Taxi Times München - November / Dezember 2019

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NOVEMBER / DEZEMBER 2019 3,50 €

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MÜNCHEN

Landgericht München

Landgericht Frankfurt

3 - 06 O 44/19

Landgericht Köln

AZ 81 O 74/19

4 HK O 14935/16

LANDGERICHT IN KÖLN – FRANKFURT – MÜNCHEN

UBER-ENDE IN DREI AKTEN?

KONTROLLMANGEL

LRA Erding

wehrt sich

TAXI-GUTACHTEN

Die Stadt will

es nochmal wissen

ELEKTRO-TAXIS

Erfahrungen

mit einem Tesla Model S


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DIE BANANENREPUBLIK

INHALT

FOTO: Adobe Stock / Odua Images

„Ein Rechtsstaat, der eindeutige Gesetzesverstöße nicht ahndet,

verkommt zur Bananenrepublik.“ – Diese drastischen Worte wählte

kein Geringerer als Michael Müller, Präsident des Bundesverbands

Taxi und Mietwagen e. V., während einer öffentlichen

Verbandssitzung Anfang November in Koblenz.

Gemeint sind damit die täglichen Verstöße der neuen Mitbewerber

gegen die Rückkehrpflicht, allen voran der Mietwagenpartner

von Uber und seit Neuestem auch von Free Now.

Da der Staat in seiner Kontrollfunktion an diesem Punkt versagt,

wehrt sich das Taxigewerbe auf eigene Faust auf juristischem

Weg. Zum einen durch Klagen gegen die einzelnen Partner, zum

anderen aber auch gegen den App-Anbieter selbst. Drei Verfahren

sind aktuell in der Schwebe und alle drei scheinen kurz vor dem

Showdown zu stehen. Wir berichten über den aktuellen Zwischenstand

aus Köln, Frankfurt und München ab Seite 6.

Ein ganz entscheidender Punkt in allen drei Verfahren ist die

Frage, wie die Fahrer über die Uber-App an die Aufträge kommen.

Das Personenbeförderungsgesetz ist eindeutig, es schreibt vor,

dass Mietwagen die Beförderungsaufträge nur ausführen dürfen,

wenn diese am Betriebssitz oder in der Wohnung des Unternehmers

eingegangen sind. Genau diese Art der Auftragsannahme

und auch die Sicherstellung der Rückkehrpflicht sind natürlich

bei Uber gerade nicht Teil des Systems. Die Taxibranche bemängelt,

dass ein Fahrer einen Beförderungsauftrag auch selbstständig

annehmen kann, also nicht über den Betriebssitz des

Unternehmens.

Ein klarer Verstoß gegen das Personenbeförderungsgesetz,

sagen die Kläger gegen Uber. Die Münchner Richterin erweckte

zuletzt den Eindruck, dass sie das ähnlich sieht, und wollte deshalb

bei der letzten Verhandlung von den dort aufgerufenen Zeugen

genau wissen, ob und wie eine Auftragsannahme am

Betriebssitz vorbei technisch möglich ist. Das wurde klar belegt.

Man darf gespannt sein, welche Schlüsse das Münchner Landgericht

daraus nun zieht.

Doch egal, wie in Frankfurt und München entschieden wird

– Uber wird nicht klein beigeben und deren hoch dotierte Anwälte

werden weiterhin allerlei Verzögerungstaktiken anwenden, um

ein endgültiges Verbot zu umgehen. Es ist schon schizophren: Ein

Unternehmen, dessen Geschäftskonzept nur auf Basis des Rechtsbruchs

funktioniert, wendet jeden Winkelzug der Rechtsprechung

an, um einer Verurteilung bzw. Bestrafung zu entgehen. Die

Annahmeverweigerung der einstweiligen Verfügung aus Köln am

Firmensitz in Amsterdam ist der blanke Hohn.

Umso wichtiger ist es daher, dass die Behörden ihren Job

machen und die Wildwest-Strukturen endlich wirksam bekämpfen

– ganz speziell am Münchner Flughafen. Taxi Times hat die Untätigkeit

des dortigen Landratsamts Erding deshalb in seiner letzten

Ausgabe scharf kritisiert. Nun hat sich die Behörde in einem

Leserbrief gewehrt (S. 19). Mit dem längst überfälligen Personalwechsel

auf der früheren Position des Herrn Neudeckers scheint

nun auch der Wille zur Kontrolle endlich vorhanden zu sein. Wo

allerdings täglich gegen geltendes Recht verstoßen wird, genügt

es nicht, vier Mal pro Jahr zu kontrollieren.

– die Redaktion –

VERSICHERUNG

4 Misere eines Billiganbieters

TITELSTORY: UBERS ENDE IN DREI AKTEN?

6 Köln: Annahme verweigert

8 Frankfurt: Blick auf Europa

10 München: Aufklärende Zeugenaussagen

11 Wien: Verbot für den Falschen

SATIRESEITEN

12 Uber-CEO in der Pampa ausgesetzt

13 „Bild“-Beitrag als Realsatire

BEHÖRDEN

14 München bekommt weiteres Gutachten

TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

16 Der immer gleiche Status quo

17 Neue Verkehrsart – aber bitte mit Taxi

ISARFUNK TAXIZENTRALE

18 Uber-Werbung am Flughafen

LESERBRIEF

19 Das Landratsamt Erding kontrolliert

FELDFORSCHUNG

20 Zwei Studentinnen im Taxi

ZUKUNFT UND E-TAXIS

22 Die digitale Rolle des Taxis

24 Erfahrungen mit einem Tesla Model S

26 Reaktionen auf ein London-Taxi

26 Impressum

TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

3


VERSICHERUNG

GEFION: BILLIG UND

NICHT ZAHLUNGSWILLIG

Ein dänischer Anbieter verkauft Kfz-Haftpflichtversicherungen zu knapp

kalkulierten Preisen. Seine Schadenregulierungspraxis hat mittlerweile

weitreichende Konsequenzen.

In den vergangenen zwei Jahren hat die

Gefion Insurance aus Dänemark den

deutschen Taxiversicherungsmarkt mit

Dumpingbeiträgen heimgesucht. Ein paar

Agenturen haben sich mit diesem ausländischen

Versicherer, welcher in Deutschland

durch seinen Geschäftsträger AIS Wild GmbH

vertreten wird, eingelassen. Derzeit dürften

noch ein paar Hundert Taxiunternehmen bei

der Gefion Insurance versichert sein.

Unserer Redaktion sind zahlreiche Fälle

bekannt, bei denen diese Gesellschaft Schäden,

wenn überhaupt, nur sehr träge

begleicht. Meistens geht ohne Drohung

über einen Rechtsanwalt gar nichts. In

einem Fall hat ein Kunde vier Monate auf

die Auszahlung eines Vollkaskoschadens

in Höhe von 14.000 Euro warten müssen.

Am Ende hat der Versicherer bzw. der

Geschäftsträger nur bezahlt, weil eine

Klage angedroht wurde. Auch Maximilian

Junker, Geschäftsführer beim Versicherungsmakler

FVO, hatte sich bei Gefion

beklagt, dass Kunden von ihnen seit zehn

Monaten auf Schadenregulierungen in Kaskofällen

warten.

Junker wurde mittlerweile darüber

informiert, dass die AIS Wild GmbH gar

keine Schäden mehr im Namen und Auftrag

von Gefion Insurance A/S bearbeite. An

deren Stelle sei die Crawford & Company

Deutschland GmbH getreten, eine große

internationale Schadenregulierungsfirma

in Düsseldorf. „Wegen der bedauerlicherweise

großen Anzahl von Schäden […] wird

Crawford etwas Zeit benötigen, alle Schäden

durchzugehen und alle Geschädigten

zu kontaktieren.“

VETO DER DÄNISCHEN AUFSICHT

Nicht nur in Deutschland hat das chaotische

Geschäftsgebaren Folgen, auch die

dänische Finanzaufsicht DFSA nahm sich

BALLNATH: BESSERES KONZEPT – GLEICHER PREIS

Ein dänischer

Versicherer kommt

seit Monaten mit der

Schadenregulierung

nicht hinterher.

Der Münchner Taxi-Versicherungsspezialist

Ballnath GmbH hat sein seit

1998 existierendes, speziell für Taxi

und Mietwagenbetrieb konzipiertes

Betriebshaftpflichtkonzept ein weiteres

Mal verbessert, ohne dafür die Beiträge

anheben zu müssen. Neu ist seit Kurzem

eine Verdoppelung der pauschalen

Deckungssumme von bisher fünf auf

nun zehn Millionen Euro. Auch das Sublimit

für Schäden an beförderten Sachen

ist mit 100.000 EUR jetzt doppelt so

hoch wie vorher, während die zehnprozentige

Selbstbeteiligung für die

mitversicherten Schäden an beförderten

Sachen von bisher 2.000 Euro auf maximal

1.000 Euro reduziert wurde.

Das Betriebshaftkonzept kostet für

Betriebe bis drei Fahrzeuge 105 Euro

und für jedes weitere Taxi 35 Euro

pro Jahr. Der Beitrag bleibt damit im

siebten Jahr stabil, berichtet Ballnath.

Durch eine sogenannte Leistungsupdategarantie

gelten Verbesserungen

automatisch auch für alle bereits bestehenden

Verträge.

jh

den Versicherer zur Brust und stellte fest,

dass das Managementsystem von Gefion

stark von den gesetzlichen Anforderungen

abweicht. Deshalb wurde ein Aufschlag von

5,3 Millionen Euro auf die Solvenzkapitalanforderung

erhoben, was die Solvenzquote

auf 86 Prozent abrutschen ließ. Auf

Anordnung der DFSA darf das Geschäftsvolumen

nicht weiter ausgebaut werden,

weil Gefion nicht mehr über genug Eigenmittel

zur Deckung des Solvenzkapitalbedarfs

verfügt.

Auch auf dem polnischen Markt droht

Ärger. Hier werden über einen lokalen

Vermittler, ohne eigene Niederlassung,

Kfz-Haftpflichtversicherungen zu Dumping-Preisen

angeboten, offenbar zulasten

der Kundenzufriedenheit im Schadenfall.

Der polnische Versicherungsombudsmann

berichtet von einer regelrechten Klagewelle

polnischer Verbraucher über die Schadenregulierung,

die für Gefion in Polen der

US-Schadendienstleister Crawford erledigt.

Die anhaltenden Beschwerden haben dazu

geführt, dass die Regierung Polens ein Sondergesetz

einführen will, das Sanktionen

gegen ausländische Anbieter ermöglicht.

Gefion gerät zunehmend unter Beschuss.


sb

FOTO: Taxi Times

4

NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


UBER VOR GERICHT

DER ERSTE AKT: DAS

ZUSTELLPROBLEM

In einem sogenannten Eilverfahren konnte ein Kölner Taxiunternehmer vor

Gericht glaubhaft machen, dass Uber mit seiner App UberX gegen das PBefG

verstößt. Doch dann haperte es an der Zustellung des Urteils.

Es war eigentlich eine wegweisende Entscheidung des Kölner

Landgerichts. Unter dem Aktenzeichen 81 0 74/19

hatte man die Klage eines Kölner Taxiunternehmers für

rechtens befunden und das Unternehmen Uber per einstweiliger

Verfügung dazu aufgefordert, Fahrtenvermittlungen über die App

UberX zu unterlassen. Der Beschluss wurde bereits im Juli gefasst,

doch an die Öffentlichkeit gelangte er erst Ende Oktober. Und trotz

des gerichtlichen und deutschlandweit gültigen Verbots vermittelt

Uber nach wie vor Fahrten. Das wirft viele Fragen auf und zeigt,

dass das deutsche Recht sehr komplex ist und in seinem Anspruch,

jederzeit gerecht zu sein, auch manche Schlupflöcher offen lässt.

Um das zu verstehen, muss man den Fall Köln sehr genau betrachten:

Hier handelt es sich um ein Eilverfahren, in dem der Kläger

vor Gericht die Verfehlung eines Wettbewerbers moniert und vor

Gericht einfordert, dass der Beklagte dieses Verhalten unterlässt.

Juristisch spricht man dann von einer Unterlassungsklage und

das Gericht erlässt – sofern es der Klage zustimmt – eine Unterlassungsverfügung.

AUFTRAGSEINGANG AM BETRIEBSSITZ FRAGLICH

Im konkreten Fall konnte der Antragsteller, ein Kölner Taxiunternehmer,

mit einem Video gegenüber dem Gericht glaubhaft nachweisen,

dass Uber seine Fahrten unmittelbar an die dem System

angeschlossenen Fahrzeuge vermittelt. Diese Fahrzeuge sind Teil

eines Unternehmens mit Mietwagenkonzessionen. Laut Personenbeförderungsgesetz

(PBefG) dürfen solche Fahrten allerdings nur

dann ausgeführt werden, wenn die Fahrtbestellungen vorher am

Betriebssitz des Mietwagenunternehmens eingegangen sind.

Da dies in der Praxis nicht der Fall zu sein schien, kam es am

19. Juli 2019 zu jenem oben angedeuteten Beschluss. Wörtlich

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UBER VOR GERICHT

Landgericht München

Landgericht Frankfurt

Landgericht Köln

AZ 81 O 74/19

4 4 HK HK O O 14935/16 14935/16

3 3 - - 06 06 O O 44/19 44/19

heißt es dort: „Die Antragstellerin […] hat glaubhaft gemacht, dass

ein Mietwagenunternehmer, der die Smartphone-Applikation

UberX nutzt und über eine Push-Nachricht über einen Auftrag

eines Kunden informiert wird, diesen Auftrag unabhängig von

einer Bestätigung durch einen sich am Betriebssitz des Mietwagenunternehmers

befindlichen Disponenten selbstständig annehmen

kann. Dies verstößt gegen § 49 Abs. 4, Satz 1.2. und 5 PBefG.“

Als Konsequenz aus dieser richterlichen Einschätzung wird

dem Unternehmen Uber B.V. untersagt, „im geschäftlichen Verkehr

zu Wettbewerbszwecken die von ihr herausgegebene Smartphone-Applikation

UberX für Mietwagenfahrer und

Mietwagenunternehmer für die Vermittlung von Fahraufträgen

einzusetzen“.

FOTO: Name Name

UBER KANN KEIN DEUTSCH

Nun ist es aber so, dass richterliche Beschlüsse immer erst nach

der Zustellung an das beklagte Unternehmen rechtswirksam werden.

Da Uber in Deutschland keinen Firmensitz hat, musste der

Beschluss vom Landgericht Köln an die Uber B.V. in Amsterdam

zugestellt werden. Solche Zustellungen erfolgen über einen

Gerichtsvollzieher. Der Rechtsanwalt des Taxiunternehmers hatte

die Auslandszustellung an Uber B.V. am 23. Juli beim Kölner Landgericht

beantragt und das wiederum hatte einen niederländischen

Gerichtsvollzieher mit der Zustellung beauftragt. Die Zustellung

bei Uber B.V. erfolgte dann am 13. September 2019, die Annahme

wurde allerdings durch die Uber B.V. verweigert. Über die Verweigerung

wurde der Taxi-Anwalt durch das Landgericht Köln

dann am 8. Oktober 2019 informiert.

Hier stellt sich nun die Frage, warum die Uber B.V. die Annahme

eines Gerichtsurteils einfach so verweigern konnte. „Der Empfänger

verweigerte die Annahme aufgrund der verwendeten

Sprache“, heißt es offiziell im Taxi Times vorliegenden Übergabeprotokoll

des Gerichtsvollziehers. Soll heißen: Der in deutscher

Sprache verfasste Beschluss hätte nebst allen Anlagen in einer

niederländischen Übersetzung zugestellt werden müssen. An dieser

Stelle wird es nun besonders ärgerlich, denn der Taxi-Anwalt

hatte bereits am 30. Juli 2019 beim Landgericht Köln einen zweiten

Antrag auf Zustellung des Beschlusses an die Uber B.V. gestellt.

Dieser zweite Antrag enthielt eine niederländische Übersetzung

und wurde vom Gericht am 16. August 2019 an den Gerichtsvollzieher

weitergereicht. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses

dieser Ausgabe verfügt das Landgericht aber über keinerlei Kenntnis

darüber, ob die Auslandszustellung mit Übersetzung mittlerweile

erfolgt ist und von Uber B.V. angenommen wurde. Für die

Uber B.V. war die Sache somit klar. Nach wie vor galt der Beschluss

als nicht zugestellt und durfte demzufolge auch noch nicht vollstreckt

werden. Diverse Urteile deuten allerdings darauf hin, dass

internationale Konzerne, die in vielen Ländern und dort jeweils

TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 7

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UBER VOR GERICHT

auch in deren Landessprache agieren (z. B. in Form einer Homepage),

sehr wohl unterstellt werden kann, dass sie ein solches

Urteil in einer Landessprache verstehen und übersetzen können.

Für den klagenden Taxiunternehmer bedeutet dies jedoch, dass

er bzw. sein Anwalt nun nachweisen muss, dass der Beschluss

offiziell zugestellt wurde, bzw. abzuwarten, bis die zweite Zustellung

mit niederländischer Übersetzung als rechtskräftig zugestellt

gemeldet wird. Ab diesem Zeitpunkt wird die Geschäftsführung

von Uber B.V. entscheiden müssen, ob man die App UberX tatsächlich

(deutschlandweit) vom Markt nimmt oder ob man einfach

weiterhin vermittelt.

Passiert Letzteres, muss der bisher klagende Kölner Taxiunternehmer,

der übrigens ein Mitglied der Kölner Zentrale Taxi Ruf

ist, anhand regelmäßig durchzuführender weiterer Fahrten dokumentieren,

dass Uber gegen den Beschluss vom 19. Juli 2019

„zuwiderhandelt“, und entsprechende Strafanträge bei Gericht

einreichen. Für jeden einzelnen Verstoß muss das Gericht dann

eine Strafe festlegen, die bis zu 250.000 Euro pro Einzelfall

betragen kann.

Bleibt zum Schluss noch eine letzte Frage zu klären: Gilt das

Verbot tatsächlich bundesweit? Klare Antwort: Ja. Das wurde ausdrücklich

bei der Einreichung der einstweiligen Verfügung so

formuliert. Strafanträge darf allerdings nur der Unternehmer stellen,

der die einstweilige Verfügung erwirkt hat.

jh

Weil das Kölner Urteil ohne

Übersetzung in die niederländische

Sprache zugestellt worden

war, verweigerte die Uber BV in

Amsterdam die Annahme.

DER ZWEITE AKT:

URTEIL AM 19. DEZEMBER

Am 12. November hatte sich auch das Landgericht Frankfurt mit einem möglichen

Verbot der Uber-App beschäftigt. Das Urteil könnte pro Taxi ausfallen.

Anders als in Köln wird in Frankfurt kein Eilverfahren,

sondern ein sogenanntes „ordentliches Verfahren“

durchgeführt. Als Kläger tritt dabei die Taxi Deutschland

eG auf, der insgesamt 15 große Taxizentralen (darunter auch

die Taxi München eG) und drei Technologieanbieter (darunter u. a.

taxi.eu) angehören. Als Betreiber der App Taxi Deutschland, an

die rund 2.600 Städte und Gemeinden bundesweit angebunden

sind, steht man in unmittelbarem Wettbewerb mit Uber, was jene

Klage im Zuge des Wettbewerbsrechts ermöglicht.

Wie in Köln richtet sich auch diese Klage unmittelbar an die

Uber B.V. in Amsterdam. Neben dem Vorwurf, dass Uber die technischen

Möglichkeiten zur unmittelbaren Auftragsannahme im

Fahrzeug ermögliche, womit man sich „der Beihilfe zur Verletzung

der Rückkehrpflicht seiner Subunternehmer schuldig“ mache,

werden zwei weitere Aspekte aufgeführt, die ein Verbot der Uber-

App in ihrer jetzigen Form erfordern: Zum einen kann man den

permanenten Verstoß gegen Arbeitszeitgesetze nachweisen, weil

Fahrer, die als Mitarbeiter von Subunternehmern für Uber Fahrgäste

befördern, nachweislich bis zu 70 Stunden pro Woche in der

App angemeldet sind.

Zum anderen will man mit der Klage erreichen, dass Uber eindeutig

als Beförderungsunternehmen und nicht als technischer

Dienstleister eingestuft wird. Konkret argumentiert Taxi Deutschland

unter anderem mit der Tatsache, dass Uber den Fahrpreis

festlege und kassiere. Damit trete man – unabhängig davon, dass

man die Fahrten durch selbst nicht namentlich auftretende Subunternehmer

ausführen lasse – als Beförderungsunternehmen

auf. Uber selbst sieht sich dagegen als Vermittler und technischer

Dienstleister, obwohl genau diese Frage seitens des Europäischen

Gerichtshofs (EuGH) bereits in zwei Verfahren klar beantwortet

wurde. In der Verhandlung gab die Richterin zu erkennen, dass

sie in ersten Vorberatungen mit ihren beiden Handelsrichtern die

Argumente der Taxiseite für nachvollziehbar halte.“ Eine Urteilsverkündung

wurde für den 19. Dezember 2019 festgesetzt. jh

Landgericht Köln

AZ AZ 81 81 O O 74/19 74/19

Landgericht Frankfurt

3 - 06 O 44/19

Landgericht München

4 4 HK HK O O 14935/16 14935/16

FOTOS: Adobe Stock / Odua Images / Alexstar

8 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


UBER VOR GERICHT

KOMMT ES IN MÜNCHEN

ZUM LETZTEN AKT?

Im Endlos-Prozess einer Münchner Taxiunternehmerin gegen Uber scheint

es wie in Köln auch hier hauptsächlich um die Frage zu gehen, was innerhalb

der App technisch möglich ist.

Es wurde eng am

23. September 2019

vor dem Sitzungssaal

des Landgerichts München II

am Lenbachplatz. Um 10 Uhr

war kein Sitzplatz im Wartebereich

vor dem Saal mehr

frei. Insgesamt neun

Zeugen waren

vom Gericht

geladen. Acht

von ihnen

sollten von

ihren Erfahrungen

mit Uber

berichten, die sie 2017 oder 2018 als

Uber-Fahrer, Unternehmer oder Kunden

gemacht hatten.

Sie taten dies nahezu gleichlautend. Die

Uber-Fahrer gaben an, direkt und unmittelbar

den Auftrag per App auf ihrem Smartphone

erhalten und danach die Fahrt

ausgeführt zu haben. Ein (ehemaliger)

Uber-Unternehmer bestätigte, dass er zwar

alle Aufträge parallel auch als Nachricht

per E-Mail bekommen habe, er diese aber

nie aktiv bearbeitet habe und seine Fahrer

die Fahrten in Eigenverantwortung durchgeführt

hätten. Es wäre ja auch vor allem

nachts gar nicht möglich gewesen, jeden

Auftrag aktiv zu legitimieren.

Der neunte Zeuge war Christoph Weigler,

der Deutschland-Chef von Uber. Er sollte

gegenüber der Richterin erklären, wie

die Auftragsvergabe bei Uber technisch

abläuft. Er schilderte, dass Ende 2016

der Prozess der Auftragsvermittlung

umgestellt wurde, wobei die Entwicklung

gemeinsam mit der Berliner Aufsichtsbehörde

LABO vorgenommen worden und

an die Rechtsprechung des Berliner Kammergerichts

angepasst worden sei. Seitdem

würden Kundenbestellungen über die Uber-

App zwar weiterhin an das nächstgelegene

Fahrzeug vermittelt, doch bekäme der

Unternehmer des Fahrzeugs eine E-Mail

an seinen Betriebssitz, in der er über das

Fahrtangebot an sein Fahrzeug informiert

wird. Das Angebot enthält Informationen

zum Namen des Bestellers inklusive Telefonnummer,

zur Abholadresse, zum Fahrtziel

und zum Fahrpreis.

Wirkte vor Gericht im Zeugenstand nicht

ganz so elegant wie auf diesem PR-Foto:

Ubers Deutschland-Chef Christoph Weigler.

KLARE ZEUGENAUSSAGEN

In dieser Mail sind zwei Optionen verlinkt:

Auftrag annehmen oder Auftrag

ablehnen. Nimmt der Mietwagenunternehmer

das Angebot an, wird sein Fahrer

per SMS benachrichtigt, ebenso im Falle

einer Ablehnung. Der Unternehmer hat 30

Sekunden Zeit. Im Falle einer Ablehnung

wird die Bestellung einem anderen Fahrzeug

bzw. einem anderen Unternehmer

angeboten.

Zeitgleich zur E-Mail bekommt allerdings

auch bereits der Fahrer eine Benachrichtigung

zu dieser Bestellung. Er erfährt

die Abholadresse und den Namen, aber keinen

Fahrpreis und kein Fahrtziel. Für das

Gericht ging es nun um die Klärung, ob

es technisch möglich sei, dass der Fahrer

auch dann die Fahrt durchführen könne,

wenn der Unternehmer den Auftrag nicht

angenommen habe.

Dies wurde durch mehrere Zeugenaussagen

von befragten Uber-Fahrern bzw.

Uber-Unternehmern bestätigt. Auch Weigler

wiedersprach dem nicht, indem er

erklärte, dass sein Unternehmen erst im

Nachhinein kontrolliere, ob die ausgeführte

Fahrt auch tatsächlich vom Mietwa-

FOTO: Uber

TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

9


UBER VOR GERICHT

genunternehmer vorab disponiert worden

sei. Laut vertraglicher Vereinbarung sei der

Unternehmer dazu verpflichtet und würde

deshalb im Falle mehrerer „nicht-disponierter“

Fahrten abgemahnt bzw. von der

weiteren Auftragsvergabe ausgeschlossen

werden, weil er sich durch sein

„Nichtdisponieren“ vertragswidrig

verhalten habe.

Die Richterin betonte in

diesem Zusammenhang, dass

ihr diese vertraglichen Pflichten

aufgrund der Aktenlage

bekannt seien, dass es ihr in der

Bewertung der Sachlage aber

darum gehe, ob eine Ausführung

der Fahrt technisch auch

ohne Zustimmung des Unternehmers

möglich sei. Wenn es

technisch möglich sei, müsse

das Gericht die Entscheidung

treffen, ob es sich dann um eine

Umgehung des Personenbeförderungsgesetzes

handle, sagte

die Richterin sinngemäß.

UBER-CHEF ALS ZEUGE

In diesem Zusammenhang stellte

die eigens zur Verhandlung

aus Berlin angereiste Rechtsanwältin

der Taxiseite, Frau

Decker, an den Zeugen Weigler

auch die Fragen, ob Unternehmer

aus technischer Sicht auch

erst nachträglich die Fahrten

disponieren könnten und ob

es technisch keine Möglichkeit

gäbe, Fahrten ad hoc für diejenigen

Fahrzeuge zu sperren, deren Unternehmer

keine aktive Freigabe erteilt hätten. Weigler

musste eingestehen, dass eine nachträgliche

Fahrtdisponierung wohl technisch

möglich sei.

Ob eine Sperre technisch möglich sei,

wurde von Herrn Weigler nicht beantwortet,

jedoch betonte er mehrmals, dass es

nicht dem Sinn der App entspreche, durch

solche Funktionen den Bestellablauf zu

verzögern. Diese Aussage fand allerdings

keine offizielle Aufnahme ins Vernehmungsprotokoll.

Nach der Zeugenbefragung,

die insgesamt über zwei Stunden

dauerte, stellte die Richterin

in Aussicht, nun auch bereits ein

mündliches Urteil fällen zu können.

Das wäre dann ein Einzelrichterurteil

gewesen, da die beiden

bisherigen beisitzenden Handelsrichter

an diesem Tag nicht anwesend

waren. Die Uber-Anwälte

lehnten diesen Vorschlag ab und

bestanden auf ein Handelsrichter-

Urteil. Rechtsanwältin Alexandra

Decker und die Klägerin Frau Eismann

wären mit einer sofortigen

Urteilsverkündung einverstanden

gewesen.

Aus Uber-Sicht konnte dadurch

wieder Zeit gewonnen werden,

denn als nächster Verhandlungstermin,

in dessen Anschluss dann

ein schriftliches Urteil zu erwarten

sei, wurde der 2. Dezember

2019 angesetzt. Ob es sich dann

tatsächlich um den finalen Akt

handeln wird? Ein Münchner Verbot

der Uber-App wäre ein schönes

Weihnachtsgeschenk für die Taxibranche.

jh

weiteren Auftragsvergabe ausgeschlossen möglich sei. verzögern. Diese Aussage fand allerdings

Landgericht Köln

AZ AZ 81 81 O O 74/19 74/19

Landgericht Frankfurt

3 3 - - 06 06 O O 44/19 44/19

Landgericht München

4 HK O 14935/16

NEWSTICKER

AUF BEWÄHRUNG IN LONDON

London ist für den US-Vermittler nach New York die Stadt mit der

zweitgrößten Abdeckung an Uber-Fahrzeugen. Für Europa gesehen

ist die britische Hauptstadt der wichtigste Uber-Standort.

Allerdings ist die Betreiberbewilligung im Jahr 2017 ausgelaufen

und wurde damals von der Genehmigungsbehörde TfL nicht für

die üblichen fünf Jahre, sondern nur bis September 2019 und

unter Auflagen verlängert. Im September wartete man nun mit

Spannung auf eine Entscheidung, ob es zu einem vollständigen

Verbot kommen würde, denn schon damals war die TfL nicht

überzeugt, dass Uber eine geeignete und angemessene Partei

ist, um eine Genehmigung zu erhalten.

Vom Gegenteil überzeugen konnte Uber die TfL in den letzten

beiden Jahren nicht, denn der von Uber gestellte Antrag auf

Erteilung einer Vollbetriebsgenehmigung wurde abermals abgelehnt

und stattdessen die Erlaubnis nur für zwei weitere Monate

erteilt. Das ist die kürzeste Verlängerung, die es bei der TfL je

gegeben hat, sie wurde abermals unter strengen Auflagen erteilt.

Man darf gespannt sein, was wir in der nächsten Printausgabe

der Taxi Times München zu diesem Thema berichten können. jh

Wie lange werden Kunden in London

noch bei Uber bestellen können?

FOTOS: XXXXXXX, Uber

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UBER VOR GERICHT

UBER IN WIEN –

EIN DAUERDRAMA

Was Köln erreicht hat, hat Wien schon lange geschafft. Doch

der US-Vermittler findet auch hier juristische Winkelzüge,

um einem Verbot zu entkommen. Ein wahrer Trauerakt.

FOTO: Adobe Stock / Speedfighter

Eigentlich darf Uber seine App in

Österreich gar nicht mehr anbieten.

Doch kaum ist eine rechtskräftige

Verurteilung erfolgt, findet der US-Vermittler

die nächsten juristischen Winkelzüge.

Das vorletzte Kapitel dieser rechtsverhöhnenden

Geschichte wurde im Sommer

2019 geschrieben, als die Wiener Handelskammer

eine von Taxi 40100 erwirkte

einstweilige Verfügung erließ, weil Uber

über keine Gewerbeberechtigung verfüge.

Bei Zuwiderhandlung drohe eine Strafe von

über 100.000 Euro.

Uber sah sich damals tatsächlich veranlasst,

seinen Dienst für fünf Tage einzustellen,

ehe man ein Gewerbe als Reisebüro mit

Sitz in Österreich anmeldete und wieder

on air ging. Die tagelange kostenlose PR –

vorangetrieben vor allem durch ein politisches

Geschrei durch Abgeordnete der

Neos-Partei – machte man sich dann gleich

zunutze, indem man zum Neustart mit

Rabattaktionen Fahrgäste zurückeroberte.

Als Reisebüro ist man in Österreich

berechtigt, die Vermittlung von durch Verkehrsunternehmen

durchzuführenden Personenbeförderungen

zu betreiben. Also

musste zu dieser Frage nun das Oberlandesgericht

Wien angerufen werden. Ergebnis:

Uber benötigt eine Gewerbeberechtigung

gemäß des Gelegenheitsverkehrsgesetzes,

also eine Taxi- oder Mietwagenlizenz.

Die von Uber beantragte Aufhebung der

einstweiligen Verfügung vom Juli konnte

somit also nicht erreicht werden. Eigentlich

müsste Uber seine App jetzt abermals

vom Markt nehmen – doch weit gefehlt.

Man habe seit der Systemumstellung im

Sommer eine neue Firma. Jene Uber-Firma,

die geklagt worden ist, sei nicht mehr auf

der Straße, argumentiert Uber. Außerdem

sei damals nicht darüber geurteilt worden,

ob eine Reisebürolizenz unzureichend sei.

Rechtsanwalt Dieter Heine von

Taxi 40100 sieht das anders. Für ihn ist

nun jede weitere Fahrt, die Uber anbietet,

illegal. Heine kündigte an, Strafanträge zu

stellen.

jh

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SATIRE

TRAGISCH: CHEF

VON UBER MITTEN

IN DER PAMPA

AUSGESETZT

Welch ein Schock für den Reinigungstrupp einer

Kongresshalle: Plötzlich stand ein völlig erschöpfter

und ausgehungerter Mann vor ihnen, der vorgab, Dara

Khosrowshahi zu heißen. Was war passiert?

Die Truppführerin gab an, man sei

gerade damit beschäftigt gewesen,

den Müll einer Digital-Konferenz

wegzuräumen, die hier an diesem Tag stattgefunden

habe, als der Mann den Konferenzsaal

betreten habe. Er sei völlig

erschöpft und ausgehungert gewesen und

habe davon gesprochen, dass er bei dieser

Konferenz zum Thema „digitale Wunder“

als Starredner hätte sprechen sollen.

Wie sich nach intensiver Befragung

durch einen eilends herbeigerufenen Blöd-

Zeitungs-Exklusiv-Reporter herausstellte,

hatte Dara, wie er von seinen Freunden

genannt wird – wahrscheinlich allesamt

Journalisten der Singerpresse, denen es zu

anstrengend war, immer K-H-O-S-R-O-W- S-

H-A-H-I zu schreiben –, an jenem Tag am

Münchner Flughafen ein Uber gerufen und

sich zum Kongressort bringen lassen wollen.

Zu diesem Zeitpunkt war die Welt für

den Uber-CEO noch in Ordnung, denn auf

wundersame Weise war sofort ein Uber um

die Ecke gebogen, obwohl im Bereich des

Flughafens keiner der dortigen Partner seinen

Betriebssitz angemeldet hat.

Dann aber hatte das Drama begonnen,

seinen Lauf zu nehmen, weil Dara während

der Fahrt den Verlauf der Uber-Aktie verfolgt

hatte und mit Entsetzen, aber kaum

noch überrascht, feststellen musste, dass

der Kurs abermals dramatisch gesunken

war. Dara wusste: Nur mit Entlassungen

kann man dieser Spirale entkommen. Also

machte er gleich Nägel mit Köpfen und entließ

seinen Uber-Fahrer fristlos – als

Begründung hatte er dem Fahrer gegenüber

von wirtschaftlicher Unrentabilität gesprochen

und auf ein „völlig veraltetes Personenbeförderungsgesetz“

geschimpft (diese

Ausrede hatte er sich heimlich bei CleverShuttle

abgeschaut).

Der Uber-Fahrer – weder des Englischen

noch des Deutschen mächtig – verstand nur

das Wort Personenbeförderungsgesetz und

DIE REAL-SATIRE DER „BILD“-ZEITUNG

Das Boulevard-Blatt mit den Großbuchstaben hat am

22. Oktober den fleißigsten Uber-Fahrer Deutschlands vorgestellt.

Der Beitrag deckt, wenn man genau nachrechnet,

einige Unstimmigkeiten auf, für die sich auch die Steuer- und

Sozialversicherungsprüfer interessieren sollten.

Dazu genügt es, die im Beitrag genannten Zahlen zu hinterfragen.

20.500 Fahrten hätte der angestellte G. bereits für

Uber gemacht, schreibt die „Bild“. 60 Arbeitsstunden pro

Woche würde er arbeiten und dafür bis zu 3.000 Euro pro

Monat verdienen. Für Uber fährt er seit dreieinhalb Jahren,

das sind abzüglich gesetzlicher Urlaubstage

168 Wochen. Pro Woche fährt G. bis zu

60 Stunden. Insgesamt hat er also schon

10.080 Arbeitsstunden hinter dem Lenkrad

verbracht, in denen er 20.500 Fahrten

ausgeführt hat. Das ergibt pro Stunde fast

exakt zwei Fahrten in München.

Der Einsatz scheint sich zu lohnen, denn

mit rund 3.000 Euro verdient Herr G.

„mehr als ein Taxifahrer“, wie er in der

pro Woche. Ein Monat ist im Durchschnitt 4,3 Wochen lang.

Herr G. fährt also pro Monat 258 Stunden und bekommt dafür

insgesamt 3.000 Euro. Das ergibt einen Stundenlohn von 11,83

Euro und liegt immerhin fast 3 Euro über dem Mindestlohn.

Als Angestellter müsste Herr G. auf der Basis einer seriösen

Wirtschaftlichkeitsberechnung (wir orientieren uns hier an

einer Taxikalkulation) pro Monat mindestens 8.500 Euro

Umsatz einfahren.

Wir erinnern uns: Herr G. fährt 258 Stunden pro Monat und

hat dabei im Schnitt zwei Fahrten. Er kommt so pro Monat

auf 516 Fahrten, mit denen er 8.500 Euro

verdienen muss. Also muss jede Fahrt einen

Umsatz von 16,47 Euro erwirtschaften, pro

Stunde 33 Euro. Wer die Verkehrssituation

in München kennt, weiß, wie unrealistisch

das ist.

Fragt sich nur, was die „Bild“-Zeitung

bewegt, solch einen unsäglichen

Bericht zu bringen. Vielleicht war es die

Kompensation für die dicken Werbean-

„Bild“-Zeitung prahlt. Rechnen wir auch das

Dieser Beitrag erschien am

zeigen, die man wenige Tage vorher in

mal durch: Herr G. fährt bis zu 60 Stunden 22. Oktober in der „Bild“-Zeitung. Medien der Springerpresse finden konnte. jh

FOTOS: Taxi Times, Pixabay / MartinaFotos

12 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


SATIRE

In dieser Einöde wurde

der Uber-CEO ausgesetzt.

Und obwohl

sich hier Gerüchten

zufolge gleich mehrere

Betriebssitze von Uber-

Partnerunternehmen

befanden, war kein

Uber weit und breit zu

bestellen.

ließ daraufhin Dara postwendend aussteigen,

weil er dachte, es handle sich um eine

behördliche Kontrollfahrt.

Nun war der Uber-Fahrer aber zum Zeitpunkt

des „Rauswurfs“ aufgrund einer

Software-Fehlfunktion der Uber-Navigation

bereits kilometerlang einen verlassenen

Feldweg entlanggefahren, weshalb sich

der CEO von Uber plötzlich mitten in der

Pampa, im absoluten Niemandsland irgendwo

zwischen Hintertupfing und Einödhausen

befand.

CHEF NIX SAGEN

Das Kuriose: Dara hätte in dieser Gegend

eigentlich leicht ein anderes Uber-Fahrzeug

bestellen können, denn fast alle

Uber-Partner hatten in dieser „Hier ist nix

los“-Gegend ihren Betriebssitz angemeldet,

sodass eigentlich etliche Fahrzeuge verfügbar

hätten sein müssen. Just an diesem Tag

aber hatten alle Uber-Partner das Gebot der

Rückkehrpflicht vergessen und sich nur

rund um den Flughafen aufgehalten. Einige

von ihnen konnten bei nachträglichen Befragungen

unserer Redaktion sogar glaubhaft

machen, dass sie den Namen ihres eigentlichen

Betriebssitzes noch nie gehört hätten.

„Chef nix sagen von Hinterdüpfing“, lautete

die einhellige Aussage. „Fahren nur dann,

wenn Uber-App machen piep.“

Erschwerend kam hinzu, dass Dara auch

gar keinen Fahrer mehr hätte erreichen

können, denn in seiner Panik hatte er sämtliche

Fahrer lebenslänglich sperren lassen.

Immerhin hatte diese Maßnahme dafür

gesorgt, dass sich der Aktienkurs kurzzeitig

wieder erholt hatte. Dies habe ihm bei

seinem langen und mühsamen Marsch

durch Wälder und Wiesen neue Kraft gegeben,

diktierte er dem Blöd-Reporter. Mit

zunehmender Marschdauer seien aber

nicht nur seine Kräfte geschwunden, sondern

auch die Akkukapazität seines Smartphones,

sodass er sich schweren Herzens

dazu habe durchringen müssen, die letzten

zwei Prozent seines Akkus zu nutzen, um

über die taxi.eu-App ein Taxi zu rufen.

Das sei dann auch innerhalb weniger

Minuten eingetroffen und der Fahrer habe

ihn sogar als Dara erkannt und trotzdem

mitgenommen, indem er freundlich

lächelnd etwas von Beförderungspflicht

gesagt hatte. „Ich kenne diesen Begriff

nicht, aber es muss irgendwas Positives

sein“, zeigte sich Dara hinterher äußerst

dankbar. Leichte Irritationen hatte es am

Ende der Fahrt noch bei der Bezahlung

gegeben. Dara war der Meinung gewesen,

in Taxis könne man nur bar bezahlen. Da

er aber kein Bargeld bei sich hatte, wollte

er den Gegenwert des Fahrpreises in Form

dreier Uber-Aktien kompensieren. Dies

hatte der Fahrer jedoch lachend abgelehnt

und stattdessen über Daras Kreditkarte

abgerechnet. Bleibt nur noch das Mysterium

aufzuklären, warum der Uber-CEO so

ausgehungert gewesen ist – ist er doch

selbst der Herr über den segensreichen

Dienst UberEats und hätte demzufolge alle

Möglichkeiten gehabt, sich wenigstens

Essen bringen zu lassen. Leider war allerdings

jene Ecke Deutschlands im Eats-System

noch nicht erfasst gewesen. Der

kalifornische Software-Programmierer, der

dafür zuständig gewesen wäre, war wenige

Tage vorher von Uber ebenfalls entlassen

worden.

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TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

13


BEHÖRDEN

MÜNCHEN BEKOMMT

NOCH EIN TAXI-GUTACHTEN

Die Stadt München hat abermals ein Gutachten zur Funktionsfähigkeit des

Taxigewerbes in Auftrag gegeben. Die Maßnahmen des letzten Gutachtens

wurden größtenteils umgesetzt, nur die Reduzierung der Taxikonzessionen

scheitert bislang.

Münchens Taxi-Mehrwagen- und einige ausgewählte Einzelunternehmer

haben in den letzten Wochen Post

bekommen. Sie wurden aufgefordert, einen Erhebungsbogen

auszufüllen, dessen Daten für ein Gutachten zur Funktionsfähigkeit

des Taxigewerbes ausgewertet werden.

Für viele ist das ein Déjà-vu, denn bereits 2015 hatte die bayerische

Landeshauptstadt eine solche Expertise in Auftrag gegeben

und der damals wie heute beauftragte Gutachter Linne + Krause

hatte eine Reduzierung der aktuell etwa 3.400 Münchner Taxikonzessionen

um 700 vorgeschlagen. Erreicht wurde diese Zahl

bei Weitem nicht, denn mit Stand vom 10. Oktober 2019 hat das

KVR gegenüber Taxi Times 3.331 zugelassene Taxis gemeldet,

betrieben von 1.704 Taxiunternehmern.

Die Umsetzbarkeit der im Gutachten geforderten Reduzierung

wurde allerdings schon Anfang 2017 vom Stadtrat angezweifelt.

Sie sei rechtlich nur umsetzbar, wenn die unzuverlässigen Gewerbetreibenden

ausgefiltert werden könnten. „Rechtlich gibt es wenig

Möglichkeiten, die Zahl der Konzessionen zu verringern. Im Ergebnis

bleiben nur die Fälle, in denen antragstellende Personen nicht

oder nicht mehr die subjektiven Genehmigungsvoraussetzungen

erfüllen“, hieß es nach einer Sitzung am 14. Februar 2017.

Damals hatte der Stadtrat erkannt, dass die derzeitige Personalsituation

nicht ausreiche, um die notwendigen Überprüfungen

innerhalb der stets wachsenden Anbieter gewerblicher Personenbeförderung

durchzuführen. „Aufgrund einer einheitlichen

Arbeitsweise bei einer vorliegenden gleichen Genehmigungssystematik

wären bei derzeit 179 Mietwagenunternehmen weitere

35 Betriebsprüfungen im jährlichen Durchschnitt vorzunehmen.

In einem durchschnittlichen Jahr käme es aufgrund der vorgenannten

Zahlen rechnerisch zu 393 Betriebsprüfungen, die zusätzlich

zu den steigenden anlassbezogenen Prüfungen durchgeführt

werden müssten.“

Der Stadtrat beschloss damals die Schaffung vier neuer Stellen.

„Es gibt ein Prüfungsteam von meines Wissens sieben Personen,

diese Stellen sind besetzt und unterstehen der Frau Köhntopf“,

berichtet Florian Bachmann vom Taxiverband München TVM.

VERLÄNGERUNG MIT BETRIEBSPRÜFUNG

Dadurch konnte auch eine weitere Festlegung der Stadt aus dem

Jahr 2017 umgesetzt werden, wonach bei Verlängerungsanträgen

für eine Konzession automatisch eine Betriebsprüfung durchgeführt

werden solle. Das Team macht hier einen guten Job, muss

sich allerdings auch den Vorwurf gefallen lassen, bei manchen

Kontrollen über das Ziel hinauszuschießen, indem man falsch ausgestellte

Quittungen oder Rechnungen gleich als Verstöße gegen

die Tarifpflicht interpretiert. Der bekannte Münchner Rechtsanwalt

Michael Bauer hat einige solcher Fälle aktuell in Bearbeitung.

Ob diese Untersuchungen bereits zu einer spürbaren Verbesserung

der Wirtschaftlichkeit und zu weniger unplausibel arbeitenden

Taxibetrieben geführt haben, will man nun in einem weiteren

Gutachten untersuchen lassen. Linne + Krause hatte 2015 eine

Quote von 38 Prozent unplausibel arbeitender Taxibetriebe ermittelt.

– =

3.400 Taxis – 700 Taxis = 3.400 Taxis. Eine Reduzierung der Taxikonzessionen ist rechtlich kaum umsetzbar.

FOTO: Adobe Stock / bitontawan02

14 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


BEHÖRDEN

Befragt werden übrigens nicht alle Münchner Taxiunternehmer,

sondern lediglich alle Taxi-Mehrwagenunternehmer sowie eine

„zufällige Auswahl“ von Einzelunternehmern. Wer einen Erhebungsbogen

bekommt, muss diesen ausfüllen, andernfalls droht

eine Geldbuße. Die Auswertung der Daten erfolgt anonymisiert.

Die Ergebnisse aus dem Gutachten dürften für Anfang 2020

erwartet werden. Dann wird die Stadt darüber urteilen, ob es weiterhin

keine Neuerteilungen bei den Taxikonzessionen gibt. „In

Anbetracht der aktuellen Entwicklung bei der selbst geschaffenen

und von der Politik geduldeten ,gesetzfreien‘ – also zum Teil illegal

agierenden – Konkurrenz von Uber oder jetzt auch Free Now,

CleverShuttle und ähnlichen Anbietern kann die Auswertung der

Daten in Bezug auf Umsatzverluste durchaus spannend werden

und ist für die Zukunft des Münchner Taxigewerbes von hoher

Bedeutung“, sagt TVM-Vorstand Florian Bachmann. „Ebenfalls

kann ein Gutachter bei der Beurteilung des Taximarktes nicht an

der Flut von Anträgen auf Mietwagengenehmigungen vorbeischauen,

es muss folglich auch ein Urteil über die Auswirkungen der

hohen Zahl von Fahrzeugen getroffen werden.“ Waren es 2017

noch 179 Mietwagenunternehmen (siehe oben), verzeichnet das

KVR mittlerweile eine Zahl von 283 Unternehmen, die 558 Mietwagen

in München betreiben. Man darf daher äußerst gespannt

sein, wie die Beurteilung von Linne + Krause ausfällt. jh

TAXIBÜRO OHNE SCHMID

Er war das Gesicht des Münchner Taxibüros: Der Sachbearbeiter

Herr Schmid, der bei allen größten Respekt

genoss, ist in Rente gegangen. Wir von Taxi Times

wünschen dem „Schmidl“ eine tolle Zeit im Ruhestand.

Bedauerlicherweise haben nahezu zeitgleich mit der

Verabschiedung von Schmid zwei weitere Mitarbeiter des

Taxibüros gekündigt. Dadurch herrscht nun ein Engpass,

wenn es um die Bearbeitung von (Verlängerungs-)Anträgen

oder sonstigen Verwaltungsaufgaben geht. Einige

Dienstleistungen, die man bisher im Taxibüro im Sinne

des Taxi- und Mietwagenunternehmers mit erledigt hat,

mussten nun wieder an die eigentlich zuständigen Stellen

zurückgegeben werden (wir berichteten bereits in unserer

letzten Ausgabe).

Eine neue Mitarbeiterin für das Taxibüro kommt wohl zum

1. Dezember, weitere haben bereits Vorstellungsgespräche

hinter sich und sind in der engeren Auswahl. Mit konkreten

Entscheidungen wird allerdings trotz bestehender Eilanträge

nicht vor Februar 2020 gerechnet.

jh

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TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

AM STATUS QUO

ÄNDERT SICH NICHTS

Um das Personenbeförderungsgesetz im Bereich des Gelegenheitsverkehrs

zukunftsfähig zu gestalten, sind Änderungen unausweichlich.

Die Diskussionen dazu laufen heiß.

Inzwischen hat sicherlich jeder Kollege

mitbekommen, dass die jetzige

Koalition der Bundesregierung Änderungen

im Personenbeförderungsgesetz

aktiv plant und umsetzen

möchte. Was im Koalitionsvertrag

zunächst

noch sehr allgemein formuliert

war, nimmt mittlerweile

erste Formen an,

auch wenn diese teilweise

noch recht verschwommen

sind.

Dabei versucht jeder,

der kann, seine Interessen

einzubringen. Es

gibt aktuell wiederkehrend

Diskussionsrunden,

Arbeitsgruppen,

Forschungs- und Working-Teams

aus Taxispezialisten

und natürlich

Mietwagenspezialisten, als wichtigstes

Gremium aber die Findungskommission.

Allen Gruppen gemeinsam ist, dass sie das

Beste für ihre Belange herausholen. Bei

manchen Themen besteht natürlich Einigkeit,

bei anderen sind zumindest Richtungen

oder Standpunkte erkennbar.

Während also die Politiker, die Arbeitsgruppen

und alle anderen Berufenen diskutieren,

fragen sich die aktiven, die

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

www.taxiverband-muenchen.de

Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb), Simon

Günnewig (sg) und Jürgen Hartmann (jh)

fahrenden Kollegen – ganz besonders in

unserer Stadt München –, wie lange die

täglichen Verstöße gegen Rückkehrpflicht

und Bereithaltungsverbot, mithin die Duldung

und Schaffung weiterer rechtsfreier

Räume noch weitergehen soll und warum

scheinbar jeder, der zur Verfolgung und

Bearbeitung solcher Verstöße im Amt ist,

in Tatenlosigkeit versinkt.

MASSIVE UNZUFRIEDENHEIT

Denn genau darin liegt einer der Hauptpunkte

für die derzeitige massive Unzufriedenheit

der Fahrer und Unternehmer.

Auf der einen Seite werden in München

täglich Hunderte solcher Verstöße beobachtet

und in den entsprechenden Gruppen

geteilt, zum Teil auch den Behörden gemeldet.

Auf der anderen Seite sind die Politiker

und Funktionäre, die stets betonen, dass ja

was gemacht und geändert wird, dass aber

politische Entscheidungen Zeit brauchen

und nicht von heute auf morgen umsetzbar

sind. Am Status quo ändert sich aber

aktuell nichts.

Die „juristische Seite“ ist ja an anderer

Stelle schon beschrieben (siehe Seite 5), es

gibt Lichtblicke im Bereich der Rechtsprechung,

hoffentlich wirksame Urteile stehen

dieses Jahr noch an. Die politische Seite diskutiert

an ganz vielen Rahmenbedingungen

und verschiedene Gruppierungen sind

hier sehr aktiv. Konkret geht es dabei zum

Beispiel um einen ganzen Block an Fragen:

Fällt die Rückkehrpflicht für Mietwagen,

nachdem dort die Ortskunde bereits abgeschafft

wurde? Welchen

Sinn macht die Aufzeichnungspflicht

im digitalen

Zeitalter? Sind im Taxi die

Tarifpflicht und Beförderungspflicht

noch zeitgemäß

oder soll man alles

und jedes einer Prüfung

und Änderung unterziehen?

LOBBYARBEIT IST

WICHTIG

Wer was im Mietwagenbereich

verändert haben

möchte, kann an Uber

oder inzwischen auch

Free Now beobachtet werden,

deren Lobbyarbeit ist massiv. Aber

auch das Taxigewerbe betreibt inzwischen

kräftig und intensiv Lobbyarbeit.

Wie in so vielen Bereichen hat „das“

Taxigewerbe – also jeder Einzelne von uns

– viele Entwicklungen dornröschengleich

verschlafen. Bezüglich der oben genannten

Themen ist derzeit noch keine klare

Richtung erkennbar. Aktuell ist nun doch

wieder die Rede davon, dass die Rückkehrpflicht

in „irgendeiner“ Form bestehen bleiben

soll, beim Thema Ortskunde dreht sich

die Diskussion darum, ob überhaupt und

wenn doch, dann aber für alle, jedoch in

reduzierter Form.

Wohin der Weg gehen wird, und bis

wann vielleicht Änderungen kommen werden,

kann keiner absehen. Aktuell kann

man nur sagen, sollte die Koalition Bestand

haben und weiterarbeiten, dann besteht

eine Chance, Änderungen bis 2022 zu

erreichen. Sollte die Koalition zerbrechen

und sich eine neue Regierung bilden, dann

kann man aus 2022 schon mal mindestens

2025 machen. Heißt aber dann auch: Am

Status quo ändert sich bis dahin nichts.

Und das können wir in München eigentlich

nicht wollen.

fb

FOTO: Adobe Stock / Romario Ien

16 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

EINE NEUE ART DER

PERSONENBEFÖRDERUNG

Der gesamte Mobilitätssektor ist deshalb so umkämpft, weil bedeutsame

Herausforderungen anstehen. Eine davon ist die Entwicklung einer neuen

Verkehrsart, bei der das Taxi nicht außen vor bleiben darf.

Wie weit weg sind das autonome

Fahren, die Flugtaxis und

andere rein computergesteuerte

Angebote noch vom heutigen Alltag?

Zehn Jahre? Nicht vor 2050? Schon jetzt

gibt es Forschungsgruppen, die Verkehrskonzepte

für Ballungszentren wie München

in Hinblick auf autonome Fahrzeuge entwickeln

sollen. Welche Angebote an Mobilität

werden dann benötigt?

Hier kommt immer das Schlagwort der

geteilten Verkehre ins Spiel. Shuttleverkehre,

die per Anruf (on demand) bestellt werden

können und eine Ähnlichkeit zum

Linienverkehr aufweisen. Entsprechende

Versuche werden ja bekanntlich betrieben,

Namen wie Moia, CleverShuttle, IsarTiger

oder viele mehr sind nicht unbekannt.

Hier entwickelt sich eine völlig neue,

aber sehr bedeutsame Art der Personenbeförderung,

bei der auch das Taxigewerbe

eine wichtige Rolle übernehmen muss,

denn keine dieser Erfindungen ist wirklich

neu, das Taxi konnte und kann all das bisher

schon, nur muss es auch der Politik

vermittelt werden, dass wir hier bereits

über Erfahrungswerte verfügen. Hier ist

Lobbyarbeit besonders wichtig, sonst verlieren

wir tatsächlich einen ganz wesentlichen

Bereich unserer bisherigen Rolle als

Ergänzung und Verdichtung des ÖPNV.

Aber auch an anderer Stelle ist es wichtig,

dass sich jeder von uns in seinem Denken

und Handeln an die geänderten

Realitäten anpasst. Aktuell existiert seitens

der Politik der konkrete Vorschlag einer

Verordnung, die es den Kommunen – also

einer Stadt wie München – ermöglichen

soll, dem Taxigewerbe im Hinblick auf

Umweltanforderungen die Wahl der Fahrzeuge

vorzuschreiben.

»Wenn sich das Taxi

dieser Entwicklung

verschließt, wird

es keine politische

Unterstützung mehr

bekommen.«

Zitat eines Mitarbeiters aus dem

bayrischen Verkehrsministerium

Der Verkehrswandel wird sogenannte

On-Demand-Shuttles hervorbringen – die

dann am liebsten mit Elektrofahrzeugen

gefahren werden sollen.

Das bedeutet: Die Stadt München könnte

beispielsweise anordnen, dass eine Verlängerung

von Konzessionen nur noch möglich

ist, wenn Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.

Es braucht nicht viel Fantasie, welche

verschiedenartigen Vorschläge aus den

jeweiligen Parteien kommen werden, deren

Ziel eine schnelle Umstellung auf emissionsfreie

Fahrzeuge im Taxigewerbe ist. Das

Münchner Taxigewerbe – auch durch Mithilfe

der Stadt in Form von Förderprogrammen

– könnte hier bereits sehr viel weiter

sein, als es bisher ist. Es ist in diesen Zeiten

nicht sinnvoll, auf alte eingefahrene Muster

zu bestehen, vielmehr müssen Aktionen

wie die Förderung der E-Mobilität am Flughafen

zeigen, dass wir auch in der Zukunft

noch da sein wollen. Kollegen, die sich dieser

Erkenntnis verschließen und auch noch

lauthals zum Protest aufrufen, senden falsche

und schädliche Signale. Anders

gesagt, so drückte sich ein Mitarbeiter aus

dem Verkehrsministerium bei einem

Gespräch aus: „Wenn das Taxi sich dieser

Entwicklung verschließt, dann wird es

keine politische Unterstützung mehr

bekommen.“ Und das können wir nicht

wirklich wollen.

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TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

17


ISARFUNK TAXIZENTRALE

UBER-

WERBUNG

AM

FLUGHAFEN

Die Aufregung unter den Taxlern ist

verständlich: Seit Anfang Oktober sind

großflächige Anzeigen von Uber am

Münchner Flughafen zu sehen.

Solche großflächigen Werbungen schaltet Uber derzeit an vielen

Flughäfen. Und gibt dafür geschätzt einen siebenstelligen Betrag aus.

Wie kann das sein?, wird sich so mancher gefragt

haben. Hat nicht die IsarFunk Taxizentrale als Standplatzmanager

des Flughafens München da ein Wörtchen

mitzureden? Als Partner der FMG hat IsarFunk natürlich

einen guten Draht – doch tatsächlich war hier die Möglichkeit der

Einflussnahme gering.

Die Hintergründe sind schnell erklärt: Für den Flughafen München

sind Werbekunden ein wichtiges Geschäft, das von der

Werbe-Abteilung vorangetrieben wird. Die Werbe-Abteilung des

Flughafens erhielt von der Media-Agentur OMD – einer der weltweit

größten Media-Agenturen und Teil der Omnicom Media Group

in New York – die Anfrage und stimmte der Buchung zu. Warum

auch nicht: Eine große Media-Agentur will Werbeflächen für eine

weltweit agierende Marke buchen. Die Motive verstoßen weder

gegen die guten Sitten noch gegen die Compliance-Regeln des

Flughafens (Compliance: „Regelkonformität“) – also nahm die

Werbe-Abteilung den Auftrag an. Zumal diese Kampagne bundesweit

läuft – also auch an anderen Flughäfen in Deutschland – und

ISARFUNK TAXIZENTRALE

GMBH & CO. KG

Rosenheimer Straße 139, 81671 München

Telefon / Taxiruf: 089 / 45 05 40

Telefon / Verwaltung: 089 / 45 054-100

E-Mail: verwaltung@isarfunk.de

www.isarfunk.de, www.facebook.com/

isarfunk450540

Presserechtlich verantwortlich

für diese Seiten:

Christian Hess

Redaktion: Karl-Heinz Mayer (khm),

Essential Media

laut dem Branchenmedium „Horizont“ die bisher „reichweitenstärkste“

Kampagne von Uber ist, will heißen, die Firma gibt für

die Außenwerbung in den Städten Berlin, Hamburg, Frankfurt am

Main, München, Köln und Düsseldorf das bisher meiste Geld aus.

Angeblich einen „siebenstelligen“ Betrag für die dreimonatige

Kampagne von Oktober bis Dezember 2019.

Dass vielleicht der Werbekunde sehr wohl gegen geltendes

Recht bei der Personenbeförderung verstößt, stand bei den Kollegen

der Werbe-Abteilung nicht im Vordergrund. Schließlich wird

Uber inzwischen zwar von Teilen der Presse kritisch beäugt, aber

die Marketingfachleute der FMG lesen eher Wirtschaftstitel wie

das „Handelsblatt“ oder die „Wirtschaftswoche“ sowie die Branchenpresse

wie „Werben & Verkaufen“ oder den oben bereits

erwähnten „Horizont“. Diese Medien nehmen Uber anders wahr

als die Taxibranche. Die einen bekritteln den Aktienkurs und den

operativen Verlust, und die anderen sehen den Werbekunden, der

zumal bei der jungen Zielgruppe recht beliebt ist.

Die Abteilung, die für den Standplatzbetrieb zuständig ist, nämlich

„Services and Parking (S & P)“ unter der Leitung von Peter

Bayer, hätte die Kollegen aus der Werbung vielleicht noch besser

aufklären können – doch dazu hatte die Abteilung keine Gelegenheit.

Es ist beklagenswert, und die Abteilung „S & P“ sieht die

Buchung der Flächen mit einem kritischen Auge. Dennoch gilt der

Auftrag. Zumal in München ja leider noch kein endgültiges Urteil

gegen Uber erfolgt ist.

IsarFunk und „S & P“ werden dennoch ihren Teil dazu beitragen,

dass Uber zwar Werbung am Flughafen machen kann – sich

aber ansonsten strikt an geltende Regeln zu halten hat. Dazu

gehört wie gehabt die Feststellung von Überschreitungen der Rückkehrpflicht,

aber auch die Einhaltung der Aufstell-Regeln. Wie

jeder Mietwagen-Unternehmer müssen auch Uber-Fahrer eine

Dauermietkarte beim Flughafen beantragen und sich anschließend

an die Aufstell-Ordnung halten. Und die besagt, dass der gewerbliche

(vorbestellte) Abholer am Terminal 2 auf der Nordseite und

am Terminal 1 nur in den dafür vorgesehenen beschrankten Parkplätzen

parken darf. IsarFunk wird sich in enger Abstimmung mit

der Abteilung „Services and Parking“ mit den zuständigen Landratsämtern

in Verbindung setzen. Es werden stichprobenartige

Kontrollen angestrebt, welche die Durchsetzung der Aufstell-

Ordnung zum Ziel haben sowie mögliche Verstöße gegen die

Rückkehrpflicht aufdecken sollen.

khm

FOTOS: Günni

18 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


LESERBRIEF

MIETWAGENKONTROLLEN

AM FLUGHAFEN

WÄHREND DER

WIESN

Zu unserem Artikel »Versprechen gebrochen«

in Taxi Times München vom September 2019

erreichte uns ein Leserbrief aus dem

Landratsamt Erding, den wir nachfolgend

ungekürzt wiedergeben wollen.

In der September-Ausgabe der ,Taxi Times München‘ ist ein Artikel

über unerlaubte Uber-Fahrten am Münchener Flughafen und

vermeintlich fehlende Maßnahmen hiergegen zu finden. In diesem

wird uns vorgeworfen, dass wir unserer Kon trollpflicht nicht

nachgekommen seien bzw. leere Versprechen geäußert hätten. Gerade

das Gegenteil ist der Fall.

Am 22.7.2019 wurden mit den umliegenden Genehmigungsbehörden,

darunter die Landratsämter Dachau, Freising und München,

sowie dem Kreisverwaltungsreferat München, zusammen mit der

Polizeiinspektion Flughafen, Kontrolltermine für die besonders neuralgischen

Wiesntage 23.9.2019 und 30.9.2019 am Flughafen München

vereinbart. Bei der am 25.7.2019 stattfindenden

Infoveranstaltung im Airbräu erhielt Herr Bäurle (Beschwerdeführer;

im Artikel „Günni“ genannt) die Bestätigung, dass am 5.11.2018 und

11.4.2019 Kontrollen durchgeführt wurden und weitere Termine

angesetzt sind. Dass die offiziellen Daten der noch bevorstehenden

Kontrollen nicht bekannt gegeben werden können, sollte sich von

selbst verstehen.

Bei den beiden Kontrollen wurden über 50 Fahrzeuge kontrolliert

und Kennzeichen mit den Uhrzeiten, wann sie gesichtet wurden,

notiert. Auffällig war, dass es sich bei den kontrollierten Fahrzeugen

häufig um Unternehmen aus anderen umliegenden Landkreisen

handelte (dazu sogleich). Die Ahndung von Rückkehrpflichtverstößen

liegt im Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Genehmigungsbehörde

selbst und damit nicht alleine beim Landratsamt Erding.

Zudem werden von der Polizeiinspektion Flughafen Ordnungswidrigkeitsanzeigen

an die entsprechenden Behörden weitergeleitet.

Seit Februar und gerade seit Sommer 2019 wurden vom Landratsamt

Erding etliche Bußgeldbescheide erlassen sowie eine Vielzahl von

Abmahnungen, als notwendige Vorstufe zur Betriebsuntersagung,

erteilt. Allesamt sind rechtskräftig geworden.

Zusätzlich ist zu beobachten, dass bereits einige Unternehmen,

die in Zusammenhang mit Uber stehen, ihren Betriebssitz in einen

anderen Landkreis verlegt haben. Des Weiteren haben weitere Uber-

Unternehmen ihr Gewerbe abgemeldet und die Genehmigungsunterlagen

zurückgegeben. Anders als vom Autor des Artikels behauptet,

scheinen unsere Kontrollen und Maßnahmen sehr wohl Wirkung zu

zeigen. Die Aufforderung an die Taxifahrer, die Beschwerde-Mails

direkt an den Fachbereich 32 – Verkehrswesen zu senden, war also

nur sinnvoll, da somit gewährleistet war, dass unverzüglich von der

zuständigen Stelle die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden

können. Die Nachfolge von Herrn Neudecker hat zum 1.10.2019

Herr Whitney übernommen.“

Anmerkung der Redaktion: Zum Zeitpunkt der hier angegebenen

beiden Kontrolltage war die September-Ausgabe der Taxi Times

München bereits in der Produktion, sodass diese Kontrollmaßnahmen

zum Entstehungszeitpunkt des hier angesprochenen Beitrags

nicht mehr berücksichtigt werden konnten.

Taxi Times begrüßt die Kontrollmaßnahmen durch das Landratsamt

Erding. Hinsichtlich der Kontrollen von Mietwagen, die

nicht im Landkreis Erding angemeldet sind, möchten wir auf die

Auffassung der Hamburger Aufsichtsbehörde hinweisen. Nach

dem sogenannten Tatort-Prinzip ist es nicht von Belang, wo der

Mietwagen unternehmer seinen Betriebssitz hat, sondern an welchem

Ort er den Verstoß begeht. Nähere Auskünfte dazu erteilt

Herr Dirk Ritter, Leiter der Verkehrsgewerbeaufsicht von der Hamburger

Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.

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TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

19


FELDFORSCHUNG

ZWEI FELDFORSCHERINNEN IM TAXI

»DIESE TOTALE

VERSCHIEDENHEIT VON

MENSCHEN «

Die Studentinnen Katharina Kröner und Lia Hauschke studieren

Ethnologie (Völkerkunde) an der Ludwig-Maximilians-

Universität in München. In einer Feldforschung erkunden sie

die Berufswelt Taxi. Taxiunternehmer Horst Wiegand machte

mit und führte anschließend ein Interview mit zwischenzeitlichem

kurzem Rollentausch ...

HORST: Ihr studiert Ethnologie im vierten Semester. Was

bedeutet „Feldforschung“?

KATHARINA: Feldforschung bedeutet Partizipation und aktives

Teilnehmen aus einer emischen Sichtweise, also von innen

heraus. Alles auf sich zukommen lassen. Wertfrei.

LIA: Wie verhalte ich mich selbst im Feld und was macht es mit

mir? Wie verändert sich meine Umwelt und meine Sicht auf die

Dinge? Was macht es mit allen anderen Teilnehmer/-innen im Feld?

Wie seid ihr an die Aufgabe herangegangen?

LIA: Wir waren zuerst ganz schön aufgeregt, einfach auf unbekannte

Leute zuzugehen und sie auszufragen. Deshalb haben wir

uns erst einmal auf einer Parkbank getroffen, um unser Vorgehen

zu besprechen. Dabei sind wir mit einem jungen Mann ins

Gespräch gekommen, der neugierig war, was wir vorhatten.

KATHARINA: Daraus wurde dann eine intensive, mehrstündige

Unterhaltung über sein interessantes und wechselhaftes Leben.

Seine Offenheit nahm uns die Angst für die weiteren Gespräche

und wir waren voll drinnen im Feldversuch, wenn auch noch

nicht im Taxi.

Vielleicht doch. Warum habt ihr euch als

Berufswelt das Taxi ausgesucht?

KATHARINA: Wir dachten, Taxifahrer/-innen kommen

aus allen Teilen der Gesellschaft, mit oder ohne

Diplom. Sicher selten ein Traumberuf, den man sich

bereits im Kindesalter wünscht. Aber irgendwelche Lebensumstände

führen dann dazu, dass man es macht. Als Kundin

hatte ich bei beinahe jeder Taxifahrt interessante Gespräche.

Daraus habe ich den Eindruck gewonnen, dass Menschen in diesem

Beruf über eine sehr gute Menschenkenntnis verfügen.

Zuerst seid ihr auf eine Kollegin am Taxistand im Tal

zugegangen?

LIA: Doch bevor wir sie ansprechen konnten, fragte sie uns

schon, was wir denn bräuchten.

In meinem Beruf hat man die Augen besser offen, um zu

sehen, was auf einen zukommt.

KATHARINA: Wir haben ihr dann gesteckt, weswegen wir unterwegs

sind, und sie gefragt, wie lange sie denn schon Taxi fahren

würde und weshalb.

LIA: Sie erzählte uns, dass sie eigentlich gelernte Floristin sei.

Taxi fährt sie natürlich des Geldes wegen und auch wegen der

freien Zeiteinteilung. Man kann arbeiten und trotzdem pünktlich

bei den Kindern wieder zu Hause sein.

KATHARINA: Wir wollten uns noch einmal verabreden. Leider

kam der Kontakt nicht mehr zustande.

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20 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


FELDFORSCHUNG

Katharina Kröner (links)

und Lia Hauschke

KATHARINA: Schwer zu sagen. Diese totale Verschiedenheit

von Menschen in so kurzer Zeit und Abständen in einem so

kleinen Raum. Sehr berührt haben mich drei alte Damen.

Zwei reisten wieder ab und unterhielten sich während unserer

Fahrt zum Hauptbahnhof über den schlechten Gesundheitszustand

ihrer Freundin. Der Abschied fiel ihnen umso

schwerer, weil sie daran zweifelten, selbst im nächsten Jahr

noch einmal diese beschwerliche Reise auf sich nehmen zu können.

Es war wohl das letzte Mal, dass sie sich in diesem Leben

gesehen haben. Das hat mich sehr bewegt.

Und ansonsten?

KATHARINA: Diese Gespräche über alles Mögliche. Banales und

auch nicht. Die ganze Palette rauf und runter. Oder Stille und

Schweigen und man selbst mittendrin. Das hat mir gefallen.

LIA: Dann haben wir deine Telefonnummer

erhalten und uns bei dir

gemeldet. Wie war es für dich?

Ich fühlte mich geschmeichelt. Zwei Studentinnen interessieren

sich für meine Arbeit. Ich fand es spannend und habe

mich auf das Experiment und auf euch gefreut. Katharina ist

ja dann einen Abend von 18 bis 24 Uhr in meinem Taxi auf

einem der beiden hintersten Plätzen mitgefahren …

KATHARINA: Ja, ich war sehr aufgeregt: Wie würden die Menschen

reagieren, dass da jemand im Taxi mitfährt? Ich wollte

keinesfalls stören. Superneugierig. Wer steigt ein? Was für

Zufallsbegegnungen erwarten mich?

Die Fahrgäste reagierten durchweg positiv auf dich und

spitzten die Ohren. Einige haben dich sogar mit Handschlag

begrüßt! Das passiert selten. Andere nahmen dich zur Kenntnis

und das war es dann. Welche Begegnungen würdest du

hervorheben?

Erinnerst du dich noch an die aufgekratzten Werbefilmer, die

nach ihrem Dreh eingestiegen sind?

KATHARINA: Ja, sie haben sofort angefangen, mich über meine

Forschung auszufragen, und haben selbst Taxigeschichten aus

aller Welt erzählt. Wir hatten viel Spaß.

Du hast gesagt, dass du nach sechs Stunden ziemlich

schlapp wieder ausgestiegen bist. Inwiefern bist du verändert

aus dem Feld hinausgegangen?

KATHARINA: Klar, man ist natürlich die ganze Zeit über in

einem positiven Sinn angespannt. Denn da kommen neue Leute

in ständigem Wechsel, auf die man jedes Mal neu eingehen muss.

Ich fand den Perspektivwechsel einen wahnsinnig spannenden

Prozess. Sich in eine andere Rolle zu versetzen und Probleme

oder Freuden zu sehen, die für dich alltäglich sind und über die

ich vielleicht noch nie nachgedacht habe. Dafür braucht man

nicht unbedingt eine Feldforschung, aber meine Haltung hat sich

für Fremdes schon noch ein Stück mehr geöffnet.

Das Interview führte der Taxiunternehmer Horst Wiegand,

der während der Feldforschung als Chauffeur agierte.

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Der Taxiunternehmer Horst Wiegand und seine besonderen Fahrgäste.

TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

21


ZUKUNFTSKONGRESS

DIE ZUKUNFT

KANN

BEGINNEN –

MIT DEM TAXI

Beim Zukunftskongress »Taxi Driving Innovation« drehte sich vieles um den

digitalen Wandel und wie man Zukunft – auch elektrisch – auf die Straße bringen

kann. Experten aus der Industrie und der Taxibranche lieferten dabei

erfolgsversprechende Lösungsansätze.

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen

e. V. hatte für den 26. September

hochkarätige Gäste aus

Politik und Wirtschaft nach Berlin eingeladen.

Sie hielten Vorträge und diskutierten

auf dem Podium. Beim Themenschwerpunkt

zur urbanen Mobilität drehten sich

die Lösungsansätze unter dem Motto

„Zukunft auf die Straße bringen“ unter

anderem um klimafreundliche Antriebe.

Da bevorzugt Metropolen wie München

zur Spielwiese immer neuer Mobilitätsangebote

werden, ist es wichtig, dass die Taxibranche

gerade dort neue Ansätze

präsentiert. Gregor Beiner, Geschäftsführer

des mtz – Münchner Taxi Zentrums, erläuterte

dazu, die (umwelt-)politisch geforderte

Verkehrswende gehe nur mit dem Taxi,

schon wegen der hohen Kilometerleistung:

Alexander Sixt (Sixt,

links) und Hermann

Waldner (taxi.eu)

erläuterten beim

Zukunftskongress

die Ziele ihrer

Partnerschaft.

Deutsche Taxis haben im Jahr 2018 knapp

2,89 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt.

Diese Zahl bedeute eine hohe ökologische

Verantwortung der Taxibranche.

Beiner wollte nicht auf die passenden

Rahmenbedingungen warten, sondern habe

mit einem Autohersteller gemeinsam die

Anforderungen an ein alltagstaugliches

E-Taxi definiert. Diesem Hersteller, Jaguar,

habe man dann zehn Fahrzeuge abgekauft.

Seitdem lebt Beiners Unternehmen die Verkehrswende

mit seinen umweltfreundlichen

Taxis, und die Bestellung von E-Taxis

ist mittlerweile auch in die Bestell-App von

taxi.eu integriert.

Die Bilanz ist positiv. Seit Einführung

am 25. Juli 2018 haben 60.000 Kunden mit

ihnen 700.000 Kilometer zurückgelegt.

„Das ist ein klarer Beleg dafür, dass E-Mobilität

machbar ist“, sagte Beiner. Gemeinsam

mit den Hybrid-Fahrzeugen habe seine

Firma ihren CO2-Ausstoß während der letzten

zehn Jahre um 60 Prozent reduziert.

Die Mobilitätswende brauche aber auch

die richtigen Rahmenbedingungen. Die

Stadt München unterstützt die E-Mobilität

durch eine Förderung, bei der bis zu 40 Prozent

des Anschaffungspreises in dem Fall

zurückgezahlt werden, wenn das E-Taxi seinen

Einsatzzweck erfüllt. Soll heißen: Pro

gefahrenem Besetztkilometer bekommt der

Taxiunternehmer 20 Cent erstattet.

„WIR WOLLTEN NICHT WARTEN“

Auch beim Problem der Ladeinfrastruktur

habe Beiners Unternehmen proaktiv gehandelt,

da viele der im Münchner Stadtgebiet

aufgestellten Ladesäulen für das Taxigewerbe

leider unattraktiv seien. „Wir wollten

nicht warten, bis die Straßen endlich mit

genügend öffentlichen Ladesäulen bestückt

sind. Deshalb haben wir uns entschieden,

ein innerstädtisch vorhandenes Parkhaus

neu zu denken“, berichtet der Münchner

Unternehmer vor rund 150 Taxiunternehmern,

Gewerbevertretern, aber auch

Politikern in Berlin. So entstand jener

E-Mobilitätshub mit vier Schnellladesäulen,

über den Taxi Times bereits in einer

früheren Ausgabe berichtet hat und der

nicht nur dem mtz, sondern allen Taxibetrieben

zur Verfügung stehen soll, um

„für jeden und zu jeder Zeit ein E-Fahrzeug

innerhalb kürzester Zeit wieder auf

die Straße zu bringen“, wie Beiner betonte.

Beiner hält dieses E-Hub-Konzept auch

für eine bundesweite Ausdehnung geeignet,

mahnt aber auch ein intelligentes Netzwerk

an, denn tausend Verbrenner durch

FOTOS: Adobe Stock / elektronik-zeit, Adobe Stock / sopradit, Axel Rühle

22

NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


ZUKUNFTSKONGRESS

Der Münchner Taxiunternehmer

Gregor

Beiner präsentierte

sein E-Taxi-Projekt

einem bundesweiten

Publikum.

tausend E-Autos zu ersetzen, bringe nichts,

wenn diese genauso wie bisher stundenlang

im Stau stünden.

Vor dem Themenpanel zur „Zukunft auf

der Straße“ war es bereits generell um die

digitalen Chancen gegangen. Diese hatte

Hermann Waldner, Vizepräsident des Bundesverbands

Taxi und Mietwagen e. V.,

Geschäftsführer von Taxi Berlin und Isar-

Funk und Gründer der App taxi.eu, aus

Sicht des Taxigewerbes dargestellt. Die drei

echten Taxi-Apps taxi.eu, Taxi Deutschland

und cab4me seien durch eine Schnittstelle

verknüpft, sodass der Kunde jederzeit und

überall über eine der Apps ein Taxi in

Deutschland und auch in wichtigen europäischen

Metropolen bestellen könne,

erläuterte Waldner. Sämtliche Payment-

Lösungen seien dort ebenso integriert wie

die Bestellmöglichkeiten über künstliche

Intelligenz (z. B.: Amazon Echo, „Alexa“).

„Damit haben wir gezeigt, dass wir ein

Netzwerk aufbauen können, das sich gewaschen

hat und anerkannt ist“ – und dessen

Qualitäten mittlerweile auch von Google

geschätzt werden. Nach Testphasen in Berlin

und München will der Suchmaschinengigant

die App taxi.eu vollständig in Google

Maps integrieren, da Uber oder Free Now

nur punktuelle Abdeckungen aufweisen

können. Dazu laufen erste Kooperationen

mit Mobilitäts-Apps der ÖPNV-Verkehrsbetriebe.

Trotz oder auch gerade wegen solcher

positiven Entwicklungen stelle man sich

auch intern kapitalstärker auf, indem man

FMS-Systems, die Betreibergesellschaft der

taxi.eu-App, aktuell in eine Aktiengesellschaft

umwandle (Taxi Times berichtete

ausführlich in seiner bundesweiten DACH-

Ausgabe).

Nach Waldners Vortrag kamen Dr. Tom

Kirschbaum und Alexander Sixt zu einer

Diskussionsrunde hinzu. Sixt betonte,

angesprochen auf die vielen zu erhebenden

Daten, dass man als Familienunternehmen

hinsichtlich der Datenschutzbestimmungen

äußerste Sorgfalt an den Tag lege.

SIXT ALS EHRBARER KAUFMANN

Gegenüber den Skeptikern der Taxi-Kooperation

versicherte er, dass in seinem Unternehmen

noch das Prinzip des ehrbaren

Kaufmanns gelte. „Mein Wort ist so gut wie

der Handschlag.“

Alexander Sixt hatte zuvor in seinem

Vortrag die Zusammenarbeit mit dem deutschen

Taxigewerbe ausführlich erläutert.

„Die Mobilitätswende der Zukunft hat

unfassbare Herausforderungen, die man

nur mit einem partnerschaftlichen Ansatz

lösen kann.“ Man könne als Familienunternehmen

bei der Mobilitätswende keine

Berge versetzen, aber man könne kleine

Kieselsteine werfen. Und einen solchen

Stein habe man am 28. Februar geworfen,

als man während eines großen Events die

Sixt-App vorstellte. Seitdem seien spannende

und auch erfolgreiche Monate

vergangen, in denen man immer mehr Taxizentralen

für die Zusammenarbeit gewinnen

konnte, wofür er sich vor den rund

160 anwesenden Taxivertretern bedankte.

Man wollte kein Parallelnetzwerk mit

eigenem Fuhrpark schaffen, sondern überall

mit den besten Partnern arbeiten, betonte

Sixt. Das sei in Deutschland (ebenso wie

in den Niederlanden und in der Schweiz)

das Taxigewerbe, während man in den USA

mit Lyft kooperiere, weil dort das Taxigewerbe

weder die qualitativen noch die technischen

Voraussetzungen für eine solche

Partnerschaft mitgebracht habe.

„Das Produkt Taxi ist so viel besser,

als es sich die eigene Branche vorstellt“,

appellierte Alexander Sixt an das Selbstbewusstsein

der Taxibranche. Vor allem

international genieße man einen außerordentlichen

Ruf. „Die kennen nicht die

Nummer der örtlichen Taxizentrale. Somit

führen wir dem Taxigewerbe also Kunden

zu, ohne ihnen mittel- und langfristig Konkurrenz

machen zu wollen“, verspricht der

Sixt-Vorstand.

Hermann Waldner stellte in diesem

Zusammenhang noch einmal den großen

Unterschied zu Free Now heraus. „Sämtliche

Fahrtbestellungen über die Sixt-App

landen bei den Taxizentralen und werden

von dort an die angeschlossenen Taxiunternehmer

und deren Fahrer weitervermittelt.

Taxizentralen sind wirtschaftlich

selbstständig. Die Verhandlungen mit Sixt

und Vertragsgestaltungen erfolgten daher

auf Augenhöhe.“

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TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

23


ELEKTRO-TAXIS

EIN E-TAXI ALS

BOTSCHAFTER-AUTO

20 Cent Förderung pro Besetztkilometer bis maximal 40 Prozent vom

Bruttoanschaffungspreis des E-Taxis: Auf dem Papier liest sich die städtische

E-Taxi-Förderung sehr gut. Wir haben mit einem Unternehmer gesprochen, der

sich für die Elektromobilität entschieden hat.

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Beförderung von Menschen im Rollstuhl

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Die E-Mobilität hat Manfred Reiter schon längere Zeit

gereizt, richtig konkret wurden die Pläne aber erst, als

er auf dem von Taxi Times in Kooperation mit dem ADAC

Südbayern veranstalteten E-Taxi-Tag das erste Tesla Model S in

Hellelfenbein gesehen hatte. Änderungen im Eichgesetz hatten

nämlich zuvor für rund zwei Jahre eine Taxizulassung für den

Wagen aus Kalifornien unmöglich gemacht.

Für Reiter bot der Wagen das richtige Gesamtpaket. Durch den

hohen Preis des Tesla Model S 100D von ca. 100.000 Euro netto

schien die Kalkulation dank der städtischen Förderung durchführbar.

„Heute, so ärgert sich Reiter, wird das gleiche Auto deutlich

günstiger angeboten.“

Der Unternehmer, der seit 1993 im Taxi sitzt und sich 2009

selbstständig machte, besitzt zwei Taxikonzessionen und drei

Taxis. Grund dafür ist eine Option, welche das Referat für Gesundheit

und Umwelt der Landeshauptstadt München (RGU) in den

Förderrichtlinien verankert hat. Für den Fall, dass dem E-Taxi „der

Strom ausgeht“, darf alternativ das klassische Verbrennertaxi

wieder zurück auf die Straße.

SCHICHTWECHSEL OHNE AUTOSCHLÜSSEL

Reiter hat sich diese Option offengelassen, aber genutzt hat er sie

kaum, und dass, obwohl sein Tesla im Zweischicht-Betrieb eingesetzt

wird. Der ist, so Reiter, in der Realität auch ohne Supercharger

oder eigene Ladesäule mit kleineren Einschränkungen

umsetzbar. Die Einsatzzeiten laufen immer nach dem gleichen

Muster ab. Die Tagschicht beginnt um 7 Uhr mit einem teilgeladenen

Auto und geht bis 16 Uhr. Dann wird der Wagen bis 18 Uhr

wieder geladen. Die Übergabe läuft in der Regel an einer der städtischen

Ladesäulen ab. Dank moderner Konnektivität geht das zur

Not auch ohne Autoschlüssel.

Für dieses Lademodell eignet sich der Tesla ganz besonders,

denn seine integrierte Elektronik erlaubt relativ schnelles Laden

mit 16,5 Kilowatt an den städtischen Wechselstrom-Ladesäulen,

die maximal 22 Kilowatt pro Ladepunkt abgeben können. Zum

Vergleich: Ein Jaguar I-PACE lädt, wenn Wechselstrom anliegt, mit

maximal sieben Kilowatt pro Stunde.

Ob dieser Weg auch der kostengünstigste ist, ist schwer zu

sagen. Allerdings: Als Reiter sein E-Taxi bekam, wurde an den

städtischen Ladesäulen nur über eine sogenannte Session Fee

abgerechnet. Das Auto konnte mit diesem Zeittarif über einen

konkreten Zeitraum hinweg geladen werden. Dabei war es egal,

wie viel Strom aufgenommen wurde.

Mittlerweile ist das Eichgesetz auch bei den Ladesäulen angekommen.

Und das schreibt vor, dass das Laden über die verbrauch-

FOTOS: Adobe Stock / electriceye, Taxi Times, SWM

24 NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


ELEKTRO-TAXIS

Ohne eigene Ladeinfrastruktur ist Reiters Wagen häufiger Gast

an den städtischen Ladesäulen.

Manfred Reiter fährt eins der städtisch

geförderten Münchner E-Taxis.

te Kilowattstunde Strom abgerechnet werden muss. Für Reiter

haben sich so über Nacht die Kosten für einen Ladevorgang mindestens

verdreifacht. Unverständnis zeigt er auch über den Strompreis,

der an den SWM-Ladesäulen verlangt wird. Die Stadtwerke

München verlangen beim Laden mit ihrer Ladekarte an den rund

500 Ladesäulen pro Kilowattstunde 0,38 Euro. Das sind rund

10 Cent mehr, als der durchschnittliche Stromtarif der Stadtwerke

für den normalen Hausstrom verlangt. Infolgedessen jongliert

Reiter mit unterschiedlichen Ladekarten verschiedener Stromanbieter.

„Dass mit den Ladekarten ist eine Wissenschaft für sich.

Ich besitze mittlerweile vier Stück. Je nach Anwendungsfall muss

dann die richtige Karte gewählt werden.“ Umständlich, aber grundsätzlich

kein Grund für eine Absage an die E-Mobilität.

VERZÖGERTE FÖRDERUNG

Schwierig war nur der Zeitraum zwischen der Förderzusage und

der Auslieferung des fertig umgerüsteten Taxis. Bei Reiter waren

es zwei Monate, in denen natürlich die Finanzierungsraten des

Fahrzeugs bezahlt werden mussten, obwohl de facto damit kein

Geld verdient werden konnte.

Wer die Fördersumme als festen Bestandteil in seine Kalkulation

aufgenommen hat, muss auch beachten, dass man frühestens

nach drei Monaten überhaupt die ersten Daten an das zuständige

Referat für Gesundheit und Umwelt RGU übermitteln kann. Die

Landeshauptstadt München hat nämlich für den Nachweis der

Besetztkilometer eine ganz spezielle Vorgehensweise vorgeschrieben.

Um diese manipulationssicher zu ermitteln, ist der Einsatz

eines Fiskaltaxameters vorgeschrieben. Dessen Daten müssen

quartalsweise in ein spezielles Portal als Zip-Datei übermittelt

werden. Da beim RGU nicht nur die E-Taxi-Förderung liegt, sondern

beispielsweise auch die Förderanträge für Pedelecs und E-Roller,

können unschöne Wartezeiten entstehen. Der Redaktion ist

ein Münchner Unternehmer bekannt, der über ein halbes Jahr

lang auf die Zugangsdaten für die elektronische Datenübermittlung

warten musste. Mittlerweile konnte der Unternehmer die

Daten aber auf den Weg schicken.

Im Fahrbetrieb ist der Tesla in jedem Fall auch bei den Fahrgästen

immer ein Gesprächsthema: „Die steigen ein und reden

über das Auto und vergessen erst mal zu sagen, wohin sie überhaupt

wollen.“ Der Fahrer wird dann automatisch zum Botschafter

der E-Mobilität und sieht sich dem gesamten Spektrum von E-Mobilität-Fans

und E-Mobilitäts-Gegnern ausgesetzt. Für den Fahrer

ist es also empfehlenswert, sich vorab mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Weitere Besonderheiten der Elektromobilität sind die Wartungskosten.

Weil es keine Ölwechselintervalle mehr gibt und auch der

Bremsenverschleiß minimal ist, muss für eine Inspektion in der

Regel deutlich weniger Geld kalkuliert werden. Unklar ist natürlich

trotzdem, wie hoch die Rechnungen ausfallen, wenn außerplanmäßig

etwas ersetzt werden muss.

Als Fazit sieht Manfred Reiter, der übrigens nicht mit dem

Münchner Oberbürgermeister verwandt ist, dass es wichtig ist,

dass jeder in seinem Rahmen etwas für die Umwelt tut. Den

Umstieg auf sein E-Taxi, welches er selbst in den Nachtschichten

fährt, hat er bislang nicht bereut. Ob es sich unter dem Strich

betriebswirtschaftlich rechnen wird, kann Reiter erst nach Ablauf

der drei Jahre Förderlaufzeit sagen. Eine Erkenntnis ist aber:

Je teurer das Auto ist, desto mehr Besetztkilometer muss der Wagen

abspulen, denn sonst kann der Fall eintreten, dass die maximal

mögliche Förderung nicht abgerufen werden kann.

Manfred Reiter geht es aber nicht ausschließlich um Geld:

„Natürlich bin ich auch irgendwie ein Pionier. Kauft man sich

heute den neuesten Fernseher, dann kostet der jetzt 5.000 Euro

und in zwei Jahren nur noch die Hälfte.“

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TAXI NOVEMBER / DEZEMBER / 2019

25


QUERSCHAU

IM LONDON-TAXI

AUF DEM

PRÄSENTIERTELLER

Ist dem einem oder anderen Kollegen Ende Oktober/Anfang

November ein schwarzes London-Taxi mit englischen Kennzeichen

aufgefallen? Der Fahrer am Steuer war ein Taxi Times-Redakteur

auf Testfahrt. »Mit tollen Reaktionen«, wie er selbst sagt.

Viele Details am Wagen zeigen,

unser Testwagen kommt „very

british“ im klassischen Schwarz

der Londoner „Black Cabs“ daher und zeigt

schon bei der ersten Fahrt, dass LEVC die

Sprache der Taxifahrer spricht. Irre, wie die

Menschen auf den Wagen reagieren. Obwohl

der TX eine komplette Neuentwicklung ist

und elektrisch fährt, wird der Wagen von

Kindern, Männern und Frauen quer durch

alle Altersstufen als klassisches London-Taxi

erkannt. Sei es der Tesla-Model-X-Fahrer,

dem an der Ampel der Kiefer runterklappt,

oder der Taxler, der an der roten Ampel im

besten Englisch Details des Autos erfragt,

oder seien es einfach nur die Passanten auf

der Straße, die sich ungläubig den Hals verdrehen.

Speziell Kinder reagieren mit dem

ausgestreckten Zeigefinger, als wollten sie

sagen: „Guck mal, Papa, ein London-Taxi!“

FOTO: Taxi Times

EIN EXKLUSIVES ARBEITSTIER

Unsere erste Fahrt überhaupt fand im Dunkeln

statt. Durch die hochwertig wirkende

Lichtgrafik verströmt das Arbeitstier einen

Hauch von Exklusivität. Zeigt man ein Foto

des Logos herum, sind viele, auch die Autokenner,

der Meinung, die Flügel eines Bent-

ley wiederzuerkennen. Da kann man nur

sagen: Nah dran! Zumindest, was das Herkunftsland

angeht.

Beim elektrischen Antrieb, der zusätzlich

einen Verbrennungsmotor als Generator

mit an Bord hat, kann aus Taxisicht auf

den ersten Blick nur eine Schwäche festgestellt

werden. Mit dem Antriebskonzept ist

der TX von der Münchner E-Taxi-Förderung

ausgeschlossen. Der TX kann aber noch

mehr. Beim aktuellen Modell ist nämlich

serienmäßig eine Rollstuhlrampe verbaut.

Unser Testwagen ist also schon ab Werk ein

Inklusionstaxi. Sollte das nicht gefördert

werden? Unter den vielen Menschen, die

während unserer Testphase immer wieder

um das Auto herumgeschlichen sind, waren

auch Taxi fahrende Rollitransportprofis.

Die finden, dass der Wagen durchaus Potenzial

hat, aber ein reiner Rollstuhltransporter

ist der TX nicht, weil nur ein Rollstuhl

reinpasst. Dafür kann man ihn aber als echtes

Inklusionstaxi sehen, welches zudem

noch elektrisch fahren kann.

Den ausführlichen Testbericht vom

LEVC TX können Sie in der aktuellen

Printausgabe der deutschlandweiten

Taxi Times DACH nachlesen.

sg

Der TX lädt ein zum „Tag der offenen Tür“.

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193 a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

Fax: +49 (0)89 / 215 48 30 79

E-Mail: info@taxi-times.taxi

Internet: www.taxi-times.taxi

Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

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Handelsregister: Amtsgericht München

HRB 209524

Redaktion (tt)

V. i. S. d. P.: Jürgen Hartmann (jh),

Simon Günnewig (sg)

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Stephan Berndt (sb), Wim Faber (wf),

Wilfried Hochfeld (wh), Hayrettin Simsek (hs);

Horst Wiegand (hw)

Grafik & Produktion

Katja Stellert (Artdirektion),

Martina Jacob

Raufeld Medien GmbH,

Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 695 665 936

Anzeigenleitung, Online-Verkauf

und Vertrieb

Elke Gersdorf, e.gersdorf@taxi-times.taxi

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 92

Fax: +49 (0)89 / 14 83 87 89

Druck

Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25,

D-34253 Lohfelden

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, Jahres-Abo 28 €

(inkl. MwSt. und Versand)

ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

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Die IsarFunk Taxizentrale GmbH & Co KG

und der Taxiverband München e. V. (TVM)

bekommen in Taxi Times München eigens

gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

für deren Inhalte die beiden Genannten

im Sinne des Presserechtes selbst

verantwortlich sind.

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NOVEMBER / DEZEMBER / 2019 TAXI


FEHLT IHNEN WAS (AUF)?

Uns schon! Wie auch schon in den letzten Ausgaben,

fehlen auch in dieser Taxi Times wichtige Werbekunden.

Verkaufs- und Imageanzeigen von Fahrzeugherstellern

und der Industrie waren bisher immer ein wesentlicher standteil der Finanzierung unserer redaktionellen

Be-

Arbeit.

Trotzdem werden wir als Sprachrohr der Taxibranche

unsere Berichterstattung auf keinen Fall reduzieren. Das

sind wir gerade in der jetzigen Phase allen Taxiunter-

nehmern schuldig, aber auch den Politikern und Aufsichtsbehörden,

die ebenfalls zu unseren Lesern gehören.

Taxi Times wird also weiterhin berichten. Online wie per

Print. Für uns ist das selbstverständlich. Für Sie auch?

Dann werden Sie jetzt Abonnent von Taxi Times und

unterstützen Sie unsere Arbeit mit 35.- € pro Jahr, damit

wir wiederum Ihre Arbeit weiterhin begleiten und unterstützen

können.

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oder per E-Mail:

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EIN MUSS

FÜR ALLE

35,- EURO

6 Ausgaben inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer und inklusive Versandkosten


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Benzinmotor mit 131 kW (178 PS) und Elektromotor mit 88 kW (120 PS), Systemgesamtleistung

160 kW (218 PS) , Stufenlose Automatik, Comfort Taxi, 5-türig

Ausstattungs-Highlights:

Pre-Collision System, Vinyl-Ledersitze, Reifendruckwarnsystem, Privacy-Glas,

Regensensor, lenkradintegirerte Bedienelemente für Audiosystem, Bluetooth Freisprecheinrichtung,

USB/AUX Anschlüsse mit iPod-Steuerung, Rückfahrkamera, el.

Fensterheber vorn, und hinten, Tempomat, Start-Stop-Knopf, Smart-Key, Klimaautomatik,

Leichtmetallfelgen mit Bereifung 205/60 R 1 6 u.v.m.

Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/komb. 5,0/4,4/4,5 l/100 km.

CO2-Emission kombiniert 103 g/km. Energieeffizienzklasse A+.

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Anzahlung 8.821.81 €

einmalige Schlussrate 7.841,81 €

Nettodarlehensbetrag 33.430,89 €

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80807 München

Telefon: 089/3509667-30

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81673 München

Telefon: 089/437370-25

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