NATURZYT – Das Schweizer Naturmagazin – Ausgabe März 2020

NATURZYT

Natur ERFAHREN und mehr über unsere Wildtiere und -pflanzen lernen. Natur ERLEBEN und die Artenvielfalt der Flora und Fauna entdecken. Natur BEWAHREN und rücksichtsvoller mit ihr umgehen. Das ist NATURZYT.
NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, wir unterstützen Sie auch mit einem Teil der Abo-Erlösen. Aus Liebe zur Natur. Jetzt abonnieren und unterstützten – 4 Ausgaben für nur CHF 29.50.

Aus Liebe zur Natur.

Nr. 28 | März Mai 20 | CHF 7.90

NATURZYT

abonnieren und damit unsere

Greifvögel schützen.

Mehr erfahren Sie auf

Seite 38

Natur erfahren

Heimlich auf dem Vormarsch

der Goldschakal

Natur erleben

Frühlingserwachen

der Blüten

Natur bewahren

Frühlingszeit ist

Kükenzeit

Natur erfahren

Spitzwegerich Hustenmittel

und Wiesenpflaster

Natur bewahren

Im Reich der

Schattenpflanzen

Natur erleben

Frühlingsrezepte

mit Bärlauch


Wellness « Winterzauber « Genuss

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Gerne beraten wir Sie auch telefonisch: Tel. +43 (0)5243 5490 | www.kristall-pertisau.at


EDITORIAL

Impressum

NATURZYT 8. Jahrgang

Knaus Marketing­ & Verlagsservice

Sonnhalde 37

8602 Wangen

Redaktion

Telefon 043 542 72 91

redaktion@naturzyt.ch

Anzeigen

Michael Knaus

Telefon 043 542 72 91

michael.knaus@kmvs.ch

Freie und ständige Mitarbeiter

Virginia Knaus, Michael Knaus, Daniel

Fleuti, Ernestine Astecker, Tobias Ryser,

Nicole Bosshard, Olivia Scherrer,

Isabelle Blum, Sebastian Wagener

Grafik & Produktion

Martina Roth

Bildbearbeitung

Heinz Weber

Titelbild

Adobe Stock

Korrektorat

Christoph Meyer, Basel

Druck

AVD GOLDACH AG, 9403 Goldach

Abonnementspreise

4 Ausgaben CHF 29.50 (inkl. 2.5% MwSt.),

8 Ausgaben CHF 56.50 (inkl. 2.5% MwSt.).

Auslandabonnemente auf Anfrage.

Abonnementsdienst

Knaus Marketing & Verlagsservice

Sonnhalde 37, 8602 Wangen

Telefon 043 542 72 91, abo@NATURZYT.ch

www.NATURZYT.ch/abonnieren

ISSN­Nummer 2296­2859

© Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

aus drücklicher Genehmigung des Verlages.

Das Magazin wird in der Schweiz auf

100% Recycling papier gedruckt.

Jedes Abo hilft!

Liebe Leserin, lieber Leser

Es wird Frühling. Eine schöne Jahreszeit.

Die Blumen beginnen zu blühen, die Bäume

und Sträucher geben die Energie in die

Äste ab und bald folgt die grüne Blätterpracht.

Und auch unsere Wildbienen fliegen

wieder von Blüte zu Blüte. Die Vögel

singen von den Bäumen und bald schon

beginnt die Aufzucht der Jungen.

Das NATURZYT Magazin schreibt

nicht nur über unsere Natur, damit Sie

diese näher erfahren und erleben können,

sondern damit Sie gemeinsam mit uns

unsere Natur mehr bewahren und

schützen lernen. Dies ist auch mit ein

Grund, weshalb NATURZYT sinnvolle

und wichtige Naturprojekte gemeinsam

mit Ihnen, unseren Abonnentinnen und

Abonnenten, unseren Gönnerinnen und

Gönnern, unterstützt.

In den letzten 2 Jahren haben wir

gemeinsam mit Ihnen unsere Wildbienen

zusammen mit der Organisation

«Wildbee.ch» unterstützt und mit viel

Aufklärungsarbeit eine grosse Sensibilisierung

zum Schutz unserer Wildbienen

erreicht. Wir konnten in den vergangenen

Jahren die Wildbienen beziehungsweise

die Organisation Wildbee.ch mit über

CHF 11 500 unterstützen, welche damit

viele Massnahmen umsetzen und verschiedenes

Informationsmaterial erstellen

konnte. Nach wie vor ist der Schutz der

Wildbienen wichtig, und dank der Arbeit

von «Wildbee.ch» ist dies in vielen anderen

Medien sowie auch im Schweizer Fernsehen

mit der Mission «B» ein wichtiges

Thema geworden und erreicht nun eine

breite Abdeckung in der Bevölkerung, und

es findet ein Umdenken und Handeln statt,

welches unseren Bestäubern in Zukunft

helfen wird wenn alle dranbleiben.

Auch ein ganz wichtiges Thema,

welchem unser Ansicht nach zu wenig

Aufmerksamkeit geschenkt wird, sind

unsere Greifvögel, und damit meinen wir

nicht nur Milan, Habicht und Co., sondern

auch unsere nachtaktiven Eulen. Deshalb

unterstützt NATURZYT gemeinsam mit

ihren Abonnenten ab Januar 2020 unsere

Greifvögel in Zusammenarbeit mit

der Greifvogelstation Berg am Irchel.

Mit einem Teil der Abo­Einnahmen werden

die medizinische Versorgung, die Pflege

sowie der Betrieb der Greifvogelstation

mitfinanziert.

Jedes Abo hilft … und daran möchten

wir auch in Zukunft festhalten,

auch wenn bekannterweise die Anzeigenerlöse

weiter «bröckeln» und in der Printmedienlandschaft

ein «kalter» Wind bläst.

NATURYZT und uns als Herausgebern ist

es wichtig, nicht nur zu sensibilisieren und

aufzuzeigen, was jeder verbessern könnte,

sondern auch aktiv gemeinsam zu helfen.

Dies auch dank Ihnen, unseren Abonnentinnen

und Abonnenten, im Speziellen

unseren Gönnerinnen und Gönnern.

Vielen Dank.

Herzlichst

Ihr Michael Knaus

PS: Noch nicht Abonnent? Dann jetzt

gleich anmelden und unterstützen Sie mit

uns unsere Natur und wichtige Naturprojekte.

Mehr auf Seite 63/64 im Magazin.

NATURZYT 3


Seite 14

Heimlich auf dem

Vormarsch

Seite 20

Spitzwegerich

Hustenmittel und

Wiesenpflaster

Inhalt

3 Editorial/Impressum

4 Inhaltsverzeichnis

7 Wissenswertes

Wann stechen uns Wildbienen, Wespen und Hornissen?

Können Spinnen tauchen?

8 Entdeckt & Fair

Be(e) Careful. Kreativität für Gross und Klein mit Würfel.

10 Bastel­Tipp

Frühlingshafte Kirschblütenzweige aus Pistazienkernen.

62 Zu guter Letzt

Aus der Ferne heilen. Geht das?

Natur erfahren

12 Homöopathie für Mensch und Tier

Ledum ein wichtiges pflanzliches Mittel bei

Stichverletzungen jeder Art.

14 Heimlich auf dem Vormarsch

Er ähnelt einem mittelgrossen Hund mit buschigem

Fell und macht dem Fuchs Konkurrenz. Der Goldschakal

ist auch in der Schweiz auf dem Vormarsch.

20 Spitzwegerich Hustenmittel und Wiesenpflaster

Als antimikrobielles und entzündungshemmendes Kraut

wird er vielfach bei Erkältungskrankheiten eingesetzt.

22 Spitzwegerich in der Kräuterapotheke

Spitzwegerich­Tee, Erdkammer­Sirup, Entschlackungssaft.

Herstellung des Spitzwegerich­Heilöls.

4 NATURZYT


INHALT

Seite 38

Frühlingszeit ist

Kükenzeit

Seite 28

Im Reich der

Schattenpflanzen

Seite 46

Frühlingserwachen

der Blüten

Natur bewahren

24 Tierisch gute Interviews

Sie ist eine liebevolle, besorgte Mutter und liebt

Erdnüsse. Ravensong im Gespräch mit NATURZYT.

28 Im Reich der Schattenpflanzen

Blütenzauber leicht gemacht! Wie Wildpflanzen dunkle

Bereiche im naturnahen Garten ökologisch und optisch

aufwerten können.

36 Frühlingsrezepte mit Bärlauch

Eine köstliche Bärlauchsuppe, feine Bärlauch­Spaghetti

oder Nudeln und frisches Bärlauchbrot.

38 Frühlingszeit ist Kükenzeit

Heimische Eulen legen Eier, die Küken schlüpfen und

verlassen das Nest früh. Ist das ein Problem?

Natur erleben

42 Wo sich Narzisse und Hase gute Nacht sagen

Narzissen und Feldhasen stehen auf extensive Landwirtschaft.

Auf den Weiden am Mont Sujet im Berner Jura

geht es beiden gut. Die einen überziehen die Weiden,

die anderen sorgen beim Wanderer für Freude.

46 Frühlingserwachen der Blüten

7 Frühlingstipps mit Blütenzauber in der Ostschweiz,

im Tessin, der Westschweiz und der Zentralschweiz.

52 Naturwärts Panta rhei

Naturwärts mit unserem Fotografen Tobias Ryser

in das Reich des Schmelzwassers im Frühling.

58 Unberührte Natur

Der UNESCO­Biosphärenpark Das grosse Walsertal.

NATURZYT 5


Taten statt Worte Nr. 107

Wir bringen das Beste

aus den Schweizer Pärken

in den Laden.

Schweizer Pärke setzen auf die Natur. Kein Wunder, fühlen sich dort so viele

Pflanzen und Tiere wohl. Gleichzeitig stärken Pärke mit Arbeitsplätzen die Wirtschaft

in der Umgebung. Deshalb bieten wir bei Coop Spezialitäten aus den Pärken unseres Landes an.

Und helfen so mit, diese Regionen nachhaltig zu entwickeln.

Alles über das Nachhaltigkeitsengagement

von Coop auf: taten-statt-worte.ch


Wissenswertes

WISSEN

KÖNNEN SPINNEN TAUCHEN?

Fast alle Spinnen leben an Land und fangen dort

mit ihren Netzen oder anderen Fangmethoden

ihre Nahrung. Aber die Wasserspinne macht dies

anders, sie geht auf Tauchgang. Wie ihre Landgenossen

hat sie einen haarigen Körper und acht

Beine sowie acht Augen. Sie ist weit verbreitet

und lebt in sauberen stehenden oder langsam

fliessenden Gewässern und macht Jagd auf kleine

Wassertiere. Ihr ganzes Leben verbringt sie

unter Wasser und atmet dabei wie ein Taucher

Luft. Sie trägt ihre eigene Taucherglocke mit sich,

denn ihr Körper ist mit feinsten verzweigten

Härchen bedeckt, sieht fast aus wie ein kurzes

Fell. Sie streckt den Hinterleib über die Wasseroberfläche

und beim Zurückziehen bleibt zwischen

den Härchen die Luft gefangen. Sie wird so von

einer Lufthülle umgeben, in der sie atmen kann.

Sie jagt aber nicht nur im Wasser, nein, sie wohnt

auch dort und baut sich ihre eigene Tauchstation.

Mit der Spinnenseide baut sie ein spezielles

Gebilde, welches sie an Wasserpflanzen befestigt.

In der Mitte dies Gebildes ist das Netz besonders

dicht gewebt. Sie nimmt dann an der Wasseroberfläche

immer wieder Luft auf und streift

diese unter dem Netz ab. So entsteht eine zirka

1,5 bis 2 Zentimeter grosse Wohnglocke. Diese

dient aber nicht nur als Wohnung, in dieser

paart sie sich auch und zieht ihre Jungen auf.

WANN STECHEN UNS WILDBIENEN, WESPEN

UND HORNISSEN?

Es wird wieder wärmer, die ersten schönen Frühlingstage

laden ein, im Garten oder auf dem Sitzplatz

einen Kaffee mit Kuchen zu geniessen. Doch bereits

jetzt summt und brummt es um uns herum, und

die Angst davor, gestochen zu werden, wird wieder

grösser. Ganz ehrlich, diese Angst ist völlig übertrieben,

denn die Gefahr, von einem Insekt gestochen

zu werden, ist etwa gleich gross, wie von einem

Hund gebissen zu werden.

Es muss auch unterschieden werden zwischen

den Arten. So haben zum Beispiel Wildbienen einen

Stachel, setzten diesen aber praktisch nie ein, weil

sie nichts verteidigen oder schützen müssen. Zudem

ist der Stachel der Wildbienen so klein und weich,

dass dieser gar nicht durch unsere Haut dringen

könnte. So bleiben nur noch die Wespen, Hornissen

und Honigbienen, die das Potenzial hätten, unsere

Haut zu durchdringen. Aber auch diese sind friedlich,

es sei denn, wir kommen ihrem Stock zu nahe,

dann kann es zu aggressivem Verhalten kommen.

Hier hilft dann nur ein ruhiger, aber sofortiger

Rückzug. Und wer hat schon einen Bienen- oder

Hornissen stock beim Gartentisch? Also bleiben nur

noch die Wespen, aber hier sind es auch nur zwei

Arten die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe,

die gerne den Kaffeetisch und die frische Wurst

besuchen. Sie benötigen für ihre Brut tierisches

Eiweiss. Dazu jagen sie beispielsweise Fliegen oder

Mücken, was uns wieder entgegenkommt. Somit

sollten wir auf Wespenfallen und Co. verzichten,

weil darin über 90 Prozent andere Arten umkommen.

Besser ein Stück Kuchen oder Wurst,

weiter weg platziert, den Wespen offerieren.

Text Michael Knaus Foto Adobe Stock

NATURZYT 7


Entdeckt & Fair

Be(e) Careful

Nicht nur als Honigproduzenten

verwöhnen uns die

fleissigen Bienchen, auch

aus unserem Ökosystem

sind sie nicht mehr wegzudenken.

Raine & Humble bringen uns mit

ihren kreativen & conscious Küchentüchern

ein wenig Mutter Natur in

den Alltag. Die Küchentücher mit

dem Bienchen­ Print werden von dem

australischen Brand handgefertigt

und unter fairen Arbeitsbedingungen

in Indien produziert. Nach dem Motto;

je kürzer die Wertschöpfungskette, desto

besser, stehen bei ihnen ökologische

und soziale Werte an oberster Stelle.

So wird auch bei der Verpackung

auf das Minimum gesetzt. Ihr Bewusstsein

für Nachhaltigkeit wird noch

lange anhalten.

Die verschiedenen Küchentücher

von Raine & Humble sind im Online­

Shop changemaker.ch oder in den

Läden in Baden (Badstrasse 27), Basel

(Markt gasse 16), Bern (Spitalgasse 38),

Luzern (Kramgasse 9), Schaffhausen

(Vordergasse 55), Thun (Obere Hauptgasse

35), Winterthur (Obertor 33)

oder Zürich (Marktgasse 10) für

CHF 24.90 im 2­er Pack erhältlich.

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Kreativität für Gross und Klein

Mit drei oder zwölf

Würfeln entsteht eine

fantasievolle und

spannende Geschichte.

Und Du bist der Geschichtenerzähler.

Das Brändi Picto fördert das kreative

Ausdenken von Geschichten und führt

die Spieler geschickt von Story zu

Story. Richtige Spielregeln gibt es keine.

Die zwölf handlichen und kleinen

Würfel zeigen 72 Symbole und Motive.

Nach dem Wurf sollen alle Symbole

in eine fantasievolle Geschichte integriert

werden. Es gibt keine Gewinner

oder Verlierer. Mit dem Spiel trainiert

man seine Fantasie und fördert

den Wortschatz. Das Spiel ist

für Gross und Klein geeignet,

denn jeder hat eine Geschichte

zur erzählen.

Das Brändi Picto wird von Menschen

mit Beeinträchtigung vom

Falten der Kartonschachtel über

das Nähen des Stoffsäckli bis hin

zum Verpacken des Spiels produziert.

Das Spiel ist im Online­Shop von

Brändi (www.braendi­shop.ch) für

CHF 32.90 erhältlich oder in aus gewählten

Spielwarenfachgeschäften

und Buchhandlungen.

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akuter Bronchitis.

Dies sind zugelassene Arzneimittel. Erhältlich in Ihrer Apotheke oder Drogerie.

Lesen Sie die Packungsbeilagen.

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Bastel­Tipp

Frühlingshafte

Kirschblütenzweige

10 NATURZYT


So machen wir’s

Viele lieben Pistazienkerne als

Snack zwischendurch oder

als Apéro-Knabberei. Statt die

Schalen nun wegzuwerfen,

basteln wir uns daraus hübsche Kirschblüten-Zweige.

Frühlingszweige finden

wir jetzt bei Spaziergängen durch den

Wald zuhauf. Aber bitte nicht einfach

wild Zweige abrupfen. Es gibt viele

Bäume, welche gefällt wurden und

deren Äste schon dicke Knospen tragen.

Dort kann man sich nach Herzenslust

bedienen, ohne einem noch lebendigen

Baum oder Busch zu schaden. Unsere

Kirschblütenzweige können wir dann

wunderbar in eine Vase zusammen mit

den Frühlingszweigen stecken, sodass

etwas Farbe zu den bald spriessenden

hellgrünen Blättchen der frischen Zweige

kommt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen

einen zauberhaften, bunten Frühling und

viel Freude am Basteln.

Ihr NATURZYT-DIY Team

Virginia Knaus

Schritt für Schritt

MATERIALLISTE:

• Altes Laken oder Zeitung

als Unterlage

• Trockene Ästchen (hier z.B.

von einem Bambusbesen)

• Pistazienschalen

• Bunte Perlen

• Acrylfarbe & Pinsel

• Wachspapier

• Gartenschere

• Heissleimpistole

Schritt 1:

Pistazienkerne aufreihen

(auf die Richtung achten), Wachspapier

und Perlen bereitlegen.

Text/Fotos Virginia Knaus

Schritt 2:

Heissleim auf das Wachspapier geben

(ca. 5-Rappen-Stück-grosser Klecks),

die bereitgelegten Pistazienschalen

blütenförmig auf dem Heissleim

anordnen und eine Perle in die Mitte

drücken.

Schritt 3:

Die Pistazienblüten im Schaleninnern

mit der von Ihnen gewünschten

Acrylfarbe bemalen

und trocknen lassen.

Schritt 4:

Die Zweige mit der Gartenschere

auf die gewünschte Länge zurechtschneiden.

Die fertigen Blüten vom

Wachspapier lösen und mit Heissleim

an den Ästen anbringen. Gut

trocknen lassen, dann können Sie

die fertigen Blütenzweige entweder

als österliche Tischdekoration oder

als Frühlingsblüten zu frisch geschnittenen

Zweigen in einer Vase

ver wenden. Die Blüten lassen sich

auch alleine als hübsche Dekoration

verwenden.

NATURZYT 11


Homöopathie für Mensch und Tier

Ledum

ein Mittel bei Stichen jeder Art

In der Homöopathie ist Ledum ein wichtiges pflanzliches Mittel

bei Stichverletzungen. Aus dem kühlen Norden stammend, hilft es bei

Wunden, die sich kühl anfühlen und bei denen Kühlen guttut.

Mit dem Anstieg der Temperaturen

im Frühling sind

sie wieder da, diese kleinen

unscheinbaren Spinnentiere,

die Mensch und Tier befallen können:

die Zecken! Zeckenbisse streng genommen

sind es eigentlich Stiche sind an und

für sich relativ harmlos. Es kann nach

einem Zeckenbiss zu einer lokalen Entzündung

kommen, v.a. wenn die Zecke

nicht ganz entfernt werden konnte.

Olivia Scherrer ist Tierärztin und klassische

Homöopathin für Mensch und Tier.

Sie arbeitet in Zürich und Kloten. Weitere

Informationen auf www.oliviascherrer.ch

oder 076 528 41 81

Diese klingen in der Regel problemlos ab.

Gefährlich sind aber vor allem für uns

Menschen die Krankheiten, die von

Zecken übertragen werden. Inzwischen gilt

die ganze Schweiz als Risikogebiet für

Borreliose und FSME (Frühsommer­

Meningoencephalitis), mit Ausnahme der

Kantone Tessin und Genf für FSME. Das

Immunsystem von Hunden und Katzen

scheint mit diesen Erregern besser fertig zu

werden. Selten erkrankt ein Hund an

Borreliose, obwohl sehr viele Hunde Antikörper

gegen Borrelien aufweisen, d.h.,

dass sie mit diesen Bakterien Kontakt

hatten. FSME tritt noch seltener auf. Bei

Katzen, obwohl auch oft von Zecken befallen,

treten diese Krankheiten praktisch

nicht auf.

Zecken leben vor allem im Wald im

Unterholz und an Waldrändern. Sie lauern

auf Pflanzen bis zu einer maximalen Höhe

von 1,50 Metern und lassen sich von einem

geeigneten Wirt abstreifen. Vorbeugend

kann man bei Aufenthalt im Wald feste

Schuhe und lange Kleider tragen, allenfalls

Antizeckenspray einsprühen. Bei starker

Exposition wird auch eine Impfung gegen

FSME empfohlen. Je länger eine Zecke

Blut saugt, umso grösser ist die Gefahr

der Übertragung von Krankheitserregern.

Somit ist es von grosser Wichtigkeit,

nach einem Spaziergang den Körper nach

Zecken abzusuchen und diese sofort zu

entfernen. Bei Hunden kann dies durchaus

eine sinnvolle Alternative zu den chemischen

Antiparasitika sein. Zecken werden

am einfachsten entfernt, indem man sie

mit einer Pinzette oder einem Zeckenhaken

gerade oder mit einer leichten

Drehung vorsichtig herauszieht. Auf keinen

Fall soll man Öl, Alkohol o.Ä. auf die

Zecken auftragen, weil dadurch die Übertragung

von Erregern begünstigt wird.

Als natürliche Antizeckenmittel werden

viele Mittel, von Knoblauch über Bierhefe

zu Bernsteinketten, angepriesen.

Die Wirkung dieser Mittel ist oft eher

bescheiden. Die besten Erfahrungen bei

Hunden habe ich mit Kokosöl, äusserlich

angewendet, gemacht.

HOMÖOPATHIE ALS ZECKEN­

PROPHYLAXE?

Auch das homöopathische Mittel

Ledum wird oft als «Zeckenmittel»

beschrieben. Prophylaktisch gegeben

12 NATURZYT


schütze es vor Zeckenstichen. Als

klassische Homöopathin bin ich sehr

zurückhaltend, Homöopathika prophylaktisch

zu verabreichen, da in der

Homöopathie die Mittel ja aufgrund

der bestehenden Symptome verschrieben

werden. Und Vorsicht: bei regelmässig

wiederholten Gaben eines hochpotenzierten

(ab C30) homöopathischen

Mittels können sogar Symptome ausgelöst

werden. Ledum kann aber ein gutes

Mittel nach einem Zeckenbiss sein, wenn

eine Schwellung bestehen bleibt. Eine

Schwellung, die sich kühl oder sogar kalt

anfühlt, wird gut auf Ledum ansprechen.

Paradoxerweise haben Ledum­Patienten

das Bedürfnis, die schmerzende und

kalte Stelle zu kühlen.

LEDUM, DER SUMPFPORST

Ledum palustre, auf Deutsch Sumpfporst

oder auch Wilder Rosmarin genannt,

gehört zu den Heidekrautgewächsen.

Er ist ein immergrüner Strauch, der vor

allem in Hochmooren in nördlichen

Ländern wächst. Leider steht er inzwischen

in vielen Ländern auf der Roten

Liste der gefährdeten Pflanzenarten.

In der Volksmedizin wurde und wird

Ledum bei Insektenstichen, Rheuma,

Arthritis, Gicht und Hautkrankheiten

und gegen Ungeziefer eingesetzt. Da gewisse

Inhaltsstoffe berauschend wirken,

wurden die Sumpfporstblätter früher

beim Bierbrauen verwendet. So konnte

die berauschende Wirkung des Alkohols

verstärkt werden. Das homöopathische

Mittel wird aus den getrockneten jungen

Sprossen hergestellt.

In der Homöopathie ist Ledum ein

wichtiges Mittel bei Verletzungen mit

spitzen Gegenständen, Stich­ und Bisswunden,

Insektenstichen, aber auch bei

Gelenkschmerzen speziell der kleinen

Gelenke der Finger und Zehen. Bei all

diesen Beschwerden ist Ledum das

Mittel der Wahl, wenn der betroffene

Körperteil sich kalt anfühlt, also die

übliche Erwärmung einer Entzündung

fehlt, und die Beschwerden durch Kälte

gelindert werden. Bei Prellungen und

Blutergüssen ist Ledum zudem ein

gutes Folgemittel von Arnica, wenn die

Schwellung nicht richtig ausheilt, und

bei Verletzungen am Auge.

Text Olivia Scherrer Fotos Adobe Stock

Weiterführende Literatur

Heidi Grollmann, Urs Maurer:

«Homöopathische Selbstbehandlung

in Akutfällen»

Weitere Informationen zum Thema

Zecken unter www.zecken­stich.ch oder

www.zecken.ch

Die Anwendung der aufgeführten Mittel

erfolgt auf eigene Verantwortung und

ersetzt keinen Arztbesuch. Eine Haftung

der Verfasserin bzw. der Redaktion ist

ausgeschlossen.

Homöopathie

von OMIDA.

Erhältlich in Apotheken und Drogerien.

Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Angaben auf der Packung.


Heimlich auf

dem Vormarsch

Erstmals wurde er im Jahr 2011 im Kanton

Freiburg beobachtet. Er ähnelt einem mittelgrossen

Hund mit buschigem Fell und macht

unserem Fuchs mit gleichem Nahrungsspektrum

Konkurrenz. Sein natürlicher Feind ist der Wolf.

Er heult am Abend vor sich hin,

oft klingt er dadurch sehr ähnlich

wie der Wolf. Der Körper

ist dabei angespannt und die

Schnauze weit nach oben geöffnet, die

Ohren an den Kopf angelehnt. Manchmal

kommt auch ein Knurren, ein Winseln

oder ein Bellen aus seiner Schnauze. Die

Ähnlichkeit zum Wolf lässt sich nicht

leugnen, aber es ist der «kleine Bruder»,

der Goldschakal.

HEIMLICH AUF DEM VORMARSCH

Auf den ersten Blick sieht der Gold schakal

mit seinem gelblich-grauen und dunkel

gescheckten Fell und seiner weissen Zeichnung

um den Hals auch sehr ähnlich wie

ein Wolf aus. Er ist aber bedeutend kleiner

als der Wolf und etwas grösser als unser

Fuchs. Praktisch in ganz Europa ist er

mittlerweile auf dem Vormarsch und

dehnt sein Siedlungsgebiet auf natürliche

Weise vom südöstlichen Balkan Richtung

Mitteleuropa aus. Sein ursprüngliches

Gebiet war in weiten Teilen Arabiens,

Indiens und des Nahen Ostens bis in

die Türkei.

Immer mehr Spuren ausserhalb seines

einstigen Verbreitungsgebietes im Westen

bis nach Frankreich und im Norden bis

nach Dänemark und Estland finden die

Experten. Schätzungen zur Folge gibt

es in Europa insgesamt 117 000 Goldschakale,

aber nur gerade 17 000 Wölfe.

Die bisher in der Schweiz nachgewiesenen

Goldschakale sind wahrscheinlich

auf Wanderschaft, ganz im

Gegenteil zu den Nachbarländern

wie Österreich, wo erste Populationen

heimisch werden. Der erste Nachweis

eines Goldschakals in Österreich war

im Jahr 1987. Er ist heute entlang der

Donauufer in Oberösterreich heimisch.

Es ist also nur eine Frage der Zeit,

bis sich der Goldschakal auch in der

Schweiz heimisch fühlt.

14 NATURZYT


NATURZYT 15

NATUR ERFAHREN


ERSTER NACHWEIS IM JAHR 2011

Der erste Nachweis eines Goldschakals

in der Schweiz war im Winter 2011/12 in

der Nordwestschweiz, als ein Exemplar

in diversen Wildfotofallen geblitzt wurde.

Er ist eben sehr neugierig, und seine grossen,

dunklen Augen finden diese automatischen

Kameras sehr faszinierend. Mit

seiner Schnauze wird mal vorsichtig daran

geschnüffelt, bevor er seinen Weg gemächlich

weitergeht. Ein weiteres Exemplar

wurde südlich von Disentis im Kanton

Graubünden erst im Dezember 2015 wieder

von einer Wildtierkamera aufgenommen.

Kurze Zeit später wurde ein Goldschakal

im Januar 2016 in der Surselva erschossen.

Der Jäger hielt den Goldschakal für einen

Fuchs, als er seinen Irrtum bemerkte, hat

er sich selbst angezeigt. Es ist anzunehmen,

dass es sich um das gleiche Tier

handelte, welches im Dezember 2015 in

Disentis in die Fotofalle tappte. Im

Frühjahr 2016 musste in der Nähe von

Einsiedeln im Kanton Schwyz ein völlig

entkräfteter Goldschakal von einem

Wildhüter erlöst werden. Ein Ornithologe

staunte im Sommer 2017 im Linthgebiet

nicht schlecht, als ihm ein Goldschakal

vor die Kamera lief. Dabei lauerte er

auf den Eisvogel und hörte den schönen

Tönen der Natur zu. In den Wäldern

von Jussy im Kanton Genf erwischte eine

Wildtier kamera im Dezember 2018

einen Gold schakal bei seiner Durchreise.

Seit 2015 werden jährlich Goldschakale

in der Schweiz nachgewiesen, auch

im Jahr 2019, als ein Goldschakal im

Freiburger Seeland auf der Strecke

zwischen Galmiz und Gugiez bei einem

Verkehrsunfall mit einem starken

Stahlross zusammenstiess und sein

Leben verlor.

Die Klimaveränderung, die Abnahme

seines natürlichen Feindes, des Wolfes,

und die grosse Fortbewegungsfähigkeit

scheinen die Ausbreitung des Goldschakals

in Europa zu begünstigen. Da der Goldschakal

natürlich in die Schweiz eingewandert

ist, gilt er gesetzlich als einheimische

Tierart und steht unter Schutz, genauso

wie der Bär, der Wolf und der Luchs.

Ob sich der Goldschakal in der Schweiz

ansiedeln kann oder ob ihn die bereits

etablierten Wolfsrudel eher zu einer Aus-

16 NATURZYT


NATUR ERFAHREN

Goldschakale sind in der

Schweiz im Moment

«nur» auf Wanderschaft.

Sie sind nicht sehr

wählerisch, was die

Nahrung angeht.

Hund oder Goldschakal?

Auf Distanz nicht immer

ganz klar.

nahmeerscheinung machen werden,

bleibt aber abzuwarten.

DER NEUE EINWANDERER

Der Goldschakal (Canis aureus) sieht aus

wie ein mittelgrosser Hund mit einem

dicken Fell und ist eine eng mit dem Wolf

verwandte Art der Hunde. Er ist der einzige

Schakal, der in Europa verbreitet ist.

Im alten Ägypten wurde er als heiliges

Wesen verehrt und dem Totengott Anubis

mit seinem Schakalkopf zugeschrieben.

Mit seiner Köperlänge von etwa 105

Zentimetern und einer Schulterhöhe

von etwa 40 bis 50 Zentimetern gehört

der Goldschakal zu den mittelgrossen

Wildtieren und ist damit auch bedeutend

kleiner als der Wolf, aber etwas grösser

Goldschakale sind

ihrem Partner ein

Leben lang treu.

NATURZYT 17


Die weisse Zeichnung

um Maul und Hals

ist sehr ausgeprägt.

Die Ähnlichkeit des

Goldschakals zum

Wolf ist unbestritten.

als der Fuchs. Das Fell weist regionale

Unterschiede auf. Es kann als goldgelb

bis gelblich­grau (auch rötlich) be ­

schrieben werden. Der Rücken und die

Schwanzspitze sind eher dunkel und

seitlich sowie an den Beinen goldfarben.

Die Gesichtsmaske ist bräunlich und

wird von einer deutlichen weissen Zeichnung

um das Maul und am Hals geprägt.

Sein Lebensraum ist sehr flexibel und

er kann sich gut an verschiedene Gegebenheiten

anpassen. Er findet in reich strukturierter

Agrarlandschaft ebenso wie in

Feuchtgebieten gute Bedingungen und

Nahrung, sofern sie ausreichend Deckung

und Versteckmöglichkeiten untertags

bieten. Die dämmerungs­ und nachtaktiven

Tiere fallen durch ihre versteckte

Lebensweise daher nicht auf. Wie der

Fuchs fühlt er sich aber auch in der Nähe

der bewohnten Räume wohl und bleibt

durch seine Art weitgehend unbemerkt.

Als Allesfresser ist er auch nicht sehr

wählerisch und frisst neben Beeren und

Mais, Insekten, Amphibien oder Fischen

auch kleinere Säugetiere wie Mäuse. Was

der Goldschakal sonst noch genau auf

dem Speiseplan hat, hängt auch stark vom

Angebot ab. Er verschmäht auch keine

Schlacht­ oder Jagdabfälle, falls diese

herumliegen. Auch Kadaver gehören zu

seiner häufigen Nahrung. Ebenso können

freilaufende Katzen oder Hunde auf den

Speiseplan gelangen, wenn Schakale im

Rudel auf der Jagd sind und sich die Gelegenheit

ergibt. In Deutschland wurden

schon drei Schafe von einem Goldschakal

verletzt, jedoch nicht getötet. Meistens

jagt er aber alleine und eher selten auch im

Familienverbund von vier bis sechs Tieren.

TREUER GOLDSCHACKAL

Hat ein Männchen eine Partnerin gefunden,

ist er ihr treu. Die Paarungszeit

ist im europäischen Raum im Januar

und Februar, und nach 2 Monaten bringt

das Weibchen zumeist vier bis fünf Jungtiere

auf die Welt. In selten Fällen können

es aber auch bis 12 Jungtiere sein. Von

diesen verbleibt meistens 1 Helfertier

bei den Eltern, um bei der Pflege des

nächsten Nachwuchses mitzuhelfen.

Der Goldschakal lebt in einem flexiblen

Sozialsystem, bleibt aber dem Partner

ein Leben lang treu. Gemeinsam markieren

sie ihr Territorium und gehen

auf die Jagd.

Text Michael Knaus Fotos Adobe Stock

Bin ich schon

heimisch?

Oder nicht?


Kommt der Goldschakal in die Schweiz?

Die Sichtungen der Tiere,

welche bisher in der Schweiz

aufgetaucht sind, betreffen

wahrscheinlich Tiere, die

auf Wanderschaft sind. Im Gegensatz zu

unseren Nachbarländern wie Österreich,

wo erste Populationen heimisch werden.

Vor 33 Jahren wurde der erste Gold schakal

in Österreich gesichtet, heute leben sie

entlang des Donauufers in Oberösterreich.

In der Schweiz ist vor 9 Jahren der erste

Goldschakal gesichtet worden. Es ist

sicher verfrüht, von einem Bestand in der

Schweiz zu sprechen. Ob er aber hier

in den kommenden Jahren heimisch wird,

ist schwer zu beurteilen, aber es spricht

auch nichts dagegen.

Bekannt ist aber, dass die Goldschakale

Reviere meiden, wo sich Wolfsrudel

etabliert haben. Denn der Wolf ist der

natürliche Feind des Goldschakals.

Hochrechnungen der Large Carnivore

Initiative for Europe zeigen auf, dass in

Europa 117 000 Goldschakale leben. Der

Wolfbestand ist rund siebenmal kleiner

und wird auf 17 000 Tiere geschätzt.

Kurzum, wenn wir den Wolf, welcher

ursprünglich hier heimisch war, nicht

akzeptieren wollen, dann wandern

andere ein, wie der Goldschakal. Und

welche Folgen das für die hiesige

Tierwelt und mögliche Konflikte mit

Nutztierhaltern haben könnte, lässt sich

im Moment nicht eindeutig definieren.

Aber Übergriffe auf Nutztiere sind in

anderen Regionen, auch wenn sehr

selten, beobachtet worden. Und wenn

die Bedingungen stimmen, kann eine

Population von Goldschakalen sehr rasch

anwachsen. Das zeigen Abschusszahlen

aus Ungarn, wo 1996 gerade mal sechs

Schakale erlegt wurden und 2018 waren

es schon 5831.

Es ist also eine Frage der Zeit oder

unserer Akzeptanz für andere Grossraubtiere,

wie schnell und wann der

Goldschakal in der Schweiz heimisch

wird.

Text Michael Knaus Fotos AdobeStock

Naturerlebnis-Reisen

Naturnahe und themenbezogene Reisen in

kleinen Gruppen unter fachlicher Leitung.

26.04. 05.05. Spanien | Extremadura und Sierra de Gredos

21.06. 28.06. Abruzzen | ursprüngliche Berglandschaften

20.06. 27.06. Kräuter und Bergblumen im Berner Oberland

24.06. 30.06. Provence zur Lavendelblüte

26.06. 04.07. Wattenmeer und Insel Langeoog

27.06. 04.07. Nationalparkwanderungen im Val Müstair

10.07. 15.07. Kräuter- und Blumenparadies im Parc Ela

05.09. 13.09. Nordspanien | Kantabrisches Gebirge

sinnvoll reisen mit www.ARCATOUR.ch | Telefon 041 418 65 80


Ernestines Kräuterapotheke

Spitzwegerich Husten

und Wiesenpflaster

Als antimikrobielles und entzündungshemmendes

Kraut wird der Spitzwegerich vielfach bei Erkältungskrankheiten

wie Reizhusten, Heiserkeit, Bronchitis

eingesetzt. Die Volks heilkunde kennt noch eine Reihe

anderer Anwendungsgebiete.

Blätter ausbildet und einen viel längeren

Blüten stand auf kürzerem Stängel

trägt, und dem Mittleren Wegerich

(Plantago media), der in Bezug auf die

Blätter und den Blütenstand eine Mittel ­

stellung einnimmt. Der Breitwegerich

wird ähnlich verwendet wie der Spitz ­

wegerich.

BEGEGNUNG IN DER NATUR

Als mehrjährige Pflanzen finden wir

den Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

in ganz Europa und weiten Teilen

Asiens. Er wächst auf Wiesen, Schutthalden,

an Wegrändern. Die Blätter

entfalten sich dicht am Boden und

bilden eine lockere Grundrosette. Sie

sind 10 bis 20 Zentimeter lang und

lanzettlich geformt und haben deutlich

erkennbare längsverlaufende Blattadern.

Aus der Mitte der Blattrosette

ent springen blattlose Stängel, an deren

Ende unscheinbare bräunliche Blüten

in Form einer Ähre sitzen. Auffallend

sind die langen cremeweissen Staubblätter.

Oft kommt der Spitzwegerich

in Gesellschaft mit zwei anderen

Wegericharten vor: dem Breitwegerich

(Plantago major), der breite, ovale

FUSSSTAPFEN DES WEISSEN

MANNES

Der wissenschaftliche Name Plantago

leitet sich vom Lateinischen «planta»

ab, was Fusssohle bedeutet. Der Artname

lanceolata stammt vom Lateinischen

«lanceo» (= Lanze) und beschreibt

die Form der Blätter. Der deutsche

Name Wegerich leitet sich vom Althochdeutschen

«wega» = Weg ab und

die Endung «rich» stand im Indo­

20 NATURZYT


mittel

germanischen für «König oder Herrscher».

Somit ist der Wegerich also

der «Herrscher des Weges». In Nordamerika

war früher nur der Mittlere

Wegerich heimisch. Als der Breitwegerich

dort ankam, nannten die Indianer

ihn «Fussstapfen des weissen Mannes».

SPITZWEGERICH IM GARTEN

Die Pflanze ist anspruchslos, bevorzugt

aber eher trockene Böden und einen

sonnigen Standort. Sie können die

Samen im Frühjahr aussäen oder

die Rosetten im Herbst teilen und

am besten mehrere Pflanzen in eine

Gruppe zusammensetzen.

ERNTE UND AUFBEWAHREN

Die Blätter des Spitzwegerichs können

von Mai bis August gesammelt werden.

Weil sie Pflanzenschleime enthalten,

die zum Schimmeln neigen, werden sie

sorgfältig Blatt neben Blatt zum Trocknen

auf ein Tuch ausgelegt. Man kann die

frischen Blätter auch auffädeln und zum

Trocknen wie Wäsche auf die Leine

hängen, an einem trockenen, schattigen

Ort. Braun oder schwarz gefärbte Blätter

sind wertlos und müssen aussortiert

werden.

VOLKSHEILKUNDE

Spitzwegerich wurde schon in der Steinzeit

als Wundheilmittel verwendet. Im

Mittelalter wurde er als Saft zur Spülung

bei entzündeter Mundschleimhaut,

Zahngeschwüren sowie als Umschlag bei

wunden Füssen und Nasen­ oder Augenentzündungen

empfohlen. Heute ist

die antibiotische Wirkung der frischen

Pflanze bekannt.

WAS SAGEN DIE ALTEN KRÄUTER­

KUNDIGEN?

Der heiligen Hildegard war die wassertreibende

Wirkung des Spitzwegerichs

bereits ebenso bekannt wie die Heilwirkung

bei Insektenstichen. Pfarrer

Kneipp lobte die wundheilende Wirkung:

«Wie mit Goldfäden näht der Wegerich

den klaffenden Riss zu …» Pfarrer

Künzle schrieb: «Die Wegeriche reinigen

Blut, Lunge und Magen und sind

daher gut für Menschen, die wenig

oder schlechtes Blut, schwache Lunge,

schwache Stimme, bleiches Aussehen

haben, immer hüsteln und heiser sind

oder Ausschläge und Flechten produzieren.

Allen diesen Menschen ist der

Wegerich­Sirup zu empfehlen.» Ausserdem

empfiehlt Pfarrer Künzle, bei Ohrenweh

und Stechen in den Ohren einige

Tropfen frischen Wegerichsaft in die

Ohren zu träufeln, dann werden Stich

und Schmerz vergehen.

HEILEIGENSCHAFTEN

UND WIRKUNGEN

Die Blätter des Spitzwegerichs enthalten

eine gelungene Komposition der Heilstoffe:

Schleimstoffe überziehen die angegriffenen

Schleimhäute der Atemwege

mit einer Schutzschicht, wirken dadurch

reizmildernd und verhindern den reflektorisch

ausgelösten Hustenreiz. Gerbstoffe

helfen mit ihrer zusammenziehenden

Eigenschaft Entzündungen einzudämmen

und wirken ausserdem leicht

schmerzlindernd. Kieselsäure festigt

und stärkt das Lungengewebe, antibakterielle

Stoffe bekämpfen Bakterien,

ohne den Körper zu schwächen. Zink

unterstützt die Wundheilung.

HUSTENMITTEL

Der Spitzwegerich ist ein Heilmittel

bei allen Lungen­ und Bronchialbeschwerden

wie Husten, Bronchitis,

Lungenentzündung. Als Begleittherapie

bei Asthma, Lungentuberkulose und

den angegriffenen Lungen starker

Raucher. Das wichtigste Anwendungsgebiet

ist der Reizhusten. Spitzwegerich

ist auch für Kinder sehr gut geeignet

und eine hervorragend wirksame

Alternative zu den herkömmlichen

Hustenblockern.

WIESENPFLASTER

Bei Insektenstichen die zerquetschten

Blätter des Spitzwegerichs direkt

auf die Stichstelle legen, der Juckreiz

lässt nach und die Schwellung fällt

weniger stark aus. Auch bei Schnittund

Schürfwunden oder wundgelaufenen

Füssen ist der Spitzwegerich

ein hervorragendes Wundheilmittel.

Spitzwegerich wirkt blutstillend, antibakteriell,

entzündungshemmend

und leicht schmerzlindernd.

Kräuterkurse und Kräuterrundgänge

mit Ernestine

Ernestine Astecker ist Allgäuer Wildkräuterführerin,

Homöopathin und Apothekerin

und arbeitet in eigener Gesundheitspraxis

in Hedingen ZH. In Kräuterkursen und

auf Kräuterrundgängen gibt sie gerne

ihre Begeisterung, ihr Wissen und ihre

Erfahrung über Kräuter weiter.

Nähere Informationen zum Kursangebot

unter www.eastecker.ch oder

Telefon 043 322 86 70.

NATUR ERFAHREN

NATURZYT 21


Der Spitzwegerich bildet mit

seinen Blättern eine lockere

Grundrosette dicht am Boden.

Der Breitwegerich ist gut erkennbar

an den breiten, ovalen Blättern, die

nahe am Boden liegen.

ANWENDUNG IN DER HOMÖOPATHIE

In der Homöopathie wird der Breitwegerich

eingesetzt bei Zahn­ und Ohrenschmerzen

und Bettnässen. Empfohlen

werden die Urtinktur und Potenzierungen

bis D3 mehrmals täglich 5 bis 10 Tropfen.

HUSTENMITTEL FÜR TIERE

Auch für Tiere ist der Spitzwegerich eines

der besten Heilmittel bei Atemwegserkrankungen.

Hier ist eine Mischung

mit Malvenblättern und ­blüten als

kalt angesetzter Tee empfehlenswert.

VOM WESEN DER PFLANZE

Nach R. Kalbermatten ist der Spitzwegerich

in seinem Wesen ein pflanzlicher

«Feuerlöscher». Er vermag überhitzte

und aufflammende Prozesse zu kühlen,

indem er die entzündete Schleimhaut

mit einer schützenden, antiseptischen

Schicht überzieht, wodurch Reizzustände

gelindert werden. Der Spitzwegerich

wirkt auch auf der seelischen Ebene

und vermag überschiessende, feurige

Emotionalität zu kühlen.

SPITZWEGERICH

IN DER WILDKRÄUTERKÜCHE

Der Spitzwegerich ist ein hervorragendes

Wildgemüse mit Champignon geschmack,

vor allem in den Knospen. Die zarten

Knospen können roh geknabbert,

Salaten beigemischt oder in der Pfanne

gedünstet werden. Die Blätter bilden

eine gute Grundlage für Salate und

Gemüse. Am besten erntet man die

jungen Blätter in der Rosettenmitte

und schneidet sie wegen ihrer starken

Längsfasern quer zur Faser in Streifen.

Von August bis Oktober kann man

mit den Samen des Spitzwegerichs

Gemüsegerichte verfeinern.

WILDER WIESENSALAT

1 Handvoll junge, zarte Spitzwegerichblätter,

1 Handvoll Gänseblümchenblüten

oder andere Wiesenkräuter,

1 Handvoll Feldsalat (oder was es gerade

im Garten gibt), kaltgepresstes Öl,

Bio­Zitrone, 1 Apfel oder Birne, Nüsse.

Zubereitung: Blätter und Salat waschen

und klein zupfen. Apfel/Birne in Scheiben

schneiden, mit Zitronensaft beträufeln

und Salatblätter dazugeben. Honig, Meersalz,

Öl und Wasser zu einer Marinade

verrühren und mit dem Apfelsalat vermischen.

Mit dem restlichen Zitronensaft

abschmecken und die Nüsse dekorativ

über den Salat streuen.

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn es

mir gelungen ist, Sie mit diesem Kräuterartikel

zu motivieren und zu ermutigen,

selber das eine oder andere Rezept

auszuprobieren und Erfahrungen mit

den Schätzen der Natur zu sammeln,

freut mich das sehr. Ich wünsche Ihnen

viel Freude und gutes Gelingen.

Ihre Ernestine

Text Ernestine Astecker

Fotos Ernestine Astecker, Adobe Stock

Quellen und weiterführende Literatur

Brendieck­Worm, C., Klarer, F., Stöger,

E., Heilende Kräuter für Tiere;

Bühring U., Heilpflanzen für Kinder;

Fischer­Rizzi, S., Medizin der Erde;

Hirsch, S. & Grünenberger, F.,

Die Kräuter in meinem Garten;

Kalbermatten, R., Wesen und Signatur

der Heilpflanzen.

Spitzwegerich

in der Kräuterapotheke

FRISCHPFLANZEN­PRESSSAFT

ZUR ENTSCHLACKUNG

Junge Spitzwegerichblätter mit

dem Mörser zerreiben und durch

ein Leinentuch pressen.

Täglich 1 bis 2 Teelöffel des austretenden

Saftes im Verhältnis 1:5

verdünnt mit Wasser oder Apfelsaft

einnehmen.

ERDKAMMER­SIRUP

In ein weithalsiges Gefäss gibt

man eine Schicht kleingeschnittener

Spitzwegerichblätter,

darauf eine Schicht Rohrzucker,

dann wiederum eine Schicht

Blätter usw., bis das Glas voll ist.

Mit einer Schicht Rohrzucker

ab schliessen. Das Glas gut verschliessen,

in die Erde vergraben

und die Stelle markieren, damit

er nach 2 Monaten wiedergefunden

wird. Der Zucker hat sich nach

2 Monaten gelöst. Den Sirup abseihen

und in eine dunkle Flasche

füllen. Kühl lagern. Bei Heiserkeit,

Husten und verschleimten

Bronchien mehrmals täglich teelöffelweise

einnehmen.

Die Anwendung der angeführten

Rezepturen erfolgt auf eigene

Verantwortung und ersetzt keinen

Arztbesuch. Eine Haftung der Ver ­

fas serin bzw. der Redaktion ist

ausgeschlossen.

22 NATURZYT


Herstellung von …

… Spitzwegerich­Heilöl

NATUR ERFAHREN

Schritt 1: Frische Spitzwegerich­ und

Breitwegerichblätter kleinschneiden

und zu gleichen Teilen in einem

Schraubglas mit kaltgepresstem

Sonnenblumenöl ansetzen. 3 Wochen

an einem warmen Ort ziehen lassen.

Schritt 2: Das Öl abseihen und in einer

dunklen Flasche aufbewahren. Das

Wegerich­Heilöl ist ein hervorragendes

Einreibemittel für Kinder mit Husten.

Es wird bei Bronchitis auf den Brustund

Rückenbereich aufgetragen.

… Spitzwegerich­Tee

2 Teelöffel Blätter mit ¼ L heissem

Wasser überbrühen, 10 Minuten

ziehen lassen, abseihen. Täglich

mehrere Tassen mit Honig gesüsst

trinken. Der Tee kann bei allen Atemwegserkrankungen

eingesetzt werden.

Bei Reizhusten oder bei Heiserkeit

setzt man kalt hergestellte Teezubereitungen

ein: 2 TL Spitz wegerichblätter

mit ¼ L kaltem Wasser übergiessen

und 1 Stunde ziehen lassen,

abgiessen und schluckweise trinken.

Immer frisch zubereiten. Spitzwegerich

kann auch mit anderen Hustenkräutern

wie Schlüsselblumenblüten,

Fenchelsamen oder Huflattichblättern

gemischt werden.

Spitzwegerich­Tee wirkt auch blutreinigend,

fördert die Wundheilung

und die körpereigenen Abwehrkräfte.

In der Volksmedizin wird der Tee

auch bei Hämorrhoiden, Blasenbeschwerden,

Nierenschwäche

und zu starker Periode eingesetzt.

NATURZYT 23


Tierisch gute Interviews

Interview mit

Ravensong

Wir sind nicht die einzigen Lebewesen auf diesem Planeten,

doch wir sehen die Dinge immer nur aus unserer Sicht.

Wie aber wäre es, wenn wir hören könnten, was unsere 4-, 8-

oder 111-beinigen Mitbewohner dieser Erde uns zu sagen haben?

Was würden sie wohl über uns Menschen denken, und wie

würden sie ihr Zusammenleben mit uns empfinden?

24 NATURZYT


Eine spannende Idee sähen wir das ganze

einmal aus ihrer Sicht und erführen, was

sie uns alles zu sagen hätten. Naturzyt

hat sich deshalb entschlossen, neue Wege

aus zuprobieren und sich darüber Gedanken zu

machen, was wäre, wenn sie wie wir sprächen und

wir sie einfach fragen könnten.

Früher von «heidnischen» Stämmen und Völkern

als Götter oder deren Begleiter verehrt. Von Juden

bereits als unrein bezeichnet und im Christentum

gar als Hexen und Teufelsbegleiter verfolgt, die

Kadaver als Abschreckung gegen das Böse aufgehängt.

Im Mittelalter nannte man sie Galgen- oder Totenvögel,

sie waren aber auch Wetterpropheten oder Wegweiser

der Seefahrer. Wandler zwischen den Welten zu

sein und hohe Intelligenz wird ihnen nachgesagt. Es

gibt wohl kaum ein Tier, welches die Geister so sehr

scheidet. Die einen lieben sie, die anderen fürchten sie

gar unsere schwarz gefiederten Rabenkrähen.

Da unsere Redaktion an die Landwirtschaftszone

grenzt, sehen wir oft viele Rabenkrähen auf

den Wiesen umherspazieren und nach Würmern

und allerlei anderem Fressbarem suchen. Und weil

unser verwöhnter Redaktionskater nicht jedes

Futter sein Leibgericht nennt, haben wir dann

angefangen, die Futterresten in unserem Garten

unserem Igel zu überlassen, welcher absolut nichts

verschmäht. Das haben die cleveren Krähen mitbekommen

und sogleich angefangen, uns des

Morgens abzupassen und die Resten für sich zu

beanspruchen. Somit hat es sich wieder einmal

wunderbar ergeben, mit diesen intelligenten

Tieren ein Gespräch zu führen.

GUTEN MORGEN, MEINE SCHÖNE, ICH HABE

WIEDER ETWAS ÜBRIGES KATZENFUTTER.

EIGENTLICH WÄRE DAS FÜR DEN IGEL GEDACHT,

ABER ANSCHEINEND SCHMECKT ES DIR AUCH.

WÄRST DU EINVERSTANDEN, MIR EIN KLEINES

INTERVIEW DAFÜR ZU GEBEN?

Hallo, wir können gerne miteinander sprechen,

wenn du das möchtest. Wie heisst du denn?

MEIN NAME IST VIRGINIA, UND WIE IST DEIN

NAME?

Ich bin Ravensong.

DAS IST ABER EIN WUNDERSCHÖNER NAME.

ER PASST GUT ZU DIR, DENN ICH FINDE, DU

BIST EIN SEHR SCHÖNER VOGEL. DU BIST EINE

RABENKRÄHE, NICHT WAHR?

Ja das bin ich, und vielen Dank für dein Kompliment.

Du bist nett für einen Menschen. Weshalb

möchtest du denn mit mir sprechen?

ICH MÖCHTE EURE ART DEN MENSCHEN

GERNE NÄHERBRINGEN. ES GIBT VIELE VOR­

URTEILE GEGENÜBER EUCH KRÄHENARTIGEN,

UND VIELLEICHT HILFT SO EIN INTERVIEW,

EUCH MAL VON EINER ANDEREN PERSPEK-

TIVE AUS ZU ZEIGEN.

Das klingt interessant. Ich werde dir gerne Auskunft

geben und mein Wissen mit dir teilen.

DAS IST SEHR NETT VON DIR RAVENSONG.

ERZÄHL MIR DOCH EIN BISSCHEN VON

DIR UND DEINEM LEBEN?

Gerne. Also ich bin jetzt 3½ Jahre alt und wohne

auf einer Kiefer, welche am Rande der Weide steht.

Mein Partner Ariel und ich haben dort oben ein

wunderschönes Nest für unseren Nachwuchs gebaut.

HATTEST DU DENN SCHON OFT NACHWUCHS?

Nein, da wir erst mit etwa 23 Jahren geschlechtsreif

werden, war es dieses Frühjahr für mich das

erste Mal. Ich hatte 5 Eier gelegt und nach 18 Tagen

waren davon bereits 4 geschlüpft. Ich habe schon

gedacht, das 5. würde nicht mehr schlüpfen, aber

nach 20 Tagen kam es dann doch noch aus dem Ei.

Leider war es so schwach, dass es nicht überlebte.

Aber die ersten 4 haben sich prächtig entwickelt

und sind allesamt zu stattlichen Rabenkrähen

heran gewachsen.

DAS IST ABER SCHÖN. SAG MAL, BEI UNS

NENNEN WIR EINE MUTTER, WELCHE IHRE

KINDER NICHT NETT BEHANDELT ODER

NICHT GUT AUF SIE ACHTGIBT, EINE RABEN­

MUTTER. DAS IST AUCH BEI EINIGEN

VÖGELN DER FALL, WIE Z.B. DEM KUCKUCK,

WELCHER SEINE KINDER IN FREMDE BETTEN

LEGT … WIE IST DENN DAS NUN WIRKLICH

BEI EUCH RABEN. SEID IHR GUTE ELTERN?

Wir sind sogar hervorragende Eltern. Wir kümmern

uns sehr um unseren Nachwuchs. Während der

ersten 1820 Tagen habe ich unsere Eier bebrütet,

und auch nachdem die Kleinen geschlüpft waren,

blieb ich noch eine gute Woche bei meinen kleinen

Nestlingen. In dieser Zeit war Ariel allein für

die Futterbeschaffung zuständig. Er hat sowohl

mich als auch die Kleinen bestens ernährt. Nach

der ersten Woche haben wir dann beide gemeinsam

für Futter für unsern Nachwuchs gesorgt.

Abwechslungsweise, sodass die Kleinen nie

ganz unbeaufsichtigt waren. Man weiss nie, was

da noch alles so rumfliegt. Milane, Elstern und

Bussarde werden von uns sofort aus der Nähe

unseres Nestes vertrieben. Bevor wir uns ein

Revier wählen und das Nest bauen, beobachten

wir die Umgebung genau. Wenn Habichte in

der Nähe sind, wird das Revier sofort verworfen.

Das wäre viel zu gefährlich.

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 25


für uns. Ist immer cool, wenn der Bauer ein

Feld umpflügt. Da springen die Grillen nur so

aus den Löchern und Regenwürmer gibt es

zuhauf. Das sei fast wie im Schlaraffenland,

wo einem die gebratenen Tauben in den Mund

flögen, sagt Ariel immer.

Im Gespräch mit NATURZYT

Ravensong ist eine Rabenkrähen­Dame, liebevolle, besorgte

Mutter von 3 Jungen und 1 Mädchen, liebt Erdnüsse und ihren

Partner Ariel, hat ihr Nest hoch oben auf einer Kiefer neben der

grossen Weide.

WAS FRESST IHR EIGENTLICH GERNE? ICH

SEHE EUCH OFT HERUMLAUFEN UND IN

DER WIESE RUMPICKEN. WONACH SUCHT

IHR DENN DORT?

Da wir Allesfresser sind, sind wir nicht sehr

wählerisch. Wir fressen Schnecken, Larven,

Käfer, Fallobst, Getreide, Sämereien, Mäuse,

Vogeleier, Aas und auch Abfälle. Wir gehen

da das ganze Jahr immer nach Angebot. Im

Frühjahr eher Regenwürmer und Käfer, dann

im Frühling immer mehr Insekten und auch

Vogeleier. Im Spätsommer dann eher Wirbeltiere,

sprich Mäuse etc., und natürlich ist

Aas im Winter eine wichtige Nahrungsquelle

WAHRSCHEINLICH NANNTE MAN EUCH IN

FRÜHEREN ZEITEN DESHALB GALGENVÖGEL

ODER TOTENVÖGEL. WEIL IHR AUCH AAS

FRESST. NAJA, ÜBER GESCHMACK LÄSST

SICH JA BEKANNTLICH NICHT STREITEN.

ICH HABE SCHON OFT BEOBACHTET, WIE

KRÄHEN ODER RABEN NÜSSE AUS GROSSER

HÖHE AUF STRASSEN FALLEN LASSEN,

UM SIE ZU ZERBRECHEN. WIE KOMMT IHR

AUF SO ETWAS?

Wir sind ja nicht dumm. Im Gegenteil. Wir sind

sogar sehr intelligent. Vieles lernen wir durch

Beobachtung. Da wir sehr scharfe Augen haben

und unsere Gegend genaustens im Auge behalten,

entgeht uns nicht viel. Nüsse knacken ist da eine

Kleinigkeit. Erdnüsse mag ich übrigens sehr. Die

verstecken wir gerne in Erdlöchern oder unter

Laubhaufen. Wir können uns bis zu 1000 Verstecke

merken. Ausserdem benutzen wir sogar

Werkzeug. Ariel hat mir mal gezeigt, wie ich mir

einen Wurm aus einem Loch holen kann, in das

mein Schnabel nicht reinpasst. Er hat ihn mit

einem kleinen geknickten Ast für mich aus dem

Loch gezogen. Das hat er bei einem Menschen

abgeschaut, der mit so einer langen Stange Laub

aus einem Teich gefischt hat, an welches er sonst

von Rand her nicht gekommen wäre. Ist schon

ein gescheiter Kerl, mein Ariel.

ICH MUSS SAGEN, IHR SEID WIRKLICH GESCHEIT,

UND DAS MIT DEN ERDNÜSSEN HABE ICH MIR

GEMERKT. ABER SAG MAL, DU SPRICHST OFT

VON DEINEM PARTNER ARIEL. DEN MAGST DU

WOHL SEHR. WIE IST DAS BEI EUCH, STÖRCHE

UND SCHWÄNE LEBEN JA MONOGAM, ABER

DIE MEISTEN ANDEREN VÖGEL SUCHEN SICH

JEDES JAHR EINEN NEUEN BRUTPARTNER.

BLEIBEN DU UND ARIEL ZUSAMMEN?

Bis das der Tod uns scheidet. Wir Rabenkrähen

sind treu bis in den Tod. Wenn wir mal einen geeigneten

Partner finden, bleiben wir zusammen,

bis einer von beiden stirbt. Erst danach wählen

wir einen anderen Partner. Ariel ist die Liebe

meines Lebens, und ich könnte mir keinen liebevolleren

und fürsorglicheren Partner wünschen.

Ich hoffe, wir haben noch viele weitere Jahre

zusammen.

DA KÖNNTEN SICH ABER VIELE MENSCHEN

EIN BEISPIEL AN EUCH NEHMEN. WIE ALT

26 NATURZYT


KÖNNEN RABENKRÄHEN DENN EIGENTLICH

WERDEN?

Wir können über 19 Jahre alt werden. Ariel ist

jetzt 4 und ich 3½, also können wir noch viele

schöne Jahre zusammen verleben und viele Junge

aufziehen. Er ist nämlich ein sehr liebevoller

Vater. Unsere Jungen wohnen in einem Schwarm,

welcher sich in unserer Nähe befindet. Da wir

hier ein genügend grosses Nahrungsangebot

haben, brauchen wir auch unser Revier nicht so

aggressiv zu verteidigen. Eigentlich sind wir nämlich

sehr soziale Vögel. Bis zur Geschlechtsreife

haben wir auch in diesem Schwarm gelebt und

uns erst danach ein eigenes Revier gesucht. Es

ist ein sehr guter Schwarm, welcher sofort merkt,

wenn jemand fehlt. So wissen wir, dass unser

Nachwuchs gut aufgehoben ist.

LIEBE RAVENSONG, DAS WAR WIRKLICH

EIN WUNDERBARES GESPRÄCH. ICH DANKE

DIR SEHR DAFÜR UND HOFFE, DASS WIR

NOCH VIELE WEITERE GESPRÄCHE FÜHREN

WERDEN. GIBT ES NOCH ETWAS, WAS DU

DEN MENSCHEN GERNE SAGEN WÜRDEST?

Ich danke dir auch und werde gerne wieder mal

eine Unterhaltung mit dir führen. Den Menschen

würde ich gerne mitteilen, dass sie nicht immer

Vorurteile haben sollen. Man sollte immer ganz

genau hinschauen und alles hinterfragen, bevor

man über etwas urteilt. Es ist nicht immer alles

so, wie es aussieht, und man versteht nicht immer

alle Zusammenhänge, also sollte man sich nie ein

vorschnelles Urteil bilden. Nur weil nicht alle die

menschliche Zunge beherrschen und nicht so aussehen,

heisst das nicht, dass sie weniger intel ligent

oder weniger wert sind als die Menschen. Sie sehen

nur anders aus und verhalten sich artspezifisch.

Daran sollte man immer denken, denn das macht

unsere Welt harmonischer und unseren Umgang

miteinander respektvoller.

DAS SIND SEHR WEISE WORTE RAVENSONG.

DANKE UND ALLES GUTE.

Text, Foto, Illustration Virginia Knaus

NATUR BEWAHREN

Zyt für Natur

Natürlich für die ganze Familie mit 61 Vitalstoffen

Erhältlich in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern

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Natur im Garten

Im Reich der Schatten

Blütenzauber leicht gemacht! Wie Wildpflanzen

dunkle Bereiche ökologisch und

optisch aufwerten.

Die Altbekannten, wie Funkien

(Hosta), Helleborus, Gräser

und diverse Farne kommen

einem zuerst in den Sinn,

wenn man an schattige Standorte denkt.

Oftmals gelten diese Flächen als problematisch.

Wurzeldruck, Trockenheit,

Lichtmangel oder permanente Feuchtigkeit

prägen diese Lebensbereiche. Dabei

gibt es Wildpflanzen, die sich gerade

über ein solches Plätzchen freuen würden.

Ob als erprobter Bodendecker unter

einer alten Walnuss (Juglans regia) oder

einzeln und freistehend an der Nord­

28 NATURZYT


Der Klebrige Salbei (Salvia glutinosa)

erfreut die Blattschneiderbiene

(Megachile ligniseca).

(Foto: ethz.ch, Albert Krebs)

Bepflanzung kann ein aufmerksamer

Waldspaziergang in der Umgebung

durchaus hilfreich sein, um die einzigartigen

Lebensräume und ihre Pflanzengesellschaften

besser kennenzulernen.

Auch botanische Sammlungen und

ältere Parkanlagen bieten reichlich

Inspiration. In Grossbritannien sind

solche Gärten als Woodland Gardens

(Waldgärten) bekannt. Magische naturalistische

Welten mit einer dezenten

Note formaler Struktur. Hier treffen

häufig heimische Pflanzen auf Kulturformen

und Wildpflanzen aus unterschiedlichen

Teilen der Erde. Was sie

alle verbindet, sind ähnliche Ansprüche

bezüglich Boden­ und Lichtverhältnissen.

Gerade diese Mischung erschafft Einzigartiges,

der eigenen Kreativität sind hierbei

kaum Grenzen gesetzt.

pflanzen

seite eines Hauses, für eine erfolgreiche

Bepflanzung ist die passende Pflanzenwahl

ausschlaggebend.

DIE VORBILDER

Ob eher unscheinbar wie der Echte

Ehrenpreis (Veronica officinalis), farbenfroh

wie das Gefleckte Lungenkraut

(Pulmonaria officinalis) oder gar stolz

wie der Wald­Geissbart (Aruncus

dioicus), in der Krautschicht und am

Rande eines Waldes verbergen sich

wahre Schätze für unsere Gärten. Nebst

der Recherche vor einer geplanten

SCHATTEN IST NICHT GLEICH

SCHATTEN

Zu den verschiedenen Lebensbereichen

gehört z.B. der Gehölzrand. An dieser

Stelle herrschen in den meisten Fällen

halbschattige Licht­ und feuchte bis

trockene Bodenverhältnisse. Am Waldrand

oder unter einer Hecke im Krautsaum

finden sich die idealen Wildpflanzen

für ähnliche Standorte im Garten.

Speziell zu nennen hierfür wären Salbei­

Gamander (Teucrium scorodonia) (eher

trocken), Wald­Witwenblume (Knautia

dipsacifolia), Schöllkraut (Chelidonium

majus), Gefleckte Taubnessel (Lamium

maculatum), Silberblätter (Lunaria

annua und redivia), Wald­Storchschnabel

(Geranium sylvaticum) und

die Knotige Braunwurz (Scrophularia

nodosa). Bereiche unter grösseren Bäumen

können betreffend Lichtangebot stark

variieren. Vom äussersten Bereich des

Schattenwurfs der Krone bis zur Baumscheibe

im Zentrum sind mehrere Verhältnisse

möglich. Üblicherweise wird

diesbezüglich in der Pflanzenverwendung

jedoch allgemein der Begriff Schatten

genutzt. Die Fläche direkt auf der Wurzelscheibe

birgt wohl die grössten Herausforderungen.

Wurzeldruck, relativer

Trockenheit, Gerb­ und Hemmstoffen

sowie Lichtmangel gilt es hier Herr zu

werden. In diesem Habitat geben Bäume

und Sträucher den Ton an. Krautige

Pflanzen müssen daher konkurrenzstark

sein oder über ausgeklügelte Vermehrungs­

oder Wuchsstrategien verfügen.

Arten wie Bergwald­Storchschnabel

(Geranium nodosum), Blauroter Steinsame

(Aegonychon purpurocaeruleum),

Gundermann (Glechoma hederacea),

Echter Ehrenpreis (Veronica officinalis),

Ruprechtskraut (Geranium robertianum),

Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)

und selbst der Sumpf­Storchschnabel

(Geranium palustre) kommen gut mit

den schwierigen Faktoren zurecht.

Wer den Fuss einer Walnuss (Juglans

regia) begrünen möchte, entscheidet

sich am besten für eine Gemeinschaft

NATUR BEWAHREN

NATURZYT 29


aus Balkan­Storchschnabel (Geranium

macrorrhizum), Berg­Flockenblume

(Cyanus montanus), Hohlem Lerchensporn

(Corydalis cava), Buschwindröschen

(Anemone nemorosa) und Straussfarn

(Matteucia struthiopteris). Der keimhemmende

Stoff Juglon wird von diesen

Arten toleriert.

Innerhalb von halbschattigen bis

schattigen Bereichen sind die Möglichkeiten

enorm. Hier kann man die Lichtverhältnisse

schwer definieren. An

manchen Stellen küsst die Sonne durch

Lücken im Kronendach den Boden

und die Welt auf ihm. Morgens und

am frühen Abend mit den passenden

Akteuren eine märchenhafte Erscheinung.

Das intime Licht setzt hier die Pflanzen

in Szene! An düsteren Stellen sollten

weissblühende Arten für Licht sorgen.

Ein essenzieller Aspekt in der Gestaltung

derartiger Lebensräume.

Hierfür eine ökologische wie auch

farben­ und formenfrohe Auswahl, welche

Farne, Gräser und Blattschmuckstauden

wie Funkien (Hosta) und Purpurglöckchen

(Heuchera) nicht ausschliesst, ganz

im Gegenteil. Sie sind vortrefflich mit

Grosser Sternmiere (Stellaria holostea),

Akeleiblättriger Wiesenraute (Thalictrum

aquilegifolium), Wiesen­Bärenklau

(Heracleum sphondylium), Breitblättriger

Glockenblume (Campanula latifolia

var. macrantha «Alba»), Hasenlattich

(Prenanthes purpurea), Wald­Scheinmohn

(Meconopsis cambrica), Kohl­Kratzdistel

(Cirsium oleraceum), Wald­Ziest

(Stachys sylvatica), Immenblatt (Melittis

melissophyllum) und Wald­Geissbart

(Aruncus dioicus) kombinierbar.

Für Problemstandorte, z.B an einer

schattigen Hausfassade, haben sich das

robuste Russel­Brandkraut (Phlomis

russeliana), die Nesselblättrige Glockenblume

(Campanula trachelium), der

Kaukasus­Gamander (Teucrium

hircanicum) und das Hohe Helmkraut

(Scutellaria altissima) bewährt.

VOR DER DUNKELHEIT WAR LICHT

Früh im Jahr zeigen sich die ersten

lichthungrigen Blüten, darunter

Winterlinge (Eranthis), Schneeglöckchen

(Galanthus), das Atlantische Hasenglöckchen

(Hycinthoides non-scripta),

die Frühlings­Knotenblume (Leucojum

vernum) und eine Heerschar Blausterne

(Scilla), welche das noch vorhandene

Licht unter Gehölzen für die Bestäubung

durch die Frühaufsteher in der Insektenwelt

nutzen. Es sind allesamt Geophyten

(Erdpflanzen), die durch ihren Lebensrhythmus

bestens an schattige Lebensbereiche

angepasst sind. Bei einer ganzheitlichen

Bepflanzung dürfen Zwiebelund

Knollenpflanzen auf keinen Fall

Das Atlantische Hasen glöckchen

(Hycinthoides non-scripta) vergesellschaftet

mit dem Buschwindröschen

(Anemone nemorosa).

(Foto: Pixabay)

30 NATURZYT


NATUR BEWAHREN

Wildpflanzen in Harmonie

mit Kultursorten.

(Foto: Jürgen Vormann)

fehlen. Sie läuten den Frühling ein und

verlängern das Nahrungsangebot. Nach

der Samenausreifung begeben sie sich

wieder ins Erdreich und warten unter dem

Blätterdach auf den nächsten Frühling.

Innerhalb weniger Jahre nach der

Pflanzung können diese Überlebenskünstler

üppige Bestände hervorbringen.

Für eine ganzheitliche Schattenbepflanzung

ist die Berücksichtigung

solcher Frühblüher unabdingbar.

TIERISCHE BESUCHER

Im Zwielicht von Saumstandorten und

Waldrändern kann nicht nur eine grosse

botanische Vielfalt angetroffen werden,

auch die Tierwelt ist hier gut vertreten.

Arten, die man durch entsprechende

Pflanzungen und gärtnerische Interpretationen

des Lebensraums auf das

eigene Grundstück locken kann.

Igel (Erinaceus europaeus) halten sich

gern in der dichten Vegetation am Gehölzrand

auf. Hier können sie im Pflanzenwuchs

ungestört den Tag verschlafen,

um in der Dämmerung auf Nahrungssuche

zu gehen. Bei Erdkröten (Bufo bufo)

sieht es ähnlich aus, sie verkriechen sich

übertags an feuchten Stellen im Staudendickicht.

Beide sind willkommene Nützlinge

im Garten und faszinieren durch

ihre interessante Lebensweise. Sowohl

Igel als auch Kröten profitieren übrigens

von Totholzhaufen, einem Strukturelement

von Waldrandsituationen, das

sich sehr gut auch im naturnahen Garten

integrieren lässt. Viele weitere Tiere

lassen sich hier nieder, solche Haufen

sind wahre Kleintierherbergen.

Insekten sind an waldartigen Orten

in grosser Zahl zu finden. Wer genau

hinschaut, kann z.B. unter der Hecke

den prächtigen Goldglänzenden Laufkäfer

(Carabus auronitens) auf der Schneckenjagd

entdecken. Oder das knallrote Maiglöckchenhähnchen

(Lilioceris merdigera),

das sich neben anderen Liliengewächsen

tatsächlich auch vom hochgiftigen Maiglöckchen

ernährt und dessen Larven

sich in einer Hülle aus eigenem Kot

verstecken. Wer in seinem Garten die

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

duldet, kann nicht nur deren Blätter als

Salatzutat ernten, sondern auch mit dem

Auftauchen des Aurorafalters (Anthocharis

cardamines) rechnen. Dieser hübsche

Tagfalter legt an ihr seine Eier ab, aber

auch am Wiesen­Schaumkraut (Cardamine

pratensis) und an der Nachtviole (Hesperis

matronalis) kann man mit etwas Glück

und scharfem Blick seine gut getarnten

grünen Raupen entdecken. Wichtig ist,

die verblühten Stängel bis im Frühjahr

stehen zu lassen, denn an ihnen überwintern

die schlanken Puppen. Im

Übergangsbereich von Gehölzen zur

Krautschicht fühlen sich auch Langfühlerschrecken

wohl. Zu den beiden

häufigeren Arten zählt die Gemeine

NATURZYT 31


Die Vielblütige Weisswurz

(Polygonatum multiflorum)

gedeiht auf frischem Boden

im Halbschatten/Schatten.

(Foto: Sebastian Wagener)

Naturnaher Garten und Natur im Siedlungsraum

Der Autor Sebastian Wagener von der Wildpflanzengärtnerei Green

Advance beratet, plant und realisiert naturnahe Gärten und Bepflanzungen

im Aussenraum.

Mehr Information unter www.futureplanter.ch.

Der Mitautor Daniel Pelagatti wohnt in einem Bauernhaus im Weiler

Agasul in der Nähe von Effretikon umgeben von einem beispielhaften

Naturgarten mit grosser Biodiversität.

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ab Seite 38


Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera).

Sie ist unauffällig gräulichbraun

gefärbt und versteht es hervorragend,

sich in Sträuchern oder Stauden zu

verstecken. Meist fällt sie vor allem

durch ihre kurzen Zirplaute auf, längst

bevor man sie zu Gesicht bekommt.

Sie legt ihre Eier an feuchtwarmen

Stellen ab, wo sie zwei Jahre ruhen, bis

die winzigen Schreckenlarven schlüpfen.

Eine zweite Heuschrecke, die an Saumstandorten

im Garten nicht selten

auftritt, ist die Punktierte Zartschrecke

(Leptophyes punctatissima). Sie ist durch

ihre grüne Färbung im Blattwerk fast

unsichtbar. Auch Wildbienen sind

an Waldrand­ und Heckensituationen

zu erwarten. Die häufige Frühlings­

Pelzbiene (Anthophora plumipes) ist

bereits früh im Jahr unterwegs und

steuert mit Vorliebe die Blüten des

Lungenkrauts (Pulmonaria officinalis)

an, aber auch Hohler und Festknolliger

Lerchensporn (Corydalis cava und

solida), Taubnesseln (Lamium) und

Primeln (Primula) sind beliebte Pollenquellen.

Ihre sommerliche, etwas

kleinere Verwandte, die Wald­Pelzbiene

(Anthophora furcata) ist oft schon anhand

ihres hohen Summtons zu erkennen.

Sie sammelt fast ausschliesslich an

Lippenblütlern. Wald­Ziest (Stachys

sylvatica) und Alpen­Ziest (Stachys

alpina) sind besonders beliebt und

passen gut in eine entsprechende

Pflanzung. Wer hier ausserdem morsche

Holzstücke aufstellt, kann daran diese

Pelzbiene beim Nagen ihres Nistganges

und beim Eintragen des Pollens be ­

obachten. Eine weitere Wildbiene, die

sich in schattigeren Lagen zuhause

fühlt, ist Megachile ligniseca, eine Blattschneiderbienenart.

Wie die meisten

Blattschneiderbienen tapeziert auch sie

ihr Nest in Hohlräumen in morschem

Holz mit eigens dafür zugeschnittenen

Blattstücken. Sie besucht zwar verschiedene

Pollenquellen, hat aber eine

besondere Vorliebe für die Blüten des

Klebrigen Salbeis (Salvia glutinosa).

Hier lässt sich auch ein einzigartiges

Sammelverhalten beobachten: Die Weibchen

landen auf den grossen gelben

Salbeiblüten und drehen sich flugs auf

den Rücken, um mit ihrer Bauchbürste

den Pollen aus den durch einen Schlagbaummechanismus

in Bewegung ge ­

setzten Staubgefässen zu ernten.

Die Aufzählung weiterer Arten könnte

beliebig fortgesetzt werden. Wer mit

offenen Augen durch den Garten geht,

darf immer wieder aufs Neue über die

Wunder der Natur, ihre Verknüpfungen

und Vernetzungen staunen, sowohl im

Dunkel wie auch im Licht.

Text Sebastian Wagener, Dani Pelagatti

Fotos Sebastian Wagener, Jürgen

Vormann, Entomologie/Botanik, ETH

Zürich / Fotograf Albert Krebs, Pixabay,

Wikipedia

NATUR BEWAHREN

«Dumme rennen,

Kluge warten,

Weise gehen

in den Garten»

Rabindranath Tagore

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Naturnahe Pflege und Gestaltung

von Gärten ist unsere Kompetenz


Trocken bis frisch

BERGWALD-STORCHSCHNABEL

GERANIUM NODOSUM

lilarosa Blütezeit: MaiOktober Höhe: 3050 cm, mehrjährig,

Standort: Wald, Wiese, Gehölzrand, Beet, Balkon, sonnig,

schattig, frischtrocken, nährstoffarmmässig nährstoffreich

Partner: Turiner Meister (Asperula taurina), Jakobsleiter

(Polemonium caeruleum), Schwarzviolette Akelei (Aquilegia atrata)

NESSELBLÄTTRIGE GLOCKENBLUME

CAMPANULA TRACHELIUM

blauviolett Blütezeit: JuliAugust Höhe: 80100 cm mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, sonnig, halbschattig,

schattig, feuchttrocken, nährstoffarmnährstoffreich

Partner: Wald-Sanikel (Sanicula europea), Kaukasus-Gamander

(Teucrium hircanicum), Herbst-Anemone (Anemone hupehensis)

KLEBRIGER SALBEI

SALVIA GLUTINOSA

gelb Blütezeit: JuliSeptember Höhe: 80100 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, sonnig, schattig, mässig

trockenfeucht, eher nährstoffarmnährstoffreich

Partner: Roter Fingerhut (Digitalis purpurea), Berg-Ehrenpreis

(Veronica montana), Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

IMMENBLATT

MELITTIS MELISSOPHYLLUM

weiss-rötlich Blütezeit: MaiJuni Höhe: 3050 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, schattig, halbschattig,

mässig trocken, frisch, mässig nährstoffarm, nährstoffreich Partner:

Alpen-Elfenblume (Epimedium alpinum), Wald-Scheinmohn (Meconopsis

cambrica), Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)

ECHTE GOLDRUTE

SOLIDAGO VIRGAUREA

gelb Blütezeit: JuliAugust Höhe: 5060 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, sonnig, halbschattig,

trockenfrisch, nährstoffarm, nährstoffreich

Partner: Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia), Ährige Teufelskralle

(Phyteuma spicata), Rote Lichtnelke (Silene dioica)

ROSSKÜMMEL

LASER TRILOBUM

weiss Blütezeit: MaiJuli Höhe: 70110 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, sonnig, schattig,

frisch trocken, nährstoffarmnährstoffreich Partner: Klebriger Salbei

(Salvia glutinosa), Nesselblättriger Ehrenpreis (Veronica urticifolia),

Wald-Bergminze (Calamintha menthifolia)

34 NATURZYT


Frisch bis feucht

SUMPF-STORCHSCHNABEL GERANIUM PALUSTRE

violettrot Blütezeit: JuniSeptember Höhe: 3060 cm, mehrjährig

Standort: Teichrand, Wiese, Gehölzrand, Wald, Beet, Balkon,

sonnigschattig, mässig trockennass, mässig nährstoffreich

eher nährstoffarm Partner: Herzblättrige Schaumblüte (Tiarella

cordifolia), Kaukasus-Beinwell (Symphytum grandiflorum),

Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)

ECHTES LUNGENKRAUT

PULMONARIA OFFICINALIS

rosa, blau Blütezeit: MärzMai Höhe: 2540 cm, mehrjährig

Standort: Gehölzrand, Wald, Beet, Balkon, schattigabsonnig,

mässig trockenfeucht, mässig stoffarmnährstoffreich

Partner: Echter Waldmeister (Galium odoratum), Weisses Duft-Veilchen

(Viola odorata «Alba»), Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

NATUR ERLEBEN

HASENLATTICH

PRENANTHES PURPUREA

purpur Blütezeit: JuliAugust Höhe: 80100 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, halbschattigschattig

mässig trockenfrisch, mässig nährstoffarmmässig nährstoffreich

Partner: Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris), Kerzen-Knöterich

(Polygonum amplexicaule), Grosse Sterndolde (Astrantia major)

SUMPF-KRATZDISTEL

CIRSIUM PALUSTRE

purpur Blütezeit: JuliOktober Höhe: 70200 cm, mehrjährig

Standort: Teichrand, Gehölzrand, Beet, Wiese, Balkon, sonnig

schattig, nassmässig trocken, mässig nährstoffarmnährstoffreich

Partner: Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre), Gewöhnlicher

Teufelsabbiss (Succisa pratensis), Moorabbiss (Succisella inflexa)

WALD-GEISSBART

ARUNCUS DIOICUS

weiss Blütezeit: MaiJuni Höhe: 100180 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, halbschattig schattig,

frischfeucht, mässig nährstoffreichnährstoffreich

Partner: Vielblütige Weisswurz (Polygonatum multiflorum),

Wolfs-Eisenhut (Aconitum vulparia), Mondviole (Lunaria rediviva)

KITAIBELS ZAHNWURZ CARDAMINE KITAIBELII

hellgelb Blütezeit: AprilMai Höhe: 3060 cm, mehrjährig

Standort: Wald, Gehölzrand, Beet, Balkon, halbschattigschattig,

mässig trockenfeucht, mässig nährstoffreichnährstoffreich

Partner: Gold-Hahnenfuss (Ranunculus auricomus),

Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis),

Weisser Schlangenkopf (Chelone oblique «Alba»)

NATURZYT 35


Frühlingsrezepte mit Bär

Im März riecht man in den

Wäldern wieder den Duft

des Bärlauchs.

Bärlauch ist der nahe Verwandte

der Zwiebel und des Knoblauchs

und zeigt sich als Frühlingsbote

entlang von Bachläufen und Wäldern.

Das Zeitfenster für die Ernte des

Lauchgewächses ist klein, denn

sobald er blüht, verliert er das Aroma.

Das kann bereits Mitte April bis

Anfang Mai der Fall sein. Bärlauch

wächst bis auf etwa 1900 Meter

über Meer, vor allem in schattigen,

feuchten Wäldern und entlang von

Bächen. Es sollte beim Pflücken

darauf geachtet werden, dass immer

ein Blatt der Pflanze stehen bleibt,

denn damit bleibt genügend Kraft

übrig für ein erneutes Wachstum

im kommenden Jahr.

Dem Bärlauch werden auch zahlreiche

Wirkungen zugeschrieben,

weil er wegen seiner Öle eine

antibakterielle Wirkung hat.

Er kann so bei Darmstörungen,

Blut hochdruck, Rheuma, Arteriosklerose,

Fieber und weiteren

Beschwerden hilfreich sein.

Am besten geniesst man den

Bärlauch frisch und nicht gekocht,

da er sonst seine Aromen verliert.

Gut geeignet also im Salat oder

mit Quark vermengt. Er kann auch

getrocknet oder gefroren werden,

verliert allerdings damit auch sein

intensives Aroma. Als Pesto ist

er sehr schmackhaft und länger

haltbar.

ACHTUNG

VERWECHSLUNGSGEFAHR

Wer selbst pflückt, bei einem

schönen Waldspaziergang, muss

darauf achten, dass er die Blätter

des Bärlauchs nicht mit denen

der Maiglöckchen und Herbstzeitlosen

verwechselt, denn

diese sind giftig und kommen

an denselben Standorten vor.

Die Blätter lassen sich jedoch

gut unterschieden, denn die

Bärlauch­Blätter verströmen einen

intensiven, typischen, knoblauchähnlichen

Geruch. Zerreibt man

ein Blatt merkt man schnell,

worum es sich handelt.

BÄRLAUCHSUPPE

Zutaten (für 4 Personen)

100 g frischen Bärlauch

5 mittelgrosse Kartoffeln

1 Zwiebel

1 Liter Gemüsebrühe

50 ml Rahm

Salz

Pfeffer

2 Esslöffel Butter

Den Bärlauch gründlich waschen,

abtropfen und in grobe Stücke

verkleinern. Die mittelgrossen

Kartoffeln schälen und in Stücke

schneiden. Die Zwiebel ebenfalls

schälen und in kleine Würfel

schneiden.

Butter in einer Pfanne erhitzen.

Die Zwiebel dazu geben und

dünsten, bis diese glasig ist.

Gemüsebrühe, die Kartoffelstücke

und den geschnit tenen Bärlauch

hinzufügen. Ein paar Bärlauchblätter

können zurückgelegt werden für

die spätere Garnitur.

Alles köcheln lassen, bis die Kartoffeln

gar sind. Nun mit Salz und

Pfeffer abschmecken. Nochmals

kurz aufkochen.

Dann alles pürieren und den Rahm

dazugeben.

Zum Abschluss nochmals kurz

aufkochen lassen, bei Bedarf ein

weiteres Mal abschmecken. Die

Suppe mit den zurück gelegten

Bärlauchblättern garnieren und

servieren.

36 NATURZYT


NATURZYT kocht

lauch

BÄRLAUCH­SPAGHETTI ODER

­NUDELN

Zutaten (für 4 Portionen)

500 g Spaghetti oder Nudeln

15 frisch gepflückte Blatt

Bärlauch

1 Zwiebel

250 g Schafskäse,

Sbrinz AOP oder Parmesan je

nach Gusto

1 Prise Salz

1 Prise Pfeffer

3 Esslöffel Olivenöl oder Rapsöl

90 g Pinienkerne

Spaghetti respektive Nudeln nach

Packungsangaben in Salzwasser

kochen und im Sieb abtropfen

lassen.

Bärlauch gründlich waschen, ab ­

tropfen und ganz klein schneiden.

Blätter in ein Gefäss geben,

2 Esslöffel Öl beifügen und zu

einer Paste verrühren.

Zwiebel schälen und in kleine

Würfel schneiden. 1 Esslöffel Öl in

einer Bratpfanne erhitzen und die

Zwiebel glasig dünsten. Anschliessend

die Bärlauchpaste dazugeben

und gut 4 Minuten dünsten lassen.

Den Käse (Schafskäse, Sbrinz oder

Parmesan) hineinbröckeln und gut

rühren, bis er ganz geschmolzen

ist. Das Ganze nun mit Salz und

Pfeffer abschmecken.

Pinienkerne in einer trockenen

Pfanne anrösten, parallel dazu die

fertige Bärlauchsauce mit den

Spaghetti (Nudeln) mischen und die

Pinienkerne darunterstreuen.

BÄRLAUCHBROT

Zutaten (für 1 Brot)

350 g frischen Bärlauch

20 g Brotgewürzmischung

400 g Mehl

30 g Oliven­ oder Rapsöl

200 g Roggenmehl

1 Pk Trockenhefe

350 ml warmes Wasser

Bärlauch gut waschen, gut

trocknen und in feine, kleine

Stücke verkleinern.

Alle Zutaten in eine grosse Schüssel

geben und zu einem Teig verkneten.

Den Teig an einem warmen Ort

abgedeckt 30 bis 60 Minuten

gehen lassen.

Den Teig auf einer bemehlten

Arbeitsfläche nochmals gut

durchkneten und anschliessend

in eine eingefettete Brotform

(Kuchenform) geben. Nochmals

den Teig etwas gehen lassen und

parallel dazu den Ofen auf 230

Grad vorheizen.

Das Brot im vorgeheizten Ofen

bei 230 Grad bis zur gewünschten

Bräune backen. Tipp. Vor dem

Backen den Teig mit etwas Wasser

bepinseln und eine Tasse Wasser

auf dem Boden des Backofens

stellen, wenn man keinen Backofen

mit Dampffunktion hat.

Mehr Rezepte auch auf www.naturzyt.ch

NATURZYT 37


Greifvögel schützen

Frühlingszeit ist

Kükenzeit

Der Frühling ist die Zeit der Küken. Heimische Eulen legen

Eier, die Küken schlüpfen nach etwa 2530 Tagen. Im Anschluss

verlassen sie meist früh das Nest. Ist das ein Problem?

38 NATURZYT


Die meisten Vögel legen

ihre Eier im Frühling. Die

Jungen profitieren dabei

von der Fülle der Natur,

welche durch den zunehmenden Sonnenschein

reich an Nahrung ist. Im Frühjahr

fallen aber auch immer wieder Vogelküken

aus ihren Nestern. Gründe dafür

sind zum Beispiel die Geschwister rivalität,

Hunger oder auch stürmisches Wetter.

Einige Eulenarten, vor allem Waldkäuze,

beginnen ihre Balz bereits im

Dezember jeden Jahres. Entsprechend

früh im neuen Jahr legen sie auch ihre

Eier in Spechthöhlen oder ausgefaulte

Bäumen. Die Küken schlüpfen nach

2830 Tagen. Anders als bei anderen

Vogelarten ist das frühzeitige Verlassen

des Nestes bzw. der Höhle bei Eulen

nicht zwingend ein Versehen. Denn

Eulenküken wagen sich bereits sehr früh

aus ihrem sicheren Zuhause, da es für

die schnell heranwachsenden Jungkäuze

in den Höhlen bald zu eng wird. Sie lassen

sich auf dem Boden oder auf einem Ast

in Bodennähe nieder, obwohl sie weder

fliegen noch selber jagen können. Ihr

Daunenkleid ist dann schon so dicht, dass

sie die Wärme der Mutter nicht mehr

brauchen. Diese so genannten «Ästlinge»

werden ausserhalb des Nests von ihren

Eltern weiterhin versorgt. Von Mitte

April bis Ende Juni sitzen Eulenküken

alleine auf Ästen von Sträuchern in der

Nähe ihrer Bruthöhle oder ihres Nistkastens.

Obwohl sie versorgt werden,

sorgen sich oft vorbeigehende Spaziergänger/innen

um die einsamen Vögel

und bringen sie fälschlicherweise in

eine Rettungsstation.

auch nach dem menschlichen Kontakt

noch füttern. Ansonsten können die Küken

aus respektvollem Abstand beobachtet

werden, ohne sie zu stören. Sie werden

sich in aller Regel prächtig entwickeln

und zu hübschen Vertretern und Vertreterinnen

ihrer Art heranwachsen.

AUFGEPASST BEI GREIFVÖGELN

Lässt sich ein Küken als Greifvogel

identifizieren, dürfen Sie vorsichtiger

sein. Milane, Bussarde, Falken und Co.

bleiben normalerweise im Nest, bis sie

ausgewachsen sind und fliegen können.

Springen oder fallen sie vorher aus dem

Nest zu Boden, werden sie nicht mehr

von ihren Eltern versorgt und wahrscheinlich

bald von Fuchs oder Marder

gefressen. Solche einsamen Greifvogel­

Küken brauchen in jedem Fall unsere

Hilfe, denn ausserhalb des Nestes sind

sie kaum überlebensfähig. Umfasst man

sie mit einem Handschuh oder einem

Stück Stoff, lassen sie sich in aller Regel

einfach bergen. Denn so können sie sich

nicht mehr flatternd wehren. Bedeckt man

ihre Augen zusätzlich mit einem leichten

Stoff, kann man ihnen die Orientierung

und damit auch ein Stück weit die Angst

nehmen.

Diese Greifvögel­Küken haben nur

eine Überlebenschance, wenn sie in

fachkundige und professionelle Hände

gebracht werden. Es ist nicht empfehlenswert

und per Gesetz verboten, solche

anspruchsvollen Küken selber grosszuziehen.

RETTUNG VON KÜKEN

Beispielhaft soll hier die Geschichte

eines im Frühling 2019 geretteten

Waldkauz­Kükens erzählt werden.

Das Küken wurde Anfang Mai von einem

Passanten in die Greifvogelstation Berg

am Irchel gebracht. Der aufmerksame

Spaziergänger fand das Küken am Boden,

die Beine des Tieres steckten im Schlamm

fest und waren durch den Frost angefroren.

Sobald es in der Station ankam,

untersuchten Mitarbeitende der Station

das Kleine gründlich. Sie suchten nach

gebrochenen Knochen, Anzeichen einer

Infektion und/oder anderen potenziellen

Gesundheitsproblemen. Bei Eulen dieses

Alters ist das Team zudem besonders

um das Gewicht und die Temperatur der

Vögel besorgt. Obwohl alle Küken mit

einer weichen, flauschigen Daunenschicht

bedeckt sind, benötigen geschwächte oder

WAS KANN ICH TUN?

Falls Sie in den kommenden Wochen

einzelne Küken auf Ihrer Runde im Wald

finden, so versuchen Sie herauszufinden,

ob es sich um ein Eulen­ oder Greifvogelküken

handelt. Eulenküken erkennt man

an befiederten Füssen und einem runden,

grossen Kopf mit nach vorn gerichteten

Augen. Greifvogelküken hingegen haben

nackte, hornbeschuppte Füsse und die

Augen befinden sich seitlich am Kopf. Sitzt

ein Eulenküken am Boden, kann man es

behutsam auf einen niedrigen Ast eines

umliegendes Strauches oder Baumes

setzen. Da sind sie vor Feinden einigermassen

sicher. Die Vogeleltern werden es

Das kleine Küken weiss

noch nicht, wie ihm

geschieht, doch bald fliegt

es wieder in die Freiheit.

NATURZYT 39


Kinderstube Pflegebox: Die

drei jungen Waldkäuze wachsen

in der Greifvogelstation

Berg am Irchel auf.

Die wunden Füsschen mussten

mit Salbe und Bandagen sorgfältig

gepflegt werden.

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und mit uns unsere Natur

schützen.

Das Magazin NATURZYT schreibt nicht nur über unsere Natur, damit Sie diese

näher erfahren und erleben können, sondern damit Sie gemeinsam mit uns unsere

Natur mehr bewahren und schützen lernen. Deshalb unterstützt NATURZYT

auch wichtige Naturprojekte mit einem Teil der Abo­Einnahmen. In den Jahren

20172019 haben wir gemeinsam mit unseren Abonnenten unsere Wildbienen

zusammen mit der Organisation «Wildbee» unterstützt und mit viel Aufklärungsarbeit

eine grosse Sensibilisierung zum Schutz unserer Wildbienen erreicht.

Ab Januar 2020 unterstützen wir mit unseren Abonnenten unsere Greifvögel

zusammen mit der Greifvogelstation Berg am Irchel. Mit einem Teil der Abo­

Einnahmen werden die medizinische Versorgung, die Pflege sowie der Betrieb

der Greifvogelstation mitfinanziert.

Mehr zur Greifvogelstation unter naturzyt.ch/greifvoegel­schuetzen.

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Naturprojekte. Jetzt abonnieren mit dem Bestelltalon auf der Rückseite des Magazins

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verletzte Küken zusätz liche Wärme.

Der Befund bei diesem Waldkauzküken

war den Umständen entsprechend gut:

Das Gewicht und die Temperatur waren

O.K., es waren keine Brüche festzustellen,

jedoch waren die Füsse des Kauzes entzündet.

Durch den Schlamm entstanden

sogenannte Abriebwunden.

Vogelküken brauchen regelmässig

über den Tag verteilt Nahrung. Mehrmals

täglich wurde dem Waldkauz küken

artgerechtes Futter, wie zum Beispiel

Mäuse, in die Pflegebox gelegt. Wühlmäuse

sind eine perfekte Mahlzeit

für die jungen Eulen, da sie grosse

Mengen an Kalzium enthalten, die für

die Knochenentwicklung notwendig

sind. Der junge Waldkauz kam auf

einen Tagesbedarf von vier bis fünf

Portionen. Die Mitarbeitenden der

Greifvogelstation führen die Fütterungen

in regelmässigen Abständen durch.

Werden die Küken zu lange allein gelassen,

können sie an Hypoglykämie

(Unterzuckerung) oder Dehydratation

(Flüssigkeitsmangel) leiden. Zusätzliche

Flüssigkeit bereitzustellen, ist nicht nötig,

denn Eulen erhalten die benötigte

Menge durch den Verzehr ihrer Beute.

Die Wunden an den Füssen des

kleinen Schlamm­Kauzes wurden mit

einer antiseptischen Creme und

Bandagen behandelt. So konnten die

Füsse rasch heilen und der Waldkauz

wuchs zu einem hübschen Jüngling

heran. Nachdem das Tier flügge wurde,

warteten die Verantwortlichen noch

weitere sechs Wochen. In dieser Zeit

wurde das Küken von einer Pflegebox in

die grössere Eulenvoliere verlegt, wo

es Sicherheit im Flug gewinnen konnte.

Mitte August, nach etwa drei Monaten

Genesung und Aufwachsen in der Greifvogelstation,

konnte der junge Kauz

in die Freiheit entlassen werden, wo

er fortan ein selbstständiges Leben in

seiner natürlichen Umgebung führt.

Text Nicole Bosshard Fotos PanEco

40 NATURZYT


Im Falle dieser Turmfalken wurde eine ganze Geschwisterschar gerettet.

Ausgewachsener Waldkauz.

Greifvogelstation Berg am Irchel

eine wichtige Institution im Artenschutz

Veronika von Stockar gründete 1956

in ihrem eigenen Garten die Station. So

begann eine 52 Jahre lange Tätigkeit, während

der über 3000 Tiere gepflegt wurden.

Im Laufe der Jahre gewann die Station

schweizweit an Aufmerksamkeit. Die

präzise Buchführung über die gefiederten

Patienten liefert wertvolle Daten

über einheimische Greife. Für ihre ausser ­

gewöhnliche Leistung wurde Veronika

von Stockar 2007 mit der Ehrendoktorwürde

der Universität Zürich ausgezeichnet.

2008 übergab sie dann die

Leitung der Stiftung PanEco, welche

1996 von Regina Frey, Veronika von

Stockars Tochter, gegründet wurde.

PanEco ist eine gemeinnützige und spendenfinanzierte

Stiftung, die sich für

Natur­ und Artenschutz sowie Umweltbildung

in der Schweiz und in Indonesien

engagiert.

Heute leitet der Biologe und Orni ­

thologe Andi Lischke die Station.

Tatkräftig unterstützt wird er von

einem stellvertretenden Leiter, einer

Mit arbeiterin für Umweltbildung,

einem Zivildienstleistenden und

einem kleinen Team von Freiwilligen.

Möchten Sie die wichtige Arbeit

der Greifvogelstation Berg am Irchel

direkt mit einer Spende oder einer

Patenschaft unterstützen?

Spendenkonto: 84­9667­8 /

IBAN CH27 0900 0000 8400 9667 8

Greif vogelstation Berg am Irchel

Stiftung PanEco

Chileweg 5

8415 Berg am Irchel

T 052 318 14 27

info@greifvogel station.ch

www.greifvogelstation.ch

Waldkauz

Der Waldkauz ist die meistverbreitete Eule

der Schweiz. Er ist nachtaktiv. Wie alle

Eulen jagt er in der Nacht, während er am

Tag vor seinem Baum oder seiner Höhle/

seinem Nistkasten sitzt. Wie die allermeisten

Eulen verfügen die Waldkäuze

über perfekte Sinneswahrnehmungen

und einen fast geräuschlosen Flug. Beides

macht sie zu guten Jägern. Waldkäuze

bleiben das ganze Jahr über in der Schweiz.

Sie sind den Witterungen gut angepasst.

Einzig schneereiche Winter sorgen für

Probleme beim Futterangebot. In der

Greifvogelstation Berg am Irchel wurden

im Jahr 2019 33 Waldkäuze behandelt.

Davon konnten 26 wieder in die Natur

entlassen werden.

Portrait

Name:

Waldkauz (Strix aluxo)

Bestand Schweiz: 60008000 Paare

Gefährdungsstatus: nicht gefährdet

Lebensraum: Wald, Kulturland,

Siedlungen

Bruthöhlen: Baumhöhlen, Gebäude

Zugverhalten: Standvogel

Körperlänge: ca. 38 cm

Spannweite: ca. 100 cm

Gewicht:

330590 g

Verbreitung: Mittelland, Jura

NATURZYT 41


Gelbe Narzissen überziehen

die Wiesen am

Mont Sujet ein Augenschmaus

im Frühling.

Wo sich Narzisse und Hase

Gut Nacht sagen

Narzissen und Feldhasen stehen auf extensive Landwirtschaft.

Auf den Waldweiden am Mont Sujet im Berner Jura geht es beiden

gut. Die einen überziehen die Weiden mit einem gelben Teppich, die

anderen sorgen beim Wanderer für Freude.

42 NATURZYT


Unterwegs im Wald nach Lamboing.

Lichte Landschaften prägen den Jura, wie hier im Aufstieg zum Mont Sujet.

Osterglocken. Die wachsen bei uns im

Garten. Bei den Nachbarn auch. Im

Blumenladen um die Ecke gibt es sie

im Töpfli für drinnen und draussen.

Und der kleine Park vor der Kirche, der ist im Frühling

ebenfalls voll davon. Kurz: Osterglocken erwarten

uns im Frühling überall dort, wo der Mensch sie

pflanzt. Denkt man zumindest. Doch weit gefehlt.

EIN GELBES MEER

Es ist April, und wir stehen im Berner Jura, genauer

am Mont Sujet, und reiben uns die Augen. Zu unseren

Füssen blühen Osterglocken. Nicht ein paar, sondern

Hunderte, Tausende. Die ganze Wiese leuchtet gelb

unter der Sonne. Wildwachsende Narzissen sind nicht

oft anzutreffen, intensive Landwirtschaft bekommt

ihnen schlecht. Am Mont Sujet ist das anders. Die

Weiden werden weder gemäht noch gedüngt, sondern

im Sommer lediglich von Kühen gepflegt. Die

Narzissen haben also reichlich Zeit zum Wachsen.

Zudem schätzen sie das sonnige Klima und die

trockenen Böden am Mont Sujet.

Wer dem lieblichen Berg mit seiner sanften

Kuppe einen Besuch abstatten will, muss erst nach

Les Prés-d’Orvin kommen. Das ist nicht einfach.

Der Bus von Biel fährt unter der Woche am Morgen

nur einmal, am Wochenende zweimal. Verpasst

man ihn, erfolgt der Start zur Tour in Orvin, was

eineinhalb zusätzliche Wanderstunden beschert.

Les Prés-d’Orvin ist das Kontrastprogramm zu

Biel: dort die laute, lebendige Stadt, hier die Ruhe

der jurassischen Abgeschiedenheit. Im Winter scheint

mehr los zu sein. Zwei Skilifte, drei Babylifte,

45 Kilometer Langlaufloipen und eine Schlittenbahn

machen Les Prés-d’Orvin zum Sportzentrum, ein

gutes Dutzend Lagerhäuser bieten Gruppen Platz.

Im Frühling döst der Weiler vor sich hin. Die paar

Wanderer, die mit uns ausgestiegen sind, haben

den Weg zum Chasseral eingeschlagen. Den

Mont Sujet haben wir für uns. Die Narzissen auch.

Zu Beginn sind es wenige. Doch je höher wir steigen,

desto üppiger wird das Blumenmeer.

HALB WALD, HALB WEIDE

Sowieso ist die parkähnliche Landschaft ein Fest

fürs Auge: ein Mosaik aus lichten Wäldern, dichten

Hecken und offenen Weideflächen. Diese so genannten

Wytweiden oder Waldweiden sind typisch

für den Jura. Sie wurden vor Jahrhunderten dem

Wald abgetrotzt, einzelne Bäume hat man für das

Vieh als Schattenspender stehen gelassen Fichten,

Ahorne, Buchen, Vogel- und Mehlbeeren. In dieser

reich strukturierten Landschaft ist die Artenvielfalt

hoch. Wir staunen nicht schlecht, als ein Feldhase

vor uns über die Weide hoppelt, und wenig später

noch einer.

Doch Wytweiden brauchen Pflege, sonst holt

sie sich der Wald zurück. Kurz vor dem Gipfel des

Mont Sujet treffen wir auf einen solchen Pflege betrieb:

eine Bergerie, die Kühe und Rinder sömmert. Noch

herrscht wenig Betrieb, und man freut sich über

jeden Gast, der im Beizli einkehrt. Der schönste

NATURZYT 43


Wildromantischer

Abschluss der Tour in der

Twannbachschlucht.

Rastplatz indes befindet sich auf dem Gipfel des

Mont Sujet. Der Berg ist ein riesiges Plateau, die

Aussicht fantastisch. Bieler­, Neuenburger­ und

Murtensee, Berner und Waadtländer Alpen, Chasseral,

das Mittelland alles ist fein säuberlich angeordnet.

Da bleiben wir.

Tipps & Infos

Wanderroute: Les Prés­d’Orvin, Bellevue Noir Combe Mont Sujet

Sentier des sculptures Lamboing Twannbachschlucht Twann.

Variante: In Twann noch ein Stück anhängen und durch die Rebberge

mit Bielerseeblick nach Ligerz wandern. Eine halbe Stunde zusätzlich.

Anforderungen: Die Wege sind einfach und gut zu begehen, auch für

Familien. Nach Regen ist die Twannbachschlucht allerdings rutschig.

Eine gute Kondition ist nötig. Die Tour zieht sich in die Länge und

überwindet im Abstieg 1000 Höhenmeter. Wanderzeit ohne Pausen

gut 4 Stunden.

An­ und Rückreise: Mit Zug und Bus über Biel nach Les Prés­d’Orvin,

Bellevue. Zurück ab Twann mit dem Schiff oder Zug nach Biel.

Achtung: Wenige Busse nach Les Prés­d’Orvin.

Einkehr: In den Orten Les Prés­d’Orvin, Lamboing und Twann sowie

in den Bergwirtschaften am Fusse des Mont Sujet.

Karten: Swisstopo­Wanderkarte 1:50 000, Blatt Vallon de St­Imier

(232T); Swisstopo­Landeskarte 1:25 000, Blätter Chasseral (1125) und

Bielersee (1145).

Begleitete Wanderung: Der Tourenveranstalter Wildout Naturerlebnisse

bietet in der Schweiz geführte Wanderungen und Schneeschuhtouren

an. Die Touren eignen sich für jedermann, unterwegs sind wir in

kleinen Gruppen. Die Daten sowie weitere Angebote für Wanderungen

und Naturerlebnisse in der Schweiz sind ersichtlich unter

www.wildout.ch. Infos gibt es auch unter Telefon 052 366 11 84.

DIE SCHLUCHT ENTWICKELT SICH

Der anschliessende Abstieg nach Lamboing ist

so ganz anders als der Aufstieg. Der Wald hat sein

Gesicht gewechselt, dicht an dicht stehen Buchen

und Fichten. Schüler der Brienzer Schule für Holzbildhauerei

haben dem Weg Skulpturen gespendet,

also leisten uns Steinbock, Gämse, Wildschwein

und Co. eine Weile Gesellschaft. Lamboing ist ein

unscheinbares Dorf und hat doch Berühmtheit

erlangt. Friedrich Dürrenmatts Roman «Der Richter

und sein Henker» spielt in der Gegend. In Lamboing

wohnen bei ihm dubiose Gestalten, die Twannbachschlucht

ist Schauplatz eines Mords, den Kommissär

Bärlach aus Bern aufklären soll. Also nichts wie

hin an den Ort des Grauens, die Twannbachschlucht

ist krönender Abschluss unserer Tour.

Der Zugang auf der Asphaltstrasse ist mühsam,

der Einstieg wenig spektakulär. Doch nach wenigen

Schlucht­Metern geht’s los. Der Twannbach setzt

sich beherzt in Szene, stürzt über Kaskaden, rauscht

über Felsplatten und gräbt sich zwischen mächtigen

Felsbrocken ein Bett. Die Felswände werden hoch

und höher und rücken zusammen; obwohl die Sonne

scheint, fällt Nieselregen. Auf dem letzten Teilstück

wurde der Weg gar in den Fels gehauen, vor 125 Jahren.

Ein Schild macht auf Steinschlag aufmerksam, Geländer

sorgen für Sicherheit. Die zwei Franken Wegzoll

pro Person für den Unterhalt des Wegs werfen wir

gerne in die Kasse.

Twann, Endstation. Der Bielersee glänzt im Abendlicht,

das hübsche Winzerdorf schmiegt sich an die

steilen Rebhänge, am Horizont grüssen abermals die

Alpen. Will man die Postkartenidylle perfekt machen,

lässt man sich nieder zu einem Glas Wein oder tuckert

mit dem Abendschiff zurück nach Biel.

Text, Fotos Daniel Fleuti

44 NATURZYT

Was für ein Weitblick!

Auf dem Mont Sujet

angekommen, präsentiert

sich das Seeland.


Mehr Naturerlebnisse auch

auf www.NATURZYT.ch

Die Natur im Frühling erleben

TOGGENBURGER LAMA­TREKKING

IM CHÜEBODEN

Wir ziehen um. In den Chüeboden nach

Unterwasser. Ab dem Mai 2020 können Sie

die neuen Trekkingtouren im Chüeboden

in vollen Zügen geniessen. Mit einem

grösseren Angebot an Touren kann ich Sie

überraschen. Z.B. eine 1,5­ bis 2­stündige

Tour für alle, die ein Trekking gemütlich

und ohne Anstrengung erleben möchten.

Kontakt: Toggenburger Lama­Trekking,

Bernadette Bislin

Chüeboden 698, 9657 Unterwasser

www.bislin­lama­trekking.ch

T 079 403 43 46

DIE AARESCHLUCHT

FRÜHLINGSERWACHEN IN MEIRINGEN

Geniessen Sie das Frühlingserwachen in

der Aareschlucht im Berner Oberland.

Ab dem 4. April 2020 ist die Aareschlucht

täglich geöffnet. Das einmalige Naturschauspiel

ist bei jedem Wetter ein

unvergessliches Erlebnis. Der Spaziergang

über Stege und Tunnels dauert 45 Minuten

und kann leicht zu einer Rundwanderung

kombiniert werden. Der Kinderspielplatz

direkt neben dem Restaurant mit Terrasse

beim Westeingang lädt zum Spielen und

Verweilen ein.

www.aareschlucht.ch

BERGNARZISSEN IN SEEWIS

IM PRÄTTIGAU

Die Bergnarzissen läuten im Mai und

Juni den Prättigauer Bergsommer ein und

strahlen mit den letzten Schneefeldern um

die Wette. Der ausgeschilderte Narzissenrundweg

führt vom Dorf über befestigte,

verkehrsarme Landwirtschaftsstrassen

zu den schönsten Wiesen. Seewis ist ab

Landquart mit ÖV gut erreichbar. Tipp:

Am Sonntag, 24. Mai, findet das

Narzissen fest oberhalb von Seewis statt.

Infos: www.seewistourismus.ch,

T 081 325 11 95 und

www.praettigau.ch, T 081 325 11 11

NATUR ERLEBEN

Natur­ und Wanderferien

HOTEL CENTRAL AM SEE

Geniessen Sie die atemberaubende

Region um den Vierwaldstättersee,

übernachten Sie in romantischen

Zimmern mit spektakulärem Ausblick

auf den See und die Berge. Unser Wanderpackage

enthält ein reichhaltiges

Frühstück sowie Lunchpakete für Ihre

Ausflüge in die Berge. Erholen Sie sich

nach einem Wandertag auf der Rigi

an unserem Aussenpool und geniessen

Sie ein traumhaftes Abendessen auf

unserer Seeterrasse.

Mehr unter www.central­am­see.ch

oder T 041 392 09 09

MAGIC BERNER OBERLAND / FRÜHLING

AM ROMANTISCHEN BRIENZERSEE

Das klassische ****­Wander­ und

Bikehotel «Seiler au Lac» in Bönigen,

überzeugt nicht nur mit saisonaler,

frischer französischer und Schweizer

Küche, sondern auch mit einer heimeligen

Pizzeria und Bar. Schöne Doppelzimmer

mit Bad oder Dusche/WC und

Balkon mit Sicht auf den See erwarten

Sie. Frühlingsangebot: CHF 140 p. P.

inkl. Frühstück im DZ. Bus oder Schiff

ab Interlaken hält direkt beim Hotel.

Mehr Info T 033 828 90 90,

www.seileraulac.ch

SEI EIN ESEL!

Wer Dinge konsequent anders macht

als die Masse, wird gern mal als Esel

bezeichnet. Wobei der ja eigentlich sehr

klug und aufmerksam ist. So nehmen wir

das als Kompliment. Unsere konsequent

biologische, regionale Küche, reichlich

Holz und Naturmaterialien in Stuben

und Zimmern. Und unser Streben nach

Glück gemeinsam mit unseren Gästen.

Alles ein bisserl unüblich. Aber so bist

du ja auch. Höchste Zeit also, Urlaub

mal richtig trotzig anders zu machen …

im Kleinwalsertal.

www.walserstuba.at

NATURZYT 45


NATURZYT Frühlings-Tipps

Frühlingserwachen

der Blüten

Im Norden der Schweiz beginnt der Schnee

etwas langsamer zu schmelzen als im Süden.

Und auch in den höheren Lagen lässt der Frühling

je nach Wetterlage noch etwas länger auf sich

warten als im Schweizer Flachland, wo schon die

ersten Blütenmeere zu leuchten beginnen. Während

der Frühling im Flachland bereits im März beginnt,

startet dieser in den Bergen erst gegen Mai/Juni.

NATUR ERLEBEN

NARZISSEN-ERLEBNIS IM

GENFERSEEGEBIET

In der Region oberhalb von Montreux

und Vevey liegt der «Maischnee»,

der den Wanderer im Mai mit einem

herrlichem Ausblick auf den Genfersee,

zusätzlich verzaubert. «La neige de mai»

oder eben der Maischnee, so nennen

die Westschweizer ihre blühenden

Narzissenfelder gerne. Und die wildblühenden

Narzissen bieten tatsächlich

ein faszinierendes Naturschauspiel mit

ihren strahlend weissen, wunderbar

duftenden Blüten. Aber auch schon

früher, vor der Schneeschmelze, bereiten

sich die Pflanzen vor und beginnen

aus der Kraft der Zwiebel ihre Narzissenblätter

aus dem Boden zu strecken

und den Frühling zu begrüssen. Eine

schöne Frühlings-Blütenwanderung

startet in Les Pléiades, einem Dorf

hoch über dem Genfersee. Es ist auch

die Endstation der Zahnradbahn,

die von Vevey über Blonay hochfährt.

Von der Endstation führt ein gut

beschilderter Wanderweg auf den

zweistündigen Rundgang. Und wer

sich etwas länger während der Blütensaison

der Narzissen im Genferseegebiet

aufhält, der findet weitere Themenwege

durch den schönen «Maischnee»

in Les Avants, Glion, Caux und

Mont-Pèlerin, welche zu entdecken sind.

Die leichte Narzissen-Rundwanderung

in Les Pléiades dauert 2 Stunden

für die etwas mehr als 5 Kilometer.

Mehr Informationen unter

www.montreuxriviera.com

NATURZYT 47


MÄRZENBECHER IM

NATURSCHUTZGEBIET AUENWALD

Kaum ist der Schnee geschmolzen und

wird es langsam etwas wärmer, beginnen

im Waldgebiet des Naturschutzgebiets

Auenwald die Märzenbecher zu Tausenden

in voller Pracht zu blühen. Vielleicht

bereits Ende Februar, allenfalls aber

erst Anfang März. Bei dem aktuellen

Klima ist das sehr schwer zu sagen.

Unmittelbar an der deutschen Grenze,

nördlich von Schleitheim gelegen, befindet

sich dieser Auenwald, welcher

zu den grössten in der Schweiz zählt

und zum Bundesinventar der schützenswerten

Landschaften gehört. Das

Naturschutzgebiet Auenwald liegt unmittelbar

an der Wutach. Der Grenzfluss

Wutach ist in den letzten Jahren

renaturiert worden und kann sich

seinen Weg weitgehend selber suchen.

Dadurch entsteht ein einmaliges, riesiges

Biotop mit einer unglaublich vielfältigen

Flora und Fauna. Ein gemütlicher Wanderweg

führt durch die einzigartige Landschaft

von Oberwiesen, Schleitheim, zur

«Seldenhalde» und den Märzen bechern.

Aber ist man zu früh, blühen sie noch

nicht, ist man zu spät, haben sie geblüht.

So oder so, die leichte und kurze

Wanderung an der Wutach entlang

zur «Seldenhalde» ist ein naturreiches

Erlebnis, vor allem der letzte Teil,

welcher in den Wald führt, wo sich die

Märzenbecher befinden. Hier, spürt

man, kommt man in eine andere Welt,

in der mit Sicherheit auch Feen, Elfen

und Kobolde zusammen mit den

Waldwesen für ein spürbares Gefühl

sorgen. Mehr Informationen unter

www.schaffhauserland.ch,

T 052 632 40 20.

FRÜHLING IM TESSIN

KAMELIENPARK LOCARNO

Im Tessin werden die Tage etwas

schneller milder als in den Bergen.

Dann spriessen die Kamelien,

Mag no lien und Azaleen, und die

Tessiner­ Landschaft verwandelt sich

in ein einzigartiges Farbenmeer. Die

schnee bedeckten Gipfel spiegeln sich

auf der klaren Oberfläche des Sees,

und im prächtigen Kamelienpark

in Locarno blühen die verschiedenen

Kamelien arten um die Wette. Der

Kamelienpark wurde anlässlich des

Kongresses der «International Camelia

Society» im März 2005 eingeweiht.

Der Park ist in eine Vielzahl von

Beeten aufgeteilt und wurde so gestaltet,

dass er eine Art Labyrinth

bildet, in welchem sich die Besucher

zwischen den blühenden Pflanzen

48 NATURZYT


Im Auenwald blühen

nicht nur die Märzenbecher,

hier wohnen auch

die Feen und Elfen.

Blühende Kamelien

im Kamelienpark Locarno

direkt am See.

Blütenparadies in der

120 000 Quadratmeter

grossen Park landschaft

des Seeleger Moors.

bewegen. Das grösste Beet des Parks

jenes mit den duftenden Kamelienarten

wird umgeben vom Amphitheater,

von welchem ein kleiner

Wasserlauf entspringt und einen

kleinen See speist. Heute beherbergt

der Park über 950 erfasste Kamelienvarietäten.

Am Südrand des öffentlichen

Strandbades stehen zudem

130 doppelte Kamelien, die als Trennhecke

dienen, aber auch Schnittblumen

für die jährliche Ausstellung

im Frühling liefern. Die «Camelie

Locarno», die Frühlingsausstellung,

findet dieses Jahr zum 23. Mal statt

und dauert vom 25. bis 29. März 2020.

Der Park ist von März bis September

von 9 bis 18 Uhr geöffnet und der

Eintritt ist frei. Während der «Camelie

Locarno» wird ein Eintritt von CHF

10. verlangt. Sehenswürdig ist auch

der Botanische Garten des Gambarogno.

Mehr Informationen unter

www.ascona­locarno.com

oder T 0848 091 091.

BLÜTENPARADIES

IM SEELEGER MOOR

Jedes Jahr im Frühling wandelt sich

die 120 000 Quadratmeter grosse

Parklandschaft des Seeleger Moors

in ein Blütenparadies. Hunderttausende

von Rhododendren und

Azaleen blühen um die Wette und

verzaubern den ganzen Park vom

Frühling bis in den Sommer hinein

in eine Farbenpracht die ihresgleichen

sucht. Zahlreiche verschlungene

Pfade führen durch das Blütenmeer,

und die wunderbare Natur im Park,

zum Strauchpfingst rosengarten, dem

verwunschenen Farnwald oder zu

den romantischen Seerosenteichen

mit Fröschen und Amphibien. Die

Vögel geben ihren Gesang zum Besten,

begleitet von verschiedenen Schmetterlingen

und Insekten, die sich an der

Blütenpracht den Nektar holen. Der

Park ist in verschiedene natürliche

Lebensräume aufgeteilt und ein rollstuhlgängiger

Spazierweg über 3 Kilometer

macht ein Schlendern durch die

wunderbare Natur für alle zu einem

unvergesslichen Vergnügen. Das

Seeleger Moor entstand über Jahrtausende

und ist eines der wichtigsten

Hochmoore im Kanton Zürich.

Jeweils am 1. April nach der Winterpause

öffnet der Park rechtzeitig

zum Blütenzauber.

Mehr Informationen unter

www.selegermoor.ch oder

T 044 764 11 19.

NATURZYT 49


Pflanzenrundwanderung

in der Moorlandschaft auf

der Rossweid.

ATEMBERAUBENDE NATUR IM

GEBIET JUNGFRAU­ALETSCH

AUF DER WANDERUNG

«SCHLÜSSEL ZU DEN ALPEN»

Frisch grüne Arven­Lärchen­Wälder,

karge Felsensteppen, malerische Moorlandschaften

und die sich ständig wandelnden

Gletschervorfelder zeichnen das

Gebiet rund um den grossen Aletschgletscher

aus. Das sind aber nur einige der

vielfältigen Lebensräume, die man im

UNESCO­Welterbe Swiss Alps Jungfrau­

Aletsch erleben kann. Wer die atemberaubende

Natur und das Welterbe in

seiner Ganzheit erfahren möchte, sollte

einmal in seinem Leben die Welterbe­

Umwanderung «Schlüssel zu den Alpen»

erleben. Über 272 Kilometer und

25 800 Höhenmeter können auf 15 Tagesetappen

vom ambitionierten Wanderer

zurückgelegt werden. Sie führen vom

Aletschgletscher durch das Goms über

die Grimsel hinab in die Aareschlucht. Von

Meiringen aus geht es weiter durch das

Rosenlaui, vorbei an der Eigernordwand

nach Grindelwald und Lauterbrunnen.

Die drei Königsetappen sind die Wanderungen

über die Sefinenfurgge, das

Hohtürli und den Lötschenpass. Zurück

im Wallis führt die Strecke entlang der

Lötschberg­Südrampe und ihren Suonen

zum Natischerberg und hoch auf die

Belalp. Natürlich kann jede der 15 Etappen

auch als Tageswanderung absolviert

werden. Das gleichnamige Taschenbuch

dokumentiert die einzelnen Wanderabschnitte.

Mehr Informationen zu dieser

Wanderung und den speziell im Frühling

reizvollen Etappen erhalten Sie im

World Nature Forum in Naters,

unter www.jungfraualetsch.ch oder

T 027 527 15 30.

WIE EIN VOGEL IN DEN

BAUM WIPFELN DAS NECKERTAL

IM TOGGENBURG ERLEBEN

Die saftig grünen Blätter spriessen hoch

oben an den Bäumen, das Eichhörnchen

huscht vom Boden schnell und flink

den Baumstamm hinauf in die Krone.

Vögel fliegen von Ast zu Ast und geben

ihren Gesang hoch oben zum Besten.

Selbst einmal erleben, wie es sich anfühlt,

ein Vogel zu sein und durch die Bäume

zu fliegen, den Ausblick des Eich hörnchens

und der Vögel einmal eins zu

eins erleben. Das wäre ein Erlebnis. Im

Steinwäldchen in Mogelsberg ist dies seit

2018 möglich, denn auf dem Baumwipfelpfad

fühlt man sich wie ein Vogel oder

Eichhörnchen. Der Pfad führt über

500 Meter durch die Baumkronen des

vielfältigen Waldes und ist zwischen

2 bis 4 Meter breit und zwischen 4 und

50 NATURZYT


Auf der Wanderung

«Schlüssel zu den Alpen»

eine atemberaubende

Natur im Gebiet

Jungfrau­Aletsch erleben.

(Foto: Barbara Mäder)

Wie ein Vogel auf

dem Baumwipfelpfad

im Neckertal.

15 Meter hoch. Wie ein Milan fühlt man

sich aber auf der Aussichtsplattform auf

einer Höhe von 55 Metern. Der Weg ist

gut gesichert und auch mit dem Kinderwagen

und Rollstuhl begehbar. Aber

bereits am Bahnhof von Mogelsberg

geht die Entdeckungsreise los, ab hier

führt ein Weg über mehrere Stationen

hoch zum Steinwäldchen, und es gibt

viel über Wald und Natur zu erfahren.

Ab Mai bis Oktober ist der Pfad jeweils

von Montag bis Sonntag von 9.30 bis

18.00 Uhr geöffnet. Von November bis

März nur Mittwoch bis Sonntag von

10 bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis für das

Walderlebnis beträgt für Erwachsene

CHF 15, für Kinder CHF 8 ab 6 bis

16 Jahren. Die Familie profitiert von

der Familienkarte zu CHF 40.

Mehr Informationen unter

baumwipfelpfad.ch oder T 071 552 33 03.

«FLOWERWALK» IN DER MOOR­

LANDSCHAFT AUF DER ROSSWEID

Abbisskraut, Ährige Rapunzel, Alpen­

Liebstock, Bach­Nelkenwurzs, Berg­

Hahnen fuss, Fuchs­Geiskraut, Zottiges

Habichtskraut und viele mehr geben sich

ein Stelldichein von Juni bis September

auf der leichten und kinderfreundlichen

Pflanzenrundwanderung durch die

Moorlandschaft auf der Rossweid in

Sörenberg. Für die gut 7,4 Kilometer müssen

sicher 2 Stunden veranschlagt werden

und vielleicht etwas mehr, um in Ruhe

die Pflanzenwunder bestaunen und

geniessen zu können. Unmittelbar bei der

Bergstation der Gondelbahn Rossweid

geht es los und man taucht auf einem

Weg in eine andere Welt aus einem farnreichen

Heidelbeer­Fichtenwald ein.

Stürme haben Wald lücken hinterlassen, in

denen neben Fichten auch Laubbäume

wie Vogelbeerbaum und zahlreiche krautige

Pflanzen aufkommen. Im Wald ein ­

gebettet liegen kalkreiche Klein seggenriede,

die mit rosa leuchtenden Orchideen

und weissen Haarbüscheln der Wollgräser

übersät sind. Nach Salwide führt der Weg

durch Hochmoor­Bergföhrenwälder und

über Bergfettweiden hinauf zur Blattenegg,

immer wieder öffnet sich der Blick

auf die imposante Schrattenfluh und die

steilen Flanken des Brienzer Rothorns.

Auf dem Rückweg zur Rossweid liegt der

Moorlehrpfad «Sonnentauweg», der sich

für Familien mit Kindern auch als eigene

kurze Route von der Rossweid aus anbietet.

Mehr Informationen zum Rundweg und

Moorlehrpfad unter www.biosphaere.ch

oder T 041 485 88 50.

Text Michael Knaus

NATURZYT 51


Naturwärts auf den Spuren der Natur

Panta rhei

Wenn der Schnee in den höheren Lagen

zu schmelzen beginnt, beschäftige

ich mich gerne mit Bächen und Wasserfällen.

Dann verwandelt das reichliche

Schmelzwasser die Fluss­ und Bachläufe in regelrechte

Oasen. Zusammen mit dem Blattaustrieb der Laubbäume

eine wahre Freude für die Sinne.

Ein im Winter halb ausgetrocknetes Bachbett verwandelt

sich dann schon mal in einen reissenden, energiegeladenen

Wasserlauf. Und wer geduldig wartet, erspäht

am Ufer womöglich eine Wasseramsel oder gar einen

Eisvogel. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen,

sonnigen Frühling!!

Text/Fotos Tobias Ryser

52 NATURZYT


Geheimnisvoller Wasserfall

im Tessin

NATUR ERLEBEN

NATURZYT 53


Naturwunder Schweiz

Dürfen wir Sie zum Staunen

einladen?

Zusammen mit Martin Mägli tritt Tobias Ryser ab

März 2020 mit der Multivisions­Show «Naturwunder

Schweiz» in verschiedenen Schweizer Städten auf.

Die Show besteht aus einer Kombination von Bildern,

Videos, Musik und Live­Erzählungen und zeigt die

Schweizer Naturlandschaften im schönsten Licht.

Tickets und mehr Informationen

unter www.naturwunder­schweiz.ch

03.03.2020 Baden Pfarreisaal Roter Turm

04.03.2020 Solothurn Landhaus

05.03.2020 Buchs AG Gemeindesaal

10.03.2020 Münchenstein Kuspo

11.03.2020 Schaffhausen Kammgarn

12.03.2020 Wetzikon Kantonsschule Aula

17.03.2020 Thun Burgsaal

18.03.2020 Spiez Lötschbergsaal

19.03.2020 Interlaken Kirchgemeindehaus

24.03.2020 Burgdorf Aula Gsteighof

25.03.2020 Glarus Schützenhaus

26.03.2020 Chur Titthof

Der Autor

Tobias Ryser arbeitet als selbstständiger Fotograf mit

Schwerpunkt Natur­ und Landschaftsfotografie. Auf der

Suche nach dem perfekten Moment legt er grossen

Wert auf eine ästhetische Bildkomposition und atemberaubendes

Licht.

Tobias Ryser zählt zu den erfolgreichsten Natur fotografen

der Schweiz, seine Bilder werden regelmässig

publiziert und wurden bereits mehrfach aus gezeichnet in

diversen nationalen und internationalen Wettbewerben.

Mehr Informationen unter:

www.tobias­ryser.ch, www.naturwaerts.ch

54 NATURZYT


NATUR ERLEBEN

Eisvogel im Morgenlicht

NATURZYT 55


Wasserfall in

den Voralpen


Bachtobel

im Toggenburg

NATUR ERLEBEN

Bachlauf

im Heidiland


Biosphärenpark Grosses Walsertal

Unberührte Natur spür

Das Grosse Walsertal in Vorarlberg ist tief vom Lutzbach

eingeschnitten. Über Jahrhunderte haben es die stolzen Walser

bewirtschaftet, heute präsentiert es sich als vorbildlicher

UNESCO­Biosphärenpark und Bergsteigerdorf.

Voll landschaftlichen Charmes,

durchfurcht und von einzig ­

artiger, prächtiger Schönheit

präsentiert sich das Grosse

Walsertal. Begrenzt wird es durch den

Bregenzerwald im Norden und die

Lechtaler Alpen im Süden. Auf seinen

steil zum Lutzbach abfallenden Hängen

beherbergt es sechs Walser­Gemeinden,

umgeben von einem beeindruckenden

und vielfältigen Bergpanorama. Geprägt

wird das Grosse Walsertal neben seiner

einmaligen Natur durch eine äusserst

gepflegte Kulturlandschaft, eine moderne

Architektur, die sich perfekt an den alten

Walser­Stil anlehnt und auffallend viele

Bushaltestellen, die sanfte Mobilität mit

öffentlichem Verkehr anbieten.

Den Walsern wird nachgesagt, dass

sie bis heute überzeugt ihren Traditionen

aus der Schweiz treu geblieben sind. Selbst

die Sprache soll immer noch stark an den

helvetischen Dialekt der ehemaligen

Einwanderer erinnern. Zudem seien die

Walser äusserst fleissig schliesslich hätte

man vor über 700 Jahren sonst kaum das

Grosse Walsertal besiedeln und kultivieren

können. Um die Bevölkerung zu vermehren,

schlugen damals die Grafen von

Montfort ihren Walliser Dienstmannen

vor, mit «Kind und Kegel» nach Vorarlberg

zu ziehen und die Hochtäler in Besitz

zu nehmen. Die Adligen erhofften von den

bergerfahrenen Siedlern und kundigen

Landwirten, die zudem als besonders zäh

bekannt waren, auch mehr Zins, weil sie

höhere Erträge erwirtschaften konnten.

So entstanden ab etwa 1300 die ersten

bedeutenden Walsersiedlungen.

INNEHALTEN UND STAUNEN

Zurzeit gibt es 47 bewirtschaftete Alpen;

sie sind auf Wanderwegen gut zu Fuss

zu erreichen. Daneben prägt die landschaftlich

abwechslungsreiche Bergwelt

58 NATURZYT


Seit 20 Jahren zählt das

Grosse Walsertal zu den

Biosphärenparks der

UNESCO. (Foto: Alex Kaiser)

An speziell eingerichteten

Entschleunigungsplätzen lässt

sich bestens innehalten,

zurücklehnen und geniessen.

(Foto: Alex Kaiser)

NATUR ERLEBEN

en

mit ihren Schluchten, rauschenden Wildbächen

und bunten Alpwiesen die Gegend.

Das Grosse Walsertal ist bis heute vom

Massentourismus verschont geblieben.

Es konnte mehr als andere Regionen

seine besondere Ursprünglichkeit bewahren.

Nicht ohne Grund wurde daher

das Grosse Walsertal im Jahr 2000

durch die UNESCO zum Biosphärenpark

erhoben. Das 20. Jubiläumsjahr als

UNESCO­Biosphärenpark wird heuer

mit einem Festreigen und vielfältigen

Veranstaltungen gefeiert. So sind etwa

eine Sonderausstellung im «biosphärenpark.haus»

in Sonntag, unterschiedliche

Naturführungen und Wanderungen,

Gesprächs runden und ein Festakt

geplant.

Die Ursprünglichkeit, Langsamkeit

und ein besonderes Bewusstsein für

Zeit bestimmen das Leben im Grossen

Walsertal. Es gilt deshalb, den Urlaubsalltag

ganz bewusst wahrzunehmen:

zurücklehnen, den vielfältigen Geräuschen

der Natur lauschen, den Blick über

die beeindruckende Bergwelt schweifen

lassen und geniessen. An speziell eingerichteten

Entschleunigungsplätzen im

Grossen Walsertal gelingt das besonders

gut. Die mit einem speziellen Symbol gekennzeichneten

Orte sollen zum bewussten

Stehenbleiben und Zur­Ruhe­Kommen

einladen.

NERVENKITZEL FÜR ABENTEURER

So abwechslungsreich wie die Naturlandschaft

des Biosphärenpark Grosses

Walsertal ist, so vielfältig sind auch die

Möglichkeiten, sie zu erleben. Wandern,

Mountainbiken, Reiten oder Klettern

der Frühling in den Bergen Vorarlbergs

bietet zahlreiche Erlebnisse. Wer sich

aufs Velo schwingen will, sei gewarnt:

Langweilig wird es auf den vielfältigen

Mountainbike­Wegen nicht, denn eine

ebene Strecke sucht man hier vergeblich.

Über Stock und Stein, durch Schluchten

und grüne Wälder und vorbei an Bergseen

das Biken im Grossen Walsertal

ist abwechslungsreich und spannend.

Doch nicht nur die wunderschönen

Wiesen und Wälder verlocken zu sportlichen

Erlebnissen: Das Wasser der Gebirgsbäche

formte im Grossen Walsertal über

Jahrtausende atemberaubende Schluchten.

Mit dem Kanu erleben Abenteurerinnen

und Abenteurer diese Canyons aus einer

exklusiven Perspektive und entdecken

einmalige Naturlandschaften. Wer möchte,

kann sich bestens ausgerüstet über Wasserfällen

abseilen und im glasklaren Wasser

natürlicher Pools schwimmen.

WEG DER STILLE

Wer zum Wandern ins Grosse Walsertal

kommt, wird nicht enttäuscht: Das breite

Wanderwegnetz beinhaltet sowohl

leichte Fussmärsche als auch anspruchsvolle

Touren. Empfehlenswert ist etwa

der Blumen­ Wanderlehrpfad in Faschina,

den man aufgrund der ausserordentlichen

Pflanzenvielfalt angelegt hat, die

NATURZYT 59


230 markierte Wanderwege, 40 Berggipfel und 47 bewirtschaftete

Alpen laden im Grossen Walsertal zum genussvollen

Wandern ein. (Foto: Alex Kaiser)

Die Propstei St. Gerold hat sich in den vergangenen

Jahrzehnten als Kultur­ und Sozialzentrum etabliert.

(Foto: Christoph von Siebenthal)

Weitere Informationen:

Grosses Walsertal Tourismus

Telefon 0043 5554 5150

info@walsertal.at, www.walsertal.at

Walser Gästekarte

www.walsertal.at/gaestekarte

Unterkünfte im Grossen Walsertal

www.walsertal.at/unterkuenfte

am Hahnenkopf zwischen 1780 und

1865 Metern vorkommt. Auf den

kräuter reichen Bergwiesen findet man

noch die geschützte Arnika, eine alte

Arzneipflanze zur Wundheilung. Der

Kalkmagerrasen im Grossen Walsertal ist

zudem ein idealer Standort für Türkenbund­Lilien

oder das seltene Kohlröschen,

eine kleine, rötliche Orchideenart,

die stark nach Vanille duftet. Auf den

Wiesen oberhalb der Waldgrenze

begleiten die Wanderer die schrillen

Pfiffe des weit verbreiteten Murmeltiers,

und mit viel Glück entdeckt man vielleicht

auch eine Herde Gämsen am Hang.

Unterhalb der Propstei St. Gerold

führt der Meditationsweg «Weg der Sinne

Weg der Stille» entlang: Über die Jahre

entstand im Wald unterhalb der Propstei

ein wundervolles Natur reservat mit

dreizehn Teichen, Brücken und kleinen

Wegen. Sitzbänke, umgeben von Blumen,

Sträuchern und Bäumen laden zum Verweilen

und Meditieren ein. Dazu inspirieren

zahlreiche Tafeln mit Sinn­Sprüchen

und Dichterworten von Mystikern verschiedener

Religionen. Dabei lohnt sich

auch ein Besuch der Klosterkirche mit

dazugehörigem Garten der Propstei

St. Gerold. Heute sind die Kirche mit

dem spitzen Turm und die geometrisch

angeordneten Häuser eine Begegnungsund

Bildungsstätte mit Gästezimmern,

Restaurant, Klosterladen, Reithalle und

regem Kulturprogramm.

TRADITION, DIE MAN SCHMECKT

Wer das Grosse Walsertal von seiner

kulinarischen Seite entdecken möchte,

hat bei einer Genusswanderung Gelegenheit

dazu. Dabei darf natürlich

der Stolz der Region nicht fehlen: der

un vergleichliche «Walserstolz», ein

aroma tischer Bergkäse, der auf acht

Sennalpen und in zwei Winterbetrieben

ausschliesslich im Grossen Walsertal

erzeugt wird. Und weil nicht nur Käse­,

sondern auch Kräuterduft in der Walser

Luft liegt, sollten Kräuterfans ein Abstecher

zu den Alchemilla­Kräuterfrauen

machen: Bei Kräuter wanderungen laden

sie in offenen Gärten zu einer Tasse

Bergtee ein und bieten zahlreiche Kurse

zur Her stellung von Kräuterseife, Tees

oder Balsamen an.

Text Helen Weiss Fotos Alex Kaiser,

Christoph von Siebenthal

60 NATURZYT

Der Biosphärenpark Grosses

Walsertal ist geprägt von

einer atemberaubenden und

ursprüng lichen Naturlandschaft.

(Foto: Alex Kaiser)


Urlaub und Erholung

im Biosphärenpark Grosses Walsertal

www.walsertal.at


Zu guter Letzt

Aus der Ferne heilen

Margrit Eschmann,

Leiterin der MARNA­

Schule in Spreitenbach,

ist eine Fachfrau für

Fernbehandlungen bei Menschen und

Tieren. NATURZYT stellte ihr sechs

Fragen zum Thema Fernbehandlung

für Mensch und Tier.

NATURZYT: FRAU ESCHMANN,

MAN HÖRT IN LETZTER ZEIT VIEL

ÜBER FERNBEHANDLUNGEN, WIE

FUNKTIONIERT DIES?

Margrit Eschmann: Ähnlich wie ein

Mobile. Nummer eintippen, und

in kürzester Zeit nimmt jemand ab.

Zwischenzeitlich legte das Signal

Tausende von Kilometern zum Satelliten

und zurück zum Bestimmungsort

hinter sich. Wie ist das möglich? Weil

alles Energie ist, somit aus Schwingungen

besteht, spielt die Distanz

keine Rolle. Kürzere oder längere

Wellen sausen hin und her, ohne dass

wir uns dessen bewusst sind, diese

gar sehen oder wahrnehmen. Und

trotzdem funktioniert es! Genauso

geht es auch mit der Fernbehandlung.

Jedes Wesen ist ein Sender und ein

Empfänger.

WAS KANN MAN MIT FERN­

BEHANDLUNG BEHANDELN BZW.

HEILEN?

Man kann grundsätzlich alles angehen,

behandeln. Zum Beispiel: Wenn jemand

Rückenschmerzen hat, arbeite ich punktgenau,

das heisst, jeder Wirbel, jedes

Gelenk wird überprüft, und das was

verschoben, verdreht oder verkippt ist,

wird harmonisiert. Heilungsversprechungen

dürfen nicht gemacht werden.

Ich habe keinen Einfluss auf die Seelenentscheidung

oder darüber, was der

Körper bereit ist anzunehmen.

KANN MAN DAS NUR BEI MEN­

SCHEN ODER AUCH BEI TIEREN,

PFLANZEN, ORTEN ETC.?

Bei allem! Tiere und Pflanzen haben

da keine Erwartungshaltungen, und

daher greifen solche Behandlungen

in fast allen Fällen. Orte sind sowieso

kein Problem. Ein Beispiel: ein altes

Haus an einer Hauptstrasse sollte zu

einem recht hohen Preis verkauft werden.

Die Besitzer meldeten Bedenken, dass

sie für dieses alte Gemäuer rechtzeitig

einen neuen Besitzer finden. Nach

meiner Arbeit dauerte es genau drei

Wochen und das Grundstück wechselte

den Besitzer!

IST JEDER MENSCH FÄHIG, DAS

ZU LERNEN?

Jeder Mensch ist ein fühlendes, von

Natur aus neugieriges Wesen. Alles,

was wir zum Arbeiten mit der Feinstofflichkeit

brauchen, hat jedermann

in sich. Manches Mal ist das innere

Wissen verschüttet, oder man traut

sich das nicht zu. Doch all das lässt

sich ändern.

WORAUF MUSS DABEI GEACHTET

WERDEN?

Man sollte für die feinstoffliche Ebene

offen sein und niemals gegen den freien

Willen des Klienten oder an jemandem,

der nichts davon weiss, arbeiten. Zudem

sollte man wissen, dass jeder Gedanke,

jede Absicht und jede Handlung im Äther

eine Reaktion bringt. Somit sollte man

lernen, wie man mit dem Gegenstand

Pendel richtig und achtungsvoll umgeht. Es

ist wichtig zu wissen, woher die Antworten

kommen. Ob von der guten oder der

dunklen Seite. Dies ist ein wichtiger Aspekt

in meiner Ausbildungsstätte. Es sollte auch

ein wirkliches Interesse vorhanden sein,

Menschen, Tiere, Pflanzen etc. zu unterstützen.

In der MARNA­Schule lernt man

viel über gesundheitliche Zusammenhänge

bei allen Wesen.

DAS KLINGT SEHR ESOTERISCH.

HAT DAS GANZE AUCH WISSEN­

SCHAFTLICHE HINTERGRÜNDE?

Es mag vielleicht esoterisch klingen,

hat aber mit Esoterik rein gar nichts

zu tun. Die Quantenphysik hat schon

lange erkannt, dass alles Energie

und alles miteinander verbunden ist.

Dies ist bewiesen. Sonst gäbe es keine

medizinischen Geräte wie MRI, CT,

Röntgen etc.

Interview NATURZYT Virginia Knaus

mit Margrit Eschmann, MARNA­Schule

Margrit Eschmann leitet die

MARNA­Schule in Spreitenbach,

in welcher die Ausbildung zum/zur

Mentalpraktiker/in angeboten wird.

Die Ausbildung basiert auf vielen

Gebieten, wie das Wissen über

Naturwesen und deren Aufgaben,

Grundkenntnisse über die Anatomie

von Mensch und Tier, Biologie,

Psychologie und weiteres medizinisches

Grundwissen, Lehre über

Farben, Chakren, Meridiane etc.

Mehr Informationen unter

www.körpergeistundseele.ch

oder Telefon 056 427 21 68

62 NATURZYT


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