21.02.2020 Aufrufe

faktorAZUBI | Frühjahr 2020

Zukunftsplanung leicht gemacht! faktor AZUBI bringt die Azubis von Morgen mit den Arbeitgebern der Region zusammen. Zwei Mal im Jahr erscheint das Magazin für die Vorabschlussklassen in Südniedersachsen. Mit dabei sind stets konkrete Ausbildungsplatzangebote, hilfreiche Ratschläge zur richtigen Bewerbung, Expertentipps und jede Menge Unterhaltung.

Zukunftsplanung leicht gemacht! faktor AZUBI bringt die Azubis von Morgen mit den Arbeitgebern der Region zusammen. Zwei Mal im Jahr erscheint das Magazin für die Vorabschlussklassen in Südniedersachsen. Mit dabei sind stets konkrete Ausbildungsplatzangebote, hilfreiche Ratschläge zur richtigen Bewerbung, Expertentipps und jede Menge Unterhaltung.

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www.mehralseinmagazin.de 7. Jahrgang Heft 10 2020 3 Euro

Mehr als ein Magazin

AZUBI

über

150

Ausbildungsplätze

Alternativ

FSJ statt direkt in

den Beruf S. 44

Der richtige Durchblick

Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

S. 22

Absolut kein Chaos

Tipps für deine Ordnung zu Hause

S. 46

Voll auf die Messe

Erfolgreich punkten auf der

Jobbörse S. 32


PAPER | PACKAGING | SOLUTIONS

Ich pack’ das!

Starte Deine Berufsausbildung in einer innovativen Wachstumsbranche:








Papiertechnologe (m/w/d)

Packmitteltechnologe (m/w/d)

Maschinen- & Anlagenführer (m/w/d)

Medientechnologe Druck (m/w/d)

Industriemechaniker (m/w/d)

Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

Industriekaufleute (m/w/d)

Kontakt: Smurfit Kappa Herzberg Solid Board GmbH

Telefon: 05521 / 82-276 · Ansprechpartnerin: Anna Maria Werner

E-Mail: bewerbung.hzb-sb@smurfitkappa.de oder über unser Onlineportal

unter www.smurfitkappa.de/people/jobad

#lovemyjob

#IT #Kaufmännisch #Technik

#6Ausbildungsberufe #2dualeStudiengänge

#35Auszubildende #bewirbdichjetzt

www.harzenergie.de/ausbildung

Mitglieder im MEKOM Regionalmanagement Osterode am Harz e.V.


3

Editorial

uf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz?

Da bist du bei uns genau richtig! Wir bringen dich – als Azubi von

morgen – mit tollen Unternehmen aus deiner Region zusammen.

Unter anderem stellen wir dir in dieser Ausgabe die GöBit vor, die

größte Berufsmesse in Südniedersachsen. Du erfährst, welche Aussteller du in diesem

Jahr dort antreffen kannst und wie du dich optimal auf eine solche Chance vorbereitest,

um im besten Fall direkt mit einem konkreten Ausbildungsplatz wieder nach Hause zu

gehen. Neben der GöBit finden in Südniedersachsen natürlich auch noch weitere Jobmessen

statt, die wir für dich auf einen Blick zusammengestellt haben – siehe Seite 35.

Wenn du noch gar nicht weißt, wohin deine Reise einmal gehen soll, dann helfen dir

vielleicht unsere Azubiporträts weiter. Wir stellen wieder die verschiedensten Berufe und

Azubis vor. Was macht eigentlich ein Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik?

Wie wird man Hörakustiker? Und welche Eigenschaften sollte man als

Forstwirt mitbringen? All das erfährst du ab Seite 12.

Aber vergiss nicht: Bei all dem Bewerbungsstress ist es ebenso wichtig, sich auch mal

eine Pause zu gönnen. Ein Blick in unsere Auszeittipps ab Seite 48 verrät dir, welche

Möglichkeiten Göttingen und die ganze Region für deine Freizeitgestaltung bereithält.

Egal, ob du deine Kreativität ausleben möchtest, Kultur erleben oder dich einfach nur

auspowern willst – da ist für jeden etwas dabei.

A

Nun wünsche ich aber erst einmal viel Spaß beim Lesen und drücke dir ganz fest

die Daumen für eine erfolgreiche Bewerbung und eine tolle Ausbildungszeit!

COVERFOTO: LUKA GORJUP // ILLUSTRATION STOCK.ADOBE.COM

Elena Schrader, Chefredakteurin

schrader@faktor-magazin.de

Impressum

faktorAZUBI ,Entscheider Medien GmbH, Berliner Str. 10, 37073 Göttingen, Tel. 0551 3098390, Fax 0551 30983911, info@faktor-magazin.de , www.faktor-magazin.de

Herausgeber: Marco Böhme (V. i. S. d. P.), Chefredaktion: Elena Schrader (schrader@faktor-magazin.de),

Redaktion: Lea van der Pütten, weitere Autoren: Stefan Liebig, Sven Grünewald

Lektorat: CoLibris-Lektoratsbüro Dr. Barbara Welzel, Art-Direktion & Layout: Julia Braun, Fotografie: Alciro Theodoro da Silva, Luka Gorjup Vertrieb: Horst Wolf (Leitung), Claudia Krüger

Auflage: 7.500, Druck: Silber Druck OHG

Wir übernehmen für unverlangt eingesendete Texte, Fotos, Zeichnungen etc. keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht die Meinung des Herausgebers wieder. Von faktorAZUBI gestaltete Anzeigen sind

urheberrechtlich geschützt. Eine anderweitige Verwendung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Heraus gebers und einer Nutzungsentschädigung möglich. Ein Nachdruck der in faktorAZUBI veröffentlichten Beiträge (auch

auszugsweise) ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers möglich.

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Inhalt

10

32 Wie du den GöBit richtig nutzt!

Voll auf die Messe

6 Neues aus der Region

Gut zu wissen

10 Ausbildungsberufe im Check

Die Qual der Wahl

AZUBIS STELLEN VOR:

12 Berufskraftfahrer/-in

Immer auf Achse

16 Gesundheits- und

Krankenpfleger/-in

„Mit gutem Gewissen nach

Hause kommen“

18 Forstwirt/-in

Retter des Waldes

18

24

36 Personalerin gibt Antworten

Tach auch!

38 Mädchentage gegen Vorurteile

Von wegen Berührungsangst

42 BBS Münden als Vorreiter der

Flüchtlingsintegration

„Wir schaffen das“

44 Alternative: FSJ

Eine Herausforderung,

die sich lohnt

46 Ordnung ist das halbe Leben

Tipps gegen das Chaos zu Hause

48 Zeit für Abwechslung

Freistunde

22 Verfahrensmechaniker/-in

Vielseitig einsetzbar

28

50 Comic

Komisch, is' aber so.

24 Hörakustiker/-in

Zurück zum Hören

46

28 Verkäufer/-in und

Kassierer/-in

Selten sprachlos

AZUBI 1/2020


Unsere Ausbildungsangebote im Verkauf und in der Verwaltung:

I Verkäufer (m/w/d)

I Kaufmann im Einzelhandel (m/w/d)

I Handelsfachwirt (m/w/d)

I Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

I Duales Bachelor Studium (m/w/d)

I Duales Masterstudium (m/w/d)

I Schülerpraktikum (m/w/d)

I Praktikum 4 Wochen Zukunft (m/w/d)

Wir als Nr. 1 im Discount haben Dir jede Menge zu bieten:

I abwechslungsreiche Ausbildung

I umfassendes Seminarangebot

I Top-Branchengehalt:

1. Ausbildungsjahr 950 € brutto

2. Ausbildungsjahr 1.050 € brutto

3. Ausbildungsjahr 1.200 € brutto

I übertarifliche Zusatzleistungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)

I sicheren Arbeitsplatz

I leistungsstarkes und angenehmes Arbeitsumfeld mitten in einem Team,

das sich auf Dich freut!

Unsere Ausbildung – für echte Kaufleute

Unsere Mitarbeiter sind echte Kaufleute. Bei allem, was wir tun, orientieren wir uns an den

verbindlichen Werten der Kaufleute. Im Umgang mit unseren Mitarbeitern, mit Kunden und Lieferanten

setzen wir auf Respekt, Ehrlichkeit, Offenheit, Fairness und Verlässlichkeit. Bei allem, was wir tun,

versprechen wir nie mehr, als wir halten können.

Deine Ausbildung kann der Startschuss für eine interessante Zukunft bei Aldi sein. Nach absolvierter

Ausbildung bieten sich sehr interessante Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten, denn unsere

Nachwuchsführungskräfte finden wir am liebsten im Unternehmen.

Du hast Interesse? Dann sprich uns gern hier vor Ort an oder bewirb dich online.

Wir freuen uns auf dich.

ALDI GmbH & Co. KG Hann. Münden Graseweg 4, 34346 Hann. Münden

www.aldi-nord.de/karriere


6

GUT ZU WISSEN

Spot on Jobs

Durchblick im Berufe-Dschungel

Was mache ich nach dem Abschluss?

Diese Frage muss sich jeder Schüler

einmal stellen. Doch wie den Überblick

behalten bei der schier unendlichen

Vielzahl an Möglichkeiten?

‚Spotlight – das Jobkino‘ ermöglicht dir den Durchblick.

Die Internetplattform aus Südniedersachsen stellt

Arbeitgeber aus deiner Region vor. Hier kannst du das

Berufsangebot durch stöbern und dich von den verschiedensten

Ausbildungs stellen inspirieren lassen. In je zwei kurzen,

unterhaltsamen Filmen stellen sich zunächst die Firmen

selbst und dann ihre Azubis die Ausbildung und ihre

weiteren Berufsperspektiven vor. Zudem erhältst du eine

pdf-Datei mit Unternehmensdetails und wirst bei Interesse

gleich zur Bewerberseite weitergeleitet.

Hier geht's zum Kino! www.spotlight-dasjobkino.de

FOTO: PFH

Starthilfe für pfiffige Schülerideen

Eine Schulhofkampagne gegen Mobbing, die Aufnahme

eines eigenen Albums der Schulband oder die Entdeckung

eines umweltfreundlichen Waschmittels bei

‚Jugend forscht‘ – alles tolle, aber teure Ideen. Was aber

meist fehlt, ist die finanzielle Unterstützung. Um solche

Einfälle zu fördern, hat die PFH Private Hochschule

Göttingen nun den Crowdfunding- Wettbewerb ‚Schulideenbeweger‘

ausgeschrieben. Angesprochen sind

Gruppen, die eine unternehmerische, soziale oder kulturelle

Idee verfolgen. Diese Ideen sollen dann mittels

Crowdfunding finanziert und umgesetzt werden. Noch bis

zum 9. März können sich Teams beim ZE Zentrum für

Entrepreneurship der PFH mit ihrem Projekt bewerben.

Weitere Infos gibt’s unter: www.ideenbeweger.org

Aspect Change

Mehr und mehr schauen Unternehmen bei ihren Bewerbern auch auf

die Soft Skills, auf Fähigkeiten, die fachlich zunächst einmal nichts mit

dem eigentlichen Beruf zu tun haben. Engagiert sich ein Bewerber sozial?

Macht die Person eine Mannschaftssportart? Führt der Bewerber ein

aktives und verantwortungsvolles Leben? Aspect Change bietet Azubis hier eine Möglichkeit

zur eigenen Horizonterweiterung. In dem Projekt tauschen Azubis für eine Woche

ihren gewohnten Arbeitsplatz gegen eine Mitarbeit im sozialen Bereich. Das können

diakonische Werkstätten und Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen, soziale

Kaufhäuser, Altenheime, Bahnhofsmissionen oder auch Treffpunkte für wohnungslose

Menschen sein.

Ziel des Projekts ist es, die Wirtschaft und die sozialen Einrichtungen weiter zu vernetzen

und den Azubis die Möglichkeit des Perspektivwechsels zu geben. Nach einer

Vorbereitungsphase, in der auch auf die Befürchtungen und Fragen der Azubis eingegangen

wird, folgt ein viertägiger Aufenthalt in der sozialen Einrichtung. Am letzten Tag

können die Auszubildenden ihre Erfahrungen und Erlebnisse vortragen und mit anderen

darüber reflektieren. Mehr Infos gibt’s hier: www.aspect-change.de

FOTO/ILLUSTRATIONEN: STOCK.ADOBE.COM

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7

GUT ZU WISSEN

Filmkulisse:

Göttingen

,Mix it‘ – das ist ein Filmbildungsprojekt,

das seit 2016 Jugendliche mit

und ohne Fluchtgeschichte zusammenbringt,

um gemeinsam Filme zu drehen.

Diese erfolgreiche Initiative, bei der

bereits mehr als 800 Jugendliche aus

30 verschiedenen Ländern teilgenommen

haben, findet jährlich an mehreren

Standorten statt und hat im vergangenen

November nun auch erstmals in Niedersachsen

– genauer in Göttingen – Halt

gemacht. Vom 4. bis zum 8. Novem ber

haben sich 30 Jugendliche in Kurzfilmen

mit dem Thema ‚Mein Körper‘ auseinandergesetzt.

Die Ergebnisse dieses Filmworkshops

feierten im Januar auf der

großen Kinoleinwand Premiere. Wirf

doch auch mal einen Blick hinein, unter:

www.youtube.com/mixitfilmprojekt

IT macht Schule

Die Entscheidung für einen Beruf erweist sich für junge Menschen

während des immer näher rückenden Schulabschlusses oft

als quälend. Gleichzeitig stellt der Fachkräftemangel Unternehmen

bundesweit vor große Herausforderungen. Hier setzt die

Initiative ‚IT macht Schule‘ an. 2017 in der Region Hannover

gestartet, begeistert sie seitdem Schüler für das Spektrum der

IT- Berufe und bringt Unternehmen mit interessiertem Nachwuchs

in Kontakt. So können Schüler beispielsweise in Praktika die

Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten und Chancen in der

Informations- und Kommunikationstechnologie kennenlernen.

Als erster Kooperationspartner der Initiative übernimmt nun die

Bildungsregion Südniedersachsen e. V. das Konzept für unsere

Region. „Mit dem Projekt möchten wir die Jugendlichen bei der

Entscheidungsfindung unterstützen und auch nachhaltig zur

Fachkräfte sicherung in der Region beitragen“, so Renate Sydow,

Bildungs koordinatorin bei der Bildungsregion Südniedersachsen.

Weitere Infos gibt’s hier: https://itms.online

FOTO: LEA VAN DER PÜTTEN

TOPAS: Finde die Edelsteine unter

den Arbeitgebern

Ausbildungsplätze gibt es viele – doch wie stellst

du fest, ob ein potenzieller Arbeitgeber auch ein guter Arbeitgeber

ist? TOPAS kann dir dabei helfen – denn das Label steht seit

einigen Jahren für ‚Top Arbeitgeber Südniedersachsen‘. Um diese

Auszeichnung zu erhalten, müssen sich die Unternehmen zunächst

mit ihren eigenen Zielen und Werten auseinandersetzen. Diese

werden anschließend über ein Jahr in verschiedenen Workshops

weiterentwickelt und in konkrete Maßnahmen umgesetzt. Erst,

wenn ihnen dies erfolgreich gelingt, dürfen sie sich fortan mit dem

Label schmücken. So werden ihr Engagement und das Bemühen

um ihre Mitarbeiter nach außen getragen.

Alle bereits zertifizierten TOPAS-Unternehmen findest du unter:

www.suedniedersachsenstiftung.de/projekte/topas/unternehmen

Know IT

Am 13. November fand im Felix-Klein-Gymnasium in Göttingen

der Fachkongress ‚Know IT‘ statt. Ein ganz normaler

Fachkongress? Nicht ganz, denn die Referenten sind allesamt

IT-Azubis aus Betrieben in Südniedersachsen. So verbindet

die ‚Know IT‘ fachlichen Austausch und Berufsorientierung

auf innovative Art und Weise. Von der Prof. Schumann

GmbH referierten gleich vier Auszubildende aus dem

zweiten Lehrjahr. Azubi Jan Riedel hielt den Vortrag ‚Bitcoin

– Magic Internet Money‘, in dem er den Schülern die

technischen Details von Bitcoin erklärt. Referent Marco

Emmel nutzte die Gelegenheit des jungen Publikums und

hielt eine ‚Hassrede‘ auf Smartphones. Geschäftsführerin

Martina Städtler-Schumann zeigte sich angesichts der Kreativität

und des Engagements begeistert: „Ich sehe das

nicht nur als Chance, neue Azubis auf uns aufmerksam zu

machen, sondern auch als Förderung unserer Azubis, als

‚Training on the job‘. Hinterher sind alle stärker.“

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8

GUT ZU WISSEN

Schon gewusst?

Auch Ausbildung in

Teilzeit kann möglich sein

Es gibt immer Fälle, in denen eine Ausbildung in Vollzeit zu

belastend ist: sei es eine familiäre Notlage, seien es psychische

Belastungen oder die Kinderbetreuung, um nur einige

zu nennen. In solchen Fällen kann eine Reduzierung der

täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit unter Umständen

helfen. Die Möglichkeit dazu besteht grundsätzlich.

Dazu muss das Gespräch mit dem Ausbildungsbetrieb oder der zuständigen

Kammer gesucht werden, um gemeinsam zu überlegen, ob eine Reduzierung

infrage kommt und in welchem Umfang. Im Falle einer

Einigung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden – und zwar bis maximal

zur Hälfte der täglichen oder wöchentlichen Zeit. Dafür ver längert sich allerdings

in demselben Verhältnis die gesamte Ausbildungsdauer. Das heißt, eine

Verlängerung bis zum Eineinhalbfachen ist möglich.

Da der Berufsschulunterricht normalerweise parallel zur Vollzeitausbildung

abläuft, sollte auch mit der Berufsschule die Situation besprochen werden –

möglicherweise gibt es auch hier die Chance, die Unterrichtszeit zu verkürzen.

Eine Kürzung der Ausbildungszeit kann auch Folgen für die Vergütung haben:

Diese kann maximal um denselben Anteil gekürzt werden wie die wöchentliche

Ausbildungszeit – weniger zu kürzen ist zulässig, mehr zu kürzen nicht.

Wahlpflichtkurs Feuerwehr

Mehr als ein Jahr Planung, Organisation und Tüftelei – doch nun ist der

Wahlpflichtkurs ‚Feuerwehr‘ an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in

Kooperation mit der Göttinger Berufsfeuerwehr endlich gestartet. Insgesamt

hatten sich rund 40 Schüler auf die 16 freien Plätze beworben. Die

angehenden Feuerwehrleute werden in Theorie und Praxis durch die Profis

auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Göttingen ausgebildet. Zum Unterricht

gehört neben regelmäßiger Beteiligung und Fleiß auch die Persönliche

Schutzausrüstung (PSA). Hintergrund des Projekts ist, dass die Freiwilligen

Feuerwehren zunehmend Probleme bei der Nachwuchsgewinnung

haben, während Schulen wiederum stets nach interessanten Angeboten für

ihre Schüler suchen. Der Kurs soll neben spannenden Inhalten so auch zur

Berufsorientierung dienen.

FOTOS: STOCK.ADOBE.COM

AZUBI 1/2020


PROFIL

Sehen. Staunen. Verstehen.

Tag der offenen Tür am 16. Mai 2020 an der HAWK

Fakultät Naturwissenschaften und Technik

Wie funktionieren eigentlich autonome

Roboter, was passiert in

einem Elektroantrieb und was

macht ein virtueller Doktor? Antworten auf

diese und viele weitere Fragen gibt es am

Samstag, dem 16. Mai 2020, beim Tag der

offenen Tür an der HAWK Fakultät Naturwissenschaften

und Technik auf den Göttinger

Zietenterrassen.

Von 11 bis 17 Uhr informieren Mitarbeiter/

innen, Lehrende und Studierende über Studiengänge

und -inhalte, die verschiedenen

Labore und Werkstätten sind geöffnet und

bieten vielfältige Einblicke in die Welt der Forschung.

Bei zahlreichen Mitmach-Aktionen

und Vorträgen wie zum Beispiel ,Die Physik

in Hollywood‘, ,Von Jung zu Alt in Sekunden

im Aging-Anzug‘ und ,Wie funktioniert ein

3D-Drucker?‘ können neue spannende Erfahrungen

gemacht werden. Für die kleinen

Besucher wird ein Extra­ Programm angeboten.

Außerdem ist den ganzen Tag über für das

leibliche Wohl gesorgt: In der Mensa des

Studentenwerks gibt es unter anderem frischen

Kaffee und Kuchen, und das Grill-Café

der Fachschaft lockt mit Würstchen & Co.

Übrigens: Wir sind auch auf dem GöBit

am 7. März!

FOTO: HAWK

KONTAKT

HAWK

Fakultät Wissenschaften und Technik

Von-Ossietzky-Straße 99

37085 Göttingen

Tel. 0551 3705-166

wwww.hawk.de/n

Beweg Menschen.

In deiner Ausbildung. Bei uns.

Bewirb dich jetzt für den Ausbildungsstart 2020:

www.ottobock.com/ausbildung

Besuch uns auf der GÖBIT 2020.


10

Die Qual der Wahl

Wer einen Blick auf die alljährliche Top-Ten-Liste der beliebtesten

Ausbildungsberufe wirft, wird hier in der Regel eines nicht finden: Exoten.

Und das, obwohl es in Deutschland über 330 spannende und außergewöhnliche

Ausbildungsberufe gibt, die man erlernen kann.

Eine kleine Auswahl davon stellen wir dir auf den nächsten Seiten vor.

Die meistgewählten Ausbildungsberufe

von Jungen:

KfZ-Mechatroniker

Kaufmann im Einzelhandel

Elektroniker

Industriemechaniker

Fachinformatiker

Die meistgewählten Ausbildungsberufe

von Mädchen:

Kauffrau für Büromanagement

Kauffrau im Einzelhandel

Medizinische Fachangestellte

Verkäuferin

Zahnmedizinische Fachangestellte

Welche Benefits sollte ein Ausbildungsbetrieb leisten?

Gründe von Schülern, sich für einen Ausbildungsbetrieb zu entscheiden:*

Frage an Schüler, Bewerber und

Auszubildende:

Welche der folgenden Leistungen/

Zusatzleistungen sollten Deiner Meinung

nach die Ausbildungsbetriebe

bieten?

Übernahmegarantie nach

der Abschlussprüfung

Fahrtkostenübernahme

39,1 %

58,4 %

53,4 %

42,4 %

Frage an

Ausbildungsverantwortliche

Welche der folgenden Leistungen/

Zusatzleistungen bieten Sie Ihren

Auszubildenden?

moderne

Arbeitsplatzausstattung

Unterstützung bei Nachhilfe

und Prüfungsvorbereitung

44,7 %

51,8 %

56,0 %

76,0 %

*Quelle: u-form Testsysteme GmbH – Azubi-Recruiting

Trends 2019 Management Summary

kostenfreie Parkplätze

33,2 %

70,2 %

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11

Ausbildungsberufe mit Zukunft

Neben den bestbezahlten Ausbildungsberufen gibt es auch weitere, die als Berufe mit Zukunft gelten.

Das heißt, diese Berufe werden in den kommenden Jahren sehr nachgefragt werden, und du findest mit hoher

Sicherheit einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz.

im technischen

Bereich:

in der IT-Branche:

im medizinischen

Bereich:

in der chemischen

Produktion:

Im kaufmännischen

Bereich

Da sich unsere Welt und

die Wirtschaft immer

rasanter dreht und wir

dafür Menschen brauchen,

die Maschinen

entwickeln, bedienen

und reparieren können,

werden Ingenieure immer

stärker nachgefragt.

Datensicherheit spielt

in unserem Leben

zunehmend eine Rolle,

und immer mehr Systeme,

zum Beispiel in

Autos oder im Haushalt,

bestehen aus Elektronik

und Informatik. So wird

die IT-Branche in den

kommenden Jahren

noch weiter wachsen.

Wer sich für den Bereich

des menschlichen

Körpers interessiert

und helfen möchte, das

Leben von Menschen zu

verbessern, für den

bieten sich folgende

medizinischen Ausbildungen

an, die in

Zukunft vermehrt nachgefragt

werden.

Wer Interesse an

Naturwissen schaften

und Chemie hat, den

erwartet eine vielversprechende

Zukunft

– denn die Bevölkerung

wächst und damit auch

die Nachfrage nach

Nahrungsmitteln und

Medikamenten.

Kaufmännische Berufe

sind auch in Zukunft

in Unternehmen viel

gefragt. Wer gut organisiert

ist, mit Zahlen

umgehen kann und

kommunikationsfreudig

ist, der ist vielleicht gut

in einem der folgenden

Berufe mit Zukunft

aufgehoben.

• Elektroniker/-in für

Betriebstechnik

• Mechatroniker/-in

• Technische/-r

Systemplaner/-in

• Fachinformatiker/-in

• Informatikkaufmann/-frau

• Mathematischtechnische/-r

Softwareentwickler/-

in

• Altenpfleger/-in

• Augenoptiker/-in

• Hörakustiker/-in

• Gesundheits- und

Krankenpfleger/-in

• Chemielaborant/-in

• Lebensmittel

techniker/-in

• Chemikant/in

• Kaufleute für

E-Commerce

• Industriekaufleute

• Kaufleute für Büromanagement

• Kaufleute im Großund

Außenhandel

QUELLE: STATISTISCHES BUNDESAMT ILLUSTRATION STOCK.ADOBE.COM

Welche Ausbildungsberufe sind beliebt?

1. Kaufleute für Büromanagement

2. Einzelhandelskaufleute

3. Verkäufer/-in

4. KfZ-Mechatroniker/-in

5. Industriekaufleute

6. Medizinische Fachangestellte

7. Kaufleute für Groß- und Außenhandel

8. Elektroniker/-in

9. Fachinformatiker/-in

10. Zahnmedizinische Fachangestellte

GET RICH OR DIE TRYIN'

– die bestbezahltesten Ausbildungsberufe 2020

1. Fluglotse/Fluglotsin

2. Polizeivollzugsbeamter/-beamtin

3. Finanzwirt/-in

4. Sozialversicherungsfachangestellte/-r

5. Bankkaufleute

6. Kaufleute für Versicherungen

und Finanzen

7. Physiklaborant/-in

8. Biologielaborant/-in

9. Technischer Systemplaner/-in

10. Verwaltungsfachangestelle/-r

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12

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13

Immer auf Achse

Vorgestellt

Berufskraftfahrer/-in

Sie lieben es, unterwegs zu sein. Mohamed und Nico machen eine Ausbildung

zum Berufskraftfahrer. Technikbegeisterung, Geduld und Stressresistenz

sind gefragt – Abwechslung ist garantiert.

TEXT STEFAN LIEBIG

FOTOGRAFIE LUKA GORJUP

en ganzen Tag im Büro zu

sitzen, ist nichts für mich“,

sagt Nico Stüber. Der

18-Jährige ist im ersten

Ausbildungsjahr zum Berufskraftfahrer bei der

Göttinger Zufall logistics group. Das Erstaunliche:

Er hatte vor zwei Jahren einen schlimmen Verkehrsunfall.

Mit seinem Motorrad wurde er von

einem Auto angefahren. Eine lange Reha-Zeit

zwang ihn, die Schule abzubrechen. Den Hauptschulabschluss

hat er, aber eigentlich sollte es der

Realschulabschluss werden. Wieso er trotzdem beruflich

hinters Steuer will? „Ich lasse mich von dem

Unfall nicht einschränken – ich will unterwegs sein

und etwas von der Welt sehen“, sagt er und schaut

motiviert in die Zukunft. Und dabei ist er nicht

allein. Bei Zufall gibt es noch zwei weitere Auszubildende,

mit denen Nico eng zusammenarbeitet.

Einer von ihnen ist Mohamed Anous-El Aloui. Der

35-Jährige ist bereits im zweiten Ausbildungsjahr,

Vater von drei Kindern und seit vier Jahren in

Deutschland. Bevor der Marokkaner seine Frau

D

kennenlernte, jobbte er unter anderem in Katar für

einen Sicherheitsdienst und war dort auch selbstständig

tätig. Doch eigentlich wollte er schon immer

Lkw-Fahrer werden. „In Marokko war das

aber nicht möglich“, erklärt er den Grund, warum

er erst in Deutschland mit der Ausbildung beginnen

konnte.

Die Ausbildung bei Zufall gefällt Mohamed

sehr gut. Er möchte Verantwortung übernehmen

und mag den Kontakt zu den Kunden. Da er Familie

hat, wird er überwiegend im Nahverkehr eingesetzt

– so ist er abends wieder zu Hause. Nico hingegen

möchte lieber die weiteren Fahrten übernehmen und

länger auf Achse sein. Doch das dauert noch etwas.

In den ersten Monaten der Ausbildung sammelt der

Azubi im Tagesgeschäft zunächst Erfahrungen in der

unternehmenseigenen Werkstatt und lernt im Umschlaglager

wichtige Dinge für die Be- und Ent ladung

kennen sowie für die Ladungssicherung nebst der

gesetzlichen Vorgaben. Und natürlich will zu aller erst

der Lkw-Führerschein bestanden sein. ››

AZUBI 1/2020


14

„Der schlechte Ruf des Berufskraftfahrers ist unberechtigt.

Der Beruf ist vielseitig, verantwortungsvoll, abwechslungsreich

und nichts für Schreibtischhocker.“

Dorte Watermann

Im Wechsel besucht Nico eine Woche die Berufsschule

und ist dann zwei Wochen im Betrieb. Die

gesamte Technik von Lkw und Anhängern sowie

verschiedenen Kupplungen dazwischen müssen

verstanden und deren Bedienung erlernt werden.

Natürlich beschäftigen sich die angehenden Fahrer

auch mit der rasanten Entwicklung der autonomen

Fahrtechnik. Angst, dass sie als Fahrer eines Tages

wegen selbstfahrender Lkw überflüssig werden,

haben sie aber nicht. „Das sehe ich als Unterstützung.

Bis die Systeme wirklich ohne Menschen

fahren können, wird aber noch viel Zeit vergehen“,

sagt Nico und lässt sich nicht bange machen.

Auf die ,Piste‘ geht es zunächst aber nur als Beifahrer

von erfahrenen Kollegen. Mohamed hat mit

seinen 35 Jahren schon einen großen Erfahrungsvorsprung,

doch Nico holt auf. Einig sind sich die

beiden, dass sie sich nicht stressen lassen wollen.

Denn das große Verkehrsaufkommen kostet viel

Zeit. Maximale gesetzliche Lenkzeiten müssen eingehalten

werden, während die Kunden eine pünktliche

Lieferung erwarten. „Der Zeitdruck ist da,

aber gegen den Verkehr kann man sowieso nichts

machen“, sagt Mohamed. „Eine gute Planung und

Flexibilität helfen. Und letztlich muss man einfach

versuchen, möglichst gut durchzukommen.“

Doch genau diese schwierige Verkehrslage und die

durch die Medien flimmernden Bilder von vollen

Lkw-Rastplätzen sind der Grund für die überall fehlenden

Lkw-Fahrer. „Der schlechte Ruf des Berufskraftfahrers

ist unberechtigt. Der Beruf ist vielseitig,

verantwortungsvoll, abwechslungsreich und nichts

für Schreibtischhocker“, sagt die Ausbildungsleiterin

Dorte Watermann. Sie begleitet die drei Azubis,

die die ersten bei Zufall ausgebildeten Berufskraftfahrer

sein werden. Durch die Finanzierung der

Lkw-Führerscheine stellt dies für das Unternehmen

eine hohe Investition dar. Der Fahrer mangel auf

dem Bewerbermarkt und das klare Bekenntnis der

Unternehmensleitung zur innerbetrieblichen Ausbildung

sprechen aber für diese Entscheidung.

Neben der guten theoretischen und praktischen

Schulung und den exzellenten Jobaussichten nach

ihrer dreijährigen Lehrzeit, profitieren Nico, Mohamed

und ihre Kollegen von dem umfangreichen

und ausbildungsbegleitenden Programm bei Zufall.

Die beiden Azubis sind rundum zufrieden

mit ihrer Wahl – das spürt man, wenn sie von

ihrem künftigen Beruf und ihrem Einsatz auf der

Straße erzählen. Zwei, die wirklich Gas geben

wollen. ‹‹

Welche Stärken sollte man mitbringen?

• Spaß am Autofahren

• Interesse für Technik und Kraftfahrzeuge

• handwerkliches Geschick

• Konzentrationsfähigkeit

• Stressresistenz

• Teamfähigkeit

• Kommunikationsfähigkeit beim Kundenkontakt

• Spaß am Lernen (Gesetze, Verkehrsregeln, Technik)

Was lernt man in der Ausbildung?

• Lkw zu fahren, Be- und Entladen

• Ladungssicherung

• Lenkzeitenkontrolle

• Dispositionsabläufe

• gesetzliche Bestimmungen für Transport- und

Lieferverkehr

• Umgang mit dem Transportgut (z. B. verderbliche

Ware oder Gefahrgut)

AZUBI 1/2020


www.froetek.com

Aufstiegsmöglichkeiten.

www.jungfer-druck.de

Mitglieder im MEKOM Regionalmanagement Osterode am Harz e.V.

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Ausbildungsbeginn: 1. April

attraktive Vergütung: zwischen 1.140 und 1.303 Euro

Voraussetzungen: 18. Lebensjahr,

mindestens zehnjährige Schulbildung

Einsätze auf den Stationen sowie im OP und auf der

Intensivstation des EKW möglich

externe Einsätze im Hospiz, in Seniorenheimen,

in der ambulanten Pflege und Psychiatrie

Möglichkeit zur Teilnahme am ausbildungsbegleitenden

Bachelor-Studiengang

Pflegewissenschaft (B.Sc.)

Einmalig in

der Region

Jetzt auch Teilzeitausbildunmöglich!

Ausbildungsdauer:

3,5 Jahre

Mach ne Ausbildung zur/zum

Pflegefachfrau/Pflegefachmann (m/w/d)

KRANKENPFLEGESCHULE

Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende

Krankenpflegeschule Neu-Mariahilf I Waldweg 9 I 37073 Göttingen

Tel. 0551 5034-3900 I www.ekweende.de


16

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 1.040 Euro

2. Lehrjahr: 1.100 Euro

3. Lehrjahr: 1.200 Euro

Einstiegsgehalt: 2.400–2.600 Euro

(brutto)

AZUBI 1/2020


17

„Mit gutem Gewissen

nach Hause kommen“

Trotz großer Herausforderungen – aufzugeben ist für Maira Kreutzfeldt keine Option.

Sie ist im zweiten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, liebt

ihren Job und den täglichen Umgang mit Menschen.

TEXT STEFAN LIEBIG FOTOGRAFIE LUKA GORJUP

Vorgestellt

Gesundheits- und Krankenpfleger/-in

W

enn ich merke, dass es hilft,

was ich für die Patienten

mache, ist das die schönste

Bestätigung, die es gibt“,

sagt Maira Kreutzfeldt. Die

Göttingerin begann im Herbst vor zwei Jahren ihre

dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und

Krankenpflegerin im Ev. Krankenhaus Göttingen-

Weende. Seither durchläuft sie hier und im dazugehörigen

Krankenhaus Neu-Mariahilf die verschiedenen

Stationen. Die Auszubildende lernt die

Operationssäle, die Anästhesie, Chirurgie, Geria trie,

Gynäkologie und Innere Medizin kennen, trifft

immer wieder auf neue Kollegen und Patienten

und stellt sich immer wieder auf neue Abläufe und

medizinische Problemfelder ein. Viel Abwechslung

ist garantiert, denn sie arbeitet in jedem Bereich

immer nur ein paar Wochen – dann heißt es schon

wieder wechseln. Das Ganze in Verbindung mit

dem Schicht- und Wochenenddienst – eine echte

Herausforderung!

„Die Umstellung im Alltag war für mich anfangs

nicht einfach“, räumt Maira ein. Zwar hilft ihr die

Unterstützung von Familie und Freunden, doch hin

und wieder falle es schon schwer, Termine abzusagen,

einfach weil es der Dienstplan so will. „Ich

könnte das nicht“, hört sie dann öfter in ihrem

Bekanntenkreis. Doch aufzugeben ist für Maira keine

Option – auch wenn das längst nicht ihre einzige

Schwierigkeit im Alltag ist. „Ich habe eine Weile

gebraucht, zu erkennen, welcher Patient gerade

besondere moralische Unterstützung braucht“, so

die 20-Jährige. Doch bei knappem Personal immer

genügend Zeit für die zu pflegenden Menschen zu

finden, das sei nicht leicht. Schon gar nicht als Azubi

– wenn plötzlich eigene Fragen auftauchen und

die ebenso eingespannten Kollegen nicht immer

ausreichend Puffer zur Beantwortung finden. „Vor

allem aber muss man lernen, nach Feierabend abzuschalten

und nicht mehr an kranke oder auch

verstorbene Patienten zu denken“, sagt Maira.

Und dennoch, man merkt der Auszubildenden

bei all diesem Stress ganz eindeutig an: Ihre Entscheidung

für den Beruf der Gesundheits- und

Krankenpflegerin bereut sie nicht. Sie meistert die

vielfältigen Aufgaben mit Leidenschaft, und der

Umgang mit Menschen bereitet ihr wahre Freude:

Patienten bei der Körperhygiene und der Nahrungsaufnahme

unterstützen, Medikamente verabreichen,

Verbände und Schienen anlegen, Operationen vorbereiten,

Pflegepläne erstellen, Abrechnungen

durchführen, den Materialbestand verwalten, und

und und. Bei wirklichen Problemen unterstützen

dann eben doch die Kollegen, und es helfen Gespräche

und Supervisionen in der Krankenpflegeschule.

Maira hat sich sicher keinen leichten Ausbildungsberuf

ausgesucht – „aber einen, der sehr

wichtig für die Gesellschaft ist“, sagt sie bestimmt.

Der tägliche Kontakt zu den Patienten ist für sie

Bestätigung genug, sich richtig entschieden zu haben.

„Ich möchte nur noch lernen, mit gutem Gewissen

nach Hause zu kommen, ohne zu erschöpft

zu sein“, sagt Maira und blickt erwartungsvoll und

motiviert in die Zukunft.

››

Welche Stärken solltest

du mitbringen?

• Konzentration und

Sorgfalt

• Multitaskingfähigkeit

• Konzentrationsfähigkeit

• Stressresistenz

• Teamfähigkeit

• Kommunikationsfähigkeit

beim Patientenkontakt

• Spaß am Lernen

• Flexibilität (Schichtdienst,

auf Menschen

eingehen)

• Fähigkeit, nach Feierabend

abschalten zu

können

AZUBI 1/2020


18

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 650 Euro

2. Lehrjahr: 700 Euro

3. Lehrjahr: 750 Euro

Einstiegsgehalt: 1.500–2.000 Euro

(brutto)

AZUBI 1/2020


19

Vorgestellt

Forstwirt/-in

Retter des Waldes

In Australien brennt der Wald, im Harz wütet der Borkenkäfer und

deutschlandweit sterben die Buchen ab. Die Forstwirtschaft ist eine Branche im

Wandel. Umso mehr ist sie heutzutage auf die Forstwirte angewiesen, die sich um

die Pflege des Waldes kümmern – so wie Christian Peter.

TEXT LEA VAN DER PÜTTEN

FOTOGRAFIE LUKA GORJUP

n voller Arbeitsmontur mit

Schutzhelm und Kettensäge

bewaffnet stapft Christian

Peter durch den Wald bei Bovenden/Reyershausen.

Der 26-Jährige absolviert derzeit sein zweites Ausbildungslehrjahr

im Forstamt Reinhausen der niedersächsischen

Landesforsten. Mit einem kräftigen

Ruck schmeißt Christian die Kettensäge an und

schneidet unter lautem Geknatter das Unterholz

rund um die große Buche frei, die gleich gefällt

werden soll. Schon seit einigen Wochen sind er und

seine Kollegen dabei, Hauungen auf dem Plesseplateau

vorzunehmen, denn unter anderem bedingt

durch die letzten heißen Sommer sind viele der

Buchen von einem Pilz befallen und sterben langsam

ab. „Das stellt für Spaziergänger oder uns

Forstwirte eine Gefahr dar“, erklärt Christian,

nämlich dann, wenn die morschen Bäume einfach

abbrechen. „Jetzt – solange das Holz noch einigermaßen

gesund ist – fällen wir sie, damit wir das

Holz noch verkaufen können. Später will das niemand

mehr haben.“ Diese Aufgabe ist eine

I

Gratwanderung – zum einen müssen die erkrankten

Bäume erkannt und die Gefahr, die von ihnen

ausgeht, eingeschätzt werden. Gleichzeitig müssen

die Forstwirte aufpassen, dass sie nicht zu viele

Lichtflächen auf dem Waldboden entstehen lassen,

da das wiederum Auswirkungen auf das Ökosystem

hat. Ein Job mit viel Verantwortung.

„Man sollte die Ausbildung zum Forstwirt

nicht unterschätzen“, sagt Christian. Natürlich ist

es eine tolle Vorstellung, jeden Tag an der frischen

Luft zu arbeiten, aber diese Arbeit sei eben auch

körperlich sehr anstrengend. Auch die Anwendung

der in der Berufsschule erlangten theoretischen

Kenntnisse – wie die Berechnung von Höhen und

Winkeln oder die Bestimmung von bestimmten

Pflanzenarten – auf die Wirklichkeit ist nicht immer

ganz einfach. Mehrfach im Jahr fährt Christian für

zwei bis fünf Wochen zur Berufsschule nach Seesen.

Dort erlernt er neben Fächern wie Politik, Deutsch,

EDV oder BWL vor allem forstfachliche Kenntnisse.

Das fängt bei den theoretischen Grundlagen ››

AZUBI 1/2020


20

„Es wird mit Sicherheit nicht

langweilig. Der Beruf bleibt, ebenso

wie der Wald selbst, durch

die klimabedingten Veränderungen

im steten Wandel.“

über die Sicherheitstechniken wie etwa bei Hauungen

an – und geht bis hin zu Natur- und Pflanzenkunde

sowie Waldbau.

„Mir gefällt an meiner Ausbildung besonders,

dass immer so viele verschiedene Arbeiten an stehen

– je nach Saison und was gerade anfällt“, erzählt

Christian. Am meisten Spaß machen ihm jedoch

das Bestimmen von Pflanzen sowie die Jungbaumpflege

bzw. waldbauliche Eingriffe. „Es ist einfach

schön, den Prozess von der kleinen Pflanze bis hin

zum großen erntereifen Baum zu beobachten“,

sagt der Azubi schwärmend. Neben Hauungen

stehen regelmäßig auch Läuterungen auf seinem

Ausbildungsplan, also die Pflege junger Pflanzen,

ebenso wie Pflanzungen von ganzen Kulturen wie

etwa Eichen oder das Bauen von Zäunen. Jede

dieser Aufgaben kann dabei mehrere Wochen Zeit

in Anspruch nehmen. Dann trifft sich das Forstteam

früh morgens um 7 Uhr an der Werkstatt, legt

die Arbeitsausrüstung an, macht die Geräte fit und

lädt alles auf den Anhänger. Oben im Wald wird

zunächst die Schutzhütte vorgeheizt, und dann

startet ein langer und manchmal auch schweißtreibender

Arbeitstag. „Es kann auch schon einmal

sein, dass wir den ganzen Tag lang Holz hacken“,

sagt Christian und lächelt dabei zufrieden über

seine Ausbildungswahl.

Bevor Christian allerdings seine Ausbildung als

Forstwirt begann, hatte er bereits ein Bachelorstudium

in Geografie absolviert. Hierbei stellte er jedoch

fest, dass er beruflich doch lieber praxisorientierter

arbeiten möchte. Zu diesem Zeitpunkt engagierte er

sich in seiner Freizeit schon seit über zehn Jahren

ehrenamtlich bei der Deutschen Waldjugend und

brachte hier Kindern auf spielerische Art und Weise

den Wald und die Forstwirtschaft näher. Den grünen

Daumen in der Tasche fiel ihm die Neuorientierung

somit leicht. „So konnte ich zum Glück auch

schon einiges an Grundlagenwissen mit in die Ausbildung

bringen und wusste, was mich erwartet“,

erklärt Christian. Die ist auch der Grund, warum er

jedem, der diesen Weg anstrebt, empfiehlt, sich die

Arbeit vorher einmal genau anzuschauen. „Es ist

kein ganz einfacher Job, und man sollte sich bewusst

sein, dass Forstwirte an vielen Stellen nicht mehr

gefahrlos arbeiten können“, so der Azubi. Gleichzeitig

sei es aber ein Beruf mit Sinn und Zukunft. Es

werden künftig mehr Forstwirte gebraucht, Sicherheitstechniken

werden angepasst und neue Aufgaben

kommen auf. „Es wird mit Sicherheit nicht

langweilig. Der Beruf bleibt, ebenso wie der Wald

selbst, durch die klimabedingten Veränderungen im

steten Wandel.“ ‹‹

Welche Charaktereigenschaften sollte ein Forstwirt

mitbringen?

• Teamfähigkeit

• Rücksichtnahme

• Belastbarkeit

Welche Möglichkeiten hat man nach Abschluss

der Ausbildung?

• Weiterbildung zum Forsttechniker

• den Forstwirtschaftsmeister machen

• Forstwirtschaft studieren

• einen eigenen Forstbetrieb gründen

AZUBI 1/2020


DEUTSCHLANDS

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22

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 620–850 Euro

2. Lehrjahr: 670–880 Euro

3. Lehrjahr: 720–940 Euro

Einstiegsgehalt: 1.800–2.400 Euro

(brutto)

AZUBI 1/2020


23

Vielseitig einsetzbar

Produkte aus Plastik und Gummi – sie begegnen uns tagtäglich und überall.

Dass Kunststoff jedoch nicht gleich Kunststoff ist und Kautschuk nicht gleich

Kautschuk, das weiß Marcel Loewner am besten. Er absolviert derzeit sein drittes

Ausbildungslehrjahr als Verfahrensmechaniker.

Vorgestellt

Verfahrensmechaniker/-in

TEXT LEA VAN DER PÜTTEN

FOTOGRAFIE LUKA GORJUP

nders, als man vielleicht

vermuten könnte, braut

Marcel Loewner in seiner

Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

für Kunststoff- und Kautschuktechnik

bei KKT in Lerbach bei Osterode keine Plastik- und

Gummi rezepturen zusammen. Das übernehmen seine

Kollegen in der Elastica, einem zur KKT Holding

gehörenden Werk, das firmenintern liebevoll auch

Hexen küche genannt wird. Bei Marcels Arbeitsplatz

hingegen stehen die Maschinen, die die unterschiedlichen

fertigen Kunststoff- und Kautschukmassen

schließlich in ihre Form pressen. Je nachdem,

was gerade produziert wird, entstehen hier

Teile für Atemschutzmasken für die Feuerwehr,

Umlenkhebel für den VW-Konzern oder ganze

Schalt abdeckungen, etwa für den Golf GTI. Diese

erhalten, nachdem sie ihre grobe Form bekommen

haben, anschließend noch einen Feinschliff und

werden dann an die Kunden geliefert.

A

Marcels Aufgabe ist es, die verschiedenen Formen

in den Maschinen zu rüsten und zu säubern.

Wenn eine Form beispielsweise nicht vollständig

mit der Gummimasse ausgefüllt und das entstandene

Produkt dadurch fehlerhaft ist, nimmt Marcel

die entsprechenden Anpassungen vor. „Manchmal

kann es auch sein, dass ein Teil rissig ist, dann kann

es helfen, wenn man die Temperatur verändert“,

erklärt der 21-Jährige. „Wenn ich bei einem

Problem mal wirklich nicht weiterkomme, sind

aber auch immer hilfsbereite Kollegen in der Nähe,

die man fragen kann.“ Die Fehler- und Problembehebung

sowie die Optimierung der maschinellen

Prozesse machen dem Auszubildenden bei seiner

Arbeit am meisten Spaß.

Einmal wöchentlich besucht Marcel die Berufsschule

in Osterode Mitte. Dort lernt er von Maschinenbau

über Pneumatik bis hin zur Qualitätssicherung

alles, was er für seinen späteren Beruf braucht.

„Mir gefällt besonders gut, dass die Berufsschule

auch so praktisch orientiert ist“, berichtet er. So

stehen in der Schule Maschinen, an denen sie Prozesse

durchgehen, verschiedene Parameter einstellen

und diese durchrechnen. Auch hier steht die

Fehlerbehebung ganz oben auf dem Lehrplan. Aber

auch die Theorie kommt nicht zu kurz: Die Azubis

lernen Formeln zur Ausdehnung und zur Schließkraft,

behandeln politische und fachspezifische

Themen, wie etwa die Qualitätssicherung, und

analysieren verschiedene Prozesse.

In seinem ersten Lehrjahr hat Marcel eine Fortbildung

zum Ausbildungsbotschafter bei der IHK

gemacht. Jetzt bringt er Schülern auf Ausbildungsmessen

– zum Beispiel auf dem GöBit (siehe hierzu

auch Seite 32 ff.) – das, was er in Betrieb und Berufsschule

gelernt hat, näher und macht damit

Werbung für den Beruf als Verfahrensmechaniker

für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

››

Welche Eigenschaften

sollte ein potenzieller

Azubi mitbringen?

• technisches Verständnis

• Fleiß

• Kombinationsvermögen

• er sollte Hitze abkönnen

(die Maschinen arbeiten

teilweise bei 160 Grad

Celsius)

• mindestens ein guter

Hauptschulabschluss

oder ein Realschulabschluss

Warum sollte man

Verfahrensmechaniker

für Kunststoff- und

Kautschuk technik

werden?

• gute Aufstiegschancen

• vielfältig einsetzbar

AZUBI 1/2020


24

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 515 Euro

2. Lehrjahr: 611 Euro

3. Lehrjahr: 695 Euro

Einstiegsgehalt: 1.700–1.100 Euro

(brutto)

AZUBI 1/2020


25

Zurück zum Hören

Vorgestellt

Hörakustiker/-in

Rund 15 Millionen Menschen deutschlandweit leiden unter einem Hörverlust.

Dieser wird leider meist viel zu spät erkannt und behandelt.

An dieser Stelle hilft er weiter: der Hörakustiker – so wie Maximilian Schielke,

der gerade im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung steckt.

TEXT LEA VAN DER PÜTTEN

FOTOGRAFIE LUKA GORJUP

ine Glocke klingelt beim

Betreten des Hörakustik-

Geschäftes Geers in der

Barfüßerstraße in der Göttinger

Innenstadt. Hinter dem Empfangstresen sitzt

ein junger Mann und begrüßt fröhlich die eintretenden

Personen. Der Laden ist schmal und langgezogen,

wirkt sauber und modern. In einer der

Anpasskabinen wird gerade eine Kundin beraten.

Das ist die Arbeitswelt von Maximilian Schielke.

„Ich bin sehr glücklich, hier gelandet zu sein“, sagt

er über seinen Ausbildungsbetrieb.

Nach dem Abitur in Einbeck war Maximilian zunächst

unschlüssig, wohin es für ihn beruflich gehen

sollte. „Als Kind änderte sich mein Berufswunsch

beinah wöchentlich“, sagt er und lacht.

„Aber technisch versiert war ich schon immer.“ So

entschied sich der heute 24-Jährige, der in seiner

E

Freizeit leidenschaftlich gerne Miniroboter baut,

erst einmal an einer zehnmonatigen berufsvorbereitenden

Bildungsmaßnahme der Agentur für

Arbeit teilzunehmen. Hier lernte er, Lebensläufe zu

schreiben, trainierte Bewerbungsgespräche und

bekam Praktika vermittelt. „Gerade diese haben

mir da wirklich weitergeholfen“, berichtet Maximilian

rückblickend. So konnte er bei einem Praktikum

in Einbeck auch schon einmal in den Berufsalltag

eines Hörakustikers hineinschnuppern

und wusste schnell: „Genau das ist es!“

Der Beruf setzt sich aus einem sozialen, einem

technischen, einem handwerklichen und einem

kaufmännischen Teil zusammen und bietet so eine

Vielfalt an Tätigkeiten. Maximilian ist inzwischen

in seinem zweiten Ausbildungsjahr und berät Kunden

über Hörsysteme oder Hörschutz, passt ››

AZUBI 1/2020


26

die Hörgeräte an die jeweiligen Bedürfnisse der

Kunden an oder führt in den kleinen Kabinen

audio metrische Tests durch, um das Hörvermögen

einschätzen zu können. In der filialinternen Werkstatt

können die Hörgeräte zudem gewartet und

gereinigt werden. „So eine Grundreinigung kann

manchmal schon Wunder bewirken und eine Vielzahl

an Problemen lösen“, erklärt Maximilian

bestimmt.

Doch manchmal steht der technikbegeisterte

Azubi auch vor einer Herausforderung, immer dann,

wenn er den Fehler eines defekten Gerätes einfach

nicht finden kann. „Dann ist es – auch vor dem

Kunden – wichtig, gelassen zu bleiben, auch wenn

man vielleicht selbst mal etwas verun sichert ist“,

so Maximilian. „Im Zweifel ist immer ein Kollege

da, der einem weiterhilft.“ Ist der Fehler aber partout

nicht zu finden, schickt Maximi lian das Gerät

einfach weiter ins Labor, wo es sich der Hersteller

nochmal anschaut.

Dreimal im Jahr fährt der Azubi nach Lübeck.

Dort befindet sich die größte und älteste Berufsschule

für Hörakustiker. Drei bis sechs Wochen

wohnen die Auszubildenden dann dort am Campus

und lernen die Theorie hinter den im Betrieb

gewonnenen Fertigkeiten. Neben den allgemeineren

Fächern wie Wirtschaft oder Politik lernen die

Azubis dort auch die Anatomie des Ohres kennen:

im ersten Lehrjahr die des Außen- und des Mittelohrs,

und im zweiten Lehrjahr geht es weiter mit

dem Innenohr bis hin zu den Nervenbahnen. Aber

auch die Ausbreitung des Schalls und die Physik,

die dahintersteckt, stellen wichtige Ausbildungsinhalte

dar, die in den drei Jahren immer weiter

vertieft werden – ebenso wie die rechtlichen und

hörakustikspezifischen Normen und Regeln des

Berufes.

Neben diesem theoretischen Teil bietet Maximilians

Ausbildungsbetrieb auch mehrmals im Jahr zusätzlich

Workshops und Schulungen in einer Akademie

in Dortmund an. Diese sind deutlich praxisorientierter

angelegt und perfekt auf die Produkte des

Betriebes zugeschnitten. Dort können Azubis

gemein sam das Fräsen von Einzelteilen der Hörgeräte

üben, Ohrabformungen abnehmen und Otoplastiken

herstellen. „So komme ich auch mal aus

dem Tages betrieb heraus und kann mich mit anderen

austauschen“, erklärt Maximilian zufrieden.

Die Ausbildung zum Hörakustiker kann er nur

empfehlen. „Keine Berührungsängste vor fremden

Menschen zu haben, ist sicher ebenso von Vorteil

wie sich vor Ohrenschmalz nicht zu ekeln“, sagt

Maximilian noch mit einem Augenzwinkern.

„Aber gerade für eher technisch Interessierte bietet

der Beruf jede Menge Spaß.“ ‹‹

Was sollte ich als Hörakustiker mitbringen?

• technisches Verständnis

• Offenheit und Kommunikationsstärke

• keine Berührungsängste

Welche Vorteile bietet die Ausbildung?

• Beruf mit Zukunft

• Vielfalt – das Berufsbild setzt sich aus kaufmännischen,

sozialen, technischen und handwerklichen

Teilen gleichermaßen zusammen

AZUBI 1/2020


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Ab 01.04.2020 ist es soweit: die bisher getrennten Ausbildungen in

der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege

werden durch den einheitlichen Ausbildungsberuf Pflegefachfrau /

Pflegefachmann abgelöst. Diese Ausbildung orienert sich an den

Bedürfnissen von Menschen aller Altersgruppen.

Um eine gute Ausbildung zu sichern, hat sich jetzt der „Ausbildungsverbund

Pflege Südniedersachsen (AVP)“ gegründet. 15 Betriebe der

ambulanten und staonären Pflege aus Südniedersachsen sowie die

Berufsfachschule Pflege von ARBEIT UND LEBEN übernehmen gemeinsam

Verantwortung für eine qualitav hochwerge und moderne

Ausbildung in der Region. Die Teilnehmenden an dieser neuen

Ausbildung werden in allen Versorgungsbereichen der Pflege Praxiserfahrungen

sammeln können, denn es gibt – für alle verpflichtend –

Ausbildungsphasen sowohl im Krankenhaus als auch in einem Pflegeheim,

in der ambulanten Pflege, in der pädiatrische Versorgung und

in der Psychiatrie.

Die Vernetzung der verschiedenen Bereiche wird die Arakvität

und Professionalität des Berufes erhöhen und den erfolgreichen Absolventen

noch bessere Perspekven auf dem Arbeitsmarkt bieten.

Mit dem Ausbildungsverbund wurde ein Instrument geschaffen, in

dessen Rahmen die praksche und theoresche Ausbildung opmal

miteinander verzahnt und die Praxiseinsätze der Schüler zentral

geplant werden können.


28

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 750 Euro

2. Lehrjahr: 835 Euro

Einstiegsgehalt: 1.470–1.800 Euro

(brutto)

AZUBI 1/2020


29

Selten sprachlos

Nazret Afworki lebt erst seit etwas mehr als drei Jahren in Deutschland.

Doch ihre Sprachbarriere hindert sie nicht im Geringsten daran, eine

Ausbildungsstelle mit viel Kundenkontakt anzunehmen.

Vorgestellt

Verkäufer/-in und Kassierer/-in

TEXT STEFAN LIEBIG

FOTOGRAFIE LUKA GORJUP

azret Afworki vermisst ihre

Familie, ihre Freunde und

die Wärme in ihrer Heimat

Eritrea. Mit dem afrikanischen

Klima kann Hann. Münden leider nicht mithalten,

doch eine Heimat hat die 19-Jährige, die

2016 nach Deutschland geflohen ist, hier dennoch

gefunden. Geholfen haben ihr dabei zunächst die

Berufsbildenden Schulen Hann. Münden (siehe

auch Bericht ab Seite 42), in die sie nach einer dreimonatigen

Übergangszeit in Göttingen eingeschult

wurde. Neben einem intensiven Deutschkurs absolvierte

Nazret hier innerhalb von zwei Jahren den

Hauptschulabschluss. Wenn man bedenkt, dass sie

bei ihrer Ankunft kein einziges Wort Deutsch

sprach und sich in einem völlig fremden Kulturkreis

zurechtfinden musste – eine bewundernswerte

Leistung. Aufgrund von Perspektivlosigkeit verließ

sie ihr Heimatland und ließ ihre gesamte Familie

in Eritrea zurück. „Auf die Details möchte ich

nicht weiter eingehen“, sagt Nazret, während sie

sich offensichtlich traurig an alles Zurückgelassene

erinnert.

N

Doch spricht man mit ihr über ihre Ausbildung,

die sie im vergangenen Sommer begonnen

hat, beginnen ihre Augen zu funkeln: Sie ist froh,

diese Chance zu erhalten, obwohl sie noch nicht

fließend Deutsch spricht. Zwei Jahre dauert ihr

Weg zur fertigen Kassiererin und Verkäuferin im

Hann. Mündener Penny-Markt in der Wilhelmshäuser

Straße. Wenn alles gut läuft, hängt sie

noch ein Jahr dran und ist dann ausgebildete

Einzelhandelskauffrau. „Ich hatte im Nachbarmarkt

ein vierwöchiges Praktikum absolviert.

Das hat mir sehr viel Spaß gemacht“, erzählt

Nazret. „Darum habe ich mich nach dem Schulabschluss

auch direkt auf eine Ausbildungsstelle

beworben.“

Hier lernt sie nun seit einigen Monaten die innerbetrieblichen

Abläufe kennen. Lernt, wie die Lagerhaltung

funktioniert, wie und wann Regale bestückt

werden und wie das Bestellwesen funktioniert.

Anstrengend sind für sie vor allem die

Wechsel schichten. „Ich mag die erste Schicht und

bin lieber schon um 14 Uhr fertig“, sagt die

Frühaufsteherin fröhlich.

››

AZUBI 1/2020


30

Wo gibt es Unterstützung?

Deutschkurse und Deutsch-Integrationskurse bieten im

Landkreis Göttingen unterschiedliche Bildungsträger an –

zum Beispiel die Volkshochschule Göttingen/

Osterode, die an mehreren Standorten eine individuelle

Beratung und Einstufung zu Deutschkursen anbietet.

Auch bei der Anmeldung zu Integrationskursen kann

die Deutschberatung vor Ort unterstützen.

Spannend wird es, wenn Nazret demnächst an ihren

eigentlichen Ausbildungsplatz kommt und an der

Kasse arbeitet – denn die angehende Verkäuferin

hat trotz ihrer beeindruckenden Sprachkenntnisse

noch gehörigen Respekt vor dem direkten Kontakt

mit den Kunden. Mit sprachlichen Problemen hat

sie durchaus auch zu kämpfen, wenn sie mit Fachbegriffen

im Markt oder mit Prüfungsaufgaben in

der Berufsschule konfrontiert wird. Aber sie bekommt

viel Unterstützung: Die Auszubildende aus

dem Nachbarmarkt hilft ihr bei der Vorbereitung,

das Penny-Team sowie Marktleiter Oliver Rau und

Bezirksleiter Stephan Thomik schalten sich bei

Problemen ebenfalls direkt ein. Thomik war es

auch, der sich ganz konkret für Nazret als Auszubildende

eingesetzt hat. „Ich bin selbst im Alter

von sechs Jahren aus Simbabwe nach Deutschland

gekommen und möchte anderen helfen, ebenfalls

beruflich Fuß zu fassen“, erklärt der Bezirksleiter

und stellt dabei umgehend klar, dass sich Nazret

diese Chance aber nicht durch ihre Herkunft, sondern

durch ihre motivierte und offene Art verdient

hat. Dies ist sicher auch der Grund, warum diese

auch ausgiebig vom guten Teamwork und ihren

netten Kollegen erzählt, als sie nach den positivsten

Erfahrungen in ihrer Ausbildung gefragt wird.

Auch über das örtliche Jobcenter hat Nazret nur

Positives zu berichten. So nutzt die 19-Jährige die

angebotene Sprachförderung, wann immer sie

kann, wenn sie in ihrer Freizeit nicht gerade liest

oder trotz des kalten deutschen Klimas in der Natur

spazieren geht. Man merkt, wie gern sie fließender

sprechen möchte, um noch besser durch den

Alltag zu kommen. Markleiter Oliver Rau weiß,

was für hohe Ansprüche heute an Verkäuferinnen

und Kassiererinnen gestellt werden, und erkennt

Nazrets „tolle Leistung“ umso mehr an und sichert

ihr „jede erdenkliche Hilfe“ zu. Von ihrem Ehrgeiz

ausgehend, stehen Nazret aber mit Sicherheit auch

so sämtliche der vielseitigen Karrierechancen offen,

die sich Kaufleuten in großen Einzelhandelsketten

bieten. Ihr Bezirksleiter Stephan Thomik könnte

mit seinen afrikanischen Wurzeln da durchaus ein

Vorbild sein. ‹‹

Welche Stärken sollte man mitbringen?

• Konzentration und Sorgfalt

• Multitaskingfähigkeit

• Konzentrationsfähigkeit

• Stressresistenz

• Teamfähigkeit

• Kommunikationsfähigkeit beim Kundenkontakt

• Bereitschaft zum Schichtdienst

Was lernt man in der Ausbildung?

• Kasse und Kassensystem

• Warendisposition

• Regalplanung

• Lagerhaltung

AZUBI 1/2020


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32

Voll auf die Messe

Der GöBit ist die größte Jobbörse der Region und für viele Schüler ein ideales Forum,

sich über mögliche Berufsfelder oder Unternehmen zu informieren –

und sich sogar ganz konkret ins Gespräch für einen Ausbildungsplatz zu bringen.

TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTO STOCK.ADOBE.COM

napp 200 Aussteller sind

dieses Jahr wieder auf dem

Göttinger Berufsinfor mationstag

– kurz GöBit –

vertreten, und zwar am 7. März in der Lokhalle:

vom Messtechniknetzwerk Measurement Valley an

Stand 1 bis zur Diakonie Adelebsen Alma-Louisenstift

an Stand 194. Die aller meisten von ihnen bieten

Ausbildungsplätze – und damit auch eine exzellente

Gelegenheit, sich auf der größten Berufsmesse

der Region über ein sehr breites Spektrum der

Berufe zu informieren oder schon den direkten

Kontakt zu einem Betrieb zu suchen.

K

Allerdings: Was jeder einzelne Besucher vom

GöBit mitnimmt, hängt stark davon ab, mit welchen

Zielen und wie gut vorbereitet er dort hingeht.

Dies gilt im Übrigen für sämtliche Jobmessen, die

in Südniedersachsen durchaus zahlreich angeboten

werden. „Es gibt im Wesentlichen zwei Besuchergruppen

auf dem GöBit“, so die Erfahrung von

Petra Gerke, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur

Göttingen. „Diejenigen, die schon wissen, wo

sie beruflich hinwollen, und diejenigen, die sich

erst einmal einen generellen Überblick verschaffen

wollen. Gleichzeitig gibt es jene, die super vorbereitet

kommen, und die, die sich im Vorfeld keine

Gedanken gemacht haben und sich von der Vielfalt

des Angebots fast überrollt fühlen.“ Die gute

Nachricht: Für jeden – ob zielbewusst oder ohne

konkreten Plan – hat der GöBit etwas zu bieten.

Wer die Gelegenheit nutzt und sich auf den Messebesuch

entsprechend vorbereitet, kann später mit

einem Mehrwert wieder nach Hause gehen.

Wer schon mit einem klaren Berufsziel vor Augen

auf die Messe geht, kann sich die für ihn passenden

Unternehmen heraussuchen und sich bei

ihnen gezielt über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten

informieren. Wer bereits konkrete

Bewerbungspläne hat, kann auch ruhig gleich eine

Bewerbungsmappe mitbringen, denn unter Umständen

kann es vor Ort zu einem Bewerbungs-

Speeddating kommen – eine ideale Gelegenheit,

Eindruck zu hinterlassen. Wer auf Nummer sicher

gehen will, kann am Stand der Arbeitsagentur seine

Bewerbungsmappe durchchecken lassen oder

sich online darüber informieren, was drin sein

sollte (siehe Kasten rechts).

Wer sich beruflich erst einmal orientieren möchte,

dem rät Petra Gerke: „Stellt Fragen! Die Aussteller

freuen sich über euer Interesse. Und gerade den

Azubis der vertretenen Firmen könnt ihr wirklich

alle Fragen stellen. Wer nur mit einem fragenden

Blick über die Messe geht, sich aber nicht überwinden

kann, Fragen zu stellen oder Mitmachangebote

zu nutzen, der ist hinterher meist wenig klüger

als vorher.“ Wer ohne eigene Initiative auf Inspiration

und Hilfe bei der Berufswahl hofft, hofft in

aller Regel vergebens. „Daher überlegt euch vorab

Fragen, die euch beschäftigen, und traut euch, die

Mitarbeiter an den Ständen anzusprechen.“ An

vielen Ständen sind auch Azubis des jeweiligen Unternehmens

vertreten, die einfach noch sehr dicht

an den Schülern dran sind, solche Orientierungsprobleme

mitunter aus eigener Anschauung kennen

und daher auf Augenhöhe weiterhelfen können.

Egal, wie zielbewusst man auf die Messe kommt,

ein paar Grundregeln sollten alle beherzigen, die

einen guten Eindruck hinterlassen wollen. Der Anzug

muss es dabei natürlich nicht sein, aber: „Ein

gepflegtes Auftreten ist schon wichtig“, so Gerke.

„Ich finde die Frisur wichtig, dass man keine ausgelatschten

Turnschuhe trägt, die Jogginghose sollte

ebenfalls zu Hause bleiben. Und beim Make-up

nicht übertreiben.“ Man sollte sich nie verstellen,

aber ein wenig auf sich zu achten, hilft. ››

AZUBI 01/2020


33

Infos aus dem Netz

Für diejenigen, die noch überhaupt keine Ahnung haben, welche Berufe zu ihnen passen, bietet

die Bundesagentur für Arbeit auf dem GöBit einen Berufswahltest für Unentschlossene an.

Vorab gibt es bereits online ein Selbsterkundungstool unter:

www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt

Wer sich generell über Berufe und Berufsfelder informieren möchte, findet auf den folgenden

Portalen viele Details über Ausbildungsinhalte, verwandte Berufe, spätere Tätigkeitsfelder,

berufliche sowie finanzielle Perspektiven, aber auch konkrete Tipps, was im Vorstellungsgespräch

gut ankommt und welche Fehler es zu vermeiden gilt:

www.goebit.de

www.berufenet.arbeitsagentur.de

www.berufe-tv.de

www.planet-beruf.de

AZUBI 01/2020


34

Tipps und Tricks für den

perfekten Messebesuch

VOR DER MESSE

› Auswählen

Du hast keine Zeit, alle Aussteller auf der Jobmesse

zu besuchen. Mach dir daher vorher Gedanken, mit

welchen Unternehmen du sprechen möchtest. Plane

pro Gespräch etwa 45 Minuten ein. Um dir die Sache

noch mehr zu erleichtern, mach dir vorab eine Liste,

auf der du die für dich interessanten Unternehmen in

eine Reihenfolge bringst, und lege dir deine Termine

so, dass dein Traumarbeitgeber etwa an dritter Stelle

steht. So kannst du dein Auftreten vorher schon ein

bisschen üben, aber dir raucht noch nicht der Kopf von

zu viel Input.

› Kontaktieren

Mach deine Termine frühzeitig. Die begehrtesten

Unternehmen sind meistens völlig überlaufen, da

bekommst du spontan wahrscheinlich keinen Termin

mehr. Informiere dich also vorab über die Aussteller

und kontaktiere die für dich interessanten Unternehmen

per E-Mail, Telefon oder Xing. Das kommt gut an!

› Packen

Du solltest zwei bis drei vollständige Bewerbungsmappen

(Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto

und Zeugnisse) mit zur Berufsmesse nehmen – für

deine favorisierten Unternehmen. Hier punktest du

mit einem individuell an das Unternehmen angepassten

Motivationsschreiben. Für weitere interessante

Unternehmen kannst du zudem eine Kurzbewerbung

erstellen. Diese besteht aus einem kurzen Anschreiben

– auch hier gerne auf das Unternehmen zugeschnitten

– und einem Lebenslauf. Für Unternehmen, die du

spontan auf der Messe triffst und spannend findest,

lohnt es sich, einen Bewerbungsflyer zu erstellen, auf

dem du deinen Lebenslauf als eine Art Leistungsprofil

zusammenfasst.

› Anziehen

Der erste Eindruck zählt! Verzichte daher auf die alte

Jeans oder den Minirock. Dein Outfit sollte zu der

Branche passen, in der du später arbeiten möchtest.

Es lohnt sich, Deo und Kosmetik einzupacken sowie

Pflaster, falls du dir in den Schuhen Blasen läufst, und

Pfefferminzbonbons oder Kaugummi für den frischen

Atem – den vor dem Gespräch jedoch wieder herausnehmen!

AZUBI 01/2020


35

› Anreisen

Plane genug Zeit für deine Anreise ein. Solltest du

lange im Zug oder im Bus sitzen, zieh dir bequeme

Klamotten an und wechsle erst auf der Messe in dein

Business-Outfit, nicht dass es auf der Fahrt zerknittert.

Auch ein zweites Paar Schuhe mitzunehmen, empfiehlt

sich. Für den Aufenthalt bei der Messe deponierst du

die Wechselsachen einfach in einem Schließfach.

AUF DER MESSE

› Ansprechen

Geh zielstrebig auf den Stand zu, stell dich freundlich

mit vollem Namen vor und frag nach deiner Ansprechperson.

› Abwarten

Fall nicht gleich mit der Tür ins Haus und frag direkt

nach einem Praktikum! Beginne lieber mit etwas

Small Talk und stelle Fragen, zum Beispiel, wie sie die

Messe bisher erlebt haben.

› Interessieren

Bereite dich gut auf das Gespräch vor. Mach dir vorab

ein Bild von dem Unternehmen, der Branche, den Produkten

und der aktuellen Berichterstattung. Mach auf

dich aufmerksam, indem du deine Stärken direkt auf

die Stelle zuschneidest. Vermeide hingegen Floskeln.

› Ausnutzen

Nutze auch Pausen zwischen deinen Gesprächen und

schaue ins Programm, welche Workshops oder Vorträge,

die interessant für dich sind, angeboten werden.

› Vermeiden

Vermeide es, zu viel Gepäck mitzuschleppen. Deine

Bewerbungsunterlagen, ein Notizbuch und ein Stift

sind völlig ausreichend. Verstell dich außerdem nicht,

sondern zeig dich authentisch, so wie du bist.

MESSEN AUF EINEN BLICK

7. März // 10 bis 15 Uhr

GöBit – Göttinger Berufsinformationstag

Zahlreiche Unternehmen stellen Ausbildungsberufe und duale Studienangebote,

viele Hochschulen ihre Studienangebote vor. Darüber hinaus

gibt es viele Informationen über schulische Ausbildungen oder Freiwilligendienste.

Interessante Vorträge behandeln Themen wie Bewerbung und

Vorstellungsgespräch, Studienfinanzierung oder beleuchten unterschiedliche

Perspektiven nach dem Abi. Für Jugendliche, die sich beruflich

orientieren möchten oder schon einen konkreten Ausbildungsplatz

suchen, und für Eltern, die ihre Kinder in dieser Phase begleiten möchten,

gibt es hier gleich viel zu entdecken und zu erfahren.

Ort: Lokhalle Göttingen, Bahnhofsallee 1

14. Mai // 16 bis 20 Uhr und 15. Mai // 8 bis 13 Uhr

BerufsInfoMarkt Northeim (BIM)

Zahlreiche Unternehmen stellen Ausbildungsberufe und die Ausbildungsmöglichkeiten

in ihren Unternehmen vor. Es gibt viel zu sehen und

auszuprobieren. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere mit dem

Donnerstag-Angebot an Jugendliche in der Orientierungs- und Berufswahlphase

sowie deren Eltern.

Ort: BBS II Northeim, Sudheimer Straße 24

19. September // 10 bis 15 Uhr

Berufsinformationstag Osterode (BITO)

Geboten wird eine Übersicht der verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten in

den Beruf, sei es durch Ausbildung, ein duales Studium oder auch ein

Hochschulstudium. Ein Besuch, der sich für Jugendliche und Eltern lohnt,

denn zahlreiche Unternehmen stellen Ausbildungsberufe und die Ausbildungsmöglichkeiten

in ihren Unternehmen vor.

Ort: BBS I und II Osterode, Neustädter Tor

25. September // 10 bis 16 Uhr

Einbecker Ausbildungsmesse

Jugendliche und Interessierte erleben hier ein breites Spektrum an

Ausbildungsberufen, dualen Studiengängen sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Unternehmen aus der Region stellen sich den

potenziellen Bewerbern und zukünftigen Auszubildenden vor.

Ort: Berufsbildende Schulen Einbeck, Hullenser Tor 4

Weitere Veranstaltungen findest du unter:

www.arbeitsagentur.de/veranstaltungen

NACH DER MESSE

› Erinnern

Frag den Personaler nach dem Gespräch nach einer

Visitenkarte und melde dich in den nächsten zwei

Tagen bei ihm per E-Mail. Bedank dich außerdem für

das Gespräch und bekunde nochmals deinen Wunsch,

für das Unternehmen zu arbeiten.

› Pflegen

Knüpfe Kontakte zum Beispiel über Social Media oder

Xing. Schicke Kontaktanfragen an die Mitarbeiter,

mit denen du gesprochen hast, immer zusammen mit

einem kurzen Begleitschreiben! Du kannst außerdem

Posts zur Messe teilen und Bilder des Unternehmens

liken. All das unterstreicht nochmal dein Interesse.

Checkliste

+ Termine mit Zielunternehmen machen

+ Hintergründe recherchieren und Rück fragen

überlegen

+ individuelle Bewerbungsmappen erstellen

+ Stift und Notizblock nicht vergessen und

ebenso ein geladenes Smartphone

+ angemessene Kleidung anziehen

+ Pfefferminzbonbons oder Kaugummi

und Deo einstecken

+ rechtzeitig losfahren

+ Pausen machen

+ Immer lächeln!

AZUBI 01/2020


36

Tach auch!

Der erste Eindruck zählt! Darum hat faktorAZUBI einmal bei Sabine Schlüer,

Personalreferentin beim Messtechnik-Hersteller Mahr in Göttingen, nachgefragt,

womit Bewerber bei ihr punkten können und welche Fehler es unbedingt

zu vermeiden gilt.

Wie sollte sich ein Bewerber

im Bewerbungsgespräch vorstellen?

Wir freuen uns, wenn ein Bewerber oder eine

Bewerberin im Bewerbungsgespräch möglichst

authentisch ist. Wir möchten die Bewerber gern

persönlich kennenlernen, um zu sehen, ob sie

ins Team passen. Also wollen wir keine auswendig

gelernten Antworten hören, sondern erfahren,

inwieweit sich der zukünftige Azubi auf

den Beruf und unser Unternehmen vorbereitet

hat und welche Motivation sowie erste Erfahrungen

im gewünschten Einsatz gebiet er oder

sie schon gesammelt hat.

Welche Fehler kann man in einem

Bewerbungsgespräch machen?

Zu viel oder zu wenig reden, das erleben wir

tatsächlich oft bei Bewerbern. Ein bisschen

Aufregung gehört natürlich dazu, und die

äußert sich bei manchen Bewerbern darin,

dass sie sehr schüchtern wirken, auch wenn sie

es vielleicht gar nicht sind. Deswegen ist eine

gewisse Portion Selbstbewusstsein immer von

Vorteil. Angemessene Kleidung ist auch immer

ein Thema, denn was ,passend‘ ist, ist auch je

nach Berufsbild und Unternehmen unterschiedlich.

Wie kann man solche Fehler

vermeiden?

Wichtig ist eine gute Vorbereitung, also im

Vorfeld möglichst viel über das Unternehmen

und den angestrebten Beruf herauszufinden.

Und gern mal mit Freunden, Eltern oder auch

vor einem Spiegel eine ,Trockenübung‘ für

ein Bewerbungsgespräch durchlaufen. Übung

macht auch hier den Meister.

Was zählt bei Ihnen mehr, wenn es

darum geht, einen Azubi einzustellen:

gute Noten oder soziale

Kompetenzen?

Sicher sind die Noten in relevanten Fächern

wie Mathe, Deutsch, Englisch oder auch den

Naturwissenschaften wichtig, aber wir

bewerten die Kandidaten und Kandidatinnen

eher ,ganzheitlich‘. Dazu gehören

ganz klar die sozialen Kompetenzen,

denn gute Noten nützen

uns nichts, wenn Bewerber nicht

im Team arbeiten können oder

zum Beispiel Arbeitsergebnisse

nicht gut präsentieren können.

Was war die kurioseste

Situation, die Sie während

eines Bewerbungsgespräches

erlebt haben?

Ein Bewerber für die Ausbildung

zum Industriekaufmann

antwortete auf die Frage, was er

denn über unser Unternehmen

wisse: „Nichts, aber das ist eine

Frage, die ich sowieso noch stellen

wollte. Was macht ihr denn hier so?“

Meine Kollegin und ich waren erstmal

sprachlos …

Azubi 1/2020


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38

Von wegen Berührungsangst

Die Erfahrung hat gezeigt: Mädchentage helfen, Vorurteile und Hemmnisse vor Naturwissenschaften

und Technik abzubauen. Doch gerade in Göttingen sitzen Schulen und Betriebe leider noch nicht

an einem Tisch, um mit gemeinsamen Angeboten zu überzeugen.

TEXT SVEN GRÜNEWALD

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

E

in unscheinbares Gebäude

im Göttinger Industriegebiet

Grone. Werkbänke

voller Lötkolben, eine konzentrierte, ruhige Arbeitsatmosphäre

liegt in der Luft – und alles Mädchen,

die hier arbeiten. Bei der GUF Gesellschaft für

Umschulung und Fortbildung findet seit 2013 bislang

einmal pro Jahr der Mädchentag MINT statt,

seit einigen Jahren ist die Kooperationsschule das

Grotefend- Gymnasium in Hann. Münden. Auch

dieses Jahr wieder waren 15 Schülerinnen aus den

zehnten Klassen bei der GUF und sollten eines bekommen:

einen praktischen Kontakt mit Technik.

Drei Tage in Vollzeit werkelten die Schülerinnen

an ihrem Projekt herum: Sie konstruierten einen

Gitterwürfel aus Draht mit 27 Leuchtdioden und

einem Schaltkreis, den sie selbst mit einem Blinkmuster

programmieren konnten. Dazu wurden Platinen

zusammengelötet, Draht geschnitten, Technik

geprüft. Und um diese Hauptaufgabe herum gab es

theoretischen Unterricht zu den zu verwendenden

Bauteilen und Einblicke ins Fräsen, Bohren und Gewindeschneiden

in der Metallwerkstatt.

„Diese außerschulischen Lernorte sind wichtig“,

sagt Physiklehrer Niels Borth. „Die Schülerinnen

sammeln hier Erfahrungen, die wir in der Schule

nicht ermöglichen können, weil es der Lehrplan

nicht hergibt, zumal wir die Möglichkeiten einer

Werkstatt gar nicht besitzen.“ Seit drei Jahren ist

das Grotefend-Gymnasium der Schulpartner beim

Mädchentag, das Interesse von Schülerinnen an einer

Teilnahme nimmt zu. Aber ob ein solcher Tag

wirklich etwas bringt, also mehr Mädchen dazu

motiviert werden, tatsächlich nach der Schule eine

technische Ausbildung oder ein technisches Studium

zu absolvieren, lässt sich nicht verlässlich sagen,

auch wenn die Statistik auf den ersten Blick einen

leichten Anstieg von Frauen in technischen Berufen

zeigt. Manche Effekte sind jedoch sichtbar. In den

Schulen hat Ute Eichhorn, Projektleiterin bei der

GUF, die Beobachtung gemacht, dass Mädchen,

wenn sie in gemischtgeschlechtlichen Gruppen gefragt

werden, ob sie an einem Mädchentag teilnehmen

wollen, sich nicht melden. Dass sie sich aber

sehr wohl darauf einlassen, wenn sie in reinen

Mädchengruppen danach gefragt werden.

AZUBI 01/2020


39

Von Berührungsängsten keine Spur Die Schülerinnen konstruieren einen Gitterwürfel aus Draht mit 27 Leuchtdioden und einem

Schaltkreis, den sie selbst mit einem Blinkmuster programmieren.

„Es ist mein erster Ausflug in den Bereich Technik

und Handwerk – ich habe vorher noch nie gelötet“,

sagt Emelie. „Und ich muss ehrlich zugeben, dass es

interessant ist und Spaß macht. Das hätte ich absolut

nicht erwartet. Man muss geduldig sein und

ruhige Finger haben.“ Berührungsängste habe es

natürlich auch gegeben, denn der Lötkolben soll um

die 300 Grad heiß sein. Doch Mitschülerin Laura hat

fest gestellt, dass es nicht wirklich weh tut und an den

Vorurteilen, dass technische Berufe automatisch körperlich

sehr anstrengend sind, nicht so viel dran ist.

Vorurteile und Berührungsängste von Mädchen

gegenüber klassischen Männerberufen? Da ist

etwas dran, beobachtet Ute Eichhorn in Fortbildungsmaßnahmen

und Umschulungen etwa für

Berufsrückkehrerinnen. „Es gibt seitens der Frauen

immer die Vorbehalte, dass man sich in einer Männerdomäne

besonders behaupten muss oder dass

es keine sauberen Berufe sind.“ Das halte Frauen

häufig davon ab, für technische Berufe offen zu

sein. „Und es gibt natürlich von zu Hause aus einige

Vorurteile, dass man als Frau manche Sachen nicht

machen könne.“ Dabei seien Firmen sehr an Mitarbeiterinnen

in technischen Berufen interessiert,

weil sie sehr zuverlässig und präzise arbeiteten und

meistens auch die besten Abschlüsse machten.

„Entsprechend sind die Perspektiven für Frauen im

gewerblich-technischen Bereich um ein Vielfaches

besser, sie ergänzen die Teams, weil in gemischten

Teams wesentlich effektiver gearbeitet wird.“

„Ich nehme schon bestimmte Rollenerwartungen

wahr“, sagt Emelie. Man erlebe, dass Jungs mehr

Ahnung in den Naturwissenschaften haben und

viele später in technischen Berufen arbeiten. Da

habe sich die Frage aufgedrängt, ob sie nicht doch

in den sozialen Bereich gehen solle. „Aber inzwischen

habe ich auch in Chemie und Physik Themen

entdeckt, die mich interessieren. Nur weil es so war,

dass Männer mehr in den Naturwissenschaften

arbeiten und Frauen mehr in sozialen Berufen, sollte

das einen nicht dazu verleiten, es auch so zu ››

AZUBI 01/2020


40

Von wegen ,typisch‘

Der Mädchentag MINT ist

von Neugier geprägt und frei von

allen Rollenvorstellungen.

machen.“ Auch, wenn sich Laura ohnehin nie groß

mit sozialen Tätigkeiten identifizieren konnte – der

Mädchentag habe diese Überzeugung verstärkt.

Und Julia meint: „Ich habe solche Rollenvorstellungen

nie gehabt.“ Zu Hause habe sie beispielsweise

ihrem Vater schon früh dabei geholfen, Computer

zusammenzulöten. „Sprache kann ich einfach

nicht, aber in Mathe bin ich recht gut. Auch, wenn

mich meine Eltern nicht an Technik heran geführt

hätten, hätte ich das gemacht.“

Diese Offenheit scheint aber nach wie vor noch

die Ausnahme zu sein. „Mädchen wählen ihre Berufe

grundsätzlich viel eingeschränkter als Jungen“,

ist die Erfahrung von Susanne Wädow, Beauftragte

für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur

Göttingen. „Schaut man sich etwa die

Top 10 der Berufswahl an, dann ist das Berufespektrum

bei Jungen deutlich breiter.“ Dabei könnten

Frauen stark von den existierenden Chancen in

vielleicht zunächst abwegiger erscheinenden Berufen

profitieren. „Gerade die Elektro- und Metallberufe,

die klassische Männerberufe sind, sind

auch oft die Berufe, in denen Fachkräfte gesucht

werden und in denen gut verdient wird – im Gegensatz

zu typischen Frauenberufen“, so Wädow.

Aktionen wie der Mädchentag seien einer der

Tropfen, die den Stein der Vorurteile aushöhlten

und Mädchen die Möglichkeit böten, ihre technischen

Fähigkeiten und Talente zu erkunden und

darauf vielleicht auch einen Beruf aufzubauen.

Die Teilnahme am Mädchentag erfolgt freiwillig,

doch mit großem Erfolg – dieses Jahr war die

Nachfrage so groß, dass die Schule losen musste,

da nur 15 Schülerinnern teilnehmen konnten. Das

Hauptproblem: die Finanzierung. Theoretisch

habe die Arbeitsagentur weitere Mittel für Mädchentage,

so Susanne Wädow, allerdings braucht

die Agentur dafür eine Co-Finanzierung wie etwa

durch die Stiftung Niedersachsenmetall, die seit

einigen Jahren den Mädchentag unterstützt – denn

in den Schulen ist die Ausstattung dafür oft nicht

ausreichend. Die Stiftung verfolgt das Ziel, junge

Menschen für naturwissenschaftliche und technische

Berufe zu begeistern. „Dazu initiieren und

unterstützen wir zahlreiche Projekte in Südniedersachsen,

auch einige Angebote speziell für Mädchen“,

so Reiner Müller, Bildungsreferent der Stiftung.

Die Projekte, die Mädchen an Technik heranführen

sollen, laufen gut, so die Erfahrung der

Stiftung – sei es in Osterode, Northeim oder

Einbeck.

Was rings um Göttingen recht gut klappt, stößt

in der Stadt selbst jedoch noch auf Hindernisse,

da die hiesigen Schulen nur eingeschränkt offen

für diese Angebote sind. Auch haben sich in den

umliegenden Städten Netzwerke von Schulen und

Betrieben gebildet – in Osterode oder Northeim

gibt es entsprechende Kooperationsvereinbarungen

zwischen allgemeinbildenden Schulen und

Betrieben. Daran mangelt es jedoch in Göttingen

noch.

››

AZUBI 01/2020


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42

„Wir schaffen das!“

Wie die BBS Münden zum Vorreiter der Flüchtlingsintegration wurde.

TEXT STEFAN LIEBIG

m Jahr 2019 waren erstmals

mehr als 70 Millionen

Menschen weltweit auf der Flucht, darunter auch

viele Frauen und Kinder. Für diejenigen, die den

langen und beschwerlichen Weg nach Europa suchen,

ist Deutschland mit seiner Willkommenskultur

ein beliebtes Ziel. Doch auch hier in der neuen

Fremde stehen die Geflüchteten vor einer Vielzahl

an Herausforderungen – seien es überfüllte Sprachkurse,

rassistische Anfeindungen oder auch der erschwerte

Zugang zum Arbeitsmarkt.

I

Vorkämpfer sind gefordert. An den Berufsbildenden

Schulen Münden (BBS) handelt die

Schulleitung: Die vielen Jugendlichen, die vor den

Gefahren in den Kriegsgebieten flohen, sollen

Zukunfts chancen erhalten. „Wir wussten nicht,

was uns erwartet. Aber das gesamte Kollegium

wollte helfen, neue Strukturen aufzubauen“, sagt

BBS-Schulleiter Gerd Reddig. Ministerien, Kreisbehörden

und Nachbarn müssen angesprochen

werden, um Genehmigungen, neue Lehrer und

zusätzliche Räumlichkeiten sowie vor allem finanzielle

Mittel zu bekommen. Berge von Formularen

wandern über den Schreibtisch des engagierten

Schulleiters, und schnell müssen Sprachlehrer

für Deutsch als Fremdsprache gefunden

werden. „Insbesondere die Jugendhilfe Südniedersachsen

und der Landkreis Göttingen haben uns

nicht nur mit Rat und Tat, sondern auch mit finanziellen

Mitteln zur Seite gestanden“, sagt Reddig

und lobt damit die oft unbürokratische und

zügige Zusammenarbeit.

Und es funktioniert: Die BBS Münden kann

schnell ein funktionierendes System aufbauen.

Über 90 Schüler aus fernen Ländern beginnen – zumeist

ohne Deutschkenntnisse und mit unterschiedlicher

Vorbildung – ihre Schullaufbahn.

„Motivierend war neben dem Engagement des

Kollegiums auch die Offenheit, mit der unsere

Schüler auf ihre neuen Mitschüler zugingen“, sagt

Reddig rückblickend. Sicher hilft, dass die Schule

seit 2014 aktiv an dem Programm ,Schule ohne

Rassismus – Schule mit Courage‘ teilnimmt. So können

sich die jungen Menschen schnell ein soziales

Umfeld im fremden Land aufbauen. Über gemeinsamen

Sport im Schulfitnessraum oder Kickerturniere

in der Pausenhalle und den Unterricht

kommen neue Kontakte zustande. Im Deutschunterricht

werden schnell die Grundlagen geschaffen,

um auch den Inhalten der anderen Fächer

folgen zu können.

„Unser Ziel war und ist, Migranten über intensiven

Sprachunterricht zu einem Schulabschluss zu

führen und ihnen so den Zugang zu einer Berufsausbildung

zu ermöglichen“, so Reddig. Wie gut

das gelungen ist, zeigen die beeindruckenden Zahlen:

Von den 92 immigrierten Schülern, die an der

BBS eingeschult wurden, haben inzwischen 30 eine

Ausbildungsstelle, 20 befinden sich in einem festen

Arbeitsverhältnis. Drei machen gerade ihr Fachabitur.

„Die ersten sieben geflüchteten Schüler, die

wir 2013 einschulten, sind mit ihrer Ausbildung

inzwischen fertig beziehungsweise haben eine Arbeitsstelle“,

sagt Schulsozialpädagogin Susanne

Smetan mit berechtigtem Stolz. Als Anlagen- und

AZUBI 01/2020


43

Das Gelände, der alte

Schulgarten, wurde urbar

gemacht, mit alten Blumentöpfen,

Gießkannen und

Holzkisten, teils vom

Sperrmüll, ausgestattet, ein

Gewächshaus und ein

Gartenhaus als Trockenarbeitsplatz

gebaut. Hilfe kam

auch aus der Bauabteilung der

BBS Münden. Die Schüler der

Berufseinstiegsklasse Technik

unterstützten beim Aufbau

des Gartenhauses und

fertigten vier Hochbeete aus

Lärchenholz an.

FOTO: BBS MÜNDEN

Geschafft Schüler der BBS Münden sowie Schulleiter Gerd Reddig (1. v. l.), Birgit Gebhardt (3. v. l.) und

Christian Rank (5. v. l.) freuen sich, dass das Gartenprojekt erfolgreich angelaufen ist.

Die Schüler haben jedes Jahr

Gelegenheit, die Aussaat, den

Anbau und die Ernte

mitzuerleben. Jeder Schüler

kommt in den Genuss, den

Garten in allen vier Jahreszeiten

zu erleben. Die

gemeinsame Gartenarbeit

schweißt die Klasse zusammen,

fördert die Kommunikationsfähigkeit,

das Selbstbewusstsein

und das

Verantwortungsgefühl.

Maschinenführer in Hamburg, Orthopädietechniker

in Kassel, Maurer in Hannover oder als Fachkraft

für Lagerlogistik in Göttingen haben die Jugendlichen

in ihrem neuen Zuhause dauerhaft Fuß

gefasst.

Wichtig ist den Lehrern der BBS aber auch, dass

die Integration keine Einbahnstraße ist und die

Zugewanderten ihre Wurzeln nicht vergessen, sondern

sich mit den hiesigen Schülern austauschen.

Gemeinsame Kochkurse mit Gerichten aus den

Heimatländern, Gespräche und Veranstaltungen

zu den Sitten hier und in den fernen Ländern und

Fortbildungen zur Gewaltprävention stehen auf

der Tagesordnung.

Allerdings läuft bei all den Erfolgen nicht alles

perfekt. „Natürlich gab es Differenzen zwischen

Schülern, die zu ethnischen Gruppen gehören, die

in der Heimat verfeindet sind. Aber wir konnten

dies immer schlichten“, so Reddig. Leider kann er

auch nicht dauerhaft auf das qualifizierte Personal

setzen, dass sich um die neuen Schüler kümmert,

denn die Verträge sind den gesetzlichen Vorgaben

entsprechend zumeist auf zwei Jahre befristet. In

dem ein oder anderen Fall gelang es Reddig aber,

die Kollegen in Festanstellung zu übernehmen.

Was den Schulleiter aber wirklich stört, sind umständliche

Wege zur Identitätsfeststellung einiger

Schüler und die sprachlich zu komplizierten Prüfungsaufgaben

für handwerkliche Berufe. „Beides

ist häufig ein Rückschlag für die motivierten

Flüchtlinge und ein Hindernis für den Berufseinstieg“,

kritisiert der Schulleiter. Und obwohl er viel

Unterstützung erfahre, dauere es häufig viel zu

lange, Neuregelungen oder Ausnahmegenehmigungen

umzusetzen. Dennoch fällt seine Bilanz positiv

aus: „Was wir trotz aller Probleme umgesetzt haben,

macht mich stolz. Ich wünsche mir zwar vom Gesetzgeber

etwas mehr Kontinuität, bin aber froh,

dass wir mit der Hilfe der hiesigen Institutionen so

vielen jungen Menschen einen guten Start ermöglicht

haben.“

››

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Eine Herausforderung, die sich lohnt!

Mit der Schule bist du durch, doch welche Richtung du in deinem künftigen Arbeitsleben einschlagen

möchtest, ist dir noch nicht ganz klar? Um nicht tatenlos auf eine Eingebung zu warten und nach der

theorielastigen Schulzeit etwas Praktisches und dazu noch äußerst Sinnvolles zu tun, bietet sich ein

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an.

TEXT LEA VAN DER PÜTTEN

ILLUSTRATION STOCK.ADOBE.COM/IRACOSMA

Das FSJ ist ein sozialer Freiwilligendienst für

Jugendliche, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt und

noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet haben.

Dieser Dienst dauert in der Regel zwölf Monate,

nach Absprache ist eine Dauer zwischen sechs und

18 Monaten möglich. Dabei engagierst du dich

zeitlich befristet auf sozialer Ebene und hilfst anderen

Menschen. Du lernst Dinge, die dir auch später

im Leben weiterhelfen können, und triffst auf interessante

und gleichgesinnte Menschen.

Der Unterschied eines Freiwilligendienstes

im Vergleich zu einem Praktikum ist die professionelle

pädagogische Begleitung, das Bildungsangebot

und die bessere Anerkennung durch viele

weiterführende Bildungseinrichtungen wie Hochschulen,

Ausbildungsstätten usw.

Warum ein FSJ?

›› Ein FSJ gibt dir Impulse für die persönliche Weiterentwicklung.

›› Es hilft bei der beruflichen Orientierung – insbesondere im sozialen

und pädagogischen Berufsfeld.

›› Du kannst nach der langen Schulzeit endlich mal in der Praxis

arbeiten – bevor es in die Ausbildung oder ins Studium geht.

›› Du kannst dich für die Gesellschaft engagieren und anderen

Menschen helfen.

›› Das FSJ kann bei bestimmten Ausbildungen als (Vor-)Praktikum

oder Anerkennungsjahr anerkannt werden.

›› Solltest du deinen gewünschten Ausbildungsplatz nicht sofort

bekommen, kannst du mit einem FSJ das Jahr sinnvoll überbrücken.

Das FSJ ist kein Arbeitsverhältnis. Rechtlich

sind die FSJler Auszubildenden gleichgestellt. Dieser

Status soll verhindern, dass die Freiwilligen als

kostengünstige Arbeitskräfte missbraucht werden.

Neben einer pädagogischen Begleitung erhalten sie

eine finanzielle Vergütung, die oft als Taschengeld

bezeichnet wird. Hinzu kommen je nach Bedarf

Verpflegung, Unterkunft und eine Fahrtkostenerstattung.

Die Höhe des Taschengeldes unterscheidet

sich letztlich von Träger zu Träger.

Die Einsatzbereiche für das FSJ liegen alle im

sozial-karitativen oder gemeinnützigen Bereich.

Seit einigen Jahren wurden sie allerdings ausgedehnt,

sodass das FSJ nun auch in Einrichtungen

des Sports, der Denkmalpflege sowie der Politik

und Kultur absolviert werden kann. Und auch ein

FSJ im Ausland ist möglich.

Und wo bitte?

Interessante Stellen für deinen Freiwilligendienst in

Südniedersachen findest du beim ,Internationalen

Bund Freiwilligendienste Göttingen‘:

www.ib-freiwilligendienste.de/goettingen

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Heimat

ist da, wo man immer

gerne hinfährt

Finden Sie Ihre berufliche Heimat

dort, wo Ihnen alle Möglichkeiten

offen stehen. Denn hier gibt es für

Berufsstarter nicht nur Theorie

und Praxis, sondern auch reichlich

Abwechslung.

Kaufmann m/w/d für Versicherungen

und Finanzen,

Fachrichtung Versicherung

Zukunft schon geplant?

Starte Deine Ausbildung

zum 01. August bei Refratechnik

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In Ihrer dreijährigen Ausbildung in unserer Regionaldirektion

Göttingen sowie in unseren Vertretungen tun

wir alles, um Sie bestens auf diesen vielseitigen und zukunftssicheren

Beruf vorzubereiten. Sie gehen von Anfang

an mit realen Aufgaben um, bei denen Ihnen unsere Profis

stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Damit überzeugen Sie uns:

· erweiterter Sekundarabschluss I oder allg. Hochschulbzw.

Fachhochschulreife

· gute Leistungen in Mathematik und Deutsch

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Sind Sie bereit, zu zeigen, was in Ihnen steckt?

Dann freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung

über unser Online-Portal unter: karriere.vgh.de/schueler

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Heike Nußbaum

Telefon: 0551 4953-6713

Berliner Straße 2

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46

Tipps gegen dein CHAOS zu Hause

Wer kennt es nicht? Schnell den

Rucksack auspacken, Blöcke

Stifte und Mappen auf den

Schreibtisch werfen – und schon

geht es weiter zum nächsten

Termin. So sammelt sich in

regelmäßigen Abständen ein

Sammelsurium an losen Blättern,

Lernunterlagen, Tassen und

anderem Kleinkram auf dem

Schreibtisch an. Doch jeder weiß:

In so einem Chaos lernt es sich

schlecht. Darum haben wir

hier für euch:

‚Rezepte zur Ordnung‘.

Nimm dir Zeit,

um Ordnung zu schaffen

Gestalte deine Arbeits -

um gebung so, dass du dich

wohlfühlst

Häufig sind Arbeitsplätze sehr trist

und dunkel eingerichtet. Schaff dir mit

farbigen Ordnern, Ablageboxen und

weiteren Arbeitsutensilien oder Dekorationen

eine Wohlfühlatmosphäre.

QUELLE: WWW.LEITZ.COM

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47

Kampf der Zettelwirtschaft

Finde das Ordnungssystem,

das zu dir passt

Natürlich hast du deine eigenen persönlichen

Präferenzen und Lerntaktiken.

Deshalb ist es wichtig, dass du dein eigenes

Ordnungssystem entwickelst. Es geht

darum, dir eine Struktur zu schaffen, die

dir Erleichterung in deinen Arbeits- und

Lernalltag bringt. So steigerst du deine

Produktivität maßgeblich.

Plane Pausen ein und nutze sie aktiv

Die meisten Menschen schaffen es nicht, über einen

längeren Zeitraum konzentriert an einem Thema zu

arbeiten, selbst an einem aufgeräumten und schönen

Arbeitsplatz ohne Ablenkungen. Deshalb solltest

du dir zwischendurch aktiv eine Pause setzen. Diese

kann auch als Belohnung für das Absolvieren einer

anstrengenden Aufgabe dienen. Die Pause soll dir

und deinem Gehirn eine Auszeit bieten. Auch hier

empfiehlt es sich, das Smartphone ausgeschaltet zu

lassen.

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FREISTUNDE

48

FREISTUNDE

Nacht der Kultur

Am 13. Juni findet in Göttingen wieder einmal die Nacht der

Kultur von Pro-City statt. Mit mehreren Open-Air-Bühnen und

größtenteils Göttinger Künstlern wird für vielfältige Unterhaltung

und eine tolle Atmosphäre gesorgt. Zahlreiche

Kultureinrichtungen aus dem gesamten Stadtgebiet beteiligen

sich an dem Programm. Viele Kirchen der Innenstadt, Galerien

oder das Städtische Museum nutzen den Abend, um ihr kulturelles

Angebot in Göttingen zu präsentieren. Bist du Theaterliebhaber,

Musikfan oder willst du dich einfach überraschen

lassen? Egal – denn bei der Nacht der Kultur kommt jeder auf

seine Kosten. Das Programm findest du hier:

www.procity.de/events-und-aktionen/nacht-der-kultur

CityBeach Cup

Du willst dich neben dem Lernen und Bewerben

mal so richtig auspowern? Am liebsten gepaart

mit einer Auszeit am Meer? So weit musst du gar

nicht reisen! Denn zwischen dem 5. und 7. Juni

kannst du echtes Strandfeeling auch mitten im

Harz genießen, wenn sich die Osteroder

Innenstadt einmal mehr in eine Beachvolleyball-

Hochburg verwandelt. Mach mit, unter:

www.kindersportstiftung.com

Starke Leistung: 100 Jahre Händel!

Vom 20. Mai bis zum 1. Juni verwandelt sich Göttingen erneut in ,die‘

Händel- Stadt der Republik – und in diesem Jahr tut sie dies sogar bereits

zum 100. Mal. Ein besonderes Jubiläum und Grund genug für die Veranstalter

gleich alle 42 Händel-Opern mit ins Programm zu bringen

– als szenische und konzertante Produktionen, Crossover‐ und

Kammerkonzerte, als Tanzarrangements und Lesungen oder als

Festspielmitschnitte auf der Kinoleinwand und im Netz.

Du machst auch selbst Barockmusik? Dann nimm doch deinem

Ensemble zusammen vom 18. bis 21. Mai bei der Göttingen

Händel Competition 2020 teil und übe eine der Opern ‚Flavio‘,

‚re de’ Longobardi‘ und ‚Berenice, regina d’Egitto‘ ein. Das

Gewinnerensemble darf am 21. Mai im Welfenschloss

Hann. Münden vor einem großen Publikum spielen.

Weitere Infos gibt’s hier: www.haendel-festspiele.de

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FREISTUNDE

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ILLUSTRATION: DYLAN SARA

FREISTUNDE

Zeichnen mit Dylan Sara in der

MUSA

Seit diesem Jahr bietet der australische Künstler und

Illustrator Dylan Sara jeden Dienstagabend von

19.30 bis 21.30 Uhr eine offene Zeichenrunde in der

Göttinger MUSA an. Die Abende sind als unkomplizierte,

kreative und künstlerische Treffen konzipiert –

von Aktzeichnen über Porträts bis hin zu Stillleben

ist für jeden etwas dabei. Begleitet wird der Abend

von Musik und einer lockeren Atmosphäre. Kostenpunkt:

gerade einmal 5 Euro. Wenn auch du Lust

hast, mal etwas Neues zu probieren, schnapp dir

deinen Zeichenblock und Stifte und mach

dich auf zum künstlerischen Schaffen.

Weitere Infos unter www.dylansara.

com oder auf Instagram: dylan_sara

Virtuelle Realität erleben

Wenn dir der ganze Bewerbungsstress zu viel wird,

nimm dir doch mal eine Auszeit in der Veelix

VR- Lounge in der Göttinger Innenstadt. Hier kannst

du in vollkommen unbekannte Welten abtauchen –

und das nur durch eine Brille. Diese entführt dich in

virtuelle Realitäten, mitten hinein in zahlreiche Videospiele:

Geschwindigkeit, Action und Geschick – und

alles ganz ohne Risiko. Die Brille und die Controller

setzen dabei jede kleinste Bewegung deines Körpers 1:1

in die neue Welt um. Mehr unter:

www.veelix-vrlounge.de


VOKABELTEST

(Es gibt Worte in anderen Sprachen, die

kann man einfach nicht übersetzen!)

AKIHI

(Hawaiianisch)

Wenn einem der Weg beschrieben

wird, man losläuft und feststellt,

dass man sich nix gemerkt hat

dann geht man 'akihi'.

FOTO/ILLUSTRATIONEN: STOCK.ADOBE.COM

Abtauchen in andere Welten

Du hast keine Lust auf Action und möchtest lieber mal die Seele baumeln

lassen? Dann lauf doch einfach mal durch Göttingen – früher oder später kommst du an den sogenannten

Bücherschränken vorbei. Nimm dir einfach ein Buch heraus, das dich interessiert, setz dich in den Botanischen

Garten oder dein Lieblingscafé und versinke in einer fremden Welt. Hast du das Buch durch, stell es einfach

zurück in den Schrank – oder bestücke ihn mit deinen eigenen Büchern. So schaffst du Platz bei dir daheim und

gibst anderen Menschen die Chance, wieder neue Geschichten zu entdecken. Eine Liste aller Bücherschränke in

Göttingen findest du hier: www.goettinger-umweltzentrum.de/leben-in-goettingen

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50

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Spaß beim Lernen statt Paukfrust – familiäre Atmosphäre statt

Anonymität – persönliche Förderung in kleinen Lerngruppen statt

volle Hörsäle. Die PFH Private Hochschule Göttingen bietet ein

angenehmes Lernumfeld, um sich in der Studienzeit mit voller

Konzentration auf den Wunschjob vorzubereiten. Im direkten

Kontakt zu Professoren, mit spannenden und individuell wählbaren

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