Erfolg Magazin Ausgabe 2-2020

erfolgmagazin

SPITZENLEISTUNG: Wie man zu außergewöhnlicher Performance gelangt
RALF MÖLLER: Im Interview
PAPST FRANZISKUS: Der Kämpfer für soziale Gerechtigkeit
DWAYNE "THE ROCK" JOHNSON
KOBE BRYANT: Erfolgsgeschichte
GÜNTER BRANDL: Direktvertrieb als Chance
ERFOLG BRAUCHT KEIN TALENT



Editorial

Bild: Rene Hundertpfund Cover: FBV Verlag

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Noch mehr

Erfolg für Sie!

Das nächste Heft

erscheint am

30. April 2020

Spitzenleistung auf Abruf

In dieser Ausgabe geht es um Spitzenleistung. Diverse Artikel untersuchen

die Frage, wie Spitzenleistung entstehen kann und welche

Voraussetzungen dafür notwendig sind. Auch im Gespräch

mit Mr. Universum und Gladiator Ralf Möller versuchten

wir der Frage auf den Grund zu gehen, wie

man über das Mittelmaß hinaus kommen kann. Wie

Ralf so schön sagt: Wenn es anfängt, weh zu tun, dann

machen wir Fortschritte. Diese Erkenntnis teilen viele

Super-Erfolgreiche. Erst, wenn wir unsere gewohnte

und bequeme Komfortzone verlassen, ist Raum für

Wachstum. Sowohl persönlich, als auch beruflich.

Immer, wenn wir etwas tun wollen, das wir bisher nie

getan haben, entsteht vorerst Misserfolg. Weil wir es

schlichtweg noch nicht können. Das sieht dann bei

uns Menschen erst mal ziemlich komisch aus. Denken

Sie an die ersten Versuche, mit einem Fahrrad zu

fahren oder zu schwimmen. Der Erfolgsmuskel will

erst einmal trainiert werden. Denn durch die Wiederholungen

werden von Mal zu Mal kleine Verbesserungen

deutlich und irgendwann läuft es wie ge-

Das neue Buch von

Julien Backhaus ab

18.3. im Handel

schmiert. Das ist natürlich nicht nur bei Bewegungsabläufen so,

sondern bei Prozessen und Fähigkeiten in allen Lebenslagen. Wer

vorher stets als Single unterwegs war und sich plötzlich in einer

festen Beziehung wieder findet, wird sich anfangs erst

mal blöd anstellen. Ebenso im neuen Job oder mit zu

viel Geld. Lottogewinner oder Erben haben noch nicht

die finanziellen Verhaltensmuster, die es benötigt, mit

viel Geld umzugehen. Daher ist es dann auch schnell

wieder futsch. Spitzenleistung resultiert aus dem Beginn,

dem Mittelteil und einem niemals erreichten

Ende. Nur wer beginnt, kann gewinnen. Und nur wer

dran bleibt und stetig optimiert, kann das Rennen gewinnen

und Leistungen abrufen, wie es nur wenige tun.

Es ist der kleinste Teil der Menschheit, die auf hohem

Niveau leisten. Aber es sind die mit dem Grinsen im

Gesicht.

Viel Vergnügen beim Lesen

Ihr

Julien Backhaus

Impressum

Erfolg Magazin ISSN 25057342

Verlag Backhaus Verlag GmbH ist ein Unternehmen der

Backhaus Mediengruppe Holding GmbH, Geschäftsführender

Gesellschafter Julien Backhaus

Redaktion Erfolg Magazin

E-Mail: info@backhausverlag.de

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redaktion Martina Schäfer

Layout und Gestaltung Svenja Freytag

Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Anschrift: Zum Flugplatz 44, 27356 Rotenburg

Telefon (0 42 68) 9 53 04 91

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Internet: www.backhausverlag.de

Onlineredaktion

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ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

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INHALT 2/2020

Erfolg

Mister Universum –

Ralf Möller im Interview................................ 16

Sophia Ghasab – Die Eyebrow-Queen.......... 53

Leben

Papst Franziskus – Der Kämpfer für

soziale Gerechtigkeit...................................... 8

Michael Jagersbacher –

Dwayne „The Rock“ Johnson....................... 24

Kobe Bryant –

Die Erfolgsgeschichte eines

Basketball-Weltstars..................................... 32

Sebastian Kurz –

Ein Millenial als Politiker................................ 56

Sonstiges

Einstellung

Daniel Coyle –

Erfolg braucht kein Talent............................ 26

Nele Kreyßig –

Warum es Bullshit ist, andere

ändern zu wollen......................................... 29

Veit Lindau –

I love me....................................................... 38

Dirk Kreuter –

So bekommst du alles. was du willst............ 42

Brandon Webb, David Mann –

Angst überwinden wie ein Navy Seal............ 44

Sven Schultze –

Faszination ist keine Illusion.......................... 44

16

Bilder: Depositphotos/neneosan/Jean_Nelson/ProShooter/AnibalTrejo, Oliver Reetz, imago images/MediaPunch

Bühne beim Founder Summit....................... 48

Die Erfolg Magazin Brand Ambassadors....... 62

Die Erfolg Magazin-Top-Experten................. 63

Best of Web:

Schauen Sie doch mal online rein................. 64

Die Erfolg Magazin-Termine......................... 66

8

Papst

Franziskus

Gerechtigkeit

Ralf Möller

im Interview

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Story

Günter Brandl –

Warum Familie zum Business gehört............ 23

6

Wissen

Dr. Dr. Rainer Zitelmann –

Wie Sie mit zeitlosen Weisheiten

noch erfolgreicher werden............................. 6

Das Experiment:

Die 4-Tage-Woche....................................... 22

Hermann Scherer –

Warum unsichtbare Menschen

vergessen werden........................................ 40

Michael Ehlers –

Jedes Wort hat Macht.................................. 54

Jürgen Höller –

Wie kannst du mehr Geld verdienen?.......... 58

Goethe

Zitatsammlung

32

Kobe Bryant

Die Erfolgsgeschichte

24

I love me

Veit Lindau

38

Dwayne

„The Rock“

Johnson

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

5


Wissen

Johann Wolfgang

von Goethe

Von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

Johann Wolfgang von Goethes

Weisheiten sind zeitlos. Er war einer

größten und der letzten Universalgelehrten

und selbst überaus

erfolgreich. Und er hat uns heute

immer noch viel zum Thema Erfolg

zu sagen. Der Historiker Dr.

Dr. Rainer Zitelmann hat für seinen Bestseller

„Die Kunst des erfolgreichen Lebens“

Weisheiten aus 2500 Jahren zusammengestellt

und kommentiert – darunter

auch diese sieben Zitate von Goethe zu

den Themen Entschlusskraft, Entscheidungen

fällen, Geld, Selbstdisziplin, Umgang

mit Niederlagen und Neid.

Wer lange bedenkt, der

wählt nicht immer das Beste.

Haben Sie das auch schon erlebt? Sie haben

immer und immer wieder hin- und

herüberlegt und waren sich unsicher, wie

Sie sich entscheiden sollen. Schließlich haben

Sie sich dann entschieden. War diese

Entscheidung wirklich besser, als wenn Sie

sich früher entschieden hätten? Wie lernen

wir, schnelle Entscheidungen zu fällen? Wir

müssen vor allem genau wissen, was wir wollen

und wonach wir suchen. Wenn wir das

nicht so genau wissen, wird es uns schwerer

fallen, uns in konkreten Situationen schnell

zu entscheiden. Entscheidungen fallen uns

sehr viel leichter, wenn wir ein klares Wertesystem,

klare Prinzipien haben. Prinzipien

erleichtern unsere Entscheidungen, weil wir

nicht lange nachdenken müssen. Schließlich

hilft es auch, wenn wir uns über die Prioritäten

völlig klar sind. Haben wir klare Prioritäten

festgelegt, dann können wir uns in jedem

Fall sehr viel schneller entscheiden, weil

wir wissen, was Vorrang hat und was erst an

zweiter oder dritter Stelle folgt.

Ein gesunder Mensch ohne

Geld ist halb krank.

Kennen Sie Sprüche wie „Lieber arm und

gesund als reich und krank“, „Geld ist nicht

alles“, „Geld allein macht nicht glücklich“?

Kein vernünftiger Mensch wird behaupten,

Geld allein mache glücklich, ebenso

wie es dumm wäre, zu behaupten, Sex allein

mache glücklich. Andererseits: Was

wäre ein Leben ohne oder mit nur wenig

Sex? Gerade Intellektuelle gefallen sich

darin, abschätzig über Geld zu sprechen

– obwohl die meisten von ihnen sich in

Wahrheit mehr davon wünschen dürften.

Goethe sagte, ein gesunder Mensch ohne

Geld sei halb krank. Ja, Armut und permanente

finanzielle Sorgen machen krank

und beeinträchtigen die Lebensqualität

ebenso, wie es eine ernste Krankheit tun

kann. Wenn Ihnen künftig jemand erzählt,

er sei lieber arm und gesund als krank und

reich, dann entgegnen Sie doch einfach,

Sie selbst seien lieber reich und gesund.

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Wissen

Wie Sie mit zeitlosen Weisheiten

noch erfolgreicher werden

Wer sich

nicht selbst befiehlt,

bleibt immer Knecht.

Friedrich Nietzsche drückte es so ähnlich

aus: „Dem wird befohlen, der sich nicht selber

gehorchen kann.“ Fällt es Ihnen schwer,

sich selbst zu gehorchen? Wie steht es mit

Ihrer Selbstdisziplin? Kommen Sie nur

dann pünktlich, wenn Sie – beispielsweise

im Berufsleben – eine Rüge für Unpünktlichkeit

befürchten müssen? Oder sind Sie

ganz aus freien Stücken pünktlich, auch im

Privatleben? Stehen Sie nur dann morgens

auf und arbeiten oder studieren, wenn Sie

es müssen, oder auch dann, wenn Sie es

nicht müssen? Wenn Sie nicht so gern anderen

gehorchen, dann müssen Sie lernen,

sich selbst zu gehorchen. Setzen Sie sich

beispielsweise selbst Termine, die zwei oder

drei Tage vor den Terminen liegen, die Ihnen

von Ihrem Chef oder Ihrem Kunden

gesetzt werden. Und lernen Sie, die Sachen

zu den selbst gesetzten – früheren – Terminen

fertigzustellen. Das ist eine gute Übung

darin, sich selbst zu gehorchen.

Alles in der Welt

kommt auf

einen gescheiten Einfall

und auf einen festen

Entschluss an.

Jedes große Werk, jedes Buch, jede Erfindung

und jedes Unternehmen begannen

mit einem „gescheiten Einfall“. Aber

ohne den „festen Entschluss“, diesen

Einfall auch umzusetzen, wären diese

Dinge niemals entstanden. Schreiben Sie

Ihre Einfälle auf und beginnen Sie unverzüglich

mit der Verwirklichung.

Vieles geht

in der Welt verloren,

weil man es zu geschwind

für verloren gibt.

Ist eine Niederlage vorübergehender Natur

oder sind Sie gescheitert? Haben Sie

eine Schlacht verloren oder den ganzen

Krieg? Die Antwort auf diese Frage

hängt in entscheidendem Maße von

Ihrer eigenen Einstellung ab. Wer eine

Sache „zu geschwind für verloren gibt“,

wie Goethe sagt, akzeptiert vorschnell

eine vorübergehende Niederlage als endgültig.

Ähnlich hat es Friedrich Schiller

formuliert: „Was man nicht aufgibt, hat

man nie verloren.“

Die Schwierigkeiten wachsen, je

näher man dem Ziele kommt.

Vom Verdienste

fordert man Bescheidenheit,

aber diejenigen, die

unbescheiden das Verdienst

schmälern, werden mit

Behagen angehört.

Die Hoffnung, dass wir in der Zukunft

vor kleinere Schwierigkeiten gestellt

werden, ist nur dann begründet, wenn

wir im Leben nicht wachsen, nicht vorankommen

wollen. Wenn wir aber

wachsen, werden die Probleme auf der

nächsten Stufe größer werden. Und sie

werden immer größer, je näher wir dem

Ziel kommen. Aber gleichzeitig steigen

unsere Kraft und unsere Problemlösungskompetenz

sowie unser Selbstvertrauen.

Denn mit jedem Problem, das wir

gelöst haben, haben wir neue Strategien

zur Problemlösung gelernt und ist unser

Selbstvertrauen gestiegen, künftige

Schwierigkeiten zu meistern. Hoffen Sie

daher nicht darauf, dass die Probleme

kleiner werden, sondern dass Ihre Problemlösungskompetenz

größer wird.

Lernen Sie, Probleme zu lieben, ganz im

Sinne des Jazzmusikers Duke Ellington:

„Probleme sind Gelegenheiten zu zeigen,

was man kann.“

Verlierer verbringen ihre Zeit damit, Erfolgreiche

schlecht zu machen und deren

Fehler und Schwächen hervorzuheben.

Sie können es nicht ertragen, wenn andere

erfolgreich und berühmt sind. Wieder

andere, die ebenfalls erfolglos sind,

hören ihnen gerne dabei zu und können

gar nicht genug erfahren von den wirklichen

oder vermeintlichen Schwächen

der Erfolgreichen. Davon lebt sogar eine

ganze Pressegattung, die Yellow Press

oder Regenbogenpresse. Wenn ein Erfolgreicher

stolz auf seine Leistung ist

und wagt, dies auch zu sagen, weisen die

Erfolglosen ihn zurecht und fordern ihn

auf, bescheiden zu sein.

„Die Kunst des

erfolgreichen Lebens“

von Dr. Dr. Rainer

Zitelmann,

erschienen

beim FinanzBuch Verlag

Dr. Dr. Rainer Zitelmann ist erfolgreicher Immobilieninvestor

und mehrfacher Buchautor.

Bilder: Wikipedia/Joseph Karl Stieler (1828), Annayck Benth Cover: FBV Verlag

Zitate: Johann Wolfgang von Goethe

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Leben

Papst Franziskus

Der Kämpfer für soziale Gerechtigkeit

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

Bilder: Depositphotos/neneosan (2)

Was für ein Tag! Am 13.

März 2013 stieg der

Rauch aus dem Kamin

der Sixtinischen Kapelle

auf, die Glocken

läuteten und der Kardinalprotodiakon trat

mit einem: „Annuntio vobis gaudium magnum,

habemus Papam!“ („Ich verkünde

euch eine große Freude, wir haben einen

Papst!“) aus der Kirche, um den wartenden

Katholiken bekannt zu geben, dass der argentinische

Kardinal Jorge Mario Bergoglio

SJ der neue Papst Franziskus geworden

war. Dabei vereint der Neue gleich

mehrere für einen Papst ungewöhnliche

Eigenschaften. Zum einen ist er der erste

nicht-europäisch-stämmige Herrscher im

Vatikanstaat seit über 1200 Jahren und

ausgerechnet ein Südamerikaner. Zum anderen

ist der neue Kirchenhirte Jesuit, der

erste in diesem Amt. Diese Zugehörigkeit

dürfte zweifelsohne bei der Wahl großes

Gewicht gehabt haben.

Der Wegbereiter

Um zu verstehen, welch großer Umschwung

innerhalb der Kirchenspitze damit

von statten ging, ist es nötig, sich mit

Fanziskus’ Vorgänger, Benedikt XVI., zu

beschäftigen. Als einer der bedeutendsten

Theologen des 20. Jahrhunderts war der

ehemalige Kardinal Joseph Ratzinger zuletzt

Präfekt der Kongregation der Glaubenslehre,

ein neuerer Name für die Heilige

Inquisition. Als solcher war er als Hardliner

bekannt, sprach sich für das Zölibat aus,

gegen die südamerikanische Befreiungstheologie,

gleichgeschlechtliche Beziehungen

und hielt an einer erzkonservativen, im Humanae

vitae eng definierten katholischen

Sexuallehre „nur zu Fortpflanzungszwecken

innerhalb der Ehe“ fest. Mochte er im

Amt des Oberinquisitors in seiner Welt gewesen

sein, im Amt des Papstes war der bei

seiner Wahl 78-jährige es nicht. Er tat sich

schwer, nach dem recht fortschrittlichen Johannes

Paul II die Gläubigen auf seine konservative

Linie einzustimmen. Gern feierte

er seine Gottesdienste in barocker Pracht

und versuchte, modernere Strömungen

Zum einen ist er der erste

nicht-europäisch-stämmige

Herrscher im Vatikanstaat seit

über 1200 Jahren und

ausgerechnet ein

Südamerikaner. Zum anderen

ist der neue Kirchenhirte

Jesuit, der erste

in diesem Amt.

innerhalb der Kirche auszutrocknen. Dafür

näherte er sich der ultrakonservativen

Priesterbruderschaft St. Pius X. an, deren

Mitglieder unter anderem durch Holocaustleugnung

aufgefallen waren und

teils von Benedikts Vorgängern exkommuniziert

worden waren. Auch glaubenspolitisch

eckte er international gegenüber

Islam und Judentum an. Zum 28. Februar

2013 trat Benedikt XVI. nach acht Jahren

im Amt vom Papstthron zurück.

Schon bei der Papstwahl 2005 war Bergoglio

ein heißer Kandidat für den Petrusstuhl,

verzichtete aber angeblich zugunsten

Ratzingers auf die Kandidatur. Doch

als dieser sich aus dem Amt zurückzog,

schlug Bergoglios große Stunde.

Für was steht Franziskus

Papst Franziskus ist keineswegs ein

übermäßig progressiver Papst aber

wo Benedikt eine strenge Rückführung

zu alten Verhältnissen anstrebte,

stößt Franziskus mit Augenmaß

Richtung Moderne vor. Schon

die Wahl seines Papstnamens „Franziskus“

ist ein Statement. Abgeleitet

von seinem Vorbild Franz von Assisi

stellt auch er sein Handeln unter

die Leitwerte Armut, Frieden und

Schöpfungsliebe. Anzustreben sei

eine „arme Kirche für die Armen“. Die

Kirchenmittel sollten weniger in klerikalen

Pomp als in die Hilfe für Bedürftige

fließen. In seiner Antrittspredigt

wendet er sich an die Verantwortungsträger

in Wirtschaft und Politik: „Lasst

uns ‚Hüter‘ der Schöpfung, des in die

Natur hineingelegten Planes Gottes sein,

Hüter des anderen, der Umwelt. Lassen

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung

und des Todes den Weg dieser unserer

Welt begleiten.“ Er selbst geht beispielhaft

voraus. Er wohnt im Vatikan im

vatikanischen Gästehaus Santa Maria,

hält dort jeden Morgen mit den anderen

Bewohnern Morgenandacht. Er isst mit

allen anderen im Speisesaal, geht zu Fuß,

wo sich seine Vorgänger mit dem Auto

oder sogar der Sänfte transportieren ließen.

Miserando atque eligendo, also „mit

Erbarmen und Erwählen“ steht auf seinem

Papstwappen und ist konsequentes

Programm seiner Regentschaft.

Kämpfer zwischen den Fronten

Dass aus dem 1936 in Buenos Aires als

ältestes von vier Kindern geborenen, gelernten

Chemietechniker mit den italienischen

Vorfahren einmal ein Papst werden

würde, hatte niemand gedacht. 1958

schloss er sich dem Jesuitenorden an. Er

studierte Geisteswissenschaften in Chile,

und nach seiner Rückkehr nach Buenos

Lasst uns ‚Hüter‘ der Schöpfung,

des in die Natur hineingelegten

Planes Gottes sein, Hüter des

anderen, der Umwelt. Lassen wir

nicht zu, dass Zeichen der

Zerstörung und des Todes den

Weg dieser unserer Welt

begleiten.

Aires katholische Theologie und Philosophie.

Hier kam er mit der „Theologie

des Volkes“ seines geistigen Vaters Licio

Gera in Berührung, die sich an

die Befreiungstheologie anlehnt.

Im Kern steht sie dafür, dass die

Kirche solidarisch an der Seite

der Armen für deren Rechte und

Teilhabe an Gesellschaft und Kirche

zu kämpfen hat. 1969 empfing

er die Priesterweihe und leitete

von 1973 bis 1979 als Provinzial

den argentinischen Zweig der

Jesuiten. Er arbeitete als Theologiedozent

und Novizenmeister an

der Universidad del Salvador von

San Miguel, wo er auch für die

Besetzung der Ämter zuständig

war.

Im Jahr bevor er diesen Posten antrat,

schloss er sich allem Anschein nach der

Guardia de Hierro, der „Eisernen Garde“

an, die bis 1973 unter anderem unter Waffengebrauch

versuchte, die autoritäre Militärregierung

zu stürzen, um Joan

Domingo Peron wieder als Präsident

einzusetzen. So nutzte er

Er war und blieb volksnah, etwa

indem er die Comunione e

Liberazione, eine

antimarxistische, spirituelle

Freiwilligenbewegung auf ihren

Jahrestreffen mit seiner

Anwesenheit beehrte und für ein

Buch ihres Gründers warb.

auch seine neue Position als Provinzial,

um einige Mitglieder der

nationalistisch-peronistischen

Organisation in Führungsämter

der Jesuitenhochschule zu befördern.

2010 dementierte Bergoglio,

in die Gruppe involviert gewesen

zu sein.

In seine Zeit als Provinzial fällt

auch der nie ganz aufgeklärte

Fall der Jesuitenpriester Franz Jalics

und Orlando Yorio, letzterer Mitglied

der „Bewegung der Priester für die Dritte

Welt“, die in Bajo Flores, einem der großen

Slums von Buenos Aires, arbeiten. 1976,

nachdem ihre Versetzung in ein anderes

Bistum geplatzt war, wurden sie zusammen

mit anderen Jesuiten von Admiral Massera

entführt, verhört, gefoltert und erst fünf

Monate später freigelassen. Sie gaben später

an, Bergoglio habe durch den Entzug

des Kirchenschutzes diese Entführung erst

ermöglicht oder sie sogar selbst ans Militär

verraten. Über die nächsten Jahre wurden

immer wieder Beweise durch die Presse getrieben,

teils Bergoglio belastend, teils ihn

als Retter aus der Gefangenschaft darstellend.

Dieser Vorfall ist nur einer der vielen

Drahtseilakte, die der Kirchenvertreter

während der Militärdiktatur zu meistern

hatte. Dass es dabei zu Fehlern seinerseits

kam, kann er erst 2010 zugeben. Wie sehr

ihn die Geschehnisse belasteten, lässt sich

auch daran ablesen, dass er 1979 den Rat

einer Psychoanalytikerin suchte.

1980 führte ihn sein Weg in das Amt des

Rektors der Theologischen Fakultät von

San Miguel. 1992 ernannte ihn Johannes

Paul II zum Weihbischof in Buenos Aires

und Titualbischof von Auca, im Juni

folgte die Weihe zum Bischof. 1998 wurde

er Erzbischof von Buenos Aires.

Hier zeigt sich der praktische Sinn des

Kirchenfürsten, als er nach einem Finanzskandal

der Erzdiözese ihre Aktien

bei einer insolventen Kreditbank verkaufte.

Seitdem verwalten zwei internationale

Banken das Geld der Diözese auf zwei

ganz normalen Konten.

Er war und blieb volksnah, etwa indem

er die Comunione e Liberazione, eine

antimarxistische, spirituelle Freiwilligenbewegung

auf ihren Jahrestreffen

mit seiner Anwesenheit beehrte und

für ein Buch ihres Gründers warb. Er

setzte sich mit persönlichen Besuchen

und Hilfsprojekten in den Slums von

Buenos Aires für das Wohl der Armen

ein, half Drogensucht und die Repressalien

durch die Drogenkartelle zu be-

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

kämpfen. Als er 2001 schließlich zum

Kardinal ernannt wurde, forderte er

die Gläubigen seines Landes auf, statt

Spenden für Flugreisen nach Rom zu

seiner Einweihungsfeier die gesammelten

Gelder lieber zur Hilfe für Arme

in der Nachbarschaft zu nutzen. Auch

als Kardinal hörte er nicht auf, sich gegen

Korruption, Verarmung und für

staatliche Unterstützung der Arbeiter

und Bauern einzusetzen. Auch die den

Menschenhandel und Zwangsprostitution

bekämpfende Fundacion Alameida

fand in ihm einen tatkräftigen Unterstützer.

In der „Evangelii nuntiandi

Lateinamerikas“ prangert er an: „Wir

leben im Teil der Welt mit der größten

Ungleichheit, der am meisten gewachsen

ist und das Elend am wenigsten

verringert hat. Die ungerechte Verteilung

der Güter dauert an und hat eine

Situation der sozialen Sünde entstehen

lassen, die zum Himmel schreit und die

Möglichkeiten eines erfüllteren Lebens

für so viele unserer Brüder begrenzt.“

Nur in Sachen Sexualität fand er kein

Verständnis für die 2010 in Argentinien

eingeführte Ehe für alle und versuchte

stattdessen eine gleichgeschlechtliche

Lebenspartnerschaft durchzudrücken.

Auch sieben Jahre nach seiner Wahl ist

Franziskus seiner Linie treu. Er praktiziert

Nähe zum einfachen Volk, wo

immer er kann. Ob er nun Obdachlose

Wir leben im Teil der Welt mit

der größten Ungleichheit, der

am meisten gewachsen ist

und das Elend am wenigsten

verringert hat. Die ungerechte

Verteilung der Güter dauert

an und hat eine Situation der

sozialen Sünde entstehen

lassen, die zum Himmel schreit

und die Möglichkeiten eines

erfüllteren Lebens für so viele

unserer Brüder

begrenzt.

besucht, für die er in den an den Petersplatz

angrenzenden Straßen drei Duschen

bauen lässt, oder hunderte Schlafsäcke

an sie verteilen lässt. Er benutzt

einen offenen Wagen oder einen normalen

Kleinwagen statt sicherheitsverglaster

Papamobile. Niemals lässt er Zweifel

aufkommen, dass er alle Menschen

als gleichwertig sieht und sich selbst als

Ersten unter Gleichen. Deshalb ließ er

auch den Volksaltar wieder in die Sixtinische

Kapelle einbauen, um mit dem

Gesicht zur Gemeinde Messe halten

zu können. Nach wie vor trägt er

sein eisernes Kardinalskreuz auf der

Brust, einen Fischerring aus vergoldetem

Silber und einfache, schwarze

Schuhe an den Füßen, statt der

ihm zustehenden roten Schuhe, des

Goldrings und des Goldkreuzes.

Wohin führt der Papst seine Kirche?

Das Zölibat erhitzt gerade in der westlichen

Kultur die Gemüter der Gläubigen

als sinnlose Zerreißprobe für

Kleriker und großes Unglück für die

„in Sünde“ mit ihnen lebenden Partner

und Kinder. Als es 1022 von Papst

Benedikt VIII gemeinsam mit Kaiser

Heinrich II eingeführt wurde, begründete

es sich zum einen dadurch, dass

Priester die Reinheit haben sollten, die

man als Voraussetzung befand, um

täglich Messen halten zu können. Aber

viel wichtiger war, dass so keine offiziell

erbberechtigten Kinder entstehen konnten,

die Anspruch auf Kirchenbesitz anmelden

hätten können. Während Franziskus

sich klar gegen eine allgemeine Aufhebung

entschieden hat, bezeichnete er das Zölibat

nicht als Glaubensartikel, sondern als untergeordnete

Norm. Sogar Ausnahmen aus

kulturellen Gründen sind für ihn denkbar.

Bilder: Depositphotos/neneosan/palinchak

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

Bild: imago images/Independent Photo Agency Int.

Da in der westlichen Welt der Glaube zu

einem großen Teil von Frauen und Müttern

in den Familien und Gemeinden

getragen wird, wurde auch der Ruf nach

Gleichberechtigung in Kirchenämtern

laut, besonders nach der Ordination von

Frauen. Franziskus lehnt das ab, wollte

2019 noch nicht einmal Bittstellerinnen zu

diesem Thema empfangen. Allerdings gab

er an, die Rolle der Frauen in der Kirche

theologisch stärken

zu wollen.

Auch bei der

Familienplanung

hat er

eine klare Linie.

Abtreibung bezeichnet

er als

„Auftragsmord“

und verbietet

sie auch nach

Vergewaltigung.

Künstliche Verhütungsmittel

lehnt er strikt ab.

Allerdings lässt

er Kondome zur

Krankheitseindämmung wie HIV ausnahmsweise

zu.

Letzteres dürfte auch für gleichgeschlechtliche

Paare interessant sein,

denen er eine Lebenspartnerschaft zugesteht,

auch wenn er gleichgeschlechtlichen

Sex als Sünde sieht. Auch die Adoption

von Kindern und die Ehe versagt er

Homosexuellen.

Kleriker, die sich sexuellen Missbrauchs

strafbar gemacht haben, werden unter

seiner Führung aus dem Kirchendienst

entlassen.

Schluss mit dem Mammon

Franziskus geht hart mit der katholischen

Kirche und der Kurie ins Gericht,

wirft ihr vor, sie sei egozentrisch,

habe aufgehört, ihren missionarischen

Pflichten nachzukommen und lebe nur

noch „um die einen oder anderen zu beweihräuchern“.

Die Kirchenoberen seien

teils „Funktionäre und Staatskleriker“,

statt die Hirten zu sein, die die Gläubigen

bräuchten, da die Kirche im Inneren

spirituell und nicht politisch sei. „Ich

möchte eine arme Kirche für die Armen“

fordert er nachdrücklich und immer

wieder und drängt darauf, sich um das

Wohl der Menschen und deren soziale

Wunden zu kümmern.

Auch die Adoption von

Kindern und die Ehe

versagt er Homosexuellen.

Kleriker, die sich sexuellen

Missbrauchs strafbar gemacht

haben, werden unter seiner

Führung aus dem

Kirchendienst entlassen.

Überhaupt, wer früher im Vatikan saß,

hatte ein im wahrsten Sinne des Wortes

goldenes Leben und musste sich unter

Franziskus doch sehr umstellen. Er begrenzte

oder schaffte eine ganze Reihe

von kirchlichen Ehrentiteln ab, die einzig

mehr Gehalt aber keine weitere Verantwortung

innehatten.

Kurz nach seinem Amtsantritt strich der

neue Papst erstmal kräftig die Sonderzahlung

für Vatikanangestellte

zum

Papstwechsel und

die Weihnachtsgratifikationen

der fünf das IOR

leitenden Kardinäle

zusammen.

Im Geldwäsche-

und Korruptionsskandal

griff

er hart durch,

entließ alle Verdächtigen,

setzte

eine Reformationskommission

ein und ließ eine

außenstehende Firma die Finanzkontakte

der Vatikanbank auf weitere Fälle der Geldwäsche

untersuchen.

Weitergreifend wurde ein Wirtschaftsrat

unter Kardinalsführung eingesetzt, um

die Finanzen und die Administration

von Kurie, Vatikanstaat und Heiligem

Stuhl zu händeln. Der wiederrum wird

von einem direkt dem Papst unterstellten

Wirtschaftssekretariat kontrolliert. Ein

Generalrevisor soll die Rechnungsprüfung

des Wirtschaftsrats durchführen.

Kampf gegen Ausbeutung

Auch international ist Franziskus ein

scharfer Kritiker der freien Marktwirtschaft,

wie sie derzeit besteht und sagt:

„Diese Wirtschaft tötet.“ Weil aber das

Gebot „Du sollst nicht töten“ heißt, sei

es Aufgabe der Kirche „Nein zur neuen

Vergötterung des Geldes“, „Nein zu

einem Geld, das regiert, statt zu dienen“,

„Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung“

zu sagen und „Nein zur sozialen

Ungleichheit, die Gewalt hervorbringt“.

Sein großes Ziel ist nicht weniger als die

„Globalisierung der Gleichgültigkeit“ abzuschaffen

und jedem Menschen der Erde

ein Leben in Würde und Frieden ohne

Not zu ermöglichen, im Einklang mit der

Schöpfung.

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

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Die Website als

Gesicht des

Unternehmens

Niklas Grewe weiß,

wie sie schlanker, smarter und

einprägsamer umsetzbar ist

Bilder: LuxTeufelsWild, Niklas Grewe

Sie lernen einen neuen Menschen kennen

und sehen ihm zuerst ins Gesicht. Sie wollen

eine neue Firma kennenlernen? Dann sehen

Sie zuerst auf die Website. Hier spielt sich

viel Unterbewusstes ab. Wie ansprechend

ist das Design? Wie intuitiv und reibungslos

ist die Seite zu bedienen? Behält sie auf

allen Geräten ihre Attraktivität und Nutzerfreundlichkeit?

Wie sehr diese Punkte

über die Gewinnung von Neukunden und

Geschäftsbeziehungen entscheiden, kann

Niklas Grewe nicht oft genug betonen. Der

Content Creator und Webdesigner verbindet

aktuelle Technologien mit smarten und

minimalistischen Oberflächen zu maximal

nutzerfreundlichen Websites. „Ich möchte

den Menschen wieder vor Augen führen,

wie intelligent, smart und einfach Websites

seien können“, sagt er zu seiner Überlegung

auch noch ein eigenes CMS zu entwickeln.

Schon in seiner Ausbildung zum Fachinformatiker

in einem kleinen Unternehmen

lernte er, seine Kunden sehr schnell

eigenständig in Fernwartung zu betreuen

und selbstständig

Problemursachen

und Lösungen zu

finden. Doch seine

Ich möchte den Menschen

wieder vor Augen führen, wie

intelligent, smart und einfach

Websites sein können.

eigentliche Liebe

gehörte immer der

Webentwicklung.

Gerade, dass immer mehr Anwendungen

wie das Office-Paket über Browser laufen

konnten, eröffneten für ihn jede Menge

Möglichkeiten. „Einen weiteren Vorteil sah

ich darin, dass man solche Anwendungen

plattformübergreifend nutzen konnte, egal

ob man ein Smartphone, Tablet oder Notebook

verwendet. Solange die Anwendung

im Web liegt, ist sie für jedes Gerät erreichbar“,

erläutert er. Er erwarb daher einige

Videokurse und lernte Programmieren.

Er beschäftigte sich mit den Grundlagen

HTML, CSS und JS sowie später auch mit

fortgeschritteneren Javascript-Frameworks

wie React, Vuejs oder Nuxtjs. Schon während

der Ausbildung legte er immer großen

Wert auf die optische Gestaltung einer Software.

Denn die Benutzeroberfläche

(UI/UX Design) entscheidet

maßgeblich

darüber, wie kompliziert

oder intuitiv

die Anwendung für

den Benutzer ist. Er

orientiert sich nach

wie vor an den großen Tech-Unternehmen

wie Apple, Tesla, Google, Spotify oder

Netflix und bemüht sich, diese Prinzipien

anzuwenden. Auch vor VR (Virtual Reality)

und AR (Augmented-Reality) macht er

nicht halt. „Ich möchte etwas Einzigartiges,

Professionelles und Elegantes erschaffen

und nicht auf eine Vorlage zurückgreifen,

die auch noch 1.000

Die eigene Story wird man

hingegen nie kopieren können.

Daher sollte man dieses kostbare

Gut für sich nutzen und

entsprechend präsentieren.

andere verwenden,

die obendrein weder

schön anzusehen

noch mobile-friendly

gestaltet ist.“

Er bewarb sich als

UI/UX-Designer, bekam die Stelle, mangels

Zeugnissen, in dem Bereich aber erst, nachdem

er einen interaktiven Prototypen einer

Demo-App an die Firma schickte. „Zeige

dem Unternehmen deine Expertise und du

hast gute Chancen auf eine Zusammenarbeit.

Nicht deine Bewerbung, sondern deine

Taten sind ausschlaggebend“, lernte er daraus.

Je länger er für das Unternehmen arbeitete,

desto mehr bewunderte er die Präzision

der ausgeführten Kundenprojekte.

Als er sich jedoch der Website und dem

Social Media-Auftritt des Unternehmens

annahm, erschrak er, wie wenig von dieser

qualitativen Excellence dort zu erkennen

war.

So kristallisierte sich bei Niklas Grewe die

Geschäftsidee heraus,

Unternehmen

und Einzelpersonen

dabei zu unterstützen,

einen einzigartigen,

eleganten

und professionellen

Eindruck zu hinterlassen

– vorrangig

bei Websites. Wenn er einen Online-Auftritt

umsetzt, ist ihm besonders wichtig,

dass vor allem auch die Story eines Business

nach Außen kommuniziert wird, in Form

eines Imagefilms, einer Timeline oder ähnlichem.

„Warum? Die Problematik im 21.

Jahrhundert besteht vor allem darin, dass

Informationen, Design und Bedienkonzepte

recht schnell kopiert werden. Die eigene

Story wird man hingegen nie kopieren

können. Daher sollte man dieses kostbare

Gut für sich nutzen und entsprechend präsentieren“,

erklärt er, „Ich verbinde Technik

und Design auf eine Art und Weise, dass

mehr Nutzen und Interaktivität entsteht“.

Zudem besteht sein Ziel darin, alle Inhalte

auf jeder Plattform so darzustellen, dass immer

ein Mehrwert

ersichtlich ist.

Mehr zu Niklas

Grewe und seinem

Business finden Sie

unter nebenstehendem

QR-Code.

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Dein Durchbruch

ins nachste Jahrzehnt!

22 August 2020

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Erfolg

Es ist immer gut, wenn

man im Leben Ziele

und Vorstellungen hat.

Die hatte ich und bin

auch durch den Sport

da hingekommen, wo

ich heute bin.

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Erfolg

Mister

Universum

Ralf Möller Interview über Karriere,

seinen Erfolg und das Thema Stärke

Bilder Oliver Reetz

Bilder: Oliver Reetz

Ursprünglich hast du

Schwimmmeister gelernt

und warst auch bei der

Bundeswehr Sportler. Was

bedeutet Sport grundsätzlich

für dich?

Ich war mit sechs oder sieben Jahren, also

sehr früh, im Schwimmverein. Sport gibt

dir Disziplin, du lernst dran zu bleiben,

weil du ja ein Ziel hast. Im Schwimmen

ist es, der Schnellste zu werden. Im Bodybuilding

ist es, der Muskulöseste zu

werden, dir einen symmetrischen Körper

anzutrainieren. Es ist immer gut, wenn

man im Leben Ziele und Vorstellungen

hat. Die hatte ich und bin durch den Sport

da hingekommen, wo ich heute bin. Wenn

du Klimmzüge trainierst und deine Wiederholungen

machst, hören die meisten

bei sieben–acht Wiederholungen auf,

weil es anfängt zu schmerzen. Aber grade

in diesem Schmerzbereich muss man

drüber wegkommen und noch drei–fünf

Wiederholungen machen. Dazu bereit zu

sein ist der Unterschied zwischen einer

normalen oder einer erfolgreichen Karriere.

Das heißt kämpfen und durchbeißen,

auch wenn es weh tut. Das lässt sich vom

Sport aufs normale Leben übertragen. Es

wird uns nicht alles frei Haus geliefert, ob

du nun ein Unternehmen aufbaust oder im

Sport versuchst, irgendetwas zu erreichen.

Das schaffst du nur, wenn du mehr tust als

andere, mehr Zeit aufwendest und dann in

den Bereichen, wo es schmerzt, eben nicht

aufhörst, sondern weitermachst.

Du warst der erste Mister Universum.

Ich war nicht der erste Mister Universum

aber der erste, der vom IOC, also unter

olympischen Forderungen, getestet wurde.

Das heißt, wir wurden damals auf Doping

kontrolliert. Deshalb war 1986 der Titel

des Mister Universum etwas ganz Besonderes,

nicht nur, weil ich dort mit meiner

Körpergröße von 196 cm auch der Größte

war und damals knapp 130 kg hatte.

Du musst für alles kämpfen,

ob du nun ein Unternehmen

aufbaust oder im Sport

versuchst, irgendetwas zu

erreichen.

Bist du so ein ehrgeiziger, zielgerichteter

Typ, oder nimmst du es einfach, wie es

kommt? Du breitest dich ja nicht vor, um

Zehnter zu werden, oder?

Richtig, ich will Erster werden und dafür

muss ich ganz konsequent trainieren. Das

heißt, vier–fünf Stunden Training am Tag

einsetzen und im Bereich der Schmerzgrenze

auch darüber hinausgehen. Man

muss auch mal über sich selbst lachen

können und nicht immer alles so ernst

sehen. Wenn es aber zum Sport kommt

oder zu Filmarbeiten, also geschäftlichen

Sachen, muss man dann halt schon Kante

zeigen.

Du hast ja den Sport sozusagen an den

Nagel gehängt und bist Schauspieler geworden.

Warum?

Natürlich hatte ich Vorbilder, wie Arnold

und Jean-Claude van Damme, Dolph

Lundgren. Die Leute kamen aus dem

Kampfsport oder dem Bodybuilding und

haben Ende der 80er und in den 90er Jahren

eine riesen Karriere gemacht. Nachdem

ich den Weltmeistertitel gewonnen

hatte, bin ich in Amerika zu einem großen

Produzenten gegangen, bei dem auch

schon Jean-Claude van Damme zwei Jahre

vorher war.

Hat der auf dich gewartet?

Genau das eben nicht. Die warten auf

keinen Ralf Möller, der mit der LTU rüberfliegt,

aussteigt, kaum vernünftig Englisch

spricht und dann nach oben durchmarschiert.

Ich hatte den Vorteil, dass ich

weltbekannt im Bodybuilding war. Darauf

habe ich aufgebaut.

Ich habe eine Woche am Telefon gewartet.

Ich bin dann irgendwann ins Büro

gegangen und sagte: „Ich bin 12 Stunden

geflogen, um fünf Minuten mit Menahem

Golan zu sprechen“. Die Assistentin hat

hochtelefoniert. So habe ich Menahem

Golan kennengelernt. Unter anderem war

Carlo Ponti zu dem Zeitpunkt auch im Besprechungsraum

und war offen dafür. Wir

haben Fotos gemacht und man hat mich

direkt für den ersten Film „Cyborg“ mit

Jean-Claude Van Damme gecastet. Den

Erfolg für Cyborg hatten wir dann zusam-

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Erfolg

men. Es war kein großer Job, drei Wochen,

aber es war der Anfang. Roland Emmerich

hat mich für Universal Soldier gebucht,

wieder mit Jean-Claude und Dolph Lundgren.

Das war der erste Film, der 1992

weit über hundert Millionen eingespielt

hat. Dadurch habe ich das Interesse von

Agenturen gewonnen, die mich vertreten

wollten.

Das heißt, Hollywood hat dich dann

tatsächlich auch willkommen geheißen.

Deutsche in Hollywood waren damals

noch nicht so Usus.

Nein, das ist auch heute noch nicht so.

Die da noch sind kannst du an der Hand

abzählen. Aber ich hatte auch eine Serie,

nämlich „Conan“, in der ich der Gute war.

Ich war also nicht der böse Deutsche.

Dann konntest du davon auch gleich

ganz gut leben?

Ja, aber nicht am Anfang. Dazu muss ich sagen,

ich hatte während meiner Zeit, in den

80er Jahren, Bodybuilding auch schon anders

vermarktet, als es bis dato üblich war.

Ich habe sieben Jahre mit Karstadt zusammengearbeitet

und in den 80er Jahren Maredo,

die Steakhouse Kette, promoted. Ich

hatte in der Boomzeit viele Seminare und

Gastauftritte, Eröffnungen von Studios. Ich

konnte mir dann schon mit 26 einen Porsche

Cabrio kaufen.

Ich kam aus normalen Arbeiterverhältnissen,

Vater Schweißer, Mutter hat Schuhe

verkauft, Einzelhandelskaufmann aus dem

Ruhrpott, Recklinghausen Süd, Arbeiterviertel.

Ich hatte meine Handelsschule, meine

mittlere Reife, also auch kein Abitur aber

ein gesundes Selbstvertrauen.

Wahrscheinlich lag es vor allen Dingen daran,

dass ich mit Bodybuilding eine Sportart

gewählt hatte, die man erklären musste und

die ich selbst erstmal irgendwo präsentieren

und vermarkten musste,

damit das überhaupt bekannt wurde.

Ich kann mich zum Beispiel daran

erinnern, da gab es auch die Fibo,

die große Fitness-Messe in Nürnberg,

mit Mercedes. Da hatten Lehrlinge

ihren Gesellenabschied, Hunderte

von Jugendlichen und überall

auf den Tischen lagen meine Autogrammkarten.

Dann sahen sie, das ist doch

der, der da vorne steht. Und während ich mit

Graf Vitzthum von Mercedes und den anderen

Silber- und Goldmedaillengewinnern

im Fechten, Tennis, Golf dastand, kamen die

immer zu mir und ich habe unterschrieben.

Da sagte Graf Vitzthum zu mir: „Die kennen

Sie aber“. Und ich sagte: „Ja, Bodybuilding ist

halt in den 80er Jahren schon im Kommen“.

Wenn ich dann nach Amerika gefahren bin,

bekam ich dort immer für zwei-drei Wochen

einen Mercedes hingestellt. Also dachten

sich die anderen Unternehmen, wenn der

mit Mercedes zusammenarbeitet, ist das

nicht schlecht. Mit Puma hatte ich meinen

ersten Vertrag. So hatte ich große Marken,

die sich mit mir identifizieren, sodass auch

die anderen sagten: „Mensch, wenn die das

machen, dann kann da was dran sein“.

Ich kam aus normalen Arbeiterverhältnissen,

Vater Schweißer, Mutter hat Schuhe verkauft,

Einzelhandelskaufmann aus dem Ruhrpott,

Recklinghausen Süd, Arbeiterviertel.

Auf der Fibo war ich Kommentator, habe

da eine Show gemacht oder einen Talk und

hatte Bodybuilder da. Ich habe dann auch

mal selbst gepost. Das war sehr populär. Wo

ich auftauchte oder es etwas unter meinem

Namen gab, gab es immer Unterhaltung.

Ich habe mit 180, 200 Kilo Bankdrücken gemacht

und bei der sechsten, siebten Wiederholung

noch gesprochen und gesagt, man

muss schön und langsam hoch und runterlassen.

Da lagen die auf dem Boden. Natürlich

haben die dann gesagt: „Naja, warte mal,

wenn der mal 50 oder 60 ist, dann wollen

wir mal sehen, wo der Muskel hängt. Wahrscheinlich

bis zur Kniekehle“. Aber heute,

mit 60, siehst du, ist noch alles da, wo es hingehört,

wenn man trainiert und fit ist. Und

deshalb sage ich heute noch mehr als damals,

dass man selbst in seinen Körper investieren

muss, weil wir alle älter werden.

Damit man auch mit 50, 60, 70

und darüber hinaus fit ist. Du

musst immer selbst dranbleiben.

Du scheinst ein kluger Marketingtyp

zu sein, gerade was

Aufmerksamkeit und Vermarktung

angeht.

Ich gehe nicht zu jeder Veranstaltung,

ich habe auch nicht

jede Werbung gemacht. Fastfood gab es

für mich nicht. Andere Kollegen oder andere

Sportbereiche haben für Bier Werbung

gemacht. Ich hätte es gemacht, wenn

es alkoholfrei gewesen wäre. Da habe ich

verzichtet.

Ich habe nicht immer nur an mich oder an

den Erfolg gedacht, sondern auch an die, denen

es vielleicht nicht so gut ging. Ich habe

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Erfolg

mit der damaligen Familienministerin Ursula

von der Leyen, „Starke Typen – stark

fürs Leben“ gemacht. Sigmar Gabriel war als

Wirtschaftsminister Schirmherr und der damalige

Ministerpräsident und noch ein paar

Ich habe nicht immer nur an mich

gedacht oder an den Erfolg, sondern auch

an die, denen es vielleicht nicht

so gut ging.

andere. Mir ging es darum, Vorurteile abzubauen,

dazu muss man Leute kennenlernen.

In den Zuschauerreihen saßen Unternehmer.

Und ich hab gesagt: „Mir geht es darum, dass

Ihr den Jugendlichen eine Chance gebt, ein

Praktikum bei euch zu machen.“ Und den

Jugendlichen habe ich gesagt: „Da müsst ihr

euch jetzt ein bisschen anstrengen. Ihr habt

hier eine Chance, euch zu präsentieren.“

Viele bekamen ein Praktikum und haben

danach teilweise auch den Beruf erlernt. Das

mache ich noch bis heute.

2008 war ich in Afghanistan, die Soldaten

haben mich dahin eingeladen. Ich habe

Fitnessgeräte rübergebracht. Ich wusste, die

Bundeswehrsoldaten sind da unter Einsatz

ihres Lebens, die müssen etwas für ihre

Fitness tun. In Masar-i-Scharif, gibt es heute

noch das Möller-Gym.

Ich warte nicht darauf, bis jemand auf mich

zukommt oder mich mit einer

Idee anspricht, sondern

ich gehe auch selbst los und

bringe Sachen zusammen.

Ich habe meine Netzwerkpunkte

nicht immer nur aus

Eigeninteresse verknüpft,

sondern manchmal auch, um

der Sache, den Jugendlichen

oder auch jemand anderem

zu helfen.

Man hat und soll Ziele und Träume haben.

Was dann aus dem Film wird, ob er erfolgreich

wird oder nicht, weiß man immer erst

nachher. Von zehn Filmen ist nur einer,

auch finanziell, wirklich richtig erfolgreich,

neun Filme gehen den Bach

runter.

Wie authentisch darf man

denn als deutscher Schauspieler

in den USA sein?

Gibt es da einen Druck,

sich anzupassen oder darf

man ruhig Deutscher bleiben?

Wir haben ja eine andere Mentalität,

eine andere Sprache sowieso.

Ich war ja schon früh in Amerika. Und ich

fuhr dort mit der Harley Davidson, die ich

von Deutschland mit rübergebracht habe.

Ich habe mich gewundert, als die Leute

mir den Daumen nach oben zeigten oder

sagten: „Mensch, hast du eine tolle Jacke

an“. Drüben lobt man sich, man baut

sich auf und das war sehr motivierend.

Das kennt man hier weniger. Und wenn

die Leute sagen: „Die Amerikaner sind ja

immer so oberflächlich“, dann sage ich:

„Stopp mal, der muss ja nicht mein Freund

fürs Leben werden, sondern der ist eben

nett und hilfsbereit“. Wenn man in jungen

Jahren schon viel reist, lernt man, erstmal

keine Vorurteile zu haben. Vor allen Dingen

ist es egal, welchen Glauben jemand

hat oder welche Hautfarbe jemand hat.

Das hat mich nie irgendwie dazu bewegt,

denjenigen nicht zu grüßen oder nicht mit

ihm zusammenzuarbeiten. Ich war immer

ein offener Mensch.

Du bist ein sehr zugänglicher Typ. Versuchen

Leute über dich an irgendwelche

anderen Leute ranzukommen oder Informationen

abzugreifen?

Ja, das bleibt nicht aus. Wenn ein Journalist

mir Fragen über Dritte stellt, sage ich:

„Das muss der Ihnen selbst beantworten“

oder „Zu dem Thema kann oder möchte

ich leider nichts sagen, aber alles was mich

betrifft, könnt ihr mich gerne fragen“. Und

wenn sie fragen: „Können wir nicht zu

dem den Kontakt haben?“, dann sage ich:

„Sicher, da gibt es ja die Agenturen, den

Ansprechpartner kann ich euch auch gerne

nennen. Dann geht ihr da mal hin.“

Viele junge Leute wollen gerne Schauspieler

werden und am liebsten auch in Hollywood.

Wie leicht oder schwer ist es denn

heute, in die Traumfabrik einzusteigen?

Man kann ja ruhig das Ziel zu haben, nach

Amerika zu gehen und dort erfolgreich zu

sein. In Amerika muss ich eine Arbeitsgenehmigung

haben, ich muss die Sprache

sprechen können und ich muss dann auch

die Luft haben. Das Schauspielgeschäft

ist ein taffes Geschäft, weil nicht immer

alles nur auf dich selbst ankommt. Beim

Sport schon: Wenn ich weit springe oder

Bild: Oliver Reetz

Du hast ja mit den ganzen

großen Stars, Oscarpreisträgern

und Co. zusammengearbeitet.

Hast du dir

das so vorgenommen oder

hat sich das entwickelt?

Natürlich freut man sich. Als

ich damals mit Ridley Scott

an Gladiator arbeiten konnte,

hatte ich vorher ein Casting

mit Steven Spielberg, der das

mit DreamWorks produziert

hat. Als ich den Anruf

bekam, war das so, als wenn

Jogi Löw einen Fußballer anruft

und sagt: „Du spielst jetzt

für die Nationalmannschaft“.

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Erfolg

nicht, liegt es daran, dass ich nicht gut genug

trainiert habe oder keinen guten Tag

habe. Aber beim Schauspielen musst oder

kannst du durch viele Castings gehen,

bevor du erstmals überhaupt die Chance

hast, in einem Film mitzumachen.

Du musst auch nicht nach Hollywood.

In Los Angeles wird eigentlich weniger

gedreht. Ich gehe zum Beispiel nächsten

Monat mit Bruce Willis nach Atlanta und

drehe dort einen Film. Atlanta, weil der

Produzent schaut und guckt wo was ist.

In Deutschland wird ja relativ wenig produziert

gegenüber dem, was sie einkaufen.

Das verändert sich auch. Meistens werden

ja eher Dokumentationen gezeigt, selten

werden Filme gemacht.

Sind denn die Hürden heute niedriger

oder höher als zu deiner Anfangszeit?

Hürden sind Hürden, die sind immer da.

Vor 30 Jahren bin ich da rüber gegangen

und konnte nach oben kommen. Heute

geht das auch, wenn du nicht aufgibst und

Talent hast. Du suchst Möglichkeiten und

musst halt dort sein.

Du hast so viele interessante Namen erwähnt.

Ob das jetzt Bruce Willis ist, oder

du oder Schwarzenegger, das sind alles

ganz feste Marken, die immer wieder für

Filme engagiert werden. Gibt es denn da

auch nachwachsende starke Marken? Ihr

habt ja alle jung angefangen.

Es gibt zwischen Hundert- und Zweihundertausend

arbeitslose Schauspieler in Los

Angeles. Viele

haben schon mit

14–15 angefangen,

wie Tom

Cruise. Ich war

damals schon

30, Arnold hat

auch erst mit 30

und Nick Nolte

erst mit fast 40

angefangen und

machte dann

seine große Karriere.

Aber es

gibt auch Leute,

die haben später

angefangen, weil

sie vorher eine

andere Karriere

verfolgt haben.

Schauspieler leben

ja von Gagen

und du hast ja auch viel über Sponsoring

gemacht. Hast du Spaß und Bock

auf Business? Suchst du sowas? Oder ist

das so das nötige Muss?

Man kann nur Sachen erfolgreich machen,

wenn man sie leidenschaftlich macht. Ich

bin nicht der einzige Filmschauspieler, der

Marken repräsentiert aber ich hab Spaß

daran. Ich habe sechs Jahre mit Audi, zwei

Jahre mit VW, zwei Jahre mit Porsche gearbeitet

– und die haben nur fünf Markenbotschafter

gehabt. Jetzt bin ich bei Mercedes,

und habe das G-Modell vorgestellt. Ich habe

Arnold mit eingebracht, beziehungsweise

den Kontakt hergestellt. Der ist natürlich

aus Graz, das Auto kommt von da, er hat es

in der Saison vor knapp zweieinhalb Jahren

vorgestellt. Ich kann mich auch zurücknehmen,

ich kann gerne was produzieren, ohne

im Scheinwerferlicht zu stehen. Damit hab

ich kein Problem.

Bist du auch hier und da produzierend

tätig?

Ja, ja! Das wissen zwar nur wenige Leute,

aber ich habe schon das ein oder andere produziert,

Filme und ähnliches. Wenn ein Geschäft

da ist, ist das, was da ist, ja im Grunde

schon verbraucht. Du musst also was Neues

machen. Das ist ja das Interessante: Sachen

finden.

Movinga beispielsweise ist eine App, die

kam vor drei Jahren zu mir. Für die bin ich

ja immer noch im Fernsehen mit Werbung

zu sehen. Sie hatten auch mal eine taffe Zeit,

in der es nicht so funktionierte. Da habe ich

gesagt, „okay, ich lass das laufen. Ihr müsst

mich jetzt nicht bezahlen. Wenn’s euch wieder

besser geht, bezahlt ihr mich wieder“.

Jetzt geht es ihnen wieder hervorragend und

ich bin immer noch dabei. Ich springe nicht

gleich ab, wenn’s mal nicht so läuft. Das ist

in der Branche bekannt. Wenn ich Verträge

mache, fragen sie, „Herr Möller, kommen Sie

zweimal oder viermal?“ Ich sage, „Schreibt

rein, was ihr wollt. Wenn ihr mich braucht,

bin ich da und wenn ich grade am Film arbeite,

geht’s halt nicht.“

Mercedes, BMW, die fragen mich ja selbst.

Für alle anderen Sachen gibt’s dann Michael

Caudera, der sitzt am Starnberger See,

macht schon mal andere Sachen. Aber ich

bin immer Teil des Ganzen. Wie Franz Josef

Strauß schon mal sagte „Wir brauchen keine

Gehirnprothese“. Ich bin eben immer offen

für neue Sachen und gehe auch in Vorlage.

Ich bin auch schon bei Projekten reingegangen,

da hab ich gesagt: „Da schauen wir jetzt

mal. Ich bringe meinen Namen und meine

Erfahrung mit und dann sehen wir, ob das

was wird.“ Die fragten: „Aber was wollen Sie

dafür?“ und ich: „wir gucken jetzt erstmal,

wie es läuft.“

Du bist auch Vater. Wie ist denn der Papa

Ralf?

Ich habe zwei Töchter, die sind mittlerweile

schon 22, die andere 29 Jahre alt. Die Ältere

Wenn ein Geschäft da ist, ist

das, was da ist, ja im Grunde

schon verbraucht. Du musst

also was Neues machen. Das

ist ja das Interessante: Sachen

finden.

ist künstlerisch, Designerin, und die andere

studiert Business und ist mit 22 schon im

Immobilienbereich erfolgreich. Die war mit

16 schon bester Absolvent, hat direkt einen

Job bekommen und war schon nach zwei

Monaten Verkäuferin des Monats.

Wie hast du die denn erzogen? Warst du

viel involviert? Bist du eher Trainer oder

mehr so ein Kuschelbär?

Am Anfang ist man als Vater gar nicht so

involviert. Ihre Mutter hat nen großen Job

gemacht, das muss man sagen. Aber ich war

immer da, wenn es dran war. Natürlich hab

ich sie dann im Älterwerden mal mit zum

Bild: Oliver Reetz

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Erfolg

Training, zum Fitness genommen. Ich habe

sie viel mitgenommen, wir sind viel gereist.

Sie haben viele Menschen kennen gelernt,

sind mit mir an Drehorten gewesen. Aber

das Schauspiel hat sie dann doch nicht interessiert.

Sie haben andere Jobs gefunden.

Ich bin unterstützend immer da. Wenn ich

sehe, dass sie in die falsche Richtung laufen

– heute sind sie ja alt genug – da kann ich

nicht mehr viel sagen. Da muss ich dann

ein bisschen taktisch vorgehen, um sie so zu

leiten, dass sie nicht ganz auf die Nase fallen

und immer noch das Gefühl haben, es selbst

gemacht zu haben.

Mit 60 fängt ja das Leben an. Gibt es bestimmte

Dinge, auf die du dich in den

nächsten Jahrzehnten konzentrieren

willst?

Ich bin noch nicht ganz vegan, aber beinahe.

Ich habe über 40 Jahre gerne Fleisch gegessen.

Erst habe ich angefangen weniger davon

zu essen, jetzt gar nicht mehr. Molkereiprodukte

auch nicht, dafür Reismilch. Wenn ich

hier bin, esse ich schon auch mal Fisch und

Shrimps und so, aber wenn ich drüben in

Amerika bin, kann ich mich zu 80–90 Prozent

gut ohne ernähren. Ich fühle mich wohl,

ich muss nicht hungern. Viele machen den

Fehler: die machen Diät um Diät und essen

danach das Dreifache und haben es ruckzuck

wieder drauf. Du musst danach leben,

ganz einfach. Aber das muss jeder selbst wissen,

ich erwarte von niemandem irgendwas.

Ich erzähle den Leuten nur von meinen Erfahrungen,

nämlich, dass ich mich, seitdem

ich mich anders ernähre,

dieses und jenes

weglasse, wohler und

besser fühle.

Das heißt, Schauspiel bleibt nach wie

vor?

Ja, nächstes Jahr mit Tim Miller und

David Fincher, von der Serie sind schon

zehn Bücher geschrieben. Wir hatten im

Februar angefangen, bis die sagten, „oh,

das ist teuer, da können wir gleich Filme

machen.“ Das ist also die Richtung. Was

Deutschland betrifft habe ich letztes Jahr

etwas mit Till und mit Henning Baum für

Warner Bros. gemacht. Wenn das stimmt,

mache ich auch gerne was in Deutschland.

Ansonsten schau ich, was international

läuft. Also immer weiter und ich

sehe der Sache mit großer Spannung und

Interesse entgegen. Es ist gut. Ich muss

nicht immer wissen, was morgen oder

nächste Woche ist. Klar, vom Verdienst

her ja, weil man ja auch einen gewissen

Lebensstil hat.

Manchmal ist es gar nicht so gut,

genau zu wissen, was da geplant ist.

Das klingt nach gehörig Gottvertrauen.

Manchmal ist es gar nicht so gut, genau zu

wissen, was da geplant ist. Du musst auch

mal reinspringen. Nur dann kann man

sich da beweisen. Nicht reinzuspringen

und zu sehen, was daraus geworden wäre,

ist viel schlimmer für mich als auf die Nase

zu fallen. Deshalb mach ich auch Sachen –

die mach ich einfach.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

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Wissen

Sanna Marin, die finnische

Premierministerin, wünscht sich

für ArbeitnehmerInnen mehr

Zeit für Familie, Hobbies und

das gesamte Leben. Sie sieht

die 4-Tage-Woche als nächsten

Schritt in der Arbeitnehmer-

Evolution.

Das experiment:

Die finnische Premierministerin

spricht auf dem World

Economic Forum über ihre Ideen

und Wünsche, Arbeitnehmern

mehr Freizeit und Familienleben

zu ermöglichen.

Die vier-Tage-Woche

Microsoft steigert damit die Produktivität um 40 Prozent

Verkürzung der regulären Arbeitswoche

auf vier Tage á

sechs Stunden für ganz Finnland.

Im Januar 2020 sorgte

diese Meldung über die angebliche

Forderung der gerade einen Monat

vorher gewählten Premierministerin Finnlands,

Sanna Marin, für Aufsehen. Doch kurz

darauf wurde offiziell von der Regierung

dementiert: „Im Programm der finnischen

Regierung wird keine Vier-Tage-Woche erwähnt.

Das Thema ist nicht auf der Agenda

der finnischen Regierung. Premierministerin

Sanna Marin hat im August in einer Podiumsdiskussion

die Idee kurz vorgestellt, als

sie noch die Transportministerin war, neuere

Aktivitäten dazu haben nicht stattgefunden.“

Trotzdem verbreitet sich die Idee, gerade unter

den Kopfarbeitern, untergräbt geradezu

ketzerisch das Fundament der seit Ewigkeiten

zementierten 40 Stunden, die gefälligst

an fünf Arbeitstagen in der Woche abzuarbeiten

sind. Welche Utopie hatte Marin

im August 2019 als Szenario für die Zukunft

in den Raum gestellt? „Eine Vier-Tage-Arbeitswoche,

ein Sechs-Stunden-Arbeitstag,

warum könnte das nicht der nächste Schritt

sein? Sind acht Stunden die finale Wahrheit?

Ich denke, die Menschen verdienen mehr

Zeit mit ihren Familien, Hobbies, Leben.

Das könnte der nächste Schritt für uns im

Arbeitsleben sein.“

Weshalb eine kurze Woche?

Was ist also dran an dieser Zukunftsvision?

Alles Wunschdenken fauler Arbeitnehmer?

Mitnichten! Schon lange weisen Wissenschaftler

darauf hin, dass in acht Stunden

Anwesenheit am Arbeitsplatz nicht mehr

Arbeit geschafft wird als in sechs, eher im

Gegenteil. Nach sechs Stunden Arbeit ist

das Gehirn erholungsbedürftig. Eine Stunde

Mittagspause reicht nicht aus, um das Gehirn

zu voller Leistungsfähigkeit zu regenerieren.

Zusätzlich schlägt nach dem Mittagessen

das Suppenkoma zu und erschwert konzentriertes

Arbeiten. Ein Spaziergang hilft, ein

Nickerchen noch mehr, aber letzteres ist im

Büro eher schwer umzusetzen. Die Arbeit

geht langsamer von der Hand, die Fehlerquote

steigt – Fehler, die am nächsten Morgen

erst wieder aufgefangen werden müssen.

Das Gefühl, auf der Fahrt nach Hause nur

noch nasse Watte im Kopf zu haben, ist wohl

Bild: Privat, Depositphotos/dvoevnore, flickr/World Economic Forum

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 06/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

den meisten bekannt. Jetzt noch Energie

aufbringen, dem Körper den Sport zuzumuten,

den er dringend braucht, um die Verspannungen

der Computer-Geier-Fehlhaltung

auszugleichen? Fehlanzeige. Oft reicht

es gerade mal für Abendbrot, bevor der

müde Körper in der warmen Umarmung

des Sofas versackt. Jammernde Kinder, das

dringende Einschreiben noch immer nicht

zur Post gebracht – Hammerschläge auf das

strapazierte Gemüt. Wie krank das macht,

zeigen Statistiken zu Krankheitsfehltagen,

Alkoholkonsum, Depression, Rückenleiden

und Burnout.

Eine Studie, die im Harvard Business Review

veröffentlicht wurde, zeigt, wer von

vornherein einen Sechs-Stunden-Tag vor

sich hat, geht anders zur Sache, zieht sein

Pensum zielstrebiger durch und ist in dieser

Zeit konzentriert bei der Sache. In der Folge

bekommt man mehr erledigt. Eine 2018

vom Workforce Institute auf Kronos veröffentlichte

Studie kam zu dem Ergebnis, dass

die Hälfte der teilnehmenden Vollzeitkräfte

glaubte, ihr Tages-Arbeitspensum auch in

fünf oder weniger Stunden täglich erledigen

zu können. Um es sportlich auszudrücken:

für einen Marathon schlagen Sie von Anfang

an ein ökonomischeres Tempo an als für einen

Fünf-Kilometer-Lauf, weil sie wissen,

dass Sie mit Ihren Kräften haushalten müssen.

Wer die Zeit hat, sich zu erholen, seine

gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse

zu befriedigen, kann mehr Leistung bringen.

Wer nur an vier Tagen arbeitet, hat drei Tage,

an denen er ausschlafen kann. Hier ist auch

die Zeit, die Dinge zu erledigen, die sonst als

bedrückende Welle vor sich hergeschoben

werden, wie Vorsorgetermine, Bank oder

Reifenwechsel. So werden auch Kraftressourcen

für außerbetriebliche Weiterbildung

frei, die dem Betrieb aber durchaus wieder

zugutekommen. Alles nur bonbonrosa

Wunschdenken, oder?

»Arbeite kurze Zeit, erhol dich

gut und lerne viel. Ich möchte,

dass die Arbeitnehmer über die

Erfahrung nachdenken, wie

sie dieselben Ergebnisse in 20

Prozent weniger Arbeitszeit

hinkriegen.«

– Takuya Hirano,

CEO Microsoft Japan

Das Microsoft-Experiment

Microsoft wagte das Praxisexperiment in

seiner japanischen Niederlassung. Der komplette

August 2019 stand unter der „Work-Life

Choice Challenge Summer 2019“. Vier

Freitage in Folge waren für die 2300 Angestellten

arbeitsfrei, ohne Einschränkung

der Bezahlung. Zusätzlich bekamen die Arbeitnehmer

etwa 1000 Dollar Urlaubsgeld.

Microsoft Japan Präsident und CEO Takuya

Hirano erklärte gegenüber dem Guardian:

„Arbeite kurze Zeit, erhol dich gut und lerne

viel. Ich möchte, dass die Arbeitnehmer über

die Erfahrung nachdenken, wie sie dieselben

Ergebnisse in 20 Prozent weniger Arbeitszeit

hinkriegen.“ Spielend, wie sich herausstellte.

Die Produktivität erlebte einen steilen 40

Prozent-Sprung nach oben. „Die Angestellten

waren produktiver, wahrscheinlich weil

sie viel glücklicher waren und sich leichter

auf die Arbeit konzentrieren konnten“, sagt

das Resümee. Daneben verzeichnete das Unternehmen

Einsparungen bei den Stromkosten

und im Verbrauch von Druckerpapier.

Noch ist nicht geklärt, ob und wann Microsoft

die Arbeitszeiten als Standard umsetzen

wird. „Im Sinne eines Wachstums-Mindsets

suchen wir immer nach neuen Möglichkeiten

der Innovation und wo wir den Hebel

an unserer Technologie ansetzen müssen,

um die Bedingungen für unsere Mitarbeiter

rund um den Globus zu verbessern“, sagt ein

Unternehmenssprecher.

Allerdings war Microsoft nicht der Pionier

dieses Experiments. Schon 2018 wagte der

neuseeländische Perpetual Guardian den

Schritt, seinen 240 Angestellten einen freien

Tag pro Woche mehr zu gönnen und wurde

mit ähnlichen Ergebnissen wie Microsoft Japan

belohnt.

Fazit:

Wenn ein Unternehmer darüber nachdenkt,

versuchsweise eine Vier-Tage-Arbeitswoche

einzuführen und gar den Mut hat, die Tages-Arbeitszeit

auf sechs Stunden zu setzen,

darf er das Experiment ohne Bauchschmerzen

wagen. Sollte er noch dazu in Erwägung

ziehen, diese Arbeitszeiten ohne Gehaltseinschränkungen

als Standard einzuführen,

darf er sich sicher sein, dass das im Wettbewerb

um den Gewinn und das Halten gut

ausgebildeter Fachkräfte ein Top-Argument

darstellt.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

23


Leben

Dwayne Douglas Johnson, auch

bekannt als „The Rock“, ist ein US-amerikanisch-kanadischer

Schauspieler und

ehemaliger Wrestler afrokanadisch-samoanischer

Abstammung. Als Wrestler erhielt

er insgesamt zehnmal den höchsten

Titel der WWE und war damit einer der

erfolgreichsten Akteure der Liga. Heute ist

er einer der erfolgreichsten Schauspieler

Hollywoods.

Die Erfolgsfaktoren von

Dwayne „The Rock“ Johnson

Dwayne Douglas „The Rock“

Johnson ist mit seinen 1,96

Zentimetern und 120 Kilogramm

nicht nur eine imposante

Erscheinung, sondern

derzeit wohl auch einer der gefragtesten

Schauspieler in Hollywood. Der amerikanisch-kanadische

Muskelberg wurde 1972

in Kalifornien geboren und begann seine

Karriere als Footballspieler, bevor er Profi-Wrestler

wurde und damit in die Fußstapfen

seines Vaters und Großvaters stieg.

Viele Sportler, die einen ähnlichen Werdegang

beschritten, können jedoch nicht

ansatzweise mit den schauspielerischen

Erfolgen von „The Rock“ mithalten. Derzeit

ist er im Film „Jumanji 2“ in unseren

Kinos zu bewundern. In diesem Artikel

sehen wir uns an, was Dwayne Johnson

anders als alle anderen macht und welches

seine Erfolgsfaktoren sind.

Wenn Niederlagen der Beginn einer Siegesserie

sind

Das sportliche Gen wurde Johnson von

seinem Vater in die Wiege gelegt, der selbst

ein afrokanadischer Wrestler (Künstlername

Rocky Johnson) war. Auch dessen Frau

hatte Bezug zum Wrestlingsport, da sie die

Tochter des samoanischen Wrestlers, Peter

Maivia, war. Seine

beeindruckende

Physis spielte er an

der University of Miami

im dort ansässigen

Football-Team

aus. Sein Talent verschaffte

ihm sogar

einen Platz im National-Championship-Team.

Der Weg

zum Profi-Footballer

schien vorgezeichnet. Doch er konnte ihn,

wortwörtlich, nicht gehen, da eine schwere

Knieverletzung ihn dazu zwang, die

Football-Karriere an den Nagel zu hängen.

Nach seinem Universitätsabschluss in Kriminologie

1995 versuchte er sich als Profi-Wrestler,

wie sein Vater und Großvater.

Mit sehr großem Erfolg. Er eilte von Sieg

zu Sieg.

»Er sah keinen Grund, die

eigenen Erwartungen ans

Leben herunter zu schrauben.

Und er hatte stets den Schlüssel

für alle späteren Erfolge in

der Hand, sich selbst […]«

Der legitime Nachfolger von Arnold

Schwarzenegger

Ab 2001 jedoch rückte eine andere Tätigkeit,

nämlich die des Schauspielens, mehr

und mehr in den Fokus von Johnson,

nachdem er bereits

kleinere Rollen

in den Serien

„Die wilden 70er“

und in „Star Trek:

Raumschiff Voyager“

erfolgreich

bekleidete. Seinen

ersten Auftritt in

einer Action-Rolle

verkörperte er in

„Die Mumie kehrt

zurück“. Dieser Film stellt den Startschuss

einer sensationellen Filmkarriere dar.

Denn die Produzenten entschlossen sich,

ein Prequel zur Mumie zu drehen – The

Scorpion King – in welchem Johnson die

Hauptrolle spielte. Er führte, aufgrund

seiner Erfahrung als Wrestler, beinahe alle

Stunts selbst durch und wusste zu begeistern.

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

EIN FELS IN

DER BRANDUNG

Bilder: Imago images/Picturelux, Ronny Barthel

Der Film: „Welcome to the jungle“ bescherte

ihm sogar eine Nominierung für den

MTV Movie Award, was Zeitungen dazu

veranlasste, ihn als Nachfolger von Arnold

Schwarzenegger zu titulieren.

Das Imperium Johnson

Viele weitere Filme wie die „Fast-and-thefurious-Reihe“

folgten. Deshalb beschloss

er, mit seiner ehemaligen Frau, Dany Garcia,

eine Produktionsfirma zu gründen – die Seven

Bucks Productions, die fortan eine Vielzahl

von Johnson´s Projekten realisierte. Der

aktuelle Blockbuster: „Jumanji 2“ produziert

Dwayne ebenfalls selbst.

Derzeit führt Johnson die Liste der bestbezahlten

Hollywood-Schauspieler an. 2018

verdiente er beispielsweise knapp 124 Millionen

Dollar an Gagen. 2017 wurde er sogar

in den elitären Kreis der Academy of Motion

Picture Arts and Sciences (AMPAS) aufgenommen,

die für die Verleihung der Oscars

zuständig ist.

All dies zeigt, dass Dwayne Johnson ein

mittlerweile mehr als respektierter Schauspieler

auf den Filmbühnen dieser Welt ist,

der nicht nur wegen seiner Größe und seiner

muskulösen Statur Erfolg hat. Sehen wir

uns genauer an, was die wahren Gründe sein

könnten.

Mit 7 Dollar zum Erfolg

Es ist tatsächlich so, dass Johnson 1995 nur

mehr 7 Dollar in der Tasche hatte – dies ist

auch der Grund, weshalb seine Produktionsfirma

„7 Bucks“ heißt. Seine Knieverletzung

stellte den Tiefpunkt seines Lebens

dar. Viele würden ihre Träume aufgeben und

einen „normalen“ Job suchen. Nicht so „The

Rock“. Er sah keinen Grund, die eigenen

Erwartungen ans Leben herunter zu schrauben.

Und er hatte stets den Schlüssel für alle

späteren Erfolge in der Hand, sich selbst:

„1995 hatte ich noch sieben Dollar in meiner

Tasche und wusste eine Sache: Ich bin

verdammt pleite und eines Tages werde ich

es nicht mehr sein“. Dazu gehört natürliche

eine große Portion Selbstvertrauen: „Wenn

du morgens aufstehst und deine Füße den

Boden berühren, sagt der Teufel ‚Ach scheiße,

er*sie ist wach.‘ Diese Person solltest du

sein!“.

Wie Sie sehen, spielt es überhaupt keine Rolle,

von wo aus Sie starten. Das Fundament

für jeden Erfolg, aber eben auch Misserfolg,

stellen Sie selbst dar: „Erfolg beginnt immer

mit Selbstdisziplin. Es beginnt mit dir“.

Michael Jagersbacher

ist Kommunikationstrainer, Unternehmer und

Buchautor. Auf seinem Blog unter www.michael-jagersbacher.at

gibt er Tipps, wie man

sympathischer wird und mehr Profil erhält.

Selbstmitleid

Wie Sie anhand seines Werdeganges sehen,

gibt es nur selten den geraden Weg des Erfolges.

Sein Weg als Profi-Footballer war vorgezeichnet,

doch sein Knie hatte etwas dagegen.

Statt sich selbst zu bemitleiden, wurde

Johnson aktiv und ging weiter voran. Statt

kleinere Brötchen zu backen, ging er sogar

noch etliche Schritte weiter: „Don’t be afraid

to be ambitious about your goals. Hard work

never stops. Neither should your dreams”.

Um dies zu realisieren, nützt es nicht, sich

selbst zu bemitleiden, sondern wieder die

Kontrolle über das Steuer des eigenen Lebens

zu übernehmen, wenn es mal nicht so

läuft, wie erwartet: „When life puts you in

tough situations, don’t say “Why me”, just say

“Try me”. Bleiben Sie stets lösungsorientiert

und arbeiten Sie hart an der Realisierung Ihrer

Träume.

Inspiration für die Massen

Beinahe 170 Millionen Follower weist „The

Rock“ auf Instagram auf. Das macht ihn natürlich

für Sponsoring-Deals jeglicher Art

interessant. Doch nicht nur das. Mittlerweile

geht sogar das Gerücht um, dass Johnson in

naher Zukunft für das Amt des amerikanischen

Präsidenten kandidieren könnte.

Auch hier zeigen sich Parallelen zur Geschichte

von Arnold Schwarzenegger, doch

Dwayne könnte es, zumindest aus formaler

Sicht, tatsächlich schaffen.

Er ist vor allem deshalb so beliebt, weil er

Scherze auf seine Kosten nicht übelnimmt

und zeigt, dass er nicht nur das Trainings-Tier

ist, sondern vor allem auch ein

liebender Familienvater und ein Genussmensch.

Seine Pancake-Fotos sind im Netz

der Renner. Ein Bild, das den Muskelberg

beim Tee mit seiner kleinen Tochter zeigt,

weist beinahe 8 Millionen Likes auf.

Mit seiner Lockerheit und Vielschichtigkeit

könnte vielleicht wirklich eines Tages „The

Rock“ ins weiße Haus einziehen und dort

für Ordnung sorgen…

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25


Einstellung

Erfolg braucht

kein talent

Der Schlüssel zu Höchstleistungen

in jedem Bereich

Brasilien bringt deshalb so

viele Stars hervor, weil brasilianische

Spieler seit den Fünfzigerjahren

mit einer Methode

trainieren, mit der sie

die Balltechnik schneller erlernen als mit

irgendeiner anderen Methode. Wie eine

Nation von Clarissas haben die Brasilianer

eine Technik entwickelt, mit der sie ihre

Lerngeschwindigkeit vervielfachen, und

wie Clarissa sind sie sich dessen kaum bewusst.

Ich nenne diese Methode »aktives

Lernen«, und wie wir noch sehen werden,

findet sie nicht nur im Fußball ihre Anwendung.

Was aktives Lernen bedeutet, lässt sich am

besten verstehen, wenn man es selbst ausprobiert.

Sehen Sie sich folgende Liste einige

Sekunden lang an und verwenden Sie

auf jede der beiden Spalten dieselbe Zeit.

Legen Sie nun das Buch zur Seite und versuchen

Sie, sich an so viele Paare wie möglich

zu erinnern. Aus welcher Spalte stammen

die meisten der gemerkten Paare?

A

Meer/Brise

Blatt/Baum

süß/sauer

Film/Star

Benzin/Motor

Schule/Universität

Truthahn/Füllung

Obst/Gemüse

Computer/Chip

Sessel/Sofa

Bei den meisten Menschen ist der Unterschied

erheblich: Sie erinnern sich an eine

weit größere Zahl der lückenhaften Paare

aus Spalte B. In Experimenten merken sich

die meisten Testpersonen dreimal so viele

Begriffe aus Spalte B wie aus Spalte A. Es

ist, als würde ihr Gedächtnis mit einem Mal

geschärft. Wenn es sich um eine Prüfung

handeln würde, dann würden Sie in Spalte

B um 300 Prozent besser abschneiden.

Aber Ihr Intelligenzquotient ist nicht

plötzlich in die Höhe geschnellt, als Sie

sich die rechte Spalte angesehen haben, Sie

haben sich nicht anders gefühlt, und – so

leid es mir tut – Sie sind nicht plötzlich

zum Genie geworden. Doch als sie die lückenhaften

Begriffe angesehen haben, ist

unbemerkt etwas Wichtiges passiert. Sie

haben eine Pause gemacht und ein paar

Millisekunden lang nachgedacht, und

diese paar Millisekunden waren entscheidend.

Sie haben sich die rechte Spalte nicht

anders angesehen als die linke – Sie haben

sie sich nur aktiver angesehen.

B

Brot/B_tter

Musik/T_xt

Sch_h/Strumpf

Telefon/H_rer

Chil_/Soße

Bleist_ft/Papier

Fluss/Sch_ff

Bi_r/Wein

Fernseher/Rad_o

Frühst_ck/Mittagessen

Nehmen wir ein weiteres Beispiel. Stellen

Sie sich vor, Sie treffen auf einer Party eine

Bekannte und versuchen verzweifelt, sich

an ihren Namen zu erinnern. Wenn Ihnen

jemand ihren Namen nennt, ist die Wahrscheinlichkeit

ziemlich groß, dass sie ihn

gleich wieder vergessen haben. Doch wenn

es Ihnen gelingt, sich selbst daran zu erinnern,

wenn Sie aktiv werden müssen und

nicht einfach nur passiv Information aufnehmen

– dann prägen Sie sich diesen Namen

ein. Das liegt nicht daran, dass diese Person

wichtiger wäre oder dass Sie plötzlich ein

besseres Gedächtnis hätten, sondern nur daran,

dass Sie selbst aktiver waren.

Oder nehmen wir an, Sie sitzen im Flugzeug

und sehen zum x-ten Mal dabei zu,

wie die Stewardess mit klaren Anweisungen

das Anlegen der Schwimmweste

vorführt. (»Auf Anweisung der Besatzung

ziehen Sie die Schwimmweste über den

Kopf, befestigen die Verschlüsse vorn und

ziehen die Gurte fest. Erst kurz bevor Sie

das Flugzeug verlassen, ziehen Sie an den

Auslösegriffen, um die Schwimmweste

aufzublasen. Sollte es erforderlich sein,

benutzen Sie die Ventile an den Seiten der

Weste, um diese aufzublasen.«) Nach einer

Stunde Flugzeit gerät die Maschine in Turbulenzen,

und der besorgte Kapitän fordert

die Passagiere auf, vorsichtshalber die

Schwimmwesten anzulegen. Wie schnell

wären Sie? Wohin gehören noch mal diese

Gurte? Und wie bläst man die Schwimmweste

auf?

Stellen Sie sich dagegen vor, Sie sitzen im

selben Flugzeug, doch diesmal schauen

Sie nicht zu, wie sich jemand anders eine

Schwimmweste anlegt, sondern Sie ziehen

sie selbst an. Sie legen sich die Weste

Bilder: Depositphotos/hkratky Cover: riva Verlag

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

Jürgen Melzer,

ist einer von nur fünf Österreichern,

die ein Grand-Slam-

Turnier gewonnen haben. Mit

seinen beiden Titeln im Doppel

und seinem Erfolg im Mixed

zählt er zu den erfolgreichsten

Tennisspielern Österreichs.

um und experimentieren selbst mit den

Gurten und Ventilen. Eine Stunde nach

dem Start gerät die Maschine in Turbulenzen

und der Kapitän fordert Sie auf,

Ihre Schwimmweste anzulegen. Wie viel

schneller wären Sie?

Aktives Lernen basiert auf einem Widerspruch:

Wenn wir uns zielgerichtet mit

einem Gegenstand auseinandersetzen

– und uns dabei das Recht zugestehen,

Fehler zu machen und dumm auszusehen

– dann werden wir klüger. Anders ausgedrückt,

Erfahrungen, die uns dazu zwingen,

uns langsam

Aktives Lernen basiert auf einem Widerspruch:

Wenn wir uns zielgerichtet mit einem

Gegenstand auseinandersetzen – und uns dabei

das Recht zugestehen, Fehler zu machen und

dumm auszusehen – dann werden wir klüger.

voranzutasten,

Fehler zu machen

und diese zu korrigieren

– so als

würden wir einen

vereisten Abhang

hinaufsteigen und

dabei immer wieder

straucheln und ausrutschen – machen

uns schnell und graziös, ohne dass wir es

bemerken.

»Wir stellen uns oft vor, wir müssten eine

Leistung vollkommen mühelos hinlegen

können, doch so lernen wir nichts«, erklärt

Robert Bjork, der Mann, von dem auch die

eben genannten Beispiele stammen. Bjork

ist Leiter der Psychologischen Fakultät der

University of California in Los Angeles und

beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem

Gedächtnis und dem Lernen. Er ist ein gut

gelaunter Tausendsassa, der wissenschaftliche

Statistiken zum Gedächtnisverlust

genauso gern erörtert wie die Frage, warum

manche Basketballstars (z. B. Shaquille

O’Neal) bei Freiwürfen so oft daneben werfen,

und was sie dagegen tun können.

»Was anfangs wie ein Hindernis aussieht,

kann sich langfristig als positiv herausstellen«,

meint Bjork. »Eine tatsächliche

Begegnung, und wenn sie nur ein paar

Sekunden lang dauert, nützt mehr als hundertmal

Zuschauen.« Als Beleg zitiert Bjork

ein Experiment des Psychologen Henry

Roediger von der Washington University

in St. Louis. Studenten sollten einen

naturwissenschaftlichen Text studieren

und wurden dazu in zwei Gruppen eingeteilt.

Gruppe A beschäftigte sich vier

Unterrichtsstunden lang mit dem Text.

Gruppe B erörterte den Text dagegen

nur eine Stunde lang und schrieb in den

folgenden drei Stunden Prüfungen. Eine

Woche später wurden die beiden Gruppen

erneut getestet. Gruppe B erzielte

um 50 Prozent bessere Ergebnisse als

Gruppe A. Die Studenten hatten nur ein

Viertel der Unterrichtszeit auf den Text

verwendet und trotzdem mehr gelernt.

Bjorks Studentin Catherine Fritz erzählt,

sie habe diese Erkenntnis auf ihr Studium

angewendet und ihren Notendurchschnitt

um eine ganze Note verbessert.

Der Grund, so Bjork, liege in der Anlage

des menschlichen Gehirns. »Wir halten

unser Gehirn oft für eine Art Tonbandgerät,

doch diese Vorstellung ist falsch.

Es handelt sich um eine lebendige Struk-

Auszug aus Daniel Coyles

„Erfolg braucht kein Talent“

Taschenbuch: 224 Seiten

Verlag: riva

ISBN-13: 978-3742311771

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

27


Einstellung

Jessica Ann

Simpson ist eine

bekannte US-amerikanische

Pop-Sängerin

und Schauspielerin, die

mehrere Platin-Auzeichnungen

und viele

weitere gewann.

Wir halten unser Gehirn oft für

eine Art Tonbandgerät, doch

diese Vorstellung ist falsch. Es

handelt sich um eine lebendige

Struktur, ein nahezu unendlich

großes Gerüst. Je mehr

Impulse wir erzeugen, indem

wir uns einer Schwierigkeit

stellen und diese überwinden,

umso größer wird dieses Gerüst.

Und je größer das Gerüst,

umso schneller lernen wir.

– Robert Bjork

tur, ein nahezu unendlich großes Gerüst.

Je mehr Impulse wir erzeugen, indem

wir uns einer Schwierigkeit stellen und

diese überwinden, umso größer wird

dieses Gerüst. Und je größer das Gerüst,

umso schneller lernen wir.«

Wenn wir aktiv lernen, setzen wir die geltenden

Gesetze außer Kraft. Wir nutzen

unsere Zeit effektiver. Ein kleiner Einsatz

zeitigt große, dauerhafte Ergebnisse. Wir

haben einen Hebel in der Hand, mit dessen

Hilfe wir unsere Fehler in Fähigkeiten

Wir müssen unsere eigene

Lernzone finden, das heißt, die

optimale Differenz zwischen

dem, was wir können, und

dem, was wir erreichen wollen.

Wenn wir diese Zone finden,

stellt sich ein gewaltiger

Lerneffekt ein.

– Robert Bjork

verwandeln können. Der einzige Trick besteht

darin, uns Aufgaben zu suchen, die

unsere bisherigen Fähigkeiten ein klein

wenig übersteigen und die unseren Bemühungen

ein klares Ziel vorgeben. Mit blindem

Wollen allein erreichen wir nichts,

mit konkretem Strecken sehr wohl.

»Wir müssen unsere eigene Lernzone

finden, das heißt, die optimale Differenz

zwischen dem, was wir können, und dem,

was wir erreichen wollen«, erklärt Bjork.

»Wenn wir diese Zone finden, stellt sich ein

gewaltiger Lerneffekt ein.« Aktives Lernen

steht im Widerspruch zu unseren gängigen

Vorstellungen, und zwar aus zwei Gründen.

Erstens widerspricht es unserer Vorstellung

dessen, was Talent ausmacht. Unsere Intuition

sagt uns, dass Lernen und Talent so

sind wie Schleifstein und Messer: Lernen ist

zwar wichtig, doch ohne eine solide Klinge

sogenannter angeborener Fähigkeiten

bleibt es nutzlos. Aktives Lernen eröffnet

dagegen eine faszinierende Möglichkeit:

Lernen könnte erheblich wichtiger sein als

jede angeborene Fähigkeit.

Zweitens erscheint uns aktives Lernen paradox,

weil wir plötzlich Dinge auf uns nehmen

sollen, die wir gern vermeiden würden

– Fehler nämlich –, um diese in Fähigkeiten

zu verwandeln.

Bilder: Deposithphotos/everett225

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

Warum es

Bullshit ist,

andere ändern

zu wollen

Der Weg zu mehr Toleranz und Erfolg

Bilder: Deposithphotos/IgorVetushko

Frau Kamm ist ein Morgenmuffel.

Wenn sie dann noch zusätzlich,

wie heute, verspätet zur

Arbeit kommt, sinkt ihre Stimmungstemperatur

unter null.

Ein Kollege hat ihr netterweise einen Kaffee

aus der Küche mitgebracht. Doch als Frau

Kamm einen Schluck nimmt, denkt sie nur:

„Schon wieder mit Zucker. Wir arbeiten seit

vier Jahren zusammen, und er hat es immer

noch nicht begriffen“. Und als die gut

gelaunte Projektassistenz das Büro betritt,

sich auf Frau Kamms Schreibtisch setzt und

ungefragt über den tollen Kinofilm plaudert,

den sie am Wochenende gesehen hat,

platzt Frau Kamm innerlich der Kragen:

„Hier haben wohl alle einen Knall“, denkt

sie, „können sich nicht einmal alle normal

benehmen?“.

Frau Kamms miese Laune hält noch einige

Stunden an und überträgt sich direkt und

indirekt auf die Kolleginnen und Kollegen

im Team. Viele sind plötzlich gereizt. Die

als Teamarbeit vorgesehene Projektarbeit

verkümmert zur mürrischen Kommunikation

auf Sparflamme. Der Arbeitseinsatz,

die Stimmung und die Performance leiden.

Spannend ist, dass vieles von dem, was Frau

Kamm von ihren Teammitgliedern sieht,

sie anders angehen/anders erledigen würde

(wenn man sie nur fragen würde!). Und das

zeigt sie – gerade an Tagen der schlechten

Stimmung – unmissverständlich. Das Team

reagiert mit Rückzug. Schlecht gelaunt geht

Frau Kamm abends nach Hause und regt

sich über ihre Kolleginnen und Kollegen auf.

Was sie nicht bemerkt hat: Sie ist mit voller

Wucht in die Bewertungsfalle und dem damit

verbundenen Werteverzehr getreten.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

29


Einstellung

Stromberg ist bekannt als einer der

miesepetrigsten Chefs des deutschen

Fernsehens. Er versucht geradlinig

und autoritär zu erscheinen, allerdings

sind seine bildhafte, unpräzise

Kommunikation, so wie unbeholfenes

und teils unsoziales Verhalten

passendere Beschreibungen seiner

Charakterzüge.

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bild: imago images/Lumma Foto, Johannes Meger Cover: GABAL Verlag

Pinguine im Affengehege

In die Bewertungsfalle gelangen wir regelmäßig.

Viele glauben zu wissen, wie „es

richtig geht“. Sei es beim Entfachen der

Holzkohle auf der Grillparty, bei der Kindererziehung,

wann der passende Moment

für die Anschaffung eines Eigenheims ist,

oder eben bei der Lösung von Aufgaben

im Unternehmen. Warum? Weil wir durch

unsere eigene Brille auf die Welt blicken.

Diese Brille ist geschliffen aus unseren persönlichen

Erfahrungen, unserer Prägung

und unseren Genen. Was für den Einen

wahr und „richtig“ ist, kann für die andere

Person absoluter Blödsinn sein. Diese Einordnung

ist eine Frage der Persönlichkeit,

der Prägung und der individuellen Wahrnehmung.

Dabei entscheiden nur wir selbst darüber,

ob wir uns über etwas aufregen oder nicht.

Frau Kamm bewertet im oben gezeigten

Beispiel ihre Teammitglieder negativ: Der

Kaffee mit Zucker und der Smalltalk ihrer

Kollegin. Das führt zu einer Reihe unschöner

Verkettungen. Mit Wertungen anderer

tun wir anderen (und uns selbst!) selten

einen Gefallen. Im Bewertungs-Modus

stoßen wir regelmäßig unseren Mitmenschen

vor den Kopf, distanzieren uns von

Kolleginnen und Kollegen (oder sie sich

von uns), trüben das Arbeitsklima und

beeinflussen Freude und Engagement im

Team. Wer seine Mitmenschen regelmäßig

nach eigenem Maßstab bewertet, kann

sich genauso gut im Zoo über die Pinguine

aufregen, weil diese nicht so gut klettern

können, wie die Affen. Und auf diese Idee

würden Sie sicher nicht kommen, oder?

„Warum es Bullshit ist, andere

ändern zu wollen“

von Nele Kreyßig,

erschienen beim GABAL Verlag

Der Blick in den Spiegel

Wenn wir denken, unsere Mitmenschen

müssen „die Welt“ genauso sehen, verstehen

und bewältigen, wie wir selbst, dann

ist Verwunderung und Konfliktpotenzial

vorprogrammiert, denn es wird selten

funktionieren, dass meine eigene Herangehensweise

und Strategie zufällig auch

die der Teammitglieder ist. In solchen

Fällen ehrlich und offen zu sein und die

Chance der anderen (nicht eigenen!) Lösung

und Strategie zu be- und ergreifen,

das unterscheidet nicht nur eine „normale“

Führungskraft von einer richtig guten

Führungspersönlichkeit, denn das gilt für

jede/n in den unterschiedlichsten Kontexten!

Souveräne und wachstumsorientierte

Menschen haben sich von der Idee

verabschiedet, andere müssen die eigene

Weltsicht teilen und sich genauso verhalten,

wie sie. Zu dieser Überzeugung bzw.

zu dieser Haltung kommt, wer den Blick

in den Spiegel wagt und sich mit den eigenen

Werten und Bewertungsmustern

auseinandersetzt.

Worauf lege ich Wert? Was ist für mich

„normal“? Welche Einflüsse haben mich

geprägt? Unter welchen Rahmenbedingungen

habe ich gelernt? Welche Menschen

waren dabei entscheidend? Im

dynamischen Tagesgeschäft denken wir

selten darüber nach, wer wir sind und warum

wir uns verhalten, wie wir uns verhalten.

Doch genau hier, in der Selbstreflexion,

liegt der Schlüssel dazu, mit sich selbst

und mit anderen besonnener, klüger und

damit erfolgreicher umzugehen. Wer sich

selbst versteht, kann auch andere besser

verstehen!

Vielfalt: Der Performance-Motor

Mitglieder erfolgreicher Teams setzen sich

mit ihren eigenen Werten und den Werten

ihrer Mitmenschen auseinander. Dabei betrachten

sie deren demografischen und sozialen

Kontext, Bildungshintergrund und

die unterschiedlichen Karrierewege. Dann

erarbeiten sie gemeinsame Werteschnittmengen

(„wie wollen wir miteinander

arbeiten/umgehen?“) und wertschätzen

und fördern gleichzeitig die Unterschiedlichkeit

im Team. Denn Vielfalt ist eine

wichtige und oft unterschätzte Ressource:

In einer zunehmend komplexen Wirtschaftswelt

brauchen Unternehmen und

Teams die Vielfalt an Erfahrungen, Kompetenzen,

Zukunftsbildern und Weltanschauungen

ihrer Belegschaft.

Wer sich davon verabschiedet, andere

ändern zu wollen und wem es gelingt,

die Unterschiedlichkeiten von Menschen

im beruflichen und privaten Umfeld als

Chance zu begreifen, kann mit zwei positiven

Effekten rechnen: Mit einer Unternehmenskultur

der gegenseitigen Akzeptanz

und Aufrichtigkeit. Und mit einem

wirtschaftlichen Produktivitätsschub. Die

Unternehmensberatung McKinsey hat das

2018 in der Studie „Leistung durch Vielfalt“

anschaulich dargestellt. Frau Kamm

würde gelassener im Unternehmen auftreten,

positiv und inspirierend auf ihre

Kollegen und Kolleginnen wirken und gemeinsam

deutlich bessere Ergebnisse und

Erfolge erzielen.

Nele Kreyßig

ist Geschäftsführerin des HRperformance Instituts

in Freiburg. Die HR-Fachfrau, Rednerin und

Unternehmerin ist eine gefragte Dolmetscherin

zwischen den Welten „Mensch“ und „Unternehmen“

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

31


Leben

Die Erfolgsgeschichte eines Basketball-Weltstars

Kobe

Bryant

Kobe Bryant war ein hervorragender

Hubschrauberpilot

und flog seit Jahren mit seinem

Sikorsky S-76 auch alltägliche

Strecken, um in Los

Angeles Termine, Basketballtraining oder

Spiele zu absolvieren. Am 26. Januar 2020

hob er wie immer ab, um zu einem Basketball-Turnier

in Calabasas zu fliegen. Doch

diesmal stürzte sein Helikopter westlich

von Los Angeles auf ein Feld. Der 41-jährige

und seine 13-jährige Tochter Gianna

starben, daneben noch weitere sieben Passagiere.

Zurück bleiben seine Frau Vanessa,

drei weitere Kinder und eine fassungslose

Basketball-Fangemeinde, die um

einen der größten Stars in der Geschichte

der NBA trauert.

Kobe Bean Bryant stammt aus einer Basketball-Familie.

Sein Vater war Joe "Jellybean"

Bryant, seine Mutter Pamela Cox,

beide Berühmtheiten der amerikanischen

Basketball-Szene. Sein Vater spielte einige

Jahre in der italienischen Basketballliga,

weshalb die Familie einige Jahre in Italien

lebte.

Wie nicht anders zu erwarten, spielte der

Junge in der Highschool Basketball. Er

probierte sich auf allen fünf Positionen

aus und holte mit seiner Schulmannschaft

bei 90 Spielen 77 Siege innerhalb von drei

Jahren. Am Ende der Schulzeit war er mit

2883 Punkten der erfolgreichste High

School Player in Southeastern Pennsylvania.

Es hagelte Auszeichnungen. Kein

Wunder, dass John Lucas, Coach der Philadelphia-76ers,

für die schon sein Vater

auf dem Feld stand, ihn schon während

der Schulzeit

einlud, mit den

76ers zu trainieren.

Natürlich hätte

er ein Sportstipendium

für

verschiedene

Colleges sicher

gehabt, aber da

ihn nichts als

Basketball interessierte,

ging

er mit 17 Jahren

lieber direkt zur

NBA Draft.

Im ersten Jahr in der NBA ließ ihn der

Coach meist nur als Auswechselspieler

aufs Feld. Dafür gewann er den Slam Dunk

Contest als mit 18 Jahren Jüngster in der

NBA-Geschichte. Er wurde in das NBA

All-Rookie Second Team gewählt, machte

zwar einige Fehler, spielte aber mutig und

wurfgewaltig.

In seiner zweiten Saison verbesserte er sich

weiter, wurde zum jüngsten NBA All-Star

Game Starter. In der dritten Saison, 1998–

1999, startete er endgültig durch und

spielte bei den Lakers als Guard in sämtlichen

Spielen in der Startaufstellung. Es

war dem Verein 70 Millionen Dollar wert,

den Jungspund weitere sechs Jahre für die

Lakers zu verpflichten.

Ab 1999 konnte nichts und niemand

Bryant als Shooting Guard stoppen. All-

NBA, All-Star, All-Defensive Team – überall

war er dabei. Im Team mit Shaquille

O'Neal wurden die Lakers unter Coach

Phil Jackson über Jahre zu heißen Meisteraspiranten.

2002, als er 23 Jahre alt wurde,

war er der jüngste Spieler, der je drei Meisterschaften

gewonnen hatte.

2003/2004 musste er sich wegen des Vorwurfs

eines sexuellen Übergriffs vor Gericht

verantworten. Angeblich hatte er

eine 19-jährige Hotelangestellte in seinem

Hotelzimmer vergewaltigt. Bryant gab zu,

Sex mit der Anklägerin gehabt zu haben,

dieser sei aber einvernehmlich gewesen.

Nachdem die junge Frau sich weigerte,

auszusagen, wurde die Anklage fallen

gelassen. Eine spätere Zivilklage der Hotelangestellten

wurde außergerichtlich

beigelegt, und beinhaltete eine öffentliche

Entschuldigung des Basketballstars, ohne

dass er sich zu einer Schuld bekannte. In

der darauffolgenden Saison schlug sich

die mentale Be-

In der dritten Saison, 1998–

1999, startete er endgültig

durch und spielte bei den

Lakers als Guard in sämtlichen

Spielen in der Startaufstellung.

Es war dem Verein 70 Millionen

Dollar wert, den Jungspund

weitere sechs Jahre für

die Lakers zu verpflichten.

lastung durch

den Fall und

der damit einhergehende

Imageverlust

fürchterlich in

seiner Leistung

nieder.

Sein Trainer

Phil Jackson

schrieb in dieser

Zeit ein

Buch "The

Last Season:

A Team in Search Of Its Soul", in dem er

Kobe Bryant extremes Talent aber charakterliche

Mängel attestierte, insbesondere

einen befremdlichen Mix aus Arroganz,

Borniertheit und Unreife. Die übrigen

Teamkollegen bekamen bei weitem positiveres

Feedback.

Als Shaquille O'Neal und Phil Jackson das

Team verließen, saß der Verlust der Mannschaft

schwer im Genick. Erst 2005/2006

konnte Phil Jackson wieder als Lakers

Coach zurückgewonnen werden und kurz

darauf konnte Bryant an alte Leistungen

Bild: Depositphotos/ProShooter

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

Kobe Bryant zählt zu den erfolgreichsten

Basketball-Spielern der NBA Geschichte

und wurde damit zum Vorbild für viele

junge Menschen und Basketball-Spieler.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

33


Leben

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

Bild: Depositphotos/SamAronov

anknüpfen. 2006 begruben Kobe Bryant

und Shaquille O'Neal ihre jahrelang gehegte

Feindschaft mit einer Umarmung.

Kaum sechs Tage danach lieferte Bryant

in einem Match gegen die Toronto Raptors

mit 81 Punkten die zweithöchste jemals

von einem Spieler erreichte Punktzahl in

einem NBA-Spiel ab.

Eine Knieoperation verhinderte seinen Einsatz

in der darauffolgenden Saison. Dafür

lief er 2006/2007 wieder auf und konnte die

Saison als Top-Scorer abschließen.

Kobe Bryant bekam 2009/10 als jüngster in

der NBA Geschichte seine 25.000 erspielten

Punkte voll. Die Lakers sicherten sich ihren

Top-Sportler 2010 für weitere drei Jahre und

ließen dafür insgesamt 87 Millionen Dollar

Gehalt fließen. Der Sportler bedankte sich,

indem er der Mannschaft half, zum fünften

Mal Meister zu werden. Die nächsten Jahre

verflogen in einem Rausch an Erfolgen für

den baumlangen Afroamerikaner.

2013 endete die Glückssträhne aprupt mit

einem Achillessehnenriss, den zu kurieren

ihn acht Monate kostete. Kaum wieder

im Einsatz brach er sich nach dem sechsten

Spiel den seitlichen Schienbeinkopf

und fiel für den Rest der Saison aus. Hier

zeigte sich deutlich, was er bisher zum Erfolg

der Lakers beigetragen hatte, denn die

Mannschaft spielte ohne ihn die schlechteste

Saison der Vereinsgeschichte. Erst

zur Saison 2014/15 kehrte Bryant für seine

19. NBA-Saison zurück aufs Spielfeld. Im

Januar 2015 riss er sich die Schulter-Rotatorenmanschette

und wurde nach einer

Operation für den Rest der Saison krankgeschrieben.

Als er ins All-Star Game berufen

wurde, winkte er ab und kündigte

an, seine aktive Spielerkarriere zum Ende

der Saison zu beenden. Am 13. April 2016

erspielte er in seinem letzten Spiel mit den

Lakers gegen Utha Jazz mit 60 erzielten

Punkten einen 101:96 Sieg.

Musikalische Gehversuche

Weniger bekannt ist, dass Koby Bryant seit

der Highschool als Rapper in der Gruppe

"Cheizaw" auftrat. Sony Entertainment nahm

„Cheizsaw“ unter Vertrag, versuchte jedoch

schnell, die Gruppe zu zerschlagen. Man

wollte von Bryants NBA-Ruhm und Jugend

profitieren und ihn als Einzelstar herauszubringen.

1997 trat er bei einem Sway & King

Tech Konzert auf, nahm auch eine Strophe

Mamba, das trifft mich wirklich hart. Ich werde mich

immer daran erinnern, wie ich nach Spielen heimgekommen

bin, damit ich dir zuschauen konnte, wie du

das vierte Viertel dominierst! Du hast so viele rund um

die Welt inspiriert, mich eingeschlossen. Du wirst immer

vermisst werden. An dich wird sich immer erinnert werden.

Du wirst immer geliebt werden. Ruhe in Frieden

mit deinem Engel Gigi. Tiefstes Mitgefühl an Vanessa,

die Mädchen und allen Freunden und Familien derer,

die heute ihr Leben verloren haben!

– Dirk Nowitzki

für "Hold Me" auf und ist sogar auf O'Neals

Platte "Respect" mit "3 X's Dope" zu hören.

Bryants Underground Hiphop war Sony

nicht massentauglich genug, also versuchte

man, ihn dahingehend zu formen. Für sein

Debutalbum "Visions" wurde 2000 unter

anderem Tyra Banks verpflichtet, trotzdem

fiel der Testlauf beim Publikumg gründlich

durch. Sony ließ Bryant fallen wie eine heiße

Kartoffel. Daraufhin mitbegründete Bryant

selbst das Indipendent Plattenlable "Heads

High Entertainment", das sich nicht mal ein

Jahr hielt. Bryant wirkte noch in verschiedenen

Songs mit, eine nennenswerte Musikkarriere

wurde daraus jedoch nie.

Werbepartner Bryant

Natürlich wurden dem Überflieger jede

Menge lukrativer Werbeverträge angeboten.

1996/97 wurde er für sechs Jahre das

Adidas-Gesicht für 48 Millionen Dollar,

seine Unterschrift zierte den Equipment

KB 8 Schuh. Für Coca-Cola bewarb er

Sprite, lächelte von McDonald's Anzeigen.

Spalding's NBA Infusion Ball wurde von

ihm ebenso promoted wie Nutella und die

Russel Corporation. Nintendo brachte eine

eigene Videospielserie mit ihm heraus. Die

Vergewaltigungs-Anklage führte dazu, dass

er viele Werbepartner verlor. Nur Nike Inc.

stand zum kurz vor dem Vorfall unterschriebenen

40-45 Millionen Dollar Deal.

Nachdem es keinen Schuldspruch gegeben

hatte, kam Coca-Cola mit seinen Energy

Brands und Vitamin-Wasser Produkten zurück.

Einige Videos für die NBA zeigen ihn

ebenso wie Werbung für das Guitar Hero

World Tour Videospiel. Nike brachte mit

ihm weitere Schuhmodelle wie die Zoom

Kobe I-V auf den Markt. Nubeo warb mit

seinem Gesicht für Sport- und Luxusuhren

der "Black Mamba collection". Ab 2010

warb er zwei Jahre für Turkish Airlines.

Eigene Unternehmen

Kobe Bryant warb nicht nur für andere,

sondern gründete auch Kobe Inc., um

Sport-Marken zu versammeln und groß zu

machen. So kaufte er sich 2014 für sechs Millionen

Doller mit 10 Prozent bei Bodyarmor

SuperDrink ein. Inzwischen ist der Wert

seines Anteils auf etwa 200 Millionen Dollar

gestiegen.

Mit Jeff Stiebel gründete er 2016 die Venture

Capital Firma Bryant-Stibel. 100 Millionen

war es ihm wert, in verschiedene Medien-,

Daten-, Spiel- und Technologiefirmen zu

investieren. 2018 gewann Bryant mit seinem

Kurzfilm "Dear Basketball" den Academy

Award for Best Animated Short Film".

Dirk Nowitzki, der Bryant gut kannte

und sehr schätzte, schrieb zum Nachruf:

"Mamba, das trifft mich wirklich hart. Ich

werde mich immer daran erinnern, wie ich

nach Spielen heimgekommen bin, damit

ich dir zuschauen konnte, wie du das vierte

Viertel dominierst! Du hast so Viele rund

um die Welt inspiriert, mich eingeschlossen.

Du wirst immer vermisst werden. An

dich wird sich immer erinnert werden. Du

wirst immer geliebt werden. Ruhe in Frieden

mit deinem Engel Gigi. Tiefstes Mitgefühl

an Vanessa, die Mädchen und allen

Freunden und Familien derer, die heute

ihr Leben verloren haben!"

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35


Story

DER WASSER-

VERKÄUFER

Günter Brandl schenkt dazu reines Wasser ein

Günter Brandl ist einer der erfolgreichsten

Vertriebsexperten, Coachs und Speaker im

deutschsprachigen Raum. Er ist seit vier Jahrzehnten

erfolgreicher Vollblutunternehmer und

Selfmade-Millionär.

Wasser, kühl und klar –

nichts stillt den Durst

besser, ist besser verträglich

für den Körper.

Zwei Liter soll ein

erwachsener Mensch davon täglich zu sich

nehmen, damit im Körper alles rund läuft

und er sich entgiften kann. Dafür muss das

Wasser aber vor allem eines sein: von hervorragender

Qualität. Gerade Kleinkinder,

ältere und Menschen mit geschwächtem

Immunsystem sind besonders auf schadstofffreies

Wasser angewiesen. Wenn das

Leitungswasser das nicht bieten kann, greift

der Kunde zur Mineralwasserflasche.

Doch als Nierenpatient hat Günter Brandl

seine ganz eigenen Erkenntnisse, was auf so

manch schickem Label steht, beispielsweise

„bei schwerer Herz- und Niereninsuffizienz

nicht trinken“. Als er sich 2005 einer Chemotherapie

unterziehen musste, ermahnte ihn

der Professor: „Jetzt müssen Sie viel Wasser

trinken, reines Wasser.“ Nach jeder der Sitzungen

fiel dieser Satz. Als er ihn zum dritten

Mal hörte, machte sich Brandl, für den

bis dato Wasser einfach Wasser gewesen

war, darüber Gedanken und recherchierte

„reines Wasser“. Er stieß auf Informationen

und Begriffe wie Quellwasser, Trinkwasser,

Leitungswasser, blaues Gold, Tafelwasser,

Mineralwasser, destilliertes Wasser, gefiltertes

Wasser, Brauchwasser. Er entdeckte

verschiedene Mineralwässer, die als „reine

Bergquellwässer“ angeboten werden, Mineralwässer

mit sehr geringem Mineraliengehalt

– was ihn sehr irritierte. Schließlich ist ja

weithin bekannt, dass der Körper Mineralien

benötigt und über das Wasser aufnimmt.

Ist das so? So lässt es einen zumindest die

Werbung vieler Mineralwasser-Hersteller

glauben. Außerdem fand er unzählige

Möglichkeiten der Wasseraufbereitung und

Filterung. Er las über Anlagen, die Schwermetalle,

Hormone, Arsen, Zyanid, Nitrate,

Fungizide, Pestizide, Medikamentenrückstände

und vieles mehr aus dem Wasser

absorbieren können. Brandl war irritiert,

warum es überhaupt so viele Filter und Filtertechniken

angeboten werden, wenn das

Wasser in Deutschland nachweislich beste

Qualität hat. Er fand Geräte, die klares,

weiches und reines Wasser ohne jegliche

Fremd- und Schadstoffe aus Leitungswasser

produzieren. Drei Monate dauerten die

Recherchen, in denen er mehr als 300 Webseiten

und Onlineshops fand, die Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen

anbieten

und verkaufen. Auf etwa jeder dritten Seite

stand: „Zukunftsmarkt Wasser!“

„Als langjähriger Vertriebs- und Marketingprofi

fragte ich mich: Warum habe ich in all

den Jahren noch nichts von diesem Markt,

,dem Markt der Zukunft‘, wie er immer

wieder beschrieben wurde, gehört?“, erzählt

Brandl über die Ursprünge seines Geschäfts

und führt aus: „Ich trank seither nur noch

reines Bergquellwasser und entschied mich,

auch geschäftlich in dieser Branche tätig zu

werden“. Im September 2006 suchte er gemeinsam

mit seiner Frau Christine nach

einem geeigneten Hersteller, der ihrer Philosophie

„Nur das Beste oder nichts“ entsprach.

Nach etlichen Anläufen fanden sie

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Story

Bild: Stefan Winterstetter, Blitz und Pixel Martin Schäuble

einen Hersteller, dessen Anlage alle Probleme

der Membran- bzw. Osmose-Technologie

löste. Schlag auf Schlag wurden ein

Vertriebskonzept und die Verkaufsunterlagen

erstellt. Innerhalb von nur vier Wochen

wurde der Vertrieb im Juni 2007 aufgenommen.

„Ein Geschäft mit einem Produkt

für einen 100-Prozent-Markt,

mit Aha-Effekten und Nachfolgegeschäft;

ein Produkt, mit dem man

durch den Eigenverkauf an Endkunden

mehr als seinen Lebensunterhalt

– je nach Fleiß – ohne einen

einzigen Mitarbeiter verdienen

kann“, begeistert er sich.

Natürlich gab es auch Durststrecken.

Die größte Herausforderung

war sicherlich seine Krankheit, die

ihn zu fünf Jahren Dialyse zwang, dreimal

wöchentlich für sieben Stunden, und in einer

Nierentransplantation mündete. Nur durch

Selbstdisziplin, Ausdauer, starken Willen

und die uneingeschränkte Unterstützung

der Familie schaffte er es, die Firma weiter

zu leiten und wieder zu gesunden. Aber insgesamt

sieht Brandl sein Leben als großen

Erfolg: „Wenn ich aber einzelne Punkte benennen

soll, dann ist der mit Abstand größte

Erfolg meine Tochter, auf die ich sehr stolz

bin. Auch ein sehr großer Erfolg ist, dass ich

mehrere Unternehmen mit Millionenumsätzen

selbst aufgebaut habe und unzählige

Menschen zum Erfolg führen durfte.“

Eine riesige Leistung, wenn man die Anfänge

bedenkt. Als gelernter Schreiner merkte

er schon früh, dass der Lohn davon allein

nicht für mehr als ein sehr bescheidenes

Leben reicht. Auf der Suche nach weiteren

Verdienstmöglichkeiten kam er mit Direktvertrieb

in Kontakt. Sein damaliger Vermieter

holte ihn ins Boot, als es darum ging,

Luftbilder von Häusern an der Haustür an

die darin lebenden Besitzer zu verkaufen.

Anfangs klingelte noch sein Vermieter bei

den Leuten und ließ den jungen Brandl zuschauen,

später sollte er selbst verkaufen.

Allerdings kam ihm seine Schüchternheit

in den Weg, überhaupt erst zu klingeln. Erst

als sein Vermieter nochmals mit ihm an die

Haustür kam und klingelte, lernte er über

seinen Schatten zu springen. „Mir fiel alles

in die Hose: Ich stotterte nicht schlecht,

aber das Eis war gebrochen“, erinnert er

sich und sinniert kopfschüttelnd: „In allen

möglichen Situationen, in denen es auf

nichts ankommt, haben wir Mut, aber an

der Haustürglocke versagen wir, oder besser

gesagt, ich tat es damals.“ Trotzdem verkauften

sein Mentor und er an diesem Tag

Bilder für 760 DM. In der nächsten Woche

zog er erfolgreich allein los. Nach einigen

Jahren in der Luftbild-Branche wechselte er

in den Direktvertrieb von Staubsaugern bei

Kirby. Er baute sein eigenes Unternehmen,

die Günter Brandl GmbH, mit mehr als 20

Millionen DM Jahresumsatz auf, das er fast

20 Jahre lang führte und aus gesundheitlichen

Gründen verkaufte. Nach drei Jahren

Als langjähriger Vertriebs- und

Marketingprofi fragte ich mich:

Warum habe ich in all den Jahren

noch nichts von diesem Markt, ,dem

Markt der Zukunft‘, wie er immer

wieder beschrieben wurde, gehört?

Auszeit brachte ihn sein gesundheitlicher

Zustand auf Noni-Saft und damit in Kontakt

mit Network Marketing. Er nutzte die

Gelegenheit und akquirierte in zweieinhalb

Jahren 12.000 Vertriebspartner, wobei er

ein ganz neues System entwickelte, in welchem

keiner der neuen Vertriebspartner

weitere Vertriebspartner anwerben durfte.

Außergewöhnlich in der Branche. Obwohl

er in nur zweieinhalb Jahren die höchste

Position erreichte, war das Einkommen weit

entfernt von dem, was er in seiner Zeit im

klassischen Direktverkauf verdiente. Heute

erinnert er sich: „Auch mein Führungskreis

erzielte weitaus weniger Einkommen als

früher. Gemeinsam mussten wir feststellen,

dass wir uns dieses Geschäft wegen zu

geringer Einkommensmöglichkeiten nicht

leisten konnten. „In dieser Zeit kam die gesundheitliche

Flaute, die schließlich in das

Wasser-Geschäft mündete, das heute

mehr als hervorragend läuft.

Aber es müssen ja nicht alle auf die

harte Tour ihren Weg zum Erfolg

finden. So bietet Günter Brandl

seit Jahrzehnten erfolgsorientierten

Menschen an, die Vorteile

des Direktvertriebes kennenzulernen.

Er ist überzeugt, dass sie

mit dem Beruf des Verkäufers im

Direktvertrieb die Möglichkeit

haben, ihre Träume realisieren zu

können, mit sofort fünf- bis siebenstelligem

Verdienst, ohne immense Startinvestitionen.

„Ich will den Leuten bewusster

machen, was der Direktvertrieb eigentlich

ist. Viele glauben, das wäre das typische

Haus-zu-Haus-Geschäft. Wer nach

meinem Konzept arbeitet, das seit 39

Jahren sehr erfolgreich funktioniert, wird

immer genügend Adressen und Termine

haben und damit Verkäufe erzielen. Entscheidend

hierfür ist sicher das Produkt“,

versichert Günter Brandl und nimmt genießerisch

einen Schluck Wasser – natürlich

reines Wasser.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

37


Einstellung

I ME

Warum Selbstliebe oft missverstanden wird und

warum sie der Schlüssel für Erfolg ist

Als junger Mann hat mich

vor allem eins interessiert –

Erfolg.

Erfolg war für mich wie eine

Jagd. Auch heute liebe ich

es noch zu jagen, meine Grenzen herauszufordern

und mich an großen Zielen zu

messen. Doch nicht mehr um jeden Preis.

Ja, ich gebe es zu. Ich habe vor ca. 15 Jahren,

mehr oder weniger zufällig, das Thema

Selbstliebe für mich entdeckt. Auch

heute werde ich noch manchmal gefragt,

wie ein Erfolgstrainer, Unternehmer und

Businesspunk dazu kommt, Bücher über

Selbstliebe zu schreiben? Ganz einfach:

Weil Du ohne Selbstliebe jeden Erfolg vergessen

kannst.

Ein Mensch, der sich nicht liebt, ist wie ein

Fass ohne Boden. Keine Trophäe dieser Welt

kann das Loch stopfen, das Deine Selbstablehnung

in Dir offenhält.

Die Qualität Deiner Beziehung zu Dir ist

der Schlüssel zu allem, und alles, was Du

erlebst, ist ein Spiegel dieser Qualität.

Deine Partnerschaft, Deine Familie, Deine

Arbeit, Deine Finanzen und selbst Deine

Beziehung zu Gott zeigen Dir, ob beziehungsweise

wie sehr Du Dich liebst.

Ein Mensch, der sich nicht mag, kreiert unerfüllte

Beziehungen. Er kämpft um oder in

seiner Arbeit. Er verbiegt sich für Geld und

wenn er es hat, kann er es nicht richtig genießen.

Er wird eher krank als andere und erlebt

mehr Stress als nötig. Er erschafft zynische

Welten oder strafende Götter.

Der Autor Veit Lindau gilt als der Experte für

eine integrale Selbstverwirklichung des Menschen

im deutschsprachigen Raum. Er arbeitet

als Coach und Trainer und hat viele Bestseller-Bücher

geschrieben.

Wenn Du Dir hart begegnest, hastest Du

verkrampft durchs Leben. Wo andere

Wunder, Möglichkeiten und Geschenke

entdecken, stößt Du auf verschlossene

Türen und unüberwindbare Hürden. Du

bist davon überzeugt, dass Du Dir Glück

angestrengt verdienen musst. Das beweist

Du Dir und anderen durch die Erlebnisse,

die Du unbewusst produzierst. Das Leben

wird zu einem ewigen Krampf und Kampf.

Die Möglichkeiten fliegen Dir nicht zu

– wie es natürlicherweise der Fall wäre –

sondern Du rennst ihnen hinterher. Klingt

das anstrengend?

Es ist anstrengend. Für alle Beteiligten

und für Dich. Ich weiß, wovon ich spreche,

denn in meinem Leben war alles ein

Kampf. Ich habe um Liebe gekämpft. Ich

habe um Erfolg gerungen. Doch eigentlich

habe ich nur mit einem einzigen Wesen

Krieg geführt – mit mir selber. Nach

mittlerweile fünfundzwanzig Jahren der

Suche und des Findens und der Arbeit mit

tausenden Menschen wage ich zu behaupten:

Die Krankheit der Selbstablehnung ist

weitaus verbreiteter, als es auf den ersten

Blick scheint. Nicht jeder, der begeistert

von sich redet, mag sich wirklich. Nicht jeder,

der anderen Menschen Liebe schenkt,

hat genug für sich übrig. Der innere Krieg

der Selbstablehnung findet zum Teil auf

offenen Schauplätzen statt – wie zum Beispiel

bei einer zerstörerischen Sucht –,

doch meistens äußert er sich leise:

Bilder: Paradies Session, imago images/MediaPunch

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

Lizzo ist eine US-amerikanische

Sängerin, Rapperin und Songschreiberin.

Ihre Musik bewegt sich zwischen

Genres wie Pop, R&B und

Hip-Hop und widmet sich dabei

Themen wie Diversität und Body

Positivity.

◆ In einer Berufswahl, die uns unglücklich

macht.

◆ In Zielen, die nicht unser Herz erfüllen,

sondern unser Image füttern sollen.

◆ In der tragischen Verwechslung unseres

eigenen Wertes mit dem Preis der Uhr an

unserer Hand.

◆ In unserem Perfektionsdrang und Optimierungswahn.

◆ In der Sabotage unseres Erfolgs und

Glücks.

◆ In dem Unvermögen, den Weg hin zu

unseren Zielen dankbar und entspannt

genießen zu können,

◆ In einer angespannten Beziehung zur

Welt, zur Schöpfung oder wie auch immer

Du es nennst.

◆ In zu wenig Lachen, zu wenig Spiel, zu

wenig Abenteuer.

◆ In dem Versuch, diese Schmalspurversion

unseres Lebens auch noch zu verteidigen

nach dem Motto: „Das Leben ist

eben kein Wunschkonzert“.

Meistens sind es eine Krise, pure Erschöpfung

oder ein Moment der Gnade, die Dich

zu einer radikalen Entscheidung zwingen:

Bist Du bereit, Dich selbst endlich anzunehmen,

und zwar genauso wie Du bist?

Leider sind Worte wie „Liebe“ oder „Hingabe“

in unserer Zeit zu abgedroschenen,

zu tausendfach missbrauchten Phrasen verkommen.

Trotzdem ich möchte es wagen,

ein so einfaches und oft wiederholtes Wort

wie Selbstliebe mit Dir zu teilen. Denn es

enthält eine heilsame und gleichsam explosive

Botschaft. Die Wahl, Dich so zu lieben,

wie Du bist, löst in einer zwanghaften

Leistungsgesellschaft eine kleine Erschütterung

aus. Ein Mensch, der sich auch in seinen

schwächsten Stunden annehmen kann,

ist frei und autark. Da er nicht um Anerkennung

betteln und um Sicherheit kämpfen

muss, lässt er sich nicht mehr in das absurde

Hamsterrad der Geschäftigkeit einspannen

– er gewinnt seine Würde zurück.

Wenn es Dir gelingt, in Dir auf eine entspannte

und ehrliche Weise nach Hause

zu kommen, wirst Du Dir Deine Ziele wesentlich

weiser aussuchen, den Weg dahin

lässiger gehen und guten Erfolg natürlich

anziehen.

◆ Wirklich erfolgreiche Menschen leben

auch erfüllt.

◆ Sie sind nicht talentierter als andere. Sie

mögen sich mehr. Sie achten sich tiefer.

Sie wissen, dass ihnen Glück und Erfolg

zusteht.

◆ Das Urteil, welches Du tief in Dir über

Dich selbst fällst, ist DAS zentrale Urteil

Deines Lebens. Es ist die Wurzel der von

Dir erfahrenen Realität.

◆ Hol Dich nach Hause.

◆ Stell Dich auf eine gesunde (nicht narzisstisch

aufgeblasene) Weise in den Mittelpunkt

Deines Lebens.

◆ Und der Erfolg wird folgen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

39


Wissen

Warum unsichtbare

Menschen vergessen

werden

Hermann Scherer erklärt,

warum gut sein alleine nicht mehr ausreicht

Dr. Eckart von Hirschhausen ist

deutscher Moderator, Arzt, Zauberkünstler,

Kabarettist, Comedian

und Schriftsteller. 2008 gründete

er die Stiftung Humor hilft heilen,

um das therapeutische Lachen in

Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit

zu fördern.

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Wissen

Du bist gut und keiner weiß

es? Das ist das entscheidende

Problem. Denn gut

sein allein reicht nicht,

besser sein auch nicht. Es

bringt rein gar nichts, wenn es andere nicht

wissen.

er verlangt heute Honorarsätze im fünfstelligen

Bereich. Ob er ein guter Arzt ist?

Ob er mehr weiß als andere Mediziner?

Das zu beurteilen maße ich mir nicht an.

Was er ganz sicher besser gemacht hat als

viele seiner Kollegen: das Inszenieren und

Positionieren.

Mehr Beispiele gefällig? Gerne: Ich hatte

einmal eine Teilnehmerin, deren Tochter

mit dem Down-Syndrom zur Welt kam

und die sich genau mit diesem Thema

beschäftigte. Sie wollte anderen „Betroffenen“

helfen und ihnen Mut zusprechen.

Sie wollte das Thema kapitalisieren. Unmöglich?

Das dachte ich zunächst auch.

Mareike Fuisz hat einen Online-Kongress

ins Leben gerufen. Sie ist damit als Kongressveranstalterin

und als Rednerin bekannt

geworden.

Bilder: Christina Pörsch, imago images/Sven Simon

Denn Sichtbarkeit schlägt Kompetenz.

Immer!

In dem Moment, in dem es einen Kompetenten

und einen Bekannten gibt, wird

in der Regel der Bekannte vorgezogen.

Manchmal ist es noch schlimmer: Prominenz

schlägt Kompetenz. Das liegt an der –

phasenweise doch beschränkten – Arbeitsweise

unseres Gehirns. Das zieht nämlich

folgenden Schluss: Bekanntheitsgrad hebt

Nutzenvermutung. Der Umkehrschluss

lautet folglich: Unbekannt = kein Nutzen,

also vergessen wir das mal ganz schnell.

Und selbst wenn der Nutzen da ist, er ist –

wenn nicht bekannt – nicht sichtbar.

Deshalb ist mein Credo, für die Sichtbarkeit

zu Sorgen. Und zugegeben, ich bin

mittlerweile ziemlich streitbar geworden,

aber zum einen habe ich einfach die Nase

voll von inkompetenten Dampfplauderern,

die nichts können und dennoch erfolgreich

sind, und bin gleichzeitig traurig

über die Kompetenzträger, deren Wände

voller Diplome hängen, aber die kaum ihre

Miete zahlen können.

Beispiele gibt nicht nur die Medienwelt.

Einer hiervon ist der Philosoph Richard

David Precht. Der lebte von Arbeitslosengeld,

fasste dann die wichtigsten philosophischen

Gedanken

in dem Buch

„Wer bin ich und

wenn ja, wie viele“

verständlich zusammen,

promotete

das Buch im

Fernsehen und erlangt

damit große

Bekanntheit. Er

geht mittlerweile

in Talkshows ein

und aus und verlangt

Tagessätze

im fünfstelligen

Bereich.

Ähnlich gestaltet es sich bei Dr. Eckart

von Hirschhausen, der früher auch als

Zauberer auftrat. Oft kostenlos oder zu

geringen Honorarsätzen. Dann brachte er

sein Buch „Glück kommt selten allein…“

heraus und positionierte sich als kabarettistischer

Arzt. Eine Idee, die besonders

war. Er schoss damit durch die Decke und

ist heute aus den Medien und von den

Bühnen nicht mehr wegzudenken. Auch

Ein schönes Beispiel ist auch Giulia Enders

mit ihrem Buch „Darm mit Charme“.

Noch in ihrer Zeit als Studentin hat sie

einen Vortrag über das Thema Stuhlgang

gehalten, als ein Verlag auf sie zukam und

sie fragte, ob sie darüber nicht ein Buch

schreiben möchte.

Sie hat es getan.

Ich hätte gesagt,

das Ding geht in

die Hose. Der Titel

wurde mehr

als drei Millionen

Mal verkauft. Sie

hat damit nicht

nur einen riesigen

Bekanntheitsgrad

Und zugegeben, ich bin

mittlerweile ziemlich

streitbar geworden, aber

zum einen habe ich einfach

die Nase voll von inkompetenten

Dampfplauderern,

die nichts können und dennoch

erfolgreich sind, […].

Denn wer mit seinem

Thema unsichtbar bleibt,

weil er es nicht versteht,

seine Botschaft zu kommunizieren,

ist schneller

vergessen als die Zeitung

von gestern.

erlangt. Publikationen

dieser

Art zeichneten

sich bis dahin vor

allem durch eins aus: Unverständlichkeit.

Fachtermini. Komplexe Sätze. Formeln.

Ganz ehrlich: Wer steigt da nicht spätestens

nach zwei Seiten aus? Giulia Enders

hat hier ein Umdenken generiert. Viele

Gelehrte schreiben nun anders, so hat der

Mikrobiologe Professor Dr. Markus Egert

das Buch „Ein Keim kommt selten allein“

herausgebracht.

Das waren jetzt

Beispiele, mit

denen sich die

Autoren an die

extrovertierten

Menschen gerichtet

haben. An die,

die vielleicht etwas

lauter sind. Doch

was ist mit den leiseren

Menschen?

Das hat sich auch

Sylvia Löhken gefragt.

Und sie hat

sich dieses Themas

in ihrem Buch

„Leise Menschen

– starke Wirkung“ angenommen. Auch

damit hat sie den Nerv der Zeit getroffen,

denn auch dieser Titel hat es auf die Bestsellerliste

geschafft.

Hier reiht sich auch Stefanie Steinleitner

ein. Sie ist die Ehefrau eines Bäckers

und hält Vorträge zum Thema Brot. Etwas

eigentlich so Banales wie Brot. Etwas

so Alltägliches wie Brot. Doch vielleicht

liegt genau darin das Geheimnis. Brot ist

Grundnahrungsmittel.

Wir konsumieren

es alle

nahezu täglich.

Und wenn es dann

noch so wunderbar

inszeniert

und interpretiert

wird wie bei Stefanie

Steinleitner

– umso besser.

In meinem

GOLD-Programm,

das Menschen

zur Marke macht, wird deutlich, dass

man wirklich jedes Thema vermarkten kann,

dass man mit jedem Thema erfolgreich sein

kann, wenn man es richtig angeht, dem Kind

den richtigen Namen gibt und das Interesse

weckt. Das Credo muss lauten: Du bist gut -

und jeder weiß es.

Denn wer mit seinem Thema unsichtbar

bleibt, weil er es nicht versteht, seine

Botschaft zu kommunizieren, ist schneller

vergessen als die Zeitung von gestern.

Der Autor Hermann Scherer ist Berater, vielfacher

Buchautor und einer der erfolgreichsten

Motivationstrainer Deutschlands. Er macht

Menschen zu Marken, damit sie das verdienen,

was sie wert sind.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

41


Leben

So bekommst du alles,

was du willst

Was unterscheidet erfolgreiche

Menschen

vom Durchschnitt?

Als allererstes ihr

Mindset, ihre Glaubenssätze,

ihre Überzeugungen.

Was mir persönlich geholfen hat, ist die

Aussage: Du bist dein einziges Limit. Wer

darüber etwas länger nachdenkt, wird genau

das bestätigen können. Ob du dich

gesund ernährst, einen attraktiven Körper

hast, den richtigen Partner/Partnerin,

viel Geld hast, einen erfüllenden Beruf,

das Auto fährst, was du dir wünschst, all

das entscheidet sich zu allererst einmal

im Kopf.

Wenn in der Wissenschaft die Erfolge der

überdurchschnittlichen Menschen verglichen

werden, dann wird immer wieder

bestätigt, dass die Ausgangssituation für

die meisten keinen

großen Unterschied

ausmachen.

Der Unterschied ist

dann das Denken

und davon abgeleitet

die Handlungen, die dann wiederum

zu Ergebnissen führen.

Aus Angst zu weit zu gehen, gehen wir

meistens nicht weit genug.

Dieser Satz bringt es wunderbar auf den

Du bist dein einziges

Limit!

Punkt. In unserem inneren Dialog haben wir

selber große Zweifel und kommen genau wegen

dieser Zweifel dann nicht ins Handeln.

Wenn du das nächste Mal überlegst, ob du

einen Kunden anrufst

oder einen potentiellen

Partner ansprichst,

dann denk

an diesen Merksatz.

Was soll denn im

schlimmsten Fall passieren? Das Schlimmste,

was passiert ist die Geschichte, die du dir

selber in deinem Kopf erzählst.

Wenn du wieder mal zögerst, beruflich wie

privat, wenn du vorhast Kunden zu akqui-

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

Bild: Depositphotos/AleksLischinskiy/SimpleFoto, BV Bestseller Verlag

rieren, wenn du deinen

Kunden ein Angebot

machen willst,

wenn du beruflich

Karriere machen

möchtest, oder wenn

du Single bist und

den richtigen Partner

gerne möchtest und

Zweifel aufkommen,

dann denk doch daran,

dass du nicht

die Entscheidung für

den Anderen triffst.

Lass den Anderen die Entscheidung treffen.

Ruf den Kunden an und lass ihn entscheiden,

ob das Angebot für ihn relevant

ist oder nicht. Bewirb dich initiativ oder auf

die Stellenanzeige und lass den Arbeitgeber

doch entscheiden, ob du der richtige Kandidat

bist. Sprich den Mann oder die Frau

doch einfach an und lass sie oder ihn entscheiden,

ob du in die engere Partnerwahl

gezogen wirst. Lass den Kunden

entscheiden, lass dein Gegenüber

entscheiden, hör auf, dir selbst die

Antwort zu geben.

Ein schönes Praxisbeispiel: Ein Unternehmen

schreibt eine neue Position

aus. Eine Frau liest die Stellenanzeige,

in der fünf Qualifikationen gefordert

werden. Sie bewirbt sich nicht, weil

sie nur vier erfüllt. Der Mann bewirbt

sich sofort, obwohl er nur eines von

fünf Kriterien erfüllt. Doch er sagt

sich, eine Absage habe ich schon, es kann

nur besser werden. Warum werden in der

deutschen Wirtschaft viele Jobs eher mit

Männern besetzt, als mit Frauen? Ein Faktor

ist, dass sich viele Frauen gar nicht erst bewerben.

Sie treffen die Entscheidung, anstatt

dem Arbeitgeber die Chance zu geben, dass

er sich entscheidet.

Du bekommst nicht das Geld, was dir zusteht,

du bekommst nicht den Erfolg, der dir

zusteht, sondern du bekommst das, was du

verhandelst. Vielleicht hast du das schon einmal

erlebt in deiner Karriere. Jemand kommt

neu ins Unternehmen, ein Quereinsteiger. Er

ist noch gar nicht lange im Unternehmen,

hat weniger Erfahrung als du und vielleicht

ist er auch weniger qualifiziert. Und doch erfährst

du irgendwann, dass er befördert wird,

auf die Position, die du gerne hättest. Oder

du erfährst, dass er mehr Geld verdient als

du, obwohl du schon viel länger da bist und

vielleicht auch fleißiger bist. Es geht nicht

darum, welche Leistung du ablieferst, es geht

darum, bist du in der Lage, deine Leistung

richtig zu kommunizieren? Richtig kommunizieren

heißt, bist du in der Lage dich und

deine Leistung zu verkaufen.

Wenn du alles haben willst, was

du willst, dann lerne den anderen

in den Mittelpunkt zu stellen und

ihm zu kommunizieren, welche

Vorteile er von diesem Deal,

diesem Angebot hat.

Den größten Fehler, den ich jeden Tag erlebe,

wenn ich andere beobachte, wie sie

Verhandlungen führen, ist die Ich-Bezogenheit.

Der Bewerber, der sich vorstellt

und seinen Gehaltswunsch damit rechtfertigt,

dass er gerade

umgezogen ist, dass er

einen hohen Leasingvertrag

laufen hat für seinen

privaten PKW und seine

Frau gerade das zweite

Mal schwanger ist. Das

nennt sich Ich-Bezogen.

Er braucht dieses Gehalt.

Doch der große Fehler

ist, er kommuniziert

nicht, was der Vorteil an

seinem Angebot für sein

Gegenüber ist.

Eine alte Verkäuferweisheit

ist: Der

Wurm muss dem

Fisch schmecken und

nicht dem Angler.

Genau dieses Prinzip

hat der Durchschnittsmensch

nicht

verstanden. Er geht

immer von seiner

Position aus, was er

braucht. Doch so

bekommst du nicht

alles, was du willst. Du bekommst das, was

übrig bleibt. Wenn du alles haben willst, was

du willst, dann lerne, den anderen in den

Mittelpunkt zu stellen und ihm zu kommunizieren,

welche Vorteile er von diesem Deal,

diesem Angebot, hat.

Ich habe einmal einen sehr erfolgreichen

Verkäufer kennengelernt. Er sagte: Ich bin

gar nicht so ein guter Verkäufer.

Was mich auszeichnet: ich habe

ein großes, offenes, ehrliches und

tiefes Interesse an den Wünschen

und Bedürfnissen meines Gegenübers.

Das bringt es auf den

Punkt. Was hat der andere von

deinem Angebot?!

Gerade in unserem Kulturkreis

wird das Fachwissen immer wieder

deutlich überschätzt. Natürlich

gibt es Berufe und Bereiche,

wo das Fachwissen im Vordergrund steht,

doch in den meisten Bereichen geht es

darum, kommunikative Fähigkeiten zu beherrschen.

Und die beiden wichtigsten sind

Marketing und Verkauf.

Dirk Kreuter

ist nicht nur einer der

gefragtesten Redner im

deutschsprachigen Raum.

Er ist auch Buchautor

und gibt sein Wissen zu den

Themen Vertrieb und Akquise

Seminaren weiter.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

43


Einstellung

Nelson Rolihlahla Mandela wurde

in Südafrika geboren und war

ein führender südafrikanischer Aktivist

und Politiker im Jahrzehnte

andauernden Widerstand gegen die

Apartheid sowie von 1994 bis 1999

der erste schwarze Präsident seines

Landes.

»Tapfer ist nicht derjenige,

der keine Angst hat,

sondern derjenige,

der seine Angst besiegt.«

– Nelson Mandela

Mein Freund

Kamal ist ein

Weltenbummler.

Er hat im Kloster

des Dalai

Lama mit tibetanischen Mönchen

meditiert, ist durch den Himalaya

gewandert und hat Nordspanien

auf dem Jakobsweg durchquert.

Er diente in der US-Armee und studierte

Medizin. Er hat mehrere Technologieunternehmen

gegründet, leitet seine eigene

Risikokapitalgesellschaft und ist ein Bestsellerautor.

Er ist eine beeindruckende

Erscheinung mit seiner wogenden silbernen

Mähne, seinem durchdringenden

Blick und dem gelassenen Auftreten eines

buddhistischen Meisters, der mit leiser

Stimme spricht. Dies ist ein Mann, der alles

mitbringt, was man für große Erfolge

braucht. Aber vor Kurzem fand ich heraus,

dass Kamal ein Geheimnis hatte.

Er konnte nicht schwimmen.

Es fiel mir schwer, das zu glauben. Und

Ich verbrachte mehr als ein Jahrzehnt

in der Marine und wurde

zum Navy SEAL ausgebildet. Es war

einfach unvorstellbar für mich, dass

er nicht schwimmen konnte.

ich war überzeugt, dass er übertrieb.

Vermutlich war er einfach ein schlechter

Schwimmer. Für mich ist das Schwimmen

so selbstverständlich wie das

Atmen. Ich wuchs im und auf dem

Wasser auf. Meine Familie lebte

jahrelang auf einem Segelboot. Ich

verbrachte mehr als ein Jahrzehnt

in der Marine und wurde zum

Navy SEAL ausgebildet. Es war

einfach unvorstellbar für mich,

dass er nicht schwimmen konnte.

Aber dieser imponierende Freund, der so

viele Begabungen besaß und in seinem

Leben so viel erreicht hatte, konnte tatsächlich

nicht schwimmen.

Ich begann, ihm damit auf die Nerven zu

Auszug aus Brandon Webbs

und David Manns

„Angst überwinden wie ein Navy Seal“

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten

Verlag: Riva

ISBN-13: 978-3742307125

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

DER SPRUNG

INS TIEFE

WASSER

Cover: imago images/Zuma Press Cover: riva

gehen. Ich erklärte ihm, dass der menschliche

Körper zu mehr als 60 Prozent aus

Wasser besteht. War ihm bewusst, dass er

in seiner eigenen Haut bereits im Wasser

trieb? Ich fragte ihn belustigt, ob bei seiner

Zeugung die Eizelle vielleicht den Spermien

hatte entgegen schwimmen müssen, statt

umgekehrt.

»Wie ist es möglich, dass du nie Schwimmen

gelernt hast?« Es gab eine einfache

Antwort auf diese Frage.

Er hatte Angst.

Kamal hatte sein ganzes Leben furchtbare

Angst vor dem Wasser gehabt. Als er in der

Dominikanischen Republik gelebt hatte,

war er ein paarmal Kitesurfen gegangen.

Er trug dabei immer eine Schwimmweste,

aber das änderte nichts. Er hatte trotzdem

schreckliche Angst. Was, wenn er

abstürzte und im Wasser landete? Er erzählte

mir von den Besuchen bei seinem

Freund Tim Ferriss, der ein Haus

in den Hamptons besaß. Tim hatte

im Garten einen schönen Pool.

Seine Gäste ruhten sich dort aus,

planschten im Wasser und hatten

einen Riesenspaß. Es quälte Kamal,

dass er sich nie zu ihnen gesellen

konnte.

Mir wurde klar, dass mein Freund

sehr darunter litt, dass er nicht

schwimmen konnte. Und er hatte

durchaus versucht, es zu erlernen:

Er hatte Schwimmkurse belegt

und in Online-Workshops versucht, seine

Angst zu besiegen. Er hatte in San Francisco

eine Weile in einem Haus gewohnt,

zu dem das einzige beheizte olympische

Freiluftbecken der Stadt gehörte. Er hatte

einen Privatlehrer engagiert, aber auch

das hatte nicht funktioniert. Was seine

verschiedenen Schwimmlehrer auch versuchten,

Kamal konnte es nicht ertragen,

wenn seine Füße den Boden des Beckens

nicht mehr berührten, und geriet in Panik.

Jetzt dachte er darüber nach, in Florida an

einem Tauchkurs teilzunehmen. Zumindest

sagte er das. Aber ich sah, dass er es

vor sich herschob.

Ich hörte auf, ihn damit aufzuziehen, und

entschloss mich stattdessen, etwas dagegen

zu tun.

Ich hatte eine erholsame Woche daheim

in New York vor mir, und sagte zu Kamal:

»Wenn du dir eine Woche freinehmen

kannst, werde ich es dir beibringen. Aber

du musst dich verpflichten, dich jeden Tag

um dieselbe Zeit mit mir zu treffen, egal

Wenn du dir eine Woche freinehmen

kannst, werde ich es dir

beibringen. Aber du musst dich

verpflichten, dich jeden Tag um

dieselbe Zeit mit mir zu treffen, egal

ob es regnet oder die Sonne scheint.

Gib mir eine Woche, und ich werde

dir das Schwimmen beibringen.

ob es regnet oder die Sonne scheint. Gib

mir eine Woche, und ich werde dir das

Schwimmen beibringen.«

»In Ordnung«, sagte er.

Am verabredeten Morgen fuhr ich zum

New York Athletic Club, dem Sportverein,

der direkt beim Central Park liegt,

marschierte hinauf zum Schwimmbecken,

fand eine freie Bahn und ließ mich ins

Wasser gleiten. Ich war ein bisschen früher

da, um ein paar Längen zu schwimmen,

bevor Kamal eintraf. Als ich die Bahn entlang

glitt, reisten meine Gedanken zwei

Jahrzehnte in die Vergangenheit.

Sommer 1995. Es ist Nacht über dem Persischen

Golf. Unser H-60 »Seahawk«-Hubschrauber

kehrt mit seiner vierköpfigen

Besatzung, bestehend aus Pilot, Kopilot,

einem weiteren Crewmitglied und mir,

von einem Sonar-Einsatz zurück. Es ist

eine lange Nacht gewesen, und wir müssen

die Maschine auf einem in der Nähe

kreuzenden Zerstörer auftanken, um den

Rückweg zu dem Flugzeugträger zu schaffen,

den wir als unser Zuhause bezeichnen.

Der Pilot drosselt die Geschwindigkeit,

als wir uns dem unter uns liegenden

Schiff nähern. Landungen auf

Zerstörern sind immer heikel, aber in

dieser mondlosen Nacht ist das Manöver

besonders schwierig. Jemand

muss das Deck beobachten, während

wir hoch über dem Schiff die richtige

Landeposition suchen und den Piloten

dirigieren. Heute Nacht bin ich

der »Spotter«, der Mann, der unten

im Bauch des Vogels auf dem Platz

des Kanoniers sitzt.

Ich reiße die Tür auf und schaue auf der

Suche nach aufschlussreichen Lichtern

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

45


Einstellung

wusste. Er ignorierte unseren stotternden

Piloten und übernahm selbst die Kontrolle

über die Maschine, holte den Vogel aus

dem Wasser und setzte ihn sicher auf das

Deck des Zerstörers. Ich weiß bis heute

nicht, wie er das machte. Eigentlich war es

unmöglich. (Der Wartungsoffizier glaubte,

wir hätten uns die Geschichte ausgedacht,

doch als seine Leute das Heck des Hubschraubers

öffneten, ergossen sich 50 Liter

Wasser über ihre Füße.) Aber die Angst,

die wir in solchen Situationen empfinden,

ermöglicht es uns, unglaubliche Dinge zu

tun wenn wir wissen, wie wir die Angst kanalisieren

können.

Kennedy wusste das zum Glück, sonst

würden Sie diese Seiten nicht lesen, denn

ich wäre nicht mehr hier.

hinunter. Da sind keine. Das ist sonderbar.

Ich schaue nach vorne – und da sind

Lichter! Wie? Einen Atemzug lang bin

ich vollkommen desorientiert. Warum

sind die Lichter hier oben auf Augenhöhe,

wenn der Zerstörer unter uns im

Wasser liegt? Die Orientierungslosigkeit

währt nur Sekunden, denn als ich wieder

hinunterschaue, sehe ich genau unter mir

Wasser. Das aufgewühlte, schäumende

Wasser des Persischen Golfs, das um meine

Knöchel spült und mich gleich verschlucken

wird.

Oh, nein …

Wir stehen nicht hoch über dem Schiff

in der Luft. Unser Pilot hat uns direkt ins

Wasser gesetzt. Das Meerwasser sprudelt

in die Kabine, umfängt meine Beine,

steigt an den Wänden hinauf und sucht

nach dem Motor. Hey Baby, hier bin ich,

komm zu Papi. Oh, nein, das ist nicht gut!

Wenn der Motor absäuft, werden wir uns

auf den Kopf drehen, schnurstracks auf

den Grund des Meeres sinken und nie

wieder auftauchen.

»Aufsteigen!«, schreie ich in mein Mikrofon.

»Aufsteigen!«

An diesem Punkt beginnt der eigentliche

Spaß. Unser Pilot, der Mann, der die Crew

führen sollte, wird von Panik übermannt

– und reagiert nicht mehr. »Was ist hier

los?!«, schreit er, ohne irgendetwas zu

tun. »Oh Gott, oh Gott, oh Gott …!« Das

ist nicht, was du in einem Augenblick wie

diesem von deinem Hubschrauberpiloten

hören willst. Die Angst hat ihn gelähmt,

überwältigt, im Ganzen verschluckt.

Und deshalb werden wir alle jetzt sterben.

Ich beendete meine Längen und kletterte

aus dem Becken, um auf meinen Freund

zu warten.

Ich kannte das Gefühl, das Kamal gefangen

hielt. Und ich wusste, warum alle Lehrer,

die versucht hatten, ihm zu helfen, gescheitert

waren: Sie glaubten, sie müssten

ihm das Schwimmen beibringen. Aber

das war ein Irrtum. Kamal musste nicht

schwimmen lernen.

Er musste lernen,

die Angst

zu nutzen.

Im Verlauf der

SEAL-Ausbildung

versuchen

die Ausbilder,

dich im

Schwimmbecken

mit verschiedenen

Methoden

in Panik zu versetzen: Sie schicken

dich mit einer Sauerstoffflasche hinunter

und verknoten den Luftschlauch, um sich

anzusehen, ob du einen Weg findest, dich

aus deiner Notlage zu befreien. Du sitzt mit

dem Rücken zum Becken da und wartest, bis

du an der Reihe bist, und du hörst, wie der

Kamerad, der vor dir dran ist, im Wasser um

sich schlägt und ertrinkt. Mir machte das nie

zu schaffen, aber einige Kameraden versetzte

es in Todesangst. Ich konnte verstehen, warum.

Normalerweise habe ich keine Angst

vor dem Wasser, aber in jener Nacht über

dem Persischen Golf machte ich mir beinahe

in die Hose.

Dass wir nicht starben, lag daran, dass unser

Kopilot Kennedy die Angst zu nutzen

Aber die Angst, die wir in

solchen Situationen empfinden,

ermöglicht es uns, unglaubliche

Dinge zu tun wenn wir wissen,

wie wir die Angst kanalisieren

können.

Wie gesagt, wuchs ich am und im Wasser

auf. Ich verbrachte meine Kindheit und einen

großen Teil meines Erwachsenenlebens

im Wasser. Ich liebe das Meer. Aber es hat einen

Grund, dass Wasser eingesetzt wird, um

Menschen an den Rand des Wahnsinns zu

treiben und ihren Willen zu brechen. Nehmen

wir an, ich sage zu Ihnen: »Ich werde

Ihnen jetzt ein Tuch über den Mund legen

und es mit Wasser durchtränken.« Hört sich

eigentlich nicht so schlimm an, nicht wahr?

Aber es ist schlimm. Man kann damit willensstarke

Menschen

willenlos

machen. In meiner

militärischen

Ausbildung

lernte ich das

Waterboarding

kennen: Diese

Foltermethode

besteht im

Grunde darin,

einen Menschen

langsam und methodisch zu ertränken, in

dem man seine Atemwege unter Wasser

setzt. Diese Methode versetzt das Opfer in

einen ursprünglichen Schrecken.

Als Kind sah ich, wie ein Mädchen ertrank,

weil jemand unaufmerksam war. Ich war

dabei, als sie den Körper aus dem Wasser

holten und ihn auf das Deck des Bootes

legten. Sie war reglos wie eine Statue, ihr

Atem stand für immer still. Es war das

erste Mal, dass ich den hässlichen Tod aus

der Nähe sah. Ich werde es nie vergessen.

Seit damals habe ich allzu oft erlebt, wie der

Tod Menschen holte, darunter enge Freunde

und meinen besten Freund. Und ich habe

auch andere Tode gesehen – mein erstes Un-

Bild: Depositphotos/zabelin/AndreyBezuglov

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

ternehmen wurde samt meinen Lebensersparnissen

ausgelöscht, meine Ehe löste sich

auf, Projekte scheiterten, Freundschaften

zerbrachen, mein Ego und meine Träume

wurden zerstört.

Ja, ich verstand,

warum

mein Freund

Angst hatte.

Wenige Minuten

später erschien

Kamal.

Pünktlich auf

die Minute.

Kamal sprang mit Anlauf ins

Becken, zog die Beine an und

landete mit einem gewaltigen

»Platsch!« im Wasser, um

wenige Augenblicke später mit

diesem breiten Grinsen

aufzutauchen

Wir setzten

uns an den

Beckenrand

und ließen die Füße ins Wasser hängen.

Ich glitt hinein, stieß mich ab und tauchte

unter. Er folgte mir und tauchte langsam

und angespannt ins Wasser ein, wobei er

sich mit beiden Händen an den Beckenrand

klammerte. Er war nie zuvor in einem

drei Meter tiefen Becken gewesen. »Ich bin

drin«, murmelte er, aber seine Körpersprache

schrie: Und nichts in der Welt wird

mich dazu bringen, den Rand loszulassen!

hatte noch nie ein so glückliches Gesicht

gesehen.

An besagtem dritten Tag, als er die zehn Längen

auf dem Rücken schwamm und begriff,

dass er tatsächlich

schwimmen

konnte, führten

wir am Ende der

Stunde ein interessantes

Gespräch.

»Du weißt, dass

schon einige

Leute versucht

haben, es mir

beizubringen«, sagte er. »Es klappte nie.

Sie ließen mich ins Wasser steigen, machten

mir die Schwimmbewegungen vor und

wurden ungeduldig, wenn ich es nicht

nachmachen konnte. Sie waren frustriert

und sagten: ›Es ist wirklich so einfach, du

musst es nur versuchen.‹ Aber ich konnte

es nicht ›nur versuchen‹. Die Angst war zu

groß.« Er sah hinüber zum anderen Ende

des Beckens.

»Bis heute«, sagte ich.

Er nickte. »Ja, bis heute.« Dann sah er mich

an und sagte: »Du solltest ein Buch darüber

schreiben.«

Hier ist es.

Wir machten uns an die Arbeit.

Am ersten Tag gingen wir es locker an,

fast zu locker.

Am zweiten Tag wiederholten wir die

Übungen des ersten Tages und gingen einen

Schritt weiter.

Am dritten Tag schwamm er zehn Längen

auf dem Rücken.

»Du schwimmst«, sagte ich. Er war überrascht,

als er begriff, dass er das tatsächlich

tat.

Am vierten Tag ließ er sich nicht vorsichtig

vom Beckenrand ins Wasser gleiten, sondern

nahm Anlauf und landete mit einer

gewaltigen Bombe im Becken. Überall

Wasser und Schaum, und dann tauchte

Kamal auf, grinsend wie ein kleiner Junge.

Es war die erste Arschbombe seines Lebens.

Und so begannen die übrigen Schwimmstunden:

Kamal sprang mit Anlauf ins

Becken, zog die Beine an und landete mit

einem gewaltigen »Platsch!« im Wasser,

um wenige Augenblicke später mit diesem

breiten Grinsen aufzutauchen. Er

war ein großes, grauhaariges Kind. Ich

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

47


Erfolg Magazin Founders Summit

BÜHNE BEIM

FOUNDER

SUMMIT

18.–19. APRIL

Kathrin Loborda

Moderatorin

Andreas Buhr

Der Experte für mehr Erfolg

im Business

Vortragstitel:

Mehr Erfolg im Business

Stephan Schmitt

Nils Ehrenfried

Dr. Gunnar Brehme

Dominik Goerke

Paradigmenwechsler und

Veranstalter vom

www.leadershipkongress.com

Vortragstitel:

Paradigmenwechsel Leadership

– von der Zahl zum

Mensch

Social Media Experte

Vortragstitel:

Meistere Social Media in 2020

Der Jugendcoach

Vortragstitel:

Raus aus dem Raster!

Experte für Charisma &

Erfolgsmanagement

Vortragstitel:

Charisma ist der Zugang zu

allem!

Julia Diehl, Tobi Förster

Janic Marty

Martin Limbeck

Sven Schultze

Bewusstseins- & Businesstransformation

Coaches

Vortragstitel:

Wie Du mit deinem Bewusstsein,

als Coach, Trainer &

Berater Dein Business auf

NEXT-LEVEL transformierst!

SmartFit ® Lifestyle Experte

Vortragstitel:

SmartFit ® –Lifestyle der Super-Erfolg-Reichen

Berater und Sparringpartner

für Führungskräfte

Vortragstitel:

LIMBECK.HIGH PERFORMANCE.

PRINZIP.

Experte für Motivation

Vortragstitel:

Magic your Life!

Bilder: privat

48 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Founders Summit

Sebastian Hill

Leon Hüttl

Robert Gladitz

Hermann Scherer

Der Schmerzpapst

Vortragstitel:

Die Macht deines Körpers

Experte für Marketing und

Branding (speziell

Social-Media Marketing)

Vortragstitel:

Umsetzungsstärke

Coach für authentische

Expertenbusinesses

Vortragstitel:

Wie du ein Business aufbaust,

das wirklich die Welt verändert

(und nicht nur dich rich &

famous macht)

Businessexperte

Vortragstitel:

Q & A

Julie Strobach

Dominik Herz

Johannes Placzek

Oliver Fischer

Unternehmerin, Expertin

für Work-Life-Integration

Vortragstitel:

What the fuck is

Work-Life-Integration?

Experte für Vertrieb und

Umsetzung

Vortragstitel:

Scheitern als Chance – Wie du

deine Vision umsetzt!

Vertrieb & Coaching

Vortragstitel:

Die Wahrheit über Erfolgspauschalen

Immobilienkaufmann

und Coach

Vortragstitel:

Schnelle Immobilien-Deals

Tobias Rethaber

Benjamin Dau

Falk Berberich

Volker Wiedemann

Cashflow Experte Nr. 1

Vortragstitel:

Cashflow Hacks

Verkaufstrainer - Speaker

Verkauf und Vertrieb

Vortragstitel:

Was Unternehmen von Luxushotels

lernen können

TOP- Experte für Kampfkunst

Business und Franchise

Vortragstitel:

Skaliere dein Business mit deinem

eigenen Franchise System

Experte für Mehrwert

Vortragstitel:

Du lebst sowieso – lebe lieber

erfolgreich

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

49


Erfolg Magazin Founders Summit

Martin Pleißner

Onur Forrer

Alexander Felde

Julien Backhaus

Gründer von Whypreneur

und Unternehmer-

Mindset-Coach

Vortragstitel:

Bewusstsein im Business: Über

die neue Generation von sinnerfüllten

Unternehmern.

Experte für Verkauf- und

Persönlichkeitsentwicklung

Vortragstitel:

Unlock your Personality – Wie

Du es schaffst, Dein Potenzial

zu entfalten, indem du die Inspiration

anderer verwendest!

Geschäftsmann und

Wunschdenken-Experte

Vortragstitel:

Die Spielregeln

Verleger

Vortragstitel:

Egoismus im Business

Lorenzo Scibetta

Michail Kerasidis

Gregor Witkowski

Dr. des. Yasemin Yazan

Experte für Emotional

Public Speaking

Vortragstitel:

Das B.E.A.T. Prinzip - Finde

deine Botschaft und mach' sie

zum Ohrwurm der Menschen

Experte in Mindset & Networkmarketing

Vortragstitel:

Die 4 Phasen des Erfolges

Unternehmer, Performancecoach

und Onlinemarketing

Experte

Vortragstitel:

(Ver)lernen lernen – Wie du

die Lern- und Leistungsfähigkeit

maximierst und charismatischer

wirst.

Unternehmer, Speaker &

Experte für

Change Management &

Digitale Transformation

Vortragstitel:

Autorität kommt von Autor –

Deine Expertenpositionierung

Suad Abu Ijdai

Sebastian Schieke

Manuel Lojo

Überraschungsgast

Geschäftsführung von Sales

Shadow Advisor

Vortragstitel:

Detox your Mind!

Next Level for Entrepreneurs

and Leaders

Vortragstitel:

Werde der Leader in Deinem

Leben

Experte für Wirkung und

Kommunikation

Vortragstitel:

Heul leise – Erfolg ist laut genug!

Wie ein NoBullshit Mindset

Dich zum Erfolg führt!

???

Vortragstitel:

???

Bilder: privat

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


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Paper

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Erfolg

Sophia

Ghasab

Die Eyebrow-Queen im Interview

It’s my

Charisma, Baby!

– Freddie Mercury

Sofia, du spielst nun in einer

Reality Serie. Wie kam es

dazu?

Aus der gemeinsamen Zeit.

Wir erleben lustige, verrückte,

aber auch traurige Momente gemeinsam

und daher wollten wir unsere Mitmenschen

daran teilhaben lassen. Nicht nur,

um unterhaltsam zu sein, sondern Tipps

weiterzugeben, wie wir uns schminken,

oder eben die Zuschauer motivieren,

etwas für sich zu

tun, denn nur

so haben wir es

auch für uns geschafft.

Nun kommentieren

die ersten,

ihr wollt

die Kardashians

kopieren. Ist da was dran?

Das höre ich oft, auch unter den Kommentaren

meiner Bilder, auf Instagram.

Die Kardashians sind eine Art Vorlage/

Inspiration. So, wie wir es für die Zuschauer

sind. Wir werden auch immer

gefragt, wo wir unsere Klamotten kaufen,

oder welche Make-up Produkte wir

verwenden. Das ist dann aber keine Kopie,

sondern eine Idee bzw. Inspiration,

die man sich holt.

Wie wichtig ist Selbstinszenierung

heute für Erfolg?

Viel wichtiger ist doch, wie man sich selbst

inszeniert. Dies führt dann zum gewünschten

Erfolg. Denn die ist der Schlüssel. Ich

halte mich gerne an den Satz, den einst

Freddie Mercury in einem Interview sagte

„It’s my Charisma, Baby!“. Es sind verschieden

Faktoren, die einen hervorheben, wenn

man sie auch dementsprechend umsetzt

und so dann auch erfolgreich bleibt.

Was glaubst du, wie weit kann es mit

der Serie gehen?

Wir sind authentisch und zeigen uns vor

der Kamera, wie wir sind. Wir geben private

Einblicke, die es so sonst nicht gibt.

Mit uns wird es nicht langweilig und

man sieht mehr von uns als nur einige

Sequenzen einer Story, daher gehe ich

von einer Langlebigkeit der Serie aus.

Bilder: Heks Sascha Haubold

52 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


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Bilder: Depositphotos/blackzheep


Wissen

JEDES WORT

HAT MACHT

Wie Rhetorik Team-Erfolg bestimmt

und warum das nicht gesprochene

Wort manchmal am mächtigsten ist.

Spätestens seit den legendären

Auftritten von Steve Jobs ist die

charismatische Persönlichkeit,

die sich auf großer Bühne präsentieren

und inszenieren kann,

Rollenmodell für eine Generation von

Führungskräften. Oft genug wird Erfolg

sogar nur daran gemessen, ob und wie sich

jemand präsentieren kann. Wir bewundern

im Berufsleben viel zu oft denjenigen

oder diejenige, die im Teammeeting alle

Einwände mit einer eloquenten Bemerkung

vom Tisch wischt. Dabei vergessen

wir, dass beruflicher Erfolg heute vor allem

Teamerfolg ist. Die Rhetorik von Führungskräften

muss deshalb nicht nur nach

außen wirken, sondern vor allem nach innen.

Sie muss motivieren, sie muss Ziele

klar formulieren und sie muss werthaltiges

Feedback geben können. Vor allem müssen

Führungskräfte mit kommunikativen

Mitteln eine Atmosphäre schaffen, in der

das Team sein volles Potential entfalten

kann. Und das bedeutet, dass jedem Mitglied

des Teams die Möglichkeit gegeben

werden muss, seinen Beitrag zu leisten.

Der Teamerfolg sollte unbedingt im Fokus

stehen, denn der Erfolg des Teams schlägt

am Ende auf den Erfolg des Einzelnen

durch und ist Beweis guter – sprich erfolgreicher

– Führungsarbeit.

Die Motivation über

klassische Statussymbole

versagt bei ihnen. Erfolg

definiert sich auch über

ein insgesamt glückliches

Leben.

Die Motivation über klassische Statussymbole

versagt bei ihnen. Erfolg definiert sich

auch über ein insgesamt glückliches Leben.

Führungskräfte können dabei – zumindest

für das Berufsleben – den entscheidenden

Einfluss leisten, denn sie bestimmen den

Führungsstil. Und der wiederum wird

durch Kommunikation gelebt.

In der Praxis bedeutet dieses Prinzip, dass

Sie als Führungskraft vor allem eine angstfreie

und von Konflikten auf persönlicher

Ebene freie Atmosphäre schaffen müssen.

Fachliche Diskussionen, ein Ringen um die

beste Lösung, muss dagegen gefördert werden.

Dazu ist es von immenser Wichtigkeit,

dass Sie sich der nachgeordneten Wirkung

Ihrer Kommunikation bewusst sind. Jede

Kommunikation hat eine Wirkung und löst

im Gegenüber etwas aus. Es ist die Macht

des Wortes, Gefühle auszulösen! Und diese

Gefühle können bei Ihrem gegenüber positiv

oder negativ sein. Deshalb müssen Sie

in jedem Gespräch bereits die darin liegenden

möglichen Folgekonflikte mitdenken.

Jeder kann heute rhetorische Mittel und

den Einsatz kommunikativer Werkzeuge

erlernen. Aber erst die Erkenntnis, was Sie

mit diesen Mitteln jenseits ihres primären

Ziels bewirken können – und die Kontrolle

darüber – macht Sie zu einem wortmächtigen

Menschen. Der Weg zu dieser Erkenntnis

ist Empathie: die Fähigkeit und

die Bereitschaft, die Motive, Gefühle und

Persönlichkeitsmerkmale des Gegenübers

zu erkennen und nachzuempfinden – im

besten Fall verstehen zu können. Das heißt

aber ausdrücklich nicht, dass Sie bestimmten

Einstellungen und Aussagen zustimmen

müssen.

Es ist kein Klischee, sondern harte Realität,

dass eine Generation von Arbeitnehmern

auf den Markt kommt, die hochqualifiziert,

hochmobil und sehr selbstbewusst ist.

Diese Arbeitnehmer stellen an ihren Arbeitsplatz,

den sie sich bei entsprechender

Qualifikation aussuchen können, hohe Ansprüche.

Ihre Ansprüche drehen sich nicht

mehr allein um Firmenwagen und Gehalt.

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Wissen

In der Praxis bedeutet

dieses Prinzip, dass Sie

als Führungskraft vor

allem eine angstfreie

und von Konflikten auf

persönlicher Ebene freie

Atmosphäre schaffen

müssen.

Ich erkläre an einem Beispiel, was mit Folgekonflikten

gemeint ist: Sie stellen Ihrem

Team eine vertriebstechnische Innovation

vor. Jemand aus dem Team bringt wiederholt

Einwände vor. Sie fühlen sich herausgefordert.

Jetzt können Sie entweder

eine Konfliktkette in Gang setzen, in dem

Sie die Einwände als persönliche Angriffe

auffassen und zum Gegenangriff übergehen:

„Wir wissen ja langsam, dass Herr

X immer ganz besonders kompetent und

immer besonders skeptisch ist.“ Je nachdem

wie deutlich Ihre Reaktion ausfällt

verletzen Sie nicht nur den Vorbringer der

Einwände, sondern leisten einer Unkultur

der Einschüchterung Vorschub. Damit

schneiden Sie sich von einer ihrer wertvollsten

Ressourcen ab. Denn Sie schüchtern

nicht nur den einen Kollegen ein und

provozieren ihn, sondern sie signalisieren

allen Anwesenden „Widerspruch ist nicht

erwünscht.“

Michael Ehlers

ist Rhetorik-Trainer und bekannter Keynote-Speaker

und Moderator bei Großveranstaltungen.

Außerdem ist er auch

Social-Media-Experte und Buchautor.

Insbesondere bei der

Arbeit mit qualifizierten

Teams ist es manchmal

sogar wertvoller zuzuhören

und nichts zu sagen.

Mein Vorschlag wäre zu versuchen zu verstehen,

was die Einwände provoziert haben

könnte – vielleicht sind Sie am Ende

sogar berechtigt und bewahren Sie vor einer

Dummheit? Antworten Sie auf jeden

Fall mit einer klaren Ich-Botschaft. 1. Benennen

Sie wertungsfrei das auslösende

Verhalten. 2. Beschreiben Sie die Wirkung

des Verhaltens. 3. Drücken Sie das Gefühl

aus, welches durch die Wirkung aus dem

Verhalten bei Ihnen ausgelöst wird. „Wenn

Sie mich weiter so häufig unterbrechen,

verliere ich den Faden und ärgere mich

darüber.“ Bitten Sie darum, ab diesem

Zeitpunkt für weiteres Feedback die Diskussionsphase

am Ende der Präsentation

zu nutzen.

In stressigen Situationen neutral und ruhig

zu bleiben fällt Ihnen leichter, je besser Sie

verstehen, wie Sie in bestimmten Situationen

reagieren. Insbesondere bei der Arbeit

mit qualifizierten Teams ist es manchmal

sogar wertvoller zuzuhören und nichts

zu sagen. Nur weil ihnen die rhetorischen

Werkzeuge zur Verfügung stehen, heißt

das nämlich nicht, dass Sie sie in jeder Situation

einsetzen müssen. Vergessen Sie

nie, dass es – frei nach dem sehr erfolgreichen

Steve Jobs – nie darum geht, Recht

zu haben, sondern immer darum, Erfolg

zu haben.

Bilder: Depositphotos/razvanchirnoaga/VitalikRadko, Wosilat

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

55


Leben

Gebundene Ausgabe:

250 Seiten

Verlag:

FinanzBuch Verlag

ISBN-13:

978-3959722674

Von seiner Biografin Judith Grohmann

Das Erste, was einem ins

Auge sticht, sobald man

ihm begegnet, ist seine angenehme,

empathische Art.

Seine Ruhe und Gelassenheit

überstrahlen seine merklich dünne

Statur und seine Größe von knapp 1,90

Metern. Er geht mit einem Lächeln auf

den Lippen auf sein Gegenüber zu und

blickt ihm dabei tief in die Augen. Sein

Handschlag ist fest. Er strahlt Zuversicht

und Optimismus aus, das kennzeichnet

auch den Diplomaten in ihm. Immerhin

handelt es sich hier um einen Politiker der

jungen Generation, der gerade Geschichte

schreibt. Ein Millenial mit Charisma, der

sein Handwerk über die Jahre gelernt und

perfektioniert hat.

Dabei ist der Ende September 2019 wiedergewählte

Österreichische Bundeskanzler

Sebastian Kurz eine Ausnahmeerscheinung

auf dem internationalen politischen

Parkett. Charmant und redegewandt und

mit 33 Jahren jüngster Regierungschef der

Welt, wird er von den Medien seit Jahren

als »Wunderkind« (FAZ, Newsweek),

als »Polit-Popstar« (Tagesanzeiger) oder

als »Rockstar« (US-Botschafter Richard

Grenell in Breitbart News), bezeichnet.

Doch nicht immer sind die Charakterisierungen

in den Medien dem Kanzler

freundlich gesonnen, man hat ihn auch

schon mal »Trojanisches Pferd« (Le Monde)

genannt, etwa zu jener Zeit als er in

Koalition mit der rechten Partei FPÖ

stand. Trotzdem bleiben die Medien ihm

gegenüber meist respektvoll und er selbst

hat gelernt, nicht abzustumpfen und sich

auch nicht »jede Kritik und jeden Kommentar

sofort zu Herzen zu nehmen.«

Seine politische Erfolgsgeschichte ist beeindruckend:

Sebastian Kurz ist 1986 in

Wien im Arbeiterbezirk Meidling aufgewachsen.

Seine Eltern, der Vater ist Feinwerktechniker

und die Mutter Gymnasiallehrerin,

sind sein Rückzugshafen. Sie

haben ihm, so beschreibt er es heute, »ein

Wertefundament gegeben und ein unfassbares

Gefühl der Geborgenheit«, sie brachten

ihm aber auch bei, »dass in der Familie

jeder seinen Beitrag leisten muss.«

Sein Interesse an der Politik begann bereits

in jungen Jahren, denn er kam mit

seinen Eltern fast täglich an der Politischen

Akademie der Volkspartei, einer

Kaderschmiede für die Bildungsarbeit im

Bereich der politischen Parteien und der

Publizistik, vorbei. Mit 16 Jahren wurde

er erstmals bei der Volkspartei in seinem

Bezirk Meidling vorstellig, in einem politisch

turbulenten Jahr 2002, in dem sein

Vorgänger Wolfgang Schüssel gerade mit

dem Freiheitlichen Jörg Haider koalierte.

Kurz wollte in der Jugendorganisation der

Volkspartei – die Insider »JVP« nennen –

mitarbeiten. Als er seinem Gesprächspartner

sein Alter nannte, meinte der Mann

am anderen Ende der Leitung, dass »die

meisten bei der JVP älter seien« und wimmelte

ihn mit den Worten »Es ist besser,

du wartest noch ein paar Jahre, bis du studierst«

einfach ab. Doch Sebastian Kurz

ließ sich nicht abschütteln und versuchte

sein Glück sechs Monate später abermals

in einem anderen Bezirk, nämlich in der

Sebastian Kurz ist österreichischer

Kanzler und stellt mit seinen 33

Jahren eine deutliche Ausnahme im

Politiker-Alterdurchschnitt dar.

Wiener Innenstadt. Diesmal sprach er mit

Markus Figl, dem Großneffen des Österreichischen

Staatsvertragskanzlers Leopold

Figl. Dieser beschloss nach redlicher

Prüfung, den jungen Mann unter seine Fittiche

zu nehmen. So fand Sebastian Kurz

seinen politischen Anker.

Über die nächsten Monate begann Kurz

bei der JVP Innere Stadt anzudocken und

sich für die Politik immer mehr zu interessieren.

Er sei wissbegierig gewesen und

habe alles aufgesaugt »wie ein Schwamm«,

sagen seine Beobachter. Er verstand die

komplexesten Zusammenhänge und hatte

eine rasche Auffassungsgabe. Schon damals

entwickelte er sein erstes politisches

Projekt: das »Bezirksparlament« bei dem

während regelmäßig abgehaltener Sitzungen

die aktuellen Probleme des Bezirks

diskutiert wurden. So begann seine politische

Tätigkeit und innerhalb der Partei

machte er schnell Karriere. 2007 wurde er

Bezirksobmann der Jungen Volkspartei,

2008 deren Landesobmann, 2009 übernahm

er deren Bundesorganisation und

saß im Bildungsausschuss der Volkspartei

im Wiener Gemeinderat. 27jährig wurde

er 2011 Staatssekretär für »Integration«.

Er erklärte den Medien, er wolle eine Politik

machen, die nah am Leben sei und

trat gegen die andauernde Scheinheiligkeit

der anderen Parteien an. Er sagte weiter,

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Leben

Sebastian Kurz –

Ein Millenial als Kanzler

Wieso wird ein junger, charismatischer Mensch Politiker?

Seine Grundzugänge, seine Prinzipien –

ein Einblick in Sebastian Kurz’ Leben

Bilder: imago images/Xinhua, Michael Hetzmannseder Cover: FBV Verlag

er habe ein Problem mit dem Politjargon,

denn er »rede beruflich genauso wie privat«.

Diese Authentizität bewahrte er sich

übrigens bis heute auf. Sebastian Kurz

wollte nichts begrüßen, sondern vielmehr

»grad raus sagen«, was er gut fand und was

nicht. Auch dabei unterscheidet er sich

von den anderen erfahreneren Politikern.

Der Rennfahrer Niki Lauda brachte es einmal

auf den Punkt, als er über ihn sagte:

„Er ist transparent und kompetent.“

Sebastian Kurz saß in den ersten Jahren

seiner politischen Tätigkeit - als Staatssekretär

- bis spät in die Nacht am Schreibtisch

und baute sich mit Hilfe seiner politischen

Kontakte ein hilfreiches Netzwerk

aus Menschen auf, die mit ihm gemeinsam

etwas Positives erreichen wollten. Große

Entscheidungen werden bei ihm seither

immer »im Team diskutiert.« Bis zum Dezember

2011 war klar, dass Sebastian Kurz

reden konnte wie ein Profi und er hatte außerdem

ein Gespür für Themen und Menschen

– das erkannten

auch die

Journalisten. Mit

ihm bekam die

»Integrationspolitik«

in Österreich

mit einem Mal ein

Gesicht.

Er ist transparent

und kompetent.

– Niki Lauda

Ab September 2013 war er Außenminister

und brachte einen frischen Außenwind

in die internationale Politik: »Meine

Stärke ist es, nicht zu glauben, dass

ich der Gescheiteste bin, sondern dass

ich verschiedene Meinungen, Ideen und

Tipps zusammenführen kann«, erklärte

er in seinem Antrittsinterview im Kurier.

Um neue Strategien zu erarbeiten,

beschäftigte er eine Reihe externer Berater

aus den Bereichen Politik, Wirtschaft

und Kultur, die innovative Konzepte für

das österreichische Außenamt erarbeiten

mussten.

Die Vision, die er ab 2017, als er erstmals

zum Bundeskanzler gewählt wurde, für

Österreich aufbaute, baue genau auf den

Grundzügen seiner Familie auf: »auch in

einem Land (muss) jeder seinen Beitrag

leisten.« Dabei setzte er in seinen Wahlkämpfen

meist auf Understatement und

Pragmatismus, wie kein anderer Politiker

das vor ihm getan hatte. Er sei »ein Sympathieträger«,

der zuhören konnte, schrieben

die Medien, und er sei ein Stratege und

Organisationstalent, der selbst bei den heißesten

Diskussionen und kontroversesten

Interviewführungen in sich ruhend und

lächelnd Fragen beantwortete.

Seine Mitarbeiter erklärten mir, dass Kurz

oftmals fokussiert, also das Erreichen

eines Ziels oder das Lösen einer gestellten

Aufgabe. Und das sei, wie ich erfuhr, sein

Markenzeichen. Sebastian Kurz stellt dabei

einen neuen

Typus eines Politikers

dar: er ist

nicht der übliche

alte, schnoddrige

Mann, der sich

ab-und-zu Mal

zu Wort meldet,

sondern er verkörpert

etwas gänzlich Neues. Er selbst

beschrieb sich in einem Gespräch, dass

wir führten, während wir an seinem Buch

arbeiteten, so:

»Ich glaube zuerst einmal, dass wir in einer

Zeit leben, wo jeder politisch einen Beitrag

leisten darf. Egal, ob er männlich oder

weiblich, jung oder alt ist. Das war früher

sicher anders. Und zum Zweiten haben

wir ganz bewusst versucht, auch die traditionellen

Strukturen zu öffnen und uns

als Partei zu öffnen, indem wir Personen

dazu gewonnen haben, die sich für ein politisches

Amt engagieren und die aus den

Bereichen Wissenschaft, Zivilgesellschaft

oder Wirtschaft stammen. Und zum Dritten:

inhaltlich versuchen wir eigentlich etwas

unvoreingenommener heranzugehen

und einfach gute Lösungen für Herausforderungen

zu finden.«

Er sei ein Idealist und wolle in der Politik

etwas verändern. Wenn man ihn heute

fragt, welche Eigenschaft in der Politik zu

den wichtigsten zählt, dann antwortet er:

»Die Grundvoraussetzung in der Politik

ist es, Menschen zu mögen. Politiker, die

das nicht tun, können zwar auf Zeit erfolgreich

sein, aber niemals über eine längere

Dauer hinaus.« Mit derartigen Aussagen

hat er eine eindeutige Vorbildwirkung als

Politiker und trifft damit den Nagel auf

den Kopf.

Die Autorin Judith Grohmann ist eine österreichische

Journalistin und autorisierte Verfasserin

der offiziellen Biografie über den österreichischen

Bundeskanzler Sebastian Kurz.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

57


Wissen

Wie kannst du

mehr Geld

verdienen?

Jürgen Höller darüber, wie Einkommen

mit Selbstwert zusammen hängt

Der Schriftsteller George

Simenon schrieb einmal:

„Letztlich bekommt jeder

von uns genau das, was er

verdient –aber nur die Erfolgreichen

geben das zu…“

Vorausgesetzt dieses Zitat stimmt, bist Du

dann mit dem, was Du derzeit verdienst,

zufrieden? Hast Du das Gefühl, ausreichend

vergütet zu werden? Oder möchtest

Du gerne Deinen Verdienst erhöhen, vielleicht

sogar deutlich steigern? Und was sind

dann die Schlüsselfaktoren dazu, dass Du

Deinen Verdienst permanent erhöhst? Um

diese Fragen dreht es sich in diesem Beitrag.

Ich möchte Dir zunächst die Geschichte

von Red Adair erzählen:

Adair war eines von acht Kindern und

wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges

erlernte er den Beruf des Feuerwehrmannes.

Allerdings blieb er kein „normaler“

Feuerwehrmann, sondern erlernte

besondere Fertig- und Fähigkeiten bei der

Bekämpfung von Feuer, die mit gewöhnlichen

Löscheinsätzen nichts mehr zu tun

hatten.

Paul Neal Adair, bekannt als Red Adair,

war ein US-amerikanischer Feuerwehrmann

und Gründer der Firma Red Adair

zur Bekämpfung von Großbränden.

So setzte er beispielsweise gezielte Sprengstoffexplosionen

ein, bei denen so viel

Sauerstoff verbrannt wurde, dass die

Feuer dadurch schlagartig erloschen. International

berühmt wurde er 1991, als

er 117 brennende Ölquellen in Kuwait

nach dem Ende des Golfkrieges löschte.

Unvergessen ist folgende Begebenheit:

Ein kuwaitischer Ölscheich kehrte zurück

und fand seine beiden Ölquellen

lichterloh brennend vor. Der berühmteste

Feuerwehrmann der Welt, Red Adair,

erschien ihm als ideal, um den Brand

seiner Ölfelder zu löschen. Er fragte

Adair, wie lange er benötigen würde, und

dieser antwortete: „ca. drei Wochen pro

Ölfeld“. Und auf die Frage nach seinem

Preis nannte Adair eine höhere Millionensumme.

Daraufhin meinte der Ölscheich,

dass für drei Wochen Zeit dies

eine gewaltige Summe sei und Adair antwortete

ihm:

„Sie irren sich. Ich bekomme das Geld

nicht für drei Wochen meiner Zeit –

sondern für mein Know-how, wie jede

Ihrer Ölquellen innerhalb von drei Wochen

wieder eine Million Dollar pro Tag

Ertrag für Sie abwirft“.

Bilder: Wikipedia/Harry Pot, Depositphotos/dpfoxfoto, Johannes Arlt/laif

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Wissen

Warum erzähle ich diese Geschichte?

Sie drückt so treffend aus, wie jeder

Mensch sein Einkommen praktisch unbegrenzt

erhöhen kann. Es kommt gar

nicht so sehr darauf an, welche Schulbildung

man genoss, welche Titel man besitzt

oder welche Berufsausbildung man

absolvierte. Adair war ein „einfacher“

Feuerwehrmann – aber er lernte bei seinem

Mentor, dem Feuerwehrmann Myron

Kinley nach dem zweiten Weltkrieg

bereits besondere Methoden bei der

Brandbekämpfung.

Der Schlüssel für ein hohes Einkommen

besteht also darin, einzigartige Fähigkeiten

und Fertigkeiten zu entwickeln. Sich

so in einer Sache einzubohren, dass man

schließlich folgenden Weg geht:

Man findet ein Gebiet, auf das man sich

spezialisiert. Dieses Gebiet sollte einem

Spaß machen, sollte einem liegen, sollte

einen erfüllen.

Der nächste Schritt besteht darin, sich

in diesem Gebiet immer tiefer und tiefer

einzubohren. Alles Wissen aufzusaugen,

das es in diesem Bereich gibt. Die

Amerikaner sagen dazu „modelling of

excellence“. Als ich zum Beispiel 1986

den Plan hatte, zusammen mit meinen

zwei Partnern Gerlinde Meier und Jürgen

Scholl in Schweinfurt nicht irgendeinen

Fitnessclub zu eröffnen, sondern

dort den erfolgreichsten Fitnessclub

Deutschlands zu kreieren, besuchte

ich ca. 150 Fitnessclubs

in ganz Europa und in den USA.

Überall lernte ich, führte ich Gespräche,

lernte ich hier eine Strategie,

dort ein System und auch viele

kleine Tipps und Möglichkeiten

kennen.

Als wir schließlich dann den einen

Fitness-club in Schweinfurt eröffneten,

hatten wir bereits nicht nur

das Ziel der erfolgreichste Fitnessclub

Deutschlands zu werden, sondern auch

die Fähigkeiten und Fertigkeiten dazu.

Und was glaubst Du, was nur wenige

Jahre später der Fall war (bei immerhin

sechs weiteren Fitnessclubs damals,

unter anderem einem Mitbewerber, der

zwei Clubs hatte, die genauso groß waren,

aber lediglich den halben Monatsbeitrag

erhoben) – wir waren die Nummer

1 in Deutschland!

Jürgen Höller

ist Europas erfolgreichster Mentaltrainer

und schulte über 1,8 Millionen Menschen.

Seine über 60 Bücher, DVDs und

Audioprodukte fanden mehr als 8 Mio.

Leser und Hörer.

Bilder:Lado Alexi, Depositphotos/s_burkley, Jessica Wilkens

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

59


Einstellung

FASZINATION IST

KEINE ILLUSION!

Wie zieht man Menschen

in seinen Bann?

„Geschwindigkeit ist

keine Hexerei“ sagt der

Volksmund und liegt

zumindest in einem Fall meilenweit daneben:

David Copperfield. Seine Illusionen

sind atemberaubend und schnell

zugleich. Der weltberühmte Magier

verzaubert noch heute allabendlich sein

Publikum in Las Vegas. Und Copperfield

scheint seine Faszination auf die Menschen

über die Jahre nicht verloren zu haben.

Man muss wahrlich kein Magier sein, um für

seine Mitmenschen interessant zu wirken.

Die Gabe, jemanden in seinen Bann ziehen

zu können, ist aber durchaus eine Fähigkeit,

die Dich im Leben weit voranbringen wird.

Und da kann man von David Copperfield

eine Menge lernen.

Erzähle Geschichten!

Betrachtet man eine Illusion seiner Show,

so fällt auf, dass der eigentliche Trick nur

wenige Augenblicke andauert. Es ist vielmehr

die Geschichte, die Copperfield zu

jeder seiner Illusionen erzählt. Er gibt ihr

eine unverwechselbare Identität. Was ist

Deine Geschichte? Wir Menschen lieben es,

Geschichten zu hören. Wenn Du eine spannende

Story zu erzählen hast, dann hören dir

Menschen zu. Und wenn sie zudem noch

außergewöhnlich ist, dann ziehst Du deine

Zuhörer mit ihr in den Bann. Genau das ist

es, was erfolgreiche Menschen ausmacht: Sie

sind interessant und ziehen daie Aufmerksamkeit

auf sich. Man verbindet mit ihnen

bestimmte Stories. Ich bin der Überzeugung,

dass jeder Mensch eine Geschichte hat, die es

wert ist, erzählt zu werden.

Berühre die Menschen!

In einer seiner Liveshows erzählte Copperfield

einmal von einem Winter in seiner

Kindheit. Tagelang habe er aus dem Fenster

geschaut und auf Schnee gewartet. Sogar Papierschnipsel

hatte er in die Luft geworfen,

um zumindest die Illusion eines Schneefalls

zu erzeugen. Doch eines nachts sei er von

seinem Vater geweckt worden: „David, wach

auf und schau aus dem Fenster!“. Der kleine

Copperfield blickte hinaus und es schneite.

Und während er die Geschichte erzählt,

zaubert David wie aus dem Nichts einen

Schneesturm aus seinen Händen hervor. Die

Was nützt es gut zu sein, wenn

es keiner weiß?

– Hermann Scherer

ganze Bühne ist verschneit – Emotionen pur!

Wenn Du Menschen berührst, versetzt Du

sie in einen emotionalen Zustand, der eine

besondere Verbindung zu dir aufbaut. Du

ziehst dein Umfeld wahrlich in den Bann.

Alle Entscheidungen im Leben treffen wir

zunächst aus einer Emotion heraus und begründen

sie erst später rational. Wenn Du

das verstanden hast und das Spielfeld der

Emotionen beherrschst, wirst du Anderen

immer voraus sein. Faszinieren durch emotionales

Berühren.

Inszeniere Dich!

Ich erinnere mich an die Zeit zurück, als in

den 90er Jahren die TV-Specials von David

Sven Schultze ist Top Speaker. In seiner Keynote

„Magic your Life!“ verknüpft er die Kunst

der Magie mit der des Speakings und inspiriert

damit Menschen und Unternehmen zugleich.

Copperfield ausgestrahlt wurden. Gebannt

saß ich als kleiner Junge vor dem Fernseher

und sah ihm dabei zu, wie er die Freiheitsstaue

verschwinden ließ oder durch

die Chinesische Mauer ging. Mich hat das

so fasziniert, dass ich später beschloss,

selbst Illusionist zu werden, was ich

dann auch 15 Jahre lang war, bevor ich

Speaker wurde. Copperfield ist ein Meister

der Inszenierung. Jede große Illusion

wurde von ihm zelebriert. Angefangen

von der Geschichte, der Vermarktung

im Vorfeld bis hin zur medialen Begleitung

durch Presse und Fernsehen. Er verstand es

schon damals, auf sich aufmerksam zu machen.

Wir leben in einer Zeit, wo jeder um

unsere Aufmerksamkeit buhlt. Da braucht

es gute Ideen, um aus der Masse hervorzustechen.

Was ist Deine Idee, um dich in

Szene zu setzen? Der Schlüssel zum Erfolg

ist die Sichtbarkeit. Mein Mentor, Hermann

Scherer, fasst das gut zusammen: „Was nützt

es gut zu sein, wenn es keiner weiß?“.

Sei anders!

David Copperfield ist kein „normaler“

Künstler. Er polarisiert. Nicht zuletzt durch

seine jahrelange Beziehung zu Topmodel

Claudia Schiffer. Bis heute werfen ihm

böse Zungen vor, dass die Beziehung nur

inszeniert gewesen sei. Auch Copperfields

Illusionen sind anders, als die der gewöhnlichen

Magier. Bei seiner letzten Tournee

in Deutschland, ließ sich David über den

Köpfen der Zuschauer verschwinden und

zauberte sich in Bruchteilen einer Sekunde

auf die Insel Hawaii. Auf einer Leinwand

konnten die Zuschauer die Live-Übertragung

aus Hawaii mitverfolgen. Um zu

beweisen, dass er wirklich dort ist, hielt

Copperfield ein Foto in die Kamera, was er

zuvor mit einigen Zuschauern im Theatersaal

geschossen hatte. Anders zu sein, neu

zu denken und ungewöhnliche Wege zu

gehen, fasziniert insbesondere diejenigen,

die das eben nicht machen. Bist Du gewöhnlich?

Oder hast Du Ecken und Kanten,

die dich faszinierend wirken lassen?

Bist du anders, dann ziehst du Menschen

in deinen Bann. Normal kann ja jeder.

Bild: Dominik Pfau, Depositphotos/Jean Nelson

60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Einstellung

David Copperfield ist ein aus dem

US-amerikanischen Raum stammender

Zauberkünstler. Bekannt wurde

er in den 1970er Jahren durch mehrere

TV-Auftritte und gibt bis heute

ungefähr 600 Live-Shows jährlich.

Er tritt in der ganzen Welt auf und

hat mehr Tickets als jeder andere

Solokünstler verkauft.

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

61


Erfolg Magazin Brand Ambassadors

ERFOLG

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E

magazin

BRAND

AMBASSADORS

Mymtvtn

Unser Erfolgsrezept?

DSG! Und nein es handelt sich hierbei nicht

um ein Getriebe, sondern um Disziplin, Spaß

und Geduld! Wir bei myMTVTN haben gelernt,

dass diese 3 Faktoren unerlässlich für

deine Zielerreichung sind! Wann schaltest du

einen Gang höher und arbeitest endlich an

deinen Träumen?!

Finanzielle Zuflucht

Finanzielle Zuflucht ist eine Marke, welche sich

darauf spezialisiert, anderen Menschen in den

Bereichen Finanzen, Persönlichkeitsentwicklung

und Unternehmertum zu helfen. Bekannt

ist unsere Marke vor allem auf Instagram, wo

wir täglich neue und hilfreiche Beiträge veröffentlichen,

die Wissen vermitteln und zu innovativen

Denkanstößen anregen.

BMotivation

Unser Motto „Spreading the good vibes“

richtet sich an Menschen welche einen Traum

haben, jedoch noch nicht das richtige Mindset

besitzen, um diesen zu verwirklichen. Wenn

du dich für Persönlichkeitsentwicklung interessierst,

dann schaue gerne auf unserer Instagram

Seite bmotivation_de vorbei.

Maciej und Benny

@mymtvtn

@finanzielle_zuflucht

@bmotivation_de

Blickwinkel der Welten

Milliardenmotivation

Unternehmensmentor

Auf meiner Seite findest du Sprüche und Zitate

die zum nachdenken anregen. Dadurch

wächst du persönlich und lernst das Leben

mit all den Höhen und Tiefen kennen.

Ich freue mich, dich auf meiner Seite begrüßen

zu dürfen und mit dir diesen Weg zu

gehen.

Wir wollen Menschen auf ihrem Weg zum Erfolg

unterstützen und sie von A nach B bringen.

Die Mission von Milliarden Motivation besteht

darin, eine Starke Community von leistungsfähigen,

euphorischen, disziplinierten Menschen

aufzubauen - die einfach MEHR wollen. Die

einfach ehrgeizig und fleißig sind. Die nicht so

viel drum reden und einfach machen.

„Du bist der Grund warum ich es jeden

Morgen schaffe immer ein Stück weiter zu

kommen, mich weiter zu entwickeln und

über meine Grenzen hinauszuwachsen. Du

motivierst mich (und ich glaube auch ziemlich

viele andere Menschen) mit deinen Beiträgen

und hast mich auf den richtigen Weg

„gebracht“! Dafür wollte ich danke sagen“

– Maya L. (Abonnentin)

@blickwinkel.der.welten

@milliardenmotivation

@unternehmensmentor

Jammer nicht, lebe!

Boss Motivation

Vision Erfolg

Schon Einstein sagte, es gibt viele Wege zum

Glück, einer davon ist aufhören zu jammern.

Und ich hab mir das nach einem Schicksalsschlag

zum Lebensmotto gemacht .

Meine Seite/ Blog soll Dir eine Quelle der Inspiration

und Motivation sein.

Es lohnt sich seinen Träumen zu folgen und

nie aufzugeben.

Ich habe es selbst erlebt!

Ich @jammer_nicht_lebe

geh leben! Kommst Du mit?

Kennst du den Spruch „Zeige mir dein Umfeld

und ich sage dir wer du bist“? Dein Umfeld

hat einen riesigen Einfluss auf deine Gedanken,

deine Einstellung, aber vor allem auf

deine Taten! Das Gute: Durch Social Media

ist es heutzutage so leicht wie nie, dir zumindest

auf digitaler Basis das richtige Umfeld zu

schaffen. Warum Boss Motivation unbedingt

zu deinem Umfeld gehören sollte? Such uns

auf @bossmotivations

Instagram und überzeuge dich selbst!

Du willst mehr vom Leben? VisionErfolg ist

die erste Erfolgsplattform im deutschsprachigen

Raum. Unsere Mission ist es, Dich als

Deine Erfolgsmentoren zu einem selbstbestimmten

Leben nach DEINEN Vorstellungen

zu führen. Hört sich gut an? Schreibe jetzt

Deine Erfolgsgeschichte auf visionerfolg.de,

bis gleich!

@entrepreneurs.germany

Bilder: Privat

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Top-Experten

TOP

EXPERTEN

Namen Fachgebiet Land

Ronny Wagner

Igor Goldenberg

Tobi Förster &

Julia Diehl

Geldcoaching und Vermögenssicherung

Innovative Versicherungs- und

Finanzkonzepte

Bewusstseins- & Businesstransformation

Michail Kerasidis Mindset & Network Marketing D

Sascha Rabe Vermögensberatung D

Janic Marty SmartFit Lifestyle CH

Sven Schultze Top Speaker Motivation D

August Krol Amazon Consulting D

Dominik Herz Vertrieb D

Phil Poosch Online Sales & Marketing D

Maik Besso

Sören Heß

Business Produkt- &

Konzeptentwicklung

Gesundheits- und

Schmerzcoaching

D

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Namen Fachgebiet Land

Emilio Donaubauer Marketing & Branding D

Butrus Said Amazon D

Matthias Schmidt Berufsunfähigkeitsversicherung D

Michael Neumaier Kindersicherheit D

Simon Vogt

Linus Schlinke

Authentische Herzens-Business

Ideen

Online Marketing & Neukundengewinnung

Fi Hung Doan HR-Management A

Stephan Schmitt

Paradigmenwechsel/

New Leadership

Falk Berberich Kampfkunst Business D

Leon Hüttl Marketing & Branding D

David Schneck Transformation D

Stefan Jöbstl Sales international A

Jonathan Nägele E-Commerce D

D

D

D

Bild: Depositphotos.com/depositedhar

Hierbei handelt es sich um die neu aufgenommenen Top-Experten.

Die gesamte Liste finden Sie unter www.erfolg-magazin.de/top-experten/

ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

63


Einstellung

Best of Web

BEST OF WEB

Die Top 10 SEO-Tipps für ein höheres Ranking

Die Suchmaschinenoptimierung ist ein

wichtiger Bestandteil der Strategie jeder

Webseite. Google und andere Suchmaschinen

wie Yahoo und Bing nehmen nicht

umsonst ständig Änderungen an ihren

Algorithmen vor, um eine bessere Sucherfahrung

für ihre Benutzer zu erzielen. Aus

diesem Grund ist es für jeden Webseitenbetreiber

wichtig, über die neuesten SEO-

Tricks auf dem Laufenden zu bleiben.

Vorausgesetzt, sie möchten einen höheren

Rang in den Suchmaschinen einnehmen.

Im folgenden Beitrag finden interessierte

Leser die Top 10 der wichtigsten SEO-

Tipps, um das SEO-Ranking zu verbessern

und qualifizierte Leads auf die Website zu

bringen.

SEO-Tipp #1: Seitenperformance

verbessern

Die Geschwindigkeit der Website

ist eines der am häufigsten überse-

henen SEO-Faktoren. Google nutzt

die Geschwindigkeit der Website seit

2010 als SEO-Ranking-Faktor. Nahezu

alle Webnutzer erwarten, dass eine

Internetseite in zwei Sekunden geladen

wird.

Viele verlassen die Seite schnell, wenn

sie nicht in drei Sekunden vollständig

aufgebaut ist. Dies zeigt, dass die Websitegeschwindigkeit

nicht nur für die

Suchmaschinen wichtig ist, sondern

auch für die Suchmaschinenbenutzer.

Diese werden die möglicherweise

nicht zur Website zurückzukehren,

wenn das Laden zu lange dauert.

Es gibt einige verschiedene Elemente,

die die Ladegeschwindigkeit…

Wie es weiter geht lesen Sie unter

www.erfolg-magazin.de

Obamas Liste: Die Bücher des

Jahres

Barack Obama hat seine jährliche Liste mit

Büchern veröffentlicht, die er 2019 besonders

gern gelesen hat. Er war bereits als

Präsident dafür bekannt, viel zu lesen und

bezeichnet seine Buchliste mittlerweile als

„nette kleine Tradition“.

Dies sind seine Buch-Empfehlungen:

The Age of Surveillance Capitalism: The

Fight for a Human Future at the New

Frontier of Power von Shoshana Zuboff

The Anarchy: The Relentless Rise of the

East India Company von William Dalrymple

Furious Hours: Murder, Fraud, and the

Last Trial of Harper Lee von Casey Cep

Girl, Woman, Other von Bernardine

Evaristo

Den Rest des Artikels lesen Sie unter

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64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 02/2020 . ERFOLG magazin


Best of Web

Erfolgsfaktor: Wahre Präsenz

Beliebte Artikel auf www.erfolg-magazin.de

Erfolg – alle wollen ihn, doch was ist „Erfolg“?

Wie geht dieses „Erfolgreich-Sein“?

Ist es erlernbar?

Erfolg bezeichnet die geheimnisvolle

Fähigkeit, die wahren Wachstumsimpulse

zu erkennen, zu deuten und furchtlos

umzusetzen. Es sind die eigenen Gedanken,

Worte und Taten, die Erfolg und den

damit einhergehenden Reichtum gestalten.

Wer erfolgreich sein will, kommt nicht

umhin, die eigenen Ängste und inneren

Widerstände zu überwinden sowie zügig

und intuitiv Entscheidungen zu treffen.

All das ist nur möglich mit Präsenz, der

Grundlage für Erfolg.

Gern wird Präsenz mit „Charisma“ in

einen Topf geworfen. Dabei geht sie

deutlich darüber hinaus, denn der Aspekt

der Achtsamkeit im Hier und Jetzt ist

dabei von großer Bedeutung. Menschen,

die im Hier und Jetzt sind, handeln mutig

und unerschrocken. Wer dazu in der Lage

ist, hat in der Regel eine besonders anziehende

Ausstrahlung und ein sicheres, angenehmes

Auftreten. Wahre Präsenz ergibt

sich demnach aus den Faktoren Achtsam-

keit, Auftreten und Ausstrahlung (P = 3 x

A) und führt dazu, dass Menschen einen

spannend und faszinierend, mindestens im

wahrsten Sinne des Wortes „merkwürdig“

finden. Präsenz als Grundlage für Erfolg.

Dabei geht es nicht etwa darum, einfach

nur viel Raum einzunehmen, andere zu

übertönen und den Mittelpunkt für sich

zu beanspruchen. Dann ist eine Person

zwar für alle präsent, nicht jedoch in sich

ruhend mit Zugriff auf die eigene Weisheit.

Letzteres ist…

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Bilder: Depositphotos/garagestock/palinchak/yacobchuck1/phaendin/ikurucan, Sylke Gall Grafiken: Erfolg Magazin

Volkskrankheit Depression –

„Leiden Sie leise!?“

„Bei einem Armbruch trägt man einen

Gips. Das ist von außen für jeden

sichtbar und alle akzeptieren, dass man

krank ist. Bei einer Depression könnten

Sie sich ein Pflaster an die Stirn kleben,

aber das wäre lächerlich“, sagte die Ärztin

damals zu mir.

Nehmen Sie sich doch zwei Minuten

Zeit für eine kurze Selbstanalyse, denn

in Deutschland leiden etwa 8% der

Menschen an einer behandlungsbedürftigen

Depression. Die Dunkelziffer der

Betroffenen ist sicherlich viel höher. Im

Vergleich dazu bekommen circa 5% der

Deutschen eine Krebsdiagnose. An einer

Depression erkranken mehr Frauen (ca.

15%) als Männer (ca. 8%). Die Zahlen

variieren je nach Studie minimal. Einigkeit

herrscht bei…

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ERFOLG magazin . Ausgabe 02/2020 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg Magazin Kalender

Leadershipkongress

Online-Kongress

15.–20. März 2020

Für Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte werden

an diesen Tagen über 40 Experten Antworten u.a. zu folgenden

Fragen geben: Wie finde und binde ich die richtigen Mitarbeiter?

Wie stelle ich mich im Zeitalter der Digitalisierung richtig auf? Wie

sichere ich meine und die Zukunftsfähigkeit meiner Mitarbeiter?

Folgende Referenten werden vom Leadership-Experten Stephan

Schmitt interviewt: Jürgen Höller, Boris Grundl, Jörg Löhr, Maxim

Mankevich, Dr. Renée Moore, Prof. Dr. Knoblauch, Alexander

Hartmann, Andreas Buhr, Martin Limbeck, Julien Backhaus,

Karl Pilsl, Oliver Geisselhart, uvm. Melden Sie sich unter www.

leadershipkongress.com kostenfrei an und werden auch Sie Teil der

Leadership-Offensive 2020.

W.I.N. Innovation Summit

Berlin,

21. März 2020

W.I.N Women in Network® ist das Netzwerk für Frauen in

Business und Karriere mit Weitblick und dem Interesse, ihr

persönliches, berufliches und virtuelles Netzwerk auszubauen.

Die Frauen der Community schätzen den Austausch mit Frauen

auf gleicher Augenhöhe, professionelle Empfehlungen und das

empathische Miteinander.

W.I.N bietet zahlreiche persönliche und virtuelle Möglichkeiten

für die Vernetzung. Aktuell im deutschsprachigem Raum und

ist auf internationalem Expansionskurs. Eine dieser Möglichkeiten

ist der jährliche W.I.N Business Kongress, der bereits

zum 8. Mal stattfindet und unter dem Motto „gemeinsam

grenzenlos netzwerken“ steht.

Don't stop believin'

Porsche Arena/Stuttgart,

24. März 2020

Norman Gräter will sein Können vor seinem bisher größten Publikum

unter Beweis stellen.Die Zuschauer erwartet eine weltweit

einzigartige und aufwändige Bühnenshow: Live begleitet durch

ein klassisches Orchester, blickt er auf seine ganz persönliche

Erfolgsgeschichte zurück – von der Idee und Buchung der Halle

im Jahre 2014 bis zur Zielerreichung im Jahr 2020. Gräter nimmt

sein Publikum mit auf seine Reise und zeigt den Besuchern, wie sie

ihre eigenen Ziele erreichen können. Als Wegbegleiter dient dabei

Gräters 6-jähriges Tagebuch mit all seinen erreichten Erfolgen,

Lernerfahrungen, Höhen und Tiefen, das jeder Besucher gratis am

Ende der Veranstaltung erhält. Seien Sie am 24.03.2020 live dabei

und werden Sie Teil dieser Vision!

Bühne Founder Summit

Wiesbaden,

18.– 19. April 2020

Die Entrepreneur University ist zurück in Wiesbaden und öffnet

wieder ihre Türen für das Erfolgsformat "The Founder Summit"!

Der Ort für jeden Unternehmer, Gründer und solche, die es werden

wollen. Es erwarten Sie 7.000 Teilnehmer, 120 Start-Ups, 70

Speaker, 9 Theme-Stages, Center Stage, Pitch-Arena, Big Final

Party und mehr! Sie können Teil des größten und spektakulärsten

Events im Bereich Startups, Entrepreneurship and Personal

Development Deutschlands werden! Sie erfahren Geheimnisse,

Tipps und Tricks, sowie die besten Strategien und Taktiken

der besten Unternehmer Deutschlands!

Bild: Benjamin Kurz Fotografie

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