Kreuzfahrt_Karibik_2020

gerhard.hochl

Reise-Betreuung

MITTELAMERIKA

KREUZFAHRT

13.01. - 27.01.2020

Fototechnische-Betreuung

Nikon Z6

© gerhard.hochl@gmx.at

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Baukosten: ca. 625 Mio. US-Dollar

Werft: Meyer / Turku Oy Finnland

Heimathafen: Valletta Malta

Indienststellung: April 2018

Peter Haslinger

Decks: 16

Passagiere: 2.894

Besatzung: ~ 1000

Der Kapitän: Jens Troier

Ein wunderschönes Schiff - eine tolle Route - unsere Kabine

mit Wohlfüllbalkon - die Rangabzeichen der Offiziere - Ganz

Schön Gesund Bistro - eine Lektorin die alles weiß - eine Hoteldirektorin

die hervorragend Marimba spielt - das Landausflugsteam

- ein Österreicher als Generalmanager, der für einen

Seekrankheitsfall ein Rezept bereit hat - zwei Pools - ein

Theater für mehr als 1000 Personen - eine Bier-Bar usw.

Herz was willst Du mehr?

Rezept gegen Seekrankheit: Beim ersten Gefühl

des Unwohlseins sollte man Pfefferminze

und Schokolade einnehmen. Das hilft zwar

nicht, aber es schmeckt dann nach After Eight.

2 3



Montego Bay Jamaika

Nach 23 Stunden Anreise landeten

wir am Flughafen der zweitgrößten

Stadt Montego Bay. Rund 100.000

Einwohner bevölkern dieses Zentrum

an der Nordküste, dessen

wichtigster Teil der gut geschützte

Hafen ist.

Jamaika heißt übersetzt aus der

Sprache der indianischen Ureinwohner

,,Land der Wälder und

Gewässer“. Die Inselberge sind

dicht überzogen von tropischen

Wäldern, durchschnitten von Flüssen

und Wasserfällen. Weiße Palmenstrände

und türkisblaue Badebuchten

bilden diesen Gegensatz

zu den Zuckerrohrfeldern und dem

undurchdringlichen Regenwald,

die den gegenwärtigen Touristenstrom

möglich machten.

Dieser „freie Tag“ kam uns sehr gelegen.

Ruhen und das Schiff kennen lernen

stand auf dem Programm.

Die Jamaikaner (ca. 2,8 Mio.) bilden ein

vielfältiges Völkergemisch. Vorwiegend

sind das die Nachfahren der afrikanischen

Sklaven, die hauptsächlich von

den Briten für die Zuckerrohrgewinnung

hierher gebracht wurden. Aber auch

Engländer, Inder, Chinesen, Araber und

andere Europäer haben sich hier angesiedelt.

Mit Reggae- und Calypsomusik

und einen eigenen Sinn für Humor wird

die Armut übertüncht. Das durchschnittliche

Einkommen liegt bei 80 US$ im

Monat. Der Tourismus ist neben der

Bauxit- und Zuckerohrgewinnung der

größte Wirtschaftszweig des Landes.

Tausende Kreuzfahrturlauber besuchen

fast täglich die Hafenstädte. Hotels säumen

die schönsten Küstenstreifen.

Schon sehr Früh ging es von Bord größten Maya Stadt „Chichen Itza“

und zur Fähre auf das Festland. Wir gebucht. Eine Fährüberfahrt bei rauer

hatten schon von zu Hause aus einen

See und 3 Stunden Busfahrt lagen

ganztägigen Ausflug zur wohl vor uns.

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Während der recht eintönigen

Busfahrt durch

die Mangrovenwälder von

Yucatan ließen wir den

bemerkenswerten Vortrag

vom Vorabend durch die

Lektorin Silvia Sommer

geistig revue passieren.

Sie referierte über Cozumel,

Mexiko mit der

Halbinsel Yucatan und die

Hochkultur der Mayas.

Cozumel ist die zweitgrößte

Insel Mexikos

und liegt im Bundesstaat

Quintana Roo knapp 20

Kilometer vor der Küste

der Halbinsel Yucatan.

Das Urlaubszentrum

Playa del Carmen auf dem Festland

erreicht man mit der Schnellfähre in

ca. 45 Minuten. Der bekannte Badeort

Cancun befindet sich etwa 60 Kilometer

nördlich. Cozumel gehört zu den

wichtigsten Zielen von Karibik Kreuzfahrten.

Ein großer Teil der ca. 80.000

Einwohner leben in der quirligen Inselhauptstadt

San Miguel de Cozumel.

Die ca. 45 Kilometer lange und ca. 16

Kilometer breite Insel ist wegen ihrer

schönen Sandstrände, der herrlichen

Unterwasserwelt und dem

türkisblauen Meer bei vielen

Urlaubern ein Begriff.

Die Insel war einst ein Wallfahrtsort

der Maya mit einigen

Zeugnissen dieser Kultur.

Und auch auf dem nahen

Festland können bekannte

Maya-Städte wie Tulum und

Chitchen Itza im Rahmen

von Landausflügen besucht

werden. Die Menschen sprechen

natürlich spanisch,

aber mit englisch kommt

man fast überall weiter. Die

Landeswährung ist der mexikanische

Peso. Ein Euro

entspricht ca. 20 MXN. Da

die Insel fast ausschließlich

vom Tourismus lebt, kann

man überall auch mit US $

bezahlen.

Die abwechslungsreiche Geschichte

der indianischen Völkerfamilie der

Maya begann bereits 3000 v.Chr. Zu

ihren bekanntesten Relikten gehörten

die prachtvollen Sakralbauten und der

weltweit bekannte Maya Kalender.

In der sogenannten frühen Vorklassik

der Mayas Kultur, welche von 3000 bis

900 v.Chr. datiert wird, wurden die ersten

beständigen Siedlungen des Volkes

im Raum Belize gegründet. Von

diesem Ursprungsstandort wanderten

einige Mayas in nördlicher Richtung

zum Golf von Mexiko.

Von 900 v.Chr. bis 400 v.Chr. in der

mittleren Präklassik kam es zur flächendeckenden

Besiedlung des Völkerstammes

im gesamten Maya Gebiet,

welches damals Süd- und Nordostmexiko,

Guatemala, Honduras und Belize

umschloss. Ein reger Handel zwischen

den Städten begann.

An diese Epoche schloss sich die späte

Präklassik an, die bis 250 n.Chr. dauerte.

Sie war geprägt durch ein exponentielles

Anwachsen der Bevölkerung, so

dass sich große Zentren bildeten sowie

eine Herrscherelite. Die aufkommenden

Vormachtwünsche einzelner Stämme

führten in der frühen Klassik, welche

zwischen 250 bis 600 n. Chr. datiert

wird, zu einem großen Krieg zwischen

den mächtigen Städten.

Die späte Klassik zwischen 600 und

900 n.Chr. war durch bedeutende Stadtstaaten

geprägt. Sie besaßen jeweils

ihren eigenen Herrscher sowie einen

Verwalter. Die Leistungen im Bereich

Handwerk, Bauwesen, Handel, Jagd

und Kunst waren auf ihrem Höhepunkt.

Es war die Blütezeit dieses indianischen

Volkes, dessen Städte teilweise mehr

als 10.000 Einwohnern besaßen.

Eine weitere Errungenschaft der Kultur

der Mayas war die hoch entwickelte

Schriftsprache, welche aus mehr als

800 Zeichen bestand. So entstand zudem

der bekannte Maya Kalender, der

auf fortgeschrittenen mathematischen

und astronomischen Kenntnissen beruhte.

Dieser Maya Kalender war sehr

detailliert und bestand aus drei sich ergänzenden

Kalendern. Welcher Maya

Kalender von dem Volk verwendet wurde,

richtete sich nach dem Anlass.

Der mysteriöse Zusammenbruch der

Maya Zentren ist bis heute nicht vollständig

geklärt. So gaben die Mayas

Beim Ankommen stellten

wir fest, dass wir nicht

ganz alleine waren. Der

Busparkplatz umfasst

mehr als 30 Plätze, unser

Bus bekam keinen mehr.

Das hatte den Vorteil,

dass der Fahrer direkt

vor dem Eingang anhielt

und wir nur mehr wenige

Meter und einige Stufen

zu bewältigen hatten.

im 9. Jahrhundert diverse Zentren aufgrund

eines starken Bevölkerungsverlustes

auf.

Eine Erklärung bezieht sich auf das Verhältnis

zwischen dem Volk und seiner

Umwelt. Es reichten die Agrarprodukte

für die große Bevölkerungszahl nicht

aus. So scheint es wahrscheinlich, dass

die Niederschlagsmenge in den Jahren

zwischen 900 und 1000 im Maya Gebiet

sehr gering gewesen waren. Die Temperaturdurchschnitte

stiegen damals

kontinuierlich an, wie computergesteuerte

Klimasimulationen zeigen. Also

ein Klimawandel ganz ohne einem, von

Menschen verursachten CO² Ausstoß.

Das Volk der Maya wehrte sich anfangs

erfolgreich gegen die spanischen Conquistadoren.

Nach den anfänglichen

kriegerischen Misserfolgen gelang es

1544 unter Hernán Cortés den Spaniern

drei Städte im Maya Gebiet zu erobern.

Danach begann eine gewaltsame Christianisierung

des Maya Volkes und dies

führte, wie in Peru am Volk der Inkas

zu einer großflächigen Vernichtung der

traditionellen lokalen Kultur und deren

religiösen Symbole. Am Ende des 16.

Jahrhunderts waren die Spanier Herrscher

über die gesamte Maya Region.

Francisco Pizzaro beendete nur wenige

Jahre früher gewaltsam die Inka Herrschaft

in Peru.

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Chichén Itzá ist das kulturelle Wahrzeichen der Region und

ist eine der bedeutendsten und ausgedehntesten archäologischen

Fundorte in ganz Mexiko. Das Besondere an dieser

Maya Stätte ist die Vielfalt der verschiedenen Bauweisen und

Architekturstile auf verhältnismäßig kleinem Raum. Dies ist

laut Forschern darauf zurückzuführen, dass der Ort den Einflüssen

von verschiedenen Zuwanderern

ausgesetzt war, die ihre eigene Baukunst

in den Aufbau und die Ergänzung der Bauwerke

mit einbrachten. Bereits im Jahr

1988 wurde der ganze Komplex, der sich

auf über 1547 Hektar erstreckt, zum UNES-

CO Weltkulturerbe ernannt.

Caracol – Der Schneckenturm stellt ein Observatorium dar. Es wurde in

mehreren Bauphasen errichtet und erhielt seine endgültige Form mit dem

charakteristischen Aufbau erst spät. Der Name Caracol bezog sich auf

die gewundene enge Treppe im Inneren, die in den oberen Aufbau des

Gebäudes führt. Die drei erhaltenen Fensteröffnungen ganz oben hatten

folgende Ausrichtungen: Fenster 1: nördlichst möglicher Monduntergang,

Fenster 2: südlichst möglicher Monduntergang, Fenster 3: Süden.

Die Pyramide des Kukulcán von den

spanischen Eroberern auch El Castillo

genannt ist die 30 Meter hohe Stufenpyramide

im Zentrum der Stadt, die

als allgemeines Wahrzeichen gilt. Forschungen

haben ergeben, dass diese

Pyramide zu Zeiten der Maya einen roten

Anstrich hatte. Das Bauwerk diente

in erster Linie für religiöse und zeremonielle

Veranstaltungen. Die Treppen an

allen vier Seiten umfassen 365 Stufen.

Das wird als die Anzahl der Tage im Jahr

gedeutet.

Schall der vor den Treppen erzeugt

wird, reflektiert in mehreren Wiederholungen

zurück. Die mexikanischen Guides

präsentieren das als den Ruf des

Vogels Quetzal, der wie der Jaguar von

den Mayas als heilig verehrt wurde.

Physikalisch gesehen

ist es

aber nur das

Echo, das von

den vielen,

Treppenstufen

in unterschiedlicher

Zeitspanne

reflektiert

wird.

Etwas abseits des Touristenstroms liegt eine Gebäudegruppe

die von den spanischen Eroberern „Las Monjas“

Osario – das Hohenpriestergrab liegt

etwas außerhalb des Zentrums. Es

genannt wurde. Es erinnerte sie an die spanischen Klöster

und deshalb nannten sie es „Nonnenkloster“. Wissen-

handelt sich um eine vierseitige Pyramide,

die in ihrer Struktur den üblichen

Maya-Formen entspricht. Die

um Regierungs- und Verwaltungspaläste handeln musste.

schaftler kamen aber zu dem Schluss, dass es sich hier

Treppenwangen sind als Schlangenleiber

gestaltet, die in einen großen

Die Hieroglyphen und die Figuren an den Reliefs deuten

Kopf mit aufgerissenen Maul und

auf diese Erkenntnis hin. Weiterhin ist über der Tür eine

herausgestreckter Zunge enden. Der

Darstellung eines im Schneidersitz sitzenden Herrschers

Tempelraum am Scheitelpunkt der

mit aufwendigem Federschmuck zu sehen.

Pyramide ist noch nicht rekonstruiert.

In unmittelbarer Nähe steht ein turmartiges Gebäude mit

Die Säule an der Südseite weist mit

nur einem Eingang und einem Raum. An der Fassade ist

ihren Hieroglyphen auf die hohe Bedeutung

eine Figur die den Gott des Regens darstellt. Er wurde von

der Kultstätte hin.

den Mayas als „Chaac“ verehrt.

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Die Spanier bezeichneten in ihrer Unwissenheit dieses Gebäude als

Iglesia (Kirche), weil das Gebäude direkt neben dem „Kloster“ stand

und jedes Kloster auch eine Kirche haben muss. Wahrscheinlicher

ist jedoch, dass diese Kultstätte einer Regenzeremonie diente. Ausreichende

Niederschläge waren für die landwirtschaftlich geprägte

Ernährung der Mayas von essentieller Bedeutung.

Aber nun wieder zurück zu den Mayas

und zu einem Ritual, das eigentlich

wenig mit Sport zu tun hat - das Ballspiel.

In Chichén Itzá hat man mindestens

zwölf Ballspielplätze gefunden. Der

Juego de pelota stellt den größten und

bedeutendsten von mehr als 520 Ballspielplätzen

der Mayakultur dar. Das

Spielfeld ist 168 m lang und 38 m breit

und wird von acht Meter hohen Mauern

flankiert.

Beim Ballspiel musste der Ball ohne

Hilfe der Hände und Beine gespielt werden,

erlaubt waren nur Schulter, Brust

und Hüfte. Der Ball bestand aus Kautschuk

und war 3 bis 4 kg schwer.

Die Spieler trugen Schutzkleidung und

das Ziel des Spiels war es, den Ball

durch einen der beiden an den Wänden

angebrachten Ringe zu schießen. Da

die Öffnungen nicht viel größer als der

Ball waren, dürfte dies nur sehr selten

gelungen sein.

Die Reliefs an an den Seitenwänden

zeigen Szenen aus denen zu erkennen

ist, dass jemand enthauptet wurde. Aus

dem Rumpf der Enthaupteten wird das

herausschießende Blut in Form von sieben

Schlangen dargestellt, die bei den

Mayas als Symbol für Fruchtbarkeit galten.

Aus dem Blut, das auf den Boden

fließt, erwächst der „Baum des Lebens“.

Diese Darstellung basiert auf einem Mythos

der Mayas, der die Entstehung des

Spiels schildert. Die Darstellung lässt

nach heutigem Wissensstand keine

Rückschlüsse darauf zu, ob Gewinner

oder Verlierer den Kopf verloren, bzw.

ob die Darstellungen nur symbolisch zu

verstehen sind.

Die religiöse und symbolische Bedeutung

des großen Ballspielplatzes wird

durch die, an seine Mauern angebauten

Tempeln noch unterstrichen.

Viele dieser Erkenntnisse wurden aus

den besser erforschten Verhältnissen

bei den Azteken gefolgert.

Die Wege zu den einzelnen Ausgrabungen

waren gesäumt von unzähligen einfachen

Verkaufsständen. Die Verkäufer(innen) sind

alles Indigene, also direkte Nachfahren der

Ureinwohner. Zum größten Teil wird Kitsch

angeboten, der auf den US-Amerikanischen

Geschmack ausgerichtet ist und nichts mit

der Kultur der Mayas zu tun hat.

Die große Anzahl der Totenköpfe ist auf ein

grausames Ritual zurück zu führen. Gefangene

Krieger aus benachbarten Dörfern wurden

den Göttern geopfert und ihre Schädel

oft zur Schau gestellt. Vor allem die Azteken

im heutigen Zentralmexiko waren für ihre

grausamen Opferkulte bekannt.

Archäologen haben 2015 eine Mauer mit

eingeschlagenen Menschenschädeln aus

der Aztekenzeit entdeckt. Die „Wand der

Schädel“ ist 35 Meter lang und gehört zu den

Ruinen der ehemaligen Azteken-Hauptstadt

10

Tenochtitlan in Mexiko City.

11



Die ursprünglich überdachte Nördliche Säulenhalle

weist durch die Gleichräumigkeit

auf eine Unterkunft für Menschen hin, deren

Rang nicht unterschiedlich war. Die Dachkonstruktion

war von Holzbalken gehalten

und ist deshalb eingestürzt.

Ein letzter Blick auf die Rückseite der El

Castillo Pyramide, dann ging es wieder zum

Bus und zum Mittagessen.

12 13



Das inkludierte Mittagessen

war ein sehr gutes

Buffet mit mexikanischen

Speisen. Beim anschließenden

Spaziergang

bemerkten wir, dass die

kleine Flasche Bier für 4

US $ unverhältnismäßig

teuer war. Am Werbeplakat

für das Restaurant

wird das ganze Menü für

85 Pesos angeboten, das

sind umgerechnet € 4,00.

Dafür war die Bedienung

sehr nett und anschließend

gab es eine „Folklore-Show“.

Ob bei dieser

Darbietung eine Verbindung

zur Maya Kultur besteht,

kann man durchaus

bezweifeln.

Das Tuc-Tuc Taxi ist hier ein beliebtes Fortbewegungsmittel.

Der Preis für einen Erwachsenen

beträgt umgerechnet 30 Cent

und eine ganze Familie fährt für 50 Cent.

Die Häuser der Maya Nachfahren sind bescheiden

und alle haben einen Garten in denen

tropische Früchte, wie Bananen, Mangos,

Papayas uvm. gedeiht.

Beim Anblick des Restaurants für Einheimische

waren wir dann doch ganz froh, schon

gut gegessen zu haben, obwohl eine Portion

umgerechnet nur 80 Cent gekostet hätte.

Vorbei an einer kleinen Kirche besuchten

in Mexiko ganz anders. Zu Allerheiligen und als Süßigkeiten gibt es Totenschähöfe

wir den Friedhof. Während Fried-

und an den Todestagen wird ein lautes del aus Schokolade und die Wohnun-

in unserer Kultur eher stilles Gedenken

Picknick am Grab abgehalten. Es wird gen werden mit Skeletten und bunten

und Trauer hervorrufen, ist es die Lieblingsspeise der Toten serviert Todessymbolen aller Art dekoriert.

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Der Kreuzfahrthafen von Costa Maya

wurde 2002 eröffnet. Die Region entwickelte

sich seither zu einem gefragten

Reiseziel, da einige Städte der Maya

Kultur in relativ geringer Entfernung erreichbar

sind. Wir entschieden uns für

die Ausgrabungen von Chacchoben.

Direkt beim Hafeneingang gab es ein

mexikanisches Disneyland das Costa

Maya Village, mit Delphin-Show, Bühnen

für Thaiboxen, Salzwasser-Poolanlage,

lauter Musik, einen 15m hoher

Rundweg mit Hängebrücken, viele Restaurants

und die üblichen Shops.

Im Hintergrund ist der Freizeitpark Lost

Maya Kingdom sichtbar. Dort gibt es Ziplines,

unzählige Rutschen und Attraktionen,

die mit Wasser zu tun haben.

Ideal für Familien mit Kindern. Der Eintritt

ist mit 99 US Dollar für Erwachsene

allerdings nicht gerade günstig.

Die Ruinenstätte Chacchoben liegt ca. 70km

vom Hafen entfernt. Der Ort war bereits um

200 v.Chr. bewohnt, aber die jetzt sichtbaren

Pyramiden stammen aus der klassischen

Epoche ca. 700 n.Chr. Seit 1994

wurde die Fundstätte ausgegraben,

vermessen und restauriert bzw. rekonstruiert.

Seit 2003 ist das Gelände für

Besucher geöffnet.

Die immer wieder anzutreffende

Architektur der Mayas ist die

typische Stufenpyramide die

einem oben aufgesetzten

Tempel als Basis diente. Ein

immer wieder vorkommendes

Element ist die Treppe.

Entweder einzeln an

der Vorderseite oder auch zu viert an

jeder Seite, aber immer symmetrisch

und zentriert. Sehr oft ist die Neigung

der Stufen geringer als die der eigentlichen

Pyramide, aber immer trifft sie mit

der letzten Stufe auf die obere Plattform.

Die Treppenwangen (seitliche Begrenzungen)

waren sehr oft mit bandartigen

Verzierungen ausgeführt, z.B. mit

Schlangenleibern.

Die Gesellschaftsordnung der Mayas

spielte eine große Rolle. Der Herrscher

stand an der Spitze und er war den Göttern

gleichgestellt. Ihm unterstanden

die Adelsklasse, die Priester, Astronomen

und die Beamten. Eine Stufe tiefer

kamen die Kaufleute und Handwerker.

Einen Rang niedriger die Bauern und

Arbeiter und auf der untersten Stufe

die Sklaven. Während die Familien der

Oberschicht und der Elite im Stadtzentrum

residierten, wohnte der größte Teil

der Bevölkerung in der näheren Umgebung

in weitaus einfacheren Behausungen.

In angemessenen Abstand befanden

sich die Unterkünfte der niedrigen

Schichten. Es sind nur mehr die Fundamente

der Behausungen vorhanden,

die vorwiegend aus Holz und Palmenblattdächern

bestand.

Die Rangordnung verlangte, dass Palastbauten

für repräsentative Zwecke

errichtet wurden, um sich von den Behausungen

des einfachen Volkes abzusetzen.

Die schönsten Dekorationen wurden

dort eingesetzt, wo sie am besten

sichtbar waren, am obersten Bauwerk

der Pyramide dem Tempel. Von jedem

Punkt der Stadt sichtbar, erinnerten die

dominanten Monumente immerwährend

an die Macht der Götter. Dem Tempel

selbst, kam ein wichtiger symbolischer

Aspekt zu, nämlich die Verbindung zwischen

Erde und Himmel – zwischen

Menschen und Göttern. Damit erhielt

das Bauwerk Signalcharakter und wurde

Zeichen einer höherrangigen Örtlichkeit.

Nur den obersten Schichten war

der Zutritt gestattet.

Vor den Tempeln befanden sich immer

große ebene freie Flächen. Diese waren

dem gewöhnlichen Volk vorbehalten,

die von dort aus die Zeremonien und die

Tier- und Menschenopfer mit feierten.

16 17



Zwischen den einzelnen

Blättern befinden sich

dünne Häutchen, die die

Blätter miteinander verbinden,

so dass sie wie

ein Faltalbum zusammengelegt

werden konnten.

Aufgefaltet entsteht eine Länge

von 3,56 Metern. Von den

etwa 350 Zeichen sind ungefähr

250 entziffert.

Die Schriftzeichen sowie

bildlichen Darstellungen wurden

mit Pinseln in verschiedenen

Farben auf einem

papierähnlichen Material aufgemalt,

das aus der Rinde

des Amatl-Baumes gewonnen

wurde. Dieses Papier

hatte man zuvor mit einer

feinen weißen Schicht aus

Kalk als Schreibgrundlage

überzogen.

verwendet. Ein Punkt stand

für die 1, zwei Punkte für die

2 usw. Die 5 wurde dann als

Strich dargestellt. Drei Punkte

und ein Strich ergaben

dann z.B. 8. So kam man

bis zur Zahl 19 (3 Striche, 4

Punkte). Wie nun die 20 darstellen?

Man erfand die Null.

Sie wurde als Muschel dargestellt.

Die Maya besaßen ein hochentwickeltes

Schriftsystem,

mit dessen Hilfe komplexe

Texte wider gegeben wurden.

Die Zeichen haben normalerweise

ein quadratisches oder

länglich-ovales Format.

Dass die Schrift in der Kultur

der Maya von großer Bedeutung

war, lässt sich daran

erkennen, dass vor allem astronomische

Ereignisse und

Beobachtungen festgehalten

wurden und Eingang in das

Kalendersystem fanden. Diese

wurden in sogenannten

Codices – langen, gefalteten

Büchern aus Feigenrindenpapier

niedergeschrieben.

Leider wurde infolge der kulturverachtenden,

spanischen

Bekehrungsversuche, der

größte Teil dieser heiligen

Bücher, als Deutung zur Teufelsanbetung,

verbrannt. Nur

vier dieser Codices blieben

erhalten. Unter ihnen der für

Europa bedeutendste Dresdner

Codex, der 1200 n.Chr.

entstand, um 1520 mit einem

spanischen Schiff nach Europa

kam und seit 1739 in der

Königlich Sächsischen Bibliothek

Dresden wissenschaftlich

ausgewertet wird und der

Öffentlichkeit zugänglich ist.

Der Codex Dresdensis ist

eine der authentischen Handschriften

der Maya. Er ist mit

Hieroglyphen, Bildern und

Zahlenzeichen beschrieben.

Die Schrift besteht aus 39

beidseitig beschriebenen

Blättern. Von den 78 Seiten

sind vier unbeschrieben. Jedes

Blatt ist etwa 20,5 cm

hoch und 10 cm breit.

In einer dieser Ebenen war auch die jeweils

regierende Dynastie angesiedelt.

Dieser Kult macht auch verständlich,

dass Menschenopfer zu dieser Zeit nicht

als grausam empfunden wurden. Jedem

Opfer war ja die Wiedergeburt in Aussicht

gestellt. Die Maya glaubten daran,

dass die Fruchtbarkeit der Felder, die

Macht der Herrscherdynastie oder der

Gemeinschaft nur durch Ströme von

Menschenblut gesichert werden konnte.

Schon aus den Ausführungen der Lektorin

Sylvia Sonntag zu der Skulptur Chak

Mool, konnten wir entnehmen, dass es

damals zu rituellen Opferkulten kam. Die

immer wieder bei den Mayastätten gefundene,

auf den Rücken liegende Figur,

trägt auf dem Bauch eine schalenartige

Vertiefung. Es ist sehr wahrscheinlich,

dass die Vertiefungen der Aufnahme von

Opfergaben, auch von menschlichen

Herzen dienten..

Vor dieser Reise war uns die Kultur

der Mayas nur durch ihre berühmten

Maya Kalender bekannt. Dabei gibt

es im Maya Gebiet noch immer über 6

Millionen Menschen, die diesem Volk

angehören. Viele von ihnen leben vom

Maisanbau und pflegen eine christliche

Religion, die aber auch Kernteile

der alten Maya Traditionen enthält.

Jede ihrer Gemeinden haben weltliche

sowie religiöse Oberhäupter. Die Bewohner

unterscheiden sich durch traditionelle

Kleidungselemente von einer

anderen Maya Gemeinde. Durch die

Zunahme der Touristenströme fürchten

einige um den Verlust der altehrwürdigen

Traditionen. Andere sehen

darin eine Chance, ihrer ethnischen

Minderheit mehr Gehör zu verhelfen.

Wir fuhren mir dem Bus zurück zum

Hafenterminal und erlebten einen kleinen

Kulturschock. Bereits in der Früh

bemerkten wir bei unserer Abreise ein

reges Treiben in dem kleinen künstlich

errichteten Dorf am Hafenpier. Jetzt

waren wir mitten drin im Trubel, Lärm

und den Entertainments.

Als heilig verehrt wurde der

Ceiba-Baum. Die Mythologie

rund um den Baum bestand

aus den drei Ebenen der

Welt. Seine Wurzeln reichten wandel unterschiedlich war, die Menschen wohnen. Die

bis in die Unterwelt, dahin gab es eine Auferstehung Baumkrone symbolisiert die

Auch ein einfaches aber effizientes

kamen die Menschen nach und Wiedergeburt durch die Oberwelt und die dreizehn

dem Tod. Nach einer gewis-

Wurzeln in den Stamm, der Ebenen, in die der Himmel

Zahlensystem wurde sen Zeit, die je nach Lebens-

die Mittelwelt darstellt, in dem der Maya geteilt war.

18 19



Ein großer Teil der Maya Städte wurden

auf Erhöhungen gebaut. Wo es keine

natürliche Erhebungen gab, wurden die

Bauten auf künstlich aufgeschütteten

Erdhügeln errichtet. Diese Erhebungen

sollten vor Überschwemmungen während

der oft heftigen Regenfälle schützen.

Wie schon erwähnt, dienten die aus

Stein errichteten Tempelpyramiden als

Unterbauten für die auf der obersten

Ebene gebauten und den Göttern geweihten

Tempeln. In einigen Pyramiden

wurden Gräber von Herrschern, Priesterkönigen,

Schreibern und Geopferten

gefunden.

Das Baumaterial waren Blöcke aus Granit,

die oft von weit her geschafft wurden.

Als „Mörtel“ wurde zermalmter und

in der heißen Sonne gebrannter Kalkstein,

vermengt mit pflanzlichen Fasern

verwendet. Mit Wasser vermischt, ergab

das eine Verbindung der Steinblöcke,

die Jahrhunderte überdauerte.

Kurz nach dem Ankermanöver brachte uns ein Tenderschiff in den

Hafen. Mit einem traditionellen Bus ging es ca. 90 km quer durch

Belize fast bis an die Grenze von Guatemala. Nach knapp 2 Stunden

Fahrtzeit erreichten wir den Mopan-Fluss.

Über die Entdeckung von Xunantunich, Die Frau erschien in einem blendenden Sie fanden die Waffe wieder, aber das

Eine handbetriebene Fähre setzte uns über und mit kleinen Bussen

das übersetzt „steinerne Frau“ heißt, gibt und übernatürlichen Weiß, als sie in den steinerne Mädchen war nirgends zu sehen.

ging es bis zu Eingang der archäologischen Ausgrabungen Xunantunich,

übersetzt „steinerne Frau“. Dort wurden wir von einheimischen

Führern, Nachfahren der Mayas, begrüßt und durch die ganze

Anlage begleitet. Rund um die 6 Plätze (Plazas) sind über 25 Tempel

und Palastbauten zu sehen.

es eine Legende. Ende des 19. Jahrhunderts

ging ein Jäger aus dem Dorf in der

Gegend der heutigen Ausgrabungen auf

Jagd. Als er den Hügel überquerte, sah

er bei einem Höhleneingang, ein wunderschönes

Strahlen der aufgehenden Sonne stand.

Von der Erscheinung erschreckt, ließ

der Mann seine Waffe fallen und rannte

zurück ins Dorf. Später kehrte er in Begleitung

des einheimischen Priesters an

Seitdem behaupten die Dorfbewoh-

ner immer wieder, dass das Mädchen

auch mehreren Anderen erschienen sei..

Die Legende war der Auslöser, dass in

dieser Gegend archäologische Ausgra-

20 Maya-Mädchen.

den Ort zurück.

bungen begannen.

21



Das auffälligste Gebäude mit rund 40 m

Höhe befindet sich am Südrand der Ausgrabung.

Die Pyramide El Castillo mit

den rekonstruierten Götterdarstellungen

auf der Ost- und Westseite.

Die Götter von links nach rechts:

Buluc Chabtan war der Kriegs-Gott, der

Gewalt und Menschenopfer.

Chup die Mondgöttin wurde als junge

Frau dargestellt.

Chaak der Regengott, des Donners, der

Fruchtbarkeit und der Landwirtschaft

Bacabs, es gibt deren 4, waren in der

Maya-Mythologie die Himmelshalter und

zeigten die vier Himmelsrichtungen.

Die Pyramide El Castillo konnte von

unserer Gruppe mit den einheimischen

Führern bestiegen werden. Von oben

bot sich ein herrlicher Rundblick und

man konnte sich sehr gut in die Rolle

der Herrscher versetzen, die ihre Untertanen

sehr klein auf dem Platz am Fuße

der Tempelpyramide sahen.

Auf der Westseite der Mittelplattform

befand sich ein Observatorium zur Beobachtung

des Sonnen- und Mondverlaufs

und der Planeten und Sterne.

Der Ballspielplatz hier war völlig anders gestaltet, als in den vorher von uns

besuchten Plätzen. Das ist darauf zurückzuführen, dass diese Stadt schon um

900 n.Chr. verlassen wurde. Die Gründe dafür sind im heutigen benachbarten

Guatemala zu suchen. Xunantunich war eine Satellitenstadt von Naranjo, die

um 810 n.Chr. unter einer schweren Dürre litt. Das letzte dokumentierte Datum

der Langen Zählung stammt aus dem Jahr 849. Wenig später muss Naranjo

verlassen worden sein. Zwei Generationen später ereilte auch der Siedlung

Xunantunich das gleiche Schicksal, da die Schutzmacht verloren ging.

In einer der Pyramiden wurde eine reichverzierte Grabkammer entdeckt. In der

Kammer fanden die Forscher die Überreste eines Mannes, der beim Todeszeitpunkt

zwischen

20 und 30 Jahre alt

war. Die Grabbeigaben

wiesen auf

einen Herrscher hin.

Ein Relief, dass

erst später entziffert

wurde, deutete auf

das Grab hin. Heute

ist es neben der

Die Aussicht vom El Castillo reicht bis Guatemala.

Grabpyramide aufgestellt.

22 23



Ein letzter Blick auf die Wohnstätten der Mittelschicht,

dann ging es den Fußweg hinunter bis

zum Ausstellungszentrum am Eingang.

Zuerst mit den Kleinbussen und dann mit unserem

großen Bus zum Mittagessen. Gut gewürztes

Huhn mit Reis und Krautsalat gab es.

Seit unsere Hoteldirektorin einen Abend im Theater

mit ihren Marimba Spiel gestaltete, wussten

wir was das für ein Instrument ist. Die Mexikanische

Marimba hat einen karibischen Klang mit

charakteristisch summenden Holzsound und

wird meist von zwei Musikern gespielt.

Vor der Küste Honduras liegen die drei

Islas de la Bahia, auch Inseln der Glückseligen

genannt. Die größte der drei

Schwestern ist Roatan, sie ist 8 km breit,

60 km lang und hat rund 30.000 Einwohner.

Rund um die Küste liegen Korallenriffe

mit kleinen Canyons und Höhlen,

die begeisterte Taucher anziehen.

An Land beeindrucken die weißen

Sandstrände, die Mangrovenwälder und

ein buntes Tier- und Pflanzenreich. Die

bunten Holzhäuser stehen teils auf Stelzen

im Wasser und Besucher können es

sich in den Hängematten der Strandbars

bequem machen.

Wir hatten einen Ausflug in den Ostteil

der Insel gebucht.

24 25



Eine Ausstellung über die Geschichte Roatans

befindet sich im zweiten Stock. Seit 1500

v.Chr. war der Archipel bewohnt und nach der

Landung von Christoph Columbus im Zuge

seiner 4. Reise im Jahr 1503 wurden die Spanier

Herrscher bis die Engländer die ganze

Gegend zur britischen Kolonie machten.

Ein Programm zum Schutz der Schildkröten

wurde hier ebenfalls ins Leben gerufen.

Der Badestrand steht gegen eine geringe Gebühr

allen Gästen zur Verfügung.

Eine halbe Stunde Busfahrt und wir standen

vor einer Auffangstation für Leguane. Dort

werden verletzte und alte Tiere aufgenommen.,

die sich nicht selbst versorgen können.

Leguane kommen in Mittelamerika sehr häufig

vor und erreichen ein Länge bis zu 2 Meter.

Sie fressen eigentlich alles, von Pflanzen über

Insekten, Schnecken und dergleichen.

Das Umweltprojekt „The Buccaneer“

ist seit seiner Eröffnung vor

53 Jahren das Zentrum des Lebens

von French Harbour und ein beliebtes

Wahrzeichen der Einwohner von

French Harbour.

Der Buccaneer ist ein umweltfreundliches

Projekt: Es wird so

viel wie möglich recycelt, der Strom

kommt von Photovoltaik, das Regenwasser

wird von den Dächern

für den täglichen Gebrauch gespeichert

und es gibt keine Abwasserleitung

ins Meer. Es wird kein Plastik

verwendet und alle Mitarbeiter sind

einheimische Inselbewohner und

Honduraner, einige sind schon seit

vielen Jahren dort.

26 27



Das nicht mehr ganz taufrische Strand-Hotel Resort

Las Palmas war die nächste Station. Dort

gibt es eine kleine Kultur Performance, in der den

Gästen die Lebensgewohnheiten der Einwohner

gezeigt wurden.

Ein, für uns etwas ungewöhnliches Spektakel

sind die Tänze der Garifunas, eine Volksgruppe,

die im 17. Jahrhundert durch die Vermischung

von westafrikanischen Sklaven mit Kariben hervorging.

Im 18. Jahrhundert mussten sie von der

Karibikinsel St. Vincent fliehen und siedelten sich

in Honduras an. In ihren Tänzen und der Musik

haben sich beide Kulturen zu einem rhythmischen

Ereignis verschmolzen, so die Erklärung.

Die Reiseleiterin erklärte uns die verschiedenen Zubereitungsarten der

einheimischen Speisen. Die anschließende Verkostung ließen wir beide,

in Erwartung des Abendessens im Steakhouse an Bord aber ausfallen.

Ruhe und Idylle, Zeit zum

Relaxen steht beim Hoteleingang.

Der Flughafen

ist nur wenige Kilometer

entfernt, ein Umstand der

nur die Transferzeiten gering

erscheinen lässt.

Durch den starken Wind musste auch der letzte Programmpunkt,

eine Bootsfahrt ausfallen. Als Entschädigung fuhren wir

noch zu einem Aussichtspunkt, der die Größe vom Schiff so

28 richtig zur Geltung brachte.

29



So hieß es am späten Nachmittag Abschied zu nehmen von Honduras. Der Abend war ein

ganz besonderer. Er war für eine Geburtstagsfeier, den eigentlichen Anlass für die Reise,

reserviert. Im Surf & Turf Steakhouse wurde von Serviceteam ganz am Heck mit herrlicher

Aussicht, ein nett dekorierter Tisch für uns zwei gedeckt. Irische Lammkrone und Filet

Steak vom Pommerrind standen aus dem Essensplan.

Da war etwas Zeit für einen Vortrag

im Theater über das Schiff zu

besuchen. Es wurde die Kommando-Brücke

erklärt, einige Hilfsmittel für die Navigation und der Maschinenraum

mit dem technischen Überwachungsteam..

Mit vier Diesel-Motoren und einer Leistung von

28.000 KW das sind 38.000 PS wird elektrischer

Strom erzeugt. Neben der Beleuchtung, dem Kochen,

der Wasserentsalzung und Klimatisierung,

wird der Strom vorwiegend für den elektrischen An-

mit einer Geschwindigkeit bis zu 21 Knoten (39

km/h) zu bewegen, müssen immer zwei Maschinen

laufen. Für die Reinigung der Abgase wurde

ein aufwendiges System eingebaut. Schadstoffe

werden mit Hilfe einer Entschwefelungsanlage und

Erholung auf See bzw. Seetag Falls die Nachbarkabinen keine

schaut auf Deck und im Poolbereich

Kettenraucher beherbergen, kann

dann so aus. Schwimmbad, der Naturliebhaber auch solche

Liegestühle, Sauna, Wellnes und stimmungsvollen Sonnenuntergänge

genießen.

trieb der Schiffsschrauben verwendet. Um das Schiff

Katalysatoren um ~ 60 % reduziert.

Spa sind überbevölkert.

30 31



Ein multikulturelles Flair beherrscht

das rege Treiben im Zentrum. Viele

Häuser sind noch im Kolonialstil.

Im Mercato Municipal werden Lebensmittel,

Obst und Gemüse,

Handwerk und die üblichen Souvenirs

und Kunsthandwerk angeboten.

Die Hafenstadt Puerto Limón begrüßte uns mit rhythmischen

Klängen der Seniorenband. Nachdem wir beim Ausflugsangebot

nichts passendes gefunden hatten, entschlossen wir uns für einen

Stadtrundgang.

Die Hauptstadt der Provinz Limon wurde erst 1854 offiziell gegründet.

Die meisten Einwohner stammen von afrikanischen

Sklaven ab, die im 19. Jahrhundert für den Bau einer Bahnverbindung

aus Jamaika hierher verschleppt worden sind. Neben dem

Kreuzfahrtourismus ist der Hafen für den Export von Bananen

bedeutend. Auch hier gibt es eine Beziehung zu Kolumbus. Der

Entdecker ankerte 1502 während seiner vierten Reiser vor der Insel

Uvita und nahm das Land für Spanien in Besitz. Ein Ereignis,

dass in der Stadt jedes Jahr im September gefeiert wird.

Costa Rica ist ein kleines Land, dessen Vielfalt der Landschaften

und Tierarten Touristen aus aller Welt anlockt. Etwa 25 Prozent

des Landes ist durch Nationalparks, Reservate oder andere

Schutzgebiete geschützt. Im Land wird spanisch und vielfach

auch englisch gesprochen.

Vom Hafen geht es zu Fuß ganz bequem in die kleine Stadt. Der

Vargas Park ist schon etwas renovierungsbedürftig und als wir

bei einem plötzlichen Regenguss den Pavillon in der Mitte als

Unterstand auserkoren, bemerkten wir das lückenhafte Dach

32 33



Die moderne Catedral Sagrado Corazón de Jesús aus Beton und Glas wurde an der Stelle errichtet

an der die alte Kirche durch ein Erdbeben zerstört wurde. Der alte Kirchturm steht noch.

Nach unserem Stadtbummel

besuchten wir

nochmals in aller Ruhe

den Varga Park und konnten

von dort doch noch

einige positive Eindrücke

mitnehmen.

Bereits um 16:30 legte

der Kapitän ab, um rechtzeitig

in der Früh in Panama

anzukommen.

Dort hatten wir wieder einen

Ausflug gebucht, der

sehr früh losging.

Am Abend begeisterte

uns Timothy Thomson,

ein waschechter Hamburger,

mit seinen Zaubertricks

in der Schaubühne.

34 35



Colon liegt auf der Atlantikseite am Zugang

zum berühmten Panamakanal und

ist mit ca. 240.000 Einwohnern die zweitgrößte

Stadt des Landes. Der Panamakanal

erstreckt sich von hier aus über gut

80 Kilometer bis nach Panama-Stadt an

der Pazifikküste.

Die sehr junge Stadt wurde erst 1852

am Endpunkt der Panama Railroad gegründet

und nach Kolumbus benannt,

der im spanischen Sprachraum Cristobal

Colon heißt.Die Stadt selbst erlebt seit

den 1960er-Jahren einen kontinuierlichen

Niedergang. Die Arbeitslosigkeit ist

extrem hoch, was zu einer Verarmung

der Bevölkerung zur Folge hatte.

Für Touristen ist ein Stadtrundgang nicht

besonders attraktiv. Durch die Perspektivlosigkeit

ergibt sich Klein-Kriminalität

und der Besuch des Zentrums ohne Führer

ist mit hohem Risiko behaftet.

Der Hafen mit seiner Nähe zum Panamakanal

ist deshalb auch Ziel von Karibik

Kreuzfahrten. Die offizielle Währung

Panamas ist der Balboa, der mit einem

Kurs von 1:1 an den US-Dollar gekoppelt

ist. Das Umrechnen bleibt dadurch

erspart. US $ werden überall gerne akzeptiert.

Viele Menschen sprechen neben

spanisch auch englisch.

Der gut achtzig Kilometer lange Panamakanal

beginnt in Colon und endet in

Panama-Stadt am Pazifik. Der Kanal

durch die Landenge von Panama verbindet

den Atlantik mit dem Pazifik und

erspart der Schifffahrt den 30.000 Kilometer

langen und gefährlichen Umweg

um Kap Horn.

An der Mündung des Rio Chagres, der

jetzt für die Schifffahrt benützt wird, gab

es schon um 1600 die aus Holz gefertigte

Festung San Lorenzo. Erst 1680 wurde

der Bau mit festen Material zu einer

wehrhaften Anlage ausgebaut. Sie diente

den Spaniern im Krieg gegen die Briten

und verhinderte das Flussaufwärtsfahren

der englischen Schiffe.

Der erste Versuch einen Wasserweg durch

Panama zu bauen haben die Franzosen 1880

unter der Schirmherrschaft von Ferdinand de

Lesseps, dem Erbauer des Suezkanals unternommen.

das Vorhaben scheiterte aber wegen

finanzieller Schwierigkeiten und tropischer

Krankheiten der Arbeiter.

Als Panama 1903 unabhängig wurde, unterschrieb

die neue Republik mit den Vereinigten

Staaten von Amerika einen Vertrag für den

Bau des Kanals. Das erste Schiff fuhr 1914

durch den Kanal vom Atlantik zum Pazifik. Die

US-Gesellschaft verwaltete den Kanal in einer

eigenen abgesperrten Zone bis 1999. Dann

übernahm die Republik Panama den vollständigen

Betrieb, die Verwaltung, Wartung, Modernisierung

und Verbreitung des Kanals.

36 37



Seit der Eröffnung bis zum Jahr

2010 passierten eine Million Schiffe

den Kanal. Der Höhenunterschied

zischen dem Meeresspiegel und

dem Wasserstand im Gatún See beträgt

27m. Dieser Höhenunterschied

wird mit jeweils 3 Schleusen-Stufen

erreicht.

Der Baubeginn für die Erweiterung

war 2007 und die Fertigstellung

2016. Dieser Umbau verdoppelte die

Kapazität und ermöglicht auch den

größten Schiffen die Passage. Es

wurden im Zuge dieses Umbaus auf

jeder Seite zwei neue Schleusenkomplexe

errichtet, der Kanal tiefer

gegraben und das Schleusenwasser

kann jetzt effizienter benutzt werden.

Die Neuheit sind rollende Schleusentore.

Diese Tore wurde in Italien in der

Werft von San Giorgo di Nogaro

gebaut. Am 09.Juli 2013 lagen wir

mit unserem Motorboot in der Nähe

dieser Hafeneinfahrt vor Anker. Drei

Schlepper fuhren mit einem Stahlungetüm

bei uns vorbei. Damals wusste

ich natürlich nicht was das ist, aber

als wir den Film im Kanal-Center sahen

und dort der Schleuseneinbau

erklärt wurde, erinnerte ich mich an

das „Stahlungetüm“ vor Lignano.

38 39



Bei den Ausflügen wurden auch

Fahrradausflüge angeboten. Das

wurde von den Mitreisenden sehr

gut angenommen. Mindestens

200 E-Bikes standen zur Verfügung.

Das Ein- und Ausschiffen

ging immer sehr zügig von statten.

Gleich große Schiffe haben

oft 5000 Passagiere und diesen

Unterschied merkt man positiv.

Die Großstadt Cartagena (ca. 1 Millionen

Einwohner) an der Karibikküste

Kolumbiens gilt als die wohl schönste

Kolonialstadt Südamerikas. Viele

Kreuzfahrtschiffe machen im Rahmen

von Karibik Kreuzfahrten hier fest. Cartagena

de Indias wurde 1533 als eine

der ersten spanischen Städte in Südamerika

gegründet. Der Stadtgründer

Pedro de Heredia gab ihr einfach den

Namen seiner spanischen Heimatstadt.

Der Zusatz „de Indias“ wurde als Unterscheidungsmerkmal

beigefügt.

Cartagena war schnell einer der wichtigsten

Häfen Spaniens in der neuen

Welt. Spanische Schatzschiffe wurden

hier mit Gold, Silber und Edelsteinen

beladen. Wie wertvoll die Fracht war,

zeigt der Fund der 1708 von englischen

Angreifern versenkten San José. Man

schätzt den heutigen Wert der Ladung

auf mehrere Milliarden Euro. Wegen

dieser Werte haben die Spanier bereits

im 16. Jahrhundert begonnen, die Stadt

immer weiter zu befestigen. Das Stadtzentrum

mit den gewaltigen Mauern und

Festungen ist Weltkulturerbe der UNES-

CO. Die Stadt ist heute eine Touristenhochburg

und gilt als die wohl bestbewachte

und sicherste Stadt des Landes.

Mit dem Bus fuhren wir um 5 US $ p.P.

die ~5 km bis zur Altstadt.

40 41



Im Jahr 1921 ersetzte ein französischer

Architekt die beschädigte

Kuppel der ursprünglichen Kirche

durch eine neue, die auch heute

noch vorhanden ist. Das Nebengebäude

wurde zum historischen nationalen

Museum erklärt.

In diesen Räumen ist auch das Pedro

Claver Museum untergebracht.

Neben den Räumen in denen der

spanische Jesuit wirkte und dem

Totenbett in dem er im Jahr 1654

gestorben ist, werden auch wertvolle

Altäre und Gemälde gezeigt.

Die Krönung der Jungfrau durch

Engel wurde von einem unbekannten

Künstler im 17. Jahrhundert auf

geschnitzten Holz gemalt.

Die Kreuzabnahme Jesu wurde

von Marcos Leon Marino, einem

kolumbianischen Maler im 20. Jahrhundert

mit Ölfarben auf Leinwand

festgehalten.

Die einschiffige, im schlichten Stil gehaltene

Iglesia San Pedro Claver liegt am

bäuden ist eine Mischung aus verschiedenen

Baustilen. Die Stein-Fassade mit

Marmor werden in einer vergoldeten

Bronze-Urne mit einer Abdeckung aus

gleichnamigen Platz in der historischen zwei seitlichen Glockentürmen erinnert Glas die Gebeine von San Pedro Claver

Altstadt. Das im Auftrag der Jesuiten an Renaissance-Kirchen in Europa. aufbewahrt. Wegen seiner Bemühungen

Am Ende des Kreuzganges Richtung Kirche sind die Urnen der Mönche,

errichtete Gotteshaus mit dem angeschlossenen

zum Schutz der Sklaven wurde er

Priester und Geistlichen in der Wand eingelassen.

Kloster und den Nebenge-

Unter dem Hochaltar aus italienischem im Jahr 1654 heiliggesprochen.

42 43



Die Skulpturen am San Pedro Platz

wurden vom kolumbianischen Bildhauer

Edgardo Carmona Vergara geschaffen.

Der 1950 geborene Künstler fertigt seine

Skulpturen aus verschiedenen Eisenteilen

wie Stangen, Rohre, Platten usw. an.

Das Goldmuseum war bei unserem Besuch

wegen Umbauarbeiten leider geschlossen.

Wir trösteten uns bei einem

kühlen Getränk im Parque de Bolivar.

Das zentrale Monument in Form einer

Reiterstatue ist Simon Bolivar gewidmet.

In fast allen mittelamerikanischen Staaten

trafen wir auf den Freiheitskämpfer.

Er führte die Unabhängigkeitskriege

gegen die europäischen Besetzer und

befreite Mittel- und Südamerika von den

Kolonialmächten.

Gleich neben dem Park befindet sich

das Historische Museum von Cartagena.

Im Untergeschoss wird die Inquisition

der spanischen Kirche gegen

Andersgläubige behandelt und in den

oberen Geschossen die Geschichte

Cartagenas mit der indigenen Bevölkerung.

Im Innenhof befindet sich ein angenehm

kühler Park.

Der Bau der heutigen Kathedrale

begann im Jahr 1577 und ist der

Heiligen Katharina von Alexandrien

geweiht. Die fast fertige Kirche wurde

beim Angriff des Piraten Francis

Drake auf Cartagena schwer beschädigt

und die endgültige Fertigstellung

konnte dadurch erst 1612

erfolgen. Mittelpunkt der dreischiffigen

Kirche ist der hohe vergoldete

Altar aus dem 18. Jahrhundert mit

der Kanzel aus Carrara-Marmor

Die wunderschönen Türen sind offensichtlich ein

Aushängeschild der Familien. Viele Stahlnägel, die

heute als Zierde gesehen werden, waren einst die

Schaustellung des Reichtums. Viele Nägel - viel Geld..

Ganz Amerika verdankt seine

Freiheit und Rettung ihm

und den heldenhaften Soldaten

von Catagena und der

Union - Bolivar

44 45



Auch die vielen prachtvollen

Balkone waren und sind noch

heute ein Statussymbol. Bepflanzungen

spielen auch eine

große Rolle.

Zum ersten Mal während unserer

Reise, war es hier wirklich

heiß. Wir suchten und fanden

ein uriges Lokal, wo wir uns

stärkten.

Das Teatro Adolfo Mejia

wurde 1911 anlässlich

der 100 Jahr Feier zur

Unabhängigkeit von Cartagena

eröffnet. Im Sommer werden am

Vorplatz Aufführungen im Freien veranstaltet.

Das 700 Zuseher fassende Theater

erfreut sich bei der Bevölkerung großer

Beliebtheit.

Unser Rundgang durch die Altstadt

neigte sich dem Ende zu.

Neben dem ehemaligen Stadttor

steht das Monument des

Stadtgründers

Pedro de Heredia, der um 1505

in Spanien geboren wurde, gilt

als der Gründer von Cartagena

de Indias und Entdecker der

Nordküste und des heutigen

Kolumbiens . Er stammte aus

einer reichen Familie von Adligen.

Es wird beschrieben, dass

abenteuerlichen und streitsüchtigen

Charakter zeigte. In seiner

Jugend war er in eine Auseinandersetzung

mit sechs Männern

verwickelt, die versuchten, ihn in

einer dunklen Gasse in Madrid

zu töten. Der Kampf hinterließ

bei ihm lediglich eine entstellte

Nase. Als Vergeltung jagte Heredia

drei seiner Angreifer und

tötete sie, bevor er in die Neue

Welt floh, um sich der Gerechtigkeit

zu entziehen und seine

Frau und Kinder zurückzulas-

Das Lokal war detailreich und sehenswert,

die Getränke gut gekühlt und preiswert, die

Bedienung freundlich und die Sanitärräume

sauber. Was will man mehr?

er schon in jungen Jahren einen sen.

46 47



Über Santo Domingo, wo er zwar mit

einer Zuckermühle zu Reichtum kam,

dann aber ebenfalls vor dem Gesetz

flüchten musste, kam er nach Nordkolumbien.

Dort gründete er die Stadt im

Jahr 1533. 19 Jahre war er mit einigen

Unterbrechungen Stadthalter bis er sich

1552 mit 289 Anklagen konfrontiert sah,

die vom Richter des Königs eingereicht

wurden. Zu den Anschuldigungen gehörten:

illegale Aneignung königlicher

Gelder, Vetternwirtschaft, schwerwiegende

Übergriffe gegen die einheimische

Bevölkerung wie lebendiges Verbrennen,

Verstümmelungen und Folter.

Nachdem Heredia für schuldig befunden

und aus dem Amt entlassen wurde,

kehrte er nach Spanien zurück, um

gegen sein Urteil Berufung einzulegen.

Am 27. Januar 1554 sank sein Schiff

La Capitana vor der Küste von Cadiz

in Andalusien. Er versuchte an Land zu

schwimmen, aber sein Körper wurde nie

gefunden.

Wir kehrten mit dem Taxi zu unserem

Schiff zurück. Der Terminalbereich ist

wie ein kleiner Regenwald gestaltet.

Viele Tiere wie Flamingos, Pfaus, zahlreiche

angefütterte bunte Papageien,

sowie in den Bäumen herumturnende

Affen warten auf das Fotoshooting.

Flamingo

Gelbbrustara

Brüllaffe

Regenbogentukan

Großer Soldatenara

Capybara oder Wasserschwein

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Scharlachara

Königsgeier

Ein Seetag an Bord bietet viele

andere Möglichkeiten als im

Poolbereich das Sonnenöl ranzig

werden zu lassen.

Die Erfahrung von einigen Kreuzfahrten

zeigt, dass ganz verschiedene Menschentypen

an Bord versammelt sind.

Da gibt es die Liegen-Beleger, die mindestens

zwei Liegen, eine im Schatten

und eine in der Sonne ihr eigen nennen.

Die Nebenliege wird gleich mit eingeschlossen

- man will ja nicht so dicht

aneinander kleben.

Dann gibt es die unermüdlichen Programm-Konsumenten.

Die sind so richtig

im Stress, wenn man das Angebot

lückenlos abarbeiten will. Kaum

Pausen dazwischen und die Garderobe

muss ja auch noch zwischendurch

gewechselt werden.

Man kann ja nicht nach dem Ganzkörpertraining

gleich zum Familienfrühstück.

Und jetzt zu uns. Wir nehmen einen

Tag auf See dankbar an. Länger

schlafen, gemütlich Frühstücken im Restaurant

nicht im Buffet. Anschließend

ein kleiner Spaziergang an Deck, damit

wir feststellen können: „Es ist keine Liege

mehr frei“. Dann erfolgt der Rückzug

in eine stille Ecke, leider gibt es auf den

neuen Schiffen keinen Cardroom mehr.

Wir spielen Rummikub, Domino oder

italienisches Rummy mit Karten. Lesen

steht auch auf dem Tagesprogramm.

Die Ruhe wird gelegentlich von den

Mahlzeiten unterbrochen - kleine Sünden

müssen auch sein.

In La Romana war für 2/3 der Passagiere die

Reise zu Ende. Aber es kamen wieder 2/3 neue

Gäste und deren Koffer. Für 14 Tage wurden

die Kühlhäuser des Schiffes wieder aufgefüllt.

Wir zählten über 20 große Container die im

Laufe des Tages entleert wurden. 5 Hubstapler

waren unermüdlich im Einsatz.

Großer Ameisenbär

Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen

Republik hatten wir schon zweimal

besucht und zum Badestrand zog es uns auch

nicht. So hatten wir Zeit und von unserem Balkon

die beste Sicht auf das geschäftige Treiben

an der Mole.

Die ganze Zeit anderen Menschen bei der Arbeit

zuzusehen berührte unser Gewissen und

deswegen machten wir einen Spaziergang an

Land in die nähere Umgebung.

Pfau

Leguan

Nach dem Ablegen sichteten wir noch ein U-Boot deutscher

Bauart. Es wurden dort Servicearbeiten an Deck

durchgeführt. Die „Mein Schiff 1“ nahm Kurs auf die Dominikanische

Republik nach La Romana.

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Die Kunstwerke aus Pet-Flaschen

sind nett anzusehen.

Die Plastik-Umweltproblematik

löst das leider nicht.

Unweit des Hafens ist der Sitz

einer Zuckerfabrik. Das Zuckerrohr wird

mit Eisenbahnwagons von den Feldern

zur Fabrik gebracht. Die Erntearbeiter werden

auch mit einfachen Mitteln transportiert.

Baseball ist der Nationalsport auf der Insel. Schon die

Jüngsten trainieren sehr fleißig um vielleicht in England

eine große Karriere zu starten.

Eine Bucht mit blauem Meer gefüllt

ausgebaut, der Strand künstlich

und begrenzt von einem Halb-

aufgeworfen. Hotels, Restaurants

kreis aus weißem Sand. Das ehemals

und Shoppingzentren für den Du-

kleine Fischerdorf wurde ab ty-free-Einkauf sind entstanden.

den 1960er-Jahren als Ferienziel

52 53



Doch man findet auch das authentische

Jamaika: Rund um den Lebensmittelladen

„Big Ben“ an der Main Street und

den Markt hat man am ehesten den Eindruck,

auf Jamaika und nicht sonst wo

auf der Welt zu sein.

Der Name Ocho Rios bedeutet aus dem

Spanischen übersetzt ,,acht Flüsse“. Allerdings

ist das nicht ganz richtig, denn

tatsächlich münden bei der Kleinstadt

(ca. 10.000 Einwohner) im Norden von

Jamaika lediglich drei kleine Flüsse in

die Bucht. Das Städtchen ist malerisch

gelegen vor grünen Urwaldhügeln, die

einen ersten Eindruck von der Naturvielfalt

Jamaikas erahnen lassen. Im

Norden der Insel regnet es häufiger als

im Süden.

Den ganzen Tag wurde das Schiff direkt

bei der Mole aufgetankt. West Indies Petroleum

ist der Hauptlieferant von kostengünstigen

Treibstoff für Reedereien in

Jamaika. Die Speicherkapazität am Pier

beträgt 10 Mill. Liter. Schweröl.

Ein Kreuzfahrtschiff braucht pro Tag ca.

120.000 Liter (120 Tonnen) und der Preis

dafür beträgt ~15.000 €. Für 14 Tage werden

hier 1,7Mill. Liter, das sind ~1700

Tonnen gebunkert.

Wir haben einen Ausflug mit dem Titel: „Ocho Rios mit der Minibahn erkunden“ gebucht.

Zu Mittag ging es los. Die Rundfahrt begann direkt am Terminal und führte uns zum Turtle

River Park. Wie der Name schon sagt gibt es einen kleine See mit Wasserschildkröten

und tropischen Pflanzen. Von den Parkwächtern wird Kokosnuss kostenlos angeboten.

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Die Traveller Palme (Baum der Reisenden)

ist eine der Nationalpflanzen.

Mit über 3ha erstreckt sich dieser öffentliche

Park inmitten des Stadtzentrums.

Von dort ging es weiter über die

Hauptstraße Richtung Osten.

Gleich neben

der Kirche:

Wir besuchten die katholische Kirche:

„Our Lady Of Fatima“. Die Kirche wurde

vor 44 Jahren, direkt an der Küste

mit Blick auf das Meer, von den Jesuiten

erbaut. Pater Howard James betreut

die Gemeinde.

Dieses kleine Licht von mir

werde ich scheinen lassen

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Im letzten Teil unserer Rundfahrt machten wir bei einem

ortstypischen Restaurant Halt und verkosteten das berühmte

Jerk Chicken.

Jerk ist eine in Jamaika beheimatete Art des Kochens.

Der Begriff bezieht sich auf das ständige Drehen des

Fleisches, damit die Gewürzmischung intensiv eindringt

und gründlich gegrillt wird. Unsere Reiseleiterin erwähnte,

dass diese Art der Zubereitung bereits von den Ureinwohnern

praktiziert wurde.

Die Hühnerkeulen waren zwar etwas scharf, aber sehr

bekömmlich und knusprig. Wir werden das Rezept demnächst

zu Hause ausprobieren.

An dem von den Briten aufgestellten Uhrturm vorbei, ging es zur nächsten

Station, die Anglikanische St. Johns Kirche. Davor befinden sich

zum Teil historische Grabsteine. Innen wurde gerade eine Versammlung

der Kirchengemeinde abgehalten.

Abschließend gab es dann eine Verkostung

von jamaikanischen Rum.

Die einzelnen Eigenarten und Erzeugungsmethoden

wurden uns ausführlich

erklärt. Grundsätzlich gibt

es zwei verschiedene Grundsorten.

Den braunen, der mehr oder weniger

lang in Holzfässern reift. Die weiße

Sorte ist nicht gelagert und so stark,

dass ihn selbst die Einheimischen

mit etwas Wasser verdünnen.

Fünf Sorten haben wir verkostet, wobei

der letzte 65 Vol.% hatte. Leicht

beschwingt kehrten wir wieder auf

das Schiff zurück.

Einmal noch Sonnenuntergang, am nächsten Morgen kamen wir in Montago Bay an und die Rückreise begann.

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