Risiko.Fit Trainingsprogramm

pyhrnpriel.erlebnisagentur

Risiko.FIT

Das Gefährliche am Risiko

ist nicht das Risiko selbst,

sondern wie man damit

umgeht.

Risiko

schafft

Sicherheit

Unfallvermeidung

am Arbeitsplatz

durch Optimierung

der inneren Sicherheit


Risiko.FIT

RISIKO

SCHAFFT

SICHERHEIT

Das Gefährliche am Risiko

ist nicht das Risiko selbst,

sondern wie man damit

umgeht.

Seite 4

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INHALTE

EINFÜHRUNG Seite 4

ZIELE Seite 6

der Risiko.FIT Trainingsmodule

4 SCHRITTE ZUR INNEREN SICHERHEIT Seite 7

SCHRITT 1 Seite 8

Persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten

SCHRITT 2 Seite 10

Bewusstsein - Unterbewusstsein

unbewusstes und bewusstes Verhalten

SCHRITT 3 Seite 16

Risikostrategien

KULTURTECHNIKEN Seite 18

Break - Look at Your friends - Reflect

SCHRITT 4 Seite 22

Risikointelligenz

RISIKO.FIT TRAININGSMODULE Seite 24

BIBLIOGRAPHIE & TRAINER Seite 26

www.risiko.fit

Seite 5


Risikooptimierung durch Balance zwischen

äußerer und innerer Sicherheit

Einführung

Die Sicherheit der Mitarbeiter

wird in Betrieben zu

Recht als hohes Gut angesehen.

Zunehmend erkennen

Firmen jedoch, dass wiederkehrende

Sicherheitsschulungen,

Pflichten, Verbote und

Schutzmaßnahmen nur bedingt

Arbeitsunfälle vermeiden.

Skizze 1

Beeinflusst von dem gesellschaftlichen

Trend sich gegen

das Risiko abzuschirmen, wird

viel Geld in die äußere Wappnung

(Sicherheitsequipment,

Schutzausrüstung etc.) investiert.

Der Erwerb einer inneren Sicherheit

(Kompetenzen, Strategien,

Kulturtechniken) wird

oft vernachlässigt. Gelungene

Unfallprävention kann jedoch

nur in einer Balance zwischen

äußerer und innerer Sicherheit

geschehen.

> Skizze 1

Verbote &

Schutzmaßnahmen

vermeiden

Arbeitsunfälle

nur bedingt

Seite 6

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Kontrolle, bewegt

Menschen nicht

dazu, dass

richtige

zu tun

Setzt man nur auf äußere

Sicherheit, nimmt die Verantwortung

für das eigene

Handeln ab.

Wir fühlen uns Sicher, aber

je sicherer wir uns fühlen,

desto riskanter verhalten

wir uns, wie das Münchner

Taxi Experiment aus den

80er Jahren zeigt.

Das Taxi Experiment

Nach dem Einbau eines

ABS Systems, stieg die Anzahl

der Auffahrunfälle bei

Taxis mit ABS rapide an.

Skizze 2

In der Arbeitswelt wird

stets ein Restrisiko bestehen

bleiben da nicht alles

kontrollierbar ist.

Außerdem hilft Kontrolle

nur bedingt, den Untersuchungen

haben ergeben,

dass Kontrolle, Menschen

nicht dazu bewegt das

richtige zu tun. Wir kennen

das alle vom Straßenverkehr.

Werden wir beobachtet

(Beispiel Polizei) verhalten

wir uns anders.

Die Optimierung der inneren

Sicherheit ist der logische

nächste Schritt zu

einer gelungen Unfallprävention.

> Skizze 2

Innere Sicherheit

erreicht man durch die

Förderung der persönlichen

Kompetenzen, dem

Erkennen des eigenen

bewussten und unbewussten

Verhaltens, der

Verwendung optimaler

Risikostrategien und der

Entwicklung von Risikointelligenz.

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Seite 7


Ziel der Risiko.FIT Trainingsmodule

Ziel

Diese Trainingsmodule befassen sich mit

der psychologischen Beeinflussung von

Verhaltensmustern und der Förderung von

Risikointelligenz.

Die Teilnehmerinnen sollen lernen, Risiken

selbstständig zu erkennen, einzuschätzen

und ihre Kompetenzen, Strategien und Kulturtechniken

(Break, Look at your Friends,

Reflect) bewusst einsetzen um sichere Entscheidungen

fällen können.

Risiko.FIT

Entscheidungen

treffen

Es bietet den Mitarbeiterinnen die

Möglichkeit einen souveränen Umgang

mit Risiko in Beruf und Alltag

zu erlernen. In einem Wechselspiel

von Praxisübungen, Informationseinheiten

und Experimentieren in

realen Risikosituationen werden alle

Teilnehmerinnen ihre persönlichen

Sicherheitsstrategien erleben und

reflektieren. Jeder wird unter professioneller

Anleitung erfahren, welche

Kenntnisse es braucht, um in seinem

persönlichen, beruflichen Kontext

eigenverantwortlich und risikokompetent

Entscheidungen zu treffen.

Seite 8

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4 Schritte zu inneren Sicherheit

Potenzialentfaltung zur inneren

Sicherheit bedeutet,

reale Herausforderungen zu

meistern, Verantwortung zu

übernehmen, mit Risiko und

Scheitern umgehen zu lernen.

Darum sollte man: (Dazu ist es notwendig:)

> > Persönliche Kompetenzen fördern und die dazu notwendigen Fertigkeiten trainieren.

> > Wissen über bewusstes und unterbewusstes Verhalten erlangen, unbewusstes

Verhalten verstehen und Strategien entwickeln, wie man zu einem bewussten

Verhalten gelangen kann.

> > Die bisherigen Risikostrategien auf ihre Wirksamkeit überprüfen, eventuell neue

entwickeln Kulturtechniken erlernen und bewusst zum Einsatz bringen.

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Seite 9


Persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten

Schritt I

Unsere persönlichen Kompetenzen

im Umgang mit

Risiko, sind jene Fähigkeiten

und Fertigkeiten die wir einsetzten,

um das vor uns liegende

Problem so sicher als

möglich zu lösen. Je mehr

Wissen, je breiter unsere

kognitive Landkarte, unsere

Problemlösungsfähigkeit,

desto besser können wir die

Informationen die wir wahrnehmen,

beurteilen und so

die richtigen Entscheidungen

treffen.

Seite 10

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Nach dem Psychologen

Dietrich Dörner besteht

ein enger Zusammenhang

zwischen dem explorativen

Verhalten eines

Menschen und seiner

Problemlösungsfähigkeit.

„Explorative Menschen suchen

Felder auf, mit denen

sie nicht vertraut sind und

versuchen sich in diesen

Feldern problemlösend zu

behaupten. Jede auf diese

Weise gewonnene Erfahrung

wird zu einem abstrakten

Schemata verarbeitet.

Je mehr Erfahrungen, desto

mehr Schemata, desto

breiter die kognitive Landkarte.

Eine breite kognitive

Landkarte sichert Kontrolle

über mehr Bereiche. Sie

ermöglicht eine schnellere

Verarbeitung neuer

Eindrücke und schützt vor

Kontrollverlust und emotionalen

Einbrüchen.

Wie wir uns in konkreten

Risikosituationen verhalten,

welche Problemlösungsstrategien

wir zur

Bewältigung von riskanten

Aufgaben einsetzen

und welche persönlichen

Schutzausrüstungen wir

dabei verwenden, ist von

unseren Erfahrungen, Erkenntnissen,

Gewohnheiten

und dem System in

dem wir tätig sind abhängig.

Diese persönlichen Kompetenzen

und Fähigkeiten

die wir von Kindheit an gelernt

haben, entscheiden

ob wir Risiken erkennen,

diese richtig einschätzen

und gute Entscheidungen

treffen können.

Risiken erkennen,

richtig einschätzen

gute Entscheidungen

treffen

Die Bewusste Auseinandersetzung

wie wir uns in

konkreten Situationen Verhalten

und wie uns das

System in dem wir tätig

sind beeinflusst, ist der 2.

Schritt zur inneren Sicherheit

und Risikooptimierung.

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Seite 11


Bewusstsein - Unterbewusstsein

unbewusstes und bewusstes Verhalten

Schritt II

Verhalten sich ihre Mittarbeiter

trotz Unterweisung

oft anders als man dies erwarten

sollte?

Das ist normal, denn das

Verhalten des Menschen,

kann man nie mit Sicherheit

vorhersagen. Jeder Mensch

ist einzigartig und individuell.

So ist auch das menschliche

Verhalten, nicht nur

in Bezug auf Risikosituationen,

individuell und besteht

aus einer Reihe von

erlernten Handlungen und

Gewohnheiten, die bewusst

oder unbewusst zum Einsatz

kommen.

Seite 12

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Unser Unterbewusstsein

bestimmt zu 90%, abhängig

von den Erfahrungen

die wir in unserem Leben

gemacht haben, wie wir

uns schlussendlich verhalten

werden. Kahnenmann

spricht hier von System

1 Unterbewusstsein (verbraucht

wenig Energie)

und System 2 Bewusstsein

(verbraucht sehr viel Energie)

Will man sein eigenes

Verhalten und das Verhalten

des Menschen verstehen,

ist es hilfreich zu wissen

wie das Bewusstsein

und das Unterbewusstsein

funktioniert.

System 2

unser Bewusstsein

bestimmt unser Verhalten nur

zu 10%

System 1

unser Unterbewusstsein

bestimmt unser Verhalten

zu 90%

Unser Verhalten wird von

unserem Bewusstsein und

unserem Unterbewusstsein

beeinflusst.

Der Nobelpreisträger Prof.

Kahnemann ist zu der Erkenntnis

gekommen, dass

unser Verhalten zu 90% von

unserem Unterbewusstsein,

das rund 10 000 000

Bits/Sekunde verarbeitet

und nur zu rund 10% von

unserem Bewusstsein, das

ca. 40 Bits/Sekunde verarbeitet,

bestimmt wird.

90 %

unseres

Hadeln

passiert

unbewusst

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Seite 13


Bewusstsein - Unterbewusstsein

unbewusstes und bewusstes Verhalten

Bewusstsein

Das Bewusstsein arbeitet

im Vergleich zum Unterbewusstsein

sehr langsam.

Es ist aber trotz allem das

höchst entwickelte System

in uns.

Unterbewusstsein

Das Bewusstsein ermöglicht

uns, logisch, rational,

analytisch und systemisch

Probleme zu lösen. Durch

bewusstes Denken können

wir vorausschauend planen

und handeln. Wenn unser

Unterbewusstsein auf Probleme

stößt fordert es vom

Bewusstsein Unterstützung

an. Da das Bewusstsein

(System 2) enorme Mengen

an Energie verbraucht, neigen

wir dazu, die meisten

Aufgaben mit dem Unterbewusstsein

(System 1) zu

lösen.

Risiko ernst

nehmen,

heißt

Verantwortung

übernehmen!

Ohne unser Unterbewusstsein

könnten wir nicht existieren

und überleben. Es

entscheidet in Millisekunden

ob wir vor dem heranrasenden

Auto die Straße

überqueren oder stehen

bleiben sollen.

Ohne unser Unterbewusstsein

könnten wir nur schwer

Auto fahren. Starten, Gang

einlegen, Kupplung lösen,

Gas geben aber nicht zu

viel, Bremse lösen, Blinker

einschalten, schauen ob die

Straße frei zu einschwenken

ist, Verkehrszeichen beachten,

den richtigen Abstand

zum vorderen Auto einhalten,

Bremsweg berechnen,

usw. Wer kennt das nicht,

ein mühevoller anstrengender

Weg, bewusstes Denken

kostet enorme Mengen

an Energie, wir würden

nicht viel mit dem Auto fahren

wenn das nur über unser

Bewusstsein funktionieren

würde. Wenn wir eine

Tätigkeit wie zum Beispiel

Autofahren oft genug trainiert

haben, übernimmt unser

Unterbewusstsein und

der größte Teil dieser Tätigkeit

läuft ganz automatisch

ab.

Unser Verhalten wird von

unserem Bewusstsein

(10%) und unserem Unterbewusstsein

(90%) beeinflusst.

Wenn wir unsere

Verhaltensweisen beeinflussen

wollen, müssen wir

verstehen wie unser unbewusstes

Verhalten zustande

kommt und wie wir damit

kommunizieren können

um Verhaltensweisen zu

verändern.

Seite 14

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Unbewusstes Verhalten

Mit Hilfe der Systeme (wie

in Skizze3 beschrieben)

nehmen wir die Umweltgegebenheiten

wahr, bewerten

diese auf Grund von

bereits gemachter Erfahrung

und treffen über das

Motivationssystem nach

folgen Kriterien in sekundenbruchteilen

unbewusst

Entscheidungen:

> > Wie hoch ist der Nutzen bei risikoreichem Verhalten

(Bsp. Zeitgewinn, Anerkennung von Kollegen)?

> > Wie hoch sind die Kosten durch risikoreiches Verhalten

(Bsp. Strafmandat, Verwarnung, Verletzung)?

> > Wie hoch ist der Nutzen bei sicherem Verhalten

(Bsp. Lob durch Vorgesetzen Verwendung von PSA,

guter Ruf)?

> > Wie hoch sind die Kosten durch sicheres Verhalten

(Zeitverlust, Feigling, unbequeme PSA)?

Skizze3

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Seite 15


Bewusstsein - Unterbewusstsein

unbewusstes und bewusstes Verhalten

Die wenigsten Menschen kennen die Mechanismen

ihres unbewussten Verhaltens.

Unser heutiges meist unbewusstes Verhalten

hat sich durch die Art und Weise, wie

wir von Kleinkind an Probleme gelöst haben

festgelegt. Die Erfahrungen, die wir in

unserem Leben gemacht haben, entscheiden

zu einem großen Teil mit, wie wir heute

Probleme lösen, welche Strategien wir anwenden,

ob wir Gefahren erkennen, Schutzausrüstungen

verwenden oder nicht.

Wenn alles passt, nimmt unser Bewusstsein

die Vorschläge des Unterbewusstseins

an. Stößt das Unterbewusstsein auf

ein Problem, fordert es vom Bewusstsein

Unterstützung an.

In der Arbeitspraxis kann das folgendermaßen

aussehen. Wenn wir bis dato beim

Schleifen eines Bohrers keine Schutzbrillen

getragen haben und bisher ist nichts

passiert, so ist das für unser Unterbewusstsein

vollkommen in Ordnung, wir verhalten

uns wie immer.

Das Bewusstsein wird hier nicht aktiv und

keine logische Überlegungen wie, „Gefahr

ich könnte mich Verletzen“, anstellen.

Um von einem unbewussten Verhalten zu

einem bewussten Verhalten zu gelangen, muss man

Strategien entwickeln, die diese

automatischen Abläufe

unterbrechen.

Wir

können

unser

Verhalten

ändern!

Seite 16

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Bewusstes Verhalten

Wir können zu einem bewussten Verhalten

kommen indem wir Strategien und Kulturtechniken

einsetzen und so auf bewusstes

Denken umzuschalten.

> > hohe

Aufmerksamkeit

> > kleines

Risiko

Unser Bewusstsein ermöglicht uns, logisch,

rational und analytisch Probleme zu

lösen.

Speziell bei Routinetätigkeiten ist es vorteilhaft,

wenn wir auf bewusstes Denken

umschalten.

Denn im Allgemeinen überschätzen Menschen

ihre Fähigkeiten und gewöhnen sich

zunehmend an Risiken. Wir werden bei

Routinetätigkeiten risikoblind.

Wir können unser Verhalten durch das

Analysieren der bisherigen Risikostrategien

und die Entwicklung und Festigung von

neuen Strategien beeinflussen.

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Seite 17


Risikostrategien

(nach Michael Guzei)

Schritt III

Risikoverhalten ist im täglichen Leben unvermeidlich. Jeder

Tag, jeder Augenblick unseres Lebens ist mit einem

gewissen Grundrisiko behaftet. Aus riskanten Situationen

können wir lernen, Risiko ist der Motor der menschlichen

Entwicklung.

Vom Kleinkind, das seine

motorischen Fähigkeiten,

wie gehen, klettern, laufen

durch kontrolliertes und

manchmal auch schmerzhaft

unkontrolliertes Verhalten

erlernt, bis zu einem

Lehrling oder einen Facharbeiter,

der eigenverantwortlich

Aufträge durchführt , ist

es ein weiter Weg.

Dieser Weg, der unser ganzes

Leben seine Fortsetzung

findet, wenn auch auf

unterschiedlichen Risikoniveaus,

ist also zwangsläufig

mit zu bewältigenden Risikosituationen

verbunden.

Es kommt also nicht nur

darauf an, möglichst sicher

mit Risiko umzugehen, sondern

möglichst bewusst.

Risiko.FIT

durch

Strategie

Seite 18

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Dabei gibt es verschiedene Strategien:

1. Risikovermeidung, Verdrängung, (Risikoabstinenzhaltung)

2. Vernunftzugang, Kontrolle, Sicherheit (Risikominimierung)

3. Risikokonsumhaltung (Risiko eingehen ohne Reflexion und bewussten

Lustgewinn)

4. Risikosuche als bewusste Bestätigung der Lebenskompetenz (Flow)

5. Risiko als Möglichkeit, Intensität zu erleben. (Kick)

6. Risikomissbrauch zur Selbstzerstörung

Die Lebensumstände (das soziale

Umfeld aber auch die

gesellschaftlichen Normen),

die innere persönliche Entwicklung

(die eigenverantwortliche

Kompetenz), das

Bewusstsein (die Reflexionsfähigkeit

und die Übertragung

auf das Handeln) sind

entscheidend dafür, wie mit

dem jeweiligen Risiko umgegangen

wird.

Die Kulturtechniken

> > Break

> > Look at your friends

> > Reflect

nach dem risflecting® Ansatz zur Rausch und Risikopädagogik

sind ein Handwerkszeug im Umgang mit

Risiko, wie ein „Schweizer Taschenmesser“, die uns

helfen gewohnte Handlungsabläufe zu unterbrechen.

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Seite 19


Break - Look at your friends - Reflect

Kulturtechniken

Kulturtechniken nach dem risflecting® Ansatz

Der risflecting® Ansatz von Gerald Koller wurde 2012 von der renommierten ASHO-

KA-Foundation zur innovativsten Idee Österreichs für sozialen Wandel gekürt.

Durch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Grundlagen, Methoden und Dialogräumen

soll der Entwicklung von Rausch- und Risikobalance auf drei Ebenen gedient werden:

> > der Erhöhung der Kompetenzen im Umgang mit Rausch und Risiko

> > der Verbesserung der Begleitung von Jugendlichen

> > der Etablierung einer Kultur der Auseinandersetzung im gesellschaftlichen

Dialog

Im Gegensatz zu früheren Ansätzen betrachtet Gerald

Koller Risiko nicht als ein Problem, das vermieden werden

soll. Stattdessen setzt er sich für eine verantwortungsbewusste

Risikobereitschaft ein und vermittelt

Fähigkeiten, wie Break – Look at jour friends und Reflect

um Risikosituationen zu bewerten, um verantwortungsvoll

handeln zu können und gefährliche Situationen und

Sucht zu vermeiden. Zu diesem Zweck entwickelte er

eine Methode namens Risflecting®, die für reflektierende

Risikobereitschaft steht.

Bewusster

Umgang

mit

Rausch & Risiko

Seite 20

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BREAK Die Kompetenz, vor dem Eingehen

auf eine Risikosituation kurz inne zu

halten – und dabei innere Bereitschaft, psychische

und physische Verfassung sowie

soziale und Umweltfaktoren miteinander

in Abstimmung zu bringen, bevor die Entscheidung

zur Handlung getroffen wird –

wird BREAK genannt.

Dieser durchaus kurze Wahrnehmungs- und

Entscheidungsprozess ist weniger kognitiver

als emotionaler Natur – zumal auch die

Wahrnehmung der eigenen Körpersignale

wichtiger Teil dieser Kompetenz ist.

Der BREAK ermöglicht also das Wahrnehmen

und folgende Geschehen-lassen

in entsprechender Gestimmtheit

– oder aber die kritische Distanz und

Unter¬lassung der Handlung.

LOOK AT

YOUR FRIENDS

soziale Wahrnehmung auf

zweifache Weise: „Schau, wer

mit dir unterwegs ist – und

schaut aufeinander, wenn ihr

gemeinsam unterwegs seid“

Hier braucht es eine Kultur eines

offen und wertschätzend

Dialogs, über riskantes Verhalten

und die Bereitschaft

Kolleginnen darauf aufmerksam

zu machen.

REFLECTErfahrungen bedürfen

der Reflexion auf individueller und sozialer

Ebene, um nachhaltig wirken zu können und

für den Alltag nutzbar zu sein. Die Absicht

einer Reflexion besteht darin, sich bewusst

mit einer Situation auseinanderzusetzen,

um diese besser verstehen und daraus lernen

zu können

Erst die Integration in das alltägliche Leben

in einer angenehmen Gesprächsatmosphäre,

führen zu positiven Gefühlen und

ermöglichen damit nachhaltiges Lernen.

In der Selbstevaluation geht es darum,

sich die Abläufe von Handlungen im

Nachhinein durch Strukturierung zu vergegenwärtigen.

Es kann sich zum Beispiel

um die Reflexion von Arbeitsaufträgen,

von Handlungsprinzipien oder

Handlungsinstrumenten handeln. Die

Ergebnisse dieses Nachdenkens beeinflussen

das zukünftige Handeln.

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Seite 21


Wahrnehmungs– Beurteilungs–

& Entscheidungskompetenzen (E³)

ERKENNEN -EINSCHÄTZEN - ENTSCHEIDEN

Diese Kulturtechniken führen uns vom unbewussten zum bewussten Handeln. Sie

nützen aber wenig, wenn wir Risiken als solche nicht wahrnehmen.

Fehlende Erfahrung und mangelhafte Unterweisung erschweren es Risiken für die

eigene Gesundheit wahrzunehmen.

Unsere Wahrnehmungs – Beurteilungs – und Entscheidungskompetenzen

sind ein wesentliches Werkzeug zum

risikointelligenten Handel.

e rkennen

e inschätzen

e ntscheiden

Seite 22

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Wahrnehmungskompetenz

Wer über eine hohe Wahrnehmungskompetenz

verfügt,

kann Situationen besser

beurteilen und eine dementsprechend,

meist vernünftigere,

Entscheidung

für sich und andere treffen.

Die Wahrnehmungskompetenz

wird bestimmt von unserer

Beurteilungskompetenz

Wer über viele Problemlösungsstrategien

und Fachkompetenz

verfügt kann

die Informationen aus der

Umgebungswahrnehmung

bestmöglich verwerten.

Die Beurteilungskompetenz

ist abhängig von

Entscheidungskompetenz

> > Selbstwahrnehmung

Wie geht es mir heute?

Wie Leistungsfähig bin ich?

Stehe ich unter Druck?....

> > Umgebungswahrnehmung

Welche Gefahren kann ich erkennen?

Ist der Arbeitsbereich abgesichert?

Wie ist der Boden beschaffen?....

> > sozialen Wahrnehmung

Wer ist mit mir?

Muss ich jemanden etwas beweisen? ……..

> > der objektiven Einschätzung

der eigenen Fähigkeiten.

> > Der objektiven Einschätzung

der notwendigen Fähigkeiten für die

bevorstehende Aufgabe.

> > der Einschätzung von

Umgebungswahrnehmungen in Bezug auf

möglichen Gefahren und Risiken und der

dazu notwendigen Schutzausrüstungen.

Wer bewusst die Informationen aus der Umgebungswahrnehmung mit der Beurteilung

der Gegebenheiten in Einklang bringt, kann risikointelligent Entscheidungen fällen

und Verantwortung übernehmen.

Die meisten Fehler resultieren

nicht aus einer fehlenden

Wahrnehmungs- oder mangelhaften

Beurteilungskompetenz,

sondern aus einer

fehlenden bewussten Entscheidungskompetenz.

Die Gefahren

als solche

werden oft

erkannt, aber

wir handeln

„wieder besserem

Wissen“

aufgrund von

Stresssituationen,

oder

eingefahren

unbewussten

Mustern.

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Seite 23


Risiko.FIT | Risikointelligenz

Die vorangegangenen Schritte 1-3 zur inneren Sicherheit bilden die Basis auf dem Weg

zur Risikointelligenz.

Schritt IV

Risikointelligenz

ist die

Schlüsselkompetenz

im Umgang mit Risiko.

Risikointelligenz ist die Fähigkeit,

den unmittelbaren

Nutzen und die Gefahren

des eigenen Verhaltens und

dessen Folgen zu erkennen,

zu bewerten und die Situation

risikooptimal zu bewältigen.

Risikointelligenz ist die

Fähigkeit aus mehreren Verhaltensmöglichkeiten,

unter

Einbeziehung der eigenen

Fähigkeiten und Fertigkeiten

(diese Aufgabe kann ich

richtig ausführen) und der

Einschätzung der Folgen

(welcher Nutzen/Schaden

ist zu erwarten) die richtige

auszuwählen.

Seite 24

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Zusammenfassung und Ausblick

Je besser es uns gelingt

von unserem unbewussten

Verhalten in ein

bewusstes Denken, mit Hilfe

von Kulturtechniken zu

kommen, umso eher können

wir eine bewusste Verhaltensmöglichkeit

wählen

und werden so, vielleicht

leichter als bisher risikointelligente

Entscheidungen

treffen.

Wir können lernen bestimmte

Aufgaben bewusst

sicher auszuführen, indem

wir Erfahrungen in der Anwendung

von Techniken in

realen Situationen sammeln.

Risiko.FIT

heißt, mit Risiken

umgehen zu können!

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Seite 25


Risiko.FIT Trainingsmodule

Trainingsmodule

Die Themenbereiche wie in den vorhergehenden Seiten

kurz beschrieben, sind die „Inhalte“ unseres Trainingsprogrammes.

Es bietet den Mitarbeiterinnen die Möglichkeit

einen souveränen Umgang mit Risiko in Beruf und Alltag

zu erlernen.

Modul I

Training

> > Grundlagen der Risikopädagogik

> > Risikomuster und Risikostrategien in Beruf und Alltag

> > Kulturtechniken

> > Break‘ - vor dem nächsten Schritt innehalten

> > Look at your Friends‘ - wer begleitet mich

> > Reflekt‘- Fehlerkulturtechniken

> > Wahrnehmen – Beurteilen – Entscheiden

Training

Modul II

> > Einflussfaktoren auf unser Verhalten

> > Bewusstsein und Unterbewusstsein

> > Reflexion auf gelebte Risikokulturen im eigenen Leben und im Unternehmen

> > Analysieren und überprüfen der bisherigen Risikostrategien.

> > Entwickeln und festigen von neuen Risikostrategien.

> > Integration der risflecting© - Techniken (Break, Look at your Friends, Reflect)

in Beruf und Alltag.

> > Erarbeitung konkreter Umsetzungsschritte im Betrieb.

Seite 26

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Umsetzung

Modul III

Umsetzung des Risiko.FIT Trainingsprogrammes im Betrieb.

> > Sicheres Verhalten präzisieren und definieren.

> > Ziele festlegen - bei welchen Arbeitsschritten werden die

Kulturtechniken eingesetzt.

> > Mitarbeiter in die Planung einbeziehen

> > Festigung einer offenen Fehler– und Feedbackkultur

> > Das Verhalten beobachten (look at jour friends) und positives Verhalten

verstärken.

Nachbereitung - Reflexion

Modul IV

> > Workshop, was hat funktioniert und was nicht

> > Was braucht es noch:

Rahmenbedingungen, Organisation

Personenebene, weitere Schulung

Risiko.FIT

in die

Zukunft

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Seite 27


Bibliographie

> > Gerd Gigerenzer „Risiko - Wie man die richtigen Entscheidungen trifft “

Verlag C. Bertelsmann

> > Daniel Kahnemann „Schnelles Denken, Langsames Denken“

Siedler Verlag München 2012

> > Jürgen Einwanger „Mut zum Risiko“

Ernst Reinhard Verlag München 2007

> > Gerald Koller „Spring und lande“

Kreativdesign Michael Guzei 2012

> > Annette Gebauer „Kollektive Achtsamkeit organisieren“

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart 2017

> > Roger Prott „AUFSICHTSPFLICHT Rechtshandbuch für Erzieherinnen und Eltern“

Verlag das Netz, Weimar 2015

> > Brigitte Witzer „30 Minuten Risikointelligenz“

GABAL Verlag GmbH Offenbach 2012

> > Randy Gage „Risiko ist die neue Sicherheit“

Life Success Menia GmbH Innsbruck 2012-2017

> > Gerald Hütter „Etwas mehr Hirn, bitte“

Vandenhoeck & Ruprecht GmbH&Co.KG, Göttingen 2015

Seite 28

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Team Risiko.FIT

pyhrnPriel-erlebnisagentur GmbH

Risikopädagoge

Wolfgang Schöngruber

+43 664 911 2015

wolfgang@risiko.fit

AUVA-Linz

Schulen

MMag. Iris Radler-Gollner

+43 5 93 93-32721

iris.radler@auva.at

pyhrnPriel-erlebnisagentur GmbH

Risik.fit Trainerin

Carina Waldhör

+43 676 74 00 250

carina@risiko.fit

pyhrnPriel-erlebnisagentur GmbH

Risikopädagoge

Harald Jansenberger

+43 664 883 168 10

harry@risiko.fit

AUVA-Linz

Lehrwerkstätten

Mag. Klaus Bohdal

+43 5 93 93-32708

klaus.bohdal@auva.at

AUVA-Linz

Rechtsabteilung

Mag. Michael Staudinger

+43 5 93 93-32509

michael.staudinger@auva.at

AUVA-Linz

Rechtsabteilung

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+43 5 93 93-32510

Konrad.Stockinger@auva.at

Risiko.FIT

in die

Zukunft

Medieninhaber:

pyhrnPriel-erlebnisagentur GmbH, Rading 37, 4575 Roßleithen | Stand:April 2020

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Risiko.FIT

Kontakt

Risiko.FIT

Wolfgang

Schöngruber

tel.: +43(0)664/911 2015

email: info@risiko.fit

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