Taxi Times München - 1. Quartal 2020

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MÜNCHEN

ANTRAG AUF LEICHTERE PRÜFUNG

SCHNELLER ZUR

ORTSKUNDE

TVM-PLÄNE

Wandel und Wachstum

ELEKTRO-TAXIS

Kleine Fortschritte

POSITIONSPAPIER AN REITER

Taxi wird Chefsache


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GEISTIGE BEWEGLICHKEIT

INHALT

FOTO: Adobe Stock / anvaka Ruslan Galiullin KARTE: anvaka MONTAGE: Raufeld Medien

Münchens Taxigewerbe ist mit einer alarmierenden Zahl ins neue

Jahr gestartet. 2.000 Arbeitsplätze sind derzeit unbesetzt – weil

die nötigen Fahrer fehlen. Das klingt für eine Stadt mit 1,45 Millionen

Einwohnern nicht dramatisch. Setzt man es aber in Relation

zu den 3.500 Taxikonzessionen der Landeshauptstadt, sind fast

zwei Drittel der Münchner Taxis nicht ausreichend besetzt.

Genau das war der Ansatz für eine Prüfungsstoff-Überarbeitung

des für Taxifahrer vorgeschriebenen Ortskundenachweises. Künftig

sollen auf den Stadtplänen nur mehr 60 Prozent der bisher eingezeichneten

Straßen zu markieren sein, sollen statt bisher 300

nur noch 120 Adressen gewusst und auch nur noch zwei anstelle

von fünf Fahrtrouten beschrieben werden.

Die einzelnen Aufgabentypen bleiben also unverändert, doch

das Lernstoff-Volumen wird reduziert. Das Ziel ist, die Hürde

hoch zu halten, aber bereits in etwa drei bis fünf Wochen zur

Prüfungsreife zu gelangen, um dem Taxigewerbe wieder einen

fairen Zugang zu Arbeitskräften zu ermöglichen, der seit 2017

in München nicht mehr gegeben ist. Warum sich die Fahrersituation

so entscheidend verändert hat, beschreiben wir auf den

Seiten 8 und 13.

Erarbeitet wurde das vereinfachte Prüfungskonzept von den

beiden Taxizentralen IsarFunk und Taxi München eG gemeinsam

mit dem Taxiverband München (TVM). Beantragt wurde der

Reformvorschlag bereits am 25. September bei der Münchner

Führerscheinstelle. Eine Entscheidung steht vier Monate später

immer noch aus. Nun hat der Oberbürgermeister (OB) Dieter Reiter

versprochen, sich um eine schnelle Bearbeitung zu kümmern.

Es war nicht das einzige Signal pro Taxi, das der OB, der am

15. März gerne wiedergewählt werden möchte (aussichtsreichste

Gegenkandidatinnen sind Katrin Habenschaden und Kristina

Frank), in jenem Gespräch aussendete, das er am 17. Januar mit

den Vertretern des Taxigewerbes führte. Diese hatten ein vierseitiges

Positionspapier im Gepäck und somit ein Spektrum an Themen,

die es in dem rund einstündigen Gespräch mit Herrn Reiter

zu besprechen galt. Wir fassen die Ergebnisse auf den Seiten 6,

14 und 23 zusammen.

Gerade im Dauerkonflikt mit Uber hat sich der OB klar zum

Taxigewerbe positioniert. Selbiges tat auch die Richterin des

Frankfurter Landgerichts, als sie Uber den Betrieb der App aufgrund

dreier nachgewiesener Mängel untersagte. Warum das trotzdem

nicht für einen Vermittlungsstopp der App reichte und jetzt

auch Free Now in den juristischen Fokus rücken muss, lesen Sie

ab Seite 9.

Das Uber-Urteil stellte den Schlusspunkt eines äußerst turbulenten

Taxi-Jahres dar, in dem die Branche an vielen Orten und

Fronten für einen fairen Wettbewerb gekämpft hat. Dass man dabei

vieles erreicht hat, zeigt unser großer Rückblick ab Seite 16. Er

zeigt aber auch, dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist. Es

braucht weiterhin großes Engagement von allen und gleichzeitig

eine hohe geistige Beweglichkeit. So wie bei den Veränderungen

der Ortskundeprüfung.

– die Redaktion –

AUS DEM GERICHTSSAAL

4 Stadt verliert Standplatz-Streit

TAXI WIRD CHEFSACHE

6 Gespräch mit OB Dieter Reiter

TITELSTORY ORTSKUNDE

8 Branche will reduzierten Lernstoff

WETTBEWERB

9 Frankfurter Uber-Verbot ohne Folgen

10 Auch Free Now muss vor Gericht

TAXIVERBAND MÜNCHEN (TVM)

12 Neue und alte Ziele für die 2020er-Jahre

ISARFUNK TAXIZENTRALE

14 Digital ist kein Monopol der Anderen

KONTROLLEN

15 Hausbesuche bei Mietwagenbetrieben

RÜCKBLICK 2019

16 Das weltweite Taxi-Ringen

E-MOBILITÄT

20 Der Kia Soul EV im Taxi-Test

22 Ladesäule am Taxistand – nur in Stuttgart

23 OB Reiter will Elektro-Taxis

REGELN UND BAUSTELLEN

24 Vergessene Verkehrsregeln

26 Münchner Stau-Baustellen

26 Impressum

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 1. QUARTAL 2020

3


MELDUNGEN

NEWSTICKER

NEUE VERKEHRSMINISTERIN

Kerstin Schreyer (CSU) ist seit 6. Februar neue

Verkehrsministerin im Kabinett der bayerischen

Staatsregierung. Sie tritt die Nachfolge

von Dr. Hans Reichhart an, der seinen Posten

zur Verfügung gestellt hat, weil er bei der

anstehenden Kommunalwahl als Landrat für

Günzburg kandidiert. Reichhart hatte im März

letzten Jahres bei einer der Münchner Taxidemos

gesprochen und versichert, dass man kein

Sozialdumping erlauben werde.

Im Zuge der nach wie vor geplanten Änderung

des Personenbeförderungsgesetzes ist es wichtig,

engen Kontakt mit sämtlichen Verkehrsministern

der 16 Bundesländer zu halten,

denn einer PBefG-Novelle muss neben dem

Bundestag auch der Bundesrat mehrheitlich

zustimmen. Dort wiederum geben die Staatsregierungen

die Richtung vor. Insofern wäre

es gut, wenn sich die neue Verkehrsministerin

sehr schnell und eindeutig pro Taxigewerbe

positioniert – ähnlich wie dies zahlreiche

Amtskollegen aus den anderen Bundesländern

bereits getan haben.

jh

Kerstin Schreyer wird Nachfolgerin von Reichhart.

OHNE FÜHRERSCHEIN

Auf schwarze Schafe und „Anti-Kollegen“ kann

das Münchner Taxigewerbe gerne verzichten,

dann bleiben der Branche auch solche peinlichen

und rufschädigenden Medienmeldungen

erspart: Diese hatten Mitte Januar darüber

berichtet, dass am Flughafen in der Münchner

Nordallee bei einer Routinekontrolle ein Taxifahrer

ohne Führerschein ins Netz gegangen

war. Das schwarze Schaf der Taxibranche war

zur Zeit der Kontrolle glücklicherweise ohne

Fahrgäste unterwegs. Zur großen Überraschung

war der „Kollege“ nicht zum ersten Mal beim

Fahren ohne Führerschein erwischt worden.

Bereits im Dezember, nur einen Tag, nachdem

seine Fahrerlaubnis eingezogen wurde, ging

der Verkehrssünder der Polizei ins Netz. Schade

nur, dass dieser „Anti-Kollege“ offensichtlich

nicht aus seinen Fehlern lernen will. jh

ADAC:

SCHULTERSCHLUSS

MIT DEM TAXI

Die Taxiunternehmer konnten direkt vor Ort den

kennzeichengebundenen Schutzbrief beantragen.

Seit einiger Zeit stellte der ADAC in den Geschäftsbedingungen klar,

dass das Taxi als Firmenwagen einzustufen ist und nicht über die

private ADAC-Mitgliedschaft abgesichert wird. In München war im

Nachgang die Verunsicherung groß, deshalb hat der ADAC Südbayern

e. V. im Rahmen einer Infoveranstaltung den Sachverhalt

klargestellt und mit einem maßgeschneiderten Angebot gezeigt, dass

die Taxiunternehmer weiterhin willkommen sind.

Für alle Unternehmer konnte Dieter Weberstetter vom Prüfzentrum

des ADAC Südbayern ein neues Vertragsmodell vorstellen. Nach

wie vor benötigt jeder Unternehmer eine klassische ADAC-Mitgliedschaft,

zusätzlich kann er pro Fahrzeug seiner Taxiflotte einen fahrzeuggebundenen

Schutzbrief abschließen. Im Schadensfall können

die Fahrer dann weiterhin wie gewohnt den Service des ADAC nutzen,

müssen aber das Kennzeichen des Fahrzeugs angeben.

Die Veranstaltung am 23. Januar nutzten rund 50 Taxiunternehmer,

um sich umfassend zu dem Thema zu informieren. Für Kurzentschlossene,

die direkt vor Ort den kennzeichengebundenen Schutzbrief

abgeschlossen haben, zeigte sich der ADAC großzügig und legte ein

Fahrsicherheitstraining als Dankeschön obendrauf.

sg

GEBURTSHILFE

Von Kindern, die im Taxi zur Welt gekommen sind, hört man immer

wieder. Glauben kann man es aber erst, wenn es einem selber passiert

ist. So berichtete unser Leser Stefan Hammer von der Taxi Cab

GmbH eine unglaubliche Geschichte, die am 19. Januar vonstattenging.

Aus einer Routinefahrt wurde ein sehr besonderer Moment,

denn eine dreiköpfige Familie, die auf dem Weg ins Kinderkrankenhaus

war, kam dort zu viert an. Als die hochschwangere Frau in Stefan

Hammers Taxi eingestiegen war, rief er sofort den Notarzt. Der

half bei der Geburt im Taxi. Nur wenige Minuten später war die

Familie zu viert und konnte dann doch noch die Fahrt ins Krankenhaus

antreten. So kam es, dass wenige Minuten nach seiner Geburt

das Taxi 382 seinen jüngsten Fahrgast überhaupt beförderte. sg

FOTOS: Taxi Center Ostbahnhof GmbH, Atelier Krammer / Margot Krammer

4 1. QUARTAL 2020 TAXI


STADT MÜNCHEN VERLIERT

RECHTSSTREIT IN LEIPZIG

AUS DEM GERICHTSSAAL

Taxis dürfen nur an dafür ausgeschilderten Halteplätzen auf Kunden warten.

So sah es bisher die Münchner Taxiordnung vor. Wenn sich ein Taxler daran aber

nicht halten will, darf ihm die Behörde trotzdem kein Bußgeld auferlegen.

So sieht es seit 22. Januar 2020 das

Leipziger Bundesverwaltungsgericht.

Die Richter bestätigten damit

die Ansicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs.

Dieser hatte bereits im Juni

2018 der Klage eines Münchner Taxifahrers

stattgegeben. Jener Fahrer hatte sich nicht

an einem Standplatz bereitgestellt, sondern

wartete unmittelbar vor einer Nachtbar

(Schumanns, bekanntlich 200 Meter vom

Standplatz Odeonsplatz entfernt).

Doch statt der Fahrgäste kam eine Kontrolle

der Aufsichtsbehörde und brummte

dem Nachtfahrer eine Geldsbuße über

200 Euro auf. Nunmachte sich der Taxifahrer

sein Jurastudium zunutze und blätterte

den entsprechenden Gesetzestext des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) durch.

Dort stieß er auf den § 47, Absatz 1:

„Verkehr mit Taxen ist die Beförderung von

Personen mit Personenkraftwagen, die der

Unternehmer an behördlich zugelassenen

Stellen bereithält …“. Und weil genau das

so im PBefG steht, muss der Taxifahrer nun

kein Bußgeld bezahlen – obwohl er sich

genau nicht an einer solchen behördlich

zugelassen Stelle bereitgehalten hat.

Das klingt zunächst widersprüchlich,

doch im besagten Fall lag der Fehler tiefer:

Die Stadt München hatte sich nicht auf das

PBefG berufen, sondern auf eine ähnlich

lautende Regelung in der eigenen Taxiordnung.

Und genau diese Regelung sei unzulässig,

meinte nun das höchste deutsche

Verwaltungsgericht – weil es ja schließlich

schon im PBefG steht.

Offizielle Begründung des Gerichts: „Das

Personenbeförderungsgesetz ermächtigt

nicht zum Erlass einer Rechtsverordnung,

die gebietet, dass Taxis nur an behördlich

ca. 200m

Wenn sich der Kollege in Sichtweite vor den

korrekt wartenden Kollegen unerlaubt bereitstellt,

darf ihn die Stadt dafür nicht bestrafen.

zugelassenen Stellen bereitgehalten werden

dürfen.“ Rechtsverordnungen dürften

lediglich den Umfang der Betriebspflicht,

die Ordnung auf Taxenständen sowie die

Einzelheiten des Dienstbetriebs regeln. Die

Standplatzpflicht würde unter keinen dieser

drei Regelungsbereiche fallen.

Als Laie möchte man an dieser Stelle

einwerfen, dass es letztlich doch egal sei,

wo das Verbot einer Bereitstellung außerhalb

der zugelassenen Stellen geschrieben

steht. Das Dumme aus Sicht der beklagten

Stadt München war nur, dass es zwar

besagte Regelung im § 47 gibt, das PBefG

aber keine Bußgelder in solchen Fällen

vorsieht. Das heißt nun aber nicht, dass es

keine Standplatzpflicht mehr für Taxis gibt,

wie es die „Süddeutsche Zeitung“ fälschlicherweise

interpretierte. Die Kommunen

(Behörden) dürfen sehr wohl weiterhin

die Plätze bestimmen, an denen Taxis ordnungsgemäß

auf Kundschaft warten sollen.

Aber: Wenn sich ein Taxifahrer nicht daran

hält, haben die Kommunen keine Handhabe,

ihn zu bestrafen.

Und doch gibt es einen Unterschied: Das

Warten innerhalb ausgewiesener Stellen ist

erlaubt. Das Warten außerhalb solcher Stellen

kann immerhin von der Polizei wegen

Falschparkens geahndet werden. Dann kostet

es aber nur 15 Euro und nicht 200 Euro.

Und die Moral von der Geschicht?

Bestrafe einen Taxler nicht, der sich dann

als verkappter Jurist entpuppt … jh

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TAXI 1. QUARTAL 2020

5


TAXI WIRD CHEFSACHE

TAXI WIRD

ZUR

CHEFSACHE

Das Münchner Taxigewerbe hat ein

Positionspapier an Oberbürgermeister Dieter

Reiter übergeben. Der OB nahm sich für ein

daran anschließendes Gespräch ausgiebig Zeit.

Unter der Headline „Fairer Wettbewerb für die Mobilität

von morgen – Starker ÖPNV für München“ hatten der

Vorstand der Taxi München eG sowie des Taxiverbands

München TVM und die Geschäftsführung der IsarFunk Taxizentrale

ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet. Darin wird das

Taxi als Teil der Lösung dargestellt, wenn es für die Stadt darum

geht, den Wandel der städtischen Mobilität politisch und zukunftsorientiert

zu gestalten.

„Das Ziel, Mobilität für jeden zu gewähren in einem attraktiven

innerstädtischen Verkehrskonzept, ist die Aufgabe eines funktionsfähigen

ÖPNV, zu dem das Taxi gehört. Das Gewerbe will gestalten“,

heißt es in dem Positionspapier. Deshalb beteilige man sich

bereits an der Modellstadt 2030 und biete sein Wissen und Ideen

auch für weitere Initiativen an, wie zum Beispiel die Inzell-

Initiative.

Neben dem Versprechen der Teilnahme an Zukunftsprojekten

stellt das Positionspapier aber auch eine Reihe von Forderungen

auf. „Die Fahrgeschwindigkeit des Taxis hat sich in den vergangenen

Jahren stetig reduziert und liegt im Schnitt bei ca. 25 km/h“,

rechnet die Branche vor und regt deshalb eine Bevorzugung der

Taxis in der Verkehrsstruktur an, indem sie beispielsweise die

Busspuren mitbenutzen dürfen. Ein weiteres Problem seien die

zunehmend schlechteren Möglichkeiten zum Halten in zweiter

Reihe (Beispiel Fraunhoferstraße). Das mache es unmöglich, den

Fahrgast in seine Wohnung zu begleiten, und bedeute eine enorme

Einschränkung für die Sicherung der Mobilität für alle. Oberbürgermeister

Reiter hat hier Verbesserungen angekündigt (die

Fraunhoferstraße wird neu konzipiert werden), damit Taxis in

Zukunft rechtssichere Haltemöglichkeiten erhalten und die Mobilität

jedes Kunden gewährleistet bleibt.

Generell, so die Taxivertreter, solle die Branche bei gravierenden

Veränderungen der Verkehrsstruktur mit eingebunden sein,

wie z. B. bei der geänderten Verkehrsführung der Brienner Straße

oder des Viktualienmarktes. In diesem Punkt konnte OB Reiter

eine konkrete Zusage machen. Die Durchfahrt durch die Brienner

Straße werde zukünftig den Taxis erlaubt.

Sehr eindringlich formuliert das Taxigewerbe die Forderung,

das Taxigewerbe vor unfairem Wettbewerb zu schützen, denn dieser

führe jährlich zu einem Umsatzrückgang von acht Prozent.

Taxis sind Teil der Daseinsvorsorge und des öffentlichen Personennahverkehrs“,

erinnert das Positionspapier. „Als solches sind

sie verpflichtet, Beförderung für jedermann, rund um die Uhr,

flächendeckend und zu festen Preisen anzubieten.“

Unternehmen wie Uber und Free-Now-Ride (ehemals mytaxi) würden

dagegen nur die Nachfrage nach betriebswirtschaftlich lukrativen

Fahrten bedienen. Dazu agieren diese kapitalgestützten

und daher extrem profitverpflichteten Unternehmen nach dem

klassischen Marktprinzip von Angebot und Nachfrage. Ist die

Nachfrage groß, steigt der Preis. Eine Fahrt dieser Anbieter am

Silvesterabend ist bei gleicher Strecke mindestens doppelt so teuer

wie an normalen Tagen (siehe Seite 16 bzw. 19).

Auch die fehlende gesellschaftspolitische und arbeitgeberrechtliche

Verantwortung wird im Positionspapier klar angesprochen.

„Uber und Free-Now-Ride stellen sich als eine Vermittlungsplattform

dar, die 25 % vom Ertrag der von ihr vermittelten Fahrten

bekommt. Ob der Fahrer angestellt ist, und wenn ja, unter welchen

Bedingungen, oder ob er seine Pausen und Arbeitszeiten einhält,

wird von Unternehmen wie Uber oder Free-Now-Ride nicht überprüft.

Das ist gefährlich für den Kunden und unsozial für die

Arbeitnehmer.“ Das Taxigewerbe hingegen sei Arbeitgeber und

übernehme Verantwortung, zahle Mindestlohn und Abgaben für

seine Angestellten sowie Steuern.

BRIENNER STRASSE WIRD FÜR TAXIS ERLAUBT

Reiter gab an diesem Punkt ein klares Bekenntnis zum Taxigewerbe

ab. Sonderregelungen wie beispielsweise die Durchfahrt der

Brienner Straße würden nur für Taxis gelten, garantiert nicht für

Uber- und Mietwagen, versicherte der Oberbürgermeister. Auch

bei möglichen zukünftigen Durchfahrtsbeschränkungen sieht er

den Zugang des Taxis weiterhin gewährleistet. Reiter gab aber auch

zu bedenken, dass es letztlich die Kunden seien, die auf Angebote

von Uber & Co. zurückgreifen. Es sei keine Frage, dass illegales

Handeln nicht akzeptiert werden darf. Der Fahrgast springt aber

vor allem deshalb auf den Uber-Zug auf, weil das Angebot für ihn

billiger erscheint. Für das Taxigewerbe ist es deshalb immens

wichtig, weiterhin auf die rechtlichen Verfehlungen des Wettbewerbers

hinzuweisen, es ist aber auch unbedingt nötig, selbst

seine (hohe) Qualität beizubehalten und sich mitzuentwickeln.

Reiter wunderte sich in diesem Zusammenhang darüber, dass

die Branche jetzt eine Erleichterung der Ortskunde wünsche, weil

diese doch auch ein wichtiges Qualitätsmerkmal sei. Die Gewerbevertreter

konnten die Hintergründe dieses Antrags (siehe Seite 8)

jedoch plausibel erklären und dabei auch auf eine rasche Entscheidung

durch das KVR bzw. die Führerscheinstelle drängen. Reiter

sagte zu, sich zu diesem Punkt mit Frau Dr. Wehr, der Leiterin

der Münchner Führerscheinstelle, auszutauschen.

FOTO: Michael Nagy / Presseamt München

6 1. QUARTAL 2020 TAXI


TAXI WIRD CHEFSACHE

Gruppenfoto nach dem OB-Gespräch:

Thomas Kroker (links) und Jörg Wohlfahrt

(2. v. r., beide Taxi München eG), Christian

Hess (2. v. l.), IsarFunk Taxizentrale, sowie

Gregor Beiner (3. v. l.) und Florian Bachmann

(rechts, beide vom Taxiverband München

TVM). In der Mitte (3. v. r.) Münchens

Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Die hier versprochene Verstärkung „von oben“ fordert die Branche

auch bei den weiteren großen Wettbewerbsverzerrungen – denjenigen,

die durch die täglichen Verstöße der Uber- und Free-Now-

Partner im Bereich der Rückkehrpflicht und illegalen Bereitstellung

entstehen. „Um den Zusammenbruch des Gewerbes zu verhindern,

benötigt unsere Branche die klare Unterstützung der Politik“,

heißt es im Positionspapier. „Kommunale Aufsichtsbehörden müssen

– mehr als bisher – durch regelmäßige Kon trollen sicherstellen,

dass die Regeln für die Personenbeförderung eingehalten

werden.“ Dem KVR kann man bei diesem Punkt weniger einen

Vorwurf machen (siehe auch Seite 15), doch die Taxibranche fordert

bei diesem Punkt die Abstimmung der Aufsichtsbehörden

untereinander, damit die Münchner Bemühungen nicht ins Leere

laufen, weil in den angrenzenden Landkreisen Wildwest ermöglicht

wird.

Ganz konkret verwies die Taxibranche in diesem Zusammenhang

auf das „Hamburger Modell“, mit dem die dortige Behörde

seit Jahren nicht nur für „saubere“ Taxibetriebe sorgt, sondern

auch die Überflutung der Stadt durch Mietwagen verhindert. Reiter

sagte auch hier zu, dieses Konzept mit dem KVR zu besprechen.

Gregor Beiner, Vorstand des TVM und einer der Teilnehmer

der OB-Gesprächsrunde, zog gegenüber Taxi Times ein positives

Fazit. Zwei Taxizentralen, die zwar bei der Fahrzeugvermittlung

durchaus im Wettbewerb zueinander stehen, und der Taxiverband

haben sich gegenüber der Stadtspitze als geschlossene Einheit

präsentiert, die an einem Strang zieht, wenn es darum geht, den

Slogan des Positionspapiers zu erreichen: „Fairer Wettbewerb für

die Mobilität von morgen – Starker ÖPNV für München“. jh

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ORTSKUNDE

SCHNELLER

ZUR PRÜFUNG

Das Münchner Taxigewerbe hat eine Reduzierung des Ortskunde-Lehrstoffs

beantragt. Es ist eine notwendige Zwischenlösung, um die dramatische

Wettbewerbsverzerrung zwischen Taxis und Mietwagen aufzuweichen.

Auf den ersten Blick mag ein solcher

Antrag verwundern, ist die

Ortskunde doch gerade die Stärke

des Gewerbes. Doch ein paar nackte Zahlen

belegen, dass eine Umkehr vom bisherigen

Verfahren dringend nötig ist: 2.000 verfügbare

Arbeitsplätze können Münchner Taxibetriebe

derzeit nicht besetzen, weil ihnen

das Fahrpersonal fehlt. Nachwuchs ist nicht

in Sicht. Gerade einmal 300 Fahrer haben

sich bei der Taxi München eG im Jahr 2019

zum Datenfunkkurs angemeldet. Bei Isar-

Funk, der kleineren der beiden Zentralen,

ist die Zahl naturgemäß noch niedriger.

Dem gegenüber steht eine demografische

Entwicklung: Altersbedingt haben rund

150 bis 180 Taxifahrer die Branche verlassen.

Diese Entwicklung ist auch die Folge

eines Teilnehmer-Rückgangs bei den beiden

wichtigsten Münchner Taxischulen.

Hatten sich 2016 bei der Taxischule München

(integriert in den Taxiverband) noch

384 angehende Taxifahrer für den Vorbereitungskurs

zur Ortskundeprüfung angemeldet,

waren es 2017 nur noch 298, ein Jahr

später 202 und im Jahr 2019 gar nur noch

187. Florian Bachmann spricht von einer

„drastische Reduzierung“ (siehe Seite 12).

Noch schlimmer erwischte es die Taxischule

der Taxi München eG: Von 201 im

Jahr 2017 ging die Zahl der Anmeldungen

2019 auf 54 zurück. Ein Rückgang um fast

75 Prozent.

Damit entsteht ein Teufelskreislauf, denn die

Verbände und Zentralen, die im Sinne ihrer

Mitgliedsunternehmen für Nachschub sorgen

sollen, können diesen Auftrag nur noch

mit wirtschaftlichen Verlusten realisieren.

Die Taxi München eG hat bereits die Reißleine

gezogen und die Taxischule zum Jahreswechsel

eingestellt. Die Schüler werden

vom Taxiverband München übernommen.

„Langfristig gesehen wird über eine Kooperation

mit der eG nachgedacht“, berichtet

Bachmann. Geplant sei die Gründung einer

gemeinsamen Schule mit Zertifikat.

EXISTENZBEDROHENDE ZAHLEN

Wer mit solchen existenzbedrohenden Zahlen

konfrontiert wird, muss sich natürlich

auf Ursachenforschung begeben – und

landet dabei letztlich im Jahr 2017, als der

Gesetzgeber – ohne vorher mit der Branche

gesprochen zu haben – handstreichartig

eine Änderung in der Berufszugangsverordnung

beschloss. Seitdem müssen Mietwagenfahrer

keine Ortskunde mehr

nachweisen, wenn sie in Städten mit mehr

als 50.000 Einwohnern Personen gewerblich

befördern. Für Taxifahrer ist dieser

Ortskundenachweis nach wie vor verpflichtend.

Aus dieser Neuregelung resultierte

eine massive Wettbewerbsverzerrung,

denn parallel zum Fahrerschwund (den

übrigens auch die öffentlichen Verkehrsbetriebe

beklagen) hat sich die Zahl der

Münchner Mietwagenkonzessionen in den

letzten Jahren verdoppelt (siehe Seite 17).

Interessenten an einem Beruf in der Personenbeförderung

landen heute bei Mietwagenunternehmen,

weil sie dort sofort einen

Arbeitsplatz bekommen, während sie als

Taxifahrer erst eine mehrmonatige Vorbereitung

auf die Ortskundeprüfung absolvieren

müssen. „Das Taxigewerbe stirbt nicht

wegen Uber, es stirbt schon vorher wegen

Fahrermangel“, prognostiziert Thomas Kroker,

Vorstand der Taxi München eG.

Der Wettbewerb der Taxibranche mit

Uber, Free Now & Co. um Fahrgäste hat sich

somit zu einer Konkurrenz um das Fahrpersonal

erweitert. Langfristig wird es darum

gehen, „dass für alle Formen der gewerblichen

Personenbeförderung mit Pkw eine

einheitliche Qualifikation vorgeschrieben

wird“, wie es im Positionspapier an den

Oberbürgermeister heißt (siehe Seite 6).

Doch bis das seinen Weg durch die rechtlichen

Instanzen gegangen ist, bedarf es

einer wirksamen Zwischenlösung. Deshalb

sollte die Stadt München schnell reagieren.

Jede Woche, in der der im Oktober gestellte

Antrag unbehandelt auf dem Schreibtisch

der Führerscheinstelle liegt, ist eine vergeudete

Woche.

jh

FOTO: Adobe Stock / anvaka Ruslan Galiullin KARTE: anvaka MONTAGE: Raufeld Medien

8 1. QUARTAL 2020 TAXI


WETTBEWERB

EIN URTEIL

UND KEINE

FOLGEN

Kurz vor Weihnachten spricht ein

Frankfurter Gericht ein

Wettbewerbsverbot für Uber aus. Doch

über dieses Geschenk konnte sich das

Taxigewerbe nur sehr kurz freuen.

Hinter diesen Türen wurde das Urteil gefällt.

FOTOS: Taxi Times, Taxi Kocer

Für viele Taxler war der 19. Dezember

wie eine verfrühte Bescherung.

An diesem Tag verbot das Landgericht

Frankfurt dem Unternehmen Uber,

weiterhin Aufträge zu vermitteln, weil man

erstens über keine eigene Mietwagengenehmigung

verfüge, zweitens es technisch

ermögliche, dass Aufträge direkt ins Fahrzeug

der Partner vermittelt werden, und

drittens keine ausreichenden Kontrollmaßnahmen

einsetze, um die Partner von den

Verstößen der Rückkehrpflicht abzuhalten.

Solange diese Missstände nicht aufgehoben

sind, wird Uber eine weitere Fahrtenvermittlung

untersagt.

Zur Urteilsverkündung waren Dieter

Schlenker und Rechtsanwalt Herwig Kollar

erschienen, beide vom Kläger Taxi

Deutschland, dem Zusammenschluss der

größten und wichtigsten Taxizentralen. Die

Uber-Anwälte waren gar nicht erst aufgetaucht,

dafür hatten sich vier Unternehmer

aus München auf den Weg nach Frankfurt

gemacht. Sie wollten live dabei sei, wenn

es zum Verbot kommt, und sie sollten

nicht enttäuscht werden. Zumindest nicht

im Gerichtssaal. Die Ernüchterung kam in

den nächsten Tagen und sie kam in zwei

Etappen. Zunächst, weil auf den Straßen

Münchens noch genauso viele Uber-Wagen

herumfuhren wie vorher. Der nächste Tiefschlag

kam dann kurz vor Weihnachten, als

Uber sehr medienwirksam erklärte, man

habe sein Geschäftsmodell umgestellt und

erfülle nun alle im Urteil bemängelten

Punkte.

Zu diesem Zeitpunkt war das Taxigewerbe

noch damit beschäftigt, die vom Gericht

geforderte Sicherheitsleistung zu hinterlegen,

um damit überhaupt erst die Voraussetzung

zu schaffen, dass jenes Urteil auch

vollstreckt werden kann.

BERUFUNG IST MÖGLICH

Rechtsanwalt Kollar erklärte das Prozedere

in einem Interview mit dem Veröffentlichungsorgan

„Report“ des Bundesverbands

Taxi und Mietwagen e. V.: „Es handelte sich

hier um ein Urteil der ersten Instanz, gegen

das natürlich Berufung eingelegt werden

kann“, sagt Kollar. „Damit ist es nicht

rechtskräftig. Das heißt in der Praxis, man

kann es nicht endgültig vollstrecken. Da

gibt es bestimmte Voraussetzungen, dazu

Freude über ein

gerechtes Urteil:

Diese vier Münchner

Taxiunternehmer

sind am

19. Dezember

zum Frankfurter

Landgericht

gefahren, um

live bei der

Urteilsverkündung

dabei zu

sein.

gehört die Sicherheitsleistung.“ Deren

Höhe werde vom Landgericht bestimmt, so

Kollar weiter. Dabei habe es sich um eine

Summe von 150.000 Euro gehandelt, die

Taxi Deutschland als Klägerin bei Gericht

einzahlen musste.

„Da muss erst die Gerichtskasse nach

einem Beschluss angewiesen werden“,

blickt Kollar hinter die Kulissen. „Die Formalitäten

geschahen auch relativ schnell,

einen Tag vor Weihnachten war das Geld

hinterlegt. Durch die Feiertage und den Jahreswechsel

habe ich am 10. Januar die Hinterlegungsbescheinigung

bekommen. Dann

habe ich mir eine vollstreckbare Ausfertigung

des Urteils von der Geschäftsstelle des

Landgerichts erteilen lassen. Das ist mehr

als das einfache Urteil. Und damit sowie

der Hinterlegungsbescheinigung über die

150.000 Euro bin ich dann zu der Kanzlei

in Berlin gegangen, die Uber vertritt.“

Kollar beschreibt die Übergabe der vollstreckbaren

Ausfertigung am 15. Januar

als unspektakulär. Wichtig sei, dass man

nun dem Gericht die Verstöße anzeigen

könne, denn die angekündigte Änderung

des Geschäftsmodells reiche aus Kollars

Sicht nicht aus.

Genau das wird aber nun wieder das

Landgericht Frankfurt entscheiden müssen

– anhand der Anzeigen und dokumentierten

Beweise, die ab dem 16. Januar in

ganz Deutschland gesammelt wurden. In

München hatte dafür der TVM die Federführung

übernommen. Was genau erforderlich

war, um gerichtsfeste Beweise zu

sammeln, erfahren Taxiunternehmer und

-fahrer beim Taxiverband München (Kontaktdaten

siehe Seite 12). Eines sei an dieser

Stelle schon mal verraten. Für die

Taxifahrer und -unternehmer wird es noch

ein langer Kampf gegen Uber und Free Now.

Bis zur nächsten Bescherung wird man

abermals viel Geduld brauchen. jh

TAXI 1. QUARTAL 2020

9


WETTBEWERB

ERFOLG

AUF PUMP

1,3 Millionen Mietwagenfahrten hat Free Now

bereits durchgeführt – mit Kunden, die

größtenteils von Taxifahrern an Land gezogen

wurden. Eine Bilanz mit üblem Beigeschmack.

In einer Pressemeldung vom 8. Januar

blickte der Fahrtenvermittler Free Now

laut eigener Aussage auf ein „erfolgreiches

Jahr“ zurück. Man habe einen Anstieg

der Unternehmenszahlen verzeichnet und

die Anzahl der Touren um 120 Prozent auf

300 Millionen Fahrten gesteigert. Über

39 Millionen Fahrgäste würden die Services

weltweit nutzen. Insgesamt hätte die Unternehmensgruppe

einen Plattformumsatz von

über zwei Milliarden Euro erwirtschaftet.

Wie sich das allerdings auf die Bilanz auswirkt,

wird in der Pressemeldung nicht

erwähnt. Bisherige Bilanzveröffentlichungen

haben für Free Now stets hohe Verluste

ausgewiesen. Erfolg auf Pump.

Zufrieden zeigte sich Free Now

über seinen Service „Ride“, über

den sich die bisherigen mytaxi-

Kunden anstelle eines Taxis nun

einen Mietwagen bestellen können.

„Ride wurde sukzessive in sechs

deutschen Städten (Berlin, Düsseldorf,

Frankfurt, Hamburg, Köln,

München) ausgerollt und in den

ersten Monaten bereits über

1,3 Millionen mal genutzt“, berichtet

Free Now.

Angelockt wurden diese Kunden

durch absolute Billig-Fahrten.

So mussten Berliner Ride-Fahrgäste

beispielsweise für eine Fahrt

quer durch die Stadt lediglich fünf

Euro bezahlen. Eine Eins-zu-eins-

Kopie der Uber-Strategie. Von solchen

wirtschaftlich völlig irrealen

Dumpingpreisen berichtet Free

Now allerdings nicht. Auch nicht

darüber, dass man gegenüber dem

Taxigewerbe zum Verräter mutierte,

indem man einen Großteil dieser

1,3 Millionen Fahrten aus dem

Pool der bisherigen mytaxi-Fahrten

abschöpfte. Jene Kunden, die

man also in Zusammenarbeit mit

den Taxifahrern aufgebaut hatte, wurden

diesen weggenommen. Entsprechend groß

war die Empörung der Taxiunternehmen

im Sommer 2019 – mit der Folge, dass zahlreiche

Unternehmen die Zusammenarbeit

aufgekündigt haben. Alleine in München

haben Unternehmer mit rund 800 Taxikonzessionen

mit doppelt so vielen Fahrern

die Zusammenarbeit beendet – verbunden

mit der klaren Aufforderung, auch sämtliche

personenbezogenen Daten zu löschen.

IST WAS SCHIEFGELAUFEN?

Doch daran will sich Free Now nicht halten.

Ein Münchner Mehrwagenunternehmer

berichtet gegenüber Taxi Times, dass

Bei dieser Fahrtanfrage wird deutlich, wie sehr Free Now

die Ride-Fahrten mit Mietwagen rabattiert – und wie teuer

das Taxi demgegenüber dargestellt wird.

einer seiner Fahrer per E-Mail aufgefordert

wurde, doch wieder aktiv zu werden.

„Bist du noch an einer Zusammenarbeit

mit Free Now interessiert? Du bist registriert

und freigeschaltet und wir fragen

uns, ob vielleicht irgendwas schiefgelaufen

ist“, schreibt Andy Schwedler vom Münchner

Büro. Ja, möchte man da antworten,

da läuft einiges schief. Zum Beispiel, dass

Free Now die Daten nicht gelöscht hat. Oder

auch, dass man die angestellten Taxifahrer

anspricht und sie über den Kopf des Unternehmers

hinweg abzuwerben versucht.

Über solche taxifeindlichen Methoden

liest man in der besagten Pressemeldung

natürlich nichts. Stattdessen

versucht Alexander Mönch, Free-

Now-General- Manager Deutschland

und Österreich, zu beschwichtigen:

„Auch das Taxi wird weiterhin

umfassend von unseren Kunden

über die Free-Now-App gebucht“,

wird Mönch in der Pressemeldung

zitiert. Bedauerlich aus Taxisicht

ist allerdings, dass diese Kunden

gleich im Anschluss an ihre Taxifahrt

ein Angebot bekommen, bei

der nächsten Fahrt doch „Ride“ zu

benutzen und somit auf Mietwagen

umzusteigen.

Offensichtlicher kann man sich

kaum von seinem ehemaligen Partner

distanzieren. Es wirkt wie eine

Scheidung, bei der man nach außen

so tut, als wäre man noch verheiratet,

sich intern aber das gemeinsame

Haus samt Mobiliar unter den

Nagel reißt. Funktionieren kann

das allerdings nur, solange es weiterhin

Taxiunternehmer und -fahrer

gibt, die mit Free Now immer

noch gemeinsam unter einem Dach

schlafen, obwohl man ihnen längst

die Bettdecke und die Matratze

weggenommen hat.

jh

FOTO: Pixabay, Screenshot

10 1. QUARTAL 2020 TAXI


WETTBEWERB

RECHTLICH AUF

KRIEGSFUSS

Free Now will mit »Ride« dem US-

Vermittler Uber Konkurrenz machen

und setzt dabei auf sehr ähnliche

Geschäftsmodelle. Deshalb könnten die

Argumente für ein Uber-Verbot auch für

den früheren mytaxi-Anbieter gelten.

FOTO: Screenshot

Verschiedene Münchner Mehrwagenbetriebe und Mitglieder

des Taxiverbands München (TVM) haben sich kürzlich

dazu entschlossen, eine Klage gegen Free Now zu

prüfen – gegen jenen Fahrtenvermittler, der früher als mytaxi im

Wettbewerb zu den Taxizentralen stand, mittlerweile aber seinen

Taxikunden unter der Marke „Free Now“ eine Fahrt in einem

Mietwagen schmackhaft macht – indem man die Mietwagenfahrt

preislich weit unterhalb des Taxitarifs anbietet.

Free Now tritt mit diesen Mietwagen-Fahrten (Ride) in unmittelbare

Konkurrenz zu Uber. Auch sie treten nur als Plattform auf

und vermitteln die Fahrten an angeschlossene eigenständige Mietwagenpartner.

Auch Free Now gibt den Preis vor, zu dem der

Unternehmer fahren muss. Und wie bei Uber hat auch der Free-

Now-Kunde das Gefühl, dass er von einem Fahrzeug und Fahrer

des Unternehmens selber befördert wird. Diesen Eindruck will

Free Now ganz bewusst bei den Kunden wecken, was auch aus

einer Pressemeldung des Unternehmens vom 8. Januar 2020 hervorgeht.

Dort kündigt das Unternehmen weitere Expansionen an.

Wörtlich heißt es dazu: „In diesem Zusammenhang legt Free Now

den Fokus verstärkt auf Nachhaltigkeit und vergrößert seine Elektroflotte.

Schon im ersten Quartal 2020 wird Free Now in Hamburg

60 Teslas auf die Straße bringen, die dann über die Ride-Funktion

in der App gebucht werden können.“

FREE NOW = UBER?

Ähnlich wie im Fall Uber müsste solch ein öffentliches Auftreten

jeden Richter davon überzeugen, auch Free Now als Fahrtenvermittler

einzustufen, der eine eigene Mietwagenlizenz beantragen

muss. Dazu kommt: Beim Thema Rückkehrpflicht und Auftragsannahme

am Betriebssitz des Mietwagenpartners kann man Free

Now ähnliche Verfehlungen vorwerfen wie Uber: Es fehlen klare

technische Features in der Free-Now-App, die Verstöße gegen die

Rückkehrpflicht durch die Mietwagenpartner rechtssicher ausschließen.

Denn dass diese Verstöße täglich auch von Free-Now-

Partnern begangen werden, liegt auf der Hand, handelt es sich

doch größtenteils um identische Partner. Nahezu täglich entdeckt

man in Kleinanzeigenportalen Jobangebote von Mietwagenunternehmen,

die Fahrer für Uber und Free Now suchen. Wer also für

Uber nachgewiesenermaßen gegen Rückkehrpflicht und andere

Regelungen verstößt, dürfte als Free-Now-Partner kaum anders

verfahren. Das erfolgreiche Beweise-Sammeln gegen Uber-Verstöße

wird nun also auf Free-Now-Partner ausgeweitet. jh

Dieser Screenshot belegt eindeutig, dass Mietwagenpartner (hier am

Beispiel Berlin) sowohl für Uber als auch für Free Now unterwegs sind.

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 1. QUARTAL 2020

11


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

Wenn viele

Mitglieder hinter

dem TVM stehen,

erreicht man auch

die dringend

nötige politische

Unterstützung.

WACHSEN FÜR

DEN WANDEL

Der TVM blickt auf erfolgreich bewältigte Aufgaben

im Jahr 2019 zurück und wird sich mit einigen

Veränderungen den Herausforderungen der

2020er-Jahre stellen.

Die umfangreiche Tagesordnung

zur turnusgemäßen Jahreshauptversammlung

des Taxiverbands

München (TVM) Ende letzten Jahres machte

deutlich, wie vielfältig die Aufgaben des

vergangenen Jahres waren und dass einiger

Neustrukturierungen und Maßnahmen

nötig sind, um auch in den nun folgenden

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

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Presserechtlich verantwortlich für

die TVM-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb), Simon

Günnewig (sg) und Jürgen Hartmann (jh)

2020er-Jahren gewerbepolitisch gut aufgestellt

zu sein. Dazu bedarf es auch einer

noch breiteren Unterstützung durch die

Taxiunternehmer aus der Stadt und dem

gesamten Umkreis – aber dazu später mehr.

Vorab gleich mal das wichtigste Ergebnis

der Versammlung: Alle TVM-Vorstände

wurden einstimmig wiedergewählt, die

kommenden Aufgaben werden also weiterhin

unter der Führung von Florian Bachmann,

Gregor Beiner, Karl-Heinz Wölfle

und Gert Wohlgemuth bewältigt. In bewegten

Zeiten ist eine personelle Konstanz sehr

wichtig. Im Namen meiner drei Vorstandskollegen

möchte ich mich an dieser Stelle

für das Vertrauen bei allen unseren Mitgliedern

herzlich bedanken.

Gewerbepolitisch standen für den Verband

im vergangenen Jahr die Aktivitäten

gegen Uber und Free Now im Vordergrund.

Informiert wurde über den aktuellen Sachstand

zum Gerichtsverfahren gegen Uber,

die Fortschritte bei den Nachweisen der

Verstöße gegen die Rückkehrpflicht und

das Aufstellungsverbot sowie darüber, welche

Rolle der Verband im September bei

der Kündigung von 800 Fahrzeugen bei

Free Now innehatte. Bei mehreren

Gesprächsrunden im bayerischen Verkehrsministerium,

bayerischen Landtag,

Rathaus und in der IHK konnte der Verband

die Positionen des Taxigewerbes gut darstellen

und ist dort auch durchaus auf offene

Ohren und Verständnis gestoßen.

Seit mehreren Jahren nimmt auch die

Elektromobilität einen breiten Stellenwert

in der Arbeit des TVM ein. Der Umstieg auf

nicht-fossile Antriebe fällt noch immer vielen

Unternehmern trotz Förderprogrammen

und behördlicher Unterstützung schwer. Der

Verband bietet jedem Unternehmer Beratung

und Begleitung beim Umstieg an. Nach der

Strompreiserhöhung durch die Stadtwerke im

Laufe des Jahres 2019 und den zwar versprochenen,

aber immer noch fehlenden Schnelllademöglichkeiten

für den Taxibereich fällt es

aktuell schwer, gute und stichhaltige Argumente

für einen Umstieg zu finden.

INKLUSIONSTAXI WIRD

GEFÖRDERT

Eine positive Meldung konnte bezüglich

der Förderung von Inklusionstaxis gegeben

werden. Die Stadt wird bei ihren Bemühungen,

die EU-Behindertenrechtskonvention

umzusetzen, auch den Umbau von Taxifahrzeugen

finanziell fördern. Es wurde ein

gutes und schlüssiges Konzept durch die

Stadt entwickelt, welches aktuell noch

einer letzten juristischen Prüfung unterzogen

wird. Im Laufe des Jahres soll dann die

Umsetzung folgen. Der TVM wird über alle

verfügbaren Kanäle informieren und bietet

auch hier Beratung und Begleitung beim

Umstieg auf diesen neuen Kundenkreis an.

Dass sich das Taxigewerbe zur Sicherung

seiner Existenz bewegen muss, ist

mittlerweile bei vielen Kollegen angekom-

FOTO: Pixabay

12 1. QUARTAL 2020 TAXI


TAXIVERBAND MÜNCHEN TVM

WARUM DER TVM DEN ORTSKUNDESTOFF REDUZIEREN WILL

Nach langer Diskussion und ganz sicher mit schwerem Herzen

haben die Taxi München eG und der Taxiverband München

im vergangenen Jahr einen gemeinsamen Antrag auf

Reduzierung des Prüfungsstoffes zur Ortskundeprüfung bei

der Führerscheinstelle des KVR gestellt. Der massive Mangel

an Fahrern in den Betrieben lässt aktuell keine andere Möglichkeit

zu. Gleichzeitig wurde eine Qualitätssicherung der

neuen Fahrer durch regelmäßige Schulungen im laufenden

Betrieb sichergestellt.

Die Münchner Mehrwagenbetriebe klagen seit Jahren über

den akuten Fahrermangel. Durch die Abschaffung der Ortskunde

für Mietwagen im Jahr 2017 hat sich diese Situation

noch deutlich verschärft. Bis der Gesetzgeber hier vielleicht

wieder eine einheitliche Berufszugangsordnung für Taxi und

Mietwagen herstellt, vergeht aller Voraussicht nach noch sehr

viel Zeit. Um hier vorab Abhilfe schaffen zu können, wurde die

Reduzierung des Prüfungsstoffes diskutiert und ein konkreter

Vorschlag erarbeitet. Dieser sieht im Vergleich eine Reduzierung

für die Ortskundeprüfung um etwas mehr als die Hälfte

des aktuellen Stoffes vor. So können Interessenten schneller

auf die Prüfung vorbereitet werden und ihre Arbeit als Fahrer

aufnehmen. Um aber dennoch die Qualität der Fahrer auf dem

jetzigen hohem Niveau halten zu können, wird von beiden

Zentralen und dem Taxiverband eine laufende praxisorientierte

Weiterbildung durchgeführt. Geplant ist, diese Ausbildung

mit der Funkvermittlung zu koppeln, wer also keine Ausbildung

besucht bekommt auch keine Aufträge.

Wann die Stadt München, beziehungsweise die Führerscheinstelle

über den Antrag entscheidet ist noch offen. Vermutlich

wird auch die Taxikommission mit in die Entscheidung

eingebunden. Wir hoffen, dass die Umsetzung noch bis zum

Sommer erfolgen kann.

men. Über die vielen neuen Mobilitätskonzepte

zu schimpfen und zu wettern, hilft

nicht mehr weiter. Aus diesem Grunde

befürwortet der Taxiverband München die

im Aufbau befindliche Kooperation mit

Isartiger, dem Sharingmodell der Münchner

Verkehrsbetriebe. Das Konzept sieht

eine breite Beteiligung des Münchner Taxigewerbes

vor, verbunden ist damit auch

eine Stärkung des Taxis als öffentliches

Verkehrsmittel. Was CleverShuttle und

andere Anbieter als neue Erfindungen darstellen,

kann das Taxigewerbe schon lange

und es hat bereits viel Erfahrung mit Sammel-

und Shuttletransporten.

Seine wesentliche Finanzierung erreicht

der Taxiverband über die Schulungen, beispielsweise

durch die Vorbereitungskurse

zur Unternehmerprüfung, die seit Jahren

sehr gut besucht sind. Dies hat sich auch

2019 nicht verändert. Eine drastische Reduzierung

an Teilnehmern musste aber die

Taxischule hinnehmen. Seit 2017, als die

Ortskundeprüfung für Mietwagen abgeschafft

wurde, sind die Anmeldezahlen

massiv zurückgegangen. Zwar konnten die

Anmeldezahlen von 2019 im Vergleich zu

2018 fast gleich gehalten werden, insgesamt

sind die Rückgänge aber doch so

erheblich, dass der Betrieb der Taxischule

nicht mehr kostendeckend möglich ist. Da

die Taxi München eG ihre Schulungen aus

eben denselben Gründen zum Jahresende

eingestellt hat, übernimmt der TVM

zunächst deren Interessenten. Langfristig

gesehen wird über eine Kooperation mit

der eG nachgedacht. Eventuell wird eine

gemeinsame zertifizierte Schule gegründet.

Laut Satzung können im Taxiverband

München alle Unternehmer Mitglied werden,

die ein Taxiunternehmen im Pflichtfahrgebiet

München betreiben. Erneut

wurde bei der Jahreshauptversammlung

die Diskussion geführt, die Mitgliedschaft

endlich auch intensiv zu bewerben, mit dem

Ziel, eine Organisationsstruktur des Taxigewerbes

für den gesamten Wirtschaftsgroßraum

München zu erreichen. Der

Anstieg der Mitgliedszahlen des Verbands

ist wichtig für den bevorstehenden Mobilitätswandel.

Wenn der Verband hier mit

den Stimmen besonders vieler Mitglieder

sprechen kann, dann erhöht sich auch das

Gehör bei Politikern, Behörden und sonstigen

Entscheidungsträgern. Der Vorstand

nimmt dies als eine der wichtigsten Aufgaben

für 2020 mit aus der Versammlung.

Vor den jährlichen Wahlen zum Vorstand

wurde noch von den Mitgliedern

über eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge

diskutiert. Immerhin zwölf Jahre wurden

die Mitgliedsbeiträge nicht erhöht, da aber

der Arbeitsaufwand für den Vorstand aufgrund

neuer Herausforderungen ständig

steigt, erscheint eine Anpassung mittlerweile

doch gerechtfertigt. Dies sahen auch die

Mitglieder so, die vorgeschlagene Erhöhung

wurde einstimmig beschlossen. Damit liegt

der Mindestbeitrag für kleine Taxiunternehmen

künftig bei 66 Euro pro Jahr, für größere

Betriebe wird der Beitrag auf 2 Euro

pro Monat und Fahrzeug (24 Euro pro Jahr

und Fahrzeug) angehoben. Die Höchstgrenze

der Mitgliedsbeiträge wird weiterhin bei

20 Fahrzeugen erreicht. fb

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TAXI 1. QUARTAL 2020

13


ISARFUNK TAXIZENTRALE

DIGITAL IST

KEIN

MONOPOL DER

ANDEREN

Das Münchner Taxigewerbe hat gegenüber dem Oberbürgermeister klare

und selbstbewusste Positionen bezogen. Einige Punkte daraus sind aus Sicht

der IsarFunk Taxizentrale besonders bemerkenswert.

Eine gute Stunde hatte sich Münchens Oberbürgermeister

(OB) Dieter Reiter für ein persönliches Gespräch Zeit

genommen. Dabei ging es natürlich um Uber, aber auch

um einheitliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards sowie um

Verkehrs- und Mobilitätsaspekte, bei deren Planungen das Taxigewerbe

als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs eng einbezogen

werden muss.

ZUKUNFT DES ÖPNV

Mobilität von morgen ist automatisch mit dem Zauberwort „Digitalisierung“

verknüpft – ein Begriff, den die neuen Wettbewerber

wie Uber und Free Now allzu gerne auf ihre Fahnen schreiben.

Doch digital ist kein Monopol der anderen – es ist ein Leistungsmerkmal

des Taxigewerbes, an dem auch IsarFunk seinen Anteil

hat. Wer über die App taxi.eu ein IsarFunk-Taxi bestellt, ist damit

automatisch ein Teil des großen Taxi-Zusammenschlusses unzähliger

Taxizentralen in Deutschland und in vielen europäischen

Ländern.

Doch damit nicht genug. Durch zusätzliche Schnittstellen wird

ein taxi.eu-Kunde selbst dort, wo taxi.eu keine Partner hat, an ein

lokales Taxiunternehmen vermittelt. Und wenn kein digitales

Angebot vorliegt, wird eine Telefonnummer angeboten. Diese

umfassende Flächenabdeckung erreicht keiner der Wettbewerber,

die ausschließlich digital unterwegs sind. Diese großflächige Vernetzung

macht die Taxibranche auch für externe Partner interessant,

die in ihren multimodalen Mobilitätsapps neben ÖPNV,

Car-Sharing, Rent-Angeboten und Rollernutzung eben auch die

individuelle, hochwertige Einzelbeförderung anbieten wollen. Die

Kooperation zwischen Sixt und den beiden Münchner Taxizentralen

ist ein Beispiel, die zukünftige Zusammenarbeit mit der MVG

bei IsarTiger ein zweites.

DIGITALE VERMITTLUNG

Last, but not least ermöglicht die digitale Vermittlungstechnik, die

bei Taxizentralen seit den 1990er-Jahren zum Einsatz kommt und

seitdem immer den neu entwickelten technischen Möglichkeiten

angepasst wurde, seit Jahren die reibungslose Abwicklung derjenigen

Sammelverkehre, die früher noch als Anruf-Sammel-Taxi

(AST) abgewickelt wurden und heute – da appgesteuert – als „On

Demand-Pooling“ deklariert werden. Auch das ist kein Monopol

der anderen wie CleverShuttle & Co. Auch das kann das Taxi genauso.

Mit einem entscheidenden Unterschied: Für On-Demand-Verkehre

mit dem Taxi muss kein Gesetz geändert werden und es

gibt auch keinen Grund, jene rosinenpickenden Wettbewerber mit

Sondergenehmigungen den Markt überfluten zu lassen.

„Die Digitalisierung bietet die Chance, den Verkehr neu und

besser zu organisieren“, steht im Positionspapier des Münchner

Taxigewerbes an OB Reiter. „Sie darf aber nicht dazu führen, dass

die bestehenden und bewährten Strukturen in der öffentlichen

Daseinsversorgung zerstört werden.“ In diesem Sinne war die

Unterstützung und das klare Bekenntnis von OB Reiter ein positives

Signal vom höchsten Politiker Münchens.

ch

FOTOS: pixabay, Munich-Airport

ISARFUNK TAXIZENTRALE GMBH & CO. KG

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Redaktion und presserechtlich verantwortlich für diese Seiten:

Christian Hess

In diesen Tagen geht die lang ersehnte Ladeinfrastruktur

am Taxi-Großspeicher in der Wartungsallee

am Flughafen München in Betrieb:

Zwei Ladestationen vom Typ ABB Terra 54 CJG

mit jeweils einem Anschluss der Ladestandards

CHAdeMO, CCS- und Typ 2 AC stehen dort in

Kürze zur Verfügung. Sie garantieren zukünftig

eine schnelle Lademöglichkeit für elektrisch

betriebene Taxis, um während des Tages nachladen

zu können.

ch

14 1. QUARTAL 2020 TAXI


KONTROLLEN

HAUSBESUCHE BEI

MIETWAGENUNTERNEHMERN

Die Anzahl der Münchner Mietwagen-Konzessionen hat sich in den vergangenen

vier Jahren verdoppelt. Das hat sich auch auf die Mietwagenkontrollen des

Kreisverwaltungsreferats (KVR) ausgewirkt.

FOTO: Whats-App-Gruppe

Immer wieder wiesen die Münchner Taxiverbände,

Zentralen und Unternehmer auf die systematischen

Fehltritte der Mietwagenfahrer hin, die in

München häufig für Uber und Free Now im Einsatz

sind. Lange Zeit war unklar, ob das KVR als zuständige

Behörde die Sorgen des Gewerbes ernst nimmt

und ausreichend Mietwagenkontrollen durchführt.

Auf Druck der SPD und der Linken wurden jetzt erste

Zahlen veröffentlicht. Sie zeigen neben einer großen

Anzahl festgestellter Ordnungswidrigkeiten auch,

dass dringend mehr Personal für die Kontrollen bewilligt

werden muss.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) im Januar

berichtete , mussten anhand der durchgeführten Mietwagen-Kontrollen

allein 2019 exakt 147 Ordnungswidrigkeitsverfahren

gegen das Mietwagengewerbe

eingeleitet werden. Für 39 Mietwagenunternehmer

kann das sogar zu einem Widerruf der Lizenz führen.

Die Mehrheit der fehlgeleiteten Unternehmer, bei denen ein Verstoß

festgestellt werden konnte, müssen mit einer Geldbuße und

einem Eintrag im Gewerbezentralregister rechnen. Im Vergleich

zu den acht Widerrufsverfahren von 2015 eine ordentliche Steigerung,

allerdings ist auch die Anzahl der kontrollierten Mietwagen

von 80 im Jahre 2015 auf über 413 (2019) angestiegen.

Unter den 773 in München registrierten Mietwagen (Stand

Dezember 2019) gab es aber auch größere Fische zu vermelden.

Das KVR hatte erstmalig aufgrund von konkreten Verdachtsmomenten

mehrere Unternehmen mit „Hausbesuchen“ überrascht.

Der Vorwurf der ungenehmigten Personenbeförderung wurde, so

die „Süddeutsche Zeitung“, zu 100 Prozent bestätigt. Wie das KVR

weiterhin gegenüber der „SZ“ berichtete, wurden von den durchsuchten

Unternehmen rund 370.000 Euro mit der illegalen Personenbeförderung

erwirtschaftet.

POLITISCHE UNTERSTÜTZUNG

Die Kontrollen zeigen, dass das Münchner Taxigewerbe mittlerweile

auch von der Politik immer mehr Wertschätzung erfährt und die

Rolle des Gewerbes als Teil des ÖPNV gefestigt wird. Das meint auch

die Münchner „Abendzeitung“, die den SPD-Vize-Fraktionschef

Christian Vorländer als Taxiunterstützer benennt. Einen langfristigen

Durchblick hat auch die Rathausreporterin Emily Engels in

einem Kommentar der Münchner „Abendzeitung“ bewiesen, denn

sie hat die Mentalität der „neuen“ Fahrdienstanbieter als aggressiv

und zerstörerisch für das alteingesessene Taxigewerbe bezeichnet

und setzt Uber mit CleverShuttle und Free Now auf eine Stufe.

Die bisherigen Mietwagenkontrollen konnten nur durchgeführt

werden, weil die Betriebsprüfungen bei den Taxiunternehmen

reduziert wurden. Mit neuen Mitarbeitern will das KVR die Kontrollen

ausweiten, allerdings nicht nur im Mietwagenbereich, sondern

auch im Taxigewerbe. Das KVR prognostiziert, dass die

Anzahl der Mietwagen weiterhin ansteigen wird. Zum einen, weil

In München dokumentieren die Kollegen seit Jahren die Verstöße diverser

Mietwagenfahrer. Jetzt schaut auch das KVR genauer hin.

immer mehr Fahrdienstvermittler in München Fuß fassen wollen

beziehungsweise ihren Dienst ausweiten wollen, zum anderen,

weil aufgrund des Wegfalls der Ortskundeprüfung für Mietwagenfahrer

für viele Fahrer die Hürde für eine Personenbeförderung

im Mietwagensektor deutlich niedriger liegt als für die Erlaubnis

zum Taxifahren. Für das Gewerbe gehört diese Erkenntnis

zum Tagesgeschäft, denn die Suche nach Fahrern wird immer

schwieriger.

Deutschlandweit haben die Münchner Kontrollen im Taxigewerbe

Aufsehen erregt. Die Kollegen begrüßen die Maßnahmen,

fragen aber auch kritisch nach, wie Mietwagen kontrolliert werden,

die keine Konzession in München haben. Auch Aufforderungen

aus Berlin werden laut, dass das LABO als dortige zuständige

Instanz es dem Münchner KVR gleichtut und seine Kontrollen

ausweitet und vermehrt vor Hotspots wie Clubs oder dem Flughafen

Tegel kontrolliert.

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STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 1. QUARTAL 2020

15


RÜCKBLICK 2019

DAS WELTWEITE RINGEN

UM DEN ERHALT DES

TAXIGEWERBES

Ein Rückblick auf das Jahr 2019 verdeutlicht, wie viel in Bezug auf die

Konfrontation von Taxis und solchen, die es gerne wären, weltweit passiert ist.

JANUAR

u Aufreger am Neujahrsmorgen:

Surgepricing

bei Uber. Für eine

Tour, die mit dem Taxi

knapp 25 Euro kostet,

verlangt Uber zwischenzeitlich

99,23 Euro.

u In der zweiten

Januarwoche untersagt

das Brüsseler

Handelsgericht Uber

den Betrieb – und sie

machen trotzdem weiter

(TT „Stadt Brüssel“).

u Ab Mitte Januar streiken die Taxifahrer in

ZUM NACHLESEN

Die in Klammern mit dem Kürzel

TT angegeben Begriffe eignen

sich als Suchbegriffe, um auf

der Online-Seite der Taxi Times

(www.taxi-times.com) direkt den

passenden Artikel zu finden. Die mit

dem Kürzel TA versehenen Begriffe

führen auf www.taxi-agentur.de

zu genaueren Informationen.

Madrid und Barcelona.

Für die Kollegen in Barcelona

wird es sehr bald

gut ausgehen, 15 Minuten

Karenzzeit werden

eingeführt und Uber

und Cabify ziehen sich

zurück. Die Kollegen

in Madrid werden nach

16 Tagen ihren Streik

ergebnislos beenden

(TT „warum streiken“,

„Barcelona“).

u Nach vier tödlichen

Verkehrsunfällen in Amsterdam reagiert

Uber am 21.1. mit einer Erhöhung des

Zugangsalters für Fahrer von 18 auf 21

Jahre (TT „Uber-Tote“).

u Am 25.1. werden in den USA neue Forschungsergebnisse

bekannt, die zeigen,

dass Uber und Lyft eine verheerende Auswirkung

auf den öffentlichen Nahverkehr

haben (TA „verheerende“).

u Das schriftliche Urteil zu UberBlack ist

ab dem 29.1. online. Uber wird als Verkehrsdienstleister

eingestuft, die App verstößt

gegen das PBefG und UberBlack ist

verboten. Zeitgleich wird die Bilanz von

mytaxi für das Jahr 2018 bekannt: 17,6 Millionen

Verlust (TT „schriftliches Urteil“,

„Millionenverluste“).

FEBRUAR

u Moia verdoppelt seine Fahrzeugflotte in

Hannover ab dem 1.2. und ist ab jetzt im

gesamten Stadtgebiet verfügbar (TT „Fahrzeugflotte“).

Am gleichen Tag treten in New

York gegen die Proteste der Taxifahrer Staugebühren

in Kraft (TT „Taxi-Proteste“).

u Moia wollte mit eintausend Fahrzeugen

in Berlin den Verkehr erproben. Der Verkehrssenat

versagt am 8.2. die Genehmigung

(TT „nicht genehmigt“).

u Am 12.2. wird eine Parteispende des

größten Anteilseigners von Ennoo Safedriver

in Höhe von 300.000 Euro an die FDP

bekannt (TT „Verflechtungen“).

u Taxifahrer in Buenos Aires und Bukarest

protestieren am 13.2. gegen Uber und andere

illegale Fahrdienste.

u Am 15.2. wird ein sogenanntes Eckpunktepapier

bekannt, in dem das Bundesverkehrsministerium

seine Zukunftsvorstellungen

von der Deregulierung der

Taxibranche offenbart (TT „Punkte des

Grauens“).

u Ubers Bilanz für 2018 wird bekannt:

1,8 Milliarden US-Dollar Verlust (TT „Uber

verklagt“).

u In Mexiko Stadt protestieren Taxifahrer

am 20.2. gegen Mietwagendienste, die über

digitale Plattformen vermittelt werden.

u Bei einer Taxi-Kundgebung vor dem Ver-

FOTOS: Kirschkowski, Axel Rühle, Adobe Stock / storm, Screenshot

16 1. QUARTAL 2020 TAXI


RÜCKBLICK 2019

kehrsministerium in Berlin am 21.2. gegen

das Eckpunktepapier wird Scheuer ausgepfiffen

(TT „Scheuers Antwort“).

u Auf einer Pressekonferenz in Berlin am

22.2. geben Daimler und BMW die Fusion

ihrer „Mobilitätsdienste“ bekannt. Aus

mytaxi soll Free Now werden

(TT „Neuer Name für

mytaxi“).

u Taiwan präsentiert am 22.2. eine Lösung

für das „Uber-Problem“. Mietwagen dürfen

nur noch Stunden- und Tagessätze berechnen

(TA „stundenweise“).

u Am 24.2. wird bekannt, dass in Amsterdam

reger Handel mit Uber-Fahrerkonten

betrieben wird, sodass ohne die nötigen

Papiere Personen befördert werden können.

u In Belgien beschließt das Parlament am

25.2. die Deregulierung des Taxi-„Marktes“,

unter anderem durch Preisfreigabe, Entkopplung

des Bediengebietes vom Betriebssitz

und Aufhebung der Kontingentierung.

MÄRZ

u Am 13.3. demonstriert das Taxigewerbe

in Bayern. mytaxi überschreitet eine rote

Linie und bietet Taxifahrern eine Prämie

von 50 Euro, wenn sie mytaxi-Aufträge ausführen,

anstatt zu protestieren. Am selben

Tag erhält CleverShuttle in Berlin die

Genehmigung, seine Flotte von 30 auf

150 Wagen zu erweitern (TT „Streikbrecher“,

TA „Cleverlabo“).

u Am 21.3. gibt Flixbus bekannt, künftig

in Deutschland mit Uber zu kooperieren

(TT „Flixbus“).

u Die Verbandsspitze des BZP spricht am

22.3. mit Minister Scheuer. „Es war ein

intensives Gespräch, bei dem wir den Eindruck

hatten, dass viele unserer Argumente

im Verkehrsministerium endlich angekommen

sind.“ (TT „BZP berichtet“)

u Die Frühjahrstagung des BZP am 26.3.

in Hamburg bringt nicht nur einen neuen

Namen für den Verband, sondern auch den

Beschluss, „im Ernstfall nicht an der Ortskundeprüfung

festzuhalten“

(TT „neues

Logo“).

u In Montreal (Kanada) und Tiflis (Georgien)

demonstrieren am 27.3. Taxifahrer

gegen Uber & Co.

u Am 28. März demonstrieren Taxifahrer

in Hannover gegen die Liberalisierungspläne

von Verkehrsminister Scheuer (TT „Althusmann“).

u In Rumänien wird am 29.3. eine Gesetzesänderung

bezüglich Mietwagen

beschlossen, Uber sieht sich nicht betroffen

und macht weiter wie bisher. Am gleichen

Tag geht Lyft an die New Yorker Börse (TA

Taxigeschäft“, „stinkreich“).

APRIL

Euro-Taxi-2_01-2016.qxp_Layout 1 29.01.16 10:28 Seite 1

u Tausende Taxifahrer blockieren am 5.4.

das Stadtzentrum von Montreal und

demonstrieren gegen Deregulierung.

u Am 8.4. stellt sich nicht nur der Deutsche

Städtetag gegen Scheuers Eckpunkte, auch

die Partei Die Linke bekundet dem Taxigewerbe

ihre Solidarität. In Prag und Warschau

protestieren Taxifahrer gegen Uber

und gegen Deregulierung (TT „Städtetag“,

TT „Die Linken“, TA „Regierungsgesetze“,

TA „Warschau gegen Uber“).

u Absolut unvergessen: der bundesweite

Aktionstag des Taxigewerbes am 10.4.

gegen Scheuers Eckpunkte (TT „Liveticker“)

mit über zehntausend demonstrierenden

Taxis. Münchens Taxler beteiligen

sich mit einer beeindruckenden Mahnwache

vor der CSU-Parteizentrale. Als Reaktion

darauf positionieren sich verschiedene

deutsche Politiker für das Taxigewerbe (TT

„Demo-Erfolg“).

u Der Tag danach gehört dann bereits wieder

Uber: Der US-Vermittler startet in Köln

(TT „Taxifrust“). In New York reicht Uber

seinen Börsenprospekt ein, in dem unter

anderem zugegeben wird, dass man sich

als Konkurrenz zum ÖPNV betrachtet. In

Buenos Aires legen gegen Uber protestierende

Taxifahrer schon am zweiten Tag den

Verkehr lahm (TA „höllischer Donnerstag“).

u Kurz nachdem mytaxi in Hamburg

begonnen hat, mit mytaximatch und Dumpingpreisen

Pooling anzubieten, startet

Moia am 15.4. in Hamburg die Erprobung,

ebenfalls mit Dumpingpreisen (TT „Dumpingpreise“).

u Am 16.4. wird dem Uber-Partner Ennoo

Safedriver in Düsseldorf der Betrieb untersagt

(TT „Aus für Ennoo Safedriver“).

u Über eintausend Taxifahrer protestieren

am 17.4. in Bukarest, 200 Kollegen treten

in einen Hungerstreik (TT „Hungerstreik“).

u Am 25.4. wird bekannt, dass mytaxi auf

angeschlossene Taxiunternehmer zugeht,

in der Absicht, sie vom Umstieg auf Mietwagen

zu überzeugen (TT „Mietwagenpartner“).

u Die Stadt Stuttgart verweigert Clever-

Shuttle am 29.4.die Genehmigung zur

beantragten Erweiterung der Flotte von 15

auf 100 Wagen (TT „Expansion“). u

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TAXI 1. QUARTAL 2020

17


RÜCKBLICK 2019

MAI

u Frankfurter Taxifahrer

mischen sich

mit „Scheuerwehr“-

Plakaten unter die

Teilnehmer der

1.-Mai-Kundgebungen

(TT „1. Mai in

Frankfurt“).

u Verkehrsexperten der SPD nehmen am

9.5. Stellung zu Scheuers Eckpunkten (TT

„SPD grenzt sich ab“).

u Die Findungskommission tagt am 10.5.

in Berlin. Die Mitglieder sind sich einig,

dass eine Neuregelung des PBefG kommen

muss. Das Taxigewerbe hält vor dem Ministerium

eine Mahnwache ab (TT „Vor der

Tür“). Am selben Tag geht Uber an die New

Yorker Börse. Der Kurs der Aktien wird

schon in den ersten Tagen deutlich unter

den Ausgabewert fallen.

u Am 13.5. bekommt Taxi Ruf Köln vor

Gericht zum 99. Mal Recht gegen illegal

agierende Mietwagenunternehmen (TT

„Dauersieger“).

u Die Kapten-App (Daimler) tritt ab dem

16.5. in London in Konkurrenz zu Uber.

u Etwa eintausend Taxis beteiligen sich am

23.5. in Frankfurt an einem Taxikorso

gegen Uber (TT „Impressionen“).

u In Jena beschäftigen sich Juristen am

24.5. auf einer Tagung bei der Forschungsstelle

für Verkehrsmarktrecht mit den Möglichkeiten

der Gestaltung eines neuen

PBefG. Es kommen vorwiegend Freunde

der Eckpunkte zu Wort.

u Bei einer Infoveranstaltung am 27.5. in

München stellt Sixt dem Taxigewerbe seine

künftige Kooperation mit dem Taxigewerbe

vor: App-Bestellungen werden über die

Taxizentralen vermittelt (TT „Strategisch“).

u Am 29.5. wird beim Taxizentralenkongress

Eurocab die Gründung der Taxi Europa

AG verkündet. Damit will man die App

taxi.eu stärken (TT „Taxi Europa“).

u Zum 31.5. muss Uber XL seinen Dienst

in der Türkei einstellen (TT „abgeschaltet“).

JUNI

u Am 3.6. demonstrieren Taxifahrer in

Mexiko für eine schärfere Regulierung des

Ride-Hailing. In München darf Clever-

Shuttle seine Flotte verdoppeln (TT „Mehr

Clever“).

u In Berlin wird am 6.6. eine Taxi-Kundgebung

vor der Senatsverwaltung für Verkehr

abgehalten (TT „starkes Signal“).

u 11.6.: Die „Scheuerwehr“-Tour durch

16 Bundesländer beginnt. Sie macht am

19.6. auch in München Station (TT „Rückblick

auf alle Stationen“).

u In Honduras schließen sich die Taxifahrer

den Gewerkschaftsprotesten gegen die

Reform des Landesverkehrsgesetzes an.

u Am 16.6. gründet der Verband Deutscher

Verkehrsunternehmen das „VDV New Mobility

Forum“: Uber ist dabei, das Taxigewerbe

nicht (TT „Boot“).

u In Indien wird am 19.6. das Ride-Hailing

reguliert (TA „Aggregatoren“).

u Am 27.6. werden die Vorgaben der

Hamburger Verkehrsbehörde bezüglich

der Gründung von Mietwagenunternehmen

bekannt (TT „Hamburger

Modell“). In Berlin endet an diesem Tag

die „Scheuerwehr“-Tour, quasi unter Ausschluss

der Öffentlichkeit und ohne Mahnwache

vor dem Roten Rathaus (TT „ohne

Mahnwache“).

u Zyperns Taxifahrer protestieren gegen

den Wertverlust ihrer Lizenzen und gegen

Bolt (Daimler).

JULI

u CleverShuttle startet am 1.7. in Kiel (TT

„Rosinenpicker-Zeiten“).

u Free Now kündigt am 2.7. an, zukünftig

auch an Mietwagen zu vermitteln (TT

„mytaxi wird Free Now“).

u Das österreichische Parlament stimmt am

3.7. dem neuen Taxigesetz zu (TT „sagt ja“).

u taxi.eu wird am 10.7. Mitglied beim IRU

(International Road Transport Union). (TT

„IRU“)

u Die Stadt Innisfil in Kanada wollte Geld

sparen und ließ den ÖPNV durch Uber ausführen.

Am 16.7. wird bekannt, dass das

Experiment gescheitert ist: Statt Einsparungen

gab es deutliche Mehrkosten (TT

„Innisfil“).

u Ab dem 17.7. gibt es Uber auch in Hamburg

(TT „Ungebremst?“).

ES IST NICHTS ENTSTANDEN – AUSSER …

Das Jahr 2019 stand im Taxigewerbe – nicht nur in Deutschland

– für den stetigen Kampf, Argumenten über die Nützlichkeit

vorhandener Gesetze Ausdruck zu verleihen. Nötig

wurde dies aufgrund einer in diesem Ausmaß bislang nicht

gekannten Ignoranz ebendieser Gesetze durch die Konzerne

der Gig Economy. Deren Aktivitäten zeichnen sich durch

Lobbyarbeit für Gesetzesänderungen aus, durch märchenhafte

Selbstdarstellungen in den Medien, durch unablässiges

Verbrennen von Geld sowie durch das Kaufen von mehr und

mehr Kundschaft für ebenfalls quasi gekaufte Mietwagenunternehmen.

All das untergräbt den öffentlichen Personennahverkehr.

Die Politik hierzulande träumt weiter von einer neuen Mobilität,

die durch Privatisierung der Daseinsvorsorge beispielsweise

Städte wie Hamburg und Berlin international als gutes

Beispiel vorzeigbar machen soll. In Wahrheit ist man dabei

völlig auf die Versprechungen der Konzerne hereingefallen.

Es ist bislang nichts entstanden als mehr Arbeit für Gerichte,

mehr prekäre Arbeitsverhältnisse und mehr Verkehr in den

betroffenen Städten. Allein Italien, Israel, Taiwan, die Türkei

und Barcelona scheinen erfolgreich gewesen zu sein.

Yvonne Schleicher ist Taxifahrerin in Berlin und Autorin dieses

Rückblicks.

FOTOS: Taxi Times, Günni, Adobe Stock / alphaspirit, storm, Screenshot

18 1. QUARTAL 2020 TAXI


RÜCKBLICK 2019

u Am 24.7.kommt die Frage auf, wie es sein

kann, dass Sixt mit Rabatten auf Taxifahrten

wirbt (TT „Sixt Rabatt“).

u Uber muss nach einem Gerichtsbeschluss

aufgrund einer fehlenden Gewerbelizenz

am 25.7. in Wien seinen Betrieb

einstellen. Am 31.7. hat sich Uber eine Reisebürolizenz

besorgt und vermittelt weiter

(TT „vorübergehend“, „vermittelt wieder“).

AUGUST

u Die Klage von Taxi Deutschland gegen

Uber wird am 1.8. eingereicht (TT „permanente

Rechtsverstöße“).

u Free Now startet am 28.8. sein Mietwagenangebot

in Berlin – mit Dumpingpreisen

(TT „Fünf Euro pro Fahrt“).

SEPTEMBER

u Free Now ist ab dem 3.9. auch in Frankfurt

buchbar (TT „Der volkswirtschaftliche

Schaden“).

u In Hamburg stellt sich am 3.9.heraus,

dass Moia Fahrten ohne Sinn und Verstand

bündelt. Es entstehen mehr gefahrene Kilometer,

als wenn jeder Kunde ein eigenes

Auto benutzt hätte.

u Am 4.9. erscheint eine Studie über den

Einfluss von Lobbyisten der Gig Economy

auf die EU-Kommission (TA „Überbeeinflussung“).

u Die Findungskommission trifft am 13.9.

zum zweiten Mal zusammen, angeblich soll

die Rückkehrpflicht erhalten bleiben (TT

„Hintertürchen“).

u Ab dem 16.9. ist Free Now in München

am Start (TT „Billiger als

Uber“). Am 18.9. kündigen

Münchner Taxiunternehmer

für 800 Wagen die

Zusammenarbeit mit Free

Now auf (TT „Übergabe“).

u Am 18.9. wird in Kalifornien

das Gesetz „AB5“

unterzeichnet: Die Gig Economy

sieht Zeiten als

Arbeitgeber entgegen (TA

„Sacramento“).

u London am 24.9.: Statt

der beantragten fünf Jahre

bekommt Uber in London

nur eine Lizenz für zwei

Monate.

u Köln begrüßt Free Now am 25.9. (TT „A…

namens Taxi“), während Leipziger Taxifahrer

gegen CleverShuttle demons trieren (TT

„Zorn des Leipziger Taxigewerbes“).

u Der Bundesverband Taxi veranstaltet am

26.9. Taxi Driving Innovation in Berlin und

bietet damit Taxi- und Mietwagenunternehmern

und Vertretern von Politik, Verwaltung

und Wissenschaft ein offenes Forum.

Taxi Times ist dabei und streamt die einzelnen

Beiträge live ins Internet (TT „Taxi

Driving“).

OKTOBER

Für das Taxi wird kein Preis

angezeigt, die Fahrt mit dem

Mietwagen kostet nur 40

Euro (statt bisher 70).

u Tausende Taxifahrer protestieren am

7.10. in Mexiko City gegen Ride-Hailing.

u Circa dreitausend Taxifahrer protestierten

am 9.10. in Belgrad gegen uberähnliche

App-Anbieter.

u Am 14.10. stellt CleverShuttle seinen

Dienst in Hamburg, Stuttgart und Frankfurt

ein (TT „Sammeldienst“).

u Das Aus für

Uber erfolgt

in der Türkei

am 16.10. (TA

„Zugang zur

App“).

u Das Oberlandesgericht

Wien entscheidet

am 18.10.,

dass eine Reisebürolizenz

für Uber nicht ausreichend

ist. Also gibt es ein erneutes Uber-Verbot –

und sie machen trotzdem weiter (TT „Uber-

Verbot in Wien“).

u Am 22.10. wird ein Kölner

Gerichtsurteil aus dem

Juli bekannt, welches

UberX verbietet. Wegen

Problemen bei der Urteilszustellung

ist es bis heute

nicht rechtskräftig (TT

„UberX-Verbot“).

NOVEMBER

u Am 1.11. verbietet Genf

Uber die Tätigkeit in seinem

Kanton (TA „Genf verbietet“).

u In New York wird am

3.11. Ubers Klage gegen

die Deckelung der Neuzulassungen abgewiesen.

u Die Findungskommission sagt ihr für den

8.11. geplantes drittes Treffen am selben

Tag überraschend ab (TT „abgesagt“).

u In London fliegt am 12.11. der Betrug bei

Mietwagenprüfungen auf (TT „gekauft“).

u Stuttgart gehört ab dem 13.11. nun auch

zu den Uber-Städten (TT „Uber vermittelt“).

Am selben Tag beginnt Moia in London ein

Pilotprojekt.

u Am 15.11. wird bekannt, dass der Bund

ca. 20-mal mehr Forschungsgelder in die

Kfz-Entwicklung investiert als in die Infrastruktur

des ÖPNV (TA „Hinter den Vorhang“).

u London beschließt am 25.11., Ubers

Lizenz nicht zu verlängern (TT „in London

verboten“). Mitte Dezember wird Uber

dagegen Beschwerde einlegen, bis darüber

entschieden ist, vermitteln sie weiter (TT

„London-Verbot“).

u Am 28.11. wird bekannt, dass Indien eine

Provisionsobergrenze für per App vermittelte

Fahrten in Höhe von 10 Prozent

erwägt (TA „erwägt“).

DEZEMBER

u In Paris wird Uber am 15.12. in Berufung

wegen „unlauteren Wettbewerbs“ und

„elektronischer Wilderei“ verurteilt (TA

„Wilderei“).

u Am 19.12. fällt das Frankfurter Uber-

Urteil. Uber ist somit in Deutschland verboten

– vollstreckbar wird dieses Urteil

Mitte Januar 2020 (TT „persönlich zugestellt“).

u In Kolumbien wird Uber am 20.12. verboten

(TT „Liste wird länger“).

u Leipziger Taxifahrer und -unternehmer

kündigen am 23.12. eine Verbandsgründung

für Januar 2020 an, um sich besser

gegen CleverShuttle wehren zu können (TT

„mehr Power“).

u Surgepricing bei Uber in der Silvesternacht.

Für eine Tour um drei Uhr morgens

müssen Fahrgäste 250 Euro bezahlen. Es

ist schon so normal, dass es gar kein Aufreger

mehr ist …

ys

TAXI 1. QUARTAL 2020

19


E-MOBILITÄT

Bis die Batterie mit Wechselstrom vollgeladen ist, vergehen

fast neun Stunden.

EIN E-TAXI

MIT 204 PS

Der neue Kia e-Soul liegt voll im Trend überarbeiteter

Elektromodelle: Größere Batterien und damit mehr Reichweite

machen ihn jetzt auch für den Einsatz als Stadttaxi interessant.

Nur die Ladedauer ist in München unzureichend.

Anders als manch ein deutscher

Autohersteller hat das koreanische

Unternehmen Kia mit dem

e-Niro und dem e-Soul schon heute zwei

vollelektrische Taxis im Portfolio. Das allererste

E-Taxi auf Basis des Kia Soul der ersten

Generation feierte 2018 auf dem

Münchner E-Taxi-Tag seine Premiere. Das

Fazit der Taxi Times-Redaktion lautete

damals, dass der Einsatz des Kia Soul EV

weniger im bedarfsorientierten Stadtverkehr,

sondern mehr im ländlich geprägten

Bereich liege, da die dort anfallenden Krankenfahrten

die Reichweite besser planbar

machen. Ein Ansatz, der recht gut zur

damaligen Reichweite von maximal

250 Kilometern passte. Jetzt durften wir

die zweite Generation des elektrischen Soul

testen. Neben der optischen Auffrischung,

die dem e-Soul richtig gut steht, hat er auch

massiv bei der Reichweite zugelegt.

Auf Wunsch kann der e-Soul mit zwei

unterschiedlichen Motorisierungen bestellt

werden. Daran gekoppelt ist auch der Energiegehalt

der Batterie. Die Einstiegsmotorisierung

leistet beispielweise 136 PS und

wird von einer 39,2-kWh-Batterie gespeist.

Die Topmotorisierung fällt mit 204 PS deutlich

stärker aus und bezieht ihre Energie

aus einer 64-kWh-Batterie. Auffällig ist,

dass beide Antriebe mit 15,6 und 15,7 kWh

Stromverbrauch auf 100 Kilometern sehr

nah beieinanderliegen. Überraschend ist,

dass in der Praxis die Werte tatsächlich

erreicht wurden. Voraussetzung für den

im Vergleich zu anderen E-Fahrzeugen

recht geringen Stromverbrauch war allerdings

der Verzicht auf die Klimaanlage und

die Wahl des sparsamsten Fahrmodus. Der

Wagen nutzt dann jede Möglichkeit, um

Energie zurückzugewinnen.

REICHWEITE WÄHLBAR

Die Höchstgeschwindigkeit ist im sparsamen

eco+ Modus auf 90 Stundenkilometer

beschränkt, weshalb man diesen Modus

sicherlich nicht während der Fahrt zum

Flughafen einsetzen dürfte. Innerorts,

wo der e-Soul sich richtig wohlfühlt, stört

das aber nicht. Laut Werksangaben soll so

die 64-kWh-Version bis zu 452 Kilometer

weit fahren können. Dem e-Soul mit der

kleineren Batterie wird eine kombinierte

Reichweite von immerhin 276 Kilometer

attestiert.

Die von uns getestete Version mit 204 PS

Leistung ist für den Einsatz als Taxi eigentlich

schon übermotorisiert. Eine Beschleunigung

von 0 auf 100 in nur 7,9 Sekunden

spielt in der Praxis keine Rolle. Das Drehmoment

von 395 Newtonmetern liegt bei

beiden Motorisierungen an.

Einige Monate nach seinem Marktstart

im April 2019 ist der neue e-Soul mittlerweile

auch mit einem Taxipaket vom Oldenburger

Spezialisten Intax erhältlich. Dieses

ist ab Werk bestellbar und kostet für alle

Kia-Taxis einheitlich 1.200 Euro netto.

Darin inbegriffen ist bereits die Folierung

in Hellelfenbein. Ohne Folierung zahlt man

Guter Schwerpunkt:

Die schweren Batterien sind

zwischen den beiden

Achsen verbaut.

FOTOS: Taxi Times, Kia Deutschland

20 1. QUARTAL 2020 TAXI


E-MOBILITÄT

Nichts für lange Fahrten, aber für die

taxiüblichen Strecken reicht der Platz.

Da greift man gerne zu:

Das Lenkrad kann beheizt werden.

nur die Hälfte. Dafür bekommt man eine

Taxametervorrüstung und eine speziell

angefertigte Konsole, die im Dachhimmel

verbaut ist. Zusätzlich sind alle notwendigen

Kabel für die Montage eines Dachzeichens

und eines Funkgerätes vorhanden.

Weiterhin sind die zentrale Innenlichtschaltung

und die Taxi-Notalarmanlage

Bestandteil der Umrüstung.

Natürlich macht dem e-Soul auch Kälte

zu schaffen, aber dank eines ausgeklügelten

Vorheizsystems kann die Batterie

bereits schon dann auf Temperatur

gebracht werden, wenn der Wagen noch an

der Ladestation hängt. Gleiches gilt natürlich

auch für den Innenraum, der ebenfalls

vortemperiert werden kann. Dank einer

Wärmepumpe, die das Kühlwasser des

Elektroantriebs zur Wärmegewinnung

nutzt, wird dazu wenig Energie benötigt.

Für das Einstiegsmodell, welches ab

28.563 Euro kostet, sind diese beiden sinnvollen

Erweiterungen empfehlenswert,

schlagen aber mit 1.084 Euro zu Buche.

Ab dem Ausstattungsniveau Vision

gehören Vorheizung und Wärmepumpe

zum Serienumfang dazu. Die für den Taxibetrieb

empfehlenswerte Lederausstattung

ist leider erst ab dem Ausstattungsniveau

Spirit für 1.252 Euro erhältlich. Sie verfügt

bereits über eine Sitzheizung für vier Sitzplätze

und über eine Sitzbelüftung für die

vorderen Sitze zusätzlich. Wer mit dem Einstiegsmodell

liebäugelt, aber nicht auf die

Lederausstattung verzichten will, dem

kann der Taxiumrüster Intax weiterhelfen.

Dort kann man sowohl Kunstleder als auch

Teil- bzw. Volllederausstattungen bestellen.

Ohne Aufpreis können farbig abgesetzte

Ziernähte mitbestellt werden.

Bei den Abmessungen entspricht der

e-Soul mit seinen knapp 4,20 Metern

Länge in etwa dem VW T-Roc. Beim Platzangebot

des e-Soul, der sich im Übrigen

den Antriebsstrang mit dem größeren

e-Niro teilt, muss man einige Abstriche

machen. Im Innenraum beispielsweise ist

das Platzangebot in der zweiten Reihe, im

Vergleich zum gewohnten Taxistandart, eingeschränkt.

Auch beim Kofferraum kann

man keine Wunder erwarten. Knapp über

300 Liter soll er fassen, allerdings ist der

Kofferraum mit einem doppelten Boden ausgestattet.

Lässt man den Zwischenboden zu

Hause, dann kann man im e-Soul – wie auch

schon bei seinem 30 mm kürzeren Vorgänger

– ohne Weiteres mehrere Trolleys aufrecht

im Gepäckabteil transportieren.

SCHALTWIPPEN AM LENKRAD

Im Fahrbetrieb macht der kleine Crossover

einen sehr guten Eindruck. Gerade was die

Leistung angeht, ist man mit der 204-PS-

Version mehr als ausreichend motorisiert.

Starkes Beschleunigen quittiert der e-Soul

mit heftig trampelnden Vorderrädern, bis

sie die Elektronik wieder eingefangen hat.

Bereits dem Einstiegsmodell hat Kia einen

geschwindigkeitsabhängigen Tempomaten

inklusive einer Stopp-&-Go-Funktion spendiert.

Der Stauassistent folgt bei dichtem

Verkehr automatisch dem Vordermann.

Gewöhnungsbedürftig hingegen erweist

sich der aktive Spurhalteassistent, weil er

das Auto gefühlt immer ein wenig zu weit

links in der Spur hält. Bei der Bremsenergie-Rekuperation

hat Kia ein intelligentes

System ausgeklügelt. Neben der manuellen

Beeinflussung durch Schaltwippen am

Lenkrad gibt es auch eine vorausschauende

Rekuperation, die in Abhängigkeit des

vorausfahrenden Verkehrs oder dank Informationen

des Navigationssystems den Grad

der Bremsenergierückgewinnung anpasst.

Damit der e-Soul im Taxialltag keine Reichweitenprobleme

bekommt, gibt es eine

Vielzahl an Lademöglichkeiten. Im serienmäßigen

Lieferumfang ist ein Ladegerät

enthalten, mit dessen Hilfe die E-Taxis an

einer handelsüblichen Haushaltssteckdose

aufgeladen werden können. Schneller geht

es allerdings an den städtischen Normalladestation,

die bis zu 22 kW Wechselstrom

zur Verfügung stellen. An diesen Ladesäulen

lädt der e-Soul leider nur mit 7,4 kW,

was sehr schade ist, denn aktuell ist diese

Art von Ladesäule in den Städten noch am

weitesten verbreitet. Andere E-Taxis können

das deutlich besser und schneller. Richtig

gut macht sich der e-Soul allerdings an

einer DC-Schnellladesäule. Dank des serienmäßigen

CCS-Steckers können beide

Varianten des e-Soul mit bis zu 100 kW

geladen werden. Laut Kia sind die Lithium-Polymer-Akkus

in weniger als einer

Stunde von 0 auf 80 % geladen. Einziger

Haken: Solche Ladestationen sind in München

wirklich rar gesät.

Noch rarer dürfte nur der e-Soul an

einem Taxistand sein. Am Auto kann es

eigentlich nicht liegen, denn bis auf eine

Einschränkung beim Innenraum ist er ein

durchdachtes und zeitgemäßes Auto. In der

Schweiz und in den Niederlanden ist Kias

e-Soul auch bereits als Taxi anerkannt.

Warum fehlt in Deutschland noch die

Akzeptanz?

sg

Venczel_02-2016.qxp_Layout 1 03.02.16 16:15 Seite

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TAXI 1. QUARTAL 2020

21


E-MOBILITÄT

Während in Stuttgart eine erste Schnellladesäule direkt am Halteplatz

von Fachleuten der städtischen Koordinierungsstelle Elektro mobilität

und den Stadtwerken eingeweiht wurde ...

... gibt es in München-Pasing immerhin einen Ladeplatz exklusiv für

Taxis. Der Taxi-Standplatz ist allerdings 150 Meter entfernt.

DIE ERSTE SCHNELL-

L ADESÄULE EXKLUSIV

AM TAXISTAND …

… steht leider in Stuttgart. In München kommt der Ausbau

der Ladeinfrastruktur nur langsam in Bewegung.

In Stuttgart tut sich was, so könnte man sagen, denn die Medien

haben deutschlandweit über die erste Schnellladesäule am

Taxistand berichtet. Im Dezember vergangenen Jahres wurde

in der baden-württembergischen Landeshauptstadt auf Bestreben

der Stadtverwaltung und der Stadtwerke-Tochter Energiedienste

Stuttgart (EDS) die erste Schnellladesäule an einem Taxistand in

Betrieb genommen. Zwei zusätzliche Schnellladesäulen sollen

mittelfristig an weiteren Halteplätzen folgen.

Jeder dieser Ladesäulen ist mit drei Ladepunkten ausgestattet.

Zwei davon sind auf eine Ladung mit 50 kW Gleichstrom ausgelegt

und unterscheiden sich nur durch den verwendeten Stecker. Der

dritte Ladepunkt lädt mit Wechselstrom und mit maximal 11 kW.

Für eine positive Umweltbilanz wird der „Taxi“-Strom zu 100 %

mithilfe regenerativer Energien, wie beispielsweise Windkraft,

erzeugt.

Der Strompreis wird bewusst durch Förderungen auf dem gleichen

Niveau gehalten wie der Stuttgarter Haushaltsstrom. Pro

Kilowattstunde sind 28,40 Cent fällig. In München ist das Schnellladen

deutlich teurer. An einem Schnelllader der Stadtwerke sind

rund 10 Cent mehr zu zahlen.

Man merkt, dass sich in Stuttgart die Stadtverwaltung für den

elektrischen Taxiverkehr einsetzt. Michael Hagel von der städtischen

Koordinierungsstelle Elektromobilität unterstreicht das:

„Als Stadt ergreifen wir viele Maßnahmen, um die Luft in Stuttgart

zu verbessern. Eine zukunftsfähige und klimafreundliche Mobilität

ist dabei ein wichtiger Baustein. Dazu gehört auch, den elektrischen

Taxiverkehr zu fördern. Weil Taxis im ganzen Stadtgebiet

unterwegs sind und von vielen Leuten wahrgenommen werden,

sind sie nicht zuletzt ein sichtbarer Werbeträger für neue Mobilitätsformen.“

In München sieht es mit der Ladeinfrastruktur derzeit noch ein

wenig trister aus. Zwar gibt es auf Taxi Times-Nachfrage vom

Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) den Hinweis auf eine

Ladesäule am Wensauer Platz, bei der ein Ladepunkt exklusiv

E-Taxis vorbehalten ist. Darüber hinaus kann die Millionenmetropole

auf öffentlichem Grund der Landeshauptstadt München aber

nur eine Schnellladesäule in der Englschalkinger Straße und eine

öffentlich zugängliche DC-Ladesäule auf Privatgrund des Olympiageländes

unmittelbar beim Olympiaturm vorweisen.

Dass der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur nicht weiter

vorangeschritten ist, wird vom RGU damit entschuldigt, dass im

Jahre 2019 keine eichrechtskonformen Schnellladestationen verfügbar

waren. Trotz allem muss sich das RGU die Frage gefallen

lassen, was 2017 und 2018 passiert ist. Selbst wenn es keine Säulen

gab, hätten theoretisch die geeigneten Standorte entsprechend

vorbereitet werden können. Dann hätte man Zeit gespart und

müsste nur noch die Ladesäule installieren. Die Taxiunternehmer

bestärkt diese Unentschlossenheit bei ihrer Kaufentscheidung

sicherlich nicht. Kein Unternehmer würde ohne eine funktionierende

Lade infrastruktur in die E-Mobilität investieren.

Immerhin haben die Hersteller der Ladesäulen versprochen,

dass die eichrechtskonformen Schnellladesäulen 2020 kommen

werden. Eine Standortplanung liegt vor. Einige Orte davon sollen

sogar in räumlicher Nähe zu einem Taxistand liegen. Der Standort

für E-Taxi-Schnelllader ist ein wichtiger Faktor. In Stuttgart hat

man bewusst den Taxistand gewählt, denn dort muss man kaum

mit Falschparkern rechnen. Das dortige Gewerbe ist sich aber noch

uneins, ob genau da Ladesäulen Sinn machen. Wie auch immer

die optimale Lösung aussehen mag: Die Ladesäulen sollten im

Stadtzentrum stehen und nicht am Stadtrand.

sg

FOTO: Landeshauptstadt Stuttgart / Thomas Hörner, Taxi Times

22 1. QUARTAL 2020 TAXI


E-MOBILITÄT

DAS TAXIGEWERBE

BEREICHERT DEN

TECHNOLOGIE-HORIZONT

Beim persönlichen Treffen des OB Reiter mit den Vertretern des Taxigewerbes

war auch die Elektromobilität ein zentrales Thema.

Die Gelegenheit wurde unter anderem dazu genutzt, dem

Münchner Stadtoberhaupt darzustellen, wie sich das

Taxigewerbe auf eine emissionsfreie Zukunft vorbereitet.

Schon jetzt wird das Münchner Gewerbe bundesweit als Vorreiter

bezüglich der E-Mobilität angesehen. Zum aktuellen Zeitpunkt

sind 25 E-Fahrzeuge als Taxi im Einsatz. Das Ziel ist eindeutig: Das

Engagement bezüglich der emissionsfreien Mobilität in München

soll weiter ausgebaut werden. Dabei soll in Zukunft der Fokus

nicht ausschließlich auf der E-Mobilität liegen, sondern man will

sich auch der Brennstoffzellentechnologie öffnen.

Wenn es um alternative Antriebe geht, leistet das Taxigewerbe

einen wichtigen Anteil bei der Aufklärungsarbeit. Beispielsweise

wurde bei der App taxi.eu eine Option integriert, mit der man

europaweit bei der Taxibestellung ein E-Taxi bestellen kann. Gleiches

gilt für die beiden Münchner Taxizentralen. Sie vermitteln

dem Fahrgast jederzeit ein E-Taxi, dessen Fahrer fundierte und

umfängliche Auskunft über die eingesetzte Technologie geben

kann. Mit den eingesetzten Fahrzeugen und den Fahrern wird in

München die E-Mobilität sichtbar und macht das Taxigewerbe zu

einem Botschafter für alternative Antriebe.

Beim Gespräch über die Anzahl der bislang in München zugelassenen

E-Taxis erkundigte sich Oberbürgermeister Reiter nach

den Hemmschwellen, welche die E-Mobilität im Taxigewerbe blockieren.

Diese Anspielung auf die umfangreiche E-Taxi-Förderung

der Stadt München wurde von den Gewerbevertretern begrüßt, es

wurde aber auch darauf hingewiesen, dass neben einer finanziellen

Förderung noch weitere Hürden zu nehmen sind. Als Beispiel

wurde über die Notwendigkeit weiterer Anreize berichtet, damit

speziell die Fahrer sich für die alternativen Antriebe begeistern

lassen. Die aktuell auf Eis gelegte Vorfahrtsregelung am Münchner

Flughafen wäre ein Beispiel dafür. Für den Fall, dass bei der

Die erste Generation des Toyota Mirai ist derzeit noch das einzige

umrüstbare Fahrzeug mit Brennstoffzelle.

Durchsetzung der Priorisierung nichts weitergehen würde, erklärte

sich der Oberbürgermeister bereit, im Rahmen seiner Schirmherrschaft,

das Projekt weiter voranzubringen. Weiterhin konnte

auch der mangelhafte Ausbau der Münchner DC-Schnellladeinfrastruktur

(S. 22) angesprochen werden und die damit verbundenen

Probleme mit dem Strompreis. Das Taxigewerbe ist durch

den Umstieg von den sogenannten Sessions Fees, bei denen pro

Ladevorgang oder nach einem bestimmten Zeitraum ein einmaliger

Betrag anfiel, auf die kilowattstundengenaue Abrechnung

verunsichert: Denn in Abhängigkeit davon, welches E-Taxi der

Unternehmer einsetzt, ist im Vergleich mit der Abrechnung nach

verbrauchtem Strom eine sehr große preisliche Differenz festzustellen.

Was unter Umständen die Kalkulation der Betriebskosten

auf den Kopf stellt. Auch deshalb schlugen die Gewerbevertreter

eine Strompreisgarantie für das Taxigewerbe vor.

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TAXI JANUAR / 2020

23


VERKEHRSREGELN

VERGESSENE

VERKEHRSREGELN

Zum Riskieren von Knöllchen, Gefährdung oder Unfällen haben Taxifahrer viel

mehr Gelegenheit als andere. Wir erinnern an leicht vermeidbare Gefahren.

Eine beliebte Weisheit sagt: Wer arbeitet, macht Fehler, wer

viel arbeitet, macht viele Fehler, und wer Routine hat,

macht besonders viele Fehler. In diesem Beitrag behandeln

wir neben kuriosen Begebenheiten auch Gefahren im Straßenverkehr,

die bei Profis schnell in der Routine untergehen und teuer

oder im schlimmeren Fall gefährlich sein können.

Die Vorfahrtsfalle lauert in Sendling oder in Schwabing.

EINBAHNSTRASSE:

WAS DÜRFEN FALSCHFAHRER?

FAHRRADSTRASSE:

ZUM DURCHFAHREN TABU

Die De-la-Paz Straße ist im

vergangenen Jahr zur Fahrradstraße

erklärt worden.

Eine Fahrradstraße (Zeichen

244.1) hat eigentlich

den Sinn, Radfahrer vor

Kraftverkehr zu schützen.

Praktischerweise entlastet

sie im günstigen Fall

auch den Kraftverkehr,

indem sie den Fahrradverkehr

bündelt. Die Clemensstraße

als parallel

zur Herzogstraße verlaufende

Fahrradstraße ist ein Versuch, Verkehrsarten zu

trennen. Die StVO verlangt von Autofahrern, Fahrradstraßen

zu meiden, auch wenn sie eine vermeintlich

günstige Durchfahrt darstellen. Oft dürfen Anlieger

Fahrradstraßen laut Zusatzschild mit Kfz benutzen.

Dann ist zu beachten, dass Tempo 30 gilt und Radfahrer

hier nebeneinander fahren dürfen, ohne dass sie Kfz ein

Überholen ermöglichen müssen. Taxifahrer sind aber

meistens keine Anlieger. Und: Das Zeichen regelt nicht

die Vorfahrt. An der Kreuzung Margaretenplatz/An der

Stemmerwiese in Untersendling etwa gilt nach wie vor

die Rechts-vor-links-Regel.

In einem Wohngebiet ohne Vorfahrtstraßen, wo an

Kreuzungen laut Straßenverkehrsordnung (StVO) die

Rechts-vor-links-Regel gilt (§ 8, Abs. 31), nehmen wir

als Beispiel Sendling, befahren Sie die Daiserstraße in

Richtung Wackersberger Straße und kommen an die

Kreuzung Oberländerstraße, an der rechts eine Einbahnstraße

(Zeichen 220-20) beginnt. Aus dieser kommt in

verkehrter Richtung ein Auto. Muss man ihm, da es von

rechts kommt, die Vorfahrt gewähren, obwohl der Fahrer

sich „kriminell“ verhält? Gegenfrage: Muss man jemandem

die Vorfahrt lassen, der einen Rucksack Rauschgift

im Auto hat und bei Karstadt klaut? Selbstverständlich

gilt die Rechts-vor-links-Regel unabhängig davon, was

die Betroffenen ansonsten so anstellen. Wenn Sie es

da rauf ankommen lassen, ihm die Vorfahrt zu nehmen,

und es zum Unfall kommt, wird es mit Sicherheit teuer

für Sie. Bedenken Sie auch, dass Radfahrer vielerorts

von der Einbahnstraßenregelung ausgenommen sind

und bei plötzlichem, unerwartetem Auftauchen mitunter

völlig legal unterwegs sind. Das verkehrte Befahren

einer Einbahnstraße kostet Ihren potenziellen Unfallgegner

übrigens nur schnäppchenhafte 25 Euro, solange es

nicht in einer Amokfahrt ausartet.

TAXISTAND: WER DARF HIER WAS?

Der einzige Ort im Straßenverkehr, wo Taxis sich unbegrenzt

lange mit ein- oder ausgeschaltetem Dachzeichen

bereithalten dürfen, ist der Taxihalteplatz, auf Amtsdeutsch

Taxenstand (Zeichen 229). Für alle anderen

besteht hier absolutes Halteverbot. Dass man hier nicht

parken darf und beim Verlassen des Autos mit einer

Umsetzung (= amtsdeutsch für Abschleppen) rechnen

muss, ist bekannt.

FOTOS: Taxi Times

24 1. QUARTAL 2020 TAXI


VERKEHRSREGELN

BUSSONDERFAHRSTREIFEN: FÜR MÜNCHNER TAXIFAHRER MEIST TABU

Fragt man frische P-Schein-Absolventen, was man als

Taxifahrer darf, was andere nicht dürfen, so liegt auf

Platz 1 die Antwort „Halten in zweiter Reihe“, wobei die

Definition von „Halten“ sich dann schon als weniger

bekannte Größe entpuppt, zumindest wenn man

den berühmten schweren Koffer erwähnt, der

klapprigen Omas im vierten Stock gehört.

In Berlin kom mt übrigens meist „auf der Busspur

fahren“ als erste Antwort, denn die dortigen

Politiker betrachten das Taxi weitgehend als

gleichberechtigtes öffentliches Verkehrsmittel, das

es verdient hat, schneller voranzukommen, sodass

Taxis hier fast alle Busspuren mitbenutzen dürfen. In

München ist das leider nicht der Fall.

Der geneigte Leser weiß, dass das hier abgebildete

Schild (Zeichen 245) ausschließlich für Linienbusse

gilt und nicht für Reisebusse, Einsatzfahrzeuge, Taxis,

Lkw, Elektroautos, Skateboardpiloten, E-Scooter oder

Radfahrer. Diese dürfen nur bei entsprechender Zusatzkennzeichnung

(etwa „Taxi frei“, Zeichen

1026-30) die Busspur mitbenutzen. Unberechtigte

Benutzung eines Sonderfahrstreifens

macht 15 Euro, im

Kombi-Sparpaket mit Bus oder Straßenbahn

behindern 35 Euro.

Wenig bekannt ist eine andere Regelung.

Sonderfahrstreifen haben ja den

Sinn, dass man auf ihnen schneller

Dieses Zusatzzeichen

regelt, ob Taxis auf die

Busspur dürfen.

vo rankommt. Stellen Sie sich vor, alle stehen im Stau,

aber die für Taxis zugelassene Busspur ist frei, sodass

Sie mit triumphierendem Lächeln 50 km/h fahren. Jetzt

entschließt sich am Rand ein Fußgänger, spontan die

Straßenseite zu wechseln, sieht den Stau und trabt über

die Straße. Ehe Sie sich versehen, gibt es ein unschönes

Geräusch, und Sie haben mächtig Ärger.

Um diese Gefahr auszuschließen, regelt die StVO,

dass auf einer Busspur nur „geringfügig schneller“

gefahren werden darf als auf den Fahrstreifen daneben

(§7, Abs. 2a). Das heißt, wenn bei Stau der Verkehr

nebenan stillsteht, darf man genau genommen nur

Schrittgeschwindigkeit fahren.

Ebenso wenig bekannt: Für Taxis gilt wie für Busse,

dass Halten auf Busspuren nur an Bushaltestellen

erlaubt ist, und das nur, solange kein Bus behindert

wird (Anlage 2 zu § 41, Abs. 1, Abschn. 5, Nr. 25). Nun

gibt es sicherlich praktikablere Verhaltensweisen, als

einem Winker durch das offene Beifahrerfenster zuzurufen,

er möge schnell bis zur nächsten

Bushaltestelle vorlaufen, weil man erst

dort halten dürfe. Doch tun wir generell

und überall gut daran, uns bei jeglichem

Halten die Mühe zu machen, ein Plätzchen

mit minimaler Behinderung des übrigen

Verkehrs zu suchen. Das ist ein kleiner

Aufwand – der das Image des Taxigewerbes

enorm verbessern kann. ar

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BAUSTELLEN

BAU-

»STEHEN«

FOTO: Pixabay

Auch dieses Jahr wird es wieder zahlreiche Baustellen

in München geben. Umfangreiche Sanierungsarbeiten

oder Verlegungen von Leitungen schränken den

Verkehr deutlich ein. Die größten Projekte zählen wir

an dieser Stelle auf.

Neben den bereits altbekannten

bestehenden Baustellen wird es ab

April auf der Herzog-Heinrich-

Straße zwischen Lindwurmstraße und

Georg-Hirth-Platz eng. Wegen der geplanten

Arbeiten wird hier bis zum Beginn des

Oktoberfestes eine Einbahnregelung in

Richtung Süden umgesetzt. Der Verkehr

Richtung Norden wird über die Goethestraße

umgeleitet.

Zeitlich fast parallel kommt es ab Mitte

März zu Einschränkungen auf den Ludwigsbrücken.

Dann werden nämlich

Behelfsbrücken für Radfahrer und Fußgänger

montiert. In mehreren Nächten wird es

deshalb zu einer Vollsperrung kommen. Ab

Mai, wenn die eigentliche Sanierung

beginnt, wird die Ludwigsbrücke dann auch

tagsüber zu einem Engpass. Pro Fahrtrichtung

gibt es dann nur noch eine Fahrspur.

ROLLENDES, NÄCHTLICHES HINDERNIS

STELLT DIE STADT AUF DEN KOPF

Acht Monate lang kommt es auf der

Schwanthalerstraße zu Bauarbeiten. Zwischen

der Paul-Heyse- und der Sonnenstraße

wird ab April der Verkehr nur einspurig

in Richtung Zentrum fließen. Während der

Wiesnzeit wird die Baustelle pausieren.

Bereits jetzt ist die Theresienstraße zwischen

Amalien- und Ludwigstraße zu einer

Einbahnstraße geworden und kann nur in

Richtung Westen befahren werden. Bis zum

März wollen die Münchner Stadtwerke dort

Fernwärmeleitungen verlegen.

Nach der Fußball-EM ab Mitte Juli wird

es in Schwabing zu mehr Verkehr durch

zahlreiche zusätzliche MVG-Linienbusse

kommen. Wegen Arbeiten am Streckennetz

der Linien U3 und U6 werden bis zum

Wiesnbeginn im Zwei-Minuten-Takt SEV-

Pendelbusse das Verkehrsaufkommen auf

der Leopoldstraße deutlich erhöhen. sg

Ab Frühjahr sollen zwei neue Gasturbinen vom Donauhafen Kelheim zum

Heizkraftwerk Süd transportiert werden. Die beiden Schwergewichte wiegen

380 beziehungsweise 520 Tonnen und stellen die Logistiker vor eine Mammutaufgabe.

Mit 90 Metern Länge und über fünf Metern Durchmesser können die

Turbinen keine Unterführung passieren und werden nachts über die Ingolstädter

Straße bis zur Schäftlarnstraße transportiert. Da derzeit noch die Statik der

geplanten Route getestet wird, ist die genaue Streckenführung noch nicht

bekannt. Sicher ist aber, dass ab Mitte März viele Münchner Kreuzungen nachts

ohne Ampelanlage auskommen müssen.

IMPRESSUM

Verlag

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und der Taxiverband München e. V. (TVM)

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gekennzeichnete Mitteilungsseiten,

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26 1. QUARTAL 2020 TAXI


FEHLT IHNEN WAS (AUF)?

Uns schon! Wie auch schon in den letzten Ausgaben,

fehlen auch in dieser Taxi Times wichtige Werbekunden.

Verkaufs- und Imageanzeigen von Fahrzeugherstellern

und der Industrie waren bisher immer ein wesentlicher standteil der Finanzierung unserer redaktionellen

Be-

Arbeit.

Trotzdem werden wir als Sprachrohr der Taxibranche

unsere Berichterstattung auf keinen Fall reduzieren. Das

sind wir gerade in der jetzigen Phase allen Taxiunter-

nehmern schuldig, aber auch den Politikern und Aufsichtsbehörden,

die ebenfalls zu unseren Lesern gehören.

Taxi Times wird also weiterhin berichten. Online wie per

Print. Für uns ist das selbstverständlich. Für Sie auch?

Dann werden Sie jetzt Abonnent von Taxi Times und

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