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FINAL_Carrossier_01_2020

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Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong><br />

offizielle Zeitschrift<br />

RWX_Titel_<strong>Carrossier</strong>_<strong>01</strong>-<strong>2020</strong>.qxp_Layout Regionalmeisterschaften 1 15.<strong>01</strong>.20 18:12 Greco Seite Carrosserie 1 + Autospritzwerk<br />

Das Sprungbrett für die Berufs-WM Jüngster Tesla-Hochvolttechniker<br />

Unter der Lupe<br />

Carrosserie Kaufmann AG<br />

Für unsere Kunden<br />

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RWX_Titel_<strong>Carrossier</strong>_<strong>01</strong>-<strong>2020</strong>.qxp_Layout 1 15.<strong>01</strong>.20 18:12 Seite 1<br />

Inhalt<br />

Themen<br />

1/<strong>2020</strong><br />

Februar <strong>2020</strong><br />

49. Jahrgang<br />

Offizielle Zeitschrift von carrosserie suisse<br />

Organe officiel de carrosserie suisse<br />

Erscheint 8-mal jährlich<br />

Paraît 8 fois par an<br />

Druckauflage 2500 Ex.<br />

Tirage 2500 ex.<br />

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F 058 344 97 83<br />

abo.carrossier@galledia.ch<br />

Herausgeber /Éditeur responsable:<br />

carrosserie suisse<br />

Forstackerstrasse 2B, 4800 Zofingen<br />

T 062 745 90 80, F 062 745 90 81<br />

info@carrosseriesuisse.ch<br />

www.carrosseriesuisse.ch<br />

Redaktion / Rédaction:<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Henrik Petro, Chefredaktor<br />

T 058 344 98 02<br />

henrik.petro@galledia.ch<br />

Herstellung / Production:<br />

Galledia Print AG, 9230 Flawil<br />

www.galledia.ch<br />

Anzeigenverwaltung und Verlag<br />

Régie des annonces et Édition<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Fabian Simon, Leitung Medienberatung<br />

T 058 344 98 06<br />

fabian.simon@galledia.ch<br />

Uschi Imhof, Support<br />

T 058 344 98 63<br />

uschi.imhof@galledia.ch<br />

Redaktionsschluss<br />

Bouclage<br />

Nr. 2/<strong>2020</strong><br />

03. April <strong>2020</strong><br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

5 Lasst uns eine Brücke bauen<br />

Bildung<br />

6 Start der Regionalmeisterschaften<br />

7 Vom Regional- zum Weltmeister<br />

8 Das ist der jüngste Hochvolttechniker<br />

11 Carrosseriereparateur/-in EFZ<br />

12 Ausschreibung Zertifikatsprüfung<br />

14 Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Verbandsnachrichten<br />

16 Neujahrsapéros mit Neuigkeiten<br />

17 <strong>Carrossier</strong> Connect Nordwestschweiz<br />

18 <strong>Carrossier</strong> Connect Tessin<br />

20 Kampagnenstart gelungen<br />

22 Fachkommission Reparatur<br />

23 Personalien aus der Geschäftsstelle<br />

Technik<br />

24 Audi e-tron 55 quattro<br />

Reportage<br />

30 Porträt Spies Hecker Schweiz<br />

32 Kundenreise mit Spies Hecker<br />

33 AXA Winterthur forciert Smart Repair<br />

34 15. Tag der Schweizer Garagisten<br />

36 Wie weiter nach dem Aus für Halle 7?<br />

Aktive Branche<br />

39 André Koch AG lebt Paint & Passion<br />

40 AkzoNobel: Grünes Licht von BMW<br />

41 Camper der Zukunft<br />

42 Von Ungeduld der Kunden profitieren<br />

Rechtshilfe<br />

43 Ferienanspruch bei Teilzeitarbeit<br />

Unter der Lupe<br />

48 Carrosserie Kaufmann AG, Biberist<br />

Für unsere Kunden<br />

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carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>3


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Editorial<br />

Jahresvorschau<br />

Lasst uns eine tragfähige Brücke<br />

zwischen den Kulturen bauen<br />

Ueli Müller<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser<br />

Mit dem Jahreswechsel ist carrosserie<br />

suisse einmal mehr in ein ereignisreiches<br />

Jahr gestartet. Und grosse Ereignisse<br />

werfen bekanntlicherweise ihre Schatten<br />

voraus. Doch der Reihe nach.<br />

In der vorletzten Ausgabe begrüsste Thomas<br />

Rentsch an dieser Stelle unsere Kollegen<br />

aus der Romandie als neue Mitglieder<br />

bei carrosserie suisse. Dass nun die<br />

Westschweiz ebenfalls zur carrosseriesuisse-Famile<br />

dazugehören wird, ist eine<br />

grosse Freude und zweifellos eine Bereicherung,<br />

werden wir doch dadurch zu<br />

einem nationalen Branchenverband.<br />

Doch nach den Feierlichkeiten ist nun viel<br />

Arbeit angesagt. Wir wollen dieses Jahr<br />

die welschen Sektionen in unsere Verbandsstruktur<br />

integrieren, die Geschäftsstellen<br />

den neuen Verhältnissen anpassen<br />

und die Verbandsadministration<br />

koordinieren und, wo möglich, zusammenführen.<br />

Dies und vieles mehr sind<br />

anspruchsvolle Herausforderungen, gilt<br />

es doch, neben den rein sachlichen Geschäften<br />

auch eine tragfähige Brücke<br />

zwischen der Deutschschweizer und der<br />

welschen Kultur zu bauen und so einen<br />

starken nationalen Branchenverband zu<br />

formen.<br />

Eine zentrale Daseinsberechtigung eines<br />

Branchenverbands besteht darin, seine<br />

Mitglieder dabei zu unterstützen, fachlich<br />

auf der Höhe und unternehmerisch erfolgreich<br />

zu bleiben. Aus diesem Grund wird<br />

ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen<br />

Verbandsaktivtäten der Ausbau unseres<br />

Kursangebots darstellen. Dazu haben wir<br />

uns auf der Geschäftsstelle neu organisiert<br />

und attraktive Kursangebote geplant,<br />

die wir im Verlauf des Jahres vorstellen<br />

werden. Wir zählen auf rege Nutzung dieser<br />

Weiterbildungsangebote.<br />

Aber auch hinsichtlich unserer Marketingaktivitäten<br />

und der Nachwuchsförderung<br />

kann sich das Jahr <strong>2020</strong> durchaus sehen<br />

lassen. In einem eigentlichen Steigerungslauf<br />

werden die besten jungen Berufsleute<br />

in unseren drei Berufen ermittelt. Den<br />

Auftakt zu diesem Selektionsreigen machen<br />

die regionalen Meisterschaften, die<br />

in den kommenden Wochen in den vier<br />

Regionen durchgeführt werden. Die erfolgreichsten<br />

Fahrzeugschlosser kämpfen<br />

dann an den Schweizer Meisterschaften,<br />

die zum zweiten Mal an den SwissSkills in<br />

Bern durchgeführt werden, um Podestplätze.<br />

Die Carrosseriespengler und Carrosserielackierer<br />

ihrerseits müssen sich<br />

dann noch bis zum Branchenevent in Thun<br />

gedulden. Dort kämpfen sie dann nicht nur<br />

um den Schweizer-Meister-Titel, sondern<br />

auch um die Ehre, die Schweiz und unseren<br />

Verband an den 46. WorldSkills Competitions<br />

2021 in Schanghai zu vertreten<br />

und die hohe Ausbildungsqualität unserer<br />

Branche in die Welt hinauszutragen. Sie<br />

werden in Schanghai in einem hochkarätigen<br />

internationalen Wettbewerbsumfeld<br />

um Medaillen oder sogar um Weltmeistertitel<br />

kämpfen. Die Chancen stehen gut und<br />

die Grundlagen dafür werden in den kommenden<br />

Wettkampfmonaten gelegt.<br />

Ueli Müller<br />

Stv. Geschäftsführer<br />

Termine und Veranstaltungen<br />

25.06.<strong>2020</strong><br />

Delegiertenversammlung<br />

carrosserie suisse, Biel<br />

09. – 13.09.<strong>2020</strong><br />

SwissSkills, BERNEXPO<br />

16. – 17.10.<strong>2020</strong><br />

Branchenevent, Thun-Expo<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>5


Bildung<br />

Regionalmeisterschaften<br />

Berufswettbewerbe<br />

Lasst die Wettbewerbe beginnen!<br />

Schon bald ist es wieder so weit: Die Nachwuchstalente der Carrosseriebranche werden sich in ihrer<br />

jeweiligen Ausbildungsrichtung an den regionalen Meisterschaften messen. In Winterthur, Ebikon, Bern<br />

und Sion werden die Kandidatinnen und Kandidaten für die Schweizer Berufsmeisterschaft evaluiert.<br />

Wer als Fahrzeugschlosser an den Regionalmeisterschaften obenauf<br />

schwimmt, qualifiziert sich für die Schweizer Berufsmeisterschaft im<br />

September an den SwissSkills.<br />

Die Carrosserielackierer/-innen (Bild) und Carrosseriespengler/-innen<br />

treten im Oktober am Branchenevent in Thun an, um den oder die Beste<br />

in ihrem Beruf zu küren.<br />

Die Teilnehmer/-innen dürfen knifflige<br />

und anspruchsvolle Aufgaben erwarten.<br />

Und die Besten der jeweiligen Region<br />

werden später an den Schweizer Meisterschaften<br />

<strong>2020</strong> teilnehmen dürfen.<br />

Für die Fahrzeugschlosser werden diese<br />

an den SwissSkills (9.9. – 13.9.<strong>2020</strong>) in<br />

Bern ausgetragen. Die Bühne für die<br />

Schweizer Meisterschaften der Carrosserielackierer/-innen<br />

und Carrosseriespengler/-innen<br />

wird der Branchenevent<br />

(17.10 – 18.10.<strong>2020</strong>) in Thun sein.<br />

Die spannenden Ausscheidungswettkämpfe<br />

starten in den Regionen jeweils ab<br />

8.00 Uhr und dauern bis 17.00 Uhr. Der<br />

krönende Tagesabschluss wird jeweils<br />

um 19.00 Uhr die Rangverkündigung sein.<br />

carrosserie suisse, die organisierenden<br />

Sektionen und vor allem die jungen Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer freuen<br />

sich auf ein zahlreiches Publikum. ●<br />

Text: Bettina Brändle<br />

Bilder: carrosserie suisse<br />

Fahrzeugschlosser:<br />

Region 4 (Ostschweiz, Graubünden und Zürich) 29.02.<strong>2020</strong> Schweizerische Technische Fachschule, Winterthur<br />

Region 3 (Zentralschweiz und Tessin) 12.03.<strong>2020</strong> Ausbildungszentrum carrosserie suisse, Ebikon<br />

Region 2 (Bern, Mittelland, Aargau, Nordwestschweiz) 21.03.<strong>2020</strong> carrosserie suisse Academy, Mobil City, Bern<br />

Carrosserielackierer/-innen und Carrosseriespengler/-innen:<br />

Region 4 (Ostschweiz, Graubünden und Zürich) 29.02.<strong>2020</strong> Schweizerische Technische Fachschule, Winterthur<br />

Region 2 (Bern, Mittelland, Aargau, Nordwestschweiz) 07.03.<strong>2020</strong> carrosserie suisse Academy, Mobil City, Bern<br />

Region 3 (Zentralschweiz und Tessin) 10.03.<strong>2020</strong> Ausbildungszentrum carrosserie suisse, Ebikon<br />

Region 1 (Romandie) 21.03.<strong>2020</strong> Centre de formation, Sion<br />

6 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Thema<br />

WorldSkills<br />

Berufswettbewerbe<br />

Der Weg von der Regionalzur<br />

Weltmeisterschaft<br />

Auch ein Weltmeister hat mal klein angefangen. Und zwar mit der Teilnahme an einer Regionalmeisterschaft.<br />

Selbst wer sich nicht vorstellen kann, an den WorldSkills 2021 in Schanghai anzutreten, sollte<br />

wissen: Eine Teilnahme lohnt sich in jedem Fall – und Überraschungen gibt es schliesslich immer wieder.<br />

Am Anfang stand die Regionalmeisterschaft:<br />

Aurélie Fawer und Sandro Sägesser nach<br />

ihrer Rückkehr von den WorldSkills in Kasan<br />

(2<strong>01</strong>9)<br />

Am 27. August 2<strong>01</strong>9 ging die 45. Berufsweltmeisterschaft<br />

im russischen Kasan<br />

zu Ende. 1300 Teilnehmer hatten sich<br />

während fünf Tagen in 56 Berufen gemessen.<br />

Die Schweizer im Alter zwischen<br />

17 und 22 Jahren holten insgesamt<br />

16 Medaillen – 5 davon in Gold – und<br />

13 Diplome. Unter ihnen Sandro Sägesser<br />

mit einer Bronzemedaille in der Kategorie<br />

Carrosseriespengler sowie Aurélie Fawer<br />

mit einem Diplom für den sechsten Rang<br />

bei den Carrosserielackierern. Sie bewiesen,<br />

dass die Schweizer Ausbildung der<br />

Carrosserieberufe zu den besten der<br />

Welt gehört.<br />

Trends zeigen sich regional<br />

Wir blicken zwei Jahre zurück. Am<br />

17. März 2<strong>01</strong>8 eröffnen die Carrosserielackierer/-innen<br />

der Region West in Bern<br />

den Reigen der Regionalmeisterschaften.<br />

Bereits beim ersten Wettbewerb zeigt<br />

sich die weibliche Dominanz in diesem<br />

Beruf. Rang 1 und 2 werden von Frauen<br />

belegt, die sich laut Reglement automatisch<br />

für die Schweizer Meisterschaft<br />

qualifizieren. Beim Wettbewerb der Region<br />

Mitte treten gar fünf Damen gegen<br />

zwei Herren an und belegen die ersten<br />

vier Ränge. Auch in der Region Ost steht<br />

am Ende eine Frau zuoberst auf dem Podest<br />

– wie auch in der Romandie. Die Siegerin<br />

hier heisst Aurélie Fawer und wird<br />

später die erste Frau, die den Schweizer­<br />

Meister-Titel in die Westschweiz holt.<br />

An dieser Stelle ein Insidertipp: Bei den<br />

Carrosseriespenglern stehen die Chancen,<br />

einen Spitzenplatz zu erreichen,<br />

besser, denn es treten weniger zu den<br />

Regionalmeisterschaften an. So muss<br />

Sandro Sägässer lediglich zwei Mitbewerber<br />

«schlagen», als er am 7. April<br />

morgens um 7.00 Uhr zur Ausmarchung<br />

der Region West in Zofingen antritt.<br />

Vorbildlich engagiert<br />

Bei den Fahrzeugschlossern werden die<br />

Ranglisten wieder länger. Obschon es<br />

weniger Lehrstellen für diesen Beruf gibt,<br />

Siegertrio in Zofingen 2<strong>01</strong>8: Carrosseriespengler-Regionalmeister<br />

Sandro Sägesser<br />

(Bildmitte), der Drittplatzierte Glen Locher<br />

(links) und Silbergewinner Drilon Gergoc.<br />

zeigen sich die Lernenden besonders ehrgeizig<br />

und wollen es wissen. Und da ihr<br />

Beruf (noch) nicht Bestandteil der Berufs­<br />

WM ist, muss man dieses Engagement<br />

erst recht löblich anerkennen. Am 14. April<br />

in Bern schweisst und schraubt sich<br />

Richard Matzinger an die Spitze der Region<br />

West, der spätere Schweizer Berufsmeister.<br />

Ob man gewinnt oder «nur» dabei ist –<br />

der Lerneffekt ist auf jeden Fall gross,<br />

wie verschiedene Teilnehmer bestätigen.<br />

So sagt Fahrzeugschlosser und<br />

Regional-Vizemeister der Region Mitte<br />

Louis Meier: «Vorbereitung und Wettbewerbstag<br />

waren streng, aber eine<br />

geniale Erfahrung.» Und der Drittplatzierte<br />

Nico Gut ergänzt: «Ich hatte eine<br />

bessere Platzierung erwartet, aber dafür<br />

ist die Meisterschaft ein hervorragendes<br />

Abschlusstraining für die Lehrabschlussprüfungen.»<br />

Dieses Fazit gilt<br />

ausnahmslos für alle Teilnehmer. Wer<br />

also bisher gezögert hat: Es ist noch<br />

nicht zu spät, um sich anzumelden! ●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: Heinz Schneider<br />

Fahrzeugschlosser-Siegertrio in Bern 2<strong>01</strong>8:<br />

Regionalmeister Richard Matzinger (Bildmitte),<br />

Silbermedaillengewinner Daniel Wüthrich<br />

(r.) und der Drittplatzierte Matthias Baumann.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>7


Bildung<br />

Lehrlingsförderung<br />

Francesco (l.) und Adriano Greco (r.) mit dem weltweit jüngsten Tesla-Hochvolt-Techniker Diego Cassol. (Foto: Wiler Nachrichten)<br />

Greco Carrosserie + Autospritzwerk AG<br />

Pionier in der Lehrlingsausbildung<br />

Diego Cassol, zarte 16 Jahre alt und im ersten Lehrjahr unterwegs zum Carrosseriespengler, ist der<br />

weltweit jüngste, offiziell von Tesla zertifizierte Hochvolt-Techniker – dies nicht nur als Folge seines<br />

Wissensdurstes, sondern auch dank der gezielten Förderung durch seinen Lehrbetrieb.<br />

Als vor einigen Jahren die klassischen<br />

Carrosserieaufträge zu stagnieren begannen,<br />

bereitete dies Francesco Greco einige<br />

Sorgen. Zusammen mit Bruder Adri ano<br />

führt er die 1980 gegründete Greco Carrosserie<br />

+ Autospritzwerk AG in Sirnach<br />

TG in zweiter Generation. Sie hatten<br />

eine nicht unbeträchtliche Summe in den<br />

2<strong>01</strong>6 eingeweihten Neubau gesteckt. Also<br />

machten sie sich auf die Suche nach einer<br />

Spezialisierung mit Wachstumspotenzial.<br />

Schon damals gehörten zum Dienstleistungsangebot<br />

Carrosserie arbeiten auch<br />

an Fahrzeugen aus Aluminium, und die<br />

Ersatzwagenflotte umfasste bereits Elektromobile,<br />

die an der hauseigenen Elektro-<br />

Schnelllade station aufgeladen werden<br />

konnten. «Franz», wie er von allen genannt<br />

wird, beschloss zusammen mit seinem<br />

Bruder, noch stärker auf die Reparatur<br />

von Elektrofahrzeugen zu setzen, die<br />

leichtbaubedingt auch einen hohen<br />

Aluanteil aufweisen. Mitte 2<strong>01</strong>7 war es<br />

dann so weit: Die Greco Carrosserie + Autospritzwerk<br />

AG durfte sich fortan offiziell<br />

«Tesla Approved Bodyshop» nennen, eine<br />

Auszeichnung, die in der Schweiz erst<br />

wenigen Betrieben vorbehalten ist, da sie<br />

neuste Aluminiumschweiss- und Klebetechnologien<br />

beherrschen müssen. «Viele<br />

Kritiker waren damals der Meinung,<br />

dass Elektromobilität nur ein Hype und<br />

das Risiko zu gross sei und sich die intensive<br />

Spezialausbildung mehrerer Mitarbeiter<br />

im Ausland sowie die sehr hohe<br />

Investi tion in die Infrastruktur nicht auszahlen<br />

würden», erinnert sich Francesco<br />

Greco. Doch das Gegenteil traf ein: Tesla<br />

führt mit dem Model 3 nicht nur die Verkaufshitparade<br />

der Elektromobile in der<br />

Schweiz an, sondern belegt mit 5028 Immatrikulationen<br />

2<strong>01</strong>9 mit ihm zugleich<br />

Rang 4 aller Autos, also hinter Škoda<br />

Octavia, VW Tiguan und VW Golf. Inzwischen<br />

ist die Greco Carrosserie + Auto-<br />

8 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Lehrlingsförderung<br />

Der Neubau in Sirnach wurde 2<strong>01</strong>6 eingeweiht.<br />

Diego Cassol kann, obwohl erst im ersten Lehrjahr, bereits an den modernsten Fahr zeugen der<br />

erst 2003 gegründeten Marke Tesla arbeiten.<br />

spritzwerk AG auch von BMW, Ford, Nissan<br />

und Renault zertifiziert, um deren<br />

Elektroautos reparieren zu dürfen. Und<br />

das Geschäft boomt.<br />

Talente gilt es zu fördern<br />

Allein die Tesla-Reparaturen machen heute<br />

deutlich mehr als die Hälfte der Aufträge<br />

aus. Auch die Investition in fünf Tesla als<br />

Ersatzwagen erwies sich als richtig: «Der<br />

Fahrer eines Elektroautos hat mit dem Verbrenner<br />

abgeschlossen, er erwartet, dass<br />

der Reparaturbetrieb ihm auch einen elektrisch<br />

angetriebenen Ersatzwagen zur<br />

Verfügung stellt», erklärt Greco. Auch<br />

leichte Nutzfahrzeuge werden hier repariert<br />

und dank der dafür eingerichteten<br />

Kabine lackiert. Im Hinblick auf die kommende<br />

Elektrifizierung von Transporterflotten,<br />

wie sie etwa die Schweizer Post<br />

anstrebt, dürfte der Betrieb bald aus allen<br />

Nähten platzen. Denn die Kombination aus<br />

Hochvoltspezialisierung plus Nutzfahrzeugkompetenz<br />

wird eine erhöhte Nachfrage<br />

erleben, die bislang nur wenige Betriebe<br />

abdecken können. Dies alles geht<br />

aber nur mit dem richtigen Personal, denn<br />

Tesla zertifiziert nicht nur den Betrieb, sondern<br />

auch Mitarbeiter. Mindestens zwei<br />

Spengler müssen dafür die spezifischen<br />

Prüfungen bestehen. «Ich nenne solche<br />

Mitarbeiter Carrosserietechniker, denn sie<br />

sind mehr als nur Spengler», so Greco.<br />

Einer dieser zertifizierten Mitarbeiter<br />

heisst Diego Cassol. Im Gegensatz zu allen<br />

anderen Hochvolttechnikern weist er<br />

aber noch keine Berufserfahrung auf,<br />

denn er ist Lernender im ersten Lehrjahr.<br />

«Diego war von Beginn an sehr engagiert,<br />

ja geradezu hungrig zu lernen. Wir waren<br />

der Ansicht, er könnte das schaffen», erklärt<br />

Greco. «Da es noch nie so einen Fall<br />

gegeben hatte, musste es zunächst von<br />

Tesla abgeklärt und bewilligt werden.<br />

Auch von den Eltern.» Coach Marko<br />

Grimm begleitete Diego die insgesamt<br />

fünf Tage nach Holland. Im dreitägigen<br />

Kurs ging es um Hochvolt am Tesla-Model<br />

3. «Englisch ist eigentlich kein Problem<br />

und wenn ich einen Begriff nicht<br />

wusste, hatte ich ja Marko dabei», so Cassol.<br />

Tatsächlich war jeder Teilnehmer mit<br />

seinem eigenen Dolmetscher angereist.<br />

«Alle waren mindestens 30 Jahre alt. Als<br />

ich beim Kursort ankam, fragte man mich<br />

am Empfang, ob ich mich verlaufen hätte»,<br />

lacht Diego. Die Kurse basieren immer<br />

auf den Online- Schulungen und wenn<br />

man die nicht besteht, kann man gar nicht<br />

erst ins Center. «Wir coachen ihn und versuchen<br />

ihn so zu trainieren, dass er das<br />

bekommt, was er für die Kurse und Prüfungen<br />

braucht», so Greco. Er und Grimm<br />

haben die Prüfungen ebenfalls absolviert<br />

und können bei Bedarf klären.<br />

Lehrbetrieb sorgfältig ausgewählt<br />

Dass Diego es sehr genau nimmt, wird<br />

klar, als er seinen Weg in den Beruf beschreibt.<br />

Vor einigen Jahren besucht er<br />

Die Anschaffungskosten sind zwar viel höher,<br />

doch die effizienten Infrarotstrahler in der<br />

Spritzkabine senken die Energiekosten massiv.<br />

Im Grunde sind Tesla-Autos wie andere auch.<br />

Auch hier gibt es Carrosserieteile und Felgen<br />

zu reparieren.<br />

Das Geschäft läuft, wie man anhand dieses<br />

Bildes erkennen kann, auf dem die Hälfte der<br />

Fahrzeuge Tesla sind.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>9


Bildung<br />

Lehrlingsförderung<br />

Die sitzungskompatible Business Lounge im<br />

Obergeschoss mit WLAN steht jenen Kunden<br />

zur Verfügung, die während der Reparatur<br />

warten möchten.<br />

am Zukunftstag den Vater eines Kollegen,<br />

einen Carrosseriespengler, und ist<br />

vom Beruf begeistert. Trotzdem schnuppert<br />

er später in verschiedenen Berufen.<br />

Einblick in den Spenglerberuf erhält er<br />

in der Greco Carrosserie + Auto spritzwerk<br />

AG. «Ich habe viel Verantwortung<br />

Das Zertifikat von Diego Cassol, das seine<br />

Kursteilnahme bestätigt.<br />

erhalten, Leute kennengelernt, es war<br />

sehr toll.» Er sieht sich auch bei anderen<br />

Carrosseriebetrieben um, doch die Latte<br />

war bereits hoch angesetzt: «Ich war da<br />

oft sehr gelangweilt, da ich nichts<br />

machen durfte. So habe ich gemerkt,<br />

dass hier der beste Platz für mich ist.»<br />

Um wirklich ganz sicher zu sein, schnuppert<br />

er ganze drei Mal bei Greco, bis er –<br />

stark von anderen namhaften Carrosseriebetrieben<br />

umworben – sich für das<br />

Sirnacher Unternehmen entscheidet.<br />

«Weil es auf dem Markt kaum noch gute<br />

Leute gibt, versuchen wir natürlich, möglichst<br />

gute Lernende zu finden und sie<br />

dann zu behalten. Aber mit diesem Problem<br />

kämpfen alle», verrät Greco. «Unsere<br />

Spezialisierung auf Elektromobilität<br />

und dass Diego gesehen hat, dass wir auf<br />

dem neusten Stand sind, hat bestimmt<br />

auch zu seinem Entscheid beigetragen.<br />

Umgekehrt hat er Fragen gestellt, wie es<br />

noch kein anderer Lehrling getan hat. Ein<br />

weiterer Punkt, der uns von diesem jungen<br />

Mann überzeugt hat.»<br />

Und was empfiehlt Diego anderen Lernenden,<br />

die sich ebenfalls in diese Richtung<br />

entwickeln möchten? «Man soll nicht<br />

aufdringlich sein, aber leidenschaftlich<br />

und engagiert. Rede zuerst mit deinem<br />

Betreuer und erkläre ihm, dass du das<br />

gerne machen möchtest. Es ist dann seine<br />

Aufgabe, dich zu unterstützen.» ●<br />

Text und Bilder: Henrik Petro<br />

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10 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Bildung<br />

Carrosseriereparateur/-in EFZ<br />

Brancheninterne Vernehmlassung abgeschlossen<br />

Der neue Beruf findet grossen<br />

Anklang in der Branche!<br />

Vom 22. November 2<strong>01</strong>9 bis am 15. Dezember 2<strong>01</strong>9 fand die brancheninterne Vernehmlassung zur<br />

neuen Grundbildung Carrosseriereparateur/-in EFZ statt. Sämtliche Mitglieder, Fachlehrer, üK-Leiter und<br />

Interessierte wurden per Newsletter informiert und zur Teilnahme motiviert. Wir bedanken uns für die<br />

zahlreichen engagierten Teilnahmen und die konstruktiven Anregungen.<br />

Der Ausbildungsstart wurde aufgrund der<br />

Ergebnisse der Vernehmlassung um ein Jahr<br />

nach hinten geschoben.<br />

Das freut die künftigen Carrosseriereparateure/-innen EFZ: 85 Prozent der befragten Unternehmen<br />

möchten einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen.<br />

Anfang Januar <strong>2020</strong> wurden die Stellungnahmen<br />

verarbeitet, ausgewertet<br />

und am 15. Januar <strong>2020</strong> der Steuergruppe<br />

präsentiert. Die konzipierten Ausbildungsinhalte<br />

zum/zur Carrosseriereparateur/-in<br />

EFZ finden bei sehr vielen<br />

Betrieben grossen Anklang. Erfreulich ist<br />

auch, dass 85 Prozent der Unternehmen,<br />

die an der Umfrage teilgenommen haben,<br />

einen Ausbildungsplatz zur Verfügung<br />

stellen möchten und ganze 80 Prozent<br />

einen ausgebildeten Carrosseriereparateur<br />

auch anstellen würden. Die Nachfrage<br />

nach der neuen Ausbildung scheint<br />

also klar gegeben.<br />

Entscheide gefällt<br />

Anhand der Resultate aus der Vernehmlassung<br />

wurde nun von der Steuergruppe<br />

Folgendes entschieden und an die drei<br />

Subgruppen (Betrieb, üK und Berufsfachschulen)<br />

zur Weiterbearbeitung abgegeben:<br />

Aufgrund der Äusserungen der Unternehmer<br />

soll die Berufskenntnisprüfung<br />

von zwei auf drei Stunden verlängert<br />

werden. Da die Kantone und die Unternehmer<br />

eine Kürzung der üK-Tage von<br />

48 auf 40 Tage wünschen, muss die<br />

üK-Gruppe in Absprache mit der Betriebsgruppe<br />

nun die Inhalte des üK zugunsten<br />

der Inhalte im Betrieb entsprechend<br />

kürzen.<br />

Der Ausbildungsstart im Jahr 2021 wurde<br />

von den Berufsfachschullehrern, üK-Leitern<br />

und auch den Unternehmern als sehr,<br />

respektive zu sportlich angesehen. Um genug<br />

Zeit für die zahlreichen Umsetzungsarbeiten<br />

zu gewinnen, hat sich die Steuergruppe<br />

für den Start im Jahr 2022 entschieden.<br />

In der gewonnenen Zeit werden die Lernorte<br />

optimal auf den neuen Beruf vorbereitet,<br />

Schullehrpläne geschrieben, üK-Feinprogramme<br />

ausgearbeitet und Materialien für<br />

das Berufsmarketing erstellt. So steht danach<br />

einem erfolgreichen Start nichts mehr<br />

im Weg! <br />

●<br />

Bettina Brändle<br />

Projektverantwortliche Grundbildung<br />

carrossier Nr. 1 / Februar 202<strong>01</strong>1


Zertifikatsprüfungen<br />

Carrosseriefachmann/-frau<br />

der Fachrichtungen Lackiererei,<br />

Spenglerei und Fahrzeugbau<br />

22. Juni – 24. Juni <strong>2020</strong><br />

Anmeldeverfahren<br />

Prüfungsorte<br />

Die Anmeldung erfolgt mittels Anmeldeformular, welches<br />

kostenlos beim Sekretariat von carrosserie suisse<br />

(Untenstehende Adresse) bezogen werden kann.<br />

Download: www.carrosseriesuisse.ch<br />

Schriftliche Prüfungen<br />

Alle Fachrichtungen<br />

22. Juni 2<strong>01</strong>9 in der Berufs- und Weiterbildung in Zofingen<br />

Praktische und mündliche Prüfungen<br />

Fachrichtungen Lackiererei<br />

24. Juni <strong>2020</strong> im MobilCity, Bern<br />

Fachrichtung Spenglerei<br />

24. Juni <strong>2020</strong> im MobilCity, Bern<br />

Fachrichtung Fahrzeugbau<br />

23. – 24. Juni <strong>2020</strong> in Ebikon<br />

Prüfungsgebühren alle Fachrichtungen<br />

(inkl. Materialkosten) CHF 2‘500.-<br />

Reise-, Unterkunfts-, Verpflegungs- und Versicherungskosten<br />

(Unfall und Krankheit) gehen zu Lasten der Kandidaten.<br />

Anmeldetermin<br />

Montag, 23. März <strong>2020</strong> (Poststempel)<br />

„Eingeschrieben“ an<br />

carrosserie suisse<br />

Abteilung Berufsbildung<br />

Forstackerstrasse 2B<br />

4800 Zofingen<br />

062 745 31 91 I berufsbildung@carrosseriesuisse.ch<br />

Wichtig! Später abgestempelte Anmeldungen werden durch die Prüfungskommission<br />

nicht mehr berücksichtigt!<br />

carrosserie suisse<br />

Für die Prüfungskommission<br />

Der Präsident, Martin Rusterholz, Wädenswil


Esami del certificato<br />

Carrozziere/carrozziera spezialista<br />

Specializzazione verniciatura, lattoneria<br />

et fabbricazione di veicoli<br />

22 giugno – 24 giugno <strong>2020</strong><br />

Procedura<br />

d‘iscrizione<br />

L‘iscrizione avviene tramite il formulario d‘iscrizione<br />

Download: www.carrosseriesuisse.ch (in tedesco)<br />

Svolgimento Esami scritti et calcolo<br />

e luoghi degli esami 22 giugno <strong>2020</strong><br />

nel Centro di Formazione BZZ a Zofingen<br />

Esami pratici e orali<br />

Specializzazione verniciatura<br />

24 giugno <strong>2020</strong> nel MobilCity, Berna<br />

Specializzazione lattoneria<br />

24 giugno <strong>2020</strong> nel MobilCity, Berna<br />

Specializzazione fabbricazione di veicoli<br />

23 - 24 giugno <strong>2020</strong> nel Ebikon<br />

Tassa d‘esame<br />

CHF 2‘500.-<br />

Costi di viaggio, alloggio, vitto e assicurazioni<br />

(infortunio e malattia) sono a carico dei candidati.<br />

Termine d‘iscrizione Lunedì 23 marzo <strong>2020</strong> (data del timbro postale)<br />

«Raccomandata» a<br />

carrosserie suisse<br />

Dipartimento formazione professionale<br />

Forstackerstarsse 2B<br />

4800 Zofingen<br />

062 745 31 91 I berufsbildung@carrosseriesuisse.ch<br />

Importante! Iscrizioni col timbro oltre il 23 marzo <strong>2020</strong> non possono più essere<br />

presi in considerazione dalla commissione d‘esame!<br />

carrosserie suisse<br />

Per la commissione d‘esame<br />

Il presidente, Martin Rusterholz, Wädenswil


Bildung<br />

Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Kursübersicht <strong>2020</strong><br />

Anmeldungen nehmen wir gerne über unsere Website www.carrosseriesuisse.ch entgegen.<br />

Die Kurse finden Sie stets aktualisiert unter www.carrosseriesuisse.ch > Kursangebote.<br />

Technik<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Klimaanlage (Basis) – TPK 125 15.04.<strong>2020</strong> 22.04.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Techniker (Carrosserie / Lackierer) – TPK 816 23.04.<strong>2020</strong> 30.04.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

ABOL Modul I 24.04.<strong>2020</strong> 11.05.<strong>2020</strong> – 12.05.<strong>2020</strong> Wollerau SZ<br />

Klimaanlage (Basis) – TPK 125 08.09.<strong>2020</strong> 15.09.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

ABOL Modul II <strong>01</strong>.09.<strong>2020</strong> 17.09.<strong>2020</strong> Wollerau SZ<br />

Fahrassistenzsysteme – TPK 154 22.09.<strong>2020</strong> 29.09.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Anwendung Diagnosegeräte / Carrosseriebereich – TPK 809 16.10.<strong>2020</strong> 23.10.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Beleuchtungstechnik 20.10.<strong>2020</strong> 27.10.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

ABOL Abschlussprüfung 16.10.<strong>2020</strong> 05.11.<strong>2020</strong> Wollerau SZ<br />

Neuzeitliche Materialien und Verbindungstechniken – TPK 819 10.11.<strong>2020</strong> 17.11.<strong>2020</strong> Winterthur ZH<br />

Diese Kurse stehen auch Personen zur Verfügung, welche nicht die jeweilige Weiterbildung besuchen.<br />

Fachbewilligungen<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 10.03.<strong>2020</strong> 17.03.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 21.04.<strong>2020</strong> 28.04.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 09.06.<strong>2020</strong> 16.06.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 18.08.<strong>2020</strong> 25.08.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 27.10.<strong>2020</strong> 03.11.<strong>2020</strong> Hunzenschwil AG<br />

Top-Ausbildungsbetrieb<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Die Selektion von Lernenden 26.02.<strong>2020</strong> 04.03.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Stufe 2 – Entdeckendes Lernen 05.03.<strong>2020</strong> 12.03.<strong>2020</strong> – 23.04.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Dialog im Zentrum 19.03.<strong>2020</strong> 26.03.<strong>2020</strong> Chur GR<br />

Stufe 2 – Entdeckendes Lernen 25.03.<strong>2020</strong> 02.04.<strong>2020</strong> – 23.04.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Individuelles Ausbildungsprogramm 15.04.<strong>2020</strong> 22.04.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Einstiegskurs Top-Ausbildungsbetrieb 21.04.<strong>2020</strong> 28.04.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Dialog im Zentrum 06.05.<strong>2020</strong> 13.05.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Individuelles Ausbildungsprogramm 09.09.<strong>2020</strong> 16.09.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

Einstiegskurs Top-Ausbildungsbetrieb 10.09.<strong>2020</strong> 17.09.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

BAZ-Kurse (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Auto- und Zweiradgewerbe)<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

ERFA F – 27.02.<strong>2020</strong> Inwil LU<br />

ERFA G – 27.02.<strong>2020</strong> Inwil LU<br />

ERFA F – 04.03.<strong>2020</strong> St. Gallen<br />

ERFA G – 04.03.<strong>2020</strong> St. Gallen<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 19.03.<strong>2020</strong> Belp BE<br />

ERFA F – 31.03.<strong>2020</strong> Schlieren ZH<br />

ERFA G – 31.03.<strong>2020</strong> Schlieren ZH<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 16.04.<strong>2020</strong> St. Gallen<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 06.05.<strong>2020</strong> Rothenburg LU<br />

ERFA F – 12.05.<strong>2020</strong> Egerkingen AG<br />

ERFA G – 12.05.<strong>2020</strong> Egerkingen AG<br />

Das komplette aktuelle BAZ-Kursprogramm finden Sie auf www.safetyweb.ch (Rubrik Kurse).<br />

Branchenspezifische Berufsbildnerkurse<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

BBK-carrosserie suisse <strong>2020</strong>-<strong>01</strong> 24.08.<strong>2020</strong> 31.08.<strong>2020</strong> – 08.09.<strong>2020</strong> Bern<br />

BBK-carrosserie suisse <strong>2020</strong>-02 29.09.<strong>2020</strong> 06.10.<strong>2020</strong> – 14.10.<strong>2020</strong> Zofingen AG<br />

BBK-carrosserie suisse <strong>2020</strong>-03 17.11.<strong>2020</strong> 24.11.<strong>2020</strong> – 09.12.<strong>2020</strong> Zürich<br />

Kompetenzkurse aus Zertifikatslehrgängen<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Berufsbildner Plus 03.03.<strong>2020</strong> 10.03.<strong>2020</strong> – 16.06.<strong>2020</strong> Zürich<br />

14 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Publireportage<br />

Thema<br />

Dipl. Betriebsleiter/in Carrosserie<br />

Weiterbildung Zofingen<br />

Erste Weiterbildung zum dipl. Betriebsleiter/-in Carrosserie<br />

Carrosserieprofis aufgepasst: Am 12. September <strong>2020</strong> startet in der Weiterbildung Zofingen der erste<br />

Management-Bildungsgang in der Deutschschweiz zum dipl. Betriebsleiter/-in Carrosserie. Für diese und<br />

weitere neue Branchenweiterbildungen kann man sich jetzt anmelden.<br />

Der Management-Bildungsgang zum dipl. Betriebsleiter/-in<br />

Carrosserie ist die höchste Weiterbildung<br />

in der Branche und ersetzt die bisherige<br />

Ausbildung zum Carrosseriemeister.<br />

Betriebsleiter passen den Betrieb modernen<br />

Anforderungen an und entwickeln Strategien,<br />

Businesspläne, Strukturen und Inhalte des Finanzmanagements<br />

sowie Marketingmassnahmen.<br />

Sie gehen auf Trends in der Branche und<br />

neue technologische Entwicklungen ein und<br />

sind verantwortlich für die Finanzierung und<br />

für die Personalführung. Um den Bildungsgang<br />

absolvieren zu können, benötigt man die Berufsprüfung<br />

Carrosseriewerkstattleiter/-in.<br />

Nur in Zofingen: Das gesamte Angebot<br />

für Carrosserieprofis<br />

Die Weiterbildung Zofingen ist bereits seit<br />

Jahren die Adresse für Carrosserieprofis, die<br />

beruflich weiterkommen wollen. Hier können<br />

sie nach der Grundbildung optimale Vorbereitungskurse<br />

zu diversen Weiterbildungsabschlüssen<br />

absolvieren. Neu nun eben auch<br />

jene zum eidgenössischen Diplom als Betriebsleiter/-in<br />

Carrosserie. Damit bietet die<br />

Weiterbildung Zofingen als einzige Schule in<br />

der Deutschschweiz das gesamte Angebot in<br />

der höheren Berufsbildung für die Carrosseriebranche<br />

an. Im Sommer <strong>2020</strong> beginnen in<br />

Zofingen zudem die neuen Bildungsgänge<br />

Werkstattkoordinator/-in und Carrosseriefachleute<br />

in den Fachrichtungen Fahrzeugbau,<br />

Spenglerei und Lackiererei.<br />

Bildungsgang Zertifikat Werkstattkoordinator/-in<br />

Am 14. August <strong>2020</strong> startet in Zofingen eine<br />

der beiden Etappen auf dem Weg zur erfolgreichen<br />

Führung von Carrosseriebetrieben.<br />

Das Zertifikat Werkstattkoordinator/-in ist<br />

Voraussetzung für die Berufsprüfung zum<br />

Carrosserie-Werkstattleiter (mit eidg. Fachausweis).<br />

Im Zentrum stehen rechtliche Verantwortlichkeiten,<br />

Werkstattprozesse, Personalmanagement,<br />

Kundenkontakte und Fragen<br />

der Administration.<br />

Weitere Bildungsgänge für<br />

Carrosseriefachleute<br />

<strong>2020</strong> starten bei der Weiterbildung Zofingen<br />

drei weitere Bildungsgänge für Carrosserieprofis.<br />

Am 15. August fällt der Startschuss für<br />

die beiden Zertifikatsbildungsgänge der Fachrichtungen<br />

Spenglerei und Lackiererei. Beim<br />

ersten holen sich «Beulendoktoren» theoretisches<br />

Fachwissen, mit dem sie sich im Betrieb<br />

unentbehrlich machen. Dank dem neuen<br />

Know-how werden sie zur zentralen Figur in<br />

der Planung und Umsetzung einer Reparaturstrategie<br />

– unter Einbezug des Kunden. Die<br />

Fachleute in der Lackiererei von Fahrzeugoberflächen<br />

profitieren in ihrem Bildungsgang<br />

in praxisorientierter Form von wertvollem<br />

Theoriewissen für ihren Beruf. Die Lerninhalte<br />

reichen von auftragsbezogenen Kalkulationen<br />

bis zum Vorbereiten und Ausführen aller<br />

Lackierarbeiten.<br />

Am 29. August <strong>2020</strong> beginnt zudem der Zertifikatsbildungsgang<br />

der Fachrichtungen Fahrzeugbau.<br />

Im Zentrum stehen die Kompetenzbereiche<br />

auftragsbezogene Kalkulation, Projekte<br />

betreuen und er arbeiten sowie Komponenten<br />

herstellen, montieren, warten und reparieren.<br />

Die Lerninhalte umfassen einen Theorieteil mit<br />

Praxisbezug und viele Praktikkurse.<br />

Alle drei berufsbegleitenden Bildungsgänge dauern vier Semester. Wer mehr wissen will, hat<br />

beim Infoanlass vom 5. März im BZZ Gelegenheit dazu.<br />

Bring Your Own Device und Bundessubventionen<br />

Das Absolvieren eines Bildungsgangs an der<br />

Weiterbildung Zofingen lohnt sich jetzt besonders.<br />

Zum einen lassen sich dank Bring Your<br />

Own Device auch private digitale Geräte in den<br />

Unterricht einbinden. Zum anderen profitieren<br />

derzeit alle Absolventen von Bundessubventionen<br />

von bis zu 50 Prozent. Weitere Details<br />

dazu und zu den Kursinhalten gibt es am Infoanlass<br />

vom 5. März <strong>2020</strong> um 19 Uhr in Zofingen.<br />

<br />

●<br />

Mathias Richner<br />

Leiter Weiterbildung<br />

carrossier Nr. 1 / Februar 202<strong>01</strong>5


Verbandsnachrichten<br />

Neujahrsapéros<br />

Sektionen Bern Mittelland und Nordwestschweiz<br />

Neujahrsapéros mit Neuigkeiten<br />

Kaum ist das alte verabschiedet, begrüssten die Sektionsmitglieder von carrosserie suisse<br />

Nordwestschweiz und carrosserie suisse Bern Mittelland das neue Jahr mit je einem freundschaftlichen<br />

Get­ together im eigenen Kreis – in Basel bei der Amag und in Oberdiessbach bei Vogt.<br />

«Fondue isch guet und git e gueti Luune»: Vorne rechts Ralph<br />

Detterbeck, Leiter Carrosserie Amag Basel.<br />

Der Neujahrsapéro von carrosserie suisse<br />

Bern Mittelland ist beliebt und stets<br />

gut besucht. So auch in diesem Jahr: Gegen<br />

70 Gäste, Sektionsmitglieder, Partner,<br />

Genossenschafter, Sponsoren und<br />

Lehrmeister fanden am 13. Januar den<br />

Weg nach Oberdiessbach BE zur Firma<br />

Vogt, die sich als Gastgeberin anerboten<br />

hatte. Der 1916 von den Gebrüdern Vogt<br />

als mechanische Werkstätte gegründete<br />

Betrieb verschrieb sich schon in<br />

den 1930er-Jahren der Produktion von<br />

Feuer wehrmaterialien und ist heute einer<br />

der kompetentesten und anerkanntesten<br />

Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen.<br />

Mit Beginn des Jahres <strong>2020</strong> rückt auch<br />

der angekündigte Rücktritt von Hans<br />

Aeschbacher näher. Doch der scheidende<br />

Sektionspräsident hatte an diesem Abend<br />

gute Nachrichten zu verkünden: Als seine<br />

Nachfolger – die gewonnene Wahl vorausgesetzt<br />

– amten ab der GV am 27. April<br />

<strong>2020</strong> Rahel Howald (Vizepräsidentin)<br />

und Adrian Bringold (Präsident). Aeschbacher<br />

werde dem Vorstand noch ein Jahr<br />

lang in beratender Funktion erhalten bleiben.<br />

Und damit ihm nie langweilig wird, ist<br />

der Berner in seiner<br />

Freizeit aushilfsweise<br />

auch noch als «Dellendrücker»<br />

tätig und<br />

chauffiert nebenbei<br />

sowohl einen Postauto-<br />

als auch Schulbus.<br />

Zudem musiziert<br />

er an zahlreichen<br />

Anlässen als Drehorgelmann.<br />

Damit<br />

dürfte sich «Housi»<br />

definitiv an die Spitze<br />

der meistbeschäftigten<br />

Pensionäre gehievt<br />

haben.<br />

Vier neue Mitglieder<br />

in Basel<br />

Am selben Tag fand auch der Anlass statt,<br />

zu dem Erwin Leu, Präsident von carrosserie<br />

suisse Nordwestschweiz gegen<br />

45 Gäste begrüssen durfte. Und zwar in<br />

den Räumen der Amag Basel, die ihre<br />

Rolle als Gastgeberin unter der Regie von<br />

Ralph Detterbeck (Leiter Carrosserie)<br />

perfekt interpretierte.<br />

Geselligkeit, Networking und die Möglichkeit,<br />

den Puls der Mitglieder zu spüren<br />

– unter dieser Prämisse startete Leu<br />

Hans Aeschbacher, Präsident carrosserie<br />

suisse Bern (rechts), stellt seine Nachfolger<br />

Rahel Howald und Adrian Bringold vor.<br />

in den Abend. Und stellte dabei auch<br />

gleich vier neue Mitgliederbetriebe vor:<br />

die CA-BU Carrosserie AG aus Füllinsdorf<br />

BL, die Garage Settelen AG aus Basel<br />

sowie die Farchin Car AG und die Auto<br />

Stöcklin AG (beide aus Zwingen BL),<br />

welche den Betrieb von der Carrosserie<br />

Heiwa übernommen hat.<br />

Zudem informierte Leu über die personellen<br />

Veränderungen auf der Geschäftsstelle<br />

in Zofingen und lieferte die aktuellsten<br />

Informationen über den Stand<br />

der dreijährigen Ausbildung zum «Carrosseriereparateur/in<br />

EFZ». Das Vernehmlassungsverfahren<br />

ist abgeschlossen<br />

und die zuständige Kommission wird<br />

sich nun mit den Anregungen der Mitwirkenden<br />

auseinandersetzen.<br />

Anschliessend übernahm der Gastgeber<br />

in der Person von Walter Vogt den Lead.<br />

Er ist seit vierzig Jahren am Standort Basel<br />

tätig und berichtete aus erster Hand<br />

über die Entwicklung des einstigen Familienbetriebes.<br />

Bevor es dann zum gemütlichen<br />

Fondue-Essen (das es auch in<br />

Oberdiessbach gab) überging, führte<br />

Ralph Detterbeck seine Gäste durch alle<br />

Räumlichkeiten der Amag Basel. ●<br />

Text und Bilder: Heinz und<br />

Irene Schneider<br />

Sektionspräsident Erwin Leu freut sich über<br />

das zahlreiche Erscheinen der Nordwestschweizer<br />

<strong>Carrossier</strong>s.<br />

16 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

<strong>Carrossier</strong> Connect<br />

<strong>Carrossier</strong> Connect Nordwestschweiz<br />

Ein Meeting mit Top-Themenmix<br />

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Fahrt nach Pratteln BL hatte sich am 26. November 2<strong>01</strong>9 für jeden<br />

und jede gelohnt. Denn am «Feierabendgespräch» von carrosserie suisse Nordwestschweiz in<br />

den Räumlichkeiten der Axalta Coating Systems Switzerland GmbH gab es viel Neues zu erfahren.<br />

Spannende Themen: Am «Feierabendgespräch» von carrosserie suisse Nordwestschweiz<br />

nahmen 30 Personen teil.<br />

Zum Beispiel von Thomas Wyss (Geschäftsführer<br />

Axalta Coating Systems<br />

Switzerland/Spies Hecker), dessen Vortrag<br />

«Caravan-Reparatur – bandbeschichtete<br />

Bleche und Strukturherstellung»<br />

Wohnmobile und Wohnwagen ins<br />

Zentrum rückte. Die heute oftmals auch<br />

zweifarbig lackierten Rolling Homes werden<br />

hierzulande nämlich immer beliebter<br />

und bieten der Carrosseriebranche ein<br />

weiteres Betätigungsfeld. Das dafür nötige<br />

Know-how kann ab dem ersten Quartal<br />

<strong>2020</strong> in Kursen erlernt werden. Reto<br />

Dellenbach – seine Firma GCS GmbH in<br />

Therwil BL versteht sich als praxisorientierten<br />

IT- und EDV-Partner – bietet Carrosseriebetrieben<br />

die passenden Software-Tools.<br />

In seinem Vortrag «Bereit für<br />

Digitalisierung 4.0» äusserte er sich zum<br />

elektronischen Datenaustausch und zu<br />

strukturierten Daten und verriet, wer was<br />

damit machen kann.<br />

Heisses Thema der Branche<br />

Erwin Leu, Präsident von carrosserie<br />

suisse Nordwestschweiz, informierte<br />

über den Stand der aktuell hitzig geführten<br />

Debatte um die Verrechnungsmöglichkeiten<br />

für eine Dachrahmenlackierung.<br />

Dabei geht es darum, dass die<br />

internen Richtlinien einer Versicherungsgesellschaft<br />

nicht kompatibel sind mit der<br />

AZT-Lackkalkulation (Allianz-Zentrum<br />

Technik) und der dazu passenden Systembeschreibung<br />

vom 17. Juli 2<strong>01</strong>8.<br />

Bettina Brändle, Projektverantwortliche<br />

Grundbildung von carrosserie suisse, hatte<br />

an diesem Abend zwei Aufgaben zu erledigen.<br />

Einerseits brachte sie die 30 Anwesenden<br />

auf den aktuellsten Stand<br />

hinsichtlich Marketingmassnahmen rund<br />

um den Verband sowie der Berufsbildung.<br />

Andererseits stellte sie die dreijährige<br />

Ausbildung («65 Prozent der Jugendlichen<br />

wollen nur drei Jahre in die Lehre») zum<br />

«Carrosseriereparateur/-in EFZ» vor.<br />

Lehrbeginn soll im Sommer 2021 sein, was<br />

einige der Mitglieder an diesem Abend als<br />

«äusserst sportliches Ziel» werteten. ●<br />

Text und Bilder: Irene Schneider<br />

Bettina Brändle stellte die dreijährige Ausbildung<br />

zum «Carrosseriereparateur/-in EFZ» vor.<br />

Erwin Leu informierte über den Stand der<br />

Debatte um die Verrechnungsmöglichkeiten<br />

für eine Dachrahmenlackierung.<br />

Thomas Wyss rückte die Reparaturen an<br />

Wohnmobilen und Wohnwagen in den<br />

Mittelpunkt.<br />

Seine Firma GCS GmbH in Therwil<br />

versteht sich als praxisorientierten IT- und<br />

EDV- Partner: Reto Dellenbach.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar 202<strong>01</strong>7


Verbandsnachrichten<br />

<strong>Carrossier</strong> Connect<br />

<strong>Carrossier</strong> Connect Ticino<br />

Grande successo per l’anteprima<br />

Una chiusura evento perfetta: l’ultima delle sei serate che quest’anno è andata in scena in anteprima<br />

all’insegna dello slogan «<strong>Carrossier</strong> Connect» si è svolta il 5 dicembre 2<strong>01</strong>9 sotto la direzione della<br />

sezione Ticino.<br />

Sede dell’incontro dei quasi venti membri<br />

è stato il Centro di formazione professionale<br />

carrosserie suisse a Giubiasco. Gli<br />

argomenti all’ordine del giorno erano numerosi.<br />

Leonardo Monzeglio, Presidente<br />

di carrosserie suisse Ticino, ha parlato ad<br />

esempio con molta pacatezza e competenza<br />

della collaborazione con le assicurazioni,<br />

che acquista sempre maggiore<br />

importanza con la liquidazione dei sinistri.<br />

In futuro quindi, a seguito di richieste di<br />

indennizzo, la documentazione per l’assicurazione<br />

con le diverse fasi di lavoro e<br />

le procedure seguite dovranno essere<br />

oggetto di maggiore controllo, rispetto a<br />

quanto fatto finora. Ai fini dell’informazione<br />

e della sensibilizzazione a questo<br />

proposito, carrosserie suisse Ticino offre<br />

diverse possibilità di aggiornamento a<br />

partire da gennaio <strong>2020</strong> e non esclusivamente<br />

per i membri dell’associazione,<br />

bensì anche per le aziende che non ne<br />

fanno parte. Le relative iscrizioni ai corsi<br />

sono disponibili sulla pagina web.<br />

Revisione delle innovazioni<br />

Dalla sede di carrosserie suisse a Zofingen<br />

AG, oltre a Bettina Brändle (Resp. di<br />

progetto per la formazione di base), è<br />

arrivata in Ticino anche Brigitte Deppeler<br />

(Segreteria centrale). Quest’ultima ha<br />

sottolineato l’importanza della nuova<br />

Corporate Identity di carrosserie suisse<br />

con la nuova denominazione e ha presentato<br />

nel dettaglio la brochure «Il fascino<br />

delle professioni nel settore della<br />

carrozzeria», a sostegno della promozione<br />

della professione tra i futuri tirocinanti.<br />

Successivamente Brigitte Deppeler<br />

ha illustrato la certificazione «Azienda<br />

Formatrice TOP», incoraggiando i presenti<br />

a confrontarsi con la tematica e, se<br />

necessario, a chiedere il supporto della<br />

segreteria dedicata all’iniziativa.<br />

Nella seconda parte dell’intervento gli<br />

ascoltatori hanno potuto apprezzare la<br />

descrizione della formazione triennale<br />

per diventare «Carrozziere/a riparatore/<br />

riparatrice AFC», ricca di numerosi e interessanti<br />

dettagli. Nel corso della spiegazione<br />

si è richiamata l’attenzione sulla<br />

procedura di consultazione interna: fino<br />

al 15 dicembre 2<strong>01</strong>9 quest’ultima è ancora<br />

aperta, anche in lingua italiana, al fine<br />

di formulare pareri e argomentazioni. La<br />

serata informativa si è conclusa con un<br />

simpatico «Apéro riche».<br />

●<br />

Testo e immagini: Irene Schneider<br />

Chiusura evento: l’ultima delle sei serate<br />

informative è stata organizzata sotto la<br />

direzione di carrosserie suisse Ticino<br />

a Giubiasco.<br />

Ha condotto il dibattito con molta pacatezza e competenza:<br />

Leonardo Monzeglio, Presidente di carrosserie suisse Ticino.<br />

Debattierte mit viel Ruhe und Kompetenz: Leonardo Monzeglio,<br />

Präsident von carrosserie suisse Ticino.<br />

È arrivata da Zofingen: Bettina Brändle della sede di carrosserie<br />

suisse.<br />

Reiste aus Zofingen an: Bettina Brändle von der carrosserie-suisse-<br />

Geschäftsstelle.<br />

18 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

<strong>Carrossier</strong> Connect<br />

<strong>Carrossier</strong> Connect Tessin<br />

Gelungene Premiere im Süden<br />

Perfekte Schlussrunde: Das letzte von sechs Feierabendgesprächen, die im vergangenen Jahr als Premiere<br />

unter dem Motto «<strong>Carrossier</strong> Connect» über die Bühne gegangen sind, fand am 5. Dezember 2<strong>01</strong>9<br />

unter der Federführung der Sektion Ticino statt.<br />

Schlussrunde: Das letzte der sechs Feierabendgespräche<br />

fand unter der Federführung<br />

von carrosserie suisse Ticino in Giubiasco<br />

statt.<br />

Treffpunkt für die knapp zwanzig Mitglieder<br />

war das carrosserie-suisse-Bildungszentrum<br />

«Centro di formazione<br />

professionale» in Giubiasco. Zu erfahren<br />

gab es vieles. Leonardo Monzeglio, Präsident<br />

von carrosserie suisse Ticino, thematisierte<br />

zum Beispiel mit viel Ruhe und<br />

Kompetenz die Zusammenarbeit mit den<br />

Versicherungen, die mit der Schadenregulierung<br />

immer mehr an Bedeutung<br />

gewinnt. So sollen künftig – nach Schadenfällen<br />

– die Versicherungsdokumentationen<br />

mit den verschiedenen Arbeitsschritten<br />

und Vorgehensweisen besser<br />

im Auge behalten werden, als dies bislang<br />

der Fall war. Um diesbezüglich<br />

Aufklärungsarbeit zu leisten, bietet carrosserie<br />

suisse Ticino ab Januar <strong>2020</strong><br />

diverse Weiterbildungsmöglichkeiten an.<br />

Und zwar nicht ausschliesslich für Verbandsmitglieder,<br />

sondern auch für Nichtmitgliederbetriebe.<br />

Die entsprechenden<br />

Kursausschreibungen können auf der<br />

Webseite eingesehen werden.<br />

Rückblick über die Neuerungen<br />

Von der carrosserie-suisse-Geschäftsstelle<br />

in Zofingen AG reiste neben Bettina<br />

Brändle (Projektverantwortliche Grundbildung)<br />

auch Brigitte Deppeler (Zentralsekretariat)<br />

ins Tessin. Sie strich die<br />

Wichtigkeit der neuen Corporate Identity<br />

von carrosserie suisse mit der neuen Beschriftung<br />

heraus und präsentierte im<br />

Detail die Broschüre «Faszination Carrosserieberufe»,<br />

welche bei der Anwerbung<br />

von künftig Auszubildenden unterstützen<br />

soll. Ferner orientierte Deppeler über das<br />

Label «TOP-Ausbildungsbetrieb». Dabei<br />

motivierte sie die Anwesenden, sich mit<br />

dem Thema auseinanderzusetzen und,<br />

wenn nötig, Unterstützung vom Sekretariat<br />

von «TAB» anzufordern.<br />

Im zweiten Teil des Referates wurde den<br />

Zuhörerinnen und Zuhörern die dreijährige<br />

Lehre zum «Carrosseriereparateur/-in<br />

EFZ» mit vielen interessanten<br />

Einzelheiten nahegebracht. Dabei wurde<br />

auf die interne Vernehmlassung aufmerksam<br />

gemacht, die noch bis zum<br />

15. Dezember 2<strong>01</strong>9 auch in italienischer<br />

Sprache auf carrosseriesuisse.ch aufgeschaltet<br />

war und dazu diente, Sichtweisen<br />

und Argumente formulieren zu<br />

können. Den Abschluss des informativen<br />

Abends bildete ein gemütlicher «Apéro<br />

riche».<br />

●<br />

Text und Bilder: Irene Schneider<br />

Ha informato i presenti a Giubiasco su tutte le attuali attività<br />

dell’associazione: Brigitte Deppeler.<br />

Informiert die Anwesenden in Giubiasco über alle aktuellen<br />

Verbandsaktivitäten: Brigitte Deppeler.<br />

Il ricco buffet a conclusione della serata non ha deluso nessuno dei<br />

membri dell’associazione.<br />

Den Abschluss des Abends mit dem feinen Buffet liess kein Verbandsmitglied<br />

sausen.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar 202<strong>01</strong>9


Verbandsnachrichten<br />

carrosserie suisse<br />

Werbekampagne «Direkt zum <strong>Carrossier</strong>»<br />

Kampagnenstart gelungen<br />

Von Mitte November bis Mitte Dezember 2<strong>01</strong>9 waren sie an gut 260 Stellen in der deutschen und italienischen<br />

Schweiz zu sehen: die Plakate mit den drei Sujets «Aus defekt wird perfekt», «Aus hässlich wird<br />

schön» und «Aus Pech wird Glück». Überarbeitet wurde auch die Webseite www.carrosserieberufe.ch.<br />

eingetroffen, welche diese anpassen<br />

wollen. Also auch hier scheint es, als ob<br />

die Kampagne ihre Wirkung nicht verfehlt<br />

hat. Aber eine Schwalbe macht<br />

noch keinen Frühling. Beziehungsweise<br />

mit einer einzigen Kampagne ist der neue<br />

Brand nicht zu positionieren. Dafür ist<br />

Konstanz gefragt. Auf jeden Fall ist aber<br />

ein guter Start gelungen, und es gilt nun,<br />

die Kampagne laufend zu optimieren und<br />

so einen möglichst nachhaltigen Effekt<br />

zu generieren. Die Sujets stehen natürlich<br />

auch den Mitgliedern von carrosserie<br />

suisse für eigene Kampagnen zur<br />

Verfügung. Und dank einer Partnerschaft<br />

mit Clear Channel profitieren Mitglieder<br />

bei einer lokalen Plakatkampagne<br />

von 40 Prozent Rabatt. Die Details zu<br />

dieser Partnerschaft sind im Mitgliederbereich<br />

der carrosserie suisse Web seite<br />

zu finden.<br />

Dank einer Partnerschaft mit Clear Channel profitieren Mitglieder bei einer lokalen Plakatkampagne<br />

von 40 Prozent Rabatt.<br />

Ergänzt wurde die Kampagne von carrosserie<br />

suisse mit Spots in 48 Kinos und<br />

mit Onlinewerbung. Ein weiteres Highlight<br />

des vergangenen Jahres war sicher<br />

auch die Lancierung des neuen Lehrlingsmarketings.<br />

Mit einer neuen Homepage<br />

wurde nun die letzte Massnahme<br />

umgesetzt. Ausgangspunkt der Kampagne<br />

war die Namensänderung des Verbandes<br />

zu carrosserie suisse und das<br />

damit verbundene Rebranding. So war<br />

auch ein Hauptziel der Kampagne, den<br />

Bekanntheitsgrad der neuen Marke in<br />

der Deutschschweiz und im Tessin zu<br />

steigern oder, besser gesagt, den Brand<br />

überhaupt bekannt zu machen. Ein weiteres<br />

wichtiges Ziel für den Verband war,<br />

dass sich die Betriebe mit dem neuen<br />

Namen identifizieren, sich dazu bekennen<br />

und aufgrund dessen die Umbeschriftung<br />

ihres Betriebes motivierter<br />

und rascher vornehmen als vielleicht<br />

geplant. Betrachtet man nun die Besucherzahlen<br />

auf der Webseite von carrosserie<br />

suisse, so fällt auf, dass die Seite in<br />

den Monaten November und Dezember<br />

fünfmal mehr Besucher verzeichnete als<br />

in den Vormonaten. Ein klares Zeichen<br />

dafür, dass die Kampagne gewirkt hat<br />

und das Hauptziel, den Brand carrosserie<br />

suisse bekannt zu machen, erreicht<br />

wurde. Was die Beschriftung der Betriebe<br />

betrifft, sind in den vergangenen Wochen<br />

einige Anfragen von Mitgliedern<br />

Profis am Start<br />

Unter diesem Titel wurde letztes Jahr<br />

auch der Auftritt für das Lehrlingsmarketing<br />

neu lanciert. Dabei lag der Fokus<br />

nicht nur auf der Gestaltung einer neuen<br />

Broschüre, sondern vielmehr auf der<br />

Entwicklung eines eigenen Corporate<br />

Designs für die Grundbildung. In der Zwischenzeit<br />

steht den Mitgliedern von carrosserie<br />

suisse ein Strauss an Werbemitteln<br />

zur Verfügung: von Broschüren und<br />

Flyer in deutscher, französischer und<br />

italienischer Sprache über kurze Videos<br />

und Banner für Onlinewerbung bis zu<br />

neuen Messeständen und Roll-ups. Das<br />

neuste Kind des Lehrlingsmarketings ist<br />

die Webseite www.carrosserieberufe.ch.<br />

Auf der dreisprachigen Seite kommt alles<br />

zusammen, was zusammengehört, und<br />

für junge Leute, welche sich für eine Ausbildung<br />

in der Carrosseriebranche interessieren,<br />

ist die Seite sicher ein guter<br />

Startpunkt für ihre weitere Karriere. ●<br />

Markus Schenk<br />

20 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Paint PerformAir<br />

Die Welt ist nicht gemacht für den Stillstand.<br />

Paint PerformAir<br />

bringt die Automatisierung<br />

in die Lackierkabine –<br />

mit und für den Lackierer!


Verbandsnachrichten<br />

Personalien<br />

Fachkommission Reparatur<br />

Führungswechsel<br />

Zum Jahresbeginn wurde der bisherige Präsident der FK Reparatur, Andi Stalder, vollumfänglich durch<br />

Roger Huber abgelöst. Vonseiten der Geschäftsstelle in Zofingen wird es in diesem Bereich auch mehr<br />

Support durch Sacha Walther geben.<br />

››<br />

Rezertifizierungen mit Audits im 5-Jahres-Turnus<br />

durch externen Auditor<br />

››<br />

Mithilfe bei der Ausarbeitung der Weiterbildung<br />

zum Fahrzeugrestaurator/-in<br />

mit eidg. Fachausweis (2<strong>01</strong>7<br />

gestartet)<br />

››<br />

Einführung swiss repair-pedia<br />

››<br />

Antrag an den Fachbereich Berufsbildung<br />

zur Bildung einer dreijährigen<br />

EFZ-Ausbildung<br />

Andi Stalder wird der Fachkommission<br />

Reparatur weiterhin beratend zur Seite<br />

stehen. Als zweiter Vizepräsident neben<br />

Marco Flückiger wird er neue Aufgaben<br />

innerhalb der Verbandsspitze übernehmen.<br />

carrosserie suisse dankt Andi Stalder<br />

für seinen geleisteten Einsatz und<br />

sein zukünftiges Engagement im Carrosserieverband.<br />

Roger Huber<br />

Roger Huber ist seit 2<strong>01</strong>2 in der Geschäftsleitung<br />

der Calag Carrosserie<br />

Langenthal AG und in dieser Funktion ist<br />

er für fünf Abteilungen mit über 80 Mit-<br />

arbeitenden verantwortlich. Er ist seit<br />

2<strong>01</strong>8 Mitglied der Fachkommission Reparatur.<br />

Im Sommer 2<strong>01</strong>9 übernahm Huber<br />

das Amt als Präsident der Fachkommission,<br />

begleitet durch Andi Stalder. Er ist<br />

motiviert, die hervorragende Arbeit seiner<br />

Vorgänger weiterzuführen und sich<br />

für die Anliegen der Verbandsmitglieder<br />

einzusetzen.<br />

Geschäftsstelle<br />

Wie in der letzten Ausgabe des «carrossiers»<br />

angekündigt, gibt es in der Geschäftsstelle<br />

Umstrukturierungen. Sacha<br />

Walther wird neu für sämtliche technische<br />

Belangen der Mitglieder als Ansprechperson<br />

fungieren. Ausserdem betreut er nun<br />

vollumfänglich die Fachkommission Reparatur,<br />

alle Themen rund um swiss repair-pedia<br />

sowie das Kurswesen.<br />

Bei technischen Fragen steht Sacha<br />

Walther unter 062 745 31 91 oder sacha.<br />

walther@carrosseriesuisse.ch gerne zur<br />

Verfügung.<br />

●<br />

Fachkommission Reparatur<br />

Seit Ende 2009 ständiges Mitglied der<br />

Fachkommission Reparatur: Andi Stalder.<br />

Andi Stalder<br />

Seit dem 8. Dezember 2009 war Andi<br />

Stalder, selbst <strong>Carrossier</strong> in Geuensee LU,<br />

ständiges Mitglied der Fachkommission<br />

Reparatur. Am 1. April 2<strong>01</strong>1 übernahm er<br />

den Vorsitz von Hans-Peter Schneider. In<br />

diesen zehn Jahren sind viele Vorstösse,<br />

Lösungen und Projekte aus der Fachkommission<br />

gekommen. Einige Meilensteine<br />

aus diesen Jahren:<br />

››<br />

Wiederkehrender Austausch mit den<br />

grossen Assekuranzen des Gewerbes<br />

››<br />

Fachtagungen im Rahmen der Branchenevents<br />

in Langenthal<br />

››<br />

Scheibenkonzept<br />

››<br />

Carromobile in mehreren Etappen und<br />

Modellen<br />

Seit Mitte 2<strong>01</strong>9 Präsident der Fachkommission Reparatur: Roger Huber.<br />

22 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Verbandsnachrichten<br />

Personalien<br />

Geschäftsstelle Zofingen<br />

Geschäftsleitung verstärkt<br />

Mit Ueli Müller und Markus Schenk begrüssen wir zwei neue Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle.<br />

Neue Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle in Zofingen: Markus Schenk (l.) und Ueli Müller.<br />

Auf Anfang Jahr wurde die Geschäftsleitung<br />

von carrosserie suisse verstärkt. Mit<br />

Ueli Müller (58) konnte eine erfahrene<br />

Führungspersönlichkeit mit breitem betriebswirtschaftlichem<br />

Hintergrund für<br />

unseren Verband gewonnen werden. Er<br />

kennt sich bestens aus im Verbands- und<br />

NPO-Geschäft sowie im Projekt- und<br />

Eventmanagement. Zuvor war er fast<br />

zwölf Jahre lang Generalsekretär der<br />

Stiftung SwissSkills und Geschäftsführer<br />

der Walker Management AG in Sursee.<br />

Ueli Müller ist verheiratet und wohnt in<br />

Buchrain bei Luzern.<br />

Markus Schenk (49) tritt die Nachfolge von<br />

Michel Birchmeier an. Er blickt auf langjährige<br />

Erfahrung im Bereich Marketing und<br />

Kommunikation zurück. Als Tourismusdirektor<br />

von Sedrun Disentis Tourismus,<br />

Stadtvermarkter von Aarau sowie Abteilungsleiter<br />

beim Schweizerischen Roten<br />

Kreuz ist ihm die lokale und nationale Verbandsarbeit<br />

nicht fremd. Trotzdem hat er<br />

noch viel zu lernen. Denn die Carrosseriebranche<br />

ist für ihn eine neue Welt. Bei<br />

carrosserie suisse kümmert er sich um das<br />

Marketing und die Kommunikation.<br />

Vom Verband zum Verbandsmitglied<br />

Nach über zwei Jahren als Projektverantwortlicher<br />

Marketing und Kommunikation<br />

verliess Michel Birchmeier carrosserie<br />

suisse per Ende Januar. In seiner Zeit beim<br />

Verband war er massgeblich verantwortlich<br />

für die Finalisierung und den Ausbau<br />

der neuen Webseite, den Aufbau und Ausbau<br />

der Social-Media-Aktivitäten und die<br />

Optimierung der internen sowie externen<br />

Kommunikation von carrosserie suisse. Er<br />

war federführend beim Branchenevent<br />

2<strong>01</strong>8, plante und koordinierte die Einführung<br />

des neuen CI/CD «carrosserie suisse»<br />

sowie des neuen CI/CD «Faszination<br />

Carrosserieberufe» und der daraus bis<br />

jetzt entstandenen Werbemittel. Quasi als<br />

Abschiedsarbeit konzipierte und realisierte<br />

er die im Jahr 2<strong>01</strong>9 gelaunchte Werbekampagne<br />

«Direkt zum <strong>Carrossier</strong>». Michel<br />

Birchmeier wird auch zukünftig der<br />

Branche treu bleiben. Denn der gebürtige<br />

Solothurner wird zukünftig als Projektleiter<br />

Marketing und Kommunikation beim<br />

Bellacher Traditionsunternehmen Carrosserie<br />

Hess AG tätig sein. ●<br />

Geschäftsstelle<br />

Michel Birchmeier wechselte nach zwei Jahren<br />

beim Verband zur Carrosserie Hess AG.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>23


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Audi e-tron 55 quattro<br />

Vier Ringe auch rein elektrisch<br />

Der Schwerpunkt der Aachener Karosserietage 2<strong>01</strong>9 war die Elektromobilität. Ein besonderes<br />

Highlight zeigte die Audi AG: das Modell Audi e-tron 55 quattro. Der Ingolstädter Autobauer stellte den<br />

Carrosserie bau inklusive des Batteriepacks aus.<br />

Die Karosserietage in Aachen 2<strong>01</strong>9 gewährten einen detaillierten Einblick in den Carrosseriebau des Audi e-tron.<br />

Der Hersteller Audi präsentiert mit dem<br />

e-tron (interne Typenbezeichnung GE)<br />

sein erstes rein elektrisches Serienmodell.<br />

Das Oberklasse-SUV Audi E-tron 55<br />

quattro wird von zwei Elektromotoren mit<br />

zusammen 300 kW Leistung angetrieben,<br />

die für einen elektrischen Allradantrieb<br />

sorgen. Die Hochvoltbatterie mit 95 kWh<br />

Kapazität soll eine Reichweite von über<br />

430 Kilometer im WLTP-Fahrzyklus ermöglichen.<br />

Im Jahr 2<strong>01</strong>9 wurden in der<br />

Schweiz 683 Fahrzeuge dieses Modells<br />

zugelassen. Erstmals in der Statistik von<br />

auto-schweiz taucht er im März 2<strong>01</strong>9 auf.<br />

Im <strong>2020</strong> dürfte die Zahl also sogar deutlich<br />

höher ausfallen.<br />

Der Audi e-tron ist 49<strong>01</strong> Millimeter lang,<br />

1935 Millimeter breit und 1616 Millimeter<br />

hoch. Damit liegt er zwischen den Modellen<br />

Q5 und Q7. Sein Leergewicht beträgt<br />

2565 Kilogramm, und mit einem Radstand<br />

von 2928 Millimetern bietet er Platz für<br />

fünf Personen plus ein Ladevolumen von<br />

660 Litern. 60 Liter davon entfallen auf<br />

das zusätzliche Staufach unter der Frontklappe,<br />

wo u.a. das Bordwerkzeug und das<br />

mobile Ladekabel ihren Platz finden. Wer<br />

eine Anhängerkupplung bestellt, darf mit<br />

dem Elektro-SUV Lasten von 1800 Kilogramm<br />

ziehen.<br />

Das Batteriesystem befindet sich in Form<br />

eines flachen, breiten Blocks unter der<br />

Fahrgastzelle zwischen den Achsen. Damit<br />

liegt der Schwerpunkt des e-tron auf<br />

einem ähnlichen Niveau wie bei einer Limousine.<br />

Die Achslastverteilung konnte<br />

annähernd mit einem Verhältnis von 50:50<br />

austariert werden. Der Antrieb erfolgt über<br />

die in Vorder- und Hinterachse integrierten<br />

24 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Asynchronmaschinen mit einer Systemleistung<br />

von 300 kW (408 PS) und einem<br />

maximalem Drehmoment von 664 Nm im<br />

Boost-Modus. Die Höchstgeschwindigkeit<br />

ist elektronisch auf 200 km/h begrenzt.<br />

Carrosseriestruktur<br />

In diesem neuen, rein elektrisch angetriebenen<br />

Modell mussten die Entwicklungsingenieure<br />

die aktuellen Sicherheitsanforderungen<br />

ebenso umsetzen wie die<br />

Inte gration der Hochvoltbatterie sowie den<br />

Einbau der beiden Elektromotoren und derer<br />

Hochvolt-Komponenten. Das war quasi<br />

Neuland für die Konstruktionsabteilung.<br />

Auch das zusätzlich im Fahrzeug integrierte<br />

Batteriepack hat ein eigenes, umfangreiches<br />

Lastenheft: Sicherheitsdesign, Dichtigkeit,<br />

elektromagnetische Verträglichkeit<br />

(EMC) und Einbautoleranzen in den Carrosseriebau<br />

lauten hier die Herausforderungen.<br />

Den e-tron bauen die Ingolstädter<br />

auf der neuen PPE-Plattform (Premium<br />

Platform Electric) für elektrisch angetriebene<br />

Fahrzeuge, eine Weiterentwicklung<br />

der MLB-Plattform (= Modular Longitudinal<br />

Plattform). Der e-tron 55 quattro ist als<br />

SUV im C-Segment angesiedelt und hat im<br />

Euro-NCAP-Crashtest bereits eine 5-Sterne-Bewertung<br />

erhalten. Die Carrosserie<br />

des e-tron ist mit einem hohen Anteil an<br />

Aluminium- sowie ultrahochfesten Stahlbauteilen<br />

in der Fahrgastzelle ausgerüstet.<br />

Die Hochvoltbatterie schützen die Ingenieure<br />

durch eine Fachwerkstruktur mit starkem<br />

Aufprallschutz, einen umlaufenden<br />

Rahmen und die Bodenplatte. Der Carros-<br />

Der Blick unter den Audi e-tron, hier ohne Batteriepack, zeigt den flachen Aufbau. Die Vorderwagenstruktur<br />

wurde an den elektrischen Antrieb angepasst.<br />

Der Carrosseriebau, von innen betrachtet, verrät die warmumgeformten Blechteile (dunkel)<br />

sowie die Türen, die hintere Sitzfläche und den Boden hinten in Aluminium-Bauweise.<br />

Wie komplex der Aufbau des Batteriepacks im e-tron 55 quattro ist, war<br />

an der GIMS 2<strong>01</strong>9 zu sehen.<br />

Der Carrosseriebau des «elektrischen» Tanks vom Audi e-tron war an<br />

den Aachener Karosserietagen zu begutachten.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>25


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Erst die Explosionszeichnung verrät, wie das Batteriepack in das Steifigkeitskonzept des Carrosseriebaus integriert wurde. (Quelle: Audi AG)<br />

seriebau besteht – Audi-typisch – aus einer<br />

Mischbauweise in Aluminium- und Stahlwerkstoffen.<br />

Mit dem Gehäuse der Hochvoltbatterie<br />

ergibt sich ein 40-prozentiger<br />

Anteil von Aluminium an der Carrosserie.<br />

Die übrigen 60 Prozent verteilen sich zu<br />

17 Prozent auf warmumgeformten und zu<br />

43 Prozent auf kaltumgeformten Stahl.<br />

Alle Anbauteile und das Bodenblech im<br />

Hinterwagen sind aus Aluminium gefertigt.<br />

Auch die Querstreben im Motorraum<br />

sowie die Querträger unter den Frontund<br />

Heckstossfängern stellt Audi aus<br />

Aluminiumprofilen her. Die vorderen Federbeindome<br />

bestehen aus Aluminiumdruckguss.<br />

Zentrale Komponenten aus<br />

warmumgeformtem Stahl befinden sind<br />

in der A- und B-Säule, den Dachholmen,<br />

dem Mitteltunnel, den Innenschwellern,<br />

dem Bodenquerträger und in den hinteren<br />

Längsträgern. Sie sind die Basis für<br />

die stabile Fahrgastzelle. Bei einem Frontalaufprall<br />

nehmen drei Lastebenen im<br />

Vorderwagen die Crashkräfte auf: oben<br />

die Kotflügelbank, mittig die Längsträger<br />

und unten der Hilfsrahmen. Zudem stabilisiert<br />

und versteift eine Querverstrebung<br />

an der Stirnwand die Carrosseriestruktur.<br />

Das Batteriepack ist als<br />

integraler Teil der Struktursteifigkeit der<br />

Carrosserie ausgelegt und verfügt über<br />

ein eigenes Crashmanagement.<br />

Materialien und Fügetechnik<br />

Der Materialeinsatz in der Carrosseriestruktur<br />

besteht zu 69 Prozent aus konventionellen<br />

und zu 27 Prozent aus<br />

warmumgeformten Stahlblechen. Der<br />

Aluminiumanteil liegt bei zwei Prozent,<br />

das sind die Blechteile im Boden des Hinterwagens<br />

und die Aluminium-Gussteile<br />

der Federbeindome. Zusätzlich setzt Audi<br />

Leichtbaukomponenten in Stahlbauweise<br />

in die Carrosseriestruktur ein: An der<br />

B-Säule, dem Stirnwandquerträger und<br />

der Verlängerung der vorderen Längsträger<br />

sind die Blechteile als «Tailor welded<br />

hot formed steel» ausgeführt. Die hinteren<br />

Längsträger, das Fersenblech und die<br />

Abstützung der Stirnwand am Boden Mitte<br />

sind als «Tailor rolled hot form steel»<br />

ausgeführt. Im Dachrahmen oberhalb der<br />

A-Säule verläuft eine mehrlagige Verstärkung,<br />

die als «Patched hot form steel»-<br />

Bauteil gefertigt wird. Die Anbauteile<br />

Klappe vorne und hinten, Türen, Kotflügel<br />

vorne und das Bodenblech im Hinterwagen<br />

sind aus Aluminiumblech.<br />

Zur Carrosseriestruktur werden alle<br />

Stahl- und Aluminiumteile mit zwölf<br />

Fügetechniken plus dem zusätzlichen<br />

Kleberauftrag. Je nach Materialkombination<br />

– Stahl/Stahl, Stahl/Alu oder<br />

warmumgeformter Stahl/Aluminium –<br />

werden die kalten Fügetechniken FDS-<br />

Schrauben, Stanznieten, Clinchen und<br />

Rollfalzen eingesetzt. Als warme Fügetechniken<br />

kommen bei Stahl zum Einsatz:<br />

MAG-Schweissen, Laserstrahlschweissen,<br />

Reibelementeschweissen,<br />

Laserlöten und Punktschweissen. Die<br />

Fügetechniken mit Aluminium-Bautei-<br />

26 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Die Carrosseriestruktur ist als Multimaterialkonzept mit hohem Leichtbaufaktor ausgeführt. (Quelle: Audi AG)<br />

len sind das Laser-Remote-Schweissen<br />

und MIG-Schweissen. Die auf Stahl geschweissten<br />

Montagebolzen sind im<br />

Carrosseriebau keine reinen Verbindungen,<br />

sondern als Montagehilfsmittel anzusehen.<br />

Das Batteriepack<br />

Das Batteriesystem des e-tron ist 2280<br />

Millimeter lang, 1630 Millimeter breit sowie<br />

340 Millimeter hoch und unter der<br />

Fahrgastzelle angeordnet. Insgesamt<br />

enthält es 36 Zellmodule, die als quaderförmige<br />

Gehäuse gestaltet sind. Sie<br />

sind in zwei Ebenen, sogenannten Floors,<br />

angeordnet – als langer unterer und als<br />

kurzer oberer. Die Zellmodule des e-tron<br />

können über einen breiten Temperaturbereich<br />

und Ladezustand kontinuierlich<br />

und reproduzierbar Strom abgeben sowie<br />

aufnehmen. Zur Markteinführung des<br />

e-tron 55 quattro ist jedes Zellmodul mit<br />

zwölf Pouch-Zellen bestückt, die eine<br />

flexible Aussenhülle aus aluminiumbeschichtetem<br />

Kunststoff besitzen.<br />

Das Batteriepack wird aus Alublechen,<br />

Alustrangpressprofilen, Alugussteilen<br />

und Aluschmiedeteilen sowie konventionellen<br />

Stahlblechteilen gefertigt. Ein starker<br />

umlaufender Rahmen aus Aluminium-Gussknoten<br />

und -Strangpressprofilen<br />

sowie eine Aluminiumplatte von 3,5 Millimeter<br />

Stärke wirken Beschädigungen<br />

etwa durch Steinschlag entgegen. Inklusive<br />

des Gehäuses mit seinen Crashstrukturen<br />

wiegt das Batteriesystem rund 700<br />

Kilogramm. Das Gehäuse setzt sich aus<br />

47 Prozent Alustrangpressprofilen, 36<br />

Prozent Alublechen und 17 Prozent Aludruckgussteilen<br />

zusammen. Das Batteriepack<br />

wird an 35 Punkten mit der Carrosseriestruktur<br />

des e-tron verschraubt.<br />

Für einen dauerhaften Hochleistungsbetrieb<br />

der Lithium-Ionen-Batterie sorgt ein<br />

indirektes, vom Batteriezellraum getrenntes<br />

Kühlsystem. Es besteht aus flachen<br />

Aluminium-Strangpressprofilen, die<br />

einheitlich in kleine Kammern aufgeteilt<br />

sind. Der Wärmeaustausch zwischen den<br />

Zellen zu dem unterhalb angeordneten<br />

Kühlsystem erfolgt über ein wärmeleitfähiges<br />

Gel, das unter jedes Zellmodul<br />

gepresst wird. Insgesamt zirkulieren in<br />

den etwa 40 Meter langen Kühlwasserleitungen<br />

des e-tron 22 Liter Kühlmittel.<br />

Das Management der Batterie mit allen<br />

wichtigen Parametern wie dem Ladezustand,<br />

der Leistungsabgabe und dem<br />

Thermomanagement wird vom externen<br />

Battery Management Controller (BMC)<br />

durchgeführt. Der BMC kommuniziert sowohl<br />

mit den Steuergeräten der E-Motoren<br />

als auch mit den Zellmodul-Controllern<br />

(CMC), von denen jeder die Ströme,<br />

die Spannung und die Temperatur der<br />

Module überwacht. Die Battery Junction<br />

Box (BJB), die die Hochvolt-Relais und<br />

-Sicherungen integriert, bildet die elektrische<br />

Schnittstelle zum Auto. Der Datenaustausch<br />

zwischen dem BMC, den<br />

CMCs und der BJB erfolgt über ein eigenes<br />

Datenbus-System.<br />

Akustik<br />

Um den Fahrzeuginsassen eine entspannte<br />

Atmosphäre bereitstellen zu können,<br />

wurden am Audi e-tron die Aeroakustik und<br />

die Geräuschdämmung stark verbessert.<br />

Um Körper- und Luftschall effektiv zu reduzieren,<br />

kommen absorbierende und<br />

dämmende Materialien zum Einsatz und<br />

relevante Flächen werden mit einem speziellen<br />

Material beschichtet, sodass die<br />

Bleche weniger schwingen können. An der<br />

Stirnwand und am Hinterwagen dämmt ein<br />

komplexer Mehrschichtaufbau den Schalldurchtritt<br />

zum Innenraum. Zudem schliessen<br />

schallreduzierende Kapseln die E-Maschinen<br />

zusätzlich ein.<br />

●<br />

Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>27


Verein zur Förderung der Carrosserieberufe<br />

Der Verein bezweckt die Förderung und die Wahrung der Berufsinteressen im Carrosseriegewerbe. Der VFCB<br />

unterstützt mit seinen Mitteln die Berufs- und Weiterbildung der Carrosserieberufe.<br />

Goldpartner<br />

Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />

Zusammen sind wir stark<br />

André Koch AG


Silberpartner<br />

Bronzepartner<br />

GCS Schweiz AG<br />

Zusätzliche Marken<br />

carrosserie suisse und der VFCB dankt seinen Mitgliedern und Gönnern für die Unterstützung<br />

und ihren Einsatz zum Wohle der künftigen <strong>Carrossier</strong>s!


Reportage<br />

Firmenporträt<br />

Spies Hecker Schweiz<br />

Potenzial in allen Bereichen<br />

Die Premium-Lackmarke Spies Hecker blickt in der Schweiz auf ein erfolgreiches 2<strong>01</strong>9 zurück. Der<br />

«carrossier» unterhielt sich mit Geschäftsführer Thomas Wyss sowohl über die letztjährigen wie<br />

auch die diesjährigen Highlights sowie über die anstehenden Herausforderungen für Marke und Markt.<br />

Thomas Wyss, Geschäftsführer Spies Hecker<br />

Switzerland, hat für <strong>2020</strong> viel vor.<br />

<strong>Carrossier</strong>: Wie bleibt Ihnen 2<strong>01</strong>9 in<br />

Erinnerung?<br />

Thomas Wyss: Wir hatten ein erfolgreiches<br />

Jahr in Bezug auf Kundengewinnung<br />

und Kundenzufriedenheit. Neue<br />

Produkte zur Prozessoptimierung konnten<br />

eingeführt werden und den Wandel<br />

hin zu digitalen Prozessen haben wir mit<br />

neuen Tools fortgesetzt.<br />

Was waren die Highlights?<br />

Es gab viele: das Projekt mit Kyburz Switzerland,<br />

bei dem wir den eRod Fun für den<br />

2<strong>01</strong>9er-Automobilsalon mit unserer Farbe<br />

des Jahres «Sahara» lackieren durften,<br />

die Expansion von Daisy Wheel mit<br />

aktuell sechs Anlagen in Betrieb, die Kundenreise<br />

nach Italien oder die fortschreitende<br />

Umsetzung des Konzeptes «100<br />

Prozent digitale Farbtonfindung». Heute<br />

arbeiten schon fast 40 Prozent der Spies<br />

Hecker-Lackierbetriebe ohne Farbtonpaspeln.<br />

Auch die Einführung des Spies<br />

Hecker-Webshops und die Lancierung<br />

der Caravan-Reparatur-Seminare zählen<br />

dazu. Das übergeordnete Netzwerk ARN<br />

(Automotive Repair Network) befindet<br />

sich weiter im Aufbau und umfasst inzwischen<br />

über 190 zertifizierte Mitglieder.<br />

Wie möchte Spies Hecker im <strong>2020</strong><br />

durchstarten?<br />

Mit dem Ausbau der Caravan-Reparatur-<br />

Seminare, des Webshops und von ARN<br />

bei den Mitgliedern, Versicherern und<br />

Flotten, mit der Lancierung des CSM-<br />

Chrom-Lacksystems sowie neuen Produkten<br />

wie etwa dem in Kürze lancierten<br />

Klarlack 8810, der das Speed-TEC-Sortiment<br />

erweitert. Ausserdem wollen wir<br />

das Angebot des CUI Profi-Clubs erweitern.<br />

Und dann gibt es noch die «Axalta<br />

Color of the Year <strong>2020</strong>» – Sea Glass.<br />

Welche Trends können Sie erkennen?<br />

Ganz klar die Caravan-Reparatur. Wir<br />

sind die einzige Lackmarke, die dem Kunden<br />

ein komplettes System inklusive<br />

Marketingtools anbieten kann. In diesem<br />

Segment schlummert ein grosses Potenzial<br />

für spezialisierte Carrosserien. Mit<br />

diesem lukrativen zusätzlichen Standbein<br />

können sich unsere Kunden einen<br />

Wettbewerbsvorteil und bessere Auslastung<br />

sichern. Hierbei unterstützen wir sie<br />

mit unserer Erfahrung, die wir über Jahre<br />

in diesem Bereich gesammelt haben.<br />

Grosses Gewicht legen wir auch auf «Reparieren<br />

statt Ersetzen». Was für uns eine<br />

interessante Entwicklung ist, die Selcuk<br />

Özgül schon 2<strong>01</strong>1 vorhergesagt und im<br />

Bereich der Kleinschadenreparatur mit<br />

dem Konzept «car4Rep» aufgegleist hatte.<br />

Damals war der Markt allerdings noch<br />

nicht bereit dafür. Heute sind wir Lackpartner<br />

des clearcarrep-Konzepts und<br />

dürfen für Schweizer Carrosseriebetriebe<br />

Kleinschadenschulungen Lack anbieten.<br />

Wo sehen Sie die Herausforderungen für<br />

die Lackbranche und für Ihre Kunden?<br />

Mit dem CUI Profi-Club und ARN sind die<br />

Carrosserien Teil eines grossen Netzwerkes,<br />

das ihnen hilft, den Betrieb weiter<br />

sicherzustellen. Eine weitere Herausforderung<br />

wird die Digitalisierung der<br />

Branche sein, angefangen bei der Zusammenarbeit<br />

mit Versicherungen und<br />

Experten, der Bestellung von Ersatzteilen<br />

und Lackmaterial, über digitale Farbtonfindung<br />

bis hin zur elektronischen<br />

Fakturierung. Dann unterstützen wir die<br />

Betriebe, ihre betriebswirtschaftlichen<br />

Kennzahlen besser lesen zu können, um<br />

ihr Optimierungspotenzial zu erkennen.<br />

Der Kennzahlen-Kompass ist ein Tool<br />

zum Vergleichen seiner Kennzahlen mit<br />

dem Markt. Wir sehen in diesem Bereich<br />

für die Zukunft der Branche einen sehr<br />

hohen Handlungsbedarf. Und wir unterstützen<br />

die Betriebe im Bestreben, weiterhin<br />

gute Fachkräfte zu bekommen<br />

und zu halten, mit entsprechenden<br />

Schulungen.<br />

Wie läuft es mit Ihrem Schulungs- und<br />

Technologiecenter Campus 105?<br />

Wer glaubt, nach der Aus– oder Weiterbildung<br />

nie wieder eine Schulbank drücken<br />

zu müssen, der irrt. Denn im Handwerk<br />

Topleistung zu erbringen bedeutet,<br />

lebenslang dazuzulernen. Teure Technik<br />

und effiziente Produkte sind zwar eine<br />

gute Basis, aber nur wer die Werkstattausrüstung<br />

effizient einsetzt, wird die<br />

Der Axalta-Autolack des Jahres heisst «Sea<br />

Glass». Die Formel besitzt reflektierende<br />

Eigenschaften und kann daher besonders gut<br />

von Lidar-Systemen (Light Detection and<br />

Ranging) und dank dem hellen Perlmuttfarbton<br />

auch von Radarsystemen geortet werden.<br />

30 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Reportage<br />

Firmenporträt<br />

gewünschte Reparatur auch profitabel<br />

ausführen können. Wir bieten in unserem<br />

Trainingscenter Campus 105 alles, was<br />

ein Mitarbeiter für seine erfolgreiche<br />

Weiterbildung benötigt, und bringen dem<br />

Unternehmer bei, an welcher Stellschraube<br />

er drehen muss, um seinen Betrieb<br />

effizienter zu machen.<br />

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?<br />

Potenzial ist in allen Bereichen vorhanden.<br />

Neu bieten wir z.B. ein Seminar «Lack<br />

für Kaufleute» an. Es schlägt die Brücke<br />

zwischen der organisatorischen Abteilung<br />

und dem praktischen Handwerk. So<br />

erhalten die kaufmännischen Mitarbeiter<br />

im Betrieb ein tieferes Verständnis für die<br />

Arbeit der Kollegen in der Lackiererei.<br />

Wie sieht Ihr Vertriebsnetz aus?<br />

30 Mitarbeiter im Innen- und Aussendienst<br />

sind bei Axalta Schweiz täglich für<br />

das Wohlbefinden der Kunden tätig. Neben<br />

den Kundenberatern sind unsere<br />

Techniker schweizweit verteilt. Das Ziel<br />

ist, dass wir laufend über neue Produkte,<br />

Anwendungen, Dienstleistungen, News<br />

aus dem Markt, Tipps und Tricks informieren<br />

und im Falle von Problemen innerhalb<br />

von 24 Stunden eine Lösung bieten.<br />

Das automatische Mischsystem Daisy<br />

Wheel steigert nachweislich die<br />

Effizienz. Warum steht nicht bereits in<br />

jedem Betrieb ein solches Gerät?<br />

Kunden, die heute schon mit solchen modernen<br />

Systemen arbeiten, haben den<br />

Vorteil dieses Systems verstanden. Zum<br />

einen begeistert sie die Präzision von<br />

Daisy Wheel in Kombination mit dem umfassenden<br />

Phoenix-Farbtonmanagement-System<br />

von Spies Hecker. Während<br />

Frau Daisy die richtigen Farben mischt,<br />

erledigen die kostenintensiven Mitarbeiter<br />

andere gewinnbringende Arbeiten.<br />

Zudem stellt Daisy Wheel exakt die Lackmenge<br />

her, die für die Reparatur benötigt<br />

wird. Es kommt somit zu weniger Abfall<br />

und die Materialkosten pro Auftrag können<br />

entsprechend reduziert werden. Es<br />

ist unsere Aufgabe, auch die Kunden ohne<br />

Daisy Wheel von der lukrativen Investition<br />

zu überzeugen und mit ihnen gemeinsam<br />

die Amortisation zu berechnen.<br />

Was bietet das Spies Hecker-Netzwerk<br />

Colors Unlimited International (CUI)?<br />

Netzwerken heisst sich austauschen und<br />

weiterkommen. Nebst den fachlichen<br />

Trainings sind auch betriebswirtschaftliche<br />

Seminare im Angebot, um die Partner<br />

auf die Zukunft einzustellen. Durch die<br />

CUI-Zertifizierung ist man Teil von ARN.<br />

Für ARN werden erweiterte Dienstleistungen,<br />

speziell für Versicherungen, Flotten<br />

und Leasingprovider, entwickelt und<br />

angeboten. Diese Dienstleistungen erleichtern<br />

die Abläufe aller Beteiligten in<br />

der Schadenabwicklung und erzeugen<br />

entsprechend Wettbewerbsvorteile. Aber<br />

Netzwerke sind nicht ausschliesslich nur<br />

für «Geschäftemachen» gedacht. Es entstehen<br />

Freundschaften und das geschaffene<br />

Vertrauen fördert den Austausch<br />

von Informationen und Dienstleistungen.<br />

Zudem ist natürlich auch die gemeinsame<br />

Teilnahme an Veranstaltungen immer<br />

eine Freude. Aktuell sind 25 vom Swiss<br />

Safety Center zertifizierte CUI-Mitgliederbetriebe<br />

im Netzwerk.<br />

Worauf freuen Sie sich im <strong>2020</strong>?<br />

Auf die Kundenreise nach Köln, den Branchenevent<br />

in Thun und das traditionelle<br />

SH-Open-Golfturnier für alle Freunde<br />

des Golfspiels innerhalb der Branche.<br />

Daisy Wheel<br />

Jetzt auch im Laufental im Einsatz<br />

Der 2<strong>01</strong>9 in Genf gezeigte strassenzugelassene<br />

eRod Fun von Kyburz in Mattsilber und im<br />

Axalta-Automotive-Farbton des Jahres<br />

«Sahara» ist Juni-Motiv des Spies Hecker-<br />

Kalenders <strong>2020</strong>. Auch für den Kalender 2021<br />

werden wieder aussergewöhnliche Lackierungen<br />

aus allen Bereichen gesucht. Bewerben<br />

kann man sich (auch aus der Schweiz) noch bis<br />

zum 28.2.<strong>2020</strong> unter www.spieshecker.ch/<br />

kalender2021.<br />

Man muss dafür übrigens nicht Kunde<br />

von Spies Hecker sein. Und dann freue ich<br />

mich darauf, viele weitere Kunden von<br />

unserem Service und unserer Qualität zu<br />

überzeugen.<br />

●<br />

Interview: Henrik Petro<br />

Seit Jahren ist das automatische Mischsystem bei Spies Hecker-Kunden in der Schweiz mit<br />

Erfolg im Einsatz. Im vergangenen Jahr wurde es auch bei der Carrosserie Imhof AG in<br />

Laufen, Kanton Basel-Landschaft, eingeführt.<br />

Die Carrosserie Imhof AG, 1975 gegründet, ist ein mittelständischer Betrieb in Familienbesitz,<br />

beschäftigt zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist Eurogarant-zertifiziert und bildet<br />

sowohl in der Carrosseriespenglerei als auch in der Lackiererei aus. Die Kunden kommen<br />

aus den Bezirken Laufental und Thierstein, aber auch aus dem gesamten Einzugsgebiet der<br />

Region Basel. Inhaber Andreas Imhof ist Vizepräsident der Sektion carrosserie suisse Nordwestschweiz<br />

und legt durch seine Nähe zum Verband grosses Augenmerk darauf, sein<br />

Unternehmen hinsichtlich Technik, Umweltschutz und Sicherheit immer auf dem neuesten<br />

Stand zu halten. Für ihn lag die Motivation,<br />

Daisy Wheel einzuführen, vor allem<br />

darin, dass er seinen Betrieb noch effizienter<br />

und die Prozesse in der Reparaturlackierung<br />

noch sicherer machen<br />

wollte. Die Effekte sind unverkennbar:<br />

«Meine Mitarbeiter sind total happy», so<br />

Imhof. «Zum einen begeistert sie die<br />

Präzision von Daisy Wheel in Kombination<br />

mit dem umfassenden Phoenix-<br />

Farbtonmanagement-System von Spies<br />

Hecker. Zum anderen können sie so<br />

stressfreier und effizienter arbeiten»,<br />

erläutert der Unternehmer. «Von Daisy<br />

Wheel profitieren auch unsere Kunden,<br />

da wir die Reparatur noch zügiger erledigen<br />

können», so Imhof weiter.<br />

Andreas Imhof (rechts) und Sohn Dominik Imhof von<br />

der Carrosserie Imhof AG können sich die Arbeit ohne<br />

Daisy Wheel nicht mehr vorstellen.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>31


Reportage<br />

Firmenporträt<br />

Kundenreise mit Spies Hecker<br />

Speed, Lack e Dolce Vita!<br />

Unter diesem Motto unternahmen Kunden des Spies Hecker CUI Profi-Clubs in der Schweiz eine Reise<br />

nach Italien. Neben Fortbildung und Besichtigungen stand vor allem Netzwerken im Vordergrund.<br />

Mit einem luxuriösen Reisebus trat die<br />

Gruppe von 41 Personen unter der Leitung<br />

von Thomas Wyss, Geschäftsführer bei<br />

Spies Hecker Switzerland, und seiner Kollegin<br />

Maya Bitterli, Leiterin Marketing,<br />

Einkauf, Customer Service Industrie, voller<br />

Enthusiasmus die Reise nach Italien an.<br />

Gleich am ersten Tag besichtigte sie das<br />

Alfa-Romeo-Museum in Arese und besuchte<br />

dann die romantische Stadt Sirmione<br />

am Gardasee. Am zweiten Tag stand<br />

als Schulungs- und Seminarteil die Besichtigung<br />

bei Ronal in Tabina, dem Felgenhersteller<br />

von Speedline, auf dem<br />

Programm. Nach der Betriebsführung<br />

beantwortete der Sales Manager alle Fragen,<br />

insbesondere zu den verschiedenen<br />

Möglichkeiten der Felgenreparatur. In der<br />

Stadt der Liebe, Verona, stand eine Stadtführung<br />

auf den Spuren von Romeo und<br />

Julia auf dem Programm. Bei einer Weindegustation<br />

und einem gemeinsamen<br />

Abendessen in Peschiera konnte die<br />

Gruppe das Dolce Vita geniessen. Highlight<br />

am dritten Tag war die Besichtigung<br />

des Ferrari-Museums, gefolgt von einem<br />

Besuch der Azienda Agricola Leonardi mit<br />

Verkostung von edlem Balsamico-Essig<br />

und anderen Köstlichkeiten. Der letzte<br />

Abend wurde gemeinsam mit einem<br />

Galadinner im Hotel Acquaviva del Garda<br />

in Desenzano gefeiert. «Unsere Kundenreisen<br />

mit dem CUI Profi-Club bieten eine<br />

gelungene Mischung aus Weiterbildungselementen,<br />

Austausch mit Kollegen, einem<br />

unterhaltsamen Rahmenprogramm<br />

und Gelegenheit zum Netzwerken», so<br />

Thomas Wyss. «Wir setzen auf den persönlichen<br />

Austausch von Mensch zu<br />

Mensch, und dafür bietet eine solche Reise<br />

viele Gelegenheiten. Spies Hecker steht<br />

immer in engem Kontakt zu seinen Kunden<br />

und bietet ihnen 360-Grad-Lösungen<br />

mit massgeschneiderter Unterstützung<br />

an», ergänzt Maya Bitterli. ●<br />

Unvergesslich bleiben die Museumsbesuche bei Ferrari in Maranello<br />

(Bild) und Alfa Romeo in Arese.<br />

Die Balsamico-Produktion in der Azienda Agricola Leonardi ist ein<br />

komplexer, aber interessanter Prozess.<br />

Fast wie in der sixtinischen Kapelle, nur näher am Himmel.<br />

Besichtigung bei Ronal in Tabina.<br />

32 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Reportage<br />

AXA Winterthur<br />

Smart Repair<br />

Die smarteste aller Alternativen<br />

Umweltfreundliche Reparaturmethoden aktiv unterstützen – diesen Leitsatz hat sich die AXA<br />

Winter thur gross auf die Fahne geschrieben. Und empfiehlt deshalb ihren 150 Stützpunktpartnern<br />

ein neu gestaltetes Programm mit dem Namen «CO₂ reduzieren – darum reparieren».<br />

Um den <strong>Carrossier</strong>s alle strukturierten<br />

Methoden und Vorteile aufzuzeigen, welche<br />

die umweltfreundliche und erst noch<br />

kostengünstigere Fahrzeugreparatur bietet,<br />

startete AXA im November 2<strong>01</strong>8 ein<br />

Pilotprojekt mit 14 Betrieben. Und das hat<br />

den Verantwortlichen auf jeden Fall schon<br />

mal gezeigt, dass sie bei vielen Profis offene<br />

Türen einrennen mit ihrem Vorhaben.<br />

Das bestätigte auch der Mitte Januar<br />

durchgeführte regionale Kick-off an der<br />

Schweizerischen Technischen Fachschule<br />

Winterthur (STFW), der zahlreiche<br />

Carrosseriefachleute anlockte. Die Referenten:<br />

Fredy Egg (Chief Claims Officer)<br />

von AXA («Die Ersatzteilpreise steigen<br />

aktuell stark, das macht mir Sorgen»),<br />

Heinz Bachmann (Clear Car Rep), der unter<br />

anderem über Schulungsangebote<br />

informierte, und Philipp Roth, Partner-<br />

Manager Motor bei AXA. Seine Botschaft:<br />

«Grosse Schäden werden immer<br />

seltener, die Tendenz geht zu Kleinschäden<br />

und somit den Methoden Dellendrücken,<br />

Teillackieren und Spot-Repair.»<br />

Handwerk muss aktiv angeboten werden<br />

Ralph Kuhn (Partner-Manager Motor,<br />

AXA) hatte als nächster Referent «Next<br />

Steps» zum Thema und gab unter anderem<br />

Einblicke in die kommenden Kick-off-<br />

Tage und in die regionalen Meetings, bei<br />

denen der Gedankenaustausch im Vordergrund<br />

stehen wird. Richard Schöller<br />

(André Koch AG) wiederum wies auf die<br />

wegfallenden Transport- und Entsorgungskosten<br />

sowie auf die kürzeren<br />

Fahrzeugstandzeiten hin, wenn statt ersetzt<br />

eben repariert wird. Zudem ist er<br />

überzeugt davon, dass sich Kundinnen<br />

und Kunden vermehrt für Letzteres entscheiden,<br />

wenn sie im Detail darüber informiert<br />

werden, inwiefern sich diese<br />

kostengünstige Lösung für alle Beteiligten<br />

lohnt.<br />

Anschliessend bewies Dalibor Djuranovic<br />

(Carrosserie Nidau) anhand von Praxisbeispielen,<br />

warum der Teileaustausch<br />

keine gute Lösung für den <strong>Carrossier</strong> ist.<br />

Unter anderem zeigte er einen Mercedes<br />

A-Klasse mit rechts stark eingedrückter<br />

Seitenwand. Ein Ersatz war mit 5850<br />

Franken veranschlagt, mit der Reparatur<br />

wurden schliesslich 2510 Franken daraus.<br />

Ein anderer Fall ist ein VW Beetle<br />

mit gerissenem Stossfänger. Ein Neuteil<br />

hätte 1620 Franken gekostet, die Reparatur<br />

– für die der Carrosseriebetrieb Arbeitsstunden<br />

verrechnen konnte – kam<br />

auf 1400 Franken zu stehen. Dass sich die<br />

«Die Preise für Ersatzteile steigen, das macht<br />

mir Sorgen»: Fredy Egg (Chief Claims Officer)<br />

am Kick-off-Tag in Winterthur.<br />

<strong>Carrossier</strong>s unbedingt zu den alternativen<br />

Methoden bekennen sollten, ist für<br />

Felix Wyss ein Muss. «Kunsthandwerk<br />

und Instandstellungen sind unsere Kernkompetenzen.<br />

Und zwar schon seit der<br />

Grundbildung», sagte der Zentralpräsident<br />

von carrosserie suisse in seinem<br />

Referat. Und bat seine Berufskollegen<br />

eindringlich, dieses Kunsthandwerk auch<br />

wieder anzuwenden. «Dann bleibt am<br />

Schluss sogar noch etwas mehr in der<br />

Betriebskasse», sagte er mit einem Augenzwinkern.<br />

●<br />

Text und Bilder: Heinz Schneider<br />

Lockte zahlreiche Carrosseriefachleute nach<br />

Winterthur: der regionale Kick-off-Tag in der<br />

Technischen Fachschule.<br />

Setzt alles daran, um seine Berufskollegen für<br />

alternative Reparaturmethoden zu begeistern:<br />

Zentralpräsident carrosserie suisse Felix Wyss.<br />

Machte mit Praxisbeispielen klar, warum<br />

sich eine Reparatur für alle lohnt:<br />

Dalibor Djuranovic (Carrosserie Nidau).<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>33


Reportage<br />

AGVS Branchenevent<br />

15. Tag der Schweizer Garagisten<br />

Garagisten sind Teil der Lösung<br />

Die Schweizer Garagisten sehen sich in der aktuellen Klimadebatte als Teil der Lösung. So lautet eine der<br />

Kernbotschaften am 15. «Tag der Schweizer Garagisten» in Bern. Das Vertrauen, das ihnen dabei von den<br />

Automobilisten entgegengebracht wird, ist ungebrochen hoch. Das zeigt eine repräsentative Marktstudie.<br />

Der motorisierte Individualverkehr (MIV)<br />

hat wirtschaftlich wie gesellschaftlich<br />

heute einen grösseren Stellenwert denn<br />

je: Mit aktuell 4,7 Millionen Personenwagen<br />

sind so viele Fahrzeuge in der Schweiz<br />

eingelöst wie nie zuvor. Das Bedürfnis<br />

nach individueller Mobilität ist gross – und<br />

damit sind es auch die Herausforderungen<br />

im Ringen um eine Absenkung der<br />

CO₂-Emissionen. «Unseren 4000 Mitgliedern<br />

ist bewusst, dass die Ökologisierung<br />

des MIV an Bedeutung gewonnen hat und<br />

noch weiter zulegen wird», sagte Urs<br />

Wernli, Zentralpräsident des Auto Gewerbe<br />

Verband Schweiz (AGVS). Er signalisierte<br />

damit, dass das Autogewerbe die<br />

Zeichen der Zeit erkannt habe. Als Beleg<br />

dafür gilt auch die enge Zusammenarbeit<br />

mit dem Bundesamt für Energie (BFE) in<br />

verschiedenen Projekten, unter anderem<br />

dem AutoEnergieCheck. Energieeffiziente<br />

und klimaschonende Fahrzeuge seien<br />

dem Schweizer Autogewerbe sehr willkommen,<br />

so Wernli: «Sie nützen der Umwelt<br />

und sie verringern die Anzahl der<br />

Argumente gegen das Auto.»<br />

Dass knapp zwei Drittel der von den<br />

Schweizerinnen und Schweizern täglich<br />

Rekordnachfrage: Nachdem die 800 Plätze bereits Ende September «ausverkauft» waren,<br />

wurden zusätzliche Sitze bereitgestellt.<br />

zurückgelegten Distanz mit dem Auto erfolgen<br />

und 61 Prozent der gesamten<br />

Transportleistung im Güterverkehr auf die<br />

Strasse entfallen, zeigt das grosse Potenzial<br />

für die Schweizer Garagisten, zu einem<br />

ökologischeren Verkehr beizutragen.<br />

«Für die Automobilisten und Transportunternehmer<br />

sind unsere Mitglieder erste<br />

Ansprechpartner, was Kauf und Unterhalt<br />

betrifft», sagte Urs Wernli. Die<br />

Bedeutung des Unterhalts der bestehenden<br />

Fahrzeugflotte belegt der Umstand,<br />

dass ein Auto rund 15 bis 18 Jahre im Betrieb<br />

ist. Das heisst, dass auch 2040 noch<br />

mehr als die Hälfte des Wagenparks über<br />

einen Verbrennungsmotor verfügen wird.<br />

renommierte Institut Link durchführen<br />

liess: Über alle Generationen hinweg<br />

steht der Garagist an erster Stelle, wenn<br />

es um das Auto geht – bei Neuwagen und<br />

Occasionen genauso wie beim Unterhalt<br />

und der Wahl von Ersatzteilen und Reifen.<br />

Eine überwiegende Mehrheit der<br />

Schweizer Automobilisten verlässt sich<br />

bei Reparaturarbeiten vollständig auf den<br />

Für Felix Wyss, Zentralpräsident carrosserie<br />

suisse (l.) ist der Tag der Schweizer Garagisten<br />

ein Pflichttermin. Rechts neben ihm sind René<br />

Früh, Leiter Fahrzeugexperten & Unfallanalysen<br />

Motorfahrzeuge Zurich Schweiz, und<br />

Sascha Lüchinger, Leiter Schaden Motorfahrzeuge<br />

Zurich Schweiz.<br />

Vertrauen ist mit Verantwortung<br />

verbunden<br />

Dieses Vertrauen der Autobesitzer und<br />

der damit verbundene Einfluss wird dokumentiert<br />

durch die Resultate einer repräsentativen<br />

Marktforschung, die der<br />

AGVS im vergangenen Oktober durch das<br />

Philip Keil, der «bekannteste Pilot Deutschlands»,<br />

referierte über die Ursachen für<br />

menschliches Versagen bei Flugunfällen.<br />

34 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Reportage<br />

AGVS Branchenevent<br />

Michael Jost, Leiter Strategie bei Volkswagen,<br />

zeigte auf, mit welchen Konsequenzen der<br />

Wandel vom Hersteller zum Mobilitätsanbieter<br />

verbunden ist.<br />

Von links: Armin Haymoz, Zentralpräsident carrosserie suisse Romandie; Kurt Seiler, Geschäftsführer<br />

und Fahrzeugsachverständiger TDC; Reto Blaser und Thomas Villiger, beide VFFS<br />

(Verband Freiberuflicher Fahrzeugsachverständiger Schweiz).<br />

fachlichen Rat ihres Garagisten. Grundsätzlich<br />

stellen Schweizer Autobesitzer<br />

ihrem Garagisten und dessen Mitarbeitenden<br />

ein sehr gutes Zeugnis aus: Über<br />

alle Generationen liegt die durchschnittliche<br />

Zufriedenheit bei 83 Prozent. «Das<br />

ist ein sehr hoher Wert, der aber auch mit<br />

einer entsprechenden Verantwortung<br />

verbunden ist», konstatierte Urs Wernli.<br />

Gleichzeitig appellierte Wernli für weniger<br />

Polemik und Polarisierung in der Umweltdebatte.<br />

Der AGVS-Zentralpräsident stellte<br />

klar, dass das Autogewerbe nicht gegen<br />

Umweltschutz sei. Das grosse Vertrauen<br />

der Automobilisten sei für die Garagisten<br />

Verpflichtung, effiziente und möglichst<br />

umweltschonende Autos zu verkaufen.<br />

Allerdings sieht Wernli hier die Hersteller<br />

in der Pflicht: «Wir Garagisten können nur<br />

verkaufen, was produziert wird.»<br />

Moderator Röbi Koller (l.) im Gespräch mit<br />

Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts<br />

für Strassen (ASTRA).<br />

Rolle des Autos beginnt sich zu wandeln<br />

Politologe Claude Longchamp zeigte in seinem<br />

Referat auf, wie sich die Rolle des Autos<br />

zu wandeln beginnt – vom «alten» Auto<br />

als zunehmendes Problem hin zum «neuen»<br />

Auto als Teil der Lösung. Pascal Previdoli,<br />

der stellvertretende Direktor des Bundesamts<br />

für Energie (BFE), sprach die<br />

anwesenden Garagisten als Partner an,<br />

verwies auf die zahlreichen gemeinsamen<br />

Projekte und zeigte auf, was sich der Bund<br />

von den Garagisten künftig erhofft: ihre<br />

Rolle als Experten in Sachen Energieeffizienz<br />

und nachhaltig orientierte Mobilitätsdienstleister<br />

noch stärker wahrzunehmen.<br />

Diese Entwicklung war anschliessend auch<br />

Gegenstand der Diskussion zwischen Jürg<br />

Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für<br />

Strassen (ASTRA), dem Aargauer FDP-Ständerat<br />

Thierry Burkart und Christian Bach,<br />

Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme<br />

und Antriebsforscher bei der Empa.<br />

Von links: Thomas Nussbaum, Axalta Coating<br />

Systems / Cromax; Daniel Zollinger, PPG<br />

Switzerland; Urs Boss, Carrosserie G&G AG;<br />

Thomas Wyss, Axalta Coating Systems / Spies<br />

Hecker; Luciano Paludi, Leiter ARN, und Roger<br />

Steimann, CS R. Steimann AG.<br />

Von links: Kurt Späti, Calag; Roger Huber, Calag,<br />

und Präsident Fachkommission Reparatur,<br />

Massimo Di Giovanni, TDC; Alan Artico,<br />

Generali, und Sebastian Wyder, BASF Schweiz.<br />

Mit Spannung erwartet wurde auch der<br />

Auftritt von Michael Jost, Leiter Strategie<br />

bei Volkswagen. Er zeigte zum einen auf,<br />

wie der grösste PW-Hersteller der Welt<br />

die Entwicklung im Bereich Mobilität<br />

sieht, und auf der anderen Seite, mit welchen<br />

Konsequenzen der Wandel vom<br />

Hersteller zum Mobilitätsanbieter verbunden<br />

ist – auch und gerade für das<br />

Autogewerbe.<br />

Moderiert wurde der «Tag der Schweizer<br />

Garagisten» zweisprachig von Mélanie<br />

Freymond und neu von Röbi Koller («Happy<br />

Day»).<br />

Die ganzen Resultate der Marktforschung<br />

sind auf der Website des AGVS zu<br />

finden: www.agvs-upsa.ch ●<br />

Redaktion: Henrik Petro<br />

Bilder: AGVS, Mario Borri<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>35


Reportage<br />

GIMS <strong>2020</strong><br />

Nach Aus für Halle 7<br />

Was am Ende übrig bleibt ...<br />

Das Konzept mit der zeitlich verkürzten Branchenmesse in Halle 7 des Automobil-Salons Genf ist gescheitert.<br />

Statt Hebebühnen, Richtbänke und Pneumontiermaschinen werden nun 48 alternativ angetriebene<br />

Fahrzeuge auf einer Indoor-Piste zum Testen angeboten. Was aber machen die bisherigen Aussteller?<br />

Noch vor einem Jahr sah alles anders aus.<br />

In «carrossier» 1/2<strong>01</strong>9 engagierte sich<br />

Erhard Luginbühl, Präsident Swiss Automotive<br />

Aftermarket (SAA), für die Branchenmesse:<br />

«Seit eh und je ist die Halle 7<br />

Branchentreffpunkt des ganzen Automobil-Aftermarktes.<br />

Hier finden die Interessenten<br />

alles für die Garage und Carrosserie.<br />

Sie ist seit Jahrzehnten die einzige<br />

Ausstellung mit nationalem Anspruch.<br />

Alle anderen sind regional.» Und auch in<br />

«carrossier» 2/2<strong>01</strong>9 mit einem vierseitigen<br />

Rückblick über die Halle 7 schien die<br />

Welt noch in Ordnung, wie die positiven<br />

Rückmeldungen der von uns besuchten<br />

Lieferanten den Eindruck erweckten.<br />

Aus Halle 7 wird GIMS Discovery<br />

70 Aussteller hätten sich bis am 1. Juli<br />

2<strong>01</strong>9 für die Kurzmesse in Halle 7 anmelden<br />

sollen. Diese Vorgabe wurde<br />

nicht erreicht, und so verkündete der nur<br />

kurze Zeit amtierende Generaldirektor<br />

der GIMS, Olivier Rihs, bereits am 2. Juli<br />

2<strong>01</strong>9, dass es statt der traditionellen<br />

Aussteller eine Teststrecke in Halle 7<br />

geben wird. Auf dieser Indoor-Piste von<br />

456 Metern Länge können Besucher<br />

alternative Antriebsarten testen. Zur<br />

Auswahl stehen Autos mit Elektro-, Hybrid-,<br />

Wasserstoff- und Erdgasantrieb.<br />

Interessierte Besucher müssen dazu<br />

aber vorgängig auf der GIMS-App an der<br />

Verlosung für eine Fahrt teilnehmen.<br />

Ziel der GIMS Discovery ist, die Akzeptanz<br />

von Fahrzeugen mit alternativem<br />

Antrieb zu fördern. Für uns stellte sich<br />

die Frage: Was machen die bisherigen<br />

Aussteller aus Halle 7? Wir haben bei<br />

jenen, die wir letztes Jahr an der Messe<br />

besucht hatten, nachgehakt.<br />

Über die gesamte Dauer der GIMS stehen in Halle 7 rund 11 000 Discovery Drives zur Auswahl.<br />

Reservierungen für die Drives werden ausschliesslich über die GIMS Mobile App verlost.<br />

Voraussetzung ist ein gültiges Ticket für den gewünschten Tag.<br />

Schwerer Verlust für SAA<br />

Erhard Luginbühl war 2<strong>01</strong>9 nicht nur als<br />

SAA-Präsident am Salon, sondern auch<br />

als Inhaber der Luginbühl Fahrzeugtechnik<br />

AG: «Durch den Entscheid des Salons,<br />

die nächsten ein, zwei Jahre etwas anderes<br />

zu machen, haben alle Werkstatteinrichter<br />

des SAA Genf den Rücken gekehrt.<br />

Das ist für den Verband ein grosser<br />

Verlust. Der SAA ist grundsätzlich an<br />

verschiedenen Messen präsent, etwa an<br />

der transport-CH, der für uns grössten<br />

Messe der letzten Jahre, ein Teil stellt an<br />

Motorradmessen aus, ein Teil an der Autotechnika<br />

Zürich oder an der Baumaschinenmesse<br />

– es gibt nach wie vor ein<br />

breites Angebot. Wir als Luginbühl Fahrzeugtechnik<br />

haben uns noch nicht abschliessend<br />

für oder gegen einzelne<br />

Messen entschieden. Klar ist aber, dass<br />

der SAA keine eigene Branchenmesse<br />

auf die Beine stellen und nicht als Messeveranstalter<br />

auftreten wird. Für alles<br />

andere ist der Verband offen.»<br />

Happy End für ESA und MTS<br />

Nicht auf den Salon verzichten möchte<br />

die Einkaufsorganisation des Schweizer<br />

Auto- und Motorfahrzeuggewerbes ESA,<br />

die neu in Halle 1 zu finden sein wird.<br />

Dazu Matthias Krummen, Leiter Management<br />

Services/Kommunikation: «Dass<br />

andere Branchenverteter nicht mehr in<br />

Halle 7 zu finden sind, bedauern wir sehr<br />

und wir haben Verständnis, dass nicht<br />

jeder die ganze Zeit ausstellen wollte. Die<br />

ESA hat sich aber immer für Genf ausgesprochen,<br />

wir bekennen uns auch <strong>2020</strong><br />

ganz klar zum Salon, und das im gleichen<br />

Umfang und über die ganze Dauer. Mit<br />

36 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Reportage<br />

GIMS <strong>2020</strong><br />

der GIMS <strong>2020</strong> sehen wir absolute Chancen,<br />

wir treten mit einem neuen Konzept<br />

an einem neuen Standort in Halle 1 auf<br />

und begrüssen sämtliche 7000 Mitinhaber,<br />

Kunden und Partner vor Ort, wie bereits<br />

in den Vorjahren. Wir freuen uns auf<br />

Besuch und alle, die nicht kommen, verpassen<br />

etwas. Dass wir weiterhin an der<br />

wichtigsten nationalen Messe präsent<br />

sind, erachten wir als sehr wichtig. Auch<br />

am Carrosserie- Branchenevent in Thun<br />

ist ESA Partner, wir werden den Anlass<br />

wie in den Vorjahren unterstützen und<br />

sind vor Ort.»<br />

Ähnlich zufrieden zeigt sich MTS Meguiar’s.<br />

Geschäftsführer Beat Spillmann:<br />

«Für die MTS Meguiar’s sind die zehn<br />

Tage Genfer Automobil-Salon ein erstes<br />

wichtiges Highlight unseres Eventkalenders.<br />

Wir waren und sind darum weiterhin<br />

interessiert, während der ganzen Ausstellungsdauer<br />

ausstellen zu können. Am<br />

Automobil-Salon präsentiert die MTS<br />

schwergewichtig Publikumsprodukte, wir<br />

hoffen, dass uns unser diesjähriger<br />

Standort in der Halle 2 noch näher zu unseren<br />

Kunden bringt. Wir durften vor 20<br />

Jahren bereits einmal in der Halle 2 ausstellen<br />

und haben an diese Zeit sehr gute<br />

Erinnerungen, konnten wir damals doch<br />

eine Rekordzahl an Besuchern an unserem<br />

Stand willkommen heissen. Auch<br />

dieses Jahr können wir einige Neuheiten<br />

für den Privatanwender wie auch für den<br />

Profi präsentieren und hoffen auf zahlreiche<br />

Besucher! Die MTS-Produkte werden<br />

<strong>2020</strong> an diversen weiteren Ausstellungen<br />

zu sehen sein, darunter auch am<br />

Branchenevent mit unserem Partner<br />

Belfa AG, wo der Schwerpunkt auf den<br />

Profi-Produkten liegt. Ein Fazit über unseren<br />

Auftritt am Salon können natürlich<br />

auch wir erst am 15. März ziehen.»<br />

auto-i-DAT auf Roadshow<br />

Das Schweizer Unternehmen für Fahrzeugdaten<br />

informierte am 23. Januar in<br />

einem Newsletter über die Folgen des<br />

GIMS-Entscheids: «Dass wir nicht mehr<br />

am Salon Genf präsent sein werden, tun<br />

wir, wie die meisten anderen bisherigen<br />

Aussteller, nicht freiwillig, sondern beugen<br />

uns der Tatsache, dass es die Fachmesse<br />

für das Schweizer Autogewerbe in<br />

der Halle 7 nicht mehr gibt. Wir können<br />

unsere Kunden und Partner dort nicht<br />

mehr treffen, das bedauern wir sehr.<br />

Wenn die Kunden keine Gelegenheit haben,<br />

zu uns zu kommen, dann gehen wir<br />

zu ihnen. Und wir nutzen jede Gelegenheit,<br />

sie dort zu treffen, wo sich die Branche eh<br />

schon trifft. Eine erste Gelegenheit dafür<br />

war der ‹Tag der Schweizer Garagisten›.<br />

Ab April <strong>2020</strong> werden wir eine Roadshow<br />

bei Carrosserien durchführen. Hier wird<br />

vor allem die Präsentation unserer Produkte<br />

und – wo nötig – die Schulung im<br />

Vordergrund stehen. Natürlich werden<br />

wir bei all diesen Gelegenheiten auch unser<br />

Netzwerk pflegen. Parallel dazu fördern<br />

wir als Sponsor den Schweizerischen<br />

Carrosserieverband VFCB in der<br />

Ausbildung.»<br />

Ohne Partner kein Auftritt in Genf<br />

Auch die André Koch AG hat ihre Teilnahme<br />

am Salon Genf gestrichen. Warum,<br />

das erklärt uns CEO Enzo Santarsiero:<br />

«Von Anfang an war unser Konzept, gemeinsam<br />

mit der SAG (Swiss Automotive<br />

Group) am Autosalon auszustellen. Mit<br />

deren Entscheid, nicht mehr teilzunehmen,<br />

sehen wir für André Koch keinen<br />

Mehrwert, unsere Produkte und Dienstleistungen<br />

in Genf auszustellen. Wir sehen<br />

dies aber als Chance, um in neue<br />

Konzepte, Messen, aber auch Online-Angebote<br />

zu investieren. Wie schon letztes<br />

Jahr, planen wir, als Co-Aussteller an der<br />

SAG-Hausmesse vom 28./29. August<br />

<strong>2020</strong> teilzunehmen, jedoch mit stärkerem<br />

Fokus auf K&L und unsere Partner.» Auch<br />

dem Branchenevent hält Santarsiero die<br />

Treue: «Seit Beginn des Branchenevents<br />

war die André Koch AG ohne Wenn und<br />

Aber ein aktiver Teilnehmer und Sponsor.<br />

Wir glauben, dass wir so unsere Branche,<br />

den Verband carrosserie suisse und letztendlich<br />

uns selber weiterbringen. Dieses<br />

Jahr veranstalten wir sogar unseren Repanet-Suisse-Jahresevent<br />

unmittelbar<br />

davor auch in Thun, um unseren Partnern<br />

den Aufwand für den Besuch beider Veranstaltungen<br />

so effizient wie möglich zu<br />

gestalten. Wir freuen uns darauf.»<br />

Es geht auch ohne Messen, aber ...<br />

Roger Blum, Inhaber Blutech AG, verfolgt<br />

einen pragmatischen Ansatz: «Für mich<br />

ist der Wegfall von Halle 7 ein grosser<br />

Verlust. Es geht zwar auch ohne Messen,<br />

aber die Eventplattformen bieten unseren<br />

Kunden die Möglichkeit, sich vor Ort zu<br />

informieren. Kundennähe ist ein grosser<br />

Dieser Anblick von Halle 7 gehört bereits der<br />

Geschichte an.<br />

Für Erhard Luginbühl, Präsident Swiss<br />

Automotive Aftermarket (SAA), ist der Wegfall<br />

der Branchenmesse ein grosser Verlust.<br />

Erfolgsfaktor, und das wollen wir auch<br />

künftig aufrechterhalten. Ein wichtiger<br />

Punkt im <strong>2020</strong> ist der Branchenevent in<br />

Thun, welchen wir als Goldpartner unterstützen.<br />

Das zehnjährige Bestehen der<br />

Blutech AG bietet zudem einen weiteren<br />

Anlass, welchen wir gemeinsam mit unseren<br />

Kunden feiern.»<br />

Konsequent ist auch das Fazit von Glas<br />

Trösch, wie uns Alfons Schmid, Stv. Geschäftsführer<br />

und Projektleiter Salon<br />

Genf, erklärt: «Mit dem Wegfall der<br />

Halle 7 in Genf endet unser Auftritt leider<br />

nach 30 Jahren. Der Auto-Salon war für<br />

uns immer einer sehr gute Plattform und<br />

wir wären auch dieses Jahr wieder gerne<br />

dabei gewesen. Wir prüfen momentan<br />

Alternativen zur Halle 7 in Genf. Wir<br />

freuen uns auf die Teilnahme am Branchenevent<br />

in Thun. Wir sind selbstverständlich<br />

dabei.» <br />

●<br />

Henrik Petro<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>37


Vordach<br />

Unterstand<br />

Spezifikationen<br />

Hallenabtrennung<br />

Mobiles Lackierzelt von Bieri<br />

Ausziehbare Hallen und Tunnels für mobilen und flexiblen Raum<br />

Die zusammenschiebbaren Strukturen sind eine zuverlässige Alternative zu festen Bauten, um Werkstatteinrichtungen,<br />

Flächen oder Gerätschaften schützen. Sie sind für einen vorübergehenden sowohl auch einen dauerhaften Einsatz geeignet.<br />

Ohne benötigtes Fundament, sind die beweglichen Unterstände flexibel einsetzbar und können mit ein paar Handgriffen<br />

mittels arretierbarem Scherensystem verstellt werden. Sollte sich der Einsatzgrund ändern, können die ausziehbaren Hallen<br />

und Tunnels – dank vielseitigen Varianten – einfach umgenutzt werden.<br />

Das flexible System ist wartungsfrei. Die Schienen sind aus<br />

verzinktem Stahl, die Tragkonstruktionen sind aus Aluminium<br />

gefertigt und stehen für ihre Langlebigkeit.<br />

Die schwerentflammbaren Materialien können individuell an die<br />

jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Ob lichtdurchlässig<br />

oder mit transparenten Fenstereinsätzen für ein angenehmes<br />

Raumklima, aber auch Membranen für den optimalen Lichtschutz<br />

kommen zum Einsatz. Diese können nach Vorgaben bedruckt<br />

werden, für die interne Signalisation oder als zusätzlicher<br />

Werbenutzen.<br />

Die Anwendung findet auch seinen Platz um Lagermaterial, den<br />

Fuhr- oder den Maschinenpark zu schützen. Der Tunnel kann<br />

ganz einfach verschoben werden, so dass die Durchfahrt auf<br />

dem Areal jederzeit gewährleistet ist. Auch kann die ausziehbare<br />

Halle als Vordach oder Laderampe verwendet werden.<br />

Kontakt<br />

Adrian Wiederkehr<br />

Beratung und Verkauf<br />

Bieri Tenta AG<br />

Rothmatte 2<br />

6022 Grosswangen<br />

M +41 79 237 81 60<br />

adrian.wiederkehr@bieri.ch<br />

www.bieri.ch


Aktive Branche<br />

André Koch AG / PaintExpo<br />

André Koch AG<br />

Lack und Leidenschaft<br />

Die André Koch AG geht in der<br />

Öffentlichkeitsarbeit neue<br />

Wege: Das Unternehmen hat<br />

sein Print-Kundenmagazin<br />

relauncht und erweitert.<br />

Gleichzeitig wurde eine neue<br />

Web- Plattform eigerichtet.<br />

Der Name beider Publikationen:<br />

«Paint & Passion».<br />

«Wir fanden, dass es an der<br />

Zeit war, die André Koch AG<br />

als Marke stärker in den Fokus<br />

zu rücken», sagt Enzo<br />

Santarsiero, CEO der André<br />

Koch AG. «Darum haben wir<br />

uns entschlossen, unser bisheriges<br />

Kundenmagazin von<br />

Grund auf zu überarbeiten.<br />

Die Autolackiertechnik, mit<br />

der wir uns seit nunmehr über<br />

70 Jahren beschäftigen, ist<br />

für uns längst so etwas wie<br />

eine Passion geworden – und<br />

das soll ‹Paint & Passion›<br />

deutlich machen.»<br />

Die Erweiterung spiegelt auch<br />

die Mehrmarkenstrategie wider.<br />

Das Urdorfer Unternehmen<br />

vertreibt im Autoreparaturlackbereich<br />

neben der<br />

Marke Standox inzwischen<br />

auch Lesonal und DeBeer/<br />

Valspar. «Darüber hinaus entwickeln<br />

wir uns immer stärker<br />

vom Lacklieferanten zum breit<br />

aufgestellten Dienstleister,<br />

der K+L-Betriebe auf den verschiedensten<br />

Feldern unterstützt»,<br />

erklärt Santarsiero.<br />

Kein Relaunch, sondern eine<br />

komplette Neuentwicklung<br />

ist das Web-Portal «paintpassion.ch»,<br />

in dem die André<br />

Koch AG aktuelle News, Berichte<br />

über neue Produkte,<br />

Tools und Techniken, Kundenstorys<br />

sowie Hintergrundinformationen,<br />

Bildergalerien,<br />

Videos und vieles mehr veröffentlicht.<br />

●<br />

Der Umfang des neuen Print-Magazins hat im<br />

Vergleich zu seinem Vorgänger von 28 auf 44 Seiten<br />

kräftig zugelegt.<br />

8. Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik in Karlsruhe<br />

Lösungen für zukunftsfähige Lackierprozesse<br />

Digitalisierung, Individualisierung und Klimaschutz sind die Megatrends,<br />

die Lohnbeschichter und inhouse-lackierende Unternehmen<br />

vor Herausforderungen stellen. Die PaintExpo deckt als<br />

weltweit einzige Informations- und Beschaffungsplattform für<br />

industrielle Lackiertechnik ein breites Anwendungs- und Aufgabenspektrum<br />

ab. Dies bestätigt ein Blick auf die Ausstellerliste<br />

der Weltleitmesse, zu deren 8. Auflage vom 21. bis 24. April <strong>2020</strong><br />

Ende Dezember 2<strong>01</strong>9 bereits rund 500 Unternehmen aus 26 Ländern<br />

ihren Standplatz gebucht haben. Sie belegen mit rund<br />

16 000 Quadratmetern Nettoausstellungsfläche schon mehr als<br />

die Gesamtausstellungsfläche der Veranstaltung 2<strong>01</strong>8. Die Global<br />

Player der Branche sind dabei ebenso vertreten wie innovative<br />

mittelständische und kleinere Unternehmen.<br />

www.paintexpo.de<br />

Das Beste für<br />

Carrosserieprofis<br />

Jetzt reservieren: Die Top-Angebote <strong>2020</strong> vom<br />

Weiterbildungs-Spezialisten von der Lehre bis<br />

zum Meisterdiplom.<br />

Werkstattkoordinator/-in<br />

im Carrosseriegewerbe<br />

Beginn: 14. August <strong>2020</strong><br />

Carrosseriefachleute<br />

alle Fachrichtungen<br />

Beginn: August <strong>2020</strong><br />

Dipl. Betriebsleiter/-in Carrosserie<br />

Höhere Fachprüfung (HFP)<br />

Beginn: 12. September <strong>2020</strong><br />

www.weiterbildung-zofingen.ch<br />

Besuchen Sie unseren Infoanlass<br />

am 5. März <strong>2020</strong> um 19.00 Uhr<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>39


Aktive Branche<br />

AkzoNobel und BMW Group / AkzoNobel<br />

AkzoNobel und BMW Group<br />

AkzoNobel sichert sich Zuliefervertrag<br />

Die BMW Group entschied sich für AkzoNobel<br />

als vertrauenswürdigen Zulieferer für<br />

Produkte und Dienstleistungen im Bereich<br />

der Autoreparaturlackierung. Der auf den<br />

1. Februar <strong>2020</strong> geschlossene Vertrag gilt<br />

für einen Grossteil des weltweiten BMW-<br />

In 44 Ländern werden Lackierfachbetriebe für<br />

BMW und Mini die Autoreparaturlacksysteme von<br />

AkzoNobel verwenden.<br />

Vertriebsnetzes und deckt 44 Länder ab,<br />

darunter die Schweiz. Ab sofort sind die<br />

Premium-Marken Sikkens und Lesonal für<br />

Lackreparaturen von BMW- und Mini-Fahrzeugen<br />

bei Vertragshändlern, Reparaturwerkstätten,<br />

Importeuren und nationalen<br />

BMW- Group-Niederlassungen zugelassen.<br />

Der Vertrag wurde nach einer umfassenden<br />

Analyse der Produktpaletten und Dienstleistungen<br />

von Sikkens und Lesonal abgeschlossen.<br />

<br />

●<br />

AkzoNobel<br />

Acoat Selected<br />

Partner programm<br />

<strong>2020</strong><br />

Auch im Jahr <strong>2020</strong> wartet das<br />

Acoat-Selected-Partnerprogramm<br />

mit einer exklusiven Auswahl an<br />

Seminaren, Trainings und Veranstaltungen<br />

auf. «Ein grosser<br />

Erfolg war der Workshop ‹Bin<br />

ich betriebsblind?›», verrät Christian<br />

Sidler, Acoat Selected Business<br />

Consultant AkzoNobel VR<br />

Schweiz. «Dieses Seminar werden<br />

wir auch in diesem Jahr wieder<br />

anbieten. Patrick Balmer,<br />

Geschäftsführer der Carrosserie<br />

Spiez AG, hat das Seminar mitentwickelt<br />

und wird es auch wieder<br />

durchführen.» Weitere Highlights<br />

werden das Seminar «Carrosserie<br />

im digitalen Umfeld» und die<br />

Studienreise in das AkzoNobel<br />

Headquater in Amsterdam.<br />

DIE ZUKUNFT<br />

BEGINNT BEI SATA MIT EINEM<br />

Die revolutionäre<br />

SATAjet X 5500<br />

Das Dream-Team: In Pistole und Düsensatz neu konzipierte<br />

und perfekt synchronisierte Luftleitgeometrie für eine perfekte<br />

Materialverteilung, optimierte Zerstäubung und präzise<br />

Strahlform. Und all das mit Materialersparnis, butterweicher<br />

und geräuschreduzierter Applikation.<br />

Zwei Strahlgeometrien sind pro Düsengröße verfügbar und<br />

erlauben wahlweise mehr Kontrolle oder Geschwindigkeit,<br />

Anpassung des Düsensatzes an Temperatur und Luftfeuchtigkeit.<br />

SATAjet X 5500 Erklärvideo<br />

www.sata.com/x5500io<br />

STRAHLFORMEN<br />

Bisher: Beispiele Strahlformen<br />

1.1 1.2 W 1.3 1.4<br />

Neu mit SATAjet X 5500<br />

Strahlform I-Düse HVLP/RP<br />

1.1 I 1.2 I 1.3 I 1.4 I 1.5 I<br />

(nur HVLP)<br />

Strahlform O-Düse HVLP/RP<br />

1.1 O 1.2 O 1.3 O 1.4 O 1.5 O<br />

(nur HVLP)<br />

Vertrieb durch:<br />

Akzo Nobel Car Refinishes AG,<br />

8344 Bäretswil<br />

AMAG Import AG, 8107 Buchs ZH<br />

André Koch AG, 8902 Urdorf<br />

Axalta Coating Systems GmbH, Cromax © ,<br />

8424 Embrach<br />

Belfa AG, 8152 Glattbrugg<br />

Glas Trösch AG / Carbesa, 4702 Oensingen<br />

CH Coatings AG, 4133 Pratteln<br />

ESA-Einkaufsorganisation, 34<strong>01</strong> Burgdorf<br />

Hänni Autoteile GmbH, 3322 Schönbühl<br />

R-M Autoreparaturlacke, 8808 Pfäffikon SZ<br />

40 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong><br />

SATA Düsenfinder App<br />

www.sata.com/nozzlefinder<br />

JASA AG<br />

8957 Spreitenbach<br />

www.jasa-ag.ch


Aktive Branche<br />

Konzept-Reisemobil VisionVenture / André Koch AG<br />

Konzept-Reisemobil VisionVenture<br />

Der Camper der Zukunft<br />

Das von BASF und Hymer gemeinsam<br />

entwickelte Konzept-Fahrzeug<br />

VisionVenture<br />

ist ein seriennaher Ausblick<br />

auf die Zukunft des Reisemobils.<br />

Mithilfe der Entwicklungskompetenz<br />

des BASF<br />

Creation Center ist eine neue<br />

Fahrzeugklasse entstanden,<br />

die Massstäbe in Sachen<br />

Mehr als 20 Hochleistungskunststoffe ermöglichen Weltneuheiten wie ein<br />

aufblasbares Dachzelt oder leichtgewichtige Natursteinverkleidungen.<br />

Leichtbau, Autarkie, Reiseerlebnis<br />

und Design setzt. Mehr<br />

als 20 Hochleistungskunststoffe<br />

und eine neue Lacktechnologie<br />

von BASF finden<br />

in dem Konzept-Reisemobil<br />

Verwendung und punkten<br />

mit vielen unterschiedlichen<br />

Eigenschaften. So setzen<br />

BASF und Hymer im Interieur<br />

und Exterieur mehrere neuartige<br />

Leichtbaumaterialien<br />

und -verfahren ein, die mehr<br />

Komfort ermöglichen und das<br />

Fahrzeug gleichzeitig robuster<br />

machen.<br />

●<br />

Auch <strong>2020</strong> bietet die André<br />

Koch AG den Mitgliedern ihres<br />

Netzwerks für Carrosserie- und<br />

Fahrzeuglackierbetriebe Repanet<br />

Suisse ein breites Angebot an<br />

Dienstleistungen und Weiterbildungen.<br />

André Koch AG<br />

Repanet Suisse<br />

Programm <strong>2020</strong><br />

«Einer der Eckpfeiler unseres diesjährigen Repanet Suisse<br />

Partnerprogramms sind die in Zusammenarbeit mit Clearcarrep<br />

durchgeführten Kurse<br />

zum Konzept ‹Reparieren<br />

statt ersetzen›», so Patrizia<br />

Santarsiero, Leiterin Service-<br />

Center von Repanet Suisse.<br />

Ebenfalls ans Herz legen<br />

möchte Santarsiero allen<br />

Partnern den Kurs «Kennzahlen-Kompass»<br />

zur Unternehmensführung<br />

mit betriebswirtschaftlichen<br />

Kennzahlen.<br />

Damit kann sich ein Betrieb<br />

innert kürzester Zeit einen<br />

Überblick verschaffen über<br />

die Situation des Unternehmens<br />

im Markt. Auf vielfachen<br />

Wunsch hin bietet Repanet<br />

Suisse <strong>2020</strong> wieder ein reines<br />

Frauenseminar an, diesmal<br />

mit dem Titel «Visionen erschaffen<br />

— Visionen leben».<br />

Es findet am 27. und 28. März<br />

<strong>2020</strong> statt. ●<br />

Schule für Gestaltung Zürich<br />

Weiterbildung für<br />

Carrosserieberufe<br />

ab Sommer <strong>2020</strong><br />

Bald starten die nächsten Lehrgänge<br />

für den Abschluss Carrosseriewerkstattleiter/-in<br />

Lackiererei bzw. Spenglerei mit<br />

eidgenössischem Fachausweis<br />

Werkstattkoordinator/-in<br />

Berufsbegleitend<br />

von September <strong>2020</strong> bis Juli 2021<br />

Carrosseriefachmann/-frau<br />

Lackiererei oder Spenglerei<br />

Berufsbegleitend<br />

von September 2021 bis Juli 2023<br />

Ausführliche Informationen erhalten Sie<br />

unter : 044 446 97 73 oder www.sfgz.ch<br />

Informationsabende<br />

Montag, 23.3.<strong>2020</strong>, 18.30 Uhr<br />

Montag, 25.5.<strong>2020</strong>, 18.30 Uhr<br />

Schule für Gestaltung Zürich<br />

Ausstellungsstrasse 104, 8005 Zürich<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>41


Aktive Branche<br />

Axalta Coating Systems Switzerland<br />

Axalta Coating Systems Switzerland<br />

Von der Ungeduld der Kunden profitieren?<br />

Thomas Nussbaum, Cromax-Geschäftsführer Schweiz: «Der Schlüssel<br />

zum Erfolg liegt darin, die Kunden zu verstehen und ihre Ungeduld als<br />

Chance für mehr Rentabilität und Wachstum zu sehen.»<br />

Thomas Nussbaum, Cromax-<br />

Geschäftsführer Schweiz, erklärt:<br />

«In der heutigen Welt, in<br />

der vieles auf Abruf bereitsteht,<br />

glauben wir aufgrund<br />

des technischen Fortschritts,<br />

dass alles schnell erledigt<br />

werden kann. Googles Forschungsergebnisse<br />

zeigen,<br />

dass 40 Prozent der Kunden<br />

eine Webseite wieder verlassen,<br />

wenn diese länger als drei<br />

Sekunden zum Laden braucht.<br />

Dieses Beispiel zeigt, dass die<br />

Menschen ungeduldiger geworden<br />

sind und Unternehmen<br />

ihre Produkte und Dienstleistungen<br />

daher neu ausrichten<br />

müssen.» Auf den ersten Blick<br />

scheint die zunehmende Ungeduld<br />

der Kunden ein negativer<br />

Trend zu sein. Doch Nussbaum<br />

sieht das anders: «Lackierfachbetriebe<br />

können von der<br />

Ungeduld ihrer Kunden profitieren.<br />

Die aktuellen zeit-, material-<br />

und energiesparenden<br />

Tools und Systeme von Cromax<br />

– wie beispielsweise das<br />

hochentwickelte digitale Farbtonmanagementsystem<br />

ChromaConnect,<br />

das Lackierfachbetriebe<br />

dank der konnektiven<br />

Technologie effizienter macht<br />

– steigern die Produktivität in<br />

bisher nie gekanntem Masse.<br />

Also anstatt ungeduldige Kunden<br />

als Ärgernis zu sehen,<br />

sollten Lackierfachbetriebe<br />

ihre betrieblichen Abläufe genauer<br />

unter die Lupe nehmen.<br />

Identifiziert das Unternehmen<br />

Möglichkeiten zur Erhöhung<br />

des Durchsatzes, so führt dies<br />

zu einer Produktivitätssteigerung<br />

und erfüllt gleichzeitig<br />

die Kundenforderung nach<br />

Schnelligkeit.»<br />

●<br />

gibb | eine Institution des Kantons Bern<br />

Informationsanlässe Höhere Berufs bildung<br />

im Carrosserie gewerbe, mit Dozierenden und<br />

Vertretern des carrosserie suisse<br />

Dienstag, 3. März <strong>2020</strong>, 19.00–20.30 Uhr<br />

AGVS Berner Oberland, Stationsstrasse 6, 3711 Mülenen<br />

Dienstag, 10. März <strong>2020</strong>, 19.00–20.30 Uhr<br />

gibb Berufsfachschule Bern, Lorrainestrasse 1, 3000 Bern 22<br />

Anmeldung an: regula.saegesser@gibb.ch<br />

NEU<br />

STARTER SET RUPES<br />

MIT VIEL ZUBEHÖR<br />

ZUM ATTRAKTIVEN PREIS<br />

Die gibb führt folgende Weiterbildungen durch:<br />

Werkstattkoordinator/in Zertifikat im Carrosseriegewerbe<br />

Carrosseriewerkstattleiter/in BP<br />

Ab August <strong>2020</strong> starten wir mit unseren nächsten Kursen.<br />

Mehr Infos unter 031 335 91 45 oder<br />

www.gibb.ch/weiterbildung<br />

gibb Berufsfachschule Bern<br />

www.gibb.ch<br />

gyso.ch<br />

HIER<br />

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ANGEBOT<br />

42 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Rechtshilfe<br />

Ferienanspruch von Teilzeitangestellten<br />

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Ferienanspruch bei Teilzeittätigkeit<br />

Ausgangslage<br />

Peter ist 33 Jahre alt und arbeitet seit<br />

fünf Jahren im Carosseriebetrieb von<br />

Bruno. Seine Arbeitswoche hatte bis<br />

anhin 41 Stunden. Peter ist mit seinem<br />

Beruf und auch mit seinem Arbeitgeber<br />

grundsätzlich nach wie vor sehr zufrieden.<br />

Da er jedoch plant, das vor Kurzem<br />

geerbte Elternhaus selber umzubauen,<br />

möchte er sein Arbeitspensum auf 60<br />

Prozent reduzieren. Aufgrund der Betriebsstruktur<br />

von Brunos Carosseriebetrieb<br />

kann dieser dem Wunsch von<br />

Peter nachkommen. Er macht ihn jedoch<br />

darauf aufmerksam, dass sich mit der<br />

Arbeitspensumreduktion auch sein Ferienanspruch<br />

reduzieren wird. Peter<br />

hingegen ist der Ansicht, dass er auch<br />

als Teilzeitangestellter Anspruch auf die<br />

ihm gem. Art. 27 des VSCI-GAV zustehenden<br />

20 Ferientage hat. Wie ist die<br />

Rechtslage?<br />

Expertenrat<br />

Zunächst gilt es Art. 329a Abs. 1 OR zu<br />

beachten. Dieser schreibt vor, dass der<br />

Arbeitgeber dem Arbeitnehmer jedes<br />

Dienstjahr wenigstens vier Wochen bzw.<br />

dem Arbeitnehmer bis zum vollendeten<br />

20. Altersjahr wenigstens fünf Wochen<br />

Ferien zu gewähren hat. Diese Norm ist<br />

gem. Art. 362 OR relativ zwingend, wonach<br />

von ihr zuungunsten des Arbeitnehmers<br />

nicht abgewichen werden darf. Eine<br />

sich für den Arbeitnehmer ungünstiger<br />

auswirkende Abrede oder Vereinbarung<br />

als die nachfolgend beschriebene ist deshalb<br />

unzulässig.<br />

Auch ein Teilzeitangestellter hat den gleichen<br />

Ferienanspruch wie ein Vollzeitangestellter<br />

und nicht etwa nur Anspruch auf<br />

eine entsprechend verkürzte Periode. Auch<br />

der Ferienlohn ist während der gleich langen<br />

Dauer geschuldet wie bei Vollzeitern,<br />

allerdings beschränkt sich seine Höhe auf<br />

den während dieses Zeitraums für die jeweilige<br />

Teilzeittätigkeit zustehenden Lohn.<br />

Da die Arbeitswoche von Peter bei seinem<br />

60-Prozent-Pensum jedoch nur aus drei<br />

und nicht aus fünf Arbeitstagen besteht,<br />

wird die Anzahl der ihm zustehenden Ferientage<br />

entsprechend reduziert. Eine<br />

«Ferienwoche» von Peter besteht damit<br />

nur aus drei Arbeitstagen und zwei – aufgrund<br />

des Pensums – ohnehin arbeitsfreien<br />

Tagen. Insgesamt stehen Peter somit<br />

nach seiner Pensumreduktion zwölf Ferientage<br />

zu. <br />

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46 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


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carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>47


Unter der Lupe<br />

Carrosserie Kaufmann AG<br />

Carrosserie Kaufmann AG<br />

«Ig ha müesse kämpfe!»<br />

Die einen gehen gerade Wege, andere machen Umwege. Meistens kommen beide ans Ziel. Dies ist<br />

die Geschichte von einem, der nicht auf der Autobahn unterwegs war, sondern seinen Weg abseits der<br />

ausgetretenen Pfade gesucht und gefunden hat.<br />

Die neu erstellte Lackiererei.<br />

«Wenn man als Mensch ein Ekel ist, dann<br />

nützt es auch nichts, mit den Angestellten<br />

in den Europapark zu gehen», meint Patrick<br />

Kaufmann, Geschäftsführer und Inhaber<br />

der Carrosserie Kaufmann AG. Man<br />

müsse seinen Angestellten auf Augenhöhe<br />

begegnen, ihnen zuhören, wenn sie<br />

ein Anliegen hätten, authentisch sein,<br />

Vertrauen aufbauen. So klingt einer, der<br />

ganz allein angefangen hat, heute einen<br />

Betrieb mit fünfzehn Mitarbeitern führt<br />

und sich neu erfinden musste.<br />

Wachstumsschmerzen<br />

Am Jurasüdfuss neben Solothurn liegt<br />

Biberist. Der Akzent hier ist sympathisch,<br />

eine Mischung aus Bern- und Solothurner<br />

Deutsch. Patrick Kaufmann strahlt<br />

Ruhe aus, Gemütlichkeit. Auch wenn seine<br />

Geschichte der letzten Jahre nicht<br />

wirklich gemütlich war. Seit Januar 2<strong>01</strong>8<br />

befindet sich die Carrosserie Kaufmann<br />

AG in zwei grossen Hallen à 800 m² und<br />

400 m². Ein starkes Wachstum liegt hinter<br />

der Firma, die gegenüber in der alten<br />

elterlichen Werkstatt ihren Ursprung hat.<br />

Man könnte sich über Wachstum freuen,<br />

wenn es nur nicht so heftig wäre, dass<br />

es schmerzt. Der Begriff «Wachstumsschmerzen»<br />

kommt von Kaufmann<br />

selbst. Er erinnert an Geburtsschmerzen.<br />

Mit dem Umzug habe er vieles ändern<br />

müssen, habe nicht mehr selbst<br />

seiner geliebten Spenglerarbeit nachgehen<br />

können. «Heute arbeite ich nicht<br />

mehr im Betrieb, sondern am Betrieb»,<br />

erklärt er. Und meint damit, dass es bei<br />

der jetzigen Grösse nicht mehr möglich<br />

sei, so zu arbeiten, wie sie es früher in<br />

der kleinen Werkstatt noch konnten.<br />

Eine lange Firmengeschichte<br />

mit Brüchen<br />

So neu das aktuelle Firmengelände auch<br />

aussehen mag, die Geschichte dahinter ist<br />

alt. Sie beginnt nämlich schon 1948 mit<br />

Kaufmanns Grossvater mütterlicherseits,<br />

Hermann Spirig, einem Geschäftsmann,<br />

der ins Lackiergeschäft einsteigt. 1954 erstellt<br />

er einen Neubau. Anfang der Sechzigerjahre<br />

trennen sich die Spirigs. Und so<br />

kommt es, dass Kaufmanns Grossmutter<br />

als Frau den Betrieb weiterführt. Für damalige<br />

Zeiten eine aussergewöhnliche<br />

Leistung. Als Werkstattchef bestimmt sie<br />

einen Italiener, der an der Front für sie<br />

führt. Das geht gut, bis dieser Anfang der<br />

Achtzigerjahre beschliesst, zurück in seine<br />

Heimat Reggio Emilia zu gehen. Wie<br />

weiter? Die Tochter, Kaufmanns Mutter,<br />

ist inzwischen verheiratet, und so beschliesst<br />

deren Ehemann, den Betrieb als<br />

Quereinsteiger zu übernehmen. Inzwischen<br />

hat der Lackierbetrieb auch eine<br />

Spenglerei. Das Geschäft brummt. Ein<br />

Werkstattchef wird eingestellt. Der junge<br />

Kaufmann besucht auf Drängen des Vaters<br />

das Wirtschaftsgymnasium in Solothurn,<br />

obwohl er als Bub immer gerne in<br />

der Werkstatt war und am liebsten etwas<br />

mit Autos gelernt hätte.<br />

Wenn Schicksalsschläge den<br />

Weg vorgeben<br />

Mit 41 Jahren stirbt Kaufmanns Vater und<br />

alles ist wieder offen. Zu diesem Zeitpunkt<br />

ist Patrick gerade mal 16 Jahre alt, hat zwei<br />

Brüder, der jüngste einjährig. Seine Mutter<br />

kann den Betrieb dem damaligen Vorarbeiter<br />

verkaufen und ihm die Werkstatt vermieten.<br />

Nach der Rekrutenschule beginnt<br />

Patrick Kaufmann trotzdem noch eine Lehre<br />

als Carrosseriespengler in Lengnau.<br />

Danach arbeitet er in Murten bei der Carrosserie<br />

Remund und später in Lyss bei<br />

Wegmüller. In der Zwischenzeit erwirbt der<br />

neue Besitzer seines «Familienbetriebs»<br />

ein Grundstück vis-à-vis, erstellt einen<br />

Neubau und kündigt den Mietvertrag mit<br />

Kaufmanns Mutter. Da kommt der junge<br />

Kaufmann auf die Idee, selbst etwas anzufangen.<br />

Und zwar im alten Betrieb seiner<br />

Familie. Das Gebäude, also die alte, jetzt<br />

leere Werkstatt, ist ja immer noch in Familienbesitz.<br />

Ein verwegenes Unterfangen?<br />

In der alten Werkstatt? Mit einem grossen<br />

Mitbewerber im Quartier? «Vo nüt chonnt<br />

nüt», meint Kaufmann lächelnd und stürzt<br />

sich ins Abenteuer, wie er hinzufügt.<br />

48 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


Unter der Lupe<br />

Carrosserie Kaufmann AG<br />

Die Spenglerei, gleich neben der Haupthalle.<br />

Daumen hoch! Patrick Kaufmann und Manuela Meister im Empfang.<br />

Blick in die Haupthalle mit der Vorbereitungszone.<br />

Viel Holz bestimmt die Optik, auch in der Spenglerei.<br />

Carrosserie Kaufmann AG<br />

Im Porträt<br />

Die Carrosserie Kaufmann AG in Biberist<br />

beschäftigt heute 15 Mitarbeiter, davon drei<br />

Lehrlinge: einen Spengler, eine Lackiererin<br />

und einen afghanischen Flüchtling, der den<br />

Lackierassistenten EBA macht. Zum Kundenstamm<br />

gehören viele Private, aber auch<br />

Garagisten. Als Diversifikation werden auch<br />

wöchentliche Lackieraufträge aus der Industrie<br />

ausgeführt. Die Firma ist seit 2009<br />

Mitglied von carrosserie suisse, Partner von<br />

verschiedenen Versicherungen und seit<br />

2<strong>01</strong>9 als Eurogarant-Fachbetrieb zertifiziert.<br />

Seit 2<strong>01</strong>8 befindet sich der Betrieb in einem<br />

Neubau von total 1200 m². Zur Philosophie<br />

des Unternehmens gehört es, Teile soweit<br />

Neuer Betrieb in einer alten Werkstatt<br />

2004 übernimmt er in Biel die Konkursmasse<br />

eines Carrosseriebetriebs und<br />

stattet mit dem noch Brauchbaren die alte<br />

Werkstatt seiner Familie aus. Das meiste<br />

macht er allein. Die ganzen Ersparnisse<br />

gehen dabei drauf. Dann stellt er einen<br />

Lackierer ein und legt los. Er liebt das<br />

Patrick Kaufmann, Geschäftsleiter und Inhaber.<br />

möglich zu reparieren, statt auszutauschen.<br />

Dies garantiert Beschäftigung und ist ein<br />

Beitrag zum Umweltschutz.<br />

Spenglern, aber vom Rest, Lackieren, Kalkulieren,<br />

hat er wenig Ahnung. Ein Jahr<br />

später lernt er seine jetzige Frau Christina<br />

kennen, die unter der Woche noch in Davos<br />

arbeitet. Das erlaubt es ihm, auch die<br />

Nacht zum Tag zu machen und das, was<br />

er tagsüber durch Fehler verliert, durch<br />

Fronarbeit zu kompensieren. Es geht aber<br />

relativ schnell aufwärts. Im Büro hilft seine<br />

Mutter Erika tatkräftig mit. Dafür und<br />

für all die andere Unterstützung ist er ihr<br />

noch heute sehr dankbar. Ein grosser Hagelzug<br />

bringt zusätzlich viele Aufträge.<br />

Bald kommt ein erster Lehrling hinzu. Damals<br />

habe er Tag und Nacht gearbeitet.<br />

«Ich musste kämpfen und über den Tellerrand<br />

hinausschauen. Als Neuankömmling<br />

muss man sich zuerst behaupten,<br />

lernen, beobachten, was andere gut machen.<br />

Gas geben und saubere Arbeit liefern,<br />

das ist das A und O», fasst Kaufmann<br />

seine damalige Haltung zusammen und<br />

ergänzt, dass viele das Gefühl gehabt hätten,<br />

dass dies ein Himmelfahrtskommando<br />

sei. Er habe aber überleben wollen im<br />

Wettbewerb und besser sein. «Besser zu<br />

sein bedeutet nicht nur, darüber zu sprechen,<br />

sondern tagtäglich dafür zu sorgen,<br />

dass das gewünschte Level eingehalten<br />

wird und man niemals nachlässig wird.»<br />

Expansion mit Neubau und<br />

Weiterentwicklung<br />

Das Wachstum bringt es mit sich, dass<br />

man 2<strong>01</strong>3 platzmässig am Anschlag ist.<br />

carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>49


Unter der Lupe<br />

Carrosserie Kaufmann AG<br />

Ein Leckerbissen: Carabinieri-Alfa vor den<br />

Spritzkabinen.<br />

Romeo Santo, einer, der fast von Anfang an<br />

dabei ist.<br />

Die Werkstatt sei eine richtige Höhle gewesen.<br />

Man habe darin geraucht und<br />

vieles sei improvisiert gewesen. Gegenüber<br />

ist ein Stück Land zu haben, das er<br />

mit anderen Gewerbetreibenden erwirbt.<br />

Es entstehen zwei Hallen. In der einen<br />

befindet sich die Malerei, in einem Teil der<br />

anderen die Spenglerei. Mit dem Neubau<br />

So was hat nicht jeder in seiner Garage<br />

stehen.<br />

In der Spritzkabine werden wöchentlich auch<br />

Industrieteile lackiert.<br />

kommen die Zertifizierungen und Partnerschaften.<br />

Die erste mit der Helvetia-<br />

Versicherung. Das Wachstum fängt jetzt<br />

an zu schmerzen. Kam er vorher noch mit<br />

sechs Kundenfahrzeugen aus, sind es<br />

plötzlich vierzehn. Zwei Flottenbetreiber<br />

kommen hinzu. All das muss man «managen».<br />

Das heisst: Regeln einführen, Prozesse,<br />

Strukturen, das ist es, was er mit<br />

arbeiten am und nicht im Betrieb meint.<br />

In der Zwischenzeit hat sich vieles beruhigt.<br />

Bereinigungen haben stattgefunden.<br />

Kaufmann hat «learning by doing»<br />

seinen Stil, seinen Weg als Chef gefunden.<br />

Er meint: «Ich versuche zu erkennen, wer<br />

was gut und demzufolge auch gern<br />

macht.» So habe er zum Beispiel erkannt,<br />

dass einer seiner Mitarbeiter einen inneren<br />

Buchhalter hat. Dem habe er die Materialbewirtschaftung<br />

übergeben. Und das mache<br />

der inzwischen mit Hingabe und Akkuratheit.<br />

So müsse er nicht gross führen.<br />

Jeder wisse, war er zu tun habe, und er<br />

könne fürs Ganze schauen. Dass er keine<br />

Zeit mehr zum Ausbeulen habe, sich dafür<br />

aber anderen Sachen widmen könne, das<br />

sei ein grosser Schritt gewesen.<br />

So hat er auch keine Werkstattleiter mehr,<br />

sondern Kompetenzträger. So wie Manuela<br />

Meister, die bei ihm eine Spenglerlehre<br />

absolvierte und jetzt den Kundendienst<br />

übernommen hat. Sie ist schon bald zehn<br />

Jahre dabei und sagt über ihren Chef, dass<br />

sie eine gute, kollegiale Zusammenarbeit<br />

pflegen. Er habe sie so ausgebildet, dass<br />

sie heute in seinem Sinn arbeiten könne,<br />

und dies, zusammen mit ihrer neuen Aufgabe,<br />

mache ihr grossen Spass. Über ihren<br />

Chef meint sie, dass er klar führe, gleichzeitig<br />

aber jedem im Betrieb auf Augenhöhe<br />

begegne. Verantwortungsbewusstsein<br />

und Ehrlichkeit seien Grundwerte.<br />

Kaufmann ergänzt: «Für mich das Wichtigste<br />

und Schönste ist, den Mitarbeitern<br />

zu vertrauen und dann zu sehen, wie sie<br />

an ihren Aufgaben wachsen.» ●<br />

Text und Bilder: Pino Stranieri<br />

Spengler Giuseppe Mignogna wechselt eine<br />

Scheibe aus.<br />

Manuela Meister liebt ihre neue Tätigkeit im<br />

Kundendienst.<br />

Christina Kaufmann kümmert sich um den<br />

täglichen Papierkram.<br />

50 carrossier Nr. 1 / Februar <strong>2020</strong>


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