FINDORFF GLEICH NEBENAN Nr. 13

FINDORFF.GLEICH.NEBENAN

FINDORFF GLEICH NEBENAN ist das Stadtteilmagazin für Findorff und Bremen für Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik

Im Winter 2020 | Ausgabe 13 | Kostenlos, aber nicht umsonst

GLEICH NEBENAN Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil

®

NORA OSLER

UNVERPACKT EINKAUFEN

» Plastik kommt bei uns nicht in die Tüte ! «

WANDA Ciao ! SASKIA DÖRING Digitaler Wandel bleibt persönlich

KAHLA & WOLF Flotte Karotten JAN-OLAF RODT Sensible Saiten

BEWOHNERPARKEN So macht es Hamburg CONNY HIMME Heads


Das gute

Gefühl,

zu Hause

zu sein.

BEXTES BLICK

q VOM LEBEN GEZEICHNET

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 03


q AUS FINDORFF. FÜR FINDORFF.

» Kann ich hier mal eine Sache zu Ende ?! «

E

s klingt beruhigend, wenn das

Navigationsgerät am Ende

der Strecke feststellt: »Sie

haben Ihr Ziel erreicht.«

Gibt es in der Stadt außerdem

irgendwo einen kostenlosen

Parkplatz, findet das

jedeR gut. Den zu ergattern ist

im verdichteten Findorff besonders

schwierig. Laut einer aktuellen Studie gibt es im

Stadtteil ca. 20 Prozent mehr Fahrzeuge als reguläre Parkplätze.

Kommen zu Großveranstaltungen auf der Bürgerweide zudem

noch Gäste mit dem Auto angereist, ist Parkchaos insbesondere

in den angrenzenden Quartieren vorprogrammiert.

»So wird das sein. So muss das sein !«, sangen einst »Grauzone«

über die Liebe. Diese fatalistische Aussage über festgefahrene

Stillstände gilt bei uns seit Jahren scheinbar auch für ständig

zugeparkte Straßen, über die jemand auf »facebook« schrieb:

»Es war schon in meiner Kindheit so (ich bin jetzt 57).«

Die Schlussbilanz der letzten Freimarkt(park)zeit waren allein

in Findorff über 260 abgeschleppte Fahrzeuge und über 4.000

erfasste Verkehrsverstöße. Bereits nach vier Tagen versprach

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) im Oktober 2019 in »buten

un binnen« vor laufender Kamera schnelle Abhilfe: »Unser

primäres Ziel ist es nicht, mit steigenden Abschleppzahlen zu

glänzen. Vielmehr muss jetzt ein System entwickelt werden,

um die Lage in dem Stadtteil grundsätzlich zu verändern.«

Maike Schaefer (Bündnis 90/Die Grünen), Senatorin für

Mobilität, kündigte für Findorff ein Pilotprojekt für

Bewohnerparken an. Wo ein Wille ist, war auch

im Beirat Findorff ein Weg: Man setzte noch im

November 2019 folgenden Tagespunkt auf die

Einladung zur Sitzung: »Abstimmung des Beirats

über die Beantragung des Bewohnerparkens im

Quartier Bürgerweide« – zu der es nicht kam. Es

gebe »Schwierigkeiten bei den Feinheiten«. Man sei

aber zuversichtlich, »dass wir zeitnah zu einer guten

Lösung kommen«, erklärte die Beiratssprecherin. Die Definition

von »zeitnah« kann ja ziemlich unterschiedlich sein, ebenso

wie die Meinungen zum Bewohnerparken. Aber man hat Wort

gehalten und Ende 2019 an das Amt für Straßen und Verkehr

einstimmig einen Antrag für die »Einführung von Bewohnerparken

im Quartier Bürgerweide in Findorff« gestellt.

» Kann ich hier mal eine Sache zu Ende ?! «, fragte einst der

Kabarettist Piet Klocke. Gemach, gemach ! Vielleicht brauchen

gute Lösungen einen langen Atem und manche Themen Jahre:

Der Antrag ist bisher ein Antrag und Bewohnerparken allein

ist nicht die Lösung. Auf dem »Wunschzettel« steht ein ergänzendes

Maßnahmenkonzept zur nachhaltigen Entlastung der

Verkehrssituation. Gut wäre es allerdings, wenn alle Beteiligten

inklusive Behörde weiterhin Tempo machten, um rechtzeitig zur

nächsten Großveranstaltung bessere Voraussetzungen für die

Einhaltung der Straßenverkehrsordung zu schaffen. Erst dann

wird man sagen können: »Wir haben unser Ziel erreicht.«

Mehr zu diesem Thema ab Seite 30. Wir freuen uns über Ihre

Leserbriefe auf www.findorff-gleich-nebenan.de/leserbriefe

GLEICH NEBENAN

06 l NORA, CARO UND NELE

»Füllerei Findorff« ist der erste Unverpacktladen im Stadtteil

11 l FINDORFF IST DESIGN-STANDORT

Große Aufwertung für die Admiralstraße: Die »designfunktion

Gruppe« hat ihre neue Niederlassung in Bremen eröffnet

12 l WANDA

Ciao, Baby ! Die Wiener Band gastiert im März live in Bremen

14 l SASKIA DÖRING

Sparkasse Bremen: Digitaler Wandel bleibt persönlich

16 l NICOLE KAHLA & TOBIAS WOLF

Die »Flotte Karotte« ist volljährig: Zeit für einen Rückblick

20 l DIE BÜRGERPARK-TOMBOLA

21 l SPECIAL ZUR JAZZAHEAD !

Input, Tipps und Jan-Olaf Rodt über Jazz in Bremen

Gitarrist Jan-Olaf Rodt spielt live im Rahmen der »jazzahead !«

CLUBNIGHT am 25. April im »Alten Pumpwerk« in Findorff

29 l JA ODER NEIN ?

30 l BEWOHNERPARKEN IN FINDORFF

Die VerkehrsexpertInnen Thomas Adrian und Celia Hepp

im Interview: Was man am Beispiel Hamburg lernen kann

34 l ZWISCHENRUF

36 l ARTWORK: CONNY HIMME

38 l AKTIV VOR ORT

39 l NACHSCHLAG

40 l MAHLZEIT

42 l DORFFKLATSCH

44 l FINDORFF GEHT AUS

46 l SIM SCHAUT HIN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 05


PROFILE

q »DIE FÜLLEREI FINDORFF« IST DER ERSTE UNVERPACKTLADEN IM STADTTEIL

» In Findorff hat ein solcher Laden bisher gefehlt ! «

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 06

NELE, CARO UND NORA

FINDORFFER

FÜLLERINNEN

N

ora, Caro und Nele, Ihr habt mit der

»Füllerei Findorff« den ersten Unverpacktladen

im Stadtteil eröffnet. Nicht

alle unserer LeserInnen wissen, was

sich dahinter verbirgt. Was genau

ist ein Unverpacktladen ?

Caro: Das ist ganz einfach: Ein Unverpacktladen

ist ein Laden, in dem man

seine Verpackungen selbst mitbringt –

in welcher Form auch immer. Das können Dosen, Boxen oder

Beutel sein, um darin die angebotenen Lebensmittel, die bei

uns im Laden überwiegend Trockenprodukte sind, direkt aus

den großen Spendern in die Behältnisse zu füllen. Unser Ziel

ist es, überflüssige Einwegverpackungen zu sparen und dadurch

weitestgehend Verpackungsmüll zu vermeiden.

Unverpacktladen heißt auch nahezu kompletter Verzicht auf

Plastik. Ich frage mal ganz naiv: Warum ist Plastik »böse« ?

Caro: Das müssen wir nicht wirklich noch erklären – das sollte

doch inzwischen jedeR wissen ! Wer nicht weiß, was der ganze

Plastikmüll verursacht, hat in den letzten Jahren wahrscheinlich

weit entfernt von jeder Zivilisation in einer Höhle gewohnt.

Mitte 2019 habt Ihr mit den Vorbereitungen für die Eröffnung

begonnen. Was war alles zu berücksichtigen und welche unterschiedlichen

Erfahrungen habt Ihr in dieser Zeit gemacht ?

Nele: Erst einmal haben wir uns gefunden. Dann musste ein

Laden her. Zugleich galt es, eine Finanzierung auf die Beine zu

stellen – und, und, und. Es gab unzählige Aufgaben, die zu tun

waren. Man kann im Rückblick gar nicht alle mehr aufzählen.

Nora: Als wir die Gewerbeimmobilie in der Borgfelder Straße

im Juli 2019 gefunden hatten, die wir Dank unseres Vermieters,

der ESPABAU, im Dezember frisch saniert übernehmen

konnten, ging es in die Feinabstimmung: Welche Wege einer

Finanzierung gibt es ? Welche Produkte wollen wir anbieten ?

Wie wollen wir unser Sortiment präsentieren ?

Ihr wohnt alle drei in Bremen, kauft selbst unverpackt ein und

versucht, wo es geht, nachhaltig zu leben. Wie kam Euch die

Idee, einen Unverpacktladen zu gründen ?

Nora: Wir sind alle unabhängig voneinander auf die gleiche

Idee gekommen und als wir dann darüber gesprochen haben,

war es plötzlich glasklar, dass wir es gemeinsam umsetzen

wollen – und los ging es.

Warum habt Ihr Findorff als Standort gewählt ?

Caro: In Findorff hat ein solcher Laden bisher gefehlt !

Nele: Wir finden, jeder Stadtteil in Bremen sollte mindestens

einen Unverpacktladen haben.

Für die Finanzierung von nachhaltigen Lebensmittelspendern

aus Glas und einer Nussmusmühle habt Ihr letztes Jahr auf

www.startnext.com eine Crowdfunding-Aktion gestartet.

»Startnext Crowdfunding« unterstützt Projekte, Startups und

innovative Produkte. Wie funktioniert das formal ?

Nora: Man beantwortet online Fragen zum Projekt und stellt

sich und das Projekt mit einem Video auf der Plattform im

Internet vor. Dieses Video gibt es auf »youtube« immer noch

zu sehen. Menschen, die das Projekt gut finden, können durch

Spenden oder gegen kleine »Dankeschöns« unterstützen.

Was waren Eure kleinen »Dankeschöns« ?

Nora: Es gab kleine und große »Dankeschöns«, zum Beispiel

selbst bedruckte Einkaufsbeutel oder die Einladung zu einer

exklusiven Feier noch vor der Eröffnung.

Caro: Sehr schön fand ich ein gespendetes »Dankeschön« von

»Hinterhofhonig« aus Findorff, durch das UnterstützerInnen

bei einer Honigernte dabei sein können.

Euer erstes Fundingziel waren 12.000 Euro, die zweite Stufe

waren 20.000 Euro. Habt Ihr die Endsumme erreicht ?

Nele: Ja, das haben wir. Die große Unterstützung hat uns sehr

gefreut – und wir danken allen, die an unser Projekt glauben.

Nora, Du bist gelernte Raumausstatterin. Ihr habt Euch alle

sehr viele Gedanken über die Einrichtung und Ausstattung der

»Füllerei Findorff«, aber auch über Euer Sortiment gemacht.

Was wird es in der »Füllerei Findorff« zu kaufen geben ?

Nora: Wir führen trockene Lebensmittel wie Zutaten für Müslis,

Nudeln, Getreide und Hülsenfrüchte. Wir haben Süßwaren wie

leckere Schokolade, veganes Weingummi und Knabberkram in

verschiedenen Mischungen. Außerdem haben wir nachfüllbare

Reinigungsmittel und weitere kleine Überraschungen, die große

Freude machen und die man im Laden entdecken kann.

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 07


q NORA OSLER, NELE-MARIE LEEMHUIS UND CAROLIN GÜLDNER IM INTERVIEW

»Wir sehen uns als Ergänzung zum Findorffmarkt.«

Welche Produkte wird es bei Euch nicht zu kaufen geben,

die potentielle KundInnen vielleicht erwarten würden ?

Caro: Wir sind kein normaler Bioladen mit Komplettsortiment.

Insofern gibt es bei uns kein Fleisch und auch kein Tierfutter.

Es wird auch kein Obst und Gemüse geben, denn wir sehen

uns als Ergänzung zum Findorffmarkt.

Sehr gutes Stichwort ! Der etwas versteckte Standort der

»Füllerei Findorff« ist die Borgfelder Straße 17, die fußläufig

vom Findorffmarkt eine Minute entfernt ist. Ich dachte bisher

immer, dass es dort dreimal die Woche nahezu alles gibt.

Was bietet Ihr, was der Findorffmarkt nicht hat ?

Nora: Unser ausgesuchtes Angebot an trockenen Lebensmitteln

und unverpackten Süßigkeiten wird man auf dem Markt so eher

nicht finden, ebenso wie nachfüllbare Reinigungsmittel. Auch

haben wir während der Woche mit unseren Geschäftszeiten

den ganzen Tag geöffnet – und sind auch samstags für Euch da.

Auf dem Findorffmarkt konnte man lose Milch kaufen, aber

seit längerer Zeit ist der freundliche Milchmann, der alle

StammkundInnen mit Namen kannte, leider nicht mehr da.

Wird es bei Euch auch einen Milchspender geben, damit

man in Findorff wieder lose Milch kaufen kann ?

Alle drei: Jaaaaa !

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 08

Caro: Es wird lose Vollmilch geben. Die Milch wird von einem

regionalen Anbieter in einem Edelstahlkanister angeliefert, der

direkt im Laden in den Milchspender eingesetzt wird.

Nora, Du wirst als Gründerin und Inhaberin der »Füllerei

Findorff« den Laden führen. Selbstständige Existenzgründungen

sind nie ohne Risiko. Hattest Du schon schlaflose Nächte ?

Nora: Seitdem die Entscheidung gefallen ist, mit dem Unverpacktladen

zu starten, schlafe ich tatsächlich viel besser, als

in den Jahren zuvor. Ich bekomme nicht mehr Schlaf, weil ich

abends noch viele Sachen zu erledigen habe, aber wenn ich erstmal

schlafe, schlafe ich deutlich besser im Vergleich zu früher.

Caro und Nele sind Unterstützerinnen. Wie ist das Innenverhältnis

unter Euch definiert ? Entscheidet Ihr gemeinsam oder

hat Nora als verantwortliche »Chefin« das letzte Wort ?

Caro: Beides ist richtig. Es gibt Entscheidungen, die müssen

einfach akut getroffen werden. Wenn wenig oder keine Zeit ist

oder wir zwei nicht zugegen sind, entscheidet natürlich Nora.

Nele: Es gibt auch Fragen, zu denen wir uns alle nicht so sicher

sind. Wir geben unseren Senf dazu und verstehen uns dabei als

freundschaftliche Beraterinnen.

Eure gesamte Ware ist lose. Wenn ich keine eigenen Behältnisse

dabei habe, kann ich die bei Euch auch leihen oder kaufen ?

Nora: Ja, das ist möglich. Es gibt bei uns neue Gläser, aber es

wird auch eine Ecke im Verkaufsraum geben, in der KundInnen

ihre Gläser bei uns deponieren können. Schöne Gläser, die

manche Leute übrig haben, nehmen wir gern in die Sammlung

auf – wobei: Es soll natürlich aufgeräumt bei uns bleiben.

Ich möchte lose 500 Gramm Hülsenfrüchte, 200 Gramm

unverpackte Schokolade und zwei Stück Seife kaufen. Im

Supermarkt werfe ich alles gut verpackt in einen praktischen

Einkaufswagen. Den gibt es bei Euch nicht. Was ist zu tun ?

Nora: Einfach einen Beutel, Korb oder eine Fahrradtasche mitbringen.

Es wird auch Körbe bei uns geben. Für Einkaufswagen

haben wir zu wenig Platz. Die sind auch nicht notwendig, denn

der Laden ist ja ziemlich überschaubar. Man kann die Waren

einfach auf den Ladentisch tun. Für besondere Problemfälle

gibt es notfalls auch eine persönliche Einzelbetreuung (lacht).

Ist das Preisniveau bei Euch vergleichbar mit einem konventionellen

Supermarkt oder seid Ihr sogar günstiger, weil man

an der Ware ja die Verpackung spart ?

Nora: Wir bieten in erster Linie Produkte in Bio-Qualität und

von kleinen Manufakturen an. Unsere Produkte kann man also

preislich natürlich nicht mit einem Discounter vergleichen. Und

auch für große Supermärkte wird sozial und ökologisch unter

ganz anderen Bedingungen produziert. Die Preise für unsere

Produkte liegen ungefähr im Bereich eines Biosupermarktes

und sind dabei fair kalkuliert.

Wie und in welchen Mengen verpackt wird die im Laden unverpackt

angebotene Ware eigentlich bei Euch angeliefert ? u

Starkes Team !

Sie möchten eine Eigentumswohnung oder ein Haus verkaufen, wissen aber noch

nicht wie und wo – und was Ihre Immobilie wert ist ? Sie möchten kaufen oder mieten ?

Makeln heißt vermitteln ! Das starke Team Sabine und Kira-Lena Huff unterstützt

Sie auch in Findorff: Wir bieten Ihnen persönliche Beratung – mit umfassenden

Leistungen, um Ihr Objekt gezielt zu vermarkten oder zu finden. Rufen Sie uns an:

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q NORA OSLER, NELE-MARIE LEEMHUIS UND CAROLIN GÜLDNER IM INTERVIEW

»Wir setzen auf Menschen aller Generationen.«

▼ IN BREMEN JETZT AM STANDORT FINDORFF IN DER ADMIRALSTRASSE 96: designfunktion

Ohne New Office kein New Work !

HANDGESIEDETE

NATURSEIFEN

Nora: Das ist unterschiedlich. Es wird in großen Verpackungseinheiten

aus Papier und Karton angeliefert. Aber es gibt auch

Waren, die feuchtigkeitsempfindlich sind – und in diesem Fall

ist leider manchmal immer noch Plastik im Spiel. Ansonsten

aber gilt: Plastik kommt bei uns nicht in die Tüte. Außerdem

setzen wir verstärkt auf LieferantInnen, die unterschiedliche

Pfandsysteme und andere nachhaltige Verpackungslösungen

nutzen, so dass auch die Großverpackungen nicht einmal,

sondern immer wieder eingesetzt werden.

Ihr sagt über Eure potentiellen KundInnen: »Zielgruppe sind

eigentlich alle.« Das sehe ich anders. Sollte man die »Füllerei

Findorff« – zumindest unter dem Aspekt der avisierten Zielgruppen

– nicht eher mit einem Bioladen vergleichen, da auch

Ihr Euch an umweltbewusst denkende KundInnen richtet ?

Nele: Als Unverpacktladen führen wir zwar hauptsächlich Bioprodukte,

sind aber dabei kein klassischer Bioladen. Wir haben

als Zielgruppe zum Beispiel ältere Menschen, die es noch von

früher kennen unverpackt einzukaufen und sich jetzt freuen,

ganz bedarfsgerecht auch kleine Mengen abzufüllen. Auch auf

umweltbewusste junge Familien im Stadtteil setzen wir, ebenso

wie auf Menschen aller Generationen, die nachhaltiges

Einkaufen für sich ausprobieren möchten.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 10

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In Eurem Ladengeschäft gibt es auch eine kleine Lese- und

Sitzecke, in der man sich über Themen wie »Zero Waste«, also

im Alltag möglichst keinen Müll zu erzeugen, austauschen

und informieren kann. Ihr möchtet zukünftig auch interessante

Veranstaltungen wie Vorträge über Nachhaltigkeit im Alltag

anbieten und »Do it yourself«-Workshops durchführen.

Was dürfen wir demnächst erwarten ?

Cora: Die Planungen für Veranstaltungen und kleine Events

gehen wir erst an, wenn wir den Laden halbwegs etabliert

haben. Das hat momentan eindeutig Priorität. Wir sind aber

äußerst optimistisch, dass die FindorfferInnen einen neuen,

schönen Unverpacktladen gut annehmen werden. Ideen für

Veranstaltungen gibt es schon viele, auch in Kooperation mit

Gleichgesinnten, wie mit der Findorffer Seifenmanufaktur

»Martha‘s Corner«, die uns bereits beliefert. Es ist, bleibt

und wird spannend. Einfach ab und zu bei uns auf »facebook«

schauen: Dort und auf unserer Internetseite werden wir

Events zeitnah ankündigen.

q ÜBER DIE »FÜLLEREI FINDORFF«

Die »Füllerei Findorff« sind Nele-Marie Leemhuis, Carolin

Güldner und Nora Osler. Alle drei ergänzen sich durch ihre

unterschiedlichen Hintergründe perfekt. Nele ist gebürtige

Findorfferin. Sie probiert ständig neue Dinge aus und kann nie

wirklich stillsitzen. Derzeit studiert sie noch an der Universität

Bremen. In ihrer freien Zeit beschäftigt sie sich viel mit dem

Thema Klimaschutz und umweltbewusstes Leben. Carolin

Güldner ist gelernte Polizistin und produzierte noch vor ein

paar Jahren Sicherheit in Findorff. Dafür musste sie jeden Tag

ins Auto steigen. Fahrten im Streifenwagen konnte sie gut mit

ihrem Gewissen vereinbaren. Für alle anderen Wege nutzt

sie lieber das Fahrrad. Damit fuhr sie auch immer zu ihrem

bisherigen Unverpacktladen in der Bremer Neustadt. Jetzt hat

sie sich mit kurzen Wegen eine Alternative geschaffen. Nora

Osler ist die Inhaberin der »Füllerei Findorff«. Sie hat bereits ein

Studium der Biologie/Ökologie, eine Ausbildung zur Raumausstatterin

und eine Weiterbildung zur Gestalterin im Handwerk

erfolgreich absolviert. Seit ein paar Jahren ist Nora selbstständig

auch als Polsterin in Findorff unterwegs. Sie findet Nachhaltigkeit

und umweltbewusstes Leben wichtig. Mit der »Füllerei

Findorff« möchte sie gemeinsam mit allen UnterstützerInnen

möglichst vielen Menschen ermöglichen, zukünftig auf Plastik

und Einwegverpackungen zu verzichten. Als Nele, Caro und

Nora sich erstmals darüber unterhielten, war die Entscheidung

schnell gefallen: »Wir brauchen einen Unverpacktladen in

Findorff und wenn es sonst niemand macht, dann gehen wir

es an !« Den gibt es jetzt, ebenso wie alle weiteren Infos und ein

anschauliches Video, das zeigt, wie unverpackt einkaufen geht,

auf www.fuellerei.de

Interview: Mathias Rätsch, Fotos: Martin Bockhacker ▲

N

ew Work ist die treibende Idee

hinter vielen aktuellen Change-Projekten

in Unternehmen.

Agiler und flexibler

zu arbeiten, ist eine verheißungsvolle

Aussicht. Doch

nicht immer kommen

dabei auch die Rahmenbedingungen

für New Work

angemessen in den Blick: Wie sehen Räume aus,

die agile und flexible Kooperation und

Co-Kreation wirksam unterstützen ?

Eine Frage für Spezialisten.

Experten für wirksame Räume

gesucht ? »designfunktion« schafft wirksame Räume, in denen

Menschen ihr volles Potenzial entfalten können. Das erreichen

die Berater und Planer von »designfunktion« durch ihren

ganzheitlichen Ansatz: Workspace Consulting, Planung und

Einrichtung münden in moderne New-Office-Lösungen, die

die individuellen Bedarfe und Herausforderungen ihrer

Kunden stets berücksichtigen.

Was macht »designfunktion« anders ? »designfunktion« berät

Unternehmen individuell und authentisch. Die Berater sprechen

mit den betroffenen Mitarbeitern und machen sie so zu beteiligten

Partnern. In intensiven Gesprächen mit ausgewählten Stakeholdern

gewinnen die »designfunktion« Experten ein klares Bild

vom Unternehmen und lernen seine Bedarfe kennen. Dabei

legen sie Wert darauf, sowohl mit den Entscheidern als auch mit

den Mitarbeitern zu sprechen. Um ein Büro – egal wie groß es

ist – funktionell planen zu können, setzen sich die Experten von

»designfunktion« sehr genau mit dem Unternehmen auseinander:

Wie ist die Kultur im Unternehmen? Welche Ziele stehen im

Vordergrund ? Wofür soll die Marke stehen ?

Inspiration gibt es im neuen »designfunktion« Schauraum:

Bremen ist eine attraktive Stadt und »designfunktion« hat für

den Schauraum ein Haus gefunden, das nicht besser zu gutem

Einrichtungsdesign passen könnte. In dem ehemaligen Fabrikgebäude

ließ das Traditionsunternehmen »Thonet« einst Stuhlrohre

und Holzgeflechte für einige Klassiker der Designgeschichte

herstellen. Im Schauraum sind selbstverständlich

NEUERÖFFNUNG

Stühle aus dem Hause »Thonet« und Produkte vieler

weiterer namhafter Hersteller zu finden. Außerdem

können Interessierte hier moderne Arbeitswelten

beispielhaft erleben. Die Prinzipien von Multispace

und Activity-based Working sind hier nicht nur

zum Anschauen arrangiert – die »designfunktion«

Mitarbeiter vor Ort arbeiten darin. Im Schauraum

in der Admiralstraße 96 erleben also die

Besucher auf 850 Quadratmetern eine moderne und

funktionierende Arbeitswelt. Das erfahrene Personal

vor Ort unterstützt Kunden bei der

Planung und Gestaltung einer zukunftsfähigen

New-Work-Umgebung. Gerade

bei Kunden, die bisher klassische Büros

gewohnt waren, leistet der neue Schauraum

Überzeugungsarbeit in Sachen Arbeitswelt 4.0.

Am Standort ist darüber hinaus geplant, Coworking Spaces

anzubieten, aber auch Konferenzräume und Workshop-Flächen

für modernes und agiles Arbeiten.

Lassen Sie sich inspirieren ! Besuchen Sie uns im neuen Schauraum

in der Admiralstraße 96. Erleben Sie selbst, wie individuell

Multispace-Arbeitsplätze sein können. Wir freuen uns auf Sie !

q DEUTSCHLANDWEIT PRÄSENT

Die »designfunktion« Gruppe mit Hauptsitz in München wurde

1981 gegründet und ist heute mit über 350 Mitarbeitern eines

der führenden Consulting-, Planungs- und Einrichtungsunternehmen

Deutschlands für Arbeits- und Wohnwelten. In der

Konzeption und Realisierung moderner Büro- und Arbeitswelten

sowie der Einrichtung von Objekten gilt »designfunktion«

als Marktführer. Mit Beratungs- und Planungsteams sowie Experten

für Einrichtung, Licht, Textil, Akustik und Küche gelingt

es, das gesamte Leistungsspektrum aus einer Hand anzubieten.

designfunktion Gesellschaft für moderne Einrichtung Hamburg

mbH & Co. KG, Admiralstraße 96, 28215 Bremen, Telefon

+49 421 597 56 14-0, E-Mail: bremen@designfunktion.de,

Öffnungszeiten Schauraum: Montag bis Freitag 8:00 bis 17:00 Uhr,

Samstag geschlossen. Außerhalb der Öffnungszeiten gerne auch

nach Terminvereinbarung. www.designfunktion.de

Text und Fotos: designfunktion ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 11 | PROMOTION


PROFILE

q MARCO MICHAEL WANDA VON DER BAND »WANDA« IM INTERVIEW

» Bindet mir der Erfolg meine Schuhbänder ? «

POPMUSIKER

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 12

WANDA

I

hr kommt aus Österreich. Warum habt Ihr

Eure Band nach Wanda Kuchwalek benannt,

die in den Siebzigerjahren unter ihrem Spitznamen

»Wilde Wanda« als Wiens einzige

weibliche Zuhälterin bekannt wurde ?

Wir wollten in irgendeiner Weise gefährlich

klingen. Sich nach einer unglaublich brutalen

Frau zu benennen war die einzige Möglichkeit

einen Namen zu haben, der sich mit den kraftvollen Auftritten

und den Lederjacken versteht. Man darf nicht vergessen, egal

wie groß das alles mittlerweile geworden ist: Wir kommen aus

dem Wiener Underground, wir kommen aus den Kellerlokalen,

aus Zigarettenrauch und aus Schlägereien. Wilde Zeit, lustig.

»Wanda« sind schon mehrfach in Bremen aufgetreten. Was verbindet

Ihr mit der wohl schönsten Hansestadt in Deutschland ?

Es ist immer schön dort zu spielen. Wir freuen uns sehr darauf.

Seit Eurem wilden Debütalbum »Amore« 2014 habt ihr nahezu

jeden Preis in der Musikbranche abgeräumt, den es zu

gewinnen gibt. Was sind Eure Ziele für die Zukunft, wenn

man als Band eigentlich alles schon erreicht hat ?

Erfolg ist nicht der Motivator und Preise schreiben keine gute

Musik. Bindet mir der Erfolg meine Schuhbänder ? Nein, das

muss ich selber tun. Ich habe viel gesehen die letzten Jahre. Ich

habe das Geschäft kennengelernt. Ich habe mich hier und da

verloren, aber ich habe meine Art zu leben nie geändert. Ich bin

darum bemüht, derselbe Mensch zu bleiben, der damals eine

Gitarre in die Hand genommen hat, um Lieder zu schreiben.

Ich mache das alles für diese unglaublichen Momente bei den

Konzerten. Zu sehen wie dort Tausende Menschen zusammenkommen,

die sich nicht kennen und sich am Ende in den

Armen liegen – dafür mache ich das alles.

Mal ehrlich: Wie viele Stunden arbeitet Ihr pro Woche ? Wie

oft trefft ihr Euch zum Proben ? Wie lange braucht Ihr, um

neue Songs zu schreiben ?

Wir sind die schlechteste Band der Welt im Proberaum. In

den letzten zwei Jahren haben wir daher aufgehört zu proben.

Das ist nur konsequent. Und wenn wir proben, was sehr selten

passiert, dann hassen wir es. Ohne andere Menschen passiert

keine Magie. Musik muss man mit vielen Menschen gemeinsam

erleben. Darum geht es.

Wie entstehen die Songs von »Wanda« ? Woher kommt die

Inspiration für die Melodien und wie schreibt man immer

wieder derartig leidenschaftliche Texte ?

Lieder sind wie Geister. Sie kommen einen besuchen. Ein Glas

Wein lockt einen Geist. Eine Flasche Wein stößt das Tor ins

Jenseits auf und dann strömen die Geister in Scharen – und man

kommt nicht nach, das aufzuschreiben, was sie durcheinander

reden. Das sind Lieder: Was die Geister reden.

Wenn Ihr auf Tour seid, geht es da wild oder eher ruhig zu ?

Das Tourleben kann man nicht erklären. Wenige Bands auf

dieser Welt erleben es so wie wir. Mit Trucks und mehreren

Nightliner-Bussen. Es ist verrückt und ich liebe es – und vor

meinem Tod werde ich mich an vieles erinnern.

Was war Euer schlimmstes Konzert ?

Wir sind entweder die beste Band oder die schlechteste Band.

In diesem Spannungsfeld fühle ich mich wohl. Schlimm war es

noch nie. Egal was passiert, es passiert etwas und die Menschen

im Publikum entscheiden genauso wie wir, wie es ausgeht.

Wenn Ihr zusammen mit anderen musikalischen Helden von

heute oder aus der Vergangenheit einen Abend gemeinsam

gestalten könntet: Welche wären das ?

Ich hätte gerne gesehen wie die Beatles das Album »Sergeant

Pepper« aufführen. Und Nirvana nie live gesehen zu haben ist

ein trauriger Mantel, mit dem ich ewig herumlaufen muss.

Viel Erfolg für Euer Konzert in Bremen !

q ÜBER MARCO MICHAEL WANDA

Nach »Amore«, »Bussi« und »Niente« kommen »Wanda« jetzt

mit Album Nr. 4 »Ciao!« im Gepäck nach Bremen. Am Sonntag,

den 8. März spielen Marco Michael Wanda, Christian Immanuel

Hummer, Manuel Christoph Poppe, Reinhold Weber und

Lukas Hasitschka im »Pier 2« – als eine Band aus Österreich,

die in den letzten Jahren im Alleingang den deutschsprachigen

Rock’n’ Roll revolutioniert hat. Ob im kleinsten Club, der großen

Halle oder Open Air vor 100.000 Fans wie zuletzt in ihrer

Heimatstadt Wien: Die Auftritte von »Wanda« sind epochal.

Marco Wanda als Dompteur der Herzen treibt das Publikum

gemeinsam mit der Band zu immer mehr Ekstase und Amore

an und live gespielt bekommen die Lieder der bisherigen Alben

eine ganz neue Dimension. www.wandamusik.com

Interview: Mathias Rätsch with a little help from Simeon Buß,

Foto: Wolfgang Seehofer ▲

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 13


PROFILE

q SASKIA DÖRING BERÄT PRIVATKUNDEN DER SPARKASSE BREMEN IN FINDORFF

» Digitaler Wandel bleibt persönlich. «

SASKIA DÖRING

KUNDENBERATERIN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 14 | PROMOTION

P

Herzen liegen.

ersönlich, kompetent und digital aufgeschlossen

– so heißt das Team in der Fürther

Straße die Menschen im Stadtteil Findorff

willkommen. Zu Serviceleistungen rund ums

Girokonto, als Navigator in Finanzfragen

und als Veranstalter. Privatkundenberaterin

Saskia Döring berichtet im Interview mit

FINDORFF GLEICH NEBENAN, welche

Themen den Leuten hier vor Ort am

Frau Döring, wie hat sich das Bankgeschäft in den letzten

Jahren gewandelt ?

Wir sind digital geworden. Vor wenigen Jahren war eine Sparkassenfiliale

voll von Belegen: für Überweisungen, Einzahlungen

oder Scheckeinreichungen. Das geht heute viel bequemer:

zu Hause auf dem Sofa oder rund um die Uhr an SB-Geräten.

Menschen kommen heute seltener in die Filiale. Dadurch

verdichtet sich das Geschäft an größeren Standorten. Zwar

ist das eine spürbare Veränderung, aber die persönlichen

Ansprechpartner bleiben erhalten.

Welche Folgen hat dieser Wandel für die Menschen ?

Den Überblick zu behalten, wird immer schwieriger. Es gibt

online unzählige Anbieter und Angebote. Doch welches passt

zu mir ? Über den Preis allein lässt sich das nicht beantworten.

Am Ende entsteht trotz aller Information Unsicherheit.

Wie reagieren Sie darauf ?

Wir sprechen klare Empfehlungen aus – auch für Produkte, die

nicht von der Sparkasse kommen. Im Kundengespräch geht es

um die beste Lösung für unsere Kundinnen und Kunden. Daran

lassen wir uns messen. Deshalb haben wir als Finanzvermittler

nicht nur die aktuellen Preise anderer Anbieter, wir wickeln das

Geschäft direkt ab. Es ist nur ein Weg notwendig – egal, ob es

am Ende ein Sparkassenprodukt sein soll oder ein anderes.

Wie läuft das genau ab ?

Nehmen wir das Thema Wohnen. Angenommen, Sie wohnen

zur Miete und überlegen, ob Sie etwas Eigenes kaufen könnten.

Dann machen wir hier in der Filiale eine erste Rechnung

auf. Wir schauen auf die monatliche Rate, die Sie sich leisten

können und ermitteln die maximale Höhe des Kaufpreises, den

wir finanzieren könnten. Sie können auf unser Expertennetz

zugreifen: vom KfW-Kredit bis hin zum Riester-Bausparvertrag.

Wenn Sie dann eine Wohnung oder ein Haus gefunden haben,

beispielsweise über unsere Stadtteilmakler, dann suchen wir gemeinsam

auf unserer Vermittlerplattform Preise und Anbieter.

Sie finanzieren am Ende bei dem Anbieter, der Ihren Wünschen

entspricht. Gerne bei der Sparkasse Bremen – wir begleiten Sie

aber auch, wenn Sie sich anders entscheiden.

Gilt das auch für Versicherungen ?

Ja, dafür haben wir mit unserer Tochter »s mobile« eine App

entwickelt. Mit diesem Versicherungsmakler haben Sie alle

Versicherungen und Laufzeiten im Blick. Auf dem Computer

oder auf dem Smartphone. Wenn Sie es wünschen, erhalten Sie

Vorschläge für bessere Versicherungen und sparen damit bares

Geld. Sie erkennen aber auch, wo Ihnen noch eine Absicherung

fehlt. Das ist wirklich einfach. Auf Wunsch gibt es natürlich

auch einen unserer Versicherungsexperten als persönlichen

Ansprechpartner.

Wie geht es bei den Veranstaltungen weiter ?

Wir sind ständig auf der Suche nach spannenden Themen, die

nicht zwangsläufig etwas mit Finanzen zu tun haben müssen.

Beispielsweise greifen wir das aktuelle Thema Nachhaltigkeit

auf. Dabei wollen wir erzählen, wo wir nachhaltig produzieren.

Gleichzeitig wollen wir auch junge Unternehmen und tolle

Ideen präsentieren. Lassen Sie sich überraschen.

▼ WEITERE INFOS

Informationen zu Veranstaltungen der Filiale Fürther Straße

finden Sie im Stadtteilportal SPOT www.spot-bremen.de

Interview: Nils Andresen, Foto: Kerstin Rolfes, Pressefoto ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 15 | PROMOTION


PROFILE

q DER BIOLADEN »FLOTTE KAROTTE« SETZT AUF REGIONALE PRODUKTE

» ›Bio‹ einzukaufen ist ziemlich intelligent. «

NICOLE KAHLA UND TOBIAS WOLF

FLOTTEKAROTTEN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 16

M

oin Nicole und Tobias, Ihr seid die

InhaberInnen der »Flotten Karotte«,

die 2019 volljährig geworden ist.

Wie war damals die Szene, als der

Laden gegründet wurde ?

Tobias: Wir sind ja nicht die GründerInnen

der »Flotten Karotte«,

sondern ich habe den Laden vor 15

Jahren übernommen. Nicole ist vor

zehn Jahren dazugekommen. Nicole und ich sind ja eigentlich

SozialarbeiterInnen, doch das Thema hat mich interessiert. Ich

war aber von Anfang an Kunde der »Flotten Karotte«. Zuvor

sind wir immer nach Schwachhausen zu »Oecotop« gefahren,

weil es in Findorff keinen Mitgliedsladen gab. Als dann 2001

die »Flotte Karotte« eröffnet wurde, waren wir alle sehr

glücklich. Als sich zweieinhalb Jahre später herausstellte, dass

die beiden GründerInnen den Laden verkaufen wollten, war

ich gerade in einer Phase der beruflichen Umorientierung. So

kam eines zum anderen. Ich habe meine Chance ergriffen, die

Gelegenheit beim Schopfe gefasst und diese Entscheidung bis

heute nicht bereut.

Woher hattest Du den Mut, in die Selbstständigkeit zu gehen ?

Schließlich war »Bio« damals noch nicht so im »Mainstream«

angekommen wie heute. Ging es gleich gut los ?

Tobias: Eine positive Grundstimmung für den Bioladen in

Findorff war bereits da. Es war dennoch ein Wagnis; weniger

wegen »Bio«, als vielmehr einfach so einen Laden zu übernehmen.

Der Grundstock war gelegt, aber dennoch war uns klar,

dass wir mehr Mitglieder als KundInnen brauchten, um ganz

gut existieren zu können. Wir waren zu der Zeit ein Dreierteam.

Wir haben einen Gründungszuschuss vom Arbeitsamt bekommen,

so dass wir die erste Zeit etwas entspannter angehen

konnten; zumindest was die finanzielle Seite des Starts anging.

Was entgegnet Ihr, wenn jemand sagt, »Bio ist nicht gleich

Bio« oder wie eine große Sonntagzeitung titelte: »Bio kaufen

ist dumm.« ?

Nicole: »Bio ist nicht gleich Bio.« – diese Aussage würde ich

auch unterschreiben, denn es gibt ja verschiedene Anbauverbände

und Kriterien, nach denen angebaut wird. Wir legen Wert

darauf, vorrangig Produkte der klassischen, großen Verbände zu

haben, wie zum Beispiel »Bioland«, »Naturland« und »Demeter«,

die sehr gut kontrolliert werden und nicht nur das einfache

»EU–Bio–Siegel« führen. Ein weiteres Kriterium ist: Wenn man

sich die »Flotte Karotte« anschaut, haben wir sehr viel »unverpackt«

im Angebot. Das ist in großen Läden nicht unbedingt so.

Wir vermeiden Müll und schmeißen sehr wenig weg. Ich finde

daher, bei uns »Bio« einzukaufen ist ziemlich intelligent.

Laut Eigenaussage gibt es bei Euch vom Agavendicksaft bis

zur Zahnbürste fast 3.000 Artikel aus der Naturkostbranche.

Wonach sucht Ihr die Artikel für Euer Sortiment aus ?

Tobias: Natürlich sind eigene Vorlieben und der persönliche Geschmack

auch entscheidend, aber wie Nicole schon sagte: Es gibt

bei uns klare Kriterien, was wir anbieten wollen. Wir versuchen

auch neue, innovative Produkte aufzunehmen, die zum Beispiel

im Bereich der Verpackungsvermeidung Maßstäbe setzen. Wir

versuchen möglichst regionale Produkte zu führen, wir versuchen

möglichst fair gehandelte Produkte aufzunehmen – und

wir sind immer offen für die Anregungen unserer KundInnen.

Nicole: Außerdem treiben wir uns gern auf Messen herum

und lassen uns dort inspirieren – und wir haben sehr gute

GroßhändlerInnen, die uns Tipps für neue Produkte geben,

die zu unserer Philosophie passen.

Warum sind Bioprodukte trotz ihres großen Erfolges in den

letzten Jahren immer noch teurer als konventionelle Produkte ?

Tobias: Gute Qualität hat ganz einfach ihren Preis. Ich glaube,

dass Bio-Produkte letztendlich für die VerbraucherInnen etwas

teurer sind, aber gesellschaftlich bringt die bewusste Kaufentscheidung

einiges. Ein Beispiel: Wenn das Trinkwasser nicht

durch Pflanzenschutzmittel oder Gülle verunreinigt ist, nutzt

das der Allgemeinheit sehr viel. Eine Sanierung des Grundwassers

ist nur mit großem Aufwand und in langen Zeiträumen

möglich und dementsprechend teuer. Diese Kosten entstehen

sehr schnell für uns alle und werden heutzutage leider noch

gar nicht in die Preise eingerechnet. Unter dem Strich gesehen

sind Bio-Lebensmittel für die Gesamtgesellschaft günstiger als

Lebensmittel aus konventioneller Produktion.

Nicole: JedeR sollte sich auch klar machen, was hinter einem

Produkt steht. Wie viel ist man bereit für gute Lebensmittel

auszugeben ? Die Frage ist daher auch: Was verdienen die

Bauern ? Was verdienen die ErntehelferInnen ? Uns ist wichtig,

dass die Leute fair bezahlt werden und von ihrer Arbeit gut

leben können.

Man kann auch Mitglied bei der »Flotten Karotte« werden.

Wie geht das und welche Vorteile gibt es ?

Tobias: Die Mitgliedschaft ist die Grundidee unseres Bioladens.

Dadurch können wir den Menschen, die bei uns einkaufen

wollen, die Produkte günstiger anbieten. Im Gegenzug verschaffen

unsere Mitglieder der »Flotten Karotte« eine verlässliche

Kalkulationsgrundlage. Man zahlt monatlich einen günstigen

Mitgliedsbeitrag und kann dann bei uns ungefähr 30 Prozent

günstiger einkaufen. Sprecht uns einfach an.

Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag ?

Tobias: Der Monatsbeitrag beträgt für eine erwachsene Person

17,00 Euro und pro weitere erwachsene Person 14,00 Euro.

Wie viele Mitglieder habt Ihr zur Zeit ?

Tobias: Wir haben mittlerweile knapp 500 Mitglieder. Der

Großteil davon kommt aus Findorff, aber wir haben auch

KundInnen aus Borgfeld.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 17


q NICOLE KAHLA UND TOBIAS WOLF IM INTERVIEW

» Kundenbindung ist für beide Seiten wichtig. «

Kann man auch ohne Mitgliedschaft bei Euch einkaufen ?

Nicole: Selbstverständlich.

Bewusste KundInnen möchten wissen, woher die Lebensmittel

kommen, die sie kaufen. Wo sitzen Eure LieferantInnen und

wie erfährt man, wer Euch was liefert ?

Nicole: Ich kann ein sehr schönes Beispiel aus dem Bereich

Obst und Gemüse geben. Wir machen regelmäßig Ausflüge mit

unseren MitarbeiterInnen und waren zuletzt bspw. auf dem

»Demeter«-Gärtnerhof in Delmenhorst-Sandhausen. Inhaber

Martin Clausen ist auch Gesellschafter des »Naturkost Kontor

Bremen«. Wir haben uns vor Ort die Pflanzen angesehen und

den Hof erklären lassen. Seitdem schreiben wir auf unsere

Gemüseschilder »Kommt aus Sandhausen«. Wir versuchen

generell unsere LieferantInnen gegenüber den KundInnen so

transparent wie möglich zu machen, damit sie wissen, wo zum

Beispiel die Eier herkommen und wo und wie die Hühner leben.

Warum heißt die »Flotte Karotte« eigentlich »Flotte Karotte« ?

Tobias: Das wissen wir peinlicherweise auch nicht. Wir haben

den Namen ja so übernommen. Aber »Flotte Karotte« ist sehr

gut zu merken: Viele Menschen in Bremen und umzu können

mit dem Namen etwas anfangen und wissen, wofür er steht.

Euer Bioladen ist im Vergleich zu einem Supermarkt relativ

klein und gemütlich. Man fühlt sich sofort persönlich angesprochen.

Wie wichtig ist es, neben der Mitgliedschaft,

zugleich eine persönliche Kundenbindung aufzubauen ?

Tobias: Kundenbindung ist für beide Seiten wichtig. Für uns

bringt die enge Bindung viel Freude während der Arbeit. Es ist

schön, dass die KundInnen den persönlichen Kontakt schätzen.

Das merken wir daran, dass das persönliche Gespräch manchmal

länger dauert als die Zeit für den eigentlichen Einkauf,

weil man sich bei uns wohlfühlt und bei uns im Bioladen

auch die NachbarInnen und FreundInnen trifft.

Nicole: Das persönliche Gespräch ist schon sehr wichtig – und

es macht letztendlich für mich auch den Spaß bei der Arbeit aus.

Was macht Ihr ganz konkret, um den KundInnen der

»Flotten Karotte« das gute Gefühl zu vermitteln, bei Euch

genau richtig zu sein ?

Tobias: Wir machen gemeinsame Aktionen und haben unser

Jubiläum zusammen gefeiert. Selbst wenn der Laden dann

zu den regulären Öffnungszeiten zu hat, finden das alle in

Ordnung.

Ein Blick in die Zukunft: Wie sieht die Bio-Szene 2030 aus ?

Tobias: Wir möchten natürlich, dass »Bio« sich weiter durchsetzt.

Allerdings hoffe ich, dass dieses nicht nur von Discountern

und großen Ketten gemacht wird, sondern dass es auch

weiterhin kleine, persönliche Bioläden wie die »Flotte Karotte«

geben wird. Die Zukunft sieht dafür, wie vermutlich auch im gesamten

Einzelhandel, nicht so rosig aus, weil kleine Läden eher

auf dem Rückzug sind. Ich hoffe aber, dass unsere besonderen

Qualitäten, die alle KundInnen zu schätzen wissen, Bestand

haben und sich weiter herumsprechen – und dass die feste Verwurzelung

im Stadtteil auch einen Wert hat; damit sich kleine

Läden wie die »Flotte Karotte« weiterhin halten können.

q ÜBER DIE »FLOTTE KAROTTE«

Der kleine, feine Bioladen wurde im Jahr 2001 in Findorff in

der Augsburger Straße 6 gegründet und 2004 von Tobias Wolf

übernommen. 2009 kam Nicole Kahla als Inhaberin dazu. Das

heutige Team umfasst zudem vier weitere biobegeisterte MitarbeiterInnen

und zahlreiche Aushilfen. Die »Flotte Karotte« ist

Ausbildungsbetrieb für den Beruf »Einzelhandelskauffrau / Einzelhandelskaufmann«.

Man lebt, was man tut; auch im Detail.

Der Bioladen ist Mitglied in der »Kulturland Genossenschaft«,

bezieht Strom von den Bürgerwerken und Tobias Wolf engagiert

sich privat seit Jahren im »Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club

Landesverband Bremen«, kurz »ADFC Bremen«. Geöffnet ist

Montag bis Freitag von 8:30 bis 18:30 Uhr und Samstag von

8:30 bis 13:30 Uhr. Mehr auf www.flotte-karotte-bremen.de

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Kerstin Rolfes ▲

»Es kommt darauf an, den

Körper mit der Seele und die Seele

durch den Körper zu heilen.«

Gesichtsanalyse

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 18

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 19


▼ BREMER BÜRGERPARK-TOMBOLA NOCH BIS ZUM 10. MAI 2020

Gewinne, Gewinne, Gewinne !

FINDORFF GEHT AUS : SPECIAL

A

nfang Februar ging sie los, indem Verkaufshaus

für Verkaufshaus in die Innenstadt

rollten: die 66. Bürgerpark-Tombola in der

Bremer City und in verschiedenen Einkaufszentren.

Schirmherr der Veranstaltung ist

Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte.

Das neue Losmotiv ist diesmal

die Bremer Baumwollbörse.

Die Bürgerpark-Tombola ist eine wichtige Unterstützung

für den Erhalt des Bürgerparks, der nicht

nur als »grüne Lunge« für Findorff dafür sorgt, dass in den

zunehmend heißen Sommern die Temperaturen im Umfeld von

Bürgerpark und Stadtwald viel geringer sind, weil die Bäume

und andere Pflanzen dort für den Stadtteil einen kühlenden

Effekt haben. Insofern haben alle, aber besonders die Findorffer-

Innen ein großes Interesse, den ausschließlich privat finanzierten

Bremer Bürgerpark als eine einzigartige, denkmalgeschützte

grüne Oase mitten in der Stadt zu unterstützen.

Seit über 65 Jahren tragen Bremer Unternehmen mit ihren

Sachspenden und die LoskäuferInnen dazu bei, dass der Bremer

Bürgerpark und auch viele andere begünstigte Parkanlagen,

erhalten und gepflegt werden. Zudem unterstützt die Bürgerpark-Tombola

weitere Projekte in den Parkanlagen der Stadt.

TOMBOLA

Im Stadtbereich können die Lose an den traditionellen Standorten

gekauft werden: Dazu zählen die Standorte Liebfrauenkirchhof,

Sögestraße, Hanseatenhof, Obernstraße / Höhe Pieperstraße,

Ansgarikirchhof, neben der Bremischen Bürgerschaft sowie der

Bahnhofsvorplatz. Parallel dazu findet der Losverkauf auch in

den Einkaufszentren Weserpark, Roland-Center, Waterfront,

Walle-Center und der Berliner Freiheit statt.

Auch das mobile »tombomobil« wird wieder

überall unterwegs sein, so dass dem Losglück

viele Chancen eröffnet werden – und die

Chance, sein großes Glück zu machen, stehen so gut wie nie. Im

Rahmen der Hauptgewinne sind natürlich die Klassiker »Autos,

Reisen und Bargeld« zu nennen. In der letzten Tombola-Verkaufswoche

steigt auch wieder die 5.000 Euro-Sonderverlosung

(2. Gewinnchance, Zusatzverlosung auf alle verkauften Lose).

Dietmar Hoppe, Geschäftsführer der Bürgerpark-Tombola,

Joachim Linnemann, Präsident des Bürgerparkvereins und

Tim Großmann, Direktor des Bürgerparks und die am Reingewinn

partizipierenden Vereine (der Förderverein Stadtgarten

Vegesack, der Achterdiekpark und der Förderkreis Overnigelant)

hoffen auf großes Engagement aller BremerInnen – im Sinne

der guten Sache. Infos unter www.buergerpark-tombola.de

Text: Dietmar Hoppe, Foto: Martin Rospek ▲

22 l CREATE THE MOMENT: DAS JAZZAHEAD ! FESTIVAL

Die Messe findet statt von Donnerstag bis Sonntag, 23. bis 26. April. Das Festival

beginnt bereits am Freitag, 17. April. Das Galakonzert bestreitet Rufus Wainwright.

24 l SENSIBLE SAITEN: JAN-OLAF RODT IM INTERVIEW

Almut Heibült traf den Jazz-Gitarristen aus Bremen, der am 25. April im Rahmen

der »jazzahead !« CLUBNIGHT in Findorff im »Alten Pumpwerk« spielt.

26 l PARTNERLAND KANADA: WENN DIE ELCHE JAZZ HÖREN

Kanada kommt gut – als Partnerland der »jazzahead!«. Großartige MusikerInnen

reisen aus Übersee an die Weser – und werden in Bremen live im Fokus stehen.

27 lJAZZAHEAD! CLUBNIGHT: TIPPS FÜR FINDORFF

Die »jazzahead !« CLUBNIGHT verwandelt mehr als 30 Orte in Clubs – auch in

Findorff. Wir geben Tipps, um vom Abend bis tief in die Nacht Jazz zu erleben.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 20 | PROMOTION JAZZAHEAD! 2020 | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 21


FINDORFF GEHT AUS : SPECIAL

q ZUM 15. MAL STEHT VOM 17. BIS 26. APRIL BREMEN IM ZEICHEN DES JAZZ

Fans können unter rund 100 Konzerten wählen.

CREATE

THE MOMENT

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 22 | JAZZAHEAD! 2020

VOM 17. BIS 26. APRIL 2020

A

lljährlich im April strömt die internationale

Jazz-Szene in Bremen zusammen: Die Fachwelt

trifft sich zur Fachmesse »jazzahead !« in

der MESSE BREMEN, um Musik zu hören,

zu netzwerken und Auftritte oder Aufnahmen

zu verabreden. Das Jahr 2020 steht dabei im

Zeichen eines Doppeljubiläums: Der weltgrößte

Branchentreff feiert 15. Geburtstag,

das Festival mit Partnerlandprogramm und

CLUBNIGHT erlebt die zehnte Auflage. Die Messe findet statt

von Donnerstag bis Sonntag, 23. bis 26. April. Das Festival

beginnt bereits am Freitag, 17. April.

»Die ›jazzahead !‹ hat sich zu einer wesentlichen Größe im

Jazz-Business und mit ihren rund 100 Konzerten zu einem

Publikumsmagneten entwickelt«, berichtet Sybille Kornitschky,

Projektleiterin der »jazzahead !« von der MESSE BREMEN.

»Das doppelte Jubiläum wollten wir ausdrücklich würdigen.

Darum steht nun erstmals eine Jazz- und Kulturnation aus

Übersee im Zentrum: Kanada.«

Zum Auftakt des Festivals zu Facetten der Kultur Kanadas erwartet

die BesucherInnen ein Highlight: Am Eröffnungsabend

sind Singer-Songwriterin und Pianistin Laila Biali und Tanya

Tagaq zu erleben, eine der wichtigsten Vertreterinnen der Inuit.

Das Galakonzert am Messefreitag, 24. April, bestreitet der von

Kritik und Publikum gefeierte Rufus Wainwright.

Während der Fachmesse können die Jazzfans Showcase-Kurzkonzerte

von 40 Bands erleben. Die Konzerte verteilen sich

auf die »Canadian Night«, das »European Jazz Meeting«, die

»German Jazz Expo» und die »Overseas Night«, Hörbeispiele

sind jederzeit auf der Website www.jazzahead.de abrufbar.

Das Auswahlverfahren hat es im Übrigen stets in sich, war aber

diesmal aufwendig wie nie zuvor: Die vier international besetzten

Fachjurys mussten stolze 816 Bewerbungen aus 50 Ländern

anhören und bewerten.

Premiere 2020: Zum ersten Mal gibt es eine kostenlose Live-

Übertragung aller Showcases auf Großbildleinwand. Dafür

bauen die VeranstalterInnen ein Zelt für 500 bis 600 ZuhörerInnen

zwischen der Halle 7 und dem Kulturzentrum Schlachthof

auf, in dem auch für ein reichhaltiges Speisen- und Getränkeangebot

gesorgt sein wird.

Die beliebte »jazzahead !« CLUBNIGHT trägt den Jazz dann am

Samstag, 25. April, auf rund 30 Bremer Bühnen. Von 17:00 Uhr

bis in den frühen Sonntagmorgen spielen 54 Bands unterschiedlichster

Stilrichtungen.

Ein Ticket reicht als Eintrittskarte für sämtliche Spielorte der

CLUBNIGHT. Es gilt auch als Fahrschein für Busse und Bahnen

im Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen (VBN) von Samstag

um 15:00 Uhr bis Sonntag, 26. April, um 10:00 Uhr. Wer es

sportlicher mag, kann sich aufs eigene Fahrrad oder auf ein

Leihfahrrad schwingen. Bis zu 100 Räder stehen vor Halle 7

bereit oder können per nextbike-App im gesamten Stadtgebiet

gebucht werden.

Zurück zur Fachmesse: Diese beginnt erstmals schon am

Donnerstag um 10:00 Uhr, der so zum vollen Messetag wird.

»Wir wollen den TeilnehmerInnen damit mehr Zeit für Gespräche

und Kontaktpflege verschaffen. Damit tragen wir der stetig

wachsenden Beteiligung Rechnung«, erklärt Sybille Kornitschky.

Aus dem Partnerland Kanada zu Gast: Rufus Wainwright (links)

Das Fachprogramm rückt diesmal Anliegen und Bedürfnisse

von KonzertveranstalterInnen, BookerInnen oder Labels in den

Mittelpunkt. Zudem gibt es erneut ein Symposium zur Musikbildung,

speziell zu »Improvisation und Jazz für Kinder«. Diesmal

beschäftigt es sich mit der Frage, wie sich solche Musik in

den Grundschulunterricht integrieren lässt. Jurys wählen zwei

besonders gelungene Beispiele aus, die im Showcase-Format

gezeigt und anschließend diskutiert werden. Für die Fachmesse

»jazzahead !« 2019 waren 3.408 Teilnehmende aus 64 Nationen

registriert. Rund 18.000 BesucherInnen erlebten die Messe und

die 100 Konzerte am Messewochenende.

▼ KARTEN FÜR DIE JAZZAHEAD!

Tickets für alle Konzertveranstaltungen im Rahmen der

»jazzahead !« gibt es auf der Website der »jazzahead !« oder bei

Nordwest Ticket. Mehr Infos unter www.jazzahead.de

Text: Imke Zimmermann, Foto: Matthew Welch, Pressefoto ▲

JAZZAHEAD! 2020 | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 23


PROFILE

q DAS »JAN-OLAF RODT QU4RTET« SPIELT AM 25. APRIL IM »ALTEN PUMPWERK«

» Ich bin gern Sideman in anderen Bands. «

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 24 | JAZZAHEAD! 2020

JAN-OLAF RODT

JAZZGITARRIST

M

oin Jan-Olaf, wie bist Du zur Musik

gekommen und wann hast Du

Dich für den Jazz entschieden ?

Wie das so ist in einem bürgerlichen

Elternhaus: Ich durfte schon als

Kind Klavier spielen, aber das war

es für mich nicht. Irgendwann fing

ich an Rock’n’ Roll auf der Gitarre

zu spielen. Plötzlich machte mir

das Üben viel mehr Spaß ! Ich hatte auch schon sehr früh den

Wunsch Profimusiker zu werden und Musik zu unterrichten.

Als ich anfing in Bremen zu studieren, war ich erst vom Jazz

zunächst gar nicht begeistert, aber dann hat sich diese Liebe

doch langsam entwickelt – und sie hält bis heute an.

Der bekannteste Jazz-Gitarrist der Welt Pat Metheny hat gesagt:

»Mit seiner Gitarre muss man viel Zeit verbringen. Wenn

Sie sechs oder sieben Stunden am Tag üben, und das fünf bis

zehn Jahre lang, dann können Sie anfangen, darüber zu reden.«

Wieviel Zeit verbringst Du am Tag mit Deiner Gitarre ?

Ich versuche jeden Tag eine Stunde nur für mich und völlig frei

meine eigene Musik zu spielen. Zugegeben: Ich habe früher

mehr geübt; allerdings nie so viel wie ein Pat Metheney – und

deshalb bin ich auch nicht er. Üben ist schon wichtig, aber es

gehört im Jazz noch mehr dazu wie eine gewisse Weltoffenheit

– und man sollte beispielsweise auch neue Einflüsse kanalisieren

können. Aber an viel Arbeit kommt niemand vorbei, wenn man

ein guter Musiker werden möchte und von der Musik leben will.

Du bist nach dem Studium in Bremen geblieben. Warum ?

Ich bin schon nach Berlin gezogen und habe dort auch studiert,

aber bin nach kurzer Zeit zurückgekommen. Anfangs hat sich

die Rückkehr komisch angefühlt, weil das Gefälle zwischen Berlin

und Bremen hinsichtlich des »Hipness-Faktors« sehr groß war

und ist. Ich fand Berlin sehr inspirierend, aber beruflich war es

ein schwieriges Pflaster. Meine Existenz als Musiker hatte dort

Formen angenommen, die keinen Sinn machten. Oft gab es sehr

wenig oder gar kein Geld. Ich hatte schon damals den Anspruch

von meinem Beruf auch leben zu können. Noch ein weiterer

Grund war, dass ich in Bremen immer meine engsten Freunde

hatte – Kontakte die mir wichtig waren und weiterhin sind.

Bremen war in den Sechzigern und Siebzigern eine Hochburg

des Jazz; mit legendären Spielstätten wie der »Lila Eule« oder

dem »Café Grün«. Sind wir heute immer noch eine Hochburg ?

Eine Hochburg des Jazz ist Bremen nicht mehr, aber wir können

es ja wieder werden! Ich habe diese Zeit leider nicht miterlebt,

aber ich kenne legendäre Bremer Musiker wie Ed Kröger, die

von damals immer noch sehr beseelt sind. Ich finde, das ist auch

absolut berechtigt, aber man sollte dennoch schauen, was heute

so geht. Für die Jazz-Szene ist es gut, dass wir eine Hochschule

für Musik in unserer Stadt haben, aber auch, dass Bremen eine

sehr schöne, lebenswerte Stadt ist, wodurch immer wieder gute

MusikerInnen zu uns kommen. Viele Studierende organisieren

auch Veranstaltungsreihen, die nicht groß sind, aber Bremen als

Jazz-Standort aus dem »Tal der Tränen« heraus katapultieren.

Witze in der Jazz-Szene gehen so: Am Taxistand verhandeln

zwei Typen mit dem Chauffeur. Der eine trägt eine Tasche mit

Schlagzeug-Becken und Trommelstöcken, der andere einen

Trompeten-Koffer. Wer von den dreien ist Jazzmusiker ?

Der Taxifahrer !

Ist das immer noch so ?

Wer sich ordentlich auf den Hintern setzt, der kann in Deutschland

von der Musik leben. Ich kenne allerdings auch einige

MusikerInnen – nicht nur im Jazz, sondern auch aus der Klassik

– die beruflich doch noch irgendwann umsatteln.

Wie leidenschaftlich muss man für seine Musik »brennen«,

um unter den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen

trotzdem als MusikerIn zu überleben ?

Ich habe keine Familie mit Kindern. Wenn das so wäre, müsste

man jeden Gig annehmen – und wenn Du in der Lebenslage

nachts nach Hause kommst und als Musiker live zwar Spaß

hattest, aber nur 30 Euro mitbringst, macht das keine Partnerin

lange mit. Ich habe eine halbe, unbefristete Stelle an der Carl

von Ossietzky Universität Oldenburg, die mir die Miete finanziert.

Das haben nicht viele KollegInnen. Ich muss in meiner

Situation wenig Rücksicht nehmen. Ich spiele viel, habe wenig

Freizeit, aber die Freiheit, die Projekte zu machen, die ich machen

möchte. Das ist ein bisschen wie freies Unternehmertum.

Du spielst in vielen Bands und Projekten mit Musikern wie

Malte Schiller oder Peter Dahm. Ist netzwerken im Jazz erforderlich,

zumal laut einer Studie Deutschlands JazzmusikerInnen

im Monat nur ca. 1.000 Euro im Durchschnitt verdienen ?

Netzwerken ist extrem wichtig für die eigene Musik, aber auch

für die künstlerische Weiterentwicklung. Das eigene Projekt ist

wichtig, aber ich bin auch gern Sideman in anderen Bands – und

fühle mich in der Rolle des Begleitmusikers oft viel wohler.

Auf der »jazzahead!« präsentiert das »Jan-Olaf Rodt Qu4rtet«

am 25. April 2020 im Rahmen der CLUBNIGHT die aktuelle

CD »Shimmering«. Spielstätte für das Konzert ist das »Alte

Pumpwerk« in Findorff. Welchen Reiz hat es, dort zu spielen ?

Ich durfte dort schon mit der »Malte Schiller Group« gastieren.

Die Maschinenhalle ist sehr besonders: Es ist eine große, hohe

Halle, die eine ausgezeichnete Akustik mit einem speziellen

Raumhall hat – und das Team des Vereins ist einfach toll.

▼ ÜBER JAN-OLAF RODT

Jan-Olaf Rodt spielte ungezählte Konzerte in Deutschland und

im europäischen Ausland. Mehr unter www.janolafrodt.com

Interview: Almut Heibült, Foto: Dijana Nukic ▲

JAZZAHEAD! 2020 | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 25


JAZZAHEAD ! : KANADA ZU GAST AN DER WESER

SA 25. APRIL : DIE JAZZAHEAD ! CLUBNIGHT

TIPP: JAZZ AUS KANADA

Die »jazzahead !« hat jedes Jahr ein Partnerland. Diesmal

ist Kanada zu Gast an der Weser. Weltstars und

aufstrebende KünstlerInnen kommen zum »jazzahead !«

Festival. »Wir sind begeistert, dass die »jazzahead !«

Kanada zum Schwerpunkt 2020 macht, in demselben

Jahr, in dem wir Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

sind«: Mit diesen Worten kommentiert Simon Brault,

Direktor und Geschäftsführer des Canada Council for

the Arts, die Entscheidung der »jazzahead !«-OrganisatorInnen,

erstmals ein Partnerland aus Übersee zu

wählen. »Das Publikum der »jazzahead !« 2020 darf

inspirierende Erlebnisse erwarten«, verspricht Brault –

und das Programm lässt tatsächlich viel erwarten.

So startet das »jazzahead !« Festival, das aus dem Partnerlandprogramm

und der »jazzahead !« CLUBNIGHT

besteht, mit einem spannenden Doppelkonzert. Am

Freitag, 17. April, tritt im Theater Bremen zunächst die

bereits vielfach ausgezeichnete Singer-Songwriterin und

Pianistin Laila Biali auf, die 2019 einen »Juno-Award«

erhielt, das kanadische Pendant zum amerikanischen

»Grammy«. Meisterlich mische sie Jazz und Pop,

schrieb die »Washington Times«. Den zweiten Teil des

Konzertabends bestreitet die ebenfalls preisgekrönte

Tanya Tagaq, die zu den originellsten und meistgefeierten

Künstlerinnen Kanadas zählt. Sie verbindet den

Kehlkopfgesang der Inuit mit vielfältigen Einflüssen

aus Popmusik, traditionellen Gesängen, Rap und

Beatboxing.

In den zehn Tagen im Anschluss an die Eröffnung

sind neben Musik weitere Facetten der kanadischen

Kultur zu erleben. Zum Beispiel liest Tanya Tagaq aus

ihrem Erstling »Eisfuchs«. Das Museum Weserburg

zeigt Arbeiten der Künstlerin Kapwani Kiwanga, unter

DI 21.04 l KULTURZENTRUM SCHLACHTHOF

Garagenrock und Psychopop – sie sind das Metier von

Becky Black und Maya Miller, die 2006 in Vancouver

ihre Band »The Pack A.D.« gründeten und mit Gitarre,

Schlagzeug und Gesang auskommen. Während sie die

Instrumente bearbeiten, beschäftigen sich die Musikerinnen

in den Texten mit Themen wie Depression.

anderem Skulpturen aus schwarzem Marmor und

Leuchten. Diese Skulpturen beziehen sich auf das New

Yorker »Laternengesetz« von 1713, demzufolge Sklaven

im Dunkeln nur mit einer Laterne oder in Begleitung

unterwegs sein durften.

Zu Beginn der Messe empfehlen sich in der »Canadian

Night« acht etablierte und aufstrebende Gruppen dem

Fachpublikum, unter anderem bestehend aus BookerInnen,

FestivalmacherInnen, VertreterInnen von Labels

und der interessierten Öffentlichkeit. Mit dabei sind so

unterschiedliche KünstlerInnen wie die Posaunistin

Audrey Ochoa mit ihrer Band, das Quartett des klassisch

ausgebildeten Gitarristen Itamar Erez oder das Gemeinschaftsprojekt

von Pianistin Marianne Trudel und

Schlagzeuger John Hollenbeck, »Dédé Java Espiritu«.

Zum Galakonzert lädt die »jazzahead !« den vielfach

prämierten Künstler Rufus Wainwright ein, der an

diesem Abend die Deutschlandpremiere seines neuen

Albums feiern wird, das dann weltweit auf den Markt

kommt. Elton John nannte Wainwright einmal den

»großartigsten Songwriter auf diesem Planeten«.

Während der »jazzahead !« CLUBNIGHT mischen

zahlreiche weitere Bands aus dem Partnerland mit.

Mit dabei ist auch der Pianist und Komponist John

Kameel Farah, der Elemente aus Barockmusik, Musik

des Nahen Ostens und zeitgenössischer Musik mit

Improvisation und Elektronik verbindet. Nur eines der

vielen weiteren Konzerte gibt das »CODE Quartet« um

die Saxophonistin und Komponistin Christine Jensen

– auch sie wurde bereits oft ausgezeichnet und erhielt

schon zwei »Juno-Awards«.

Text: Imke Zimmermann, Fotos: Pressefotos ▲

SO 19.04 l BREMER SHAKESPEARE COMPANY

Tanya Tagaqs Musik ist bei der Festivaleröffnung am

17. April zu erleben – ihr belletristisches Debüt zwei

Tage später. In »Eisfuchs« erzählt sie davon, was es

heißt, im äußersten Norden Kanadas aufzuwachsen.

Die Geschichte handelt von der Kindheit und Jugend

eines Mädchens in der Arktis.

Tickets unter Telefon 0421 / 50 03 33, Schulstraße 26

u www.shakespeare-company.com

Sie ist als die lange Nacht des Jazz das populäre Highlight

der »jazzahead !«: die CLUBNIGHT mit 54 Bands auf

30 Bühnen – und auch einige neue Spielstätten sind dabei:

das Designhotel »Überfluss«, das »TAU« im Gebäude der

»Weserburg« oder die »Bremer Shakespeare Company«

und das »Gastfeld« in der Neustadt gehören dazu.

Für alle Auftritte gilt ein gemeinsames Ticket. Es kostet

30,00 Euro (ermäßigt 20,00 Euro) und ist in den beteiligten

Spielstätten zu bekommen oder bei Nordwest Ticket.

Das Beste: Mit dem Ticket nutzen Jazzfans ab Samstag,

15:00 Uhr und bis Sonntagmorgen um 10:00 Uhr kostenlos

Busse und Bahnen im gesamten Gebiet des Verkehrsverbundes

Bremen / Niedersachsen (VBN).

Jazzfans aus Bremen und Walle können sich ein spannendes

Programm zusammenstellen, bei dem sie nur kurze

19:00/20:00/21:00/22:00/23:00 l 5 X KANADA

Zwölf kanadische Bands spielen in der CLUBNIGHT

– allein fünf in der Schaulust. Darunter ist zum Beispiel

»Vena«, das europäische Quartett der Trompeterin und

Komponistin Rachel Therrien aus Montreal. Das gleichnamige

Album »VENA« erscheint im März 2020.

Schaulust, Beim Handelsmuseum 9, Im Güterbahnhof,

Tor 48, Infos über alle Bands, die auftreten, gibt es auf

u www.bremen-schaulust.de

21:00/23:30 UHR l JOHN KAMEEL FARAH

Der kanadische Komponist und Pianist nimmt die ZuhörerInnen

mit auf eine außergewöhnliche Klangreise. In der

Kulturkirche St. Stephani erklingen nicht nur Klavier und

Synthesizer, sondern auch die große Beckerath-Orgel – was

demonstrieren wird, dass sich Orgeln nicht nur für ernste,

sondern auch für avantgardistische Musik eignen.

Wege zurücklegen müssen. Wir haben vier Vorschläge in

Findorff und umzu herausgesucht – von brasilianischen

Klängen bis zum Kirchenorgel-Synthesizer-Mix.

Wer gern auf eigene Faust unterwegs ist, kann durch

die CLUBNIGHT radeln – auf dem eigenen Drahtesel

oder auf dem Leihfahrrad. Bis zu 100 Räder stehen an

der »Bike it !«-Station vor Halle 7 bereit. Interessierte

können Räder zudem per nextbike-App überall im

Stadtgebiet buchen und wieder abstellen.

Für sportliche Musikfans, die gern in der Gruppe feiern,

gibt es erneut geführte Radtouren vom ADFC. Die verschiedenen

Routen sind im Programmheft und außerdem

online zu finden. u Alle weiteren Informationen gibt

es auf www.jazzahead.de

Text: Imke Zimmermann, Fotos: Pressefotos ▲

21:00/22.30 UHR l BRAZILIAN NIGHT

»Brazilian Night« am Brill: Im Designhotel »Überfluss«

präsentiert »Brasil Music Exchange« die Band von Anna

Setton und das »Caixa Cubo Trio« sowie einen DJ-Set.

Sie lassen uns die vielfältige Jazzkultur ihrer Heimat

erleben und heizen ein bis in die Nacht hinein.

Designhotel Überfluss, Langenstraße 72, Beginn: Anna

Setton 23:00 bis 23:50 Uhr, Caixa Cubo Trio 00:20 bis

01:10 Uhr u www.designhotel-ueberfluss.de

21:15/22:15 l THE JAKOB MANZ PROJECT

Schon ab 19:15 Uhr können Jazzfans den Surprise Act im

Museum »Weserburg« hören, dann vielleicht in gleichen

Gebäude im Restaurant »TAU« speisen und hier später einen

Rising Star der deutschen Jazzszene erleben: Saxophonist

Jakob Manz, dessen empfehlenswertes Debütalbum

einen Tag vor dem Live-Konzert erscheint.

TAU, Teerhof 20, Beginn: 1. Set 21:15 bis 22:00 Uhr, 2.

Set 22:15 bis 23:00 Uhr u www.tau-weserburg.de

u www.jakobmanz.de

NICHT VERPASSEN: KONZERTE IN FINDORFF UND UMZU

Tickets für 15 Euro vor Ort oder bei www.eventim.de

Findorffstraße 51 u www.schlachthof-bremen.de

Kulturkirche St. Stephani, Stephanikirchhof 8, Beginn:

1. Set 21:00 bis 22:15 Uhr, 2. Set 23:00 bis 00:15 Uhr

u www.kulturkirche-bremen.de u www.johnfarah.com

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26 | JAZZAHEAD! 2020

JAZZAHEAD! 2020 | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 27


▼ DAS WIRD MAN DOCH WOHL NOCH FRAGEN DÜRFEN

Sollte man den Eindruck von ›Selbstbedienung‹ vermeiden ?

E

s ist immer ein wenig wie Geschenke zum

Geburtstag: Wenn der Beirat Findorff die

sogenannten »Globalmittel« im Stadtteil

verteilt, freuen sich Kindergärten, Schulen,

Initiativen, Vereine und auch Privatpersonen

zurecht über finanzielle Mittel für ihre

wertvolle Arbeit. Globalmittel stehen als ein

jährliches Budget allen Beiräten in Bremen

zur Verfügung. Sie sind im Haushaltsplan der

Stadtgemeinde Bremen enthalten, werden im zuständigen Ortsamt

veranschlagt und können für verschiedene stadtteilbezogene

Maßnahmen eingesetzt werden. Auch der Beirat Findorff

entscheidet über die Verteilung der ihm nach einem festgelegten

Schlüssel zugewiesenen Globalmittel in eigener

Verantwortung. Globalmittelanträge können

zum Beispiel Einrichtungen, Vereine und Initiativen

stellen – und nicht selten ist mehr

Geld vorhanden, als beantragt wird.

Was aber, wenn ein Beiratsmitglied in

einer Doppelrolle über einen Antrag abstimmt,

den der eigene Verein gestellt

hat, bei dem man zugleich VorsitzendeR

ist – man sich die Globalmittel quasi

selbst bewilligt ? So zuletzt geschehen im

Beirat Findorff. Ist das erlaubt ? FINDORFF

GLEICH NEBENAN hat in der zuständigen

Senatskanzlei im Referat 1 nachgefragt,

das für alle rechtlichen Beiratsangelegenheiten

zuständig ist. Um niemanden

im Vorfeld zu diskreditieren, lautete die

neutral formulierte Frage: »Folgende Situation:

Ein Beiratsmitglied ist zugleich Vorsitzender in einem

nicht gemeinnützigen Verein im Stadtteil. Dieser Verein stellt

einen Antrag auf Globalmittel. Der Vorsitzende des Vereins

stimmt in seiner Rolle als Beiratsmitglied, das er zugleich auch

ist, mit ab über die Vergabe der Globalmittel an diesen Verein,

dessen Vorsitzender er zugleich ist. Er bewilligt sich sozusagen

seine Globalmittel selbst. Wir bitten um kurzfristige Auskunft,

ob eine derartige Vorgehensweise rechtlich zulässig ist.« Die

Antwort kam prompt und war eindeutig: Nein, es gibt sogenannte

Befangenheitsregelungen im Ortsgesetz über Beiräte

und Ortsämter. Wir zitieren die entscheidenden Sätze nach § 20:

»Das Mitwirkungsverbot gilt [...], wenn das Beiratsmitglied

Mitglied des Vorstandes [...] oder einer Vereinigung ist, der die

Entscheidung einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen

kann [...]« und »Wer nach Absatz 1 oder 2 gehindert ist, an

der Beratung und Entscheidung einer Angelegenheit mitzuwirken,

hat den Beratungsraum zu verlassen. [...] Bei einer

öffentlichen Sitzung ist sie oder er berechtigt, sich in dem für

Zuschauerinnen und Zuschauer bestimmten Teil des Raumes

aufzuhalten.« Wie heißt es so treffend ? »Shit happens !«

JA ODER NEIN ?

Aufgrund des Formfehlers, der niemandem aufgefallen war,

musste die Abstimmung korrigiert werden. Wie konnte das

passieren ? Man sollte doch annehmen, dass Beiratsmitglieder

ihre eigenen Spielregeln kennen und bei einer derart fragwürdigen,

offensichtlichen Konstellation sofort hellhörig werden

– und zumindest im Vorfeld der Abstimmung einfach einmal im

Ortsgesetz nachschlagen. Besser wäre es zukünftig, derartige

Anträge von Mitgliedern mit Ämterdoppelung von selbst freiwillig

zu unterlassen, um auch nur den geringsten Eindruck

einer vermeintlichen »Selbstbedienung« zu vermeiden.

Die entscheidende Frage ist übrigens eine ganz andere: Warum

wurde der Antrag überhaupt bewilligt ? »Die Mitglieder der

Beiräte Findorff, Walle und Gröpelingen begutachten und

erörtern die eingegangenen Anträge anlässlich ihrer

Fachausschusssitzungen und fassen dazu Beschlüsse

über die Höhe der Zuwendung bzw.

über die Berücksichtigung eines Antrages. Es

kann dabei durchaus zu negativen Entscheidungen

kommen. [...] Nicht immer wird

die gesamte beantragte Summe bewilligt,

denn die Globalmittel der Beiräte sollen

in erster Linie als Komplementärmittel

Verwendung finden. D.h. es sollen vorrangig

entweder Eigenmittel, Spenden oder Mittel

von KooperationspartnerInnen in das Projekt

einfließen.«, heißt es auf der Internetseite des Ortsamtes

West. Eigenmittel stehen besagtem

Verein, dem das Beiratsmitglied vorsteht,

ausreichend zur Verfügung. Er bedarf gar

keiner Globalmittel. Es gibt einen immerhin

fünfstelligen Etat, aus dem man die

öffentlichkeitswirksame Imageaktion – wie in den Jahren zuvor

– finanziell locker selbst hätte stemmen können.

Text: Mathias Rätsch. Er findet Transparenz gut und Funktionen

in mehreren Positionen im Stadtteil eher problematisch.

J

etzt wollen wir doch mal die Kirche im

»Dorff« lassen: Wer sich im Stadtteil engagiert,

gut vernetzt ist und die Wege kennt

und nutzt, um finanzielle Mittel für seine

Vereinsaktivitäten abzugreifen, soll das doch

bitteschön tun. Und machen das nicht alle

so ? Auf irgendwelchen Formalitäten herumzureiten,

macht dem überlasteten Ortsamt

nur Mehrarbeit. Auch alle Mitglieder des Beirats sind ehrenamtlich

tätig, erhalten nur eine geringe Aufwandsentschädigung und

opfern für uns und Findorff ihre Zeit. Da können sie nicht auch

noch das Ortsgesetz ständig auf dem Nachttisch liegen haben.

Was soll also immer das kleinliche Gemecker ?

Text: Kay Grimmich, Illustration: Mohamed Hassan ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 29


THEMA

IM QUARTIER BÜRGERWEIDE

BEWOHNERPARKEN

FINDORFF

Der Beirat Findorff hat einstimmig beschlossen, dass das Amt für Straßen und Verkehr als

zuständige Behörde einen Betriebsplan für die Einführung von Bewohnerparken im Quartier

Bürgerweide erstellen soll. Angesichts der kontroversen Debatte über das Für und Wider

des Bewohnerparkens im Stadtteil lohnt sich der Blick über den dörfflichen Tellerrand auf

Hamburg, wo seit einigen Jahren Bewohnerparkzonen bestehen. Im Interview sprechen

Thomas Adrian, Fachbereichsleiter im Verkehrsmanagement im Hamburger Landesbetrieb

Verkehr, und die Stadtplanerin Celia Hepp über ihre gemachten Erfahrungen – praxisnahes

Know-how, dass auch für Findorff für den anstehenden Prozess wegweisend sein kann.

?

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 30

q VERKEHRSEXPERTE THOMAS ADRIAN UND STADTPLANERIN CELIA HEPP IM GESPRÄCH

» Nichts zu unternehmen, ist keine Option. «

H

err Adrian, um den Belastungen und dem

hohen Parkdruck zu begegnen, setzt man

in Hamburg verstärkt auf Bewohnerparkzonen.

Bitte erläutern Sie uns, was man sich

unter Bewohnerparken vorstellen muss und

wie diese Form der Parkraumbewirtschaftung

in Hamburg organisiert ist.

Adrian: Zu Beginn möchte ich auf die

strukturelle Besonderheit von Hamburg

hinweisen. In Hinblick auf das Thema Parkraumbewirtschaftung

besteht unsere Besonderheit darin, dass die Planung und

Kontrolle der Bewohnerparkgebiete in einem Haus konkret

in der Abteilung »Parkraummanagement« gebündelt

ist. Mit der Überwachung und Bewirtschaftung

des Parkraums sind bei uns im Landesbetrieb

Verkehr dafür momentan 110 MitarbeiterInnen

befasst. Konfrontiert mit der Frage,

wie wir die Verkehrsbelastungen und den

Parkdruck zu Gunsten der AnwohnerInnen

verbessern können, haben wir als ersten

Schritt untersucht, wie andere Städte

in Deutschland die Parkraumbewirtschaftung

organisieren. Nachdem wir uns einen

Überblick verschafft hatten, haben wir damit

begonnen die in Hamburg bereits etablierten

Bewohnerparkgebiete in der Innenstadt und am

Flughafen zu vereinheitlichen. Seitdem werden unsere

Bewohnerparkzonen nach dem sogenannten »Mischprinzip«

bewirtschaftet. Darunter ist zu verstehen, dass die verfügbaren

Parkflächen allen zur Verfügung stehen. Jedoch sind die AnwohnerInnen

von der Entrichtung der Parkgebühr ausgenommen,

wenn Sie über einen Bewohnerparkausweis verfügen. Dieser

Parkausweis ist online für einen sehr überschaubaren Preis

von 25,00 Euro im Jahr zu erwerben.

In den letzten Jahren hat Hamburg das Bewohnerparken stetig

ausgeweitet. Neben der Innenstadt gibt es Bewohnerparken

mittlerweile in weiten Teilen von St. Pauli, Altona-Altstadt,

Fühlsbüttel und Billstedt. Aktuell wird Bewohnerparken im

Quartier Rotherbaum geplant. Warum favorisiert Hamburg

diese Form der Parkraumbewirtschaftung ?

Adrian: Das erklärte Ziel besteht darin, die AnwohnerInnen zu

bevorrechtigen und das Falschparken ebenso wie das Langzeitparken

von PendlerInnen zu unterbinden. Um diesem Anspruch

gerecht zu werden, sehe ich ehrlich gesagt keine Alternativen

zum Bewohnerparken. Die reine Bewirtschaftung mit Parkscheinautomaten

kann nicht funktionieren, da ansonsten keine

Parkmöglichkeiten für die AnwohnerInnen gegeben sind. Auch

die Nullvariante, sprich nichts zu unternehmen, ist angesichts

der hohen Verkehrsbelastungen und der damit einhergehenden

Einschränkung der Verkehrssicherheit keine Option. Unter

Berücksichtigung dieser Ausgangslage sehe ich das Bewohnerparken

als eine gute Lösung an. Es setzt das Autofahren in ein

gesundes Verhältnis zu den Folgen, die diese Form der Mobilität

mit sich bringt. Das gilt sowohl in Hinblick auf die Sicherheit,

das Klima, den Lärm und auch hinsichtlich der Kosten im ÖPNV.

Frau Hepp, Sie sind Stadtplanerin und beteiligt an der Einführung

des Bewohnerparkens in Hamburg. In Findorff sind die

Positionen der AnwohnerInnen zum Bewohnerparken recht

verschieden. Können Sie uns erläutern, wie die HamburgerInnen

die Parkraumbewirtschaftung bewerten und inwiefern die

AnwohnerInnen bei den Planungen beteiligt werden ?

Hepp: Die Bürgerbeteiligung ist bei der Einführung des Bewohnerparkens

fest etabliert. Wenn wir ein Quartier

untersuchen, werden am Anfang die jeweiligen

Strukturdaten des Quartiers erhoben.

Das bedeutet, es wird die individuelle

Situation des Quartiers untersucht und

im Einzelnen geschaut, wer dort lebt

und wie die Mobilität funktioniert. Im

zweiten Schritt erfolgt die sogenannte

Kennzeichenerhebung. Durch die

Begehung der entsprechenden Straßen

wird das Parkverhalten und die spezifische

Auslastung der Parkflächen genau

analysiert. Wenn sich anhand dieser Daten

feststellen lässt, dass das Bewohnerparken eine geeignete

Maßnahme darstellt, werden die AnwohnerInnen

befragt. Die online-gestützte Umfrage umfasst vielfältige Fragen

zur aktuellen Parksituation und entsprechenden Lösungsansätzen.

Das Ergebnis der Befragung dient uns anschließend als

Meinungsbild, welches bei der weiteren Planung berücksichtigt

wird. Wir haben uns für diese Form der Umfrage entschieden,

da wir auf diesem Weg mehr Menschen erreichen als dies bei

einer Versammlung möglich wäre.

Angenommen das Ergebnis der Umfrage wäre, dass die

AnwohnerInnen das Bewohnerparken ablehnen. Wie würden

Sie mit einem derartigen Ergebnis umgehen ?

Hepp: Für uns ist es wichtig, dass den AnwohnerInnen kein

Konzept übergestülpt wird. In der Konsequenz würden wir entweder

die Gebietsgrenzen anpassen oder von der Einführung

des Bewohnerparkens absehen.

Adrian: In der Tat bleibt es dann allerdings eine offene Frage,

wie die vorhandenen Probleme gelöst werden könnten.

Dementsprechend kann davon ausgegangen werden, dass in

den Gebieten in denen Bewohnerparkzonen etabliert wurden,

ein entsprechend hoher Zustimmungswert vorlag ?

Hepp: Genau. Bisher haben wir eigentlich immer eine positive

Resonanz erhalten. Trotz der grundsätzlichen Zustimmung gibt

es jedoch auch jedes Mal Beschwerden und Proteste. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 31


q VERKEHRSEXPERTE THOMAS ADRIAN UND STADTPLANERIN CELIA HEPP IM GESPRÄCH

» Es müssen die entsprechenden Daten erhoben werden.«

Für uns gilt es dann zu untersuchen, inwiefern wir die Kritik

aufgreifen und in unseren Planungen berücksichtigen können.

Adrian: Wenn ich hier ergänzen dürfte: Die Zustimmung ist

nicht verwunderlich, da das Meinungsbild von den Anwohner-

Innen erhoben wird und es diese Gruppe von Personen ist,

die von der Einführung am stärksten profitiert.

Die letzten Erweiterungen wie beispielsweise in dem Stadtteil

St. Pauli liegen ca. ein Jahr zurück. Zeit genug um ein erstes

Fazit zu ziehen. Glauben Sie, dass sich die Lebensumstände

der AnwohnerInnen nach der Einführung verbessert haben ?

Hepp: Ein Jahr nach der Einführung werden die Auswirkungen

und die neue Parksituation systematisch untersucht. Für St. Pauli

liegen die konkreten Zahlen zwar noch nicht vor, jedoch lässt

sich bereits erkennen, dass sich der Parkdruck und der Suchverkehr

reduziert haben. Ich würde also von einer Verbesserung

der Lebensumstände ausgehen. Vor allem wenn auch die damit

verbundenen positiven Effekte berücksichtigt werden, wie unter

anderem die Reduzierung von Lärm, die Steigerung der Sicherheit

und die neuen Spielräume für die Stadtentwicklung.

Ein besonderer Fokus ist auch auf die Situation der Gewerbetreibenden

gerichtet. Wie sehen Ihre Erfahrungswerte aus ?

Adrian: Wird das Bewohnerparken neu eingeführt, gibt es

beim Einzelhandel durchaus Bedenken. Zuletzt hatten wir diese

Diskussion in Blankenese, wo zwar kein Bewohnerparken, aber

eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt wurde. Die Sorge,

dass KundInnen dem Einzelhandel aufgrund der Parkkosten

fernbleiben, hat sich jedoch nicht bestätigt. Im Gegenteil haben

die KundInnen jetzt bessere Aussichten schnell und zuverlässig

einen Parkplatz zu finden.

Hepp: Um der gewerblichen Situation in einigen Quartieren

gerecht zu werden, haben wir mittlerweile auch einige Ausnahmeregelungen.

In diesen Fällen wird die Frist des Kurzzeitparkens,

die normalerweise ein Zeitfenster von drei Stunden nicht

übersteigen darf, verlängert.

Sowohl derartige Ausnahmen als auch das grundlegende

Konzept des Bewohnerparkens können nur dann gelingen,

wenn die Durchführung entsprechend kontrolliert wird.

Herr Adrian, wie ist die Form der Kontrolle organisiert ?

Adrian: Unserer Erfahrung nach stellt sich der benötigte Überwachungsdruck

nur dann ein, wenn mindestens drei Mal in der

Woche kontrolliert wird. Selbstverständlich sollten die Tage

und Uhrzeiten der Kontrollen variieren. Ferner sollte es eine u

Zweifach-Kontrolle geben, damit auch protokolliert wird, wie

lange das Falschparken andauert.

Angesichts der aufwendigen Kontrollen stellt sich die Frage,

ob die Kommunen durch die Einführung des Bewohnerparkens

mit Mehrausgaben zu rechnen haben ?

Adrian: Nein im Gegenteil, die Parkraumbewirtschaftung in

Form des Bewohnerparkens finanziert sich selbst. Um dies

einmal an Zahlen zu verdeutlichen: Wir haben im Jahr 2014 ungefähr

sechs Millionen Euro aus der Parkraumbewirtschaftung

eingenommen. Obwohl die Gewinnmaximierung kein Ziel der

Behörde ist, betragen die Einnahmen im Jahr 2019 ungefähr

22 Millionen Euro.

Was würden Sie als VerkehrsexpertInnen mit langjähriger

Erfahrung in der Planung und Durchführung von Bewohnerparkkonzepten

einem Stadtteil wie Findorff raten ?

Adrian: Ich bin immer sehr vorsichtig damit, anderen einen

Ratschlag zu erteilen. Dies gilt insbesondere, wenn es meine

KollegInnen in Bremen betrifft (lacht). Meiner Meinung nach

ist es entscheidend, die individuelle Situation in jedem einzelnen

Quartier zu berücksichtigen. Das heißt, es müssen zunächst

die entsprechenden Daten erhoben werden, um festzustellen,

ob ein Konzept des Bewohnerparkens die spezifische Situation

in dem Quartier verbessern kann. Außerdem können derartige

Projekte nicht gegen den Willen der AnwohnerInnen durchgesetzt

werden. Abschließend gilt es die Folgewirkungen im Auge

zu behalten. Die Einführung von Bewohnerparken löst immer

Dominoeffekte aus. Damit meine ich, dass sobald in einem

Quartier das Bewohnerparken eingeführt wurde, sich der

Parkdruck in den anliegenden Quartieren erhöhen wird. In

der Konsequenz gilt es dann die Bewohnerparkgebiete

systematisch zu erweitern.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 32

Jetzt anmelden:

Wir sind der

cambio-Partner

in Findorff

Hepp: Meiner Erfahrung nach bestehen die relevanten Erfolgsfaktoren

in der offenen Kommunikation und Information. Nur

wenn von Anfang an und auch während der laufenden Planung

immer wieder der Dialog mit den AnwohnerInnen gesucht

wird, können derartige Vorhaben erfolgreich verlaufen.

Frau Hepp und Herr Adrian, danke für das Gespräch.

▼ ÜBER THOMAS ADRIAN UND CELIA HEPP

Thomas Adrian ist Fachbereichsleiter des Verkehrsmanagements

im Hamburger Landesbetrieb Verkehr. Adrian verfügt

über langjährige Erfahrungen zum Thema »Bewohnerparken«

und seiner Planung und praktischen Umsetzung. Celia Hepp

ist Stadtplanerin und Verkehrsexpertin in Hamburg. Sie ist in

freier Mitarbeit ebenfalls beteiligt an den Kommunikationsprozessen

zur Einführung des Bewohnerparkens in verschiedenen

Hamburger Quartieren. Beatrix Eißen und Kevin Helms waren

als zwei VertreterInnen der GRÜNEN Fraktion im Beirat

Findorff in Hamburg im Landesbetrieb Verkehr zu Gast, um

von den GesprächspartnerInnen mehr für den anstehenden

Prozess in Findorff zu erfahren. Die Fragen stellte Kevin Helms.

Den kompletten Wortlaut des Antrags des Findorffer Beirats

und informative Links zu Bewohnerparken in Bremen gibt es in

der Rubrik »Vor Ort« auf www.findorff-gleich-nebenan.de

Interview: Kevin Helms, Fotos: fotogenicstudio, T. Adrian ▲


q PHILLIP FÜRST ÜBER DIE PARKSITUATION RUND UM DIE BÜRGERWEIDE

» Das System zeigt nur: Nichts ! «

B

remen feierte letztes Jahr einmal wieder

Freimarkt – wie immer auf der Bürgerweide,

dem wohl größten Parkplatz, den man stadtnah

aufzubieten hat. Es war bereits der 984.

Freimarkt, wenn ich richtig nachgeschaut

habe. 2018 hatte der Freimarkt 3,8 Millionen

BesucherInnen. Im folgenden Jahr 2019 gab

es mit 4, 4 Millionen Gästen erneut einen

neuen Rekord. Allein zum Freimarktumzug

sollen ca. 300.000 BesucherInnen gekommen sein. Zum

Vergleich: Zu den Samba-Umzügen kommen jährlich ca. 20.000

BesucherInnen in die Stadt. Findet noch gleichzeitig ein Konzert

in Halle 7 statt, darf das Areal Bürgerweide für diese Zeit

mit weiteren ca. acht- bis zehntausend Besucher-

Innen zusätzlich rechnen.

Eigentlich sollte man annehmen, dass Bremen

die damit immer wiederkehrenden

verkehrstechnischen Erfahrungen bereits

in intelligente Parkleitsysteme umgesetzt

hat, die dem automobilen Verkehren

von auswärts den Weg zu den Parkmöglichkeiten

zeigen. Aber weit gefehlt. Das

System zeigt nur: Nichts ! Wo Parkalternativen

in der näheren Umgebung der

Bürgerweide bestünden, wird kurzerhand gesperrt

oder die Anfahrt erschwert. Wohin jetzt ?

Auch in Findorff ist der Parkdruck extrem

hoch, Parken während des Freimarkts im

Quartier nebenan nur für AnwohnerInnen

erlaubt oder durch Poller verhindert.

Wer trotzdem parkt, wird medienwirksam

abgeschleppt. Bleiben alternativ neben Findorff die Wohnviertel

um die Parkallee, wo in den letzten Jahren die meisten alten

Villen zu Eigentumswohnungen umgebaut worden sind – und

vor denen sich die Autos der BewohnerInnen sowieso schon

stapeln. Die an die Stadt gezahlten Dispense zur Schaffung von

Parkraum verwendet Bremen für noch mehr Poller.

Bremen scheint wenig Gefühl dafür entwickeln zu wollen, zu

realisieren, wo all diese Leute herkommen und wo sie parken

sollen. Scheinbar herrscht die Auffassung, dass ausschließlich

BremerInnen zum Bremer Freimarkt und zu den Konzerten

gehen und dass diese BremerInnen zu Fuß gehen oder mit dem

Rad fahren sollen. Dass Freimarkt und Konzerte auch weit

über die Stadtgrenzen hinaus Menschen anziehen, scheint niemanden

in Bremen interessieren zu wollen. Man kann ja in die

Parkhäuser fahren. Ja, stimmt. Macht das mal ! Viel Spaß !

Die Parkhäuser sind in Bremen so zwischen Häuserschluchten

angelegt, dass anlassbezogenes Verkehrsaufkommen regelmäßig

die Zu- und Abfahrt zu den Parkhäusern zu einem echten

Abenteuer machen. Nicht nur Werder-Fans können ein Lied

davon singen. Es ist ja nicht nur der Freimarkt, der die Stadt

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 34

ZWISCHENRUF

im Verkehrschaos versinken lässt. Es ist jeder bessere Anlass.

Es ist ein gemachtes und gewolltes Problem.

Das Blöde daran: Man wird mit dem Problem immer erst

konfrontiert, wenn man in Findorff oder Schwachhausen bereits

angekommen ist. Es ist generell schon ein Problem, diese

Stadtteile anzufahren und einen Parkplatz zu finden. Die Wohnviertel

sind eng, die Parkmöglichkeiten begrenzt. Besonders

betroffen: die Unternehmen, die in diesen Vierteln ihr Gewerbe

betreiben. Die Lösung liegt aber doch nicht darin, dass man

die Stadt verbarrikadiert. Einfach mal anders denken !

Es sollte auch in Bremen so viel Toleranz gegenüber dem

geschmähten Autoverkehr herrschen, dass man diesen nicht

einfach wegdiskutieren kann und damit das Problem

glaubt erledigen zu können. Man kann die

AnwohnerInnen verstehen, die den zunehmenden

Verkehr in besonderen Zeiten als

störend empfinden. Anstatt Bremen als

Stadt zu verbarrikadieren: Wie wäre

es, stattdessen über einen wirklich

attraktiven öffentlichen Nahverkehr zu

sprechen? Über einen Nahverkehr, der

den Namen auch verdient. Haben die

BremerInnen schon einmal realisiert, was

es zum Beispiel aus Garlstedt verkehrstechnisch

zurzeit bedeutet, ein Werder Spiel zu

besuchen oder den Bremer Freimarkt ?

Mein Vorschlag bis zu einer qualifizierteren

Lösung: Die Hansestadt Bremen sollte

mit intelligenten und zeitgemäßen Parkleitsystemen

– gern auch digital gesteuert

– bei Veranstaltungen, die die Bürgerweide beanspruchen, zu

den vorhandenen, aber völlig unzureichend kommunizierten

Angeboten an »Park + Ride«-Verkehren auch die Parkplätze

am Juridicum und gegenüber an der Enrique-Schmidt-Straße

einbeziehen – und gleichzeitig einen Shuttleverkehr in kurzen

Zeitintervallen bis weit nach Mitternacht in beide Richtungen

sicherstellen. Straßenbahnen könnten zu den Hochzeiten in

kurzen Intervallen zwischen Bahnhof und der Universitätsallee

hin- und herfahren.

Also liebe BremerInnen: Mit ein bisschen gutem Willen, ein

paar durchsetzungsstarken Ideen und ein wenig entspannter

gegenseitiger Rücksichtnahme könnte was gelingen. Kommt

endlich raus aus Eurer linken Ecke !

q ÜBER PHILIPP FÜRST

Philipp Fürst ist Rechtsanwalt und betreibt eine Kanzlei für

gewerblichen Rechtsschutz in der Parkallee. Er sagt: »Wie oft

und wie lange habe ich schon stundenlang auf MandantInnen

warten müssen, denen es einfach nicht gelang, in der Umgebung

einen Parkplatz zu finden ?« www.philippfuerst.de ▲

13

März

22

März

25

April

SIEMBRA u Musik und Poesie aus Lateinamerika

NATÜRLICH BLECH! u Festmusik »Historic Brass«

JAN-OLAF RODT u Die »jazzahead! clubnight«

Infos & Karten ordern: www.altespumpwerk.de

Museum geöffnet 1. Sonntag im Monat 15:00 bis

18:00 Uhr. 16:00 Uhr Museumsführung.

Altes Pumpwerk e.V. | Salzburger Str. 12 | 28219 Bremen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 35


ARTWORK : HEADS

BY CONNY HIMME

q ÜBER CONNY HIMME

Die Malerin Conny Himme wohnt in Findorff

und arbeitet in einer Ateliergemeinschaft in

Walle. Sie ist vielen vor allen Dingen durch ihre

sensiblen Portraits bekannt wie auch durch

menschliche Darstellungen mit hintergründigen

Fragestellungen.

Conny Himme bedient sich dazu informeller

Elemente, die oftmals, einem Hintergrund-

Screen gleich, die Protagonisten in einen

emotionalen Kontext tauchen. Die aus ihrem

ursprünglichen Zusammenhang gelösten

Figuren erfahren dadurch einen Bedeutungswandel

und verschmelzen mit der Umgebung

zu einer neuen Aussage. Mehr Projekte und

Informationen auf www.connyhimme.de ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 36

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 37


q DIE SPARKASSE BREMEN IN FINDORFF

Nachhaltig für Findorff

▼ ERSTE »ERFAHRUNGEN« MIT NEUEN MOBILITÄTSANGEBOTEN

E-Roller auch in Findorff weiter in der Diskussion

E

s ist mehr als ein Trend: Wir

wollen zunehmend nachhaltig

leben, einkaufen

und arbeiten. Können

wir als Sparkasse Bremen

dazu überhaupt einen

Beitrag leisten ? Wir

denken schon. Mit unserer

Gründung 1825 ist uns in die

Wiege gelegt worden, die Lebensqualität

der Bremerinnen und Bremer zu

AKTIV VOR ORT

verbessern. Wir machen das, indem wir

allen den Zugang zu modernen Finanzdienstleistungen

geben. Mit unseren

Erträgen unterstützen wir gleichzeitig Bremer Institutionen,

Vereine und Projekte. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns allerdings

auch mit einer anderen Seite der Nachhaltigkeit: wenn

wir Gebäude neu errichten, energieeffizient modernisieren oder

Energie sparen – aber auch bei unseren Produkten. Bremen-

Kapital FairInvest ist unser erster nachhaltiger Investmentfonds.

Die Möglichkeit, ihr Geld renditestark und gleichzeitig nachhaltig

sowie verantwortungsbewusst zu investieren, nehmen immer

mehr Menschen in Findorff wahr. Mittlerweile ist

BremenKapital FairInvest das beliebteste Produkt

in der BremenKapital-Familie und genießt volles

Vertrauen: Auch die Sparkasse Bremen selbst hat

hier Geld angelegt, denn neben den wirtschaftlichen

Faktoren sind uns die ökologischen und

sozialen Aspekte auch bei der eigenen Anlageentscheidung

wichtig.

BremenKapital FairInvest erfüllt als Anlageangebot

bestimmte Kriterien der Nachhaltigkeit,

die genau definiert werden. Damit sind sie

jederzeit transparent und nachvollziehbar.

Die Fonds-Zusammensetzung wird mit

starken Partnern wie der unabhängigen Ratingagentur

»ISS-oekom« nach einem bestimmten Auswahlverfahren ermittelt.

Das Ergebnis stellt sicher, dass konsequent in Unternehmen

investiert wird, die Gutes zum Thema Nachhaltigkeit beitragen.

Diesem Thema werden wir uns immer wieder in Veranstaltungen

in unserer Filiale in der Fürther Straße widmen. Haben Sie

Ideen ? Sprechen Sie mich gerne an.

Text: Saskia Döring, Foto: Kerstin Rolfes ▲

A

nfang Februar präsentierten sich die Anbieter

von E-Rollern in Bremen »TIER« und »Voi«

sowie von »WK Bikes« auf der Sitzung des

Beirats Findorff. Wild abgestellte E-Roller

im verdichteten Stadtteil Findorff bleiben

ein Problem, aber man versprach seitens der

Verleiher sich weiter zu kümmern.

Folgende Regeln gelten: Roller dürfen nicht

in Parks gefahren oder abgestellt werden. Heißt: der Bürgerpark

ist für E-Roller tabu. Auf Gehwegen ab

1,50 Meter Breite dürfen maximal vier

E-Roller an derselben Stelle abgestellt

werden. Auf Radwegen, Radfahrstreifen

und Fahrradstraßen ist das Fahren erlaubt.

Falsch abgestellte oder im Graben liegende Fahrzeuge sollen

laut Umweltbehörde von den BürgerInnen gemeldet werden.

Dann müssen diese E-Roller von den Verleihern nach den

Vorschriften innerhalb von 24 Stunden beseitigt werden.

NACHSCHLAG

Ein weiterer Zusatz in der Erlaubnis für die sogenannte Nutzung

des öffentlichen Straßenraums, die das Verkehrsressort seit Dezember

2019 erteilt hat, ist, dass die Belange von SeniorInnen,

Kindern und Menschen mit Behinderung beim Abstellen besonders

zu berücksichtigen seien. Dazu wurde ebenso nachgefragt

wie zur Haftung, wenn durch falsch abgestellte E-Roller Dritte

geschädigt werden – mit wenig überzeugenden Antworten.

Es gab aber aus den Reihen der BesucherInnen der Sitzung auch

Lob: Die neue Art der Mobilität werde gerade von jüngeren NutzerInnen

stark nachgefragt – und der anwesende Polizist konnte

bisher von keinen Unfällen oder sonstigen Vorkommnissen in

Findorff berichten. Fazit: Warum sich die FindorfferInnen mit

dem wilden Abstellen einiger E-Roller um ein Problem kümmern

sollen, welches die Anbieter offensichtlich

trotz aller technischen Möglichkeiten noch

nicht wirklich in den Griff bekommen, blieb

trotz der sehr offenen Präsentationen der Vertreter

der Unternehmen unbeantwortet. Vielleicht sind zukünftig

ausschließlich feste Stellplätze, wie sie bisher nur »WK Bikes«

hat, auch für die E-Roller eine Lösung.

E-Roller im Graben ? Ein Fall für die Stadtreinigung: Telefon

361 36 11. E-Roller falsch abgestellt ? »TIER« hat die Telefon-Nr.

030 / 56 83 86 51. Den Support von »Voi« kann man über die

Hotline 040 / 411 12 00 00 sowie per E-Mail support@voiapp.io

erreichen oder im Live-Chat über die Supportseite.

Text: Mathias Rätsch ▲

Italienische Mode zu fairen Preisen

Wir sind auf der

TAUSENDSCHÖN

am Sonntag, den

22. März 2020

Fashion Polka Dots Woman, © Evgeniya Porechenskaya, www.shutterstock.de

WERBEFOTOS | IMAGEVIDEOS/360° | SOCIAL MEDIA CONTENT

BILD PLANTAGE XIII | PLANTAGE 13 | 28215 BREMEN | BILDPLANTAGE13.DE | 0421 437 427 12 | FACEBOOK

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 38

Wartburgstraße 7

28217 Bremen

Tel. 0421 5 48 99 11

Bahn: Linie 2 und 10

Online entdecken auf www.chic-chic-boutique.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 39


▼ ALLES FRISCH IM »DIVERSO« IN DER MÜNCHENER STRASSE

Leckere und vielfältige Gaumenfreuden

S

eit April 2017 kann Findorff

mit einem echten Spitzenrestaurant

der Extraklasse

aufwarten – Dank

Inhaber und Koch Alex

Silva, der vor fast drei

Jahren das »Diverso« in

der Münchener Straße 46

direkt gegenüber dem

Bioladen »Flotte Karotte« eröffnet hat.

In angenehmer Atmosphäre werden in den

schlichten und atmosphärisch einladenden

Räumlichkeiten köstliche Gaumenfreuden,

überwiegend mit Biozutaten, zu einem für diese Qualität günstigen

Preis-Leistungs-Verhältnis serviert. So stehen zum Zeitpunkt

unseres Gastrobesuchs Anfang des Jahres unter anderem

eine Rote-Beete-Apfel-Suppe mit Meerrettich-Creme für 5,90 €,

Flammkuchen mit Ziegenkäse, Zimt-Birne, Rosinen und Mandelflocken

für 10,00 €, drei exquisite Burger mit Kartoffelecken

(einer davon wahlweise vegetarisch oder vegan möglich) für

durchschnittlich 13,00 €, Tagliatelle mit Fenchel, Gorgonzola,

Spinat und Pistazienkernen (auch in vegan möglich) für 7,50 € in

klein oder 13,50 € in groß sowie Entenbrust mit Topinambur,

Steckrüben und Schalotten mit Marsala-Feigen für 21,90 € auf

der Speisekarte. Und was ist der besondere Clou ? Die Gerichte

im »Diverso« sind noch leckerer, als sie sich sowieso schon in

der Beschreibung auf der Speisekarte lesen !

Alex Silva hat über zehn Jahre lang in Londons Spitzenküchen

gelernt und gekocht, bevor er nach Bremen kam. In seinen Speisen

stecken großer Ideenreichtum und kulinarische Kreativität

– und er hat sich auf die europäische Küche verlegt.

Die Speisekarte wechselt ungefähr alle zwei Monate. Ein sehr

empfehlenswertes Gericht, das als ein bewährter Klassiker des

Hauses auf der Speisekarte bleibt, ist das Rote-Beete-Risotto

mit Büffelmozzarella, Blattspinat, Walnüssen und Pesto für nur

MAHLZEIT

13,90 € – ebenfalls vegan möglich. Dieses Gericht hat

es sogar in das bekannte »Weser-Strand-Kochbuch«

geschafft, das Rezepte von 42 Profiköchen aus

Bremen und umzu enthält.

Ebenso vielfältig und ansprechend ist auch

die Getränkekarte. Der Gin Tonic wird zum

Beispiel mit Gurke und einem ästhetischen und

zugleich wiederverwendbaren Strohhalm aus

Glas serviert.

Das Konzept des »Diverso« beinhaltet Toleranz

und Offenheit: Es soll ein Ort sein, an dem

Menschen jeglicher Nationalität oder sexueller

Orientierung an einem schönen Ort in lockerer

Atmosphäre zusammenkommen und qualitativ hochwertig

essen können. Vielfältigkeit in der Praxis eben.

Die Preise der Gerichte sind so angesetzt, dass für jeden Geldbeutel

etwas dabei ist. Der Traum von Inhaber Alex Silva ist es,

weitere Restaurants unter dem Namen »Diverso« in Bremen

zu eröffnen, um das Konzept von gutem Essen gepaart mit

gelebter Vielfältigkeit breit aufzustellen und vielen BremerInnen

zuteilwerden zu lassen. Um dieses Projekt weiter voran treiben

zu können, sucht Alex Silva passionierte KöchInnen.

▼ ÜBER DAS »DIVERSO«

Geöffnet hat das »Diverso« freitags und samstags 17:00 bis

23:00 Uhr, sonntags und dienstags bis donnerstag von 17:00

bis 22:30 Uhr. Montag ist Ruhetag. Reservierungen sind unter

Telefon 0421/378 137 45 oder online über das Kontaktformular

möglich. Das »Diverso« kann für private Feierlichkeiten wie

Hochzeits-, Firmen und Geburtstagsfeiern gemietet werden.

Außerdem gibt es einen Catering-Service, unter anderem auch

für Kindergärten. Weitere Informationen gibt es außerdem im

Internet auf »facebook« und der Homepage des Restaurants

www.diversorestaurant.eatbu.com

Text: Nicole Henze, Foto: Pressefoto ▲

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 40

TERRASSENDÄCHER MIT CABRIOLET- FEELING

Bei unseren Terrassendächern setzen wir auf die Systeme der

JOKA-System GmbH, dem europäischen Marktführer in der

Herstellung von Terrasendach- und Glasschiebedächern.

Der Hersteller produziert jedes Dach individuell und maßgenau im

eigenen Werk in Delmenhorst. Das bietet Ihnen große Flexibilität und

Freiheiten bei der Gestaltung Ihrer Wunschüberdachung.

Wir stellen Ihnen die aktuellen Produkte der JOKA-System GmbH vor.

Glaserei

seit 1930

Gläbe Glas & Metalltechnik GmbH

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Indische Spezialitäten und mehr ...

l Mittagstisch ab 6,90 Euro Mo - Fr von 11.30 - 15:00 Uhr

l Sonntagsbuffet 12,90 Euro von 11.30 bis 15:00 Uhr

l Catering-Buffet ab 25 Personen: Fragen Sie uns !

l Kostenloser Lieferservice ab 25,00 Euro Bestellwert

l Draußen sitzen: Sommerterrasse ab Anfang Mai

l Speisekarte auf www.kitchensofindia.de

Hemmstr. 240 · 28215 Bremen

Geöffnet täglich 11:30 bis 15:00 Uhr und 17:30 bis 22:30 Uhr


q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

+++ In diesem Jahr werden in zwei der BREMER BÄDER

wieder Präventionskurse angeboten: AquaFitness Prävention ab

dem 05. März sowie 14. Mai im Bad in der Tegeler Plate und ab

dem 06. März sowie 15. Mai im Schloßparkbad. Innerhalb dieser

zertifizierten Kurse können TeilnehmerInnen bis zu 80 Prozent

der Kosten von der Krankenkasse zurückerstattet

werden. Ob die Übernahme der

Kosten gewährleistet ist, sollte zuvor bei der

Krankenkasse erfragt werden. Kurs-Anmeldungen

sind in den jeweiligen Schwimmbädern und im Bremer

Bäder-Shop bei Karstadt Sports möglich. Weitere Informationen

gibt es auf www.bremer-baeder.de

+++ Soziales Engagement spielte schon seit der Gründung vor

zehn Jahren beim BREMER GEWÜRZHANDEL, der seinen

Standort in Findorff in der Leipziger Straße 85 hat, eine bedeutende

Rolle. Firmengründer und Geschäftsführer DANIEL KÖNIG

wollte mit seinem Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung

übernehmen und traf eine nachhaltige Entscheidung. Er beschloss,

vom Verkauf seiner Produkte einen festen Betrag in die Förderung

sozialer Projekte zu spenden. Und dies nicht nur einmal im Jahr,

sondern an 365 Tagen. Seine Devise: »Soziale Missstände haben

immer Konjunktur, nicht nur zur Spendenzeit Weihnachten«. Es

entstand die heutige »Genusshelfer-Initiative«. Jetzt erreicht der

Online-Gewürzhändler einen großartigen Spendenstand von über

100.000 Euro. Seit Beginn fließt ein großer Teil der Spenden an

die Menschenrechtsorganisation »TARGET – Rüdiger Nehberg

e.V.«. Inzwischen fließen beim Verkauf aller Produkte fünf Cent,

bei ausgewählten Produkten bis zu ein Euro in die Projektförderung.

Glückwunsch und weiter so ! www.bremer-gewuerzhandel.de

+++ »Weine nicht, bis der Regen fällt...«, legte uns einst der Sänger

Drafi Deutscher ans Herz. Regen kann auch in Findorff sehr

heftig sein. Aber wie gefährdet ist die eigene Straße tatsächlich ?

Das Starkregen-Vorsorgeportal Bremen gibt auch für Findorff

Auskunft. Eine INTERAKTIVE STARKREGENKARTE zeigt

in drei Kategorien »extrem«, »außergewöhnlich« und »intensiv«

aufrufbar, wo es besonders schlimm werden könnte, wenn es wieder

einmal soweit ist. Die Karte und weitere Informationen zum

Thema gibt es unter dem Suchbegriff »Starkregen-Vorsorgeportal«

auf www.bauumwelt.bremen.de

+++ Ein wichtiger Nachtrag zum Thema verkehrswidrig abgestellte

E-ROLLER: Parkverstöße kann man direkt beim Ordnungsamt

melden, das sich dann mit dem jeweiligen Verleiher in

Verbindung setzt. Das geht Montag, Dienstag, Donnerstag und

Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr und nachmittags nach Vereinbarung

unter Telefon 0421 / 361 886 24.

DORFFKLATSCH

+++ Endlich gibt es eine Führung durch

Findorff ! Mit den BREMENLOTSEN

zieht man los, die Geschichte Findorffs

zu entdecken und spaziert von der Bürgerweide über den Torfhafen

bis in die Hemmstraße. Termine sind jeweils am Sonntag

den 29. März, 28. Juni, 27. September

und 29. November immer um 11:30

Uhr. Die Führung dauert ca. 1,5

Stunden. Treffpunkt ist vor dem

Kulturzentrum Schlachthof in der

Findorffstraße 51, Kosten: 8,00 €

(Kinder 10 bis 16 Jahre 4,00 €,

Kinder unter 10 Jahren kostenlos).

Ausführliche Informationen unter

www.bremen-lotsen.de

+++ Nach Totalumbau eröffnet am

Montag, 2. März 2020 das DÄNISCHE BETTENLAGER nach

vier Wochen Umbauzeit seine Filiale wieder. Neben einem völlig

neuen Studiokonzept können sich Kund-

Innen im SANDER CENTER ab

10:00 Uhr in der Schragestr. 3

in Oslebshausen auf viele

Eröffnungsschnäppchen

freuen. Informationen auf

www.sandercenter.de

+++ Wir verlosen 2 x 2

Tickets für das Live-Konzert

von WANDA, die am 8.

März im »Pier 2« gastieren. Um

Karten zu gewinnen, abonnieren

Sie den Newsletter von FINDORFF

GLEICH NEBENAN. Die GewinnerInnen werden per E-Mail

benachrichtigt. Teilnahme auf www.findorff-gleich-nebenan.de

+++ FindorfferInnen schaut auf Eure Dachböden und in

Eure Keller: WOLF GAREISE sammelt Briefmarken für das

Kinderhilfswerk »terre des hommes«. 2.815 kg hat er bisher

abgeliefert. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Briefmarken

werden Projekte für benachteiligte Kinder unterstützt. »Terre

des hommes« hilft in 37 Ländern der

Welt Kindern und Jugendlichen,

betreut zum Beispiel

vor Ort kriegsverletzte

Kinder und Kinder

in Flüchtlingslagern,

organisiert Bildungsprogramme

und

unterstützt Familien

beim Anbau von Nahrungsmitteln.

Auch Ansichtskarten,

Urlaubsgeld

in Münzen oder Scheinen sowie

Telefonkarten werden gesammelt. Ziel ist

eine TERRE DES HOMMES, eine Erde der Menschlichkeit.

Briefmarken helfen Kindern – und wer Briefmarken oder Reste

von Sammlungen abzugeben hat, erreicht Gareise unter Telefon

0421/23 65 14 oder per E-Mail unter wolf.gareise@web.de

Textredaktion: Mathias Rätsch, Fotos: Pressefotos ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 42


FINDORFF GEHT AUS

TIPP l SA 04.04 l GLOCKE

Wer kennt Sie nicht aus der TV-Sendung »Ladies Night«: GERBURG JAHNKE – die

Kabarettistin aus Oberhausen lädt wieder ein zu ihrer unvergleichlichen Damenshow. Seit

2009 tourt die witzige Großschnauze von nebenan durch Deutschland u. a. mit »Carolin

Kebekus, Martina Schwarzmann oder Patrizia Moresco. Gewohnt böse mit Comedy,

Slapstick und Kabarett – geeignet auch für Männer ! Oder wie Frau Jahnke in ihrer direkten

Art vermutlich sagen würde: »Jungs, heute Abend könnt‘ Ihr was dazulernen !«

Beginn: 20:00 Uhr u www.glocke.de

SO 08.03 l PIER 2

Nach »Amore«, »Bussi« und »Niente« sind

die österreichischen WANDA Gesellen seit

Februar mit dem Album »Ciao!« auf Tour, um

in Deutschland die großen Hallen zu rocken.

Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr

u www.pier-2.de

FR 13.03 l ALTES PUMPWERK

Mit »Wie ein Boot, das auf meinen Worten

schaukelt« widmet sich SIEMBRA dem

Meer und nimmt uns abseits klischeehafter

Romantik oder einfältigen Gefühlskitschs

mit auf eine Hör- und Seereise durch die

maritimen Welten Mittel- und Südamerikas.

20:00 Uhr u www.altespumpwerk.de

FR 10.04 l SCHLACHTHOF

Nach dem großen Chart-Erfolg ihres Albums

»Mittelfinger Für Immer« legen die sympathischen

Punkrocker von ROGERS direkt

nach. Die Band hat außerdem auch noch diverse

Überraschungen für ihre Fans geplant.

Ab ins Konzert ist jetzt die Devise !

20:00 Uhr u www.schlachthof-bremen.de

SO 29.03 l BREMER

KRIMINAL THEATER

Tanzvergnügen, Kulinarisches und spannende

Geschichten für Krimifans heute in

unserem Nachbarstadtteil Walle: »Tango

tanzen ist schön« und das »bremer kriminal

theater« laden erneut ein zu einer »Milonga

Criminal«. Zum bunten Tango-Mix von

Discjockey Micha wird getanzt und in den

Tanzpausen sorgen Perdita Krämer und

Ralf Knapp für beste kriminalistischliterarische

Unterhaltung. An der hauseigenen

Bar gibt es argentinischen Rotwein

und leckere Tapas, bei denen niemand

»Nein« sagen kann.

Beginn: 17:00 Uhr, bis 21:00 Uhr

u www.bremer-kriminal-theater.de

MI 11.03 l MODERNES

Wenn es in diesen seltsamen Zeiten noch Argumente

für ein geeintes Europa braucht, hier ist

eins: Filippo Bonamici aka FIL BO RIVA.

Gebürtiger Römer, Vater Italiener, Mutter

Deutsche. In Madrid gekellnert, in Irland

Abitur gemacht, in Berlin studiert. Bonamici

symbolisiert so jene international ausgerichtete

Freigeistigkeit, welche der europäischen Idee

zugrunde liegt. Das aktuelle Album »Beautiful

Sadness« changiert durchgehend zwischen

Emphase und Melancholie, Aufbegehren und

Innehalten. Es ist ein betörendes Ensemble-

Werk eines überaus begabten Songschreibers,

welches der Wahlberliner mit Band passend

im »Modernes« auf die Bühne bringt.

20:00 Uhr u www.modernes.de

IMPRESSUM

AUTOR/INN/EN

Nils Andresen, Simeon Buß, Saskia Döring, Bea Eißen, Philipp

Fürst, Almut Heibült, Dietmar Hoppe, Kevin Helms, Nicole

Henze und Mathias Rätsch © Nutzung durch Nachdruck

oder digital, auch auszugsweise, sind nur mit vorheriger

Genehmigung gestattet. Sämtliche Rechte der Vervielfältigung

liegen beim Findorff Verlag. Zuwiderhandlungen in Form von

Urheberrechtsverletzungen werden strafrechtlich verfolgt.

FOTOGRAFIE

Martin Bockhacker, www.bildplantage13.de,

Dijana Nukic, www.kreative-fische.de,

Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de,

Wolfgang Seehofer, www.wolf-film.com

ILLUSTRATION

Bettina Bexte, www.bettina-bexte.de,

Conny Himme, www.connyhimme.de

ART DIRECTION

Mathias Rätsch, www.raetsch.de

LEKTORAT

Leona Ilgner

BILDNACHWEIS

Titel/Seite 6: Füllerei © Martin Bockhacker, Seite 4: Grünes

Licht © PIRO4D, Seite 14, 16, 38, 46: © Kerstin Rolfes, Seite

12, 44: Wanda © Wolfgang Seehofer, Seite 15: Pressefoto ©

Sparkasse Bremen, Jan-Olaf Rodt © Saar Brokmann, Seite 20:

Bürgerpark © Martin Rospek, Seite 21: Ahorn © pixabay.com,

jazzahead!, jazzahead! Seite 22: Rufus Wainwright © Matthew

Welch, Seite 24: Jan-Olaf Rodt © Dijana Nukic, Seite 26: The

Pack A.D. © Pressefoto, Tanya Tagaqs © Shelagh Howard, Seite

27: Rachel Therrien © Pascale Methot, John Kameel Farah

© Victor Richardson, Caixa Cubo Trio © Gal Opiddo, Jakob

Manz © Jakob Manz, sonstige: M3B, Seite 29: © Mohamed

Hassan, Seite 30: Bewohnerparken © »Hand mit Miniaturspielzeugauto«,

fotogenicstudio, www.shutterstock.com,

Portrait © Thomas Adrian, Seite 134: Phillip Fürst © privat,

Seite 36: © Conny Himme, Seite 46: Gerburg Jahnke © Harald

Hoffmann, Stoppok © Pressefoto, Fil Bo Riva © Juliane Spaete,

Siembra © Pressefoto, Rogers © Pressefoto, Jan-Olaf Rodt ©

Saar Brokmann, Nektar © onstage, sonstige: Pressefotos

DRUCK

BerlinDruck GmbH + Co KG,

www.berlindruck.de, FSC ® -mixed

produziert. Es wurden Materialien

aus FSC-zertifizierten Wäldern

und/oder Recyclingmaterial sowie

Material aus kontrollierten

Quellen verwendet.

DRUCKAUFLAGE

10.000 Exemplare

ERSCHEINUNGSWEISE

Alle Erscheinungstermine 2020 auf www.findorff.info

DISTRIBUTION

Verteilung in Briefkästen von ausgesuchten Haushalten in

28215 Findorff sowie über Arztpraxen und 70 »Hotspots« im

Stadtteil. Infos www.findorff.info/das-magazin/hotspots

ANZEIGENBUCHUNG

Beratung per Telefon 0421 / 579 55 52 oder E-Mail unter

kontakt@findorff.info. Ansprechpartner ist Herr Rätsch.

Online buchen ? www.findorff.info/anzeige-buchen.

Anzeigenschluss für die kommende Ausgabe Nr. 14, die

ab dem 06. Juni 2020 erscheint, ist der 22. Mai 2020.

Änderungen vorbehalten. Unser Dank gilt allen treuen und

neuen AnzeigenkundInnen aus und um Findorff, ohne die

diese Ausgabe so nicht möglich gewesen wäre.

HERAUSGEBER

Mathias Rätsch

VERLAG

Findorff Verlag

Magdeburger Str. 7, 28215 Bremen

Telefon 0421 / 579 55 52

Telefax 0421 / 579 55 53

E-Mail kontakt@findorff.info

®

FR 27.03 l SCHLACHTHOF

Mit der »Jubel Tour 2020« kommen STOPPOK & BAND nach Findorff. Stefan Stoppok

ist Sänger, Songwriter und ein großartiger Gitarrist. Seine Musik ist eine Mischung aus

Folk, Rock, Rhythm and Blues und Country. Er singt Texte mit feinem Humor über die

Widrigkeiten des Alltags und erweist sich dabei als sensibler Betrachter seiner Umwelt.

Beginn: 20:00 Uhr u www.schlachthof-bremen.de

SA 25.04 ALTES PUMPWERK

Das feine Spiel des JAN-OLAF RODT

QU4RTETS verrät großen Respekt vor der

amerikanischen Jazztradition, ohne dass

man die europäische Herkunft verleugnet.

Emotional tief und mit individueller Klangfärbung

gibt es zwei Sets zur »jazzahead !«.

MO 11.05 l MEISENFREI

NEKTAR begeistert seit jeher mit Progressive-Psychedelic-Rock.

Nun kommen sie erneut

auf Tour und führen neben dem zweiten Teil

ihres »Megalomania«-Programms auch altbewährtes

sowie brandneues unveröffentlichtes

Material auf. Ein fulminantes Live-Erlebnis !

KOOPERATION

Der Findorff Verlag kooperiert mit der Stadtteilinitiative

»Leben in Findorff«. Wir betreuen für die Initiative ehrenamtlich

das Stadtteilportal www.findorffaktuell.de

MITGLIEDSCHAFT

Der Findorff Verlag ist Mitglied in der Handelskammer

Bremen. Infos unter www.handelskammer-bremen.de

FACEBOOK

Gefällt ! Sie finden den Findorff Verlag auf »facebook«:

https://www.facebook.com/FindorffVerlag

LESERBRIEFE

Schreiben Sie uns auf www.findorff.info/leserbriefe

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 44

17:00 / 18.00 Uhr uwww.altespumpwerk.de

Beginn: 20:00 Uhr u www.meisenfrei.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 45


KW 09 Gültig vom 09.03. bis 21.03.2020

q DIE FINDORFF KOLUMNE

» Warum fragt eigentlich niemand den Urfindorffer ? «

W

enn man an einem Samstag, der

zudem zufällig auf den 29. Februar

in einem Schaltjahr fällt, das große

Glück hat, dass sich Nebel auf die

Stadt legt, um die Häuser in ein

schummriges Licht zu tauchen und

man gerade genau an der richtigen

Stelle und im richtigen Moment,

nämlich exakt um 8:33 Uhr am

Morgen, in Findorff an der Gabelung am Anfang

des Cäcillienwegs vorbeikommt, sieht man es

vielleicht. Versteckt zwischen Hecken und

Dornen, bewachsen, als stünde es dort seit

Generationen und mit dem bloßen Auge

oder einem flüchtigen Blick kaum zu erkennen,

kann man es entdecken: Das Haus

des legendären Urfindorffers.

Eigentlich ist er nur eine sagenhafte Sage,

ein mysteriöser Mythos und eine gruselige

Geschichte, die Findorffer Mütter und Väter

gern ihren Kindern erzählen, wenn diese etwas

zu schnell etwas zu brav gehorchen. »Wenn Du

immer alles tust, was die Lehrerin sagt,

dann wirst Du wie der Urfindorffer ... «,

hört man sie des Nachts flüstern – und

dann wird die Geschichte vom Urfindorffer

erzählt, in dem Glauben, es handle sich um ein bloßes

pädagogisches Geschichtchen, quasi eine Art lokaler Volksmär.

Doch die ahnungslosen Eltern irren – denn wie jeder Mythos

trägt auch die Geschichte über den Urfindorffer ganz tief im

Kern eine gar schaurige Wahrheit in sich. Manche sagen, dass

es ihn schon gab, als die Hemmstraße noch Hempstraße hieß

und der Stadtteil Findorff, wie wir ihn heute kennen, noch mehr

Weide und totes Moor als lebendige Zivilisation war. Andere

wiederum behaupten, dass der Urfindorffer einst im Nebel

aus dem Moor entstiegen sei, lange bevor die ersten Menschen

sich im heutigen Bremen ansiedelten und irgendwann mit der

ersten Torflieferung auch nach Findorff kamen. Einigkeit bei

den FindorfferInnen herrscht heute nur darüber, dass niemand

sich an eine Zeit mehr erinnern kann, in der es den Urfindorffer

nicht gegeben hätte. Der Legende nach war der Urfindorffer

einst ein junger, reisefreudiger Mann, dessen großer Traum es

war, die weite Welt zu sehen. Dass diese Kolumne allerdings als

Geschichte über jemanden enden wird, der Findorff noch nie

verlassen hat, ahnen die findigen LeserInnen vermutlich bereits.

Wie aber konnte es dazu kommen, dass der junge Urfindorffer

für immer dort bleiben musste, wo er geboren ward ?

Eine Frau war der Grund; aber es war keineswegs die Liebe. Im

Gegenteil: Just in dem Moment, als unser Wanderer in Aufbruch

fit und flink die Dorffgrenze überschreiten wollte, um zu seiner

ersten Reise zu starten, traf er plötzlich auf eine Torfhexe.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 46

Torfhexen, das sind wahrhaft biestige und grausame Kreaturen,

die anderen nur aus reinem Jux Streiche spielen. Fast jedeR

weiß es bis heute, nur unser Jüngling wusste es damals nicht.

Auch war ihm nicht bewusst, dass man niemals das tun durfte,

worum eine Torfhexe einen bat: Hilfsbereitschaft macht jede

Torfhexe sehr fuchsig. Als sie ihn also fragte, ob er ihr beim Tragen

des Reisigs helfen könne, kehrte er sofort um, um der Alten

die paar Schritte nach Hause zu erleichtern. Böser Fehler ! Die

Torfhexe sprach einen Fluch aus, wonach er sein Dorff

Zeit seines Lebens nicht mehr verlassen werde.

Genau so kam es: Der Urfindorffer lebte fort

an für immer ausschließlich in seiner kleinen

Dorffwelt – und aus Frust trieb und

treibt er auch noch lange nach seinem

Tod zwischen Bürgerpark und Bezirkssportanlage,

zwischen Bahngleisen und

Weidedamm sein Unwesen. Der Legende

nach kann man ihn in ruhigen Nächten,

wenn man am späten Abend noch für

eine letzte Runde mit dem Hund raus geht,

in der Dunkelheit meckern und zetern hören.

Er soll dann angeblich rufen: »Im Gegensatz zu

den ganzen Zugezogenen bin ich ein

ECHTER FINDORFFER !« Oder,

wenn er besonders schlecht drauf

ist, fallen laute Sätze wie: »Wer nicht

hier geboren ist, hat hier gar nichts zu melden !« Wenn es um

Stadtteilpolitik geht, hört man von ihm irgendwann: »Warum

fragt niemand den Urfindorffer ?!« Seine Stimme klänge dabei

rauchig wie eine Hafenbar, rau wie die See und berauschend wie

Meereswellen – so als habe er einen zu viel im Tee gehabt.

SIM SCHAUT HIN

Die Legende besagt, dass niemand, der den Urfindorffer auch

nur einmal im Leben gehört hat, danach Findorff jemals wieder

verlässt. Auch ich kenne einige FindorfferInnen, die ihn gehört

haben wollen und seitdem nur noch im Dorff leben. Mein guter

Freund Mario will den Satz erlauscht haben: »Ich habe nichts

gegen Fremde, aber viele Fremde sind eindeutig nicht von hier !

Und wenn noch mehr kommen, dann erklär‘n wir Findorff

für unabhängig von Bremen !« Seine Frau Bettina ist sich nicht

sicher und meint, das könne auch der Nachbar gewesen sein.

»Aber irgendwie gespenstisch klang es schon.«, sagt sie.

Wer nun aber behauptet, dass der Autor dieser Zeilen sich alles

nur ausgedacht habe, um Kindern einen Schrecken einzujagen,

dem sei gesagt, dass dieses Jahr zufällig ein Schaltjahr ist, dessen

letzter Tag im Februar auf einen Samstag fällt. Unser Treffpunkt

ist um 8:33 Uhr morgens am Anfang des Cäcillienwegs. Hoffen

wir, dass es Nebel gibt – und wir diesen ausschließlich auf nur

4,28 km² lebenden Lokalzombie mit begrenztem Horizont in

der Morgendämmerung sehen – oder besser knapp verpassen.

Text: Simeon Buß, www.simpanse.de, Foto: Kerstin Rolfes ▲

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28215 Bremen/Findorff, Hemmstr. 157b + 212-214 + 344-346

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