Blätterfunktion Band 1 - 2te Auflage

drbaatz

Dr. Gabriele Baatz Band 1

Gefährdungsbeurteilung

neues Kapitel

Lärm

Band 1

- Grundsätzliche Risiken -

in kleineren Betrieben der BGW

Checklisten und Handlungshilfen

Muster-Formulare und Muster-Vordrucke

Zusammenfassung aktueller Gesetze und Verordnungen

Hilfe zur Dokumentation der Arbeitsschutzmaßnahmen

arbund Verlag 2020


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Haftungsausschluß

Seite

Betriebsidentifikation (Formular) 1

Zeitplan der Gefährdungsbeurteilung (Formular) 3

Beteiligte der Gefährdungsbeurteilung (Formular) 5

Grundlegendes

Anleitung zur Nutzung des Buches 7

Dokumentationspflicht - was ist das ? 9

Gefährdungsbeurteilung - was ist das ? 10

Grundkriterien einer Gefährdungsbeurteilung 12

Was soll ich tun, wenn ich Gefährdungen gefunden habe ? 15

Festlegung von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten (Formular) 17

Gefährdungsbeurteilung einzelner Arbeitsbereiche (Formular) 19

Gefährdungsbeurteilung bei individuell erhöhten Risiken (Formular) 21

Unterweisung und Betriebsanweisung 23

Unterweisungsplan (Formular) 29

Nachweis der Unterweisung (Formular) 31

Einzelne Gesetze und Verordnungen

Arbeitsschutz-Gesetz 33

Checkliste 37

Arbeitssicherheits-Gesetz 41

Checkliste 43

Übertragung der Unternehmerpflichten (Formular) 47

Bestellung zum Sicherheitsbeauftragten (Formular) 49


Arbeitsstätten-Verordnung und Arbeitsstätten-Regeln

Allgemeines 51

Raumabmessung und Bewegungsflächen 53

Checkliste 55

Verkehrswege 57

Checkliste 61

Fluchtwege Notausgänge 67

Checkliste 69

Fußböden 73

Checkliste 77

Türen und Toren 81

Checkliste 83

Fenster, Oberlichter 87

Checkliste 88

Beleuchtung 91

Checkliste 97

Sicherheitsbeleuchtung 101

Checkliste 103

Raumtemperatur 105

Checkliste 107

Atemluft und Lüftung 109

Checkliste 115

Lärm 119

Checkliste 131

Sanitärräume 133

Checkliste 137

Pausen- und Bereitschaftsräume 143

Checkliste 145

Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen 149

Checkliste 151

Sicherheitskennzeichnung 153

Checkliste 155

Büro-Arbeitsplätze 157

Checkliste 159


Betriebssicherheits-Verordnung

Allgemeines 161

Gefährdungsbeurteilung allgemein 155

Grundkriterien der Auswahl von Arbeitsmitteln 164

Betriebsanweisungen 167

Bestands- und Wartungsplan, Kontrollen 168

Kontrollen bestimmter Arbeitsmittel

Prüfung nach Herstellerangabe 171

Elektrische Geräte und Anlagen 171

Leitern 173

Wand- und Standregale 174

Tische 174

Druckgasflaschen 175

Inhaltsverzeichnis der Verordnung 176

Checkliste 177

Bestands- und Wartungsplan (Formular) 189

Betriebsanweisung (Formular) 191

Medizinprodukte 193

Brandschutz - Vermeidung von Explosionen

Allgemeines 195

Feuerlösch-Einrichtungen 195

Welche und wieviele Feuerlöscher brauche ich ? 196

Ermittlung der Brandklasse und Typ des Feuerlöschers 196

Betriebsfläche und Größe des Feuerlöschers , Löscheinheiten 198

Bestimmung der Brandgefährdung 199

Brandschutzhelfer 200

Wartung von Feuerlöschern - ein teurer Unsinn ? 201

Checkliste 203


Gefahrstoff-Verordnung

Allgemeines 207

Gefährdungsbeurteilung und Grundpflichten 208

Erstellung eines Chemikalien-/Gefahrstoff-Verzeichnisses 208

H-Sätze (R-Sätze) und P-Sätze (S-Sätze) 210

Mindestschutz-Maßnahmen 211

Betriebsanweisung und Unterweisung 211

Substitutionspflicht 211

Festlegung weiterer Schutzmaßnahmen 212

Sonderregelung

Stäube, brand- und explosionsgefährliche Stoffe 213

Zytostatika 214

Checkliste 215

Chemikalien-/Gefahrstoff-Verzeichnis (Formular) 221

Betriebsanweisung (Formular) 223

Biostoff-Verordnung

Einleitung 225

Gefährdungsbeurteilung und gesetzliche Vorgaben 226

Überblick 227

Grundsätzliches und Definitionen 228

Für welche Betriebe gilt welche Vorschrift 228

Einschätzung des Risikos durch Biostoffe 230

Ermittlung der Schutzstufe 233

Schutzmaßnahmen 1 238

Checkliste 239

Reinigungs- und Desinfektionsplan (Formular) 247

Jugendarbeitsschutz-Gesetz 249

Checkliste 253

Mutterschutz-Gesetz 259

Checkliste 265


Arbeitsmedizinische Vorsorge

Überblick medizinische Versorgung der Mitarbeiter 267

Aufgaben des Arbeits- /Betriebsmediziners 268

Pflichtvorsorge 269

Angebotsvorsorge 270

Wunschuntersuchung 270

Vorsorgekartei 270

Ablauf und Kosten 271

Arbeitsmedizinische Regeln 271

Gründe für Pflicht- und Angebotsvorsorge - Gefahrstoffe 272

Gründe für Pflicht- und Angebotsvorsorge - Biostoffe 274

Vorsorgeuntersuchungen aus anderen Gründen 283

Checklisten 285

Vorsorge für einzelne Mitarbeiter (Formular) 289

Vorsorgekartei 1 (Formular) 291

Vorsorgekartei 2 (Formular) 293

Bestätigung Angebotsvorsorge (Formular) 295

Erste Hilfe

Allgemeines und Grundsätzliches 297

Checkliste 303

Planung der Ersthelferausbildung (Formular) 307

Verbandskasten (Formular) 309

Verpflichtung als Ersthelfer (Formular) 311

Unfallmeldebogen (Formular) 313

Psychische Belastung am Arbeitsplatz 315

Checkliste 323

Verzeichnis

von Schriften und sonstigen Informationsquellen 329


Anleitung zur Nutzung des Buches

Die Grundpflicht des Unternehmers 1 ist Gesunderhaltung der Mitarbeiter im weitesten Sinn.

Dazu gehört die aktive und vor allem auch präventive Kontrolle der Arbeitsbedingungen. Durch

eine Gefährdungsbeurteilung sollen potentielle Gefahren ermittelt und auf das unvermeidliche

Minimum reduziert werden

Zu den Grundpflichten gehört auch die regelmäßige Unterweisung der Mitarbeiter, mit und ohne

entsprechende Betriebsanweisungen.

Alle diese Aktivitäten müssen !! dokumentiert werden.

Welche Arbeitsbedingungen für eine gesunde Arbeitsumgebung angestrebt werden sollen, ist in

zahlreichen Gesetzen, Verordnungen, Technischen Regeln (Richtlinien) und Unfallverhütungsvorschriften

festgelegt. Wenn Sie diese Vorgaben einhalten, können Sie von einer wesentlichen

Reduktion der Gefährdungen ausgehen.

Sie finden hier Zusammenfassungen von Gesetzen und Verordnungen - immer im Hinblick auf

typische bei der BGW versicherten Betriebe.

Checklisten und Ausfüllhilfen unterstützen Sie bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben.

Sie werden systematisch durch die verschiedenen Themenbereiche des Arbeitsschutzes

geführt. Das Abarbeiten der Checklisten erleichtert die Dokumentationspflicht im Arbeitsschutz

wesentlich.

Allerdings müssen Sie über die hier enthaltenen Checklisten hinaus Ihre branchen- und

betriebsspezifischen und auch weitere Risiken durch weitere Gefährdungsbeurteilungen ermitteln.

Um Ihnen auch hier eine Hilfestellung zu geben, sind weitere Bände mit branchenorientierten

Checklisten geplant (siehe Klappentext am Ende des Buches).

Die Arbeitsschutzaspekte, die Sie mindestens abarbeiten sollen, sind i.d.R. entsprechend der

zu Grunde liegenden Gesetze und Verordnungen in einzelne Kapitel gegliedert.

Manche Themen, wie z.B. Erste Hilfe oder Brandschutz, werden von verschiedenen Gesetzen

oder Verordnungen geregelt. Um das Buch nicht unnötig umfangreich zu machen und übersichtlich

zu halten, werden solche Themen nur an einer Stelle besprochen. Hier werden Querverweise

gemacht.

Jedes der Kapitel besteht aus einer Einführung, in der auch die jeweiligen gesetzlichen

Grundlagen benannt werden. Genauere Erläuterungen werden nur gemacht, sofern dies zum

Ausfüllen der Checklisten und Arbeitsblätter notwendig erscheint. Am Ende des jeweiligen

Kapitels finden Sie die entsprechenden Checklisten mit deren Hilfe Sie die Einhaltung der

jeweiligen gesetzlichen Vorgaben im Ankreuzsystem überprüfen können. So finden Sie

schneller heraus, ob Ihr Betrieb die gesetzlichen Vorgaben einhält und wo es in Ihrem Betrieb

Gefährdungen gibt.

Sie können auch gerne versuchen, die Checklisten ohne die erläuternden Texte zu bearbeiten

und diese nur bei Bedarf zu Rate zu ziehen.

Die im Buch gemachten Aufzählungen können aber auf keinen Fall vollständig oder

abschliessend sein. Überprüfen Sie unbedingt, ob es in Ihrem Betrieb noch weitere Risiken gibt

und beurteilen Sie diese ebenfalls.

1 Im Zuge einer Vereinfachung der folgenden Texte wird grundsätzlich nur die männliche Funktionsbezeichnung gewählt. Ich

persönlich bezeichne mich grundsätzlich als "Tierarzt". Meine persönliche Arbeitsleistung hängt nicht mit meinem Geschlecht

zusammen.


In Spalte 1 der Checklisten finden Sie Fragen oder Aussagen zu bestimmten Themen.

Beantworten Sie diese, kreuzen sie das Passende an und legen Sie Maßnahmen fest.

Bei "akutem Handlungsbedarf" besteht eine relevante, Ernst zu nehmende Gefährdung. Hier

müssen Sie sofort !!! aktiv werden und das Problem sofort !!! beseitigen resp. müssen

Sie zügig eine Lösung finden.

Tragen Sie die geplanten Maßnahmen in die entsprechende Spalte ein.

Bei "mittlerem Handlungsbedarf" haben Sie noch etwas Zeit, eine Verbesserung

herbeizuführen, sollten die Sache aber auch nicht allzu lange vor sich herschieben.

Notieren Sie die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Problems in der

passenden Spalte.

Die Spalte "kein Handlungsbedarf" bedeutet eigentlich "kein oder geringer Handlungsbedarf".

Der Begriff wurde aus drucktechnischen Gründen gewählt.

Bei solchen Arbeitssituationen besteht keine oder nur eine geringe Gefährdung.

Verbesserungen sind immer wünschenswert, aber hier handelt es sich eher um

längerfristige Ziele. Wenn Sie bereits eine Idee zur Verbesserung haben, tragen Sie

diese in die Spalte "Maßnahmen" ein.

Dieser Umstand besteht auch, wenn bestimmte Situationen oder Gegebenheiten nicht

bestehen. Wenn Sie z.B. keine Oberlichter haben, brauchen Sie sich natürlich zu

Gefährdungen durch Oberlichter keine Gedanken machen.

Ich würde Ihnen empfehlen, ein Kapitel des Buches als Block zu bearbeiten. Wenn alle

Beurteilungen fertig sind, einfach am Schluss noch Datum und Unterschrift unter die Checkliste.

Und schon haben Sie eine schriftlich Dokumentation Ihrer Basis-Gefährdungsbeurteilung.

Sie haben an Hand der gesetzlichen Vorgaben eine systematische "Gefährdungsbeurteilung"

durchgeführt (also die Risiken bewertet) und dies schriftlich dokumentiert.

Ihre Gefährdungsbeurteilung hat nun ein Ergebnis mit einem Handlungsbedarf erbracht.

Beginnen Sie beim "Abarbeiten" mit den Problemen, bei denen ein akuter Handlungsbedarf

besteht. Wenn Sie damit fertig sind, streben Sie eine Lösung der Probleme mit mittlerem

Handlungsbedarf an.

Grundsätzlich ist es Ihnen überlassen, auf welche Weise Sie eine Verbesserung in Ihrem

Betrieb erreichen. Dennoch gibt es Empfehlungen, welchen Weg Sie im Sinne des

Gesetzgebers und sinnvollerweise beschreiten sollen. Erläuterungen hierzu finden Sie

im folgenden Kapitel "Was soll ich tun, wenn ich eine Gefährdung gefunden habe ?".

Natürlich können so nicht alle Gefährdungen Ihres Betriebes überprüft werden.

Es gibt Risiken und Arbeitsumstände in Ihrem Betrieb, zu denen es weder Gesetze noch

Verordnungen gibt.

In weiteren Bänden sollen solche branchenspezifischen Risiken aufgezeigt und in Checklisten

dargestellt werden. Eine Übersicht über die geplanten Bände finden Sie auf der Innenseite des

Klappentextes am Ende des Buches.

Wenn Sie Anregungen, Wünsche und Vorschläge haben, würde ich mich über eine

Kontaktaufnahme freuen. Das Buch und die Checklisten sollen kontinuierlich besser und besser

werden und Ihnen und Ihren Kollegen/innen gute Dienste leisten.

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spass beim Lesen und beim Bearbeiten der Checklisten.

Ihre Dr. Gabriele Baatz


Unterweisung und Betriebsanweisung

Schulung - nennt man eine etwas länger dauernde Einführung in eine Arbeitssituation.

Einweisung - nennt man die Unterweisung, wenn der Mitarbeiter bislang noch nie etwas mit

einer Arbeitssituation zu tun hatte.

Sie können aber insgesamt problemlos bei dem Begriff "Unterweisung" bleiben.

Unterweisungen und Einweisungen gehören zum normalen Betriebsalltag und betreffen viele

Themen des Betriebsablaufes, nicht nur Themen des Arbeitsschutzes (dazu gehören z.B. auch

Themen wie Buchhaltung, Kundenkommunikation oder Ordnung im Büro).

Sie können und sollen Ihre Mitarbeiter letzten Endes so oft unterweisen, wie sie wollen und wie

dies nötig ist, wenn es sein muss, täglich mehrfach. Dies kann formlos sein und auch zwischen

"Tür und Angel" erfolgen.

Bezüglich der Unterweisungen in allen Bereichen des Arbeitsschutzes hat der Gesetzgeber

allerdings Vorschriften erlassen.

Gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen im Arbeitsschutz

Zu den Unterweisungen im Arbeitsschutz macht der Gesetzgeber Vorgaben, die erfüllt werden

müssen.

Diese Vorgaben beziehen sich auf

Themen und Unterweisungsplan

Zielgruppe

Zeitpunkt und Häufigkeit

Fachkunde

Dokumentation und Nachweis

Welche Themen muss ich besprechen ?

Unterweisungen zu allgemeinen Themen des Arbeitsschutzes

Themen dieser allgemeinen Unterweisung sind immer:

Allgemeines und betriebsspezifische Risiken

Brandschutz

Erste Hilfe

• Allgemeines und betriebsspezifische Risiken

Sie wählen das Thema - abhängig davon, wo und bei welchen Tätigkeiten in Ihrem

Betrieb entsprechende Risiken bestehen.

In manchen Berufsgruppen gibt es viele und erhebliche Risiken, in anderen

Berufsgruppen gibt es nicht so viele Risiken.

Solche betriebsspezifischen Risiken sind in der Tiermedizin z.B. Verletzungen durch

Tiere. Im Friseursalon ist es eher das Arbeiten in halbgebückter Haltung und der

Hautschutz. In Jugendbetreuungseinrichtungen vielleicht der Umgang mit aggressiven

Gesprächspartnern, in Notaufnahme-Einrichtungen für Kinder vielleicht der Konflikt

zwischen Nähe und Distanz.


Es ist Ihnen überlassen ob Sie jedes Jahr das selbe erzählen oder jedes Jahr ein

anderes Thema wählen. Wesentlich ist nur, dass die Unterweisung zu den aktuellen,

tatsächlichen Bedürfnissen und Risiken Ihres Betriebes passt.

• Unterweisungen bezüglich Brandschutz - (immer einmal jährlich)

Siehe Kapitel "Brandschutz"

• Unterweisungen Erste Hilfe - (immer einmal jährlich)

Siehe Kapitel "Erste Hilfe"

Weitere Unterweisungen aufgrund von einzelnen Verordnungen

Es gibt einige Verordnungen, die über diese "allgemeine Unterweisung" hinaus noch weitere

Unterweisungen vorschreiben.

In aller Regel erfolgen diese Unterweisungen anhand von "Betriebsanweisungen".

Zu diesen Verordnungen gehören:

Gefahrstoff-Verordnung

Biostoff-Verordnung

Betriebssicherheits-Verordnung

Röntgen-Verordnung

Strahlenschutz-Verordnung

und andere mehr ......

Diese Vorgaben werden in den einzelnen Kapiteln besprochen.

Diese Unterweisungen kommen noch zu den "Allgemeinen Unterweisungen" dazu.

Diese Unterweisungen müssen nicht in allen Betrieben durchgeführt werden, sondern nur dann,

wenn die Tätigkeiten und Arbeitssituationen entsprechend sind. Diese Unterweisungen richten

sich nur an Mitarbeiter, die mit dem Arbeitsgebiet tatsächlich etwas zu tun haben.

Unterweisungsplan

Sie sind gesetzlich verpflichtet, einen Unterweisungsplan zu erstellen.

Hier notieren Sie alle Themen, zu denen generell Sie Unterweisungen durchführen müssen

oder wollen.

In diesen Plan tragen Sie auch aktuelle Erkenntnisse zu neuen Gefahren im Betrieb ein. So ist

sichergestellt, dass alle Kollegen über dieses neue Risiko informiert werden.

Sie können selbstverständlich auf diesen Plan auch andere, betriebsrelevante Themen

schreiben (z.B. Fragen zur Abrechnung, zur Müllentsorgung, Vorgaben zum Kundengespräch, Umgang mit

Schlüsseln, Buchhaltung etc. etc., also alles, was Ihrem Betriebsablauf nützt).

Durch den Unterweisungsplan können Sie stets nachvollziehen, welcher Mitarbeiter über

welches Thema unterwiesen worden ist.

Dieser Plan erleichtert auch die systematische Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Eine Formularvorschlag finden Sie am Ende dieses Kapitels.


Zielgruppe - Wer wird unterwiesen ?

Alle Mitarbeiter ! egal ob bezahlter Mitarbeiter, ehrenamtlich tätiger Mitarbeiter oder Praktikant.

Unterweisungen zu Brandschutz und Erster Hilfe richten sich an alle. Unterweisungen zu

speziellen, betriebsspezifischen Risiken oder im Rahmen von Verordnungen richten sich an die

Personen, die mit der Arbeitssituation etwas zu tun haben.

Unterweisung von Mitarbeitern von Fremdfirmen

Bei den eigenen Mitarbeitern hat der Unternehmer die Unterweisungspflicht.

Bei Mitarbeitern von Fremdfirmen hat der fremde Unternehmer die allgemeine

Unterweisungspflicht und der nutznießende Unternehmer die spezielle Unterweisungspflicht für

den auszuführenden Arbeitsbereich.

Z. B. erhält eine Reinigungskraft einer Reinigungsfirma eine Unterweisung von der

Reinigungsfirma über Hautschutz, Desinfektion, allgemeine Infektionsrisiken etc. Die

Infektionsstation im Krankenhaus gibt weitere Unterweisungen zum Umgang mit den dort

speziell vorkommenden Infektionsrisiken und prüft dabei auch gleich noch, ob der Reinigungs-

Mitarbeiter eine geeignete Grundunterweisung erhalten hat.

Weitere Angaben finden Sie in der "Betriebssicherheits-Verordnung".

Zeitpunkt und Häufigkeit von Unterweisungen

• Unterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit

Alle Mitarbeiter (egal ob bezahlt oder unbezahlt) müssen vor Aufnahme der Tätigkeit

angemessen über die relevanten Risiken in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich

informiert und unterwiesen werden (incl. Dokumentation).

Wenn die Risiken entsprechend hoch sind, dürfen Mitarbeiter Arbeiten event. nur

unter einer kompetenten Aufsicht ausführen, auch dann wenn sie unterwiesen

wurden.

Der Unternehmer darf keine Weisungen erteilen, die das Risiko erhöhen.

• regelmäßige Wiederholung (routinemäßig)

Diese Unterweisungen müssen je nach Relevanz und staatlicher Vorschrift regelmäßig

wiederholt werden.

Alle volljährigen Mitarbeiter müssen bezüglich der allgemeinen und betriebsspezifischen

Themen zum Arbeitsschutz mindestens einmal jährlich unterwiesen

werden. Diese Unterweisung muss mindestens einmal jährlich dokumentiert werden.

Bei Jugendlichen (bis 18 Jahre) beträgt der maximale Abstand zwischen zwei

Unterweisungen 6 Monate. Sie müssen also zweimal im Jahr eine Unterschrift leisten.

Diese Vorschrift gilt für alle Betriebe.

Bezüglich der speziellen Themen verlangt der Gesetzgeber in der Regel eine

mindestens einmal jährliche Unterweisung für die Mitarbeiter, die mit dem jeweiligen

Arbeitsgebiet beschäftigt sind. Diese Unterweisung muss ebenfalls dokumentiert

werden.

Es ist nicht verboten, alle Inhalte an einem einzigen Termin zu vermitteln.


• zusätzliche Wiederholungen

Solche Unterweisung müssen darüberhinaus auch wiederholt werden, wenn

sich die Arbeitsbedingungen gravierend verändern, oder wenn

neue Erkenntnisse zum Arbeitsschutz eine Neubewertung der Situation erforderlich

machen.

Wie lange muss eine solche Unterweisung dauern ?

Dafür gibt es keine Vorgaben.

Wichtig ist nur: Ihre Botschaft muss beim Mitarbeiter ankommen !

Dies muss sichergestellt sein !

Die Unterschrift alleine genügt nicht, wenn der Mitarbeiter nicht mit Herz und Verstand dabei ist

und Ihre Arbeitsschutzanweisungen nicht versteht und/oder nicht befolgt. Beachten Sie dabei

besonders auch jugendliche Dummheit und Sprachbarrieren.

Es ist nicht möglich, dass Sie dem Mitarbeitern Texte in die Hand drücken und hierfür eine

Unterschrift einfordern. Sie können Materialien verteilen, aber Sie müssen im Anschluss durch

ein persönliches Gespräch klären, ob der Inhalt verstanden worden ist.

Es ist auch möglich, mehrere Themen an einem "Unterweisungs-Termin" zu besprechen.

Bedenken Sie allerdings, dass die Zuhörer event. von der Dauer und der Komplexität der

Themen überfordert sein können.

Wie sieht die Dokumentation aus ?

Wie viele Unterweisungen muss ich "schriftlich dokumentiert" durchführen ?

Dokumentation bedeutet:

Es gibt ein kurzes Protokoll über das Thema und

die Mitarbeiter bestätigen durch ihre Unterschrift, eine Unterweisung erhalten und verstanden

zu haben.

Dann müssen noch das Datum und der Name z.B. des Ausbilders notiert werden.

Ein Vorschlag für ein solches Dokumentationsblatt befindet sich am Ende des Kapitels.

Wann und wie oft eine solche schriftlich dokumentierte Unterweisung erfolgen muss, ist in den

einzelnen Kapiteln und Checklisten mit aufgeführt.

Auf alle Fälle müssen mindestens die Unterweisungen "vor Aufnahme der Tätigkeit" und die

jährlichen Wiederholungen schriftlich auf einem gesonderten Blatt dokumentiert werden.

Aus haftungsrechtlichen Gründen ist es empfehlenswert, auch relevante zusätzliche

Unterweisungen schriftlich zu dokumentieren.

Bei nicht so relevanten Themen im Arbeitsschutz oder Unterweisungen zu organisatorischen

Fragen ist es empfehlenswert, sich die Unterweisung des Mitarbeiters durch Datum und

Unterschrift zumindest im Unterweisungsplan kurz bestätigen zu lassen.


Wer darf Unterweisungen durchführen ?

Letztlich jeder, der Ahnung (Fachwissen/Fachkunde) vom Thema hat.

Sie können dies als Unternehmer selbst tun,

sie können diese Aufgabe an fachkundige Mitarbeiter delegieren,

sie können aber auch Schulungen durch externe Personen durchführen lassen.

Hauptsache, der vermittelte Inhalt ist korrekt. Der Unternehmer muss aber stets dafür sorgen,

dass die Lehrperson wirklich kompetent und berufserfahren ist und weiß, worüber sie redet.

Um fachkundig zu sein, muss man, (abhängig vom Thema und/oder:

Regelmäßig mit einem Thema zu tun haben

Eine entsprechende Ausbildung nachweisen

Event. eine Prüfung absolviert haben

Das Wissen auf dem aktuellen Stand halten.

Bezüglich der meisten allgemeinen Themen in den typischen Kleinbetrieben der BGW erfüllt ein

Betriebsleiter oder Meister üblicherweise die jeweiligen Vorraussetzungen der Fachkunde.

Gehen Sie als Ausbilder nochmals "selbstkritisch in sich" und prüfen Sie, ob Ihr Wissen

ausreicht oder ob Sie sich erstmal selbst durch Kurse weiterbilden oder zumindest umfassender

informieren müssen.

Weitere und genaue Angaben zur Fachkunde finden Sie in den jeweiligen Technischen

Richtlinien zu den einzelnen Verordnungen.


Betriebsanweisungen und andere schriftliche Informationen

Schriftliche Informationen allgemein

Der Unternehmer muss die Mitarbeiter über wesentliche Inhalte der einschlägigen Vorschriften

auf verständliche Weise informieren, sofern diese für die Mitarbeiter relevant sind.

Diese Informationen müssen darüber hinaus an einer geeigneten Stelle für die Mitarbeiter

zugänglich gemacht werden.

Teilweise müssen die Gesetze selbst ausgelegt werden, teilweise Auszüge aus Verordnungen

und Unfallverhütungsvorschriften und in anderen Fällen Betriebsanweisungen.

Welche Gesetze und Verordnungen solche "Aushänge" erfordern, wird in den einzelnen

Kapiteln besprochen.

Betriebsanweisungen

Bei besonderen Gefährdungen und aufgrund verschiedener Verordnungen müssen eventuell

Betriebsanweisungen erstellt werden.

Einen entsprechenden Vordruck, wie so eine Betriebsanweisung aussehen sollte und könnte,

finden Sie im Anhang der einzelnen Kapitel.

Für Geräte und Ähnliches werden die Betriebsanweisungen (sofern notwendig) von den Herstellern

erstellt.

Andere Betriebsanweisungen werden als Orientierung von den Aufsichtsbehörden zur Verfügung

gestellt. Solche Muster finden Sie meist über das Internet.

Betriebsanweisungen können/sollen/müssen vom Unternehmer seiner speziellen Betriebssituation

angepasst werden.

Solche Betriebsanweisungen werden auch bei den "Unterweisungen" als Lehr- und

Informationsmaterial benutzt.


Nachweis über eine Unterweisung

Unterweisungen, Schulungen, Einweisungen

Thema

Thema in Stichworten

Datum

durchgeführt von:

Mitarbeiter Name

Unterschrift des Mitarbeiters

Datum ............................... Unterschrift ........................................



Raumabmessung und Bewegungsflächen (ASR A1.2)

(letzte Änderung 2018 – Stand: Januar 2020)

Arbeitsräume und auch alle weiteren Bereiche müssen eine ausreichende Grundfläche und

Höhe (ausreichender Luftraum) aufweisen.

Es muss ein ausreichender Bewegungsfreiraum vorhanden sein. Dabei sind auch der

Raumbedarf der Arbeitsmittel oder beispielsweise der persönlichen Schutzausrüstung zu

berücksichtigen.

Die Abmessung der Räume hängt wesentlich von der Nutzung und von der

Möblierung ab.

Der notwendige Luftraum hängt von der Art der Nutzung, der physischen Belastung

der Mitarbeiter und der Anzahl der weiteren anwesenden Personen ab.

Berechnung der Grundfläche (Raumfläche) eines Raumes:

Raumfläche (m 2 ) = Breite x Länge (alle Angeben in „Meter“)

Raumvolumen (m 3 ) = Breite x Länge x Raumhöhe (alle Angeben in „Meter“)

In der folgenden Tabelle finden Sie einige Beispiele für Raumflächen.

Hiermit können Sie die Flächen Ihrer Räume abschätzen.

In der Tabelle ist auch noch das Raumvolumen aufgelistet – gerechnet für eine Deckenhöhe von

2,5 m. Sind Ihre Räume höher, haben Sie natürlich ein größeres Raumvolumen.

Abmessungen Raumfläche Raumvolumen

eines Raumes

bei einer angenommenen

Raumhöhe von 2,5 m

(m) (m 2 ) (m 3 )

2 x 2 4 10

2 x 3 6 15

2 x 4 8 20

2 x 5 10 25

3 x 3 9 22,5

3 x 4 12 30

3 x 5 15 37,5

4 x 4 16 40

4 x 5 20 50

5 x 5 25 62,5

Wenn Sie prüfen wollen, ob für einen Mitarbeiter ein ausreichendes Raumvolumen zur Verfügung

steht, finden Sie entsprechende Zahlen in der dritten Spalte dieser Tabelle.


Raumfläche

Sie benötigen für den ersten Arbeitsplatz in einem Raum eine (unmöblierte) Bewegungsfläche

von mindestens 8 m 2 . Für jeden weiteren Arbeitsplatz sollen mindestens 6 m 2 Fläche

zur Verfügung stehen.

Raumvolumen

Das geforderte Raumvolumen hängt von der Tätigkeit ab.

Pro Person sind folgende Volumina gefordert:

bei überwiegend sitzender Tätigkeit 12 m 3

bei überwiegend nicht sitzender Tätigkeit 15 m 3

bei schwerer körperlicher Arbeit 18 m 3

Sie sollten also in der Regel pro Mitarbeiter ein Raumvolumen von mindestens 15 m 3 zur

Verfügung stellen. Bei einer Deckenhöhe von 2,5 m entspricht dies einer Bodenfläche von

6 m 2 (Beispiel s. Tabelle). Für jeden weiteren Kunden sind nochmals 10 m 3 gefodert. Dies

entspricht in diesem Beispiel bei einer Deckenhöhe von 2,5 m einer Fläche von 2 x 2 m (also

weiteren 4 m 2 ).

Rechenbeispiel

Ein Friseursalon mit zwei Stühlen und üblicherweise 2 tätigen Mitarbeitern braucht bei einer

Raumhöhe von 2,50 m also zunächst für den ersten Mitarbeiter eine Fläche von 8 m 2 , für jeden

weiteren Mitarbeiter eine Fläche von 6 m 2 , also insgesamt 14 m 2 .

Dies entspricht einem Raumvolumen von insgesamt 35 m 3 .

Befinden sich zusätzlich noch zwei Kunden im Salon, kommen nochmals pro Person mindestens

10 m 3 Luftraum hinzu, bei zwei Personen also 20 m 3 . Bei einer Deckenhöhe von

2,50 entspricht dies einer geforderten Bewegungsfläche von 8 m 2 . Der Salon sollte also im

Kundenbereich in diesem Beispiel mindestens 22 m 2 Bewegungsfläche haben.


Arbeitsräume

Alle Arbeitsräume haben eine Grundfläche von

mindestens 8 m 2 für einen einzelnen Mitarbeiter.

Arbeitsräume, in denen 2 oder mehr Personen tätig sind,

haben für jede weitere Person mindestens weitere 6 m 2

Grundfläche.

Alle Arbeitsplätze haben bei den üblichen Verrichtungen

eine Bewegungsfläche für den Mitarbeiter von

mindestens 1,5 m 2 .

Zwei nebeneinanderliegende Arbeitsplätze haben einen

Abstand von mindestens 1,2 m.

Arbeitsplätze bei sitzender oder stehender Tätigkeit

haben einen Abstand von mindestens 1 m.

Arbeitsräume, die eine Fläche von maximal 50 m 2 haben,

haben eine Raumhöhe von mindestens 2,5 m.

Räume mit einer Fläche von 50 bis 100 m 2 haben eine

Raumhöhe von mindestens 2,75 m.

Der unverbaute Luftraum (also ohne Schränke und

Geräte etc) beträgt pro Mitarbeiter mindestens 15 m 3

(bei überwiegend sitzender Tätigkeit genügen 12 m 3 ).

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

geprüft

O O O ........................................................ ................

O O O

........................................................ ................

O O O

........................................................ ................

O O O ........................................................ ................

O O O ........................................................ ................

O O O

........................................................ ................

O O O ........................................................ ................

O O O

........................................................ ................


Arbeitsräume

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

geprüft

Befinden sich auch Kunden oder Patienten in den

Räumen, stehen pro Person zusätzlich nochmals

mindestens 10 m 3 Luftraum zur Verfügung.

O O O

........................................................ ................

Ich habe in meinem Betrieb weitere Risiken festgestellt.

Daher sind weitere Maßnahmen notwendig.

Weiteres

...........................................................................................

.....................................................................................

O O O

........................................................ ................

Weiteres

...........................................................................................

.....................................................................................

O O O

........................................................ ................

Weiteres

...........................................................................................

.....................................................................................

O O O

........................................................ ................

Die Gefährdungsbeurteilung wurde durchgeführt von ........................................................................................... Datum ............................

1. Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt von ........................................................................ Datum ............................



Verkehrswege (ASR A1.8)

(letzte Änderung 2018 - Stand Januar 2020)

Zu den Verkehrswegen gehören alle Wege im Betrieb, unter anderem Treppen, Flure und

Rampen.

Eine Treppe besteht aus mindestens drei Stufen, event. gehören auch Treppenabsätze dazu.

Rampen können nicht nur zum Be- und Entladen dienen, sondern auch für Fußgänger Arbeitsoder

Verkehrsflächen unterschiedlicher Höhe verbinden.

Lagereinrichtungen sind ortsfeste sowie verfahrbare Regale und Schränke. Diese werden im

Rahmen der Betriebssicherheits-VO mit besprochen.

Laderampen, Fahrtreppen, Fahrsteige, Steigleitern, Steigeisengänge und Fahrzeugverkehr werden

hier nicht weiter besprochen. Ziehen Sie bitte hier direkt die Arbeitsstättenver-ordnung,

Anhang 1.8 bis 1.11 und die ASR A1.8 zu Rate.

Verkehrswege allgemein

Verkehrswege müssen übersichtlich sein und möglichst gradlinig verlaufen.

Ihre Breite muss der Anzahl der Nutzer entsprechen.

Verkehrswege sollen waagerecht sein.

Verkehrswege müssen eben sein. Es dürfen keine Defekte im Boden sein (keine Löcher, keine

hochstehenden Ecken etc.).

Verkehrswege müssen trittsicher sein. Das bedeutet zum einen, dass der Untergrund eine

ausreichende Tragkraft hat und nicht einbricht. Das heißt außerdem, dass die Oberfläche

generell aber auch bei Nässe oder irgendwelchen Verschmutzungen ausreichend rutschhemmend

ist.

Achten Sie schon bei Planung und Kauf auf die Wahl geeigneter und auch haltbarer Böden.

Fragen Sie von vornherein nach realistischen! Reinigungs- und Pflegemöglichkeiten.

Achten Sie darauf, dass die Mitarbeiter auf Arbeitsflächen und Verkehrswegen nicht durch

herabfallende Gegenstände etc. verletzt werden können resp. die Mitarbeiter zumindest

ausreichend geschützt sind.

Reinigung und Instandhaltung

Verkehrswege (in Räumen und auch im Freien) müssen regelmässig gereinigt und erhalten

werden.

Durch regelmässige Kontrollen müssen Verkehrswege so erhalten und Instand gesetzt werden,

dass sie sicher benutzbar sind.

Ändern sich die betrieblichen Anforderungen, müssen die Verkehrswege der neuen Situation

angepasst werden.

Zu den Kontroll- und Instandhaltungsmaßnahmen gehören unter anderem

die regelmässige Reinigung und die umgehende Reinigung bei besonderen Situationen

(Wasser, Verschmutzung, Vereisung etc),

das Aufräumen, um Verkehrswege auch freizuhalten und Stolperstellen zu vermeiden,

der Erhalt einer ausreichenden Beleuchtung.


Bauliche Vorgaben

Mindestbreite von Verkehrswegen

Verkehrswege, also z.B. Flure und Treppen haben eine Mindestbreite, abhängig von der

Mitarbeiterzahl.

Anzahl der Mitarbeiter

bis 5 Mitarbeiter

bis 20 Mitarbeiter

darüber hinaus

bis 200 Mitarbeiter

Mindestbreite

0,875 m

1,00 m

1,20 m

Bitte beachten Sie, dass im Zweifelsfall auch Gäste/Kunden/Patienten die selben Wege

begehen und beachten Sie dies bei der Bemessung der Breite. Im Bereich von Türen kann die

Breite um 15 cm verringert werden, darf aber nirgendwo unter 80 cm liegen.

Der Zugang zu Einzelarbeitsplätzen kann auf 60 cm reduziert werden (z.B. schmale Tür zur

Toilette, Dunkelkammer oder Abstellkammer etc.).

Höhe von Verkehrswegen

Die lichte Höhe über Verkehrswegen muss mindestens 2,00 m betragen. Im Bereich von Türen

darf diese um 5 cm unterschritten werden.

Achtung: Wenn Sie neue Arbeitsstätten einrichten, müssen Sie eine lichte Höhe von 2,10 m

einplanen.

Rampen

Verkehrswege sollen waagerecht sein und auf einer Ebene liegen, also keine Höhenunterschiede

aufweisen. Ist dies nicht möglich, weil z.B. Gebäudeteile unterschiedlicher Höhe

aneinandergrenzen, sollen Schrägrampen angelegt werden.

Sollen Lasten transportiert werden (manuell oder z.B. Rollwagen), müssen Wegstrecke,

Neigung des Weges, transportierte Gewichte, Häufigkeit des Transportes, Qualität der

Hilfsmittel so geplant werden, dass die körperliche Belastung der Mitarbeiter möglichst gering

gehalten wird.

Schrägrampen dürfen eine maximale Neigung von 8 % haben, das heißt pro laufendem Meter

dürfen sie einen Höhenunterschied von maximal 8 cm überbrücken.

Auf Fluchtwegen und wenn rollende Transporthilfsmittel benutzt werden, ist maximal ein Gefälle

von 6 % erlaubt – also maximal 6 cm Höhenunterschied pro laufendem Meter Wegstrecke.

Sollte es nicht möglich sein, eine Rampe anzulegen, müssen mindestens zwei gleiche Treppenstufen

mit parallelen Kanten und gleichen Abmessungen eingeplant werden. Diese Stufen müssen

deutlich gekennzeichnet werden.

Sofern Verkehrswege als Fluchtwege genutzt werden, dürfen diese keine Stufen enthalten.


Treppen

Treppenstufen müssen farblich abgehoben, kontrastreich und ausreichend beleuchtet sein.

Wichtig ist auch, dass sie alle gleich sind und dem natürlichen Schrittmaß der

Fußgänger entsprechen. Als besonders sicher begehbar haben sich Treppen erwiesen, deren

Stufen einen Auftritt von 29 cm und eine Steigung von 17 cm aufweisen.

Gebogene Treppenverläufe mit ungleich breiten Stufen und Wendeltreppen sollen generell

vermieden werden.

Die Treppenabschnitte zwischen zwei Geschossen müssen bezüglich Steigung und Material

gleich sein.

Treppenstufen müssen rutschhemmend sein. Es darf keine Stolperstellen, z.B. durch

hochstehende oder ausgebrochene Kanten geben.

Bei Nutzung der Treppe zum Transportieren von Lasten soll eine Hand zum Festhalten am

Handlauf frei bleiben. Es soll dabei auch der Blick auf die Treppe möglich sein.

Sollte sich in der Nähe des Beginns von Treppen, Stufen oder Absätzen eine Tür befinden, so

muss auch bei geöffneter Tür in Aufschlagrichtung noch ein Freiraum von mindestens 0,5 m

bleiben. Ist eine Tür also 1 m breit, so muss vor Beginn der Treppe noch mindestens 1,5 m

Platz sein. Auf der anderen Seite der Tür muss ein Abstand von mindestens 1 m eingehalten

werden.

Spindeltreppen und gewendelte Treppen sind im Bereich des Hauptfluchtweges verboten.


Verkehrswege

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

geprüft - am

Wege und Türen

Die Verkehrswege sind waagerecht und übersichtlich. O O O ........................................................ ................

Alle Verkehrswege sind ausreichend beleuchtet. O O O ........................................................ ................

Verkehrswege sind so eingerichtet, dass die körperliche

Belastung der Mitarbeiter gering gehalten wird.

O O O

........................................................ ................

Die Verkehrswege sind mindestens 87,5 cm breit. O O O ........................................................ ................

Die Verkehrswege sind (bei Betrieben von 5 bis 20

Mitarbeitern) mindestens 100 cm breit oder breiter.

Dabei wurde die Anzahl aller anwesenden Personen

(Kunden, Patienten) berücksichtigt.

O O O

........................................................ ................

Türen in den Verkehrswegen sind mindestens 80 cm

breit.

O O O ........................................................ ................

Schmalere Türen und Durchgänge werden vermieden

und führen höchstens zu einzelnen Arbeitsplätzen.

O O O

........................................................ ................


Verkehrswege

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

geprüft - am

Die Raumhöhe auf Verkehrswegen beträgt mindestens

2 m und wird nur an wenigen Stellen um maximal 5 cm

unterschritten.

O O O

........................................................ ................

Stufen sind auf Verkehrswegen so weit als möglich

vermieden.

O O O ........................................................ ................

Schrägrampen, sofern vorhanden, halten die Gefälle-

Obergrenzen von 6 % resp. 8 % ein.

O O O ........................................................ ................

Sofern Stufen im Bereich von Verkehrswegen liegen,

sind dies jeweils mindestens zwei Stufen und diese sind

auch entsprechend gekennzeichnet.

O O O

........................................................ ................

Rettungswege enthalten keine Stufen. O O O ........................................................ ................

Der Abstand zwischen Treppe und Treppenabsatz etc.

vor einer Tür beträgt mindestens 1 m.

O O O ........................................................ ................

Der Abstand hinter einer Tür bis zur nächsten Treppe,

Stufe etc. beträgt mindestens Türbreite (z.B. 1 m) + 0,5

m freie Fläche.

O O O

........................................................ ................


Verkehrswege

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

geprüft - am

Treppen

Treppen sind sicher und leicht zu begehen. O O O ........................................................ ................

Die einzelnen Stufen sind gleich groß, eben,

rutschhemmend gestaltet und tragfähig.

O O O ........................................................ ................

Die Stufen sind alle gleich und haben das gleiche

Schrittmaß.

O O O ........................................................ ................

Die Stufen lassen sich gut erkennen (Farbe,

Beleuchtung).

O O O ........................................................ ................

Treppen ab 3 Stufen haben ein Geländer oder einen

Handlauf.

O O O ........................................................ ................

Treppen mit einer Breite von mehr als 1,5 m haben auf

beiden Seiten einen Handlauf oder ein Geländer.

O O O ........................................................ ................

Das Geländer ist mirndestens 1,0 m hoch - eventuell

sogar 1,1 m und weist eine ausreichende Stabiltät auf.

O O O

........................................................ ................



Pausen-und Bereitschaftsräume (ASR A4.2)

(letzte Änderung 2018 - Stand Januar 2020)

Pausenräume und Pausenbereiche

Ab der Anwesenheit von mindestens 10 Mitarbeitern gleichzeitig an einer Arbeitsstätte muss ein

Pausenraum oder Pausenbereich zur Verfügung gestellt werden. Dabei bleiben Mitarbeiter mit

weniger als 6 Arbeitsstunden pro Arbeitstag und Mitarbeiter im Außendienst oder ähnliches

unberücksichtigt.

Unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter muss auch dann ein Pausenbereich oder –raum zur

Verfügung gestellt werden, wenn Arbeiten unter besonderen Arbeitsbedingungen durchgeführt

werden.

Zu solchen Arbeitsbedingungen gehören unter anderem:

- Arbeiten mit erhöhter Gesundheitsgefährdung in Hitze, Kälte, Nässe oder Staub,

- Gefährdung beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen oder Gefahrstoffen,

- unzuträgliche Gerüche,

- andauernde, einseitig belastende Körperhaltung mit

eingeschränktem Bewegungsraum (z. B. Steharbeit),

- Arbeitsräume/Bereiche ohne Tageslicht oder

- Arbeitsräume/Bereiche, zu denen üblicherweise Dritte (z. B. Kunden, Publikum,

Mitarbeiter von Fremdfirmen) Zutritt haben.

Auf einen Pausenraum oder Pausenbereich kann verzichtet werden, wenn während der Pause

keine arbeitsbedingten Störungen (z. B. durch Publikumsverkehr, Telefonate) auftreten. Dies ist

z.B. der Fall bei Büroräumen, Bibliotheken und ähnlichem.

Sofern ein Pausenraum oder ein Pausenbereich vorgeschrieben ist, muss pro anwesendem

Beschäftigten eine Grundfläche von jeweils mindestens 1 m² freie Fläche einschließlich Sitzgelegenheit

und Tisch vorhanden sein. Die Grundfläche eines Pausenraumes muss mindestens

6 m² betragen, die Höhe mindestens 2,5 m.

Pausenräume können auch anderweitig genutzt werden, vorausgesetzt, sie werden vor der

Pause entsprechend gereinigt.

Bereitschaftsräume

Treten bei der Arbeit regelmässige und erhebliche (mehr als 25 % der Arbeitszeit)

Unterbrechungen oder Bereitschaftsdienste auf, muss ein Bereitschaftsraum zur Verfügung

gestellt werden. Dies ist z.B. bei Nacht- und Notdiensten in Apotheken, Tierarztpraxen oder

Pflegeeinrichtungen der Fall.

Ein Bereitschaftsraum muss mindestens die Anforderungen an einen Pausenraum erfüllen. Ein

Pausenraum kann auch als Bereitschaftsraum genutzt werden.

Liegt die Bereitschaftszeit in der Nacht, muss der Bereitschaftsraum folgenden Anforderungen

entsprechen:

- Ausstattung mit einer Liege (gepolstert, waschbarer oder wegwerfbarer Bezug),

- kann verdunkelt werden, ist verschließbar, ist nicht einsehbar,

- keine gleichzeitige Nutzung für andere Zwecke oder durch andere Personen,

- enthält eine Waschgelegenheit,

- Rufeinrichtung ist vorhanden (Ruf zur Arbeit und Ruf bei Gefahr).


Einrichtungen für schwangere Frauen und stillende Mütter

Schwangere Frauen oder stillende Mütter müssen die Möglichkeit haben, sich während der

Pausen, aber auch während der Arbeitszeit zu setzen, sich auszuruhen, zu stillen und sich

gegebenenfalls auch hinzulegen.

Diese Einrichtungen müssen in unmittelbarer Nähe sein, jederzeit genutzt werden können und

die Privatsphäre bei der Nutzung gewährleisten.

Die Stühle oder Liegen müssen gepolstert und mit einem wasch- oder wegwerfbaren Bezug

ausgestattet sein.

Die entsprechenden Räume müssen den Kriterien von Pausen- resp. Bereitschaftsräumen entsprechen.



Gefahrstoff-Verordnung

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

Maßnahme

durchgeführt

am

Ein Chemikalien-Verzeichnis (Gefahrstoff-Verzeichnis) ist

vorhanden. Das Gefahrstoff-Verzeichnis ist aktuell.

O O O

........................................................ ................

Die Arbeitsbereiche und Tätigkeiten mit möglichem

Kontakt zu diesen Chemikalien wurden festgelegt.

O O O ........................................................ ................

Die Menge, in der die einzelnen Chemikalien eingesetzt

werden, wurde ermittelt.

O O O ........................................................ ................

Informationen zu den einzelnen Chemikalien wurden

ermittelt. Die zugehörigen Sicherheitsdatenblätter oder

andere äquivalente Informationen liegen vor.

O O O

........................................................ ................

Die Risiken und Gesundheitsgefahren durch die

einzelnen Chemikalien wurden ermittelt.

O O O ........................................................ ................

Die H-Sätze und die P-Sätze wurden ausgewertet. O O O ........................................................ ................

Die Bedeutung der H- und P-Nummern ist bekannt. O O O ........................................................ ................

Die Chemikalien wurden bezüglich ihrer Risiken

bewertet. Auf möglichst geringe Schadwirkung wurde

stets geachtet.

O O O

........................................................ ................

Die durch die P-Nummern vorgegebenen

Schutzmaßnahmen werden stets eingehalten.

O O O ........................................................ ................


Gefahrstoff-Verordnung

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

Maßnahme

durchgeführt

am

Es ist bekannt, für welche Chemikalien

Betriebsanweisungen erstellt werden müssen.

O O O ........................................................ ................

Es ist bekannt, für welche Chemikalien Unterweisungen

durchgeführt werden müssen. Diese Unterweisungen

haben stattgefunden und wurden entsprechend

dokumentiert.

O O O

........................................................ ................

Sofern Arbeitsplatzgrenzwerte existieren, sind diese

bekannt und werden eingehalten.

O O O ........................................................ ................

Die Arbeitsplätze und der Arbeitsablauf sind so gestaltet,

dass das gesundheitliche Risiko durch Chemikalien

minimiert ist.

O O O

........................................................ ................

Die Arbeitsverfahren sind so gestaltet, dass das Risiko

durch Chemikalien minimiert ist.

O O O ........................................................ ................

Die Arbeitsgeräte sind so gestaltet, dass das Risiko

durch Chemikalien minimiert ist.

O O O ........................................................ ................

Die Anzahl der Mitarbeiter, die Kontakt zu den jeweiligen

Chemikalien haben, ist auf das notwendige und sinnvolle

Mindestmaß reduziert.

O O O

........................................................ ................

Es wurden angemessene Hygienemaßnahmen

festgelegt, und diese werden auch eingehalten.

O O O ........................................................ ................



Gefahrstoff-Verordnung

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

Maßnahme

durchgeführt

am

Ich verwende Zytostatika O

Die gesetzlichen Vorgaben zum Umgang mit Zytostatika

sind mir bekannt und ich halte diese ein.

O O O

........................................................ ................

Sofern angezeigt, werden auch entsprechende

arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen angeboten

oder verpflichtend durchgeführt.

O O O

........................................................ ................

Ich habe in meinem Betrieb weitere Risiken

festgestellt. Daher sind weitere Maßnahmen

notwendig.

Weitere Risiken

...........................................................................................

..................................................................................

Weitere Risiken

...........................................................................................

..................................................................................

O O O

O O O

........................................................ ................

........................................................ ................

Die Gefährdungsbeurteilung wurde durchgeführt von ........................................................................................ Datum ............................

1. Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt von ..................................................................... Datum ............................


Chemikalien-/Gefahrstoff-Verzeichnis

Bezeichnung der Chemikalie

Verwendungszweck

Sicherheitsdatenblatt

oder äquivalente

Informationen

liegen

vor (Stand

vom .....)

gefährliche

Eigenschaften

(Roder

H-Sätze)

Sicherheits-

Hinweise (Soder

P-Sätze)

Durchschnittliche

Verbrauchsmenge

pro

Jahr

Sind weniger

gefährliche

Produkte

einsetzbar ??

(falls die

Chemikalie

schädigend ist oder

sein könnte)


Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)

(letzte Änderung 2017 - Stand Januar 2020)

Vollständige Bezeichnung: Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend

Jugendschutz und Jugend-arbeits-schutz

Allgemein könnte man sagen:

Das Jugendschutz-Gesetz beschäftigt sich mit den Jugendlichen in der Freizeit, das Jugendarbeitsschutz-Gesetz

mit den Rechten und Pflichten der Jugendlichen bei der Arbeit.

Das Jugendschutz-Gesetz unterscheidet zwei Personengruppen:

Kinder sind Menschen, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Jugendliche sind Menschen, die zwischen 14 und 18 Jahre alt sind.

Das Jugendarbeitsschutz-Gesetz hat etwas andere Zeitgrenzen.

Als Kind gilt hier, wer noch nicht 15 Jahre alt ist.

Als Jugendlicher gilt, wer zwischen 15 und 18 Jahre alt ist.

Jugendliche über 15, die aber noch der Vollzeitschulflicht unterliegen, werden juristisch wie

„Kinder“ behandelt.

Dieses Gesetz gilt für alle Personen, die unter 18 Jahre alt sind und in irgendeinem

Beschäftigungsverhältnis stehen.

Das Gesetz gilt nicht für geringfügige Hilfeleistungen und Arbeiten im familiären Umfeld (also

z.B. nicht für Ihre Kinder, wenn diese von Ihnen zum Staubsaugen herangezogen werden).

Wenn der 18. Geburtstag überschritten ist, sind beide Gesetze unwirksam.

Wesentliche Vorgaben zur Beschäftigung Minderjähriger finden Sie in den Checklisten. Diese

Checkliste bezieht sich hauptsächlich auf die Vorgaben für Auszubildende.

Vorgaben für Schülerpraktikanten, Kinder in Ferienarbeit, Jugendliche und Kinder ohne

Ausbildungsverhältnis und Ähnliches sind am Ende der Checklisten aufgeführt. Hier müssen

neben dem Jugendarbeitsschutzgesetz vor allem auch noch die TRBA 250 (Anhang 3) und die

Gefahrstoff-VO beachtet werden.

Erläuterungen mache ich hier nur, sofern diese zur Bearbeitung der Checkliste hilfreich oder

notwenig sind.

Arbeitszeit:

Maximal 8 Stunden pro Tag, maximal 40 Stunden pro Woche.

Ein Berufsschultag gilt wie ein 8 Stunden-Arbeitstag,

eine Berufsschulwoche gilt wie eine 40 Stunden-Woche.

Zwischen zwei Arbeitsblöcken muss die Freizeit ohne Unterbrechung mindestens 12 Stunden

betragen.

Jugendliche dürfen nur zwischen 6 und 22 Uhr beschäftigt werden.

Im Schichtbetrieb dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bis maximal 23 Uhr beschäftigt werden.

Jugendliche dürfen z.B. bei Friseurwettbewerben bis 23 Uhr gestaltend mitwirken (§14).

Folgte dem Arbeitstag ein Berufsschultag, so endet die Arbeit spätestens um 20 Uhr.

Jugendliche dürfen nur an fünf Tagen in der Woche beschäftigt werden. Die beiden wöchentlichen

Ruhetage sollen nach Möglichkeit aufeinander folgen.


Jugendarbeitsschutz

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

durchgeführt

am

Es werden keine Jugendlichen unter 18 Jahren im

Rahmen von Arbeit oder Ausbildung beschäftigt.

O weitere Angaben sind nicht notwendig

Es werden keine Schülerpraktikanten oder andere

Praktikanten unter 18 Jahren beschäftigt.

O weitere Angaben sind nicht notwendig

Es werden Jugendliche im Zuge von Arbeit oder

Ausbildung beschäftigt.

O

Angaben bezüglich der Beschäftigung von

Jugendlichen unter anderen Bedingungen - siehe

Ende dieses Kataloges

Es werden alle Rahmenbedingungen des Arbeitsschutzgesetzes

und weiterer Gesetze und Verordnungen

eingehalten, ebenso wie bei erwachsenen

Mitarbeitern.

O O O

........................................................ ................

Eine Liste aller Jugendlichen mit Name, Vorname,

Geburtsdatum, Anschrift wurde erstellt, ist aktuell und

liegt vor.

O O O

........................................................ ................

Eine Ausgabe des Jugendarbeitsschutz-Gesetzes ist für

die Jugendlichen ausgelegt (kostenloser download unter

www.gesetze-im-internet.de).

O O O

........................................................ ................

Von allen Jugendlichen, die länger als zwei Monate im

Betrieb arbeiten, liegt vor Aufnahme der Tätigkeit eine

ärztliche Bescheinigung vor, die maximal 14 Monate alt

ist.

O O O

........................................................ ................

Von allen Jugendlichen liegen die Folgebescheinigungen

der Vorsorgeuntersuchungen innerhalb der

vorgegebenen Fristen vor.

O O O

........................................................ ................


Jugendarbeitsschutz

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Maßnahme

Maßnahme

durchgeführt

am

Ärztliche Arbeitseinschränkungen, die einen Gefährdungsvermerk

enthalten, werden realisiert. Etwaige

Arbeitsverbote werden ausgesprochen und werden auch

von allen Beteiligten eingehalten.

O O O

........................................................ ................

Die Arbeitszeitbegrenzung auf maximal 8 Stunden pro

Tag und 40 Stunden pro Woche wird eingehalten.

O O O ........................................................ ................

Sofern durch betriebsbedingte "Brückentage" nachgearbeitet

werden muss, beträgt die maximale

Arbeitszeit der umliegenden 5 Wochen 8,5 Stunden pro

Tag. Diese Zeit wird eingehalten.

O O O

........................................................ ................

Ein Berufsschultag wird mit 8 Arbeitsstunden angerechnet.

O O O ........................................................ ................

Die Arbeitszeit liegt stets zwischen 6 und 22 Uhr. O O O ........................................................ ................

Unter besonderen Bedingungen ist eine Arbeit bis 23

Uhr zulässig. Diese Bedingungen werden eingehalten.

O O O ........................................................ ................

In unserem Betrieb wird in Schichten gearbeitet. In

diesem Fall dürfen Jugendliche ab 16 Jahren bis 23 Uhr

arbeiten. Diese Fristen werden eingehalten.

O O O

........................................................ ................

Bei Veranstaltungen (z.B. Friseurwettbewerben) endet

die Arbeitszeit um 23 Uhr. Diese Frist wird eingehalten.

O O O

........................................................ ................



Arbeitsmedizinische Vorsorge-Verordnung (ArbMedVV)

(letzte Änderung 2019 - Stand Januar 2020)

Vollständige Bezeichnung: Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge

Arbeitsmedizinische Regeln - Liste am Ende dieses Kapitels

Medizinische Versorgung der Mitarbeiter – ein Überblick.

Man unterscheidet (grober Überblick):

Personen, die nach einem Schaden aktiv werden

Ersthelfer:

Personen mit einer Grundausbildung in Erster Hilfe, die an einer Unfallstelle eine Notversorgung

leisten können, so dass der Patient noch lebt, wenn der Arzt eintrifft.

Sanitäter:

Sie haben eine umfangreichere Ausbildung und sind daher in der Lage, etwas weitergehende

medizinische Maßnahmen durchzuführen und medizinische Entscheidungen zu treffen.

Ärzte:

Sie kommen, wenn der Patient schon krank und geschädigt ist, egal ob Unfall oder Berufserkrankung.

D-Ärzte / Durchgangsärzte:

Sie haben neben ihrer Facharztausbildung (meist Chirurgen oder Orthopäden) noch eine

umfangreiche weiterführende Qualifikation. Sie werden von den Berufsgenossenschaften zur

Behandlung von Verletzten gesondert zugelassen. Diese hohe Qualifikation soll den Heilungsverlauf

für den Geschädigten beschleunigen und damit die Kosten für die Berufsgenossenschaften

reduzieren.

Der Unternehmer ist verpflichtet darauf hinzuwirken, dass die Mitarbeiter bei Schäden vorrangig

einen D-Arzt aufsuchen, speziell dann, wenn mit mehrtägigen Krankheitsverläufen zu rechnen

ist.

Ärzte, die vor einem Schaden aktiv werden

Die Ärzte-Gruppe, die vor !! einem Schaden aktiv wird, sind die Arbeits- und Betriebsmediziner.

Hier handelt es sich ausschließlich um Prävention ! vorrangig um die Prävention von Berufserkrankungen.

Nach einem Unfall werden sie nicht aktiv, außer bei der Unfallanalyse und angepasster

Prävention.

Die Arbeits- oder Betriebsmediziner werden im Rahmen der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen

Vorsorge aktiv.

Diese wird im Folgenden erläutert.


Aufgaben des Arbeitsmediziners

Ein Arbeits- oder Betriebsmediziner hat grundsätzlich zwei Arbeitsbereiche (s. auch Kapitel

"Arbeitssicherheit"):

1. Begehung des Betriebes und Beratung des Unternehmers und

2. Untersuchung und Beratung einzelner Mitarbeiter

Zum Einen führt er Begehungen von Betrieben durch und berät Arbeitgeber in Fragen des

Arbeitsschutzes, zum Anderen führt er körperliche Untersuchungen der Mitarbeiter (z.B. Gespräch,

Blutdruck, Laboruntersuchungen, EKG) durch.

Diese beiden Aufgabenbereiche kommen aber nicht bei allen Betrieben gleichermaßen zur

Durchführung.

Aufgabe 1 – Begehung und Beratung

Wenn Sie am sog. „Alternativen Betreuungsmodell“ zum Arbeitsschutz teilnehmen und weniger

als 50 Vollzeitmitarbeiter haben, ist die Begehung durch einen Arbeitsmediziner nicht verpflichtend

vorgeschrieben. Sie können einen Arbeitsmediziner damit beauftragen, müssen das aber

nicht, wenn Sie nicht wollen.

Wenn Sie an der sog. „Regelbetreuung für Kleinbetriebe“ teilnehmen und weniger als 10 Vollzeitmitarbeiter

haben, wird die Begehung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit durchgeführt.

Auch hier sind Sie nicht verpflichtet, zusätzlich einen Arbeitsmediziner mit einer Begehung zu

beauftragen. Umgekehrt können Sie auch einen Arbeitsmediziner mit der Grund-Begehung

beauftragen, dann wäre die zusätzliche Begehung durch die Fachkraft für Arbeitssicherheit

fakultativ.

Bei Betrieben mit mehr als 10 Vollzeitmitarbeitern, die sich für die "Regelbetreuung"

entschieden haben, sind regelmäßige Begehungen und Beratungen sowohl durch Fachkräfte

für Arbeitssicherheit, als auch durch Arbeitsmediziner vorgeschrieben. Abhängig von der

Mitarbeiterzahl sind dies mehrere Stunden pro Jahr.

Aufgabe 2 – Körperliche Untersuchung der Mitarbeiter

Solche Untersuchungen werden nicht bei allen Mitarbeitern und nicht bezüglich aller Körperfunktionen

durchgeführt. Ob ein Mitarbeiter überhaupt untersucht werden "muss", "sollte" oder

"nicht muss", hängt davon ab, welche Tätigkeiten er ausführt resp. wie alt er ist.

Der Untersuchungsumfang und der Abstand wiederholter Untersuchungen hängen ebenfalls

von den Tätigkeiten ab. Auch der individuelle Gesundheitszustand eines Mitarbeiters spielt

dabei eine Rolle. Leitlinien für Untersuchungsumfang und -abstände werden in den sog. AMR -

Arbeitsmedizinischen Regeln veröffentlicht

Durch solche Vorsorgeuntersuchungen sollen Berufserkrankungen verhindert resp. frühzeitig

erkannt und bekämpft werden.

Müssen Mitarbeiter körperlich untersucht werden?

• Bei den Vorsorgeuntersuchungen unterscheidet man:

Pflicht-Vorsorge,

• Angebots-Vorsorge,

• Wunsch-Vorsorge und sogenannte

• nachgehende Untersuchungen.


Pflichtvorsorge

Eine Pflichtuntersuchung ist vorgeschrieben wenn:

der Mitarbeiter unter 18 ist (immer Hausarzt), oder wenn

besonders gefährdende Tätigkeiten ausgeübt werden (Betriebsmediziner).

Bei welchen Tätigkeiten eine Pflichtvorsorge durchgeführt werden muss, ist im Anhang der

Verordnung beschrieben.

Sofern eine Pflichtuntersuchung vorgeschrieben ist, dann muss Der Unternehmer den

Mitarbeiter zur Untersuchung schicken und der Mitarbeiter muss auch bei dieser Untersuchung

erscheinen.

Sollte eine Pflichtuntersuchung vorgeschrieben sein (abhängig von der Tätigkeit), so muss die

erste Untersuchung vor dem Beginn der Tätigkeit erfolgen.

Zur Vorsorge-Untersuchung bei einem Arzt oder Betriebsmediziner gehören:

Erhebung der Anamnese und der Arbeitsanamnese,

körperliche Untersuchung,

event. eine weiterführende klinische Untersuchung

event. Laboruntersuchungen und eine

Beratung.

Der Arzt berät den Mitarbeiter und händigt diesem auf Wunsch die erhobenen Untersuchungsergebnisse

in Schriftform aus. Der Arbeitgeber erhält das Ergebnis der Untersuchung nur dann,

wenn der Mitarbeiter dies gestattet.

Der Arbeitgeber erhält keine Befunde des Mitarbeiters, sondern lediglich eine Rechnung ohne

weitere Gliederung (Privatpatientensatz).

Der Mitarbeiter und der Arbeitgeber erhalten außerdem eine Vorsorgebescheinigung. Diese

bestätigt lediglich, ob und wann der Mitarbeiter an einer Vorsorgeuntersuchung teilgenommen

hat.

Die Untersuchungen finden während der Arbeitszeit statt und werden vom Arbeitgeber bezahlt.

Bei allen Pflicht-Vorsorgeuntersuchungen müssen die Mitarbeiter mindestens bis zum Arzt (bis

in den Behandlungsraum). Weitere Gespräche und Untersuchungen kann der Mitarbeiter ablehnen,

wenn er dies nicht möchte. Dieser Besuch gilt als "durchgeführte" Pflichtuntersuchung. Im

Anschluss daran kann der Mitarbeiter alle entsprechenden Tätigkeiten aufnehmen.

Verweigert der Mitarbeiter schon den Gang zum Arzt und ist für bestimmte Tätigkeiten eine

Pflichtuntersuchung vorgeschrieben, so kann er diese speziellen Tätigkeiten nicht ausüben.

Pflichtuntersuchungen werden in Abständen wiederholt. Die Zeitintervalle legt im Wesentlichen

der untersuchende Arzt fest.

Früher wurde der Untersuchungsumfang in den sogenannten G-Regeln festgelegt.

G42 gab Vorgaben zur Untersuchung bei Tätigkeiten mit Infektionsgefahr

G37 gab Regeln zur Untersuchung der Haut

G25 gab Regeln zur Untersuchung der Sehfähigkeit.

Nach und nach werden diese G-Regeln durch sog. Arbeitsmedizinischen Regeln (AMR) ersetzt.

Eine Liste der derzeit veröffentlichten AMR finden sie am Ende des Kapitels.

Sollten Sie eine Pflichtuntersuchung bei den Mitarbeitern durchführen lassen müssen, und

finden Sie keinen Betriebsmediziner für eine solche Untersuchung, dann wenden Sie sich an

Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Achtung !

Alle Minderjährigen (unter 18 Jahren) müssen vor ! Aufnahme jeder Tätigkeit und ab dann

jährlich ! untersucht werden. In diesem Fall werden diese Untersuchungen aber von

Hausärzten ! und nicht von Betriebsmedizinern durchgeführt.



Arbeitsmedizinische Vorsorge

Untersuchung der Mitarbeiter durch einen

Arbeitsmediziner

Eine sog. Vorsorgekartei ist erstellt. In dieser Liste sind

alle Mitarbeiter aufgeführt. Ebenso die eventuell

durchzuführenden Pflicht- und Angebotsuntersuchungen

und die Termine.

Bei jedem Mitarbeiter erfolgte anhand seines Tätigkeitsprofiles

eine Beurteilung, ob eine Pflicht-Vorsorge,

eine Angebotsvorsorge oder keine Vorsorge-Untersuchung

durchzuführen ist.

Sofern Pflichtuntersuchungen notwendig sind, wurden

entsprechende Termine mit einem Betriebsarzt

vereinbart.

Sofern Angebotsuntersuchungen durchzuführen sind,

wurden die Mitarbeiter entsprechend informiert und

haben schriftlich die Untersuchung angenommen oder

abgelehnt.

Wunschuntersuchungen: Sofern dies gewünscht wird

und angebracht ist, werden den Mitarbeitern weitere

Untersuchungen ermöglicht.

Sofern von Seiten des Arztes Verbesserungsvorschläge

unterbreitet wurden, wurden diese auch so weit

als möglich umgesetzt.

erledigt /

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Massnahmen

Maßnahme

durchgeführt

am

O O O

................................................. ................

O O O

................................................. ................

O O O

................................................. ................

O O O

................................................. ................

O O O

................................................. ................

O O O

................................................. ................


Arbeitsmedizinische Vorsorge

erledigt /

kein

Handlungsbedarf

mittlerer

Handlungsbedarf

akuter

Handlungsbedarf

geplante Massnahmen

Maßnahme

durchgeführt

am

Weitere Empfehlungen, sofern keine Angebots- oder Pflichtuntersuchungen vorgeschrieben sind (freiwillig für den Unternehmer)

Sofern Kinderkrankheiten durchlaufen worden sind, ist

dies den Mitarbeitern bekannt. Es ist auch bekannt ob

im Anschluss eine lebenslange Immunität besteht.

O O O

................................................. ................

Sofern freiwillige Impfungen stattgefunden haben, gibt

es verbindliche Informationen, wie lange der Impfschutz

anhält.

O O O

................................................. ................

Der Betrieb unterstützt die Mitarbeiter bei der

Durchführung von Impfungen beim jeweiligen Hausarzt.

O O O

................................................. ................

Die Mitarbeiter haben Bescheinigungen eines Arztes

vorgelegt, ob ein Impfschutz existiert und wie lange

dieser andauert.

O O O

................................................. ................

Der Betrieb macht den Mitarbeitern Angebote zur

Vorbeugung von Rückenerkrankungen.

O O O ................................................. ................

Der Betrieb macht den Mitarbeitern Angebote zur

Bewältigung außerordentlicher psychischer

Belastungen.

O O O

................................................. ................

Der Betrieb macht den Mitarbeitern Angebote (Beratung

und Software) zur Gesunderhaltung der Augen.

O O O

................................................. ................



Mit Checklisten zur systematischen

Gefährdungsbeurteilung

Band 1 - "Grundsätzliche Risiken"

in typischen Kleinbetrieben der BGW

Handlungshilfen und Formularvorschläge für die gesetzlich

vorgeschriebene Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung.

Einfache, leicht verständliche Erläuterungen von gesetzlichen

Vorschriften. Systematische Bearbeitung verschiedener Aspekte im

Arbeitsschutz.

Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung

Musterformulare und Listenvordrucke

Themen

Arbeitsschutzgesetz

Arbeitssicherheitsgesetz

Mutterschutzgesetz

Jugendarbeitsschutzgesetz

Arbeitsstätten-Verordnung

Betriebssicherheits-Verordnung

Arbeitsmedizinische Vorsorge-Verordnung

Gefahrstoff-Verordnung

Biostoff-Verordnung - eine erste Einführung

1. Hilfe

Brandschutz

Büroarbeitsplätze - eine erste Einführung

Psychische Belastung

neues Kapitel

Lärm

arbund Verlag 2020

ISBN 978-3-947415-07-6

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine