Musiker Magazin 4/2019 – 1/2020

musikermagazin

FESTIVAL: Deutscher Rock & Pop Preis 2019 – Rückblick; Deutscher Rock & Pop Preis 2020 – Anmeldung / STORIES: Singer-Songwriterin Kiara Huber; Ann Doka – Aus »Neu« mach »Neu«. Wandel schreibt Musik; Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 15: THE ROLLING STONES – The greatest Rock & Roll band in the world (Teil 2); Burn Out Laut – Therapeutischer Soulrock; Sven Garrecht – Mit der Kleinkunst im Herzen schafft er eine Symbiose aus grooviger Popmusik und sinnigem Chanson; VOICE OVER PIANO – Entertainment auf höchstem Niveau; COPPER SMOKE – Americana Rock; KÖNIG & MEYER – Stands For your Music – seit 1949; CORAZÓN DEL CARIBE – Pures Karibik- & Kuba-Feeling / MUSIKBUSINESS: Leeza Nail – Wie kann ich Singen zum Beruf machen? / RUBRIKEN: Musiker-News; Produkt-News; CD-Rezensionen; Titelschutzanzeigen; Kleinanzeigen; Impressum

C 10973 F | N o 4/19 1/20 | 6,00 Euro

Kulturzeitschrift für Rock & Pop Musiker

www.musiker-online.tv

38. Deutscher

Rock & Pop Preis

am 12. Dezember 2020

in der Siegerlandhalle, Siegen

Aus dem Burnout heraus

laut geworden

Burn Out Laut

LeeZa Nail

Wie kann ich

Singen zum Beruf machen?

Sven Garrecht

Mit der Kleinkunst im Herzen

The greatest

Rock & Roll band

in the world

Voice Over Piano

En ter tain ment

auf höchs tem Ni veau


Angebot

❶ Studiosendung

Zur CD-Veröffentlichung oder einfach so wir

produzieren mit euch eine komplette Studiosendung

wie in den goldenen Zeiten des Musik -

fernsehens. Mit Auftritt zu Playback (unplugged

und live auch möglich) und Interview.

(30 40 Minuten Videoclip)

➜ 500 Euro

+ Eine Seite Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 1 000 Euro

+ Zwei Seiten Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 1 500 Euro

Die Vorteile im Überblick:

❷ CD-Hearing /

Interview für

Promozwecke in

einem unserer

Filmstudios

Wir reden mit euch über euer Album, hören hinein

und stellen es vor!

Oder es geht einfach um euch als Band / Einzel -

künstler und euer musikalisches Schaffen.

(30 Minuten)

+ Halbe Seite Interview und Foto

im Musiker Magazin (Auflage 20 000 Exemplare)

➜ 500 Euro

• voll ausgestattetes Filmstudio mit Live-Charakter

• aufgezeichnet wird mit bis zu vier professionellen Kameras

• ihr bestimmt die Inhalte, wir setzen sie in Szene

• bei Bedarf inklusive Visagistin, die dafür sorgt, dass ihr gut ausseht

• Interview mit professioneller Moderatorin (Angebot 1 + 2)

• Konzertbühne (8 m x 4 m) mit Licht, PA und Backline vorhanden*

• ein großer Bildschirm (2 m x 1 m) im Studio steht euch als eure persönliche Werbefläche zur Verfügung

hier können wir euer Logo, das Albumcover, Werbung von Firmen oder sonstige Grafiken einbauen

• ein gut eingespieltes Team vor Ort kümmert sich um alle Belange

• ihr bekommt eine geschnittene Sendung von RockTV inklusive Intro, animierten Bauchbinden und

Abspann

• auf Wunsch stellen wir das Video on-demand auf unserem YouTube-Kanal und sozialen Netzwerken

zur Verfügung für noch mehr Reichweite

❸ Aufzeichnung

Live-Konzert

Ihr braucht ein professionelles Live-Video, um

euch für Konzerte zu bewerben?

Kommt in unser Rock-TV-Studio!

(30 Minuten Videoclip)

➜ 1 000 Euro

★ Unser

Film-Team ist

auch mobil!

Ob Festivalmitschnitt oder Proberaumdreh,

drinnen oder draußen.

Wir kommen mit dem Ü-Wagen vorbei, um

mit bis zu vier festen (!) Kameras aufzuzeichnen.

Auf Anfrage machen wir euch gern ein

individuelles Angebot.

© Kzenon/Fotolia

* Für einen perfekten und professionellen Sound empfehlen wir einen Auftritt mit Vollplayback (Liveund

auch Unplugged-Auftritte sind aber möglich und der Ton kann gegen einen geringen Aufpreis

nachträglich von uns abgemischt werden).

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V. RockTV | Kolberger Str. 30 | 21339 Lüneburg

Web. www.musiker-online.tv | Mail. info@musikermagazin.de | Fon. +49(0)4131-233030 | Fax. +49(0)4131-2330315


DEUTSCHER ROCK & POP MUSIKERVERBAND E.V.

DEUTSCHE POPSTIFTUNG UND MUSIKER MAGAZIN

PRÄSENTIEREN:

MUSIKERVERBAND

e.V.

Bundeswettbewerb für Rock- und Popmusikgruppen und Sänger*innen

aller musikstilistischen Bereiche

Preisträger Hauptkategorien

3Plus, 7 Mazes, A.G. Paul, Bird’s View, Chris Brandon,

CUBE SIX, DARI, Dislike Silence, Freddie K., HUMAN, Johannes Kuchta, Kiara Huber, Omnitah,

Oscar Pixner, Rocktail, Sascha Salvati, Saygili/Autschbach, Spy#Row, Steffi Neumann,

STINGER, The Burning Ice Bears, Wattenläufer

Preisträger Sonderkategorien

7 Mazes, A father A son, A.G. PAUL, Achim Amme, Albert Böhne, Alexia Wied, ALWIN SMOKE,

And he bought silver, Andrea Beth, Andreas A. Sutter, Anika Auweiler, Anita »Ite« Wüstner, Annette Meisl,

ARREST, Barbara Zanetti, Barry Alexander King, Bella Marie, Bernd Tietzel,

Bernd-Michael Land, Charlotte Giers, Chris & Jess, Chris Brandon, Christian Hüser, Claudia Hirschfeld,

Colin B, Conny Conrad, Contrast 2, Corazon del Caribe, Corny Held, Coulord Rain, crossfader,

Cyborg-Music-Orchestra, DARI, Denise, Denise Krammer, Die Wittighausen Band,

different image project, Dominik Heinz, Don Tocabajo, Doppelbock, DORIAN BLACK, Dorothea Proschko,

Drunken Swallows, Enna Miau, Erste Deutsche Schlager Partei, Exaltyca, Faryna, Felix Bitterböös,

Florian W. Huber, Fränk Hechler, FreiHerr, Ghosttown Company, Gunnar Nanuk,

Günter Ermann, Gustl das Faulhorn (Nicole Kolb), herrH, Ingrid Hofer, Ive & T.Bo, Jamberry, Jasmin M. & Band,

Jennifer Loosemore, Jim Flagranti feat. Mortal Talking, Johannes Kuchta,

JØRG, Jörg Hecker, Jovis Reissner, Jugend-Musik-Werk Baden e.V., Kat the fox, KEV, KLANGFEDER, KOSMOS,

Leif & Jovis, Leif Lunburg, LETZTE STATION, LEVEL-M, Living Tones, Madeleine, MAFFAYpur,

Manfred Zarrelli, Marc Blue, Marco Rauland, Marie-Luise Cassar, Markus Kohl,

Matea Lesic, Max Biundo, Michael Link, Michaela Kuti, Mrs. Kite, New Visions, Nichts für Ungut,

No!Plush, Omnitah, Oscar Pixner, ÖTTE, PARADIES, Partyband DaCapo, Patricia, Peter Bayreuther,

PIETRO PITTARI, Ralf Richards, Ricarda Jo Eidmann, Rita Belmond, Roberto Bates, Rock & Pop Schule, Rocktail,

Sara Dähn/Voice Over Piano, Sascha Salvati, Saygili/Autschbach, Schirmbeck & Schott,

Schné Ensemble, Sharon Rupa, Slick 50 feat. Oliver Schmidl, SLOWHAND, SOULBRIDGES, Spacemueller,

STINGER, SUPERLIQUID, Susanne Heidrich, The Bluesanovas, The Burning Ice Bears,

Thomas Duesmann, Thomas Mentsches & Band, Thorsten Schmidt/Franco Ferraro, Tim Turusov,

Timo Brauwers, Tina Schüssler & Band, Udo Klopke Band, USED LOOK,

VERMiN, Vonny & Clyde, VOYAGER IV, Wattenläufer, Windflüchter, Wolfgang Nicklaus, wortLAUT, zabeth

Schirmherren

Steffen Mues Bürgermeister der Stadt Siegen und Prof. Martin Maria Krüger Präsident des Deutschen Musikrates

14. DEZEMBER 2019 • KONGRESSZENTRUM SIEGERLANDHALLE • SIEGEN

Bisher publiziert und gesendet vom ZDF (Heute Journal, Aspekte, 3SAT), der ARD (BR, SWF, SR, WDR, NDR, HR) sowie VH-1 und SAT1.

Jährlich publiziert von über 200 Tageszeitungen in Deutschland.

Gefördert aus Mitteln der Deutschen Popstiftung, des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes e.V. und des Kulturellen Jugendbildungswerkes e.V.


10 FESTIVAL

37. DEUTSCHER

ROCK & POP PREIS 2019

Zum 37. Mal fand

am 14. Dezember 2019

der Deutsche

Rock & Pop Preis statt.

Austragungsort war,

wie in den letzten

sechs Jahren auch,

die Siegerlandhalle der

Stadt Siegen.

er Bürgermeister der Stadt Siegen und

D Schirmherr dieser Veranstaltung, Steffen

Mues, hielt gegen 13 Uhr zur Eröffnung eine Be -

grüßungsrede, in der er seine Freude an der

guten Zusammenarbeit zwischen der Deutschen

Popstiftung/dem Deutschen Rock & Pop Preis

und der Stadt Siegen erklärte.

Wie jedes Jahr sollte es ein langer Tag werden:

81 Bands und Interpreten standen auf der

Bühne. Eine Band/ein Interpret ein Song.

Die Fachjury bestand aus zwei Teams von

insgesamt 26 Musik-Experten.

Nach der Eröffnung begann der Musik wett be -

werb mit der Kategorie Pop, moderiert vom

Neu zugang Alex Jeanne, die in den Vorjahren

zuvor mit den Backstage-Interviews unterwegs

war.

Ungefähr 1000 Musikerinnen und Musiker

strömten an diesem 14. Dezember 2019 in die

Siegerlandhalle, um mit ihrer jeweiligen Band

oder als Interpret aufzutreten oder eben einen

Preis in den Sonderkategorien in Empfang zu

nehmen.

Die bundesweite Presseresonanz des letztjährigen

36. Deutschen Rock & Pop Preises 2018

war überwältigend:

So wurden von der Deutschen Popstiftung

alle Nachberichte von landesweiten Tages zei -

tungen über den Deutschen Rock & Pop Preis

2018 und dessen Teilnehmer über einen beauftragten

Medien-Ausschnittdienst gesammelt und

ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass in

2018/19 bundesweit über 668 Artikel über diesen

Musikwettbewerb in 2018 veröffentlicht

wurden. Das ist nahezu eine Verdopplung aller

do ku mentierten Artikel zum Vorjahr. Die Aus -

wer tung ergab weiter, dass mit diesem enormen

Presseecho bundesweit ca 9,75 Millionen

potenzielle Leser erreicht wurden (s. TV-Ein -

schaltquoten und -Reichweiten).


11

Damit ist der Deutsche Rock & Pop Preis nicht

nur der älteste und erfolgreichste, sondern auch

im Bereich der bundesweiten Printmedien-

Resonanz der öffentlichkeitswirksamste Musik -

wett bewerb im Bereich der Rock- & Popmusik

in Deutschland. Bewerber der Hauptkate go rien,

die zuvor von einer unabhängigen Jury ausgewählt

und eingeladen wurden, traten an diesem

Tag in der Siegerlandhalle auf inklusive

Linecheck, Aufbau und Darbietung hatte jede

Band fünf Minuten Zeit, die Juroren musikalisch

zu überzeugen.

So unmöglich diese schnellen und knappen

Auftrittsreihenfolgen mit 81 Bands und In ter -

preten zunächst klingen mögen der Deutsche

Rock & Pop Preis beweist Jahr für Jahr das

Gegenteil: Es funktioniert! Und zwar Jahr für

Jahr besser.

Die Hauptkategorien am 14. Dezember er fol g -

ten in dieser Reihenfolge: Pop, Singer-Song -

writer, Hard Rock, Alternative, Funk ’n’ Soul,

Singer und Rock. Der Deutsche Rock & Pop Preis

zeichnete zudem Musikerinnen und Mu siker,

Produzenten, Songwriter, Instrumen ta listen,

DIE HAUPTGEWINNER:

BIRD’S VIEW

BIRDSVIEW.EU

DARI

WWW.DARI-MUSIK.DE

OMNITAH

WWW.OMNITAH-MUSIC.COM

SAYGILI / AUTSCHBACH

WWW.AUTSCHBACH.DE

STINGER

WWW.STINGERROCKS.DE

A.G. PAUL

OSCAR PIXNER

OSCAR-MEDIA.JIMDOFREE.COM

SASCHA SALVATI

FACEBOOK.COM/SASCHASALVATI

WATTENLÄUFER

WWW.WATTENLÄUFER.COM

Sängerinnen und Sänger etc., insgesamt ca. 130

Sparten der Sonderkategorien, aus.

Unterdessen führten Johnny Silver und Alina

Sebastian als Moderatoren die Zuschauer und

Jury durch das Tagesprogramm der Haupt ka -

te gorien. Während die jüngsten Teilnehmer

dieses kulturellen Musikwettbewerbes gerade

einmal 15 Jahre alt waren, gingen die Ältesten

auf die 70 zu. Musik verbindet Menschen und

Musik kennt keine altersbedingten Grenzen.

Das zeigt der Deutsche Rock & Pop Preis seit

37 Jahren in jedem Jahr erneut. In der Sieger -

landhalle in Siegen treffen sich seit nunmehr

sechs Jahren Musikerinnen und Musiker aller

musikstilistischen Bereiche der Rock & Pop

Musik. Dort feiern sie gemeinsam mit Be geis -

terung ihre Nominierungen und Gewinne.

Nachdem das große Musikprogramm der

Hauptkategorien auf der Hauptbühne beendet

war, war die Show aber noch lange nicht vorbei,

denn jetzt kamen die Preisverleihungen der

Sonderkategorien und folgend der Haupt kate -

gorien. Die Siegerlandhalle war zu diesem Zeit -

punkt prall gefüllt mit zahlreichen Musikerinnen

8


12 FESTIVAL

DANKSAGUNG

und Musikern aus allen Teilen Deutschlands, die

hofften, zu den Preisträgern zu gehören und aus -

gezeichnet zu werden, sowie mit ihren per ge -

charterten Bus mitgebrachten Fans, die für ihre

Lieblingsband die Daumen drückten und wissen

wollten, wer die Preisträger des Jahres 2019 werden

würden.

Feierlich wurden den Preisträgern ihre Ur -

kunden und Rock-Pop-Oscars überreicht, es

wurde begeistert gejubelt und gefeiert, und nach -

dem die drei Moderatoren den letzten Preisträger

des Abends bekannt gegeben hatten, war es

Zeit für die Presse- und Künstlerfotografen, die

mitgebrachten Familienmitglieder, Fans und

Freunde, die Preisträger zu feiern und per

Handy zu filmen. Wie jedes Jahr gab es sowohl

ein Gruppenfoto mit den Preisträgern der Sonder -

kategorien wie auch der Hauptkategorien. Ge -

meinschaftlich sangen alle Preisträger auf der

Hauptbühne die eingespielte Rock-Hymne von

Queen „We are the Champions“...

Damit ging der 37. Deutsche Rock & Pop Preis

2019 nach zehn Stunden gegen 23 Uhr zu Ende.

Der Deutsche Rock & Pop Musikerverband e.V. und die Deut sche Pop Stiftung

möchten sich als Veranstalter des 37. Deutschen Rock & Pop Preises 2019 beim

Bürger meister der Stadt Siegen und Schirmherren Herrn Steffen Mues, beim zweiten

Schirm herren Prof. Martin Maria Krüger, Präsident des Deutschen Musikrates,

beim gesamten Team der Sieger landhalle, bei Frau Christin Bartel und der Firma

Nordlite, bei allen Helfern und Juroren, bei allen Technikern und Mode ra toren, bei

den Musikgruppen und Sänger*innen für ihren ehrenamtlichen Einsatz an diesem

Kultur festival sowie bei allen Spon soren und unterstützenden Firmen bedanken.

Dieses Kulturfestival wurde wie in den Jahren zuvor durch die beteiligten Teil nehme -

rinnen und Teilnehmer an diesem Festival sowie durch die Mitglieder des Deutschen

Rock & Pop Musiker ver ban des und die Deutsche Popstiftung finanziert. Damit

handelt es sich bei dieser großen Kulturveranstaltung im jugend kulturellen Bereich der

Rock- und Pop musik um das einzige bundesweite Festi val, das von Musikern, Kompo -

nisten, Tex tern für junge, kreative Nachwuchs musiker aus ideellen Gründen und ohne

irgendeinen kommerziellen Hintergrund getragen und or ga nisiert wurde.

JURY

TEAM 1: Patrick Ackermann, Daniela Beier, Matthias Bielecke, Prof. Dr. Bernd Giezek, Dr. Nicole

Hirschmann, Timo Hofmann, Peter Kalff, Lothar Krell, Johannes Nolden, Marcus Pengel, André

Scherzer, Lutz Sommer, Mike van Summeren

TEAM 2: Dr. Norbert Aping, Rogelio Azcarate Fernandez, Franziska Bub, Uwe Fischer, Joachim

Griebe, Sylvia Heinz, Carsten Kaiser, Dr. Michael Lorenz, Julia Neigel, Karl Schauer, Thorsten

Schmidt, Jonas Wagner

MODERATION

Alina Sebastian, Alex Jeanne

und John Silver

Und wer diesen von allen teilnehmenden

Mu sikerinnen und Musikern und dem DRMV

als Musikerorganisation gemeinschaftlich or -

ganisierten, durchgeführten und finanzierten

Musik wettbewerb einmal live erleben möchte,

sollte sich mit seiner Band oder als Interpret für

den 38. Deutschen Rock & Pop Preis 2020 am

12. Dezember 2020 in der Siegerlandhalle in

Siegen bewerben, um an diesem bundesweiten

kulturellen Musikwettbewerb teilzunehmen.

TECHNIK

VIDEOAUFZEICHNUNG: Tobias Blank,

Ahram Choi, Thomas Eggers,

Marie Sophie Koop, Raik Lingner,

Silvia Matschull, Ronja Rabe, Normann Seil

LEINWANDPRODUKTION: Florian Eggers, Ana Seelenmeyer

VERANSTALTUNGSTECHNIK: Nordlite www.nordlite.de

FOTOS: Ludwig Czapla www.fotoknips.de

BEWERBUNGEN

SIND WIEDER MÖGLICH

ab dem 01.03.2020 unter

INFO@DRMV.DE oder

WWW.MUSIKER-ONLINE.TV

MITARBEITER UND HELFER

Lea Albertsen, Mohamad Almasri, Manfred Augustin, Lynn Barthels, Konrad Beck, Jan Bockelmann,

Nele-Sophie Breuer, Ludwig Czapla, Florian Eggers, Leonad Elze, Yogarajah Garthigeyan,

Jasmin Just, Ole Langhein, Heike Müller, Niklas Opländer, Antonia Ott, Hendrik Pain, Katja Rake,

Pia Rurup, Ole Seelenmeyer, Ana Seelenmeyer, Ulrike Strohmann, Philipp Strunk, Anandaraja

Thanushanth, Hinrich Vogt, Mareike Wittorff u.v.a.


ANMELDUNG

Hiermit melde ich mich/uns für den Deutschen Rock & Pop Preis 2020 an.

FESTIVAL 13

38. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2020

Band/Künstler/-in: .........................................................

Ansprechpartner/-in: ......................................................

Straße: ..........................................................................

PLZ Ort: ........................................................................

Bundesland: ..................................................................

Tel.: ...............................................................................

Mobil: ............................................................................

Fax: ....................................................................................

E-Mail: ................................................................................

Internet: ..............................................................................

DRMV-Mitgl.-Nr.: ................................................................

GEMA-Mitglied?: q nein q ja:

q angeschl. q außerord. q ordentlich

Anmeldungen in mehreren Sparten sind möglich.

Anmeldegebühr pro Musiksparte: 20, Euro DRMV-Mitglieder /30, Euro DRMV-Nichtmitglieder

Die Anmeldegebühren in Höhe von Euro ............ q in bar beigelegt q als Scheck beigelegt q per Überweisung

Bankverbindung: Deutsche Popstiftung, Postbank Hamburg, IBAN: DE08 2001 0020 0964 2792 08, BIC: PBNKDEFF

Dieses Anmeldeformular, CD und Bewerbungsgebühr bitte spätestens bis 15. Juli 2020 an:

Deutsche Popstiftung, Bewerbung 2020, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg

Teilnahmegebühr: 150, Euro je Hauptkategorie und je erste Sonder ka te gorie (alle weiteren 100,-Euro) bei Auswahl

durch die Bundesjury.(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von 1.000, Euro für eigene Gäste/Fans)

38. DEuTSCHER RoCK & PoP PREiS 2020: HAuPTKATEgoRiEN

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

q 1

q 2

q 3

q 4

q 5

q 6

q 7

q 8

Deutscher Rock Preis (beste Rock-Band)

Deutscher Pop Preis (beste Pop-Band)

Deutscher Hard Rock Preis (beste Hard’n’Heavy-Band)

Deutscher Funk & Soul Preis (beste Funk/Soul-Band)

Deutscher Alternative Preis (beste Alternative-Band)

Deutscher Singer-Songwriter Preis (beste(r) Solosänger(in) Wertung: Eigenkomposition und Stimme)

Deutscher Singer Preis (beste(r) Solosänger(in) Wertung: Stimme)

Deutscher Country Preis (beste Country-Band)

Die durch die Jury ausgewählten Teilnehmer der Hauptkategorien präsentieren sich am 12. Dezember 2020

im Finale auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen mit jeweils einem Song (maximale Länge: 4 Minuten).

38. DEuTSCHER RoCK & PoP PREiS 2020: SoNDERKATEgoRiEN

q 9

Beste Filmmusik

q 18

Bestes Trancealbum

q 26

Beste A-Capella-Band

q 10 Bestes Kinderlieder-Album

q 11 Beste Experimentalband

q 12 Beste Crossoverband

q 13 Beste Hardcoreband

q 14 Beste Industrialband

q 15 Beste Progressiveband

q 16 Beste Skaband

q 19

q 20

q 21

q 22

q 23

q 24

Beste(r) Mundart-Interpret(in)

Beste(r) Electronic-Interpret(in)

Bestes Dancehall-Album

Beste Elektropopband

Bestes traditionelles Blues-Album

Beste Rock’n’Roll/Rockabillyband

q 27

q 28

q 29

q 30

q 31

q 32

Bestes Chanson-Album

Beste Punkband

Beste Gothic/Wave-Band

Beste(r) Gospel-Interpret(in)

Beste Gospelgruppe

Bestes Weltmusikalbum

q 17

Beste Nu-Metal-Band

q 25

Beste Cover/Revivalband

q 33

Bestes Hip-Hop-Album

EINSENDESCHLUSS: 15. JULI 2020


14 FESTIVAL

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

BEREICH RoCK:

q 34 Beste Rocksängerin

q 35 Bester Rocksänger

q 36 Bester Rocksong

q 37 Bestes Rockalbum

BEREICH PoP:

q 38 Beste Popsängerin

q 39 Bester Popsänger

q 40 Bester Popsong

q 41 Bestes Popalbum

BEREICH FuNK:

q 42 Beste Funk-Sängerin

q 43 Bester Funk-Sänger

q 44 Bester Funk-Song

q 45 Bestes Funk-Album

BEREICH HARD RoCK:

q 46 Beste Hard-Rock-Sängerin

q 47 Bester Hard-Rock-Sänger

q 48 Bester Hard-Rock-Song

q 49 Bestes Hard-Rock-Album

BEREICH METAl:

q 50 Beste Metal-Sängerin

q 51 Bester Metal-Sänger

q 52 Beste Metal-Band

q 53 Bester Metal-Song

q 54 Bestes Metal-Album

BEREICH FuSIoN-JAzz-RoCK:

q 55 Beste Fusion-Jazz-Rock-Sängerin

q 56 Bester Fusion-Jazz-Rock-Sänger

q 57 Beste Fusion-Jazz-Rock-Band

q 58 Bester Fusion-Jazz-Rock-Song

q 59 Bestes Fusion-Jazz-Rock-Album

BEREICH AlTERNATIvE:

q 60 Beste Alternative-Sängerin

q 61 Bester Alternative-Sänger

q 62 Bester Alternative-Song

q 63 Bestes Alternative-Album

BEREICH NEW AGE:

q 64 Beste New-Age-Band

q 65 Bester New-Age-Song

q 66 Bestes New-Age-Album

BEREICH R’N’B/Soul:

q 67 Beste R’n’B/Soul-Sängerin

q 68 Bester R’n’B/Soul-Sänger

q 69 Beste R’n’B/Soul-Band

q 70 Bester R’n’B/Soul-Song

q 71 Bestes R’n’B/Soul-Album

BEREICH REGGAE:

q 72 Beste Reggae-Sängerin

q 73 Bester Reggae-Sänger

q 74 Beste Reggae-Band

q 75 Bestes Reggae-Album

BEREICH lATIN-PoP:

q 76 Beste Latin-Pop-Sängerin

q 77 Bester Latin-Pop-Sänger

q 78 Beste Latin-Pop-Band

q 79 Bester Latin-Pop-Song

q 80 Bestes Latin-Pop-Album

BEREICH FolKRoCK:

q 81 Beste Folkrocksängerin

q 82 Bester Folkrocksänger

q 83 Beste Folkrockband

q 84 Bester Folkrocksong

q 85 Bestes Folkrockalbum

BEREICH CouNTRy:

q 86 Beste Country-Sängerin

q 87 Bester Country-Sänger

q 88 Bester Country-Song

q 89 Bestes Country-Album

BEREICH SCHlAGER:

q 90 Beste Schlager-Sängerin

q 91 Bester Schlager-Sänger

q 92 Beste Schlager-Band

q 93 Bester Schlager-Song

q 94 Bestes Schlager-Album

BEREICH MuSICAl:

q 95 Beste Musicalsängerin

q 96 Bester Musicalsänger

q 97 Bestes Musicalalbum

Die durch die Jury nominierten Preisträger aller Sonderkategorien werden am 12. Dezember 2020

auf der Hauptbühne der Siegerlandhalle in Siegen bekanntgegeben.

Die Anmeldeformulare können auch unter www.musiker-online.tv heruntergeladen werden.

MuSIKBuSINESS:

q 98 Bestes Rock-/Pop-Tonstudio (Preis-Leistungs-Verhältnis)

Bew.: CD, Studioausstattung, Mietpreis etc.

q 99 Bestes kreatives Independent-label (Rock & Pop)

Bew.: Produktionsübersicht (CD), Vertriebswege etc.

q 100 Bester Independent Musikverlag (Rock & Pop)

Bew.: Künstlerübersicht, Vermarktungsstrategie etc.

q 101 Beste Booking-Agentur (Rock & Pop)

Bew.: Künstler-, Konzert- und Tourneeübersicht

q 102 Erfolgreicher Musikmanager (Rock & Pop)

Bew.: Künstler- und Vermarktungsunterlagen

q 103 Erfolgreicher Musikproduzent (Rock & Pop)

Bew.: Künstler- und Produktionsangaben, CD

q 104 Kulturpreis für die Förderung der Rock- & Popmusik

in Deutschland

Bew.: Auf Empfehlung keine Gebühren fällig!

MuSIKPRoDuKTIoN:

q 105 Bester neuer Rock- und Popkünstler des Jahres

q 106 Bestes CD-Album des Jahres (deutschsprachig)

q 107 Bestes CD-Album des Jahres (englischsprachig)

q 108 Bester Song des Jahres (deutschsprachig)

q 109 Bester Song des Jahres (englischsprachig)

q 110 Beste Studioaufnahme des Jahres

q 111 Beste Single des Jahres

q 112 Bestes Musikvideo

q 113 Beste Komposition

q 114 Bester deutscher Text

q 115 Bestes Booklet und Inlaycard

q 116 Beste Instrumentalband

q 117 Bestes Instrumentalalbum

q 118 Beste(r) Barpiano-Interpret(in)

INSTRuMENTAlISTEN:

q 119 Beste(r) Instrumentalsolist(in)

q 120 Beste(r) Gitarrist(in)

q 121 Beste(r) Keyboarder(in)

q 122 Beste(r) Schlagzeuger(in)

q 123 Beste(r) Bassist(in)

q 124 Beste(r) Percussionist(in)

q 125 Bestes Arrangement

q 126 Bestes Blasinstrument

EINSENDESCHLUSS: 15. JULI 2020


STORIES 15

Singer-Songwriterin

KIARA HUBER

»Die Musik motiviert mich im Alltag

ungemein sie beflügelt,

sie begleitet, sie lässt einen in eine

bezaubernde Welt eintauchen.

Musik fasziniert eben ...«

MM: Bei einer Talentshow in der Schule konntest du mit

deiner Stimme begeistern und seitdem ist einiges passiert.

Wie hat das mit der Musik bei dir angefangen?

KIARA HUBER: Schon mit 6 Jahren hatte ich Lust auf ein In -

stru ment. Klavier hat mir da am besten gefallen, aber die Musik -

schule riet mir damals eigentlich davon ab, da meine Hände

noch zu klein dafür wären. Wir haben es trotzdem probiert. Die

Lehrerin meinte dann, ich würde die kleinen Hände mit meinen

flinken Fingern gut ausgleichen (Kiara lacht). Vor mich hergesungen

habe ich eigentlich schon immer in allen möglichen

Situationen, natürlich meistens daheim, dass es niemand

Fremdes hört. Vor etwa drei Jahren war dann diese Talentshow

in meiner Schule. Alleine traute ich mich noch nicht vor so vielen

Leuten, weshalb ich zusammen mit einer Freundin „Love

Yourself“ von Justin Bieber auf der Schulbühne gesungen hab.

Irgendwie scheint es nicht so schlecht angekommen zu sein.

Tja, und seitdem hat es mich quasi gepackt. Das Klavier -

spielen kommt mir als Begleitung natürlich zugute.

MM: Du spielst Klavier, zeichnest, hast Ballett getanzt und

intensiv Handball gespielt. Wie bekommst du das mit der

Schule unter einen Hut?

KIARA: O ja, das ist wirklich nicht immer so einfach. Die Schule

hat selbstverständlich Vorrang. Meine Eltern betonen das immer

gerne (Kiara schmunzelt). Mit Üben, Auftritten, Proben und so ist

eine gute Organisation wichtig. Da bin ich manchmal noch

etwas verpeilt. Ich bin deshalb sehr dankbar, dass mich meine

Eltern hierbei und auch bei den anderen Sachen super unterstützen,

sonst wäre das kaum möglich. Wegen einer schweren

Verletzung im Handball musste ich mit dem Leistungssport leider

aufhören. Dadurch sind einige Trainingszeiten weggefallen

und ich hatte etwas mehr Luft. 8

4/19 1/20 musiker Magazin


16 STORIES

Der Sport ist mir aber trotzdem wichtig, man sollte sich schließlich

immer wieder mal ein bisschen bewegen (lacht). Spaß machen mir

besonders das Fitnesstraining und Hip-Hop-Tanzen. Und wenn ich

dann manchmal etwas Zeit und Lust habe, höre ich Musik und zeichne.

MM: Nachdem deine erste Single veröffentlicht worden ist, steht

deine zweite schon in den Startlöchern. Wie findest du die Themen

für deine Songs?

KIARA: Ich suche meistens gar nicht gezielt danach. Irgendwie kommt

mir im Alltag manchmal was in den Sinn und ich schreibe mir dann ein

paar Worte dazu auf. Ganz spontan ist so meine erste Single entstanden.

Der Stress in der Schule war mal wieder etwas größer, und mir war

danach, mal abzuschalten und irgendwo hinzugehen, um den Kopf freizubekommen,

einfach nichts mehr tun zu müssen. Das ist dann auch

die Botschaft im Song „Ich komm mit“ geworden. Nachdem ich ein

paar Zeilen zusammen hatte, habe ich mich ans Klavier gesetzt und die

Melodie dazu komponiert. Anders beim internationalen Songcontest in

Berlin. Da war ein bestimmtes Thema für eine Eigenkomposition vorgegeben.

Es sollte dabei zum Beispiel um Toleranz und die Vielfältigkeit

auf der Welt gehen. Daraus ist mein allererster eigener Song

„Menschen haus“ als Pianoversion entstanden. Und in meinem ganz

neuen Lied möchte ich meine Gefühle ausdrücken, wie ich jemanden

sehr vermisse. Ich hoffe, das kommt auch so rüber.

MM: Welche Musikrichtung singst bzw. spielst du am liebsten?

rockige Lieder drauf, mit verschiedenen Beats. Das erste Mal haben wir

in einem Song das Pianospiel von mir eingebaut. Mal sehen, wie es

ankommt. Bisher sind wir mit den Rückmeldungen echt zufrieden, das

freut uns. Die Wochen zuvor im Studio waren an strengend, aber

genauso interessant und haben wirklich sehr Spaß gemacht. Mit dem

Toningenieur verstehen wir uns alle gut, das macht es bei den Auf nah -

men leichter. Was meinen Gesang betrifft, bin ich im Studio voll kritisch.

Da muss ein Vers oder Refrain immer wieder mal daran glauben, das

zwanzigste Mal oder noch mehr eingesungen zu werden (Kiara lacht).

Die Release-Party war jedenfalls richtig fett.

MM: Am Anfang habt ihr überwiegend gecovert. Was macht für

dich den Reiz an Cover-Songs aus?

KIARA: Sowohl solo als auch in der Band sind immer wieder Cover-

Songs angesagt. Einen bekannten Song, der mir gefällt, auf meine

eigene Art und Weise zu interpretieren, finde ich echt spannend, und

das fordert mich richtig heraus. Ich meine, anders, als das manchmal

so geglaubt wird, ist das Covern deshalb gar nicht so einfach. Mit

der Band versuchen wir auch, den Cover-Song jeweils in unserem Stil

rüberzubringen. Ob wir bei einem Auftritt covern oder nicht, kommt

natürlich auf den Anlass und das Publikum an. So eine Mischung

aus eigenen und Cover-Songs finde ich ganz nice.

MM: Du konntest schon einiges an Bühnenerfahrung sammeln.

Was waren deine bisherigen Highlights?

KIARA: Da bin ich eigentlich total offen. Mir gefallen reine Balladen

genauso wie schnellere Songs aus dem Rock- und Pop-Genre bis hin

zu Jazz, Soul und R&B. Ich finde, man muss vieles ausprobieren, um seinen

Stil irgendwann zu finden. Bei Solo-Auftritten versuche ich meistens,

möglichst von allem etwas abzudecken, auf Deutsch und Englisch.

MM: Du bist auch begeisterte Frontfrau der Pop-/Rockband

CUBE SIX. Wie habt ihr zusammengefunden und wie läuft es so?

KIARA: Das war echt witzig. Nach der Talentshow hat mich jemand

darauf angesprochen, dass eine Herrenberger Band eine Sängerin

suchen würde. Ich wurde dann zu einem kleinen „Casting“ eingeladen

und musste ein paar Songs vorsingen. Irgendwie hat es gleich super

gepasst zwischen mir und den vier Jungs, haben einen ähnlichen

Humor. Tja, und seitdem bin ich in der Band und es macht mir riesigen

Spaß. Mit meinem Solo-Gesang kann ich mehr ruhigere Titel singen,

mit CUBE SIX gehts oft etwas wilder zu. Wir haben regelmäßig geile

Auftritte und auch den einen oder anderen Contest schon ge wonnen.

Oft werden wir vor Gigs wegen unseres Alters etwas unterschätzt, das

ändert sich dann aber zum Glück meistens, wenn wir anfangen. Eine

Zeitung hat sogar mal geschrieben, dass wir so manche erwachsene

Band locker an die Wand spielen (Kiara grinst).

MM: Gerade habt ihr eure EP veröffentlicht. Wie war’s bei den

Studioaufnahmen und was sind die Botschaften eurer Songs?

KIARA: Mit der Band spielen wir hauptsächlich deutschen Pop und

Rock. Unsere Songs handeln von Themen, die uns so in unserem

Leben bewegen und eigentlich alle Menschen, ob jung oder alt, betreffen.

Natürlich darf die Liebe nicht fehlen, es geht auch um Selbst -

bewusstsein, Neugier und das Abschalten zum Beispiel bei Stress. Auf

der EP sind neben einem etwas ruhigeren Song auch schnellere

KIARA: Das EINE-Welt-Festival in Berlin war schon heftig. Die große

Bühne, viele bekannte Leute aus der Musik, das Publikum und so hier

konnte ich sehr viel Erfahrung sammeln. Auch meine Auftritte beim

Finale des Deutschen Rock & Pop Preises in Siegen haben mich total

beindruckt und waren richtig krass. So viele klasse Musiker bei einer

Veranstaltung, ich war völlig geflasht von allem. Mit der Band durften wir

letzten Sommer beim Kesselfestival in Stuttgart auftreten. Das war zwar

nur auf der kleineren Kulturbühne, aber die Stimmung war gigantisch.

Und die berühmten Musiker hinter sich ganz nah auf der großen

Bühne zu hören, ist schon mega. Der Hammer ist, dass wir bei dem

New comer-Event uns gegen Erwachsenen-Bands durchgesetzt und

gewonnen haben. Kaum zu glauben, aber wir dürfen nun in diesem

Jahr auf der riesigen Hauptbühne als Opener beim Festival spielen.

MM: Wie steht deine Familie zu deinen musikalischen Ambi tio -

nen? Unterstützt sie dich?

KIARA: Absolut. Ohne meine Eltern könnte ich das alles nicht so

machen. Natürlich achten Sie darauf, dass die Schule nicht zu kurz

kommt. Wenn es darum geht, alles rund um meine Musik zu organisieren

und mir dabei soweit es geht zu helfen, stehen meine Mutter und mein

Vater immer wie eine Eins parat. Sie sind neben meinen Geschwistern

und meinem Opa dazu auch noch meine größten Fans. Richtig cool.

MM: Wie entscheidest du, wer die richtige Unterstützung für deine

musikalische Weiterentwicklung ist? Welche Anfragen seriös sind?

KIARA: Ich bin froh, dass mich meine Familie dabei berät. Natürlich

sind da irgendwann die Grenzen erreicht, wenn es zum Beispiel um

die Pro duktion von Songs geht. Aber selbst dabei ist mir ein Feed -

back meiner Family sehr wichtig, vor allem dann, wenn Leute anfragen,

die musikalisch was mit mir machen wollen. Wenn man wie ich noch

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 17

nicht so lange Musik macht, ist es auch nicht so leicht zu erkennen,

wer einen in der Ent wick lung weiterbringen kann und möchte. Ich sehe

das aber völlig gechillt. Ganz oben stehen der Spaß und die Lust am

Musik machen. Was gibt es Schöneres. Und dann schauen wir mal, wie

das alles noch so wird.

MM: Wie wichtig ist dir die Präsenz in sozialen Medien?

KIARA: Ich glaube, sich und seine Musik im Netz zu zeigen ist kaum wegzudenken,

wenn man musikalisch vorankommen möchte. Bei An fragen

für Auftritte oder wenn man sich für einen Contest bewerben will, wird

immer nach den Kanälen und der Website gefragt. Ohne wird das eher

schwierig, kann ich mir vorstellen. Deshalb ist es für mich natürlich wichtig,

dass ich da das eine oder andere zu meiner Musik vorstellen kann.

Aber das kostet auch Zeit und die fehlt mir dann woanders wieder. Meine

Eltern können ein Lied davon singen (Kiara lacht).

MM: Was sind deine weiteren musikalischen Ziele?

KIARA: Meine zweite Solo-Single steht vor der Veröffentlichung. Ich

habe in den letzten Wochen immer wieder daran gearbeitet, weil ich noch

nicht ganz zufrieden war. Bei mir läuft das noch nicht so schnell, ich brauche

da etwas länger. Zuletzt war es in der Schule stressig, weshalb ich

weniger Zeit hatte. Jetzt gehe ich aber wieder verstärkt an das Kom po -

nieren ran. Muss mal sehen, wie das dann mit möglichen weiteren Pro -

duktionen in der Zukunft so läuft. Habe jedenfalls richtig Bock darauf. Mit

meinem Gesangs- und Klavierlehrer möchte ich meine Klavierbegleitung

auch noch weiter ausbauen. Das finde ich für Auftritte cool und es bringt

mir Spaß. Und mit der Band versuchen wir, in nächster Zeit auch weitere

Songs zu schreiben und unseren Stil zu erweitern. Aber klar, ich weiß:

Erst die Schule (Kiara grinst).

WeB: WWW.KIARAHUBER.DE | IntervIeW: RONJA RABE

Fotos: SIMONE SIMONS; FRANK HUBER

4/19 1/20 musiker Magazin


18 STORIES

Sie schreibt alle Songs und

Texte selbst und

veröffentlichte im April 2018

auf ihrem Label

NASH*DASH Records.

Und sie hat viel zu erzählen,

denn Ann hat vor Kurzem

ihr komplettes Leben auf

links gedreht:

Neue Liebe, neues Leben,

neuer Job.

Das Mädel vom Main

wechselte an die Weser,

tauschte die Frankfurter

Skyline gegen die

Bremer Stadtmusikanten.

Ein solcher Wandel

ist eine Herausforderung,

die zwar neuen

Raum schafft, aber auch

Fragen aufwirft.

MM: Wann hast du deine Liebe zum Country

entdeckt?

ANN DOKA: Mit 14 saß ich Sonntag mittags vor

dem Radio und hörte zufällig den „American

Country Countdown“ auf AFN (American Forces

Network), als plötzlich der Song „I Swear“ in einer

Countryversion von John Michael Montgomery

gespielt wurde. Ich war zu dieser Zeit ein großer

Fan der Band All4One, die den Song als Pop-

Ballade in die Charts gebracht hatten. Was ich

dann erst bemerkte: Den Originalsong hatte John

Michael Montgomery geschrieben und nicht

etwa All4One.

Mein Onkel schenkte mir dann die CD von

John Michael Montgomery zu Weihnachten, und

ich hörte mir die Akkorde der Songs mit meiner

Gitarre raus, um sie mit den Texten aus dem

Booklet zu singen. Das war der Beginn meiner

Leidenschaft für Country-Pop-Musik.

MM: Dein aktuelles Duett „Only If“ hast du

mit dem Nashville Singer-Songwriter Brooks

West geschrieben und im Frühjahr veröffentlicht.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

ANN DOKA: Brooks und ich hatten uns vor ein

paar Jahren in Nashville, TN (USA), kennengelernt.

Ich fand seine Stimme unglaublich schön und

fragte ihn dann im letzten Jahr, ob wir nicht mal

ein Duett zusammen schreiben wollten. Er sagte

gleich zu. Als ich dann im August 2018 nach einer

privaten Trennung für eine längere Auszeit nach

Nashville kam, setzten wir unser Vorhaben in die

Tat um und schrieben in seiner Küche in East

Nashville unser Duett „Only If“. In dem Song geht

es um die Gedanken zweier Liebender, die sich

voneinander entfernt haben und noch nicht sicher

sind, ob diese Liebe noch eine Chance hat.

Beide kommen in dem Song zu dem Schluss:

„Only If“ (Nur wenn …)

MM: Wie war es, im Studio in Nashville aufzunehmen?

ANN DOKA: In Nashville zu produzieren ist immer

eine beeindruckende Erfahrung. Man steht plötzlich

neben Studiomusikern, die man schon

selbst mit großen Künstlern auf der Bühne gesehen

hat. So durfte ich unter anderem schon mit

Chris Rodriguez (Gitarre Kelly Clarkson & Keith

Urban), Vail Johnson (Bass Kenny G, Keb’ Mo’,

Whitney Houston) und Bruce Bouton (Pedal Steel

Lady Antebellum) aufnehmen und jetzt jüngst „Only

If“ mit dem Produzenten Jonathan Lawrence

Jrade-Rice produzieren.

Unglaublich finde ich, dass die Studiomusiker

in die Demoaufnahmen der Songs meist gar nicht

reinhören, bevor sie ins Studio kommen. Sie be -

kommen vor Ort die im „Nashville Number System“

notierten Akkorde und spielen dann einfach, was

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 19

ANN DOKA

»LOST BUT FOUND«

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ihnen dazu einfällt. Diese spontane Kreativität lässt

einen einfach nur mit offenem Mund dasitzen. Nicht

umsonst nennt man diese Profi-Studiomusiker „the

hired guns“.

auch in Deutschland gäbe aber nicht in diesem

Umfang. Auch erlebe ich die Amerikaner häufig

offener in ihrer Art.

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MM: Wie hat dir Nashville an sich gefallen?

ANN DOKA: Nashville ist zu Recht als „Music

City“ bekannt. Die Menge an Musik, die einem

vor Ort begegnet, ist einfach unfassbar. Ob auf

dem touristisch geprägten Broadway, wo sich Bar

an Bar reiht und in jeder Bar ab 10 Uhr morgens

bis in die Nacht Livemusik zu hören ist ,

oder in den unzähligen kleinen Live-Locations,

Songwriting Sessions, Open States, Bluegrass

Jams und natürlich auch privaten Jamsessions

auf irgendeiner Veranda von Menschen, die man

gerade erst kennengelernt hat. Einfach großartig.

Dazu dann noch die Studioarbeit mit tollen Mu -

sikern und Produzenten. Nicht, dass es das nicht

MM: Nachdem du im Februar 2019 bereits im

ZDF Morgenmagazin zu Gast warst, bist du

im Juni im ZDF Fernsehgarten vor Millionen

TV-Zuschauern aufgetreten. Wie war das für

dich und wie kam es dazu?

ANN DOKA: Vor so vielen Zuschauern live im Fern -

sehen aufzutreten, ist natürlich eine große Ehre.

Brooks kam extra aus Nashville eingeflogen, damit

wir unseren gemeinsamen Song präsentieren

konnten. Da fühlte man sich nicht ganz so nervös,

weil man zu zweit auf der Bühne stand.

Generell kann man sagen, dass solche Auf -

tritte eher kein Zufall sind. Mein Promoter hat in

den letzten Jahren mehrfach versucht, mich in

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20 STORIES

»Gerade meine

Co-Writings in Nashville

haben mein

Songwriting sehr

verändert. Ich lasse den

Prozess mehr fließen

habe aber gleichzeitig

seitdem immer

die 3-Minuten-Regel in

meinem Hinterkopf,

damit man auch als

Newcomer eine Chance

hat, im Radio

gespielt zu werden.«

ANN DOKA &

BROOKS WEST

„Only If“

VÖ: 15. FEBRUAR 2019

ANN DOKA &

„Lost But Found“

VÖ: 13.APRIL 2018

ANNDOKA.COM

WWW.FACEBOOK.COM/ANNDOKA

WWW.YOUTUBE.COM/ANNDOKA

solchen Formaten zu platzieren. Mit „Only If“ und

Brooks als Duett-Partner hat es nun endlich ge -

klappt.

Zerrissenheit, aber auch die Zuversicht und den

Glauben an das noch unbekannte Neue. Irgendwie

geht es ja doch immer weiter.

MM: Wie gehst du beim Komponieren deiner

Songs vor?

ANN DOKA: Ich räume immer erst meine Woh -

nung auf, bis ich mich zumindest wohlfühle. Auch

muss ich das Gefühl haben, dass meine To-do-

Liste einigermaßen überschaubar ist. Dann setze

ich mich mit meiner Gitarre ins Wohnzimmer und

schaue, welche Melodien mir so einfallen.

Dazu singe ich einen beliebigen Text und

plötzlich passt ein Wort zur Melodie. Irgendwie

habe ich das Gefühl, die Melodie findet schon die

passenden Worte. In den letzten Jahren schrieb

ich auch gern mit anderen Musikern zusammen,

weil man mal wieder auf neue Ideen kommt und

andere musikalische Einflüsse erfährt.

Worte verwende, die den Singfluss stören oder

sich zu deutsch anhören. Auch lasse ich immer

noch mal einen Native Speaker über meine Texte

schauen und mache Aussprachetraining, bevor

ich die Songs im Studio einsinge. Inhaltlich ist mir

wichtig, dass ich Geschichten erzähle, die nah

am Menschen sind.

Die Psychologie der Menschen ist daher oft

ein Thema, das mich für Songs inspiriert.

MM: Mit wem würdest du noch gern mal

einen Song schreiben oder singen?

ANN DOKA: Oh … das sind so viele! Aber ganz

oben stehen mit Sicherheit Ilse de Lange, Tina

Dico, Phil Vassar … und Bryan Adams.

MM: Wie sehen deine musikalischen Pläne

für 2020 aus?

MM: Dein letztes Album heißt „Lost But

Found“. Was hat es mit dem Titel auf sich?

ANN DOKA: Verloren aber trotzdem irgendwie

aufgehoben … das war mein Gefühl, als ich das

Album geschrieben habe.

Ich war gerade von Frankfurt nach Bremen ge -

zogen hatte meinen Job, Freunde und meine

Familie hinter mir gelassen.

Auf dem Album konnte ich alles niederschreiben,

was mich in dieser Zeit beschäftigte. Die

Gerade meine Co-Writings in Nashville haben

mein Songwriting sehr verändert. Ich lasse den

Prozess mehr fließen habe aber gleichzeitig

seitdem immer die 3-Minuten-Regel in meinem

Hinterkopf, damit man auch als Newcomer eine

Chance hat, im Radio gespielt zu werden.

MM: Was ist dir bei den Texten wichtig?

ANN DOKA: Mir ist wichtig, dass die Texte auch

für Englisch-Muttersprachler Sinn ergeben und

sich rund anhören. Also dass ich z. B. keine

ANN DOKA: Ich sehe Pläne eher als einen Weg,

auf dem man seine Route immer wieder an passt.

Mein Plan ist also: flexibel bleiben und Chancen

nutzen, wenn sie sich ergeben. Aber insgeheim

stehen da natürlich trotzdem noch ein großer

Radio-Hit und ein Auftritt in der Festhalle Frankfurt

auf meiner Liste. Ob das realistisch ist, wird sich

zeigen :-).

WEB: ANNDOKA.COM

INTERVIEW: RONJA RABE

FOTOqUELLE: NASH*DASH RECORDS

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 21

The greatest Rock & Roll

band in the world|TEIL 2

4/19 1/20 musiker Magazin


22 STORIES

Januar 1970 hoffte der britische Melody

Im

Maker, die Beatles und die Rolling Stones

würden sich noch im selben Jahr auflösen: „Mal

ehrlich: Sie hatten ihre Zeit und müssen selbst

zugeben, dass ihr Konzept jetzt nur noch Lange -

weile verbreitet.“ Kaum ein Blatt hat jemals so

danebengelegen. Nur in einem Punkt behielt der

Melody Maker recht: Im April 1970 trennten sich

die Beatles endgültig. Aber ihre Musik hatte sich

überhaupt nicht abgenutzt, und mit „Abbey

Road“ hatten sie gerade erst im September 1969

ein weiteres fantastisches Album vorgelegt, das

anlässlich seiner Neuveröffentlichung im Jahr

2019 wieder zum Verkaufsschlager wurde. Die

Rolling Stones waren sogar lebendiger denn je.

Ihre im Dezember 1969 veröffentlichte LP „Let

It Bleed“ ist ein Hauptwerk der Rockmusik, und

die Band steuert heute auf ihr 60-jähriges Be -

stehen zu, ohne dass Langeweile aufkommt.

1970 bedeutete eine Zäsur für die Band. Ihr

Vertrag mit dem Label Decca lief aus, sie trennten

sich auch von ihrem Manager Allen Klein und

machten sich mit ihrem eigenen Label selbstständig.

Dessen Markenzeichen ist die ausgestreckte

rote Zunge, die wohl auch diejenigen

kennen, die an der Musik der Rolling Stones

nichts finden. Die schwierige Trennung von Klein

und seiner Firma ABKCO im Juli 1970 ließ den

Manager aber weiterhin kräftig an den bis dahin

veröffentlichten Platten der Band verdienen,

sodass die Rolling Stones für eine neue wirtschaftliche

Basis sorgen mussten. Allerdings

konnte Kleins Firma bis auf eine Ausnahme im

CD-Zeitalter keine extended versions von Alben

der Band veröffentlichen, wie es beim Werk so

vieler berühmter Rockmusiker zur Selbst ver -

ständlichkeit geworden ist. Da Vollmachten für

die Veröffentlichung von bisher nicht erschienenem

Material aus jener Zeit fehlten, musste

auch die jüngste Wiederveröffentlichung von „Let

It Bleed“ ohne bislang unbekannte Aufnahmen

auskommen. 2009 kam allerdings die ABKCO-

Box „Get Yer Ya-Yahs Out“ mit vier 1969 nicht

erschienenen Songs und dem New Yorker Vor -

programm heraus, das B. B. King sowie Ike &

Tina Turner bestritten hatten. Vermutlich hatte

Klein sich vor 50 Jahren die Rechte an den

Konzertmitschnitten der Band jener Tournee ge -

sichert.

Musikalisch gedieh die Band zu Beginn ihrer

zurückgewonnenen Freiheit prächtig. Sie landete

im April 1971 einen musikalischen und finanziel -

len Coup, der seinesgleichen sucht: zunächst

mit der Single „Brown Sugar“ und wenige Tage

darauf mit ihrem 13. Album „Sticky Fingers“.

Erstmals prangte die rote Zunge auf dem gelben

Untergrund der LP-Labels, und das Platten cover

hatte der weltbekannte Pop-Art-Künstler Andy

Warhol gestaltet. Die fotografierte Jeans mit

einem echten Reißverschluss, der sich

selbst verständlich aufziehen ließ, gehört zu

den Ikonen der LP-Cover in der Rockmusik.

Auch als das Album Anfang der 1990er-Jahre

als CD veröffentlicht wurde, wurde immer noch

ein echter Reißverschluss für das Cover eingearbeitet.

Das Album wurde zum erfolgreichsten

der Band-Karriere und lässt die Rolling Stones

auf künstlerischer Höhe glänzen. Sowohl der

ausgekoppelte wilde Song „Brown Sugar“ mit

seinem zotigen Text als auch das mit hervorragenden

Stücken gespickte Album insgesamt

haben Musikgeschichte geschrieben. Nach

„Goin’ Home“ von Aftermath zeigten die Rolling

Stones mit „Can’t You Hear Me Knocking“ zum

ersten Mal wieder, wie spannend sie improvisieren

können. In späteren Jahren haben sie dieses

Stück bei ihren gigantischen Rock shows

wiederholt eingebaut. Von „Brown Sugar“ wurde

eine weitere Version im Studio während Keith

Richards’ Geburtstag mit Al Kooper am Key -

board und Eric Clapton als Leadgitarrist aufgenommen

und sollte ursprünglich als Single veröffentlicht

werden. Ein solcher Leckerbissen

fand natürlich seinen Weg auf Bootlegs. 2015

kam er offiziell auf einer hervorragenden zweiten

CD der extended version von „Sticky Fingers“

heraus, die Studio- und Live-Aufnah men enthält.

Auch live blieb die Band ein Ereignis, wie

zum Beispiel ihr Auftritt im Londoner Marquee

Club von Anfang März 1971 demonstriert,

2015 in der Serie „From the Vault“ erschienen.

Gitarrist Mick Taylor bereicherte die Musik der

Rolling Stones mit seinen exquisiten Soli, während

Keith Richards Rhythmus-Gitarrist blieb

bis zu Taylors Ausscheiden. Mick Jaggers

Bühnen show veranlasste Kritiker zu immer

neuen Superlativen. Tina Turner zufolge soll er

zwar 1966 in der Royal Albert Hall anlässlich des

gemeinsamen Auftritts von ihr eine Reihe von

Tanzschritten gelernt haben. Aber entschei dend

ist, was Jagger für seine Per for mance daraus

gemacht hat. Die Band wurde rasch vermögend.

Um den hohen britischen Steuern zu entkommen,

wurden die Rolling Stones zu Steuer flücht -

lingen, die im Frühjahr 1971 ihren Wohnsitz nach

Südfrankreich verlegten. Mick Jagger führte

außerdem ein Leben im Jetset. Im Mai 1971 heiratete

er in Frank reich die seinerzeit als glamouröses

Partygirl gel tende Bianca Pérez-Mora

Macias aus Nicaragua. Als die Ehe acht Jahre

später ge schieden wurde, behielt Mrs. Jagger

ihren klingenden Ehenamen.

In Südfrankreich wurden die noch in London

begonnenen Aufnahmen für das Doppelalbum

»Gradlinig war die Karriere

der Rolling Stones freilich

nicht. Seit 1970 durchliefen

sie Höhen und Tiefen,

rauften sich wieder

zusammen und wurden ab

Ende der 1980er-Jahre

zur Gelddruckmaschine

des Rock-Business

schlechthin, die auch nach

einer erneuten

Unterbrechung des

Tournee-Betriebes ihre Fans

rund um die Welt

zu begeistern versteht.«

„Exile On Main Street“ von 1972 eher schleppend

zu Ende geführt, weil in Frankreich der

Drogen kon sum innerhalb der Band und ihrer

Entourage zunahm. Bill Wyman hielt sich zwar

zurück, und Charlie Watts wandte sich erst viel

später kurzfristig dem Heroin zu und entkam

dem Suchtmittel erfolgreich. Mick Taylor fühlte

sich von Jagger und Richards, die beide harte

Drogen nahmen, unter Druck gesetzt und verfiel

den Rauschmitteln immer mehr. Einen Ein -

druck von der Situation der Band vermittelt

Robert Franks’ Film „Cocksucker Blues“ über die

US-Tourneen der Rolling Stones in den Jahren

1972 und 1973. Unverblümt zeigt der Streifen

das nicht nur von Musik, sondern auch exzessivem

Sex und Drogen konsum bestimmte Tourne -

eleben. Das drohte allerdings künftige Ein reisen

in die USA als wichtigem Rock musik-Markt nicht

zu ge fährden. Deswegen verhinderte die Band

ge richtlich, dass der Film in die Kinos kam.

Heute, über vier Jahrzehnte danach, kann man

sich „Cocksucker Blues“ bei YouTube zu Gemüte

führen, wenn man den Hinweis bestätigt hat, der

Film könne Nutzern unangemessen erscheinen.

Aus heutiger Sicht ist „Exile On Main Street“

ein weiterer Rolling-Stones-Klassiker und sogar

eines der wichtigsten Werke der Rockmusik,

aus dem die erfolgreiche Single „Tumbling Dice“

ausgekoppelt wurde. Die unter ungünstigen Be -

dingungen zustande gekommene Produktion

fanden damals aber längst nicht alle gut, da

das Album irgendwie unfertig wirkte und ungeschliffen

war. Die Ablehnung ist schon lange

revidiert worden, sodass „Exile On Main Street“

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 23

Zwei für Paris geplante Konzerte wurden nach

Brüssel verlegt, wohin französische Fans mit

einem von RTL Radio angemieteten Sonde rzug

anreisen konnten. Diese „Brussels Affair“ wurde

bald als Bootlegs vertrieben.

Weiterhin mit Taylor entstand das im Spät -

sommer 1973 veröffentlichte, ebenso be liebte

wie ausgezeichnete Album „Goats Head Soup“

mit dem Balladen-Renner „Angie“, der nicht nur

Platz eins der Hitparaden belegte, sondern häufig

zum Repertoire von Live-Auftritten der Band

gehörte. Wie der Geschmack sich ändern kann:

Damals geißelten manche den Song als „grausigen

Fehler“ und als „Albtraum“. Im Vorfeld von

„Goats Head Soup“ gab es wieder einmal Ärger.

Jaggers Songtexte waren noch nie etwas für

zartbesaitete Zeitgenossen. Aber der Titel

„Starfucker“ war denn doch zu viel für Ahmet

Ertegun, bei dessen Label Atlantic die Platten

der Rolling Stones mittlerweile in den USA

erschienen. Deshalb wurde der Titel in „Star

Star“ geändert. Der unverändert eindeutige

Songtext blieb jedoch ein Aufreger und berei-

als eines der wenigen Alben der Rolling Stones

wie „Sticky Fingers“ in den 2010er-Jahren in

einer erweiterten Fassung mit zu sätzlichen

Songs auf den Markt kam.

Noch konnten die Rolling Stones Hit-Singles

in den Hitparaden platzieren, und das gelang

ihnen in immer größer werdenden Abständen

immerhin bis 2016. Der Trend verlagerte sich

indessen seit der ersten Hälfte der 1970er-

Jahre zu den LP-Produktionen. Pink Floyd forcierte

dies geradezu im März 1973 mit dem

Konzeptalbum „Dark Side Of The Moon“. Als

Live-Attraktion waren die Rolling Stones in den

USA und in Europa gefragter denn je. Kein

Geringerer als der berühmte Rock-Promoter Bill

Graham nannte sie „die größte Attraktion seit

Menschengedenken“. Die Attraktion setzte sich

aus einer Reihe von Faktoren zusammen: der

Musik der Rolling Stones mit Richards’ einprägsamen

Riffs, dem Können der Band mit -

glieder und ihrer Begleitmusiker, Mick Taylors

Soli, die manchem Rezensenten „die Ohren

übergehen“ ließen, und der vitalen Bühnenshow

des geborenen Entertainers Mick Jagger. Die

Konzerte fanden zunehmend in riesigen Arenen

statt, wobei die Band nun erst recht von der

Aura des ausschweifenden und verruchten

Lebens umweht wurde. Zunehmend ließen

sich die Musikernmit einem VIP-Catering im

VIP-Stil versorgen, was heute schon lange zum

Standard ihrer Konzerte gehört.

Immer wieder bereitete Richards’ Drogen kon -

sum den Rolling Stones Schwierigkeiten. Als

man ihn erneut mit unerlaubten Substanzen

erwischte, verweigerten französische Behörden

den Rolling Stones die Einreise nach Frank -

reich zu Live-Auftritten, die für Spätsommer/

Frühherbst 1973 während der Europa-Tournee

der Band geplant waren.

Dadurch endete nicht nur das freiwillige

Frankreich-Exil, es machte auch das Gerücht

die Runde, Jagger wolle Richards durch Ron

Wood von den Faces ersetzen. Es wurde außer -

dem gemunkelt, die Rolling Stones würden mit

den Faces, aber ohne Rod Stewart fusionieren,

der eine Solo-Karriere im Auge hatte. Im End -

effekt wurde Wood schon bald anstelle von

Mick Taylor neuer Gitarrist der Band.

tete der Band Schwierigkeiten bei öffentlichen

Auftritten.

Alles schien wie gewohnt auf Hochtouren

weiterzugehen: der exzessive Tournee-Betrieb

und Richards’ Drogenkonsum, dessen Folgen

in seinem Gesicht zunehmend sichtbar wurden.

Als erstes Bandmitglied widmete sich

Bassist Bill Wyman 1974 Solo-Projekten mit

den Alben „Monkey Grip“ und „Smokin’ TNT“,

mit Buddy Guy trat er außerdem gemeinsam

auf dem Montreux Jazz Festival auf. Innerhalb

der Band nahmen Spannungen zu, und Mick

Taylor schied bei den Rolling Stones zum

Bedauern seiner Mitstreiter aus. Seine Soli

waren Leckerbissen. Davon konnte man sich

zum Beispiel bei Bild- und Tonaufnahmen

über zeugen, die ab den 1980er-Jahren bei verschiedenen

Auftritten mit John Mayall aufgezeichnet

wurden, durch dessen Album

„Crusade“ die Rolling Stones auf Taylor aufmerksam

geworden waren.

Das noch mit Taylor entstandene, im Herbst

1974 herausgekommene Album „It’s Only Rock

‘N’ Roll“ wurde erstmals von den Glimmer

Twins produziert. Das war ein Pseudonym für

Jagger und Richards, die schon früh eine gegen -

seitige Hassliebe verband, die beide nicht selten

verleitete, öffentlich abschätzig übereinander

zu reden. Derlei Spannungen hatten nun zugenommen,

und das blieb nicht ohne Spuren für

das Album. Vielleicht wirkt es deswegen trotz

mancher guter Stücke heterogen. „It’s Only

Rock ‘N’ Roll“ wurde jedoch auch so ein

8

4/19 1/20 musiker Magazin


24 STORIES

Verkaufserfolg und der Titelsong ein beliebter

Klassiker. Für Taylor musste nach der Fertig -

stellung der neuen LP Ersatz gefunden werden.

Im Januar 1975 jammten die Rolling Stones

mit Rory Gallagher und Jeff Beck, danach wurden

im Februar Aufnahmen mit dem Studio-

Gitarristen Wayne Perkins, mit Ron Wood und

Harvey Mandel (Ex-Canned-Heat) hergestellt.

Im Gespräch waren aber außerdem auch Wilco

Johnson von Dr. Feelgood, Shadow-Gitarrist

Hank Marvin, Mott-the-Hoople-Gitarrist Mick

Ronson und Bobby Tench. Das Rennen machte

Wood, der sich bereits an dem Song „It’s Only

Rock ‘N’ Roll“ beteiligt hatte. Richards und

Wood harmonierten musikalisch bestens, allerdings

auch in puncto Sucht, denn Wood war

Alkoholiker. Beide wechselten sich einander

künftig bei Soli und an der Rhyth musgitarre ab.

Spätere Konzertmit schnitte auf DVD und Blu-

Ray präsentieren auch Richards mit vielen herrlichen

Gitarrensoli. 1976 erschien die musi kalisch

und stilistisch abwechslungsreiche LP „Black

and Blue“ mit Wood als Mitglied der Rolling

Stones. Zu hören sind auch einige der getesteten

Gitarristen. Als Erstveröffentlichung hätte

das Innencover-Foto von „Black And Blue“

heute wohl keine Chance gehabt: eine gefesselte,

malträtierte junge Frau in Unterwäsche

über der Abbildung des Album-Außencovers.

Eine Parodie ersetzte die Frau durch einen

ge fesselten Mann, der Jagger ähnelt, ein T-Shirt

mit der Rolling-Stones-Zunge trägt und von

einer jungen Frau ausgelacht wird.

Stressfreies Leben blieb für die Haupt akteure

Jagger und Richards ein Fremdwort. Während

die Presse Jaggers Privatleben, der ab 1977

mit dem Fotomodell Jerry Hall zusammenlebte,

mit Argusaugen verfolgte, hatte der Junkie

Richards ständig Ärger mit der Strafjustiz. Er

behauptete, stets chemisch reine Substanzen

zu sich genommen und dadurch auf seine Ge -

sundheit geachtet zu haben. Jahre später ersetzte

Richards Rauschmittel durch Alkohol, den er

nicht als Droge ansah. Doch auf diese Weise

hatte er nur den Teufel mit dem Beelzebub aus -

getrieben. Richards erlitt im Laufe der Jahre

jedenfalls verschiedene Unfälle, die ihn hinderten,

Konzerte zu geben. Erst seit 2018 soll er

nun auch trocken sein. Jagger reagierte allerdings

auf die Drogen-Eskapaden seines anderen

Glimmer Twins, sagte sich in der zweiten Hälfte

der 1970er-Jahre von den berauschenden Sub -

stanzen los und ernährte sich fortan be wusster.

Musikalisch erreichte die Band mit herausragenden

Songs aus der Feder von Jagger und

Richards 1978 und dem Spitzenalbum „Some

Girls“ einen neuen Höhepunkt, das der treibende

Song „Miss You“ im Disco-Sound einleitet, der

ebenfalls zu einem Konzertklassiker wurde.

„Some Girls“ ist das dritte Album aus der Post-

Decca-Zeit, das später in einer erweiterten

Fas sung wiederveröffentlicht wurde. Was Femi -

nis tinnen damals und bei der Wiederveröffent -

lichung wohl zu dem Albumcover mit Frauen-

Perücken auf den Köpfen der Bandmitglieder

und Werbung aus den 1950er-Jahren für Büsten -

halter, die aus dem Metallwaren-Handel zu stammen

scheinen, gesagt haben mögen?

Auch die beiden nachfolgenden Alben

„Emotional Rescue“ (1980), das gemeinhin als

schwächer eingeschätzt wird, und „Tattoo You“

von 1981 wurden zu Kassenschlagern. „Start

Me Up“ aus „Tattoo You“ ist einer der beliebtes -

ten Songs der Band mit einem energischen

Gitarrenriff von Richards. „Emotional Rescue“

offenbarte freilich Erosionserscheinungen, denn

dieses Album wurde nur noch mit einem Rumpf

der Band eingespielt, wohl ohne Wyman und

ganz sicher ohne Richards, dem es egal war,

ob die Rolling Stones einen weiteren Hit haben

würden. Charlie Watts begann nun auch, Solo -

projekte zu verfolgen.

Dennoch ließ sich die Band-Maschine wieder

auf Hochtouren bringen, und das nach fast

20 Jahren Rolling Stones eine für das Rock -

geschäft fast schon unglaubliche Zeitspanne.

Jagger orakelte zwar mittlerweile, dass er wohl

nicht mehr lange so tun könne, als sei er noch

18. Aber Live-LPs und Konzertmitschnitte auf

Bildträgern kamen heraus, dabei Hal Ashbys

Film „Let’s Spend The Night Together“. Die Band

trat mit der Blues-Ikone Muddy Waters auf und

schloss im Herbst 1983 mit CBS einen Vertrag

über vier Alben, für den sie 28 Millionen Pfund

kassierte. Und wieder stand Steuersparen im

Fokus, weshalb der Vertrag nicht in Groß bri -

tannien, sondern in Paris unterzeichnet wurde.

1983 und 1985 erschienen die Alben „Under-

cover“ und „Dirty Work“, die sich ebenfalls ausgezeichnet

verkauften. Eigeninteressen befeuerten

Jaggers und Richards’ Hassliebe aufs

Neue. Jagger lehnte es ab, zur Verkaufs för de -

rung beider Alben mit den Rolling Stones auf

Tournee zu gehen. Das eher mittelmäßige Werk

„Dirty Work“ mit dem Erfolgssong „Harlem

Shuffle“ schien der Schwanengesang der Band

zu sein. Ein Songtitel wie „Had It With You“

klingt geradezu symptomatisch und durch Ian

Stewarts Herzinfarkt-Tod im Dezember 1985

der unwiderrufliche Schlussstrich zu sein. Als

Roadmanager, Keyboarder der Band und quasi

sechster Rolling Stone war er seit Band-Grün -

dung dabei gewesen und nach der Ein -

schätzung von Bandmitgliedern „der Kitt, der

alles zusammenhielt“.

Richards’ Äußerung, er werde Jagger den

Hals aufschlitzen, wenn dieser ohne die Rolling

Stones auf Tour ginge, hielt Jagger genau davon

nicht ab. Er legte 1985 und 1987 seine Solo -

alben „She’s The Boss“ und „Primitive Cool“

vor und zog damit um die Welt, um zu allem

Überfluss bei seinen Auftritten reichlich Songs

der Rolling Stones zu spielen. Auch auf dem

Live-Aid-Konzert trat er am 13. Juli 1985 nur

solo und gemeinsam mit Tina Turner auf, während

Richards Bob Dylan bei dessen Auftritt auf

der Gitarre begleitete. Mit David Bowie hatte

Jagger außerdem die Single „Dancing In The

Street“ aufgenommen, die ebenfalls auf die-

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 25

»Die Vitalität der Rolling Stones

ist seither ungebrochen, und man darf sicher sein,

dass die geschäftstüchtige Band ihre Fans auch

künftig mit zahlreichen Veröffentlichungen aus dem

Fundus von Konzert-Aufzeichnungen

be denken wird, die die Portemonnaies öffnen.

Für 2020 sind schon wieder Live-Auftritte

angekündigt, und man darf gespannt sein, wie das

60-jährige Bestehen der Ur ge steine der Rockmusik

gefeiert werden wird.«

sem denkwürdigen Konzert zu hören war.

Womöglich als Retourkutsche auf diese Ak ti vi -

täten und das drohende Ende der Rolling

Stones spielte Richards 1988 sein Soloalbum

„Talk Is Cheap“ ein und ging mit seiner Band

X-Pensive Winos auf Tournee.

Jaggers Pläne, auch solo zum Superstar zu

werden, gingen jedoch nicht auf. Richards und

er rauften sich danach im Januar 1989 bei einem

Treffen auf Barbados wieder zusammen, schrieben

Stücke für ein neues Album und unterbrachen

im selben Monat ihre Arbeiten, um an den

Feierlichkeiten zur Aufnahme der Rolling Stones

in die Rock and Roll Hall of Fame teilzunehmen.

Vor ihnen lag eine Zukunft finanziellen Erfolges,

der alles Bisherige in den Schatten stellen sollte.

Die Bühnenshows ihrer Welttourneen wuchsen

ins Gigantische und waren vielleicht sogar Vor -

bild für Roger Waters’ ebenso gigantische Live-

Inszenierungen des Pink-Floyd-Albums „The

Wall“ bis in die jüngste Vergangenheit. Mit ihrem

im August 1989 veröffentlichten Album „Steel

Wheels“ und dem Hit „Mixed Emotions“ knüpften

die Rolling Stones musikalisch an ihre besten

Zeiten an. Richards bürgte wie bisher für einzigartige

Riffs als musikalisches Marken zeichen, die

den Songs der Band den unverwechselbaren

Gänsehaut-Reiz verliehen. Allein für ihre US-

Tournee „Steel Wheels“ wurden der Band Ein -

nahmen von 70 Millionen Dollar garantiert. Um

die Bühne aus den USA zur Europa-Tour „Urban

Jungle“ zu transportieren, waren allein zwei Flug -

zeuge des Typs Boeing 747 nötig, und künftig

mussten immer mehr Lkw-Züge eingesetzt werden,

um den Tross von einem Veran stal tungs ort

zum anderen zu bewegen. Riesige Kulissen,

ebensolche aufblasbare Puppen, darunter passend

zum Song „Honky Tonk Women“, sowie

Video wände in größter Dimension und aufwendige

Lichteffekte gehörten zur Ausstattung und

eine überwältigende Show. Die Shows sind häufig

auch durch illustre Gäste wie Eric Clapton, Bo

Diddley und Buddy Guy mit elektrisierenden

Parts angereichert worden, um nur wenige zu

nennen.

Zum Glück erstickten die Rolling Stones ihre

Musik nicht durch Gigantomanie. Sie ist bis in

die heutigen Tage bei den zahlreichen Auf tritten

der Band mitreißend geblieben. Mittlerweile gibt

es zahlreiche Live-Mitschnitte auf CD, DVD

und Blu-Ray aus der Zeit seit dem Neustart 1989,

die trotz eines Repertoires mit vielen Wieder -

ho lungen so erstaunlich frisch wirken. Die

Rolling Stones sind zwar Rock-Krösusse, aber

sie geben sich bei ihren Konzerten nicht nur kurz

die Ehre, um wie eine durch Festhallen tingelnde

Oldie-Band jahrzehntelang immer nur wieder

denselben einen Hit herunterzuspielen.

Die gigantischen Ausmaße des Rock-Un ter -

nehmens bekamen 1991 mit 38,1 Millionen Dollar

durch den neuen Plattenvertrag der Band mit

Virgin Records einen saftigen Anschub. 1993

stieg dann überraschend Bassist Bill Wyman

aus und widmete sich fortan seinen Solo-Akti -

vitäten. Er veröffentlichte zahlreiche Alben und

mehrere Bücher über die Rolling Stones und

die Geschichte des Blues. An Wymans Stelle

spielt seit 1994 der Jazzmusiker Darryl Jones

den Bass bei den Rolling Stones. Offizielles

Mit glied der Band ist er aber auch nach nunmehr

bald 26 Jahren nicht geworden.

Der Erfolg der nächsten Alben „Voodoo

Lounge“ (1994) und „Bridges To Babylon“ (1997)

stellte sich wie selbstverständlich ein, und der

Titel „Love Is Strong“ geriet zu einem neuen be -

sonders einprägsamen Rolling Stones-Song.

8

4/19 1/20 musiker Magazin


26 STORIES

Ihrer Exklusivität gewann die Band eine neue

Facette ab, indem sie vor ihren Fans in kleinen

Clubs auftrat, die gegenüber den Shows in den

Arenen eine geradezu intime Atmosphäre hatten.

Etwas davon hat die Live-CD „Stripped“

von 1995 eingefangen, die in solchen Clubs auf -

genommen wurde. Gleichwohl schickten die

Welttourneen der Rolling Stones sich an, noch

größer zu werden als zuvor schon. 2019 er -

schien unter dem Titel „Bridges To Bremen“ der

Mitschnitt des Auftritts der Band im Bremer

Weserstadion am 21. September 1998. Nach -

dem die Band auf der riesigen und üppig ausgestatteten

Bühne in voller Besetzung mit allen

Begleitmusikern eine ganze Reihe von Songs

gespielt hatte, wurde eine sehr lange Glieder -

brücke über das Publikum ausgefahren, hin zu

einer kleinen Bühne, zu der die Band über die

Brücke ging und dort dem Publikum kräftig

ein heizte. Sicherlich unvergessliche Momente.

In den folgenden Jahren setzten die Rolling

Stones ihre Konzerte rund um die Welt für ihre

Anhänger fort, die ihnen willig folgten. Das bis

dato letzte Album mit neuen Songs von Jagger

und Richards war 2005 „A Bigger Bang“. In dem

Jahr berichtete Ron Wood von einem Alkohol -

entzug und seinem ersten nüchternen Auftritt

überhaupt. Prompt titulierte Richards ihn als

Schwächling.

2007 rechnete die Presse der Band vor, in

den vergangenen 20 Jahren 450 Millionen Dollar

eingenommen und mit 7,2 Millionen Dollar nur

1,5 % Steuern gezahlt zu haben. Damit erinnert

die Band an den Club von Global Playern à la

Amazon, Apple, Facebook und Google, die er -

folg reich ihre Steuerverpflichtungen drücken.

Im selben Jahr drehte der rockbegeisterte

Meister regisseur Martin Scorcese den Konzert -

film „Shine A Light“ von zwei Auftritten der

Rolling Stones im New Yorker Beacon Theater,

bei dem Mick Jagger durch einen exquisit ausgeleuchteten

Seiteneingang zum Song „Sym pathy

For The Devil“ direkt wie der Teufel aus dem

Höllenfeuer auf die Bühne zu kommen scheint.

Auf der Berlinale 2008 wurde der Film in An we -

senheit von Scorcese und der Band vorgestellt.

Insbesondere seit 2010 brachte das Mana -

gement der Band verstärkt Live-Mitschnitte auf

den Markt. Es erschienen unter anderem die

Filme „Charlie Is My Darling“ über die Rolling

Stones in Irland im Jahr 1965, mit Brian Jones,

und „Some Girls Live In Texas ’78“. Im Mittel -

punkt steht wohl die CD/DVD-Serie „From the

Vault“ mit Konzertmitschnitten aus den Jahren

von 1971 bis 2015, die es mittlerweile auf acht

Alben gebracht hat, wenn man die Neu ver -

öffentlichung des immer noch unvollständigen

Hyde-Park-Konzerts von 1969 dazurechnet.

Dazu wurde ab November 2011 eine vielteilige

offizielle Bootleg-Serie mit „The Brussels Affair“

1973 aufgelegt. Illegale Bootlegs von Konzerten

der Band lassen sich kaum zählen. Ganz offiziell

hingegen wurde 2015 die wunderbare Box

„Totally Stripped“ mit noch mehr Live-Auf nah -

men von Auftritten der Rolling Stones des

Jahres 1995 in kleinen Clubs herausgegeben.

Hin und wieder wurden Reibereien zwischen

Jagger und Richards laut. Als Jagger im

Dezember 2003 vom britischen Königshaus

wegen seiner Verdienste um die Popmusik ge -

adelt wurde und nun wie andere Musiker auch

ein Sir war, bezeichnete Richards die Ehrung

öffentlich als lächerlich. Seiner Auffassung nach

stammte sie von dem Establishment, das früher

alles daran gesetzt hatte, ihn und Jagger ins Ge -

fängnis zu bringen. Jagger ging mit dieser Kritik

souverän um: „Ich glaube, das Establishment,

wie wir es kannten, gibt es nicht mehr.“ Weitere

Angriffe gegen Jagger enthielt Richards’ 2010

erschienene Autobiografie „Life“. Zunächst entschuldigte

Richards sich etwas dafür, erklärte

dann aber, er habe sich für nichts zu entschuldigen.

Jagger habe er nur beschwichtigt, damit die

Band weiter zusammen arbeiten kann. Wo die

Wahrheit liegt, wissen wohl nur die Be teil i g ten.

Nach dem Ende ihrer Europa-Tournee im

August 2007 hatte die Band ihre Live-Auftritte

ein gestellt. Gemeinsame Aktivitäten blieben bis

auf Weiteres aus. Nur scheinbar fanden sich die

Rolling Stones samt ihrer ehemaligen Mitglieder

Bill Wyman und Mick Taylor zu den Aufnahmen

der im April 2011 veröffentlichten CD „Boogie

4 Stu A Tribute To Ian Stewart“ des Pianisten

Ben Waters zusammen. Alle spielten und san-

gen jedoch nur getrennt voneinander im Studio,

und die einzelnen Aufnahmen wurden zusammengemischt.

Im November 2011 ließ Jagger

als Leadsänger des Albums „SuperHeavy“ unter

anderem mit dem Ex-Eurhythmics-Gitarristen

David Stewart von sich hören.

Als das 50-jährige Bandjubiläum näherte, brachen

die Rolling Stones nach einer Jam-Session

im November 2011 zu einer neuen Tournee auf,

und wieder klingelten die Kassen lauter denn je.

Dazu wurden Bill Wyman und Mick Taylor verpflichtet,

jedoch jeder nur für einige Titel, nicht

aber ein gesamtes Konzert. Wyman zeigte sich

über die Kürze seiner Auf tritte enttäuscht und

stieg nach wenigen Ter minen aus. Taylor hingegen

war begeistert, weil er sich nach eigenen

Angaben im Kreise der Band wie zu Hause fühlte.

So sehr können Erlebnisse und die Ein schät -

zungen von ihnen auseinanderliegen. An der

Tournee nahmen abermals namhafte Gäste teil,

unter ihnen Jeff Beck, Eric Clapton, Lady Gaga

und Bruce Springsteen. Die Rolling Stones spielten

außerdem im Dezember 2012 ein Wohl tätig -

keits kon zert zugunsten der Opfer der Hurrikans

Sandy und wurden unter anderem deswegen

2013 mit dem NME Award als beste Liveband

des Jahres 2012 geehrt. Es entstand auch ein

weiterer Dokumentarfilm über die Geschichte der

Band: „Crossfire Hurricane The Rise Of The

Rolling Stones“ (2012). 2013 setzte die Band ihre

Live-Konzerte fort, bei denen im Mai und Juni

wieder Mick Taylor mit auf der Bühne stand und

das Publikum mit seinen Soli begeisterte.

Aus der Fülle der Konzerte ragt wohl der

Auftritt vom 25. März 2016 in Havanna heraus,

der im Anschluss an die Südamerika-Tournee

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 27

»Zum Glück erstickten

die Rolling Stones ihre Musik nicht

durch Gigantomanie.

Sie ist bis in die heutigen Tage bei

den zahlreichen Auf tritten der Band

mitreißend geblieben.«

der Band stattfand, die Anfang Februar des Jahres in Santiago de

Chile begonnen hatte. Es war das erste Rockkonzert auf Kuba überhaupt

und dazu kostenfrei. Jagger sprach sein Publikum immer direkt

an und tat dies in Havanna auf Spanisch. Festgehalten wurden die

südamerikanischen und karibischen Er eignisse auf den Blu-Rays „Olé,

Olé, Olé!: A Trip Across Latin America“ und „Havanna Moon“, und

auch das lohnt sich anzusehen. Ende 2016 erschien das bislang letzte

Studio album der Rolling Stones: „Blue & Lonesome“, eingespielt in

kurzer Zeit mit Gästen wie Eric Clapton, Chuck Leavell und Jim Keltner.

Die Band coverte dieses Mal ausschließlich alte Blues- und Rhythmand-Blues-Songs

und begab sich damit auf eine Zeitreise an den

Anfang der Bandkarriere. Das Album wurde ein enormer Erfolg, wohl

aber eher wegen des Bandnamens. Ob weniger be kannte Musiker mit

dem Re pertoire international Aufmerksamkeit hätten erregen können?

Die Vitalität der Rolling Stones ist seither ungebrochen, und man

darf sicher sein, dass die geschäftstüchtige Band ihre Fans auch künftig

mit zahlreichen Veröffentlichungen aus dem Fundus von Konzert-

Aufzeichnungen be denken wird, die die Portemonnaies öffnen. 2017

begann in Europa die „No Filter Tour“, die die Band zu mehreren Auf -

tritten nach Deutsch land führte. Im selben Jahr wurde bekannt, dass

Gitarrist Ron Wood, jahrzehntelang ein schwerer Raucher und Trinker,

mehrfach vergeblich versucht hatte, von der Sucht loszukommen, nun

wegen Lungenkrebses einen Teil seiner Lunge hatte entfernen lassen.

Die Tournee endete erst am 30. August 2019 mit Ver spätung in Miami,

weil Jagger sich im Frühjahr eines Eingriffs am Herzen unterziehen

musste. Davon hatte er sich allerdings außergewöhnlich schnell erholt

und absolvierte seine Auftritte mit der ge wohnten Agilität, über die man

bei einem 75-jährigen nur staunen kann. Für 2020 sind schon wieder

Live-Auftritte in Florida angekündigt, und man darf gespannt sein, wie

das 60-jährige Bestehen der Ur ge steine der Rockmusik im Jahr 2022

gefeiert werden wird, die sich seit jeher auf ihren Ausnahme-Drummer

Charlie Watts verlassen konnte. Trotz allen gesundheitlichen Raub -

baus, den insbesondere Richards und Wood an ihrer Gesundheit ge -

trieben haben, haben diese unverwüstlichen Musiker wohl die Energie,

dies auch noch zu erleben. Long Live Rock ‘n’ Roll!

Nächste FolGe: JEFF BECK WHO ELSE?

WeB: WWW.ROLLINGSTONES.COM

text: NORBERT APING

Fotoquelle: UNIVERSAL MUSIC GROUP;

WIKIPEDIA

DR. NORBERT APING

Geboren 1952, Buchautor und Direktor des

Amtsgerichts a. D. in Buxtehude

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28 STORIES

Kompromisslos

taktvolle Drumbeats,

sensibel-energetische

Gitarrensoli,

ein fundamental

verspielter Bass,

gepaart

mit bildhaften

deutschsprachigen

Texten in

brachialzartem

Stimmgewand

ergeben

Burn Out Laut.

Therapeutischer Soulrock

Aus dem Burnout

heraus Laut geworden.

MM: Die Musik ist für euch wahrscheinlich

auch persönlich noch bedeutsamer als für

manch andere Bands, Burn Out Laut nicht

einfach nur ein gut klingender Bandname.

Was steckt dahinter?

SEaN WarWIcK (Gesang): Ich hatte einen Burn -

out, konnte meinen Beruf als Kameramann überhaupt

nicht mehr ausüben und entschied mich

etwa sieben monate später, nur noch musik

machen zu wollen. Ich verkaufte meine Eigen tums -

woh nung, um dies tun zu können, und tat mich mit

meinem Freund und Gitarristen Tom Plück zu -

sammen. Wir begannen im mai 2017, Songs zu

komponieren. So sind wir aus dem Burnout „laut“

geworden. Letztendlich stehen wir als Band und

jeder einzelne für den Transformations pro zess, aus

einer schweren Lebenskrise etwas Tolles zu gestalten.

Dieses Thema findet sich in vielen Texten wieder,

z.B. in „Nur ein Typ“, „mein Es“, „Gib mir

Kraft“, „Vertrau“ und viele mehr.

Tom PLücK (Gitarre): Der Burnout ist der auf -

hänger für den Namen. Jeder von uns hat seine

persönliche Krise erlebt. Die Depression von

Sascha (Bass), die gesundheitlichen Probleme

unseres Schlagzeugers und meine komplette Er -

blindung, die Ende 2018 eingetreten ist.

MM: Aus negativen Erlebnissen etwas Schö -

nes gestalten. Was möchtet ihr mit eurer

Musik erreichen?

Tom: Wir wollen zeigen, dass es wichtig ist, achtsam

miteinander umzugehen und sich nicht fertigzumachen,

nur weil man anders aussieht, eine

Behinderung oder sonstige macken hat.

SEaN: Ich finde es toll, wenn wir eine Vor bild -

funktion einnehmen können. Egal was einen

umhaut, man kann wieder zu sich finden. mach

das, was du liebst, umgib dich mit Leuten, die dir

gut tun, und es geht wieder bergauf. D. h. für

mich auch manchmal abschied nehmen, von

menschen, die mir nicht gut getan haben. So habe

ich mich nach meinem Burnout von drei meiner

engsten Freunde distanziert, was ich immer noch

als eine gute Entscheidung empfinde.

MM: Was sind eure musikalischen Ein flüsse?

Tom: Ich habe Soulmusik mit der muttermilch

aufgenommen. Zu Hause wurden früher viel James

Brown und Wilson Picket gehört. Später kamen

dann die Blues-Klassiker hinzu. Und natürlich die

großen Bands der 70er-Jahre, z.B. Jimi Hendrix,

Led Zeppelin, Van Halen u.v.m. Ich mag aber

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STORIES 29

BURN OUT LAUT

„Sitzung Eins“

VÖ: 12. DEZEMBER 2019

BURNOUTLAUT.DE

WWW.FACEBOOK.COM/BURNOUTLAUT.DE

BESETZUNG:

SEAN WARWICK GESaNG, orGEL | TOM PLÜCK GITarrE

SASCHA MANDELKOW BaSS | MIRKO GRUSA ScHLaGZEUG

auch John coltrane, Zappa, genau so gerne auch

mal moderne Sachen aus dem Bereich Hip-Hop

wie z.B. N.E.r.D.

SEaN: Da ich früher eine art Verbot gespürt habe,

mich mit musik zu beschäftigen, habe ich mich

mit anfang 20 viel eingesperrt und statt musik zu

hören einfach Klavier gespielt und gesungen. Ich

habe sehr gerne Jazz-Standards für mich ge -

spielt. Wenn ich dann doch musik gehört habe,

waren das immer Sänger, die sich die Seele aus

dem Leib geschrien haben, wie Kurt cobain, Joe

cocker, Janis Joplin und James Brown. Später

habe ich dann gerne mal Soul-musik gehört. Ein

schöner abend mit ner heißen Braut, rotwein

und marvin Gaye. Herrlich.

MM: Deutsche Texte, gesungen von einem

halb englischen Belgier. Warum habt ihr euch

für Songs in Deutsch entschieden?

SEaN: Wir haben eine message und die soll

ankommen. Wer hört denn bei englischen Texten

schon genau hin? Darüber hinaus mag ich die

deutsche Sprache sehr gerne. Sie ist sehr genau,

eignet sich für mich sehr gut, um schöne Bilder

und Emotionen zu erzeugen oder auch mal

albernen Kram loszuwerden, wie z.B. im Song

„Ich Krach Das“, wo dann einige Zeilen übrigens

doch wieder tiefe Wahrheiten beinhalten.

Tom: Ich würde es sogar noch deutlicher formulieren.

Bei deutschen Texten ist man gezwungen

den Text zu hören und zu verstehen. Da kann

man gar nicht anders. Das nutzen wir, um unsere

Botschaft zu übermitteln.

8

4/19 1/20 musiker Magazin


30 STORIES

MM: Wie ist euer Verhältnis untereinander in

der Band?

SEaN: Voll die Zweckgemeinschaft! (Lacht)

Tom: Wir sind sehr familiär unterwegs. Wir bereden

alles mögliche und sind füreinander da.

SEaN: Tom, Sascha und ich kennen uns schon

seit vielen Jahren, da wir früher in einer anderen

combo zusammen gecovert haben. Die Band -

mitglieder sind meine engsten Freunde. auch

mirko, der erst seit vier monaten dabei ist, zähle

ich zu meinem engsten Freundeskreis. Unser Pro -

jekt schweißt uns zusammen.

MM: Ihr teilt die Leidenschaft für Musik und

sagt, das Musikmachen hat für euch auch

eine therapeutische Wirkung. Wie kann man

sich das vorstellen?

Tom: musik ist für mich wie die Luft zum atmen.

ohne geht es nicht. Ich kann meine Gefühle,

egal ob positiv oder negativ, auf der Gitarre rauslassen.

Wenn ich dann mal die Sau rauslasse,

fühle ich mich hinterher viel besser. Ich kann

dann einen schwierigen Tag viel besser durchstehen

oder mich von einem Scheiß-Tag besser

erholen.

SEaN: Bei mir sind es mehrere Sachen gleichzeitig.

Erlebe ich etwas, was mich emotional um -

haut, schreibe ich einen Song und mir geht es

besser. Das Kack-Erlebnis hat mir zu einer neuen

Blüte verholfen. Das tut mir gut. ansonsten heilt

mich das musizieren jedes mal wieder. Ich muss

nur einen Jazz-akkord auf dem Klavier anspielen

und entspanne mich. mit den Jungs zusammen

zu rocken, egal ob auf der Bühne oder im Probe -

raum, hat jedes mal wieder etwas magisches.

Unser Zusammenhalt wird spürbar.

MM: Auf eurer Homepage bietet ihr mit eurer

Musik einen „freundlichen Arschtritt zur per -

sönlichen Weiterentwicklung“ an. Geht dieser

„Arschtritt“ auch an euch?

SEaN: Dieser arschtritt geht hauptsächlich erst

mal an uns. Die musik, und für mich insbesondere

die Texte, erinnern mich immer wieder daran, dass

ich auf mich aufpassen will, dass ich so handle,

wie es mir gut tut.

Tom: Ja genau, es hat auch den Zweck, uns

selbst zu bestärken. Wir machen uns mit unserer

musik selbst neuen mut, dass wir uns trauen,

neue Dinge auszuprobieren oder gestärkt in den

neuen Tag gehen können.

SEaN: Und wer will, kann es uns ja gleichtun!

MM: Was kann man bei euren Auftritten er -

warten?

Tom: Eine positiv geladene, musikalisch unterhaltsame

Show. Wir sind musikalisch nicht so

festgelegt, dass wir nur rocknummern im Pro -

gramm haben. Wir verarbeiten auch andere

mu si kalische Einflüsse, die eher dem Blues, Soul

und auch Funk zuzuordnen sind. Da mischen

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STORIES 31

sich schnelle Num mern mit Balladen und anderem

Kram.

SEaN: mir ist unsere authentizität wichtig. Wir

zeigen uns so, wie wir sind, und alle, die kommen,

sind eingeladen, sich mit sich selbst und allem

wohlzufühlen. Darüber hinaus finde ich, dass wir

es gut hingekriegt haben, catchy melodien zu

komponieren, die von vielen Leuten direkt mitgesungen

werden. Und nein, wir machen keinen

Schlager.

MM: Organisiert ihr eure Auftritte selber?

SEaN: Bis jetzt ja. Es werden zum Glück auch

immer mehr. Den Job würden wir allerdings sehr

gerne abgeben, und wir freuen uns, wenn Booker

auf uns zukommen!

MM: Wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, mit

welchem Künstler/mit welcher Band würdet

ihr gerne mal zusammenarbeiten?

SEaN: Bis ich so weit bin, mal ne Nummer mit

Queen trällern zu dürfen, wäre es mir eine Ehre,

mit Udo Lindenberg auf ner Bühne zu stehen.

Tom: Ich könnte mir das mit Xavier Naidoo vorstellen.

Der hat eine sehr prägnante, soulige

Stimme und gute musiker am Start.

MM: Was sind eure kurzfristigen und langfristigen

Ziele für die Zukunft?

»Bei deutschen Texten ist man gezwungen, den Text

zu hören und zu verstehen.

Da kann man gar nicht anders. Das nutzen wir, um

unsere Botschaft zu übermitteln.«

SEaN: Kurzfristig wollen wir davon leben können

und langfristig sehr gut. mir ist klar, dass wir dafür

viele Schritte gehen müssen, und die gehen wir.

Wir haben ein musikvideo zu unserem Song

„mein Es“ gedreht, am 12.12.2019 kam unsere

erste EP raus, wir spielen wo es geht und knüpfen

neue Kontakte. Unsere Website www.burnoutlaut.de

sieht auch immer besser aus. Darüber

hinaus ist mir wichtig, unsere Botschaft weiter zu

transportieren. Ich möchte menschen helfen, aus

ihrem Leben was Geiles zu machen. Das muss

für mich nicht nur über die musik geschehen. Ich

kann mir auch vorstellen, Seminare oder Videocoachings

zum Thema Persönlichkeitsent wick -

lung zu geben. Die musik ist in meinem Leben

aber definitiv ein muss.

Tom: Ne Finca mit Pool auf malle (Lacht). Es wäre

schön, von der musik leben zu können, da es für

mich das Wichtigste in meinem Leben ist!

WEB: WWW.BURNOUTLAUT.DE

INTErVIEW: RONJA RABE

FoToQUELLE: BURN OUT LAUT

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32 STORIES

MM: Bist du Musiker, Kabarettist oder beides?

SVEN GARRECHT: Das überlasse ich gerne

dem Publikum. Bisher habe ich sowohl auf Ka -

barettbühnen als auch auf Musikfestivals spielen

dürfen.

Auf der Bühne spiele ich Lieder, erzähle Anek -

doten und trage Gedichte vor. Es kommt vor,

dass an Stellen gelacht wird, bei denen ich das

auch so geplant habe. Aber es gibt auch erns -

tere Lieder und Themen.

Ich freue mich, wenn die Leute kommen, um

Musik zu hören, und ich freue mich genauso,

wenn sie kommen, um zu lachen. Ob sie dann

hinterher sagen, sie waren bei einem Musiker

oder bei einem Kabarettisten, ist mir eigentlich

egal. Blöd wäre nur, wenn sie gar nicht erst

kämen.

MM: Dein neues Programm wann, wie, was

und wo?

SVEN: Daran schreibe ich gerade. Die Premiere

ist für dieses Jahr angesetzt. Wahrscheinlich

wird es eine in der Schweiz geben und eine in

meiner Heimatstadt Seligenstadt, davon einmal

solo und einmal mit Band. Wann und wo

genau ich dann sein muss, schau ich hoffentlich

rechtzeitig auf meiner Homepage nach.

Was genau im neuen Programm passiert,

kann ich natürlich noch nicht verraten. Sagen

kann ich Folgendes: Ich werde singen, Klavier

spielen und eine Mütze tragen.

MM: Trittst du lieber mit Band, im Duo oder

alleine auf?

SVEN: Alles sehr gerne. Wenn ich alleine spiele,

habe ich natürlich die Möglichkeit, mehr mit dem

Publikum zu interagieren oder einfach mal während

eines Liedes eine kurze Ge schichte einzuschieben.

Im Duo spiele ich mit einem Multiinstrumen -

talisten. Da ist der Reiz natürlich das Wechseln

der Instrumente.

Und mit Band kann man die Lieder eben mu -

sikalisch ausloten. Da gibt es dann mal ein Gi -

tar rensolo oder einen mehrstimmigen Chorsatz

das ist alleine schwierig.

MM: Was sind gute Lieder? Kann man jemals

mit einem Lied zufrieden sein?

Mit der Kleinkunst

im Herzen

schafft er eine

Symbiose aus grooviger

Popmusik und

sinnigem Chanson

SVEN: Man vielleicht, ich leider nicht. Ich habe

noch nie ein Lied geschrieben und gesagt:

Fertig besser geht’s nicht. Deswegen muss

ich mich jedes Mal dazu überwinden, an einem

bestimmten Punkt zu sagen: Fertig besser

8

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STORIES 33

4/19 1/20 musiker Magazin


34 STORIES

kann ich’s nicht. Ab dann spiele ich das Lied

zwar, höre aber nie auf zu überlegen, ob man

nicht doch noch etwas daran ändern könnte.

Es kam schon vor, dass ich eine Nummer jahrelang

gespielt habe und dann plötzlich singe

ich aus Versehen eine Zeile anders und es

gefällt mir besser. Und dann lasse ich das erst

einmal so, bis mir wieder was anderes einfällt.

Es gibt Menschen, die müssen halbjährlich ihre

Einrichtung in der Wohnung umstellen. Bei mir

sind es die Lieder.

Die Frage danach, was ein gutes Lied ist,

lässt sich wahrscheinlich nicht mit objektiven

Maßstäben beurteilen. Ich glaube ich kann

Liedern nicht so viel abgewinnen, wenn ich das

Gefühl habe, sie wollen sich anbiedern. Wenn

jemand ein Lied schreibt, weil er das Bedürfnis

hat, das zu tun, unabhängig von Erfolg oder Ge -

fälligkeit, dann muss es nicht meinem persönlichen

Geschmack entsprechen, aber es ist ein

gutes Lied. Konstantin Wecker hat ein Stück

mit dem Titel „Ich singe, weil ich ein Lied hab“.

Das scheint mir der richtige Ansatz zu sein.

SVEN GARRECHT

„Kleinstadttiger“ EP

VÖ: NOVEMBER 2018

WWW.SVENGARRECHT.DE

WWW.FACEBOOK.COM/SVENGARRECHT

MM: Was kannst du uns über das Geheim nis

von Soleiern verraten?

SVEN: Mir ist es wichtig, meinem Publikum mit -

zuteilen, dass ich hervorragende Soleier mache,

damit sie wissen: Gott sei Dank, er kann wenigs -

tens irgendwas gut. Das Rezept habe ich von

einem befreundeten Koch, aber natürlich muss

ich das für mich behalten. So viel sei gesagt: Die

Eier sollten vorher gekocht werden.

MM: Dein aktuelles Programm heißt „Klein-

stadt-Tiger“. Gibt es einen Bezug zu deiner

Kindheit in Seligenstadt?

SVEN: Ja, den gibt es. Ich erzähle ein paar Anek -

doten aus meiner Kindheit und berichte von

Phänomenen des Lebens in der Kleinstadt. Wobei

mir mittlerweile klar geworden ist, dass es die

überall gibt, egal ob Groß- oder Klein stadt.

Zum Beispiel handelt das Lied „Auf der Lügen -

bank“ von einem Ort in meiner Heimat, den man

offiziell zum Knotenpunkt für Klatsch, Un sinn

und Schwindeleien erklärt hat. Ich dachte immer,

so was gäbe es nur bei uns, aber neulich kam

nach dem Konzert ein Herr zu mir und sagte: „So

was haben wir auch, heißt bei uns Rathaus.“

MM: Wie bist du zur Musik und deinem eigenen

Projekt gekommen?

SVEN: Ich hielt es eigentlich schon immer für

die einzig richtige Idee, Musiker zu werden. Also

habe ich zunächst Saxophon studiert und dann

in einigen Bands gespielt.

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STORIES 35

»Sven Garrecht hat begriffen, dass, wenn

die Welt wirklich jeden Tag schlechter wird,

gestern zwar alles noch nicht ganz

so schlimm war, wie es im Moment ist,

aber dann immerhin heute noch

alles besser ist, als es morgen sein wird.

Zum Raufen gehen ihm sowieso

langsam die Haare aus und für Masochismus

ist er einfach viel zu bequem.

Was ihm allerdings scheinbar nie ausgeht,

sind die Sprüche.

Frisch, frech, charmant

und keiner davon ist auch nur halb so alt

wie die Kappe, die er trägt.«

Als ich dann angefangen habe, eigene Lieder

und Texte zu schreiben, wurde mir klar, dass

gleichzeitig singen und Saxophon spielen zwar

überraschenderweise geht, aber ziemlich kacke

klingt. Deshalb bin ich dann auf das Klavier ge -

wechselt. Und so ist es geblieben.

MM: Was ist für dich ein gutes Konzert?

SVEN: Es war ein gutes Konzert, wenn das Pu -

blikum mit mir gemeinsam einen schönen Abend

hatte. Ob das jetzt war, weil sie gelacht haben,

gerührt waren, ihnen die Musik gefallen hat

oder sie zwischendurch eingenickt sind, spielt

dabei keine Rolle.

MM: Wie wichtig ist „Autentizität“ und

schreibt man das nicht eigentlich mit „th“?

SVEN: Richtig, es heißt eigentlich Autentizithät.

Mir kommt es so vor, als würde das gerade

zum neuen Trendbegriff werden jeder sucht

danach, jeder fragt danach. Ich glaube, wenn

man etwas gerne tut, dann ist das per se au -

thentisch.

MM: Macht Musik nur Spaß oder auch Ar beit?

SVEN: Musik macht nur Spaß. Arbeit macht die

Zeit dazwischen.

Web: WWW.SVENGARRECHT.DE

IntervIeW: RONJA RABE

Fotos: MATHIAS NEUBAUER;

MORTEN ROESCH

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36 STORIES

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STORIES 37

VOICE

OVER

PIANO

En ter tain ment

auf höchs tem Ni veau

welt weit haut nah

Sängerin Sara Dähn und der Komponist

Die

und Entertainer Thomas Blaeschke treten seit

2012 gemeinsam als Voice Over Piano mit Band und

Orchester national und international auf.

MM: Als Voice Over Piano seid ihr international

unterwegs. Was waren die bisherigen High -

lights?

VOICE OVER PIANO: Highlights gibt es mittlerweile

einige, da die Länder und Gegebenheiten unterschiedlicher

nicht hätten sein können.

Sicherlich zählen in den USA die Auftritte in New

York City, Sacramento und San Francisco sowie in

Palm Beach dazu. Dort gibt es unheimlich viele gute

Kollegen, und man muss sich erst einmal vor einem

Publikum behaupten, das Vielfalt und Qualität ge -

wohnt ist. Beim ersten Mal hatten wir sehr großen

Respekt vor diesem Umstand, merkten dann aber,

dass wir ankommen, und haben unser Ding gemacht.

Aufregend waren die Konzerte in Krisengebieten

wie Afghanistan, im Kosovo, in Bosnien, im Irak oder

aber auch in anderen Staaten mit anderer Kultur wie

Usbekistan, Russland oder Korea. Doch das Publi -

kum ist immer sehr dankbar und schnell vergisst man

die außergewöhnlichen Umstände und spielt einfach

nur für die Leute dort.

Ansonsten waren sicherlich die Highlights auch

die mehrfachen Auftritte im Bundeskanzleramt oder

in Ministerien in Berlin.

Am emotionalsten waren das offizielle Singen einmal

der deutschen Nationalhymne bei einem Festakt im

Bundesministerium der Verteidigung und erst jetzt

2019 die Hymnen der USA und Deutschlands bei

den Feierlichkeiten zum Independence Day 2019 im

US-Generalkonsulat Hamburg. Da lastete großer

Druck auf uns und es kam häufig der Hinweis „Ver-

singt euch bloß nicht“ puh, das war bereits im

Vorfeld anstrengend. Aber bei YouTube findet man

nun das Video dazu und wir sind sehr zufrieden.

Die deutsche Nationalhymne und auch gleich die

Kameruns auf Französisch und die Europahymne

auf Deutsch und Französisch folgten dann übrigens

schon gleich in Afrika zum zentralen Konzert zum

„Tag der deutschen Einheit“ über das Auswärtige

Amt und die Deutsche Botschaft in Yaoundé, der

Hauptstadt Kameruns, Anfang Oktober 2019. Das

war nochmals eine Schippe aufregender, weil 600

Gäste aus verschiedenen Nationen kamen: internationale

Gäste aus Politik und Wirtschaft, Medien ver -

treter, insbesondere das Corps Diplomatique und

kamerunische Regie rungsvertreter. Als die Hymnen

durch waren, haben wir (erleichtert) zwei Stunden ge -

rockt mit unserer Band, u. a. wegen des Mauer falls mit

„Wind Of Change“ von den Scorpions. Danach waren

die weiteren Aktivitäten, u. a. ein Konzert für das

Goethe-Institut Kamerun, gefühlt einfach.

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4/19 1/20 musiker Magazin


38 STORIES

MM. Wie kreiert ihr eure Shows? Was ist das

Besondere daran?

VOICE OVER PIANO: Das Besondere an unseren

Shows ist bereits der Fakt, dass Sara als Frau

auch viele originäre Männerstücke singt. Mal mit

Backing Vocals, mal nur solo, mal mit Piano-

Begleitung oder mit unserer Band oder unserem

Orchester. Dadurch ergibt sich eine große Band -

breite eigener Inter pre tationen und Arrange ments,

aber auch eigener Songs.

MM: Woraus besteht euer Repertoire?

VOICE OVER PIANO: Nun ja, das Publikum

braucht keine Kopien großartiger Originale. Wenn

man also etwas covert, sollte es in der Art so verändert

sein, dass es quasi einen eigenen Stil darstellt.

Ich sagte ja bereits: Sara als Frau singt die

Titel, egal, ob sie im Original von Mann oder Frau

sind, in unserer Interpretation und in unserem

Stil. Wir passen die Arrangements an unsere

Band, das Orchester an. Wir legen großen Wert

auf Interpretation, denn man muss die Texte und

deren Inhalte leben, um sie glaubhaft oder, wie

vielfach immer wieder ge sagt wird, authentisch

zum Publikum zu transportieren.

über uns erfahren, und scheut auch nicht, auf

Zwischenrufe oder Fragen zu reagieren.

MM: Kooperiert ihr mit anderen Künstlern?

VOICE OVER PIANO: Ja, wir suchen immer wieder

Kooperationen, weil man dadurch einfach

unglaublich tolle andere Dinge machen kann als

immer nur das eigene. Man bekommt super An -

regungen und Ideen.

MM: Wie drückt ihr eure Visionen in der

Musik, aber auch in den Videos aus?

VOICE OVER PIANO: Nun, wir schreiben unsere

eigenen Songs und bewegen uns dabei durch

mehrere Genres. Und wir haben ein großes Re -

pertoire mit Cover-Songs, die wir in unserem Stil

darbieten. Darunter Songs von Queen, ABBA,

Udo Jürgens, Frank Sinatra, Beyoncé, Gloria

Gaynor, von Trude Herr, Georg Kreisler, Friedrich

Holländer und Günter Neumann. Also Rock, Pop,

Hot Country, Chanson und auch Musical titel, die es

ja auch vielfach in die Charts schafften.

MM: Wie habt ihr euren eigenen Stil gefunden?

Im Übrigen versuchen wir, auch sprachlich in

deutschsprachigen Gebieten die Masse auf

Deutsch zu singen, weil die Texte dadurch auch

wirklich verstanden werden (die mitschwingenden

Konnotationen). In englischsprachigen Ländern

machen wir das auf Englisch und wir haben auch

mal französische Titel im Angebot.

Eine zweite Stärke unseres Programms ist, dass

Thomas nicht nur Bandleader und Pianist ist,

sondern auch ein unglaublich guter Moderator

und Entertainer. Er schafft es, dass die Zu schauer

humorvoll Wissenswertes über die Songs oder

VOICE OVER PIANO: Also Text und Musik müssen

zueinander passen und sich gegenseitig tragen

Musik kann Text unglaublich unterstützen.

Aber Texte müssen, auch wenn sie mal witzig

sind, immer auch Inhalt haben und eine gewisse

Eloquenz beinhalten. Wir lieben speziell diesen

Weg, der nicht der einzig gangbare ist, denn es

gib ja viele andere Macharten. Wobei wir nicht

ein gesungenes Wort „Liebe“ durch ein Auflegen

der Hand aufs eigene Herz unterstreichen. Das

ist too much. Es ist doch aber genial, wenn man

einen Satz so singen kann, dass das Gefühl gleich

transportiert wird.

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 39

VOICE OVER PIANO

weltweit hautnah

VÖ: 30. JULI 2018

WWW.VOICEOVERPIANO.COM

FACEBOOK.COM/VOICEOVERPIANO

MAIL@VOICEOVERPIANO.COM

Sara weiß sich zu bewegen, denn sie hat ja nebst Gesang

auch Tanz studiert. Sie hat eine unglaubliche Bühnen -

präsenz. Das kommt immer wieder von den Zu schauern

im Nachgang als Rückmeldung.

MM: Ihr seid auch schon vor berühmten Persönlich -

keiten aufgetreten. Ist man da besonders aufgeregt?

Besonders weiche,

instrumentenschonende


VOICE OVER PIANO: Klar, selbst bei Wiederholungen wie

bei Bundeskanzlerin Merkel oder Verteidigungsministerin

von der Leyen waren wir aufgeregt, denn man will es auf

diesem Niveau auch selbst unbeschreiblich gut machen.

Oder es ist auch immer so, dass man Respekt davor hat,

wenn Kollegen oder andere Fachleute im Publikum sitzen.

Die hören und sehen ja alles. Diese Aufregung ist gut.

Man muss diese Energie einfach nur für den Auftritt nutzen,

dann ist das ein Gewinn für die Performance.

MM: Ich habe gehört, für nächstes Jahr ist unter anderem

ein Auftritt in der Elbphilharmonie geplant?

VOICE OVER PIANO: Die Elbphilharmonie ist eines unserer

großen Ziele, und wir stricken derzeit an dem Programm

und der Besetzung, um ein rundes Konzept zu präsentieren,

das eben uns ausmacht. Auch hier wollen wir natürlich

nicht einfach nur ein Konzert geben, sondern dem ehrwürdigen

Rahmen entsprechend ein niveauvolles Konzert

geben, das positiv nachhaltig in Erinnerung bleibt. Man will

ja wiederholt wiederkommen. Wir würden dort mit Band

und Orchester auftreten.

MM: Was sind eure weiteren musikalischen Ziele und

Pläne?

Besuch uns

auf der Prolight+Sound:

Halle 8.0 Stand A60

VOICE OVER PIANO: Wir schreiben natürlich an weiteren

eigenen Songs, die ja wichtiger Teil unserer Definition

sind. Themen gibt es genug. Und dann wollen wir mittelfristig

auch noch häufiger in die großen und ganz großen

Hallen und auf Open Airs. Parallel arbeiten wir natürlich

daran, dass wir über ein großes Label auch entsprechende

Aufgaben bekommen, weitere CD-Produktionen durch zu -

führen, Konzertprogramme zu kreieren und auch verstärkt in

den Medien präsent zu sein mit Auftritten und Songs.

Unsere Songs findet man bereits bei iTunes, Spotify,

YouTube etc. Und es kommen in Kürze weitere hinzu.

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WEB: WWW.VOICEOVERPIANO.COM

INTERVIEW: RONJA RABE

FOTOS: CHRISTINE LUTZ

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40 STORIES

Hätte Tom Petty zusammen mit Johnny Cash eine Band gegründet,

Bruce Springsteen und Neil Young dazu eingeladen,

dann wäre das vermutlich die Revolution in der Geschichte

der Rock-Musik gewesen. Unvorstellbar?

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 41

MM: Warum Copper SMoke, zu Deutsch

„kupfer rauch“? Was steckt hinter eurem

Namen?

COPPER SMOKE: COPPER SMOKE war ein typisches

Ergebnis eines Brainstormings der Name

bleibt hängen und passt zur Musik. Interessant ist

vielmehr, was Außenstehende hineininterpretieren,

von der rauchenden Pistolenkugel bis hin zum

kupfernen Whiskykessel der amerikanischen

Moonshiner-Schwarzbrenner.

MM: Copper SMoke existieren ja bereits einige

Jahre du, Frank, bist im raum Würzburg

auch als Solokünstler bekannt. Wie und mit welchem

Ziel habt ihr euch als Band zusammengefunden?

COPPER SMOKE: Wir haben uns über die Musik

kennengelernt wie oftmals, durch Zufall. Ich habe

in diversen Rockbands gespielt und durch mein

Interesse zur Country-Musik bin ich vor über zehn

Jahren in einer Country-Cover-Band gelandet. Dort

habe ich den Keyboarder Jobst und den Drummer

Christof kennengelernt. Wir haben uns gleich gut

verstanden und hatten die gleichen musikalischen

Vorlieben. Ab da war klar, dass wir etwas Eigenes

mit eigenem Songmaterial machen wollten. Mit

Dieter an der Sologitarre und Horst am Bass haben

wir dann auch relativ schnell genau die erfahrenen

Musiker und Menschen gefunden, die heute

COPPER SMOKE ausmachen. Und das Wichtigste:

es passt sowohl musikalisch als auch menschlich!

MM: Americana oder auch einflüsse aus der

Country- und Southern-rock-Szene sind bei

euch nicht zu überhören. Was fasziniert euch

am Übersee-Sound?

COPPER SMOKE: Ich kann mich im Americana/

Alternative-Country und Folk am besten ausdrü -

cken. Diese Musik ist einfach gemacht, um Ge -

schichten zu erzählen.

8

Nicht ganz, denn die Würzburger Band steht genau

für diesen Sound.

4/19 1/20 musiker Magazin


42 STORIES

Das hat ja auch eine lange Tradition mit Leuten

wie Bob Dylan, Neil Young und vor allem

Townes Van Zandt. Und ja klar, ein gewisser

Hang zur Cowboy-Romantik ist zumindest bei

mir nicht von der Hand zu weisen.

MM: entstehen eure Songs mehr aus der

Band arbeit oder legst du als Songwriter das

Arran ge ment der von dir geschriebenen

Songs alleine fest?

COPPER SMOKE: Die Songideen und vor allem

die Texte kommen fast ausschließlich von mir.

Manchmal ist es nur eine Idee, manchmal ist

bereits ein komplettes Arrangement im Kopf,

jedoch basteln wir immer zusammen mit der

ganzen Band an den Arrangements. Es ist immer

wieder spannend wie sich Songs während des

Arrangementprozesses entwickeln manchmal

steht ein Song schon nach ein bis zwei Pro -

ben; wir hatten aber auch schon Songs, deren

Entstehungsprozess sich über Monate hinzog.

MM: Woher holst du deine Songideen? Die

Texte haben ja doch oft einen nachdenklichen

und melancholischen Unterton. Ist

Musik generell ein Ventil, um solche Gefühle

zu verarbeiten?

COPPER SMOKE: Ein Ventil ist die Musik auf

jeden Fall. Man kann persönliche Erlebnisse

damit sehr gut verarbeiten und sich von der

Seele schreiben. Das soll aber nicht heißen, dass

ich nur negative Erlebnisse hatte (lacht). Aber

oftmals lohnt es sich eben, schwierige oder

traurige Themen anzugehen, da sie manchmal

auch als Tabuthema gelten. Viele Men schen finden

sich in solchen Texten selbst wieder, das

kann dann auch eine positive Wirkung haben.

Ein fröhlicher Text dagegen regt wenig zum

Nachdenken an und verpufft meiner Meinung

nach sehr schnell. Da fehlt mir einfach der Tief -

gang. By the way, schön, dass du den Texten

zugehört hast. Ist leider nicht immer selbstverständlich,

was ich aber auch nachvollziehen

kann. Viele haben nicht mehr die Zeit, sich einen

Song intensiv anzuhören. Aber dennoch hab

ich auch schon den ein oder anderen „Party-

Song“ geschrieben, hier geht’s dann meistens

etwas augenzwinkernd um die Folgen des über -

mäßigen Alkoholgenusses.

»Zusammen bringen die fünf Franken gute 100 Jahre Bühnenerfahrung mit

und überzeugen durch Spielfreude

und mit ihrem Markenzeichen, dem mehrstimmigen Gesang.«

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 43

MM: könnt ihr uns schon etwas über eure

neue CD verraten?

COPPER SMOKE: Wie vorhin gesagt, ziehen

sich ja manche Songarrangements ganz schön

in die Länge, deshalb könnte der Titel der

neuen CD gar nicht treffender sein: „It’s About

Time“. Seit unserem letzten Longplayer „Second

Chance“, für den wir mit einem 2. Preis beim

Deutschen Rock und Pop Preis ausgezeichnet

wurden, sind mittlerweile über vier Jahre vergangen.

Wir haben alle Songs als komplette

Band live im Studio aufgenommen und haben

nur sehr wenig mit Overdubs bei den Key boards

und der Leadgitarre gearbeitet. Unserer Mei -

nung nach klingen die acht neuen Songs

dadurch wesentlich authentischer, organischer

und natürlicher.

MM: Ihr habt die neue CD ganz altmodisch

aus der eigenen Tasche finanziert. Wie ist

eure Meinung zum Thema Crowdfunding,

auf das ja heutzutage gerade junge Musiker

verstärkt zurückgreifen?

COPPER SMOKE: Crowdfunding ist eine super

Sache. So was konnte man sich vor 10 bis 15

Jahren kaum in der Form vorstellen. Wir haben

unser Album aber wie du sagst altmodisch

aus eigener Tasche bezahlt. Wir wollten diesmal

einfach nichts dem Zufall überlassen und haben

so ziemlich alles selbst in die Hand genommen.

Die Leute da draußen, die Bock auf COPPER

SMOKE haben, unterstützen uns sowieso da -

durch, dass sie zu unseren Konzerten kommen

oder Shirts und CDs kaufen. Ist ja auch eine Art

Crowdfunding. Danke an dieser Stelle an unser

Publikum, unsere Freunde, Fans usw.!

MM: könntet ihr euch vorstellen, eure Ver -

öffentlichungen in Zukunft vielleicht über

ein Label „an den Mann“ zu bringen? Gerade

in Sachen Marketing bietet ein Label ja

häufig Vorteile ...

COPPER SMOKE: Absolut! Ein Label oder ein

Vertrieb ist für jeden Künstler interessant, da

man dadurch eine größere Zielgruppe erreichen

kann. Es ist zwar heutzutage nicht mehr

zwingend nötig, sich an ein Label zu binden,

aber Bandarbeit ist nicht nur Songs schreiben

BESETZUNG:

FRANK HALBIG GesanG / Gitarre

HORST METZ Bass / GesanG

JOBST BRAUN Keys / Piano / GesanG

DIETER ENGELHARDT Gitarre / GesanG

CHRISTOF AMANN schlaGzeuG / GesanG

und arrangieren, Platten aufnehmen oder live

spielen. Die großen Zeitfresser sind und waren

schon immer Marketing, Promotion und Boo king.

Wir werden daher bei der neuen Ver öf fent lichung

mit einem Musiklabel und Ver trieb zusam men -

arbeiten, das uns in Sachen digitalen und physischen

Vertrieb und beim Marke ting unterstützen

wird.

MM: Seht ihr euch selbst als Liveband oder

ist es auf Dauer befriedigender, im stillen

käm merlein Musik zu schreiben und irgend -

wann zu veröffentlichen?

COPPER SMOKE: Definitiv sind wir eine Live -

band. Wir wollen raus zu den Leuten. Nur dann

bekommen wir das zurück, wofür wir im „stillen

Kämmerlein“ arbeiten. Aber ehrlich gesagt ist

es manchmal schon leicht frustrierend. Man

hat es als Liveband, die eigene Songs spielt,

nicht immer leicht, Veranstalter davon zu überzeugen,

vielleicht doch nicht die 25. Coveroder

Tributeband zu engagieren, sondern offen

für „Unbekanntes“ zu sein. Alle Locations, bei

denen wir bisher spielen durften, haben uns

durch die Bank immer für weitere Termine ge -

bucht, weil das Publikum immer begeistert war

und am Ende zufrieden nach Hause ging.

Dennoch wollen wir natürlich auch zukünftig

gute Studioarbeit abliefern. Vielleicht dauert es

ja bis zur nächsten CD nicht wieder vier Jahre? ;)

MM: Wo sehen sich Copper SMoke in fünf

Jahren was sind eure Ziele?

COPPER SMOKE: Wo wir uns in fünf Jahren

sehen? Keine Ahnung. Ich hoffe, wir bleiben ge -

sund und können auch in fünf Jahren noch an

großartigen Songs arbeiten. Das ist unser größtes

Ziel. Gemeinsam Musik machen, die wir lieben.

Wenn wir bis dahin noch fünfmal so viele

Menschen dazugewinnen, denen unsere Musik

genauso viel Spaß macht, haben wir alles richtig

gemacht. Vielen Dank an das Musiker

Magazin dafür, dass wir uns und unsere Musik

hier vorstellen durften.

WeB: COPPERSMOKE1.JIMDO.COM

intervieW: RONJA RABE

Fotoquelle: COPPER SMOKE

COPPER SMOKE

„It’s About Time“

VÖ: 15. NOVEMBER 2019

COPPERSMOKE1.JIMDO.COM

WWW.FACEBOOK.COM/COPPERSMOKE

4/19 1/20 musiker Magazin


44 STORIES

KÖNIG & MEYER

Stands For Your Music

seit 1949

»Unsere Philosophie

ist es, qualitativ

hochwertige und

langlebige Produkte

umweltgerecht

zu fertigen, damit sich

Musiker weltweit

auf das Wesentliche

konzentrieren

können ihre Musik.«

KÖNIG & MEYER

AUF DER

PROLIGHT+SOUND:

Halle 8.0 Stand a60

eit vielen Jahren unterstützt das Unternehmen König & Meyer die Kulturveranstaltungen für

S die zahlreichen zumeist jungen Rock- & Pop-Musiker*innen aus den 16 Bundesländern

„deutscher Rock & Pop Preis“, zuerst fünf Jahre lang im Wiesbadener Kongresszentrum und jetzt

seit sechs Jahren in der Siegerlandhalle in Siegen. das Unternehmen unterstützt damit seit langer Zeit

das kulturelle engagement der gemeinnützigen deutschen Pop Stiftung und des deutschen

Rock & Pop Musikerverbandes e.V. unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des deutschen

Musikrates und des Bürgermeisters der Stadt Siegen als austragungsort. es handelt sich hier seit

nunmehr 37 Jahren um eine Kulturveranstaltung, an der jährlich bis zu 1000 Musikerinnen und Musiker

aus allen teilen deutschlands vor und hinter der Bühne zumeist ehrenamtlich mitwirken.

MM: Spielt auch bei Ihnen die Förderung der

kreativen, musikbegeisterten jungen Men -

schen in Deutschland in ihren Zielset zun gen

und Entscheidungen eine besondere Rolle?

GaBRiela KöniG: Musik überwindet kulturelle

Gren zen und bringt Menschen zusammen. deshalb

spielt die Förderung von Musikern, Musikensembles

und -institutionen generell eine wichtige Rolle.

deshalb unterstützen wir verschiedene so wohl re -

gionale als auch überregionale Projekte. dabei sind

wir nicht auf ein Genre oder ein be stimmtes thema

festgelegt. allerdings ist nach wuchs för de rung, wie

auch die teilnahme an dem deutschen Rock & Pop

Preis zeigt, ein Schwer punkt in der Förderung.

Wenn bei jungen Men schen interesse und Spaß

am Musizieren geweckt und aktiv gefördert werden,

sorgt dies für den erhalt und eine weitere

Verbrei tung von Musik. dies ist auch für uns lang -

fristig von essenzieller Bedeutung.

MM: Was verbinden Sie mit dem Thema

Musik? Sind Sie selbst musikalisch?

GaBRiela KöniG: Seit 70 Jahren steht die Marke

König & Meyer in der Musikwelt für hochwertiges

Musikzubehör mit unverwechselbaren designs und

hoher Funktionalität. ein Schlüssel zum er folg

des Unternehmens ist hierbei die hohe Ferti gungs -

tiefe. Fast alle einzelteile der Produkte werden im

eigenen Haus in deutschland hergestellt. Per ma -

nent wird in moderne Produktionsprozesse investiert.

Von der entwicklung über die Produktion

bis hin zur Vermarktung gilt für uns die kompromisslose

Orientierung am hohen Qualitäts an -

spruch. 280 Mitarbeiter sorgen in Wertheim dafür,

dass die gut 1 500 Produkte effizient gefertigt und

fristgerecht mit bester Qualität und gutem Ser vice

in 80 länder der Welt ausgeliefert werden.

MM: 2019 war sehr durch die Bewegung

„Fridays for Future“ geprägt. Dass Ihnen die

Umwelt als Unternehmen am Herzen liegt,

kann man an vielen Ihrer Maßnahmen er -

kennen. Was ist Ihr persönlicher An spruch

und wie viel Spielraum hat ein Unter neh men,

das wirtschaftlich denken muss?

GaBRiela KöniG: dass Musik guttut, die Kreati -

vität und das Sozialverhalten verbessert, ist ja

hinreichend bekannt. ich persönlich höre sehr

gerne Musik. Musik hebt die laune, lenkt ab und

unterhält. ich besuche auch gern mal ein Kon zert

von Klassik bis Rock. leider spiele ich selbst kein

instrument, wobei dies immer noch auf meiner

„to-do“- bzw. „Bucket“-liste steht.

MM: Was für ein Unternehmen verbirgt sich

hinter dem K&M-Signet? Was zeichnet das

Unternehmen in Ihren Augen aus?

GaBRiela KöniG: Wir übernehmen weit über

den Rahmen gesetzlicher Vorgaben hinaus auch

eine Verantwortung im Bereich Umweltschutz. Um

eine nachhaltige und möglichst umweltschonende

Pro duktion zu verwirklichen, wird bereits seit

Jahren kontinuierlich daran gearbeitet, abfälle zu

vermeiden, emissionen zu verringern, erneuerbare

energiequellen zu nutzen und Ressourcen zu

schonen. So konnten wir beispielsweise den

Wasser verbrauch seit 1979 um 94 % senken.

Ressourcenschonung spart am ende auch Kosten

für das Unternehmen. König & Meyer ist nach


STORIES 45

den normen iSO 14001 und eMaS ii zertifiziert

und wurde für sein engagement im Umwelt schutz

vom land Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Weitere Projekte im Hinblick auf eine CO 2 -neutrale

Produktion und die weitere nutzung von erneuerbaren

energien sind bereits in Planung.

MM: Lassen Sie uns bei der jüngeren Gene -

ration einhaken. Auch dieses Jahr kann das

Unternehmen eine Ausbildungsquote von

knapp 9 % realisieren. In Zeiten von Fach -

kräfte mangel und der steigenden Akade mi -

ker quote ist das nicht selbstverständlich. Wie

wichtig ist es für Sie, auch als Ausbildungs -

un ternehmen zu agieren?

GaBRiela KöniG: Gerade durch unsere hohe

Wert schöpfungskette und den hohen Qualitäts -

an spruch sind wir auf gut qualifizierte Mitarbeiter

angewiesen. deshalb setzen wir seit Jahrzehnten

auf die ausbildung im eigenen Unternehmen

sowohl in technischen als auch in kaufmännischen

Berufen. So sichern wir uns die Fachkräfte

von morgen. Viele ehemalige auszubildende arbeiten

heute in verantwortungsvollen Führungs posi -

tionen im Unternehmen. die betriebliche ausbil -

dung fördert langfristig die Wettbewerbsfähigkeit,

steigert die Produktivität und innovationskraft

des Unternehmens.

Problem. die Marktkonzentration schreitet immer

schneller voran, in deren Folge ganze Regionen

von einer musikalischen Grundversorgung vor

Ort ausgeschlossen sein können. dazu kommt

noch die katastrophale Situation des vielfach nicht

mehr angebotenen Musikunterrichts an allgemein -

bildenden Schulen. dies setzt einen ge fährlichen

Kreislauf in Gang, in dessen weiteren Verlauf im

schlimmsten Falle Musizieren nicht mehr stattfindet.

dies ist für die gesamte Branche eine ernst zu

nehmende Situation.

MM: Mit dem Bau des neuen Logistik zen -

trums 2017 in Wertheim hat König & Meyer

erneut ein klares Bekenntnis zur Stand ort -

wahl gemacht. Eine mutige Investition in

Zeiten, in denen so manches Unternehmen

Teile seiner Produktion ins Ausland verlagert.

Welche Rolle spielt der Standort Deutschland/

Wertheim für Sie?

GaBRiela KöniG: Wir sehen auf jeden Fall die

klassischen Standortfaktoren wie den hohen

Grad der Mitarbeiterqualifikation, die infrastrukturellen

Verhältnisse und die hohen Qualitäts stan -

dards in deutschland weiterhin als große Vorteile

gegenüber der Produktion in anderen ländern.

auch die politische Stabilität und die damit verbundene

Planungssicherheit bieten gute Rahmen -

bedingungen für unser Unternehmen in deutsch -

land. Mit der eigenen Fertigung garantieren wir

deutsche Umwelt- und arbeitsschutz bedingungen.

Vor allem können wir schnell und flexibel auf

nachfragespitzen und spezielle Kundenwünsche

reagieren, außerdem neue Produkte und kleinere

Serien kurzfristig umsetzen. Obwohl es die nach -

teile wie höhere Stückkosten und arbeits kosten

gibt, hat sich die Strategie der Produktion in

deutschland bisher für uns immer bewährt.

MM: Auf der Namm-Show 2020 haben Sie

15 neue Produkte vorgestellt. Ist Innovation

eher Kernkompetenz Ihres Unternehmens

oder not wendiges Instrumentarium? Es gibt

ja Marktbeobachter, die der Musik branche im

Augenblick eher wenig Innovationskraft at -

tes tieren.

GaBRiela KöniG: Jedes Jahr stellen wir neue

innovative Produkte auf den verschiedenen

8

MM: Welche Entwicklungen würden Sie im

Be reich Kultur und Musik begrüßen? Und

welche Entwicklungen bereiten Ihnen Sorge?

GaBRiela KöniG: Für uns ist die Zahl der

Schließungen im einzelhandel ein gravierendes

4/19 1/20 musiker Magazin


46 STORIES

»Gerade durch unsere hohe

Wert schöpfungskette und den hohen

Qualitäts an spruch sind wir auf

gut qualifizierte Mitarbeiter angewiesen.

Deshalb setzen wir seit Jahrzehnten

auf die Ausbildung im eigenen

Unternehmen sowohl in technischen als

auch in kaufmännischen Berufen.

So sichern wir uns

die Fachkräfte von morgen.«

Messen vor. als mittelständisches Unternehmen

und Branchenführer für Premiumzubehör ist in no -

vation eine wichtige Kernkompetenz. Viele ideen

für neue Produkte kommen vom Markt, etwa von

unseren Kunden, wie Händlern, endverbrauchern

oder auch von unseren endorsement-Partnern,

die unsere Produkte im einsatz haben. die ideen

gehen in unsere hauseigene Konstruktions- und

entwicklungsabteilung. Hier setzen sieben Mitar -

beiter marktfähige ideen in Konzepte, Proto typen

und serienreife Produkte um. Bevor das Produkt

endgültig auf den Markt kommt, wird es auf Herz

und nieren getestet. Bei innovativen erfindungen

werden neue Produkte bzw. deren Funktionen und

designs patentiert und geschützt.

MM: Die Musikmesse und Prolight + Sound

in Frankfurt hat mit nachlassender Rele vanz

zu kämpfen, gemessen an der Ausstelleroder

Besucherzahl. Was bedeutet diese Ent -

wicklung für den Musikstandort Deutschland/

für Hersteller, Musiker, Handel und Kultur?

GaBRiela KöniG: die Musikmesse / Prolight +

Sound ist zwar nach wie vor die größte Messe

europas für den Musikbereich, allerdings ist sie


STORIES 47

»Ein Schlüssel zum Er folg

des Unternehmens

ist hierbei die hohe

Fertigungstiefe.

Fast alle Einzelteile der

Produkte werden im

eigenen Haus in

Deutschland hergestellt.

Von der Entwicklung

über die Produktion bis hin

zur Vermarktung gilt

für uns die kompromisslose

Orientierung am

hohen Qualitätsanspruch.«

in den letzten Jahren stark geschrumpft. tat -

sächlich braucht die Musikbranche aber eine euro -

päische Plattform, neben USa und asien. Jeder

Marktteilnehmer sollte sich dessen be wusst sein.

durch die Messe entsteht eine erhöhte aufmerk -

samkeit für das thema Musik und Musik machen

im allgemeinen. Messen ermöglichen per sönliche

Kontakte, networking und Markt analysen. Sie sind

zudem eine art Stimmungsbarometer für die Bran -

che. auch in heutigen Zeiten der stark wachsenden

digitalisierung sind internationale Branchen -

treffen unersetzlich, gerade im B2B-Bereich. Wir

unterstützen Frankfurt nach wie vor und stellen

auch in diesem Jahr wieder aus.

MM: Ihr Unternehmen bietet fünf Jahre Ga -

ran tie auf K&M-Produkte. Damit sich diese

Leis tung rechnet, müssen Sie fest davon

überzeugt sein, dass sich Ihre Produkte qualitativ

klar von den Produkten anderer Marken

differenzieren. Was macht Sie da so sicher?

GaBRiela KöniG: Wir bekommen oft Feedback

von Kunden, die teilweise ihr K&M-Produkt seit

30 Jahren oder länger im einsatz haben. die Re -

kla mationsquote bei uns im Haus bewegt sich

dementsprechend auf einem sehr niedrigen niveau.

Produktionsprozesse werden bei uns ständig op -

timiert und überwacht, dazu wird konsequent in

den Maschinenpark reinvestiert. alles orientiert sich

am Premiumanspruch, das be ginnt schon beim

Roh material. Wir arbeiten mit einem zertifizierten

Quali tätsmanagementsystem. Über allem steht für

uns die absolute Kunden zufrieden heit, bei der die

Fünf jahresgarantie einen wichtigen Baustein bildet.

MM: Das Unternehmen feierte 2019 sein 70-

jähriges Bestehen: Bitte nach 70 Jahren Rück -

schau einen spontanen Satz für zu künftige

innovative Entwicklungen …

GaBRiela KöniG: die Zukunft des Unterneh mens

sehen wir nach wie vor am Standort Wert heim.

industrie 4.0 und die Robotik werden sicherlich

unsere Produktionsprozesse weiter be einflussen

und verändern. Maschinen und an la gen werden

zudem immer energieeffizienter. So werden wir

zukünftig ein breiter aufgestelltes Pro dukt pro -

gramm rationeller und umweltschonender fertigen

können.

WeB: WWW.K-M.DE

inteRVieW: MUSIKER MAGAZIN

liVe-BildeR: LUDWIG CZAPLA

FOtOQUelle: KÖNIG & MEYER


48 STORIES

MM: Ihr habt drei Preise beim Deutschen Rock

& Pop Preis 2018 mit nach Hause ge nom men.

Wie ging es danach für euch weiter?

MATThIAS: Die Preisverleihung in Siegen war ein

großartiges Erlebnis. Ich finde es toll, welchen

kul turellen und fördernden Beitrag die Leute

beim DrMV und der Deutschen Popstiftung

durch den Deutschen rock und Pop Preis für

uns Musiker leisten. Man spürt, dass es hier

noch um die Musik geht und nicht um hohe wirtschaftliche

In teressen wie bei manch anderen

Casting-Shows und Wettbewerben. Dass hierbei

auch das Genre Latin-Musik vertreten ist,

finde ich eine tolle Sache.

Als wir von der Preisverleihung zurückkamen,

wurden wir mit Glückwünschen, Interview- und

Presseanfragen nur so überhäuft. Wir haben dann

zahlreiche Interview-Termine im Dezember 2018

und im Januar 2019 geführt. Und so langsam

reali sierst du dann auch, dass du es nicht nur ge -

träumt hast.

Es ist natürlich auch eine tolle Motivation, um

neue Sachen zu schreiben und vor allem weiter

gute Musik zu machen.

MM: Wie ist Corazón del Caribe entstanden?

MArITZA: Ich stamme ja ursprünglich aus Kuba

und bin mit der Musik dort groß geworden. In meiner

Familie gibt es viele begabte Musiker und

Tänzerinnen. Um als Musiker oder Artist auf Kuba

aufzutreten oder vermittelt zu werden, muss man

eine Prüfung beim staatlichen ICM (Kubanisches

Musikinstitut) bestehen.

Als ich diese Prüfung in Kuba abgelegt hatte,

wurde ich von einer internationalen Konzertagentur

engagiert und wir haben dann Jahr für Jahr

Tourneen in Deutschland und Europa mit einer

kubanischen Show-Band auf großen Bühnen

gespielt. 2009 waren wir sogar in der ZDF-Show

„Wetten dass …?“ auf Mallorca.

2015 habe ich dann Matthias kennengelernt

und er hat mir von seiner Idee für das Projekt

„Corazón del Caribe“ erzählt. Ich war zunächst

musiker Magazin 4/19 1/20


Corazón del Caribe

Pures Karibik- & Kuba-Feeling

STORIES 49

Ob als Hochzeitsband, Party- und Dinner-Band

oder für Sommerfeste die Formation

um die kubanische Sängerin „Maritza“ und

den Flamenco-Gitarristen und

Multi-Musiker Matthias steht für musikalisches

Temperament und Leidenschaft und

begeistert mit den Top-Hits aus der Karibik,

Spanien und Lateinamerika

überrascht, dass ein deutscher Musiker und Kom -

ponist so viel Talent und Wissen für die Musik

aus Kuba und der Karibik mitbringt. Und da war

nach der ersten gemeinsamen Session für uns

beide sofort klar, dass wir dieses Projekt gemeinsam

machen werden.

MM: Welchen Musikstil präsentiert ihr?

MATThIAS: Die Musik aus der Karibik ist so bunt

wie die Vielfalt der Kulturen dort. Ich habe viele

Jahre vor „Corazón del Caribe“ bereits mit spanischen

und kubanischen Musikern zusammengearbeitet

und bin über den spanischen Flamenco

zu dieser Musik gekommen.

Die Musik auf Kuba ist natürlich geprägt von

der Kultur, den rhythmen und den Menschen

dort, speziell aus Spanien und Afrika. Daher auch

der Name afro-kubanische Musik.

Die Stilrichtung von „Corazón del Caribe“ ist

bunt gemischt, wir spielen kubanischen Son,

Salsa, Cumbia aus Kolumbien, Merengue aus

der Dominikanischen republik, bis hin zu den

aktuellen Charthits, speziell reggaeton, Flamencound

Latin-Pop.

MM: Was fasziniert euch an der Musik?

MArITZA: Das Geheimnis unserer durch rhyth -

mus geprägten Musik ist sicherlich das Lebens -

gefühl, das dadurch vermittelt wird.

Meer, bunte Cocktails, lebensfrohe Menschen

und viel rhythmus, Tanz und Fiesta. Und wir

nehmen unser begeistertes Publikum jedes Mal

von Neuem mit auf diese exotische reise durch

die Karibik. Das ist auch genau das, was wir in

unseren Live-Konzerten erreichen wollen: einen

Karibik-Kurzurlaub für unser Publikum.

Maritza ist hierfür die perfekte Front-Frau, vermittelt

sie doch durch ihre ansteckende Lebens -

freude genau dieses Gefühl. hinzu kommt die

jahrelange Erfahrung als Tänzerin. In unserer Show

sind auch zwei kleine Karibik-Tanz-Crash kurse

eingebaut, bei denen wir inmitten der Spiel sets

kleine Choreografien mit dem Publikum gemeinsam

gestalten, quasi als kleine Tanz unter richt-

Einlage für Cumbia und Bachata ein echtes

highlight für unsere Gäste.

MM: Organisation, Booking, Management

wer macht bei euch was?

Musik in der Karibik ist die Animation zum Tan -

zen, zur Bewegung des Körpers. Man kann einfach

nicht still sitzen. Und diese Musik ist pures

Lebensgefühl. Der Tanz bringt dich auf eine andere

spirituelle Ebene. Man tanzt nicht, wenn man sich

glücklich fühlt, sondern man tanzt, um sich glück -

lich zu fühlen. Diese Musik versetzt dich sofort in

eine positive Stimmung, macht dich glücklich

MATThIAS: Im Prinzip machen wir das alles selbst

und aus eigener hand. Für das Booking arbeiten

wir zusätzlich mit diversen Agenturen zusammen.

Das Programm und die Show richten wir auf die

jeweils anstehende Show oder Veranstaltung aus.

Das Management, Promotion, Internet und das

gesamte Organisatorische im Background machen

wir im Moment noch alles selbst.

und gibt dir Energie. Du kannst all deinen Stress

von dir abwerfen.

MM: Wie funktioniert das Musik-Business

in der Karibik oder speziell auf Kuba?

MM: Was meint ihr, welche Bedeutung hat

Latin Music in der heutigen Zeit in Deutsch -

land?

MArITZA: Kuba ist voll von guten Musikern und

Talenten und der Staat tut viel für die Förderung

von Kunst und Kultur, aber es wird auch streng

MATThIAS: Speziell in Deutschland verbindet man kontrolliert.

mit unserer Musik natürlich das Lebensgefühl der

Karibik und die damit verbundenen Erinne run gen

und Sehnsüchte wie Traumurlaub unter Palmen,

Sonne, weißen Sandstränden, das türkisblaue

Das Musik-Business ist auch dort ein hartes

Geschäft. Zunächst benötigst du als Musiker

eine staatliche Zulassung vom ICM (Ministerium 8

4/19 1/20 musiker Magazin


50 STORIES

für Kultur und Musik), um überhaupt öffentlich live

zu spielen, zum Beispiel auf öffentlichen Veran -

staltungen oder im Tourismus, z. B. in den großen

hotels.

Internet ist in Kuba noch wenig verbreitet, sehr

teuer und erst so langsam im Kommen. Das macht

es für die Künstler nicht einfach, sich selbst zu

vermarkten, z. B. über YouTube oder Social Media.

Und die Auftritte und Gagen sind auch von der

Bezahlung her nicht vergleichbar mit Europa.

Letztendlich kann man sagen, dass vieles vom

Staat beeinflusst wird. Egal ob Texte, Auftritte oder

auch politische Themen in der Musik.

Im Dezember 2018 wurde von der neuen re -

gierung ein sogenanntes Dekret 349 erlassen, das

für sehr viel Zündstoff in der Musikszene gesorgt

hat. Es besagt unter anderem, dass das Kultus -

ministerium per Vertrag jeder Form von künstlerischer

öffentlicher

Darbietung zu stim men

muss. Und die Mei nungen

über Sinn und Un sinn sind

sehr geteilt.

MM: Habt ihr auch neue eigene Songs in

Arbeit? Ist ein Album geplant?

MATThIAS: Im Moment kann ich so viel verraten,

dass wir eine Single mit dem Titel „El Color de tu

alma (die Farbe deiner Seele)“ und zwei weitere

Songs bereits soweit fertig produziert haben, die

nun kurz vor der Veröffentlichung stehen und im

Juli bei den Streaming-Diensten publiziert werden.

Das letzte Album „Para toda la vida“ haben wir

in 2017 produziert und Ende 2017 veröffentlicht.

Theoretisch würde das neue Material auch für

ein weiteres Album reichen.

Aber wir wollen uns na -

türlich mit einigen Sachen

auch Zeit lassen. Wir sind

gut gebucht, da wollen wir

uns verstärkt auf die Live-

Konzerte konzentrieren.

MM: Wie entstehen eure Kompositionen?

Was ist die Inspiration?

MATThIAS: Maritza schreibt den Großteil der

Texte und ich produziere die Musik dazu. Die

Ideen kommen überall und zu jeder Tages- und

Nachtzeit. Da heißt es nur, das handy griffbereit

zu haben, um die Idee oder Textzeile schnell aufzuzeichnen.

Die Inspiration ist das Leben, die Liebe, es

sind Intuitionen des Moments. Manchmal hast

du das Gefühl, dass dir eine Idee geschenkt wird

musiker Magazin 4/19 1/20


STORIES 51

und du musst sie nur greifen. Ich denke, das

bleibt das große Geheimnis in der Musik.

Manchmal hast du Eingebungen, bei denen

du spürst, dass sie nicht von dir selbst kommen,

sondern dass sie dir von irgendwoher

geschenkt werden.

MM: Wo nehmt ihr eure Songs auf?

MArITZA: Den hauptteil der Arrangements

sowie auch den Gesang und das Mastering

produzieren wir im hauseigenen Studio hier

bei uns in Deutschland. Manche Aufnahmen

nehmen wir in einem befreundeten Studio in

havanna, Kuba auf.

MM: Welche Konzerte standen bei euch

an?

MATThIAS: Im Sommer ist bei uns hochsaison

für die Live-Konzerte. Wir waren auf

Kreta, haben dort insgesamt acht Konzerte

und Veranstaltungen gespielt und auch ein

Video gedreht.

Die folgenden drei Monate haben wir hauptsächlich

in Deutschland ge spielt, Sommerfeste,

Karibik-Events, Beach-Abende in Freibädern,

karibische Events auf Wein gütern und natürlich

auch viele Firmen- und Privatver anstal tun -

gen. Ende September waren wir dann zwei

Wochen auf Kuba für Auf nahmen und einen

Videodreh.

MM: Was ist eure Vision für 2020?

MArITZA: In jedem Fall wollen wir „Corazón

del Caribe“ und unsere eigenen Songs weiter

nach vorne bringen, viele Live-Konzerte spielen

und weiter nette Menschen auf unseren

Veranstaltungen kennenlernen.

Und wer weiß, vielleicht klappt es mit dem

radio-Sommerhit 2020 in Deutschland aus der

Feder von „Corazón del Caribe“. Das wäre in

jedem Fall eine tolle Vision.

WEB: WWW.CARIBE-MUSIC.COM

INTErVIEW: RONJA RABE

FOTOqUELLE: CORAZÓN DEL CARIBE

hINTErGrUNDFOTO: © IGOR /ADOBE

STOCK

GrAFIK: © ELENAMEDVEDEVA / ADOBE

STOCK


52 MUSIKBUSINESS

Leeza Nail

WIE KANN ICH

SINGEN ZUM BERUF

MACHEN?

Geht das überhaupt? Muss ich dazu

berühmt sein? Wie kann man davon

leben? Was ist neben dem Singen noch

wichtig für den Beruf? Muss ich Noten

lesen können oder geht es

auch ohne? Und was ist mit Ansagen auf

der Bühne? Kann ich das üben?

MM: Wie wichtig sind die eigenen Erwar tun -

gen ans Singen?

LEEZA NAIL: Ich finde es wichtig, sich darüber klar

zu werden, welche Erwartungen ich habe, wenn

ich singen (lernen) will.

Denn es ist ein Unterschied, ob jemand einfach

„just for fun“ singen oder das Singen zu seinem

Beruf machen möchte. Es ist ein Unterschied,

ob jemand plant, nur für sich allein oder in einem

Chor mit vielen anderen oder als Frontsängerin in

einer Band zu singen. Und es ist ein Unterschied,

ob man „nur“ singen lernen will oder auch an

Grund lagen zu weiteren Bereichen wie z. B. der

Rhythmik, der Melodik, Harmonik usw. interessiert

ist. Jemand, der Singen zu seinem Beruf machen

will, sollte am besten noch vor dem Studium in

Erfahrung bringen, was denn noch alles außer

dem Handwerk Singen zu dem Beruf ge hört. Das

habe ich versucht, in meinem Buch zu verdeutlichen

selbstverständlich ohne einen Anspruch auf

Vollständigkeit zu erheben.

MM: Wie stellt sich ein*e Anfänger*in den

Beruf des Sängers/der Sängerin vor?

LEEZA NAIL: Wie ich aus eigener Erfahrung weiß,

gibt es eine Menge Teilbereiche, mit denen sich

ein*e zukünftige*r Berufssänger*in zusätzlich zu

den musikalischen Grundlagen beschäftigen muss.

Vielen ist das aber zu Beginn ihres Stu diums nicht

klar. Man hat natürlich schon mal was von der

Künstlersozialkasse gehört, und irgendwie weiß

man auch, dass man ein Mikrofon und coole Kla -

motten für den Auftritt braucht, aber da ist noch

einiges mehr. Und was es dann letztlich wirklich

bedeutet, als freiberufliche*r Sänger*in für Jobs,

für effektives Üben, für Tricks gegen Lampen fieber,

für eine vernünftige Absicherung und darüber

hinaus für die Erhaltung der eigenen Gesundheit

zu sorgen, wird oft erst klar, wenn man schon

mittendrin steckt. Ich glaube jedoch, es ist gut,

sich mit dem ein oder anderen dieser Themen

schon im Vorfeld zu beschäftigen, um wenigstens

ungefähr zu wissen, was auf einen zukommt.

MM: Was sind die Ziele?

LEEZA NAIL: Geld zu verdienen ist für Berufs sän -

ger*innen nicht nur mit Auftritten möglich. Und

vielleicht bin ich ja auch gar nicht der Typ für die

große Bühne, aber dennoch leidenschaftliche*r

Musiker*in, dann ist vielleicht eher die Studioarbeit

was für mich. Ob ich damit meinen Lebens unter -

halt bestreiten kann und will, muss ich natürlich

herausfinden, oder nach weiteren Alternativen

suchen. Zum Beispiel unterrichten. Ganz generell

sollte ich mich fragen: Ist die Freiberuflichkeit,

bei der ich größtmögliche Freiheit in der Arbeits -

gestaltung, aber auch ein höheres Risiko habe,

überhaupt etwas für mich? Oder bin ich vielleicht

als fest angestellte Sängerin in einem Theater

oder Gesangslehrerin in einer Musikschule, wo ich

meine Absicherung habe und mein festes Gehalt

beziehe, besser aufgehoben? Auch sich mit diesen

Fragen zu befassen, dazu soll mein Buch anregen.

MM: Es reicht doch, wenn ich gut singen

kann, oder?

LEEZA NAIL: Manchmal denken das Anfän -

ger*innen. Vielleicht haben sie es so von anderen

erzählt bekommen oder bisher nur Erfahrungen

gemacht, die diese Annahme bestätigen. Doch

wer Singen zum Beruf machen will, kann damit

sehr schnell an seine Grenzen geraten. Darum

kann ich auch in diesem Fall nur dazu ermuntern,

sich bei Berufssänger*innen, die schon lange im

Geschäft sind, zu informieren und zu überlegen,

ob und wie man den eigenen Weg gestalten will.

Gerade auch dafür habe ich die Interviews eingefügt,

in denen vier Berufssänger*innen und ein

Bandleader sehr detailreich von ihren Erfah run -

gen berichten.

MM: Muss ich unbedingt Noten lesen/schreiben

können?

musiker Magazin 4/19 1/20


MUSIKBUSINESS 53

LEEZA NAIL

The Singer’s Coach Der Karriere-Ratgeber

Alles, was ambitionierte Sänger*innen wissen sollten!

ISBN13: 9783947998081; DIN A4, 160 SEITEN; 18,95 EURO

WWW.ALFREDMUSIC.DE

Versicherungen für

alle Eventualitäten ®

LEEZANAIL.DE | FACEBOOK.COM/LEEZA.NAIL.AUTORIN

Diese und viele andere (brennende)

Fragen werden in den insgesamt

15 Kapiteln von The Singer’s Coach,

dem Karriere-Ratgeber für

ambitionierte Sängerinnen und Sänger,

behandelt. Neben der Praxis

des Singens und der Vermittlung

handwerklicher Grundlagen

behandelt sie alle die Themen,

die sowohl für Hobbysänger als auch

für eine professionelle

Gesangskarriere relevant sind.

LEEZA NAIL: Es ist ein kontroverses Thema, das mit den Noten. Natürlich

gibt es zahlreiche Beispiele von fantastischen Musiker*innen, die niemals

Notenlesen oder -schreiben gelernt haben. Sie machen im besten Fall

ein Leben lang aus dem Bauch heraus ihre Musik und es funktioniert prima.

Dennoch kann ich nur empfehlen, Notenkenntnisse zu erwerben zumindest

Grundkenntnisse. Sicher muss nicht jede*r Sänger*in perfekt vom

Blatt singen können, man kommt vielleicht sogar gut ohne durch, aber es

erleichtert die Sache sehr, wenn man Ahnung von der Materie hat, also

auch, was die Themen Harmonielehre, Rhythmik, Gehörbildung usw.

betrifft. Nicht zuletzt steigert es das eigene Selbstbewusstsein und lässt

Kollegen/Kolleginnen Vorschläge, die man macht, eher respektieren.

MM: Wie finde ich beim Singen meinen eigenen Stil?

LEEZA NAIL: Auch das ist eine Frage, mit der sich viele umtreiben. Manch

eine*r denkt vielleicht, man dürfe auf gar keinen Fall andere Sänger*innen

kopieren. Aber das halte ich für falsch. Im Gegenteil: Ich rufe gerade zu

Beginn der Gesangsausbildung dazu auf, so oft wie möglich die Lieblings -

sänger*innen zu kopieren und dabei zu versuchen, genauso wie sie zu singen.

Natürlich sollte sich das nicht auf nur ein einziges Vorbild beschränken.

Und ob mit oder ohne Kopieren gilt: so oft wie möglich üben denn

je mehr ich mich generell mit dem Singen beschäftige, umso besser entwickelt

sich meine eigene Stimme, mein eigener Stil. Der bildet sich dann

ganz von allein, als eine Mischung aus meinen Vorbildern, der Musik, die

ich liebe, und meinen eigenen physischen und psychischen Vorausset -

zungen.

Ganz gleich, gegen was Sie sich schützen möchten:

Wir sind seit über 30 Jahren Ihr kompetenter Versicherungspartner

rund um das Thema Entertainment

und Events. Und sogar freundlicher Besuch

aus dem All ist bei uns mitversichert.

MM: Muss ich auch reden/moderieren können?

8


54 MUSIKBUSINESS

LEEZA NAIL: Wenn du live auftreten willst, ja. Wenn

du dich als Sänger*in etablieren willst, an den/die

sich die Leute um deiner selbst willen erinnern, ja.

Als reine*r Studiosänger*in brauchst du das eher

nicht, aber ansonsten … Nochmal: Ja. Ich habe es

nur sehr selten erlebt, dass ein Bandleader einer

Band die komplette Moderation alleine über nom -

men hat. Die meisten Bandleader*innen sind froh

um Un ter stützung oder erwarten sogar von vorneherein,

dass der/die Sänger*in diesen Part selbstverständlich

übernimmt. Und es ist ja auch eine

prima Chance für dich, deinem Publikum näher -

zukommen. Warum solltest du das nicht nutzen?

MM: Was mache ich bei Lampenfieber?

LEEZA NAIL: Lampenfieber ist sicher nicht das

Erste, an das man denkt, wenn man singen will.

Aber manchmal kommen selbst publikumsgewohnte

Sänger*innen an einen Punkt, an dem sie

plötzlich feststellen: „Ui, jetzt habe ich aber ganz

schön Herzklopfen.“ Es kann nicht schaden, für

diesen Fall ein paar Tricks zu kennen, mit denen

man sich den Auftritt zumindest erleichtern kann.

Auch ohne sich vorher was einzuwerfen oder

durch übermäßigen Alkoholkonsum die Konzen -

tration zu verlieren.

MM: Sollte man Kompromisse eingehen zu -

gunsten der Rentabilität?

LEEZA NAIL: Eine Frage, die jeder nur für sich

selbst beantworten kann. Manchmal tut man sich

schwer, Kompromisse einzugehen, Musik zu

machen, die einem so gar nicht zusagt, nur, um

genügend Kohle zu verdienen. Und es kann ein

schaler Geschmack zurückbleiben, wenn man

an irgendeinem Punkt seiner Karriere das Gefühl

hat, nur noch „Dienst nach Vorschrift“ zu machen,

weil man das Geld braucht und weil die „Leute ja

eh nicht wirklich zuhören“. Das kann frustrierend

sein. Andererseits kann es ebenso frustrierend

sein, wenn man aus diesem Grund mit der Musik

ganz aufhört, obwohl sie einem doch eigentlich

so am Herzen liegt. Für die meisten wird es wie

so oft ein Kompromiss sein aus „Dienstleistung

für den Kunden“ und der „Kunst des Singens“.

Daran ist nichts Verwerfliches. Nur eines sollte

dabei nie verloren gehen: der Spaß an der Musik.

»Für die meisten wird es wie so oft

ein Kompromiss sein aus

„Dienstleistung für den Kunden“ und der

„Kunst des Singens“.

Daran ist nichts Verwerfliches.

Nur eines sollte dabei nie verloren gehen:

der Spaß an der Musik.«

MM: Warum ist die Gesundheit so wichtig fürs

Singen?

LEEZA NAIL: Singen ist eine körperlich sehr an -

strengende Leistung. Auch wenn es im besten

Fall nach Leichtigkeit klingt und aussieht. Aber wer

mehrere Abende hintereinander viele Stunden auf

der Bühne steht und alles gibt, kann sich ganz

schön auspowern. Natürlich trainiert jeder Gig

Stim me und Körper, nur sollte man bei aller Eu -

phorie (und allem Stress) aufmerksam bleiben, in

seinen Körper hineinhören, um zu erkennen, wann

es genug, wann Erholung angesagt ist. Und dann

auch dafür sorgen, dass Körper und Psyche zu

dieser Erholung kommen. Es ist viel besser und

WEB: LEEZANAIL.DE

FACEBOOK.COM/LEEZA.NAIL.AUTORIN

erhöht nebenbei die Leistungs fähig keit, wenn man

auf ausreichend Schlaf und Ent spannung, eine

ge sunde Ernährung und Bewe gung und einen

Ausgleich achtet. Das und so oft wie möglich zu

lachen, kann ich jedem nur empfehlen. (Natürlich

auch Nicht-Sänger*innen ;-))

INTERVIEW: OLE SEELENMEYER

FOTOS: © CAROLA SCHMITT

musiker Magazin 4/19 1/20


PRODUKT-NEWS 55

ALESIS STRIKE PRO SPECIAL EDITION E-DRUM-SET

Professionelles E-Drum-Set mit echter Bass-Drum.

ELFTEILIGES PROFI E-DRUM KIT

MIT 20” BASS DRUM UND ÜBER

1800 SOUNDS

Das Alesis Strike Pro Special Edition E-Drum-

Set ist ein High-End E-Drum-Set mit Bass

Drum in Originalgröße und leistungsfähigem

E-Drum-Modul. Neben einer 14“ großen

Dual Zone Snare gibt es vier Tom-Pads, drei

Crash-Cymbals sowie Ride und Hi-Hat . Alle

Trommelkessel des Alesis Strike Pro Special

Edition E-Drum-Set haben realistische Größen

und bestehen aus Holz. Meshheads der neuesten

Generation und vollgummierte Becken -

pads in gehämmerter Optik sorgen für realistisches

Spielgefühl. Das Herzstück des

Alesis Strike Pro Special Edition E-Drum-Set

ist das Performance-Modul: 1800 vorgespeicherte

Sounds in 136 Kits sowie 16 GB

externer Speicherplatz machen das Modul

zum Allrounder für jeden Musikstil. Auch

Backingtracks können auf diesem E-Drum

abgespielt werden. Das farbige LED-Display

in 4,3“ mit Hintergrundbeleuchtung verspricht

intuitive und einfache Bedienung. Die acht

direkten Ausgänge bieten professionelles

Hand ling im Live-Einsatz, so kann jedes Pad

oder ein Playback einzeln in den Mix gesendet

werden. Das robuste Stahl rack mit vier

Beinen sorgt für ein stabiles Alesis Strike

Pro Special Edition E-Drum-Set in jeder

Situation.

HOLZKESSEL IN REALISTISCHEN

GRÖSSEN: STRIKE PRO

SPECIAL EDITION MIT 20“ BASS DRUM

Die Hybridholz-Kessel der Snare und der

Toms haben die Standardgrößen akustischer

Schlagzeuge (8“, 10“, 12“, 14“) , somit erhält

man ein realistisches Spielgefühl. Dieses wird

durch die innovativen Mesh heads und das

Enhanced Articulation System verstärkt. Die

gummierten Cymbal-Pads haben eine ge -

hämmerte Oberfläche und verfügen natürlich

über eine Choke-Funktion. Mit drei Crash-

Cymbals, einem Ride und einer Hi-Hat in

Stan dardgröße bieten sich dem Drummer

viele Möglichkeiten, das eigene Spiel perfekt

umzusetzen. Das Highlight bildet die 20“

große Bass Drum, die perfekten Rebound

und perfektioniertes Gefühl bietet. Auch das

optische Bild wird dadurch erheblich aufgewertet,

wenn es beispielsweise um das Büh -

nen bild geht.

VIELSEITIGER SOUND FÜR PROFIS:

ALESIS-STRIKE-PERFORMANCE-MODUL

Über 1800 vorgespeicherte Sounds (bestehend

aus 45 000 Einzelsamples) in 136 Kits

stehen von Beginn an auf dem Modul zur

Verfügung. Zusätzlich ist eine 16-GB-SD-Card

mit dabei, mit der sich beliebige WAV-Dateien

sampeln lassen. Es stehen USB/MIDI-An -

schlüsse für die Nutzung mit Musik produk -

tions software und dem neuen Strike-

Software Editor zur Verfügung. Mit diesem

Editor können Drummer ihre eigenen Samples

in In strumente mit mehrfachen Anschlag -

stärken schichten und einbauen, sich so

ein individuelles Drum Kit zusammenstellen,

welches dann per USB auf das Modul

übertragen wird. Dank des farbigen 4,3“-

LED-Displays bietet das Alesis Strike eine

intuitive Be dienstruktur und verbesserte

Übersicht.

www.musicstore.de

RODE NT-USB-MINI

Die moderne Komplettlösung für Streaming & Heimstudio

Das Rode NT-USB-mini ist ein kompaktes, modernes USB-

Mikro fon in stabiler, schwerer Ausführung mit hervorragenden

klanglichen Eigenschaften. Vollkommen neuartig ist der magnetische

Tischfuß, auf den das NT-USB-mini einfach aufgesteckt

und ohne Schrauben oder Drehen ausgerichtet werden kann,

möchte man es nicht an einem Schwenkarm oder Stativ befestigen.

Das Mikrofon ist außerdem mit einem latenzfreien Kopf -

hörerausgang mit Lautstärkeregler und exzellenten Digital wandlern

ausgestattet.

Es eignet sich somit vorzüglich für alle Anwender, die eine un -

komplizierte Komplettlösung mit tollem Klang suchen, z. B. Streamer,

YouTuber oder Podcaster, kann aber auch für die Aufnahme von

Gesang oder akustischen Instrumenten verwendet werden. Das

NT-USB-mini ist Class Compliant, kann also ohne zusätzliche

Treiber installation verwendet werden und wird von Ihrem

Computer automatisch erkannt.

Weitere Informationen: www.musicstore.de

RODE NT-USB-MINI ÜBERSICHT:

• hochwertige Kondensatorkapsel

• Richtcharakteristik: Niere

• integrierter Popschutz

• Grenzschalldruckpegel: 121 dBA-bewertet (@ 1% THD)

• Frequenzgang: 20 Hz 20 kHz

• eingebautes 24bit/48kHz-Audio-Interface mit USB-C-An -

schluss

• Class Compliant wird sofort vom Rechner erkannt

• Kopfhörerausgang: 3,5-mm-Stereoklinke mit Lautstärke regler

• schaltbares Direkt-Monitoring für latenzfreies Mikrofon signal

• Systemvoraussetzung: Windows 10/Mac OS 10.12

• Stromversorgung über USB

• schwenkbares Stahlgehäuse mit mattschwarzer Be -

schichtung

• dank Gabelhalterung perfekt positionierbar

• bequem abnehmbarer magnetischer Tischsockel

• Maße (BxTxH): 54,5 x 43,9 x 108,1 mm

• Maße Tischsockel (Durchmesser x Höhe): 89,3 mm x 32,4 mm

• Gewicht: 585 g

• inkl. USB-C- auf USB-A-Kabel

4/19 1/20 musiker Magazin


56 PRODUKT-NEWS

JOST NICKEL

SNARE BOOK

In Jost Nickels neuestem Werk SNARE BOOK

dreht sich alles um die kleine Trommel. Auf

124 Seiten bietet er dem Leser eine Fülle ver -

schiedener, variantenreicher Snare-Übun gen

zur Verbesserung der Spieltechnik und des

generellen Rhythmus-Verständnisses. „Ich

übe gerne, mag aber keine Übungen, bei

denen ich ständig das Gleiche spielen soll“,

sagt Jost. „Dann schweife ich gedanklich

ab und kann mich aufgrund der mangelnden

Variationen kaum dazu motivieren, weiter zu

üben. Natur lich ist Üben Wiederholung, aber

ich will mich auch nicht langweilen.“

In gewohnt strukturierter Form präsentiert

Jost Übungskonzepte in verschiedenen Takt -

arten und Subdivisions zur systematischen

Verbesserung rhythmischer Flexibilität und

motorischer Unab hängigkeit sowie besserer

Spielkontrolle über Tempowechsel, die den

rhythmischen Über blick stärken und dazu

beitragen, dass die Übungen in diesem Buch

spannend und ab wechslungsreich bleiben.

„Mein SNARE BOOK ist definitiv KEIN typisches

Rudiments-Buch“, fügt Jost hinzu.

„Ich bin mir sicher, dass der Varianten reich -

tum der Übungen in diesem Buch dazu beiträgt,

dass du dich gut konzentrieren kannst

und so Spaß beim Üben hast. Das macht es

leichter, Übungen so oft zu spielen, wie es

für das Weiter kommen erforderlich ist.“ Ge -

genstand des ersten Kapitels ist eine Viel -

zahl verschiedener Warm-up-Übungen, bei

denen beispielsweise be kannte Hand sätze

mit für diese Handsätze ungewöhnlichen

Akzentuie rungen, Subdivisions und Takt arten

kombiniert werden.

Zusätzlich findet man Ostinato-Übungen, die

die Unabhängigkeit verbessern, und Inter -

locking-Übungen für eine bessere Koordina -

tion. Klare Konzepte prägen den zweiten Teil

des Buches, in dem Jost Schritt für Schritt

durch Übungen zu Double-Stroke Rolls,

Flams, Multiple Strokes, Ruffs, Inverted

Double-Stroke Rolls, Paradiddles u. a. führt.

Sie versetzen den Nutzer in die Lage, sich

seine eigenen Übungen auszudenken, indem

er die Herangehensweise beibehält, aber

den Inhalt ändert.

Jost Nickels SNARE BOOK ist auch ideal

zum Üben unterwegs auf dem Drum Pad.

Die 12-seitige Beilage mit Lesetexten macht

das Paket komplett. Spannend!

Weitere Informationen:

www.alfredmusic.de

Buch & Lesetexte (Beilage) | ISBN-13: 978-3-947998-11-1 | 21,95 Euro | DIN A4, 124 Seiten | 20279G

Auch als englische Ausgabe erhältlich: book & reading texts | ISBN-13: 978-3-947998-12-8 | 21,95 Euro | DIN A4, 124 Seiten | 20279US

A STAR IS BORN

Music from the Original Motion Picture Soundtrack

A STAR IS BORN

ORIGINAL SONGBOOK FOR PIANO / VOCAL / GUITAR

„A Star is Born“ ist eine Neuverfilmung des

gleichnamigen Film klassikers aus dem Jahr

1937 (A Star is Born Ein Stern geht auf).

Der Musikfilm aus dem Jahr 2018 von

Bradley Cooper erzählt die Geschichte um

den Country-Star Jackson Maine (Bradley

Cooper) und die talentierte junge Frau Ally

(Lady Gaga), die mit Jacksons Hilfe zum Star

wird.

Die Geschichte ist nicht nur einfühlsam und

intim erzählt und durch die beiden Haupt -

dar steller be eindruckend und überzeugend

gespielt; der Film besticht insbesondere durch

seinen vielseitigen, einzigartigen und teilweise

sehr emotionalen Sound track, der von

Lady Gaga und Bradley Cooper live eingesungen

wurde.

Die Piano/Vocal/Guitar-Noten zur Hit-Single

„Shallow“ und zum gesamten Soundtrack

sind nun bei Alfred Music erhältlich.

Das Piano/Vocal/Guitar-Songbook zu dem erfolgreichen Musikfilm

mit Lady Gaga und Bradley Cooper aus dem Jahr 2018. Beinhaltet

die bewegenden und vielseiteigen Songs aus der dritten

Neuverfilmung des Films inkl. der Hit-Single „Shallow“. Inkl.

Originalfotos und Film-Artwork.

Titles: Black Eyes * La Vie en Rose * Maybe It’s Time * Alibi *

Shallow * Music To My Eyes * Diggin’ My Grave * Always

Remember Us This Way * Look What I Found * Heal Me * I Don’t

Know What Love Is * Is That Alright? * Why Did You Do That? * Hair

Body Face * Before I Cry * Too Far Gone * I’ll Never Love Again.

Songbook; 47776; ISBN 13: 9781470641535; 29,95 €

SHALLOW

ORIGINAL SHEET MUSIC FOR

PIANO / VOCAL / GUITAR

Sheet Music; 47825;

ISBN 13: 9781470641528; 5,95 €

Weitere Informationen:

www.alfredmusic.de

musiker Magazin 4/19 1/20


PRODUKT-NEWS 57

DANTE-AUDIOWANDLER

VON TASCAM

UNTERSTÜTZEN JETZT

DEN SMPTE-STANDARD ST 2110

STARK VERBESSERTER WINDOWS-TREIBER

FÜR EINE REIHE VON TASCAM-AUDIOINTERFACES

Tascam hat neue Windows-Treiber der Version 4.0 für sechs

seiner USB-Audiointerfaces entwickelt, die es Benutzern

er möglichen, die Rechenleistung eines modernen Com puters

voll auszunutzen und Musikproduktions umge bungen mit

extrem kurzer Latenzzeit zu realisieren. Mit den neuen

Treibern lässt sich die Audiopuffergröße eines US-20x20,

US-16x08, US-4x4, US-2x2, US-1x2 und iXR jetzt bereits

auf einen Wert ab vier Samples einstellen (64 Samples in

früheren Versionen). Entsprechende Rechenpower vorausgesetzt,

ist die resultierende Latenz eines solchen Systems

praktisch nicht mehr wahrnehmbar und ideal beispielsweise

für präzise synchronisierte Overdubs.

Als weitere Verbesserungen nennt Tascam eine höhere Ge -

samt stabilität, eine optimierte Darstellung des Software-

Fensters je nach Bildschirmauflösung und eine neue Ein -

stel lung für US-4x4, US-2x2 und US-1x2, durch die der

Computer das Interface immer automatisch als Standard -

gerät für die Audioeingabe und -ausgabe verwendet.

Weitere Informationen: www.tascam.de

Passend zur Installations-Messe ISE erweitert Tascam drei

bestehende Produkte per Firmware-Update um den SMPTE-

Standard ST 2110, der das separate Kodieren und Übertragen

von Medienströmen über ein IP-Netzwerk ermöglicht. Die

Dante-Audiowandler ML-16D, ML-32D und die Erweite rungs -

karte IF-DA64 für den 64-Spur-Recorder DA-6400 sollen

damit in der Lage sein, lineare PCM-Audiosignale entsprechend

ST 2110-30 in den IP-Datenstrom einzubinden.

Tascam weist darauf hin, dass die neue Funktionalität nur

in Verbindung mit einem aktuellen Dante Domain Manager

(Version 1.1 oder höher) nutzbar ist.

ST 2110 wurde entwickelt, um die Rechen- und Netz werk -

auslastung der Geräte zu verringern und Nutzern die Mög -

lich keit zu geben, dem Stream nur den für sie relevanten

Teil der Paketdaten zu entnehmen. Darüber hinaus ist der

Standard AES67-verträglich und ermöglicht die hochpräzise

Synchronisierung der einzelnen Medienströme per Precision

Time Protocol.

Weitere Informationen: www.tascam.de

INTEGRIERTE PRODUKTIONSUMGEBUNG FÜR MUSIK- UND

MULTIMEDIADESIGNER

Tascam Model 12 ist ein kompaktes Komplettpaket für Ton -

mischung, Aufnahme und Produktion speziell für Musiker,

Multimedia-Schaffende, Songwriter und Solokünstler. Es

besteht aus einem Mischer mit zehn Eingängen, 12-Spur-

Audiorecorder, USB-Audio-Interface, MIDI-Schnittstelle, DAW-

Steuerfunktionen und einzigartigen Podcasting-Funktionen

wie Mix-Minus und Smartphone-Eingang.

Das platzsparende und erschwingliche Model 12 vereint

das Gefühl einer analogen Oberfläche mit dem effizienten

Workflow und der makellosen Qualität digitaler Aufnahmeund

Produktionssysteme und unterstützt Ihren kreativen

Prozess von Anfang bis Ende.

Weitere Informationen: www.tascam.de

4/19 1/20 musiker Magazin


58 PRODUKT-NEWS

TOM SCHÄFER

DRUM GROOVES DER POPKULTUR 138 GROOVES 110 DRUMMER

Die DNA des modernen Schlagzeugspiels seit Erfindung des Backbeats.

Eine Zeitreise durch die Groove-Jahrzehnte von den 50ern bis heute. Von Afro-Beat bis Swag.

„Drum Grooves der Popkultur“ ist eine Hommage an die

wunderbare Welt des Schlagzeugspiels, die mit den Drum-

Monstern der 1940er-Jahre Fahrt aufnahm und durch die

inspirative Popkultur kreative Höchstleistungen entwickelte.

Schlagzeuger brennen für Grooves, denen eine besondere

Magie innewohnt. Dabei kann Magie auf vielfältige Weise

entstehen. Sei es durch spielerische Komplexität, durch ein

bewundernswertes Feel, durch Ideenreichtum, durch spannende

rhythmische Architekturen oder eine bestimmte

Ästhetik. Wie unterschiedlich die Faszination eines Drum -

grooves auch ausgeprägt sein mag jeder Groove geht

immer auf seine kreative Kernidee zurück. Es ist die eigentliche

Urzelle die DNA. Und diese kommt häufig in nur

wenigen Takten als essentieller Baustein zum Ausdruck.

Auch wenn eine Notation niemals das Feel des Augenblicks

einfangen kann, so bietet sie dennoch Zugang zu jenen

berauschenden Errungenschaften, die als Drumgrooves der

Popkultur in diesem Buch zu einem Gipfeltreffen zusammenfinden.

Der kreative Drang des Schlagzeugspiels nährt sich aus der

Inspiration und teilt damit das Kapital der Vergangenheit.

Insofern richtet das Buch den Blick genauso auf die heutige

Groove-Kultur wie auf die Zeit der Pioniere, die in den 30erund

40er-Jahren den Grundstein des modernen Schlag -

zeugspiels legten. Ohne den Jazz und ohne Drum-Monster

wie Buddy Rich, Gene Krupa oder Louie Bellson wäre die

Entwicklung womöglich komplett anders verlaufen.

Vielleicht hätte Heavy Metal nie stattgefunden. Denn Metal

ist komplett das Gegenteil von Jazz. Und ohne Referenz

lässt sich kein Gegenteil entwickeln.

Die Auswahl der Grooves im Buch basiert auf jenen in der

„Drummers World“ häufig zitierten Schlagzeugern und ihren

einflussreichen Spielarten. Auch Drum-historische Re cher -

chen haben Einfluss auf die Auswahl genommen und die

Bedeutung eines Schlagzeug-Grooves im Kontext der Zeit

hat eine Rolle gespielt. Insofern findet der intelligente Mini -

ma lismus hier genauso statt wie das komplett ausgehexte

Double-Bassdrum-Play. Anders gesagt: „Da Da Da“ ist im

Kontext der Schlagzeug-Pop-Historie genauso bedeutsam

wie „Sound Of Muzak“, „Radar Love“, „Bleed“ oder „In The

Air Tonight“.

Hier begegnen sich Grooves, die sich unabhängig von jeglichen

Styles und Genres im kreativen Raum bewegen und

doch eines gemeinsam haben: Es sind Zeitdokumente, die auf

ihre ureigene Weise die Strömungen der Popkultur spiegeln

und als „Alltime Classics“ eine prägende Rolle einnehmen.

Eine vollständige Liste an Iconic-Grooves kann es natürlich

nicht geben. Denn jeder wird seine eigenen bedeutenden

Favourites haben, die zu den Groovetracks des Lebens zählen.

Diese facettenreiche Werkschau ermöglicht inspirative Ent -

deckungen genauso wie das Aufstöbern längst vergessener

Grooves sowie die Begegnung mit überraschend Neuem

oder ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Die Liste der Drumgrooves folgt einer chronologischen Time -

line. Insofern sind die Grooves entsprechend dem Zeit punkt

ihrer Entstehung bzw. Veröffentlichung sortiert. Auf diese

Weise lassen sich Strömungen und Entwicklungen erkennen,

die in der Pionierzeit noch von relativ linearer Gestalt waren,

aber spätestens seit den 1970er-Jahren eine sich exponentiell

ausbreitende Mehrdimensionalität erreichten.

Zudem lassen sich zwischen den Zeilen auch manche in -

spirative Quellen entdecken, derer sich Drummer immer

schon gerne bedient haben und die Entstehung mancher

Drumgrooves erklärbar machen.

Das Buch versteht sich als Werkschau in einer zeitchronologischen

Dramaturgie, die für eine praxisbezogene An -

wendung (z. B. im Unterricht) aber nicht bindend sein muss.

Denn die Alltime Classic Drumgrooves sind einzelne und in

sich geschlossene Kapitel, denen man sich je nach Inte -

ressen s lage und Wissensdurst widmen kann. Anders gesagt:

Man schlägt zufällig eine Seite auf und wird (hoffentlich)

immer auf einen Goldfund stoßen.

Die abgebildeten Grooves beziehen sich auf die Kernideen

der Drumtracks, die in ein-, zwei- oder viertaktigen Noten -

darstellungen erfasst sind. Jene Groove-Pattern können als

„geloopte“ Sequenzen gespielt werden und dienen als

Inspirationsquelle für das eigene Repertoire.

Einige Grooves zeigen verknüpfte Drum-Fills, die entweder

ein Bestandteil des Patterns sind oder als wichtiger Indi -

kator die schöpferische Idee mitprägen. In diesem Fall sei

jedem die Freiheit gegönnt, das Fill zu isolieren und separat

zu spielen oder es im Kontext des gesamten Patterns zu

belassen.

Über die jeweiligen QR-Codes können Video- bzw. Audio -

tracks angewählt werden, um die Hördimension als weitere

Kraftquelle hinzuzuziehen.

Auch die Notationen wenn nicht anders erklärt beziehen

sich auf die Audio/Video-Links.

Viel Groove also bei dieser Reise durch 60 Jahre Drum -

grooves der Popkultur und damit eine tolle Ergänzung zum

Unterricht.

Tom Schäfer arbeitet freiberuflich

als Autor, Fotograf

und Musiker mit Schwer -

punkt Percussion & Schlag -

zeug. In den 1980er- und

1990er-Jahren tourte er mit

Pop-, Electronic- und World -

music-Projekten durch Euro -

pa. Als Mitbegründer und

kreativer Kopf des Percus -

sion-Performance-Projekts

„Om Buschman“ spielte er

Hun derte von Shows im In- und Ausland. In vielen Episoden

begleitete er das Ambient-Music-Bandkollektiv Papalagi

und war Teil des Projekts Deep Blue, mit dem er die Live-

Musik für den Dokumentarfilm auf kino-event-reisen entwickelte.

Als Live- und Studio-Drummer der Band Farfarello ist er

u. a. auf den CDs „Live It“, „Traumzeit“ sowie auf dem von

Eroc produzierten Album „Movements“ zu hören.

Neben zahlreichen Percussiontracks für Studiopro duk tionen

hat Tom Schäfer in seiner Laufbahn über 1000 Konzerte

gespielt neben den oben erwähnten Künstlern u. a. auch

mit Ray Wilson, Fidibus sowie dem internationalen

Percussion-Star Nippy Noya. Er ist Autor des Fachbuchs

„Hand- & Effect-Percussion“ und Produzent der DVD „Die

Welt der Small Percussion“.

Weiterhin ist er verantwortlich für die Percussion-Sounds

der „Real Mega Drums“ Sample-Library. Zudem gastiert er

regelmäßig als Workshop-Dozent bei Drum- und Percussion-

Events. Zu seinen weiteren Arbeitsfeldern gehören die Foto -

grafie und die Entwicklung von Percussion-In stru menten

für internationale Hersteller.

Seit 1988 ist Tom Schäfer Redakteur des Schlagzeug-

Magazins „Sticks“. mit seiner über 30-jährigen Erfahrung

als Autor und Fotograf portraitierte er die Größen der internationalen

Drummer-Szene. Durch viele persönliche Kon -

takte zu den Stars hatte er das Privileg investigativer Ge -

spräche zum Thema Groove- und Popkultur des Schlag -

zeugspiels.

ISBN 978-3-89775-181-1; 29,80 Euro

192 Farbseiten, 138 Grooves, 110 Drummer, 242 Fotos,

148 Notenbeispiele

Weitere Informationen: www.leu-verlag.de

musiker Magazin 4/19 1/20


PRODUKT-NEWS 59

40 JAHRE MUSIKMESSE: PFLICHTTERMIN FÜR ALLE MUSIKER!

Bereits seit 1980 ist die Musikmesse in Frankfurt am Main

ein wichtiger Partner der internationalen Musikwirtschaft.

Zum 40. Geburtstag (1. bis 4. April) präsentiert die Ver -

anstaltung die Neuheiten hunderter Aussteller sowie ein

randvolles Eventprogramm voller Business, Emotion und

Inspiration. Während an den ersten beiden Tagen der professionelle

Austausch zwischen Unternehmen, Händlern,

Lehrer*innen und Berufsmusikern im Vordergrund steht,

öffnet sich die Musikmesse am Freitag und Samstag verstärkt

der breiten Musikszene.

Unzählige hochkarätige Künstler geben in Workshops und

Masterclasses ihr Wissen am Instrument weiter: darunter

Gitarrenhelden wie Richie Faulkner (Judas Priest), Gus G.

(Ozzy Osbourne) und Jennifer Batten (u.a. Michael Jackson),

Top-Drummer wie Ash Soan (u.a. Adèle, Cher, Seal), Brian

Tichy (Whitesnake) und John Riley (u.a. Miles Davis, Woody

Herman) sowie Deep-Purple-Keyboarder Don Airey.

Während der Publikumstage am Freitag und Samstag geht

zusätzlich der Pop-up-Erlebnismarkt „Musikmesse Plaza“

in seine zweite Runde. Hier kann jedermann Instrumente

sowie Lifestyle-Produkte antesten und sogar direkt kaufen.

In diesem Rahmen feiert zudem das neue Community Event

„Home of Drums“ seine Premiere. Die Veranstaltung vereint

Produktpräsentation bekannter Marken wie DW, Gretsch,

Natal, Pearl, Roland und Zildjan mit Wissensvermittlung und

Live-Performances.

Abends bebt ganz Frankfurt bei den Konzerten des „Musik-

messe Festival“. Direkt auf dem Messegelände performen

unter anderem Top-Artists wie Freya Ridings, Max Herre und

Moop Mama.

Infos zu Tickets und Programm unter

www.musikmesse.com; www.musikmesse-plaza.com;

www.musikmesse-festival.com

4-FACH-GITARRENSTÄNDER »GUARDIAN 3+1«

17534-016-00 schwarz mit transluzenten Elementen

Hochwertiger Mehrfachgitarrenständer für eine Akustik- und

3 E-Gitarren. Der Guardian hält die verschiedensten Gitar -

ren sicher, platzsparend und übersichtlich für den Mu siker

bereit. Speziell abgestimmte und dämpfende Auflagen sorgen

für einen sicheren und instrumentenschonenden Halt

der Gitarren. Die flexiblen Schutzbügel verhindern ein Ver -

drehen der Gitarre und schützen sie beim Abstellen oder

Herausnehmen vor einem unbeabsichtigten Anschlagen.

Die weichen Auflagepads aus hochwertigem thermoplastischen

Elastomers haben dämpfende Eigenschaften. Dadurch

nehmen sie das Eigengewicht der Gitarre schonend auf

und verhindern Beschädigungen am Instrument. Für den

Transport kann der Guardian dank eines innovativen Klapp -

mechanismus angenehm getragen und sogar aufrecht ab -

gestellt werden. Hochflexible Anlagearme mit integrierten

Plektren-Haltern ermöglichen das schonende Einstellen

der Gi tar ren und gewährleisten zudem „freiliegende“ Saiten.

Durch seine schlanke Bauweise kann der Guardian auch

sehr platzsparend direkt vor einer Wand positioniert werden.

Die transluzenten Elemente verhindern zudem Ver fär -

bungen vom Ständer zu Gitarren mit Nitrolack-Lackierung.

Aufstellmaß: 626 x 335 mm

Größe zusammengelegt: 626 x 670 x 173 mm

Höhe: 700 mm | Gewicht: 3,7 kg

EAN: 4016842829552

Weitere Informationen: www.k-m.de

4/19 1/20 musiker Magazin


60 PRODUKT-NEWS

SHURE STARTET KAMPAGNE

MIT ADAM LEVINE ZUR EINFÜHRUNG

DER NEUEN AONIC-SERIE

MIT KABELLOSEN KOPFHÖRERN

MIT NOISE CANCELLING

UND TRUE-WIRELESS-OHRHÖRERN

Shure, ein weltweit führender Hersteller von Audio equipment,

der die Branche seit über 90 Jahren maßgeblich prägt, gab

auf der CES bekannt, dass Adam Levine das Gesicht der

Kampagne zur Einführung einer neuen Serie von kabellosen

Kopfhörern mit Noise Cancelling und True-Wireless-Ohrhörern

wird. Levine kooperiert bereits seit über zehn Jah ren mit Shure

und wird nun Teil der Werbekampagne des Unternehmens zur

Einführung neuer Produkte im Frühling 2020.

Die neuen kabellosen Kopfhörer mit Noise Cancelling und

die True-Wireless-Ohrhörer ergänzen das bisherige Shure-

Portfolio hochwertiger Ohr- und Kopfhörer für den Con sumer-

Bereich.

„Die größten Legenden der Musikgeschichte Elvis, die

Beatles, Jimi Hendrix, Aretha Franklin und viele weitere

haben im Studio und auf den bedeutendsten Bühnen dieser

Welt auf Mikrofone und Equipment von Shure vertraut“,

sagte Eduardo Valdes, Senior Director of Global Marketing

for Musician and Consumer Audio bei Shure. „Jetzt können

Musikliebhaber auf der ganzen Welt diese herausragende

Audioqualität erleben jederzeit und überall.”

Zu den neuen Produkten gehören unter anderem die kabellosen

AONIC 50 Kopfhörer mit Noise Cancelling, die in jeder

Hinsicht besonderen Komfort bieten. Das Shure-Portfolio

umfasst Kopfhörer für die Musikindustrie, die von Audio-

Profis den ganzen Tag getragen werden die Entwicklung

komfortabler, hochwertiger Kopfhörer mit 20 Stunden Akku -

laufzeit ist also sozusagen Teil der DNA des Unternehmens.

Zur neuen Serie gehören zudem die AONIC 215 True

Wireless Sound Isolating Ohrhörer, die mit der gleichen

Technologie ausgestattet sind, die Shure für das In-Ear-

Monitoring auf der Bühne einsetzt. Diese Ohrhörer bieten

bei bis zu acht Stunden Akkulaufzeit und drei zusätzlichen

Vollladungen über die Ladebox eine herausragende Klang -

qualität sowie einmaligen Komfort mit sicherem Halt für ein

ungestörtes, erstklassiges Hörerlebnis.

Die AONIC-Serie basiert auf jahrzehntelanger Studio er -

fahrung und überzeugt mit ihrer hochwertigen Ausführung

und professionellen Features selbst die anspruchsvollsten

Hörer. Shure AONIC Ohr- und Kopfhörer garantieren Musik -

liebhabern und Musikern ein erstklassiges Hörerlebnis ob

im Zug, im Fitnessstudio oder zu Hause.

Um mit der AONIC-Serie die gewohnte Shure-Audioqualität

zu erzielen, legten die Entwickler besonderen Wert auf eine

präzise Unterdrückung der Umgebungsgeräusche ohne Be -

einträchtigung der Klangeigenschaften. Die neuesten Blue -

tooth®-Technologien und -Codecs sorgen dafür, dass die

Hörer die legendäre Shure-Klangqualität auch kabellos er -

leben können.

Mit ihrem herausragenden Tragekomfort und der erstklassigen,

robusten Konstruktion mit Liebe zum Detail setzt die

AONIC-Serie neue Maßstäbe für kabellose Ohr- und Kopf -

hörer. Hervorragender Klang und einmalige Features garantieren

das perfekte Hörerlebnis:

• Akkulaufzeit Mit nur einer Ladung rund um den

Globus fliegen

• Anpassbares Noise Cancelling Für ungestörten

Hörgenuss

• Environment Mode Mit der speziell entwickelten,

kostenlosen ShurePlus PLAY App für iOS und Android

lässt sich der Anteil der Umgebungs geräusche beliebig

anpassen

CES-Besucher können die neuen Ohr- und Kopfhörer in einer

realistischen Umgebung am Shure-Messestand (#20200)

vorab live erleben. Für jede AONIC-Demo auf der Messe

spendet Shure einen Betrag an Save The Music, eine gemein -

nützige Organisation, die Kindern, Schulen und Gemein den

hilft, durch Musizieren ihr volles Potenzial zu entwickeln.

Alle Besucher, die an einer Produktpräsentation teilnehmen,

haben die Chance, ein Paar Kopfhörer, Ohr hörer oder

VIP-Tickets für das Lollapalooza 2020 in der Shure-Heimat -

stadt Chicago zu gewinnen. Um über die Kampagne mit

Adam Levine und die neuen Produkte auf dem Laufenden

zu bleiben, können sich Fans auf www.shure.com/AONIC

registrieren.

Weitere Informationen: www.shure.de

musiker Magazin 4/19 1/20


PRODUKT-NEWS 61

AKAI MPC ONE

Sampling Workstation

Die Akai MPC One ist eine professionelle Standalone Sampling Workstation mit einem 7-

Zoll-Vollfarb-Multi-Touch-Display und läuft ohne Computeranbindung. Sie besitzt den

bekannten Workflow der MPC-Reihe und gibt sich mit ihren Funktionen und Features

betont ergebnisorientiert. Mit ihren richtungsweisenden Performance-Möglichkeiten

zusammen mit der nahtlos integrierten MPC-Software wird sie dadurch zum bisher zentralen

Tool auf der Bühne und im Studio.

KONTROLLE IN HOCHAUFLÖSUNG

Aus dem Herzen der Akai MPC One strahlt ein 7-Zoll-

Vollfarb-Multi-Touch-Display. Die Editierung von MIDI-

Events, das Hinzufügen von Effekten, Editieren von Step-

Sequenzen, Arrangieren, Sampeln und vieles mehr gelingt

so auf intuitive Weise.

MPC ONE & MODULARSYSTEME

Acht frei konfigurierbare CV/Gate-Ausgänge ermöglichen

die Verbindung zwischen der Akai MPC One und einem

Modularsystem. Auch andere Synthesizer, die über CV/ -

Gate-Ausgänge verfügen, können auf diese Weise von der

MPC One gesteuert werden.

PLUGIN-SYNTHESIZER

Die Akai MPC One beinhaltet die drei leistungsstarken PlugIn-

Synthesizer TUBESYNTH, BASSLINE und ELECTRIC, die als

vollwertige Instrumente ohne eine notwendige Com puter -

anbindung genutzt werden können:

TUBESYNTH

TubeSynth emuliert den Sound klassischer analoger

Polysynths, kombiniert mit 5 integrierten AIR-Effekten. Der

Synthesizer enthält alle wichtigen Parameter sehr detailreich

in einer speziellen grafischen Benutzeroberfläche auf

den Touch-Displays der MPC Live und MPC X. Tube Synth

wurde von AIR Music Tech entwickelt und basiert auf der

gleichen Analog-Modeling-Technologie, die schon im be -

kannten Plugin-Synthesizer Vacuum Pro zu finden ist. Das

Layout wurde so angepasst, dass eine bequeme Steuerung

über die MPC-Q-Links gewährleistet ist.

Tube synth ist ausgestattet mit einer umfangreichen Samm -

lung an Preset-Sounds inklusive breit schwebenden Pad-

Sounds, harten Plucks, vibrierenden Bässen und ausdrucksstarken

Lead-Sounds.

BASSLINE

AIR Bassline emuliert den Sound von klassischen Vintage-

Mono-Synthesizern.

Zudem sind 4 AIR-Effekte und 2 Distortion-Algorithmen

enthalten.

ELECTRIC

AIR Electric emuliert den Sound klassischer E-Pianos.

BELEUCHTETE PADS

Über die anschlagdynamischen Pads werden die Noten in

den Sequenzer der Akai MPC One eingespielt und die

Sounds getriggert. Für eine noch bessere Übersicht sind

die Pads in RGB-Farben hintergrundbeleuchtet.

SPEICHERUMFANG DER AKAI MPC ONE

Die Akai MPC One bietet eine interne Speicherkapazität

von 2 GB; es sind bereits 2 GB Sample Content enthalten!

Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt 2GB RAM. Weitere

Samples können auf einer SD-Karte abgelegt werden

(Medium nicht im Lieferumfang enthalten). Als weitere

Schnittstellen sind zwei USB-2.0-Slots für externe Fest -

platten oder die Verbindung mit MIDI-Controllern vorhanden.

AKAI MPC ONE IM ÜBERBLICK:

• Standalone MPC funktioniert ohne Compute ran bin -

dung

• Hochauflösendes 7-Zoll-Multi-Touch-Display

• 16 anschlagdynamische Pads

• Stereo Line Ein- und Ausgänge

• Acht frei konfigurierbare CV/Gate-Ausgänge (via vier

TRS-Buchsen)

• vier Q-Link-Regler, vierfach umschaltbar

• 2 GB interner Speicher (2 GB Sound Content inklusive)

• 2 GB RAM

• SD Karten Slot

• zwei USB-2.0-Anschlüsse für externe Festplatten

oder für die Verbindung mit MIDI-Controllern

Artikel: SYN0007366-000

Weitere Informationen: www.musicstore.de

4/19 1/20 musiker Magazin


62 REZENSIONEN

GHOSTHER

»Through Fire«

Gut fünf Jahre nach Bandgründung treten die vier Nordrhein-

Westfalen von GHOSTHER mit ihrem ersten Langspieler

„Through Fire“ auf die Bildfläche der deutschen Metal-Szene.

Optisch und haptisch macht das über Rough Trade und

Noizegate erschienene Album bereits einiges her: Ein aufwendig

und liebevoll gestaltetes Artwork trifft auf ein hochwertig

produziertes Digipak das wünscht man sich häufiger

von Undergroundbands erster Pluspunkt an dieser Stelle für

die Band. Doch können GHOSTHER auch musikalisch überzeugen?

Klare Antwort: Ja, sie können. Reihenweise tanzbare

Alternative-Metal-Songs im oberen Midtempo-Bereich werden

hier geliefert, die man sich sogleich auf den Dancefloors der

hiesigen Rock-Clubs vorstellen kann. Kraftvolle Riffs treffen

hier auf simples, aber effektives Drumming, das die Melo die -

bögen perfekt unterstützt. Vergoldet wird das alles von

Sängerin Jennys Stimme, die die Songs je nach Gesangs stil

mal in melancholische, freudige oder wütende Rich tun gen

lenkt. Musikalisch sind die zehn Songs vor allem Fans von

offensichtlichen Vergleichsbands wie Paramore oder

Halestorm zu empfehlen. Allerdings hört der aufmerksame

Hörer stellenweise starke Anleihen an die Architects, frühe

Nickelback oder Alter Bridge heraus. Generell atmet „Through

Fire“ eher den Geist der späten 90er und frühen 2000er,

moderne Sound-Elemente bringen die Musik aber immer

wieder ins Hier und Jetzt zurück. Empfehlenswert.

www.ghosther.com

P.S.

ALL OUR FRIENDS ARE DEAD

»See You Soon«

„Musik aus der Zeit, als man noch Haare trug“ ist das Motto

der sieben Mitglieder von ALL OUR FRIENDS ARE DEAD.

Klingt erst einmal komisch und das ist es tatsächlich auch,

abgesehen davon, dass wie so oft mindestens ein Quänt -

chen Wahrheit drinsteckt. Denn einerseits hat sich die Band

auf das Neuinterpretieren von wahren Klassikern der Popund

Rockgeschichte spezialisiert, andererseits tut sie dies

mit einer Leichtigkeit und Fröhlichkeit, die eine dauerhafte

gute Laune während des Hörvorgangs entstehen lässt. Wie

die Band ihre aufwendigen Arrangements so bekannter

Songs wie „How Sweet It Is“ (Marvin Gaye), „I’m Not In Love“

(10cc) oder „Here Comes The Sun“ (Beatles) umsetzt und

präsentiert, zeigt einmal mehr die der Musik ganz eigene

und spezielle innewohnende Art von Humoristik. Verspielte

Klaviere und Gitarren treffen auf fröhlichen Gesang, leichte

Schlagzeug-Rhythmen und süffisante Background-Chöre.

Zehn Cover-Versionen werden präsentiert, die einerseits darauf

schließen lassen, was für eine hervorragende und ein -

gespielte Band hier zusammen agiert, und andererseits die

Neugierde darauf wecken, wie die Band wohl mit Eigen -

kompositionen klingen mag. Für weitstirnige Kenner der

Pophistorie ist „Sell Your Soul“ in jedem Fall ein Leckerbissen.

allourfriendsaredead.de

P.S.

LUCA VASTA

»Stella«

Mit „Stella“ hat Luca Vasta ein Popjuwel erschaffen, das

alle Facetten des Genres schimmernd aufgreift und widerspiegelt.

Träumerische Melodien geben dynamischen Beats

die Hand, unbändige Lebensfreude wechselt sich mit bittersüßer

Melancholie ab. Luca Vastas weiches Italienisch

schmiegt sich in die Akkorde, wird immer wieder von englischen

Phrasen aufgebrochen und hebelt somit jegliche

sprachlichen Grenzen aus: Die in Remscheid geborene

Deutsche mit italienischen Wurzeln scheint durch und durch

Weltbürgerin zu sein. Die Grenzen der Popmusik lotet sie

charmant und selbstbewusst aus: Folkloristisch angehauchte

Melodien zeigen sich im Song „Rosa“. Auf „Time“ finden

elektronische Klänge Platz, während „American Dreams“

mit Streichern und einem fast schon hymnischen Chor auffährt.

Dass bei der Produktion des Albums ein Profi am

Werk war (Philipp Steinke arbeitet u. a. mit Mark Forster

und Revolverheld zusammen), hört man jedem einzelnen

Song an. Der musikalischen Vielfalt des 2019 erschienen

Albums einen roten Faden zu verpassen, ist genial gelungen:

„Stella“ ist durchweg hörenswert und zeigt den Facetten -

reichtum, mit dem Luca Vasta ihre Liebe zur Popmusik feiert.

www.lucavasta.com

L.K.

FRIENDS OF MUSIC

»Ghostrider«

Die FRIENDS OF MUSIC machen es einem wahrlich nicht

leicht, etwas über sie herauszufinden. Das Booklet ihres

Albums „Ghostrider“ von 2019 gibt keine Webadressen preis,

das Label teilt online auch keine Informationen und auch

längere Google-Recherche bleibt erfolglos. Zur Band historie

kann daher wenig gesagt werden, die Musik der drei

Musikfreunde lässt sich jedoch eindeutig beschreiben und

zuordnen. Zehn Stücke sind auf „Ghostrider“ enthalten, die

alle den Geist von klassischem, rockgeprägtem Südstaaten-

Country atmen. Stücke wie „I’m Coming Home“ oder „Driving

Home To Alice“ sind wunderbar vorstellbar beim sommerlichen

Barbecue, einer Spritztour über die Landstraßen der Republik

oder beim Bikertreffen. Auch die für die Szene obligatorische

Cover-Version eines Songs von Country-Über vater Johnny

Cash hat es auf die Platte geschafft: „Ghost Riders In The Sky“

wird in gleich drei unterschiedlichen Varianten präsentiert.

Daneben sind auch das eingangs erwähnte „I’m Coming

Home“ sowie der getragene Song „Confusion“ neben einer

Radio-Version auch in einer tanzbaren Club-Version enthalten.

So summieren sich die sechs Lieder inklusive ihrer band -

eigenen-Coverversionen auf eine kurzweilige Dreivierte l stunde,

die nicht nur deutlich macht, was der Country-Underground in

Deutschland kann, sondern die auch noch Zeit bietet, über den

stilistischen Tellerrand hinauszublicken.

P.S.

THE MAZE

»From Small Things«

Es müssen nicht immer die ganz großen Geschichten sein

das stellt die Band theMaze auf ihrem Album „From Small

Things“ unter Beweis. Der Bandname ist bei näherer Betrach -

tung der langen Bandgeschichte bezeichnend: Bereits vor über

25 Jahren fanden sich Frank Senftleben und Heiner Lehmann

mit ihrem Kollegen Enrico Thoms zusammen, um sich zwischenzeitlich

wieder zu trennen, eigene Wege zu gehen und

das Bandprojekt schließlich zu zweit aufleben zu lassen. Frank

Senftleben und Heiner Lehmann kreieren auf „From Small

Things“ eine solide Mischung aus Pop, Rock und Blues und

verstehen es, den typischen Bandklang wenn nötig aufzupeppen,

sei es durch Einsatz eines Glocken spiels in „The Sound

Of Her Words“ oder einer Querflöte in „Worst Case Scenario“.

Nummern wie „Get The Beat Back“ gehen ordentlich voran,

während eben genanntes „Worst Case Scenario“ oder „Never

Wanna Go Again“ durch entspannten Groove überzeugen. Die

kleinen Dinge des Lebens stehen in der Tat im Mittelpunkt des

Albums. In „If We Kiss“ fragt sich Sänger Frank Senftleben, ob

aus einer Freundschaft vielleicht doch Liebe entstehen kann.

„Eye To Eye“ erzählt vom Freiheitsdrang und der Versuchung,

auszubrechen und den Alltag einfach hinter sich zu lassen.

Das Album, dem ein paar mehr musikalische Ecken und

Kanten sicherlich nicht geschadet hätten, endet mit dem

Aufruf, die kleinen Dinge im Blick zu behalten und sie zum

Positiven zu wenden; sind sie es doch, die unser Leben am

Ende so richtig lebenswert machen.

www.themaze.de

L.K.

musiker Magazin 4/19 1/20


REZENSIONEN 63

WATTENLÄUFER

»Wi bruuk keen Kalifornien!«

Wozu nach Kalifornien ziehen, wenn man auch an der Nordsee

wohnen kann? Das fragen sich die WATTENLÄUFER auf ihrer

neuesten Platte und bringen die Antwort gleich mit: „Wi bruuk

keen Kalifornien!“ Da kann man schließlich keinen „Gröönkohl

op‘n Disch“ essen! Gleich der erste titelgebende Song macht

ordentlich Stimmung und bringt eine Fröhlichkeit und

Lebenszugewandtheit mit, die sich trotz besungenen typisch

norddeutschen „Schietwetter“ durchs Album zieht. Klassiker

wie der „Jung mit‘n Tüdel band“ oder das „Shanty Party-Rock-

Potpourri“ werden sym pathisch aufgegriffen und mit einem

eigenen musikalischen Touch versehen, die Herkunft und der

Dialekt mit Humor genommen. Aus dem bekannten „Im

Wagen vor mir“ wird so zum Beispiel „In dr Boot för mi“. Die

sechsköpfige Platt rock-Band ist mit hörbarem Spaß und

Leiden schaft bei der Sache und kombiniert eingängige

Melodien voller Leich tig keit mit ihrem Dialekt. Auch die gefühlvollen

Stücke „Ik bliev bei dir“ und „Fresenhof“ können überzeugen.

Fazit: „Wi bruuk keen Kalifornien!“ sollte mit seinen

bodenständigen und humorvollen Songs definitiv auch Fans

außerhalb Nord deutsch lands begeistern.

www.wattenläufer.com

L.K.

VIVID CURLS

»… nicht müde werden!«

Sozialkritische Texte, Gänsehaut erzeugender Harmonie ge -

sang, ein Mix aus Rockröhre und lyrischem Mezzosopran: Die

VIVID CURLS wagen die Kombination von Anspruch und Inhalt

mit dramatischer, eingängiger Melodik, abwechslungsreichen

Rhythmen und fein herausgearbeiteten Songstrukturen.

Hier trifft klassisches deutsches Liedermachertum àla

Konstantin Wecker oder Reinhard Mey auf modernes Song -

writing nach Art vieler bekannter neuer „Deutschpop-

Poeten“. Inka Kuchler und Irene Schindler widmen sich

inhaltlich dabei den brandaktuellen Themen unserer Zeit:

die Zerrissenheit in der Gesellschaft, der Kampf um eine

bessere Zukunft, das Streben der Jugend nach einer Politik,

die Umwelt und zukünftige Generationen in den Fokus nimmt.

Dazu werden sie unterstützt von einer hochqualitativen Band:

perkussives Gitarrenspiel oder verträumtes Fingerpicking

treffen auf Mundharmonika-Einspieler und Percussion -

elemente.

VIVID CURLS brauchen nicht viel, um ihren allseits gepriesenen

und mit diversen Preisen ausgezeichneten Gesang

zu unterstützen, und doch bespielen sie auf “... nicht müde

werden!” die gesamte Bandbreite der ihnen zur Verfügung

stehenden Mittel der musikalischen Arrangements. Diese

Band breite und Aktualität ist es denn auch, die den VIVID

CURLS in der Vergangenheit diverse Auszeichnungen wie den

Förder preis für junge Liedermacher der Hanns-Seidel-

Stiftung eingebracht hat. Wenn das Duo so weitermacht,

dürften noch einige weitere Preise dazukommen sei es für

die tolle Musik oder ihre zum Nachdenken anregenden Texte.

www.vivid-curls.de

P.S.

THOMAS MENTSCHES & BAND

»The Lierfeld Tapes«

Seit vielen Jahren ist Thomas Mentsches bereits als Singer

und Songwriter in klassischer angloamerikanischer Tradition

aktiv und auf den Bühnen der Republik sowie auf Platte

unterwegs. Bereits seit zehn Jahren wird er dabei von seinen

beiden Weggefährten Volker Arndt und Ali Ottmann

begleitet, die Mentsches’ Sound mit ihrer großen musikalischen

Erfahrung aus Klassik, Jazz und Reggae bereichern.

Verfeinert durch die spezielle Stimme von Thomas Mentsches

entsteht ein eigenständiger und unabhängiger Sound, der

in dieser Form in Deutschland nicht häufig zu hören ist.

Sein neuestes Werk „The Lierfeld Tapes“ spiegelt diese

Eigen ständigkeit zum wiederholten Male eindrucksvoll

wider. Regelmäßig holt sich Mentsches in den legendären

Bars und Pubs der britischen Insel historische und musikalische

Inspiration für seine neuen Werke und auch diese

regelmäßigen Stippvisiten an den Wiegen der Singer-

Songwriter-Szene hört man dem Album eindrucksvoll an.

Auch dieses Album ist inhaltlich geprägt von den für Thomas

Mentsches typischen Geschichten über Freude und Nöte

des sprichwörtlichen „kleinen Mannes“. Diese auf vielen

Reisen gemachten und gesammelten Erfahrungen und Er -

zählungen verarbeitet der Sänger gemeinsam mit seinen

beiden Mitstreitern zu einer wundervollen Platte, die den

Geist der britischen Inseln atmet und zeitgleich doch einen

eigenen Touch durchscheinen lässt.

www.facebook.com/Thomas.Mentsches.Band P.S.

FRANK MARTIAN

»Where Ends Meet«

2019 erschien mit „Where Ends Meet“ nach langer Warte -

zeit das neue Album von Frank Schulz alias Frank Martian.

Das Album weckt musikalisch und stimmlich viele Erinne -

rungen an die progressiven Pop- und Rockbands aus Groß -

britannien in den 80er-, 90er- und frühen 2000er-Jahren.

Elektronische Ele mente werden hier mit progressiven Ge -

sangs strukturen und Rockriffs miteinander verbunden. Trotz

der überwiegend düsteren Grundstimmung ist „Where

Ends Meet“ eine positive, doch nicht übermäßig nostalgische

oder verklärte Aus einandersetzung mit der gesellschaftlichen

und der eigenen Vergangenheit. Für Frank

Martian stellt das Album „ein ehrliches Statement und eine

packende, faszinierende und oft auch tanzbare Abbildung

der Vielschichtigkeit unseres modernen Lebens“ dar ein

Statement, welches das Album treffend und passend

zusammenfasst. Mit der Unterstützung exzellenter Musiker

wird hier über elf zeitgemäß produzierte Songs die für

Martian typische große stilistische Bandbreite an Ge schichten

von Trennung, Tod, Begierden und Liebe präsentiert. Mal

zynisch, mal erschreckend deutlich und mal mit einem

Augen zwinkern musikalisch immer eigenwillig, auf Eigen -

ständigkeit bedacht und keinem einengenden musikalischen

Korsett folgend. Ein sehr ambitioniertes Werk.

www.protonmusic.de

CAPELLASTREET

»Dicht an dicht«

Stark vom Zeitgeist geprägt präsentieren sich CAPELLA-

STREET mit ihrer neuen Single „Dicht an dicht“. Zusammen

mit einem Video widmen sie sich in ihrem Song der aktuellen

Klimadebatte und beziehen auch gleich eindeutig Stel -

lung: Das Stück ist einerseits vom Aufruf zu mehr Umwelt -

bewusstsein geprägt und andererseits ein Aufruf, sich den

aktuellen Protesten für eine umweltfreundlichere Zukunft

anzuschließen. Dabei geben sich CAPELLASTREET auch

bewusst überhaupt keine Mühe, subtil zu klingen: Offen

wollen sie dazu motivieren, sich „Dicht an dicht“ in der

Fridays-for-Future-Bewegung zu sammeln und den Protest

so auf der Straße zu unterstützen. Begleitet von elektronischen

Beats und garniert mit poppigen und rockigen Ele -

menten entsteht so ein Protestsong, der die Hörer aufrütteln

und zur Aktion motivieren soll.

facebook.com/CAPELLASTREET-267568193278873 P.S.

Rezensenten:

L.K. LINDA KNAUER

P.S. PHILIPP STRUNK

4/19 1/20 musiker Magazin


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musiker MagazIN 4/19 1/20


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Anzeigenassistenz:

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vom 1. Januar 2020 gültig.

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Lektorat:

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Druck:

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Musiker Magazin erscheint 4 x jährlich

Copyright und Copyrightnachweis für alle

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,

sowie Vervielfältigungen jeder Art

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Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge

stellen nicht unbedingt die Meinung der

Redaktion dar.

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