sporting hamburg MÄRZ 2020

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Stadtsportmagazin

Hamburg Giants

© Fotos: T. Helmke

Boxt Du!

dann aber zuletzt aus finanziellen Gründen abmelden. Damit das

große Potential des Hamburger Box-Amateur-Nachwuchses, seine

Aufbauarbeit, bessere Strukturen bekommt, wünschen sich die

beiden Morales den Status Bundesnachwuchsstützpunkt, und am

liebsten wären sie sogar eine der Hamburger Schwerpunktsportarten.

Selbstbewusst sind die beiden. Eine bessere Förderung derart

würde nämlich mindestens eine

halbe Trainerstelle bedeuten.

WBC-Junioren-Weltmeister Peter Kadiru mit Raiko Morales (großes Bild) und mit Trainer Christian Morales.

In kaum einer anderen Sportart

Rechts: Olympia-Kandidat Ammar Abbas Abduljabar trainiert auch in der Halle am Braamkamp.

ist dann der Wechsel in den Profi-

Bereich ein so großer Schritt. Die

Gewichtsklassen sind zwar im Grunde dieselben, es wird aber über

sukzessive mehr Runden geboxt, bis hin zu maximal zwölf Runden,

unter Umständen bis eine*r umfällt. » Anzeige

Ja genau, Boxen hat in Hamburg Tradition, gähn, Ritze, Universum und so weiter. Und dann

gab es in den letzten Jahren die Giants, sogar in der Box-Bundesliga. Und jetzt liest man hier

und da von Kämpfen in Wandsbek, in Wilhelmsburg und auf dem Kiez, und es droht Verlust

der Übersicht. Dem beugen wir vor, indem wir Aufklärungsarbeit leisten.

Genau hierzu befragen wir Raiko Morales, kein Leisetreter im

Hamburger Boxsport, gern auch mal im Clinch (um beim Boxen zu

bleiben) mit dem Deutschen Boxsport-Verband. Weil die nicht so

wollen, wie er halt will, oder so. Raiko arbeitet in der Regel mit Cousin

Christian zusammen, er Management und Presse, Christian Sport,

beide: viel Selbstbewusstsein. Raiko ist Vizepräsident im Hamburger

Boxsport-Verband (im normalen Leben Sicherheitsingenieur bei der

Lufthansa), sein Cousin – „aber wir fühlen uns wie Brüder“ – der

Landes-/Verbands-Trainer und Sportdirektor zugleich. Fragt man

sie nach ihren Zielen: „Den Boxsport in Hamburg voranbringen.“

Naja, das überrascht jetzt nicht. Nur wie? Im Hamburger Verband

sind 32 Boxvereine oder Boxsport-Abteilungen großer Mehrspartenvereine

vertreten. Sie alle bilden aus; der Zulauf, auch bei den

Mädchen, ist eigentlich okay. Der Verband formt die von diesen

Vereinen sozusagen entsandten Talente. In der Stützpunkthalle am

Braamkamp wird zweimal täglich wild geackert. Alle gemeinsam,

dabei sind auch High-Potentials mit sogar Chance auf Olympia, wie

zum Beispiel Ammar Abbas vom SV Polizei. Ammar ist 22, kommt

aus dem Irak, ist inzwischen eingebürgert und kann sich noch

zweimal in diesem Jahr für Tokio qualifizieren.

Erstmalig geht es für ihn jetzt im

März in London für Olympia zur

Sache, die zweite und letzte Chance

hat er im Juni in Paris.

Auch beim Verbandstraining: ca. 30–35 aufstrebende Boxer und

Boxerinnen. Sie steigen dann regelmäßig in den Ring, unter anderem

auch dabei: Turpal Hutaev, er ist 16, ein Super-Schwergewicht vom

SC Condor und – by the way – Vizeeuropameister in seiner Klasse.

Sie boxen als Amateure, deswegen olympisch: drei Runden, und für

Punkte, für die Ehre, ihr Land und so weiter. Die Wahrscheinlichkeit

eines klassischen K.o.s innerhalb von drei Runden ist nicht wirklich

gegeben. Macht ja vielleicht auch Sinn, so im Amateursport. Die

Bundesligatruppe Hamburg Giants entstand aus dieser Verbandsarbeit,

hatte einen guten Einstand in der Box-Bundesliga, musste

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