DAV_programm_2020_korrektur02

fabianberlin

PROGRAMM

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Zukunft Antike:

Latein und Griechisch

in der digitalen Welt

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Programm

14.–18. April 2020 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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NEU

prima.

LATEIN LERNEN

alles in einem Band: Texte,

Übungen, Wortschatz, Grammatik

modernes Layout

kompakter Lehrgang in

28 Lektionen

packender Einstieg ins Lehrbuch:

ein Krimiabenteuer im alten Rom

spannende neue Texte

multum, non multa: in Wortschatz

und Grammatik

aktive Förderung der Medienkompetenz

o nline vernetzte Unterrichtsmaterialien

breites Differenzierungskonzept

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Zukunft Antike:

Latein und Griechisch

in der digitalen Welt

Programm

zum Bundeskongress

des Deutschen

Altphilologenverbandes

Schirmherrschaft:

Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Dr. Markus Söder

Band 1

Lektionen 1-14

ISBN 978-3-661-40501-8,

240 Seiten, € 24,80

C.C.Buchner Verlag GmbH & Co. KG

www.ccbuchner.de | www.facebook.com/ccbuchner

Mehr Informationen auf

www.ccbuchner.de.

14. bis 18. April 2020

Julius-Maximilians-Universität

Sanderring 2

97070 Würzburg

Titelbild: Südfl ügel der Residenz der Julius-Maximilans-Universität Würzburg im Frühling. Foto: © Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ÜBERSICHT DI., 14.04.2020

ÜBERSICHT DI., 14.04.2020

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Walther von der Vogelweide, Residenz, Würzburg · Foto © Franz Gerhard / Adobe Stock

10.00 Uhr Vorstandssitzung DAV

Universität, Sanderring 2,

Senatssaal

14:00 Uhr Vertreterversammlung DAV

Universität, Sanderring 2,

Raum 124

18:00 Uhr Eröffnung des Kongresses

Universität, Sanderring 2,

Auditorium Maximum

Musik

INHALT

OStD Hartmut Loos

DAV-Vorsitzender und

Prof. Dr. Thomas Baier,

Vorsitzender Ortskomitee

Niccolò Paganini „nel cor più

non mi sento“ (1782–1840)

Grußworte:

Joachim Herrmann

MDL, bayerischer Staatsminister

des Innern, für Sport und

Integration

Prof. Dr. Dr. h. c.

Alfred Forchel, Würzburg

Präsident der Julius-

Maximilians-Universität

Dr. Helmut Gabel, Würzburg

Domkapitular

Prof. Dr. Jürgen

Hammerstaedt, Köln

Vorsitzender der Mommsen-

Gesellschaft

Dr. Patrick Schollmeyer, Mainz

Vorsitzender des Deutschen

Archäologen-Verbandes

John Bulwer, London

Vertreter von EUROCLASSICA

Musik: Florian Meierott „Ikarus“ (2011)

Übersicht der Veranstaltungen Seite 05

Grußworte Seite 11

Verleihung des Humanismuspreises 2020 Seite 20

Veranstaltungen Seite 26

Hörsäle / Übersicht der Referenten Seite 58

Führungen / Ausfl üge / Exkursionen Seite 108

Wichtige Hinweise / Kongressbüro Seite 116

Stadtplan Würzburg / Innenstadt Seite 118

Personenindex Seite 120

Impressum Seite 121

Ausstellungen Verlage und Antiquariate Seite 122

Förderung der humanistischen Bildung

in Bayern heute und morgen:

Elisabeth-J.-Saal-Stiftung und Arbeitskreis

Humanistisches Gymnasium

Staatsminister a.D. Dr. Ludwig Spaenle

StDin Michaela Weigl

Prof. Dr. Markus Janka

Dr. med. Peter Römisch

Claudia Hopp

OStD Michael Hotz

Musik:

Preisverleihung im

Nachwuchswettbewerb

„AD ASTRA“

Niccolò Paganini,

24 Capricen, op.1,

Nr. 13 in B-Dur

OStD Hartmut Loos

Cordula Rodenberg, Klett-Verlag

Musik:

Johann Sebastian Bach

„Gigue aus der Partita 1004”

(1685–1750)

Einstimmung in den Kongress durch die bayerische

Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach per

Videoeinspielung

Musik:

Florian Meierott

„Silent Song” (1998)

Musikalische Umrahmung:

Florian Meierott, Violine

Florian Meierott wurde 1968 in Würzburg geboren

und begann im Alter von vier Jahren das Violinspiel. Nach

Studien (mit Abschluss »summa cum laude«) bei seinen

Lehrmeistern Max Speermann, Ulf Hoelscher, Wilhelm

Melcher, dem Melosquartett und Meisterkursen bei

u.a. Zachar Bron und Ruggieri Ricci wurde er mit einer

Vielzahl von Preisen ausgezeichnet.

Konzerte führten und führen ihn von Japan, Korea,

Amerika, Südafrika und ganz Europa regelmäßig als

Solist auf die großen Bühnen wie das Mozarteum

Salzburg, Berlin Philharmonie und Schauspielhaus, das

Schleswig-Holstein Festival, das »Palais des beaux arts«

in Brüssel sowie nach London, Rom, Barcelona,

Edinburgh und Paris.

Von 2008 bis 2014 lehrte er an der Hochschule für Musik

Würzburg Violine und Didaktik.

Als Solist und Leiter des German Chamber Orchestras

und dem Ensemble »Villa Paganini« ist er gerngesehener

Gast vieler Festivals und Konzertreihen.

Florian Meierott spielt eine Petrus Guarneri,

Mantua von 1703.

art-foto Sergej Chernoisikow aus Schweinfurt

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ÜBERSICHT DI., 14.04.2020

ÜBERSICHT DI., 14.04.2020

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ELISABETH-J.-SAAL-STIFTUNG

ZUR FÖRDERUNG DER

HUMANISTISCHEN

BILDUNG IN BAYERN

FÖRDERUNG DER HUMANISTISCHEN BILDUNG

IN BAYERN HEUTE UND MORGEN:

Programm, Projekte, Perspektiven der ELISABETH-J.-

SAAL-STIFTUNG und des ARBEITSKREISES HUMANIS-

TISCHES GYMNASIUM

Aus dem Vorstand der ELISABETH-J.-SAAL-STIFTUNG ZUR FÖR-

DERUNG DER HUMANISTISCHEN BILDUNG IN BAYERN werden

der im November 2019 neu gewählte Vorsitzende Staatsminister

a.D. Dr. Ludwig Spaenle, die stellv. Vorsitzende Studiendirektorin

Michaela Weigl (Maximiliansgymnasium München)

sowie Prof. Dr. Markus Janka (Ludwig-Maximilians-Universität

München) kurz die Bandbreite der seit mehreren Jahrzehnten

bewährten Programme und Förderinstrumente der Stiftung erläutern.

Durch den „Landeswettbewerb Alte Sprachen“ in Bayern (seit dem Schuljahr 1987/88) und den „Rhetorikkurs

für Griechischschülerinnen und -schüler der 9. Jahrgangsstufe“ (seit 2007) sind Modelle für eine breitenwirksame

Unterstützung der humanistischen Bildung in Bayern etabliert, welche die Aufmerksamkeit von Schulfamilien

und interessierter Öffentlichkeit auf beeindruckende Spitzenleistungen von Gymnasiastinnen und

Gymnasiasten in den Fächern Latein und Griechisch lenken. Gemeinsam mit den Vorsitzenden des ARBEITS-

KREISES HUMANISTISCHES GYMNASIUM Dr. med. Peter Römisch und Claudia Hopp sowie OStD Michael Hotz

(Wilhelmsgymnasium München), die ihrerseits langjährige Projekte wie den Kreativ-Wettbewerb „Pegalogos“

(seit 2008) und „Latein zum Anfassen“ (seit 1998) kurz vorstellen, sollen diese Beispiele bester Praxis künftige

Kooperationen anstoßen.

Dabei stehen Veranstaltungen für ein weiteres Zielpublikum, etwa anlässlich

des für den bayerischen Philhellenismus bedeutsamen Gedenkjahres

2021, im Mittelpunkt. Im Rahmen der Kongresseröffnung will die Gruppe

Impulse zur bundesweiten Vernetzung öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen

zur Förderung des Altsprachlichen Unterrichts und der Präsenz der

Antike setzen.

Bayerisches Staatsministerium

für Unterricht und Kultus

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ÜBERSICHT MI., 15.04.2020

ÜBERSICHT DO., 16.04.2020

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

09.00–10.00 Uhr 10.15–11.15 Uhr 11.30–12.30 Uhr 14.30–16.00 Uhr 16.30–18.00 Uhr

09.00–10.00 Uhr 10.15–11.15 Uhr 11.30–12.30 Uhr 14.30–16.00 Uhr 16.30–18.00 Uhr

V

Klaus

Bartels

Audimax 216

V

Karl-Wilhelm

Weeber

Audimax 216

V

Hans-Joachim

Glücklich

Audimax 216

AK

Elisabeth Hollmann,

Michael Hollmann

HS 166

AK

Veronika

Lütkenhaus

HS 162

V

Thomas

Baier

Audimax 216

V

Markus

Janka

Audimax 216

V

Markus Janka

Michael Stierstorfer

Audimax 216

AK

Stefan

Zathammer

HS 317

AK

KINDERUNI

Stefan Kipf

Alte Uni HS III

V

Michael

Erler

HS 224

V

Markus

Schauer

HS 162

V

Nicola

Hömke

HS 166

V

Michael

Hotz

HS 224

V

Michael

Stierstorfer

HS 162

V

Patrick

Schollmeyer

HS 166

19:00–21:00 Uhr

Verleihung des Humanismuspreises

an Prof. Dr. Karlheinz Töchterle

Laudatio: Franz Fischler

Aula Neubaukirche

V

Wolfgang

Polleichtner

HS 224

V

Charlotte

Schubert

HS 162

V

Christoph

Schubert

HS 166

AK

Veronika

Brandis

HS 162

AK

Christine Röder

Martin Müller

HS 124

AK

Andreas

Gorsler

HS 317

AK

Madeleine Rohe

Lena Zenner

Alte Uni HS IV

AK

Vertreter/innen

der Arbeitsgruppe

Latein für alle

HS 224

AK

Monika Vogel

Tobias Schliebitz

Alte Uni HS III

AK

AD ASTRA

Konstantin Eggert

Anna Christina

Greuel

Katharina Kimm

Audimax 216

AK

Benedikt

Simons

HS 126

AK

Nina

Toller

HS 166

AK

Lena

Florian

HS 126

AK

Fritz

Lošek

HS 224

AK

Marie-Luise Reinhard

Andreas Fritsch

HS 124

AK

Annike

Rabl

HS 216

AK

Ulf

Jesper

Alte Uni HS IV

AK

Jan

Bernhardt

Alte Uni HS III

AK

Cornelia

Eberhardt

HS 317

AK Studierendenbegegnung

Raphael Kroll, FSR HU Berlin

Katharina Winter, FSR JMU Würzburg

Domerschulstraße 13 HS, Raum 113

V

Peter

Kuhlmann

HS 224

V

Giovanna

Alvoni

HS 162

V

Rene

Pfeilschifter

HS 166

Stefan Kipf:

Latein als Brücke

Mehrsprachigkeit

nutzen und

Sprachbildung

fördern

HS 162

V

Stefan

Freund

HS 224

V

Eva

Wöckener-Gade

HS 162

V

Wolfgang

K o fl e r

HS 166

Michael von

Albrecht und

Co-Referent/in:

Das Verhältnis der

Geschlechter in Ovids

Metamorphosen

Audimax 216

V

Tilman Bechthold-

Hengelhaupt

HS 224

V

Robert

Kirstein

HS 162

V

Michael

Lobe

HS 166

18.00 UHR – ABEND DER VERLAGE

Clement Utz

Andrea Kammerer

Martin Biermann

Stefan Müller:

Die Wörter –

Schlüssel zum Text

HS 166

AK

Anna Elissa

Radke

HS 162

AK

Hans-Joachim Pütz,

Marie-Luise

Reinhard

Alte Uni HS III

AK

Johann

Stockenreitner

HS 216

AK

Andrea Beyer,

Konstantin Schulz

HS 124

AK

Matthias Korn

Sophie Maas

HS 126

AK

Moritz

Raab

HS 166

AK

Peter

Günzel

HS 224

AK

Christian Kupfer

Residenz Toscanasaal

AK

Cathrin Boerckel

Diana Hedwig

Klaus Sundermann

HS 216

AK

Manfred

Oberlechner,

Patrick Duval

HS 224

AK

Phillip

Weiß

HS 162

AK

André

Buchner

HS 166

AK

Peter

Probst

HS 124

AK

Bärbel

Flaig

HS 126

AK

Matthias Korn

Günter Kiefer

HS 317

8

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ÜBERSICHT FR., 17.04.2020

GRUSSWORT

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

09.00–10.00 Uhr 10.15–11.15 Uhr 11.30–12.30 Uhr

V

Ulrich

Schmitzer

Audimax 216

V

Felix

Maier

HS 224

V

Dennis

Pausch

HS 162

V

Jan

Stenger

HS 166

V

Christine

Walde

Audimax 216

V

Stefan

Schneckenburger

HS 224

V

Katharina

Wesselmann

HS 162

V

Rudolf

Henneböhl

HS 166

13.00 Uhr

Abschlussveranstaltung

Festvortrag

Prof. Dr. Otmar Issing

V

Uwe

Springmann

Audimax 216

V

Ursula

Gärtner

HS 224

V

Daniel

Kölligan

HS 162

V

Claudia

Schindler

HS 166

„Ökonomie – von Draghi bis Cicero“

AUDIMAX (HS 216)

17 Uhr Sonderveranstaltung

»Reden und Dialoge der athenischen

Wortführer im Peloponnesischen Krieg.

Eine Kompilation aus den Historiai des

Thukydides – eingerichtet für zwei Schauspieler«.

Vortragende Schauspieler:

Bernhard Stengele und Georg Zeies

Textfassung und Powerpoint: Prof. em. Ulrich Sinn

TOSCANASAAL (Residenz)

Dauer ca. 60 Minuten, Eintritt: 8,00 Euro

Hartmut Loos, OStD

Vorsitzender des

Deutschen Altphilologenverbandes

und

Prof. Dr. Thomas Baier

Vorsitzender des Ortskomitees

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

liebe Freundinnen und Freunde der Alten Sprachen,

zum 35. Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes seit seiner Wiedergründung im Jahr

1950 heißen wir Sie alle herzlich an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg willkommen. Die Stadt ist

bekannt für ihre zahlreichen historischen Baudenkmäler, darunter besonders die zum UNESCO-Welterbe

erhobene Residenz, ihre beschauliche Lage zwischen den Weinbergen und ihre Universität, die mit einer

über 600-jährigen Tradition zu den ältesten Deutschlands zählt.

„Zukunft Antike: Latein und Griechisch im digitalen Zeitalter“

Das Motto des diesjährigen Kongresses verweist auf die Lebendigkeit der antiken Kultur, die in Renaissancen

immer wieder ihre Vitalität bewiesen hat. Mit der Digitalisierung erlebt die Menschheit eine der umfassendsten

Veränderungen überhaupt, besonders was das Tempo des Wandels angeht. Bewahrten in früheren

Zeiten Werkzeuge über Hunderte von Jahren ihre Gestalt und Funktion, so haben ‚tools‘ im digitalen Zeitalter

nur noch eine kurze Halbwertszeit. Der rasante technische Fortschritt ist Herausforderung und Chance

für unsere Fächer zugleich. War Sprache bislang das spezifische Merkmal, das den Menschen vor allen

anderen Lebewesen und erst recht vor der Welt der Dinge auszeichnete, so verstehen mittlerweile auch

Maschinen die menschliche Sprache und sprechen sie sogar. Angesichts dieser „Konkurrenz“ drohen der

Fremdsprachenerwerb und sogar die Beherrschung der Muttersprache an Bedeutung zu verlieren.

Andererseits stehen heute Möglichkeiten zur Verfügung, von denen frühere Generationen nur träumen

konnten: Jeder antike Text ist im Internet verfügbar, Drucke und Handschriften stehen durch Digitalisate

jedermann am häuslichen Computer zur Verfügung, das Fremdsprachenlernen wird durch Lernprogramme

erleichtert und einer breiteren Schicht zugänglich gemacht.

Die gewaltige Resonanz auf das gewählte Kongressthema hat gezeigt, dass es eine lebendige und fruchtbare

Verbindung von Alten Sprachen und Digitalität längst gibt und dass sie an vielen Schulen und Universitäten

in vielfältiger und spannender Weise aktiv praktiziert wird. Nicht alle Vortragsangebote und Arbeitskreisvorschläge,

die uns erreichten, fanden in dem dicht gedrängten Programm Platz, und wir bitten bei denjenigen

um Verständnis, die leider nicht mehr zum Zuge kommen konnten. Das hohe Interesse, das sich schon in

der Planungsphase artikulierte, verspricht jetzt schon lebhafte und lehrreiche Diskussionen in den einzelnen

Veranstaltungen.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

GRUSSWORT

GRUSSWORT

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

„Zukunft Antike“ ist auf den ersten Blick ein Oxymoron. Diese rhetorische Figur hat es an sich, dass sie einen

scheinbaren Widerspruch in be’stechender‘ Weise auflöst. Die Antike hat ihre Zukunftsfähigkeit schon oft

bewiesen. Diese beruht in der geradezu spielerischen Freude am Neuen, wie sie Horaz im Augustusbrief den

Griechen bescheinigt, und in der strengen Disziplin, die der Augusteer bei den Römern erkennt.

Der Unterricht in den Alten Sprachen fördert auf zeitgemäße Weise beides. Es wird immer seine Aufgabe

bleiben, eine solide Sprachausbildung zu bieten, die nicht nur den Umgang mit Latein und Griechisch,

sondern indirekt auch mit modernen Fremdsprachen und der eigenen Muttersprache erleichtert. Das genaue

Übersetzen wird immer ein fester Bestandteil bleiben, doch wandeln sich die Methoden, nach denen es

unterrichtet wird. Philologisches Übersetzen ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Fächer, es sinnvoll zu

gestalten, die tägliche Aufgabe jedes Lehrenden. Dabei kommt es darauf an, dass Kolleginnen und Kollegen,

die ihr Fach lieben, eben Philologen, die Schülerinnen und Schüler durch einen ansprechenden und zeitgemäßen

Unterricht fesseln und zur Beschäftigung mit den alten Sprachen und deren Inhalten begeistern: Die

Lernenden müssen selbst die Schönheit des Lateinischen und Griechischen spüren!

Schließlich ist es unsere Aufgabe, möglichst viele geeignete Grundschülerinnen und Grundschüler sowie

deren Eltern zu überzeugen, einen Bildungsgang mit Alten, aber natürlich auch modernen Sprachen einzuschlagen.

Ebenso muss ein erweitertes Angebot an Lateinunterricht außerhalb des Gymnasiums etabliert

und, wo bereits vorhanden, gestärkt werden. Dazu und zu vielem mehr sollen die Vorträge und Arbeitskreise

während des Kongresses ihren Beitrag leisten.

Auch in diesem Jahr wird die Verleihung des Humanismuspreises einen Höhepunkt darstellen. Preisträger ist

der Klassische Philologe, ehemalige Rektor der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und frühere österreichische

Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, der sich über die

Wissenschaft und Bildungspolitik hinaus auch um die Belange seiner Tiroler Heimat und deren reichhaltigen

lateinischen Erbes verdient gemacht hat. Als Laudator konnten wir den früheren österreichischen Bundesminister

und Europäischen Kommissar Franz Fischler gewinnen. Karlheinz Töchterle wird mit einer Bronzefigur

des in Speyer geborenen und in London gestorbenen Universalgelehrten und Erfinders des Merkantilismus

Johann Joachim Becher (1635–1682) ausgezeichnet. Der Preis ist, wie jedes Mal seit dem Göttinger

Kongress 2008, von dem Speyerer Künstler Wolf Spitzer ausgewählt und gestaltet worden.

Am Eröffnungsabend findet heuer ein Novum statt: Erstmals werden wir die Preise des zusammen mit dem

Ernst-Klett-Verlag ausgelobten Nachwuchswettbewerbs „AD ASTRA“ verleihen. Anstelle einer Eröffnungsrede

führt diesmal – zum Kongressmotto passend – die bayerische Staatsministerin für Digitales,

Judith Gerlach, per Videoeinspielung in den Kongress ein.

Die Rede bei der Abschlussveranstaltung wird der Präsident des „Center for Financial Studies“

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing halten. Professor Issing ist der breiten Öffentlichkeit vor allem als

ehemaliger Chefvolkswirt und Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) bekannt.

Die musikalische Umrahmung der Eröffnung übernimmt der Würzburger Geiger Florian Meierott mit

virtuosen Werken von N. Paganini, E. Ysaÿe und Florian Meierott, die Verleihung des Humanismuspreises

wird OStD i. R. Rainer Schöneich, Hannover, an der Orgel umrahmen.

Wir bedanken uns bei dem bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Markus Söder, für die Übernahme der

Schirmherrschaft.

Des Weiteren gilt unser Dank allen Referentinnen und Referenten für die Bereitschaft der aktiven

Mitarbeit. Fabian Ehlers hat die grafische Gestaltung des Kongressbegleiters, Bettina Gast die Gestaltung

der Einladungen sowie der Humanismuspreisurkunde, Andreas Fritsch die Übertragung derselben ins

Lateinische übernommen, Clemens Liedtke die Anmeldung organisiert. Ihnen sowie allen Helfern wissen

wir uns verbunden.

Ein besonders großes Dankeschön spreche ich den Verlagen für die hohe Präsenz und tatkräftige Unterstützung

aus, ohne deren Beteiligung wir den Kongress nicht veranstalten könnten.

Die Vorbereitung und Durchführung des Kongresses konnte und kann nur mit einem herausragend zusammenarbeitenden

Team gelingen.

Unser besonderer Dank geht an die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Anne Friedrich und

Prof. Dr. Ulrich Schmitzer für all die guten Ideen, die effiziente Zusammenarbeit sowie die geleistete

Arbeit vor und während des Kongresses.

Und schließlich möchten wir uns bei allen bedanken, die den Weg an den schönen Main zum Kongress nach

Würzburg gefunden haben.

Im Namen des Vorstandes, der Landesvorsitzenden und Ortskomitees wünschen wir Ihnen allen einen ertragreichen,

anregenden und in jeder Hinsicht gewinnbringenden Kongress 2020 in Würzburg.

Hartmut Loos

Gymnasium am Kaiserdom Speyer

Schulleiter

Prof. Dr. Thomas Baier

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Am letzten Kongresstag besteht die Möglichkeit zum Besuch zweier Theateraufführungen.

Bernhard Stengele und Georg Zeies tragen „Reden und Dialoge der athenischen Wortführer im

Peloponnesischen Krieg“ in einer Textfassung von Prof. Dr. Ulrich Sinn szenisch vor, und Studierende

führen eine Adaptation des Platonischen Symposion unter der Leitung von Marion Schneider mit Musik

von Vincenzo Damiani im Weingut Reiss auf.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

GRUSSWORT

GRUSSWORT

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Ministerpräsident des Freistaats Bayern,

Dr. Markus Söder

Schirmherr

Prof. Dr. Alfred Forchel

Präsident der Julius-Maximilians-Universität

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen der Julius-Maximilians-Universität (JMU) darf ich Sie

ganz herzlich in Würzburg begrüßen. Ich freue mich sehr, dass

der 35. Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes

dieses Jahr an der Alma Julia stattfindet.

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Motto „Zukunft Antike. Latein und Griechisch in der digitalen Welt” treffen sich die deutschen

Altphilologen in Würzburg. Dazu herzlich willkommen!

Fortbildung und Beratung über gemeinsame Anliegen stehen dabei im Mittelpunkt. Zugleich wird der

prominente Altphilologe und frühere Bundesminister aus Österreich, Professor Dr. Karlheinz Töchterle,

mit dem Humanismuspreis geehrt.

Griechisch und Latein haben noch heute ihre Bedeutung. Sie prägen moderne Sprachen und mit ihnen die

digitale Welt von heute und morgen. Das gilt auch für die Politik. Die Antike hat die Fundamente der Gegenwart

und unserer Kultur gelegt. Europa nimmt Bezug auf die Antike. Wer sich mit deren Sprachen beschäftigt,

findet einen unmittelbaren Zugang zu Europa. Auch das wird eine Botschaft aus Würzburg sein!

Dr. Markus Söder

Die JMU verbindet seit jeher Tradition und Innovation. Ihre Wurzeln reichen zurück bis in das Jahr 1402,

womit sie die älteste Universität in Bayern ist. Heute sind wir eine moderne Volluniversität mit rund 28.000

Studierenden und einem umfassenden Lehrspektrum, das neben klassischen Fächern wie Jura, Theologie und

Medizin auch neueste Studiengänge im Bereich der High-Tech-Ingenieurswissenschaften und viele weitere

mehr beinhaltet.

Die Altertumswissenschaften sind in Würzburg breit aufgestellt und spielen eine wichtige Rolle in der Universitätslandschaft.

Nicht nur, dass alle einschlägigen Fächer durch Lehrstühle oder Professuren abgedeckt

sind; mit dem Würzburger Altertumswissenschaftlichen Zentrum (WAZ) existiert zudem ein international

vernetzter Fächerverbund, der die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen gezielt fördert

und intensiviert sowie die Darstellung altertumswissenschaftlicher Forschung in der Öffentlichkeit stärkt.

In diesem Zusammenhang ist ebenfalls das an der JMU angesiedelte und vom Bundesministerium für Bildung

und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Kallimachos“ zu nennen, das GeisteswissenschaftlerInnen

und InformatikerInnen in einem regionalen Digital-Humanities-Zentrum zusammenführt. Die im Zuge des

Projekts erzielten Ergebnisse und erarbeiteten Werkzeuge werden in das derzeit neu entstehende Zentrum

für Philologie und Digitalität „Kallimachos“ (ZPD) integriert. Dieses Zentrum schlägt als eine zentrale

Einrichtung unserer Universität einen Bogen zwischen den Geisteswissenschaften, der Informatik und den

Digital Humanities und eröffnet ganz neue Perspektiven in der interdisziplinären Erforschung geisteswissenschaftlicher

Quellen mit Methoden der künstlichen Intelligenz.

Ich wünsche Ihnen einen interessanten und erkenntnisreichen Kongress, einen lebendigen und fruchtbaren

Austausch sowie einen angenehmen Aufenthalt an unserer Universität und in unserem schönen Würzburg.

Prof. Dr. Alfred Forchel

Präsident

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

GRUSSWORT

GRUSSWORT

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Dr. Patrick Schollmeyer

Vorsitzender des Deutschen

Archäologen-Verbands

Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt

Vorsitzender der

Mommsen-Gesellschaft

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Altphilologenverbandes,

sehr geehrte Damen und Herren,

„Zukunft Antike – Latein und Griechisch in der digitalen Welt“ –

Hinter diesem überaus aktuellen Motto ihres 35. Bundeskongresses

verbirgt sich, wie wir alle zu Genüge wissen, auch ein gewisser politischer

Druck. Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker aller Parteien

werden in der Regel nicht müde, uns das Mantra des digitalen

Fortschrittes zu predigen. Vor noch nicht einmal einem Jahr, genauer gesagt zum 17. Mai 2019, trat mit Unterzeichnung

durch die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die sogenannte „Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt

Schule 2019 bis 2024“ in Kraft. Hinter diesem etwas spröden Titel verbergen sich immerhin gut 5 Milliarden Euro,

die in die Digitalisierung der allgemeinbildenden Schulen fließen sollen. Wenn man nun aber den Begriff „Digitalpakt

Schule“ googelt, erscheint als erster Treffer eine Anzeige von www.microsoft.com, in der unter der Überschrift

„Microsoft Digitalpak(e)t – Alles für die Schule der Zukunft“ der griffige Werbesatz zu finden ist: „Ob Geräte oder

Schul-Cloud, Fortbildungen, Beratung oder Finanzierung – wir schnüren mit Ihnen gemeinsam ein IT-Gesamtpaket

für Ihre Schule.“ Auf derselben Googletrefferseite ist dann ganz unten noch eine weitere Anzeige, diesmal von

www.smarttech.com zu finden, die Smart BOARDS für Schulen anpreist und damit „inspirierende Erlebnisse im

Klassenraum“ sowie „Technologien zur Verbesserung der Lernergebnisse“ verspricht.

Sie merken, wir sind damit beim eigentlichen Problem der Sache angelangt! Dass der Digitalpakt Schule auch ein

gigantisches Geschäft ist, muss per se ja nicht ausschließlich negativ gesehen werden. Allerdings wünschte man sich

doch eine größere öffentliche Debatte darüber, was – abgesehen von der Anschaffung von Geräten – mit digitaler

Bildung eigentlich auf einer inhaltlichen Ebene gemeint ist. Den sogenannten Digital Natives wird man wohl kaum

die Nutzung von Internet und anderen digitalen Medienformaten erst mühsam beibringen müssen. Auch verfügen

sie zumeist privat über wesentlich leistungsstärkere sowie auch häufiger durch neuere Modelle regelmäßig ersetzte

und damit auf den jeweils neuesten technischen Stand gebrachte Endgeräte, womit die nicht gerade üppigen Schuletats

in der Langzeitperspektive sowieso niemals werden konkurrieren können.

Es muss folglich unser gemeinsames Anliegen sein, die inhaltliche Komponente in der Debatte wesentlich zu

stärken. Wir haben in der Zukunft um digitale Lehrkonzepte zu streiten, die das Adjektiv „digital“ auch zu Recht verdienen.

Denn das digitale Bildung mehr ist und auch mehr sein muss als bloßes computergestütztes Recherchieren,

Verarbeiten und Bereitstellen von bislang eher analog zugänglichen Informationen, dürfte uns allen längst klar sein.

Eingedenk Ihres eingangs zitierten Mottos bin ich mir sehr sicher, dass Sie mit Ihrer Tagung genau dort ansetzen

und zuvorderst inhaltlich debattieren, d.h. über tatsächliche Konzepte nachdenken wollen. Im Namen der Mitglieder

des Deutschen Archäologen-Verbandes wünsche ich Ihnen hierzu viel Freude und ebenso viel Erfolg. Denn mit Ihrer

wichtigen Arbeit helfen Sie, die digitale Bildungszukunft der nächsten Generationen erfolgreich zu gestalten.

Dr. Patrick Schollmeyer

Vorsitzender des Deutschen Archäologen-Verbands (DArV)

Der Einladung des Deutschen Altphilologenverbandes zu einem

Geleitwort in diesem Programmheft komme ich gerne nach, zumal

viele unsere Mitglieder auch im DAV sind. DAV und Mommsen-Gesellschaft

ergänzen sich seit nunmehr sieben Jahrzehnten in ihren

Anliegen. Während der DAV die Fächer Griechisch und Latein an

Schule und Universität repräsentiert, verbindet die Mommsen-Gesellschaft

über 750 deutschsprachige Forscherinnen und Forscher

im In- und Ausland aus allen Disziplinen des Griechisch-Römischen Altertums. Zu ihnen zählen neben der

Klassischen Philologie die Alte Geschichte und die Archäologie. Unsere an den Universitäten beschäftigten

Mitglieder leisten, wenn auch auf verschiedene Weise, ihren Beitrag zur Ausbildung für das Lehramt.

Die Mommsen-Gesellschaft ist der einzige Berufsverband, der die drei großen Disziplinen der Altertumsforschung

zusammen vertritt. Für uns ist wichtig, dass Archäologie, Alte Geschichte und Klassische Philologie

angesichts der zunehmenden Bedeutung hochspezialisierter digitaler und naturwissenschaftlicher, wirtschafts-,

sozial- und gesellschaftshistorischer, aber auch moderner literaturwissenschaftlicher und linguistischer Methoden

und Fragestellungen weiterhin in engen fachlichen Austausch bleiben. Die im zweijährigen Wechsel

stattfindende Kleine und Große Mommsentagung dienen solchem gemeinsamen wissenschaftlichen Austausch

aller altertumswissenschaftlichen Disziplinen.

Schwerpunktthema der Würzburger DAV-Tagung ist die digitale Welt, eine Herausforderung auch für die

Mommsengesellschaft. Mitglieder ihres Vorstandes verfolgen die Vorbereitungssitzungen zur Einrichtung

der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und setzen sich dafür ein, dass den Bedürfnissen der

Altertumswissenschaften Rechnung getragen wird. Angesichts der entstehenden NFDI-Konsortien ‘Culture’,

‘Memory’, ‘Objects’ und ‘Text+’ ist es für unsere oft fächerübergreifende Herangehensweise wichtig, dass

Möglichkeiten zu einer engen Verknüpfung von Text- und Objektdaten bestehen, um zu einem umfassenden

Verständnis der Sprache der Texte, ihrer historischen und kulturellen Bedeutung, aber auch der sie überliefernden

Träger, z.B. Papyri, Inschriften und Manuskripte, zu gelangen.

Nicht nur das vorliegende DAV-Tagungsprogramm, sondern auch der Tagungsort Würzburg regen zum Zusammenwirken

unserer Fächer an: beispielsweise Giovanni Battista Tiepolos Fresco im Schloss. Erika Simon, einst

Lehrstuhlinhaberin in klassischer Archäologie in Würzburg, schrieb in Pantheon 29 (1971) 483–496 über “Sol,

Virtus und Veritas im Würzburger Treppenhausfresko des Giovanni Battista Tiepolo”. Ein weiteres Mitglied der

Mommsen-Gesellschaft, Volkmar Schmidt, klassischer Philologe an der Hamburger Universität, klärte in der

Zeitschrift für Kunstgeschichte 37 (1974) 52–62 “Zu Tiepolos Asien-Darstellung in Würzburg” die Bedeutung

des dortigen armenischen Alphabets. Das volle Verständnis von Tiepolos Fresco wird also durch Beiträge verschiedener

Fächer und Methoden erreicht. Und das anregende Programm dieser Tagung wird viele ähnliche Gelegenheiten

liefern, unser Verständnis der Antike durch das Zusammenwirken vieler Perspektiven zu bereichern.

Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MESSAGE OF GREETING

JULIUS-MAXIMILIANS-UNI

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Message of Greeting

from Euroclassica to the

Deutscher Altphilologenverband

Euroclassica celebrated a silver jubilee in Athens in 2016, and so

it now has a history of nearly thirty years. Germany, through the

DAV, was involved in the creation of Euroclassica in 1991 and has

been an active, contributing member ever since. The period since

cooperation between the associations of Classics teachers in

Europe began has been marked by consistent demands made on

teachers of Classics to justify our position in the curriculum in nearly

all countries. However, while this has been a challenging task, constantly having to justify our existence,

there has been a marked continuity in the provision of classical subjects in most countries and we have not

disappeared from the timetable as many have predicted or even wished.

Each individual country has to make its own case within its own educational tradition, but Euroclassica has

been there to provide support and encouragement in times of challenge and difficulty and also to supply

examples of useful arguments, new resources and methods, and of good and innovative practice.

This exchange of ideas has not only been useful but has helped to promote mutual understanding of our

national positions and to consolidate the European position of the study of Classical languages and culture.

FIEC was created in 1948 for similar reasons: to restore the links between scholars all over the world.

FIEC unites the world of scholarship at university level: Euroclassica attempts to unite the associations of

Classics teachers in schools who not only supply the universities with their students but who introduce the

ancient world to a large number of young people who will not all go on to become specialists.

We have this larger public in mind: those from many different backgrounds who will retain what they learnt

at school about the ancient world as they progress through their lives. As we look back on the history of

Euroclassica we may also perhaps begin to look at the history of

Classics teaching in our own countries. Has Classics been part of

the curriculum since state education of all classes was introduced?

How has this affected the current state of the subject? We are

pleased that nearly all European countries are represented within

Euroclassica, including your own association, and that we now have

a network that stretches from Cyprus to Portugal and from Norway

to Italy. A common European heritage is important to all these

countries, interpreted in different individual ways, and this is one of

the elements which unites those who now live in all the European

countries.

John Bulwer, Former President of Euroclassica (2015–2019)

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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DES DEUTSCHEN

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2020

HUMANISMUSPREIS

HUMANISMUSPREIS

BUNDESKONGRESS

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ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Der Humanismus-Preis 2020 wird verliehen an

Em. o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Karlheinz Töchterle

Em. o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Karlheinz Töchterle (geb. 13. Mai 1949 in Brixlegg/Tirol) wuchs im

Stubaital auf und ist bis heute dort zu Hause. Nach dem Besuch des Franziskanergymnasiums in

Hall/Tirol und der Matura studierte er ab 1969 Klassische Philologie und Germanistik an der Universität

Innsbruck (sowie in Pavia und Konstanz). Das Studium schloss er mit der Promotion 1976

(gedruckt: Ciceros Staatsschrift im Unterricht, Innsbruck 1978) und der Lehramtsprüfung in den

Fächern Deutsch und Latein 1978 ab. Die Universität Innsbruck blieb auch der Ort von Töchterles

weiterem beruflichen Werdegang: Von 1976 bis 1997 war er Universitätsassistent und habilitierte

sich dort 1986 mit einem Kommentar zu Senecas Oedipus (gedruckt: Heidelberg 1994).

Die Innsbrucker Zeit wurde von zwei Gastprofessuren (Graz und Wien) unterbrochen, 1997 wurde

er auf das Ordinariat für Klassische Philologie in Innsbruck berufen, ein Amt, das er bis zu Emeritierung

2017 innehatte. Neben den Themenkreisen der Qualifikationsschriften bilden die Fachdidaktik

und Fachpolitik, die Rezeption der antiken Autoren und vor allem die neulateinische Literatur

die Forschungsschwerpunkte. Die von ihm mitinitiierte umfassende Bestandsaufnahme Tyrolis

Latina (Göttingen 2012) zeigt nicht nur dieses Interesse, sondern zugleich, wie die Latinistik einen

Beitrag zur historischen Identitätsstiftung ihrer eigenen Umwelt leisten kann. In jüngerer Zeit sind

auch wieder eine Reihe von fachpolitischen Publikationen zu verzeichnen, darunter als jüngste

„Einige utopische Gedanken zu den Reformbestrebungen im Sekundarschulbereich und zur Rolle

der Alten Sprachen darin“ (Latein-Forum 97, 2019, 1–5).

2007 wurde Karlheinz Töchterle Rektor der Universität Innsbruck und begann damit den Weg

in die (Wissenschafts)Politik, der ihn 2011 in das Amt des Wissenschaftsministers der Republik

Österreich führte. Die Koalitionsvereinbarungen nach den Österreichischen Nationalratswahlen

2013 verhinderten die Fortsetzung dieser Tätigkeit, durchaus zum Bedauern von zahlreichen Wissenschaftlern.

Doch gehörte er als Mitglied der ÖVP-Fraktion dem Nationalrat bis 2017 an. Parallel

dazu war er von 2015 bis 2018 Präsident der Österreichischen Forschungsgemeinschaft und von

2017 bis 2018 Geschäftsführer der „Lebensraum Tirol 4.0 GesmbH“.

Politisch im Sinne des Einsatzes für das Gemeinwesens (und damit im Sinne von Cicero, dessen De

re publica die Dissertation gegolten hatte) war Karlheinz Töchterle allerdings schon lange vorher,

seit er von 1992 bis 2007 Mitglied in der Fraktion der Grünen im Gemeinderat von Telfs war. 1994

wurde er in den Tiroler Landtag gewählt (er verzichtete aus beruflichen Gründen auf das Mandat)

und kandidierte 1996 ebenfalls für die Grünen für das Europaparlament. Dieses Engagement für

die eigene Heimatregion schlug sich auch in Buchpublikationen nieder, z.B. „Stubai. Ein Talbuch”

mit 57 Farbbildern (2. Aufl. Innsbruck/Wien 1991) oder „Tirol. Porträt eines Landes”, mit Bildern

von Karl Defner (Innsbruck 1993).

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

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2020

HUMANISMUSPREIS PROGRAMM

PROGRAMM HUMANISMUSPREIS

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

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2020

Johann Joachim Becher

Johann Joachim Becher wurde als Sohn eines lutherischen Pfarrers

und seiner aus einer Speyerer Ratsfamilie stammenden Frau am

6. Mai 1635 in Speyer geboren, er starb im Oktober 1682 in London.

Nach dem Besuch des Speyerer Gymnasiums durchreiste er ab 1650

Europa und besuchte dabei u. a. Stockholm, Amsterdam und Italien.

1657 ließ er sich in Mainz nieder und wurde mit 25 Jahren 1660 ohne

medizinischen Studienabschluss vom Kurfürst und Erzbischof Johann

Philipp Schönborn zum Leibarzt und Hofmathematiker ernannt,

1663 erhielt er das Amt des Professor publicus et ordinarius an der

medizinischen Fakultät.

Johann Joachim Becher gilt als eine faszinierende, wenn auch nicht

unumstrittene Persönlichkeit seiner Zeit. Er avancierte zum Prototyp

eines Vielfachgelehrten. Als Medizinprofessor tat sich auch auf den

Gebieten der Ökonomie, Chemie, der Physik und der Technologie

hervor. Überaus ideenreich und visionär eilte er dabei seiner

Epoche in vielem voraus. Erfindungsreich, auf vielen Gebieten

agierend, entwickelte er sich so zum Impulsgeber und umtriebigen

„Projektmacher”. Er schrieb viele Bücher, verfasste Denkschriften

sowie Projektvorschläge wie das Wiener Werkhaus

und versuchte sich – nicht immer erfolgreich – selbst bei deren

Verwirklichung. Aus seinen vielfältigen Veröffentlichungen

sticht der politische Diskurs (1668, mehrere Auflagen) heraus: Er

gilt als sein politik-ökonomisches Hauptwerk, sollte für lange Zeit die

anerkannte Grundlegung des deutschen Merkantilismus sein und

der modernen Wirtschaftswissenschaft als Grundlage dienen.

1998

Richard

von Weizsäcker †

2006

Jutta

Limbach †

2000

Roman

Herzog †

2008

Leoluca

Orlando

2002

Alfred

Grosser

2010

Monika

Maron

2004

Władysław

Bartoszewski †

2012

Sebastian

Krumbiegel

Johann Joachim Becher bereiste Europa und war vor Ort

als Ratgeber von Regierungen und als Projektentwickler

aktiv. In England etwa erhielt er königliche Patente für die

Entdeckung des Leuchtgases und für die Optimierung von

Schiffsmühlen. Seine Innovationskraft spiegelt sich auch

in der Konstruktion von Uhren, Verkehrsmitteln, Sprachübersetzungskonzepten

und einer Vielzahl anderer Projekte

wider.

1991 wurde in Speyer die Johann Joachim Becher-Gesellschaft

(JJBG) gegründet, deren Ziel es ist, den Austausch

von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Gesellschaft und

Politik zu fördern und den Wissenstransfer in konkreten

Projekten zu unterstützen.

2014

Michael

Köhlmeier

2016

Andrea

Riccardi

2018

Rita

Süßmuth

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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Franz Fischler

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ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

LAUDATIO

Franz Fischler wurde am 23. September 1946 im tirolerischen Absam in Österreich geboren.

Nach dem Studium der Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien, das er 1973

abschloss, war er bis 1979 wissenschaftlich tätig.

Im Jahr 1979 wechselte Franz Fischler in die Landwirtschaftskammer Tirol. Dort kümmerte er sich

zuerst um die Bereiche Umweltschutz, Bildung, Kultur und Landschaftsplanung, bis er 1984 zum

Direktor bestellt wurde.

1989 wurde Franz Fischler zum österreichischen Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft

ernannt. In dieser Funktion war er maßgeblich an den Beitrittsverhandlungen Österreichs zur

Europäischen Union beteiligt. Von 1995 bis 1999 war Franz Fischler EU-Kommissar für Landwirtschaft

und ländliche Entwicklung. Vom September 1999 bis zum Jahre 2004 war er zusätzlich für

die europäische Fischereipolitik verantwortlich.

Seit Ende 2004 beschäftigt sich Franz Fischler vorwiegend mit beratenden Tätigkeiten, Vorträgen

und Lehrveranstaltungen. Zur Zeit ist er Präsident des Europäischen Forum Alpbach.

Franz Schlosser

Spaß mit Latein

für Groß und Klein

Spiel-, Tanz- und Bewegungslieder, Frage- und Ratespiele,

Würfelspiel und szenisches Spiel zur Unterrichtsgestaltung Latein

„Spaß mit Latein für Groß und Klein“ wendet sich an Lateinlernende

aller Altersstufen – von der Sexta bis zur Oberprima. Singend, (schau)

spiele(r)nd, handlungsorientiert sowie mit kreativen Anreizen soll

den Schülern der Zugang zur „toten Sprache“ Latein „geebnet“ und

erleichtert (Anfänger) und die Freude und das Interesse an dieser

Sprache geweckt bzw, gesteigert werden.

118 Seiten, kart. 9,90 EUR. ISBN 978-3-402-13467-2

Franz Schlosser

Amantes amentes

De Pyramo et Thisbe fabula musica

Ein Lateinmusical für coole Kids

Amantes amentes („Liebende sind Verrückte“, Terenz, Andria I, 3) – das

die Pyramus-und- Thisbe-Thematik aufgreift, ist ein durchgehend gereimtes

lateinisches „Musical“ mit (für Nichtlateiner oder Lateiner mit

geringen Kenntnissen) zusammenfassenden flapsigen Erklärungen

und Bemerkungen auf Deutsch durch einen Vertreter der „cool generation“,

einen Interpres punk. Die Verse sind teils auf bekannte, teils auf

vom Autor geschriebene Melodien zu singen.

44 Seiten, kart. 9,90 EUR. ISBN 978-3-402-13468-9

CAESARIUS VON

HEISTERBACH

Unheimliche Sagen

Jan Follak (Hrsg.)

CAESARIUS VON HEISTERBACH

Unheimliche Sagen

36 Seiten, kart. 4,90 EUR. ISBN 978-3-402-13477-1

Lehrerheft: Klassenarbeitstexte

pdf Ebook, 4,90 EUR. ISBN 978-3-402-13479-5

Caesarius von Heisterbach erzählt abenteuerliche und fantastische

Ereignisse detailliert nach Zeugenaussagen. Sie fordern intuitiv zum

Nachfragen auf: Was ist wirklich passiert? Warum sehen die Beteiligten

Teufel, Dämonen und Gespenster am Werk? Wie würden wir heute mit

solchen Erlebnissen umgehen? Diesen Fragen gehen die Schülerinnen

und Schüler prozessorientiert nach.

Foto: © Andrei Pungovschi

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Soester Str. 13

D-48155 Münster

Tel ++49-251-690-913003

Fax ++49-251-690-803090

Email: buchverlag@aschendorff.de

www.buchverlag-aschendorff.de



BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Prof. Dr. phil. Klaus Bartels,

Kilchberg (Schweiz)

Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Erler,

Würzburg

V

09.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

(Audimax)

Die sieben tollsten Wortgeschichten –

Ein Plädoyer und eine Vernissage.

So paradox es ist: Ein altrömischer digitus weist uns den Weg in die schöne neue

digitale Welt von morgen, und auch die spricht griechisch und lateinisch: von Automatisierung

und einer Industrie 4.0, Ökologie und Recycling, einer Virtual Reality,

Klimaneutralität und e-Mobilität, hybriden und bald auch autonomen Autos. Im Leben

der Wörter mit seinen oftmals tollen Bedeutungssprüngen spiegelt sich das Menschenleben;

in diesen geschichtsträchtigen, zukunftsträchtigen Wortgeschichten zeigt sich die

Sprache in ihrem ureigenen, urmenschlichen Wesen. Da ist kein Wörterleben gleich dem

anderen, so wenig wie ein Menschenleben einem anderen, und da gilt allemal, frei nach

der Lustigen Person im „Faust“: „Greift nur hinein ins volle Wörterleben! ... und wo

ihr’s packt, da ist’s interessant.“

Das Referat ist ein Plädoyer: Es möchte dieser so gegenwartsnahen Sparte unserer

Philologie neue Fans und einen steten Platz im altsprachlichen Unterricht gewinnen.

Zugleich ist es eine Vernissage für eine jüngste Wortgeschichtensammlung (s. u.), mit

Königin Berenike II. als Ehrengast und perfekt belegten pikanten „Kanapees“.

Klaus Bartels, geboren 1936, Philologe, lebt in Kilchberg am Zürichsee. Er ist Autor jahrzehntelang

laufender Zeitungsrubriken; aus seiner Rubrik „Stichwort ...“ in der „Neuen Zürcher Zeitung“

ist soeben erschienen: „Vom Leben der Wörter. Wortgeschichten aus der NZZ“, herausgegeben

von Bernhard Zimmermann, Rombach Verlag, Freiburg i. Br. 2019. Drei jüngste Neuauflagen:

die zweisprachige Inschriftensammlung „Roms sprechende Steine. Inschriften aus zwei Jahrtausenden“

(5. Auflage, Darmstadt 2018); die Zitatensammlung „Jahrtausendworte – in die

Gegenwart gesprochen“ (2. Auflage, Reihe Paradeigmata, Freiburg i. Br. 2019); das „Veni vidi vici.

Geflügelte Worte ...“ (16. Auflage, Darmstadt 2019).

Ironie und Parrhesie.

Sokrates ‚revisited’ im digitalen Zeitalter.

Der Historiker Timothy Garton Ash beschreibt die digitale Welt als eine virtuelle

„Kosmopolis“. Dieses Bild verdeutlicht Chancen und Gefahren des Internets als moderner

Kommunikationsraum. Denn dieser verspricht nicht nur unbegrenzten Zugang zu

neuen Ideen und unbegrenzte Freiheit des Meinungsaustausches, sondern lädt auch

zur Nutzung von Freiheit der Rede als Mittel schrankenloser Selbstverwirklichung und

Vermittlung eigener Befindlichkeiten ein, ohne Adressaten, ihre Kapazitäten und Befindlichkeiten

zu beachten. Es soll daran erinnert werden, dass eine solche Problematik

auch in der realen Polis Athen zur Zeit des Sokrates und Platons gegeben war, thematisiert,

reflektiert und in Platons Dialogen illustriert wurde. Sokrates greift den Anspruch

auf Freiheit der Kommunikation (Parrhesie) als ein Markenzeichen Athener Demokratie

kritisch auf und transformiert ihn zu einem Konzept adressatenbezogener Kommunikation.

Er begründet damit eine Tradition, die man über Aristoteles und den Hellenismus

bis in die Spätantike und darüber hinaus verfolgen und die vielleicht Denkanstöße

für den Umgang mit kommunikativer Freiheit im virtuellen Kommunikationsraum der

modernen Kosmopolis geben kann.

Michael Erler, geboren 1953, studierte Klassische Philologie und Philosophie ab 1973 in Köln und

London (University College), 1977 Promotion (Köln), 1985 Habilitation (Konstanz), 1987/8 Junior

Fellow Center for Hellenic Studies, Washington D. C., 1990 Fellow Institute for Advanced Study,

Edinburgh, 1989 Professor (C3) für Klassische Philologie (mit Schwerpunkt Latein) Erlangen, 1992

ord. Professor für Klassische Philologie (mit Schwerpunkt Griechisch) Würzburg. Monographien,

Anthologien und Aufsätze zu Platon, Platonismus Epikur, Epikureanismus. Drama und hellenistischer

Literatur Forschungsschwerpunkte: Griechische und römische Philosophie (Platonismus,

Epikureanismus) Drama, hellenistische Poesie, griechische Literatur der Kaiserzeit. Präsident der

International Plato Society (2001–2004) , der Gesellschaft für antike Philosophie (2007–2010),

der Mommsen Gesellschaft, (2013–2015) der Sokratischen Gesellschaft (2010–2018).

Ab 2019 Seniorprofessor und Mitglied des Direktoriums (chair) des Siebold-Collegium.

Institut for Advanced Studies (Scias) (2016) der Universität Würzburg (2019)

V

09.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

26

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

PROGRAMM

PROGRAMM

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Prof. Dr. Markus Schauer,

Bamberg

Prof. Dr. Nicola Hömke,

Rostock

V

09.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Deus digitalis ex machina.

Nec deus intersit, nisi dignus vindice nodus inciderit – und kein Gott sei im Spiel, außer

es ist zu einer Verstrickung gekommen, die eine Rettergestalt braucht (Hor. ars 191

f.). Verfolgt man die gegenwärtige Bildungsdiskussion, gewinnt man immer öfter den

Eindruck, als ob alle Probleme der Schule durch das Wundermittel der Digitalisierung

gelöst werden können. Doch was Horaz für das Drama auf der Bühne fordert, gilt erst

recht für das Klassenzimmer: Dass ein deus ex machina nur dort ins Spiel kommen

sollte, wo er wirklich nötig ist, um ein Problem zu lösen. Im Vortrag geht es darum,

theoretisch und an Praxisbeispielen auszuloten, wo ein deus digitalis helfen kann, wo er

überflüssig ist – und wo sogar stört.

Markus Schauer studierte Klassische Philologie, Philosophie, Universitäts- und Bildungsgeschichte

und Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität München. 2002 wurde er

dort mit einer gräzistischen Arbeit promoviert, 2006 habilitierte er sich an der Freien Universität

Berlin für Klassische Philologie. Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Hamburg und

Köln wurde er 2008 als Professor an die Universität Köln berufen. 2009 nahm er den Ruf auf den

Lehrstuhl für Klassische Philologie / Schwerpunkt Latinistik an der Universität Bamberg an. –

Publikationen: Unterrichtswerk: Adeamus! (Gesamtherausgeber zusammen mit V. Berchtold); –

Wichtigste Monographien: Der Gallische Krieg. Geschichte und Täuschung in Caesars Meisterwerk,

München 2016 (22017); Tragicorum Romanorum Fragmenta, vol. 1: Livius Andronicus.

Naevius. Tragici Minores. Frgg. Adespota, Göttingen 2012; Lehrbuch der lateinischen Syntax und

Semantik, Darmstadt 52012 (zus. mit Th. Burkard); Clavis Didactica Latina (et Graeca). Bibliographie

zum

Lateinunterricht, 3 Bde., Bamberg 1994 / 1996 / 2011 (zus. mit A. Müller bzw. S. Kipf); Aeneas dux

in Vergils Aeneis. Eine literarische Fiktion in augusteischer Zeit, München 2007; Tragisches

Klagen. Form und Funktion der Klagedarstellung bei Aischylos, Sophokles und Euripides, Tübingen

2002. – Sonstiges: Verantwortl. Schriftleiter des Forum Classicum; Mitherausgeberschaft (u.a.):

Rheinisches Museum für Philologie (Köln); Studienbücher Latein (Bamberg); Pegasus. Wissenschaftliche

Onlinezeitschrift für Didaktik und Methodik der Fächer Latein und Griechisch (Berlin)

Vergil en miniature? Der Umgang mit epischen Bauformen im

römischen Epyllion von Catull bis Ausonius.

Eine ausufernde Ekphrasis als Haupthandlung, eine Mücke als Held, Cupido als Prügelknabe:

Das römische Epyllion verlangt seinen Rezipienten einiges ab. Vordergründig

scheint dieses erst neuzeitlich definierte Genre, dem Texte von den Neoterikern bis in

die Spätantike zugerechnet werden, meist eine parodistisch verfremdete und mithin

epigonale Reduktion seines großen Bruders, des Epos, zu sein.

Doch wie an Beispielen von Catulls carmen 64 über Ps-Vergils Culex bis zu Ausonius‘

Cupido cruciatus gezeigt werden soll, pflegen Epyllien-Dichter einen durchaus emanzipierten

Umgang mit den epischen Traditionen: Indem sie bekannte Bauformen, Motive

und Handlungsmuster wie Traum, Katabasis oder Aristie zunächst erkennbar aufrufen

und sie dann neu kombinieren, umformen oder verfremden, entlocken sie ihnen bislang

ungeahnte Wirkungspotentiale. Somit erweisen sie sich als höchst kreative Kommentatoren

und Kritiker klassischer Epik.

Nicola Hömke (*1970) studierte Lateinische und Griechische Philologie in Heidelberg und

Oxford, schloss mit dem ersten Staatsexamen ab und wurde 2001 in Heidelberg mit einer Dissertation

zur kaiserzeitlichen Schaurhetorik promoviert. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche

Assistentin und Mitarbeiterin am Lehrstuhl Lateinische Philologie / Latinistik (Prof. Dr. Christiane

Reitz) in Rostock. 2012 habilitierte sie sich dort in Klassischer Philologie mit einer Arbeit zu

Lucans Bellum Civile. 2011–2013 forschte sie als Mitarbeiterin in einem DFG-Teilprojekt (Leitung:

Prof. Dr. Therese Fuhrer) zur Rhetorik des Monotheismus in der römischen Spätantike. Nach z.T.

mehrjährigen Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten FU Berlin, LMU München, Osnabrück

und Potsdam hat sie seit 2019 den Lehrstuhl Lateinische Philologie / Latinistik an der Universität

Rostock inne.

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. das römische Epos und Epyllion, die römische

Rhetorik, spätantike Dichtung (v.a. Ausonius und Claudian) sowie die literarische Phantastik und

die „Ästhetik des Hässlichen“ incl. ihrer Grundlegung in der griechischen und römischen Literatur.

V

09.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Prof. Dr. Karl-Wilhelm Weeber,

Witten

Michael Hotz,

München

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

(Audimax)

Trumps Tweets und Caesars commentarii.

Zwei Politiker mit großem Ego, zwei Formen der Politik-Vermittlung.

Politiker müssen für ihre Politik und ihre Person werben – zumindest diese Parallele

lässt sich bei sonst sehr ungleichen Rahmenbedingungen zwischen Caesar und Trump

ziehen, und ebenso die Tatsache, dass es sich in beiden Fällen um geplante kommunikative

Strategien überaus ehrgeiziger Politiker handelt. Trump kommuniziert per Kurzbotschaften,

emotional, umgangssprachlich, mit vielen Ausrufezeichen und wirbt ad hoc

für seine Positionen und seine res gerendae. Caesar dagegen blickt jedenfalls in seinen

commentarii auf seine res gestae zurück. Seine Ausführungen sind reflektierter, erscheinen

distanzierter, die Leserlenkung ist sehr viel subtiler, der Ton moderater – eine ganz

andere persuasive Tonalität – geschickter vielleicht und nachhaltiger?

Kann Politik-Erklärung in literarischer Qualität im digitalen Zeitalter mit lockerem

Polit-Gezwitscher mithalten? Ich möchte das auch unter didaktischen Fragestellungen

einschließlich einiger kontrafaktisch-spekulativer Impulse für den Lateinunterricht

erörtern.

Ich komme, grünende Brüder! – Die Metamorphose der Daphne

bei Ovid, Bernini und Richard Strauss.

Die Metamorphose der Daphne ist wohl eines der am häufigsten rezipierten Themen

des antiken Mythos. Besonders die Darstellung in Ovids Metamorphosen hat nicht nur

in der bildenden Kunst, sondern auch im Bereich der Musik zahlreiche Künstler zur intensiven

Auseinandersetzung angeregt. Die jeweils bekanntesten Beispiele hierfür sind

sicherlich Berninis Daphnestatue sowie die Oper „Daphne” von Richard Strauss.

Der Vortrag will durch eine vergleichende Analyse der literarischen, bildhauerischen

und musikalischen Darstellung der Metamorphose Daphnes die allen drei Kunstwerken

zugrunde liegende narrative Technik aufzeigen, aber gleichzeitig auch die unterschiedlichen

Interpretationsansätze deutlich machen. Der Schwerpunkt wird dabei neben der

Deutung der Marmorgruppe Berninis v.a. auf der musikalischen Darstellung liegen. Ziel

ist es, aufzuzeigen, wie Schüler/innen die musikalische Darstellung einer Metamorphose

nachvollziehen können und so auch ohne einschlägige Vorkenntnisse erleben und

„er-hören“, mit welchen musikalischen Ausdrucksmitteln Strauss den Ovidischen Text

auf faszinierende Weise in Töne umsetzt.

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

Karl-Wilhelm Weeber, Jg 1950, Studium Klass. Philologie, Geschichte, Archäologie, Etruskologie

in Bochum und Rom. Promotion mit einer Arbeit über das 4. Properz-Buch; 1984–2001 Fachleiter

für Latein am Studienseminar Düsseldorf, 2001–2010 Leiter des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums

Wuppertal; 1995 Hon.-Prof. Alte Geschichte Univ. Wuppertal; seit 1975 bis heute Lehrbeauftragter

für latein. Fachdidaktik Univ. Bochum.

Publikationen der letzten Jahre: Spectaculum. Die Erfindung der Show im antiken Rom (2019);

Botschaften aus dem alten Rom. Die besten Graffiti der Antike (2019); Das antike Rom. Eine

Kulturgeschichte in zeitgenössischen Quellen (2017; Latein – da geht noch was. Rückenwind für

Caesar und Co (2016); Neues über die alten Römer (2015) Lernen und leiden. Schule im Alten Rom

(2014); Romdeutsch (5.A.2013); Mitarbeit am Lehrwerk „Pontes“.

Michael Hotz *1964, 1986–91 Studium der Klassischen Philologie, Geschichte und Kunstgeschichte

in München und Rom; 1994–2003 Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte an

Münchner Gymnasien, 2003–2009 Fachreferent für Latein und Griechisch am Staatsinstitut für

Schulqualität und Bildungsforschung, München, seit 2009 Schulleiter am Wilhelmsgymnasium

München; verantwortlicher Redakteur der Online-Zeitschrift Pegasus.

Forschungsschwerpunkte: Lehrbucharbeit, Lehrplantheorie, Zentrale Vergleichsarbeiten, Kunstund

Kulturgeschichte Italiens

Publikationen (Auswahl): Cursus (Hrsg./Autor), Berlin/Bamberg 2016; Legamus! Lateinisches

Lesebuch (Hrsg./Autor), München 2014 2 ; Frühlingsgefühle – oder: wie entschlüssle ich mit

lateinischen Texten die Primavera Botticellis, Cursor 15, Wien 2019; Wie Phaethon in den

Vierströmebrunnen fiel, in: Cursor 13, Wien 2017; Rom und Europa, Bamberg 2011; Roma urbs

aeterna. Texte über Rom aus drei Jahrtausenden, Bamberg 2012; Spaziergänge durch das

antike Rom. Audioguide, Bamberg 2009; Wunderbares aus Rom, München 2009, Landesweite

Vergleichsarbeiten im Fach Latein. Ein neues Mittel zur Qualitätssicherung im Lateinunterricht,

in: Auxilia, Bamberg 2008; Lateinische Lektüre in den Jahrgangsstufen 9 und 10 (Hrsg.),

München 2008; Hellenisti. Grundkurs der hellenistisch-griechischen Bibelsprache (mit J.

Lindauer), München 2005

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Dr. Michael Stierstorfer,

München

Dr. Patrick Schollmeyer,

Mainz

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Griechisch-römische Mythen 4.0:

Revolutionäre Digitalisierungstechniken in den Kino-Blockbustern

„Percy Jackson“, „Kampf der Titanen“ und „Krieg der Götter“.

Griechisch-römische Mythen werden häufig in actionreichen Fantasy- oder Phantastik-Filmen

adaptiert, die eine bildgewaltige Computeranimationstechnik nutzen.

Beispiele bieten die Verfilmungen zur Percy-Jackson-Serie: Diebe im Olymp (2010) und

Im Bann des Zyklopen (2013). Ähnlich produziert wurden Kampf der Titanen (2010),

Zorn der Titanen (2012) und Krieg der Götter (2011). In diesen Werken stehen Halbgötter

wie Perseus und Theseus mit magischen Gegenständen im Mittelpunkt, die

sich von den Göttern abwenden oder sogar gegen den Olymp rebellieren. Bei ihren

Bewährungsproben kämpfen sie gegen digitale Fabelwesen wie die Hydra, die Medusa

oder Chimären und finden sich schließlich in die Rolle des Erlösers ein. Der Vortrag geht

den Leitfragen nach, welche Rolle digitale Technik bei der Inszenierung mythologischer

Fabelwesen, magischer Gegenstände und übernatürlicher Settings spielt, wirft einen

technischen Blick auf den Entstehungsprozess der digitalen Spezialeffekte und erklärt

zudem, weshalb eine spielerisch-eklektische Revolution der antiken Mythologie erst in

der Postmoderne so erfolgreich ist. Eine Umfrage führt vor, wie LateinschülerInnen die

Spezialeffekte in den oben genannten Filmen rezipieren. Auch beleuchtet der Vortrag

kritisch, ob die Adaptionen antiker Mythen von der digitalen Technik profitieren oder

nicht.

Begreifen! Der Beitrag der Archäologie zur „digitalen” Bildung

im altsprachlichen Unterricht.

Der Vortrag verfolgt zwei Ziele. Zum einen werden einige Best-Practice-Beispiele

archäologischer Internetquellen vorgestellt, die den altsprachlichen Unterricht in

sinnvoller Weise ergänzen können. Zum anderen soll eingehend für einen kritischen

Umgang mit dieser digitalen Archäologie geworben, d.h. gezeigt werden, weshalb gerade

analoge Bildungsangebote weiterhin nicht nur ihre Berechtigung haben, sondern

in wichtigen Punkten den digitalen sogar überlegen sind. Angestrebt ist eine Definition

dessen, was als sinnvoller Beitrag der Archäologie zur digitalen Bildung gelten kann

und weshalb gerade das Begreifen im Herder’schen Sinn in einer zunehmend digitalen

Welt von nicht nachlassender Bedeutung ist.

Patrick Schollmeyer, Studium der Klassischen Archäologie, Alten Geschichte, Ägyptologie und

Kunstgeschichte an den Universitäten Mainz, Bonn und Heidelberg; Promotion 1997 Universität

Heidelberg; 1997/1998 Assistent an der Universität Heidelberg; seit 1998 an der Universität Mainz

tätig; Kurator der klassisch-archäologischen Sammlungen sowie der sog. Schule des Sehens, dem

Schaufenster für Wissenschaft und Kunst der JGU Mainz; seit 2016 Vorsitzender des Deutschen

Archäologen-Verbands.

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

Dr. Michael Stierstorfer, Studium der Germanistik, Latinistik und Erziehungswissenschaften an

der Universität Regensburg; 2013–2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter, 2016 Promotion an der

Universität Regensburg; 2018 Zweite Staatsprüfung; seit September 2018 Studienrat i.K.

am Gymnasium der Benediktiner in Schäftlarn und Fachleiter Deutsch; seit 2012 Schulbuchautor;

regelmäßige Vorträge auf Tagungen und Lehrerfortbildungen; Mitinitiator des Münchner Projekts

„Verjüngte Antike im Mediendialog“ (seit 2015); Gründungsmitglied des Forschungs- und

Lehrclusters „The Past for the Present“; Mitglied der Buch-Jury „Drei für unsere Erde“; Redakteur

von KinderundJugendmedien.de; 2018 Auszeichung mit der Corona laurea

Forschungsschwerpunkte: Kinder- und Jugendliteratur und ihre Didaktik, Fantastik,

Antikenrezeption, insbes. in Kinder- und Jugendmedien, intermediales und literarisches Lernen

und Leseförderung

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Prof. Dr. Hans-Joachim Glücklich,

Frankfurt am Main

Dr. Wolfgang Polleichtner,

Tübingen

Ein Traum von Latein.

Vom Verstehen des Verstehens: Perspektiven digital unterstützter

Analyse von Übersetzungstechnik.

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

(Audimax)

Die meisten Lateinlehrer und Lateinlehrerin träumen von einem Lateinunterricht, der

beim Publikum, ankommt, und versuchen, den Traum umzusetzen. Wie könnte ein

solcher Lateinunterricht aussehen, qualitätsvoll und spannend, unterhaltsam und

geistvoll, offen für Viele und singulär? Der Vortrag will ein Spektrum der Möglichkeiten

des Lateinunterrichts zeigen, jedoch dieses Spektrum in einem einheitlichen Konzept

des Lateinunterrichts vereinigen, das dem Lateinunterricht Kontur verleiht, statt ihn in

zu viele verschiedene Aktivitäten zerfließen zu lassen.

Hans-Joachim Glücklich, geb. 1941, bis 2006 Fachleiter für Latein und Griechisch (Staatliches

Studienseminar Mainz) und Honorarprofessor für Didaktik der alten Sprachen (Universität Heidelberg);

Ehrenpräsident von Euroclassica; Ehrenvorsitzender des Landesverbands Rheinland-Pfalz

im DAV. Pegasus-Nadel des DAV. Dragomanow-Medaille und Herodot-Medaille für europäische

Kommunikation der Pädagogischen Universität Kiew. Viele Textausgaben in den Reihen EXEMPLA

(Lateinische Texte), CONSILIA (Lehrerkommentare) und LIBELLUS (Schüler- und Lehrerhefte).

Mitherausgeber der Reihe ARS DIDACTICA. Alte Sprachen lehren und lernen (Propylaeum,

Heidelberg). – Veröffentlichungen u.a.: Lateinunterricht. Didaktik und Methodik, Göttingen

3

2008. – Neuere Veröffentlichungen in der Reihe LIBELLUS (Schüler- und Lehrerhefte): Caesar,

Bellum Gallicum; Caesar: Alea iacta est; Terenz: Adelphoe; Der junge Ionathas. Aus den Gesta

Romanorum; Roma–Amor. Liebeselegien; Livius: ab urbe condita (2019). Neueste Veröffentlichungen

in Zeitschriften und Sammelbänden: Textverstehen und Überprüfungsformen (AU 60,4+5,

2017); Vorschläge zur Wortschatzarbeit und zu ihrer Berücksichtigung in Textausgaben und Lehrbüchern

(AU 61,1, 2018); Körperliche und seelische Grausamkeit in schöner Darstellung (AU 61,6,

2019); Pyramus und Thisbe – Transformationen (Scrinium 59/2, 2019); Texte lesen, verstehen,

interpretieren. Problem und Chance des Lateinunterrichts, in Meinolf Vielberg (Hrsg.): Universitäts-

und Bildungslandschaften um 1800, Stuttgart 2019.

E-Mail: GlueHJ@aol.com – Website: www.gluecklich-latein.de

Die Analyse von Übersetzungstechnik steht insbesondere seit den einschlägigen Arbeiten

von Florian (2015 und 2017) im Fokus fachdidaktischer Forschung in Latein. Diese

Analyse von Übersetzungsvorgängen, insbesondere auch wenn sie per eye-tracking

und keylogging digital unterstützt werden, sind allerdings auch im Bereich der Neuphilologien

derzeit von großem Interesse. Dieses Interesse erstreckt sich insbesondere

auch auf professionelle Übersetzungen und das Simultanübersetzen. Hier liegen auch

Studien vor, die Übersetzungen zwischen synchron weit entfernt verwandten Sprachen

untersuchen (z.B. Englisch und Koreanisch). Hier kommt es zunächst darauf an, bereits

erzielte Forschungsergebnisse auf ihre Übertragbarkeit auf die Klassischen Sprachen zu

überprüfen, um anschließend die Ergebnisse eigener Versuchsreihen besser einordnen

zu können. Eine wichtige Frage dabei lautet, welche Rolle hier die diachrone Entfernung

von Ausgangs- und Zielsprache spielt. Mehrfache Untersuchungen einer Studien- und

Kontrollgruppe sollten bei zwischen den Untersuchungen liegenden Interventionen

Rückschlüsse auf die Effektivität von Sprach- und Übersetzungsunterricht erlauben,

da hier nicht nur überprüft wird, ob das Endprodukt eines Übersetzungsvorgangs

eine „gute“ Übersetzung darstellt, sondern auch, welche Strategien zur Erreichung

des Übersetzungsprodukts sich infolge von Unterricht auf welche Weise individuell

verändert haben. Solchermaßen kann hier ein Beitrag zum Entschlüsseln der Arbeit des

Dekodierens und Rekodierens beim Übersetzen gleistet werden.

Florian, L. 2015: Heimliche Strategien. Wie übersetzen Schülerinnen und Schüler?

Vandenhoeck & Ruprecht.

Florian, L. 2017: So übersetzen Schüler wirklich. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Prof. Dr. Charlotte Schubert,

Leipzig

Prof. Dr. Christoph Schubert,

Erlangen

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Zur Standortbestimmung des Digitalen:

Hermeneutik und Serendipity.

Der allwissende Algorithmus, der alle Probleme löst, alles kennt und weiß und so

die Wissenschaftlerin ersetzen kann, ist ein Popanz und wird heute wohl auch von

überzeugten KI-Forscherinnen nicht mehr vertreten. Aber die algorithmengesteuerte

Auswahl und Vorauswahl bei Suchanfragen, bei einer Angebotserstellung über die

Controlling-Abteilung durch automatisierte Margenoptimierung und bei der personalisierten

Werbung verweisen sehr deutlich auf eine Entwicklung, die es nötig macht,

die neuen „Werkzeuge des Historikers“ (A. von Brandt) in ihrer Wirksamkeit einer

kritischen Analyse zu unterziehen. Dabei geht es insbesondere um die Bedeutung der

Hermeneutik. In den Suchalgorithmen, Filtertechnologien, Sortiermöglichkeiten liegen

mathematische Handlungsvorschriften für die Lösung von Problemen. Dies allein

verweist schon darauf, daß es sich bei der Anwendung dieser Handlungsvorschriften

gar nicht um datengetriebene Forschung handeln kann (wie aber immer propagiert

wird), sondern immer um hypothesengetriebene Forschung und/oder zweckgerichtete

Anwendung. Die Herausforderung besteht nun darin, eine sich beschleunigt entwickelnde

Praxis theoretisch zu begründen und kritisch zu systematisieren.

Der Vortrag wird dies exemplarisch an einigen ausgewählten Beispielen von heute gängigen

Anwendungen der DH (Kookkurrenzsuche anhand von N-Grammen, Paraphrasensuche

mit Word2Vec, Netzwerkvisualisierung mit Gephi) erläutern.

Charlotte Schubert. Ordinaria für Alte Geschichte an der Universität Leipzig, Forschungsschwerpunkte

in der Geschichte der attischen Demokratie und der antiken Medizingeschichte sowie in

den Digital Classics (Aufbau des Webportals eAQUA, Mitbegründung des Open Access eJournals

Digital Classics Online und der Schriftenreihe Digital Classics Books); derzeit Arbeit an verschiedenen

Digital Classics Projekten und an einer größeren Studie zu Isonomie in der Antike.

Medialität und Toleranz.

Eine kritische Anfrage.

Die Wahl eines bestimmten Mediums kann eine Frage der Macht sein. Wer am Telefon,

wer schriftlich, wer im persönlichen Gespräch stark ist und seinem Gegenüber die

eigene Kommunikationsform aufnötigt, übt bereits dadurch Macht aus. Toleranz als

Richtschnur gelingenden Miteinanders dürfte in diesem Zusammenhang bedeuten:

Sich auf das Lieblingsmedium des anderen einzulassen, also die eigene Unterlegenheit

hinzunehmen oder die eigene Überlegenheit nicht auszuspielen.

Der Vortrag geht in einem ersten Schritt der Frage nach, ob in der Antike ein Bewusstsein

für diesen Aspekt der Medialität existierte und wie sich dieses gegebenenfalls

theoretisch niederschlug und praktisch auswirkte. In einem zweiten Schritt soll angesichts

der dramatischen Entwicklung der Digitalisierung von Schule und Universität

danach gefragt werden, was das Postulat medialer Toleranz vor dem Hintergrund der

Andersartigkeit der (nicht-digitalen) Antike für ihre angemessene Vermittlung heute

bedeuten kann, vielleicht bedeuten muss.

Christoph Schubert, Studium der Fächer Latein, Französisch, Griechisch und Erziehungswissenschaften

an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Paris IV und Jena (1. Staatsexamen); 1998

Promotion an der Universität Erlangen-Nürnberg bei Severin Koster mit der Arbeit „Studien zum

Nerobild in der lateinischen Dichtung der Antike“; 2007 Habilitation in Klassischer Philologie an

der Universität Erlangen-Nürnberg mit der Arbeit „Studien zur Schrift De Noe des Ambrosius von

Mailand“; 2010–2017 Professur fur Klassische Philologie / Latein an der Universität Wuppertal;

seit 2017 Lehrstuhlinhaber fur Klassische Philologie (Latein) an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Forschungsschwerpunkte sind die lateinische Literatur des 1. Jahrhunderts n. Chr., die christliche

Literatur der Spätantike und die Editionsphilologie.

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörssal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Dr. Elisabeth Hollmann / Dr. Michael Hollmann,

Johannisberg / Mainz

Dr. Veronika Brandis et alii,

Frankfurt a.M.

Ovid als Regisseur – Interpretation mit filmischen Mitteln.

Antike Metrik musikalisch verstanden – Grundübung.

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

Wenn Ovid beginnt zu erzählen, wird es vielschichtig: spannend, berührend, humorvoll,

anschaulich, symbolisch – er nimmt den Leser mit in seine Geschichten. Im Alltag des

Lektüreunterrichts geht diese ästhetische Dimension jedoch leicht verloren, da der

Prozess der Texterschließung und -übersetzung der Lektüre das Tempo nimmt und diese

für Schüler häufig fragmentiert. Wenn die Schüler neben dem Stoff auch Schönheit

und Komplexität der Sprache und Erzählweise begreifen sollen, ist unser Ziel, Kohärenz

herzustellen und Erzählungen als Ganze erlebbar zu machen. Die meisten unserer

Schülerinnen und Schüler sind dabei durchaus erfahren im Umgang mit Geschichten

und setzen sich intensiv mit ihren bevorzugten Charakteren, Handlungen, Welten

auseinander. Viele davon stammen aus filmischen Zusammenhängen, deren komplexe

Sprache den Schülerinnen und Schülern häufig sehr vertraut ist. Genau dieses Potenzial

kann für die Ovidlektüre in einem produktionsorientierten Ansatz genutzt werden.

Denn Ovid erzählt immer wieder so, als trage er eine narrative Kamera, fokussiere

Ereignisse, beleuchte sie, wechsele die Einstellung auf größere Zusammenhänge etc.

Diese Eindrücke können die Schülerinnen und Schüler selbst inszenieren und auf dieser

Grundlage dahinter Ovids eigene Kunst – Erzählperspektive, Wortwahl, Syntax,

Tempusrelief, Rhythmus etc. – sichtbar und erlebbar machen. Im Rahmen des Arbeitskreises

möchten wir eigene Erfahrungen mit diesem Ansatz vorstellen, anschließend

gemeinsam an ausgewählten Texten erproben und diskutieren.

Dr. Elisabeth Hollmann unterrichtet nach Studium in Marburg und Promotion in Bamberg und

nach dem Referendariat in Mainz seit 2017 an der Internatsschule Schloss Hansenberg Latein und

Deutsch.

Dr. Michael Hollmann unterrichtet nach Studium und Promotion in Köln und Oxford und nach

dem Referendariat in Koblenz seit 2015 am Rabanus-Maurus-Gymnasium in Mainz Latein,

Griechisch, Englisch und katholische Religion.

Cuí donó lepidúm novúm libéllum? Durch akzentuierendes Lesen dieses ersten Verses

von Catull, c. 1 erhalten die drei mittleren Wörter eine unschöne Endbetonung. Diese

ist der lateinischen Sprache fremd, bestimmt doch die Quantität der vorletzten Silbe

(Paenultima), ob diese selbst oder aber die vorhergehende betont wird. Setzt man

die Wortakzente im Schriftbild richtig (Cuí dóno lépidum nóvum libéllum?), geht das

Versmaß des Hendekasyllabus beim Lesen meist gänzlich verloren, und der Vers klingt

wie Prosa. Ein Ausweg bietet sich durch die Vermeidung des Druckakzents und seine

Ersetzung durch einen Tonhöhenakzent. Da hierbei gleichzeitig der Rhythmus des Hendekasyllabus

eingehalten werden muss, wird das Vortragen zu einer äußerst anspruchsvollen

Sprech-, ja eher Singübung. Zu diesem Ziel will der Workshop hinführen, wobei

verschiedene musikalische Herangehensweisen, unterstützt von digitalen Hilfsmitteln,

ausprobiert werden. Aktive Mitarbeit ist erwünscht!

Dr. Veronika Brandis studierte in Berlin, Heidelberg und London Klassische Philologie. Nach dem

Referendariat in Berlin verfasste sie an der TU Dresden eine Dissertation über die Grabinschriften

der Hohenzollern. Seit 2008 ist sie Studienrätin im Hochschuldienst an der Goethe-Universität

Frankfurt. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Schul- und Universitätsgeschichte und

neulateinische Inschriften. Sie leitet regelmäßige Kooperationsprojekte mit dem Lessing-Gymnasium

Frankfurt. Gemeinsam mit Studierenden und Kolleginnen widmet sie sich theoretischen und

praktischen Studien zur Vortragsweise antiker Dichtung.

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Christine Röder / Martin Müller,

Speyer

Andreas Gorsler,

Herford

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 124

Heroes – Machtmotive zwischen Marvel und Mythologie

Woher hat Captain America seine Macht? Wie nutzt er sie und

was ist die Quelle seiner Kraft?

Marvels Endgame gilt als der erfolgreichste Film aller Zeiten. Das Universum von Marvel

und D.C. spricht mit seinen Helden gerade Jugendliche an, bietet Identifikationspotenzial

und tröstet über so manche Unzulänglichkeit im Alltag hinweg.

Die Quellen ihrer Macht, ihre Haltung dem Menschlichen und dem Göttlichen gegenüber,

aber auch ihre Schwächen und Eigenheiten verweisen augenfällig auf Ihre Herkunft:

es handelt sich um Erben der Superhelden der Antike wie Herakles oder Achilles.

Mithilfe dieser Brücke gelingt es, Schülern und Schülerinnen eine Tür zum intensiven

Erfassen antiker Kulturelemente zu öffnen, sie zu ernsthafter Textarbeit in Latein und

Griechisch zu motivieren und sie nicht zuletzt für die Unterschiede zwischen modernen

und antiken Helden zu sensibilisieren, die oft auf gesellschaftliche Probleme unserer

Zeit hinweisen.

In diesem Arbeitskreis soll der Einsatz von Filmausschnitten vorgestellt, diskutiert und

selbst für den Unterricht erprobt werden.

OStR‘ Christine Röder (Latein, Französisch) ist Regionale Fachberaterin für Latein, organisiert als

Beisitzerin des Vorstands für den DAV-RLP Fortbildungen und engagiert sich ebenfalls für die Praxis

und Theorie der Vernetzung des Sprachunterrichts (z. B. AU59/ 2016 Heft 1).

StD Martin Müller (Griechisch, Latein) hat an seiner Schule eine experimentalarchäologische

Römer-AG ins Leben gerufen, betreut den Fremdsprachenwettbewerb der Mittelstufe und ist maßgeblich

an der Vernetzung des Unterrichts der neuen und alten Sprachen beteiligt.

Beide unterrichten am altsprachlichen Gymnasium am Kaiserdom in Speyer und gehen immer

wieder der Frage nach, wie Latein und Griechisch für Schülerinnen und Schüler auch heute noch attraktiv

und gewinnbringend im Sinne von Sprachbewusstheit und Persönlichkeitsbildung vermittelt

werden können. Die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Arbeit geben sie in Fortbildungen weiter.

Vertrieb gehört dazu:

Was Altphilologen von Verkäufern lernen können!

Vom Nutzen oder dem Wert der Alten Sprachen kann hoffentlich jeder Altphilologe

berichten. Aber wie bringe ich die Botschaft zur Zielgruppe? Wie erreiche ich Schüler

oder deren Eltern vor der Fremdsprachenwahl?

Das Handwerk des Verkäufers gehört nicht zu den Lehrinhalten an der Universität,

außer vielleicht im Marketing der BWL'er. In meiner Arbeitsgruppe möchte ich mit den

Teilnehmern einige Techniken erarbeiten, mit deren Hilfe Eltern und Schüler im Sinne

der altsprachlichen Ausbildung positiv angesprochen werden können. Dabei muss klar

sein, dass es nicht die eine richtige Methode gibt, sondern dass jeder Lehrer gemäß

seiner Persönlichkeit den besten Weg für sich finden muss.

Die Erfahrungen von Vertriebsprofis mögen dabei helfen.

Andreas Gorsler, Abitur 1989 am Friedrichs-Gymnasium Herford, ist Oberstleutnant d.R. im

Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr und Gesellschafter-Geschäftsführer der

Unternehmensberatung ProLiquis

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 317

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Madeleine Rohe / Lena Zenner,

Bad Nauheim / Fulda

Länderverbindende Arbeitsgruppe LATEIN FÜR ALLE

AK

14.30–16.00 Uhr

Alte Universität

Domerschulstraße

16

Hörsaal IV

Viva Vox – Digitale Lerneinheit zur historisierenden Aussprache

des Lateinischen.

Stehen Schülerinnen und Schüler vor der Entscheidung eine Fremdsprache zu wählen,

wird häufig damit geworben, dass Latein und Deutsch genau gleich ausgesprochen

werden. Aber stimmt das eigentlich? Zudem gilt Latein als „tote Sprache“, für die man

keine Verwendung mehr finde. Warum sollte man sich dann mit der Aussprache des

Lateinischen zu Zeiten Caesars und Ciceros überhaupt beschäftigen?

Ein wesentlicher Impuls zur Erstellung der E-Learning-Einheit Viva Vox ist die Überzeugung,

dass der Lateinunterricht nicht nur auf der schriftlichen Ebene stattfinden,

sondern insbesondere auch das Hören und Sprechen miteinbeziehen sollte. Lerninhalte

festigen sich besser im Gedächtnis, wenn man sie über mehrere Kanäle aufnimmt und

es ist nachgewiesen, dass Spracherwerb vor allem durch die aktive Ausübung effektiv

wird. Latein wird zwar heute außerhalb des Vatikans nicht mehr aktiv zur Kommunikation

genutzt, aber dennoch möchte die Einheit den lernförderlichen Aspekt des Aussprechens

hervorheben: Die Einheit möchte Lehrerinnen und Lehrer dazu motivieren, sich

das benötigte Wissen nicht nur unkompliziert und in angenehm aufbereiteter Form mit

Viva Vox anzueignen, sondern es auch an ihre Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Von einer möglichst korrekten Aussprache, die den klanglichen Eigenheiten der

lateinischen Sprache vom einzelnen Wort bis zum zusammenhängenden Text Rechnung

trägt, profitiert der Unterricht ganz erheblich. Die Einheit plädiert dafür, das Lateinsprechen

stärker in den Unterricht zu integrieren und dadurch Vorteile für Memorierbarkeit,

Textverständnis und Interpretation zu schaffen.

Arbeitskreis: Neues vom nichtgymnasialen Latein.

Wie kann Lateinunterricht für alle Schülerinnen und Schüler interessant und gewinnbringend

gestaltet werden? Zu dieser Frage hat sich vor vier Jahren eine länderverbindende

Arbeitsgruppe aus Schulpraxis, Administration und Universität gebildet, die es

sich zum Ziel gesetzt hat, Konzepte und Materialien für unterschiedliche Anforderungsniveaus

an allen Schulformen zu erarbeiten.

Im AK werden zunächst exemplarische Materialien am Beispiel einer konkreten Lehrbuchlektion

zu den Bereichen Textarbeit, Wortschatz, Grammatik, Kultur und Methoden

vorgestellt. Danach sind die Teilnehmenden dazu eingeladen, die vorgestellten Ideen

diskursiv weiterzuentwickeln.

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

Madeleine Rohe, Abitur 2014 am St. Lioba Gymnasium in Bad Nauheim, 2014–2019 Lehramtsstudium

an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit den Unterrichtsfächern Latein, Geschichte und

Deutsch, Oktober 2019 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien

Lena Zenner, Abitur 2014 an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda, 2014–2019 Lehramtsstudium

an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit den Unterrichtsfächern Latein und Mathematik,

Oktober 2019 Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien

Vertreterinnen und Vertreter der länderverbindenden Arbeitsgruppe LATEIN FÜR ALLE

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

AK

14.30–16.00 Uhr

Alte Universität

Domerschulstraße

16

Hörsaal III

Monika Vogel / Tobias Schliebitz

Wuppertal / Meerbusch

Lateinlernen im digitalen Lernspiel – ein Textadventure

in Theorie und Praxis.

Obwohl der Sprachunterricht v.a. auf dem Umgang mit Texten und – zumindest in

den modernen Fremdsprachen – auf Kommunikation basiert, spielen Textadventures

bislang noch keine nennenswerte Rolle in der Unterrichtspraxis. Gleichzeitig zeigen

diverse Versuche, das Sprachenlernen attraktiver zu machen, die große Bedeutung

spielerischer Elemente. Anhand eines eigens entwickelten Textadventures soll dessen

Potential für den Lateinunterricht aufgezeigt werden: Indem der Spieler eine virtuelle

Person anhand von sprachlichen Informationen und Anweisungen durch eine virtuelle

Umgebung bewegt (z.B. das Forum Romanum), kann eine vertiefende Auseinandersetzung

mit neu erlerntem Sprachmaterial stattfinden, aber auch Textverständnis gesichert

werden. Ein besonderer Vorzug liegt dabei in der Einbeziehung der Realienkunde:

Durch das Eindringen in einen fremdkulturellen Kontext in der Spielumgebung lässt

sich ein Verständnis kulturgeschichtlicher Hintergründe aufbauen, das wiederum auch

das Textverständnis positiv beeinflusst. Für die zielgerichtete praktische Umsetzung ist

dabei eine Anlehnung an den behandelten Lehrbuchinhalt sinnvoll, der etliche Anknüpfungsmöglichkeiten

bietet, die sich in eine virtuelle Umgebung übertragen lassen. So

entstehen durch die nicht nur rezeptive, sondern auch produktive Auseinandersetzung

mit der lateinischen Sprache und Kultur nicht zuletzt gewinnbringende Synergieeffekte

mit dem Medium „Lehrbuch“.

Im Arbeitskreis soll das didaktische Konzept eines hierzu entwickelten Textadventures

vorgestellt und praktisch erprobt werden.

Monika Vogel studierte in Münster Klassische Philologie und Mathematik. Nach dem Ersten

Staatsexamen in den Fächern Latein, Mathematik und Griechisch arbeitete sie als Lehrbeauftragte

und wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Klassische Philologie und am Institut für Erziehungswis-senschaft

der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Im Jahr 2012 erfolgte die Promotion,

2014 die Zweite Staatsprüfung. Nach anschließender Tätigkeit an mehreren Gymnasien ist sie seit

2016 Juniorprofessorin für Didaktik des Lateinischen an der Bergischen Universität Wuppertal.

Tobias Schliebitz studierte Latein und Philosophie in Düsseldorf und Münster. Nach Tätigkeit als

wissenschaftliche Hilfskraft in der Systemadministration (HHU Düsseldorf) legte er 2005 die Zweite

Staatsprüfung ab und unterrichtet seitdem am Mataré-Gymnasium Meerbusch. Zu seinen Projek-ten

zählt neben der Konzeption und Programmierung eines Textadventures auch ein selbst erstell-tes

Übungsprogramm für Wortschatz und Formenlehre.

Konstantin Eggert,

Anna Christina Greuel,

Katharina Kimm

NACHWUCHSWETTBEWERB

AD ASTRA

Erstmals hat der DAV in Zusammenarbeit mit Klett-Verlag einen Nachwuchswettbewerb

mit dem Titel AD ASTRA durchgeführt.

„Damit der Latein- und Griechischunterricht aktuell, spannend und altersgemäß vermittelt

werden kann, sind stets neue Unterrichtsideen gefragt. Deshalb haben der Verband

und der Ernst Klett Verlag erstmalig zum Schuljahr 2019/20 den neuen Nachwuchswettbewerb

„AD ASTRA“ ausgerufen. Der Wettbewerb richtet sich an Lehrkräfte im Referendariat

und bis zum fünften Berufsjahr. Eingereicht werden kann eine eigene und in

der Praxis selbst erprobte Idee, die ein innovatives Element enthält: eine kluge, clevere

und vielleicht auch mutige, methodische oder didaktische Neuerung. Diese Idee sollte

das Lernen der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellen, die Freude am Fach

wecken und auf andere Lerngruppen übertragbar sein.

Eine Jury aus Fachleuten des Altphilologenverbandes und des Verlags hat aus allen über

30 Einsendungen drei Preisträger ermittelt. Das Preisgeld wird vom Ernst Klett Verlag

gestiftet.

Die Preisträger Konstantin Eggert, Anna Christina Greuel und Katharina Kimm

stellen ihre Arbeiten vor.

AK

14.30–16.00 Uhr

Audimax

Hörsaal 216

44

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Dr. Benedikt Simons,

Düsseldorf

Deutschlandweites Vernetzungstreffen der Fachschaftsvertretungen

Klassische Philologie

AK

14:30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 126

Drei Helden, eine Göttin und Katniss Everdeen –

Antike Modelle einer modernen Heldin.

In die Gestalt der Heldin der „Tribute von Panem“, Katniss Everdeen, sind auch antike

Heldenmodelle eingeflossen, nach der Autorin Suzanne Collins Theseus und Spartacus.

Doch ebenso auch Artemis und Prometheus. Wahrscheinlich griff Collins selbst auf

Plutarchs Viten zurück, aber die antiken Helden(vor)bilder lassen sich darüber hinaus

bei Ovid, und auch bei Hygin und Aischylos finden. Der Arbeitskreis soll verdeutlichen,

wie diese Rezeption antiker Dichtung und Literatur in einem modernen und populären

„Blockbuster“ für den altsprachlichen Unterricht auch schon in der so genannten Übergangslektüre

fruchtbar gemacht werden kann.

Dr. Benedikt Simons, geb. 1971, Studium in Köln, Bonn und Rom, Lehrer für Latein, Geschichte

und Griechisch in Solingen, Remscheid und seit 2010 am erzb. Suitbertus – Gymnasium in Düsseldorf,

Lehrauftrag an der Heinrich-Heine-Universität, Promotion 2010 in Bonn über „Cassius Dio

und die Römische Republik“. Publikationen unter anderen: „Das Dekadenzmodell in Star Wars und

Sallust und Tacitus – Eine Unterrichtsreihe zur Rezeption der römischen Geschichtsschreibung in

der modernen Medienwelt“ in: AU (2007) „Matrix – Platons Ideen in einer virtuellen Welt der Zukunft“,

Pegasus (2009), „Seneca, Platon und die Matrix“, in: AU (2012), „Harry Potter und Ovids

Kentauren“ in: AU (2017), „Livius und die galaktische Republik“, (RAABE Unterrichtsmaterialen,

Latein, 2018), „Horatius Cocles und Neville Mountbottom – zwei sagenhafte Helden.“ (RAABITs,

Latein, Februar 2018), „Livius, Coriolan und Coriolanus Snow“, und „Seneca, Augustinus und die

„Hungerspiele“ – Zwei antike Meinungen zu einem zeitlosen Problem“, (RAABITs, Latein, Februar/

August 2019).

Wie studiert es sich an anderen Universitäten in Deutschland?

Was zeichnet die Klassische Philologie an meinem Institut aus?

Worin liegt die Fachschaftsarbeit der anderen Vertretungen?

Gemeinsam mit euch möchten wir uns über die Betätigungsfelder und Möglichkeiten

austauschen, die sich uns als Fachschaftsinitiativen bieten. Ausgehend vom Vernetzungstreffen

auf dem DAV-Kongress 2018, möchten wir die bundesweite Zusammenarbeit

von Studierenden der Klassischen Philologie fortsetzen und unsere Kommunikationsplattform

ausbauen. Ziel ist es, durch einen Einblick in die Fachschaftsarbeit

anderer Vertretungen, die eigene Arbeit zu reflektieren und bestenfalls voneinander zu

profitieren. Themen seien vor allem das PONS-Programm und weitere möglichen

Gemeinschaftsprojekte. Im Vordergrund soll die Förderung der Zusammenarbeit einzelner

Institute in Deutschland stehen. Alle Studierende sind herzlich willkommen!

Der Fachschaftsrat Klassische Philologie an der Humboldt-Universität zu Berlin

besteht derzeit aus 6 Studierenden. Gemeinsam mit der Fachschaftsinitiative Griechische und

Lateinische Philologie an der Freien Universität Berlin, sowie dem Fachschaftsrat Klassische

Philologie der Universität Potsdam, werden in regelmäßigen Abständen Kooperationsprojekte,

auch im Hinblick auf das Studium, realisiert.

AK

14.30–16.00 Uhr

Domerschulstraße

13

Raum 113

(von links: Julius, Celia, Raphael, Anna, Nikolas. Es fehlt: Kieran)

46

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Veronika Lütkenhaus et alii

Frankfurt a.M.

Nina Toller,

Duisburg

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Die Humanistenode und andere musikalische Umsetzungen

lyrischer Versmaße – Aufbauübung.

Infolge des Verlusts des ursprünglichen Empfindens für Silbenquantitäten stellt sowohl

die Wahrnehmung beim Hören als auch die Umsetzung beim Sprechen antiker Metren

für Philologen eine Herausforderung dar. Nicht erst heute kämpft man an Schule und

Universität damit, sich kompliziertere Versmaße und ganze Strophenformen einzuprägen

und Poesie entsprechend spontan vom Blatt zu lesen.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelte sich mit der Humanistenode in Deutschland

eine neue und höchst effiziente Form des Umgangs mit antiken Metren, die heute

zu Unrecht ein Schattendasein fristet. Conrad Celtis (1459–1508) gilt als Wegbereiter

der Verschmelzung von Musik und Philologie in der Methode, die langen und kurzen

Silben im Verhältnis 2:1 in Notenwerte umzusetzen und die verschiedensten Vers- und

Strophenformen in vierstimmige homophone Choralsätze zu gießen. Die bestechende

Schlichtheit dieser Musik führte zu schneller Verbreitung und großer Beliebtheit an

Schule und Universität und könnte auch heute noch das Erlernen und Wertschätzen der

Metrik immens erleichtern.

Um die Effektivität wie auch die Ästhetik dieser Herangehensweise unter Beweis zu

stellen, werden wir einzelne Humanistenoden und weitere metrische Vertonungen in

der Übung vorstellen. Aktive Mitarbeit wird hier mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit

zum besseren Beherrschen komplexer Metren führen.

Veronika Lütkenhaus studierte in Frankfurt, München und Oxford Klassische Philologie sowie

in München katholische Theologie. Seit 2016/17 ist sie wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl

für Latinistik der Goethe-Universität Frankfurt und arbeitet an einem Dissertationsprojekt zur

Anakreonrezeption bei Horaz. Am Frankfurter Institut hat sie ein Gesangsensemble mit Studenten

und Dozenten initiiert, das sich wissenschaftlich und künstlerisch mit verschiedenen Darbietungsformen

griechischer wie lateinischer Dichtungen auseinandersetzt.

Verstaubtes Schulfach? Tote Sprache? Unnütz? Von wegen!

Auch und vielleicht gerade diese alte Sprache kann sehr gut

von digitalen Medien und den damit verbundenen

Förder- und Fordermöglichkeiten profitieren.

In diesem Workshop soll es vor allem um die vielseitigen Möglichkeiten digitaler

Medien im Lateinunterricht gehen: Zum Beispiel wird das einfache Erstellen von

QR-Codes und einige Beispiele aus der Unterrichtspraxis gezeigt. Die Teilnehmer sollen

außerdem in die Welt der Quiz-Apps und Erklärvideos eintauchen. Der Workshop richtet

sich sowohl an Anfänger als auch an etwas Fortgeschrittene. Es wird immer genug Zeit

geben um auf Fragen einzugehen und Tipps und Tricks auszutauschen.

Wichtig: Um die Beispiele direkt ausprobieren zu können, sollte jeder mindestens ein

Smartphone dabei haben. Idealerweise hat jeder zusätzlich einen Laptop dabei,

um alle vorgestellten Dinge direkt ausprobieren zu können.

Nina Toller unterrichtet die Fächer Englisch, Geschichte, Latein und Informatik an einem

Gymnasium in Duisburg. In ihrer Freizeit hat sie sich immer mehr mit digitalen Medien beschäftigt

und sich weitergebildet, sodass ihr Unterricht mittlerweile immer eine Mischung aus analogen

und digitalen Medien ist.​Ihre Schüler sollen nicht nur Inhalte und Fakten lernen, sondern auch,

wie sie sich Informationen beschaffen, wie sie ihre Arbeit effektiv und effizient untereinander

aufteilen, und wie sie das Gelernte am besten visualisieren. Dazu nutzt sie vor allem kooperative

Lernformen und orientiert sich am 4K-Modell (Kritisches Denken, Kommunikation, Kreativität und

Kollaboration). An ihrer Schule ist sie Beauftragte für Digitalisierung und bildet Lehrkräfte und

Dozenten bundesweit fort. Ihre Ideen, Erfahrungen und Material teilt sie auf ihrem Blog

www.tollerunterricht.com und in den sozialen Medien.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Dr. Lena Florian,

Potsdam

Dr. Fritz Lošek,

St. Pölten (Österreich)

AK

16.30-18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 126

Kollaboration im Lateinunterricht mit digitalen Werkzeugen.

Wir leben in einem Zeitalter der Postdigitalität. Analoge und digitale Lebenswelten

lassen sich schon lange nicht mehr eindeutig voneinander trennen. Verschiedene

Lehr-Lern-Modelle begegnen diesem Phänomen, indem sie Kompetenzen formulieren,

die in einer postdigitalen Welt notwendig sind, um eine gesellschaftliche Teilhabe zu

ermöglichen. Darunter fällt die Fähigkeit, mit anderen gleichberechtigt an einem Gegenstand

zu arbeiten – zu kollaborieren. Unter Kollaboration versteht man im Gegensatz

zur Kooperation nicht nur ein Teilen von Zielen. Sie geht über eine bloße Zusammenarbeit

hinaus. Kollaboration ist auf eine längerfristige, netzwerkartige Zusammenarbeit

ausgelegt, während Kooperation beispielsweise auch kurzfristig erfolgen kann.

Im Lateinunterricht erfolgt die Übersetzungsarbeit oft kooperativ. Dabei teilen sich die

Schüler*innen zumeist intuitiv die Arbeit auf – die eine schlägt Vokabeln im Wörterbuch

nach, der andere schreibt die Übersetzung auf. Das hat Vorteile, allerdings auch offenkundige

Nachteile, da Denkhandlungen und somit Kompetenzentwicklungen ungleich

initiiert werden. Digitale Werkzeuge bieten Möglichkeiten einer Zusammenarbeit, die

andere Lernprozesse initiiert als es die rein analoge Kooperation ermöglicht.

Im Rahmen des Arbeitskreises werden Varianten zur Kollaboration im Lateinunterricht

vorgestellt und diskutiert. Dabei werden Beispiele zur kollaborativen Übersetzungsarbeit

und Textinterpretation präsentiert, anhand derer eigene Unterrichtsideen von den

Teilnehmenden entwickelt werden können. Ziel ist, den Begriff der Kollaboration nicht

nur theoretisch zu erfassen, sondern auch praktisch zu erproben und digitale Möglichkeiten

zu testen. Aus diesem Grund ist es wünschenswert, wenn die Teilnehmenden

digitale Endgeräte sowie gegebenenfalls eigene Unterrichtsmaterialien mitbringen, um

möglichst praxisrelevante und alltagsnahe Produkte erstellen zu können.

Kabarett & Classics: Von Otto Waalkes bis Michael Mittermeier –

antike Spuren, wo man sie nicht erwartet.

Wirkung und Weiterleben der lateinischen Sprache und der griechisch-römischen Kultur

sind nicht nur in Großformen, sondern auch in kleinen Formen wie Epigramm, Satire

und Anekdote sichtbar. Spuren der Antike finden sich auch in einem Genre, wo man sie

zunächst nicht erwartet.

Auf einem anderthalbstündigen Streifzug durch die österreichische und deutsche

Kabarettszene werfen wir daher einen Blick auf (aktuelle) Programme und in Bücher

von Kabarettisten und Kabarettistinnen. Der Begriff „Kabarett“ wird dabei sehr weit

gefasst, sodass auch „Komiker“ und „Comedians“ zu Wort kommen. Der Unterschied

liegt übrigens oft nur am Kasus: Der Comedian macht´s wegen dem Geld, und der Kabarettist

macht´s wegen des Geldes – so Andreas Vitásek. Beim (lateinischen) Deklinieren

dürfen natürlich auch die Experten von Monty Python nicht fehlen.

Wir besuchen aber auch die Russendisco, philosophieren mit Josef Hader, sporteln mit

Lothar Matthäus und Winston Churchill und begegnen, politisch völlig unkorrekt, dem

„weißen Neger Wumbaba“. Und Kaya Yanar erklärt live, warum er länger Latein lernen

musste als Klaus Eckel, dem ohnehin nur der „urinator nivalis“ im Gedächtnis blieb.

Fritz Lošek ist Schulqualitätsmanager im Fachstab des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion

für Niederösterreich. Er hat 2016 einen völlig neu bearbeiteten „Stowasser“ herausgegeben

und veröffentlichte 2018 und 2019 in der Zeitschrift „Cursor“ seine Streifzüge durch die

Kabarettszene.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

Lena Florian studierte Mathematik und Latein (Gymnasiallehramt) an der Universität Göttingen,

promovierte dort im Jahr 2014 in der Didaktik der alten Sprachen und absolvierte anschließend

ihr Referendariat in Potsdam (Brandenburg). Als Lehrkraft war sie bis 2018 an der Voltaireschule

in Potsdam tätig und ist nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Mathematikdidaktik an die

Universität Potsdam abgeordnet.

50

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 124

Marie-Luise Reinhard, M.Ed. / Univ.-Prof. a.D. Andreas Fritsch,

Rom / Berlin

Officina Latina. Anregungen zum aktiven Gebrauch

des Lateinischen innerhalb und außerhalb

des schulischen Lateinunterrichts.

Dies ist die 16. Officina Latina seit dem DAV-Kongress 1990 in Hamburg. Sie hat wieder

das Ziel, den an der Latinitas viva interessierten Teilnehmern einen Treffpunkt zur

Information und zum Erfahrungsaustausch zu bieten. Dabei werden die Moderatoren

zunächst im lateinischen Dialog über die Grundlagen der Latinitas viva, über ihre

Erfahrungen und Zielvorstellungen berichten. Die Teilnehmer/innen haben die Möglichkeit,

(auf Latein oder auf Deutsch) Fragen zu stellen, über eigene Erfahrungen mit

der Latinitas viva im Unterricht oder im außerunterrichtlichen Bereich zu berichten und

somit auch selbst Anregungen zum aktiven Gebrauch des Lateinischen in Wort und

Schrift mitzuteilen.

Marie-Luise Reinhard, M.Ed. (Latein, Französisch), Latine Maria Ludovica Thrasysthenes, promoviert

z.Z. binational in Rom (Tor Vergata) bei Prof. Fabio Stok sowie am Collegio dei Cavalieri

del Lavoro „Lamaro Pozzani“ und in Mainz bei Prof. Christine Walde. Ihre Dissertation ist Johann

Gesners Lateinunterricht und seiner Bedeutung für das kulturelle Gelehrtengedächtnis gewidmet.

Neben ihren internationen akademischen Beiträgen arbeitet sie als Lateinsprecherin eng mit der

Accademia Vivarium Novum in Frascati zusammen, um den altsprachlichen Unterricht methodisch

zu fördern. Zugleich studiert sie Gesang als Altistin und Mezzosopranistin bei Emanuela de

Santis-Salucci am Konservatorium Santa Cecilia.

Andreas Fritsch (geb. 1941), Studium in Münster u. Berlin. Staatsprüfungen 1964 und 1966.

Schuldienst in Berlin. 1972–1980 Professor für Lateinische Sprache und Literatur und ihre Didaktik

an der Pädagogischen Hochschule Berlin; 1980–2007 an der Freien Universität Berlin (FU).

Mehrmals Gf. Direktor des Instituts für Sprach- und Literaturdidaktik, des Zentralinstituts für

Fachdidaktiken und des Instituts für Griechische und Lateinische Philologie der FU; 2001–2007

Lehrtätigkeit gleichzeitig an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1991–2016 Schriftleiter des

Mitteilungsblattes des DAV (ab 1997 Forum Classicum). Seit 1976 Mitglied der Societas Latina

(Univ. Saarbrücken), seit 2005 Mitglied der Academia Latinitati Fovendae (Rom), 2005–2013

Vorsitzender der Deutschen Comenius-Gesellschaft. – 2013 Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Aktuelle Veröffentlichungen zum Thema der Officina: Quid Comenius de novis verbis Latinis

fingendis suaserit (2018) · De itineribus in Palaestinam susceptis (2019) · Die Tradition der „Freien

Künste“ bei Alanus ab Insulis und Comenius (2019). · Latinitas viva in Deutschland – Utopie und

Realität (im Druck).

Annike Rabl,

Berlin

Mit iPads, Smartboard und Co. einen Mehrwert für den Lateinunterricht

generieren. Ein erfolgreiches Beispiel aus der Praxis.

Die Forderungen von Politik und Gesellschaft nach Digitalisierung in allen Unterrichtsfächern

werden immer lauter. Die technische Ausstattung in den Schulen wird auch

immer besser. Aber die Technik allein macht noch keine Digitalisierung im Lateinunterricht.

Die Frage ist, welche Software eingesetzt werden kann.

Wir setzen an unserer Schule die lehrbuch-unabhängige Software Navigium-Online

ein. Gerne zeige ich Ihnen heute, wie Sie mit dieser Software einen wirklichen Mehrwert

für Ihren Lateinunterricht generieren können. Uns hat die gestiegene Motivation

und Leistung unserer Schüler, aber auch die einfache Handhabung und die inhaltliche

Qualität überzeugt. In Frontal- aber auch in Einzelarbeit können wir jeden beliebigen

digitalen lateinischen Text erschließen. Die Grammatik kann attraktiv geübt und digital

überprüft und ausgewertet werden. Die Wortschatzarbeit motiviert die Kinder und

macht ihnen Spaß. Gerne können Sie heute das Gezeigte am eigenen Tablet oder Mobiltelefon

ausprobieren.

Annike Rabl hat Griechisch und Latein in Potsdam und an der FU Berlin studiert. Seit 2016

unterrichtet sie am Berliner Canisius-Kolleg, einem grundständigen Gymnasium in Trägerschaft

des Jesuitenordens. Seit 2018 arbeitet sie im Forschungsprojekt „Digital Leadership Education –

Entwicklung der Persönlichkeitsbildung unter dem Vorzeichen der Digitalisierung”.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

StD Ulf Jesper,

Kiel

Dr. Jan Bernhardt,

Berlin

AK

16.30–18.00 Uhr

Alte

Universität

Domerschulstraße

16

Hörsaal IV

Latein lernen in Online-Kursen.

Wählen zu wenige Schüler*innen das Fach Latein an, dann kommt ein Kurs nicht zustande.

Das ist das traurige Schicksal vor allem im umkämpften Wahlpflichtbereich.

In Schleswig-Holstein gibt es seit dem Jahr 2016 einen Weg, der Abhilfe schafft:

Verhinderte Lateiner*innen können einen Online-Kurs besuchen. Die Erfahrungen mit

diesem Angebot zeigen, dass digitale Medien insbesondere begabte Schüler*innen

zum Fach Latein führen und dieses stärken können. Im Arbeitskreis soll das Modell des

„Elektrolateinunterrichts“ vorgestellt und diskutiert werden: Wie übertragbar ist es auf

andere Bundesländer und andere Unterrichtsbedingungen?

StD Ulf Jesper, Hauptamtlicher Studienleiter für die Aus- und Fortbildung von Lateinlehrkräften

und Landesfachberater für die Alten Sprachen am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen

Schleswig-Holstein (IQSH)

Assassin’s Creed: Odyssey – Zu den Möglichkeiten der Visualisierung

der griechischen Antike anhand eines Computerspiels.

Das Computerspiel Assassin's Creed: Odyssey versetzt die Spieler in die Welt der

griechischen Antike. Man spielt einen Söldner bzw. eine Söldnerin, die zur Zeit des

peloponnesischen Krieges im griechischen Raum verschiedenartige Herausforderungen

zu meistern haben. Das antike Griechenland, durch das man sich frei bewegen kann

(Open-World), ist detailliert dargestellt, auf historische Korrektheit der Ereignisse, der

Topographie und der Architektur wurde geachtet. Ergebnis ist ein visuelles Erleben

Griechenlands der klassischen Zeit.

Teil des Spiels ist ein Entdeckermodus: Dieser ist dazu angelegt, Griechenland wirklich

zu erkunden, ohne die eigentlichen Aufgaben absolvieren zu müssen; der Modus ist damit

gewaltfrei. Man kann durch die Gegend streifen und sich Städte und Landschaften

ansehen; man kann sich mit Realieninformationen quasi „vor Ort” versorgen; man kann

auf begleitete Touren durch Städte (z.B. Athen) und Heiligtümer (z.B. Delphi, Olympia)

gehen oder an Touren zu spezifischen Themen (z.B. Stellung der Frau, Alltagsleben,

Mythos) teilnehmen.

Im Arbeitskreis soll dieser Entdeckermodus vorgestellt werden, um danach eine mögliche

didaktische Einbindung anhand von drei Schwerpunktbereichen darzulegen. Abschließend

sind das Potenzial des Spiels ebenso wie mögliche Probleme zu besprechen.

Dr. Jan Bernhardt, Studium der Klassischen Philologie und der Erziehungswissenschaften in Jena

und Halle (2004–2009), Promotion in Jena 2014 mit einer Arbeit zur attischen Tragödie. Seit 2012

im Schuldienst als Lehrer für Griechisch, Latein und Ethik in Berlin, seit 2015 als Fachleiter Alte

Sprachen am Goethe-Gymnasium. Daneben Leitung von Arbeitsgemeinschaften zum Programmieren

für jüngere SchülerInnen (z.B. Calliope, mBlock, Mindstorms). Publikationen zur Tragödie, zur

Rhetorik sowie zur Fachdidaktik des Griechischunterrichts

AK

16.30–18.00 Uhr

Alte

Universität

Hörsaal III

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

DIE NEUE LEHRWERKSUNABHÄNGIGE GRAMMATIK

FÜR DEN LATEINUNTERRICHT

MITTWOCH, 15. APRIL 2020

Cornelia Eberhardt,

Bad Berka

AK

16.30–18.00 Uhr

Hörsaal 317

Die schriftlichen Abiturprüfungen ausgewählter deutscher

Bundesländer – Der Versuch eines Vergleiches.

Um Abiturprüfungen bundesweit vergleichbarer zu machen, wurde für die Fächer Mathematik,

Deutsch und Englisch/Französisch gemeinsame Aufgabenpools, deren Grundlagen

die neu formulierten Bildungsstandards in diesen Fächern sind, geschaffen. Der Wunsch

auch für die anderen Fächer des Gymnasiums Bildungsstandards entwickeln bzw. die

Arbeit gemeinsamen Aufgabenpools wächst. Der Vortrag geht der Frage nach, in

wie weit bieten unsere heutigen Abiturprüfungsaufgaben eine Voraussetzung, um an

einheitlichen Abiturprüfungen für alle Bundesländer zu arbeiten. Dazu werden authentische

schriftliche Abiturprüfungen mehrerer Bundesländer aus den letzten zwei bzw. drei

Jahren nebeneinander gelegt und vergleichend ausgewertet.

Cornelia Eberhardt ist Referentin für Alte Sprachen, Italienisch und Spanisch am Thüringer

Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien in Thüringen.

Mehr dazu online:

vdn.hk/capito

Paul Schrott | Wolfram Steininger

CAPITo

Schulgrammatik für das Fach Latein

Illustriert von Ulrike Bahl.

2019. 175 Seiten, gebunden

€ 25,00 D

ISBN 978-3-525-71741-7

In dieser neuen, lehrwerksunabhängigen Lateingrammatik wird ausgehend vom Verb

bzw. Prädikat der Weg zum Verständnis der lateinischen Sprache beschritten. Noch

bevor Deklinationstabellen auswendig gelernt werden müssen, steigt man mit CAPITo

direkt in den lateinischen Satz ein. So motivieren gleich von Beginn an Sätze über

die Abenteuer des Herkules zur Auseinandersetzung mit der Grammatik. CAPITo kann

schon ab der 6. Jahrgangsstufe eingesetzt werden. Ansprechende Illustrationen und

ein umfangreiches Sachregister runden die Grammatik ab.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg



BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

HÖRSÄLE / ÜBERSICHT

HS 126

Simons

Florian

Korn/Maas

Flaig

HS 166 (Brose)

C.C. Buchner Verlag

Hollmann

Toller

Raab

Buchner

Schubert

Hömke

Schollmeyer

Pfeilschifter

Kofler

Lobe

Stenger

Henneböhl

Schindler

HS 124

Röder/Müller

Reinhard/Fritsch

Beyer/Schulz

Probst

HS 121

Tagungsbüro

HS 162 (Sparkasse)

Cornelsen Verlag

Brandis

Lütkenhaus

Radke

Weiß

Schubert

Schauer

Stierstorfer

Alvoni

Wöckener-Gade

Kirstein

Pausch

Wesselmann

Kölligan

HS 224

Lošek

Günzel

Oberlechner/Duval

Arbeitsgruppe Latein

Polleichtner

Erler

Hotz

Kuhlmann

Freund

Bechthold-Hengelhaupt

Gärtner

Maier

Schneckenburger

1. Obergeschoss

HS 216 (Audimax)

Klett-Verlag

Ad Astra

Rabl

Janka/Stiersdorfer

Stockenreitner

Boerckel / Hedwig / Sundermann

Glücklich

Bartels

Weeber

Baier

Janka

Schmitzer

Walde

Springmann

Issing

Erdgeschoss

Auf diesen beiden

Seiten finden Sie

den Zugang zu den

jeweiligen Hörsälen

bzw. Referenten

im Gebäude der

Neuen Universität

(Sanderring).

HS 317

Eberhardt

Gorsler

Zathammer

Korn/Kiefer

Foto: © Von Tilman2007 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45019307

2. Obergeschoss

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

59



BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Prof. Dr. Thomas Baier,

Würzburg

Prof. Dr. Peter Kuhlmann

Göttingen

Camerarius digital.

WIKI für einen Universalgelehrten.

Religion und Bildung in der ausgehenden römischen Republik

am Beispiel Ciceros.

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

(Audimax)

Der Bamberger Gelehrte Joachim Camerarius d.Ä. (1500–1574) gilt als eine der

wichtigsten Persönlichkeiten des deutschen Humanismus und als der „nach dem Tode

des Erasmus [...] hervorragendste deutsche Philologe des 16. Jahrhunderts“ (Friedrich

Stählin). Sein umfangreiches Œuvre umfasst Editionen, Dichtungen, Lehrbücher, Übersetzungen,

naturwissenschaftliche Traktate, (kirchen-)historische und reformatorische

Schriften. Dieses reiche Quellen- und Textmaterial zugänglich zu machen, hat sich ein

von der DFG gefördertes Würzburger Projekt vorgenommen. Herausgekommen ist eine

Wiki-Datenbank, die einen schnellen und bequemen Überblick über das Gesamtwerk

des Polyhistors verschafft und es erlaubt, gezielt Themen herauszusuchen und einschlägige

Texte zu finden. Lässt sich die Datenbank im Unterricht verwenden? Für gezielte

Projektarbeit auf jeden Fall! Bei dem Polyhistor finden sich Arbeiten, die vielfältige

Wissensgebiete und aktuell anmutende Kompetenzen berühren. Viele Diskussionen, die

bis heute geführt werden, haben bei ihm den Reiz des „Erstmals“ und stellen komplizierte

Fragen in schlichter Klarheit. Der Humanist und seine Datenbank werden in dem

Vortrag vorgestellt.

Thomas Baier lehrt Klassische Philologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Seine Schwerpunkte sind das Römische Epos und Drama, die hellenistische Philosophie sowie die

neulateinische Literatur. Er ist Verfasser einer kompakten Römischen Literaturgeschichte in der

„Beck’schen Reihe“ (2010).

Religion ist heute ein wichtiger Bestandteil des westlichen Bildungssystems. In der ausgehenden

römischen Republik spielen Bildungsinteressen in Rom zwar eine zunehmende

Rolle, allerdings gehört die Religion gerade nicht zum Bildungskanon antik-römischer

Bildungsinstitutionen. Es erschienen jedoch in dieser Zeit große Mengen an Bildungsliteratur

in Form von handbuchartigen Werken, die neben den Inhalten der enkýklios

paideía auch die italischen Kulte sowie die Theologien der hellenistischen Philosophen

thematisieren (z.B. Varro). Neben anderen Autoren widmet sich speziell Cicero dem

Thema der Religion in mehreren seiner Dialoge im Rahmen der hellenistischen Philosophie,

die einen guten Einblick in den öffentlichen Diskurs der ausgehenden Republik

zum Umgang mit Religion bieten. Im Vortrag werden Ciceros auch heute noch relevanten

Positionen zum Thema Religion und dem Umgang mit fremden Religionen erörtert.

Erstaunlich ist dabei der Skeptizismus Ciceros, der ja selbst als Augur eine prominente

Rolle im römischen Staatskult spielte.

Peter Kuhlmann, seit 2004 Professor für Klassische Philologie und Fachdidaktik der Alten

Sprachen in Göttingen; zeitweise im hessischen Schuldienst. Herausgeber und Autor verschiedener

Lehrwerke und Unterrichtsmateralien für den Lateinunterricht (u.a.: Via Mea, Unikurs Latein,

Latein-Portfolio). Neuere Bücher: Cicero als Bildungsautor (als Hg., Propylaeum 2020); Cicero im

Rahmen der römischen Bildungskultur (als Hg., Mohr-Siebeck 2019); Wortschatz und Grammatik

üben (mit H. Horstmann, Vandenhoeck&Ruprecht 2018); Referendariat Latein (mit J. Kühne,

Cornelsen/Scriptor 2018 2 ); Res Romanae (als Hg. mit S. Pinkernell-Kreidt, Oldenbourg/Cornelsen

2017).

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Prof. Dr. Giovanna Alvoni,

Bologna (Italien)

Prof. Dr. Rene Pfeilschifter,

Würzburg

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Digitalisierte Sprachen –

Chancen für einen inklusiven Unterricht?

Bei der Digitalisierung von Unterrichtsmaterialien und der Anpassung der Lehrpläne an

die heutige Lebenswirklichkeit der Schüler/innen kann man gelegentlich den Eindruck

gewinnen, dass der ‚Trend‘ im Vordergrund steht. Aber die digital unterstützte Sprachvermittlung

kann noch mehr: Gerade für einen inklusiven Unterricht, der die individuellen

Lernbedürfnisse und den speziellen Förderbedarf berücksichtigt, bietet sie neuartige

Werkzeuge an. Anhand von praktischen Beispielen und Projekten der Fachdidaktik der

Universität in Bologna wird gezeigt, wie man mit digitaler Unterstützung den Unterricht

so gestalten kann, dass er allen eine Teilhabe ermöglicht.

Giovanna Alvoni, Professorin für griechische Sprache und Literatur an der Universität von

Bologna. Forschungsschwerpunkte: Fragmente von Tragödien und Komödien des 5. Jahrhunderts

v.Ch. Lehrschwerpunkte: Didaktik der griechischen Sprache, Lehrerausbildung. Sie ist Autorin

von Altertumswissenschaften digital, Hildesheim-Zürich-New York 2001 (Italienische Ausgabe:

Scienze dell’antichità per via informatica, Bologna 2002), Coautorin des neuen Lehrwerks für

Altgriechisch Μέϑοδος. Corso di lingua e cultura greca. Band 1–3 (Florenz 2018), Mitorganisatorin

von bisher zwei Tagungen zum Thema ‚Lese-Rechtschreibschwäche und Alte Sprachen‘.

Sie ist u.a. Mitglied des internationalen Clusters „The Past for the Present“ der Universitäten

Warschau, München (LMU), Bologna, Cambridge und des interdisziplinären Forschungsprojektes

DISPEL, das sich mit der Didaktik der Alten Sprachen von Schüler/innen mit Lernschwächen

beschäftigt.

»Wo finde ich Caesar im Netz?«

Von Sinn und Unsinn der Digitalität im universitären Unterricht.

Der Nutzen von Internet sowie digitaler Datenerschließung und -aufbereitung ist für

die Forschung offensichtlich und unbestritten. Aber wie sieht es mit der Lehre aus?

Trotz gutgemeinter Konzepte und mancher geldbasierter Verheißung heißt Digitalität im

Unterricht nicht selten, daß Studenten Informationen über antike Persönlichkeiten

schnell in einem Wikipedia-Eintrag abrufen, der auf einem Lemma der Encyclopaedia

Britannica von 1911 beruht, anstatt in einem Fachlexikon oder einer Literaturgeschichte

nachzulesen. Oder daß sie nicht die maßgeblichen Quellenausgaben, sondern längst

überholte Editionen aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert benutzen – eben weil

diese online stehen. Ich gebe einen von den eigenen Erfahrungen geleiteten Bericht

über Vor- und Nachteile der Digitalität und hoffe mit den Zuhörern ausführlich ins

Gespräch zu kommen, in der Überzeugung, daß die Situation im universitären Unterricht

derjenigen an der Schule ganz ähnlich ist.

Rene Pfeilschifter ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Würzburg.

Zuletzt ist von ihm in zweiter Auflage erschienen: Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen

Herrscher (C. H. Beck Geschichte der Antike), München 2017.

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Prof. Dr. Markus Janka,

München

Prof. Dr. Stefan Freund,

Wuppertal

Historisches Lernen in der digitalen Welt:

Antike Texte zu Caesar und Cicero im Mediendialog.

Lernen und Lehren im lateinischen Christentum

der Antike.

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

(Audimax)

Dieser Vortrag erschließt aus philologischer, fachdidaktischer und historischer Sicht lateinische

und griechische Quellentexte zu den in der Populärkultur der Gegenwart ikonisierten

Exponenten der untergehenden römischen Republik. Für die wirkmächtige Traditionsbildung

um Caesar und Cicero, die in Selbstzeugnissen und anderweitigen Quellen aus der

Antike als Antipoden profiliert sind, vermag die rezeptionsästhetische Betrachtungsweise

ein notwendiges Gegengewicht zu bilden gegen die von den historischen Akteuren und

Autoren selbst durch ihr politisches und literarisches Werk beanspruchte Deutungshoheit

über ihr Leben und Wirken sowohl in der eigenen Epoche als auch über ihr Nachleben

in Gedenk- und Erinnerungskultur. Aus rezeptionsdialektischer Sicht wird der Mehrwert

intermedialer Interpretationen ins Auge gefasst, die von den auch digital gestützten

Medienverbünden unserer Zeit auf die antiken Vorläufer zurückblicken. Diese haben, wie

zu zeigen sein wird, die oft eng vernetzte Wirkungsmacht von Schrift, gesprochenem Wort

und bewegtem oder unbewegtem Bild fest im kulturellen Gedächtnis verankert. Anhand

von aktuellen Beispielen zur multimedialen Rezeption von Caesars Commentarii, Ciceros

Reden und Briefen sowie den Biographien Suetons und Plutarchs in der Gegenwartskultur

werden innovative Wege der Lektüredidaktik vorgestellt. Dabei finden etwa Werke wie

Robert Harris’ Roman Dictator (2015) oder die TV-Serie Rome (2005–2007) Beachtung,

die jeweils das letzte Lebensjahrzehnt von Caesar und Cicero behandeln.

Den Heiden eine Torheit – von Anfang scheint das Christentum auf Distanz zur klassischen

Bildung zu gehen und sich als Religion der einfachen Menschen darzustellen.

Zugleich versteht sich Christus als Lehrer, die Bibel als Buch will gelesen werden und natürlich

setzen die christlichen Schriftsteller – nicht wenige davon selbst Lehrer (Arnobius,

Laktanz, Marius Victorinus und Augustinus) –, ihren Glauben mit all den Mitteln zu

vertreten, die sie in der Schule gelernt haben. Der Vortrag versucht, dieses zwiespältige

Verhältnis der Christen zum Lernen und Lehren im lateinischen Westen nachzuzeichnen.

Die Zeugnisse, die es dabei zu betrachten gilt, bieten spannende Einblicke: Zunächst

einmal werfen sie interessante Schlaglichter auf das Schulwesen der Kaiserzeit. Sodann

machen sie sichtbar, wie sich religiös bedingte gesellschaftliche Konflikte und Transformationsprozesse

im Bildungssystem niederschlagen. Und schließlich helfen sie zu

verstehen, wie aus der klassisch-antiken eine christliche Bildungskultur hervorgehen

konnte, die sie dann Spätantike, Mittelalter und Frühe Neuzeit prägt und nach wie vor

ein fruchtbares Grundsubstrat für das europäische Denken bildet.

Stefan Freund, Studium der Klassischen Philologie und Theologie, 2000 Promotion mit einer

Arbeit über Vergil frühen Christentum, Referendariat und Schuldienst, 2006 Habilitation mit

einem Kommentar zum siebten Buch der Divinae institutiones des Laktanz, seit 2008 Professor für

Klassische Philologie/Latein an der Bergischen Universität Wuppertal

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

Markus Janka, geboren 1969, Studium der Klassischen Philologie, Geschichte, Germanistik und Rechtswissenschaften

ab 1988 an der Universität Regensburg. 1997 Promotion (Regensburg), 2003 Habilitation (Regensburg). 2003–2006

Lehrstuhlvertretungen in Konstanz, Heidelberg, Frankfurt a. M. und Salzburg. Seit 2007 Mitherausgeber der Zeitschrift

Gymnasium. Seit 01.04.2007 Universitätsprofessor für Klassische Philologie und Leiter des Arbeitsbereiches Fachdidaktik

der Alten Sprachen an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 21.11.2016 Leiter des deutschen Programmkomitees

und Principal Investigator des „International Research and Educational Programme The Past for the Present“

Forschungsschwerpunkte: Antikes Drama; Ovid; Mythologie; Rhetorik und Erotik der Antike; Wirkungsgeschichte der

antiken Literaturen; Latinitas viva; Didaktik der Klassischen Sprachen und Literaturen.

Buchveröffentlichungen (Auswahl): Ovid, Ars Amatoria. Buch 2. Kommentar, Heidelberg 1997. – Dialog der Tragiker.

Liebe, Wahn und Erkenntnis in Sophokles’ Trachiniai und Euripides’ Hippolytos, München/Leipzig 2004. – mit A. Luther

und U. Schmitzer (Hg.): Martial. Tradition – Rezeption – Didaktik, Heidelberg 2014. – mit C. Schäfer (Hg.): Platon als

Mythologe. Interpretationen zu den Mythen in Platons Dialogen, Darmstadt 22014 – mit M. Stierstorfer (Hg.): Verjüngte

Antike. Griechisch-römische Mythologie und Historie in zeitgenössischen Kinder- und Jugendmedien, Heidelberg 2017

(Winter) (Studien zur europäischen Kinder- und Jugendliteratur, Bd. 5) – (Hg.): Latein Didaktik: Praxishandbuch für die Sekundarstufe

1 und 2, Berlin 2017. – Schulbücher: Ovid. Doctor Amoris. Textausgabe ausgewählter erotischer Dichtungen

mit Schülerkommentar und Übungsmaterialien von Markus Janka, Bamberg 2003. – Ovid. Mutatae formae. Textausgabe

ausgewählter Metamorphosen mit Schülerkommentar und Übungsmaterialien von Markus Janka, Bamberg 2004. – Übersetzungen:

Ovid zum Vergnügen, Stuttgart 2017.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Dr. Eva Wöckener-Gade,

Leipzig

Prof. Dr. Wolfgang Kofler,

Innsbruck

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Auf den verworrenen Pfaden der Platonrezeption –

Eine digitale Spurensuche.

Jeder Philologe kennt die Schwierigkeiten, vor die man gestellt ist, wenn man die

antike Rezeption einer bestimmten Textstelle nachvollziehen, nach ihren literarischen

Vorbildern suchen oder Parallelstellen zu ihr finden möchte. Und kaum einer wird

bestreiten, dass unsere digitalen Corpora und die integrierten Werkzeuge zur Textsuche

uns neue Möglichkeiten bieten, diesen zu begegnen. Die bereits etablierten Verfahren

ermöglichen es, Textstellen mit hoher wörtlicher Übereinstimmung wie Zitate zu finden,

stoßen aber an ihre Grenzen, wo Wortlaut und Vokabular von der Vorlage abweichen.

Damit werden sie der vielfältigen literarischen Praxis antiker Rezeption nicht gerecht.

Im Rahmen des Projekts Platon Digital haben wir eine Textsuche für das Altgriechische

entwickelt, mit der nicht nur Zitate, sondern auch im Wortlaut nur ähnliche Textstellen

wie Paraphrasen, Anspielungen etc. gefunden werden können. Komplementär haben

wir ein Annotationswerkzeug konzipiert, mit dem solche intertextuellen Beziehungen

unterstützt von Visualisierungen analysiert werden können.

Im Zentrum des Vortrags stehen zwei ganz unterschiedlich gelagerte Stellen aus dem

ersten Buch von Platons Politeia: die Anekdote von Sophokles, der im Alter gerne von

der Tyrannei der Libido befreit ist (329b–d) und das philosophische Axiom, dass eine

Sache nicht ihr Gegenteil bewirk und demgemäß das Gute nicht schade (335d). Mithilfe

der digitalen Werkzeuge wird der Versuch unternommen, die verschlungenen Wege

ihrer Rezeption mit Zwischenschritten, Sackgassen und Nebenpfaden soweit wie möglich

nachzuverfolgen.

Dr. Eva Wöckener-Gade ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Gräzistik der

Universität Leipzig und hat von 2015 bis 2018 im Projekt Platon Digital gearbeitet.

Zu ihren Forschungsinteressen zählen Platon und seine Rezeption in der Antike sowie

Möglichkeiten und Methoden der Digital Humanities.

Schule, Bühne & Web. Ein Projekt zu den neulateinischen Dramen

des Joseph Resch.

Um 1750 hat der gebürtige Haller Joseph Resch in der Südtiroler Bischofsstadt Brixen

mehrere neulateinische Theaterstücke verfasst und im dortigen Hochfürstlichen Gymnasium

auf die Bühne gebracht. Vor kurzem wurde dieses bisher unerschlossene Korpus

im Rahmen eines größeren Projekts von einem Team der Universität Innsbruck ediert,

übersetzt und als Online-Ausgabe verfügbar gemacht. Um die Forschungsergebnisse

nachhaltig zu disseminieren und – ein schöner Nebeneffekt! – die Texte wieder in ihren

ursprünglichen Kontext zurückzuführen, wurde zudem eine Unterrichtsreihe ausgearbeitet

und am Vinzentinum in Brixen erprobt, das in gewisser Weise die Nachfolgeinstitution

des Hochfürstlichen Gymnasiums ist. Ein Stück wurde an eben dieser Schule sogar

wieder aufgeführt. Der Vortrag bietet einen Überblick über die wesentliche Inhalte und

Ziele des Projekts. Dabei wird auch auf die steigende Bedeutung eingegangen, welche

digitalen Publikationen im Bereich der neulateinischen Literatur zukommt. Ein weiterer

Schwerpunkt liegt auf der Frage nach den Chancen, welche die Behandlung neulateinischer

Texte im Unterricht birgt.

Wolfgang Kofler, geb. 1970 in Bozen, Südtirol; Studium in Innsbruck und Tübingen, dann Lehrer

für Latein, Griechisch und Deutsch in Bozen; 2001 Promotion und wissenschaftlicher Mitarbeiter

an der Universität Innsbruck; 2007 Habilitation; 2009 Professor für Klassische Philologie (Latein)

an der Universität Freiburg; 2012 Professor für Klassische Philologie mit dem Schwerpunkt Neulatein

an der Universität Innsbruck; seit 2013 Mitglied des Qualitätssicherungsrates für Pädagoginnen-

und Pädagogenbildung in Österreich. Forschungsschwerpunkte: hellenistische, augusteische

und spätantike Dichtung, Epos, Epigramm, Neulatein, Rezeptionsgeschichte, Fachdidaktik. Autor

von fachwissenschaftlichen und -didaktischen Publikationen, umfassendes Engagement in der

LehrerInnenfortbildung.

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Prof. Dr. Markus Janka / Dr. Michael Stierstorfer,

München

Dr. Tilman Bechthold-Hengelhaupt,

Friedrichshafen

V

10.15–11.15 Uhr

Gebäude B4 1

Raum 0.24

Gladiatorenspiele 4.0 im Klassenzimmer?! Die Bestseller-Trilogie

Tribute von Panem als multimediale Bereicherung der Lektürephase.

„Panem et Circenses kann man übersetzen als ‚Brot und Spiele‘. Der Verfasser wollte

damit ausdrücken, dass das Volk im Tausch gegen einen vollen Bauch und Unterhaltung

seine politische Verantwortung und damit seine Macht hergegeben habe.“ Ich denke an

das Kapitol. Den Überfluss. Und die ultimative Unterhaltung. Die Hungerspiele. „Dafür

sind die Distrikte also da. Um Brot und Spiele zu liefern.“ (Collins 2011, S. 246.) Vielen

Lateinschülern ist aus ihrer Freizeitlektüre oder aus Kinobesuchen die weltweit sehr

erfolgreiche und millionenfach verkaufte Trilogie Die Tribute von Panem ein Begriff.

Bereits der Name „Panem“, der aus dem bekannten Spruch des Satirikers Juvenal „Panem

et Circenses“ stammt, der in Band 3: Flammender Zorn der Serie wörtlich zitiert

wird, ist nur eines von vielen Zeugnissen für eine enge Verwobenheit der lateinischen

Kultur und Sprache mit dieser Dystopie, die bereits den Status eines modernen Klassikers

innehat.

Diese Popularität lässt sich in der Lektürephase nutzen, um in einer Sequenz nicht nur

die zahlreichen kulturellen Anspielungen der Serie an die griechisch-römische Historie

und Mythologie inhaltlich und sprachlich zu entschlüsseln, sondern diese Trilogie

auch auf Lateinisch in Auszügen mit Schülern zu übersetzen. Dabei spielt der Aspekt

der Digitalisierung eine große Rolle: Denn die nach römischem Vorbild inszenierten

Gladiatorenspiele werden im Buch und im Film mithilfe von neuester Technik durch die

Kreation einer digitalen Arena mit digitalen Fabelwesen ins Leben gerufen. Anhand von

Filmausschnitten und Textauszüge lassen sich die (post-)modernen Spiele in Panem zielführend

mit den antiken Massenereignissen kontrastierend im Unterricht vergleichen.

Die im Workshop vorgestellte mehrwöchige Sequenz wurde bereits in der Praxis erprobt

und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten alle relevanten Kopiervorlagen zur

eigenen Anwendung im Unterricht. Zudem wird anhand von Auszügen der von Prof.

Janka ins Lateinische übersetzten Kurzfassung der Tribute von Panem gezeigt, wie sich

ein multimediales Kompendium aus Text, Bildern, Film und Hörspiel motivierend auf die

sonst bisweilen eher zähe Übersetzungsarbeit auswirken kann.

Ist es sinnvoll, die römische Literatur über das Internet

zu rezipieren? Affordanzen, Limitationen und die normative Kraft

des Faktischen.

In der postdigitalen Kultur der Gegenwart sind die Wahlmöglichkeiten gewachsen,

wenn es darum geht, die Literatur der Antike zu rezipieren. Jedes Medium ist daher auf

seine Angebote (Affordanzen) und seine Limitationen zu befragen – diese beiden Begriffe

werden in dem Vortrag als Weiterentwicklung und als Ersatz des überkommenen

Begriffspaars „Chancen und Gefahren“ (der ehemals neuen Medien) vorgeschlagen.

Mit dem Begriff der Affordanzen kann danach gefragt werden, welche Möglichkeiten

der medialen Praxis die verschiedenen Medien eröffnen. Das Internet ermöglicht eine

Begegnung mit römischer Literatur und auch mit deren künstlerischer und wissenschaftlicher

Rezeption jederzeit und an jedem Ort mit unterschiedlichen Interfaces.

Für den Lateinunterricht stehen entsprechend kommentierte, auch interaktiv bedienbare

Schülerausgaben bereit. Diesen Affordanzen stehen Limitationen auf der Seite der

Mediennutzer und auf der Seite des Medienangebots gegenüber: Nur wer gelernt hat,

zwischen den Medien zu wählen, kann die Rezeption der römischen Literatur an der

Sache selbst, an den Texten, orientieren; ferner sind bestimmte Formen des sinnvollen

Umgangs mit antiker Literatur, z. B. die Lektüre moderner und korrekter Übersetzungen,

im Internet kaum möglich. Die „normative Kraft des Faktischen“, die nahelegt, schon

aus dem Vorhandensein des Internets als Medium des Lernens, der Kommunikation und

der Information könne abgeleitet werden, dass dieses Medium auch genutzt werden

sollte, wird in diesem Sinne kritisch reflektiert.

Tilman Bechthold-Hengelhaupt, Studium der Germanistik und der Klassischen Philologie

(Latein), Freie Universität Berlin und Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Examen 1986).

Seit 1999 Fachberater für das Fach Latein beim Oberschulamt (später Regierungspräsidium) Tübingen.

2012 Dissertation „Antikerezeption im Internet“, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Redakteur beim Landesbildungsserver Baden-Württemberg. Mitarbeit beim Institut

für Bildungsanalysen Baden-Württemberg. Unterricht in den Fächern Latein, Deutsch und

Seminarkurs „Medien“ am Graf-Zeppelin-Gymnasium Friedrichshafen.

V

11.30–12.30

Neue

Universität

Hörsaal 224

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

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2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Prof. Dr. Robert Kirstein,

Tübingen

Prof. Dr. Michael Lobe,

Bamberg

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Erzählte Räume. Digital Humanities und Klassische Philologie.

Während die ältere Erzählforschung sich vor allem mit der Kategorie der Zeit befasst

hat, ist in den vergangenen Jahrzehnten im Zuge des sogenannten spatial turn der

Raum zunehmend in das Zentrum literaturwissenschaftlicher Analysen getreten. Unter

dem Begriff des spatial turn wird eine Beschäftigung mit dem Raum in den Kultur-,

Sozial- und Literaturwissenschaften subsumiert, die zu einem neuen Verständnis von

Raum als wissensproduzierender Größe geführt und Möglichkeiten eröffnet hat, Räume

und Raumdarstellungen als konstitutive Elemente übergreifender Weltaneignungsprozesse

zu analysieren. Raum erscheint darin nicht mehr als unveränderliche Größe,

sondern als fluide, subjektiv erfahrene und verarbeitete Konstituente. Als „Kind der

Postmoderne“ ist der spatial turn verbunden mit einer übergreifenden Tendenz, sich

von einer der Moderne eigenen Fixierung auf Zeit und temporale Phänomene zu lösen

und den Raum als vormals „unreinen Stiefbruder der Zeit“ (Böhme) zu rehabilitieren.

Diese Distanzierung von einem als idealistisch empfundenen Interesse an Geist und Zeit

bedingt ein neues, pragmatisch verstandenes Interesse nicht nur am Raum, sondern

auch an Körper und Körperlichkeit, an der Welt der Dinge und Aspekten von Materialität.

Der Vortrag greift diese Themen auf und stellt erste Ergebnisse einer Kooperation

mit dem Digital Humanities Department der Universität Stuttgart vor. Im Zentrum des

Vortrages steht dabei die Frage, wie das komplexe Thema Raum an konkreten Textphänomenen

im Unterricht erarbeitet werden kann.

Robert Kirstein, geboren 1967; Studium der Klassischen Philologie in Bonn, Oxford und Münster;

1997 Promotion; 2006 Habilitation; seit 2018 Professor for Klassische Philologie / Latinistik an

der Eberhard Karls Universität Tübingen. Zu den Forschungsinteressen gehören die Dichtung des

Hellenismus und der augusteischen Zeit, Ovid sowie Aspekte der Narratologie und Fiktionalitätstheorie.

Die schwermütige Schwester der Schwätzersatire.

Giovanni Pascolis Gedicht Ultima linea.

Der italienische Dichter Giovanni Pascoli (1855–1912) verfasste etliche lateinische

Gedichte, in denen er in der ihm eigentümlich melancholisch-romantischen Weise die

Welt des Horaz und Vergil poetisch rekonstruierte. Im Mittelpunkt der Betrachtung

soll Pascolis Elegie “Ultima linea” stehen, die Horazens letzten Spaziergang durch das

augusteische Rom imaginiert. Dabei gerät sein Flanieren zu einer Rückschau auf das

eigene Leben, Denken und Dichten – eine ebenso kongeniale wie raffinierte und grundgelehrte

Wiederauferstehung der Antike im Medium der Poesie.

Prof. Dr. Michael Lobe,

• 1987–1994 Studium der Latinistik und Germanistik in Bamberg und Erlangen

• Promotion 1998 über „Die Gebärden in Vergils Äneis“

• seit 1999 Lehrbeauftragter Latein an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

(u.a. Vertretung der Fachdidaktik Latein in Teilabordnung von 2011–2016)

• seit 2005 Seminarlehrer für Latein am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg.

• seit 2019 Honorarprofessur für Didaktik der lateinischen Sprache und Literatur

an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

• Mitglied der Lehrplankommission Latein des ISB München seit 2012

• Mitglied des Regionalteams „Fachlichkeit und Führung” Latein in Mittelfranken

• Mitorganisator und Referent der bundesdeutschen Kongressreihe

„Perspektiven für den Lateinunterricht” 2013, 2015, 2017, 2019

• Autor lateinischer Unterrichtswerke (Latein mit Felix, Campus, Felix neu, Campus neu, Roma B).

• Herausgeber der lateinischen Lektürereihen „Sammlung ratio“ und „ratio express“

im C.C. Buchner-Verlag Bamberg

• Zahlreiche fachdidaktische und fachwissenschaftliche Veröffentlichungen in den Zeitschriften

Forum Classicum, Altsprachlicher Unterricht, Pegasus Online, Anregung, Gymnasium,

Die Alten Sprachen im Unterricht.

• Bundesweite Fortbildungs- und Vortragstätigkeit u.a. Vorträge an den bundesdeutschen

DAV-Kongressen 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018 | an den Kongressen „Perspektiven des

Lateinunterrichts“ 2013, 2015, 2017, 2019 | „Sommerakademie des baden-württembergischen

Kultusministeriums in Salem 2015 und 2019 | Fachtagung „Gegenwärtige Antike“ am Seminar

für Didaktik und Lehrerbildung in Stuttgart 2015 und 2017 | Niedersächsischer Latinistentag

in Celle 2017 und 2019 | Ferientagung der Bayrischen Altphilologen in Fürstenried 2011, 2014,

2017, 2019 | Tagung "Ovid zwischen Kanon und Zäsur" an der Freien Universität Berlin 2017 |

Tagung „Cicero als Bildungsautor der Gegenwart“ Universität Göttingen 2018

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

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VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

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2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Mag. Dr. Stefan Zathammer,

Innsbruck

Dr. Anna Elissa Radke,

Marburg

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 317

Editionsarbeit im digitalen Zeitalter:

Klassikerausgaben und neulateinische Editionen im Vergleich.

Vergleicht man die Editionstarbeit an neulateinischen Texten mit der an Werken der

Antike, so fällt als ein wesentlicher Unterschied auf, dass es von ersteren bisweilen

eine ganze Reihe verschiedener Versionen gibt, die in vielen Fällen als gleichwertig zu

betrachten sind und von denen keine per se als besser oder schlechter gelten kann.

Anders als bei der Arbeit mit antiken Texten, tritt hier die Suche nach dem Urtext in

den Hintergrund, da es einen solchen im eigentlichen Sinne nicht (mehr) gibt. Es war

nicht unüblich, dass neulateinischen Autoren ihre Werke von einer Auflage zur anderen

nicht nur sprachlich oder stilistisch überarbeiteten, sondern oft auch tiefgreifendere

inhaltliche Änderungen vornahmen. Die Gründe dafür konnten vielfältig sein, politische

Umwälzungen oder oder neue Entdeckungen kommen ebenso in Frage wie eine Evolution

im Denken des Autors. Der Umstand, dass von einem Text mehrere Versionen nebeneinander

gleichberechtigt stehen können, lässt auch eine andere Herangehensweise bei

deren Herausgabe angeraten scheinen. Die Möglichkeiten der klassischen Editionsphilologie

geraten bei der Arbeit an neulateinischen Werken schnell an ihre Grenzen. Wie

die Computertechnik auf dem Feld der Editionstätigkeit fruchtbar gemacht werden kann

und welche Möglichkeiten und Vorteile digitale Editionen bieten, soll in meinem Vortrag

untersucht werden.

Lateinische Internet-Gedichte oder kallimachische Dichtung

als Remix ohne Uploadfilter.

Es werden lateinische Gedichte der Autorin vorgestellt und diskutiert, die sich mit dem

Themen „Liebesdichtung im digitalen Zeitalter”, „Anonymität im Netz”, „Social media”,

„Antiker Mythos und moderne virtuelle Welten” beschäftigen als Beispiele einer neulateinischen

Poetik in der Nachfolge des Kallimachos.

Dr. Anna Elissa Radke, geb. 1940, Studium der Philosophie, klassischen Philologie, Archäologie,

Mittellatein, evangelischen Theologie und Slavistik in Hamburg und Marburg. Lehrtätigkeit an

Gymnasium, Waldorfschule und Universität.

Werke (in Auswahl): lateinische Lyrik (teils mit deutschen Übersetzungen): Musa exsul, Harmonica

vitrea, In reliquiis Troiae, Ars paedagogica, Molossula, Iubila natalicia, Lanx satura memorabilium

a. MMXI, Passio Altensteigensis, Finis amorum, Arengulus, Asylum poeticum. Lateinische Dramen:

Dialogi. Lateinische Literaturzeitschrift: Alaudae Übersetzungen: Mein Marburger Horaz, Katulla

(Catullübersetzungen ins Deutsche und Weibliche), Brüchige Idylle (Übersetzungen von Vergils

Eklogen), Cantica spiritualia (Übersetzung ökumenischer deutscher Kirchenlieder ins Lateinische),

Amor pontifex (Übersetzungen des Sinan Gudzevic aus dem Serbokroatischen ins Lateinische und

Deutsche), Wie ein Halt auf freier Strecke (Übersetzungen des Przemisław Rostropowicz aus dem

Polnischen ins Deutsche ). Lateinische Kinderbücher: Aliquid de pumilionibus (Nachdichtung von

Sibylle von Olfers „Etwas von den Wurzelkindern”), Quam mirabilis est Panama (Nachdichtung

von Janosch´s „O wie schön ist Panama”)

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Stefan Zathammer (geb. 1992) studierte an der Universität Innsbruck klassische Philologie und

Rechtswissenschaften. Zur Zeit ist er Mitarbeiter am an der Universität Innsbruck angesiedelten

ERC-Projekt Noscemus (Nova Scientia: Early Modern Scientific Literature and Latin).

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der humanistischen Historiographie, des späten

neulateinischen Schultheaters und den Digital Humanities.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

AK

14.30–16.00 Uhr

Alte

Universität

Domerschulstraße

16

Hörsaal III

Marie-Luise Reinhard / Hans-Joachim Pütz,

Rom / Rockenhausen

Musik/Gesang/Tanz im altsprachlichen Unterricht –

alternative Wege zur Interpretation am Beispiel Horaz.

Tanzen und singen, Urformen menschlichen Ausdrucks, kann jeder. Deshalb sind alle,

die Tanz und Gesang mögen, aufgerufen auszuprobieren, wie ein klassischer Text in

eine szenische Gestaltung mit deren Mitteln umgesetzt werden kann.

Auch wenn nur rudimentäre Zeugnisse antiker Musik erhalten sind, gibt es interessante

Beispiele moderner, authentischer Vertonung antiker Texte, die z. T. aus der Renaissance

rekonstruiert sind und in ihrer Rhythmik dem Versmaß folgen. So werden die

Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Live-Musik inspiriert.

Alle, die bereit sind, diese Art eines kreativen Prozesses zu erfahren, sind eingeladen,

aktiv teilzunehmen. Denn gerade bei kreativen Prozessen können Zuschauer außerordentlich

hemmend sein. Da es bewegungsintensiv zugehen wird, ist entsprechende

Sportkleidung mit Socken erbeten.

Marie-Luise Reinhard, M.Ed. (Latein, Französisch), Latine Maria Ludovica Thrasysthenes, promoviert

z.Z. binational in Rom (Tor Vergata) bei Prof. Fabio Stok sowie am Collegio dei Cavalieri

del Lavoro „Lamaro Pozzani“ und in Mainz bei Prof. Christine Walde. Ihre Dissertation ist Johann

Gesners Lateinunterricht und seiner Bedeutung für das kulturelle Gelehrtengedächtnis gewidmet.

Neben ihren internationen akademischen Beiträgen arbeitet sie als Lateinsprecherin eng mit der

Accademia Vivarium Novum in Frascati zusammen, um den altsprachlichen Unterricht methodisch

zu fördern. Zugleich studiert sie Gesang als Altistin und Mezzosopranistin bei Emanuela de

Santis-Salucci am Konservatorium Santa Cecilia.

Hans-Joachim Pütz hat neben seinem Studium in Sport und Latein eine Ausbildung zum Klassischen

Tänzer gemacht und war an den Städtischen Bühnen Augsburg und Lüneburg engagiert.

Danach hat er als freiberuflicher Tanzpädagoge gearbeitet und dabei Formen entwickelt, wie

im Bereich Tanz und Bewegungstheater zu selbständiger Gestaltung hingeführt werden kann.

Nach zehn Jahren freiberuflicher Tätigkeit hat die Einstellung in den Schuldienst die Gelegenheit

geboten, diese Unterrichtsformen weiterzuentwickeln.

Mag. Johann Stockenreitner,

Wien

Rom erlesen.

Anregungen für die Gestaltung einer Exkursion mit Schüler*innen in die Urbs aeterna

auf der Basis von Originaltexten mit dem Ziel, die Stadt in ihrem kulturellen, historischen

und literarischen Kontext zu erleben. Theorie & Praxis.

In dem Arbeitskreis sollen exemplarisch zwei Halbtage vorgestellt werden, an denen

sich historische und kulturelle Ziele der Urbs mit geeigneten Texten oder Inschriften verknüpfen

lassen. Dabei soll sowohl auf die erforderliche Vorarbeit im Unterricht als auch

auf die Möglichkeiten der Präsentation in situ eingegangen werden. Zusätzlich werden

geeignete und oft erprobte Kulturreferate im Sinne einer fächerübergreifenden Projektarbeit

vorgestellt. Die Teilnehmer*innen des Arbeitskreises sind eingeladen, praxisnahe

Tipps und eigene Erfahrungen zu den besprochenen Themen beizutragen. Die Einbindung

weiterer Unterrichtsfächer wie Geschichte, Kunsterziehung und Religion sollte

als Chance gesehen werden, „Projekt Rom“ als unverzichtbare Schulveranstaltung zu

etablieren und damit einen wertvollen Beitrag ad Latinitatem fovendam zu leisten.

Johann Stockenreitner unterrichtete bis 2011 Latein und Englisch am Öffentl. Schottengymnasium

der Benediktiner in Wien und ist nach wie vor in der Lehrerfortbildung tätig, vornehmlich zu

den Themen Projekttage in Rom, Lateinische Inschriften in Wien und Latein & Kunst – Ovid im

Kunsthistorischen Museum. Im Jahr 1987 organisierte er für seine Schüler erstmals Projekttage

in Rom, die seither in dieser Schule ohne Unterbrechung jährlich unter dem Titel „Projekt Rom“

veranstaltet werden. Aus den losen Blättern mit lat. Texten und Kopien mit Kulturinformationen

der ersten Projekttage wurde im Laufe der Jahre der Reisebegleiter in der Urbs aeterna mit dem

Titel Projekt Rom. Die Vorgängerversion der aktuellen Auflage (204 S., zusätzlich Additamenta,

72 S.) war in Österreich auch als Schulbuch approbiert. Die erweiterte Neuauflage wird seit 2015

im Eigenverlag (www.projekt-rom.at) herausgegeben.

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

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VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 124

Dr. Andrea Beyer / Konstantin Schulz,

Berlin

Computergestützter Lexikonerwerb:

Warum Kontext wichtig ist!

In diesem Arbeitskreis wird in einem Dreischritt dargestellt, wie sich Erkenntnisse und

Methoden aus der Linguistik für den Wortschatzerwerb fruchtbar machen lassen:

1. Einführung in das Thema Lexikonerwerb

2. Kontextbasierte Methoden des Lexikonerwerbs

3. Computergestützte Wortschatzarbeit am Beispiel der Software „Machina Callida“

Nach einer Einführung in die zugrundeliegende Theorie der ersten beiden Punkte

und einem Blick auf erste Forschungsergebnisse sind die Teilnehmer zum Mitmachen

aufgefordert. Daher gilt für diesen Arbeitskreis: BYOD („Bring your own device.“), d.h.

Smartphone, Tablet oder Laptop.

Dr. Andrea Beyer: 2006–2017 Studienrätin in Berlin, seit 2017 wiss. Mitarbeiterin im

DFG-Projekt CALLIDUS sowie seit 2018 wiss. Mitarbeiterin in der Fachdidaktik Latein,

2016–2018 Promotion

Forschungsschwerpunkte: Schulbuchforschung, Spracherwerb in historischen Sprachen,

Übersetzungstheorie, Digitalisierung

Publikationen u.a. zu Lehrbüchern, Textkomplexität und Wortschatzerwerb

Konstantin Schulz: 2007–2016 Studium Latein/Geschichte (M.Ed.) und Gräzistik (M.A.),

2016–2017 Softwareentwickler, seit 2017 wiss. Mitarbeiter / Doktorand im DFG-Projekt CALLIDUS

Forschungsschwerpunkte: Computergestützter Spracherwerb, Distributionelle Semantik,

Maschinelles Lernen

Publikationen zu Forschungssoftware, Wortschatzerwerb

Sophie Maas / Dr. Matthias Korn,

Göttingen / Leipzig

Mediale Literalitäten im altsprachlichen Unterricht –

Grundlegendes, Vorschläge und Erfahrungen.

Mediale Literalität (als Gegenbegriff zu Oralität) wird verstanden als Weitergabe von

kulturellen Inhalten in medienspezifischer Form und zunächst als Oberbegriff für Literalität

von Text, Literalität von Bild, Literalität von Musik und Literalität von Film.

Somit ist die Frage nach Literalitäten primär ein Teil der übergeordneten, wichtigen Frage,

wie sich Medienbildung definiert. Die Frage nach den Literalitäten im altsprachlichen Unterricht

ist davon nur ein kleiner, zudem auf Medien fixierter Teil. Wir als Vertreter*innen

der lateinischen Fachdidaktik maßen uns nicht an, auf Augenhöhe mit Vertreter*innen

der digital literacy grundlegend zur Medienerziehung beizutragen, wollen aber zeigen,

dass die Anknüpfung an diese „Diskurslandschaft“ (Hug) gut geeignet erscheint, das

Bildungspotenzial des Lateinunterrichts zeitgemäß sowohl in interkultureller als auch in

intermedialer Weise zu aktualisieren.

Lateinunterricht ist generell sehr textlastig. Aber auch was die Rezeption von Themen und

Motiven der antiken Literaturen betrifft, werden andere Medien (Bild, Musik, Film u.a.) im

Wesentlichen auf die Funktion als ancillae beschränkt, d.h. die Fachdidaktik begreift die

weiteren Medien fast ausschließlich als Lieferanten von Stellen, an denen diese Themen

und Motive vorkommen, kümmert sich aber nicht ausreichend um die Spezifik des jeweiligen

Mediums und seine Literalität.

Literalität wird erst dann in medienspezifischer Weise ernst genommen, wenn auch die jeweilige

Funktionalität berücksichtigt wird, die ja im Hinblick auf Bildungsinhalte und -ziele

von erheblicher Relevanz ist. Das Nebeneinander der Literalität von Text und anderen

Literalitäten wollen wir an folgenden Beispielen thematisieren:

1) Texte in Verbindung mit den Sandsteinskulpturen von Melpomene und Andromeda

(Originale von 1730) im Barockgarten Großsedlitz in Heidenau bei Dresden;

2) Ovids tragische Geschichte von Pyramus und Thisbe (met. 4, 55–166) in Verbindung mit

• dem Spiel im Spiel in Shakespeares Komödie A Midsummer night‘s dream

(V,1,44–338) und

• Nicolas Poussins Ölgemälde Gewitterlandschaft mit Pyramus und Thisbe (1651).

In der anschließenden Diskussion sollen die unterrichtlichen Erfahrungen der Teilnehmer*innen

mit unterschiedlichen Literalitäten zur Sprache kommen.

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 126

Sophie Maas strebt den Abschluss Master of Education in den Fächern Englisch und Latein an

der Universität Göttingen an. Ihre Bachelorarbeit hat die Rezeption der Geschichte von Pyramus

und Thisbe bei Ovid durch Shakespeare zum Gegenstand.

Matthias Korn vertritt die Fachdidaktik der Alten Sprachen an der Universität Leipzig und war

zuvor als Lehrer, Lehrerausbilder, Fachberater und Fachreferent im Sächsischen Staatsministerium

für Kultus tätig.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

StR Moritz Raab,

Hannover

LearningApps im Lateinunterricht.

Eine Möglichkeit des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht bieten Online-Übungen

der kostenlosen Plattform www.LearningApps.org. Sie ermöglicht es, mit Hilfe von Vorlagen

kleine, interaktive und z.T. multimediale Lernbausteine (genannt: „Apps“) online

zu erstellen und via Computer, Tablet oder Smartphone im Unterricht einzusetzen. So

können die Lernenden zum Beispiel online Bilder mit Texten verbinden, Lückentexte

ausfüllen oder ihr Wissen im Pferderennen testen, bei dem die Pferde freilich nur bei

korrekter Antwort weitergaloppieren. Doch weisen diese Übungen tatsächlich einen

Mehrwert für den Lateinunterricht auf oder sind sie bloß eine belustigende Spielerei?

Und wenn es einen Mehrwert gibt, worin liegt er und wie lassen sich LearningApps

dann didaktisch und methodisch funktional in Lernprozesse integrieren?

In diesem Arbeitskreis werden zunächst die Plattform und ihre Tools vorgestellt. In einer

Praxisphase testen die Teilnehmenden sie selbst, indem sie eigene Online-Übungen

erstellen. Davon ausgehend sollen die Erfahrungen reflektiert, Chancen und Grenzen

der LearningApps im Lateinunterricht diskutiert und Möglichkeiten des unterrichtlichen

Einsatzes konkretisiert werden.

Bitte bringen Sie für die Praxisphase ein Tablet oder Notebook mit.

Moritz Raab, geboren 1990 in Braunschweig, 2010–2016 Studium der Fächer Latein, Sozialkunde

(Politikwissenschaft) und Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin und an der

Università Federico II Neapel/Italien, 2012–2016 studentischer Mitarbeiter (Tutor) am Fachbereich

Didaktik der Alten Sprachen sowie am Zentrum für Lehrerbildung der FU Berlin, 2016 Master of

Education (Masterarbeit Fachdidaktik Latein), 2016–2018 Referendariat in Hannover am Gymnasium

Käthe-Kollwitz-Schule (iPad-Pilotschule), 2018 Staatsexamen, dort seitdem Lehrer für Latein

und Politik-Wirtschaft.

Erfahrungen zu digitalen Medien im Lateinunterricht durch zahlreiche Fortbildungen und Qualifizierungen

(bspw. Zusatzqualifikation „E-Learning@School: Unterrichten mit digitalen Medien“,

FU Berlin), diverse Unterrichtsprojekte und vor allem durch die alltägliche, tabletgestützte Unterrichtspraxis

an einer iPad-Schule.

Aktuelle Publikation: „Gorgoneum crinem turpes mutavit in hydros (Met. 4, 801). Ein WebQuest

zur Rezeption der Medusa aus den Metamorphosen“, in: AU 6/2019 (im Erscheinen).

Dr. Peter Günzel,

Veitshöchheim

Der Einsatz digitaler Medien im Altsprachlichen Unterricht –

Ein Erfahrungsbericht aus Theorie und Praxis.

Seit dem Schuljahr 2017/18 nehmen insgesamt 20 bayerische Schulen (GS, MS, RS, GY)

am Schulversuch „Digitale Schule 2020“ teil. Ziel ist es, zu erproben, wie die Potentiale

digitaler Medien für das Lernen und Arbeiten in der gesamten Schule genutzt werden

können. Im Bereich Unterrichtsentwicklung geht es vor allem darum, Schülerinnen und

Schüler anzuleiten, medienkompetent und digital mündig zu werden und die Qualität

des Fachunterrichts zu steigern.

Innerhalb dieses Rahmens hat sich auch eine „Fachgruppe Latein“ intensiv mit den

verschiedenen Möglichkeiten digitaler Medien im Lateinunterricht befasst und die

Ergebnisse dieser Arbeit in konkrete Unterrichtsbeispiele und -handreichungen einfließen

lassen.

Dieser Arbeitskreis stellt die Arbeit des Modellversuchs sowie verschiedene unterrichtliche

Umsetzungsmöglichkeiten von der Lehrbuch- bis in die Lektürephase vor.

Dr. Peter Günzel – Studium der Fächer Latein und Deutsch an der Universität Würzburg.

Referendariat in Würzburg und Bad Windsheim

Studienrat in Erlangen und Veitshöchheim (seit 2013)

Promotion in Klassischer Philologie zur Rhetorik bei Augustinus

Verschiedene Veröffentlichungen und Vorträge zu Fachdidaktischen

Themen des Latein- und Deutschunterrichts

AK

14.30–16.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Christian Kupfer,

München

AK

14.30–16.00 Uhr

Residenzplatz

2

(Südflügel)

Toscanasaal

Latinitas viva – eine tote Sprache lebendig unterrichten.

Latine loqui iuvat. Lateinsprechen ist nützlich – und macht Spaß. Zu dieser Erkenntnis

gelangen immer mehr Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, die das Experiment

wagen, die „tote“ Sprache im Klassenzimmer lebendig werden zu lassen. Wenn

die erste Begegnung mit Latein als Sprache (!) behutsam genug gestaltet wird, stellt sich

auf Seite der Lernenden meist Stolz und Erstaunen darüber ein, wie viel man tatsächlich

verstehe – und oft die Frage, warum Latein eigentlich nicht von Anfang so gelernt werde.

Latine loqui motiviert, vervielfacht den lateinischen Input innerhalb einer Schulstunde,

wälzt um, schleift ein und eröffnet den Lernenden einen zusätzlichen – natürlichen und

intuitiven – Zugang zur Sprache.

In diesem Workshop sollen viele ganz konkrete didaktische Anwendungs- und Umsetzungsmöglichkeiten

des „lebendigen Lateins“ vorgestellt und praktisch erprobt werden:

von der Wortschatzarbeit, die auf diese Weise ganz automatisch an Anschaulichkeit und

Dynamik gewinnt, über das Vermitteln von Sachinhalten – beispielsweise via listening

comprehension – und das Einschleifen von Wortschatz und Grammatik mit classroom

phrases bis hin zur Textarbeit in der Lektürephase sowie zur Metrik, die sich mithilfe

geeigneter Melodien sogar singen lässt. Gerade im Latine loqui bisher gänzlich „unbeleckten“

KollegInnen soll gezeigt werden, wie man als Lehrkraft auch ohne jede Vorübung

einen angenehmen Einstieg in dieses Feld findet.

Christian Kupfer, geboren 1987, Lehrer für Latein, Deutsch (und bald Informatik) am Maximiliansgymnasium

München, Studium in Erlangen und Berlin, seit Studienzeiten intensive Beschäftigung

mit Latein als geschriebener und gesprochener Sprache, Teilnahme an Seminaren und

Fortbildungen zum gesprochenen Latein und dessen didaktischem Wert im In- und Ausland, vor

dem Referendariat zweimonatige Lehrtätigkeit an der (großenteils lateinsprachigen) Privatschule

Schola Nova in Belgien, regelmäßige Kursleitertätigkeit im Rahmen der Scholae Latinae

Posnanienses in Posen (Polen), Abhaltung von Fortbildungen zur Latinitas viva als Methode und

entsprechende Präsentationen vor SchülerInnen, Leitung des Circulus Latinus Monacensis für alle

Interessierten.

SPRACHWISSENSCHAFTEN

Stefan Freund, Nina Mindt

Übersetzen aus dem Lateinischen als

Forschungsfeld

Aufgaben, Fragen, Konzepte

2020, ca. 320 Seiten

€[D] 39,00

ISBN 978-3-8233-8287-4

eISBN 978-3-8233-9287-3

erscheint: 2020/05

Das Übersetzen aus dem Lateinischen ist wichtigster Lehr- und Prüfungsgegenstand, und zwar

überall dort, wo diese Sprache vermittelt wird. Auch kommt dem Übersetzen aus dem Lateinischen

in der Wissenschaft eine immer größere Bedeutung zu: Überhaupt kann nur bei wenigen

die Fähigkeit vorausgesetzt werden, das Lateinische flüssig zu lesen. Und vor allem lateinische

Quellentexte aus Antike, Mittelalter und Neuzeit werden überwiegend in übersetzter Form rezipiert.

Der Band vereint Beiträge aus der Translationswissenschaft, der Übersetzungsforschung,

der lateinischen Sprachwissenschaft, der lateinischen Literaturwissenschaft, der Fachdidaktik

und der Übersetzungspraxis. Auch erhältlich als OpenAccess eBook.

In Planung: Mindt, Übersetzen aus dem Lateinischen, 2020, ca. 250 Seiten

€[D] 22,99, ISBN 978-3-8233-8320-8, erscheint: 2020/09

80

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG \ Dischingerweg 5 \ 72070 Tübingen \ Germany

Tel. +49 (07071) 9797-0 \ Fax +49 (07071) 97 97-11 \ info@narr.de \ www.narr.de



BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

Stefan Kipf KINDERUNI

Berlin

Dr. Cathrin Boerckel / Diana Hedwig / Dr. Klaus Sundermann

Rheinland-Pfalz

AK

16.30–18.00 Uhr

Alte Universität

Domerschulstraße

16

Hörsaal III

Eine Göttin auf der Flucht – oder was man aus Bauern machen kann.

Ovid erzählt in seinen Metamorphosen die spannende Geschichte einer besonderen

Mutter, die sich mit ihren (ebenfalls ganz besonderen) Kindern in einer schlimmen

Notlage befindet.

Wir erfahren viel über das Verhältnis von Göttern und Menschen, von Verantwortung

und unverantwortlichem Verhalten sowie darüber, wie man mit Worten die Phantasie

des Publikums reizen kann.

Stefan Kipf (Jg. 1964) studierte Klassische Philologie in Berlin (FU) und Austin/USA, und wurde

1997 an der FU mit einer Arbeit zu Herodot als Schulautor promoviert. 2005 habilitierte er

sich dort mit einer Studie zur Geschichte des altsprachlichen Unterrichts in der Bundesrepublik

Deutschland. Seit 2006 ist er Professor für Didaktik der Alten Sprachen an der HU Berlin und

Vorsitzender des LV Berlin und Brandenburg; u.a. war er Bundesvorsitzender des DAV (2007–2011)

und Gründungsdirektor der Professional School of Education der HU (2011–2016). Arbeitsbereiche:

Geschichte des altsprachlichen Unterrichts und der Klassischen Philologie, Geschichte und

Theorie der humanistischen Bildung, Sprachbildung, Literaturdidaktik, Lehrplan- und Lehrbuchentwicklung

sowie Weiterentwicklung der Lehrerbildung.

Zwei Leistungsniveaus – eine Lerngruppe: Wie geht das?

Schulprojekt Fachleistungsdifferenzierung Latein an der Integrierten

Gesamtschule in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz wird Latein an der Integrierten Gesamtschule im Rahmen des Wahlpflichtfachbereichs

ab Klassenstufe 6 angeboten. Ab Klassenstufe 8 besteht die Möglichkeit,

die Schülerinnen und Schüler auf zwei Leistungsniveaus mit unterschiedlichem

Profil zu unterrichten; auf dem höheren Leistungsniveau kann am Ende der Klassenstufe

10 das Latinum erworben werden. Der in dieser Form differenzierte Fachunterricht in

Latein wird aktuell in einem Schulprojekt des Landes an zehn Schulstandorten erprobt.

Der AK „Zwei Leistungsniveaus – eine Lerngruppe: Wie geht das?“ stellt vor, wie es

gelingen kann, Schülerinnen und Schüler im Rahmen der sogenannten „äußeren Fachleistungsdifferenzierung“

in Latein gemeinsam so zu unterrichten, dass alle gefördert

und gefordert werden. Neben der Präsentation der Grundideen des Konzepts und der

curricularen Vorgaben wird aus der Unterrichtspraxis berichtet und Material zu allen

Kernbereichen des Faches vorgestellt, das auch Chancen für die Binnendifferenzierung

bieten kann.

Dr. Cathrin Boerckel ist als Referentin für Gesamtschulen im Ministerium für Bildung in Rheinland-Pfalz

tätig. Im Gebiet der alten Sprachen arbeitet sie neben dem Schulprojekt Fachleistungsdifferenzierung

Latein an der IGS im Bereich Wettbewerbe Alte Sprachen.

Diana Hedwig unterrichtet seit 2012 Latein und Deutsch an der Integrierten Gesamtschule

Hamm/Sieg, die als eine der Pilotschulen seit dem Schuljahr 2017/2018 am rheinland-pfälzischen

Schulprojekt teilnimmt.

Dr. Klaus Sundermann ist seit 1999 als Referatsleiter im Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz

unter anderem für Gymnasien, Kollegs und Abendgymnasien sowie für die Fächer Latein, Griechisch

und Philosophie zuständig.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

Patrick Duval / Manfred Oberlechner,

Metz / Salzburg

Humanismus und Bildung: Neue Konzepte des Humanismus

für die Schule von morgen.

Das Thema des Arbeitskreises entspringt der Wissenschafts- und Publikationsinitiative

„Humanismus bildet“ von Manfred Oberlechner (Salzburg) und Patrick Duval

(Metz/Frankreich) und beschäftigt sich mit dem jeweiligen spezifischen Beitrag der

pädagogischen Humanismen, vom erasmischen Renaissance-Humanismus bis hin zum

postnationalen globalisierten Humanismus, über die schulische Institutionalisierung des

atheistischen Humanismus. Hinterfragt wird die Relevanz der neuen „humanistischen“

Pädagogiken, wie z.B. der „neuen Humanitäten“ (nouvelles humanités), bezüglich ihres

ausdrücklichen Antagonismus oder ihrer vermeintlichen Komplementarität mit der

transhumanistischen digitalen Schule.

Patrick Duval, Maître de Conférences für niederländische Sprache und Kultur an der Université

de Lorraine-Metz. Seine Forschungsgebiete: Mentalitätsgeschichte und Bildsemiologie,

holländischer Humanismus des 16. Jahrhunderts, Nationalbewußtsein und nation-building in den

nördlichen Niederlanden, Identitäts- und Bildungsfragen.

Manfred Oberlechner, Hochschulprofessor für Soziologie an der Pädagogischen Hochschule

Salzburg Stefan Zweig. Seine Forschungsschwerpunkte: Interkulturelles Lernen und Migrationspädagogik,

Soziologie der Diversität, Bildungssoziologie, empirische Migrations- und Integrationsforschung.

Dr. Philipp Weiß,

München

Propylaeum – die digitale Serviceplattform des

Fachinformationsdienstes Altertumswissenschaften.

Seit 2016 betreut die Bayerische Staatsbibliothek in Kooperation mit der Universitätsbibliothek

Heidelberg den Fachinformationsdienst (FID) Altertumswissenschaften. Eine

seiner Kernaufgaben liegt in der umfassenden Sammlung und überregionalen Bereitstellung

von Fachliteratur aus mittlerweile acht altertumswissenschaftlichen Disziplinen

in Fortführung der früheren Sondersammelgebiete (u. a. Klassische Philologie, Alte

Geschichte, Archäologie, Byzantinistik, Mittel- und Neulateinische Philologie).

Ergänzend dazu bietet der FID Altertumswissenschaften über sein Portal Propylaeum ein

breites digitales Serviceportfolio für die Fachöffentlichkeit an, das im Vortrag vorgestellt

wird (www.propylaeum.de/). Im Zentrum stehen Dienstleistungen für die wissenschaftliche

Literaturrecherche: Die Gnomon Bibliographische Datenbank (GBD) wurde in den

letzten Jahren einem umfassenden Relaunch unterzogen und steht jetzt mit verbessertem

Datenbestand und aktualisierter Oberfläche zur Verfügung (www.gbd.digital).

PropylaeumSEARCH ermöglicht die altertumswissenschaftliche Metasuche in derzeit 30

fachrelevanten Datenquellen (www.propylaeum.de/suche/). Der Profildienst my.propylaeum

informiert über aktuelle Neuerwerbungen aus den Altertumswissenschaften,

und über den Wunschbuchservice können Digitalisierungen in Auftrag gegeben

werden. Der Fachinformationsdienst hält darüber hinaus verschiedene Angebote für das

wissenschaftliche Publizieren bereit, die dem Gedanken des Open Access verpflichtet

sind (Zeitschriften, Monographien, Forschungsdaten etc.; vgl. www.propylaeum.de/

publizieren/). Kontinuierlich ausgebaut wird das Angebot von recensio.antiquitatis, ein

Open-Access-Aggregator für altertumswissenschaftliche Fachrezensionen (www.propylaeum.de/recensio-antiquitatis/).

Flankierend dazu sind über Propylaeum Themenportale,

lizenzierte Datenbanken, Spezialbibliographien, ein Blog und andere fachrelevante

Inhalte verfügbar, die das Angebot zur altertumswissenschaftlichen Fachinformation

abrunden.

Philipp Weiß wurde 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit

zur antiken Vergilrezeption promoviert und hat im Anschluss ein Referendariat für den wissenschaftlichen

Bibliotheksdienst an der Bayerischen Staatsbibliothek absolviert. Seit 2019 ist er

Projektkoordinator des Fachinformationsdienstes Altertumswissenschaften an der Bayerischen

Staatsbibliothek.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal HS 162

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

André Buchner,

Regensburg

SCHABLONIFY (Lernen nach Schablone, Latein).

Anhand ausgewählter Beispiele werden Theorie und praktische Umsetzungsbeispiele

zum Lernkonzept und zur Online-Lernplattform SCHABLONIFY (Lernen nach Schablone,

Latein) thematisiert. Diese Lernkonzepte wurden langjährig und mit hervorragendem

Erfolg in der täglichen Unterrichtspraxis und in Kombination mit Erkenntnissen aus

den Neurowissenschaften und der Kognitions- und Lernpsychologie entwickelt. Durch

eine innovative Verbindung der digitalen mit der analogen Welt werden rasche, aber

nachhaltige Leistungssteigerungen im Fach Latein ermöglicht. Zudem werden durch

die schablonenartigen Prinzipien und gehirnforschungsbasierten Lernsysteme neben

dem reinen Grammatikwissen auch die Denk- und Arbeitsprozesse der Schülerinnen

und Schüler per se strukturiert, weshalb sie auch in anderen Fächern und jahrgangsstufenübergreifend

anwendbar sind. Bezüglich des Fachs Latein wurde der Umfang des

Wortschatzes bewusst auf ein Minimum beschränkt und die einzelnen Grammatikphänomene

selbst werden auf die wesentlichen Basics reduziert. Anhand von Bildern und

Akronymen werden Inhalte so gelernt und in der konkreten Anwendung geübt, dass

das nötige Wissen nicht nur passiv verstanden und nachhaltig abgespeichert, sondern

auch ein aktives und erfolgreiches Anwenden des Wissens gewährleistet wird. Die

Leistungen in den Bereichen Grammatik, Übersetzen und Lernkompetenz lassen sich

somit unabhängig vom Lernjahr systematisch steigern. Hierzu gibt es z.B. Erklärvideos,

Testaufgaben zur Übersetzung und Überprüfung des gelernten Grammatikwissens

sowie klar definierte Lernpläne.

André Buchner studierte Lehramt an Gymnasien (u.a. Latein) und arbeitete in den Bereichen

Kognitionsforschung, Gehirn und Bewegung an Universitäten im In- und Ausland. Nach seinem

Studium und seiner Arbeit an der Universität Regensburg, der University of Minnesota (Minneapolis,

USA) und der Karl-Franzens-Universität in Graz entwickelt er nun verschiedene Dienstleistungen

und Produkte in den Bereichen Lernen und Wissenstransfer, insbesondere für die Bereiche

Schule und Latein.

Dr. Peter Probst,

Hamburg

Gefällt mir! – Social Media für den

altsprachlichen Unterricht einsetzen.

Soziale Medien sind aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Generationenübergreifend

tauschen sich Menschen über Facebook aus, teilen Informationen über

Twitter, posten Fotos auf Instagram oder laden Videos hoch bzw. konsumieren sie auf

YouTube. Kommuniziert wird in hohem Maße über WhatsApp oder andere Messengerdienste.

Für unsere Schülerinnen und Schüler und auch für viele von uns Lehrkräften

gehört das zum ganz normalen Alltag.

Im Mittelpunkt des Workshops soll nun die Frage stehen, ob und wie diese Dienste

sowohl im altsprachlichen Unterricht als auch zur Öffentlichkeitsarbeit für die Alten

Sprachen gewinnbringend eingesetzt werden können. Dazu sollen einige aktuelle Social-Media-Netzwerke

kurz präsentiert und ihre spezifischen Besonderheiten, z.B. Nutzerkreis,

Zielrichtung, Relevanz und Fragen des Datenschutzes erörtert werden. Darüber

hinaus werden mehrere bereits realisierte Praxisbeispiele vorgestellt und diskutiert. Auf

dieser Grundlage soll der Workshop dazu genutzt werden, in einer Arbeitsphase weitere

Ideen für den Einsatz von sozialen Medien im altsprachlichen Unterricht zu entwickeln

und diese anschließend im Plenum zu diskutieren. Vorkenntnisse sind zwar hilfreich,

werden aber nicht vorausgesetzt. Eigene Praxisbeispiele der Teilnehmer*innen können

gerne mitgebracht und vorgestellt werden.

Peter Probst (*1977), Studium der Fächer Geschichte, Latein und Archäologie in Frankfurt/Main

(1997–2005), Magister Artium (2004), Erstes Staatsexamen (2005), Promotion zum Dr. phil. im

Fach Alte Geschichte an der Universität Hamburg (2009), Referendariat und Zweites Staatsexamen

(2010-2012), seitdem in Hamburg als Lehrkraft für die Fächer Latein, Geschichte, PGW

(Politik, Gesellschaft, Wirtschaft) an der Heinrich-Hertz-Schule tätig.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal HS 162

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 126

Bärbel Flaig,

Rudolstadt / Suhl

Euroclassica – Latein und Griechisch in Europa.

Der Arbeitskreis hat zum Ziel, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Arbeit der

Euroclassica, des Dachverbandes der Latein und Griechisch Unterrichtenden in Europa,

die angebotenen Akademien sowie die Europäischen Examina (European Certificates

for Classics – ECCL) in den beiden Stufen Vestibulum (Anfänger) und Ianua (Fortgeschrittene)

vorzustellen.

Bärbel Flaig, Studium der Fächer Latein, Geschichte, Altgriechisch, Französisch und Italienisch in

Tübingen und Paris; Referendariat in Stuttgart; seit 1996 im Schuldienst zunächst in Baden-Württemberg,

dann in Thüringen; 2002–2008 Referentin für Latein und Griechisch am Thüringer Institut

für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien; 2003–2005 EPA-Kommission Latein/

Griechisch; seit 2006 Mitglied der AG Begabungsförderung am ThILLM; 2007–2011 Vorsitzende

des Thüringer Altphilologenverbandes; 2008 - 2013 Mitglied der Lehrplankommission Latein/

Griechisch; seit 2009 Mitglied des Vorstands des DAV; seit 2010 Vertreterin Deutschlands in der

Euroclassica; seit 2015 Mitglied des Vorstands der Euroclassica; 2015–2017 Koordinatorin für

Lehrerbildung und Gesundheit/Referentin für Schul- und Unterrichtsentwicklung am SSA Südthüringen,

Mitarbeit im DAV-AK Latein „Neue Wege im Lateinunterricht“; seit 2017 Schulleitungstätigkeiten;

seit 2019 Vice-president der Euroclassica.

Günter Kiefer / Dr. Matthias Korn,

Hoyerswerda / Leipzig

Bericht über ‚Perspektiven IV‘ 28./29. November 2019

in Hoyerswerda und Aussprache.

Am 28. und 29.11.2019 fand in Hoyerswerda die 4. Fachtagung des Formats ‚Perspektiven

zur Weiterentwicklung des Lateinunterrichts‘ statt, die in bewährter Weise

Vertreter*innen der Bildungsadministrationen und der universitären Fachdidaktik zum

Diskurs zusammenführte, deren Kreis durch schulfachlich und -politisch engagierte

Schulleiter*innen bereichert wurde.

Im inhaltlichen Zentrum standen die Themen „Textverstehen und Wege der Dokumentation“

und „Außenwirkung und Innensicht des Schulfaches Latein“.

Erstmals fand die Fachtagung an einer Schule statt, nämlich an der Christlichen Schule

Johanneum in Hoyerswerda, einer staatlich anerkannten Ersatzschule, die ein allgemeinbildendes

Gymnasium und eine Oberschule betreibt.

Die Fachtagungen des Perspektivenformats nehmen im deutschsprachigen Raum seit

2013 in zunehmender Weise Einfluss auf fachdidaktisch und -methodisch relevante

Diskurse, z.B. zu den Themen Digitalisierung, Ausweitung auf nichtgymnasiale Schularten

und Wortschatzarbeit. Ergebnisse dieser Diskurse finden auch zunehmend

Eingang in neu erstellte curriculare Dokumente der Länder.

In Hoyerswerda wurden im Hinblick auf Inhaltlichkeit und Organisation bewährte und

neue Elemente in ausgewogener Weise verbunden:

Beibehalten wurde die Adressatenspezifik, die Breite des Raums, der dem Erfahrungsaustausch

eingeräumt wird, die Internationalität und die konsensorientierte Vorbereitung

durch ein Vorbereitungskomitee aus Schulpraxis, Administration und Universität.

Innovationen gab es v.a. auf dem Feld der Workshoparbeit und der Verknüpfung des

Anliegens der altsprachlichen Bildung mit Geschichte und Kultur des Tagungsortes

vermittels des roten Fadens der Erinnerungskultur. Der Vortrag im Arbeitskreis wird die

wesentlichen Tagungsergebnisse referieren und im Anschluss interessierten Teilnehmer*innen

des DAV-Kongresses Gelegenheit für Fragen und Diskussion geben.

Günter Kiefer studierte Griechisch und Latein an der Universität des Saarlandes und legte die

Erste und Zweite Staatsprüfung in diesen Fächern ab. Seit 1992 war er als Lehrer und stellvertretender

Schulleiter in Hoyerswerda tätig, seit 2005 ist er Schulleiter der Christlichen Schule

Johanneum Hoyerswerda (Gymnasium – Oberschule).

Matthias Korn vertritt die Fachdidaktik der Alten Sprachen an der Universität Leipzig und war

zuvor als Lehrer, Lehrerausbilder, Fachberater und Fachreferent im Sächsischen Staatsministerium

für Kultus tätig.

AK

16.30–18.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 317

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ABEND DER VERLAGE

ABEND DER VERLAGE

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020 · 18 UHR

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020 · 18 UHR

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael von Albrecht

und Nina Toller,

Ernst Klett Verlag

Prof. Dr. Stefan Kipf,

Cornelsen

Das Verhältnis der Geschlechter

in Ovids Metamorphosen.

Latein als Brücke: Mehrsprachigkeit nutzen

und Sprachbildung fordern.

Audimax der

Universität,

Sanderring 2

Im Anschluss

an den Vortrag

lädt der Ernst

Klett Verlag

zu einem

Sektempfang

ein.

Schon in der Liebeskunst geht es nicht nur darum, die Geliebte zu erobern, sondern

auch, der Liebe Dauer zu verleihen (wozu auch musikalische und literarische Bildung

gehört). Noch differenzierter ist das Bild in den Metamorphosen. Vom tiefen Mitgefühl

für vergewaltigte Frauen über die Sublimierung des Eros in der Kunst (Daphne)

und die Darstellung tragischen Schicksals in der Ehe (Cephalus und Procris) bis hin zur

Doppelverwandlung oder Doppelapotheose von Paaren (z.B. Philemon und Baucis,

Romulus und Hersilia, Cadmus und Harmonia). Die Problematik des Verhältnisses der

Geschlechter ist ein Hauptthema des dritten Buches: Anfang und Ende zeigen das

erhöhte Gewaltpotential rein männlicher und rein weiblicher Gruppenbildungen. Im

Mittelpunkt steht die zweimalige Geschlechtsverwandlung des Tiresias, der als Kenner

beider Perspektiven zum Seher wird.

Anknüpfend an den Vortrag stellt Nina Toller ergänzend digitale Materialien passend

zum Thema vor.

Michael von Albrecht, geb. in Stuttgart, studierte Musik, Klassische Philologie und Indologie in Stuttgart,

Tübingen und Paris. Promotion 1959, Habilitation 1963, Ordinarius für Klassische Philologie an der

Universität Heidelberg 1964–1998. Ehrendoktor: Univ. Thessaloniki und Akademie der Wissenschaften

Moskau. Ehrenmitglied DAV. Mitglied mehrerer Akademien. Gastprofessuren: Institute for Advanced

Study (Princeton), Univ. Amsterdam, Univ. Texas (Austin), Univ. Florida. Publikationen: Geschichte der

römischen Literatur; Meister römischer Prosa; Römische Poesie; Rom: Spiegel Europas; Literatur als Brücke;

Vergil; Ovid; Cicero’s Style; Roman Epic; Senecas Lebenskunst; Große römische Autoren (3 Bände).

„Antike und Neuzeit”, 3 Bände; Carmina Latina; Das Märchen vom Heidelberger Affen.

Übersetzungen: Ovid; Catull; Vergil; Cicero; Iamblichos. Schulausgabe: Ovid, Metamorphosen

(mit H.J. Glücklich). Scripta Latina (darin: der Heidelberger Affe). Herausgeber: Studien zur Klassischen

Philologie; Quellen und Studien zur Musikgeschichte. Pegasus-Nadel DAV; Premio internazionale

Mimesis für metrische Poesie.

Nina Toller unterrichtet die Fächer Englisch, Geschichte, Latein und Informatik an einem Gymnasium

in Duisburg. In ihrer Freizeit hat sie sich immer mehr mit digitalen Medien beschäftigt und sich weitergebildet,

sodass ihr Unterricht mittlerweile immer eine Mischung aus analogen und digitalen Medien

ist.​Ihre Schüler sollen nicht nur Inhalte und Fakten lernen, sondern auch, wie sie sich Informationen

beschaffen, wie sie ihre Arbeit effektiv und effizient untereinander aufteilen, und wie sie das Gelernte

am besten visualisieren. Dazu nutzt sie vor allem kooperative Lernformen und orientiert sich am

4K-Modell (Kritisches Denken, Kommunikation, Kreativität und Kollaboration). An ihrer Schule ist sie

Beauftragte für Digitalisierung und bildet Lehrkräfte und Dozenten bundesweit fort. Ihre Ideen, Erfahrungen

und Material teilt sie auf ihrem Blog www.tollerunterricht.com und in den sozialen Medien.

Sprachbildung, d.h. die systematische Förderung von Sprachentwicklungsprozessen, gilt

zu Recht als zentrale Aufgabe schulischer Bildungsarbeit.

In den letzten Jahren wurde deutlich, dass insbesondere der Lateinunterricht hierzu

einen spezifischen Beitrag leisten kann. In dem Maße, wie sich die Schülerinnen und

Schüler auch im Lateinunterricht in Richtung einer kulturell sowie sprachlich vielfältig

zusammengesetzten Klientel verändern, wird es daher nötig sein, den Unterricht in

Bezug auf Förderung von Sprachbildung und auch der damit eng verbundenen Mehrsprachigkeit

gezielt weiterzuentwickeln. Der Vortrag gibt einen Einblick in den aktuellen

Stand der Diskussion und zeigt mögliche Perspektiven für die Fortentwicklung dieses

Bereich altsprachlicher Fachdidaktik.

Stefan Kipf (Jg. 1964) studierte Klassische Philologie in Berlin (FU) und Austin/USA, und wurde

1997 an der FU mit einer Arbeit zu Herodot als Schulautor promoviert. 2005 habilitierte er

sich dort mit einer Studie zur Geschichte des altsprachlichen Unterrichts in der Bundesrepublik

Deutschland. Seit 2006 ist er Professor für Didaktik der Alten Sprachen an der HU Berlin und Vorsitzender

des LV Berlin und Brandenburg; u.a. war er Bundesvorsitzender des DAV (2007–2011)

und Gründungsdirektor der Professional School of Education der HU (2011–2016). Arbeitsbereiche:

Geschichte des altsprachlichen Unterrichts und der Klassischen Philologie, Geschichte und

Theorie der humanistischen Bildung, Sprachbildung, Literaturdidaktik, Lehrplan- und Lehrbuchentwicklung

sowie Weiterentwicklung der Lehrerbildung.

Hörsaal 162

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

ABEND DER VERLAGE

ABEND DER VERLAGE

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Audimax der

Universität,

Sanderring 2

Foto: Luftbildcentrum

DONNERSTAG, 16. APRIL 2020 · 18 UHR

Dr. Martin Biermann /

OStD Andrea Kammerer /

StD Dr. Stefan Müller /

OStD Clement Utz

C. C. Buchner-Verlag

Die Wörter – Schlüssel zum Text

Die Kenntnis von Wörtern ist unabdingbare Voraussetzung für das Erlernen einer jeden

Sprache. Gerade bei Unterrichtenden der Reflexionssprache Latein sind mangelnde

Vokabelkenntnisse der Schülerinnen und Schüler oft Anlass für Klagen, ja für Grundsatzdiskussionen

– man kommt bei der Texterschließung nicht voran, das Textverstehen

leidet, und schließlich sind die allermeisten Fehler in Prüfungsarbeiten auf Probleme im

Wortschatz zurückzuführen.

Die Problematik ist freilich weitaus vielschichtiger, als es die Betroffenheit der Lehrkräfte

erahnen lässt. Wir wissen: Vokabeln entfalten „ihre Bedeutung“ erst in einem konkreten

Kontext, viele Wörter verstehen wir nur in ihrer soziokulturellen Bezugswelt, und

so manche deutsche Bedeutung ist im aktiven Wortschatz unserer Schülerinnen und

Schüler nicht mehr präsent. Andererseits wissen wir: Der Zugang zu einem lateinischen

Text erfolgt zunächst ganz wesentlich über die Semantik, also über die Bedeutung der

Wörter – sie sind der Schlüssel zum Text.

Was heißt das für den Unterricht, für die Einführung, das Lernen und Wiederholen der

Vokabeln, für die Erschließung von Texten, für die Gestaltung der Lehrbücher? Und

welche Schlüsse ziehen wir daraus für den Umfang des Grundwortschatzes, den wir im

Sprachunterricht vermitteln?

DONNERSTAG, 16. APRIL 2018 · 18 UHR

Martin Biermann (Oberstudienrat) hat in Hannover an der St. Ursula-Schule, am Kaiser-Wilhelm-

und Ratsgymnasium und an der Sophienschule unterrichtet; seit 2008 ist er in Göttingen

am Otto-Hahn-Gymnasium. Für den Verlag C. C. Buchner ist er seit über zwanzig Jahren tätig. In

dieser Zeit hat er an mehreren Lehrwerken mitgearbeitet (prima, prima.nova, ROMA).

Andrea Kammerer (Oberstudiendirektorin) Studium der Latinistik und Germanistik (Regensburg).

Lehrerin für Latein und Deutsch. Fachbetreuerin für Latein und Deutsch (Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium

Schwabach). Seminarlehrerin für Deutsch und stv. Seminarvorstand

(Gymnasium Neutraubling). Schulleiterin (Johannes-Turmair-Gymnasium Straubing).

Publikationen (in Auswahl): Herausgeberin verschiedener Lehrwerke: Campus, Felix-neu, Latein

mit Felix, Roma, Prima / Autorin von Textausgaben und Lehrwerken: Bamberger Bibliothek, Transfer

11, Transit 6 / Autorin: adeo-Wortkunden, Schülergrammatik Latein / Didaktische Beiträge:

Sprachunterricht, Übergangslektüre (Piccolomini), Lehrerhandreichung Dichterlektüre

(Transfer 11, incl. Whiteboard-Material)

Dr. Stefan Müller (Studiendirektot) unterrichtet seit 2001 am Albrecht-Dürer-Gymnasium in

Hagen. Für den Verlag C. C. Buchner ist er seit über zehn Jahren tätig. In dieser Zeit hat er an

mehreren Lehrwerken mitgearbeitet (Campus, prima.nova, ROMA) und mehrere Textausgaben

verfasst (Cäsar, Livius, Vergil).

Clement Utz (Oberstudiendirektor) Studium der Klassischen Philologie und Germanistik

(Regensburg). Lehrer für Latein, Griechisch und Deutsch. Fachmitarbeiter für Latein beim

Ministerialbeauftragten (Oberpfalz). Seminarlehrer für Latein (Albrecht-Altdorfer-Gymnasium

Regensburg). Lehrbeauftragter für Altsprachliche Fachdidaktik (Universität Regensburg).

Schulleiter und Seminarvorstand (Albrecht-Altdorfer-Gymnasium Regensburg).

Publikationen (in Auswahl): Herausgeber verschiedener Lehrwerkreihen und Textausgaben:

Campus, Felix, Roma, Prima; Bamberger Bibliothek, Transfer, Transit / Autor von Lehrwerken und

Textausgaben: Roma A IV, ratio 34 / Autor und Herausgeber: adeo-Wortkunden, Grammadux,

Schülergrammatik Latein / Didaktische Beiträge zu verschiedenen Themen: Wortschatz,

Grammatik, Sprachunterricht, Übergangslektüre (Auxilia 36), Livius, Lernprogramme,

spätbeginnender Griechischunterricht

Gebäude B4 1

Raum 0.23

Die Referenten erläutern Ihnen den lernpsychologischen und fachdidaktischen Hintergrund,

sie erklären wichtige Prinzipien der Vokabelvermittlung, zeigen Ihnen anhand

der neuesten Lehrwerke konkrete Beispiele für gelingende Wortschatzarbeit und

begründen aus den Untersuchungen zum breit angelegten Projekt „Bamberger Wortschatz“

die Möglichkeiten und Grenzen einer Reduktion unseres Grundwortschatzes.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

Prof. Dr. Ulrich Schmitzer,

HU Berlin

Prof. Dr. Felix K. Maier,

Würzburg

Subsidit digitisque cedit. Ovids Pygmalion als digitale Figur, oder:

von Pygmalion 2.0 zurück zu Pygmalion Beta.

Digitale (textkritische) Editionen –

aller Fortgang ist schwer.

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

(Audimax)

Ovids Pygmalion ist eine digitale Figur – im wörtlichen Sinne, weil er mit seinen Fingern

eine ideale Frau als Kunstwerk schafft und das Resultat prüft, in einem weiteren Sinne,

weil sich seine Rezeption und Transformation bis in die digitale Welt der Gegenwart

erstreckt. Im Vortrag soll zunächst untersucht werden, wie Ovids Erzählung anfangs

eine Vielzahl von Spuren legt, die sich im Verlauf zum großen Teil als bewusste Irreführungen

des Lesers erweisen, bis dann der perfekte und von den Göttern unterstützte

Künstler Pygmalion entsteht. Sodann soll gezeigt werden, wie die Digitalisierung von

für die Altertumswissenschaften relevanten Quellen dazu beitragen können, ein

differenziertes Bild der Rezeptionsgeschichte (nicht nur) des Pygmalion zu zeichnen.

Ulrich Schmitzer (geb. 1960): Studium der Fächer Latein, Deutsch, Geschichte, Griechisch in

Erlangen und Wien, 1. Staatsexamen 1985/86, Promotion 1989, 2. Staatsexamen 1991, Habilitation

1997; seit 2003 Professor für Klassische Philologie/Latinistik an der Humboldt-Universität

zu Berlin. Forschungsschwerpunkte: augusteische Dichtung, antike Geschichtsschreibung,

Rom und die antike Topographie in der Literatur, pagane Literatur der Spätantike, Rezeption und

Transformation der Antike; Antike und Internet – seit 2002 Mitherausgeber der Zeitschrift

„Gymnasium“ und Mitglied im Bundesvorstand des DAV, seit 2015 Mitglied des Geschäftsführenden

Vorstands des DAV.

Im Unterschied zu anderen Bereichen der Digitalisierung in den Altertumswissenschaften

ist die Erstellung digitaler textkritischer Editionen noch nicht weit vorangeschritten.

Für diesen Umstand gibt es verschiedene Gründe. Der Vortrag setzt sich deshalb zunächst

mit dem komplexen Prozess der Erstellung einer digitalen Textedition auseinander,

präsentiert sodann mögliche Ursachen für die bisher eher schleppend voranschreitende

Entwicklung und zeigt potenzielle Lösungen für bisherige Hindernisse auf.

Felix K. Maier hat in Freiburg, Eichstätt und Oxford Latein, Griechisch und Geschichte studiert.

Er war Austauschdozent an der University of Durham und Visiting Scholar am Deparment of Classics

der Yale University. Derzeit ist er Inhaber einer Heisenberg-Stelle der DFG an der Julius-Maximilians-Universität

Würzburg. Neben den Digital Classics liegen seine Forschungsschwerpunkte

in der griechischen Geschichtsschreibung, der antiken Konfliktforschung sowie der kaiserlichen

Repräsentation in der Spätantike.

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

Buchpublikationen: Zeitgeschichte in Ovids Metamorphosen (1990); Ovid – Leben und Werk, eine

Einführung anhand der Elegie trist. 4,10 (1994); Velleius Paterculus und das Interesse an der

Geschichte im Zeitalter des Tiberius (2000); Ovid (2001. 2 2011, ital. Fassung 2006); Friede auf

Erden? Latinistische Untersuchungen zur pax Augusta in interdisziplinärer Perspektive (2005):

Rom im Blick. Lesarten der Stadt von Plautus bis Juvenal (2016):

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

Prof. Dr. Dennis Pausch,

Dresden

Prof. Dr. Jan Stenger,

Würzburg

Anachronistische Zeitmontagen als literarische Technik

in Vergils Aeneis.

Freie Rede, Populismus und Lügen –

im digitalen Zeitalter und im klassischen Athen.

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Zu den Merkmalen der Aeneis gehört ein besonderes Raffinement, mit dem verschiedene

Zeitebenen von der Frühzeit bis in die augusteische Gegenwart hinein verschränkt

werden. Gegenüber den sog. ‚großen Durchblicken‘ in der Heldenschau oder Schildbeschreibung

haben jedoch kleinere und vor allem implizitere Formen noch vergleichsweise

wenig Aufmerksamkeit gefunden. Im Mittelpunkt dieses Vortrags soll daher

der Beitrag stehen, den anachronistische Schilderungen zu diesem Gesamtbild leisten.

Dabei soll plausibel gemacht werden, dass es sich bei ihnen nicht um Fehler oder

Unachtsamkeiten des Autors handelt, die sich auf mangelnde historische Kenntnisse zurückführen

lassen, sondern um eine bewusste eingesetzte literarische Technik, die zwei

Zeitebenen zugleich sichtbar werden lässt (zu einem Verständnis von Anachronismus

als ästhetisches Verfahren vgl. jetzt auch Antje Junghanß, Bernhard Kaiser u. Dennis

Pausch (Hgg.), Zeitmontagen: Formen und Funktionen gezielter Anachronismen,

Palingenesia 116, Stuttgart 2019).

Im Zeitalter von social media und fake news scheint die freie Rede akut bedroht zu

sein, selbst in demokratischen Gesellschaften. In der Politik wie in der Wissenschaft ist

allenthalben von Redeverboten zu hören; Meinungsäußerungen können in einer polarisierten

Öffentlichkeit zu Anfeindungen, gar zu Morddrohungen führen. Der Blick auf das

klassische Athen zeigt, dass auch in der antiken Demokratie die Freiheit der Rede und

ihre Grenzen problematisiert und öffentlich diskutiert wurden. Neben offenkundigen

Parallelen zu Debatten des 21. Jahrhunderts wurden dabei aber auch deutlich andere

Argumente ins Feld geführt. Dieser Vortrag beleuchtet anhand von politischen Reden

und philosophischen Texten des 4. Jh., wie in Athen die Gefahren und Gefährdungen

der Redefreiheit bewertet wurden und welche Kriterien für einen verantwortungsvollen

Gebrauch der offenen Rede in die Diskussion eingeführt wurden. Es zeigt sich, dass

das Prinzip der freien Rede auch instrumentalisiert werden konnte, um den politischen

Gegner vom öffentlichen Diskurs auszuschließen.

V

9.00–10.00 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

Dennis Pausch studierte Lateinische und Griechische Philologie sowie Geschichte an der Justus-

Liebig-Universität Gießen und war ebendort nach der Promotion im SFB 434 „Erinnerungskulturen“

(Biographie und Bildungskultur. Personendarstellungen bei Plinius dem Jüngeren,

Gellius und Sueton, Millennium-Studien 4, Berlin 2004) Akademischer Rat am Institut für

Altertumswissenschaften. Nach einem Forschungsaufenthalt als Feodor Lynen-Stipendiat der

Alexander von Humboldt-Stiftung in Edinburgh erfolgte die Habilitation in Klassischer Philologie

(Livius und der Leser. Narrative Strukturen in ab urbe condita, Zetemata 140, München 2011), die

mit dem Bruno Snell-Preis der Mommsengesellschaft ausgezeichnet wurde. Ab 2012 hatte er eine

Lehrprofessur für Lateinische Philologie an der Universität Regensburg inne und wechselte 2014

auf den Lehrstuhl für Klassische Philologie (Latein) an der Technischen Universität Dresden. Er ist

dort als Leiter eines Teilprojekts zu den Invektiven Ciceros am SFB 1285 „Invektivität. Konstellationen

und Dynamiken der Herabsetzung“ beteiligt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören

darüber hinaus die antike Biographie und Geschichtsschreibung sowie allgemein die Literatur der

augusteischen Zeit und der Bildungskultur des 2. Jh. n. Chr.

Jan R. Stenger ist Professor für Klassische Philologie/Gräzistik an der Julius-Maximilians-

Universität Würzburg. Von 2012 bis 2019 war er MacDowell Professor of Greek an der University

of Glasgow. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die griechische Lyrik, die Literatur und Kultur der

Spätantike sowie das antike Christentum. Sein aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit der

Performanz der freien Rede (parrhesía).

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

Univ.-Prof. Dr. Christine Walde,

Mainz

PD Dr. Stefan Schneckenburger,

Darmstadt

Moderne Musen. Die Rezeption antiker Frauengestalten

in der zeitgenössischen Literaturproduktion.

Von Satyrn und kummerstillenden Tränken –

Antike Mythologie in der Botanik.

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

Audimax

In den letzten Jahren sind bemerkenswert viele Bücher (Romane und andere Textformen)

erschienen, die Gestalten des antiken Mythos und -Geschichte aufgreifen,

darunter Ursula Le Guins Lavinia (2008) und Natalie Haynes‘ A Thousand Ships (2019).

Dabei ist auffällig, dass diese Werke meist Frauengestalten ihre Stimme leihen und

insofern in direkte Konkurrenz mit der eher ‚männlichen‘ Erzählperspektive der antiken

Literatur treten. Neben einer Typologisierung dieser literarischen Produkte werden

repräsentative Werke vorgestellt und in ihrer Beziehung zu den antiken Prätexten

analysiert. Besonderes Augenmerk wird auf die Erzählperspektive und auf die damit

verbundene Dekonstruktion der ‚kanonischen‘ Texte der Antike hinsichtlich ihrer

Darstellung der Geschlechterverhältnisse gerichtet. Reflexionen über den Status dieser

Literaturproduktion im Prozess der schon Jahrtausende andauernden Antikerezeption

und ihre Produktionsbedingungen (Autoren/innen , avisiertes Publikum, Vermarktung

usw.) runden den Vortrag ab.

Christine Walde, seit 2005 Professorin für Klassische Philologie an der JGU Mainz.

Forschungsschwerpunkte: Literatur der Späten Republik und frühen Kaiserzeit

(bes. Ovid, Properz Lucan, Seneca, Epos, Elegie, Rhetorik), Kulturwissenschaft und Gender Studies

der Antike, Antikerezeption. Zahlreiche Publikationen. Aktuell Abschluss einer Monographie zu

Lucans Bellum Civile.

Latein als „Lingua franca“ der Wissenschaft war die Sprache, in der sich in der Zeit

der Entstehung der wissenschaftlichen Terminologie und der Benennung von Arten die

Wissenschaftler bedienten. So war es CARL VON LINNÉ, der mit der Einführung der

binären Nomenklatur die Grundlage für die Benennung von Pflanzen (1753) und Tieren

(1758) legte. LINNÉ und die Naturforscher seiner Zeit griffen einerseits auf vorhandene

lateinische und griechische Namen wie Fagus (Buche) oder Cydonia (Quitte) zurück, definierten

Arten dann durch charakteristische Epitheta, die sie ebenfalls den klassischen

Sprachen entnahmen (albus, utilis), neu schufen (subhirsutus; auch Hybridworte wie

rubro-cyaneus) oder zurechtbogen (tournefortii). Für die außereuropäischen „neuen“

Gattungen schufen die humanistisch gebildeten Botaniker neue Namen wie Cypripedium

(Venusschuh-Orchidee), ehrten Kollegen und Vorgänger (Fuchsia) oder „bedienten“

sich bei Homer oder Ovid und anderen antiken Autoren und gaben Namen, die heute

wiederum nur Menschen mit einer gewissen Affinität der humanistischen Bildung

gegenüber verständlich sind. Wer weiß schon, auf welche Episode sich der linnésche

Name der tropischen Kannenpflanzen Nepenthes bezieht?

PD Dr. Stefan Schneckenburger, geb. 1954, Studium der Biologie und Mathematik

(und ein wenig Theologie und Philosophie) in Mainz; Promotion 1987, Habilitation 2008;

seit 1987 Arbeit in Botanischen Gärten und seit 1994 Kustos und später Direktor des Botanischen

Gartens der Technischen Universität Darmstadt. Besondere Interessen: Frühdarwinismus,

Botanik und Literatur, Buchprojekt (2020): „Garten-Theater: Shakespeares grüne Welten.“

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

Prof. Dr. Katharina Wesselmann,

Kiel

OStR Rudolf Henneböhl,

Bad Driburg

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Bellum electronicum – Caesar im digitalen Übersetzungsvergleich.

Caesars Commentarii sind Klassiker des Lateinunterrichts; an den Texten lässt sich eine

große Anzahl von Themen verhandeln, die für heutige Lernende relevant sind. Dazu

gehört auch die Übertragung in andere Sprachen und Epochen. Die Termini, mit der

Caesar Römer und Nicht-Römer benennt – und deren Übersetzungen von der Frühen

Neuzeit bis heute – geben Aufschluss über den epochenbedingt unterschiedlichen

Blick auf das Andere: principes werden zu Fürsten oder Häuptlingen, civitates zu

cities, Republiken oder Vaterland, je nachdem, welche politischen Trends zur Zeit der

Übersetzung virulent sind. An der CAU Kiel entsteht derzeit eine Webseite, die nicht

nur zahlreiche Caesar-Übersetzungen aus verschiedenen Epochen versammelt, sondern

auch konkrete Arbeitsaufträge für Latein-Lernende bietet, mit dem Ziel, ein Bewusstsein

für die Zeitgebundenheit von Übersetzungen zu schaffen.

Wandlungen des antiken Mythos in der digitalen Kunst

des 21. Jahrhunderts.

Zur digitalen Welt gehören auch die digitale Kunst und der digital erstellte Film.

Der antike Mythos ist in beiden Medien sehr lebendig vertreten. Im Vortrag sollen

aktuelle Beispiele gezeigt und interpretiert werden, wobei vor allem der Frage nachgegangen

wird, wie sich das Verständnis des Mythos in der Moderne weiter entwickelt

und verändert.

Rudolf Henneböhl (geb. 1959 in Leverkusen); Studium der Fächer Latein, Katholische Religionslehre

und Philosophie an der Universität Köln und Bonn, von 1985–1987 Referendariat in Siegen,

seit 1987 Lehrer in Bad Driburg (zwischenzeitlich in Köln).

2005 Gründung des „Ovid-Verlages” (www.ovid-verlag.de) mit dem Ziel des Aufbaus verschiedener

Lektürereihen (Schwerpunkte: existenzielle und psychologische Interpretation lateinischer

Literatur, Bilddidaktik und Kreativität).

V

10.15–11.15 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

Katharina Wesselmann hat in Tübingen, Köln und Basel Gräzistik, Latinistik und Kunstgeschichte

studiert. 2004–2009 war sie Assistentin der Gräzistik an der Universität Basel und promovierte

2010 mit einer Arbeit über Mythische Erzählstrukturen in Herodots Historien. Daneben war sie von

2004–2018 Lehrerin für Latein und Griechisch am Basler Gymnasium Münsterplatz. Seit 2010 ist

sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Basler Homer-Kommentar (SNF-Projekt) und habilitierte

sich 2018 mit einem Kommentar zum 7. Gesang der Ilias. Von 2015–2019 war sie als Fachdidaktikerin

an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel tätig; seit 2019 hat sie die Professur für

Fachdidaktik der Alten Sprachen an der CAU Kiel inne. Ihre Forschungsinteressen liegen in den

Bereichen Geschichtsschreibung, Epos, narrative Topoi, mythische und rituelle Prägungen von

Texten, Didaktik und Vermittlung der Alten Sprachen.

Publikationen:

A) allgemein: Ovids Daedalus und Ikarus – Der Vater-Sohn-Konflikt im Zeitraffer, in: Anregung 5/1994, S. 293–302

• Römische Dichtung im Plastik-Zeitalter. Kreativität als Mittel der vertiefenden Interpretation, in: Auxilia 47, S. 86–103

• Daphne, Narcissus, Pygmalion. Liebe im Spiegel von Leidenschaft und Illusion in Ovids Metamorphosen, Reihe: Antike

und Gegenwart, Buchners-Verlag 2004 (Textband und Lehrerkommentar) • „Stumm vor Schmerz ist die Lyra”: Der

Gesang des Orpheus und die Entstehung der Liebeselegie. Zur Aussageabsicht des zehnten Buches der Metamorphosen

Ovids, in: Gymnasium 4/2005, S. 345–374 • „The good, the bad and the ugly“ – Lektürebegleitende Tagebücher zu

„Amor und Psyche”, in: AU 4+5/2007, S. 60–71 • Ut spectaculum poesis – Ovidische Dichtung und szenische Interpretation,

in: AU 4/2009, S. 56–64 • AU 4/5, 2013 („Ovid”): a) Von den Wurzeln menschlichen Handelns – Ovid als Psychologe

(S. 86–92); b) testis abest somno, nec abest imitata voluptas – Byblis als Beispiel psychologischer Darstellung bei Ovid

(S. 38–51); c) adpositis queritur ieiunia mensis – Erysichthon als Beispiel existenzieller Darstellung bei Ovid (S. 52–58)

• AU 3/4, 2019 („Catull”): Sprachliche und existenzielle Interpretation am Beispiel von c. 109 (S. 10–21) • AU 5/2019

(„Werte”): Victa iacet pietas – pietas in Ovids Metamorphosen (S. 36–50)

B) Im Eigenverlag (Ovid-Verlag):

Reihe „Latein Kreativ”: Band 1: Ovid, Metamorphosen (Textband, Lehrerkommentar und Übungsheft), Band 2: Ovid, Ars

amatoria und Remedia amoris (TB + LK), Band 3: Vergil, Aeneis (TB, LK und Laboratorium/Übungsheft), Band 4: Seneca,

philosophische Schriften (TB + LK), Band 5: Ovids Amores und die Römische Liebeselegie (TB), Band 6: Apuleius, Amor

und Psyche (TB + LK) • Reihe „Scaena”, Bd. 1: Ovid, Metamorphosen – Beiheft zur szenischen Interpretation (TB + LK) •

Reihe „pictura“, Bd. 1: Comic zu Ovid, Metamorphosen • Reihe „nugae“, Bd. 1: Ovids Metamorphosen in modernen Kurzerzählungen

• Lehrwerk Statio (für Latein III, zusammen mit Prof. Friedrich Maier): Lehrbuch mit Beiheft, Übungsheft,

Vokabelheft und Lehrerkommentar; ergänzend dazu: „Das große Klausurenbuch“ • Studium generale (Lernbögen zur

lateinischen Sprache) • Vocabularium (Vokabel-Workbook) • Essay-Bände von Prof. Friedrich Maier: Festschrift zum 80.

Geburtstag (2015) / „Ich suche Menschen – Humanität und humanistische Bildung“ (2016) / „Allgewaltig ist der Mensch

... – Ein Plädoyer für Literatur“ (2018) / „Imperium – Von Augustus zum Algorithmus. Geschichte einer Ideologie“ (2019)

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

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VERBANDES

2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 216

Dr. Uwe Springmann,

München

„Sprachdaten als Wirtschaftsgut - was kann die Altphilologie von

GAFA (Google, Amazon, Facebook, Apple) in Hinsicht auf den

Umgang mit Sprachdaten zur Erzeugung wirtschaftlich nutzbaren

Wissens lernen?”

In einer zunehmend technisch geprägten Welt scheinen die alten Sprachen

perpektivisch an Bedeutung zu verlieren. Hält man sich jedoch vor Augen, dass die

höchstbewerteten Wirtschaftsunternehmen Google, Amazon, Facebook und Apple

ihren Erfolg zu einem Großteil ihrem Umgang mit Sprachdaten (Internetsuche, Produktbewertungen,

Alexa, Siri, iPhone) verdanken, wird klar, dass der Zeitgeist alles andere

als sprachfeindlich ist.

Im Vortrag werden Ansätze vorgestellt, wie man dieses Momentum nutzen kann, um

die Attraktivität der alten Sprachen in Lehre und Forschung zu steigern. Exemplarisch

werden die Bereiche Spracherkennung (speech-to-text), Spracherzeugung (text-tospeech),

Rückgewinnung von Sprachdaten aus frühen Drucken (historische OCR) und

semantische Suche vorgestellt und auf ihr diesbezügliches Potential abgeklopft.

Dr. Uwe Springmann studierte nach dem Abitur am Gymnasium Josephinum in Hildesheim

zunächst Technische Kybernetik, Physik und Astronomie in Stuttgart und München, wo er in

Kontakt mit der Latinitas Viva (Wilfried Stroh) trat. Nach der Promotion in Astronomie war er einige

Jahre in leitender Funktion bei Netscape, Sun Microsystems und British Telecom tätig, bevor er

an die Universität zurückkehrte, Latein und Computerlinguistik studierte und als Lehrer für Latein

und Forscher im Bereich Digital Humanities, insbesondere der optischen Zeichenerkennung früher

Drucke, an den Universitäten in München (LMU), Berlin (HU) und Würzburg (JMU) tätig war.

Unter seinem lateinischen Namen Uvius Fonticola ist er Autor (Gehirnjogging Latein, Latein auf

Zack! Das Sprach- und Gedächtnistraining, Septimana Latina) und Herausgeber (Comenius: Orbis

sensualium pictus) von Büchern mit didaktischer Zielsetzung.

Prof. Dr. Ursula Gärtner,

Graz

Fabel – digital.

Fabeln, insbesondere die des Phaedrus, werden im altsprachlichen Unterricht gerne

gelesen. Fabeln eignen sich, da die Texte kurz und sprachlich relativ leicht sind; ferner

fordern sie durch ihre Bildhaftigkeit zur Interpretation auf. Zugleich kann man an

ihnen besonders gut die produktions- wie rezeptionsgebundene Kontextualisierung

erkennen. In der Fachwissenschaft wurden sie lange vernachlässigt; neuere Forschungen

der letzten Jahre haben allerdings interessante Ansätze eingebracht. Im Vortrag

sollen zunächst diese neuen Aspekte vorgestellt werden. In einem zweiten Teil wird

das „Grazer Repositorium antiker Fabeln (GRaF)“ präsentiert. Es handelt sich dabei um

ein Webportal, das Fabeln auf fachwissenschaftlicher wie fachdidaktischer Grundlage

darbietet. Es umfasst neben einführenden Artikel (Fabel, Autoren, Werke, Textkritik)

eine Fabelauswahl (Phaedrus, Aesop, Avian, Babrios). Die Fabeln werden jeweils mit

Text, Übersetzung, Vokabel-, Grammatik- und Sacherklärungen, metrischer Analyse,

Gliederung Paralleltexten, Thesen aus der Sekundärliteratur sowie Interpretationsfragen

samt Lösungsvorschlägen so dargeboten, dass sie individuell für den Schulunterricht

wie das Eigenstudium verwendbar sind. GRaF versteht sich nicht als Lernplattform,

sondern bietet einen innovativen Ansatz, der die Prinzipien einer kommentierten und

annotierten wissenschaftlichen Digitalen Edition in TEI-XML mit dem neuen Konzept

des Digitalen Schulbuchs verbindet.

Prof. Dr. Ursula Gärtner: Studium der Fächer Latein, Griechisch, Mittellatein in Freiburg, Basel

und Pittsburgh, Promotion in Freiburg, Habilitation in Leipzig. 2002–2016 Professorin für Klassische

Philologie in Potsdam, seit 2016 in Graz. Forschungsschwerpunkte: Antikes Epos (Valerius

Flaccus, Quintus Smyrnaeus), Bildsprache, Fabeln (Phaedrus).

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 224

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERANSTALTUNGEN

VERANSTALTUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

FREITAG, 17. APRIL 2020

Prof. Dr. Daniel Kölligan,

Würzburg

Claudia Schindler,

Hamburg

Von oral poetry zum annotierten Text am Beispiel des Altindischen:

Das Vedaweb-Projekt.

Illam veram et meram Graeciam

Plinius’ Brief an den Provinzstatthalter Maximus (ep. 8,27).

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 162

Der Rigveda stellt das älteste Zeugnis der äußerst reichen literarischen Überlieferung

des Vedischen, des ältesten Altindischen, dar. Entstanden wahrscheinlich in der Zeit

zwischen 1300 und 1000 v. Chr. wurde der Text über Jahrhunderte durch verschiedene

Schulen mündlich mit großer Sorgfalt überliefert, um die Wirksamkeit der im

Ritual verwendeten insgesamt 1028 Götterhymnen zu bewahren. Der mit ca. 160.000

Wörtern sehr umfangreiche Text wurde im von der DFG geförderten Vedaweb-Projekt in

kompletter morphologischer Annotation samt diversen Übersetzungen online verfügbar

und durchsuchbar gemacht (vedaweb.uni-koeln.de). Besonderes Gewicht wurde dabei

auf kombinatorische Suchmöglichkeiten, die komplexe Abfragen ermöglichen, und auf

die Exportierbarkeit sowohl der Annotationen als auch der Suchergebnisse gelegt. Die

interne Kodierung der Daten in TEI soll eine möglichst langfristige Nachverwendung

der Projektdaten ermöglichen. Der Vortrag wird neben der Darstellung des Projekts

Möglichkeiten und Desiderate digitaler Textkorpora, die in ähnlicher Weise für auch für

griechische und lateinische Texte gelten können, besprechen.

Prof. Dr. Daniel Kölligan hat an der Universität zu Köln Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft

(Indogermanistik), Klassische Philologie (Gräzistik), Philosophie und Romanistik studiert.

Von 2005–2008 war er als Research Assistant an der University of Oxford tätig, von 2008–2019

u.a.als Akademischer Rat und Oberrat (a.Z.) an der Universität zu Köln. Seit Oktober 2019 ist er

Inhaber des Lehrstuhls für Vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Würzburg.

Plinius’ Brief an Maximus, den zukünftigen Statthalter der Provinz Achaia, gibt dem

Adressaten Hinweise für ein angemessenes Verhalten gegenüber der ‚Kulturnation‘

Griechenland: Der Adressat soll bedenken, dass er in ein Land reist, in dem freie Menschen

leben und das eine ruhmreiche Vergangenheit und zahlreiche Erfindungen vorzuweisen

hat: und er soll die einheimischen Götter nicht nur respektieren, sondern sogar

aktiv verehren. Der Text wurde häufig als Zeugnis „tiefer Humanität” interpretiert und

ist wahrscheinlich auch deswegen bis heute in vielen Schulausgaben der Plinius-Briefe

enthalten. Ob es allerdings tatsächlich ‚Humanität’, Graecophilie und das Akzeptieren

einer kulturellen Inferiorität seitens des Römers ist, die Plinius zu seinen Aussagen über

die Griechen und ihre kulturellen Leistungen veranlasst, möchte ich in meinem Vortrag

untersuchen.

Claudia Schindler, Jahrgang 1967, Studium der Klassischen Philologie und der Archäologie in

Münster/Westf. und München. 1. Staatsexamen 1992 in Münster, Promotion 1998 in Münster,

Habilitation 2006 in Tübingen. Seit Februar 2009 Professorin für Klassische Philologie/Schwerpunkt

Latinistik an der Universität Hamburg. Forschungsschwerpunkte: Griechisch-römische

Epik und Lehrdichtung und ihre Rezeption im Neulatein, Poesie der Spätantike, Geschichte der

Klassischen Philologie, Antikenrezeption.

V

11.30–12.30 Uhr

Neue

Universität

Hörsaal 166

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

SONDERVERANSTALTUNG

SONDERVERANSTALTUNG

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

20.00 Uhr

Sonderveranstaltung

Foto: © AdobeStock · Theastock

Weingut Reiss/ Theateraufführung

Symposion mit Sokrates

Studentische Inszenierung nach Platon unter

Leitung von Marion Schneider und mit Musik

von Vincenzo Damiani umrahmt von einer Wein-

probe mit dem prämierten Winzer

Christian Reiss

»Wenn ich trinke den Wein, schlafen ein meine Sorgen und trüben Gedanken ...« So sangen wir damals alle

zusammen den Gassenhauer des guten alten Anakreon an jenem denkwürdigen Abend, als wir zu Gast

waren beim schönen Agathon. Aber obwohl uns Sokrates ganz schön unter den Tisch getrunken hat, sind die

Erinnerungen doch wach geblieben ... an Diotima und an Alkibiades und an unsere Gespräche mit Sokrates

über die Liebe. Ihr hättet dabei sein sollen!

Aber damit Ihr nicht traurig seid, dass Ihr all das verpasst habt, inszenieren wir es einfach noch einmal neu

für Euch und laden Euch ein, diesmal mit dabei zu sein – bei unserem legendären Symposion mit Sokrates!

PS: Der kleine Erosknabe ist natürlich auch wieder mit dabei.

SAMSTAG, 18.04.2020

Abfahrt 19.15 Uhr ab Hbf Würzburg bis

Haltestelle „Schwarzer Weg“

Kosten (für Sektempfang mit Kellerführung,

Brotzeit und Weinprobe)

25 Euro

Hin- und Rückreise: mit Sammeltaxis

ab Sanderring

Hinfahrt: Sammeltaxis stehen zwischen

19.15 und 19.30 Uhr ab Sanderring bereit

Rückfahrt: Sammeltaxis zwischen

22.00 und 22.30 Uhr ab Weingut Reiss

Kosten pro Fahrt und Person bei voller

Belegung der Taxis (6–8 Personen):

ca. 3 Euro

Alternativ kann für Hin- und Rückfahrt

die Buslinie 13 ab Hbf Würzburg

benutzt werden

(fährt einmal in der Stunde)

Foto: © shutterstock.com · Von images72

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Geschichte

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Roma victa

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Von der Deliberationsdemokratie zur

Zustimmungsdemokratie

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die Ausbildung einer Kompetenzelite

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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EXKURSIONEN

EXKURSIONEN

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2020

EXKURSIONEN UND STADTFÜHRUNGEN

E1 EXKURSION I – ASCHAFFENBURG

Angeregt durch die Ausgrabungen in Pompeji ließ König Ludwig I. diese ideale Nachbildung eines römischen

Wohnhauses 1840–1848 durch den Architekten Friedrich von Gärtner errichten. Um zwei Innenhöfe, das Atrium

mit seinem Wasserbecken und das begrünte Viridarium im rückwärtigen Hausteil, sind im Erdgeschoss die Empfangs-

und Gästezimmer, die Küche und die Speisezimmer angeordnet.

Für die prachtvolle Ausmalung der Innenräume und die Mosaikfußböden wurden antike Vorbilder kopiert

oder nachempfunden. Seit 1994 sind hier nun zusätzlich originale römische Kunstwerke aus den Beständen

der Staatlichen Antikensammlungen und der Glyptothek in München zu sehen. Neben römischen Marmorskulpturen,

Kleinbronzen und Gläsern zählen zwei Götterthrone aus Marmor zu den wertvollsten Ausstellungsstücken.

Zusätzlich finden jährlich wechselnde Sonderausstellungen zu archäologischen Themen statt.

Um das Pompejanum erstreckt sich eine kleine Gartenpartie, die erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand.

Hier sollte eine »mediterrane Ideallandschaft« entstehen. Wärmeliebende Gehölze wie Feigen, Araucarien,

Mandelbäume, Wein, Säulenpappeln und Kiefern prägen zum Großteil noch heute das Bild dieses südländisch

anmutenden Gartens.

Kosten: ca. 20 € für Fahrt und Führung

Abfahrt: ca. Abfahrt: 9.37 Uhr ab Hbf Würzburg

Rückkehr: ca. 16.30 Uhr am Hbf Würzburg

Personenzahl: 50

E2 EXKURSION II – IPHOFEN

Das Kunstschaffen der alten Weltkulturen erleben!

Dazu wäre eine Reise zu den Stätten der Weltkunst oder zu den Museen Europas und Amerikas nötig,

denn keine Publikation kann den Eindruck des Kunstwerks in Originalgröße ersetzen, kein Bild die Griffigkeit

einer Reliefwand oder Dreidimensionalität einer Statue vermitteln.

Das Knauf-Museum in Iphofen bietet jedoch eine einmalige Alternative: Meisterwerke des alten Ägypten, Mesopotamiens,

Persiens und des Hethiterreiches, weltberühmte Spitzenwerke griechischer und römischer Kunst,

des alten Indiens und der dem Europäer wenig bekannten Kulturen Altamerikas und der Osterinsel sind in den

weitläufigen Räumen und dem großen Innenhof des historischen, ehemaligen Amtshauses in meisterlichen

Abformungen ausgestellt.

Die 205 Repliken zeigen dem Besucher in

optimaler Präsentation die Glanzlichter

der großen Museen – wie zum Beispiel

aus dem Ägyptischen Museum Berlin die

Grenzstele des Sesostris III., aus dem

Louvre in Paris die Gesetzesstele des

Hammurabi oder aus London den Rosette-Stein,

der zur Entzifferung der Hieroglyphen

beitrug. Diese meisterlichen Abformungen

stehen neben Tempelwänden

und Stelen, deren Originale sich noch

Schmuckrelief aus Herculaneum (Foto © Knauf-Museum Iphofen)

heute an Ort und Stelle befinden.

SAMSTAG, 18.04.2020

Pompejanum (Foto Michael Alfen - DE001262)

Im oberägyptischen Theben, in Griechenland und Persien, im mittelamerikanischen Urwald oder

innerhalb der Klosteranlage von Clonmacnois in Irland haben die Mitarbeiter des Museums Abformungen

erstellt um sie später als meisterlichen Abguss zu zeigen. Wissenschaftliches Konzept

und eindrucksvolle künstlerische Gestaltung der Ausstellungsräume schaffen eine Atmosphäre voll

Überzeugungskraft, und der unmittelbare ästhetische Reiz lädt zum Entdecken und Genießen.

Ein ausführlicher Katalog, Kurzführer und Kinderkataloge sowie eine akustische Führung erschließen

die Fülle des Geschauten, stellen die Verbindung zu den Originalen her und liefern

den kulturgeschichtlichen Hintergrund. Kunst aus vier Erdteilen und fünf Jahrtausenden ist in

den Abformungen des Knauf-Museums in Iphofen versammelt. Ein imaginäres Museum ist somit

Wirklichkeit geworden. Jährliche Höhepunkte sind die hochkarätigen Sonderausstellungen, die

in den Räumen des Knauf-Museums gezeigt werden. Die Sonderausstellung, die wir im kommenden

April zeigen werden, wird den Titel »Schuhstory« tragen und sich mit Geschichten von

Schuhen aus aller Welt beschäftigen.

Kosten: ca. 18 € für Fahrt und Führung

Abfahrt: 9.41 Uhr ab Hbf Würzburg

Rückkehr: ca. 14.30 Uhr am Hbf Würzburg

Personenzahl: 25

SAMSTAG, 18.04.2020

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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EXKURSIONEN

FÜHRUNGEN

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2020

E3 EXKURSION III – OSTERBURKEN

Im Norden Baden-Württembergs liegt unmittelbar am UNESCO-Welterbe Limes das Römermuseum Osterburken

(www.roemermuseum-osterburken.de). In den Jahren 1892–1910 wurden hier die Mauern und Gräben

eines Annexkastells freigelegt, die noch heute ein imposantes Bild der antiken Wehranlage bieten.

Nach einem Rundgang durch das Römermuseum, in welchem Funde aus dem nordbadischen Limesgebiet

präsentiert werden, darunter Einzigartigkeiten wie die Statuengruppe von der Schneidershecke oder dem

Mithras-Altar aus Osterburken, und anschließender Besichtigung der etwa 300 m entfernten Grundmauern

des Kastells, findet ein Spaziergang zum Limesnachbau statt. Dort können als Höhepunkt der Exkursion der

Nachbau des antiken Grenzübergangs abgeschritten und das begehbare Modell eines Limesturms bestiegen

werden.

Leitung: Dr. Jörg Scheuerbrandt

Eintritt/Person: ca. 15 Euro für Fahrt und Führung

Abfahrt: 9.38 Uhr ab Hbf Würzburg

Rückkehr: ca. 15.30 Uhr am Hbf Würzburg

Personenzahl: 30

F1 + F5 FÜHRUNG I + V – MARTIN-VON-WAGNER-MUSEUM DER UNIVERSITÄT WÜRZBURG –

ANTIKENSAMMLUNG UND GEMÄLDEGALERIE

Europas größtes Universitätsmuseum in der Würzburger Residenz. In der Antikensammlung sind Kunstwerke

und Altertümer des Mittelmeerraumes aus der Zeit vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis in die Spätantike zu sehen.

Im Zentrum stehen Zeugnisse aus Griechenland, doch auch die etruskische und römische, die ägyptische und

vorderasiatische Kultur sind eindrucksvoll vertreten. Ihr internationales Ansehen verdankt die Würzburger Antikensammlung

in erster Linie jedoch der umfangreichen und mit vielen Meisterwerken bestückten Sammlung

griechischer Vasen.

In der Gemäldegalerie werden vor allem deutsche, niederländische und italienische Gemälde des 15. bis 19.

Jahrhunderts gezeigt, darunter Bilder von Hans Leonhard Schäufelein, Bartholomäus Spranger, Pieter Claesz,

Luca Giordano und Giovanni Battista Tiepolo. Unter den Skulpturen sind Werke von Tilman Riemenschneiders

Termine: 15.04.20 und 16.04.20,

und seiner Schule besonders hervorzuheben.

jeweils um 16:30 Uhr

Treffpunkt: vor dem Museum

Dauer:

ca. 1 Std.

Kosten: 5 €

Teilnehmerzahl: 20

SAMSTAG, 18.04.2020

Martin UNESCO-Welterbe von Wagner Limes Museum, © Limespark Kuppelsaal Osterburken (Foto Martin von Wagner Museum)

MITTWOCH, 15.04.2020 +

DONNERSTAG, 16.04.2020

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FÜHRUNGEN

FÜHRUNGEN

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ALTPHILOLOGEN

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F2 FÜHRUNG II – DIE RESIDENZ IN WÜRZBURG

Die ehemals fürstbischöfliche Residenz in Würzburg, seit 1803 im Besitz des bayerischen Staates, und seit

1981 UNESCO-Weltkulturerbe, ist in ihrer eindrucksvollen Geschlossenheit der schönste Schlossbau des süddeutschen

Barock. Imponierend ist die großzügige Anlage, deren Fronten mit hellgelbem Sandstein verblendet

sind, die Folge prächtig ausgestatteter Paradezimmer an der Gartenfront, das mächtige Treppenhaus und der

kostbare Kaisersaal, das Herzstück der Anlage.

Entstanden ist dieser Regierungssitz eines geistlichen Kleinstaates aus der Mitarbeit der führenden Barockarchitekten

Süddeutschlands auch als Denkmal des Hauses Schönborn, deren Mitglieder in der Barockzeit

zahlreiche Bischofssitze besetzten. Den Grundstein legte 1720 Johann Philipp Franz von Schönborn, der den

aus Eger stammenden Balthasar Neumann mit Planung und Ausführung betraute. Beeinflusst haben die Architektur

der Onkel des Bauherrn, der Mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn und seine Architekten

Maximilian von Welsch und Johann Dientzenhofer, aber auch der Bruder des Bauherrn, der Reichsvizekanzler

Friedrich Carl v. Schönborn in Wien und sein Baumeister Lucas von Hildebrandt. Schließlich suchte Neumann

noch die französischen Hofarchitekten Boffrand und de Cotte in Paris auf.

Zur Innenausstattung, die mit Friedrich Carl von Schönborn 1729 begonnen wurde, setzte ein Künstlerzug aus

Wien, Südtirol, Italien und den habsburgischen Niederlanden (Belgien) ein, der die Residenz zu einem europäischen

Bauwerk gestaltete. Hervorragend unter den

Räumen sind das rekonstruierte Spiegelkabinett und

die in Marmor gehaltene Hofkirche, mit der die Residenz

1744 vollendet wurde. Acht Jahre später schuf

der Venezianer G.B. Tiepolo die Fresken im Kaisersaal

und das riesige Fresko über dem Treppenhaus,

noch immer das größte Deckenfresko der Welt.

MITTWOCH, 15.04.2020

Ansicht Fassade der Residenz in Würzburg © Bayerische Schlösserverwaltung

Termin: 15.04.20 um 16:30 Uhr

Treffpunkt: Eingang der Residenz

Dauer:

50 min.

Kosten: 8 €

Teilnehmerzahl: 40

SONDERFÜHRUNG – MUS-IC-ON!

KLANG DER ANTIKE IM MARTIN-VON-WAGNER-MUSEUM

Die Sonderausstellung „MUS-IC-ON! Klang der Antike!” lädt ein, Klänge aus längst vergangenen Zeiten wiederzuentdecken,

deren große Bedeutung in den frühen Hochkulturen der Menschheit zu erfahren und sich auf

eine klangliche Spurensuche zu begeben.

Zeugen sind zum einen die Musikinstrumente selbst: Antike Originale – teils mit Inschrift des Besitzers – verleihen

den antiken Musikern ein Gesicht. Moderne Nachbauten und Rekonstruktionen ermöglichen uns, das

Klangspektrum und die Spieltechnik der Instrumente hörbar und – auch für die Besucher*innen an zahlreichen

Hands-On-Stationen – spielbar zu machen. Abbildungen und Texte bis hin zu frühen Notationsformen

belegen zum anderen den Stellenwert von Musik und Musikern in den antiken Kulturen des Vorderen Orients,

Ägyptens, Griechenlands und Roms. Die Würzburger

Ausstellung profitiert dabei neben den eigenen Beständen

von zahlreichen Leihgaben aus dem In- und

Ausland.

Anmeldung und Bezahlung

vor Ort im Kongressbüro

Leitung: PD Dr. Dahlia Shehata /

Dr. Florian Leitmeir

(Kuratoren der Ausstellung)

Termine:

Treffpunkt:

Dauer:

Kosten: 5 €

Teilnehmerzahl: 15

15.4. + 16.4., jeweils 14.30 Uhr

Vor dem Eingang der

Antikensammlung

(Südflügel der Residenz, 3. OG)

60 Minuten

MITTWOCH, 15.04.2020 +

DONNERSTAG, 16.04.2020

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

FÜHRUNGEN

FÜHRUNGEN

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

F3 FÜHRUNG III – DIE FESTUNG MARIENBERG

Die Festung Marienberg ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Würzburg. Die mächtige Anlage, die von 1253–

1719 Sitz der Fürstbischöfe war, liegt auf einem sich gut einhundert Meter über das Maintal erhebenden Höhenrücken,

den auf drei Seiten steil abfallende Hänge umgeben. Diese günstige Lage führte zur Entstehung einer befestigten Fliehburg

auf der Anhöhe (um 1000 v. Chr.). Der älteste, im Kern noch existierende Bau dürfte die 706 geweihte Rundkirche

im inneren Burghof sein. Der Ursprung der im Lauf der Jahrhunderte immer wieder erweiterten, umgebauten, durch

Kriege und Brände häufig zerstörten Festung fällt in das Jahr 1201, als Bischof Konrad von Querfurt nach Auseinandersetzungen

zwischen Königtum und Kirche den strategisch günstig gelegenen Berg mit einer trutzigen Burg befestigte.

Weitere Ausbaumaßnahmen folgten. Maßgeblich prägten jedoch die Um- und Neubauten der Zeit des Fürstbischofs Julius

Echter das heutige Erscheinungsbild der Burg. Er ließ die Burg Ende des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss

umbauen. Im Jahre 1631 wurde die Anlage durch die Truppen des Schwedenkönigs Gustav Adolf besetzt und nach

Beendigung des Dreißigjährigen Krieges durch Fürstbischof Johann P. von Schönborn mit einem modernen Ring von

Bastionen versehen. Seinen Höhe- und Schlusspunkt fand dieses Werk in dem unter Balthasar Neumann ab 1725 erbauten

Maschikuliturm zwischen den Felsen des Leistengrundes. Nach dem Umzug der Fürstbischöfe in die Residenz diente

die Festung unterschiedlichen militärischen Zwecken, kam nach dem Ersten Weltkrieg in zivile Verwaltung und wurde

während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Der Wiederaufbau und die Restaurierungsarbeiten wurden erst in

den 80er Jahren abgeschlossen. Heute befinden sich in Teilbereichen der Anlage u. a. das Mainfränkische Museum mit

der größten Riemenschneider-Sammlung der Welt, das Fürstenbau-Museum zur Stadtgeschichte, die Burggaststätten

und ein modernes Tagungszentrum.

Termin: 16.04.20 um 16:30 Uhr

Treffpunkt:

Dauer:

Kosten: 3,50 €

Teilnehmerzahl: 50

Museumsladen

50 min.

Die Festung kann zu Fuß, mit dem Auto

(gebührenpflichtige Parkplätze in Festungsnähe) oder

dem ÖPNV (Buslinie 9 ab Residenz bis Schönborntor)

erreicht werden.

F4 FÜHRUNG IV – STADTFÜHRUNG WÜRZBURG MIT DEM NACHTWÄCHTER

Der Würzburger Nachtwächter ist inzwischen ein

echtes Original der Stadt geworden.

Unterwegs mit dem Würzburger Nachtwächter. Bereits

seit mehr als 20 Jahren führt er im Gewand des

19. Jahrhunderts mit Hellebarde, Dreispitz, Horn und

Laterne seine Gäste durch die abendlichen Gassen

Würzburgs. Unter dem Gewand des Nachtwächters

steckt ein Rechtsanwalt und Kunsthistoriker, in dem

sich historischer Feinsinn, derber fränkischer Humor

und Würzburger Mundart vereinen. Als ebenbürtige

Kollegen unterstützen ihn dabei ein ehemaliger Bürgermeister,

ein begnadeter Laiendarsteller und eine

bekannte fränkische Büttenrednerin als erste Würzburger

Nachtwächterin.

Termin:

16.04.20 um 20 Uhr

Treffpunkt: Vierröhrenbrunnen

Dauer:

ca. 1 Std.

Kosten: 10 €

Teilnehmerzahl: 20

DONNERSTAG, 16.04.2020

Festung Marienburg © Foto: Universtät Würzburg

Blutmond über Würzburg © Foto: von Thomas, Adobe Stock

Nachtwächter © Foto: von Dirk, Adobe Stock

DONNERSTAG, 16.04.2020

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

WICHTIGE HINWEISE

WICHTIGE HINWEISE

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

1.

2.

3.

4.

5.

ANMELDUNG

Sie können sich zum Kongress online über http://www.bundeskongress.altphilologenverband.de/anmeldung

oder auch schriftlich mit einem Formular anmelden, das dieser Einladung auf Seite 28 und 29 (Führungen/Exkursionen)

beigefügt ist. Bitte melden Sie sich möglichst bis zum 15. März 2020 an.

UNTERKUNFT

In Würzburg gibt es viele Hotels und Pensionen, die über die bekannten Portale oder

www.wuerzberg.de/Tourismus/Unterkunft-buchen/Hotels-Pensionen gebucht werden können.

Wegen der Vielzahl möchten wir keine Empfehlungen geben. Die Veranstaltungen des Kongresses

finden in der Stadt am Sanderring statt.

KONGRESSBEITRAG UND TEILNEHMERKARTE

Der Kongressbeitrag beträgt 65 Euro pro Person, für Studienreferendarinnen und Studienreferendare,

arbeitslose Lehrkräfte und Studierende 30 Euro. Bitte überweisen Sie diesen Betrag bis zum

15. März 2020 gleichzeitig mit dem Versenden des Anmeldeformulars (Seite 30) auf das Kongresskonto:

IBAN DE 25 4401 0046 0168 8494 65 - BIC PBNKDEFFXXX - Postbank Dortmund

(bei Anmeldung mehrerer Teilnehmer bitte die einzelnen Namen aufführen)

Teilnehmer aus „Nicht-Euro-Ländern“ können den Kongressbeitrag im Kongressbüro entrichten.

Die Teilnehmerkarte liegt für die angemeldeten Teilnehmer im Kongressbüro (siehe unter Nr. 4)

bereit oder wird nach Zahlung des Kongressbeitrags dort ausgestellt.

Bei tageweisem Besuch des Kongresses sind im Kongressbüro Tageskarten für 25,– EUR erhältlich.

KONGRESSBÜRO

Das Kongressbüro befindet sich im Hauptgebäude der Universität, Foyer, Sanderring 2, 97070 Würzburg.

Öffnungszeiten: Dienstag, 14.04.2020, von 13 Uhr bis 18 Uhr,

Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr.

ANFAHRTSMÖGLICHKEITEN ZUR UNI

siehe unter: https://www.uni-wuerzburg.de/sonstiges/

6.

7.

B) MIT DER BAHN:

Würzburg ist ICE-Haltepunkt und von überall sehr gut erreichbar, z. B. von München in 2 Stunden,

von Frankfurt/Main in gut 1 Stunde, von Berlin in 4 Stunden, von Köln in 2,5 Stunden, von Saarbrücken

in 4 Stunden, von Kiel in 5,5 Stunden, von Freiburg in 4 Stunden.

Vom Hbf Würzburg fahren die Straßenbahnen 1, 3, 4 und 5 zum Sanderring.

C) MIT DEM FLUGZEUG:

Vom Flughafen Frankfurt/Main 125 km, vom Flughafen Nürnberg 105 km.

TEILNAHME AN FÜHRUNGEN UND AN EXKURSIONEN

Die Anmeldung erfolgt unter der Internet-Adresse

http://bundeskongress.altphilologenverband.de/anmeldung

Sie erhalten eine elektronische Bestätigung der Buchung. Teilnehmer, die über keinen online-

Zugang verfügen, finden in diesem Heft auf Seite 28 einen Vordruck zur schriftlichen Anmeldung.

Bitte beachten Sie: Die Teilnehmerzahl für die Führungen (Vordruck auf Seite 29) ist begrenzt.

Die Plätze hierfür werden in der Reihenfolge der Anmeldungen (bis 15. März 2020) vergeben.

Erkundigen Sie sich bitte im Kongressbüro, ob Sie an der gewünschten Führung teilnehmen können.

Noch freie Plätze können Sie dort buchen.

VERSCHIEDENES

In der gesamten Innenstadt Würzburgs gibt es eine vielfältige Auswahl an Cafés und Restaurants.

In unmittelbarer Umgebung der Residenz und der Neuen Universität am Sanderring finden sich

folgende Cafés bzw. Gaststätten:

B Neumann Residenzgaststätte

Cafeteria am Studentenhaus Würzburg

Caffè Ottolina

Casa

Sankt Michael

Webers Bäckerladen

Residenzplatz 1 · 97070 Würzburg

Am Studentenhaus 2 · 97072 Würzburg

Hofstraße 20 · 97070 Würzburg

Hofstraße 18 · 97070 Würzburg

Balthasar-Neumann-Promenade 10 · 97070 Würzburg

Geschwister-Scholl-Platz · 97070 Würzburg

A) MIT DEM AUTO:

GPS Koordinaten der Uni Würzburg, Sanderring 2: N 49° 47‘ 13.031“ E 9° 55‘ 58.278“

Von Westen und Osten und über die A 3 bis Ausfahrt Heidingsfeld, dann B 19 bis rechts bzw. links

Kantstraße, dann links Franz-Ludwig-Straße bis zum Sanderring

Von Süden: Über die A 81 bzw. A 7 bis zur A3, dann wie oben.

Von Norden: Über die A 7 bis Würzburg/Estenfeld, dann B 19 wie oben.

Während des Kongresses stellen im Hauptgebäude der Universität am Sanderring wissenschaftliche

und pädagogische Verlage ihre Bücher aus.

Die Aufwendungen für die Kongressteilnehmer können, soweit sie nicht erstattet werden,

als Werbungskosten beim Finanzamt geltend gemacht werden. Ihre Teilnahmebescheinigung

erhalten Sie im Kongressbüro.

Das Kongress-Programm mit den Anmeldeformularen ist auch auf der Homepage des DAV

veröffentlicht: http://bundeskongress.altphilologenverband.de/anmeldung

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

WICHTIGE HINWEISE

WICHTIGE HINWEISE

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Parkhaus

Parkplatz

Bus-Parkplatz

Fußgängerzone

Öffentliche Toilette

Öffentliche Toilette für Rollstuhlfahrer

Straßenbahn

Liegeplatz Kreuzfahrtschiffe

Tourist Information

Die lebendige Universitätsstadt am Main liegt inmitten von Weinbergen, überragt von ihrem Wahrzeichen,

der Festung Marienberg. Unbestrittener architektonischer Glanzpunkt ist die fürstbischöfliche Residenz, seit

1981 UNESCO Welterbe. Balthasar Neumann schuf dieses »Schloss über allen Schlössern« mit dem berühmten

Treppenhaus und dem weltgrößten Deckenfresko von G. B. Tiepolo. Die Grundsteinlegung des prächtigen Baus

jährt sich 2020 zum 300. Mal.

Busbahnhof

Ausflugsschiffe

Congress

Centrum

Markt

Die spätgotische Marienkapelle, das Haus zum Falken mit seiner prunkvollen Rokoko-Fassade und der Dom

St. Kilian, die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands, dürfen ebenfalls bei keiner Stadtbesichtigung fehlen.

Die rege Kulturszene Würzburgs wartet

das ganze Jahr über mit attraktiven Veranstaltungen

auf, darunter das renommierte

Mozartfest, das mitreißende Africa Festival

oder der Hafensommer.

Das preisgekrönte Museum im Kulturspeicher,

das Museum für Franken mit der weltgrößten

Riemenschneider-Sammlung, das

beeindruckende Museum am Dom, niveauvolle

Galerien und Theater ergänzen die Palette.

Weinfreunde genießen Weinproben

in den großen Weingütern und die vielen

stimmungsvollen Weinfeste in den Sommermonaten.

© Foto Stadt Würzburg

Hauptbahnhof

Taxi

1

Residenz

Oberer Mainkai

24

Würzburg: Blick auf die Altstadt mit Neumünster, Grafeneckart und Dom © Foto Universität Würzburg

Festung Marienberg

Jugendherberge

3

1 Residenz (Südflügel)

2 Residenz Neubaukirche (Südflügel)

3 Neubaukirche

Neue Universität

4 Neue Alte Universität

(Domerschulstraße16)

Grafik: © Universität Würzburg

Alte Universität

(Domerschulstraße 16)

WLAN: Als Tagungsteilnehmern steht Ihnen

„eduroam” zur Verfügung, sofern das Programm auf

Ihren Geräten vorinstalliert und freigeschaltet ist.

Ansonsten können Sie sich auf dem Universitätsgelände

über das offene „@BaernWLAN” einloggen.

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

PERSONENINDEX

PERSONENINDEX

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

Alvoni, Giovanna DO, 16. April Seite 62

Baier, Thomas DO, 16. April Seite 60

Bartels, Klaus MI, 15. April Seite 26

Berchtold-Hengelmann, Daniel DO, 16. April Seite 69

Bernhardt, Jan MI, 15. April Seite 55

Beyer, Andrea DO, 16. April Seite 76

Biermann, Martin DO, 16. April Seite 93

Boerckel, Cathrin DO, 16. April Seite 83

Brandis, Veronika MI, 15. April Seite 39

Buchner, André DO, 16. April Seite 86

Duval, Patrick DO, 16. April Seite 84

Eberhardt, Cornelia MI, 15. April Seite 56

Eggert, Konstantin Ad Astra MI, 15. April Seite 45

Erler, Michael MI, 15. April Seite 27

Fischler, Franz MI, 15. April Seite 24

Flaig, Bärbel DO, 16. April Seite 88

Florian, Lena MI, 15. April Seite 50

Freund, Stefan DO, 16. April Seite 65

Fritsch, Andreas MI, 15. April Seite 52

Gärtner, Ursula FR, 17. April Seite 105

Glücklich, Hans-Joachim MI, 15. April Seite 34

Gorsler, Andreas MI, 15. April Seite 41

Greuel, Anna-Christina Ad Astra MI, 15. April Seite 45

Günzel, Peter DO, 16. April Seite 79

Hedwig, Diana DO, 16. April Seite 83

Henneböhl, Rudolf FR, 17. April Seite 101

Hömke, Nicola MI, 15. April Seite 29

Hollmann, Elisabeth MI, 15. April Seite 38

Hollmann, Michael MI, 15. April Seite 38

Hotz, Michael MI, 15. April Seite 31

Issing, Otmar FR. 17. April Seite 10

Janka, Markus DO, 16. April Seite 64

Janka, Markus DO, 16. April Seite 68

Jesper, Ulf MI, 15. April Seite 54

Kammerer, Andrea DO, 16. April Seite 93

Kiefer, Günter DO, 16. April Seite 89

Kimm, Katharina Ad Astra MI, 15. April Seite 45

Kipf, Stefan Kinderuni DO, 16. April Seite 82

Kipf, Stefan Cornelsen DO, 16. April Seite 91

Kirstein, Robert DO, 16. April Seite 70

Kölligan, Daniel FR, 17. April Seite 104

Kofler, Wolfgang DO, 16. April Seite 67

Korn, Matthias DO, 16. April Seite 77

Korn, Matthias DO, 16. April Seite 89

Kroll, Raphael MI, 15. April Seite 47

Kuhlmann, Peter DO, 16. April Seite 61

Kupfer, Christian DO, 16. April Seite 80

Lobe, Michael DO, 16. April Seite 71

Lošek, Fritz MI, 15. April Seite 51

Lütkenhaus, Veronika MI, 15. April Seite 48

Maas, Sophie DO, 16. April Seite 77

Maier, Felix FR, 17. April Seite 95

Müller, Martin MI, 15. April Seite 40

Müller, Stefan DO, 16. April Seite 93

Oberlechner, Manfred DO, 16. April Seite 84

Pausch, Dennis FR, 17. April Seite 96

Pfeilschifter, Rene DO, 16. April Seite 63

Polleichtner, Wolfgang MI, 15. April Seite 35

Pütz, Hans-Joachim DO, 16. April Seite 74

Probst, Peter DO, 16. April Seite 87

Radke, Anna-Elissa DO, 16. April Seite 73

Reinhard, Marie-Luise DO, 16. April Seite 52

Raab, Moritz DO, 16. April Seite 78

Rabl, Annike MI, 15. April Seite 53

Röder, Christine MI, 15. April Seite 40

Rohe, Madeleine MI, 15. April Seite 42

Schauer, Markus MI, 15. April Seite 28

Schmitzer, Ulrich FR, 17. April Seite 94

Schindler, Claudia FR, 17. April Seite 105

Schneckenburger, Stefan FR, 17. April Seite 99

Schollmeyer, Patrick MI, 15. April Seite 33

Schubert, Charlotte MI, 15. April Seite 36

Schubert, Christoph MI, 15. April Seite 37

Schulz, Konstantin DO, 16. April Seite 76

Schliebitz, Tobias MI, 15. April Seite 44

Simons, Benedikt MI, 15. April Seite 46

Springmann, Uwe FR, 17. April Seite 102

Stengele, Bernhard FR, 17. April Seite 10

Stenger, Jan FR, 17. April Seite 99

Stierstorfer, Michael MI, 15. April Seite 32

Stierstorfer, Michael DO, 16. April Seite 68

Stockenreitner, Johann DO, 16. April Seite 75

Sundermann, Klaus DO, 16. April Seite 83

Töchterle, Karlheinz DO, 16. April Seite 20

Toller, Nina MI, 15. April Seite 49

Toller, Nina MI, 15. April Seite 90

Utz, Clement DO, 16. April Seite 93

Vogel, Monika MI, 15. April Seite 44

Von Albrecht, Michael MI, 15. April Seite 43

Von Albrecht, Michael MI, 15. April Seite 90

Walde, Christine FR, 17. April Seite 98

Weeber, Karl-Wilhelm MI, 15. April Seite 30

Wesselmann, Katharina FR, 17. April Seite 100

Winter, Katharina MI, 15. April Seite 47

Wöckener-Gade, Eva DO, 16. April Seite 66

Weiß, Philipp DO, 16. April Seite 85

Zathammer, Stefan DO, 16. April Seite 72

Zeieg, Georg FR, 17. April Seite 10

Zenner, Lena MI, 15. April Seite 42

Redaktion Hartmut Loos, Thomas Baier

und Thomas Dänzer

Gestaltung/Layout ART & AD Grafik-Design

Fabian Ehlers

fabian.ehlers@web.de

Druck

Overprintas GmbH

Blindžių Str. 7

LT - 08111 Vilnius (Litauen)

Telefon: +370 - 52 71 09 07

Ansprechpartnerin: Olga Jelizarenko

E-Mail: print@overprintas.lt

Web:

https://overprintas.lt

Bildnachweis http://www.shutterstock.com

Adobe Stock, Uni Würzburg

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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VERZEICHNIS DER AUSSTELLENDEN

VERLAGE UND ANTIQUARIATE

BUNDESKONGRESS

DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

2020

VERZEICHNIS VERLAGE

CURSUS kommt neu!

C.C.BUCHNER · Umschlagseite II

Mythologia · Seite 07

Aschendorff ∙ Seite 25

Vandenhoeck · Seite 57

Narr Attempo · Seite 81

ABEND DER VERLAGE

Cornelsen / Ernst Klett / C.C.BUCHNER · Seite 90–93

Metzler · Seite 109

Cornelsen-Oldenbourg · Seite 111

NEU kompakt: 36 Lektionen

inkl. (adaptierter) Originaltexte

bewährte Struktur und Romanhandlung

grundlegende Überarbeitung des

Aufgabenapparats

Schulung der Sprach-, Text- und

Medienkompetenz

systematische Binnendifferenzierung

viele Ansätze für sprachsensiblen

Unterricht

Texte und Übungen

ISBN 978-3-661-40200-0 (C.C.Buchner),

ISBN 978-3-637-02850-0 (Oldenbourg),

ca. € 31,–.

Erscheint im 2. Quartal 2020

C.C.BUCHNER · Umschlagseite III

Ernst Klett Verlag · Umschlagseite IV

Mehr Informationen

auf www.ccbuchner.de

und www.cornelsen.de.

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BUNDESKONGRESS

Neue Brücken DES DEUTSCHEN

ALTPHILOLOGEN

VERBANDES

bauen. In Latein.

2020

PROGRAMM

Die Brücke „Settimia Spizzichino“ in Rom

NEU

Ihr neues Pontes

• Motivierende Lektions- und spannende

Sachinfotexte,

• Materialien zur Vermittlung wichtiger

Medienkompetenzen

• Ausführliche Praeparationes zur Vorentlastung

• Differenzierungsangebote direkt in den Lektionen

• Viele multimediale Angebote

www.klett.de/pontes

Ernst Klett Verlag, Postfach 10 26 45, 70022 Stuttgart

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14. bis 18. April 2020 Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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