Pisten beliebt. Mehr Informationen

unter: bls.ch/gemmi

54 NATURZYT


Mit hohem Spassfaktor

ausgestattet ist das

Snowtubing auf der Engstligenalp.

Sunnbüel ein aussichtsreiches

Hochplateau und Kleinod

für Wintersportliebhaber.

Schneeschuhwanderer können

das Kiental auf verschiedenen

Trails von insgesamt

30 Kilometern Länge erkunden.

Kandersteg ist der ideale

Ort für verschiedene

Winteraktivitäten.

NATUR PUR

Das idyllische Kiental sowie die Gegend

um den Oeschinensee und das Gasterntal

sind Teil des UNESCO-Welterbes

Swiss Alps Jungfrau-Aletsch. Schneeschuhwanderer

können das Kiental auf

verschiedenen Trails von insgesamt

30 Kilometern Länge erkunden. Geübten

Wintersportlern empfiehlt sich der Kiental-

Trail. Er zieht sich über 11,4 Kilometer

von Kiental ins Gebiet Lengschwendi,

entlang des Sonnenhangs über verschneite

Matten hoch bis Gürmschi. Von dort führt

der Weg hinunter in den Wald bis zum

Zällergrabe/Fulbrunni und dann wieder

hinauf zum Tschingelsee, wo eine eindrückliche

vereiste Winterlandschaft zu

bestaunen ist. Nach der Seeumrundung

folgt die Schneeschuhroute demselben Weg

zurück bis zum Zällersgrabe/Fulbrunni

und dann via Talwanderweg zurück nach

Kiental. Für diese abwechslungsreiche

Schneeschuhtour sollte man rund fünf

Stunden Zeit einrechnen.

Etwas weniger anstrengend, dafür mit

einem hohen Spassfaktor ausgestattet,

ist das Snowtubing auf der Engstligenalp.

Bequem wird man per Lift auf einem

Gummiring in die Höhe gezogen. Oben

angekommen, muss man sich entscheiden,

auf welcher Bahn man den Berg hinuntersausen

will. Je nachdem wird der Temporausch

durch die Schneekanäle grösser

oder kleiner. Der Snowtubing-Park auf der

Engstligenalp ist via Luftseilbahn erreichbar

und befindet sich direkt neben dem

Kinderland Strubeli.

Mehr Informationen unter: bls.ch/kiental,

bls.ch/engstligenalp

Text/Fotos BLS AG

Thermalbaderlebnis Leukerbad

Leukerbad besitzt das reichste Thermalwasser-Vorkommen

in ganz Europa.

3,9 Millionen Liter 51 Grad warmes

Wasser sprudeln täglich in die Becken

der Leukerbadner Therme. Ob ein

Badetag mit der Familie, zur Regeneration

nach einer Wanderung oder zur Entspannung

während eines Wellnessaufenthalts,

in Leukerbad finden alle Gäste

das passende Angebot. Zur Auswahl

stehen die Leukerbad Therme, die

Walliser Alpentherme & Spa Leukerbad

sowie die Therme 51. Die Eintritte

können bequem und einfach im Freizeit-

Webshop der BLS gekauft werden.

Mehr unter:

bls.ch/leukerbad

NATURZYT 55


Naturwärts auf den Spuren der Natur

Faszination Glets

Ausleuchten der Eishöhle

mit Fackeln

56 NATURZYT


cherhöhle

NATUR ERLEBEN

Ein ganz besonderes Erlebnis besteht darin, eine

Gletscherhöhle zu erkunden. Und zwar im Winter,

wenn die Eismassen starr gefroren sind. In dieser

unwirklichen, tiefblauen Welt aus uraltem Eis vergisst

man sich vollständig und kommt aus dem Staunen kaum heraus.

Hier ein funkelndes Eisdetail; da ein mannshoher Eisblock,

durch welchen das einfallende Licht intensiv schimmert.

Es gibt derart viel Schönes zu entdecken, dass man die Uhrzeit

vollständig vergisst.

Dennoch kommen auch bedrückende Gedanken auf. Die

Gletscherhöhle, ein zuverlässiger Zeitzeuge des fortschreitenden

Klimawandels, existiert im kommenden Jahr vielleicht

schon nicht mehr. Jedes Jahr schmelzen unsere Gletscher

unaufhörlich dahin. Das Schmelzwasser frisst sich während

der Sommermonate ins Eis ein und kreiert dabei ein weites

Höhlensystem im Innern des Gletschers. Während früher viele

Höhlen in den kalten Wintermonaten wieder mit Eis aufgefüllt

wurden, bildet sich heute viel Toteis, das nicht mehr

mit dem aktiven Gletscher verbunden ist.

Nichtsdestotrotz fasziniert diese Welt aus Schutt und Eis,

und man stellt sich unweigerlich die Frage, wie alt dieses

Eis wohl sein mag, in welchem man sich bewegt. Für mich

ein Ort, welcher tiefsinnige Gedanken über Leben und

Tod aufwirft und zum Nachdenken anregt.

Text/Fotos Tobias Ryser

NATURZYT 57


58 NATURZYT


Im Innern der

Eishöhle

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 59


Nächtlicher Zauber

Der Autor

Tobias Ryser arbeitet als selbstständiger Fotograf

mit Schwerpunkt Natur- und Landschaftsfotografie.

Auf der Suche nach dem perfekten

Moment legt er grossen Wert auf eine ästhetische

Bildkomposition und atemberaubendes Licht.

Tobias Ryser zählt zu den erfolgreichsten

Naturfotografen der Schweiz, seine Bilder werden

regelmässig publiziert und wurden bereits mehrfach

in diversen nationalen und internationalen

Wettbewerben ausgezeichnet.

Mehr Informationen unter:

www.tobias-ryser.ch

www.naturwaerts.ch

60 NATURZYT


NATURZYT 61

NATUR ERLEBEN


Zu guter Letzt

Waldführer für Neugierige

Wald, das ist dort, wo viele

Bäume sind. Dort, wo

es im Sommer, wenn

die Sonne niederbrennt,

angenehm kühl ist. Im Wald wohnen

Tiere wild und manchmal Menschen.

Dort gibt es Holz und andere Pflanzen.

Wald ist Natur. In den Wald gehen wir

immer mit der Pfadi.

So könnte es aus einer Schulklasse

tönen, wenn man sie fragt: «Was ist ein

Wald?» Wüssten sie es besser? Was ist

eigentlich ein Wald? Wer lebt darin? Wie

nutzen wir ihn? Welchen Pflanzen und

Tieren bietet er Lebensraum? Seit wann

gibt es Wald? Wie viel Wald gibt es bei

uns? Und in Afrika?

Mit solchen und ähnlichen Fragen

begleitet uns der «Waldführer für Neugierige»

auf eine Entdeckungsreise.

Mir erging es beim Lesen wie auf

einem Waldspaziergang in der freien

Natur: Fragen über Fragen. Wohin ich

meinen Blick wende, tauchen neue auf.

Geschickt werden sie im kleinen

grünen Führer in unterschiedliche Kapitel

verpackt und damit ein roter Faden

geschaffen. Dem Baum gebührt dabei

das erste «Der Baum im Wald». Ganz

zu Recht. Er ist schliesslich Hauptmerkmal

eines jeden Waldes. Doch auch

die übrigen Pflanzen «Begleitende

Wald pflanzen» die Tiere «Waldtiere»

oder der Mensch «Wald und Mensch»

finden ihren Platz.

Der «Waldführer» ist kein Lexikon

und kein Roman. Er versucht, uns über

«Fragen, die bei Arbeitswochen im Wald

mit Schülern und Erwachsenen immer

wieder auftauchen», an Antworten heranzuführen

und Wissen zu vermitteln. Mit

vielen Querverweisen, ergänzenden Informationen

und erklärenden Zeichnungen

verleitet er uns, nach vorne zu blättern oder

nach hinten, nicht von Anfang zum Ende

zu lesen, sondern uns immer wieder an

einem anderen Ort bei anderen Fragen

wiederzufinden.

Für all jene, die gerne auf Entdeckungsreise

gehen und von einem Buch mehr

erwarten als Unterhaltung oder ein Nachschlagewerk

ist der «Waldführer für

Neugierige» wie geschaffen.

Wie im oben erwähnten Waldspaziergang

in der Natur kann man bei seiner

Lektüre viel Neues lernen und stösst gleichzeitig

auf Vertrautes, das plötzlich in

einem anderen, grösseren Zusammenhang

erkennbar wird.

Ich habe alle Fragen gelesen und kenne

trotzdem nicht alle Antworten. Ich freue

mich jetzt schon auf den nächsten Lesespaziergang

und kann einen solchen mit

dem «Waldführer für Neugierige» allen

empfehlen, die viel Interessantes und Wissenswertes

rund um unseren Lebensraum

Wald erfahren möchten und sich nicht

scheuen, zu erleben, wie wenig wir den

Wald mit allen seinen Facetten trotz

allem kennen.

Text Christian Suter

Fotos Claudia Vogelsanger

Philippe Domont und Nikola Zaric

Waldführer für Neugierige

8., überarbeitete Auflage

248 Seiten, 14,3 x 21,4 cm,

gebunden, Softcover,

mit 401 Abbildungen

Werd & Weber Veralg AG

ISBN 978-3-85932-793-1

CHF 32.

62 NATURZYT


Unterstützen und abonnieren

Werde NATURZYT-

Gönner und -Abonnent

Damit die NATURZYT weiterwachsen kann,

braucht sie dich als Gönner und Abonnent.

Werde Teil von NATURZYT aus Liebe zur Natur.

NATUR ERLEBEN

In der Juni-Ausgabe 2018 haben

wir darüber berichtet, dass es

die NATURZYT eiskalt erwischt

hat. Bis Ende 2018 werden über

CHF 50 000 Werbeeinnahmen fehlen,

und auch für 2019 wird es tendenziell

aufgrund der aktuellen Lage im Anzeigenprintmarkt

nicht besser werden.

51 GÖNNER UND

109 NEUABONNENTEN

Wir haben den Aufruf gestartet, dass die

NATURZYT 1000 Gönner und 6000

neue Abonnenten braucht. Bis zum

Redaktionsschluss haben sich 51 Gönner

und 109 Neuabonnenten für die NATUR-

ZYT entschieden. Und wir haben viele

motivierende und aufbauende Briefe und

E-Mails erhalten. Vielen Dank euch

allen im Namen von NATURZYT, das

motiviert uns weiterzukämpfen.

EIN EHRGEIZIGES ZIEL

1000 Gönner und 6000 Abonnenten zu

finden, ist ein ehrgeiziges Ziel und fast

unrealistisch, wie viele Stimmen meinen.

Und weshalb soll ich Abonnent für

CHF 29.50, geschweige denn Gönner

werden und zusätzlich mit CHF 100.

im Jahr unterstützen? Die Antwort

kommt von den Lesern selber, welche

die NATURZYT kostenlos bei Ärzten,

Coiffeuren und in Hotelzimmern lesen

oder von Bekannten erhalten haben:

«Ein Super-Magazin, vielfältig, naturverbunden,

schöne Gestaltung, Topbilder

etc. lerne viel über die Natur,

motiviert mich, mich für die Natur

einzusetzen, und finde es toll, dass

Naturprojekte wie Wildbienen unterstützt

werden.»

Also abonniere es «Ja, aber …»

Genau! Wir meinen, CHF 29.50 im Jahr

müssten doch 6000 naturverbundenen

Menschen das wert sein ohne «Ja, aber …».

WESHALB SOLL ICH GÖNNER

WERDEN?

Eine noch bessere Frage! Weil du damit

NATURZYT in der schwierigen Marktlage

dabei unterstützt:

• weiterhin und noch stärker, naturnaher

und kritischer berichten zu

können;

• die Vielfalt unser Natur aufzeigen

zu können;

• ein Sprachrohr für unsere Natur zu

sein und zu sensibilisieren nicht

zu belehren.

Und weil es dir wert ist und du finanziell

die Möglichkeit hast, als Gönner

NATURZYT zu unterstützen. NATUR-

ZYT will dir als Gönner mittelfristig

auch etwas zurückgeben, in Form von

Gutscheinen oder Ermässigungen bei

naturverbundenen Anlässen. Das funktioniert

leider erst, wenn wir die nötige

Anzahl Gönner erreicht haben und

dadurch für Partner interessant werden.

Also nicht zuwarten handeln. Nutze

dazu den Talon auf der Rückseite und

werde Teil von NATURZYT.

Danke deine NATURZYT und

ihr Team

Informiert bleiben!

Natürlich halten wir dich hier im Magazin,

auf NATURZYT.ch oder mit unserem

Newsletter (anmelden unter

www.naturzyt.ch) auf dem Laufenden.

NATURZYT 63


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DAMIT SIE WEITERWACHSEN KANN.

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mit Überzeugung und aus Liebe zur Natur kostet.

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NATURZYT braucht dich jetzt als Gönner und Abonnenten, weil …

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und kritischer berichten will.

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erfreuen möchte.

NATURZYT ein Sprachrohr für unsere Natur sein

will, um zu sensibilisieren, zu erfahren, zu bewahren

und zu erleben.

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engagieren will.

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die Anzeigenerlöse massiv eingebrochen sind.

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Weitere Details auf Seite 63

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